A bteilung V E -1117/2007 hub/let {T 0/2} U rteil vom 11. M ai 2007 M itw irkung: R ichter H uber, Schürch, M onnet G erichtsschreiberin Lettau X._______, geboren _______, N igeria, vertreten durch C aritas Schw eiz, N ecm ettin Isler, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 27. D ezem ber 2006 i. S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer verliess seinen H eim atstaat eigenen Angaben zufolge im Septem ber 2006 von H ._______ aus über A._______ und reiste am 17. N ovem ber 2006 in die Schw eiz ein, w o er gleichentags ein Asylgesuch stellte. Am 5. D ezem ber 2006 fand die sum m arische Befragung im Transitzentrum Y._______ statt. Am 6. D ezem ber 2006 erfolgte eine Knochenaltersbestim m ung, w onach der Beschw erdeführer ein w ahrscheinliches Alter von m indestens 19 Jahren aufw eist. Im R ahm en der direkten Bundesanhörung im Transitzentrum Y._______ vom 14. D ezem ber 2006, bei w elcher dem Beschw erdeführer eine Vertrauensperson beige- ordnet w ar, w urde dem Beschw erdeführer das rechtliche G ehör zum R esultat der Knochenaltersbestim m ung gew ährt. Im W esentlichen m achte der aus Z._______ stam m ende und der Ethnie der Igbo angehörende Beschw erdeführer geltend, er sei am 5. Februar 1990 geboren und w erde w egen der Tötung von M itgliedern einer gegnerischen Kultgruppe von die- ser und den Angehörigen der O pfer im ganzen Land gesucht. D er Beschw erdeführer habe bis zu seinem vierten Lebensjahr in B._______, M ._______, Z._______, gelebt, danach sechs Jahre in J._______, N ._______, w o er zur Schule gegangen sei und bei einer Verw andten gew ohnt habe. D anach habe er ein Jahr bei einer anderen Verw andten der Fam ilie im _______ in Z._______ gelebt. M it 11 Jahren sei er auf das _______ C ollege in Z._______ gegangen und habe vier Jahre lang H ochbau studiert. Er habe im Internat gew ohnt und sei w ie andere Studenten seines C olleges auch M itglied der Kultgruppe P._______ gew esen, der er drei Jahre lang angehört habe. D ie G ruppe habe Auseinandersetzungen m it der studentischen Kultgruppe "C ._______" gehabt, und m an habe sich tödliche Käm pfe geliefert. D er Beschw er- deführer habe _______. D araufhin sei er im Februar 2006 w ährend einer Prüfung angeschossen w orden und anschliessend auf der Flucht vor den Angehörigen der O pfer und anderen gegnerischen G ruppenm itgliedern gew esen. Er habe sich neben Aufenthalten bei Verw andten und Freunden in N ._______ und Z._______ zeitw eise bei seiner M utter in seinem H eim atort B._______ _______ aufgehalten, w o ihn die "C ._______" ausfindig gem acht hätten. Im Juni/Juli 2006 sei seine M utter von M itgliedern der "C ._______" erschossen w orden, w oraufhin er später aus R ache _______ der G ruppe um gebracht habe. Er sei auf dem Landw eg nach J._______, D ._______, H ._______ und w eiter nach A._______ geflohen. B. M it Verfügung vom 27. D ezem ber 2006 lehnte das BFM das Asylgesuch des Be- schw erdeführers ab, verfügte die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnete den W egw eisungsvollzug an. C . G em äss Bericht der Stadtpolizei S._______ vom 14. Januar 2007 w urde dem Be- schw erdeführer am 14. Januar 2007 w egen des Verdachts des D rogenhandels bei 3 einer Effektenkontrolle in S._______ von den zuständigen Polizeibeam ten ein grösserer G eldbetrag ungeklärter H erkunft in Anw endung von Art. 86 Abs. 4a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) AsylG abgenom m en. D . D er Beschw erdeführer legte am 12. Februar 2007 Beschw erde beim Bundesver- w altungsgericht ein und beantragte im W esentlichen, die Verfügung des BFM auf- zuheben, die Sache zur vollständigen Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuw eisen, sow ie festzustellen, dass der W egw eisungsvollzug unzulässig beziehungsw eise unzum utbar und und infolgessen die vorläufige Aufnahm e anzu- ordnen sei. In