Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Dezember 2018 (720 18 92 / 334) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Zweifel an einer versicherungsinternen Beurteilung des regional-ärztlichen Dienstes. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Markus Schmid , Rechtsanwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1958 geborene A.____ ist Mutter zweier 1988 und 1990 geborener Kinder. Von April 1979 bis März 1982 hat sie eine Ausbildung zur Phys iotherapeutin absolviert. Seit Januar 2002 ist sie als Physiotherapeutin selbständig erwerbstä tig. Am 24. Juli 2017 hat sie sich unter Hin- weis auf eine linkskonvexe Lumbalskoliose, degenera tive Veränderungen der Wirbelsäule und ein chronisches Lendenwirbelsäulen-Syndrom bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leis- tungsbezug angemeldet. Nach Abklärung der gesundhei tlichen und erwerblichen Verhältnisse hat die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren einen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rentenanspruch mit Verfügung vom 12. Februar 2018 ve rneint. Zur Begründung hat sie ange- geben, dass weder die Voraussetzung einer durchgehend m indestens 40%-igen Arbeitsunfä- higkeit während des Wartejahres erfüllt, noch anschliess end eine Erwerbsunfähigkeit von min- destens 40% gegeben sei. B. Hiergegen hat die Versicherte, vertreten durch Rec htsanwalt Markus Schmid, am 15. März 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kanton s Basel-Landschaft, Abteilung So- zialversicherungsrecht (Kantonsgericht), erhoben und beant ragt, es sei ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung ab 1. Januar 2018 eine Dreiviertelsrente auszurichten; in verfahrens- rechtlicher Hinsicht sei eine öffentliche Parteiverhandlung gemäss Art. 6 EMRK durchzuführen. C. Unter Hinweis auf einen Bericht des regionalärztliche n Dienstes (RAD) vom 9. April 2018 und einen Abklärungsbericht betreffend die hausha lterischen Verhältnisse vom 15. Mai 2018 schloss die IV-Stelle mit Vernehmlassung vom 17. Mai 2018 auf Abweisung der Be- schwerde. D. Mit Replik vom 23. Juli 2018 nahm die Beschwerdeführe rin Stellung zu den von der IV- Stelle neu aufgelegten Unterlagen und hielt dabei a n ihren zuvor gestellten Rechtsbegehren fest. E. Die IV-Stelle hielt mit Duplik vom 16. August 2018 unter Verweis einer Stellungnahme des RAD vom 8. August 2018 ihrerseits an der Abweisung der Beschwerde fest. F. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 6. Dezember 201 8 hielten die Parteien sowohl an ihren Rechtsbegehren als auch an ihren bereits schriftl ich dargelegten Rechtsstandpunkten fest. Auf deren weiteren Vorbringen ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen einzu- gehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 6 0%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3. Zu prüfen ist, ob und allenfalls in welchem Umfan g die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine IV-Rente besitzt. Strittig ist insbesondere, in welchem Ausmass sie aufgrund ihrer ge- sundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 3.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleib t folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.2 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist di e rechtsanwendende Behörde somit auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweise n). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be- weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdige n. Dies bedeutet, dass das Sozial- versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbes ondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht e rledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des B eweiswertes eines ärztlichen Berich- tes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belang e umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksicht igt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung d er medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleu chtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebe nd für den Beweiswert ist grund- sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht o der Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Rechtsprechungsgemä ss ist es dem Sozialversicherungs- gericht demnach nicht verwehrt, gestützt allenfalls ausschli esslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen zu entscheiden. Wie das Bundesger icht in ständiger Rechtsprechung präzisiert hat, sind in solchen Fällen jedoch strenge Anfo rderungen an die Beweiswürdigung in dem Sinne zu stellen, dass bereits bei geringen Zweifel n an der Zuverlässigkeit und Schlüssig- keit jener ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärung en vorzunehmen sind (Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 27. Ju li 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit Ver- weisen; BGE 139 V 225, E. 5.2). 3.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozialversiche- rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge setz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforde rungen nicht. Das Gericht hat viel- mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Ein An- spruch auf Leistungen besteht nur, wenn die Voraussetz ungen dafür mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4 Nach ständiger Rechtsprechung hat das Sozialversicherung sgericht die Gesetz- mässigkeit angefochtener Verwaltungsverfügungen in der R egel nach dem Sachverhalt zu be- urteilen, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorg elegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Daraus folgt, dass für die Beurteilung der künftig massgeben- den Verhältnisse grundsätzlich jener medizinische Sachverh alt massgebend ist, wie er im Zeit- punkt des Erlasses der vorliegend angefochtenen Verfügung der IV-Stelle vom 12. Februar 2018 vorgelegen hat. 4.1 Im Zentrum der medizinischen Aktenlage steht die A ktenbeurteilung des RAD durch Dr. B.____, Fachärztin für physikalische und rehabilitative Medizin, vom 27. Oktober 2017. Dar- aus geht hervor, dass bei der Versicherten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Lumbalgien bei linkskonvexer Skoliose mit mässiggradige n degenerativen Veränderungen und muskulärer Dysbalance sowie ohne Auswirkung auf die Arbeit sfähigkeit ein Status nach Hyste- rektomie im August 2017 zu diagnostizieren seien. Die RAD-Ärztin beruft sich bei ihrer Ein- schätzung der Arbeitsfähigkeit auf die Beurteilung von Prof. Dr. C.____, Chefarzt Spinale Chi- rurgie, Spital D.____, vom 28. September 2016. Sie f asst zusammen, dass radiologisch zwar eine linkskonvexe Lumbalskoliose mit mässig degenerativen Veränderungen präsakral bestehe, die Lumbalbeschwerden klinisch indessen auf eine Überlast ung der wirbelsäulenstabilisieren- den Rückenmuskulatur zurückzuführen seien. Die Beschwerdeur sache sei somit durch ein ge- eignetes Heimprogramm und physiotherapeutische Massnahmen kompensierbar. Weil die Ver- sicherte vom Fach sei, könne sie sich selbst ein entsprechen des Trainingsprogramm erstellen und dieses auch einüben. Ihre körperlichen Beschwerden w ürden mit Blick auf ihre selbständi- ge Tätigkeit aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht k eine relevante Arbeitsunfähigkeit be- gründen, weil ein Anpassungsspielraum in Bezug auf die von ihr angebotenen Dienstleistungen bestehe, und die Versicherte selbstbestimmt Erholungspausen in ihre Arbeit integrieren könne. Sie sei einzig für schwere körperliche Arbeiten eingeschrä nkt. Sie habe die Möglichkeit, in ihrer Physiotherapie-Praxis ihre Tätigkeit so zu gestalten, dass sie genügend Pausen und Abwechs- lung in ihre Arbeit integrieren und so ihre Tätigkeit qualitativ anpassen könne (IV-Dok 30). 4.2 Diesen Standpunkt hat die RAD-Ärztin in ihrer Ste llungnahme vom 10. Januar 2018 weiterhin vertreten. An der Beurteilung von Prof. Dr. C.____ könne festgehalten werden. Der klinisch-radiologische Befund begründe eine qualitative Einschränkung einzig für schwere kör- perliche Arbeiten. Als selbständige Physiotherapeutin könn e die Versicherte ihre Arbeitsbedin- gungen viel flexibler gestalten und ihren eigenen Bedü rfnissen anpassen, als wenn sie bei- spielsweise in einem Spital angestellt wäre, wo sie sich ihre Klienten und ihre Arbeitszeiten nicht selbst aussuchen könne (IV-Dok 37). 4.3 In einem weiteren RAD-Bericht vom 9. April 2018 hielt die RAD-Ärztin Dr. B.____ fest, dass die Versicherte bezogen ausschliesslich auf die klinisch obj ektivierbaren Befunde in einer leichten bis gelegentlich mittelschweren, wechselbelaste nden und rückenadaptierten Tätigkeit ohne schweres Heben und Tragen sowie ohne Zwangshaltun gen der Wirbelsäule ganztags arbeitsfähig sei. Dies gelte auch für die Tätigkeit al s selbständige Physiotherapeutin, sofern dieses Verweisprofil qualitativ nicht überschritten werde und die Versicherte ihre Dienstleistun- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen in ihrer eigenen Praxis so ausrichte, dass sie nicht schw er heben und keine Zwangshaltun- gen der Wirbelsäule einnehmen müsse (Beilage 2 zur Vernehmlassung vom 17. Mai 2018). 4.4 In ihrer Stellungnahme vom 8. August 2018 hielt D r. B.____ an dieser Einschätzung im Wesentlichen fest. Sie räumte allerdings ein, dass sie zu den wirtschaftlichen Aspekten einer leidensbedingten Anpassung der Tätigkeit als selbständig e Physiotherapeutin keine Stellung nehmen könne. Die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführe rin, wonach sie nur noch im Um- fang von 50% zu arbeiten in der Lage sei, könne anha nd der objektiven Befunde nur dann nachvollzogen werden, wenn sie ausschliesslich Massagebehandlu ngen anbieten und dabei in vorgeneigter Zwangshaltung arbeiten würde. Bei einer rückenadaptierten Tätigkeit sei eine der- artige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit versicherungsme dizinisch hingegen nicht nachvoll- ziehbar (Einzelbeilage zur Duplik vom 16. August 2018). 4.5 Den Akten sind im Weiteren folgende medizinische Un terlagen von Relevanz zu ent- nehmen: 4.5.1 Gemäss Bericht von Prof. Dr. C.____ vom 28. Sep tember 2016 leide die Versicherte seit zwei Jahren unter konstant tief lumbalen Rückenschmer zen, welche muskulärer Natur sei- en und durch die muskuläre Dysbalance als Folge der LWS -Skoliose bedingt seien. Konsekutiv komme es zu einer Überlastung. Therapeutisch würden kons ervative Massnahmen mit Locke- rungs- und Dehnungsübungen sowie eine Kräftigung der Muskulatur in Betracht kommen. Eine operative Korrektur sei im jetzigen Zeitpunkt keinesfall s zu empfehlen. Es sei der Patientin ge- raten worden, ihre Physiotherapiepraxis entsprechend an zupassen und dafür zu sorgen, dass sie genügend Pausen und Abwechslung mit verschiedenen The rapiemassnahmen habe (IV- Dok 12, S. 10 f.). 4.5.2 Gemäss Arztbericht von Dr. med. E.____, FMH Inner e Medizin, zu Handen des Kran- kenversicherers der Versicherten vom 28. Juni 2017 leide di e Versicherte seit fünf Jahren an progredienten Beschwerden der Lendenwirbelsäule mit e inem zunehmenden Pausenbedarf während ihrer täglichen Tätigkeit und mit mehreren kleineren Arbeitsunterbrüchen für die Dauer von Tagen bis zwei Wochen. Seit dem Jahr 2014 bestehe e ine Arbeitsunfähigkeit zwischen 10 und 20%, seit 2015 eine solche zwischen 20 und 25%, se it 2016 eine solche zwischen 30 und 50% und seit Januar 2017 eine Arbeitsunfähigkeit in der bisher ausgeübten Tätigkeit von 50%. Eine andere, dem Krankheitsverlauf angepasste Alter nativ-Tätigkeit sei nicht möglich (IV- Dok 15, S. 2 f.). 4.5.3 Diese Angaben decken sich mit den Aussagen von Dr. E.____ in dessen Bericht vom 4. August 2017. Seit fünf Jahren würden progredient e, lumbovertebrale Schmerzen bestehen, welche zu wiederholten, ganztätigen Pausen insbesond ere während der Tagesarbeit geführt hätten. Mehr als 50% werde die Patientin nicht arbeiten können (IV-Dok 12). 4.5.4 Gemäss Bericht von Prof. Dr. C.____ vom 2. März 2 018 absolviere die Patientin selb- ständig ihre Übungen und versuche, sich rückengerecht zu v erhalten. Die Schmerzen seien jedoch progredient. Obwohl sie versuche, sich optimal d en Beschwerden anzupassen, sei die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Patientin bei ihrer Arbeit als Physiotherapeutin immer mehr eingeschränkt. Nach einer Stunde würden die Beschwerden massiv zunehmen, so dass die Patientin Pausen einlegen müsse und lediglich noch im Umfang von 50% leistungsfähig sei. Be dingt durch die Skoliose komme es zu einer muskulären Dysbalance. Eine Operationsindikation bestehe nicht. Die Arbeitsfähigkeit in der körperlichen Tätigkeit als Physiotherapeutin werde si ch operativ nicht verbessern. Die kon- servativen Therapiemassnahmen seien ausgeschöpft. Als The rapeutin kenne die Patientin das rückengerechte Verhalten selber bestens und mache auch re gelmässig selbständig ihre Übun- gen. Bei der Arbeit müsse sie jedoch häufig Tätigkeiten in vorgebeugter, teils gebückter Rü- ckenmuskulatur über ihren Patienten ausüben, was ihre ber eits kompensatorisch überlastete Rückenmuskulatur überfordere. Sie müsse deshalb häufig Pausen machen, was die Arbeitsleis- tung beeinträchtige. In der Gesamtschau der Befunde s ei sie in ihrer körperlichen Tätigkeit als Physiotherapeutin zu 50% arbeitsfähig (Beilage 3 zur B eschwerdebegründung vom 15. März 2018). 5.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass nicht auf die RAD-Beurteilung von Dr. B.____ abgestellt werden könne. Sie macht in diesem Zusam- menhang insbesondere geltend, dass deren Schlussfolgerungen widersprüchlich seien, weil die RAD-Ärztin gestützt auf den Bericht von Prof. Dr. C.___ _ vom 28. September 2016 einer- seits von der Notwendigkeit von Pausen ausgehe, gleichwoh l aber eine 100%-ige Arbeitsfähig- keit feststelle. Dieser Auffassung ist zuzustimmen. Die vo rliegenden RAD-Berichte von Dr. B.____ sind zweifelsohne als versicherungsinterne Abklärung en zu qualifizieren. Wie oben ausgeführt (oben, Erwägung 3.2), ist den im Rahmen d es Verwaltungsverfahrens eingeholten Beurteilungen versicherungsinterner Herkunft bei der Be weiswürdigung nur dann volle Beweis- kraft zuzuerkennen, sobald nicht auch schon geringe Zweifel gegen deren Zuverlässigkeit spre- chen. Solche Zweifel liegen hier allerdings vor. 5.2. Im vorliegenden Fall hat die RAD-Ärztin die Beschw erdeführerin nicht selbst unter- sucht. Bei der Beurteilung der gesundheitlichen Verhält nisse stützte sie sich vielmehr auf die Untersuchungsergebnisse von Prof. Dr. C.____ vom 28. Sep tember 2016. Entgegen der An- sicht der IV-Stelle kann gestützt auf diese Einschätzung aber nicht der Schluss gezogen wer- den, die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten T ätigkeit als Physiotherapeutin weiter- hin im Umfang von 100% arbeitsfähig. So hat sich Prof . Dr. C.____ in seinem Bericht vom 28. September 2016 in zeitlicher Hinsicht nicht zur Le istungsfähigkeit der Versicherten geäus- sert. Seiner Einschätzung, auf welche die RAD-Ärztin Be zug nimmt, ist in diesem Zusammen- hang lediglich die Empfehlung zu entnehmen, dass die V ersicherte genügend Pausen einlegen und auf eine Abwechslung ihrer Tätigkeit achten müsse. D araus kann nun aber nicht abgeleitet werden, dass sich die Versicherte bei ihrer selbständigen Tätigkeit so umorganisieren kann, dass sie nur noch körperlich leichtere Tätigkeiten ohne Zw angshaltungen vornehmen müsste. Die von der IV-Stelle gestützt auf die Stellungnahme ihres RAD vertretene, gegenteilige Auffas- sung ist nicht zielführend: Die Versicherte ist gehalten, ihre Tätigkeit so auszuüben, wie sie sie mit Blick auf die gesundheitlichen Beschwerden ihrer Pa tienten auszuüben gezwungen ist. Wie sie auch anlässlich der Parteiverhandlung überzeugend dar gelegt hat, kann die Beschwerde- führerin keinen Einfluss auf die Bedürfnisse ihrer Pati enten nehmen. Sie ist vielmehr gehalten, ihre Patienten gemäss den ärztlich vorgegebenen Verordn ungen zu behandeln. Diese Behand- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lungen lassen sich nicht nach Gutdünken ersetzen, andernfa lls die Versicherte ihre Patienten schlicht falsch behandeln würde. Damit aber ist es unreali stisch anzunehmen, dass sie je nach Schmerzzustand und Tagesform in der Lage wäre, die in Zwangshaltung vorzunehmenden Massagen kurzfristig einfach auszusetzen. Dies gilt umso m ehr, weil die grosse Mehrheit der von ihr erbrachten Behandlungen in Form von Massagen mi t körperlichem Einsatz am Patien- ten zu erfolgen haben, und ein Abtausch mit anderen P raxiskollegen nicht möglich ist (Protokoll Parteiverhandlung vom 6. Dezember 2018). Das von der IV-Stelle postulierte Verhalten würde im Gegenteil dazu führen, dass die Versicherte einen Tei l ihrer Kundschaft verlieren würde und es damit fraglich wäre, ob ihre Physiotherapiepraxis überhaupt noch ausgelastet wäre, wenn sie offensichtlich tragende Elemente ihrer Physiotherapiebe handlung nicht mehr anbieten würde. Da sich der ausgewiesene Pausenbedarf mithin nicht sicher stellen lässt, erweist sich die von der RAD-Ärztin postulierte 100%-ige Restarbeitsfähigkeit als selbständige Physiotherapeutin mithin als widersprüchlich. 5.3 In seinem Bericht vom 2. März 2018 ist der vom RAD f ür die Beurteilung der gesund- heitlichen Verhältnisse als massgebend zitierte Spezialist d avon ausgegangen, dass die kon- servativen Massnahmen bei progredienten Schmerzen ausgeschö pft sind (oben, Erwägung 4.5.4). Damit ist fraglich, ob mit der vom RAD postulierten Selbsttherapie mittlerweile überhaupt noch ein Plus an Leistungsfähigkeit gewonnen werden kan n. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Soweit die RAD-Ärztin in ihrer Stellungnahme vom 9. April 2018 weiterhin an ihrer ur- sprünglichen Einschätzung vom 27. Oktober 2017 festhält, ignoriert sie jedenfalls die von Prof. Dr. C.____ ausgewiesene Progredienz der gesundheitlich en Beschwerden und damit eine seit ihrer vorangehenden Einschätzung vom 27. Oktober 2017 offenbar eingetretene Verschlechte- rung der gesundheitlichen Verhältnisse. Angesichts der spe zialärztlichen Aussage, dass die Versicherte trotz des Versuchs, sich optimal ihren Beschwerd en anzupassen, bei ihrer Arbeit zunehmend eingeschränkt sei, widerspricht jedenfalls auch d er vom RAD vertretenen und von der Beschwerdegegnerin übernommenen Ansicht, die als F olge der LWS-Skoliose bedingte muskuläre Dysbalance lasse sich mit entsprechenden Übungen und Schonung kompensieren. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin bei dem ihr bekannten Beschwerdebild sich nicht mehr in spezialärztliche Behandlung begeben hat. Aufgrund ihrer Ausbildung zur Physio- therapeutin kennt sie alle Vorkehren, mit welchen sie ihre Muskulatur stärken und schmerzbe- dingte Haltungen – soweit überhaupt möglich und ums etzbar (oben, Erwägung 5.2) – vermei- den kann. Hierfür benötigt sie weder ärztliche noch ther apeutische Unterstützung, weshalb es ihr auch nicht zum Nachteil gereichen kann, dass sie sich n icht in vermehrte Behandlung von Prof. Dr. Schären begeben hat. 5.4 Aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlage n, insbesondere von Prof. Dr. C.____ vom 2. März 2018, bleibt unbeantwortet und da mit letztlich unklar, ob mit den empfoh- lenen therapeutischen Massnahmen überhaupt je wieder e in derart stabiler Gesundheitszu- stand erreicht werden kann, der es der Versicherten ermö glichen würde, ihre Tätigkeit als Phy- siotherapeutin weiterhin im Umfang von 100% auszuüben. Zumal die RAD-Ärztin die Versicher- te nicht selber untersucht hat, bestehen insoweit deu tliche Zweifel an den Schlussfolgerungen des RAD. Jedenfalls vermag die RAD-Ärztin mit Blick auf d ie von ihr herangezogenen Aussa- gen von Prof. Dr. C.____ nicht nachvollziehbar zu begrün den, weshalb eine vollständige Ar- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht beitsfähigkeit möglich sein soll. Es tritt hinzu, dass sich Prof. Dr. C.____ zu einer allfälligen Verweistätigkeit nicht geäussert hat. Klar ist in Anbetr acht der vorliegenden Aktenlage deshalb einzig, dass die Beschäftigung als Physiotherapeutin ohne die Möglichkeit, Patienten an Praxis- kolleginnen und -kollegen abzugeben, die ihrerseits die körperlich belastenden Massagebe- handlungen übernehmen könnten, bei dem ausgewiesenen Leiden der Beschwerdeführerin nicht optimal und deshalb infolge eines ausgewiesenen Pausenbedarfs auch nicht mehr vollum- fänglich möglich ist. Entgegen der von der RAD-Ärztin i n deren Stellungnahme vom 10. Januar 2018 vertretenen Auffassung (oben, Erwägung 4.2) gilt dies zweifelsohne – wenn nicht gar um- so mehr – auch für eine Tätigkeit als Physiotherapeutin im Angestelltenverhältnis. Auf die Ein- schätzung des RAD, wonach in einer leidensangepassten Tät igkeit von einer vollständigen Leistungsfähigkeit auszugehen sei, kann bei dieser Akten lage jedenfalls nicht abgestellt wer- den. Daran können die übrigen medizinischen Unterlagen nichts ändern. Auch der Bericht von Dr. E.____ vom 4. August 2017 bringt keinen Erkenntnisgewinn. Der Hausarzt der Versicherten vermag einzig zu wiederholen, was ihm seine Patientin a ngibt. Seine eigene Einschätzung, dass die Versicherte nicht mehr als 50% arbeiten könne, b leibt letztlich aber ebenfalls unbe- gründet. 5.5 Zusammenfassend greift die Betrachtungsweise des RA D deutlich zu kurz. In Anbe- tracht der dargelegten Unzulänglichkeiten bestehen ausserdem gewichtige Zweifel an der durch den RAD vorgenommenen Beurteilung des Gesundheitszustand es und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten. Weder die im Zentrum stehende RAD-Beurteilung vom 27. Oktober 2017 noch die übrigen medizinischen Akten lassen dabei eine zuverlässige B eurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit zu. Mangels einer zuverlässigen verwaltungsexternen Einschätzung bei kontroverser Aktenlage erweist sich der medizinische Sachverhalt als ungenügend abgeklärt. Die Angelegenheit bedarf demnach zusätzlicher Abklärungen. Bei diesem Ergebnis kan n an sich vorerst auch offen blei- ben, wie es sich hinsichtlich der ökonomischen Auswirkungen der verbleibenden Arbeitsfähig- keit der Beschwerdeführerin verhält. Nichts desto trotz ist aufgrund der anlässlich der Parteiver- handlung gewonnenen Aussagen bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass die Versi- cherte im Gesundheitsfall ein 100%-Pensum ausüben würde. Die bis anhin in den Akten in die- sem Zusammenhang teils unklar gebliebenen Verhältnisse – insbesondere die Frage, ob nicht allenfalls von einem nur hälftigen Pensum im Gesundhe itsfall auszugehen gewesen wäre (IV- Anmeldung, IV-Dok 1) – sind diesbezüglich mithin bere its heute als geklärt zu betrachten. 5.6 Im Entscheid 137 V 210 ff. hat das Bundesgericht die bisherige ständige Rechtspre- chung, wonach das kantonale Gericht prinzipiell die frei e Wahl hatte, bei festgestellter Abklä- rungsbedürftigkeit die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen oder aber selber zur Herstellung der Spruchreife zu schreiten, geändert. Es h at erkannt, dass die Beschwer- deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten einzuhole n hat und eine Rückweisung an die IV- Stelle nur noch in Ausnahmefällen erfolgen soll. Da es Aufgabe der Verwaltung und nicht der Beschwerdeinstanz ist, für eine erstmalige vollständige Erhebung des massgebenden Sachver- haltes besorgt zu sein, liegt ein solcher Ausnahmefall namentlich dann vor, wenn ein relevanter Aspekt des medizinischen Sachverhaltes durch die Verwaltun g nicht rechtsgenügend abgeklärt worden ist. Gleiches gilt, wenn sich die Verwaltung auf Unterlagen stützt, welche die medizini- sche Situation der versicherten Person nur unzureichend wiedergeben. Beide Punkte sind nach Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem vorstehend Gesagten auch hier gegeben. Somit aber ist eine Rückweisung an die IV-Stelle vorzunehmen. Die angefochtene Verfügung vom 12. Februar 2018 ist deshalb aufzuheben und die Angelegenheit ist an die IV-Stelle zurückzuweisen. Di ese wird den aktuellen Gesundheits- zustand und die Frage der (Rest-) Arbeitsfähigkeit der Versicherten innert nützlicher Frist durch ein externes Gutachten abklären zu lassen haben. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Aktener- gänzung wird die IV-Stelle anschliessend über den Rent enanspruch der Beschwerdeführerin erneut zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 6.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beur- teilung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Par- tei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als u nterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2; BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass den Vorinstanzen gemäss § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO (in der noch bis Ende 2018 geltenden Fassung) keine Verfahrenskosten aufe rlegt werden. Aufgrund dieser Be- stimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterlie gens nicht für die Verfahrenskosten auf- zukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden P rozess keine Verfahrenskosten er- hoben werden und der geleistete Kostenvorschuss in der Hö he von Fr. 800.— an die Be- schwerdeführerin zurück zu erstatten ist. 6.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der en Rechtsvertreter hat in seiner Ho- norarnote vom 30. Oktober 2018 für das vorliegende V erfahren einen Zeitaufwand von 16,1 Stunden geltend gemacht, was sich angesichts des dopp elten Schriftenwechsels und der sich dabei stellenden Sach- und Rechtsfragen als angemess en erweist. Zuzüglich zwei Stun- den zusätzlichen Aufwand für die Parteiverhandlung vom 6. Dezember 2018 sind diese Bemü- hungen zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.— zu entschädigen. Nicht zu beanstan- den sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen A uslagen von Fr. 320.90. Der Be- schwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5‘219.05 (18,1 Stunden à Fr. 250.— sowie Auslagen von Fr. 320.9 0 zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 7. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumache nden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung vom 12. Februar 2018 aufgehoben und die An gelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu m Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landscha ft zurückge- wiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 800.— zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdef ührer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 5‘219.05 (inkl. Ausla gen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.