<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00230</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206257&amp;W10_KEY=4467134&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00230</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.11.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Taxiausweis/Taxibetriebsbewiligungen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Entzug von Taxiausweis und 45 Taxibetriebsbewilligungen wegen mangelnder Deutschkenntnisse<br/><br/>Regelt das Gesetz die Voraussetzungen des Widerrufs nicht ausdrücklich, kann eine materiell unrichtige Verfügung widerrufen werden, wenn das Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts dasjenige an der Wahrung der Rechtssicherheit bzw. am Vertrauensschutz überwiegt (E. 3.1). Gesetzliche Grundlagen für den Erwerb und Entzug von Taxiausweis und Taxibetriebsbewilligungen (E. 3.2). <br/>Vorliegend steht der Entzug des Taxiausweises im Vordergrund, da der Entzug der Taxibetriebsbewilligungen sich in erster Linie auf den Entzug des Taxiausweises stützt (E. 4.1). Der Entzug eines irrtümlich erteilten Taxiausweises findet keine gesetzliche Grundlage in den Taxivorschriften. (E. 4.2). Insgesamt überwiegt das private Interesse an der Aufrechterhaltung der Bewilligungen. Der Beschwerdeführer ist in geradezu existentieller Weise auf die ihm erteilten Bewilligungen angewiesen. Den Taxiausweis hat er trotz seiner angeblich mangelhaften Deutschkenntnisse vor zwölf Jahren erhalten, weshalb er sich auf den Vertrauensschutz berufen kann. Er durfte zum Zeitpunkt der Ausweiserteilung davon ausgehen, dass seine Deutschkenntnisse ausreichend sind. Das öffentliche Interesse daran, dass Taxichauffierende gute Deutschkenntnisse besitzen, ist geringer als das private Interesse des Beschwerdeführers zu gewichten, zumal ihm keine wesentlichen Vorkommnisse angelastet werden können, die auf seinen mangelhaften Deutschkenntnissen beruhen. Ist der Entzug des Taxiausweis rechtswidrig, so fällt auch der Entzug der Betriebsbewilligungen dahin (E. 4.3).<br/>Abweisung der Beschwerde.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DEUTSCHKURS">DEUTSCHKURS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FEHLERHAFTE VERFÃGUNG">FEHLERHAFTE VERFÃGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERESSENABWÃGUNG">INTERESSENABWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT">POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TAXI">TAXI</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TAXIAUSWEIS">TAXIAUSWEIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TAXIBEWILLIGUNG">TAXIBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUF">WIDERRUF</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 4 Abs. I TaxiV ZÃ¼rich</span><br/><span class="ungerade">Art. 7 TaxiV ZÃ¼rich</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. I TaxiV ZÃ¼rich</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 Abs. I lit. a TaxiV ZÃ¼rich</span><br/><span class="gerade">Art. 12 Abs. I TaxiV ZÃ¼rich</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 Abs. I TaxiV ZÃ¼rich</span><br/><span class="gerade">Art. 13 Abs. III TaxiV ZÃ¼rich</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2006 Nr. 42</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach bestandener TaxiprÃ¼fung erhielt A 1993 den Taxiausweis Nr. 01 und war seither als Taxichauffeur in der Stadt ZÃ¼rich tÃ¤tig. Am 1. April 2001 wurde ihm erstmals eine Taxibetriebsbewilligung erteilt. In der Folge erweiterte er seinen Betrieb auf einen Fahrzeugbestand, fÃ¼r den insgesamt 45 Taxibetriebsbewilligungen erteilt wurden.</p> <p class="Urteilstext">AnlÃ¤sslich eines Einspracheverfahrens im Jahr 2004 beim Statthalteramt des Bezirkes ZÃ¼rich ersuchte er um Beizug eines Ãbersetzers fÃ¼r die Sprache X. Daraufhin gelangte das Statthalteramt an die Stadtpolizei ZÃ¼rich unter anderem mit der Frage, ob A wegen mangelnder Deutschkenntnisse der Taxiausweis zu entziehen sei. AnlÃ¤sslich der folgenden Befragung durch die Stadtpolizei erklÃ¤rte dieser am 6. Januar 2005, dass er MÃ¼he mit der deutschen Sprache habe und fÃ¼r schriftliche Informationen auf seinen Mitarbeiter, Herr C, angewiesen sei. An die Befragung anschliessend forderte die Stadtpolizei ZÃ¼rich ihn auf, bis Ende Juni 2005 das Zertifikat B1-Niveau "Gemeinsamer europÃ¤ischer Referenzrahmen fÃ¼r Sprachen" (Deutschzertifikat B1) zu erlangen, ansonsten ihm der Taxiausweis per sofort entzogen wÃ¼rde. In einer weiteren Befragung gab A vor der Stadtpolizei ZÃ¼rich am 11. August 2005 an, dass er das geforderte Deutschzertifikat B1 nicht erlangt habe. Mit VerfÃ¼gung der Stadtpolizei ZÃ¼rich, Abteilung Bewilligungen, vom 25. August 2005 wurde ihm in Anwendung von Art. 12 Abs. 2 lit. c in Verbindung mit Art. 13 Abs. 3 der Taxivorschriften der Stadt ZÃ¼rich vom 20. September 2000/28. MÃ¤rz 2001 (TaxiV) mangels ausreichender Deutschkenntnisse der Taxiausweis Nr. 01 mit sofortiger Wirkung entzogen, gleichzeitig wurden ihm die 45 Taxibetriebsbewilligungen gemÃ¤ss Art. 4 Abs. 1 lit. b und d in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 lit. a TaxiV mit einer Liquidationsfrist bis Ende Dezember 2005, entzogen. Einer allfÃ¤lligen Einsprache gegen diese VerfÃ¼gung wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Einsprache vom 29. September 2005 gelangte A mit dem Begehren an den Stadtrat von ZÃ¼rich, dass einerseits der Einsprache die aufschiebende Wirkung zu erteilen und dass anderseits die VerfÃ¼gung der Stadtpolizei ZÃ¼rich vom 25. August 2005 aufzuheben sei. Das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wiederholte A mit Schreiben vom 20. Oktober 2005. Mit VerfÃ¼gung vom 26. Oktober 2005 zog die Stadtpolizei ZÃ¼rich, Abteilung Bewilligungen, ihren Entscheid, der Einsprache die aufschiebende Wirkung zu entziehen, in WiedererwÃ¤gung und erteilte der Einsprache die aufschiebende Wirkung wieder. Die Einsprache betreffend den Entzug des Taxiausweises Nr. 01 und die 45 Taxibetriebsbewilligungen wurde vom Stadtrat mit Beschluss vom 7. Dezember 2005 abgewiesen, wobei die Liquidationsfrist neu auf Ende Juni 2006 festgesetzt wurde.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Entscheid erhob A am 18. Januar 2006 Rekurs beim Statthalteramt des Bezirkes ZÃ¼rich. Mit VerfÃ¼gung vom 20. April 2006 hiess das Statthalteramt den Rekurs gut und hob den Beschluss des Stadtrates vom 7. Dezember 2005 und die VerfÃ¼gung der Abteilung Bewilligungen der Stadtpolizei ZÃ¼rich vom 25. August 2005 auf.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>IV. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Stadt ZÃ¼rich gelangte mit Beschwerde vom 18. Mai 2006 an das Verwaltungsgericht. Sie beantragt, dass der Rekursentscheid des Statthalteramtes des Bezirkes ZÃ¼rich vom 20. April 2006 vollumfÃ¤nglich aufzuheben sei und entsprechend die VerfÃ¼gung der Stadtpolizei ZÃ¼rich vom 25. August 2005 sowie der Einspracheentscheid des Stadtrats vom 7. Dezember 2005 zu bestÃ¤tigen seien. Das Statthalteramt des Bezirkes ZÃ¼rich verzichtete am 31. Mai 2006 auf Vernehmlassung, wÃ¤hrend A am 8. September 2006 um Abweisung der Beschwerde ersuchte.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Das Statthalteramt fÃ¼hrte im angefochtenen Rekursentscheid aus, dass eine gesetzliche Grundlage fehle, die den Beschwerdegegner dazu verpflichten wÃ¼rde, sich Ã¼ber ausreichende Deutschkenntnisse auszuweisen, da sich Art. 12 Abs. 2 lit. c TaxiV nur an Bewerberinnen und Bewerber um einen Taxiausweis richte, nicht aber an Personen, die den Ausweis bereits besÃ¤ssen. Ebenso wenig kÃ¶nne sich der Entzug des Taxiausweises auf eine gesetzliche Grundlage stÃ¼tzen. Es erscheine zudem als rechtsmissbrÃ¤uchlich, eine langjÃ¤hrige, zeitlich unbefristete Polizeibewilligung zu widerrufen, deren Erteilung auf einer allfÃ¤lligen NachlÃ¤ssigkeit der BewilligungsbehÃ¶rde beruhe. Schliesslich erweise sich der Entzug des Taxiausweises und der Betriebsbewilligungen als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, da die privaten Interessen des Beschwerdegegners an einer weiteren AusÃ¼bung der entzogenen Bewilligungen geradezu existenziell seien, wÃ¤hrend es anderseits keine Vorkommnisse gegeben habe, die auf dessen mangelnden Deutschkenntnisse zurÃ¼ckzufÃ¼hren seien. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht in ihrer Beschwerde geltend, dass es fÃ¼r den Entzug des Taxiausweises und der Betriebsbewilligungen eine genÃ¼gende gesetzliche Grundlage gebe, richteten sich doch Art. 13 Abs. 3 TaxiV, welcher der Entzug des Taxiausweises regle, und Art. 8 Abs. 1 TaxiV, welcher fÃ¼r den Entzug der Betriebsbewilligungen massgebend sei, ausdrÃ¼cklich an die Inhaber der genannten Bewilligungen, nicht bloss an Bewerbende. Die Taxivorschriften verlangten von Taxichauffierenden ausreichende Deutschkenntnisse, was auch bei den alten Vorschriften der Fall gewesen sei. Der Taxiausweis sei dem Beschwerdegegner aufgrund eines Irrtums trotz seiner mangelnden Deutschkenntnisse erteilt worden. Er kÃ¶nne sich nun aber nicht auf den Vertrauensschutz berufen, da ihm die Fehlerhaftigkeit der Vertrauensgrundlage, welche ja in den mangelnden Deutschkenntnissen liege, bekannt gewesen sei. Auch gelte eine Betriebsbewilligung nach Art. 7 TaxiV nur fÃ¼r drei Jahre, weshalb der Beschwerdegegner habe wissen mÃ¼ssen, dass alle drei Jahre eine ÃberprÃ¼fung der Bewilligungen erfolge. Insofern sei das private Interesse am Bestand der Bewilligungen als gering zu gewichten, wÃ¤hrend das Ã¶ffentliche Interesse an deren Entzug erheblich sei, da ausreichende Deutschkenntnisse eines Taxichauffierenden fÃ¼r den Schutz von Treu und Glauben im GeschÃ¤ftsverkehr sowie der Aufrechterhaltung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung nÃ¶tig seien. BerÃ¼cksichtige man, dass dem Beschwerdegegner ein halbes Jahr Zeit gegeben worden sei, um das Deutschzertifikat B1 zu erlangen, erscheine es nicht unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, ihm wie angedroht den Taxiausweis und folglich auch die Betriebsbewilligungen zu entziehen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Der Beschwerdegegner bezweifelt, dass die Mitarbeiter der Verwaltungspolizei dazu geeignet seien, seine Deutschkenntnisse zu Ã¼berprÃ¼fen. Es mÃ¼sse unterschieden werden zwischen den Sprachkenntnissen, die ein Angeschuldigter in einem Strafverfahren benÃ¶tige, und solchen, die fÃ¼r das FÃ¼hren eines Taxibetriebs notwendig seien. Der Beschwerdegegner weist weiter darauf hin, dass er den Taxiausweis 1993 erhalten habe und deshalb darauf habe vertrauen dÃ¼rfen, dass seine Deutschkenntnisse den von den BehÃ¶rden gestellten Anforderungen genÃ¼gten. Indem die BehÃ¶rde ihm zwÃ¶lf Jahre spÃ¤ter mangelnde Deutschkenntnisse anlaste, verhalte sie sich widersprÃ¼chlich und rechtsmissbrÃ¤uchlich. Wenn nun heute fÃ¼r den Nachweis der Deutschkenntnisse das Deutschzertifikat B1 verlangt werde, so gelte dies nur fÃ¼r Bewerberinnen und Bewerber um einen Taxiausweis, nicht jedoch fÃ¼r Inhaberinnen und Inhaber des Taxiausweises. Insofern fehle es an einer gesetzlichen Grundlage, die ihn verpflichten wÃ¼rde, das Deutschzertifikat zu absolvieren. Der Entzug des Taxiausweises kÃ¶nne sich zudem auch nicht auf eine genÃ¼gende gesetzliche Grundlage stÃ¼tzen. Schliesslich bemÃ¤ngelt der Beschwerdegegner, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin keine umfassende InteressenabwÃ¤gung vorgenommen, sondern das Ã¶ffentliche Interesse im Gegensatz zum privaten Interesse zu stark gewichtet habe.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Regelt das Gesetz die Voraussetzungen des Widerrufs nicht ausdrÃ¼cklich, kann nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine materiell unrichtige VerfÃ¼gung unter bestimmten Voraussetzungen widerrufen werden. Hierzu sind das Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts und dasjenige an der Wahrung der Rechtssicherheit bzw. am Vertrauensschutz gegeneinander abzuwÃ¤gen. In der Regel geht das Postulat der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes dem Interesse an der Durchsetzung des objektiven Rechts vor und ist ein Widerruf nicht zulÃ¤ssig, wenn durch die VerwaltungsverfÃ¼gung ein subjektives Recht begrÃ¼ndet worden oder die VerfÃ¼gung in einem Verfahren ergangen ist, in dem die sich gegenÃ¼berstehende Interessen allseitig zu prÃ¼fen und gegeneinander abzuwÃ¤gen waren, oder wenn der Private von einer ihm durch die VerfÃ¼gung eingerÃ¤umten Befugnis bereits Gebrauch gemacht hat. Diese Regel gilt allerdings nicht absolut; auch in diesen drei FÃ¤llen kann ein Widerruf in Frage kommen, wenn er durch ein besonders gewichtiges Ã¶ffentliches Interesse geboten ist (vgl. zum Ganzen BGE 121 II 273 E. 1a/aa, 119 Ia 305 E. 4c mit weiteren Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Die verschiedenen der Beseitigung der <i>formellen </i>Rechtskraft dienenden Rechtsinstitute werden in Gesetzgebung, Rechtsprechung und Lehre nicht einheitlich abgegrenzt; schon die Terminologie ist nicht einheitlich. Soweit es um die materielle Unrichtigkeit der zu widerrufenden VerfÃ¼gung â als einer "Vorbedingung fÃ¼r das ZurÃ¼ckkommen" (vgl. Fritz Gygi, Zur RechtsbestÃ¤ndigkeit von VerwaltungsverfÃ¼gungen, ZBl 83/1982, S. 149 ff.) â geht, unterscheidet die zÃ¼rcherische Verwaltungsrechtsprechung zwischen der RÃ¼cknahme, mit welcher eine ursprÃ¼nglich fehlerhafte VerfÃ¼gung zurÃ¼ckgenommen, und der Anpassung, mit welcher eine nachtrÃ¤glich fehlerhaft gewordene Anordnung der neuen Rechts- oder Sachlage angepasst werden soll (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 86a-86d N. 7 ff., auch zum Folgenden). WÃ¤hrend eine RÃ¼cknahme grundsÃ¤tzlich sowohl bei "EinmalverfÃ¼gungen" (mit abgeschlossenem Sachverhalt und einmaliger, unabÃ¤nderbarer Rechtsfolge) wie auch bei DauerverfÃ¼gungen (mit wandelbarem Sachverhalt und in die Zukunft wirkender Rechtsfolge) in Betracht fÃ¤llt, ist eine Anpassung von vornherein nur bei DauerverfÃ¼gungen mÃ¶glich (RB 2005 Nr. 45, E. 3.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> FÃ¼r die TÃ¤tigkeit als Taxichauffeuse oder âchauffeur ist gemÃ¤ss Art. 12 Abs. 1 TaxiV ein Taxiausweis der Verwaltungspolizei erforderlich, welcher nach Art. 13 Abs. 1 TaxiV fÃ¼r die Dauer der BerufsausÃ¼bung gilt. Voraussetzung fÃ¼r die Erteilung eines solchen Ausweises ist nach Art. 12 Abs. 2 lit. c TaxiV, dass sich Bewerberinnen und Bewerber Ã¼ber ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache ausweisen kÃ¶nnen, wobei Art. 2 der Vorschriften fÃ¼r die DurchfÃ¼hrung der FachprÃ¼fung fÃ¼r Taxichauffierende vom 20. September 2000/28. MÃ¤rz 2001 (PrÃ¼fungsvorschriften) von den Bewerbenden entweder das Deutschzertifikat B1 oder genÃ¼gende Zeugnisnoten in Deutsch von mindestens drei Schuljahren in einer deutschsprachigen Schule verlangen. Der Taxiausweis wird gemÃ¤ss Art. 13 Abs. 3 TaxiV entzogen, wenn Inhaberinnen oder Inhaber die fÃ¼r die Erteilung des Ausweises erforderlichen Voraussetzungen nicht mehr erfÃ¼llen.</p> <p class="Urteilstext"><span>Die Betriebsbewilligung berechtigt nach Art. 3 Abs. 1 TaxiV deren Inhaberinnen und Inhaber, mit den zugelassenen Fahrzeugen von Ã¶ffentlichen und privaten StandplÃ¤tzen aus Taxifahrten durchzufÃ¼hren. Eine Voraussetzung fÃ¼r das Erteilen einer Betriebsbewilligung liegt darin, dass die Bewerberinnen und Bewerber im Besitz des Taxiausweises sein mÃ¼ssen (Art. 4 Abs. 1 lit. d TaxiV). ErfÃ¼llen die Personen mit Betriebsbewilligung bzw. die fÃ¼r den Taxibetrieb Verantwortlichen die fÃ¼r die Erteilung der Bewilligung erforderlichen Voraussetzungen nicht mehr, so wird ihnen gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 lit. a TaxiV die Betriebsbewilligung entzogen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Vorab ist darauf hinzuweisen, dass vorliegend primÃ¤r die RechtmÃ¤ssigkeit des Entzugs des Taxiausweises zu Ã¼berprÃ¼fen ist. Die BeschwerdefÃ¼hrerin stÃ¼tzt nÃ¤mlich den Entzug der Betriebsbewilligungen in erster Linie auf den Entzug des Taxiausweises, welcher zur Folge hat, dass nach Art. 4 Abs. 1 lit. d TaxiV eine Voraussetzung fÃ¼r die Erteilung bzw. Erneuerung der Betriebsbewilligungen entfÃ¤llt, was zu deren Entzug fÃ¼hrt (Art. 8 Abs. 1 TaxiV). DemgemÃ¤ss erscheint der Entzug der Betriebsbewilligungen als rechtmÃ¤ssig, wenn auch der Taxiausweis zu Recht entzogen wurde. Erweist sich hingegen der Entzug des Taxiausweises als unrechtmÃ¤ssig, so findet sich keine Grundlage fÃ¼r den Entzug der Betriebsbewilligungen. Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin nÃ¤mlich den Entzug der Betriebsbewilligungen auf Art. 4 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 lit. a TaxiV stÃ¼tzt, muss ihr entgegengehalten werden, dass allfÃ¤llige mangelnde Deutschkenntnisse nicht als Nachweis dafÃ¼r ausreichen, dass der Beschwerdegegner fÃ¼r die Sicherheit des Betriebes und fÃ¼r eine vorschriftsgemÃ¤sse GeschÃ¤ftsfÃ¼hrung keine GewÃ¤hr bietet. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Den Entzug des Taxiausweises stÃ¼tzt die BeschwerdefÃ¼hrerin auf Art. 13 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 12 Abs. 3 lit. c TaxiV. Nach Art. 13 Abs. 3 TaxiV wird der Taxiausweis entzogen, wenn deren Inhaberinnen und Inhaber die fÃ¼r die Erteilung des Ausweises erforderlichen Voraussetzungen nicht mehr erfÃ¼llen, wobei gemÃ¤ss Art. 12 Abs. 3 lit. c TaxiV ausreichende Deutschkenntnisse eine solche Voraussetzung darstellen. FÃ¼r ihre Definition der ausreichenden Deutschkenntnisse stÃ¼tzt sich die BeschwerdefÃ¼hrerin offenbar auf Art. 2 lit. a der PrÃ¼fungsvorschriften, wonach Bewerbende nichtdeutscher Muttersprache ihre Deutschkenntnisse mittels des Deutschzertifikats B1 ausweisen mÃ¼ssen, sofern sie nicht genÃ¼gende Zeugnisnoten in Deutsch von mindestens drei Schuljahren in einer deutschsprachigen Schule nachweisen kÃ¶nnen.</p> <p class="Urteilstext">Entgegen der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin bilden die angerufenen Gesetzesbestimmungen im vorliegenden Fall keine genÃ¼gende Grundlage fÃ¼r den Entzug des Taxiausweises. Von vornherein nicht angewendet werden kÃ¶nnen die PrÃ¼fungsvorschriften. Diese gelten einzig fÃ¼r Bewerbende, welche die FachprÃ¼fung zu absolvieren haben, nicht jedoch fÃ¼r Personen, die bereits den Taxiausweis innehaben. Der Wortlaut von Art. 13 Abs. 3 TaxiV regelt nur die Anpassung von VerfÃ¼gungen, die nachtrÃ¤glich dadurch fehlerhaft geworden sind, dass eine Voraussetzung fÃ¼r die Erteilung des Taxiausweises durch dessen Inhaberin oder Inhaber nicht <i>mehr</i> erfÃ¼llt wird. Vorliegend macht die BeschwerdefÃ¼hrerin jedoch geltend, dass der Beschwerdegegner den Taxiausweis irrtÃ¼mlicherweise trotz seiner ungenÃ¼genden Deutschkenntnisse erhalten habe. Damit geht die BeschwerdefÃ¼hrerin davon aus, dass an der Erteilung des Ausweises von Anfang an ein Fehler haftete, demgemÃ¤ss eine <i>ursprÃ¼nglich </i>fehlerhafte VerfÃ¼gung vorliegt. Der Entzug einer zu Unrecht erteilten Bewilligung ist jedoch in den Taxivorschriften nicht geregelt, weshalb die von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien zur RÃ¼cknahme ursprÃ¼nglich fehlerhaften VerfÃ¼gungen (vorn E. 3.1) zur Anwendung kommen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Ist die RÃ¼cknahme einer VerfÃ¼gung nicht gesetzlich geregelt, heisst das wie erwÃ¤hnt nicht, dass sie gÃ¤nzlich unerlaubt ist. Vielmehr ist fÃ¼r die Frage nach deren RechtmÃ¤ssigkeit eine umfassende InteressenabwÃ¤gung zwischen dem Ã¶ffentlichen Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts und dem privaten Interesse an der Wahrung der Rechtssicherheit und am Vertrauensschutz vorzunehmen. </p> <p class="Erwgung2">Das Ã¶ffentliche Interesse am Entzug des Taxiausweises ist nicht unerheblich. Zu Recht weist die BeschwerdefÃ¼hrerin darauf hin, dass von einem Taxichauffierenden verlangt werden kann, sich auf Deutsch zu verstÃ¤ndigen und dass mangelnde Deutschkenntnisse beispielsweise die Gefahr in sich bergen, dass falsche Orte angefahren oder behÃ¶rdliche Weisungen nicht verstanden werden. Allerdings wird dieses Ã¶ffentliche Interesse dadurch relativiert, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin dem Beschwerdegegner keine wesentlichen negativen Vorkommnisse anlasten kann, die auf dessen mangelnde Deutschkenntnisse zurÃ¼ckzufÃ¼hren sind. Geradezu existenziell ist hingegen das private Interesse des Beschwerdegegners an der Wahrung der Rechtssicherheit und am Vertrauensschutz. Der Beschwerdegegner hat ein grÃ¶sseres Taxiunternehmen aufgebaut, welches seine Lebensgrundlage darstellt. Mit dem Entzug des Taxiausweises und dem damit verknÃ¼pften Entzug der 45 Betriebsbewilligungen wÃ¼rde ihm seine wirtschaftliche Grundlage genommen. Besonderes Gewicht erhÃ¤lt zudem die Tatsache, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bereits seit zwÃ¶lf Jahren Inhaber des Taxiausweises ist und darauf vertrauen durfte, dass dieser fÃ¼r die Dauer der BerufsausÃ¼bung gÃ¼ltig ist (Art. 13 Abs. 1 TaxiV). Es kann dabei der Argumentation der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht beigetreten werden, dass der Beschwerdegegner sich nicht auf den Vertrauensschutz berufen kÃ¶nne, weil er die Fehlerhaftigkeit des erteilten Taxiausweises gekannt habe oder zumindest hÃ¤tte kennen mÃ¼ssen, da er um seine mangelhaften Deutschkenntnisse gewusst habe. Hier verkennt die BeschwerdefÃ¼hrerin, dass der Begriff der "ausreichenden Deutschkenntnisse" im hÃ¶chsten Masse auslegbar ist, was jedoch nicht Aufgabe des Beschwerdegegners sein kann. Er durfte, nachdem ihm der Taxiausweis erteilt worden war, in guten Treuen davon ausgehen, dass seine Deutschkenntnisse den an Taxichauffierende gestellten Anforderungen genÃ¼gten. </p> <p class="Erwgung2">Insgesamt Ã¼berwiegt das private Interesse an der Wahrung der Rechtssicherheit und am Vertrauensschutz das Ã¶ffentliche Interesse an der Durchsetzung des objektiven Rechts, weshalb der Entzug des Taxiausweises als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig und somit rechtswidrig erscheint. Insofern kann offen gelassen werden, ob mit der BeschwerdefÃ¼hrerin entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners davon auszugehen ist, dass die Deutschkenntnisse des Beschwerdegegners tatsÃ¤chlich ungenÃ¼gend sind.</p> <p class="Urteilstext">Ist der Entzug des Taxiausweises rechtswidrig, so darf ferner nach dem oben Dargelegten (E. 4.1) der Entzug der Betriebsbewilligungen nicht aufrecht erhalten werden, weshalb auch diesbezÃ¼glich der Entscheid des Statthalteramtes zu bestÃ¤tigen ist. Dabei ist es nicht von Bedeutung, dass die Betriebsbewilligungen lediglich auf drei Jahre erteilt werden, denn auf deren Erteilung besteht ein Anspruch, sofern die Voraussetzungen gemÃ¤ss Art. 4 TaxiV erfÃ¼llt werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Die Gerichtskosten sind der unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung nach § 17 Abs. 2 VRG steht ihr von vornherein nicht zu. Dagegen ist sie zur Zahlung einer solchen EntschÃ¤digung an den obsiegenden Beschwerdegegner zu verpflichten; als angemessen erweist sich ein Betrag von Fr. 1'500.-.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner binnen dreissig Tagen nach Zustellung dieses Urteils eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>