<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00062</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205916&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00062</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 14.06.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufstockung eines vorschriftswidrigen Gebäudes um ein Attikageschoss.<br/><br/>Die Besitzstandsgarantie im Sinn von § 357 Abs. 1 PBG schützt unter dem bisherigen Recht errichtete Bauten nicht nur in ihrem bisherigen Bestand, sondern lässt neben Nutzungsänderungen auch Umbauten und Erweiterungen zu, ohne dass ihr Umfang ausdrücklich beschränkt wird. Das Dachgeschoss ist nicht an die Ausnützungsziffer anrechenbar (§ 255 Abs. 2 PBG). Die neue Wohnfläche führt somit nicht dazu, dass zusätzlich gegen die bereits überschrittene Ausnützungsziffer verstossen wird (E. 2.2). Dem Bauvorhaben stehen keine überwiegenden nachbarlichen Interessen entgegen (E. 2.3).<br/>Gemäss § 233 Abs. 2 PBG gilt die Erschliessungsvorschrift von Abs. 1 nur für Umbauten und Nutzungsänderungen, durch die von den bisherigen Verhältnissen wesentlich abgewichen wird. Die Aufstockung eines Attikageschosses führt zu einer neuen Wohneinheit, nicht jede zusätzliche Wohneinheit führt aber zu einer wesentlichen Änderung der bisherigen Verhältnisse. Liegt keine wesentliche Änderung vor, sind auch die Erschliessungsverhältnisse nicht neu zu prüfen (E. 3.2). Erhebliche polizeiliche Missstände im Sinn von § 358 PBG wurden nicht genügend substanziiert, es müssen keine Verbesserungen angeordnet werden (E. 3.3).<br/>Abweisung. Keine Zusprechung einer Parteientschädigung an die kommunale Baubehörde (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ATTIKAGESCHOSS">ATTIKAGESCHOSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSTOCKUNG">AUFSTOCKUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNÃTZUNG">AUSNÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESITZSTANDSGARANTIE">BESITZSTANDSGARANTIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)">ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERWEITERUNG">ERWEITERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHBARLICHE INTERESSEN">NACHBARLICHE INTERESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIENTSCHÃDIGUNG">PARTEIENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 233 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 255 Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">§ 357 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 358 PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 3 BZO Thalwil</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschluss vom 16. Dezember 2004 erteilte die Baukommission Thalwil der Krankenkasse D unter anderem die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Aufstockung eines Mehrfamilienhauses um ein Attikageschoss auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse in Thalwil.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese Baubewilligung gelangten A und B mit Rekurs an die Baurekurskommission II und beantragten, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die nachgesuchte Bewilligung zu verweigern, eventualiter sei die Sache an die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde zur ErgÃ¤nzung und Neuentscheidung zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baurekurskommission II wies den Rekurs, soweit sie darauf eintrat, mit Entscheid vom 13. Dezember 2005 ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 7. Februar 2006 liessen A und B dem Verwaltungsgericht beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die nachgesuchte Bewilligung zu verweigern, eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur ErgÃ¤nzung und Neuentscheidung zurÃ¼ckzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerschaft. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins ersucht.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission II schloss auf Abweisung der Beschwerde, wÃ¤hrend sich die Krankenkasse D nicht vernehmen liess. Die Baukommission Thalwil liess mit Beschwerdeantwort vom 18. April 2006 die Abweisung der Beschwerde beantragen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrenden.</p> <p class="Urteilstext">Die Bauherrschaft beantragte am 27. April 2006 eine BeschrÃ¤nkung der aufschiebenden Wirkung. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 4. Mai 2006 wurde A und B sowie der Baukommission Thalwil Frist angesetzt, um zu diesem Gesuch Stellung zu nehmen.</p> <p class="Urteilstext">Die Parteivorbringen sowie die ErwÃ¤gungen der Vorinstanz werden, soweit rechtserheblich, im Rahmen der nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss Art. 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der gegen den Entscheid der Baurekurskommission gerichteten Beschwerde zustÃ¤ndig.</p> <p class="Urteilstext">Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die rechtzeitige Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Das von der Bauherrschaft am 27. April 2006 gestellte Gesuch um BeschrÃ¤nkung der aufschiebenden Wirkung wird mit dem heutigen Endentscheid gegenstandslos, weshalb nicht mehr darÃ¼ber zu befinden ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden stellen vor Verwaltungsgericht ein Gesuch betreffend DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins. Ein Augenschein ist jedoch nur erforderlich, wenn die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse unklar sind und anzunehmen ist, die Parteien kÃ¶nnten durch ihre Darlegungen auf dem Lokal Wesentliches zur KlÃ¤rung beitragen (vgl. RB 1995 Nr. 12, E. 1, mit weiteren Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrer begrÃ¼nden die Notwendigkeit einer Augenscheinsverhandlung vor allem damit, dass sich die Frage der hinreichenden und verkehrssicheren Erschliessung des BaugrundstÃ¼cks ohne genaue Kenntnisse der Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse nicht schlÃ¼ssig beantworten lasse, und auch die im Rahmen von § 357 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) vorzunehmende InteressenabwÃ¤gung setze voraus, dass das Gericht mit den Ãrtlichkeiten vertraut sei.</p> <p class="Urteilstext">Es ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Kritikpunkte mit einem Augenschein besser ermittelt werden kÃ¶nnten als durch andere Hilfsmittel. Ein Augenschein kann allenfalls dazu beitragen, Unklarheiten zu beseitigen, wie z.B. die Ã¤sthetische und/oder gestalterische Wirkung eines Umbaus oder die Nutzung von RÃ¤umen. Das ist jedoch nur erforderlich, wenn konkrete Hinweise auf Unklarheiten bestehen. Solche Hinweise sind hier nicht vorhanden und werden auch von den BeschwerdefÃ¼hrenden nicht substanziiert vorgebracht. Der massgebliche Sachverhalt geht mithin hinreichend aus den Akten (samt Fotografien, BauplÃ¤nen) sowie dem Geografischen Informationssystems des Kantons ZÃ¼rich im Internet (www.gis.zh.ch) hervor, weshalb sich ein Augenschein des Verwaltungsgerichts erÃ¼brigt (VGr, 19. Oktober 2005, VB.2004.00252, E. 1.2, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden rÃ¼gen eine Verletzung von § 357 PBG und halten daran fest, dass durch das Bauvorhaben neu bzw. weiter gehend gegen Bauvorschriften verstossen werde, und dass der Aufstockung zudem auch Ã¼berwiegende nachbarliche Interessen entgegenstehen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Soweit im Rahmen der Anwendung von § 357 Abs. 1 PBG eine InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen ist, steht den Gemeinden ein Ermessens- und Entscheidungsspielraum zu, welchen die Baurekurskommission zu beachten hat. Obschon ihr als RekursbehÃ¶rde gemÃ¤ss § 20 Abs. 1 VRG volle ÃberprÃ¼fungsbefugnis zusteht, hat sie sich bei der Ermessenskontrolle ZurÃ¼ckhaltung aufzuerlegen und darf nicht einfach eine vertretbare ErmessensausÃ¼bung der kommunalen BaubewilligungsbehÃ¶rde durch ihre eigene ersetzen (RB 1981 Nr. 20; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 20 N. 17 ff.). Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen von vornherein nur Rechtsverletzungen im Sinn von § 50 Abs. 2 VRG sowie gemÃ¤ss § 51 VRG eine fÃ¼r den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>GemÃ¤ss § 357 Abs. 1 PBG dÃ¼rfen bestehende Bauten und Anlagen, die den Bauvorschriften widersprechen, umgebaut, erweitert und, sofern sie sich fÃ¼r eine zonengemÃ¤sse Nutzung nicht eignen, anderen Nutzungen zugefÃ¼hrt werden, wenn keine Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen oder nachbarlichen Interessen entgegenstehen; fÃ¼r neue oder weiter gehende Abweichungen von Vorschriften bleiben die erforderlichen Ausnahmebewilligungen vorbehalten. Diese so genannte erweiterte Besitzstandsgarantie (Konrad Willi, Die Besitzstandsgarantie fÃ¼r vorschriftswidrige Bauten und Anlagen innerhalb der Bauzonen, ZÃ¼rich 2003, S. 70 f.) schÃ¼tzt unter dem bisherigen Recht errichtete Bauten nicht nur in ihrem bisherigen Bestand, sondern lÃ¤sst neben NutzungsÃ¤nderungen auch Umbauten und Erweiterungen zu, ohne dass ihr Umfang ausdrÃ¼cklich beschrÃ¤nkt wird.</p> <p class="Erwgung2">Das umstrittene Bauvorhaben umfasst die Erweiterung des bestehenden vorschriftswidrigen GebÃ¤udes und keinen Ersatz der bisherigen Bausubstanz. Geplant ist unter anderem die Aufstockung mit einem Attikageschoss als Dachgeschoss. Das GrundstÃ¼ck befindet sich in der Zone WG3 (dreigeschossige Wohnzone mit Gewerbeerleichterung) mit einer maximalen AusnÃ¼tzungsziffer von 60 % und einem maximalen Zuschlag fÃ¼r Gewerbe von 10 % gemÃ¤ss Art. 3 der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Thalwil vom 15. September 2000 (BZO). Die massgebliche GrundflÃ¤che betrÃ¤gt 727 m<sup>2</sup>, womit eine maximale AusnÃ¼tzung von 436,2 m<sup>2</sup> (145,4 m<sup>2</sup> je Vollgeschoss) zulÃ¤ssig ist. Das geplante Dachgeschoss hat eine FlÃ¤che von 143,4 m<sup>2</sup>.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, dass sich die hÃ¶chstzulÃ¤ssige WohnflÃ¤che auf dem streitbetroffenen BaugrundstÃ¼ck auf insgesamt 726,66 m<sup><span>2 </span></sup>belaufe. Jede darÃ¼ber hinausgehende Wohnnutzung stelle damit einen verpÃ¶nten Verstoss gegen die einschlÃ¤gigen AusnÃ¼tzungsvorschriften dar bzw. bewirke eine unzulÃ¤ssige Ãbernutzung des BaugrundstÃ¼cks. Die streitbetroffene Liegenschaft wiese mit der Aufstockung WohnflÃ¤chen von insgesamt rund 810 m<sup><span>2</span></sup> bzw. 860 m<sup><span>2</span></sup> (mit WintergÃ¤rten) auf.</p> <p class="Urteilstext">Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, ist das Dachgeschoss nur an die AusnÃ¼tzungsziffer anrechenbar, soweit es je Geschoss die FlÃ¤che Ã¼berschreitet, die sich bei gleichmÃ¤ssiger Aufteilung der gesamten zulÃ¤ssigen AusnÃ¼tzung auf die zulÃ¤ssige Vollgeschosszahl ergebe (§ 255 Abs. 2 PBG). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die neue WohnflÃ¤che im Dachgeschoss fÃ¼hrt deshalb nicht dazu, dass zusÃ¤tzlich gegen die bereits Ã¼berschrittene AusnÃ¼tzungsziffer verstossen wird. Davon ist das Verwaltungsgericht bereits in einem Entscheid vom 8. Mai 2006 ausgegangen (VB.2005.00585 und VB.2005.00588, <span>www.vgrzh.ch)</span>. An dieser Rechtsprechung ist festzuhalten. Der von den BeschwerdefÃ¼hrenden zitierte Entscheid BEZ 2003 Nr. 23 ist auf den konkreten Fall nicht anwendbar, handelt es sich in diesem Entscheid doch um ein bereits Ã¼bergeschossiges und damit vorschriftswidriges GebÃ¤ude, dessen Ausbau mit einem zusÃ¤tzlichen anrechenbaren Geschoss zweifellos eine weiter gehende Abweichung darstellt.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Ãnderungen an vorschriftswidrigen Bauten und Anlagen sind des Weiteren gemÃ¤ss § 357 Abs. 1 PBG nur unter der Voraussetzung zulÃ¤ssig, dass ihnen keine Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen oder nachbarlichen Interessen entgegenstehen; so hinsichtlich WohnqualitÃ¤t (Belichtung und Besonnung) und der ideellen Immissionen (welche bei massiven Abstandsunterschreitungen in die Beurteilung miteinzubeziehen sind). Die Schranke der Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen Interessen ist vorliegend nicht von Bedeutung und nicht jedes beliebige nachbarliche Interesse lÃ¤sst sich einem Bauvorhaben im Sinn von § 357 Abs. 1 PBG entgegenhalten. Eine Bewilligungsverweigerung kommt nur dort in Betracht, wo die nachbarlichen Interessen jene der Bauherrschaft Ã¼berwiegen, wobei im konkreten Einzelfall eine InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen ist (Willi, S. 119 f.; Christoph Fritsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, S. 17-9).</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden sehen ihre nachbarlichen Interessen durch das oberirdische Bauvolumen gefÃ¤hrdet. Durch die Verletzung der AusnÃ¼tzungsziffer sei beim bestehenden GebÃ¤ude eine LÃ¤nge von 21 m mÃ¶glich, bei einem Neubau hingegen wÃ¤re die GebÃ¤udelÃ¤nge auf 15 m beschrÃ¤nkt. Ein neues GebÃ¤ude wÃ¤re damit um einiges kÃ¼rzer als die Altbaute, womit sich die seitlichen DurchblicksmÃ¶glichkeiten deutlich verbessern wÃ¼rden.</p> <p class="Urteilstext">Ebenso beachtlich ist aber der Umstand, dass durch das vorliegende Projekt die maximale GebÃ¤udehÃ¶he massiv unterschritten wird. DiesbezÃ¼glich kann zustimmend auf die zutreffende ErwÃ¤gung der Vorinstanz verwiesen werden (Rekursentscheid, E. 4.3; § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG). Es erscheint nachvollziehbar, dass sich ein lÃ¤ngeres GebÃ¤ude weniger stÃ¶rend auf Aussicht, Belichtung und Besonnung auswirkt, als ein hÃ¶heres GebÃ¤ude. Dazu kommt, dass sich zwischen dem GrundstÃ¼ck der BeschwerdefÃ¼hrenden und dem streitbetroffenen Bauvorhaben eine bisher unÃ¼berbaute Parzelle (Kat.-Nr. 02) befindet; ein allfÃ¤lliger Neubau wÃ¼rde das streitbetroffene GebÃ¤ude zumindest teilweise verdecken, soweit dies nicht bereits durch das GebÃ¤ude der M-Strasse geschehen ist. Im Ãbrigen ist die Parzelle der BeschwerdefÃ¼hrenden 25 m von der streitbetroffenen Baute entfernt. Insgesamt erscheint die Auffassung der Vorinstanz und deren WÃ¼rdigung von § 357 Abs. 1 PBG nicht rechtsverletzend.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden rÃ¼gen des Weiteren eine ungenÃ¼gende und verkehrsgefÃ¤hrdende Erschliessung der Bauparzelle. In engem sachlichen Zusammenhang mit dieser RÃ¼ge steht auch der Vorwurf, dass die Vorinstanz den massgeblichen Sachverhalt unrichtig festgestellt habe.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Bei der Beurteilung der hinreichenden strassenmÃ¤ssigen Erschliessung steht der Gemeinde ein von der Rekursinstanz zu beachtender Ermessensspielraum zu (RB 1986 Nr. 13). Trotz ihrer umfassenden PrÃ¼fungsbefugnis (§ 20 VRG) ersetzen die Rekursinstanzen die ErmessensausÃ¼bung nicht durch ihre eigene. Sie prÃ¼fen deshalb lediglich, ob der angefochtene Entscheid auf einer richtigen und vollstÃ¤ndigen Feststellung der massgeblichen SachumstÃ¤nde beruht und ob die bewilligte ErschliessungslÃ¶sung als verkehrssicher und unter dem Gesichtswinkel der ZweckmÃ¤ssigkeit als vertretbar erscheint. Dem Verwaltungsgericht steht wiederum nur Rechts- und Sachverhaltskontrolle zu (§ 50 f. VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>GemÃ¤ss § 233 Abs. 1 PBG dÃ¼rfen Bauten und Anlagen nur auf GrundstÃ¼cken erstellt werden, die baureif sind oder deren Baureife auf die Fertigstellung oder, wo die VerhÃ¤ltnisse es erfordern, bereits auf den Baubeginn hin gesichert ist. Nach § 234 PBG ist ein GrundstÃ¼ck baureif, wenn es erschlossen ist und wenn durch die bauliche Massnahme keine noch fehlende oder durch den Gemeinderat beantragte planungsrechtliche Festlegung nachteilig beeinflusst wird. § 236 Abs. 1 PBG verlangt unter dem Randtitel "Erschliessung", dass ein GrundstÃ¼ck fÃ¼r die darauf vorgesehenen Bauten und Anlagen genÃ¼gend zugÃ¤nglich ist. Hinreichende ZugÃ¤nglichkeit bedingt in tatsÃ¤chlicher Hinsicht eine der Art, Lage und Zweckbestimmung der Bauten und Anlagen entsprechende Zufahrt fÃ¼r Fahrzeuge der Ã¶ffentlichen Dienste und der BenÃ¼tzer (§ 237 Abs. 1 PBG). Zufahrten sollten fÃ¼r jedermann verkehrssicher sein. Der Regierungsrat erlÃ¤sst Ã¼ber die Anforderungen Zugangsnormalien (§ 237 Abs. 2 PBG). Diese sind richtunggebend, indem sie zeigen, was Fachleute bei durchschnittlichen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen fÃ¼r angemessen halten (RB 1984 Nr. 100 = BEZ 1985 Nr. 5, mit weiteren Hinweisen). Anwendbar sind vorliegend die Vorschriften Ã¼ber den Zufahrtsweg. Dieser ist zur Erschliessung von bis zu 10 Wohneinheiten geeignet und muss eine Breite von 3 bis 3,5 m aufweisen (Anhang zu den Zugangsnormalien vom 9. Dezember 1987).</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 233 Abs. 2 PBG gilt die Vorschrift von Abs. 1 nur fÃ¼r Umbauten und NutzungsÃ¤nderungen, durch die von den bisherigen VerhÃ¤ltnissen <i>wesentlich</i> abgewichen wird. Die Aufstockung eines Attikageschosses fÃ¼hrt zu einer neuen Wohneinheit; nicht jede zusÃ¤tzliche Wohneinheit fÃ¼hrt aber zu einer wesentlichen Ãnderung der bisherigen VerhÃ¤ltnisse im Sinn von § 233 Abs. 2 PBG, welche die genÃ¼gende ZugÃ¤nglichkeit des BaugrundstÃ¼cks erneut in Frage zu stellen vermÃ¶chte (RB 1997 Nr. 83). Inwiefern die zusÃ¤tzliche Wohneinheit auf dem streitbetroffenen GrundstÃ¼ck eine neue Erschliessungssituation verursachen kÃ¶nnte, ist nicht ersichtlich. Liegt aber keine wesentliche Ãnderung vor, sind auch die ErschliessungsverhÃ¤ltnisse nicht neu zu prÃ¼fen und ein Augenschein â auch der Vorinstanz â ist somit unnÃ¶tig. Die diesbezÃ¼glichen RÃ¼gen der BeschwerdefÃ¼hrenden erweisen sich damit als unbegrÃ¼ndet.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen weiter geltend, dass die erforderlichen Sichtweiten nicht eingehalten werden. Nach Auffassung der Vorinstanz â die von den BeschwerdefÃ¼hrenden nicht bestritten wird â handelt es sich hierbei um die Ausfahrt aus der Unterniveaugarage. Diese bereits erstellte Ausfahrt fÃ¤llt â wie der Rest des GebÃ¤udes â unter die Besitzstandsgarantie gemÃ¤ss § 357 Abs. 1 PBG. Es handelt sich beim streitbetroffenen Bauvorhaben nicht um eine neubauÃ¤hnliche Umgestaltung. An der Unterniveaugarage und an der Ausfahrt werden keine baulichen VerÃ¤nderungen vorgenommen.</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 358 PBG kÃ¶nnen Verbesserungen unabhÃ¤ngig von Ãnderungsbegehren des GrundeigentÃ¼mers angeordnet werden, wenn dadurch erhebliche polizeiliche MissstÃ¤nde beseitigt werden. Verbesserungsanordnungen mÃ¼ssen dem Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit entsprechen und im Ã¶ffentlichen Interesse liegen (Fritsche/BÃ¶sch, S. 17-11). Nach der mit § 358 PBG kodifizierten polizeilichen Generalklausel darf bzw. muss die BaubehÃ¶rde â auch ausserhalb eines Bewilligungsverfahrens â jederzeit gegen polizeiliche MissstÃ¤nde einschreiten, jedoch nur, soweit diese erheblich sind. Ein polizeilicher Missstand ist etwas Unwillkommeneres, Gravierenderes als ein blosser Widerspruch zu einer Vorschrift, eine Verletzung derselben, ein Verstoss dagegen. Es muss sich immer um eine Gefahr fÃ¼r Leib und Leben oder fÃ¼r bedeutende SachgÃ¼ter handeln. Beispiele fÃ¼r eine Gefahr fÃ¼r Leib und Leben sind Krankheiten (z.B. infolge GewÃ¤sserverschmutzung, Kehrrichtablagerung sowie LÃ¤rm), herunterstÃ¼rzende Bauteile (verursacht durch ungenÃ¼gende Statik, Ã¼bermÃ¤ssige AbnÃ¼tzung, Natureinwirkung, Feuer, Stromschlag usw.). Wo eine Unfallgefahr besteht, sind oft auch SachgÃ¼ter gefÃ¤hrdet (vgl. zum Ganzen Rudolf Kappeler, Die baurechtliche Regelung bestehender GebÃ¤ude, ZÃ¼rich 2001, Rz. 3006 f.).</p> <p class="Urteilstext">Vorliegend wurden die polizeilichen MissstÃ¤nde von den BeschwerdefÃ¼hrenden nicht genÃ¼gend substanziiert. Es ist weder ersichtlich, worin die Gefahr fÃ¼r Leib und Leben sowie fÃ¼r bedeutende SachgÃ¼ter bestehen soll, noch wurden konkrete VorfÃ¤lle von den BeschwerdefÃ¼hrenden benannt. Eine wesentliche Abweichung von den bisherigen VerhÃ¤ltnissen (vgl. E. 3.2) liegt nicht vor, weshalb die Ausfahrt ebenfalls unter die Besitzstandsgarantie fÃ¤llt. Die diesbezÃ¼gliche RÃ¼ge der BeschwerdefÃ¼hrenden geht deshalb fehl.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zusammenfassend erweisen sich die EinwÃ¤nde der BeschwerdefÃ¼hrenden als unbegrÃ¼ndet. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten hÃ¤lftig und unter solidarischer Haftung den BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen von vornherein nicht zu. Eine solche EntschÃ¤digung ist indessen auch den obsiegenden Beschwerdegegnerinnen nicht zuzusprechen. Stehen sich in einem Beschwerdeverfahren wie dem vorliegenden private Parteien gegenÃ¼ber, ist es primÃ¤r deren Aufgabe, ihre Standpunkte zu vertreten und zu verteidigen. Das die Baubewilligung erteilende Gemeinwesen hat dabei meist keine eigenen Interessen wahrzunehmen; vorbehalten sind FÃ¤lle, in denen es in besonderer Weise betroffen ist, beispielsweise wenn die Aufhebung einer Bewilligung durch die Vorinstanz eine kommunale Regelung oder Planung in Frage stellt. Dementsprechend geht auch das Gesetz davon aus, dass die Verpflichtung zur Leistung einer ParteientschÃ¤digung in der Regel zulasten der unterliegenden privaten Partei geht (§ 17 Abs. 3 VRG). Es ist deshalb folgerichtig, auch dem an der Seite einer privaten Beschwerdegegnerin obsiegenden Gemeinwesen in der Regel keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (vgl. auch die Rechtsprechung der Baurekurskommissionen in BEZ 2005 Nr. 15). Die private Beschwerdegegnerin hat sich nicht vernehmen lassen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 6).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss entscheidet<span> die Kammer</span>:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 150.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'150.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je hÃ¤lftig und unter solidarischer Haftung auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>