B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-7072/2018 law/gnb U r t e i l v o m 15 . F e b r u a r 2 0 1 9 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiberin Barbara Gysel Nüesch. Parteien A._______, geboren am (…), Bhutan, vertreten durch MLaw Ruedy Bollack, Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Aargau, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 9. November 2018 / N (…). D-7072/2018 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge Tibet im (…) 2015 verliess und am 18. Dezember 2015 in die Schweiz einreiste, wo sie glei- chentags um Asyl nachsuchte, dass ein Abgleich mit dem Visa-Informationssystem (CS-VIS) ergab, dass die Beschwerdeführerin im Besitz eines bhutanischen Reisepasses mit der Nummer (…) ist, lautend auf den Namen A._______, geboren am (…), und dass die italienische Vertretung in New Delhi (Indien) für diesen Reisepass ein Schengen-Visum ausgestellt hat, gültig vom (…) bis (…) 2015, dass eine am (…) 2015 von Dr. med. B._______ durchgeführte Handkno- chenanalyse ein Knochenalter der Beschwerdeführerin von 18 Jahren oder älter ergab, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Befragung zur Person (BzP) am 12. Januar 2016 – übereinstimmend mit den Angaben auf dem Perso- nalienblatt – angab, sie sei chinesische Staatsangehörige tibetischer Eth- nie, heisse C._______, sei am (…) geboren und stamme aus dem Dorf D._______, Gemeinde E._______, Kreis F._______, Präfektur G._______, Tibet, Volksrepublik China, dass sie in die Schweiz gekommen sei, um ihre Mutter zu treffen und mit ihr zusammen zu sein, dass die Beschwerdeführerin am 20. Januar 2016 dem Kanton H._______ zugewiesen wurde, dass das SEM mit Verfügung vom 13. April 2016 auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete und die Beschwerdeführerin aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ab- lauf der Beschwerdefrist zu verlassen, dass das Bundesverwaltungsgericht die gegen diesen Entscheid gerich- tete Beschwerde vom 27. April 2016 mit Urteil D -2595/2016 vom 9. Mai 2016 abwies, dass das Bundesverwaltungsgericht auf das gegen dieses Urteil gerichtete Revisionsgesuch vom 10. Juni 2016 mit Urteil D-3648/2016, D-3650/2016 vom 13. Juli 2016 nicht eintrat, D-7072/2018 Seite 3 dass den vorinstanzlichen Akten aufgrund eines entsprechenden Berichts vom (…) 2016 zu entnehmen ist, dass die Beschwerdeführerin vom (…) bis (…) 2016 in der (…), I._______, hospitalisiert war, dass das SEM nach Ablauf der Frist zur Überstellung nach Italien mit Ver- fügung vom 26. Oktober 2016 seine Verfügung vom 13. April 2016 aufhob und das nationale Asylverfahren wieder aufnahm, dass die Fachstelle LINGUA im Auftrag der Vorinstanz am 23. Januar 2017 ein Telefoninterview mit der Beschwerdeführerin durchführte, dass a ufgrund dieses Telefoninterviews zwei Evaluationen der landes- kundlich-kulturellen Kenntnisse und linguistische Analysen (LINGUA-Be- richte) vom 6. Juni 2017 vorliegen, welche beide zum Ergebnis kamen, die Beschwerdeführerin sei sehr wahrscheinlich nicht im Kreis F._______ in Tibet, sondern sehr wahrscheinlich in einer exiltibetischen Gemeinschaft ausserhalb der Volksrepublik China hauptsozialisiert worden, dass das SEM nach Eingang einer durch die Beschwerdeführerin einge- reichten ärztlichen Bestätigung von Dr. med. J._______, K._______, vom (…) 2017, wonach die Beschwerdeführerin an einer (…) leide, die ge- nannte Ärztin mit Schreiben vom (…) 2017 aufforderte, einen ergänzenden Arztbericht einzureichen, dass dem ergänzenden Arztbericht vom (…) 2017 zu entnehmen ist, dass die kognitiven Fähigkeiten der Beschwerdeführerin auch unter Berücksich- tigung der Einschränkungen absolut genügend seien für eine Vernehmung mit einer übersetzenden Person und mit Begleitung durch eine Vertrauens- person, dass das SEM mit E-Mail vom 11. Januar 2018 Nachforschungen anstellte in Bezug auf die Frage, ob die italienische Vertretung in New Delhi über eine Kopie des bhutanischen Reisepasses verfüge und ob die Beschwer- deführerin bei der exiltibetischen Behörde registriert sei, dass das SEM die Beschwerdeführerin am 11. Januar 2018 in Begleitung von zwei Begleitpersonen vertieft zu ihren Asylgründen anhörte, dass sie in der Anhörung erklärte, dass die Grossmutter noch immer in Ti- bet lebe, wobei sie (die Mutter, die Schwester und die Beschwerdeführerin) keinen Kontakt zu ihr (der Grossmutter) hätten, hingegen unklar sei, ob der Onkel noch lebe, D-7072/2018 Seite 4 dass der Vater unterwegs sei und sie keinen Kontakt zu ihm hätten, dass sie nie die Schule besucht und seit ihrer Erkrankung auch kaum das Haus verlassen habe, dass die Mutter aus Tibet habe fliehen müssen, dass die Chinesen nach der Flucht der Mutter jeden Tag bei ihnen gewesen seien, sie geplagt hätten und hätten wissen wollen, wo die Mutter sei, dass die Anhörung aus medizinischen Gründen abgebrochen werden musste, dass das SEM die Beschwerdeführerin deshalb mit Schreiben vom 12. Februar 2018 aufforderte, bis zum 15. März 2018 sämtliche Asylgründe detailliert, lückenlos und abschliessend darzulegen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 13. März 2018 aus- führte, sie sei in D._______ geboren und aufgewachsen und habe mit ihrer Mutter, ihren Geschwistern und der Grossmutter immer im gleichen Haus gelebt, dass der Vater häufig unterwegs gewesen sei, dass sie im Alter von etwa sieben oder acht Jahren an (…) erkrankt sei und weder die Schule besucht noch eine Ausbildung absolviert habe, dass die ganze Familie durch die Aktivitäten und die anschliessende Flucht der Mutter unter erhöhter Beobachtung der chinesischen Behörde gestan- den habe und die Polizisten jeweils unangemeldet zu verschiedenen Zei- ten gekommen seien, manchmal fast täglich, dann wieder einige Tage nicht, dass die Kontrollen teils von bewaffneten chinesischen Polizisten und teils von unbewaffneten lokalen Polizisten durchgeführt worden seien und diese die Familienmitglieder mit Stöcken, Händen und Füssen und dem Gewehr geschlagen, sie drangsaliert, sie (die Beschwerdeführerin) mit dem Fuss in den Körper und in den Kopf getreten, das Haus wiederholt durchsucht und die ganze Familie auf brutale Art behandelt hätten, D-7072/2018 Seite 5 dass sie und ih re Schwester nach der Flucht aus Tibet in Nepal bhutani- sche Pässe erhalten hätten, welche sie für die Weiterreise verwendet hät- ten, dass der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 11. Juli 2018 das rechtli- che Gehör zum Ergebnis der LINGUA-Analyse gewährt wurde und sie mit Eingabe vom 6. August 2018 eine entsprechende Stellungnahme ein- reichte, wobei sie daran festhielt, in Tibet gelebt zu haben, dass das SEM mit Verfügung vom 9. November 2018 – eröffnet am 13. No- vember 2018 – feststellte, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlings- eigenschaft nicht, ihr Asylgesuch ablehnte, die Wegweisu ng aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug anordnete, wobei der Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China ausgeschlossen wurde, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 13. Dezember 2018 beim Bundesverwaltungsgericht gegen diesen Entscheid Be schwerde erhob und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, sie [die Be- schwerdeführerin] sei als Flüchtling anzuerkennen und ihr sei Asyl zu ge- währen, eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und we- gen Unzulässigkeit und Unzumut barkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme anzuordnen, subeventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vo- rinstanz zurückzuweisen, dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt wurde, es sei der Be- schwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, die unent- geltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, und es sei das vorliegende Verfahren mit dem Verfahren der Schwester der B eschwerdeführerin (N […] [recte: N {…}]) zu vereinigen, dass am 19. Dezember 2018 eine Fürsorgebestätigung vom 17. Dezember 2018 nachgereicht wurde, dass der Eingang der Beschwerde mit Schreiben vom 24. Dezember 2018 bestätigt wurde, dass das Bundesverwalt ungsgericht mit Zwischenverfügung vom 17. Ja- nuar 2019 feststellte, die Beschwerdeführerin dürfe den Ausgang des Ver- fahrens in der Schweiz abwarten, dem Antrag auf Vereinigung des vorlie- genden Beschwerdeverfahrens mit demjenigen der Schwester (Geschäfts-D-7072/2018 Seite 6 Nr. D-7075/2018; N […]) im Sinne einer Koordination dieser Verfahren ent- sprach, das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege we- gen Aussichtslosigkeit der Beschwerdebegehren abwies und die Be- schwerdeführerin aufforderte, bis zum 1. Februar 2019 ein en Kostenvor- schuss im Betrage von Fr. 750.− einzuzahlen, ansonsten auf die Be- schwerde nicht eingetreten werde, dass die Beschwerdeführerin gleichzeitig darauf hingewiesen wurde, dass bei Zahlung des Kostenvorschusses innert Frist die Beschwerde nach Möglichkeit umgehend behandelt werde, dass die Beschwerdeführerin den Kostenvorschuss am 31. Januar 2019 einzahlte, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ei n schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit – nachdem der Kostenvorschuss innert Frist eingezahlt wurde – auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zwei ten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, D-7072/2018 Seite 7 um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summa- risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schr iften- wechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Ras se, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass als ernsthafte Nachteile namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen gelten, die einen unerträgli- chen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass das SEM in seiner Verfügung vom 9. November 2018 berechtigter- weise feststellte, gestützt auf die Ergebnisse der Sprach - und Herkunfts- gutachten bestünden erhebliche Zweifel daran, dass die Beschwerdefüh- rerin in der Volksrepublik China sozialisiert worden sei, dass das SEM mit überzeugender Begründung zur Erkenntnis gelangt ist, es bestünden auch angesichts der aus dem Visa-Informationssystem (CS- VIS) hervorgehenden Informationen zum dem sich im Besitz der Be- schwerdeführerin befindlichen und auf den Namen A._______ lautenden bhutanischen Reisepass mit der Nummer (…), des für diesen Reisepass ausgestellten Schengen-Visums, des Fehlens von rechtsgenüglichen Iden- titätspapieren oder sonstigen Beweismitteln, welche die behauptete chine- sische Staatsangehörigkeit belegen könnten und der diesbezüglichen Aus- führungen der Beschwerdeführerin grosse Zweifel an deren behaupteten Herkunft und Identität, dass die Vorinstanz überdies zu Recht festhielt, die Beschwerdeführerin verletze durch ihr Verhalten ihre Mitwirkungspflicht, dass sich ferner das SEM die Glaubhaftigkeitsprüfung der Asylgründe be- treffend begründetermassen an den Vorbringen der Schwester orientierte, D-7072/2018 Seite 8 da die schriftliche Gesuchsbegründung eine eingehende Glaubhaftigkeits- prüfung gemäss den Kriterien nach Art. 7 AsylG nicht erlaubte, dass auch der Feststellung des SEM gefolgt werden kann, es sei der Be- schwerdeführerin nicht gelungen, ihre Fluchtgründe glaubhaft zu machen, zumal bereits der Mutter das geltend gemachte politische Engagement nicht habe geglaubt werden können, diese weder rechtsgenügliche Identi- tätspapiere noch Bewe ismittel zu den Akten gereicht habe, welche ihre Herkunft und Identität hätten belegen können, der Schwester nicht gelun- gen sei, die geltend gemachten Fluchtgründe glaubhaft zu machen, die Beschwerdeführerin an der BzP an keiner Stelle geltend gemacht habe, je von den Behörden belangt worden zu sein, und die Schwester andere An- gaben zur Häufigkeit der Behördenbesuche gemacht habe, dass das SEM schliesslich zu Recht das Asylgesuch der Beschwerdefüh- rerin nach der Rechtsprechung gemäss BVGE 2014/12 geprüft hat und zum Schluss gekommen ist, es bestünden keine flüchtlings- oder wegwei- sungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an den bisherigen Auf- enthaltsort, da die Beschwerdeführerin keine konkreten, glaubhaften Hin- weise auf einen längeren Aufenthalt in einem Drittstaat geliefert habe, dass die Vorbringen in der Beschwerde nicht geeignet sind, zu einer ande- ren Einschätzung zu gelangen, dass Zweifel an den in den beiden LINGUA -Berichten gewonnenen Er- kenntnissen nicht angebracht sind, da diese sorgfältig, ausführ lich und ausgewogen begründet sind und auch die fachliche Qualifikation der sach- verständigen Personen gegeben ist, dass hinsichtlich der Rügen, es seien der Beschwerdeführerin nicht aus- reichend Informationen zur Verfügung gestellt worden, um sich umfassend zu den Vorwürfen der Vorinstanz zu äussern, es seien Begriffe, welche sie verwendet habe und angeblich obsolet seien, nicht bezeichnet worden, im Allgemeinen seien nur oberflächliche Informationen zum Inhalt der beiden Gutachten wiedergegeben worden und es sei unklar, wie die beiden Fach- personen, welche die Gutachten erstellt hätten, zu ihren Schlüssen gelangt seien, festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführerin der wesentliche Inhalt der Herkunftsuntersuchung hinreichend detailliert zur Kenntnis gebracht und ihr d ie Möglichkeit eingeräumt wurde , sich insbesondere zu den als unzureichend eingestuften Antworten sachgerecht äussern zu können, D-7072/2018 Seite 9 dass demnach das SEM die Vorgaben der geltenden Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Erhebung der LINGUA-Expertisen sowie der dies- bezüglichen Gewährung des rechtlichen Gehörs korrekt eingehalten hat (vgl. BVGE 2015/10 E. 5.2.2.3), dass es der Beschwerdeführerin offen gestanden hätte, das Experten -In- terview anzuhören, was sie jedoch unterliess, dass entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht die Vorinstanz die Einwände und Erklärungen der Beschwerdeführerin in ihrer Stellung- nahme vom 6. August 2018 in genügender Weise gewürdigt und in die Ver- fügung aufgenommen hat, dass der angefochtenen Verfügung und dem Aktenverzeichnis implizit zu entnehmen ist, dass in Bezug auf die Frage, ob die italienische Vertretung in New Delhi über eine Kopie des bhutanischen Reisepasses verfüge und ob die Beschwerdeführerin bei der exiltibetischen Behörde registriert sei, keine Informationen gesammelt werden konnten, dass zwar davon auszugehen ist, dass gewisse Abklärungen zur Herkunft oder Echtheit des verwendeten Passes ohne Vorliegen des Originals mög- lich wären, dass indes das SEM mit se inem E-Mail vom 11. Januar 2018 (vgl. Akten SEM A73/1 und A81/1) seiner Untersuchungspflicht im Zusammenhang mit dem bhutanischen Reisepass in genügendem Ausmass nachgekommen ist und nicht verpflichtet war, mit den bhutanischen Behörden Kontakt auf- zunehmen, zumal nicht ersichtlich ist, wie eine allenfalls festgestellte Un- echtheit des Reisepasses die Ergebnisse der LINGUA-Analyse hätte um- stossen können, dass das Aktenstück A82/1 im Aktenverzeichnis korrekt mit „Aktennotiz Staatsschutzrelevanz“ bezeichnet ist , dieses keine Informationen im Zu- sammenhang mit den getätigten Abklärungen enthält und für die Ent- scheidfindung im vorliegenden Asylverfahren nicht relevant war und ist, weshalb das SEM das mit „Aktennotiz Staatsschutzrelevanz“ bezeichnete Schreiben zu Recht als interne und nicht editionspflichtige Akte qualifiziert hat, D-7072/2018 Seite 10 dass das SEM den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Ge- hör nicht verletzte und auch im Übrigen seiner Begründungs- und Untersu- chungspflicht nachgekommen ist und demnach der Ant rag auf Rückwei- sung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung abzuweisen ist, dass hinsichtlich der Mitwirkungspflicht auf das im Rahmen des dem Asyl- verfahren vorangegangenen Dublin-Verfahrens ergangene Urteil des Bun- desverwaltungsgericht D-2595/2016 vom 9. Mai 2016 zu verweisen ist (vgl. oben), wonach zwar die Handknochenanalyse nicht als Beweismittel für die Volljährigkeit gelten könne, es sich jedoch bei der identischen Altersan- gabe der Mutter nicht um ein relevantes Indiz handle, zumal die Wiederho- lung von Falschangaben durch mehrere Personen keinen Wahrheitsbe- weis zu erbringen vermöge, davon auszugehen sei, die Echtheit des bhuta- nischen Reisepasses sei von der italienischen Auslandvertretung in Indien bei der Ausstellung des Schengen -Visums überprü ft worden, die Be- schwerdeführerin kein Identitätspapier zu den Akten gereicht habe, obwohl sie bei ihren Flügen einen – angeblich gefälschten – bhutanischen Reise- pass benutzt haben wolle, der beim Schlepper verblieben sei, es indessen im Luftverkehr noch nie eines Schleppers bedurft habe, weshalb derlei Vor- bringen unglaubhaft seien, und im Rahmen einer Gesamtwürdigung aller Umstände kaum gewichtige Hinweise auf eine Minderjährigkeit bestünden, dass demnach, obwohl die Beschwerdeführerin stets die gleichen P erso- nalien angegeben hat und trotz gewisser übereinstimmender Angaben der Beschwerdeführerin respektive deren Schwester und der Mutter, grosse Zweifel an der behaupteten Identität der Beschwerdeführerin bestehen und sie entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht ihre Mitwirkungs- pflicht verletzt hat, dass im Übrigen, selbst wenn von der Richtigkeit des von der Beschwer- deführerin angegebenen Namens und Geburtsdatums auszugehen wäre, dieser Umstand nichts am Resultat der LINGUA-Analyse ändern würde, dass auch die in der Beschwerde genannten Berichte der Schweizerischen Flüchtlingshilfe nicht geeignet sind, eine Herkunft der Beschwerdeführerin aus der behaupteten Region zu belegen, zumal es sich bei den beiden LINGUA-Analysten um ausgewiesene Experten ha ndelt, die unabhängig voneinander zum gleichen Schluss gelangten, dass selbst wenn entgegen der LINGUA -Berichte Chinesisch-Kenntnisse der Beschwerdeführerin nicht vorauszusetzen wären, festzuhalten ist, dass D-7072/2018 Seite 11 die Analyse ihrer Sprache ergeben hat, dass diese keine Gemeinsamkei- ten mit dem F._______-Dialekt aufweist, dass in der Beschwerde hinsichtlich der Glaubhaftmachung der Gesuchs- gründe auf die Beschwerde der Schwester verwiesen wird, dass die diesbezüglichen Einwände der Schwester mit Verweis auf die zu- treffenden Ausführungen der Vorinstanz nicht geeignet sind, die Zweifel an den Vorbringen der Beschwerdeführerin respektive deren Schwester aus- zuräumen, dass das Vorhandensein vereinzelter Realkennzeichen, die Erwähnung gewisser Details und Nebensächlich keiten und der Umstand, dass die Schwester der Beschwerdeführerin während der Anhörung auch Emotio- nen zeigte, nichts am unglaubhaften Gesamtbild von deren Vorbringen zu ändern vermögen, dass entgegen der Auffassung in der Beschwerde nicht ersichtlich ist, in- wiefern die Schwester der Beschwerdeführerin ihre Gesuchsgründe in im- pulsiver und assoziativer Weise wiedergegeben hätte, dass das SEM die Schwester der Beschwerdeführerin betreffend zutref- fend ausführte, die erle bnisgeprägte Schilderung des Reisewegs von China nach Nepal für sich allein spreche nicht für die Glaubhaftigkeit einer Sozialisierung in der Volksrepublik China, dass das Vorgehen des SEM, glaub hafte Aussagen im Entscheid nicht ausdrücklich zu erwähnen, respektive sich nicht mit allen Aussagen einzeln auseinanderzusetzen, nicht zu beanstanden ist, dass von den beim SEM arbeitenden Dolmetschern ein neutrales, reflek- tiertes sowie zurückhaltend-diskretes Verhalten erwartet wird, sie sich zu- rückhalten müssen, keine Partei ergreifen und sich nicht „helfend“ in das Gespräch einmischen dürfen (vgl. SEM, Rollenverständnis Asyl -Dolmet- scher/in, https://www.sem.admin.ch/dam/data/sem/ueberuns/stel len/rol- lenverstaendnis-d.pdf, zuletzt aufgerufen am 11.02.2019) und auch eine kontinuierliche Qualitätskontrolle zu Leistung und Verhalten stattfindet (vgl. SEM, Die wichtigsten Vertrags - und Einsatzbedingungen für Dolmet- scher/innen und Übersetzer/innen im Überblick, https://www.sem.ad- min.ch/dam/data/sem/ueberuns/stellen/vertragsbedingungen-d.pdf, zu- letzt aufgerufen am 11.02.2019), D-7072/2018 Seite 12 dass deshalb kaum vorstellbar ist, der Dolmetscher habe die Schwester der Beschwerdeführerin in der BzP davon abgehalten, über ihre Probleme zu sprechen, dass ein Zusammenhang zwischen der Dauer der BzP von einer Stunde und der Schilderung der Gesuchsgründe durch die Schwester der Be- schwerdeführerin bezie hungsweise deren verneinenden Antwort auf die Frage, ob sie je Probleme mit den Behörden oder Privatpersonen in ihrem Heimatstaat gehabt habe (vgl. Akten SEM N […] A6/11 Ziff. 7.01), nicht er- sichtlich ist, dass der Umstand, dass die Schwester der Beschwerdeführerin das Pro- tokoll der BzP nicht unterschrieben hat, nicht zu einer anderen Einschät- zung führt, dass die Fluchtgründe der Mutter der Beschwerdeführerin, deren Akten im Rahmen dieses Verfahrens beigezogen wurden (N […]), vom SEM nicht geglaubt wurden, und aus allfälligen Übereinstimmungen mit den Vorbrin- gen der Beschwerdeführerin respektive deren Schwest er nichts zu ihren (der Beschwerdeführerin) Gunsten abzuleiten ist, dass dem Protokoll der BzP keine Hinweise zu entnehmen sind, die darauf hindeuten, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme nicht in der Lage gewesen wäre, die BzP zu absolvieren, woran der Umstand, dass sie das Protokoll nicht unterschrieb, nichts ändert, dass die Beschwerdeführerin die später geschilderten Probleme mit den Polizisten als wesentliche Elemente der Asylbegründung zumindest an- satzweise schon in der BzP erwähnt hätte und hätte erwähnen müssen, wenn diese sie tatsächlich dazu bewogen hätten, fernab der Heimat um Schutz vor Verfolgung zu ersuchen, dass die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9), weshalb die Wegweisung im Ein- klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom SEM zu Recht angeordnet wurde, D-7072/2018 Seite 13 dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim- mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wen n der Vollzug der Weg- weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), dass beim Geltendmachen von Weg weisungsvollzugshindernissen ge- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2014/26 E. 7.7.4 und 2011/24 E. 10.2), dass die grundsätzlich bestehende Abklärungspflicht der Asylbehörden be- züglich des Bestehens von allfälligen Wegweisungsvollzugshindernissen nach Treu und Glauben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 AsylG) der asylsuchenden Person findet, dass infolge der vorstehend aufgeführt en unglaubhaften Angaben davon auszugehen ist, die Beschwerdeführerin sei ausserhalb der Volksrepublik China hauptsozialisiert worden, dass die Angaben der Beschwerdeführerin zur Herkunft es nicht erlauben, vorliegend von einer bestimmten Staatsangehörigkeit auszugehen, dass es nicht Sache der schweizerischen Asylbehörden ist, nach etwaigen Wegweisungsvollzugshindernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu forschen, dass die Beschwerdeführerin deshalb die Folgen ihrer mangelhaften Mit- wirkung respektive Verheimlichung der wahren Identität zu tragen hat, in- dem vermutungsweise davon auszugehen ist, es würden – auch unter Be- rücksichtigung ihrer (…) – einer Wegweisung in den tatsächlichen Heimat- oder Herkunftsstaat keine landes - oder völkerrechtlichen Vollzugshinder- nisse im Sinne von Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2–4 AIG entgegenste- hen (vgl. BVGE 2014/12 E. 5.10), dass die Vorinstanz demnach den Wegweisungsvollzug zu Recht als zu- lässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat, dass jedoch – in Übereinstimmung mit dem Dispositiv der angefochtenen Verfügung – ein Wegweisungsvollzug in die Volksrepublik China aus zu- schliessen ist, da aufgrund der tibetischen Ethnie der Beschwerdeführerin D-7072/2018 Seite 14 die Möglichkeit nicht gänzlich auszuschliessen ist, dass sie die chinesische Staatsangehörigkeit besitzt (vgl. BVGE 2014/12 E. 5.11), dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts - erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die B e- schwerde, vorliegend als offensichtlich unbegründet, abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– der Be- schwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), und der am 31. Januar 2019 in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss zur Bezah- lung der Verfahrenskosten zu verwenden ist. (Dispositiv nächste Seite) D-7072/2018 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.− werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zu deren Bezahlung verwen- det. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Barbara Gysel Nüesch Versand: