Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. Januar 2022 (720 21 54 / 07) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente; Würdigung der Arztberichte Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Markus Schmid, Rechtsanwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1966 geborene A.____ meldete sich am 6. Juli 2 016 unter Verweis auf Gelenk- schmerzen am linken Fuss bei der Eidgenössischen Invalidenversi cherung (IV) zum Leistungs- bezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, erwerblichen und haushälterischen Verhältnisse erliess die IV-Stelle am 17. August 2018 einen Vorbesch eid, mit welchem die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt wurde. Nachdem dagegen Einwand erhoben hatte, gab Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht die IV-Stelle ein bidisziplinäres rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten in Auftrag. Unter an- derem gestützt auf dieses Gutachten sprach die IV-Stell e der Versicherten mit Verfügung vom 7. Januar 2021 ab 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017 eine Dreiviertelsrente zu. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Ma rkus Schmid, mit Schreiben vom 9. Februar 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-La ndschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin über den 31. Juli 2017 hin- aus bis Ende Dezember 2018 mindestens eine Viertelsrente, vom 1. Januar bis 30. Januar 2018 mindestens eine halbe Invalidenrente und ab 1. Juli 2 018 mindestens eine Viertelsrente basie- rend auf einem IV-Grad von mindestens 43 % auszurichten. Eventualiter seien vom angerufenen Gericht bei den Gutachtern Dres. B.____ und C.____ ergänzende Auskünfte betreffend den Ver- lauf der Arbeitsfähigkeit seit Mai 2017 sowie betreffend die Beurteilung der gesamten Arbeitsfä- higkeit in einer angepassten Tätigkeit einzuholen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 21. April 2021 schloss d ie IV-Stelle unter Beilage einer Stellungnahme von Dr. B.____ vom 16. März 2021 auf Abweisung der Beschwerde. D. Mit Replik vom 22. Juli 2021 hielt die Beschwerdefü hrerin an ihren Rechtsbegehren ge- mäss Beschwerde vom 9. Februar 2021 fest. E. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Duplik vom 17. August 2021 weiterhin die Ab- weisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes ü ber die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrige n form- und fristgerecht eingereichte – Beschwerde der Versicherten vom 9. Februar 2021 ist demnach einzutreten. 1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. D ie vorliegend angefochtene Verfügung erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen d es IVG und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. De- zember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden j eweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 2. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die I V-Stelle der Beschwerdeführerin zu Recht vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017 eine Dreiviertelsre nte zugesprochen und weitergehende Leistungsbegehren abgewiesen hat. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre Er- werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können; b. während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nac h dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine g anze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutb are Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück- sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltend e somatoforme Schmerzstö- rung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden (vg l. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (B GE 143 V 409, 143 V 418), sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichti- gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät- zen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4-3.6 und 4.1). Gemäss altem Verfahrensstandard (z.B. BGE 130 V 352) eingeholte Gutachten verlieren nicht per se i hren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen s pezifischen Gegebenheiten und den er- hobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abste llen auf die vorhandenen Beweis- grundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8). 2.4. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie a uch der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (BGE 126 V 353 E. 5b; Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2015, 8C_431/2015, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut- bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be- ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor- den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schät zungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werd en kann, wird für die Bemessung der In- validität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Dies ist die spezifische Methode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 15 E. 3.2). 3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig si nd oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich t ätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der IV-Grad entsprechend der Behinderung in bei- den Bereichen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung). Ist bei diesen Ver- sicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesund- heitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die I nvaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invali- denversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961 in der bis Ende 2017 geltende Fassung). Mit der am 1. Dezember 2017 beschlossenen Änderung der IVV und der dazu ergangenen Übergangsbe- stimmung, in Kraft ab 1. Januar 2018 (vgl. AS 2017 75 81 f.), wird für Teilerwerbstätige, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich Haushalt betätigen, ein neu es Berechnungsmodell statuiert (Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV). Dieses sieht neuerdings vor, dass für die Ermittlung des Invaliditätsgrads Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht in Bezug auf die Erwerbsfähigkeit für das Valideneinkommen nicht mehr auf das Einkommen aus einem Teilzeitpensum abgestellt, sondern das entsprechende Einkommen auf eine hypothetische Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV). Die so berechnete prozentu- ale Erwerbseinbusse wird sodann weiterhin anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (lit. b). Nach der dazu ergangenen Über- gangsbestimmung Ziff. II Abs. 1 ist für die im Zeitpu nkt des Inkrafttretens der Änderung vom 1. Dezember 2017 laufenden Dreiviertelsrenten, halben Renten und Viertelsrenten, die in Anwen- dung der gemischten Methode zugesprochen wurden, innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Änderung eine Revision einzuleiten. Eine allfällige Erhöhung der Rente kann demnach erst auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung erfolgen. Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV hingegen bereits auf zuvor zuzusprechende Renten anzuwenden, li efe im Ergebnis auf eine Anwendung noch nicht in Kraft stehenden Rechts hinaus, was einer unzulässigen positiven Vorwirkung gleich- käme (vgl. dazu BGE 129 V 455 E. 3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18. Dezem- ber 2017, 9C_553/2017, E. 6.2). 4. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitwe ilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti gung bestünde. Diese Frage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 7. Ja- nuar 2021) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall aus- geübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicher ungsrecht übliche Beweisgrad der über- wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 15 E. 3.1 mit Hinweisen). Massgebend ist die gesamte persönliche, familiäre, berufliche und soziale Situation. Ein starkes Indiz ist dabei die Tätigkeit, welche bei Eintritt der invalidisierenden gesundheitlichen Beeinträchtigung tatsäch- lich – und unter Umständen seit längerer Zeit – ausgeüb t wurde (BGE 137 V 334 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2017, 9C_201/2017, E. 4.1). 4.1 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten nach der gemischten Methode bemessen. Dabei hat sie bei der Festlegung de r Anteile der Erwerbstätigkeit und der Haushalttätigkeit auf die im “Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit“ vom 21. Juni 2018 wiedergegebenen Angaben der Versicherten abgestellt, wonach diese ohne gesundheitliche Be- einträchtigungen weiterhin in einem Pensum von 20,50 Stunden pro Woche (bei einer branchen- üblichen Wochenarbeitszeit von 41 Stunden) einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Gestützt auf diese Aussage der Versicherten hat die IV-Stelle den Anteil der Erwerbstä- tigkeit und jenen der Haushalttätigkeit entsprechend auf je 50 % festgesetzt. 4.2 Die Beschwerdeführerin bringt nun vor, dass sie bei guter Gesundheit vollzeitlich arbeits- tätig wäre. Als Begründung führt sie im Wesentlichen an, dass ihr jüngster Sohn ab Juli 2018 ein Praktikum in einer Kita begonnen habe und seither über Mittag nicht mehr nach Hause komme, um das Mittagessen einzunehmen. Die Beschwerdeführerin ha be somit tagsüber keinerlei Be- treuungsdienste für die Familie mehr zu verrichten. Auch als Grossmutter müsse sie keine Be- treuung ihres Enkelkindes übernehmen. Der Ehemann verf üge über ein bescheidenes Einkom- men. Es sei somit plausibel, dass die Ehegatten ihr Einkommen durch eine vollzeitliche Tätigkeit Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beschwerdeführerin aufbessern und beginnen möchten, Rücklagen zu tätigen. Mit dem Be- ginn der Lehre des jüngsten Kindes sei erstmals der Ze itpunkt gekommen, in welchem die Be- schwerdeführerin einer vollschichtigen Erwerbstätigkeit nachgehen möchte. 4.3 Die Beschwerdeführerin nennt den Zeitpunkt des Prakt ikumsbeginns ihres jüngsten Sohnes im Juli 2018 als veränderndes Ereignis, welches da zu geführt haben soll, dass sie ihr Arbeitspensum auf 100 % erhöht hätte. Dieser Verände rung war sich die Beschwerdeführerin jedoch anlässlich der Haushaltsabklärung vom 12. Juni 2018 bzw. der Unterzeichnung des Fra- gebogens zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit am 21. Juni 2018 bereits bewusst. Dennoch hat sie damals ausgesagt, dass sie bei guter Gesundheit wie bisher in einem 50 %-Pensum tätig wäre. Es ist dabei zu berücksichtigen, dass zu den Erziehungs- und Betreuungsaufgaben nicht nur das Zubereiten des Mittagessens – was mit dem Praktikumsbeginn weggefallen ist –, sondern diverse andere Verrichtungen wie Putzen, Einkaufen, Waschen und die Betreuung von Angehörigen ge- hören. Auch im letzten Sekundarschuljahr stehende Kinder sind oft vor- und nachmittags ausser Haus. Der Betreuungsaufwand wird nicht wesentlich kleiner, weil das Kind statt in eine weiterfüh- rende Schule zu gehen, eine Lehre beginnt. Daher ist auch mit dem Praktikumsbeginn bzw. mit dem Eintritt in die Lehre nicht von wesentlich verände rten Umständen auszugehen. Aber auch die weiteren persönlichen, familiären, sozialen und erw erblichen Verhältnisse haben sich nicht verändert. So ist der Lohn des in einem Vollpensum angestellten Ehemanns unverändert geblie- ben. Zwar ist das nun nachträglich vorgebrachte Argument der Beschwerdeführerin, es sei plau- sibel, dass die Ehegatten ihr Einkommen nun durch eine vollzeitliche Tätigkeit der Beschwerde- führerin aufbessern und Rücklagen tätigen möchten, nachv ollziehbar. Daraus können jedoch keine veränderten Verhältnisse abgeleitet werden. Zudem waren auch diese Umstände der Be- schwerdeführerin bekannt, als sie unterschriftlich bestätigt hat, dass sie bei guter Gesundheit wie bis anhin in einem 50 %-Pensum arbeiten würde. Anzufügen bleibt, dass die von der Beschwer- deführerin angeführte eheschutzrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts, wonach Müttern oder Vätern, welche die Kinder hauptsächlich betreuen, nach dem 16. Geburtstag des jüngsten Kindes ein 100 %-Arbeitspensum zuzumuten sei, vorliege nd nicht relevant ist und auch daraus nicht abgeleitet werden kann, dass die Beschwerdeführerin nun in einem höheren Pensum arbei- ten würde. Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin zu Recht als teilweise erwerbs- tätig eingestuft und den Anteil der Erwerbstätigkeit und jenen der Haushalttätigkeit auf je 50 % festgesetzt. 4.4 Die Ergebnisse der Haushaltsabklärung an sich werden von der Versicherten in ihrer Beschwerde nicht in Frage gestellt. Die Akten liefern ebenfalls keine Anhaltspunkte dafür, dass die Abklärungsperson die Aufgabenbereiche falsch gewichtet, die Angaben der Versicherten un- zureichend berücksichtigt, oder die in den einzelnen Ber eichen bestehenden Einschränkungen nicht korrekt beschrieben und bewertet hätte. Es lässt sich vielmehr festhalten, dass sich der Berichtstext als plausibel, begründet und angemessen det ailliert bezüglich der einzelnen Ein- schränkungen erweist und dass er in Übereinstimmung mit d en an Ort und Stelle erhobenen Angaben der Versicherten steht. Dem Abklärungsbericht ko mmt deshalb voller Beweiswert zu. Somit ist die IV-Stelle zu Recht von einer Einschränkung im Haushalt von 21,20 % ausgegangen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträch- tigungen arbeitsunfähig ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge- mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa- rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinisch e These abstellt. Hinsichtlich des Be- weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, o b dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). 5.3.1 So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens e ingeholten Gutachten externer Spe- zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen so- wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi- gen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung voll e Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exp ertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesger ichts vom 6. März 2019, 9C_609/2018, E. 3.2.2). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.2 Zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit d er Berichte und Gutachten versiche- rungsinterner Fachpersonen wird der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf man gelnde Objektivität und Befangen- heit schliessen lässt (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Diesen Berichten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG ( in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung) eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7). 5.3.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten d arf und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver- trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedi- zinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4; U rteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder G erichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslau- tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben F älle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 6. Zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts liegen im Wesentlichen die folgenden ärztlichen Unterlagen vor: 6.1 Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens am 9. Dezem ber 2019 erstattete bidiszipli- näre rheumatolologisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Rheumatologie und FMH Innere Medizin, und Dr. med. C.____, FMH Psychiatri e und Psychotherapie, hält interdis- ziplinär folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: − rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte d epressive Episode (ICD-10 F33.0) − anhaltende Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen (ICD-10 F45.41) − Wide Spread Pain Syndrom / Fibromyalgie (ICD-10 M79 .7). Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit wir d aus psychiatrischer Sicht ausgeführt, dass unter Berücksichtigung aller Indikatoren, so die funktion ellen Einschränkungen, der Verlauf, die Befunde in ihrer Ausprägung, die Beeinträchtigung der innerpsychischen Ressourcen bei guten sozialen Ressourcen und die Angaben der Explorandin selb st, die Explorandin derzeit 60 % ar- beitsfähig sei, bezogen auf ein 100 %-Pensum. Aus som atischer Sicht wird festgehalten, dass die bisherige Tätigkeit als Mitarbeiterin im Verkauf und an der Kasse in einem Pensum zu 80 % ausgeführt werden könne. Dabei sei dominant eine Tä tigkeit an der Kasse durchzuführen und somit eine leichte Einschränkung der qualitativen Arbeitsfähigkeit aufgrund der nur biomechani- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen Einschränkungen zu Beginn der Arbeitstätigkeit. D iese würde im Verlauf des Arbeitsbe- ginns gesteigert werden können bei gleichzeitiger Inte nsivierung der trainingstherapeutischen Massnahmen. Es sei zu erwarten, dass Mitte 2020 eine 8 0%ige Arbeitsfähigkeit in der ange- stammten Tätigkeit wiederum erreicht werden könne. Die aktuell 20%ige Einschränkung quanti- tativ beziehe sich auf die Fibromyalgie-Symptomatik, welche in Kombination mit dem psychischen Beschwerdebild stehe. Aus rein rheumatologischer Sicht wäre hier keine Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit zu attestieren, da eine milde Ausprägung vorliege. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit wird aus psychiatrischer Sicht festgehalten, die Explorandin könne sich aufgrund ihrer Gesundheitsschädigung nicht an stark schwankende Arbeitsbedingungen, Leistungsdruck, Überzeitanforderung und Stress anpassen. Ei ne Schichtarbeit müsse aufgrund der affektiven Störung vermieden werden. Eine Tätigkeit müsste den körperlichen Beschwerden entsprechend angepasst sein. Der Wunsch der Explorandin wäre, in diesem Bereich als Näherin oder Kassiererin zu arbeiten. Die Explorandin sei in angepasster Tätigkeit 60 % arbeitsfähig. Aus somatischer Sicht wird ausgeführt, eine ideal angepasste Tätigkeit umfasse von aktuell bis Mitte 2020 eine leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeit unter Wechselbelastung vorwiegend sitzend. Idealerweise werde diese im angestammten Beruf als Kassiererin und Verkäuferin aus- geübt. Gemäss der Versicherten sollte dies auch möglich sein, obwohl sie ein geringeres Arbeits- pensum als 80 % als besser empfände. Das Problem, welch es von Seiten der Versicherten ge- schildert werde, sei die Vermittelbarkeit in eine reine Kassenarbeitstätigkeit. Hier seien somit die Integrationsmassnahmen auf eine stufenweise Wiedereing liederung mit primär sitzender Tätig- keit in leichter Arbeit zu erwägen. Diese könne auch eine Näharbeit oder Schneiderarbeiten be- inhalten. Solche Tätigkeiten würden auch als Hobby so gepflegt und hier bestehe eine gute Vor- bildung mit Diplom. Dadurch könne auch ein Übergang ge schaffen werden in die Verkaufstätig- keit an der Kasse sowie auch in der Rayon-Bedienung. Ei ne Traglimite gebe es aufgrund der Veränderungen im Rücken sowie der myofaszialen Beschwerden für eine leichte bis mittel- schwere Tätigkeit nicht und somit könne ein Gewicht von 11 kg auch repetitiv getragen werden. Aus gesamtmedizinischer Sicht wird festgehalten, die Arbeitsfähigkeit werde massgeblich durch die psychiatrische Beurteilung bestimmt. Die Einschränkunge n durch die Fibromyalgiesympto- matik könne integral in der somatoformen Schmerzkrankheit beurteilt gesehen werden. In Bezug auf abweichende Beurteilungen des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit wird ausge- führt, aus orthopädischer und rheumatologischer Sicht wü rden keine abweichenden Beurteilun- gen bestehen. Dr. B.____ hält fest, die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit, welche vom Hausarzt so attestiert worden sei, sehe er als integrale Beurteil ung bei körperlichen und psychischen Be- schwerden, welche sich gegenseitig negativ beeinflussen wü rden. Diese sollten kritisch ausei- nanderdividiert werden und würden zeigen, dass die somatischen Beschwerden grundsätzlich in den Hintergrund treten und überlagert werden durch die psychischen Beschwerden. 6.2 Mit Bericht vom 8. Januar 2020 nimmt Dr. med. D._ ___, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), zum Gutachten der Dres. C.____ und B.____ Stellung. Gesamtmedizinisch überwiege die psychiatrisch begründete Arbeitsunfä- higkeit von 40 % in jeglicher Tätigkeit, da rheumatol ogisch in einer körperlich angepassten Ver- weistätigkeit lediglich eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund myofaszialer Befunde attestiert werden könne. Somatisch lasse sich die Arbeitsfähigkeit i n einer Verweistätigkeit nach adäqua- tem Training im weiteren Verlauf auf 100 % steigern . Ausschlaggebend bzw. iv-relevant sei die Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit, welche jedoch durch eine geeignete fachpsychiatri- sche Behandlung reduziert werden könne. Anders als im Gutachten von Dr. B.____ sehe sie die angestammte Tätigkeit nicht als Verweistätigkeit an und gehe daher abweichend vom Gutachten von Dr. B.____ und abstützend auf die Angaben der Versi cherten davon aus, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit körperlich anspruchsvoll gewesen sei. Nur unter der Annahme, dass die Ver- sicherte im Supermarkt ausschliesslich die Kasse hätte bedienen müssen, was jedoch nicht der Fall gewesen sei, wäre die gutachterlich attestierte 8 0%ige Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Kassiererin bei E.____ plausibel nachvollziehbar. Auf das Gutachten könne ansonsten abgestellt werden. 6.3 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens hat die Beschwerd egegnerin eine Rückfrage an die Gutachter insbesondere zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit getätigt. Dr. B.____ hat mit Schrei- ben vom 16. März 2021 Stellung genommen. Im Wesentli chen hält er fest, dass bereits im Mai 2017 eine die somatischen Beschwerden überlagernde somatoforme Schmerzkrankheit vorhan- den gewesen sei, wie sie im psychiatrischen Gutachten beurt eilt worden sei. Die vom Hausarzt bestätigte Arbeitsfähigkeit von 50 % ab Mai 2017 habe sich zudem auf die angestammte Tätigkeit und nicht auf eine Verweistätigkeit bezogen. Für eine signifikante und arbeitsrelevante massive Beeinträchtigung der Belastbarkeit aus somatischer Sicht im Sommer 2018 würde eine entspre- chende orthopädische oder bewegungsapparatemedizinische Nach-beurteilung fehlen. 7. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verf ügung vom 7. Januar 2021 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähi gkeit der Versicherten auf die Ergeb- nisse, zu denen die Gutachter Dres. C.____ und B.____ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 9. Dezember 2019 gelangten. Sie ging dementsprechend davon aus, dass nach Ablauf des War- tejahres im Januar 2017 zunächst – aufgrund der Operat ion am 6. Dezember 2016 – eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 30. April 2017 und ab 1. Mai 2017 eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit bestand. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3.1 hiervo r), ist den im Rahmen des Verwaltungs- verfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehen- der Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und B.____ vom 9. Dezember 2019 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, es ber uht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kennt nis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhä nge bzw. der Beurteilung der me- dizinischen Situation ein und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Ebenso setzt es sich ausreichend mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander. Damit ist die IV-Stelle Ihrer Pflicht, den massgeblichen medizinischen Sachverhalt von Amtes wegen im Verwaltungsverfahren abzuklären, nachgekommen (Art. 43 Abs. 1 ATSG; Urteil des Bundesge- richts vom 16. Dezember 2014, 8C_284/2011, E. 5.2.1). Gestützt auf diese Ausführungen ist Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht festzuhalten, dass die von der Beschwerdegegnerin im Ve rlauf des Beschwerdeverfahrens ein- geholte Stellungnahme von Dr. B.____ vom 16. März 202 1 nicht erforderlich war. Wie die Be- schwerdeführerin in ihrer Replik zu Recht festhält, ist die Einholung dieser Stellungnahme klarer- weise unter Verletzung des rechtlichen Gehörs erfolgt. Mit der Beschwerdegegnerin ist aber auch anzumerken, dass diese Gehörsverletzung geheilt wurde, da die Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens dazu Stellung nehmen konnte. Wi e bereits bemerkt, war die Einho- lung der Stellungnahme von Dr. B.____ jedoch gar nicht notwendig, da bereits aufgrund des Gut- achtens vom 9. Dezember 2019 der medizinische Sachverhalt als erstellt gelten kann. Es kann folglich auf die Ergebnisse dieses Gutachtens abgestellt werden. 8.1 Die Beschwerdeführerin bringt gegen das Gutachten einerseits vor, die Gutachter seien entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ab 1. Mai 2017 nicht von einer Arbeitsfähig- keit von 60 % in einer Verweistätigkeit ausgegangen. Vielmehr hätten die Gutachter für den Ver- lauf der Arbeitsfähigkeit auf die Beurteilung des Hausarztes Dr. med. F.____ abgestellt, welcher von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistä tigkeit ausgegangen sei. Zudem seien die somatischen Leiden gemäss Gutachten nicht irrelevant, sondern in Kombination mit dem psychi- schen Schmerzleiden zu erblicken. Es werde aber im Gutacht en nicht klar kommuniziert, wie hoch die Arbeitsfähigkeit sei. Es müsse davon ausgega ngen werden, dass die Gutachter dem Hausarzt nicht nur punkto Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der Vergangenheit zugestimmt hätten, sondern insgesamt von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Da sich die körperli- chen und psychischen Beschwerden negativ beeinflussen würden, sei zu der aus psychiatrischer Sicht 60%igen Arbeitsfähigkeit eine um 10 % erhöhte Arbeitsunfähigkeit aufgrund der somati- schen Leiden anzurechnen, stimmig mit der vom Hausarzt attestierten 50%igen Arbeitsfähigkeit. Diese Vorbringen der Beschwerdeführerin überzeugen nicht. 8.1.1 Die psychiatrische Gutachterin leitet die funktion ellen Einschränkungen einleuchtend her. Sie folgert, dass von einer negativen Wechselwirkung der anhaltenden Schmerzstörung und der depressiven Störung ausgegangen werden müsse. Die Coping-Mechanismen im Umgang mit den Schmerzen würden von der aktuellen Situation durch die Teilarbeitsunfähigkeit und die Ar- beitslosigkeit negativ beeinflusst. Es könne vermutet werden, dass die Explorandin aktuell nicht depressiv geworden wäre, wenn sie nicht an chronischen Sch merzen leiden würde. Die Explo- randin habe bereits mehrfach depressive Episoden nach b elastenden Ereignissen entwickelt. Diese Aussage der Gutachterin wird auch dadurch bestätigt, dass die psychischen Probleme der Beschwerdeführerin erst im Einwandverfahren vorgebracht wurden, während sie in ihrer Anmel- dung an die IV lediglich somatische Beschwerden angege ben hatte. Die Gutachterin hält weiter fest, dass davon ausgegangen werden könne, dass die Einschätz ung einer 60%igen Arbeitsfä- higkeit aus psychiatrischer Sicht seit dem Unfall gelte. Sie verweist gleichzeitig darauf, dass die Aufnahme einer integrierten, psychiatrisch-psychotherapeut ischen Behandlung inklusive einer pharmakotherapeutischen, antidepressiven schlafanstossenden und schmerzmodulierenden Me- dikation dringend erforderlich sei. Unter entsprechender Behandlung könne medizinisch-theore- tisch innerhalb von zwei Jahren eine 100%ige Arbeitsfäh igkeit wiedererlangt werden. Eine Re- mission der depressiven Episode sei genauso zu erwarten w ie das Erlernen von Skills und Co- ping-Mechanismen im Umgang mit möglicherweise weiterhin persistierenden chronischen Schmerzen, so dass sich diese im späteren Verlauf aus rein psychiatrischer Sicht nicht mehr Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirken sollten. Zwar müsse aufgrund der rezidivieren- den depressiven Störung mit schon früheren Phasen, in de nen die Explorandin auf belastende Lebensumstände depressiv bis hin mit Suizidgedanken reagiert habe, auch künftig eine gewisse Labilität der Persönlichkeit und der innerpsychischen R essourcen angenommen werden, doch stelle die im psychiatrischen Untersuchungsgespräch festgeste llte Introspektionsfähigkeit eine Ressource zur langfristigen Stabilisierung des psychischen Zustandes dar. 8.1.2 Der rheumatologische Gutachter seinerseits bezei chnet den Gesundheitszustand seit dem Unfall als gebessert. Der funktionelle Schweregrad der Gesundheitsstörung sei bezüglich den beiden Füssen als leicht zu nennen. Es bestehe eine statisch-dynamische Instabilität im Fussbereich beidseits, linksbetont, bei Senk- und Knickfussste llung, wobei auf der linken Seite eine Kompromittierung durch das Supinationstrauma und die nachfolgende Operation entstanden sei. Die aktuelle Fähigkeit einer aktiven Fussstabilisieru ng mittels Peroneal- und Tibialis-poste- rior-Sehne sowie Tibialis-anterior in der Achsenkontrolle sei insuffizient und könne optimiert wer- den durch trainingstherapeutische Massnahmen. Bei einer idealen Aufteilung der Arbeit sitzend, stehend und gehend nehme diese Beeinträchtigung keine relevanten Formen an. Die myofaszi- alen Beschwerden seien behandlungsfähig, die degenera tiven Veränderungen im Bereich der LWS seien im 10-Jahresverlauf stabil und als leicht anz usehen. Bezüglich der Fussfunktion be- stehe eine ruhige Situation. 8.1.3 Das Gutachten setzt sich in der Konsensbeurteilung ausdrücklich mit der abweichenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Hausarzt auseinander. Es weist daraufhin, dass an- ders als vom Hausarzt beurteilt, die körperlichen und p sychischen Beschwerden nicht integral beurteilt, sondern kritisch auseinanderdividiert werden müssten. Dadurch erscheint nachvollzieh- bar, dass die somatischen Beschwerden in den Hintergrun d treten und durch die psychischen Einschränkungen überlagert werden. Die Prognose bezüglich Fussstatik, Lendenwirbelsäule so- wie Beckenregion sei als gut zu werten und insgesamt wü rden auch funktionell gute Vorausset- zungen für eine verbesserte Statik sowie Haltungs- und B ewegungskontrollfunktion bestehen. Die Explorandin müsse jedoch die aktuelle Passivität und S elbstlimitierung aufgrund der Angst vor Schmerzen überwinden. Der rheumatologische Gutacht er hält auch ausdrücklich fest, dass sich die 20%ige Einschränkung aus rheumatologischer Sicht einzig auf die Fibromyalgie beziehe, die in Kombination mit dem psychischen Beschwerdebild stehe. Aus rein rheumatologischer Sicht sei keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren, da eine milde Ausprägung vorliege. Entsprechend sei die Fibromyalgie-Symptomatik in die psychische Situation einzubeziehen. Ge- samtmedizinisch wird festgehalten, dass die Arbeitsfähigke it massgeblich durch die psychiatri- sche Beurteilung bestimmt wird. Die Psychiaterin hält – wie bereits ausgeführt – eine 60%ige Arbeitsfähigkeit seit dem Unfall fest, während der rheumatologische Gutachter eine 20%ige Ein- schränkung aufgrund der Fibromyalgie angibt, welche aber in die psychische Situation einzube- ziehen sei. Es kann folglich entgegen der Auffassung d er Beschwerdeführerin nicht davon aus- gegangen werden, dass sich die Gutachter der Auffassung des Hausarztes bezüglich einer 50%i- gen Arbeitsfähigkeit angeschlossen haben. Des Weiteren ist der Beschwerdeführerin zwar zuzu- stimmen, dass der Gutachter Dr. B.____ nicht explizit zu m Verlauf der Arbeitsfähigkeit Stellung genommen hat. Im rheumatologischen Teilgutachten wird die Beschwerdeführerin gestützt auf Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht die echtzeitlichen Arztberichte für die Phase vom 5. Dezember 2016 bis 30. April 2017 (postope- rativ) als zu 0 % arbeitsunfähig (recte arbeitsfähig), danach bis 31. Januar 2018 als zu 50 % und ab 1. Februar 2018 zu 100 % arbeitsfähig bezeichnet. Dabei ist davon auszugehen, dass sich diese Beurteilungen auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit beziehen. Dr. B.____ legt dar, dass auf die Einschätzung des Hausarztes in Bezug auf die 50%ige Arbeitsfähigkeit nicht abgestellt werden kann, sondern die psychiatrische E inschätzung der 60%igen Arbeitsfä- higkeit zu berücksichtigen sei. Gestützt auf diese Ausführungen ergibt sich, dass nach der OSG-Arthroskopie vom 7. Dezember 2016 bis 30. April 2017 von einer 100%igen und ab 1. Mai 2017, also beinahe fünf Monate nach der Operation, interdisziplinär von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit auszu- gehen ist. 8.2 An dieser Beurteilung ändert auch nichts, dass die RA D-Ärztin Dr. D.____ im Gegensatz zu Dr. B.____ festhält, dass die bisherige Tätigkeit nicht als angepasste Tätigkeit zu bewerten sei. Diesbezüglich scheint Dr. B.____ davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre bis- herige Tätigkeit ausschliesslich an der Kasse ausüben könne , während Dr. D.____ der Ansicht ist, dass die bisherige Tätigkeit auch schwere Arbeiten umfasse und deshalb keine angepasste Tätigkeit darstelle. Diese Differenz ist insofern unerheblich, als sowohl die Gutachter als auch Dr. D.____ jedenfalls eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in ei ner angepassten Tätigkeit als zumutbar er- achten. 8.3 Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass Dr. B.____ in seiner Stellungnahme vom 16. März 2021 verdeutlicht, dass bereits im Mai 2017 ein e die somatischen Beschwerden über- lagernde somatoforme Schmerzkrankheit vorhanden gewesen se i, wie sie im psychiatrischen Gutachten beurteilt worden sei. Die vom Hausarzt bestät igte Arbeitsfähigkeit von 50 % ab Mai 2017 habe sich auf die angestammte Tätigkeit bezogen. Der Gutachter äussert sich auch zu den in der Beschwerde vorgebrachten Einwänden. So hält er fest, dass aus rheumatologischer und orthopädischer Sicht nicht nachvollziehbar sei, dass die B eschwerdeführerin durch das Arbeits- training kaum habe stehen und gehen können. Mit gros ser Wahrscheinlichkeit habe es sich bei der Arbeitsaufgabe um eine schmerzmedizinische und domina nt somatoforme Schmerzproble- matik gehandelt, welche im psychiatrischen Fachgebiet beurteilt worden sei. Die Gutachter seien davon ausgegangen, dass eine adaptierte Tätigkeit unter optimierten Bedingungen auch zu die- sem Zeitpunkt zumindest zu 60 % hätte wahrgenommen werden können. 8.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass nach Ablauf der 4-mon atigen postoperativen Phase mit Beginn im Dezember 2016, während welcher die IV-Stelle zu Recht von einer 100%igen Ar- beitsunfähigkeit ausging, ab 1. Mai 2017 eine 60%ige Arbeitsfähigkeit vorliegt, da ab diesem Zeit- punkt das psychische Beschwerdebild überwiegt. 9.1 Auf dieser Grundlage ermittelte die IV-Stelle i n der angefochtenen Verfügung in Anwen- dung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung bei einer zeitlichen Beanspruchung von 50 % im Erwerbs- und von 50 % im Haushaltbereich eine Einschränkung im Haushaltbereich von 10,60 % (0,50 x 21,20 %). Im Erwerbsbereich gelangte sie zu Einschränkungen von 50 % ab Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Januar 2017 (0,50 x 100 %) bzw. von 1,86 % ab 1. Mai 2017 (0,50 x 3,73 %) und von 21,82 % ab 1. Januar 2018 (0,50 x 43,86 %). Insgesamt resultiere n daraus gemäss Berechnung der IV- Stelle unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 5 % Invaliditätsgrade von 61 % (vom 1. Januar 2017 bis 30. April 2017), von 12 % (ab 1. Mai 2017) und von 32 % (ab 1. Januar 2018). Diese Berechnungen der Vorinstanz sind nicht zu b eanstanden. Zur Ermittlung der Ver- gleichseinkommen stützte sich die IV-Stelle zu Recht auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik. Soweit die Beschwerdeführerin unter Verweis auf das Gutachten "Nut- zung der Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der IV- Rentenbemessung" des Büros für Arbeits- und Sozialpoltische Studien [BASS AG] vom 8. Januar 2021 sowie das Rechtsgutachten "Grundprobleme der In validitätsbemessung in der Invaliden- versicherung" von THOMAS GÄCHTER , PHILIPP EGLI , MICHAEL E. MEIER und MARTINA FILIPPO gegen die Berechnung vorbringt, die sich aus der LSE des Bundesamtes für Statistik ergebenden Löhne seien massiv zu hoch und daher vorliegend nicht heranzuzi ehen, ist festzuhalten, dass diese Berechnungsweise nach wie vor der bisherigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung entspricht und daher nicht zu beanstanden ist. Folglich sprach die IV-Stelle der Versicherten in der ange- fochtenen Verfügung nach Ablauf des Wartejahres im Januar 2017 zu Recht ab 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2017 eine Dreiviertelrente zu und in ebenso zutreffender Weise verneinte sie gleich- zeitig einen Rentenanspruch für den Zeitraum ab 1. August 2017. Die gegen die betreffende Ver- fügung vom 7. Januar 2021 erhobene Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet, wes- halb sie abzuweisen sind. 9.2 Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass se lbst wenn ab 1. Mai 2017 – wie von der Beschwerdeführerin unter Berufung auf den Hausarzt Dr. F.____ geltend gemacht – von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen würde, sich kein rentenbegründender IV-Grad ergeben würde. Die Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit hä tte lediglich Auswirkungen auf den IV- Grad ab 1. Januar 2018 zur Folge, da gestützt auf die ab diesem Zeitpunkt in Kraft getretene Verordnungsänderung bei der Berechnung des Invalidität sgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit er zielen könnte, wenn sie nicht invalid ge- worden wäre, neu auf eine Vollerwerbstätigkeit hochzurechnen ist (vgl. oben E. 3.3). Selbst unter Berücksichtigung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit und ein es leidensbedingten Abzugs von 5 % resultiert jedoch auch ab Januar 2018 kein rentenbegrü ndender IV-Grad, würde dieser doch le- diglich 37 % (26,52 % im Erwerbsbereich, 10,60 % im Ha ushaltsbereich) betragen. Für die Zeit vom 1. Mai 2017 bis 31. Dezember 2017 würde sich an der von der IV-Stelle vorgenommenen Berechnung des IV-Grades nichts ändern, da der Anteil der Erwerbstätigkeit und jener der Haus- halttätigkeit je 50 % betragen, weshalb nach der in dieser Zeitspanne geltenden Regelung für die Berechnung des IV-Grades im Erwerbsbereich sowohl das Invalideneinkommen als auch das Valideneinkommen anhand einer 50 %-Tätigkeit zu berechnen sind. Damit bleibt es – unter Be- rücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 5 % – für den Zeitraum vom 1. Mai bis 31. De- zember 2017 bei einem IV-Grad von gesamthaft 12 % (1,86 % im Erwerb, 10,60 % in der Haus- haltstätigkeit). 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes- senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 10.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat die Beschwerde führerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden der Beschwer- deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kosten vorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht