<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00360</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106683&amp;W10_KEY=13013576&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00360</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.06.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vergabe von Ingenieurarbeiten (Gemeindeingenieur für Entwässerung) Anwendbares Recht (E. 1). Legitimation (E. 2). Akteneinsicht: Beschränkte Einsicht in verwaltungsinterne Unterlagen. Herausgabe von Berichten eines beigezogenen Experten zur Klärung von dessen behaupteter Voreingenommenheit? Frage offen gelassen (E. 3). Unzulässige Absprache mit Anbietenden? Frage offen gelassen (E. 4). Ermessen der Vergabebehörde bei der Beurteilung der Angebote (E. 5a). Bei der Beurteilung des Zuschlagskriteriums "Qualität" darf die Vergabebehörde grundsätzlich auf Angaben abstellen, die von den Anbietenden für die Präqualifikation eingereicht wurden (E. 5b und c). Nachträgliche Begründung des Vergabeentscheids: Ergänzung einer ungenügenden Begründung grundsätzlich nur mit der Beschwerdeantwort zulässig und nicht erst im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels (E. 5d). Unzureichende Begründung des Vergabeentscheids (E. 5e). Preis und Wirtschaftlichkeit bei Dienstleistungsaufträgen: Stundentarife; Zeitaufwand für die Anfahrt (Berücksichtigung der Distanz zum Einsatzort; E. 5f); Mehraufwand durch den Einsatz weniger qualifizierter Sachbearbeiter (E. 5g). Bindung an die bekannt gegebenen Zuschlagskriterien; Vertrauensschutz (E. 5g). Aufgrund der Neuberechnung erzielt die Beschwerdeführerin das beste Resultat (E. 5h). Gutheissung der Beschwerde (E. 5i). Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTENEINSICHT">AKTENEINSICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANFAHRTSWEG">ANFAHRTSWEG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSTAND">AUSSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFANGENHEIT">BEFANGENHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNG">BEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EXPERTE">EXPERTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRÃQUALIFIKATION">PRÃQUALIFIKATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REISEZEIT">REISEZEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSCHLAGSKRITERIEN">ZUSCHLAGSKRITERIEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 5 lit. I BGBM</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="gerade">§ 17 lit. I i SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 31 lit. I SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Mit einer Ausschreibung vom 12. April 2001 erÃ¶ffnete die Gemeinde X eine Submission im selektiven Verfahren fÃ¼r die Vergabe von Ingenieurarbeiten im Bereich der EntwÃ¤sserung (Gemeindeingenieur fÃ¼r LiegenschaftenentwÃ¤sserung). Um die Teilnahme bewarben sich 13 IngenieurbÃ¼ros, von denen die Gemeinde fÃ¼nf zu einem Angebot einlud, darunter die bisherige Inhaberin des Auftrags, die Firma G, sowie die bei­den BÃ¼ros D und A. Mit Be­schluss vom 25. Oktober 2001 vergab der Gemeinderat X den Auftrag an die Firma D, was er den nicht berÃ¼cksichtigten Anbietern in einem Brief vom 29. Oktober 2001 mitteilte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Gegen den Vergabeentscheid erhob die Firma A am 8. November 2001 Be­schwer­de an das Ver­wal­tungs­ge­richt. Sie beantragte zusammengefasst, der ange­fochtene Ent­scheid sei aufzuheben und der Auftrag sei ihr zu erteilen, unter Ko­sten- und Ent­schÃ¤­di­gungs­fol­gen zu Lasten der Gemeinde. Ferner ersuchte sie darum, der Be­schwer­de die auf­schiebende Wirkung zu gewÃ¤hren. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Gemeinderat stellte in seiner Be­schwer­deantwort vom 13. Dezember 2001 den Antrag, es seien die Be­schwer­de und das Gesuch um aufschiebende Wirkung abzuweisen. Die mitbeteiligte Firma D reichte innert Frist keine Stellungnahme ein. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 19. Dezember 2001 wurde der Be­schwer­de die auf­schiebende Wirkung erteilt. Sodann wurde der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin am 30. Januar 2002 die Einsicht in die Be­schwer­deakten mit einer EinschrÃ¤nkung bewilligt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit Replik vom 19. Februar 2002 und Duplik vom 5. April 2002 hielten die Par­teien an ihren Standpunkten fest.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit erforderlich, in den nachstehenden AusfÃ¼hrungen wiedergegeben.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittel­bar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung vom 22. September 1996 (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Ein nicht berÃ¼cksichtigter Anbieter ist zur Beschwerde gegen den Vergabeent­scheid legitimiert, wenn er bei deren Gutheissung eine realistische Chance hat, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, bei welcher er ein neues Angebot einreichen kann. An­dernfalls fehlt ihm das schutzwÃ¼rdige Interesse an der BeschwerdefÃ¼hrung (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11). Vorliegend hat die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin gemÃ¤ss der BegrÃ¼n­dung des angefochtenen Ent­scheids nur das drittbeste Resultat erzielt. Mit den in der Be­schwer­de erhobenen RÃ¼gen stellt sie jedoch unter anderem diese Bewertung in Frage, wozu sie ohne weiteres legitimiert ist. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) FÃ¼r die Ausarbeitung der Submissionsunterlagen und die Begleitung der Ver­gabe zog die Be­schwer­de­geg­nerin das BÃ¼ro K bei. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin verlangt die Herausgabe der von diesem BÃ¼ro erarbeiteten Unter­lagen sowie die Einvernahme von des­sen Sachbearbeiter M als Zeuge. Die Ge­meinde wendet dagegen ein, dass sie im Verlauf des Submissionsverfahrens habe feststel­len mÃ¼ssen, dass dieser Sachbearbeiter die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig stark bevorzuge. Den Grund dafÃ¼r sieht sie darin, dass M Studienkollege eines Mit­glieds der GeschÃ¤ftsleitung der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin gewe­sen sei. Der Gemeinderat habe daher die Bewertung der Zuschlagskriterien im Rahmen des ihm zustehenden Ermessens selber vorgenommen. â Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin fÃ¼hrt in der Replik zu diesen VorwÃ¼rfen aus, dass keines ihrer GeschÃ¤ftsleitungsmitglieder Studien­kollege von M gewe­sen sei; hingegen sei ihr Projektleiter SiedlungsentwÃ¤sserung mit M bekannt. Derartige Kontakte seien in der relativ kleinen und Ã¼bersichtlichen Branche Ã¼b­lich. Nach­dem die Be­schwer­de­geg­nerin dies nicht bestritten habe, sei davon auszugehen, dass der beigezogene Ingenieur das Unternehmen der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin tatsÃ¤chlich als gleich­wertig beurteilt habe, was der Be­schwer­de­geg­nerin aber offenbar ungelegen gekom­men sei. â Dazu bemerkt die Be­schwer­de­geg­nerin in der Duplik, dass der beigezogene be­ra­tende Ingenieur die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin nicht als gleichwertig beurteilt, sondern wieder­holt krass bevorzugt habe, so dass seine Empfehlungen nicht mehr als objektiv hÃ¤tten qua­lifiziert werden kÃ¶nnen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Vergabeinstanz kann zur DurchfÃ¼hrung einer Submission externe Fachleute beiziehen, die direkt am Verfahren mitwirken. Ob der Beizug derartiger Experten erforder­lich ist und in welcher Form er erfolgt, steht in weitem Umfang in ihrem Ermessen. Sie ist auch nicht an die Beurteilung der Experten gebunden, sondern trifft ihren Ent­scheid in ei­gener Verantwortung (RB 1999 Nr. 4 = BEZ 1999 Nr. 25 = ZBl 101/2000, S. 265 E. 5; zur besonderen Rechtslage bei der Einsetzung einer unabhÃ¤ngigen Jury gemÃ¤ss § 11 Abs. 1 lit. k der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 [SubmV] vgl. RB 2000 Nr. 60; VGr, 13. Februar 2002, VB.2001.00035, E. 3a/cc). Sieht die BehÃ¶rde begrÃ¼ndete Anhaltspunkte, an der Unvoreingenommenheit eines beigezogenen Experten zu zweifeln, muss sie auf dessen Mitwirkung verzichten, da in diesem Fall ein Ausstandsgrund gegen ihn vorliegt (RB 1999 Nr. 4 = BEZ 1999 Nr. 25 = ZBl 101/2000, S. 265 E. 5). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die vorliegend strittige Vergabe wies keine KomplexitÃ¤t von der Art auf, dass der Beizug eines Experten zwingend erforderlich gewesen wÃ¤re. Die Be­schwer­de­geg­nerin war daher auch befugt, auf die Mitwirkung des beigezogenen Experten nachtrÃ¤glich wieder zu verzichten bzw. dessen Unterlagen in eigener Kompetenz zu werten. Wenn sie zur Auffas­sung gelangte, dass der beigezogene Fachmann versucht habe, die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin zu bevorteilen, war sie zu diesem Vorgehen sogar verpflichtet. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Frage stellt sich jedoch, ob nicht gleichwohl Anlass bestÃ¼nde, die auf diesen Fachmann zurÃ¼ckgehenden Unterlagen offen zu legen. Zwar sind die Ergebnisse seiner Beratung verwaltungsinterne Unterlagen und mÃ¼ssen grundsÃ¤tzlich nur herausgegeben werden, soweit sie zur BegrÃ¼ndung des Vergabeentscheids erforderlich sind (VGr, 12. Sep­tember 2001, VB.2001.00095, E. 4b). Entsprechendes gilt fÃ¼r die Einvernahme des Bera­ters als Zeuge. Wird jedoch die Mitwirkung eines externen Experten im Lauf des Verfah­rens ohne Ã¤ussere Notwendigkeit plÃ¶tzlich abgebrochen, so erscheint es nahe liegend, dass dieser Sachverhalt einer nÃ¤heren PrÃ¼fung unterzogen wird, um den Verdacht auf eine will­kÃ¼rliche Missachtung sachlich begrÃ¼ndeter Ergebnisse auszuschliessen. Der von der Be­schwer­de­geg­nerin genannte Grund fÃ¼r die vermutete Voreingenommenheit des beigezoge­nen Fachmannes, nÃ¤mlich seine Bekanntschaft zu einem Mitarbeiter der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin, erscheint keineswegs als zwingend, da Bekanntschaften dieser Art, wie die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin zu Recht anfÃ¼hrt, unter Fachleuten derselben Branche kaum zu vermeiden sind. Anhaltspunkte fÃ¼r die von der Be­schwer­de­geg­nerin behauptete einseitige Bevorzugung kÃ¶nnten sich am ehesten aus den vom Berater erstellten Unterlagen bzw. aus seiner Ein­vernahme als Zeuge ergeben. Es ist denn auch nicht ersichtlich, welcher Nachteil der Be­schwer­de­geg­nerin aus dem Beizug der betreffenden Akten erwachsen kÃ¶nnte. Die Frage kann jedoch offen bleiben, da sie aufgrund der nachfolgenden ErwÃ¤gungen fÃ¼r den Aus­gang des Verfahrens nicht entscheidend ist.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin erblickt einen Anhaltspunkt fÃ¼r willkÃ¼rliches Vorgehen der Be­schwer­de­geg­nerin darin, dass die drei preislich gÃ¼nstigsten Anbieterinnen am 14. Au­gust 2001 zu einer "abschliessenden Besprechung" eingeladen worden seien. In der Folge sei der Zuschlag aber dennoch an die Mitbeteiligte ergangen, welche das zweit­teuers­te Angebot gemacht habe. Die Be­schwer­de­geg­nerin begrÃ¼ndet ihr Vorgehen damit, dass zur Besprechung vom 14. August 2001 nur diejenigen BÃ¼ros eingeladen worden seien, welche man nicht ausreichend gekannt habe. Das steht freilich in einem gewissen Wider­spruch zu ihrer Angabe, dass man an jenem Treffen die konkrete Abwicklung des Projekts besprochen habe (Duplik, Ziff. 3), denn diese Abwicklung hat mit der Bekanntheit der An­bieter nichts zu tun und muss am ehesten mit denjenigen Bewerbern erÃ¶rtert werden, wel­che fÃ¼r den Auftrag in Aussicht genommen werden. Auch diese Frage kann jedoch aus denselben GrÃ¼nden offen bleiben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. a) Nach § 31 Abs. 1 SubmV erfolgt der Zuschlag â sofern nicht ausnahmsweise das alleinige Kriterium des niedrigsten Preises (§ 31 Abs. 2 SubmV) zur Anwendung ge­langt â auf das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot. Bei der Bewertung der Angebote ist das Preis-Leistungs-VerhÃ¤ltnis zu beachten, wobei neben dem Preis insbesondere die folgen­den Kri­terien berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnen: QualitÃ¤t, Termine, Wirtschaftlichkeit, Be­triebskosten, Kundendienst, Ãkologie, ZweckmÃ¤ssigkeit, technischer Wert, Ãsthetik, KreativitÃ¤t, Lehr­lingsausbildung, Infrastruktur. Die fÃ¼r eine bestimmte Beschaffung mass­geblichen Zu­schlags­kriterien werden von der VergabebehÃ¶rde im Hinblick auf die Beson­derheiten des Auftrags festgelegt, wobei ihr ein erheblicher Beurteilungsspielraum zusteht. Um die not­wendige Transparenz des Vergabeverfahrens zu gewÃ¤hrleisten, sind die Zu­schlagskriterien den Interessenten zu Beginn des Verfahrens in den Ausschreibungsunter­lagen bekannt zu geben (§ 17 Abs. 1 lit. i SubmV), und aus der Bekanntgabe muss ersicht­lich sein, welches Gewicht den einzelnen Kriterien zukommt. Um die relative Bedeutung der einzelnen Krite­rien ersichtlich zu machen, mÃ¼ssen diese zumindest in der Reihenfolge ihrer Bedeutung bekannt gegeben werden (vgl. zum Ganzen RB 1999 Nr. 62 = BEZ 1999 Nr. 13 E. 3b = ZBl 100/1999, S. 372). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Bei der Beurteilung der Angebote anhand der Zuschlagskriterien steht der Vergabe­stelle wiederum ein Ermessensspielraum zur VerfÃ¼gung. In diesen greift das Verwaltungs­ge­richt, dem keine ÃberprÃ¼fung der Angemessenheit des Entscheids zusteht (Art. 16 Abs. 2 IVÃ¶B), nicht ein; zu prÃ¼fen ist dagegen eine allfÃ¤llige Ãberschreitung oder ein Miss­brauch des Ermessens (VGr, 7. Juli 1999, BEZ 1999 Nr. 26 E. 6a). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Be­schwer­de­geg­nerin legte die Zuschlagskriterien im "Leitfaden Angebot", der als Grundlage fÃ¼r die Ausarbeitung der Offerten in der zweiten Stufe des selektiven Verfahrens diente, wie folgt fest:</p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Preis (60 %)<br/> <br/> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 2. QualitÃ¤t (40 %)</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â vorhandene personelle Ressourcen (inkl. Lehrlinge), Leis­tungsfÃ¤higkeit, VerfÃ¼gbarkeit</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â Qualifikation Projektleiter und SchlÃ¼sselpersonen</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â Referenzen / Erfahrung im Bereich SiedlungsentwÃ¤sserung</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â Technische Hilfsmittel, Innovation"</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Dementsprechend nahm sie fÃ¼r die Bewertung der Angebote je eine separate Quali­fikation der Kriterien Preis und QualitÃ¤t vor, die sie anschliessend zu 60 % bzw. 40 % in die Gesamtwertung einfliessen liess. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin hÃ¤lt es fÃ¼r unzulÃ¤ssig, dass bei der Beurteilung der Zu­schlagskriterien die Resultate der EignungsprÃ¼fung aus der ersten Stufe des selektiven Ver­fahrens erneut verwendet worden seien. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Bei der Beurteilung des Zuschlagskriteriums QualitÃ¤t stellte die Be­schwer­de­geg­ne­rin im Wesentlichen auf Unterlagen ab, welche die Anbietenden im Rahmen der PrÃ¤quali­fikation (erste Stufe des selektiven Verfahrens) eingereicht hatten. Gegen dieses Vorgehen ist nichts einzuwenden: Es waren dies die einzigen Unterlagen, welche eine Beurteilung der fÃ¼r die QualitÃ¤t massgeblichen Unterkriterien wie personelle Ressourcen, Qualifikatio­nen der massgeblichen Personen, Referenzen, Erfahrung etc. ermÃ¶glichten, und den An­bietenden war aufgrund der Angebotsunterlagen bekannt, dass auf diese Unterlagen abge­stellt wurde. Dementsprechend erhielten sie in der zweiten Stufe des Verfahrens auch Ge­legenheit, auf allfÃ¤llige Ãnderungen gegenÃ¼ber den zur PrÃ¤qualifikation gemachten Anga­ben hinzuweisen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Ob die Be­schwer­de­geg­nerin diese Unterlagen im Hinblick auf den Zuschlag neu bewertet hat oder die Bewertung aus der ersten Verfahrensstufe unverÃ¤ndert Ã¼bernahm, geht aus den Akten nicht hervor. Diese Frage ist jedoch fÃ¼r das Ergebnis des Verfahrens nicht von Bedeutung. Zu prÃ¼fen ist vielmehr, ob die Beurteilung der Be­schwer­de­geg­nerin sich als inhaltlich zutreffend erweist. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Das Angebot der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin wurde beim Kriterium <i>QualitÃ¤t</i> in fast al­len Unterkriterien (mit der einzigen Ausnahme des Kriteriums Technische Hilfsmittel) schlechter beurteilt als dasjenige der Mitbeteiligten. Nach Auffassung der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin ist diese Beurteilung nicht haltbar. Als ausgewiesene Ingenieurunternehmung im Be­reich der Siedlungswasserbewirtschaftung und des Gemeindeingenieurwesens mit Ã¼ber 45 Mitarbeitenden, von denen 55 % Ã¼ber einen Hochschulabschluss verfÃ¼gten, habe sie sich seit bald 40 Jahren auf dem Markt behauptet. UnverstÃ¤ndlich sei insbesondere, dass sie sogar schlechter bewertet worden sei als die bisherige Inhaberin des Auftrags, bei welcher es sich um ein lokales BÃ¼ro mit ca. 5 Mitarbeitern handle. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Zur BegrÃ¼ndung ihrer Auffassung verwies die Be­schwer­de­geg­nerin in der Be­schwer­deantwort lediglich auf eine tabellarische Zusammenstellung, welche zu jedem Un­terkriterium der QualitÃ¤t die vergebenen Punkte sowie eine stichwortartige Er­lÃ¤uterung enthÃ¤lt. Eine ausfÃ¼hrlichere BegrÃ¼ndung der Bewertungen gab sie erst mit der Duplik, auf die jedoch nicht abgestellt werden kann. Zwar gestattet die Recht­spre­chung den Vergabe­instanzen, die BegrÃ¼ndung des Vergabeentscheids noch im Rahmen der Be­schwer­deant­wort zu ergÃ¤nzen und damit eine allfÃ¤llige Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs, die aus dem ursprÃ¼nglichen Fehlen einer ausreichenden BegrÃ¼ndung erwachsen konnte, zu beheben (vgl. RB 2000 Nr. 59 E. 4a = BEZ 2000 Nr. 25). Sie dÃ¼rfen jedoch einen zweiten Schrif­tenwechsel, der angeordnet wird, um der be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den Partei eine Stellung­nahme zu den neu vorgebrachten BegrÃ¼ndungselementen zu ermÃ¶glichen, nicht zu einer nochma­ligen ErgÃ¤nzung der BegrÃ¼ndung verwenden. Wie auch ein Be­schwer­defÃ¼hrer seine Be­grÃ¼ndung nach Ablauf der Be­schwer­defrist grundsÃ¤tzlich nicht mehr erweitern kann (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 53 N. 15, § 54 N. 8), sind der Vergabestelle neue Vorbringen nach der Be­schwer­deantwort im Prinzip ebenfalls nur noch gestattet, soweit diese durch AusfÃ¼h­rungen der Replik veranlasst sind oder sich auf nachtrÃ¤glich entdeckte erhebliche Tatsa­chen beziehen (vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 54 N. 8). Diese Voraussetzungen sind vorlie­gend nicht erfÃ¼llt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) Die knappen in der Tabelle enthaltenen Hinweise vermÃ¶gen den An­forderungen an die BegrÃ¼ndung eines Vergabeentscheids nur teilweise zu genÃ¼gen. So wird nicht deut­lich, worauf die geringere Einstufung der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin beim Teil­kriterium 1a (vor­handene personelle Ressourcen) zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist. Zum Teilkriterium 1b (LeistungsfÃ¤­higkeit) bringt der dort enthaltene Hinweis "viele Leute mit wenig Erfahrung" ebenfalls wenig Klarheit. Erst in der Duplik erlÃ¤utert die Be­schwer­de­geg­nerin ihre Bewer­tung dahin gehend, dass die Mitarbeiter der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin vor allem Ã¼ber Erfahrung aus dem Bereich der Planung verfÃ¼gten, nicht aber im Gemeindeingenieurwesen, wo die an Ort und Stelle vorzunehmenden Arbeiten, nÃ¤mlich Beratung, Ãberwachung von Unter­haltsmass­nahmen, Baukontrollen etc., im Vordergrund stÃ¼nden. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Beim Teilkriterium 1c (VerfÃ¼gbarkeit) beanstandet die Be­schwer­de­geg­nerin die Regelung der Stellvertretung vom BÃ¼ro Z her. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin wendet dazu in der Replik ein, dass eine Stellvertretung aus dem BÃ¼ro in Z nicht oder nur selten er­forderlich sei. Nachdem sie aber als vorgesehenen Stellvertreter des primÃ¤ren Ansprech­partners einen Mitarbeiter aus ihrer Filiale Z bezeichnet hat und eine Stellvertretung bei der in Aussicht genommenen TÃ¤tigkeit zweifellos erforderlich ist, lag die von der Be­schwer­de­geg­nerin vorgenommene Bewertung im Rahmen des ihr zustehen­den Ermessens. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Bei der Qualifikation des Projektleiters (Teilkriterium 2a) wird dem vorgesehenen Fachmann zur Last gelegt, dass er vor allem Ã¼ber Erfahrung im theoretisch-planerischen Bereich (GEP, ARA, Spezialbauwerke), jedoch Ã¼ber wenig Erfahrung im praktischen Be­reich auf der Stufe Gemeinde verfÃ¼ge. Ob dies eine Minderbewertung um zwei Punkte rechtfertigt, mag diskutabel sein, liegt jedoch ebenfalls noch im Rahmen des der Gemeinde zustehenden Ermessens. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Qualifikation der SchlÃ¼sselperson (Teilkriterium 2b) mit nur 2 von 5 Punkten rechtfertigt die Be­schwer­de­geg­nerin damit, dass es sich dabei um einen jungen Zeichner/ Konstrukteur ohne jede Erfahrung auf der Stufe Gemeinde handle. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin wendet ein, dass TÃ¤tigkeiten wie Abnahme, Kontrolle und Einmessen kein erhÃ¶htes Fach­wissen voraussetzten und auch durch einen motivierten jungen Tiefbautechniker vorge­nommen werden kÃ¶nnten. Wenn die Be­schwer­de­geg­nerin der Mitbeteiligten attestiere, dass diese ein erfahrenes, gut zusammengestelltes Team aus Zeichnern, Technikern und jungen Ingenieuren vorsehe, so kÃ¶nne ein entsprechendes Team selbstverstÃ¤ndlich auch durch sie (die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin) angeboten werden. â Die Mitbeteiligte hat aufgrund der Angaben in der PrÃ¤qualifikation und im Ange­botsformular als Hauptsachbearbeiter drei Fachleute mit entsprechen­der praktischer Erfahrung, in einem Fall mit abgeschlossener Ausbildung als Dipl. Bauin­genieur HTL, vorgesehen, was sich auch in den Honorarkosten nieder­schlÃ¤gt (alle drei fal­len in die Honorarkategorie C). DemgegenÃ¼ber nennt die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin in ihrem Angebot als Hauptsachbearbeiter fÃ¼r alle Arbeitsgattungen ihren Mitar­beiter R, dessen Fachgebiet mit "Leitungsinformationssystem, CAD" angege­ben wird (Honorarkate­gorie E). Ihr Hinweis, dass auch sie in der Lage sei, ein mit dem Angebot der Mitbeteilig­ten vergleichbares Team zusammenzustellen, ist nicht massgeb­lich, da sie in ihrem kon­kreten Angebot tatsÃ¤chlich eine fÃ¼r die BedÃ¼rfnisse der Be­schwer­de­geg­nerin weniger qua­lifizierte Wahl getroffen hat (die dafÃ¼r mit entsprechenden Kosten­vorteilen verbunden ist; vgl. hinten, E. e). Dass die Be­schwer­de­geg­nerin diese Personal­auswahl mit Blick auf ihre praktischen BedÃ¼rfnisse schlechter bewertete als jene der Mit­beteiligten, ist nicht zu bean­standen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Beim Teilkriterium 3 (Referenzen/Erfahrung im Bereich SiedlungsentwÃ¤sserung) gestand die Be­schwer­de­geg­nerin der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin lediglich 2 von 5 Punkten zu, wogegen die Mitbeteiligte die volle Punktzahl von 5 erhielt. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin, die geltend macht, eines der fÃ¼hrenden Schweizer IngenieurbÃ¼ros der Siedlungswasserwirt­schaft zu sein, hÃ¤lt dies fÃ¼r willkÃ¼rlich. Die Be­schwer­de­geg­nerin bestreitet die Qualifika­tionen der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin nicht, weist jedoch darauf hin, dass diese vor allem im pla­nerisch-theoretischen, nicht im praktisch vollziehenden Bereich auf Stufe Gemeinde lÃ¤gen; auf diesem Gebiet habe die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin erst seit wenigen Jahren punktuell Erfah­rungen gesammelt. Ob diese Unterscheidung die grosse Bewertungsdifferenz zu begrÃ¼nden vermag, ist nicht ohne weiteres deutlich, kann jedoch offen bleiben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Insgesamt erweisen sich damit die von der Be­schwer­de­geg­nerin vorgenommenen Benotungen der QualitÃ¤t in Anbetracht ihres Ermessensspielraums zum grÃ¶sseren Teil als vertretbar. Einzelne Bewertungen kÃ¶nnen allerdings nicht abschliessend Ã¼berprÃ¼ft werden, weil auf die von der Be­schwer­de­geg­nerin erst mit der Duplik vorgebrachten Angaben nicht abgestellt werden kann. Die BegrÃ¼ndung des Vergabeentscheids erweist sich insofern als unzureichend. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">f) Die Beurteilung des <i>Preises</i> ist bei Dienst­leis­tungs­auf­trÃ¤gen, deren Umfang im Voraus nicht genau umschrieben werden kann, regelmÃ¤ssig mit Schwierigkeiten verbun­den. Die in einem Angebot genannten Stundenhonorare sind nur beschrÃ¤nkt aussagekrÃ¤ftig, da der Zeitaufwand, der fÃ¼r die Bearbeitung benÃ¶tigt wird und der sich vor Beginn der Ar­beit nicht genau beziffern lÃ¤sst, ebenfalls in die Gesamt­rechnung einfliesst (vgl. VGr, ZBl 2000, S. 589 E. 4b = BEZ 1999 Nr. 35). Im Grundsatz war es daher durchaus folgerichtig, wenn die Be­schwer­de­geg­nerin vorliegend nicht allein auf die offerierten Stundentarife ab­stellte, sondern auch weitere Kostenfaktoren in die Bewertung einbeziehen wollte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Unter diesem Titel nahm sie zunÃ¤chst eine Aufrechnung des Zeitaufwandes fÃ¼r die voraussichtlichen Fahrten der Anbietenden zum Einsatzort in der Gemeinde vor. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Zwar dÃ¼rfen ortsfremde Anbietende gemÃ¤ss Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 Ã¼ber den Binnenmarkt (BGBM) bei einer Ã¶ffent­li­chen Beschaffung nicht benachteiligt werden, und Vergabekriterien, die auf die LÃ¤nge der Anfahrtswege der Anbieter abstellen, sind daher unter dem Aspekt der Gleich­behandlung problematisch (vgl. RB 1998 Nr. 70 = BEZ 1999 Nr. 12 = URP 1999 S. 165 = ZBl 101/2000, S. 262 E. 5a; BEZ 1999 Nr. 27 = URP 1999 S. 814 E. 4; Matthias Hauser, Umweltaspekte von Baustellen im Vergaberecht, URP 2002, S. 339, 358 ff.). Vorliegend handelt es sich jedoch nicht um ein von der Be­schwer­de­geg­nerin aufgestelltes zusÃ¤tzliches Kriterium, sondern um eine Folge der Tarifierung, die auf einer separaten VergÃ¼tung des Zeitaufwandes fÃ¼r die Anreise beruht. Die LÃ¤nge der Anfahrtswege wirkt sich daher un­mittelbar auf die Wirtschaftlichkeit des Angebots aus, was im Rahmen eines Vergabever­fahrens ohne weiteres berÃ¼cksichtigt werden darf; die Beachtung dieser wirtschaftlichen Auswirkungen wurde denn auch in der erwÃ¤hnten Recht­spre­chung nicht abgelehnt (vgl. BEZ 1999 Nr. 27 = URP 1999 S. 814 E. 4b). Die Anbieter hÃ¤tten im Ãbrigen die MÃ¶glich­keit gehabt, den Aufwand fÃ¼r die Fahrten zum Einsatzort zu einem gÃ¼nstigeren Stundenan­satz oder z.B. als Pauschale zu offerieren, um die Wirtschaftlichkeit ihres Angebots zu ver­bessern. Ebenso hÃ¤tte es der Beschwerdegegnerin frei gestanden, in den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen einen VergÃ¼tungsmodus vorzusehen, der den Einfluss der Anfahrtswege auf die Kostenberechnung einschrÃ¤nkt oder beseitigt hÃ¤tte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Problematisch ist allenfalls, dass der Einfluss der Reisezeiten auf die Beurteilung der Angebote in den von der Be­schwer­de­geg­nerin abgegebenen Unterlagen nicht erwÃ¤hnt wurde. Nachdem aber die Berechnungsweise als solche den Anbietenden offenbar bekannt war â sie wurde jedenfalls von keiner Seite bestritten â, mussten diese auch damit rechnen, dass die Einsatzdistanzen, deren Einfluss auf die Gesamtkosten hier offensichtlich ist, bei der Beurteilung berÃ¼cksichtigt wÃ¼rden. Das Vorgehen der Be­schwer­de­geg­nerin erweist sich daher in diesem Punkt als zulÃ¤ssig. Wieweit die von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin gegen die Berechnung der Anfahrtswege erhobenen Einwendungen zutreffen, kann dabei offen bleiben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">g) Des Weiteren hat die Be­schwer­de­geg­nerin auch die Erfahrung und die Qualifi­kationen der Sachbearbeiter, die fÃ¼r die AusfÃ¼hrung des Auftrags eingesetzt werden sollen, bei der Beurteilung des Preises in Rechnung gestellt. In der Tat spricht manches dafÃ¼r, dass auch diese QualitÃ¤ten der ausfÃ¼hrenden Personen in die Bewertung des voraussichtlichen Gesamtaufwandes eines Angebots einfliessen, und die Berechnungsmethode, welche die Be­schwer­de­geg­nerin dabei angewandt hat, erscheint nicht von vornherein als ungeeignet. Diese indirekt kostenrelevanten Faktoren wÃ¤ren zwar nach der Systematik von § 31 Abs. 1 SubmV eher unter dem Kriterium der (gesamthaft zu wÃ¼rdigenden) Wirtschaftlichkeit als unter jenem des Preises einzuordnen (vgl. VGr, 19. April 2002, VB.2001.00402, E. 5e), doch steht diese Frage hier nicht im Vordergrund. FragwÃ¼rdig ist jedoch, dass die Be­schwer­de­geg­nerin auf diese Weise vorging, obschon sie in den Zuschlagskriterien, die sie mit den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen bekannt gegeben hatte, klar zwischen den Kriterien Preis und QualitÃ¤t unterschieden und beim Kriterium QualitÃ¤t als Unterkriterien insbeson­dere die personellen Ressourcen der Anbieter, die Qualifikation von Projektleiter und SchlÃ¼sselpersonen sowie die Referenzen und Erfahrungen im Bereich der Siedlungsent­wÃ¤sserung genannt hatte. Die Gesamtheit dieser fÃ¼r die QualitÃ¤t massgebenden Elemente gewich­tete sie mit lediglich 40 % und stellte sie dem nicht nÃ¤her umschriebenen Preis ge­genÃ¼ber, der fÃ¼r sich allein ein Gewicht von 60 % erhielt. Aufgrund dieser Bekanntgabe mussten die Anbietenden davon ausgehen, dass die Be­schwer­de­geg­nerin dem Preis ein grosses Gewicht beimass, wogegen die Qualifikation und Erfahrung der mitwirkenden Per­sonen in ihrer Bedeutung zurÃ¼cktraten. Dass die QualitÃ¤ten der vorgesehenen Bearbeiter auch beim Preis nochmals berÃ¼cksichtigt wÃ¼rden, war aufgrund der Kriterien nicht zu er­warten. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Gewichtungen dieser Art sind fÃ¼r die Anbietenden, die ihre Offerten darauf aus­richten, von grosser Bedeutung. Die Teilnehmer des Verfahrens dÃ¼rfen nach dem Grund­satz von Treu und Glauben (Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos­senschaft vom 18. April 1999) darauf zÃ¤hlen, dass die bekannt gegebenen Vergabekriterien grundsÃ¤tzlich Bestand haben (vgl. VGr, 31. Januar 2002, VB.2000.00403, E. 2aâb; 13. Februar 2002, VB.2001.00035, E. 3a/cc). Ob eine nachtrÃ¤gliche Ãnderung der Krite­rien in AusnahmefÃ¤llen zulÃ¤ssig ist, braucht vorliegend nicht entschieden zu werden (vgl. dazu VGr, 10. Mai 2001, VB.2000.00261, E. 4); die Be­schwer­de­geg­nerin hat eine solche Ãnderung weder bekannt gegeben noch begrÃ¼ndet. Unter diesen UmstÃ¤nden war es nicht zulÃ¤ssig, Erfahrung und Qualifikation der Sachbearbeiter beim Kriterium Preis nochmals in Rechnung zu stellen. Dass Personen mit geringerer Erfahrung in den spezifischen Be­langen des Gemeindeingenieurwesens zumindest in der Anfangsphase mehr Zeit fÃ¼r die Bearbeitung benÃ¶tigen, ist zwar durchaus denkbar. Dieser Umstand wird jedoch beim Kri­terium QualitÃ¤t mit berÃ¼cksichtigt, und die Be­schwer­de­geg­nerin hat mit der Gewichtung der Kriterien festgelegt, welche Bedeutung sie ihm zumisst. Die zweimalige BerÃ¼cksichti­gung der qualitativen Gesichtspunkte (beim Kriterium QualitÃ¤t wie auch beim Kriterium Preis) wÃ¼rde auf eine nachtrÃ¤gliche Anpassung der Kriterien bzw. deren Gewichtung hin­auslaufen, was nicht zulÃ¤ssig ist. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">h) Beim Vergleich der Kosten hat die Be­schwer­de­geg­nerin den voraussichtlichen Arbeits­aufwand ("BÃ¼rozeit") der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin unter Hinweis auf die geringere Er­fahrung der eingesetzten Sachbearbeiter um 100 Std. (ca. 21%), denjenigen eines weiteren Mitbewerbers um 25 Std. (ca. 5 %) erhÃ¶ht. Verzichtet man auf diese unzulÃ¤ssigen Auf­rechnungen, belaufen sich die angenommenen jÃ¤hrlichen Totalkosten der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin noch auf Fr. 58'295.--, wÃ¤hrend jene der Mitbeteiligten bei Fr. 78'650.-- verbleiben. Nach der Berechnungsmethode der Be­schwer­de­geg­nerin, die fÃ¼r jedes Prozent Mehrkosten einen Abzug von 5 Punkten vornahm, ergibt dies fÃ¼r den um 35 % hÃ¶heren Gesamtpreis der Mitbeteiligten eine Wertung von 325 Punkten, die aufgrund der Gewichtung von 60 % mit 195 Punkten ins Gesamttotal eingeht. Damit erreicht die Mitbeteiligte insgesamt 391 Punkte und rangiert deutlich hinter der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin, deren Gesamtzahl von 432 Punkten unverÃ¤ndert bleibt. Entsprechendes gilt fÃ¼r die anderen Mitbewerber, deren Wertungen im Vergleich zum gÃ¼nstigeren Preis der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin ebenfalls zurÃ¼ck­gestuft werden mÃ¼ssen. So liegen die Gesamtkosten der Firma G, die nach der Rangierung der Be­schwer­de­geg­nerin im Gesamtergebnis noch vor der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin lag, nun­mehr um 15 % Ã¼ber jenen der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin; sie erreicht damit beim Preis eine ge­wichtete Wertung von 255 Punkten und steht im Gesamttotal mit 391 Punkten auf der glei­chen Stufe wie die Mitbeteiligte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Im Ergebnis erzielt die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin aufgrund dieser Neuberechnung kla­rerweise das beste Gesamtresultat aller Anbietenden. Das gilt bereits dann, wenn die von der Be­schwer­de­geg­nerin vorgenommene qualitative Bewertung unverÃ¤ndert zugrunde ge­legt wird; die von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin dagegen erhobenen Einwendungen, die nicht in allen Punkten Ã¼berprÃ¼ft werden kÃ¶nnen, bleiben damit ohne Einfluss auf das Resultat. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">i) Bei dieser Sachlage muss der Auftrag an die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin vergeben wer­den. Die Beschwerde ist gutzuheissen und der angefochtene Vergabeentscheid aufzuheben. Da dem Gericht jedoch nicht bekannt ist, ob mit dem Zuschlag allenfalls Nebenbestim­mungen oder ergÃ¤nzende vertragliche Rege­lungen â z.B. mit Bezug auf die durch das Be­schwerdeverfahren verzÃ¶gerte Terminpla­nung â zu verbinden sind, wÃ¤re es nicht zweck­mÃ¤ssig, den Zuschlag unmittelbar mit dem Beschwerdeentscheid zu erteilen. Die Sache ist vielmehr mit einer entsprechenden Anordnung an die Vor­in­stanz zurÃ¼ckzuwei­sen (vgl. VGr, 17. Februar 2000, BEZ 2000 Nr. 25, E. 5b). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Be­schwer­de­geg­nerin kostenpflich­tig. Die Zusprechung einer Par­tei­ent­schÃ¤­di­gung an die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin, die sich im Be­schwer­deverfahren nicht vertreten liess, erscheint dagegen nicht als gerechtfertigt. </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Be­schwer­de wird gutgeheissen und der angefochtene Vergabeentscheid aufgeho­ben. Die Sache wird an den Gemeinderat X zurÃ¼ckgewiesen, um den Zuschlag an die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin zu erteilen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. ...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>