20. Juni 1986 N 955 Postulat Ziegler kungen auf die Handels- und die Zahlungsbilanz zu berück- sichtigen; - ein System der regelmässigen Beteiligung der Schweiz an der direkten Nahrungsmittelhilfe zu prüfen; -die allfällige Schaffung von Lagern nicht-verderblicher schweizerischer Nahrungsmittel vorzusehen, damit diese für Einzelaktionen sofort verwendet werden können. Texte du postulat du 17 mars 1986 Afin de fonder l'aide de la Suisse aux populations souffrant d'insuffisance en matière de nutrition sur des bases recon- nues, le Conseil fédéral est invité à: - définir les cas où l'aide alimentaire directe est nécessaire; -évaluer l'ampleur moyenne constante de l'aide directe nécessaire; -comparer la valeur intrinsèque, en qualité et prix, des produits suisses et étrangers en tenant compte, au surplus, des incidences sur la balance commerciale et sur la balance des paiements; - étudier un système de participation régulière de la Suisse à l'aide alimentaire directe; - prévoir la constitution éventuelle de réserves de denrées alimentaires d'origine suisse non périssables, immédiate- ment disponibles pour les actions ponctuelles. Mitunterzeichner - Cosignataires: Berger, Etique, Rime, Savary-Fribourg,Thévoz (5) Schriftliche Begründung - Développement par écrit La question de savoir s'il est opportun de fournir des pro- duits alimentaires d'origine suisse, sous forme d'aide directe aux populations souffrant d'insuffisance endémique ou épisodique en matière de nutrition est fréquemment débattue. D'une part, on se demande si l'aide alimentaire directe ne constitue pas une alternative négative au dévelop- pement de l'agriculture des régions concernées et, d'autre part, lorsque la situation requiert indiscutablement l'aide directe, et rapide le plus souvent, on hésite entre la fourni- ture de produits suisses et l'achat de produits étrangers à des prix inférieurs. Pour assurer la qualité et l'efficacité de l'aide humanitaire de la Suisse, les questions non résolues ne devraient plus provoquer de discussions le moment venu d'intervenir. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 28. Mai 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 28 mai 1986 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.390 Postulat Fetz Sicherung der Rheinschiffahrt Sauvegarde de la navigation rhénane Wortlaut des Postulates vom 20. März 1986 Der Bundesrat wird ersucht, Verhandlungen mit den Donau- anliegerstaaten in die Wege zu leiten, um die Rheinschiff- fahrt zu sichern. Texte du postulat du 20 mars 1986 Le Conseil fédéral est prié d'engager des pourparlers avec les Etats riverains du Danube, aux fins de sauvegarder la navigation rhénane. Mitunterzeichner- Cosignataires: Gurtner, Herczog (2) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Rheinschiffahrt, noch vor wenigen Jahren einer der wichtigsten Transportwege für Importe und Exporte der Schweiz und wichtiger Arbeitsplatz, weist in jüngster Zeit einen alarmierenden Rückgang auf. Damit wird auch ein in ökologischer Hinsicht - beim heutigen Stand der Sicher- heitseinrichtungen-vertretbarer Transportweg für Massen- güter gefährdet. Mit der anfangs der neunziger Jahre zu erwartenden Eröffnung des Rhein-Main-Donaukanals wird ein neuer Faktor zu berücksichtigen sein, der für die Exi- stenz der Rheinschiffahrt und der Basler Häfen von grösster Bedeutung sein wird. Mit dem Zusatzprotokoll von 1979 zur Mannheimer Rhein- schiffahrtsakte ist zwar eine Beschränkung des durch den neuen Kanal zu erwartenden Zustroms der Donauschiffahrt als Sicherung der Rheinschiffahrt der Anliegerstaaten ge- währleistet. Mittlerweilen stehen aber bereits einige der an der Rhein- schiffahrt beteiligten Staaten mit den Donauanliegerstaaten in Verhandlungen zur vertraglichen Regelung der beidseiti- gen Schiffahrtsrechte. Entsprechende Schritte scheinen auch für die Schweiz angezeigt, damit ein Ausschluss unse- rer Schiffahrt und unserer Rheinhäfen bei der Gestaltung des künftigen Rhein-Donau-Schiffahrtsverkehrs vermieden werden kann. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 28. Mai 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 28 mai 1986 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.362 Postulat Ziegler Ersatzeinkommen aus Sozialversicherungen. AHV-Beitragspflicht Prestations pécuniaires des assurances sociales. Assujettissement à l'AVS Wortlaut des Postulates vom 17. März 1986 Der Bundesrat wird eingeladen, Aenderungen der einschlä- gigen Bestimmungen des AHV-Gesetzes über die Beiträge in dem Sinne vorzuschlagen, dass künftig die Geldleistun- gen der obligatorischen Unfallversicherung und der Militär- versicherung generell der AHV-Beitragspflicht unterstellt sind. Texte du postulat du 17 mars 1986 Le Conseil fédéral est invité à proposer de modifier les dispositions de la loi sur l'AVS concernant les cotisations de sorte qu'à l'avenir les prestations pécuniaires de l'assu- rance-accidents obligatoire et de l'assurance militaire soient, d'une manière générale, assujetties à l'AVS. Schriftliche Begründung - Développement par écrit Zurzeit sind nur die Taggelder der Arbeitslosenversicherung AHV-beitragspflichtig. Voraussichtlich am I.Januar 1987 wird die revidierte EO nachziehen. Wegen ihrer viel grösse- ren Bedeutung und der beträchtlichen Summen, die sie ausrichtet, wäre es dringender, die Geldleistungen vor allem der obligatorischen Unfallversicherung der Beitragspflicht zu unterstellen. Weil diese Leistungen nicht als beitrags- pflichtiges Ersatzeinkommen behandelt werden, kann sich der für die Rentenbildung massgebende Jahresverdienst bei längerer Arbeitsunfähigkeit oft beträchtlich reduzieren, was die spätere Rente empfindlich herabsetzt. Solche Folgen,Postulat Oehler 956 N 20 juin 1986 über die sich die Betroffenen meistens nicht im klaren sind, sollten unbedingt vermieden werden. Es ist zwar vorgesehen, die Leistungen der genannten Zweige der Sozialversicherung, die Ersatzeinkommen dar- stellen, der Beitragspflicht zu unterstellen, doch soll dies sukzessive bei Anlass der Revision der massgebenden Gesetze geschehen. Es wird somit noch Jahre dauern, bis die Unterstellung vollzogen ist. Viel rascher und zudem auch einfacher ist das Ziel zu erreichen, wenn in das AHV-Gesetz die Bestimmung aufgenommen wird, wonach die Geldlei- stungen der erwähnten Versicherungen beitragspflichtig sind. Für die Verzögerung der Unterstellung besteht um so weni- ger Anlass, als die AHV aus bekannten Gründen auf neue Einnahmen angewiesen ist. Die postulierte Unterstellung wäre also auch ein Beitrag an die finanzielle Sicherung dieses wichtigen Sozialwerkes. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 21, Mai 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 21 mai 1986 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 84.472 Postulat Oehler Schweizer Feuilletondienst Service de presse culturel Wortlaut des Postulates vom 21. Juni 1984 Der im Jahre 1939 gegründete Schweizer Feuilletondienst hat seit über vier Jahrzehnten im Interesse der Kulturpflege und des Kontaktes zwischen den verschiedenen Landestei- len eine wertvolle Aufgabe erfüllt. Da ihm der Bund wie auch die Pro Helvetia die jährliche Unterstützung von 150 000 bis 200 000 Franken zu entziehen drohen, ist er in seiner Exi- stenz gefährdet. Der Bundesrat wird eingeladen, Massnahmen zu ergreifen, die eine dauernde Weiterexistenz dieser Institution sichern. Texte du postulat du 21 juin 1984 Le Service de presse culturel - Schweizer Feuilletondienst - fondé en 1939 a, depuis plus de quatre décennies, joué un rôle important dans l'intérêt de la culture et des contacts entre les différentes parties du pays. Or, son existence est aujourd'hui en danger puisque la Confédération et la Fonda- tion Pro Helvetia menacent de lui retirer la subvention de 150 000 à 200 000 francs qu'elles lui allouent. J'invite le Conseil fédéral à prendre des mesures en vue d'assurer à long terme la survie de ce service. Schriftliche Begründung - Développement par écrit Seit 1979 ist der Schweizer Feuilleton-Dienst SFD, der in den letzten fünf Jahren mit einem Gesamtetat von rund 250 000 Franken auszukommen hatte, vom Bund (EDI) jährlich unterstützt worden (1979: 75000; 1980: 75000; 1981: 110000; 1982: 40000; 1983: 40000; 1984: 100000). Dies geschah in den Jahren 1979 bis und mit 1982 in dem angezeigten Ausmass, weil in dieser Periode die Stiftung Pro Helvetia, die den Dienst (der 1939 gegründet wurde) nach dem Zweiten Weltkrieg jahrzehntelang unterstützt hatte, keine Beiträge mehr bezahlte. Seit 1982 wird eine Autorenhonorargarantie geleistet, die sich auf rund 70 000 Franken beläuft. Der SFD ist zurzeit, nachdem ihm diese Summen jeweilen nur Jahr für Jahr zugestanden wurden, wieder in einer beklemmenden Situation. Wohl ist durch Herrn Bundesrat Egli eine Arbeitsgruppe zur Abklärung der Situation einge- setzt worden, die bis zum 30. Juni 1984 einen Bericht zu erstatten hat. Doch scheint die Existenz des Dienstes nur dann gesichert, wenn das Eidgenössische Departement des Innern durch das Parlament ermächtigt wird, eine dauer- hafte Lösung zu treffen. Was leistet der SFD? Er bedient wöchentlich an die hundert Zeitungen der deutschen Schweiz mit einem Angebot an mittleren und kürzeren Artikeln zu Literatur, Kunst, Ausstel- lungen und allgemeinen kulturellen Fragen unseres Landes. Insbesondere berichtet er regelmässig über kulturelle Pro- bleme und Anlässe der welschen und der italienischen Schweiz. Die mittlere und kleine Presse druckt die Artikel gerne und zahlreich ab (10 Abdrucke bei längeren Artikeln, 20 bei kürzeren und gar 30 bei manchen Artikeln, die allge- meine kulturelle Probleme behandeln). Eine in den Monaten Mai/Juni 1984 durchgeführte Umfrage ergab, dass fast alle Abonnenten des SFD den Dienst in der gegenwärtigen Form schätzen und nicht missen möchten. Eine Ausweitung des Dienstes ist denkbar durch eine ver- mehrte Berichterstattung aus den anderssprachigen Lan- desteilen, durch vermehrten Beizug von Autoren und durch eine Erhöhung der kulturellen Kurzartikel. Auch muss der technische Apparat dringend erneuert werden. Der Fortbestand und die vorgesehene massvolle Erweite- rung sind aber nur möglich, wenn die finanzielle Zukunft für eine längere Periode gesichert wird. Bisher hat ein Redaktor im Halbamt und ein Sekretariat mit anderthalb Stellen die Aufgaben in bewusster Beschränkung erledigt. Gedacht ist an den Ausbau auf ein Vollamt für den Redaktor unter Beibehaltung des Sekretariates, dem aber zeitgemässe Kopier- und Versandmittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Die Leistungen der Kantone betragen insgesamt 10000 Franken p.a.; Stadt und Kanton Zürich tragen je 25000 Franken bei, während die Abonnementsgebühren 35 000 Franken ausmachen (sie wurden letztmals 1982 angeho- ben). Zusätzlich zu den Mitteln der Pro Helvetia und des Bundes sind demnach rund 100000 Franken zu verzeich- nen. Eine Neuorientierung des Dienstes im vorgezeichneten Sinn käme auf rund 300 000 Franken zu stehen. Die Finanzlage nähme sich aufgrund der Darlegungen so aus: 1. Bundesbeitrag fest auf mindestens 5 Jahre p.a. 150000 2. Beitrag Autorenhonorargarantie der Pro Helvetia (nicht genau fixierbar) 5-70 000 3. Kantonsbeiträge 10000 4. Stadt Zürich/Kanton Zürich 50 000 5. Abonnementsgebühren 40 000 Total Jahresetat ab 1985 300 000/320 000 Der SFD erfüllt eine Aufgabe im Rahmen der Kulturvermitt- lung durch die Presse. Dabei muss er sich den Bedürfnissen dieser Leserschaft, die sich nicht aus Fachleuten und eigentlichen Kennern der Kulturszene zusammensetzt, anpassen. Wenn vereinzelt Redaktionen bestimmter Zeitun- gen oder Fachleute ein «höheres Niveau» fordern, vernach- lässigen sie die Bedürfnisse der vom SFD bedienten Presse. Im übrigen wird die Redaktion des SFD zur Zeit durch einen jüngeren Fachmann der Literatur und der Kunstgeschichte, Herrn Dr. Martin Kraft, Kilchberg, besorgt. Der Hinweis, dass der SFD im Zusammenhang mit dem zu schaffenden Pressegesetz einen regelmässigen Beitrag des Bundes erwarten dürfe, ist zu vage. Bisher hat uns das Eidgenössische Departement des Innern aus den Geldern des Prägetalergewinns in verdankenswerter Weise unter- stützt, kann das aber nicht mehr. Eine dauerhafte Lösung ist notwendig, wenn der SFD seine kulturelle Mittlertätigkeit fortsetzen soll und wenn zahlreiche, vor allem jüngere Auto- ren im SFD weiterhin eine Publikationsmöglichkeit haben sollen. Mit den bisherigen Mitteln konnte über die letzten fünf Jahre der Betrieb aufrecht erhalten und in den gesteck- ten Grenzen erneuert werden. Nun bedarf es aber einer dauerhaften Lösung für die Weiterarbeit. Falls dies nichtSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Ziegler Ersatzeinkommen aus Sozialversicherungen. AHV-Beitragspflicht Postulat Ziegler Prestations pécuniaires des assurances sociales. Assujettissement à l'AVS In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1986 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.362 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.06.1986 - 08:00 Date Data Seite 955-956 Page Pagina Ref. No 20 014 422 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.