verfahrensrechtlicher H insicht ersuchte er um die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses. E. M it Zw ischenverfügung vom 16. Februar 2007 w urde das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gutgeheissen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. F. M it Schreiben vom 22. Februar 2007 reichte der Beschw erdeführer eine Fürsorge- bestätigung der C aritas S._______, _______, vom 20. Februar 2007 zu den Akten. G . Am 27. Februar 2007 verfügte der Kanton S._______ in Anw endung von Art. 13e des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 (AN AG , 142.20) die Ausgrenzung des Beschw erdeführers aus der Stadt S._______ und den angrenzenden G em einden w egen des Verdachts des D rogenhandels und der G ew altanw endung sow ie D rohung gegenüber Beam ten. H . In ihrer Vernehm lassung vom 8. M ärz 2007 hält die Vorinstanz vollum fänglich an ihren Erw ägungen fest und beantragt die Abw eisung der Beschw erde. D ie Ver- nehm lassung w urde dem Beschw erdeführer m it Schreiben vom 30. M ärz 2007 zur Kenntnis gebracht. I. Am 17. April 2007 w urde der Beschw erdeführer von den zuständigen Polizeibeam - ten in der Stadt S._______ w egen M issachtung der am 27. Februar 2007 verfügten Ausgrenzung aus der Stadt S._______ und des Verkaufs von Kokain festgenom m en. J. M it Verfügung des BFM vom 25. April 2007 w urde der dem Beschw erdeführer am 14. Januar 2007 von der Polizei S._______ abgenom m ene G eldbetrag in der H öhe von Fr. 1'130.00 zuhanden seines Sicherheitskontos sichergestellt. G leichzeitig w urde verfügt, der Betrag w erde im R ahm en der Schlussabrechnung den Fürsor- ge-, Ausreise- und Vollzugskosten sow ie den Kosten des Beschw erdeverfahrens gegenübergestellt. 4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrens- recht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. 2.1 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 2.2 Vorab ist die Frage der Prozessfähigkeit als Sachurteilsvoraussetzung von Am tes w egen zu prüfen (vgl. F. G ygi, Bundesverw altungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 73). D er Beschw erdeführer w ar nach seinen eigenen Angaben bei Einrei- chung der Beschw erde noch m inderjährig. Indessen darf - ungeachtet der Frage der G laubhaftigkeit seiner M inderjährigkeit - aufgrund der Aktenlage für das vor- liegende R ekursverfahren die U rteilsfähigkeit des Beschw erdeführers und dam it seine zivilrechtliche H andlungsfähigkeit (Art. 12 ff. des Schw eizerischen Zivilge- setzbuches vom 10. D ezem ber 1907 [ZG B, SR 210]) w ie auch seine verfahrens- rechtliche Prozessfähigkeit bejaht w erden (zur Prozessfähigkeit des beschränkt handlungsfähigen U nm ündigen vgl. G ygi, a.a.O ., S. 180; P. Saladin, D as Verw al- tungsverfahrensrecht des Bundes, Bern 1979, S. 88 f.; A. Kölz / I. H äner, Verw al- tungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1993; die An- w endbarkeit des Schw eizerischen R echts ergibt sich aus Art. 35 Abs. 1 in Verbin- dung m it Art. 20 des Bundesgesetzes über das internationale Privatrecht [IPR G , SR 291]). N ach dem G esagten ist der Beschw erdeführer legitim iert; auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde ist einzutreten (Art. 48 und 50 ff. Vw VG ).5 2.3 D er Anspruch des nach eigenen Angaben m inderjährigen Beschw erdeführers auf rechtliches G ehör w urde gew ahrt. D em unbegleiteten M inderjährigen ist entsprechend Art. 17 Abs. AsylG für die D auer des Verfahrens eine Vertrauensperson, die dessen R echte w ahrnim m t, beigeordnet w orden, so dass der Anspruch auf rechtliches G ehör (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29 ff. Vw VG i.V.m . Art. 6 AsylG ) gew ahrt ist (siehe Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 1999 N r. 2). Sow eit der R echtsvertreter eine R ückw eisung der Sache w egen fehlerhafter Eröffnung der Verfügung an den M inderjährigen statt an die Vertrauensperson geltend m acht, erw eist sich die R üge als unbegründet. Auch diesbezüglich ist der Anspruch auf rechtliches G ehör nicht verletzt w orden. D ie Verfügung des BFM (Art. 5 Vw VG ) ist als solche schriftlich zu eröffnen (Art. 34 Vw VG ). Art. 11 Abs. 3 Vw VG sieht vor, dass die Behörden ihre M itteilungen an ei- ne Prozesspartei oder an den R echtsvertreter zu richten haben, sofern ein solcher ernannt w orden ist. D iese Bestim m ung, die ihrem W ortlaut nach nur für gew illkürte Vertreter gilt, m uss von ihrem R echtssinn her für gesetzliche Vertretungen eben- falls Anw endung finden, da dort die Vertretenen nicht in der Lage sind, ihre Inte- ressen selbständig w ahrzunehm en und gerade deshalb der Begleitung und U nter- stützung durch eine Vertrauensperson bedürfen (vgl. Art. 7 Abs. 5 der Asylverord- nung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). D ie gem äss Art. 7 Abs. 3 AsylV 1 ernannte Vertrauensperson stellt eine derartige ge- setzliche Vertretung dar. D araus ist zu schliessen, dass die Verfügung des BFM der Vertrauensperson als Vertreter des M inderjährigen zu eröffnen ist. D ie Zustellung ist hier entgegen den Angaben des Beschw erdeführers auch tat- sächlich an die Vertrauensperson erfolgt: G em äss dem den Akten beiliegendem R ückschein (vgl. act. A17, S. 2) w urde die an die Vertrauensperson adressierte Verfügung dieser am 11. Januar 2007 m it eingeschriebenem Brief zugestellt. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ).6 4. 4.1 D ie Vorinstanz erachtet die Angaben des Beschw erdeführers als unglaubhaft. D er Beschw erdeführer habe seine sich aus Art. 8 Abs. 1 AsylG ergebende Pflicht, an der Erstellung des Sachverhaltes m itzuw irken, w ozu auch die O ffenlegung der Identität gehöre, verletzt. Er habe keine Identitätspapiere eingereicht, obw ohl er angeblich über ein M obiltelefon verfügt, in der H eim at eine G eburtsurkunde besitzt und einen Studentenausw eis besass, dessen Verlust nicht geglaubt w erden kön- ne. Zudem habe er diverse Kontakte im H eim atland. Es sei ihm dam it m öglich ge- w esen, entsprechende Papiere einzureichen, w as er aber nicht getan habe. Es be- stünden daher erhebliche Zw eifel an der geltend gem achten Identität. D ie Angaben des Beschw erdeführers hinsichtlich seiner Identität seien vor dem H intergrund eines absolvierten Technical C ollege und der englischen Am tssprache, bei w elcher eine unsichere und fehlerhafte Schreibw eise zum Ausdruck kom m e, nicht glaubhaft; die Personalienblätter w iesen Fehler hinsichtlich des G eburtsdatum s und G eburtsortes sow ie w idersprüchliche Angaben bezüglich des N am ens seiner M utter auf. Auch die Aussage den R eisew eg betreffend - er w isse nicht, durch w elche O rte er gereist sei - sei insbesondere angesichts der geltend gem achten Bildung realitäts- frem d. D ie Angaben, die der Beschw erdeführer zu seinem schulischen W erdegang und zum C ollegeaufenthalt gem acht habe, seien in der Kom bination angesichts der für den Besuch des C olleges notw endigen Schuljahre tatsachenw idrig. D er Beschw erdeführer habe sich in w esentlichen Punkten w idersprochen: bei- spielsw eise hinsichtlich der Schilderung des Verlusts des Studentenausw eises, der _______ im Februar/M ärz 2006 folgenden Vorgänge, der Vorgänge um die Begegnung der Verfolger seiner Schw ester, der unterschiedlichen N am en seiner Schw ester, der Angaben hinsichtlich seiner Verw andtschaft, der U m stände des Todes seiner M utter, der Tatw affe, des Zeitraum s, des Tatortes und der Tatum - stände der _______ sow ie der Angaben zum Anführer seiner Kultgruppe. 4.2 D er Vorinstanz ist zuzustim m en, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers als höchst unglaubhaft einzustufen sind. Bereits der C ollegeaufenthalt des Beschw erdeführers kann nicht geglaubt w erden, w eil er nicht die für einen C ollegebesuch in N igeria erforderlichen vorgängigen zw ölf Schuljahre aufw eist, sondern lediglich sechs bis sieben Jahre. D es w eiteren sind - w ie die Vorinstanz zu R echt aufführt - zahlreiche W idersprü- che in den Aussagen des Beschw erdeführers auffällig: So behauptete der Be- schw erdeführer in der Erstbefragung noch, der Studentenausw eis sei ihm abhan- den gekom m en, er w isse nicht w o (vgl. act. A1, S. 7); in der Zw eitbefragung gab er jedoch an, er habe den Studentenausw eis im N ovem ber 2006 zusam m en m it sei- nem Portem onnaie in I._______ verloren (vgl. act. A11, S. 3). Auf N achfrage verm ag er diesen W iderspruch in keiner W eise zu erklären (vgl. act. A11, S. 30). Auch die Schilderungen der Aufenthalte des nach dem Schiessvorfall im Febru- ar/M ärz 2006 flüchtenden Beschw erdeführers variieren in den Befragungen stark; es ist unklar, bei w elchen Freunden und Verw andten er sich w ann aufgehalten ha-7 ben und w ann er zu seiner M utter in sein H eim atdorf geflohen sein w ill (vgl. act. A11, S. 13). Aus den Befragungen ergibt sich nicht, ob seine Schw ester den Verfolgern in sei- nem H eim atdorf lediglich den Laden gezeigt hat (vgl. act. A1, S. 9), in w elchem sich der Beschw erdeführer aufgehalten habe, oder aber seine Verfolger in den Laden geführt habe (vgl. act. A11, S. 14). Zudem sind die Angaben des Beschw erdeführers zu seiner Verw andtschaft w ider- sprüchlich. So behauptet er zum einen, er habe nur seine M utter und deren Bruder gehabt, zum anderen aber nennt er eine Tante m ütterlicherseits (vgl. act. A11, S. 7), später erw ähnt er eine Tante in Z._______, zu w elcher er geflohen sei. Bei letzterer handelt es sich angesichts der unterschiedlichen W ohnorte m öglicherw eise um eine zw eite Tante des Beschw erdeführers. D ie eine Schw ester benennt er in der Erstbefragung _______ (vgl. act. A1, S. 6), in der direkten Anhörung nennt er jedoch den N am en _______ (vgl. act. A11, S. 6, 8). Auch die Angaben zum Todeszeitpunkt der M utter des Beschw erdeführers und den U m ständen der Tötung sind w idersprüchlich. U nklar bleibt, w ann seine M utter gestorben sein soll, auf w elche W eise und w ie der Beschw erdeführer davon erfah- ren haben w ill (vgl. act. A1, S. 4; A11, S. 24). H insichtlich der Angaben zur M utter ist schon auffällig, dass der Beschw erdeführer als N am en der M utter auf dem Per- sonalienblatt des Em pfangszentrum s w iederholt _______ angibt (vgl. act. A5, S. 1, 2), später jedoch den N am en _______ anführt (vgl. act. A1, S. 1). Auffällig ist, dass der Beschw erdeführer sich in der zw eiten Befragung nicht m ehr erinnern kann, w ann er H ._______ verlassen haben w ill, und den Zeitraum Septem ber bis N ovem ber 2006 nennt, w ährend er in der Erstbefragung noch Septem ber 2006 als Ausreisezeitraum angegeben hat (vgl. act. A11, S. 30). W idersprüchlich sind die Angaben zum N am en und zur Ethnie des Anführer seiner G ruppe, zum al er nur in der Erstbefragung einen N am en des Anführers zu benen- nen verm ag, in der zw eiten Anhörung jedoch angibt, er kenne den N am en des An- führers nicht und in Erst- und Zw eitbefragung unterschiedliche Ethnien angibt (vgl. act. A11, S. 12, 16). H insichtlich der ersten drei Tötung bleibt der Zeitpunkt unklar, spricht der Be- schw erdeführer doch zum einen von O ktober 2006 (vgl. act. A1, S. 11, 16), zum anderen sollen diese vor dem Schuss auf den Beschw erdeführer im Februar 2006 stattgefunden haben (vgl. act. A11, S. 13, 16). Auch bezüglich der Tatw affen w idersprechen sich die Schilderungen, w ill der Be- schw erdeführ doch zum einen _______ (vgl. act. A1, S. 11), später jedoch (vgl. act. A11, S. 24) _______ (vgl. act. A A11, S. 18) _______ haben, w obei er diesen W iderspruch in keiner W eise zu erklären verm ag (vgl. act. A11, S. 32). D es w eiteren w idersprechen sich, w ie die Vorinstanz zu R echt ausführt, die Angaben zum Tatort und zu den Tatum stände einschliesslich der Anzahl der anw esenden Zeugen der behaupteten Tötungsvorfälle (vgl. act. A1, S. 11; A11, S.17-19). 4.3 D er Beschw erdeführer äussert sich in seiner Beschw erde zu den Vorw ürfen der U nglaubhaftigkeit der Asylvorbringen nicht.8 4.4 Zusam m enfassend folgt, dass der Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 und 7 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D ie Vorinstanz hat das Asylgesuch dem nach zu R echt abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetz- lichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 5.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernie- drigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 6. 6.1 N ach Ansicht der Vorinstanz kann sich der Beschw erdeführer nicht auf das Ü ber- einkom m en vom 20. N ovem ber 1989 über die R echte des Kindes (KR K, SR 0.107) berufen. Aus dieser ergäben sich keine einem W egw eisungsvollzug entgegegen- stehenden völkerrechtlichen Verpflichtungen. Im R ahm en der Prüfung der Zum ut- barkeit des W egw eisungsvollzuges m üsse zw ar dem Alter des Beschw erdeführers R echnung getragen w erden. D ie Angaben des Beschw erdeführers zu seiner Per- son seien jedoch, w ie ausgeführt, unglaubhaft. Zudem könne der Beschw erdefüh- rer aus dem R esultat der Knochenaltersbestim m ung nichts für sich ableiten. W enn die Altersangaben der W ahrheit entsprächen, w äre der Beschw erdeführer zudem beinahe volljährig. Auf eine abschliessende Altersbestim m ung könne aber verzich- tet w erden, da w egen der unglaubhaften Aussagen des Beschw erdeführers von der Anw esenheit beider Elternteile und anderer Fam ilienm itglieder ausgegangen 9 w erden könne. Bei R ückkehr w erde der Beschw erdeführer nicht in eine existenz- bedrohende Situation geraten, nicht zuletzt w egen der zu erw artenden U nterstüt- zung seiner Fam ilienm itglieder und des Freundeskreises. 6.2 D ie Beschw erdeseite führt aus, die Vorinstanz hätte w egen der unbrauchbaren Knochenaltersbestim m ung von der M inderjährigkeit des Beschw erdeführers aus- gehen und entsprechend der R echtsprechung der AR K das Kindesw ohl nach Art. 3 KR K des unbegleiteten M inderjährigen bei der Zum utbarkeitsprüfung in einer ge- sam theitlichen Prüfung berücksichtigen m üssen. D ie Vorinstanz hätte im Einzelnen die U m stände der R ückkehr von Am ts w egen abklären m üssen, insbesondere in- w iefern der m inderjährige Beschw erdeführer unter die O bhut eines Fam ilienm it- gliedes oder einer besonderen Institution genom m en w erden könne. D ie Vorinstanz hätte zudem zu prüfen gehabt, ob die vom Beschw erdeführer genann- ten Verw andten in der Lage und w illens seien, dem Beschw erdeführer zu helfen und Abklärungen nicht unter Berufung auf die U nglaubw ürdigkeit des Beschw erde- führers und dessen Papierlosigkeit unterlassen dürfen. D ie Angaben des Be- schw erdeführers zu einer Identität seien nicht unglaubhaft; der Beschw erdeführer sei seiner M itw irkungspflicht vollum fänglich nachgekom m en. D ie Vorintanz habe dem nach ihre sich aus EM AR K 1998 N r. 13 ergebene Abklärungspflicht verletzt. D es w eiteren sei der W egw eisungsvollzug w egen Verstosses gegen die Kinder- rechtskonvention, im Einzelnen die Pflicht zu N achforschungen nach den Eltern (Art. 22 KR K), die besondere Schutz-Beistandspflicht aus Art. 20 KR K und die Be- rücksichtigung des Kindesw ohls (Art. 3 KR K), auch völkerrechtlich unzulässig. Auch verstiesse der W egw eisungsvollzug angesichts der Tatsachen, dass der Be- schw erdeführer fünf M enschen um gebracht habe und in N igeria Todesstrafe und Scharia herrschten, gegen das Folterverbot aus Art. 3 EM R K. H insichtlich der glaubhaften Angaben des Beschw erdeführers zu den Studentenkulten sei auf ent- sprechende Berichte internationaler O rganisation zu diesem Them a zu verw eisen. 7. 7.1 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 7.2 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M . G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorlie- genden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdefüh- rers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht- m ässig. 7.3 Sodann ergeben sich entgegen der Ansicht des Beschw erdeführers w eder aus dessen Aussagen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-10 ner Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus- gesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrech- te sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, m .w .H .). D a die Schilderungen des Beschw erdefüh- rers über seine Zugehörigkeit in einer Studentenkultgruppe und die Tötung rivali- sierender M itglieder nicht geglaubt w erden kann (s.o.), ist auch eine derartige kon- krete G efahr unglaubhaft. D ie allgem eine M enschenrechtssituation in seinem H ei- m atstaat lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. Auch aus dem U m stand, dass der Beschw erdeführer nach eigenen Angaben am _______ geboren und dem zufolge noch m inderjährig ist, ergeben sich entgegen der Ansicht des Beschw erdeführers keine völkerrechtlichen Verpflichtungen. Zunächst ist dem R esultat der H andknochenuntersuchung vom 6. D ezem ber 2006, w onach ein Knochenalter von m indestens 19 Jahren vorliegt (vgl. act. A8, S. 1), kein N achw eisw ert beizum essen. D er Beschw erdeführer w ill zum Zeitpunkt der H andknochenuntersuchung näm lich erst _______ alt gew esen sein. D em nach liegt - w orauf auch der Beschw erdeführer zu R echt verw eist - seine Altersangabe innerhalb der Standard-Abw eichung von drei Jahren und hat dam it keinen Bew eisw ert (vgl. EM AR K 2000 N r. 19 Erw . 7 S. 184 ff.). Allerdings bedeutet dies entgegen der Auffassung des Beschw erdeführers nicht, dass der Beschw er- deführer dem zufolge als m inderjährig zu gelten hat. G rundsätzlich trägt der Be- schw erdeführer bei fraglicher M inderjährigkeit nach der Bestim m ung von Art. 8 ZG B, die als allgem einer R echtsgrundsatz auch im öffentlichen R echt Anw endung findet, die Bew eislast und dam it die Folgen der Bew eislosigkeit (EM AR K 2000 N r. 19 erw . 8b S. 188; 2001 N r. 23 Erw . 6c S. 187). D er G rundsatz, w onach die asylsuchende Person nach Art. 8 ZG B die Bew eislast für die von ihr behauptete, von den Asylbehörden jedoch in Zw eifel gezogene M in- derjährigkeit trägt, w irkt sich allerdings erst dann zu U ngunsten der betreffenden Person aus, w enn die Behauptung der M inderjährigkeit - w ie vorliegend - tatsäch- lich unbew iesen bleibt, das heisst w eder der asylsuchenden Person der N achw eis gelingt, dass sie w eniger als 18 Jahre alt ist, noch der Behörde, dass die Person m ehr als 18 Jahre alt ist, w eil sich andernfalls die Frage der Bew eislastverteilung gar nicht stellt (vgl. H . H ausheer/M . Jaun, D ie Einleitungsartikel des ZG B [Art. 1 - 10 ZG B], Bern 2003, R z. 32 zu Art. 8, 9 und 10 ZG B). D ie Vorinstanz hat ihre nach Auffassung des G erichts berechtigten Zw eifel an der M inderjährigkeit des Beschw erdeführers geltend gem acht. D iese beruhen insbe- sondere auf den unglaubhaften Indentitätsangaben des Beschw erdeführers, der unterbliebenen Abgabe von Identitätspapieren und dem unglaubhaften R eisew eg. Auf eine abschliessende Beurteilung des Alters hat die Vorinstanz jedoch verzich- tet, da auch bei Annahm e der M inderjährigkeit der W egw eisungsvollzug für zulässig und zum utbar zu erachten ist. D er Vorinstanz ist im Ergebnis R echt zu geben, dass selbst bei Einstufung des 11 Beschw erdeführers als m inderjährig nach dem m assgebenden schw eizerischen R echt (vgl. EM AR K 1994 N r. 11 S. 92 Erw . 4d) und der dam it einhergehenden An- w endung der N orm en aus der Kinderrechtskonvention (KR K) aus dieser keine ei- nem W egw eisungsvollzug entgegegenstehenden völkerrechtlichen Verpflichtungen resultieren, da Art. 22 KR K nicht zur Anw endung gelangt. N ach Art. 22 Abs. 1 KR K treffen die Vertragsstaaten geeignete M assnahm en, um sicherzustellen, dass ein Kind, das die R echtsstellung eines Flüchtlings begehrt oder nach M assgabe der anzuw endenden R egeln und Verfahren des Völkerrechts oder des innerstaatlichen R echts als Flüchtling angesehen w ird, angem essenen Schutz und hum anitäre H ilfe bei der W ahrnehm ung der R echte erhält, die in die- sem Ü bereinkom m en oder in anderen internationalen Ü bereinkünften über M en- schenrechte oder über hum anitäre Fragen, denen die genannten Staaten als Ver- tragsparteien angehören, festgelegt sind, und zw ar unabhängig davon, ob es sich in Begleitung seiner Eltern oder einer anderen Person befindet oder nicht. D iese Bestim m ung bezieht sich allerdings nur auf m inderjährige Asylsuchende und Flüchtlinge, nicht aber auf ausländische M inderjährige - w ie den Beschw erdeführer - , deren Asylgesuch abgelehnt w orden ist. D em nach bestehen keine völkerrechtli- chen Verpflichtungen, im Vorfeld des W egw eisungsvollzuges eines im Asylverfah- ren abgew iesenen Kindes Abklärungen über den Aufenthaltsort seiner Angehöri- gen vorzunehm en. Zusam m enfassend hat die Vorinstanz den W egw eisungsvollzug im Ergebnis zu R echt als zulässig erachtet. 7.4 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 7.5 Eine Situation, w elche den Beschw erdeführer als "G ew alt- oder D e-facto-Flücht- ling" qualifizieren w ürde, lässt sich aufgrund der heutigen Situation in N igeria nicht ausm achen (vergleiche EM AR K 1999 N r. 27). Zw ar kom m t es in N igeria im m er w ieder zu ethnisch, w irtschaftlich oder religiös m otivierten Spannungen und G e- w altausbrüchen. Insbesondere in den vorw iegend m uslim ischen Staaten im N or- den des Landes finden sporadisch Auseinandersetzungen zw ischen Angehörigen verschiedener Ethnien oder R eligionsgruppen statt. Ein w eiterer U nruheherd ist das N igerdelta (R ivers State und D elta State). D ennoch kann - insbesondere in Bezug auf die H erkunftsregion des Beschw erdeführers (Z._______) - nicht von einer Situation allgem einer G ew alt gesprochen w erden, w elche für den Beschw er- deführer eine konkrete G efahr darstellen könnte. Auch die sozialen und w irtschaft- lichen Schw ierigkeiten, von w elchen die ansässige Bevölkerung betroffen ist, stel- len praxisgem äss keine existenzbedrohende Situation im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG dar (vgl. EM AR K 1994 N r. 19 Erw . 6b S. 149).12 7.6 W enn m an von der M inderjährigkeit des Beschw erdeführers ausgeht, ist im R ah- m en der Zum utbarkeitsprüfung nach Art. 14a Abs. 4 AN AG das Kindesw ohl als ge- w ichtiger Aspekt zu berücksichtigen. D er Beschw erdeführer w eist zu R echt auf die nach w ie vor geltende R echtsprechung der AR K hin (siehe EM AR K 1998 N r. 13 Erw . 5e. aa, s. 198 f. ), w onach die Asylbehörden grundsätzlich verpflichtet sind, die diesbezüglich notw endigen Abklärungen von Am tes w egen vorzunehm en. D as BFM hat es unterlassen, Abklärungen über ein bestehendes oder soziales Fa- m iliennetz im H eim atland zu veranlassen; allerdings w ar dies unter Berücksichti- gung der G esam tum stände des Falles auch nicht geboten. D ie U ntersuchungs- pflicht hat ihre G renzen. D ie behördliche Aufklärungspflicht w ird - ungeachtet der G laubhaftigkeit der geltend gem achten M inderjährigkeit - durch die M itw irkungs- pflicht des Asylsuchenden begrenzt, w obei der entsprechende M assstab einzelfall- gerecht in Beziehung zu Alter und Selbständigkeit des M inderjährigen zu setzen ist (EM AR K 1999 N r. 2 Erw . 6d). D em nach hat auch der unbegleitete M inderjährige die Pflicht, an der Feststellung des erheblichen Sachverhaltes m itzuw irken (Art. 8 Abs. 1 AsylG ) und nach der Bestim m ung von Art. 8 ZG B bei pflichtw idriger U nter- lassung der zum utbaren M itw irkung die Folgen der Bew eislosigkeit in Bezug auf die unter dem Aspekt des Kindesw ohls gegebenenfalls zu berücksichtigenden Tat- sachen zu tragen (siehe oben). D er Beschw erdeführer, der ausw eislich der Akten ein selbständiges und kein kindliches Verhalten an den Tag gelegt hat, w as sich auch an dem Verdacht auf D rogenhandel und der G ew altausübung und D rohung gegenüber Polizisten zeigt, ist jedoch der von ihm zu erw artenden M itw irkungs- pflicht vor den schw eizerischen Asylbehörden in keiner W eise nachgekom m en: D er Beschw erdeführer m acht w idersprüchliche Angaben zu der Existenz von Fa- m ilienangehörigen und den N am en seiner M utter und Schw ester und gibt keine W ohnortdresse in seinem H eim atort an, nennt lediglich sein D orf (vgl. act. A1, S. 1). Ferner unterlässt er es, sich - w ie gesetzlich vorgeschrieben - um die Beibrin- gung von Identitätspapieren zu bem ühen, obw ohl er dazu angesichts etlicher Kon- takte zu Fam ilienm itgliedern und M itstudenten im H eim atland, des Besitzes eines M obiltelephons, m it w elchem er m it seiner Freundin telefoniert haben w ill, und des Verbleibs einer G eburtsurkunde im H eim atdorf in der Lage gew esen ist. Auch hät- te er w ohl beim C ollege eine erneute Ausstellung eines N achw eises über sein Stu- dium m it entsprechenden Identitätsangaben veranlassen können. D ie Identität des Beschw erdeführers steht nicht zw eifelsfrei fest, w as aber für die Ü berprüfung von Vollzugshindernissen grundsätzlich Voraussetzung ist. Vor diesem H intergrund w ar es den Asylbehörden im R ahm en des U ntersuchungsgrundsatzes (Art. 12 Vw VG ) m angels Bekanntgabe des tatsächlichen H eim at- und H erkunftsortes von vornherein nicht m öglich, im tatsächlichen H eim atland des Beschw erdeführers Ab- klärungen in Bezug auf die im R ahm en des Kindesw ohls zu berücksichtigenden Aspekte vorzunehm en. D ie Vorinstanz konnte - auch angesichts der insgesam t un- glaubhaften Angaben des Beschw erdeführers - daher davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer in seinem H eim atstaat über ein bestehendes Beziehungs- netz, von w elchem er im Falle der R ückkehr getragen w ürde, verfügt. Im Ü brigen lebt sein Vater, der Verbleib seiner M utter ist zum indest fraglich, er hat im H eim at- land zw ei Schw estern (vgl. act. A11, S. 6), eine Tante m ütterlicherseits (vgl. act. A1, S. 9; A11, S. 7), einen O nkel m ütterlicherseits, zu dem er Kontakt pflegte (vgl. act. A11, S. 6), ein breites Freundesnetz und andere Verw andte, bei denen Zu-13 flucht m öglich ist (vgl. act. A1, S. 2). U nter W ürdigung aller U m stände des vorliegenden Falles ist der Vollzug der W eg- w eisung des Beschw erdeführers nach N igeria auch unter Berücksichtigung des Kindesw ohls als zum utbar zu erachten, und es ist nicht Sache der Schw eizeri- schen Asylbehörden, nach allfälligen W egw eisungshindernissen zu forschen, zu- m al sich aus den Akten auch sonst keine individuellen Anhaltspunkte für eine kon- krete G efährdung in seinem H eim atland ergeben. 7.7 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 7.8 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 7.9 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 8. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten in H öhe von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a das G esuch des Beschw erdeführers um unentgeltliche R echtspflege jedoch m it Zw ischenverfügung vom 16. Februar 2007 gutgeheissen w urde, sind dem Beschw erdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. (D ispositiv nächste Seite)14 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. _______; Kopie zu den Akten - _______ Kantons _______ (Kopie) D er Instruktionsrichter: D ie G erichtsschreiberin: Bruno H uber M areile Lettau Versand am :