A bteilung IV D -4322/2006 {T 0/2} U rteil vom 15. M ai 2007 M itw irkung: R ichter H aefeli, W espi, Lang G erichtsschreiberin Freihofer A ._______, alias B ._______, Sudan, vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, R echtsanw alt, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 16. D ezem ber 2004 i. S. A syl und W egw eisung / N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschw erdeführer seinen H eim atstaat am 22. August 2003 und gelangte am 4. Septem ber 2003 in die Schw eiz, w o er am gleichen Tag um Asyl ersuchte. Am 5. Septem ber 2003 fand in Kreuzlingen die Em pfangsstellenbefragung statt, und am 15. O ktober 2003 erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen durch den M igrationsdienst des Kantons C ._______. D er Beschw erdeführer m achte dabei im W esentlichen geltend, er stam m e aus dem D orf D ._______ in D arfur, habe jedoch seit 1983 in Khartum gew ohnt. D ort habe er sich der G ruppe "E._______" angeschlossen. Er habe sich unter anderem für ein besseres Einvernehm en zw ischen Arabern und Schw arzen in seiner H eim atregion eingesetzt und sei für die Entw affnung der arabischen G ruppierung, w as ab April/M ai 2003 zu Problem en m it der arabischen Bevölkerung und dem Sicherheitsdienst geführt habe. Anlässlich einer Versam m lung am 4. Juli 2003 sei er m it den anderen Aktivisten festgenom m en, nach vier Stunden aber w ieder frei gelassen w orden. Sein Kleinbus sei beschlagnahm t w orden. Bei der Bom bardierung des D orfes D ._______ am 24. Juli 2003 sei sein O nkel um s Leben gekom m en. Am gleichen Tag sei er w ieder (m it anderen Aktivisten) in Khartum festgenom m en w orden. M an habe ihn drei Tage später m it der Auflage freigelassen, sich täglich auf dem Posten zu m elden. D a er ständig beobachtet w orden sei, habe er sein Land in der Folge verlassen. B. M it Verfügung vom 23. M ärz 2003 stellte das BFF fest, der Beschw erdeführer er- fülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung aus der Schw eiz und den Vollzug. Zur Begründung führte es aus, die Vorbringen w ürden den Anforderungen an die G laubhaftigkeit gem äss Art. 7 AsylG nicht genügen. Zudem sei der W egw eisungsvollzug als zuläs- sig, zum utbar und m öglich zu bezeichnen. C . M it Eingabe vom 23. April 2004 liess der Beschw erdeführer gegen die vorinstanzli- che Verfügung Beschw erde erheben. D ie Beschw erde w urde m it U rteil der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) im Sinne der Erw ägungen gutge- heissen. D ie angefochtene Verfügung des BFF vom 23. M ärz 2004 w urde aufge- hoben und die Sache zu einem neuen Entscheid an die Vorinstanz zurückgew ie- sen. Zur Begründung w urde im W esentlichen ausgeführt, die Einschätzung der Vorinstanz, die Verfügung einzig m it der fehlenden G laubhaftigkeit der Vorbringen zu begründen, könne nicht geteilt w erden. D er m assgebliche Sachverhalt sei von der Vorinstanz unvollständig festgestellt w orden. So habe sie insbesondere nicht festgestellt, ob die auf Beschw erdeebene eingereichte Vorladung echt sei, und die Konsequenzen aus dem entsprechenden Befund seien nicht gezogen w orden, zu- m al sich das BFF in seiner Vernehm lassung dam it begnügt habe, festzuhalten, es handle sich bei der Vorladung um eine Fotokopie, w elcher nur ein sehr geringer Bew eisw ert zukom m e. D es W eiteren ergäben sich aus den Befragungsprotokollen U nklarheiten bezüglich des Anlasses zur zw eiten Verhaftung. Es sei nicht ersicht- lich, ob diese im Zusam m enhang m it der ersten Verhaftung stehe oder ob der Be- schw erdeführer zufällig als Teil einer M enge von der Polizei aufgegriffen w orden sei. D ie Klärung dieser Fragen dränge sich im H inblick auf die G ezieltheit der Ver-3 folgung und die begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung auf. Schliesslich sei aufgrund der fehlenden Ü bersetzung der im vorinstanzlichen Verfahren eingereich- ten G eburtsurkunde nicht erkennbar, ob der Beschw erdeführer in Shoba Sherik oder in Khartum geboren sei. D . Am 2. N ovem ber 2004 ersuchte das BFF die Schw eizerische Botschaft in Khartum um Abklärungen. D as Abklärungsergebnis erfolgte m it Eingabe der Botschaft vom 20. N ovem ber 2004. Am 22. N ovem ber 2004 gew ährte das BFF dem Beschw erde- führer das rechtliche G ehör zum Abklärungsergebnis. Eine Stellungnahm e des Be- schw erdeführers erfolgte m it Eingabe vom 3. D ezem ber 2004. E. M it Verfügung vom 16. D ezem ber 2004 stellte das BFF fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung aus der Schw eiz und den Vollzug. F. M it Beschw erde vom 17. Januar 2005 liess der Beschw erdeführer beantragen, die Verfügung der Vorinstanz sei vollum fänglich aufzuheben. Es sei die Flüchtlingsei- genschaft festzustellen. Es sei ihm Asyl zu gew ähren. Eventualiter sei die U nzu- lässigkeit, allenfalls die U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung festzustel- len und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. Es sei die unentgeltliche Prozess- führung zu gew ähren und folglich auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. G . M it Zw ischenverfügung vom 21. Januar 2005 hiess die dam als zuständige Instruk- tionsrichterin der AR K das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen Prozess- führung gut und stellte fest, es w erde kein Kostenvorschuss erhoben. H . D as BFM beantragte in seiner Vernehm lassung vom 24. Februar 2005 die Abw ei- sung der Beschw erde. I. M it Eingabe vom 16. M ärz 2005 liess der Beschw erdeführer replizieren. J. Am 6. M ärz 2006 erfolgte eine w eitere Eingabe des Beschw erdeführers. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfah-4 rensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as Bundesam t lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers am 16. D ezem ber 2004 erneut ab, da seine Vorbringen den Anforderungen an die G laubhaftigkeit ge- m äss Art. 7 AsylG nicht zu genügen verm öchten. Bei der kantonalen Befragung habe er im G egensatz zur Befragung in der Em pfangsstelle die angeblichen H aus- durchsuchungen am 4. und am 24. Juli 2003 m it keinem W ort erw ähnt. Zudem habe er sich bei den beiden Befragungen sehr unterschiedlich zu den Verfolgungs- m assnahm en geäussert. D ie Botschaftsabklärung habe darüber hinaus ergeben, dass es sich bei der Vorladung aufgrund m ehrerer form eller und inhaltlicher M än- gel ganz eindeutig um eine Fälschung handle. G em äss Botschaftsantw ort sei so- dann auch der G eburtsschein gefälscht, w eshalb auch die geltend gem achte H er- kunft aus D arfur nicht geglaubt w erden könne. Schliesslich sei w eder der Botschaft noch den beiden Anw älten eine unter dem N am en "E._______" operierende G ruppierung bekannt. D ass es sich um eine Art nicht registrierten Verein handle, w ie in der Stellungnahm e behauptet w erde, entspreche in keiner W eise den frühe- ren Angaben, laut w elchen er w egen M itgliedschaft einer verbotenen G ruppierung verfolgt w orden sei, w as auch in der Beschw erde klar zum Ausdruck gebracht w or- den sei. In der Vernehm lassung vom 24. Februar 2005 führte das Bundesam t so-5 dann aus, der Beschw erdeführer habe bereits vor Erlass der Verfügung zw ei ge- fälschte Ausw eise eingereicht. N un habe er m it der Beschw erde erneut zw ei Pa- piere zu den Akten gegeben, so einen Auszug aus dem G eburtsregister sow ie eine Bestätigung der "E._______". G em äss gesicherten Erkenntnissen seien Blanko- form ulare sudanesischer G eburtsregisterauszüge im Sudan sow ie im Ausland in grosser Zahl in U m lauf und könnten leicht käuflich erw orben w erden. D ie Schw ei- zer Botschaft in Khartum habe diese in einer allgem einen Auskunft auch als die m it Abstand am häufigsten gefälschten Identitätspapiere bezeichnet und festgehal- ten, dass solche w iederholt für die Verw endung im Ausland aufgrund von betrüge- rischen Angaben ausgestellt w orden seien. D ie Erfahrung des Bundesam tes habe beispielsw eise aufgezeigt, dass es ohne Problem e m öglich sei, vom Ausland aus D rittpersonen im Sudan zu beauftragen, w elche die zuständigen G eburtsregister- führer bestechen w ürden, um anschliessend fiktive Einträge in den R egistern vor- zunehm en. Sudanesischen G eburtsregisterauszügen sei zum N achw eis der Identi- tät oder H erkunft eines Asylsuchenden kein grosser Bew eisw ert beizum essen. Vorliegend handle es sich um ein schlecht und am ateurhaft ausgefülltes D oku- m ent, w obei gew isse Eintragungen unleserlich, andere durchgestrichen seien. D er Beschw erdeführer m ache auch keinerlei Angaben, w ie er in den Besitz dieses Ausw eises gekom m en sei. D ieses D okum ent sei som it zum N achw eis der H erkunft nicht geeignet. D er Beschw erdeführer habe schliesslich m ehrfach geltend ge- m acht, er w erde w egen der M itgliedschaft in einer illegalen und verbotenen O rga- nisation, der "E._______", gesucht. Indem er nun anführe, "E._______" sei ledig- lich eine nicht registrierte G ruppierung, eine Art Verein, falle der geltend gem achte hauptsächliche Fluchtgrund dahin. Trotzdem habe er nun ein Papier der "E._______" abgegeben, w elches seine G efährdung unterm auern solle und aus dem hervorgehe, dass er deren M itglied sei. Er habe indessen nicht erklärt, w ie er in den Besitz dieses Papiers gekom m en sei. Aus der Botschaftsantw ort gehe hervor, dass es viele G ruppierungen m it dem N am en "E._______XY“, das heisst, von XY herkom m end, gebe. D a aber der Beschw erdeführer seine ursprüngliche H erkunft aus D arfur m it gefälschten Papieren zu bew eisen versuche, könnten nicht einm al die Vorbringen zur H erkunft geglaubt w erden, geschw eige denn die Angaben zur G efährdung in Khartum , w o der Beschw erdeführer seit 1983 gelebt habe. Im Ü brigen seien die Eintragungen auf dem Papier teils unleserlich und in der gleichen Art ausgefüllt w ie der Auszug aus dem G eburtsregister. D ie Eintragungen auf der Bestätigung ergäben zudem überhaupt keinen Sinn. Es handle sich näm lich um eine am 23. D ezem ber 2004 ausgestellte bis am 22. D ezem ber 2005 gültige M itgliedsbestätigung, dies, obw ohl der Beschw erdeführer das Land bereits im August 2003 verlassen habe. D arüber hinaus heisse es auf der Bestätigung, dass der Inhaber des Ausw eises die Polizei sofort inform ieren m üsse, w enn er den Ausw eis verliere, w as unsinnig sei, da M itglieder einer von der Polizei verfolgten G ruppierung kaum die Polizei inform ierten, w enn sie ihren Ausw eis verlieren w ürden. Som it seien die nachträglich eingereichten D okum ente zum N achw eis der geltend gem achten Verfolgung nicht geeignet, sondern w ürden vielm ehr die Ausführungen des Bundesam tes bestätigen, gem äss w elchen die Vorbringen zur G efährdung unglaubhaft seien. Es sei som it auch nicht die Zustellung w eiterer in Aussicht gestellter D okum ente abzuw arten. 4.2 Aus der R echtsm itteleingabe ergibt sich als R üge die Verletzung von Bundesrecht, 6 indem zu U nrecht auf U nglaubhaftigkeit der Vorbringen geschlossen w orden sei. D ie Ausführungen erw eisen sich indes als zu w enig substanziiert und überzeu- gend, um dam it die Erw ägungen der Vorinstanz in Verfügung und Vernehm lassung entkräften zu können. So verm ag der Beschw erdeführer m it der Erklärung, bei der ersten Verhaftung sei nicht sein H aus, sondern dasjenige von F._______ durchsucht w orden, die vom Bundesam t aufgezeigte U ngereim theit im Ergebnis nicht zu erklären. Von einem klassischen M issverständnis kann nicht die R ede sein, zum al der Beschw erdeführer bei der Erstbefragung explizit zu Protokoll gab, sein H aus sei am 4. und 23. Juli 2003 durchsucht w orden (vgl. A1, S. 5), w ährend er bei der kantonalen Anhörung erklärte, am 4. Juli 2003 sei das H aus von F._______, w o die Sitzung stattgefunden habe, durchsucht w orden (vgl. A8, S. 9). Eine zw eite H ausdurchsuchung w urde vom Beschw erdeführer anlässlich der kantonalen Anhörung im Ü brigen nicht m ehr erw ähnt. D iese zw ei – am Schluss der Befragungen unterschriftlich als richtig und als w ahrheitsgetreu bestätigten – Varianten lassen sich nicht m iteinander vereinbaren. Sodann bleiben auch die U ngereim theiten bezüglich der angeblichen M eldepflichten nach den zw ei Verhaftungen sow ie des G rundes der zw eiten Verhaftung bestehen. D ie Behauptung in der Eingabe, der Beschw erdeführer sei tatsächlich aufgefordert w orden, sich nach der zw eiten Verhaftung täglich bis am 30. Juli 2003 zu m elden und innert zehn Tagen einen Bericht einzureichen, verm ag die diesbezüglich unterschiedlichen Angaben anlässlich der zw ei Befragungen offensichtlich nicht aufzulösen. So gab er bei der Erstbefragung an, am 4. Juli 2003 sei er anlässlich einer Sitzung m it den anderen Teilnehm ern festgenom m en und vier Stunden später w ieder freigelassen w orden. Am 24. Juli 2003 sei er m it vielen w eiteren Personen in Khartum festgenom m en und drei Tage später freigelassen w orden. D anach habe er sich täglich um 12 U hr m elden m üssen bis zum 30. Juli 2003, danach alle zehn Tage (vgl. A1, S. 4 f.). Bei der zw eiten Anhörung hingegen gab der Beschw erdeführer zu Protokoll, nach der ersten Verhaftung habe er sich w ährend sechs Tagen täglich um 12 U hr m elden m üssen, danach nur noch D onnerstags, w obei er am zw eiten D onnerstag, dem 24. Juli 2003 nicht erschienen sei, w eshalb die Sicherheitskräfte am selben Abend gekom m en seien und ihn festgenom m en hätten. N ach einer dreitägigen H aft sei er entlassen w orden, m it der Auflage einer M eldepflicht alle zehn Tage (vgl. A8, S. 7 ff.). D ie im Verfahren nachgereichten D okum ente (Vorladung, G eburtsschein, Auszug aus dem G eburtsregister sow ie Bescheinigung der "E._______") m üssen allesam t aus den vom Bundesam t in seiner G ew ährung des rechtlichen G ehörs, der ableh- nenden Verfügung und der Vernehm lassung zu R echt aufgeführten und oben zum grossen Teil w iedergegebenen G ründen, auf die an dieser Stelle verw iesen w ird, als Fälschungen erachtet w erden. Insbesondere fällt auf, dass der Beschw erdefüh- rer anlässlich der kantonalen Anhörung angab, er habe zuhause einen Schulaus- w eis, eine G eburtsurkunde sow ie eine N ationalitätsbescheinigung (vgl. A8, S. 2). Es ist daher nicht nachvollziehbar, w eshalb der Beschw erdeführer zw ar im Verlau- fe der Verfahren einen G eburtsschein und später auch noch einen Auszug aus dem G eburtsregister einreichte, w elche sich in der Folge als Fälschungen erw ie- sen haben, die eigenen Angaben zufolge m it Fotografie versehene N ationalitätsbe- scheinigung und den Schulausw eis jedoch nicht. D es W eiteren gab der Beschw er- deführer beim Kanton zu Protokoll, die O rganisation habe keine M itgliedsausw eise (vgl. A8, S. 9). U m so m ehr erstaunt die Tatsache, dass der Beschw erdeführer m it 7 seiner R echtsm itteleingabe vom 17. Januar 2005 eine m it seiner Fotografie verse- hene und am 12. D ezem ber 2004 ausgestellte M itgliedschaftsbescheinigung der "E._______" einreichte. D arüber hinaus w urde in der Stellungnahm e zum Abklä- rungsergebnis der Schw eizerischen Botschaft in Khartum vom 3. D ezem ber 2004 (A23/2) geltend gem acht, der Beschw erdeführer habe eine neue Vorladung erhal- ten, w elche unterw egs sei und nachgereicht w erde. Bezeichnenderw eise w urde bis dato diese in Aussicht gestellte Vorladung nicht zu den Akten gereicht. D ies stellt einen w eiteren G rund dar, w eshalb die eingereichten vier D okum ente alle- sam t als Fälschungen zu qualifizieren sind. D ie Entgegnungen auf Beschw erde- ebene lassen auch das Bundesverw altungsgericht zu keinem anderen Schluss kom m en. Beispielsw eise m uss als Schutzbehauptung angesehen w erden, dass die auf der M itgliedschaftsbescheinigung stehende Aufforderung, bei Verlust der Karte eine Polizeim eldung zu m achen, aus früheren Zeiten stam m e, als die Verei- nigung vor Ausbruch des Krieges in D arfur noch nicht verboten gew esen sei, zu- m al der Beschw erdeführer einerseits vorher nie erklärte, diese Vereinigung sei zu- erst gar nicht verboten gew esen. Zudem m acht die Behauptung auch insow eit kei- nen Sinn, als die Bescheinigung erst nach der Ausreise des Beschw erdeführers ausgestellt w urde, m ithin als die G ruppierung angeblich bereits verboten gew esen sei. M it der Vorinstanz ist daher nach dem G esagten sow ohl von der U nglaubhaf- tigkeit der vom Beschw erdeführer geltend gem achten Verfolgungsgründe w ie auch der angeblichen ursprünglichen H erkunft aus D arfur auszugehen. D ie vier als ge- fälscht erachteten D okum ente sind zur Verm eidung einer m issbräuchlichen W eiter- verw endung durch den Beschw erdeführer einzuziehen (vgl. Art. 10 Abs. 4 AsylG ). Es erübrigt sich bei dieser Sachlage, noch näher auf die Ausführungen auf Be- schw erdeebene einzugehen, da sie am Ergebnis auch nichts zu ändern verm ögen. D ie erhobene R üge der Verletzung von Bundesrecht ist nach dem G esagten als unbegründet zu bezeichnen. 4.3 Zusam m enfassend ist som it festzustellen, dass der Beschw erdeführer keine Ver- folgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft m achen oder nachw eisen und er nicht als Flüchtling anerkannt w erden kann. M angels erfüllter Flüchtlingseigenschaft ist ihm zu R echt das nachgesuchte Asyl nicht gew ährt w orden. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine 8 konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 5.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfrei- heiten (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder er- niedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.5 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; Entscheidungen und M ittei- lungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2001 N r. 21). 5.6 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M ario G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Be- schw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 5.7 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16, S. 122, m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in seinem H eim atstaat lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig er- scheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.8 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situa- tion allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 9 1990, BBl 1990 II 668). 5.9 U nter Berücksichtigung der allgem einen M enschenrechtssituation und der von der R egierung unter G eneral O m ar H assan al-Bashir teilw eise m it G ew alt begegneten Schw ierigkeiten m it bew affneten O ppositionsgruppen im Sudan - w obei vor allem in D arfur von einer allgem einen G ew altsituation auszugehen ist - sind im W eiteren keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der Beschw erdeführer bei einer R ück- führung in einen G liedstaat Sudans ausserhalb D arfurs einer konkreten G efähr- dung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG ausgesetzt w äre. 5.10 Es sind auch keine individuellen, in der Person des Beschw erdeführers liegenden G ründe ersichtlich, w elche gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs sprechen. So handelt es sich beim Beschw erdeführer um einen jungen und offen- bar gesunden M ann m it zw ölfjähriger Schulbildung und Berufserfahrung als C hauf- feur eines Kleinbusses sow ie einem fam iliären N etz im Sudan (vgl. A1, S. 2; A8, S. 3 ff.). 5.11 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 5.12 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 5.13 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ), auf Fr. 600.-- festzusetzen und w egen Einrei- chung gefälschter D okum ente, w as als m utw illig zu bezeichnen ist, auf Fr. 1'200.-- zu erhöhen (Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). N achdem dem Beschw erdeführer m it Zw ischenverfügung der dam als zuständigen Instruktionsrichterin der AR K vom 21. Januar 2005 die unentgeltliche R echtspflege gew ährt w urde, sind jedoch keine Verfahrenskosten zu sprechen. (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie vier D okum ente (G eburtsschein, Auszug aus dem G eburtsregister, Vorladung, M itgliedschaftsbescheinigung der "E._______") w erden als Fälschungen eingezo- gen. 3. Es w erden keine Kosten gesprochen. 4. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ) - den M igrationsdienst des Kantons C ._______ D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Fulvio H aefeli G abriela Freihofer Versand am :