A bteilung IV D -1123/2007 sch/bah {T 0/2} U rteil vom 2. Juli 2007 M itw irkung:R ichter H ans Schürch, R ichterin R egula Schenker, R ichter G érard Scherrer G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren _______, Türkei, vertreten durch H ans Peter R oth, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 11. Januar 2007 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein ethnischer Kurde sunnitischen G laubens m it letztem W ohnsitz in A._______, verliess die Türkei eigenen Angaben gem äss am 25. N o- vem ber 2006 und reiste am 4. D ezem ber 2006 in die Schw eiz ein, w o er gleichen- tags um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Em pfangszentrenbefragung, w elche am 13. D ezem ber 2006 in B._______ durchgeführt w urde, m achte er geltend, er sei im Jahre 2005 des G ym nasium s verw iesen w orden, da er die Schule nicht regelm ä- ssig besucht habe. Er habe seit dem Jahre 2003 bei der Jugendorganisation der D EH AP m itgew irkt, die ihn unterstützt habe; er sei für die O rganisation als Folklo- retänzer tätig gew esen. Er habe im Som m er 2005 durch seine M utter einen Pass beantragen lassen, der ihm ausgestellt w orden sei. Er habe zu seinem Vater in die Schw eiz reisen w ollen und habe bei der Schw eizerischen Botschaft in Ankara ein G esuch um Fam iliennachzug gestellt. Er habe kein Visum für die R eise in die Schw eiz erhalten. Einer seiner C ousins lebe als G uerilla in den Bergen. D a m an verm utet habe, dieser halte sich w ieder in A._______ auf, habe ihn die Polizei bei der Jugendorganisation abgeholt und ihn über seinen C ousin befragt. Er habe kei- ne R uhe m ehr gehabt, da m an ihn auch von der Schule abgeholt habe. N achdem es im H eim atdorf seines C ousins eine Auseinandersetzung gegeben habe, sei er verm ehrt m itgenom m en w orden. M an habe auch seinen Freund B._______, der ebenfalls einen Verw andten habe, der bei der G uerilla sei, m itgenom m en. Sein Freund habe die Festnahm en nicht m ehr ausgehalten und sei an einen anderen O rt innerhalb der Türkei geflohen. D a er (der Beschw erdeführer) die Folterungen nicht m ehr ertragen habe, habe er sich bei Verw andten aufgehalten. N ach einem M onat habe er geglaubt, die Situation habe sich beruhigt; er habe jedoch von sei- ner Fam ilie erfahren, dass die Polizei ihn suche, w eil sie glaube, er sei als G uerilla in die Berge gegangen. D ie Furcht vor der Polizei habe ihn zur Flucht in die Schw eiz getrieben. D as BFM führte am 9. Januar 2007 eine direkte Bundesanhörung durch. D er Be- schw erdeführer sagte im W esentlichen aus, er habe das G ym nasium M itte 2006 verlassen m üssen. Im Som m er 2006 sei er von der Polizei eine W oche lang fest- gehalten w orden; Ende Septem ber 2006 sei er letztm als festgenom m en w orden. D a er einen C ousin habe, der in den Bergen sei, sei er gefragt w orden, w o sich dieser befinde. M an habe ihn zusam m en m it seinem Freund B._______ festge- nom m en und ihnen dieselben Fragen gestellt. N achdem sein Freund verschw un- den sei, habe m an ihn auch nach diesem befragt. Anschliessend sei er zu seiner Tante nach C ._______ gegangen, w o er einen M onat geblieben sei. Er habe Angst gehabt und habe nicht nach H ause zurückkehren können. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. B. M it Verfügung vom 11. Januar 2007 lehnte das BFM das Asylgesuch des Be- schw erdeführers ab, und verfügte die W egw eisung aus der Schw eiz, deren Voll- zug als durchführbar erachtet w urde. C . M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht vom 12. Februar 2007 bean- tragte der Beschw erdeführer durch seinen Vertreter, die angefochtene Verfügung 3 sei aufzuheben und ihm sei Asyl zu gew ähren. Eventuell sei die U nzum utbarkeit der W egw eisung festzustellen und die vorläufige Aufnahm e zu erteilen. Es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. D er Eingabe lag eine Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit des Beschw erdeführers vom 12. Februar 2007 bei. D . M it Zw ischenverfügung vom 15. Februar 2007 entsprach der Instruktionsrichter dem G esuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. E. D as BFM beantragte in seiner Vernehm lassung vom 6. M ärz 2007 die Abw eisung der Beschw erde. D ie Vernehm lassung w urde dem R echtsvertreter am 9. M ärz 2007 ohne G ew äh- rung eines R eplikrechts zur Kenntnis gebracht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, 4 die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as BFM begründete seinen ablehnenden Entscheid dam it, dass der Beschw erde- führer bei der Bundesanhörung gesagt habe, er sei letztm als Ende Septem ber 2006 festgenom m en w orden, w ährenddem er bei der Em pfangszentrenbefragung zu Protokoll gegeben habe, die letzte Festnahm e habe sich Ende O ktober 2006 zugetragen. Bei dieser Befragung habe er zudem ausgesagt, er sei im Juli 2006 erstm als von den türkischen Sicherheitskräften festgenom m en und gefoltert w or- den, w ährend er zuvor sinngem äss gesagt habe, er habe sich bereits im Som m er 2005 von den türkischen Behörden einen Pass ausstellen lassen, da er in die Schw eiz habe reisen w ollen, w eil er in A._______ gefoltert w orden sei. D ie Schil- derung der letzten Festnahm e durch den Beschw erdeführer reduziere sich auf All- gem einplätze, es m angle ihr an D etailreichtum , an D ifferenziertheit und an Konkre- tisierung. Ferner habe er bei der Em pfangszentrenbefragung vorgebracht, er sei bei der letzten Festnahm e von den Verfolgern in die Berge verschleppt w orden, w ohingegen er bei der Bundesbefragung keinerlei derart gelagerten Elem ente an- geführt habe. Som it sei festzustellen, dass es ihm nicht gelungen sei, seine Vor- bringen hinsichtlich der geltend gem achten Verfolgungssituation glaubhaft zu m a- chen. 4.2 In der Beschw erde w ird geltend gem acht, die zeitlichen Abw eichungen zu den Festnahm en betrügen nur einen M onat. D as BFM übersehe, dass Asylsuchende aus anderen Kulturen und sozialen Schichten grosse M ühe bei der D atierung von Ereignissen hätten; sie w ürden jedoch bei Befragungen häufig genötigt, genaue D aten zu nennen und liessen sich dazu hinreissen, D aten zu nennen, ohne dabei sicher zu sein, ob diese korrekt seien. Schw ierigkeiten bei der D atierung dürften nicht zum Schluss führen, die Ereignisse hätten sich gar nicht zugetragen. D ie Aussagen des Beschw erdeführers zur R eisepassbeschaffung w ürden von der Vor- instanz einseitig interpretiert. Aus seinen Aussagen gehe hervor, dass er vor hatte, m it dem R eisepass legal zu seinem in der Schw eiz lebenden Vater zu reisen; die Erteilung eines Visum s sei ihm offensichtlich verw eigert w orden. Er habe sich in der Türkei schon vor seiner letzten Verhaftung unw ohl gefühlt und befürchtet, O p- fer politischer Verfolgung zu w erden. Als M itglied der D EH AP-Jugendorganisation habe er die zunehm ende polizeiliche R epression gegen kurdische O rganisationen hautnah m iterleben können. M it der Aussage, er habe schon im Jahr 2005 seine H eim at verlassen w ollen, habe er seine dam alige Furcht zum Ausdruck bringen und nicht behaupten w ollen, er habe eine solche Erfahrung schon zum dam aligen Zeitpunkt gem acht. W äre seitens des Befragers nachgefragt w orden, hätte der an- gebliche W iderspruch schnell aufgelöst w erden können. H insichtlich des Vorhalts, 5 er habe die letzte Festnahm e undifferenziert geschildert, sei zu entgegnen, dass nicht in jedem Fall erw artet w erden könne, dass ein G esuchsteller seine Erlebnis- se in freier Erzählung detailliert schildere. Es w äre Sache des Befragers, m it ge- zielten Fragen abzuklären, ob sich unter der kargen Schilderung nicht w esentliche Einzelheiten verbergen w ürden. 5. 5.1 D as BFM führte in der angefochtenen Verfügung berechtigterw eise aus, dass sich der Beschw erdeführer w idersprüchlich zum Beginn seiner Problem e m it den türki- schen Sicherheitskräften äusserte. So führte er bei der Em pfangszentrenbefra- gung aus, er habe im Som m er 2005 in die Schw eiz reisen w ollen, w eil er in A._______ gefoltert w orden sei. Bei der Em pfangszentrenbefragung und der Bun- desanhörung m achte er indessen auch geltend, er sei erstm als im Juli 2006 von den Behörden festgenom m en und gefoltert w orden. D ie in der Beschw erde vorge- brachte R üge, bei N achfrage hätte das M issverständnis zu diesem Punkt aufge- klärt w erden können, ist nicht stichhaltig, denn der Beschw erdeführer w urde be- reits bei der Em pfangszentrenbefragung zw eim al m it seiner Aussage, er sei im Jahre 2005 gefoltert w orden, konfrontiert. Einerseits w urde er gefragt, w eshalb er bei der Schw eizerischen Botschaft nicht ein Asylgesuch eingereicht habe, w enn er doch gefoltert w orden sei, andererseits w urde ihm später nochm als vorgehalten, er habe im Som m er 2005 doch nicht w egen erlittener Folter zur Schw eizerischen Bot- schaft gehen können, w enn seine Problem e "erst" im Jahre 2006 begonnen hät- ten. D er Beschw erdeführer w eist indessen erst in der Beschw erde darauf hin, er habe m it seiner Aussage darauf hinw eisen w ollen, dass er sich bereits im Som m er 2005 vor ihm drohender Verfolgung gefürchtet habe; w äre dem w irklich so gew e- sen, hätte er dies bereits bei der Em pfangszentrenbefragung richtig stellen kön- nen, zum al ihm zw eim al die G elegenheit dazu geboten w urde. D er Beschw erde- führer behauptete bei der Em pfangszentrenbefragung, er sei letztm als Ende O kto- ber 2006 festgenom m en w orden, m an habe ihn jedoch nicht auf den Posten, son- dern in die Berge gebracht und ihn erst am folgenden Tag zurückgebracht. Bei der Bundesanhörung w urde er aufgefordert, die letzte Festnahm e in kleinsten Schrit- ten zu schildern. D er Beschw erdeführer datierte die letzte Festnahm e auf Ende Septem ber 2006 und erw ähnte nicht, dass er in die Berge gebracht w orden sei. Auf Vorhalt hin, entgegnete er, er sei nicht gefragt w orden, w ohin er gebracht w or- den sei; diese Erklärung verm ag nicht zu überzeugen, zum al er aufgefordert w ur- de, die letzte Festnahm e höchst detailliert zu schildern und anzugeben, w as er da- m als erlebt habe, w as passiert und w as gesprochen w orden sei. Schliesslich schil- derte der Beschw erdeführer bei der Em pfangszentrenbefragung, er habe sich auf- grund der behördlichen R epression einen M onat lang bei verschiedenen Verw and- ten aufgehalten. D a er sich einen M onat lang "rar gem acht habe", seien die Poli- zisten davon ausgegangen, er sei in die Berge gegangen. Als er nach einem M o- nat geglaubt habe, die Situation habe sich beruhigt, habe er erfahren, dass die Po- lizei hinter ihm her sei. Bei der Bundesanhörung gab er indessen an, er habe sich nach der letzten Festnahm e einen M onat lang bei seiner Tante aufgehalten. D a- nach habe er Angst gehabt und habe nicht nach H ause zurückkehren können. An- gesichts dieser U ngereim theiten und W idersprüche in den Aussagen des Be- schw erdeführers ist der Schluss zu ziehen, der Beschw erdeführer habe die Türkei 6 aus anderen als den von ihm genannten G ründen verlassen. 5.2 D em Beschw erdeführer ist es dem nach nicht gelungen, nachzuw eisen oder glaub- haft zu m achen, dass er im Zeitpunkt seiner Ausreise in der Türkei ernsthaften N achteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt w ar oder dass er begrün- dete Furcht hat, solche N achteile im Falle der R ückkehr in absehbarer Zukunft m it erheblicher W ahrscheinlichkeit erleiden zu m üssen. D as Bundesverw altungsge- richt geht nicht davon aus, dass dem Beschw erdeführer bei seiner R ückkehr in die Türkei w egen eines C ousins, der angeblich bei der G uerilla sei, ernsthafte N ach- teile drohen. Einerseits hat er keine gem einsam en politischen Aktivitäten m it die- sem geltend gem acht und andererseits könnte er sich entsprechenden lokal be- grenzten N achfragen durch Verlegung seines W ohnsitzes entziehen, sollte er die- se als überm ässig em pfinden. D en Akten sind keinerlei H inw eise zu entnehm en, dass der Beschw erdeführer in der Türkei aufgrund des von ihm geltend gem achten folkloristischen Engagem ents bei der D EH AP oder im Zusam m enhang m it der an- geblichen PKK-M itgliedschaft seines C ousins behördlich gesucht w ürde. D as Bun- desam t hat das Asylgesuch des Beschw erdeführers dem nach zu R echt abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden.7 7. D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. Entscheidungen und M it- teilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2001 N r. 21). 8. In der Beschw erde w ird gerügt, das BFM setze sich in der Verfügung nicht m it der aktuellen politischen Situation in der Türkei auseinander und die Feststellung, es gebe dort keine G ründe, w elche für die U nzum utbarkeit der R ückführung eines Kurden sprächen, könne so nicht akzeptiert w erden. D urch dieses Vorgehen - das BFM prüfe die allgem ein bekannten Schikanen gegenüber Kurden ausschliesslich unter dem Punkt der Flüchtlingseigenschaft - w erde Bundesrecht verletzt. D er Ent- scheid sei im Vollzugspunkt nicht rechtsgenüglich begründet w orden. D ie Lage in der Türkei habe sich in letzter Zeit erheblich verschärft und die Kurden gehörten in der Türkei zu den besonders gefährdeten M inderheiten. D er Beschw erdeführer sei zusätzlich gefährdet, da er der C ousin eines nam haften PKK-Aktivisten sei. Auf- grund seiner begründeten Furcht vor politisch m otivierter Verfolgung und der äu- sserst prekären allgem einen M enschenrechtslage in der Türkei sei der W egw ei- sungsvollzug gesam thaft betrachtet nicht zum utbar. 9. 9.1 D er erhobenen R üge, die Vorinstanz habe im angefochtenen Entscheid die Beja- hung der D urchführbarkeit des W egw eisungsvollzugs nicht rechtsgenüglich be- gründet, kann nicht gefolgt w erden. Vorab ist darauf hinzuw eisen, dass das BFM das Asylgesuch des Beschw erdefüh- rers gestützt auf Art. 40 Abs. 1 AsylG abgew iesen hat, ohne w eitere Abklärungen zu tätigen, da aufgrund der Anhörung offenkundig w urde, dass der Beschw erde- führer seine Flüchtlingseigenschaft w eder bew eisen noch glaubhaft m achen konn- te und seiner W egw eisung keine G ründe entgegenstehen. In Anw endung von Art. 40 Abs. 2 AsylG m üssen solche Entscheide zum indest sum m arisch begründet w erden. D er in der Beschw erde vertretenen Auffassung, die Vorinstanz m üsse sich in jeder Verfügung m it der allgem einen Situation im H eim atland eines G e- suchstellers auseinandersetzen, kann nicht beigepflichtet w erden. D ie Ü berprü- fung der R echtm ässigkeit und Zum utbarkeit eines Vollzuges der W egw eisung hat von Am tes w egen zu erfolgen und die Vorinstanz verfügt über Lageanalysen zur allgem einen Situation in den jew eiligen H erkunftsländern. Steht aufgrund einer ge- festigten (und von der Beschw erdeinstanz bestätigten) Praxis fest, dass die allge- m eine Situation im betreffenden Land den W egw eisungsvollzug nicht als generell unzum utbar erscheinen lässt, ist eine vertiefte Auseinandersetzung m it derselben in jedem Asylentscheid nicht erforderlich. D as Bundesam t hat vorliegend in Anbe- tracht des U m standes, dass es die konkreten Vorbringen des Beschw erdeführers als unglaubhaft w ertete, geschlossen, es lägen keine individuellen G ründe vor, die den Vollzug der W egw eisung als unzum utbar erscheinen liessen. D ie knappen Ausführungen genügen den Voraussetzungen an eine sum m arische Begründung, zum al der Beschw erdeführer diesen Erw ägungen sachgerecht entgegnen konnte. D er Anspruch auf rechtliches G ehör des Beschw erdeführers w urde dem nach nicht 8 verletzt. 9.2 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M ario G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Be- schw erdeführers in die Türkei ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 9.3 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üsste er eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschli- che Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16, S. 122, m it w eiteren H in- w eisen). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in der Türkei lässt den W egw ei- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 9.4 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Si- tuation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om en- te, w ie beispielsw eise des Fehlens einer notw endigen m edizinischen Behand- lungsm öglichkeit, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Vorliegend ist der Vollzug als zum utbar zu erachten, w eil keine H inw eise dafür er- kennbar sind, der Beschw erdeführer w äre bei einer R ückkehr in die Türkei einer konkreten G efährdung ausgesetzt. D as Bundesverw altungsgericht erachtet den W egw eisungsvollzug in die Türkei in Fortsetzung der Praxis der AR K und gestützt auf die allgem eine Lage als generell zum utbar (vgl. EM AR K 2005 N r. 21). D er Be- schw erdeführer hat die M öglichkeit nach A._______ zurückzukehren, w o er ge- m äss eigenen Angaben seit seiner G eburt gelebt hat und w o seine M utter und w ei- tere Verw andte leben. Sein um ein Jahr älterer Bruder w ohne in Istanbul, da er dort studieren w olle (vgl. Akte A1 S. 3). Sollte er nicht in sein H eim atdorf zurück- kehren w ollen, ist es ihm aufgrund der bestehenden N iederlassungsfreiheit in der Türkei unbenom m en, sich in einem anderen Teil des Landes niederzulassen, um sich dort eine Existenz aufzubauen. D iese M öglichkeit besteht für ihn um so m ehr, als er dabei von seinen Verw andten unterstützt w erden könnte. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen.9 9.5 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 9.6 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 10. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N _______) - (kantonale Behörde) (Beilage: Türkische Identitätskarte) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: H ans Schürch C hristoph Basler Versand am :