<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Eidgenössisches Versicherungsgericht </div> <div class="para">Tribunale federale delle assicurazioni </div> <div class="para">Tribunal federal d'assicuranzas </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsabteilung </div> <div class="para">des Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Prozess </div> <div class="para">{T 7} </div> <div class="para">B 79/05 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 9. März 2006 </div> <div class="para">IV. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Präsident Ursprung, Bundesrichterin Widmer und Bundesrichter Frésard; Gerichtsschreiberin Riedi Hunold </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">Bundesamt für Sozialversicherung, Effingerstrasse 20, 3003 Bern, Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">ASGA Pensionskasse des Gewerbes, Rosenbergstrasse 16, 9001 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin Marta Mozar, c/o Hubatka Müller &amp; Vetter, Seestrasse 6, 8027 Zürich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend C.________, vertreten durch Fürsprecher Marc Brügger-Kuret, Bahnhofstrasse 15, 8570 Weinfelden </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Vorinstanz </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau, Weinfelden </div> <div class="para"> </div> <div class="para">(Entscheid vom 1. Juni 2005) </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para">A. </div> <div class="para">C.________ (geboren 1941) war bis 31. August 1996 bei der B._______ AG, tätig und in dieser Eigenschaft bei der ASGA Pensionskasse des Gewerbes (nachfolgend: Pensionskasse) im Rahmen der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge versichert. Vom 1. September 1996 bis 31. Mai 1998 arbeitete er für die L.________ AG welche ihr Personal ebenfalls bei dieser Pensionskasse im Rahmen der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge versichert hatte; der Vorsorgeplan der L.________ AG beinhaltete auch einen überobligatorischen Versicherungsschutz. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Jahr 1990 zog sich C.________ anlässlich eines Sturzes Beschwerden in der Schulter zu. Als Folge davon musste er sich spätestens ab 1996 in ärztliche Behandlung begeben und 1997 sowie 1998 einer Operation unterziehen. Die IV-Stelle des Kantons Thurgau sprach ihm per 1. September 1998 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 89 % zu (Verfügung vom 19. März 2002). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Pensionskasse erbringt eine Mindestrente nach BVG. Mit Schreiben vom 1. Mai 2002 und vom 18. September 2003 lehnte sie Leistungen aus dem Überobligatorium ab. </div> <div class="para">B. </div> <div class="para">Am 30. Oktober 2004 liess C.________ Klage beim Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau einreichen mit dem Begehren, die Pensionskasse sei zu verpflichten, ihm gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 89 % eine Invalidenrente im überobligatorischen Bereich seit 1. November 1999 nebst Verzugszinsen von 5 % seit 1. November 2004 zu erbringen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau wies die Klage mit Entscheid vom 1. Juni 2005 ab. </div> <div class="para">C. </div> <div class="para">Das Bundesamt für Sozialversicherung (nachfolgend: BSV) führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde und beantragt, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei die Sache an diese zur Neubeurteilung der Klage zurückzuweisen. C.________ lässt auf Gutheissung und die Pensionskasse auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen. </div> <div class="para">D. </div> <div class="para">Mit Schreiben vom 24. Februar 2006 anerkannte die Pensionskasse das Leistungsbegehren von C.________ vollumfänglich und stellte eine grundlegende Überarbeitung ihres Reglements in Aussicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die vorliegende Streitigkeit unterliegt der Gerichtsbarkeit der in <span class="artref">Art. 73 BVG</span> erwähnten richterlichen Behörden, welche sowohl in zeitlicher als auch in sachlicher Hinsicht zuständig sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=19.02.2006&amp;to_date=10.03.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-V-103%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page104">BGE 130 V 104</a> Erw. 1.1, 112 Erw. 3.1.2, 128 II 389 Erw. 2.1.1, 128 V 258 Erw. 2a, 120 V 18 Erw. 1a, je mit Hinweisen). </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Nachdem die Pensionskasse das Leistungsbegehren des Versicherten gemäss Klage vom 30. Oktober 2004 vollumfänglich anerkannt und eine Auszahlung der ausstehenden Renten bis Ende April 2006 sowie eine grundlegenden Überarbeitung des strittigen, seit 1. Januar 1998 geltenden Art. 2 Ziff. 2 der Zusatzbestimmungen für die überobligatorische Vorsorge in Aussicht gestellt hat, kann die Frage der Zulässigkeit dieser Bestimmung offengelassen werden. Der Zusprechung der vom Versicherten mit Klage vom 30. Oktober 2004 beantragten Rentenleistungen stehen weder zwingende Gesetzesbestimmungen noch tatbeständliche Elemente entgegen, sodass es keiner weiteren Ausführungen bedarf. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Da Versicherungsleistungen im Streite liegen, sind gemäss <span class="artref">Art. 134 OG</span> keine Gerichtskosten zu erheben. Dem obsiegenden Bundesamt steht keine Parteientschädigung zu (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 135 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau als Versicherungsgericht vom 1. Juni 2005 aufgehoben, und es wird festgestellt, dass die ASGA Pensionskasse des Gewerbes den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente im überobligatorischen Bereich gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 89 % seit 1. November 1999 zuzüglich Verzugszinsen von 5 % seit 1. November 2004 anerkannt hat. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Die ASGA Pensionskasse des Gewerbes hat dem Versicherten für das Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen. </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau wird über eine Parteientschädigung für das kantonale Verfahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen Prozesses zu befinden haben. </div> <div class="para">5. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherten und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau, als Versicherungsgericht, zugestellt. </div> <div class="para">Luzern, 9. März 2006 </div> <div class="para">Im Namen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident der IV. Kammer: Die Gerichtsschreiberin: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>