<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2001.00053</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106506&amp;W10_KEY=4467147&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2001.00053</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.01.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzung 1999</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Einkauf in die 2. Säule (berufliche Vorsorge)<br/><br/>Der Einkauf von Beitragsjahren ist nach BVG jederzeit möglich und auch dann zum Abzug zuzulassen, wenn er erst 3 Monate vor der (vorzeitigen) Pensionierung vorgenommen wurde. Keine Rolle spielt, ob die Altersleistung als Rente oder Kapital bezogen wird.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN">ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFLICHE VORSORGE">BERUFLICHE VORSORGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINKAUF VON BEITRAGSJAHREN">EINKAUF VON BEITRAGSJAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINKOMMENSSTEUER">EINKOMMENSSTEUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAPITALABFINDUNG">KAPITALABFINDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERERSPARNIS">STEUERERSPARNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERUMGEHUNG">STEUERUMGEHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGEGUTHABEN">VORSORGEGUTHABEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGELÃCKE">VORSORGELÃCKE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGESCHUTZ">VORSORGESCHUTZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 37 lit. III BVG</span><br/><span class="gerade">Art. 79a BVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 80 lit. II BVG</span><br/><span class="gerade">Art. 81 lit. II BVG</span><br/><span class="ungerade">§ 31 lit. Id StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der 1939 geborene A. war bis 31. Dezember 1999 bei der C. AG angestellt und erzielte dabei im Jahr 1999 einen Lohn von Fr. 389'301.-. Am 20. Mai 1999 wurde ihm mitgeteilt, dass er aufgrund einer Umstrukturierung und im Zug der Nachfolgeplanung per Ende Jahr vorzeitig pensioniert werde. Im Oktober 1999 Ã¼berwies A. der Vorsorgeeinrichtung seiner Arbeitgeberfirma unter dem Titel "Einkauf von Beitragsjahren" einen Betrag von Fr. 150'000.-; ent­sprechende Einlagen von je Fr. 100'000.- hatte er jeweils bereits in den Jahren 1995 bis 1997 getÃ¤tigt. Im Januar 2000 wurde ihm das gesamte Vorsorgeguthaben in der HÃ¶he von Fr. 1'754'654.- ausbezahlt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das kantonale Steueramt stellte sich auf den Standpunkt, der erwÃ¤hnte Einkaufsbetrag habe nicht der Schliessung einer VorsorgelÃ¼cke gedient, sondern sei lediglich zu Steu­erumgehungszwecken geleistet worden, weshalb er nicht abzugsfÃ¤hig sei. GestÃ¼tzt darauf schÃ¤tzte es die Eheleute A. am 30. Januar 2001 fÃ¼r die Steuerperiode 1999 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. ... (zum Satz von Fr. ...) und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. ... (zum Satz von Fr. ...) ein. An dieser EinschÃ¤tzung hielt das Steueramt mit Einspracheentscheid vom 8. Mai 2001 fest.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Die Steuerrekurskommission I hiess den Rekurs der Pflichtigen mit Entscheid vom 28. August 2001 gut. Sie liess den erwÃ¤hnten Einkaufsbetrag von Fr. 150'000.- zum Abzug zu und setzte das steuerbare Einkommen der Steuerperiode 1999 auf Fr. ... (zum Satz von Fr. ...) herab. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Das kantonale Steueramt beantragte mit Beschwerde vom 18. September 2001 dem Verwaltungsgericht, die Pflichtigen seien (entsprechend dem Einspracheentscheid) fÃ¼r die Steuerperiode 1999 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. ... (zum Satz von Fr. ...) zu veranlagen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Steuerrekurskommission I und die Pflichtigen schlossen auf Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Von den EinkÃ¼nften werden laut § 31 Abs. 1 lit. d des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) abgezogen die gemÃ¤ss Gesetz, Statut oder Reglement geleisteten Einlagen, PrÃ¤­mien und BeitrÃ¤ge zum Erwerb von AnsprÃ¼chen (unter anderem) aus Einrichtungen der be­ruflichen Vorsorge. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese Bestimmung vollzieht die bundesrechtliche Vorschrift von Art. 81 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG), wonach die von den Arbeitnehmern und SelbstÃ¤ndigerwerbenden an Vorsorgeeinrichtungen nach Gesetz oder reglementarischen Bestimmungen geleisteten Bei­trÃ¤ge bei den direkten Steuern des Bundes, der Kantone und Gemeinden abziehbar sind. AbzugsfÃ¤hig sind nicht nur die ordentlichen BeitrÃ¤ge an die Vorsorgeeinrichtung, sondern auch die BeitrÃ¤ge fÃ¼r den Einkauf von LohnerhÃ¶hungen oder verbesserten Leistungen sowie von Beitragsjahren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Vorsorge auf dem Leistungs- oder dem Beitragsprimat beruht oder den obligatorischen oder Ã¼berobligatorischen Bereich betrifft (Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 31 N. 60; Rainer Zigerlig/Guido Jud in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2a, Basel/Genf/MÃ¼nchen 2000, Art. 33 DBG N. 23 und 25; RB 1996 Nr. 48). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Das beschwerdefÃ¼hrende kantonale Steueramt vertritt in Ãbereinstimmung mit anderen kantonalen Steuerverwaltungen (etwa der Kantone GraubÃ¼nden und Aargau, vgl. StR 54 [1999] 708 bzw. StR 56 [2001] 162), der Steuerpflichtige, der â wie hier â kurz vor der Pensionierung der Vorsorgeeinrichtung eine grÃ¶ssere Zahlung fÃ¼r den Einkauf von Bei­tragsjahren leiste und in der Folge bei der Pensionierung eine Kapitalabfindung beziehe, ver­bessere den Vorsorgeschutz nicht. Dies widerspreche deshalb einerseits der Vorschrift von Art. 80 Abs. 2 BVG, wonach EinkÃ¼nfte und VermÃ¶genswerte ausschliesslich der beruflichen Vorsorge zu dienen hÃ¤tten, und stelle andererseits eine nicht hinzunehmende Steuerumgehung dar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dem Steueramt ist zwar zuzugeben, dass das geschilderte Vorgehen unter dem Gesichtswinkel des Vorsorgezwecks als fragwÃ¼rdig und einzig darauf ausgerichtet erscheint, eine Steuereinsparung zu erzielen. Doch geht das beschwerdefÃ¼hrende Amt offenkundig von einem zu engen VorsorgeverstÃ¤ndnis aus. Wenn im Einklang mit dem BVG unter dem Begriff der beruflichen Vorsorge allgemein die Abdeckung der Risiken Alter, Tod und In­validitÃ¤t zu verstehen ist (vgl. Art. 1 Abs. 2 BVG; Linda Peter-Szerenyi, Der Begriff der Vorsorge im Steuerrecht, ZÃ¼rich 2001, S. 18), so dient jeder Erwerb eines diese Risiken abdeckenden Vorsorgeanspruchs der beruflichen Vorsorge, und zwar â entgegen der Auffassung des Steueramts â ganz unabhÃ¤ngig davon, ob dies als Ã¶konomisch sinnvolle VermÃ¶gensanlage erscheint. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Des Weiteren kÃ¶nnen die reglementarischen Bestimmungen laut Art. 37 Abs. 3 Satz 1 BVG â wie im vorliegenden Fall â vorsehen, dass der Anspruchsberechtigte anstelle einer Alters-, Witwen- oder Invalidenrente eine Kapitalabfindung verlangen kann. Stellt mithin der Gesetzgeber die Kapitalabfindung als Leistungsform der Rente gleich, so verstÃ¶sst es gegen das Gesetz und ist es im Sinn von Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 willkÃ¼rlich, weil sachwidrig, die AbzugsfÃ¤higkeit von EinkaufsbeitrÃ¤gen von der Form der Vorsorgeleistung abhÃ¤ngig zu machen. Wenn Art. 37 Abs. 3 Satz 2 BVG fordert, fÃ¼r die Altersleistung habe der Versicherte die ErklÃ¤rung, er wolle eine Kapitalabfindung, spÃ¤testens drei Jahre vor Entstehung des Anspruches abzugeben, so ist darin eine zum Schutz der Vorsorgeeinrichtung aufgestellte Ordnungsvorschrift zu erblicken, welche naturgemÃ¤ss vor allem die Altersleistung bei Pensionierung im ordentlichen RÃ¼cktrittsalter beschlÃ¤gt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Schliesslich kommt in dem hier zu beurteilenden Fall hinzu, dass der pflichtige Ehemann bereits in den vorangegangenen Jahren 1995 bis 1997 jeweils EinkaufsbetrÃ¤ge von Fr. 100'000.- bezahlt hatte, weshalb die im Jahr 1999 entrichtete Einkaufssumme von Fr. 150'000.- weder als einmalig noch als ungewÃ¶hnlich hoch erscheint.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Unter diesen UmstÃ¤nden erweist sich das Vorgehen des pflichtigen Ehemannes als gesetzmÃ¤ssig und ist es auch nicht als Steuerumgehung zu wÃ¼rdigen. Im Ãbrigen kann sich das Verwaltungsgericht damit begnÃ¼gen, auf die ErwÃ¤gungen im angefochtenen Entscheid der Steuerrekurskommission I zu verweisen, denen es vollumfÃ¤nglich beipflichtet (vgl. § 161 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976). Der in Frage stehende Einkaufsbetrag ist somit kraft § 31 Abs. 1 lit. d StG abzugsfÃ¤hig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Ergebnis ist daher hinzunehmen, dass die Pflichtigen dadurch in den Genuss eines Steuervorteils kommen, den der Gesetzgeber nach dem hier anwendbaren Recht nicht verhindert hat. Dieser hat allerdings eine kÃ¼nftig wirkende Korrektur vorgenommen und den Einkauf beschrÃ¤nkt durch Art. 79a BVG, welche Vorschrift mit dem Bundesgesetz vom 19. MÃ¤rz 1999 Ã¼ber das Stabilisierungsprogramm 1998 eingefÃ¼gt wurde und seit 1. Januar 2001 in Kraft steht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerde ist nach alledem abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>