Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Juni 2019 (720 19 19 / 139) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Abstellen auf die LSE-Tabelle TA11 zu Berechnung des Invalideneinkommens bei einer Lehrperson auf Gymnasialstufe Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Beat Her sberger, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Bruno Muggli , Advokat , MUGGLI ERHART Rechtsanwälte AG, Hauptstrasse 53, Postfach 564, 4127 Birsfelden gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____, geboren 1949, war als Turn- und Sportlehr er am Gymnasium B.____ tätig. Mit Gesuch vom 6. Februar 2001 meldete er sich bei der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV act. 1). Die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) wartete zunächst die Abklärungen des zuständigen Unfallversicherers Basler Versicherungs-Gesellschaft ab und veranlasste in der Folge im Jahr 2008 eine eigene medizi nische Begutachtung bei Dr. med. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht C.____, Facharzt für Rheumatologie FMH (Gutachten vom 9. Dezember 2008, IV act. 44). Ge- stützt darauf erliess sie am 8. Januar 2009 einen ersten Vorbescheid (IV act. 49). Nachdem der Versicherte dagegen am 23. Januar 2009 Einwand erhobe n hatte, ersetzte die IV-Stelle diesen Vorbescheid durch einen zweiten Vorbescheid vom 26. Januar 2010 (IV act. 56). Mit Urteil vom 16. Juli 2010 hob das Kantonsgericht Basel-Landschaft, A bteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), den im unfallversicherungsrechtlichen Ve rfahren erlassenen Einspracheent- scheid der Basler Versicherungs-Gesellschaft auf und wies die Angelegenheit zu weiteren medi- zinischen Abklärungen an den Unfallversicherer zurück. Das Kantonsgericht hielt zusammenfas- send fest, dass sich das Gutachten von Dr. C.____, das im i v-rechtlichen Verfahren erhoben worden sei, zu wenig zu den unfallversicherungsrechtlichen Aspekten äussere, weshalb gestützt darauf der UVG-Anspruch nicht beurteilt werden könne. Weitere Abklärungen seien daher ange- zeigt. Aufgrund dieses Urteils verzichtete die IV-Stelle , ihren Vorbescheid vom 26. Januar 2010 zu bestätigen. Stattdessen wartete sie die neuen medizinischen Abklärungen des Unfallversiche- rers ab, der den Versicherten durch das ABI, Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH, polydiszip- linär begutachten liess. Die Basler Versicherungs-Gesellschaft stellte der IV-Stell e das ABI-Gutachten vom 22. Novem- ber 2011 am 14. Juni 2013 zur Kenntnisnahme zu. Gleichzeitig setzte sie die IV-Stelle darüber in Kenntnis, dass sie mit dem Versicherten einen Vergleich über die UVG-Leistungen geschlossen habe. Dem Vergleich vom 7. Mai 2013 kann entnommen we rden, dass der Invaliditätsgrad ver- gleichsweise vom 1. Juni 2013 bis 28. Februar 2014 auf 100 % und ab Erreichen des ordentlichen Rentenalters des Versicherten mit Wirkung ab 1. März 2014 auf 70 % festgesetzt wurde (IV act. 74). Gestützt darauf erliess die IV-Stelle in der Folge am 9. Juni 2015 den dritten Vorbescheid (IV act. 78), wogegen A.____ am 8. Juli 2015 Einwand erhob (IV act. 79). Ohne weitere Abklärungen zu treffen, bestätigte die IV-Stelle den Vorbescheid schliesslich mit Verfügung vom 27. November 2018 und sprach dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. März 2002 eine ganze und ab dem 1. April 2004 eine Viertelsrente zu. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Bruno Muggli, mit Eingabe vom 14. Januar 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er unter o/e-Kostenfolge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 27. November 2018 und die Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Neubeurteilung. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ein den Anforderungen der sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen genü- gendes Gutachten über sämtliche Unfälle, Berufskrankheiten und gesundheitlichen Beeinträchti- gungen des Beschwerdeführers mit Blick auf dessen Arbeit sunfähigkeit als Sportlehrer und auf die Restarbeitsfähigkeit in einer zumutbaren anderen Stelle in Auftrag zu geben. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten über sämtliche Unfälle, Berufskrankheiten und gesundheitlichen Be- einträchtigungen des Beschwerdeführers mit Blick auf dessen Arbeitsunfähigkeit als Sportlehrer und auf die Restarbeitsfähigkeit in einer zumutbaren anderen Stelle einzuholen, und es sei dem Beschwerdeführer eine volle Invalidenrente zuzusprechen. Subeventualiter sei ein gerichtliches Gutachten über sämtliche Unfälle, Berufskrankheiten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers mit Blick auf dessen Arbeitsunfähigkeit als Sportlehrer und auf die Rest- arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren Stelle einzuho len, und es sei dem Beschwerdeführer eine Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invalidenrente nach Ermessen des Gerichts zuzusprechen. I n der Begründung führte der Be- schwerdeführer zusammenfassend aus, dass die angefochtene Verfügung die gesetzlichen Vor- gaben verletze, da der Sachverhalt ungenügend und fehlerhaft abgeklärt worden sei, sie auf fal- schen Berechnungsgrundlagen beruhe, unangemessen und widersprüchlich sei. Zudem sei die wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht geprüft worden. In verfahrensrechtli- cher Hinsicht sei die Verfügung ausserdem unter Verletzu ng des rechtlichen Gehörs des Be- schwerdeführers zustande gekommen. C. Mit Vernehmlassung vom 22. März 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab- weisung der Beschwerde. D. Mit Verfügung vom 4. April 2019 wurde die Angele genheit dem Gericht zur Beurteilung überwiesen. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die Akten wird – soweit notwendig – in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge- recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht d ie Verletzung seines rechtlichen Ge- hörs, da sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung nicht mit seinen Einwän- den auseinander gesetzt habe. 2.2 Die Verfügungen eines Versicherungsträgers über Leist ungen sind nach Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Aus einer mangelhaften Eröffnung einer Verfügung darf der betroffenen Person kein Nachteil erwach- sen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [heute Schweizerisches Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen] vom 17. Juni 2005, I 3/ 05, E. 3). Die Begründungspflicht steht im Zusammenhang mit dem in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos- senschaft (BV) vom 18. April 1999 statuierten Anspruch auf rechtliches Gehör. Danach muss der von einem Entscheid Betroffene in die Lage versetzt werd en, diesen sachgerecht anfechten zu können (BGE 124 II 149). Die verfügende Behörde muss daher kurz ihre Überlegungen nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihre Ent scheidung stützt. Dabei darf sie sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (ALFRED KÖLZ /I SABELLE HÄNER /M ARTIN BERTSCHI , Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bund es, 3. Auflage, Zürich 2013, Rz. 629 ff.). 2.3 Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung sehr ausführlich auf die Einwände des Beschwerdeführers ein. Inwiefern sie die Be gründungspflicht verletzt haben soll, Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist deshalb nicht ersichtlich. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs des Beschwerdeführers liegt nicht vor. 3. Strittig und zu prüfen ist in materieller Hinsicht , ob die Berechnung des Rentenanspruchs durch die Beschwerdegegnerin korrekt ist. Massgebend für d iese Beurteilung sind die tatsächli- chen Verhältnisse bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. November 2018. 4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsun fähigkeit ist der durch Beeinträchti- gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich- keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge- sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 4.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % a rbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewe- sen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 4 0 % invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invalidi tätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Bemessung d er Invalidität von erwerbstätigen Versi- cherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). 4.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person sowie um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigke iten die versicherte Person arbeits- unfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa- rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinisch e These abstellt. Hinsichtlich des Be- weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, o b dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Expert en begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grund- satz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei d er Beweiswürdigung volle Beweis- kraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih rem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab- weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Gesche- hensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 121 V 47 E. 2a, 115 V 142 E. 8b, je mit Hinweisen). 4.6 Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass das Adm inistrativverfahren und der kanto- nale Sozialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz be herrscht sind (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des strei- tigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Kla rheit besteht (Urteil des Bundesge- richts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des medizinischen Sachver- halts insbesondere auf das ABI-Gutachten vom 22. Novembe r 2011 und ging davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer körperlich leichten, gut adaptierten Tätigkeit in einem Pensum von 75 % zumutbar sei. 5.2 Die ABI-Gutachter (Dr. med. D.____, FMH Orthopäd ische Chirurgie, und Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. F.____, FMH Innere Medizin) diag- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nostizierten aus orthopädischer, psychiatrischer und internistischer Sicht mit Einfluss auf die Ar- beitsfähigkeit eine Knie-Totalprothese rechts seit de m 20. November 2001, eine Knie-Totalpro- these links seit dem 5. November 2003, chronisch rezidi vierende radial betonte Handgelenks- schmerzen rechts, chronisch intermittierende Schulterschmerz en rechts und links, ein chroni- sches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik, mittelgradige Arthrosen der Daumengrundgelenke beidseits sowie eine klinisch mo derate OSG-Arthrose rechts. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei ein metabolisches Syndrom sowie beidseits ein Knick- senk- und Spreizfuss. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter nach einer Konsens- besprechung fest, dass in der angestammten Tätigkeit als Turn- und Sportlehrer seit 2001 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Für körperlich leichte T ätigkeiten, die mehrheitlich im Sitzen durchgeführt werden könnten, bestehe eine vollzeitliche Arbeitsfähigkeit mit einem um höchstens 25 % reduzierten Rendement, entsprechend einer theor etisch verwertbaren Arbeitsleistung von mindestens 75 %. 5.3 Das ABI-Gutachten erfüllt alle Voraussetzungen, di e das Bundesgericht an die Be- weistauglichkeit einer verwaltungsexternen Begutachtung (vgl. Erwägung 4.4 hiervor) stellt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, ist in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation schlüssig, setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und enthält einleuchtende Schlussfolgerungen. Es ist damit grundsätzlich darauf abzustellen, so- lange nicht konkrete Indizien Zweifel an der Beweistauglichkeit hervorrufen. 5.4.1 Der Beschwerdeführer stellt die Beweiskraft des Gu tachtens in Frage, da dieses vom Unfallversicherer in Auftrag gegeben worden sei. Diese Rüge kann nicht gehört werden, denn die Herkunft eines Beweismittels spielt keine Rolle, solan ge sämtliche gesundheitlichen Beschwer- den gewürdigt worden sind. Im ABI-Gutachten wurden nicht nur die unfallbedingten körperlichen Einschränkungen untersucht und beurteilt, sondern es w urden alle körperlichen Beschwerden begutachtet und bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Hierzu ist insbesondere auf die Ausführungen des ABI auf den S. 32f., Fragen 7.1.5.1f. und 7.1.6.2, hinzuweisen. Dort wird ausgeführt, dass von den in Abschnitt 5.1 erwähnten Diagnosen diejenigen an beiden Schul- tern sowie an der Lendenwirbelsäule als nicht unfallbedingt anzusehen seien. Das Gleiche gelte auch für die in Abschnitt 5.2 aufgelisteten Diagnosen. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei in wesentlichem Ausmass durch diejenigen Diagnosen bedi ngt, die durch die erlittenen Unfälle entstanden seien. Durch die unfallfremden Diagnosen würden aber keine zusätzlichen Einschrän- kungen der Arbeitsfähigkeit entstehen. Aus diesen Ausf ührungen der ABI-Gutachter wird ohne weiteres deutlich, dass sämtliche gesundheitlichen Einsch ränkungen bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt wurden. 5.4.2 Auch die Auffassung des Beschwerdeführers, dass de m ABI-Gutachten die Beweistaug- lichkeit fehle, da dieses nicht ausweise, welche Gutachter mit welchen fachspezifischen Qualifi- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht kationen mitgewirkt hätten, kann nicht geteilt werden. Aus dem Gutachten geht an mehreren Stel- len klar hervor, welcher Gutachter das jeweilige Teilgutachten verfasst hat und über welche Qua- lifikation er verfügt. 5.4.3 Der Beschwerdeführer stellt sich weiter auf den S tandpunkt, dass dem ABI-Gutachten eine Gesamtschau sämtlicher Beschwerden und die Erstellun g eines Zusammenhangs dieser Beschwerden zur Arbeitsunfähigkeit fehlen würden. Au ch diesem Einwand kann nicht gefolgt werden. Wie bereits dargelegt, berücksichtigte Dr. D.____, der sowohl als fallführender Experte fungierte als auch für den orthopädischen Teil verantwortlich war, alle Beschwerden und gesund- heitlichen Leiden. Soweit der Beschwerdeführer rügt, das Gutachten sei unvollständig, da es sich nicht mit allen Operationen auseinander gesetzt habe, ist auf die RAD-Stellungnahme von Dr. med. G.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap- parates FMH, vom 24. Januar 2019, S. 4, und die Verne hmlassung der Beschwerdegegnerin hinzuweisen, worin begründet darlegt, dass alle begutach tungsrelevanten Ereignisse und Ar- beitsunfähigkeitsbescheinigungen Eingang in die Beurteilung des ABI gefunden haben. Dem ist nichts hinzuzufügen. 5.4.4 Weiter zweifelt der Beschwerdeführer den Beweisw ert des ABI-Gutachtens an, da sich keine hinreichende Begründung für die aus orthopädischer Sicht behauptete Restarbeitsfähigkeit finden lasse. Dr. D.____ begründete seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf S. 27f. des Gut- achtens ausführlich und nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern die von Dr. D.____ auf über drei Seiten (S. 21ff.) detailliert erhobenen Befunde falsch wären. Weiter führte der Gutachter ab S. 25 nachvollziehbar und unter Bezugn ahme auf die bei der Anamnese vom Beschwerdeführer gemachten Angaben sowie der erhoben en Befunde umfassend aus, wie er die Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht beurtei lt. Dass er dabei auch Überlegungen über die genaue Tätigkeit als Sportlehrer anstellte, zeugt von der Gründlichkeit seiner Vorgehens- weise. Letztlich orientierte er sich bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit an der körperorientierten Berufsauffassung d es Beschwerdeführers. Dies ändert aber nichts an der Verlässlichkeit seiner Beurteilung. Auch d ie Definition der zumutbaren Verweistä- tigkeit erscheint unter Berücksichtigung der körperlichen Einschränkungen des Beschwerdefüh- rers als schlüssig. Dr. D.____ verfasste seine Beurteilung entsprechend den Leitlinien, wie sie für medizinische Gutachten gelten. An der Verlässlichkeit der Beurteilung von Dr. D.____ ändert auch der im UVG-Verfahren geschlossene Vergleich nichts (vgl. dazu die schlüssige Erläuterung von Dr. G.____ in seiner Stellungnahme vom 24. Januar 2019, S. 6). 5.4.5 Der Beschwerdeführer rügt weiter, dass sich das AB I-Gutachten nicht mit der abwei- chenden Beurteilung von Dr. med. H.____, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 6. Mai 2008 auseinander setze, der von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leichten sitzenden, körperlich nicht anstrengenden Tätigkeit wie zum Beispiel dem Verkaufen von Eintrittskarten im Hallenbad oder der Sortierarbeit in einem Industriebetrieb, ausgegangen sei. Auf S. 3 des Gutachtens äusserte sich Dr. D.____ zur Beurteilung von Dr. H.____. Er führte dazu aus, dass, nachdem auf der rechten Seite eine Kniearthroplastik implantiert worden sei, die Rück- kehr in die angestammte Tätigkeit als nicht mehr realist isch erschienen sei. Es habe sich aber Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Frage nach möglichen alternativen Tätigkeiten gestellt. Diesbezüglich sei ein orthopädisches Gutachten in Auftrag gegeben worden, worauf Dr. H.____ am 6. Mai 2008 Bericht erstattet habe. Bei der Diagnose beidseitiger Kniearthroplastiken, ei ner Arthrose des rechten Handgelenks als Folge multipler Verletzungen, einer möglicherweise tr aumatisch bedingten Spondylolisthesis L3/4, einer unfallfremden, langsam progredienten Ko xarthrose beidseits und einer zervikalen Spondylarthrose neben einer Adipositas habe Dr. H.____ die angestammte Tätigkeit als Sport- lehrer für nicht mehr zumutbar erachtet. In einer körperlich gut adaptierten Tätigkeit in wechseln- der Position habe er aber eine Arbeitsfähigkeit von „mindestens 50 %“ als zumutbar erachtet. Dr. D.____ legte weiter dar, dass zu diesem Zeitpunkt die postoperative Rehabilitation nach der Inlay- Wechseloperation am rechten Knie im November 2007 noch nicht vollständig abgeschlossen ge- wesen sei, so dass nicht von einem Endzustand ausgegangen habe werden können. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers setzte sich Dr. D.____ mit der Beurteilung von Dr. H.____ auseinander und legte auch dar, weshalb Dr. H.____ zu jener Zeit eine höhere Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert hatte (vgl. dazu auch die Ausführungen von Dr. G.____ in seiner Stellungnahme vom 24. Januar 2019, S. 10). 5.4.6 Des Weiteren sieht der Beschwerdeführer den Bewe iswert des ABI-Gutachtens in Zwei- fel gezogen, da sich die Gutachter nicht zu den konkreten Zeiträumen unter Angabe der konkret beurteilten Arbeitsfähigkeit geäussert hätten. Es fände n sich diverse Arztzeugnisse, welche im Zeitraum von April 2004 bis Ende 2009 die Arbeitsunfä higkeit des Beschwerdeführers belegen würden. Die vom Beschwerdeführer erwähnten Arbeitsunf ähigkeitszeugnisse wurden von den Gutachtern berücksichtigt und auf S. 4ff. im Rahmen der Aktenzusammenstellung mit aufgelistet. In Bezug auf den Beginn der Arbeitsunfähigkeit in der angestammten körperbetonten Tätigkeit, wie sie vom Beschwerdeführer interpretiert wurde und di e damit Inhalt der Atteste bildete, legte Dr. D.____ auf S. 30 des Gutachtens dar, dass er aufg rund der anamnestischen Angaben, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten davon ausgehe, dass die Einschränkung in der angestammten Tätigkeit seit 2001 bestehe. Eine körperlich angepasste Tätigkeit wäre dem Exploranden aber schon seit Jahren im attestierten Ausmass zumutbar ge- wesen, unterbrochen von den vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten im Zusammenhang mit den durchgeführten medizinischen Massnahmen. Mit Sicherheit g elte diese Angabe jedenfalls seit dem Gutachten von Dr. C.____ vom Dezember 2008, wo wei tgehend identische Befunde erho- ben worden seien. Dr. D.____ sah sich somit nicht in der Lage, für einen früheren Zeitraum eine Aussage zu machen. Diese Vorgehensweise stellt nun abe r, entgegen der Auffassung des Be- schwerdeführers, kein Mangel am Gutachten dar. Stattdessen ist für diesen Zeitraum auf andere medizinische Berichte abzustellen. Dr. G.____ führt dazu in der Stellungnahme vom 24. Januar 2019, S. 12, in nachvollziehbarer Weise aus, dass gemäss der medizinischen Aktenlage ab März 2004 von einer weitgehend stabilen medizinischen Situat ion ausgegangen werden könne und dem Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt eine angepas ste Tätigkeit in einem Pensum von 75 % zumutbar gewesen sei. 5.5 Insgesamt ist damit zum Schluss zu kommen, dass sämtliche Rügen gegen das ABI- Gutachten vom 21. November 2011 keine Zweifel an dessen Verlässlichkeit wecken können, so dass zur Beurteilung des Leistungsvermögens des Beschwerdefü hrers darauf abzustellen ist. Insbesondere werden keine neuen, den Gutachtern nicht b ekannten Umstände geschildert, die Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu weiteren Abklärungen Anlass geben würden. Damit ist m it der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit, wie sie vom ABI auf S. 31 umschrieben wurde, seit März 2004 zu 75 % arbeitsfähig ist. 6.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen. Der Beschwerdeführer bestreitet zum Einen die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf- grund seines fortgeschrittenen Alters. 6.2.1 Im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei der Best immung des trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbaren Einkommens darf nicht von realitätsfremden Ein- satzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kan n dort nicht von einer Arbeitsge- le- genheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realis- tischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum vorneherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundes- gerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 2.1; ZA K 1991 S. 318 E. 3b). Der ausgegli- chene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) hält von seiner Struktur her einen Fächer verschie- denartiger Stellen offen, und zwar sowohl bezüglich der dafür verla ngten beruflichen und intel- lektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der der versicherten Person auf einem ausgeglichenen Ar beitsmarkt offen stehenden Möglich- keiten der Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit dürfe n von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gege- benheiten des Einzelfal- les nicht zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweise n). Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen An- spruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (Urteil der EVG vom 21. August 2006, I 831/05, E. 4.1.1 mit Hinweisen). 6.2.2 Die höchstrichterliche Rechtsprechung hat das for tgeschrittene Alter, obgleich an sich ein „invaliditätsfremder“ Gesichtspunkt (Urteil des EVG vom 29. August 2002, I 97/2000, E. 1.4), als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit den weiteren persönlichen und beruflichen Ge- gebenheiten Rahmenbedingungen für die Beurteilung bildet, ob die grundsätzlich denkbaren Er- werbsmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt re alistischerweise noch nachgefragt werden und ihre Verwertung auch gestützt auf die Selb steingliederungspflicht unter allen mass- gebenden Aspekten noch zumutbar ist (BGE 138 V 457). D er Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ver- werten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel be messen, sondern hängt von den Um- ständen ab, die mit Blick auf die Anforderungen der V erweisungstätigkeiten massgebend sind (beispielsweise Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen; absehba- rer Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in dies em Zusammenhang auch Persönlich- keitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang o- der Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich; vgl. Urteil des Bundes- gerichts vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.2.2). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Die Beschwerdegegnerin weist in der Vernehmlassung zu Recht auf den Umstand hin, dass das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers nicht derart ins Gewicht fällt, dass von einer Unverwertbarkeit ausgegangen werden müsste, da er in seinem angestammten Tätigkeits- bereich noch arbeiten könnte, wenn auch unter Umstände n nicht mehr als aktiv am Unterricht teilnehmender Turnlehrer. Für die Verwertbarkeit spr icht zudem die grosse Erfahrung des Be- schwerdeführers in seinem Fachgebiet. Diese lassen seine Chancen trotz vorgerücktem Alter als intakt erscheinen. Ein Arbeitgeber wird ihm eher zutrauen, sich in eine neue Arbeit einzuarbeiten. Die zeitliche Einschränkung ist mit 25 % nicht so hoch und schliesst die Verwertbarkeit nicht aus, da dem Beschwerdeführer ein weites Spektrum an möglichen Arbeitsstellen zur Verfügung steht. Ausgehend von diesen Grundsätzen kann nicht von einem IV -rechtlich erheblichen, fehlenden Zugang des Beschwerdeführers zum Arbeitsmarkt im Sinne des Art. 16 ATSG gesprochen wer- den. Die Einschränkungen des Beschwerdeführers reduzieren zwar seine Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt, lassen aber eine Verwertbarkeit der Restar beitsfähigkeit nicht völlig unrealistisch erscheinen. 7.1 Es bleibt die Prüfung des Invaliditätsgrads. Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestim- mung des Invaliditätsgrades einer erwerbstätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das diese nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar- beitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein- kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid ge worden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypotheti- schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermitte lt und einander gegenüberge- stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). 7.2.1 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Inva liditätsgrades massgebenden hy- pothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Validen einkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermitt- lung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzi elt hat, auszugehen ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesge richt, sozialrechtliche Abteilun- gen] vom 26. November 2002, I 491/0, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). 7.2.2 Die Beschwerdegegnerin legte der Berechnung de s Valideneinkommens die Angaben des ehemaligen Arbeitgebers zugrunde und gelangte zu einem Einkommen in der Höhe von Fr. 135‘562.-- für das Jahr 2002 und von Fr. 139‘222. -- per 2004. Diese Beträge sind zwischen den Parteien unbestritten geblieben. Sie berücksichtigen die vorgenannten Grundsätze, weshalb sie für die Berechnung der invaliditätsbedingten Einbusse zu berücksichtigen sind. 7.3.1 Bei der Ermittlung des trotz der Gesundheitsschäd igung noch zumutbaren und realisier- baren Einkommens (Invalideneinkommen) ist zu unterscheiden . Geht die versicherte Person auch nach Eintritt der (unfallbedingten) gesundheitlichen Beeinträchtigung einer Erwerbstätigkeit Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach, ist der tatsächlich erzielte Verdienst dem Invalide neinkommen gleichzusetzen, wenn ku- mulativ (1) besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind, (2) die verbliebene Arbeitsfähig- keit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird und (3) die Entlöhnung der Leistung angemessen ist, folglich nicht ein Soziallohn zur Auszahlung gelangt (BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 76 E. 3b/aa mit Hinweisen). Ist kein solches tatsächlich erzielt es Erwerbseinkommen gegeben, na- mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bunde samtes für Statistik beigezogen werden (vgl. BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/aa mit weiteren Hinweisen). 7.3.2 Für den Zeitraum vom 14. März 2001 bis März 2004 ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass dem Beschwerdeführer keine Erwerbstätigkeit zumutbar war. Das Invalideneinkommen beträgt damit für diese Zeitspanne Fr. 0.--. Für die Berechnung des Invalideneinkommens ab April 2004 ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigke it wie diejenige einer Lehrperson ohne lange Gehstrecken und repetitives Treppenlaufen im Umfang von 75 % zumutbar sei. Ihren Be- rechnungen legte sie die LSE 2004, Tabelle TA11, Lehrpatent, Anforderungsniveau des Arbeits- platzes 4, Spalte Männer, Fr. 7‘933.-- monatlich, zugrunde. Nach Umrechnung auf die betriebs- übliche wöchentliche Arbeitszeit ermittelte sie unter Berücksichtigung des zumutbaren Pensums von 75 % ein jährliches hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 71‘397.--. 7.3.3 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpun kt, dass es schlicht unrealistisch sei, wenn die Beschwerdegegnerin davon ausgehe, dass er auch als Turnlehrer tätig sein könne. Daran ändere auch der Umstand nichts, dass er auf der Gymn asialstufe unterrichte. Der Ver- gleich zu einem Trainer im Erwachsenensport gehe fehl. Es sei im Unterrichtsfach Sport notwen- dig, dass eine Lehrperson unterrichte, die aufgrund ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit eine ge- wisse Vorbildfunktion einnehme. Dies sei unabdingbar, um den Respekt der Schüler sicherstellen zu können. Fehle es an einer gewissen sportlichen Leistun gsfähigkeit, werde die Autorität und Glaubwürdigkeit der Lehrperson dadurch untergraben. Zw ar treffe zu, dass auf Gymnasialstufe eine gewisse Selbständigkeit und Eigendisziplin der Schül erinnen und Schüler erwartet werden dürfe. Allerdings zeige die Realität regelmässig, dass diese kontrolliert, kanalisiert und gefördert werden müsse. Es sei schlicht unrealistisch, dass die Lehrperson ihre Schüler und Schülerinnen auf eine Joggingrunde schicke, selbst aber nicht mitlaufe, und entsprechend keine Kontrolle aus- üben könne. Auch in anderen Disziplinen müsse die Lehrperson kontrollierend, korrigierend und nicht zuletzt auch unterstützend beteiligt sein, was eine körperlich intakte Leistungsfähigkeit vo- raussetze. 7.3.4 Ausgehend von der Ausbildung des Beschwerdeführe rs auf universitärer Stufe, seiner damit ausgewiesenen hohen intellektuellen Leistungsfä higkeit, seiner langjährigen Berufserfah- rung sowie des Umstands, dass ihm ärztlicherseits noch ein 75 %-iges Pensum in einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne häu figes Treppenlaufen und ohne län- gere Gehstrecken als zumutbar attestiert wird, erscheint die Auffassung der Beschwerdegegne- rin, wonach er noch ein Einkommen basierend auf der LS E-Tabelle TA11, Lehrpatent, erwirt- schaften könnte, als korrekt. Die von der Beschwerdegegnerin beigezogene Tabelle TA11 weist Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht unter anderem die an Personen mit universitärem Hochschulabschluss bezahlten Löhne aus. Der Beschwerdeführer als dipl. Turnlehrer II verfügt über eine solche Ausbildung und kann eine mehr- jährige Berufserfahrung vorweisen. Es müsste ihm möglic h sein, seine beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen in einem seinem Leiden angepassten Bet ätigungsfeld einzusetzen und damit ein Erwerbseinkommen zu generieren, das seinen Ausbildungshintergrund mitberücksichtigt. Ob dieses Betätigungsfeld auch die Tätigkeit als Sportlehrer auf Gymnasialstufe umfasst oder nicht, kann unter diesen Umständen offengelassen werden. Für den Beschwerdeführer wären auch administrative Arbeiten im Schulwesen oder möglicherweise sogar in einem anderen Unterrichts- fach in Frage gekommen. 7.3.5 Soweit die Beschwerdegegnerin jedoch ein monatl iches Einkommen von Fr. 7‘933.-- als Ausgangspunkt ihrer Berechnungen wählte, kann ihr nicht gefolgt werden. Diese Zahl findet sich nirgends in der TA11. Der Lohnwert, den die LSE Tab ellen 2004, TA11, Lehrpatent, Anforde- rungsniveau 4 für Männer ausweisen, beträgt monatlich Fr. 6‘792.--. Unter Berücksichtigung aller Umstände erscheint es als korrekt, vorliegend auf das Anforderungsniveau 3 abzustellen. Es ist damit von einem monatlichen Lohn von Fr. 7‘886.-- auszugehen. Umgerechnet auf die betriebs- übliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.4 Stunden (BFS -Statistik der betriebsüblichen Arbeits- zeit, 2004, P 85) und unter Berücksichtigung eines 75 %-igen Pensums ergibt sich ein Invaliden- einkommen von Fr. 73‘458.--. 7.4 Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens vo n Fr. 139‘228.-- und des Invali- deneinkommens von Fr. 73‘458.-- ergibt sich ein Invalidi tätsgrad von 47 %. Damit ist der in der angefochtenen Verfügung ab April 2004 berechnete Inv aliditätsgrad im Ergebnis zu bestätigen. Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer in de r angefochtenen Verfügung vom 27. November 2018 somit zu Recht ab dem 1. März 2002 eine ganze Rente und ab dem 1. April 2004 eine Viertelsrente zu, weshalb die vorliegende Beschwerde abzuweisen ist. 8. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes- senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdefüh rer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen und mit dem gel eisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zu verrechnen sind. Dem Prozessausgang entsprechend wird keine Parteientschä- digung zugesprochen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den dem Beschwer- deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvor schuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde am 14. Oktober 2019 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- ren-Nr. 9C_685/2019) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht