Motion Wellauer 1900 N 5 octobre 1990 Dazugehören: - Sanitäts- und Pflegedienst - Feuerwehr - Umweltschutz - Chemiewehr - Katastrophenvorsorge und -einsatz - wirtschaftliche Landesversorgung. Damit können viele heutige Doppelspurigkeiten und Ueber- schneidungen eliminiert werden. Ein solcher «Gemeinschafts- dienst» könnte dadurch zu einer ständigen, praktischen Hilfs- institution in unserem Lande werden. Texte de la motion du 6 juin 1990 Le Plan directeur 1995 de la protection civile est en révision; cependant, il s'avère que seules des modifications ponctu- elles et des adaptations sont prévues. Cela ne saurait suffire! Aussi le Conseil fédéral est-il invité à procéder à un réexamen des principes mêmes de l'institution; il ne devra pas se conten- ter de réorganiser la protection civile, il devra plutôt la restruc- turer. L'objectif visé en l'occurrence doit être le suivant: créer un authentique service en faveur de la population qui soit à la fois efficace et pratique et qui constitue une alternative au service militaire et le complète. Un tel «service à la commu- nauté» devrait couvrir tous les secteurs de la vie quotidienne, en temps de paix également. Il devrait comprendre entre au- tres: - le service sanitaire et l'octroi de soins - le service des pompiers - la protection de l'environnement - le service de lutte contre la pollution chimique - la prévention des catastrophes et l'intervention en cas de catastrophe - l'approvisionnement économique du pays. Cela permettra de supprimer bien des doubles emplois et des chevauchements qui existent actuellement. Un tel «service à la communauté» pourrait ainsi devenir une institution d'entraide concrète et permanente. Mitunterzeichner-Cosignataires: Blatter, Bürgi, Büttiker, Diet- rich, Dormann, Fäh, Feigenwinter, Hildbrand, Iten, Keller, Kühne, Nussbaumer, Portmann, Reimann Maximilian, Ruck- stuhl, Scheidegger, Schmidhalter, Seiler Rolf, Spoerry, Widrig (20) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. September 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 septembre 1990 Mit dem Zivilschutz-Leitbild 95 wird angestrebt, die Mittel und Massnahmen des Zivilschutzes auf jene Bereiche zu konzen- trieren, die sonst nicht abgedeckt sind. Es geht darum, Dop- pelspurigkeiten zu vermeiden, eine klare Kompetenzabgren- zung festzulegen und damit Optimierungen zu erreichen. Dabei wird namentlich - die Integration der Stäbe der Zivilschutzorganisationen in die Gemeindeführungsstrukturen - die Möglichkeit, den Feuerwehren die Verantwortung für den Brandschutz auch in Zeiten aktiven Dienstes zu übertragen - die Unterstützung der Gemeindebehörden in der Betreuung von Flüchtlingen und Flüchtenden sowie - die Integration des Kulturgüterschutzes in die Zivilschutzor- ganisationen der Gemeinden geprüft. Die Zivilschutzorganisationen der Gemeinden sollen zudem gezielt auf die Hilfeleistung bei technik- oder naturbedingten Katastrophen sowie anderen Notlagen gschult werden. Die Schaffung eines Gemeinschaftsdienstes geht über diese Zielvorgaben hinaus. Sie setzt eine Revision der Bundesver- fassung voraus. Diese lässt sich nicht innerhalb der zeitlichen Rahmenbedingungen für das Zivilschutz-Leitbild 95 verwirkli- chen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln. Ueberwiesen als Postulat- Transmis comme postulat #ST# 90.576 Motion Wellauer Zentrale Gerichtskanzlei für eidgenössische Rekurskommissionen Greffe des commissions fédérales de recours Wortlaut der Motion vom 19. Juni 1990 Der Bundesrat wird beauftragt, eine Gesetzesvorlage auszuar- beiten, welche die Zusammenfassung der bestehenden eidge- nössischen Rekurs- und Schiedskommissionen (SR173.3) be- züglich ihrer Kanzleien und Gerichtsschreiber enthält. Damit soll in formeller Hinsicht eine einheitliche Praxis erreicht und insbesondere die Arbeit der einzelnen Gerichtsschreiber brei- terund interessantergestaltetwerden. Im Sinneeinergewissen Dezentralisierung ist dabei zu prüfen, ob der Sitz einer solchen zentralen Kanzlei in die Ostschweiz, beispielsweise in den Kan- ton Thurgau gelegt werden könnte. Im weiteren soll geprüft wer- den, ob der an sich unbestrittene Gedanke im Hinblick auf die Schaffung neuer Rekurskommissionen, wie er in der vom Volk am 1. April 1990 abgelehnten Vorlage betreffend die Aende- rung des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundes- rechtspflege enthalten war, nicht wieder aufzunehmen ist. Texte de la motion du 19 juin 1990 Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer un projet de loi pré- voyant la fusion des commissions fédérales existantes de re- cours et d'arbitrage (RS 173.3) de façon à ce qu'elles dispo- sent d'une chancellerie commune et du même greffier. Cela permettra d'harmoniser, sur le plan formel, la pratique des commissions et surtout d'élargir le champ d'activité du greffier afin de rendre son travail plus intéressant. Au titre d'une cer- taine décentralisation, il faudrait examiner la possibilité de fixer le siège de ce greffe central en Suisse orientale, dans le canton de Thurgovie par exemple. Il faudrait en outre étudier la possi- bilité de reprendre les travaux concernant la création, en soi non contestée, de nouvelles commissions, dont il avait été question dans le projet de modification de la loi fédérale d'or- ganisation judiciaire, rejeté par le peuple le 1 er avril 1990. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bühler, Columberg, Danu- ser, David, Dietrich, Eisenring, Fischer-Seengen, Graf, Hess Otto, Hess Peter, Hildbrand, Humbel, Ruckstuhl, Rutishauser, Rüttimann, Schmid, Schnider, Widrig (18) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Weil die bestehenden Gerichtskanzleien der eidgenössischen Rekurs- und Schiedskommissionen aufgesplittet sind, unter- liegt die Arbeit der Gerichtsschreiber einer gewissen Monoto- nie. Die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter wird durch die- sen Umstand wesentlich erschwert. Gleichzeitig besteht in for- meller Hinsicht die Gefahr, dass auf dieser Stufe der Verwal- tungsrechtsprechung des Bundes die Praxis auseinanderfällt. Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass die Entscheide der Rekurskommissionen oft letztinstanzlich sind, d. h. nicht an eine zentrale Rechtsprechungsinstanz wie das Bundesgericht weitergezogen werden können. Nebst den bereits geschilder- ten Gründen brächte die Zusammenlegung sämtlicher Ge- richtskanzleien bezüglich der Infrastruktur (Bibliothek, Sekre- tariat usw.) einen Spareffekt.5. Oktober 1990 N 1901 Motion Dietrich Zurzeit befinden sich die Kanzleien der bestehenden eidge- nössischen Rekurs- und Schiedskommissionen an verschie- denen Orten, hauptsächlich im Räume Bern und Lausanne. Der Standort dieser Rekurskommissionen ist aber keines- wegs an den Sitz des Bundesrates und der Bundesverwaltung oder des Bundesgerichtes gebunden. Im Gegenteil würde eine Sitzverlegung dieser Rekurskommissionen «weg von Bern» die richterliche Unabhängigkeit unterstreichen und sichtbar machen. Nachdem Bern, die Westschweiz und die In- nerschweiz (Eidgenössisches Versicherungsgericht) bereits Sitzorte sind, drängt sich der Raum Ostschweiz als Standort für die Eidgenössischen Rekurs- und Schiedskommissionen geradezu auf. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. September1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 septembre 1990 Der Bundesrat erachtet gemeinsame Sekretariate für mehrere Rekurs- und Schiedskommissionen im Prinzip als zweckmäs- sig und lehnt dafür auch einen Standort in der Ostschweiz, wie die Motion es verlangt, nicht grundsätzlich ab. Er hat denn auch schon am 10. Mai 1989 im Zusammenhang mit einem Postulat Grassi vom 17. März 1989 (89.423), das als Standort den Kanton Tessin empfohlen hatte, seine Bereitschaft erklärt, die Frage näher zu prüfen. Allerdings neigt er dazu, dass sich diese Dezentralisation des Sitzes auf bestimmte Kommissio- nen mit vergleichbarem Geschäftsbereich und gemeinsa- mem, in der Regel vollamtlichem Vorsitz beschränken sollte. In Frage kämen etwa alte und neue Kommissionen auf dem Gebiete der Sozialversicherung (AHV/IVfür Personen im Aus- land, berufliche Vorsorge, Krankenversicherung, Unfallversi- cherung), der Schule, Wissenschaft und Kultur (ETH, For- schungsförderung, Filmförderung, Stiftung Pro Helvetia), der öffentlichen Abgaben (indirekte Bundessteuern, Zoll, Alkohol) und der Landesverteidigung (Militärverwaltung, Zivilschutz). Heute verfügen fünf Kommissionen mit Sitz in Lausanne (AHV/IVfür Personen im Ausland, berufliche Vorsorge, Zoll, Al- kohol, Getreide) über ein gemeinsames Sekretariat. Die in der Referendumsabstimmung vom 1. April 1990 verwor- fene Vorlage vom 23. Juni 1989 über die Revision OG hatte in ihren allgemeinen Bestimmungen über die eidgenössischen Rekurs- und Schiedskommissionen den Bundesrat ausdrück- lich ermächtigt, für mehrere Kommissionen einen gemeinsa- men Vorsitz und ein gemeinsames Sekretariat vorzuschreiben (Art. 71bVwVG in der Fassung von Anhang Nr. 3, BB1 198911 891). Der Sitz der Kommissionen gehört stillschweigend zu den Einzelheiten der Organisation, die der Bundesrat auf dem Verordnungsweg zu regeln hätte (Schlussbestimmungen der Revision OG, Ziff. 1 Abs. 3 Bst. a, BB1 1989 II 886). In diesen Punkten war die verworfene Vorlage nicht kontrovers. Der Bundesrat beabsichtigt, in der neuen Vorlage, die sich in Vor- bereitung befindet, jene gesetzlichen Bestimmungen unver- ändert zu übernehmen. Sie lassen Raum für flexible, regional ausgewogene Korrekturen am Status quo. Weitergehende ge- setzliche Bestimmungen darüber hält der Bundesrat wederfür notwendig noch für zweckmässig. Eine generelle Sitzverlegung, wie die Motion es verlangt, liefe übrigens letzten Endes darauf hinaus, ein neues, unteres Bun- desverwaltungsgericht in Form einer zentralen Verwaltungsre- kurskommission nach den Vorstellungen der Studienkommis- sion Cavin einzuführen. Die Expertenkommission Dubs und der Bundesrat boten dazu nicht Hand, in der Meinung, dass die Neuerung, unabhängig von der Antwort auf die Frage ihrer Vereinbarkeit mit Artikel 114bis BV, einen umfangreichen Ap- parat ohne entscheidende Vorteile für die Qualität der Bundes- verwaltungsrechtspflege mit sich brächte (Bericht der Exper- tenkommission Dubs, 15 ff.; ferner BB1 1985 II 749 und 808 ff.). So oder so würde sie den Rahmen der in Vorbereitung befindlichen Vorlage sprengen, die sich als Teilrevision OG mit Sofortmassnahmen zur Entlastung des Bundesgerichts ver- steht. Aus diesen Gründen beantragt der Bundesrat, die Mo- tion in ein Postulat umzuwandeln. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln. Ueberwiesen als Postulat- Transmis comme postulat #ST# 90.584 Motion Dietrich Abgeltung des Bundes an die Stadt Bern für die Erfüllung der polizeilichen Aufgaben Indemnisation de la Ville de Berne pour ses tâches de police Wortlaut der Motion vom 20. Juni 1990 Der Bundesrat wird beauftragt, die Abgeltung des Bundes an die Stadt Bern für die Erfüllung ihrer polizeilichen Aufgaben als Bundesstadt so anzupassen, dass der Abgeltungsbetrag min- destens 10 Prozent des Gesamtaufwandes der Stadtpolizei Bern zu decken vermag. Texte de la mot/on du 20 juin 1990 Le Conseil fédéral est chargé de faire en sorte que le dédom- magement versé par la Confédération à la Ville de Berne pour ses activités de maintien de l'ordre dans la Ville fédérale cou- vre au minimum 10 pour cent du total des dépenses de la po- lice de celle-ci. Mitunterzeichner- Cosignataires: Fierz, Hafner Rudolf, Haller, Loeb, Neukomm, Ruf, Sager, Zölch (8) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Stadt Bern erhält vom Bund für die Erfüllung ihrer polizeili- chen Bewachungs-, Ordnungs- und weiterer Aufgaben als Bundesstadt einen seit Jahren unveränderten Abgeltungsbe- trag von jährlich 2 Millionen Franken. Die Kosten der Stadtpolizei sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen, zum Beispiel für Ausrüstung, Ausbildung, Fahrzeuge, Teuerungsanpassungen und Lohnerhöhungen, Verbesserungen bei Schicht-, Nacht-, Sonntags- und Spe- zialeinsätzen. Der Aufwand für die Bewachung von Bundesgebäuden und Botschaften sowie für den Schutz bei Demonstrationen ist stark angewachsen. Die nationalen Demonstrationen, deren Zahl zunimmt, werden in der Regel in Bern abgehalten. Die zum Teil bedauerlichen Begleiterscheinungen beeinträchti- gen das normale Leben in der Stadt an zahlreichen Wochen- enden eines Jahres. Die psychischen und physischen Anfor- derungen an die zum Einsatz gelangenden Polizeiangehöri- gen sind gestiegen. Die Berner Stadtpolizei weist zurzeit einen Gesamtaufwand in der Höhe von rund 52 Millionen Franken jährlich aus, woran sich der Kanton Bern mit 17 Millionen Franken beteiligt. Der Beitrag des Bundes von jährlich 2 Millionen Franken erreicht also nicht einmal 4 Prozent. Es kann nicht Pflicht des Stadtber- ner Steuerzahlers sein, die stark angestiegenen Kosten allein zu tragen, erfüllt Bern als Bundesstadt doch in mancherlei Hin- sicht nationale Aufgaben. Nur knapp die Hälfte des in Bern ar- beitenden Bundespersonals hat Wohnsitz in der Stadt Bern und bezahlt hier die Steuern. Zusätzlich entgehen der Stadt Bern wegen der gesetzlich festgelegten Steuerfreiheit der Bundesbetriebe und ihrer Liegenschaften Steuereinnahmen in Millionenhöhe. Der Bund sollte sich an den Gesamtkosten der Stadtpolizei Bern mit mindestens 10 Prozent beteiligen, zurzeit mit rund 5,2 Millionen Franken im Jahr.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Wellauer Zentrale Gerichtskanzlei für eidgenössische Rekurskommissionen Motion Wellauer Greffe des commissions fédérales de recours In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.576 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 05.10.1990 - 08:00 Date Data Seite 1900-1901 Page Pagina Ref. No 20 019 041 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.