A bteilung IV D -3690/2006 zom /m ak {T 0/2} U rteil vom 16. M ärz 2007 M itw irkung: R ichter Zoller, R ichter H aefeli, R ichter W espi G erichtsschreiberin M angold H orni A ._______, geboren_______, die Lebensgefährtin B ._______, geboren_______, sow ie die Kinder X._______, geboren_______, und Z._______, geboren_______, Angola, w ohnhaft_______, vertreten durch_______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 30. Januar 2004 i.S. A syl und W egw eisung / Sachverhalt: B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 A. a) D ie Beschw erdeführer verliessen Angola gem äss eigenen Angaben am 20. Septem ber 2003 zusam m en m it ihrer dam als viereinhalbjährigen Tochter X._______ und gelangten - nach U m steigen an einem ihnen nicht nam entlich bekannten O rt - auf dem Luftw eg nach G enf. Bei der am 21. Septem ber 2003 erfolgten Einreise am Flughafen G enf habe ihr Schlepper für sie falsche R eisepa- piere vorgew iesen. Am 26. Septem ber 2003 suchten die Beschw erdeführer für sich und ihre Tochter in der Em pfangsstelle (heute: Em pfangszentrum ) Vallorbe um Asyl nach. N ach ihrem Transfer in die Em pfangsstelle C hiasso w urden sie dort am 16. O ktober 2003 sum m arisch befragt. Für den Aufenthalt w ährend der D auer des Asylverfahrens w urden die Beschw erdeführer dem Kanton_______ zugew iesen. D ie zuständige kantonale Behörde hörte sie am 11. N ovem ber 2003 eingehend zu ihren Asylgründen an. W ährend das Bundesam t auf w eitere Abklä- rungen und eine zusätzliche Befragung der Beschw erdeführerin verzichtete, w urde ihr Ehem ann von einem M itarbeiter des BFF in G ivisiez am 8. Januar 2004 ein w eiteres M al angehört. b.aa) Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, er sei in der angolanischen Exklave C abinda geboren, habe aber von 1968 bis 1980 m it seinem Vater und seinem Bruder (die M utter sei bereits Ende 1967 verstorben) als Flüchtling im dam aligen Zaïre (heute: Kongo [Kinshasa]) gelebt. Im Jahre 1980 seien sie w ieder nach C abinda gezogen, w o er nach Ende seiner achtjährigen Schulzeit in C abinda-Stadt als H ändler gearbeitet habe. N ach dem Tod seines Vaters sei er im Jahre 1986 nach Luanda gegangen, jedoch im Jahre 1993 - nachdem auch sein einziger, in C abinda-Stadt w ohnhaft gew esener Bruder gestorben sei - nach C abinda zurückgekehrt, w o er w eiterhin m it Lebens- m itteln gehandelt habe. Seit O ktober 2002 sei er aktives M itglied der "Frente de Libertação do Enclave de C abinda/Forças Arm adas C abindesas" (FLEC /FAC ) gew esen. Als solches sei er m it der M obilisierung der Bevölkerung sow ie m it der Beschaffung und dem Verstecken von W affen beauftragt gew esen; überdies hätten in seinem H aus FLEC /FAC -Versam m lungen stattgefunden. Im Juni 2003 sei der "Landrover", in w elchem er zusam m en m it fünf anderen Personen zw ischen D inge und Fubo unterw egs gew esen sei und in w elchem sich auch m ehrere zur H interlegung bestim m te W affen befunden hätten, von Soldaten angehalten w orden. D ie Fahr- zeuginsassen - w elchen alle ihre persönlichen G egenstände und Ausw eise w egge- nom m en w orden seien - hätten in den Busch fliehen können und seien dann einige Tage später nach C abinda-Stadt zurückgekehrt. Am M orgen des 6. Juli 2003 seien Polizisten in sein H aus eingedrungen. D a bei der anschliessenden H ausdurchsu- chung W affen und verschiedene D okum ente zum Vorschein gekom m en seien, seien er - der Beschw erdeführer - sow ie acht w eitere FLEC /FAC -Aktivisten auf den Polizeiposten m itgenom m en w orden. Später sei er ins G efängnis "Sao Paolo" in Luanda überführt w orden. D ort sei er der D iskreditierung des angolanischen Staates beschuldigt und - unter heftigen M isshandlungen - zu seinen politischen Aktivitäten befragt w orden; insbesondere hätte er die N am en anderer FLEC /FAC -3 Aktivisten nennen m üssen. Am 20. Septem ber 2003 sei er von zw ei Soldaten aus dem G efängnis befreit w orden. N och am gleichen Tag habe er dank der U nterstützung eines O nkels seiner Lebensgefährtin, eines Polizeioffiziers, zusam m en m it seiner Lebensgefährtin und seiner Tochter Angola auf dem Luftw eg verlassen können. bb) D ie gem äss eigenen Angaben ebenfalls aus der angolanischen Exklave C abinda stam m ende Beschw erdeführerin m achte anlässlich der Anhörungen keine eigenen Asylgründe geltend. Zum Zeitpunkt der Festnahm e ihres Lebensgefährten habe sie sich in der Kirche befunden. Als sie zu ihrem H aus habe zurückkehren w ollen, sei sie von N achbarn über den Vorfall inform iert w orden. In der Folge sei sie um gehend zu einem O nkel ihres Lebensgefährten geflohen und am nächsten Tag m it dem Flugzeug nach Luanda gereist. In Luanda habe sie bei einer Tante im Q uartier K._______ gew ohnt. Im W eiteren brachte die Beschw erdeführerin vor, sie und ihr Lebensgefährte hätten nach ihrer Tochter M aravilha noch ein w eiteres Kind gehabt. D ieses Kind sei nach der Flucht nach Luanda krank gew orden, doch habe sie sich - aus Angst, w ie ihr Lebensgefährte verhaftet zu w erden - nicht getraut, das H aus ihrer Tante zu verlassen, um das Kind ärztlich behandeln zu lassen; schliesslich sei das Kind am 15. August 2003 gestorben. Kurz nach dem Tod des Kindes habe der O nkel beziehungsw eise C ousin ihres Lebensgefährten, C ._______, ihr m itgeteilt, letzterer befinde sich im G efängnis "Sao Paolo". Am 19. Septem ber 2003 sei B. w ieder erschienen und habe sie aufgefordert, sich auf eine baldige Flucht vorzubereiten. Bereits am darauf folgenden Tag seien sie und ihre Tochter von einem Fahrzeug, in w elchem sich auch ihr Lebensgefährte befunden habe, abgeholt und zum Flughafen gebracht w orden, von w o aus sie dann gem einsam das Land verlassen hätten. cc) Für den w eiteren Inhalt der Aussagen der Beschw erdeführer w ird auf die Pro- tokolle bei den Akten verw iesen. Sow eit für den Entscheid w esentlich, w ird darauf in den Erw ägungen eingegangen. c) Bereits anlässlich der ersten Befragung in der Em pfangsstelle C hiasso reichten die Beschw erdeführer zw ei G eburtsurkunden sow ie eine die Tochter X._______ betreffende Identitätskarte ("C édula Pessoal") zu den Akten. Bezüglich dieser D okum ente erstellte das Bundesam t am 12. Januar 2004 eine interne D okum en- tenanalyse, zu deren R esultat - bei den besagten Ausw eisen handle es sich um Totalfälschungen - den Beschw erdeführern m it Schreiben vom 16. Januar 2004 das rechtliche G ehör gew ährt w urde. D ie Beschw erdeführer liessen sich m it Eingabe vom 21. Januar 2004 dazu verneh- m en. Sie m achten dabei geltend, die fraglichen D okum ente von der "Zivilbehörde in Kacongo" erhalten zu haben; "aufgrund des korrupten System s in Angola und den unterbezahlten Beam ten" sei es "leider nicht m öglich, andere Ausw eispapiere zu erhalten".4 B. M it Verfügung vom 30. Januar 2004 - eröffnet am 2. Februar 2004 - lehnte das Bundesam t die Asylgesuche der Beschw erdeführer m it der Begründung ab, die Vorbringen hielten den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht stand. Insbe- sondere handle es sich gem äss gesicherten Erkenntnissen des Bundesam tes bei den eingereichten Ausw eisen um Totalfälschungen; die fraglichen D okum ente w ür- den daher gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen. G leichzeitig ordnete das BFF die W egw eisung der Beschw erdeführer und ihrer Tochter aus der Schw eiz an und stellte fest, der Vollzug der W egw eisung nach Angola - und insbesondere in die H auptstadt Luanda, w o der Beschw erdeführer w ährend m ehrerer Jahre gelebt habe - sei zulässig, zum utbar und m öglich. C . D ie Beschw erdeführer beantragten durch ihren Vertreter bei der dam als zustän- digen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) für sich und ihre Tochter X._______ m it Eingabe vom 1. M ärz 2004 (Poststem pel: 2. M ärz 2004) die Aufhe- bung der vorinstanzlichen Verfügung und die "R ückw eisung des Verfahrens" beziehungsw eise die G ew ährung des Asyls. Eventuell sei auf den Vollzug der W egw eisung zu verzichten; stattdessen sei ihnen die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren. Zur Stützung dieser Anträge - auf deren Begründung, sow eit für den Entscheid w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen w ird - reichten die Beschw erdeführer eine Kopie ihres an das BFF gerichteten Schreibens vom 21. Januar 2004 zu den Akten. D . M it Zw ischenverfügung vom 11. M ärz 2004 forderte die AR K die Beschw erdefüh- rer beziehungsw eise deren Vertreter - unter Androhung des N ichteintretens im U nterlassungsfall - zur Bezahlung eines Kostenvorschusses in der H öhe von Fr. 600.-- bis zum 26. M ärz 2004 auf. D er verlangte Kostenvorschuss w urde am 22. M ärz 2004 einbezahlt. D essen ungeachtet reichte der Vertreter der Beschw erdeführer am 26. M ärz 2004 bei der AR K ein Schreiben ein, in w elchem er um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten- vorschusses ersuchte. E. Am 19. April 2005 brachte die Beschw erdeführerin in_______ ein w eiteres Kind, den Sohn Y._______, zur W elt. F. D ie Vorinstanz schloss m it Vernehm lassung vom 27. N ovem ber 2006 auf Abw ei- sung der Beschw erde, da diese keine neuen erheblichen Tatsachen oder Bew eis- m ittel enthalte, w elche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten. 5 Auch in Bezug auf die Frage der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs nach Angola w urde auf die entsprechenden Erw ägungen in der Verfügung vom 30. Januar 2004 verw iesen. Zudem w urde bem erkt, Personen, die die finanziellen M ittel für eine R eise in die Schw eiz hätten aufbringen können, gehörten in einem Land w ie Angola ohnehin einer gehobeneren sozialen Schicht an. D ie Vernehm - lassung w urde den Beschw erdeführern beziehungsw eise deren Vertreter am 28. N ovem ber 2006 zur Kenntnis gebracht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der vorm aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. 6 Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer poli- tischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaub- haft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begrün- det oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m ass- geblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz befand in ihrer angefochtenen Verfügung vorab, die Beschw erde- führer seien anlässlich der Befragungen nicht in der Lage gew esen, einfache Fragen zur Stadt w ie auch zur Provinz C abinda, w o sie beide herkom m en und w ährend vieler Jahre bis zu ihrer Ausreise gelebt haben w ollen, zu beantw orten. In der Tat konnte der Beschw erdeführer etw a das Q uartier in C abinda-Stadt, in w elchem sich der Sitz des regierenden "M ovim ento Popular de Libertação de Angola" (M PLA) befindet, nicht angeben; zudem nannte er einen falschen N am en für die Kathedrale von C abinda-Stadt ("San Pedro"; vgl. Protokoll kantonale Anhö- rung, S. 9) und verschiedene einfache, inbesondere geographische Bezeich- nungen erschienen ihm unbekannt. Auch seine Lebensgefährtin gab der Kathedra- le einen anderen, jedoch ebenfalls falschen N am en ("San Antonio"; vgl. Protokoll kantonale Anhörung, S. 7). Im W eiteren konnte sie nicht ein einziges D orf in der U m gebung von C abinda-Stadt bezeichnen (vgl. Protokoll kantonale Anhörung, S. 8). 4.2 D ie Zw eifel an der von den Beschw erdeführern behaupteten H erkunft aus C abinda w erden durch die Einreichung gefälschter Identitätspapiere erhärtet. D ie von der Vorinstanz durchgeführte D okum entenanalyse ergab, dass es sich bei den drei fraglichen Papieren um Totalfälschungen handelt. D ieser Feststellung kann zuge- stim m t w erden. So stellt sich die Identitätskarte ("C édula Pessoal") der Tochter X._______ als - verm utlich m ittels eines Scanners erstellte - Kopie m it nachträglich handschriftlich erfolgten Einträgen dar. Im W eiteren fällt auf, dass nicht nur die Schrift der Einträge auf der - am 28. M ai 1999 ausgestellten - Identitätskarte und den beiden - am 11. D ezem ber 2000 ausgestellten – G eburtsurkunden, sondern auch die N assstem pel auf allen drei D okum enten 7 identisch sind. D as BFM hatte dabei zu R echt bem erkt, ein Vergleich m it echten derartigen Stem peln erlaube den Schluss, dass die ursprünglich erw ähnte Behörde die "Secção do R egisto C ivil de C AC U AC O ", die Zivilstandsbehörde der gleichnam igen, nördlich der H auptstadt, ebenfalls in der Provinz Luanda gelegenen G em einde sei und die Stem pelungen auf den drei D okum enten system atisch m it Kugelschreiber von "C AC U AC O " auf "C AC O N G O ", eine G em einde in der Provinz C abinda m it H auptort Landana (angeblich der G eburtsort des Beschw erdeführers; vgl. Protokoll Em pfangsstelle, S. 1), abgeändert w orden sei. Schliesslich stim m t auf den beiden G eburtsurkunden der als Stem pelgebühr beziehungsw eise M arke ("selo") aufgeführte Betrag auch nicht m it dem auf der M arke selber aufgedruckten Betrag überein. Indem die Beschw erdeführer in ihrer - zusam m en m it der R ekursschrift nochm als eingereichten - Stellungnahm e vom 21. Januar 2004 daran festhalten, alle Aus- w eispapiere von der Zivilbehörde in C acongo w ie eingereicht erhalten zu haben, und im W eiteren geltend m achen, sie erhielten "aufgrund des korrupten System s in Angola und den unterbezahlten Beam ten" keine anderen Ausw eise, verm ögen sie die Fälschungsvorw ürfe und dam it auch die Zw eifel an ihrer H erkunft nicht zu beseitigen. D ie besagten drei Identitätsdokum ente w urden dem nach von der Vorin- stanz zu R echt in Anw endung von Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen. 4.3 Sodann kann auch der Auffassung der Vorinstanz gefolgt w erden, in den Schilde- rungen der Beschw erdeführer seien zahlreiche U ngereim theiten aufgetreten. So fällt etw a auf, dass der Beschw erdeführer anlässlich der Erstbefragung in der Em pfangsstelle den angeblich im Juni 2003 zw ischen D inge und Fubo erfolgten Ü berfall auf den "Landrover" und die anschliessende Flucht in den Busch noch m it keinem W ort erw ähnte, obw ohl es sich gem äss seinen Angaben um das die nach- folgende Verfolgungssituation auslösende Ereignis gehandelt haben soll. Seine Lebensgefährtin, w elche in der Em pfangsstelle ebenfalls nicht über diesen Vorfall berichtete, w ar anlässlich der kantonalen Anhörung auf entsprechende N achfrage hin nicht in der Lage, das Ereignis zeitlich einzuordnen oder anzugeben, w ie lange ihr Partner verschw unden geblieben sei (vgl. Protokoll kantonale Anhörung, S. 7). D es W eiteren verm ochte der Beschw erdeführer keinerlei Angaben zu seinen M itgefangenen zu m achen, obw ohl er zum indest m it der einen Person zw ei W ochen lang eine Zelle geteilt haben w ill (vgl. Protokoll ergänzende Bundesanhö- rung, S. 9 f.). Schliesslich sind auch die Angaben der Beschw erdeführer zu ihrer R eise in die Schw eiz sow ie zu den von ihnen dazu verw endeten Papieren völlig unsubstanziiert ausgefallen. 4.4 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorbringen der Beschw erdeführer den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht standhalten. D as Bundesam t hat daher zu R echt davon abgesehen, die Asylrelevanz des geschilderten Sachverhaltes zu prüfen. Es kann darauf verzichtet w erden, auf w eitere - nach Ansicht des Bundes- verw altungsgerichts ebenfalls zutreffende - Erw ägungen der Vorinstanz und auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erdeschrift (im W esentlichen lediglich H inw eise auf den anlässlich der Befragungen geschilderten Sachverhalt) näher einzugehen. D as Asylgesuch w urde vom Bundesam t zu R echt abgew iesen.8 N achdem der Sachverhalt ausreichend erstellt ist, besteht keine Veranlassung zur R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz. D er entsprechende Antrag ist daher abzuw eisen. 5. 5.1 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG ]). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.2 D ie Beschw erdeführer verfügen w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthalts- bew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 5.3 D ie vorstehend erw ähnten Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung (U nm öglichkeit, U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit) sind alternativer N atur. Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. EM AR K 2006 N r. 6, Erw . 4.2., S. 54 f.; 2001 N r. 1, Erw . 6a, S. 2). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e steht dem w eggew iesenen Asylsuchenden w iederum die Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht offen (Art. 105 Abs. 1 AsylG i.V.m . Art. 44 Abs. 2 AsylG ), w obei in jenem Verfahren säm tliche Vollzugshinder- nisse von Am tes w egen und nach M assgabe der dannzum al herrschenden Verhältnisse (vgl. EM AR K 1997 N r. 27, S. 205 ff.) von N euem zu prüfen sind. W eil sich vorliegend der Vollzug der W egw eisung - aus den nachfolgend aufge- zeigten G ründen - als unzum utbar erw eist, ist dem entsprechend auf eine Erörte- rung der beiden anderen Kriterien zu verzichten. 9 5.4 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm o- m ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, ange- nom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Eine solche Situation, w elche die Beschw erdeführer als G ew alt- oder de-facto- Flüchtlinge qualifizieren w ürde, lässt sich zw ar aufgrund der heutigen, sich nach dem Tod von Jonas Savim bi im Februar 2002 und dem im M ärz/April 2002 einge- leiteten Friedensprozess zunehm end beruhigten und entspannten Situation in Angola nicht bejahen. Indessen w ird gem äss der in EM AR K 2004 N r. 32 festgehal- tenen Praxis der AR K, der W egw eisungsvollzug von Personen aus Angola, die einer "R isikogruppe" ("groupe vulnérable") angehören, grundsätzlich als unzum ut- bar erachtet. D ie vor gut einem Jahr ausgebrochene C holera-Epidem ie sow ie die Ü berschw em m ungen im Januar 2007, von w elchen 12 der 18 Provinzen des Landes und insbesondere auch die H auptstadt Luanda betroffen w aren, forderten H underte von Todesopfern und verschlim m erten die N ot der dort ansässigen Bevölkerung. Zudem gab es in zahlreichen G ebieten Angolas blutige Auseinander- setzungen im Zusam m enhang m it der G ew innung von D iam anten und anderen Bodenschätzen. Von einer seit Ergehen des erw ähnten, in EM AR K publizierten U rteiles eingetretenen Verbesserung der Lage in Angola kann m ithin nicht die R ede sein, w eshalb die bisherige Praxis der AR K bis auf w eiteres auch für das Bundesverw altungsgericht G ültigkeit hat. G em äss dieser Praxis w erden insbesondere Personen m it kleinen Kindern beziehungsw eise m it Kindern unter sechs Jahren als einer R isikogruppe zugehörig erachtet. D a der Sohn der Beschw erdeführer erst knapp zw ei Jahre alt ist, sind die Beschw erdeführer klarerw eise Angehörige einer R isikogruppe. D arüber hinaus erw eist sich der W eg- w eisungsvollzug - ebenfalls gem äss Praxis der AR K - auch für aus C abinda stam m ende Personen als unzum utbar, es sei denn, sie hätten w ährend längerer Zeit unter anderem in Luanda gew ohnt oder verfügten dort über ein festes Bezie- hungsnetz. An der Feststellung der U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzug ver- m ag der U m stand nichts zu ändern, dass Zw eifel an der geltend gem achten H er- kunft aus C abinda bestehen, eine Tante der Beschw erdeführerin offenbar in der H auptstadt Luanda lebt (vgl. Protokoll kantonale Anhörung Beschw erdeführerin, S. 6) und - w ie seitens der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung sow ie in der Vernehm lassung vom 27. N ovem ber 2006 bem erkt w urde - der Beschw erdeführer gem äss eigenen Angaben von 1986 bis 1993 in Luanda gelebt hatte, w ie seine Lebensgefährtin über eine gew isse Schulbildung verfügt und die Beschw erdefüh- rer offenbar die finanziellen M ittel für eine R eise nach Europa aufbringen konnten. Bei dieser Sachlage und in Abw ägung der gesam ten U m stände ist zusam m enfas- send festzustellen, dass sich der Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführer - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - zum gegenw ärtigen Zeitpunkt als nicht zum utbar erw eist. 10 6. D ie m it Eingabe vom 1. M ärz 2004 (Poststem pel: 2. M ärz 2004) angehobene Beschw erde ist nach den vorstehenden Erw ägungen hinsichtlich des Vollzugs der W egw eisung gutzuheissen, im Ü brigen (hinsichtlich der N ichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der G ew ährung des Asyls sow ie der W egw eisung an sich) ist sie abzuw eisen. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung des Bundesam tes sind aufzuheben und das BFM ist anzuw eisen, die Beschw erdefüh- rer vorläufig aufzunehm en (Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 14a Abs. 1 bis 4 AN AG ). Einer vorläufigen Aufnahm e stehen im Ü brigen auch keine einschränkenden gesetzlichen Tatbestände (Art. 14 Abs. 6 AN AG ) entgegen. 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind gem äss bisheriger Praxis um die H älfte zu reduzierenden Kosten den Beschw erdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 300.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 20. April 2006 [VG KE]). In Verrechnung m it dem am 22. M ärz 2004 geleisteten Betrag von Fr. 600.-- sind den Beschw erdeführern Fr. 300.-- zurückzuerstatten. 7.2 D ie Beschw erdeinstanz kann der ganz oder teilw eise obsiegenden Partei von Am tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erw achsende notw en- dige und verhältnism ässig hohe Kosten zusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D er Vertreter der Beschw erdeführer hat keine Kostennote zu den Akten gegeben, doch lässt sich der notw endige Vertretungsaufw and zuverlässig abschätzen. D ie Parteientschädigung ist daher - unter H inw eis auf M itteilungen EM AR K 2000/1 - von Am tes w egen und unter W ürdigung der m assgeblichen U m stände auf 300.-- festzusetzen (vgl. Art. 7 - 9 VG KE). (D ispositiv nächste Seite) D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht:11 1. D ie Beschw erde w ird, sow eit den Vollzug der W egw eisung betreffend, gutgeheis- sen. Im Ü brigen w ird sie abgew iesen. 2. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 30. Januar 2004 w erden aufgehoben. 3. D as BFM w ird angew iesen, die Beschw erdeführer vorläufig in der Schw eiz aufzu- nehm en. 4. D ie erm ässigten Verfahrenskosten von Fr. 300.-- w erden den Beschw erdeführern auferlegt. In Verrechnung m it dem am 22. M ärz 2004 geleisteten Betrag von Fr. 600.-- sind den Beschw erdeführern Fr. 300.-- zurückzuerstatten. 5. D as BFM hat den Beschw erdeführern für das Verfahren vor der Asylrekurskom - m ission und dem Bundesverw altungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 300.-- auszurichten. 6. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Vertreter der Beschw erdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben) - der Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten N _______ und unter H inw eis auf Ziff. 3 des D ispositivs - dem _______ D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M artin Zoller Kathrin M angold H orni