Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 11. Mai 2016 (810 16 56) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts / Besuchsrecht Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiber Marius Wehren Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Silvan Ulrich , Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde C.____ , Vorinstanz B.____ , Beschwerdegegner, vertreten durch Dr. Jascha Schneider- Marfels, Advokat Betreff Entzug Aufenthaltsbestimmungsrecht/Besuchsr echt mit begleiteten Übergaben/Weisung (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutz- behörde C.____ vom 18. Januar 2016) A. A.____ ist die Mutter von D.____, geboren 2014. B.____ anerkannte das Kind am 1. Juli 2014 als seinen Sohn. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 7. März 2014 teilte B.____ der Kindes- und Erwa chsenenschutzbehörde C.____ (KESB) mit, dass die von ihm im 8. Monat schwangere A.__ __ in desolaten Wohnverhältnissen lebe und das Wohl des Säuglings in dieser Umgebung gefä hrdet wäre. Am 10. April 2014 machte ausserdem die Hebamme E.____ bei der KESB eine Gefährdungsmeldung betreffend A.____, nachdem sie von dieser zwecks Unterstützung bei der Geburt aufgesucht worden war. C. Mit Präsidialentscheid der KESB vom 9. Mai 2014 wurd e der Kindsmutter A.____ die elterliche Obhut über D.____ per sofort vorläufig ent zogen. D.____ wurde per sofort vorläufig in der Wöchnerinnen-Station des Kantonsspitals F.____ und s päter in einem Mutter-Kind-Haus platziert. Ferner wurde für D.____ eine Beistandschaft errichtet und G.____, Berufsbeistand- schaft C.____, wurde als Beistand ernannt. D. Mit Eingabe vom 15. Mai 2014 erhob A.____, vertre ten durch Silvan Ulrich, Advokat in Aesch, gegen den Entscheid der KESB vom 9. Mai 2014 Be schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, welche mit Urteil der Präsidentin vom 12. Juni 2014 (Verfahren 810 14 133) nach vorgängiger Durchfüh rung einer Parteiverhandlung abge- wiesen wurde. Das Bundesgericht trat auf die dagegen er hobene Beschwerde mit Urteil vom 18. August 2014 nicht ein (Verfahren 5A_579/2014). E. Am 25. Juni 2014 erhob A.____, vertreten durch Silva n Ulrich, Advokat, beim Kantons- gericht Beschwerde wegen Rechtsverweigerung/Rechtsverzögeru ng, welche vom Kantonsge- richt mit Urteil vom 13. August 2014 gutgeheissen wurde, soweit darauf eingetreten wurde (Ver- fahren 810 14 169). F. Mit Präsidialentscheid der KESB vom 7. Juli 2014 w urde dem Kindsvater B.____ vor- sorglich ein Besuchsrecht für D.____ eingeräumt. Auf die von der Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wurde mit Urteil der Präsidentin des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, vom 28. Ju li 2014 nicht eingetreten (Verfahren 810 14 188). G. Mit Entscheid der KESB vom 30. September 2014 wurd e der Entzug des elterlichen Aufenthaltsbestimmungsrechts der Beschwerdeführerin über D.____ aufgehoben (Ziff. 1) und die Platzierung von D.____ wurde beendet (Ziff. 2). Weiter wurde die für D.____ errichtete vor- läufige Beistandschaft als definitive Massnahme bestätigt und G.____ wurde in seinem Amt definitiv bestätigt (Ziff. 3). Für D.____ wurde eine wöchentliche Familienbegleitung für die Dauer von vorerst 6 Monaten angeordnet (Ziff. 4). Parallel dazu wurde angeordnet, dass die Kindsmut- ter alle vierzehn Tage die Mütterberatung aufzusuchen habe (Ziff. 5). Dem Kindsvater wurde bis zum 15. Dezember 2014 ein Besuchsrecht im Umfang von mind estens dreimal wöchentlich zwei Stunden eingeräumt (Ziff. 6), wobei die Kindsmut ter angewiesen wurde, D.____ kindsge- recht zu übergeben (Ziff. 7). H. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführeri n, nach wie vor vertreten durch Silvan Ulrich, Advokat, am 13. Oktober 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, welche mit Ur- teil vom 19. November 2014 (Verfahren 810 14 293) in Bezug auf die Familienbegleitung sowie Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht die polizeiliche Durchsetzungsmöglichkeit der dem Beistan d erteilten Aufträge gutgeheissen und im Übrigen abgewiesen wurde. Das Bundesgericht wi es die von der Beschwerdeführerin dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 13. Mai 20 15 (Verfahren 5A_151/2015) ab, so- weit darauf eingetreten wurde und sie sich nicht als gegenstandslos erwies. I. Mit Entscheid der KESB vom 22. Dezember 2014 wurde dem Kindsvater von D.____ ein Besuchsrecht im Umfang von dreimal wöchentlich zwei S tunden, jeweils dienstags und donnerstags von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr sowie sonntags von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr, einge- räumt (Ziff. 1 und 2). Ferner wurde die Kindsmutter angewiesen, D.____ dem Kindsvater zwecks Ausübung des Besuchsrechts kindsgerecht zu übergeben (Zi ff. 3). Die Beschwerdefüh- rerin erhob gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Ka ntonsgericht, wobei das entsprechen- de Verfahren mit Präsidialverfügung vom 31. März 2015 (Verfahren 810 15 14) zufolge Nicht- leistung des Kostenvorschusses als gegenstandslos abgeschrieben wurde. J. Am 3. August 2014 beantragte der Kindsvater B.____ bei der KESB die Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge über D.____. K. Mit Entscheid vom 13. April 2015 übertrug die KESB den Kindseltern die gemeinsame elterliche Sorge über ihren Sohn D.____ (Ziff. 1). D em Kindsvater wurde ein Betreuungsanteil von drei Tagen eingeräumt (Ziff. 2). Weiter erhielt er ein Ferienrecht von vier Wochen und es wurde eine alternierende Feiertagsregelung angeordne t (Ziff. 3 und 4). Der Beistand G.____ wurde damit beauftragt, D.____ in der Verwaltung de s Kindesvermögens und in seinen finanzi- ellen Angelegenheiten zu vertreten und die Kindeseltern bezüglich diverser Angelegenheiten zu beraten und gegebenenfalls zwischen ihnen zu vermitteln. L. Die von der Kindsmutter, vertreten durch Silvan Ul rich, Advokat, gegen diesen Ent- scheid erhobene Beschwerde wurde vom Kantonsgericht mit Ur teil vom 30. September 2015 (Verfahren 810 15 111) abgewiesen. Die dagegen erhob ene Beschwerde ist beim Bundesge- richt hängig (Verfahren 5A_955/2015). M. Die Polizei Basel-Landschaft (Polizei) machte am 28. September 2015 mündlich bzw. am 2. Oktober 2015 schriftlich eine Gefährdungsmeldung bei der KESB betreffend D.____. Im Rapport der Polizei vom 2. Oktober 2015 über Einsätze vom 27. und 28. September 2015 wird auf qualifiziert unhygienische Zustände in der Liegenschaf t der Beschwerdeführerin sowie reni- tentes Verhalten insbesondere der Tante von D.____, H._ ___, verwiesen. Ausserdem wird festgehalten, dass im Zimmer des Sohnes von H.____, I.__ __, Waffen und Munition aufgefun- den worden seien. Aufgrund der herrschenden Zustände, dem Verhalten der im gleichen Haus- halt lebenden Personen und dem Umstand, dass ein Klein kind in der Liegenschaft wohnhaft sei, sei eine Meldung über die Prüfung von Kindesschutzma ssnahmen durch die KESB ange- zeigt. N. Mit superprovisorischem Entscheid vom 29. September 20 15 wurde der Kindsmutter an Ort und Stelle im Beisein der Polizei das Aufenth altsbestimmungsrecht über D.____ entzo- gen und D.____ wurde gleichentags beim Kindsvater untergebracht. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht O. Mit Präsidialentscheid der KESB vom 2. Oktober 2015 wurde der superprovisorisch angeordnete Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Kindesmutter über D.____ vorsorg- lich bis zum rechtskräftigen Abschluss des ordentlichen Verfa hrens bestätigt (Ziff. 1) und D.____ wurde im Sinne einer vorläufigen Massnahme beim Kindsvater platziert (Ziff. 2). Die Kindsmutter erhielt ein Besuchsrecht von dreimal wöchentl ich drei Stunden (Ziff. 3). Sie wurde angewiesen, D.____ persönlich am Wohnort des Kindsvaters in M.____ abzuholen und persön- lich zurückzubringen und D.____ während der Besuchszeit nich t ins Wohnhaus in J.____ zu bringen (Ziff. 4). P. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin, vertreten durch Silvan Ulrich, Advokat, am 16. Oktober 2015 Beschwerde beim Kantonsger icht mit den Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid der KESB aufzuheben und D.____ wieder unter die elterliche Obhut der Beschwerdeführerin zu stellen. Q. Mit Urteil der Präsidentin vom 22. Dezember 2015 (Verfahren 810 15 306) wurde die Beschwerde der Kindsmutter abgewiesen. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde beim Bundesgericht, welche dieses mit Urteil vom 25. A pril 2016 (Verfahren 5A_70/2016) ab- wies, soweit darauf eingetreten wurde. R. Mit Entscheid der KESB vom 18. Januar 2016 wurde de r Kindsmutter A.____ gestützt auf Art. 310 Abs. 1 ZGB das Aufenthaltsbestimmungsrecht ü ber ihren Sohn D.____ entzogen (Ziff. 1) und dieser wurde beim Kindsvater B.____ pla tziert (Ziff. 2). Die Kindsmutter wurde ge- stützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB angewiesen, das Wohnhau s an der K.____-strasse in J.____ nachhaltig zu räumen und zu reinigen, wobei die Kontr olle und Abnahme der geräumten und gereinigten Räumlichkeiten nach angezeigter Umsetzung d urch einen noch zu bezeichnenden Kindesschutzexperten erfolge (Ziff. 3). Die Kindsmutt er wurde weiter angewiesen, ein begleite- tes Besuchsrecht für D.____ von dreimal wöchentlich drei Stunden wahrzunehmen (Ziff. 4), wobei als Begleitperson L.____ eingesetzt wurde (Ziff. 5). Die Kindsmutter wurde ferner ange- wiesen, D.____ persönlich und in Begleitung von L.___ _ am Wohnort des Kindsvaters in M.____ abzuholen und persönlich zurückzubringen. Weiter wurde die Kindsmutter angewiesen, D.____ während der Besuchszeit nicht ins Wohnhaus in J.__ __ mitzunehmen und es wurde verfügt, dass sich die Kindseltern über die genauen Besuc hszeiten zu verständigen haben (Ziff. 6). Die Beistandschaft für D.____ wurde bestät igt (Ziff. 7) und der Beistand G.____ bzw. sein Nachfolger N.____ wurde damit beauftragt, die U nterbringung des Kindes beim Kindsvater zu begleiten, die Inhaber der elterlichen Sorge mit R at und Tat zu unterstützen, die Besuchsre- gelung der Kindsmutter zu überwachen und bei der Festl egung der Besuchszeiten gegebenen- falls zu vermitteln sowie bei Notwendigkeit weitere Ant räge bei der KESB zu stellen (Ziff. 8). Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Ziff. 9). S. Am 17. Februar 2016 erhob A.____, vertreten durch Silvan Ulrich, Advokat, gegen den Entscheid der KESB vom 18. Januar 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht. Sie stellt das Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid unter o/e Kostenfolge aufzuheben und es sei das Kind der Beschwerdeführerin, D.____, wieder unt er die elterliche Obhut der Beschwer- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht deführerin zu stellen, wobei dem Kindsvater ein angemessenes Besuchsrecht einzuräumen und von Weisungen gegenüber der Kindsmutter abzusehen sei. Im Weiteren stellte die Beschwer- deführerin das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung. In verfahrens- rechtlicher Hinsicht beantragte sie, es seien die Akten der vorangegangenen Verfahren beizu- ziehen. T. Am 10. März 2016 reichte die KESB ihre Vernehmlassun g ein, in welcher sie bean- tragt, es sei die Beschwerde unter o/e Kostenfolge zul asten der Beschwerdeführerin vollum- fänglich abzuweisen. U. Der Beschwerdegegner, vertreten durch Dr. Jascha Schne ider-Marfels, Advokat, bean- tragt mit Vernehmlassung vom 24. März 2016, es sei die B eschwerde unter o/e Kostenfolge vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten se i. Im Weiteren sei dem Beschwerde- gegner die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. V. Mit Präsidialverfügung vom 13. April 2016 wurde de r Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Die Akten der Verfahren 810 14 133, 810 14 188, 810 14 293, 810 15 111 und 810 15 306 wurden zum Verfahren beigezogen. Der Beschwerd eführerin und dem Beschwerdegeg- ner wurde jeweils die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Ent- scheide der Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Zu- ständiges Gericht im Sinne dieser Regelung ist nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einfüh- rung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 200 6 das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Das Verfahren richtet si ch vorab nach den Art. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). 1.2 Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich ge- schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des a ngefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als direkte Verfah rensbeteiligte zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen formellen Voraussetzu ngen gegeben sind, kann auf die Be- schwerde eingetreten werden. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Strittig ist zur Hauptsache, ob die Vorinstanz der Be schwerdeführerin zu Recht das Aufenthaltsbestimmungsrecht über ihren Sohn D.____ entz og und das Kind bei seinem Vater platzierte. 4.1 Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB trifft die Kindesschutzbe hörde die geeigneten Massnah- men zum Schutz des Kindes, wenn das Wohl des Kindes gef ährdet ist und die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder sie dazu ausserstande sind. Von einer Gefährdung des Kin- deswohls wird nach herrschender Auffassung dann ausgegange n, wenn nach den konkreten Umständen die ernstliche Möglichkeit einer gegenwärtig en oder zumindest unmittelbar bevor- stehenden Gefahr für die Kindesentwicklung abzusehen ist, die bei ihrer Fortdauer eine erhebli- che Beeinträchtigung des physischen oder psychischen Wohls de s Kindes voraussehen lässt (vgl. P ETER BREITSCHMID , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetz- buch, 5. Auflage, Basel 2014, N 18 zu Art. 307; A LBERT GULER , in: Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 2. A uflage, Zürich 2011, N 5 zu Art. 307; PATRICK FASSBIND , Systematik der elterlichen Personensorge in der Schweiz, Basel 2006, S. 357). 4.2 Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die Kindesschutzbehörde , wenn einer Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann, dieses den Elt ern wegzunehmen und in angemes- sener Weise unterzubringen. Die Wegnahme ist nur zulässig , wenn "der Gefährdung des Kin- des nicht anders begegnet werden" und das Kind in seiner körperlichen, geistigen und sittlichen Entwicklung nicht anders geschützt werden kann, was das Su bsidiaritätsprinzip deutlich zum Ausdruck bringt und den Vorrang ambulanter, die Famil iengemeinschaft respektierender vor stationären Massnahmen unterstreicht (vgl. B REITSCHMID , a.a.O., N 3 zu Art. 310 ZGB). Die Gefährdung muss darin liegen, dass das Kind in der elter lichen Obhut nicht so geschützt und gefördert wird, wie es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung nötig wäre. Uner- heblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern od er der weiteren Umgebung liegen. Des- gleichen spielt es keine Rolle, ob die Eltern ein Ver schulden an der Gefährdung trifft. Massge- bend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt der Anordnung. Alle Kindesschutzmassnahmen müs- sen erforderlich sein (Subsidiarität), und es ist immer d ie mildeste Erfolg versprechende Mass- nahme anzuordnen (Proportionalität); diese sollen elte rliche Bemühungen nicht ersetzen, son- dern ergänzen (Komplementarität). Die Entziehung der elterlichen Obhut ist daher nur zulässig, wenn andere Massnahmen ohne Erfolg geblieben sind oder von Vornherein als ungenügend erscheinen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_188/2013 vom 17. Mai 2013 E. 3; 5A_701/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2.1). 5.1 Die Vorinstanz verweist zur Begründung des angeordne ten Entzugs des Aufenthalts- bestimmungsrechts auf kindeswohlgefährdende Wohnverhältni sse, welche anlässlich des Au- genscheins vom 28. September 2015 ersichtlich gewesen sei en und durch die gleichentags erstellten Fotos der Polizei Basel-Landschaft dokumentiert würden. Die Wohnverhältnisse seien unhygienisch und desolat gewesen, das Haus verwahrlost und vermüllt. Unter anderem sei die Küche vollgestopft und dreckig gewesen, die Essbank und d er Esstisch seien mit Gegenstän- den übersät gewesen. Es seien Tabletten offen herumgel egen, was für ein Kleinkind eine er- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht hebliche Kindeswohlgefährdung darstelle. Einzig das klein e Zimmer der Kindsmutter sowie das Badezimmer seien in einem einigermassen aufgeräumten Z ustand gewesen. Dass die Be- schwerdeführerin ihr eigenes Zimmer in Ordnung halte, sei indes unzureichend, zumal D.____ sich im Hinblick auf die ausserhäusliche Erwerbsarbeit der Beschwerdeführerin im ganzen Haus frei und sicher bewegen können müsse. Die Fotos der Polizei würden entgegen der Ar- gumentation der Beschwerdeführerin nicht bloss eine Mom entaufnahme zeigen, zumal akten- kundig sei, dass das Wohnhaus der Familie bereits lange vor der Geburt von D.____ in einem sehr prekären Zustand gewesen sei. Die Wohnsituation hab e sich seit dem Augenschein des Kantonsgerichts vom 19. November 2014 und der damals kur zfristig vorgenommenen Auf- räumaktion wieder massiv verschlechtert. Im Weiteren erwog die Vorinstanz, dass innerhalb der Familiengemeinschaft mit physischen und psychischen Grenzüber schreitungen insbesondere der Tante von D.____, H.____, sowie von deren Sohn, I .____, zu rechnen sei. Diesbezüglich werde namentlich auf die im Wohnhaus vorgefundenen Wa ffen sowie die Ersteinschätzung der Sicherheitsdirektion des Kantons Basel-Landschaft, Stabsste lle Bedrohungsmanagement, vom 10. November 2015 betreffend I.____ verwiesen. Eine K indeswohlgefährdung bestehe dem- nach auch aufgrund des vorhandenen Gewaltpotentials. 5.2 Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen gelten d, dass ihre Wohnsituation ent- gegen der Auffassung der KESB nicht zu beanstanden sei. Die Familie sei im Zeitpunkt der Hausdurchsuchung der Polizei vom 28. September 2015 ge rade am Aufräumen gewesen. Es stimme nicht, dass die Zimmer vollgestopft und zugemül lt gewesen seien. Inzwischen sei alles aufgeräumt. Die in den Unterlagen befindlichen Fotos seien aus dem Zusammenhang gerissen und würden nur einzelne Orte betreffen, namentlich da s Zimmer von I.____, zu welchem D.____ keinen Zugang habe. Das Kantonsgericht sei bezügl ich der Wohnsituation im Übrigen bereits einmal aufgrund eigener Feststellungen zu einem anderen Schluss gekommen. Was die von der Stabsstelle Bedrohungsmanagement angestellten Vermutungen und Hypothesen anbe- lange, so würden diese I.____ betreffen und nicht die Beschwerdeführerin. Die Waffen, welche bei I.____ im Zimmer gefunden worden seien, seien alt und würden der Dekoration dienen. Mitt- lerweile seien sie beschlagnahmt und nicht mehr im Haus in J.____. I.____, welcher nie für die Betreuung von D.____ zuständig gewesen sei, sei in Behandlung. 5.3 Der Beschwerdegegner macht zusammengefasst geltend, dass die Zustände im Wohnhaus der Beschwerdeführerin unhaltbar seien. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin würden davon zeugen, dass sie diesbezüglich keinerlei Einsichtsfähigkeit besitze. Anstatt zur Situation zu stehen und aufzuzeigen, auf welche Weise sie gedenke, professionelle Hilfe in An- spruch zu nehmen, diskreditiere sie die Behörden. Der unb ekümmerte Umgang mit Waffen in ihrem Haushalt werde von der Beschwerdeführerin nicht thematisiert und sie sei offenbar nicht in der Lage, das Gefahrenpotential abzuschätzen. 6.1.1 Aus den Akten geht hervor, dass der Neffe der Beschw erdeführerin, I.____, am 27. September 2015 anlässlich einer Requisition infolge Sachbeschädigung, Drohung sowie Führens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand an der K.____-strasse in J.____ auf- gesucht wurde. Im Polizeibericht vom 2. Oktober 2015 w ird festgehalten, dass I.____ unter Al- kohol- und Drogeneinfluss gestanden habe und in seinem Z immer diverse Armeewaffen (zwei Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Karabiner und eine Pistole) sowie Munition sichtbar g ewesen seien. Das Zimmer sei unaufge- räumt und verschmutzt gewesen. Der Eingangsbereich und die unmittelbar an sein Zimmer an- grenzenden Räume seien mit allerhand Unrat zugestell t gewesen. Der Einsatzpolizist habe festgestellt, dass in diesem Haushalt ein Kleinkind lebe und habe daher eine Meldung an die KESB gemacht. Aufgrund der Delikte und möglichen Existen z von weiteren Waffen habe die Polizei am 28. September 2015 eine von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft angeordnete Hausdurchsuchung durchgeführt, wobei der Zustand des Hauses fotografisch festgehalten wor- den sei. Zur Prüfung der Wohnverhältnisse sei zudem die KESB aufgeboten worden. Sämtliche Räume seien mit allerlei Unrat vollgestopft gewesen. S pinnweben hätten davon gezeugt, dass länger nicht mehr sauber gemacht worden sei. Es seien d iverse, zum Teil junge Katzen ange- troffen worden. Ein Mitarbeiter habe sich nach dem Einsatz die Schuhe putzen müssen, da er in Katzenkot getreten sei. Die Beschwerdeführerin und die Mutter von I.____ hätten sich verbal, durch hysterisches Schreien, und körperlich gegen die Hau sdurchsuchung gewehrt, sodass die Beschwerdeführerin vorübergehend in Handfesseln habe gelegt werden müssen. Ferner sei die anwesende Mitarbeiterin der KESB übel beschimpft worden. Eine gründliche Durchsuchung der Liegenschaft sei aufgrund der "messieähnlichen" Zustände der Räume nicht möglich gewesen. Die Gefährdungsmeldung bei der KESB sei zufolge der h errschenden, "messieähnlichen" und unhygienischen Zustände, dem Verhalten der im gleichen H aushalt lebenden Personen und dem Umstand, dass ein Kleinkind im selben Haushalt wohne, gemacht worden. 6.1.2 Die Schilderungen der Wohnverhältnisse durch die Polizei und die KESB werden durch das in den Akten befindliche umfangreiche Fotomaterial bestätigt. Daraus sind qualifiziert unor- dentliche und unhygienische Zustände ersichtlich, welche sich entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin nicht bloss auf einzelne Orte im Woh nhaus beschränken. Die Zimmer – einschliesslich des Wohnzimmers und der Küche – sind mit al lerlei Gegenständen und Unrat übersät und teilweise komplett zugestellt bzw. kaum zugänglich. Soweit die Beschwerdeführerin ausführt, dass die Fotos der Polizei eine Momentaufnah me zeigen würden und nicht einen Dauerstand und mittlerweile alles aufgeräumt sei, bleibt diese Behauptung unbelegt. Gegen die Argumentation der Beschwerdeführerin spricht, dass sich d ie von ihr bewohnte Liegenschaft bereits in der Vergangenheit in einem prekären Zusta nd befand und Anlass zu Interventionen der KESB gab. Hinzu kommt, dass die anlässlich der heutig en Parteiverhandlung durch die KESB eingereichten Fotos der Wohnung der Beschwerdefüh rerin die Darstellung der Vo- rinstanz bestätigen. Die fraglichen Fotos wurden von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft im Rahmen einer Hausdurchsuchung vom 19. April 2016 au fgenommen. Sie zeigen nach wie vor desolate Wohnverhältnisse und stehen der Behauptung der Beschwerdeführerin, bei der Ende September 2015 vorgefundenen Situation habe es si ch um eine Momentaufnahme ge- handelt, diametral entgegen. Die Aussage der Beschwerdeführerin anlässlich der heutigen Par- teiverhandlung, wonach die aktuellen Fotos der Staats anwaltschaft mittlerweile bereits einen Monat alt seien und die Liegenschaft inzwischen aufgeräumt sei, erscheint vor dem Hintergrund des Gesagten als reine Schutzbehauptung und ist in keiner Weise belegt. Die Beschwerdefüh- rerin räumt im Übrigen selbst ein, dass sich die Zustände seit dem Augenschein des Gerichts im Jahr 2014 möglicherweise verschlechtert hätten. Was den von ihr eingereichten Bericht der Mütter-, Väterberatung P.____ vom 7. Oktober 2015 an belangt, so äussert sich dieser zwar positiv zur Entwicklung von D.____ und dessen Betreuung du rch die Kindsmutter, enthält zur Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Frage der Wohnverhältnisse indes keinerlei Angaben. Die Erziehungsfähigkeit der Beschwerde- führerin als solches, d.h. soweit diese nicht die Wohnsituation betrifft, wird von der KESB jedoch nicht in Frage gestellt, weshalb die Beschwerdeführeri n aus dem fraglichen Bericht nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. Der Schluss der Vorinstanz, wonach die Wohnverhältnisse in der Liegenschaft der Beschwerdeführerin als kindeswohlgefähr dend zu qualifizieren sind, ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden. Zu Recht weist die K ESB darauf hin, dass es nicht aus- reicht, wenn die Beschwerdeführerin ihr eigenes Zimmer und das Badezimmer einigermassen in Ordnung hält, sondern D.____ sich sicher und frei au ch in anderen Bereichen des Wohnhau- ses bewegen können muss. 6.1.3 Die Vorinstanz führt im Zusammenhang mit der Wo hnsituation im Weiteren die in der Liegenschaft vorgefundenen Waffen und Munition sowie d as Gewaltpotential im Familiensys- tem an. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf den Be richt der Stabsstelle Bedrohungs- management vom 10. November 2015 betreffend Ersteinschätzung von I.____. Darin wird unter anderem festgehalten, dass I.____ Symptomträger eines dys funktionalen Familiensystems sei und die innerfamiliäre Dynamik mit grosser Wahrscheinlichke it seit Jahren im destruktiven Sinn "aus den Fugen geraten" sei. Im Rahmen einer Ersteinsch ätzung werde davon ausgegangen, dass jederzeit mit grenzüberschreitendem Verhalten, psychischer Gewalt, Nötigungen, Drohun- gen sowie Tätlichkeiten bis einfache Körperverletzung ge rechnet werden müsse. In der vom Kantonsgericht eingeholten Stellungnahme der Stabsstell e Bedrohungsmanagement vom 4. Mai 2016 wird ausgeführt, dass der Verlauf seit de r Ersteinschätzung vom 10. November 2015 die damaligen Hypothesen bestätige. I.____ sei Symp tomträger eines "krankhaften und krankmachenden" Familiensystems. Eine Fremdplatzierung sei ner jüngeren Geschwister/Halb- geschwister sei dringend angezeigt. Bei I.____ müsse zu je der Zeit mit grenzüberschreitendem Verhalten wie Belästigung, Nötigung, verbale und körpe rliche Gewalt sowie Sachbeschädigung gerechnet werden. Die Ausführungsgefahr einer schwere n Gewalttat sowie einer Suizidhand- lung sei latent erhöht. Ein derzeit nicht einschätzbar er Risikofaktor stelle Frau H.____ dar. Die Beschwerdeführerin führt dazu anlässlich der heutigen Parteiverhandlung aus, dass I.____ (psychisch) krank sei, dass seine Situation indes nicht viel m it ihr zu tun habe. I.____ befinde sich momentan nicht im Wohnhaus in J.____ und es sei unklar , ob er jemals zurückkomme. Dazu ist festzustellen, dass sich I.____ zwar momentan in U ntersuchungshaft befindet, seine zukünftige Situation jedoch unklar ist. Entscheidend ist im vorliegenden Zusammenhang zudem das von der Stabsstelle Bedrohungsmanagement geschilderte dysfunktionale Familiensystem der Beschwerdeführerin, welches deutlich negative Rückschlü sse auf die Wohnsituation der Beschwerdeführerin zulässt. Die Beschwerdeführerin weist d iesbezüglich sowie hinsichtlich der von I.____ ausgehenden Gefahr keinerlei Problembewusst sein auf und es bestehen konkrete Zweifel, ob sie in der Lage ist, ein allfälliges Gefah renpotential abzuschätzen. Wenn die KESB auch unter diesen Gesichtspunkten von kindeswohlgefährde nden Wohnverhältnissen ausge- gangen ist, so erscheint dies als zutreffend und ist nicht zu beanstanden. 6.1.4 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, e s seien keine milderen Massnahmen geprüft worden, kann ihr nicht gefolgt werden. Fest steht, dass die Beschwerdeführerin keinerlei Willen zeigt zu konstruktiver Zusammenarbeit mit den Be hörden und nicht willens oder in der Lage ist, allfällige Hilfestellungen in Bezug auf i hre Wohnverhältnisse anzunehmen und umzu- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht setzen. Im Weiteren ist festzustellen, dass die bestehenden Kindesschutzmassnahmen die (er- neute) Verschlechterung der Wohnsituation offensichtlich n icht zu verhindern vermochten. In- wiefern eine andere, weniger einschneidende Massnahme d as Kindeswohl hinreichend schüt- zen könnte, ist vor diesem Hintergrund nicht ersichtlich. Der Entzug des Aufenthaltsbestim- mungsrechts erweist sich nach dem Gesagten als verhältnismässi g und ist mit dem Grundsatz der Subsidiarität vereinbar. 6.2.1 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, der Kindsvater werde ohne weiteres als geeignete Person für die Unterbringung von D.____ be zeichnet. Tatsächlich kümmere er sich aber nicht persönlich um D.____, sondern dieser befi nde sich mittlerweile in einem Tagesheim. Ob eine andere Person besser als die bisherige für die Kindesbetreuung geeignet sei, könne und dürfe jedoch nicht ohne genauere Abklärungen entschi eden werden, weshalb vorliegend durch den Kindes- und Jugendpsychiatrischen Dienst oder ei ne andere geeignete Stelle ein Gutachten zu erstellen sei. 6.2.2 Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts nach Art . 310 Abs. 1 ZGB setzt (neben der Gefährdung des Kindes) voraus, dass das Kind in angemessener Weise untergebracht wird (vgl. BREITSCHMID , a.a.O., N. 7 ff. zu Art. 310). Die KESB erwog im angefochtenen Entscheid, der Kindsvater habe mit D.____ seit dessen Geburt eine Beziehung aufbauen können und sei eine verlässliche Bezugsperson von D.____ geworden. In ihrer Vernehmlassung führt die KESB aus, dass die Betreuung von D.____ in der Kindertagesstätte aufgrund der Erwerbstätigkeit des Kindsvaters notwendig geworden sei. Sie bilde für D.__ __ eine sinnvolle ergänzende Tages- struktur, welche ihn adäquat dabei unterstütze, altersger echte wertvolle Erfahrungen mit ande- ren Kindern zu machen. Der Beistand von D.____, N.___ _, führt anlässlich der heutigen Partei- verhandlung aus, dass er D.____ bisher zweimal, im Januar und März 2016, beim Kindsvater getroffen habe und er einen guten Eindruck gemacht hab e. Der Kindsvater verfüge über eine gut aufgeräumte, geräumige 2-Zimmerwohnung, welche D .____ genügend Entfaltungsmöglich- keiten gewähre und angemessen sei. Die Unterbringung v on D.____ im Tagesheim "O.____", einer geprüften Einrichtung, sei aus seiner Sicht sehr g ut. Angesichts dieser schlüssigen Aus- führungen der Vorinstanz und des Beistands sind keine Anh altspunkte ersichtlich, welche die Angemessenheit der Unterbringung von D.____ beim Kind svater in Frage stellen würden. Von der Einholung eines Gutachtens kann unter diesen Umständen abgesehen werden. 6.2.3 Der strittige Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrech ts erweist sich nach dem Gesag- ten unter sämtlichen Gesichtspunkten als rechtskonform und sachgerecht. 6.3 Nicht zu beanstanden sind auch die von der Vorinstanz gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB verfügten Weisungen betreffend Räumung und Reini gung des Wohnhauses sowie Be- suchsrechtsbegleitung. Inwieweit der Umstand, dass es sich b eim Wohnhaus der Beschwerde- führerin um ein altes, unter Denkmalschutz stehendes Bauernhaus handelt, der Umsetzung der erstgenannten Weisung entgegenstehen soll, ist entgeg en der Argumentation der Beschwerde- führerin nicht ersichtlich und offensichtlich nicht der F all. Die Weisung, das Wohnhaus zu räu- men und zu reinigen, erscheint angesichts der herrschenden Wohnverhältnisse vielmehr ohne weiteres als gerechtfertigt. Was die Weisung betreffend Besuchsrechtsbegleitung anbelangt, so Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird diese von der Beschwerdeführerin nicht substantiiert in Frage gestellt. Die Beschwerdefüh- rerin führt in ihrer Beschwerdeeingabe vielmehr aus, dass sie das begleitete Besuchsrecht nicht an sich ablehne. Sie erachte ein solches als Übergangslö sung, d.h. für die Dauer des Verfah- rens, als sinnvoll. Im Falle der Rückgabe von D.____ habe das bisherige Regime zu gelten. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung führt die Be schwerdeführerin aus, dass sie das Be- suchsrecht seit ein paar Wochen nicht mehr wahrnehme, da d ie eingesetzte Begleitperson, L.____, nicht neutral sei bzw. sich nicht neutral geäusse rt habe. Der Beistand führt aus, dass ein unbegleitetes Besuchsrecht aus seiner Sicht momentan kein Thema sei, zumal die Be- schwerdeführerin den Wunsch geäussert habe, mit dem Kin d nach J.____ zu gehen. Bei der eingesetzten Begleitperson, L.____, handle es sich um ein e fachlich kompetente Person, mit welcher er sich regelmässig austausche. Die Weisungen, ein begleitetes Besuchsrecht mit L.____ als Begleitperson wahrzunehmen und D.____ wäh rend der Besuchszeit nicht in das Wohnhaus in J.____ mitzunehmen, erscheinen nach dem Gesagten – insbesondere im Hinblick auf die mit den Wohnverhältnissen in J.____ verbunde ne Gefährdung des Kindeswohls – als sachlich begründet und sind nicht zu beanstanden. 6.4 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Be schwerde vollumfänglich abzu- weisen. 7.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise un terliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe v on Fr. 1'800.-- sind der unterlegenen Beschwerdeführerin aufzuerlegen und gehen zufolge Bewi lligung der unentgeltlichen Rechts- pflege zulasten der Gerichtskasse. 7.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise ob siegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Ausgan g des Verfahrens ist dem Be- schwerdegegner eine Parteientschädigung zulasten der Besc hwerdeführerin zuzusprechen. Der in der Honorarnote vom 29. April 2016 geltend ge machte Aufwand (inklusive Parteiver- handlung) von 16.91 Stunden à Fr. 200.-- erweist sich a ls angemessen. Die Beschwerdeführe- rin hat dem Beschwerdegegner demzufolge eine Parteie ntschädigung in der Höhe von Fr. 3'652.55 (inkl. Auslagen und 8% MWST) auszurichten. Aufgrund der Aktenlage ist von der Uneinbringlichkeit der Parteientschädigung auszugehen, weshalb dem unentgeltlich verbei- ständeten Beschwerdegegner eine Entschädigung in entspr echender Höhe direkt aus der Ge- richtskasse auszurichten ist (§ 18 Abs. 3 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte [TO] vom 17. November 2003). 7.3 Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist ändung ist dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, ausgehend von einem Aufwand von 14 Stunden, eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 3'085.55 (inkl. Auslagen und 8% MWST) zuzusprechen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Ver- fahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner ei ne Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 3'652.55 (inkl. Auslagen und 8% MWST) auszurichten. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g und Uneinbring- lichkeit der Parteientschädigung wird dem Rechtsvertreter des Be- schwerdegegners ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'652.5 5 (inkl. Ausla- gen und 8% MWST) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 4. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist ändung wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'085.55 (inkl. Auslagen und 8% MWST) aus der Geri chtskasse aus- gerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 17. Juli 2016 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahrens- nummer 5A_542/2016) erhoben.