200 13 865 IV SCI/GET/ARJ Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 3. Dezember 2013 Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichterin Fuhrer Gerichtsschreiber Germann A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________ Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 2. September 2013 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1961 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be- schwerdeführer) meldete sich im Juli 2008 unter Hinweis auf eine seit 1968 bzw. seit 2006 bestehende Nieren- respektive Lungenkrankheit sowie eine Fingerversteifung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug einer Invalidenrente an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 24.1 S. 3). Nachdem die Sozialversi- cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend SVA), den Sachverhalt in erwerblicher und medizinischer Hinsicht abgeklärt (act. 24.1 S. 20 ff.) und insbesondere zwei Stellungnahmen des Regionalen Ärztli- chen Dienstes (RAD; act. II 24.1. S. 51; 100) eingeholt hatte, verneinte sie mit Verfügung vom 8. Dezember 2009 (act. II 24.1 S. 102) mangels Vorlie- gens eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einen Anspruch auf Leistungen der IV. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Sozial- versicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 31. März 2010 (act. II 24.1 S. 130 [IV.2009.01214]) gut, indem es feststellte, dass der Versi- cherte Anspruch auf Arbeitsvermittlung hat. In der Folge gewährte die SVA dem Versicherten Unterstützung bei der Stellensuche (act. II 24.1 S. 186), hob die entsprechende Mitteilung jedoch wieder auf, nachdem der Versicherte eine Arbeitsstelle gefunden hatte (act. II 24.1 S. 189 f.). B. Am 8. Oktober 2012 (act. II 2) meldete sich der Versicherte bei der nun mehr zuständigen IVB unter Hinweis auf eine Histiozytose X sowie post- operative neuropathische Schmerzen erneut zum Leistungsbezug an. Hier- auf klärte die IVB den Sachverhalt in medizinischer und erwerblicher Hin- sicht ab und holte die Akten der SVA (act. II 24.1) sowie des Krankentag- geldversicherers ein (act. II 34), beinhaltend ein zu dessen Handen erstell- tes Gutachten von Dr. med. D.________, Facharzt für Kardiologie und All-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 3 gemeine Innere Medizin FMH vom 20. Januar 2013 (act. II 34 S. 3). Mit Vorbescheid vom 12. Februar 2013 (act. II 35) stellte die IVB die Abwei- sung des Leistungsbegehrens mit der Begründung in Aussicht, dem Versi- cherten sei die ursprünglich gelernte Tätigkeit als „A.________“ ab 1. März 2013 wieder im Rahmen eines 100%-Pensums zumutbar. Dagegen erhob der Versicherte Einwand (act. II 40), woraufhin die IVB eine Stellungnahme durch Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH (RAD; act. II 42) sowie einen zusätzlichen Bericht bei Dr. med. D.________ einholte (act. II 56). Nach einer weiteren Stellungnahme durch Dr. med. E.________ (act. II 58) verfügte die IVB am 2. September 2013 (act. II 59) wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt. C. Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch B.________, mit Eingabe vom 1. Oktober 2013 Beschwerde erheben und beantragen: 1. Es sei bezüglich des Gesundheitszustandes des Beschwerde- führers ein Gutachten bei unabhängigen Experten einzuholen. 2. Dem Beschwerdeführer sei im Falle attestierter Arbeitsun- fähigkeit eine Vollrente zuzusprechen. 3. Dem Beschwerdeführer sei für die anwaltliche Vertretung eine Entschädigung zuzusprechen. Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen und sinngemäss geltend, das Gutachten von Dr. med. D.________, auf welches die Beschwerde- gegnerin abstütze, sei nicht beweiskräftig. Mit Beschwerdeantwort vom 1. November 2013 schliesst die Beschwerde- gegnerin unter Hinweis auf die angefochtene Verfügung vom 2. September 2013 auf Abweisung der Beschwerde. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 4 Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi- cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be- schwerde einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. September 2013 (act. II 59). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 5 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier- telsrente. 2.3 2.3.1Tritt die Verwaltung auf eine Neuanmeldung ein, so hat sie die Sa- che materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi- cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü- fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe- gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be- schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge- richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 2.3.2Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132). Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar, sondern auch dann, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 6 üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu- standes erheblich verändert haben; zudem kann auch eine Wandlung des Aufgabenbereichs einen Revisionsgrund darstellen (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; AHI 1997 S. 288 E. 2b). 2.3.3Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren- tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag- gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali- ditätsschätzungen zu prüfen ( BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1). 2.3.4Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali- ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan- meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate- riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). 2.4Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be- urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 3. 3.1Mit Verfügung vom 8. Dezember 2009 (act. II 24.1 S. 102) hat die SVA einen Anspruch auf Leistungen der IV global verneint. Das Sozialver- sicherungsgericht des Kantons Zürich hat mit Urteil vom 31. März 2010 (act. II 24.1 S. 130) einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung bejaht. Über den Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 7 Rentenanspruch hatte es indessen mangels Anfechtung nicht zu befinden. Mit Bezug auf den vorliegend streitigen Rentenanspruch (vgl. E. 1.2 vorne) liegt somit eine Neuanmeldung vor. Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die Eintre- tensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum Schluss gekommen ist, der Beschwerdeführer sei nicht in rentenbegründendem Ausmass invalid. Massgebende Vergleichszeitpunkte bilden die Verfügung vom 8. Dezember 2009, mit der ein Leistungs- bzw. Rentenanspruch man- gels Vorliegens eines invalidisierenden Gesundheitsschadens rechtskräftig verneint worden war, und die nunmehr angefochtene Verfügung vom 2. September 2013 (vgl. E. 2.3.4 vorne). 3.2Bei Erlass der Verfügung vom 8. Dezember 2009 präsentierte sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wie folgt: 3.2.1Mit Bericht vom 15. Juli 2008 (act. II 24.1. S. 38 f.) diagnostizierte Dr. med. F.________, Facharzt für Pneumologie und Allgemeine Innere Medizin FMH, Spital G.________, im Wesentlichen eine Pyelonephritis links, eine pulmonale Histiozytosis X, eine chronisch obstruktive Lungener- krankung GOLD II, rezidivierende Magenschmerzen, ein Sudecksyndrom Hand rechts, einen chronischen Alkoholüberkonsum sowie eine psychoso- ziale Belastungssituation. Klinisch im Vordergrund stehe aktuell das kom- plizierte Nierensteinleiden. Bezüglich der pulmonalen Histiozytosis X be- stehe unter fortgesetztem Nikotinabusus eine unveränderte Symptomatik. Aufgrund der aktuell belastenden psychosozialen Situation mit der anste- henden Aufgabe der …tätigkeit Ende Juli mit entsprechenden finanziellen Folgen und Unsicherheit bezüglich beruflicher Zukunft sei der Beschwerde- führer derzeit nicht in der Lage, den Nikotinkonsum zu sistieren oder redu- zieren. Am 20. Oktober 2008 (act. II 24.1. S. 42 f.) hielt Dr. med. F.________ zu Handen des Vertrauensarztes des Krankentaggeldversicherers fest, durch die Lungenerkrankung bestehe eine verminderte Belastbarkeit bei grösse- ren körperlichen Anstrengungen. Zudem sei bei der pulmonalen Histiozyto- sis X das Umfeld in Räumen, wo geraucht werde, bezüglich Entwicklung Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 8 von Symptomen und der Beeinflussung der Prognose äusserst ungünstig. Durch die rezidivierenden Nierenkolliken seien immer wieder Arbeitsausfäl- le unabdingbar gewesen. Zudem seien diese für die Lebensqualität stark beeinträchtigend. Durch die Sudeck-Problematik an der rechten Hand sei es zu einer anhaltenden Einschränkung der führenden Hand gekommen, was bei seinem Beruf als sehr einschränkend und äusserst belastend ta- xiert werden müsse. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Durch die Komplexität und Ausmasse der genannten Einschränkungen sei die Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit (…) nicht mehr zu empfehlen. Es bestehe aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von 100% im angestammten Beruf. 3.2.2Im Bericht des Kantonsspitals H.________ vom 22. Juni 2009 (act. II 24.1 S. 82) wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen ein aufgehobener Bewegungsumfang der Finger IV und V der rechten Hand nach Grundphalanxfraktur Dig. IV mit postoperativer Ausbildung eines CRPS im Januar 2006, eine Histiozytose der Lunge so- wie eine Nephrolithiasis links festgehalten. Unter Diagnosen ohne Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit wurde ein Morbus Dupuytren des vierten Strahls rechts seit Anfangs 2008 vermerkt. In Bezug auf die rechte Hand bestehe eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit im Beruf als … von 50%; im Beruf als … bestehe keine Einschränkung. 3.2.3Am 6. August 2009 wurde der Beschwerdeführer mittels ambulanter Ergospirometrie untersucht. Dr. med. F.________ beurteilte im entspre- chenden Bericht vom 3. September 2009 (act. II 24.1 S. 85) die körperliche Belastbarkeit als leicht reduziert, wobei keine Hinweise auf eine kardiale Ischämie beständen. 3.2.4Vom 9. bis 11. Juni 2009 war der Beschwerdeführer im Univer- sitätsspital C.________ hospitalisiert. Mit Bericht vom 11. September 2009 (act. II 24.1 S. 93) wurde festgehalten, der Beschwerdeführer leide seit Juli 2008 intermittierend an Harnweginfektionen. Es bestehe ein Ausgussstein im Bereich des Nierenbeckens rechts. Nach dessen vollständiger Entfer- nung sei die Prognose gut. Eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit habe vom 15. bis 22. April 2009 bestanden.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 9 3.2.5Mit Stellungnahme vom 14. Oktober 2009 (act. II 24.1. S. 100) hielt Dr. med. I.________, Fachärztin für Chirurgie FMH (RAD) fest, aus pneu- mologischer Sicht spreche die durchgeführte Ergospirometrie für eine leicht reduzierte körperliche Belastbarkeit, so dass medizintheoretisch von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten auszu- gehen sei. 3.3Für den Zeitraum zwischen Erlass der Verfügung vom 8. Dezember 2009 und der hier angefochtenen Verfügung vom 2. September 2013 prä- sentiert sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 3.3.1Vom 4. bis 11. Januar 2010 erfolgte eine weitere Hospitalisation im J.________. Im entsprechenden Kurzaustrittsbericht vom 8. Januar 2010 (act. II 24.1. S. 125) wurden als Diagnosen im Wesentlichen eine grössen- progrediente zystische Läsion im Unterpol der rechten Niere, eine rezidivie- rende Nephrolithiasis links, eine COPD / eine pulmonale Histiozytose sowie eine psychosoziale Belastungssituation festgehalten. Am 5. Januar 2010 sei eine Nierenteilresektion am Unterpol rechts durchgeführt worden. Der Beschwerdeführer habe am 11. Januar 2010 bei gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden können. 3.3.2Mit Bericht vom 31. Dezember 2010 (act. II 30 S. 11) diagnostizierte Dr. med. F.________ im Wesentlichen eine Tuberkulose pulmonal und urogenital, eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung GOLD II, eine rezidivierende Nephro-/Urolithiasis, ein Sudecksyndrom Hand rechts sowie ein Status nach negativer Prostatabiopsie. Die mikrobiologische Aufarbei- tung des mittels Biopsien entnommenen Materials habe ergeben, dass die pulmonalen Veränderungen retrospektiv als tuberkulosebedingt zu taxieren seien. Die frühere Verdachtsdiagnose einer pulmonalen Histiozytose werde somit fallen gelassen. 3.3.3Im Bericht des J.________ vom 30. März 2011 (act. II 48 S. 3) wur- de im Wesentlichen ein chronisch gemischt neuropathisch-nozizeptives Schmerzsyndrom linke Leistenregion mit/bei rezidivierenden Urogenitalin- fektionen und möglicherweise infektiologisch/traumatischer Nervenläsion, eine Urogenitaltuberkulose, rezidivierende Urogenitalinfekte sowie eine Lungenhistiozytose und eine COPD diagnostiziert. Der Beschwerdeführer Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 10 klage seit Februar 2010 über Schmerzen im Bereich der linken Leiste, die in das linke Bein, den linken Hoden und die linke Flanke ausstrahlen könn- ten. Zum aktuellen Zeitpunkt sei ein sogenannt gemischter Schmerz mit nozizeptiven und neuropathischen Komponenten am wahrscheinlichsten. 3.3.4Im Bericht vom 3. September 2012 (act. II 17.2. S. 5) hielt das J.________ fest, im Juni/Juli 2012 sei es zu einer Schmerzexazerbation inklusive -ausweitung gekommen. Der Hauptschmerz bestehe in der linken Leiste, mit Ausstrahlung in den Oberschenkel, über das Knie in den Unter- schenkel bis hinunter in die Zehen. Zudem beständen Kolliken, einherge- hend mit Nausea, ferner ein spontan aufgetretenes Taubheitsgefühl über dem rechten Daumen sowie ein Appetitverlust. Schliesslich bestehe seit dem 1. September 2012 ein Status nach diversen Rippenbrüchen im Ge- folge einer heftigen Hustenattacke. Mit Bericht des J.________ vom 18. Oktober 2012 (act. II 20 S. 8) wurde festgehalten, elektrophysiologisch hätten sich keine Hinweise für das Vor- liegen einer zusätzlichen radikulären Schädigung oder einer Polyneuropa- thie ergeben. Auch habe der initiale Verdacht einer Schädigung des Ramus superficialis nervus radialis rechts elektrophysiologisch nicht bestätigt wer- den können. Am 10. Dezember 2012 (act. II 49 S. 9) hielt das J.________ fest, die Si- tuation habe sich im Vergleich zum Juli offensichtlich entschärft. Die aktuel- le medikamentöse Kombinationstherapie scheine eine positive Wirkung zu haben. Die Behandlung könne vorerst abgeschlossen werden. 3.3.5Dr. med. F.________ hielt mit Bericht vom 3. Januar 2013 (act. II 62 S. 17) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Wesentli- chen eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung GOLD III, ein neuropa- thisches Schmerzsyndrom Leiste links sowie obere rechte Extremität und ein Sudecksyndrom Hand rechts fest. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine rezidivierende Nephro-/Urolithiasis, ei- nen Status nach ESWL (extrakorporaler Stosswellenlithotripsie) Niere links sowie einen Status nach Tuberkulose pulmonal und urogenital. Seit Ab- schluss der Behandlung der Tuberkulose mit pulmonalem und urogenita- lem Befall im April 2011 habe von pulmonaler Seite her noch einmalig eine Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 11 Exazerbation stattgefunden. Ansonsten sei die Situation respiratorisch in etwa unverändert mit stabiler Anstrengungsdyspnoe. Insgesamt habe die Leistungsfähigkeit subjektiv jedoch weiter abgenommen (S. 18). Die Pro- gnose von pulmonaler Seite her sei insbesondere abhängig vom Nikotin- konsum, wobei ein erheblicher Nikotinabusus bestehe. Auch medika- mentöse Entwöhnungsversuche seien gescheitert. Mit Bezug auf die zu- letzt ausgeübte Tätigkeit als K.________ in einem L.________ bestehe seit dem 29. Mai 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Diese sei im Wesentli- chen durch die neuralgiforme Schmerzproblematik bedingt. Für die Aus- führung von schweren und mittelschweren körperlichen Tätigkeiten könne jedoch zusätzlich auch die lungenfunktionelle Einschränkung aufgeführt werden. Aufgrund der schwierigen finanziellen Situation und der immer wieder stark beeinträchtigenden gesundheitlichen Probleme sei der Be- schwerdeführer zwar stark verunsichert und auch etwas deprimiert. Eine eigentliche depressive Störung liege jedoch nicht sicher vor (S. 19). Wegen der neuralgiformen Schmerzen sei eine Ergospirometrie aktuell unmöglich. Diese Untersuchung wäre jedoch sicherlich hilfreich zur genaueren Ein- schätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit und des Ausmasses der pulmonal bedingten Leistungslimitation (S. 20). 3.3.6Am 20. Januar 2013 erstattete Dr. med. D.________ zu Handen des Krankentaggeldversicherers ein Gutachten (act. II 34 S. 3). Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit hielt er fest, das bis- herige Jobprofil als L.________-K.________ sei „längstens einsichtig ter- miniert“. Hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit führte er aus, der Be- schwerdeführer sei entschlossen, seinen ursprünglich erlernten Beruf als „M.________“ wiederum rasch- und bestmöglichst auszuüben. Mit Blick auf den klinischen Verlauf sei ein Wiedereinstieg ab Februar möglich, wobei das Pensum ab 1. März 2013 auf 100% anzuheben sei. Mit zu Handen der Beschwerdegegnerin verfasstem Zusatzbericht (Ein- gang am 9. August 2013; act. II 56), hielt Dr. med. D.________ fest, der persistierende Nikotinabusus unterhalte die COPD GOLD III. Die resultie- rende eingeschränkte Lungenfunktion erlaube einzig eine sitzende und keine „somatisch fordernde“ Tätigkeit. Was das neuropathische Schmerz- syndrom betreffe, sei langfristig eine weitere Verbesserung zu erwarten. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 12 Eine sitzende Tätigkeit als „M.________“ bzw. „alle administrativen Aufga- ben in sitzender Position“ seien möglich. 3.4Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag- gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei- nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.5Der Verfügung vom 8. Dezember 2009 (act. II 24.1 S. 102) lagen diverse Berichte behandelnder Ärzte sowie eine Stellungnahme des RAD zugrunde. Daraus geht hervor, dass der Beschwerdeführer schon damals unter verschiedenen gesundheitlichen Problemen litt. Im Vordergrund stand ein Nierensteinleiden, welches im J.________ (vorerst erfolgreich) behan- delt wurde und im damals zu beurteilenden Zeitraum keine bleibende me- dizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit begründete (act. II 24.1 S. 93). In pulmonaler Hinsicht bestand gemäss Dr. med. F.________ eine leicht re- duzierte Belastbarkeit bei (damals noch) diagnostizierter Histiozytosis X sowie bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung GOLD II, welche nach Einschätzung des RAD mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Tätigkeiten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermochte (act. II Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 13 24.1 S. 100). Schliesslich wurde mit Bezug auf die (durchgemachte) Sud- eck- bzw. CRPS-Problematik an der rechten Hand mit aufgehobenem Be- wegungsumfang der Finger IV und V zumindest für eine Tätigkeit als M.________ ebenfalls keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert (act. II 24.1 S. 83). 3.6In dem für das Entstehen eines Revisionsgrundes massgeblichen Zeitraum vom 8. Dezember 2009 bis 2. September 2013 (vgl. E. 3.1 vorne) wurde – neben den bisherigen Leiden – nun mehr eine neuralgiforme Schmerzproblematik nicht restlos geklärter Ätiologie als im Vordergrund stehend bezeichnet. Zudem wurde die chronisch obstruktive Lungener- krankung neu gemäss Schweregrad GOLD III klassifiziert. Schliesslich be- steht gemäss den vorliegenden Akten ein Taubheitsgefühl über dem rech- ten Daumen (act. II 17.2 S. 3; 20 S. 7; 49 S. 8 f.; 62 S. 17 ff.). Zu prüfen ist, ob diesen nominal anderen medizinischen Beurteilungen tatsächlich ein veränderter medizinischer Zustand zugrunde liegt, der zu einer rechtlichen Neubewertung führt bzw. nun mehr einen Rentenan- spruch zu begründen vermag. Die Beschwerdegegnerin verneint dies in der angefochtenen Verfügung vom 2. September 2013 (act. II 59) mit der Be- gründung, dem Beschwerdeführer sei „die ursprünglich gelernte Tätigkeit als „M.________“ (wieder) im Rahmen eines 100%-Pensums zumutbar. Hierbei stützte sie sich im Wesentlichen auf das zu Handen des Kranken- taggeldversicherers erstellte Gutachten sowie auf den zu ihren Handen erstellten Zusatzbericht von Dr. med. D.________ ab (act. II 34 S. 3; 56). Wie nachfolgend zu zeigen ist, kann die Frage, ob eine Veränderung bzw. ein invalidisierender (und allenfalls rentenbegründender) Gesundheits- schaden vorliegt, aufgrund der im Recht liegenden Akten nicht abschlies- send beurteilt werden: 3.6.1So erfüllt das Gutachten von Dr. med. D.________ vom 20. Januar 2013 (act. II 34 S. 3) die Anforderungen an beweiskräftige Berichte und Gutachten (vgl. E. 3.4) – zumindest im (hier massgeblichen) invalidenversi- cherungsrechtlichen Kontext – nicht. Zwar spricht der Umstand, dass eine private Versicherung das Gutachten mit Blick auf die Überprüfung ihrer Leistungspflicht in Auftrag gab, für sich allein noch nicht gegen seine Über- zeugungskraft. Gilt es jedoch einen polymorbiden Zustand abzuklären, so Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 14 reicht eine bloss monodisziplinäre Begutachtung regelmässig nicht, um den medizinischen Sachverhalt umfassend und in einer den beweismässigen Anforderungen genügenden Weise zu erstellen, zumal wenn – wie vorlie- gend – der begutachtende Arzt nicht über sämtliche für die Begutachtung erforderlichen fachärztlichen Qualifikationen verfügt. Nach Lage der Akten weist der Zustand des Beschwerdeführers zumindest eine pneumologi- sche, urologische und neurologische Krankheitskomponente auf (act. II 62 S. 17) und beschlägt somit fachmedizinische Bereiche, für welche Dr. med. D.________ keine entsprechende Spezialisierung aufweist. Sodann ver- mag das Gutachten auch anderweitig nicht zu überzeugen: So fehlt es an einer (umfassenden) Darstellung der Befunde und der vom Beschwerde- führer geltend gemachten Beschwerden; ebenso wenig lässt sich dem Gutachten eine Diagnosenliste entnehmen. Ferner fehlt es an einer Aus- einandersetzung mit den vorhandenen (und teils abweichenden) Berichten der behandelnden Ärzte sowie mit den geltend gemachten Wechselwirkun- gen der medizinischen Probleme. Und schliesslich lässt sich dem Gutach- ten auch kein nachvollziehbares Zumutbarkeitsprofil mit einer Beschrei- bung der fehlenden bzw. vorhandenen funktionellen Ressourcen entneh- men. Auf das Gutachten von Dr. med. D.________ kann folglich nicht abgestellt werden. Hieran ändert auch der undatierte, auf keiner zusätzlichen Unter- suchung basierende und im Übrigen ebenso rudimentär gehaltene Zusatz- bericht (act. II 56) nichts. 3.6.2Auch den übrigen medizinischen Unterlagen fehlt es an beweiskräf- tigen Angaben für die abschliessende Beurteilung der hier entscheidenden Frage einer allfälligen Invalidität: So äussern sich die vorliegenden Berichte der behandelnden Ärzte – wenn überhaupt – lediglich zur Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit des Beschwerdeführers als …. Es fehlt im Weiteren an einer fachübergreifenden, polydisziplinären Gesamtschau der geltend gemachten Beeinträchtigungen bzw. der darauf (mutmasslich) zurückzu- führenden Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit hinsichtlich allfälliger Verweistätigkeiten. Was sodann den Bericht von Dr. med. F.________ vom 3. Januar 2013 (act. II 62 S. 17) betrifft, so äussert sich auch dieser einzig zur Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit als … . Zu-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 15 dem erachtete er eine weitere ergospirometrische Untersuchung zur Ab- klärung der körperlichen Leistungsfähigkeit bzw. der pulmonal bedingten Leistungslimitation als angezeigt. Hinzu kommt, dass Dr. med. F.________ die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers als lediglich „subjektiv“ zu- sätzlich vermindert beurteilt (act. II 62 S. 18). Und schliesslich bleibt auch unklar, ob und wenn ja inwieweit sich der Nikotinabusus und allfällige psy- chosoziale Belastungsfaktoren auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken. 3.7Aus dem Dargelegten folgt, dass sich die vorliegenden medizini- schen Berichte vorab hinsichtlich der Frage nach der verbliebenen Arbeits- und Leistungsfähigkeit als nicht beweiskräftig erweisen. Diese entscheid- wesentliche Tatsache kann nicht ohne Beizug des notwendigen medizini- schen Fachwissens beurteilt werden. Demgemäss hat die Beschwerde- gegnerin – dem Antrag des Beschwerdeführers folgend – die entsprechen- den Abklärungen nachzuholen. Demnach wird die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt mittels eines polydisziplinären Gutachtens abzuklären haben, wobei sich die Gutachter auch zur Bedeutung der invalidenversicherungsrechtlich (grundsätzlich) nicht relevanten Begleitfaktoren (Nikotinabusus, psychosoziale Belastungsfaktoren) zu äussern haben werden. Den gewonnenen Erkenntnissen entsprechend wird es Sache der Beschwerdegegnerin sein, zu beurteilen, ob der Beschwerdeführer gegebenenfalls zur Wahrnehmung therapeutischer Massnahmen aufzufordern ist. 3.8Zusammenfassend ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfü- gung vom 2. September 2013 aufzuheben und die Sache an die Be- schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie – nach Vornahme der Ab- klärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge. 4. 4.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 16 Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor- schuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts- kraft des Urteils zurückzuerstatten. 4.2 4.2.1Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver- gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61). 4.2.2Die Bemessung der Parteientschädigung beurteilt sich nach kanto- nalem Recht (BGE 125 V 408 E. 3a S. 409). Dieses hat den bundesrechtli- chen Anforderungen gemäss Art. 61 lit. g ATSG zu genügen. Nach Art. 13 der kantonalen Parteikostenverordnung vom 17. Mai 2006 (PKV; BSG 168.811) beträgt das Honorar in sozialversicherungsrechtlichen Klage- und Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- bis Fr. 11'800.-- pro Instanz. Praxisgemäss ist dem Gericht bei der Festsetzung der Parteientschädigung ein weiter Ermessensspielraum einzuräumen. Im Rahmen seines Ermes- sens hat das Gericht für die Bestimmung der Höhe des Anwaltshonorars die Wichtigkeit und Schwierigkeit der Streitsache, den Umfang der Arbeits- leistung und den Zeitaufwand des Anwalts zu berücksichtigen (BGE 114 V 83 E. 4b S. 87). 4.3Mit Eingabe vom 1. Oktober 2013 weist B.________ einen Aufwand von 9 Stunden und 45 Minuten aus. Eine betragsmässige Quantifizierung des Aufwands erfolgte nicht, womit das Anwaltshonorar ermessensweise Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 17 festzusetzen ist. In Anbetracht des nicht erheblichen Umfanges der Akten, der nicht komplexen Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie des im sozial- versicherungsrechtlichen Verfahren geltenden Untersuchungsgrundsatzes wird der Parteikostenersatz auf pauschal Fr. 2‘500.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 2. September 2013 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf pauschal Fr. 2‘500.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer), zu ersetzen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Dez. 2013, IV/2013/865, Seite 18 4. Zu eröffnen (R): - B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt eingereichten Akten) - IV-Stelle Bern (samt eigereichten Akten) - Bundesamt für Sozialversicherungen Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem Bundesgericht zuzustellen. Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.