Initiatives parlementaires. Rentes AVS/AI 1576 N 26 septembre 1990 #ST# 88.227 Parlamentarische Initiative (Spielmann) Ergänzungsleistungen zur AHV/IV Initiative parlementaire (Spielmann) Prestations complémentaires à l'AVS/AI Kategorie III, Art. 68 GRN-Catégorie III, art. 68RCN Wortlaut der Initiative vom 20. Juni 1988 Die zweite Revision des ELG hat es erlaubt, die Leistungen für EL-Bezüger, die in einem Heim leben, zu verbessern. Für Tau- sende von anderen hingegen sind die Leistungen auf den 1. Januar 1988 gekürzt und in vielen Fällen sogar ganz gestri- chen worden. Was den einen gegeben wurde, ist also zum Teil ändern genommen worden. Und dies in dem Augenblick, da die Haushalte von Bund und Kantonen Einnahmenüber- schüsse verzeichnen. Gestützt auf Artikel 27 des Geschäftsreglementes des Natio- nalrates reiche ich folgende Initiative in Form der allgemeinen Anregung ein: Die Bundesversammlung wird beauftragt, das ELG so zu än- dern, dass der Abzug nach Artikel 3 Absatz 2 wie früher auch für die Renten und Pensionen, mit Ausnahme der AHV- und IV-Renten, beansprucht werden kann. Weiter sollte Artikel 3 Absatz 4bis erster Satz gestrichen werden, damit die ersten 200 Franken der medizinischen Kosten nicht wie vorgesehen den EL-Bezügern belastet, sondern mitberücksichtigt werden. Texte de l'initiative du 20 juin 1988 La deuxième révision de la LPC a permis d'améliorer les resta- tions en faveur des bénéficiaires hospitalisés dans un home. Par contre, pour des milliers d'autres, dès le 1er janvier 1988, les allocations ont été réduites et même supprimées dans de nombreux cas. Les uns ont donc partiellement «payé» ce qui a été accordé a d'autres. Cela au moment où les comptes de la Confédération et des cantons enregistrent des excédents de revenus. Conformément à l'article 27 du règlement du Conseil national, je dépose l'initiative suivante, conçue en termes généraux: L'Assemblée fédérale est chargée de modifier la LPC afin que la déduction prévue à l'alinéa 2 de l'article 3 de la LPC soit, comme par le passé, étendue aux rentes et pensions, à l'ex- ception de celles de l'AVS et de l'Ai. Quant à l'alinéa 4bis de ce même article 3, la première phrase devrait être supprimée de manière que les 200 premiers francs de frais médicaux prévus ne soient pas mis à la charge des bénéficiaires de la LPC mais pris en compte par celle-ci. Herr Allenspach unterbreitet im Namen der Kommission für soziale Sicherheit den folgenden schriftlichen Bericht: Ergebnis der Vorprüfung der Kommission Die Kommission für soziale Sicherheit führte gemäss Artikel 21 ter des Geschäftsverkehrsgesetzes die Vorprüfung der In- itiative durch und gab dem Initianten Gelegenheit, seinen Vor- stoss zu begründen (Art. 21 quinquies Abs. 1 GVG). Zusätzlich hörte sie einen Spezialisten für Ergänzungsleistungen des Bundesamtes für Sozialversicherung an. In der eingehenden Diskussion zeigte sich, dass die Kommis- sion dem zweiten Anliegen der Initiative (Abschaffung der Franchise bei medizinischen Kosten) positiv gegenübersteht. Sie reicht deshalb eine selbständige Motion (89.300 Ergän- zungsleistungen zur AHV/IV) ein. Den ersten Teil der Initiative (Aenderung der Berechnung des privilegierten Einkommens) lehnt sie mehrheitlich ab. Begründung des Initianten Vor der Kommission ergänzte Nationalrat Spielmann seine Be- gründung u. a. wie folgt: Das beste Mittel zur Lösung des Problems wäre ohne Zweifel, jedermann durch die AHV ein Einkommen zu sichern, das un- seres Landes würdig ist. Mit der 10. AHV-Revision kann ein Schritt in dieser Richtung unternommen werden. Im Moment geht es darum, die Lage der Aermsten rasch soweit als mög- lich zu verbessern und Ungerechtigkeiten bei der Ausrichtung der Ergänzungsleistungen auszuschalten. Hauptziel der ELG-Revision von 1985 war die Verbesserung der Leistungen an Heimbewohner. Leider wurde aber gleich- zeitig die Definition des anrechenbaren Einkommens geän- dert, so dass jetzt zahlreiche EL-Bezüger geringere Leistun- gen erhalten. Da nur noch das Erwerbseinkommen privilegiert wird, werden die noch arbeitenden EL-Bezüger bevorzugt bzw. die auf ein Ersatzeinkommen (Rente einer Pensions- kasse, der Suva, der Militärversicherung usw.) angewiesenen Bezüger benachteiligt. Einsparungen können wegen der hö- heren Beiträge an Pro Infirmis, Pro Senectute und Pro Juven- tute, welche vermehrte Leistungen erbrignen müssen, nicht erzielt werden. Im Kanton Neuenburg hatte die ELG-Revision zur Folge, dass von rund 4500 EL-Bezügern deren 3000 unver- änderte oder höhere, 1500 aber kleinere und 260 gar keine Er- gänzungsleistungen mehr erhielten. Das verstehen viele Leute nicht. Der zweite Punkt der Initiative betrifft die Aufhebung der Fran- chise von 200 Franken für medizinische Kosten. Diese Neue- rung hat mehr Probleme geschaffen als gelöst, und die beab- sichtigte Einsparung wird durch den zusätzlichen administrati- ven Aufwand illusorisch. Diese Bestimmung in Artikel 3 Ab- satz 4bis sollte deshalb gestrichen werden. Erwägungen der Kommission Bei der Bundesversammlung ist im Zeitpunkt der Einreichung der parlamentarischen Initiative kein Geschäft hängig, zu wel- chem der Vorschlag betreffend Revision des Bundesgesetzes über Erägnzungsleitungen zur AHV und IV (ELG) als Antrag eingebracht werden könnte. Die parlamentarische Initiative ist somit formell zulässig. In der Kommission wurde zunächst festgehalten, dass die Er- gänzungsleistungen mindestens mittelfristig noch notwendig sein werden, um der ganzen Bevölkerung existenzsichernde Leistungen zukommen zu lassen. Von Verwaltungsseite wurde zudem darauf hingewiesen, dass das Existenzmini- mum älterer oder invalider Personen grossen Schwankungen unterworfen ist, je nachdem, wo sie wohnen oder ob sie krank sind, so dass es schwierig ist, die anfallenden Probleme allein mit dem AHV-System zu lösen. Die Kommission nahm davon Kenntnis, dass der bei der letz- ten ELG-Revision eingeführte Selbstbehalt von 200 Franken bei den medizinischen Kosten nicht die erhofften positiven Wirkungen brachte. Die erzielten Einsparungen werden näm- lich zu einem grossen Teil durch den grösseren administrati- ven Aufwand wieder zunichte gemacht. Die Kommission war sich denn auch einig, dass dieser Selbstbehalt wieder abge- schafft werden sollte. Um dies möglichst rasch zu ermögli- chen, beschloss die Kommission, eine entsprechende selb- ständige Motion einzureichen. Die einstimmige Kommission beantragt, diese Motion (89.300 Ergänzungsleistungen zur AHV/IV) zu überweisen. Kontrovers waren die Standpunkte in der Kommission zum an- deren Begehren der Initiative, wonach die Berechnung des Einkommens, das für die Ausrichtung der Ergänzungsleisung in Betracht zu ziehen ist, zu ändern sei. Seit der letzten ELG- Revision wird nur noch das Erwerbseinkommen (bis zu einer gewissen Höhe) privilegiert, d. h. für die Bestimmung des an- rechenbaren Einkommens nicht berücksichigt. Vorher galt das auch für andere Einkünfte wie Suva-Renten, Leistungen der 2. Säule oder ausländische Renten (nicht aber für AHV- und IV-Renten). Die Neuregelung hat zur Folge, dass Rentner mit Erwerbseinkommen gegenüber solchen ohne Erwerbs- einkommen etwas bevorzugt werden. Eine Korrektur im Sinne der parlamentarischen Initiative würde aber zum früheren Zu- stand zurückführen, d. h. eine unterschiedliche Zusammen-26. September 1990 N 1577 Parlamentarische Initiativen. AHV/IV-Renten Setzung der Renteneinkünfte würde verschieden hohe Ergän- zungsleistungen bewirken. Die Kommissionsmehrheit lehnt diesen Teil der Initiative ab. Die Kommission stimmte schliesslich einstimmig einem Po- stulat zu, welches den Bundesrat bittet, dafür zu sorgen, dass Aenderungen der gesetzlichen Bestimmungen im Bereich AHV und IV den Rentner/innen direkt mitgeteilt werden und dass auf weiterführende Unterstützungsmöglichkeiten auf- merksam gemacht wird. M. Allenspach présente au nom de la Commission de la sécu- rité sociale le rapport écrit suivant: Résultat de l'examen préliminaire de la commission Conformément à l'article 21 ter de la loi sur les rapports entre les conseils, la Commisison de la sécurité sociale a procédé à l'examen préliminaire de l'initiative; elle a entendu l'exposé des motifs de son auteur (art. 21quinquies, 1er al., LREC). En outre, elle a procédé à l'audition d'un agent de l'Office fédéral des assurances sociales spécialiste des questions touchant les prestations complémentaires. Au cours du débat, il s'est avéré que la commission approuve la seconde demande formulée dans l'initiative, à savoir celle qui concerne la suppression de la franchise pour les frais mé- dicaux. Aussi dépose-t-elle son propre projet de motion (89.300 «Prestations complémentaires à l'AVS/AI»). Dans sa majorité, elle rejette en revanche la première partie de l'initia- tive concernant la modification du calcul du revenu privilégié. Développement par écrit de l'auteur de l'initiative Devant la commission, le conseiller national Spielmann a com- plété son développement par les remarques suivantes notam- ment: La meilleure solution serait sans nul doute d'assurer à cha- cun, au moyen de l'AVS, un revenu digne de notre pays. La 10ème révision de l'AVS nous donne la possibilité de nous rapprocher de cet objectif. Actuellement, il s'agit d'améliorer rapidement et autant que faire se peut, la situation des plus pauvres et d'éliminer les injustices qui pourraient se produire lors du versement des prestations complémentaires. L'objectif principal de la révision de la LPC en 1985 était d'amé- liorer les prestations dont bénéficient les pensionnaires des homes. Malheureusement, la définition du revenu servant de base de calcul a été également modifiée, de sorte qu'à présent un grand nombre de personnes touchant les restations com- plémentaires doivent se contenter de sommes plus modestes qu'auparavant. Etant donné que seul le revenu provenant d'une activité lucrative est privilégié, les bénéficiaires des res- tations complémentaires qui travaillent encore sont favorisés, tandis que ceux qui sont tributaires d'un revenu d'appoint (rente d'une caisse de pension, de la CNA, de l'assurance mili- taire, etc.) sont désavantagés. Il n'est pas possible de réaliser des économies en raison des contributions majorées à payer à Pro Infirmis, à Pro Senectute et à Pro Juventute, dont les prestations sont augmentées. Dans le canton de Neuchâtel, la révision de la LPC a eu pour effet que les prestations fournies à 4500 bénéficiaires sont restées identiques ou ont été augmen- tées, mais que celles de 1500 ont été réduites, tandis que 260 n'ont plus touché de prestations complémentaires. Bien des gens n'arrivent pas à comprendre cette situation. Le second point de l'initiative a trait à la suppression de la fran- chise de 200 francs pour frais médicaux. Cette innovation a créé plus de problèmes qu'elle n'en a résolu et l'économie prévue a été rendue illusoire par les charges administratives supplémentaires. Aussi la disposition y relative de l'article 3, alinéa 4bis, doit-elle être abrogée. Considérations de la commission La révision suggérée de la loi fédérale sur les prestations com- plémentaires à l'AVS/AI (LPC) ne pouvait être soumise au Par- lement dans une proposition incidente à une affaire en sus- pens devant les Chambres, car aucun objet n'avait trait à cette question. Aucune considération d'ordre formel ne s'oppose donc à l'examen de cette initiative parlementaire. On a d'abord constaté, au sein de la commission, qu'on ne saurait se passer, du moins un certain temps encore, des pres- tations complémentaires, si on veut assurer le minimum vital à la population tout entière. Les représentants de l'administra- tion ont en outre relevé que le minimum vital des personnes âgées et des invalides est soumis à de grandes fluctuations, dues au logement ou à la maladie, de sorte qu'il est difficile de résoudre tous les problèmes grâce au système de l'AVS uni- quement. La commission a pris connaissance du fait que l'ins- titution lors de la dernière révision de la LPC, d'une franchise de 200 francs pour les frais médicaux, n'a pas eu les effets es- comptés. Les économies réalisées sont en effet annulées par l'augmentation des charges administratives. La commission a admis unanimement que cette franchise devait être suppri- mée. Afin d'y parvenir aussitôt que possible, la commission a décidé de déposer elle-même une motion en ce sens. A l'una- nimité, elle recommande de transmettre cette motion (89.300 Prestations complémentaires à l'AVS/AI). La seconde demande formulée dans l'intervention, selon la- quelle il faudrait modifier les bases de calcul du revenu don- nant droit aux prestations complémentaires, a donné lieu à des controverses au sein de la commission. Depuis la dernière révision de la LPC, seul le revenu provenant d'une activité lu- crative (à concurrence d'un montant déterminé) est privilégié, car il n'est pas pris en considération dans le calcul. Aupara- vant, d'autres revenus, comme les rentes de la CNA, les pres- tations du deuxième pilier ou les rentes étrangères (mais non celles de l'AVS et de l'Ai) étaient également exemptés. La nou- velle réglementation a pour conséquence de favoriser quel- que peu les rentiers ayant un revenu provenant d'une activité lucrative par rapport à ceux qui n'ont pas un tel revenu. Cepen- dant, si on procédait à une correction dans le sens indiqué par l'initiative parlementaire, on rétablirait la situation antérieure, c'est-à-dire que le montant des prestations complémentaires varierait selon la composition des revenus provenant des ren- tes. La majorité de la commission rejette cette partie de l'initia- tive. La commission a enfin adopté à l'unanimité un postulat par lequel le Conseil fédéral est invité à faire en sorte que les béné- ficiaires des rentes soient informés directement des modifica- tions de dispositions légales sur l'AVS/AI et qu'on attire leur at- tention sur les possibilités d'obtenir des formes plus actives de soutien. Antrag der Kommission 1. Der parlamentarischen Initiative ist keine Folge zu geben (12 zu 7 Stimmen). 2. Das Postulat der Kommission betreffend Information der Rentner(innen) ist zu überweisen (Einstimmigkeit). 3. Die Motion der Kommission betreffend Franchise für medizi- nische Kosten wird unter der Nr. 89.300 unabhängig von die- ser parlamentarischen Initiative eingereicht. Sie kann damit unter Umständen schon früher behandelt werden. Antrag Spielmann Der Initiative Folge geben Proposition de la commission 1. Aucune suite n'est donnée à l'initiative parlementaire (12 voix contre 7). 2. Le postulat de la commission concernant l'information des bénéficiaires de rentes est à transmettre (unanimité). 3. La motion de la commission concernant la franchise pour les frais médicaux est déposée indépendamment de l'initiative parlementaire, sous le numéro 89.300. Elle peut donc être trai- tée en premier, le cas échéant. Proposition Spielmann Donner suite à l'initiativeInitiatives parlementaires. Rentes AVS/AI 1578 N 26 septembre 1990 Ad 88.227 Postulat der Kommission für soziale Sicherheit Information der Rentner(innen) Postulat de la commission de la sécurité sociale Information des bénéficiaires de rentes Wortlaut des Postulates vom 10. Januar 1989 Der Bundesrat wird gebeten, das Bundesamt für Sozialversi- cherung anzuweisen, via Ausgleichskassen den Rentner(in- nen) Aenderungen der AHV/IV-Gesetze und -Verordnungen direkt mitzuteilen und auf Beratungsangebote respektive wei- terführende Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Texte du postulat du 10 Janvier 1989 Le Conseil fédéral est prié d'ordonner à l'Office fédéral des as- surances sociales d'informer directement, par l'entremise des caisses de compensation, les bénéficiaires de rentes des mo- difications des lois et ordonnances sur l'AVS/AI, et de les ren- dre attentifs aux possibilités qui leur sont offertes d'être con- seillés, ou de faire appel à d'autres formes plus actives de sou- tien. Präsident: Ich beantrage Ihnen, die drei Geschäfte 90.676, 89.231 und 88.227 gleichzeitig zu behandeln. Zur dringlichen Interpellation Reimann Fritz haben Sie vor ei- ner halben Stunde die Antwort des Bundesrates erhalten. Ich gehe davon aus, dass Sie Gelegenheit hatten, diese Antwort zu lesen. Herr Reimann beantragt Diskussion. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen offensichtliche Mehrheit Minderheit Allenspach, Berichterstatter: Die parlamentarische Initiative Spielmann betreffend Ergänzungsleistung stammt vom 20. Juni 1988. Die Kommission für soziale Sicherheit hat diese Initiative am 10. Januar 1989 behandelt. Heute nun steht sie endlich auf der Traktandenliste des Rates. Die Kommission hat einen schriftlichen Bericht erstattet und empfohlen, der Initiative keine Folge zu geben. Im Bundesge- setz über Ergänzungsleistungen sind Aenderungen notwen- dig. Die Kommission tritt für eine solche Revision ein. Die Er- gänzungsleistungen sind anerkannte und sozial sehr wir- kungsvolle Instrumente der Altersvorsoge. Sie müssen weiter ausgebaut werden, insbesondere sind die Bezugsberechtig- ten besser über ihre Ansprüche und auch über die Erweite- rung ihrer Anspruchsberechtigung zu orientieren. Die Kom- mission hat ein entsprechendes Postulat eingereicht. Weil wir der Auffassung sind, dass die Ergänzungsleistungen umfassend ausgebaut werden müssen, hat die Kommission es abgelehnt, mit der Initiative Spielmann punktuell zu operie- ren. Es würde die notwendige Revision des Ergänzungslei- stungsgesetzes blockieren, wenn wir in der Kommission nur einen dieser notwendigen Revisionspunkte behandeln wür- den. Zuhanden einer umfassenden Revision haben wir dem Bundesrat in Motionsform einen Teil der parlamentarischen In- itiative zur Behandlung überwiesen. Soweit die Ergänzungen aus der Sicht der Kommission. M. Philipona, rapporteur: Nous avons reçu un rapport écrit concernant cette question disant en substance: «On constate tout d'abord que l'on ne peut pas se passer des prestations complémentaires et qu'il faut »faire avec«. La commission vous propose de rejeter l'initiative parlemen- taire, en tout cas cette partie-là, parce que le calcul actuel est correct et ce qui est demandé entraînerait probablement des disparités dans le calcul de ces prestations. La commission vous propose un postulat qui va dans ce sens-là, nous vous recommandons de l'accepter. Reimann Fritz: Ich danke dem Rat für die Möglichkeit, mich zu meinem Vorstoss zu äussern. Es handelt sich immerhin um ein Thema, das einen grossen Teil unserer Mitbürger und Mit- bürgerinnen betrifft. Ich habe auch das Bedürfnis, über das abgelaufene Szenario etwas zu sagen. Im übrigen liegt die schriftliche Antwort des Bundesrates erst seit heute morgen auf meinem Pult. Ich erwarte aber, dass Herr Bundesrat Cotti etwas näher auf das weitere Vorgehen eintreten wird. Ich werde mich nach seinen Ausführungen dazu äussern, ob ich mit der Antwort befriedigt bin. Das Parlament wird über die Anträge des Bundesrates noch entscheiden müssen; deshalb erlaube ich mir, meinen Vor- stoss auch mündlich zu begründen. Nach Artikel 33ter des AHV-Gesetzes passt der Bundesrat die AHV- und IV-Renten in der Regel alle zwei Jahre auf Beginn des Kalenderjahres der Lohn- und Preisentwicklung an. Der für diese Festsetzung massgebende Rentenindex ist das arith- metische Mittel des vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit ermittelten Lohnindexes und des Landesindexes für Konsumentenpreise. Der Bundesrat kann die ordentlichen Renten früher, das heisst schon nach einem, statt erst nach zwei Jahren anpassen, wenn der Landesindex der Konsumen- tenpreise innerhalb eines Jahres um mehr als 8 Prozent ange- stiegen ist. Der Bundesrat hat aber auch die Kompetenz, län- ger als zwei Jahre bis zur nächsten Anpassung zuzuwarten, wenn der Index um weniger als 5 Prozent angestiegen ist. Die 8 Prozent, die für eine jährliche Anpassung erreicht wer- den müssen, haben wir schon in der Vergangenheit als zu hoch kritisiert. Die Rentner empfinden es auch als eine unge- rechtfertigte Diskriminierung, dass sie bei recht hohen Teue- rungsschüben bis zu 8 Prozent auf einen Ausgleich verzichten müssen, während die Löhne der aktiven Bevölkerung in der Regel jährlich der Teuerung angepasst werden. Dabei muss man berücksichtigen, dass die Rentner von der Teuerung am stärksten betroffen werden. Natürlich gibt es auch Rentner in finanziell gesicherter Position. Aber der grösste Teil der Rentner lebt in recht bescheidenen Verhältnissen, oft am Rand des Existenzminimums oder noch darunter. Viele von ih- nen verfügen über keine oder nur über eine sehr bescheidene zweite Säule. Hinzu kommt, dass bei der zweiten Säule nur bei einem kleinen Teil der Versicherten die Teuerung mitversichert ist. Der Teuerungsausgleich auf die AHV-Rentendecktdeshalb ohnehin nur einen Teil der für den einzelnen Rentner durch die Teuerung gestiegenen Lebenshaltungskosten. Vor allem, wenn es sich um die Verteuerung von lebensnotwendigen Be- darfsgütern und unausweichlichen Kosten handelt, werden die kleinen Einkommen am stärksten in Mitleidenschaft gezogen. Die Prämienerhöhung bei der Krankenversicherung oder ein Mietzinsaufschlag infolge der Hypothekarzinserhöhung ver- schlingen oft einen weit höheren prozentualen Anteil der Rente, als das, was der ganze Teuerungsausgleich ausmacht. Um so mehr haben die Rentner es nötig, dass ihnen die Teuerung jähr- lich ausgeglichen wird, auch wenn der Landesindex der Konsu- mentenpreise um weniger als um 8 Prozent angestiegen ist. Geradediese momentane Entwicklung der Lebenshaltungsko- sten mit einem Teuerungsanstieg von über 6 Prozent innert Jahresfristführt uns vor Augen, wie stossend sich diese gesetz- liche Bestimmung auswirkt, die den Bundesrat daran hindert, trotz beachtlichem Kaufkraftverlust die Teuerung auf den AHV/ IV-Renten auszugleichen. Diese Situation hat den Schweizerischen Gewerkschaftsbund veranlasst, einmal mehr beim Bundesrat zu intervenieren. In seinem Schreiben vom 29. August 1990 ersucht der SGB den Bundesrat dringend, das Nötige vorzukehren und auf den 1. Januar 1991 die AHV/IV-Renten zu erhöhen, auch wenn der Landesindex der Konsumentenpreise bis Jahresende noch knapp unter der8-Prozent-Marke liegen sollte. Wir waren nicht wenig erstaunt über die negative Reaktion des Bundesamtes für Sozialversicherung auf dieses Schreiben in der Oeffentlichkeit. Bevor sich der Bundesrat auf das Gesuch des SGB vernehmen Hess, bevor überhaupt der Brief des SGB an den Bundesrat von diesem bestätigt wurde, hat die Verwal- tung nämlich lautstark verkündet, eine Rentenanpassung bei einer Jahresteuerung unter 8 Prozent käme überhaupt nicht in Frage.26. September 1990 N 1579 Parlamentarische Initiativen. AHV/IV-Renten Man kann es dem Gesuchsteller nicht verargen, dass er sich mit dieser Antwort nicht abfinden konnte, sondern eine Stel- lungnahme des Bundesrates verlangte. Das war auch der Grund, weshalb der Sprechende zu Beginn der Session in ei- ner dringlichen Interpellation den Bundesrat aufgefordert hat, zur Forderung nach einem vorzeitigen Teuerungsausgleich auf den 1. Januar 1991 Stellung zu nehmen. Es geht mir keineswegs darum, die Verwaltung in ein schlech- tes Licht zu stellen, aber es war mir ein Bedürfnis, auf diese Vorgeschichte hinzuweisen, um mich nach den jüngsten Be- schlüssen des Bundesrates des Vorwurfes zu erwehren, ich würde mit meinem Vorstoss offene Türen einrennen. Gleichzeitig mit der dringlichen Interpellation habe ich eine Motion deponiert, die dem Bundesrat den Auftrag erteilt, das AHV-Gesetz in dem Sinne zu ändern, dass die Renten in Zu- kunft jedes Jahr an die Teuerung angepasst werden sollen. Ich bin der Auffassung, man sollte bei dieser Gesetzesände- rung nicht erst die 10. AHV-Revision abwarten, sondern dem Parlament unverzüglich eine entsprechende Vorlage für die Aenderung von Artikel 33ter Absatz 4 AHVG unterbreiten. Es ist durchaus möglich, dass wir in einem Jahr vor der glei- chen Situation stehen werden wie heute. Wir sollten deshalb dem Bundesrat die Möglichkeit geben, in Zukunft auch bei ei- ner wenig hohen Teuerungsrate die Rentenanpassung schon nach einem Jahr vorzunehmen. Man könnte auf eine Prozent- klausel im Gesetz ohnehin vollständig verzichten. Auf jeden Fall müsste der für eine Rentenerhöhung massgebende Teue- rungsanstieg möglichst tief gehalten werden. Wegen der Zeit, welche für die Berechnung der neuen Renten jedes einzelnen Versicherten erforderlich ist, muss der Bun- desrat seinen Entscheid jeweils einige Monate zum voraus fas- sen. Die bis zum Jahresende zu erwartende Teuerung kann er zum Zeitpunkt der Beschlussfassung ohnehin jeweils nur schätzen. Um so notwendiger ist es, dass der Bundesrat über einen gewissen Spielraum verfügt und nicht zu sehr mit ge- setzlichen Schranken eingeengt wird. Ich möchte auch betonen, dass bei einem jährlichen Teue- rungsausgleich auf die AHV/IV-Renten die Lohnkomponente unbedingt beibehalten werden muss, das heisst, es wird ge- mäss Absatz 2 von Artikel 33ter bei der Berechnung des Ren- tenindexes nebst dem Landesindex der Konsumentenpreise weiterhin auch der vom Biga ermittelte Lohnindex mitberück- sichtigt. In seiner Pressemitteilung und auch in seiner schriftlichen Ant- wort von heute vormittag hat der Bundesrat im positiven Sinne zur Frage des Teuerungsausgleichs für AHV/IV-Rentner Stel- lung genommen. Ich danke dem Bundesrat für das Verständ- nis, das er den berechtigten Anliegen der Rentnerinnen und Rentner entgegenbringt. Herr Bundesrat Cotti wird wahr- scheinlich die Beschlüsse des Bundesrates noch näher erläu- tern und auf die in meinen Vorstössen aufgeworfenen Fragen näher eintreten. Von der Erhöhung der Mietzinsabzüge habe ich erst heute morgen erfahren. Der Bundesrat trägt damit meinem Begeh- ren ebenfalls Rechnung. Ich begrüsse es, dass der Bundesrat seine Bereitschaft bekundet hat, beiden Hauptbegehren Rechnung zu tragen, einerseits der Teuerungsanpassung auf den 1. Januar 1991 und anderseits auch dem Wunsch nach einem jährlichen Teuerungsausgleich. Ich hoffe, er trägt damit auch der grossen Mehrheit des Parlamentes Rechnung. Die Details über die Art und Weise der Auszahlung des Teue- rungsausgleichs im Jahre 1991 überlasse ich dem Bundesrat. Er wird dabei vor allem auch technische Probleme zu berück- sichtigen haben. Zur Frage der künftigen Regelung werden wir uns in der Wintersession äussern können, wenn die Vor- lage des Bundesrates für eine Aenderung von Artikel 33ter vorliegen wird. Frau Stocker: Im römischen Senat soll ja der ältere Cato im- mer wieder darauf verwiesen haben - ich sehe, dass die Her- ren in Uniform auf der Tribüne mich dasehr gut verstehen kön- nen - ceterum censeo carthaginem esse delendam: Immer wenn ein sozialpolitisches Thema hier in den Rat kommt, stellt sich cfoch die Frage: Wollen wir aus der ersten Säule, aus der AHV, eine Existenzsicherung machen, ja oder nein? Sowohl die dringliche Interpellation des Kollegen Fritz Rei- mann wie die parlamentarischen Initiativen von Herrn Spiel- mann und die weiteren Vorstösse, die wir in der Kommission diskutiert haben, stellen uns vor diese Grundsatzfrage. Und immer wieder - und das wirklich nun schon seit Jahren, Herr Bundesrat Cotti - wird diese Frage nicht beantwortet, weil wir auf die 10. AHV-Revision warten sollen. Sie liegt jetzt im Ständerat. Wir können weiter warten. Wir kön- nen weiter hoffen. Aber die Frage, ob die erste Säule für die Existenzsicherung aller betagten Menschen in unserem Land zuständig ist, lässt sich einfach nicht mehr bruchstückhaft be- antworten. Der lineare Teuerungsausgleich, allfällige Diskus- sionen über eine 13. Rente, allfällige Diskussionen über die Er- weiterung der Ergänzungsleistungen, sie stellen immer wie- der die Grundsatzfrage, und es gibt keine befriedigende Ant- wort. Für unsere Fraktion ist die Grundsatzantwort sehr dringlich. Wir müssen uns doch entscheiden, wie die Existenz betagter Menschen in unserem Land gesichert werden soll. Ich muss es wieder betonen, ein Servelat wird nicht prozentual teurer und die Wohnung wird auch nicht prozentual teurer: Für den Minimalrentner oder die Minimalrentnerin sind 20 Rappen tat- sächlich 20 Rappen und für den Maximalrentenbezüger oder die Maximalrentenbezügerin sind es sehr viel weniger. Und wir können das drehen und wenden, wie wir wollen. Wir sind natürlich für den Teuerungsausgleich, aber es löst das Grundproblem nicht: Wie garantieren wir für die Minimal- AHV-Rentenbezügerinnen und -bezüger eine Existenzsiche- rung aus der ersten Säule? Diese Grundfrage in der Sozialpoli- tik unseres Landes bleibt seit Jahren unbeantwortet, und es stört mich, dass wir es nicht fertigbringen, diese Antwort grundsätzlicher zu geben als immer nur bruchstückhaft. Wir begrüssen es, wenn der Bundesrat sehr schnell eine Vorlage vorbereitet, die es ermöglicht, auf den 1. Januar 1991 nach Möglichkeit die Teuerung aufzufangen. Aber noch einmal: Die grüne Fraktion ist überzeugt, dass wir so diese grundsätzliche sozialpolitische Frage nicht lösen. Wir werden uns bei der 10. AHV-Revision wiedersehen. Frau Fankhauser: Wir sind natürlich froh, wenn der Bundesrat die nötige Flexibilität an den Tag legt und die Renten rasch an die Teuerung anpassen will, das ist ein Minimum. Ich kann mich dem Votum von Frau Stocker anschliessen. Selbstver- ständlich wissen wir, dass damit die Grundproblematik nicht gelöst ist. Die Folgen der Mietzinsentwicklung z. B. sind ganz besonders schmerzlich für die Rentnerinnen und Rentner so- wie für die Bezügerinnen und Bezüger von Ergänzungslei- stungen. Wir hoffen sehr und erwarten, dass diese Mietzinsab- zugsgrenze so nach oben verschoben wird, dass mindestens in diesem Bereich etwas korrigiert werden kann. Ich wäre froh, wenn Bundesrat Cotti sagen könnte, was in diesem Bereich vorgenommen wird, damit die Leute wissen, mit wievielen Franken sie ab 1. Januar eventuell rechnen können. Ich möchte aber warnen vor der Tendenz, die Rentenansprü- che immer mehr als individuelle Ansprüche zu gestalten. Es waren heute vormittag in den Aussagen der Herren Allen- spach und Philipona doch feine Nuancen wahrzunehmen. Herr Allenspach hat - wenn ich ihn richtig verstanden habe - die Wichtigkeit der Ergänzungsleistungen als bedeutendes In- strument der Sozialpolitik betont, und Herr Philipona hat ge- sagt: « .... aussi longtemps qu'on en aura besoin». Vielleicht können wir tatsächlich einmal die Grundansprüche so gestal- ten, dass diese Bittgang-Stellung überwunden werden kann. Haben Sie vielleicht schon daran gedacht, dass die Marktwirt- schaft nicht zuletzt als System davon lebt, dass die Menschen den Stolz haben, für ihren eigenen Unterhalt zu sorgen? Und beim Bezug von Ergänzungsleistungen muss der Mensch die- sen Stolz überwinden. Deshalb kann kein noch so gutes Infor- mationssystem diesen Widerspruch beseitigen. Es ist sehr schwer für viele Leute, im Alter festzustellen, dass das, was sie erarbeitet haben, trotz langer Arbeit und trotz Einsatz für die Gesellschaft nicht genügt zum leben. Invalide müssen das ganze Leben lang mit dieser Anspruchsberechtigung und An- spruchsbegründung leben. Rentnerinnen und Rentner, wenn sie das Glück haben, die normale Lebenserwartung zu errei-Initiatives parlementaires. Rentes AVS/AI 1580 N 26 septembre 1990 chen, müssen 20 bis 30 Jahre mit diesem Existenzminimum leben. Das heisst im Moment im Klartext, mit 200 Franken im Maximum für den eigenen Bedarf in den Bereichen Kultur und Kommunikation oder für die Pflege von Verwandschaftsbezie- hungen. Ich bitte Sie, das ganz kurz zu vergleichen mit Ihren eigenen Ausgaben in der Zeit, wo Sie im Parlament sitzen. Bitte denken Sie daran: Die erste Säule ist die wichtigste Säule. Wir müssen sie so ausarbeiten, dass sie tatsächlich die Existenz für alle sichert. Müller-Aargau: Die LdU/EVP-Fraktion hat sich seit jeher für eine existenzsichernde Rente eingesetzt. Diese Politik geht bis zum Bedauern, dass seinerzeit die Volkspension nicht einge- führt worden ist. Nun haben wir einmal das Dreisäulenprinzip, müssen damit leben und danach politisieren. Aber dass die er- ste Säule keine existenzsichernde Grundrente garantiert, das muss hier wieder einmal festgestellt werden. Dass dazu ein System von Zuschüssen und Ergänzungsleistungen gehört, ist im Moment eine zwingende Notwendigkeit. Diese Ergän- zungsleistungen je nach Bedürftigkeit brauchen aber auch Kriterien zum Bemessen dieser Bedürftigkeit. Dieses Bemes- sen ist im Grunde genommen immer mit Ungerechtigkeiten verbunden. Dieses System ist nicht der Weisheit letzter Schluss, aber es soll mindestens bestmöglich ausgestaltet werden. Die Vorstösse von Kollege Spielmann kreisen immer um diesen Sachbereich, immer um diese Frage der Bemes- sung der Bedürftigkeit. Wir haben Verständnis für sein Anlie- gen, denn Klagen von Betroffenen gehen an uns alle, und das Ziehen von Grenzen in diesem Sinne bringt immer Ungerech- tigkeiten. Immer fallen spezielle Fälle durch die Maschen der Hilfsnetze. Fälle, das heisst immer menschliche Schicksale, menschliche Tragödien. Wenn wir die Grundversorgung zu knapp bemessen, so werden die geringsten Retouchen mit negativen Auswirkungen zum Fall - beachten Sie die doppelte Bedeutung des Wortes. Wir haben daher Verständnis für das Anliegen «13. Rente für alle». Dies bedeutete mindestens eine Verbesserung der Grundversorgung und gäbe Spielraum, d. h. weniger Grenzfälle, weniger Notleidende. Zuschüsse und Ergänzungsleistungen wären dann eine will- kommene Abrundung der Rente und nicht mehr ein Notgro- schen für Menschen, bei denen es um Sein oder Nichtsein geht. In diesem Sinne also - da schliesse ich mich Herrn Fritz Reimann an - müssen die Ergänzungsleistungen letztlich ein- mal fallen, und die Grundversorgung muss über die erste Säule sichergestellt werden, und zwar mit dem entsprechen- den Teuerungsausgleich. Noch ein Wort zu dieser 13. Rente. Es geht ja nicht nur um den Vorstoss Spielmann, sondern auch um den Vorstoss des Hei- matkantons unseres Bundesrates in bezug auf die 13. Rente. Angesichts des Systems, das wir haben, und angesichts der fi- nanziellen Konsequenzen respektive der Strukturen, die wir bei den Finanzen haben, wäre eine so undifferenzierte Aktion unverantwortlich. Wir müssen differenzierter vorgehen, auch angesichts der Perspektiven, welche uns die Experten aufzei- gen und errechnen. Verbesserungen sind daher gezielt anzu- bringen und nicht mit dem Rasensprenger. Im Moment würde - böse formuliert - eine 13. Rente ausrichten bedeuten, auch den Millionären eine 13. Rente auszurichten. Die LdU/EVP-Fraktion solidarisiert sich mit den Ueberlegun- gen und Schlussfolgerungen der Kommission für soziale Si- cherheit. Die Postulate und die Motionen werden unterstützt. Wir empfehlen Ihnen, ein Gleiches zu tun. Widrig: Die christlichdemokratische Fraktion befürwortet die vorgesehene Ausrichtung der Teuerungszulage für AHV/IV- Rentner f ür das Jahr 1991 und erachtet die vom Bundesrat vor- geschlagenen zwei Schritte als richtig. Blenden wir einmal zurück ins Jahr 1982. Damals betrug die Teuerung 5,5 Prozent; die AHV-Renten wurden jedoch nicht der Teuerung angeglichen; der Druck war offensichtlich nicht so gross. Heute, 1990, beträgt die Teuerung 6,1 Prozent, sie wird - nach den Prognosen - Ende dieses Jahres nicht viel hö- her sein als 6,1 Prozent. Aber der Druck auf den Teuerungs- ausgleich ist ungleich grösser. Dieser Ausgleich ist heute vor allem aus drei Gründen gerechtfertigt: 1. Zum einen ist das auslösende Element natürlich die Kombi- nation der Ereignisse im Irak (Heizölteuerung) plus vierte Hy- pothekarzinsrunde. Dies wirkt sich natürlich mittelbar auf die Wohnkosten aus, einen Bereich, dem der Rentner ausgeliefert ist - hier kann er ja nichts einsparen. 2. Zum Vorwurf Giesskannenprinzip: Es wurde argumentiert, mit diesem Teuerungsausgleich profitierten auch jene, die es gar nicht nötig hätten. Antwort: Die Teuerung trifft alle, deshalb ist es auch gerechtfertigt, dass alle einen Teuerungsausgleich erhalten. Auch gutsituierte AHV/IV-Bezüger profitieren - die AHV ist ja eine Versicherung -, aber dies ist zu verantworten, da die Maximalrente der AHV/IV plafoniert ist, und gutsituierte Rentner erhalten Renten, die ihrem früheren Einkommen nur teilweise entsprechen. 3. Bei den Unselbständigerwerbenden ist heute der jährliche volle Teuerungsausgleich beim Salär doch die Regel. Das war bei der 9. Revision Ende der siebziger Jahre nicht so durchge- hend der Fall. Auch dies rechtfertigt die Ausrichtung der Teue- rungszulage; die sogenannte Schmerzgrenze, die Schwelle von acht Prozent, liegt doch etwas hoch. Noch zur vom Bundesrat formulierten Dringlichkeit: Wenn die Vorlage an Weihnachten 1990 publiziert wird, würde die Refe- rendumsfrist von Januar bis Ende März 1991 laufen. Das heisst: Falls nicht das Referendum ergriffen wird, könnte die Auszahlung im April 1991 erfolgen. Das wäre termingerecht. Meine persönliche Auffassung: Die Angelegenheit ist zwar dringlich, aber deswegen ist die Dringlichkeitserklärung nicht zwingend notwendig. Man sollte dieses Hilfsmittel auch nicht gerade in jeder Session benutzen. Man kann auch ohne das den schnellen Fahrplan einhalten. Die zweite Massnahme, die der Bundesrat vorschlägt, sind häufigere Rentenanpassungen in der Zukunft, d. h. eine Revi- sion von Artikel 33 AHV-Gesetz, mit der die 8-Prozent-Hürde beseitigt wird. Ich habe einer Pressemitteilung entnommen: «Die Leistungen werden inskünftig in der Regel jährlich ange- passt», also nur in Ausnahmefällen dieser Zweijahresrhyth- mus. Vielleicht ist hier die Frage der geringen Teuerung ange- bracht. Für mich persönlich sind das Zahlen unter 4 Prozent. Ich kenne kantonale Besoldungsgesetze, die bei 2 bis 3 Pro- zent in Aktion zu treten beginnen. Die AHV-Kommission wählt den Indexstand von Mai/Juni, damit der Bundesrat spätestens im August entscheiden kann. Ohne jetzt schon ins Detail zu gehen - die Botschaft kommt ja erst noch -, scheint mir das doch der Beachtung wert, weil ja der Aufwand z. B. bei einer nur Iprozentigen Teuerungszulage für die kantonalen Aus- gleichskassen doch recht erheblich ist. Gestatten Sie mir noch ein Wort zu den Ergänzungsleistun- gen. Selbstverständlich kommen auch die Bezüger von Er- gänzungsleistungen in den Genuss dieser Teuerungszulage. Eine einseitige Konzentration allein ist zwar gut gemeint, aber nicht sinnvoll in diesem Bereich, weil ja Personen, die knapp über der EL-Grenze sind, den Teuerungsausgleich oft - nicht immer, aber oft - dringender benötigen als EL-Bezüger selbst. Bei den EL-Bezügern selbst kann die erhöhte Teuerung viel- fach laufend EL-intern - z. B. mittels grösserer Anrechnung der Krankenkassenprämien oder auch der Mietzinsabzüge - erfolgen. Die Erhöhung der Mietzinsabzüge bei den EL-Lei- stungen ab 1. Januar 1991 ist ebenso wertvoll wie die Teue- rungszulage im EL-Bereich. Ich habe mit Genugtuung ver- merkt, dass die Kantone einem entsprechenden Antrag gross- mehrheitlich zugestimmt haben, und dies wird ja eine Erhö- hung der Mietzinsabzüge um 2400 Franken jährlich bringen. Gestatten Sie mir zum Schluss noch einen kurzen Hinweis auf die beiden parlamentarischen Initiativen. Die Ergänzungslei- stungen zur AHV/IV lehnt die Kommission ab, da sie den unbe- friedigenden früheren Zustand mehrheitlich wieder einführt. Die gute Information an die Leistungsempfänger ist wichtiger und auch richtiger. Die Aufhebung einer Franchise von 200 Franken ist in der Tat sinnvoll, weil die erzielten Einsparun- gen durch die Administration wieder zunichte gemacht wer- den. Deshalb bin ich der Auffassung: Eine Revision des EL- Gesetzes-Artikel 3 Absatz 4-ist sinnvoll. Die christlichdemokratische Fraktion tritt für die rasche Aus- richtung der Teuerungszulage im AHV/IV-Rentenbereich ein, und sie wird in der Dezembersession dieses Jahres diese Vor-26. September 1990 N 1581 Parlamentarische Initiativen. AHV/IV-Renten läge unterstützen. Sie ist der Auffassung, dass Artikel 33 des AHV-Gesetzes zu revidieren ist, damit künftig die kurzfristige- ren Rentenanpassungen möglich sind. Wir befürworten deshalb das bundesrätliche Vorgehen betref- fend Teuerungszulage für AHV/IV-Renten. Wir beantragen Ih- nen, die beiden parlamentarischen Initiativen, die zur Diskus- sion stehen, also Ergänzungsleistungen AHV/IV und die 13. AHV/IV-Rente, abzulehnen. M. Cavadini: Le groupe radical a examiné récemment encore cette question et a pris acte avec satisfaction de la décision du Conseil fédéral, d'adapter les rentes pour l'assurance-vieil- lesse et survivants déjà à partir de l'année prochaine, en tant que solution transitoire. Nous approuvons cette décision afin que cette adaptation au renchérissement intervienne plus ra- pidement qu'aujourd'hui, bien avant une augmentation des prix à la consommation de 8 pour cent, comme prévu actuelle- ment dans la loi. En effet, le rythme actuel prévu par la loi (une adaptation tous les deux ans), avec un minimum de 8 pour cent de renchéris- sement, peut occasionner aux rentiers une perte de pouvoir d'achat considérable, dans une situation d'inflation telle que nous la connaissons actuellement. Le groupe radical soutient donc ce changement dans la procédure actuelle qui permettra d'aborder également d'autres problèmes, que l'on ne peut pas improviser, tels que le cas des prestations complémentai- res, et éventuellement le versement d'une treizième rente. Il ne faut pas oublier que les contributions payées par les em- ployeurs et les employés sont calculées chaque année sur la base des nouveaux salaires, salaires adaptés normalement au renchérissement dès le mois de janvier. Donc les contribu- tions des employeurs et des employés augmentent régulière- ment chaque année, ce qui devrait permettre de financer plus facilement une adaptation plus rapide des rentes de l'assu- rance-vieillesse et survivants au renchérissement. En outre, le groupe radical est également d'avis que des amé- liorations doivent être entreprises dans le secteur des presta- tions complémentaires, soit quant au montant qui devrait bé- néficier d'une augmentation réelle et non seulement par rap- port au renchérissement, soit pour la limite de référence. Des déductions de loyer plus importantes devraient aussi être ac- cordées. Recourir aux prestations complémentaires est justi- fié. En effet, avec cet instrument on peut intervenir de manière plus directe et plus efficace dans des situations qui méritent d'être soutenues et qui ne peuvent pas être suffisamment pri- ses en compte par l'assurance-vieillesse et survivants, qui a une structure assez rigide. En conclusion, le groupe radical soutient ce projet d'améliora- tions et d'adaptations de rentes ainsi que la révision du sys- tème d'adaptation au renchérissement et, dans ce sens, il ap- puie aussi les postulats de la commission. M. Spielmann: En fait, nous sommes en train de traiter trois problèmes qui sont étroitement liés: celui de la compensation du renchérissement, celui de l'AVS plus généralement et celui des prestations complémentaires. Il faut avoir à l'esprit, quand on examine ces trois volets, le fait que les prestations complé- mentaires sont directement liées au montant de l'AVS et que les conséquences d'une modification des prestations de cette dernière influent d'une manière importante les prestations complémentaires. Ainsi, par exemple, la 8e et la 9e révision de l'AVS avaient fait diminuer de 40 000 le nombre de personnes qui touchaient des prestations complémentaires et ce nombre sera certainement encore plus important avec l'introduction de la 10e révision. Il y a aujourd'hui à peu près 15 pour cent, c'est-à-dire 160 000 rentiers AVS qui touchent des prestations complémentaires et, avec la 10e révision, un grand nombre d'entre eux vont certainement passer directement à l'AVS sans toucher ces prestations. Il est important d'avoir ceci à l'esprit: quand on demande de dévier les améliorations proposées sur les prestations complémentaires, celles-ci seront très rapide- ment réduites. Sur un problème plus technique, je voudrais moduler les pro- positions de mon initiative: la première concerne les presta- tions complémentaires. Il faut dire que la proposition d'initia- tive que j'avais présentée avait deux volets: celle des modifica- tions du calcul donnant droit à la prestation complémentaire qui avait été introduite en 1987, puis seulement au 1 er janvier 1988 et qui afait que des personnes ont tout d'un coup touché quelque 100 francs de moins de prestations du fait de ces mo- difications. On avait en quelque sorte repris d'une main ce que l'on avait donné de l'autre. L'objectif de ces corrections était principalement de favoriser les gens qui se trouvaient dans des homes. Mais, en définitive, ce sont ces derniers qui ont vu augmenter les recettes de par l'augmentation de ces presta- tions alors que les personnes qui restaient à domicile ont vu diminuer les leurs. C'était le motif de la première partie de mon initiative. La deuxième partie visait à supprimer la franchise de 200 francs qui avait été introduite. Or, je suis surpris de voir que pratiquement personne dans notre Parlement n'a remar- qué que celle-ci a été supprimée au cours de cette année. Les propositions que j'avais faites ayant fait l'objet d'une motion - motion acceptée par le Conseil fédéral qui a présenté une pro- position approuvée par le Conseil des Etats et par le Conseil national - et que depuis quelques mois, on ne paie plus cette franchise, cette partie de l'initiative peut donc être abandon- née puisque j'ai obtenu totale satisfaction. La complexité des problème est ainsi que personne ne s'en était même aperçu. L'autre aspect concerne l'adaptation des rentes AVS au coût de la vie. Il faut ouvrir ici vraiment une parenthèse sur le mode de calcul même et sur les différents arsenaux législatifs dont nous disposons pour prévoir cette indexation. Tout d'abord, la Constitution fédérale prévoit que les rentes doivent être adap- tées au moins à l'évolution des prix. Dans le cadre des applica- tions légales et notamment de l'article 34, cela n'est fait que très partiellement et trop partiellement, l'indexation suivant toujours une forte inflation puisqu'elle ne peut être accordée que si le montant dépasse 8 pour cent ou, exceptionnelle- ment, 5 pour cent. Dans tous les cas, elle arrive très en retard, trop en retard face aux difficultés qu'ont de trop nombreuses personnes âgées à boucler leur budget. En ce qui concerne le calcul des prix lui-même, il faut savoir que l'indice des prix à la consommation est basé sur un revenu moyen de 60 000 francs alors que la plupart des rentiers ont très nettement moins de 30 000, voire pour certains même moins de 20 000 francs. Or dans cette différence-là, le poids des augmentations de loyers, par exemple, représente une dif- ficulté nettement plus importante que pour la moyenne de la population et que pour l'indice tel qu'il est calculé - plus de 30 pour cent pour certains rentiers - alors que le prix des loyers est beaucoup moins important dans le système de cal- cul de l'indice. C'est la même chose pour les caisses-maladie ainsi que pour les dépenses essentielles. Il y donc là une dis- torsion qu'il convient aussi de corriger et la moindre des cho- ses serait bien sûr d'indexer régulièrement au coût de la vie et le plus rapidement possible par rapport à l'augmentation des prix; mais plus raisonnable encore serait de compenser la perte du pouvoir d'achat dont ont été victimes les personnes âgées au cours des dernières années, c'est l'idée de la 13e rente AVS. Dans l'exposé des motifs de cette 13e rente, je m'appuyais, l'année dernière, sur l'augmentation des taux hypothécaires et les conséquences qu'elle ne manquerait pas d'avoir sur les loyers. On voit que les années passent mais que les problè- mes restent les mêmes. On pourrait quasiment reprendre le même exposé des motifs avec la multiplication des hausses des taux hypothécaires et les conséquences qu'elles ne man- queront pas d'avoir sur le budget des personnes âgées. Peut-être encore une explication par rapport à cette évolution: j'avais déposé également une motion demandant que l'on prenne davantage en compte le loyer des personnes âgées dans le calcul pour la diminution des prestations complémen- taires. Le Conseil fédéral a répondu à la fin de l'année dernière qu'il était prêt à accepter cette idée et qu'il augmenterait le montant déductible de 1000 à 1200 francs. C'était déjà un geste très sensible. Je vois qu'aujourd'hui on propose tout simplement de passer de 1200 à 2400 francs. Cela signifie donc bien que le problème est d'une cruelle actualité et que les quelque 200 francs que l'on proposait à la fin de l'annéeInitiatives parlementaires. Rentes AVS/AI 1582 N 26 septembre 1990 dernière ont aujourd'hui doublé. Ceci signifie que le problème est réel, qu'il faut modifier et favoriser une adaptation du coût de la vie et donner surtout un pouvoir d'achat aux personnes âgées. J'ai présenté deux propositions. Quant à celle relative à l'initia- tive concernant les prestations complémentaires, la première partie a été approuvée et la deuxième mérite un examen plus approfondi. En effet, il n'est pas normal que des personnes qui restent à leur domicile soient pénalisées par rapport à celles qui vivent dans un home, et que les prestations, d'abord orien- tées vers la personne individuelle, favorisent en premier lieu les homes. C'est pourquoi je maintiens ma proposition. En ce qui concerne l'initiative pour le versement d'une 13e rente AVS, on me fait l'objection selon laquelle cette 13e rente serait également versée à des personnes qui n'en ont pas un aussi cruel besoin que celles qui n'ont que l'AVS comme seul revenu. Or, c'est oublier que l'AVS se fonde sur un système de solidarité, que celui qui gagne beaucoup paie en pour cent davantage de primes et obtient moins de presta- tions que celui qui paie peu. C'est un bon système de solida- rité. C'est d'ailleurs la raison pour laquelle, en 1972, nous nous étions battus pour l'obtention de ce premier pilier. On peut mesurer aujourd'hui les conséquences du refus de ma proposition. Certains y reviennent, on en reparlera. Mais, sur le fond, c'est un système de solidarité qui ne mérite aucune entorse. Le versement d'une 13e rente doit s'effectuer en fa- veur de tous les bénéficiaires de l'AVS, sans aucune distinc- tion. La commission suggère que cette 13e rente soit remplacée par une 13e rente complémentaire. Je répète que la 10e révi- sion que l'on espère la plus proche possible diminuera consi- dérablement le nombre des bénéficiaires de prestations com- plémentaires. Par conséquent, il est facile de ne pas vouloir accorder une 13e rente AVS mais une rente complémentaire, d'autant plus lorsque la proposition émane du Conseil fédéral et que les rentes complémentaires sont payées par les can- tons et les communes plus que par la Confédération. Telles sont, en gros, mes propositions. Elles se défendent tout à fait sur le plan financier. Nous venons de recevoir les comp- tes de l'assurance-vieillesse et du fonds de compensation pour 1989. Ils expriment très clairement une situation finan- cière saine, y compris dans les projections. En outre, les dis- positions de la constitution, demandant à la Confédération et aux pouvoirs publics de payer jusqu'à la moitié des dépenses de l'AVS, sont très loin d'être réalisées, puisque ces dépenses se montent à 21 millions et que la contribution des pouvoirs publics est de 5 millions dont 1 million provenant des cantons et des communes. Il est donc possible de répondre à la réelle nécessité d'adapter et de compenser le pouvoir d'achat des personnes âgées de ce pays. C'est pourquoi je vous invite à accepter ces initiatives parlementaires et à examiner la possi- bilité de verser une 13e rente AVS. En conclusion, je précise que les différentes propositions sou- mises à notre conseil démontrent également qu'il est possible à un conseiller national individuel, ne participant pas à un groupe, de faire passer ses idées. C'est un point très positif qu'il y a lieu de rendre encore plus positif en acceptant l'en- semble de mes propositions. Je vous remercie d'ores et déjà du pas que vous avez fait et de ce que vous ferez encore. M. Carobbio: Permettez-moi, en m'exprimant sur les trois ob- jets en discussion, de vous faire part avant tout de ma satisfac- tion pour la décision du Conseil fédéral consistant à verser déjà à la fin de cette année une compensation du renchérisse- ment pour les bénéficiaires de rentes AVS et à proposer la mo- dification de l'article 33ter afin d'octroyer plus rapidement qu'aujourd'hui le rattrapage du renchérissement. J'attends donc avec intérêt les explications du Conseil fédéral qui, je l'espère, iront dans le sens d'une volonté clairement établie de résoudre ce vieux problème: le maintien du pouvoir d'achat réel des rentes AVS plus régulièrement que dans la pratique actuelle. Cela dit, je dois exprimer ma déception, même si elle est par- tielle, pour la prise de position de la commission à propos de l'initiative de M. Spielmann. Elle va en effet dans le sens d'un rejet pur et simple de l'initiative qui demande l'introduction d'une 13e rente en lui opposant simplement le postulat qui de- mande l'étude de ce problème uniquement dans le cadre des rentes complémentaires. La 13e mensualité des rentes AVS est un problème trop important et trop aigu, surtout pour ceux qui sont concernés, pour être liquidé en une vingtaine de li- gnes et avec des propositions si simples. Aujourd'hui -je pense que vous êtes complètement d'accord avec moi - presque tous ceux qui sont actifs sont au bénéfice d'une 13e mensualité. Ce n'est pas encore généralisé et je le regrette, mais on va dans cette direction. Alors, du point de vue des principes, il n'y a pas de raison pour que cette situation ne soit pas étendue aux bénéficiaires des rentes AVS. Du reste, les rentiers eux-mêmes le demandent, surtout ceux qui ont des rentes faibles et modestes. A ce propos, je pourrais citer ici le grand succès obtenu par la pétition lancée par le cartel syn- dical tessinois qui demandait précisément l'introduction d'une 13e mensualité pour les rentiers AVS. En quelques mois, plus de 25 000 signatures ont été récoltées pour cette revendica- tion. C'est la raison pour laquelle j'estime que l'initiative parlemen- taire Spielmann doit être acceptée, au moins dans le sens que le problème doit être étudié de manière approfondie et rapide, avant ou tout en plus avec la décision se rapportant à la 10e ré- vision de l'AVS. Je ne nie pas les difficultés techniques et finan- cières pour résoudre ce problème, mais ce n'est pas une rai- son pour ne pas l'étudier. L'objection soulevée à cette tribune selon laquelle l'introduc- tion de la 13e mensualité pour les rentes AVS bénéficie égale- ment à ceux qui n'en ont pas besoin est une argumentation qui a une certaine valeur, mais elle demande de ma part la remar- que suivante. Ce serait le même cas si l'on tenait ce raisonne- ment pour les hauts salaires qui bénéficient d'une 13e men- sualité. Le problème est tout au plus ailleurs. Comment va-t-on faire payer les impôts à ces gens et les faire participer mieux au financement des oeuvres sociales? Pour revenir à la question en discussion, je peux admettre que l'introduction d'une 13e mensualité ne peut pas être résolue immédiatement. Pour des raisons financières et techniques, on peut imaginer une solution par étapes. C'est par exemple ce que demande la pétition que je viens de citer et qui dit qu'on devrait donner un tiers de cette 13e mensualité la première an- née, le deuxième tiers la deuxième année et le troisième tiers la troisième année. Mais à part ces questions qui sont à discuter, j'estime que le problème doit être résolu le plus rapidement possible. C'est la raison pour laquelle, en conclusion, je m'adresse di- rectement à M. Flavio Cotti, conseiller fédéral, que je sais sen- sible à cette problématique, en l'invitant à préciser si le gouver- nement envisage d'aborder les problèmes techniques, finan- ciers et politiques liés à cette question, et de proposer une so- lution qui permettrait finalement de rendre justice aux bénéfi- ciaires des rentes AVS. J'attends donc une réponse dans cette direction et entre-temps je vous invite à donner suite à l'initia- tive parlementaire de M. Spielmann. Allenspach, Berichterstatter: Die Initiative Spielmann betref- fend Ergänzungsleistungen ist - wie bereits erklärt - zum Teil erfüllt. Die anderen, noch offenen Fragen müssen unseres Erachtens im Rahmen der Revision des Gesetzes über Ergän- zungsleistungen behandelt werden. Wir empfehlen Ihnen, die- ser Initiative keine Folge zu geben, weil es wenig Sinn hat, dass an zwei oder drei verschiedenen Orten das gleiche vor- bereitet oder behandelt wird. Die zweite Initiative Spielmann betreffend 13. AHV/IV-Rente ist formell nicht erfüllbar, weil sie eine 13. Rente vor dem Dezem- ber 1989 verlangt hat. Sie ist aber in die Form einer allgemei- nen Anregung gekleidet, deshalb wäre dieses formelle Krite- rium kein ausschlaggebendes Hindernis. Ausschlaggebend ist etwas anderes: Mit dieser Initiative löst man die Probleme, die heute für die Rentner durch die Teuerung entstanden sind und weiter entstehen werden, in keiner Weise. Es ist ausge- schlossen, dass wir eine solche Vorlage in der Wintersession behandeln könnten. Es wäre ausgeschlossen, dass sie näch- stes Jahr in Kraft treten könnte. Denn es betrifft eine Frage, die26. September 1990 N 1583 Parlamentarische Initiativen. AHV/IV-Renten man im Zusammenhang mit der 10. AHV-Revision behandeln müsste. Sie wissen alle, dass die 10. AHV-Revision in Vorbereitung ist. Der Ständerat ist Prioritätsrat, deshalb ist es ausgeschlossen, dass wir im Nationalrat eine Vorlage über eine 13. AHV/IV- Rente behandeln, während der Ständerat auf der anderen Seite die 10. Revision erörtert. Es wäre möglich - und Herr Spielmann hat durchaus das Recht dazu -, im Rahmen der Beratungen über die 10. AHV-Revision das Begehren nach ei- ner 13. Rente wieder einzubringen; dannzumal müsste der Rat entscheiden. Aus diesen Erwägungen wäre die Zustimmung zur Initiative Spielmann erstens eine Torpedierung der Bestrebungen, den Teuerungsausgleich für Rentner rasch zu verwirklichen, und zweitens würde es zu einem unerträglichen Durcheinander zwischen den gleichzeitigen Beratungen dergleichen Fragen in National- und Ständerat führen. Zur heutigen Situation: Die Kommission für soziale Sicherheit unterstützt die Ideen von Herrn Reimann und die Grundsätze, die Herr Bundesrat Cotti in der Antwort auf die Interpellation Reimann entwickelt hat. Detailfragen und Verfahrensregeln stehen allerdings heute noch nicht zur Diskussion. Sie müs- sen überprüft werden, und wichtig ist in diesem Zusammen- hang auch die Frage der Praktikabilität. Es geht darum, rasch eine Lösung zu verwirklichen, die administrativ auch einfach durchgeführt werden kann. Ich möchte bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, dass auf den 1. Januar dieses Jahres eine Rentenerhöhung um durch- schnittlich 6,6 Prozent erfolgt ist und dass mit dieser Rentener- höhung die Teuerung bis auf gut 117 Punkte ausgeglichen worden ist. Es besteht also heute - wenn man es rein mathe- matisch ansieht - bei den Renten nicht ein Teuerungsrück- stand von 6 Prozent, sondern er bewegt sich in der Grössen- ordnung von etwa 4,3 bis 4,5 Prozent. Er wird ganz sicher bis Jahresende auf über 5 Prozent steigen, wird aber niemals 8 Prozent erreichen. Weil nun aber - das ist für mich das Entscheidende - die Teue- rung im nächsten Jahr weitergehen wird, könnte es durchaus sein, dass Ende 1991 -wenn nicht eine Zwischenanpassung vorgenommen wird - bei den Renten ein Teuerungsrückstand von mehr als 10 Prozent erreicht würde. Das ist den Rentnern nicht zumutbar. Eine Aenderung der Anpassungsregeln ist deshalb gerechtfertigt und sollte möglichst rasch vorgenom- men werden. Wir sollten nicht bis zur 10. AVH-Revision warten, bis diese Aenderungsregeln durchgezogen werden. Ende 1991 ist auf jeden Fall eine Anpassung fällig, da hier der zwei- jährige Anpassungsrhythmus gilt. Das Problem stellt sich aber 1993 in gleicher Weise noch einmal, denn niemand nimmt an, dass 1993 die 10. AHV-Revision bereits in Kraft ist. Deshalb ist eine Sondervorlage gerechtfertigt. Eine solche Sondervorlage sollte und könnte in beiden Räten in der Wintersession behan- delt werden. Die Kommission für soziale Sicherheit ist bereit, dies rasch an die Hand zu nehmen. Im Sinne der vorausschauenden Pla- nung haben wir das Datum zur Behandlung der vom Bundes- rat noch kommenden Vorlage bereits festgesetzt. Ich unter- streiche, dass wir bei dieser Vorlage über die Anpassung der Renten keine Grundsatzdiskussion über das Verhältnis der AHV zur zweiten Säule und zu den Ergänzungsleistungen füh- ren wollen, weil eine solche Grundsatzdiskussion nicht nur Tage, sondern wahrscheinlich Jahre beanspruchen würde. Unser Bestreben ist, die Frage der Teuerungsanpassung rasch, unkompliziert und auch unpräjudizierlich zu regeln. Rasch reagieren heisst, auf die einfachen Verhältnisse Bezug nehmen und einfache Lösungen finden. In diesem Sinne empfiehlt Ihnen die Kommission für soziale Sicherheit, den beiden Initiativen Spielmann nicht Folge zu lei- sten und in einer späteren Phase - der Wintersession - diese Anpassungsregeln zu ändern. M. Philipona, rapporteur: En ce qui concerne tout d'abord l'interpellation Reimann, à propos de l'adaptation des rentes AVS pour 1991, la Commission de la sécurité sociale partage les soucis de M. Reimann et de la plupart des intervenants sur ce sujet. Le Conseil fédéral est également d'accord et la com- mission a déjà fixé une séance. Elle examinera donc ces pro- positions d'ici le mois de décembre. Nous n'allons pas antici- per le débat. C'est en voie de réalisation, à brève échéance, ce qui est tout à fait juste. Pour ce qui est de la première initiative parlementaire concer- nant le versement d'une treizième rente AVS, la commission vous propose, à l'unanimité, de ne pas donner suite à cette ini- tiative, et ce pour une raison de forme tout d'abord - l'initiative demande cette treizième rente pour le mois de décembre 1989 - mais aussi pour une question de principe: nous som- mes à la veille de la dixième révision de l'AVS, dans le cadre de laquelle ce problème sera traité; enfin, la commission a estimé que le versement généralisé de cette treizième rente ne consti- tuait pas le meilleur moyen d'améliorer la situation des rentiers les plus démunis, étant donné que beaucoup de rentiers qui ne sont pas du tout tributaires de prestations sociales en béné- ficieraient également. Quant à l'autre initiative parlementaire relative aux prestations complémentaires, je rappellerai qu'une première partie est déjà réalisée, suite à cette initiative mais par le biais d'une mo- tion qui a été acceptée. L'autre partie, selon les propositions de l'initiant, dévierait du but des prestations complémentaires, ce qui conduirait à des distorsions de calcul puisqu'il faudrait étendre les déductions aux rentes et pensions. La commission vous propose également de rejeter cette initiative et d'accep- ter le postulat. Bundesrat Cotti: Die Versuchung ist gross, sich nach dieser Debatte in eine allgemeine Debatte über die Altersversiche- rung in der Schweiz einzulassen. Ich werde aber dieser Versu- chung widerstehen. Denn meine Anwesenheit in Vertretung des Bundesrates bezieht sich lediglich auf den parlamentari- schen Vorstoss von Herrn Fritz Reimann. Die parlamentari- schen Initiativen, die Sie auf dem Tisch haben, betreffen das Parlament, und ginge es um sie allein, würde ich nicht einmal hier vor Ihnen stehen. Immerhin werde ich zuerst einmal eini- ges über die kürzlichen Beschlüsse des Bundesrates sagen und Ihnen dann - nicht im Sinne einer allgemeinen Debatte, Frau Stocker, es wäre heute nicht möglich, sondern im Sinne einer gewissen zeitlichen Planung - einige weitere Gedanken mitgeben. Denn ohne Zweifel nähern wir uns Jahren, die wohl wesentliche Entscheide bei allen Fragen der Altersversiche- rung voraussetzen werden. Zu Ihrem Vorstoss, Herr Fritz Reimann: Sie haben inzwischen von den grundsätzlichen Beschlüssen des Bundesrates Kenntnis genommen. Ich kann sie kurz bestätigen. Angesichts der Tatsache, dass die Teuerung besonders in der zweiten Jahreshälfte und im Zusammenhang mit der Golfkrise, aber auch mit anderen Geschehnissen im Land relativ schnell an- steigt, hat sich der Bundesrat die Frage gestellt: Ist es richtig, bei der heutigen Lösung zu bleiben, wo die Teuerung be- kanntlich nur alle zwei Jahre angepasst werden kann und die Möglichkeit einer Anpassung im Zwischenjahr eine Erhöhung der Teuerung um 8 Prozent voraussetzt? Diese 8 Prozent schienen schon vorher auf alle Fälle zu hoch angesetzt. Aufgrund der eindeutigen Feststellung, dass viele Rentner von der Teuerung stark betroffen sind, hat der Bundesrat be- schlossen, das Seinige beizutragen, damit die Teuerung die- ses Jahres auch bei einer niedrigeren Steigerung als 8 Pro- zent ausgeglichen werden kann. Dies wird der Bundesrat dem Parlament für die Dezembersession in einer Botschaft unter- breiten. Wir wollen die Vorlage nicht um jeden Preis als dring- lich erklären, aber sie muss unbedingt von beiden Räten schon im Dezember bereinigt werden. Damit diese Anpas- sung - wie gesagt worden ist - administrativ einfach, schnell und unbürokratisch erfolgen kann, wird der Bundesrat vor- schlagen, dass dies im nächsten Jahr - es geht immer nur um das nächste Jahr - entweder durch eine einmalige oder allen- falls durch zwei Auszahlungen geschieht. Der Betrag, Herr Ca- robbio, wird nicht sehr weit von der von Ihnen anbegehrten 13. Rente entfernt sein. Es geht um eine reine Anpassung an die Teuerung, die dann selbstverständlich an die Anpassun- gen der nächsten Jahre angerechnet wird. Damit sich -wie Herr Allenspach das richtig betont hat - die Si- tuation in zwei Jahren nicht wiederholt - bis dann wird dieInitiatives parlementaires. Rentes AVS/AI 1584 N 26 septembre 1990 10. AVH-Revision möglicherweise die parlamentarische Hürde noch nicht genommen haben -, wird der Bundesrat auch eine Aenderung von Artikel 33ter des AHV-Gesetzes vor- schlagen, damit die Härten, die mit diesen 8 Prozent verbun- den sind, ein für allemal gemildert sind. Wie das genau ge- schehen wird, ob über jährliche Anpassungen oder über ein System, wie wir es heute haben, das aber den Plafond von 8 Prozent reduziert, wird sich erst zeigen. Das sind die allgemeinen Beschlüsse des Bundesrates. Ich glaube sagen zu können, dass der Bundesrat schnell geschal- tet hat. Herr Fritz Reiman, wenn Sie das BSV vorhin erwähnt haben, das im August reagiert hat, müssen Sie bedenken: Das BSV hat aufgrund seiner technischen Funktion mitgeteilt, dass gemäss dem heutigen Gesetz eine Anpassung dieses Jahr nicht möglich gewesen wäre. Aber über die weiteren Studien, die damals im BSV schon im Gange waren, durfte das BSV nicht informieren. Ich möchte dem BSV attestieren, dass es in einer Frage, die Schnelligkeit voraussetzt, sehr schnell ge- schaltet hat. Das Thema AHV und Altersversicherung geht aber viel weiter, wie Frau Stocker, Frau Fankhauser und alle Interpellanten be- merkt haben, als bei dieser wichtigen - ich hoffe, Sie anerken- nen, sie sei wichtig - Anpassung der Renten für das nächste Jahr. Hier stellen sich die Fragen, über die Sie zu befinden haben - der Bundesrat will sich heute mit ihnen nicht direkt befassen -, zum Beispiel eine Verbesserung der Stellung der Rentner. Es wird von einer 13. Rente gesprochen. Diese Frage ist ohne weiteres prüfenswert.-lch muss aber Herrn Carobbio sagen, dass bei der Prüfung dieser Frage alle anderen Probleme der künftigen Ausgestaltung der AHV unvermeidlich miteinbezo- gen werden müssen, zuerst einmal die ganze Frage der lang- fristigen Finanzierung. Diese Frage stellt sich eindeutig, und man darf nicht einfach sagen: Wir wollen jetzt eine neue Zu- lage, ohne sich über die finanziellen Konsequenzen bewusst zu sein. Es stellt sich auch die mittelfristige Frage, ob die Ver- besserung der AHV, die ohne Zweifel zu den Zielsetzungen des Bundesrates gehört, über das Giesskannenprinzip abge- wickelt werden soll. Ist es wirklich richtig, dass die Verbesse- rung bei allen Rentnern vorgenommen wird? Ich muss nicht sagen, dass möglicherweise gewisse gezielte Verbesserun- gen notwendig sein werden. Dann werden die Ergänzungslei- stungen miteinbezogen. Auch dort wissen wir - es ist heute gesagt worden -, dass möglicherwiese die Ergänzungslei- stungen nicht alle Bedürftigen erreichen. Es stellt sich also die Frage, ob der Rahmen der Ergänzungsleistungen nicht in ir- gendeiner Form ergänzt werden müsste. Alle diese Fragen setzen selbstverständlich Zeit voraus, und man kann, Frau Stocker, das Problem nicht in einem Jahr lö- sen. Deshalb haben wir aber - wie Sie wissen - im Sinne der guten Erfahrung, die wir schon bei der Krankenversicherung gemacht haben, einige Experten beauftragt, auf diese grund- sätzlichen Fragen einzugehen und letzten Endes auch auf die Frage der Querbeziehungen zwischen der ersten und der zweiten Säule. Dass damit natürlich - ich wiederhole es - Pro- bleme angesprochen werden, welche sich auf die nächsten Jahrzehnte projizieren und für deren Lösung natürlich einige Zeit nötig ist. Was geschieht in der Zwischenzeit? Wir haben eine 10. AHV- Revision auf dem Tisch. Diese Revision wird demnächst vom Ständerat angepackt. Darf ich Ihnen kurz schildern, wie eines der Elemente dieser Revision absolut in die Richtung geht, die Sie hier angesprochen haben, nämlich einer Verbesserung der Renten, ohne der Giesskanne zu huldigen. Es werden in der 10. AHV-Revision aufgrund der Veränderung der Renten- formel punktuelle Verbesserungen vorgeschlagen für die niedrigen Renten. Es werden damit in die soziale Umvertei- lung dieses Landes etwa eine halbe Milliarde Franken fliessen. Das ist das, was man aufgrund der heutigen Finanzierbarkeit als zumutbar erklären kann. Ich möchte sagen: Es sollte jeder- mann einleuchten, dass die schnelle Bewältigung dieser klei- nen Revision - ich betone: Es ist eine kleine Revision, die gros- sen Zusammenhänge werden in der Revision noch nicht an- gepackt; es ist aber eine Revision, die eine Reihe von punktu- ellen und sozialen Verbesserungen bringt - im Interesse des Landes und seiner Sozialversicherungen liegt. Es ist also wichtig, dass diese Revision möglichst schnell über die Bühne geht. Damit habe ich die verschiedenen Fragen beantwortet. Ich hoffe, dass insbesondere der Vorstoss von Herrn Fritz Rei- mann beantwortet worden ist. Ich möchte dazu noch sagen, dass natürlich in diesem Monat die einzelnen Begehren, die von den Altersverbänden, von den Gewerkschaften mit gros- sen Unterschriftensammlungen eingereicht worden sind z. B. aus meinem Kanton -, uns in der Lösung der Problematik bestärkt haben, die heute angesprochen worden ist. M. Spielmann: Les rapporteurs ont dit tout à l'heure que l'ini- tiative pour une treizième rente allait, dans un sens, remplacer la compensation du renchérissement. Il est évident que tel n'est pas le cas. En effet, la compensation du renchérissement est une obligation constitutionnelle, tout d'abord, qui n'est d'ailleurs même pas remplie puisque la compensation n'a été que partielle. La treizième rente que je propose est une com- pensation de la perte du pouvoir d'achat consécutive à cette non-compensation durant l'année écoulée. Elle ne ferait que permettre de maintenir le pouvoir d'achat, mais la compensa- tion doit être réalisée et le plus rapidement serait le mieux. D'autre part, il est pour le moins curieux de me reprocher d'avoir prévu dans mon initiative l'introduction en 1989, alors que c'est le Parlement qui a attendu presque deux ans pour la traiter enfin aujourd'hui. Ce problème-là peut donc tout à fait être réglé et je propose au Conseil national de donner suite à mon initiative, pour compenser non pas le renchérissement de l'année prochaine mais bien la perte de pouvoir d'achat dont ont été victimes les personnes âgées du fait de la non-indexa- tion des rentes au pouvoir d'achat. Reimann Fritz: Ich danke Herrn Bundesrat Cotti für die Beant- wortung meiner Interpellation. Ich danke dem Bundesrat auch für das Verständnis, das er den Rentnerinnen und Rentnern entgegenbringt. Der Bundesrat hat sehr schnell und flexibel reagiert. Seine Massnahmen werden - wie die Diskussion ge- zeigt hat - auch vom Rat positiv aufgenommen. Ich erkläre mich von der Antwort des Bundesrates als befriedigt. 90.676 Dringliche Interpellation Interpellation urgente Präsident: Herr Fritz Reimann, der Interpellant, ist von der Ant- wort des Bundesrates befriedigt. 89.237 Parlamentarische Initiative Initiative parlementaire Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission (keine Folge geben) 90 Stimmen Für den Antrag Spielmann (Folge geben) 4 Stimmen Ad 89.231 Postulat der Kommission Postulat de la commission Ueberwiesen - Transmis 88.227 Parlamentarische Initiative Initiative parlementaire Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission (keine Folge geben) 93 Stimmen Für den Antrag Spielmann (Folge geben) 6 Stimmen26. September1990 N 1585 Leistungen an HlV-infizierte Hämophile Ad 88.227 Postulat der Kommission Postulat de la commission Ueberwiesen - Transmis #ST# 90.024 Leistungen an HlV-infizierte Hämophile und Bluttransfusionsempfänger Prestations aux hémophiles et aux receveurs de transfusions sanguines infectés par le VIH Botschaft und Beschlussentwurf vom 12. März 1990 (BBIII, 225) Wiessage et projet d'arrêté du 12 mars 1990 (FF II, 232) Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN Antrag der Kommission Eintreten Antrag Pidoux Nichteintreten Proposition de la commission Entrer en matière Proposition Pidoux Ne pas entrer en matière Frau Spoerry, Berichterstatterin: Seit bald einem Jahrzehnt weiss man um die neue Geissel der Menschheit, die Krankheit Aids. Folgende Uebertragungswege dieser Krankheit sind heute bedeutsam: 1. Die sexuellen Kontakte. 26 Die Uebertragung des Virus von einer infizierten Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft oder der Geburt. 3. Die Blutübertragungen. Der Bundesbeschluss, den wir heute behandeln, bezieht sich auf einen Teil von HlV-infizierten Patienten innerhalb der Gruppe 3, nämlich auf Hämophile, also Bluter, die bekanntlich alle männlichen Geschlechts sind, und auf Bluttransfusions- empfänger. Wir wollen diesen infizierten Patienten - oder al- lenfalls deren Hinterbliebenen - einen einmaligen Beitrag in der Höhe von 50 000 Franken ausrichten. Wie lässt sich diese Spezialbehandlung eines Teils von HlV- infizierten Patienten begründen und rechtfertigen? Vorerst ist eines ganz klar festzuhalten. Die vorgesehene Bun- desleistung an Hämophile und Bluttransfusionsempfänger hat nichts mit einer Wertung zu tun. Es geht nicht um eine Ein- teilung in schuldig oder unschuldig HlV-infizierte Patienten, sondern es geht einzig und allein darum, jenen Unglücklichen ein Zeichen der Solidarität zukommen zu lassen, die durch eine für sie lebenserhaltende Behandlung mit dem HI-Virus in- fiziert worden sind, durch eine Behandlung, bei welcher Bun- desinstanzen mitbeteiligt sind. Das ist das Entscheidende. Die Mitbeteiligung des Bundes ist über das Bundesamt für Sozial- versicherung gegeben, welches die aus menschlichem Blut- plasma hergestellten Gerinnungspräparate für die Bluter und die Blutprodukte für die Transfusionspatienten als kassenzu- lässig erklärt hat. Wie sind diese tragischen Fälle möglich geworden? Ende 1982 wurden in den USA erstmals Lungenentzündun- gen bei Hämophilen gemeldet. Anschliessend stellte sich her- aus, dass diese ein Zeichen einer Aids-Erkrankung waren, die durch die verabreichten Blutderivate verursacht worden waren. Auch die Aids-Experten der Schweiz haben diese Gefahr er- kannt, gingen aber anfänglich davon aus, dass in der Schweiz das HIV-Risiko für Hämophile geringer sei, weil die Versor- gung mit Blutpräparaten in unserem Land über das Schweize- rische Rote Kreuz durch freiwillige Blutspender weitgehend mit inländischem Blut sichergestellt werden kann. Diese Beur- teilung hat sich im Nachhinein leider als nicht zutreffend erwie- sen, obwohl wir im europaweiten Vergleich glücklicherweise einen Anteil von HlV-infizierten Blutern und Bluttransfusions- empfängern haben, der deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Den Betroffenen allerdings hilft dies wenig. Im Mai 1984 wurden die Spender durch den Blutspendedienst des Schweizerischen Roten Kreuzes aufgefordert, von Blut- spenden abzusehen, wenn sie einer HIV-Risikogruppe ange- hörten. Aber erst seit 1986 werden die Hämophilen in der Schweiz nur noch mit Gerinnungspräparaten behandelt, de- ren Viren inaktiviert worden sind. Seither konnte denn auch bei den Blutern kein weiterer Fall von HlV-Infizierung festgestellt werden. Zwischen 1978 und 1985 waren jedoch die Bluter auch in der Schweiz wegen ihrer lebensnotwendigen Therapie mit Gerin- nungspräparaten einem bedeutenden HIV-Risiko ausgesetzt. Man muss heute leider davon ausgehen, dass wir in der Schweiz ungefähr hundert Hämophile haben, welche mit dem HIV-Virus angesteckt sind. Das entspricht gut 20 Prozent aller Bluter. Aehnlich verhält es sich bei den Bluttransfusionspatien- ten. Im Sommer 1985 wurde schrittweise ein H lV-Suchtest ein- geführt und ab November 1985 routinemässig durchgeführt. Eine Verordnung des Bundesrats vom 9. April 1986 verpflich- tet jedermann, der Blut oder Blutkonserven für Transfusionen verwendet oder abgibt, sich vorher zu vergewissern, dass im Blut keine Hinweise auf das HIV festzustellen sind. Ganz eliminieren lässt sich allerdings bei einer Bluttransfusion auch mit den heutigen technischen Möglichkeiten das Risiko einer Infizierung nicht, und zwar wegen der sogenannten dia- gnostischen Lücke, also der Zeit zwischen der Infektion und der Antikörperbildung. Die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infek- tion durch eine Bluttransfusion ist heute aber glücklicherweise gering und liegt bei etwa 1 zu 500 000. Weitaus die meisten transfusionsbedingten HIV-Infektionen erfolgten somit vor Ende 1985. Ihre Zahl wird auf 140 bis 170 Fälle geschätzt. Die Vorlage des Bundesrates, mit welcher jedem dieser Pati- enten 50 000 Franken ausgerichtet werden sollen, was einen Gesamtkredit von 13,5 Millionen Franken erfordert, ist einiger Kritik begegnet. Zunächst meldeten die Kantone Bedenken an. Zwar zeigen die Kantone Verständnis dafür, dass der Bund angesichts der auch in anderen Ländern getroffenen Hilfs- massnahmen zugunsten dieser Gruppe von HlV-infizierten Patienten eine Geste der Solidarität tun will. So betrachtet stel- len sie sich nicht grundsätzlich gegen den vorliegenden Be- schluss, auch wenn sie gewisse Bedenken in bezug auf ein Präjudiz anmelden. Vor allem aber waren die Kantone verstimmt über die Absicht des Bundesrates, sie ohne Vernehmlassung an der Finanzie- rung des Bundesbeitrages an die betroffenen Patienten zu be- teiligen. Der Bundesrat hat eine solche Beteiligung als opportun erach- tet, weil die Kantone wegen der Registrierung der Produkte durch die Interkantonale Kontrollstelle für Heilmittel ebenfalls in die ganze Problematik involviert sind. Die Kantone stellen sich aber auf den Standpunkt, dass sie für Beiträge, die sich nicht durch eine soziale Notwendigkeit begründen lassen, keine Rechtsgrundlage haben. Eine weitere Kritik an der Botschaft des Bundesrates wurde von der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel ange- bracht. Sie wies vor allem den Passus der Botschaft vom 12. März 1990 zurück, der sich auf Seite 7 findet. Dort wird aus- geführt, die IKS habe auf die Registrierung der fraglichen Blut- produkte verzichtet, weil sie dem Zentrallabor des Schweizeri- schen Roten Kreuzes auch ohne zusätzliche behördliche Kon- trolle vertraut habe. Die IKS stellt demgegenüber fest, dass sie mehrmals die Kon- trolle der Produkte für die notwendige Registrierung verlangt habe, dass dieser Aufforderung aber seitens des Zentrallabors keine Folge geleistet worden sei. Das Zentrallabor seinerseitsSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Parlamentarische Initiative (Spielmann) Ergänzungsleistungen zur AHV/IV Initiative parlementaire (Spielmann) Prestations complémentaires à l'AVS/AI In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 08 Séance Seduta Geschäftsnummer 88.227 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 26.09.1990 - 08:00 Date Data Seite 1576-1585 Page Pagina Ref. No 20 018 986 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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