Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 24. Februar 2016 (810 15 170) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Gesetzliche Nachzugsfristen / Nachträglicher Familiennachzug Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiber Sandro Jaisli Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Nicolas Roulet , Advokat B.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch C.____ und D. ____, diese wiederum vertreten durch Dr. Nicolas Roulet, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Gesuch um Familiennachzug (RRB Nr. 933 vom 9. Juni 2015) A. Der mazedonische Staatsangehörige C.____ (geb. 1 964) reiste am 27. Mai 2000 auf- grund seiner Heirat mit der Schweizerin E.____ im R ahmen des Familiennachzuges in die Schweiz ein. Im Mai 2005 erhielt C.____ die Niederl assungsbewilligung und im Januar 2006 erfolgte die Scheidung der Ehegatten. Am 25. Juni 2 013 heiratete C.____ die 1964 geborene mazedonische Staatsangehörige D.____ (Ehefrau), mit welcher er bereits zwischen 1987 und 1999 verheiratet gewesen war. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mit ihr hat er vier Kinder: F.____ (geboren 1987), G .____ (geboren 1988), A.____ (geboren 1996) und B.____ (geboren 2007). Mit Gesuch um Einr eisebewilligung für Familienangehörige vom 12. November 2013 beantragte C.____ beim Amt für Migration des Kantons Basel- Landschaft (AfM) den Familiennachzug für seine Ehefra u sowie für die beiden jüngsten Kinder A.____ und B.____. Faktisch befanden sich die Ehefrau und die beiden Kinder, welche illegal in die Schweiz einreisten, im damaligen Zeitpunkt dagegen bereits in der Schweiz, wo sie sich seither unerlaubt aufhalten. Mit Schreiben vom 9. Dezem ber 2013 stellte das AfM C.____ ver- schiedene Fragen im Zusammenhang mit dem Familiennachzu g und wies ihn darauf hin, dass die gesetzlichen Nachzugsfristen für die Kinder abgelauf en seien. Mit Schreiben vom 20. De- zember 2013 hielt C.____ am Familiennachzugsgesuch fest. B. Mit Schreiben vom 28. Oktober 2014 lehnte das AfM d as Gesuch um Familiennachzug für A.____ und B.____ ab und bat C.____ gleichzeitig um Auskunft, ob unter diesen Umständen am Gesuch für den Nachzug der Ehefrau festgehalten werde. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2014 teilte C.____, vertreten durch Eduard Schoch, R echtsanwalt in Dornach, dem AfM mit, dass an allen Familiennachzugsgesuchen festgehalten werde und ersuchte das AfM, die Gesu- che zu bewilligen. Eventualiter wurde um Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung ersucht. Daraufhin wurde die Ehefrau am 10. Februar 2015 persönlich durch das AfM befragt. Mit Verfü- gung vom 18. Februar 2015 verweigerte das AfM die nach gesuchte Einreise- bzw. Aufenthalts- bewilligung für A.____ und B.____ und verfügte dere n Ausreise bis spätestens am 18. März 2015. Die Verfügung wurde im Wesentlichen damit begründet, dass die gesetzlichen Nachzugs- fristen abgelaufen seien und dass keine wichtigen Gründe für einen nachträglichen Familien- nachzug vorlägen. Gemäss Auskunft des AfM wurde das Famili ennachzugsgesuch bezüglich der Ehefrau seither nicht mehr weiterbehandelt. Die E hefrau hält sich nach wie vor unerlaubt ohne gültigen Rechtstitel in der Schweiz auf. C. Die von A.____ und B.____, nach wie vor vertreten durch Eduard Schoch, Rechtsan- walt, gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat des Kantons Basel- Landschaft (Regierungsrat) mit Regierungsratsbeschluss Nr. 0933 vom 9. Juni 2015 (RRB) ab und hielt fest, dass die Beschwerdeführer die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des RRB zu verlassen haben. Begründet wurde dieser Entsch eid im Wesentlichen damit, dass für beide Kinder die gesetzlichen Nachzugsfristen abgela ufen seien und dass keine wichtigen familiären Gründe für einen nachträglichen Familiennachzug vorlägen. D. Dagegen erhoben A.____ und B.____, beide nach wie vor vertreten durch Eduard Schoch, mit Eingabe vom 18. Juni 2015 Beschwerde beim Ka ntonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsger icht) und beantragten eine Frister- streckung zur Beschwerdebegründung. Mit Eingabe vom 6. J uli 2015 zeigte Nicolas Roulet, Advokat in Basel, dem Kantonsgericht an, dass neu er di e Interessen der Beschwerdeführer vertrete. E. Mit Beschwerdebegründung vom 19. August 2015 beantr agten die Beschwerdeführer, nunmehr vertreten durch Nicolas Roulet, unter o/e-Kos tenfolge: Es sei der Entscheid des Be- schwerdegegners vom 9. Juni 2015 vollumfänglich aufzuheb en (Ziff. 1). Dementsprechend sei Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Beschwerdeführern der Aufenthalt im Kanton Basel-Landschaft zu bewilligen und von einer Wegweisung abzusehen, eventualiter sei die Angelegen heit zur neuen Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (Ziff. 2 ). Zur Begründung hielten die Be- schwerdeführer im Wesentlichen fest, dass die gesetzlichen Nachzugsfristen bezüglich der Be- schwerdeführerin nicht abgelaufen seien, weshalb sich di ese darauf berufen könne. Unabhän- gig davon seien sowohl hinsichtlich des Beschwerdeführers als auch hinsichtlich der Beschwer- deführerin wichtige familiäre Gründe gegeben, weshalb der nachträgliche Familiennachzug zu gewähren sei. F. Mit Schreiben vom 18. September 2015 liess sich der B eschwerdegegner mit dem An- trag, die Beschwerde sei unter o/e-Kostenfolge abzuweise n, vernehmen. An den Ausführungen im RRB vom 9. Juni 2015 werde vollumfänglich festgehalten. G. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschrifte n wird, soweit erforderlich, in den Urteilserwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kant onsgericht zulässig. Die Be- schwerdeführer sind als Adressaten vom angefochtenen Beschl uss berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Da auch die übrigen formellen Voraussetzun- gen erfüllt sind und sowohl die örtliche als auch die s achliche Zuständigkeit des Kantonsge- richts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gem äss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob das Gesuch um Familiennachzug zu Recht nicht bewilligt wurde, respektive die Wegweisung der Beschwerdeführer aus der Schweiz zu Recht erfolgte. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländeri nnen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005, vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständi ge kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzl ichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Die ausländische Person hat somit grun dsätzlich keinen Rechtsanspruch auf Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflich- tungen sehen einen solchen vor (BGE 133 I 189 E. 2.3; PETER UEBERSAX in: Peter Uebersax/ Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Auslän derrecht, 2. Aufl., Basel 2009, N 7.84 ff.). Im vorliegenden Fall ist festzuhalten, dass zwischen der Schweiz und Mazedonien keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welche den Beschwerdeführern einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumt. 4.2 Für die Feststellung des Sachverhalts gilt im Verwal tungsverfahren zwar grundsätzlich die Untersuchungsmaxime. Diese wird jedoch relativiert durch die Mitwirkungspflicht der Partei- en. Die Mitwirkungspflicht gilt gerade für solche Tatsac hen, welche die Parteien besser kennen als die Behörden und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben können. Art. 90 AuG konkretisiert dies e Mitwirkungspflicht für den Bereich des Ausländerrechts. Danach sind die Ausländerinnen und A usländer sowie an Verfahren nach diesem Gesetz beteiligte Dritte verpflichtet, an der Feststellung des für die Anwendung dieses Gesetzes massgebenden Sachverhalts mitzuwirken. Sie müssen insbesondere: (a.) zutreffende und vollständige Angaben über die für die Regelung de s Aufenthalts wesentlichen Tatsachen machen, (b.) die erforderlichen Beweismittel unverzüglich einreichen oder sich darum bemühen, sie innerhalb einer angemessenen Frist zu beschaffen und (c.) Ausweispapiere beschaffen oder bei deren Beschaffung durch die Behörden mitwirken. 5.1 Der ausländerrechtliche Familiennachzug ist in den Art. 42 ff. AuG geregelt. Gemäss Art. 43 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten und ledige Kindern unter 18 Jahren von Per- sonen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erte ilung und Verlängerung der Aufent- haltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Der Rechtsanspruch auf Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erfasst nur die Kernfamilie. Neben den ausländi- schen Ehegatten haben also auch ledige ausländische Kinder unter 18 Jahren von niedergelas- senen Ausländerinnen und Ausländern einen Anspruch. 5.2 Die Nachzugsfristen gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG beginne n bei Familienangehörigen von Ausländern mit der Erteilung der Aufenthalts- ode r Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des Familienverhältnisses (Art. 47 Abs. 3 li t. b AuG; Ziffer 6.10.2 der Weisungen und Erläuterungen Ausländerbereich des Staatssekretariat s für Migration (Stand: 6. Januar 2016, AuG-Weisungen)). Innert dieser Frist muss das Gesu ch eingereicht werden (Art. 73 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und E rwerbstätigkeit [VZAE] vom 24. Okto- ber 2007). Ein nachträglicher Familiennachzug wird nur bewilligt, wenn wichtige familiäre Grün- de geltend gemacht werden (Art. 47 Abs. 4 AuG und Ar t. 75 VZAE). Die in Art. 47 AuG enthal- tenen Altersbeschränkungen und Fristen für den Familie nnachzug dienen der frühzeitigen In- tegration und sind auch mit der Konvention zum Schutz d er Menschenrechte und Grundfreihei- ten (EMRK) vom 4. November 1950 vereinbar (Urteil des Bundesgerichts 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 4.2 mit Verweis auf BGE 137 I 28 4 E. 2.4-2.6). Sie sollen aber auch Rechtsmissbräuche vereiteln, indem verhindert werden soll, dass Kinder erst kurz vor Erreichen des erwerbsfähigen Alters nachgezogen werden (MARTINA CARONI , Bundesgesetz über die Aus- länderinnen und Ausländer, in: Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bern 2010, Art. 47 Rz 2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Nach Art. 47 Abs. 1 AuG muss der Anspruch auf Fami liennachzug innerhalb von fünf Jahren geltend gemacht werden. Für Kinder über 12 Jah ren beträgt die Nachzugsfrist indes lediglich zwölf Monate. Massgeblicher Zeitpunkt für die Bestimmung des Nachzugsalters ist der Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (Urteil des Bundesge richts 2C_1014/2014 vom 21. Januar 2016 E. 2). Besteht das Familienverhältnis bereits, begi nnt der Fristenlauf mit der Erteilung der Niederlassungsbewilligung an das nachziehende Familienm itglied zu laufen. In dieser Situation spielt es keine Rolle, wie lange das Familienverhältnis bereits besteht. Die Nachzugsfrist be- ginnt im Moment der Erteilung der Niederlassungsbewill igung. Der Fristenlauf setzt hingegen mit Entstehen des Familienverhältnisses ein, wenn im Ze itpunkt der Erteilung der Niederlas- sungsbewilligung an den in der Schweiz lebenden Elter nteil das Familienverhältnis noch nicht begründet war. Der Zeitpunkt der Entstehung des Fami lienverhältnisses ist dabei entweder der Zeitpunkt des Eheschlusses oder der Begründung des Kin desverhältnisses durch Geburt, An- erkennung, Gerichtsurteil oder Adoption (MARTINA CARONI , a.a.O., Art. 47 Rz 16 f.). Gemäss der Übergangsbestimmung von Art. 126 Abs. 3 AuG beginnt de r Fristenlauf für den Familiennach- zug nach Art. 47 Abs. 1 AuG mit Inkrafttreten des AuG – also ab dem 1. Januar 2008 – zu lau- fen, wenn die Einreise zu diesem Zeitpunkt bereits erf olgt oder das Familienverhältnis bereits entstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_1014/2014 vom 21. Januar 2016 E. 2; AuG- Weisungen, Ziff. 6.10.3). 5.4 Hinsichtlich des Beschwerdeführers sind die gesetzliche n Nachzugsfristen offensicht- lich abgelaufen, was die Beschwerdeführer auch anerkenne n (vgl. Beschwerdebegründung vom 19. August 2015, S. 5, Rz 10). 5.5.1 Betreffend die Beschwerdeführerin, welche am 4 . Juni 2007 geboren wurde, führen die Beschwerdeführer aus, dass deren Eltern im Zeitpunkt der Geburt der Beschwerdeführerin nicht verheiratet waren. Es sei nicht das biologische, sondern das rechtliche Verhältnis zum Vater massgebend. Es müsse deshalb davon ausgegangen werden, dass ein rechtlich bindendes Familienverhältnis zwischen dem Vater und der Beschwerdef ührerin erst mit der erneuten Hei- rat entstanden sei. Mangels väterlicher Anerkennung der Tochter habe die gesetzliche Nach- zugsfrist daher erst am 25. Juni 2013 zu laufen begonne n, weshalb sich die Beschwerdeführe- rin ohne weiteres auf ihren Anspruch aus Art. 43 Abs. 1 AuG berufen könne. 5.5.2 Aus dem Schreiben des Beschwerdegegners vom 23. Se ptember 2015 geht dagegen hervor, dass das Familienverhältnis der Beschwerdeführeri n zu ihrem Vater bereits am 24. Dezember 2007 durch Kindsanerkennung entstanden ist . Damit haben die gesetzlichen Nachzugsfristen gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG gestützt auf Ar t. 126 Abs. 3 AuG spätestens am 1. Januar 2008 zu laufen begonnen, womit diese auch h insichtlich der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (12. November 2013) abgelaufen waren. 6.1 Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob die Voraussetzu ngen für einen nachträglichen Fami- liennachzug im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG bzw. Art. 75 VZAE vorliegen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum Sc hluss, dass die Vorausset- zungen für einen nachträglichen Familiennachzug nicht gegeben seien, da kein wichtiger famili- ärer Grund gemäss Art. 47 Abs. 4 AuG vorliege. In Anlehnung an die bundesgerichtliche Recht- sprechung stelle der Umstand, dass der bisher betreuende E lternteil in die Schweiz ziehe, für sich alleine gerade keinen wichtigen familiären Grund für den nachträglichen Familiennachzug dar, da sonst die gesetzlichen Nachzugsfristen immer umga ngen werden könnten. Vielmehr bedürfe es einer Gesamtschau sämtlicher Umstände. Da die heutige Situation zudem nur unter Umgehung der gesetzlichen Bestimmungen zustande gekommen sei, sei es den Beschwerde- führern im Übrigen nicht möglich, aus ihrem illegalen Aufenthalt in der Schweiz und der dabei bereits erfolgten teilweisen Integration Vorteile fü r sich abzuleiten. Schliesslich läge auch kein persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG vor. 6.3 Die Beschwerdeführer bringen dagegen im Wesentlich en vor, dass hinsichtlich des Beschwerdeführers wichtige familiäre Gründe vorlägen, weshalb für ihn der nachträgliche Fami- liennachzug zu gewähren sei. Das Kindeswohl werde nicht vo n vornherein besser geschützt, wenn ein Jugendlicher in seiner angestammten Heimat v erbleiben könne. Vorliegend sei der Wegzug des bis anhin betreuenden Elternteils und der jü ngeren Schwester genauso einschnei- dend wie das Verlassen der angestammten Heimat. Zudem se ien die Grosseltern mütterlicher- seits, zu denen der Beschwerdeführer ein besseres Verhältnis gehabt habe als zu den Grossel- tern väterlicherseits, beide verstorben. Auch könne von d en knapp zehn Jahre älteren Ge- schwistern nicht ohne weiteres verlangt werden, dass sich di ese um ihren jüngeren Bruder kümmern. Entgegen der Ansicht des Bundesgerichts sei die Beurteilung der Voraussetzung eines "wichtigen familiären Grundes" nicht aufgrund objektiver Kriterien, sondern immer von der Warte der betroffenen Familie aus vorzunehmen. Vor de r Heirat und dem Stellen der Nach- zugsgesuche habe der Vater zuerst die finanzielle Basis fü r den Verbleib der Gesamtfamilie in der Schweiz sichern wollen. Diese Vorgehensweise berücksich tige sehr vorausschauend und fürsorglich das Kindeswohl der Beschwerdeführer und decke sich auch mit dem öffentlichen Interesse, dass Ausländer in der Schweiz wirtschaftlich sel bständig sein sollen. Art. 47 Abs. 4 AuG müsse zudem den Schutz des Familienlebens (insb. den Schutzaspekt der Einheit der Familie) im Sinne von Art. 8 EMRK berücksichtigen. Die rigide Einhaltung von Nachzugsfristen und die enge Auslegung der wichtigen Gründe im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG verletze Art. 8 Ziff. 2 EMRK. Eine Gesamtschau sämtlicher Umstände ergebe zudem, dass die Wegweisung der Beschwerdeführer unverhältnismässig sei. Im Zeitpunkt der Wegweisungsverfügung hätten sich die Beschwerdeführer bereits über eineinhalb Jahre i n der Schweiz aufgehalten. Durch die lange Verfahrensdauer seien für die Beschwerdeführer F akten geschaffen worden, welche ins- besondere auf emotionaler Ebene nicht wieder ohne w eiteres umkehrbar seien. Die Beschwer- deführerin habe zu diesem Zeitpunkt bereits ein Jahr Kindergarten absolviert und sei in die Pri- marschule übergetreten. Zudem würde die Wegweisung das Zusammenleben der Ehegatten verunmöglichen. 6.4 Wichtige familiäre Gründe für den nachträglichen Familiennachzug liegen gemäss Art. 47 Abs. 4 AuG und Art. 75 VZAE vor, wenn das Kin dswohl schwergewichtig nur durch ei- nen Nachzug in die Schweiz sachgerecht gewahrt werden k ann. Dies kann etwa der Fall sein, wenn bei Kindern die weiterhin erforderliche Betreuu ng im Herkunftsland zufolge Tod oder Er- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht krankung der betreuenden Person nicht mehr gewährleistet ist (Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, Bundesblatt [BBl] 2002, S. 3794). Dabei ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung n icht ausschliesslich auf das Kindes- wohl abzustellen; es bedarf vielmehr einer Gesamtschau un ter Berücksichtigung aller relevan- ten Momente im Einzelfall (Urteil des Bundesgerichts 2 C_174/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 4.1; AuG-Weisungen, Ziff. 6.10.4). Dabei ist dem Sinn und Zweck der Fristenregelung, wel- che die Integration der Kinder erleichtern will, Rech nung zu tragen, indem diese durch einen frühzeitigen Nachzug unter anderem auch eine möglich st umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen sollen. Zudem geht es darum, Nachzugsgesu chen entgegenzuwirken, die rechtsmissbräuchlich erst kurz vor Erreichen des erwerbstäti gen Alters gestellt werden und bei denen die erleichterte Zulassung zur Erwerbstätigkeit und nicht (mehr) die Bildung einer echten Familiengemeinschaft im Vordergrund steht (Botschaft zum Bundesgesetz über die Auslände- rinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 S. 375 4 f.). Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen hat nach dem Willen des Geset zgebers die Ausnahme zu bleiben; da- bei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG bzw. Art. 75 VZAE je weils aber dennoch so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach Art . 8 EMRK bzw. Art. 13 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 1 8. April 1999 nicht verletzt wird (Urteil des Bundesgerichts 2C_97/2013 vom 26. August 2013 E. 2.3). 6.5 Der Gesetzgeber wollte mit dem Ausländergesetz keinen jederzeitigen Nachzug der Gesamtfamilie mehr zulassen, weshalb er Nachzugsfristen vo rsah und dabei sogar unter- schiedliche Fristen für Kinder einführte. Um die Fristenregelung nicht ihres Sinnes zu entleeren, hat die Bewilligung des nachträglichen Familiennachzuges die Ausnahme zu bleiben. Das Bun- desgericht ist der Ansicht, dass die Fünfjahresfrist durch aus auch die Funktion der Einwande- rungsbegrenzung hat: Wie aus der parlamentarischen Deba tte zum Gesetz klar hervorgeht, ist die ganze Regelung des Familiennachzugs ein Kompromiss zwi schen den konträren Anliegen, das Familienleben zu ermöglichen und die Einwanderung zu begrenzen (AB 2004 N 739 ff., 2005 S. 305 ff.), was auch ein legitimes Interesse ist, um im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK das Recht auf Familienleben einzuschränken (BGE 137 I 247 E. 4.1.2; 137 I 284 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.1). A rt. 43 AuG will grundsätzlich den Niedergelassenen das gemeinsame Familienleben in der S chweiz ermöglichen. Wenn aber eine Familie freiwillig jahrelang getrennt gelebt h at, dann dokumentiert sie damit, dass ihr an einem gemeinsamen Familienleben nicht sehr viel liegt , so dass das Interesse an der Einwan- derungsbeschränkung überwiegt, solange nicht wichtige familiäre Gründe etwas anderes nahe- legen (Urteil des Bundesgerichts 2C_1014/2014 vom 21. Ja nuar 2016 E. 2; Urteil des Bundes- gerichts 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.1). Ein nachträglicher Nachzug kommt somit nicht in Betracht, wenn der Nachzugswillige die Einhaltung vo n Fristen, die ihm die Zusammenfüh- rung der Familie ermöglicht hätte, versäumt hat und ke ine gewichtigen Gründe geltend macht, um erst später einen derartigen Nachzug zu beantragen (Urteil des Bundesgerichts 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 3.1). 6.6 Was den Zeitpunkt für die Beurteilung der wichtige n familiären Gründe betrifft, ist auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abzustellen. Auslän derinnen und Ausländer sind nach Art. 17 AuG verpflichtet, den Entscheid im Ausland ab zuwarten (Urteil des Bundesgerichts Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2C_743/2008 vom 15. Oktober 2008 E. 2). Das Bundesgericht hat einen durch Missachtung der Ausreisepflicht nach Ablauf des Besuchsvisums herbeigefüh rten Zustand ausdrücklich als un- beachtlich bezeichnet, zumal die Behörden ansonsten vor vollendete Tatsachen gestellt werden könnten und der sich rechtskonform verhaltende Ausländer be nachteiligt werden könnte (BGE 129 II 249 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_1014/20 14 vom 21. Januar 2016 E. 1.3). Zu- dem könnten die ausländerrechtlichen Bestimmungen durch das Schaffen von Fakten stets umgangen werden, was zu einem Leerlauf der gesetzlichen Nachzugsfristen führen würde. Gleiches muss auch für Ausländerinnen und Ausländer gelte n, die von Anfang an illegal in die Schweiz eingereist sind. 6.7 Das Bundesgericht hält in konstanter Rechtsprechung weiter fest, dass allein der Um- stand, dass der bisher betreuende Elternteil in die Schweiz zieht, für sich allein keinen wichtigen familiären Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG dars tellt (Urteil des Bundesgerichts 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 3.1; AuG-Weisungen, Ziff. 6.10.4). Daran ändert nichts, dass sich die Ehefrau und Kindsmutter im Falle ihrer Einreise selber grundsätzlich ebenfalls auf die Nachzugsfristen nach Art. 47 AuG oder Art. 73 VZAE berufen könnte. Denn bei der vorlie- genden Konstellation wäre nicht davon auszugehen, dass dan n neue Fristen für die gemeinsa- men Kinder zu laufen beginnen. Wollte man das Gegente il annehmen, würden die Fristbestim- mungen, die zur baldigen Einschulung in der Schweiz und damit zur besseren Integration einen frühest möglichen Nachzug fordern, ausgehöhlt. Eltern, die zusammenleben beziehungsweise das Zusammenwohnen beabsichtigen, sind insoweit als Ein heit zu betrachten, so dass sich die Mutter die vom Vater bereits versäumten Fristen entgege nhalten lassen muss (Urteil des Bun- desgerichts 2C_205/2011 vom 3. Oktober 2011 E. 4.5). 6.8 Vorliegend waren die Eltern bereits zwischen 1987 u nd 1999 verheiratet. In dieser Zeit kam auch der Beschwerdeführer zur Welt. Anschliessend zog der Vater in die Schweiz und hei- ratete am 27. Mai 2000 eine Schweizerin. Nachdem der Vater im Mai 2005 die Niederlassungs- bewilligung erhalten hatte, erfolgte im Januar 2006 die Scheidung. Am 4. Juni 2007 wurde die Beschwerdeführerin geboren, welche am 24. Dezember 2007 durch den Vater anerkannt wurde (vgl. E. 5.5.2 hiervor). Trotzdem haben sich die Eltern der Beschwerdeführer bewusst dazu ent- schieden, die Kinder in ihrem Heimatland Mazedonien aufwachsen zu lassen. Erst als die Eltern am 25. Juni 2013 erneut heirateten, stellte der Vat er mit Antrag vom 12. November 2013 ein Gesuch um Familiennachzug für seine Ehefrau sowie die Be schwerdeführer. Da die Beschwer- deführerin am 4. Juni 2007 zur Welt kam, müssen die Eltern faktisch ihre Beziehung bereits im Jahr 2006 wieder aufgenommen haben. Dies geht auch a us dem Einschreiben vom 20. De- zember 2013 hervor, in welchem die Eltern angeben, se it dem Jahr 2006 wieder ein Paar zu sein. Bis zum Familiennachzugsgesuch hat die Familie dami t über sieben Jahre bewusst ge- trennt gelebt. Ob stichhaltige Gründe eine Änderung der Betreuungsverhältnisse notwendig machen, darf nicht leichthin bejaht werden. Insoweit gelten hohe Darlegungs- und Beweisanfor- derungen. Diese sind – auch mit Blick auf etwaige Integr ationsprobleme im Inland – umso hö- her, je älter die Kinder sind und je länger sie von de m in der Schweiz lebenden Elternteil ge- trennt gelebt sowie ihre Schulzeit in ihrem Heimatland verbracht haben (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 2C_114/2007 vom 21. September 2007 E. 4.1). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Es gelingt den Beschwerdeführern unter Verweis auf ihre Mitwirkungspflicht nicht, aufzuzeigen, dass im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung wichtige famil iäre Gründe im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG vorgelegen haben. Insbesondere wurde nicht a usreichend dargelegt, inwiefern im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (in welchem die Beschwe rdeführer nach wie vor in ihrem Heimatland hätten sein sollen) wichtige familiäre Grü nde aufgrund einer grundlegenden Verän- derung der Betreuungssituation der Kinder hätten vorliegen sollen. Durch das lange Getrenntle- ben der Familie haben die Eltern entschieden und akze ptiert, die entsprechenden familiären Beziehungen – und zwar sowohl zwischen den Ehegatten als auch zwischen dem Vater und den Kindern – nur besuchsweise und damit eingeschränkt l eben zu können. Darüber hinaus haben sich die Eltern auch bewusst dafür entschieden, ih re Kinder in ihrem Heimatland auf- wachsen zu lassen. Aus der nunmehr hier in der Schweiz d urch den illegalen Aufenthalt erfolg- ten Integration können die Beschwerdeführer nichts zu ihren Gunsten ableiten, da ansonsten die gesetzlichen Nachzugsfristen und der gesetzgeberische W ille dahinter leerlaufen würden. Die von den Beschwerdeführern geltend gemachte betreu ungslose Situation in Mazedonien wurde durch die Beschwerdeführer, respektive deren Elt ern selbst geschaffen. Dies stellt ge- mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung keinen wichtigen Fam iliären Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG dar. 6.9 Durch die erneute Heirat vom 25. Juni 2013 hat die Mutter der Beschwerdeführer grundsätzlich einen Anspruch auf Erhalt einer Aufentha ltsbewilligung, der auch rechtzeitig gel- tend gemacht wurde. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprec hung stellt dagegen der Nachzug des bisher betreuenden Elternteils von gemeinsamen Kin dern für sich allein keinen wichtigen familiären Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG dar. Auf der anderen Seite scheint klar, dass es der Mutter einer (im Zeitpunkt der Gesuchseinreichu ng) sechs jährigen Tochter nicht zuge- mutet werden kann, ihre Kinder im Heimatland zurückzula ssen. Auch wenn diese Konstellation positivrechtlich nicht ausdrücklich geregelt ist, kann im H inblick auf die klaren Bestimmungen der gesetzlichen Nachzugsfristen und dem dahinterstehen den Sinn und Zweck des Gesetzes nicht von einer Gesetzeslücke ausgegangen werden. Zudem ist das Bundesgericht der Ansicht, dass die gesetzlichen Nachzugsfristen durchaus auch die Fun ktion der Einwanderungsbegren- zung haben: Die ganze Regelung des Familiennachzugs ist ein Kompromiss zwischen den konträren Anliegen, das Familienleben zu ermöglichen un d die Einwanderung zu begrenzen, was auch ein legitimes Interesse ist, um im Sinne von Art . 8 Ziff. 2 EMRK das Recht auf Fami- lienleben einzuschränken (BGE 137 I 247 E. 4.1.2). In sofern müssen sich die Eltern ihre Ent- scheidung, das Familienleben über lange Zeit getrennt zu leben, respektive ihre Kinder in ihrem Heimatland aufwachsen zu lassen, entgegenhalten lassen. Im Zeitpunkt der Gesuchseinrei- chung ist nicht ersichtlich, inwiefern das Kindeswohl der Beschwerdeführer wichtige familiäre Gründe hätte begründen sollen. Es ist insbesondere nich t hinreichend aufgezeigt worden, wes- halb ihre bisherige Betreuungssituation in Mazedonien d urch die Mutter nicht mehr möglich oder zumutbar gewesen sein soll. 7.1 Auch wenn eine Rückkehr in ihr Heimatland für die Beschwerdeführer nicht einfach sein wird, so ist die Ablehnung des Gesuchs um Familienna chzug dennoch verhältnismässig und stellt insbesondere keinen Härtefall dar. Zuerst ist festzuhalten, dass die Beschwerdefüh- rer, respektive ihre Eltern die heutige Situation selb er durch unerlaubtes Faktenschaffen her- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht beigeführt haben. Aufgrund der Mitwirkungs- und Infor mationspflicht von Ausländerinnen und Ausländern nach Art. 90 AuG müssen sich die Betroffenen auch über die Konsequenzen im Falle der Gesetzesumgehung bewusst sein und sich diese Kenntnis anrechnen lassen. Was die konkrete Situation der Beschwerdeführer betrifft, ist folgendes festzuhalten: 7.2 Der heute knapp zwanzigjährige Beschwerdeführer verfü gt weder über einen Schul- noch Lehrabschluss und kann in diesem Sinne keinesfalls a ls unentbehrliche Arbeitskraft be- zeichnet werden. Gemäss den Akten arbeite er bei seinem Vater in einer Autogarage. Mangels weiterer Angaben kann dagegen nicht von einer berufl ichen Integration in den hiesigen Ar- beitsmarkt ausgegangen werden. Der heute erwachsene, l edige, junge und gesunde Be- schwerdeführer hat seine gesamte Kindheit und einen Gr ossteil seiner Jugend in seinem Hei- matland verbracht, wo er auch integriert ist. Zudem wi rd der Beschwerdeführer von den hier erworbenen Sprachkenntnissen und Erfahrungen beim Au fbau einer neuen Existenz in Maze- donien profitieren können. Auch die heute knapp neunjä hrige Beschwerdeführerin hat einen beträchtlichen Teil ihrer Kindheit in Mazedonien verbr acht, wo sie sprachlich und kulturell nach wie vor integriert ist. Durch den illegalen Aufenthalt in der Schweiz wurde zwar ein Integrations- prozess ausgelöst, doch befindet sie sich noch in den er sten Primarstufen. Auf diesem schuli- schen Niveau ist ein erneuter Wechsel in ihr ursprünglich es Heimatland, wo sie aufgewachsen ist und dessen Sprache sie beherrscht, auch für die junge Beschwerdeführerin zumutbar und stellt unter den ausgeführten Umständen keinen Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG dar. Schliesslich ist festzuhalten, dass der Rest der Famil ie der Beschwerdeführer (und zwar sowohl die beiden älteren Geschwister als auch die Grosse ltern) nach wie vor in Mazedonien lebt. 8. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass das AfM das Gesuch um Einreisebewilligung für Familienangehörige vom 12. November 2013 zu Recht nicht bewilligt hatte. Die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen. 9.1 Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. 9.2 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmas s auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). An- gesichts des Ausgangs des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- den Beschwerdeführern aufzuerlegen und mit dem gelei steten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen. 9.3 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann g estützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemesse ne Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zuge- sprochen (§ 21 Abs. 2 VPO), weshalb die Parteikosten wettzuschlagen sind. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Beschwerdeführer haben die Schweiz bis spätesten s 30 Tage nach Rechtskraft des Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden den Be- schwerdeführern auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 28. April 2016 Beschwe rde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_363/2016) erhoben.