Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Mai 2017 (715 17 13 / 124) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen Nichtteilnahme an einem Programm zur vorübergehenden Beschäftigung Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtss chreiberin i.V. Noémie Müller Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen KIGA Baselland , Postfach , 4133 Pratteln 1 , Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A.1 Der 1985 geborene A.____ meldete sich am 3. Mär z 2016 im Rahmen eines Vollpen- sums zur Arbeitsvermittlung an und erhob ab 1. Apr il 2016 Anspruch auf Arbeitslosengelder. Am 4. Oktober 2016 wurde er vom Regionalen Arbeitsv ermittlungszentrum X.____ (RAV) an- gewiesen, sich bis spätestens 11. Oktober 2016 bei der B.____ zwecks Teilnahme an einem Programm zur vorübergehenden Beschäftigung telefoni sch zu melden. In der Folge meldete sich A.____ zwar bei der die Massnahme durchführend en Institution, lehnte die Teilnahme je- doch mit der Begründung ab, dass er noch Ferien bez iehen werde und überdies eine neue An- stellung in Aussicht habe. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.2 Mit Schreiben vom 14. Oktober 2016 wurde A.____ vo n der Kantonalen Amtsstelle für Industrie, Gewerbe und Arbeit Basel-Landschaft (KIGA), Abteilung Ergänzende Massnahmen ALV aufgefordert, zum Nichtantritt der angeordneten Massnahme Stellung zu nehmen. Dieser Aufforderung kam A.____ nicht nach. A.3 Mit Verfügung vom 8. November 2016 stellte das KIG A A.____ wegen Nichtbefolgens einer Weisung für 18 Tagen vorübergehend in der Ansp ruchsberechtigung zum Bezug von Taggeldleistungen der ALV ein, da kein entschuldbarer Grund vorliege. Die hiergegen erhobe- nen Einsprache vom 15. November 2016 wurde vom KIGA m it Einspracheentscheid vom 5. Januar 2017 abgewiesen. B. Dagegen erhob A.____ mit Schreiben vom 11. Januar 2 017 Beschwerde zu Handen des KIGA und beantragte sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids. Mit Schreiben vom 13. Januar 2017 leitete das KIGA die Beschwerde an das zuständige Kantonsgericht Ba- sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), weiter. C. In seiner Vernehmlassung vom 24. Februar 2017 beantr agte das KIGA die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 5. Januar 2017. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs.1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes ü ber die obligatorische Arbeitslo- senversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 auf die obligatori- sche Arbeitslosenversicherung anwendbar sind, kann gegen E inspracheentscheide der Versi- cherungsträger Beschwerde beim kantonalen Versicherungsg ericht erhoben werden. Gelangt eine Partei rechtzeitig an eine unzuständige Behörde, so gilt die Frist als gewahrt (Art. 60 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 ATSG). Die Behörde, die sich als unzuständig erachtet, überweist die Beschwerde ohne Verzug dem zuständigen Versicherungs gericht (Art. 58 Abs. 3 ATSG). Der Versicherte reichte seine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 5. Januar 2017 am 11. Januar 2017 bei der unzuständigen Arbeitslosenve rsicherung, Abteilung Ergänzende Massnahmen ein, womit die Beschwerdefrist gewahrt wurde. Örtlich zuständig ist nach Art. 58 Abs. 1 ATSG grundsätzlich das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicher- te Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Diese Regelung entspricht nun al- lerdings für den Bereich der Arbeitslosenversicherung nicht der vor dem Inkrafttreten des ATSG geltenden Zuständigkeitsordnung, weshalb der Bundesrat in Art. 100 Abs. 3 AVIG ausdrücklich ermächtigt worden ist, die örtliche Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts in Ab- weichung von Art. 58 ATSG zu regeln. Laut Art. 128 Ab s. 2 der Verordnung über die obligatori- sche Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kanto- nalen Amtsstelle das Versicherungsgericht desselben Kanton s zuständig. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet ein Einspracheentsche id, den das KIGA Baselland als kan- tonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen hat, sodass die örtliche Zuständigkeit des Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozi- alversicherungsrecht des Kantonsgerichts durch Präsidialent scheid Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.--. Im vorliegenden Fall l iegt der Streitwert unter Fr. 10‘000.--, womit die präsidiale Zuständigkeit begründet ist. 2. Vorliegend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz den Beschw erdeführer zu Recht in der An- spruchsberechtigung vorübergehend eingestellt hat und, bejahendenfalls, ob die Dauer der Ein- stellung angemessen ist. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 AVIG hat die versicherte P erson, die Versicherungs- leistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zu ständigen Arbeitsamtes alles Zumut- bare zu unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserh alb ihres bisherigen Berufes. Die ent- sprechenden Bemühungen müssen nachgewiesen werden könne n. Eine vermittelte zumutbare Arbeit hat die versicherte Person anzunehmen. Im Weiter en hat sie auf Weisung der zuständi- gen Amtsstelle an arbeitsmarktlichen Massnahmen teilzunehm en, welche ihre Vermittlungsfä- higkeit fördern (Art. 17 Abs. 3 lit. a AVIG). 3.2 Mit arbeitsmarktlichen Massnahmen soll laut Art. 59 Abs. 2 AVIG die Eingliederung von versicherten Personen gefördert werden, welche aus Gründe n des Arbeitsmarktes erschwert vermittelbar sind. Solche Massnahmen beabsichtigen insbeso ndere: die Vermittlungsfähigkeit der Versicherten zu verbessern, damit diese rasch und dau erhaft wieder eingegliedert werden können (lit. a); die beruflichen Qualifikationen entsprechend den Bedürfnissen des Arbeitsmark- tes zu fördern (lit. b); die Gefahr von Langzeitarbeitsl osigkeit zu vermindern (lit. c); oder die Möglichkeit zu bieten, Berufserfahrungen zu sammeln (lit. d). 3.3 Zu den arbeitsmarktlichen Massnahmen gehören unter a nderem vorübergehende Be- schäftigungen im Rahmen von Programmen öffentlicher ode r privater, nicht gewinnorientierter Institutionen (Art. 64a Abs. 1 lit. a AVIG). Das KIG A betont im angefochtenen Entscheid, dass die Teilnahme an einer solchen Massnahme der versicherten Person zur Verbesserung ihrer Vermittlungsfähigkeit diene. So erhalte die bzw. der Stellensuchende die Möglichkeit, eine ar- beitsmarktliche Referenz zu erwerben und allfällige für die Wiedereingliederung erschwerende Lücken im Lebenslauf zu vermeiden. Die arbeitsmarktlich e Kompetenz sowie die Tagesstruktur im Arbeitsumfeld blieben damit bestehen. Ferner könne die Fähigkeit zur Teambildung und Teamintegration gefördert werden. Bei entsprechende n Zweifeln würden ausserdem die Ver- mittlungsbereitschaft und die Vermittlungsfähigkeit d er versicherten Person überprüft, welche gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG Voraussetzung des Ansp ruchs auf Leistungsbezug der Arbeits- losenversicherung darstelle. Diesen zutreffenden Ausführu nggen der Vorinstanz zum Zweck der vorübergehenden Beschäftigung kann ohne Weiteres beigepflichtet werden. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4 Für die Durchsetzung der verschiedenen in Art. 17 AV IG statuierten Pflichten der ver- sicherten Person, insbesondere der Schadenminderungspf licht, sieht das Gesetz bei Verhal- tensweisen, die sich negativ auf Eintritt oder Dauer der Leistungspflicht der Arbeitslo- senversicherung auswirken, Sanktionen vor (vgl. dazu T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosen- versicherung, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bund esverwaltungsrecht, Soziale Si- cherheit, 3. Auflage, Basel/Genf/München 2016, Rz. 311 ff.). So kann bei Verwirklichung der in Art. 30 Abs. 1 AVIG aufgezählten Tatbestände die Ausrich tung von Arbeitslosenentschädigung für eine bestimmte Anzahl von Tagen ausgesetzt werden. D emzufolge ist die versicherte Per- son in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Wei- sungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, nament lich eine zumutbare Arbeit nicht an- nimmt oder eine arbeitsmarktliche Massnahme ohne entschuld baren Grund nicht antritt, ab- bricht oder deren Durchführung oder Zweck durch ihr Ver halten beeinträchtigt oder verunmög- licht (Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG). Die Wendung “ohne entschuldbaren Grund“ beschlägt die Fra- ge der Zumutbarkeit (N USSBAUMER , a.a.O., Rz. 847 mit Verweis auf ARV 2006 Nr. 14 S.1 55 und ARV 1999 Nr. 9 S. 45 E. 2a). 4.1 Im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren und im Sozialversiche- rungsprozess gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach hab en Versicherungsträger und So- zialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vor- bringen oder Beweisanträge der Parteien, für die rich tige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsat z gilt indessen nicht uneinge- schränkt; er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch , dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnot wendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungs gerichts ist, für die Zusammentra- gung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversi cherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 4.2 Dem Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen eine vollständige Über- prüfungsbefugnis zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer- defall das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dan n als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicherun gsrecht hat das Gericht seinen Ent- scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, n ach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach- verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Geri cht hat vielmehr jener Sachverhalts- darstellung zu folgen, die es von allen möglichen Gescheh ensabläufen als die wahrscheinlichs- te würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Der zu beurteilende Sachverhalt stellt sich im Wesen tlichen wie folgt dar: 5.1.1 Anlässlich des Beratungsgesprächs vom 4. Oktober 201 6 wurde der Versicherte ge- mäss Gesprächsprotokoll informiert, dass er zum Besuch ei ner arbeitsmarktrechtlichen Be- schäftigungsmassnahme verpflichtet werde. Mit Zuweisung vom selben Tag wurde er angewie- sen, sich bis spätestens 11. Oktober 2016 bei der B.____ zw ecks Bewerbung für eine vorüber- gehende Beschäftigung mit einem 100 % Pensum und der Abklärungszielrichtung “M1“ zu mel- den. 5.1.2 Gemäss Zuweisungsmeldung der B.____ vom 13. Oktob er 2016 habe sich der Versi- cherte zwar bei der Institution gemeldet, den Massnahmen besuch aber abgelehnt und mitge- teilt, dass er nicht komme. Zur Begründung habe er ang egeben, dass er noch Ferien beziehen werde und eine neue Anstellung in Aussicht habe. Mit Sch reiben vom 14. Oktober 2016 wurde der Versicherte vom KIGA aufgefordert, zum Nichtantritt der angeordneten Massnahme Stel- lung zu nehmen. Am 16. Oktober 2016 habe er im Wesen tlichen ausgeführt, dass er davon ausgegangen sei, bei Vorliegen einer Stellenzusage ni cht am Programm teilnehmen zu müs- sen. Am gleichen Tag habe er dem RAV X.____ mitgeteil t, vom 31. Oktober bis 11. November 2016 Ferien zu beziehen. 5.1.3 Mit Schreiben vom 26. Oktober 2016 wurde der Ver sicherte vom KIGA unter Fristan- setzung dazu aufgefordert, spätestens bis zum 3. November 2016 eine Bestätigung seines künftigen Arbeitgebers einzureichen, aus welcher insbesonde re der Arbeitsbeginn sowie das Arbeitspensum seiner neuen Anstellung hervorgehe. Nach dem die geforderte Arbeitsbestäti- gung nicht innert genannter Frist einging, stellte das KIGA den Versicherten mit Verfügung vom 8. November 2016 wegen Nichtbefolgens einer Weisung für 18 Tagen in der Anspruchsberech- tigung ein. Es hielt fest, dass kein entschuldbarer Gru nd für den sanktionslosen Nichtantritt der angeordneten Massnahme vorgelegen habe, weshalb der V ersicherte zur Teilnahme verpflich- tet gewesen wäre. 5.1.4 Am 15. November 2016 reichte der Versicherte die Arbeitsbestätigung seines Ar- beitgebers (C.____ GmbH in Y.____, Geschäftsleitung und Zeichnungsberechtigter D.____) vom 14. November 2016 ein. Dieser ist zu entnehmen, da ss er per 1. Dezember 2016 eine Teilzeitstelle als Springer im genannten Betrieb antreten könne, wobei keine Angaben über das genaue Arbeitspensum gemacht wurden. D.____ erklärte, dass er die Arbeitsbestätigung erst am 14. November 2016 habe ausstellen können, da er vom 24. Oktober 2016 bis 11. November 2016 verhindert gewesen sei. 5.1.5 Mit Schreiben vom 15. November 2016 erhob A.____ Einsprache gegen die Verfügung vom 8. November 2016. Darin machte er geltend, dass er selbst vom 30. Oktober 2016 bis 11. November 2016 ferienabwesend gewesen sei. Zudem sei sein künftiger Arbeitgeber verhin- dert gewesen, weswegen er die geforderte Arbeitsbestät igung erst am 14. November 2016 ha- be ausstellen können. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Mit Entscheid vom 5. Januar 2017 lehnte das KIGA die Einsprache des Versicherten ab. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, dass keine entschuldbaren Gründe für das sanktionslose Nichtbefolgen einer Weisung vorliegen würde n. Weder im Zeitpunkt in welchem der Versicherte die Teilnahme an der Massnahme abgelehn t habe, noch in einem späteren Zeitpunkt habe eine konkrete Anstellungsoption vorgel egen. Zudem habe er keinen Arbeitsver- trag über eine Vollzeit- und Festanstellung ab Januar 2 017 vorgelegt. Zudem hätte er die An- stellung als Springer in sehr geringem Pensum von 20 % erst ab dem 1. Dezember 2016 antre- ten können. Es wäre ihm somit möglich gewesen, das Beschäf tigungsprogramm vorerst im 100 % Pensum anzutreten. Die die Massnahme durchführen de Institution hätte die ab dem 1. Dezember 2016 allfällig erfolgenden Arbeitseinsätze berücksichtigen und die Massnah- menteilnahme im Umfang des effektiven Arbeitspensums r eduzieren können. Ein Zwischenver- dienst in derart geringem Pensum stelle keinen entsch uldbaren Grund für den Nichtantritt des Programms zur vorübergehenden Beschäftigung dar. Eine B eendigung der Massnahme auf- grund eines Zwischenverdienstes erfolge ausserdem ausschliessl ich nach Rücksprache und Zustimmung der kantonalen Amtsstelle. Weiter sei zu be achten, dass selbst im Falle der Mög- lichkeit eines Zwischenverdienstes im Vollpensum unter ge wissen Umständen ein überwiegen- des Interesse an der Durchführung der arbeitsmarktlichen Massnahme bestehen könne. Es liege daher ohnehin nicht im Ermessen des Versicherten, eigenmächtig zu entscheiden, ob ein angeordneter Programmeinsatz angetreten werde oder nicht. 5.3 Mit Beschwerde vom 11. Januar 2017 beanstandet der Beschwerdeführer im Wesentli- chen, dass er nicht nachvollziehen könne, dass er trotz posi tiver Stellenzusage an der arbeits- marktrechtlichen Massnahme hätte teilnehmen müssen. Zudem habe sein Personalberater ihn nicht darauf hingewiesen, dass er Probleme mit der ka ntonalen Amtsstelle bekommen werde, falls er die Massnahme nicht antreten würde. Dieser habe ihm lediglich mitgeteilt, dass er sich selber abmelden müsse, wenn er eine Arbeit gefunden ha be. Hätte dieser die Information rich- tig weitergeleitet, so wäre es nicht zu solchen Widerspr üchen und Missverständnissen gekom- men. 6.1 Im vorliegenden Fall steht aufgrund der vorstehende n Ausführungen unbestritten fest, dass sich der Beschwerdeführer zwar bei der B.____ zwecks Ar beitseinsatzes in einem Pro- gramm zur vorübergehenden Beschäftigung gemeldet, den angebotenen Einsatz jedoch abge- lehnt hat, weil er diesen sinngemäss als unzumutbar erach tete. Die Beschwerdegegnerin ge- langte demgegenüber zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführ er die angeordnete arbeits- marktliche Massnahme zu Unrecht nicht angetreten habe. 6.2 Ob die Teilnahme an einem Programm zur vorüberge henden Beschäftigung zumutbar ist, beurteilt sich sinngemäss nach Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG (Art. 64a Abs. 2 AVIG). Danach ist eine Massnahme nur dann unzumutbar und von der Annah mepflicht ausgenommen, wenn sie dem Alter, den persönlichen Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand der versicherten Per- son nicht angemessen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 13. April 2016, 8C_128/2016, E. 2).Die weiteren in Art. 16 Abs. 2 AVIG genannten Kriterien (lit. a und b sowie d bis i) sind für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Beschäftigungsprogram men gemäss Art. 64a Abs. 21 lit. a AVIG unbeachtlich (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versich erungsgerichts [EVG; heute Bun- desgericht, sozialrechtliche Abteilung] vom 3. Februar 2004, C 252/03, E. 2.1). Sodann ist an- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesichts von Sinn und Zweck der vorübergehenden Beschäftigung eine Unzumutbarkeit nur mit Zurückhaltung anzunehmen (NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 724). 6.3 Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, da ss die vorgesehene Massnahme in der Restaurationswerkstatt der B.____ für den Beschwe rdeführer weder wegen seines Alters noch in Bezug auf seinen Gesundheitszustand unzumutbar w ar. Somit ist einzig zu prüfen, ob sie aufgrund der persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers nicht möglich war (vgl. auch BARBARA KUPFER BUCHER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicheru ng und Insolvenzentschädigung, 4. Auflage, Zürich 2013, S. 117 ff.). Dabei geht es entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht darum, ob er seinen Entschluss, an der angeordnet en arbeitsmarktlichen Massnahme nicht teilzunehmen, rechtzeitig mitgeteilt hatte; vielme hr dreht sich der Streit allein um die Fra- ge, ob er das Beschäftigungsprogramm hätte absolvieren m üssen (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 13. April 2016, 8C_128/2016, E. 3.2). Unter diesem Aspekt kann der Argumentation des Beschwerdeführers nicht gefolgt werden. Er begründ et seinen Entscheid in erster Linie da- mit, dass er eine neue Stelle in Aussicht hatte. Dabei ü bersieht er jedoch, dass auch diese Si- tuation nicht in jedem Fall einen Grund darstellt, d ie Teilnahme an einer angeordneten Mass- nahme zu verweigern. Gerade in Bezug auf den vorliegen den Sachverhalt steht fest, dass der Beschwerdeführer die Massnahme auch neben der ab 1. Dez ember 2016 im Umfang von 20% ausgeübten Tätigkeit hätte absolvieren können. Die Be schwerdegegnerin legt diesbezüglich überzeugend dar, dass es dem Beschwerdeführer ohne weite res möglich gewesen wäre, bis Ende November 2016 im zugewiesen Arbeitspensum von 100% an der Massnahme teilzuneh- men. Auch nach Antritt der Stelle als Springer bei de r C.____ GmbH hätte die B.____ in Ab- sprache mit dem Beschwerdeführer dessen Einsätze koordinier en können, weshalb auch ab diesem Zeitpunkt keine Unzumutbarkeit der Massnahme best and. In diesem Zusammenhang ist denn auch zu betonen, dass die von der kantonalen Amt sstelle angeordnete Massnahme insbesondere aufgrund der bisherig erfolglosen Stellen suche des Beschwerdeführers und die Zuweisung zur B.____ in Berücksichtigung des beruflichen Lebenslaufes des Beschwerdefüh- rers erfolgte. Bereits unter diesen Aspekten steht fest, dass der Beschwerdeführer an der Mas- snahme hätte teilnehmen müssen. 6.4 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass er keinen Nachteil erleiden dürfe, weil er den Arbeitsvertrag nicht schriftlich vorgelegt habe. Es ist ihm zwar zuzustimmen, dass ge- mäss den geltenden gesetzlichen Bestimmungen Arbeitsverträg e auch mündlich geschlossen werden können. Wer aber aus einem solchen mündlich geschl ossen Vertrag Rechte ableiten will, muss dessen Bestand beweisen. Der Beschwerdeführer reichte entgegen der Aufforderung des RAV erst Mitte November 2016 die Bestätigung der Ar beitgeberin ein, welcher zu entneh- men ist, dass er ab 1. Dezember 2016 in einem 20 % Pensum arbeiten könne. Er kann deshalb aus dieser Argumentation nichts zu seinen Gunsten ableiten. 6.5.1 Weiter moniert der Beschwerdeführer, der Perso nalberater habe ihm gesagt, dass er nicht an der Massnahme teilnehmen müsse, wenn er eine neue Stelle habe. Zudem sei er nicht informiert worden, dass es sich dabei um eine Vollzeitstel le handeln müsse und welche Konse- quenzen die Abmeldung von den Massnahmen für ihn habe . Der Beschwerdeführer beruft sich damit sinngemäss auf den Vertrauensschutz. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.5.2 Nach Art. 27 ATSG sind die Versicherungsträger und Durchführungsorgane der einzel- nen Sozialversicherungen verpflichtet, im Rahmen ihres Zust ändigkeitsbereiches die interes- sierten Personen über ihre Rechte und Pflichten zu informieren. Eine besondere Bedeutung hat die Beratungspflicht nach Art. 27 Abs. 2 ATSG in der Arbeitslosenversicherung erhalten. Hier ist die versicherte Person darauf hinzuweisen, dass ihr Verh alten die in der ALV massgebende Voraussetzung der Vermittlungsfähigkeit gefährden kann (vgl. BGE 131 V 472, E. 5 f.; U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 27, Rz. 31). Sinn und Zweck der Beratungspflicht ist, die betreffende Person in die Lage zu versetzen, sich so zu ver- halten, dass eine den gesetzgeberischen Zielen des jeweiligen Erlasses entsprechende Rechts- folge eintritt (vgl. BGE 131 V 472, E. 4.3; SVR 2008 IV Nr. 10, I 714/06, E. 4.1). 6.5.3 Das Unterbleiben einer Auskunft entgegen gesetzlich er Vorschriften oder obwohl sie nach den im Einzelfall gegebenen Umständen geboten wa r, kann eine vom materiellen Recht abweichende Behandlung des oder der Rechtssuchenden gebieten. Massgebend ist die Recht- sprechung zum öffentlich-rechtlichen Vertrauensschutz bei unrichtigen behördlichen Auskünften (vgl. BGE 127 I 31, E. 3a; 121 V 65, E. 2a und b). Gemäss Rechtsprechung und Doktrin ist dies unter folgenden Voraussetzungen der Fall: 1. wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf eine bestimmte Person gehandelt hat; 2. wen n sie für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende Perso n die Behörde aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte; 3. wenn die P erson die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte resp. wenn die Person den Inhalt der unterbliebenen Aus- kunft nicht kannte oder deren Inhalt so selbstverständli ch war, dass sie mit einer anderen Aus- kunft nicht hätte rechnen müssen; 4. wenn sie im Vertr auen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können; und 5. wenn die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat (vgl. SVR 2007 ALV Nr. 20; BGE 131 V 472, E. 5). 6.5.4 Die Berufung des Beschwerdeführers auf den Vertra uensschutz versagt schon alleine deshalb, weil nicht erstellt ist, dass er als Folge der vermeintlich unterbliebenen Auskunft Dis- positionen getroffen oder unterlassen hat, die ohne N achteil nicht mehr rückgängig gemacht oder nachgeholt werden können (Voraussetzung 4). Zudem steht aufgrund der Angaben im Verlaufsprotokoll des Beratungsgesprächs vom 10. Oktober 20 17 fest, dass der Personalbera- ter den Beschwerdeführer darauf hingewiesen hat, dass eine Abmeldung vom Programm zur vorübergehenden Beschäftigung nur erfolgen könne, wenn der Zwischenverdienst einem 100 % Pensum entspreche. 6.5.5 Zusammenfassend steht aufgrund der vorstehenden Au sführungen fest, dass der Be- schwerdeführer keinen entschuldbaren Grund vorbringt, w elcher ihn von der Teilnahmepflicht am arbeitsmarktlichen Beschäftigungsprogramm bei der B. ____ entbunden hätte. Infolgedes- sen sind die Voraussetzungen von Art. 30 Abs. 1 lit. d A VIG erfüllt, womit sich die vorüberge- hende Einstellung in der Anspruchsberechtigung rechtfertigt. 7.1 Als Nächstes ist die Einstellungsdauer zu überprüfe n. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Die Dauer einer Einstellung in der Anspruchsbere chtigung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach Art. 45 Abs. 3 AVIV wird die Einstellung abgestuft und dauert 1 bis 15 Tage bei leichtem (lit. a), 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem (l it. b) und 31 bis 60 Tage bei schwerem (lit. c) Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens fällt d ie Verwaltung ihren Entscheid nach pflichtgemässem Ermessen. Gemäss § 57 lit. c VPO hat die sozi alversicherungsrechtliche Ab- teilung des Kantonsgerichts bzw. deren präsidierende Person bei Präsidialentscheiden zwar die angefochtene Verfügung auch auf deren Angemessenheit zu überprüfen; sie greift jedoch bei der Beurteilung der durch die Verwaltung angeordnet en Einstelldauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in deren Ermessensspielraum ein. 7.3 Die Vorinstanz hat das Verhalten des Beschwerdeführer s als mittelschweres Verschul- den qualifiziert und die Einstellungsdauer in Anlehnung an das Kreisschreiben über die Arbeits- losenentschädigung des Staatssekretariats für Wirtschaft (AV IG-Praxis ALE) auf 18 Tage fest- gesetzt. Danach wird bei erstmaligem, unentschuldigtem Nichtantritt oder Abbruch eines Kurses ohne entschuldbaren Grund je nach die Dauer des Kurses eine Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung vorgegeben (AVIG-Praxis ALE Rz. D72 Ziff. 3. D). Für Kurse mit einer Dauer von mehr als 10 Wochen wird ein mittelschweres bis schweres Ve rschulden mit entsprechender Einstelldauer angenommen (vgl. Rz. D72 Ziffer 3.D 6). In Beachtung, dass der Kurs bei der B.____ vom 4. Oktober 2016 bis 4. Mai 2017 dauerte, le gte die Vorinstanz die Sanktion an der untersten Grenze des mittleren Verschuldens fest. Diese Einschätzung ist nicht zu beanstanden und erweist sich unter Berücksichtigung der gesamten obje ktiven und subjektiven Umstände des Beschwerdeführers sowie der gebotenen Zurückhaltung in der Überprüfung des Ermessens der Verwaltung als angemessen. Das Kantonsgericht sieht daher keinen Anlass, in die vorge- nommene Bemessung korrigierend einzugreifen. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene Einspracheentscheid des KIGA vom 5. Januar 2017 nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene Beschwerde er- weist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 9. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das vorliegende Verfahren kostenlos. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht