<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">M 2/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>II. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Meyer, Schön und nebenamtlicher Richter </div> <div class="para">Bühler; Gerichtsschreiber Grünvogel </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 24. Januar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, 1963, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechts- </div> <div class="para">anwalt K.________, </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesamt für Militärversicherung, Bern, Beschwerdegegner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Luzern </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Der 1963 geborene B.________ klagte während des </div> <div class="para">militärischen Wiederholungskurses 1988 vom 26. September </div> <div class="para">bis 15. Oktober (im Folgenden: WK) nach einem Marsch in </div> <div class="para">unwegsamem Gelände über Kniebeschwerden, worauf ihn der </div> <div class="para">Truppenarzt wegen Schmerzen im linken Knie für drei Tage </div> <div class="para">ins Krankenzimmer einwies. Am 20. Oktober 1988 begab sich </div> <div class="para">B.________ in ärztliche Behandlung bei Dr. H.________, der </div> <div class="para">eine Periostose im linken Knie lateral diagnostizierte und </div> <div class="para">ihn beim Bundesamt für Militärversicherung (nachfolgend: </div> <div class="para">BAMV) anmeldete. Dieses anerkannte seine Haftung. Am 28. </div> <div class="para">November 1988 überwies Dr. H.________ den Versicherten an </div> <div class="para">den Orthopäden Dr. E.________, der in seinem Bericht vom </div> <div class="para">20. Februar 1989 festhielt, die geklagten Beschwerden seien </div> <div class="para">am ehesten auf Tendoperiostosen im Bereich des Tractus und </div> <div class="para">am Kapselansatz lateral zurückzuführen gewesen; sie hätten </div> <div class="para">bis vor etwa fünf Wochen angehalten; zur Zeit sei der Ver- </div> <div class="para">sicherte wieder beschwerdefrei. </div> <div class="para"> Am 1. März 1994 begab sich B.________ erneut in ärzt- </div> <div class="para">liche Behandlung. Dabei diagnostizierte Dr. U.________ un- </div> <div class="para">klare chronische Knieschmerzen beidseits, im Besonderen </div> <div class="para">eine unklare Entzündungsreaktion im linken Knie, weshalb er </div> <div class="para">B.________ zur näheren Abklärung an Dr. S.________, Chef- </div> <div class="para">arzt Orthopädie am Spital X.________, überwies. Dieser </div> <div class="para">erstattete am 20. April 1994 zusammen mit dem Assistenzarzt </div> <div class="para">Dr. P.________ Bericht. Am 14. Juni 1994 meldete Dr. </div> <div class="para">U.________ B.________ beim BAMV neu an. Dieses liess den </div> <div class="para">Versicherten vom 12. November bis 1. Dezember 1995 im </div> <div class="para">Spital Y.________ stationär behandeln und anerkannte mit </div> <div class="para">Schreiben vom 10. Januar 1996 seine Haftung "für die im WK </div> <div class="para">1988 aufgetretenen Kniebeschwerden beidseits". Nach Ein- </div> <div class="para">holung weiterer ärztlicher Berichte teilte es B.________ </div> <div class="para">mit Vorbescheid vom 1. Juli 1996 mit, dass die weitere </div> <div class="para">Haftung ab 31. Juli 1996 abgelehnt werde und erliess am </div> <div class="para">13. August 1996 eine entsprechende Verfügung. Die dagegen </div> <div class="para">erhobene Einsprache wies es nach Einholung eines Akten- </div> <div class="para">gutachtens der Dres. I.________ und O.________, Chefärzt- </div> <div class="para">licher Dienst des BAMV, vom 30. September 1996 mit Ent- </div> <div class="para">scheid vom 12. August 1997 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Dagegen liess B.________ Beschwerde führen mit dem </div> <div class="para">Antrag auf Rückweisung der Sache an das BAMV zwecks Zu- </div> <div class="para">sprechung der gesetzlichen Leistungen. Gleichzeitig reichte </div> <div class="para">er einen Bericht des Radiologie-Institutes Z.________ vom </div> <div class="para">30. Januar 1998 sowie ein polydisziplinäres Gutachten der </div> <div class="para">Medizinischen Abklärungsstelle [MEDAS] vom 27. Juni 1997 </div> <div class="para">ein. Mit Entscheid vom 23. November 1998 wies das Verwal- </div> <div class="para">tungsgericht des Kantons Luzern das Rechtsmittel ab. </div> <div class="para"> C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt B.________ </div> <div class="para">das vorinstanzliche Rechtsbegehren erneuern. Zusätzlich </div> <div class="para">wird eventuell die Rückweisung der Angelegenheit an die </div> <div class="para">Vorinstanz zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung beantragt. </div> <div class="para"> Das BAMV schliesst auf Abweisung der Verwaltungsge- </div> <div class="para">richtsbeschwerde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Im Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder </div> <div class="para">Verweigerung von Versicherungsleistungen ist die Überprü- </div> <div class="para">fungsbefugnis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">nicht auf die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich </div> <div class="para">Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens beschränkt, </div> <div class="para">sondern sie erstreckt sich auch auf die Angemessenheit der </div> <div class="para">angefochtenen Verfügung; das Gericht ist dabei nicht an die </div> <div class="para">vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachver- </div> <div class="para">halts gebunden und kann über die Begehren der Parteien zu </div> <div class="para">deren Gunsten oder Ungunsten hinausgehen (<span class="artref">Art. 132 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- a) Das kantonale Gericht hat die vorliegend mass- </div> <div class="para">gebenden gesetzlichen Bestimmungen über die Haftung der </div> <div class="para">Militärversicherung bei während des Dienstes auftretenden </div> <div class="para">Gesundheitsschäden (<span class="artref">Art. 5 Abs. 1 MVG</span>) und bei Rückfällen </div> <div class="para">und Spätfolgen (<span class="artref">Art. 6 MVG</span>) zutreffend dargelegt. Richtig </div> <div class="para">sind auch die Ausführungen zu den Begriffen Rückfall und </div> <div class="para">Spätfolgen (vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-V-137%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page138">BGE 123 V 138</a> Erw. 3a mit Hinweisen). </div> <div class="para">Es kann darauf verwiesen werden. Ebenfalls zutreffend ist, </div> <div class="para">dass der Unterschied zwischen den Haftungsvoraussetzungen </div> <div class="para">nach Art. 5 f. MVG namentlich darin besteht, dass im ersten </div> <div class="para">Fall der Kausalzusammenhang zwischen der Gesundheitsschä- </div> <div class="para">digung und den Einwirkungen während des Dienstes vermutet </div> <div class="para">wird und diese Vermutung nur durch den gegenteiligen Si- </div> <div class="para">cherheitsbeweis ausgeschlossen werden kann, während im </div> <div class="para">zweiten Fall das Vorliegen kausaler Folgen von dienstlicher </div> <div class="para">Gesundheitsschädigung mit dem im Sozialversicherungsrecht </div> <div class="para">allgemein erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr- </div> <div class="para">scheinlichkeit erstellt sein muss (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-V-137%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page138">BGE 123 V 138</a> Erw. 3a, </div> <div class="para">111 V 372 Erw. 1b). Entscheidend ist somit, ob der Zusam- </div> <div class="para">menhang zwischen Spätfolge oder Rückfall und dienstlicher </div> <div class="para">Gesundheitsschädigung wahrscheinlicher ist als das Fehlen </div> <div class="para">eines solchen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F111-V-370%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page374">BGE 111 V 374</a>Erw. 2b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Anzufügen ist, dass, falls die Kausalität der gel- </div> <div class="para">tend gemachten Spätfolgen oder Rückfälle zum Symptomenkreis </div> <div class="para">der im Dienst in Erscheinung getretenen Gesundheitsschädi- </div> <div class="para">gung einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach- </div> <div class="para">gewiesen ist, die deswegen anerkannte Leistungspflicht des </div> <div class="para">Militärversicherers erst entfällt, wenn die dienstliche </div> <div class="para">Gesundheitsschädigung nicht mehr die natürliche und adä- </div> <div class="para">quate Ursache der Beschwerden darstellt, wenn also letztere </div> <div class="para">mit den während des Dienstes aufgetretenen Leiden nicht </div> <div class="para">mehr in Verbindung gebracht werden können. Ebenso wie der </div> <div class="para">leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das </div> <div class="para">Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung der dienstlichen </div> <div class="para">Gesundheitsschädigung mit dem im Sozialversicherungsrecht </div> <div class="para">allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr- </div> <div class="para">scheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit </div> <div class="para">nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen der </div> <div class="para">während des Dienstes auftretenden Gesundheitsschäden genügt </div> <div class="para">nicht. Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tat- </div> <div class="para">frage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - </div> <div class="para">anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender </div> <div class="para">natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim </div> <div class="para">Versicherten, sondern bei der Militärversicherung (vgl. </div> <div class="para">RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76 </div> <div class="para">Erw. 4b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Im Anschluss an die Neuanmeldung vom 14. Juni 1994 </div> <div class="para">anerkannte die Militärversicherung am 10. Januar 1996 ihre </div> <div class="para">Leistungspflicht für die Kniebeschwerden beidseits. Ent- </div> <div class="para">sprechend ist das BAMV für sämtliche diagnostischen und </div> <div class="para">therapeutischen Massnahmen im Zusammenhang mit den Kniebe- </div> <div class="para">schwerden bis Ende Juli 1996 vollumfänglich aufgekommen. </div> <div class="para">Mit dieser Haftungsanerkennung in Verbindung mit der bis </div> <div class="para">31. Juli 1996 erfolgten Leistungserbringung ist die Zusam- </div> <div class="para">menhangsfrage zwischen den ursprünglichen dienstlichen Ein- </div> <div class="para">wirkungen 1988 und dem Gegenstand der versicherungsmässigen </div> <div class="para">Abklärung bildenden Leidenszustand in dem Sinne vorent- </div> <div class="para">schieden, als von einer Haftung der Militärversicherung bis </div> <div class="para">und mit 31. Juli 1996 auszugehen ist. Was die Folgezeit an- </div> <div class="para">belangt, geht es um den Beweis von Tatsachen, welche diese </div> <div class="para">anerkannte Leistungsberechtigung aufheben. Somit trägt das </div> <div class="para">BAMV die Beweislast (siehe Erw. 2b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Zwar klagte der Beschwerdeführer im Anschluss an </div> <div class="para">den Fussmarsch im WK 1988 zunächst über Beschwerden in </div> <div class="para">beiden Knien, indessen musste in der Folge lediglich das </div> <div class="para">linke Knie wegen lateral aufgetretener Schmerzen behandelt </div> <div class="para">werden, welche sowohl von dem ihn nach Dienstende weiter </div> <div class="para">behandelnden Dr. H.________ als auch vom konsultierten </div> <div class="para">Orthopäden Dr. E.________ als "Periostose li. Knie lat." </div> <div class="para">oder als "Tendoperiostosen im Bereich des Tractus und am </div> <div class="para">Kapselansatz lateral" diagnostiziert wurden. Die Dres. </div> <div class="para">I.________ und O.________ vom Chefärztlichen Dienst des </div> <div class="para">BAMV haben in ihrem Aktengutachten vom 30. September 1996 </div> <div class="para">dieses Krankheitsbild wie folgt beschrieben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"Es handelt sich bei diesem Krankheitsbild um Schmerzen im </div> <div class="para">Bereiche von Sehnen- und Kapselansatz (in diesem Fall an </div> <div class="para">der Aussenseite des linken Kniegelenkes), welche in der </div> <div class="para">Regel durch Überlastung entstehen. Gerade das so genannte </div> <div class="para">"Tractus-Syndrom" ist als typische Überlastungsreaktion </div> <div class="para">bei Läufern bekannt und wegen seines protrahierten Ver- </div> <div class="para">laufs auch gefürchtet. Es handelt sich hierbei also um </div> <div class="para">eine Schädigung der Weichteile in der Umgebung des Knie- </div> <div class="para">gelenkes; das Gelenk selber ist nicht beteiligt und weist </div> <div class="para">deshalb normalerweise keinen Erguss auf. In der Regel ist </div> <div class="para">diese Symptomatik, welche nur konservativ und vor allem </div> <div class="para">mit Schonung behandelt wird, nach spätestens sechs Monaten </div> <div class="para">geheilt." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Diese medizinische Beurteilung des im WK 1988 erlitte- </div> <div class="para">nen Gesundheitsschadens ist zutreffend. Der beschriebene </div> <div class="para">Krankheitsverlauf stimmt mit demjenigen überein, der sich </div> <div class="para">beim Versicherten einstellte. Nach Dienstende hielten seine </div> <div class="para">Beschwerden im linken Knie unter konservativer Behandlung </div> <div class="para">an und klangen erst im Januar 1989, nach ca. drei Monaten </div> <div class="para">ab, nachdem er Ende November oder Anfang Dezember 1988 </div> <div class="para">14 Tage mit der Arbeit ausgesetzt und sich geschont hatte. </div> <div class="para">Bei der Untersuchung vom 17. Februar 1989 erhob der konsul- </div> <div class="para">tierte Spezialarzt Dr. E.________ unauffällige Befunde im </div> <div class="para">linken Knie, und der Versicherte gab an, dass die Beschwer- </div> <div class="para">den bis vor etwa fünf Wochen angehalten hätten und er jetzt </div> <div class="para">beschwerdefrei sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) In der Folge begab sich der Beschwerdeführer erst </div> <div class="para">wieder ab 1. März 1994 wegen Schmerzen und Entzündungsschü- </div> <div class="para">ben in den Knien, insbesondere im Bereich des linken Knies, </div> <div class="para">in ärztliche Behandlung bei Dr. U.________. Zwar hatte er </div> <div class="para">bereits am 17. Oktober 1992 Dr. N.________ wegen exacer- </div> <div class="para">bierter Beschwerden im linken Knie in den Vormonaten kon- </div> <div class="para">sultiert und um ein Zeugnis zuhanden des Militärarztes </div> <div class="para">ersucht, aber keine ärztliche Behandlung beansprucht. Zwi- </div> <div class="para">schen dem Abschluss der Behandlung der dienstlichen Gesund- </div> <div class="para">heitsschädigung im Februar 1989 und dem Wiederaufflackern </div> <div class="para">von Beschwerden im linken Knie sowie deren ärztlichen Be- </div> <div class="para">handlung ab 1. März 1994 liegt somit ein behandlungsfreies </div> <div class="para">Intervall von fünf Jahren. Dass der Versicherte während </div> <div class="para">dieser Zeit ein einziges Mal einen Arzt aufgesucht hat, </div> <div class="para">ohne sich indessen behandeln zu lassen, obschon er dies </div> <div class="para">zuvor regelmässig getan hat, lässt den Schluss zu, dass er </div> <div class="para">schmerzfrei gewesen ist. Daran ändert die in der Verwal- </div> <div class="para">tungsgerichtsbeschwerde geäusserte Behauptung, er sei seit </div> <div class="para">1988 nie mehr vollständig beschwerdefrei gewesen, nichts </div> <div class="para">(vgl. Steger-Bruhin, Die Haftungsgrundsätze der Militärver- </div> <div class="para">sicherung, Diss. St. Gallen 1996, S. 179, mit Hinweis auf </div> <div class="para">das nicht veröffentlichte Urteil Z. vom 25. Juni 1980). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Die nach Wiederaufnahme der ärztlichen Behandlung </div> <div class="para">ab 1. März 1994 bis zu dem in tatsächlicher Hinsicht mass- </div> <div class="para">gebenden Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Einspra- </div> <div class="para">cheentscheides vom 12. August 1997 (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-362%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page366">BGE 121 V 366</a> Erw. 2b </div> <div class="para">mit Hinweisen) in den Akten anzutreffenden Diagnosen für </div> <div class="para">die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden im linken </div> <div class="para">Knie sind vielfältig sowie zum Teil ungenau und unbestimmt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">-"unklare Entzündungsreaktion Knie links" (Anmeldung Dr. </div> <div class="para">U.________ vom 14. Juni 1994); </div> <div class="para"> </div> <div class="para">-"am ehesten... unspezifische Synovitis anteromedial, </div> <div class="para">unklarer Genese, mit neurovegetativer Beteiligung..." </div> <div class="para">(Stellungnahme Dres. S.________ und P.________ vom </div> <div class="para">20. April 1994); </div> <div class="para"> </div> <div class="para">-"unklare, chronische Knieschmerzen beidseits" (Bericht </div> <div class="para">Leitender Arzt Dr. M.________ und Oberärztin Dr. </div> <div class="para">R.________, beides Spezialärzte für Rheumatologie, Spital </div> <div class="para">X.________, vom 18. August 1995); </div> <div class="para"> </div> <div class="para">-"unklare chronische Knieschmerzen beidseits (DD: Chondro- </div> <div class="para">pathia patellae) " (Stellungnahme Dr. C.________, Oberarzt </div> <div class="para">Rheumatologie des Spitals X.________, vom 19. Oktober </div> <div class="para">1995); </div> <div class="para"> </div> <div class="para">-"retropatelläres Schmerzsyndrom beidseits" (Expertise </div> <div class="para">Assistenzarzt Dr. W.________, visiert von Chefarzt Dr. </div> <div class="para">von L.________, Spital Y.________, vom 15. Dezember </div> <div class="para">1995); </div> <div class="para"> </div> <div class="para">-"verschiedene unklare Gelenksbeschwerden und funktionelle </div> <div class="para">Beschwerden. Anteriores Knieschmerz-Syndrom" (Stellung- </div> <div class="para">nahme Dr. A.________, Facharzt FMH für Orthopädische </div> <div class="para">Chirurgie, vom 7. Juni 1996); </div> <div class="para"> </div> <div class="para">-"Knieschmerzen beidseits: Periarthropathia genu bei Ver- </div> <div class="para">dacht auf Condropathia patellae bds.; anhaltende soma- </div> <div class="para">toforme Schmerzstörung; Patella bipartita und kartilagi- </div> <div class="para">läre Exostose der Fibula rechts; atypisch verlaufende </div> <div class="para">rheumatoide Arthritis nicht ausgeschlossen; Verdacht auf </div> <div class="para">anankastische Persönlichkeitsstörung" (Gutachten MEDAS </div> <div class="para">vom 27. Juni 1996). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Gemeinsam ist diesen Diagnosen, dass sie mit dem nach </div> <div class="para">dem WK 1988 diagnostizierten Knieleiden an der Aussenseite </div> <div class="para">links nicht übereinstimmen, sondern neue und andersartige </div> <div class="para">Gesundheitsschäden als Ursache der im linken Knie geklagten </div> <div class="para">Beschwerden umschreiben. Weiter fällt auf, dass der Versi- </div> <div class="para">cherte ab März 1994 stets über gleichartige Beschwerden in </div> <div class="para">beiden Knien klagte, wogegen im WK 1988 nur Beschwerden im </div> <div class="para">linken Knie aufgetreten waren und behandelt werden mussten. </div> <div class="para">Soweit die diagnostizierten neuen Krankheitsbilder über- </div> <div class="para">haupt das linke Knie betreffen, handelt es sich entweder um </div> <div class="para">entzündliche Krankheitsprozesse (unspezifische Synovitis) </div> <div class="para">oder um eine Knorpelveränderung im Bereich der Kniescheibe </div> <div class="para">(Chondropathia patellae und Patella bipartita), also durch- </div> <div class="para">wegs um ein pathologisches Geschehen im Inneren des Knie- </div> <div class="para">gelenks (intraartikulär). In keinem der zahlreichen Arzt- </div> <div class="para">berichte findet sich ein Anhaltspunkt dafür, dass diese </div> <div class="para">neuen und andersartigen Krankheitsbilder nach einem be- </div> <div class="para">schwerdefreien Intervall von rund fünf Jahren in natürlich </div> <div class="para">kausaler Weise auf die im Jahre 1988 an der Aussenseite des </div> <div class="para">linken Knies erlittene Weichteilschädigung zurückgeführt </div> <div class="para">werden könnten. </div> <div class="para"> Bei dieser Aktenlage ist mit überwiegender Wahrschein- </div> <div class="para">lichkeit davon auszugehen, dass die von 1994 bis 1996 Ge- </div> <div class="para">genstand der diagnostisch-therapeutischen Vorkehrungen bil- </div> <div class="para">denden Beschwerden nicht mehr zum Symptomenkreis desjenigen </div> <div class="para">Leidens gehören, für das die Militärversicherung 1988 ihre </div> <div class="para">Haftung anerkannt hat. Entsprechend ist das Vorliegen eines </div> <div class="para">Rückfalls oder von Spätfolgen der im WK 1988 erlittenen </div> <div class="para">Tendioperistose im linken Knie ab 31. Juli 1996 zu vernei- </div> <div class="para">nen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) An diesem Ergebnis ändert die anlässlich einer MRI- </div> <div class="para">Untersuchung vom 29. Januar 1998 im Radiologie-Institut </div> <div class="para">Z.________ gestellte Diagnose einer geringfügigen Lädierung </div> <div class="para">des vorderen Kreuzbandes und eines Gelenksergusses im </div> <div class="para">linken Knie nichts. Denn sie lässt keine Rückschlüsse auf </div> <div class="para">den Gesundheitszustand zum massgeblichen Zeitpunkt (siehe </div> <div class="para">Erw. 3c am Anfang hievor) zu. Ohnehin fehlt es bezüglich </div> <div class="para">dieser Erguss- und Kreuzbandpathologie am erforderlichen </div> <div class="para">natürlichen Kausalzusammenhang mit der rund neun Jahre </div> <div class="para">zurückliegenden dienstlichen Gesundheitsschädigung an der </div> <div class="para">Aussenseite des linken Knies, weshalb es sich dabei nicht </div> <div class="para">um Spätfolgen des während des WK 1988 aufgetretenen </div> <div class="para">Gesundheitsschadens handelt. </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungs- </div> <div class="para"> gericht des Kantons Luzern, Sozialversicherungs- </div> <div class="para"> rechtliche Abteilung, zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 24. Januar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Vorsitzende der II. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>