<h2>SubmittedText<h2><p>In jüngster Zeit sind vermehrt Nutztiere von Wölfen gerissen worden. Die Kantone St. Gallen und Graubünden haben letzte Woche eine Abschussbewilligung zur Regulierung der Wolfspopulation verlangt. St. Gallen fordert zudem die Aufhebung des Schutzes der Wölfe, wie dies das Parlament mit der Annahme der Motion Fournier 10.3264 beschloss. Mit dieser Motion wurde beschlossen, nötigenfalls aus der Berner Konvention auszutreten.</p><p>Wie weit ist der Bundesrat mit der Umsetzung der Motion?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Eindruck, dass die Wölfe in diesem Jahr vermehrt Nutztiere gerissen hätten, täuscht. Es sind bis jetzt 320 Risse in diesem Jahr dokumentiert, diese Zahl liegt im Schwankungsbereich der letzten Jahre, obwohl der Wolfsbestand zugenommen hat. Auch im Jahr 2015 sind wiederum mehr als 90 Prozent der Risse in Herden ohne oder mit ungenügenden Schutzmassnahmen vorgekommen.</p><p>Im Streifgebiet des Calandarudels gab es in den letzten Jahren dank einem vorbildlich etablierten Herdenschutz erfreulich wenige Schäden an Nutztieren.</p><p>Der Bundesrat hat gemäss Auftrag der Motion Fournier 10.3264 beim Europarat 2011 die Abänderung der Berner Konvention beantragt. Dieser Antrag wurde 2012 abgelehnt. Die Berner Konvention lässt aber den Abschuss von Wölfen durchaus zu, sei es zur Verhütung ernster Schäden oder aufgrund einer öffentlichen Gefährdung.</p><p>Seit der Annahme der Motion Fournier hat der Bundesrat die Jagdverordnung angepasst, um den Abschuss von Einzelwölfen und die Bestandesregulation sowie den Herdenschutz vereinfacht zu regeln und rechtlich zu verankern. Im März 2015 hat das Bundesparlament die Motion Engler 14.3151 angenommen, welche die Möglichkeiten zum Abschuss von Wölfen im Jagdgesetz erweitern will. Anlässlich der Debatte zur Motion Engler hat die UREK-S beschlossen, die nächsten Schritte zur Umsetzung der Motion Fournier zu sistieren, bis das Bundesparlament die Vorlage des Bundesrates zur Anpassung des Jagdgesetzes diskutiert hat.</p>