<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00368</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223668&amp;W10_KEY=13045538&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00368</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.11.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 27.03.2025 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Die aus Marokko stammenden Ehegatten haben fünf gemeinsame Kinder, wobei die drei Ältesten bereits bei ihrem Vater in der Schweiz leben. Die Ehefrau und die zwei jüngeren Kinder sind in die Schweiz eingereist und ersuchen um Familiennachzug.] Es ist unbestritten, dass die Familie zurzeit über keine bedarfsgerechte Wohnung verfügt und damit eine Voraussetzung für den Familiennachzug nicht erfüllt ist. Es besteht aber aufgrund der echten und gelebten Beziehung grundsätzlich ein Anspruch auf Familiennachzug gestützt auf Art. 8 EMRK (E. 2.2). Das Familiennachzugsgesuch ist verspätet erfolgt (E. 2.3). Die Familie hat jahrelang freiwillig getrennt voneinander gelebt und es sind keine wichtigen Gründe erkennbar, weshalb sie dies nicht weiterhin tun könnte. Auch die gesundheitliche Situation des hier lebenden Ehemanns/Vaters stellt aktuell keinen wichtigen Grund dar. Aus dem Umstand, dass sich die Beschwerdeführenden bereits in der Schweiz aufhalten, können sie nichts zu ihren Gunsten ableiten (E. 2.5.2). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=64259" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00368</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">15. November 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. C, </span></p> <p class="MsoBodyText"> </p> <p class="MsoBodyText">Nr. 2 und 3 vertreten durch Nr. 1,</p> <p class="MsoBodyText">diese vertreten durch RA D, </p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren am 22. November 1977, StaatsangehÃ¶rige von Marokko, heiratete am 21. Juni 2007 in Marokko den Landsmann E. Dieser lebt seit 1979 in der Schweiz und verfÃ¼gt Ã¼ber die Niederlassungsbewilligung. Aus der Ehe sind die Kinder F und G, Zwillinge geboren im Jahr 2008, H, geboren 2009, sowie B, geboren 2010, und C, geboren 2013, hervorgegangen. </p> <p class="Urteilstext">F, G und H reisten am 9. Juli 2016 in die Schweiz und sind im Besitz der Niederlassungsbewilligung. Am 18. August 2022 reisten A, B und C in die Schweiz ein und stellten am 16. Dezember 2022 ein Gesuch um Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen. E beantwortete am 29. September 2022 Fragen des Migrationsamts zu den LebensumstÃ¤nden der Familie und reichte Dokumente ein. In der Folge wurde wegen Verdachts auf rechtsmissbrÃ¤uchlichen Nachzug von A eine Wohnkontrolle und anschliessend eine protokollarische Befragung der Ehegatten durchgefÃ¼hrt. Mit VerfÃ¼gung vom 16. Dezember 2022 wies das Migrationsamt das Gesuch betreffend Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen ab, wies A, B und C aus der Schweiz weg und setzte ihnen zum Verlassen des schweizerischen Staatsgebiets Frist bis 15. Februar 2023. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Den gegen die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom </span>16. Dezember 2022 <span>erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 30. Mai 2023 ab und setzte ihnen eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 28. Juli 2023.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">A, B und C <span>erhoben am 3. Juli 2023 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragten die Aufhebung des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 30. Mai 2023. Es sei das Migrationsamt anzuweisen, </span>A<span> eine Aufenthaltsbewilligung und </span>B und C eine Niederlassungsbewilligung zu erteilen. Eventualiter sei die Sache zur rechtsgenÃ¼glichen SachverhaltsabklÃ¤rung sowie zum neuen Entscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragten sie, es sei ihnen fÃ¼r das vorinstanzliche sowie fÃ¼r das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren und in der Person von Rechtsanwalt D ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Weiter sei ihnen im Sinn eines Gesuchs um Erlass vorsorglicher Massnahmen der Aufenthalt wÃ¤hrend der Dauer des Beschwerdeverfahrens zu gewÃ¤hren, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 4. Juli 2023 <span>ordnete das Verwaltungsgericht an</span>, dass bis zum Entscheid Ã¼ber das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen alle Vollziehungsvorkehrungen zu unterbleiben haben.</p> <p class="Sachverhalt1"><span>WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf eine Vernehmlassung verzichtete, reichte das Migrationsamt keine Beschwerdeantwort ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼ber- und Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen wird mit heutigem Urteil gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>Der Ehemann der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 lebt seit 1979 in der Schweiz und verfÃ¼gt Ã¼ber eine Niederlassungsbewilligung. Die Ehegatten haben am 21. Juni 2007 in Marokko geheiratet und sind Eltern von fÃ¼nf Kindern. Die drei Ã¤lteren Kinder leben bereits seit 2016 bei ihrem Vater in der Schweiz und sind ebenfalls im Besitz einer Niederlassungsbewilligung. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ist im August 2022 mit den beiden jÃ¼ngeren Kindern in die Schweiz eingereist und ersucht um Familiennachzug zum hier lebenden Ehemann bzw. Vater.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.1 </b>GemÃ¤ss Art. 43 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) haben auslÃ¤ndische Ehegatten und Kinder von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist, sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind und die nachziehende Person keine jÃ¤hrlichen ErgÃ¤nzungsleistungen bezieht oder wegen des Familiennachzugs beziehen kÃ¶nnte (Art. 43 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 [AIG]). Sind die Kinder unter zwÃ¶lf Jahre alt, haben sie Anspruch auf eine Niederlassungsbewilligung (Art. 43 Abs. 6 AIG).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.2 </b>Ein Anspruch auf Familiennachzug kann sich auch aus dem in Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) garantierten Recht auf Achtung des Familienlebens ergeben; auf dieses kann sich im Zusammenhang mit einer Einreise- bzw. Aufenthaltsbewilligung berufen, wer nahe Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat, sofern die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und intakt ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden wohnen derzeit mit dem Rest der hier lebenden Familie in einer 4-Zimmer-Wohnung. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, gilt eine Wohnung in der Regel dann als angemessen bzw. bedarfsgerecht, wenn die Anzahl Personen, die sie bewohnt, die Anzahl Zimmer um hÃ¶chstens eins Ã¼berschreitet (vgl. BGr, 29. Juli 2021, 2C_304/2021, E. 4.1). Vorliegend leben rund sieben Personen in der angemieteten Wohnung. Es ist unbestritten, dass sie damit zurzeit Ã¼ber keine bedarfsgerechte Wohnung verfÃ¼gen. Die Vorinstanz ging davon aus, dass auch nicht absehbar sei, dass die Familie bald eine genug grosse und bezahlbare Wohnung finden werde, da der Ehemann bzw. Vater seit Monaten erfolglos eine solche Wohnung suche. Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen dagegen vor, dass die intensiven SuchbemÃ¼hungen nur deshalb noch nicht erfolgreich gewesen seien, weil die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 noch nicht Ã¼ber eine Arbeitsbewilligung verfÃ¼ge und daher noch nichts zum Familienbudget beisteuern kÃ¶nne. Wie die eingereichte Arbeitszusicherung belege, werde sich dies jedoch sofort Ã¤ndern, sobald die BeschwerdefÃ¼hrerin eine Aufenthaltsbewilligung erhalte. Ohne das zusÃ¤tzliche Einkommen der BeschwerdefÃ¼hrerin, welches monatlich Fr. 4'200.- betragen werde, sei es naturgemÃ¤ss unmÃ¶glich, eine Vermieterin oder einen Vermieter davon zu Ã¼berzeugen, dass sie fÃ¼r eine grÃ¶ssere Wohnung genÃ¼gend BonitÃ¤t aufweisen wÃ¼rden. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, kann die Voraussetzung der bedarfsgerechten Wohnung auch erfÃ¼llt sein, wenn die Wohnung bei der Gesuchseinreichung (noch) nicht vorhanden, ihr Bezug jedoch absehbar ist (vgl. BGr, 29. Juli 2021, 2C_304/2021, E. 4.3.2). Auch wenn sich die Chancen auf dem Wohnungsmarkt, eine angemessene Wohnung zu finden, durch das Einkommen der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 verbessern werden, genÃ¼gt dies nicht, um davon auszugehen, dass der Bezug absehbar ist. Es ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Voraussetzung einer bedarfsgerechten Wohnung nicht erfÃ¼llt ist. Damit erÃ¼brigt es sich, die weiteren Voraussetzungen von Art. 43 Abs. 1 lit. câe AIG zu prÃ¼fen. </p> <p class="Erwgung2">Da vorliegend unbestritten eine echte und gelebte Beziehung zwischen den BeschwerdefÃ¼hrenden und den hier lebenden Verwandten besteht, besteht aber grundsÃ¤tzlich ein Anspruch auf Familiennachzug gestÃ¼tzt auf Art. 8 EMRK. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, sind jedoch die zeitlichen Voraussetzungen fÃ¼r einen Familiennachzug nicht erfÃ¼llt: </p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.1 </b>Nach Art. 47 Abs. 1 AIG muss der Anspruch auf Familiennachzug innerhalb von fÃ¼nf Jahren geltend gemacht werden (Satz 1); Kinder Ã¼ber zwÃ¶lf Jahre mÃ¼ssen innerhalb von zwÃ¶lf Monaten nachgezogen werden (Satz 2). Die Fristen beginnen bei FamilienangehÃ¶rigen von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern mit der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des FamilienverhÃ¤ltnisses zu laufen (Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG). Ein Statuswechsel â wie etwa die Erteilung der Niederlassungsbewilligung â lÃ¶st keine neue Frist aus, wenn zuvor kein fristgerechtes Gesuch gestellt worden ist (vgl. BGr, 12. November 2019, 2C_555/2019, E. 5.1 mit Hinweisen; VGr, 30. MÃ¤rz 2023, VB.2023.00116, E. 3.1). Sofern keine wichtigen familiÃ¤ren GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug vorliegen, hat der Familiennachzug innert den Nachzugsfristen von Art. 47 AIG zu erfolgen. Nach dem klaren Gesetzes- und Verordnungswortlaut sowie der ratio legis gelten diese Fristen auch fÃ¼r den Ehegattennachzug (BGr, 18. Mai 2015, 2C_914/2014, E. 4.1, vgl. auch BGr, 25. August 2016, 2C_363/2016, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung3">Die FÃ¼nfjahresfrist beim Ehegattennachzug hat einerseits die Funktion einer Einwanderungsbegrenzung. Andererseits besteht auch beim Nachzug von bereits erwachsenen FamilienangehÃ¶rigen ein Interesse an einer frÃ¼hzeitigen Integration, zumal die IntegrationsfÃ¤higkeiten, insbesondere auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die LernfÃ¤higkeiten zum Spracherwerb etc., mit zunehmendem Alter abnehmen. Dass das Gesetz Nachzugsfristen statuiert, ist deshalb nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsÃ¤tzlich mit der Garantie des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 EMRK vereinbar. So wird mit Art. 47 AIG einem unter dem Aspekt dieses Grundrechts legitimen Ã¶ffentlichen Interesse Ausdruck verliehen, und dient die Norm als gesetzliche Grundlage fÃ¼r einen Eingriff nach Art. 8 Abs. 2 EMRK in dieses. Was die umfassende InteressenabwÃ¤gung nach Art. 8 Abs. 2 EMRK betrifft, erfolgt diese weitgehend im Rahmen der PrÃ¼fung der geltend gemachten wichtigen familiÃ¤ren GrÃ¼nde im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG, wobei die letztgenannte Bestimmung so zu handhaben ist, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK nicht verletzt wird (zum Ganzen BGr, 7. Mai 2020, 2C_979/2019, E. 4.2 mit Hinweisen; VGr, 16. Dezember 2021, VB.2021.00433, E. 3.3 mit Hinweisen; ferner BGr, 22. Februar 2021, 2C_493/2020, E. 2.5.6). Mit dem Familiennachzug soll demnach grundsÃ¤tzlich ein gemeinsames Familienleben in der Schweiz ermÃ¶glicht werden. Wenn aber eine Familie freiwillig jahrelang getrennt gelebt hat, dann dokumentiert sie damit, dass ihr an einem gemeinsamen Familienleben nicht sehr viel liegt, sodass das Interesse an der EinwanderungsbeschrÃ¤nkung Ã¼berwiegt, solange nicht wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde etwas anderes nahelegen (vgl. BGr, 18. Mai 2015, 2C_914/2014, E. 4.1; vgl. auch VGr, 21. Februar 2018, VB.2017.00820, E. 2.1).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.2 </b>Der Ehemann der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ist bereits im Jahr 1979 in die Schweiz eigereist und somit vor Inkrafttreten des AIG (am 1. Januar 2008). Das FamilienverhÃ¤ltnis ist mit der Heirat am 21. Juni 2007 entstanden. Es liegt somit ein intertemporaler Sachverhalt vor. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, begann in diesem Fall die Nachzugsfrist mit dem Inkrafttreten des AIG am 1. Januar 2008 an zu laufen. Die fÃ¼nfjÃ¤hrige Frist fÃ¼r den Nachzug der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 endete daher am 31. Dezember 2012. Ihr Nachzug ist damit unbestritten zu spÃ¤t beantragt worden.</p> <p class="Urteilstext">Die nachzuziehenden Kinder sind am 18. Dezember 2010 bzw. 29. September 2013 geboren worden und somit nach dem Inkrafttreten des AIG, weshalb kein intertemporaler Sachverhalt vorliegt. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, sind somit ihre Geburtstage fristauslÃ¶send (Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG) und sind die Nachzugsfristen am 17. Dezember 2015 bzw. 28. September 2018 abgelaufen. Das Familiennachzugsgesuch ist deshalb auch bezÃ¼glich der BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3 nicht rechtzeitig erfolgt.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.1 </b>Ausserhalb der Nachzugsfristen ist der (nachtrÃ¤gliche) Familiennachzug bloss mÃ¶glich, wenn hierfÃ¼r wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde sprechen (vgl. Art. 47 Abs. 4 AIG; Art. 73 Abs. 3 VZAE). Wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde liegen gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 4 AIG i.V.m. Art. 75 VZAE vor, wenn das Kindswohl nur durch einen Nachzug in die Schweiz gewahrt werden kann. Allerdings ist praxisgemÃ¤ss nicht ausschliesslich auf das Kindswohl abzustellen, sondern es bedarf einer Gesamtschau unter BerÃ¼cksichtigung aller wesentlichen Elemente. Der alleinige Wunsch, die Familie zu vereinigen, stellt keinen wichtigen familiÃ¤ren Grund dar (BGE 146 I 185 E. 7.1.1). Ein wichtiger Grund liegt beispielsweise vor, wenn die weiterhin notwendige Betreuung des Kindes im Herkunftsland wegen des Todes oder der Krankheit der betreuenden Person nicht mehr gewÃ¤hrleistet ist und keine sinnvolle Alternative in der Heimat gefunden werden kann. FÃ¼r den Nachweis der fehlenden BetreuungsmÃ¶glichkeit im Heimatland bestehen gemÃ¤ss Rechtsprechung umso hÃ¶here Anforderungen, je Ã¤lter das nachzuziehende Kind ist und je grÃ¶sser die Integrationsschwierigkeiten erscheinen, die ihm in der Schweiz drohen (BGE 137 I 284 E. 2.2; BGr, 31. Juli 2023, 2C_50/2023, E. 3.3). Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen hat nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben; dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AIG (bzw. Art. 75 VZAE) praxisgemÃ¤ss jeweils aber dennoch so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV nicht verletzt wird (vgl. BGr, 7. April 2020, 2C_909/2019, E. 4.2).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.2 </b>Nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK hat jede Person ein Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens. Art. 8 EMRK vermittelt jedoch keinen absoluten Anspruch der Familienmitglieder auf Einreise und Aufenthalt in der Schweiz und kein Recht auf Wahl des Familiendomizils (vgl. BGr, 2. Februar 2022, 2C_865/2021, E. 3.7 mit Hinweis auf BGE 142 II 35 E. 6.1; vgl. auch BGE 137 I 284 E. 2.1). Unter den Voraussetzungen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK kann die AusÃ¼bung des Rechts auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 Ziff. 1 EMRK eingeschrÃ¤nkt werden. Dazu ist eine umfassende InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen und die privaten Interessen der betroffenen Personen an einem (gemeinsamen) Aufenthalt in der Schweiz den entgegenstehenden Interessen gegenÃ¼berzustellen. Bei dieser InteressenabwÃ¤gung steht den nationalen BehÃ¶rden ein gewisser Beurteilungsspielraum zu (BGE 144 I 266 E. 3.7 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des EGMR). Dabei ist das Interesse an einer Kontrolle und Steuerung der Zuwanderung (Art. 121a BV) bzw. an der Erhaltung eines ausgewogenen VerhÃ¤ltnisses zwischen schweizerischer und auslÃ¤ndischer WohnbevÃ¶lkerung ein legitimes Interesse, das im Rahmen der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit Eingriffe in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK rechtfertigen kann (BGE 144 I 266 E. 3.7; 138 I 246 E. 3.2.2; 137 I 247 E. 4.1.2; Urteile des EGMR M.A. gegen DÃ¤nemark vom 9. Juli 2021 § 142; Biao gegen DÃ¤nemark vom 24. Mai 2016 § 117 mit weiteren Hinweisen).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.3 </b>Ob wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde vorliegen, ist aufgrund einer Gesamtsicht unter BerÃ¼cksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall zu entscheiden. HierfÃ¼r ist eine InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen, insbesondere wenn die RÃ¼ckkehr des in der Schweiz anwesenden Familienmitglieds in den Heimatstaat nicht ohne Weiteres zumutbar erscheint. Der Umstand, dass die Mutter gleichzeitig mit den Kindern nachgezogen werden soll, stellt fÃ¼r sich allein grundsÃ¤tzlich noch keinen wichtigen familiÃ¤ren Grund im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG dar. Hat der zunÃ¤chst allein in der Schweiz lebende Vater fÃ¼r den Nachzug seiner Kinder die Fristen ungenutzt verstreichen lassen, laufen diese grundsÃ¤tzlich nicht wieder neu, wenn er die mit ihm verheiratete Kindsmutter nachzieht und sie beabsichtigen, in der Schweiz zusammenzuleben. Die Eheleute sind insoweit als Einheit zu betrachten, weshalb sich auch die Mutter die vom Vater verpassten Fristen entgegenhalten lassen muss (vgl. BGr, 21. April 2023, 2C_1011/2019, E. 3.3.6). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.4 </b>Das Bundesgericht geht mit seiner Praxis davon aus, dass eine Familie, die freiwillig jahrelang getrennt gelebt hat, dadurch ihr beschrÃ¤nktes Interesse an einem ortsgebundenen (gemeinsamen) Familienleben zum Ausdruck bringt. In einer solchen Konstellation, in der die familiÃ¤ren Beziehungen wÃ¤hrend Jahren Ã¼ber die Grenzen hinweg besuchsweise und Ã¼ber die modernen Kommunikationsmittel gelebt werden, Ã¼berwiegt regelmÃ¤ssig das der ratio legis von Art. 47 Abs. 4 AIG zugrunde liegende legitime Interesse an der EinwanderungsbeschrÃ¤nkung, solange nicht objektive, nachvollziehbare GrÃ¼nde, welche von den Betroffenen zu bezeichnen und zu rechtfertigen sind, etwas anderes nahelegen (BGr, 25. Juni 2021, 2C_10 6/2021, E. 3.4).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.5.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen als Grund fÃ¼r die jahrelange Trennung vor, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 bei ihrem Vater in Marokko habe bleiben wollen. Sie sei die Hauptbezugsperson gewesen, weshalb es ihr nicht ohne Weiteres mÃ¶glich gewesen sei, ihr Heimatland zu verlassen. Ihre Kinder seien auch noch jung gewesen und daher in einem anpassungsfÃ¤higen Alter, sodass ein spÃ¤terer Nachzug nicht von vornherein ausgeschlossen gewesen sei. Es sei ihr auch nicht vorzuwerfen, dass sie trotz der Einreise der drei Ã¤lteren Kinder im Jahr 2016 weiterhin in Marokko geblieben sei. Sie habe mit ihrer Brustkrebserkrankung zu kÃ¤mpfen gehabt und auch der Gesundheitszustand ihres Ehemannes sei immer fragiler geworden, weshalb der Nachzug der drei Ã¤lteren Kinder die einzige valable Option fÃ¼r die Familie gewesen sei. Sowohl ihr Ehemann als auch sie hÃ¤tten nur je ca. die HÃ¤lfte der anfallenden Betreuung wahrnehmen kÃ¶nnen, weshalb die Aufgabenteilung Sinn gemacht habe. Trotzdem seien beide aufgrund ihrer Ã¤rztlichen Behandlung an ihre jeweiligen AufenthaltslÃ¤nder gebunden gewesen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 habe zudem bei ihrem Vater bleiben wollen. Es sei ihr innigster Wunsch und auch ihre moralische Pflicht gewesen, bei ihrem Vater bis zu dessen Tod zu verweilen. </p> <p class="Erwgung3">Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen weiter vor, dass bei einer Abweisung des Familiennachzugsgesuchs das Kindeswohl der in der Schweiz lebenden Kinder gefÃ¤hrdet sein kÃ¶nnte. Der Gesundheitszustand des Ehemanns bzw. Vaters sei Ã¤usserst prekÃ¤r. Er leide an zahlreichen Beschwerden (etwa Darmkrebs, Tuberkulose und Diabetes) und es sei nun ein operationsbedÃ¼rftiger Tumor in seiner Lunge festgestellt worden. Ohne eine radikale Therapie werde sich dieser ausbreiten. Es sei fraglich, wie sich sein Zustand nach dem Eingriff entwickeln werde. Nach der Operation werde er fÃ¼r einige Wochen hospitalisiert sein und sich nicht um seine Kinder kÃ¼mmern kÃ¶nnen. Es sei auch mÃ¶glich, dass er in Zukunft selbst auf Betreuung angewiesen sein werde. Im Gegensatz zur Situation im Jahr 2016 werde er nicht mehr auf die UnterstÃ¼tzung seiner langjÃ¤hrigen und sehr engen Freundin I, welche bislang die Betreuung seiner drei hier lebenden Kinder wahrgenommen habe, zÃ¤hlen kÃ¶nnen, da sich die Beziehung verschlechtert habe. Er werde bei einer Wiederausreise der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 in Bezug auf die Kinderbetreuung auf sich alleine gestellt sein. Hinzu komme, dass die fÃ¼nf Kinder naturgemÃ¤ss alle ein grosses Interesse an einem engen Bezug zu beiden Elternteilen hÃ¤tten. Es sei fÃ¼r ihre persÃ¶nliche Entfaltung von zentraler Bedeutung, dass sie im Beisein und unter dem Einfluss sowohl der Mutter als auch des Vaters aufwachsen kÃ¶nnten. Ausserdem seien die Kinder unter diesen UmstÃ¤nden auch nicht mehr zu trennen, sondern beieinander zu lassen. Es drÃ¤nge sich eine Vereinigung der Gesamtfamilie auf. Es sei widersinnig, ihren Nachzug jetzt zu verweigern, nur um ihn dann im Betreuungsfall des Ehemanns bzw. Vaters zu bewilligen. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.5.2 </b>Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden vorgebrachten wichtigen GrÃ¼nde fÃ¼r den verspÃ¤teten Familiennachzug vermÃ¶gen nicht zu Ã¼berzeugen: Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, lebt der Ehemann bereits seit 1979 in der Schweiz. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 nach der Heirat im Jahr 2007 nicht zu ihm die Schweiz gezogen ist. Die BeschwerdefÃ¼hrenden legen auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren mit keinem Wort dar, was gegen den damaligen Nachzug sprach. Es ist deshalb von einer freiwilligen Trennung auszugehen. Dass es spÃ¤ter GrÃ¼nde (wie Krankheit, familiÃ¤re Beziehungen) fÃ¼r einen weiteren Verbleib in Marokko gegeben hat, Ã¤ndert an dieser Tatsache nichts. Sodann behaupten die BeschwerdefÃ¼hrenden auch nicht, dass sie ihre Beziehung zu den hier lebenden Verwandten ohne den Nachzug in die Schweiz nicht mehr wie in den vergangenen Jahren, als sie an getrennten Orten wohnten, weiterleben kÃ¶nnen. Sie machen auch nicht geltend, die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 werde neuerdings daran gehindert, die Betreuung der Kinder in der Heimat wahrzunehmen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 wie bisher bei ihren Kindern in Marokko bleiben und das Familienleben im selben Umfang weitergefÃ¼hrt werden kann. In diesem Zusammenhang muss auch betont werden, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 und ihr Ehemann es sich selbst zuschreiben mÃ¼ssen, wenn sie wÃ¤hrend Jahren freiwillig getrennt gelebt haben und sich nicht um ein gemeinsames Familienleben bemÃ¼ht haben. Es sind darin jedenfalls keine wichtigen GrÃ¼nde erkennbar, die einen Familiennachzug erforderlich machen wÃ¼rden.</p> <p class="Erwgung3">Soweit die BeschwerdefÃ¼hrenden geltend machen, als Gesamtfamilie zusammenleben zu wollen, ist ihnen entgegenzuhalten, dass dies praxisgemÃ¤ss kein wichtiger Grund gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 4 AIG darstellt <span>und fÃ¼r sich genommen das in dieser Bestimmung zum Ausdruck kommende Ã¶ffentliche Interesse an der Steuerung der Einwanderung nicht zu Ã¼berwiegen vermag (vgl. BGE 146 I 185 E. 7.1.1). Sollte die Familie als Gesamtfamilie zusammenleben wollen, steht es ihr frei, in Marokko das Familienleben (wieder)aufzunehmen.</span> <span>Aus Art. 8 EMRK ergibt sich kein Recht auf Wahl des fÃ¼r das Familienleben am geeignetsten erscheinenden Ortes. Die RÃ¼ckkehr wÃ¼rde dem seit 1979 in der Schweiz lebenden Ehemann bzw. Vater der BeschwerdefÃ¼hrenden zwar sicherlich schwerfallen, allerdings trifft dies auch fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden zu, welche ihr ganzes bisheriges Leben in Marokko verbracht haben und durch eine Ãbersiedelung in die Schweiz aus ihrem gewohnten Umfeld entwurzelt wÃ¼rden. </span></p> <p class="Erwgung3">Schliesslich vermag auch die gesundheitliche Situation des BeschwerdefÃ¼hrers keinen wichtigen familiÃ¤ren Grund zu begrÃ¼nden. Die BeschwerdefÃ¼hrenden sind am 18. August 2022 in die Schweiz eingereist. Sie kÃ¶nnen jedoch aus dem Umstand, dass sie nach Ablauf des 90 Tage gÃ¼ltigen Visums die Schweiz nicht verlassen haben und seither ohne gÃ¼ltiges Aufenthaltsrecht hier leben, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die BeschwerdefÃ¼hrenden argumentieren, als ob es darum geht, ihnen ein bestehendes Aufenthaltsrecht zu entziehen. Sie verkennen dabei jedoch, dass der Umstand, dass sie sich bereits seit Ã¼ber einem Jahr in der Schweiz aufhalten, keine nennenswerte Rolle spielen kann. <span>Nach dem klaren Wortlaut und Sinn von Art. 17 Abs. 1 AIG haben AuslÃ¤nder, die fÃ¼r einen vorÃ¼bergehenden Aufenthalt rechtmÃ¤ssig eingereist sind und nachtrÃ¤glich eine Bewilligung fÃ¼r einen dauerhaften Aufenthalt beantragen, den Entscheid im Ausland abzuwarten. Die BeschwerdefÃ¼hrenden hatten auch keinen Anspruch auf einen vorlÃ¤ufigen Aufenthalt nach Art. 17 Abs. 2 AIG, da die Zulassungsvoraussetzungen nicht offensichtlich erfÃ¼llt gewesen waren. </span>Mit Art. 17 AIG soll verhindert werden, dass die Gesuchstellenden durch einen unbewilligten Aufenthalt in der Schweiz vollendete Tatsachen schaffen, die sie bei rechtmÃ¤ssigem Verhalten nicht hÃ¤tten schaffen kÃ¶nnen, und dadurch privilegiert werden gegenÃ¼ber denjenigen, die das korrekte Verfahren einhalten (vgl. BGE 139 I 37 E. 3.3.1; BGr, 16. April 2018, 2C_591/2017, E. 2.6). Die Erforderlichkeit des Nachzugs hat sich vielmehr im UngenÃ¼gen der bisherigen Betreuungssituation im Heimatland zu offenbaren (vgl. BGE 129 II 249 E. 2.; BGE 133 II 6 E. 6.3.2; BGr, 1. April 2016, 2C_781/2015, E. 4.3). Solche GrÃ¼nde machen die BeschwerdefÃ¼hrenden, wie bereits festgehalten wurde, nicht geltend und sind auch nicht ersichtlich. Es ist davon auszugehen, dass die Betreuungssituation im Heimatland weiterhin gewÃ¤hrleistet ist. Was die Betreuungssituation in der Schweiz anbelangt, ist Folgendes festzuhalten: Es wird nicht verkannt, dass der Ehemann bzw. Vater der BeschwerdefÃ¼hrenden schwerwiegende gesundheitliche Probleme hat und allenfalls zukÃ¼nftig auf Betreuung angewiesen sein kÃ¶nnte. Dies stellt jedoch zumindest aktuell keinen wichtigen Grund fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug dar. An dieser Feststellung vermag auch der Umstand, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrenden bereits in der Schweiz aufhalten, nichts zu Ã¤ndern, wÃ¼rden sie doch ansonsten gegenÃ¼ber sich korrekt verhaltenden Gesuchstellern privilegiert werden. Sollte sich die Betreuungssituation in der Schweiz Ã¤ndern, wÃ¤re ein Familiennachzugsgesuch unter den neuen UmstÃ¤nden erneut zu prÃ¼fen. Eine Bewilligung des Familiennachzugs drÃ¤ngt sich auch deshalb nicht auf, da die hier lebenden Kinder bereits 14 bzw. 15 Jahre alt sind und damit von einer gewissen SelbstÃ¤ndigkeit ausgegangen werden kann. Die Abweisung des Familiennachzugsgesuchs erweist sich nach dem Gesagten als rechtmÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b><span>Schliesslich ist auch der Eventualantrag der BeschwerdefÃ¼hrenden abzuweisen: Da das Verfahren nach der dargelegten Sach- und Rechtslage </span>spruchreif <span>erscheint, ist von der eventualiter beantragten RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz abzusehen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 aufzuerlegen; eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen weder fÃ¼r das Rekurs- noch das Beschwerdeverfahren zu (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 sowie § 17 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben sowohl fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren als auch fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung sowie Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands beantragt.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Sie haben Ã¼berdies Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 6 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Urteilstext">Offenkundig aussichtslos sind Begehren, deren Chancen auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 16 N. 46). Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichtskosten aus seinem Einkommen â nach Abzug der Lebenshaltungskosten â innert angemessener Frist zu bezahlen (PlÃ¼ss, § 16 N. 20).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Die Vorinstanz hat die Gesuche mangels Nachweises der Mittellosigkeit abgewiesen. Es kann vorliegend offenbleiben, ob von der Mittellosigkeit der BeschwerdefÃ¼hrenden auszugehen ist, da <span>sich ihre Begehren im Sinn der obenstehenden ErwÃ¤gungen ohnehin als offensichtlich aussichtslos erweisen. Gleiches gilt fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren, zumal die rechtsanwaltlich vertretenen BeschwerdefÃ¼hrenden aufgrund der klaren Sach- und Rechtslage nicht ernsthaft mit Erfolg ihres Rechtsmittels rechnen konnten. </span>Damit ist (im Ergebnis) nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz ihnen die unentgeltliche Rechtspflege fÃ¼r das Rekursverfahren verweigerte. Folglich ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sowohl fÃ¼r das Rekurs- als auch das Beschwerdeverfahren abzuweisen bzw. der diesbezÃ¼gliche vorinstanzliche Entscheid im Ergebnis zu bestÃ¤tigen (§ 16 Abs. 1 und 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. <span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. <span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>6. <span>Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) <span>die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;</span><br/> c) <span>das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>