<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2008 42 S.253</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Sozialhilfe</span> <span class="page_no">253</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">[...]</span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>42</b></span> <span class="ft2"><b>Weisung betreffend Wohnungssuche nach einem Umzug in eine andere</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Gemeinde.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Bei einem Umzug in eine andere Gemeinde steht es der neuen Wohn-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>gemeinde frei, dem Sozialhilfeempfänger erneut die Weisung zu er-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>teilen, eine günstigere Wohnung zu suchen. Die Kürzung bis zur</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">254</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft2"><b>Höhe des richtlinienkonformen Mietzinses darf jedoch nicht bereits</b></span><br/> <span class="ft2"><b>mit der Auflage / Weisung erfolgen (Erw. 3.2.2).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Dem Sozialhilfebezüger muss eine genügend grosse Zeitspanne ein-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>geräumt werden, um den Wohnungswechsel vollziehen zu können</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(Erw. 3.2.3).</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Urteil des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 3. November 2008 in Sa-</span><br/> <span class="ft5">chen L.B. gegen das Bezirksamt Baden (WBE.2008.69).</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1. (...)</span><br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">3.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Als die Beschwerdeführerin in Z. wohnhaft war, wies sie der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderat Z. mit Beschluss vom 6. November 2006 an, bis</span><br/> <span class="ft1">31. März 2007 eine günstigere Wohnung zu suchen. Den Akten kann</span><br/> <span class="ft1">nicht entnommen werden, welchen Höchstmietzins der Gemeinderat</span><br/> <span class="ft1">Z. zu übernehmen bereit war. Nachdem die Beschwerdeführerin per</span><br/> <span class="ft1">1. Mai 2007 eine neue Wohnung an der Y-strasse 1a in X. gefunden</span><br/> <span class="ft1">hatte, war die Gemeinde Z. als bisheriges Sozialhilfeorgan gestützt</span><br/> <span class="ft1">auf Kapitel C.8 der Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung</span><br/> <span class="ft1">der Sozialhilfe, hrsg. von der Schweizerischen Konferenz für Sozial-</span><br/> <span class="ft1">hilfe, vom Dezember 2000 (SKOS-Richtlinien), verpflichtet, u.a. die</span><br/> <span class="ft1">Kosten für den ersten Monatsmietzins am neuen Ort, d.h. für den</span><br/> <span class="ft1">Monat Mai 2007, zu decken. Der Gemeinderat Z. hat dabei den ef-</span><br/> <span class="ft1">fektiven Mietzins von Fr. 1'270.-- berücksichtigt, was mangels ge-</span><br/> <span class="ft1">genteiliger Hinweise darauf schliessen lässt, dass der genannte Be-</span><br/> <span class="ft1">trag den von der Gemeinde Z. vorgegebenen Höchstmietzins nicht</span><br/> <span class="ft1">überstieg, die Beschwerdeführerin der ihr am 6. November 2006 auf-</span><br/> <span class="ft1">erlegten Weisung mit dem Bezug einer Wohnung im Betrag von</span><br/> <span class="ft1">Fr. 1'270.-- somit nachkam. Nicht der Beschwerdeführerin angelastet</span><br/> <span class="ft1">werden kann der Umstand, dass die Gemeinde Z. offenbar nicht ab-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Sozialhilfe</span> <span class="page_no">255</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">geklärt hatte, ob der künftige Mietzins den Mietzinsrichtlinien der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinde X. entspricht (vgl. SKOS-Richtlinien, Kapitel B.3).</span><br/> <span class="ft1">3.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Liegt der Mietzins der neuen Wohnung der Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft1">über dem in X. anrechenbaren Höchstmietzins, so steht es der So-</span><br/> <span class="ft1">zialbehörde X. frei, der Beschwerdeführerin nach ihrem Umzug in</span><br/> <span class="ft1">die Gemeinde X. erneut die Auflage / Weisung zu erteilen, sie habe</span><br/> <span class="ft1">eine günstigere Wohnung gemäss den Mietzinsrichtlinien der Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinde X. zu suchen, widrigenfalls der anrechenbare Mietzins ge-</span><br/> <span class="ft1">kürzt werde. Mit (rechtskräftigem) Beschluss vom 25. Juni 2007 hat</span><br/> <span class="ft1">der Gemeinderat X. der Beschwerdeführerin denn auch die Auflage /</span><br/> <span class="ft1">Weisung erteilt, sich gemäss den kommunalen Mietzinsrichtlinien</span><br/> <span class="ft1">intensiv um eine 3- bis 3</span> <span class="ft1">½-Zimmerwohnung für maximal</span><br/> <span class="ft1">Fr. 1'100.-- inkl. Nebenkosten zu bemühen und sich über die Woh-</span><br/> <span class="ft1">nungssuche monatlich bei der Jugend- und Familienberatungsstelle</span><br/> <span class="ft1">Baden schriftlich auszuweisen, widrigenfalls die Sozialhilfe gekürzt</span><br/> <span class="ft1">werden könne. Gestützt darauf hat das Bezirksamt mit Entscheid</span><br/> <span class="ft1">vom 17. Dezember 2007 den Vollzug der Kürzung des Mietzinses</span><br/> <span class="ft1">auf Fr. 1'100.-- verfügt. Hingegen war es unzulässig, mit der Auflage</span><br/> <span class="ft1">/ Weisung direkt die Kürzung zu verbinden resp. anstelle einer Kür-</span><br/> <span class="ft1">zung bis zur Höhe des richtlinienkonformen Mietzins die Übernahme</span><br/> <span class="ft1">jeglicher Wohnungskosten zu verweigern.</span><br/> <span class="ft1">3.2.3.</span><br/> <span class="ft1">Dem Sozialhilfebezüger muss im Zusammenhang mit einer</span><br/> <span class="ft1">Auflage / Weisung betreffend Wohnungssuche eine genügend grosse</span><br/> <span class="ft1">Zeitspanne eingeräumt werden, um den Wohnungswechsel vollzie-</span><br/> <span class="ft1">hen zu können. Eine solche Frist hat weder der Gemeinderat X. im</span><br/> <span class="ft1">Beschluss vom 25. Juni 2007 noch das Bezirksamt Baden im Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheid vom 17. Dezember 2007 angesetzt. Der Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft1">war damit aufgrund des besagten Beschlusses nicht klar, innert wel-</span><br/> <span class="ft1">cher Frist sie eine Wohnung suchen und insbesondere dass sie durch</span><br/> <span class="ft1">eine Änderung ihres Verhaltens den Vollzug der angedrohten Kür-</span><br/> <span class="ft1">zung verhindern kann. Vor diesem Hintergrund erweist sich der vom</span><br/> <span class="ft1">Bezirksamt vorgenommene Vollzug der Kürzung der Mietkosten auf</span><br/> <span class="ft1">Fr. 1'100.-- als unrechtmässig, weshalb Ziff. 2 des Entscheids des</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">256</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Bezirksamts Baden vom 17. Dezember 2007 in teilweiser Gutheis-</span><br/> <span class="ft1">sung der Beschwerde aufzuheben ist.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>