<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00229</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105662&amp;W10_KEY=4467150&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00229</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.09.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Dreistufenprinzip bei der Kürzung wirtschaftlicher Hilfe<br/><br/>Eine Kürzung der wirtschaftlichen Hilfe setzt voraus, dass der Empfängerin zuerst eine Weisung erteilt und sie im Fall der Nichtbefolgung hernach verwarnt wurde. Erst danach darf die Behörde die Kürzung beschliessen (E. 2).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANORDNUNG">ANORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DREISTUFENPRINZIP">DREISTUFENPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KÃRZUNG">KÃRZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSKÃRZUNG">LEISTUNGSKÃRZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MAHNUNG">MAHNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWARNUNG">VERWARNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEISUNG">WEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNUNGSKOSTEN">WOHNUNGSKOSTEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 24 lit. I SHG</span><br/><span class="gerade">§ 24 lit. II SHG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die SozialbehÃ¶rde X beschloss am 16. Juni 1999, bis Ende September 1999 A weiterhin monatliche UnterstÃ¼tzung von Fr. 1'499.50 zu gewÃ¤hren (Disp.-Ziff. 1 und 3), ab dem 1. Oktober 1999 aber nur noch einen Mietzins von Fr. 1'000.- (statt wie bis anhin Fr. 1'467.-) zu Ã¼bernehmen (Disp.-Ziff. 2).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. A erhob dagegen am 26. Juli 1999 Rekurs an den Bezirksrat mit dem Antrag, die Dispositiv-Ziffern 2 und 3 des angefochtenen Beschlusses ersatzlos aufzuheben. Der Be­zirksrat hiess das Rechtsmittel am 24. MÃ¤rz 2000 teilweise gut und hob die LeistungskÃ¼r­zung betreffend die Wohnkosten der Rekurrentin auf. Gleichzeitig wies er sie aber an, in eine Wohnung mit einem Mietzins von maximal Fr. 1'000.- monatlich umzuziehen. Die Rekursgegnerin wurde aufgefordert, der Rekurrentin eine Frist fÃ¼r diesen Wohnungswech­sel anzusetzen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Die Sozialabteilung der Gemeinde X wandte sich am 23. Juni 2000 gegen den Beschluss des Bezirksrats mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Sie beantragt, die Dispositiv-Ziffern 1 und 3 des Anfechtungsobjekts vollumfÃ¤nglich aufzuheben, d.h. ihren erstinstanzlichen Beschluss zu bestÃ¤tigen. Der Bezirksrat Ã¼berwies dem Verwaltungsge­richt am 24. Juli 2000 die Akten unter Verzicht auf Vernehmlassung. Die Beschwerdegeg­nerin liess am 8. September 2000 die Abweisung der Beschwerde beantra­gen, unter Ko­sten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Gegenpartei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die Beschwerde richtet sich gegen einen Beschluss des Bezirksrats und ist nach § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 VRG zulÃ¤ssig. Da auch die Ã¼brigen Vorausset­zungen erfÃ¼llt sind, hat das Gericht auf das Rechtsmittel einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Strittig ist, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin die Leistungen an die Beschwerdegegne­rin mit Wirkung ab dem 1. Oktober 1999 um den Betrag von Fr. 467.- monatlich kÃ¼rzen durfte. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts entspricht der Streitwert bei periodischen Leistungen deren innerhalb eines Jahres ausgerichteter Summe, vorliegend somit Fr. 5604.-. GemÃ¤ss § 38 Abs. 2 VRG ist damit der Einzelrichter zur Beurteilung der Be­schwerde zustÃ¤ndig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Nach § 24 Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) wird unter Androhung der Folgen schriftlich verwarnt, wer Anordnungen der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde nicht befolgt. Bei erfolgloser Verwarnung kÃ¶nnen die Leistungen gekÃ¼rzt werden (Abs. 2).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Mit Beschluss vom 16. Juni 1999 kÃ¼rzte die BeschwerdefÃ¼hrerin ihren Beitrag an die Wohnungskosten der Beschwerdegegnerin mit Wirkung ab dem 1. Oktober auf Fr. 1'000.- monatlich. Die Vorinstanz erwog, diese Anordnung verstosse gegen das in § 24 SHG statuierte Dreistufenprinzip. Dagegen bringt die BeschwerdefÃ¼hrerin vor, es sei nicht einzusehen, weshalb mit der Weisung oder Auflage nicht gleichzeitig auch die Folgen von deren Missachtung ausgesprochen werden kÃ¶nnten. Zudem erwÃ¤hnten die SKOS-Richt­linien das Dreistufenprinzip nicht. Das Verfahren werde dadurch unnÃ¶tig in die LÃ¤nge ge­zogen, was hohe Kosten zur Folge habe. Die Beschwerdegegnerin sei am 31. MÃ¤rz 1999 von ihrer Sozialarbeiterin informiert worden, dass sie sich nach dem Wegzug ihres Sohnes eine gÃ¼nstigere Wohnung suchen mÃ¼sse.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Diese EinwÃ¤nde halten nicht Stich: Nach dem Wortlaut von § 24 Abs. 1 SHG setzt die KÃ¼rzung von FÃ¼rsorgeleistungen als erstes die Nichtbefolgung einer behÃ¶rdlichen Anordnung voraus. Der hilfeempfangenden Person ist somit eine ausreichende Frist einzu­rÃ¤umen, der Weisung nachzukommen. Erst nach deren Ablauf steht fest, ob die Person die Anordnung im Sinn von § 24 SHG missachtet hat. Im Streitfall hat die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde die Erteilung der Weisung zu beweisen. Vorliegend behauptet die BeschwerdefÃ¼hrerin, die Beschwerdegegnerin am 31. MÃ¤rz mÃ¼ndlich zum Wechsel in eine gÃ¼nstigere Wohnung aufgefordert zu haben. DafÃ¼r fehlt aber jeglicher Beleg.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In einem zweiten Schritt hat die BehÃ¶rde die Person unter Androhung der SÃ¤umnis­folgen schriftlich zu verwarnen. Die HilfeempfÃ¤ngerin erhÃ¤lt dadurch nochmals Gelegen­heit, die Anordnung zu befolgen. Erst wenn feststeht, dass die unterstÃ¼tzte Person sich weiterhin nicht an die Weisung der BehÃ¶rde hÃ¤lt, ist nach § 24 Abs. 2 SHG eine KÃ¼rzung der Leistungen zulÃ¤ssig. Der Gesetzeswortlaut ist insoweit klar und lÃ¤sst keine andere Auslegung zu. Die Notwendigkeit der drei Schritte Weisung, Verwarnung und KÃ¼rzung hat das Verwaltungsgericht mehrmals bestÃ¤tigt (VGr, 20. Juli 1998, VB.98.00170, E. 2a; 21. Mai 1999, VB.99.00036, E. 3a; 28. Oktober 1999, VB.99.00283, E. 3g; 7. April 2000, VB.2000.00085, E. 2d). Unbehelflich ist der Hinweis auf Kap. A.8.2 der SKOS-Richtli­nien: Das kantonale Recht geht den SKOS-Richtlinien, die nach § 17 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 fÃ¼r die Bemessung der FÃ¼rsorgeleistungen grund­sÃ¤tzlich massgebend sind, vor. Zu Recht weist die Beschwerdegegnerin im Ãbrigen darauf hin, dass die AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrerin widersprÃ¼chlich sind: Die behauptet zuerst, ihr Vorgehen sei nach geltendem Recht zulÃ¤ssig, und beklagt sich gleich darauf Ã¼ber die zur Zeit notwendige schwerfÃ¤llige Vorgehensweise bei KÃ¼rzungen. Die Beschwer­defÃ¼hrerin bringt damit selbst zum Ausdruck, dass ihr Anliegen politischer Art und allen­falls im Rahmen der Revision des Sozialhilferechts aufzunehmen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>