<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">144</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>30</b></span> <span class="ft2"><b>Abzugsfähige Fahrtkosten bei fixen und flexiblen Arbeitszeiten; Zumut-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>barkeit der Nutzung einer Park &amp; Ride-Variante</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Der zeitliche Mehraufwand ist für Tage mit fixen und flexiblen Ar-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>beitszeiten separat zu berechnen (Erw. 4.4).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Der zumutbare zeitliche Mehraufwand von 60 Minuten gilt auch für</b></span><br/> <span class="ft2"><b>die Benützung einer Park &amp; Ride-Variante (Erw. 4.4.2.).</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Urteil des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 2. Dezember 2009, in Sa-</span><br/> <span class="ft5">chen K. (WBE.2009.265).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">145</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">4.1</span><br/> <span class="ft1">Nach der Rechtsprechung wird der bei der Benützung des öf-</span><br/> <span class="ft1">fentlichen Verkehrs im Vergleich zum Privatfahrzeug resultierende</span><br/> <span class="ft1">zeitliche Mehraufwand als zumutbar erachtet, wenn dieser weniger</span><br/> <span class="ft1">als eine Stunde pro Tag beträgt. Die genannte Zeitersparnis von einer</span><br/> <span class="ft1">Stunde stellt einen Richtwert dar, der nicht sklavisch zu befolgen ist.</span><br/> <span class="ft1">Massgebend sind die Umstände des Einzelfalls, insbesondere die</span><br/> <span class="ft1">Quantität (Fahrplandichte) und Qualität (direkte Verbindungen,</span><br/> <span class="ft1">S-Bahn oder Bummelzüge) des Angebots an öffentlichen Verkehrs-</span><br/> <span class="ft1">mitteln, die Umsteigeverhältnisse und die Distanzen zu den Halte-</span><br/> <span class="ft1">stellen. Lässt sich bei Benützung des Privatfahrzeugs mehr als eine</span><br/> <span class="ft1">Stunde pro Tag einsparen, so deutet dies indessen auf ungenügende</span><br/> <span class="ft1">öffentliche Verbindungen hin (vgl. AGVE 2005, S.</span> <span class="ft1">364 f.;</span><br/> <span class="ft1">AGVE 2008, S. 75 f.).</span><br/> <span class="ft1">4.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Vorinstanz berechnete bei der "Park &amp; Ride" - Variante für</span><br/> <span class="ft1">die Strecke von der Wohnadresse des Beschwerdeführers in</span><br/> <span class="ft1">Menziken zum Arbeitsplatz eine Fahrdauer von 99 Minuten (22 Mi-</span><br/> <span class="ft1">nuten für den Weg mit dem Privatfahrzeug von der Wohnadresse des</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführers in Menziken zum Bahnhof in Sursee, 8 Minuten</span><br/> <span class="ft1">für die Parkplatzsuche, die Bedienung der Parkuhr und den Fussweg</span><br/> <span class="ft1">zum Bahnsteig, 61 Minuten für die Zugfahrt von Sursee nach Oster-</span><br/> <span class="ft1">mundigen und 8 Minuten für die Strecke vom Bahnhof Ostermundi-</span><br/> <span class="ft1">gen zum Arbeitsort in Bern an der O. strasse). Für die Berechnung</span><br/> <span class="ft1">der Wegstrecke von Sursee nach Ostermundigen berücksichtigte die</span><br/> <span class="ft1">Vorinstanz die schnellsten Zugverbindungen mit Abfahrt um 6:15</span><br/> <span class="ft1">Uhr bzw. 7:15 Uhr (vgl. vorinstanzlicher Entscheid, Erw. 4.5.1.).</span><br/> <span class="ft1">Für den Rückweg vom Arbeitsplatz des Beschwerdeführers bis</span><br/> <span class="ft1">zur Wohnsitzadresse ermittelte die Vorinstanz eine Reisezeit von</span><br/> <span class="ft1">100 Minuten (8 Minuten Gehweg zum Bahnhof Ostermundigen, 3</span><br/> <span class="ft1">Minuten Sicherheitszuschlag, 64 Minuten Zugfahrt von Ostermun-</span><br/> <span class="ft1">digen nach Sursee, 3 Minuten Fussmarsch vom Bahnhof in Sursee</span><br/> <span class="ft1">bis zum Auto und 22 Minuten Autofahrt vom Bahnhof Sursee bis zur</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">146</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Wohnsitzadresse in Menziken). Für die Berechnung der Wegstrecke</span><br/> <span class="ft1">von Ostermundigen nach Sursee stellte sie wiederum auf die</span><br/> <span class="ft1">schnellsten Zugverbindungen mit Abfahrt um 16:40 Uhr, 17:40 Uhr</span><br/> <span class="ft1">bzw. 18:40 Uhr ab (vgl. vorinstanzlicher Entscheid, Erw. 4.5.2.).</span><br/> <span class="ft1">Insgesamt beträgt die errechnete tägliche Reisedauer 199 Mi-</span><br/> <span class="ft1">nuten (99 Minuten plus 100 Minuten).</span><br/> <span class="ft1">Für die Fahrdauer mit dem Privatfahrzeug von der Wohnsitz-</span><br/> <span class="ft1">adresse des Beschwerdeführers zum Arbeitsort ging die Vorinstanz</span><br/> <span class="ft1">aufgrund ihrer Berechnung im "TwixRoute" ("schnellste Route") von</span><br/> <span class="ft1">78 Minuten pro Weg bzw. 156 Minuten pro Tag aus.</span><br/> <span class="ft1">Aus der Benützung des Privatautos für den Arbeitsweg schloss</span><br/> <span class="ft1">die Vorinstanz gegenüber der schnellsten Verbindung mit dem öf-</span><br/> <span class="ft1">fentlichen Verkehr bei der "Park &amp; Ride" - Variante eine tägliche</span><br/> <span class="ft1">Zeitersparnis von 43 Minuten (199 Minuten minus 156 Minuten).</span><br/> <span class="ft1">4.3.</span><br/> <span class="ft1">Gegen die Berechnungen der Vorinstanz bringt der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführer im Wesentlichen vor, die Arbeitszeitregelung beim Help-</span><br/> <span class="ft1">desk sei fix und nicht flexibel. Er führt aus, er müsse bereits um 7:00</span><br/> <span class="ft1">Uhr am Arbeitsplatz sein, wenn er zum Frühdienst beim Helpdesk</span><br/> <span class="ft1">eingeteilt sei und könne daher nicht, wie von der Vorinstanz vorge-</span><br/> <span class="ft1">schlagen, den Zug in Sursee um 6:15 Uhr mit Ankunft in Ostermun-</span><br/> <span class="ft1">digen um 7:16 Uhr nehmen. Als Beweis für den Arbeitsbeginn und</span><br/> <span class="ft1">das Arbeitsende beim Helpdesk-Dienst legte er eine schriftliche Be-</span><br/> <span class="ft1">stätigung des Arbeitgebers ins Recht (Eingabe des Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rers vom 3. August 2009).</span><br/> <span class="ft1">4.4.</span><br/> <span class="ft1">4.4.1.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss dem Personaleinsatzplan war der Beschwerdeführer im</span><br/> <span class="ft1">Jahr 2006 an 24 Tagen zum Helpdesk-Frühdienst (7:00 Uhr bis 12:30</span><br/> <span class="ft1">Uhr) und an einem Tag zum Helpdesk-Spätdienst (12:30 Uhr bis</span><br/> <span class="ft1">18:00 Uhr) eingeteilt. An den übrigen 195 Arbeitstagen war er hin-</span><br/> <span class="ft1">gegen nicht für den Helpdesk zuständig. Wie es sich mit der Zumut-</span><br/> <span class="ft1">barkeit der Nutzung der "Park &amp; Ride" - Variante verhält, ist für die</span><br/> <span class="ft1">195 Arbeitstage ohne Helpdesk-Dienst, die 24 Tage mit Helpdesk-</span><br/> <span class="ft1">Frühdienst und den einen Tag mit Helpdesk-Spätdienst separat zu</span><br/> <span class="ft1">prüfen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">147</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">4.4.2.</span><br/> <span class="ft1">Für die 195 Tage ohne Helpdesk-Dienst macht der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führer nicht geltend, er sei an fixe Arbeitszeiten gebunden gewesen.</span><br/> <span class="ft1">Er konnte somit an diesen Tagen den Beginn und das Ende seiner</span><br/> <span class="ft1">Arbeit frei bestimmen und hätte auch die von der Vorinstanz bei ihrer</span><br/> <span class="ft1">Berechnung berücksichtigten Zugverbindungen wählen können (vgl.</span><br/> <span class="ft1">vorinstanzliches Urteil, Erw. 4.5.1. f.). Für die 195 Tage ist somit für</span><br/> <span class="ft1">die Berechnung des zeitlichen Mehraufwands auf die von der Vorin-</span><br/> <span class="ft1">stanz gewählten Zugverbindungen abzustellen.</span><br/> <span class="ft1">Das Verwaltungsgericht hat die Berechnungen der Vorinstanz</span><br/> <span class="ft1">auf ihre Richtigkeit überprüft und festgestellt, dass diese die Dauer</span><br/> <span class="ft1">der Autofahrten von Menziken nach Sursee sowie von Menziken</span><br/> <span class="ft1">nach Bern im "TwixRoute" nicht mit derselben Methode ermittelt</span><br/> <span class="ft1">hat. Während die Vorinstanz die Strecke zwischen Menziken und</span><br/> <span class="ft1">Sursee anhand der "kürzesten Route" berechnet hat, ging sie bei der</span><br/> <span class="ft1">Ermittlung der Reisezeit von Menziken nach Bern von der "schnells-</span><br/> <span class="ft1">ten Route" aus. Um einen verlässlichen Vergleich zwischen der Rei-</span><br/> <span class="ft1">sedauer mit dem Privatfahrzeug und der "Park &amp; Ride" - Variante zu</span><br/> <span class="ft1">erhalten, ist die Berechnung anhand derselben Methode vorzuneh-</span><br/> <span class="ft1">men. Da davon ausgegangen werden kann, dass der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rer den schnellsten Weg wählen würde, ist die Fahrdauer anhand der</span><br/> <span class="ft1">"schnellsten Route" zu ermitteln. Der Weg zwischen Menziken und</span><br/> <span class="ft1">Sursee beansprucht demnach nicht 22 Minuten, sondern lediglich 20</span><br/> <span class="ft1">Minuten. In Bezug auf die restlichen Berechnungen ist das Verwal-</span><br/> <span class="ft1">tungsgericht zu den gleichen Ergebnissen wie die Vorinstanz gelangt.</span><br/> <span class="ft1">Damit ergibt sich neu eine Reisezeit von 195 Minuten (97 Minuten</span><br/> <span class="ft1">Hinfahrt und 98 Minuten Rückfahrt). Die Zeitersparnis pro Tag beim</span><br/> <span class="ft1">Gebrauch des privaten Fahrzeugs beträgt folglich 39 Minuten (195</span><br/> <span class="ft1">Minuten minus 156 Minuten) und liegt deutlich unter der Schwelle</span><br/> <span class="ft1">von einer Stunde. Dem Beschwerdeführer war es somit objektiv</span><br/> <span class="ft1">betrachtet zuzumuten, an den 195 Arbeitstagen ohne Helpdesk-</span><br/> <span class="ft1">Dienst die "Park &amp; Ride" - Variante zu nutzen.</span><br/> <span class="ft1">4.4.3</span><br/> <span class="ft1">Hinsichtlich der 24 Arbeitstage mit Helpdesk-Frühdienst ist</span><br/> <span class="ft1">dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass die von der Vorinstanz bei</span><br/> <span class="ft1">ihrer Kalkulation berücksichtigten Zugverbindungen (Abfahrt um</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">148</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">6:15 Uhr und 7:15 Uhr) erst nach 7:00 Uhr in Ostermundigen eintref-</span><br/> <span class="ft1">fen. Für diese Arbeitstage konnte er somit die von der Vorinstanz</span><br/> <span class="ft1">verwendeten Zugverbindungen aufgrund der fixen Arbeitszeiten in</span><br/> <span class="ft1">der Tat nicht wählen. Wie die Vorinstanz jedoch korrekt aufgezeigt</span><br/> <span class="ft1">hat, fuhr gemäss dem Kursbuch der SBB im Jahr 2006 am Morgen</span><br/> <span class="ft1">noch ein früherer Zug (Abfahrt um 5:19 Uhr und Ankunft um 6:46</span><br/> <span class="ft1">Uhr). Unter Berücksichtigung des Zeitaufwands von 8 Minuten für</span><br/> <span class="ft1">den Weg vom Bahnhof Ostermundigen zum Arbeitsort von 600 Me-</span><br/> <span class="ft1">tern wäre der Beschwerdeführer mit diesem Zug um 6:54 Uhr und</span><br/> <span class="ft1">damit rechtzeitig am Arbeitsplatz erschienen. Bei der Wahl dieser</span><br/> <span class="ft1">Verbindung beträgt die Fahrdauer für den Weg von Menziken nach</span><br/> <span class="ft1">Ostermundigen 123 Minuten:</span><br/> <br/> <span class="ft5">Autofahrt Wohnort Menziken - Bahnhof Sursee:</span> <span class="ft5">20</span> <span class="ft5">Min.</span><br/> <span class="ft5">Parkplatzsuche, Bedienung der Parkuhr sowie Fuss-</span><br/> <span class="ft5">weg zum Bahnsteig:</span> <span class="ft5">8 Min.</span><br/> <span class="ft5">Zugfahrt Sursee - Ostermundigen:</span> <span class="ft5">87 Min.</span><br/> <span class="ft5">Fussweg Bahnhof Ostermundigen - Arbeitsplatz:</span> <span class="ft5">8 Min.</span><br/> <span class="ft2"><b>Dauer Hinfahrt</b></span> <span class="ft2"><b>123 Min.</b></span><br/> <br/> <span class="ft1">Für die Rückfahrt am Abend ergeben sich hingegen an diesen</span><br/> <span class="ft1">Tagen keine zeitlichen Einschränkungen aufgrund von fixen Arbeits-</span><br/> <span class="ft1">zeiten. Daher ist auf die von der Vorinstanz vorgeschlagenen Zug-</span><br/> <span class="ft1">verbindungen mit Abfahrt um 16:40 Uhr, 17:40 Uhr oder 18:40 Uhr</span><br/> <span class="ft1">abzustellen. Für die Rückfahrt ist somit ein Zeitaufwand von 98 Mi-</span><br/> <span class="ft1">nuten einzukalkulieren.</span><br/> <span class="ft1">Damit beträgt der gesamte Zeitbedarf für die Hin- und Rück-</span><br/> <span class="ft1">fahrt zwischen Wohn- und Arbeitsort 221 Minuten (123 Minuten für</span><br/> <span class="ft1">die Hinfahrt und 98 Minuten für die Rückfahrt). Im Vergleich zum</span><br/> <span class="ft1">ausschliesslich mit dem Privatfahrzeug zurückgelegten Arbeitsweg</span><br/> <span class="ft1">ergibt sich bei der Nutzung der "Park &amp; Ride" - Variante somit ein</span><br/> <span class="ft1">zeitlicher Mehraufwand von 65 Minuten (221 Minuten minus 156</span><br/> <span class="ft1">Minuten). Dieser zeitliche Mehraufwand überschreitet den von der</span><br/> <span class="ft1">Rechtsprechung aufgestellten Richtwert von einer Stunde. Die Nut-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">149</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">zung der "Park &amp; Ride" - Variante war dem Beschwerdeführer somit</span><br/> <span class="ft1">während den 24 Tagen mit Helpdesk-Frühdienst nicht zumutbar. Für</span><br/> <span class="ft1">diese Tage ist der Beschwerdeführer zum Abzug der Kosten seines</span><br/> <span class="ft1">Privatfahrzeugs berechtigt.</span><br/> <span class="ft1">4.4.4.</span><br/> <span class="ft1">Am vom Beschwerdeführer nachgewiesenen einzigen Arbeits-</span><br/> <span class="ft1">tag mit Helpdesk-Spätdienst-Einsatz bestanden erst am Nachmittag</span><br/> <span class="ft1">fixe Arbeitszeiten. Er hätte somit am Morgen eine der von der Vor-</span><br/> <span class="ft1">instanz in ihrer Berechnung berücksichtigten Zugverbindungen mit</span><br/> <span class="ft1">Abfahrt um 6:15 Uhr oder 7:15 Uhr nehmen können. Für die Hin-</span><br/> <span class="ft1">fahrt ergibt sich daher eine Reisezeit von 97 Minuten (siehe vorne</span><br/> <span class="ft1">Erw. 4.4.2).</span><br/> <span class="ft1">Für die Rückfahrt standen dem Beschwerdeführer folgende</span><br/> <span class="ft1">Zugverbindungen offen:</span><br/> <span class="ft5">Ostermundigen ab:</span> <span class="ft5">18:10 Uhr</span> <span class="ft5">18:40 Uhr</span><br/> <span class="ft5">Sursee an:</span> <span class="ft5">19:31 Uhr</span> <span class="ft5">19:44 Uhr</span><br/> <span class="ft5">Dauer</span> <span class="ft5">81 Min.</span> <span class="ft5">64 Min.</span><br/> <span class="ft5">Umsteigen 2x 1x</span><br/> <br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer macht geltend, er wäre am Abend mit</span><br/> <span class="ft1">dem Zug um 18:10 Uhr gefahren. Folglich rechtfertigt es sich für die</span><br/> <span class="ft1">Berechnung auf diese Verbindung abzustellen. Da der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führer gemäss seinen Angaben beim Spätdienst den Helpdesk fix bis</span><br/> <span class="ft1">um 18:00 Uhr betreuen musste, standen ihm bei dieser Zugvariante</span><br/> <span class="ft1">für den Fussweg vom Arbeitsort bis zum Bahnhof in Ostermundigen</span><br/> <span class="ft1">inkl. Sicherheitszuschlag 10 Minuten zur Verfügung. Insgesamt er-</span><br/> <span class="ft1">gibt sich bei dieser Zugvariante eine Rückfahrtdauer von 114 Mi-</span><br/> <span class="ft1">nuten:</span><br/> <br/> <span class="ft5">Fussweg Arbeitsplatz - Bahnhof Ostermundigen (inkl.</span> <span class="ft5">10</span> <span class="ft5">Min.</span><br/> <span class="ft5">Sicherheitszuschlag):</span><br/> <span class="ft5">Zugfahrt Ostermundigen - Sursee:</span> <span class="ft5">81 Min.</span><br/> <span class="ft5">Fussweg Bahnhof - Auto:</span> <span class="ft5">3 Min.</span><br/> <span class="ft5">Autofahrt Bahnhof Sursee - Menziken:</span> <span class="ft5">20</span> <span class="ft5">Min.</span><br/> <span class="ft2"><b>Dauer Rückfahrt</b></span> <span class="ft2"><b>114 Min.</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">150</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Die Hin- und Rückreise zwischen Wohn- und Arbeitsort dauert</span><br/> <span class="ft1">demnach 211 Minuten (97 Minuten für die Hinfahrt und 114 Minuten</span><br/> <span class="ft1">für die Rückfahrt). Im Vergleich zur Fahrdauer mit dem Privatfahr-</span><br/> <span class="ft1">zeug ergibt sich bei der Nutzung der "Park &amp; Ride" - Variante ein</span><br/> <span class="ft1">zeitlicher Mehraufwand von 55 Minuten (211 Minuten minus 156</span><br/> <span class="ft1">Minuten). Die Zeitersparnis liegt folglich innerhalb des von der</span><br/> <span class="ft1">Rechtsprechung gesetzten Rahmens von einer Stunde. Im Bereich</span><br/> <span class="ft1">von einer Stunde Zeitersparnis hängt die Beurteilung der Zumutbar-</span><br/> <span class="ft1">keit von der Würdigung aller Umstände ab. Bei der Zugverbindung</span><br/> <span class="ft1">mit Abfahrt um 18:10 Uhr hätte der Beschwerdeführer keine Warte-</span><br/> <span class="ft1">zeiten gehabt. Das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln kann</span><br/> <span class="ft1">deshalb als gut eingestuft werden. Ausserdem liegen die mit dieser</span><br/> <span class="ft1">Zugverbindung zusammenhängenden zwei Umsteigevorgänge im</span><br/> <span class="ft1">Rahmen des Zumutbaren. Dem Beschwerdeführer wäre an dem ei-</span><br/> <span class="ft1">nen Tag mit Helpdesk-Spätdienst die "Park &amp; Ride" - Variante somit</span><br/> <span class="ft1">zumutbar gewesen.</span><br/> <span class="ft1">5.</span><br/> <span class="ft1">Dies führt zu folgender Berechnung der zum Abzug zugelasse-</span><br/> <span class="ft1">nen Fahrkosten:</span><br/> <span class="ft1">Für 24 Arbeitstage ist für die Strecke zwischen dem Wohn- und</span><br/> <span class="ft1">Arbeitsort (99.2 Kilometer) ein Abzug für die Kosten des Privatfahr-</span><br/> <span class="ft1">zeugs zu gewähren. Für die restlichen 196 Arbeitstage sind die Kos-</span><br/> <span class="ft1">ten für das Privatfahrzeug für den Weg von der Wohnadresse in</span><br/> <span class="ft1">Menziken bis zum Bahnhof Sursee (15.7 Kilometer) und die Park-</span><br/> <span class="ft1">platzgebühren in Sursee von Fr. 5.-- zu berücksichtigen. Das Gene-</span><br/> <span class="ft1">ralabonnement der SBB für die 2. Klasse kostete im Jahr 2006</span><br/> <span class="ft1">Fr. 2'990.--. Insgesamt ergeben sich dadurch folgende abzugsfähige</span><br/> <span class="ft1">Berufsauslagen (Pauschalansätze pro Kilometer gemäss</span><br/> <span class="ft1">§§ 12 f. StGV i.V.m. Art. 3 Berufskostenverordnung und Anhang in</span><br/> <span class="ft1">der Fassung vom 23. September 2005 [AS 2005 S. 4815 f.]):</span><br/> <br/> <span class="ft1">Privatfahrzeug Menziken - Bern:</span><br/> <span class="ft1">24 Tage x 2 x 99.2 Kilometer Fr. 0.65</span> <span class="ft5">Fr.</span> <span class="ft5">3'095</span><br/> <span class="ft1">Privatfahrzeug Menziken - Bahnhof Sursee</span><br/> <span class="ft1">196 Tage x 2 x 15.7 Kilometer Fr. 0.65</span> <span class="ft5">Fr.</span> <span class="ft5">4'000</span><br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">151</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Parkplatz Sursee:</span><br/> <span class="ft1">196 Tage Fr. 5.00</span> <span class="ft5">Fr.</span> <span class="ft5">980</span><br/> <span class="ft1">Kosten GA 2. Klasse:</span> <span class="ft5">Fr.</span> <span class="ft5">2'990</span><br/> <span class="ft1">Total abzugsberechtigte Fahrkosten</span> <span class="ft5">Fr.</span> <span class="ft5">11'065</span><br/> <br/> <span class="ft1">Dem Beschwerdeführer ist somit für die Fahrkosten ein Abzug</span><br/> <span class="ft1">von Fr. 11'065.-- zu gewähren. Gegenüber dem Entscheid des Steuer-</span><br/> <span class="ft1">rekursgerichts reduziert sich das von der Vorinstanz abgerundete</span><br/> <span class="ft1">steuerbare Einkommen von Fr.</span> <span class="ft1">99'000.-- um Fr. 3'298.--</span><br/> <span class="ft1">(Fr. 11'065.-- ./. von der Vorinstanz gewährte Kosten für das "Park &amp;</span><br/> <span class="ft1">Ride" von Fr. 7'767.--) auf Fr. 95'702.--.</span><br/></div> </div> </body> </html>