<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00044</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107293&amp;W10_KEY=13013572&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00044</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.07.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zulässige Arten des Vergabeverfahrens. Studienauftrag, Planungs- und Gesamtleistungswettbewerb. Begründung des Vergabeentscheids. Die auftraggebenden Behörden sind grundsätzlich an die von Gesetz und Verordnung vorgesehenen Verfahrensarten gebunden (E. 2b). Gestützt auf einen Studienauftrag, der die Anforderungen keiner gesetzlichen Verfahrensart erfüllt, kann kein Folgeauftrag vergeben werden. Ankündigung eines Folgeauftrags für den Sieger des Wettbewerbs. Anonyme Beurteilung der Wettbewerbsbeiträge; Bestätigung der Rechtsprechung (E. 2c und d). Zum Erfordernis der Begründung des Vergabeentscheids (E. 3b und c). Eine mündlich erklärte Absicht zum Vertragsschluss steht der Aufhebung des Zuschlags nicht entgegen (E. 4). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANONYMITÃT">ANONYMITÃT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHREIBUNGSUNTERLAGEN">AUSSCHREIBUNGSUNTERLAGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNG">BEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FOLGEAUFTRAG">FOLGEAUFTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESAMTBETRACHTUNG">GESAMTBETRACHTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLANUNGSWETTBEWERB">PLANUNGSWETTBEWERB</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STUDIENAUFTRAG">STUDIENAUFTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAGSSCHLUSS">VERTRAGSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSCHLAGSKRITERIEN">ZUSCHLAGSKRITERIEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 9 lit. III BGBM</span><br/><span class="gerade">Art. 13 lit. n IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">Art. 18 lit. II IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">§ 11 lit. I k SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 31 lit. I SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 33 lit. I SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2003 Nr. 36</span><br/><span class="gerade">RB 2003 Nr. 42</span><br/><span class="ungerade">RB 2003 Nr. 47</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Der Zweckverband Bezirksspital X erÃ¶ffnete mittels Publikation im Amts­blatt des Kantons ZÃ¼rich â¦ eine Submission fÃ¼r Planungsleistungen bei Er­weiterung und Umbau des Spitals. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Im Rahmen der PrÃ¤qualifikation wurden drei Teams, darunter das Team A (bestehend aus sieben beteiligten Unternehmungen) sowie das Team D (bestehend aus vier Unter­nehmungen), fÃ¼r den Studienauftrag ausgewÃ¤hlt. Die eingegangenen Stu­dienauftrÃ¤ge wur­den durch ein vom Zweckverband eingesetztes Beurteilungsgremium ge­prÃ¼ft. Dieses verzichtete in seinem abschliessenden Bericht vom 6. November 2001 auf eine Rangierung der drei Projekte und sprach allen Teilnehmenden denselben Anteil an der zur VerfÃ¼gung stehenden EntschÃ¤digungssumme zu. Sodann empfahl es das Projekt des Teams A zur Ãber­arbeitung und hielt fest, dass das Ã¼berarbeitete Projekt dem Gremium nochmals vorzu­legen sei. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Betriebskommission als ausfÃ¼hrendes Organ des Zweckverbands fasste am 29. Ja­nuar 2002 entgegen der Empfehlung des Beurteilungsgremiums den Beschluss, das Team D mit der Weiterbearbeitung ihres Projekts zu beauftragen, und erÃ¶ffnete diesen Ent­scheid den drei Projektteams. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Mit Eingabe vom 8. Februar 2002 erhob das Team A beim Ver­wal­­tungs­ge­richt Be­schwer­de gegen den Beschluss der Betriebskommission vom 29. Januar 2002 und beantragte, der Vergabeentscheid sei aufzuheben und der Zuschlag den Be­schwer­­de­fÃ¼h­ren­den zu erteilen; eventuell sei die Sache zwecks Erteilung des Zuschlags an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen; unter Ko­sten- und Ent­schÃ¤­di­gungs­fol­gen zu Lasten des Be­­schwer­de­geg­ners. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den ersuchten ferner darum, der Be­schwer­de die aufschiebende Wir­kung zu erteilen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Team D reichte am 28. Februar 2002 als Mitbeteiligte eine Stellungnahme ein, ohne eigene AntrÃ¤ge zu stellen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Zweckverband erstattete am 27. MÃ¤rz 2002 seine Be­schwer­deantwort mit dem Antrag, die Be­schwer­de sei abzuweisen, unter Ko­sten- und Ent­schÃ¤­di­gungs­fol­gen zu Las­ten der Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den. Der GewÃ¤hrung der aufschiebenden Wirkung widersetzte er sich.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit Replik vom 25. April 2002 und Duplik vom 11. Juni 2002 hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die GewÃ¤hrung der aufschiebenden Wirkung wurde mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gungen vom 3. und 29. April 2002 abgewiesen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit erforderlich, in den nachstehenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1">1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung vom 22. September 1996 (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. a) Der Be­schwer­de­geg­ner machte zum Vergabeverfahren in der Ausschreibung und den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen unterschiedliche und z.T. widersprÃ¼chliche Angaben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Er bezeichnete die Submission in der Ausschreibung als offenes Verfahren gemÃ¤ss GATT/WTO-Ãbereinkommen, umschrieb die zu erbringende Leistung jedoch als "Studien­­auftrag mit PrÃ¤qualifikation (selektives Verfahren); Erweiterung der Pflegeabteilung des Bezirksspitals X". In den Ausschreibungsunterlagen zur PrÃ¤qualifikation vom 3. April 2001 und im Programm des Studienauftrags vom 10. Mai 2001 wurde der "Studienauftrag" sodann als "offenes, selektives Verfahren mit einer PrÃ¤qualifikation" bezeichnet. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In einer ersten Stufe (PrÃ¤qualifikation) waren zwei bis fÃ¼nf Projektteams auszuwÃ¤h­len, welche die nÃ¤her definierten Anforderungen erfÃ¼llten, worauf in der zweiten Stufe die aus­gewÃ¤hlten Teams im Rahmen des Studienauftrags Vorprojekte auszuarbeiten hatten. Die Beurteilung der Vorprojekte wurde einem Beurteilungsgremium Ã¼bertragen, das aus vier Fachleuten des Spitals sowie drei Architekten bestand. VorgÃ¤ngig der Beurteilung durch dieses Gremium fanden drei VorprÃ¼fungen (sachlich/spitaltechnische PrÃ¼fung, neut­rale KostenÃ¼berprÃ¼fung und funktionale VorprÃ¼fung) statt, deren Ergebnisse in Mitberichten zuhanden des Beurteilungsgremiums festgehalten wurden. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">FÃ¼r die Ablieferung einer programmgemÃ¤ssen Arbeit wurde den Teams ein fester Be­trag von je Fr. 15'000.- zugesagt; ein weiterer Betrag bis zur Gesamtsumme von Fr. 90'000.- (die auch die festen BetrÃ¤ge einschloss) konnte vom Beurteilungsgremium an die Teams verteilt werden. Die Ausschreibungsunterlagen zur PrÃ¤qualifikation und das Pro­g­ramm des Studienauftrags enthielten sodann den Hinweis, dass der Auftraggeber beab­sichtige, das Siegerteam, dessen Projekt vom Beurteilungsgremium vorgeschlagen werde, mit der Weiterbearbeitung zu beauftragen. Die Weiterbearbeitung solle die Ãberarbeitung gemÃ¤ss dem Ergebnis der Beurteilung, die planerischen Vorarbeiten fÃ¼r die Abstimmungen in den Gemeinden sowie â nach der Zustimmung der Verbandsgemeinden â die AusfÃ¼hrungs­­planung umfassen. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Das Verfahren wurde, wie bereits in den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen angekÃ¼ndigt, nicht anonym durchgefÃ¼hrt. WÃ¤hrend der Arbeit an den Vorprojekten fanden zwei Workshops statt, an welchen die Teams und das Beurteilungsgremium sowie externe Fachberater teilnahmen. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Mit diesen Vorgaben gestaltete der Be­schwer­de­geg­ner die Submission einerseits als selektives Verfahren. Gleichzeitig fÃ¼hrte er Elemente eines Planungswettbewerbs im Sinn von § 11 Abs. 1 lit. k der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 (SubmV) in das Verfahren ein, ohne jedoch die bei solchen Wettbewer­ben Ã¼bliche AnonymitÃ¤t der Beurteilung zu gewÃ¤hrleisten. Es ist daher zunÃ¤chst zu klÃ¤ren, welche Verfahrensvorschriften auf die Ver­­gabe anwendbar sind. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">b) Die auftraggebenden BehÃ¶rden sind grundsÃ¤tzlich an die von Gesetz und Verord­nung vorgesehenen Verfahrensarten gebunden. Es steht nicht in ihrem Belieben, Elemente verschiedener Verfahren miteinander zu vermischen oder neue, in den Bestimmungen nicht vorgesehene Verfahren einzufÃ¼hren. Solange allerdings die Anforderungen einer gesetzlichen Verfahrensart erfÃ¼llt werden, spricht nichts dagegen, zusÃ¤tzliche Massnahmen zu treffen, welche die Zielsetzungen des Vergabeverfahrens unterstÃ¼tzen. So kann auch in einem "gewÃ¶hnlichen" offenen oder selektiven Verfahren ein Gremium von sachkundigen Personen fÃ¼r die Beurteilung der Angebote zuhanden der VergabebehÃ¶rde eingesetzt werden (RB 1999 Nr. 4 = BEZ 1999 Nr. 25 = ZBl 101/2000, S. 265 E. 5; VGr, 19. Juni 2002, VB.2001.00360, www.vgrzh.ch, E. 3), oder es kÃ¶nnen den Teilnehmern eines selektiven Verfahrens EntschÃ¤digungen fÃ¼r das Ausarbeiten der Angebote ausgerichtet werden (vgl. RB 2000 Nr. 66 = BEZ 2000 Nr. 28). Wesentlich ist jedoch, dass in allen FÃ¤llen stets klar erkennbar bleibt, welche der gesetzlichen Verfahrensarten zur Anwendung gelangt.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">c) Zwischen den Parteien ist der Stellenwert des sogenannten Studienauftrags umstritten. </p> <p class="Einzug1">aa) Die vergaberechtlichen Erlasse kennen den Studienauftrag als Typus von Dienst­­­leis­tungs­auf­trÃ¤gen (Anhang 1 Ziff. 13 der Verordnung vom 11. Dezember 1995 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen [VoeB]; Anhang 2 Ziff. 13 SubmV), nicht jedoch als eigene Verfahrensart, welche auf die Vergabe von FolgeauftrÃ¤gen ausgerichtet wÃ¤re. Eine Regelung dieser Art enthÃ¤lt dagegen die SIA-Norm 142, Ausgabe 1998 (Ordnung fÃ¼r Archi­­tektur- und Ingenieurwettbewerbe) in ihrem "Anhang Studienauftrag". Nach deren Bestim­mungen, auf welche sich die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den berufen, ist der Studienauftrag eine Art Planungswettbewerb, bei welchem "eine Kontaktnahme zwischen Auftraggeberin und Auf­tragnehmer wÃ¤hrend der Projektierung sinnvoll oder erforderlich ist" (SIA-Norm 142, S. 15 oben) und der daher nicht anonym durch­gefÃ¼hrt wird. Mit Blick auf den Abschluss eines Folgeauftrags fÃ¼hrt die SIA-Norm aus: </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="EinzugZitat"> "Die Auftraggeberin hat die MÃ¶glichkeit, das Verfahren nach Been­di­gung des Studienauftrages abzuschliessen oder einen weiteren Auftrag zu erteilen. Es bestehen keine AnsprÃ¼che gemÃ¤ss Artikel 27.1. In der Regel wird sie jedoch den Auftrag entsprechend den Empfehlungen des Beurteilungsgremiums vergeben. Die Urheberrechte verbleiben ohne ausdrÃ¼ckliche Abtretung bei den Verfassern."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Einzug1">bb) Planungs- und Ge­samt­leis­tungs­wett­be­werbe im Sinn von § 11 Abs. 1 lit. k SubmV sind dadurch gekennzeichnet, dass die Beurteilung der WettbewerbsbeitrÃ¤ge (d.h. der Angebote) durch eine unabhÃ¤ngige Jury erfolgt und anonym durchgefÃ¼hrt wird (VGr, 13. Februar 2002, BEZ 2002 Nr. 28 E. 3b; RB 2001 Nr. 46 E. 2a). Ãberdies muss die Absicht, gestÃ¼tzt auf den Wettbewerb einen bestimmten Folgeauftrag zu erteilen, aus den Aus­­­schrei­bungs­un­ter­la­gen deutlich hervorgehen (RB 2000 Nr. 67 = BEZ 2001 Nr. 12 E. 5b/aa). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">cc) Diesen Vorgaben entspricht der Studienauftrag gemÃ¤ss dem Anhang zur SIA-Norm 142 schon deswegen nicht, weil sich dessen unklare Aussagen bezÃ¼glich eines allfÃ¤lligen Folgeauftrags mit den GrundsÃ¤tzen des Vergabeverfahrens nicht vereinbaren lassen. Bei der Vergabe eines Ã¶ffentlichen Auftrags muss aufgrund der Ausschreibung bzw. Einladung bekannt sein, dass ein Auftrag zu vergeben ist und welches dessen Gegenstand ist. Vorliegend war offenbar auch der Be­schwer­de­geg­ner dieser Auffassung, da er nicht nur einen Studienauftrag erteilt, sondern diesen in ein eigentliches Vergabeverfahren (selektives Verfahren) eingebettet hat.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">dd) Sodann wird beim Studienauftrag gemÃ¤ss Anhang zur SIA-Norm 142 auf die anonyme Beurteilung der BeitrÃ¤ge verzichtet, welche nach der Recht­spre­chung des Ver­wal­­tungs­ge­richts ein wesentliches Element eines Planungs- oder Ge­samt­leis­tungs­wett­be­werbs darstellt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den weisen zu Recht darauf hin, dass die AnonymitÃ¤t in § 11 Abs. 1 lit. k SubmV nicht ausdrÃ¼cklich als Voraussetzung einer freihÃ¤ndigen Vergabe genannt wird. Auch in Art. XV Ziff. 1 lit. j des GATT/WTO-Ãbereinkommens vom 15. April 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agreement; GPA), auf welcher Bestimmung die Regel von § 11 Abs. 1 lit. k SubmV beruht, wird Ano­ny­mitÃ¤t nicht ausdrÃ¼cklich verlangt. Sodann enthÃ¤lt die heute noch gÃ¼ltige In­ter­kan­to­na­le Ver­­ein­ba­rung Ã¼berhaupt keine Bestimmung Ã¼ber Planungs- oder Ge­samt­leis­tungs­wett­be­wer­be, und die revidierte, im Kanton ZÃ¼rich noch nicht in Kraft stehende Vereinbarung vom 15. MÃ¤rz 2001 bestimmt lediglich, dass die Vergabestelle, welche einen Wettbewerb dieser Art veranstaltet, das Verfahren im Rahmen der GrundsÃ¤tze des Konkordats im Einzel­fall regelt (Art. 12 Abs. 3 neue IVÃ¶B). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Eine anonyme DurchfÃ¼hrung des Wettbewerbs wird anderseits sowohl in der Verord­nung des Bundes (Art. 48 VoeB) wie in der SIA-Norm 142 (PrÃ¤ambel und Art. 1 Abs. 4) vorausgesetzt und von der Lehre zu den "Eckpfeilern eines funktionierenden Wettbe­werbswesens" gezÃ¤hlt (Peter Gauch/Hubert StÃ¶ckli, Thesen zum neuen Vergaberecht des Bundes, Freiburg 1999, Ziff. 24.3). Auch im Recht der EU ist fÃ¼r vergleichbare Verfahren AnonymitÃ¤t vorgeschrieben (Art. 13 Abs. 6 der Dienst­leis­tungs­-Richtlinie [Richtlinie 92/50/EWG des Rates vom 18. Juni 1992 Ã¼ber die Koordinierung der Verfahren zur Verga­be Ã¶ffentlicher Dienst­leis­tungs­auftrÃ¤ge]; Art. 23 Abs. 6 der Sektoren-Richtlinie [Richtlinie 93/38/EWG des Rates vom 14. Juni 1993 zur Koordinierung der Auftragsvergabe durch Auf­traggeber im Bereich der Wasser-, Energie- und Verkehrsversorgung sowie im Telekom­munikationssektor]), und die EntwÃ¼rfe der derzeit hÃ¤ngigen Revision der Richtlinien sehen eine unverÃ¤nderte Ãbernahme dieser Regeln vor (Art. 63 Abs. 2 des Vorschlags der Kommission vom 10. Mai 2000 fÃ¼r eine gemeinsame Richtlinie betreffend Liefer-, Dienst­leis­tungs­- und BauauftrÃ¤ge, Kom [2000] 275; Art. 63 Abs. 3 des Vorschlags der Kommissi­on vom 10. Mai 2000 fÃ¼r eine neue Sektoren-Richtlinie, Kom [2000] 276). Das Ver­wal­tungs­ge­richt ist daher in seiner Recht­spre­chung zu Planungs- und Ge­samt­leis­tungs­wett­be­werben stets davon ausgegangen, dass die AnonymitÃ¤t ein wesentliches Merkmal eines der­­artigen Wettbewerbs ist (RB 2001 Nr. 46 E. 2a; VGr, 13. Februar 2002, BEZ 2002 Nr. 28 E. 3b). Von dieser Recht­spre­chung abzuweichen, besteht kein Anlass. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">ee) GestÃ¼tzt auf einen Studienauftrag, der lediglich den im Anhang zur SIA-Norm 142 genannten Anforderungen entspricht, kann daher kein Ã¶ffentlicher Auftrag als Folgeauftrag vergeben werden. Denkbar ist dagegen, dass ein "gewÃ¶hnliches" Einladungs- oder selektives Verfahren oder ein zweistufiger Planungswettbewerb mit einem Studienauftrag verbunden wird, indem den ausgewÃ¤hlten Anbietern ein entgeltlicher Auftrag fÃ¼r die Aus­arbeitung einer Studie erteilt wird (vgl. RB 2000 Nr. 66 = BEZ 2000 Nr. 28). Eine derartige Kombination liegt im Prinzip schon dann vor, wenn den Anbietern fÃ¼r die Ausarbeitung des Angebots ein fester Betrag zugesichert wird (nicht aber dann, wenn Preise in Aussicht gestellt werden, die nur einzelnen Bewerbern von einer Jury zugeteilt werden). Unter der Voraussetzung, dass die Anforderungen der betreffenden Verfahrensart (z.B. eines selek­tiven Vergabeverfahrens bzw. eines Verfahrens mit Planungswett­bewerb im Sinn von § 11 Abs. 1 lit. k SubmV) erfÃ¼llt sind, kann dem obsiegenden Anbieter anschliessend ein Zuschlag erteilt werden. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Vorliegend wurde in den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen keine anonyme Beurteilung vorgesehen, und das Verfahren wurde auch nicht anonym durchgefÃ¼hrt. Eine freihÃ¤ndige Vergabe gestÃ¼tzt auf § 11 Abs. 1 lit. k SubmV war daher nach dem Gesagten nicht mÃ¶glich. Aus demselben Grund war die Betriebskommission bei ihrem Ent­scheid auch nicht an die Empfehlung des Beurteilungsgremiums gebunden. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Dies steht freilich im Widerspruch zu der in den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen enthalte­nen AnkÃ¼ndigung. In den abgegebenen Unterlagen wurde mehrfach deutlich geÃ¤ussert, dass "beabsichtigt" sei, den Sieger des Wettbewerbs mit der Weiterbearbeitung zu beauftra­gen. Der im Be­schwer­deverfahren von der BehÃ¶rde sinngemÃ¤ss vertretene Standpunkt, dass diese AbsichtserklÃ¤rung keine Zusicherung eines Auftrags darstelle, ist zwar richtig. Eine eigentliche Zusicherung kommt jedoch in einem Planungs- oder Ge­samt­leis­tungs­wett­be­werb ohnehin kaum vor, denn dem Auftraggeber verbleibt immer ein Spielraum, den Auf­­trag nicht zu vergeben (vgl. Art. 53 sowie Art. 55 Abs. 2 und 3 VoeB; Art. 27 Abs. 2 und 3 SIA-Norm 142). Vergaberechtlich besteht die Bindung der Vergabestelle an die Emp­fehlung der Jury in erster Linie darin, dass sie eine freihÃ¤ndige Vergabe gemÃ¤ss § 11 Abs. 1 lit. k SubmV nur an den empfohlenen Sieger des Wettbewerbs vornehmen darf; um einen andern Anbieter zu berÃ¼cksichtigen, mÃ¼sste ein neues Verfahren durchgefÃ¼hrt werden. Als AnkÃ¼ndigung des Folgeauftrags muss daher eine deutliche AbsichtserklÃ¤rung genÃ¼gen. Die vorliegend abgegebenen ErklÃ¤rungen waren in dieser Hinsicht vÃ¶llig ausreichend. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Damit hat der Be­schwer­de­geg­ner bei den Bewerbern die berechtigte Erwartung geweckt, dass ein Wettbewerb mit einer unabhÃ¤ngigen Jury durchgefÃ¼hrt werde, deren Empfehlung er bei der Vergabe des Folgeauftrags berÃ¼cksichtigen werde. Gleichzeitig ordnete er jedoch eine nicht anonyme Beurteilung der Angebote an und verunmÃ¶glichte damit, auf die Empfehlung der Jury abzustellen. Durch dieses Vorgehen wurde das Vertrauen der Anbieter in die AbsichtserklÃ¤rung des Be­schwer­de­geg­ners, den Sieger des Wettbewerbs mit der Weiterbearbeitung zu beauftragen, getÃ¤uscht. Die Einhaltung der Anforderungen eines korrekten Verfahrens geht jedoch dem Schutz des Anbietervertrauens vor, da die BehÃ¶rde es sonst in der Hand hÃ¤tte, das Vergabeverfahren durch entsprechende ErklÃ¤rungen nach Be­­lieben â in Abweichung von den gesetzlichen Regeln â zu verÃ¤ndern. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) Der Be­schwer­de­geg­ner hat das Verfahren von Beginn weg nicht nur als Studien­auftrag, sondern auch als selektives Verfahren bezeichnet, und die Anforderungen eines selektiven Verfahrens wurden, soweit ersichtlich, durchwegs eingehalten. Die Vergabe kann daher nach den Regeln dieser Verfahrensart zu Ende gefÃ¼hrt werden. Dabei obliegt der Ent­scheid Ã¼ber die Wahl des Angebots der Betriebskommission, die nach dem Gesagten nicht an die Empfehlung des Beurteilungsgremiums gebunden ist. Anderseits ist sie je­doch verpflichtet, eine selbstÃ¤ndige Beurteilung der Angebote anhand der Zuschlagskriterien vorzunehmen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der Ent­scheid der Betriebskommission bedarf wie jeder Vergabeentscheid einer BegrÃ¼ndung (VGr, 2. November 2000, VB.2000.00122, www.vgrzh.ch, E. 3; RB 2000 Nr. 59 = BEZ 2000 Nr. 25 E. 4; zu den Anforderungen an die BegrÃ¼ndungstiefe vgl. VGr, 13. November 2002, VB.2001.00198, www.vgrzh.ch, E. 3c). Aufgrund der Sonderregeln des Vergaberechts ist zwar die Vergabestelle bei der Er­Ã¶ffnung des Zuschlags zunÃ¤chst nur zur Mitteilung einiger vorwiegend formeller Angaben verpflichtet (Art. 13 lit. h IVÃ¶B und </p> <p class="Einzug1">§ 33 SubmV); auf Gesuch eines Anbieters hat sie jedoch die wesentlichen GrÃ¼nde fÃ¼r dessen NichtberÃ¼cksichtigung bekannt zu geben (§ 33 Abs. 2 SubmV). Die Recht­spre­chung lÃ¤sst so­­dann zu, dass die Vergabeinstanzen die BegrÃ¼ndung des Vergabeentscheids noch im Rah­men der Beschwerdeantwort ergÃ¤nzen und damit eine allfÃ¤llige Verletzung des recht­lichen GehÃ¶rs, die aus dem ursprÃ¼nglichen Fehlen einer ausreichenden BegrÃ¼ndung er­wachsen konnte, beheben (RB 2000 Nr. 59 = BEZ 2000 Nr. 25 E. 4a). Eine weitere ErgÃ¤nzung im Rahmen eines vom Gericht angeordneten zweiten Schriftenwechsels ist dagegen grundsÃ¤tzlich nicht zulÃ¤ssig (VGr, 19. Juni 2002, VB.2001.00360, www.vgrzh.ch, E. 5d).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Eine EinschrÃ¤nkung der BegrÃ¼ndungspflicht, wie sie nach der Recht­spre­chung des Ver­wal­tungs­ge­richts im Fall einer anonymen, von einer unabhÃ¤ngigen Jury vorgenommenen Beurteilung gilt (RB 2000 Nr. 60; vgl. VGr, 13. November 2002, VB.2001.00198, www.vgrzh.ch, E. 3d), ist hier nicht am Platz. Die Betriebskommission kann die BegrÃ¼ndung auch nicht aus der Empfehlung des Beurteilungsgremiums ableiten, da sie ihren Ent­scheid selbstÃ¤ndig, abweichend vom Antrag dieses Gremiums, getroffen hat. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Aus der BegrÃ¼ndung des Ver­ga­be­ent­scheids muss insbesondere hervorgehen, in­wie­fern die Angebote den bekannt gegebenen Anforderungen entsprechen und weshalb das bevorzugte Angebot aufgrund der Zuschlagskriterien als das wirtschaftlich gÃ¼nstigste (§ 31 Abs. 1 SubmV) erscheint. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Be­schwer­de­geg­ner hat im Programm des Studienauftrags unter Ziff. 1.3.2 einer­seits die Anforderungen genannt, die von jedem Projekt zu erfÃ¼llen sind ("Voraussetzun­gen"), und anderseits Beurteilungskriterien aufgefÃ¼hrt, die bei der PrÃ¼fung der Projekte angewandt werden. Den Kriterien wurde je eine PrioritÃ¤t von 1 bis 3 zugeordnet, und sie wurden unter fÃ¼nf Oberziele gruppiert, die wie folgt lauten:</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">â hohe FunktionalitÃ¤t (4 Kriterien)</p> <p class="EinzugZitat">â gute architektonische Gestaltung (4 Kriterien)</p> <p class="EinzugZitat">â gute Realisierbarkeit (3 Kriterien)</p> <p class="EinzugZitat">â gute ErfÃ¼llung Ã¶kologischer Anliegen (1 Kriterium)</p> <p class="EinzugZitat">â geringe Investitions- und Unterhaltskosten (2 Kriterien)</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Auf diese Kriterien wird schon im Bericht des Beurteilungsgremiums nur in geringem Mass Bezug genommen. Dieser wird zwar durch VorprÃ¼fungsberichte ergÃ¤nzt, welche hinsichtlich bestimmter Aspekte des Projekts eine detaillierte Bewertung der Wettbewerbs­bei­trÃ¤ge enthalten. Indessen umfassen die VorprÃ¼fungsberichte bei weitem nicht alle Kriterien, die im Programm des Studienauftrags bekannt gegeben worden waren. Eine gesamthaf­te Bewertung der WettbewerbsbeitrÃ¤ge anhand der Kriterien wurde vom Beurteilungsgre­mium offenbar nicht vorgenommen oder jedenfalls nicht dokumentiert. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Betriebskommission hat diesen Mangel in ihrem von der Empfehlung des Beur­teilungsgremiums abweichenden Ent­scheid nicht behoben. Sie begrÃ¼ndet den Zuschlag an die Mitbeteiligten lediglich summarisch mit dem Hinweis, dass deren Projekt eine gute be­trieb­liche FunktionalitÃ¤t aufweise und die im Studienauftrag gestellten Anforderungen im Wesentlichen erfÃ¼lle. Das Gesamtareal sei durch das Projekt gut mit einbezogen, den BedÃ¼rf­nissen der Patienten werde Rechnung getragen und die EntwicklungsfÃ¤higkeit sei gegeben. Eine Bezugnahme auf die zuvor detailliert bekannt gegebenen und mit PrioritÃ¤ten versehenen Kriterien ist, wie die Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­­den zu Recht beanstanden, nicht ersichtlich. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In der Be­schwer­deantwort beschrÃ¤nkt sich der Be­schwer­de­geg­ner sodann im Wesentlichen darauf, zu begrÃ¼nden, weshalb die Betriebskommission seines Erachtens berechtigt gewesen sei, von der Empfehlung des Beurteilungsgremiums abzuweichen. Die GrÃ¼nde fÃ¼r den von der Betriebskommission selbstÃ¤ndig getroffenen Ent­scheid werden da­r­aus jedoch nicht ersichtlich. Gewisse Hinweise zur materiellen BegrÃ¼ndung finden sich im beigelegten Protokoll der Betriebskommission vom 24. Januar 2002, welches eine stich­wort­­artige GegenÃ¼berstellung der Projekte der Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den und der Mitbeteiligten enthÃ¤lt. Als Nachteile des Projekts der Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den werden dabei vor allem architektonische Aspekte (dominante, stÃ¤dtische Haltung, rÃ¼ckwÃ¤rtige Lage des Parks) ge­nannt. Ferner werden Unterschiede bei den MÃ¶glichkeiten zur Kostenreduktion gesehen: Beim Projekt der Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den hÃ¤tte diese durch eine Reduktion der FlÃ¤chen geschehen mÃ¼ssen, deren Umsetzung die Kommission als eher schwierig einschÃ¤tzte, bei je­nem der Mitbeteiligten durch eine Reduktion unnÃ¶tig teurer Eingriffe in den Bestand. Wie­weit sich daraus Vorteile fÃ¼r das eine oder andere Projekt ergeben, wird jedoch nicht deutlich. Eine Auseinandersetzung mit den im Programm des Studienauftrags aufgefÃ¼hrten Kri­terien und deren Gewichtung fehlt auch hier. Der Be­schwer­de­geg­ner macht in seiner Be­schwer­de­ant­wort zwar geltend, dass die Betriebskommission den Sieger gestÃ¼tzt auf diese Kriterien erkoren habe, legt aber nicht dar, wie sie zu dieser Beurteilung ge­langt ist. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In der Duplik schliesslich wird seitens des Be­schwer­de­geg­ners ergÃ¤nzend geltend gemacht, die Betriebskommission sei bei ihrem Ent­scheid davon ausgegangen, dass das Pro­­jekt der Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den mit der maximal erlaubten GebÃ¤udehÃ¶he in Konflikt ge­raten kÃ¶nne (Ziff. 16). GemÃ¤ss dem Protokoll der Betriebskommission vom 24. Januar 2002 nahm die BehÃ¶rde jedoch damals an, dass dieses baurechtliche Problem vermutlich lÃ¶s­­bar sei. Weiter macht der Be­schwer­de­geg­ner in der Duplik geltend, dass das Projekt der Be­schwer­de­fÃ¼h­renden das FlÃ¤chenkriterium massiv verletze, da die vor­gesehene GeschossflÃ¤che knapp 10 % Ã¼ber den Vorgaben liege; es hÃ¤tte daher schon aus diesem Grund ausgeschlossen werden mÃ¼ssen. Aufgrund des im Programm des Studien­auftrags genannten Kri­teriums "FlÃ¤chenangebot fÃ¼r alle Funktionen gemÃ¤ss Raumprogramm" mussten die Bewer­ber jedoch nicht damit rechnen, dass eine <i>Ãberschreitung</i> der Mindestvorgaben â zumal eine relativ geringfÃ¼gige von knapp 10 % â unzulÃ¤ssig sei. Im Protokoll der Betriebskommission vom 24. Januar 2002 wird denn auch dieses erhÃ¶hte FlÃ¤­chenangebot lediglich als Schwierigkeit im Zusammenhang mit der erforderlichen Kos­ten­reduktion erwÃ¤hnt. Eine Kostenreduktion wurde auch bei den Mitbeteiligten, wenngleich in anderen Bereichen, fÃ¼r erforderlich gehalten. â Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Duplik vom Be­schwer­­de­geg­ner ohnehin nicht zu einer nochmaligen ErgÃ¤nzung der Be­grÃ¼ndung verwendet werden durfte. Neue Vorbringen waren nach der Be­schwer­deantwort nur noch gestattet, soweit diese durch AusfÃ¼hrungen der Replik veranlasst wurden oder sich auf nachtrÃ¤glich entdeckte erhebliche Tatsachen bezogen (VGr, 19. Juni 2002, VB.2001.00360, www.vgrzh.ch, E. 5d). Diese Voraussetzungen waren hier nicht erfÃ¼llt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Be­schwer­de­geg­ner hat somit auch im Verfahren vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt keine nachvollziehbare BegrÃ¼ndung seines Ent­scheids vorgelegt. Die Be­schwer­de ist daher gut­zuheissen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Der angefochtene Zuschlag kann bei Gutheissung der Be­schwer­de nur aufgehoben werden, wenn der Vertrag mit den Mitbeteiligten noch nicht abgeschlossen ist (Art. 9 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 Ã¼ber den Binnenmarkt [BGBM], Art. 18 Abs. 2 IVÃ¶B). Andernfalls hat das Gericht lediglich die Rechtswidrigkeit des angefochtenen Ent­scheids festzustellen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nachdem der vorliegenden Be­schwer­de keine aufschiebende Wirkung gewÃ¤hrt wor­den war, besass der Be­schwer­de­geg­ner die MÃ¶glichkeit zum Vertragsschluss. Der Vertreter des Be­schwer­de­geg­ners teilte dem Gericht mit Schreiben vom 20. Februar 2003 auf Anfrage mit, dass der Be­schwer­de­geg­ner mit der Mitbeteiligten Nr. 1 einen mÃ¼ndlichen Vertrag Ã¼ber die Weiterbearbeitung und kÃ¼nftige AusfÃ¼hrung des Projekts abgeschlos­sen habe. Die kÃ¼nftigen Architekturleistungen stÃ¼nden jedoch unter dem Vorbehalt, dass das Bauvorhaben tatsÃ¤chlich ausgefÃ¼hrt werde. Der vorbereitete schriftliche Vertrag solle von den Partei­en unterzeichnet werden, sobald die entsprechenden Voraussetzungen erfÃ¼llt und der Realisierungsentscheid getroffen seien. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Diese Angaben Ã¼ber eine mÃ¼ndliche Abmachung zwischen Be­schwer­de­geg­ner und Mitbeteiligter Nr. 1 kÃ¶nnen nicht als Vertragsschluss im Sinn von Art. 9 Abs. 3 BGBM bzw. Art. 18 Abs. 2 IVÃ¶B gewertet werden. Aufgrund des bekannt gegebenen Inhalts der Ab­machung geht diese kaum Ã¼ber eine AbsichtserklÃ¤rung hinaus; sie ist wenig konkret, und die Ã¼blichen Elemente eines Auftrags der hier vorgesehenen Art sind in ihr nicht enthalten. Die Situation stellt sich kaum anders dar als in zahlreichen FÃ¤llen, in denen der Zuschlag zwar erteilt, der Vertrag mit dem bevorzugten Anbieter aber noch nicht abgeschlossen ist: BehÃ¶rde und ZuschlagsempfÃ¤nger gehen zwar davon aus, dass sie den (schriftlichen) Vertrag miteinander schliessen werden, sobald bestimmte Voraussetzungen erfÃ¼llt sind, doch wird daraus auf keiner Seite bereits ein verbindlicher Vertrag abgeleitet. VertrÃ¤ge dieser Art werden denn auch kaum je mÃ¼ndlich geschlossen; ob ein Vertrag in mÃ¼ndlicher Form den Anforderungen von Art. 9 Abs. 3 BGBM bzw. Art. 18 Abs. 2 IVÃ¶B Ã¼berhaupt je zu genÃ¼gen vermÃ¶chte, kann hier offen bleiben, erscheint aber immerhin fraglich. Die Parteien haben im Ãbrigen stets die MÃ¶glichkeit, eine verbindliche (schriftliche) Vereinbarung zu schliessen, die mit einem Vorbehalt betreffend Realisierung des Projekts versehen ist; wieweit ein derartiger Vertrag im Sinn von Art. 9 Abs. 3 BGBM bzw. Art. 18 Abs. 2 IVÃ¶B anerkannt werden kann und die Aufhebung des Zuschlags hindert, wird von der Art des Vorbehalts abhÃ¤ngen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Schliesslich ist im vorliegenden Fall auch darauf hinzuweisen, dass die behauptete Abmachung, die entsprechend der Darstellung des Be­schwer­de­geg­ners allein die Mitbeteiligte Nr. 1 erfassen wÃ¼rde, schon deswegen nicht zu beachten wÃ¤re, weil der Zuschlag an alle vier Mitbeteiligten gemeinsam erfolgt ist. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Be­schwer­deentscheid ist demnach nicht auf die Feststellung der Rechtswidrigkeit der angefochtenen VerfÃ¼gung beschrÃ¤nkt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. Der angefochtene Zuschlagsentscheid ist somit in Gutheissung der Be­schwer­de auf­zuheben, und die Sache ist zu neuem Ent­scheid an die Betriebskommission des Be­schwer­­de­geg­ners zurÃ¼ckzuweisen. Diese wird die Angebote anhand der im Programm des Studienauftrags genannten Zuschlagskriterien und PrioritÃ¤ten zu beurteilen und im Anschluss daran einen begrÃ¼ndeten Ent­scheid zu treffen haben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Dem Ausgang des Verfahrens gemÃ¤ss wird der Be­schwer­de­geg­ner kostenpflichtig. Er hat den Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den Ã¼berdies gestÃ¼tzt auf § 17 Abs. 2 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 eine angemessene Par­tei­ent­schÃ¤­di­gung zu entrichten. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug2">1. In Gutheissung der Be­schwer­de wird der angefochtene Beschluss der Betriebskommission des Be­schwer­de­geg­ners vom 29. Januar 2002 aufgehoben und die Sache zu neuem Ent­scheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an sie zurÃ¼ckgewiesen. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf: <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 210.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 5'210.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem Be­schwer­de­geg­ner auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Der Be­schwer­de­geg­ner wird verpflichtet, den Be­schwer­de­fÃ¼h­ren­den eine ParteientschÃ¤­digung von Fr. 3'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Ent­scheids.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">5. ...<br/> <br/> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>