<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00208</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206239&amp;W10_KEY=13013560&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00208</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.11.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nichtbestehen Matura / Maturitätsprüfung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Keine Verfahrensmängel beim Zustandekommen der Noten Der Beschwerdeführer hat die Maturitätsprüfung zum zweiten Mal nicht bestanden. Er macht Verfahrensfehler beim Zustandekommen zweier Noten geltend. Zuständigkeit und Legitimation (E. 1). Kognition (E. 2). Auf Verfahrensfragen haben alle Einwendungen Bezug, die den äusseren Ablauf des Examens oder der Bewertung betreffen (E. 2.2). Es besteht kein Grund, die Unbefangenheit des Musiklehrers in Zweifel zu ziehen. Die Erfahrungsnote im Fach Musik ist rechtmässig zustande gekommen (E. 3). Dass die Liste mit den schriftlichen Prüfungsnoten während der mündlichen Maturitätsprüfung im Fach Französisch auf dem Pult lag, ist zwar unvorsichtig, aber kein Verfahrensfehler (E. 4.1). Für den Beschwerdeführer muss bereits vor der mündlichen Prüfung ersichtlich gewesen sein, dass sich seine Zahnspange auf die Ausdrucksfähigkeit auswirken könnte. Es ist ihm verwehrt, sich nach Bekanntgabe des negativen Prüfungsergebnisses auf diesen Grund zu berufen (E. 4.2). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFANGENHEIT">BEFANGENHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT">ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MATURITÃTSPRÃFUNG">MATURITÃTSPRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTE">NOTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSMÃNGEL">VERFAHRENSMÃNGEL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1986, hat gemÃ¤ss Beschluss der Schulkommission der Kantonsschule X die im Sommer 2005 abgelegte MaturitÃ¤tsprÃ¼fung nicht bestanden. Der Entscheid wurde ihm mit VerfÃ¼gung vom 7. September 2005 mitgeteilt.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Bildungsdirektion wies den hiergegen erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 6. April 2006 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Am 8. Mai 2006 liess A gegen den Entscheid der Bildungsdirektion Beschwerde vor Verwaltungsgericht erheben und folgende AntrÃ¤ge stellen:</p> <p class="Sachverhalt2">"1. Der Entscheid der Bildungsdirektion des Kantons ZÃ¼rich vom 6. April 2006 sowie die VerfÃ¼gung der Kantonsschule X vom 7. September 2005 seien aufzuheben.</p> <p class="Sachverhalt2"> 2. Die MaturitÃ¤tsprÃ¼fung sei als bestanden zu erklÃ¤ren.</p> <p class="Sachverhalt2"> 3. Eventualiter sei dem BeschwerdefÃ¼hrer die Wiederholung der MaturitÃ¤tsprÃ¼fung FranzÃ¶sisch mÃ¼ndlich zu gestatten.</p> <p class="Sachverhalt2"> 4. Alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge."</p> <p class="Sachverhalt2">Die Bildungsdirektion beantragte die Abweisung der Beschwerde, die Kantonsschule X verzichtete auf Beschwerdeantwort.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht beurteilt unter anderem Beschwerden gegen letztinstanzliche Anordnungen von VerwaltungsbehÃ¶rden, soweit das Gesetz keine abweichende ZustÃ¤ndigkeit vorsieht oder eine Anordnung nicht als endgÃ¼ltig bezeichnet (§ 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Anfechtungsobjekt ist vorliegend ein Rekursentscheid der Bildungsdirektion, was den Weiterzug an das Verwaltungsgericht grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich macht (vgl. § 19b VRG). Die vorliegende Materie ist nicht im Negativkatalog des § 43 VRG aufgefÃ¼hrt. Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ist somit zu bejahen.</p> <p class="Erwgung2">GemÃ¤ss § 16 des Reglementes fÃ¼r die MaturitÃ¤tsprÃ¼fungen an den Gymnasien des Kantons ZÃ¼rich vom 10. MÃ¤rz 1998 (Reglement, LS 413.252.1) ist die MaturitÃ¤t bestanden, wenn a) in den neun MaturitÃ¤tsfÃ¤chern die doppelte Summe aller Notenabweichungen von 4 nach unten nicht grÃ¶sser ist als die Summe aller Notenabweichungen von 4 nach oben, b) nicht mehr als drei Noten unter 4 erteilt wurden und c) die MaturitÃ¤tsarbeit angenommen ist. Der BeschwerdefÃ¼hrer erzielte bei der MaturitÃ¤tsprÃ¼fung im Sommer 2005 einen Notendurchschnitt von 4,1. Die doppelte Summe aller Notenabweichungen von 4 nach unten war jedoch grÃ¶sser als die Summe aller Notenabweichungen von 4 nach oben, weshalb er die MaturitÃ¤tsprÃ¼fung nicht bestanden hat. Da der BeschwerdefÃ¼hrer die MaturitÃ¤tsprÃ¼fung zum zweiten Mal nicht bestanden hat, ist ein erneuter Versuch ausgeschlossen (§ 18 Abs. 1 des Reglementes). Der BeschwerdefÃ¼hrer verfÃ¼gt demnach Ã¼ber ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an der Aufhebung oder Ãnderung des PrÃ¼fungsentscheids.</p> <p class="Erwgung2">Da auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist die Beschwerde an die Hand zu nehmen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer wirft der Vorinstanz eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r vor: Die Vorinstanz habe ihre PrÃ¼fungsbefugnis in unzulÃ¤ssiger Weise eingeschrÃ¤nkt. Sie habe sich nur hinsichtlich der eigentlichen Bewertung der erbrachten Leistungen eine gewisse ZurÃ¼ckhaltung bei der ÃberprÃ¼fung auferlegen dÃ¼rfen, hingegen nicht bezÃ¼glich der Auslegung und Anwendung von Rechtsvorschriften oder bezÃ¼glich VerfahrensmÃ¤ngeln.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>SchrÃ¤nkt eine BehÃ¶rde ihre PrÃ¼fungsbefugnis in unzulÃ¤ssiger Weise ein, so ist darin eine Verweigerung des rechtlichen GehÃ¶rs zu sehen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 20 N. 3 mit Hinweisen). Der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r ist formeller Natur. Seine Verletzung fÃ¼hrt grundsÃ¤tzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Die Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs kann geheilt werden, wenn sie nicht besonders schwer wiegt und die unterlassene GehÃ¶rsgewÃ¤hrung in einem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wird, das eine PrÃ¼fung im gleichen Umfang wie durch die Vorinstanz gestattet (vgl. etwa BGE 126 I 68 E. 2, 126 V 130 E. 2b; zur Kontroverse in der Lehre Ã¼ber die Heilung von GehÃ¶rsverletzungen vgl. Benjamin Schindler, Die "formelle Natur" von Verfahrensgrundrechten. Verfahrensfehlerfolgen im Verwaltungsrecht â ein Abschied von der Ã¼berflÃ¼ssigen Figur der "Heilung", ZBl 106/2005, S. 169 ff.; HansjÃ¶rg Seiler, Abschied von der formellen Natur des rechtlichen GehÃ¶rs, SJZ 100/2004, S. 377 ff.). Dies gilt vor allem dann, wenn eine RÃ¼ckweisung der Sache zur GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs lediglich einen formalistischen Leerlauf darstellt und zu einer unnÃ¶tigen VerfahrensverlÃ¤ngerung fÃ¼hren wÃ¼rde (Michele Albertini, Der verfassungsmÃ¤ssige Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 459; vgl. auch KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 8 N. 49).</p> <p class="Erwgung2">BezÃ¼glich der Kognition der Vorinstanz sind die Bestimmungen des Verwaltungsrechtspflegegesetzes anwendbar (vgl. § 21 des Reglementes). Mit dem Rekurs an die Bildungsdirektion konnten daher nach § 20 Abs. 1 VRG alle MÃ¤ngel des Verfahrens und der angefochtenen Anordnung geltend gemacht werden.</p> <p class="Erwgung2">In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass die RechtsmittelbehÃ¶rde ihre Kognition ohne Verstoss gegen Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 einschrÃ¤nken kann, soweit die Natur der Streit­sache einer unbeschrÃ¤nkten NachprÃ¼fung des angefochtenen Entscheids entgegensteht. Dies gilt namentlich bei der ÃberprÃ¼fung von Examensleistungen. Allerdings bedeutet dies nur, dass die entscheidende BehÃ¶rde sich ZurÃ¼ckhaltung bei der AusÃ¼bung einer an sich freien Kognition auferlegen kann. Es ist insbesondere zulÃ¤ssig, wenn die RechtsmittelbehÃ¶rde angesichts des weiten Ermessensspielraums der PrÃ¼fungsbehÃ¶rde erst einschreitet, wenn die PrÃ¼fungsbewertung nicht nachvollziehbar ist, offensichtliche MÃ¤ngel aufweist oder auf sachfremden Kriterien beruht (VGr, 1. Dezember 2004, VB.2004.00377, E. 3.1, mit Hinweisen, www.vgrzh.ch). Anders verhÃ¤lt es sich hingegen, wenn die Auslegung oder Anwendung von RechtssÃ¤tzen streitig ist oder VerfahrensmÃ¤ngel gerÃ¼gt werden. Auf Verfahrensfragen haben alle Einwendungen Bezug, die den Ã¤usseren Ablauf des Examens oder der Bewertung betreffen. PrÃ¼ft die RechtsmittelbehÃ¶rde derartige Einwendungen lediglich mit beschrÃ¤nkter Kognition, obwohl ihr nach der gesetzlichen Ordnung eine freie PrÃ¼fung obliegt, so begeht sie eine formelle Rechtsverweigerung. Das hat die Aufhebung ihres Entscheids zur Folge,<a id="page4"></a> ohne dass zu untersuchen ist, ob er bei richtigem Vorgehen anders ausgefallen wÃ¤re (BGE 106 Ia 1 E. 3c).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht unter anderem VerfahrensmÃ¤ngel beim Zustandekommen der Musiknote geltend. Er bringt vor, dass die Benotung im Fach Musik im Herbstsemester 2002/03 auf sachfremden und damit unzulÃ¤ssigen Motiven, insbesondere auf persÃ¶nlichen Antipathien des Musiklehrers gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer beruht habe, was willkÃ¼rlich sei. Der Musiklehrer sei nicht unbefangen gewesen, was eine objektive Bewertung verunmÃ¶glicht habe.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>ZunÃ¤chst ist festzuhalten, dass die Erfahrungsnote im Fach Musik grundsÃ¤tzlich noch mit dem PrÃ¼fungsentscheid der MaturitÃ¤tsprÃ¼fung angefochten werden kann (vgl. VGr, 1. MÃ¤rz 2006, VB.2005.00509, E. 3.3, www.vgrzh.ch). Werden weit zurÃ¼ckliegende Erfahrungsnoten jedoch erst mit dem Schlussergebnis angefochten, kann die genÃ¼gende Ermittlung des Sachverhalts gefÃ¤hrdet sein.</p> <p class="Erwgung2">Die strittige Erfahrungsnote des Herbstsemesters 2002/03 setzt sich aus zwei schriftlichen PrÃ¼fungen (33.3 % der Erfahrungsnote), einer Note fÃ¼r mÃ¼ndliche Mitarbeit, Singen und Aufgaben (50 %) sowie einer Note fÃ¼r das Vorspiel (16.7 %) zusammen. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat die beiden schriftlichen PrÃ¼fungen, welche mit den Noten 1 sowie 1,5 benotet wurden, nicht aufbewahrt. Die Vorinstanz konnte demnach nicht Ã¼berprÃ¼fen, ob die Bewertung der schriftlichen PrÃ¼fungen objektiv und willkÃ¼rfrei vorgenommen wurde. Die ÃberprÃ¼fung von mÃ¼ndlichen Leistungen erweist sich naturgemÃ¤ss als sehr schwierig. Die Vorinstanz befasste sich deshalb mit der Frage, ob es andere Hinweise fÃ¼r eine sachfremde oder willkÃ¼rliche Bewertung der Leistungen des BeschwerdefÃ¼hrers gebe. Diese ErwÃ¤gungen sind zwar knapp ausgefallen; da sich der angefochtene Entscheid jedoch mit den wesentlichen Parteivorbringen befasst, vermag die RÃ¼ge der GehÃ¶rsverweigerung nicht durchzudringen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 40).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Befangenheit einer BehÃ¶rde stellt eine Rechtsverletzung bzw. einen Verfahrensfehler dar, weshalb insoweit die Sach- und Rechtslage zu wÃ¼rdigen ist, ohne dass RÃ¼cksicht auf den Entscheidungsspielraum der Vorinstanz zu nehmen wÃ¤re (VGr, 18. August 2004, VB.2004.00213, E. 5.1.1, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung2">Die in der Beschwerde zitierte Literatur zur richterlichen UnabhÃ¤ngigkeit lÃ¤sst sich nicht auf die vorliegenden VerhÃ¤ltnisse anwenden. Im Bereich des Ausbildungs- und PrÃ¼fungswesens kann sich infolge langer Zusammenarbeit zwischen Lehrer und SchÃ¼ler ein VerhÃ¤ltnis eigener Art entwickeln, welches oft von Respekt, aber auch von gegenseitigen AbhÃ¤ngigkeiten und Vorurteilen geprÃ¤gt ist. Die mangelnde Distanz muss sich fÃ¼r die SchÃ¼lerinnen und SchÃ¼ler nicht zwingend negativ auswirken. Der offensichtlichen Gefahr der Voreingenommenheit ist entgegenzuhalten, dass die Lehrer durch das lÃ¤nger andauernde BetreuungsverhÃ¤ltnis ein objektiveres Bild der SchÃ¼ler erhalten als mittels einer punktuellen PrÃ¼fungssituation. Die Tatsache, dass sich eine gewisse Voreingenommenheit im Bereich des Ausbildungs- und PrÃ¼fungswesens nicht vermeiden lÃ¤sst, darf hingegen nicht den Fehlschluss zulassen, es handle sich hierbei um einen rechtsfreien Raum. Das besondere VertrauensverhÃ¤ltnis verlangt im Gegenteil von beiden Seiten ein besonderes Mass an IntegritÃ¤t und (innerer) Distanz (Benjamin Schindler, Die Befangenheit der Verwaltung, ZÃ¼rich etc. 2002, S. 152 f.).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Die RÃ¼ge der Befangenheit wurde spÃ¤t vorgebracht und stÃ¼tzt sich vor allem auf Aussagen des Lehrers, die er im Rahmen des Rekursverfahrens gemacht hat. Daraus kann nicht ohne weiteres auf Befangenheit im Zeitpunkt der Notengebung geschlossen werden. In den Stellungnahmen zum Rekursverfahren kritisierte der Musiklehrer die Haltung des BeschwerdefÃ¼hrers im fraglichen Semester mit deutlichen Worten. Die stark ungenÃ¼genden Noten seien auf einen Mangel an Einsatz zurÃ¼ckzufÃ¼hren. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe in jenem Semester die Leistung verweigert. Stellenweise zeugen die Ãusserungen von einer gewissen EmotionalitÃ¤t. Trotzdem besteht kein Grund, die Unbefangenheit des Musiklehrers in Zweifel zu ziehen, denn er hÃ¤lt in den Stellungnahmen Ã¼berzeugend fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer mit Fleiss bessere Noten hÃ¤tte erreichen kÃ¶nnen. Die stark aufgerundete mÃ¼ndliche Note deutet ebenso auf Unbefangenheit hin.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Die Befangenheit des Musiklehrers ergibt sich gemÃ¤ss Beschwerdeschrift weiter aus dem Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in den vorhergehenden Semestern und im nachfolgenden Semester bessere Noten erzielt habe. Der Unterschied der Noten erklÃ¤rte der Musiklehrer damit, dass sich im zweiten Semester der 5. Klasse die Haltung des BeschwerdefÃ¼hrers etwas geÃ¤ndert habe. Zudem machte die Maturarbeit 50 % der Erfahrungsnote aus, was dem BeschwerdefÃ¼hrer entgegenkam. In frÃ¼heren Semestern habe sich der BeschwerdefÃ¼hrer zudem besser am Unterricht beteiligt und bessere schriftliche Noten erreicht. Nach den Stellungnahmen des Musiklehrers widerspiegeln die Noten die Leistungen des BeschwerdefÃ¼hrers. Die Vorinstanz hat die BegrÃ¼ndung des Musiklehrers zu Recht als nachvollziehbar erachtet.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht ausserdem geltend, dass der Musiklehrer ohne Vorwarnung die "Praxis" des wohlwollenden Aufrundens ausgerechnet im entscheidenden Semester aufgegeben habe, nÃ¤mlich dann, als die Zeugnisnote das erste Mal fÃ¼r die MaturitÃ¤t gezÃ¤hlt habe. Ein solches Vorgehen verstosse gegen Treu und Glauben. GemÃ¤ss § 13 des Reglementes werden die Leistungen in den fÃ¼r die MaturitÃ¤t massgeblichen FÃ¤chern mit den Noten 6 bis 1 bewertet. Eine BeschrÃ¤nkung auf die Skala zwischen 3 und 6 wÃ¼rde eine Ermessensunterschreitung darstellen. Nach den Stellungnahmen des Musiklehrers wurde die mÃ¼ndliche Note im fraglichen Semester stark aufgerundet (von 1 auf 3). Die "Praxis" des wohlwollenden Aufrundens wurde entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers offenbar nicht aufgegeben. Sollte eine solche Praxis bestanden haben, so hat der BeschwerdefÃ¼hrer nach Aussagen des Lehrers vor allem davon profitiert. Der Vorwurf des Verstosses gegen Treu und Glauben lÃ¤sst sich somit nicht erhÃ¤rten.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die Beschwerde bemÃ¤ngelt, dass die zur Frage stehende Erfahrungsnote unverhÃ¤ltnismÃ¤ssige Auswirkungen habe, indem der BeschwerdefÃ¼hrer bereits mit der Note 3 statt 2.5 die MaturitÃ¤t bestanden hÃ¤tte. Dem muss entgegengehalten werden, dass die Erfahrungsnote eines Semesters in einem Fach alleine nicht massgebend fÃ¼r das Nichtbestehen der MaturaprÃ¼fung ist, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer aus diesem Umstand nichts fÃ¼r sich ableiten kann. Ausserdem wurden gemÃ¤ss dem Musiklehrer und dem Rektor die SchÃ¼lerinnen und SchÃ¼ler zu Beginn der fÃ¼nften Klasse darÃ¼ber informiert, dass die Semesternoten der letzten beiden Semester als Erfahrungsnoten fÃ¼r die MaturitÃ¤t mitzÃ¤hlen. Es besteht kein Anlass, an der Darstellung des Musiklehrers und des Rektors zu zweifeln. Dem BeschwerdefÃ¼hrer musste demnach klar sein, was die Folgen stark ungenÃ¼gender Noten seien.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Mit der Vorinstanz ergibt sich zusammengefasst, dass die Erfahrungsnote des Herbstsemesters 2002/03 im Fach Musik rechtmÃ¤ssig zustande gekommen ist. Von einer willkÃ¼rlichen Benotung kann nicht gesprochen werden. Es liegt kein Verfahrensfehler beim Zustandekommen der Musiknote vor. Die Vorinstanz hat auch materiell zutreffend entschieden.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Weiter rÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer einen Verfahrensfehler im PrÃ¼fungsablauf der mÃ¼ndlichen MaturitÃ¤tsprÃ¼fung im Fach FranzÃ¶sisch. Der Examinator habe unvorsichtigerweise die Klassenliste mit sÃ¤mtlichen Noten der schriftlichen FranzÃ¶sischmatura aller SchÃ¼ler der Klasse auf seinem Pult liegen gehabt. Dies habe der BeschwerdefÃ¼hrer nach kurzer Zeit bemerkt, und er habe in der Liste seine Note 3 erkennen kÃ¶nnen. Aufgrund dieser ungewollten Information habe er sich wÃ¤hrend der mÃ¼ndlichen PrÃ¼fung kaum mehr konzentrieren kÃ¶nnen. Erschwerend sei hinzugekommen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer im Juni 2005 einen Unfall gehabt habe, bei welchem er sich Verletzungen im Kieferbereich zugezogen habe. Er habe eine Zahnspange tragen mÃ¼ssen, welche das Sprechen stark behindert habe. In der Folge habe er sich nicht mehr deutlich ausdrÃ¼cken kÃ¶nnen, was ihm in der mÃ¼ndlichen FranzÃ¶sischprÃ¼fung angelastet worden sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Es ist strittig, ob der BeschwerdefÃ¼hrer die Note seiner schriftlichen MaturitÃ¤tsprÃ¼fung im Fach FranzÃ¶sisch Ã¼berhaupt hat lesen kÃ¶nnen. Der Examinator schliesst dies aus, der Rektor bezweifelt es. Dass die Liste mit den schriftlichen PrÃ¼fungsnoten auf dem Pult lag, ist zwar unvorsichtig, aber kein Verfahrensfehler (vgl. EidgenÃ¶ssisches Departement des Innern, 1. MÃ¤rz 1977, VPB 41.101, E. 3). Der BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤tte spÃ¤testens am Ende der PrÃ¼fung den Experten zur Kenntnis bringen mÃ¼ssen, dass er die Note der schriftlichen PrÃ¼fung sehen konnte und deswegen zusÃ¤tzlich nervÃ¶s war. So hÃ¤tte der Einwand bei der Notengebung wohl berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnen. Im Nachhinein ist es unmÃ¶glich zu Ã¼berprÃ¼fen, ob der BeschwerdefÃ¼hrer die Note gesehen hat. Daran wÃ¼rde auch die anbegehrte Zeugeneinvernahme nichts Ã¤ndern. Der Vorinstanz ist zwar nicht zuzustimmen, wenn sie festhÃ¤lt, von einer Blockade sei hÃ¶chstens auszugehen, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer nicht mehr in der Lage gewesen wÃ¤re, die PrÃ¼fung zu leisten. Es ist durchaus vorstellbar, dass die Kenntnis der ungenÃ¼genden Note zusÃ¤tzliche NervositÃ¤t verursachte. Auf die weiteren ErwÃ¤gungen der Vorinstanz kann jedoch verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Hinsichtlich der RÃ¼ge, die Artikulationsschwierigkeiten des BeschwerdefÃ¼hrers seien bei der Beurteilung nicht berÃ¼cksichtigt worden, ist Folgendes festzuhalten: Der Grundsatz, dass eine Kandidatin oder ein Kandidat einen bekannten oder erkennbaren Grund, der die PrÃ¼fungsfÃ¤higkeit aufhebt oder beeintrÃ¤chtigt, unverzÃ¼glich vorzubringen hat und dass dessen Geltendmachung nach Absolvierung der PrÃ¼fung oder sogar nach Resultatbekanntgabe nicht mehr beachtlich ist, entspricht gefestigter Rechtsprechung (vgl. Rekurskommission der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich, 13. Dezember 2001, 23/01, E. 5b, www.zhentscheide.zh.ch; EidgenÃ¶ssische Rekurskommission fÃ¼r medizinische Aus- und Weiterbildung, 27. August 2002, VPB 67.30, E. 3b und c; Rat der EidgenÃ¶ssischen Technischen Hochschulen, 16. September 1998, VPB 63.48, E. 3) und stellt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch keinen Ã¼berspitzten Formalismus dar (BGr, 18. Oktober 2002, 2P.140/2002, E. 5.2, www.bger.ch). Mit dieser Regelung soll ausgeschlossen werden, dass jemand in Kenntnis eines Verhinderungsgrundes die PrÃ¼fung ablegt und nachtrÃ¤glich â verstÃ¤ndlicherweise natÃ¼rlich nur im Falle des Scheiterns â unter Anrufung dieses Grundes die Annullierung der PrÃ¼fung oder eine mildere Beurteilung verlangt. Aus dem Gebot des Handelns nach Treu und Glauben folgt zudem, dass widersprÃ¼chliches Verhalten Privater nicht geschÃ¼tzt und es grundsÃ¤tzlich auch nicht zulÃ¤ssig ist, formelle RÃ¼gen, welche in einem frÃ¼hen Stadium hÃ¤tten geltend gemacht werden kÃ¶nnen, bei ungÃ¼nstigem Ausgang noch spÃ¤ter vorzubringen (BGE 119 Ia 221 E. 5a).</p> <p class="Erwgung2">Aktenkundig ist eine BestÃ¤tigung des Zahnunfalls durch eine ZahnÃ¤rztin vom 3. Oktober 2005. Die fÃ¼r das Rekursverfahren ausgefertigte BestÃ¤tigung hÃ¤lt fest, dass die Spange die Sprache betrÃ¤chtlich behindern kÃ¶nne. FÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer muss bereits vor der mÃ¼ndlichen PrÃ¼fung ersichtlich gewesen sein, dass sich seine Zahnspange auf die AusdrucksfÃ¤higkeit auswirken kÃ¶nnte. Es finden sich jedoch keine Hinweise in den Akten, dass er diesen Einwand vor oder wÃ¤hrend der PrÃ¼fung eingebracht hÃ¤tte. Damit ist es ihm verwehrt, sich nach Bekanntgabe des negativen PrÃ¼fungsergebnisses auf diesen Grund zu berufen. Laut Beschwerdeschrift war die Zahnspange ausserdem gut sichtbar, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass die beeintrÃ¤chtigte ArtikulationsfÃ¤higkeit von den Experten angemessen berÃ¼cksichtigt wurde. Ausserdem ist dem PrÃ¼fungsprotokoll zu entnehmen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in FranzÃ¶sisch formal sehr schwach ist. Darauf hat das Tragen der Zahnspange keinen Einfluss. Die Vorinstanz hat zutreffend ausgefÃ¼hrt, dass die Leistungen des BeschwerdefÃ¼hrers nicht willkÃ¼rlich bewertet wurden.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Damit ergibt sich, dass die Note der mÃ¼ndlichen MaturitÃ¤tsprÃ¼fung im Fach FranzÃ¶sisch rechtmÃ¤ssig zustande gekommen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die Beschwerde ist somit abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2">Entsprechend sind die Gerichtskosten dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen und bleibt ihm eine ParteientschÃ¤digung versagt (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG, § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung anâ¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>