<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.1999.00095</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105414&amp;W10_KEY=4467151&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.1999.00095</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.03.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzungen 1996-1998</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Abgrenzung selbständige Erwerbstätigkeit/Liebhaberei. Verletzung des rechtlichen Gehörs.<br/><br/>Es gibt keine feste Frist, binnen derer zwingend Gewinne erwirtschaftet werden müssen, damit noch eine Absicht der Gewinnerzielung (und nicht Liebhaberei) angenommen werden kann (E. 1a).<br/>Der Steuerkommissär hat den Pflichtigen erst im Einspracheentscheid eröffnet, es fehle für die Annahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit zudem am Element des "gegen aussen in Erscheinung treten". Darauf hat die Rekurskommission festgehalten, die Pflichtigen hätten nicht genügend dargetan, dass dem nicht so sei. Da der Steuerkommissär selbst aber keine Untersuchung geführt und die Rekurskommission dies nicht korrigiert hat, wurde den Pflichtigen das rechtliche Gehör verweigert (E. 1b).<br/>Teilweise Gutheissung der Beschwerde und Sprungrückweisung ins Einspracheverfahren.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINKOMMENSSTEUER">EINKOMMENSSTEUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWINNABSICHT">GEWINNABSICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWINNERZIELUNG">GEWINNERZIELUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LIEBHABEREI">LIEBHABEREI</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTÃNDIGE ERWERBSTÃTIGKEIT">SELBSTÃNDIGE ERWERBSTÃTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SPRUNGRÃCKWEISUNG">SPRUNGRÃCKWEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSUCHUNGSPFLICHT">UNTERSUCHUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 4 ABV ST: VERBOT DER FORMELLEN RECHTSVERWEIGERUNG">VERBOT DER FORMELLEN RECHTSVERWEIGERUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 4 aBV</span><br/><span class="ungerade">§ 19 lit. b aStG</span><br/><span class="gerade">§ 25 lit. Ib aStG</span><br/><span class="ungerade">Art. 29 lit. II BV</span><br/><span class="gerade">§ 149 lit. III StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. Herr A. ist hauptberuflich bei der Post angestellt; seine Ehefrau ist bei verschie­de­nen Arbeitgebern als Teilzeitangestellte tÃ¤tig. Seit 1993 ver­trei­ben die Eheleute nebenher Waren der Marken "X." und "Y.". Aus diesem Handel deklarierten sie fÃ¼r die Jahre 1993 bis 1998 Verluste, die sie einkommensmindernd berÃ¼cksichtigt haben wollten. Der Steuer­kommissÃ¤r stellte sich demgegenÃ¼ber auf den Stand­punkt, der Wa­renhandel bilde keine selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tig­keit, sondern sei Lieb­ha­berei, weshalb die geltend gemachten Ver­luste nicht abzugsfÃ¤hig seien. GestÃ¼tzt dar­auf veranlagte er die Eheleute fÃ¼r die Steuer­jahre 1996 bis 1998 mit einem Reinein­kommen von Fr. ..., Fr. ... bzw. Fr. ... und einem ReinvermÃ¶gen von je Fr. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das kantonale Steueramt bestÃ¤tigte diese EinschÃ¤tzungen mit Einspracheentscheid vom 12. MÃ¤rz 1999.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Die Steuerrekurskommission I wies den hiergegen gerichteten Rekurs der Pflich­ti­gen am 17. November 1999 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Diese beantragten dem Verwaltungsgericht mit Beschwerde vom 20. De­zember 1999, es seien die geltend gemachten Verluste aus NebentÃ¤tigkeit zum Abzug zuzulassen; eventualiter sei die Sache zu neuer PrÃ¼fung an die Steuerrekurskommission oder eine an­dere zustÃ¤ndige Instanz zurÃ¼ckzuweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Rekurskommission I und das kantonale Steueramt schlossen auf Abweisung der Beschwerde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Laut § 19 lit. b des Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 (aStG), welches vorliegend gemÃ¤ss § 269 Abs. 1 Satz 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) zur Anwendung gelangt, sind steuerbar die EinkÃ¼nfte aus selbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit. Nach § 25 Abs. 1 lit. b aStG werden von den steuerbaren EinkÃ¼nften abgezogen die fÃ¼r diese ErwerbstÃ¤tig­keit notwendigen Ausgaben und besonderen Aufwendungen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist die selbstÃ¤n­dige ErwerbstÃ¤­tigkeit dadurch gekennzeichnet, dass ihr TrÃ¤ger durch Einsatz von Arbeitsleistung und Ka­pital in frei bestimmter Selbstorganisation planmÃ¤ssig, anhaltend und nach aussen sichtbar zum Zweck der Gewinnerzielung am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt (RB 1988 Nr. 23 = StE 1989 B 23.1 Nr. 17). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Ob die Absicht der Gewinnerzielung gegeben ist, muss, da es sich hierbei um eine innere Tatsache handelt, zwangslÃ¤ufig aufgrund Ã¤usserer UmstÃ¤n­de beurteilt werden. Dabei entspricht es der Lebenserfahrung, dass die selbstÃ¤ndige Er­werbstÃ¤tigkeit aufgege­ben wird, wenn erkennbar wird, dass sich der angestrebte wirtschaft­liche Erfolg auf die Dau­er nicht einstellen wird. Wird die Teilnahme am Wirtschaftsver­kehr gleichwohl fort­gesetzt, ist alsdann zu vermuten, dass dies nicht (mehr) zum Zweck der Gewinn­erzielung, son­dern aus andern GrÃ¼nden, namentlich aus Liebhaberei, geschieht (vgl. Rich­ner/Frei/ We­ber/BrÃ¼tsch, ZÃ¼rcher Steuergesetz, Kurzkommentar, 2. A., ZÃ¼rich 1997, § 19 lit. b N. 11). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie lange die wirtschaftliche BetÃ¤tigung verlustreich sein darf, bis eine natÃ¼rliche Vermutung dafÃ¼r spricht, dass der finanzielle Erfolg auf Dauer ausbleiben wird, kann nicht allgemein gesagt werden. Namentlich besteht entgegen der vorinstanzlichen Annahme je­den­falls keine entsprechende vom Verwaltungsgericht sanktionierte Praxis. Wohl wird in der Literatur die Auffassung vertreten, der Umstand, dass in­nerhalb von fÃ¼nf bis zehn Jah­ren kein nennenswer­ter Gewinn erzielt werde, bilde ein gewichtiges Indiz fÃ¼r das Feh­len der Gewinnstrebig­keit (Richner/Frei/Weber/BrÃ¼tsch, § 19 lit. b N. 11). Doch kann dies bloss den Sinn einer Faustregel haben. Im Einzelfall kommt es namentlich auf die Art der TÃ¤tig­keit und die konkreten VerhÃ¤ltnisse an. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Umstand, dass die Pflichtigen in den 1993 bis 1998 Verluste von angeblich Fr. ..., Fr. ..., Fr. ..., Fr. ... bzw. Fr. ... erlitten haben, stellt entgegen der Auffassung der Rekurskommission I kein hinreichendes Indiz fÃ¼r eine fehlen­de Gewinnabsicht dar. Denn angesichts dessen, dass lediglich der neben‑ und nicht haupt­be­rufliche Aufbau eines Warenhan­dels in Frage steht und die deklariertem Verluste sinken­de Tendenz aufweisen, erscheint ein Beurteilungszeitraum von fÃ¼nf Jahren als zu kurz, um aussagekrÃ¤ftig zu sein. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der SteuerkommissÃ¤r hat die streitbetroffenen EinschÃ¤tzungsentscheide mit dem wie erwÃ¤hnt unzutreffenden Argument begrÃ¼ndet, den Pflichtigen habe eine Gewinnabsicht gefehlt. Erst im Einspracheentscheid hat das kantonale Steueramt beigefÃ¼gt, aufgrund der Akten sei nicht ersichtlich, ob Ã¼berhaupt und gegebenenfalls in welcher Weise die Pflichti­gen nach aussen in Erschei­nung getreten seien, so dass auch diese Voraussetzung der selb­stÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tig­keit nicht erfÃ¼llt sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das kantonale Steueramt hat Ã¼ber dieses Element des selbstÃ¤ndigen Erwerbs keine Untersuchung gefÃ¼hrt. Es hat namentlich die Pflichtigen nicht dazu angehalten, eine ent­sprechen­de Sachdarstellung zu geben und hierfÃ¼r Beweismittel beizubringen oder anzu­bie­ten. Dadurch hat es ihnen das rechtliche GehÃ¶r verweigert und so gegen Art. 4 der Bun­des­verfassung vom 29. Mai 1874 verstossen. Die Rekurskommission I hat diesen schwer­wie­genden Verfahrensmangel weder selber be­hoben noch zu diesem Zweck die Sache an das kantonale Steueramt zurÃ¼ckgewiesen, wozu sie gemÃ¤ss § 149 Abs. 3 StG ohne weiteres berechtigt gewesen wÃ¤re. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Infolgedessen erweist sich auch der Rekursentscheid als rechtsverletzend. Es recht­fertigt sich, die Sache an das kantonale Steueramt zurÃ¼ckzuweisen. Dieses wird die erfor­der­liche Untersuchung im Einspracheverfahren nachzuholen und gestÃ¼tzt darauf einen neuen Einspracheentscheid zu fÃ¤llen haben. Sollte die selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit der Pflich­tigen zu bejahen sein, so wird das Steueramt diese zur Einreichung der fehlenden HilfsblÃ¤t­ter A auf­zufordern sowie die einzelnen Positionen ihrer Zusammenstellungen von Einnahmen und Aus­gaben zu Ã¼berprÃ¼fen haben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur Untersuchung und zum Neuentscheid im Einspracheverfahren im Sinn der ErwÃ¤gungen an das kantonale Steueramt zurÃ¼ckgewiesen.<br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2.<span> </span></span><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>