<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00015</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204239&amp;W10_KEY=4467141&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00015</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.05.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufenthaltsbewilligung/Fristerstreckung und rechtliches Gehör<br/><br/>Der Beschwerdeführer verfügte über eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton Luzern und ersuchte um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für den Kanton Zürich (Kantonswechsel), welche ihm verweigert wurde. Auf ein dagegen erhobenes Wiedererwägungsgesuch trat das Migrationsamt nicht ein. Im anschliessenden Rekursverfahren verlangte die Staatskanzlei einen Barvorschuss, da der Beschwerdeführer aus früheren Gerichtsverfahren noch Kosten schuldete. Am letzten Tag der Zahlungsfrist ersuchte der Beschwerdeführer um Fristerstreckung. Indem die Staatskanzlei die Erstreckung abwies, diesen Entscheid dem Beschwerdeführer erst nach Ablauf der ursprünglichen Zahlungsfrist mitteilte (ohne Ansetzung einer Nachzahlungsfrist) und in der Folge der Regierungsrat die nicht rechtzeitig geleistete Kaution zum Grund nahm, um auf den Rekurs nicht einzutreten, wurde offensichtlich das rechtliche Gehör verletzt. Die Behörde müsste in solchen Fällen entweder bereits die Ansetzung der ersten Zahlungsfrist unmissverständlich als nicht erstreckbar bezeichnen und auf die Folgen der Nichtbezahlung innert Frist in Form des Rechtsverlusts hinweisen; oder sie müsste eine kurze Nachfrist zur Zahlung ansetzen, wenn sie die Fristerstreckung als solche verweigert. Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung an die Vorinstanz. Kostenauflage an den Regierungsrat.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BARKAUTION/-VORSCHUSS">BARKAUTION/-VORSCHUSS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSTRECKUNG">ERSTRECKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTERSTRECKUNG">FRISTERSTRECKUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTWAHRUNG">FRISTWAHRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KANTONSWECHSEL">KANTONSWECHSEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAUTION">KAUTION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENAUFLAGE">KOSTENAUFLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHFRIST">NACHFRIST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTEINTRETENSENTSCHEID">NICHTEINTRETENSENTSCHEID</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSVERLUST">RECHTSVERLUST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNG">RÃCKWEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERERWÃGUNGSGESUCH">WIEDERERWÃGUNGSGESUCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZAHLUNGSFRIST">ZAHLUNGSFRIST</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">§ 12 Abs. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2004 Nr. 1 S. 45</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>A, geboren 1961, auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶riger, hielt sich seit 1983 im Kanton X auf, wo er Ã¼ber eine Aufenthaltsbewilligung verfÃ¼gte. Ein am 11. Januar 2001 gestelltes Gesuch um Erteilung der Aufenthaltsbewilligung im Kanton ZÃ¼rich wies die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) am 9. April 2001 ab, weil A wiederholt zu Klagen Anlass gegeben habe. Ihm wurde eine Frist bis zum 31. Mai 2001 angesetzt, um das Kantonsgebiet zu verlassen. Auf ein WiedererwÃ¤gungsgesuch vom 2. August 2001 trat das Migrationsamt am 28. Juni 2002 nicht ein und befand, es lÃ¤gen keine neuen UmstÃ¤nde im Vergleich zur frÃ¼heren Beurteilung vor. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Gegen die NichteintretensverfÃ¼gung liess A am 2. August 2002 Rekurs einreichen. Er beantragte, die angefochtene VerfÃ¼gung sei aufzuheben und es sei ihm die Aufenthaltsbewilligung im Kanton ZÃ¼rich zu erteilen. Weil er aus frÃ¼heren Gerichtsverfahren noch Kosten schuldig war, verlangte die Staatskanzlei am 4. September 2003 von A zur Sicherstellung der Rekurskosten einen Barvorschuss von Fr. 1'500.-, zahlbar innert 30 Tagen. Die Aufforderung wurde dem Rechtsvertreter am 5. September 2003 zugestellt. Am Montag, 6. Oktober 2003, dem letzten Tag der Frist, ersuchte der Rechts­vertreter die Staatskanzlei um Erstreckung der Zahlungsfrist "um 30 Tage, d. h. bis zum 5. November 2003". Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte der Vertreter aus, er, der Vertreter, sei fÃ¼r zwei Wochen ferienabwesend und habe sich noch nicht mit seinem Mandanten unterhalten kÃ¶nnen. UnverzÃ¼glich, mit Datum vom 7. Oktober 2003 und somit nach dem Ablauf der Zahlungsfrist, teilte die Staatskanzlei dem Rechtsvertreter mit, dass sie die anbegehrte Fristerstreckung nicht bewillige; das Begehren werde deshalb abgewiesen. Sollte sich erweisen, dass der Kostenvorschuss nicht fristgerecht geleistet worden sei, wÃ¼rde "androhungsgemÃ¤ss verfahren". Am 11. Dezember 2003 beschloss der Regierungsrat, dass auf den Rekurs von A nicht eingetreten werde, mit der BegrÃ¼ndung, dass der Barvorschuss innert der angesetzten Frist nicht geleistet worden sei. Die Staatskanzlei habe den geltend gemachten Erstreckungsgrund zu Recht als nicht ausreichend beurteilt.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Mit Eingabe vom 14., versehen mit dem Poststempel vom 15. und zugestellt am 16. Januar 2004 liess A Beschwerde beim Verwaltungsgericht einreichen. Er beantragte, der Beschluss des Regierungsrats sei aufzuheben und es sei die Sache zur materiellen Behandlung an den Regierungsrat zurÃ¼ckzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zulasten der beschwerdebeklagten Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit. Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gte im Wesentlichen, dass ihm das rechtliche GehÃ¶r verweigert worden sei, weil die Fristerstreckung zur Bezahlung der Kaution hÃ¤tte bewilligt werden mÃ¼ssen oder aber, bei Ablehnung der Erstreckung, ihm mindestens eine kurze Nachfrist zur Leistung der Kaution hÃ¤tte angesetzt werden mÃ¼ssen. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Auf die Einholung einer Stellungnahme der beklagten BehÃ¶rde wurde verzichtet. Das Gericht verlangte vom BeschwerdefÃ¼hrer einen Kostenvorschuss, welcher fristgerecht am 16. MÃ¤rz 2004 der Gerichtskasse einbezahlt wurde.</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span> zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Auf dem Gebiet der Fremdenpolizei ist gestÃ¼tzt auf § 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) die Beschwerde an das Verwaltungsgericht zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht. Dies trifft zu fÃ¼r Entscheide Ã¼ber Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen, auf deren Erteilung die Person mit auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶rigkeit einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943; BGE 128 II 145 E. 1.1.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs durch den Regierungsrat, weil dieser eine Fristerstreckung fÃ¼r die Bezahlung des Kostenvorschusses abgelehnt habe, beziehungsweise nach der Ablehnung der Erstreckung der Zahlungsfrist keine MÃ¶glichkeit eingerÃ¤umt habe, die Nachzahlung zu veranlassen. Damit bezweckt der BeschwerdefÃ¼hrer nicht die Korrektur eines materiellen Entscheids des Regierungsrats durch das Verwaltungsgericht, sondern beantragt er die Heilung der gerÃ¼gten GehÃ¶rsverletzung und die Wiederaufnahme des Verfahrens durch den Regierungsrat.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Werden VerfahrensmÃ¤ngel einer in einer bundesrechtlich geregelten Materie erlassenen VerfÃ¼gung gerÃ¼gt, wodurch die richtige Anwendung von Bundesrecht vereitelt werden kann, ist gegen einen entsprechenden Entscheid die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulÃ¤ssig. Mit der Beschwerde kann in diesem Fall â unabhÃ¤ngig davon, ob zugleich eine Verletzung von materiellem Bundesrecht behauptet wird oder nicht â eine bundes(verfassungs)rechtswidrige Handhabung des (kantonalen) Verfahrensrechts geltend gemacht werden (BGE 127 II 161 E. 1a; BGr, 9. Januar 2004, 2A.8/2004, E. 2.2.1, www.bger.ch). Ist die Beschwerde an das Bundesgericht mÃ¶glich, hat das Verwaltungsgericht gemÃ¤ss § 43 Abs. 2 VRG auf die Beschwerde einzutreten, selbst wenn sich aus § 43 Abs. 1 VRG keine BeschwerdemÃ¶glichkeit ergÃ¤be. Allerdings muss zumindest ein Rechtsanspruch entfernt ersichtlich sein, damit die ÃberprÃ¼fung des gerÃ¼gten Verfahrensmangels erfolgt. Ist ein Rechtsanspruch bereits auf den ersten Blick auszuschliessen, tritt das Verwaltungsgericht auf die Beschwerde nicht ein.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.4 </span></b><span>Aufgrund der gesamten UmstÃ¤nde â der BeschwerdefÃ¼hrer lebt seit rund 20 Jahren in der Schweiz, wo auch seine geschiedene Ehefrau und die erwachsenen Kinder leben; das WiedererwÃ¤gungsgesuch rÃ¼gt einen Fehler in der Sachverhaltsannahme der ersten VerfÃ¼gung des Migrationsamts sowie eine rechtswidrige AbwÃ¤gung von privaten und Ã¶ffentlichen Interessen â kann nicht gesagt werden, bereits auf den ersten Blick sei die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ausgeschlossen. Vielmehr lÃ¤sst sich ein allfÃ¤lliger Anspruch auf Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention abstÃ¼tzen. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Unter den vorliegenden UmstÃ¤nden und aufgrund des zeitlichen Ablaufs braucht auf die Frage, ob dem BeschwerdefÃ¼hrer ein Anspruch auf materielle Behandlung seines WiedererwÃ¤gungsgesuchs zugestanden hÃ¤tte, nicht nÃ¤her eingegangen zu werden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Das rechtliche GehÃ¶r in einem Verfahren fordert unter anderem, dass die betroffene Partei sich Ã¤ussern und ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. Arthur HÃ¤fliger, Alle Schweizer sind vor dem Gesetze gleich, Bern 1985, S. 135 ff), was bedingt, dass die Einstellung eines Verfahrens durch die BehÃ¶rde entgegen dem Willen der betroffenen Person gesetzmÃ¤ssig zu sein hat. Wird die Anhandnahme oder WeiterfÃ¼hrung eines Verfahrens von einem Kostenvorschuss abhÃ¤ngig gemacht, ist der betroffenen Prozesspartei eine angemessene Frist einzurÃ¤umen, um den Kostenvorschuss rechtzeitig zu bezahlen. Steht die Zahlungsfrist im Ermessen der verfahrensfÃ¼hrenden BehÃ¶rde, ist nach Massgabe von § 12 Abs. 1 Satz 2 VRG eine Erstreckung der Frist grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich, unter der Voraussetzung, dass das Erstreckungsgesuch vor Ablauf der Frist gestellt werden muss und fÃ¼r die Erstreckung ausreichende GrÃ¼nde gegeben sein mÃ¼ssen. Dies bedeutet, dass der Gesuchsteller, welcher sich auf die MÃ¶glichkeit der Fristerstreckung fÃ¼r die Bezahlung einer Kaution innerhalb der Frist beruft, im ablehnenden Entscheid in die Lage versetzt werden muss, die Kaution nachzahlen zu kÃ¶nnen. Stellt er das Gesuch am letzten Tag der Frist und wird dieses von der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde abschlÃ¤gig beantwortet, muss dem Schuldner die MÃ¶glichkeit eingerÃ¤umt werden, die Kaution nach Ablauf der Frist, unter Ansetzung einer zusÃ¤tzlichen (Not-)Frist, zu bezahlen. Anders zu entscheiden wÃ¼rde bedeuten, dass ein Fristerstreckungsgesuch nicht nur vor dem Ablauf der noch laufenden (und zu erstreckenden) Frist gestellt werden mÃ¼sste, sondern der Gesuchsteller darÃ¼ber hinaus die Gewissheit haben mÃ¼sste, dass die Beantwortung seines Gesuchs auch vor dem Ablauf dieser (ersten) Frist erfolgt. Diese Gewissheit ist wesensgemÃ¤ss nicht mÃ¶glich, weil der betroffene BÃ¼rger auf den Zeitpunkt der Gesuchsbehandlung durch die BehÃ¶rde keinen Einfluss hat. Um dem Risiko eines Rechtsverlusts zu entgehen, mÃ¼sste die streitige Kau­tion vorsorglich innert der ersten Zahlungsfrist bezahlt werden, was jedoch genau mit dem angestrebten Zahlungsaufschub in Widerspruch stehen kann. Das Problem lÃ¤sst sich unter Wahrung der Verfahrensrechte nur auf zweierlei Art lÃ¶sen: Entweder wird bereits die Ansetzung einer (ersten) Zahlungsfrist unmissverstÃ¤ndlich als nicht erstreckbar bezeichnet und wird auf die Folgen einer Nichtbezahlung innert Frist in der Form eines Rechtsverlusts hingewiesen. Oder aber hat die BehÃ¶rde eine kurze Nachfrist anzusetzen, wenn sie die Fristerstreckung als solche verweigert.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Die Zahlungsaufforderung durch die Staatskanzlei erging nicht mit einmaliger â als nicht erstreckbar bezeichneter â Fristansetzung, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer aufgrund der allgemeinen Verfahrensregel (vgl. oben E. 2.1) davon ausgehen durfte, eine Erstreckung der erstmaligen Zahlungsfrist sei mÃ¶glich. Das Erstreckungsgesuch erfolgte innerhalb der Frist. Indem die Staatskanzlei die Erstreckung der Zahlungsfrist abwies, diesen Entscheid dem BeschwerdefÃ¼hrer nach Ablauf der (ersten) Zahlungsfrist mitteilte (am 7. Oktober 2003), ohne eine Nachzahlungsfrist anzusetzen, und in der Folge der Regierungsrat die nicht rechtzeitig bezahlte Kaution zum Grund nahm, um auf den Rekurs nicht einzutreten, wurde offensichtlich das rechtliche GehÃ¶r verletzt. Dabei besteht die GehÃ¶rsverletzung nicht darin, dass die Staatskanzlei namens des Regierungsrats die Erstreckung der Zahlungsfrist ablehnte, sondern im Umstand, dass sie mit der Ablehnung den BeschwerdefÃ¼hrer sÃ¤mtlicher Verfahrensrechte beraubt hat, ohne dass diesem seinerseits eine Verletzung von Verfahrensregeln vorgeworfen werden kann.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Kommt das Gericht zum Schluss, die angefochtene VerfÃ¼gung verletzte das rechtliche GehÃ¶r, ist diese jedenfalls aufzuheben. Zur Wahrung des Instanzenzugs, wegen der formellen Natur des GehÃ¶rsanspruchs sowie aufgrund des unterschiedlichen ÃberprÃ¼fungsumfangs von Regierungsrat und Verwaltungsgericht ist sodann das Verfahren an den Regierungsrat zurÃ¼ckzuweisen und ist der Verfahrensmangel nicht vom Verwaltungsgericht zu heilen (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 8 N. 5 und 48 ff.). Der Regierungsrat wird, sofern er an der Auffassung festhÃ¤lt, dass die Erstreckung der Zahlungsfrist aus den genannten GrÃ¼nden nicht zu gewÃ¤hren sei, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Notfrist zur Leistung der Kaution einrÃ¤umen und je nachdem, ob diese benÃ¼tzt wird oder unbenÃ¼tzt verstreicht, auf den Rekurs eintreten mÃ¼ssen oder es beim Nichteintreten bewenden lassen kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Sinn der AntrÃ¤ge ist damit die Beschwerde gutzuheissen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Bei diesem Verfahrensausgang wÃ¤ren die Kosten des Beschwerdeverfahrens grundsÃ¤tzlich der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Infolge der groben GehÃ¶rsverletzung rechtfertigt sich vorliegend jedoch im Sinn des Verursacherprinzips eine Kostenauflage an den Regierungsrat (vgl. RB 89 Nr. 4). Demzufolge sind die Kosten dem Regierungsrat aufzuerlegen und schuldet dieser dem BeschwerdefÃ¼hrer eine angemessene ParteientschÃ¤digung von Fr. 500.- (§ 17 VRG). Letztere ist auch damit begrÃ¼ndet, dass mit der GehÃ¶rsverletzung die angefochtene Anordnung an einem schwer wiegenden Mangel leidet (§ 17 Abs. 2 lit. b VRG). </span></p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet <span>die Kammer</span>:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschluss des Regierungsrats wird aufgehoben. Das GeschÃ¤ft wird an den Regierungsrat im Sinn der ErwÃ¤gungen zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem Regierungsrat auferlegt. </p> <p class="Einzug2">4. Der Regierungsrat wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 500.- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>