Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 10. August 2016 (810 15 368) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Claude Jeanneret , Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Guido Ehrler , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz (RRB Nr. 1932 vom 8. Dezember 2015) A. Der türkische Staatsangehörige A.____, geboren 1 972, reiste am 28. Juni 1980 in die Schweiz ein und erhielt eine Niederlassungsbewillig ung. A.____ ist mit der tschechischen Staatsangehörigen B.____, geboren 1979, verheiratet und hat mit ihr einen Sohn, C.____, ge- boren 2004. D.____, geboren 1998, ist die Tochter von B.____ und stammt nicht von A.____. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. A.____ trat während seines Aufenthalts in der Schw eiz zwischen 2001 und 2012 mehrmals unter anderem wegen Verletzung der Verkehrsreg eln und Widerhandlung gegen das Waffengesetz strafrechtlich in Erscheinung. Mit Urteil de s Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 6. Oktober 2014 wurde A.___ _ sodann wegen qualifizierter Wider- handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Drogenhandel ) zu 10 Jahren Freiheitsstrafe und zu einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt. Seit dem 22. Januar 2011 befindet sich A.____ im Strafvollzug. Im Zeitraum zwischen dem 1. Januar 1992 und dem 6. November 2015 wurden zu Lasten von A.____ 87 Betreibungen in der Höhe von Fr. 234‘547.55, 53 Verlustscheine im Ge- samtbetrag von Fr. 264‘023.80 sowie 41 offene Verlustsc heine in der Höhe von Fr. 124‘816.90 registriert. C. Am 8. April 2015 gewährte das Amt für Migration B asel-Landschaft (AfM) A.____ und seiner Ehefrau das rechtliche Gehör zum beabsichtigten W iderruf der Niederlassungsbewilli- gung von A.____ und dessen Wegweisung aus der Schweiz. D ieses nahmen A.____ und seine Ehefrau jeweils mit Schreiben vom 21. April 2015 (Post eingang) wahr. Mit Verfügung vom 4. Juni 2015 widerrief das AfM die Niederlassungsbewil ligung von A.____ und ordnete dessen Ausreise aus der Schweiz bei der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug an. In verfahrens- rechtlicher Hinsicht hielt das AfM fest, dass einer allfäl ligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme. Zur Begründung wurde im Wesentlichen auf die strafrechtlichen Verurtei- lungen, die hohe Verschuldung sowie die Sozialhilfeabhängigkeit von A.____ verwiesen. D. Gegen die Verfügung des AfM vom 4. Juni 2015 erhob A.____, vertreten durch Peter Nideröst, Rechtsanwalt, mit Eingabe vom 15. Juni 2015 Be schwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). Er beantragte, die Verfügung des AfM sei aufzuhe- ben, eventualiter sei der Beschwerdeführer zu verwarne n und es sei der Beschwerde die auf- schiebende Wirkung wieder zu erteilen; alles unter o/e-K ostenfolge zu Lasten der Staatskasse. A.____, nunmehr vertreten durch Guido Ehrler, Advokat, beantragte in der Beschwerdebegrün- dung vom 31. August 2015, es sei die Verfügung des AfM vom 4. Juni 2015 aufzuheben und es sei A.____ die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. Zur Beschwerdebegründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Ehe von A.____ und B. ____ trotz Strafvollzug intakt sei. A.____ sei wegen seiner Drogensucht (Marihuana, Koka in) in die Kriminalität gerutscht. Im Strafvollzug habe er sich jedoch von den Drogen lösen kö nnen und führe ein drogenfreies Le- ben. Er werde sich nach Beendigung des Strafvollzugs in w irtschaftlicher Hinsicht schnell wie- der integrieren können, um seine Familie von der derzeitigen Sozialhilfeabhängigkeit zu lösen. E. Mit Beschluss vom 8. Dezember 2015 wies der Regierungsr at die Beschwerde von A.____ ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausge führt, dass mit der strafrechtlichen Verurteilung von A.____ zu 10 Jahren Freiheitsstrafe der Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG gegeben sei. Die von A.____ vorgebrachte D rogenabstinenz sei zwar positiv zu wer- ten, jedoch habe seine Drogensucht nicht im Zusammenh ang mit seiner Kriminalität gestanden und ihm müsse aufgrund der Tatschwere und des Tatverschul dens eine schlechte Legalprog- nose gestellt werden. Es bestünden somit gewichtige öf fentliche Interessen an seiner Wegwei- sung, welche seine privaten Interessen am weiteren Auf enthalt überwögen. Zudem könne es auch seiner Familie zugemutet werden, ihm in die Türke i zu folgen. Weder könne A.____ er- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht messensweise die Niederlassungsbewilligung belassen werden, noch liege ein schwerwiegen- der persönlicher Härtefall vor. F. Gegen den Entscheid des Regierungsrates erhob A.____ , vertreten durch Guido Ehr- ler, mit Eingabe vom 21. Dezember 2015 Beschwerde bei m Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsger icht). Er beantragt, der Entscheid des Regierungsrates sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechts- pflege zu bewilligen. In der Beschwerdebegründung vom 22. Februar 2016 wird im Wesentli- chen vorgebracht, die Wegweisung des Beschwerdeführers stelle einen unzulässigen Eingriff in Art. 8 Ziffer 1 EMRK dar und erweise sich als unverhäl tnismässig. Seiner Beschwerde legte der Beschwerdeführer diverse Referenzschreiben bei. G. Mit Eingabe vom 4. März 2016 liess sich der Regierungsr at vernehmen und schloss auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Zur Begrün dung verweist er in erster Linie auf den angefochtenen Entscheid. Zusätzlich wird ausgeführt, dass die Frage der Drogenabstinenz des Beschwerdeführers im vorliegenden Fall keine Rolle sp iele. Die importierte Menge an rei- nem Kokain (10.54 kg) belege, dass die Gewinnerzielung einzige Motivation für den Beschwer- deführer gewesen sei. Zudem habe er eine hohe Positio n innerhalb der kriminellen Organisati- on gehabt. Auch ein Gutachten würde keine weiteren Er kenntnisse bringen, die diese Tatsa- chen widerlegen könnten. Aufgrund seiner konstanten S traffälligkeit (seit dem Jahr 2001) und aufgrund seiner daraus erkennbaren Unbelehrbarkeit muss vo n einer Rückfallgefahr beim Be- schwerdeführer ausgegangen werden. H. Mit Eingabe vom 22. März 2016 beantragte der Beschwe rdeführer, es seien seine Tür- kischkenntnisse durch einen gerichtlich bestellten Dolmetsch er testen zu lassen. Begründet wurde dieser Antrag damit, dass der Beschwerdeführer n icht fähig sei, ganze Sätze in türki- scher Sprache zu bilden und sich deutlich auszudrücken. I Mit Präsidialverfügung vom 11. April 2016 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Pro- zessführung und Verbeiständung bewilligt. Weiter wurde n die Beweisanträge des Beschwerde- führers, wonach B.____ als Zeugin zu befragen, ein Gutachten über die Rückfallgefahr einzuho- len und ein Sprachtest mit dem Beschwerdeführer durchzuführen sei, abgewiesen. J. Der Beschwerdeführer beantragte in seiner Eingabe vo m 9. Mai 2016, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und eine öf fentliche Parteiverhandlung durchzufüh- ren. Zur Begründung wurde ausgeführt, dem Beschwerdef ührer würden die gewünschten Voll- zugslockerungen, die Versetzung in das Arbeitsexternat un d das Electronic Monitoring allein deshalb nicht gewährt, weil der Beschwerde bisher di e aufschiebende Wirkung nicht gewährt worden sei. K. Mit Verfügung vom 11. Mai 2016 wurde auf den Antr ag des Beschwerdeführers auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung nicht eingetreten (Ziffer 1) und der Antrag auf Durchfüh- rung einer Parteiverhandlung (Ziffer 2) abgewiesen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht L. Gegen die Präsidialverfügung vom 11. April 2016 erh ob der Beschwerdeführer mit Ein- gabe vom 17. Mai 2016 Einsprache und beantragte, es se i Ziffer 1 der Verfügung vom 11. Mai 2016 aufzuheben und der Beschwerde die aufschiebende W irkung zu erteilen. Mit Schreiben vom 7. Juni 2016 liess sich der Regierungsrat zur Einsprache vernehmen und beantragte deren Abweisung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kant onsgericht zulässig. § 47 Abs. 1 lit. a VPO sieht vor, dass zur Beschwerde befugt ist, we r durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schu tzwürdiges Interesse an dessen Än- derung oder Aufhebung hat. Da der Beschwerdeführer Ad ressat des angefochtenen Entschei- des ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufheb ung hat, die übrigen formellen Vo- raussetzungen erfüllt und sowohl die örtliche wie auch d ie sachliche Zuständigkeit des Kan- tonsgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsg erichtlichen Beschwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsver letzungen zu überprüfen bzw. zu prü- fen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen re chtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Wei- teren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist de m Kantonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Strittig ist, ob der Widerruf der Niederlassungsbew illigung des Beschwerdeführers und die damit einhergehende Wegweisung zu Recht erfolgten. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und Art. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländer innen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständi ge kantonale Behörde entscheidet in den Fällen nach Art. 18 ff. und 27 ff. AuG - im Rahm en der gesetzlichen Vorschriften und Ver- träge mit dem Ausland - nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Anwesenheitsbewilli- gung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht , es sei denn, das AuG oder völker- rechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 135 II 1 E. 1.1; P ETER UEBERSAX , in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg. ], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werd en, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde (Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG). Das gilt auch dann, wenn sich der Ausländer seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ord- nungsgemäss in der Schweiz aufhält (Art. 63 Abs. 2 AuG). Als längerfristig im Sinne von Art. 62 lit. b AuG gilt eine Freiheitsstrafe, wenn ihre Dauer ein Jahr überschreitet (BGE 139 I 145 E. 2.1; 139 I 31 E. 2.1; 135 II 377 E. 4.2 und E. 4 .5). Mehrere unterjährige Strafen dürfen bei der Berechnung nicht kumuliert werden; indessen spielt es keine Rolle, ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (BGE 139 I 16 E. 2.1). 4.3 Für Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Eur opäischen Gemeinschaft und ihre Familienangehörigen gilt das AuG nur, soweit das Abk ommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europ äischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (F ZA) keine abweichenden Bestimmungen enthält oder das AuG günstigere Bestimmungen vorsieht (Art. 2 Abs. 2 AuG). 4.4 Der Beschwerdeführer kann sich als Ehemann einer tsche chischen Staatsangehöri- gen, die in der Schweiz ein Aufenthaltsrecht hat, auf das FZA berufen (Art. 3 Abs. 2 lit. a An- hang I FZA). Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt h at und der Beschwerdeführer auch an- erkennt, gilt dieser Anspruch jedoch nicht absolut. Ge mäss Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA dürfen die vom Freizügigkeitsabkommen gewährten Rechtsansprüche nur durch Massnahmen, die aus Gründen der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Ge sundheit gerechtfertigt sind, einge- schränkt werden. Bei Massnahmen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit darf einzig das persönliche Verhalten der in Betracht kommenden Einzelp erson ausschlaggebend sein (Art. 5 Abs. 2 FZA i.V.m. Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 64/221 EWG), was ausländerrechtlichen Mass- nahmen (allein) aus generalpräventiven Gründen entge gen steht (BGE 136 II 5 E. 4.2; 130 II 176 E. 3.4.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_406/2014 vom 2. Juli 2015 E. 2.3). Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA setzt für die Beschränkung des Aufenthalt srechts eine tatsächliche und hinrei- chend schwere Gefährdung voraus, welche ein Grundinter esse der Gesellschaft berührt (BGE 139 II 121 E. 5.3; 136 II 5 E. 4.2; 130 II 176 E. 3 .4.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_403/2014 vom 2. Juli 2015 E. 2.3). Ohne weiteres vermögen strafr echtliche Verurteilungen die Einschrän- kung von Rechten, welche das Freizügigkeitsabkommen einr äumt, demnach nicht zu rechtferti- gen (Art. 5 Abs. 2 FZA i.V.m. Art. 3 Abs. 2 der Richtlinie 64/221/EWG). Jedoch können die einer strafrechtlichen Verurteilung zugrunde liegenden Umstän de ein persönliches Verhalten erken- nen lassen, das eine gegenwärtige Gefährdung der öffen tlichen Ordnung darstellt; in diesem Sinne kann auch vergangenes Verhalten den Tatbestand ei ner solchen Gefährdung der öffent- lichen Ordnung erfüllen (BGE 136 II 5 E. 4.2; 130 II 176 E. 3.4.2 m.w.H.). Im Rahmen von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA kommt es folglich wesentlich auf d ie Prognose des künftigen Wohlverhal- tens an (BGE 139 II 121 E. 5.3; 136 II 5 E. 4.2; 130 II 176 E. 4.2), wobei eine nach Art und Ausmass der möglichen Rechtsgüterverletzung zu differenzi erende hinreichende Wahrschein- lichkeit, dass der Ausländer künftig die öffentliche Siche rheit und Ordnung stören wird, verlangt ist (BGE 139 II 121 E. 5.3; 136 II 5 E. 4.2; 130 II 176 E. 4.3.1). Ein geringes, aber tatsächlich vorhandenes Rückfallrisiko kann für eine aufenthaltsbeend ende Massnahme im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA demnach genügen, sofern d ieses Risiko eine schwere Verletzung Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht hoher Rechtsgüter beschlägt (vgl. Urteil des Bundesgericht s 2C_236/2013 vom 19. August 2013 E. 6.4 mit Hinweisen). 5.1 Mit Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Ab teilung Strafrecht, vom 6. Okto- ber 2014 wurde der Beschwerdeführer wegen qualifiziert er Widerhandlung gegen das Betäu- bungsmittelgesetz (Drogenhandel) zu 10 Jahren Freiheitsst rafe verurteilt. Damit hat der Be- schwerdeführer einen Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG ge- setzt, was von ihm zu Recht nicht bestritten wird. 5.2 Indessen beruft sich der Beschwerdeführer auf Art. 5 Anhang I FZA und macht geltend, die Vorinstanz sei zu Unrecht von einer gegenwärtigen und schweren Gefährdung der öffentli- chen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit ausgegangen. E r rügt, der Regierungsrat hätte ein Gutachten zur Rückfallgefahr des Beschwerdeführers einhol en müssen. Der Zusammenhang zwischen seinem Drogenkonsum und dem Betäubungsmittelhandel sei klar gegeben, da er sich durch den Verkauf von Kokain seinen eigenen Konsum fin anziert habe und dadurch in einen regelrechten “Rausch“ geraten sei. Mittlerweile lebe der Beschwerdeführer jedoch drogenfrei, weshalb keine Rückfallgefahr mehr vorliege. Demzufolge v erstosse ein Widerruf der Niederlas- sungsbewilligung gegen Art. 5 Anhang I FZA. 5.3 Dem verfahrensauslösenden Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, vom 6. Oktober 2014 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdefü hrer zusammen mit einem Mittäter den Kokainimport von der Dominikanischen Republik in die Schweiz organisiert habe und über einen längeren Zeitraum an exponierter Stelle im in ternationalen Betäubungsmittelhandel tätig gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe hauptsächlich org anisatorische Tätigkeiten ausge- führt, habe sich in der Abwicklung des Drogenhandels wei tgehend von Risiken ferngehalten und anderen den Transport der Betäubungsmittel überlassen. Bei den deliktischen Handlungen, für welche der Beschwerdeführer verurteilt wurde, habe es sich weitgehend um wesentliche Tatbeiträge gehandelt, aus denen seine erhöhte Stell ung innerhalb der Gruppierung klar her- vorgehe. Dem Beschwerdeführer wurde der strafrechtlich re levante Umgang mit 10.54 kg rei- nem Kokain angelastet und mit Blick auf die Planung und den betriebenen Aufwand im straf- rechtlichen Urteil festgehalten, dass der Beschwerdeführer äusserst professionell und mit hoher krimineller Energie gehandelt habe. Weiter wird im Urteil vom 6. Oktober 2014 ausgeführt, dass der Beschwerdeführer seine Rolle innerhalb der Organ isation verharmlose und die Schuld an- deren Beteiligten zuschiebe. Er bestreite nach wie vor die zentralen Punkte der Anklage voll- ständig und habe anlässlich der strafrechtlichen Hauptver handlung am Kantonsgericht deutlich gemacht, dass er nichts bereue. Hinsichtlich der Strafzum essung wird zusammenfassend fest- gehalten, dass beim Beschwerdeführer von einer erheblich en kriminellen Energie und damit von einem schweren Verschulden auszugehen sei. 5.4 Aus dem strafrechtlichen Urteil lässt sich zudem entne hmen, dass sich der Beschwer- deführer aus freiem Willen für das unrechtmässige Hand eln entschieden und nicht aus einer Notlage heraus gehandelt habe. Das Vorbringen des Besch werdeführers, bei ihm sei eine schwerwiegende Drogenabhängigkeit vorgelegen, welche ihn in den Drogenhandel getrieben habe, um sich seine Betäubungsmittel besorgen zu können, findet im strafrechtlichen Urteil kei- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ne Stütze. Zudem kann bei einer derart grossen Menge von reinem Kokain, welche dem Be- schwerdeführer zugerechnet wurde, und dem dadurch erziel baren Gewinn offensichtlich nicht mehr von einfacher Beschaffungskriminalität ausgegangen werden. Überdies wird im kantons- gerichtlichen Strafurteil auf die planerische und organisatorisch hohe Stellung des Beschwerde- führers innerhalb der Bande verwiesen (vgl. E. 5.3). Diese strategisch wichtige Position kann wohl kaum von einem Drogenabhängigen, welcher sich perm anent im “Rauschzustand“ befin- det – wie sich der Beschwerdeführer selber darzustellen v ersucht – wahrgenommen werden. Wäre beim Beschwerdeführer eine schwerwiegende Drogen problematik mit Bezug zu seiner Delinquenz tatsächlich vorgelegen, würden aus dem Urteil vom 6. Oktober 2014 diesbezüglich Hinweise hervorgehen und die Anordnung einer Suchttherapie wäre geprüft worden (vgl. Art. 60 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 19 37). Die Vorinstanz stellte dem- zufolge zu Recht fest, dass für den Beschwerdeführer nicht seine Drogenabhängigkeit im Vor- dergrund gestanden habe, sondern vielmehr die Gewinnerzielung. Der Regierungsrat sah in der Folge von der Einholung eines Gutachtens zur Frage der Rückfallgefahr ab und hielt unter an- derem zu Recht fest, dass seit der Verurteilung des Besch werdeführers 4 ½ Jahre vergangen seien und eine Überprüfung seines damaligen Drogenkons umverhaltens jetzt kaum mehr mög- lich sei. Im strafrechtlichen Verfahren wurde ebenfalls k ein Gutachten zur Drogenproblematik des Beschwerdeführers eingeholt, was darauf hindeutet, dass dort kein Konnex zwischen dem Drogenkonsum und der Delinquenz des Beschwerdeführers geseh en wurde. Auch der Be- schwerdeführer führt in seiner Begründung aus, er sei ni e forensisch zur Rückfallgefahr begut- achtet worden. Somit wurde eine Begutachtung von kein er Seite her für nötig empfunden und ist auch in Verfahren im Rahmen des FZA entgegen den Behauptungen des Beschwerdefüh- rers nicht zwingend einzuholen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_799/2009 vom 21. Juni 2010 E. 3.1.). Es kann somit festgehalten werden, dass zwische n dem Drogenkonsum des Be- schwerdeführers und seinem Betäubungsmittelhandel kein Z usammenhang bestanden und für ihn lediglich die Geldgewinnung im Vordergrund gestan den hat. Ob der Beschwerdeführer sei- ne Drogenabhängigkeit überwunden hat oder nicht, ka nn somit offen bleiben, zumal die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Drogenabstinenz keinen Einfluss auf seine Rückfallgefahr bzw. Legalprognose hat. 5.5 Der Vorwurf des Beschwerdeführers, die Vorinstanz ha be den Sachverhalt mit Bezug auf die Prognosestellung nicht rechtsgenügend festgeste llt und damit gegen Art. 29 Abs. 2 BV verstossen, ist gemäss den vorstehenden Ausführungen unbeg ründet. Der aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessende Anspruch auf Abnahme u nd Würdigung rechtzeitig und form- richtig angebotener Beweismittel (vgl. Urteil des Bunde sgerichts 2C_799/2009 vom 21. Ju- ni 2010 E. 3.1; BGE 124 I 241 E. 2; 122 I 53 E. 4a mit Hinweisen) schliesst eine vorwegge- nommene Beweiswürdigung nicht aus, verbietet dem Ger icht also nicht, einem beantragten Beweismittel die Erheblichkeit oder Tauglichkeit abzuspre chen oder auf die Abnahme von Be- weisen zu verzichten, wenn das Gericht aufgrund der bereit s abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und willkürfrei davon ausgehen darf, diese würde durch weitere Be- weiserhebungen nicht geändert (vgl. Urteil des Bundesg erichts 2C_799/2009 vom 21. Ju- ni 2010 E. 3.1; BGE 134 I 140 E. 5.3; 131 I 153 E. 3; 130 II 425 E. 2.1). Die Vorinstanz durfte unter den vorliegenden Umständen ohne weiteres annehmen, dass ein psychiatrisches Gutach- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten zu keinen neuen Erkenntnissen für die Prognosestellung führen würde, und demzufolge in vorweggenommener Beweiswürdigung auf entsprechende Beweiserhebungen verzichten. 5.6 Der Beschwerdeführer bringt in seiner Begründung weiter vor, er sei diszipliniert absti- nent, reuig sowie einsichtig und seine Familie stelle e inen Schutzfaktor vor einer allfälligen Rückfälligkeit dar. Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, kann der angebliche Schutzfaktor Fami- lie nicht begünstigend berücksichtigt werden, zumal der Be schwerdeführer durch seine Straffäl- ligkeit bewusst in Kauf genommen hat, seine Familie nicht unterstützen und eine sehr lange Zeit nicht mit dieser zusammen leben zu können. Ebenso muss ihm die ausländerrechtliche Konse- quenz der Wegweisung bewusst gewesen sein, und auch di es hat ihn nicht von seiner Delin- quenz abhalten können. Seine Familie scheint dem Besc hwerdeführer unbestrittenermassen sehr wichtig zu sein, jedoch konnte sie ihn in der Ver gangenheit nicht von seiner schweren Drogenkriminalität abhalten. In diesem Zusammenhang ma cht der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Vollzugsakten geltend, dass er seine Tate n bereue und einsichtig sei. Auch wenn dem Vollzugsplan vom 7. Juli 2015 entnommen werden kann, dass sich der Beschwerde- führer im Gespräch offen zeige, seine Taten und die Ko nsequenzen für seine Angehörigen be- reue, kann diesen Ausführungen nicht vorbehaltlos zugesti mmt werden. So zeigte der Be- schwerdeführer anlässlich der heutigen Urteilsberatung ( an welcher er und seine Frau als Zu- schauende teilnahmen) ein ganz anderes Verhalten und mu sste nach Beschimpfung des Ge- richts des Saales verwiesen werden (vgl. Aktennotiz der Urte ilsberatung vom 10. August 2016). Von Reue und Einsicht war dabei wenig zu sehen, und e r machte deutlich, dass er seine straf- rechtliche Verurteilung nicht akzeptiere. Eindeutige Hinweise, dass vom Beschwerdeführer trotz der Verurteilung zu 10 Jahren Freiheitsstrafe nicht e inmal eine geringe aktuelle Rückfallgefahr ausgeht, liegen demzufolge nicht vor. Dass der Beschwerd eführer sich im Strafvollzug bewährt und seine Einsatzbereitschaft, seinen Leistungswillen und seine Sozialkompetenz unter Beweis gestellt hat, wie er vorbringt, mag zutreffen. Jedoch le bt der Beschwerdeführer im Strafvollzug unter ständiger Kontrolle und steht zudem unter dem D ruck des ausländerrechtlichen Wider- rufsverfahrens. Eine aus der Sicht des Massnahmevollzugs positi ve Entwicklung oder ein klag- loses Verhalten im Strafvollzug schliessen eine Rückfallge fahr und eine fremdenpolizeiliche Ausweisung nicht aus (BGE 137 II 233 E. 5.2.2). Im Übr igen wird ein makelloses Verhalten im Strafvollzug rechtsprechungsgemäss erwartet (BGE 139 II 121 E. 5.5.2). 5.7 Der Beschwerdeführer beruft sich unter anderem auf das Urteil des Bundesgerichts 2A.468/2000 vom 16. März 2001 und sieht sich im Vergleic h dazu als zu streng behandelt. In jenem Fall hat das Bundesgericht die Ausweisung eines I talieners aufgehoben, der hauptsäch- lich wegen Betäubungsmitteldelikten zu Freiheitsstrafen von insgesamt über acht Jahren verur- teilt worden war. Der betreffende Ausländer war selbe r schwer drogenabhängig. Die Fremden- polizei verfügte die Wegweisung, kurz nachdem er in das Programm der ärztlich kontrollierten Drogenabgabe aufgenommen worden war. Dieser Fall kan n schon daher nicht mit dem vorlie- genden verglichen werden, weil dort die Betäubungsmitt elkriminalität im Zusammenhang mit der Sucht des Ausländers gestanden hatte und dieser eben im Begriff war, diese konkret anzu- gehen und bei einer Wegweisung von einem Rückfall in die Drogensucht und damit in die Straf- fälligkeit ausgegangen wurde. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, ihm werde im Straf- vollzug das Electronic Monitoring gewährt und dabei sei d ie fehlende Rückfallgefahr eine Vo- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht raussetzung im Sinne von § 3 lit. f der Verordnung übe r den Vollzug von Freiheitsstrafen in der Form des Electronic Monitoring vom 03. August 1999. In diesem Zusammenhang verkennt der Beschwerdeführer jedoch, dass es bei dieser Voraussetzung d arum geht, dass die verurteilte Person sich an einen vereinbarten Tages- und Wochenablau f sowie weitere Auflagen hält und das entgegengebrachte Vertrauen nicht missbraucht und n icht um eine Beurteilung der Rück- fallgefahr in migrationsrechtlicher Hinsicht. 5.8 Mit seinem Verhalten verletzte und gefährdete der Beschwerdeführer höchste Rechts- güter in Art und Ausmass schwer. Er handelte mit erhebl icher krimineller Energie und aus rein finanziellen Motiven, weshalb ihm im kantonsgerichtlichen Strafurteil ein schweres Verschulden attestiert wurde. Der Drogenhandel ist zudem eine der in Art. 121 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 genannten Anlasstaten, die nach dem Verfassungsgeber dazu führen soll, dass der ents prechende Täter aus der Schweiz ausgewiesen und mit einem Einreiseverbot belegt wird. Zwar ist diese Verfassungsbestimmun- gen gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht direkt anwendbar, das Bundesge- richt hat aber festgehalten, der vom Verfassungsgeber zum Ausdruck gebrachten Wertung sei insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspr uch zu übergeordnetem Recht bzw. zu keinen Konflikten mit dem Beurteilungsspielraum führe, den der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) den einzelnen Konventionsstaaten be i der Umsetzung ihrer Migrati- ons- und Ausländerpolitik zugestehe (BGE 139 I 31 E. 2.3 .2; BGE 139 I 16 E. 5.3). Drogenhan- del stellt auch im Sinne von Art. 5 Anhang I FZA eine schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung dar und Betäubungsmitteldelikte können eine We gweisung auch im Bereich der Frei- zügigkeitsrechte rechtfertigen (vgl. Urteil des Bundesger ichts 2C_843/2014 vom 15. März 2015 E. 4.3 mit Hinweis auf das Urteil des Europäischen Ger ichtshofes (EuGH) C-145/09 vom 23. November 2010 i.S. Tsakouridis, Rz. 46 f.). Im Einkl ang mit diesen Bestimmungen und der dargelegten Rechtsprechung können folglich an die ge genwärtige Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls keine hohen Anforderungen gestellt werden, b evor von einer Gefährdung im Sinne von Art. 5 Anhang I FZA auszugehen ist (Urteil des Bund esgerichts 2C_604/2015 vom 21. Ap- ril 2016 E. 2.2). Indem der Beschwerdeführer rügt, d ie Vorinstanz habe eine hohe und aktuelle Rückfallgefahr zu Unrecht bejaht, verkennt er demnach, dass bei der von ihm verschuldeten Rechtsgüterverletzung nicht erst die hohe Wahrscheinlichkei t eines Rückfalls hingenommen werden muss. Mit der Vorinstanz ist daher von einem gewi chtigen öffentlichen Interesse auszu- gehen, dem Beschwerdeführer die weitere Anwesenheit zu verweigern. Das bisherige Verhal- ten des Beschwerdeführers lässt auch eine zukünftige Gef ährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit befürchten. Für eine gegenteilige Anna hme sind den vorliegenden Akten keine überzeugenden Hinweise zu entnehmen. Nach wie vor akzep tiert der Beschwerdeführer seine strafrechtliche Verurteilung zu 10 Jahren Freiheitsstrafe nicht und aufgrund seines unkooperati- ven Verhaltens (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilu ng Strafrecht, vom 6. Oktober 2014) im Strafverfahren kann nicht von einer sichtbaren Distanzieru ng von seiner kriminellen Vergan- genheit ausgegangen werden. Die blossen Beteuerungen seiner Ehefrau und seiner Stieftoch- ter sowie von nahestehenden Drittpersonen, der Beschwer deführer habe sich geändert und sein kriminelles Verhalten abgelegt, vermögen die vori nstanzliche Würdigung der vom Be- schwerdeführer ausgehenden gegenwärtigen Gefährdung ni cht zu entkräften. Es besteht folg- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich eine Rückfallgefahr, welche eine Entfernungsmassnah me auch unter dem Gesichtswinkel der diesbezüglichen Schranke von Art. 5 Anhang I FZA zu rechtfertigen vermag. 6.1 Der Beschwerdeführer macht im Weitern geltend, d er Widerruf seiner Niederlassungs- bewilligung sei keine angemessene Massnahme im Sinne von Art. 96 AuG und verletze den in Art. 8 EMRK verankerten Schutz des Familienlebens. 6.2 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schut ze der Menschenrechte und Grund- freiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 sowie dem inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 BV geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Fa- milienlebens können ausländische Staatsangehörige in b esonderen Fällen einen Anspruch auf Aufenthalt oder Verbleib in einem anderen Staat abl eiten, wenn eine staatliche Entfernungs- massnahme zur Trennung von Familienmitgliedern führt ( vgl. A NDREAS ZÜND /T HOMAS HUGI YAR , Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Auslä nderrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, Europä ische Grundrechte-Zeitschrift [EuGRZ] 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Die se Garantien können somit dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familienan gehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das gemeinsame Famil ienleben vereitelt wird. Gemäss stän- diger bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK müssen die sich hierzulande aufhal- tenden Angehörigen über ein gefestigtes Anwesenheitsre cht verfügen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen, die i hrerseits auf einem gefestigten Rechtsan- spruch beruht. Zudem müssen diese Personen zur Kernfamil ie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende, minderjährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsächliche und in- takte Beziehung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). 6.3 Sowohl die Ehefrau des Beschwerdeführers als auch d er gemeinsame minderjährige Sohn und die Stieftochter des Beschwerdeführers verfügen über Niederlassungsbewilligungen. Ein gefestigtes Anwesenheitsrecht der Kernfamilie des Beschwerdeführers liegt somit vor. Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau sind seit 13 Jahren verheiratet und der Wunsch des ge- meinsamen Familienlebens besteht nach übereinstimmenden Aussagen des Ehepaares nach wie vor. Aus den Akten ergibt sich zudem, dass der Kontak t mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern auch während des Strafvollzugs des Beschwerdeführ ers in den vergangenen Jahren stets aufrechterhalten wurde. Folglich ist davon auszugehe n, dass zwischen dem Beschwerde- führer und seiner Kernfamilie eine enge, tatsächliche und intakte Beziehung besteht, weshalb grundsätzlich davon auszugehen ist, dass der Beschwerdefüh rer Ansprüche aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK garantierten Schutz des Familienlebens ableiten kann. 6.4 Setzt der Ausländer einen Widerrufsgrund gemäss Ar t. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG und stellt er nach den dargelegten Grundsä tzen eine hinreichend schwere und ge- genwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung, Sich erheit oder Gesundheit im Sinne von Art. 5 Anhang I FZA dar, ist schliesslich die Verhältnismässigkeit eines Widerrufs der Niederlas- sungsbewilligung zu prüfen (Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 96 Abs. 1 AuG). Nach der Rechtsprechung Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Bundesgerichts sind umso strengere Anforderungen an eine fremdenpolizeiliche Mass- nahme zu stellen, je länger eine ausländische Person in der Schweiz anwesend war. Die Nie- derlassungsbewilligung einer ausländischen Person, die sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werd en; allerdings ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn die betroffene Person hier geboren ist und ihr ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; 135 II 377 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts 2C_819/2013 vom 24. Januar 2014 E. 3.3; 2C_740/2013 vom 10. Januar 2014 E. 3.2). Massgebliche Kriterien zur Beurteilung, ob ein Wi- derruf der Niederlassungsbewilligung verhältnismässig ist, sind die Schwere des Delikts, das Verschulden des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum und das Verhalten des Be- troffenen während diesem, der Grad seiner Integration bzw. die sozialen, kulturellen und famili- ären Bindungen zum Aufenthaltsstaat und zum Heimatstaa t, die Dauer der bisherigen Anwe- senheit, die ihm und seiner Familie drohenden Nachtei le, insbesondere unter gesundheitlichen Aspekten, sowie die mit der aufenthaltsbeendenden Massna hme verbundene Dauer der Fern- haltung (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.4; 139 I 31 E. 2.3. 1, E. 2.3.3; 139 I 16 E. 2.2, E. 2.2.2). Diese Gesichtspunkte stimmen inhaltlich überein mit jenen Aspekt en, die bei der Beurteilung der Zu- lässigkeit aufenthaltsbeendender Massnahmen im Rahmen von Art. 8 Abs. 2 EMRK (Schutz des Privat- und Familienlebens) und Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 3 BV (Achtung des Fami- lienlebens) zu beachten sind (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.3 ; 139 I 16 E. 2.2.2; Urteil 2C_295/2014 vom 12. Januar 2015 E. 3.2). 6.5 Ausgangspunkt für die Schwere des Verschuldens und di e migrationsrechtliche Inte- ressenabwägung ist – im Fall des Widerrufsgrunds der län gerfristigen Freiheitsstrafe nach Art. 62 lit. b AuG – die vom Strafgericht ausgesprochen e Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2; 129 II 215 E. 3.1). Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz besteht regelmässig ein wesentliches öffentliches Interesse daran, die Anwese nheit des Ausländers zu beenden (BGE 139 I 31 E. 2.3.1 f.). 6.6 Bereits das Strafmass von insgesamt 10 Jahren indiziert ein erhebliches migrations- rechtliches Verschulden, liegt es doch weit über der Gren ze von einem Jahr, welche für die Möglichkeit des Widerrufs massgeblich ist (vgl. E. 4.2). Mit seinem Verhalten hat der Beschwer- deführer skrupellos in Kauf genommen, die Gesundheit e iner Vielzahl von Menschen zu ge- fährden. Besonders verwerflich ist die Tatsache, dass er nicht aus einer Notlage, sondern aus rein finanziellen Motiven heraus gehandelt hat. Hinzu ko mmt die vom Beschwerdeführer aus- gehende Gefährdung im Sinne von Art. 5 Anhang I FZA (vgl. E. 5.3 ff). Ebenfalls in diesem Zu- sammenhang ist die Verfassungsbestimmung in Art. 121 Ab s. 3 BV zu berücksichtigen (vgl. E. 5.8). Vermerkt seien zudem die Strafbefehle, die Bussenverfügung sowie das Strafurteil des Kantons Aargau zwischen 2003 und 2007, welche den Le umund des Beschwerdeführers im Bereich des Strassenverkehrs deutlich belasten. Angesich ts dieser Sachlage ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des Beschwer- deführers als hoch einstufte. 6.7 Das private Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass sich der heute f ast 44-jährige Beschwerdeführer seit Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht über 35 Jahren dauerhaft in der Schweiz aufhält, hier seine Familie lebt und er in den vergan- genen 35 Jahren soziale Beziehungen zur Schweiz geknüpft hat, die er durch eine Wegweisung zu verlieren droht. Seine Ehefrau, der gemeinsame Sohn , seine Stieftochter sowie seine Eltern und Geschwister leben hier. Die Schweiz und das hiesige fa miliäre Umfeld verlassen zu müs- sen, würde ihn und sein unmittelbares familiäres Umfeld gewiss hart treffen. Insbesondere der Kontakt zu den Kindern würde wesentlich erschwert. Ein e Wegweisung führte vorliegend dazu, dass sein Sohn weitgehend ohne Vater aufwachsen müsste. Wie der Beschwerdeführer zutref- fend darlegt, würde die Wegweisung weiter auch dazu führen, dass er der Familie als (potentiel- ler) finanzieller Versorger nicht zur Verfügung stünde. Zusammenfassend ist insbesondere auf- grund seiner langen Aufenthaltsdauer und seiner hier lebenden Familie von einem gewichtigen privaten Interesse des Beschwerdeführers an einem Verblei b in der Schweiz auszugehen. Un- ter diesen Umständen wäre für ihn eine Ausreise sicher mit einer besonderen Härte verbunden. 6.8 Dem genannten öffentlichen Interesse sind die soebe n erwähnten privaten Interes- sen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz gegen überzustellen. Wie ausgeführt wurde, besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdefüh- rers. Ihm ist gleichzeitig darin beizupflichten, dass die Niederlassungsbewilligung aufgrund sei- ner langen Aufenthaltsdauer nur mit Zurückhaltung wid errufen werden soll. Auch wenn es sich bei ihm nicht um einen Ausländer der zweiten Generatio n handelt, so gilt es trotzdem zu be- rücksichtigen, dass er sich seit rund 35 Jahren in der Schweiz aufhält, wobei er die prägenden Jugendjahre hier verbracht hat. In Bezug auf seine Person ist schon alleine aufgrund der langen Aufenthaltsdauer von gewichtigen privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz auszu- gehen. Bezüglich der Integration ist festzuhalten, dass d er Beschwerdeführer deutsch spricht und eine Anlehre als Automechaniker absolviert hat. Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe vor seiner Inhaftierung zusammen mit seiner Ehefrau ein überdurchschnittliches Familienein- kommen erzielen und werde sich schnell wieder im Arbeitsmarkt integrieren können. Gleichwohl wurden im Zeitraum zwischen dem 1. Januar 1992 und dem 6. November 2015 zu Lasten des Beschwerdeführers 87 Betreibungen in der Höhe von Fr. 234‘547.55, 53 Verlustscheine im Ge- samtbetrag von Fr. 264‘023.80 sowie 41 offene Verlustsc heine in der Höhe von Fr. 124‘816.90 registriert und die Familie des Beschwerdeführers ist sei t dem 1. März 2011 auf Sozialhilfe an- gewiesen (vgl. Führungsbericht des AfM vom 7. April 201 5 und Beschwerdebegründung vom 22. Februar 2016 S. 13). Selbst wenn der Beschwerdeführer nach seiner Haftentlassung wieder eine Anstellung finden sollte, so gilt er als Automech aniker nicht als besonders qualifizierte Fachkraft. Seine gesamthafte Integration in der Schwei z kann angesichts der wiederholten und schweren Delinquenz und massiven Schuldenwirtschaft nicht a ls gelungen bezeichnet werden. Vielmehr scheint es ihm trotz langem Aufenthalt und wei tgehender Sozialisation in der Schweiz am Verständnis für die hiesige Rechtsordnung zu mangeln. Die drohende Trennung von seiner Familie ist zugunsten des Beschwerdeführers zu berücksichtig en. Zugleich ist allerdings darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer allein dafür veran twortlich ist, wenn sein gemeinsa- mes Familienleben – abgesehen von allfälligen Besuchs aufenthalten und telefonischen oder elektronischen Kontakten – nicht mehr gepflegt werden ka nn. 6.9 Eine Rückkehr in die Türkei wäre sodann unbestreitb ar mit persönlichen und wirt- schaftlichen Nachteilen für den Beschwerdeführer selbst un d für ihm nahestehende Personen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht verbunden. Trotzdem erscheint sie gesamthaft betrachtet zum utbar. Nach eigenen Angaben leben in der Türkei ausser seinen Eltern und seinen Gesch wistern alle weiteren Verwandten, welche dem Beschwerdeführer bei der sozialen wie auch b eruflichen Wiedereingliederung be- hilflich sein könnten (vgl. Rechtliches Gehör des Beschwerdeführers vom 21. April 2015). Somit verfügt er über Verbindungen zu seinem Heimatland und hat überdies die ersten Lebensjahre dort verbracht und die Türkei als Erwachsener mehrma ls besucht (vgl. Rechtliches Gehör des Beschwerdeführers vom 21. April 2015 und Passkopien des Beschwerdeführers). Es kann so- mit davon ausgegangen werden, dass ihm die dortigen ku lturellen und sozialen Gepflogenhei- ten nicht völlig unbekannt sind und er sich in Türkisch verständigen kann. Seine Deutschkennt- nisse und die Anlehre als Automechaniker werden ihm darü ber hinaus den beruflichen Einstieg erleichtern und beim Aufbau einer neuen Existenz behilf lich sein. Einer Rückkehr stehen somit keine ernsthaften Hindernisse im Weg. Auch wenn die Nie derlassungsbewilligung von Auslän- dern, die als Kind in die Schweiz eingereist sind und eine lange Aufenthaltsdauer vorweisen können, nur mit Zurückhaltung zu widerrufen ist, so erweist sich vorliegend ein Widerruf als ein- zig geeignete und als erforderliche ausländerrechtliche Massnahme, um den Sicherheitsinte- ressen der Schweiz gerecht zu werden. Obschon der Beschw erdeführer wegen der Dauer sei- nes Aufenthalts und mit Blick auf sein Alter bei der Ein reise ein gewichtiges privates Interesse an einem Verbleib geltend macht und die Wegweisung zu r Trennung von seiner Familie führt, so überwiegt letztlich angesichts der schweren und wieder holten Delinquenz und des öffentli- chen Sicherheitsbedürfnisses das öffentliche Interesse an de r aufenthaltsbeendenden Mass- nahme. Damit erweist sich der Widerruf im Ergebnis als verhältnismässig und der Eingriff in das Recht auf Privat- und Familienleben als gerechtfertigt. 7. Zusammengefasst erweist sich der Widerruf der Niederla ssungsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz als verhä ltnismässig. Der Regierungsrat hat entsprechend den rechtlichen Anforderungen die öf fentlichen Interessen, die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration im Rahmen einer umfassenden Interessenabwä- gung berücksichtigt. Zudem bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Regierungsrat das ihm zustehende Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hätte . Der Widerruf der Niederlassungs- bewilligung des Beschwerdeführers und seine Wegweisung aus der Schweiz erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde f ührt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Einsprache betreffend die Frage de r aufschiebenden Wirkung gegen- standslos. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umf assen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Au smass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung der Gerichtskasse zu belasten. 8.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise ob siegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht (§ 21 Abs. 2 VPO). Die ausserordentlichen Kosten sind demnach wettzuschlagen. Zufolge Be- willigung der unentgeltlichen Rechtspflege ist dem R echtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar zulasten der Gerichtskasse auszurichten. 8.2.1 In seiner Honorarnote vom 11. Juli 2016 macht der Rechtsvertreter des Beschwerde- führers für seine Einsprache einen Zeitaufwand von 2. 42 Stunden sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 14.30 und 8 % MWST geltend. Wie nachstehend a ufgezeigt wird, sind diese Aufwen- dungen jedoch aufgrund der Aussichtslosigkeit der Einspr ache nicht zu entschädigen. Der Be- schwerdeführer begründet seine Einsprache bzw. sein Recht sschutzinteresse an der Erteilung der aufschiebenden Wirkung nämlich damit, dass ihm im Straf- und Massnahmevollzug bei Vor- liegen eines vollstreckbaren ausländerrechtlichen Urteil s keine Vollzugslockerungen gewährt würden. Dabei verkennt er jedoch, dass er sein Rechtsschutzin teresse im vorliegenden Verfah- ren nicht mit Verweis auf andere Verfahren – wie vorl iegend das Verfahren des Straf- und Mas- snahmevollzugs – begründen kann. Die Gewährung von Voll zugslockerungen, namentlich des Electronic Monitoring, hängt nicht alleine von der fehl enden Vollstreckbarkeit einer ausländer- rechtlichen Fernhaltemassnahme ab, vielmehr sind noch weit ere Voraussetzungen zu erfüllen, damit ein solches Gesuch gutgeheissen werden kann (vgl. § 3 der Verordnung über den Voll- zug von Freiheitsstrafen in der Form des Electronic Monito ring vom 3. August 1999). Die Bewil- ligung der Vollzugslockerung in Form des Electronic Monit oring wäre demzufolge auch bei Vor- liegen der aufschiebenden Wirkung ungewiss. In diesem Z usammenhang ist überdies anzu- merken, dass sich die Sicherheitsdirektion Basel-Landschaf t, Abteilung Straf- und Massnah- menvollzug, in der Ablehnung der vom Beschwerdeführer beantragten Vollzugslockerung auf die Richtlinien des Strafvollzugskonkordats der Nordwest- u nd Innerschweiz beruft, wonach Ausländerinnen und Ausländer mit fremdenpolizeilichen Fernhaltemassnahmen grundsätzlich nicht in die Vollzugsstufe des Wohn- und/oder Arbeitsexternats versetzt werden (vgl. Richtlinien Strafvollzugskonkordat der Nordwest- und Innerschweiz betre ffend Ausländerinnen und Aus- länder im Straf- und Massnahmenvollzug vom 2. November 2007 Ziff. 3.2). Somit hätte das Ge- such des Beschwerdeführers um Vollzugslockerung auch bei V orliegen der aufschiebenden Wirkung abgewiesen werden können. Das Rechtsschutzintere sse des Beschwerdeführers an der Erteilung der aufschiebenden Wirkung war demzufol ge offensichtlich nicht gegeben, wes- halb die Gewinnaussichten seiner Einsprache beträchtlich geringer waren als die Verlustgefah- ren und sie deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (Urteil des Bundesgerichts 4P.105/2005 vom 31. August 2005 E. 3). Die Einsprache erweist sich nach dem Gesagten als offensichtlich aussichtslos, weshalb die diesbezüglichen A ufwendungen vorliegend nicht zu berücksichtigen sind. 8.2.2 In seiner Honorarnote vom 10. Juni 2016 macht de r Rechtsvertreter des Beschwerde- führers für das Hauptverfahren einen Zeitaufwand von 1 5.75 Stunden geltend, was nicht zu beanstanden ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung fü r die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentg eltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Für die Auslagen im Hauptverfahren stellt der Rechtsvertreter Fr. 67.25 in Rechnung, was ebenfalls nicht zu beanstanden ist. Daraus ergibt sich ein aus der Gerichtskasse auszurich- tendes Gesamthonorar von Fr. 3‘474.70 (inkl. Auslagen und 8 % MWST). Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingewi esen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz unmittelbar nach der Beendigung seiner Freiheitsstrafe bzw. zum Zeitpunkt der (bedingten) Entlassung aus dem Strafvollzug zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der une ntgeltlichen Pro- zessführung gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘474.70 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) aus der Ger ichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 2. November 2016 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 2C_1008/2016) erhoben.