<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp292016"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>112 IV 47<br/><br/><br/><div class="paraatf">14. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 8. April 1986 i.S. L. gegen Generalprokurator des Kantons Bern (Nichtigkeitsbeschwerde)</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp293296"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG</span>; Anstalten treffen. <div class="paratf">Aufnahme eines Darlehens zum Zweck der Abwicklung eines Rauschgiftgeschäftes. </div> </div> </div> <a name="idp296832"></a> <a name="idp300176"></a> <br/><div> <a name="idp302032"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 47</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page47"></a><div class="center pagebreak">BGE 112 IV 47 S. 47</div> </div> <div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp304144"></a><span class="bold" id="consideration_4.">4. </span>Die unbestimmte Wendung "wer hiezu Anstalten trifft" in <span class="artref">Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG</span> macht sinngemäss jede klar erkennbare, auf Drogendelikte ausgerichtete Vorbereitungshandlung zur strafbaren Tat. Die Aufnahme eines Darlehens, welche ausdrücklich zum Zwecke der Abwicklung eines Rauschgiftgeschäftes erfolgt, ist ein tatbestandsmässiges Anstaltentreffen. Ob sich der <a name="page48"></a><div class="center pagebreak">BGE 112 IV 47 S. 48</div>Darlehensnehmer auch nachweisbar bereits um konkrete Bezugsmöglichkeiten bemühte, was beim Beschwerdeführer zutreffen dürfte, ist für die grundsätzliche Strafbarkeit der auf Drogenhandel ausgerichteten Finanzierungsbemühungen ohne Bedeutung.</div> <div class="paraatf">Die in der Nichtigkeitsbeschwerde vertretene restriktivere Interpretation hätte übrigens die merkwürdige Folge, dass ein Darlehensnehmer, dem man weitere Bemühungen im Betäubungsmittelsektor nicht nachweisen könnte, straflos bliebe, während der Geldgeber oder Vermittler gemäss <span class="artref">Art. 19 Ziff. 1 Abs. 7 BetmG</span> zu bestrafen wäre. Eine solche widersprüchliche Lösung wird dem klaren Sinn des Gesetzes nicht gerecht. Die Rüge einer Verletzung von <span class="artref">Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG</span> ist unbegründet.</div> </div></body></html>