<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">4P.262/1999/rnd </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> I. Z I V I L A B T E I L U N G</i> </div> <div class="para"> ****************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>11. Februar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichterin und Bundesrichter Walter, </div> <div class="para">Präsident, Rottenberg Liatowitsch, Nyffeler und Gerichts- </div> <div class="para">schreiber Leuenberger. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Walter H e d i g e r</u>, Schorenstrasse 11, 5734 Reinach, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christian </div> <div class="para">Häuptli, Burghaldenstrasse 59, Postfach, 5600 Lenzburg 2, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Werner B ä r t s c h i</u>, Gassmatt 4, 6025 Neudorf, </div> <div class="para">Beschwerdegegner, </div> <div class="para"> <u>Obergericht des Kantons A a r g a u</u>, 2. Zivilkammer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 4 aBV</span> </div> <div class="para"> (Zivilprozess; Willkürliche Beweiswürdigung), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer beabsichtigte, auf ihm gehö- </div> <div class="para">renden Bauland in Reinach (AG) ein Mehrfamilienhaus nach der </div> <div class="para">Art einer vom Beschwerdegegner in Neudorf realisierten Über- </div> <div class="para">bauung zu erstellen. Für das vom Beschwerdegegner ausgear- </div> <div class="para">beitete Projekt wurde am 16. November 1992 die Baubewilli- </div> <div class="para">gung erteilt. Daraufhin zeichnete der Beschwerdegegner die </div> <div class="para">Ausführungspläne und bereitete die Devisierung vor. In der </div> <div class="para">Folge scheiterten die Finanzierungsbemühungen für das Bau- </div> <div class="para">projekt, weshalb der Beschwerdeführer Bauland und Baubewil- </div> <div class="para">ligung am 4. Oktober 1993 an einen Dritten verkaufte. Bis </div> <div class="para">auf eine Akontozahlung von Fr. 40'000.-- blieb das vom </div> <div class="para">Beschwerdegegner in Rechnung gestellte Architektenhonorar </div> <div class="para">unbezahlt. Nach Auffassung des Beschwerdeführers erfasste </div> <div class="para">der Architekturvertrag lediglich die nach SIA-Ordnung 102 </div> <div class="para">bis und mit Baubewilligungsverfahren erbrachten Leistungen. </div> <div class="para">Darüber hinaus sei das in Streit gesetzte Architektenhonorar </div> <div class="para">zufolge sorgfaltswidriger Auftragserfüllung nicht geschul- </div> <div class="para">det. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para"> Am 1. März 1995 belangte der Beschwerdegegner den </div> <div class="para">Beschwerdeführer im Wesentlichen auf Fr. 120'136.-- nebst </div> <div class="para">Zins. Der Beschwerdeführer machte widerklageweise </div> <div class="para">Fr. 10'000.-- nebst Zins geltend. Das Bezirksgericht Kulm </div> <div class="para">hiess mit Urteil vom 10. Februar 1998 die Klage im Betrag </div> <div class="para">von Fr. 80'488.35 nebst Zins teilweise gut und wies die </div> <div class="para">Widerklage ab. Die dagegen eingelegte Appellation des Be- </div> <div class="para">schwerdeführers wies das Obergericht (2. Zivilkammer) des </div> <div class="para">Kantons Aargau am 23. August 1999 ab. Es hielt dafür, die </div> <div class="para">Parteien hätten einen Gesamtvertrag, enthaltend sämtliche </div> <div class="para">für die Ausführung des Bauprojekts notwendigen Architektur- </div> <div class="para">leistungen von der Planung über die Bauleitung bis zu den </div> <div class="para">Abschlussarbeiten gemäss SIA-Ordnung 102 abgeschlossen. </div> <div class="para">Mangels Nachweises der nicht gehörigen Auftragserfüllung sei </div> <div class="para">eine Reduktion des Architektenhonorars nicht gerechtfertigt, </div> <div class="para">ebenso wenig dessen Erhöhung zufolge angeblich zur Unzeit </div> <div class="para">erfolgten Auftragswiderrufs. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>C.- </u> </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer beantragt dem Bundesgericht </div> <div class="para">mit staatsrechtlicher Beschwerde, das Urteil des Oberge- </div> <div class="para">richts aufzuheben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Beschwerdegegner hat auf Vernehmlassung ver- </div> <div class="para">zichtet. Das Obergericht schliesst auf Abweisung der Be- </div> <div class="para">schwerde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1. </u> </div> <div class="para"> a) Der Beschwerdeführer rügt die Beweiswürdigung </div> <div class="para">des Obergerichts in verschiedenen Punkten als willkürlich. </div> <div class="para">So enthielten die im Kostenvoranschlag des Beschwerdegeg- </div> <div class="para">ners vom 14. Dezember 1992 genannten Baukosten von </div> <div class="para">Fr. 2'776'312.-- bereits Eigenleistungen des Bauherrn von </div> <div class="para">Fr. 155'644.--. Das Obergericht addiere jedoch - entgegen </div> <div class="para">den Beweisurkunden und den eigenen Zugeständnissen des Be- </div> <div class="para">schwerdegegners - diesen Betrag zu den veranschlagten Bau- </div> <div class="para">kosten und errechne Gesamtkosten von Fr. 2'931'956.--. Die- </div> <div class="para">ser Summe habe das Obergericht den expertenseitig geschätz- </div> <div class="para">ten Baukosten von Fr. 3'383'710.-- gegenübergestellt, dabei </div> <div class="para">aber nicht berücksichtigt, dass gemäss Gutachten in diesem </div> <div class="para">Betrag die Eigenleistungen von Fr. 155'644.-- nicht einge- </div> <div class="para">schlossen seien. Unter Zugrundelegung der vom Gutachter er- </div> <div class="para">mittelten Zahlen resultiere damit eine Kostenüberschreitung </div> <div class="para">von 27,5 % statt - wie vom Obergericht angenommen - 15,4 %. </div> <div class="para">Ohne Berücksichtigung der Eigenleistungen betrage sie immer </div> <div class="para">noch 22 %. Mithin habe das Obergericht die Eigenleistungen </div> <div class="para">des Bauherrn doppelt falsch und willkürlich zu Gunsten des </div> <div class="para">Beschwerdegegners berückichtigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Obergericht habe auch willkürlich verkannt, </div> <div class="para">dass den tatsächlichen Baukosten von ca. Fr. 3'100'000.-- </div> <div class="para">ein im Gegensatz zum baubewilligten stark vereinfachtes Pro- </div> <div class="para">jekt zu Grunde liege. Gemäss den Feststellungen des Experten </div> <div class="para">sei etwa auf die im Kostenvoranschlag des Beschwerdegegners </div> <div class="para">mit Baukosten von Fr. 228'800.-- eingesetzte Tiefgarage ver- </div> <div class="para">zichtet worden. Zudem seien die Aussenanlagen und die Umge- </div> <div class="para">bung stark vereinfacht worden. Die obergerichtliche Fest- </div> <div class="para">stellung, aus den "Vereinfachungen" könne nicht geschlossen </div> <div class="para">werden, dass bei Realisierung des ursprünglichen Bauprojekts </div> <div class="para">die veranschlagten Kosten um mehr als 10 % überschritten </div> <div class="para">worden wären, sei deshalb unhaltbar. Entsprechend dürften </div> <div class="para">die tatsächlichen nicht den veranschlagten Baukosten gegen- </div> <div class="para">übergestellt werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Als willkürlich rügt der Beschwerdeführer schliess- </div> <div class="para">lich die Feststellung des Obergerichts, eine Renditeberech- </div> <div class="para">nung sei nicht Gegenstand des bereinigten Kostenvoranschla- </div> <div class="para">ges vom 14. Dezember 1992 gewesen. Der Beschwerdegegner habe </div> <div class="para">selber zugestanden, nicht bloss Zinsertrag und Zinsaufwand, </div> <div class="para">sondern die Rendite des Bauobjekts sorgfältig und genau er- </div> <div class="para">rechnet zu haben. Im Übrigen habe der Experte den vom Be- </div> <div class="para">schwerdegegner eruierten Zinsertrag als völlig falsch beur- </div> <div class="para">teilt. Gestützt auf den von ihm errechneten Zinsaufwand von </div> <div class="para">Fr. 323'594.-- und den vom Beschwerdegegner mit </div> <div class="para">Fr. 251'460.-- veranschlagten Zinsertrag resultiere ein </div> <div class="para">Zinsverlust von Fr. 72'194.--. Entsprechend verfalle das </div> <div class="para">Obergericht in Willkür, wenn es, ohne die Expertenaussagen </div> <div class="para">zu würdigen, auch hinsichtlich der vom Beschwerdegegner auf- </div> <div class="para">gestellten Rendite- und Zinsberechnungen eine Sorgfalts- </div> <div class="para">pflichtverletzung verneine. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Ein Verstoss gegen das aus <span class="artref">Art. 4 aBV</span> abgeleite- </div> <div class="para">te Willkürverbot liegt nach der Rechtsprechung nicht bereits </div> <div class="para">dann vor, wenn eine andere als die vom kantonalen Gericht </div> <div class="para">gewählte Lösung ebenfalls vertretbar oder gar vorzuziehen </div> <div class="para">ist. Das Bundesgericht schreitet erst ein, wenn der ange- </div> <div class="para">fochtene Entscheid nicht nur unrichtig, sondern schlechthin </div> <div class="para">unhaltbar ist, insbesondere wenn er eine Norm oder einen un- </div> <div class="para">umstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-129%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page129">BGE 125 II 129</a> </div> <div class="para">E. 5b; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-III-130%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page130">122 III 130</a> E. 2a). Erforderlich ist zudem, dass der </div> <div class="para">Entscheid im Ergebnis verfassungswidrig ist, die dazu gege- </div> <div class="para">bene Begründung ist nicht allein ausschlaggebend (BGE 122 </div> <div class="para">III 130 E. 2a). Nach der Rechtsprechung verfällt eine Behör- </div> <div class="para">de in Willkür, wenn sie ihrem Entscheid Tatsachenfeststel- </div> <div class="para">lungen zugrunde legt, die mit den Akten in klarem Wider- </div> <div class="para">spruch stehen. Im Bereich der Beweiswürdigung besitzt das </div> <div class="para">Sachgericht allerdings einen weiten Ermessensspielraum. Ver- </div> <div class="para">fassungswidrig ist daher eine Beweiswürdigung bloss, wenn </div> <div class="para">sie offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen </div> <div class="para">Situation in klarem Widerspruch steht oder sonstwie in stos- </div> <div class="para">sender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Will- </div> <div class="para">kürlich ist insbesondere eine Beweiswürdigung, welche ein- </div> <div class="para">seitig einzelne Beweise berücksichtigt oder Sachvorbringen </div> <div class="para">als unbewiesen annimmt, obgleich sie aufgrund des Verhaltens </div> <div class="para">der Gegenpartei offensichtlich als zugestanden zu gelten </div> <div class="para">hätten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IA-28%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page28">BGE 118 Ia 28</a> E. 1b). Dagegen reicht nicht bereits </div> <div class="para">aus, dass die vom Sachgericht gezogenen Schlüsse mit der </div> <div class="para">Darstellung der beschwerdeführenden Partei nicht überein- </div> <div class="para">stimmen oder die Verfassungsinstanz bei freier Prüfung mög- </div> <div class="para">licherweise nicht zu überzeugen vermöchten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> a) Bei der Prüfung einer allfälligen Sorgfalts- </div> <div class="para">pflichtverletzung des Beschwerdegegners in der Kostenberech- </div> <div class="para">nung ging das Obergericht von veranschlagten Baukosten von </div> <div class="para">total Fr. 2'931'956.-- aus. Unter Verweis auf die in erster </div> <div class="para">Instanz eingeholte Expertise addierte es zu den im Kosten- </div> <div class="para">voranschlag ausgewiesenen Baukosten von Fr. 2'776'312.-- </div> <div class="para">die darin separat aufgeführten Eigenleistungen von </div> <div class="para">Fr. 155'644.-- hinzu. Eine Verfassungsverletzung ist nicht </div> <div class="para">auszumachen. Im Kostenvoranschlag werden unter dem Titel </div> <div class="para">"Eigenleistungen" zusätzlich zu den nach BKP-Nummern aufge- </div> <div class="para">teilten Kostenstellen verschiedene Detailpositionen - wie- </div> <div class="para">derum nach BKP-Nummern aufgeschlüsselt - aufgelistet. Der </div> <div class="para">Experte bemängelte in diesem Zusammenhang, dass zu den im </div> <div class="para">Kostenvoranschlag ausgewiesenen Baukosten von total </div> <div class="para">Fr. 2'776'312.-- die Eigenleistungen von Fr. 155'644.-- </div> <div class="para">"nicht mitgerechnet" worden seien. Dass der Beschwerdegegner </div> <div class="para">- entgegen der Aufstellung in seinem Kostenvoranschlag - be- </div> <div class="para">hauptet habe, die Eigenleistungen seien im Betrag von </div> <div class="para">Fr. 2'776'312.-- inbegriffen, geht aus den vom Beschwerde- </div> <div class="para">führer hervorgehobenen Aktenstellen nicht hervor. In seiner </div> <div class="para">Stellungnahme zur Expertise liess der Beschwerdegegner le- </div> <div class="para">diglich ausführen, die Eigenleistungen seien "in den BKP-Po- </div> <div class="para">sitionen inbegriffen" und hätten daher "nicht separat aufge- </div> <div class="para">führt werden müssen". Tatsächlich wurden sie aber getrennt </div> <div class="para">von den übrigen Leistungen im Kostenvoranschlag aufgeführt, </div> <div class="para">jedoch unter dem Titel "Baukosten inkl. Umgebung und Baune- </div> <div class="para">benkosten" nicht ausgewiesen. Dass sie zusätzlich zu den </div> <div class="para">Baukosten zu berücksichtigen waren, geht aus dem Kostenvor- </div> <div class="para">anschlag - wenn auch undeutlich - hervor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das Obergericht vergleicht die vom Beschwerde- </div> <div class="para">gegner veranschlagten Gesamtkosten von Fr. 2'931'956.-- mit </div> <div class="para">den tatsächlichen Baukosten von ca. Fr. 3'100'000.-- und den </div> <div class="para">vom Experten geschätzten Kosten von Fr. 3'383'710.-- und </div> <div class="para">errechnet - vor dem Hintergrund der für einen Kostenvoran- </div> <div class="para">schlag nach SIA-Ordnung 102 verlangten Genauigkeitsgrad von </div> <div class="para">+/- 10 % - eine Abweichung von 5,73 % bzw. 15,4 %. Wie der </div> <div class="para">Beschwerdeführer zutreffend ausführt, sind in den vom Ex- </div> <div class="para">perten geschätzten Baukosten von ca. Fr. 3'383'710.-- die </div> <div class="para">Eigenleistungen nicht enthalten. Werden diese - getreu der </div> <div class="para">vom Obergericht im angefochtenen Urteil unter Verweis auf </div> <div class="para">die vom Experten vertretenen Auffassung - aufgerechnet, er- </div> <div class="para">geben sich geschätzte Baukosten von Fr. 3'539'534.--. Die </div> <div class="para">vom Experten mit 22 % errechnete Abweichung der von ihm ge- </div> <div class="para">schätzten zu den vom Beschwerdegegner veranschlagten Bau- </div> <div class="para">kosten berücksichtigt allerdings die gesondert ausgewiesenen </div> <div class="para">Eigenleistungen nicht. Werden diese sowohl bei den experten- </div> <div class="para">seitig errechneten wie auch bei den vom Beschwerdegegner </div> <div class="para">ausgewiesenen Baukosten aufgerechnet, beträgt die Abweichung </div> <div class="para">noch 17 % (Fr. 2'931'956.--./. Fr. 3'539'354.--). Im Ver- </div> <div class="para">gleich zur vom Obergericht mit 15,4 % errechneten Abweichung </div> <div class="para">zwischen Voranschlag und den korrekt geschätzten Baukosten </div> <div class="para">resultiert damit eine Differenz von 1,6 %. Diese ist jedoch </div> <div class="para">- wie im Berufungsverfahren aufzuzeigen ist - nicht ent- </div> <div class="para">scheidwesentlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Hinsichtlich des Verhältnisses zwischen den im </div> <div class="para">Kostenvoranschlag ausgewiesenen und den tatsächlichen Bau- </div> <div class="para">kosten kam das Obergericht zum Schluss, die realisierten </div> <div class="para">Projektänderungen seien nicht derart, dass auf eine Kosten- </div> <div class="para">überschreitung von mehr als 10 % bei Verwirklichung des bau- </div> <div class="para">bewilligten Projekts geschlossen werden müsste und deshalb </div> <div class="para">die realen Baukosten nicht mehr als Massstab für die Rich- </div> <div class="para">tigkeit des Kostenvoranschlages gelten könnten. Entgegen der </div> <div class="para">Auffassung des Beschwerdeführers hält diese Feststellung vor </div> <div class="para">der Verfassung stand. Der Gutachter hat ausgeführt, das mit </div> <div class="para">einem Kostenaufwand von ca. Fr. 3'100'000.-- realisierte </div> <div class="para">Projekt sei "stark vereinfacht" worden, indem man "auf eine </div> <div class="para">Garage im Erdgeschoss verzichtet und die Aussenanlage/Umge- </div> <div class="para">bung reduziert und vereinfacht" habe. Dass die projektierte </div> <div class="para">und mit Fr. 228'800.-- veranschlagte Tiefgarage nicht reali- </div> <div class="para">siert worden wäre, ist damit nicht erstellt. Der Gutachter </div> <div class="para">hat die kostenmässige Differenz zwischen baubewilligtem und </div> <div class="para">tatsächlich realisiertem Bauprojekt nicht beziffert. Wohl </div> <div class="para">bleibt damit offen, ob die Annahme des Obergerichts zu- </div> <div class="para">trifft, bei tatsächlicher Realisierung des ursprünglichen </div> <div class="para">Projekts wären die Baukosten nicht höher als Fr. 3'225'152.-- </div> <div class="para">(Fr. 2'931'956.-- + 10 %) ausgefallen. Der Beschwerdeführer </div> <div class="para">zeigt aber nicht auf, weshalb die Projektänderungen kosten- </div> <div class="para">mässig mit mehr als Fr. 125'000.-- (Fr. 3'225'152.-- - </div> <div class="para">3'100'000.--) zu veranschlagen seien. Aufgrund seiner Vor- </div> <div class="para">bringen in der Beschwerde ist der Willkürvorwurf jedenfalls </div> <div class="para">nicht begründet. Ob bei der Beurteilung einer allfälligen </div> <div class="para">Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdegegners auf den </div> <div class="para">Vergleich zwischen Kostenvoranschlag und effektiven Baukos- </div> <div class="para">ten abgestellt werden darf, ist als Rechtsfrage nicht im </div> <div class="para">vorliegenden Verfahren zu prüfen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Nach Auffassung des Obergerichts war die Rendi- </div> <div class="para">teberechnung nicht Gegenstand des bereinigten Kostenvoran- </div> <div class="para">schlages vom 14. Dezember 1992. Darin würden lediglich Zins- </div> <div class="para">ertrag und -aufwand miteinander verglichen. Auch diese Fest- </div> <div class="para">stellung hält vor der Verfassung stand. Im Kostenvoranschlag </div> <div class="para">wird der Mietzinsertrag für Abstellplätze, Garagen, Neben- </div> <div class="para">räume und Wohnungen errechnet und den Fremdkapitalkosten </div> <div class="para">gegenübergestellt. Eine eigentliche Renditeberechnung, die </div> <div class="para">neben dem Zinsaufwand auch die Kosten für den Liegenschafts- </div> <div class="para">unterhalt, Abschreibungen etc. einbezieht, findet sich darin </div> <div class="para">nicht. Im angefochtenen Urteil finden sich auch keine Fest- </div> <div class="para">stellungen darüber, dass der Beschwerdegegner dem Beschwer- </div> <div class="para">deführer ausserhalb des Kostenvoranschlages Zusagen betref- </div> <div class="para">fend einer bestimmten Rendite der Überbauung gemacht hätte. </div> <div class="para">Dass derartige Feststellungen willkürlich, trotz eindeutiger </div> <div class="para">Beweisergebnisse, unterblieben wären, macht der Beschwerde- </div> <div class="para">führer nicht substanziiert geltend. Ob der Zinsaufwand im </div> <div class="para">Kostenvoranschlag korrekt errechnet wurde, hat das Oberge- </div> <div class="para">richt nicht geprüft. Sollte dieser Punkt für die Anwendung </div> <div class="para">des Bundesrechts entscheidwesentlich sein, wäre der Sachver- </div> <div class="para">halt zu ergänzen, was jedoch im Berufungsverfahren zu prüfen </div> <div class="para">ist. Eine Verfassungsverletzung ist jedenfalls nicht er- </div> <div class="para">sichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Die staatsrechtliche Beschwerde ist damit kosten- </div> <div class="para">fällig abzuweisen. Da der Beschwerdegegner auf Vernehmlas- </div> <div class="para">sung verzichtet hat, ist keine Parteientschädigung zuzuspre- </div> <div class="para">chen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Bundesgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.-- wird dem Be- </div> <div class="para">schwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht </div> <div class="para">(2. Zivilkammer) des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 11. Februar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. Zivilabteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>