Übereinkommen vom 27. Oktober 1960 über den Schutz des Bodensees gegen Verunreinigung <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1961/907_924_945/19611110/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1961/907_924_945/19611110"/><FRBRdate date="1960-10-27" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1961-11-10" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1961-11-10" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.814.283"/><FRBRname xml:lang="de" value="Übereinkommen vom 27. Oktober 1960 über den Schutz des Bodensees gegen Verunreinigung" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Convention du 27 octobre 1960 sur la protection du lac de Constance contre la pollution" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Convenzione del 27 ottobre 1960 sulla protezione delle acque del lago di Costanza dall'inquinamento" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1961/907_924_945/19611110/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1961/907_924_945/19611110/de"/><FRBRdate date="1960-10-27" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1961-11-10" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1961-11-10" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1961/907_924_945/19611110/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1961/907_924_945/19611110/de/xml"/><FRBRdate date="1960-10-27" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1961-11-10" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1961-11-10" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.814.283 </docNumber></p><p> AS <b>1961</b> 907; BBl <b>1961</b> I 1165</p><p><i>Originaltext</i></p><p><docTitle>Übereinkommen<br/>über den Schutz des Bodensees gegen Verunreinigung</docTitle></p><p>Abgeschlossen in Steckborn am 27. Oktober 1960<br/>Von der Bundesversammlung genehmigt am 28. September 1961<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1961/905_923_943" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1961</b> 905</ref></p></authorialNote><br/>In Kraft getreten am 10. November 1961</p><p> (Stand am 10. November 1961)</p></preface><preamble><p>Das Land Baden‑Württemberg,<br/>der Freistaat Bayern,<br/>die Republik Österreich <br/>und<br/>die Schweizerische Eidgenossenschaft</p><p>haben in dem Bestreben, durch gemeinsame Anstrengungen den Bodensee vor Verunreinigung zu schützen, beschlossen, ein Übereinkommen abzuschliessen, und zu ihren Bevollmächtigten ernannt:</p><p><i>(Es folgen die Namen der Bevollmächtigten)</i></p><p>welche, nachdem sie sich ihre Vollmachten mitgeteilt und diese in guter und gehöriger Form befunden, folgendes vereinbart haben:</p></preamble><body><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><paragraph eId="art_1/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Anliegerstaaten des Bodensees, das Land Baden‑Württemberg, der Freistaat Bayern, die Republik Österreich und die Schweizerische Eidgenossenschaft (Kantone St. Gallen und Thurgau) verpflichten sieh zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Gewässerschutzes für den Bodensee.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Anliegerstaaten werden in ihrem Gebiet darauf hinwirken, dass der Bodensee vor weiterer Verunreinigung geschützt und seine Wasserbeschaffenheit nach Möglichkeit verbessert wird. Zu diesem Zweck werden sie die in ihrem Gebiet geltenden Gewässerschutzvorschriften für den Bodensee und seine Zuflüsse mit Nachdruck vollziehen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Anliegerstaaten werden insbesondere geplante Wassernutzungen, welche die Interessen eines andern Anliegerstaates an der Reinhaltung des Bodensees beeinträchtigen können, einander zeitgerecht mitteilen und, ausser bei Gefahr im Verzuge oder im Falle ausdrücklichen Einvernehmens, erst nach der gemeinsamen Erörterung ausführen lassen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><paragraph eId="art_2/para"><content><p>Als Bodensee im Sinne dieses Übereinkommens gelten der Obersee und der Untersee.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><paragraph eId="art_3/para_1"><num>1.</num><content><p>Der Zusammenarbeit dient die von den Anliegerstaaten gebildete ständige Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (nachstehend Kommission genannt).</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_2"><num>2.</num><content><p>In der Kommission ist jeder Anliegerstaat durch eine Delegation vertreten, der jeweils eine Stimme zukommt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland kann zu den Sitzungen der Kommission Beobachter entsenden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_4"><num>4.</num><content><p>Jede Delegation ist berechtigt, Sachverständige beizuziehen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_5"><num>5.</num><content><p>Mit der Durchführung einzelner, genau bezeichneter Aufgaben kann auch die Kommission Sachverständige beauftragen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><paragraph eId="art_4/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_4/para/listintro">Die Kommission hat folgende Aufgaben:</listIntroduction><item eId="art_4/para/lbl_a"><num>a. </num><p>Sie stellt den Zustand des Bodensees und die Ursachen seiner Verunreinigung fest. </p></item><item eId="art_4/para/lbl_b"><num>b. </num><p>Sie beobachtet laufend die Wasserbeschaffenheit des Bodensees.</p></item><item eId="art_4/para/lbl_c"><num>c. </num><p>Sie berät und empfiehlt den Anliegerstaaten Massnahmen zur Behebung bestehender Missstände sowie zur Verhütung künftiger Verunreinigungen.</p></item><item eId="art_4/para/lbl_d"><num>d. </num><p>Sie erörtert geplante Massnahmen eines Anliegerstaates im Sinne des Artikels 1, Absatz 3.</p></item><item eId="art_4/para/lbl_e"><num>e. </num><p>Sie prüft die Möglichkeit und den etwaigen Inhalt einer Reinhalteordnung für den Bodensee, die gegebenenfalls den Gegenstand eines weiteren Abkommens der Anliegerstaaten bilden soll.</p></item><item eId="art_4/para/lbl_f"><num>f. </num><p>Sie behandelt sonstige Fragen, die die Reinhaltung des Bodensees berühren können.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><paragraph eId="art_5/para_1"><num>1.</num><content><p>Beschlüsse der Kommission werden bei Anwesenheit aller Delegationen einstimmig gefasst. In Verfahrensfragen entscheidet die einfache Mehrheit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_2"><num>2.</num><content><p>Der Einstimmigkeit steht nicht entgegen, wenn sich ein Anliegerstaat in Angelegenheiten, die ihn nicht betroffen, der Stimme enthält. Beschlüsse, die ausschliesslich den Untersee betreffen, bedürfen nur der Stimmen der Delegationen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und des Landes Baden‑Württemberg.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Kommission gibt sich eine Geschäftsordnung; diese bedarf der Einstimmigkeit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_4"><num>4.</num><content><p>Die Leiter der Delegationen verkehren miteinander unmittelbar.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><paragraph eId="art_6/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Anliegerstaaten verpflichten sich, die von der Kommission empfohlenen, ihr Gebiet betreffenden Gewässerschutzmassnahmen sorgfältig zu erwägen und sie nach Massgabe ihres innerstaatlichen Rechts nach besten Kräften durchzusetzen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Anliegerstaaten, in denen von der Kommission empfohlene Gewässerschutzmassnahmen durchgeführt werden sollen, können im Einzelfall eine Empfehlung der Kommission als für sich verbindlich anerkennen und eine entsprechende Erklärung durch ihre Delegation abgeben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><paragraph eId="art_7/para"><content><p>Jeder Anliegerstaat trägt die Kosten seiner Delegation und seiner Sachverständigen. Sind Sachverständige im Auftrag der Kommission tätig, so werden die hierdurch entstehenden Kosten nach einem jeweils von der Kommission zu beschliessenden Verhältnis auf die Anliegerstaaten aufgeteilt. Das gleiche gilt für Veröffentlichungen der Kommission.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><paragraph eId="art_8/para_1"><num>1.</num><content><p>Internationale Abkommen über die Schifffahrt und die Fischerei bleiben unberührt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Kommission arbeitet auf ihrem Aufgabengebiet mit internationalen Einrichtungen für die Schifffahrt und die Fischerei und mit der Internationalen Kommission zum Schutze des Rheins gegen Verunreinigung zusammen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><paragraph eId="art_9/para_1"><num>1.</num><content><p>Das vorliegende Übereinkommen bedarf der Ratifikation. Die Ratifikationsurkunden sollen sobald als möglich bei der Regierung des Landes Baden-Württemberg hinterlegt worden. Es tritt 30 Tage nach Hinterlegung der letzten Ratifikationsurkunde in Kraft.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_2"><num>2.</num><content><p>Das Übereinkommen bleibt in Kraft, solange es nicht von einem Anliegerstaat mit einer Frist von sechs Monaten auf Jahresende gekündigt worden ist.</p></content></paragraph></article><signature><p><i>Zu Urkund dessen</i> haben die Bevollmächtigten der Anliegerstaaten dieses Übereinkommen unterzeichnet.</p><p>Geschehen in vierfacher Ausfertigung in Steckborn (Kanton Thurgau) am 27. Oktober 1960.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für das<br/>Land Baden‑Württemberg:</p><p>Karl Kübler</p></td><td><p>Für den<br/>Freistaat Bayern:</p><p>Peter Bussler</p></td></tr><tr><td><p>Für die<br/>Republik Österreich:</p><p>Knapitsch</p></td><td><p>Für die<br/>Schweizerische Eidgenossenschaft:</p><p>Diez<br/>Frick<br/>Schümperli</p></td></tr></table></signature></body></act></akomaNtoso>