<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2005.00033</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205373&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2005.00033</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.09.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Grundstückgewinnsteuer</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Unterschriftendelegation Anspruch auf mündliche Anhörung So lange die gesetzlich vorgesehenen Behörden (Gemeinderat oder eine von ihm gewählte, unter dem Vorsitz eines seiner Mitglieder amtende Kommission) Einschätzungs- und Einspracheentscheid selber gefällt und gehörig unterzeichnet haben, ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn das übrige Einschätzungsverfahren in ein privates Treuhandbüro ausgegliedert wurde. Sollen allerdings nach Gesetz dem Gemeindesteueramt zukommende Zuständigkeiten im Einschätzungsverfahren, namentlich der Erlass von verfahrensleitenden Zwischenverfügungen, wie Auflagen, Mahnungen und dergleichen, an Personen ausserhalb des Steueramts delegiert werden, erfordert eine solche Unterschriftsdelegation eine Rechtsgrundlage im betreffenden Organisationsrecht. Ausserdem müssen Weisung und Kontrolle der zuständigen Behörde hinsichtlich der Handlungen der zeichnungsberechtigten Personen gewährleistet sein. Da die Einhaltung dieser Voraussetzungen vorliegend unklar ist, erfolgt schon aus diesem Grund eine Rückweisung an die Vorinstanz zur entsprechenden Abklärung. Das auch im Grundsteuerrecht bestehende Recht, seine Einsprache mündlich zu vertreten, geht über den in der Bundesverfassung garantierten Anspruch auf rechtliches Gehör hinaus. Eine Heilung einer im Einspracheverfahren unterlassenenen Anhörung im Rekursverfahren bedingt deshalb ebenfalls eine mündliche Anhörung bzw. eine Begründung dafür, weshalb die mündliche Anhörung im Einspracheverfahren unterbleiben durfte. Da weder das eine noch das andere in Rekursverfahren bzw. Rekursentscheid geschehen ist, ist die Streitsache auch aus diesem Grund an die Vorinstanz zurückzuweisen.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANHÃRUNGSPFLICHT">ANHÃRUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLAGERUNG">AUSLAGERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: EinschÃ¤tzungs-,Rekurs- und Beschwerdeverfahren ST: EINSPRACHEVERFAHREN">EINSPRACHEVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEHÃRSVERWEIGERUNG">GEHÃRSVERWEIGERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDERAT">GEMEINDERAT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDESTEUERAMT">GEMEINDESTEUERAMT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDSTEUERKOMMISSION">GRUNDSTEUERKOMMISSION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: GrundstÃ¼ckgewinn- und HandÃ¤nderungssteuern ST: GRUNDSTÃCKGEWINNSTEUER">GRUNDSTÃCKGEWINNSTEUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEILUNG">HEILUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSCHRIFTENDELEGATION">UNTERSCHRIFTENDELEGATION</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="gerade">§ 141 Abs. II StG</span><br/><span class="ungerade">§ 142 Abs. I StG</span><br/><span class="gerade">§ 147 Abs. III StG</span><br/><span class="ungerade">§ 148 Abs. III StG</span><br/><span class="gerade">§ 206 StG</span><br/><span class="ungerade">§ 209 Abs. I StG</span><br/><span class="gerade">§ 210 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 211 StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2005 Nr. 99 S. 210</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A und C verÃ¤usserten am 17. Dezember 1998 als GesamteigentÃ¼mer infolge einfacher Gesellschaft das an der L-Strasse 01, 02, 03 und 04 in der Gemeinde X gelegene GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 05 (drei WohnhÃ¤user und ein Gewerbehaus mit 4880 m<sup>2</sup> GebÃ¤udegrundflÃ¤che, Hofraum und Garten) zum Preis von Fr. â¦ an die E. Aus Anlass dieser HandÃ¤nderung auferlegte der Ausschuss fÃ¼r Grundsteuern der Gemeinde X den VerÃ¤usserern mit Einspracheentscheid vom 27. MÃ¤rz 2003 eine GrundstÃ¼ckgewinnsteuer von Fr. â¦</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Steuerrekurskommission III hiess den Rekurs der Pflichtigen mit Entscheid vom 18. MÃ¤rz 2005 teilweise gut. Sie ermittelte einen GrundstÃ¼ckgewinn von Fr. â¦ und setzte demgemÃ¤ss die GrundstÃ¼ckgewinnsteuer auf Fr. â¦ herab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 22. April 2005 (SB.2005.00033) beantragte der Ausschuss fÃ¼r Grundsteuern der Gemeinde X dem Verwaltungsgericht, es sei ein GrundstÃ¼ckgewinn von Fr. â¦ zu veranlagen; zudem verlangte er die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext">Die Pflichtigen liessen am 29. April 2005 ihrerseits durch C Beschwerde erheben (SB.2005.00035) mit dem Antrag, es sei die Sache an die Steuerrekurskommission III zurÃ¼ckzuweisen; eventualiter sei der Steuerbetrag auf Fr. â¦ festzusetzen. DarÃ¼ber hinaus forderten sie eine ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Steuerrekurskommission III auf Vernehmlassung zu den beiden Beschwerden verzichtete, schlossen die Pflichtigen je auf Abweisung der Beschwerde der Gemeinde X und beantragten je eine ParteientschÃ¤digung. Die Gemeinde X reichte keine Beschwerdeantwort zur Beschwerde der Pflichtigen ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerden der Gemeinde X (SB.2005.00033) und der Pflichtigen (SB.2005.00035) betreffen dieselben Parteien und denselben Entscheid. Es rechtfertigt sich daher, die beiden Beschwerdeverfahren zu ver­einigen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden.</p> <p class="Erwgung2">Das <span class="UrteilstextCharChar">Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Rekurskommission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekurskommission zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich</span> lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessensÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch (RB 1999 Nr. 147).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Nach der gesetzlichen Ordnung erfolgt die EinschÃ¤tzung der GrundstÃ¼ckgewinnsteuer gemÃ¤ss § 210 Abs. 1 StG durch den Gemeinderat oder eine von ihm gewÃ¤hlte, unter dem Vorsitz eines seiner Mitglieder amtende Kommission. Dem Gemeindesteueramt obliegt laut § 209 Abs. 1 StG die Vorbereitung der EinschÃ¤tzung, wozu insbesondere gestÃ¼tzt auf § 132 ff. StG in Verbindung mit § 206 StG die Leitung des EinschÃ¤tzungsverfahrens â namentlich die Sachverhaltsermittlung â gehÃ¶rt (Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 209 N. 5 ff.). Die EinschÃ¤tzungsbehÃ¶rde â der Gemeinderat bzw. die von ihm gewÃ¤hlte Kommission â entscheidet nach § 142 StG in Verbindung mit § 211 StG auch Ã¼ber die Einsprache des Steuerpflichtigen. Dabei kommen dem Gemeindesteueramt entsprechend § 141 Abs. 1 StG in Verbindung mit § 209 und § 211 StG im Einspracheverfahren dieselben Befugnisse wie im EinschÃ¤tzungsverfahren zu.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Pflichtigen wiederholen die bereits in den vorinstanzlichen Verfahren erhobene RÃ¼ge, das EinschÃ¤tzungsverfahren sei nicht nach den gesetzlichen Regeln verlaufen. Die Gemeinde X habe ohne gesetzliche Grundlage das ganze EinschÃ¤tzungsverfahren mit Ausnahme der EinschÃ¤tzung in ein privates TreuhandbÃ¼ro, die F GmbH, ausgegliedert. Dort mÃ¼ssten auch die Akten eingesehen werden, und deren Mitarbeiter wÃ¼rden die Auflagen des Gemeindesteueramts unterschreiben. Die BehÃ¶rdemitglieder beschrÃ¤nkten sich darauf, den EinschÃ¤tzungsentscheid zu unterzeichnen. </p> <p class="Urteilstext">Soweit die Mitglieder des Ausschusses fÃ¼r Grundsteuern der Gemeinde X den EinschÃ¤tzungs- und Einspracheentscheid selber gefÃ¤llt und gehÃ¶rig unterzeichnet haben, ist deren Vorgehen nicht zu beanstanden, selbst wenn die BeschlÃ¼sse nicht von ihnen selber vorbereitet worden sind. Entscheidend ist nÃ¤mlich allein, dass die in Frage stehenden Verwaltungsakte von der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde in gehÃ¶riger Besetzung und in der vorgeschriebenen Form erlassen worden sind. Dass diese Anforderungen erfÃ¼llt worden sind, bestreiten die Pflichtigen nicht. </p> <p class="Urteilstext">Indessen ist es entgegen der Auffassung der Vorinstanzen nicht bloss aufsichtsrechtlich von Belang, ob die Gemeinde zur Delegation der nach Gesetz dem Gemeindesteueramt zukommenden ZustÃ¤ndigkeiten im EinschÃ¤tzungsverfahren, namentlich zum Erlass von verfahrensleitenden ZwischenverfÃ¼gungen, wie Auflagen, Mahnungen und dergleichen, im Namen des Gemeindesteueramts an Personen ausserhalb des Steueramts befugt war. Eine ZwischenverfÃ¼gung, die nicht von der hierzu berechtigten Person erlassen wird, ist ungÃ¼ltig und vermag keine Rechtswirkungen zu entfalten. Ein mit einem derartigen Mangel behafteter Entscheid ist jedenfalls anfechtbar. </p> <p class="Urteilstext">Eine "Unterschriftsdelegation", welche nicht in einer Kompetenzdelegation besteht, sondern in der Zuweisung der Unterschriftsberechtigung, im Namen der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde zu handeln, ist ohne weiteres statthaft, wenn sie an hierarchisch nachgeordnete AmtstrÃ¤ger erfolgt; dazu bedarf es keiner besonderen Rechtsgrundlage, weil die Verwaltungshierarchie das Weisungs- und Kontrollrecht sicherstellt (vgl. RB 1991 Nr. 38). Immerhin hat die Delegation der Unterschriftsberechtigung auf einer generellen Festlegung, etwa in einer Dienstanweisung, zu beruhen. Weist aber eine BehÃ¶rde die Berechtigung, in ihrem Namen zu handeln, nicht ihr unterstelltem Personal, sondern aussenstehenden Personen zu, so ist dies zwar nicht von vornherein unzulÃ¤ssig. Doch erfordert eine solche Unterschriftsdelegation eine Rechtsgrundlage im betreffenden Organisationsrecht. Ausserdem mÃ¼ssen Weisung und Kontrolle der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde hinsichtlich der Handlungen der zeichnungsberechtigten Personen gewÃ¤hrleistet sein. Andernfalls wÃ¼rde die Unterschriftsdelegation im Kern auf eine echte Delegation von Verwaltungsaufgaben hinauslaufen, die einer gesetzlichen Grundlage bedÃ¼rfte (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4.A. ZÃ¼rich 2002, Rz. 1509 ff.).</p> <p class="Urteilstext">Ob fÃ¼r die Delegation der Unterschriftsberechtigung des Gemeindesteueramts an die F GmbH eine hinreichende Rechtsgrundlage im kommunalen Recht besteht, kann das Verwaltungsgericht nicht beurteilen, weil die Rekurskommission die AbklÃ¤rung dieser Frage zu Unrecht als unerheblich gewÃ¼rdigt hat. Sie wird das VersÃ¤umte im zweiten Rechtsgang nachzuholen haben.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 141 Abs. 2 StG ist der Steuerpflichtige berechtigt, seine Einsprache mÃ¼ndlich zu vertreten. Diese Vorschrift gelangt laut § 211 StG auch im Einspracheverfahren der GemeindebehÃ¶rden fÃ¼r die GrundstÃ¼ckgewinnsteuer zur Anwendung. Will der Steuerpflichtige von seinem Recht Gebrauch ma­chen, so hat er dies rechtzeitig mitzuteilen. Geht die BehÃ¶rde trotz rechtzeitiger Mitteilung darÃ¼ber hinweg, macht sie sich einer GehÃ¶rsverweigerung im Sinn von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) schuldig (vgl. RB 2001 Nr. 95). Allerdings ist die Heilung eines derartigen Mangels trotz der formellen Natur des rechtlichen GehÃ¶rs in der Regel im Rekursverfahren mÃ¶glich, weil der Rekurskommission (vgl. § 147 Abs. 3 und § 148 Abs. 3 StG) wie dem kantonalen Steueramt als EinsprachebehÃ¶rde (vgl. § 141 Abs. 1 StG) uneingeschrÃ¤nkte ÃberprÃ¼fungsbefugnis zukommt (vgl. BGE 122 I 285, 124 II 138). Indessen geht das Recht auf mÃ¼ndliche Vertretung der Einsprache in zweifacher Hinsicht Ã¼ber den verfassungsrechtlichen Mindestanspruch von Art. 29 Abs. 2 BV hinaus. Zum einen muss es unabhÃ¤ngig davon gewÃ¤hrt werden, ob das Verfahren Anlass zur AnhÃ¶rung gegeben hat; zum andern besteht ein Anspruch auf mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung, wÃ¤hrend Art. 29 Abs. 2 BV im Allgemeinen bloss das Recht auf schriftliche AnhÃ¶rung verleiht (BGE 122 II 464 E. 4c).</p> <p class="Urteilstext">In diesem Licht betrachtet hat die Rekurskommission entgegen deren Ansicht eine allfÃ¤llige Verletzung des vom Pflichtigen C rechtzeitig verlangten Rechts auf mÃ¼ndliche Vertretung der Einsprache im Rekursverfahren nicht geheilt. Denn sie hat den Steuerpflichtigen nicht in der ihm vom Steuergesetz gewÃ¤hrleisteten Form, d.h. an einer Verhandlung, angehÃ¶rt, sondern nur schriftlich. Sie wird im zweiten Rechtsgang zu prÃ¼fen haben, ob die Verschiebungsgesuche des erwÃ¤hnten Pflichtigen ohne zureichende GrÃ¼nde erfolgt sind und die Einsprache deshalb ohne dessen mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung hat entschieden werden dÃ¼rfen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Somit ist die Beschwerde der Pflichtigen vollstÃ¤ndig, die Beschwerde der Gemeinde teilweise gutzuheissen. Da jene in formeller Hinsicht obsiegen, wÃ¤hrend hinsichtlich der Festsetzung der GrundstÃ¼ckgewinnsteuer der Verfahrensausgang unentschieden bleibt, rechtfertigt es sich, die Kosten zu ¼ den Pflichtigen und zu ¾ der Gemeinde aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 und § 213 StG). Diese hat den Pflichtigen fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zudem eine ange­mes­sene ParteientschÃ¤digung auszurichten, welche fÃ¼r A auf Fr. 500.- und fÃ¼r C auf Fr. 3'000.- festzusetzen ist (§ 17 Abs. 2 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit § 152, § 153 Abs. 4 und § 213 StG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdeverfahren SB.2005.00033 und SB.2005.00035 werden vereinigt;</p> <p class="Urteilstext">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde der Gemeinde X wird teilweise, die Beschwerde von A und C vollstÃ¤ndig gutgeheissen. Die Sache wird zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid an die Steuerrekurskommission III zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Ãber die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen des Rekursverfahrens hat die Steuerrekurskommission III im Neuentscheid zu befinden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 6'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 180.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 6'180.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden zu ¾ der Gemeinde X sowie je zu 1/8 A und C auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼r ¼ der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Gemeinde X wird verpflichtet, A eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 500.- (inkl. Mehrwertsteuer) und C eine solche EntschÃ¤digung von Fr. 3'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>