Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. November 2021 ( 720 21 150 / 314) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Gutheissung der Beschwerde; Der an zahlreichen Geburtsgebrechen leidende Versicher- te hat Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mit tleren Grades. Mit Blick auf die Be- messung des Intensivpflegezuschlag ist ferner von ei ner besonders intensiven dauern- den Überwachung auszugehen. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber in Katja Wagner Parteien A.____ , vertreten durch: B.____ und C.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Thibaut Meyer, Rechtsanwalt, schadenanwaelte AG, Totentanz 5, Postfach 2039, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Hilflosenentschädigung A. Der am 8. Januar 2020 geborene A.____ leidet an a ngeborenen Herz- und Gefäss- missbildungen, einer zentralen Hypoventilationsstörung , einem Hydrozephalus congenitus, ei- ner angeborenen Epilepsie, an leichten zerebralen Be wegungsstörungen, einer angeborenen Schallempfindungsschwerhörigkeit sowie schweren respirato rischen Adaptationsstörungen (Geburtsgebrechen Nr. 313, 382, 386, 387, 395, 446, 497). Aufgrund dieser Beeinträchtigungen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprach ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) in der Vergangenheit diverse medizinische Leistungen, namentlich in Form von Hilfsmitteln und me dizinischen Massnahmen, zu. Mit Ge- such vom 2. Dezember 2020 meldeten die Eltern, B.____ und C.____, ihren Sohn A.____ zum Bezug von Hilflosenentschädigung und eines Assistenzbeitra gs an. Nach Abklärung der ge- sundheitlichen Verhältnisse und Durchführung des Vorbesch eidverfahrens sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügung vom 31. März 2021 für die Zeit vom 4. März 2020 bis 1. April 2021 eine Hilflosenentschädigung leichten Grades sowie einen Inten sivpflegezuschlag für einen Betreu- ungsaufwand von vier Stunden zu. Für die Zeit ab April 2021 wurde eine Revision in Aussicht gestellt, um den aktuellen Bedarf abzuklären. Mit gleich entags erlassener Verfügung wurde der Anspruch auf einen Assistenzbeitrag verneint. B. Gegen beide Verfügungen erhob der Versicherte, ver treten durch seine Eltern, diese wiederum vertreten durch Thibaut Meyer, Advokat, Beschw erde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Mit Beschwerde vom 11. Mai 2021 betreffend Hilflosenentschädigung und Intensivpflegezuschlag beantragte der Versicherte, die Verfügung der Beschwerdegegnerin sei aufzuheben und diese zu verpflichten, ihm die ge- setzlichen Leistungen, namentlich eine Hilflosenentschädi gung mittleren Grades sowie einen Intensivpflegezuschlag von sechs Stunden, zu gewähren. Eventualiter sei die Sache an die Be- schwerdegegnerin zurückzuweisen und diese zu verpflichten, e ine Abklärung vor Ort vorzu- nehmen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtliche r Hinsicht beantragte er die Vereinigung mit dem Verfahren betreffend Anspruch auf Assistenzbei trag (Nr. 720 21 149) sowie die Durch- führung einer öffentlichen Verhandlung mit persönlicher Befragung der Mutter des Beschwerde- führers. Zur Begründung machte er im Wesentlichen gel tend, dass der von der IV-Stelle veran- lasste Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 4. Jan uar 2021 in verschiedener Hinsicht nicht über den erforderlichen Beweiswert verfüge. Gestü tzt auf die Berichte der behandelnden Ärzte sowie die Schilderungen der Mutter sei vielmehr e rstellt, dass der Beschwerdeführer na- mentlich in den Lebensverrichtungen "Essen" und "Verrichte n der Notdurft" eingeschränkt sei. Alsdann sei vorliegend eine besonders intensive Überwach ung ausgewiesen, womit von einem Mehraufwand für die Intensivpflege von insgesamt sechs Stunden auszugehen sei. C. Mit Zustimmung der Beschwerdegegnerin vom 25. Mai 2 021 wurde das unter der Nr. 720 21 149 geführte Verfahren betreffend Assistenz beiträge mit Verfügung vom 28. Mai 2021 bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids in der vorliegenden Angelegenheit sistiert. D. In ihrer Vernehmlassung vom 28. Juli 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. E. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 30. November 2021 hielten die beiden Parteien im Wesentlichen an ihren bereits schriftlich dargelegte n Standpunkten fest. Auf deren Vorbrin- gen ist − soweit notwendig − in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Zu erwä hnen ist bereits an dieser Stelle, dass die Revision hinsichtlich der Anspruchsberechtigung ab April 2021 gemäss übereinstimmenden Angaben der Parteien im Zeit punkt der Parteiverhandlung noch Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht immer hängig war und die entsprechenden Abklärungen der Beschwerdegegnerin noch nicht abgeschlossen waren. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Geri cht und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitgegenstand des vorliegend en Verfahrens bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin dem Versicherten zu Recht eine H ilflosenentschädigung leichten Gra- des sowie einen Intensivpflegezuschlag für einen Betreu ungsaufwand von vier Stunden zuge- sprochen hat. Nachdem vorliegend ausschliesslich der Zeitr aum vom 4. März 2021 bis 1. April 2021 zur Beurteilung steht, liegt der Streitwert un ter der erwähnten Grenze von Fr. 20'000.--. Die Angelegenheit fällt demnach in die Kompetenz de r präsidierenden Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht. 2.1 Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung der Inval idenversicherung haben versicherte Personen, die hilflos sind (Art. 9 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver- sicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) und ihren Woh nsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben, vorbehalten bleiben d ie Bestimmungen nach Art. 42 bis des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 (Art. 42 Abs. 1 IVG). Hilflos im Sinne von Art. 9 ATSG ist, wer wegen Beein trächtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf. Das Gesetz unterscheidet zwischen schwerer, mittelschwerer und lei chter Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 2 IVG). 2.2 Als schwer gilt die Hilflosigkeit, wenn die versicher te Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies de r dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 der Verordnung ü ber die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Nach Art. 37 Abs. 2 IVV ist die Hilflosigkeit mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten all täglichen Lebensverrichtungen regel- mässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange wiesen ist (lit. a) oder in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblich er Weise auf die Hilfe Dritter ange- wiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Übe rwachung bedarf (lit. b) oder in min- destens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Beg leitung im Sinne von Art. 38 IVV ange- wiesen ist (lit. c). Dagegen gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz Ab- gabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen L ebensverrichtungen regelmässig in er- heblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV) oder der dauern- den persönlichen Überwachung (Art. 37 Abs. 3 lit. b IV V) oder einer durch das Gebrechen be- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht dingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege be darf (Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV), wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körp erlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter g esellschaftliche Kontakte pflegen kann (Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV) oder dauernd auf lebenspr aktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV) . Gemäss Art. 42 bis Abs. 5 IVG haben Min- derjährige keinen Anspruch auf Hilflosenentschädigung, wenn sie lediglich eine lebensprakti- sche Begleitung benötigen. 2.3 Praxisgemäss sind die folgenden sechs alltäglichen Leb ensverrichtungen massge- bend: Ankleiden, Auskleiden; Aufstehen, Absitzen, Ablieg en; Essen; Körperpflege; Verrichten der Notdurft; Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kont aktaufnahme (Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invaliditä t und Hilflosigkeit [KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, Rz. 8010; BGE 133 V 463 E. 7.2, 127 V 97 E. 3c). Für die Hilfsbedürftigkeit in einer Lebensverrichtung mit mehreren Teilfunktionen is t nicht verlangt, dass die versicherte Person bei allen oder bei der Mehrzahl dieser Teilfunkt ionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ge- nügt es, wenn sie bei einer dieser Teilfunktionen regel mässig in erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen ist (BGE 117 V 146 E. 2 mit Hinweis; KSIH Rz. 8011). 2.4 Die zur Vornahme einer Lebensverrichtung erforderl iche Hilfe kann sowohl in direkter als auch in indirekter Dritthilfe, d.h. in der Form einer Überwachung der versicherten Person bei der Bewältigung der relevanten Lebensverrichtung, best ehen (BGE 133 V 450 E. 7.2 mit diver- sen Hinweisen). Eine indirekte Dritthilfe liegt vor, w enn die versicherte Person bei der Ausfüh- rung einer alltäglichen Lebensverrichtung, z.B. wegen Erstickungsgefahr beim Essen, über- wacht werden muss (vgl. CAROLINE BRUGGER SCHMIDT /D ANIA TREMP , Kinder, Diabetes und Hilf- losenentschädigung, in: SZS 2020, S. 79). 2.5.1 Die indirekte Dritthilfe ist von der dauernden persönlichen Überwachung zu unterschei- den, welche sich als eigenständiges Bemessungskriterium (vgl . Art. 37 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b und Abs. 3 lit. b IVV) nicht auf die alltäglichen Leb ensverrichtungen bezieht. Hilfeleistungen, die bereits als direkte oder indirekte Hilfe in einem B ereich der alltäglichen Lebensverrichtung Be- rücksichtigung gefunden haben, können bei der Beurteilun g der Überwachungsbedürftigkeit nicht nochmals ins Gewicht fallen. Vielmehr ist darunter eine medizinische und pflegerische Hilfeleistung zu verstehen, welche infolge des physischen un d/oder psychischen Gesundheits- zustandes der versicherten Person notwendig ist (vgl. Urte ile des Bundesgerichts vom 11. De- zember 2019, 8C_533/2019, E. 3.2.5, und vom 25. Februar 2014, 9C_666/2013, E. 8.1, in: SVR 2014 IV Nr. 14 S. 55). Gemäss KSIH Rz. 8078 und Anhan g III (Richtlinien zur Bemessung der massgebenden Hilflosigkeit von Minderjährigen) ist die pe rsönliche Überwachung in der Regel bei Kindern unter 6 Jahren nicht in Betracht zu ziehen, eine besonders intensive Überwachung nicht unter 8 Jahren, da auch ein gesundes Kind in dem Alter Überwachung braucht. Ausnah- men gelten bei Erstickungsgefahr nach häufigem Erbrechen und bei Atemproblemen. Das Er- fordernis der persönlichen Überwachung ist insbesondere dann erfüllt, wenn das Kind sich selbst oder Drittpersonen gefährdet und/oder wenn die persönliche Überwachung ein gewisses Mass an Intensität aufweist, welches den Überwachungsbed arf von nicht behinderten Kindern im gleichen Alter übersteigt (vgl. Urteil des Bundesge richts vom 11. Dezember 2019, Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8C_533/2019, E. 3.2.5; BRUGGER SCHMIDT /T REMP , a.a.O., S. 79 mit Hinweis auf KSIH Rz. 8078 in Verbindung mit Rz. 8035 [Stand: 1. Januar 2017] bzw . KSIH Rz. 8078.1 und Rz. 8078.2 [Stand: 1. Januar 2018]). 2.5.2 Eine besonders intensive dauernde Überwachung lie gt vor, wenn von der Betreuungs- person überdurchschnittlich hohe Aufmerksamkeit und ständige Interventionsbereitschaft gefor- dert wird (KSIH Rz. 8079). Dies bedeutet, dass sich die Betreuungsperson permanent in unmit- telbarer Nähe der versicherten Person aufhalten muss, da eine kurze Unachtsamkeit mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit lebensbedrohliche Folgen hätte oder zu einer massiven Schädi- gung von Personen oder Gegenständen führen würde. Aufg rund der geforderten 1:1 Überwa- chung bzw. Betreuung kann sich die Betreuungsperson kaum anderen Aktivitäten widmen. Zum Schutz der versicherten Person und ihrer Umgebung müssen Massnahmen zur Schadenminde- rung getroffen worden sein, wobei es diesbezüglich nicht zu einer unzumutbaren Situation der Umgebung kommen darf. Können Überwachungsinstrumente ( Monitor, Alarm) eingesetzt wer- den, ist nicht per se von einer besonders intensiven Übe rwachung auszugehen (KSIH Rz. 8079). 2.5.3 Die Überwachung muss dauernd erforderlich sein. " Dauernd" heisst nicht rund um die Uhr, sondern ist als Gegensatz zu "vorübergehend" zu verstehen (KSIH Rz. 8036 in Verbindung mit Rz. 8078). Dies kann auch dann erfüllt sein, wenn medizinische Anfälle (z.B. epileptische Anfälle) nur alle zwei bis drei Tage auftreten, diese aber unvermittelt und am Tag mehrmals erfolgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2009, 9C_431/2008, E. 4.4.1). Über- wachungsbedürftigkeit kann auch vorliegen, wenn sich di e mit der (gezielten und individuellen) Überwachung betraute Person dazu besonderer Techniken (z.B. Babyphon) bedient. Relevant ist die Überwachung dann, wenn sie sich nicht bloss in r einer Präsenz einer Überwachungsper- son erschöpft, sondern mit aktiven Handlungen verbunden ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 21. April 2015, 9C_598/2014, E. 5.2.1 und vom 15. Oktober 2008, 8C_158/2008, E. 5.2.1). 2.6 Gemäss Art. 37 Abs. 4 IVV ist bei Minderjährigen n ur der Mehrbedarf an Hilfeleistun- gen und persönlicher Überwachung im Vergleich zu nichtbe hinderten Minderjährigen gleichen Alters zu berücksichtigen (BGE 137 V 434 E. 3.3.3.2; Urte il des Bundesgerichts vom 11. De- zember 2019, 8C_533/2019, E. 3.2.4). Diese Sonderreg elung trägt dem Umstand Rechnung, dass bei Kleinkindern eine gewisse Hilfs- und Überwachu ngsbedürftigkeit auch bei voller Ge- sundheit besteht. Für die Bestimmung der Hilflosigkeit Minderjähriger dienen die im Anhang III des KSIH enthaltenen Richtlinien zur Bemessung der ma ssgebenden Hilflosigkeit bei Minder- jährigen (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2019, 8C_533/2019, E. 3.2.4 mit Hin- weis; KSIH Rz. 8086). 2.7 Nach KSIH Rz. 8094 entsteht bei Kleinkindern im er sten Lebensjahr der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung in dem Zeitpunkt, in welch em die Hilflosigkeit das erforderliche Ausmass erreicht hat; es ist keine Karenzfrist abzuwarten. In diesem Zeitpunkt muss aufgrund der Abklärung der IV-Stelle mit überwiegender Wahrsche inlichkeit feststehen, dass die Hilflo- sigkeit voraussichtlich mehr als 12 Monate bestehen wird ( vgl. auch Art. 42 bis Abs. 3 IVG; Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 2012, 9C_428/2011, E. 2). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.8 Verwaltungsweisungen, zu welchen auch das KSIH zählt , richten sich primär an die Durchführungsstellen und sind für das Kantonsgericht somi t nicht verbindlich. Deren Regeln werden vom Kantonsgericht dennoch berücksichtigt, sofern si e eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht daher nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben da rstellen. Insofern wird dem Bestre- ben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine recht sgleiche Gesetzesanwendung zu ge- währleisten, Rechnung getragen (BGE 140 V 543 E. 3.3.2.2.1 mit Hinweisen). 3.1 Gemäss Art. 42 ter Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 36 Abs. 2 IVV wird die Hilflo- senentschädigung für Minderjährige, die zusätzlich eine intensive Betreuung brauchen, um ei- nen Intensivpflegezuschlag erhöht, sofern sie sich nicht in einem Heim aufhalten. Der monatli- che Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem invaliditätsb edingten Betreuungsaufwand von mindestens 8 Stunden pro Tag 100% bei einem solchen von mindestens 6 Stunden pro Tag 70% und bei einem solchen von mindestens 4 Stunden pr o Tag 40% des Höchstbetrages der Altersrente nach Art. 34 Abs. 3 und 5 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenen- versicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946. Der Zuschlag berechnet sich pro Tag. 3.2 Eine intensive Betreuung im Sinne von Art. 42 ter Abs. 3 IVG liegt nach Art. 39 IVV vor, wenn Minderjährige im Tagesdurchschnitt infolge Beeint rächtigung der Gesundheit zusätzliche Betreuung von mindestens 4 Stunden benötigen (Abs. 1). Anrechenbar als Betreuung ist der Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege im Vergl eich zu nicht behinderten Minderjähri- gen gleichen Alters. Nicht anrechenbar ist der Zeitaufw and für ärztlich verordnete medizinische Massnahmen, welche durch medizinische Hilfspersonen vorgen ommen werden, sowie für pä- dagogisch-therapeutische Massnahmen (Abs. 2). Bedarf ein e minderjährige Person infolge Be- einträchtigung der Gesundheit zusätzlich einer dauernde n Überwachung, so kann diese als Betreuung von 2 Stunden angerechnet werden. Eine bes onders intensive behinderungsbeding- te Überwachung ist als Betreuung von 4 Stunden anrechen bar (Abs. 3; zur anrechenbaren Be- treuung im Einzelnen: KSIH, Rz. 8074 ff.). 4. Für die Bemessung der Hilflosigkeit der versicherten Person ist in der Regel eine Ab- klärung an Ort und Stelle (Art. 57 Abs. 1 lit. f IVG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVV) erforder- lich. Rechtsprechungsgemäss muss ein Abklärungsbericht fol genden Anforderungen genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diag- nosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Hilfsbed ürftigkeiten hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkun gen auf alltägliche Lebensver- richtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachperson en nicht nur zulässig, sondern notwendig (BGE 130 V 61 E. 6.1.1). Weiter sind die A ngaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Bet eiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext muss plausibel, begründet und detaillie rt bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sein. Schliesslich hat er in Übereinst immung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Ent- scheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstell t, in das Ermessen der die Abklä- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellba re Fehleinschätzungen vorliegen. Das ge- bietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompete nte Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständ ige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1, 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.2). 5. Wie eingangs dargelegt, sprach die Beschwerdegegneri n dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 31. März 2021 für die Zeit vom 4. März 2020 bis 1. April 2021 eine Hilflosenent- schädigung leichten Grades sowie einen Intensivpflegez uschlag für einen Betreuungsaufwand von vier Stunden zu. Nicht streitig ist dabei, dass der V ersicherte der dauernden persönlichen Überwachung bedarf. Streitig ist hingegen das Ausmass de r Überwachungsbedürftigkeit. Zwi- schen den Parteien unbestritten ist ferner die Erforde rlichkeit einer ständigen und aufwändigen Pflege. Streitig ist indessen die Hilfsbedürftigkeit i n den zwei alltäglichen Lebensverrichtungen "Essen" und "Verrichten der Notdurft", deren Bejahung zu einem Anspruch auf eine Hilflo- senentschädigung mittleren Grades führen würde. Ferne r besteht zwischen den Parteien Unei- nigkeit über die Höhe des Intensivpflegezuschlags. 6.1 Bei ihrem Entscheid über den Anspruch auf Hilflosene ntschädigung und den Intensiv- pflegezuschlag stützte sich die IV-Stelle in erster Lin ie auf den Abklärungsbericht "Hilflosigkeit IV-Minderjährige inkl. Intensivpflegezuschlag" vom 4. Jan uar 2021. Sie mass diesem Bericht vollen Beweiswert zu. Darin verneinte die Abklärungsperso n eine invaliditätsbedingte Hilflosig- keit in den verschiedenen Lebensverrichtungen mit der Be gründung, dass es sich um einen Versicherten im ersten Lebensjahr handle, womit die Hil fe in allen Bereichen altersentspre- chend ausfalle. Bejaht wurde indessen ein Bedarf an p ersönlicher Überwachung, wobei 120 Minuten pro Tag im Sinne einer dauernden Überwa chung nach Art. 39 Abs. 3 erster Satz IVV für den Intensivpflegezuschlag angerechnet wur den. Insgesamt wurde beim "Bedarf einer dauernden Hilfe im Rahmen der Behandlungs- und Grundpflege" (105 Minuten pro Tag), bei der "Begleitung zu Arzt- und Therapiebesuchen" (15 Minuten pro Tag) sowie beim "Bedarf an persönlicher Überwachung" (120 Minuten) ein anspruc hsrelevanter Mehraufwand für die Intensivpflege von vier Stunden ermittelt. 6.2.1 In Bezug auf die formellen Voraussetzungen gilt e s zunächst zu berücksichtigen, dass sich der Haushaltsbericht vom 4. Januar 2021 auf ein T elefonat vom 17. Dezember 2020 zwi- schen der Abklärungsperson und der Mutter des Versicherten stützt. Wenngleich entsprechen- de Abklärungen in der Regel vor Ort erfolgen, so ist dieses Vorgehen angesichts der Pandemie- lage in grundsätzlicher Hinsicht nicht zu beanstanden. Glei chwohl gilt es zu berücksichtigen, dass eine telefonische Abklärung im vorliegenden Fall al s suboptimal zu bezeichnen ist. Die Mutter des Beschwerdeführers war zum fraglichen Zeitpunkt aktenkundig rund um die Uhr mit dessen Betreuung befasst und konnte sich damit nur bedin gt auf ein telefonisches Abklärungs- gespräch konzentrieren. Dazu kommt, dass gemäss unwidersproch en gebliebener Darstellung der Mutter anlässlich der Parteiverhandlung das Telefo nat vorher nicht angekündigt worden war, kurz vor der Mittagszeit erfolgte und auch nicht a ls Abklärungsgespräch gekennzeichnet wurde. Bei dieser Sachlage wäre es wünschbar und hilfre ich gewesen, der Bericht wäre den Eltern zur Durchsicht oder Stellungnahme unterbreitet worden, auch wenn, wie die Beschwer- degegnerin zutreffend festhält, dazu keine Rechtspflicht besteht . Mit anderen Worten wird die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beweiserheblichkeit allein damit noch nicht entscheiden d gemindert. Im Weiteren ist auch die von der Beschwerdegegnerin sowie der Abklärungsperson nich t in Abrede gestellte Tatsache, dass der Bericht insgesamt knapp ausgefallen ist, dem Bew eiswert des Abklärungsberichts an sich nicht abträglich. Ins Gewicht fällt vorliegend indesse n, dass teilweise nicht nachvollziehbar ist, wie die Abklärungsperson zu ihren Schlussfolgerungen gelangt ist. Wie sogleich darzulegen sein wird, erweist sich der Abklärungsbericht in verschiede ner Hinsicht als nicht beweiskräftig, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. 6.2.2 Grundsätzlich ist mit der Beschwerdegegnerin davon a uszugehen, dass die Notwen- digkeit von Dritthilfe in den Bereichen Essen und Ver richten der Notdurft bei einem behinderten Kind im ersten Lebensjahr nicht berücksichtigt werden kann, weil sie altersentsprechend ist und auch gesunde Kinder insoweit auf Hilfe angewiesen sind . Würde dieser Grundsatz aber ent- sprechend der Auffassung der Beschwerdegegnerin absolut gelten, wäre bei Kindern im ersten Lebensjahr eine Hilflosenentschädigung mittleren Grade s von vornherein ausgeschlossen. Ein derartiger Ausschluss einer Hilflosenentschädigung mittl eren Grades bei Kindern im ersten Le- bensjahr findet jedoch weder im IVG noch in der IVV e ine Grundlage. Zwar darf im Sinne einer Vermutung davon ausgegangen werden, dass alle Kinder i m ersten Lebensjahr auf Dritthilfe in allen Lebensverrichtungen angewiesen sind und sich insoweit auch bei Kindern mit gesundheit- lichen Einschränkungen kein erheblicher Mehrbedarf ergibt. Es muss jedoch möglich sein, dass bei einem im Einzelfall belegten, ausnahmsweise deutli ch höheren Bedarf an Dritthilfe von die- ser Vermutung abgewichen bzw. diese widerlegt werden k ann. Davon geht auch das Bundes- gericht aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Febru ar 2009, 9C_431/2008). Ferner ergibt sich dies auch indirekt aus Anhang IV zum KSIH, wo bspw. für häufiges Windelwechseln (ab sechsmal täglich) ein Zusatzbedarf anerkannt wird. 6.2.3 Unter Berücksichtigung des vorstehend Dargelegten hätte sich die Abklärungsperson demnach nicht mit dem blossen Hinweis begnügen dürfen, dass die Hilfe in allen Bereichen der alltäglichen Lebensverrichtungen im ersten Lebensjahr a ltersentsprechend sei. Vielmehr hätte sie den konkreten Aufwand ermitteln müssen. Nicht zu übe rzeugen vermag in diesem Zusam- menhang auch die Aussage der Beschwerdegegnerin in ihre r Vernehmlassung, wonach ein allfälliger krankheitsbedingter Mehraufwand bei diesen Lebensverrichtungen im Rahmen der besonders aufwändigen Pflege geprüft worden sei. Zum einen ist kein Grund ersichtlich, warum ein solcher Mehraufwand nicht beim Umfang der notwend igen Dritthilfe bei der betroffenen Le- bensverrichtung geprüft wird. Zum anderen lässt sich dem e ntsprechenden Bericht nicht ent- nehmen, inwiefern und in welchem Umfang ein entspreche nder Mehraufwand unter den Positi- onen bezüglich der aufwändigen Pflege Berücksichtigung g efunden haben soll, zumal die tat- sächlich berücksichtigten Bereiche jeweils begründet worden sind. Von einer allfälligen doppel- ten Anrechnung kann demnach keine Rede sein. 6.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Abklärungsbericht als unvollständig und damit hinsichtlich der Frage nach der notwenigen Dritthilfe in den alltäglichen Lebensverrichtungen als nicht hinreichend beweiskräftig, was in der Regel eine e rneute Abklärung bedingen würde. Die übrigen Akten erweisen sich indessen als vollständig und hinreichend verlässlich, sodass sich die Angelegenheit gestützt darauf abschliessend beurteilen lässt. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4.1 Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass sich entspreche nde Hinweise auf eine Dritthilfe in den vorliegend zur Diskussion stehenden Lebensverrichtun gen bereits dem Abklärungsbe- richt selbst entnehmen lassen. In Bezug auf den Bereich "Essen" erweisen sich bspw. die Aus- führungen als relevant, wonach der Versicherte ausschliessl ich an der Brust trinke. Er würde die Flasche nicht akzeptieren und Brei und feste Nahrung könne er noch nicht schlucken (vgl. Abklärungsbericht, S. 2). Ferner ergibt sich aber insbe sondere aus der − nota bene von Dr. med. D.____, Oberärztin Neuropädiatrie und Entwi cklungspädiatrie des Spitals E.____, vi- sierte Einwandbegründung vom 25. Januar 2021, dass der Versicherte über Monate keine feste Nahrung zu sich nehmen konnte. Wie sich den diesbezüglich en, in ihrer Glaubwürdigkeit von Seiten der Beschwerdegegnerin nicht bestrittenen Schild erungen der Mutter des Versicherten entnehmen lässt, behalte der Versicherte jeden Schluck Mi nuten lang im Mund. Dies habe wie- derum zur Folge, dass die Mutter den Versicherten circa a lle 60 bis 90 Minuten für 30 Minuten stillen müsse. Hinzu komme, dass der Versicherte ausschliesslich in liegender Position gestillt werden könne, da er zu wenig Kraft und Körperspannun g habe. Bekräftigt werden diese Aus- führungen sodann auch in der im vorliegenden Beschwerd everfahren beigebrachten (weiteren) Stellungnahme der Mutter des Versicherten vom 8. Mai 2 021 (Beschwerdebeilage 5). Ursache für den ausserordentlichen Bedarf an Dritthilfe bild en u.a. der erhöhte Speichelfluss, die Veren- gung der Luftröhre sowie die zerebrale Bewegungsstörun g des Versicherten (vgl. statt vieler Berichte des Spitals E.____vom 13. und 23. März 2020, IV -act. 6). Sämtliche Diagnosen sowie die daraus resultierenden gesundheitlichen Beeinträchti gungen werden seitens der Parteien nicht in Frage gestellt, zumal sie grundsätzlich auch Ein gang in den Abklärungsbericht gefun- den haben. Gestützt auf die zitierten Unterlagen ist ei n erheblicher Mehraufwand an Dritthilfe in der Lebensverrichtung "Essen" im Vergleich zu gleichaltri gen Kindern ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgewiesen. 6.4.2 In Bezug auf das Verrichten der Notdurft lässt si ch der Einwandbegründung vom 25. Januar 2021 entnehmen, dass der Versicherte täglich fünf bis zehn Mal flüssigen Stuhl ha- be, womit der im KSIH aufgeführte Richtwert für die altersentsprechende Hilfe von sechsmal Windelwechseln pro Tag wohl regelmässig überschritten w erden dürfte (vgl. Anhang IV zum KSIH). Indessen gilt es zu berücksichtigen, dass es hierbe i nicht ausschliesslich um die Form des Stuhls und die Häufigkeit des Windelwechselns geht . Von massgebender Bedeutung ist vorliegend insbesondere, dass der Versicherte den weitere n Schilderungen seiner Mutter zufol- ge auf stetige Unterstützung angewiesen war und ist, u m überhaupt stuhlen zu können, weil ihm dafür die Kraft fehlt. Hervorzuheben sind hierbei namentlich die mit dem Stuhlen verbunde- nen Bauchkrämpfe von mehreren Stunden täglich. Auch w enn Bauchkrämpfe bei Säuglingen nichts Aussergewöhnliches sind (z.B. Dreimonatskoliken), ha ndelt es sich dabei regelmässig um gelegentlich wiederkehrende Probleme oder auch län gerdauernde Phasen. Aus den vorlie- genden Schilderungen der Mutter aufgrund der seit Ge burt bestehenden Probleme bei der Stuhlentleehrung, die zusätzliche Massnahmen (Bauchmassag en, Umlagern der Körpers, zu- sätzliche Verabreichung von Sauerstoff) notwendig macht en bzw. nach wie vor machen, und die mit einem erheblichen zeitlichen Mehraufwand verbunden sind, lässt sich indessen nicht nur auf eine punktuelle bzw. phasenweise, sondern auf eine regelmässige Hilfe bei der Verrichtung der Notdurft schliessen. Ein erheblicher Mehraufwand im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen ist demnach auch in diesem Bereich ausgewiesen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.5 Nach dem Gesagten ist eine regelmässig in erheblicher Weise erforderliche Dritthilfe bei den Lebensverrichtungen "Essen" und "Verrichten der Notdurft" im vorliegend massgeben- den Zeitraum zu bejahen, die das bei altersentsprechen den Kindern übliche Mass bei weitem übersteigt. Dies hat zur Folge, dass dem Versicherten für die Zeit vom 4. März 2020 bis 1. April 2021 eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades zuste ht (vgl. Art. 37 Abs. 2 IVV lit. b und E. 2.2 hiervor). Damit ist die Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen. 7.1 Im Weiteren ist der Anspruch auf einen Intensivpfl egezuschlag näher zu beleuchten. Gestützt auf den Abklärungsbericht vom 4. Januar 2021 an erkannte die Beschwerdegegnerin einen Betreuungsaufwand von insgesamt vier Stunden. Konkr et wurde dabei im Rahmen der Behandlungspflege ein Mehraufwand von 105 Minuten u nd bei der Arzt- und Therapiebeglei- tung ein solcher von 15 Minuten anerkannt. Für die persönliche Überwachung wurde ein Bedarf von zwei Stunden veranschlagt, was einer dauernden Überw achung entspricht (vgl. Art. 39 Abs. 3 erster Satz IVV und E. 6.1 hiervor). Die Elter n des Beschwerdeführers stellen sich dem- gegenüber auf den Standpunkt, dass der tatsächlich zur b erücksichtigende Mehraufwand auf- grund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen desselben und den damit erforderlichen Mass- nahmen sowohl bei der Behandlungs- und Grundpflege a ls auch bei der Arzt- und Therapiebe- gleitung höher ausfalle. Ferner sei von einer besonde rs intensiven dauernden Überwachung auszugehen, welche mit 240 Minuten pro Tag anrechenba r sei. Gemäss Aktenlage und Aussa- gen der Mutter des Beschwerdeführers werde dieser inten siv, in einem 1:1 Setting überwacht. Die Mutter müsse dabei überdurchschnittlich aufmerksam s ein, um möglichst rasch intervenie- rende Massnahmen, wie bspw. die Sauerstoffabgabe bei einem Sättigungsabfall oder auch das Umlagern oder die Hilfestellung bei einer Aspiration oder einem Erbrechen, ergreifen zu kön- nen. Gesamthaft sei demnach ein Mehraufwand von sechs S tunden für die Intensivpflege zu veranschlagen. 7.2 Wie bereits dargelegt (vgl. E. 2.5.2 hiervor), wir d eine besonders intensive dauernde Überwachung folgendermassen umschrieben: Eine besonde rs intensive dauernde Überwa- chung liegt vor, wenn von der Betreuungsperson überdurch schnittlich hohe Aufmerksamkeit und ständige Interventionsbereitschaft gefordert wird. Dies bedeutet, dass sich die Betreuungs- person permanent in unmittelbarer Nähe der versicherten Person aufhalten muss, da eine kurze Unachtsamkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit leb ensbedrohliche Folgen hätte oder zu einer massiven Schädigung von Personen oder Gegenstände n führen würde. Aufgrund der ge- forderten 1:1 Überwachung bzw. Betreuung kann sich die Betreuungsperson kaum anderen Aktivitäten widmen. Zum Schutz der versicherten Person un d ihrer Umgebung müssen Mass- nahmen zur Schadenminderung getroffen worden sein, w obei es diesbezüglich nicht zu einer unzumutbaren Situation der Umgebung kommen darf. Kö nnen Überwachungsinstrumente (Mo- nitor, Alarm) eingesetzt werden, ist nicht per se von einer besonders intensiven Überwachung auszugehen (KSIH Rz. 8079). 7.3 Im Abklärungsbericht vom 4. Januar 2021 wird hierzu ausgeführt, dass der Versicherte eine 24-Stunden-Überwachung benötige, da die Sauerst offsättigung durch die Atemwegser- krankung jederzeit dramatisch abfallen könne und sofort interveniert werden müsse. Nachts würde die Überwachung mit einem Monitor erleichtert , dennoch müssten die Eltern jede Nacht Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht mehrmals intervenieren und dem Versicherten die Sauersto ffmaske aufsetzen. Tagsüber erfol- ge die Überwachung ohne Monitor, da dieser die Bewegungsfreiheit sehr einschränke. An einer anderen Stelle des Abklärungsberichts wird ergänzend f estgehalten, die Mutter habe erklärt, dass sie die Pflege nicht mehr alleine leisten könne, vor allem der dauernde Schlafmangel set- ze ihr zu. Diese Ausführungen decken sich im Wesentlichen mit den Schilderungen der Eltern des Beschwerdeführers im Rahmen der Einwandbegründung vom 25. Januar 2021 und werden auch von der Beschwerdegegnerin nicht in Abrede gestellt. 7.4 Dem Abklärungsbericht lässt sich nicht zuverlässig entne hmen, welche Kriterien die Abklärungsperson zur Annahme veranlassten, es sei "bloss" ein Bedarf an dauernder Überwachung ausgewiesen. Ferner erweisen sich die nach trägliche Stellungnahme der Abklä- rungsperson vom 19. Mai 2021 als auch die Ausführunge n in der Vernehmlassung in diesem Zusammenhang als zu pauschal und wenig fallbezogen. Sie beschränken sich im Wesentlichen auf den Hinweis, dass die besonders intensive Überwachung in der Regel vor dem 8. Lebens- jahr nicht angerechnet werde und die nächtliche Überwa chung mittels Monitor zu berücksichti- gen sei (vgl. hierzu auch E. 2.5.1 und 2.5.2 hiervor). Indessen lässt sich bereits aus der Formu- lierung "in der Regel" im Zusammenhang mit der Alte rsgrenze schliessen, dass es Ausnahmen geben kann bzw. muss. Gleichermassen verhält es sich für di e Monitorüberwachung, wo das KSIH lediglich besagt, dass bei Einsatz eines Monitors n icht "per se" von einer besonders in- tensiven Überwachung auszugehen ist. Entscheidend müssen a uch hier die Verhältnisse des Einzelfalls sein. Eine Bezugnahme auf die auch im Abklär ungsbericht dokumentierten Schilde- rungen der Mutter des Versicherten fehlt aber weitgehend. Namentlich in Bezug auf den Einsatz eines Monitors dürfte es, abhängig von den jeweiligen Umständen, erhebliche Unterschiede geben. So kann es Fälle geben, in denen eine Monitorüberwachung erfolgt und allenfalls ein bis zwei Alarme pro Nacht ausgelöst werden. Diese unterscheid en sich aber erheblich von Fällen wie dem vorliegenden. Die Beschwerdegegnerin legt denn auch nicht dar, inwieweit der Einsatz des Monitors die besondere Intensität der Überwachung k onkret reduziert. Es ist nicht ersicht- lich, ob bzw. wie die Beschwerdegegnerin die konkreten U mstände des Einzelfalls gewürdigt und ihr Ermessen ausgeübt hat. Freies Ermessen erlaubt j edenfalls kein Entscheiden ohne überprüfbare sachliche Begründung. Vor diesem Hintergr und steht einer Ermessensausübung durch das Kantonsgericht bzw. einer richterlichen Korrektur daher nichts entgegen. 7.5 Wie sich der übereinstimmenden Aktenlage entnehmen lässt, ist seitens der Mutter des Versicherten eine überdurchschnittliche Aufmerksamkeit und ständige Interventionsbereitschaft nötig. Angesichts der plötzlichen und massiven Sättigungsa bfälle wäre bei nicht sofortiger Sauerstoffversorgung mit einer lebensbedrohlichen Situation zu rechnen. Aufgrund der notwen- digen Überwachung kann sich die Mutter kaum anderen Akt ivitäten widmen. Der Einsatz des Monitors in der Nacht ändert vor dem Hintergrund der häufigen Alarme nichts an der jederzeiti- gen Interventionsbereitschaft. Wie die Mutter des Versicherten anlässlich der Parteiverhandlung bekräftigt hat, kommt es aufgrund von Bewegungen des V ersicherten häufig zu Fehlalarmen. Die Fixation des Versicherten erweise sich als äusserst schw ierig, da sich dieser vehement da- gegen zur Wehr setze. Die Intervention seitens der Elt ern infolge der Fehlalarme führe wiede- rum zu Unruhe beim Versicherten und habe teilweise erne ute Sättigungsabfälle zur Folge, was einem Dauereinsatz gleichkomme. Aus diesem Grund schlafe die Mutter im gleichen Bett wie Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Versicherte bzw. sie lege diesen auf ihre Brust. So könne sie Sättigungsabfälle wahrneh- men, bevor der Monitor entsprechend Alarm schlage. Die se Methode erweise sich nicht zuletzt aufgrund der Tatsache als effizient, da sich die Sättigun gsabfälle sehr unterschiedlich äussern und folglich auch unterschiedliche Interventionen bedin gen würden. Im abgedunkelten Zimmer könne bspw. nicht ausgemacht werden, ob der Versicherte b lau anlaufe. So oder anders läuft der Einsatz der Eltern bzw. namentlich der Mutter auf eine 1:1 Überwachung bzw. Betreuung hinaus. Von einer Erleichterung durch den eingesetzten Monitor kann im vorliegenden Fall da- her keine Rede sein. Der vorliegende Fall ist sodann mi t dem in KSIH Ziffer 8079 genannten Fall eines Kindes mit schwerer Epilepsie vergleichbar, das täglich mehrere, plötzlich auftretende Serienanfälle erleidet, bei denen die Atmung aussetzt , weshalb die Betreuungsperson dauernd mit erhöhter Aufmerksamkeit in unmittelbarer Nähe des Kindes bleiben und jederzeit zum Ein- greifen bereit sein muss. Wären die Anforderungen an eine besonders intensive Überwachung vorliegend nicht erfüllt, stünde die Frage im Raum, u nter welchen Voraussetzungen dies denn überhaupt der Fall sein kann. Zu beachten ist insowei t auch, dass gemäss KSIH die Nachtwa- che keine Voraussetzung für eine besonders intensive Überwachung darstellt. Vor diesem Hintergrund ist eine besonders intensive Über wachung im Sinne der in Ziffer 8079 KSIH enthaltenen Umschreibung zu bejahen. 7.6 An diesem Ergebnis vermag denn auch die von der Besc hwerdegegnerin anlässlich der Parteiverhandlung beigebrachte RAD-Stellungnahm e vom 24. November 2021 nichts zu ändern. Darin gelangt Dr. med. F.____, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und - psychotherapie, zum Schluss, dass ein Intensivpflegezuschlag von vier Stunden täglich auch bei einem so schwer erkrankten Kind im ersten Lebensjahr nachvollziehbar und plausibel sei. Hierbei seien die folgenden Aspekte zu berücksichtigen: Gemäss des Vereins Deutsche Schlafberatung und gemäss den Angaben der AOK (gesetzli che Krankenkasse Deutschland) liege der zu erwartende Schlafbedarf bei einem Kind bis zu einem Jahr im Mittel bei 18 Stun- den. In diesem Zeitraum könne naturgemäss im Rahmen de r Zusprache einer Hilflosenent- schädigung nur eine Überwachung geltend gemacht werden, da alle denkbaren Interventionen darauf abzielen müssten, den Schlaf des Kindes zu befriede n und demzufolge pflegerische In- terventionen im eigentlichen Sinn obsolet seien. Somi t stünden aus medizinisch-theoretischer Sicht letztlich sechs Stunden erwünschte Wachheit für S äuglinge pro Tag für pflegerische Ver- richtungen zur Verfügung. Gemessen an der besonderen S chutzbedürftigkeit eines Säuglings, welcher diese Schlaf-Ruhezeiten benötige, um eine alte rsentsprechende neurophysiologische Gehirnreifung unterstützen zu können, müssten alle pfleg erischen Massnahmen in einem Zeit- fenster von sechs Stunden stattfinden, um das Kind nic ht zu überfordern und angemessene Regenerationsphasen gewährleisten zu können. Auch in de r sechsstündigen Wachheit eines beeinträchtigten Kindes sei es für eine gute neuroph ysiologische und neuropsychologische Entwicklung unerlässlich, dass nicht ständig Anregung, Int ervention und Pflegeleistungen an- gewendet würden, sondern der Säugling auch mal getra gen werde oder ohne äussere Anre- gung seine Umgebung je nach Entwicklungsalter erkundige. Die entsprechenden Ausführungen erweisen sich als pauschal und nicht einzelfallbezogen. Wie aus dem Dargelegten erhellt, können durchschnittliche R ichtwerte, wie die vorliegend aus me- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht dizinisch-theoretischer Sicht angeführten sechs Stunden er wünschte Wachheit, die angeblich für pflegerische Leistungen zur Verfügung stehen sollen , nicht absolut verstanden werden. Sie tragen den vorliegenden Gegebenheiten in keiner Weise Rechnung. Alsdann ist nicht ersicht- lich, inwiefern die entsprechenden Ausführungen die v on der Beschwerdegegnerin vertretene Auffassung stützen sollen, wonach die Schwelle für ei ne besonders intensive dauernde Über- wachung im vorliegend zu beurteilenden Fall nicht erre icht sei. Schliesslich vermag die Be- schwerdegegnerin auch mit dem Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2021, 8C_393/2021, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Darin gelangte das oberste Gericht u.a. zum Schluss, dass dem zur Diskussion stehenden Abklärungsb ericht bezüglich der Not- wendigkeit einer dauernden persönlichen Überwachung ke in Beweiswert zuerkannt werde kön- ne, nachdem die Abklärungsperson die Notwendigkeit ei ner dauernden persönlichen Überwa- chung beim im ersten Lebensjahr stehenden Versicherten we gen seines Alters ausschloss, ohne die weiteren Umstände zu würdigen. Diese pauscha le Begründung sei im vorliegenden Fall nicht hinreichend, nachdem sich u.a. aus dem Abkläru ngsbericht ergebe, dass der Be- schwerdegegner unter Atemproblemen leide, die Sauersto ffsättigung kontrolliert und durch- schnittlich zweimal wöchentlich Sauerstoff via Maske verabrei cht werden müsse (vgl. das soeben zitierte Urteil, E. 5.2). Die vorstehenden Ausfü hrungen (vgl. E. 7.5 und 7.6) werden da- mit letztlich untermauert. 8. Gestützt auf das vorstehend Dargelegte ist von einer besonders intensiven Überwa- chung auszugehen, womit der damit verbundene Mehraufwa nd mit 240 Minuten pro Tag zu veranschlagen ist. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der vo n der Beschwerdegegnerin aner- kannten 120 Minuten für den Mehraufwand im Rahmen de r Behandlungspflege und der Arzt- und Therapiebegleitung resultiert ein Mehraufwand v on insgesamt sechs Stunden bzw. ein In- tensivpflegezuschlag von 70% (vgl. E. 3.1 hiervor). Unter diesen Umständen kann offen gelas- sen werden, ob diese 120 Minuten zu knapp bemessend sind. 9. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 31. März 2021 ist aufzuheben und es i st festzustellen, dass dem Beschwer- deführer für die Zeit vom 4. März 2020 bis 1. April 2 021 eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades und ein Intensivpflegezuschlag von 70 Prozent zusteht. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei P räsidialentscheiden wie dem vorlie- genden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufw and (einfacher Schriftenwechsel, Par- teiverhandlung) entstanden ist, rechtfertigt es sich, di e Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf Fr. 500.-- festzusetzen. Nach § 20 Abs. 3 VPO wer- den die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegen den Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin unte rliegende Partei, weshalb die Verfah- renskosten ihr aufzuerlegen sind. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Versicherten ist mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 10. August 2021 aufgefordert worden, dem Gericht anläss- lich der Parteiverhandlung seine detaillierte Honora rnote einzureichen, andernfalls das Gericht das Honorar nach Ermessen festsetzen werde. Im Rahmen der Parteiverhandlung hat der Rechtsvertreter beantragt, dass das Honorar nach Ermessen festzusetzen sei. Der erbrachte Aufwand setzt sich vorliegend im Wesentlichen aus einem Instruktionsgespräch mit dem Man- danten bzw. dessen Eltern und dem Verfassen der Beschwer de sowie der Replik zusammen. Hält man sich die erbrachten Bemühungen vor Augen, ersche int es angemessen, für diese ei- nen Zeitaufwand von insgesamt 12 Stunden zu entschädige n. Zusätzlich gewährt das Gericht 2 Stunden für die Parteiverhandlung mit Vorbesprechu ng und Anreise. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchsch nittliche Fälle zur Anwen- dung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschä digen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tariford- nung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 200 3). Dem Beschwerdeführer ist dem- nach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'7 69.50 (14 Stunden à Fr. 250.-- inkl. Aus- lagen und 7,7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügu ng der IV-Stelle Basel- Landschaft vom 31. März 2021 wird aufgehoben und es wi rd festge- stellt, dass dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 4. Mä rz 2020 bis 1. April 2021 eine Hilflosenentschädigung mittleren G rades und ein Intensivpflegezuschlag von 70 Prozent zusteht. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'000.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3'769.50 (inkl. Ausla gen und 7,7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen