B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5691/2011 U r t e i l v o m 2 0 . D e z e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richterin Regula Schenker Senn, Gerichtsschreiberin Stella Boleki. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Emil Robert Meier, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 14. September 2011 / N (…). E-5691/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein Tamile aus B._______ (Distrikt Jaffna), ve r- liess sein Heimatland eigenen Angaben zufolge am 27. April 2009 und gelangte per Schiff über Südindien, anschliessend per Flugzeug über Du- bai nach Italien und in einem Perso nenwagen in die Schweiz, wo er am 19. Mai 2009 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) in Kreuzlingen um Asyl nachsuchte. B. Am 25. Mai 2009 wurde der Beschwerdeführer summarisch befragt und am 2. Juni 2009 eingehend zu seinen Asylgründen angehört. Dabei brachte er im Wesentlichen vor, er sei ab dem Jahr 2004 Mitglied eine r Studentenorganisation gewesen, die gegen den sich in der Nähe befi n- denden Armeestützpunkt protestiert habe. Oft sei er deswegen auf dem Weg zur Schule kontrolliert worden . Anlässlich von Feier lichkeiten der tamilischen Gemeinschaft und von Gedenktagen der Opfer der Liberation of Tamil Tigers Eelam (LTTE) habe er mit anderen Gleichgesinnten Transparente aufgehängt und Säle dekoriert. Im August 2006 sei en er und sein Bruder S. P . in Colombo wegen Verdachts, zur LTTE zu geh ö- ren, für fünf Tage festgehalten, geschlagen und dann gegen Kaution fre i- gelassen worden. Im Mai 2008 hätten er und sein Bruder zwei Personen während zehn Tagen bei sich beherbergt. Danach seien Armeeleute g e- kommen und hätten diese Personen gesucht und dabei in der Nähe ve r- steckte Waffen gefunden. Er und sein Bruder seien festgenommen wor- den und n ach zwei Tagen dank ihrer Grossmutter und mit der Auflage, täglich ihre Unterschrift zu leisten, freigelassen worden. Im Juni 2008 sei sein Bruder sodann ausgereist; der Beschwerdeführer wisse, dass er ak- tuell in Genf lebe (Verfahrensnummern N […]). Nach der Ausreise seines Bruders habe er die Auflage nicht mehr erfüllt, worauf ihn Soldaten auf- gesucht und nach seinem Bruder gefragt h ätten. Daraufhin habe er sich bei einer Tante und deren Verwandten in C._______ und D._______ ver- steckt. Von seiner Grossmutter habe er erfahren, dass Soldaten im Se p- tember 2008 anlässlich eines Besuchs bzw. einer Hausdurchsuchung seinen Reisepass mitgenommen hätten. Im März 2009 habe er sich en t- schlossen, aus Sri Lanka auszureisen. Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer seine srilankische Identität s- karte, einen Haftbefehl vom 16. August 2006 und einen Entlassungsb e-E-5691/2011 Seite 3 fehl vom 24. August 2006 in singhalesischer Schrift und teilweise in En g- lisch zu den Akten. C. Mit Verfügung vom 14. September 2011 – eröffnet am 1 7. September 2011 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings- eigenschaft nicht, weshalb es das Asylgesuch ablehne. Gleichzeitig ve r- fügte es seine Wegweisung aus der Schweiz sowie d eren Vollzug. D. Am 21. September 2011 reichte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter beim BFM per Telefax ein Gesuch um Akteneinsicht ein, worauf das BFM ihm dieses Recht – vorbehältlich der nicht dem Akte n- einsichtsrecht unterstehenden internen Akten – gewährte. E. Mit Eingabe vom 14. Oktobe r 2011 beim Bundesverwaltungsgericht focht der Rechtsvertreter namens des Beschwerdeführers die vorinstanzliche Verfügung an und beantragte, dass der vorinstanzliche Entscheid vom 14. September 2011 aufzuheben und dem Beschwerdeführer Asyl zu g e- währen sei; eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegwe i- sung unzulässig sei, und es sei die Vorinstanz anzuweisen, die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu verfügen. F. Mit verfahrensleitender Zwischenverfügung vom 21. Oktober 2011 erhob die Instruktio nsrichterin zur Deckung der mutmasslichen Kosten einen Vorschuss in der Höhe von Fr. 600. -, der vom Beschwerdeführer fristg e- recht bezahlt wurde. G. Mit an das BFM adressiertem Schreiben vom 25. September 201 2 er- suchte der Beschwerdeführer um einen raschen E ntscheid, worauf das BFM ihm am 2. Oktober 2012 schriftlich mitteilte, dass seine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anhängig sei und das BFM auf deren Verfahrensdauer keinen Einfluss habe. E-5691/2011 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfü h- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. E-5691/2011 Seite 5 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Na chteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich s ind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Begründete Furcht vor künftiger Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im Zei t- punkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehba- rer Zeit verwirklicht und werde sich – auch noch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus einem der vom Gesetz abschlies send aufgezählten Motive erfolgenden - Benachteiligung als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht da- vor als realistisch und nach vollziehbar erscheinen lassen (vgl. Entschei- dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 1 E. 6a S. 9, m.w.H.; WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt am Main, 1 990, S. 143 ff.). Begründete Furcht vor Verfolgung enthält eine subjektive und eine objektive Komp o- nente (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5). Die subjektive Furcht vor Verfolgung muss auch objektiv begründet sein, d.h. sie muss angesichts der tatsäch- lichen Situation gerechtfertigt erscheinen. Massge bend für die Besti m- mung der begründeten Furcht ist allerdings nicht allein, was ein normal empfindender Mensch angesichts der geschehenen oder drohenden Ve r- folgungsmassnahmen zu Recht empfunden hätte. Diese rein objektive Betrachtungsweise ist zusätzlich durch das vom Betroffenen bereits E r-E-5691/2011 Seite 6 lebte und das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu e r- gänzen (vgl. BVGE 2010/9E. 5.2). Dabei hat derjenige, der bereits früher Verfolgung ausgesetzt war, objektive Gründe für eine ausgeprägtere sub- jektive Furcht als jemand, der erstmals ernsthafte Nachteile erlebt (vgl. EMARK 1993 Nr. 11 E. 4c S. 71 f.; EMARK 2000 Nr. 9 E. 5a S. 78). 5.2 Das BFM kam in der angefochtenen Verfügung hinsichtlich der Vor- bringen des Beschwerdeführers, wonach er auch nach Ende der krieger i- schen Auseinand ersetzungen von den srilankischen Behörden Verfo l- gungsmassnahmen zu befürchten habe, zur Auffassung, dass die Furcht vor künftiger Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes nicht objektiv b e- gründet sei. Zum einen hätte die srilankische Armee ihn im August 2006 nicht per Gerichtsentscheid aus der Haft entlassen, wenn sie ihn tatsäc h- lich politischer Aktivitäten zugunsten der LTTE verdächtigt hätte . Seine damalige Freilassung spreche dafür, dass die srilankische Armee ihn ke i- nes nennenswerten Engagements für die LT TE verdächtigt habe. Dies gelte ebenfalls für die vorübergehende Festnahme im Jahr 2008. Zwar sei ihm nach der Freilassung im M ai 2008 eine Meldepflicht auferlegt worden, der er nach vier Monaten nicht mehr gefolgt sei. Derartige n Massnahmen kämen indessen bereits auf Grund ihrer Intensität in der Regel kein Verfolgungscharakter zu. Solche Personenkontrollen würden einzig darauf abzielen, die Infiltrierung von LTTE -Kämpfern in die Zivilge- sellschaft zu unterbinden, was in asylrechtliche r Hinsicht keine asylr ele- vante Verfolgungssituation darstelle. Darüber hinaus gebe es aus den Ak- ten keine Hinweise darauf, dass das Ausbleiben des Unterschrif tleistens konkrete Verfolgungsmassnahmen nach sich gezogen habe. Nicht zuletzt müsse die geltend gemachte Meldepflicht v om Mai 2008 im zeitlichen Kontext betrachtet werden, denn zum damaligen Zeitpunkt sei der Krieg durch die Waffenstillstandsvereinbarung im Januar 2008 neu entfacht worden. Die Situation in Sri Lanka habe sich in der Zwischenzeit aber grundl e- gend geändert. Der Krieg sei im Mai 2009 mit der Niederlage der LTTE zu Ende gegangen. Damit befinde sich das gesamte Land erstmals seit 1983 wieder unter Regierungskontrolle. Die im Krieg vorgenommenen massiven Übergriffe durch die LTTE , die Sicherheitskräfte und weitere Dritte seien stark zurückgegangen. Auch wenn nach wie vor zum Teil recht scharfe Kontrollen durchgeführt würden, bestehe für die Siche r- heitskräfte Sri Lankas kein Anlass mehr, flächendeckend nach LTTE - Mitgliedern oder Sympathisanten zu suchen, da d iese Organisation ze r- schlagen und eine Vielzahl von Kadern getötet, inhaftiert worden oder E-5691/2011 Seite 7 ausser Landes geflüchtet sei. Dem sei anzufügen, dass der Beschwerd e- führer nicht über ein Profil verfüge, das ihn zum heutigen Zeitpunkt g e- genüber den srilankischen Sicherheitsbehörden noch verdächtig mache. Der Beschwerdeführer sei eigenen Angaben zufolge zu keinem Zeitpunkt Mitglied der LTTE gewesen. Seine Aktivitäten für die Bewegung lägen zu- dem über sechs Jahre zurück, seien im Rahmen von Schüleraktivitäten erfolgt (Festdekorationen, Plakate aufhängen) und hätten sich auf einen lokal begrenzten Raum beschränkt. Der Beschwerdeführer mache ferner geltend, während seiner Haft im A u- gust 2006 sowie im Mai 2008 geschlagen worden zu sein. Im vorliege n- den Fall könnten die Vorfälle aber mangels Intensität nicht als erheblicher Nachteil im Sinne des Asylgesetzes eingestuft werden. Zudem würden in der Vergangenheit erlebte physische und psychische Beeinträchtigungen nur dann beachtlich, wenn konkrete Hinweise auf zukünftige V erfolgung bestünden. Dies sei jedoch – wie dargelegt – zu verneinen. 5.3 Der Beschwerdeführer hält durch seinen Rechtsvertreter der v or- instanzlichen Argumentation in seiner Rechtsmittelschrift entgegen, er habe sehr wohl begründete Furcht vor künftigen staat lichen Verfolgungs- massnahmen, weil es infolge seiner Inhaftierungen eine Akte über ihn gebe, aus der hervorgehe, dass er (und auch sein Bruder) Kontakt zu LTTE-Mitgliedern gehabt hätten. Die Verletzung der Meldepflicht im Se p- tember 2008 habe – entgegen der Vorinstanz – Konsequenzen gehabt. Sein bei der Grossmutter deponierter Reisepass sei beschlagnahmt wor- den, und auch die Flucht seines Bruders habe dazu geführt, dass die A r- mee ihn regelmässig nach dessen Verbleib befragt habe. Weitere Konse- quenzen habe er vermieden, indem er nach C._______ gegangen sei. Dem BFM sei zwar beizupflichten, dass er das klassische Verfolgung s- profil nicht erfülle, doch eine Würdigung sämtlicher Sachverhaltselemente (Plakate aufhängen, Festsäle dekorieren, kurzfristige Festnahme w egen Beherbergung von mutmasslichen LTTE-Mitgliedern und Waffenfundes in der Nähe des Hauses, Verletzung der Meldepflicht und Nichtlieferung von Informationen sowie die Flucht des Bruders des Beschwerdeführers und von diesem selbst just im kritischen Zeitp unkt der letzten Phase des Bü r- gerkriegs) führe dazu, dass eine Verfolgung durch die srilankischen S i- cherheitskräfte mehr als wahrscheinlich sei. Hinzu komme, dass sein V a- ter von der Schweiz aus die tamilische Bewegung mit Geldleistungen u n- terstütze und sein Bruder sich bei Demonstrationen hervorgetan habe, wodurch sich das Verfolgungsrisiko für den Beschwerdeführer erhöht h a- be. Bei richtiger Betrachtungsweise erfülle der Beschwerdeführer die E-5691/2011 Seite 8 Flüchtlingseigenschaft, weshalb ihm Asyl zu gewähren sei. Zur Stützung seiner Vorbringen reicht er eine Faxkopie eines mit 10.10.2011 datierten Schreibens eines Priesters aus Jaffna ein, aus welchem hauptsächlich hervorgeht, dass der Beschwerdeführer und sein Bruder seit der Ausreise der Eltern im Jahr 2006 alleine in B._______ gelebt hätten und im Mai 2008 festgenommen worden seien, wobei sie nach zwei Tagen, nachdem er interveniert habe, freigelassen worden seien. 5.4 5.4.1 Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, ist seit Beendigung des mili- tärischen Konflikts zwischen der sr ilankischen Armee und de n LTTE im Mai 2009 von einer verbesserten Lage in Sri Lanka auszugehen. Milit ä- risch gelten die LTTE als vernichtet. Die Sicherheitslage hat sich in b e- deutender Weise stabilisiert, auch wenn sich das Land immer noch in e i- nem Entwicklungsprozess befindet. Die Menschenrechtslage hat sich a l- lerdings namentlich hinsichtlich der Meinungsäusserungs - und der Pre s- sefreiheit verschlechtert. Politisch O ppositionelle jeglicher Couleur we r- den seitens der Regierung als Staatsfeinde betrachtet und müssen mit entsprechenden Verfolgungsmassnahmen rechnen (vgl. BVG E 2011/24 E. 7). Gewisse Personenkreise unterliegen in Sri Lanka einer erhöhten Verfo l- gungsgefahr. Dabei handelt es sich um Personen, die auch nach Beend i- gung des Bürgerkrieges verdächtigt w erden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen bzw. gestanden zu sein, um politische Dissidenten und Opposi- tionspolitiker, die den Machtanspruch des Rajapakse -Regimes in Frage stellen (vgl. BVGE 2011/24 E. 8.1), um kritisch auftretende Journalisten und Medien schaffende, um Menschenrechtsaktivisten und regimekrit i- sche NGO -Vertreter (vgl. BVGE a.a.O., E. 8.2) oder um Personen, die Opfer und Zeuge schwerer Menschenrechtsverstösse waren oder die s- bezüglich juristische Schritte einleiten (vgl. BVGE a.a.O., E. 8.3). Unter Umständen sind auch Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Konta k- te zu LTTE-Kadern unterstellt werden, sowie Personen mit beträchtlichen finanziellen Mitteln einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt (vgl. BVGE a.a.O., E. 8.4 und 8.5). Letztere des halb, weil auch heute noch Entführungen insbesondere lokaler Geschäftsleute stattfinden so l- len, vor denen sie durch die staatlichen Behörden im Norden und Osten des Landes nur limitiert respektive ineffizient geschützt werden (BVGE vgl. a.a.O., E. 8.5). E-5691/2011 Seite 9 5.4.2 Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, er sei verdächtigt worden, für die LTTE tätig zu sein , und sei deshalb durch srilankische Si- cherheitskräfte festgenommen, geschlagen, und nach fünf Tagen gegen Bezahlung und mit einer täglichen Meldeauflage aus der Haft entlassen worden. Entgegen seinen Ausführungen und in Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist zu erwägen, dass er – wäre er ernsthaft verdächtigt wo r- den, sich in einem erheblichen Masse für die LTTE zu engagieren – nicht aus der Haft entlassen worden wäre. Diese Einschätzung wird auch d a- durch bestätigt, dass der Beschwerdeführer nach seinem Gefängnisauf- enthalt im Jahr 2006 an de n Checkpoints zwar darauf a ngesprochen, aber deswegen nie festgenommen worden sei (vgl. A8 F 50 – F 64). Ins- gesamt sind die geltend gemachten staatlichen Verfolgungsmassnahmen (häufige Kontrollen bei Checkpoints, Meldepflicht, zweitägige Inhaftnah- me wegen Beherbergung von zwei verdächtigen Personen bei sich zu Hause und wegen eines Waffenfundes in der Nähe des Hauses) vor dem Hintergrund des sich damals im Gange befindenden Bürgerkrieges als gängige staatliche Sicherheitsm assnahmen zu verstehen. Aus heutiger Sicht besteht für den Beschwerdeführer keine Gefahr vor staatlichen asyl- relevanten Repressalien. Seinen Angaben zufolge war er nie Mitglied der LTTE gewesen und kennt demzufolge die internen Abläufe dieser inzw i- schen zerschlagenen Organisation nicht . Seine konkreten Aktivitäten be- standen darin, Transparente aufzuhängen und Räumlichkeiten für tamil i- sche Feste zu dekorieren, die damals im Rahmen der Studentenverein i- gung erfolgten und inzwischen sechs Jahre zurück liegen. Die vom B e- schwerdeführer dagegen gehaltene Argumentation, er sei infolge seiner damaligen Festnahmen sicher registriert worden, und auch die Beschla g- nahmung seines Passes spreche für eine Gefährdung, vermag nicht zu einer anderen Einschätzung zu führen . Eigenen Angaben zufolge liegt kein gegen ihn gerichtetes Gerichtsverfahren vor, vielmehr gab er einen Freilassungsbefehl des High Court of Sri Lanka zu den Ak ten. Das Inte- resse der srilankischen Behör den am Beschwerdeführer dürfte aufgrund der vorgenannten Faktoren gering sein, so dass er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weder der Risikogruppe der Oppositionellen noch ei- ner anderen Risikogruppe angehört. Al s abgewiesener nach Sri Lanka zurückkehrender Asylsuchender wäre er in seiner Heimat nur einem e r- höhten Risiko ausgesetzt, wenn er in der Schweiz Kontakte zu hochra n- gigen LTTE-Mitgliedern gehabt h ätte, oder wenn er über beträchtliche f i- nanzielle Mittel ver fügen würde. Beides ist vorliegend nicht gegeben. Zwar macht der Beschwerdeführer geltend, sein Vater unterstütze die LTTE finanziell und sein Bruder engagiere sich in der Schweiz exilpol i- tisch, doch daraus vermag der Beschwerdeführer keine asylrelevante E-5691/2011 Seite 10 Verfolgung abzuleiten. Beide Aktivitäten der Familienmitglieder sind nicht einer Verbindung zu hochrangigen LTTE-Kadern gleichzusetzen, um eine aus diesem Grund ausgehende Verfolgungsgefahr annehmen zu mü s- sen. Ferner gehen aus den Akten keine Hinweise hervo r, der Beschwer- deführer würde über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen, weshalb ihm auch deswegen keine Verfolgungsgefahr droht. Anderweitige Gründe macht er keine geltend. Die auf Beschwerdeebene eingereichte Bestätigung des Priesters E. A. aus E._______ ändert nichts an dieser Einschätzung. Zu dem weicht der Inhalt des als Parteischreiben zu qualifizierenden Schreibens teilweise von den eigenen Aussagen des Beschwerdeführers ab (Freilassung mit Hilfe des Priesters statt durch die Grossmutter vgl. A8 F 14). 5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Asylvorbringen (Fest- nahme und Schläge , Freilassung unter Auflage einer täglichen Meld e- pflicht und allfällige Beschlagnahmung des Passes) den Anforderungen an Art. 3 AsylG (insbesondere hinsichtlich der Intensität der Verfolgungs- vorbringen) nicht zu genügen vermögen, um zum heutigen Zeitpunkt a n- nehmen zu müssen, der Beschwerdeführer würde bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einer asylrelevanten Gefährdung ausgesetzt sein. Das BFM hat demnach zu Recht dessen Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsat z der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nic ht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom E-5691/2011 Seite 11 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sin d zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (BVGE 2011/24 E. 10.2). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslände rs in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) un d der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s-E-5691/2011 Seite 12 schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlu ng ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgeme i- ne Menschenrechtssituation i n Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Die vom Beschwerdeführer in der Rechtsmittelschrift erwähnten Berichte (US Departement of State; Country Report on Human Rights Practises 2010, 8. april 2011 oder Amnesty International Report 2010) lagen der vom Bundesverwaltungsgericht vorgenommenen Lageanalyse bereits zugrun- de (vgl. BVGE 2011/24 E. 6.2), weshalb diese keine bisher nicht bekann- ten Entwicklungen hervorbringen, die zu einer anderen Einschätzung zu führen vermögen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig, und hat er – entgegen seiner Argumentation – in Sri Lanka ke i- ne gegen Art. 3 EMRK und Art. 3 FoK verstossende Behandlung zu be- fürchten. 7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.4.1 Die Vorinstanz hielt in der angefochtenen Verfügung fest, die Bewe- gungsfreiheit sei praktisch im ganzen Land gewährleistet. In der Ostpr o- vinz sei der bewaffnete Konflikt bereits 2007 zu Ende gegangen und die Lebensumstände hätten sich seither kontinuierlich verbessert. Im Norden seien die Lebensbedingungen sehr unterschiedlich. In den Gebieten, die bereits seit längerer Zeit unter Regierungskontrolle stünden, zum Beispiel auf der Halbinsel von Jaffna oder in den südlichen Teilen der Distrikte Va- vuniya und Mannar herrsche weitgeh end ein normales Arbeitsleben. Im ehemals von der LTTE kontrollierten Vanni-Gebiet hingegen seien die Le- bensbedingungen nach wie vor als sehr schwierig einzustufen. E-5691/2011 Seite 13 Eine Wegweisung des Beschwerdeführers sei zumutbar, da er aus dem Distrikt Jaffna stamme, über eine gute Schulbildung verfüge und von G e- burt bis im September 2008 bei seiner Grossmutter väterlicherseits in B._______ (Bezirk Jaffna) gewohnt habe. Zwischen September 2008 und Mai 2009 habe er sodann bei einer entfernten Tante väterlicherseits und deren Verwandten in C._______ und D._______ (Ortschaften bei Point Pedro, Jaffna Distrikt) gelebt. Er könne somit auf eine gesicherte Wohnsi- tuation in der Herkunftsregion zurückgreifen. An dieser Einschätzung ä n- dere auch nichts, dass die Eltern und ein Bru der über eine Aufenthalt s- bewilligung in der Schweiz verfügen würden. 7.4.2 Diesen Ausführungen hielt der Beschwerdeführer entgegen, seine 78-jährige Grossmutter sei im Jahre 2009 gestorben. Die anderen Famil i- enmitglieder (Vater, Mutter und Geschwister) seien emi griert. Somit habe er die einzige in Sri Lanka lebende Bezugsperson verloren. Zudem weise er lediglich einen schlechten höheren Schulabschluss auf, der ihn zum Studium nicht berechtige. Er habe in seinem Heimatland weder eine B e- rufsausbildung absolviert no ch habe er sich dort Berufserfahrung anei g- nen können. Der Besitz der Familie dürfte mittlerweile in andere Hände übergegangen sein, womit er keine Unterkunft mehr aufweise. Er habe sowohl aus sozialer wie aus wirtschaftlicher Sicht schlechte Ausgangsbe- dingungen, um in Sri Lanka wieder Fuss fassen zu können. Da seine Kernfamilie in der Schweiz lebe und bestens integriert sei, dränge sich vielmehr auf, dass er in der Schweiz vorläufig aufgenommen werde. 7.4.3 Wie die Vorinstanz zu Recht in ihrer angefochtenen Verfügung aus- führte, hat sich die Situation in den seit längerer Zeit unter Regierung s- kontrolle stehenden Gebieten (Halbinsel Jaffna und südliche Teile der Distrikte Vavuniya und Mannar) entspannt und der Alltag scheint wieder eingekehrt zu sein. Diese Einschä tzung wird gemäss aktualisierter Lag e- analyse auch vom Bundesverwaltungsgericht geteilt (BVGE 2011/24 E . 13.2.1 f). In diesen Gebieten herrscht unter Ausschluss des sogenannten "Vanni-Gebietes" (vgl. hierzu BVGE a.a.O. E. 13.2.2) keine Situation al l- gemeiner Gewalt und die dortige politische Lage ist nicht dermassen a n- gespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen B e- reich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber beim Wegweisungsvoll- zug in dieses Gebiet eine sorgfältige, zurückhaltende Beurteilung der i n- dividuellen Zumutbarkeitskriterien auf. Daneben ist dem zeitlichen El e- ment gebührend Rechnung zu tragen. Liegt der letzte Aufenthalt der betreffenden Person in der Nord provinz längere Zeit – d.h. vor Beend i-E-5691/2011 Seite 14 gung des Bürgerkrieges im Mai 2009 – zurück, oder gehen konkrete Um- stände aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstände seit der Ausreise massgeblich verändert haben könnten, sind die aktuell vorliegenden Lebens- und Wohnverhältnisse sorgfältig zu prüfen. In di e- sem Zusammenhang massgeblich sind namentlich die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes und konkrete Möglichkeiten der Sicherung des Existenzminimums und der Wohnsituation (vgl. BVGE a.a.O E.13.2.1). 7.4.4 Die persönliche Situation des Beschwerdeführers zeigt, dass er kurz vor Ende des Bürgerkriegs aus der Heimatregion (Distrikt Jaffna) ausgereist ist, mithin bis zu seinem 22. Lebensjahr dort gelebt hat. Zwar ist seinen Angaben zufolge die Grossmutter väterlicherseits, bei der er bis zu seinem 21. Lebensjahr gewohnt hat nach seiner Ausreise im Jahre 2009 gestorben, womit er bei einer Rückkehr nicht wieder die bisherige Situation vorfinden wird. Eine Veränderung in Bezug auf die Wohnsituat i- on alleine vermag indessen noch nicht zu einer Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu führen. Der Beschwerdeführer verfügt nach wie vor über ein verwandtschaftliches (vgl. A8 F 18 – F 21) und vermutungs- weise ein ausserfamiliäres Beziehungsnetz, welches ihm bei ein er Rück- kehr – zumindest zu Beginn der Wiedereingliederung – behilflich sein dürfte, zumal er bereits vor seiner Ausreise bei seiner Tante und deren Verwandten im Distrikt Jaffna gewohnt hat . W ie von der Vorinstanz zu Recht ausgeführt verfügt er über eine s olide Schulbildung. Dass er mit seinem Schulabschluss nicht zum Studium zugelassen wird, bedeutet nicht, dass er in Sri Lanka nicht befähigt sein würde, sich eine Existen z- grundlage aufbauen zu können. Der Beschwerdeführer ist gebildet, jung und ge sund, ver fügt über ein tragfähiges Beziehungsnetz, weshalb ihm mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Wiedereingliederung in die srilankische Gesellschaft in absehbarer Zeit gelingen wird. Ferner ist zu erwähnen, dass seine Schwester (…) mit am 24. November 2011 in Rechtskraft erwachse ner Verfügung vom 9. November 2011 aus der Schweiz weggewiesen wurde und die Beschwerde seines Bruders (…) vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 5. Dezember 2012 ebe n- falls abgewiesen wurde. Der Beschwerdeführer wird somit weit ere Fami- lienmitglieder in seiner Heimat vorfinden. Die von ihm vorgebrachte gute Integration in der Schweiz und der Verbleib bei seinen hiesigen Familien- angehörigen kann vorliegend nicht gehört werden. Integrationsbemühu n- gen werden gemäss Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG durch die kantonalen Be- hörden im Rahmen eines Gesuchs um Erteilung einer Aufenthaltsbewill i- gung geprüft und finden beim vorliegenden Beschwerdeverfahren keinen E-5691/2011 Seite 15 Eingang in den Entscheid. Was die Familieneinheit betrifft, kann sich der Beschwerdeführer infolge seiner Volljährigkeit nicht darauf berufen. 7.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 7.6 Schliesslich verfügt d er Beschwerdeführer über eine sri -lankische Identitätskarte, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, da ss die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) . Dieser bezahlte am 26. Oktober 2011 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600. -. Die Verfahrenskosten in derselben Höhe werden deshalb mit dem bereits bezahlten Kostenvorschuss verrechnet. (Dispositiv nächste Seite) E-5691/2011 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag wird mit dem bereits bezahlten Kostenvorschus s in derselben Höhe verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Stella Boleki Versand: