A bteilung I A -1746/2006 {T 0/2} U rteil vom 12. Juni 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), M ichael Beusch, André M oser. G erichtsschreiber Jürg Steiger. A ._______ Beschw erdeführer 1 und B ._______ Beschw erdeführerin 2 gegen O berzolldirektion (O ZD ), H auptabteilung R echt und A bgaben, M onbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend A rt. 124 aZV, Leistungspflicht, Feststellungsverfügung, rechtliches G ehör, Verw altungsstrafverfahren. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. C ._______ ist M itinhaber der Blum engesellschaft D ._______G m bH . Letztere verfügt über eine G eneraleinfuhrbew illigung (G EB-N r....) und Zollkontingentsanteile und im portierte von der E._______BV Pflanzen und Schnittblum en von den N iederlanden in die Schw eiz. B. Eine Verw altungsstrafuntersuchung gegen C ._______ ergab, dass dieser zw ecks N achw eises von Inlandleistungen, w elche für die Zuteilung von Zusatzkontingenten erforderlich sind, fiktive R echnungen ausstellte oder ausstellen liess. D iese R echnungen lauteten u. a. auf die B._______. D ie U ntersuchung ergab ausserdem , dass die auf die Einzelfirm a B._______ lautenden fiktiven R echnungen von deren Inhaber, A._______, selbst oder m it dessen Einverständnis von Angestellten des Speditionsunternehm ens F._______BV ausgestellt w orden w aren. M it diesen R echnungen sei es gem äss dem U ntersuchungsergebnis C ._______ in der Zeitperiode vom 30. August 1996 bis zum 24. Juni 1997 erm öglicht w orden, insgesam t 8'504 kg Blum en zum Kontingentszollansatz (KZA) anstatt zum Ausserkontingentszollansatz (AKZA) abfertigen zu lassen, w oraus sich eine Zolldifferenz von Fr. 205'976.95 ergeben habe. D abei ging die Zollkreisdirektion von einem durchschnittlichen G ew icht der R osen von 50 g, der N elken von 35 g und anderer Blum en von 60 g pro Stück aus, jew eils m it einer Toleranz von plus/m inus 5 g zu G unsten des Im porteurs, w as der D ._______G m bH erlaubt habe, 15'026 kg Schnittblum en unberechtigterw eise zum KZA abfertigen zu lassen. C . A._______ w urde dazu von der Zollkreisdirektion Basel am 16. Juli 1997 und am 8. D ezem ber 1998 als Beschuldigter befragt. Er gab zunächst am 16. Juli 1997 an, es habe bei keiner R echnungstellung ein eigentlicher W arenbezug stattgefunden. N ach einer ersten oder zw eiten R echnung habe C ._______ die w eiteren R echnungen in eigener R egie und ohne vorherige Absprache m it ihm in H olland selber ausgestellt und ihm im m er ein D oppel dieser R echnung in der laufenden W oche überbracht. Er habe gew usst, dass diese fiktiven R echnungen für die Beeinflussung des Einfuhrkontingents der D ._______G m bH benutzt w ürden. Es habe sich um einen G efälligkeitsdienst gehandelt m it dem Vorteil, dass er den R estposten an Schnittblum en von C ._______ günstig übernehm en konnte. Anlässlich der Einvernahm e vom 8. D ezem ber 1998 berichtigte A._______, dass die Ausstellung der fiktiven R echnungen m it dem Kauf der R estm engen nichts zu tun gehabt habe. Es habe sich aber tatsächlich um fiktiv ausgew iesene Verkäufe von Schnittblum en zur Erw irkung von Einfuhrkontingenten gehandelt und es sei auch richtig, dass er der Einfachheit halber dam it einverstanden gew esen sei, dass C ._______ je nach Bedarf ohne R ücksprache m it ihm solche fiktiven R echnungen auf den N am en der B._______ ausstellte. Laut den von der Zollkreisdirektion Basel anhand aller vorliegenden R echnungen aufgenom m enen Listen über die unrechtm ässig zum Kontingentszollansatz eingeführten Schnittblum en (R osen, N elken und andere Schnittblum en) anerkannte A._______ für das Jahr 1996 M engen von total 2'700 kg und für das Jahr 1997 5'503 kg. Er 3 anerkannte auf den entsprechenden Vorhalt hin ebenfalls, dass dam it im Jahr 1996 ein Zollbetrag von Fr. 62'923.75 und im Jahr 1997 ein solcher von Fr. 136'370.60 hinterzogen w orden w ar. D . Aufgrund des U ntersuchungsergebnisses nahm die Zollkreisdirektion Basel am 28. August 2000 gegen A._______ ein Schlussprotokoll auf und legte ihm und der Einzelfirm a B._______ darin eine W iderhandlung gegen das Zollgesetz sow ie Abgabebetrug im Sinne des Verw altungsstrafrechts in der H öhe von Fr. 205'976.95 zur Last. D as Schlussprotokoll w urde A._______ und der B._______ m it Erläuterung am 2. Septem ber 2000 zugestellt m it der M itteilung, sie könnten sich innerhalb von 10 Tagen zum Schlussprotokoll äussern, w eitere U ntersuchungshandlungen beantragen und bei der D ienststelle die Akten einsehen. D ie Frist konnte auf Ersuchen verlängert w erden. D er R echtsvertreter von A._______ und dessen Einzelfirm a B._______ erhielt entsprechend am 14. Septem ber 2000 Akteneinsicht und behändigte die w ichtigsten Akten der U ntersuchung, die in sechs Bundesordnern abgelegt w aren. D ie entsprechenden Akten w urden am 15. D ezem ber 2000 der Zollkreisdirektion Basel zurückgegeben. A._______ und dessen Einzelfirm a B._______ forderten keine ergänzenden U ntersuchungshandlungen und verzichteten auf Bem erkungen zum Schlussprotokoll, das sie jedoch nicht unterzeichneten. E. M it Verfügungen vom 28. August 2000 erklärte die Zollkreisdirektion Basel sow ohl A._______ als auch dessen Einzelfirm a B._______ gestützt auf Art. 12 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 22. M ärz 1974 über das Verw altungsstrafrecht (VStrR , SR 313.0) für einen Zollbetrag von Fr. 205'976.95 leistungspflichtig. Solidarisch leistungspflichtig erklärt w urde auch die E._______BV. Sow ohl A._______ als auch die Einzelfirm a B._______ erhoben gegen die Verfügung vom 28. August 2000 am 29. Septem ber 2000 Beschw erde bei der O berzolldirektion (O ZD ) m it dem Begehren um Aufhebung der Verfügung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. F. M it Entscheid vom 11. M ai 2006 hob die O ZD den angefochtenen Entscheid gegenüber der Einzelfirm a B._______ auf, da Schuldner einer Forderung und som it Adressat ausschliesslich der Inhaber der Einzelfirm a und nicht die Einzelfirm a selber sein könne. G . Auch in Bezug auf A._______ hob die O ZD den Entscheid der Vorinstanz auf. D ie O ZD verneinte die subjektive Leistungspflicht von A._______ auf G rund von Art. 12 Abs. 2 VStrR sow ie Art. 9 und 13 des Zollgesetzes vom 1. O ktober 1925 (aZG , BS 6 465), w eshalb die Beschw erde gutzuheissen sei. Sie erliess stattdessen eine Feststellungsverfügung, w onach durch die A._______ vorgew orfenen W iderhandlungen ein Zoll von Fr. 202'488.-- betroffen w orden sei. D ie D ifferenz zur Verfügung vom 28. August 2000 erklärte sie daraus, es sei davon auszugehen, dass die unrechtm ässig erlangten Zusatzkontingente für diejenigen Blum ensorten m it den niedrigsten Ausserkontingentszollansätzen verw endet w orden seien. D iese Angabe diene nach Art. 124 Abs. 2 der Verordnung vom 10. Juli 1926 zum alten Zollgesetz (aZV, BS 6 514) als G rundlage der Abgabenberechnung, 4 zur Bem essung einer allfälligen Busse im Verw altungsstrafverfahren sow ie einer allfälligen solidarischen M ithaftung von A._______ gem äss Art. 12 Abs. 3 VStrR . H . G egen den Entscheid der O ZD erhoben A._______ (Beschw erdeführer 1) und die B._______ (Beschw erdeführerin 2) am 12. Juni 2006 Beschw erde an die Eidgenössische Zollrekurskom m ission (ZR K) im W esentlichen m it dem Antrag, Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung (Feststellungsverfügung) sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. N eben der Verletzung des rechtlichen G ehörs rügen sie vor allem eine unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts. D er Beschw erdeführer 1 rügt sodann, er sei als Beschuldigter in den Einvernahm en durch die Zollkreisdirektion Basel nicht auf seine R echte zur Aussageverw eigerung aufm erksam gem acht w orden. D ie Beschw erdeführer fordern die Sistierung des Verfahrens, dam it sie zur Leistungspflicht von C ._______ Stellung nehm en können und m achen geltend, es seien die einzelnen Tatbestände, für die er (gem eint w ohl der Beschw erdeführer 1) solidarisch haftbar erklärt w erden soll, vorzulegen. Es sei dem Beschw erdeführer die M öglichkeit einzuräum en, zu jedem einzelnen Vorhalt säm tliche Einw endungen und Einreden zu erheben, w ie sie dem unm ittelbar Leistungspflichtigen, C ._______, zuständen. I. D ie O ZD hält in der Vernehm lassung vom 22. Septem ber 2006 an ihrer R echtsauffassung fest, m acht geltend, dem Beschw erdeführer 1 sei das rechtliche G ehör m ehrfach gew ährt w orden. D ie errechnete M enge von 18'451 kg ergebe sich aus den bei den Akten liegenden R echnungen; gestützt darauf seien die Zusatzkontingente erteilt w orden. Es seien allerdings nur 8'593 kg in Anspruch genom m en w orden. D iese M enge ergebe sich aus der D ifferenz zw ischen den M engen, die in der Einfuhrdeklaration aufgeführt seien und den M engen, für die C ._______ ein Zollkontingent zur Verfügung stand. D ie O ZD beantragt die Abw eisung der Beschw erde. J. D ie ZR K übergab per Ende 2006 die Verfahrensakten an das Bundesverw altungsgericht (BVG er) zur Beurteilung der Sache. Auf w eitere Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten befindlichen D okum ente w ird – sow eit notw endig – im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Bis zum 31. D ezem ber 2006 unterlagen erstinstanzliche Verfügungen oder Beschw erdeentscheide der O ZD der Beschw erde an die ZR K (aArt. 109 Abs. 1 Bst. c aZG ). D as BVG er übernim m t, sofern es zuständig ist, die am 1. Januar 2007 bei der ZR K hängigen R echtsm ittel. D ie Beurteilung erfolgt 5 nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [Verw altungsgerichts- gesetz, VG G ; SR 173.32]). Sow eit das VG G nichts anderes bestim m t, richtet sich gem äss Art. 37 VG G das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG ; SR 172.021). Beschw erdeentscheide der O ZD unterliegen der Beschw erde an das BVG er (Art. 109 Abs. 1 Bst. c aZG in Verbindung m it Art. 33 Bst. d VG G ). D ieses ist som it zur Behandlung der Beschw erde sachlich w ie funktionell zuständig. D aran ändert auch das am 1. M ai 2007 in Kraft getretene neue Zollgesetz vom 18. M ärz 2005 (ZG , SR 631.0) nichts, w erden doch nach Art. 132 Abs. 1 ZG alle Zollveranlagungsverfahren, die bei Inkrafttreten dieses G esetzes hängig sind, nach dem bisherigen R echt abgeschlossen. Auf dieses Verfahren findet deshalb das alte Zollgesetz (aZG ) Anw endung. 1.2 D ie Beschw erde erfolgte form - und fristgerecht. D er Beschw erdeführer 1 ist beschw ert und zur Anfechtung befugt (vgl. Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). D er von den Beschw erdeführern einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- ist fristgerecht bezahlt w orden. Auf die Beschw erde des Beschw erdeführers 1 ist deshalb einzutreten. 1.3 D ie Beschw erdeführerin 2 hingegen ist in keiner Art nach Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c Vw VG beschw ert, nachdem die O ZD im Entscheid vom 11. M ai 2006 die Verfügung vom 28. August 2000 gegenüber ihr ersatzlos aufgehoben hat (vgl. Ziffer 3 der rechtlichen Erw ägungen und Ziffer 1 des Entscheids). Auf die Beschw erde der Beschw erdeführerin 2 ist deshalb nicht einzutreten. 1.4 D as BVG er kann den angefochtenen Entscheid grundsätzlich in vollem U m fang überprüfen. D er Beschw erdeführer kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a Vw VG ) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 Bst. b Vw VG ) auch die R üge der U nangem essenheit erheben (Art. 49 Bst. c Vw VG ; vgl. auch AN D R É M O SE R , in M O SER /U EBER SA X, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom m issionen, Basel und Frankfurt am M ain 1998, S. 59 f. R z. 2.59 ff.). Im Verw altungsbeschw erdeverfahren gilt die U ntersuchungsm axim e, w onach der Sachverhalt von Am tes w egen festzustellen ist (Art. 12 Vw VG ; vgl. zum G anzen: U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, R z. 1623 ff.; ALFR ED KÖ LZ, Prozessm axim en im schw eizerischen Verw altungsprozess, Zürich 1974, S. 93 ff.) und der G rundsatz der R echtsanw endung von Am tes w egen (Art. 62 Abs. 4 Vw VG ). D as BVG er ist verpflichtet, auf den festgestellten Sachverhalt die richtige R echtsnorm anzuw enden (H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 1632). 2. Einfuhrkontingente 2.1 D as Bundesgesetz vom 3. O ktober 1951 über die Förderung der Landw irtschaft und die Erhaltung des Bauernstandes in der Fassung vom 16. D ezem ber 1994 (Landw irtschaftsgesetz, AS 1953, 1073 und AS 1995, 6 1837) bestim m t in Art. 23, dass bei der Festsetzung der Einfuhrzölle die Versorgungslage im Inland und die Absatzm öglichkeiten für gleichartige inländische Erzeugnisse zu berücksichtigen sind (ab 1. Januar 1999 Art. 17 und 21 bis 24 des Bundesgesetzes vom 29. April 1998 über die Landw irtschaft [Landw irtschaftsgesetz, Lw G , SR 910.1]; BG E 128 II 38 E. 2b). D abei sind die w elthandelsrechtlichen R ahm enbedingungen zu respektieren (insbesondere die Verpflichtung zu Konsolidierung und schrittw eiser Senkung der Agrarzölle; G ATT-Botschaft 1, BBl 1994 IV 149). Als Instrum ente zur Lenkung der Im porte stehen dem Bund u. a. die Zollkontingente (Art. 23b Lw G ) zur Verfügung. D abei w ird die W arenm enge bestim m t, w elche zu einem vorteilhaften Zollansatz in die Schw eiz eingeführt w erden kann; für den Im port einer zusätzlichen M enge m uss regelm ässig ein bedeutend höherer Zoll bezahlt w erden, der gew öhnlich prohibitive W irkung hat (BG E 128 II 37 E. 2b). Im Ü brigen ist der Bund bei der Bestim m ung der Zollkontingente nicht frei, dienen diese doch den ausländischen Produzenten zum staatsvertraglich vereinbarten M arktzutritt (G ATT-Botschaft 1, BBl 1994 IV 150): Sow ohl die m inim ale M enge, w elche zum privilegierten Satz im portiert w erden kann, als auch das M axim alniveau der erlaubten G renzbelastung für Einfuhren innerhalb und ausserhalb der Zollkontingente sind im R ahm en der G ATT- Verhandlungen bestim m t w orden (G ATT-Botschaft 2, BBl 1994 IV 1005 f., 1074; BG E 128 II 38 E. 2b). Für die Festlegung und Änderung von Zollkontingenten und der allfälligen zeitlichen Aufteilung gilt Art. 23b Abs. 2 Lw G . Für zusätzliche Zollkontingente gelten die Vorschrif- ten des Lw G sinngem äss (Art. 23b Abs. 5 Lw G ). 2.2 N ach Art. 13 Abs. 1 der Verordnung vom 17. M ai 1995 über die Einfuhr von G em üse, frischem O bst und Schnittblum en (VEG O S, AS 1995 2017) können frische Schnittblum en zw ischen dem 1. M ai und dem 25. O ktober nur im R ahm en von Zollkontingenten zum KZA eingeführt w erden. D ie Zuteilung der Zollkontingente erfolgt gem äss den Kriterien 70% nach M assgabe der G esam teinfuhren im vorangegangenen Jahr und 30% nach der erbrachten Inlandleistung. Je nach M arktbedarf und Inlandangebot können über das Zollkontingent hinaus zeitlich befristete Zusatzkontingente zur Einfuhr zum KZA zugelassen w erden (Art. 13 Abs. 6 VEG O S). D as (dam alige) Bundesam t für Aussenw irtschaft (BAW I) teilt den Inhabern von G eneraleinfuhrbew illigungen die Anteile des Zollkontingents für Schnittblum en nach M assgabe der Einfuhren im Vorjahr und nach M assgabe der Inlandleistung des Vorjahres zu (Art. 15 Bst. b VEG O S) und gibt die Zusatzkontingente frei. D ie zusätzlichen M engen w erden nach M assgabe der Inlandleistung verteilt. D as BAW I legt Verteilschlüssel für die Zusatzkontingente fest (Art. 13 Abs. 7 VEG O S), w obei einem Franken Inlandleistung eine gew isse M enge Im portw are entspricht (z.B. ergeben bei einem Verhältnis von 2:1 Fr. 100.- Inlandleistung ein Zusatzkontingent von 50 kg Im port). 3. Zollpflicht 3.1 N ach Art. 1 Abs. 1 aZG hat derjenige, der die Zollgrenze überschreitet 7 oder W aren über die Zollgrenze befördert, die Vorschriften der Zollgesetzgebung einzuhalten. D ie Zollpflicht um fasst die Befolgung der Vorschriften für den Verkehr über die G renze (Zollm eldepflicht) und die Entrichtung der gesetzlichen Abgaben (Zollzahlungspflicht; Art. 1 Abs. 2 aZG ; Entscheid der ZR K vom 8. O ktober 1998, veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 63.73 E. 3a). Alle W aren, die eingeführt oder ausgeführt w erden, m üssen gem äss Art. 6 Abs. 1 aZG der zuständigen Zollstelle zugeführt, unter Zollkontrolle gestellt und zur Abfertigung angem eldet w erden. Vorbehalten bleiben die durch das Zollgesetz oder gestützt darauf angeordneten Ausnahm en (Art. 6 Abs. 2 aZG ). Eine Zollübertretung begeht, w er den Zoll dadurch verkürzt, dass er zollpflichtige W aren zu niedrig deklariert (Art. 74 Ziff. 6 aZG ), andere unrichtige Abgaben m acht (Art. 74 Ziff. 8 aZG ), oder für W aren Zollerm ässigungen erw irkt, ohne dass die Voraussetzungen für die Zollbegünstigung zutreffen (Art. 74 Ziff. 9 aZG ). G em äss Art. 74 Ziff. 16 aZG begeht eine Zollübertretung, w er auf andere (als die in Ziff. 1-15 angegebene) W eise dem Bund zum eigenen oder zum Vorteil eines anderen Zölle vorenthält. 3.2 3.2.1 Eine Erw eiterung des Kreises der zur Entrichtung der Einfuhrabgaben verpflichteten Personen kann sich aus Art. 12 VStrR ergeben. Ist infolge einer W iderhandlung gegen die Verw altungsgesetzgebung des Bundes eine Abgabe nicht erhoben w orden, so ist diese gem äss Art. 12 Abs. 1 VStrR ohne R ücksicht auf die Strafbarkeit einer bestim m ten Person nachzuentrichten. Art. 12 Abs. 2 VStrR ergänzt, dass zur N achleistung verpflichtet ist, w er in den G enuss des unrechtm ässigen Vorteils gelangt ist, insbesondere der zur Zahlung der Abgabe Verpflichtete (s. Art. 9 und 13 aZG ) oder der Em pfänger der Vergütung oder des Beitrages. Voraussetzung für die Anw endbarkeit von Art. 12 Abs. 2 VStrR ist eine objektive W iderhandlung gegen die Verw altungsgesetzgebung des Bundes (vgl. BG E 115 Ib 360 E. 3a; unveröffentlichtes U rteil des Bundesgerichts vom 30. Septem ber 1988 [2A.18/1988] E. 3a; KU R T H AU R I, Verw altungsstrafrecht, Bern 1998, S. 36). D ie Leistungspflicht gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR hängt jedoch w eder von einer strafrechtlichen Verantw ortlichkeit noch von einem Verschulden (BG E 106 Ib 221 E. 2c) oder gar der Einleitung eines Strafverfahrens ab, vielm ehr genügt es, dass der durch die N ichtleistung der Abgabe entstandene G rund in einer W iderhandlung im objektiven Sinne liegt (unveröffentlichtes U rteil des Bundesgerichts vom 31. O ktober 1985 [A.341/84] E. 4c). N ach der R echtsprechung des Bundesgerichts hat der unrechtm ässige Vorteil im Verm ögensvorteil zu liegen, der durch die N ichtleistung der Abgabe entstanden ist, w obei ein Verm ögensvorteil nicht nur in der Verm ehrung der Aktiven, sondern auch in einer Verm inderung der Passiven bestehen kann, indem der Leistungspflichtige insofern unrechtm ässig bevorteilt ist, als er die Leistung infolge der W iderhandlung nicht erbringen m uss (BG E 110 Ib 310 E. 2c). N ach Art. 12 Abs. 3 VStrR haftet für den nachzuentrichtenden Betrag solidarisch m it dem Zahlungspflichtigen, w er 8 vorsätzlich die W iderhandlung begangen oder an ihr teilgenom m en hat (Entscheid der ZR K vom 8. O ktober 1998, veröffentlicht in VPB 63.73 E. 5a). 3.2.2 Sow eit Art. 12 Abs. 3 VStrR für die Begründung der solidarischen H aftbarkeit verlangt, dass der D ritte die W iderhandlung vorsätzlich begangen oder daran teilgenom m en hat, ist diese Frage durch die Strafbehörden zu beurteilen. D ie Verw altungsbehörde, w elche über die N achforderung befindet, m uss sich in einer Feststellungsverfügung darauf beschränken, die um gangenen G ebühren unter Vorbehalt einer strafrechtlichen Verurteilung des D ritten festzuhalten. D ie für den Fall, dass eine solidarische Leistungspflicht in Frage steht, von Am tes w egen zu erlassende Feststellungsverfügung nach Art. 124 aZV dient der Festlegung der Berechnungsgrundlagen der Abgaben für das strafrechtliche Verfahren. Sie soll die Art und M enge der betroffenen W aren und den Betrag der vorenthaltenen Abgaben, w elcher sich aus dem anw endbaren Tarif und den w eiteren anw endbaren G esetzes- bestim m ungen ergibt, bezeichnen. In diesem Zusam m enhang äussert sich die Verw altungsbehörde nicht zu strafrechtlichen Aspekten, w elche im R ahm en eines nachfolgenden strafrechtlichen Verfahrens zu beurteilen sind (Entscheid der ZR K vom 19. April 1999, veröffentlicht in VPB 64.42 E. 2c). 3.3 Im Verfahren der U ntersuchungen über Zollw iderhandlungen ist nach Art. 80 Abs. 1 aZG der zw eite Teil des VStrR anw endbar. Ergänzend sind U ntersuchungen über Zollvergehen in den Art. 122 bis 124 aZV geregelt. Erachtet im Zollverfahren der untersuchende Beam te die U ntersuchung als vollständig und liegt nach seiner Ansicht eine W iderhandlung vor, so nim m t er ein Schlussprotokoll auf (Art. 61 Abs. 1 aZG ). 3.3.1 Im Schlussprotokoll (vgl. auch Art. 61 VStrR ) sind nach Art. 122 aZV die von der W iderhandlung betroffenen Zölle und anderen Abgaben sow ie, bei Bannbruch, der Inlandw ert der W are anzugeben. D ies ist gegenüber dem Beschw erdeführer 1 m it dem Schlussprotokoll vom 28. August 2000 geschehen. D as Protokoll um fasste nach den Vorbem erkungen m it den gesetzlichen G rundlagen den Tatbestand m it dem H inw eis auf die einschlägigen Zolltarifnum m ern m it dem jew eiligen AKZA, den jew eiligen D ifferenzbetrag und den total betroffenen Zollbetrag (vgl. Entscheid der ZR K vom 19. April 1999, veröffentlicht in VPB 64.42 E. 2.c). 3.3.2 G estützt auf dieses Schlussprotokoll trifft der untersuchende Beam te im Zuständigkeitsbereich der Zollverw altung nach Art. 123 Abs. 1 aZV den Entscheid über die Leistungspflicht nach Art. 12 und 63 VStrR . D em Beschuldigten w ird der Entscheid über die Leistungspflicht gem äss Art. 123 Abs. 2 aZV gleichzeitig m it dem Schlussprotokoll eröffnet (unveröffentlichter Entscheid der ZR K vom 3. N ovem ber 1998 [ZR K 1997- 018]). D as ist vorliegend geschehen, indem der Beschw erdeführer 1 das Schlussprotokoll und die Verfügung über seine Leistungspflicht vom 28. August 2000 zugestellt erhalten hat, w ie dies die O ZD ausdrücklich darstellt. D er Entscheid über die Leistungspflicht unterliegt der 9 Beschw erde nach Art. 109 Abs. 1 und 2 aZG (Art. 123 Abs. 3 aZV). Eine solche Beschw erde hat der Beschw erdeführer 1 am 29. Septem ber 2000 eingereicht m it dem Begehren, es sei die Verfügung über seine Leistungspflicht aufzuheben. D ie O ZD hat dieses Begehren in Ziffer 1 ihres Entscheids vom 11. M ai 2006 gutgeheissen. 3.3.3 Für den Fall, dass der Beschuldigte nicht leistungspflichtig erklärt w orden ist und er die im Schlussprotokoll angegebenen G rundlagen der Abgabenberechnung nicht anerkennt, kann er eine Feststellungsverfügung darüber verlangen (Art. 124 Abs. 1 aZV). Er kann dam it die H aftungsgrundlagen für seine allfällige Leistungspflicht auch in einem Beschw erdeverfahren überprüfen lassen. Für den Fall, dass der Beschuldigte nicht leistungspflichtig erklärt w orden ist, aber seine M ithaftung nach Art. 12 Abs. 3 VStrR in Betracht kom m t, trifft der untersuchende Beam te nach Art. 124 Abs. 2 aZV von Am tes w egen eine Feststellungsverfügung im Sinne des Art. 124 Abs. 1 aZV. Art. 124 aZV betrifft dam it den Beschuldigten, der nicht leistungspflichtig erklärt w orden ist, w ährend Art. 123 aZV den leistungspflichtigen Beschuldigten betrifft (BG E 116 IV 223, 226). 3.3.4 Im vorliegenden Fall hätte sich deshalb der Erlass einer Feststellungsverfügung erübrigt, denn der Beschw erdeführer 1 w urde m it Verfügung vom 28. August 2000 als leistungspflichtig nach Art. 123 aZV erklärt und Art. 124 aZV konnte deshalb keine Anw endung m ehr finden. M it der Verfügung vom 28. August 2000 w aren auch die G rundlagen der Abgabenberechnung im Sinn von Art. 124 Abs. 1 aZV erstellt. D ie O ZD hat diese Verfügung vom 28. August 2000 aufgehoben und durch eine Feststellungsverfügung nach Art. 124 Abs. 2 aZV ersetzt. M it diesem Vorgehen der O ZD ist dem Beschw erdeführer 1 allerdings kein N achteil erw achsen; er kann die G rundlagen der Abgabenberechnung im R ahm en der (bestrittenen) Leistungspflicht nach Art. 123 aZV oder im R ahm en der Feststellungsverfügung nach Art. 124 aZV im vorliegenden Beschw erde- verfahren rügen. Streitgegenstand ist dam it nicht die Frage der (solidari- schen) H aftung des Beschw erdeführers 1 nach Art. 12 Abs. 3 VStrR oder seine allfällige verw altungsstrafrechtliche Verantw ortung, sondern einzig die G rundlagen der Abgabenberechnung gem äss dem Schlussprotokoll nach Art. 124 Abs. 1 aZV (zum Streitgegenstand vgl. ALFR E D KÖ LZ/ISABELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1998, R z. 402 ff.; BG E 117 V 294, 295). 4. Verfahrensrechte 4.1 D er Beschw erdeführer 1 rügt die Verletzung seines rechtlichen G ehörs und fordert, zum Sachverhalt, w ie er C ._______ vorgehalten w erde, Stellung nehm en zu können. Es seien ihm die einzelnen Tatbestände, für die er solidarisch haftbar erklärt w erden soll, vorzulegen und ihm G elegenheit einzuräum en, zu jedem einzelnen Vorhalt säm tliche Einw endungen und Einreden zu erheben, w ie sie unm ittelbar auch C ._______ zustünden. D er Anspruch auf rechtliches G ehör als R echt des 10 Privaten, in einem vor einer Verw altungs- oder Justizbehörde geführten Verfahren m it seinem Begehren angehört zu w erden, Einblick in die Akten zu erhalten und zu den für die Entscheidung w esentlichen Punkten Stellung nehm en zu können, basierte als selbständiges G rundrecht auf dem allgem einen R echtsgrundsatz des Art. 4 der alten Bundesverfassung vom 29. M ai 1874 (aBV; gültig bis zum 31. D ezem ber 1999) und ist heute in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) niedergelegt. Auf der Stufe der G esetze des Bundes ist der Anspruch in den Art. 18, 26-33 und Art. 35 Abs. 1 Vw VG näher konkretisiert (vgl. statt vieler H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z 1672 ff.). D er Beschw erdeführer 1 w urde zw eim al durch die U ntersuchungsbehörden des Zollkreises Basel einvernom m en. Er konnte beide M ale zu allen Vorhalten ausführlich Stellung nehm en. N ach Abschluss des Verfahrens und m it der Zusendung des Schlussprotokolls vom 28. August 2000 w urde er darauf hingew iesen, er könne sich zum Protokoll äussern, ergänzende U ntersuchungsm assnahm en fordern und Einsicht in die Akten nehm en. D em Vertreter des Beschw erdeführers 1 standen alle Akten vom 14. Septem ber bis zum 15. D ezem ber 2000 zur Verfügung. W eitere U ntersuchungsm assnahm en hat der Beschw erdeführer 1 nicht verlangt, auch nicht basierend auf Art. 37 Abs. 2 VStrR . D er dam alige Vertreter des Beschw erdeführers 1, der gleichzeitig auch C ._______ vertrat, hatte ausserdem Einsicht in säm tliche Akten das Verfahren C ._______ betreffend. D er Anspruch des Beschw erdeführers 1 auf G ew ährung des rechtlichen G ehörs ist dam it nicht verletzt. 4.2 D er Beschw erdeführer 1 m acht w eiter geltend, im zollrechtlichen U ntersuchungsverfahren sei er nicht auf sein R echt zur Aussageverw eigerung als Beschuldigter und zum Beizug eines Verteidigers hingew iesen w orden. N ach Art. 39 Abs. 3 VStrR m uss zur ersten Einvernahm e kein anw altlicher Vertreter zugelassen w erden. D er Beschw erdeführer w urde am 16. Juli 1997 und am 8. D ezem ber 1998 m it dem H inw eis auf seine R olle als Beschuldigter einvernom m en. D ie Vorhalte anlässlich dieser Einvernahm en w aren klar verständlich, es w urden ihm in allen Einzelheiten Listen über die fiktiven R echnungen und deren Ausw irkungen auf die Zusatzkontingente von C ._______ vorgelegt, auf denen die Berechnungen der Zollw iderhandlung beruhten. Er hat diese Listen verstanden und deren Inhalt als richtig anerkannt. W eder dem Einvernahm e-Protokoll vom 16. Juli 1997 noch dem jenigen vom 8. D ezem ber 1998 ist zu entnehm en, dass der Beschw erdeführer 1 auf ein R echt zur Aussageverw eigerung aufm erksam gem acht w orden ist. D em vom Beschw erdeführer 1 angerufenen Art. 39 VStrR ist keine solche Pflicht des U ntersuchungsbeam ten zu entnehm en. O ffen ist, ob überhaupt eine entsprechende Aufklärungspflicht der Behörden bestand und w enn ja, w elche rechtlichen Konsequenzen sich aus deren N ichtbeachtung ergeben. W eder Praxis noch Lehre leiteten aus der alten Bundesverfassung eine Belehrungspflicht ab (H AN S VEST, St. G aller Kom m entar zur BV, R z. 17 zu Art. 31 Abs. 2 BV; BG E 130 I 126 E. 2.5). Als allgem einer, aus Art. 4 aBV abgeleiteter G rundsatz des Strafprozess-11 rechts w ar lediglich anerkannt, dass niem and gehalten w ar, zu seiner Belastung beizutragen. D er in einem Strafverfahren Beschuldigte ist dem nach nicht zur Aussage verpflichtet. Vielm ehr ist er aufgrund seines Aussageverw eigerungsrechts berechtigt zu schw eigen, ohne dass ihm daraus N achteile erw achsen dürfen (U rteil 8G .55/2000 vom 14. M ärz 2001; BG E 121 II 273 E. 3a; BG E 109 Ia 166 E. 2b; BG E 106 Ia 7 E. 4; BG E 103 IV 8 E. 3a; R O BE R T H AU S ER /ER H AR D SC H W E R I, Schw eizerisches Strafprozessrecht, 5. Aufl., Basel/G enf/M ünchen 2002, § 39 N . 15). Eine ausdrückliche G arantie, dass der Beschuldigte nicht gezw ungen w erden darf, gegen sich selbst als Zeuge auszusagen oder sich schuldig zu bekennen, enthält Art. 14 Ziff. 3 Bst. g des internationalen Pakts vom 16. D ezem ber 1966 über bürgerliche und politische R echt (U N O -Pakt II, SR 0.103.2). Ferner leiten Lehre und R echtsprechung das R echt des Beschuldigten, zu schw eigen und sich nicht selbst belasten zu m üssen, auch aus Art. 6 Ziff. 1 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) ab (BG E 121 II 273 E. 3a; U rteil i.S. John M urray gegen G rossbritannien vom 8. Februar 1996, R ecueil C ourED H 1996-I S. 30, Ziff. 45, und Europäische G rundrechte-Zeitschrift [EuG R Z] 1996 S. 587; zur D iskussion in der Lehre siehe etw a JÖ R G PAU L M Ü LLE R , G rundrechte in der Schw eiz, 3. Aufl., Bern 1999, S. 561 Fn. 52; dazu auch U rteil 1P.641/2000 vom 24. April 2001, publ. in Praxis des Bundesgerichts [Pra] 90/2001 N r. 110 E. 3; R EG IN A KIEN ER , D ie staatsrechtliche R echtsprechung des Bundesgerichts in den Jahren 2000 und 2001, veröffentlicht in Zeitschrift des Bernischen Juristenvereins [ZBJV]). D ie Pflicht der U ntersuchungsbehörde, einen Angeschuldigten auf sein R echt zur Aussageverw eigerung aufm erksam zu m achen, ergibt sich neu aus Art. 31 Abs. 2 BV. D ie Pflicht betrifft aber nur Fälle nach Inkrafttreten der neuen Bundesverfassung (BG E 130 I 131 E. 2.5), in denen ein verhafteter Beschuldigter einvernom m en w erden soll (VEST, a.a.O . N 13, 16). W eder die aBV noch Art. 39 VStrR gehen indessen sow eit w ie einige kantonale Strafprozessordnungen, w onach in jedem Fall ein Angeschuldigter über sein R echt zur Aussageverw eigerung aufzuklären ist (vgl. z.B. Art. 208 Abs. 2 StrV BE; § 42 StPO BS, Art. 79 Abs. 1 StP SG ). 5. Abgabenberechnung 5.1 D er angefochtene Entscheid vom 11. M ai 2006 der O ZD enthält in der Begründung alle G rundlagen der Abgabenberechnung und kom m t zu einer leichten R eduktion zu G unsten des Beschw erdeführers 1 im Vergleich zur Leistungsverfügung vom 28. August 2000. M it dem Schlussprotokoll vom 20. August 2000 w urden ihm auch die Anhänge 1-3 zugestellt, in denen in jedem D etail die Einfuhren zum AKZA und dam it die W iderhandlungen gegen das Zollgesetz aufgeführt w urden. D er Sachverhalt ist nicht derart kom plex, w ie es der Beschw erdeführer 1 darzustellen versucht. D em Beschw erdeführer 1 w ird letztlich einzig vorgew orfen, fiktive R echnungen auf die Beschw erdeführerin 2 selber ausgestellt zu haben oder durch D ritte ausgestellt haben zu lassen, die einem D ritten dazu dienten, 12 Schnittblum en zum KZA statt zum AKZA in die Schw eiz einzuführen. 5.2 D er Beschw erdeführer 1 beanstandet, die vorgelegten R echnungen seien w egen der unterschiedlichen D arstellung der M ehrw ertsteuer nicht vergleichbar und er anerkenne das Schlussprotokoll vom 28. August 2000 nicht. W ährend in einigen der R echnungen die M ehrw ertsteuer zur Berechnung des Zusatzkontingents berücksichtigt w orden sei, sei dies in anderen Fällen nicht geschehen. D ie Ü berprüfung der bei den Akten liegenden R echnungen der Beschw erdeführerin 2 hat ergeben, dass solche im U m fang von Fr. 27'361.80 ausgestellt w urden, die zu einem unberechtigten Zusatzkontingent von 15'026 kg für die D ._______G m bH führten, das allerdings nur zu 8'203 kg ausgenützt w orden ist (S. 10 und 11 sow ie 13-18 des Einvernahm eprotokolls vom 19. Juli 1997 / 8. D ezem ber 1998) und auch nur in diesem U m fang dem Beschw erdeführer 1 vorgew orfen w ird. D iesem ist dam it entgegenzuhalten, dass die durch die fiktiven R echnungen erw irkte Zusatzkontingentsm enge ohnehin nur zu 54,46% ausgenützt w orden ist, so dass leichte Abw eichungen in der unterschiedlichen Berücksichtigung der M ehrw ertsteuer nicht ausschlaggebend sind und unberücksichtigt bleiben können. D ie O ZD m acht in ihrer Vernehm lassung vom 22. Septem ber 2006 geltend, zw ar sei die Verfügung über die Leistungspflicht vom 28. August 2000 aufgehoben w orden, das Schlussprotokoll hingegen sei nicht aufgehoben w orden. W enn die O ZD dam it begründen w ill, der für die Abgabenberechnung m assgebende Sachverhalt und die G rundlagen der Abgabeberechnung (vgl. Art. 124 Abs. 1 aZV) könnten dam it nicht beanstandet w erden, kann ihr nicht gefolgt w erden. In der Ü berprüfung der angefochtenen Festellungsverfügung geht es um die H öhe des betroffenen Zollbetrages, der im Schlussprotokoll m it Fr. 205'976.95 beziffert w urde und den der Beschw erdeführer 1 im Beschw erdeverfahren nicht m ehr anerkennt. Selbst die O ZD hat diesen Betrag in ihrem Entscheid vom 11. M ai 2006 zu G unsten des Beschw erdeführers 1 auf Fr. 202'488.-- reduziert. D er Beschw erdeführer kann deshalb aus der unterschiedlichen Berücksichtigung der R echnungen nichts für sich ableiten. 6. Leistungspflicht 6.1 D ie Zollkreisdirektion Basel w irft dem Beschw erdeführer 1 vor, durch die Ausstellung der fiktiven R echnungen der D ._______G m bH zur Einfuhr von 8'504 kg Schnittblum en (1'720 kg R osen, 156 kg N elken und 6'628 kg andere Schnittblum en) zum KZA verholfen zu haben, die richtigerw eise zum AKZA hätten verzollt w erden m üssen. Ihre Berechnung basiert dabei auf einem durchschnittlichen G ew icht von 50 g der R osen, von 35 g der N elken und von 60 g pro Stück anderer Blum en, jew eils m it einer Toleranz von plus/m inus 5 g zu G unsten des Im porteurs und den Einfuhrgew ichten, w ie sie durch die Zolldirektion Basel errechnet w orden sind. D as Zollverfahren ist vom Selbstdeklarationsprinzip bestim m t (Art. 24 aZG ). D em Zollpflichtigen obliegt die Verantw ortlichkeit für die 13 rechtm ässige und richtige D eklaration seiner grenzüberschreitenden W arenbew egungen. Er ist verpflichtet, den vorschriftsgem ässen Abfertigungsantrag zu stellen. D am it überbindet das Zollgesetz dem Zollm eldepflichtigen die volle Verantw ortung für den eingereichten Abfertigungsantrag und stellt hohe Anforderungen an seine Sorgfaltspflicht; nam entlich w ird von ihm eine vollständige und richtige D eklaration der W are verlangt (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2001, publiziert in Archiv für Schw eizerisches Abgaberecht [ASA] 70 S. 334 E. 2c m it H inw eisen; Entscheid der ZR K vom 18. N ovem ber 2003 i. S. B. AG [ZR K 2003-027], E. 3a, bestätigt im unveröffentlichten U rteil des Bundesgerichts vom 31. M ärz 2004 [2A.1/2004] E. 2.1; Entscheid der ZR K vom 2. O ktober 1995, veröffentlicht in ASA 65 S. 410 ff. E. 3a und 3b/bb m it H inw eisen; Entscheid der ZR K vom 15. N ovem ber 2005 [ZR K 2003-165] E. 2a). Als G rundlage der Zollberechnung dient die tarifm ässige D eklaration des Zollpflichtigen, sow eit sie nicht durch die am tliche R evision berichtigt w ird (Art. 24 Abs. 1 aZG ). D er Zollm eldepflichtige hat den Abfertigungsantrag zu stellen und die Zolldeklaration einzureichen (Art. 31 Abs. 1 aZG ); das zuständige Zollam t überprüft die abgegebene Zolldeklaration lediglich auf ihre form elle R ichtigkeit, Vollständigkeit und auf ihre Ü bereinstim m ung m it den Begleitpapieren (Art. 34 Abs. 2 aZG ). D ie angenom m ene Zolldeklaration ist für den Aussteller verbindlich und bildet vorbehältlich der R evisionsergebnisse die G rundlage für die Festsetzung des Zolls und der w eiteren Abgaben (Art. 35 Abs. 2 aZG ; vgl. Entscheid der ZR K vom 18. N ovem ber 2003, a.a.O ., E. 3a, bestätigt m it U rteil des Bundesgerichts vom 31. M ärz 2004, a.a.O ., E. 2.2; Entscheid der ZR K vom 28. O ktober 2003, veröffentlicht in VPB 68.51 E. 3b). Sie darf nur ersetzt, ergänzt, berichtigt oder vernichtet w erden, w enn vor Anordnung der R evision und vor Ausstellung der Zollausw eise darum nachgesucht w ird. Ist der Zollausw eis ausgestellt, so kann das Zollam t dem G esuch um Zollbegünstigung, Zollbefreiung oder Änderung der Abfertigungsart entsprechen, w enn die Sendung noch unter zoll-, post- oder bahnam tlicher Kontrolle steht (Art. 49 Abs. 2 aZV; Entscheid der ZR K vom 13. Februar 2002, veröffentlicht in VPB 66.56 E. 2a; Entscheid der ZR K vom 28. O ktober 2003, a.a.O ., E. 3b). D ie nach Art. 35 aZG angenom m ene Zolldeklaration ist unter Vorbehalt einer R evision nach Art. 36 aZG auch für die Zollbehörde verbindlich. 6.2 D ie Zollschuld bem isst sich nach dem Bruttogew icht der eingeführten und deklarierten W are, w obei das für die Verzollung m assgebende G ew icht jew eils auf die nächsten 100 g aufgerundet w ird, w enn der Zollansatz auf je 100 kg festgelegt ist (Art. 2 Abs. 3 ZTG ). Für die Bem essung der Zollschuld verlangt das Zolltarifgesetz eine genaue, auf 100 g aufgerundete, G ew ichtsbestim m ung der einzelnen Einfuhr. Es kann unter der G eltung des G ew ichtszolls (vgl. dazu den Bericht des Bundesrates 1988 über die Legislaturplanung 1987-1991, BBl 1988 I 495 f.) nicht auf irgendw elche statistischen W erte, Schätzungen oder D urchschnittsw erte zurückgegriffen w erden; vielm ehr ist das jew eils tatsächlich eingeführte 14 Zollgew icht im Sinn von Art. 1 Abs. 2 und 4 der Taraverordnung vom 4. N ovem ber 1987 (SR 632.13) zugrunde zu legen. M assgebend ist dabei einzig die tarifm ässige D eklaration des Zollm eldepflichtigen, sow eit sie nicht durch eine R evision berichtigt w ird (Art. 24 Abs. 1 aZG in Verbindung m it Art. 36 Abs. 1 aZG und Art. 56 Abs. 1 aZV; Entscheid der ZR K vom 15. N ovem ber 2005, a.a.O ., E. 2a). D am it ist in Bezug auf die durch die D ._______G m bH eingeführten Schnittblum en auf deren Zolldeklarationen abzustellen, sow eit diese nicht revidiert w orden sind. D as Ergebnis der R evision vom 29. Septem ber 1999 und allgem eine Schätzungen verm ögen keine G rundlage zu bieten, die gesam ten Einfuhrdeklarationen der D ._______G m bH aus den Jahren 1995– 1999 zu revidieren und auf geschätzte D urchschnittsgew ichte der Schnittblum en, Verpackungen und W arenträger für diese gesam te Periode abzustellen. Eine R evision nach Art. 36 aZG betrifft jew eils nur die zur Zollbehandlung angem eldete oder der Zollpflicht unterliegende deklarierte W are (vgl. auch das R evisionsverfahren nach Art. 50 Abs. 1 aZV). R ückschlüsse auf andere und frühere Einfuhren verbieten sich. Aus diesem G rund ist die Beschw erde des Beschw erdeführers 1 gutzuheissen und die Sache zur N eubeurteilung zurückzuw eisen. D ie Vorinstanz w ird gestützt auf die Einfuhrdeklarationen der D ._______G m bH zu überprüfen haben, in w elchem U m fang die fiktiven R echnungen der Beschw erdeführerin 2 der D ._______G m bH dazu dienten, Schnittblum en zum KZA statt zum AKZA zur Verzollung zu bringen. G estützt darauf ist der zu U nrecht nicht entrichtete Zollbetrag zu erheben und darüber ein neuer Feststellungsentscheid zu erlassen. 6.3 D am it erübrigt es sich, auf die w eiteren Beschw erdebegründungen des Beschw erdeführers 1 oder auf dessen G esuch um Sistierung des Verfahrens einzugehen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ird trotz N ichteintreten auf die Beschw erde der Beschw erdeführerin 2 auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet (vgl. Art. 6 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]), da der Aufw and zur Beurteilung der Beschw erde der Beschw erdeführerin 2 im Verhältnis zum Aufw and zur Beurteilung der Beschw erde des Beschw erdeführers 1 gering ist und diesem angesichts seines O bsiegens keine Verfahrenskosten auferlegt w erden. D er von den Beschw erdeführern geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- w ird diesen zurückerstattet. D ie Vorinstanz hat dem Beschw erdeführer 1 eine Parteieentschädigung zu leisten, die in Anw endung des Art. 14 Abs. 2 VG KE auf Fr. 3'000.-- (inkl. Auslagen und M W St) festgesetzt w ird.15 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. Auf die Beschw erde der B._______ w ird nicht eingetreten. 2. D ie Beschw erde des A._______ w ird gutgeheissen, Ziff. 2 des Entscheides der O berzolldirektion vom 11. M ai 2006 w ird aufgehoben und die Angelegenheit zur N eubeurteilung im Sinne der Erw ägungen an die Vorinstanz zurückgew iesen. 3. D en Beschw erdeführern w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. D er geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- w ird den Beschw erdeführern nach Eintritt der R echtskraft des vorliegenden Entscheides zurückerstattet. 4. D er O berzolldirektion w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 5. D ie O berzolldirektion hat A._______ für das Beschw erdeverfahren vor dem Bundesverw altungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- zu entrichten. 6. D ieses U rteil w ird eröffnet: - A._______ (m it G erichtsurkunde) - B._______ (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M arkus M etz Jürg Steiger R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts auf dem G ebiet der Abgaben können innert 30 Tagen seit der Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Beschw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Zollveranlagung, w enn diese aufgrund der Tarifierung oder des G ew ichts der W are erfolgt; sow ie gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l, m und 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G ; SR 173.110]). Versand am :