Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Oktober 2017 (720 17 221 / 283) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision: Eine effektive und andauernde erhebliche Verbesserung des Einkom- mens stellt einen Revisionsgrund dar Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Claude Schnüriger, Advokat, Lange Gasse 90, Postfach 538, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1966 geborene A.____ war seit 14. April 1997 als Bauhilfsarbeiter bei der B.____ AG angestellt gewesen. Nachdem er diese Täti gkeit am 24. November 1998 schmerz- bedingt hatte aufgeben müssen, meldete er sich im O ktober 1999 unter Hinweis auf Rücken- schmerzen bei der Eidgenössischen Invalidenversiche rung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft klärte in der Folge die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse des Versicherten ab, wobei sie einen Invaliditätsgrad von 58 % ermittelte. Gestützt Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf dieses Ergebnis sprach die IV-Stelle A.____ mit Ver fügung vom 28. Juni 2002 rückwirkend ab 1. November 1999 eine halbe Rente zu. Im Rahmen vo n drei von Amtes wegen eingeleite- ten Rentenrevisionsverfahren teilte die IV-Stelle dem V ersicherten am 27. Mai 2004, 1. November 2007 und 17. Dezember 2012 jeweils mit, d ass man bei der Überprüfung des In- validitätsgrades keine Änderung festgestellt habe, die si ch auf die Rente auswirke. Es bestehe deshalb weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente. Der Invaliditätsgrad wurde dabei in der Mitteilung vom 27. Mai 2004 mit 58 %, in derjeni gen vom 1. November 2007 mit 55 % und in der Mitteilung vom 17. Dezember 2012 mit 54 % beziffert. Im Januar 2016 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine weitere Überprüfung des laufenden Rentenanspruchs ein. Dabei holte sie einen IK-Auszug d es Versicherten ein und stellte fest, dass dieser bei zwei Arbeitgebern - der C.____ und der D.____ AG (seit 21. Januar 2016: E.____ AG) - ein Erwerbseinkommen erzielte. Gestützt au f das vom Versicherten im Rahmen dieser beiden Tätigkeiten in den Jahren 2014 und 2015 durchschnittlich erzielte Einkommen ermittelte die IV-Stelle neu noch einen Invalidität sgrad von 48 %. Sie stellte dem Versicherten deshalb mit Vorbescheid vom 13. Mai 2016 eine Reduktion der bisher ausgerichteten halben Rente auf eine Viertelsrente in Aussicht. Daraufhin te ilte A.____ der IV-Stelle mit, sein Gesund- heitszustand habe sich verschlechtert, weshalb er die ein e Arbeitsstelle - diejenige bei der E.____ AG - wieder habe aufgeben müssen. Diese Darstell ung veranlasste die IV-Stelle, den aktuellen Gesundheitszustand des Versicherten fachärztlich a bklären zu lassen. Gestützt auf die Ergebnisse des von ihr eingeholten Gutachtens und auf neuerliche erwerbliche Abklärungen ermittelte die IV-Stelle beim Versicherten in der Fo lge lediglich noch einen Invaliditätsgrad von 3 %. Sie hob deshalb - nach einem erneuten Vorbescheid verfahren - mit Verfügung vom 12. Juni 2017 die A.____ bisher ausgerichtete halbe Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Dr. Claude Schnüriger, am 12. Juli 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, ihm nach dem 31. Jul i 2017 auf der Basis eines Invalidi- tätsgrades von mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente, eventuell eine halbe Rente zu entrich- ten; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihm die unentgeltl iche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter zu bewilligen seien. C. In ihrer Vernehmlassung vom 1. September 2017 beant ragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. D. Mit Verfügung vom 25. September 2017 bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwer- deführer gestützt auf die eingereichten Unterlagen fü r das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Dr. Clau- de Schnüriger als Rechtsvertreter. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 12. Juli 2017 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 4.2.1 Zu beachten ist sodann, dass das Bundesgericht im Lei turteil BGE 141 V 281 ff. seine Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung von somatof ormen Schmerzstörungen (BGE 130 V 352 ff.) und damit vergleichbaren psychosomatische n Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) revidiert hat. Eine Einschränkung der Leist ungsfähigkeit kann danach weiterhin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Ge- sundheitsbeeinträchtigung ist. Auch künftig wird der Ren tenanspruch - in Nachachtung der ver- fassungs- und gesetzmässigen Vorgaben von Art. 8 