B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3336/2014/pjn U r t e i l v o m 1 . J u l i 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli; Gerichtsschreiberin Martina Kunert. Parteien A._______, geboren (…), Äthiopien, c/o Schweizerische Botschaft in Khartum, Sudan, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 16. April 2014 / (…). D-3336/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Schreiben vom 2 9. Dezember 2011 (Eingangsdatum) gelangte der Beschwerdeführer, ein äthiopischer Staatsangehöriger, an die Schweize- rische Botschaft in Khart oum / Sudan (im Folgenden: Botschaft) und e r- suchte sinngemäss um die Erteilung einer Einreisebewillig ung zwecks Asylgewährung in der Schweiz. Zusammen mit dem Auslandgesuch reichte er Kopien von folgenden Dokumenten zu den Akten: seine Flücht- lingsausweise des UNHCR (United Nations High Commissioner for Ref u- gees) und des I CRC (International Committee of th e Red Cross) sowie diverse weitere Dokumente. B. Mit Schreiben vom 10. Juni 2012 ergänzte der Beschwerdeführer sein Asylgesuch und reichte noch weitere fremdsprachige Dokumente zu den Akten. C. Mit Schreiben vom 3. September 2012 respektive 25. April 2013 bestätig- te das BFM den Eingang des Auslandgesuches und teilte dem B e- schwerdeführer mit, dass gemäss Mitteilung der Botschaft in Khart oum vom 23. März 2010 eine Befragung vor Ort aus sicherheitstechnischen, strukturellen und organisatorischen Gründen nicht möglich sei, weshalb von einer solchen abgesehen werde. Gleichzeitig ersuchte das BFM den Beschwerdeführer zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachve r- halts um Beantwortung konkreter Fragen zu seiner Person, zu seinen Asylgründen, zu Familienangehör igen und Verwandten und zum Aufen t- halt im Sudan. D. Mit Eingabe vom 2. Juni 2013 an die Botschaft machte der Beschwerde- führer weitere Angaben zu den Gründen seines Asylgesuchs, beantworte- te die ihm konkret gestellten Fragen und reichte einige bereits eingereich- ten Dokumente erneut zu den Akten. E. Zur Begründung seines Gesuchs machte der Beschwerdeführer im W e- sentlichen geltend, er sei am (…) in B._______ / Äthiopien geboren. Er sei äthiopischer Staatsangehöriger, ethnischer Oromo und muslimischen Glaubens. Er habe seit (…) die damals legale Oromo Liberation Front (nachfolgend OLF) unterstützt. Seine beiden Brüder seien von Expone n-D-3336/2014 Seite 3 ten des damaligen Regimes erschossen worden und den Angehörigen sei verboten worden, die Toten zu beerdigen. Aufgrund seiner Parteizugehö- rigkeit sei er (…) von den äthiopischen Sicherheitsbehörden festgeno m- men, inhaftiert und mehrfach bis zur Bewusstlosigkeit gefoltert worden. Seine erste Ehefrau sei während seiner Internierung vermutungsweise ebenfalls umgebracht worden , jedenfalls wisse er nichts über ihren Verbleib. Dank der Intervention eines IKRK -Mitarbeiters sei er 2002 aus der Haft entlassen worden, allerdings sei er 2003 erneut festgenommen worden. Nach drei Tagen sei ihm die Flucht aus dem Gefängnis in den Sudan gelungen, sei ther lebe er mit seiner zweiten Ehefrau und der g e- meinsamen Tochter in Khartoum, ohne je in einem Flüchtlingscamp r e- gistriert worden zu sein oder in einem solchen gelebt zu haben . Er habe zwar um Schutz ersucht, dieser sei ihm jedoch ver weigert worden (act. A9, S. 5). Seinen Lebensunterhalt bestreite er durch harte physische Arbeit. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass 2007 drei unbekannte Männer in sein Heim in Khartoum eingebrochen seien, um ihn zu entfü h- ren, doch sei ihm die Flucht gelungen; 2008 habe sich ein ähnliches E r- eignis zugetragen: S ieben Unbekannte hätten den Beschwerdeführer aufgefordert, mit ihnen mitzugehen, dem Beschwerdeführer sei jedoch die Flucht gelungen. Am (…) sei er Opfer eines weiteren Übergriffs g e- worden, bei welchem ihn fünf Mä nner dergestalt zusammengeschlagen hätten, dass er eine Nasenfraktur davongetragen habe. Anlässlich de s- selben Vorfalls hätten ihn die Männer noch mit dem Tod bedroht. Zivilisten hätten ihn schliesslich auf den Polizeiposten gebracht, von wo aus man ihn ins Spital gefahren habe. Aufgrund dieser Ereignisse befinde er sich im Sudan nicht in Sicherheit. Seine Asylgründe fasst er wie folgt zusa m- men: Er sei verfolgt, inhaftiert und gefoltert worden und fürchte zukünftige Verfolgungen; er sei Opfer von Menschenrec htsverletzungen geworden, sein Recht auf Meinungsäusserungsfreiheit werde ihm ebenso verweigert wie der Zugang zu Bildung und Arbeit. Das politische Umfeld Äthiopiens, in welchem barbarische Handlungen fortbestünden, schliesse eine allfä l- lige Rückkehr aus und im Sudan sei er ebenfalls nicht sicher, da ihm hier eine Deportation nach Äthiopien drohe. Er habe weder in der Schweiz noch in einem Drittstaat Familienangehörige oder Verwandte. F. Mit Verfügung vom 16. April 2014 verweigerte das BFM dem Beschwe r- deführer die Einreise in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch ab. In Bezug auf die Ehefrau und die gemeinsame Tochter verwies das BFM darauf, dass das eingereichte Gesuch lediglich eine Einschätzung der Gefährdungssituation des Beschwerdeführers erlaube und ni cht auch D-3336/2014 Seite 4 seine Ehefrau und seine Tochter umfasse. Den Beschwerdeführer betref- fend wird a uf die Begründung in den nachfolgenden Erwägungen eing e- gangen. G. Gemäss den Akten beiliegender und unterzeichneter Empfangsbestät i- gung hat der Beschwerdeführer die Verfügung des BFM vom 16. April 2014 am 8. Mai 2014 erhalten. H. Mit englischsprachiger Eingabe vom 18. Juni 2014 an das Bundesverwal- tungsgericht (Eingang bei der Botschaft am 5. Juni 2014) beantragte der Beschwerdeführer sinngemäss, es sei die angefochtene Verfügung au f- zuheben, es sei ihm im Hinblick auf die Durchführung eines Asylverfa h- rens die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und es sei ihm Asyl zu e r- teilen. Die Beschwerde beschränkt sich sinngemäss auf eine Wiederh o- lung der bisherigen Vorbringen. Zusätzlich führt der Beschwerdeführer aus, dass sich die Situation dergestalt verschlechtert habe, dass einige seiner Freunde und Bekannten in das Land verschleppt worden wären, aus welchem sie vorgängig geflohen wären und i hm drohe nun dasselbe. Zudem werde er von den äthiopischen als auch von den sudanesischen Behörden überwacht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für di e Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Gemäss der Übergangsbestimmung des Bundesgesetzes vom 28. September 2012 (Dringliche Änderungen des Asylgesetzes), in Kraft seit 29. September 2012 (AS 2012 5359), gelten für Asylgesuche, die im D-3336/2014 Seite 5 Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 ge- stellt worden sind, die Artikel 12, 19, 20, 41 Absatz 2, 52 und 68 in der damaligen Fassung des AsylG. 2. 2.1 Die Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Italie - nisch (Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge - nossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 1 01]). Die Beschwerde ist in englischer Sprache und somit nicht in einer Amtssprache des Bundes ab- gefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann indessen aus prozessökonomischen Grün den verzichtet werden, da der Eingabe genügend kl are, sinn gemässe Rechtsbegehren und deren Be - gründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden wer - den kann. 2.2 Die Beschwerde ist somit als frist - und formgerecht eingereicht zu er- achten; der Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten. 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht und die unrichtige oder unvollständige F eststellung des rechtserheblichen Sachverhalts g e- rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. 4.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterl i- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vo r- liegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summ a- risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 4.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten soziale n Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als D-3336/2014 Seite 6 ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freih eit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 5.2 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 7 und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM einem Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhalts, wenn ihm nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz - oder Aufenthalts- staat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. 5.3 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist ( aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Ve r- fahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt ( aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht mö g- lich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten ( aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung bezi e- hungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erübrigen, wenn der Sachverhal t bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu ei nem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftli ch zu äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 5.3.1 Der Beschwerdeführer wurde nicht persönlich zu seinen Asylgrü n- den befragt. Er hat seine Vorbringen jedoch im Asylgesuch vom 29. De- zember 2011 und mit ergänzendem Schreiben vom 10. Juni 2012 schrift- lich dargelegt. Z udem wurde ihm mit Schreiben des BFM vom 3. Se p- tember 2012 ein Katalog von für die vollständige Erstellung des rechtse r- heblichen Sachverhalts noch zu beantwortenden offenen Fragen zug e- stellt, wozu er am 2. Juni 2013 schriftlich Stellung nahm. Der entschei d- wesentliche Sachverhalt erscheint angesichts der schriftlichen Darlegung der Asylgründe soweit erstellt, als dass die entscheidrelevanten Elemente vorliegen. 5.3.2 Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, den Beschwerde- führer vorgängig eines Entscheides durch eine schweizerische Vertretung D-3336/2014 Seite 7 zusätzlich persönlich anhören zu lassen. Das BFM hat den verfahren s- rechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 5.4 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein wei ter Ermessensspielraum z u- kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktisc he Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Einglied e- rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschla g- gebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzb e- dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob e i- ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, vgl. auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 5.5 Nach aArt. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich im Ausland befindet, das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden kann, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Bei der Anwendung von Art. 52 Abs. 2 aAsylG ist in einer Gesamtschau zu pr ü- fen, ob es aufgrund der ganzen Umstände geboten erscheint, dass es ge- rade die Schweiz ist, die den angesichts der bestehenden Gefährdung er- forderlichen Schutz gewähren soll. Dabei sind namentlich die Bezi e- hungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch e i- nen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die prakt i- sche Möglichkeit und objektive Z umutbarkeit der anderweitigen Schut z- suche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmög- lichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, vgl. auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass die Vo r- aussetzungen für eine Bewilligung der Einreise in die Schweiz gestützt auf aArt. 20 Abs. 2 AsylG und 3 AsylG nicht erfüllt sind . Hinsichtlich der glaubhaften Probleme des Beschwerdeführers mit den äthiopischen B e- hörden vor seiner Flucht 2003 ist zwar nicht auszuschliessen, dass er bei einer Rückkehr nach Äthiopien einer asylrelevanten Verfolgung ausg e-D-3336/2014 Seite 8 setzt wäre. Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltun gsge- richt jedoch zum Schluss, dass sich die diesbezüglichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung als zutreffend erweisen, wonach es dem Beschwerdeführer zuzumuten ist, weiterhin den Schutz des Drittstaates Sudan in Anspruch zu nehmen (aArt. 20 Abs. 2 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Daran vermögen auch die Ausführungen in der Beschwerde nichts zu än- dern. Das Bundesamt hat richtigerweise berücksichtigt, dass die Situation der zahlreichen äthiopischen Flüchtlinge im Sudan nicht einfach sei. Dennoch bestehen i m vorliegenden Verfahren keine konkreten Anhalt s- punkte für die Annahme, dass dem Beschwerdeführer ein weiterer Verbleib im Sudan nicht zumutbar oder nicht möglich wäre. Der B e- schwerdeführer hält sich seit 11 Jahren im Sudan auf, wo er entgegen seinen Angab en vom UNHCR registriert und als Flüchtling anerkannt wurde (vgl. der zu den Akten gereichte Flüch tlingsausweis). Im Flüch t- lingslager wäre seine Versorgung grundsätzlich gewährleistet gewe sen und seine Entscheidung, sich ausserhalb desselben in Khartoum au fzu- halten, erfolgte auf freiwilliger Basis. Es ist ihm grundsätzlich zuzumuten, sich ins Flüchtlingslager zu begeben und dort um entsprechenden Schutz nachzusuchen. 6.2 Aus den A usführungen des Beschwerdeführers geht ferner hervor, dass er seinen Lebensunterha lt für sich und seine Familie durch harte physische Arbeit bestreitet. Wie das BFM zutreffend ausführte, sind a n- gesichts dieses langjährigen Aufenthalts die Hürden für eine zumutbare Existenz in Khartoum nicht unüberwindbar. 6.3 Der Beschwerdeführer hat die B efürchtung geäussert, er könnte vom Sudan aus nach Äthiopien entführt werden und stützte seine Befürchtu n- gen auf mehrere Ereignisse, welche sich in den letzten Jahren zugetr a- gen hätten. Er führte diesbezüglich aus, er wäre 2007 von drei und 2008 von sieben Männern überfallen und anlässlich des zweiten Überfalls auf- gefordert worden, mit ihnen mitzugehen, ihm sei jedoch die Flucht gelun- gen. Am 5. März 2012 sei er um 23:29 Uhr Opfer eines weiteren Übe r- griffs geworden, bei welchem man ihn mit dem Tod bedroht ha be. Die Ausführungen des Beschwerdeführers sind alleine schon aufgrund der Tatsache, dass seine Angreifer stets in der Überzahl waren, seiner jedoch nie habhaft wurden, nicht glaubhaft. Dass er sich dann auch noch an die exakte Uhrzeit des Überfalls vom 5. März 2012 erinnern will, ist schlec h- terdings unplausibel. Hätten die Angreifer vom 5. März 2012 den B e- schwerdeführer deportieren wollen, so hätten sie dies jederzeit tun kö n- nen und wohl auch getan. Aus den Unterlagen geht denn auch nicht he r-D-3336/2014 Seite 9 vor, dass der Beschwerdeführer sein politisches Engagement vom Sudan aus weiter verfolgt, weshalb nicht einzusehen ist, inwiefern die äthiop i- schen Behörden ein Interesse daran hätten, ausgerechnet ihn, der seit elf Jahren ausser Landes weilt, nach Äthiopien zu entführen . Gemäss ges i- cherten Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts ist das Risiko e i- ner Deportation oder Verschleppung für Äthiopier, die im Sudan vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt sind, gering (vgl. Urteile des BVGer E - 1230/2011 vom 25. Mai 2011, E-3405/2011 und E-3498/2011 vom 11. Au- gust 2011, E-5739/2011 vom 1. November 2011). Das UNHCR registriert vor Ort sämtliche Äthiopier, die sich in einem Flüchtlingslager melden, unabhängig davon, weshalb sie Äthiopien verlassen haben. Es gibt vo r- liegend keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass ihm eine Rückführung nach Äthiopien drohen könnte, zumal er sich s eit 2003 im Sudan aufhält. Er konnte nicht glaubhaft darlegen, persönlich, faktisch und unmittelbar bedroht zu sein, unter Verletzung d es Non-Refoulement-Prinzips nach Äthiopien zurückgeschafft zu werden. Da er zudem den Flüchtlingsstatus durch das UNHCR erhalten hat, hat er jederzeit die Möglichkeit , sich bei einer Vertretung des UNHCR im Sudan zu melden. Diesbezüglich wird darauf hingewiesen, dass das UN HCR den Sudan an seine internation a- len Verpflichtungen erinnert hat, der die Flüchtlingskonvention vom 28. Juli 1951 unterzeichnet hat (Konv. SR 0.142.30). Im Lichte der obigen Erwägungen kommt das Gericht zum Schluss, dass der Beschwerdefü h- rer bei einem V erbleib im Sudan nicht gefährdet ist. Seine Furcht vor e i- ner Deportation nach Äthiopien ist daher als objektiv unbegründet im Sin- ne des Asylgesetzes einzustufen. 6.4 Schliesslich ist festzustellen, dass keine nahen Verwandten oder B e- zugspersonen des Beschwerdeführers in der Schweiz leben, und den Ak- ten auch sonst keine Hinweise auf Anknüpfungspunkte zur Schweiz zu entnehmen sind. 6.5 Der Beschwerdeführer vermochte insgesamt nicht aufzuzeigen, dass er auf die Schutzgewährung durch die Schweiz angewiesen ist bezi e- hungsweise ihm gerade die Schweiz den erforderlichen Schutz gewähren muss. Der weitere Verbleib im Sudan ist ihm nach dem Gesagten zuz u- muten und das BFM hat ihm zu Recht die Einreise in die Schweiz verwe i- gert und das Asylgesuch abgelehnt. 7. Aus diesen Erwägu ngen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig D-3336/2014 Seite 10 und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist des- halb abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären d essen Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal- tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entsc hädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-3336/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer , die schweizerische Bo t- schaft in Khartoum und an das BFM. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Martina Kunert Versand: