<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-02-13-9C_437-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9C_437/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 13. Februar 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>III. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Parrino, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Stadelmann, </div> <div class="para">Bundesrichterin Moser-Szeless, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Keel Baumann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Advokat Gaël Jenoure, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Personalvorsorgestiftung B.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwältinnen Yolanda Müller und/oder Elisabeth Ruff Rudin, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Berufliche Vorsorge, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 20. September 2022 (BV.2021.24). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.a.</b> Der 1948 geborene C.________ war bei der Personalvorsorgestiftung B.________ (nachfolgend: B.________) berufsvorsorgeversichert. Er reichte der B.________ einen von ihm und A.________ am 17. Dezember 2002 unterzeichneten Unterstützungsvertrag für Lebenspartner ein, in welchem unter anderem festgehalten wurde, dass sie seit 1996 zusammenlebten. Die B.________ bestätigte den Erhalt dieses Dokuments in einem Schreiben vom 17. Januar 2003. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.b.</b> C.________ bezog seit 1. Juli 2011 eine Altersrente der B.________. Er verstarb am 1. Dezember 2016. Mit Schreiben vom 25. November 2017 beantragte A.________ bei der B.________ die Zusprache von Hinterlassenenleistungen. Diese verneinte einen Anspruch mit der Begründung, er habe keinen gemeinsamen amtlichen Wohnsitz mit C.________ gehabt. In der folgenden Korrespondenz hielten beide Parteien an ihren unterschiedlichen Standpunkten zur Anspruchsberechtigung fest. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Klageweise liess A.________ das Rechtsbegehren stellen, die B.________ sei zu verpflichten, ihm eine Lebenspartnerrente nach dem Vorsorgereglement der B.________ in der Fassung von 2013, eventualiter in derjenigen von 2016, beginnend am 1. Januar 2017, zu bezahlen (nebst Verzugszins ab Klageeinreichung, d.h. ab 24. November 2021, in der Höhe des Mindestzinssatzes). Mit Urteil vom 20. September 2022 wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt die Klage ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">A.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen und die Aufhebung des Urteils vom 20. September 2022 beantragen. Im Übrigen erneuert er das im kantonalen Verfahren gestellte Rechtsbegehren. </div> <div class="para">In ihrer Vernehmlassung schliesst die B.________ auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Das Bundesamt für Sozialversicherungen verzichtet auf eine Stellungnahme. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.________ äusserte sich in einer weiteren Eingabe zur Vernehmlassung der B.________. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG gerügt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>). Dennoch prüft es - offensichtliche Fehler vorbehalten - nur die in seinem Verfahren gerügten Rechtsmängel (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-V-57%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page57">BGE 145 V 57</a> E. 4.2). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Es kann ihre Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Verfahrensausgang entscheidend sein kann (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1, <artref id="CH/173.110/105/2" type="start"></artref>Art. 105 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/97/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Lebenspartnerrente zu Recht verneint hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Gemäss <span class="artref">Art. 20a Abs. 1 BVG</span> können die Vorsorgeeinrichtungen in ihrem Reglement neben den Anspruchsberechtigten gemäss Art. 19 (überlebender Ehegatte), 19a (überlebende eingetragene Partnerin oder überlebender eingetragener Partner) und 20 BVG (Waisen) auch weitere Personen für Hinterlassenenleistungen als Begünstigte vorsehen. Dies gilt namentlich für natürliche Personen, die vom Versicherten in erheblichem Mass unterstützt worden sind, oder die Person, die mit diesem in den letzten fünf Jahren bis zum Tod ununterbrochen eine Lebensgemeinschaft geführt hat oder die für den Unterhalt eines oder mehrerer gemeinsamer Kinder aufkommen muss (<span class="artref">Art. 20a Abs. 1 lit. a BVG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Nach der Rechtsprechung ist unter einer Lebensgemeinschaft eine Verbindung von zwei Personen gleichen oder verschiedenen Geschlechts zu verstehen, welcher grundsätzlich Ausschliesslichkeitscharakter zukommt, sowohl in geistig-seelischer als auch in körperlicher und wirtschaftlicher Hinsicht, wobei diese Merkmale nicht kumulativ gegeben sein müssen und insbesondere weder eine ständige ungeteilte Wohngemeinschaft noch eine massgebliche Unterstützung der einen Partei durch die andere notwendig ist. Als entscheidend wird betrachtet, ob aufgrund einer Würdigung sämtlicher Umstände von der Bereitschaft beider Partner auszugehen ist, einander Beistand und Unterstützung zu leisten, wie es <span class="artref">Art. 159 Abs. 3 ZGB</span> von Ehegatten fordert (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-V-86%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page86">BGE 138 V 86</a> E. 4.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-V-383%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page383">137 V 383</a> E. 4.1; SVR 2023 BVG Nr. 21 S. 70, 9C_655/2021 E. 4.3.2). Dabei ist es den Vorsorgeeinrichtungen erlaubt, von einem restriktiveren Begriff der Lebensgemeinschaft auszugehen, beispielsweise auch einen gemeinsamen Wohnsitz zu verlangen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-V-327%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page327">BGE 144 V 327</a> E. 1.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-V-233%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page233">142 V 233</a> E. 1.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> Die Beschwerdegegnerin sieht in ihren reglementarischen Bestimmungen - Art. 32 der ab 1. Januar 2013 und ab 1. Januar 2016 gültigen Vorsorgereglemente (nachfolgend: Vorsorgereglement von 2013 und Vorsorgereglement von 2016) - eine Lebenspartnerrente vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.1.</b> Das Vorsorgereglement von 2016, welches die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin für anwendbar halten, normiert die Anspruchsvoraussetzungen im hier in erster Linie interessierenden Abs. 1 der genannten Bestimmung wie folgt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"Stirbt ein Versicherter bzw. ein Alters- oder Invalidenrentner, so ist sein Lebenspartner dem Ehegatten gleichgestellt und erhält die gleichen Rentenleistungen wie der Ehegatte gemäss Art. 31, sofern im Zeitpunkt des Todes des Versicherten bzw. des Alters- oder Invalidenrentners die folgenden Bedingungen kumulativ erfüllt sind: </div> <div class="para">a. der überlebende Lebenspartner bezieht keine Ehegatten- oder Lebenspartnerrente aus der ersten oder zweiten Säule auf Grund einer vorhergehenden Ehe bzw. eingetragenen Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft, und </div> <div class="para">b. beide Lebenspartner waren unverheiratet bzw. lebten in keiner eingetragenen Partnerschaft, und </div> <div class="para">c. beide Lebenspartner waren nicht im Sinne von ZGB Art. 95 miteinander verwandt, und </div> <div class="para">d. aus der Lebenspartnerschaft sind eigene Kinder des Versicherten bzw. Rentners hervorgegangen, die Anspruch auf eine Waisenrente der Pensionskasse haben; oder der Lebenspartner ist älter als 45 Jahre und hat beim Tod des Versicherten bzw. des Rentners mit diesem mindestens 5 Jahre nachweisbar ununterbrochen, unverheiratet, in einer ständigen ungeteilten Wohngemeinschaft an einem festen Wohnsitz (gleicher amtlicher Wohnsitz erforderlich) in einer Lebensgemeinschaft zusammengelebt." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.2.</b> Demgegenüber setzt das Vorsorgereglement von 2013, auf welches sich der Beschwerdeführer beruft, in Art. 32 Abs. 1 lit. d in fine lediglich eine ständige ungeteilte Wohngemeinschaft an einem festen Wohnsitz voraus, d.h. es enthält das in Klammer stehende Erfordernis eines gleichen amtlichen Wohnsitzes nicht. Im Übrigen stimmt die Bestimmung mit der in E. 3.3.1 wiedergegebenen überein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.3.</b> In beiden Fassungen finden sich in den folgenden Absätzen des Art. 32 (Abs. 2-4 im Vorsorgereglement von 2013, Abs. 2-5 im Vorsorgereglement von 2016) zusätzliche Vorschriften, die vorliegend indessen nicht weiter von Belang sind. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Vorinstanz erklärte das Vorsorgereglement von 2016 für anwendbar mit der Begründung, gemäss Ziff. 2 des Unterstützungsvertrages vom 17. Dezember 2002 sei das im Zeitpunkt des Todes des Versicherten geltende Reglement massgebend. Dass in Art. 32 Abs. 1 lit. d des Vorsorgereglements von 2016 explizit der gleiche amtliche Wohnsitz verlangt werde, sei dahingehend auszulegen, dass nicht der zivilrechtliche Wohnsitz gelten solle, sondern der Ort, an welchem die versicherte oder die rentenbeziehende Person ihre Schriften hinterlegt habe bzw. angemeldet sei. Der amtliche Wohnsitz des Beschwerdeführers liege in U.________ (Frankreich) und derjenige von C.________ habe sich, wie namentlich aus dem "acte de décès" hervorgehe, in V.________ befunden. Damit habe zum Zeitpunkt des Todes kein seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen bestehender gleicher amtlicher Wohnsitz vorgelegen, denn entscheidend sei nicht die effektive Wohnsituation, sondern allein, dass die beiden nicht im selben Ort und an derselben Adresse bei den Behörden offiziell gemeldet gewesen seien. Bei dieser Sachlage habe die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf eine Lebenspartnerrente mangels Erfüllens der in Art. 32 Abs. 1 lit. d des Vorsorgereglements von 2016 statuierten Voraussetzungen zu Recht verneint. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.1.</b> Der Beschwerdeführer macht geltend, im kantonalen Verfahren sei sein rechtliches Gehör (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>) verletzt worden, weil sich die Vorinstanz mit verschiedenen von ihm erhobenen Einwänden nicht auseinandergesetzt habe. Aufgrund ihrer formellen Natur ist diese Rüge vorab zu prüfen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.2.</b> Die Parteien haben im verwaltungs- und im verwaltungsgerichtlichen Verfahren Anspruch auf rechtliches Gehör (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>). Dessen Verletzung führt ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-I-11%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page11">BGE 144 I 11</a> E. 5.3<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-I-195%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page195">137 I 195</a></span> E. 2.2 mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-II-218%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page218">BGE 142 II 218</a> E. 2.8.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-279%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page279">135 I 279</a></span> E. 2.6.1). </div> <div class="para">Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen und Einsicht in die Akten zu nehmen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-I-11%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page11">BGE 144 I 11</a> E. 5.3<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-I-99%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page99">140 I 99</a></span> E. 3.4). Sodann zählt zum Gehörsanspruch auch die Pflicht der Behörde, ihren Entscheid angemessen zu begründen. Die Vorbringen der Betroffenen sind ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Dabei muss sich die Behörde nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen; vielmehr genügt es, wenn der Entscheid gegebenenfalls sachgerecht angefochten werden kann. Die Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-III-30%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page30">BGE 148 III 30</a> E. 3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-III-324%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page324">145 III 324</a> E. 6.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-II-49%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page49">142 II 49</a> E. 9.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.3.</b> Bereits die Darstellung des vom Beschwerdeführer vertretenen Standpunktes in E. 2.1 des angefochtenen Urteils erweckt Zweifel daran, ob seine wesentlichen Einwände gehört wurden, denn wie ein Vergleich mit den kantonalen Rechtsschriften zeigt, wurde das beschwerdeführerseits Vorgetragene äusserst lückenhaft wiedergegeben: Die Erwägung beschränkt sich auf eine Zusammenfassung der (kurzen) Klageschrift, welche der vormalige, kurz nach ihrer Einreichung verstorbene Rechtsvertreter eingereicht hatte (vgl. dazu auch E. 5.4.1). Gänzlich unerwähnt liess das kantonale Gericht an dieser Stelle, was vom neuen Rechtsvertreter in der (viel ausführlicheren) Replik (bekräftigt in der Triplik) vorgebracht worden war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.4.</b> Der unvollständigen Wiedergabe der erhobenen Rügen entspricht, dass die Vorinstanz es im Rahmen der anschliessenden rechtlichen Würdigung unterliess, sich mit den in E. 2.1 ihres Urteils nicht wiedergegebenen Vorbringen (vgl. dazu im Einzelnen E. 5.4.1-5.4.3) auseinanderzusetzen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.4.1.</b> Vorab wirft der Beschwerdeführer dem kantonalen Gericht zu Recht vor, es fehle eine Stellungnahme zu seinem sinngemäss vorgebrachten Einwand, wonach C.________ über die Reglementsänderung nie in Kenntnis gesetzt worden sei bzw. das Vorsorgereglement von 2016 nie erhalten habe. Auch wenn die Beschwerdegegnerin es anders darstellen lässt (und die Frage des verspäteten Vorbringens aufwirft), verhält es sich mitnichten so, dass der Beschwerdeführer die fehlende Zustellung des Vorsorgereglements von 2016 erst im letztinstanzlichen Verfahren neu behauptet hätte. Erstens baute die Klage wesentlich darauf auf, was auch der Beschwerdegegnerin damals nicht entgangen zu sein scheint, nahm sie doch dazu in der Klageantwort selber Stellung. Zweitens wurde der Einwand in der Replik bekräftigt, indem der Beschwerdeführer ausführen liess, Erhalt und Kenntnis des Vorsorgereglements von 2016 seien weiterhin bestritten und der Beweis dieser Tatsachen werde nicht erbracht mit dem Verweis auf den praxisgemäss jährlichen Versand des aktuellen Vorsorgereglements per Post an die Rentner (worauf sich die Beschwerdegegnerin in der Klageantwort unter anderem berufen hatte). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.4.2.</b> Ebenso ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, wenn er bemängelt, das kantonale Gericht sei mit keinem Wort auf seine Argumentation eingegangen, wonach auch in seinem Fall mindestens Anspruch auf eine angemessene Übergangsfrist bestehen müsse, wie sie die Rechtsprechung anerkenne, wenn Private infolge einer unvorhergesehenen Rechtsänderung in erheblicher Weise in ihren gestützt auf die bisherige Regelung getätigten Dispositionen getroffen würden. Ohne Einräumung einer angemessenen Übergangsfrist resultiere ein stossendes Ergebnis, weil die notwendigen Dispositionen gar nicht mehr hätten getroffen werden können, weil der Versicherte weniger als ein Jahr nach Inkrafttreten des neuen Reglements verstorben sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.4.3.</b> Und schliesslich vermisst der Beschwerdeführer im angefochtenen Urteil berechtigterweise auch eine Auseinandersetzung mit dem Einwand, die Ablehnung des Anspruchs auf eine Lebenspartnerrente mit der rein formalistischen Begründung des fehlenden gemeinsamen amtlichen Wohnsitzes vereitle Sinn und Zweck der Lebenspartnerrente (den Kreis der Hinterbliebenen an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen und einen entsprechenden Anspruch nicht nur für Ehegatten und Kinder sicherzustellen, sondern auch für andere Personen, die mit dem Versicherten zu Lebzeiten in einer Lebensgemeinschaft zusammengelebt hätten). Ebenso fehlt eine Befassung mit dem replicando an die Adresse der Beschwerdegegnerin gerichteten Vorwurf, ihr Verhalten sei widersprüchlich und nicht schützenswert, denn sie sei selber von einer intakten Lebensgemeinschaft ausgegangen, als sie beim Beschwerdeführer nach dem Tod des C.________ zu viel bezahlte Rentenleistungen zurückverlangt habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.5.</b> Indem das kantonale Gericht eine Prüfung all dieser vom Beschwerdeführer klar und ausführlich (insbesondere auch unter Hinweis auf einschlägige Rechtsprechung) geltend gemachten Vorbringen unterliess, verletzte es seinen Gehörsanspruch. Eine Heilung im letztinstanzlichen Verfahren fällt bereits deshalb ausser Betracht, weil keine geringfügige Verletzung vorliegt (vgl. E. 5.2 hiervor). Damit ist das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Hinsichtlich der Prozesskosten gilt die Rückweisung der Sache zu neuem Entscheid praxisgemäss als volles Obsiegen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=38&amp;from_date=10.02.2024&amp;to_date=29.02.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-V-281%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page281">BGE 141 V 281</a> E. 11.1). Entsprechend diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu tragen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG</span>) und dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/68/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/68/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Das Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 20. September 2022 wird aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'800.- zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 13. Februar 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der III. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Parrino </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Keel Baumann </div> </div></body></html>