Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. Mai 2015 (715 14 274) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Rückforderung bereits ausgerichteter Arbeitslosenentschädigung infolge Ablehnung in der Anspruchsberechtigung mangels Vermittlungsfähigkeit bei saisonaler Beschäfti- gung. Besteht für den Versicherten keine Veranlassung, mit einer saisonal bedingten Kündigung seines Arbeitsverhältnisses rechnen zu müssen, kann nicht gesagt werden, er habe den dadurch entstandenen Lohnausfall in Kauf genommen. Rückkommenstitel sowohl der Wiedererwägung als auch der Revision verneint. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____, Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Daniel Riner , Adv o- kat, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung / Rückf orderung A. Der 1982 geborene A.____arbeitete von 2006 bis E nde März 2010 als Hilfsgipser bei der Firma B.____ AG in Liestal. Anschliessend bezog er erstmals Arbeitslosenentschädigung Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht und arbeitete in der Folge im Zwischenverdienst bei sei nem Schwiegervater. Nachdem er sich am 25. April 2011 von der Arbeitsvermittlung abgemelde t hatte, arbeitete er ab 26. April 2011 beim Geschäft C.____ in D.____. Dieses Arbeitsverhältn is wurde am 29. November 2012 per 31. Dezember 2012 aufgelöst. A.____ meldete sich dara ufhin am 29. November 2012 erneut zur Arbeitsvermittlung an. Mit Anmeldung vom 5. Dezember 2012 beantragte er den Bezug von Arbeitslosenentschädigung mit Wirkung ab 1. Januar 2013. B. Mit Schreiben vom 11. März 2012 eröffnete die öffen tliche Arbeitslosenkasse Baselland (Kasse) eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug ab 1. Januar 2013 und richtete dem Versi- cherten mit Taggeldabrechnungen vom 13. März 2013 für die Monate Januar und Februar 2013 auf der Basis eines versicherten Verdienstes von Fr. 5‘633 .— eine Arbeitslosenentschädigung im Umfang von insgesamt Fr. 8‘015.55 aus. C. Mit Verfügung Nr. 896/2013 vom 17. Mai 2013 lehn te die Kasse den Anspruch des Ver- sicherten ab 1. Januar 2013 mangels Vermittlungsfähigkeit wiedererwägungsweise ab. Mit Ver- fügung 98/2013 ebenfalls vom 17. Mai 2013 forderte si e vom Versicherten die bisher ohne Rechtsgrundlage ausbezahlte Arbeitslosenentschädigung in der Höhe von Fr. 8‘015.55 zurück. Die gegen beide Verfügungen der Kasse erhobenen Eins prachen des Versicherten wies die Kasse mit Einspracheentscheid vom 11. Juli 2014 ab. D. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch D r. D. Riner, Advokat, am 12. Sep- tember 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Ba sel-Landschaft, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, da ss ihm in Aufhebung des angefoch- tenen Einspracheentscheids die gesetzlichen Leistungen au s der Arbeitslosenversicherung zu- zusprechen seien. Darüber hinaus beantragte er, dass ihm die kompletten Originalakten zur Einsichtnahme zuzustellen seien und ihm nach deren Vorli egen eine Frist zur ergänzenden Be- schwerdebegründung anzusetzen sei. Eventualiter seien weit ere Abklärungen vorzunehmen, alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass es der Beschwerdegegnerin in keiner Weise gelungen sei, die zw eifellose Unrichtigkeit der in Wieder- erwägung gezogenen Verfügung nachzuweisen. Die Kasse b erufe sich auf Umstände und Do- kumente, welche zum Zeitpunkt des Erlasses ihrer Verfügu ngen bereits bekannt gewesen sei- en. Es werde bestritten, dass sich der Beschwerdeführer n icht rechtzeitig um eine Dauerstelle bemüht habe. E. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 30. Septembe r 2014 wurde das Gesuch um er- gänzende Beschwerdebegründung abgelehnt, und es wurde d em Beschwerdeführer nach Ein- gang der Vernehmlassung der Kasse Frist zur Replik eingerä umt. Die Kasse schloss mit Ver- nehmlassung vom 15. Dezember 2014 auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass sich vorliegend die Frage stelle, ob ein Revisionsgrund ge- geben sei. Ausführungen bezüglich einer zweifellosen Unr ichtigkeit würden sich mit Blick auf eine Wiedererwägung erübrigen. Mit Schreiben des ehem aligen Arbeitgebers vom 24. April 2013 habe die Kasse Kenntnis davon erhalten, dass der Be schwerdeführer per 1. Mai 2013 voraussichtlich im Rahmen eines Vollzeitpensums wieder angestellt würde. Erst in diesem Zeit- punkt habe sie realisiert, dass der Beschwerdeführer ledi glich in den Wintermonaten Arbeitslo- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht senentschädigung beziehe. Aufgrund der Chronologie läg en deshalb per Mai 2013 erhebliche neue Tatsachen und Beweismittel vor, welche zuvor nicht h ätten erbracht werden können. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass der Versicherte sich mit seiner Anstellung jeweils bis Ende November bzw. Ende Dezember und der entsprechend f olgenden Winterpause arrangiert habe. Er habe sich bereits anlässlich des Erstgesprächs dahing ehend geäussert, dass er per 1. März 2013 wieder beim Geschäft C.____ arbeiten könn e. Dabei habe es sich mitnichten um eine blosse Vermutung gehandelt, weil dies das Geschäf t C.____ wie jedes Jahr bereits in sei- nem Kündigungsschreiben festgehalten habe. Zusammengefa sst habe der Beschwerdeführer ab 1. Januar 2013 keinen Anspruch auf Arbeitslosenent schädigung, da er nicht vermittlungsfä- hig gewesen sei. F. Mit Stellungnahme vom 5. Februar 2015 hielt der Beschwerdeführer fest, dass sich die Kasse widerspreche. Diese verweise auf angebliche Bewei smittel, welche ihr vor Erlass der Ablehnungsverfügung bereits bekannt gewesen seien. Eine Revision sei damit ausgeschlossen. Selbst wenn eine Revision oder eine Wiedererwägung zu lässig wäre, unterscheide sich der vorliegende Sachverhalt ausserdem von der zu Grunde gele genen Konstellation im von der Kasse vernehmlassungsweise genannten Bundesgerichtsentsche id. Der Beschwerdeführer habe nicht nur nach Erhalt seiner Kündigungen entspre chende Arbeitsbemühungen aufge- nommen, sondern sei diesen Bemühungen während des ganze n Jahres und damit seiner Schadenminderungspflicht vollumfänglich nachgekommen. G. Die Kasse verzichtete mit Eingabe vom 3. März 2014 au f die Einreichung einer fakultati- ven Stellungnahme. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Jun i 1982 i.V.m. den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialve rsicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus de m Bereich der Arbeitslosenversiche- rung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erho ben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowi e Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherun g und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjen igen Kantons, in dem die versi- cherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrol lpflicht erfüllt. Vorliegend kam der in D.____ wohnhafte Beschwerdeführer im Kanton Basel-Lan dschaft seinen Kontrollpflichten nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherung sträger gemäss Art. 56 ATSG, weshalb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgeri cht gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nach Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslo s ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schwe iz wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreich t hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), vermittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 3.1 Die arbeitslose Person ist vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliede rungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). Zur Vermittlungsfähigkeit geh ört demnach auch die persönliche Bereit- schaft, die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Ver hältnissen während der üblichen Ar- beitszeit einzusetzen (BGE 120 V 388 E. 3a mit Hinweisen). Wesentliches Merkmal der Vermitt- lungsbereitschaft ist dabei im Allgemeinen die Bereit schaft zur Annahme einer Dauerstelle (ARV 2004 Nr. 13 S. 126 E. 2.3; Urteil des Eidgenössisch en Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesg erichts] vom 17. Juni 2003, C 272/02). Die Bereitschaft der versicherten Person, e ine neue Stelle anzutreten, ist aufgrund objektiver Kriterien zu prüfen. Der Wille allein oder die bloss verbal erklärte Vermittlungsbereit- schaft der versicherten Person genügen nicht (BGE 122 V 2 66 f. E. 4). Die Frage der Vermitt- lungsfähigkeit ist prospektiv und aufgrund einer gesamt haften Würdigung der für die Anstel- lungschancen im Einzelfall wesentlichen, objektiven und subjektiven Faktoren zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 2013, 8C_966/2012, E. 2.3; BGE 120 V 385). 3.2 Unter Arbeitsfähigkeit im objektiven Sinn ("in der Lage sein") ist die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, die soziale Eignung und d ie Verfügbarkeit in räumlicher sowie in zeitlicher Hinsicht zu verstehen. Was die zeitliche Verfügba rkeit betrifft, so liegt Vermittlungsun- fähigkeit unter anderem vor, wenn eine versicherte Per son aus persönlichen oder familiären Gründen ihre Arbeitskraft nicht so einsetzen kann ode r will, wie es ein Arbeitgeber normaler- weise verlangt (T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Ulrich Meyer (Hrsg.), Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale S icherheit, 2. Aufl., Ba- sel/Genf/München 2007, S. 2259 Rz 266 mit Hinweisen). V ersicherte, die im Hinblick auf an- derweitige Verpflichtungen oder besondere persönliche Umstände lediglich während gewisser Tages- oder Wochenstunden sich erwerblich betätigen woll en, können nur sehr bedingt als vermittlungsfähig anerkannt werden. Sind einer versicher ten Person bei der Auswahl des Ar- beitsplatzes so enge Grenzen gesetzt, dass das Finden ei ner Stelle sehr ungewiss ist, muss daher von einer Vermittlungsunfähigkeit ausgegangen we rden (BGE 112 V 327 E. 1a mit Hin- weisen). Der Grund für die Einschränkung in den Arbeitsmöglichkeiten spielt dabei keine Rolle. 3.3 Hat eine versicherte Person auf einen bestimmten T ermin hin anderweitig disponiert, und steht sie deshalb nur noch während relativ kurzer Zeit für eine neue Beschäftigung zur Ver- fügung, gilt sie in der Regel als nicht vermittlungsfähi g (BARBARA KUPFER BUCHER , Rechtspre- chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bunde sgesetz über die obligatori- sche Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 4. Auflage, Zürich 2013, S. 70f.; SZS 1999, S. 251; Urteil des Sozialversicherungsgerichts Z ürich vom 26. November 2004, AL.2004.00457, E. 1.2). Diesfalls sind die Aussichten, zwischen der Aufgabe der alten und dem Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Antritt der neuen Stelle von einem dritten Arbeitge ber angestellt zu werden, verhältnismässig gering (BGE 110 V 208 E. 1 mit Hinweisen). Entscheiden d ist, ob mit einer gewissen Wahr- scheinlichkeit angenommen werden kann, dass ein Arbeitgeb er die versicherte Person für die konkret zur Verfügung stehende Zeit noch einstellen wür de (BGE 126 V 520 E. 3.a). Zu prüfen sind somit jeweils die konkreten Aussichten auf eine Anstellung auf dem für die stellensuchende Person in Betracht fallenden allgemeinen Arbeitsmarkt , unter Berücksichtigung der herrschen- den konjunkturellen Verhältnisse sowie aller übrigen Um stände (B ARBARA KUPFER BUCHER , a.a.O., S. 72f.; ARV 1990, S. 84f.; ARV 1991, S. 24 ). Steht die versicherte Person im Zeitpunkt der Anmeldung bei der ALV dem Arbeitsmarkt für mindest ens drei Monate zur Verfügung, gilt sie grundsätzlich als vermittlungsfähig. Steht sie dem Arbeitsmarkt weniger als einen Monat zur Verfügung, gilt sie als nicht vermittlungsfähig. Liegt die Verfügbarkeit zwischen einem und drei Monaten, kann die Vermittlungsfähigkeit dann bejaht werden, sofern aufgrund der Arbeits- marktsituation und der Flexibilität der versicherten Perso n eine gewisse Wahrscheinlichkeit be- steht, von einem Arbeitgeber angestellt zu werden (AV IG-Praxis 2014, B227). Diese Recht- sprechung darf aber keine versicherte Person bestrafen, d ie in Erfüllung ihrer Schadensminde- rungspflicht eine nicht unmittelbar freie Stelle fin det, diese auch annimmt und damit das Risiko einer noch längeren Arbeitslosigkeit abwendet (BGE 123 V 217 E. 5a, B ARBARA KUPFER BUCHER , a.a.O., S. 71). Hintergrund bildet der Gedanke, da ss es einer versicherte Person dies- falls nicht zuzumuten ist, im Hinblick auf einen (theore tisch zwar möglichen, praktisch jedoch wenig wahrscheinlichen) früheren Stellenantritt mit d em Abschluss des neuen Arbeitsvertrages zuzuwarten und dadurch das Risiko einer allenfalls noch l ängeren Arbeitslosigkeit auf sich zu nehmen. Unter diesen Voraussetzungen ist die Frage nach einer allfälligen Vermittlungsunfä- higkeit wegen des bevorstehenden Antritts der neuen Stel le deshalb nicht mehr zu prüfen (BGE 110 V 207 E. 1). 3.4 Das subjektive Element der Vermittlungsfähigkeit b esteht schliesslich in der Bereit- schaft der versicherten Person, die Arbeitskraft entsprech end den persönlichen Verhältnissen während der üblichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 123 V 216 E. 3 mit Hinweisen). Wesentli- ches Merkmal ist dabei die Bereitschaft zur Annahme einer Dauerstelle als Arbeitnehmer. Hier- zu genügt die Willenshaltung oder die bloss verbal erkl ärte Vermittlungsbereitschaft nicht. Viel- mehr ist die versicherte Person gehalten, sich der öffen tlichen Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stellen, angebotene zumutbare Arbeit anzunehmen und sich intensiv nach einer zumutbaren Stelle umzusehen (THOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., S. 2261 Rz 270 mit Hinweisen). 3.5 Fortdauernd ungenügende Bemühungen um eine neue Stelle können ein wesentlicher Hinweis darauf sein, dass die versicherte Person während einer bestimmten Zeitdauer nicht gewillt ist, ihre Arbeitskraft anzubieten. Im Allgemein en ist aber eine unzureichende Stellensu- che nur Ausdruck davon, dass die versicherte Person ihrer S chadenminderungspflicht ungenü- gend nachkommt (BGE 112 V 218 E. 1b; ARV 1996/97 Nr . 19 S. 101 E. 3b, Nr. 8 S. 31 E. 3 je mit Hinweisen). Erst wenn sich eine versicherte Person trot z Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung nach Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG über länger e Zeit hinweg nicht um eine neue Stelle bemüht, darf angenommen werden, es fehle ihr an der Vermittlungsbereitschaft. Sind aber im- merhin gewisse Anstrengungen der versicherten Person festzu stellen, kann grundsätzlich nicht auf fehlende Vermittlungsbereitschaft geschlossen werden, es sei denn, dass trotz des äusse- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren Scheins nachweislich keine Absicht zur Wiederaufnahme einer Arbeitnehmertätigkeit be- standen hat (Urteil des EVG vom 10. November 2000, C 65/00, E. 3b). Zu beachten ist, dass gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung Personen, di e bewusst nur saisonale Arbeits- verhältnisse eingehen und deren Arbeitsbemühungen sich s tets auf zeitlich befristete Stellen beschränken, nicht vermittlungsfähig sind (ARV 2000 Nr. 29 S. 150; ARV 2005 Nr. 19 S. 212, E. 2.2). Disponiert ein Arbeitnehmer bewusst so, dass sich immer wieder kurze Unterbrüche der Erwerbstätigkeit ergeben, nimmt er die entsprechenden Verdiensteinbussen freiwillig in Kauf (ARV 2005 Nr. 19 S. 213, E. 2.3). 4.1 Nach Art. 95 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Sat z 1 ATSG sind unrechtmässig bezo- gene Leistungen zurückzuerstatten. Nach ständiger bundesge richtlicher Rechtsprechung ist eine sozialversicherungsrechtliche Leistung allerdings nur dann zurückzuerstatten, wenn in ver- fahrensrechtlicher Hinsicht entweder die für die (pro zessuale) Revision oder die für die Wieder- erwägung erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Voraussetzungen sind in Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG umschrieben, wobei es sich im Wesent lichen um eine Kodifizierung der bisherigen höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den Anfo rderungen an ein Zurückkommen auf eine rechtsbeständig gewordene Verfügung handel t. Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen demnach formell rechtskräftige Verfügungen und Einsprach eentscheide in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicheru ngsträger nach deren Erlass erhebli- che neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet , deren Beibringung zuvor nicht mög- lich war. Ausschlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht b loss der Sachverhaltswürdigung, sondern der Sachverhaltsfeststellung dient. Es bedarf dazu neuer Elemente tatsächlicher Natur, welche die zuvor vorgelegenen Entscheidungsgrundlagen al s objektiv mangelhaft erscheinen lassen (BGE 127 V 353 E. 5b). 4.2 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Ver- fügungen oder Einspracheentscheide andererseits dann z urückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblich er Bedeutung ist. Vorausgesetzt wird hierfür, dass kein vernünftiger Zweifel an der Unricht igkeit der ursprünglichen Disposition mög- lich und dazumal folglich nur dieser einzige Schluss denkba r war. Dieses Erfordernis ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache aufgrund f alscher Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig ang ewandt wurden (vgl. BGE 138 V 328 E. 3.3). Soweit ermessensgeprägte Teile der Anspru chsüberprüfung vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage ursprünglich nicht qualifiziert in unrichtiger Weise beurteilt worden sind – die damalige Einschätzung der Sach- und Rechtslag e bei retrospektiv vorzunehmender Betrachtungsweise mithin als vertretbar erscheint – scheid et die Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit jedoch aus (Urteil des Bundesgerichts vom 16 . März 2015, 8C_680/2014, E. 3.1; SVR 2014 IV Nr. 39 S. 137; SRV 2006 IV Nr. 21. S. 75). 4.3 Taggeldabrechnungen der Arbeitslosenversicherung, d ie - wie im vorliegenden Fall - nicht in die Form einer formellen Verfügung gekleidet werden, weisen materiell Verfügungscha- rakter auf (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: sozial- rechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 14. Juli 2 003, C 7/02; BGE 125 V 476 E. 1; BGE 122 V 368 E. 2 mit Hinweisen). Den formell rechtskr äftigen Verfügungen gleichgestellt Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind deshalb auch die im formlosen Verfahren ergangen en Taggeldabrechnungen, soweit sie eine mit dem Ablauf der Beschwerdefrist bei formellen Verfügungen vergleichbare Rechtsbe- ständigkeit erreicht haben (UELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Art. 53 Rz 10 und 28). F ür die Verwaltung tritt die Rechtsbeständigkeit einer T aggeldabrechnung somit nach Ablauf jener Zeitspanne ein, welche der Rechtsmittelfrist von 30 Tag en bei formellen Verfügungen ent- spricht. Zu einem späteren Zeitpunkt bedarf demnach da s Zurückkommen auf eine faktische Verfügung, z.B. auf eine Taggeldabrechnung, eines Rückk ommenstitels in Form einer Wieder- erwägung oder einer prozessualen Revision, während vor A blauf dieser Frist eine Rückforde- rung zufolge unrichtiger Taggeldabrechnungen ohne Bindung an die Voraussetzungen für einen Rückkommenstitel möglich ist (BGE 129 V 110; Urteil des EVG vom 14. Juli 2003, C 7/02). 5.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren un d der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsat z gilt indessen nicht uneinge- schränkt; er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten d er Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). 5.2 Dem Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen eine vollständige Überprü- fungsbefugnis zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfüge nde Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als be wiesen annehmen, wenn sie von ih- rem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicherungsrecht hat das G ericht seinen Entscheid, sofern das Ge- setz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines besti mmten Sachverhalts genügt den Be- weisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). 6.1 Den Akten zufolge war der Beschwerdeführer seit Sep tember 2006 bis Ende März 2010 zunächst ununterbrochen als Hilfsgipser für die Firma B.____ AG tätig, bis ihm gekündigt wurde und er in der Folge erstmals mit Wirkung ab April 2010 um Ausrichtung von Arbeitslosenent- schädigung ersucht hat (vgl. Akten der Kassen N° 214, 7 ff. und 17 ff.). Anschliessend bezog er Arbeitslosenentschädigung und arbeite bei seinem Schwiegervater im Zwischenverdienst, bis er sich per 25. April 2011 von der Arbeitsvermittlung abmel dete und in der Folge mit Wirkung ab 26. April 2011 beim Geschäft C.____ wiederum als Hilfsgipser eine neue Stelle antreten konnte (vgl. Akten der Kasse N° 61, 63 sowie 67). Diese Stelle wurde ihm am 29. November 2012 per Ende 2012 mit der Begründung mangelnder Aufträge in der Winterzeit gekündigt. Dem entspre- chenden Kündigungsschreiben, welches am 6. Dezember 2012 b eim RAV einging, ist zu ent- nehmen, dass der Arbeitgeber im Jahr 2011 trotz fehlen der Aufträge und ohne Arbeit zwei Mo- nate den Lohn bezahlt habe. Nunmehr sei es jedoch schwie rig, diese Periode finanziell zu überstehen, weshalb man nunmehr gezwungen sei, die Kün digung auszusprechen. Sobald wieder neue Aufträge vorlägen, werde man den Versicherten selbstverständlich weiter beschäf- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tigen. Im Moment sei dies jedoch unmöglich (vgl. Akten der Kasse N° 83). Gleiches geht aus der Arbeitgeberbescheinigung des Geschäfts C.____ vom 4. Dezember 2012 hervor, wonach der Grund für die Kündigung des Versicherten auf dem U mstand mangelnder Aufträge in der Winterzeit beruhe (vgl. Akten der Kasse N° 105 f.). Unm ittelbar nach Erhalt seiner Kündigung meldete sich der Versicherte am 29. November 2012 zur Arbeitsvermittlung an, beantragte mit Anmeldung vom 5. Dezember 2012 den Bezug von Arbeit slosenentschädigung mit Wirkung ab 1. Januar 2013 (Akten der Kasse N° 84 ff. und 93 f.) und bewarb sich anschliessend ab 4. De- zember 2012 bei verschiedenen Arbeitgebern um Vollzeitst ellen. In den Akten der Kasse sind diesbezüglich für den Monat Dezember 2012 insgesamt acht Stellenbewerbungen ausgewiesen (vgl. Akten der Kasse N° 120 f.). Dem Protokoll betref fend Erstgespräch RAV vom 11. Januar 2013 ist zu entnehmen, dass dem Versicherten mangels Arb eit gekündigt worden sei, dieser seine Arbeit jedoch bereits zirka im März 2013 wieder be i seinem vormaligen Arbeitgeber C.____ antreten werden könne. Der Versicherte fühle si ch in der Lage, das gesuchte Vollzeit- pensum auszuüben. Die eingereichten Unterlagen seien komplett und arbeitsmarkttauglich. Die bisherigen Bewerbungsbemühungen seien gut (vgl. Akte n der Kasse 123 ff.). Den Nachweisen betreffend die persönlichen Arbeitsbemühungen sind für die Zeit ab Januar 2013 sodann mo- natlich je acht Bewerbungen für Vollzeitstellen zu en tnehmen (vgl. Akten der Kasse 131 f., 136 f., 141 f. sowie 145 f.). Aus dem Protokoll des RAV-Ge sprächs vom 14. Februar 2013 betref- fend Januar 2013 geht ausserdem hervor, dass die Arbeits bemühungen „besprochen und ok“ seien, und sich der Versicherte in allen Branchen auf Ste llensuche befinde (vgl. Akt der Kasse N° 135). 6.2 Vorab ist festzuhalten, dass die Kasse mit Verfügung vom 17. Mai 2013 erst nach Ab- lauf der Zeitspanne, welche der Rechtsmittelfrist von 30 Tagen bei formellen Verfügungen ent- spricht, auf ihre Taggeldabrechnungen vom 13. März 2013 zurückgekommen ist. Für das Zu- rückkommen auf diese Taggeldabrechnungen bedarf es daher eines Rückkommenstitels ent- weder in Form einer Wiedererwägung oder einer proze ssualen Revision (vgl. oben, Erwägung 4.3 hiervor). 6.2.1 Aufgrund der erwähnten Unterlagen steht fest, dass sich der Beschwerdeführer sowohl bereits vor Beendigung seines Arbeitsverhältnisses beim Ge schäft C.____ als auch in der Zeit seiner anschliessenden Arbeitslosigkeit ab Januar 2013 umf assend um eine neue Stelle be- worben hat. So reichte er für die Monate Dezember 2012 und anschliessend für Januar bis April 2013 stets fristgerecht (vgl. Art. 26 Abs. 2 AVIV) die N achweise seiner persönlichen Arbeitsbe- mühungen ein. Ein Blick in die Angaben der getätigten Bewerbungen zeigt auf, dass der Be- schwerdeführer der Vorgabe nachgekommen ist, subjektiv ta tsächlich eine Festanstellung in einer Dauerstelle anzustreben, und all jene Vorkehrun gen getroffen hat, die man zwecks Ver- meidung von Arbeitslosigkeit vernünftigerweise erwarten darf (so auch Urteil des Bundesge- richts vom 22. Februar 2013, 8C_937/2012). Insbesonder e suchte der Versicherte als Ersatz seiner bisherigen Beschäftigung konsequent eine Vollzeit stelle. Die erwähnten Unterlagen, wie sie noch vor Erlass der Taggeldabrechnungen der Kasse vom 13. März 2013 vorgelegen hat- ten, geben jedenfalls keinerlei Anlass daran zu zweifeln, dass der Beschwerdeführer nicht ernsthaft daran interessiert gewesen wäre, seine bis En de 2012 zuvor ausgeübte Tätigkeit als Hilfsgipser beim Geschäft C.____ zu Gunsten einer anderweitigen Anstellung aufzugeben. Hier- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht für spricht letztlich auch, dass das RAV bereits schon früh d ie subjektive Vermittlungsbereit- schaft des Versicherten nicht nur bejaht, sondern dessen b isherige Bewerbungsbemühungen explizit als gut qualifiziert hatte (vgl. Akten der Kasse N° 123 ff.). Nichts anderes ergibt sich aus dem Protokoll des RAV-Gesprächs vom 14. Februar 2013, wonach sich der Versicherte in allen Branchen auf Stellensuche befunden hat und seine Arb eitsbemühungen deshalb als rechts- genüglich bezeichnet worden sind (vgl. Akt der Kasse N° 135). Im Zeitpunkt, als die Kasse dem Versicherten am 11. März 2013 eine zweijährige Rahmenfr ist für den Leistungsbezug ab 1. Ja- nuar 2013 eröffnet und in der Folge mit Taggeldabre chnungen vom 13. März 2013 die ihm für Januar und Februar 2013 zustehenden Taggelder ausgerich tet hat, bestand bei retrospektiver Betrachtungsweise somit kein Grund, seine Vermittlungsfähigkeit in Frage zu stellen. 6.2.2 Daran vermag nichts zu ändern, dass die Kasse mit den Angaben des Versicherten für März 2013 zunächst vom 2. April 2013 (vgl. Akt der Kasse N° 607) und daraufhin mit Bestäti- gung des Geschäfts C.____ vom 24. April 2013 Kenntnis erh alten hat, dass der Versicherte bei seinem vorangehenden Arbeitgeber seit dem 18. März 2013 einer Zwischenverdiensttätigkeit nachgegangen war. Auch wenn der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Aufnahme dieses Zwi- schenverdienstes seit Beginn seiner Leistungsrahmenfrist am 1. Januar 2013 dem Arbeitsmarkt weniger als drei Monate zur Verfügung gestanden hat, kann seine Vermittlungsfähigkeit ange- sichts seiner fortdauernden Bewerbungsbemühungen für a ndere Stellen bei retrospektiver Be- trachtungsweise jedenfalls nicht verneint werden. Es tri tt hinzu, dass die Kasse von der Zwi- schenverdiensttätigkeit des Versicherten erst nach Erlass d er Taggeldabrechnungen vom 13. März 2013 erfahren hat. Die Anspruchsüberprüfung und mit ihr die ursprünglich bejahte Vermittlungsfähigkeit des Versicherten erweist sich vor de m Hintergrund der ursprünglich vor- gelegenen Sach- und Rechtslage somit nicht als derart qualifiziert unrichtig, als dass auf sie nunmehr wiedererwägungsweise zurückzukommen wäre (vgl. o ben, Erwägung 4.2 hiervor). Eine Wiedererwägung, wie sie für eine Rückforderung d er bisher erbrachten Taggeldleistungen unter dem Titel von Art. 53 Abs. 2 ATSG vorausgesetzt w äre, scheidet somit aus (vgl. ebenso Vernehmlassung der Kasse vom 15. Dezember 2014, Ziffern 6 und 7a). 6.3. Strittig und zu prüfen ist vielmehr, ob die Vora ussetzungen für eine prozessuale Revi- sion im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG gegeben sind (BGE 129 V 110). Diese Frage ist zu ver- neinen. 6.3.1 Die Kasse weist in ihrer Vernehmlassung selbst dar auf hin, dass sich der Versicherte bereits anlässlich des Erstgesprächs beim RAV dahingehend ge äussert hatte, per März 2013 wieder beim Geschäft C.____ arbeiten zu können. Dem ent sprechenden Protokoll ist in der Tat der Vermerk zu entnehmen, dass er dort ab März 2013 wied er Arbeit habe. Auch aus dem der Kasse bereits vor Erlass der fraglichen Taggeldabrechnung en eingegangenen Kündigung des Geschäfts C.____ vom 29. November 2012 geht hervor, dass der Versicherte „selbstverständ- lich“ weiter beschäftigt würde, sobald weitere Aufträ ge vorliegen. Die Kasse vermag deshalb nichts aus der Bestätigung des Geschäfts C.____ vom 24. Apr il 2013 abzuleiten. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer erneut bei seinem vormaligen Arbeitgeber angestellt würde, war der Kasse in diesem Zeitpunkt bereits bekannt. Die Bestä tigung vom 24. April 2013 stellt somit keine erhebliche neue Tatsache oder ein neues Beweismittel dar, deren Beibringung vor Erlass der Taggeldabrechnungen vom 13. März 2013 nicht möglich gewesen wäre. Auch wenn die Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kasse letztlich erst zusammen mit der Bestätigung vom 24 . April 2013 definitive Kenntnis der genauen Umstände der Zwischenverdiensttätigkeit beim ehe maligen Arbeitgeber erhalten hat (vgl. Akt der Kasse N° 613; zuvor ebenfalls die Bescheini gung über Zwischenverdienst vom 26. März 2013 sowie Angaben des Versicherten für Monat M ärz ebenfalls vom 26. März 2013, Akten Kasse N° 606 ff.), diente die Bestätigung des e hemaligen Arbeitgebers vom 24. April 2013 lediglich der Sachverhaltswürdigung, nicht aber ei ner eigentlichen Sachverhaltsfeststel- lung. Von einem neuen Element tatsächlicher Natur, w elches die zuvor vorgelegenen Entschei- dungsgrundlagen als objektiv mangelhaft erscheinen lasse n, kann mit Blick auf die der Verwal- tung bereits schon länger bekannte Kündigung und das P rotokoll des Erstgesprächs beim RAV jedenfalls nicht gesprochen werden (BGE 127 V 353 E. 5b). 6.3.2 Auch unabhängig vom Vorliegen einer für die pr ozessuale Revision erforderlichen neuen Tatsache oder eines neuen Beweismittels vermag die Tatsache, dass der Versicherte ab 18. März 2013 zunächst im Zwischenverdienst (vgl. Akt d er Kasse N° 608) und anschliessend an seine Abmeldung von der Arbeitsvermittlung (vgl. Akt der Kasse N° 184) ab 1. Mai 2013 im Rahmen eines ordentlichen Arbeitsverhältnisses wieder für seinen ehemaligen Arbeitgeber tätig war, dessen Vermittlungsfähigkeit nicht in Frage zu ste llen. Vorab ist daran zu erinnern, dass keinerlei Anhaltspunkte in den Akten liegen, dass der Versicherte seit seiner Anmeldung zur Arbeitsvermittlung am 29. November 2012 seinerseits auf einen bestimmten Termin hin ander- weitig disponiert hätte (vgl. oben, Erwägungen 3.3.). Ausserdem ist er dem Arbeitsmarkt zwi- schen seiner An- und Abmeldung von der Arbeitsvermittlung während mehr als drei Monaten zur Verfügung gestanden und hat sich während dieser Zeit rechtsgenüglich um eine anderweiti- ge Stelle gekümmert (vgl. oben, Erwägung 6.2.1). Er gilt daher als grundsätzlich vermittlungsfä- hig. 6.3.3 Die von der Kasse mit Blick auf das Urteil des Bunde sgerichts vom 22. Februar 2013 (8C_937/2012) vertretene, gegenteilige Auffassung änd ert nichts daran. Diesem Urteil lag die Konstellation zu Grunde, dass dem Versicherten beim gleich en Arbeitgeber hintereinander in drei folgenden Jahren jeweils aus saisonalen Gründen ge kündet worden war. Ausserdem war die versicherte Person vom RAV bereits nach ihrer ersten Kündigung darauf hingewiesen wor- den, dass grundsätzlich keine Arbeitslosenentschädigung aus gerichtet werde, wenn der Arbeit- geber den Versicherten stets nur zeitlich begrenzt einstelle. Der hier massgebende Sachverhalt ist damit nicht zu vergleichen: Zumal kein entsprechender Hinweis durch die Verwaltung an den Beschwerdeführer erfolgt ist, wurde dessen Arbeitsverhäl tnis am 29. November 2012 erstmals aufgelöst, nachdem er im Winter 2011/2012 zuvor trotz f ehlender Aufträge seinen vollen Lohn noch ohne Unterbruch ausbezahlt erhalten hatte (vgl. Kündigungsschreiben vom 29. November 2012, Akt der Kasse N° 83). Damit aber bestand für den Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner Kündigung keine Veranlassung, ein Jahr später mit ei ner saisonal bedingten Auflösung des Arbeitsverhältnisses rechnen zu müssen. Nachdem sein Arbeitsverhältnis im Winter zuvor nicht unterbrochen worden war, konnte er vielmehr darauf v ertrauen, dass er auch im Winter 2012/2013 wieder durchgehend beschäftigt würde. Vor d iesem Hintergrund kann dem Be- schwerdeführer nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er sich im Verlaufe des Jahres 2012 nicht bei seinem Arbeitgeber erkundigt hat, ob er im W inter 2012 allenfalls (erstmals) entlassen werde. Auch wenn eine versicherte Person grundsätzlich v erpflichtet ist, alle Vorkehrungen zu treffen, die man vernünftigerweise von ihr zur Vermeid ung einer Arbeitslosigkeit erwarten darf, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann unter den gegebenen Umständen jedenfalls nicht ge sagt werden, dass der Beschwerde- führer das Risiko auf sich genommen hätte, zum wiederholten Male über keine Dauerstelle mehr zu verfügen. Eine Schadenminderungspflicht, allfäl lige Arbeitsbemühungen bereits vor seiner Kündigung vom 29. November 2012 vorzunehmen, muss deshalb ebenso klarerweise verneint werden wie der Vorwurf, der Beschwerdeführer habe den dadurch ab 1. Januar 2013 entstandenen Lohnausfall bewusst in Kauf genommen. O b die Vermittlungsfähigkeit des Versi- cherten für die Zeit seiner erneuten Arbeitslosigkeit zw ischen dem 1. Januar 2014 und 1. Mai 2014 auch zu bejahen ist, nachdem ihm mit Verfügung der Kasse vom 17. Mai 2013 für die hier massgebende Periode die Vermittlungsfähigkeit zunächst aberkannt worden war (vgl. Protokoll Beratungsverlauf, Akten der Kasse N° 182 f.), ist nicht G egenstand des vorliegenden Verfah- rens und kann deshalb offen bleiben. 6.4 Fehlt es zusammenfassend an einem Rückkommenstitel sowo hl in Form einer Wiederer- wägung als auch einer prozessualen Revision (vgl. oben, Erwägungen 4.3 und 6.2 hiervor), haben die Taggeldabrechnungen vom 13. März 2013 weit erhin Bestand. Die in diesem Zu- sammenhang erfolgte Rückforderung erweist sich als unrech tmässig, weshalb der angefochte- ne Einspracheentscheid der Kasse vom 11. Juli 2014 und deren Verfügungen Nr. 896/2013 und Nr. 98/2013 vom 17. Mai 2013 aufzuheben sind. Die Besc hwerde ist bei diesem Ergebnis gut- zuheissen. 7.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. 7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens en tsprechend ist dem Beschwerde- führer deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Ar beitslosenkasse zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 5. Februar 2015 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 14 Stunden und 27 Minuten und Aus- lagen von Fr. 99.— ausgewiesen, was angesichts der sich stel lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Dieser Aufwand ist zu dem in Sozialversicherungspro- zessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelange nden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honor ar in der Höhe von Fr. 4‘008.40 (14,45 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 99.— plus 8% Mehrwertsteuer) zu Las- ten der Arbeitslosenkasse zuzusprechen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Einsp racheentscheid der öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland vom 11. Juli 2014 und deren Verfügungen Nr. 896/2013 und Nr. 98/2013 vom 17. Mai 2013 aufge- hoben. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die öffentliche Arbeitslosenkasse hat dem Beschwerde führer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘008.40 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.