und 29 de r Bundesverfassung der Schwei- zerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Rech tsgleichheit) und Art. 7 Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeurteilung) - anhand eines normativen Prüfrasters beurteilt, und es braucht eine medizinische Evidenz, dass die Erwerbs unfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Indes trägt das Bundesgericht der seit längerem namentlich aus medizini- scher, aber auch aus juristischer Sicht an der bisherigen Schmerzrechtsprechung geäusserten Kritik Rechnung und hält an der Überwindbarkeitsvermutun g nicht weiter fest. Anstelle des bis- herigen Regel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturiertes, normatives Prüfraster. In dessen Rah- men wird im Regelfall anhand von auf den funktionelle n Schweregrad bezogenen Standardindi- katoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen erg ebnisoffen und symmetrisch beur- teilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfakto ren wie den vorhandenen Ressour- cen Rechnung getragen wird (Urteil A. des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 4.2.2 Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei den genannten Gesundheitsschäden beachtlichen Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert: Der erste Indi- katoren-Komplex steht unter dem Titel “Gesundheitsschädigung“. Darunter sind die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, der Gesichtspunkt Behand lungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz und die Komorbiditäten zu würdigen. Im zweiten, die “Persönlichkeit“ betreffen- den Indikatoren-Komplex wird nach der Persönlichkeitsent wicklung und der Persönlichkeits- struktur gefragt, und es sind die persönlichen Ressourcen des Versicherten zu eruieren. Im drit- ten Indikatoren-Komplex schliesslich ist unter dem Titel “Sozialer Kontext“ eine Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds vorzunehmen. Anhand der ermittelten Indikatoren ist Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schliesslich die “Konsistenz“ zu prüfen. Darunter fallen ve rhaltensbezogene Kategorien wie die Indikatoren einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivität sniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und eines behandlungs- und eingliederun gsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks (BGE 141 V 281 E. 4). 4.2.3 Zwar hatten die Ärzte bereits bis anhin ihre Ste llungnahmen zur Arbeitsfähigkeit so substanziell wie möglich zu begründen, und es war für die ärztliche Plausibilitätsprüfung wichtig, in welchen Funktionen die versicherte Person eingeschränkt ist. Die diesbezüglichen Anforde- rungen hat das Bundesgericht aber nunmehr dahin gehend konkretisiert, dass aus den medizi- nischen Unterlagen genauer als bisher ersichtlich sein muss, welche funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versicherten Gesundheitsschäden resultieren. Diagnosestellung und - in der Folge - Invaliditätsbemessung haben somit stärker als bis anhin die entsprechenden Auswirkungen der diagnoserelevanten Befunde zu berücksichtigen. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen A usfällen bei objektivierter Zumutbarkeits- beurteilung anhand der Standardindikatoren eine Einsc hränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und damit ve rgleichbare Leiden können somit eine Invalidität nur begründen, wenn die funktionelle n Auswirkungen der medizinisch festge- stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfal l anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit zumindest überwiegende r Wahrscheinlichkeit in einem an- spruchserheblichen Ausmass nachgewiesen sind. Fehlt es daran , hat die Folgen der Beweislo- sigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6). 5. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die d em Versicherten seit 1. November 1999 ausgerichtete halbe Rente zu Recht per Ende Juli 2017 aufgehoben hat. 5.1 Der Beschwerdeführer bestreitet die Rechtmässigkeit d er angeordneten Rentenaufhe- bung. Dabei beruft er sich vorab auf die Regelung von lit. a Abs. 4 der Schlussbestimmungen der am 18. März 2011 beschlossen Änderung des IVG (6. I V-Revision, erstes Massnahmenpa- ket, gültig seit 1. Januar 2012; SchlB IVG). Gemäss dieser Bestimmung sei die Aufhebung einer Rente, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndro malen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen worden sei , unzulässig, wenn die versicherte Person im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet werde, seit mehr als 15 Jahren eine IV- Rente beziehe. Seines Erachtens gelange diese Norm in d er vorliegenden Angelegenheit zur Anwendung. Zum einen sei ihm die halbe Rente mit Wi rkung ab 1. November 1999 aufgrund der Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung zugesprochen worden, zum andern habe er im Zeitpunkt der Einleitung des Rentenüberprüfungsverf ahrens im Januar 2016 die betreffende Rente seit mehr als 16 Jahren bezogen. Somit sei es der IV-Stelle aber verwehrt, auf die Ren- tenzusprache vom 28. Juni 2002 zurückzukommen. Mit diesem Einwand kann der Beschwerde- führer vorliegend nichts zu seinen Gunsten ableiten, de nn die IV-Stelle hat die strittige Renten- aufhebung in keiner Weise auf lit. a SchlB IVG, sond ern einzig und allein auf Art. 17 ATSG ge- stützt. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Ans pruchs (Viertelsrente, halbe Rente, Dreiviertelsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) au swirkt (BGE 134 131 E. 3). Ein Revisi- onsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicher- ten Person, wozu namentlich der Gesundheitszustand gehört . Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologisch e Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann som it nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden. Umgek ehrt ist - bei an sich gleich geblie- benem Gesundheitszustand - eine Angewöhnung oder Anpass ung an die Behinderung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führt, revisi onsrechtlich von Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5. 1 mit zahlreichen Hinweisen). Dar- über hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn si ch die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein Revisions- grund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, we nn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wan dlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). 5.3 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Ur teil des Bundesgerichts vom 29. Au- gust 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 5.4 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtl ichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in i hrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung üb er eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist genügend unterm auert, wenn die ärztlichen Sachver- ständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hinweis). 5.5 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2. 3). Vorliegend hat die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 28. Juni 2002 rückwirkend ab 1. November 1999 eine halbe Rente zugesprochen. In der Folge führte die IV-Stelle von Amtes wegen drei Rentenrevisions- verfahren durch, in denen sie jeweils unveränderte Ver hältnisse feststellte. Eine einlässliche materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit einer vert ieften Abklärung des medizinischen und des erwerblichen Sachverhalts fand im Rahmen dieser drei Revisionsverfahren nicht statt. Im Januar 2016 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine weitere Überprüfung des Rentenan- spruchs des Versicherten ein. Nach Vornahme medizinischer un d erwerblicher Abklärungen hob die IV-Stelle die laufende halbe Rente des Versich erten mit Verfügung vom 12. Juni 2017 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgende n Monats auf. Nach dem Gesagten beurteilt sich somit die Frage, ob eine Änderung in d en tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausge richteten Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursp rünglichen Rentenverfügung vom 28. Juni 2002 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfü- gung vom 12. Juni 2017. 6. Die entscheidende, von den Parteien unterschiedlich beantwortete Frage des vorlie- genden Verfahrens ist, ob ein Revisionsgrund im Sinne d es Art. 17 ATSG gegeben ist. In die- sem Zusammenhang ist als erstes zu klären, ob sich der Gesundheitszustand und der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versicherten seit Juni 2002 in ei ner anspruchserheblichen Weise verbes- sert haben. 6.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 28. Juni 2002, mit welcher sie dem Versicherten ab 1. November 1999 eine halbe Rente zugesprochen hatt e, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit auf das rheumatologische Gut- achten von Dr. med. F.____, Rheumatologie FMH, Innere Medizin FMH und Manuelle Medizin SAMM, vom 23. September 2001 und auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. G.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 4. Februar 2002. Dr. F.____ hatte damals aus rheumatologischer Sicht als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chroni- sches Lumbovertebralsyndrom mit Schmerzangabe über der lin ken ISG-Region bei lumbosa- craler Übergangsstörung und medianer Diskushernie L1/2 s owie leichter Osteochondrose L5/S1 mit medianer Diskushernie L5/S1 (ohne jegliche n eurologische Ausfälle) festgehalten. Aufgrund der Diskopathien sei der Explorand für die schw ere Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter nicht arbeitsfähig. Hingegen sei er aus somatischer Sicht für jegliche leichte bis mittelschwere Tätig- keit, die nicht mit repetitivem Heben über 10 kg einh ergehe und die nicht dauernd in Zwangs- haltungen wie in gebückter Stellung oder nur dauernd stehend oder dauernd sitzend durchge- führt werden könne, ganztags arbeitsfähig. Der psychiatri sche Gutachter Dr. G.____ wiederum diagnostizierte in seiner Expertise beim Versicherten ei ne anhaltende somatoforme Schmerz- störung (ICD-10 F45.4). Aufgrund dieses Leidens sei de r Explorand für Arbeiten im bisherigen Beruf nicht arbeitsfähig. Es bestehe aber eine Restarb eitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, wie sie im rheumatologischen Gutachten vo n Dr. F.____ beschrieben werde. Die Arbeitsfähigkeit sei jedoch auf halbtags einzuschränken. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Medizinische Grundlage der im vorliegenden Verfahre n angefochtenen Verfügung vom 12. Juni 2017 bildet das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene bidisziplinäre (rheumatologi- sche/psychiatrische) Gutachten von Dr. F.____ und PD Dr. med. H.____, Psychiatrie und Psy- chotherapie FMH, vom 7./25. November 2016. 6.2.1 Im rheumatologischen (Teil-) Gutachten vom 7. No vember 2016 diagnostizierte Dr. F.____ beim Exploranden ein lumbospondylogenes Synd rom links mit/bei angeborener lumbosacraler Übergangsstörung im Sinne einer Hemisakral isation L5 rechts (ohne Krank- heitswert) und altersentsprechenden degenerativen Verän derungen (Protrusion L5/S1, radiolo- gisch leichte ISG-Arthrose beidseits; MRI LWS/ISG vom 24 . und 25.11.2015). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr. F.____ fest, beim Explora nden bestehe als Bauarbeiter formal auf- grund der Diskopathie keine Arbeitsfähigkeit. In der aktuellen Tätigkeit als Mahlzeitenauslieferer bei der C.____ und in der bis vor kurzem ausgeübten Tä tigkeit als Abwart belaufe sich die Ar- beitsfähigkeit auf 100 %, bezogen auf ein Ganztagespensum. Was mögliche Verweistätigkeiten betreffe, so bestehe für jegliche leichte bis mittelschwere Männerarbeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 %, dies bezogen auf ein Ganztagespensum. Insgesamt habe sich die Beurteilung rein so- matisch im Vergleich zur Vorbegutachtung vom September 2001 nicht geändert. 6.2.2 Der psychiatrische Gutachter PD Dr. H.____ gelangt e in seinem (Teil-) Gutachten vom 25. November 2016 zur Auffassung, dass beim Versicherten aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhob en werden könne. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er eine anh altende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) fest. In seiner Beurteilung wies PD Dr. H.____ darauf hin, dass die qualitativen Funktionsfähigkeiten des Exploranden aus rein psychiatrisc her Sicht vollständig erhalten seien. Beim Versicherten bestehe deshalb sowohl in seiner ang estammten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit. In Bezug auf diese Einschätzung sei klarzu- stellen, dass die „versicherungsmedizinische Gesetzgebung“ sei t der Begutachtung durch Dr. G.____ im Jahre 2002 geändert habe und zwar dahin gehend, dass das ausschliessliche Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ohne jegliche psychische Komor- bidität, ohne jegliche psychostrukturelle Auffälligkeit und ohne jegliche erkennbare Auswirkung auf die Funktionsfähigkeiten im Alltag nicht mehr zu ei ner Versicherungsleistung berechtige. Es handle sich bei seiner Beurteilung also nicht um eine a ndere psychodiagnostische Einschät- zung, sondern um eine identische, wie sie 2002 erfolgt sei, allerdings habe sich unterdessen die „versicherungsmedizinische Gesetzgebung“ geändert. 6.2.3 In ihrer abschliessenden gesamtmedizinischen Konsen sbesprechung wiesen Dr. F.____ und PD Dr. H.____ darauf hin, dass für di e Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die rheumatologische Einschätzung massgebend sei, bestehe do ch aus psychiatrischer Sicht für alle Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. 6.3.1 Vergleicht man das im Referenzzeitpunkt erstellte G utachten von Dr. F.____ vom 23. September 2001 mit der aktuellen Expertise dessel ben Arztes vom 7. November 2016, so zeigt sich, dass sich die Beurteilung des Gesundheitszustand es und der Arbeitsfähigkeit des Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherten aus rein somatischer Sicht nicht geändert hat . Diese von Dr. F.____ explizit ge- äusserte Feststellung wird denn auch von der IV-Stelle - zu Recht - nicht in Zweifel gezogen. 6.3.2 Was die beiden relevanten psychiatrischen Gutacht en angeht, so fällt auf, dass sowohl Dr. G.____ in seiner Expertise vom 4. Februar 2002 als auch PD Dr. H.____ in seinem aktuel- len Gutachten vom 25. November 2016 als einzige Diagnose übereinstimmend eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), erhoben hab en. In der Beurteilung der weiteren Frage, wie sich dieses Leiden auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirkt, weichen die beiden fachärztlichen Einschätzungen jedoch erheblich vonei nander ab. Während Dr. G.____ dem Versicherten damals aufgrund dieses Leidens lediglich noch eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit attestie rt hat, erachtet PD Dr. H.____ den Versi- cherten auch mit der diagnostizierten Beeinträchtigung aus psychiatrischer Sicht in allen Tätig- keiten als vollständig arbeitsfähig. Diese Differenz zwischen der früheren und der aktuellen gut- achterlichen Einschätzung beruht nun aber offensichtlich weniger auf einer zwischenzeitlich eingetretenen Verbesserung des Gesundheitszustandes des Versicherten. Sie ist, wie auch PD Dr. H.____ im Rahmen seiner Beurteilung klarstellt, im Wesentlichen vielmehr darin begründet, dass die ursprüngliche Begutachtung im Jahr 2002 erfolgt war und dass das Bundesgericht seither seine frühere Rechtsprechung zur invalidisierende n Wirkung von somatoformen Schmerzstörungen in einem ersten Schritt im Entscheid BG E 130 V 352 ff. präzisiert und so- dann im Leiturteil BGE 141 V 281 ff. revidiert hat. Die heutige unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch PD Dr. H.____ beruht mit anderen Worten in erster Linie auf einer abweichenden versicherungsmedizinischen bzw. rechtlichen We rtung eines im Wesentlichen unveränderten medizinischen Sachverhalts. Eine solche wür de aber, wie oben aufgezeigt (vgl. E. 5.2 hiervor), nicht zu einer materiellen Rentenrevision berechtigen. 6.3.3 Die IV-Stelle hält nun allerdings dieser Betra chtungsweise entgegen, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten - entgegen dessen Auffa ssung - seit der ursprünglichen Rentenzusprache relevant verbessert habe. Zwar habe Dr. G.____ im Jahr 2002 die gleiche Diagnose gestellt wie PD Dr. H.____ anlässlich der aktuel len Begutachtung, massgebend für den Grad der Arbeitsunfähigkeit sei allerdings nicht di e Diagnose, sondern die daraus resultie- rende Leistungseinschränkung. Diesbezüglich ergebe sich bereits aus dem Gutachten von PD Dr. H.____, dass der Explorand im Alltag keinerlei Einb ussen in seinen Aktivitäten zeige und dass die qualitativen Funktionsfähigkeiten vollständig erhalten seien. Demgegenüber habe Dr. G.____ die Ansicht vertreten, dass die Funktionsfäh igkeiten des Versicherten bloss für die Ausübung einer halbtägigen Arbeit ausgereicht hätten. Ob mit dieser Argumentation das Vorlie- gen eines verbesserten Gesundheitszustandes belegt werden kann, erscheint fraglich. Dage- gen liesse sich durchaus einwenden, dass es sich bei der diver gierenden aktuellen Einschät- zung der Funktionsfähigkeiten durch PD Dr. H.____ wiede rum lediglich um eine abweichende Würdigung eines im Wesentlichen unveränderten medizinisch en Sachverhalts handelt. Wie es sich damit verhält, ist nun allerdings nicht entscheidend . Wie auch die IV-Stelle in ihrer Ver- nehmlassung zu Recht festhält, kann die Frage, ob vorli egend eine Verbesserung des Gesund- heitszustandes mit dem erforderlichen Beweisgrad der übe rwiegenden Wahrscheinlichkeit er- stellt ist, letztlich offen bleiben. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.1 hiervor), kann eine laufende Rente nicht nur bei einer relevanten Änderung des Gesundheitszustandes der versicherte n Person revidiert werden. An- lass zur Rentenrevision gibt vielmehr jede wesentliche Ände rung in den tatsächlichen Verhält- nissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. So stellt, wie die IV-Stelle zutreffend geltend mach t, eine effektive und andauernde erhebliche Verbesserung des Einkommens einen Revisionsgrund dar. Eine solche Konstellation ist, wie die nachfolgenden Zahlen deutlich machen, vorliegend klar gegeben. 6.4.2 Die IV-Stelle zeigt in ihrer Vernehmlassung au f, dass der Versicherte mit seinen beiden Erwerbstätigkeiten bei der C.____ und bei der D.___ AG bzw. der E.____ AG sein Einkommen seit dem Jahr 2014 stetig steigern konnte. Während er im Jahr 2013, als er einzig für die C.____ tätig war, ein Einkommen von Fr. 13‘843.-- erzielt hatte, belief sich dieses aufgrund des im Sommer 2014 erfolgten Stellenantritts bei der dam aligen D.____ AG im Jahr 2014 auf Fr. 22‘744.-- und im Jahr 2015 auf Fr. 41‘268.--. Im Jahr 2016 betrug das Gehalt bei der C.____ Fr. 17‘980.-- und dasjenige bei der E.____ AG für die Zeit von Januar bis Juli 2016 Fr. 17‘680.-. Rechnet man letzteren Betrag auf ein ganzes Jahr hoch, so führt dies für das Jahr 2016 zu ei- nem Einkommen bei der E.____ AG von Fr. 30‘617.--, was insgesamt - mit dem bei der C.____ erzielten Lohn - ein Jahresgehalt von Fr. 48‘297.-- e rgibt. Entsprechend dem effektiv erzielten Lohn hat sich im gleichen Zeitraum auch der vom Versicherten ausgeübte Umfang der Erwerbs- tätigkeit erheblich erhöht. Rechnet man auf der Basis vo n 2‘187 Jahresstunden bei einem Voll- pensum (8,4 x 21,7 x12) die bei der D.____ AG bzw. der E.____ AG geleisteten Stunden auf ein durchschnittliches Jahrespensum um, so zeigt sich, dass de r Versicherte im zweiten Halb- jahr 2014 für die genannte Firma ein Pensum von durchsc hnittlich knapp 40 %, im Jahr 2015 ein solches von rund 54 % und im ersten Halbjahr 2016 ein Pensum von rund 62 % ausgeübt hat. Zählt man zu diesen Stellenprozenten noch das pa rallel dazu ausgeübte Pensum für die C.____ von ca. 20-25 % hinzu, so zeigt sich, dass der Beschw erdeführer im zweiten Halbjahr 2014 ein Pensum von etwas über 60 %, im Jahr 2015 ein solches von über 75 % und im ersten Halbjahr 2016 ein solches von über 85 % verrichtet hat. 6.4.3 Von wesentlicher Bedeutung ist sodann, dass es sich be i der seit Mitte 2014 erfolgten sukzessiven Einkommenssteigerung nicht etwa um eine bloss kur zfristige und vorübergehende Änderung der erwerblichen Verhältnisse des Versicherten gehandelt hat. Dieser hat das betref- fende, im Vergleich zu den Vorjahren relevant höhere E inkommen während eines Zeitraums von immerhin rund zwei Jahren (von Mitte 2014 bis Mitte 2016) erzielt. Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer dieses höhere Einkommen durchaus auch weiterhin hätte generieren kön- nen, wenn er die im Juli 2014 angetretene zusätzliche Teilzeitstelle bei der D.____ AG bzw. bei der E.____ AG nicht von sich aus gekündigt hätte. Soweit der Versicherte in seiner Beschwerde hierzu vorbringt, er habe die betreffende Stelle aus g esundheitlichen Gründen aufgeben müs- sen, kann ihm jedenfalls nicht gefolgt werden. Diesbezüg lich muss er sich seine vorausgegan- genen, anderslautenden Aussagen entgegenhalten lassen. So hat er anlässlich der aktuellen Begutachtungen sowohl gegenüber Dr. F.____ als auch geg enüber PD Dr. H.____ explizit er- klärt, dass er das Arbeitsverhältnis selbst gekündigt habe, nachdem ihm die IV-Stelle im Vorbe- scheid vom 13. Mai 2016 die Herabsetzung der halben Ren te auf eine Viertelsrente in Aussicht gestellt habe, weil er ein zu hohes Einkommen erziele (vgl. Gutachten von Dr. F.____, S. 21, Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Gutachten von PD Dr. H.____, S. 7, 10 und 15). Z udem hat sich der Versicherte nach Er- halt des genannten Vorbescheids auch gegenüber der IV-Stelle erkundigt, „was mit der Renten- reduktion sei, falls er seine Anstellung kündige“ (vgl. die beiden Aktennotizen vom 8. Juni 2016, IV-Akten Nr. 68 und 69). Vor diesem Hintergrund hand elt es sich, wie auch die Beschwerde- gegnerin zutreffend geltend macht, bei der Kündigung des Versicherten klarerweise um eine freiwillige und nicht um eine gesundheitlich bedingte Stellenaufgabe mit der Folge, dass die erwerbliche Situation des Versicherten im vorliegenden Zusammenhang so zu beurteilen ist, wie wenn er das betreffende (zweite) Arbeitsverhältnis m it der E.____ AG im bisherigen Um- fang weitergeführt hätte. Dies wiederum bewirkt, dass i m Ergebnis von einer andauernden, re- levanten Änderung der erwerblichen Verhältnisse des Besc hwerdeführers ausgegangen wer- den muss. Somit hat die IV-Stelle aber die Revisionsvora ussetzungen des Art. 17 ATSG zu Recht bejaht. 7.1 Gestützt auf dieses Zwischenergebnis ist in einem nächs ten Schritt zu prüfen, wie sich die geschilderte Entwicklung auf den Rentenanspruch des Be schwerdeführers auswirkt. Zur Beantwortung dieser Frage sind die Anspruchsberechtigun g und allenfalls der Umfang des An- spruchs pro futuro zu prüfen. Es gilt mit anderen Worten , auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts den Invaliditäts grad bei Erlass der streitigen Revisions- verfügung zu ermitteln, woraus sich die Anspruchsberechti gung und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben (Urteile des Bundesgerichts vom 14. April 2009, 9C_1014/2008, E. 3.3, und vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.3, je mit Hin weisen). Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts ist der Rentenanspruch dabei in tatsächlich er und rechtlicher Hinsicht umfas- send ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an fr ühere Beurteilungen besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2014, 9C_378/2014, E. 4.2 mit Hinweisen). 7.2 Ausgangspunkt der Beurteilung des (heutigen) Ren tenanspruchs bildet die Frage, in welchem Ausmass der Versicherte aufgrund seiner gesundhe itlichen Beeinträchtigungen ar- beitsunfähig ist. Wie oben aufgezeigt (vgl. E. 6.2 hie rvor), diagnostizierte der Rheumatologe Dr. F.____ in seinem (Teil-) Gutachten vom 7. Novembe r 2016 beim Exploranden ein lumbos- pondylogenes Syndrom links mit/bei angeborener lumbosacral er Übergangsstörung im Sinne einer Hemisakralisation L5 rechts (ohne Krankheitswert) u nd altersentsprechenden degenerati- ven Veränderungen (Protrusion L5/S1, radiologisch leich te ISG-Arthrose beidseits; MRI LWS/ISG vom 24. und 25.11.2015). PD Dr. H.____ wied erum hielt in seinem (Teil-) Gutachten vom 25. November 2016 aus psychiatrischer Sicht die Diagn ose einer anhaltenden somatofor- men Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) fest. Die Richtigkeit dieser fachärztlichen Beurteilungen des aktuellen Gesundheitszustandes des Versicherten wird von den Verfahrensparteien - zu Recht - nicht in Zweifel gezogen. In Bezug auf die w eitere Frage, wie sich die erhobenen Diag- nosen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, sind Dr. F.__ __ und PD Dr. H.____ in ihrer bidiszipli- nären Konsensbeurteilung zum Ergebnis gelangt, dass der V ersicherte aus psychiatrischer Sicht in allen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig sei. Aus somatischer Sicht bestehe beim Explo- randen als Bauarbeiter formal aufgrund der Diskopathie keine Arbeitsfähigkeit. In der aktuellen Tätigkeit als Mahlzeitenauslieferer bei der C.____ und in der bis vor kurzem ausgeübten Tätig- keit als Abwart belaufe sich die Arbeitsfähigkeit auf 10 0 %, bezogen auf eine Ganztagespen- sum. Dasselbe gelte auch für jegliche andere leichte bis mittelschwere Männerarbeit. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen V erfügung vom 12. Juni 2017 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähi gkeit des Versicherten vollumfäng- lich auf die genannten Ergebnisse, zu denen Dr. F.____ und PD Dr. H.____ in ihrem bidiszipli- nären Gutachten vom 7./25. November 2016 gelangt sin d. Diese vorinstanzliche Beweiswürdi- gung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das bidiszipli- näre Gutachten von Dr. F.____ und PD Dr. H.____ vom 7./25. November 2016 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenn tnis der Vorakten abgegeben wor- den, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztli- chen Einschätzungen auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. 7.3.2 Dazu kommt, dass der psychiatrische Gutachter PD Dr. H .____ insbesondere auch eine sorgfältige Prüfung der Standardindikatoren vorge nommen hat, die gemäss der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei der Beurteilung d er invalidisierenden Wirkung von somatoformen Schmerzstörungen (BGE 141 V 281 ff.) zu be achten sind (vgl. E. 4.2.1 - 4.2.3 hiervor). Dabei hat er darauf hingewiesen, dass beim V ersicherten neben der diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung keine Komorbidit ät aus psychiatrischer Sicht vor- liege. Es zeige sich, dass die qualitativen Funktionsfähi gkeiten des Exploranden - wiederum aus rein psychiatrischer Sicht - vollständig erhalten sei en. Zudem legt PD Dr. H.____ im Rah- men der erforderlichen Konsistenzprüfung schlüssig dar, dass dahingehend eine einwandfreie Konsistenz bestehe, als der Explorand in allen Lebensbereichen in der Lage sei, einer Tätigkeit nachzugehen, sei es im primären Arbeitsmarkt oder im Ha ushalt; ebenso wenig bestehe ein sozialer Rückzug. In Bezug auf den behandlungs- und eing liederungsanamnestisch ausgewie- senen Leidensdruck sei festzuhalten, dass der Explorand keinerlei - also weder eine psychothe- rapeutische noch eine psychopharmakologische - psychiatrische Behandlung benötige, eine solche sei nicht indiziert. Diese überzeugende Beurteilun g von PD Dr. H.____ verdient Zustim- mung. Es kann deshalb an dieser Stelle vollumfänglich a uf die betreffenden gutachterlichen Feststellungen verwiesen und von weiteren Erörterungen hierzu abgesehen werden. 8.1 Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 2.4 hiervor) ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstäti- gen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 12. Juni 2017 den erforderlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstellung von Valide n- und zumutbarem Invalideneinkom- men einen IV-Grad von 3 % ermittelt. Die konkrete Be rechnung, die vom Versicherten in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet worden ist, e rweist sich als rechtens, weshalb diesbezüglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 12. Juni 2017 verwiesen werden kann. Da der aktuell e rmittelte Invaliditätsgrad des Beschwer- deführers unter 40 % liegt, hat dieser grundsätzlich keinen Anspruch (mehr) auf eine IV-Rente. 8.2 Zu beachten bleibt, dass der Beschwerdeführer seine Rente seit 1. November 1999 und somit seit mehr als 17 Jahren bezogen hat und dass d ie Wiedereingliederung von Versi- cherten nach invaliditätsbedingt langjährigem Fernbleiben von der Arbeitswelt oftmals schwierig ist. Laut ständiger Rechtsprechung ist zwar im Regelfall eine medizinisch attestierte Verbesse- rung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg de r Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug können jedoch ausnahmsweis e Erfordernisse des Arbeits- marktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistu ngsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn a us den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials oh ne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengu ng der versicherten Person nicht möglich ist (Urteil G. des Bundesgerichts vom 17. Nove mber 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis auf Urteil P. vom 10. September 2010, 9C_163/ 2009, E. 4.1 und 4.2.2). Eine solche Konstellation ist hier jedoch nicht gegeben. Der Versiche rte geht - parallel zum Bezug der hal- ben Rente - seit längerem einer teilzeitlichen Erwerbst ätigkeit bei der C.____ nach. Zudem hat er während rund zwei Jahren bis Mitte 2016 zusätzlich ein e zweite Teilzeitstelle bei der D.____ AG bzw. bei deren Rechtsnachfolgerin, der E._ ___ AG, ausgeübt. Im Rahmen dieser beiden Tätigkeiten hat er zuletzt beinahe ein Vollpensum verrichtet. Die IV-Stelle ist deshalb der Auffassung, dass dem Versicherten die Verwertung der vo llen Arbeitsfähigkeit auf dem Wege der Selbsteingliederung zumutbar sei. Dieser vorinstanzl ichen Einschätzung ist unter den ge- schilderten Umständen durchaus zuzustimmen. Somit war die IV-Stelle aber nicht verpflichtet, dem Versicherten vor der Anordnung der Rentenaufhebung berufliche (Wieder-) Eingliede- rungsmassnahmen zu gewähren. 8.3 Aus dem Gesagten folgt als Ergebnis, dass die IV-St elle die dem Versicherten bisher ausgerichtete halbe Rente zu Recht aufgehoben hat, wobei die Aufhebung gestützt auf Art. 88 bis Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicher ung (IVV) vom 17. Januar 1961 korrek- terweise vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an erfolg- te. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 12 . Juni 2017 ist demnach nicht zu bean- standen. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abge- wiesen werden muss. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 800 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun aller- dings mit Verfügung vom 25. September 2017 die unentg eltliche Prozessführung bewilligt wor- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht den. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorlä ufig auf die Gerichtskasse genom- men. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 25 . September 2017 die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt wo rden ist, ist dieser für seine Bemühun- gen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die An- wältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbei- ständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Hono- rarnote vom 26. September 2017 für das vorliegende Ver fahren einen Zeitaufwand von 9 Stunden und 20 Minuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sach- verhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 131.--. Dem Rechtsvertre ter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘157.45 (9 Stunden und 20 Minuten à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 131.-- zuzüg- lich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘157.45 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht