A bteilung II B -2117/2006 {T 0/2} U rteil vom 19. Februar 2007 M itw irkung: R ichter Francesco Brentani; Frank Seethaler; R onald Flury; G erichtsschreiber C orrado Bergom i. F. _____________, Beschw erdeführer, gegen Zulassungskom m ission für den Zivildienst, p. A. R egionalzentrum Aarau (W indisch), Kasernenstrasse 28, 5000 Aarau, Vorinstanz betreffend N ichtzulassung zum Zivildienst. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it Schreiben vom 14. April 2006 ersuchte F. _____________ die Zulas- sungskom m ission für den Zivildienst (im Folgenden: Zulassungskom m issi- on, Vorinstanz), ihn zum Zivildienst zuzulassen. Er m achte im W esentli- chen geltend, das m enschliche Leben stelle für ihn ein so hohes G ut dar, dass es von niem andem w eggenom m en w erden dürfe. Schon in den Zehn G eboten w erde ausdrücklich vorgeschrieben "D u sollst nicht töten". Auch w enn Kriegstote als notw endiges Ü bel hingenom m en w ürden, bedeute dies seiner M einung nach keine R echtfertigung zum Töten, vor allem w eil der M ensch Fähigkeiten besitze, um Konflikte auf einem anderen W eg zu lösen. Zw ar diene die Schw eizer Arm ee nur der Verteidigung. D ennoch halte er schon nur die Vorstellung, sein eigenes Leben bei der Verteidi- gung der Schw eiz zu verlieren oder ein anderes auszulöschen, für absto- ssend. Aus diesem G rund könne er im Kriegsfall der Schw eizer Arm ee nicht dienen. Auch eine M itw irkung als Sanitätssoldat kom m e für ihn nicht in Frage, denn er w ürde die M itschuld am Tod anderer M enschen trotzdem tragen. Ihm sei bew usst, dass die Schw eiz vor Angriffen verteidigt w erden m üsse, dies sei aber auch m it ethisch vertretbaren M itteln m öglich. D es W eiteren führte er aus, das M ilitär, dessen strikte H ierarchie und der ge- genüber den Vorgesetzten zu leistende G ehorsam w ürden seine Fähigkeit, selbständig zu denken und zu arbeiten, in G efahr bringen. D ie im M ilitär erteilten Befehle dienten zur Ausbildung eines m öglichen Kriegers und M örders und er m öchte sich kein entsprechendes W issen aneignen, da ein solches aufgrund seiner M oralvorstellungen unm enschlich sei und sich m it seinem G ew issen nicht vereinbaren lasse. N achdem die Zulassungskom m ission F. _____________ am 27. Juli 2006 persönlich angehört hatte, w ies sie gleichentags sein G esuch ab. Sie hielt im W esentlichen fest, der G esuchsteller habe zw ar seine ethischen und m oralischen Forderungen darlegen können. Jedoch sei es ihm w eder ge- lungen, diese hinreichend m it Inhalten zu füllen, noch deren Tragw eite und die G ründe für deren verpflichtenden C harakter nachvollziehbar darzule- gen. Insbesondere könne die Zulassungskom m ission die Entstehung und Entw icklung der inneren Bew eggründe, die zum G esuch geführt hätten, nicht erkennen. W eiter sei kein Engagem ent zu erkennen, das die geltend gem achte m oralische Forderung w esentlich stützen w ürde. D a der G e- suchsteller bisher keinen M ilitärdienst geleistet habe, seien sein Befinden und seine Lebensführung durch den geltend gem achten G ew issenskonflikt nicht beeinträchtigt w orden. D ie Zulassungskom m ission könne die Aussa- gen des G esuchstellers w ährend der Anhörung nicht als plausibel und ins- gesam t in sich schlüssig beurteilen. Vielm ehr seien diese w idersprüchlich gew esen. Beispielsw eise sei die Aussage, H andlungen zu vertuschen, die er gegen sein G ew issen vornehm e, m it dem W ert der Ehrlichkeit nicht zu vereinbaren. W o sich der G esuchsteller auf die Vernunft berufen habe, habe er der Aufforderung nicht nachkom m en können, dies näher zu erklä- ren. Stattdessen habe er den Begriff ausgetauscht und sich unverm ittelt 3 auf "überlieferte W erte" berufen. B. G egen diese Verfügung erhob F. _____________ (Beschw erdeführer) am 30. August 2006 Beschw erde bei der R ekurskom m ission EVD und bean- tragt sinngem äss deren Aufhebung. Zur Begründung bringt er im W esentli- chen vor, die Anhörung habe ihm grosse M ühe bereitet. Er habe es äu- sserst unbehaglich gefunden, seine Ü berlegungen und Ü berzeugungen der Zulassungskom m ission offen zu legen. D as habe zu unüberlegten und unpräzisen Form ulierungen seinerseits geführt, w elche seine Erläuterun- gen verfälscht hätten. M it Verfügung vom 1. Septem ber 2006 forderte die R ekurskom m ission EVD den Beschw erdeführer auf, seine Beschw erde bis 11. Septem ber 2006 zu ergänzen. M it Schreiben vom 8. Septem ber 2006 hält der Beschw erdeführer sinnge- m äss an seiner Beschw erde fest und beantragt, nochm als von der Zulas- sungskom m ission angehört zu w erden. Er m acht geltend, er habe sich w ährend der Anhörung nicht in der Lage gefühlt, der Zulassungskom m issi- on seine Anliegen so darzulegen, w ie dies im Zivildienstgesetz vorge- schrieben sei. D as sei auf die Schw ierigkeit zurückzuführen, die er habe, w enn er sein G ew issen unbekannten M enschen erklären und ihnen Ein- blick in seine G edankenw elt gew ähren m üsse. Am Anfang sei ihm diese Schw ierigkeit nicht bew usst gew esen. U m so überraschter sei er w ährend der Anhörung gew esen. C . M it Vernehm lassung vom 25. Septem ber 2006 beantragt die Zulassungs- kom m ission die Abw eisung der Beschw erde. Sie hält fest, dass der Be- schw erdeführer w eder in der Beschw erde noch in der Beschw erdeergän- zung ihre Arbeit kritisiere. Sie sei sich im Ü brigen bew usst, w ie schw ierig es für einen G esuchsteller sei, das eigene G ew issen gegenüber frem den M enschen erklären zu m üssen. Auch habe sie ein gew isses Verständnis dafür, dass in einer Anhörung Schw ierigkeiten auftreten könnten, m it de- nen der G esuchsteller vorher nicht gerechnet habe. G erade deshalb habe sie den G esuchsteller darauf angesprochen und ihm die M öglichkeit einer zw eiten Anhörung eröffnet. D er G esuchsteller habe aber w eder seine Schw ierigkeiten näher benennen können, noch sei er auf das Angebot ei- ner zw eiten Anhörung eingetreten. G egen Ende der Anhörung habe sich der G esuchsteller zw ar in besserer Verfassung befunden, jedoch habe dies nichts an der Art der Beantw ortung der Fragen geändert. M it Verfügung vom 9. O ktober 2006 ersuchte die R ekurskom m ission EVD das Eidgenössische Volksw irtschaftsdepartem ent (EVD ), sich zur Beschw erde zu äussern.4 M it Schreiben vom 3. N ovem ber 2006 teilt das EVD m it, es verzichte - un- ter Verw eisung auf die Vorakten - auf die Einreichung einer Stellungnah- m e. D . M it Schreiben vom 7. N ovem ber 2006 teilte die R ekurskom m ission EVD dem Beschw erdeführer m it, dass keine öffentliche Verhandlung im Sinne der Europäischen M enschenrechtskonvention vorgesehen sei. E. Im N ovem ber 2006 teilte die R ekurskom m ission EVD dem Beschw erdefüh- rer m it, dass das vorliegende Beschw erdeverfahren ab 1. Januar 2007 vom Bundesverw altungsgericht übernom m en w erde. Am 10. Januar 2007 gab das Bundesverw altungsgericht dem Beschw erde- führer die Zusam m ensetzung der Spruchbehörde bekannt. Auf die Vorbringen der Parteien w ird - sow eit sie für den Entscheid als erheblich erscheinen - in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D er Entscheid der Zulassungskom m ission vom 27. Juli 2006 ist eine Verfügung im Sinne des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021; Art. 5 Abs. 1 Bst. c). Sie kann nach Artikel 63 des Zivildienstgesetzes (zitiert in E. 2) im R ahm en der allgem einen Bestim m ungen über die Bundesverw altungsrechtspflege (Art. 44 ff. i. V. m . den Art. 31, 33 Bst. d, 37 ff. und Ziffer 105 des Anhangs des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Verw altungsgericht, Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , AS 2006 2197, SR 173.32, in Kraft seit 1. Januar 2007) m it Beschw erde beim Bundesverw altungsgericht angefochten w erden. D as Bundesverw altungsgericht hat am 1. Januar 2007 seine Tätigkeit auf- genom m en und beurteilt Beschw erden gegen Verfügungen nach Artikel 5 Vw VG (vgl. Art. 31 VG G ). D iese Instanz ersetzt die bisherigen Eidgenössi- schen R ekurs- und Schiedskom m issionen sow ie die Beschw erdedienste der Eidgenössischen D epartem ente. Sofern es zuständig ist, übernim m t das Bundesverw altungsgericht die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes bei Eidgenössischen R ekurs- oder Schieds- kom m issionen oder bei Beschw erdediensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D er Beschw erdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und 5 hat ein als schutzw ürdig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 48 Bst. a Vw VG , Art. 64 Abs. 1 ZD G ). Er ist daher zur Beschw erdeführung legitim iert. D ie Eingabefrist sow ie die Anforderungen an Form und Inhalt der Beschw erdeschrift sind gew ahrt (Art. 66 Bst. b ZD G , Art. 50 und 52 Abs. 1 Vw VG ), und die übrigen Sachurteilsvorausset- zungen liegen vor (Art. 46 ff. Vw VG ). Auf die Verw altungsbeschw erde ist som it einzutreten. 2. D as Zulassungsverfahren zum Zivildienst w ird durch das G esuch des Stel- lungs- beziehungsw eise M ilitärdienstpflichtigen an die Vollzugsstelle ein- geleitet. D arin legt er seinen G ew issenskonflikt dar (Art. 16a Abs. 1 u. 2 Bst. a i. V. m . Art. 1 Abs. 2 und 3 des Bundesgesetzes über einen zivilen Ersatzdienst, Zivildienstgesetz, ZD G , SR 824.0). Ü ber die Zulassung zum Zivildienst und die Anzahl der zu leistenden Zivildiensttage entscheidet die Zulassungskom m ission (Art. 18 Abs. 1 ZD G ). Sie hört die gesuchstellenden Personen an (Art. 18a Abs. 1 ZD G i. V. m . Art. 8 der Verordnung vom 5. D ezem ber 2003 über das Verfahren der Zulassung zum Zivildienst, SR 824.016) und beurteilt die D arlegung des G ew issenskonfliktes in Bezug auf ihre G laubw ürdigkeit entsprechend den Kriterien nach Artikel 18b ZD G . 3. M ilitärdienstpflichtige, die glaubhaft darlegen, dass sie den M ilitärdienst m it ihrem G ew issen nicht vereinbaren können, leisten einen zivilen Ersatzdienst (Zivildienst) nach dem Zivildienstgesetz (Art. 1 Abs. 1 ZD G ). D er G ew issenskonflikt nach Absatz 1 zeichnet sich dadurch aus, dass die betreffende Person sich auf eine m oralische Forderung beruft, durch die ihr G ew issen aus ihrer Sicht m it der M ilitärdienstpflicht in einen unauflösbaren Konflikt gerät (Art. 1 Abs. 2 ZD G ). D iese m oralische Forderung steht im Einklang m it dem persönlichen M oralverständnis der betreffenden Person (Art. 1 Abs. 3 ZD G ). D ie Zulassungskom m ission hört den G esuchsteller an (vgl. Art. 18a ZD G ) und beurteilt anschliessend die D arlegung des G ew issenskonfliktes in Bezug auf ihre G laubhaftigkeit gem äss Artikel 18b ZD G danach, a) ob die gesuchstellende Person Inhalt und Tragw eite der geltend gem achten m oralischen Forderung erklären kann und aus w el- chen G ründen diese m oralische Forderung für die gesuchstellen- de Person verpflichtenden C harakter hat; b) w elche die Ereignisse und Einflüsse sind, durch die der geltend 6 gem achte G ew issenskonflikt entstanden ist und sich entw ickelt hat; c) ob und w ie die gesuchstellende Person die m oralische Forderung in anderen Lebensbereichen um setzt; d) w ie der geltend gem achte G ew issenskonflikt das Befinden und die Lebensführung der gesuchstellenden Person beeinflusst; sow ie e) ob die D arlegung des G ew issenskonfliktes der gesuchstellenden Person frei von bedeutenden W idersprüchen, plausibel und insgesam t in sich schlüssig ist. Betreffend die Anerkennung der M otive, w elche der innerlich verpflichten- den Forderung zu G runde liegen, bleibt das Zivildienstgesetz unbestim m t. D ie R ekurskom m ission EVD hatte erkannt (vgl. R EKO /EVD 99/5C -088 E. 5.2, publiziert in: VPB 64.131), dass ethische, m oralische, sittliche, oder religiöse W erte in Betracht fallen. Für die R ekurskom m ission EVD w ar w e- sentlich, dass grundlegende, gew ichtige persönliche Ü berzeugungen vor- liegen, die das eigene m enschliche H andeln verantw ortungsvoll und in m assgeblicher W eise steuern. In inhaltlicher H insicht w urde das G ew issen beziehungsw eise die in den neuen G esetzesbestim m ungen angesproche- ne m oralische Forderung nicht w eitergehend definiert. D ie bisherige R echtsprechung hat indessen gew isse negative D efinitionen herausgear- beitet. So ergibt sich aus der Anforderung, dass eine m oralische Forde- rung, w elche als G ew issensgrund im Sinne von Artikel 1 ZD G anerkannt w erden könnte, prim är das eigene Verhalten des G esuchstellers bestim - m en m uss, dass bloss feststellende Kritik an der Arm ee (beispielsw eise betreffend Effizienz, R essourcenverbrauch, U m w eltbelastungen, D ienstbe- trieb) - und m ag sie noch so fundiert und nachvollziehbar sein - keinen G e- w issensentscheid zu begründen verm ag, sow eit sich darin kein Leitsatz für das eigene H andeln ausdrückt (vgl. nicht publizierte E. 3.1 von R EKO /EVD 99/5C -090, abrufbar unter: w w w .reko.adm in.ch, publiziert in: VPB 64.130; unveröffentlichter Beschw erdeentscheid der R EKO /EVD vom 1. D ezem ber 2003 i. S. M . [03/5C -033] E. 5.2.1 und vom 9. Juni 2004 i. S. W . [03/5C - 071] E. 6.2). Auch ausschliesslich persönliche G ründe w ie persönliche N eigungen, Bequem lichkeiten, Aus- und W eiterbildung oder w irtschaftliche Erw ägungen sow ie rein politisch-taktische Erw ägungen fallen ausser Be- tracht, um vom M ilitärdienst befreit zu w erden (vgl. nicht publizierte E. 3.1 von R EKO /EVD 99/5C -090, a. a. O .; R EKO /EVD 99/5C -088 E. 5.2 f. und 6.1, abrufbar unter: w w w .reko.adm in.ch, VPB 64.131; unveröffentlichter Beschw erdeentscheid der R EKO /EVD vom 7. Juli 1998 i. S. S. [97/5C -085] E. 2.1). Für das Bundesverw altungsgericht sind keine G ründe ersichtlich, dass und w eshalb von dieser Praxis abgew ichen w erden sollte.7 4. D as Bundesverw altungsgericht entscheidet grundsätzlich m it voller Ü ber- prüfungsbefugnis. D eshalb können nicht nur R echtsverletzungen oder feh- lerhafte Sachverhaltsfeststellungen, sondern auch U nangem essenheit ge- rügt w erden (vgl. Art. 49 Vw VG i. V. m . Art. 37 VG G ). Bei der Ü berprüfung der Frage, ob die Zulassungskom m ission zu R echt ei- nen geltend gem achten G ew issenskonflikt im Sinne von Artikel 1 ZD G als glaubhaft erachtet hat oder nicht, auferlegt sich das Bundesverw altungsge- richt w ie seine Vorgängerorganisation eine gew isse Zurückhaltung. D ie Begriffe "G ew issen", "G ew issenskonflikt" und "glaubhaft" stellen unbe- stim m te R echtsbegriffe dar. Ein unbestim m ter R echtsbegriff liegt vor, w enn der R echtssatz die Voraussetzungen der R echtsfolge oder die R echtsfolge selbst in offener, unbestim m ter W eise um schreibt (vgl. H äfelin / M üller, G rundriss des Allgem einen Verw altungsrechts, 4. Auflage, Zürich 2002, R z 445). U nbestim m te R echtsbegriffe gebieten eine auf den Einzelfall bezo- gene Auslegung. G em äss bundesgerichtlicher R echtsprechung bildet de- ren Auslegung und Anw endung eine R echtsfrage, die grundsätzlich ohne Beschränkung der richterlichen Kognition zu überprüfen ist (vgl. BG E 119 Ib 33 E. 3b). N ach konstanter Praxis und Lehrm einung ist bei der Ü berprü- fung der Auslegung und Anw endung von unbestim m ten R echtsbegriffen je- doch Zurückhaltung zu üben und der Behörde ist dann ein gew isser Beur- teilungsspielraum zuzugestehen, w enn diese den örtlichen, technischen oder persönlichen Verhältnissen näher steht. D er R ichter hat so lange nicht einzugreifen, als die Auslegung der Verw altungsbehörde als vertret- bar erscheint (vgl. statt vieler: BG E 119 Ib 254 E. 2b m it H inw eisen; H äfe- lin / M üller, a. a. O ., R z 454 f.). D er G esetzgeber hat die Prüfung der Zulassungsvoraussetzungen einer besonderen Zulassungskom m ission anvertraut. D iese ist fachlich unab- hängig und im Einzelfall nicht an W eisungen gebunden (vgl. Art. 18 Abs. 2 der Verordnung vom 5. D ezem ber 2003 über die Kom m issionen des Zivil- dienstes, VKZD , SR 824.013). Bei der W ahl der Zulassungskom m ission ist anzustreben, dass diese bezüglich Landessprachen, Alter, G eschlecht, be- ruflichem H intergrund und geographischer H erkunft der M itglieder ausge- w ogen zusam m engesetzt ist und dass Persönlichkeiten gew ählt w erden, die in der Lage sind, die D arlegung des G ew issenskonfliktes in Bezug auf ihre G laubhaftigkeit zu beurteilen (vgl. Art. 9 Abs. 2 VKZD ). So sollen bei der Ausw ahl der M itglieder prim är Aspekte w ie G rundw erte und G rundhal- tung, analytisches und konzeptionelles D enken, Em pathie, Kom m unikati- onsfähigkeit, Argum entationsfähigkeit und schriftlicher Ausdruck, Konflikt- fähigkeit, Lern- und Entw icklungsfähigkeit und Entscheidungsfähigkeit be- achtet w erden (vgl. Art. 9 Abs. 3 VKZD ).8 D ie Zulassungskom m ission fällt ihren Entscheid insbesondere auf G rund der W ahrnehm ungen und Eindrücke aus der persönlichen Anhörung des G esuchstellers. D essen Ausführungen an dieser Anhörung w erden in einer G esprächsnotiz festgehalten (vgl. Art. 8 Abs. 3 der Verordnung vom 5. D e- zem ber 2003 über das Verfahren der Zulassung zum Zivildienst), nicht je- doch in einem eigentlichen W ortprotokoll, das der G esuchsteller zu lesen und zu unterzeichnen hätte. D ie G esprächsnotiz ist daher nur von be- schränktem Bew eisw ert in Bezug auf den genauen W ortlaut der gestellten Fragen oder der gegebenen Antw orten (vgl. R EKO /EVD 01/5C -026 E. 5.1, abrufbar im Internet unter: w w w .reko.adm in.ch; unveröffentlichter Be- schw erdeentscheid der R EKO /EVD vom 10. Januar 2003 i. S. K. [02/5C - 063] E. 5) und kann den an der Anhörung unm ittelbar gew onnen Eindruck nur teilw eise w iedergeben. D a der G esetzgeber der Anhörung innerhalb des Zulassungsverfahrens eine zentrale R olle eingeräum t hat (vgl. unver- öffentlichter Beschw erdeentscheid der R EKO /EVD vom 4. Juli 2003 i. S. B. [02/5C -062] E. 5.1), handelt es sich bei diesem persönlichen Eindruck um ein w esentliches Sachverhaltselem ent für die Beurteilung der G laubhaftig- keit eines G ew issenskonflikts, dem eine entscheiderhebliche Bedeutung zukom m en kann. Auf G rund dieser G egebenheiten erachtet sich auch das Bundesverw al- tungsgericht als an den Entscheid der Zulassungskom m ission, ob ein G e- w issenskonflikt glaubhaft sei oder nicht, gebunden, sofern er sich nicht als offensichtlich unhaltbar erw eist. Als unhaltbar w ird ein Entscheid der Zu- lassungskom m ission nam entlich dann erachtet, w enn erhebliche Sachum - stände nicht in Betracht gezogen oder bei der Bew eisw ürdigung die G laub- haftigkeit des behaupteten G ew issensentscheids m it aktenw idrigen Argu- m enten, zu strengen Anforderungen oder unsachlicher Argum entation ver- neint w urden (vgl. R EKO /EVD 99/5C -090 E. 6.1, publiziert in: VPB 64.130). Sow eit der Entscheid der Zulassungskom m ission dagegen als haltbar erscheint, erfolgt kein Eingriff. 5. In form eller H insicht m acht der Beschw erdeführer sow ohl in der Beschw er- de als auch in der Beschw erdeergänzung geltend, die Anhörung habe ihm grosse M ühe bereitet. Er habe es äusserst unbehaglich gefunden, seine Ü berlegungen und Ü berzeugungen der Zulassungskom m ission offen zu le- gen. D as habe zu unüberlegten und unpräzisen Form ulierungen seiner- seits geführt, w elche seine Erläuterungen verfälscht hätten. Es falle ihm besonders schw er, sein G ew issen unbekannten M enschen zu erklären so- w ie ihnen Einblick in seine G edankenw elt zu gew ähren. Am Anfang sei ihm diese Schw ierigkeit nicht bew usst gew esen. U m so überraschter sei er w ährend der Anhörung gew esen. D ie Vorinstanz hält diesbezüglich in der Vernehm lassung fest, dass der Beschw erdeführer w eder in der Beschw erde noch in der Beschw erdeer-9 gänzung die Arbeit der Zulassungskom m ission kritisiere. Sie sei sich im Ü brigen bew usst, w ie schw ierig es für einen G esuchsteller sei, das eigene G ew issen gegenüber frem den M enschen erklären zu m üssen. In gleichem M asse könne sie verstehen, dass in einer Anhörung Schw ierigkeiten auf- treten könnten, m it denen der G esuchsteller vorher nicht gerechnet habe. D eshalb habe sie den G esuchsteller darauf angesprochen und ihm die M öglichkeit einer zw eiten Anhörung eröffnet. D er G esuchsteller habe aber w eder seine Schw ierigkeiten näher benennen können, noch sei er auf das Angebot einer zw eiten Anhörung eingetreten. 5.1 W ie die bisherige R echtsprechung im m er w ieder festgehalten hat, ist es in erster Linie Sache des G esuchstellers, seinen G ew issenskonflikt darzu- stellen und die seiner G ew issensentscheidung zu G runde liegenden Be- w eggründe offen zu legen (vgl. Art. 1 und 16a Abs. 2 ZD G ), da es unter anderem um die Erkundung innerer psychischer Vorgänge geht, über die Auskunft zu geben am ehesten der G esuchsteller selbst in der Lage ist (vgl. Art. 13 Abs. 1 Bst. a Vw VG ). D ie Behörde hat lediglich die M öglich- keit, auf G rund äusserer U m stände ihre Schlüsse zu ziehen (vgl. unveröf- fentlichter Beschw erdeentscheid der R EKO /EVD vom 15. M ärz 2005 i. S. K. [5C /2004-113] E. 7.1). D aher erw eist sich eine erhöhte M itw irkung sei- tens des G esuchstellers als notw endig und auch als zum utbar, zum al es um die von ihm angestrebte Zulassung zum Zivildienst geht. D ie Zulassungskom m ission soll m ittels einer gründlichen, gesprächsw ei- sen Auseinandersetzung m it der gesuchstellenden Person versuchen, die Ernsthaftigkeit des G ew issensentscheids zu ergründen (vgl. Botschaft vom 22. Juni 1994 zum Bundesgesetz über den zivilen Ersatzdienst, BBI 1994 III 1609, Botschaft I, S. 1669 f.). D ie persönliche Anhörung m uss m it Ein- fühlungsverm ögen durchgeführt w erden und dem m eist jugendlichen Alter der gesuchstellenden Personen R echnung tragen. Sie soll nicht als H in- dernis, sondern als C hance verstanden w erden. Auch gem äss Botschaft II (a. a. O ., S. 6185) liegt es an der G esprächsführung durch die M itglieder der Zulassungskom m ission, dem Intellekt der gesuchstellenden Person R echnung zu tragen und sie auch dann zu verstehen, w enn sie nicht rede- gew andt ist. D ies bedeutet indessen nicht, dass die Kom m ission die Aus- sagen eines G esuchstellers nicht kritisch hinterfragen darf. D enn der Zw eck der Anhörung besteht darin, dem G esuchsteller die M öglichkeit zu geben, seinen G ew issenskonflikt aufzuzeigen. Er soll G elegenheit erhal- ten, seine inneren Bew eggründe, w elche es ihm verbieten, M ilitärdienst zu leisten, glaubhaft und nachvollziehbar darzulegen. D ie G edankengänge und W ertvorstellungen des G esuchstellers stellen eine gew ichtige durch die Zulassungskom m ission zu erhebende G rundlage für ihren Entscheid dar (vgl. Art. 18b ZD G ). Es liegt dem nach in der N atur der Anhörung, dass die Zulassungskom m is-10 sion versucht, m öglichst aussagekräftige, überzeugende und erschöpfende Antw orten des G esuchstellers zu erhalten. Sie stellt hierzu allenfalls auch als provokativ em pfundene Fragen (vgl. z. B. den unveröffentlichten Be- schw erdeentscheid der R EKO /EVD vom 27. Februar 2004 i. S. Z. [5C /2003-43] E. 6.2.1), besonders w enn ein G esuchsteller M ühe bekundet, von sich aus seine für den Zulassungsentscheid relevanten Bew eggründe zu verdeutlichen. 5.2 D er Anhörungsnotiz lässt sich entnehm en, dass die Zulassungskom m issi- on das G espräch von Anfang an auf die G ründe für den G ew issenskonflikt lenkte (Anhörungsnotiz, AN Z. 1). D urch N achfragen erreichte sie, dass der Beschw erdeführer die drei für ihn w ichtigsten G ründe für seinen G e- w issenskonflikt nannte: Erstens em pfinde er das M ilitär als eine Ausbil- dung zum Töten und er könne sich nicht vorstellen, auf M enschen zu schiessen (AN , Z. 2-4); zw eitens w erde im M ilitär das selbständige D enken unterdrückt (AN , Z. 6-7) und drittens stehe das M ilitär für eine Verschw en- dung der R essourcen (AN , Z: 9-10). W eiter dehnte die Zulassungskom m is- sion das G espräch in einer ersten Phase auf die G ründe aus, w arum der Beschw erdeführer m it der m ilitärischen Ausbildung und einer allfälligen Beteiligung an der Arm ee M ühe habe, w obei sie in ihrer Fragestellung auch das Them a des w affenlosen D ienstes berührte (AN , Z. 13-34). In ei- ner zw eiten Phase hat die Zulassungskom m ission versucht, m it zusätzli- chen Fragen herauszufinden, w elche Ü berzeugungen des Beschw erdefüh- rers, nam entlich hinter dem von ihm angerufenen Tötungsverbot stehen (AN , Z. 41, 57, 60), ob diese Ü berzeugungen für ihn uneingeschränkt G el- tung haben (AN , Z. 62), vor w elchem H intergrund das W ertesystem des Beschw erdeführers entstanden ist (AN , Z. 67-106), w as ihn dazu bew ogen hat, ein G esuch um Zulassung zum Zivildienst zu stellen (AN , Z: 130 ff.) sow ie w as er unter G ew issen versteht (AN , Z. 154 ff.). In einer dritten Pha- se kam die Zulassungskom m ission w ieder auf das W ertesystem des Be- schw erdeführers zurück (AN , Z. 175-189) und versuchte zu eruieren, w as der Beschw erdeführer m it der Aussage m einte, er m öchte nur m achen, w as im R ahm en liege (AN , Z. 191, 194). N achdem sich der Beschw erde- führer auf die Vernunft berufen hatte, verlangte die Vorinstanz von ihm entsprechende Erklärungen dieses Begriffs (AN , Z. 204, 206, 211, 213, 218). Anschliessend fragte sie ihn nach seiner D efinition des G ew issens (AN , Z. 224), w ie er seine W erte im Leben einsetze (AN , Z. 235) und w ie er m it Konflikten um gehe (AN , Z. 238 ff.). Für das Bundesverw altungsgericht sind angesichts der von der Vorinstanz angew andten Fragestellung grundsätzlich keine Anzeichen ersichtlich, die für eine unkorrekte oder unfaire D urchführung der Anhörung sprechen w ür- den. Vielm ehr erscheinen die gestellten Fragen unter form ellen G esichts- punkten geeignet, den G esuchsteller zur D arlegung seines G ew issenskon- flikts zu bew egen.11 Im m erhin aber geht aus der Anhörungsnotiz hervor, dass die Anhörung zw eim al unterbrochen w urde, einm al auf W unsch des Beschw erdeführers (AN , Z. 69-72) und einm al auf W unsch der Vorinstanz (AN , Z. 168). G e- m äss Anhörungsnotiz konnte die Vorinstanz nicht erkennen, ob die Schw ierigkeit, vom Beschw erdeführer Antw orten zu erhalten, auf seine an- gebliche U nfähigkeit, unbekannten D ritten seine G edanken und G efühle m itzuteilen, oder auf andere G ründe zurückzuführen w ar. D eshalb bot sie dem Beschw erdeführer zw ei Alternativen an: entw eder die Fortführung der Anhörung einschliesslich Abschluss des G esuchsverfahrens m it Entscheid oder die Ansetzung einer zw eiten Anhörung, w orauf der Beschw erdeführer der ersten Variante den Vorzug gab (vgl. AN , Z. 169 ff.). D as Vorgehen der Zulassungskom m ission deutet darauf hin, dass sie die nicht näher be- zeichneten Schw ierigkeiten als erheblich betrachtete und bereit w ar, grösstm ögliche R ücksicht darauf zu nehm en. Som it sind auch hier keine Indizien ersichtlich, aus w elchen sich schliessen liesse, dass die Zulas- sungskom m ission auf die Persönlichkeit und die Schw ierigkeiten des Be- schw erdeführers nicht in angem essener Art und W eise eingegangen w äre. Im Folgenden bleibt daher noch zu prüfen, ob der Entscheid der Zulas- sungskom m ission, den Beschw erdeführer nicht zum Zivildienst zuzulas- sen, in m aterieller H insicht haltbar ist. 6. In Erw ägung 1 des angefochtenen Entscheids hat die Zulassungskom m is- sion die M otive aufgelistet, w elche der Beschw erdeführer genannt hat, um seiner M ilitärdienstpflicht nicht nachzukom m en: 1) für ihn sei das M ilitär Ausbildung zum Käm pfen und Töten und das könne er nicht m it seinem G ew issen vereinbaren; 2) er habe Problem e dam it, Befehle auszuführen, w elche seiner M einung nach unsinnig seien und er gehe davon aus, dass im M ilitär das selbständige D enken unterdrückt w erde; 3) er erachte das M ilitär in seiner heutigen Form als unsinnig und sehe darin eine Verschw endung von R essourcen. Laut dem angefochtenen Entscheid hat der Beschw erdeführer das erste M otiv als G ew issensgrund bezeichnet. Zunächst einm al stellt sich für das Bundesverw altungsgericht die Frage, ob die Vorinstanz in Erw ägung 1 des angefochtenen Entscheids die vom Beschw erdeführer im G esuch und anlässlich der Anhörung geltend ge- m achten G ew issensgründe in vollständiger W eise festgestellt hat. D ies ist zu verneinen. Aus der Anhörungsnotiz ergibt sich näm lich, dass der Be- schw erdeführer ein M enschenleben für unersetzlich hält und derart w ert- voll einstuft, dass er niem andem sein Leben stehlen w ürde. D araus leitet er seine U nfähigkeit ab, jem anden zu töten (AN , Z. 46-61). Als w eiteren 12 W ert nannte der Beschw erdeführer den R espekt vor anders denkenden M enschen (AN , Z. 110 ff.). Er erw arte von sich und den M itm enschen ge- genseitige Achtung und den Verzicht auf gegenseitige Schadenszufügung (AN , Z. 177 ff.). Zudem berief sich der Beschw erdeführer auf die Vernunft; seiner M einung nach ist es m öglich, Konflikte m it D iplom atie und ohne An- drohung von W affengew alt zu lösen (AN , Z. 203, 212, 219 f.). Sofern die Zulassungskom m ission die Aussagen des Beschw erdeführers betreffend den W ert eines M enschenlebens, das Tötungsverbot, den R espekt vor den M itm enschen und die Vernunft in die Prüfung der geltend gem achten G ew issensgründe nicht m iteinbezogen hat, dürfte sie den rechtserheblichen Sachverhalt nicht in genügendem M asse festgestellt haben. Es könnte aber durchaus sein, dass sie die in der W ürdigung der G ew issensgründe nicht berücksichtigten Ausführungen in die Prüfung der fünf D im ensionen der D arlegung des G ew issenskonfliktes hat einfliessen lassen. In diesem Fall w äre an der entsprechenden Stelle in diesem Entscheid zu untersuchen, ob die von der Vorinstanz vorgenom m ene W ürdigung einer rechtlichen Prüfung standhält. D araus ergibt sich, dass die restlichen Erw ägungen der angefochtenen Verfügung darauf zu prüfen sind, ob die Vorinstanz hierbei allen rechtser- heblichen Sachverhaltselem enten R echnung getragen hat und, falls dies zutrifft, ob sie besagte Sachverhaltselem ente haltbar gew ürdigt hat. D ie Frage, ob der Sachverhalt vollständig festgestellt w urde, ist m it voller Kog- nition zu prüfen. Indessen auferlegt sich das Bundesverw altungsgericht bei der Ü berprüfung der Frage, ob die Zulassungskom m ission den vom Be- schw erdeführer dargelegten G ew issenskonflikt gebührend beurteilt hat, eine gew isse Zurückhaltung (vgl. E. 4.). D er Entscheid der Vorinstanz w ird nur aufgehoben, sofern er offensichtlich unhaltbar ist. 7. G em äss Artikel 18b Buchstabe a ZD G beurteilt die Zulassungskom m ission die D arlegung des G ew issenskonfliktes in Bezug auf ihre G laubhaftigkeit danach, ob die gesuchstellende Person Inhalt und Tragw eite der geltend gem achten m oralischen Forderung erklären kann und aus w elchen G rün- den diese m oralische Forderung für die gesuchstellende Person verpflich- tenden C harakter hat. 7.1 D iesbezüglich hielt die Zulassungskom m ission fest, die Eltern des Be- schw erdeführers hätten ihm Ehrlichkeit, Freundlichkeit und H erzlichkeit als w ichtige W erte verm ittelt. Er habe auch in der Schule, insbesondere im R eligionsunterricht grundlegende W erte m itbekom m en, w obei er diese nicht habe konkret benennen können. D ie Zulassungskom m ission führt w eiter aus, durch selbständige Ü berlegungen habe der Beschw erdeführer seine heutige W erthaltung entw ickelt, die auf die Prinzipien "R espekt vor 13 anders D enkenden, Achtung vor M itm enschen, Anderen m öglichst keinen Schaden zufügen" beruhe. D er Beschw erdeführer erw arte, dass M itm en- schen gleichfalls diese W erte im U m gang m it ihm einhielten. Für ihn sei das m enschliche Leben einm alig und ein hohes G ut, das niem andem ge- nom m en w erden dürfe. Sein G ew issen orte er in der Vernunft, die ethische und m oralische Aspekte beinhalte und ihm sage, w as gut und schlecht sei. Allfällige Ü berschreitungen versuche er zu "vertuschen". Er sei der Ü ber- zeugung, dass Frieden ohne G ew alt oder deren Androhung m öglich sein sollte und nenne D iplom atie als ethisch vertretbares M ittel dazu. Aus die- sen Aussagen zog die Zulassungskom m ission den Schluss, der Beschw er- deführer habe zw ar seine ethischen und m oralischen Forderungen darle- gen können. Jedoch sei es ihm w eder gelungen, diese hinreichend m it In- halt zu füllen und sie herzuleiten, noch deren Tragw eite und die G ründe für deren verpflichtenden C harakter nachvollziehbar darzulegen. In seinem G esuch führte der Beschw erdeführer aus, für ihn stelle ein m enschliches Leben ein so hohes G ut dar, dass es von niem andem w eggenom m en w erden dürfe. Er berief sich auch auf die zehn G ebote, insbesondere auf das G ebot "D u sollst nicht töten" und m achte darauf aufm erksam , w ie viele Leute Kriegstote als notw endiges Ü bel hinnähm en, obw ohl seiner M einung nach ein Krieg keine R echtfertigung zum Töten darstelle, w eil der M ensch andere Arten der Konfliktlösung kenne. Er könne der Schw eizer Arm ee im Kriegsfall nicht dienen, denn er finde die Vorstellung, sein Leben für die Verteidigung der Schw eiz zu opfern oder ein anderes Leben dafür auszulöschen, als abstossend. Selbst eine Einteilung als Sanitätssoldat kom m e für ihn nicht in Frage, da er dadurch die M itschuld am Tod anderer tragen w ürde. Ein Land könne auch m it ethisch vertretbaren M itteln verteidigt w erden. D er M ilitärdienst lasse sich m it seinem G ew issen nicht vereinbaren. D as gehe auf seine m oralischen W erte zurück, die zum Krieg im W iderspruch stünden. Anlässlich der Anhörung brachte der Beschw erdeführer zum Ausdruck, er habe M ühe m it der m ilitärischen Ausbildung und könne sich nicht vorstel- len, auf jem anden zu schiessen (AN , Z. 2-4). Er fühle sich nicht in der Lage, jem anden zu töten (AN , Z. 15 f.). Für ihn kom m e ein w affenloser D ienst nicht in Frage, denn er w äre trotzdem ein Teil der Arm ee und m üss- te die Ausbildung zum Töten absolvieren. D am it w ürde er den Tod von M enschen unterstützen und anderen Schaden zufügen, indem er ihnen der Freiheit beraube oder das Leben nehm e (AN , Z. 27-37). Er könne keinen M ilitärdienst leisten, da für ihn ein M enschenleben unersetzlich sei und er m öchte niem andem sein Leben nehm en. Ein M enschenleben sei für ihn al- les und daraus ergebe sich sofort, dass er nicht töte (AN , Z. 46, 50, 58- 61). D as gelte für ihn uneingeschränkt. Sein eigenes Leben sei ihm viel w ert und das solle auch für andere M enschen gelten (AN , Z. 66-68). Ihm sei auch der R espekt vor anders denkenden M enschen w ichtig und er er- w arte von seinen M itm enschen, dass sie ihn respektierten und keine Schä-14 den zufügten w ie er sie respektiere und ihnen keine Schäden zufüge (AN , Z. 110, 177-181). W eiter sei für ihn die M oral im Begriff der Vernunft m it enthalten und die Vernunft gebe ihm den R ahm en, an w elchem er sich ori- entiere (AN , Z. 195-220). W enn er M ilitärdienst leisten w ürde, w ürde er da- durch sein G ew issen beeinträchtigen, ihm w ürde eine Ausbildung gege- ben, die er nicht annehm en könne und w olle. Seine Vorstellung von M oral und Ethik sei der M assstab, an w elchem sich sein G ew issen halte, na- m entlich das N ichttöten und das Ehrlichsein (AN , 225-234). Er sehe sein G ew issen eher im Kopf angesiedelt, er überlege sich etw as, um danach darüber zu entscheiden (AN , Z. 155 ff.) Er versuche Konflikte m it R eden zu lösen; falls er sein G egenüber von seiner M einung nicht überzeugen kön- ne, w ürde er im N otfall nachgeben, sofern es sich dabei nur um Kleinigkei- ten handle; w enn er durch sein H andeln ein schlechtes G ew issen bekom - m e, versuche er das zu vertuschen (AN , 238 ff.). 7.2 Bei der D arstellung eines G ew issenskonfliktes w erden von einem G e- suchsteller praxisgem äss w eder generell tief schürfende intellektuell-w is- senschaftliche Abhandlungen über seine G ew issenslage oder den allen- falls vertretenen ethisch-m oralischen H intergrund, noch eigentliche (w eite- re) Tatbew eise verlangt (vgl. R EKO /EVD 5C /2002-015, E. 6.2., 99/5C -002 E. 5.1 f., publiziert in: w w w .reko.adm in.ch, und 99/5C -090 E. 5.2, publiziert in: VPB 64.130). D erartige Anforderungen w ürden den gesetzlich vorge- zeichneten Erm essens- beziehungsw eise Beurteilungsspielraum sprengen. W enn ein G esuchsteller sich nicht auf eine bestim m te religiöse oder ethi- sche Autorität beruft, kann ihm das nicht zum Vorw urf gem acht w erden. Er darf sich beim Entscheid darüber, w as er als richtig oder falsch ansieht al- lein auf sein eigenes, inneres G efühl abstützen. W ie der religiöse G laube, basiert ein autonom er G ew issensentscheid letztlich auf einer subjektiven G rundlage, w elche insofern eine persönliche G laubensfrage darstellt. Es genügt, w enn die Vorbringen des G esuchstellers substanziiert, in sich schlüssig, w iderspruchsfrei und plausibel sow ie vereinbar m it der persönli- chen Lebensführung sind (vgl. zu allem 99/5C -090, publiziert in: VPB 64.130 E. 3.1 und 99/5C -002, publiziert in: w w w .reko.adm in.ch, E. 5.3.). 7.3 D en Akten ist zu entnehm en, dass sich der Beschw erdeführer bei der D ar- legung seines G ew issenskonfliktes w iederholt auf das M enschenleben als das höchste G ut beruft. Auf G rund des hohen W ertes, den er einem M en- schenleben beim isst, kann und w ill er niem andem sein Leben nehm en oder sonst w ie Leid antun. D iese gew altlose Einstellung hat für den Be- schw erdeführer absolute G eltung und steht in W iderspruch zur m ilitäri- schen Ausbildung, w elche seiner M einung nach auf das Käm pfen und Tö- ten ausgerichtet ist. Insofern ist nachvollziehbar, w enn für den Beschw er- deführer auch ein w affenloser D ienst ausser D iskussion steht. Ebenso er- gibt sich aus den Akten, dass der Beschw erdeführer für eine w affenlose, vorab verbale Konfliktlösung eintritt und Abw eichungen davon nur im N ot- fall duldet.15 H inter diesen D arlegungen des Beschw erdeführers sind grundsätzlich ethi- sche und m oralische Forderungen ersichtlich, w ie dies die Vorinstanz übri- gens auch erkannt hat. Im G egensatz zu ihr erblickt das Bundesverw al- tungsgericht in den Vorbringen des Beschw erdeführers im G esuchsverfah- ren durchaus Indizien dafür, dass er es m it der G ew altlosigkeit ernst m eint und sich m it diesem Them a hinreichend auseinandergesetzt hat. U nter diesem Aspekt erscheint der Vorw urf der Vorinstanz, der Beschw erdefüh- rer habe seine ethischen und m oralischen Forderungen nicht hinreichend m it Inhalten gefüllt, als nicht nachvollziehbar. Ebenso w enig kann der Vorinstanz gefolgt w erden, w enn sie dem Be- schw erdeführer entgegenhält, er habe seine ethischen und m oralischen Forderungen nicht herleiten und deren Tragw eite und die G ründe für den verpflichtenden C harakter nicht nachvollziehbar darlegen können. Als prä- gende Einflüsse für sein W ertesystem hat der Beschw erdeführer näm lich Eltern und Schule genannt und vor allem zum Ausdruck gebracht, dass für ihn das selbständige D enken und die Vernunft eine viel grössere R olle als etw a Persönlichkeiten oder Literatur spielen. D ie Vernunft liefere ihm den R ahm en, innerhalb w elchem er sich m it seinen H andlungen bew ege (AN , Z. 195 ff.). Für das Bundesverw altungsgericht reichen diese Aussagen aus, um den U rsprung und R ahm en für die ethischen und m oralischen For- derungen des Beschw erdeführers in seinen U m rissen zu skizzieren. An die H erleitung des W ertesystem s dürfen keine allzu grossen Anforderungen gestellt w erden. Ein G esuchsteller m uss seine W erte nicht m it fundierten theoretischen Argum enten herleiten, sondern es genügt, w enn hinreichen- de Anhaltspunkte dafür bestehen, dass diese für ihn verbindlich sind (vgl. R EKO /EVD 99/5C -090 E. 5.2.1., publiziert in: VPB 64.130; R EKO /EVD 99/5C -002 E. 5.2., unter w w w .reko.adm in.ch, je m it H inw eisen). N ur w eil sich der Beschw erdeführer nicht auf eine bestim m te religiöse oder ethi- sche Autorität beruft, kann seinen Aussagen die N achvollziehbarkeit nicht abgesprochen w erden. Für eine Zulassung zum Zivildienst ist die subjektiv ernsthaft em pfundene und m it nachvollziehbaren G ründen glaubhaft gem achte U nvereinbarkeit des eigenen G ew issens m it dem M ilitärdienst ausreichend (vgl. R EKO /EVD 99/5C -002, E. 5.1. und 5.2., publiziert auf w w w .reko.adm in.ch). W ie bereits angedeutet, bezog sich der Beschw erde- führer vorw iegend auf das M enschenleben als das höchste G ut. G estützt darauf verw eigert er kategorisch, andere M enschen zu verletzen oder zu töten. Im G egensatz zu dieser Einstellung steht für ihn die m ilitärische Ausbildung, die auf Schiessen und Töten vorbereite. D em G esuch und der Anhörungsnotiz sind keine Anhaltspunkte dafür zu entnehm en, dass der Beschw erdeführer die angerufenen ethischen und m oralischen Forderun- gen nicht als verpflichtend verstehen w ürde. Es lässt sich som it nicht aus- reichend nachvollziehen, w arum die Zulassungskom m ission anlässlich der 16 Anhörung vom Beschw erdeführer zusätzlich verlangte, er solle eine Ver- bindung zw ischen dem angerufenen N ichttöten und der U nersetzlichkeit ei- nes M enschenlebens m achen (AN , Z. 57, 60). M it diesem Vorgehen scheint sie näm lich die Anforderungen an die glaubhafte D arlegung eines G ew issenskonfliktes über das gesetzlich zulässige M ass hinaus zu über- dehnen. Es ist nahe liegend, dass jem and, der das M enschenleben als das höchste G ut einstuft, aus dieser Forderung ableitet, dass das Töten eines M enschen für ihn ausgeschlossen ist. Für das Bundesverw altungsgericht ist im Ü brigen nicht ersichtlich, auf w as es für die Zulassungskom m ission genau ankom m t, w enn sie w eitere Erklärungen zu dieser Verbindung ver- langt. Im Allgem einen m uss sich die Vorinstanz den Vorw urf gefallen las- sen, dass sie auch nicht begründet hat, inw iefern den vom Beschw erde- führer angerufenen N orm en der verpflichtende C harakter fehle. Es w urde bereits festgehalten, dass die Zulassungskom m ission die Aussa- gen des Beschw erdeführers betreffend den W ert eines M enschenlebens, das Tötungsverbot, den R espekt vor den M itm enschen und die Vernunft nicht als G ew issensgründe in Erw ägung 1 des angefochtenen Entscheids aufgeführt hat (vgl. vorne E. 6). Angesichts der vorstehenden Ausführun- gen ist aber davon auszugehen, dass die Zulassungskom m ission die feh- lenden Angaben bei den G ew issensgründen in die Sachverhaltselem ente m iteinbezogen hat, die sie für die Beurteilung der intellektuellen D im ension des G ew issenskonfliktes für m assgeblich erachtete. D ie Berufung auf das Tötungsverbot w urde im Ü brigen auch in Erw ägung 3.1. des angefochte- nen Entscheids festgehalten. Von einer unvollständigen Feststellung des Sachverhalts kann dem nach nicht gesprochen w erden. O bw ohl die Zulas- sungskom m ission allen erheblichen Sachverhaltselem enten R echnung ge- tragen hat, erw eisen sich ihre Schlussfolgerungen hinsichtlich der rationa- len D im ension des G ew issenskonflikts jedoch nicht als nachvollziehbar. W ie bereits angeführt, ist die Zulassungskom m ission bei der W ürdigung des rechtserheblichen Sachverhalts von zu hohen Anforderungen an die glaubhafte D arlegung eines G ew issenskonfliktes ausgegangen. Schon aus diesem G rund w äre die Beschw erde gutzuheissen. 8. G em äss Artikel 18b Buchstabe b ZD G beurteilt die Zulassungskom m ission die D arlegung des G ew issenskonfliktes w eiter danach, w elches die Ereig- nisse und Einflüsse sind, durch die der geltend gem achte G ew issenskon- flikt entstanden ist und sich entw ickelt hat. D ie Zulassungskom m ission hielt diesbezüglich fest, der Beschw erdeführer habe begonnen, sich anlässlich des Inform ationstages m it seiner M ilitär- dienstpflicht und m it dem Zivildienst zu befassen. D aher habe er bereits an der Aushebung den W unsch geäussert, Zivildienst zu leisten und den Vor- schlag abgelehnt, als untauglich befunden zu w erden. Er habe sich an- schliessend in seinem Bekanntenkreis über den Zivildienst inform iert. Aus 17 dem durch sie als m assgeblich erachteten Sachverhalt zog die Vorinstanz die Schlussfolgerung, dass es für sie nicht genügend nachvollziehbar sei, in w elcher Form die vom Beschw erdeführer genannten Ereignisse zu ei- nem G ew issenskonflikt m it dem M ilitär geführt hätten. Insbesondere könne die Vorinstanz die Entstehung und Entw icklung der inneren Bew eggründe, die zum G esuch geführt hätten, nicht erkennen. Es ist m it der Vorinstanz zw ar einzuräum en, dass gestützt auf die Aussagen des Beschw erdeführers der Beginn seiner Auseinandersetzung m it dem Zivildienst und m it der Frage nach einer allfälligen G esuchstellung zeitlich m it dem Besuch einer Inform ationsveranstaltung der Arm ee zusam m enfällt (AN , Z. 133 ff.). Allerdings kann m an sich die Frage stellen, ob es Sinn m acht, bei der Behandlung der biographischen D im ension nur Sachverhaltselem ente heranzuziehen, w elche den eigentlichen Kern der zu beurteilenden D im ension - die Entstehung und Entw icklung des G ew issenskonflikts - so gut w ie nicht tangieren und es kaum erlauben, daraus eine entsprechende Schlussfolgerung zu ziehen. In dieser H insicht fällt auf, dass sich die Vorinstanz in ihrer Sachverhaltsdarstellung vorab auf die Frage konzentriert hat, w ann sich der Beschw erdeführer m it der D ienstpflicht beschäftigt hat, ohne sich dabei inhaltlich m it den prägenden Ereignissen und Einflüssen auseinander zu setzen. Es ergibt sich näm lich aus den Akten, dass der Beschw erdeführer sein W ertesystem vor allem aus eigenen Vernunftüberlegungen und ethisch-m oralischen Vorstellungen herleitet; w eniger ins G ew icht fallen für ihn elterliche und schulische Erziehung, vielm ehr bringt er zum Ausdruck, dass sich die G rundpfeiler seines D enkens aus seinem ganzen Leben zusam m ensetzen (AN , Z. 73- 106). Es stim m t, dass der Beschw erdeführer anlässlich der Anhörung M ühe bekundete, die H erkunft der von ihm angerufenen ethischen und m oralischen Forderungen in geeigneter W eise zu erklären. W ie bereits an anderer Stelle angeführt, ist dies aber auch gar nicht nötig, denn praxisgem äss genügt es, w enn - w ie in casu - hinreichende Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die genannten W erte für den Beschw erdeführer ernsthaft gem eint und verbindlich sind (vgl. vorstehend E. 7.3.). Bezüglich der biographischen D im ension ist zusam m enfassend anzum er- ken, dass die Vorinstanz ihre Schlussfolgerung aus einer W ürdigung gezo- gen hat, die nicht allen erheblichen Sachverhaltselem enten R echnung trägt. Ihre Ausführungen in diesem Punkt erw eisen sich dem nach als nicht nachvollziehbar. 9. Als N ächstes prüfte die Zulassungskom m ission im Sinne von Artikel 18b Bestim m ung c ZD G die D arlegung des Beschw erdeführers zum G ew is- senskonflikt hinsichtlich der Frage, ob und w ie die geltend gem achte m ora- lische Forderung in anderen Lebensbereichen um gesetzt w urde bezie- hungsw eise w ird.18 D ie Zulassungskom m ission hält in diesem Zusam m enhang fest, der Be- schw erdeführer m ache geltend, er lebe seinen W erten im persönlichen R ahm en nach. D araus folgerte sie, dass kein Engagem ent zu erkennen sei, das die geltend gem achte m oralische Forderung w esentlich stützen w ürde. An der Anhörung führte der Beschw erdeführer aus, er setze seine W erte lediglich im persönlichen R ahm en ein und gehöre keiner O rganisation an (AN , Z. 235-237). Zusätzliche Fragen zum Them a w urden im w eiteren Verlauf der Anhörung nicht m ehr gestellt. D ie Schlussfolgerung der Vorinstanz hinsichtlich der auf die Lebensfüh- rung bezogenen D im ension geht auch in diesem Punkt tendenziell von eher überhöhten Anforderungen aus. In konstanter Praxis hat die R ekurskom m ission EVD erkannt, es liefe auf eine Ü berdehnung der Anforderungen hinaus, w ollte m an zum Zeichen der G laubw ürdigkeit verlangen, der G esuchsteller m üsse sich in seinem Leben aktiv und erkennbar für die G ew altlosigkeit engagieren. In der R egel ge- nügt es, w enn seine Vorbringen substantiiert, in sich schlüssig, w ider- spruchsfrei und plausibel sow ie vereinbar m it der persönlichen Lebensfüh- rung sind. D urch das Zivildienstgesetz ist kein Tatbew eis in dem Sinne gefordert, dass nur bestim m te Verhaltensm uster m it einem am Prinzip der G ew altlo- sigkeit orientierten Leben vereinbar w ären. Es kann som it genügen, dass dem G esuchsteller nicht Verhaltensw eisen vorgew orfen w erden können, die in einem erheblichen W iderspruch zu den von ihm geltend gem achten M otiven stehen (vgl. R EKO /EVD 5C /1999-90 E. 3.1, publiziert in: VPB 64.130). D aran hat sich auch nichts m it der per 1. Januar 2004 eingeführ- ten Bestim m ung von Artikel 18b Bestim m ung c ZD G geändert. D enn die in Artikel 18b ZD G enthaltenen Prüfungskriterien (Art. 18 Bst. a bis e ZD G ) ergeben zw ar ein für die Prüfungskom m ission einheitliches Prüfungspro- gram m , w elches sich in diesem Sinne aus kum ulativ zu verstehenden Prü- fungspunkten zusam m ensetzt. D as heisst aber nicht, dass alle in Artikel 18b ZD G ausgesprochenen Beurteilungskriterien kum ulativ und m it der gleichen Intensität bejaht w erden m üssten, um gesam thaft zu einem positi- ven Zulassungsentscheid zu kom m en. Im R ahm en einer G esam tbeurtei- lung erscheint es durchaus vertretbar, dass einzelne positiv beurteilte Kri- terien im Vordergrund stehen, w ährend andere nicht unbedingt eine klare Beurteilung zulassen oder in den H intergrund treten. D ie G laubhaftigkeit der D arlegungen ergibt sich aus einer G esam tbetrachtung, die in einzel- nen D im ensionen ohne w eiteres U nschärfen zulässt (vgl. hiezu Botschaft II 19 Ziff. 2.1.3.2. in fine, S. 6157: D enn der vorgeschlagene G esetzestext gibt nicht abschliessend definierte, detaillierte M assstäbe vor, an denen die Aussagen der gesuchstellenden Personen stur zu m essen sind, sondern er w eist auf die m assgeblichen Beurteilungsdim ensionen hin; vgl. auch Botschaft II Ziff. 2.3.1., S. 6186 f.). D en Akten sind nach dem G esagten keine Anhaltspunkte zu entnehm en, w onach in der Lebensführung des Beschw erdeführers konkrete W idersprü- che zu den angerufenen m oralischen und ethischen Forderungen zu erbli- cken w ären oder dass dem Kriterium von Artikel 18 Bestim m ung c ZD G in casu ein besonderes G ew icht beizum essen w äre. In diesem Sinne erw eist sich die angefochtene Verfügung als nicht nachvollziehbar. 10. W eiter prüfte die Zulassungskom m ission die glaubhafte D arlegung des G ew issenskonfliktes darauf, ob dieser auf das Befinden und die Lebens- führung des Beschw erdeführers Einfluss habe (vgl. Art. 18b Bst. d ZD G ). Sie erw og, der Beschw erdeführer habe keinen M ilitärdienst geleistet. Sein Befinden und seine Lebensführung sei durch den geltend gem achten G e- w issenskonflikt nicht beeinträchtigt w orden. Im unveröffentlichten Entscheid der R ekurskom m ission EVD vom 9. O kto- ber 2003 in Sachen P. [5C /2002-105, E. 5.5] w ird unter anderem Folgen- des aufgeführt: "D ie Feststellung der Zulassungskom m ission, dass der G esuchsteller noch keinen M ilitär- dienst geleistet habe, und daher auch keine G ew issensnot erkennbar gew esen sei, er- w eckt den Eindruck, dass eine G ew issensnot bei solchen G esuchstellern zum Vornherein verneint w ürde. Eine solche Sichtw eise ist jedoch unzulässig und entspricht nicht dem W il- len des G esetzgebers. D ie Botschaft zum Zivildienstgesetz enthält den H inw eis, dass w äh- rend der Anhörung dem m eist jugendlichen Alter der G esuchsteller R echnung getragen w erden soll (?) [Botschaft vom 22. Juni 1994 zum Bundesgesetz über den zivilen E rsatz- dienst, BBl 1994 III 1609, Botschaft I, S. 1670]. Som it ist m an offensichtlich davon ausge- gangen, dass m ehrheitlich Personen ohne M ilitärdiensterfahrung ein Zivildienstgesuch stel- len w ürden. Auch w enn die Vorinstanz in ihrer Vernehm lassung vom 7. Februar 2003 die- ser Aussage der Zulassungskom m ission keine w eiter gehende Bedeutung zum isst, kann diese - selbst als Feststellung - nicht zugelassen w erden, zum al vor allem Personen, w el- che schon M ilitärdienst geleistet haben, zur G laubhaftm achung ihres G ew issenskonfliktes eine Entw icklung ihrer Persönlichkeit aufzeigen und darlegen m üssen, w arum sie keinen w eiteren M ilitärdienst leisten können. D e facto w erden bei solchen G esuchstellern an die G laubhaftm achung ihres G ew issenskonfliktes strengere Anforderungen gestellt als bei sol- chen, w elche noch keinen M ilitärdienst geleistet haben." Es trifft zu, dass der Beschw erdeführer noch keinen M ilitärdienst absolviert hat. W ie dies aus den vorstehenden Erw ägungen hervorgeht, hat er aber aufzeigen können, dass er sich gleichw ohl m it den seinem G ew issenskon- flikt zugrunde liegenden m oralischen und ethischen Forderungen befasst hat. In einem neueren Entscheid hat die R ekurskom m ission EVD erw ogen, 20 dass die G esuchsteller je nach dem , ob sie bereits im M ilitär w aren oder nicht, nicht unterschiedlich behandelt w erden dürften (vgl. unveröffentlich- ter Beschw erdeentscheid R EKO /EVD vom 23. M ärz 2005 i. S. E., E. 10.2. und 10.3.). Es ist vorstellbar und dürfte auch den Tatsachen entsprechen, dass sich G esuchsteller, die bereits im M ilitär w aren, zur G laubhaftm a- chung ihres G ew issenskonfliktes auf konkrete, aus ihren m ilitärischen Er- fahrungen gegriffene Beispiele berufen können und insofern glaubw ürdiger w irken könnten als G esuchsteller, die keinen M ilitärdienst geleistet haben. D ies darf aber nicht dazu führen, dass die Anforderungen an die Begrün- dung der G laubhaftm achung eines G ew issenskonfliktes in dieser H insicht erhöht w erden. Aus dem U m stand alleine, dass der Beschw erdeführer vor- liegend noch keinen M ilitärdienst geleistet hat und er in der Folge seine Befürchtungen und Erfahrungen anders äussert, darf ihm nach dem G e- sagten kein N achteil erw achsen. Auch in diesem Zusam m enhang ist nicht auszuschliessen, dass die Zulassungskom m ission von zu hohen Anforde- rungen ausging. 11. Schliesslich beurteilte die Vorinstanz, ob die D arlegungen des G ew issens- konflikts des Beschw erdeführers frei von bedeutenden W idersprüchen, plausibel und insgesam t in sich schlüssig seien (vgl. Art. 18b Bst. e ZD G ). D ie Vorinstanz erachtete die Aussagen des Beschw erdeführers als nicht plausibel und insgesam t als nicht in sich schlüssig. Sie begründete dies unter anderem dam it, die Argum ente des Beschw erdeführers w ährend der Anhörung seien in gew issen Bereichen w idersprüchlich. W enn er bei- spielsw eise sage, er vertusche H andlungen, die er gegen sein G ew issen vornehm e, sei dies m it dem von ihm angerufenen W ert der Ehrlichkeit nicht vereinbar. Auch w ies die Zulassungskom m ission auf die Schw ierig- keit hin, die Argum entation des Beschw erdeführers nachzuvollziehen, bei- spielsw eise dort, w o er sich auf den Begriff der Vernunft berufe, der für ihn ethische und m oralische Aspekte beinhalte. D er Aufforderung, dies näher zu erklären und auszuführen, habe er aber nicht nachkom m en können. Stattdessen habe er den Begriff ausgetauscht und sich unverm ittelt auf "überlieferte W erte" berufen. D ie Vorinstanz nennt ausdrücklich nur zw ei Beispiele, die ihrer M einung nach ein Indiz für eine w idersprüchliche D arlegung des G ew issenskonflik- tes darstellen sollten. Zw ar trifft es zu, dass der Beschw erdeführer anläss- lich der Anhörung gesagt hat, er versuche H andlungen, die gegen sein G e- w issen verstiessen, zu vertuschen (AN , Z. 251). Jedoch ist der Vorinstanz entgegenzuhalten, dass sie dem Beschw erdeführer an der Anhörung kei- ne w eiteren spezifischen Fragen gestellt hat, die Klarheit über das Verhält- nis der genannten Aussage m it dem vom Beschw erdeführer angerufenen W ert der Ehrlichkeit hätten schaffen können. Insofern erscheint ihre W ürdi- gung in diesem Punkt als zu w enig differenziert beziehungsw eise zu w enig 21 fundiert. M it Bezug auf den Vorw urf der Zulassungskom m ission, der Beschw erde- führer habe den Begriff der Vernunft nicht näher erklären können, ist anzu- m erken, dass der Beschw erdeführer an der Anhörung offenbar darauf hin- gew iesen hat, dass sein G ew issen m ehr im Kopf als im Bauch angesiedelt sei (AN , Z. 155). D ie Vernunft gebe ihm den R ahm en, innerhalb w elchem sich seine H andlungen bew egen (vgl. AN , Z. 195 ff.). In diesem Zusam - m enhang hat die Zulassungskom m ission w iederholt und in ziem lich ein- dringlicher Art und W eise versucht, vom Beschw erdeführer genauere U m - schreibungen des von ihm angerufenen Vernunftbegriffs zu erhalten. D a- bei dürfte sie von zu hohen Anforderungen ausgegangen sein. D enn, w ie bereits an anderer Stelle erw ähnt, dürfen von einem G esuchsteller w eder generell tief schürfende intellektuell-w issenschaftliche Abhandlungen über seine G ew issenslage oder den allenfalls vertretenen ethisch-m oralischen H intergrund, noch eigentliche (w eitere) Tatbew eise verlangt w erden, son- dern es genügt, w enn - w ie im hier zu beurteilenden Fall - Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass seine W erte für ihn verbindlich sind (vgl. E. 7.3. m it H inw eisen). N ach dem G esagten und aufgrund der in den Erw ägungen 7 bis 11 geäu- sserten Vorbehalte in Bezug auf die Begründung der Vorinstanz erw eist sich die Schlussfolgerung der Zulassungskom m ission, w onach die Aussa- gen des Beschw erdeführers insgesam t nicht plausibel und nicht in sich schlüssig seien, als nicht nachvollziehbar. Im Ergebnis bestehen erhebli- che Anhaltspunkte, dass die von der Zulassungskom m ission gezogenen Schlussfolgerungen von überhöhten Anforderungen ausgehen. 12. Zusam m enfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung hinsicht- lich Begründung nicht zu überzeugen verm ag. Infolgedessen ist die Be- schw erde insow eit gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung aufzuhe- ben und die Streitsache an die Vorinstanz zurückzuw eisen ist, dam it sich diese m it dem G esuch des Beschw erdeführers erneut auseinandersetze. D ie Vorinstanz hat den Beschw erdeführer nochm als in neuer Zusam m en- setzung anzuhören und danach darüber zu befinden, ob es glaubhaft sei, dass der G esuchsteller aus G ew issensgründen keinen M ilitärdienst leisten könne. Angesichts dieser Situation können die Fragen, w elches die genauen G ründe w aren, die die Zulassungskom m ission veranlassten, dem Be- schw erdeführer eine zw eite Anhörung anzubieten und ob es richtig w ar, den Entscheid hierüber dem Beschw erdeführer zu belassen, offen bleiben. 13. N ach Artikel 65 ZD G sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen und es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen.22 14. D ieser Entscheid kann nicht m it Verw altungsgerichtsbeschw erde an das Bundesgericht w eiter gezogen w erden (Art. 83 Bst. i des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Beundesgericht, Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110). Er ist som it endgültig. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. D ie Verfügung der Vorinstanz vom 27. Juli 2006 w ird aufgehoben. D ie Streitsache w ird an die Vorinstanz zu- rückgew iesen m it der W eisung, sich m it dem G esuch des Beschw erdefüh- rers erneut auseinander zu setzen, in anderer Zusam m ensetzung eine neue Anhörung durchzuführen und alsdann gestützt darauf erneut über die Zulassung zum Zivildienst zu befinden. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt und keine Parteientschädi- gung zugesprochen. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben, inklusiv Beilagen) - der Vorinstanz (R ef-N r. 5C /2006-35) (inklusiv Vorakten) und m itgeteilt: - dem Eidgenössischen Volksw irtschaftsdepartem ent - Vollzugsstelle für den Zivildienst D er R ichter: D er G erichtsschreiber: Francesco Brentani C orrado Bergom i Versand am : 26. Februar 2007