BRKE I Nr. 349/1993 vom 1. Oktober 1993 in BEZ 1993 Nr. 33 4. Der Gesetzgeber wollte mit den §§ 242 ff. PBG eine lückenlose Regelung der Abstellplatzerstellungspflicht scha ffen, wonach die Pflicht primär durch die reale E r- stellung von Abstellplätzen spätestens auf die Bezugsabnahme des die Erstellung s- pflicht auslösenden Bauvorhabens hin zu erfüllen ist, und, falls die Primärerfüllung nicht möglich oder nicht zumutbar erscheint, an deren Stelle die Beteiligung an einer Gemeinschafts anlage als erstes und die Leistung einer Ersatzabgabe als zweites Erfüllungssurrogat zu treten hat. Die Beteiligung an einer Gemeinschaftsanlage kann nur dann als erstes Erfü llungssurrogat an die Stelle der realen Erstellung von Abstellplätzen treten, wenn sie i nnert nützlicher Frist auch tatsächlich erfolgt; a n- sonsten ist eine Ersatzabgabe zu leisten. W äre auf die blosse Möglichkeit der Bete i- ligung an einer Gemeinschaftsanlage abz ustellen, könnte sich der Pflichtige mit dem Nachweis, dass die Baubehörde es verpasst habe, ihn rechtzeitig zur möglichen B e- teiligung an einer Gemeinschaftsanlage zu ve rpflichten, seiner Abstellplatzerste l- lungspflicht entziehen. Abgesehen davon hätte eine solche Betrachtungsweise auch zur Folge, dass trotz der Befrist ung der Pflicht zur Bete iligung an einer Gemei n- schaftsanlage auch nach Ablauf der Frist nicht feststünde, ob und auf welche W eise Abstellplätze zu erstellen wären. Der Erwerber eines Grun dstücks, das mit einer diesbezüglichen Eigentumsbeschränkung belastet ist, müsste noch nach Jahr und Tag damit rechnen, dass die Baubehörde unter Berufung darauf, es sei die Beteil i- gung an einer Gemeinschaftsanlage innert der anberaumten Frist möglich gewesen, dieses erste Erfüllungssurrogat fordert. In Rechtsmittelverfahre n gegen diesbezügl i- che Anordnungen müssten sodann Abklärungen über Jahre zurückliegende Be teili- gungsmöglichkeiten getroffen und gestützt darauf aktuelle Verpflich tungen geregelt werden. Aus diesen Gründen hat diejenige Partei, welche die Erfüllung der Abst ellplatz- erstellungspflicht durch Beteiligung an einer Gemeinschaftsanlage anstrebt, die ihr obliegenden Vorkehren vor Ablauf der für eine mögliche Beteiligung angeset z ten Frist zu tre ffen. Die Baubehörde hat den Grundeigentümer vor Ablauf dieser Frist - 2 - zur Beteiligung aufzufordern, und der Grundeigentümer hat vor Fristablauf der Ba u- behörde ein Beteil igungsangebot zur Bewilligung zu unterbreiten. Nur so besteht Gewähr dafür, dass in a bsehbarer Zeit nach Fertigstellung einer Baute fes tsteht, auf welche W eise d ie Abstel lplatzerstellungspflicht erfüllt wird. Der ungenutzte Ablauf der zur Beteiligung an einer Gemeinschaftsanlage angesetzten Frist führt daher d a- zu, dass die Ersatzabgabe zu entrichten ist. Dem kann sich der Pflichtige auch unter Berufung auf ein all fälliges gesetzl i- ches Rückforderungsrecht für den Fall der nachträglichen Realerfüllung bzw. Bete i- ligung an einer Gemeinschaftsparkierungsanlage nicht widersetzen, weil solche Vorschriften eine rechtskräftig festgesetzte und damit zur Zahlung fällige Ersat zab- gabe vo raussetzen. W ollte von diesem Erfordernis abgesehen werden, hätte ein Grundeigentümer die Möglichkeit, die Fälligkeit der Ersatzabgabe mit irgendwelchen Realerfüllungs- bzw. Beteiligungsangeboten zu verzögern. Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz zu Recht trotz des nachträglichen Betei- ligungsangebots eine Ersatzabgabe festgesetzt, lässt sich doch die von der Reku r- rentin angebotene Lösung nicht ohne weiteres realisieren. Dies nicht nur deshalb, weil fraglich ist, ob die Anlage, an der sich die R ekurrentin beteiligen will, noch in e i- ner nützlichen Entfernung liegt, sondern vor allem deshalb, weil ungewiss ist, ob b e- sagte Abstellplätze den Mietern der Liegenschaft effektiv zur Verfügung gestellt we r- den könnten. Die Erhebung einer Ersatzabgabe erwei st sich daher als zweckmässig. Dies bedeutet nicht, dass das rekurrentische Beteiligungsangebot von vornherein nicht bewilligungsfähig und somit ein Rückerstattungsanspruch au sgeschlossen wäre, sondern lediglich, dass die Rekurrentin, wenn sie an ihrem Ang ebot festhalten will, hierüber ein separates Bewilligungsverfahren einzuleiten hat. Erwiese sich ihr A n- gebot sodann als bewilligungsfähig, hätte sie gemäss Art. 15 PPVO Anspruch auf Rückerstattung der mit dem angefochtenen Beschluss festgesetzten Ersatzabgabe.