B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6297/2014 U r t e i l v o m 1 2 . N o v e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach, mit Zustimmung von Richter Jean-Pierre Monnet; Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. Parteien A._______, geboren (…), Israel, c/o Bezirksgefängnis (…), (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl (ohne Wegweisung); Verfügung des BFM vom 29. September 2014 / N (…). D-6297/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer reiste gemäss eigenen Angaben am 3. März 2014 in die Schweiz ein. Er wurde am 6. März 2014 aufgrund eines Verha f- tungsersuchens von Interpol von der Polizei angehalten. Am 7. März 2014 ordnete das Bundesamt für Justiz (BJ) die proviso rische Ausliefe- rungshaft an. Am 12. März 2014 wurde die Auslieferungshaft verfügt. B. Anlässlich der Festnahme beschlagnahmte die Polizei einen israelischen sowie einen französischen Pass, beid e lautend auf den Namen des B e- schwerdeführers. Eine Dokumentenanalyse der Kantonspolizei B._______ kam zum Schluss, dass der israelische Pass verfälscht und der französische Pass eine Totalfälschung sei. C. Am 26. März 2014 reichte das israelische Justizministerium ein Ausliefe- rungsersuchen ein. Das formelle Auslieferungsersuchen wurde den Schweizer Behörden am 20. Juni 2014 übermittelt. D. Mit Schreiben vom 10. April 2014 (Eingang beim BFM am 25. April 2014) reichte der Beschwerdeführer ein Asylgesuch ein. E. Am 16. Juli 2014 wurde der Beschwerdeführer vertieft zu seinen Asy l- gründen angehört. Anlässlich dieser Anhörung wurde ihm das rechtliche Gehör zur Feststellung der Dokumentenanalyse gewährt. Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch damit, da ss er aus politischen Gründen in der Heimat strafrechtlich verfolgt werde , in Israel zudem Kriegszustände herrschen würden und er dort gesundheitliche Probleme gehabt habe. F. Das BJ verfügte am 26. August 2014 die Bewilligung des Auslieferung s- ersuchens vom 20. Juni 2014. Die Verfügung erfolgte unter dem Vorb e- halt des Entscheids des Bundesstrafgerichts über die Einrede des polit i- schen Delikts sowie unter dem Vorbehalt eines rechtskräftigen positiven Asylentscheids. D-6297/2014 Seite 3 G. Mit Schreiben vom 29. Juli 2014 ersuchte de r Beschwerdeführer beim BFM um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Asylverfahren. Dieses Gesuch wurde mit Verfügung vom 8. September 2014 abgewie- sen. H. Mit Schreiben vom 8. September 2014 gewährte das BFM dem B e- schwerdeführer Einsicht in die Akten des Auslieferungs- sowie des Asyl- verfahrens und setzte ihm Frist zur Stellungnahme. Der Beschwerdefü h- rer liess die Frist ungenutzt verstreichen. I. Ein am 26. September 2014 beim BFM eingereichtes Schreiben wurde dem Bundesverwaltungsgericht zur Prüfung als allfällige Beschwerde überwiesen. Mit Schreiben vom 10. Oktober 2014 (D -5793/2014) stellte das Gericht fest, dass die Eingabe keine Beschwerde darstellen könne, und sandte die Verfahrensakten zurück ans BFM. J. Mit Verfügung vom 29. September 2014 (Eröffnun g am 30. September 2014) lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab . Gleichzeitig wurde die Wegweisung unter Vorbehalt einer rechtskräftigen gewordenen Auslieferungsbewilligung nicht verfügt. K. Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Ein gabe vom 27. Okt o- ber 2014 (Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht an und bea n- tragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl. L. Am 10. November 2014 zog das Bundesverwaltungsgericht die Akten des noch hängigen Auslieferungsverfahrens beim Bundesstrafgericht (…) bei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu D-6297/2014 Seite 4 den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser es besteht – wie vorliegend (vgl. Bst. C und F) – ein Auslieferungsersuchen des Staates, vor welchem die beschwer deführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Itali e- nisch (Art. 70 Abs. 1 BV). Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann indessen praxisgemäss aus prozessökonomische n Gründen ver- zichtet werden, da der in Englisch verfassten Beschwerdeeingabe gen ü- gend klare, sinn gemässe Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden werden kann (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Auflage, 2013, Rz. 2.224 und 2.226 f.). 1.3 Im Übrigen ist die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung besonders be - rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be - ziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Ein reichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1, Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um e ine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). D-6297/2014 Seite 5 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfü h- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Ans chauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahme n, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4.3 Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch damit, dass er i s- raelischer Staatsangehöriger jüdischer Religion sei und in Marokko geb o- ren worden sei. Im Alter von sechs Jahren sei er nach Israel gezogen, wo er bis zu s einer Ausreise in C._______ gelebt habe. In den 90er Jahren sei er wegen Fälschung von Dokumenten zu einer Haftstrafe von 20 M o- naten verurteilt worden. Im Jahre 2001 hätte er als Zeuge in einem Stra f- verfahren aussagen sollen. Eine r der Angeklagten habe ihm Geld g e- schuldet. Da er bei der Übergabe dieses Geldes von der Polizei beobach- tet worden sei, sei er selbst zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er habe diese jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten wollen, we s- halb er einen Psychiater um die E rstellung eines Arztberichtes gebeten habe. Wenig später sei gegen ihn ein Verfahren eröffnet worden mit dem Vorwurf, der Bericht sei gefälscht. In diesem Verfahren sei es bis anhin jedoch noch zu keiner Verurteilung gekommen. Im Jahre 2008 habe er Is- rael aufgrund der schwierigen politischen Lage und seiner gesundheitl i- chen Verfassung verlassen. Er sei nach Griechenland gereist, wo es ihm aufgrund seiner jüdisch -marokkanischen Herkunft gelungen sei, einen französischen Pass zu erhalten, woraufhin er in Grie chenland eine Au f-D-6297/2014 Seite 6 enthaltsbewilligung erhalten habe. Er sei im Wertschriftenhandel tätig g e- wesen und habe dabei auch Kontakte mit arabischen Kunden gepflegt. Im Jahre 2010 habe er Interesse an einem Kauf der D._______ bekundet und einen Vorvertrag abgeschlo ssen. Trotz dieses Vorvertrags habe er die Firma jedoch nicht gekauft, weshalb deren Börsenkurs gefallen sei. Die Besitzer der Firma seien sehr wohlhabend und würden gute Kontakte zum israelischen Justizministerium unterhalten. Der Vorwurf der Fä l- schung des Arztberichts sei daher nur ein Vorwand, um ihn nach Israel zurückzuholen. D ie tatsächlichen Gründe seien jedoch einerseits seine Geschäfte mit arabischen Kunden , andererseits aber auch der Umstand, dass der Börsenkurs von D._______ gefallen sei respektive die Firma Konkurs gegangen sei . Dies habe er von einem Freund, der beim Mo s- sad arbeite, erfahren. Überdies könne er auch nicht nach Israel zurüc k- kehren, da die dortige politische Lage schwierig sei und er deswegen an Schizophrenie gelitten habe. Seit er Israel verlassen habe, sei er von die- sem Leiden geheilt. Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer diverse Unterlagen zu seinen Geschäftsverbindungen, den Vorvertrag vom Januar 2013, ein Schreiben von D._______ vom (…) März 2013, ein Schreiben eines G e- schäftspartners, eine Haftbestätigung für den Zeitraum (…) 2002 bis (…) 2003, eine gerichtliche Anordnung vom (…) 1990, eine Annullierung einer Ausreisesperre vom (…) 2005, verschiedene Arztberichte aus den Jahren 1990 bis 2000 und ein Gerichtsurteil hins ichtlich von Eigentumsverhäl t- nissen vom (…) 1990 ein. 4.4 Das BFM begründete seine Verfügung damit, dass das Vorbringen, nicht nach Israel zurückkehren zu können, da dort Krieg herrsche und es für die Gesundheit des Beschwerdeführers schwere Folgen haben kön n- te, nicht asylrelevant sei, da es sich dabei nicht um eine Verfolgung s- massnahme nach Art. 3 AsylG handle. Er habe sich durch die Ausreise der Strafverfolgung entzogen. Die Flucht vor einer rechtsstaatlich legit i- men Strafverfolgung bilde grundsätzlich keinen Asylgrund. Eine Verfo l- gung im asylrechtlichen Sinne setze vielmehr einen Politmalus voraus. Dies sei zu bejahen, wenn jemandem aus den in Art. 3 AsylG aufgezäh l- ten Motiven eine gemeinrechtliche Straftat untergeschoben werde, eine unverhältnismässig hohe S trafe drohe oder das Strafverfahren recht s- staatlichen Ansprüchen nicht zu genügen vermöge. Das Strafverfahren sei bereits 2002 eingeleitet worden. Die geltend gemachten Verfolgung s- motive, die auf Ereignisse im Jahre 2012 zurückgehen würden, hätten daher im Zeitpunkt der Einleitung des Verfahrens gar nicht vorliegen kö n-D-6297/2014 Seite 7 nen. Es handle sich somit um keine illegitime Strafverfolgung. Dies werde dadurch unterstrichen, dass die Ausführungen hinsichtlich des Arztb e- richts nicht zu überzeugen vermögen. So habe er angegeben, ein Freund habe an seiner Stelle den Bericht abgeholt. Er habe dies eigentlich selbst tun wollen, aber der Freund habe von ihm verlangt, draussen zu warten. Dies überzeuge angesichts der auch in Israel geltenden ärztlichen Schweigepflicht nicht. E s sei auch nicht ersichtlich, wieso der Arzt ihm den Bericht nicht hätte persönlich überreichen können. Es sei nicht e r- klärbar, wieso eine Drittperson ein Interesse daran gehabt hätte, ihm ein gefälschtes Zeugnis unterzuschieben. Da es sich beim zuständige n Arzt um einen diplomierten Psychiater handle, habe dieser keinerlei Interesse, einen Bericht zu fälschen. In diesem Zusammenhang sei ferner darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer angesichts der in der Schweiz beschlagnahmten Ausweisfälschungen über den nötigen Hintergrund und die Beziehungen verfüge, um entsprechende Dokumente zu fälschen und er im Übrigen bereits früher wegen demselben Straftatbestand in Israel verurteilt worden sei. Die geltend gemachten Gründe für die Wiederaufnahme des Strafve rfah- rens und dessen Politmalus würden ebenfalls nicht überzeugen. Zu den Kursschwankungen der Aktien von D._______ sei festzuhalten, dass sich diese bereits (…) 2012 ereignet hätten, wodurch die Kausalität zur Anfra- ge von Interpol vom 6. Februar 2014 nicht gegeben sei. Die Interpola n- frage basiere zudem auf einem Haftbefehl vom (…) September 2013. Der Beschwerdeführer mache geltend, die Verhandlungen mit der Firma D._______ hätten im Juni/Juli 2013 stattgefunden, was zwar mit dem Haftbefehl vom September 201 3, nicht aber mit den Kursschwankungen, die bereits 2012 stattgefunden hätten, korreliere. Zudem würden der Vo r- vertrag vom Januar 2013 und das Schreiben im Nachgang des Treffens vom März 2013 datieren. Die Kursschwankungen hätten sich daher vor den Verhandlungen ereignet, was sich nicht mit der Behauptung verein- baren lasse, die Kursschwankungen hätten zur Wiederaufnahme des Ver- fahrens geführt . Vielmehr liege der Schluss nahe, die internationale Fahndung hänge mit der in Kürze erfolgenden Verjährung der Stra ftaten zusammen. Ferner sei darauf zu verweisen, dass der Beschwerdeführer durch seine Ausreise das laufende Verfahren verzögert habe und daher den israelischen Behörden nicht vorgeworfen werden könne, das Verfa h- ren sei erst nach dem Rücktritt vom Vertrag wieder aufgenommen wo r- den. D-6297/2014 Seite 8 An dieser Feststellung vermöge das Vorbringen, ihm sei im Jahre 2010 von der israelischen Botschaft in Bern ein Pass ausgestellt worden, nichts zu ändern. So mache der Beschwerdeführer geltend, die israelischen B e- hörden hätten damals bereits die Möglichkeit gehabt, ihn festzunehmen, falls die Strafverfolgung aufgrund der Urkundenfälschung noch aktuell gewesen wäre. Die Botschaft könne jedoch nur dann Massnahmen e r- greifen, wenn eine Ausschreibung zur Verhaftung best ehe, was damal s noch nicht der Fall gewesen sei. Es sei ohnehin Sache der Botschaft, e t- waige Massnahmen zu ergreifen, wodurch die nichterfolgte Festnahme keinen Grund dafür darstelle, die Fahndungsausschreibung mit den B e- ziehungen zur Firma D._______ in Verbindung zu br ingen. Im Übrigen handle es sich beim israelischen Pass um ein gefälschtes Dokument, was grundsätzliche Zweifel am Wahrheitsgehalt dieses Vorbringens entstehen lasse. Schliesslich seien die geltend gemachten Gründe für das Scheitern des Kaufes nicht glaubh aft. So habe der Beschwerdeführer ausgesagt, d ie Geschäftspartner hätten ihre Personalien nicht offenlegen wollen. Wäre dies tatsächlich der Fall gewesen, so wäre davon auszugehen, dass er überhaupt keine Verhandlungen aufgenommen hätte. Die Besitzverhäl t- nisse der D._______ und deren Verbindungen zur israelischen Regierung seien im Internet öffentlich einsehbar. So sei der Eigentümer gleichzeitig (…), was der Beschwerdeführer mit Sicherheit gewusst habe. In dieser Hinsicht sei auf den Vorvertrag verwiesen, in welchem der Eigentümer namentlich genannt werde. Deshalb sei nicht davon auszugehen, der Vertragsabschluss sei an der nichterfolgten Offenlegung der Personalien gescheitert. Zudem falle auf, dass der Beschwerdeführer keine Bedenken gehabt habe, in seine r Delegation eine Person arabischer Abstammung gehabt zu haben, obwohl diese Firma offenkundig Kontakte zu den isra e- lischen Behörden pflege. Zum Vorwurf der israelischen Behörden hi n- sichtlich der Geschäfte mit Arabern lägen ohnehin widersprüchliche Aus- sagen vor. So habe er im Schreiben vom 17. April 2014 ausgeführt, ein is- raelischer Freund habe den Partnern der D._______ mitgeteilt, dass er solche Geschäftskontakte habe, während er in der Anhörung ausgeführt habe, ein Ägypter, der mit ihm arbeiten würde, ha be dies anlässlich der Verhandlungen erwähnt. Der Beschwerdeführer könne schliesslich nicht erklären, wieso diese Geschäfte eine solche Brisanz zu entfalten ve r- möchten. Es sei nicht erklärbar, wie er zu den Informationen hinsichtlich der angeblichen Gründe für die Fahndung gelangt sei. So sei die Verbin- dung zu einem Mossad -Agenten zweifelhaft. Die Kursschwankungen ständen in keinem Zusammenhang mit seinen Kontakten zur D._______, D-6297/2014 Seite 9 wodurch nicht glaubhaft sei, dass ein Freund dies als Grund genannt h a- be. Es k önne aber auch nicht nachvollzogen werden, wie der Freund überhaupt an diese Information gekommen sein soll e. Selbst unter der Annahme, ein Freund würde tatsächlich für den Mossad arbeiten, sei nicht davon auszugehen, dass die Informationen über die Gründe der Fahndung Dritten zugänglich wären. Ferner existiere die Firma D._______ immer noch, so dass er nicht für den Konkurs verantwortlich gemacht werden könne. Es sei davon auszugehen, dass bei einer Rückkehr das Strafverfahren wieder aufgenommen w erde. Es seien keine Hinweise dafür ersichtlich, dass dieses rechtsstaatlichen Ansprüchen nicht genügen würde . Bei der im Auslieferungsersuchen genannten Strafe von 18 Jahren Gefängnis handle es sich um eine hypothetische Höchststrafe, welche sich aus der Kumulation der einzelnen Straftatbestände ergebe und sich auf eine g e- setzliche Grundlage stütze, wodurch sie nicht als unverhältnismässig b e- zeichnet werden könne. Der Beschwerdeführer sei ihm Rahmen der bi s- herigen Untersuchung angehört worden und diese Einvernahmen seien problemlos verlaufen. Zudem habe er sich in diesem Zeitraum weiterhin in Freiheit befunden. Er mache auch nicht geltend, im laufenden Verfa h- ren fundamentale Menschenrechtsverletzungen erlitten zu haben. Diese Umstände sprächen für ein rechtsstaatlic h korrektes Verfahren und das Vorliegen eines Politmalus sei daher zu verneinen. Aus den eigereichten Beweismitteln könne der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Der Vorvertrag sowie die damit zusamme n- hängende Geschäftskorrespondenz seien zwar Hinweise auf tatsächliche Verhandlungen, würden aber die angebliche Verfolgungsmotivation nicht belegen können, zumal die Ausführungen des Beschwerdeführers diesen Dokumenten teilweise widersprächen. Die Arztberichte und die Haftbestä- tigung würden sich auf Sachverhalte beziehen, die vom BFM nicht bestrit- ten würden, vorliegend aber nicht relevant seien. 4.5 In der Beschwerde wurde diesen Erwägungen entgegnet, die Auss a- gen des Beschwerdeführers in der Anhörung seien teilweise unzutreffend übersetzt worden. So habe er nie ausgesagt, D._______ sei Konkurs ge- gangen, sondern lediglich, dass der Aktienkurs eingebrochen sei. Israel wisse seit 2013 von seinen Geschäften mit Arabern. Vorher hätten sich die israelischen Behörden nicht für ihn interessiert. So habe er 2008 prob- lemlos ausreisen können und 2010 sei er zweimal mit der israelischen Botschaft in Bern in Kontakt getreten, wo ihm ein neuer Pass ausgestellt D-6297/2014 Seite 10 worden sei. Die gegenwärtigen strafrechtlichen Anschuldigungen seien unzutreffend. Er sei kein Kriminell er. Ferner hätten die griechischen B e- hörden im Gegensatz zu den schweizerischen Behörden seinen Pass nicht als Fälschung erachtet. In Israel habe er grosse gesundheitliche Probleme und bei einer Rückkehr würden diese Probleme wieder auftr e- ten. 5. Das BFM h at das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abg e- lehnt, wobei hinsichtlich der Begründung im Wesentlichen auf die Ausfüh- rungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann. Die ak- tuelle politische Lage sowie die gesundheitlichen Probleme stelle n keine gezielte staatliche Verfolgung dar und sind daher nicht asylrelevant. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte politische Motivation der Stra f- verfolgung erweist sich als unbegründet. So wurde das Verfahren bereits 2002 eingeleitet, wodurch die vom Beschwerdeführer behauptete polit i- sche Motivation, die auf Erei gnisse im Jahre 2013 zurückgehe , nicht z u- treffen kann. Hätte sich der Beschwerdeführer dem Verfahren nicht en t- zogen, so wäre dieses wohl bereits im Jahre 2008 abgeschlossen wo r- den, zumal damal s das Sentencing Hearing hätte stattfinden sollen, das Verfahren aufgrund der Abwesenheit des Beschwerdeführers jedoch si s- tiert wurde (vgl. act. A7). Die Vorbringen betreffend die gescheiterten Kaufverhandlungen und seine Beziehungen zu arabischen Kunden, die anlässlich dieser Verhandlungen bekannt und anschliessend an die israe- lischen Behörden weitergeleitet worden seien, sind nicht überzeugend. So machte er im Rahmen des Auslieferungsverfahrens geltend, ein israe- lischer Freund habe gegenüber den Vertretern der D._______ seine ara- bischen Kontakte erwähnt (vgl. act. A7), während er in der Anhörung aus- führte, einer seiner arabischen Freunde habe diese Geschäftsverbindu n- gen anlässlich des Treffens angesprochen (vgl. act. A29 F82 f.). Ohnehin ist unklar, wieso der israelische Staat ihn aufgrund etwaiger arabischer Geschäftskontakte verfolgen wolle . Hinsichtlich des Arguments, die E r- neuerung seines Passes auf der israelischen Vertretung in Bern sei prob- lemlos möglich gewesen, ist zu bemer ken, dass aufgrund des als Teilfäl- schung zu bezeichnenden Passes die Beschaffung dieses Dokuments auf rechtmässige Weise bereits zweifel haft erscheint und der Haftbefehl gegen den Beschwerdeführer erst im September 2013 erlassen wurde, wodurch die Vertretung im Jahre 2010 nicht gehalten war, gegen den B e- schwerdeführer anlässlich der Passausstellung irgendwelche Massna h- men zu ergreifen. Das BFM weist schliesslich auch zutreffend darauf hin, dass keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, das bisherige Strafverfahren D-6297/2014 Seite 11 weise rechtsstaatliche Defizite auf. Das Vorliegen eines Politmalus ist da- her zu verneinen. An dieser Einschätzung vermögen auch die eingereich- ten Urkunden nichts zu ändern, wobei diesbezüglich auf die vorinstanzl i- chen Ausführungen verwiesen werden kann. Das BFM hat somit zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig fest stellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf ins gesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 8. Da im vorliegenden Fall ein Auslieferungsersuchen des Staates vorliegt, vor welchem der Beschwerdeführer im Asylverfahren um Schutz nac h- suchte, liegt eine Ausnahme im Sinne Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG vor. Das Urteil kann daher unter den Voraussetzungen von Art. 82 ff. BGG beim Bundesgericht angefochten werden. (Dispositiv nächste Seite) D-6297/2014 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM, das BJ, das Bun- desstrafgericht und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Linus Sonderegger Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Untersch rift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: