B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6036/2011 U r t e i l v o m 1 9 . M ä r z 2 0 1 3 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richterin Muriel Beck Kadima, Gerichtsschreiberin Sarah Straub. Parteien A._______ (vormals […]), geboren (…), und deren Tochter B._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. September 2011 / N (…) (vormals N […]). E-6036/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ (in der Folge: d ie Beschwerdeführerin ), eine Staats - angehörige Sri Lankas tamilischer Ethnie mit letztem Wohnsitz in C._______, verliess ihr Heimatland eigenen Angaben zufolge (…) und gelangte am 4. Januar 2011 in die Schweiz, wo sie gleichentags (…) um Asyl nachsuchte. Am 11. Januar 2011 wurde sie summarisch befragt und am 9. September 2011 erfolgte die einlässliche Anhörung zu ihren Asyl- gründen. Zur Begründung ihres Asylgesuches machte sie geltend, sie habe in e i- nem (…) als Buchhalterin gearbeitet und sei jeweils mit dem Motorrad zur Arbeit gefahren, wobei der Weg an einem Armee-Camp vorbeigeführt ha- be. Gemäss ihren Aussagen anlässlich der Befragung seien die Soldaten regelmässig zu ihr nach Hause gegangen und hätten das Motorrad aus- geliehen. Einmal habe sie gesagt, es habe einen platten Reifen ; seither sei sie von den Soldaten schikaniert sowie belästigt worden und habe j e- des Mal, wenn sie beim Camp vorbeigefahren sei, anhalten müssen. Einmal habe ein Soldat sie gefragt, warum sie das Motorrad nicht herge- geben habe; er habe sie beschimpft sowie eingeschüchtert und dann ge- sagt, sie solle ihn heiraten. In der gleichen Nacht s eien einige Soldaten zu ihr nach Hause gekommen und hätten Steine gegen die Fenster g e- worfen. Danach sei sie nicht mehr regelmässig zur Arbeit gefahren und habe sich schliesslich am (…) zu ihrer Schwester begeben. Die Soldaten hätten sich regelmässig nach ihr erkundigt und ihren Eltern mitgeteilt, sie müsse sich jeden Sonntagmorgen im Camp zur Unterschrift melden. Sie sei am (…) vorübergehend nach Hause gegangen und a m (…) zu ihrer Tante nach Colombo gereist, welche ihr geholfen habe, die Ausreise zu organisieren. Ausserdem brachte sie vor, sie sei von der Armee beobach- tet worden. In (…) sei sie jeweils einige Monate für (…) tätig gewesen, weshalb man ihr damals vorgeworfen habe, für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gearbeitet zu haben und deren Mitglied zu sein. Sie habe sich jedoch niemals politisch betätigt. Anlässlich der Bundesanhörung gab die Beschwerdeführerin an, die So l- daten hätten sie beim Camp manchmal gefragt, ob sie ihr Motorrad au s- leihen dürften. Sie hätten gewusst, dass sie unverheir atet sei, und sie ei- nes Tages gezwungen, in das Camp hineinzugehen, wo einer der Sold a- ten gesagt habe, sie müsse ihn heiraten, sonst werde er sie missbra u- chen. Sie habe geweint, sei nach Hause gegangen und die folgenden E-6036/2011 Seite 3 zwei oder drei Tage nicht zur Arbeit gefahren. Danach sei sie auf dem Ar- beitsweg erneut von den Soldaten belästigt worden und in den folgenden Nächten hätten diese Steine gegen ihr Haus geworfen. Dies sei alles während der Dauer eines Monats geschehen; in dieser Zeit hätten die Soldaten sie auch gefragt, warum sei für die LTTE habe arbeiten müssen. Für die weiteren Aussagen wird auf die Akten und die nachfolgenden E r- wägungen verwiesen. B. Mit Verfügung vom 28. September 2011 – eröffnet am 29. September 2011 – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüch t- lingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch vom 4. Januar 2011 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung führte es aus, die Aussagen der Beschwerdeführerin seien in wesentlichen Punkten widersprüchlich und das von ihr beschri e- bene Verhalten in der b eschriebenen Situation inadäquat, weshalb ihre Vorbringen als unglaubhaft einzustufen seien. Zudem seien d ie geltend gemachten Behelligungen durch die Soldaten keine ernsthaften Nachteile im asylrechtlichen Sinne; aufgrund der fehlenden Glaubhaftigkeit der Vor- bringen könne darauf verzichtet werden, deren Asylrelevanz zu prüfen. Die Folge der Ablehnung eines Asylgesuchs sei in der Regel die Wegwei- sung aus der Schweiz und deren Vollzug v orliegend zulässig, zumutbar und möglich. C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 31. Oktober 2011 liess die Beschwerdefü h- rerin diesen Entscheid anfechten . In materieller Hinsicht beantragte sie die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an das BFM zur Neubeurteilung wegen Verletzung formellen Rechts, eventualiter zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung, subeventualiter unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl, subsubeventualiter unter Aufhebung der Dispositivziffern 4 und 5 der angefochtenen Verf ü- gung die Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. In prozessualer Hinsicht beantragte sie, es sei ihr unter Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung vollständige Einsicht in die gesamten Asyl - und Vollzugsakten, insbesondere in die beim B un- desamt eingereichten Beweismittel zu gewähren . B ei Rückweisung an E-6036/2011 Seite 4 das BFM sei dieses an zuweisen, sämtliche Herkunftsländerinformati o- nen, auf welche es seinen Entscheid stütze, offenzulegen, eventuell sei es anzuweisen, sämtliche Herkunftsländerinformationen, auf welche es den angefochtenen Entscheid stütze, in geeigneter Weise offenzulegen , und der Beschwerdeführerin sei diesfalls eine angemessene Frist zur Stellungnahme einzuräumen. Des Weiteren sei dem unterzeichneten A n- walt vor Gutheissung der Beschwerde Frist zur Einreichung einer detai l- lierten Kostennote und zur Bestimmung der Parteients chädigung anz u- setzen, und es sei ihm mitzuteilen, welcher Bundesverwaltungsrichter oder welche Bundesverwaltungsrichterin und welcher Gerichtsschreiber oder welche Gerichtsschreiberin mit der Instruktion des Verfahrens b e- traut seien und welche Richter an e inem Entscheid weiter mitwirken wü r- den. In den Ausführungen zur materiellen Begründung der Beschwerde wurde zudem beantragt, falls das Bundesverwaltungsgericht von einer möglichen Heilung der Gehörsverletzung ausgehen sollte, seien die en t- sprechenden Lagea nalysen (COI [Country of Origin Information] ) des BFM im Rahmen des vorliegenden Verfahrens offenzulegen und Frist zur Stellungnahme einzuräumen, nötigenfalls sei zwecks Einsicht in ein B e- weismittel das Dossier D-3042/2011 des Gerichts beizuziehen. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte sie diverse Dokumente (Beilagen 1- 49 gemäss Verzeichnis auf S. 33 ff. der Beschwerdeschrift) ein. Auf die Begründung der Rechtsbegehren und die eingereichten Dok u- mente wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 9. November 2011 hielt der Instruktionsrich- ter fest, die Beschwerdeführerin dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, und wies den Antrag auf Bekanntgabe des Spruc h- gremiums ab. Er forderte das BFM auf, dem Rechtsvertreter bis zum 24. November 2011 Einsicht in die im erstinstanzlichen Verfahren eing e- reichten Stellungnahmen und Beweismittel zu gewähren, unter Vorbehalt der Kassation des Entscheides im Unterlassungsfall, verlegte den En t- scheid über die weiteren Verfahrensanträge gegebenenfalls auf einen späteren Zeitpunkt und forderte die Beschwerdeführerin unter Androhung des Nichteintretens auf die Beschwerde auf, innert Frist einen Kostenvo r- schuss von Fr. 600.– einzuzahlen oder eine Fürsorgebestätigung einz u- reichen. E-6036/2011 Seite 5 E. Das B undesamt kam der Aufforderung, Einsicht in die im erstinstanzl i- chen Verfahren eingereichten Stellungnahmen und Beweismittel zu g e- währen, nicht nach, und reichte stattdessen am 17. November 2011 eine Vernehmlassung ein, worin es an seinen Erwä gungen festhielt und die Abweisung der Beschwerde beantragte. F. Die Beschwerdeführerin bezahlte den eingeforderten Kostenvorschuss innert der angesetzten Frist. Mit Eingabe vom 24. November 2011 ergänzte der Rechtsvertreter unter Verweis auf das zwischenzeitlich ergangene Länderurteil des Bundesver - waltungsgerichts E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 ( BVGE 2011/24) seine bisher gemachten Ausführungen und beantragte, die Sache sei der Vorinstanz vor der allfälligen Aufhebung der angefochtenen Verfügung zur Vernehmlassung und Wiedererwägung vorzulegen ; zudem sei ihm eine angemessene Frist zur Einreichung einer Stellungnahme bezüglich der aktuellen Lebensumstände der Bes chwerdeführerin anzusetzen. Gleic h- zeitig reichte er seine Kostennote gleichen Datums zu den Akten. G. Am 5. April 2012 gewährte der Instruktionsrichter dem Rechtsvertreter Einsicht in die von der Beschwerdeführerin und ihrem Verlobten im ers t- instanzlichen Verfahren eingereichten Stellungnahmen und Beweismittel und teilte der Beschwerdeführerin mit, der Bericht "Sri Lanka. Erkenntni s- se der Dienstreise 5. bis 17. September 2010" vom 22. Dezember 2011 und die Stellungnahme des Rechtsvertreters vom 23. Januar 201 2 im Verfahren D-3747/2011 würden zu den Akten genommen. Des Weiteren räumte er ihr die Gelegenheit ein, bis zum 27. April 2012 eine allfällige Ergänzung zur Stellungnahme vom 23. Januar 2012, eine Stellungnahme zu den nunmehr zugestellten Kopien der Eingaben an das BFM und eine Replik zur Vernehmlassung des BFM vom 17. November 2011 zu den Ak- ten zu reichen. Die Beschwerdeführerin liess ihre ergänzende Stellungnahme (samt Bei- lagen 50-59 gemäss Verzeichnis auf S. 10 f. der Stellungnahme) am 27. April 2012 zu den Akten reichen. H. Am (…) heiratete die Beschwerdeführerin ihren in der Schweiz vorläufig E-6036/2011 Seite 6 aufgenommenen Verlobten D._______. Am (…) kam die gemeinsame Tochter B._______ zur Welt. I. Am 16. Januar 2013 wurde dem BFM angesichts dieser veränderten S i- tuation G elegenheit gegeben, eine ergänzende Vernehmlassung einz u- reichen. Mit Verfügung vom 23. Januar 2013, welche die mit einem Schreibfehler behaftete Verfügung vom 18. Januar 2013 ersetzte, hob das Bundesamt die Dispositivziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfü gung vom 28. Sep- tember 2011 auf, stellte fest, der Vollzug der Wegweisung sei unzumut- bar, und verfügte die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführenden. J. Am 22. Januar 2013 reichte die Beschwerdeführerin eine weitere Ste l- lungnahme zur aktuellen Situation i n Sri Lanka ein und brachte neu vor, sie gehöre zur Gruppe der abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden, welche aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu dieser sozialen Gruppe asylrel e- vant verfolgt würden. Ausserdem ersuche sie explizit darum, die notwe n- digen Sachver haltsabklärungen bezüglich der Unzulässigkeit des We g- weisungsvollzuges vorzunehmen. Zur Stützung der Vorbringen reichte sie zahlreiche weitere Berichte zu Sri Lanka zu den Akten (Beilagen 60-105 gemäss Verzeichnis auf S. 36 f. der Eingabe). K. Mit Verfügung vom 7. Februar 2013 ersuchte der Instruktionsrichter die Beschwerdeführerin um Mitteilung, ob sie nach erfolgter vorläufiger Au f- nahme in der Schweiz an der Beschwerde – soweit diese nicht gegen - standslos geworden sei – festhalten oder diese zurückziehen wolle. Am 22. Februar 2013 teilte sie mit, dass sie an der eingereichten B e- schwerde betreffend Asyl festhalte. E-6036/2011 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilu ng der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgese t- zes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Voraussetzungen für das Eintreten auf die Beschwerde sind vo r- liegend erfüllt. 1.4 Die am (…) geborene Tochter B._______ wird in das vorliegende B e- schwerdeverfahren einbezogen. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Die Beschwerdeführerin rügt mehrere Verfahrensmängel, in sbesondere die Verletzung des rechtlichen Gehörs und die unvollständige respektive unrichtige Abklärung des Sachverhaltes. Diese Rügen sind vorab zu pr ü- fen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. E ntscheidungen und Mitteilungen der [vo r- maligen] Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 und EMARK 1994 Nr. 1; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 233, mit weiteren Hinweisen, S. 287 und 297; ALF- RED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts- pflege des Bundes; 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). E-6036/2011 Seite 8 4. 4.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander - seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ei n- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht der B etroffenen, sich vor E r- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Bewe i- se beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen B e- weisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher B e- weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfah- ren i hren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann ( vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1 S. 293; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 mit weiteren Hi n- weisen). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, dass sie die Vorbringen tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in ihrer Entscheidfindung angemessen berücksichtigt. Das gilt für alle form- und fristgerechten Äus- serungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streitfr a- ge geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so abge- fasst sein, dass der oder die Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegu n- gen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188). 4.2 4.2.1 In der Beschwerde wird vorgebracht, die angefochtene Verfügung verletze das Recht der Beschwerdefü hrerin auf ernsthafte Prüfung ihrer Vorbringen und die Begründungspflicht insofern, als sie die vorgebrac h- ten Belästigungen der Beschwerdeführerin infolge ihrer Arbeitstätigkeit im (…) mit keinem Wort erwähne und diese auch nicht in die Beurteilung einbeziehe, obschon sie von zentraler Bedeutung seien. Die Begrü n- dungspflicht werde weiter im Zusammenhang mit den verwendeten Lä n- derinformationen verletzt, da eine detaillierte und ausführliche Begrü n- dung betreffend d ie Lage in Sri Lanka fehle und der Verfügung keine auch nur annähernd vollständige Liste der verwendeten Länderinformat i- onen zu entnehmen sei. E-6036/2011 Seite 9 Die Beschwerdeführerin gab anlässlich der Erstbefragung auf die Frage nach anderen als den bei den Gesuchsgründen erwähnten Problemen an, sie habe sich in (…) für ihr Büro im (…) betätigt, und damals habe man ihr vorgeworfen, für die LTTE gearbeitet zu haben und deren Mitglied zu sein. Sie gab weder an, deswegen in der Zeit unmittelbar vor ihrer Ausreise behelligt worden zu sein, noch stellte sie die vergangene n Vor- würfe in einen Zusammenhang mit der dargelegten Verfolgung oder mit ihrer Flucht. Auf Frage gab sie an, niemals politisch tätig gewesen zu sein (vgl. Akten BFM A 3/8 S. 5). Anlässlich der Anhörung sagte sie auf die Frage nach weiter zurückliegenden Pr oblemen mit Armeeangehörigen, sie sei, nachdem sie im (…) gearbeitet habe, manchmal von Armeeange- hörigen gefragt worden, weshalb sie für die LTTE habe arbeiten müssen, und nennt zwei entsprechende Begebenheiten. Trotz Nachfrage, wo und wie sie gefragt word en sei, erwähnt sie weder Drohungen noch über die blosse Frage hinausgehende Belästigungen (vgl. A 13/11 S. 5). Das BFM ging deshalb – nicht zuletzt angesichts der Mitwirkungspflicht der B e- schwerdeführerin im Sinne von Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG – berechtigter- weise davon aus, dass diese Vorfälle unwesentlich und von der eigentl i- chen geltend gemachten Verfolgung unabhängig waren, weshalb es da r- auf verzichten konnte, diesen Punkt in seiner Entscheidbegründung e x- plizit zu erwähnen. Die Begründungspflicht wurde dadurch nicht verletzt. 4.2.2 Soweit in der Beschwerde gerügt wird, die Vorinstanz habe die Be- gründungspflicht verletzt, indem sie es unterlassen habe, die relevanten Herkunftsländerinformationen, auf welche sie ihren Entscheid stütze, o f- fenzulegen, ist Folgendes festzuhalten: Wie die Beschwerdeführerin zutreffend bemerkt, ist in der angefochtenen Verfügung kein ausdrücklicher Hinweis auf einen konkreten Dienstreis e- bericht enthalten. Indessen ist unbestritten, dass das Bundesamt im Se p- tember 2010 eine Dienstreis e nach Sri Lanka durchführte, um Erkenn t- nisse zur dortigen Lage nach dem Ende des Bürgerkriegs und zur Frage zu gewinnen, ob und inwiefern sich die Zumutbarkeit einer allfälligen Rückkehr sri-lankischer Asylsuchender in ihren Heimatstaat verändert ha- be. I n der angefochtenen Verfügung wird erwogen, nach eingehender Prüfung und insbesondere auch in Berücksichtigung der UNHCR -Richt- linien zur Feststellung des internationalen Schutzbedarfs sri -lankischer Asylsuchender vom 5. Juli 2010 sei das Bundesamt zum Sch luss g e- kommen, dass sich die allgemeine Sicherheitslage in Sri Lanka seit Mai 2009 deutlich entspannt habe. Andere Quellen werden nicht genannt. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde war die Vorinstanz nicht E-6036/2011 Seite 10 gehalten, eine vollständige Liste der verw endeten Länderinformationen offenzulegen, da die Begründungspflicht nicht der Offenlegung von Amts - wissen dient, vielmehr verlangt, dass die wesentlichen Überlegungen ge- nannt werden, welche dem Entscheid zugrunde liegen. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung einlässlich begründet, inwiefern sich die Situation in Sri Lanka seit dem Ende des Bürgerkriegs verändert habe und wie sie die Situation heute einschätze. Sie stützt sich dabei insb e- sondere auf die Richtlinien des UNHCR. Dass sie darüber hin aus keine weiteren Länderinformationen zitiert, die aus allgemein zugänglichen Quellen erhältlich sind, ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerde selbst zeigt denn auch, dass eine sachgerechte Anfechtung möglich war. Der Begründungspflicht ist damit Genüge getan. 5. 5.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Bstn. a-e). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mi t- wirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG, Art. 13 VwVG). Dazu gehört, die Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzu- geben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der A n- hörung die Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismittel vollständig zu bezeichnen un d unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwi d- riger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind. Die Sachverhaltsfeststellung is t demgegenüber unvollstä n- dig, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden ( vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungs- verfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1998, 2. Aufl., Rz. 630). Das Bundesverwaltungsgericht kann den rechtserheblichen Sachverhalt, wie ihn die Vorinstanz festgestellt hat, uneingeschränkt überprüfen (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Es ist dazu in dem Masse verpflichtet, als die Be- schwerdepartei die Sachverhaltsfeststellungen oder die ihr zugrunde li e- gende Beweiswürdigung als fehlerhaft rügt und sich mit der angefocht e- nen Verfügung sachbezogen auseinandersetzt (vgl. CHRISTOPH AUER, E-6036/2011 Seite 11 Streitgegenstand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der verwaltung s- rechtlichen Prozessmaximen, Diss. Bern 19 97, S. 79 f.; Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts E-36/2008 vom 30. November 2011, E. 5.1). 5.2 5.2.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet, das BFM habe es unterla s- sen, den Sachverhalt bezüglich ihres früheren Arbeitgebers mittels Be i- zug von relevanten Länderinformationen abzuklären. Es wäre notwendig gewesen, genauere Informationen darüber zu sammeln, weshalb sie w e- gen ihrer Tätigkeit (…) verdächtigt worden sei, für die LTTE tätig respekti- ve deren Mitglied zu sein. Zu ihren diesbezüglichen Vorbringen seien ihr keine weiteren Fragen gestellt worden, so dass sie davon habe ausgehen müssen, dass es nicht wichtig sei, diese Belästigungen zu erzählen. Da es die Vorinstanz unterlassen habe, entsprechende Fragen zu stellen, habe sie den Sachverhalt unvollständig und unrichtig abgeklärt. Diesbezüglich kann auf die Ausführungen in der vorstehenden Erwägung 4.2.1 verwiesen werden. Für den Befrager bestand angesichts der Aussa- gen der Beschwerdeführerin kein Anlass, weitergehende Fragen zu ihrer Arbeitstätigkeit im (…) zu stellen. Eine unvollständige oder unrichtige Sachverhaltsabklärung ist nicht ersichtlich. 5.2.2 Weiter rügt die Beschwerdeführerin, der angefochtene Entscheid leide unter dem erheblichen Mangel, dass darin kein vollständiges und ausgewogenes Bild über die aktuelle Lage in Sri Lanka gegeben werde. Im Rahmen seiner Sachverhaltsabklärung wäre das BFM verpflichtet g e- wesen, ihre Vorbringen vor dem Hintergrund aktueller und relevanter Län- derinformationen zu prüfen. Allgemeine Länderinformationen nehmen eine Mittelstellung zwischen Sachverhalt und Rechtsnorm ein, sind aber weder Teil des Obersatzes (Rechtsnorm) noch des Untersatzes (Sachverhaltsfeststellung). Sie gehö- ren auch nicht zu den gesetzlichen Beweismitteln im Sinne von Art. 12 Bstn. a -e V wVG (Urkunden, Auskünfte der Parteien, Auskünfte oder Zeugnis von Drittpersonen, Augenschein oder Gutachten von Sachve r- ständigen). Vielmehr handelt es sich um allgemeine Hintergrundinform a- tionen, die einer quellenkritischen Auslegung bedürfen und denen led ig- lich Hilfsfunktion bei der Sachverhaltsfeststellung zukommt. Diese selbst muss im konkreten Einzelfall unrichtig sein (allenfalls als Folge einer nicht aussagekräftigen Länderinformation), um den Beschwerdegrund der u n-E-6036/2011 Seite 12 richtigen Feststellung des rechtsehe rblichen Sachverhaltes erfüllen zu können. Beanstandet wird konkret die Erwägung, wonach der Einfluss der bewaf f- neten Gruppen seit dem Ende des Bürgerkrieges stark abgenommen h a- be, auf eine Zusammenarbeit der Regierung mit bewaffneten Organisat i- onen oder G ruppierungen keinerlei Hinweise bestünden und Übergriffe auf die Zivilbevölkerung seitens krimineller Einzeltäter oder bewaffneter Gruppen mittlerweile von den zuständigen Behörden geahndet würden (vgl. angefochtene Verfügung, S. 3 f.). Die Erwägung der Vo rinstanz ist allgemeiner Natur. An deren separaten Überprüfung besteht kein schut z- würdiges Interesse, weil die Beschwerde nicht zur Klärung allgemeiner Fragen (Sach- oder Rechtsfragen) zur Verfügung steht. 5.2.3 Unter Bezugnahme auf das Grundsatzurteil BVGE 2011/24 wird so- dann in der ergänzenden Stellungnahme vom 24. November 2011 vorge- bracht, die Lageeinschätzung des BFM widerspreche derjenigen des Bundesverwaltungsgerichts, weshalb offensichtlich werde, dass die Vo r- instanz eine unrichtige Sachverhaltsa bklärung und -feststellung vorg e- nommen habe. Damit wird bezüglich der Sicherheitslage im Norden und Osten wiederum bloss die allgemeine Einschätzung der Vorinstanz zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges beanstandet. Die Beschwerdeführerin will einen Widerspruch zum Grundsatzurteil ausmachen, zeigt aber auch hier nicht auf, inwiefern eine für die konkrete Entscheidung erforderlich e Tatsache aktenwidrig oder sonst wie fehlerhaft zustande gekommen sein soll. Die Beanstandungen der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung erweisen sich als unbegründet. 6. Die Beschwerdeführerin führt zum materiellen Recht aus, die Vorinstanz habe Bundesrecht, insbesondere Art. 3 und 7 AsylG verletzt. 6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen au sgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des E-6036/2011 Seite 13 Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. D en frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6.2 Nach der Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, die ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind, oder wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft solche Nachteile befürc h- ten muss. Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor künft i- ger Verfolgung muss nicht nur sachlich und zeitlich kausa l für die Ausrei- se aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat, sondern auch im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein. Entsprechend sind Veränderungen der objektiven Situation im Heimatland im Zeitraum zwischen Ausreise und Asylentscheid zugunsten und zul asten der asylsuchenden Person zu b e- rücksichtigen (vgl. BVGE 2008/34 E. 7.1; BVGE 2007/31 5.3, je mit weite- ren Hinweisen). 6.3 Zur Begründung ihres angefochtenen Entscheid es führt die Vori n- stanz aus, die Aussagen der Beschwerdeführerin seien unsubstanzi iert und in grundlegenden Punkten widersprüchlich. So habe sie zuerst ang e- geben, während sechs Monaten von den Soldaten des Armee-Camps be- lästigt worden zu sein, später jedoch von einem Monat gesprochen. Bei der Erstbefragung habe sie gesagt, sie habe ihre Tante in Colombo ange- rufen, weil sie Angst gehabt habe, nach Hause zurückzukehren, und di e- se habe ihr vorgeschlagen, zu ihr zu kommen. Anlässlich der Anhörung habe sie dagegen ausgesagt, sie sei nach Hause zurückgekehrt und drei Tage respektive eine Nacht dort g eblieben, bevor sie zur Mutter einer Freundin nach Colombo gegangen sei. Gemäss ihren ersten Aussagen seien die Soldaten jeweils zu ihr nach Hause gekommen um ihr Motorrad auszuleihen, wenn sie frei gehabt habe ; dies habe sie jedoch bei der A n- hörung nicht erwähnt. Zudem habe sie nicht dem Kontext angemessen reagiert; sie hätte viel früher bei ihrer Schwester Schutz suchen, die Vo r-E-6036/2011 Seite 14 kommnisse den Behörden oder ihren Vorgesetzten bei der Arbeit melden oder den Eingang des Camps auf dem Arbeitsweg umgehen können. Die geltend gemachten Behelligungen durch die Soldaten wären auch bei Glaubhaftigkeit der Vorbringen nicht geeignet, ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes zu begründen. Die Beschwerdeführerin erfülle demnach die Flüchtlingseigenschaft nicht und ihr Asylgesuch sei abzuleh- nen. 6.4 In der Beschwerde wird dem entgegengehalten, es bestehe kein W i- derspruch bezüglich der Dauer der Belästigungen durch die Soldaten; die Beschwerdeführerin sei während sechs Monaten belästigt worden, und im letzten Monat vor ihrer Ausreise hätten diese zugenommen, so dass sie habe flüchten müssen. In beiden Protokollen habe sie ausgesagt, sie sei am (…) zurück nach Hause gegangen, um ihre Kleider zu holen, und am (…) zu der Mutter ihrer Freundin nach Colombo gereist. Da sie di e Mutter ihrer Freundin traditionsgemäss "Tante" nenne, bestehe zwischen den beiden Aussagen kein Widerspruch. Aus den Fragen und Antworten bei den Anhörungen könne nicht geschlossen werden, ob das Motorrad nur auf der Strasse oder nur bei der Beschwerdefü hrerin zu Hause au s- geliehen worden sei, daraus dürfe kein Widerspruch konstruiert werden. Entgegen der Argumentation in der angefochtenen Verfügung sei ihre Reaktion dem Kontext angemessen gewesen. Die von der Vorinstanz aufgeführten Elemente zur Begründung der Unglaubhaftigkeit seien völlig unlogisch und willkürlich, die Vorbringen der Beschwerdeführerin dag e- gen absolut glaubhaft. Für den Fall, dass die Sache nicht an die Vorinstanz zurückgewiesen werde, würden die Asylvorbringen der Beschwerdeführerin ver vollstän- digt. Die Beschwerdeführerin habe bereits erklärt, dass die Belästigungen durch die Soldaten auch mit ihrer Tätigkeit für (…) zusammenhängen würden. Sie habe seit (…) für (…) gearbeitet und sei mit (…) betraut ge- wesen. Im Rahmen dieser Tätigkeit habe sie festgestellt, dass Gelder (…) zugunsten der LTTE abgezweigt worden seien. Sie habe sich beim z u- ständigen Buchhalter erkundigt , und dieser habe ihr gesagt, dass diese Zahlungen an die LTTE gehen würden und sie ihr Leben riskiere, wenn sie dies den Vo rgesetzten melde. Sie habe deshalb die Unstimmigkeiten in ihrem Revisionsbericht verschleiert. Damit habe sie sich zu einer U n- terstützerin der LTTE gemacht. Da sie ein ungutes Gefühl gehabt habe, habe sie nachträglich Kopien verschiedener Unterlagen gemach t, welche die Unregelmässigkeiten belegen würden. E-6036/2011 Seite 15 Da sie in ihrer Tätigkeit (…) Veruntreuungen zugunsten der LTTE ve r- schleiert und sich damit zur Mittäterin der LTTE gemacht habe und da sie bereits in der Vergangenheit von sri -lankischen Soldaten belästigt und eingeschüchtert worden sei, erfülle sie die Flüchtlingseigenschaft und es sei ihr Asyl zu gewähren. Der Wegweisungsvollzug sei unzumutbar. 7. 7.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin wi- dersprüchlich und unsubstanziiert sind, und es ihr nicht gelingt, eine Ve r- folgung glaubhaft darzulegen. Während zugunsten der Beschwerdeführerin festgehalten werden kann, dass sie anlässlich der Anhörung auf Nachfrage von sich aus (korrigi e- rend) ausführte, sie sei vor ihrer Abreise nach Colombo nicht nur während einer Nacht, sondern während drei Tagen zu Hause bei ihren Eltern g e- blieben, ist festzustellen, dass sie zu den anderen von der Vorinstanz aufgezeigten Widersprüchen in ihren Aussagen erst nach entspreche n- dem Hinweis durch die Befragerin versuchte, die se zu erklären. Insb e- sondere bezüglich der Dauer der Belästigungen durch die Soldaten und der Frage, ob diese bereits früher jeweils zu ihr nach Hause gegangen seien und das Motorrad ausgeliehen hätten, oder ob sie erst später erst- mals dort aufgetaucht seien, vermochte die Beschwerdeführerin die W i- dersprüche in ihren Aussagen nicht zu entkräften. Ihre diesbezüglichen Erklärungen anlässlich der Anhörung (vgl. A 13/11 S. 8) und in der B e- schwerde sind nicht überzeugend. 7.2 Auf Beschwerdeebene wird geltend gemacht, wegen ihrer T ätigkeit (…) werde die Beschwerdeführerin bis he ute verdächtigt, Verbindungen zu den LTTE gehabt zu haben. Zudem wird neu vorgebracht, sie habe von Ungereimtheiten in der von ihr zu kontrollierenden Buchhaltung g e- wusst und ungerechtfertigte Zahlungen an die LTTE verschwiegen, womit sie sich diesbezüglich zur Mittäterin gemacht habe. Die Beschwerdeführerin hat zwar jeweils erwähnt, einige Zeit im (…) ge- arbeitet zu haben und gefragt worden zu sein, ob respektive warum sie die LTTE unterstützt habe. Entgegen den Ausführungen in der Beschwer- de hat sie anläs slich der Befragungen jedoch nicht angegeben, von den Soldaten wegen ihrer Tätigkeit (…) belästigt worden zu sein, sondern l e- diglich gesagt, sie sei einmal danach gefragt worden, als man sie auf dem Arbeitsweg belästigt und ihr Fragen gestellt habe (vgl. A 13/11 S. 5). E-6036/2011 Seite 16 Damit erscheint die Frage nach der Tätigkeit im (…) klar als Nebensache, nicht etwa als Auslöser für die Behelligungen. Die eingereichten Beweismittel zu den angeblichen Unregelmässigkeiten in der Buchhaltung, welche sie vertuscht habe, sind wenig aussagekräf- tig. Daraus wird weder ersichtlich, dass sich die fraglichen Zahlungen an Mitglieder der LTTE gerichtet hätten, noch dass diese irregulär respektive nicht vorgesehen gewesen wären. Die erst auf Beschwerdeebene geltend gemachte Bedrohung wegen ei- ner (indirekten) Unterstützung der LTTE ist als nachgeschobene Schut z- behauptung zu qualifizieren und kann nicht geglaubt werden. 7.3 Die ausführliche Schilderung der Entwicklung der allgemeinen Lage in Sri Lanka in den Eingaben der Beschwerdeführerin – insbesondere jener vom 22. Januar 2013 – haben keinen direkten Bezug zu ihrer Situation, da das Vorbringen, sie werde von den sri-lankischen Sicherheitsbehörden gesucht, als unglaubhaft zu werten ist, und das Bundesverwaltungsg e- richt auch in Anbetracht de r jüngeren Lageentwicklung nicht davon au s- geht, abgewiesene tamilische Asylgesuchsteller liefen generell Gefahr, asylrechtlich relevanter Verfolgung ausgesetzt zu werden. Die Tatsache, dass sie sich seit zwei Jahren in der Schweiz aufhält und hier ein Asyl ge- such eingereicht hat, vermag deshalb nicht zur Annahme einer begründe- ten Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu führen, zumal keine Anhalt s- punkte dafür bestehen, dass sie sich im nahen Umfeld der LTTE bewe g- te, weshalb sie auch nicht wegen der Zugehörigkeit zu einer "sozialen Gruppe" Verfolgung zu befürchten hat. 7.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft gemacht hat, sie habe ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG erlebt oder befürchten müssen oder sie müsse solche für die Zukunft in begründeter Weise befürchten. Die Vorinstanz hat somit zu Recht ihre Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgewi e- sen. 8. 8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die We gweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). E-6036/2011 Seite 17 8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei ner sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Da sie mit Verfügung des BFM vom 18. respektive 23. Januar 2013 vorläufig aufgenommen wurde, erübrigen sich weitere Ausführungen zur Frage der Durchführbarkeit des Vollzuges 9. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten insoweit als gegenstandslos ge- worden abzuschreiben, als sie die Frage des Wegweisungsvollzugs b e- trifft. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 10. 10.1 Die unterliegende Partei hat in der Regel die Kosten des Verfahrens zu tragen. Unterliegt sie nur teilweise, so werden die Verfahrenskos ten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Bei Gegenstandslosigkeit des Verfa h- rens werden die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt, d e- ren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat; ist das Verfahren o h- ne Zutun der Parteien gegenstandslos gew orden, werden die Kosten auf Grund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrunds festgelegt (Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 10.2 Die Heirat der Beschwerdeführerin mit einem in der Schweiz vorlä u- fig aufgenommenen Landsmann ist nicht als ein die Gegenstandslosigkeit bewirkendes Verhalten im Sinne der genannten Bestimmung zu werten. Hinsichtlich der Frage der Kostenauflage sind deshalb die Erfolgscha n- cen der Be schwerde vor der Heirat zu ermitteln. Angesichts der Abwe i- sung im Asylpunkt wegen Unglaubhaftigkeit der Vorbringen und unter Be- rücksichtigung der allgemeinen Lage in (…) und des Umstandes, dass die – soweit aktenkundig – gesunde Beschwerdeführerin über langjährige Berufserfahrung als Buchhalterin und über ein familiäres Beziehungsnetz in ihrer Heimatregion verfügt, müssen die Erfolgschancen vor Eintritt des Erledigungsgrundes vorliegend auch im Punkt des Wegweisungsvollz u- ges als kaum ernsthaft bezeichnet we rden. Die auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzenden Verfahrenskosten sind deshalb der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem am 24. November 2011 in gleicher Höhe g e- leisteten Kostenvorschuss zu verrechnen ( Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1-3 VGKE). E-6036/2011 Seite 18 10.3 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG kann die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr im Beschwerdeverfahren vor dem Bunde s- verwaltungsgericht erwachsenen notwendigen und verhältnis mässig h o- hen Kosten zusprechen. Nachdem die Erfolgschancen im Punkt des Wegweisungsvollzuges – wie oben ( vgl. E. 10.2) ausgeführt – als kaum ernsthaft zu bezeichnen waren, ist keine Parteientschädigung auszuric h- ten. (Dispositiv nächste Seite) E-6036/2011 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben, s o- weit sie den Wegweisungsvollzug betrifft. Im Übrigen wird die Beschwe r- de abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ve r- rechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und (…). Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Sarah Straub Versand: