Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. März 2021 (720 20 379 / 80) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Einschätzung der medizinischen Situation durch den RAD ist nicht zu beanstanden; kein Anspruch auf IV-Leistungen wegen der morbiden Adipositas Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1985 geborene A.____ arbeitete ab 1. Oktober 2005 in einem 100 %-Pensum als Chauffeur/Lagerist bei der B.____ AG. Mit Gesuch vom 29. Mai 2018 meldete er sich unter Hin- weis auf Rückenbeschwerden und Bewegungseinschränkungen bei der Eidgenössischen Invali- denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerb- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht lichen Verhältnisse und nach Durchführung des Vorbescheidve rfahrens lehnte die IV-Stelle Ba- sel-Landschaft mit Verfügung vom 1. September 2020 ein en Rentenanspruch basierend auf ei- nem Invaliditätsgrad von 2 % ab. B. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 1. Oktober 20 20 Beschwerde beim Kantons- gericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrech t (Kantonsgericht). Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der m edizinische Sachverhalt sei ergänzend abzuklären. Auf der Basis des neu abgeklärten Sachverhalt s seien ihm – nach Massgabe der festgestellten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit – die si ch daraus ergebenden Leistungen auszu- richten. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass der Entscheid der IV-Stelle auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. Aufgru nd der Adipositas und der Rücken- schmerzen läge eine mindestens 70%ige Arbeitsunfähigkeit vor. C. Mit Vernehmlassung vom 4. November 2020 beantragt e die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t sowie form- und fristgerecht ein- gereichte Beschwerde vom 1. Oktober 2020 ist einzutreten. Strittig und zu prüfen ist, ob die Ab- klärung der gesundheitlichen Verhältnisse sowie die Ablehnung des Rentenanspruchs durch die Beschwerdegegnerin korrekt erfolgt sind. Massgebend für diese Beurteilung sind die tatsächli- chen Verhältnisse bis zum Erlass der angefochtenen Verfügun g vom 1. September 2020 (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Erw erbsunfähigkeit ist der durch Beein- trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge sundheit verursachte und nach zu- mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs- möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli chenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol- gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu- dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 2.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % a rbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewe- sen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 4 0 % invalid sind (lit. c). Bei einem Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invalidi tätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrads das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut- bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be- ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor- den wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditäts- grad bestimmen (vgl. BGE 128 V 30 E. 1). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver- waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlag en angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei- len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurtei- lung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausge- übte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem a llgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch ver- richtet werden können (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditäts- schätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der So- zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversic herungsgericht alle relevanten Be- weismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgeg eben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlagge- bend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut- achten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 3.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt- linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahre ns eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs- sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach- )Arztes einerseits und von Begutach- tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgut achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Ein- schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in de nen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpreta- tion entspringende – Aspekte benennen, die im Rahme n der Begutachtung unerkannt oder un- gewürdigt geblieben sind (vgl. Urteile des Bundesgerich ts vom 26. November 2019, 8C_549/2019, E. 3.2 mit Hinweis, und vom 8. April 2020, 8C_60/2020, E. 3.2). 3.4 Die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der me- dizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfüg ung. Sie setzen die für die In- validenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktion elle Leistungsfähigkeit der versi- cherten Person fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszu- üben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Ei nzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2 bis IVG). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Unters uchungen von Versicherten durch- führen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). RAD-Berichte sind versicherungsin- terne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher be i Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (vgl. BGE 135 V 254 E. 3.4; Urteil des Bunde sgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.1). 3.5 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me- dizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde- rungen an ein ärztliches Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt ( vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist hinsichtlich des Beweiswerts zu differenzieren: Stützt sich d er angefochtene Entscheid aus- schliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen – zu denen die RAD-Berichte ge- hören –, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderu ngen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellun- gen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; zum Ganzen auch: Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2015, 9C_627/2015, E. 2, mit weiteren Hinweisen). 4. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale S ozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wege n für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vo m 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Unter- suchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln , dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 5.1 Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind im Wesentlichen nachfolgende Berichte zu berücksichtigen: 5.2 Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap- parats, Klinik D.____, diagnostizierte am 29. Dezember 2017 persistierende Lumbalgien mit Aus- strahlung ins linke Bein (differentialdiagnostisch [DD]: muskulär; DD: Iliosakralgelenk [ISG] links mit/bei Ausschluss einer Bandscheibenpathologie in der M agnetresonanztomographie [MRT]). Der Versicherte leide seit November 2017 ohne Trauma vor allem an in den linken Oberschenkel ausstrahlenden Schmerzen in der Lendenwirbelsäule (LWS) und zeitweisen Kribbelparästhesien. Es lägen aber weder Taubheitsgefühle noch ein Kraftverlust vor. Die Schmerzen bestünden ins- besondere beim Stehen und Gehen, wobei sie bereits na ch kurzer Belastung auftreten würden. Da sich klinisch eine deutliche Symptomatik bei weitestgeh end unauffälliger MRT zeige, sei am ehesten von muskulär-funktionellen Beschwerden auszugehen. In Ergänzung zur bisherigen Be- handlung seien ein Muskelrelaxans einzunehmen und eine osteopathische Behandlung zur Mo- bilisation der unteren LWS und des ISG einzuleiten. 5.3 Pract. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizi n, diagnostizierte mit Bericht vom 29. Januar 2018 persistierende Lumboischialgien linksbetont. Der Versicherte habe erstmals im Juni 2017 eine akute ISG-Blockade links gehabt, welche sich abe r nach 3 Wochen gebessert habe. Im November 2017 sei es zu einem Rezidiv gekommen. Dabe i hätten auch die Einnahme von Schmerzmedikamenten und Physiotherapie nicht zu einer Besserung der Beschwerden geführt. Der Beschwerdeführer sei seit dem 7. November 2017 zu 100 % arbeitsunfähig. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4 Pract. med. E.____ bestätigte am 10. Juli 2018 ei ne vollständige Arbeitsunfähigkeit we- gen persistierenden Rückenschmerzen. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein ob- struktives Schlafapnoesyndrom (OSAS), eine Hyperlipidämie, eine arterielle Hypertonie und eine Adipositas per magna. Aktuell könnten ausser Druck- und K lopfschmerzen im Bereich der LWS (L3 - S1 und ISG links) keine weiteren pathologischen Befunde erhoben werden. 5.5 Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung nahm Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, eine fachärztliche Einschätzung des Ge- sundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerd eführers vor. In ihrem Bericht vom 22. November 2018 diagnostizierte sie eine morbide Adipositas mit einem BMI von über 50 kg/m 2 mit Auswirkungen auf die Diagnosen des internistischen und orthopädischen Fachgebiets. Es lägen inzwischen chronische Beschwerden lumbal vor bei ausgeprägter Fehlstatik und Haltungs- insuffizienz sowie erheblicher muskulärer Dysbalance am Rum pf. Zudem bestünde eine Hypo- sensibilität am rechten Oberschenkel lateral und beidseits eine verkürzte Ischiokruralmuskulatur. Seit Anfang 2017 leide der Beschwerdeführer an lumbale Beschwerden, welche sich im Sommer 2017 verstärkt hätten und ab November 2017 eine fortl aufende 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Lastwagenchauffeur verursacht hätten. Eine MRT-Untersuchung habe keine pa- thologischen Befunde ergeben, welche diese Beschwerden ausreichend erklärt hätten. Physio- therapie habe eine Linderung der Schmerzen, jedoch keinen dauerhaften Erfolg gebracht. Zuletzt habe der Versicherte Infiltrationen an den Facettengelenken und am ISG gehabt. Seit der Kind- heit bestünde ein erhebliches Übergewicht. Dr. F.____ riet daher zur Vorstellung in einer Adipo- sitas-Sprechstunde und bestätigte die Arbeitsunfähigkei t in der angestammten Tätigkeit. Sie empfahl eine Reevaluation per anfangs April 2019. Sie ging davon aus, dass ab diesem Zeitpunkt eine körperlich leichte Arbeit wieder ganztags möglich sein sollte. 5.6 Am 15. Februar 2019 berichtete der behandelnde A rzt des Spitals G.____, dass der Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigke it an einem lumbospondylogenen Reizsyndrom der basalen Facettengelenke und an einer beidseitigen ISG-Blockade leide. Weder die Infiltration der lumbalen Facettengelenke noch die Radiofrequenzablation der Facetten L4-S1 beidseits hätten eine wesentliche Beschwerdeverbesserung g ebracht. Im November 2018 sei eine beidseitige ISG-Infiltration durchgeführt worde n, welche eine Linderung der Beckenbe- schwerden und auch der Schmerzausstrahlung in den dorsalen linken Oberschenkel gebracht hätte. Aktuell persistiere noch ein tieflumbaler Schmerz, welcher als lumbospondylogen bei Über- lastung der Facettengelenke beurteilt werden müsse. Der Beschwerdeführer habe im Januar 2019 ein Aufbautraining der rumpfstabilisierenden Muskulatur aufgenommen und er habe bereits nach 6 Wochen Training eine leichte Besserung der chronischen Rückenschmerzen beschrieben. Er sei weiterhin in der angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Es wurde eine Umschu- lung empfohlen. 5.7 In ihrem RAD-Bericht vom 24. April 2019 teilte Dr . med. H.____, Fachärztin für Physika- lische und Rehabilitative Medizin, mit, dass seit der Unt ersuchung bei Dr. F.____ keine neuen objektiven Befunde vorliegen würden. Grundsätzlich bestünden beim Beschwerdeführer sehr gut behandelbare, d.h. reversible Ursachen seiner Rückenschmerzen (Fehlstatik und allgemeine De- konditionierung), welche durch Massnahmen der Gewichtsredu ktion (Diät und Bewegung) und Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch eine medizinische Trainingstherapie (MTT) in den Griff zu bekommen seien und es ihm ermöglichen sollten, eine rückenadaptierte Tätigkeit zu 100 % aufzunehmen. 5.8 Am 16. Oktober 2019 teilte pract. med. E.____ m it, dass der Beschwerdeführer weiterhin an chronischen Rückenschmerzen leide. Die Situation habe sich zwischenzeitlich soweit stabili- siert, dass er 30 % Büroarbeit verrichten könne. 5.9 Am 20. November 2019 berichtete Dr. H.____, dass der aktuelle Bericht von pract. med. E.____ keine klinischen Befunde nenne. Ebenso sei unklar, ob der Versicherte die von Dr. F.____ empfohlenen Massnahmen zur Gewichtsreduktion bei morbider Adipositas mit Hilfe der Adiposi- tas-Sprechstunde und einer MTT im Sinne einer Schadenminderung umgesetzt habe. 5.10 Auf entsprechende Anfrage der IV-Stelle vom 21. N ovember 2019 teilte die Krankentag- geldversicherung am 20. Februar 2020 mit, dass der Beschw erdeführer seit Januar 2019 regel- mässig die Ernährungsberatung im Spital I.____ besuche. Die Rekonditionierung erfolge wäh- rend der Physiotherapie und des Fitnesstrainings. Weiter fände eine bariatrische Beratung beim Hausarzt pract. med. E.____, aber nicht in einer Adip ositas-Sprechstunde statt. Die MTT würde aktuell 1 Mal und das Fitnesstraining 2 - 3 Mal wöchentlich durchgeführt. 5.11 Der Beschwerdeführer befand sich vom 24. Februar 20 20 bis 17. März 2020 im Spital I.____. Dem Austrittsbericht vom 18. März 2020 ist als D iagnose eine chronische Schmerzstö- rung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45. 41) zu entnehmen. Als Nebendi- agnosen wurden eine Adipositas per magna, eine OSAS, eine Hyperlipidämie und eine arterielle Hypertonie genannt. Der Beschwerdeführer sei sehr mot iviert gewesen, sein Leben neu zu ge- stalten. Beim Abschluss wurde die Weiterführung der Ph ysiotherapie empfohlen, psychiatrisch- psychotherapeutisch bestehe aber kein Handlungsbedarf. De m Beschwerdeführer wurde eine stationäre Behandlung in einer psychosomatischen Klinik für Essstörungen empfohlen. 5.12 Dr. H.____ hielt am 26. Mai 2020 fest, dass der a ktuell dokumentierte klinische Status deutlich aufzeige, dass die beklagten Rückenbeschwerden auf die chronische Gewichtsüberlas- tung der lumbalen Strukturen bei morbider Adipositas zurückzuführen seien. Die Adipositas stelle aber kein invalidisierendes Leiden dar, da sie mit bari atrischer Behandlung und unterstützender Verhaltenstherapie sehr gut behandelbar sei. Es sei dem Beschwerdeführer zumutbar, dass er zu einer adäquate Adipositasbehandlung in eine Adipositas-Sprechstunde gehe. Eine eigentliche psychiatrische Erkrankung liege gemäss Austrittsbericht des S pitals I.____, Klinik für Schmerztherapie, auch nicht vor. Der Versicherte esse aus Langeweile, so das eine Verhaltens- änderung erlernt werden könne. Es lasse sich nicht nachvollziehen, dass er seit über drei Jahren keine bariatrische Konsultation und keine psychologische B egleitung zur Änderung seines Ess- verhaltens in Anspruch genommen habe. Dies weise auch au f einen nicht sehr hohen Leidens- druck hin. Es sei ihm trotz der Adipositas eine leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der Mög- lichkeit, bei Bedarf aufzustehen und kurze Strecken zu gehen, retrospektiv seit dem 1. November 2017 bis auf weiteres ganztags zumutbar. Die Tätigkeit als Lagerist und Chauffeur im Getränke- handel könne er aufgrund der zusätzlichen Gewichtsbelastung nicht mehr ausüben. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung in erster Linie auf die Ausfüh- rungen ihrer RAD-Ärztin Dr. H.____ vom 26. Mai 2020 und ging davon aus, dass dem Beschwer- deführer spätestens ab November 2018 (Ablauf Wartejahr) die angestammte Tätigkeit als Lage- rist/Chauffeur nicht mehr zumutbar sei. Für die Ausübu ng einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe aber eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Wie oben ausgeführt, ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass ein Versicherungsträger seinen Entscheid auf medizinische Unterla- gen stützt, die er versicherungsintern eingeholt hat. In solchen Fällen sind jedoch strenge Anfor- derungen an die Beweiswürdigung zu stellen und zwar in dem Sinne, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel- lungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (vgl. E. 3.5 hiervor und die dortigen Hinweise auf die entsprechende bundesgerichtliche Rechtsprechung). Vorliegend ergeben sich keine Zwei- fel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit an den von d er Beschwerdegegnerin als massge- bend erachteten versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen von Dr. H.____. Es ist vielmehr festzuhalten, dass sie sich hinreichend mit den wesentlich en medizinischen Unterlagen ausei- nandergesetzt und insgesamt ein vollständiges Bild des Gesundheitszustands des Beschwerde- führers vermittelt hat. Sie erkannte zu Recht und in Üb ereinstimmung mit Dr. F.____ und dem behandelnden Arzt des Spitals G.____, dass die Rückenbeschw erden des Beschwerdeführers auf die chronische Gewichtsüberlastung der lumbalen Strukturen bei morbider Adipositas zurück- zuführen sind. Auch leuchtet ihre Auffassung ein, dass beim Beschwerdeführer keine eigentliche psychiatrische Erkrankung vorliegt. Zwar diagnostizierte da s Spital I.____, eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD10 F45.41). In der Folge ist dem Austrittsbericht vom 18. März 2020 aber zu entnehmen, dass aus psychiatrisch-psychotherapeu- tischer Sicht kein Handlungsbedarf bestehe. Da auch den ü brigen Berichten kein Hinweis auf eine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsf ähigkeit zu entnehmen ist, durfte der RAD bzw. die IV-Stelle von weiteren psychiatrischen Untersuchungen absehen. Weiter nahm Dr. H.____ eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vor, indem sie ausführte, dass beim Beschwerdeführer wegen der Hal tungsinsuffizienz und der Wirbelsäu- lenfehlstatik bei morbider Adipositas keine Arbeitsfähigkeit mehr vorliege. Demgegenüber sei ihm trotz der Gesundheitsprobleme die Ausübung jeder leidensangepassten Verweistätigkeit in einem Ganztagespensum zumutbar, die er überwiegend sitzend ve rrichten könne mit der Möglichkeit, bei Bedarf die Körperposition zu wechseln und kurze St recken zu gehen. Zudem müsse diese Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten, ohne Bücken, ohne Arbeiten Überkopf, ohne Wir- belsäulenzwangshaltungen, ohne Steigen auf Gerüsten, L eitern und Treppen, ohne Gehen auf unebenem Boden, ohne Knien, Hocken und Kauern und ohn e Schichtarbeit verrichtet werden können. Diese Beurteilung leuchtet ein und steht im Einklang mit dem Gesundheitszustand, wie er in den übrigen medizinischen Unterlagen dokumentiert wird. Der Bericht von Dr. H.____ genügt somit den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten, weshalb darauf abgestellt werden kann (vgl. oben E. 3.5). 6.2 Der Beschwerdeführer wendet gegen den Beweiswert der Beurteilung von Dr. H.____ insbesondere ein, dass sie den Beurteilungen der behande lnden Ärzte sowohl in medizinischer Hinsicht als auch betreffend deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ungenügend Rechnung ge- tragen habe. Dazu ist festzuhalten, dass keiner der be handelnden Ärzte den Beschwerdeführer als in der freien Wirtschaft nicht vermittelbar bezeichnete. Ihm wurde lediglich attestiert, dass er Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht in seiner angestammten Tätigkeit als Lagerist/Chauffeur nicht mehr arbeitsfähig sei. Diese Beur- teilung stimmt mit derjenigen von Dr. H.____ überein. Auch Dr. F.____, deren Einschätzung Dr. H.____ bestätigte und welche ebenfalls die Adipositas a ls Ursache für die orthopädischen Be- schwerden erachtete, ging davon aus, dass der Beschwerdeführer für eine körperlich leichte Ar- beit ab anfangs April 2019 wiederum ganztags arbeitsfähig sei. Einzig pract. med. E.____ attes- tierte unter Berücksichtigung der Rückenbeschwerden auch in einer Bürotätigkeit eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit. In diesem Zusammenhang ist zu beach ten, dass das Gericht in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten und Ärztinnen der Erfahrungstatsache Rechnung tragen soll, dass diese im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertra uensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Anders ist zu beurteilen, wenn die behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benenn en, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urtei l des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). Davon ist vorliegend aber nicht auszugehen, nennt pract. med. E.____ in seinen Berichten doch keine Befunde, welche durch Dr. H.____ nicht berücksichtigt wurden. Weiter bemängelt der Beschwerdeführer, dass die IV auf eine persönliche Untersuchung verzichtet habe. Wie oben in Erwägung 3.4 ausgeführt, kann der RAD bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von versicherten Personen durchführen (vgl. Art. 49 Abs. 2 IVV). Eine Pflicht, selbständig den Gesundheitszustand abzuklären, lässt sich aus dieser Bestimmung aber nicht ableiten. Somit steht fest, dass ein Anspruch auf eine persönliche Untersuchung durch den RAD nicht besteht. Dr. H.____ stützte sich vorliegend bei ih ren Ausführungen auf das umfangreiche Aktendossier und verzichtete in der Folge auf eine eigene Untersuchung. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, war es ihr doch auch so möglich, e ine umfassende und rechtgenügende Beurteilung vorzunehmen. Der Beschwerdeführer kann dahe r auch aus dieser Argumentation nichts zu seinen Gunsten ableiten. 6.3 Als Zwischenergebnis steht somit zusammenfassend fest, dass keine Zweifel an der Schlüssigkeit des RAD-Berichts von Dr. H.____ ersichtlich sind, so dass die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf abstellte. Demnach ist davon auszugehen, dass die vom Beschwerdeführer ge- klagten Rückenbeschwerden keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer leichten adaptierten Tätigkeit haben. Von weiteren medizinischen Abklärung en sind keine weiterführenden Erkennt- nisse zu erwarten. Damit ist der Antrag auf ergänzende medizinische Abklärungen in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3, 122 V 157 E. 1d) abzuweisen. 7.1 Zu beachten ist weiter, dass im Gebiet der IV ganz allgemein der Grundsatz gilt, dass die versicherte Person, bevor sie Leistungen verlangt, das ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihres invalidisierenden Gesundheitsschadens soweit wie möglich zu mildern (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b). Von den versicherten Personen kön nen jedoch nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zumutbar sind (vgl. BGE 113 V 22 E. 4a). Rechtsprechungsgemäss bewirkt eine Adi- positas an sich keine Invalidität. Eine solche kann nur angenommen werden, wenn das Überge- wicht schon zu Gesundheitsschäden geführt hat oder wenn es selber die Folge gesundheitlicher Störungen ist, dadurch die Erwerbsfähigkeit wesentlic h vermindert wird und diese durch keine Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht zumutbaren Massnahmen in bedeutendem Grade verbessert wer den kann (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 12. Dezember 2017, 8C_663/2017, E. 3.2). 7.2 In den Akten gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Adipositas eine Folge gesund- heitlicher Störungen wäre. Der Beschwerdeführer erwähnt im Rahmen des Aufenthalts im Spital I.____ (vgl. Bericht vom 18. März 2020, Seite 2), dass er aus Langeweile und Gewohnheit esse. Weiter ist mit Blick auf die erhobenen radiologischen Befunde erstellt, dass die persistierenden Lumbalgien nicht auf eine Bandscheibenpathologie zurückzuf ühren sind, sondern am ehesten von muskulär-funktionellen Beschwerden auszugehen sei (vgl. Bericht von Dr. C.____ vom 29. Dezember 2017). Zudem sind weder den Berichten des Haus arztes noch jenen der behandeln- den Fachärzte Hinweise zu entnehmen, dass die beklagten Rückenbeschwerden nicht mit Phy- siotherapie und MTT behandelbar wären. Folgeschäden d urch die Adipositas können damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Einigkeit besteht aufgrund der Akten auch, dass die Belastungssituation für den Rücken und die Arbeitsfähigkeit erst dann eine Ver- besserung erfährt, wenn das Gewicht reduziert wird. Es stellt sich somit die Frage, ob die Adipo- sitas durch eine geeignete Behandlung oder zumutbare Anstrengung auf ein Mass reduziert wer- den kann, das die Erwerbsfähigkeit nicht mehr wesentlich beeinträchtigt wird (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 13. Juni 2013, 8C_372/2012, E. 3.4). 7.3 Dies ist zu bejahen und wird auch vom Beschwerdefüh rer nicht bestritten. Gestützt auf die vorstehend zitierten Arztberichte steht fest, dass keiner der involvierten Ärzte davon ausging, die Adipositas sei nicht behandelbar und eine Gewichts abnahme sei nicht zumutbar. So wies Dr. F.____ unter anderem darauf hin, dass der Beschwe rdeführer wegen der Adipositas per magna eine Adipositas-Sprechstunde aufsuchen solle. Von einer grundsätzlichen Behandelbar- keit der Adipositas ging auch der behandelnde Arzt des Sp itals G.____ aus. In seinem Bericht vom 15. Februar 2019 führte er aus, dass der Beschwerdeführer im Januar 2019 ein Aufbautrai- ning der rumpfstabilisierenden Muskulatur aufgenommen u nd bereits nach 6 Wochen Training eine leichte Besserung der chronischen Rückenschmerzen bes tätigt habe. Auch dem Austritts- bericht des Spitals I.____, vom 18. März 2020 ist zu entn ehmen, dass der Beschwerdeführer motiviert sei, das während des Klinikaufenthalts Erlernte weiter zu führen. Dazu wurde ihm neben Physiotherapie auch eine Gewichtsreduktion in einer speziellen Einrichtung empfohlen. 7.4 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass aufgrund der vorstehenden Ausführun- gen eine invalidisierende Wirkung der Adipositas zu verneinen ist. 8. Der Einkommensvergleich, den die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü- gung vornahm, wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Es ergeben sich aus den Akten keine Hinweise, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes we gen durch das Gericht eine andere Berechnung vorzunehmen wäre. Somit erübrigen sich weitere Ausführungen dazu. Dem- nach liegt der Invaliditätsgrad bei 2 %, womit der Be schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Aus dem Gesagten folgt, dass sich die Beschwerde als unbegründet erweist und somit abzuweisen ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens ein heitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Reg el der unterliegenden Partei in ange- messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerde führer unterliegende Partei, wes- halb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. 9.2 Bei diesem Prozessausgang ist keine Parteientschäd igung zuzusprechen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwerde- führer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. http://www.bl.ch/kantonsgericht