<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00344</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204705&amp;W10_KEY=13013567&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00344</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.11.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Führerausweisentzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sicherungsentzug: Bemessung der Probezeit Rechtliche Definition von Trunksucht aufgrund von Rechtsprechung und Schrifttum (E. 3.1). Dauer und Bemessung der Mindestentzugsdauer beim Sicherungsentzug (E. 3.1). Funktionen des Sicherungs- sowie des Warnungsentzugs (E. 3.2): Die beiden Arten des Führerausweisentzugs haben ganz unterschiedliche Funktionen, weshalb auch ihre Vollzugsmodalitäten nicht miteinander kombiniert werden können. Unzulässige Vermengung von Warnungs- und Sicherungsentzug (E. 4.2): Die Heranziehung der für den Warnungsentzug geltenden Kriterien und Grundsätze zur Bemessung der Dauer für einen Sicherungsentzug ist unstatthaft. Insbesondere darf auch nicht darauf abgestellt werden, wie lange ein Warnungsentzug gedauert hätte. Zweck des verkehrsmedizinischen Gutachtens (E. 4.3): Der verkehrsmedizinische Gutachter klärt die Fahreignung ab. Für die Bemessung der Mindestentzugsdauer ist jedoch die Administrativbehörde zuständig. Bemessung der Mindestentzugsdauer im konkreten Fall (E. 5): Der Beschwerdeführer wurde innerhalb von 10 Jahren drei Mal mit einer Blutalkoholkonzentration im Bereich von 3 Gewichtspromillen am Steuer erwischt. Dabei handelt es sich um aussergewöhnlich hohe (Minimal-)Werte, welche auf eine hohe Alkoholtoleranz hinweisen. Insbesondere die zuletzt geprüfte Alkoholkonzentration erhärtet den erheblichen Verdacht, dass beim Beschwerdeführer eine verkehrsmedizinisch relevante Alkoholproblematik besteht. (...) Der letzte Vorfall zeigt aber auch deutlich, dass beim Beschwerdeführer im hohen Mass die Gefahr besteht, dass er im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt. Abweisung der Beschwerde </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALKOHOL">ALKOHOL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALKOHOLTOLERANZ">ALKOHOLTOLERANZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEMESSUNG">BEMESSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROBEZEIT">PROBEZEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SICHERUNGSENTZUG">SICHERUNGSENTZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STRASSENVERKEHRSRECHT">STRASSENVERKEHRSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TRUNKSUCHT">TRUNKSUCHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WARNUNGSENTZUG">WARNUNGSENTZUG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 14 Abs. II lit. c SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 16 Abs. I SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 16 Abs. II SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 16 Abs. III SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 17 SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 17 Abs. Ibis SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 30 Abs. I VZV</span><br/><span class="ungerade">Art. 30 Abs. II VZV</span><br/><span class="gerade">Art. 33 VZV</span><br/><span class="ungerade">Art. 33 Abs. I VZV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>A lenkte am 8. Oktober 2002, kurz nach 12 Uhr, den Personenwagen 1 auf der L-Strasse, Gemeindegebiet X hinunter in Richtung Y. Insassen eines nachfolgenden Personenwagens beobachteten, dass A zwei Mal gegen den Randstein fuhr und dadurch beide Reifen auf der rechten Fahrzeugseite platzten. In einer starken Linkskurve streifte er zudem die Leitplanke. Die herbeigerufene Polizei veranlasste eine Blutentnahme, welche eine Blutalkoholkonzentration zwischen 3,12 und 3,44 Gewichtspromille zum Tatzeitpunkt ergab.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Mit Urteil der Einzelrichterin in Strafsachen des Bezirksgerichts V vom 4. November 2003 wurde A wegen dieses Vorfalls des Fahrens im angetrunkenen Zustand im Sinn von Art. 91 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG) sowie der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Ziff.1 in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen. A wurde mit fÃ¼nf Monaten GefÃ¤ngnis sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.- bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde zu Gunsten einer ambulanten Massnahme fÃ¼r Alkoholkranke aufgeschoben. A wurde zudem die Weisung erteilt, sich des Alkohols zu enthalten sowie alle sechs <span class="UrteilstextChar">Wochen </span>den Nachweis der Alkoholabstinenz <span class="UrteilstextChar">mittels Laboruntersuchungen zu erbringen. Das Urteil ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.</span></span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Mit VerfÃ¼gung vom 29. Oktober 2002 entzog die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Strassenverkehrsamt, Abteilung Administrativmassnahmen) gestÃ¼tzt auf Art. 35 Abs. 3 der Verkehrszulassungsverordnung vom 27. Oktober 1976 (VZV) A vorsorglich den FÃ¼hrerausweis auf unbestimmte Dauer mit RÃ¼ckwirkung ab dem 8. Oktober 2002. Am 12. Mai 2003 verfÃ¼gte sie sodann definitiv den Entzug des FÃ¼hrerausweises auf unbestimmte Zeit, mindestens jedoch fÃ¼r die Dauer von 30 Monaten mit Wirkung ab dem 8. Oktober 2002. Die Abteilung Administrativmassnahmen berÃ¼cksichtigte bei ihrem Entscheid die wiederholte RÃ¼ckfÃ¤lligkeit von A. Am 3. Oktober 2001 sei ihm der FÃ¼hrerausweis wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand (Blutalkoholkonzentration mindestens 2,62 Promille) im RÃ¼ckfall fÃ¼r die Dauer von sieben Monaten â mit Wirkung vom 6. April 2001 bis zum 5. November 2001 â entzogen worden. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diese EntzugsverfÃ¼gung liess A am 20. Mai 2003 Rekurs erheben und beantragen, die Dauer des FÃ¼hrerausweisentzugs sei von dreissig auf zwÃ¶lf Monate zu reduzieren. Der Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich wies den Rekurs mit Entscheid vom 14. Juli 2004 ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 3. September 2004 an das Verwaltungsgericht liess A sein vor Regierungsrat gestelltes Begehren wiederholen. Als vorsorgliche Massnahme sei darÃ¼ber hinaus die Vorinstanz anzuweisen, das Institut fÃ¼r Rechtsmedizin (Verkehrsmedizinische Abteilung) zu beauftragen, aufgrund der am 12. Mai 2004 eingereichten Ã¤rztlichen BestÃ¤tigung die Fahreignung des BeschwerdefÃ¼hrers erneut zu Ã¼berprÃ¼fen, eventuell eine erneute amtsÃ¤rztliche Untersuchung vorzunehmen. Den Antrag auf vorzeitige Beweisanordnung wies das Verwaltungsgericht mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 8. September 2004 ab. Inzwischen erwuchs diese VerfÃ¼gung in Rechtskraft.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Staatskanzlei schloss am 29. September 2004 namens des Regierungsrats auf Abweisung der Beschwerde, den nÃ¤mlichen Antrag stellte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit am 22. September 2004.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Parteivorbringen sowie die AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz werden â soweit erforderlich â in den nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span> zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar"><b><span>1.1 </span></b></span><span>Die <span class="UrteilstextChar">grundsÃ¤tzliche ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung von Beschwerden gegen administrative</span> Massnahmen im Strassenverkehr findet ihre Grundlage in § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG). Die Behandlung entsprechender Beschwerden erfolgt gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 lit. a VRG durch den Einzelrichter. GemÃ¤ss § 38 Abs. 3 Satz 2 VRG ist die einzelrichterliche Beurteilung indessen ausgeschlossen, wenn Entscheide des Regierungsrats angefochten sind. Vorliegend ist Letzteres der Fall, <span class="UrteilstextChar">weshalb die GeschÃ¤ftserledigung in Dreierbesetzung zu erfolgen hat (vgl. § 38 Abs. 1 VRG).</span></span></p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar"><b><span>1.2 </span></b></span><span>WÃ¤hrend Entscheide Ã¼ber FÃ¼hrerausweisentzÃ¼ge zu Warnzwecken Entscheide Ã¼ber die Stichhaltigkeit strafrechtlicher Anklagen im Sinn von Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 darstellen und deshalb eine gerichtliche Ermessenskontrolle erfordern (vgl. BGE 121 II 219), werden SicherungsentzÃ¼ge sowie vorsorgliche FÃ¼hrerausweisentzÃ¼ge allein aus GrÃ¼nden der <span class="UrteilstextChar">Verkehrssicherheit und unabhÃ¤ngig vom Verschulden des fehlbaren Lenkers verfÃ¼gt. Daher Ã¼berprÃ¼ft das Verwaltungsgericht in Anwendung von § 50 Abs. 2 lit. c VRG die SicherungsentzÃ¼ge wie auch die vorsorglichen FÃ¼hrerausweisentzÃ¼ge â im Gegensatz zu den WarnungsentzÃ¼gen â lediglich in Bezug auf Ermessensmissbrauch und ErmessensÃ¼berschreitung (vgl. auch § 50 Abs. 3 VRG).</span></span></p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar"><b><span>1.3 </span></b></span><span>Gegenstand eines Rekurs- und Beschwerdeverfahrens kann nur sein, was Gegenstand der erstinstanzlichen VerfÃ¼gung war. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer eine Anweisung an die Vorinstanz zur AbklÃ¤rung der Fahreignung des BeschwerdefÃ¼hrers verlangt, bezieht er sich ganz offensichtlich auf den fÃ¼r die Aufhebung der Massnahme erforderlichen Nachweis, dass kein Ausschlussgrund mehr bestehe. Ein solcher Antrag <span class="UrteilstextChar">â einen rechtskrÃ¤ftig verfÃ¼gten Ausweisentzug vorausgesetzt â kann zwangslÃ¤ufig erst nach Ablauf der angesetzten Probezeit und bei Vorliegen eines gÃ¼nstig lautenden verkehrsmedizinischen Gutachtens in einem neuen Verfahren gestellt werden. Auf die Beschwerde ist insofern nicht einzutreten.</span></span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, dass die Vorinstanz durch eine "unzulÃ¤ssige Vermengung" von Sicherungs- und Warnungsentzug bzw. durch die unzulÃ¤ssige Bemessung der Probezeit gemÃ¤ss Art. 17 Abs. 1bis SVG nach den fÃ¼r einen Warnungsentzug geltenden Kriterien Art. 17 SVG und Art. 30 ff. VZV verletzt habe. Wie der angefochtene Beschluss richtigerweise festhalte, sei aus dem Gutachten des Instituts fÃ¼r Rechtsmedizin zu folgern, die MÃ¶glichkeit sei nicht ausgeschlossen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seine Alkoholproblematik innerhalb eines Jahres Ã¼berwinden kÃ¶nne. Indessen halte die Vorinstanz diese Ansicht nicht fÃ¼r massgeblich, da das Gebot der rechtsgleichen Behandlung verlange, dass der mit einem Ausschlussgrund (Alkoholproblematik) behaftete MotorfahrzeugfÃ¼hrer im Vergleich mit einem RÃ¼ckfÃ¤lligen, gegenÃ¼ber welchem lediglich ein Warnungsentzug anzuordnen sei, nicht begÃ¼nstigt werde. Diese Auffassung sei sachfremd und verstosse gegen die geltende Regelung, wonach mit einem Sicherungsentzug ein anderer Zweck verfolgt werde, als mit einem Warnungsentzug. Die Vorinstanz habe die verfÃ¼gte Mindestentzugsdauer anhand der Kriterien betreffend eines Warnungsentzugs bemessen und sei zum Schluss gekommen, dass ein FÃ¼hrerausweisentzug von 30 Monaten unter den massgeblichen Gesichtspunkten des Verschuldens, der VerkehrsgefÃ¤hrdung und des automobilistischen Leumunds gerechtfertigt sei. Seine beruflich bedingte Massnahmeempfindlichkeit sei dabei nicht berÃ¼cksichtigt worden. WÃ¤ren die Kriterien fÃ¼r die Bemessung eines Warnungsentzugs vorliegend massgeblich, so wÃ¤re aufgrund der besonderen beruflichen Massnahmeempfindlichkeit (tÃ¤glich mehrere persÃ¶nliche Kundenkontakte in der ganzen Schweiz) ein deutlich kÃ¼rzerer Warnungsentzug angezeigt gewesen. Die beantragte zwÃ¶lfmonatige Probezeit ab dem 12. Mai 2003 sei mittlerweile verstrichen. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe gleichwohl ein schÃ¼tzenswertes Interesse an der Festsetzung der Probezeit fÃ¼r die beantragte Dauer.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG darf der FÃ¼hrerausweis nicht erteilt werden, wenn der Bewerber dem Trunke oder anderen die FahrfÃ¤higkeit herabsetzenden SÃ¼chten ergeben ist. Wird nachtrÃ¤glich festgestellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen, ist der FÃ¼hrerausweis nach Art. 16 Abs. 1 SVG zu entziehen. Voraussetzung fÃ¼r den Sicherungsentzug gemÃ¤ss Art. 14 Abs. 2 lit. c in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1bis SVG ist das Vorliegen einer (Trunk-) Sucht. Trunksucht ist nach der Rechtsprechung gegeben, wenn der Betreffende regelmÃ¤ssig so viel Alkohol konsumiert, dass seine FahrfÃ¤higkeit vermindert wird und er diese Neigung zum Ã¼bermÃ¤ssigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu Ã¼berwinden vermag. Im Schrifttum wird davon ausgegangen, dass bei Personen, die im Strassenverkehr mit mehr als 1,6 Promille auffÃ¤llig werden, eine Missbrauchstoleranz oder auch robuste AlkoholgewÃ¶hnung vorliegt, die nur durch chronischen, die PersÃ¶nlichkeit, die soziale Umwelt und die Gesundheit belastenden Alkoholmissbrauch erworben werden kann (vgl. BGE 126 II 185, E. 2c, auch zum Folgenden). Heute ist es grundsÃ¤tzlich unangefochten, dass ein hÃ¶herer Blutalkoholwert selbst bei einem AlkoholersttÃ¤ter in aller Regel ein Indiz fÃ¼r gewisse Alkoholprobleme darstellt. Mit einem FiaZ-Ereignis hat die betreffende Person mindestens einmal bewiesen, dass sie Trinken und Fahren nicht trennen kann. Ein konkreter und erheblicher Verdacht auf das Vorliegen einer verkehrsmedizinisch relevanten Alkoholproblematik ergibt sich unter anderem bei einer Blutalkoholkonzentration von 2,5 oder mehr Promillen. â Der Suchtbegriff des Verkehrsrechts deckt sich nicht mit dem medizinischen Begriff der AlkoholabhÃ¤ngigkeit. Das geschilderte VerstÃ¤ndnis von Trunksucht erlaubt es auch, bloss suchtgefÃ¤hrdeten Personen, bei denen aber jedenfalls ein Alkoholmissbrauch vorliegt, vom FÃ¼hren eines Motorfahrzeugs fern zu halten (BGE 129 II 82, E. 4.1, S. 87).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der Sicherungsentzug wegen Trunksucht oder anderen Suchtkrankheiten gemÃ¤ss Art. 17 Abs. 1bis in Verbindung mit Art. 23 Abs. 3 SVG bzw. Art. 33 Abs. 1 VZV wird auf unbestimmte Zeit angeordnet und mit einer Probezeit von mindestens einem und maximal fÃ¼nf Jahren verbunden; beim Entzug aus medizinischen GrÃ¼nden entfÃ¤llt die Probezeit. Die Probezeit hat eine absolute Sperrfristwirkung. Die Mindestentzugsdauer soll sicherstellen, dass die Fernhaltung des betroffenen Fahrzeuglenkers vom Verkehr mindestens so lange andauert, bis eine hinreichend zuverlÃ¤ssige Aussage Ã¼ber die Wiedererlangung der Fahreignung gemacht werden kann. Die Festsetzung der Mindestentzugsdauer setzt damit eine EinschÃ¤tzung zukÃ¼nftigen Verhaltens voraus und stÃ¼tzt sich vor allem auf folgende Kriterien: Grad und Art der Ungeeignetheit, MÃ¶glichkeit der Behandlung, verkehrssicherheitsrelevante Biographie und momentane Situation des Betroffenen. Diese EinschÃ¤tzung muss grundsÃ¤tzlich aufgrund der Aktenlage im Zeitpunkt der erstinstanzlichen VerfÃ¼gung erfolgen (vgl. zum Ganzen: RenÃ© Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Bd. III, Administrativmassnahmen, Bern 1995, Rz. 2193 und 2202 ff.).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Nach Ablauf der verfÃ¼gten Probezeit hat die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde auf Verlangen des Betroffenen zu prÃ¼fen, ob <span class="UrteilstextChar">der Ausweis aufgrund einer gÃ¼nstigen Prognose fÃ¼r sein Verhalten als Fahrzeuglenker (wieder) erteilt werden kann; ein Anspruch auf Wiederzulassung nach Ablauf der BewÃ¤hrungsfrist besteht also nicht. Die Wiedererteilung des FÃ¼hrerausweises kommt erst in Frage, wenn der Eignungsmangel behoben ist (vgl. Art. 17 Abs. 1bis SVG; Art. 33 Abs. 1 VZV). Zum Nachweis der Heilung wird bei Suchtkrankheiten bzw. AlkoholabhÃ¤ngigkeit in der Regel eine mindestens einjÃ¤hrige kontrollierte Totalabstinenz verlangt (Schaffhauser, Rz. 2195). Bestehen nach Ablauf der mindestens einjÃ¤hrigen Probezeit noch Bedenken, kann die Wiedererteilung des FÃ¼hrerausweises an Auflagen â wie beispielsweise die Einhaltung einer befristeten und Ã¤rztlich kontrollierten Abstinenz â geknÃ¼pft werden (vgl. zum Ganzen: BGE 130 II 25, E. 3.2).</span></span></p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar"><b><span>3.2 </span></b></span><span>Ein Sicherungsentzug dient gemÃ¤ss Art. 30 Abs. 1 VZV der Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten FÃ¼hrern, die aus medizinischen oder charakterlichen GrÃ¼nden, wegen Trunksucht oder anderen SÃ¼chten oder wegen einer anderen UnfÃ¤higkeit zum FÃ¼hren von Motorfahrzeugen nicht geeignet sind. SicherungsentzÃ¼ge sind keine Strafen, sondern Administrativmassnahmen, welche die Sicherheit im Strassenverkehr bezwecken. Sie werden regelmÃ¤ssig mit Auflagen und Bedingungen verbunden (vgl. BGE 129 II 82, E. 2.1). DemgegenÃ¼ber ist der Warnungsentzug eine Massnahme mit Strafcharakter (vgl. BGE 121 II 22); er ist grundsÃ¤tzlich bedingungs- und auflagefeindlich. Er soll den Fahrzeuglenker, der schuldhaft Verkehrsregeln verletzt hat, zu mehr Sorgfalt und Verantwortung im Strassenverkehr erziehen und ihn dadurch von weiteren Verkehrsdelikten abhalten (Art. 16 Abs. 2 und 3 SVG; Art. 30 Abs. 2 VZV; vgl. BGE 129 II 92, E. 2.1). Die Dauer des Warnungsentzugs richtet sich vor allem nach der Schwere des Verschuldens, dem Leumund als Fahrzeuglenker sowie nach der beruflichen Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu fÃ¼hren (Art. 33 Abs. 2 VZV). â Die beiden Arten des FÃ¼hrerausweisentzugs haben also ganz unterschiedliche Funktionen. Deshalb kÃ¶nnen auch ihre VollzugsmodalitÃ¤ten nicht miteinander kombiniert werden (BGE 115 Ib 328). So ist es etwa ausgeschlossen, bei einem Sicherungsentzug die berufliche Massnahmeempfindlichkeit zu berÃ¼cksichtigen. Umgekehrt ist es unzulÃ¤ssig, einen Warnungsentzug zu verfÃ¼gen und die Wiedererteilung des Ausweises nach Ablauf der Entzugsdauer von einem gÃ¼nstigen Ã¤rztlichen Verlaufsbericht abhÃ¤ngig zu machen. Mit einem solchen Vorgehen wird entgegen der gesetzlichen Regelung der Warnungsentzug mit Elementen des Sicherungsentzugverfahrens kombiniert und damit gegen Bundesrecht verstossen (BGE 130 II 25). Bei der Frage, von welchem Blutalkoholgehalt im Verfahren betreffend Sicherungsentzug auszugehen ist, findet der Grundsatz der Unschuldsvermutung â anders <span class="UrteilstextChar">als beim Warnungsentzug, der regelmÃ¤ssig eine schuldhafte Verletzung einer Verkehrsregel voraussetzt â angesichts der unterschiedlichen Zielsetzung keine Anwendung (BGE 122 II 359, E. 2c).</span></span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 12. Mai 2003 entzog die Beschwerdegegnerin gestÃ¼tzt auf Art. 16 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 14 Abs. 2 lit. c und Art. 17 Abs. 1bis SVG dem BeschwerdefÃ¼hrer den FÃ¼hrerausweis auf unbestimmte Zeit mit Wirkung ab dem 8. Oktober 2002; die Probezeit wurde auf mindestens dreissig Monate angesetzt. Die Wiedererteilung des FÃ¼hrerausweises wurde vom Ablauf der Mindestentzugsdauer und vom Vorliegen eines gÃ¼nstig lautenden verkehrsmedizinischen Gutachtens abhÃ¤ngig <span class="UrteilstextChar">gemacht. Diese</span> sichernde Massnahme zum Schutz des Strassenverkehrs vor ungeeigneten FahrzeugfÃ¼hrern ist eindeutig als Sicherungsentzug zu qualifizieren; dies wird auch vom BeschwerdefÃ¼hrer nicht bestritten. Unbestritten ist auch, dass im vorliegenden Fall die Voraussetzungen fÃ¼r den Sicherungsentzug erfÃ¼llt sind. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht jedoch geltend, die von der Beschwerdegegnerin angesetzte und von der Vorinstanz bestÃ¤tigte Probezeit von dreissig Monaten verletze Art. 17 SVG und Art. 30 ff. VZV, was eine Rechtsverletzung im Sinn von § 50 Abs. 2 lit. a VRG darstelle. Das Beschwerdeverfahren richtet sich demnach einzig gegen die auf 30 Monate festgesetzte Mindestentzugsdauer bzw. die Bemessung der Probezeit.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Vorab ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der verfÃ¼gte Sicherungsentzug, dem ein rechtskrÃ¤ftiger, Ã¼ber sechs Monate dauernder vorsorglicher Ausweisentzug voranging, seine Wirkungen erst mit ErÃ¶ffnung der VerfÃ¼gung vom 12. Mai 2003 entfalten konnte; wie lange der Ausweis vorsorglich entzogen wurde, ist demnach unbehelflich.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>In ihrer VerfÃ¼gung vom 12. Mai 2003, die sich im Wesentlichen auf das verkehrsmedizinische Gutachten des Instituts fÃ¼r Rechtsmedizin (IRM) vom 29. April 2003 stÃ¼tzt, hat die Beschwerdegegnerin die Mindestdauer "unter BerÃ¼cksichtigung aller massgeblichen UmstÃ¤nde" auf dreissig Monate festgesetzt. In ihrer Rekursvernehmlassung fÃ¼hrte sie aus, diese Mindestentzugsdauer richte sich nach der wiederholten RÃ¼ckfÃ¤lligkeit, der Schwere des Verschuldens und der (vorliegend schweren) GefÃ¤hrdung anderer Verkehrsteilnehmer sowie nach der Fahrtstrecke, der Tageszeit und einer allfÃ¤lligen Massnahmeempfindlichkeit. Die AdministrativbehÃ¶rde hat sich damit offensichtlich auch auf Kriterien gestÃ¼tzt, die bei der Bemessung der Warnungsentzugsdauer entscheidend sind (vgl. Art. 33 Abs. 2 VZV). Die Vorinstanz befand, im Ergebnis sei das Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Das Gebot der rechtsgleichen Behandlung verlange, dass der mit einem Ausschlussgrund (Alkoholproblematik) behaftete MotorfahrzeugfÃ¼hrer im Vergleich mit einem (betreffend FiaZ-Delikte) RÃ¼ckfÃ¤lligen, gegenÃ¼ber welchem lediglich ein Warnungsentzug anzuordnen sei, nicht begÃ¼nstigt werde. In Art. 16d Abs. 2 des geÃ¤nderten, auf den 1. Januar 2005 in Kraft gesetzten SVG sei dies gesetzlich verankert worden. Bei der Ansetzung der Sperrfrist mÃ¼sse verhindert werden, dass fehlbare Personen an Stelle eines lÃ¤ngeren Warnungsentzugs einen Sicherungsentzug anstreben, um frÃ¼her wieder in den Besitz des FÃ¼hrerausweises zu kommen. Daher mÃ¼sse der Sicherungsentzug mindestens so lange dauern, wie ein Warnungsentzug fÃ¼r die entsprechende Widerhandlung gedauert hÃ¤tte. Unter BerÃ¼cksichtigung der RÃ¼ckfÃ¤lligkeit des BeschwerdefÃ¼hrers bzw. der gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 1 lit. d SVG entwickelten Praxis bei FiaZ-RÃ¼ckfÃ¤llen sowie der Kriterien fÃ¼r einen Warnungsentzug (Verschulden, automobilistischer Leumund) <span class="UrteilstextChar">hielt die Vorinstanz eine Sicherungsentzugsdauer von 30 Monaten fÃ¼r angemessen und wies demzufolge den Rekurs ab.</span></span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Mit Rechtswirkung ab dem kommenden Jahr soll die BewÃ¤hrungsfrist beim Sicherungsentzug mindestens so lang bemessen werden, wie bei einem Warnungsentzug die Entzugsdauer festzusetzen wÃ¤re (vgl. BBl. 1999, S. 4491 f.). Diese konzeptionelle Neuerung, die im Ergebnis den Warnungs- mit dem Sicherungsentzug verflechten wird, kann im vorliegenden Fall jedoch nicht vorwirkend greifen. Die Vorinstanz beruft sich daher zu Unrecht auf Art. 16d Abs. 2 SVG, welcher erst am 1. Januar 2005 in Kraft treten wird. Damit geht auch das in diesem Zusammenhang von der Vorinstanz angefÃ¼hrte Argument rechtsgleicher Behandlung fehl. FÃ¼r die Bemessung der Mindestentzugsdauer bzw. der Probezeit des Sicherungsentzugs ist allein auf die im Zeitpunkt der VerfÃ¼gung geltende gesetzliche Regelung abzustellen.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Sowohl die Vorinstanz wie auch die verfÃ¼gende AdministrativbehÃ¶rde begrÃ¼nden die Bemessung der Mindestentzugsdauer in Analogie zur Entzugsdauer beim Warnungsentzug. Die Heranziehung der fÃ¼r diesen Entzugstypus geltenden Kriterien und GrundsÃ¤tze zur Bemessung der Dauer fÃ¼r einen Sicherungsentzug ist jedoch unstatthaft (vgl. E. 3.2); insofern ist dem BeschwerdefÃ¼hrer beizupflichten, dass eine unzulÃ¤ssige Vermengung von Sicherungs- und Warnungsentzug stattgefunden hat. FÃ¼r die Bemessung der Sicherungsentzugsdauer darf insbesondere auch nicht darauf abgestellt werden, wie lange ein Warnungsentzug gedauert hÃ¤tte. Wie dargestellt, spielt auch die fÃ¼r den Warnungsentzug relevante berufliche Massnahmeempfindlichkeit bei der Bemessung der Sicherungsentzugsdauer keine Rolle. Die beschwerdefÃ¼hrerische <span class="UrteilstextChar">RÃ¼ge, die Vorinstanz habe den Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r verletzt, weil sie die beruflich bedingte Massnahmeempfindlichkeit nicht berÃ¼cksichtigt habe, erweist sich damit als gegenstandslos. FÃ¼r die Bemessung der Mindestentzugsdauer ist also einzig auf die fÃ¼r SicherungsentzÃ¼ge entscheidenden Kriterien abzustÃ¼tzen (vgl. E. 3.1).</span></span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt vor, auch der vorinstanzliche Entscheid folgere aus dem verkehrsmedizinischen Gutachten, dass das IRM die MÃ¶glichkeit nicht ausgeschlossen habe, dass er seine Alkoholproblematik innerhalb eines Jahres Ã¼berwinden kÃ¶nne. Doch halte die Vorinstanz diese kompetente Ansicht von verkehrsmedizinischer Seite nicht fÃ¼r massgeblich und verweise stattdessen auf das Gebot der rechtsgleichen Behandlung sowie die vorgesehene Ãnderung im Strassenverkehrsgesetz.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der Zweck eines verkehrsmedizinischen Gutachtens nach erfolgtem vorsorglichem FÃ¼hrerausweisentzug besteht in der AbklÃ¤rung der Fahreignung. Ergeben sich aus dem Gutachten ernsthafte Zweifel an der Fahreignung, so hat die AdministrativbehÃ¶rde den Sicherungsentzug anzuordnen und die Mindestentzugsdauer (Probezeit) festzulegen. Der verkehrsmedizinische Gutachter ist demzufolge nicht fÃ¼r die Bemessung der Mindestentzugsdauer zustÃ¤ndig.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ohnehin empfiehlt im vorliegenden Fall das verkehrsmedizinische Gutachten vom 29. April 2003 nicht eine BewÃ¤hrungsfrist von lediglich einem Jahr. Es besagt nur, dass dem Exploranden empfohlen werden sollte, eine Ã¤rztlich kontrollierte Alkohol-Totalabstinenz (entsprechend dem Merkblatt) durchzufÃ¼hren. Nach Ablauf von einem Jahr kÃ¶nne der BeschwerdefÃ¼hrer ein Zeugnis einreichen, anhand dessen das weitere Prozedere bestimmt werden kÃ¶nne. Entgegen dem beschwerdefÃ¼hrerischen DafÃ¼rhalten und den vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen kann daraus nicht geschlossen werden, die Gutachterin habe angenommen, dass die Fahreignung des BeschwerdefÃ¼hrers bereits innert Jahresfrist wieder hergestellt sei. â <span class="UrteilstextChar">FÃ¼r die Festsetzung der Mindestentzugsdauer, welche eine EinschÃ¤tzung des zukÃ¼nftigen Verhaltens des BeschwerdefÃ¼hrers voraussetzt, </span>sind also insbesondere Grad und Art der Ungeeignetheit des BeschwerdefÃ¼hrers als Fahrzeuglenker, BehandlungsmÃ¶glichkeit, seine verkehrssicherheitsrelevante Biographie und momentane Situation entscheidend (vgl. E. 3.1).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span class="UrteilstextChar"><span>In den vergangenen zehn Jahren wurden gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer insgesamt vier Administrativmassnahmen angeordnet. Mit VerfÃ¼gung vom 2. Dezember 1992 wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer der FÃ¼hrerausweis fÃ¼r vier Monate wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand (Blutalkoholkonzentration mindestens 3,2 Gewichtspromille)</span></span><span> entzogen. Am 10. Mai 2001 wurde ein vorsorglicher FÃ¼hrerausweisentzug verfÃ¼gt, wiederum wegen Fahrens in angetrunkenen Zustand (Blutalkoholkonzentration mindestens 2,62 Gewichtspromille). Nach der verkehrsmedizinischen AbklÃ¤rung entzog ihm schliesslich das Strassenverkehrsamt mit VerfÃ¼gung vom 3. Oktober 2001 den FÃ¼hrerausweis fÃ¼r die Dauer von sieben Monaten. Nur rund elf Monate nach Ablauf dieses FÃ¼hrerausweisentzugs wegen Fahrens im angetrunkenen Zustand hatte der BeschwerdefÃ¼hrer am 8. Oktober 2002 erneut angetrunken ein Fahrzeug gelenkt. Die von der Polizei angeordnete Blutprobe ergab eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 3,12 Gewichtspromille. Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde also innerhalb von zehn Jahren drei Mal mit einer Blutalkoholkonzentration im Bereich von 3 Gewichtspromille am Steuer "erwischt". Dabei handelt es sich um aussergewÃ¶hnlich hohe (Minimal-)Werte, welche auf eine hohe Alkoholtoleranz des BeschwerdefÃ¼hrers hinweisen. So betrug die Blutalkoholkonzentration im Zeitpunkt des letzten Vorfalls, rund einen Tag nach Beginn des Alkoholkonsums, noch immer mindestens 3,12 Gewichtspromille. Insbesondere die zuletzt geprÃ¼fte hohe Alkoholkonzentration erhÃ¤rtet den erheblichen Verdacht, dass beim BeschwerdefÃ¼hrer eine verkehrsmedizinisch relevante Alkoholproblematik besteht (vgl. auch E. 3.1). So hat denn auch die Gutachterin eine "erhebliche Alkoholproblematik im Sinn eines episodischen Substanzkonsums" festgestellt. Auch der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¤umte anlÃ¤sslich seiner verkehrsmedizinischen Untersuchung ein, dass es bei ihm zwei bis drei Mal pro Jahr zu Alkoholexzessen komme (9/15, S. 4 f.). Seine hohe Alkoholtoleranz lÃ¤sst jedoch darauf schliessen, dass er seinen Alkoholkonsum stark verharmlost. â Der dritte Vorfall vom 8. Oktober 2002 zeigt aber auch ganz deutlich, dass beim BeschwerdefÃ¼hrer in besonderem Masse die Gefahr besteht, dass er im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt. Wie der BeschwerdefÃ¼hrer im Rahmen der verkehrsmedizinischen AbklÃ¤rung angab, hat er bereits am Vortag anlÃ¤sslich eines Mittagessens mit einem GeschÃ¤ftspartner begonnen, Alkohol zu konsumieren. Am Abend habe er dann seinen GeschÃ¤ftspartner zum Bahnhof gebracht. Wahrscheinlich habe er danach noch weitergetrunken und habe gegen Mittag des darauf folgenden Tages nach Hause fahren wollen. Der BeschwerdefÃ¼hrer befand sich am Rande der Bewusstlosigkeit.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei der MÃ¶glichkeit der Behandlung ist zu berÃ¼cksichtigen, dass laut dem Massnahmegutachten vom 20. Mai 2003 beim BeschwerdefÃ¼hrer anfÃ¤nglich keine Therapiebereitschaft erkennbar war. Mittlerweile hat er zwar eine Therapie begonnen, doch weist auch der Bericht des Therapeuten darauf hin, dass es um eine lÃ¤ngere Auseinandersetzung geht und das EinÃ¼ben neuer Verhaltensweisen einen lÃ¤ngeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird. BezÃ¼glich der verkehrssicherheitsrelevanten Biographie des BeschwerdefÃ¼hrers ist zwar in Rechnung zu stellen, dass es sich um den ersten Sicherungsentzug handelt. Bereits im Zusammenhang mit dem Vorfall vom April 2001 wurde aber ein Sicherungsentzug geprÃ¼ft. Zugleich wurde der BeschwerdefÃ¼hrer verpflichtet, sich einer regelmÃ¤ssigen Ã¤rztlichen Kontrolle zu unterziehen, sein psychisches Leiden nach Massgabe des zustÃ¤ndigen Therapeuten zu behandeln und nach Ablauf eines Jahres ein diesbezÃ¼gliches Zeugnis einzusenden mit zusÃ¤tzlichen Angaben Ã¼ber einen allfÃ¤lligen Alkoholkonsum. Ein solches Zeugnis ist offenbar nicht eingereicht worden. Ob es dem BeschwerdefÃ¼hrer gelingt, seine LebensumstÃ¤nde so zu verÃ¤ndern, dass sich die Gefahr alkoholbedingter AbstÃ¼rze vermindert, hÃ¤ngt mit dem Erfolg der Therapie zusammen und lÃ¤sst sich ebenfalls nur nach lÃ¤ngerer Zeit beurteilen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Unter diesen UmstÃ¤nden erweist sich eine Probezeit von 24 Monaten, mit Wirkung ab dem 12. Mai 2003, als angemessen. Im Ergebnis ist daher die Beschwerde abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihm als unterliegender Partei von vornherein nicht zu.</p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet <span>die Kammer</span>:</p> <p class="Urteilstext"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>