Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. Januar 2014 (720 13 203) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision, keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.2108.2974.14) A. Mit Verfügung vom 26. Mai 2011 sprach die IV-Ste lle Basel-Stadt der 1971 geborenen A.____ in Anwendung der gemischten Berechnungsmethode mit den Anteilen 80% Erwerb und 20% Haushalt und einem ermittelten IV-Grad von 47% eine Viertelsrente rückwirkend ab 1. No- vember 2008 zu. Mit Urteil vom 24. Januar 2012 bestätig te das Sozialversicherungsgericht Ba- sel-Stadt die Rentenverfügung. Am 13. März 2012 ging b ei der neu zuständigen IV-Stelle Ba- sel-Landschaft ein Gesuch um Rentenrevision ein. A.____ machte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend. Im Rahmen des Revisionsverfah rens holte die IV-Stelle ein Seite 2 bidisziplinäres Gutachten bei Dr. med. B.____, FMH Psychia trie und Psychotherapie, und Dr.med. C.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie , ein und bestätigte mit Verfügung vom 26. Juni 2013 die Viertelsrente. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 4. Juli 201 3 Beschwerde ans Kantonsge- richt, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Zur Begründung verwies sie auf das Schreiben ihrer Hausärztin, Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Medizin, vom 28. Juni 2013, wonach eine fort- schreitende, zunehmende Symptomatik der Kniegelenke vorliege. Dr. D.____ verwies ihrerseits auf die Berichte von Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 3. April 2013 sowie von Dr. med. F.____, FMH Rheumatologie, vom 15. Mai 2013 und 5. Juni 2013. Die Versicherte stellte zudem einen Bericht ihrer Psychologin, G.____, in Aussicht. C. Mit Vernehmlassung vom 12. September 2013 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, dass auf das Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ vom 6. März 2013 abzustellen sei. Die von der Be schwerdeführerin geltend gemachten Kniebeschwerden seien im Gutachten berücksichtigt worden (vgl. Stellungnahme des Regiona- len Ärztlichen Dienstes [RAD] vom 12. September 2013). D. Am 29. Oktober 2013 reichte die Versicherte einen B ericht der behandelnden Psycho- login ein. Die IV-Stelle hielt mit Stellungnahme vo m 20. November 2013 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde t die Frage, ob sich der Gesund- heitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert hat u nd Anspruch auf eine höhere IV- Rente besteht. 1.2 Als Invalidität gilt die voraussichtlich bleibende ode r längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesge setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Di e Invalidität wird durch eine Beein- trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge sundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] vom 19. Juni 1959, Art. 3 und 4 ATSG). 1.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2 , 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- Seite 3 kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 1.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine V iertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. 1.5 Die Bemessung der Invalidität von Teilerwerbstätig en erfolgt nach Art. 28a Abs. 3 IVG. Danach wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstä tig sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Danach wird der IV-Grad aufgrund eines Einkommensvergleichs bestimmt. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva- lidität durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeg lichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsei nkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Waren sie daneben auch im Aufga- benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen. 2. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin ohne I nvalidität zu 80% im erwerblichen Bereich und zu 20% im Haushalt tätig wäre. Folglich kom mt die gemischte Bemessungsmetho- de zur Anwendung. 3. Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder e ines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin fü r die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). A nlass zur Rentenrevision gibt jede we- sentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, d ie geeignet ist, den IV-Grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentli- chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dan n revidierbar, wenn die erwerbli- chen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheit szustandes sich erheblich ver- ändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Seite 4 Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebe nen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisio nsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilun g einer anspruchserheblichen Änderung des IV-Grades bildet die letzte rechtskräftige Verfügung , welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklä rung, Beweiswürdigung und Inva- liditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108 ff.). 4. Gestützt darauf ist im Folgenden zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand der Versi- cherten seit der Verfügung vom 26. Mai 2011 in einer a nspruchserheblichen Weise verschlech- tert hat. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme Seite 5 als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesg erichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, wel che aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weitere n Hinweisen). Diese im Bereich der Un- fallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das I V-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgericht s vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 5.1 Im bidisziplinären Gutachten vom 24. Juni 2009 nannt e Dr. C.____ folgende Diagno- sen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: ein chroni sches cervical- und lumbalbetontes Panvertebralsyndrom, chronische Handgelenksschmerzen links, un klare Schmerzen der linken Körperhälfte, chronische Kopfschmerzen sowie soziale Rehab ilitationshindernisse. Aus psychi- atrischer Sicht diagnostizierte Dr. B.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine neuro- tisch depressive Störung, eine depressive Störung mittelg radigen Ausmasses sowie einen Sta- tus nach akuter Belastungsreaktion. Die Arbeitsfähigkeit sei zu 60% eingeschränkt. Die IV- Stelle stellte in ihrer Verfügung vom 26. Mai 2011 auf diese Einschätzung ab. 5.2 Am 9. August 2011 nahm Dr. C.____ im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vor dem Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt Stellung zum im Jan uar 2011 festgestellten Knorpel- schaden im linken Kniegelenk (vgl. Bericht vom 31. März 20 11). Unter Würdigung der neu hin- zugetretenen Befunde sei eine 30%ige Arbeitsunfähigkei t in der angestammten Tätigkeit als Pflegerin zu attestieren. Ein additiver Effekt zur 6 0%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestehe nicht. In einer leidensangepassten Verweistätigkeit sei die Versicherte aus soma- tischer Sicht 100% arbeitsfähig. Das Sozialversicherungsge richt Basel-Stadt folgte den Ausfüh- rungen von Dr. C.____ und befand, es sei davon auszugeh en, dass sich der röntgenologisch festgestellte Kniegelenksschaden, der im Zeitpunkt des Ver fügungserlasses (26. Mai 2011) be- standen habe, zumindest in einer leidensangepassten Täti gkeit nicht zusätzlich auf die festge- stellte 40%ige Restarbeitsfähigkeit auswirke. Dem von de r Beschwerdeführerin eingereichten Operationsbericht vom 11. Januar 2012 lasse sich nichts Gegenteiliges entnehmen. Ob eine – andauernde – Arbeitsunfähigkeit wegen des linken Knies eintreten werde, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilt werden. Dies müsse in einem allfälligen Revisionsverfahren geklärt werden (vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt vom 24. Januar 2012). Seite 6 6.1 Die Versicherte macht revisionsweise einerseits gelten d, dass sich ihr somatischer Gesundheitszustand infolge des Knorpelschadens im linken Knie verschlimmert habe. Anderer- seits gehe es ihr auch psychisch schlechter. 6.2 Zur Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes nach der Knie-Arthroskopie vom 11. Januar 2012 gab die IV-Stelle am 10. September 2012 ein Verlaufsgutachten bei Dr. C.____ und Dr. B.____ in Auftrag. 6.3 Zwischenzeitlich berichtete der behandelnde Orthopäd e, Dr. E.____, dass die Schmerzhaftigkeit im Bereich des Knies 10 Monate nach d er Operation nicht ungewöhnlich sei. Zum Ausschluss von Blockaden werde ein MRI gemacht (vgl. Bericht vom 12. November 2012). Am 12. Dezember 2012 stellte Dr. E.____ eine Retropa tellararthrose und eine chronische Me- niskusdegeneration des linken Knies fest. Eine mögliche B ehandlung, um den Schmerzen der Retropatellararthrose entgegenzuwirken, sei die Einset zung einer Wave-Prothese. Dies wolle die Patientin nicht. Der Fall werde deshalb abgeschlossen. 6.4 Die behandelnde Psychologin G.____ diagnostizierte mit Verlaufsbericht vom 1. März 2012 eine rezidivierende depressive Störung mittelgradi ger Ausprägung, eine posttraumatische Belastungsstörung sowie eine anhaltende somatoforme Sc hmerzstörung. Die psychosoziale Belastung der Versicherten sei wegen der schwierigen familiären Verhältnisse hoch. Dies habe Auswirkungen auf ihre physische und psychische Situation. D as Beschwerdebild habe sich nicht gebessert. 6.5 Mit Gutachten vom 6. März 2013 stellten Dr. B.___ _ und Dr. C.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine neurotisch depressive Stö rung, eine depressive Störung mittelgra- digen Ausmasses sowie eine chronische Gonalgie links mit u nspezifischen patello-femoralen Beschwerden bei „Knorpelläsion retropatellar und chron ischer, zentraler medialer Meniskusde- generation“ fest. Aus rheumatologischer Sicht könnten die bereits früher erwähnten chroni- schen, cervikal- und lumbalbetonten panvertebralen Rückenb eschwerden sowie die chroni- schen Handgelenkschmerzen links mit „Übergang in ein gener alisiertes Schmerzsyndrom mit entsprechender Chronifizierungssymptomatik und Schmerzf ehlverarbeitung“ unverändert be- schrieben werden. Diese Diagnosen hätten keinen Einflu ss auf die Arbeitsfähigkeit. Im Vorder- grund ständen derzeit die bereits im Vorfeld diskutierte n linksseitigen Kniebeschwerden mit zwischenzeitlich im Januar 2012 stattgefundener Arthrosko pie und Behandlung des Knorpelde- fekts am medialen Femurkondylus. Nach günstigem postoperat ivem Verlauf und MRI- Verlaufskontrolle des linken Kniegelenkes bestehe noch ein minimaler retropatellarer Knorpel- defekt. Zwar sei das linke Knie noch vermindert belastbar . Die subjektiv als anhaltend und aus- geprägt erlebten Schmerzen seien dagegen mit dem ob jektivierbaren pathologischen Befund nicht erklärbar. Es sei von einer anhaltenden Behinderu ngsüberzeugung auszugehen. Aus Sicht des Bewegungsapparates bestehe für die angestam mte Tätigkeit als Pflegeassistentin Seite 7 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2011. Eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen sei der Versicherten dagegen zu 100% zumutbar. Der psychische Zustand habe sich seit der letzten Begutacht ung im Juni 2009 nicht wesentlich geändert. Es liege nach wie vor eine depressive Störung mittelgradigen Ausmasses vor mit Fehlverarbeitung auf neurotischer Grundlage. Die Differenzialdiagnose posttraumatische Belas- tungsstörung könne nicht mehr bestätigt werden, dafür bestehe heute ein ängstliches Verhalten mit teilweisem Übergang zu Panikattacken. Unverändert se i die psychosoziale Belastungsprob- lematik in Form des langjährigen Ehekonfliktes. In der Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit vorwiegend durch die psychiatrischen Diagnosen be- stimmt werde. Gesamtmedizinisch sei unverändert eine 6 0%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestie- ren. 6.6 Mit Schreiben vom Oktober 2013 berichtete G.____, dass die psychischen Beschwer- den der Versicherten seit Jahren konstant seien. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung der Frage, ob eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Verfügung vom 26. Mai 2011 ein getreten sei auf das Verlaufsgut- achten vom 6. März 2013 ab und kam zum Schluss, dass der Kn orpelschaden im linken Knie- gelenk nicht zu einer Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Dieses Ergebnis ist nicht zu beanstanden. Dr. C.____ setzte sich ausführlich mit den K niebeschwerden auseinander und begründete sachlich und schlüssig seine Erkenntnisse. Insbeso ndere leuchtet ein, dass eine 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lediglich fü r die kniebelastende Tätigkeit als Pfle- geassistentin besteht, eine leidensangepasste Verweistäti gkeit, bei welcher eine Belastung der Knie weitgehend vermieden werden kann, hingegen voll zumutbar ist. 7.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin wir d in den Berichten von Dr. E.____ vom 3. April 2013 und Dr. F.____ vom 15. Mai und 5. Juni 2013 keine Verschlechterung der Gesundheitssituation beschrieben. Dr. E.____ erläu tert mit Verlaufsbericht vom 3. April 2013 die Ergebnisse einer inzwischen durchgeführten SPEC T-CT beider Kniegelenke. Diese Untersuchung erfolgte, weil die Versicherte unverändert über Schmerzen beim Treppensteigen sowie beim Heben von Lasten klagte. Die Bilder der SPE CT-CT zeigten lediglich eine minime Anreicherung im Bereich der lateralen patello-femoralen Gelenkfläche und bestätigten damit die Erkenntnisse der MRI-Verlaufskontrolle. Das Ausmass der sub jektiv erlebten Beschwerden liess sich weiterhin nicht objektiv erklären, weshalb auch vo n der Einsetzung einer Prothese Abstand genommen wurde. Dr. E.____ bestätigte im Wesen tlichen die gutachterliche Beurtei- lung von Dr. C.____. 7.3 Der Rheumatologe Dr. F.____ beschreibt in seinem Schreiben vom 15. Mai 2013 das bekannte Beschwerdebild der generalisierten Gelenkschmer zen. Neu war einzig der Verdacht auf eine beginnende seronegative rheumatoide Arthrit is. Diese Verdachtsdiagnose wurde je- Seite 8 doch wieder verworfen (vgl. Bericht vom 5. Juni 2013). Dr. F.____ ging schliesslich davon aus, dass die Schmerzen bedingt durch das Tragen des 12-jährigen behinderten Sohnes seien. 7.4 Schliesslich ist festzuhalten, dass auch die psychiatrisch e Beurteilung von Dr. B.____ überzeugt und im Einklang mit der Beurteilung der beh andelnden Psychologin von einem kon- stanten psychischen Beschwerdebild auszugehen ist. 8. Zusammenfassend ist somit auf das überzeugende und bew eiskräftige Gutachten von Dr. C.____ und Dr. B.____ abzustellen. Die von der Ve rsicherten eingereichten medizinischen Berichte stehen in keinem Widerspruch zu den gutachterl ichen Erkenntnissen. In einer ange- passten, leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ist es der Versicherten aus rheumatologischer Sicht zumutbar, ein volles Pensum auszuüben. Die Einschrän kung der Arbeitsfähigkeit ergibt sich somit weiterhin aus den psychiatrischen Diagnosen. Hier ist sowohl nach Dr. B.____ als auch nach der behandelnden Psychologin von einem gleic hbleibenden psychischen Zustand auszugehen. Demnach ist die Versicherte weiterhin zu 60 % in ihrer Arbeitsfähigkeit einge- schränkt. 9. Die IV-Stelle stellte demnach mit Verfügung vom 26 . Juni 2013 richtigerweise fest, dass weiterhin Anspruch auf eine Viertelsrente besteht. Da der Einkommensvergleich nicht be- anstandet wird, besteht kein Anlass für eine nähere Prüfung von Amtes wegen (BGE 125 V 413 E. 1b und 2c). Zudem hat sich das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt in seinem Urteil vom 24. Januar 2012 (E. 5 und 6) eingehend mit dem Einko mmensvergleich auseinandergesetzt. Darauf kann verwiesen werden. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 10. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos- tenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Ver fassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfah renskosten in der Regel der unter- liegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorl iegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Die Verfahrenskos- ten in der Höhe von Fr. 600.-- werden mit dem geleis teten Kostenvorschuss verrechnet. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 9 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht