B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-7748/2009 U r t e i l v o m 11 . D e z e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Gérald Bovier, Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren (...), Syrien, vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 10. November 2009 / N_______. D-7748/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer, ein syr i- scher Staatsangehöriger kurdischer Ethnie aus B._______/Provinz C._______, zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern (N _______) seinen Heimatstaat zirka am (...) auf dem Landweg. Über D._______ und ihm unbekannte Länder sei er am 28. Mai 2008 illegal in die Schweiz g e- langt. Am gleichen Tag reichte er im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) in E._______ sein Asylgesuch ein. Nach der dort am 16. Juni 2008 durchgeführten Kurzbefragung wurde er mit Verfügung vom 23. Juli 2008 für den Aufenthalt während des Asylverfahrens dem Kanton F._______ zugewiesen. A.b. Am 13. August 2009 wurde der Beschwerdeführer vom BFM zu se i- nen Asylgründen angehört. Zur Begründung seines Gesuchs führte er im Wesentlichen aus, Mitglied einer Musik -, Tanz- und Theatergruppe n a- mens G._______ gewesen zu sein, die der (...) Partei unterstellt sei. Sein Vater sei bei dieser Gruppe auch dabei gewesen, er habe dessen genaue Aufgabe innerhalb der Gruppe jedoch nicht gekannt. Am Abend des (...) beziehungsweise am Vorabend des Newroz -Festes habe er sich mit Freunden im Quartier H._______ befunden, wo eine Feierlichkeit stattge- funden habe, in deren Verlauf sie Kerzen angezünd et und Parolen ger u- fen hätten. Plötzlich seien Angehörige der syrischen Regierung in zwei Fahrzeugen erschienen, hätten um sich geschossen und verschiedene Personen verhaftet, darunter auch ihn und drei seiner Freunde. Man habe ihm einen Sack über den Kopf gestülpt und ihn anschliessend an einen ihm unbekannten Ort respektive in ein ihm unbekanntes Gefängnis g e- bracht, wo er (...) Tage inhaftiert gewesen sei. Während der Haft sei er auf unterschiedliche Weise geschlagen worden und man habe ihn g e- fragt, weshalb er diese Arbeit für die Gruppe gemacht habe. Ausserdem sei er auch aufgefordert worden, für die syrischen Behörden zu arbeiten , und man habe ihm Geld angeboten. In der Folge habe er erklärt, sich nicht mehr für die Kurden engagieren und in die Sache der Kurden einmi- schen zu wollen. Nach (...) Tagen sei er aus ihm unbekannten Gründen freigelassen worden. In der Folge habe er sich zunächst zu einem Freund in B._______ begeben, daraufhin seinen Wohnort verlassen und sich zu einem Onkel mütterlicherseits beg eben, der in einem Dorf gelebt habe. Bei einer Rückkehr in seine Heimat befürchte er, von den syrischen B e- hörden umgebracht zu werden. Ferner habe er in Syrien auch keinen Mili- tärdienst geleistet. So seien bis heute 26 kurdische Soldaten während i h-D-7748/2009 Seite 3 rer Militärdienstzeit getötet worden. Man hätte eines Tages auch über ihn einen Bericht verfassen, ihn mit irgendetwas beschuldigen und ebenfalls töten können, wenn er im Militärdienst gewesen wäre. Von seiner Schwester habe er erfahren, dass er nach seiner Ausreise wegen des Mi- litärdienstes von den Behörden gesucht worden sei. Diese wüssten, dass er sich in Europa aufhalte, weil er vor der syrischen Botschaft erschienen sei, und seine Schwester müsse den Behörden ständig Geld geben. We i- ter habe er bezüglich seines Ausreiseweges anlässlich der Erstbefragung nicht die Wahrheit gesagt. So habe er seine Heimat in Begleitung seiner nächsten Familienangehörigen und eines Schleppers vom Flughafen (...) aus am (...) verlassen. Sie seien in ein ihm unbekanntes (...) Land geflo- gen, wo sie während neun bis zehn Tagen geblieben seien. Danach seien sie mit dem Flugzeug in ein weiteres, ihm unbekanntes Land gereist, von wo aus man ihn mit einem Auto bis in die Nähe des Camps gefahren h a- be. Überdies habe er in der Schweiz seit sei ner Einreise an praktisch allen kurdischen, gegen das syrische Regime gerichteten Kundgebungen tei l- genommen, was durch die eingereichten Unterlagen belegt werde. So sei er insbesondere an einer Kundgebung vor der syrischen Botschaft in I._______ beteiligt gewesen. Die Angehörigen der Botschaft hätten die Demonstranten gefilmt, weshalb man ihn vermutlich identifiziert habe und worauf seine Angehörigen in Syrien aufgesucht worden seien. Auch sei er an Kundgebungen vor den Botschaften (...) und (...) beteiligt gewesen. Zum Beleg seiner exilpolitischen Tätigkeiten in der Schweiz reichte der Beschwerdeführer mehrere Beweismittel (Auflistung Beweismittel) zu den Akten. A.c. Die Vorinstanz ersuchte am 20. Juni 2008 die Schweizerische Ve r- tretung in Damaskus um Abklärunge n vor Ort. Gemäss dem Abklärung s- ergebnis der Botschaft vom 27. Juli 2008 sei der Beschwerdeführer im Besitz der syrischen Staatsangehörigkeit und werde von den syrischen Behörden nicht gesucht. Er besitze keinen Reisepass, könne aber einen solchen beantrag en. Der Vater des Beschwerdeführers habe im Besitz eines in C._______ ausgestellten Reisepasses Syrien am (...) über den Flughafen in (...) in Richtung J._______ verlassen. Zu diesen Feststellungen wurde dem Beschwerdeführer anlässlich der BFM-Anhörung vom 13. August 2009 das rechtliche Gehör gewährt. D-7748/2009 Seite 4 B. Mit Verfügung vom 10. November 2009 – eröffnet am 12. November 2009 – lehnte das BFM das Asylbegehren des Beschwerdeführers ab und ordnete gleichzeitig die Wegweisung und deren Vollzug an. Die Vori n- stanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass die Schi l- derungen des Beschwerdeführers weder die Anforderungen von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) an die Flüch t- lingseigenschaft noch diejenigen von Art. 7 AsylG an die Glaubha ftigkeit erfüllten. Der Vollzug der Wegweisung sei als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. C. Mit Eingabe vom 14. Dezember 2009 beantragte der Beschwerdeführer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei von einer Wegweisung abzusehen und ihm die vorläufige Aufnahme zu g e- währen. Allenfalls sei die Sache zur Prüfung von Wegweisungsvollzug s- hindernissen an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bu n- desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und von der Erhebung eines Koste n- vorschusses abzusehen. Auf die Begründung wird, soweit entsc heidwe- sentlich, in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 21. Dezember 2009 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde verzichtet und für die Beurteilung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde auf e i- nen späteren Zeitpunkt verwiesen. Die Vorinstanz wurde in Anwendung von Art. 57 VwVG zu einem Schriftenwechsel eingeladen. E. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 29. Dezember 2009 die Abweisung der Beschwerde und verwies dabei – unter Hinweis auf den engen kausalen und inhaltlichen Zusammenhang zum Asylg e- such der Eltern und Geschwister des Beschwerdeführers – auf ihre Ver- nehmlassung in Sachen M._______ und Familie (N_______). D-7748/2009 Seite 5 F. Mit Verfügung vom 5. Januar 2010 wurden dem Beschwerdeführer die vorinstanzlichen Vernehmlassungen vom 29. Dezember 2009 in den Ver- fahren N_______ und N_______ zur Kenntnis gebracht un d ihm die G e- legenheit zur Stellungnahme eingeräumt. G. Der Beschwerdeführer replizierte mit Schreiben vom 14. Januar 2010. H. Mit Schreiben vom 21. Juli 2011 ersuchte der Beschwerdeführer um eine Auskunft betreffend den Verfahrensstand und um baldigen Entscheid. Die Anfrage des Beschwerdeführers wurde mit Schreiben des Bundesverwa l- tungsgerichts vom 26. Juli 2011 beantwortet. I. Mit Verfügung vom 22. August 2011 wurde das BFM zu einem ergänze n- den Schriftenwechsel im Rahmen von Art. 57 Abs. 2 VwVG eingeladen. J. Mit Verfügung vom 13. September 2011 hob das BFM im Rahmen des Schriftenwechsels seine Verfügung vom 10. November 2009 bezüglich der Dispositivziffern 4 und 5 auf und gewährte dem Beschwerdeführer wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Auf nah- me in der Schweiz. K. Mit Verfügung vom 20. September 2011 wurde festgestellt, dass die B e- schwerde vom 14. Dezember 2009 durch den Entscheid der Vorinstanz vom 13. September 2011, soweit die Gewährung der vorläufigen Aufna h- me betreffend, gegenstandslos geworden sei. Gleichzeitig wurde der B e- schwerdeführer ersucht, bis zum 5. Oktober 2011 mitzuteilen, ob er seine Beschwerde vom 14. Dezember 2009 zurückziehe. Bei ungenutzter Frist werde von einem Festhalten an den Rechtsbegehren ausgegangen, s o- weit diese nicht gegenstandslos geworden seien. Der Beschwerdeführer liess die ihm eingeräumte Frist unbenutzt verstre i- chen. L. Mit Schreiben vom 30. April 2012 teilte der gegenwärtige Rechtsvertreter D-7748/2009 Seite 6 die Mandatsübernahme und die Auflösung aller früheren Vertretungsve r- hältnisse, so insbesondere dasjenige mit (Nennung Rechtsvertreter), mit. M. Mit Eingaben vom 1. und 15. Mai 2012 reichte der Beschwerdeführer zum Beleg seiner fortgesetzten exilpolitischen Tätigkeit in der Schweiz diverse Beweismittel (Nennung Beweismittel) zu den Akten und wies darauf hin, dass Mitglieder des militärischen Geheimdienstes bei seiner Schwester erschienen seien und darauf hingewiesen hätten, dass er sowie seine Brüder K._______ und L._______ in den Militärdienst eingezogen werden müssten. Die Angehörigen des Geheimdienstes seien letztmals vor (...) Monaten erschienen. Er müsse daher bei einer Rückkehr mit asylrelevan- ter Verfolgung rechnen. N. Mit Verfügung vom 14. September 2012 wurde die Vorinstanz in Anwe n- dung von Art. 57 Abs. 2 VwVG zur Einreic hung einer ergänzenden Ve r- nehmlassung bis zum 1. Oktober 2012 eingeladen. O. In ihrer ergänzenden Vernehmlassung vom 24. September 2012 hielt die Vorinstanz an ihren Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. P. Mit Verfügung vom 26. Septembe r 2012 wurde dem Beschwerdeführer die vorinstanzliche Vernehmlassung vom 24. September 2012 zur Kenn t- nis gebracht und ihm die Gelegenheit eingeräumt, sich bis zum 11. Okt o- ber 2012 dazu zu äussern. Q. Mit Eingabe n vom 10. Oktober und vom 13. und 22. November 2012 reichte der Beschwerdeführer – ohne sich zur Vernehmlassung des BFM vom 24. September 2012 näher zu äussern – weitere Beweismittel (Auf- listung Beweismittel) zu seinem exilpolitischen Engagement in der Schweiz und (Nennung Beweismittel) zu den Akten. Er wies darauf hin, ein in der Schweiz weilender (Nennung Verwandter) habe anlässlich des- sen Erstbefragung bestätigt, dass ihre Familie in Syrien für ihre polit i- schen Aktivitäten bekannt sei und auch von den Behörden verfolgt werde. Es sei deshalb zwingend davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr D-7748/2009 Seite 7 bereits am Flughafen in (...) verhaftet, unter menschenrechtswidrigen Verhältnissen festgehalten und in asylrelevanter Weise verfolgt würde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e ines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt in casu nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet demnach endgültig. 1.2. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. 1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2. 2.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge fährdung des Leibes, des D-7748/2009 Seite 8 Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 2.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3. 3.1. Die Vorinstanz führte zur Begründung des ablehnenden Asylen t- scheides im Wesentlichen an, der Beschwe rdeführer habe geltend g e- macht, er sei anlässlich einer Kundgebung am (...) festgenommen und in der Folge (...) Tage festgehalten worden. Er sei jedoch nicht in der Lage gewesen, über diese Vorkommnisse ausführlich zu berichten. Die Schi l- derungen des Beschwerdeführers würden nämlich nicht den Eindruck e r- wecken, dass er über eine aus politischen Gründen geschehene Fes t- nahme in Syrien berichte. Einerseits wäre eine weitaus substanziiertere Darstellung der Umstände und der Gründe seiner Festnahme zu erwarten gewesen. Andererseits sei es unrealistisch, dass syrische Sicherheitso r- gane verhaftete Personen lediglich beschimpfen und schlagen würden, um an Informationen zu gelangen, sondern es wäre zu erwarten, dass anlässlich von unbewilligten Kundgebungen Verhaftet e ausführlichen Verhören unterzogen würden. Weiter müssten die Vorbringen des B e- schwerdeführers über die angeblich erlittene Folter als ausgesprochen vage und konstruiert eingestuft werden. Die Aussagen würden keinerlei Realkennzeichen enthalten, wodurch sich Schilderungen von wahren Be- gebenheiten in der Regel auszeichneten. Ferner habe der Beschwerd e- führer bezüglich des Zeitpunktes seiner Verhaftung sowie zu seinem Au f- enthalt nach der angeblichen Haftentlassung widersprüchliche Angaben gemacht, die er anlä sslich der BFM -Befragung auf Vorhalt nicht habe plausibel auflösen können. Angesichts der unsubstanziierten und wide r- sprüchlichen Vorbringen könne daher nicht geglaubt werden, dass er im (...) in der von ihm geltend gemachten Art und Weise seitens der Behö r- den verfolgt worden sei. Diese Einschätzung werde im Übrigen dadurch bestätigt, dass Abklärungen der Schweizer Vertretung in Damaskus erge- ben hätten, dass gegen den Beschwerdeführer nichts vorliege. Diesb e- züglich habe der Beschwerdeführer auf Vorhalt erklärt, er werde in Syrien D-7748/2009 Seite 9 von den Militärbehörden gesucht, was – zumindest bezogen auf den Zeitpunkt der Abklärungen – offensichtlich nicht zutreffe. Sodann sei dar- auf hinzuweisen, dass die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers auch deshalb beeinträchtigt sei, weil er in der Erstbefragung noch eine illegale Ausreise aus Syrien angeführt habe, um dann bei der Anhörung von sich aus zuzugeben, mit seiner Familie über den Flughafen von (...) ausgereist zu sein. Die auf Vorhalt abgegebene Erklärung, er habe in der Erstbefra- gung aus Angst gelogen und weil der Schlepper seinem Vater Repress a- lien angedroht habe, falls die wahren Ausreiseumstände offengelegt wü r- den, vermöge nicht zu überzeugen. Es sei vielmehr offensichtlich, dass er mit seinen Aussagen bei der Erstbef ragung den Eindruck einer im He i- matland verfolgten Person habe erwecken wollen. Weil er jedoch anläs s- lich von Kontakten mit Landsleuten zwischenzeitlich in Erfahrung g e- bracht habe, dass die schweizerischen Asylbehörden Abklärungen über die Schweizer Vertretung in Damaskus durchführten, habe er damit rec h- nen müssen, dass dies auch in seinem Fall geschehen sei, weshalb er die Reiseumstände bei der direkten Anhörung von sich aus offengelegt habe. Soweit der Beschwerdeführer geltend mache, er befürchte , in Syrien in den Militärdienst eingezogen zu werden, wovor er Angst habe, da dort schon viele Kurden ihr Leben verloren hätten, entspreche es dem legit i- men Recht eines Staates, zu seinem Schutz eine Armee zu unterhalten und zu diesem Zweck Soldaten zu rekrutieren . Ausserdem sei ein Staat auch berechtigt, Massnahmen gegenüber Militärdienstpflichtigen zu tre f- fen, die einem Aufgebot zur Dienstleistung in der Armee nicht nachko m- men würden. Behördliche Massnahmen dieser Art würden nämlich nicht gegen eine der von Art . 3 AsylG geschützten Eigenschaften zielen, so n- dern seien rein militärstrafrechtlich motiviert. Das Vorbringen, wonach der Beschwerdeführer Angst vor einem Einzug in den Militärdienst habe, en t- falte daher keine asylrelevante Bedeutung. Daran vermöge auch der Um- stand nichts zu ändern, dass es innerhalb der syrischen Streitkräfte bi s- weilen zu Todesopfern komme. Auch wenn nicht abgestritten werden so l- le, dass insbesondere die Todesumstände von einigen in der Armee u m- gekommenen Kurden unklar geblieben seien und daher zu Spekulationen Anlass geben würden, könne nicht festgestellt werden, dass Kurden in der syrischen Armee systematisch von Verfolgungsmassnahmen betro f- fen würden. Zum angeführten exilpolitischen Engagement des Beschwerdeführers sei anzuführen, dass die syrischen Behörden zwar die Aktivitäten von r e-D-7748/2009 Seite 10 gimekritischen Exilorganisationen beobachteten. Sie dürften jedoch a n- gesichts der umfangreichen exilpolitischen Betätigungen von syrischen Staatsangehörigen im Ausland nur Interesse an der Identifizierung v on Personen haben, deren Aktivitäten über massentypische exilpolitische Proteste hinausgehen und sie insgesamt als gefährliche Regimegegner erscheinen lassen würden. Erheblich seien exilpolitische Tätigkeiten nur dann, wenn die Betreffenden über eine länge re Zeit öffentlich exponiert als Regimekritiker in Erscheinung treten oder ihre Handlungen die For t- setzung bereits im Heimatland manifestierter politischer Aktivitäten da r- stellten. Die vom Beschwerdeführer eingereichten Dokumente und die CD-ROM liessen nicht erkennen, dass er sich derart intensiv exilpolitisch betätigt habe, dass von einem Interesse der syrischen Behörden an se i- ner Person ausge gangen werden müsste. Zwar sei er auf gewissen Bi l- dern oder Einstellungen zu erkennen. Diesbezüglich sei jedoch auf die grosse Anzahl von Kundgebungen hinzuweisen, an denen sich viele in der Schweiz lebende Personen aus Syrien sowie Kurden aus anderen Ländern beteiligten. Es sei ausgesprochen unwahrscheinlich, dass die syrischen Behörden den grossen Aufwand betreiben w ürden, der mit e i- ner systematischen Auswertung (Identifizierung) von Bildmaterial verbu n- den wäre. Vielmehr würden derartige Nachforschungen sehr gezielt g e- schehen und sich erwartungsgemäss auf Personen in führender Rolle beschränken. Es sei nämlich auch de n syrischen Behörden bekannt, dass zahlreiche Personen an solchen Veranstaltungen nicht aus tiefer po- litischer Überzeugung teilnehmen würden, sondern in der Hoffnung, sich so ein Motiv zu konstruieren, welches ihnen einen Verbleib in der Schweiz ermögliche. Zwar mache der Beschwerdeführer geltend, die B e- hörden hätten seine Schwester in Syrien aufgesucht und sie auf seine Teilnahme an Kundgebungen in der Schweiz angesprochen. Dieses durch keinerlei Beweismittel wie beispielsweise Berichte eine r NGO be- legte Vorbringen müsse in Gesamtwürdigung des vorliegenden Gesuchs als reine Schutzbehauptung eingestuft werden und könne daher nicht g e- glaubt werden. Nach dem Gesagten würden die exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers zu keiner konkreten Gefährdung im Falle einer Rückkehr nach Syrien führen. Seine Furcht vor Verfolgung sei daher als nicht begründet im Sinne des Asylgesetzes einzustufen. 3.2. In seiner Beschwerdeschrift brachte der Beschwerdeführer zunächst vor, Syrien gehöre zu den repressivsten Gesellschaf ten der Welt, es komme ungestraft zu Folterungen und Misshandlungen, Angehörige der kurdischen Minderheit würden diskriminiert, deren Zusammenkünfte von Seiten der Sicherheitskräfte angegriffen und Kurden aus politischen D-7748/2009 Seite 11 Gründen in willkürlicher Weise festgenommen. Zudem könne abgewiese- nen Asylbewerbern bei einer Rückkehr nach Syrien die Inhaftierung dr o- hen. Auch sei darauf hinzuweisen, dass im Rahmen von Abklärungen durch die Schweizerische Vertretung in Damaskus bei Bekanntwerden des Namens ein neues Verf olgungsrisiko für den Asylbewerber gescha f- fen werden könnte. Ferner bestehe gemäss offiziellen Quellen für alle Männer zwischen 18 und 40 Jahren die Wehrpflicht, welche strafrechtlich durchsetzbar sei. Die syrischen Behörden übten verschiedene Praktiken aus, um Wehrdienstflüchtige ausfindig zu machen. Insbesondere würden ins Land zurückkehrende Männer routinemässig am Flughafen befragt und könnten dort verhaftet, danach verurteilt und in den Militärdienst g e- schickt werden. Der Vorhalt, er habe nicht ausführ lich über die Festnahme vom (...) und die nachfolgende Inhaftierung berichten können, halte einer objektiven Betrachtungsweise nicht stand. Seine Darstellung weise eine genügend hohe Detaildichte auf. So habe er zunächst widerspruchsfrei berichtet, dass viele Leute am Newroz -Fest im Jahre (...) teilgenommen hätten, in dessen Verlauf Autos am Festplatz vorgefahren seien und deren Insa s- sen auf die Leute geschossen hätten, weshalb er die Flucht ergriffen h a- be. Weiter würden solche Ereignisse derart schnell geschehen, dass man sich nachträglich nur bruchstückhaft an solche traumatisierenden Erei g- nisse erinnere, da das ganze Denken eines Betroffenen von Panik beei n- trächtigt sei und sich dieser schnellstmöglich in Sicherheit bringen wolle. Es könne kaum erwartet werden, dass eine misshandelte Person über die Anzahl der erlittenen Schläge und der Beschimpfungen Buch führe. Die Drohung, dass man seine Familie auslöschen werde, wenn er weiterhin an kulturellen kurdischen Aktivitäten teilnehme, sei in einem autoritären Staat ohne Weiteres glaubhaft. Sein Hinweis, man solle ihn eher mit e i- nem Kopfschuss hinrichten als seinen Führer zu beschimpfen , sei zudem klar keine allgemeine, sondern eine detaillierte Aussage, die damit Rea l- kennzeichen enthalte. Auch die Aussage, man werde ihn für immer ins Gefängnis stecken, sei keineswegs eine leere Drohung, wie öffentlich z u- gängliche Quellen aufzeigten. Weiter bleibe die Vorinstanz schuldig, w o- her ihre Kenntnisse des Vorgehens der Sicherheitsorgane, welche sie mit "Fug und Recht" a ls Tatsache zu untermauern suche, stammen sollen. Diese Vorgehensweise der syrischen Sicherheitskräfte lasse sich denn auch keinem einzigen Bericht über die Menschenrechtslage in Syrien entnehmen. Vielmehr werde darin die absolute Willkür des Staates g e- genüber kurdischen Verhafteten dargelegt, welche bei jedem Anlass ve r- haftet und ohne Weiteres längere Zeit inhaftiert werden könnten. Es sei D-7748/2009 Seite 12 im Übrigen nachvollziehbar, das s Teilnehmer an einer unbewilligten D e- monstration nicht verhört, sondern beschimpft und geschlagen würden, da von den blossen Teilnehmern an einem Neujahrsfest kaum wesentl i- che Informationen erhältlich seien und sich der Vorwurf zudem gerade auf diese Teilnahme und nicht auf weitere mögliche Tätigkeiten beziehe. Hi n- sichtlich des Vorwurfs der vagen und konstruierten Aussagen über die angeblich erlittene Folter sei entgegenzuhalten, dass sich solche traum a- tisierenden Ereignisse auf die Gedächtnisleistung niederschlagen und Betroffene aus Angst vor dem erneuten Durchleben der Foltersituation al- lenfalls ihr ganzes Leben lang nicht darüber sprechen könnten. Tatsäc h- lich erlebte traumatische Ereignisse würden oft lückenhaft und wide r- sprüchlich in Erinnerung gerufen. Die Vorinstanz lasse jedoch diese wi s- senschaftlich belegten Umstände völlig ausser Ac ht. Im Übrigen habe er die Folter hinreichend genau dargelegt, damit man sich ein Bild davon machen könne. Ferner sei der angeblich uneinheitlich geschilderte Zei t- punkt der Festnahme ein unwesentliches Detail, zumal er – was als w e- sentlich zu erachten sei – dargelegt habe, dass es abends gewesen sei. Dazu sei festzuhalten, dass kleine Differenzen, welche nicht das Kerng e- schehen betreffen, für die Wahrheit des Gesagten sprechen würden. B e- züglich des Vorhalts widersprüchlicher Aussagen zu seinem Aufenthalt nach seiner Haftentlassung liege eine offensichtliche Verwechslung vor, die er anlässlich der Befragung umgehend korrigiert habe. Das BFM stü t- ze sich hier offensichtlich auf jeden kleinsten, jedoch unwesentlichen W i- derspruch, da eigentliche schwerwiegende Wi dersprüche zum Kerng e- schehen nicht vorlägen. Zum Vorhalt, wonach gemäss Abklärungen der Schweizer Vertretung nichts gegen ihn vorliege, sei hinzuweisen, dass die Botschaft keine der Informationen erhalten könne, ohne staatliche Stellen oder Geheimdien s- te zu kontaktieren. Dies schaffe jedoch ein zusätzliches Verfolgungsmotiv für die syrischen Behörden und stelle damit einen weiteren Grund dar, weshalb er zu Recht ernsthafte Nachteile bei einer Rückkehr befürchte. Er habe glaubhaft erklärt, dass er aus Angst und wegen der Drohung des Schleppers gegenüber seinem Vater die wahren Umstände der Ausreise zunächst nicht offengelegt habe. Insbesondere sei ihnen angedroht wo r- den, man werde sie bei Angabe des richtigen Reiseweges nach Syrien zurückschicken. Zudem habe der Schlepper mit den Behörden zusa m- mengearbeitet, und es bestehe für diesen daher ein erhebliches Intere s- se, dass die Umstände der Ausreise nicht bekannt würden. Seine Ausfüh- rungen stünden in Übereinstimmung mit denjenigen seiner Eltern und Geschwister in deren parallelen Asylverfahren. Zudem sei nochmals da r-D-7748/2009 Seite 13 auf hinzuweisen, dass die Schweizer Botschaft keine dieser Informati o- nen habe erhalten können, ohne staatliche Stellen und/oder Gehei m- dienste zu kontaktieren. Im Übrigen erscheine es naiv, von einem au tori- tären Staat zu erwarten, dass er der Schweiz freundlichst über geheime Ermittlungen – wie sie gegen kurdische Personen verbreitet seien – Aus- künfte erteile. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Botschaft über Mittelsleute verfüge, welche Informa tionen nicht dem normalen Ve r- waltungsverfahrensverlauf entsprechend beschaffen würden. Dabei gebe es auch keine Gewähr, dass die dabei erlangten Informationen tatsäc h- lich zutreffen würden. Weiter sei die blosse Vermutung des BFM, wonach er anlässlich von K ontakten mit Landsleuten zwischenzeitlich in Erfa h- rung gebracht habe, dass die schweizerischen Asylbehörden Abkläru n- gen mittels Botschaftsanfragen durchführten, willkürlich und unhaltbar. Es sei zunächst nicht ersichtlich, wie er zu solchen verwaltungsinte rnen Un- tersuchungsergebnissen hätte gelangen sollen und würde, sollte es ta t- sächlich zutreffen, die unsorgfältige Arbeitsweise der Botschaft aufzeigen. Im Weiteren habe er hinsichtlich des Militärdienstes glaubhaft dargelegt, dass in der syrischen Armee se it dem Jahre 2004 bereits 26 Kurden e r- mordet worden seien, was er auch mit einer Liste auf einer von ihm ei n- gereichten CD-ROM belegen könne. Die Vorinstanz habe dies denn auch nicht in Abrede gestellt, sondern vielmehr selber festgehalten, dass "in s- besondere die Todesumstände von einigen in der Armee umgekommenen Kurden unklar geblieben sind". Bei einer solch grossen Anzahl von T ö- tungen von Kurden im Militärdienst habe er aber ernstzunehmende B e- fürchtungen, dass er beim noch zu leistenden Militärdienst eben falls zu Tode kommen werde, was einen relevanten Asylgrund darstelle. Was seine exilpolitischen Aktivitäten betreffe, so sei die Einstufung deren Erheblichkeit durch die Vorinstanz eine solche aus schweizerischer Sicht, welche jedoch mit der Wahrnehmung sy rischer Behörden in eklatanter Weise nicht übereinstimme. Die im angefochtenen Entscheid aufgefüh r- ten Überlegungen des BFM hätten daher mit den tatsächlichen Verhäl t- nissen nichts gemein. Angesichts des Einsatzes von erheblichen Mitteln durch die syrischen Behörden zwecks Identifikation und Inhaftierung von verdächtigen Personen sei es gerade nicht ausgesprochen unwah r- scheinlich, dass die syrischen Behörden Bilder und Filme in den Medien systematisch auswerteten. Aus diesen Gründen führten seine exilpolit i- schen Aktivitäten zu einer konkreten Gefährdung im Falle einer Rückkehr nach Syrien und es sei diesbezüglich zumindest seine Flüchtlingseige n- schaft festzustellen. D-7748/2009 Seite 14 3.3. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Dezember 2009 stellte die Vori n- stanz im Wesentlichen fest, dass die Beschwerdeschrift keine neuen e r- heblichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte, welche eine Änderung ihres Standpunktes zu rechtfertigen vermöchten. Sie verwies dabei auf den engen kausalen und inhaltlichen Zusammenhang zum Asylgesuch der Eltern und G eschwister des Beschwerdeführers und ihre in deren Verfahren ergangene Vernehmlassung in Sachen M._______ und Fami- lie. Zum Vorwurf, dass die von der Schweizer Vertretung getätigten Abkl ä- rungen unter Nennung von Namen durchgeführt worden seien, was eine zusätzliche Gefährdung für die Beschwerdeführer darstelle, brachte die Vorinstanz im Wesentlichen vor, die betreffenden Abklärungen würden unter Einbezug von Vertrauensanwälten mit äusserster Diskretion durc h- geführt. Gegenüber von Behörden derjenigen Staaten, in welchen die Ab- klärungen vorgenommen würden, würden keine Namen erwähnt. Es kö n- ne nicht Sinn und Zweck solcher Untersuchungsmassnahmen sein, d a- durch Personen zu gefährden respektive diesen Personen durch derart i- ge Abklärungen zur Flüchtlingseigenschaft zu verhelfen. Dieser immer wieder vorgebrachte Vorwurf entbehre somit offensichtlich der Grundlage. Weiter würden die Beschwerdeführer darauf beharren, dass sie anfän g- lich falsche Angaben zu den Umständen ihrer Ausreise aus Syrien g e- macht hätten, weil sie vom Schlepper stark unter Druck gesetzt worden seien. Die Unterstellung des BFM, dass sie die Wahrheit bei der Anh ö- rung nur wegen entsprechender Informationen seitens von Landsleuten offengelegt hätten, sei willkürlich und unhaltbar. Diesbezüglich sei auf Folgendes hinzuweisen: Als das BFM bei Asylsuchenden aus Syrien b e- gonnen habe, systematisch Botschaftsabklärungen durchzuführen, habe es niemanden gegeben, der seine Ausreiseumstände bei der Anhörung anders geschildert habe als anlässlich der Erstbefragung im EVZ. Dies habe sich mit der Zeit signifikant geändert. So hätten mehr und mehr Asylsuchende bei der Anhörung erklärt, bei der Erstbefragung auf Druck des Schleppers hin falsche Angaben zu den Ausreiseumständen gemacht und erst jetzt den wirklichen Reis eweg offengelegt zu haben. Es sei nun aber offensichtlich, dass die auffällige Veränderung im Verhaltensmuster von Asylsuchenden aus Syrien den Informationsaustausch innerhalb di e- ser Personengruppe zur Ursache habe: Während des Aufenthaltes in der Schweiz würden die Asylgesuchsteller bei Kontakten mit Landsleuten rea- lisieren, dass sich die anfänglich geltend gemachte Ausreisegeschichte nicht mehr aufrechterhalten lasse und daher anlässlich der Anhörung – im D-7748/2009 Seite 15 Sinne einer Flucht nach vorn – den wahren Ausreiseweg offenlegen und auf die angebliche Unterstützung durch einen Schlepper verweisen. 3.4. In seiner Stellungnahme vom 14. Januar 2010 hielt der Beschwerd e- führer an den Anträgen in der Beschwerdeschrift vollumfänglich fest und verwies seinerseits auf die Replik zur Vernehmlassung im Verfah ren M._______ und Familie. In der erwähnten Replik wurde ausgeführt, dass die Vorinstanz hinsich t- lich der Vorgehensweise der Schweizer Vertretung im Ausland in unübe r- prüfbarer Weise lediglich Behauptungen aufstelle. Es würden je doch kei- ne Belege dafür vorliegen, wie diese Abklärungen tatsächlich vorgeno m- men würden. Auf Akten oder Ereignisse abzustellen, welche nicht übe r- prüft werden könnten, erscheine nicht nur als unfair, sondern auch als Verletzung der Begründungspflicht. Zudem sei unerfindlich, wie die im Abklärungsergebnis der Botschaft enthaltenen Informationen, ohne g e- genüber den syrischen Behörden Namen zu nennen, erhältlich gemacht worden sein sollen. Dass die Vorinstanz im Übrigen den betroffenen Asyl- suchenden nicht durch solche gefährdenden Abklärungen zur Flüch t- lingseigenschaft "verhelfen" wolle, überzeuge nicht, weil diese Gefäh r- dung erst durch die entsprechende Rüge in der Beschwerde ins Recht eingebracht worden sei. Weiter handle es sich bei den Ausführungen der Vorinstanz zur nachträglichen Änderung des Reiseweges anlässlich der direkten Anhörung um Mutmassungen, die weder durch Zahlen noch durch andere sachdienliche Hinweise untermauert würden und genauso gut andere Gründe haben könnten. So sei es möglich, dass die a ngebli- chen Verhaltensänderungen der Asylgesuchsteller aus Syrien nicht auf die Abklärungen des BFM, sondern auf ein geändertes Verhalten der Schlepper zurückgehen würden. 3.5. In seiner ergänzenden Vernehmlassung vom 24. September 2012 wies das BFM zunächst dar auf hin, dass die Beschwerdeschrift keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte, welche eine Änderung seines Standpunktes zu rechtfertigen vermöchten. Weiter füh r- te es ergänzend an, die vom Beschwerdeführer eingereichten neuen B e- weismittel zum Beleg seiner exilpolitischen Aktivitäten würden keinen E x- ponierungsgrad erkennen lassen, welcher im Sinne seiner Erwägungen in der Verfügung vom 10. November 2009 erwarten lassen würden, dass er dadurch das Interesse der syrischen Behörden auf sich ge zogen haben könnte. Gemäss Einschätzung der schweizerischen Asylbehörden (mit Verweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -991/2012 vom D-7748/2009 Seite 16 5. Juni 2012) sei nämlich nicht primär das Hervortreten im Sinne einer op- tischen Erkennbarkeit und Individuali sierbarkeit eines Aktivisten massg e- bend für seine allfällige Gefährdung seitens syrischer Organe. Vielmehr schienen Personen vom syrischen Regime dann als Bedrohung wahrg e- nommen, die sich – oft in führender Funktion – öffentlich exponieren und aufgrund ihrer Persönlichkeit und der Art und Weise ihres Auftretens au f- fallen. 4. Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass das BFM im Rahmen der Prüfung der Asylvorbringen au f- grund der ausgeführten einzelnen Aspekte zu Recht erkannt hat, dem vom Beschwerdeführer in der vorgebrachten Form geltend gemachten Sachverhalt könne in seinem Gesamtbild und im Resultat keine Grundl a- ge zuerkannt werden, der die Voraussetzungen der Flüchtlingseige n- schaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllen könnte. Die Entgegnungen in der Rechtsmitteleingabe und die eingereichten Beweismittel vermögen in entscheidrelevanter Hinsicht nicht gegen die angefochtene Verfügung durchzudringen. 4.1. Vorweg ist die sinngemässe Rüge der unvollständigen Sachverhalt s- feststellung zu prüfen, da ein allenfalls ungenügend abgeklärter Sachve r- halt eine materielle Beurteilung verunmöglichen würde. So habe die Vo r- instanz seine Asylgründe nicht angemessen gewürdigt, zumal sich diese in ihren Erwägungen in Schutzbehauptungen und Vermutungen verlier e, ohne sich dabei auf aktenkundige respektive überprüfbare Belege stützen zu können. Dadurch sei auch die Begründungspflicht verletzt worden. 4.1.1. Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art . 6 AsylG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollstä n- dige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Sie muss die für das Verfahren notwendigen Sachverhaltsunterlagen beschaffen und die rechtlich relevanten Umständ e abklären sowie ordnungsgemäss darüber Beweis führen (beispielsweise durch die Einholung eines Gu t- achtens). Dieser Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG). Trotz des Untersuchungsgrundsatzes kann sich nä m- lich die entscheidende Behörde in der Regel darauf beschränken, die Vorbringen eines Gesuchstellers zu würdigen und die von ihm angebot e- nen Beweise abzunehmen, ohne weitere Abklärungen vornehmen zu D-7748/2009 Seite 17 müssen. Eine ergänzende Untersuchung kann sich jedoch aufdrängen, wenn aufgrund dieser Vorbringen und Beweismittel berechtigte Zweifel oder Unsicherheiten bestehen, die voraussichtlich nur mit Ermittlungen von Amtes wegen beseitigt werden können (vgl. Entscheidungen und Mit- teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 23 E. 5a S. 222). Vorliegend ging die Vorinstanz aufgrund der Parte i- auskünfte und der weiteren Abklärungen über die Schweizer Vertretung in Damaskus (vgl. Art. 41 AsylG; Art. 12 Bst. c VwVG) offensichtlich davon aus, dass der rechtserhebliche Sachverhalt als erstellt gelten könne und keine weiteren Beweismassnahmen zu ergreifen seien. So gilt ein Sac h- verhalt erst dann als unvollständig festgestellt, wenn in der Begründung des Entscheides ein rechtswesentlicher Sachumstand übergangen b e- ziehungsweise überhaupt nicht beachtet wird (vgl. FRITZ GYGI, Bunde s- verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 286). 4.1.2. Die Vorinstanz gelangte nach einer gesamtheitlichen Würdigung der aktenkundigen Parteivorbringen und der Beweismittel zu einem ande- ren Schluss als der Beschwerdeführer, was jedenfalls weder eine Verle t- zung des Untersuchungsgrundsatzes noch eine unvollständige Festste l- lung des rechtserheblichen Sachverhaltes darstellt. Dabei ist hinsichtlich der gerügten Verletzung der Abklärungs - und Begründungspflicht anz u- führen, dass die Vorinstanz in Beachtung des Grundsatzes des rechtl i- chen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 19 99 [ BV, SR 101], Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) die Vorbringen des Beschwerdeführers tatsächlich hörte, sorgfältig und ernsthaft prüfte und in der Entscheidfindung berüc k- sichtigte, was sich entsprechend in den betreffenden Erwägungen nieder- schlug. Insbesondere legte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid in schlüssiger Weise dar, aufgrund welcher Überlegungen die Asylvorbri n- gen die Anforderungen von Art. 3 und 7 AsylG nicht erfüllten, weshalb weitergehende Abklärungen als nicht nötig erachtet wurden. Eine Verlet- zung der Begründungspflicht ist in casu nicht zu erkennen, zumal es dem Beschwerdeführer möglich war, sich ein Bild über die Tragweite des BFM- Entscheides zu machen und diesen sachgerecht anzufechten (BGE 129 I 232 E. 3.2). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass sich die ver- fügende Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behau p- tung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken darf (BGE 126 I 97 E. 2b). Wei ter ist im Zusammenhang mit den Abklärungen der Bo t- schaft festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer zum einen bereits im vorinstanzlichen Verfahren anlässlich der direkten Anhörung durch das D-7748/2009 Seite 18 BFM das rechtliche Gehör zum Abklärungsergebnis der Botschaft g e- währt wurde und die Vorinstanz die dementsprechende Stellungnahme des Beschwerdeführers in ihre Erwägungen einfliessen liess. Zum ande- ren stellten diese Abklärungsergebnisse für das BFM im angefochtenen Entscheid lediglich ein – wenn auch gewichtiges – Indiz für die Beurte i- lung der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen dar und es führte daraufhin in seinen Erwägungen überzeugend aus, dass die Ergebnisse der Schwe i- zer Vertretung durch zahlreiche weitere Ungereimtheiten und realität s- fremde Schilderungen im Sachverhaltsvortrag untermauert würden. 4.1.3. Die Rüge der unvollständigen Sachverhaltsfeststellung respektive der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Abklärungs - und B e- gründungspflicht) erweist sich demnach als unbegründet. 4.2. 4.2.1. Soweit der Beschwerdeführer in materie ller Hinsicht zunächst den Beweiswert der Botschaftsabklärung in Frage stellt und insbesondere rügt, dass weder Quellen der Informationen noch die tatsächlich e Vorge- hensweise der Botschaft offengelegt würden, ist Folgendes festzuhalten: Gemäss Art. 27 Abs. 1 Bst. a und b VwVG darf die Behörde die Einsich t- nahme in die Akten verweigern, wenn wesentliche öffentliche oder private Interessen die Geheimhaltung erfordern. Die Geheimhaltung der Quelle von Botschaftsauskünften ist demnach offensichtlich und bedarf k einer weiteren Ausführungen. Sodann würde die Offenlegung der Arbeitsweise beziehungsweise der Identität der beigezogenen Vertrauenspersonen die Abklärungen in künftigen Fällen erschweren beziehungsweise verunmö g- lichen (vgl. EMARK 1994 Nr. 1). Es besteht somit keine Veranlassung, die Identität sowie die Vorgehensweise der Quelle der Schweizerischen Bo t- schaft offenzulegen. Auch gilt festzuhalten, dass vorliegend keine stic h- haltigen Gründe ersichtlich sind, wonach die Abklärungen der Schweizer Vertretung in D amaskus nicht zuverlässig und zutreffend sein sollten. Was die Ausreise des Vaters des Beschwerdeführers anbelangt, so b e- deutet das Abklärungsergebnis nichts anderes, als dass dieser Syrien l e- gal und im Besitz eines gültigen Reisepasses über einen offiziel len Grenzübergang verliess. Dies wäre indes offensichtlich nicht möglich g e- wesen, wenn dieser aufgrund der vorgebrachten politischen Aktivitäten den heimatlichen Behörden, insbesondere dem Geheimdienst bekannt gewesen und noch im Zeitpunkt der Ausreise ges ucht worden wäre. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass syrische Staatsa n- gehörige, um in den Besitz eines Reisepasses zu gelangen, zahlreiche Bedingungen erfüllen müssen. Sind die Formalitäten einmal erfüllt und D-7748/2009 Seite 19 liegen die Meinungen der verschiedenen staatlichen Stellen vor, wird dem Gesuchsteller respektive der Gesuchstellerin ein regulärer Reisepass ausgehändigt. Angesichts der diversen Hürden zum Erhalt eines Reis e- passes und insbesondere der Abklärungen bei diversen Amtsstellen ist mit an S icherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen, dass gegen den Vater des Beschwerdeführers etwas von behördlichem Int e- resse vorgelegen haben könnte, ansonsten ihm die Ausstellung eines Reisepasses verweigert und mithin die legale Ausreise verunmög licht worden wäre. Der Beschwerdeführer selber gab denn auch anlässlich der direkten Anhörung zu , dass er zusammen mit seinen Familienangehör i- gen über den Flughafen (...) seine Heimat verlassen habe (vgl. act. A19/12, S. 10). Unter diesen Umständen ist dav on auszugehen, dass der Beschwerdeführer Syrien nicht am (...) illegal und mit dem PW über D._______ verliess, sondern vielmehr zusammen mit seinen Familiena n- gehörigen am (...) legal über den Flughafen von (...) in Richtung J._______ ausreiste. Nachdem der Beschwerdeführer offensichtlich fa l- sche Angaben zu seiner Ausreise gemacht hat, ist auch seine persönliche Glaubwürdigkeit ernsthaft in Frage gestellt. 4.2.2. Weiter lassen sich in den Asylvorbringen des Beschwerdeführers – wie die Vorinstanz zu Recht und mit zu treffender Begründung festhielt – diverse Ungereimtheiten feststellen, die obige Ausführungen untermauern und die Glaubhaftigkeit der vorgebrachten Asylgründe vollends erschü t- tert. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann diesbezüglich auf die z u- treffenden v orinstanzlichen Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. Soweit der Beschwerdeführer anführt, der Schlepper habe ihm respektive seinem Vater unter Todesdrohung verboten, die wah- ren Umstände der Ausreise offenzulegen, da man sie sonst nach Sy rien zurückschicken werde, ist dieses Vorbringen angesichts des Umstandes, dass er bereits zu Beginn der Erstbefragung im EVZ ausdrücklich auf die Verschwiegenheitspflicht aller am Verfahren beteiligten Personen sowie auf seine eigene Wahrheitspflicht hing ewiesen wurde, wobei sich die Missachtung dieser Pflicht nachteilig auf sein Asylverfahren auswirken könne, als blosse Schutzbehauptung zu werten. Dass der Schlepper j e- mals etwas von den Vorbringen des Beschwerdeführers oder anderer Familienmitglieder in Erfahrung bringen könnte, ist unter diesen Umstä n- den nämlich als ausgeschlossen zu erachten. Zudem ist der Einwand, wonach der Schlepper mit den Behörden zusammengearbeitet und daher ein erhebliches Interesse daran gehabt habe, dass die Umstände seiner Ausreise nicht bekannt würden, als in sich widersprüchlich und schon von daher als unbehelflich zu erachten. D-7748/2009 Seite 20 Entgegen der in der Beschwerdeschrift geäusserten Ansicht sind die Schilderungen des Beschwerdeführers betreffend die Festnahme vom (...), die nachfolgende Inhaftierung und die angeblich erlittene Folter vage und wenig detailliert ausgefallen und enthalten auch keine Realkennze i- chen (so insbesondere Detailreichtum der Schilderung, freies assoziat i- ves Erzählen, Interaktionsschilderung sowie inhaltliche Be sonderheiten), was jedoch gerade mit Blick auf die geltend gemachten Sachverhaltsel e- mente erwartet werden dürfte, zumal es sich dabei um einschneidende Ereignisse handelt, die erfahrungsgemäss besonders gut im Gedächtnis haften bleiben. Soweit der Beschwer deführerin mit dem Vorbringen, w o- nach tatsächlich erlebte traumatische Erlebnisse oft lückenhaft und w i- dersprüchlich in E rinnerung gerufen würden, auf eine allenfalls bei ihm vorliegende posttraumatische Belastungsstörung hinzuweisen versucht, ist Folgendes festzuhalten: Das charakteristische Merkmal für Folteropfer mit einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung stellt die ausgeprägte Tendenz dar, der bewussten Auseinandersetzung mit tra u- matischen Erlebnissen auszuweichen. So ist es heute durch eine Vielzahl von Studien und Erfahrungsberichten belegt, dass Folteropfer weitgehend unfähig sind, über das Erlebte zu berichten, solange nicht ein Klima des Vertrauens hergestellt ist, um das Vorgefallene in so sensiblen Bereichen zu offenbaren. So gehöre n zu den häufigsten Traumata entweder eine ernsthafte Bedrohung des eigenen Lebens beziehungsweise der körperl i- chen Integrität (etwa Folter), ernsthafte Bedrohung oder Schädigung der eigenen Kinder, des Ehepartners oder naher Verwandter sowie die plöt z- liche Zerstörung des eigenen Zuhauses. Zu den Folgen gehören auch Gedächtnisschwäche oder Konzentrationsschwierigkeiten. Jedoch leiden nicht nur Folteropfer unter der posttraumatischen Belastungsstörung, sie kann bei allen Menschen auftreten, die einem traumat ischen Stresssym- ptom ausgesetzt waren. Die Annahme einer solchen posttraumatischen Belastungsstörung rechtfertigt sich jedoch vorliegend nicht: So schilderte der Beschwerdeführer bereits im EVZ die hier interessierenden Vo r- kommnisse (Festnahme, Haft, Folter) von sich aus ohne Umschweife und offenbar ohne sichtbare oder merkbare Gemütsbewegungen. Auch a n- lässlich der Befragung durch das BFM stellten offenbar weder der Befr a- ger noch die anwesende Hilfswerkvertreterin merkliche Verhaltensauffä l- ligkeiten be i der Schilderung dieser geltend gemachten Ereignisse fest oder sahen sich jedenfalls nicht veranlasst, diesbezügliche Feststellu n- gen im Protokoll oder in einem Protokollanhang anzumerken, was jedoch regelmässig der Fall ist bei entsprechenden Auffälligkeiten von Befragten. Da den Befragungsprotokollen keinerlei Hinweise auf Konzentration s- schwierigkeiten des Beschwerdeführers während den Befragungen zu D-7748/2009 Seite 21 entnehmen sind und d ieser am Schluss der Anhörung auf Nachfrage a n- führte, er habe alles sagen können, was für sein Asylgesuch wichtig e r- scheine, und er überdies die Korrektheit und Wahrheit seiner Asylvorbrin- gen nach Rückübersetzung unterschriftlich bestätigte (vgl. act. A19/12, S. 11 f.), lassen sich die festgestellten vagen und stereotypen Schilderungen nicht auf eine posttraumatische Belastungsstörung zurückführen, weshalb er sich bei seinen als unglaubhaft zu erachtenden Aussagen behaften lassen muss. Ferner vermag der Einwand, der uneinheitlich geschilderte Zeitpunkt der Festnahme stelle ein unwesentliches Detail dar, zumal er – was als wesentlich zu erachten sei – dargelegt habe, dass die Festnahme abends geschehen sei, nicht zu überzeugen. So handelt es sich bei der Festnahme und den daraus resultierenden Folgen um einschneidende Ereignisse, die erfahrung sgemäss besonders gut im Gedächtnis haften bleiben und auch den Grund für die Flucht des Beschwerdeführers gew e- sen sein sollen. Daher kann vorliegend der Zeitpunkt der Festnahme nicht als unwesentlicher Punkt in der Asylbegründung qualifiziert werden. 4.2.3. Hinsichtlich der sinngemäss vorgebrachten Benachteiligung des Beschwerdeführers wegen seiner kurdischen Volkszugehörigkeit ist fes t- zuhalten, dass die Kurden die grösste nicht arabische Minderheit in S y- rien darstellen, deren Gesamtzahl auf 1,75 bis 2 Millionen oder etwa 10% der syrischen Gesamtbevölkerung geschätzt wird. Diese Volksgruppe ist generell einer Diskriminierung ausgesetzt, als es Kurden in Syrien nicht gestattet ist, eigene Schulen zu eröffnen, ihre Sprache zu unterrichten und kulturelle Vereine zur Wahrung ihrer Identität zu gründen. Im Übrigen verbietet die Regierung auch die Publikation von Büchern und Artikeln auf Kurdisch. Das Bundesverwaltungsgericht ging aber in Fortführung der Rechtsprechung der Schweizerischen Asylrekurskommisson (ARK; vg l. EMARK 2002 Nr. 23 E. 4d S. 185 f.) davon aus, dass die vorerwähnten Diskriminierungen für sich allein zu wenig intensiv sind, als dass sie Massnahmen gleichkämen, die einen unerträglichen psychische n Druck bewirken und damit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG darstellen könnten. Wie die gegenwärtige Situation der Kurden zu beu r- teilen ist, kann offen bleiben, da auch die aktuellen politischen Entwic k- lungen in Syrien nicht die Annahme einer Gefährdungssituation im Sinne von Art. 3 AsylG rechtfertigen. Der Lageveränderung im Heimatland des Beschwerdeführers wurde vom BFM im Rahmen der wiedererwägung s- weisen Anordnung der vorläufigen Aufnahme angemessen Rechnung ge- tragen. D-7748/2009 Seite 22 4.2.4. Überdies ist auf die Frage einzugehen, ob möglicherweise dem Umstand asylrechtliche Relevanz zukommt, dass der Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr nach Syrien in den Militärdienst eingezogen wer - den könnte. Zunächst ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht geltend macht, er habe den Militärdienst verweigert. Der Umstand alleine, dass er, ohne den Dienst geleistet zu haben , aus Syrien ausreiste und sich längere Zeit im Ausland aufhielt, ist nicht mit einer Verweigerung des Militärdienstes gleichzusetzen. Im Übrigen würde – wie vom BFM zutreffend festgestellt – eine allfällige Bestrafung wegen Wehrdienstverweigerung gemäss konstanter Rech t- sprechung keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG darstellen. Es gehört zu den legitimen Rechten eines Staates, seine Bürger zum Militär - dienst einzuberufen und zur Durchsetz ung der Wehrpflicht strafrechtliche oder disziplinarische Sanktionen zu verhängen (vgl. EMARK 2004 Nr. 2 E. 6b.aa S. 16). Als flüchtlingsrechltich relevant gilt eine Bestrafung nur dann, wenn der Wehrpflichtige aus einem Grund nach Art. 3 AsylG mit einer h öheren Strafe zu rechnen hat (sog. Politmalus). Wehrpflichtige Männer werden in Syrien aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit und ihres Jahrgangs für das Militär aufgeboten, ohne dass dieser Verpflichtung eine asylrechtlich relevante Verfolgungsabsicht des Sta ates zugrunde liegen würde. Eine allfällige Bestrafung des Beschwerdeführers wegen Wehr - dienstverweigerung wäre mithin als asylrechtlich nicht relevant zu qualifizieren. Kurdische Refraktäre haben ihrer Ethnie wegen nicht generell strengere Strafen im Sinn e eines "Malus" zu befürchten. Da der Beschwerdeführer kein eigenes hervorgehobenes politisches Profil aufweist (vgl. hierzu die nachfolgenden Ausführungen in E. 4.5.), besteht kein Grund zur Annahme, dass ein allfälliges Verfahren gegen ihn aus anderen als militärstrafrechtlichen Gründen angehoben und er härter als andere Dienstverweigerer beziehungsweise Deserteure bestraft würde. Es liegt somit auch in dieser Hinsicht keine objektiv begründete Furcht vor asylrechtlich relevanter Verfolgung vor. 4.2.5. In Bezug auf eine allfällige Reflexverfolgung wegen der angebl i- chen exilpolitischen Tätigkeit des in N._______ lebenden Bruders des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass sich aus den Akten keine Hi n- weise darauf ergeben, dass er deswegen bei einer Rückkehr in sei n Hei- matland asylrelevante Nachteile zu befürchten hätte. Insbesondere kon n- te er nicht darlegen, er sei in glaubhafter Weise von den syrischen B e- hörden behelligt worden. D-7748/2009 Seite 23 4.3. Nach dem Gesagten ist insgesamt festzuhalten, dass der Beschwe r- deführer für die Zeit v or dem Verlassen seines Heimatlandes keine b e- gründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft da r- zulegen vermochte. Eine begründete Furcht liegt vor, wenn konkreter A n- lass zur Annahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in a b- sehbarer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus heuti- ger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine bloss entfernte Möglichkei t künftiger Verfolgung g e- nügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus einem der vom Gesetz aufgezählten Motive e r- folgenden – Benachteiligung als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht davor als real istisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37, EMARK 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff., 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f.). Der Beschwerdeführer konnte keine hinreichend überzeugenden und glaubhaften Indizien vorbringen, die auf ein e Vorverfolgung schliessen lassen könnten. Aus seinen Vorbringen lassen sich entsprechend auch keine ausreichenden Hinweise auf eine begründete Furcht vor Verfolgung ableiten, die zum Zeitpunkt der Ausreise aus Syrien zu bejahen gewesen wäre. Es erübrigt s ich daher, auf die weiteren Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe und die zur Stützung der Asylvorbringen eingereic h- ten weiteren Beweismittel näher einzugehen, da sie an obiger Einschä t- zung bezüglich der Vorfluchtgründe nichts zu ändern vermögen. 4.4. Im Folg enden ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimatland, namentlich dem ge l- tend gemachten exilpolitischen Engagement in der Schweiz, Grund für eine zukünftige Verfolgung durch die syrischen Behörden gesetzt hat und deshalb (das heisst infolge subjektiver Nachfluchtgründe) die Flüchtling s- eigenschaft erfüllt. 4.4.1. Allgemein sind subjektive Nachfluchtgründe dann anzunehmen, wenn eine asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat oder we gen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a, mit weiteren Hinweisen). Der Asylausschlussgrund von Art. 54 AsylG ist absolut zu verstehen und mithin unabhängig davon anzuwenden, ob D-7748/2009 Seite 24 Nachfluchtgründe missbräuchlich gesetzt worden sind oder nicht (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 S. 66 ff.). Es ist daher nicht ents cheidend, wel- chen mutmasslichen Zweck die asylsuchende Person durch ihre exilpol i- tischen Tätigkeiten zu erreichen versucht hat. Massgebend ist vielmehr, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und dieser d eswegen bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis einer begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG; vgl. zum Ganzen auch BVGE 2009/29 E. 5.1 S . 376 f., BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352, EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1 S. 10, UNHCR, Handbuch über Verfahren und Kriterien zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf 1993). 4.4.2. In Bezug auf die subjektiven Nachfluchtgründe führte das BFM aus, die vom Beschwerdeführer mit Beweismitteln belegten exilpolitischen A k- tivitäten würden zu keiner konkreten Gefährdung im Falle einer Rückkehr nach Syrien führen. Auch die am 1. Mai 2012 eingereichten neuen B e- weismittel würden keinen Exponierungsgrad erkennen lassen, welcher erwarten lassen würde, dass er dadurch das Interesse der syrischen B e- hörden auf sich gezogen haben könnte. Seine Furcht vor Verfolgung sei daher als nicht begründet im Sinne des Asylgesetzes einzustufen. 4.4.3. Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, die Einstu- fung der Erheblichkeit seiner exilpolitischen Aktivitäten sei eine solche aus schweizerischer Sicht, welche jedoch mit der Wahrnehmung syr i- scher Behörden in eklatanter Weise nicht übereinstimme. Die demen t- sprechenden Überlegungen des BFM hätten dahe r mit den tatsächlichen Verhältnissen nichts gemein. Angesichts des Einsatzes von erheblichen Mitteln durch die syrischen Behörden zwecks Identifikation und Inhafti e- rung von verdächtigen Personen sei es nicht unwahrscheinlich, dass die syrischen Behörden B ilder und Filme in den Medien systematisch au s- werteten. 4.5. 4.5.1. In casu ist unbestritten, dass sich der Beschwerdeführer in der Schweiz exilpolitisch betätigte. Exilpolitische Aktivitäten können – wie oben dargelegt – jedoch nur dann im Sinne von subjektiven Nach flucht- gründen zur Flüchtlingseigenschaft führen, wenn zumindest glaubhaft gemacht wird, dass im Falle einer Rückkehr deswegen mit überwiege n- der Wahrscheinlichkeit mit politischer Verfolgung zu rechnen wäre. Nac h-D-7748/2009 Seite 25 folgend ist zu untersuchen, ob diese Vorausse tzung im Fall des B e- schwerdeführers erfüllt ist. 4.5.2. Wie der Beschwerdeführer zu Recht ausführt e, verfügen die syr i- schen Sicherheits - und Geheimdienste über umfassende Sondervol l- machten und unterstehen keinen gesetzlichen oder administrativen Ko n- trollen. Der syrische Geheimdienst ist auch im Ausland aktiv, wo eine sei- ner Aufgaben im Wesentlichen darin besteht, syrische Oppositionelle und deren Kontaktpersonen auszuforschen und zu überwachen sowie Exilo r- ganisationen syrischer Kurden zu infiltrieren. Bei realistischer Betrachtung ist davon auszugehen, dass eine solche Spitzeltätigkeit sich auf die E r- fassung von Personen konzentriert, welche im Ausland Funktionen wah r- nehmen und Aktivitäten entwickeln, die sie als ernsthafte und potentiell gefährliche Regimegegner erscheinen lassen. Dass die syrischen Sicher- heitsbehörden ihrerseits bei der Auswertung der ihnen zugetragenen I n- formationen zwischen tatsächlich politisch engagierten Regimekritikern und Exilaktivisten, die mit ihren Aktionen in erster Linie die Chancen au f ein Aufenthaltsrecht im Ausland zu erhöhen versuchen, zu unterscheiden vermögen, darf vorausgesetzt werden. 4.5.3. Zunächst ist festzuhalten, dass – da der Beschwerdeführer im Rahmen des Asylverfahrens eine Vorverfolgung nicht glaubhaft machen konnte – ausgeschlossen werden kann, dass er vor dem Verlassen se i- nes Heimatlandes als regimefeindliche Person ins Blickfeld der syrischen Behörden oder des Nachrichtendienstes geraten ist. Dass er in seinem Heimatland vom Geheimdienst nicht gesucht wird, wird zusätzlich d urch die Abklärungsergebnisse der Schweizerischen Botschaft in Damaskus untermauert. 4.5.4. Gemäss den Akten nahm der Beschwerdeführer seit seiner Einre i- se in die Schweiz an verschiedenen regimekritischen Kundgebungen in O._______, I._______ und F._______ teil. A ls Beweis dafür reichte er (Auflistung Beweismittel) ein, die ihn als einen von vielen Teilnehmern an diesen Kundgebungen zeigen. Zudem legte er verschiedene Ausdrucke von (Nennung Beweismittel) vor, das auf diverse regimekritische Beiträge von Dritten hinweise. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Wah r- scheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer anhand dieser Fotografien oder über das Internet von den syrischen Geheimdiensten wahrgeno m- men und erkannt worden ist, nur gering ist. Dies insbesondere auch d es- halb, weil in der Schweiz unzählige exilpolitische Anlässe durchgeführt werden, so dass es den syrischen Behörden unmöglich sein dürfte, alle D-7748/2009 Seite 26 diese Anlässe genau zu überwachen. Inwiefern er aus der Masse der exilpolitischen aktiven Kurdinnen und Kurden h ervorgetreten sein und dadurch wahrscheinlich eine Registrierung durch die syrischen Behörden bewirkt haben sollte, ist nicht einzusehen. Durch die blosse Teilnahme an Protestaktionen, an denen er teilweise Transparente mit regimekritischen Parolen getragen hat und manchmal neben seinem Vater gestanden ha- ben soll, sowie die Hinweise in (Nennung Beweismittel) auf regimekriti- sche Berichte Dritter hebt er sich nicht von der breiten Masse der exilpol i- tisch tätigen Kurden ab. Insgesamt erscheint es nicht als übe rwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer aufgrund der eingereichten Dokumentation identifiziert wurde, da es sich bei ihm nicht um eine für die exilpolitische Szene bedeutsame Persönlichkeit handelt. Mit Blick und Umfang seiner exilpolitischen Tätigkeiten kann er nicht als besonders e n- gagierter und exponierter Regimegegner qualifiziert werden. Insgesamt lassen die eingereichten Beweismittel nicht auf ein wesentliches exilpoliti- sches Engagement des Beschwerdeführers schliessen, aufgrund dessen dieser damit rechnen müsste, dass er dem syrischen Geheimdienst als ernsthafter Regimegegner aufgefallen und entsprechend registriert wo r- den wäre. Dieser Einschätzung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass nicht primär das Hervortreten im Sinne einer optischen Er kennbarkeit – dies- bezüglich ist es unerheblich, dass der Rechtsvertreter seinen Mandanten und dessen Vater auf den Bildern identifizieren konnte (vgl. Eingabe vom 22. November 2012) –, sondern die Fähigkeit zu einem Verhalten in der Öffentlichkeit massgebend ist, welches aufgrund der Persönlichkeit des Asylsuchenden, der äusseren Form seines Auftretens und nicht zuletzt aufgrund des Inhaltes der abgegebenen Erklärungen den Eindruck e r- weckt, er stelle eine Gefahr für das von der Baath -Partei und dem Präs i- denten Baschar al-Assad dominierte politische System in Damaskus dar. Eine dermassen spezifische, über die Rolle eines blossen Mitläufers h i- nausgehende und damit einer erhöhten Exponiertheit gleichkommende Funktion innerhalb der regimekritischen exilsyrischen Gemeinschaft kann dem Beschwerdeführer nicht bescheinigt werden. Daher ist vorliegend – auch in Berücksichtigung des im Schreiben vom 12. September 2012 im Beschwerdeverfahren seiner Eltern (D -7749/2009) erwähnten Urteils des Bundesverwaltungsgerichts E -483/2009 vom 29. August 2012, wonach die Anforderungen am Exponierungsgrad eines exilpolitisch Tätigen au f- grund der aktuellen politischen Lage in Syrien tiefer zu setzen sind als bisher – mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Besch werdeführer bei der Rückkehr nach Syrien nicht mit einer ernsthaften Benachteiligung seitens der dortigen Behörden zu rechnen hat. Weiter ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass das in diesem Z u-D-7748/2009 Seite 27 sammenhang geltend gemachte Vorbringen, wonach die Schwest er des Beschwerdeführers wegen seiner exilpolitischen Tätigkeit von den syr i- schen Behörden unter Druck gesetzt worden sei, zumal man ihn an einer Kundgebung vor der syrischen Botschaft in I._______ vermutlich identifi- ziert habe, in Würdigung sämtlicher Ums tände und obiger Erwägungen als unbelegte Schutzbehauptung qualifiziert werden muss. An obiger Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass der B e- schwerdeführer in der Schweiz um Asyl nachgesucht hat, da keine A n- haltspunkte dafür bestehen, dass die E inreichung eines Asylgesuchs für sich alleine bei einer Rückkehr nach Syrien regelmässig zu behördlicher Verfolgung führt. 4.5.5. Aufgrund des Gesagten ist festzustellen, dass der Beschwerdefü h- rer die Flüchtlingseigenschaft auch unter dem Aspekt der subjektiven Nachfluchtgründe nicht erfüllt. 4.6. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Asylvorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an das Glaubhaftmachen be- ziehungsweise die Asylrelevanz nicht zu genügen vermögen und die ge l- tend gemachten subjektiven N achfluchtgründe nicht geeignet sind, eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsfurcht zu begründen. An dieser Einschätzung vermögen die weiteren Ausführungen in der Rechtsmi t- teleingabe sowie die eingereichten Dokumente nichts zu ändern. Das BFM hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht a b- gelehnt. 5. 5.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S . 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21). 5.3. Da der Beschwerdeführer vom BFM in seinem Entscheid vom 13. September 2011 wiedererwägungsweise wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in der Schweiz aufgenommen wurde, e r-D-7748/2009 Seite 28 übrigen sich s odann Ausführungen zur Frage der Zulässigkeit sowie der Möglichkeit des Wegweisungsvollzuges (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). Die Beschwerde gegen den ursprünglich angeordneten Wegwe i- sungsvollzug erweist sich demnach als gegenstandslos und ist diesb e- züglich abzuschreiben. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung in Bezug auf die Nichtanerkennung als Flüchtling, die Ablehnung des Asy l- gesuchs und die Anordnung der Wegweisung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachve rhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit sie nicht als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist. 7. 7.1. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Dabei ve r- fügt eine Person dann nicht über die erforderlichen Mittel, wenn sie ohne Beeinträchtigung des notwendigen Lebensunterha ltes die Prozesskosten nicht zu bestreiten vermag. Eine Beschwerde gilt ferner dann als au s- sichtslos, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kö n- nen (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275). Es ist von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen , auch wenn er im September 2012 für kurze Zeit in einem Gastgewerbebetrieb erwerbstätig war. Zudem sind die Begehren der Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltl i- chen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist somit gutz u- heissen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrensko s- ten aufzuerlegen. 7.2. Eine teilweise obsiegende Partei hat Anspruch auf eine Entschäd i- gung für die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Fe b- ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem der rechtlich vert retene Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde teilweise durchgedrungen ist respektive der angefochtene Entscheid vom BFM im Sinne des B e- schwerdeantrages teilweise in Wiedererwägung gezogen wurde, ist ihm D-7748/2009 Seite 29 eine hälftig reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen. Die Rechtsver- tretung ist zur unaufgeforderten Einreichung einer detaillierten Kostenn o- te verpflichtet (Art. 14 Abs. 1 VGKE), ansonsten das Gericht die Entsch ä- digung von Amtes wegen und aufgrund der Akten festlegt. Da weder sei- tens der ursprünglichen noch der aktuellen Rechtsvertretung eine Ko s- tennote eingereicht wurde und sich der notwendige Vertretungsaufwand aufgrund der Aktenlage hinreichend zuverlässig abschätzen lässt (Art. 14 Abs. 2 VGKE), ist unter Berücksichtigung der massgeblichen Beme s- sungsfaktoren (Art. 8 ff. VGKE) die Parteientschädigung auf Fr. 600.– (inkl. allfälliger Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen, zumal sich die Beschwerde über weite Teile identisch mit derjenigen im Verfahren der Eltern und Geschwister des Beschwerdeführers (Geschäfts-Nr. D - 7749/2009; N 509 578) erweist , bezüglich der Replik pauschal auf die Stellungnahme im erwähnten Verfahren verwiesen wurde und sich die weiteren Eingaben auf Beschwerdeebene im Wesentlichen auf die Einrei- chung von Beweismitteln beschränken . Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer diesen Betrag auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-7748/2009 Seite 30 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht als gegenstandslos geworden abgeschrieben wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 600.– auszurichten. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: