B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-2959/2011 U r t e i l v o m 8 . F e b r u a r 2 0 1 2 Besetzung Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz), Richterin Franziska Schneider, Richterin Vera Marantelli, Gerichtsschreiberin Bianca Spescha. Parteien X._______, wohnhaft in Österreich, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenrente. B-2959/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der am 3. Mai 1950 geborene, aus Österreich stammende und in seiner Heimat wohnhafte X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) war Grenzgänger und arbeitete während rund 23 Jahren in der Schweiz . Dementsprechend entrichtete er die obligatorischen Beiträge an die Schweizerische Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenversicherung (AHV/IV). B. Am 15. Oktober 1980 erlitt der Beschwerdeführer einen Betriebsunfall und zog sich dabei insbesondere Verletzungen am linken Kniegelenk (Kniegelenksrevision mit Meniskusrefixation, Reinsertion des vorderen Kreuzbandes, dorsomediale Kapselraffung, Naht des medialen Seite n- bandes und des Vastus medialis) zu. Die Schweizerische Unfallversich e- rung (nachfolgend: SUVA) kam in der Folge für die Heilbehandlung auf und rich tete Taggeldleistungen aus. Am 16. März 1981 nahm der B e- schwerdeführer seine Arbeit wieder vollumfänglich auf. Am 29. Dezember 1981 trat eine erneute Schädigung des linken Knies auf, welche zu weiteren medizinischen Behandlungen und Arbeitsausfä l- len führte. Mit Verfügung vom 21. November 1983 sprach die SUVA dem Versicherten rückwirkend ab dem 13. September 1983 eine Invalidenre n- te basierend auf einem Invaliditätsgrad von 15 % zu. Die SUVA erhöhte mit ihrem Entscheid vom 22. Januar 2001 diese Invalidenrent e auf 25 % und sprach dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung von 17 % zu. Da ein definitiver Heilungserfolg ausblieb, setzte der beha n- delnde Arzt Dr. med. A._______, Facharzt Orthopädie, dem Beschwerde- führer am 7. Januar 2003 eine Knieprothese ein, welche am 15. Septem- ber 2004 von Dr. med. B._______, Facharzt Orthopädie, ausgewechselt wurde. Es kam zu weiteren medizinischen Behandlungen, unter anderem auch in der Rehabilitationsklinik M._______. Die SUVA leistete neben den Heilbehandlungskosten auch Taggeldzahlungen. Mit Verfügung der SUVA vom 11. März 2008 wurde einerseits die Integr i- tätsentschädigung um 5 % auf insgesamt 22 % erhöht und andererseits die Taggeldzahlungen per 31. März 2008 eingestellt, da die SUVA ab die- sem Zeitpunkt seitens der Unfallfolgen von einer vollen Arbeitsfähigkeit im Rahmen der bestehenden 25 % -igen Invalidenrente ausging. Die gegen die Einstellung der Taggeldleistungen erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 13. Oktober 2008 abgewiesen, worauf der Beschwerd e-B-2959/2011 Seite 3 führer Beschwerde an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erhob und sinngemäss einen neuen Rückfall per 29. Oktober 2008 ge l- tend machte. Der Beschwerdeführer zog in der Folge seine Beschwerde gegen den Einspracheentsscheid der SUVA vom 13. Oktober 200 8 z u- rück, worauf das Verfahren vor dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen abgeschrieben wurde. Nach weiteren medizinischen Abklärungen des Beschwerdeführers hielt die SUVA in ihrer Verfügung vom 25. August 2010 fest, dass sich der u n- fallbedingte medizinische Befund des Beschwerdeführers verschlechtert habe. Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 20 % resultiere eine Erwerbseinbusse von 36 %. Die SUVA erhöhte mit dieser Verfügung folglich die Rente des Beschwerdeführers rückwirke nd ab 1. Mai 2010 auf 36 %. C. Mit Formular vom 2. Februar 1999 meldete sich der Beschwerdeführer bei der IV-Stelle St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle SG) zum Leistungsbe- zug an. Nach erfolgter Abklärung verfügte die IV -Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) am 30. April 2002 aufgrund e i- nes Invaliditätsgrades des Beschwerdeführers von 79 % eine befrist ete ganze Invalidenrente vom 1. Oktober 1999 bis 31. Januar 2001. Mit Formular vom 9. März 2004 meldete sich der Beschwerdeführer bei der IV-Stelle SG erneut zum IV -Leistungsbezug an. In der Folge sprach die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. August 2004 ab 1. März 2003 eine ganze Invalidenrente aufgrund eines Invalid i- tätsgrades von 100 % zu. D. Im Oktober 2004 holte die Vorinstanz im Rahmen eines Revisionsverfa h- rens beim Beschwerdeführer einen ausgefüllten Revisionsfragebogen ein und zog zahlreiche medizinische Unterlagen, insbesondere auch die A k- ten der SUVA, bei. Die IV-Stelle SG teilte dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom 3. Januar 2011 mit, dass die Abklärungen und Angaben der SUVA übe r- nommen würden. Es sei demnach dem Beschwerdeführer eine wechse l- belastende Tätigkeit vor allem sitzend im vollen Rahmen zumutbar. Unter Berücksichtigung eines 20 %-igen Leidensabzugs bestehe somit lediglich B-2959/2011 Seite 4 eine Erwerbseinbusse von 36 %, welche keinen Anspruch auf eine Inval i- denrente begründe. Mit Eingabe vom 26. Januar 2011 erhob der Beschwerdeführer Einwände gegen den Vorbescheid. Mit Verfügung vom 27. April 2011 bestätigte die Vorinstanz ihren Vorbe- scheid vom 3. Januar 2011 und stellte ihre Rentenzahlung per 30. Juni 2011 ein. Ergänzend führte sie aus, dass die bestehenden und beschri e- benen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit Folgen der posttraumat i- schen Knieproblematik seien, weshalb sie sich der Einschätzung und I n- validitätsgradbemessung der SUVA anschliessen würde. Die attestierte Folgeerscheinung der Knieproblematik, welche noch eine Reizung des Muskelansatzes am Trochanter der linken Hüfte beschreibe, werde als behandelbare Störung gewertet, welche keinen bleibenden Einfluss auf die adaptierte Tätigkeit aufweise. E. Gegen diese Verfügung vom 27. April 2011 erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. Mai 2011 Beschwerde beim Bundesverwaltungsg e- richt. Er beantragt darin sin ngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Weiterausrichtung der Invalidenrente. Zur Begründung macht er geltend, dass auch die SUVA eine Verschlechterung seines Ge- sundheitszustandes festgestellt habe. Dr. med. C._______, Facharzt Or- thopädie, von der Klinik D._______ habe ausgeführt, dass auch weitere Operationen keine Verbesserung seines Gesundheitszustandes bringen könnten. Zudem habe Dr. med. E._______, Facharzt Orthopädie und or- thopädische Chirurgie, an der linken Hüfte eine Folgeerkranku ng festge- stellt. Er habe Mühe , den Tag in sozialer und psychischer Hinsicht zu meistern. Es sei ihm weder aufgrund seiner Beeinträchtigung, noch au f- grund seines Alters und der jahrelangen Abwesenheit von der Berufswelt möglich, auf dem Arbeitsmarkt ein Ein kommen von ca. Fr. 40'000. – jähr- lich zu erzielen. F. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Juli 2011 verwies die Vorinstanz auf die Vernehmlassung der IV-Stelle SG vom 11. Juli 2011 und beantragt e die Abweisung der Beschwerde. Die IV -Stelle SG führte zusammengefasst aus, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Rentenzusprache s o- wohl in seiner angestammten als auch in einer Verweisungstätigkeit 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Den Akten sei seit der Rentenzuspr a-B-2959/2011 Seite 5 che der SUVA basierend au f einem Invaliditätsgrad von 25 % keine Ver- schlechterung der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers zu entnehmen. Der Beschwerdeführer sei in einer seinem Leiden adaptie r- ten Tätigkeit 100 % arbeitsfähig. Wie die SUVA auf die Erkenntnis g e- kommen sei, der medizinische Befund des Beschwerdeführers habe sich verschlechtert, sei nicht nachvollziehbar. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich im Vergleich zum März 2004 zweifelsohne markant verbessert. G. Mit Replik vom 9. September 2011 reichte d er Beschwerdeführer weitere ärztliche Berichte ein und hielt an seiner Beschwerde fest. H. Die Vorinstanz bestätigte mit Duplik vom 10. Oktober 2011 ihren Antrag auf Abweisung der Beschwerde und verwies diesbezüglich auch auf die Duplik der IV-Stelle SG vom 28. September 2011. I. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterl a- gen wird – soweit erforderlich und rechtserheblich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört auch die Vorinstanz, die mit Verfügungen über Rentengesuche von Grenzgängerinnen und Grenzgängern befindet (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. Art. 69 Ab s. 1 IVG sowie Art. 40 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali- denversicherung [IVV, SR 831.201]). 1.2. Der Beschwerdeführer war Grenzgänger. Wie in der Zuständigkeit s- regelung des Art. 40 Abs. 2 IVV hierfür vorgesehen, hat die IV -Stelle SG, B-2959/2011 Seite 6 in deren Tätigkeitsgebiet der Versicherte in seiner Eigenschaft als Gren z- gänger eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, in korrekter Weise die Anme l- dung für Leistungen der IV entgegengenommen und geprüft, während die Vorinstanz die angefochtene Verfügung vom 27. April 2011 erlassen hat. 1.3. Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwendu ng in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26bis und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrüc k- lich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.4. Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Verf ü- gung der Vorinstanz vom 27. April 2011. Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 60 ATSG). Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist de r Beschwerdeführer besonders be rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 59 ATSG). Damit ist auf die Beschwerde, nachdem auch der geforderte Kos- tenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, einzutreten. 2. 2.1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständi ge Feststellung des rechtserheb lichen Sachverhalts und die Unange messenheit, wenn nicht eine kan tonale Be- hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG). 2.2. Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der B e- gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die B e- schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gu t- heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer B e- gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. HÄBERLI, in: Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Art. 62 N 40). 2.3. Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so- fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei s- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mö g-B-2959/2011 Seite 7 lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlich s- te würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 3. Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur Anwendung gelangen. 3.1. Der Beschwerdeführer besitzt die österreichische Staatsbürgerschaft und wohnt in Österreich, so dass vorliegend das am 1. Jun i 2002 in Kraft getretene Abkommen z wischen der Schweizerischen Eid genossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft andererseits über die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (Freizügigkeitsabkommen, nachfolgend: FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a IVG). Das Freizügi g- keitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin geltenden bilateralen Abkommen zwischen der Schweizeri schen Eidgenossenschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union insoweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Sys teme der sozialen Sicherheit ko ordiniert, um insb e- sondere die Gleichbehand lung aller Mitglieder der Vertragsstaaten zu gewährleisten. Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1408/71 des Rat es vom 14. Juni 1971 (EWG, SR 0.831. 109.268.1) haben die Persone n, die im Gebiet eines Mitgliedstaates wohnen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mi t- gliedstaates wie die Staatsangehörigen dieses Staates selbst, soweit be - sondere Bestimmungen dieser Verordnung nichts anderes vorsehen. D a- bei ist im Rahmen des FZA und der Veror dnung auch die Schweiz als „Mitgliedstaat“ zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 von Anhang II des FZA). Dem- nach richten sich die Bestimmung der Invalidität, die Berechnung des In- validitätsgrades und der Rentenhöhe auch nach dem Inkrafttreten des FZA nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4), insbesondere dem IVG, de r IVV, dem ATSG sowie der entsprechenden Verordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11). 3.2. In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Recht s- sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (vgl. BGE 130 V 329). Ein allfälliger Lei s- tungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bi s- herigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Damit finden im vorliegenden Verfah-B-2959/2011 Seite 8 ren grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschrift en Anwendung, die bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. April 2011 in Kraft standen. 3.3. Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG zu berücksichtigenden ATSG -Normen zur Ar - beitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbs unfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) und zur Bestimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16) hat das Schweize - rische Bundesgericht (vormals Eidgenössisches Versicherungsgericht [EVG]) erkannt, dass es sich bei den in Art. 3 -13 ATSG enthaltenen L e- galdefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor In-Kraft-Treten des ATSG handelt und sich inhaltlich damit keine Änd e- rung ergibt, weshalb die hierzu entwickelte Rechtsprechung übernommen und weitergeführt werden kann (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). 4. 4.1. Streitig ist vorliegend, ob die Vorinstanz zu Recht die bisher ausg e- richtete ganze Invalidenrente wegen Änderung des Invaliditätsgrades eingestellt hat, wobei die Frag e im Zentrum steht, ob sich der Gesun d- heitszustand des Beschwerdeführers in rentenrelevanter Weise verbe s- sert hat bzw. ob der Sachverhalt rechtsgenügend abgeklärt und gewürdigt worden ist. Nachfolgend sind die zur Beurteilung der Streitsache massgebenden g e- setzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze darzulegen. 4.2. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauer n- de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die In- validität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähig- keit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilwei se Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei B-2959/2011 Seite 9 langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 4.3. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem I nvaliditätsgrad von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invalidität s- grad von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertel s- rente. 4.4. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades bei erwerbstätigen Vers i- cherten wird das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihnen zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnten (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsei n- kommen, das sie erzielen könnten, wenn sie nicht invalid geworden w ä- ren (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). 4.5. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesun dheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und b e- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). Eine zumutbare Arbeitsmöglichkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu lassen (leidensangepasste Verwei- sungstätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.). Die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht haben die medizin i- schen Unterlagen nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Bewei s- regeln, sowie umfas send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ve r- fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rech ts- anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche n- den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das g e-B-2959/2011 Seite 10 samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unte r- suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei- lung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlagg e- bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a). 4.6. 4.6.1. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch h in für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruch s- beeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Lei s- tung von dem Zeitpunkt an zu berück sichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbr e- chung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiter andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Die Herabsetzung der Renten erfolgt am er s- ten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Art. 88bis Abs. 2 Bst. a IVV, vgl. BGE 135 V 306 E. 7). 4.6.2. Ein Revisionsgrund ergibt sich aus jeder wesentlichen Änderung der tatsächlichen Verhältnisse, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 E. 3.5, m.w.H., SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E. 2). Keine Veränderung der tatsächl i- chen Verhältnisse bedeutet eine unterschiedliche Beurteilun g eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts (zum Beispiel eine andere Einschätzung der zumutbaren Arbeitsleistung, vgl. SVR 2004 IV 5, E. 3.3; 1996 IV Nr. 70 E. 3a). Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat in seiner älteren Rechtsprechung jeweil s festgehalten, dass ein Revision s- grund, welcher zur Aufhebung oder Herabsetzung der Rente nach Art. 41 IVG (bzw. heute Art. 17 ATSG) führt, aktenmässig zuverlässig ausgewi e- sen sein muss (z.B. Urteil des Bundesgerichts [ BGer] I 559/02 vom B-2959/2011 Seite 11 31. Januar 2003 E . 3.2 mit weiteren Hinweisen). Die Revisionsbesti m- mungen dürfen nicht als Grundlage für eine voraussetzungslose Neupr ü- fung des Rentenanspruchs verstanden werden ( RUDOLF RÜEDI, Die Ver- fügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grundfigur namentlich von Invalidenrevisionen, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 15 mit Verweis auf BGE 112 V 371 E. 4). 4.6.3. Ob eine unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten erhebliche Ä n- derung eingetreten ist, beurteilt sich durch den Vergleich des Sachverhal- tes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen bzw. letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonfo rmer Sachverhaltsabkl ä- rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (Ausgangszeitpunkt), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Rev i- sionsverfügung respektive des Einspracheentscheides (Referenzzei t- punkt, BGE 133 V 108 E. 5.4). 4.6.4. Eine materielle Abklärung findet sich vorliegend anlässlich der Ren- tenzusprache am 30. August 2004, weshalb diese Verfügung den Au s- gangszeitpunkt begründet. Die angefochtene Verfügung vom 27. April 2011, welche aufgrund des im Oktober 2004 eingeleiteten Ren tenrevisi- onsverfahrens erging, begründet den Referenzzeitpunkt. 5. Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. April 2011 stützte sich die Vorinstanz auf den von der SUVA bere chneten Invaliditätsgrad von 36 %. Demgegenüber führte die IV -Stelle SG in ihr er Vernehmlassung vom 11. Juli 2011 jedoch aus, dass die Erkenntnis der SUVA, wonach sich der medizinische Befund des Beschwerdeführers verschlechtert h a- be und deshalb eine Erhöhung der Unfallrente von 25 % auf 36 % stat t- gefunden habe, nicht nachvollziehbar sei. Es sei vielmehr von einer ma r- kanten Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers im Vergleich zum März 2004 auszugehen. Dr. med. F._______ habe den Beschwerdeführer in einer seinem Leiden adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig erachtet. Die Einstellung der Invalidenrente sei deshalb ohne Weiteres gerechtfertigt, da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege. Der Beschwerdeführer stellt sich hingegen auf den Standpunkt, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe. Er habe zudem Mühe, den Tag sozial und psychisch zu meistern. B-2959/2011 Seite 12 6. Nachfolgend ist deshalb anhand der medizinischen Akten zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der rentenz u- sprechenden Verfügung vom 30. August 2004 bis zum Erlass der streit i- gen Verfügung vom 27. April 2011 insoweit gebessert habe, dass die Auf- hebung der ganzen Invalidenrente gerechtfertigt war (vgl. BGE 117 V 198 E. 3a, BGE 133 V 108, BGE 130 V 71). 6.1. Der medizinische Sachverhalt im Zeitpunkt der Leistungszuspr e- chung präsentier te sich aufgrund de r damals vorliegenden Unterlagen, insbesondere der SUVA-Akten, wie folgt: 6.1.1. Aus dem Arztbericht von Dr. med. A._______, Facharzt Orthopädie, vom 21. Januar 2003 geht hervor, dass der Beschwerdeführer an einer beträchtlichen posttraumatischen Gona rthrose links leide, weshalb ihm am 7. Januar 2003 eine Knietotalendoprothese implantiert worden sei. Am 24. März 2003 berichtete Dr. med. A._______, dass der anschlie s- sende Reha -Aufenthalt des Beschwerdeführers sowie weitere medizin i- sche Behandlungen und langfristige Physiotherapiebemühungen keine Besserung gebracht hätten. Am 19. März 2003 sei deshalb unter Narkose eine Mobilisierung des linken Knies erfolgt. In seinem Bericht vom 7. Juli 2003 führte Dr. med. A._______ aus, dass das klinische Ergebnis beim Beschwerdeführer sehr enttäuschend sei. Der Beschwerdeführer klage weiterhin über starke Belastungsschmerzen im linken Knie und könne nur hinkend gehen. Eine intraarticuläre Cortison -Injektion habe nur kurzfris tig eine Besserung realisiert. Im objektiven Befund zeige sich immer noch eine parapatelläre beträchtliche synoviale Schwellung und eine leichte Ergussbildung. Der Quadrizeps sei deutlich atrophisch. Die Knieflexion mit 110 -0-0° sei nun akzeptabel. Der Bes chwerdeführer sei in dieser Form nicht arbeitsfähig. 6.1.2. Gemäss einem Arztbericht von Dr. med. B._______, Facharzt Or- thopädie, Klinik D._______, vom 13. Mai 2004 zeige der Beschwerdefü h- rer eine chronische mediale Laxität und eine chronische laterale Instabil i- tät bei mediolateraler Bandinsuffizienz bei St. N. Totalknieprothese, bei LCS Meniscalbearing links bei posttraumatischer Gonarthrose. Da der Verdacht auf eine Totalknieprothesenlockerung bestehe, werde ein Pr o- thesenwechsel empfohlen. In beruflicher Hinsich t gebe es keine Möglic h- keit, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit als Lagerist zu erhöhen. Postoperativ werde eine Adaptierung der Arbeitsstelle empfohlen. B-2959/2011 Seite 13 6.1.3. Dr. med. G._______, Facharzt Allgemeine Medizin, attestierte dem Beschwerdeführer in seinem Arztbericht vom 8. April 2004 folgende Diag- nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: – Kniedistorsion – Chondrocalzinose – Chondromalazif – Deg. Med. Meniskusruptur – Status p. Kreuz u. med. Seitenbandplastik links Des Weiteren attestierte Dr. med. G._______ dem Beschwerdeführer fol- gende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: – Posttraumatische Gonarthrose links – Zementfreie LCS-Prothese – Extreme Quadrizepsatrophie Dr. med. G._______ hielt den Beschwerdeführer aufgr und der gestellten Diagnosen für 100 % arbeitsunfähig in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit ab Januar 2003 und erachtete die Arbeitsfähigkeit nicht durch medizin i- sche Massnahmen verbesserbar. 6.1.4. Im ärztlichen Gutachten von Dr. med. H._______, Fachärztin All- gemeine Medizin, vom 5. Juli 2004 hielt diese fest, dass die Haupturs a- che der Minderung der Erwerbsfähigkeit ein Gelenkerguss (ICD -10: M25.4) sei. Zudem bestehe ein Zustand nach Knietotalendoprothes e- nimplantation links mit Instabilität und chronischem Reizzus tand, ein Z u- stand nach Arbeitsunfall im Jahr 1980 mit Verplattung des linken Unter- schenkels, Übergewicht, Schulterbewegungseinschränkung bei akuter Schleimbeutelentzündung und ein reaktiv depressiver Verstimmungsz u- stand. Dr. med. H._______ beurteilte eine Besserung der Beschwerden nach Prothesenwechsel und Infektsanierung möglich, die Prognose je- doch aufgrund der Vorgeschichte insgesamt als ungünstig. Eine Anpa s- sung und Gewöhnung an den bleibenden Leidenszustand in einem so l- chen Ausmass, dass sich das Restl eistungskalkül verbessern würde, sei nicht möglich. Dr. med. H._______ erachtete hingegen im Rahmen des Gesamtleistungskalküls eine überwiegend leichte Tätigkeit mit folgenden Kautelen als zumutbar: sitzende Arbeitshaltung, kein längeres Gehen oder Stehen, überwiegend leichte Hebe - und Trageleistung, keine Zwangshaltungen, fallweise Überkopf -Arbeiten oder vorgebeugte sowie gebückte Arbeit möglich, Tätigkeit mit geringem Zeitdruck und durc h-B-2959/2011 Seite 14 schnittlicher psychischer Belastung, vermehrtes Einlegen von Arbeitspau- sen. 6.1.5. Dr. med. I._______ vom Regionalärztlichen Dienst der Vorinstanz hielt in seiner Stellungnahme fest, dass es sich seiner Erkenntnis nach bei den Beschwerden des Beschwerdeführer um reine Unfallfolgen han d- le. Gemäss de r SUVA sei der Beschwerdeführer ab dem 6. Januar 2003 100 % arbeitsunfähig und es sei ein Ersatz der am 7. Januar 2003 i m- plantierten Knieprothese in der Klinik D._______ geplant. Dr. med. I._______ stützte sich auf diese Beurteilung und hielt fest, dass de m Be- schwerdeführer eine Invalidenrente gewährt werden könne, bis die SUVA über einen erneuten Invaliditätsgrad verfüge. 6.2. Hinsichtlich der Entwicklung des medizinischen Gesundheitszusta n- des des Beschwerdeführers und dessen Arbeitsfähigkeit bis zum Zei t- punkt der angefochtenen Verfügung am 27. April 2011 lässt sich aus den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen: 6.2.1. Im von Dr. med. J._______, Facharzt Orthopädie, Klinik D._______, ausgestellten Bericht vom 13. Januar 2005 stellt e dieser fol- gende Diagnosen: – St. n. Total-Knieprothesen-Wechsel links am 15. September 2004 – St. n. Knie-TP (LCS-Meniscal-Bearing links) 2003 – St. n. diversen Voreingriffen mit Kniegelenksarthroskopien, Naht des VKB, sowie Seitenband links – St. n. wahrscheinlicher Tibiafraktur links Dr. med. J._______ führte aus, dass beim Beschwerdeführer ein Reizknie mit chronischer Ergussbildung bestehe, dies vor allem bei Belastung, aber auch nach längerem Sitzen. Der Reizzustand des linken Kniegele n- kes könne längerfristig wahrscheinlich nicht wesent lich verbessert we r- den. Derzeit sei beim Beschwerdeführer längerfristig nicht mit der Wi e- deraufnahme der Arbeitsfähigkeit zu rechnen. In seinem Bericht vom 18. Februar 2005 bestätigte Dr. med. J._______ seine gemachten Einschätzungen und hielt wiederholt fest, dass beim Beschwerdeführer längerfristig nicht mit einer Verbesserung des Befu n- des gerechnet werden könne. Es komme vor allem nach längeren Bela s- tungen immer wieder zu Schwelllungen im Bereich des Kniegelenkes. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. B-2959/2011 Seite 15 6.2.2. Der Kreisarzt Dr. med. F._______, Facharzt Chirurgie, Allgemein - und Unfallchirurgie, erachtete in seinem Bericht vom 26. April 2005 den Beschwerdeführer im aktuellen Rehabilitationsverlauf als einsetzbar für eine vor allem sitzend e und wechselbelastende Tätigkeit, mit der Mö g- lichkeit, das Knie für eine halbe Stunde durch zu bewegen. Dabei sollten Pausen in regelmässigen Abständen (ca. zweistündlich) eingelegt werden und das Gehen auf kurze Strecken (ca. 200 Meter) begrenzt sein. 6.2.3. Dr. med. B._______ bestätigte in seinem Bericht vom 23. August 2005 im Wesentlichen seine gestellten Diagnosen und beurteilte den B e- schwerdeführer in Übereinstimmung mit Dr. med. J._______ als arbeits- unfähig. Dr. med. B._______ schloss derzeit eine Verbesserung d er Ar- beitsfähigkeit aus. Zudem hielt er fest, dass der Beschwerdeführer aus seiner Sicht eine invalidisierende extrartikuläre Neuralgie zeige. 6.2.4. Dr. med. K._______, Fachärztin Neurologie, beurteilte in ihrem B e- richt vom 13. Oktober 2005 die anamnestischen A ngaben des Beschwer- deführers zusammen mit den klinischen Befunden als mit einer Neurop a- thie des Ramus infrapatellaris des N. saphenus links vereinbar. Nach den operativen Eingriffen im Bereiche des Knies betrage die Verletzungsrate des Nervs bis zu 75 %. I m Falle des Beschwerdeführers liege mögliche r- weise eine postoperative Spätschädigung infolge einer Einbeziehung des Nervs im Narbengewebe vor. Typisch dafür seien die belastungsabhängi- gen verstärkten Schmerzen sowie der Triggerpunkt am Übergang zum distalen Drittel der medial verlaufenden Narbe. Die Atropie des M. quadri- zepts dürfte bei normalen EMG inaktivitätsbedingt sein. Der links nicht auslösbare PSR sei bei St atus nach mehreren Knieoperationen links nicht ungewöhnlich und könne wiederum bei normalem E MG nicht als Hinweis auf eine weiter proximal liegende Neuropathie des N. femoralis oder eine Radikulopathie gewertet werden. Sie empfehle eine erneute l o- kale Infiltration im Bereich des Triggerpunktes. Falls es zu einer deutl i- chen Schmerzbesserung komme, müsse eine operative Revision disk u- tiert werden. Bei fehlender Besserung sei ein Therapieversuch mit Neuro- tin empfehlenswert. 6.2.5. Im Bericht vom 28. Oktober 2005 hielt Dr. med. F._______ bezüg- lich des Zumutbarkeitsprofils des Beschwerdeführers fest, dass Dr. med. B._______ Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit auf der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführers beruhe, wie dieser ihm anlässlich eines Telef o- nats erklärt habe. B-2959/2011 Seite 16 6.2.6. Im von Dr. med. L._______, Facharzt Orthopädie, orthopädische Chirurgie und Unfallchirurg ie, ausgestellt en ärztlichen Gutachten vom 12. November 2005 kommt dieser zum Schluss, dass der Beschwerd e- führer nicht ein reines Weichteilproblem habe. Es liege ein chronischer Knieinfekt vor, auch wenn kein Keim nachgewiesen worden sei. Derzeit sei das Kniegelenk in einem sehr schlechten Zustand mit einer massiven synovitischen Schwellung und einer Oberschenkelumfangdifferenz von mehreren Zentimetern. Die Beschwerden des Beschwerdeführers seien glaubhaft und in Anbetracht des Befundes auch nicht psychosom atisch bedingt. Eine Beschwerdeverbesserung wäre mit einem Ausbau der Knieendprothese und einer Knieversteifung mit einem Fixateur zu erzi e- len. Es würde dadurch zu einer Beinverkürzung kommen. Der ganze Pr o- zess würde aber eine hohe Motivation und eine hohe Anforderung an die Patientenbelastbarkeit voraussetzen. Diese Belastbarkeit scheine beim Beschwerdeführer momentan nicht gegeben zu sein. Beim Beschwerd e- führer sei keine Besserung seines Gesundheitszustand möglich. Es sei auch nicht möglich, dass sich der Beschwerdeführer an den b leibenden Leidenszustand anpasse oder gewöhne, so dass sich sein Restleistungs- kalkül verbessern würde. Dr. med. L._______ beurteilte den Beschwerde- führer als voll arbeitsunfähig. Als zumutbar beurteilte er jedoch Tätigke i- ten mit f olgenden Anforderungen: sitzende Arbeitshaltung in geschloss e- nen Räumen, kein langes Gehen oder Stehen, leichte Hebe - und Trage- leistung, keine Zwangshaltungen, fallweise Überkopf -Arbeiten und vorge- beugte sowie gebückte Arbeiten möglich, vermehrtes Einlegen von Ar- beitspausen notwendig. 6.2.7. Dr. med. G._______ führte in seinem Bericht vom 5. Dezember 2005 aus, dass der Beschwerdeführer seit einem Monat Neurotin ei n- nehme und sich die Beschwerden keineswegs gebessert hätten. Der B e- schwerdeführer klage über Nebenwirkungen in Form von Müdigkeit. 6.2.8. Im Austrittsbericht der Rehaklinik M._______ vom 5. Juli 2006 wur- de festgehalten, dass durch den stationären Aufenthalt vom 17. Mai 2006 bis 14. Juni 2006 beim Beschwerdeführer keine Zustands verbesserung habe erzielt werden können. Er habe nicht von den physiotherapeut i- schen und medikamentösen Therapien profitieren können. Bei stets vo r- handenem und bei Belastung und Bewegung zunehmendem Reizknie seien schwellungs- und schmerzbedingt die stets beklagten Beschwerden im linken Knie während des ganzen Rehaaufenthaltes ein limitierender Faktor gewesen. Die Beweglichkeit im linken Knie sei unverändert geblieben mit Flexion/Extension 70-0-0°. Der Beschwerdeführer habe ge-B-2959/2011 Seite 17 gen Ende des Aufenthaltes durch die intensiven Therapien eher verstärk- te Beschwerden im linken Knie beklagt und habe sogar einen Rückgang der Belastbarkeit präsentiert. Ein erheblicher Teil der Schmerzsymptoma- tik sei auf ein neurogenes Schmerzsyndrom zurückzuführen. Es sei a b- sehbar, dass die Zumutbarkeitsgrenzen hierdurch deutlich dauerhaft r e- duziert sein werden. Allein aufgrund des erheblichen neurogenen Schmerzes dürfte allenfalls eine körperlich sehr leichte Tätigkeit überwi e- gend im Sitzen, zeitlich bis maximal 75 % der Arbeitstätigke it mit zusätzli- chen Pausen zumutbar sein. 6.2.9. Dr. med. B._______ führte nach durchgeführter Untersuchung in seinem Bericht vom 6. Oktober 2006 aus, dass bezüglich der Prothese eine leichte mediale Laxheit, persistierende Gelenksergüsse und radiol o- gisch eine Lyse rund um den Femurschaft feststellbar seien, die aber seit der letzten Kontrolle im August 2005 unverändert geblieben seien. Eine infektiöse Ursache habe in den klinischen, radiologischen und paraklin i- schen Untersuchungen nicht nachgewiesen werden könne n. Was die Problematik des N. infrapatellaris betreffe, seien bereits sämtliche zur Verfügung stehenden konservativen Behandlungen ohne grossen Erfolg angewendet worden. Für eine Revision der medialen Narbe mit Neurol y- se der Nn. saphenus bestehe bei einem Zustand mit Narbenbeschwerden und nach Neurolyse und Exzision eines Neuromas vor mehreren Jahren seiner Meinung nach keine Erfolgsgarantie. Insgesamt seien die B e- schwerden des Beschwerdeführers komplexer Natur und würden in erster Linie mit der Neuropathie des N. infrapatellaris zusammen hängen. Im Hinblick auf die Berufsausübung sei offensichtlich, dass der Beschwerd e- führer seiner früheren beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachgehen könne. Es liege eine Berufsunfähigkeit von 100 % vor. Theoretisch möglich wäre eine sitzende Tätigkeit, bei der nur die oberen Gliedmassen zum Einsatz kämen. Die Position müsste regelmässig geändert werden, regelmässige Pausen wären nötig und die unteren Gliedmassen dürften nicht eing e- setzt werden. Tatsächlich befinde sich der Bes chwerdeführer, der seine Stellung regelmässig ändern müsse und nicht lange Zeit sitzen könne , in einer schwierigen Lage hinsichtlich Zumutbarkeit und Ausführbarkeit einer Tätigkeit. 6.2.10. Im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 21. Dezember 2006 hielt Dr. me d. F._______ fest, dass nach wie vor Gonalgien im Rahmen der multiplen Eingriffe mit Reizzustand im Knie und neuropathische B e- schwerden sowie leichter antero -medialer Instabilität bestünden. Infekti o- logisch könne kein bakterielles Wachstum nachgewiesen wer den, das B-2959/2011 Seite 18 den szintigraphisch verdächtigen Befund bestätigen würde. Bei diesem Zustand sei wegen den neuropathischen Beschwerden und der nicht ausgeschlossenen, sich erneut anbahnenden Prothesenlockerung doch auch bei einer ganztägig sitzenden Tätigkeit mit einer zeitlichen Ei n- schränkung zu rechnen, was in Reevaluation seiner früheren Zumutba r- keitsbeurteilung ab 7. Juni 2005 zu berücksichtigen sei. 6.2.11. Aus dem Bericht des Krankenhauses N._______ vom 3. Novem- ber 2007 ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer na ch Implantation ei- ner epiduralen Schmerzpumpe durch Dr. med. O._______ im Schmerz- zentrum Klinik Q._______ mit zunehmenden starken Schmerzen und mit Verdacht auf Liquorfistel stationär behandelt werden musste. 6.2.12. Dr. med. O._______, Facharzt Anästhesiologie und Intensivmedi- zin, Schmerzzentrum Klinik Q._______ , berichtete am 11. Dezember 2007, dass der Beschwerdeführer für eine Schmerztherapie, welche j e- doch abgebrochen worden sei, in seiner Behandlung gewesen sei. Er h e- ge beim Beschwerdeführer den Verdacht auf ein Neurom im Verlauf des Nervus saphenus medial am Knie links. Er habe beim Beschwerdeführer eine medikamentöse Schmerztherapie mit Fentanyl und Morphin durc h- geführt und einen temporären intrathekalen Katheter imp lantiert, damit eine Dauerinfusion von Fentanyl und Bupivacain stattfinden könne. Der Beschwerdeführer habe die üblichen Nebenwirkungen wie Juckreiz, M ü- digkeit und Schwitzen gehabt. Diese Nebenwirkungen seien nicht w e- sentlich zurück gegangen. Mit der schmerzstillenden Wirkung sei der B e- schwerdeführer nicht zufrieden gewesen. 6.2.13. Im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 26. Februar 2008 bestätigte Dr. med. F._______ seine bisher gestellten Diagnosen und führte aus, dass eine intrathekale Schmerztherapie aufg rund der Nebe n- wirkungen habe abgebrochen werden müssen. Es sei beim Beschwerd e- führer dadurch zu einem postinterventionellen Auftreten einer vorüberge- henden Liquorfistel gekommen. Dr. med. F._______ berichtete, dass sich der Umfang des linken Knies reduzier t und auch die Beweglichkeit g e- bessert hätten. Der Beschwerdeführer mache auch einen psychisch st a- bileren Eindruck als früher. Unverändert bestehe die Klopf - und Druckdo- lenz im Bereich des Nervus infrapatellaris und am medialen Tibiaplateau im Bereich der Narbe sowie die mediale Aufklappbarkeit. Er denke, dass aufgrund der multipelsten Operationen und der immer wieder aufgetret e- nen Komplikationen und auch unter Berücksichtigung des aktuell deutlich besseren Zustandes auf weitere operative Interventionen (Re vision des B-2959/2011 Seite 19 Nervus infrapatellaris, Straffung des medialen Seitenbandes) zu verzic h- ten sei. Die medizinische Zumutbarkeit der Arbeitsfähigkeit beurteile er unverändert. 6.2.14. Aus den ärztlichen Berichten des Landeskrankenhaus R._______ vom 29. September 2008 und 14. Oktober 2008 geht hervor, dass der Beschwerdeführer von 29. September 2008 bis 9. Oktober 2008 in stati o- närer Behandlung gewesen ist. Der Beschwerdeführer sei mit einem deutlichen Kniegelenkserguss und deutlicher Überwärmung sowie sta r- ken Schmerzen vo n der Unfallchirurgieambulanz in N._______ über- nommen worden. Dort sei eine Punktion des Kniegelenkes durchgeführt worden und das Punktat hätte sich trübe gezeigt. In der nun durchgefüh r- ten Punktion zeige sich eine erhöhte Zellzahl von 41'000, der CRP Wert liege bei 3.42. Es sei in der Folge eine arthroskopische Kniegelenkssp ü- lung durchgeführt worden. Im zytologischen Befund habe sich ein akut eitriges Zellbild gezeigt. Der mikrobiologische Befund sei bis jetzt unau f- fällig. Die Anreicherung laufe weiter. Es sei eine Antibiose mit Dalazin und Rifoldin postoperativ durchgeführt worden, worauf die Entzündungswerte rückläufig geworden seien. 6.2.15. Im Arztbericht von Dr. med. C._______, Facharzt Orthopädie, Kli- nik D._______ , vom 19 . März 2009, führt e dieser aus, dass beim B e- schwerdeführer eine unverändert eingeschränkte Situation wie im ärztl i- chen Bericht des Landeskrankenhaus R._______ vom September 2008 bestehe. Es bestehe der Verdacht auf wenig symptomatische femorale Lockerung (aseptisch) links mit symptomatisch de utlich im Vordergrund stehender Weichteilirritation antero-medial evt. durch den tibialen Proth e- senanteil. Am 1. September 2009 führt e Dr. med. C._______, in seinem Bericht aus, dass sich in der durchgeführten Szintigraphie (3-Phasen Skelettszin- tigraphie) vom 13. Januar 2009 eine Mehranreicherung am Rand der Femurkomponente metaphysär mit unauffällig tibialem Prothesenanteil gezeigt habe. Klinisch dominierten für den Beschwerdeführer die bela s- tungsabhängigen Beschwerden im Bereich des medialen Tibiaplateau s mit Verdacht einer medialen Weichteilirritation durch den Prothesenübe r- hang. Es liege eine klare 100 % -ige Arbeitsunfähigkeit als Lagerist vor. Auch ein Prothesenwechsel würde mi t aller grösster Wahrscheinlich keit nicht zu einer 100 % -igen Arbeitsfähigkeit als Lagerist führen. Eine A r- beitsfähigkeit könne seiner Meinung nach nur durch eine Umschulung mit sitzender Tätigkeit erreicht werden. B-2959/2011 Seite 20 6.2.16. Aus dem ärztlichen Attest von Dr. med. G._______ vom 16. N o- vember 2009 geht hervor, dass der Beschwerdeführer wieder holt wegen Schmerzen im linken Kniegelenk in seiner Praxis gewesen ist. Klinisch bestehe wiederum ein Reizerguss sowie ein Beugedefizit. 6.2.17. Aus dem Bericht des Landeskrankenhaus R._______ vom 26. Februar 2010 geht hervor, dass aufgrund eines Sturzes auf das linke Knie das mediale Seitenband instabil sei und eine typische Druckschmerzha f- tigkeit bestehe. Der Beschwerdeführer wurde bis zum 25. April 2010 a r- beitsunfähig geschrieben. 6.2.18. Im kreisä rztlichen Untersuchungsbericht der SUVA vom 1. März 2010 stellte Dr. med. F._______ folgende Diagnosen: – Distorsion vom 15. Oktober 1980, unhappy triad Knie links bei Status nach medialer Bandnaht ca. 1972 – 17. Oktober 1981 Kniegelenkrevision mit Meniscusre fixation, Reinsertion des vorderen Kreuzbandes, dorsomedialer Ka p- selraffung, Naht des medialen Seitenbandes und des Vastus medialis, Gipsimmobilisation – 3. März 1981 Nervenrevision Ramus infrapatellaris – Unfall vom 19. Dezember 1981 mit Kontusion Kniegelenk links, Riss des medialen Seitenbandes, alter Teilruptur des vorderen Kreuzba n- des, degenerativer Ruptur des medialen Meniscushinterhornes mit Chondrocalcinose, retropatellärer Chondromalazie Grad II bis III (s o- wie Distorsion Schulter links und Nasenbeinkontusion) – 22. November 1982 Narbenneuromexcision, Ersatz des Se i- tenbandes durch Kohlefaserbündel – 16. Mai 1983 Entfernung des Kohlefaserbandes – 16. Oktober 1992 Revision – 7. Oktober 1998 partielle mediale Meniscektomie, retropatell ä- res Knorpeldébridement – 7. Januar 2003 Knietotalprothese links – 15. September 2004 Wechsel Knietotalprothese links bei z u- nehmender Instabilität des Implantates – Szintigraphisch Verdacht auf Low grade infect, bakteriologisch nicht bestätigt (DD Prothesenlockerung) mit Reize r- guss/Synovialitis – Rezidivierende Schwellungen mit leukozytärem Infiltrat aseptisch o h- ne Nachweis bakterieller Infektion – Verdacht auf aseptische Prothesenlockerung B-2959/2011 Seite 21 – Neurogenes Schmerzsyndrom des Nervus femoralis/Ramus infrap a- tellaris links – 2007 Versuch einer intrathekalen Schmerztherapie, wegen Nebenwirkungen dann darauf verzichtet; postinterventionelles Auftreten einer vorübergehenden Liquorfistel – Schmerzexazerbationen November 2009 und 15. Februar 2010 bei Verdacht auf Kniedistorsio – Anpassungsstörungen mit gemischter Symptomatik Dr. med. F._______ führte aus, dass die Untersuchung durch die starke Schmerzempfindung am Knie geprägt sei, so dass der Beschwerdeführer nicht stockfrei gehen könne und auf der Untersuchungsliege das Knie nur bis 40 Grad flektiert, hingegen beim Herabsteigen respektive beim Sitzen zum Prüfen der Reflexe ein hängender Unterschenkel ca. 80 Grad Flex i- on möglich sei. Es bestehe eine Konturverdickung und –vergröberung am linken Knie, leicht überwärmt, und eine tanzende Patella mit Erguss. Aus- geprägte Druckempfindlichkeit über gesamte m medialem Kniekomparti- ment. Ebenfalls leichte – soweit prüfbar – vermehrte Aufklappbarkeit me- dial im Vergleich zu lateral. Nach wie vor die Quadricepshypotrophie links, dies obwohl der Patient eine ausgeprägt e Beschwielung plantar beidseits nahezu symmetrisch aufweise . Es sei nicht auszuschliessen, dass eine gewisse mediale Seitenbandzerrung stattgefunden habe mit Exazerbation hier vorbestehender Schmerzen im Bereich des medialen Tibialplateaus wie Dr. med. C._______ postuliert habe, allenfalls auch durch die radiologisch sichtbare Prominenz der Tibiakomponente bedingt. Radiologisch sei der Lysesaum um die femorale Komponente herum nicht eindeutig konventionell interpretierbar, aber in Zusammenschau aus der Aktenlage sei aufgrund der Szintigraphie doch eine Lockerung der Pr o- these möglich. Hingegen sei der immer wieder postulierte Infekt auch in den multiplen Punktionen ohne Nachweis eines bakteriologischen Wachs- tums wenig suspekt für einen Infekt. Die heute leic hte Überwärmung und Schwellung sei eher auf einen Reizzustand zurückzuführen und klinisch nicht auf einen Infekt. Somit sei der Zustand bis zum Jahreswechsel 2009/2010 in etwa unve r- ändert zu der Untersuchung vor gut zwei Jahren. Somit hätten sich auch die Integritätsentschädigung, Zumutbarkeit und Behandlungsmassna h- men nicht wesentlich verändert. Es gebe nur eine leichte Abweichung in der Zumutbarkeit. Im chronischen Stadium, das heisst ohne dieses schmerzexazerbierende Ereignis, wären dem Beschwerdeführer medizi- nisch zumutbar sitzende Tätigkeiten aufgrund der Verlangsamung im B-2959/2011 Seite 22 Vergleich zu 2000 doch eher – wie bereits erwähnt – eine quantitative Einschränkung von täglich ca. 1 ½ Stunden realistisch. Diese leichte Ve r- schlechterung im Vergleich zu 2000 sei au ch in der Untersuchung 2008 mit Anpassung der Integritätsentschädigung berücksichtigt. 6.2.19. Dr. med. E._______, Facharzt Orthopädie und orthopädische Chi- rurgie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 19. Januar 2011 ein en schmerzhaften Zustand im linken Knie nach zweimalige n Knieprothesen- implantationen links und eine Trochantertendinose links mit starken Hüf t- schmerzen. Gemäss Dr. med. E._______ bestehe eine beträchtliche Ein- schränkung des Leistungskalküls. In seinem Bericht vom 12. Feb ruar 2011 hielt Dr. med. E._______ fest, dass aufgrund der erheblichen Dauerschmerzen eine berufliche Tätigkeit im Sitzen von maximal halbtägig möglich sei. 7. Aus den seit der Rentenzusprechung dargelegten Arztberichten ergibt sich, dass die Ausführungen ü ber den Gesundheitszustand des B e- schwerdeführers bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 27. April 2011 im Wesentlichen konstant geblieben sind . Die gestellten Diagnosen und Befunde sind nach wie vor grundsätzlich die Gleichen wie im Zeitpunkt der Re ntenzusprechung. Es fällt auch auf, dass seit der Rentenzusprechung die mögliche medizinisch -theoretische Arbeitsfähig- keit des Beschwerdeführers von diversen Ärzten , trotz im Wesentlichen gleich lautende r Diagnosen, unterschiedlich eingeschätzt wurde. Zwar schliessen identisch gebliebene Diagnosen eine revisionsrechtlich erhe b- liche Steigerung des tatsächlichen Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit) grundsätzlich nicht aus. Dies gilt namentlich dann, wenn der Schwer e- grad eines Leidens sich verringert hat oder es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen (Urteil BGer 9C_88/2010 vom 4. Mai 2010 E. 2.2.2 mit Hinweis). Im vorliegenden Fall hat sich trotz Durchführung unterschiedlichster Th e- rapien und medizinische r Behandlungen keine Besserung des Gesun d- heitszustandes eingestellt. Im Gegenteil, wie die SUVA aufgrund ihrer medizinischen Abklärungen zu Recht festgehalten hat, hat sich der med i- zinische Befund des Beschwerdeführers verschlechtert. So hielt Dr. med. F._______ in seinem kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 1. März 2010 als zusätzliche Diagnose ein neurogenes Schmerzsyndrom des Nervus femoralis/Ramus infrapatellaris links sowie eine Anpassungsst ö-B-2959/2011 Seite 23 rung mit gemischter Symptomatik fest. Zudem wird ersichtlich, dass sich seit der Rentenzusprache die Knieflexion des Beschwerdeführers ve r- schlechtert hat. Dr. med. E._______ diagnostizierte beim Beschwerdefüh- rer überdies am 19. Januar 2011 eine Trochantertendinose. Die erhebl i- chen Dauerschmerzen des Beschwerdeführers konnten trotz Operationen und Therapien nicht reduziert werden. Aus den Akten geht hervor, dass dieser Zustand für den Beschwerdeführer sehr belastend ist. Dies wirkt sich dementsprechend auf seinen psychischen Gesundheitszustand aus, was angesichts d er über 30 -jährigen Leidensgeschichte nachvollziehbar ist. Bereits im Jahr 2005 führten diverse Ärzte wiederholt aus, dass die Prognosen im vorliegenden Fall keineswegs günstig seien. So hielt Dr. med. J._______ von der Klinik D._______ in seinem Arztberic ht vom 13. Januar 2005 fest, dass der Reizzustand des linken Kniegelenkes lä n- gerfristig nicht wesentlich verbessert werden könne und längerfristig nicht mit der Wiederaufnahme der Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei. Dies wurde von Dr. med. L._______ in seinem Bericht vom 12. November 2005 bes- tätigt, indem dieser keine Besserung des Gesundheitszustand des B e- schwerdeführers für möglich erachtete und auch eine Anpassung oder Gewöhnung an diesen Zustand ausschloss. Es gilt im vorliegenden Fall festzuhalten, dass eine von der Vorinstanz angenommene Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwe r- deführers nicht ersichtlich ist. Die unterschiedlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit basieren nicht auf einer Veränderung des Sachverhaltes im Vergleich zur primäre n Einschätzung, sondern sie entsprechen ledi g- lich einer anderen Interpretation ein und desselben Sachverhaltes. G e- mäss den obigen Ausführungen kann zudem eine Verringerung des Schweregrads des Leidens oder eine bessere Anpassung des Beschwer- deführers an se ine Leiden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausge- schlossen werden. Zusammenfassend ergibt sich somit , dass sich weder der medizinische Sachverhalt mit der im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Bewei s- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit in re ntenerheblicher Weise geändert hat, noch andere Revisionsgründe ersichtlich sind. Die unte r- schiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eines im Wesentlichen unver- ändert gebliebenen Sachverhalts stellt rechtsprechungsgemäss keinen Revisionsgrund im Sinne v on Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (vgl. E. 4.6 hier- vor). B-2959/2011 Seite 24 Aufgrund der seit Erlass der angefochtenen Verfügung ausgestellten Arztberichte deutet auch nichts darauf hin, dass sich der medizinische Zustand des Beschwerdeführers mittlerweile verbessert hat. 8. Zu pr üfen bleibt, ob die dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. August 2004 gewährte ganze Invalidenrente unter dem Rechtstitel der Wiedererwägung aufzuheben gewesen wäre. 8.1. Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG kann die IV -Stelle auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspr a- cheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Unter diesen Vo r- aussetzungen kann die Verwaltung eine Rentenverfügung auch dann a b- ändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit erst vom Gericht fes t- gestellt, so kann es den auf Art. 17 ATSG gestützten Revisionsentscheid der Verwaltung mit dieser substituierten Begr ündung schützen (BGE 125 V 368 E. 2; Urteil BGer 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2). Die Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG dient der Korrek- tur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung – unter Einschluss un- richtiger Feststellung im Sinn e der Würdigung des Sachverhalts (Urteil BGer 9C_215/2007 vom 2. Juli 2007 E. 3.1; vgl. auch BGE 117 V 8 E. 2c; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [ EVG] I 545/02 vom 17. August 2005, publiziert in SVR 2006 IV Nr. 21, E. 1.2). Ein Verwa l- tungsakt ist zweifellos unrichtig, wenn kein vernünftiger Zweifel an der Unrichtigkeit möglich ist. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige der Unrichtigkeit der Verfügung – möglich. 8.2. Die rentenzusprechende Verfügung vom 30. August 2004 war ins o- weit rechtsfehlerhaft, als der Sachverhalt offensichtlich ungenügend a b- geklärt war. Die IV-Stelle SG hat den Invaliditätsgrad aufgrund der ärztl i- chen Beurteilungen zur Arbeitsfähigkeit in d er bisherigen Tätigkeit auf 100 % festgelegt (vgl. Arztbericht e von Dr. med. G._______ vom 8. April 2004 und von Dr. med. B._______ vom 13. Mai 2004 sowie ärztliches Gutachten von Dr. med. H._______ vom 5. Juli 2004). Die Arbeitsfähi g- keit in Verweisungstätigkeiten hat die IV-Stelle SG jedoch nicht weiter ab- geklärt bzw. beurteilt, obwohl sowohl die ärztlichen Berichte wie auch die SUVA-Verfügung von einer weitestgehenden Arbeitsfähigkeit in Verwe i- sungstätigkeiten ausgegangen sind (vgl. Gesamtleistungskalkül im ärztl i-B-2959/2011 Seite 25 chen Gutachten von Dr. med. H._______ vom 5. Juli 2004, Arztbericht von Dr. med. F._______ vom 28. Oktober 2005, wonach sich Dr. med. B._______ nur zur Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätigkeit geäussert habe, sowie die Verfügungen der SUVA vom 21. November 1983, 22. Ja- nuar 2001, 11. März 2008 und 25. August 2010). Damit war der Sachver- halt, namentlich die Arbeitsfähigkeit in Verweisungstätigkeiten , im Zei t- punkt der rentenzusprechenden Verfügung vom 30. August 2004, nicht hinreichend geklärt und die rentenzusprechende Verfügung aus diesem Grund rechtsfehlerhaft. Die Vorinstanz hat jedoch die Verfügung vom 30. August 2004 nicht in Wiedererwägung gezogen. Dem Bundesverwaltungsgericht ist es im vo r- liegenden Fall mangels Kenntnis des massgeblichen Sachverhalts im Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung nicht möglich, die Be- schwerde abzuweisen und die angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 27. April 2011 mit der substituierten Begründung der Wiedererw ä- gung zu bestätigen. Dem Gericht ist es auch verwehrt, die Beschwerde gutzuheissen und die Sache an die Vorinstanz zurückz uweisen mit der Anweisung, der Sachverhalt sei weiter abzuklären und gegebenenfalls sei die ursprüngliche Verfügung in Wiedererwägung zu ziehen (Urteil BGer U 66/07 vom 5. Dezember 2007 E. 4). 9. Die Vorinstanz hat es im vorliegenden Fall überdies unterlass en, vorfra- geweise zu prüfen, ob Eingliederungsmassnahmen erforderlich sind, b e- vor sie über die Renteneinstellung im Rahmen der Revision verfügt hat; dies wäre namentlich vor der Aufhebung der Invalidenrente des B e- schwerdeführers, der im Zeitpunkt der angef ochtenen Verfü gung das 55. Altersjahr zurückgelegt hatte, erforderlich gewesen (Urteil BGer 9C_228/2010 vom 26. April 2011, Präzisierung der Rechtsprechung g e- mäss Urteil BGer 9C_163/2010 vom 25. März 2011). 10. Die von der Vorinstanz vorgenommene Aufhebung d er Invalidenrente er- weist sich als unzulässig. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und die angefochtene Verfügung vom 27. April 2011 aufzuheben. Dem B e- schwerdeführer ist über den 30. Juni 2011 hinaus eine ganze Invalide n- rente auszurichten. B-2959/2011 Seite 26 11. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 11.1. Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG auferlegt das Bundesverwaltungsg e- richt die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem obsiege nden Beschwerdefüh- rer keine Kosten aufzuerlegen, sodass der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400. – dem Beschwerdeführer auf ein von ihm anzug e- bendes Konto zurückzuerstatten ist. Der Vorinstanz werden keine Verfah- renskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 11.2. Da dem obsiegenden Beschwerdeführer, welcher nicht anwaltlich vertreten war, keine verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, ist ihm keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 ff. des Reglements vom 21. F ebruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). B-2959/2011 Seite 27 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 27. April 2011 wird aufgehoben. Dem Beschwerdeführer ist weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvo r- schuss in der Höhe von Fr. 400. – wird dem Beschwerdeführer nach Ei n- tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Bes chwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein ; Beilage Formular Zahladresse) – die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Philippe Weissenberger Bianca Spescha B-2959/2011 Seite 28 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der B eschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 14. Februar 2012