<h2>SubmittedText<h2><p>Da der Bund die Sanierung der Autobahnen finanziert, sollte er überprüfen können, ob die von den zuständigen Bundesstellen verfügten Normen von den Kantonen wirklich eingehalten werden.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, Stellung zu der Entscheidung des Kantons Waadt zu nehmen, wonach dieser die Leitplanken des Mittelstreifens zwischen Bex und Martigny durch ein mobiles Fahrzeugrückhaltesystem aus Beton ersetzen will, das nicht den geltenden Normen und Richtlinien entspricht.</p><p>Obwohl das System aus Beton 33 Prozent mehr Kosten verursacht, wurde eine den Normen und Richtlinien entsprechende Variante aus Stahl bei der Vergabe abgelehnt. Ausserdem wird der Bau des beanstandeten Systems den Verkehr vier Wochen behindern, wohingegen bei der Variante aus Stahl der Verkehr nur zwei Wochen behindert wäre.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Auf der Autobahn A9 im Rhonetal, zwischen den Anschlüssen Bex und St-Maurice, muss die heute bestehende Seilabschrankung zwischen den Fahrbahnen ersetzt werden, namentlich, um den aktuellen Sicherheitserfordernissen zu genügen. Neu soll eine platzsparende Mittelstreifen-Schutzwand errichtet werden. Dabei verfolgen die zuständigen Behörden zwei Hauptziele. Zum einen sollen bei einem Unfall anprallende Fahrzeuge möglichst gut aufgefangen werden. Ein erheblicher Teil der kinetischen Energie soll vernichtet werden, ohne dass das Fahrzeug in den fliessenden Verkehr zurückgeschleudert wird oder durch das Rückhaltesystem hindurch auf die andere Fahrbahn durchbrechen kann. Zum anderen soll das System einen Blendschutz für die Lenker von leichten Fahrzeugen vor dem auf der anderen Seite entgegenkommenden Schwerverkehr gewährleisten. Im Rahmen der Ausschreibung wurde kein bestimmter Systemtyp gefordert. Um den Blendschutz zu gewährleisten, wurde jedoch eine Höhe des Fahrzeugrückhaltesystems von 120 cm verlangt.</p><p>Damit ein Fahrzeugrückhaltesystem verwendet werden darf, muss es entweder in der "Richtlinie vom August 2005 für Fahrzeugrückhaltesysteme" des Bundesamtes für Strassen enthalten sein oder es muss zumindest ein Nachweis über die erfolgreiche Durchführung der erforderlichen Anfahrprüfungen vorliegen. Dieser Nachweis ist gemäss Teil A Ziffer 6 der erwähnten Richtlinie vom Lieferanten bzw. vom Bau-Ausführenden zu liefern.</p><p>Sowohl der Anbieter als auch der Kanton Waadt haben bestätigt, dass die Versuche mit Delta Bloc den aktuell gültigen Normen entsprechen. Zudem weist das Rückhaltesystem die geforderte Höhe von 120 cm auf. In Anbetracht dessen hat das Bundesamt für Strassen die Genehmigung für die Verwendung der Delta Bloc H120-Elemente erteilt.</p><p>Die kostengünstigere Stahlvariante ("Varioguard") konnte demgegenüber nicht berücksichtigt werden, weil sie nicht die erforderliche Höhe aufwies.</p>  Antwort des Bundesrates.