<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00276</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106753&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00276</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.08.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht ist auf eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 05.12.2002 nicht eingetreten.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Mobilfunkantennen: Im neuen Standortdatenblatt des BUWAL ergeben sich lediglich bei der Ermittlung des Anlageperimeters, der für die gemeinsame Beurteilung von Auswirkungen benachbarter Sendeanlagen zu beachten ist, wesentliche Neuerungen. Bei bereits hängigen Baubewilligungsverfahren ist kein neues Datenblatt auszufüllen (E.4b).<br/>Wo Anlagegrenzwerte bestehen, sind keine zusätzlichen Vorsorgemassnahmen gestützt auf Art. 11 Abs. 2 USG zu treffen. Demgemäss können die rechtsanwendenden Behörden im Einzelfall nicht gestützt auf Art. 12 Abs. 2 USG eine noch weiter gehende Begrenzung verlangen (E.5a). Die Festlegung von Emissionsbegrenzungen in der NISVerordnung dienen der Rechtssicherheit und der einheitlichen Rechtsanwendung und widersprechen dem USG nicht (E.5b).<br/>Die akzessorische Überprüfung der NISV, auch unter Beachtung der neusten Untersuchungsergebnisse des BAKOM in Salzburg, lassen keine offensichtlichen Mängel der Verordnungsregelung bzw. einen Ermessensmissbrauch erkennnen (E.6).<br/>Die Vorschrift von Art. 11 Abs. 2 USG über die vorsorgliche Emissionsbegrenzung bietet grundsätzlich keine Handhabe für die gerichtliche Überprüfung von Notwendigkeit oder Wünschbarkeit einer projektierten Anlage. Mit welchen Sendestärken und allfälligen weiteren Randbedingungen das Netz betrieben werden muss, um die angestrebte Abdeckung zu erreichen, ist dagegen der gerichtlichen Überprüfung zugänglich. Wobei die Beurteilung der Notwendigkeit einzelner Antennenstandorte als fraglich erscheint (E.7;Präzisierung der Rechtsprechung).<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANLAGEGRENZWERT">ANLAGEGRENZWERT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERECHNUNGSMETHODE">BERECHNUNGSMETHODE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EMISSIONSGRENZWERT">EMISSIONSGRENZWERT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MOBILFUNKANLAGE">MOBILFUNKANLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSSICHERHEIT">RECHTSSICHERHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STANDORT">STANDORT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STANDORTDATENBLATT">STANDORTDATENBLATT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: ÃBRIGES UMWELTSCHUTZRECHT">ÃBRIGES UMWELTSCHUTZRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGEMASSNAHMEN">VORSORGEMASSNAHMEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 3 NISV</span><br/><span class="gerade">Art. 11 NISV</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 lit. I NISV</span><br/><span class="gerade">Art. 11 Abs. II USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 12 Abs. II USG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 Abs. I USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2002 Nr. 27</span><br/><span class="gerade">BEZ 2002 Nr. 49</span><br/><span class="ungerade">RB 2002 Nr. 90</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Der Gemeinderat X bewilligte der K AG am 3. April 2000 die Erstellung einer Basisstation fÃ¼r das Mobilfunknetz GSM auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 1 beim GebÃ¤ude M-Strasse in X. Dagegen rekurrierten A1 und A2 zusammen mit zwei weiteren Nachbarn des Projekts an die Bau­re­kurs­kom­mis­si­on IV des Kantons ZÃ¼rich. Diese wies den Rekurs mit Ent­scheid vom 5. Juli 2001 ab. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Mit Eingabe vom 14. September 2001 erhoben A1 und A2 Be­schwer­de an das Ver­wal­tungs­ge­richt und beantragten zur Hauptsache, der Ent­scheid der Bau­re­kurs­kom­mis­si­on IV sowie die Baubewilligung des Gemeinderats X seien aufzuheben, unter Ko­sten- und Ent­schÃ¤­di­gungs­fol­gen zu Lasten der K AG. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Der Gemeinderat X stellte in seiner Vernehmlassung vom 8./10. Oktober 2001 Antrag auf Abweisung der Be­schwer­de unter Kostenauflage an die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den. Die private Be­schwer­de­gegnerin beantragte am 6. November 2001, die Be­schwer­de sei abzuweisen, soweit auf sie einzutreten sei, unter Ko­sten- und Ent­schÃ¤­di­gungs­fol­gen zu Lasten der Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den. Die Bau­re­kurs­kom­mis­si­on IV beantragte am 2. Oktober 2001 die Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Am 14. Mai 2002 reichten die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den eine ergÃ¤nzende Rechtsschrift mit umfangreichen Unterlagen ein. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die AusfÃ¼hrungen der Vor­in­stanz und der Parteien werden, soweit erforderlich, in den nachstehenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben. </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den sind EigentÃ¼mer mehrerer Liegenschaften in unmittel­barer Nachbarschaft zur projektierten Anlage. Sie sind daher ohne weiteres zur Be­schwer­de berechtigt. </p> <p class="Einzug1">2. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den stellten mehrere AntrÃ¤ge betreffend ergÃ¤nzende AbklÃ¤­rungen bzw. Stellungnahmen:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Sie verlangen einen Nachweis, dass der Anlagegrenzwert auch aufgrund der neuen vom Bundesamt fÃ¼r Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) empfohlenen Berechnungs­methoden eingehalten sei. Einen solchen hat die private Be­schwer­de­geg­nerin jedoch nach dem anwendbaren Recht nicht zu erbringen (hinten, E. 4).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der von den Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den verlangte Amtsbericht des Gemeinderats X Ã¼ber die Art und Weise, wie er die von den Mobilfunkbetreibern gelieferten Angaben Ã¼berprÃ¼ft, ist nicht notwendig. Die private Be­schwer­de­geg­nerin hat die technischen An­gaben und Be­rechnungen gemÃ¤ss dem heute gÃ¼ltigen Stand­ort­da­ten­blatt eingereicht, und diese wurden von der Vor­in­stanz anhand eigener Berechnungen Ã¼berprÃ¼ft. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den ha­ben weder die Angaben der Bauherrschaft noch die Berechnungen der Vor­in­stanz in massgeblichen Punkten beanstandet (hinten, E. 3). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Ein Augenschein ist nicht erforderlich, da nicht ersichtlich ist, inwiefern dieser zur KlÃ¤rung der strittigen Rechtsfragen beitragen kÃ¶nnte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit der nachtrÃ¤glichen Eingabe vom 14. Mai 2002 beantragten die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den, das BUWAL sei einzuladen, zum Bericht des Bundesamtes fÃ¼r Kommunikation (BAKOM) vom Februar 2002 und zur Analyse dieses Berichts durch D Stellung zu nehmen. Ferner sei ein unab­hÃ¤n­giges Gutachten zur Interpretation und Auswertung des Arbeits­berichts der Firma Seibersdorf Research GmbH vom 15. Februar 2002 anzuordnen. Er­fahrungsgemÃ¤ss lehnt es das BUWAL jedoch ab, im Rahmen eines kantonalen Verfahrens eine Stel­lung­nahme abzugeben, weil es eine PrÃ¤judizierung seiner allfÃ¤lligen spÃ¤teren Vernehmlassung zuhanden des Bun­des­ge­richt vermeiden will. Das beantragte Gutachten zur Inter­pretation und Aus­wer­tung des sehr umfangreichen Arbeitsberichts der Firma Seibersdorf Research GmbH wÃ¼rde faktisch auf eine WeiterfÃ¼hrung der Forschungsarbeiten zu den Im­missionen im Ã¶sterreichischen Bundes­land Salzburg hinauslaufen, was nicht Aufgabe eines Rechtsmittelverfahrens sein kann. Die Untersuchung wÃ¤re im Ãbrigen auch nicht geeignet, die fehlenden Angaben zur wirtschaftlichen Tragbarkeit einer zusÃ¤tzlichen Emissionsbegren­zung zu beschaffen (vgl. hinten, E. 6e). Ob die nachtrÃ¤glichen BeweisantrÃ¤ge vom 14. Mai 2002 Ã¼berhaupt zulÃ¤ssig waren, kann dabei offen bleiben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Entsprechendes gilt fÃ¼r die bereits mit der Be­schwer­debegrÃ¼ndung beantragte Einholung eines Amtsberichts des BAKOM sowie die Befragung verschiedener Zeugen und Ex­perten zu den ImmissionsverhÃ¤ltnissen in Salzburg. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. In materieller Hinsicht ist strittig, ob mit der Baubewilligung fÃ¼r die fragliche An­tennenanlage Vorschriften des Bundesumweltrechts Ã¼ber die Begrenzung nichtionisierender Strahlung verletzt werden. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Elektrische und magnetische Felder, die durch technische Anlagen erzeugt werden, sind ebenso wie andere Einwirkungen in erster Linie durch Massnahmen bei der Quelle zu begrenzen (Art. 11 Abs. 1 des Bun­des­ge­setzes vom 7. Oktober 1983 Ã¼ber den Umweltschutz; USG). Die Begrenzung erfolgt zunÃ¤chst im Rahmen der Vorsorge â unabhÃ¤ngig von der bestehenden Umweltbelastung â so weit, als es technisch und betrieblich mÃ¶glich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG). Steht fest oder ist zu erwarten, dass die Einwirkungen unter Be­rÃ¼cksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schÃ¤dlich oder lÃ¤s­tig werden, werden die Emissionsbegrenzungen verschÃ¤rft (Art. 11 Abs. 3 USG). FÃ¼r die Beurteilung der schÃ¤dli­chen oder lÃ¤stigen Einwirkungen â d.h. als Massstab fÃ¼r die ver­schÃ¤rfte Begrenzung der Emissionen nach Art. 11 Abs. 3 USG â legt der Bun­des­rat durch Verordnung Immissi­onsgrenzwerte fest (Art. 13 Abs. 1 USG). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In AusfÃ¼hrung dieser Bestimmungen sieht die Verordnung vom 23. Dezember 1999 Ã¼ber den Schutz vor nicht­ioni­sie­ren­der Strahlung (NISV) einerseits Im­mis­sions­grenz­werte vor, die Ã¼berall eingehalten werden mÃ¼ssen, wo sich Menschen aufhalten kÃ¶nnen (Art. 13 Abs. 1 NISV). Anderseits legt sie fÃ¼r Mobilfunkstationen Anlagegrenz­werte fest, die im Ge­­gensatz zu den Im­mis­sions­grenz­werten nur an Orten mit empfindlicher Nutzung (Art. 3 Abs. 3 NISV) einzuhalten sind (Anhang 1 Ziff. 65 NISV) und nur fÃ¼r die von einer einzelnen Anlage erzeugte Strahlung gelten (Art. 3 Abs. 6 NISV). </p> <p class="Einzug1">Zur Ermittlung der Immissionen einer Anlage, fÃ¼r welche in Anhang 1 der NISV Emissionsbegrenzungen festgelegt werden, reicht deren Inhaber der BewilligungsbehÃ¶rde ein Standortdatenblatt ein, das die notwendigen technischen und betrieblichen Daten sowie Angaben Ã¼ber die an den massgeblichen Immissionsorten erzeugte Strahlung enthÃ¤lt (Art. 11 NISV). Vorliegend hat die Be­schwer­de­geg­nerin Nr. 1 der BaubehÃ¶rde ein vom 7. Fe­bruar 2000 datiertes Stand­ort­da­ten­blatt eingereicht, das auf dem Entwurf des BUWAL vom 20. Oktober 1998 fÃ¼r das Stand­ort­da­ten­blatt zum sog. detaillierten Verfahren beruht. Dieses Vorgehen entsprach der damals geÃ¼bten Praxis, da noch kein definitives Stand­ort­da­ten­blatt verabschiedet war (vgl. VGr, URP 2001 S. 161 E. 10b = BEZ 2000 Nr. 52). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach den Angaben des Stand­ort­da­ten­blatts fÃ¼hrt die von der strittigen Anlage ausgehende elektromagnetische Strahlung an keinem Ort, wo sich normalerweise Menschen aufhalten, zu einer Ãberschreitung der Im­mis­si­ons­grenz­wer­te, und auch der Anlagegrenzwert ist an den in Frage kommenden Orten mit empfindlicher Nutzung deutlich eingehalten. Die Vor­in­stanz hat diese Angaben aufgrund eigener Berechnungen Ã¼berprÃ¼ft und ist zu teilweise etwas abweichenden Ergebnissen gelangt. Die Im­mis­si­ons­grenz­wer­te und der An­­lagegrenzwert sind jedoch auch nach ihren Berechnungen an allen massgeblichen Orten klarerweise eingehalten. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den beanstanden die Berechnungen der Vor­in­stanz in einzelnen Details, machen jedoch nicht geltend, dass die strittige Anlage zu einer Ãberschreitung der massgeblichen Im­mis­si­ons­grenz­wer­te oder des Anlagegrenzwerts fÃ¼hre. Sie bringen vielmehr vor, die voraussichtlichen Immissionen mÃ¼ssten aufgrund einer neuen, vom BUWAL am 20. MÃ¤rz 2001 vorgestellten Methode ermittelt werden, die zu deutlich hÃ¶heren Ergebnissen fÃ¼hre. Ferner sei mit der blossen Einhaltung der in der NISV festgelegten Anlagegrenzwerte nicht gewÃ¤hrleistet, dass die Anforderungen der vorsorglichen Emissions­begrenzung gemÃ¤ss Art. 11 Abs. 2 USG erfÃ¼llt wÃ¼rden. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. a) Am 20. MÃ¤rz 2001 legte das BUWAL einen Entwurf fÃ¼r neue technische Emp­­fehlungen und ein neues Stand­ort­da­ten­blatt vor, welche gegenÃ¼ber den bisherigen Methoden zur Berechnung der erwarteten Strahlenbelastung in verschiedener Hinsicht strengere Regeln vorsahen. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den machen geltend, dass diese neuen Berechnungsmethoden von der BaubehÃ¶rde und den Rechtsmittelinstanzen unmittelbar hÃ¤tten zur Anwendung gebracht werden mÃ¼ssen. Diese entsprÃ¤chen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, deren BerÃ¼cksichtigung keiner formellen Inkraftsetzung bedÃ¼rfe. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die am 20. MÃ¤rz 2001 vorgelegten Empfehlungen und die damalige Fassung eines neuen Stand­ort­da­ten­blatts waren vom BUWAL ausdrÃ¼cklich nur als EntwÃ¼rfe bezeichnet und den interessierten Amtsstellen und Organisationen zur Stellungnahme unterbreitet wor­den. Wie die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den selber feststellen, waren die EntwÃ¼rfe umstritten. Ent­gegen ihrer Auffassung war es daher aus GrÃ¼nden der Rechtssicherheit und der einheitlichen Rechtsanwendung nicht gerechtfertigt, die neuen GrundsÃ¤tze anzuwenden, bevor sie von der zustÃ¤ndigen Stelle als definitiv erklÃ¤rt wurden (BGr, 21. September 2001, 1A.316/ 2000, E. 4b/aa). Ein Abweichen von den bisherigen Messmethoden wÃ¤re allenfalls am Platz gewesen, wenn diese sich aufgrund neuer Erkenntnisse als klar unzulÃ¤nglich erwiesen hÃ¤tten. Dass dies der Fall sei, wird aber von den Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den nicht dargetan. Auch das von ihnen erwÃ¤hnte Ziel, die Einhaltung der geltenden Grenzwerte bei Berechnungs- oder Messunsicherheiten zu gewÃ¤hrleisten, fÃ¼hrt nicht zwingend dazu, dass die Unsicherheiten einseitig zu Lasten der einen Seite zu berÃ¼cksichtigen sind (vgl. zur entsprechen­den Fragestellung im LÃ¤rm­schutz­recht BGE 126 II 480 E. 6 = URP 2001 S. 299). Diese Frage ist â ebenso wie die Festlegung der Grenzwerte selbst (dazu hinten, E. 6) â mit Wer­tungen verbunden und in diesem Zusammenhang zu lÃ¶sen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Im Ãbrigen nennen die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass Werte, die unter BerÃ¼cksichtigung des genannten Entwurfs berechnet wÃ¼rden, zu einer Ãberschreitung der geltenden Im­mis­si­ons­grenz­wer­te bzw. des Anlagegrenzwerts gefÃ¼hrt hÃ¤t­ten. Sie sehen dies zwar als "durchaus naheliegende Gefahr", doch hÃ¤tte nach ihrer eigenen Berechnung die elektrische FeldstÃ¤rke am Ort mit empfindlicher Nutzung Nr. 9, ihrer am nÃ¤chsten zur Sendeanlage gelegenen Liegenschaft, aufgrund des neuen Berechnungsmodells nur 1.76 V/m betragen, was weit unter dem anwendbaren Anlagegrenzwert von 5 V/m (Ziff. 64 lit. c Anh. 1 NISV) lÃ¤ge. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Am 28. Juni 2002 hat das BUWAL die definitive Fassung der neuen Vollzugs­empfehlung zur NISV "Mobilfunk- und WLL-Basisstationen" bekannt gemacht und gleich­zeitig ein neues Stand­ort­da­ten­blatt (Art. 11 NISV) fÃ¼r Mobilfunk- und WLL-Basis­stationen vorgestellt, welches das provisorische Stand­ort­da­ten­blatt vom 20. Oktober 1998 ablÃ¶st. Die im neuen Stand­ort­da­ten­blatt verlangten Angaben sowie die empfohlenen Berechnungsmethoden weichen in den meisten Punkten nicht von der bisher befolgten Praxis ab; eine wesentliche Neuerung ergibt sich einzig bei der Empfehlung zur Ermittlung des An­­lageperimeters, der fÃ¼r die gemeinsame Beurteilung von Auswirkungen benach­bar­ter Sen­deanlagen zu beachten ist (Vollzugsempfehlung, Ziff. 2.1.2 und 3.3 sowie Zusatzblatt 1 zum Stand­ort­da­ten­blatt). Mit Begleitbrief vom 27. Juni 2002 empfiehlt das BUWAL daher unter Hinweis auf eine Stellungnahme der Schweizerischen Gesellschaft der Lufthygiene-Fach­leute, bei der Beurteilung von Baugesuchen fÃ¼r Mobilfunkanlagen nur die materiellen GrundsÃ¤tze der Vollzugsempfehlung, insbesondere deren Anlagedefi­ni­tion, sofort anzuwen­­den. Ein neues Stand­ort­da­ten­blatt sei dagegen fÃ¼r bereits hÃ¤ngige Baubewilligungsverfahren nicht auszufÃ¼llen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Aufgrund dieser Vollzugsempfehlung besteht im vorliegenden Verfahren kein Anlass, zusÃ¤tzliche AbklÃ¤rungen anzuordnen oder eine neue Beurteilung vorzunehmen. Die Frage der Zusammenrechnung benachbarter Sendeanlagen, fÃ¼r welche vom BUWAL eine neue Methode vorgeschlagen wird, ist hier nicht von Bedeutung, und andere Auswirkungen auf die berechneten Immissionswerte sind nicht ersichtlich. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den machen des weitern geltend, die Anforderungen der vor­sorglichen Emissionsbegrenzung gemÃ¤ss Art. 11 Abs. 2 USG seien nicht erfÃ¼llt, wenn die mit der Rechtsanwendung betrauten Instanzen sich damit begnÃ¼gten, die in der NISV festgelegten Anlagegrenzwerte anzuwenden und im Einzelfall keine selbststÃ¤ndige PrÃ¼fung der technischen und betrieblichen MÃ¶glichkeit sowie der wirtschaftlichen Tragbarkeit wei­ter gehender vorsorglicher Massnahmen vornÃ¤hmen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Elektromagnetische Strahlungen sind, wie bereits ausgefÃ¼hrt, unabhÃ¤ngig von der bestehenden Umweltbelastung im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies tech­nisch und betrieblich mÃ¶glich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG). Die vorsorgliche Emissionsbegrenzung hat die Funktion, auch unÃ¼berschau­bare Risiken zu ver­mei­den; sie schafft eine Sicherheitsmarge, welche die Unsicherheit Ã¼ber die lÃ¤ngerfristigen Wir­kungen von Umweltbelastungen berÃ¼cksichtigt (BGE 124 II 219 E. 8a; 117 Ib 28 E. 6a).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach Art. 4 Abs. 1 NISV wird die vorsorgliche Emissionsbegrenzung bei elektromag­netischer Strahlung durch die in Anhang 1 zur NISV festgelegten Massnahmen gewÃ¤hr­­leistet. Anhang 1 sieht fÃ¼r die meisten erfassten Anlagen â und so auch fÃ¼r Sendeanlagen des Mobilfunks (An­hang 1 Ziff. 64 NISV) â Anlagegrenz­werte vor, die fÃ¼r den jeweiligen Anlagetyp definiert werden. Im Gegensatz zu den Immissionsgrenzwerten gelten diese nur fÃ¼r die von einer einzelnen Anlage erzeugte Strahlung (Art. 3 Abs. 6 NISV) und mÃ¼s­­sen nur an Orten mit empfindlicher Nutzung (Art. 3 Abs. 3 NISV) eingehalten werden (Anhang 1 Ziff. 65 NISV; vgl. Urs Walker, Baubewilligung fÃ¼r Mobilfunkantennen, bundes­rechtliche Grundlagen und ausgewÃ¤hlte Fragen, Baurecht 2000, S. 3 ff., 5). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Aufgrund von Art. 4 NISV ist davon auszugehen, dass der Ver­ord­nungsgeber damit eine abschliessende Regelung beabsichtigt hat; die Verordnung sieht lediglich fÃ¼r Anlagen, fÃ¼r welche Anhang 1 keine Vorschriften enthÃ¤lt, andere Emis­sionsbegrenzungen im Rahmen des technisch und betrieblich MÃ¶glichen sowie wirtschaftlich Tragbaren vor (Art. 4 Abs. 2 im Gegensatz zu Abs. 1 NISV; vgl. den ErlÃ¤uternden Bericht des BUWAL vom 23. Dezember 1999 zur NISV, S. 6, 7 und 10). Wo Anlage­grenzwerte bestehen, sind somit nach dieser Ordnung keine zusÃ¤tzlichen Vorsorgemassnahmen, die sich unmittelbar auf Art. 11 Abs. 2 USG stÃ¼tzen, zu treffen. DemgemÃ¤ss kÃ¶nnen die rechtsanwendenden BehÃ¶r­den im Einzelfall nicht gestÃ¼tzt auf Art. 12 Abs. 2 USG eine noch weiter gehende Begrenzung verlangen (BGE 126 II 399 E. 3c; BGr, 8. April 2002, 1A.10/2001, E. 2.2; VGr, URP 2001 S. 161 E. 9b = BEZ 2000 Nr. 52). Ob dies auch gÃ¤lte, wenn ein Betreiber auf elemen­tare Massnahmen zur Vermeidung unnÃ¶tiger Emissionen wie z.B. den Einbau einer automa­tischen Leistungsbegrenzung (sog. Downlink Powercontrol System) verzichten wollte, braucht hier nicht entschieden zu werden. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den sind der Auffassung, der Erlass derart starrer Emissions­begrenzungen, die keine zusÃ¤tzlichen Massnahmen im Einzelfall zulassen, sei von vorn­­herein unzulÃ¤ssig, weil damit die vom Gesetz angestrebte Dynamisierung des Immissionsschutzes im Sinn einer fortlaufenden Anpassung an technische Fortschritte und Erkenntnisse vereitelt werde. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Einwand ist unbegrÃ¼ndet. Das Vorgehen des Ver­ord­nungsgebers dient der Rechtssicherheit und einheitlichen Rechtsanwendung und wird von Recht­spre­chung und Leh­re als zulÃ¤ssig anerkannt (vgl. nebst den angefÃ¼hrten Ent­scheiden zur NISV die Recht­spre­chung zu Art. 3 und 4 der Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 [LRV] in BGE 124 II 517 E. 4b sowie BGr, URP 1997 S. 35 E. 3b; AndrÃ© Schrade/Theo Loretan, Kommentar zum Um­welt­schutz­ge­setz, Art. 11 N. 25). Der Hinweis der Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den auf die kumulative Anwendung von Pla­nungs­werten und vorsorglicher Emissionsbegren­zung im Bereich des LÃ¤rmschutzrechts geht an der Sache vorbei, denn die Planungswerte des LÃ¤rm­schutz­rechts beruhen auf einer speziellen gesetzlichen Grundlage (Art. 23 und Art. 25 Abs. 1 USG), die in anderen Bereichen des Immissionsschutzes keine Entsprechung findet. Der Ver­ord­nungsgeber hat zwar auch in den andern Bereichen die MÃ¶glichkeit, nebst einheitlichen Mindestanforderungen zusÃ¤tzlich eine (dynamische) Technik-Klausel vorzusehen (vgl. z.B. Ziff. 112 und 133 von Anh. 2 LRV; Schrade/Lo­re­tan, Art. 11 N. 25); fÃ¼r die elektromagnetische Strahlung von Mobilfunkanlagen hat er darauf jedoch verzichtet. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den machen des Weitern geltend, die in der NISV festgelegten Anlagegrenzwerte fÃ¼r Sendeanlagen des Mobilfunks seien zu hoch angesetzt und vermÃ¶chten den Anforderungen von Art. 11 Abs. 2 USG auch insofern nicht zu genÃ¼gen. Es sei technisch und betrieblich mÃ¶glich und wirtschaftlich tragbar, Mobilfunknetze unter Einhaltung wesentlich niedrigerer Anlagegrenzwerte zu betreiben. Sie berufen sich dabei auf Ergebnisse von Untersuchungen im Ã¶sterreichischen Bundesland Salzburg, die ergeben hÃ¤tten, dass es ohne weiteres mÃ¶glich sei, die zulÃ¤ssige Strahlenbelas­tung auf weniger als 0,6 V/m zu reduzieren. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Die NISV kann anlÃ¤sslich ihrer Anwendung akzessorisch auf die Ãbereinstimmung mit dem Gesetz Ã¼berprÃ¼ft werden. Da sie die einzelfallweise BerÃ¼cksichtigung des technischen Fortschritts ausschliesst, ist insbesondere auch zu prÃ¼fen, ob sie noch dem von Art. 11 Abs. 2 USG geforderten Standard entspricht oder angepasst werden muss. Dabei ist jedoch zu berÃ¼cksichtigen, dass dem Bundesrat bei der Festlegung der zur vorsorglichen Emis­sionsbegrenzung erforderlichen Massnahmen ein erheblicher Beurteilungsspielraum zusteht. "Es ist in erster Linie Aufgabe der FachbehÃ¶rden, namentlich des BUWAL und des BAKOM, die technische Entwicklung und die auslÃ¤ndischen Erfahrungen im Bereich des Mobilfunks zu verfolgen und die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, wenn sich er­geben sollte, dass es technisch und betrieblich mÃ¶glich und wirtschaftlich tragbar ist, Mobil­funknetze unter Einhaltung von wesentlich tieferen Grenzwerten zu betreiben. Das Bun­des­­ge­richt kann erst einschreiten, wenn die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden dieser Verpflichtung offensichtlich nicht nachkommen bzw. ihren Ermessensspielraum missbrauchen" (BGr, 8. April 2002, 1A.10/2001, E. 2.2). Entsprechendes gilt fÃ¼r die akzessorische PrÃ¼fung der NISV durch kantonale Gerichte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die mit der Be­schwer­debegrÃ¼ndung eingereichten Unterlagen zur Situation im Bun­desland Salzburg hatten dem Bun­des­ge­richt im erwÃ¤hnten Verfahren (1A.10/2001) ebenfalls vorgelegen. Das Bun­des­ge­richt gelangte zum Schluss, dass es sich beim "Salzburger Modell" nach Ã¼bereinstimmender EinschÃ¤tzung des BUWAL und des BAKOM bisher nur um eine AbsichtserklÃ¤rung zweier Mobilfunkbetreiber handle. Die Ein­haltung dieser Vorgaben sei noch nicht kontrolliert worden und es lÃ¤gen insbesondere keine verwertbaren Abnahmemessungen vor. Auch die in den Jahren 1997 bis 2000 durchgefÃ¼hrten Messungen, die in einem von den Be­schwer­de­fÃ¼h­renden eingereichten Referat von E dargestellt waren, belegten nicht, dass es technisch und betrieblich mÃ¶g­lich und wirtschaftlich zumutbar sei, eine flÃ¤chendeckende Mobilfunkversorgung unter Einhaltung der tiefen Salz­burger Beurteilungswerte zu realisieren (BGr, 8. April 2002, 1A.10/2001, E. 2.2.2 und 2.2.3). Im vorliegenden Verfahren besteht kein Anlass, mit bezug auf dieselben Unterlagen zu andern SchlÃ¼ssen zu gelangen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Mit ihrer Eingabe vom 14. Mai 2002 reichten die Be­schwer­de­fÃ¼h­renden weitere Unterlagen zur Situation im Bundesland Salzburg ein, insbesondere einen Bericht "NIS Im­mis­si­onen in Salzburg" des BAKOM vom Februar 2002, welchen dieses in Zusammenarbeit mit der Ã¶sterreichischen Seibersdorf Research GmbH und der zustÃ¤ndigen Amtsstel­le in Salzburg erarbeitet hat. Sie begrÃ¼nden die nachtrÃ¤gliche Vorlage von Beweis­mitteln sinn­gemÃ¤ss damit, dass die neuen Unterlagen nunmehr die Messungen enthiel­ten, die das Bun­des­ge­richt in seiner jÃ¼ngsten Recht­­spre­chung vermisst habe. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die nach § 52 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zulÃ¤ssige Nennung neuer Beweismittel muss grundsÃ¤tzlich mit der Beschwerdeschrift erfolgen (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 52 N. 1, § 53 N. 15, § 54 N. 8). WÃ¼rden entsprechende Vorbringen auch nach der Beschwerdeerhebung ohne weiteres zugelassen, wÃ¤re ein geordneter Ablauf des Rechtsmittelverfahrens nicht zu gewÃ¤hrleisten (vgl. die Praxis des Bundesgerichts im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde: Alfred KÃ¶lz/ Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 944). NachtrÃ¤gliche Vorbringen sind jedoch zu beachten, wenn sie sich auf erhebliche Tatsachen oder Beweismittel beziehen, welche die Parteien nicht frÃ¼her beibringen konnten und die daher als RevisionsgrÃ¼nde im Sinn von § 86a lit. b VRG zu berÃ¼cksichtigen wÃ¤ren; ferner kann es die Untersuchungspflicht des Gerichts rechtfertigen, auch verspÃ¤tete Parteivorbringen zu beachten (vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 53 N. 15, § 54 N. 8; KÃ¶lz/HÃ¤ner, Rz. 944). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Ob die von den Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den nachtrÃ¤glich eingereichten Unterlagen unter diesen Gesichtspunkten noch berÃ¼cksichtigt werden dÃ¼rfen, kann indessen offen bleiben, da sie, wie aus den nachfolgenden ErwÃ¤gungen hervorgeht, zu keiner anderen Beurteilung Anlass geben. Aus diesem Grund kann auch darauf verzichtet werden, Stellungnahmen der Be­schwer­de­geg­nerschaft zur Eingabe der Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den vom 14. Mai 2002 einzuholen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Als Grundlage des BAKOM-Berichts vom Februar 2002 wurden im Lauf des Jah­res 2001 Immissionen in der Umgebung von 13 durch das Los ausgewÃ¤hlten Mobilfunkanlagen in Salzburg ermittelt. Die Untersuchung wurde nach Massgabe der (schweizerischen) NISV durchgefÃ¼hrt: Als Messpunkte wurden Orte mit empfindlicher Nutzung im Sinn von Art. 3 Abs. 3 NISV ausgewÃ¤hlt, bei welchen aufgrund einer vorgÃ¤ngigen Computersimulation die hÃ¶chsten Belastungen in der Nachbarschaft der betreffenden Sendeanlage zu erwar­ten waren. Die Messungen wurden im Wesentlichen anhand der Messempfeh­lung des BUWAL vom 20. MÃ¤rz 2001 (Entwurf) vorgenommen (vgl. die Stellungnahme des Bundesamtes fÃ¼r Metrologie und Akkreditierung vom 14. Februar 2002). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das BAKOM interpretiert die Ergebnisse der Untersuchung zusammenfassend wie folgt (Bericht "NIS Immissionen in Salzburg" vom Februar 2002):<br/> <br/> </p> <p class="EinzugZitat"><span>§<span> </span></span>"An 8 der insgesamt 13 mittels Los ausgewÃ¤hlten Sendestandorte wird der Salzburger Beurteilungswert von 1 mW/m<sup>2</sup> um bis zu einem Faktor 40 Ã¼berschritten.</p> <p class="EinzugZitat"><span>§<span> </span></span>Die Analysen der Immissionslagen zeigen im Weiteren, dass bei moder­nen GSM-Netzen auf stÃ¤dtischem Gebiet die bei den Anwohnern von Sendeanlagen auftretenden Immissionen im Mittel zwischen 10 und 200 mW/m<sup>2</sup> liegen. </p> <p class="EinzugZitat"><span>§<span> </span></span>Die Messungen sowie die mittels Computer simulierten Immissionslagen zeigen somit klar, dass ein Immissionswert von 1 mW/m<sup>2</sup> aus tech­nischen und betrieblichen GrÃ¼nden auf stÃ¤dtischem Gebiet bei Anwohnern von Antennenanlagen nicht eingehalten werden kann.</p> <p class="EinzugZitat"><span>§<span> </span></span>Ein Unterschreiten von Immissionswerten im Bereich von 100 mW/m<sup>2</sup> dÃ¼rfte ohne erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen kaum mÃ¶glich sein." </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgegenÃ¼ber ziehen die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den gestÃ¼tzt auf eine Zusammenstellung von D vom 2. MÃ¤rz 2002 aus der Untersuchung den Schluss, dass bei der Messung der ku­mu­lierten, durch vier Betreiber auf z.T. denselben Masten verursachten Strahlung in deren Nahbereich bei 56,7 % der Messpunkte Werte von unter 0,6 V/m bzw. 1 mW/m<sup>2</sup> und bei 81,1 % immer noch Werte von unter 1 V/m erreicht worden seien. Dabei sei zu berÃ¼cksichtigen, dass sich nicht alle Betreiber zur Einhaltung von Werten unter 1 mW/m<sup>2</sup> verpflich­tet hÃ¤tten und dementsprechend mit weitaus hÃ¶herer HF-Strahlung operierten, als fÃ¼r die erforderliche Abdeckung und den funktionierenden Betrieb eines Mobilfunknetzes erforderlich wÃ¤re. Bei etwas gutem Willen dieser Betreiber wÃ¤re es ohne weiteres mÃ¶glich, die Gesamtbelastung in Salzburg auf unter 0,6 V/m, mindestens aber auf unter 1 V/m zu reduzieren. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) Die vom BAKOM ermittelten Daten beziehen sich unmittelbar nur auf die HÃ¶he der durch die Mobilfunkanlagen verursachten Immissionen. Da von keiner Seite geltend ge­­macht wird, dass die Versorgung mit Mobilfunkdiensten im Gebiet Salzburg ungenÃ¼gend sei, ergeben sich aus ihnen ferner Anhaltspunkte fÃ¼r die technische und betriebliche MÃ¶g­lich­keit, eine Mobilfunkversorgung mit entsprechend niedrigen Immissionen zu gewÃ¤hr­leisten. Dagegen finden sich in den Unterlagen keine Hinweise auf die <i>wirtschaftlichen</i> Konsequen­zen einer durchgehenden Reduktion der Strahlenbelastung. Die vom BAKOM in der Zusammenfassung seiner Studie gezogene Schlussfolgerung, dass ein Unterschreiten von Immissionswerten im Bereich von 100 mW/m<sup>2</sup> ohne erhebliche wirtschaft­liche Konsequen­zen kaum mÃ¶glich sein dÃ¼rfte, findet in der Untersuchung keine StÃ¼tze. Ebenso wenig vermÃ¶gen die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den ihre Annahme, dass eine weitere Begren­zung der Strah­lenbelastung wirtschaftlich tragbar wÃ¤re, zu belegen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Dass die Einhaltung tieferer Grenzwerte, als sie in der NISV festgelegt wurden, un­ter technischen und betrieblichen Aspekten grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich wÃ¤re, steht wohl aus­ser Frage. So liesse sich z.B. durch die Erstellung eines engmaschigeren Netzes von Mobilfunk­­stationen die Strahlenbelastung in der Umgebung der einzelnen Anlagen zweifellos ver­ringern. Auch das BAKOM stellt dies nicht ernsthaft in Frage, sondern verweist lediglich auf die seines Erachtens damit verbundenen wirtschaftlichen Nachteile.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die nach Art. 11 Abs. 2 USG zu treffenden vorsorglichen Emissionsbegrenzungen hÃ¤ngen indessen ebenso sehr von der wirtschaftlichen Tragbarkeit der Massnahmen ab wie von deren technischer und betrieblicher Machbarkeit. Eine VerschÃ¤rfung von Grenzwerten fÃ¼r die Strahlenbelastung wÃ¼rde zwar alle in der Schweiz operierenden Anbieter von Mobil­funkdiensten gleichermassen treffen, so dass daraus fÃ¼r die Anbieter mÃ¶glicherweise kein Wettbewerbsnachteil entstÃ¼nde. Indessen sind in einer derartigen Situation auch die Ã¶f­fentlichen Interessen an einer rechtzeitigen und kostengÃ¼nstigen Versorgung mit Mobilfunkdiensten mit zu berÃ¼cksichtigen. Ãhnlich wie bei Ã¶ffentlichen Anlagen ist daher eine AbwÃ¤gung der sich gegenÃ¼ber stehenden Interessen unter Beachtung der VerhÃ¤ltnismÃ¤s­sig­keit vorzunehmen (vgl. Schrade/Loretan, Art. 11 USG N. 31 und 35a). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die damit zusammenhÃ¤ngenden Fragen lassen sich aufgrund der von den Be­schwer­­­­de­fÃ¼h­ren­den eingereichten Unterlagen nicht beantworten und kÃ¶nnen auch nicht im Rahmen dieses Be­schwer­de­ver­fah­rens ausreichend geklÃ¤rt werden. Dazu besteht auch keine Notwendigkeit, da die Aufgabe der Recht­spre­chung nach dem Gesagten darauf beschrÃ¤nkt ist, offensichtliche MÃ¤ngel der Verordnungsregelung bzw. einen allfÃ¤lligen Missbrauch des Ermessens durch den Ver­ord­nungsgeber zu korrigieren (vorn, E. 6a). Derartige MÃ¤ngel haben die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den nicht dargetan. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">7. Die weiteren Einwendungen, welche die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den gegen die festge­legten Anlagegrenzwerte der NISV erheben, fÃ¼hren zu keinem andern Ergebnis. So ist der von ihnen angestellte Vergleich von Grenzwerten der NISV mit der NutzfeldstÃ¤rke, die in den Konzessionen der Mobilfunknetze als Voraussetzung fÃ¼r eine ausreichende Versorgung des Konzessionsgebiets verlangt wird, unbehelflich. Bei der geforderten NutzfeldstÃ¤r­ke handelt es sich um einen Minimalwert, der an der Grenze des Empfangsbereichs gewÃ¤hr­­­leistet werden muss, wÃ¤hrend die Grenzwerte der NISV Maximalwerte sind, die auch in unmittelbarer NÃ¤he der Sendeanlagen nicht Ã¼berschritten werden dÃ¼rfen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kritik der Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den an der Recht­spre­chung des Ver­wal­tungs­ge­richts zur ÃberprÃ¼fung des angestrebten Versorgungsgrades eines Mobilfunknetzes (VGr, 2. November 2000, VB.2000.00139, E. 10) gibt Anlass zu einer PrÃ¤zisierung: Die Vorschrift von Art. 11 Abs. 2 USG Ã¼ber die vorsorgliche Emissionsbegrenzung bietet grundsÃ¤tzlich keine Handhabe fÃ¼r die gerichtliche ÃberprÃ¼fung von Notwendigkeit oder WÃ¼nsch­­­­bar­keit einer projektierten Anlage (vgl. Schrade/Loretan, Art. 11 N. 17a). Im Bereich des Mobilfunks kann daher der Ent­scheid Ã¼ber die Versorgung eines bestimmten Gebiets mit Mobilfunkdiensten nicht Gegenstand der umweltrechtlichen Beurteilung sein. Mit welchen SendestÃ¤rken und allfÃ¤lligen weiteren Randbedingungen das Netz betrieben werden muss, um die angestrebte Abdeckung zu erreichen, ist dagegen der gerichtlichen PrÃ¼fung im Prinzip zugÃ¤nglich. Ob dabei auch die Notwendigkeit einzelner Antennenstandorte zu beurteilen ist, erscheint allerdings als fraglich (vgl. VGr, 24. August 2000, URP 2001 S. 161 E. 9c/bb = BEZ 2000 Nr. 52). Denkbar ist jedoch, dass unterschied­liche MÃ¶glichkei­ten zur Ausgestaltung eines Mobilfunknetzes in Betracht gezogen werden, wenn es darum geht, die in der Ver­ord­nung festgelegten Grenzwerte der Strahlenbelastung zu Ã¼berprÃ¼fen (vgl. vorn, E. 6e). Vorliegend kÃ¶nnen die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den daraus jedoch, wie ge­zeigt, nichts fÃ¼r sich ableiten. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">8. ... </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Be­schwer­de wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. ...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>