Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. Januar 2018 (720 17 138 / 09) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Christof Enderle, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Philippe Häner, Rechts- anwalt, Advokatur & Rechtsberatung TRIAS AG, Salinenstrasse 25, Postfach, 4133 Pratteln 1 gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1974 geborene A.____ hatte sich im August 20 01 unter Hinweis auf eine persistie- rende Lumboischialgie, ein Facettensyndrom und eine n Morbus Scheuermann ein erstes Mal bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Nach Abklärung der gesundheitlichen und der erwerbl ichen Verhältnisse des Versicherten er- mittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft einen Inval iditätsgrad von 14 %, worauf sie mit Verfü- gung vom 2. September 2004 bzw. mit Einspracheentsc heid vom 10. Februar 2005 einen Ren- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tenanspruch von A.____ ablehnte. Eine vom Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 8. Juli 2005 (Verfahren-Nr. 720 05 103) ab. Im August 2006 meldete sich A.____ unter Hinweis auf Beschwerden im Rücken, am linken Bein und an der linken Schulter sowie auf Kopfschmerzen wiederum bei der IV zum Leistungs- bezug an. Nach Vornahme der erforderlichen Abklärunge n lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. September 2008 einen Rentenanspruch von A.___ _ gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 10 % erneut ab. Auch gegen diese Verfügung erhob der Versicherte Beschwerde beim Kantonsgericht, welches diese jedoch mit Urteil vom 13. M ai 2009 (Verfahren-Nr. 720 08 316) abwies. Ab Mitte Januar 2012 arbeitete A.____ als Taxichauffeur beim Taxi-Unternehmen B.____. Im Rahmen dieser Tätigkeit war er bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) ob- ligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskr ankheiten versichert. Am 7. Juli 2014 erlitt A.____ in den Ferien in C.____ einen Unfall. Laut den Angaben in der Unfallmeldung stürzte er mit dem Fahrrad, wobei er sich auf der linke n Körperseite am Knie, an der Hüfte und an der Schulter verletzte. Zudem zog er sich eine Verletzung an der rechten Hand zu. Nachdem die Suva nach Eingang der Unfallmeldung für die Heil ungskosten aufgekommen war und Tag- geldzahlungen entsprechend der ausgewiesenen Arbeit sunfähigkeit geleistet hatte, stellte sie die vorübergehenden Versicherungsleistungen per 31. Mai 2016 ein. Gleichzeitig teilte sie A.____ mit, dass man zur Prüfung eines allfälligen Ren tenanspruchs übergehe. Nach entspre- chenden Abklärungen erliess die Suva am 2. August 2016 e ine Verfügung, mit welcher sie ei- nen Anspruch von A.____ auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung ablehnte. Daran hielt die Suva auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 3. April 2017 fest. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ Beschwerde beim Kantonsgericht. Die betref- fende Beschwerde (Verfahren Nr. 725 17 132) gelangt ebenfalls anlässlich der heutigen Sitzung des Kantonsgerichts zur Beurteilung, wobei in dieser unf allversicherungsrechtlichen Angele- genheit ein separater Entscheid ergehen wird. Mit Gesuch vom 7. Januar 2016 (Eingang) hatte sich A.___ _ unter Hinweis auf Folgen dieses Unfalls auch bei der IV zum Bezug von Leistungen angemel det. Nachdem sie die gesundheitli- chen und die erwerblichen Verhältnisse des Versicherten a bgeklärt hatte, erliess die IV-Stelle am 2. Mai 2017 eine Verfügung, mit der sie einen Ren tenanspruch von A.____ ablehnte. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, die med izinischen Abklärungen hätten erge- ben, dass seit dem 28. April 2015 - und somit bereits vo r Ablauf des gesetzlich vorgesehenen Wartejahres - keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Advokat Philippe Häner, am 9. Mai 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin bean tragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auf der Basis eines Inva- liditätsgrads von 70 % zuzusprechen; unter o/e-Kostenfo lge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Sistierung des Beschwerdeverfahrens bis zum V orliegen des von ihm bei Prof. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. med. et Dr. phil. D.____, Orthopädische Chirurgi e und Traumatologie des Bewegungsappa- rates FMH, in Auftrag gegeben Privatgutachtens. C. Nachdem sich die IV-Stelle am 17. Mai 2017 mit diese m Verfahrensantrag einverstan- den erklärt hatte, entsprach das Kantonsgericht mit Ver fügung vom 24. Mai 2017 dem Sistie- rungsbegehren des Beschwerdeführers. D. Auf ein entsprechendes Gesuch vom 2. Juni 2017 hin b ewilligte das Kantonsgericht dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. Juni 2017 gestützt auf die eingereichten Unter- lagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unen tgeltliche Prozessführung und die un- entgeltliche Verbeiständung mit Advokat Philippe Häner als Rechtsvertreter. E. Am 29. August 2017 reichte der Versicherte dem Kant onsgericht statt des angekündig- ten Privatgutachtens von Prof. Dr. Dr. D.____ einen Bericht des genannten Arztes vom 28. Juni 2017 samt einer kurzen Stellungnahme hierzu ein. Dar in beantragte er - nebst der Aufhebung der Verfahrenssistierung - die Einholung eines Gerichts gutachtens, in welchem die bestehen- den Schulter- und Kniebeschwerden und die Auswirkungen derselben auf seine Arbeitsfähigkeit zu beurteilen seien. F. Mit Verfügung vom 30. August 2017 hob das Kantons gericht die Sistierung des Verfah- rens auf. Gleichzeitig forderte es die IV-Stelle zur Einreichung ihrer Vernehmlassung auf. G. Am 4. September 2017 reichte der Beschwerdeführer e inen weiteren Bericht von Prof. Dr. Dr. D.____ vom 26. Juni 2017 ein. H. In ihrer Vernehmlassung vom 14. November 2017 bean tragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. Zudem legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung von Dr. med. E.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlich er Dienst (RAD) beider Basel, vom 5. September 2017 bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 9. Mai 2017 ist demnach einzutreten. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispiel sweise Berichten und Gutachten versi- cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil A. des Bundesgerich ts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 4.1 Die IV-Stelle zog im Rahmen der Abklärung des me dizinischen Sachverhalts die das Unfallereignis des Versicherten vom 7. Juli 2014 betreffenden Suva-Akten bei. 4.1.1 Laut den Angaben in der Unfallmeldung des Arbe itgebers vom 11. September 2014 zog sich der Versicherte bei seinem in den Ferien in C.__ __ erlittenen Unfall vom 7. Juli 2014 Verletzungen am linken Knie, an der Hüfte links, an d er linken Schulter und an der rechten Hand zu. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz begab er sic h auf Veranlassung seines Haus- arztes Dr. med. F.____ zur Behandlung in die Klinik G._ ___. Dort diagnostizierte der behan- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht delnde Arzt Dr. med. H.____, Chirurgie FMH sowie Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, gemäss Bericht vom 22. Oktober 2014 (1) eine Schulterkontu- sion links am 07.07.2014 mit (1.1) Quetschverletzung der Rotatorenmanschette (Ansatz SSP und SSC), (1.2) reflektorischen Myogelosen im Teres min or und Infraspinatus und (1.3) post- traumatischer, leichtgradiger Bursitis sowie (2) eine Kniedistorsion links am 07.07.2014 mit (2.1) kleiner osteochondraler Läsion am medialen Femurcondylus und (2.2) Quetschverletzung des medialen Meniskushinterhorns. In Bezug auf die Behandl ung des Knies sah er eine Arthrosko- pie vor, welche er am 5. November 2014 durchführte. Bezüglich der Schulter erfolgte eine kon- servative Therapie. In der Folge berichtete Dr. H.____ über einen regelhaften Verlauf am Knie. 4.1.2 Im Hinblick auf die Prüfung der Ansprüche auf e ine Invalidenrente und eine Integritäts- entschädigung ordnete die Suva eine kreisärztliche Untersu chung des Versicherten durch Dr. med. I.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa- rates, an. Dieser hielt in seiner Beurteilung vom 4. April 2016 fest, dass durch das Ereignis vom 7. Juli 2014 im Bereich der linken Schulter keine str ukturell objektivierbaren Läsionen entstan- den seien. Unfallfolgen würden deshalb im Bereich der linken Schulter keine Rolle mehr spie- len. Was das linke Kniegelenk betreffe, so zeige der Ve rsicherte eine freie Beweglichkeit des- selben, subjektiv würden noch Beschwerden in Ruhe und bei Belastung geklagt. Im Bereich des linken Kniegelenks sei es durch das Unfallereignis zu eine r Läsion im Bereich des medialen Femurcondylus gekommen. Diese Läsion des medialen Femurcondylus sei als strukturell objek- tivierbare Unfallfolge zu werten. Die Zumutbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bezogen auf das linke Kniegelenk sehe eine ganztägige, mittelschw ere und wechselbelastende Tätigkeit vor, sofern darin keine absturzgefährdeten Positionen ei ngenommen werden müssten und kein Laufen in unebenem Gelände erforderlich sei. In der angestammten Tätigkeit als Taxichauffeur bestehe eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit bezüglich der Fahrtätigkeit als Taxichauffeur. Für das mit diesem Beruf verbundene Tragen von Lasten gelte in soweit eine Einschränkung, als das Heben und Tragen von Gewichten von mehr als 20 kg nich t zumutbar sei. Auch das Begehen von Treppen mit zusätzlicher Tragbelastung von mehr als 1 0 kg sei dem Versicherten nicht zu- mutbar 4.1.3 Im Rahmen des Einspracheverfahrens ersuchte die Suva Dr. med. J.____, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie, Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin der Suva, aus chirurgi- scher Sicht zu beurteilen, ob der Unfall vom 7. Juli 20 14 beim Versicherten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer Läsion im Bereich der linken Schulter geführt habe, und ob es sich bei den aktuellen Beschwerden im Bereich der linken Sch ulter mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch um Unfallfolgen handle. In seinem ausführlichen Bericht vom 23. März 2017 verneinte Dr. J.____ diese beiden Fragen. 4.1.4 In Anbetracht der Kausalitätsbeurteilungen der Dres. I.____ und J.____ vom 4. April 2016 und 23. März 2017 hatte die Suva bei der Prüfun g eines allfälligen Rentenanspruchs des Versicherten dessen unfallfremde Schulterbeschwerden auss er Acht zu lassen und einzig zu klären, wie sich die unfallkausalen Kniebeschwerden auf seine Arbeitsfähigkeit auswirken. Da- bei gelangte sie gestützt auf die kreisärztliche Zumutbar keitsbeurteilung vom 4. April 2016 zum Ergebnis, dass dem Versicherten auf dem allgemeinen Arbe itsmarkt die Ausübung einer ganz- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tägigen, mittelschweren und wechselbelastenden Tätigkeit, in welcher keine absturzgefährdeten Positionen eingenommen werden müssten und kein Laufen in unebenem Gelände erforderlich sei, zumutbar sei. 4.2 Da im vorliegenden invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren nicht nur die Auswir- kungen der Kniebeschwerden, sondern auch diejenigen d er unfallfremden Schulterbeschwer- den auf die Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen sind, legte die IV-Stelle die medizinischen Akten ihrem RAD-Arzt Dr. E.____ zur Beurteilung vor. Dieser schloss sich in seinem Bericht vom 12. Oktober 2016 als erstes vollumfänglich der Zumutbar keitsbeurteilung an, die der Kreisarzt Dr. I.____ am 4. April 2016 in Bezug auf das linke Kniegelenk abgegeben hatte. Darüber hinaus hielt er fest, dass die unfallfremde Diagnose des Schult er-Schmerzsyndroms links ebenfalls einen qualitativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit d es Versicherten habe und zwar dahinge- hend, dass diesem keine längeren bzw. repetitiven Überkop farbeiten zumutbar seien. In einer derartigen leidensadaptierten Verweistätigkeit bestehe seit Ende April 2015 eine 100 %-ige Ar- beitsfähigkeit. 4.3 Im Rahmen des Einwandverfahrens reichte der Versiche rte je einen Bericht von Dr. med. K.____, Fachärztin für Neurochirurgie, und vo n Dr. F.____ ein. Dr. K.____ hielt in ih- rem Schreiben vom 16. Dezember 2016 eine Lumboischialgie links ohne irritatives Radikulär- syndrom links bei L5 fest. Ansonsten beschrieb sie einen zie mlich blanden Befund ohne Indika- tion für eine neurochirurgische Intervention. Es bestehe bis zur nächsten Konsultation eine voll- ständige Arbeitsunfähigkeit als Taxichauffeur. Dr. F.__ __ seinerseits stellte sich in seinem Be- richt vom 17. Dezember 2016 auf den Standpunkt, dass in Absprache mit Dr. K.____ eine Ar- beit in der angestammten Tätigkeit als Taxichauffeur nicht mehr möglich sei und auch sein wer- de. Die IV-Stelle unterbreitete diese beiden Berich te in der Folge Dr. E.____ zur Stellungnah- me. Dieser vertrat in seiner Beurteilung vom 5. Januar 2017 die Auffassung, dass in Anbetracht der Ausführungen von Dr. K.____ rezidivierende Rückenschm erzen des Versicherten durchaus nachvollziehbar seien, jedoch nicht in invalidisierendem Ausmass. Dafür reiche der relativ blan- de Befund nicht. Dr. K.____ habe denn auch lediglich eine konservative Therapie der Rücken- schmerzen empfohlen und sie gehe offenbar davon aus, dass n ur vorübergehend eine Ein- schränkung wegen der geklagten Schmerzen bestehe. 4.4 Die IV-Stelle gelangte in der angefochtenen Ver fügung bei der Beurteilung der Arbeits- fähigkeit zur Auffassung, dass beim Versicherten seit dem 28. April 2015 keine Arbeitsunfähig- keit mehr bestanden habe. Dieser vorinstanzlichen Würdig ung des medizinischen Sachverhalts kann nun allerdings in dieser Weise nicht beigepflicht et werden. Die IV-Stelle übersieht, dass weder der Kreisarzt Dr. I.____ noch der RAD-Arzt Dr. E.____ in ihren jeweiligen Zumutbarkeits- beurteilungen dem Versicherten eine uneingeschränkte Ar beitsfähigkeit in sämtlichen Tätigkei- ten attestieren. Sie gehen zwar übereinstimmend davon aus, dass der Beschwerdeführer in der Lage ist, in zeitlicher Hinsicht ein Vollpensum zu verrich ten, gleichzeitig sind aber beide der Auffassung, dass der Versicherte gesundheitsbedingt qua litativ in seiner Leistungsfähigkeit be- einträchtigt ist. So ist ihm gemäss Einschätzung der gena nnten beiden Ärzten auf dem allge- meinen Arbeitsmarkt nicht mehr die uneingeschränkte Verrichtung sämtlicher Arbeiten, sondern lediglich - aber immerhin - noch die Ausübung einer g anztägigen, mittelschweren und wechsel- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht belastenden Tätigkeit, in welcher weder absturzgefäh rdete Positionen eingenommen werden müssen noch ein Laufen in unebenem Gelände erforderlich ist und die keine längeren bzw. re- petitiven Überkopfarbeiten beinhalten, zumutbar. Auf diese schlüssigen Beurteilungen der Dres. I.____ und E.____ ist abzustellen. Zwar kommt nach der Rechtsprechung den Berichten bera- tender Ärzte der Versicherungsträger - und um solche hand elt es sich bei den Dres. I.____ und E.____ - nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Ver fahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, ein solcher Bericht ist aber soweit zu berücksichtigen, als keine - auch nur gering e - Zweifel an der Richtigkeit seiner Schlussfolgerungen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4. 7). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtigkeit der Zumutbarkeitsbeurteilungen der Dres. I.____ und E.____ zu zweifeln. Deren Einschätzungen berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sie sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, sie leuchten in der Darlegung der m edizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, sie setzen sich mit den vorhandenen ärztlichen Berichten auseinander und sie sind in den Schlussfolgerungen nachvollziehbar und schlüssig. 4.5 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeign et den ausschlaggebenden Be- weiswert der Zumutbarkeitsbeurteilungen der Dres. I.__ __ und E.____ in Frage zu stellen. So kann der Versicherte etwa aus den im Einwandverfahren e ingereichten, vorstehend erwähnten Berichten der Dres. K.____ und F.____ vom 16. und 17 . Dezember 2016 nichts zu seinen Gunsten ableiten. Wie Dr. E.____ in seiner Stellungnahme vom 5. Januar 2017 hierzu überzeu- gend aufzeigt, liegen keine hinreichenden Anhaltspunkt e vor, dass sich die Rückenbeschwer- den des Versicherten im Zeitpunkt der Berichterstattung nicht nur vorübergehend manifestiert haben, sondern dass sie sich dauernd und erheblich auf desse n Arbeitsfähigkeit auswirken. Bezeichnenderweise sind denn auch die Rückenbeschwerden in den später erstatten Berichten von Prof. Dr. Dr. D.____ vom 26. und 28. Juni 2017 ke in Thema mehr. Dazu kommt, dass sich sowohl Dr. K.____ als auch Dr. F.____ in ihren Bericht en lediglich zur Arbeitsfähigkeit des Ver- sicherten im angestammten Beruf als Taxichauffeur äussern. Im Hinblick auf die Beurteilung eines IV-Rentenanspruchs ist aber nicht die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person im bisheri- gen Beruf massgebend, ausschlaggebend ist vielmehr, ob u nd in welchem Umfang die versi- cherte Person in anderen, ihr zumutbaren Tätigkeiten (sog. Verweistätigkeiten) arbeitsunfähig ist. Zu dieser Frage lässt sich aber den Berichten der Dr es. K.____ und F.____ nichts entneh- men. Soweit sich der Beschwerdeführer zur Begründung seines Standpunkts, wonach von einer markant höheren Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, auf d ie beiden erwähnten, im Laufe des Beschwerdeverfahrens eingereichten Berichte von Prof. D r. Dr. D.____ beruft, kann ihm eben- falls nicht gefolgt werden. Dieser gibt in seinem Beri cht vom 28. Juni 2017 vielmehr an, dass er in Bezug auf das linke Kniegelenk die Zumutbarkeitsbeurte ilung der Suva auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (ganztägige, mittelschwere und wechselbelas tende Tätigkeit ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten und ohne Knien oder Kauern) gru ndsätzlich nachvollziehen könne. Hin- sichtlich der Schulterproblematik hält er zwar fest, diese spiele eine Rolle für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, dass die Beeinträchtigung aber über die von Dr. E.____ attestierte Einschrän- kung, wonach längere bzw. repetitive Überkopfarbeiten unzumutbar seien, hinausgehen würde, lässt sich den Berichten von Prof. Dr. Dr. D.____ jedoch nicht entnehmen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.6. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhalts zu, so besteht kein Anlass, dem in der Einga- be vom 29. August 2017 gestellten (Eventual-) Antrag des Beschwerdeführers zu entsprechen, wonach ein Gerichtsgutachten einzuholen sei, in welchem das Ausmass der bestehenden Schulter- und Kniebeschwerden sowie deren Auswirkungen a uf seine Arbeitsfähigkeit zu beur- teilen seien. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rah- men dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jen e Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sin d. Gelangt das Gericht bei pflichtgemäs- ser Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandene n Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhalts ergeben und dieser dem nach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweis- würdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsp rechung zulässig (BGE 141 I 60 E. 3.3, 122 V 157 E. 1d). 4.7 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach festzuh alten, dass der von der IV- Stelle in der angefochtenen Verfügung vertretenen A uffassung, wonach beim Versicherten seit dem 28. April 2015 keinerlei Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit mehr bestanden haben, nicht gefolgt werden kann. Gestützt auf die Zumutbarke itsbeurteilungen der Dres. I.____ und E.____ ist vielmehr davon auszugehen, dass dem Versicherten auf dem allgemeinen Arbeits- markt lediglich - aber immerhin - noch die Ausübung ei ner ganztägigen, mittelschweren und wechselbelastenden Tätigkeit, in welcher weder absturzge fährdete Positionen eingenommen werden müssen noch ein Laufen in unebenem Gelände erf orderlich ist und die keine längeren bzw. repetitiven Überkopfarbeiten beinhalten, zumutbar ist. 5.1 Nach dem Gesagten kann der Begründung der IV-Stell e in der angefochtenen Verfü- gung, wonach kein Rentenanspruch entstanden sei, weil eine Arbeitsunfähigkeit lediglich vom 7. Juli 2014 bis zum 28. April 2015 bestanden habe, in dieser Form nicht beigepflichtet werden. Dies ändert nun allerdings nichts daran, dass die IV-Stel le einen Rentenanspruch des Be- schwerdeführers im Ergebnis auch dann zu Recht abgewiesen hat, wenn man von einer länger dauernden Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. der Leistu ngsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgeht. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.2), wäre der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versi- cherten eigentlich aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. In diesem Zusam- menhang gilt es im vorliegenden Fall nun aber auf der einen Seite zu beachten, dass der Versi- cherte gemäss den Angaben des ehemaligen Arbeitgebers im “Fragebogen für Arbeitgebende“ vom 30. September 2016 im Jahr 2015 ein Valideneinkom men von Fr. 50‘000.-- erzielt hätte. Auf der andern Seite gilt es zu berücksichtigen, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung ei- ner leidensadaptierten Tätigkeit, d.h. die Verrichtun g einer ganztägigen, mittelschweren und wechselbelastenden Arbeit, in welcher weder absturzgef ährdete Positionen eingenommen wer- den müssen noch ein Laufen in unebenem Gelände erforderlich ist und die keine längeren bzw. repetitiven Überkopfarbeiten beinhalten, im Umfang von 100 % zumutbar ist. Es darf ohne Wei- teres davon ausgegangen werden, dass der Versicherte in einer solchen Tätigkeit ein unter Beizug der Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statist ik herausgegebenen Lohnstrukturer- hebungen (LSE; vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen) zu ermittelndes Invalidenein- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht kommen erzielen würde, das sich jedenfalls auf den Betrag des genannten Valideneinkommens belaufen oder dieses höchstens knapp unterschreiten dürft e. Unter diesen Umständen kann aber ausnahmsweise von der Vornahme eines konkreten, bet ragsmässig genau bezifferten Einkommensvergleichs abgesehen und ein Rentenanspruch des Versicherten unmittelbar mit dem Hinweis, dass ein Einkommensvergleich keine oder höchst ens eine sehr knappe Erwerbs- einbusse ergeben würde, abgelehnt werden. 5.2 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die IV-Ste lle in der angefochtenen Ver- fügung vom 2. Mai 2017 einen Rentenanspruch des Versicher ten jedenfalls im Ergebnis zu Recht abgelehnt hat. Die hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, wes- halb sie abgewiesen werden muss. 6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 800 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun aller- dings mit Verfügung vom 26. Juni 2017 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 6.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 26. Juni 2017 die unentgeltliche Verbei- ständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Der Rechtsvertreter des Versicherten ist mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 17. November 2017 aufgefordert word en, innert unerstreckbarer Frist bis 8. Dezember 2017 seine Honorarnote nach Zeitaufwand einzureichen. Gleichzeitig ist der da- rauf hingewiesen worden, dass das Honorar nach Ermessen festgesetzt werde, falls bis zum genannten Termin keine Honorarnote eingehen sollte. In der Folge hat der Rechtsvertreter dem Kantonsgericht keine Kostennote zukommen lassen, sodass das H onorar ankündigungsge- mäss nach Ermessen festzusetzen ist. Zu entschädigen ist d abei ausschliesslich der im Be- schwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht erbrachte Aufwa nd. Da der Rechtsvertreter den Versicherten bereits im Vorbescheidverfahren vertreten hat, entfällt für das Beschwerdeverfah- ren ein vertieftes Aktenstudium im Sinne einer Einarb eitung in das Dossier. Der erbrachte Auf- wand setzt sich somit im Wesentlichen aus einem Instruktion sgespräch mit dem Mandanten, dem Verfassen der Beschwerde, welche jedoch lediglich eine ausgesprochen kurze Begrün- dung enthält, und der Einreichung zweier in Aussicht ge stellter Berichte von Prof. Dr. Dr. D.____ samt einer wiederum kurzen Stellungna hme hierzu zusammen. Hält man sich die erbrachten Bemühungen vor Augen, erscheint es angemessen, für diese einen Zeitaufwand von insgesamt fünf Stunden zu entschädigen und dem Rechts vertreter zudem Auslagen von pauschal Fr. 50.-- zu ersetzen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung 200 Franken pro Stunde. Dem Rechtsvertreter des Beschwerd eführers ist deshalb für seine Bemühungen im vorliegenden Beschwerdeverfahren ein Hono rar in der Höhe von Fr. 1‘134.-- (5 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 50.-- zuzüg lich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse auszurichten. 6.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘134.-- (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Gerichts- kasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht