B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-6111/2010 U r t e i l v o m 11 . S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Vito Valenti, Richter Beat Weber, Gerichtsschreiberin Barbara Camenzind. Parteien X._______, Beschwerdeführerin, gegen Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Rechtsdienst, Weststrasse 50, Postfach, 8036 Zürich, Vorinstanz. Gegenstand Beitragsverfügung und Aufhebung des Rechtsvorschlags - Anschluss Nr. 17809 (Verfügung vom 27. Juli 2010 und Wie- dererwägungsverfügung vom 10. Dezember 2010). C-6111/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Die X._______ (nachfolgend: Arbeitgeberin oder Beschwerdeführerin) schloss sich mit Anschlussvereinbarung vom 23. April 2001 zur Durchfüh- rung der beruflichen Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenvorsorge für die von ihr beschäftigten Arbeitnehmer per 1. April 2001 der Stiftung Au f- fangeinrichtung BVG (nachfolgend: Vorinstanz) an (Akten der Auffangein- richtung [im Folgenden: BVG-act.] 1). B. Mit Zahlungserinnerung vom 31. März 2009 (BVG -act. 2) liess die Vori n- stanz der Arbeitgeberin einen Kontoauszug per 31. Dezember 2008 des Beitragskontos zukommen, auf dem ein offener Saldo von Fr. 8'120.25 ausgewiesen war. Die Arbeitgeberin unterbreitete daraufhin der Vori n- stanz einen Abzahlungsvorschlag (BVG-act. 3, S. 3) für sämtliche Betrie- be in (…). In der Folge unterzeichnete die Arbeitgeberin am 2. Oktober 2009 eine Schuldanerkennung für den Betrieb in (…); die Parteien ve r- einbarten einen Tilgungsplan über eine Forderung von Fr. 11'113.- zuzüg- lich Fr. 100.- für die Kosten des Tilgungsplans mit monatlichen Raten von Fr. 1'000.- von Oktober 2009 bis August 2010. Für September 2010 wur- de eine Rate in Höhe von Fr. 113.- vereinbart (BVG-act. 3, S. 1). C. Gemäss Auszug aus dem laufenden Debitorenkonto vom 4. Mai 2011 der Vorinstanz (act. 21, Beilage 2) sowie den von der Beschwerdeführerin mit Beschwerde eingereichten Bankbelegen (act. 1) zahlte die Beschwerd e- führerin folgende Beiträge ein: am 13. November 2009 Fr. 1'000.-, am 30. Dezember 2009 Fr. 2'000.-, am 5. Februar 2010 Fr. 1'000.-, am 25. März 2010 Fr. 2'000.-, am 11. Mai 2010 Fr. 1'000.-, am 15. Juni 2010 Fr. 2'000.- und am 13. Juli 2010 Fr. 2'113.-; insgesamt also Fr. 11'113.-. D. Am 14. Juni 2010 stellte die Vorinstanz beim Betreibungsamt Dienststelle (…) ein Betreibungsbegehren (BVG -act. 16) für einen Betrag von Fr. 12'157.- nebst Zins zu 5% seit 15. Juni 2010, zuzüglich Zinsen (Fr. 541.50), Mahnkosten (Fr. 300.-) und Inkassokosten (Fr. 100.-). Gegen den vom Betreibungsamt (…) am 8. Juli 2010 zugestellten Zahlungsbe- fehl (Betreibungs -Nr. […]) erhob die Arbeitgeberin am 13. Juli 2010 Rechtsvorschlag (BVG-act. 20). C-6111/2010 Seite 3 E. Mit Verfügung vom 27. Juli 2010 (BVG -act. 21) hob die Vorinstanz den von der Arbeitgeberin erhobenen Rechtsvorschlag gegen den Zahlung s- befehl Betr eibungs-Nr. (...) im Umfang von Fr. 9'085.50 inkl. der Betre i- bungskosten von Fr. 100.- zuzüglich 5% Sollzinsen auf dem Betrag von Fr. 7'963.- seit dem 28. Februar 2009, Fr. 1'618.80 seit dem 31. März 2009, Fr. 1'618.80 seit dem 30. Juni 2009, Fr. 1'618.80 seit dem 30. September 2009, Fr. 1'718.80, seit dem 31. Dezember 2009 und Fr. 1'618.80 seit dem 31. März 2010 unter Auferlegung der Kosten für die Verfügung von Fr. 450.- auf und stellte fest, dass der Beitragsausstand in diesem Umfang nach wie vor bestehe (BVG-act. 21). F. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 27. August 2010 (act. 1) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Gutheissung ihrer Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, sie habe den laut Ti l- gungsplan und Schuldanerkennung per 30. September 2009 geschuld e- ten Betrag von Fr. 11'113.- bis zum 12. Juli 2010 vollständig zurückb e- zahlt. Aus der AHV-Abrechnung gehe hervor, dass die Arbeitsverhältnisse von A._______ und B._______ aufgelöst worden seien. In den Rechnu n- gen ab 1. Juli 2009 seien diese Mitarbeiteraustritte trotz mehrfacher Ei n- reden nicht berücksichtigt worden, deshalb habe die Beschwerdeführerin diese per Einschreiben retournie rt. Korrigierte Rechnungen seien nicht zugestellt worden. G. Mit Zwischenverfügung vom 6. September 2010 (act. 3) forderte der z u- ständige Instruktionsrichter die Beschwerdeführerin auf, einen Kostenvor- schuss von Fr. 900.- in Höhe der mutmasslichen Verfahrens kosten zu leisten, welcher am 13. September 2010 bei der Gerichtskasse einging (act. 8). H. Im E -Mail vom 8. September 2010 (act. 6) an die Beschwerdeführerin (Kopie an das Bundesverwaltungsgericht) gab die Vorinstanz an, die Ver- sicherungsdaten der beiden eh emaligen Arbeitnehmerinnen A._______ und B._______ überprüft und korrigiert zu haben. Dabei seien die effekt i- ven und von der Beschwerdeführerin gemeldeten Jahresbruttolöhne b e-C-6111/2010 Seite 4 rücksichtigt, mit den definitiv abgerechneten Jahresbruttolohndaten ve r- glichen und im Anschluss beide Austrittsmutationen vorgenommen wo r- den. Der daraus zu erwartende Gutschriftsbetrag in der Quartalsabrec h- nung IV/2010 belaufe sich auf Fr. 1'141.40 zu Gunsten der Beschwerd e- führerin, was einen restlichen Gesamtausstand gemäss BVG in Höhe von Fr. 11'231.70 zur Folge habe. Einziger aktiv erfasster und abgerechneter Versicherter sei noch C._______ mit einem Jahresbruttolohn von Fr. 40'000.-. Die Vorinstanz wies zudem darauf hin, dass rückwirkende Daten- und Lohnkorrekturen aller BVG-Versicherten – wie dereinst münd- lich mit der Beschwerdeführerin vereinbart – kategorisch ab einer Abwei- chung von über oder unter 20% vorgenommen würden, da gegebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt auch andere Korrekturmutationen vorg e- nommen werden müssten, sofe rn sich ehemalige Angestellte mit berec h- tigten (Korrektur-)Ansprüchen melden würden. Dies hätte unter Umstä n- den zusätzliche Nachbelastungs - oder Gutschriftsbeiträge zuzüglich re g- lementarischer Umtriebskosten zur Folge. I. Mit Zwisch enverfügung vom 14. Oktober 2010 (act. 9) forderte der z u- ständige Instruktionsrichter die Vorinstanz auf, dem Bundesverwaltung s- gericht die mit E -Mail vom 8. September 2010 angekündigte Wiedere r- wägung in Verfügungsform zuzustellen. J. In ihrer Stellungnahme vom 22. Oktober 2010 (act. 10) gab die Vorinstanz an, die mit E -Mail vom 8. September 2010 angekündigten Korrekturen mittlerweile in ihrem System vorgenommen zu haben und reichte das Beiblatt "Fakturavorschau per Dezember 2010" ein. Die Korrekturen wü r- den der Beschwerdeführerin in d er nächsten Quartalsrechnung gutg e- schrieben. Da die Rechnungsbeträge in den von der Betreibung erfassten Fakturen unverändert blei ben würden, werde die Vorinstanz im genan n- ten Verfahren keine Wiedererwägungsverfügung erlassen. K. Mit Schreiben vom 2. November 2010 (act. 12) hielt die Beschwerdefü h- rerin an ihrer Beschwerde fest und gab an, für B._______ (Austritt: 31. August 2009) und A._______ (Austritt: 30. November 2009) bereits dreimal Austrittsmeldungen eingereicht zu haben. Diese seien jedoch nicht bearb eitet worden. Obwohl die Vorinstanz im E -Mail vom 8. September 2010 bestätigt habe, dass in der Quartalsrechnung IV/2010 die Gutschriften aufgeführt würden, sei die Rechnung diesbezüglich nicht C-6111/2010 Seite 5 korrigiert worden. Die Beschwerdeführerin habe die Rechnung umgehend mit der Bitte um Zustellung einer korrekten und nachvollziehbaren Rec h- nung retourniert, jedoch keine neue Rechnung erhalten. Die Schuld g e- genüber der Vorinstanz betrage Fr. 6'661.20. Es sei ein Rätsel, weshalb die Vorinstanz am 15. Juni 2010 eine Be treibung über einen Betrag von Fr. 13'098.50 eingeleitet habe, ohne vorher die Mutationen berücksichtigt und die Rechnungen korrekt bearbeitet zu haben. L. Mit Verfügung vom 10. Dezember 2010 (act. 15) zog die Vorinstanz die angefochtene Verfügung vom 27. Juli 2010 in Wiedererwägung (Dispos i- tiv-Ziffer 3 und 6 betreffend die Forderungssumme von Fr. 9'085.50 und Aufhebung des Rechtsvorschlags in gleicher Höhe) und verfügte neu über eine Forderungsschuld von Fr. 8'097.90 sowie die Aufhebung des Rechtsvorschlages gleichen Umfangs. Zur Begründung wurde ausg e- führt, dass sich aufgrund falsch erfasster Daten der Mitarbeiterinnen A._______ und B._______ eine Gutschrift von Fr. 1'096.10 ergebe. Die Forderung betrage nun Fr. 7'597.90 zuzüglich Zins zu 5% seit 15. Juni 2010. M. In ihrem Schreiben vom 30. Januar 2011 (act. 17) hielt die Beschwerd e- führerin an der Beschwerde fest und stellte den Antrag, die Vorinstanz zu veranlassen, ihr eine korrekte und nachvollziehbare Abrechnung zuz u- stellen. Sie führte weiter aus, ihre Schu ld gegenüber der Vorinstanz betrage per 31. Dezember 2010 lediglich Fr. 6'661.20. Die Vorinstanz ha- be ihr einen Kontoauszug per 31. Dezember 2010 mit einem Saldo von Fr. 16'503.15 sowie eine Rechnung für das letzte Quartal 2010 in Höhe von Fr. 4'080.05 zugestellt. Diese Faktura bestehe zur Hälfte aus Gebü h- ren. Es seien bis ins Jahr 2000 zurückreichende Mutationen vorgeno m- men worden, welche nicht mehr nachvollziehbar seien. N. Die Vorinstanz stellte in ihrer Duplik vom 4. Mai 2011 (act. 21) den Antrag, die Beschwerde in dem Umfang abzuweisen, in welchem sie nicht durch Wiedererwägung gegenstandslos geworden sei. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass wohl die im Ti l- gungsplan anerkannten Forderungen beglichen, jedoch zwischenzeitlich weitere Beitrag sforderungen aufgelaufen und in Rechnung gestellt wo r- den seien. Da diese jedoch nicht rechtzeitig bezahlt worden seien, sei die C-6111/2010 Seite 6 Betreibung eingeleitet worden. In der Wiedererwägungsverfügung vom 10. Dezember 2010 sei en jedoch anstelle der aufgelaufenen Zin sen ir r- tümlicherweise die Mahn-, Inkasso-, und Betreibungskosten in Höhe von Fr. 500.- erfasst worden. Der Forderungsbetrag beziffere sich auf insge- samt Fr. 7'864.15 zuzüglich Zins zu 5% seit 15. Juni 2010. Die Be itrags-, respektive deren Wiedererwägungsve rfügung vom 10. Dezember 2010 beziehe sich nur auf das Jahr 2009 und das erste Quartal 2010. Der per 31. Dezember 2010 ausgestellte Kontoauszug beinhalte weitere Beitrags- rechnungen; die nach dem 1. Quartal 2010 erhobenen Fakturen seien nicht Gegenstand des Verfahrens. Die Beschwerdeführerin habe es u n- terlassen, Austritte rechtzeitig zu melden, deshalb seien die Korrekturen nicht zu Beginn des Fo lgejahres vorgenommen worden; aus demselben Grund rechtfertige sich die Kosten- und Gebührenauflage. O. In ihrer St ellungnahme vom 17. August 2011 (act. 25) führte die B e- schwerdeführerin aus, dass die Fakturen des ersten, zweiten und dritten Quartals in der Schuldanerkennung mit Saldo per 30. September 2009 enthalten seien. Die Rechnung des vierten Quartals sei zurückg eschickt worden, da die von ihr eingereichten Mutationen nicht bearbeitet worden seien. Die Mutationen seien rechtzeitig gemeldet, aber nicht behoben und ausserdem Gebühren doppelt erfasst worden. Die Schuld gegenüber der Vorinstanz betrage im hängigen Ver fahren ohne Zinsen und Gebühren insgesamt Fr. 2'446.10. P. Die Vorinstanz liess sich nicht mehr vernehmen. Q. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unter - lagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen ein- gegangen. C-6111/2010 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern kein Aus - nahmetatbestand erfüllt ist (Art. 31, 32 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [Verwaltungsgerichts - gesetz, VGG, SR 172.32]). Zulässig sind Beschwerden gegen Ver fügun- gen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Die Stiftung Auffang einrichtung BVG is t eine Vorin- stanz im Sinn von Art. 33 Bst. h VGG, zumal diese im Bereich der berufl i- chen Vorsorge öffentlich -rechtliche Aufgaben de s Bundes erfüllt (Art. 60 BVG). 1.1.1 Die Vorinstanz hat die Dispositiv-Ziffern 3 und 6 der angefochtenen Verfügung vom 27. Juli 2010 während des hängigen Beschwerdeverfa h- rens mit Verfügung vom 10. Dezember 2010 in Wiedererwägung gezogen und die Beitragsforderung reduziert. 1.1.2 Erlässt die Verwaltung lite pendente eine Wiedererwägungs ver- fügung im Sinne von Art. 58 Abs. 1 VwVG, so tritt diese an die Stelle der früheren Verfügung ( ANDREA PFLEIDERER, in: Waldmann/Weissen berger [Hrsg.], Praxis kommentar zum Bundesgesetz über das Ver waltungs- verfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, N. 44 zu Art. 58). Sofern diese neue Verfügung die Begehren der be schwerdeführenden Person nu r teilweise erfüllt, ist eine Abschreibung infolge Gegenstandslosigkeit unzulässig und die neue Verfügung gilt als mitangefochten im fortzusetzenden Verfahren (vgl. dazu AUGUST MÄCHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommen - tar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, N. 18 zu Art. 58 ; PFLEIDERER, a.a.O., N. 52 zu Art. 58 ). Anfech- tungsobjekt bilden somit die Beitragsver fügung der Vorinstanz vom 27. Juli 20 10, soweit sie durch die Wiedererwä gungsverfügung vom 10. Dezember 2010 nicht ersetzt worden ist, sowie die Wiedererwägungs- verfügung selbst. 1.1.3 Sowohl die Beitrags- als auch die Wiedererwägungs verfügung stel- len Verfügungen im Sinne von Art. 5 des Bundesgesetzes über das Ver - waltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (Verwaltungsverfah rens- gesetz, VwVG, SR 172.021) dar. Da keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vor - liegenden Beschwerde zuständig. C-6111/2010 Seite 8 1.2 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teil ge- nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat an dessen Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges In teresse (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde wurde frist - und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG), und die Beschwerdeführerin hat de n einver- langten Kostenvorschuss innert der gesetzten Frist bezahlt (BVGer act. 4). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 1.3 Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann ge rügt werden, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht (ein schliess- lich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe auf einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechts erheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht ist ge mäss dem Grundsatz der Rechts- anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gut heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwa l- tungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212; vgl. BGE 128 II 145 E. 1.2.2, BGE 127 II 264 E. 1b). 2. 2.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt im Wesentlichen die B erechnung der Beitragsforderung. Die Vorinstanz habe zu ihren Meldungen über den Austritt von Mitarbeitern die entsprechenden Mutationen nicht vorg e- nommen und Forderungen nicht reduziert. Obwohl sie der Vorinstanz mehrmals mitgeteilt habe, dass die Beitragsberec hnung nicht korrekt sei, habe nie eine entsprechende Berichtigung stattgefunden. Zudem fordert sie in all ihren Eingaben die Zustellung einer korrekten und vor allem nachvollziehbaren Abrechnung. Sinngemäss rügt die Beschwerdeführerin damit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. 2.1.1 Nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101; vgl. auch Art. 26 ff. VwVG) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das recht - liche Gehör dient einerseits de r Sachaufklärung, andererseits stellt es aber auch ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass C-6111/2010 Seite 9 von Verfügungen dar, welche in die Rechtsstellung des Einzelnen ein - greifen. Dazu gehört insbesondere das Recht der Parteien, sich vor E r- lass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu ne h- men, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der E r- hebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sic h zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Ent - scheid zu beeinflussen (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 3/05 vom 17. Juni 2005 E. 3.1.3 und BGE 132 V 368 E. 3.1). Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verle tzung des rechtlichen Gehörs führt – ungeachtet der Erfolgsaussichten der Be - schwerde in der Sache selbst – zur Aufhebung der angefochtenen Ver - fügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst, die Behörde zu einer Änderung ihres Ent - scheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1, BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa, BGE 115 V 297 E. 2h, RKUV 1992, U 152 S. 199 E. 2e). Gemäss Art. 35 Abs. 1 VwVG müssen schriftliche Verfügungen grundsätzlich immer begründet werden. 2.1.2 Die Begründungspflicht ist ein Teilgehalt des verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesve r- fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101; vgl. auch Art. 35 Abs. 1 VwVG sowie ULRICH HÄFELIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl., Z ü- rich 2012, Rz. 838). Sie soll verhindern, dass sich die verfügende Behö r- de von unsachlichen Motiven leiten lässt, und es den Betroffenen ermö g- licht, eine Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten zu können. Die sachgerechte Anfechtung einer Verfügung ist nur dann möglich, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz ein Bild über deren Tragweite machen können. Somit müssen in jedem Fall die Übe r- legungen angeführt werden, von denen sich die zuständige Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihre Verfügung stüt zt. Dabei darf sie sich je - doch auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Die Anforderu n- gen an die Begründungsdichte sind je nach Komplexität des Sachverhalts C-6111/2010 Seite 10 und/oder des der Behörde eingeräumten Ermessensspielraums unter - schiedlich (vgl. zum Ganze n BGE 136 V 351 E. 4.2, BGE 124 V 180 E. 1a, BVGE 2012/23 E. 6.1.2, je mit Hinweisen). 2.1.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil C -1899/2011 vom 15. Oktober 2013, E.4.3 ausgeführt, welche Angaben eine Beitrag s- verfügung zu enthalten hat, damit die A nforderungen an die Begrü n- dungspflicht erfüllt sind, nämlich – die relevante Beitragsperiode; – die Gesamtprämiensumme pro Jahr bzw. vierteljährlich, sofern die Rechnungsstellung vierteljährlich erfolgt; – pro versicherte Person pro Jahr: die Versicherungsdauer, den AHV- Lohn, den relevanten koordinierten Lohn, die Beitragssätze und die hieraus errechnete Beitragssumme; – pro versicherte Person: die Höhe des Verzugszinses, unter Hinweis auf: die Zinsperiode, den Zinssatz, die rechtliche Grundlage für die Höhe des Zi nssatzes und die jeweils gestellten Rechnungen und e r- folgten Mahnungen; – eine Auflistung der erhobenen Kosten/Gebühren unter Hinweis auf die diesen zugrunde liegenden Massnahmen; – die bereits geleisteten Zahlungen des Arbeitgebers mit Valutadatum und hieraus eine Abrechnung mit Angabe der noch ausstehenden Prämienbeträge und Zinsen für ausstehende Beiträge (ab Ford e- rungsvaluta). Vorliegend sind sowohl die Beitragsverfügung vom 27. Juli 2010 als auch die Wiedererwägungsverfügung vom 10. Dezember 2010 sehr rudimentär gehalten. Es ist lediglich eine Forderungssumme von total Fr. 7'597.90 für Beiträge des 1. Quartals 2009 bis zum 1. Quartal 2010 angegeben, j e- doch nicht genügend belegt, wie sich der eingeforderte Beitrag berec h- net. Es fehlen Angaben zur Versicherungsdauer, zu den AHV-Löhnen, den koordinierten Löhne n und zu den Beitragssätzen der versicherten Personen. Mit dem pauschalen Verweis auf die Höhe des Verzugszinses und auf Sollzinsen seit Fälligkeitsdatum sowie die Höhe der Mahn -, I n- kasso- und Betreibungskosten ist diesen Anforderungen jedenfalls nicht Genüge getan. Die Vorinstanz hat ihrer Verfügung auch keine detaillierte Übersicht darüber, wie sich die Beiträge zusammensetzen, beigelegt. Die angefochtene Verfügung erfüllt die Erfordernisse an eine Beitragsverfü-C-6111/2010 Seite 11 gung nicht ansatzweise. Der Beschwerdeführerin war es damit nicht mög- lich, die Tragweite des Entscheides zu erkennen, indem ihr lediglich die angeblich geschuldeten Beiträge mitgeteilt wurden. Dies erlaubt es der Beschwerdeführerin zudem nicht, die Verfügung sachgerecht anzufec h- ten. Die Vorinstanz ist ihrer Begründungspflicht daher nicht nachgeko m- men, worin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu erblicken ist (vgl. dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -7809/2009 vom 29. März 2012 E. 2.3). 2.1.4 Nach ständiger Praxis kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs wie erwähnt geheilt werden, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdei n- stanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Au s- nahme bleiben (BGE 132 V 387 E. 5.1, BGE 126 V 130 E. 2b). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung is t im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interes se der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 116 V 182 E. 3d; zum Ganzen ausführlich Ur- teil des BGE 132 V 387 E. 5.1). Ein Anspruch auf einen materiellen En t- scheid der Rechtsmittelinstanz besteht i m Falle einer Gehörsverletzung aber nicht. Zudem darf die Heilung nicht dazu dienen, (systematisch) Ver- fahrensmängel im Gerichtsverfahren zu beheben (BGE 116 V 182 E. 1b). Eine Heilung der Verletzung des rechtlichen Gehörs steht vorliegend aus- ser Frage, zumal die Berechnung der Beitragsforderung aufgrund der vor- handenen unvollständigen Akten sich auch im Beschwerdeverfahren nicht schlüssig und widerspruchsfrei herleiten lässt. In diesem Zusammenhang ist die Vorinstanz auf ihre Aktenführungspflicht als Teil aspekt des An - spruchs auf rechtliches Gehör aufmerksam zu machen (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C -7924/2009 vom 4. Januar 2012 E. 6 und C-7868/2009 vom 19. März 2012 E. 4.2). Im Übrigen ist die Vorinstanz daran zu erinnern, dass sie in ihrer Rolle als Rechtsöffnungsrichterin im Sinne von Art. 60 Abs. 2 bis BVG die B e- schwerdeführerin als Gegenpartei nach Eingang des Rechtsöffnungsg e- suchs zu einer Stellungnahme einzuladen hat (vgl. Urteil des Bundesve r- waltungsgericht C-3802/2012 vom 17. Juli 2013 E. 9.1). C-6111/2010 Seite 12 3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Forderung der Vorinstanz gemäss den angefochtenen Verfügungen mangels hinreichender Begrün- dung und mangels vollständiger Akten nicht nachvollzogen werden kann. Die Vorinstanz hat ihre Begründungspflicht in schwerwiegender Weise verletzt, und eine Heilung ist im vorliegenden Be schwerdeverfahren nicht möglich. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, die Verfügungen vom 27. Juli 2010 und 10. Dezember 2010 sind aufzuheben und die Sache ist zum Erlass einer neuen, ausreichend detailliert und nachvollziehbar b e- gründeten Verf ügung betreffend die von der Beschwerde führerin g e- schuldeten BVG-Beiträge an die Vorinstanz zurückzuweisen. 4. 4.1 Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Pa r- teientschädigung. 4.2 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Eine Rückweisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei (BGE 132 V 215 E. 6), sodass der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 900.- der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorli e- genden Urteils auf ein von ihr anzugebendes Konto zurückzuerstatten ist. Der Vorinstanz werden keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 5. Der obsiegenden, jedoch nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdefü h- rerin sind keine verhältnismässig hohe Kosten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG entstanden, weshalb ihr keine Parteientschädigung auszurichten ist. Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf Ausrichtung eine r Parteient- schädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). C-6111/2010 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Verfügungen vom 27. Juli 2010 sowie vom 10. Dezember 2010 aufgehoben und die Sache zur neuen Beurteilung und zu einem Entscheid mit einer den gesetzlichen Anforderungen genügenden Begründung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvo r- schuss in der Höhe von Fr. 900. - wird der Beschwerdeführerin nach Ei n- tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular Rück - erstattungsformular) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) – die Oberaufsichtskommission BVG (Einschreiben) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Barbara Camenzind C-6111/2010 Seite 14 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: