B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5131/2019 U r t e i l v o m 1 9 . M ä r z 2 0 2 1 Besetzung Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), Richter Walter Lang, Richter Simon Thurnheer, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren am (...), Iran, vertreten durch MLaw Olivia Eugster, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 30. August 2019 / N_______. D-5131/2019 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin – welche zusammen mit ihrem (Nennung Ver- wandter) B._______ (N_______) am (...) illegal in die Schweiz gelangte – suchte gleichentags um Asyl nach. Am 4. März 2016 fand die Befragung zur Person (BzP) statt. Am 13. Juni 2018 wurde sie vom SEM zu ihren Asylgründen angehört. Die in der Stadt C._______ (Provinz D._______) geborene und in der Stadt E._______ aufgewachsene Beschwerdeführerin führte zur Begründung ih- res Asylgesuchs an, sie habe während zwölf Jahren die Schule besucht, diese jedoch aufgrund familiärer Probleme nicht abgeschlossen. Während ihrer Schulzeit habe sie die (...)nachmittage manchmal bei F._______, ei- ner (Nennung Verwandte), verbracht, um Zeit mit ihrer (Nennung Ver- wandte) zu verbringen. Eines Nachmittags sei ausser dem Sohn der (Nen- nung Verwandte) namens G._______ niemand dort gewesen. Als sie da- raufhin wieder nachhause habe gehen wollen, habe G._______ die Türe abgeschlossen, sie gepackt und auf den Boden geworfen. Dort habe er sie festgehalten und – nachdem sie zu schreien begonnen habe – ihren Mund mit ihrem eigenen Kopftuch zugehalten. Beim Versuch, sich zu befreien , habe sie ihren Kopf heftig auf dem Boden aufgeschlagen, worauf sie das Bewusstsein verloren habe. Nachdem G._______ sie mit Wasser bespritzt habe, sei sie wieder zu sich gekommen. Sie habe mit Schrecken bemerkt, dass die Knöpfe ihres Mantels offen gewesen seien. Sie habe ihren Mantel mit beiden Händen zugezogen und sei zur Türe gelaufen. Daraufhin habe G._______ ihr gedroht, dass es noch schlimmer für sie werden würde, falls sie jemandem etwas darüber erzähle. Bei ihrer Rückkehr habe sich i hre Mutter sehr besorgt über ihren Zustand gezeigt. S ie habe ihr aber nichts über diesen Vorfall berichtet. Als sie schliesslich bemerkt habe, dass ihre Unterwäsche voller Blut gewesen sei, habe sie rea lisiert, was tatsächlich geschehen sei. Sie habe Angst gehabt, dass ihre Angehörigen irgendwie vom sexuellen Übergriff respektive von der Vergewaltigung erfahren könn- ten. Sie habe dann ungefähr (Nennung Dauer) n ach diesem Vorfall ver- sucht, sich (...) das Leben zu nehmen, da sie von G._______ unter Druck gesetzt worden sei. Dieser habe ihr immer wieder gedroht und Botschaften geschickt, wonach die Familie schon vom Vorfall erfahren werde. Im Spital sei (Nennung Behandlung) worden, wodurch sie gerettet worden sei. Als sie wieder zuhause gewesen sei, habe G._______ sie erneut bedroht und ihr gesagt, dass sie schwanger werde, ihre Angehörigen deshalb sicherlich von der Sache erfahren und sie umbringen würden. Wenige Tage darauf D-5131/2019 Seite 3 habe ihre (Nennung Verwandte) beziehungsweise die Mutter von G._______ bei ihrer Familie um ihre Hand für ihren Sohn angehalten. Ob- wohl ihre Familie gegen die Heirat gewesen sei, habe sie darauf bestan- den, da sie grosse Angst gehabt h abe. Sie h abe gedacht, dass sie be- stimmt schwanger sei und dies nicht erklären könne. Ausserdem habe sie überlegt, dass sie ohnehin irgendwann einmal heiraten müss e und dann nicht erklären könne, weshalb Sie nicht mehr Jungfrau sei. Sie habe des- wegen nach der Vergewaltigung auch keinen Arzt aufgesucht, um sich we- gen der Blutungen untersuchen zu lassen. Unter diesen Umständen sei sie gezwungen gewesen , G._______ zu heiraten und mit ihm unter einem Dach zu leben. Die Heirat habe am (...) stattgefunden. Nach der Heirat sei sie von G._______ praktisch wie eine Gefangene behandelt worden. Sie habe an eine religiöse Schule wechseln, einen Hijab tragen und an islami- schen Treffen teilnehmen müssen. Bei diesen Treffen sei es auch darum gegangen, auf der Strasse zu kontrollieren, ob die Frauen ihr Kopftuch rich- tig tragen würden und diejenigen, bei denen man die Haare sehe, mitzu- nehmen. Da sie dies aber nicht habe tun wollen, habe G._______ einmal ein Küchenmesser in ihre Richtung geworfen und sie dabei am (Nennung Körperteil) verletzt. Eines Tages habe sie beim Waschen der Kleider in ei- ner Hosentasche von G._______ dessen (Nennung Ausweis) gefunden. G._______ habe dies zufällig gesehen, sie geohrfeigt und ihr unter Andro- hung des Todes verboten, darüber mit jemandem zu sprechen. Als sie die Aufnahmeprüfung für die Universität habe absolvieren wollen, habe er ihr dies untersagt, wieder einmal mit ihr geschimpft und sie geschlagen . Abends habe er das Abzugsrohr der Kohleheizung aus der Wand gerissen und versucht, sie dadurch im Schlaf umzubring en. Sie h abe dies jedoch rechtzeitig bemerkt. Aus Angst um ihr Leben habe sie sich ihrer Mutter ge- genüber schliesslich offenbart und ihr die ehelichen Probleme geschildert. Nachdem sie gedroht habe, sich selber umzubringen, habe ihre Mutter mit ihrem (Nennung Verwandter) gesprochen, damit sie zusammen mit ihm das Land verlassen könne. Ihr (Nennung Verwandter) habe nämlich auf- grund seiner eigenen Probleme aus dem Iran ausreisen wollen. Sie sei in der Folge zu einer Verwandten nach H._______ gereist, wo ihr (Nennung Verwandter) sie (Nennung Zeitpunkt) abgeholt habe. In einem Lastwagen seien sie durch ihr unbekannte Länder in die Schweiz ge langt. Von ihrer Mutter habe sie erfahren, dass G._______ nach ihrer Flucht respektive als sie in H._______ gewesen sei, einige Male zuhause vorbeigekommen sei und nach ihr gefragt habe. Sie habe die Gewalttätigkeiten von G._______ weder bei den Behörden gemeldet noch habe sie versucht, sich scheiden zu lassen , da der Geheimdienst über der Polizei stehe und das Schei- dungsrecht im Iran beim Mann liege. Im Falle einer Rückkehr in den Iran D-5131/2019 Seite 4 befürchte sie eine Bestrafung, weil sie das Land illegal und ohne das Ein- verständnis von G._______ verlassen h abe. Ausserdem befürchte sie , dass ihr Ehemann einen Grund erfinden könnte, um ihre Steinigung zu er- reichen. Zum Beleg ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin (Aufzählung Beweismittel) zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 30. August 2019 stellte das SEM fest, die Beschwerde- führerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte ihr Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. C. Mit Eingabe vom 2. Oktober 2019 erhob die Beschwerdeführerin beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, es se i die angefoch- tene Verfügung des SEM vom 30. August 2019 aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und ihr Asyl zu gewähren. Eventua- liter seien die Dispositivziffern 1 bis 3 der angefochtenen Verfügung aufzu- heben und sie sei vorläufig aufzunehmen. Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie, es sei das Beschwerdeverfahren mit denjenigen ihrer Eltern (N_______) sowie ihres (Nennung Verwandter) (N_______) zu koordinieren. Weiter sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ih r ihre Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin zu bestellen. Der Beschwerde lagen (Nennung Beweismittel) bei. D. Mit Zwischenverfügung vom 11. Oktober 2019 hiess die Instruktionsrichte- rin die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amtlichen Rechtsverbeiständung gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und ordnete de r Beschwerdeführerin ihre Rechtsver- treterin als amtliche Rechtsbeiständin bei , und teilte mit, dass das vorlie- gende Verfahren mit den Beschwerdeverfahren der Eltern (...) sowie dem- jenigen des (Nennung Verwandter) (…) in zeitlicher Hinsicht und soweit der Sache dienlich koordiniert behandelt werde. Weiter ersuchte die Instrukti- onsrichterin das SEM, bis am 28. Oktober 2019 eine Vernehmlassung ein- zureichen. D-5131/2019 Seite 5 E. Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 21. Oktober 2019 fest, die Beschwerdeschrift enthalte keine neu en erheblichen Tatsachen oder Be- weismittel, welche eine Änderung seines Standpunktes zu rechtfertigen vermöchten, weshalb auf eine Stellungnahme verzichtet werde. Im Übrigen verwies das SEM auf seine Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und hielt an diesen vollumfänglich fest. F. Am 24. Oktober 2019 brachte das Bundesverwaltungsgericht der Be- schwerdeführerin die vorinstanzliche Vernehmlassung zur Kenntnis. G. Mit Eingabe vom 7. Januar 2021 reichte die Beschwerdeführerin ein wei- teres Beweismittel (Nennung Beweismittel) zu den Akten. Zudem stellte sie die Einreichung eines (Nennung Beweismittel) in Aussicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des AsylG in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zus tändig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde- führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 V wVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). D-5131/2019 Seite 6 3. 3.1 Die Beschwerdeführerin rügt in der Rechtsmittelschrift, die Vorinstanz habe die zum Beleg ihrer Heirat eingereichten Kopien ihrer Heiratsurkunde und der Shenasnameh nicht in die Erwägungen miteinbezogen. Sie macht dadurch sinngemäss eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Ge- hör sowie der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechts- erheblichen Sachverhalts geltend. Diese formelle Rüge ist vorab zu behan- deln, da sie geeignet sein könnte, eine Kassation der vorinstanzlichen Ver- fügung zu bewirken. 3.2 3.2.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander- seits stellt es ein persönlichkeitsbe zogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ein- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor Er- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan- trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent- weder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflusse n. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1 S. 293; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). 3.2.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Bst. a–e). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser- heblichen Sachverhalts in Verletzung de r behördlichen Untersuchungs- pflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Un- richtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent- scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts- pflege des Bundes; 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). D-5131/2019 Seite 7 3.2.3 Diesbezüglich ist anzuführen, dass sich die verfügende Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem recht- lichen Einwand ausei nandersetzen muss, sondern sich auf die wesentli- chen Gesichtspunkte beschränken darf (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b). D as SEM hat in seinem Entscheid bei der Darlegung des Sachverhalts (vgl. S. 3 Ziff. 3) die von der Beschwerdeführerin erwähnten Dokumente (Kopien der Heiratsurkunde, der Shenasnameh und der Melli-Karte ihres Eheman- nes) ausdrücklich aufgeführt. Weiter legte es im angefochtenen Entscheid in nachvollziehbarer Weise dar, aufgrund welcher Überlegungen die gel- tend gemachten Asylgründe in zentralen Punkt en, so insbesondere zur Ehe mit (...) G._______ als nicht glaubhaft zu erachten seien. Aus den vor- instanzlichen Erörterungen ist ohne Weiteres zu erkennen, dass das SEM zwar die geltend gemachten Umstände sowie die Beweggründe der Be- schwerdeführerin, wie und warum es zum Eheschluss gekommen sei und auch die dargelegte Schilderung des Ehealltags in Frage stellte, nicht je- doch den Eheschluss als solchen. So sprach es in seinen Erwägungen bei der Erwähnung von G._______ stets vom "Ehemann" der Beschwerdefüh- rerin. Zudem wurde ihr Zivilstand im Zentralen Migrationsinformationssys- tem (ZEMIS) durch die Vorinstanz als "verheiratet" vermerkt. Das SEM hat demnach die erwähnten Dokumente der Beschwerdeführerin durchau s – wenn auch implizit – mitberücksichtigt. Nachdem der Zivilstand der Be- schwerdeführerin vom SEM nicht grundsätzlich bestritten wurde, stellt es keinen formellen Mangel dar, dass die eingereichte Heiratsurkunde oder die weiteren Identitätsdokumente in den Erwägungen der angefochtenen Verfügung keine explizite Erwähnung fanden. Weiter ist der Umstand, dass die Vorinstanz nicht jedes Detail der Asylvor- bringen aufgeführt und auch, soweit dies als angezeigt erscheint, bei der Begründung des Entscheids berücksichtigt respektive die geltend gemach- ten Asylgründe anders gewichtet hat als die Beschwerdeführerin, nicht als Verletzung des rechtlichen Gehörs zu werten. Dies gilt ebenso für den Um- stand, dass sie nach einer gesamtheitlichen Würdigung der Parteivorbrin- gen inklusive der eingereichten Beweismittel respektive der aktuellen Situ- ation im Iran zu einem anderen Schluss als die Beschwerdeführerin ge- langte. Es ergeben sich denn auch nach Prüfung der Akten keine hinrei- chenden Anhaltspunkte, welche den Schluss zula ssen würden, das SEM habe den Sachverhalt unvollständig abgeklärt respektive die Begrün- dungspflicht verletzt. Eine Verletzung der Begründungspflicht ist auch da- her nicht zu erkennen, weil es de r Beschwerdeführerin möglich war, sich ein Bild über die Tragwe ite des vorinstanzlichen Entscheides zu machen und diesen sachgerecht anzufechten (BGE 129 I 232 E. 3.2). D-5131/2019 Seite 8 3.3 Die formellen Rügen erweisen sich daher insgesamt als unbegründet. Der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neu- beurteilung ist daher abzuweisen. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5 E. 2.2). 5. 5.1 Die Vorinstanz wies das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab, da deren Vorbringen den Anforderungen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftma- chung nicht genügten. Zur Begründung führte es an, es sei kaum nachvollziehbar, dass die Be- schwerdeführerin ihren Vergewaltiger geheiratet habe, obschon ihre Fami- lie dagegen gewesen sei. Ihre diesbezügliche Erklärung, sie habe vermei- den wollen, dass ihre Familie von einer allfä lligen Schwangerschaft er- fahre, sei in keiner Weise verständlich. So habe sie selber gar nicht ge- wusst, ob sie schwanger geworden sei oder nicht und habe dies auch nie von einem Arzt abklären lassen. Selbst in der Schweiz habe sie bislang keinen Arzt konsu ltiert. Ausserdem habe sie wiederholt betont, dass sie G._______ gehasst und nach der Vergewaltigung sogar versucht habe, sich das Leben zu nehmen. Weiter sei nicht nachvollziehbar, weshalb ihr G._______ nach der Tat gedroht haben sollte, ihre Familie über den Vorfall zu informieren. Da im Iran das Gesetz bei Vergewaltigung sehr strenge Strafen vorsehe, hätte dies für G._______ selber erhebliche Konsequen-D-5131/2019 Seite 9 zen mit sich gebracht, wenn seine Tat bekannt geworden wäre. Dieser Um- stand müsse auch der Beschwerdeführerin bekannt gewesen sein. Ferner sei es als realitätsfern zu erachten, dass die Familie von G._______ we- nige Tage nach ihrem Selbstmordversuch bei ihrer Familie um ihre Hand angehalten habe. Die Beschwerdeführerin vermöge überdies nicht plausi- bel zu erklären, wie sie als (...)-jähriges Mädchen kurz nach einem Suizid- versuch ihre Familie von einer Heirat mit einem Mann, den sie verabscheut habe, habe überzeugen können, obwohl ihre Familie sehr konservativ und gegen einen Eheschluss gewesen sei. Ihre diesbez üglichen Aussagen seien sehr vage ausgefallen und würden kaum eine ernsthafte und vertiefte Diskussion innerhalb ihrer Familie wiederspiegeln, wie dies jedoch bei ei- nem solchen weittragenden Entscheid mit Sicherheit geschehen würde. Es sei ebenso kaum nach vollziehbar, dass die Familie ihre Wünsche wider- spruchslos akzeptiert hätte. Sodann sei realitätsfremd, dass sie ihren Aus- führungen zufolge vor der Heirat nie davon ausgegangen sei, dass sie von ihrem Ehemann weiterhin misshandelt würde. Konstruiert erscheine ferner, dass sie von G._______ beim Waschen seiner Kleidung beobachtet und ausgerechnet in dem Moment erwischt worden sei, als sie dessen (Nen- nung Ausweis) in einer Hosentasche entdeckt habe. Als unlogisch sei so- dann die Forderung des Ehemannes zu erachten, dass sie im Rahmen ih- rer politischen und ideologischen Kurse auf der Strasse als Sittenwächterin tätig sein und dabei Frauen und Mädchen festnehmen sollte, deren Haare sichtbar seien, zumal dies eigentlich in den Aufgabenbereich der Basidji oder der Sittenpolizei falle. Im Weiteren sei befremdlich, dass die Be- schwerdeführerin zusammen mit ihrem (Nennung Verwandter) ausgereist sei, ohne dessen Beweggründe dafür zu wissen. Sie selber habe ihrem (Nennung Verwandter) auch nichts über ihre eigenen Gründe für die gleich- zeitige Ausreise aus dem Iran gesagt. Hingegen habe sie ihrer Mutter von den Gewalttaten, die G._______ ihr gegenüber verübt habe, erzählt. Es erstaune, dass sie von ihrem (Nennung Verwandter) ohne Nachfragen mit- genommen worden sei. Ohnehin se i eine Ausreise zusammen mit ihrem (Nennung Verwandter) als unlogisch zu erachten. Sie habe die Eheschlies- sung mit den konservativen Moralvorstellungen ihrer Familie und ihrer Angst, von der eigenen Familie getötet zu werden, begründet. So hätte ih- ren Angaben zufolge die Familie eher den Ehrenschaden durch ihre Flucht mit ihrem (Nennung Verwandter) als den Ehrverlust durch Scheidung in Kauf genommen. Diese Begründung erscheine abstrus und unsinnig, seien ihrem (Nennung Verwandter) die Gründe ihrer Flucht gar nicht bekannt ge- wesen. Weiter falle auf, dass sie kaum Auskunft darüber habe geben kön- nen, wie es ihrer Mutter zwischenzeitlich im Iran ergangen sei, obwohl sie D-5131/2019 Seite 10 mit ihr in telefonischem Kontakt gestanden sei. Ihre diesbezüglich e Erklä- rung, sie sei zu sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen sei, um entspre- chende Fragen zu stellen, müsse ebenfalls als sehr realitätsfern gewertet werden. Sie habe nur gewusst, dass die Polizei das Haus der Familie auf der Suche nach ihrem (Nennung Verwandter) wiederholt durchsucht habe. Sodann sei sie bereits in der Schweiz gewesen, als sie von ihrer Mutter erfahren habe, dass G._______ mehrmals mit Gewalt ins Haus eingedrun- gen sei. Diesen Umstand habe ihre Mutter im Rahmen deren Anhörung hingegen nicht erwähnt. Aus diesen Gründen bestünden ernsthafte Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen. Im Weiteren habe die Beschwerdeführerin die angeführten Gewaltausbrü- che von G._______ relativ ausführlich geschildert. Dagegen seien aber die Ausführungen zum gemeinsamen Ehealltag sehr substanzarm ausgefal- len. Sodann wäre von ihr zu erwarten gewesen, dass sie im Verlauf der Ehe Strategien entwickelt hätte, den Gewaltausbrüchen ihres Mannes zu entgehen oder diese zu vermeiden. Entsprechende Antworten s eien aber ebenfalls ausweichend und oberflächlich ausgefallen. Auch habe sie kaum konkrete Alltagssituationen nennen können, in denen G._______ wütend geworden sei, obschon sie von massiven Gewaltausbrüchen berichtet habe. Entsprechenden Fragen sei sie aus gewichen. Weiter habe sie sich ausgerechnet im Zeitraum, als auch ihr (Nennung Verwandter) angeblich ernsthafte Schwierigkeiten zu befürchten gehabt hätte, ihrer Mutter offen- bart und ihr von den ehelichen Problemen erzählt. Bezüglich der Reaktion ihrer Mutter seien ihre Aussagen aber ebenfalls ausweichend und vage ge- blieben und würden sich als realitätsfremd darstellen. Ausserdem wirke die geschilderte Reaktion ihrer Mutter angesichts des von der Beschwerdefüh- rerin geschilderten Martyriums äusserst realität sfremd. Der Frage, ob sie in der Folge mit ihrem (Nennung Verwandter) über ihr Martyrium gespro- chen habe, sei sie ebenso ausgewichen und habe angeführt, dass sie auf der ganzen Reise vom Iran bis in die Schweiz überhaupt nicht miteinander hätten kommunizieren dürfen. Dies sei angesichts der geschilderten Dra- matik der Ereignisse und der schwerwiegenden Entscheidung einer Flucht aus dem Heimatland als äusserst realitätsfremd zu werten, zumal sie vom (Nennung Verwandter) vorher bei der (Nennung Verwandte) in H._______ abgeholt worden sei und sie demnach ausreichend Zeit gehabt hätten, sich auszutauschen. Überhaupt seien die Aussagen zum Reiseweg äusserst dürftig ausgefallen. Zudem sei nicht glaubhaft, dass die Beschwerdeführe- rin und ihr (Nennung Verwandter) vom Iran aus im Laderaum eines LKWs versteckt bis in die Schweiz gereist seien, ohne zu wissen, durch welche D-5131/2019 Seite 11 Länder sie gefahren seien, und ohne dass der LKW jemals durchsucht wor- den sei. Insgesamt seien die Aussagen zu zentralen Punkten der Asylvor- bringen oberflächlich, schematisch und knapp ausgefallen und enthielten auch keine Realkennzeichen, die normalerweise die Erzählungen von tat- sächlich erlebten Begebenheiten prägten. Die Aussagen könnten in der ge- machten Form ohne weiteres von irgendjemandem nacherzä hlt werden. Da die Beschwerdeführerin die gestellten Fragen nur knapp oder auswei- chend beantwortet habe, weise dies auf einen konstruierten Sachverhalt und nicht auf tatsächliche Erlebnisse hin. 5.2 Die Beschwerdeführerin entgegnete in ihrer Beschwerdeschrift, das von der Vorinstanz für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit überwiegend verwendete Kriterium der Plausibilität werde gemäss Urteil des Bundesver- waltungsgerichts D-2124/2014 vom 15. Januar 2016 von der Lehre seit längerer Zeit stark kritisiert. So sei diesbezüglich grosse Vorsicht angezeigt und es sollten grundsätzlich lediglich naturwissenschaftliche Tatsachen un- ter dem Aspekt der Plausibilität bewertet werden oder zumindest Unplau- sibilität mit Country of Origin Information (COI) oder anderen von der Be- schwerdeführerin eingereichten Beweismitteln abgeglichen werden. Ent- gegen der vorinstanzlichen Einschätzung würden ihre detailreichen Aus- führungen in Anbetracht des kulturellen Kontextes im Iran sowie ihrer per- sönlichen Situation durchwegs nachvollziehbar, verständlich und glaubhaft erscheinen. Sie habe anlässlich der Anhörung klar ausgeführt, weshalb sie sich zur Heirat mit dem (Nennung Verwandter) gezwungen gefühlt habe (Nennung Gründe). Verschiedene Quellen würden in diesem Zusammen- hang belegen, dass zum damaligen Zeitpunkt im Iran Jungfräulichkeits- tests regelmässig durchgeführt worden seien und aktuell noch immer durchgeführt würden. Sie habe sich durch die Annahme des Heiratsantrags erhofft, das kleinere Übel gewählt zu haben. Sie habe sich nach der Ver- gewaltigung medizinisch nicht abklären lassen, weil solche Abklärungen zwangsläufig zu weiteren Fragen geführt hätten und ihre Familie letztlich davon erfahren hätte. Sie sei auch bis anhin nicht bereit, die erlebten Miss- handlungen durch den Ehemann aktiv zu verarbeiten, weshalb sie auch in der Schweiz bislang keine medizinische Hilfe in Anspruch genommen habe. Sie habe ihrer Familie bis heute nicht erzählt, was damals der tat- sächliche Grund für (Nennung Umstände des Selbstmordversuchs) gewe- sen sei. Offiziell sei sie wegen (Nennung Grund) im Spital gewesen, wes- halb der Suizidversuch somit auch keinen Einfluss auf die Tatsache und den Zeitpunkt des Heiratsantrags gehabt habe. Weiter treffe es zu, dass im Iran strenge Strafen für Vergewaltigungen vorgesehen seien. Jedoch sei einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (E-2108/2011 vom 1. Mai D-5131/2019 Seite 12 2013) zu entnehmen, dass für eine vergewaltigte Frau die erhebliche Ge- fahr bestehe, bei einer Meldung selber des Verbrechens der "Zena" ange- klagt und verurteilt zu werden. B ei einer Anzeige müsse die erlittene Tat bewiesen werden, wobei für Frauen schwere Behinderungen bei der Be- weisführung bestünden. Sowohl ihr als auch G._______ sei bewusst ge- wesen, dass die Frau die Beweislast für die Vergewaltigung zu tragen habe. Zudem hätte ihre Familie bei Einreichung einer Klage mit Sicherheit von dem Vorfall erfahren. Sodann sei ihre Familie zwar traditionell einge- stellt, habe ihr jedoch trotzdem die Freiheit zugestanden, selbst zu wählen, wen sie heiraten möchte. Sie sei mit ihren da mals (Nennung Alter) durch- aus naiv gewesen, da sie nicht erwartet habe, dass sie auch künftig von G._______ misshandelt würde. Es sei ihr jedoch von Anfang bewusst ge- wesen, dass sie in der islamischen Tradition als Frau ihrem Mann unterge- ordnet sei und dem entsprechend auch Benachteiligungen zu erdulden habe. Quellen zufolge verbiete das iranische Gesetz häusliche Gewalt nicht; diese werde von den Behörden als Privatangelegenheit erachtet. Ferner habe sie ausführlich und detailliert geschildert, wie sie von G._______ erwischt worden sei, als sie seinen (Nennung Ausweis) gefun- den habe. Ihr Mann habe nämlich im fraglichen Moment direkten Sichtkon- takt zum Zimmer gehabt, in welchem sie die Wäsche vorbereitet habe. Das SEM führe sodann keine Quellen an, welche gegen ihre Aussage, dass sie im Rahmen eines ideologischen Kurses aufgefordert worden sei, auf der Strasse als Sittenwächterin tätig zu sein, sprechen würden. Weiter sei es im Ausreisezeitpunkt für sie nicht weiter relevant gewesen, mit ihrem (Nen- nung Verwandter) über die Details ihrer Probleme zu sprechen. Dieser habe damals bereits die Entscheidung getroffen gehabt, sie mitzunehmen. Sie habe von ihrer Mutter gewusst, dass ihr (Nennung Verwandter) in Ge- fahr gewesen sei und dessen Ausreisegründe auch von ihr erfahren, da sie kulturell bedingt nicht allzu oft und schon gar nicht über persönliche Ange- legenheiten mit ihrem (Nennung Verwandter) gesprochen habe. Die ge- meinsame Ausreise sei nicht als unlogisch zu erachten, sondern der da- maligen Situation geschuldet. Zudem hätte es eine grössere Schande für die Familie dargestellt, wenn sie alleine ausgereist wäre. Zwar habe ihr G._______ Vorschriften bezüglich des Schulbesuchs gemacht, ihr aber nicht grundsätzlich verboten zu lernen. Sie habe in dessen Abwesenheit lernen dürfen, einfach nicht für die Aufnahmeprüfung für die Universität. Es bestehe daher kein Widerspruch in ihren Aussagen. Der Vorhalt, dass sie hätte Strategien entwickeln sollen, um den Gewaltausbrüchen ihres Man- nes zu entgehen, hinterlasse den Eindruck, als würde das SEM davon aus- gehen, dass sie tatsächlich einen Einfluss darauf gehabt hätte, ob sie von G._______ geschlagen würde oder nicht respektive als hätte sie dafür eine D-5131/2019 Seite 13 Mitverantwortung. Zum Vorhalt, dass sie kaum konkrete Alltagssituation habe nennen können, in denen es zu massiven Gewaltausbrüchen gekom- men sei, sei anzuführen, dass die Vorinstanz davon auszugehen scheine, es bedürfe eines Wutausbruchs des Täters oder einer scheinbaren Schuld des Opfers, damit es zu Gewaltanwendungen komme. Es bed ürfe aber vielfach nicht eines besonderen Auslösers, damit häusliche Gewalt ausge- übt werde. Zudem habe sie sehr wohl Situationen geschildert, in denen G._______ wütend und gewalttätig geworden sei. Sie sei auch von ihm geschlagen worden, ohne dass es dafür einen spezifischen Grund oder Auslöser gegeben habe. G._______ habe sie lediglich als Dienerin be- trachtet und um ihr seine Machtposition zu demonstrieren. Ferner sei ihre Mutter der Ansicht gewesen, dass eine Frau gewisse Probleme auszuhal- ten habe, weshalb deren Verhalten nach der Schilderung ihrer Probleme mit G._______ in Anbetracht der streng traditionellen Ansichten der Familie durchaus nachvollziehbar erscheine. Im Weiteren könne die Einschätzung der Vorinstanz, sie habe nur dürftig über ihren Reiseweg berichtet, ange- sichts ihrer detaillierten Ausführungen in der BzP zum Transportfahrzeug und den Reiseumständen nicht geteilt werden. Ihre Angaben seien dem- nach insgesamt als glaubhaft zu bezeichnen. Bei einer Rückkehr in den Iran habe sie angesi chts ihrer persönlichen Si- tuation, der häuslichen Gewalt und der illegalen und ohne Zustimmung von G._______ durchgeführten Ausreise asylrelevante Nachteile zu befürch- ten. 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum Schluss, dass die Vorinstanz das Vorliegen von Vorfluchtgründen zu Recht verneinte. 6.1.1 Nachdem die Vorinstanz einen Eheschluss zwischen der Beschwer- deführerin und ihrem Mann G._______ als solchen nicht bestritt, geht auch das Gericht angesichts der eingereichten Unterlagen von einer Heirat der Beschwerdeführerin aus. Jedoch kann – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht – nicht geglaubt werden, dass die Ehe infolge der gel- tend gemachten Vorgeschichte und der daraus resultierenden Beweg- gründe zustande gekommen sein soll. Zunächst ist logisch nicht nachvoll- ziehbar, dass die Beschwerdeführerin ihren Vergewaltiger, der ihr in der Folge überdies wiederholt mit dem Tod gedroht haben will, aus eigenen Stücken und auf sein Drängen hätte heiraten wollen. Dies umso mehr, als ihren Angaben zufolge nicht nur ihre eigene, konservativ eingestellte und D-5131/2019 Seite 14 sehr auf ihr Ansehen bedachte Familie gegen diese Ehe gewesen sei, son- dern sich insbesondere auch diejenige von G._______, welche sehr reli- giös gewesen sei, in allgemeiner Weise geg en eine Heirat innerhalb der Familie respektive der Verwandtschaft ausgesprochen habe (vgl. act. A3, S. 14; A20, F67 [S. 10], F77 und F91). Die Beschwerdeführerin vermag weder nachvollziehbar noch plausibel zu erklären, wie es ihr gelungen sein soll, sich als damals (...)-Jährige gegen den Widerstand ihrer Eltern und den Willen der Familie von G._______ durchzusetzen. Einerseits ist es als widersprüchlich zu erachten, dass die (Nennung Verwandte) überhaupt ei- nen Heiratsantrag gemacht haben will, obwohl deren Familie grundsätzlich dagegen gewesen sei, dass man in der Verwandtschaft untereinander hei- rate (vgl. act. A20, F89 ff.). Andererseits erwecken ihre Angaben in der An- hörung in keiner Weise den Eindruck, dass es ihr dadurch gelungen wäre, ihre Eltern von deren klar ablehnenden Haltung abzubringen. Auf wieder- holte Nachfrage im Rahmen der Anhörung, wie sie ihre Eltern von einer Heirat habe überzeugen können, machte sie lediglich pauschale Angaben und wiederholte mehrmals, "weil ich es wollte" (vgl. act. A20, F92 ff.). Dar- aus lässt sich keine authentische Auseinandersetzung zwischen ihr und ihren Eltern zu diesem Thema erkennen, welche jedoch angesichts der Tragweite ihres Entscheids zu erwarten gewesen wäre. 6.1.2 Überdies ist es als widersinnig zu erachten, dass der Heiratsantrag durch die Familie von G._______ wenige Tage, nachdem die Beschwerde- führerin das Spital im Nachgang zu dem von ihr geltend gemachten Selbst- mordversuch habe verlassen können, gestellt worden sein soll. So ist da- von auszugehen, dass die (Nennung Verwandte) und deren Familie spä- testens dann darüber informiert worden wären, als die (Nennung Ver- wandte) mit ihrer Mutter über das Thema Heirat gesprochen haben soll (vgl. act. A20, F90). Unter diesen Umständen ist nicht vorstellbar, dass die Familie von G._______ am Antrag – wie wenn nichts geschehen wäre – einfach festgehalten hätte. Der Einwand, gemäss welchem sie offiziell we- gen einer (Nennung Grund) im Spital gewesen sei, weshalb der Suizidver- such somit auch keinen Einfluss auf die Ta tsache und den Zeitpunkt des Heiratsantrags gehabt habe, vermag schon deshalb nicht zu überzeugen, weil ihre Eltern vom tatsächlichen Grund ihres Spitalaufenthaltes (Nennung Grund) durchaus Kenntnis hatten (vgl. act. A20, F86). 6.1.3 Sodann ist ebenso wenig glau bhaft, dass die Beschwerdeführerin wegen ihrer Angst, die Familie könnte von einer allfälligen Schwanger- schaft erfahren, sich dazu entschlossen habe G._______ zu heiraten (vgl. act. A20, F66 S. 10, F80, F95). So will sie selber gar nicht gewusst haben, D-5131/2019 Seite 15 ob sie überhaupt schwanger sei und sich überdies – was in diesem Zusam- menhang nicht nachvollziehbar erscheint – offenbar auch nicht sonderlich dafür interessiert haben, ob tatsächlich etwas geschehen sei (vgl. act. A20, F82), obwohl sie daraus erhebliche K onsequenzen für sich ableitet und schliesslich sogar versucht haben soll, sich das Leben zu nehmen. Die in der Beschwerdeschrift dargelegten pauschalen Einwände, wonach ihre de- tailreichen Ausführungen in Anbetracht des kulturellen Kontextes im Iran sowie ihrer persönlichen Situation durchwegs nachvollziehbar, verständlich und glaubhaft erscheinen würden und die erneute Darlegung der Gründe, die die Beschwerdeführerin zu einem Eheschluss mit G._______ gedrängt hätten, vermögen die obige Einschätzung nicht umzustossen. 6.1.4 Weiter erscheint es wenig plausibel, dass die Beschwerdeführerin – nachdem sie anlässlich des Übergriffs von G._______ aus ihrer Bewusst- losigkeit erwacht sei – erst nach ihrer Rückkehr nach Hause realisiert ha- ben will, was tatsächlich vorgefalle n sei (vgl. act. A20, S. 9 F67). So be- schränken sich ihre diesbezüglichen Ausführungen auf die Darstellung des äusseren Handlungsablaufs. So will sie zunächst lediglich gemerkt haben, dass die Knöpfe ihres Mantels offen gewesen seien, sie ihre Hose noch mit verschlossenem Reisverschluss angehabt und das Kopftuch auf der Seite gelegen habe. Dann habe sie G._______ aufgefordert, die verschlossene Türe zu öffnen und sie sei weinend nach Hause gegangen, wobei sie das Gefühl gehabt habe, von G._______ verfolgt zu werden. Erst zuhause in ihrem Zimmer habe sie aufgrund ihrer blutigen Unterwäsche festgestellt, was geschehen sei. Wäre sie jedoch tatsächlich vergewaltigt worden, hätte sie bereits nach Wiedererlangen ihres Bewusstseins eine körperliche Ver- änderung spüren müssen. Die Beschwerdeführerin äusserte sich aber zu solchen Empfindungen mit keinem Wort. Auch wenn dem Kriterium der Plausibilität in der Regel nur untergeordnetes Gewicht beigemessen wer- den kann (vgl. Urteile des BVGer D-2124/2014, D-4194/2015 vom 15. Ja- nuar 2016 E. 7.3 und D-4833/2018 vom 12. September 2018 E. 4.1), ist es dennoch als Indiz gegen die Glaubhaftigkeit in die Würdigung miteinzube- ziehen. 6.1.5 Sodann sind an der Glaubhaftigkeit des von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Suizidversuchs mi t (...) aufgrund widersprüchlicher Schilderungen ebenfalls ernsthafte Zweifel anzubringen. So brachte sie im Rahmen der BzP auf Nachfrage nach Dokumenten, welche den Spitalau- fenthalt infolge der (Nennung Behandlung) belegen würden, vor, der Spi- talaufenthalt sei zu kurz gewesen, damit ein Dossier eröffnet worden wäre. So sei eine (Nennung Behandlung) kein grosser Eingriff, sondern fast wie D-5131/2019 Seite 16 eine Arztvisite. Erst nach einem Spitalaufenthalt von drei bis vier Tagen sei dies der Fall (vgl. act. A3, S. 13 unten). Anlässlich der Anhörung führte sie demgegenüber jedoch an, sie sei etwa drei bis vier Tage im Spital geblie- ben (vgl. act. A20, F88). Unter diesen Umständen hätte es ihr – nachdem die Dauer des Spitalaufenthalts für die Eröffnung eines entsp rechenden Dossiers demnach ausreichend gewesen wäre – aber möglich sein müs- sen, entsprechende Unterlagen des Spitals beizubringen. 6.1.6 Nachdem aufgrund der vorstehenden Erwägungen nicht glaubhaft ist, dass die Ehe der Beschwerdeführerin unter den von ihr gesch ilderten Umständen und wegen der angeführten Gründe geschlossen wurde, sind auch an den Schilderungen, wie sich das gemeinsame Eheleben abge- spielt haben soll, überwiegende Zweifel anzubringen. Zwar erscheint es nicht abwegig, dass sich die Beschwerdeführer in trotz eines Verbots zu lernen, so insbesondere für die Aufnahmeprüfung an die Universität, in Ab- wesenheit ihres Mannes oder während dieser schlief darüber hinweg- setzte, weshalb daraus noch keine Ungereimtheit abgeleitet werden kann (vgl. act. A20, F67 f . und F97 -103). Jedoch werden die oben erwähnten Zweifel durch die beliebigen, wenig konkreten und kaum Realkennzeichen (so insbesondere Detailreichtum der Schilderung, freies assoziatives Er- zählen, Interaktionsschilderung sowie inhaltliche Besonderheiten) enthal- tenen Ausführungen zum Ehealltag verstärkt (vgl. act. A20, F68 -71 und F114-F117). Zudem ist es in der Tat als wenig glaubhaft zu werten, dass der Ehemann die Beschwerdeführerin genau in dem Moment beobachtet haben will, als diese bei der Vorbereitun g der Wäsche die Taschen der Kleidungsstücke geleert und dabei dessen (Nennung Ausweis) zum Vor- schein gekommen sei . Selbst wenn er – wie in der Rechtsmitteleingabe geltend gemacht – im fraglichen Moment direkten Sichtkontakt zum Zim- mer gehabt hätte, in wel chem die Wäsche vorbereitet worden sei, ist es kaum wahrscheinlich, dass er sie bei ihrer Hausarbeit überhaupt beobach- tet oder wahrgenommen hätte. So führte die Beschwerdeführerin wieder- holt an, dass sie von ihrem Mann lediglich als "Kolfat" (Diener) behan delt worden sei und sie dieser nur bei sexuellen Bedürfnissen gesehen habe, ansonsten nicht (vgl. act. A20, F68, F115 und F117). Ausserdem ist nicht glaubhaft, dass G._______ seinen Geheimdienstausweis überhaupt oder zumindest derart lose in der Hosentasche mitgeführt hätte, wäre er so da- rauf bedacht gewesen, dass niemand von seiner tatsächlichen Stellung und Tätigkeit erfahren dürfe , zumal er der Beschwerdeführerin sogar mit dem Tod gedroht habe, falls sie jemanden davon unterrichte (vgl. act. A3, S. 15 f.; A20, F60 und F67). D-5131/2019 Seite 17 6.1.7 Ferner sind die Aussagen zur Reaktion ihrer Mutter, nachdem die Be- schwerdeführerin ihr das von Übergriffen und Erniedrigungen gekenn- zeichnete Eheleben geschildert und ihr insbesondere auch die verschiede- nen Blessuren an ihrem Körper gezeigt habe – wie die Vorinstanz zu Recht erkannte – als vage und wirklichkeitsfremd zu qualifizieren (vgl. act. A20, F67 S. 10, F133 f.). Selbst wenn ihre Mutter – wie in der Beschwerdeschrift angeführt wird – der Ansicht gewesen wäre, dass eine verheiratete Frau gewisse Probleme auszuhalten habe, kann deren Reaktion angesichts der Schwere der von der Beschwerdeführerin geschilderten Repression durch den Ehemann auch in Berücksichtigung der in der Rechtsmitteleingabe an- geführten streng traditionellen Ansichten der Familie nicht als nachvollzieh- bar erachtet werden. Auch der Umstand, dass sie und ihr (Nennung Ver- wandter) auf der ganzen Reise vom Iran in die Schweiz nicht miteinander kommuniziert und auch voneinander die jeweiligen Ausreisegrü nde nicht gekannt hätten (vgl. Asylentscheid, S. 5 oben), ist als realitätsfern und da- her als unglaubhaft zu bezeichnen. 6.2 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach festzuhalten, dass das SEM insgesamt zu Recht das Vorliegen von Vorfluchtgründen verneint hat, da die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Ausreise die Flüchtlings- eigenschaft nicht erfüllte. Weder die Ausführungen auf Beschwerdeebene noch die eingereichten Beweismittel vermögen an dieser Einschätzung et- was zu ändern. Angesichts der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich auf weitere Ungereimtheiten im Sachverhaltsvortrag und die entsprechen- den Entgegnungen in der Rechtsmitteleingabe weiter einzugehen. 6.3 Asylsuchende sind auch dann als Flüchtlinge anzuerkennen, wenn sie erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Falle einer Rückkehr in ihren Heimat - oder Herkunftsstaat in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würden. Zu unterscheiden ist dabei zwischen objektiven und subjektiven Nachfluchtgründen. Objektive Nachfluchtgrü nde liegen vor, wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Ein- fluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen; der von einer Ver- folgung bedrohten Person ist in solchen Fällen die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Subjektive Nachfluchtgründe liegen vor, wenn eine asylsuchende Person erst durch die unerlaubte Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung zu befürchten hat; in diesen Fällen wird kein Asyl gewährt (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2010/44 E. 3.5 m.w.H.). D-5131/2019 Seite 18 6.4 Vorliegend ist mit Blick auf das allfällige Vorliegen von objektiven Nach- fluchtgründen Folgendes zu berücksichtigen: Mit Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts (...) wurde der (Nennung Verwandter) der Beschwerdeführe- rin und (...) als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. Das Gericht bejahte bezüglich ihres (Nennung Verwandter) infolge dessen Konversion zu den I._______ subjektive Nachfluchtgründe und stellte fest, dass dieser bei ei- ner Rückkehr in den Iran flüchtlingsrechtlich relevante, ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu gewärtigen hätte. Angesichts dieser Sachlage lässt sich nach Einschätzung des Gerichts die Frage der Gefährdung der Beschwerdeführerin aufgrund der Situation des (Nennung Verwandter) ge- genwärtig nicht abschliessend beurteilen. Es stellt sich die Frage, ob diese Konstellation – gemäss welcher der (Nennung Verwandter) der Beschwer- deführerin gemäss Einschätzung des Gerichts aus Sicht der iranischen Be- hörden als Anhänger der I._______, mithin als (...) wahrgenommen werden dürfte, da er sich vom islamischen Glauben abgekehrt zu haben scheint, und mit hoher Wahrscheinlichkeit als solcher identifiziert wurde oder be- fürchten muss, als solcher identifiziert zu werden – eine Gefährdung für die Beschwerdeführerin als eine seiner nächsten Verwandten, welche kurz nach diesem ebenfalls aus dem Iran flüchtete, zu bewirken vermag (vgl. dazu auch Urteil des BVGer D -2872/2019 vom 13. August 2019 E. 5.2) . Zudem erscheint eine koordinierte Behandlung des vorliegenden Verfah- rens mit demjenigen der (Nennung Verwandte) ([...]; N_______) als ange- zeigt, zumal sich in deren Verfahren die gleiche Problematik stellt. Da sich die Vorinstanz in diesem Zusammenhang zur Frage des allfälligen Vorlie- gens von objektiven Nachfluchtgründen (Reflexverfolgung) bislang nicht äussern konnte und d er Beschwerdeführerin – würde das Bundesverwal- tungsgericht hier selber entscheiden – in dieser Frage eine Instanz verlo- ren ginge, ist die vorliegende Sache zur Neubeurteilung und zwecks koor- dinierter Behandlung mit dem Asylverfahren der (Nennung Verwandte) der Beschwerdeführerin ([...]; N_______) an das SEM zurückzuweisen. 7. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Rückweisung der Sa- che zur Neubeurteilung beantragt wird (Rechtsbegehren 3 der Beschwer- deschrift). Die Verfügung vom 30. August 2019 ist aufzuheben und die Sa- che zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu- rückzuweisen. D-5131/2019 Seite 19 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 9. Der vertretenen Beschwerdeführerin ist angesichts ihres Obsiegens in An- wendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr im Zusammenhang mit dem Beschwerdeverfahren notwen digerweise er- wachsenen Parteikosten zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin reichte mit ihrer Beschwerdeschrift eine Kostennote ein. Demnach beliefen sich ihre Bemühungen auf 8.50 Stunden. Zusätzlich werden Auslagen in der Höhe von Fr. 50.– aufgeführt. Der ausgewiesene Aufwand erscheint vorliegend als angemessen und der im Falle eines Obsiegens vermerkte Stundenan- satz von Fr. 200.– ist für die Bemessung der Parteientschädigung regle- mentskonform (vgl. Art. 10 Abs. 2 VGKE). In der Kostennote nicht enthalten ist der für die Beweismitteleingabe vom 7. Januar 2021 getätigte Aufwand, welcher von Amtes wegen auf eine halbe Stunde zu veranschlagen ist. Der gesamte Aufwand beläuft sich demnach auf neun Stunden, die Auslagen erhöhen sich auf gerundet Fr. 56.–. Die vom SEM auszurichtende Partei- entschädigung ist demnach auf insgesamt Fr. 1856.– (Honorar: Fr. 1800.– und Auslagen: Fr. 56.–) festzusetzen. Damit wird die Ausrichtung eines amtlichen Honorars an die Rechtsvertreterin gegenstandslos. (Dispositiv nächste Seite) D-5131/2019 Seite 20 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der vorinstanz- lichen Verfügung und die Rückweisung der Sache beantragt wird. 2. Die Verfügung des SEM vom 30. August 2019 wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu- rückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 1856.– auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Jeannine Scherrer-Bänziger Stefan Weber Versand: