Postulat Meier Josi 966 N 25 juin 1982 #ST# 82.366 Postulat Bäumlin El Salvador. Humanitäre Hilfe El Salvador. Aide humanitaire Wortlaut des Postulates vom 17. März 1982 Der Bundesrat wird eingeladen, finanzielle Mittel für huma- nitäre Hilfe zugunsten der Betroffenen auf dem Kriegs- schauplatz El Salvador zur Verfügung zu stellen, und zwar über nichtgouvernementale Hilfswerke, die den Zugang zu den Betroffenen sowohl auf salvadorianischem wie auch auf honduranischem Gebiet finden können. Texte du postulat du 17 mars 1982 Le Conseil fédéral est invité à prendre des dispositions afin de fournir une aide financière aux victimes de la guerre au Salvador. Cette aide humanitaire devra être acheminée par l'entremise d'organismes de bienfaisance non gouverne- mentaux qui peuvent entrer directement en contact avec les victimes tant du Salvador que du Honduras. Mitunterzeichner - Cosignataires: Borei, Braunschweig, Christinat, Hubacher, Jaggi, Loetscher, Meier Werner, Mei- zoz, Morel, Morf, Nauer, Neukomm, Reiniger, Riesen-Frei- burg, Robbiani, Vannay (16) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Wie aus der bundesrätlichen Antwort in der Fragestunde vom 8. März 1982 hervorgeht (Fragen Morel und Bäumlin), ist sich der Bundesrat der tragischen Situation des salvado- rianischen Volkes bewusst, das unter Bürgerkrieg, äusse- ren Interventionen und schlimmsten Menschenrechtsverlet- zungen zu leiden hat. Humanitäre Hilfe ist, auch unter Betei- ligung schweizerischer Hilfswerke, schon im Gang. Ange- sichts des grossen Leidens, das es zu lindern gilt, sind indessen die verfügbaren Mittel allzu beschränkt. Die Unter- stützung aus Bundesmitteln ist unerlässlich. Da sofort Hilfe geleistet werden muss, bittet der Antragsteller den Bundes- rat um rasches Handeln. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 81.598 Postulat Sacciarini Behindertenstatistik Statistique des handicapés Wortlaut des Postulates vom 16. Dezember 1981 Der Schweizerische Invalidenverband verlangt seit einiger Zeit eine glaubwürdige schweizerische Behindertenstati- stik. Die Aufgabe ist, dies sei zugegeben, nicht leicht: Es gilt nämlich zu bestimmen, ob alle leichtbehinderten Perso- nen berücksichtigt werden sollen, und festzulegen, wer mehrfach behindert und somit ganzinvalid ist. Wir glauben aber trotzdem, dass eine glaubwürdige und differenzierte Statistik erlauben würde, sich auf privater und öffentlicher Ebene ein besseres Bild zu machen. Texte du postulat du 16 décembre 1981 L'Association suisse des invalides demande depuis un cer- tain temps qu'on établisse une statistique crédible des inva- lides dans notre pays. Elle reconnaît cependant que la tâche n'est pas facile: il faut en effet décider s'il convient de prendre en considération toutes les personnes légèrement handicapées, ou au contraire toutes celles qui sont frap- pées d'infirmités multiples et sont donc totalement inva- lides. Malgré cela, nous estimons qu'une statistique crédible et différenciée permettrait une meilleure prise de conscience sur les plans privé et public. Nous prions par conséquent le Conseil fédéral d'établir une statistique crédible des handicapés en Suisse. Mitunterzeichner- Cosignataires: Akeret, Aubry, Carobbio, Cevey, Christinat, Delamuraz, Deneys, Eng, Grobet, Jaggi, Morf, Muheim, Pini, Robbiani, Spreng (15) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Selon l'OMS, une personne sur dix dans le monde est han- dicapée: cela représente 450 millions d'individus, dont 140 millions d'enfants. En d'autres termes: le nombre de handicapés dans le monde entier équivaut aux populations réunies des Etats-Unis et de l'Union soviétique. Si l'on rapportait ces chiffres à la Suisse, on obtiendrait un total de quelque 300 000 invalides. Il faut souligner que nous manquons dans notre pays de données précises: les handicapés mentaux mineurs sont bien recensés (700000), mais les handicapés mentaux adultes ne le sont pas (1 200000). Nous pouvons admettre, comme le fait l'OMS que la Suisse compte environ 600000 handicapés pour lesquels l'invali- dité constitue on obstacle sérieux à une vie normale dans la société. Le caractère incertain et conjectural des chiffres susmen- tionnés montre l'utilité d'une statistique crédible. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat. Überwiesen - Transmis #ST# 81.908 Postulat Meier Josi IV. Geburtsgebrechenverordnung Ordonnance concernant les infirmités congénitales (QIC) Wortlaut des Postulates vom 17. Dezember 1981 Der Bundesrat wird eingeladen, Ziffer 404 der GgV (konge- nitale Hirnstörungen) neu so zu umschreiben, dass die davon betroffenen «POS-Kinder» nicht mehr bloss wegen einer späten Diagnose von den Versicherungsleistungen ausgeschlossen werden. Texte du postulat du 17 décembre 1981 Le Conseil fédéral est invité à modifier le chiffre 404 de l'OIC (troubles cérébraux congénitaux) de telle sorte que les enfants présentant un syndrome psycho-organique ne soient pas privés des prestations de l'assurance unique- ment en raison d'un diagnostic tardif. Mitunterzeichner - Cosignataires: Auer, Biderbost, Blun- schy, Cantieni, de Chastonay, Darbellay, Girard, Jung, Meier Kaspar, Merz, Müller-Luzern, Schnider-Luzern, Spiess, Ziegler-Solothurn (14) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Nach Artikel 13 IVG haben minderjährige Versicherte Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen25. Juni 1982 967 Postulat Bundi notwendigen Massnahmen, sofern die Gebrechen bei voll- endeter Geburt bestanden und in einer offiziellen Liste (Geburtsgebrechenverordnung [GgV] und Ergänzungser- lasse [EDI]) aufgenommen sind. Angeborene Hirnstörun- gen geben nach Ziffer 404 der GgV diesen Anspruch nur, sofern sie auch als solche vor dem Ablauf des 9. Altersjah- res erkannt und behandelt worden sind. Diese in der Fas- sung der GgV von 1976 letztmals angehobene Altersgrenze wurde vom Eidgenössischen Versicherungsgericht (unter anderem in BGE 105 V 22) als gesetzeskonform bezeichnet. Ein kantonales Gericht hat seither in einem neueren Fall von «POS» (Psychoorganisches Syndrom) erneut festgestellt, dass es an der rechtzeitigen Diagnose und Behandlung nur deshalb gefehlt habe, weil die erforderlichen Möglichkeiten zur rechten Zeit mangelten. Die Eltern hätten nicht früh genug jene Fachleute getroffen, die imstande gewesen wären, das Gebrechen als solches zu erkennen. Das. Gericht (Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, LGVE 1980 II Nr. 35) hielt in seinem Entscheid fest, die heutige Einschränkung sei sehr problematisch und führe im Einzel- fall zu stossender Leistungablehnung. Die leistungsent- scheidende Annahme, dass ein Geburtsgebrechen, falls vorhanden, sicher vor dem Ende des 9. Lebensjahres diagnostiziert und behandelt worden wäre, sollte daher min- destens durch den Nachweis des angeborenen Leidens umgestossen werden können. Dabei hätte die im Sozialver- sicherungsrecht gültige Beweisregel (hohe bzw. höhere Wahrscheinlichkeit) den Ausschlag zu geben. Dieser Kritik ist Rechnung zu tragen. In der Tat nützt der Bundesrat den ihm in Artikel 13 Absatz 2 Satz 1 IVG eingeräumten Ermessensspielraum unbefrie- digend aus. Er kann einer beweglicheren Lösung zum Durchbruch verhelfen, die sich für die betroffenen Kinder weniger ungerecht auswirkt. Das Unvermögen von Eltern, Kindern und Ärzten, die Gebrechen dieser Kinder frühzeitig richtig zu erkennen, benachteiligt die Betroffenen ohnehin schon, indem dadurch die richtige Behandlung verzögert wird; es sollte nicht noch zum (mindestens teilweisen) Lei- stungsverlust führen. Nach Angabe des Gerichtes sind Fälle, bei denen die Ansprüche nur an dieser Altersgrenze scheitern, keineswegs selten. Die Schwierigkeit der recht- zeitigen Erkennung hat denn auch dazu beigetragen, dass die Altersgrenze schon früher erhöht wurde. Dabei wären - wiederum nach den vom Gericht gesammelten Erfahrungen - die umstrittenen medizinischen Leistungen im Hinblick auf das Eingliederungsziel gut angelegt. Ein als Experte zuge- zogener Spezialarzt bezeichnete die absolute Altersgrenze als willkürlich und sozial diskriminierend. Aufgrund seiner Erfahrungen mit vielen Kindern stellte er fest, dass je nach Intelligenzgrad der Kinder, nach der pädagogischen Erfah- rung von Lehrern und nach den diagnostischen Möglichkei- ten einzelner Ärzte oft (besonders bei Kindern aus sozial schwächeren Schichten) kürzere oder längere Irrwege zum Verpassen der Frist und damit zu unerwünschten Lei- stungslücken und Verspätungen bei der Eingliederung füh- ren. Der Nachweis, dass ein Geburtsgebrechen nach Ziffer 404 vorlag, obwohl entweder die frühzeitige Diagnose oder Behandlung fehlte, sollte daher durch eine entsprechende Neuformulierung der GgV ermöglicht werden. Das Postulat ist in diesem Sinne zu überweisen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 82.317 Postulat Bundi Kleinbauern. Familien- und Kinderzulagen Petits paysans. Allocations familiales et pour enfants Wortlaut des Postulates vom 27. Januar 1982 Im Hinblick auf eine demnächst fällig werdende Revision des Bundesgesetzes über die Familienzulagen in der Land- wirtschaft (FLG) vom 20. Juni 1952 wird der Bundesrat ein- geladen, die Artikel 5 und 7 in folgendem Sinne zu ändern: die Einkommensgrenzen von 22 000 Franken, die zum Bezug einer Familienzulage für Kleinbauern berechtigen, sowie die Ansätze der Kinderzulagen sind zu erhöhen. Texte du postulat du 27 janvier 1982 Etant donné que la loi fédérale du 20 juin 1952 sur les allo- cations familiales dans l'agriculture (LFA) doit être révisée très prochainement, le Conseil fédéral est invité à modifier les articles 5 et 7 de la loi. Il convient en effet d'augmenter les allocations pour enfants et de relever la limite, actuelle- ment fixée à 22 000 francs, du revenu qui permet aux petits paysans de bénéficier d'allocations familiales. Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Akeret, Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Bühler-Tschappina, Cantieni, Deneys, Dürr, Eggenberg-Thun, Gloor, Hösli, Jaggi, Kühne, Loetscher, Morel, Muheim, Nef, Neukomm, Oehen, Oester, Ott, Pini, Reimann, Riesen-Freiburg, Rob- biani, Rothen, Rubi, Schnider-Luzern, Stich, Vannay, Wag- ner, Zehnder, Ziegler-Genf, Zwygart (35) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Es ist erwiesen und wiederholt dargestellt worden, dass die Kleinbauern im allgemeinen den Paritätslohn bei weitem nicht erreichen. Die Frage der Einkommensverbesserung in der Berg- und Kleinlandwirtschaft muss ernsthaft weiter verfolgt werden. Auch im innerlandwirtschaftlichen Ver- gleich gibt es namhafte Unterschiede. So betrug 1980 das durchschnittliche Gesamteinkommen (inkl. Nebenerwerb) für das Berggebiet bei Betriebsgrössen von 5 bis 10 Hekta- ren lediglich 60,8 Prozent des Talgebietes und bei Betriebs- grössen darüber zwischen 63,8 Prozent und 73,7 Prozent. Bei wiederholt vorgetragenen Vorschlägen nach innerer Aufstockung und weiteren Nebenverdiensten ist man in vie- len Fällen an die oberen Grenzen gelangt. Die Einführung einer Preisdifferenzierung für Milch und andere Agrarpro- dukte ist in der Wintersession 1981 des Nationalrates als verbindlicher Auftrag abgelehnt worden. Nebst anderen zur Diskussion stehenden Massnahmen, wie Verbesserungen in der Förderung des Viehabsatzes, im Erb-, Boden- und Pachtrecht und bei den Rindviehalterbeiträgen verbleiben noch die sozialen Beihilfen. Kinderzulagen sind insbeson- dere angezeigt, die Einkommensrückstände zu vermindern. Ziel dieses Postulates ist es, durch eine Erhöhung der Ein- kommensgrenzen zum Bezug der Familienzulage und ebenso der Ansätze der Kinderzulage eine angemessene Teuerungs- uns Einkommensanpassung zugunsten der Kleinbauern zu erreichen: Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - TransmisSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Meier Josi IV. Geburtsgebrechenverordnung Postulat Meier Josi Ordonnance concernant les infirmités congénitales (OIC) In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1982 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 81.908 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 25.06.1982 - 08:00 Date Data Seite 966-967 Page Pagina Ref. No 20 010 566 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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