Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 4. Dezember 2020 (460 20 56) ____________________________________________________________________ Strafrecht Gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl etc. Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.), Richterin Helena Hess, Richter Markus Mattle, Richter Dominique Steiner; Gerichtsschreiberin Manuela Illgen Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde und Berufungsklägerin Privatklägerschaft gegen A.____, vertreten durch Advokat Dr. Simon E. Schweizer, Hauptstrasse 40, 4450 Sissach, Beschuldigter und Berufungskläger B.____, vertreten durch Advokat Dr. Andreas Bernoulli, Theodorsgraben 4, 4058 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger C.____, vertreten durch Advokat Gabriel Giess, , Oberwilerstrasse 3, 4123 Allschwil, Beschuldigter und Anschlussberufungskläger Gegenstand Gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl etc. Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 18. März 2020 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel -Landschaft (nachfolgend: Strafgericht) vom 18. März 2020 wurde A.____ des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfa- chen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie der mehrfachen rechtswidrigen Einreise schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, unter An- rechnung der vom 23. November 2018 bis zum 18. März 2020 ausgestandenen Untersu- chungshaft sowie des verbüssten vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 481 Tagen, verur- teilt (Dispositiv-Ziffer 1.1). Hingegen wurde A.____ in den Fällen 1-7 gemäss Anklageschrift vom Vorwurf des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschä- digung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie vom Vorwurf der mehrfachen rechtswid- rigen Einreise, angeblich begangen am 15. und 17. November 2018, freigesprochen (Dispo- sitiv-Ziffer 1.2). Im Weiteren wurde der Beurteilte für die Dauer von 12 Jahren des Landes verwiesen, wobei die Eintragung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem angeordnet wurde (Dispositiv-Ziffer 1.3). Ferner wurden A.____ die ihn betreffenden Verfah- renskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 12'443.60, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 700.-- sowie der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.--, im Umfang von 2/3 auferlegt, während 1/3 dieser Kosten zulasten des Staates ging (Dispo- sitiv-Ziffer 8.1). Zu guter Letzt wurde dem amtlichen Verteidiger von A.____, Advokat Dr. Si- mon E. Schweizer, ein Honorar von Fr. 7'030.65 (inkl. Auslagen und MwSt.) aus der Ge- richtskasse entrichtet, unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung des Beurteilten ge- mäss Art. 135 Abs. 4 der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (Straf- prozessordnung, StPO; SR 312.0) in Bezug auf 2/3 des Honorars, also Fr. 4'687.10 (Dispo- sitiv-Ziffer 7.1). Sodann wurde B.____ des gewerbs - und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 4 Monaten verurteilt, unter Anrechnung der vom 23. No- vember 2018 bis zum 14. März 2019 (recte: 18. März 2020) ausgestandenen Untersuchungs- haft sowie des verbüssten vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 481 Tagen (Dispo sitiv- Ziffer 2.1). Hingegen wurde B.____ in den Fällen 1 -7 gemäss Anklageschrift vom Vorwurf des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs freigesprochen (Dispositiv-Ziffer 2.2). Zudem wurde der Beurteilte für die Dauer von 8 Jahren des Landes verwiesen, wobei die Eintragung der Lan- desverweisung im Schengener Informationssystem angeordnet wurde (Dispositiv-Ziffer 2.3). Überdies wurden B.____ die ihn betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 11'663.59, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1'200.-- sowie der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000. --, im Umfang von 2/3 auferlegt, während 1/3 dieser Kosten zulasten des Staates ging (Dispositiv-Ziffer 8.2). Endlich wurde dem amt- lichen Verteidiger von B.____, Advokat Dr. Andreas Bernoulli, ein Honorar von Fr. 18'132.65 (inkl. Auslagen, ohne MwSt.) aus der Gerichtskasse entrichtet, unter Vorbehalt der Rückzah- lungsverpflichtung des Beurteilten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO in Bezug auf 2/3 des Hono- rars, das heisst Fr. 12'088.40 (Dispositiv-Ziffer 7.2). Des Weiteren wurde C.____ von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen (Dispositiv-Ziffer 3), und es wurde ihm gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO eine Genugtuung von Fr. 12'025.-- zugesprochen (Dispositiv-Ziffer 4). Die C.____ betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 12'166.59, den Kosten des Zwangsmassnahmen- gerichts von Fr. 850.-- sowie der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.--, wurden vollumfänglich dem Staat auferlegt (Dispositiv-Ziffer 8.3). Dem amtlichen Verteidiger von C.____, Advokat Gab- riel Giess, wurde ein Honorar von Fr. 18'132.65 (inkl. Auslagen und MwSt.) aus der Gerichts- kasse entrichtet (Dispositiv-Ziffer 7.3). Zudem behandelte das Strafgericht in Dispositiv-Ziffer 5 die verschiedenen, alle drei Beschul- digten betreffenden Zivilklagen, wobei es diese entweder abwies oder auf den Zivilweg ver- wies, mit den nachstehenden Ausnahmen: A.____ und B.____ wurden in solidarischer Haf- tung verurteilt, D.____ Fr. 200.-- als Schadenersatz zu bezahlen; die Mehrforderung wurde auf den Zivilweg verwiesen (Fall 12 der Anklageschrift). Ebenso wurden die beiden genann- ten Beschuldigten in solidarischer Haftung verurteilt, E.____ Fr. 200.-- als Schadenersatz zu bezahlen (Fall 14 der Anklageschrift). In gleicher Weise wurden A.____ und B.____ in soli- darischer Haftung verurteilt, der F.____ AG Fr. 695.-- sowie G.____ Fr. 200.-- als Schaden- ersatz zu bezahlen (Fall 20 der Anklageschrift). Schliesslich entschied die Vorinstanz in Dis- positiv-Ziffer 6 über die verschiedenen Beschlagnahmegüter. Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgend aufgeführten Anträge der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. B. Gegen das obgenannte Urteil des Strafgerichts vom 18. März 2020 meldeten die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung (nachfolgend: Staatsan- waltschaft), mit Eingabe vom 20. März 2020, der Beschuldigte A.____ mit Schreiben vom 4. Februar 2020 (recte wohl: 4. April 2020) sowie der Beschuldigte B.____ mit Eingabe vom 27. März 2020 die Berufung an. In der Folge übermittelten sämtliche Berufungskläger dem Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), ihre Berufungserklärung, nämlich die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 4. Mai 2020, der Be- schuldigte A.____ mit Eingabe vom 23. April 2020 und der Beschuldigte B.____ mit Schrei- ben vom 28. April 2020. Zudem erklärten der Beschuldigte A.____ mit Eingabe vom 20. Mai 2020 und der Beschuldigte C.____ mit Schreiben vom 29. Mai 2020 die Anschlussberufung. C. Die Staatsanwaltschaft stellte in ihrer bereits summarisch begründeten Berufungs- erklärung vom 4. Mai 2020 in Bezug auf den Beschuldigten A.____ die Rechtsbegehren, (1.) dieser sei in teilweiser Abänderung von Dispositiv -Ziffer 1.1 des vorinstanzlichen Urteils zu einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren zu verurteilen, (2.) zudem sei der Beschuldigte in Abän- derung von Dispositiv-Ziffer 1.2 des strafgerichtlichen Entscheids in den Fällen 1-7 gemäss Anklageschrift des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschä- digung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig zu erklären. In Bezug auf den Beschuldigten B.____ begehrte die Staatsanwaltschaft, (1.) dieser sei in teilweiser Abände- rung von Dispositiv-Ziffer 2.1 des vorinstanzlichen Erkenntnisses zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu verurteilen, (2.) überdies sei der Beschuldigte in Abänderung von Dispositiv - Ziffer 2.2 des Urteils der Vorins tanz in den Fällen 1 -7 gemäss Anklageschrift des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig zu erklären, (3.) schliesslich sei der Beschuldigte B.____ in teilweiser Abänderung vo n Dispositiv-Ziffer 2.3 des strafgerichtlichen Urteils für die Dauer von 12 Jahren des Landes zu verweisen. In Bezug auf den Beschuldigten C.____ beantragte die Staatsanwaltschaft, (1.) dieser sei in Aufhebung von Dispositiv -Ziffer 3 des Urteils des Strafgerichts im Sinne der Anklage des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehr- fachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig zu erklären und zu einer Freiheitsstrafe von 4 ¼ Jahren zu verurteilen, unter Anrechnung der ausgestan- denen Untersuchungs- und Sicherheitshaft, (2.) zudem sei der Beschuldigte für die Dauer von 12 Jahren obligatorisch des Landes zu verweisen, wobei die Landesverweisung im Schengener Informationssystem einzutragen sei, (3.) im Übrigen sei Dispositiv -Ziffer 4 des vorinstanzlichen Urteils betreffend die Ausrichtung einer Genugtuung aufzuheben, (4.) schliesslich seien dem Beschuldigten C.____ in Abänderung von Dispositiv -Ziffer 8.3 des strafgerichtlichen Entscheids die Verfahrenskosten aufzuerlegen. D. Demgegenüber stellte der Beschuldigte A.____ sowohl in seiner bereits summa- risch begründeten Berufungserklärung vom 23. April 2020 als auch in seiner Berufungsbe- gründung vom 15. Juli 2020 sowie in seiner Anschlussberufungserklärung vom 20. Mai 2020 Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Rechtsbegehren, (1.) er sei in teilweiser Aufhebung bzw. Abänderung der Dispositiv-Zif- fern 1.1 und 1.2 des vorinstanzlichen Urteils auch in den Fällen 11-14 gemäss Anklageschrift vom Vorwurf des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschä- digung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie vom Vorwurf der mehrfachen rechtswid- rigen Einreise freizusprechen und zu einer Freiheitsstrafe von höchstens 3 Jahren zu verur- teilen, unter Anrechnung von Untersuchungshaft und vorzeitigem Strafvollzug, (2.) im Weite- ren seien die Zivilforderungen von D.____ (Fall 12) und E.____ (Fall 14) abzuweisen, (3.) schliesslich seien dem Beschuldigten die Verfahrenskosten in Abänderung von Dispositiv - Ziffer 8.1 des Urteils der Vorinstanz nur zur Hälfte aufzuerlegen, (4.) unter Be willigung der amtlichen Verteidigung im kantonsgerichtlichen Verfahren sowie (5.) unter o/e-Kostenfolge. E. Der Beschuldigte B.____ begehrte in seiner Berufungserklärung vom 28. April 2020 wie auch in seiner Berufungsbegründung vom 20. Juli 2020, (1.) er sei in den zur Anklage gebrachten Fällen 8 -14 vom Vorwurf des Diebstahls bzw. des versuchten Diebstahls, der Sachbeschädigung sowie des Hausfriedensbruchs freizusprechen (Modifikation von Ziffer 1 der Berufungserklärung gemäss Berufungsbegründung) und dements prechend seien auch die ihm in den Fällen 12 und 14 auferlegten Schadenersatzleistungen aufzuheben, (2.) der Beschuldigte B.____ sei für seine Mittäterschaft in den zur Anklage gebrachten Fällen 15-20 des mehrfachen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädig ung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe mit bedingtem Voll- zug, eventuell zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe, zu verurteilen (Modifikation von Ziffer 2 der Berufungserklärung gemäss Berufungsbegründu ng), wobei der Beschuldigte zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe auch dann zu verurteilen sei, wenn Schuldsprüche wegen Dieb- stahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs in weiteren Fällen bestätigt werden soll- ten, (3.) es sei davon abzusehen, die für die Dauer von 8 Jahren ausgesprochene Landes- verweisung im Schengener Informationssystem einzutragen, (4.) unter o/e -Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht begehrte B.____ die Gewährung der amtlichen Verteidigung im zweitinstanzlichen Verfahren. F. Der Beschuldigte C.____ sodann beantragte in seiner Anschlussberufungserklä- rung vom 29. Mai 2020, (1.) es sei Dispositiv-Ziffer 4 des Urteils des Strafgerichts aufzuheben und dem Beschuldigten sei eine angemessene Genugtuung in der Höhe von Fr. 72'900. -- (486 Tage multipliziert mit Fr. 150.--), zuzüglich Zins von 5% seit mittlerem Verfall, zuzuspre- chen, (2.) die Berufung der Staatsanwaltschaft sei vollumfänglich abzuweisen, (3.) unter o/e- Kostenfolge zu Lasten des Staates. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Mit verfahrensleitendem Entscheid des Kantonsgerichts vom 23. März 2020 wurde unter anderem C.____ nach summarischer Prüfung der Akten unverzüglich aus der Sicher- heitshaft entlassen und es wurde für das Berufungsverfahren die amtliche Verteidigung durch seinen Rechtsvertreter präsidialiter b ewilligt. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 12. Juni 2020 wurde unter anderem festgestellt, dass die Privatkläger weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben haben und es wurde allen drei Beschuldigten die amtliche Ver- teidigung mit ihrer jeweiligen Rechtsvertretung im zweitinstanzlichen Verfahren bewilligt (vgl. betreffend C.____ auch Ziffer 3 des Entscheids des Kantonsgerichts vom 23. März 2020). Mit weiterer kantonsgerichtlicher Verfügung vom 21. Juli 2020 wurde unter anderem konsta- tiert, dass die Staatsanwaltschaft auf eine Begründung ihrer Berufungserklärung vom 4. Mai 2020 verzichtet sowie dass der Beschuldigte A.____ seine Anschlussberufungserklärung vom 20. Mai 2020 zurückgezogen hat. Sodann wurden mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 12. Augus t 2020 die Staatsanwaltschaft und der Beschuldigte C.____ um Mitteilung ersucht, ob sie mit der Dispensation des Beschuldigten C.____ von der Teilnahme an der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung einverstanden sind. Schliesslich wurde mit Schluss- verfügung des Kantonsgerichts vom 26. August 2020 unter anderem der Schriftenwechsel geschlossen, und die Staatsanwaltschaft sowie die Beschuldigten A.____ und B.____ wur- den zur kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung geladen, währenddem der Beschuldigte C.____ zufolge Einverständnisses der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung vom persön- lichen Erscheinen vor dem Berufungsgericht dispensiert wurde. H. Anlässlich der vom 30. November 2020 bis zum 4. Dezember 2020 stattfindenden Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht erscheinen als Vertreter der Staatsanwaltschaft Staatsanwalt Matthias Walter, der Beschuldigte A.____ mit seinem Verteidiger, Advokat Dr. Simon E. Schweizer, der Beschuldigte B.____ mit seinem Verteidiger, Advokat Dr. An- dreas Bernoulli, sowie der Verteidiger des Beschuldigten C.____, Advokat Gabriel Giess. Die Parteien wiederholen ihre bisher in Schriftform gestellten Anträge (vgl. Prot. Hauptverhand- lung Kantonsgericht, S. 35 -42). Die Beschuldigten A.____ und B.____ werden sowohl zur Person als auch zur Sache eingehend befragt (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 10-35). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen I. Formelles Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Ge- richte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gestützt auf Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, ein- schliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen ange- fochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Vorliegend machen die Parteien sämtliche Rügegründe geltend. Die Legitimation der Staatsanwaltschaft zur Be- rufung bzw. Anschlussberufung ergibt sich aus Art. 381 Abs. 1 StPO, diejenige der Beschul- digten aus Art. 382 Abs. 1 StPO. Nach Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO ist die Berufung zunächst dem erstinstanzlichen Gericht innert 1 0 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Die Anschluss- berufung richtet sich sinngemäss nach Art. 399 Abs. 3 StPO (vgl. Art. 401 Abs. 1 StPO) und ist grundsätzlich nicht auf den Umfang der Hauptberufung beschränkt (vgl. Art. 401 Abs. 2 StPO). Sie ist innert 20 Tagen seit Empfang der Berufungserklärung schriftlich zu erklären (Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO). Aus den Akten ergibt sich, dass das Urteilsdispositiv des Strafgerichts den Parteien am 25. März 2020 schriftlich zugestellt worden ist. Mit ihren Berufungsanmeldungen vom 20. März 2020 (Staatsanwaltschaft), 4. April 2020 (A.____) und 27. März 2020 (B.____) ha- ben diese Parteien die zehntägige Frist gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO eingehalten. Auch die Fristen zur Berufungserklärung gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO wurden vorliegend gewahrt: Das begründete Urteil des Strafgerichts wurde der Staats anwaltschaft und A.____ am 17. April 2020 sowie B.____ am 20. April 2020 zugestellt und mit Datum vom 4. Mai 2020 (Staatsanwaltschaft), 23. April 2020 (A.____) und 28. April 2020 (B.____) haben diese Par- teien die Berufungserklärung beim Kantonsgericht eingereicht. Ebenso hat der Beschuldigte C.____ mit seiner Anschlussberufungserklärung vom 29. Mai 2020 die 20 -tägige Frist ge- mäss Art. 401 Abs. 1 i.V.m. Art. 399 Abs. 3 StPO und Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO eingehalten, wurde ihm doch die Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft vom 4. Mai 2020 am 14. Mai 2020 zugestellt. Was die Form betrifft, so erfüllen alle Eingaben der Parteien die Anforderun- gen von Art. 385 Abs. 1 StPO. Schliesslich ergibt sich die Zuständigkeit der Fünferkammer Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Kantonsgerichts, Abte ilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorlie- genden Rechtsmittel aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie § 15 Abs. 1 lit. b des kantonalen Einführungsgesetzes vom 12. März 2009 zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO; SGS 250). Es ist demnach auf die Berufungen der Staatsanwaltschaft sowie der Be- schuldigten A.____ und B.____ wie auch auf die Anschlussberufung des Beschuldigten C.____ einzutreten. II. Gegenstand der Berufungen und der Anschlussberufung Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO). Aufgrund des Gegenstandes der Berufungserklärungen der Staatsanwaltschaft vom 4. Mai 2020, des Beschuldigten A.____ vom 23. April 2020 sowie des Beschuldigten B.____ vom 28. April 2020 (samt dessen Modifikationen in der Berufungsbegründung vom 20. Juli 2020) wie auch der Anschlussbe- rufungserklärung des Beschuldigten C.____ vom 29. Mai 2020 steht vorliegend das gesamte Urteil des Strafger ichts vom 18. März 2020 im Streit, mit den nachfolgenden Ausnahmen: Landesverweisung für den Beschuldigten A.____ für die Dauer von 12 Jahren, wobei die Landesverweisung im Schengener Informationssystem eingetragen wird (Dispositiv -Ziffer 1.3); Landesverweisung für den Beschuldigten B.____ im Grundsatz (Dispositiv -Ziffer 2.3), nicht jedoch deren Dauer von 8 Jahren (Berufung der Staatsanwaltschaft) sowie deren Ein- tragung im Schengener Informationssystem (Berufung des Beschuldigten B.____); Abwei- sung der verschiedenen Zivilklagen oder deren Verweisung auf den Zivilweg (Dispositiv-Zif- fer 5); Verurteilung der Beschuldigten A.____ und B.____, im Fall 20 der F.____ AG Fr. 695.- - sowie G.____ Fr. 200.-- in solidarischer Haftung als Schadenersatz zu bezahlen (Dispositiv- Ziffer 5); Entscheide betreffend die Beschlagnahmegüter (Dispositiv-Ziffer 6); Festlegung der Entschädigungen an die amtlichen Verteidiger (Dispositiv -Ziffern 7.1, 7.2 und 7.3); Festle- gung der Höhe der Verfahrenskosten (Dispositiv -Ziffern 8.1, 8.2 und 8.3), nicht aber deren Auferlegung. Lediglich hinsichtlich Dispositiv-Ziffer 7.2 (Entschädigung des amtlichen Vertei- digers Dr. Andreas Bernoulli) ist anzufügen, dass ein separates Beschwerdeverfahren (470 20 85) bei der Beschwerdeinstanz hängig ist. Laut Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldigten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen wor- den ist (sog. Verbot der "reformatio in peius"). Diese Konstellation liegt in casu zufolge Beru- fung der Staatsanwaltschaft, welche sich insbesondere auf die Schuldsprüche sowie das Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Strafmass für die Beschuldigten bezieht, nicht vor. Entsprechend kann das Kantonsgericht das strafgerichtliche Urteil im vorliegenden Fall bestätigen, zu Gunst en der Beschuldigten mildern oder zu deren Lasten verschärfen. III. Die angefochtenen Punkte im Einzelnen 1. Gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigung so- wie mehrfacher Hausfriedensbruch, begangen durch A.____, B.____ und C.____ 1.1 In ihrer A nklageschrift vom 21. August 2019 wirft die Staatsanwaltschaft den drei Beschuldigten in allgemeiner Weise vor, sie hätten sich gemäss ihrem vorgefassten Plan und in der Hoffnung auf möglichst reiche Beute ab dem 6. November 2018 in der Absicht in die Schweiz begeben, hier in mittäterschaftlichem Zusammenwirken eine nicht näher bestimmte Vielzahl von Einbruchdiebstählen zu begehen. Die drei Beschuldigten hätten sich dabei in bandenmässigem Zusammenschluss vereint, so dass bei jedem der Beteiligten der Wille bestanden habe, inskünftig gemeinsam nach der Art einer Bande zur Verübung mehrerer selbstständiger, im Einzelnen noch unbestimmter Diebstähle zusammenzuwirken. Zudem hätten sich die drei Beschuldigten, alle ohne feste Arbeit, darauf eingestellt, inskünft ig bei allen sich bietenden Gelegenheiten nach der Art eines Berufes durch eine Vielzahl von Ein- bruchdiebstählen gegenüber einer zuvor noch nicht bestimmbaren Anzahl von Geschädigten namhafte Einkünfte zur Finanzierung des Lebensunterhaltes im Sinne eines eigentlichen Er- werbseinkommens zu erzielen. Bei ihren Einbruchdiebstählen seien die drei Beschuldigten grundsätzlich so vorgegangen, dass sie in der Regel unter Verwendung von Brech - bzw. Flachwerkzeugen und somit zumindest unter Inkaufnahme von Sachbeschä digungen die Fenster bzw. Türen der ausgewählten Liegenschaften gewaltsam aufgebrochen und sich so gegen den Willen der Berechtigten unrechtmässig Zutritt verschafft hätten. In den Gebäuden hätten sie die Räumlichkeiten und Behältnisse durchsucht, welche b ei Bedarf gewaltsam aufgebrochen worden seien, und jeweils in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht Bargeld, Schmuck etc. zum Nachteil der jeweiligen Geschädigten behändigt. In der Zeit vom 25. Ok- tober 2018, 18:00 Uhr, bis zum 24. November 2018, 01:00 Uhr, hätten die Beschuldigten insgesamt 20 Einbruchdiebstähle bzw. Versuche dazu in Wohnliegenschaften in den Kanto- nen Basel-Landschaft und Aargau verübt. Insgesamt sei den Beschuldigten ein Deliktsbetrag von Fr. 115'142.81 sowie ein Sachschaden von Fr. 38'405.50 anzulasten. Die Beschuldigten hätten sich demgemäss des gewerbs - und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig gemacht (vgl. S. 3- 13 der Anklageschrift). 1.2.1 Das Strafgericht ging in tatsächlicher Hinsicht zunächst mit der Vorbemerkung da- von aus, dass in sämtlichen Anklagefällen von der Richtigkeit der seitens der Geschädigten gemachten Angaben zu den jeweils gestohlen gemeldeten Wertgegenständen und den an- gegebenen Schadensbeträgen auszugehen sei (vgl. S. 5 des angefochtenen Urteils). In den Anklagefällen 1 (Tatort: […]; Tatzeit: 25. Oktober 2018, 18:00 Uhr, bis 8. November 2018, 16:00 Uhr), 2 (Tatort: […]; Tatzeit: 7. November 2018, 14:30-19:20 Uhr) und 3 (Tatort: […]; Tatzeit: 7. November 2018, 17:00-20:10 Uhr) hätten die Beschuldigten die Taten bestrit- ten. Zwar sei der Personenwagen von B.____ am 7. November 2018 um 18:28 Uhr bei der Ausreise über den Zollübergang H.____ erfasst worden und der Tatort im Fall 1 mit einer angegebenen Tatzeit von 16:00-18:00 Uhr befinde sich nur ca. 2 km davon entfernt. Zudem bestehe ein enger zeitlicher und räumlicher Zusammenhang zu den Anklagefällen 2 und 3, so dass von derselben Täterschaft in allen drei Fällen auszugehen sei. Hingegen liege mit Blick auf die hierzu gesicherte Schuhspur BL S18 -071 kein Originalschuhabdruck der Be- schuldigten vor, so dass eine Zuordnung zu einem der Beschuldigten gestützt auf die Schuh- sohlenvergleiche nicht möglich sei. Zudem werde diese Schuhspur gemäss Forensikbericht mit der Stufe 4 gemäss ENFSI bewertet, womit eine Übereinstimmung zu den in den Fällen 2, 4, 5, 7 und 13 sichergestellten Schuhspuren weder ausgeschlossen noch bestätigt werden könne. Dass die Täterschaft von A.____ und B.____ im Fall 13 nachgewiesen werden könne und im Fall 5 die DNA von C.____ am Tatort erhoben worden sei, ändere an der Beweiswür- digung nichts. Zwischen dem Fall 1 und dem Fall 13 könne gerade keine sichere Verbindung hergestellt werden. Weitere Belastungstatsachen, welche die Beschuldigt en mit der Tat in Verbindung bringen würden, fehlten. Als Fazit seien nicht sämtliche vernünftigen Zweifel an der Täterschaft der Beschuldigten auszuräumen, weshalb sie in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro reo" vom Vorwurf des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, der mehr- fachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs freizusprechen seien (vgl. S. 6 f. des angefochtenen Urteils). Die Taten gemäss Anklagefall 4 (Tatort: […]; Tatzeit: 14. November 2018, 16:30-17:55 Uhr) würden ebenfalls durch die Beschuldigten bestritten. Im Fahrzeug von B.____ sei zwar eine Quittung gefunden worden, welche den Kauf von zwei Paar Arbeitshandschuhen, einem Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schraubenzieher sowie vier Batterien im Baumarkt "I.____", F-J.____, erfolgt am 14. Novem- ber 2018 um 16:12 Uhr, belege. Zudem sei das Fahrzeug von B.____ am 14. November 2018 um 17:11 Uhr bei der Einreise über den Grenzübergang K.____ sowie gleichentags um 18.13 Uhr an derselben Stelle bei der Ausreise festgestellt worden. Die Fahrt vom Baumarkt zum Zollübergang dauere gemäss Routenplaner ungefähr eine Stunde und von dort bis zum Tatort weitere rund 20 Minuten. Da sich die Beschuldigten gemäss Überwachung am Grenz- übergang ungefähr eine Stunde in der Schweiz aufgehalten hätten, seien ihnen für die allfäl- lige Begehung des Einbruchs in L.____ bestenfalls 20 Minuten verblieben, was durchaus realistisch erscheine. Demgegenüber sei die Schuhspur BL S18 -071 nicht aussagekräftig. Aufgrund dieser Umstände sei die Begehung des Einbruchs durch die Beschuldigten, zumin- dest durch A.____ und B.____, zwar überwiegend wahrscheinlich, mit an Sicherheit gren- zender Wahrscheinlichkeit stehe dies jedoch nicht fest. Deshalb seien die Beschuldigten auch hier im Zweifel vom Vorwurf des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfrie- densbruchs freizusprechen (vgl. S. 7 f. des angefochtenen Urteils). Auch im Anklagefall 5 (Tatort: […]; Tatzeit: 15. November 2018, 18:00-19:20 Uhr) würden die Vorwürfe durch die Beschuldigten bestritten. Zwar sei am Tatort an der Aussenseite der Sitz- platztüre die DNA von C.____ erhoben worden, wobei es sich um ein komplexes Mischprofil mit mindestens vier Spurengebern handle und bei der Fundstelle zudem ein Textilmuster erkannt worden sei. Unter Hinweis auf die Urteile des Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 15. März 2016, SB.2015.10, Erw. 2.5, sowie der I. Strafkammer des Obergerichts des Kan- tons Zürich vom 28. Januar 2016, SB150444 -O/U, Erw. 14.4 f., welche sich zusammenfas- send für die Möglichkeit einer Sekundärübertragung von biologischem Material, insbeson- dere auf textilen Materialien wie Handschuhe oder andere Kleidungsstücke, aussprachen, sah es das Strafgericht zwar als erstellt an, dass einer der drei Beschuldigten die DNA von C.____ am Tatort deponiert habe, womit zumindest einer der drei Beschuldigten an diesem Einbruch beteiligt gewesen sei. Es könne jedoch nicht festgestellt werden, welcher der Be- schuldigten es gewesen sei, weshalb in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro reo" alle drei Beschuldigten von den Vorwürfen des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Haus- friedensbruchs freizusprechen seien (vgl. S. 8 f. des angefochtenen Urteils). Ebenso werde die Begehung des Einbruchs gemäss Anklagefall 6 (Tatort: […]; Tatzeit: 15. November 2018, 19:00 -19:10 Uhr) seitens der Beschul digten bestritten. Zwar bestehe eine grosse zeitliche und örtliche Nähe zum Tatort gemäss Anklagefall 5. Hieraus könne aber lediglich abgeleitet werden, dass einer der drei Beschuldigten im Fall 6 beteiligt gewesen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sein müsse, wobei nicht feststehe, welcher. Daher seien alle drei Beschuldigten vom Vorwurf des versuchten Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs freizuspre- chen (vgl. S. 9 des angefochtenen Urteils). Im Anklagefall 7 (Tatort: […]; Tatzeit: 17. November 2018, 18:45 -19:20 Uhr) liege ebenfalls ein Bestreiten der Beschuldigten vor. Das einzige Indiz der Schuhspur BL S18 -071, welche sich ebenso in den Fällen 1, 2, 4, 5 und 13 finden lasse, genüge indes keinesfalls, um den Beschuldigten die Teilnahme an diesem Einbruch rechtsgenüg end nachzuweisen. Darum seien sie vom Vorwurf des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs freizusprechen (vgl. S. 9 f. des angefochtenen Urteils). Sodann liege betreffend den Anklagefall 8 (Tatort: […]; Tatzeit: 19. November 2018, 06:50- 21:45 Uhr) ein (Teil-)Schuhabdruck, welcher formaltechnisch nicht von der Schuhsohle des linken Schuhs von A.____ unterschieden werden könne, und für welchen in der ENFSI-Skala eine Bewertung mit 3 erfolgt sei, vor, was die Spurenverursachung wahrschein lich mache. A.____ habe diesen Einbruch eingestanden, allerdings nicht angegeben, wer draussen Schmiere gestanden sei. Hinsichtlich einer möglichen Mittäterschaft von B.____ habe A.____ angegeben, dies nicht zu wissen. B.____ bestreite eine Tatbeteiligung. Für seine Täterschaft spreche aber, dass dessen Fahrzeug anlässlich dieses Einbruchs (wie auch der übrigen) benutzt worden sei. Überdies seien anlässlich der am 23. November 2018, 21:25 Uhr, am Grenzübergang H.____ durch das Grenzwachtkorps erfolgten Anhaltung neben A.____ auch C.____ und B.____ im Fahrzeug festgestellt worden, wobei letzterer das Fahrzeug gelenkt habe. Ebenfalls seien alle drei Beschuldigten schon mit diesem Fahrzeug zusammen von F- Paris nach F-N.____/W.____ gefahren und man habe zu dritt resp. zu viert, mit der Freundin von A.____ aus Albanien, vom 8. bis zum 15. November 2018 in zwei Zimmern im Hotel M.____ in F-N.____ übernachtet. B.____ habe bestätigt, sein Fahrzeug ausgeliehen zu ha- ben, ohne jedoch die Frage zu beantworten, an wen. B.____ habe sich zugestandenermas- sen an mehreren der angeklagten Einbruchsdelikten beteiligt. Alle diese Umstände sprächen in ihrer Gesamtheit ohne vernünftigen Zweifel dafür, dass die Einbrüche (sofern sie einem der drei Beschuldigten angelastet werden könn ten) immer in derselben Zusammensetzung begangen worden seien, womit eben auch B.____ dabei gewesen sei. B.____ hätte sich entlasten können, wenn er angegeben hätte, wem er sein Fahrzeug geliehen habe. Es sei unglaubhaft, dass er das Fahrzeug einer ihm unb ekannten Person geliehen habe, wenn er doch laut eigenen Aussagen für das Fahrzeug bei Kollegen aufgenommene 1'350 Euro be- zahlt habe, weshalb hier von einer Schutzbehauptung auszugehen sei. Somit sei erstellt, Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass auch B.____ an diesem Einbruch beteiligt gewesen sei, wobei ihm gestützt auf die Aus- sagen von A.____ die Rolle des Schmierestehers zugekommen sei. C.____ schliesslich habe eine Tatbeteiligung bestritten und werde auch von A.____ und B.____ ausdrücklich entlastet. Als Zweck seiner Reise in die Sch weiz habe C.____ angegeben, er habe nach einer nicht zur vollen Zufriedenheit in AL-Tirana durchgeführten Meniskusoperation zuerst in Frankreich nach einer Physiotherapie gesucht, dort sei es aber zu teuer gewesen, weshalb er in die Schweiz gekommen sei. Diese Erklärung erscheine mit Blick auf die lange Reise von Alba- nien in die Schweiz und das hier herrschende Preisniveau freilich als absurd, zumal eine solche Therapie eines längerfristigen Aufenthalts in der Schweiz bedurft hätte, wofür die Fi- nanzierung seitens von C.____ völlig im Dunkeln geblieben sei. Schliesslich sei C.____ auch nicht bei einem Physiotherapeuten aufgegriffen worden, sondern von der Grenzwache aus einem Fahrzeug heraus, in welchem sich die Beute aus Einbrüchen befunden habe. Dennoch sei nicht bewiesen, dass sich C.____ in irgendeiner Weise an den von seinen Kollegen be- gangenen Einbrüchen beteiligt habe. Das einzige objektive Indiz bilde seine im Fall 5 gefun- dene DNA-Spur, wobei eine Sekundärübertragung nicht ausgeschlossen werden könne. Als weiteres Indiz sei zu nennen, dass C.____ am 23. November 2018 zusammen mit den beiden Mitbeschuldigen durch die Grenzwache festgenommen worden sei, wobei er im wahrsten Sinne des Wortes auf der Beute gegessen sei. Auf dem Mobiltelefon von C.____ seien Bilder gefunden worden, auf welchen die Mitbeschuldigten sowie offensichtlich aus Einbruchdieb- stählen stammende Wertgegenstände zu sehen seien. Dass diese Bilder, wie von C.____ behauptet, durch eine Drittperson ohne sein Wissen aufgenommen worden seien, sei prak- tisch ausgeschlossen, zumal das Mobiltelefon passwortgeschützt gewesen sei. Lebensfremd erscheine auch die Aussage von C.____, wonach diese Person gesehen habe, wie C.____ den Sicherheitscode in sein Telefon eingegeben habe. Schliesslich dürfe nicht unberücksich- tigt gelassen werden, dass C.____ unter anderem Namen einschlägig vorbestraft sei. Jedoch gebe es auch ein Indiz, welches C.____ entlaste; so seien in den Fällen 10, 11, 12, 13 und 18 von Anwohnern jeweils lediglich zwei Personen gesehen worden, welche in Zusammen- hang mit den Einbrüchen hätten stehen können. Deshalb sei zu Gunsten von C.____ davon auszugehen, dass er jeweils im Fahrzeug verblieben sei, sofern er tatsächlich mitgefahren sei. Dieser Nachweis könne lediglich in den Fällen 14-20 erbracht werden, denn diese seien allesamt an demselben Abend begangen worden, mit anschliessender Festnahme. Dass C.____ auch in diesem und im vorhergehenden Fall mitgefahren sei, sei zwar wahrschein- lich, jedoch nicht erstellt. Als Fazit stehe nicht mit ge nügender Sicherheit fest, dass sich C.____ im Fall 8 während des Einbruchs überhaupt im Fahrzeug aufgehalten habe. Selbst Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenn dies zu bejahen wäre, könnte ihm die Rolle eines Schmierestehers jedoch nicht nach- gewiesen werden. Es sei zwar wenig wahrscheinli ch, aber nicht gänzlich auszuschliessen, dass C.____ mangels besserer Beschäftigungsmöglichkeit im Fahrzeug mitgefahren sei, ohne selber einen Tatbeitrag geleistet zu haben. Dass er dabei gewusst habe, womit sich die beiden Mitbeschuldigten beschäftigten, könne nicht zweifelhaft sein. Dies alleine sei indes- sen nicht strafbar, solange dem Betroffenen keine Garantenstellung zukomme, was hier of- fensichtlich nicht der Fall gewesen sei. Die einzige nachweisbare aktive Handlung von C.____ sei das Fotografieren der Beute, was ihn jedoch noch nicht zum Mitbeschuldigten der Einbrüche mache. Somit könne C.____ eine Beteiligung am Einbruch in diesem Fall nicht nachgewiesen werden, weshalb er vom Vorwurf des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs freizusprechen sei (vgl. S. 10-13 des angefochtenen Urteils). Im Anklagefall 9 (Tatort: […]; Tatzeit: 19. November 2018, 07:10 -17:53 Uhr) liege ein Ge- ständnis von A.____ vor, währenddem B.____ und C.____ die Tat bestreiten würden. Laut A.____ habe er diesen Einbruch allein begangen. Gemäss dem Durchfahrtsbericht des Zoll- amts O.____ habe das Fahrzeug von B.____ am 19. November 2018, 17:31 Uhr, die Grenze passiert, womit es sich im Zeitraum des Einbruchversuchs in unmittelbarer Nähe befunden habe. Fest stehe des Weiteren, dass B.____ das Fahrzeug gelenkt habe. B.____ habe nie behauptet, dass er das Fahrzeug A.____ zur alleinigen Verwendung ausgeliehen habe. A.____ habe denn auch angegeben, dieses Fahrzeug nie selber gelenkt zu haben. Als Fazit sei in Bezug auf A.____ und B.____ der angeklagte Sachverhalt erstellt, währenddem in Bezug auf C.____ Zweifel bestünden. Letzterer sei vom Vorwurf des versuchten Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs freizusprechen (vgl. S. 13 des ange- fochtenen Urteils). Im Anklagefall 10 (Tatort: […]; Tatzeit: 19. November 2018, 19:55 -20:02 Uhr) sei mit Blick auf die zwei (Teil-)Schuhabdruckspuren von A.____ und dessen Geständnis der angeklagte Sachverhalt hinsichtlich A.____ erstellt. Dies gelte ebenso für B.____, auch wenn A.____ die Mittäterschaft von B.____ und C.____ verneine. Die Beteiligung von zwei Personen an die- sem Einbruch ergebe sich auch aus den Depositionen eines Nachbarn, welcher zwei Perso- nen Richtung Frankreich davonrennen gesehen habe. Es sei erste llt, dass es sich bei der zweiten Person um B.____ handle. Lediglich in Bezug auf C.____ bestünden Zweifel, wes- halb dieser vom Vorwurf des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedens- bruchs freizusprechen sei (vgl. S. 14 des angefochtenen Urteils). Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Des Weiteren würde der Einbruch gemäss Anklagefall 11 (Tatort: […]; Tatzeit: 20. November 2018, 17:30-22:20 Uhr) durch alle drei Beschuldigten bestritten. B.____ werde jedoch durch den Augenzeugen P.____ belastet, welcher angegeben habe, er habe nahe seines Wohnor- tes zwei "Arabertypen" angesprochen, welche angeblich ein Hotel suchen würden, wobei einer der beiden eine Glatze gehabt habe. Anlässlich einer Fotoauswahlkonfrontation habe P.____ B.____ wiedererkannt und A.____ als typähnlich bezeichnet, währenddem er C.____ überhaupt nicht wiedererkannt habe. Somit sei erstellt, dass B.____ eine der beiden Perso- nen gewesen sei, wobei es sich bei der anderen Person nicht um C.____ gehandelt habe. A.____ habe als markantes Erkennungsmerkmal eine Glatze. Er sei nachgewiesenermassen zusammen mit B.____ in die Schweiz eingereist, habe mit ihm mehrere Tage im selben Hotel übernachtet, eingestandenermassen zusammen mit ihm Einbrüche in der Schweiz begangen und sei schliesslich im selben Fahrzeug angehalten und festgenommen worden. Es bestehe daher kein vernünftiger Zweifel, dass A.____ die zweite Person sei, welche P.____ als typ- ähnlich bezeichnet habe. Der Einbruch habe zwischen 17:30 Uhr und 22:00 Uhr stattgefun- den, als sich die beiden Beschuldigten wenige hundert Meter vom Tatort entfernt aufgehalten hätten. Ein unverdächtiger Grund für ihre Anwesenheit in diesem Wohnquartier von H.____ ohne Sehenswürdigkeiten sei nicht ersichtlich. Es könne somit kein vernünftiger Zweifel da- ran bestehen, dass die beiden Beschuldigten für den Einbruch verantwortlich seien. C.____ hingegen sei unter Hinweis auf die Ausführungen zu Fall 8 vom Vorwurf des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs freizusprechen (vgl. S. 14 f. des angefoch- tenen Urteils). Im Anklagefall 12 (Tatort: […]; Tatzeit: 20. November 2018, 18:45 Uhr) werde der Vorwurf von allen drei Beschuldigten bestritten. Dieser Einbruch habe in demselben Zeitraum wie im Fall 11 und lediglich wenige hundert Meter davon entfernt stattgefunden. Der Nachbar Q.____ habe zudem zwei Personen an der Kellertüre hantieren gesehen, was mit den Be- obachtungen von P.____ übereinstimme. In Bezug auf A.____ und B.____ sei der Sachver- halt gemäss Anklageschrift erstellt. Nicht nachgewiesen sei er hingegen in Bezug auf C.____, weshalb dieser vom Vorwurf des versuchten Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs freizusprechen sei (vgl. S. 15 des angefochtenen Urteils). Der Einbruch gemäss Anklagefall 13 (Tatort: […]; Tatzeit: 20. November 2018, 18:50-20:02 Uhr) sodann sei im selben zeitlichen Rahmen wie die Fälle 11 und 12 und überdies in deren näheren Umgebung erfolgt. Wiederum seien die Beobachtungen von P.____ betreffend zwei "Arabertypen" zu berücksichtigen, währenddem der Schuhspur BL S18-071 kein Beweiswert Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht zukomme. Es bestehe kein Zweifel daran, dass A.____ und B.____ diesen Einbruch began- gen hätten. Demgegenüber bestünden betreffend C.____ nicht zu überbrückende Zweifel an dessen Täterschaft, weshalb er vom Vorwurf des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs freizusprechen sei (vgl. S. 15 des angefochtenen Urteils). Im Anklagefall 14 (Tatort: […]; Tatzeit: 22. November 2018, 13:00 Uhr, bis 23. November 2018, 19:00 Uhr) liege ein Bestreiten seitens von A.____ und C.____ vor, währenddem sich B.____ angeblich nicht mehr habe erinnern können. Weitere Beweise, welche die Beschul- digten unmittelbar mit diesem Einbruch in Verbindung bringen würden, fehlten. Die seitens der Staatsanwaltschaft vorgebrachte Verschmutzung der Schuhe von B.____ mit Erd e und Scherben vermöge nicht zu beweisen, dass er gerade diesen Einbruch begangen habe. Je- doch sei diese Tat im Zusammenhang mit den Fällen 15 -20, insbesondere mit Fall 20, zu sehen, da die Distanz zwischen den beiden Tatorten lediglich ca. 1,8 km Fahrtweg betrage. A.____ habe seine Beteiligung am Einbruchdiebstahl gemäss Fall 20 eingestanden, wobei sich beide Einbrüche in einem Zeitfenster von höchstens eineinhalb Tagen ereignet hätten. Angesichts der spezifischen geografischen Lage im Landesinnern könne h ier vernünftiger- weise nicht mehr von einem Zufall ausgegangen werden, sei es doch gerichtsnotorisch, dass Einbrüche im grenznahen Raum gehäufter vorkämen. Unter weiterer Berücksichtigung der von A.____ und teilweise B.____ eingestandenen Fälle 15-17, bei welchen ein 10 mm-Flach- werkzeug eingesetzt worden sei, um Türen resp. Fenster aufzuwuchten, bestehe kein ver- nünftiger Zweifel mehr daran, dass der betreffende Einbruch von derselben Täterschaft be- gangen worden sei wie derjenige in den Fällen 20 und 15-17. Es stehe dabei fest, dass sich A.____ und B.____ gemeinsam an diesem Einbruch beteiligt hätten. Anlässlich desselben "Raubzugs" hätten sie zugestandenermassen gemeinsam Einbrüche begangen. Es er- scheine deshalb lebensfremd, an diesem Einbruch hätte sich nur einer der beiden Beschul- digten beteiligt und der andere sei passiv geblieben. Selbst in der Rolle als Fahrer und Wach- habender wäre B.____ am Einbruch beteiligt gewesen. In Bezug auf A.____ und B.____ sei der angeklagte Sachverhalt somit erstellt. Bei C.___ _ gelte demgegenüber das zum Fall 8 Ausgeführte. Es stehe lediglich fest, dass er sich anlässlich des Einbruchs im Fahrzeug von B.____ befunden habe. Allerdings sei auch hier nicht bekannt, ob und in welcher Weise er einen Beitrag zum Einbruch geleistet habe. Deshalb sei C.____ vom Vorwurf des versuchten Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs freizusprechen (vgl. S. 16 des angefochtenen Urteils). Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Anklagefall 15 (Tatort: […]; Tatzeit: 23. November 2018, 10:30 Uhr, bis 24. November 2018, 12:43 Uhr) liege hingegen ein Geständnis von A.____ vor, wonach er allein in die Wohnung eingebrochen sei, währenddem ihm B.____ bloss mit Schmierestehen geholfen habe. B.____ habe hingegen seine Beteiligung bestritten. Jedoch sei seine Beteiligung ge- stützt auf die Aussagen von A.____ erwiesen, zumal keine Gründe für eine zu Unrecht er- folgte Belastung ersichtlich seien. Im Übrigen wäre es völlig lebensfremd anzunehmen, B.____ habe sich hier, anders als in anderen Fällen, völlig passiv verhalten. Selbst wenn B.____ lediglich das Fluchtfahrzeug gefahren und Schmiere gestanden hätte, würde ein rechtserheblicher Tatbeitrag vorliegen. Daher sei der angeklagte Sachverhalt in Bezug auf A.____ und B.____ erstellt. Bezüglich C.____ könne unter Hinweis auf Fall 8 eine Tatbetei- ligung hingegen nicht nachgewiesen werden, weshalb dieser vom Vorwurf des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs freizusprechen sei (vgl. S. 17 des an- gefochtenen Urteils). Sodann habe betreffend den Anklagefall 16 (Tatort: […]; Tatzeit: 23. November 2018, 13:30- 19:10 Uhr) anlässlich der Anhaltung der drei Beschuldigten durch das Grenzwachtkorps im Fahrzeug diverses Deliktsgut aufgefunden werden können, welches von der Geschädigten als ihr Eigentum erkannt worden sei. A._ ___ habe diesen Einbruch nach Vorhalt der Wert- gegenstände eingestanden und dabei B.____ als Mittäter angegeben, welcher demgegen- über eine Beteiligung bestreite. Wiederum sei auch hier der angeklagte Sachverhalt bezüg- lich A.____ und B.____ als erstellt zu e rachten, währenddem bei C.____ unter Verweis auf die Fälle 8 und 14 ein Tatbeitrag nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden könne, wes- halb ein Freispruch vom Vorwurf des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfrie- densbruchs zu erfolgen habe (vgl. S. 17 des angefochtenen Urteils). Des Weiteren hätten sowohl A.____ als auch B.____ gestanden, den Einbruch im Anklagefall 17 (Tatort: […]; Tatzeit: 23. November 2018, 15:30 -19:45 Uhr) begangen zu haben. Hinzu kämen Schuhspuren, welche einem Teilausschnitt der von A.____ und B.____ getragenen Schuhe entsprochen hätten, wobei eine sichere Identifikation der beiden Beschuldigten als Spurengeber gestützt darauf nicht möglich sei. Gestützt auf das Beweisergebnis sei das Ge- ständnis der beiden Beschuldigten nicht in Zweifel zu ziehen, weshalb der Sachverhalt ge- mäss Anklageschrift erstellt sei. Demgegenüber erfolge unter Verweis auf die Fälle 8 und 14 für C.____ ein Freispruch (vgl. S. 18 des angefochtenen Urteils). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auch betreffend den Einbruch im Anklagefall 18 (T atort: […]; Tatzeit: 23. November 2018, 16:45 Uhr, bis 24. November 2018, 00:00 Uhr) sei anlässlich der Anhaltung der drei Beschul- digten durch das Grenzwachtkorps im Fahrzeug ein Teil des Deliktsgutes gefunden worden, welches vom Geschädigten als sein Eigentum bezeichnet worden sei. Zudem hätten am Tat- ort Schuhspurenteile festgestellt werden können, welche dem Muster und der Schuhgrösse des linken Schuhs von B.____ entsprochen hätten. Sowohl A.____ als auch B.____ hätten ein Geständnis abgelegt, wobei A.___ _ auch eingestanden habe, diesen Einbruch zusam- men mit B.____ begangen zu haben. In Bezug auf diese beiden Beschuldigten sei der Sach- verhalt gemäss Anklageschrift erstellt. Demgegenüber sei C.____ unter Hinweis auf die Aus- führungen zu den Fällen 8 und 14 freizusprechen (vgl. S. 18 des angefochtenen Urteils). Ebenso sei bezüglich des Anklagefalls 19 (Tatort: […]; Tatzeit: 23. November 2018, 17:45- 22:25 Uhr) im Fahrzeug der drei Beschuldigten Deliktsgut gefunden worden, welches von den Geschädigten als ihr Eigentum wiedererkannt worden sei. Zudem seien am Tatort Schuhspuren festgestellt worden, welche mit den von A.____ und B.____ getragenen Schu- hen übereinstimmen könnten, wobei der Beweiswert hinsichtlich A.____ höher sei. A.____ habe denn auch nach Vorhalt der aufgefundenen Wertgegenstände ein Geständnis abgelegt. B.____ habe sich nicht erinnern können, seine Beteiligung aber auch nicht abgestritten. Die- ser Einbruch sei in demselben Mehrfamilienhaus wie derjenige gemäss Fall 17 begangen worden, in welchem B.____ seine Beteiligung zugestanden habe. Dass B.____ im vorliegen- den Fall untätig geblieben sei, erscheine lebensfremd. Somit sei erstellt, dass er auch in diesem Fall A.____ bei seinem Tun unterstützt habe. Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift sei somit hinsichtlich A.____ und B.____ erwiesen. Demgegenüber habe bei C.____ gestützt auf die Ausführungen zu den Fällen 8 und 14 ein Freispruch zu erfolgen (vgl. S. 18 f. des angefochtenen Urteils). Schliesslich seien auch bezüglich des Anklagefalls 20 (Tatort : […]; Tatzeit: 23. November 2018, 18:40 Uhr, bis 24. November 2018, 01:00 Uhr) mehrere entwendete Wertgegenstände aus dem Einbruch im Fahrzeug der drei Beschuldigten gefunden worden. A.____ habe die Tat gestanden und B.____ habe sich nicht mehr erinnern können, ohne den Vorwurf jedoch abzustreiten. Wiederum mit derselben Begründung wie im Fall 19 sei von einer Beteiligung von B.____ auszugehen. Demnach sei der angeklagte Sachverhalt in Bezug auf A.____ und B.____ erstellt, währenddem C.____ unter Verweis a uf die Ausführungen zu den Fällen 8 und 14 freizusprechen sei (vgl. S. 19 des angefochtenen Urteils). Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zusammenfassend hätten sich A.____ und B.____ somit in den Anklagefällen 8-20 beteiligt und dabei Wertgegenstände im Gesamtbetrag von ca. Fr. 60'000. -- erbeutet sowie einen Sachschaden in der Gesamthöhe von Fr. 18'000.-- verursacht. In den Anklagefällen 1-7 seien sie hingegen freizusprechen. C.____ sei vollumfänglich freizusprechen (vgl. S. 19 des ange- fochtenen Urteils). 1.2.2 In rechtlicher Hinsicht hi elt das Strafgericht zunächst betreffend die Mittäterschaft fest, dass die erstellten Tathandlungen ohne Weiteres die Tatbestände des mehrfachen, teil- weise versuchten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0), der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 StGB sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB erfüllten. Unzweifelhaft hätten A.____ und B.____ die Taten zusammen geplant, denn sie seien aus- schliesslich zu diesem Zweck gemeinsam in die Schweiz gereist. Sie hätten auch bei der Tatausführung arbeitsteilig zusammengewirkt, indem A.____ derjenige gewesen sei, der in die Liegenschaften eingestiegen sei, währenddem B.____ in der Regel das Schmierestehen und das Lenken des Fluchtwagens übernommen habe. Aufgrund entsprechender Fussspu- ren in den Tatobjekten sei jedoch davon auszugehen, dass B.____ teilweise selber auch in die Tatobjekte eingedrungen sei. Seine Tatbeiträge seien im konkreten Fall derart wesentlich gewesen, dass sie nicht bloss Gehilfenschaft, sondern Mittäterschaft begründeten, wie sie bei international agierenden Kriminaltouristen offensichtlich gegeben sei. A.____ und B.____ hätten somit die Einbrüche gemäss den Anklagefällen 8 -20 in mittäterschaftlichem Zusam- menwirken begangen, weshalb ihnen die Tatbeiträge des jeweils anderen zuzurechnen seien (vgl. S. 19 f. des angefochtenen Urteils). Bezüglich des Qualifikationsgrundes der Gewerbsmässigkeit des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB erwog sodann die Vor instanz, die drei konstituierenden Elemente (1.) des mehrfachen Delinquierens, (2.) der Absicht, ein Erwerbseinkommen zu erzielen und (3.) der Bereitschaft zur Verübung einer Vielzahl von Delikten der fraglichen Art seien vorliegend erfüllt. So hätten die Beschuldigten im Zeitraum vom 19. bis zum 23. November 2018 insge- samt 13 Diebstähle resp. Versuche dazu begangen. Auch hätten die Beschuldigten Wertge- genstände im Gesamtwert von ungefähr Fr. 60'000. -- erbeutet. Unter Annahme eines Schwarzmarktpreises von einem Fünftel des legalen Marktpreises sowie einer Aufteilung des Erlöses untereinander sei davon auszugehen, dass die beiden Beschuldigten innerhalb we- niger Tage ein "Einkommen" von je Fr. 6'000.-- erzielt hätten. Zum Zeitpunkt der Tatbege- hung hätten die beiden Beschuldigten über keinerlei legales Einkommen und höchstens über Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht unbedeutende Vermögenswerte verfügt, weshalb dieser Deliktserlös mindestens einen be- deutenden Beitrag an die Lebenshaltungskosten geleistet habe. Zumal ein "Nebeneinkom- men" genüge, hätten die beiden Beschuldigten somit mit der Absicht gehandelt, durch ihre Delinquenz ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Aufgrund der beachtlichen Anzahl bereits begangener Einbruchdiebstähle sei auch das letzte Begriffselement der Gewerbsmässigkeit, die Bereitschaft zur Verübung einer Vielzahl von Delikten der fraglichen Art, gegeben. Aller- dings bestehe kein vernünftiger Zweifel daran, dass die Beschuldigten weitere Einbruchdieb- stähle begangen hätten, wenn sie nicht vom Grenzwachtkorps bei der Ausreise nach Frank- reich festgenommen worden wären. Die Beschuldigten seien somit des gewerbsmässigen Diebstahls schuldig zu sprechen (vgl. S. 20-22 des angefochtenen Urteils). Schliesslich führte die Vorinstanz betreffend den weiteren Qualifikationsgrund der Banden- mässigkeit des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 3 StGB aus, die Beschuldigten hätten sämt- liche Diebstähle zu zweit begangen, wobei sie eine eigentliche Arbeitsteilung befolgt hätten. Währenddem A.____ in die Häuser eingedrungen sei, sei B.____ teilweise Schmiere gestan- den und habe seinen Mittäter zu den Tatorten gefahren sowie die Flucht sichergestellt. Mit Blick auf die an den Tatorten aufgefundenen Schuhsohlenspuren sei B.____ teilweise auch in die Liegenschaften eingedrungen. Es liege auf der Hand, dass ein Täter alleine eine solch ausgedehnte "Diebestour" nur mit Mühe hätte ausführen können. Unzweifelhaft hätten die Beschuldigten ohne ihre Verhaftung weitere Vermögensdelikte begangen. Sie hätten somit eine Bande gebildet, weshalb sie des bandenmässigen Diebs tahls schuldig zu sprechen seien (vgl. S. 22 des angefochtenen Urteils). 1.3 Die Staatsanwaltschaft rügt in ihrer summarisch begründeten Berufungserklärung vom 4. Mai 2020 betreffend die Beschuldigten A.____ und B.____, dass die vorliegenden Indizien und Beweise in den vom Strafgericht freigesprochenen Fällen 1 -7 nicht richtig ge- würdigt worden seien und damit der Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sei. Anstelle eines Freispruchs habe ein Schuldspruch im Sinne der Anklage zu ergehen. Betreffend den Beschuldigten C.____ werde die Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" angefoch- ten. Diesbezüglich würden die unrichtige Sachverhaltsfeststellung und als Konsequenz da- von Rechtsverletzungen gerügt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft seien die vorliegenden Indizien und Beweise in den angeklagten Fällen 1 -20 durch das Strafgericht nicht korrekt gewürdigt und damit der Sachverhalt unrichtig festgestellt worden. Anstelle eines Freispruchs habe ein Schuldspruch im Sinne der Anklage zu erfolgen (vgl. S. 3 f. der Berufungserklä- rung). Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Rahmen ihres Plädoyers vor Kantonsgericht präzisiert die Staatsanwaltschaft, die Um- stände der Anhaltung der drei Beschuldigten, ihre gemeinsame Einreise in die Schweiz am 6. November 2018, ihr gemeinsamer Aufenthalt im Hotel M.____ in F-N.____, die Fotos auf dem Handy von C.____ sowie die Vorstrafen von A.____ und C.____ würden allesamt für eine klare Beteiligung von C.____ an allen 20 Einbruchdiebstählen sprechen. Die Angaben von C.____ zur Ausleihe seines Handys an andere Personen seien unglaubhaft. C.____ sei wohl eher eine untergeordnete Rolle wie diejenige des Schmierestehens zugekommen, wo- gegen die Beobachtung von lediglich zwei Personen keineswegs spreche. Der Freispruch von C.____ sei jedenfalls nicht nachvollziehbar, wenn doch das Strafgericht dessen Aussa- gen grundsätzlich keinen Glauben schenke. Hier habe die Vorinstanz den Beweismassstab zu hoch angesetzt, lägen doch nicht nur Indizien vor, sondern objektive Beweise, wie insbe- sondere die DNA von C.____ im Fall 5. Hinsichtlich der Fälle 1-7 führt die Staatsanwaltschaft ins Feld, es bestehe zwischen diesen ein örtlicher und zeitlicher Zusammenhang, was für dieselbe Täterschaft spreche. Zudem liege ein nachgewiesener Zollüberg ang am 6. und 7. November 2018 vor, womit erwiesen sei, dass sich die Beschuldigten zum Tatzeitpunkt in unmittelbarer Nähe der Tatorte befunden hätten. Auch wenn betreffend die Schuhspuren ein Originalschuh fehle, gebe es immer noch eine formaltechnische Übereinstimmung. Die Fest- stellung des Strafgerich ts, wonach unklar sei, ob es sich immer um dieselbe Schuhspur handle, sei in dieser Absolutheit nicht richtig. Somit liege zusammenfassend mehr als ein blosser Verdacht vor. Im Fall 4 sei mit dem Fahrzeug von B.____ zur Tatzeit in unmittelbarer Nähe zum Tatort ein Grenzübertritt bei Roggenburg erfolgt. Zudem habe sich eine Kaufquit- tung im Fahrzeug befunden, welche den Kauf von Einbruchswerkzeug belege. Zeitlich gehe die Fahrt mit dem Einbruch nahtlos auf; hinzu komme dieselbe Schuhspur, wie sie im Fall 5 gefunden worden sei. Sodann liege zwischen den Fällen 5 und 6 wieder ein offensichtlicher örtlicher und zeitlicher Zusammenhang vor; dazu geselle sich die DNA von C.____. Das Strafgericht halte einen indirekten Transfer der DNA für möglich, doch handle es sich hierbei bloss um eine theoretische Möglichkeit. Viel naheliegender und plausibler sei, dass C.____ selbst seine DNA am Tatort zurückgelassen habe, da er für einmal vom Back - zum Fron- toffice gewechselt habe. Da Banden in Arbeitsteilung operierten, sei di es ohnehin unerheb- lich. Die DNA des einen Beschuldigten genüge für eine Verurteilung auch der anderen Be- schuldigten. Im Fall 7 liege sowohl dieselbe Schuhspur wie in den Fällen 4 und 5 als auch eine am Tatort ausgeschüttete Flüssigkeit wie in den Fällen 8, 10 und 13 vor. Hierbei handle es sich um einen spezifischen Modus operandi. Hinzu komme das von den Beschuldigten häufig verwendete Flachwerkzeug von 8 oder 10 mm (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantons- gericht, S. 35-37). Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.4.1 Der Beschuldigte A.____ macht in seiner summarisch begründeten Berufungserklä- rung vom 23. April 2020 geltend, dass er im Gegensatz zu den Mittätern von sich aus ein vollumfängliches Geständnis in den Fällen 8 -10 und 15 -20 abgelegt habe, notabene ohne dass ihm irgendwelche Beweise vorge halten worden seien. Es sei daher nicht ersichtlich, warum er nicht auch gleich die Fälle 11 -14 gestanden hätte. Hier gebe es keine konkreten Indizien, die eine Teilnahme seiner Person nahelegen würden. Wenn jeweils zwei Männer – wovon einer B.____ – erkannt worden sein sollen, heisse das genauso wenig, dass der Be- schuldigte jedes Mal dabei gewesen sei, wie wenn das Fahrzeug von B.____ irgendwo ge- sichtet worden sei. Es sei gerichtsnotorisch, dass Einbrecherbanden aus dem Elsass regel- mässig in wechselnder Be setzung, aber auch mit gleichen Fahrzeugen aufträten (vgl. S. 2 der Berufungserklärung). In seiner Berufungsbegründung vom 15. Juli 2020 führt der Beschuldigte A.____ ergänzend aus, entgegen der Behauptung des Zeugen P.____ und der Vorinstanz weise er keine Glatze auf, sondern sei lediglich kurz geschoren wie auch die übrigen Personen auf dem P.____ vorgelegten Fotobogen. Die von diesem einen Monat nach der Tat weiter als typähnlich be- zeichneten Personen unterschieden sich erheblich von ihm. Von "Arabertypen" könne auch keine Rede sein. Der Beschuldigte sei zudem nicht eindeutig erkannt worden, ebenso habe nie eine Gegenüberstellung stattgefunden. Dass das Auto von B.____ tags zuvor in R.____ gesichtet worden sei, bilde keinen Beweis. Hinzu komme, dass auch der Nachbar Q.____ im Dunkeln bloss zwei Personen bemerkt habe, aber nicht einmal klar habe angeben können, ob es sich um Männer handle. Irgendwelche Beweise wie DNA- oder Schuhspuren existier- ten jedenfalls nicht, weshalb in den Fällen 11-13 ein Freispruch zu erfolgen habe. Das Glei- che gelte für den Fall 14, in welchem die Vorinstanz die Verwendung eines – praktisch bei jedem Einbruch eine Rolle spielenden – Flachwerkzeugs und ein Zeitfenster von eineinhalb Tagen im Vergleich zum Fall 20 genügen lasse. Eine geschlossene Indizienkette stelle dies nicht dar (vgl. S. 2 der Berufungsbegründung). In seinem Plädoyer vor dem Kantonsgericht schliesslich präzisiert der Verteidiger, die Vor - instanz habe A.____ zu Recht in den Fällen 1 -7 freigesprochen. Neben dem Au to hätten auch die Schuhspuren nicht dem Beschuldigten zugeordnet werden können. Selbst die DNA- Spur im Fall 5 stelle keinen Beweis dar, zumindest nicht für A.____. Dieser habe als Mittäter nur B.____ und keine weiteren Namen genannt. Mit den Fällen 8-10 und 15-20 habe A.____ immerhin ein paar schwerwiegende Fälle zugestanden. Im Fall 14 hingegen werde die Tä- terschaft bestritten, da diese nicht erstellt sei; insbesondere habe das Werkzeug nicht diesem Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einbruch zugeordnet werden können. Zu guter Letzt sei zu beachten, dass neben Autos selbst Kleidung und Handschuhe unter Einbrechern ausgetauscht würden. Aus diesem Grund habe in den Fällen 11 -14 ein Freispruch zu erfolgen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 37 f.). 1.4.2 Der Beschuldigte B.____ führt in seiner Berufungsbegründung vom 20. Juli 2020 in tatsächlicher Hinsicht zunächst ins Feld, dass er in den Anklagefällen 15 -20 angesichts der Beweislage völlig zu Recht zur Rechenschaft gezogen worden sei. Demgegenüber sei die Vorinstanz in den Anklagefällen 8-14 zu Unrecht zu einem Schuldspruch gelangt. Die Ankla- gefälle 8-10, begangen am 19. November 2018, würden vom Beschuldigten bestritten. Der Mitangeklagte A.____ habe diese Fälle eingestanden, allerdings nicht angegeben, mit wem er an den Tatorten gewesen sei. Es sei zwar zu vermuten, dass es einer der Mitangeklagten gewesen sei, doch für einen Schuldspruch des Beschuldigten B.____ genügten die vorlie- genden Indizien nicht. A.____ habe in der Voruntersuchung ausgesagt, dort zu zweit gewe- sen zu sein; mit wem dies geschehen sei, habe er aber nicht darlegen wollen und dies damit begründet, dass er sonst Probleme bekommen könnte. In Bezug auf die Einbrüche im Kanton Aargau am 23. November 2018 habe er keine Bedenken gehabt, B.____ als Mittäter zu be- zeichnen, und es sei sehr wohl möglich, dass er die Einbrüche vom 19. November 2018 nicht mit ihm, sondern mit jemandem begangen habe, von dem er tatsächlich etwas zu befürchten gehabt habe. Die Registrierung des Kennzeichens des Autos von B.____ am 19. November 2018 beim Zollamt R.____ möge zwar den Verdacht gegenüber dem Beschuldigten bestäti- gen; sehr wohl könne aber A.____ an jenem Abend mit jemand anderem unterwegs gewesen sein, sei es mit dem von B.____ ausgeliehenen Peugeot, sei es mit einem anderen Auto, welches das fragliche Kontrollschild getragen habe. Es sei gerichtsnotorisch, dass in gewis- sen Milieus gefälschte Kennzeichen verwendet würden. Dass der Beschuldigte B.____ nicht zu seiner Entlastung angegeben habe, wem er das Fahrzeug, wie von ihm geltend gemacht, geliehen habe, heisse im Gegensatz zum Strafgericht nicht, dass er an jenem Abend der Fahrzeuglenker und an den Einbrüchen gemäss den Fällen 8 -10 beteiligt gewesen sein müsse. Die Beweislast liege nicht beim Beschuldigten; es könne von ihm auch nicht erwartet werden, dass er zu seiner Entlastung andere denunziere. Eine Beteiligung des Beschuldigten an diesen drei Fällen sei nicht rechtsgenüglich erstellt, weshalb er freizusprechen sei (vgl. S. 7 f. der Berufungsbegründung). Was die Anklagefälle 11-13, begangen am 20. November 2018, betreffe, so würden diese von allen drei Beschuldigten bestritten und auch hier recht- fertigten die vorliegenden Indizien keine Schuldsprüche. Mit Blick auf die Angaben der beiden Augenzeugen P.____ und Q.____ sei entgegen dem Strafgericht darauf hinzuweisen, dass Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht P.____ den Beschuldigten B.____ zwar richtig erkannt haben könne. Er könne sich aber auch, einen ganzen Monat nach der kurzen Begegnung mit zwei ihm verdächtig erschienen Personen, geirrt haben; so könnten mehrere Männer, die ihm bei der Fotokonfrontation ge- zeigt worden seien, als "Arabertypen" bezeichnet werden. Selbst wenn er B.____ zu Recht wiedererkannt haben sollte und die von den beiden Angesprochenen angegebene Hotelsu- che nicht sehr glaubhaft erscheine, sei damit noch lange nicht erstellt, dass er es gewesen sei, der die drei Einbrüche mit A.____ oder einer unbekannt gebliebenen Drittperson began- gen habe. Darum hätten auch in diesen Fällen Freisprüche zu erfolgen (vgl. S. 9 f. der Beru- fungsbegründung). Betreffend den Anklagefall 14 sei nicht rechtsgenüglich erstellt, dass A.____ und B.____ die Täter gewesen seien. So wie bei den zur Diskussion stehenden Ein- brüchen vorgegangen worden sei, würden Täter häufig vorgehen und könnten an jenem Abend in S.____ und T.____ sehr wohl verschiedene Einbrecher unterwegs gewesen sein. Auch wenn in Grenzregionen öfter eingebrochen werde als im Landesinnern, würden in un- serem Land nicht nur vom grenznahen Ausland aus Tätige, sondern auch "Einheimische" Einbrüche begehen. Dass es durchaus möglich sei, dass B.____ an jenem Abend nicht an sämtlichen in und um U.____ begangenen Einbrüchen beteiligt gewesen sei, gehe schliess- lich auch aus dem Umstand hervor, dass sich bei der Grenzkontrolle bei der Rückfahrt nach Frankreich in seinem Auto nicht Wertgegenstände befunden hätten, die aus dem Einbruch in S.____ stammten. Daher sei der Beschuldigte "in dubio pro reo" freizusprechen. Demge- genüber erachte der Beschuldigte die Schuldsprüche in den Fällen 16, 18, 19 und 20 mit Blick auf die vorliegenden Beweise als zur Recht erfolgt. Ausdrücklich zugestanden habe er die Fälle 17 und 18, obwohl die Schuhspuren keine geeignete n Indizien darstellten (vgl. S. 10-12 der Berufungsbegründung). In rechtlicher Hinsicht macht der Beschuldigte B.____ geltend, die Qualifikation der Vorinstanz als Mittäterschaft bei den Delikten des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs sei nicht zu beanstanden (vgl. S. 13 der Berufungsbegründung). Was den Vorwurf der Gewerbsmässigkeit angehe, so sei d ie An- nahme des Strafgerichts, der Beschuldigte hätte weitere Einbrüche begangen, wenn er am 23. November 2018 nicht festgenommen worden wäre, nicht gerechtfertigt. Sehr wohl könne es sein, dass er nach den Einbrüchen am 23. November 2018 unverzüglich zu seiner auf ihn wartenden Familie in Albanien zurückgekehrt wäre. Könnten B.____ nur die an einem Tag, am Abend des 23. November 2018, begangenen Einbrüche zur Last gelegt werden, sei nicht von gewerbsmässigem Diebstahl auszugehen (vgl. S. 13 f. der Berufungsbegründung). Was sodann den Vorwurf der Bandenmässigkeit betreffe, so könne von einer Stabilität oder Fes- tigkeit der Verbindung zwischen den beiden Beschuldigten nicht die Rede sein. Wenn sich der bis anhin noch nie straffällig gewordene B.____ einmal, am 23. November 2018, dazu Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe hinreissen lassen, mit A.____ Einbrüche zu begehen, lasse sich nicht daraus schlies- sen, dass er weitere Einbrüche mit ihm geplant und durchgeführt hätte, wenn er nicht im Anschluss an die Diebstähle im Kanton Aargau festgenommen worden wäre (vgl. S. 14 der Berufungsbegründung). In seinem Parteivortrag vor dem Kantonsgericht schliesslich wiederholt der Verteidiger von B.____ zusammenfassend, dass die Fälle 15-20 zugegeben seien, währenddem alle ande- ren Fälle bestritten würden. Die Fälle 1-7 seien durch das Strafgericht sorgfältig geprüft wor- den und es sei zu Recht in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro reo" zu einem Frei- spruch gekommen. Auch in den Fällen 8-13 müsse im Zweifel ein Freispruch ergehen; es sei nicht festgestellt worden, wer draussen Schmiere gestanden sei. Es könne B.____ gewesen sein, müsse es aber nicht. Ebenso bestünden in den Fällen 11-14 ernst zu nehmende Zwei- fel. Was die Fälle 14 -20 angehe, so erlaubten die von der Staatsanwaltschaft genannten Schuhspurenvergleiche keine Verbindung zwischen den Fällen im Kanton Basel-Landschaft und im Kanton Aargau. Im Fall 14 sei zusätzlich zu beachten, dass durchaus auch andere Gruppierungen zur Tatzeit und am Tatort unterwegs gewesen seien. Den Fall 15 habe der Beschuldigte vor Strafgericht und in der Berufungserklärung noch bestritten, da er sich nicht erinnern könne. Doch nunmehr werde der entsprechende Schuldspruch nicht mehr ange- fochten. Jedenfalls sei anzunehmen, dass der Beschuldigte in den Fällen 15 -20 nicht die Federführung innegehabt habe. Schliesslich handle nicht gewerbs- und bandenmässig, wer sich einmal an einem Abend aus finanzieller Not zu Einbrüchen habe hinreissen lassen; dies gelte selbst unter Annahme von einem oder mehreren anderen Einbrüchen zuvor (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 39 f.) 1.4.3 Der Verteidiger des von der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung dispensierten C.____ führt vor den Schranken des Kantonsgerichts in seinem Plädoyer aus, die Staatsan- waltschaft stütze sich in ihrer Hy pothese auf einige Indizien wie das Hotel und das Auto, welche aber noch keine geschlossene Indizienkette bedeuteten. Es sei heute nicht bekannt, warum C.____ im Auto mitgefahren sei. Das blosse Mitfahren stelle jedenfalls noch kein er- höhtes Risiko dar, da s zu einem Schuldspruch führen könne. A.____ und B.____ hätten C.____ von Anfang an entlastet, ohne dass sie sich untereinander hätten absprechen kön- nen. Dass der Jüngste in der Gruppierung geschützt werden solle, stelle eine reine Speku- lation dar. Zudem werde C.____ durch seine Knieoperation entlastet. Als einziges belasten- des Element liege eine DNA-Spur von C.____ vor, doch sei hier eine Sekundärübertragung Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht über die Handschuhe nicht unwahrscheinlich. Die Schuhspuren seien C.____ nicht zuorden- bar, nicht einmal dreckige Schuhe. Auch die beiden Augenzeugen hätten C.____ in keiner Weise belastet. Dass C.____ sein Handy, eines der neuesten Generation, ausgeliehen ha- ben wolle, sei nicht ungewöhnlich, wenn man sich sogar Kleider ausleihe. Es stimme jeden- falls nicht, dass die Beschuldigten immer zu dritt gewesen seien. Insgesamt lägen zu viele Zweifel vor, weshalb C.____ zu Recht in allen Anklagepunkten "in dubio pro reo" freigespro- chen worden sei (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 41). 1.5.1 Tatsächliches 1.5.1.1 Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren ge- wonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Demnach entscheidet das Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prü- fung darüber, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Dieser Grundsatz will sicherstellen, dass der Richter nicht verpflichtet ist, etwas als erwiesen zu erachten, wenn es nach seiner Überzeugung nicht ist, oder umgekehrt etwas als nicht erwiesen anzusehen, worüber für ihn kein Zweifel besteht (BGE 133 I 33, Erw. 2.1). Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der Beweismittel. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise; massgebend ist allein deren Stichhaltigkeit (vgl. CHRISTOF RIEDO / GERHARD FIOLKA / MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht, 2011, Rz. 234; THOMAS HOFER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Art. 10 N 41 ff.). Liegen keine direkten Beweise vor, so ist nach der Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zulässig. Indizien sin d Tatsachen, von denen auf das Vorliegen einer unmittelbar entscheiderheblichen Tatsache geschlossen werden kann. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offenlassen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen rechtsgenügenden Be- weis von Tat oder Täter erlaubt (BGer 6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019, Erw. 1.2). Im Rahmen der Beweiswürdigung sind auch Aussagen auf Glaubhaftigkeitsmerkmale bzw. Lü- gensignale hin zu analysieren. Aussagen sind gestützt auf eine Vielzahl von inhaltlichen Re- alkennzeichen zu beurteilen, wobei zwischen inhaltlichen Merkmalen (Aussagedetails, Indi- vidualität, Verflechtung), strukturellen Merkmalen (Strukturgleichheit, Nichtsteuerung, Wider- spruchsfreiheit bzw. Homogenität) sowie Wiederholungsmerkmalen (Konstanz, Erweiterung) unterschieden wird. Das Vorliegen von Realitätskriterien bedeutet, dass die betreffende Per- son mit hoher Wahrscheinlichkeit über erlebnisfundierte Geschehnisse berichtet. Zwar be- sitzt jedes Realitätskriterium für sich allein betrachtet meist nur eine geringe Validität, die Gesamtschau aller Indikatoren kann jedoch einen wesentlich höheren Indizwer t für die Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht Glaubhaftigkeit der Aussage haben, wobei sie in der Regel in solchen mit realem Erlebnishin- tergrund signifikanter und ausgeprägter vorkommen als in solchen ohne ( MARTIN HUSSELS, Von Wahrheiten und Lügen – Eine Darstellung der Glaubhaftigkeitskrit erien anhand der Rechtsprechung, forumpoenale 6/2012, S. 369 f.; ANDREAS DONATSCH, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 162 N 15). Bestreitet eine beschuldigte Person die ihr vorgeworfene Tat, so ist der Sachverhalt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 der Europäischen Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men- schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) sowie in Art. 10 Abs. 3 StPO veranker- ten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis ihrer Schuld zu vermuten, dass die einer strafbaren Handlung beschuldigte Person unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO). Als Beweislastregel bedeutet die Maxime "in dubio pro reo", dass es Sache der Strafbehörde ist, die Schuld der beschuldigten Person zu beweisen, und nicht diese ihre Unschuld na ch- weisen muss (ESTHER TOPKINKE, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Art. 10 N 80; BGE 127 I 38, Erw. 2a). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich das Gericht nicht von einem für die beschuldigte Person ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel genügen nicht, weil solche immer möglich sind. Relevant sind mithin nur un überwindliche Zweifel, d.h. sol- che, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO; ESTHER TOPKINKE, a.a.O., N 82 f.; BGE 138 V 74, Erw. 7; 127 I 38, Erw. 2a). Der Grundsatz "in dubio pro reo" besagt indes nicht, dass bei sich w idersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für die beschuldigte Person günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzes relevante Zweifel verbleiben (BGE 144 IV 345, Erw. 2.2.3.1 ff.). Das Gericht darf sich nicht nach Gut- dünken und rein subjektivem Empfinden von der Schuld der angeklagten Person überzeugt erklären. Vielmehr muss die Beweiswürdigung und Sachverhaltsfeststellung gestützt auf alle vorhandenen und verwertbaren Beweise begründbar und für einen verständigen Menschen objektiv nachvollziehbar sein. Eine Verurteilung darf nur ergehen, wenn das Sachgericht über jeden vernünftigen Zweifel hinaus überzeugt ist, dass sämtliche Strafbarkeitsvoraussetzun- gen in tatsächlicher Hinsicht vorliegen. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit reicht hierfür nicht. Auf der anderen Seite ist absolute Gewissheit angesichts der Unvollkommenheit der Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erkenntnismittel und des menschlichen Urteilsvermögens nicht erreichbar. Gefordert ist in- dessen ein sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit. Wichtige Bedeutung für die Nachvoll- ziehbarkeit der Sachverhaltsfeststellung haben neben der Urteilsbegründung Denk- und Na- turgesetze, Erfahrungssätze, technische und wissenschaftliche Erkenntnisse, gesicherte em- pirische Befunde, Lebenserfahrung und nicht zuletzt der gesunde Menschenverstand (ESTHER TOPKINKE a.a.O., N 83, m.w.H.). 1.5.1.2 Nachfolgend gilt es, die in den einzelnen Anklagefällen jeweils vorhandenen Be- weise und Indizien umfassend zu würdigen. Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt dabei Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argu- mente einzugehen, die erst im Rechtsmittelverfahren vorgetragen werden (vgl. DANIELA BRÜSCHWEILER / RETO NADIG / REBECCA SCHNEEBELI, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 82 N 10). Vor der Prüf ung der Einzelfälle gilt es zusätzlich, den Sachverhalt im Allgemeinen, d.h. hinsichtlich Richtigkeit der von den Geschädigten als gestohlen gemelde- ten Wertgegenstände und geltend gemachten Schadensbeträge, des Zwecks des Aufent- halts der Beschuldigten in der Schweiz resp. in Frankreich sowie hinsichtlich der Beziehung der Beschuldigten untereinander (Kennenlernen, Treffen, Anreise) und deren allfälligen Tat- beteiligung zu beleuchten. 1.5.1.3 Aus dem polizeilichen Ermittlungsbericht vom 22. März 2019 (act. 1351-1393) geht hervor, dass das Auto Peugeot 607 mit dem französischen Kennzeichen V.____ vom Be- schuldigten B.____ am 5. November 2018 in F-Paris gekauft worden ist. Die Versicherungs- karte für dieses Fahrzeug weist eine Gültigkeit vom 6. November 2018 bis zum 6. Dezember 2018 auf (vgl. act. 1369). Gemäss den entsprechenden Durchfahrtsberichten des Grenz- wachtkorps (act. 1067-1085) überfuhr das auf B.____ eingelöste Fahrzeug vom 6. November 2018 bis zum 23. November 2018 insgesamt neunmal die schweizerisch -französische Grenze an den Grenzübergängen H.____ , K.____ und O.____ (vgl. ebenso polizeilicher Ermittlungsbericht vom 22. März 2019, act. 1365 f.), wobei alle drei Beschuldigten am 23. No- vember 2018, 21:25 Uhr, am Grenzübergang H.____ durch das Grenzwachtkorps mit B.____ als Lenker, A.____ als Beifahrer und C.____ als Mitfahrer hinten angehalten worden sind (vgl. ebenso polizeilicher Bericht vom 29. Mai 2019, act. 1395 ff., sowie Bericht der Zollver- waltung vom 23. November 2018, act. 1041 ff.). Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Beschuldigte A.____ gab in der Voruntersuchung anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 24. November 2018 (act. 1467-1495) zu Protokoll, er habe die Mitbeschuldigten B.____ und C.____ erst einige Tage vor seiner Festnahme im Hotel M.____ in F-N.____ kennenge- lernt (vgl. act. 1471). In der Hafteröffnungseinvernahme vom 25. November 2018 (act. 1511- 1519) führte A.____ aus, er sei das erste Mal in der Schweiz, davor habe er sich in Frankreich im Hotel M.____ aufgehalten. Er habe kein Geld gehabt und die Einbrüche seien eine spon- tane Entscheidung gewesen; er wolle jedoch weiter nach Spanien reisen. Bei den Einbrüchen sei man nur zu zweit gewesen, der Dritte, C.____, sei nicht beteiligt gewesen. Da dessen Knie operiert gewesen sei, sei er jeweils im Auto geblieben. Man sei jeweils mit dem Auto ausgefahren, um einen Kaffee zu trinken. Man habe eigentlich nicht vorgehabt, einzubrechen (vgl. act. a.a.O.). In einer weiteren Einvernahme vom 17. Januar 2019 (act. 2011-2067) sagte A.____ aus, er sei zuerst von Albanien nach B-Brüssel gereist, um seine Verlobte zu treffen, dann sei er mit ihr mit dem Bus nach F -N.____ gefahren (act. 2015 f.). Er habe die beiden Mitbeschuldigten B.____ und C.____ erst im Hotel kennengelernt. Zweimal sei man zusam- men "rausgefahren", wobei er selbst das oben genannte Auto nie gefahren sei. Erst beim zweiten Mal, d.h. am 23. November 2018, habe er Einbruchdiebstähle verübt (act. 2017). Vor dem 23. November 2018 habe er sich aber niemals in der Schweiz befunden (2019). Diese "Sachen" habe er zusammen m it B.____ gemacht; C.____ habe nichts mit diesen Einbrü- chen zu tun (act. 2021). Letzterer habe im Auto geschlafen (act. 2017), sein Bein sei ja ver- letzt gewesen (act. 2043). Anlässlich der Einvernahme vom 25. Februar 2019 (act. 2711 - 2757) schilderte A.____ demgegenüber, er sei von E -Madrid nach B-Brüssel geflogen und habe dort zufällig B.____ und C.____ getroffen. In der Folge sei er mit ihnen von einem albanischen Freund mit dessen Auto von B -Brüssel nach F -Paris gebracht worden. An- schliessend seien sie am 6. November 2018 zu dritt mit dem Auto mit B.____ am Steuer von F-Paris nach F -N.____ gefahren (act. 2717). Vor den Schranken des Strafgerichts sagte A.____ wiederum abweichend dazu aus, er habe B.____ in Frankreich kennengelernt, wäh- renddem er C.____ bereits seit einem Jahr kenne (Prot. Hauptverhandlung Strafgericht vom 16. März 2020, act. S. 197). Schliesslich gibt der Beschuldigte A.____ vor dem Kantonsge- richt zum Zweck seines Aufenthalts in Frankreich und in der Schweiz im Oktober/November 2018 befragt an, er habe sich in B-Brüssel mit einem albanischen "Mädchen" treffen wollen. Er sei zuerst von Albanien aus nach E-Madrid gereist, wo er sich bereits einmal aufgehalten habe und über Familienangehörige verfüge. Da seine Freundin den Treffpunkt nach Frank- reich verschoben habe, sei er von E-Madrid aus über F-Paris nach F-N.____ und danach in die Schweiz gereist. In F-N.____ habe er dann ca. fünf Tage mit seiner albanischen Freundin verbracht. Sein Ziel sei es gewesen, nach Spanien zurückzukehren, wäre er ni cht verhaftet Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht worden (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 10 -12, 14 f.). Zum Kennenlernen bzw. Treffen mit B.____ und C.____ befragt, gibt der Beschuldigte A.____ vor Kantonsgericht abermals abweichend an, er habe B.____ und C.____ per Zufall in B-Brüssel getroffen. Wäh- rend er zuvor B.____ weder gekannt noch jemals gesehen habe, habe er C.____ bereits aus einem Gefängnis in Italien gekannt. Im Anschluss sei er mit diesen Beiden durch einen alba- nischen Freund mit dem Auto nach F -Paris gefahren worden und von dort nach F -N.____ wiederum mit B.____ und C.____ im Auto von B.____ gereist, wo man gemeinsam im Hotel M.____ abgestiegen sei (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 12, 14). Der Beschuldigte B.____ sodann gab in der Voruntersuchung anlässlich seiner ersten Ein- vernahme vom 24. November 2018 (act. 1421 -1457) an, er habe A.____ und C.____ vom Sehen her aus Albanien gekannt, da sie aus der gleichen Gegend stammten. Per Zufall habe er sie dann in F-Paris getroffen (act. 1427, 1431). In der Einvernahme vor dem Zwangsmass- nahmengericht vom 26. November 2018 (act. 1521 ff.) machte B.____ geltend, er habe mit den Einbrüchen "etwas Geld machen" wollen. Er habe vorher kein Geld gehabt und nach Albanien zurückfahren wollen. Den im Auto gefundenen Schmuck habe er zu verkaufen be- absichtigt. C.____ hingegen habe mit der "Sache" nichts zu tun, diesen habe B.____ in Frankreich kennengelernt. C.____ sei am Bein operiert worden. Er und A.____ hätten C.____ mit dem Auto mitgenommen, damit er nicht allein i m Hotel zurückbleibe. C.____ habe nicht gewusst, dass B.____ und A.____ einbrechen würden (act. a.a.O.). Anlässlich der weiteren Einvernahme vom 10. Januar 2019 (act. 1529-1583) gab B.____ zu Protokoll, man sei zu dritt zusammen schon von F-Paris nach F-N.____/W.____ mit dem fraglichen Fahrzeug ge- fahren (act. 1539). Sodann legte B.____ in der Einvernahme vom 22. Februar 2019 (act. 2471-2529) im Widerspruch zu früheren Aussagen dar, er sei mit C.____ mit dem Bus von Albanien nach B-Brüssel und von dort aus mit dem Bus nach F-Paris gereist, wo er dann erst A.____ getroffen habe (act. 2475). Vor Strafgericht führte B.____ aus, er habe für das Fahr- zeug 1'350 Euro bezahlt; diesen Betrag habe er zuvor bei Kollegen aufnehmen müssen. Er habe A.____ erst in Frankreich kennengelernt, währenddem er C.____ bereits aus Albanien kenne (Prot. Hauptverhandlung Strafgericht vom 16. März 2020, act. S. 199). Schliesslich gibt B.____ vor dem Kantonsgericht zum Zweck seines Aufenthalts in Frankreich bzw. in der Schweiz befragt an, er habe von seinem Arbeitgeber für zehn Tage frei bekommen, um güns- tig, d.h. für 1'350 Euro, ein Auto in Frankreich zu erwerben und teurer, d.h. für 600 bis 700 Euro mehr, in Albanien zu verkaufen. Er sei zuerst von Albanien aus mit dem Bus nach B - Brüssel gefahren, obwohl er eigentlich nach Frankreich habe fahren wollen. Das Geld für die Reise habe aus seinem Ersparten und einem Darlehen eines Freundes gestammt, so dass Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihm ca. 2'000 Euro zur Verfügung gestanden seien. Wäre er nicht verhaftet worden, so wäre er mit dem fraglichen Auto allein wieder zurück zu seiner Familie und seiner Arbeit nach Albanien gefahren. Zum Kennenlernen bzw. Treffen mit A.____ und C.____ befragt, gibt der Beschuldigte B.____ vor Kantonsgericht wiederum abweichend zu Protokoll, e r sei zusam- men mit C.____ von Albanien nach B-Brüssel gereist, währenddem er A.____ per Zufall ken- nengelernt habe. A.____ habe er zwar zuvor schon in Albanien gesehen, aber nicht mit ihm gesprochen. Er habe A.____ erst in F -Paris getroffen bzw. er habe zue rst mit A.____ in F - Paris gesprochen und ihn dann in B-Brüssel getroffen. Das zufällige Treffen von A.____ habe in F-Paris im Hotel M.____ stattgefunden. Alle Albaner, die nach F-Paris reisten, würden in dieses Hotel gehen, da es elegant, aber besonders günstig sei (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 17-19, 35). Schliesslich gab der dritte Beschuldigte, C.____, anlässlich seiner ersten Einvernahme in der Voruntersuchung vom 24. November 2018 (act. 1403 -1417) an, nach einer nicht zur vollen Zufriedenheit in AL-Tirana durchgeführten Meniskusoperation habe er zuerst in Frankreich nach einer Physiotherapie gesucht, dort sei es aber zu teuer gewesen und er sei deswegen in die Schweiz gekommen (act. 1405 f.). Die beiden anderen Beschuldigten habe er e rst im Hotel in F-N.____ kennengelernt (act. 1407). Anlässlich der Hafteröffnungseinvernahme vom 25. November 2018 (act. 1505 -1509) bestritt C.____ jegliche Beteiligung an Einbrüchen. Auch in der Einvernahme vor dem Zwangsmassnahmengericht vom 26. November 2018 (act. 1525 ff.) blieb er dabei, dass er mit den Diebstählen nichts zu tun habe. Er sei lediglich mit A.____ und B.____ mitgefahren, um eine Klinik zu finden. Sein einziger Grund für die Mitfahrt sei somit die Suche nach einer günstigen Physiotherapie gewesen (vgl. act. a.a.O.). In der Einvernahme vom 15. Januar 2019 (act. 1755 -1801) bestritt C.____ weiterhin eine Beteili- gung an Einbruchdiebstählen, selbst in Form von Schmierestehen bzw. verweigerte die Aus- sage. Er habe lediglich im Auto gewartet bzw. geschlafen. Dort habe er A.____ und B.____ bereits gekannt. Im Widerspruch zu früheren Aussagen sagte er nunmehr aus, er sei zusam- men mit B.____ von Albanien ausgereist und mit ihm nach B-Brüssel gefahren. In F-N.____ habe er dann beide, d.h. A.____ und B.____, getroffen (vgl. a.a.O.). In der Einvernahme vom 19. Februar 2019 (act. 2267-2315) gab C.____ demgegenüber an, er sei zusammen mit "den anderen" von F-Paris nach F-N.____ gefahren (act. 2273). Man habe dann zu dritt resp. zu viert, mit der Freundin von A.____ aus Albanien, vom 8. bis zum 15. November 2018 in zwei Zimmern im Hotel M.____ in F-N.____ übernachtet (act. 2275). Vor den Schranken des Straf- gerichts hielt C.____ daran fest, dass er zum Zwecke einer günstigen Physiotherapie in die Seite 32 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schweiz gekommen sei (Prot. Hauptverhandlung Strafgericht vom 16. März 2020, act. S. 203 f.). Mit Blick auf die obgenannten Beweismittel und Indizien stellt das Kantonsgericht zunächst in allgemeiner Weise fest, dass die Depositionen der drei Beschuldigten betreffend das ge- genseitige Kennenlernen, das erste Treffen und die Anreise nach F -N.____ nicht nur teil- weise in sich unstimmig sind, sondern auch im Laufe des Verfahrens immer wieder ange- passt worden sind, was deren Glaubhaftigkeit per se erheblich schmälert. Auch im Verhältnis zueinander stehen die Aussagen der drei Beschuldigten grösstenteils in offensichtlichem Wi- derspruch. Übereinstimmung liegt lediglich darüber vor, dass sich A.____ und C.____ wohl bereits aufgrund eines gemeinsamen Gefängnisaufenthaltes in Italien im Jahr 2017 kannten und B.____ sowie C.____ im Jahr 2018 gemeinsam von Albanien aus zunächst nach B - Brüssel gereist sind. Belegt und unbestritten ist sodann, dass B.____ das Fahrzeug Peugeot 605 mit dem f ranzösischen Kennzeichen V.____ am 5. November 2018 in F-Paris gekauft hat. Ebenso sagen die drei Beschuldigten übereinstimmend aus, dass sie sich spätestens zu diesem Zeitpunkt in F-Paris getroffen hätten und daraufhin im Fahrzeug von B.____ gemein- sam von F-Paris nach F-N.____ gefahren seien, wo sie bis zu ihrer Verhaftung am 23. No- vember 2018 an der französisch-schweizerischen Grenze im Hotel M.____ zu dritt resp. zu viert mit der damaligen Freundin von A.____ in zwei Zimmer logiert hätten. Da sich diese Version mit den übrigen Ermittlungsergebnissen deckt, ist davon in tatsächlicher Hinsicht auszugehen. Ob darüber hinaus darauf abzustellen ist, dass im angeklagten Tatzeitraum immer nur B.____ der Lenker des fraglichen Fahrzeugs sowie A.____ und C.____ jeweils dessen Mitfahrer waren, wird nachfolgend i m Rahmen der Einzelfälle zu prüfen sein. Was den Zweck des Aufenthalts in Frankreich bzw. in der Schweiz betrifft, so gehen die Aussagen der drei Beschuldigten wiederum weit auseinander: Während A.____ das Treffen mit seiner damaligen Freundin und B.____ den günstigen Ankauf eines Autos in Frankreich und dessen teureren Weiterverkauf in Albanien angeben, will C.____ zwecks Suche einer günstigen Phy- siotherapie seine Heimat Albanien verlassen haben. Allein schon mit Blick auf die Teilge- ständnisse, welche A.____ und B.____ hinsichtlich der Einbruchdiebstähle abgelegt haben, können deren vorgenannte Aussagen zum Zweck der Einreise nicht gehört werden, wobei ebenfalls nachfolgend zu beleuchten sein wird, ob A.____ und B.____ noch weitere als die bereits zugestandenen Anklagefälle nachgewiesen werden können. Zusätzlich erscheint die Version von B.____ betreffend den An- und Verkauf von Fahrzeugen mit Blick auf das Preis- niveau und die jeweiligen Lebenshaltungskosten in Frankreich und Albanien als unplausibel. Hervorzuheben ist die Erklärung von C.____ betreffend seine angebliche Suche nach einer Seite 33 http://www.bl.ch/kantonsgericht günstigen Physiotherapie in Frankreich bzw. in der Schweiz, welche allein schon mit Blick auf die hiesigen Lebenshaltungskosten im Vergleich zu denjenigen in Albanien als der art absurd daherkommt, dass sie als blosse Schutzbehauptung anzusehen ist; zu dieser Schlussfolgerung ist bereits die Vorinstanz auf S. 11 des angefochtenen Urteils gekommen. Abgesehen davon stimmt die entsprechende Aussage von C.____ in keiner Weise mit d en Depositionen von A.____ und B.____ überein, nannten diese doch als Grund für die gemein- samen Autofahrten Spazieren gehen und Kaffeetrinken bzw. man habe C.____ nicht allein im Hotel lassen wollen. Übereinstimmung besteht lediglich hinsichtlich der vorangegangenen Meniskusoperation bei C.____, wobei auch hierfür jegliche objektiven Belege fehlen. Ebenso besteht bei den drei Beschuldigten darüber Einigkeit, dass C.____ in keiner Weise an den Einbrüchen mitgewirkt haben soll. Ob C.____ mit Blick auf die vor liegenden Beweise und Indizien dennoch eine Tatbeteiligung nachgewiesen werden kann, wird wiederum im Rah- men der Einzelfälle zu prüfen sein. In einem letzten Punkt besteht in Bezug auf die Richtigkeit der von den Geschädigten als gestohlen gemeldeten Wertgegenstände und geltend gemach- ten Schadensbeträge mit Blick auf die Akten keine Veranlassung, von den diesbezüglichen Feststellungen der Vorinstanz auf S. 5 des angefochtenen Urteils abzuweichen. 1.5.1.4 Anklagefälle 1-3 Hinsichtlich dieser drei Anklagefälle kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfäng- lich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz auf S. 6 f. des angefochtenen Urteils verwiesen werden. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Gemeinde H.____ um ein grosses Einzu gsgebiet handelt, so dass eine Verübung der fraglichen Einbrüche durch andere Personen als die drei Beschuldigten keinesfalls ausgeschlossen werden kann. Auch liegt im Vergleich zu den übrigen Anklagefällen, in welchen rechtskräftige Verurteilun- gen erfolgt sind (vgl. nachfolgend), ein Abstand von mindestens einer Woche vor, weshalb kein zeitlicher Konnex hergestellt werden kann. Dass es sich bei den im Fahrzeug von B.____ befindlichen Personen, wie von der Staatsanwaltschaft angenommen, um die drei Beschuldigten handelt, ist zwar naheliegend, aber nicht zwingend anzunehmen, ergibt sich dies doch gerade nicht aus dem Durchfahrtsbericht (act. 1069). Das Kantonsgericht erachtet hingegen bereits an dieser Stelle als belegt, dass im gesamten angeklagten Tatzeitraum je- weils B.____ das fragliche Fahrzeug gelenkt hat: So sagte B.____ bereits in seiner ersten Einvernahme vom 24. November 2018 klar und unmissverständlich aus, sein Fahrzeug sei in der Schweiz nicht von anderen Kollegen gefahren worden (act. 1433). Dies bekräftigte er am 10. Januar 2019, wonach er mit dem Auto in der Schweiz gefahren sei und niemand Seite 34 http://www.bl.ch/kantonsgericht anderes (act. 1535). Bei diesen Aussagen ist B.____ zu behaften. Erst in der dritten Einver- nahme vom 22. Februar 2019 (act. 2499, 2519) machte er – angepasst an die neue Beweis- lage – abweichend geltend, er habe das Auto anderen Albanern, deren Namen er jedoch nicht nennen könne, für Einkäufe geliehen (act. 2499, 2519) . Dasselbe machte er in der Schlusseinvernahme vom 3. Juni 2019 im Widerspruch zu den früheren Aussagen geltend (vgl. act. 2893-2921, insb. 2903). Vor Kantonsgericht wartet B.____ sogar erstmals und noch weiter einschränkend mit der Version auf, er sei erst am Tag der Verhaftung, d.h. am 23. No- vember 2018, selber gefahren, während das Fahrzeug an allen anderen Tagen durch andere Personen gelenkt worden sei. Er habe dabei nie befürchtet, dass die anderen Personen mit seinem Auto einen Unfall bauen oder es ihm entziehen würden; er habe volles Vertrauen gehabt (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 27-35). Diese neueste Version ist als umso abwegiger zu verwerfen. Abgesehen vom krassen Widerspruch zu den früheren Aus- sagen erscheint sie zudem als besonders unglaubhaft, wenn man von B.____s eigenen An- gaben ausgeht, wonach er gerade zwecks Kaufs ei nes Autos nach Westeuropa gereist ist und hierfür sogar Geld von Kollegen leihen musste (vgl. Erw. 1.5.1.3). Es wäre diesfalls höchst leichtsinnig von ihm gewesen, das frisch erworbene und für den Export bestimmte Fahrzeug an ihm namentlich nicht bekannte Personen auszuleihen. Zudem muss sich B.____ an dieser Stelle den Vorwurf gefallen lassen, dass er zu seiner eigenen Entlastung hätte angeben müssen, wem er wann sein Fahrzeug geliehen hat. Dies hat bereits die Vor - instanz im Anklagefall 8 (vgl. S. 10 f. d es angefochtenen Urteils) zu Recht festgehalten. Im Übrigen sprechen auch die vier in den Akten befindlichen Radarfotos, welche diverse, in der Zeit vom 6. bis 17. November 2018 im Elsass begangene Geschwindigkeitsübertretungen mit dem fraglichen Fahrzeug belegen, jeweils für eine Lenkerschaft von B.____ (vgl. polizei- licher Ermittlungsbericht vom 22. März 2019, act. 1363) sowie in besonderem Masse die Verhaftungssituation (vgl. Bericht der Zollverwaltung vom 23. November 2018, act. 1041 ff., polizeilicher Bericht vom 29. Mai 2019, act. 1395 ff.). Schliesslich erscheint die seitens der Verteidigung von B.____ in den Raum geworfene Theorie eines Missbrauchs der Kontroll- schilder des obgenannten Peugeot durch andere Personen als aus der Luft gegriffen, zumal weder die Untersuchungsergebnisse noch die Aussagen der Beschuldigten selbst in diese Richtung gehen. Nichtsdestotrotz kann in den vorliegenden Anklagefällen 1 -3 nicht ausge- schlossen werden, dass die Durchfahrt, sollte sie durch mindestens einen der drei Beschul- digten erfolgt sein, lediglich zu unverfänglichen Zwecken stattgefunden hat. Als Schlussfol- gerung ist somit in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro reo" trotz einiger Anhaltspunkte die Täterschaft der drei Beschuldigten nicht rechtsgenüglich nachgewiesen. Im Ergebnis ist Seite 35 http://www.bl.ch/kantonsgericht daher die Berufung der Staatsanwaltschaft in diesem Punkt abzuweisen und der vorinstanz- liche Freispruch betreffend alle drei Beschuldigten zu bestätigen. 1.5.1.5 Anklagefall 4 Auch in diesem Fall schliesst sich das Kantonsgericht den Feststellungen der Vorinstanz auf S. 7 f. des angefochtenen Urteils an. Ergänzend ist wiederum unter Hinweis auf Erw. 1.5.1.4 von der Lenkerschaft von B.____ auszugehen. Zudem ist als weiteres belastendes Element anzufügen, dass das Grenzgebiet K.____ im Gegensatz zu H.____ kein Einzugsgebiet der Agglomeration X.____, sondern ein sehr ländliches Gebiet darstellt, so dass sich die nahe- liegende Frage stellt, zu welchem Zweck sich die drei Beschuldigten in dieser einsamen Ge- gend aufgehalten haben. Auch vor Kantonsgericht bestreiten A.____ und B.____ eine Täter- schaft, wobei sie weder zur Quittung aus dem Baumarkt "I.____" in F-J.____ (act. 3309) noch zur Durchfahrt dieses sehr abgelegenen Grenzübergangs eine plausible Erklärung abgeben können (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 27 f.). Es ist in diesem Zusammen- hang darauf hinzuweisen, dass d as in Art. 113 Abs. 1 StPO statuierte Aussageverweige- rungsrecht des Beschuldigten nur das Recht auf Schweigen gewährleistet. Es schützt aber nicht davor, dass da s Aussageverhalten bei der Beweiswürdigung mitberücksichtigt wird. Dabei darf die Verweigerung der Mitwirkung zusammen mit weiteren Beweisen als ein be- lastendes Element gewürdigt werden. Wenn die belastenden Indizien geradezu nach einer Erklärung rufen, we lche die beschuldigte Person geben müsste, darf nach Massgabe des gesunden Menschenverstands der Schluss gezogen werden, es gibt keine mögliche Erklä- rung und die beschuldigte Person ist schuldig (vgl. NIKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4 . Aufl., Rz. 912, unter Hinweis auf BGer 6B_685/2015, Erw. 3 und 1P.641/2000, Erw. 2). Auch wenn in diesem Fall einerseits neben der bereits erwähnten Quittung betreffend den Kauf von offensichtlich typischen Einbruchsutensilien, dem Durch- fahrtsbericht des Grenzwachtkorps (act. 3313, 3317) und der daraus resultierenden zeitli- chen Koinzidenz mit dem Einbruchdiebstahl in L.____ – gemäss Routenplan dauert die Fahrt vom Baumarkt bis zum Zollübergang K.____ 1 Stunde und weitere 20 Minuten von der Grenze bis L.____ sowie von dort zurück zum Zoll, womit 20 Minuten für den Einbruch zur Verfügung standen, was eine durchaus übliche Dauer bei einem Einbruch darstellt, zumal bei einschlägig erfahrenen Einbrechern wie A.____ (vgl. dazu Erw. 3.4.5.1) – im Vergleich zu den Anklagefällen 1-3 wesentlich mehr belastende Indizien vorliegen, vermögen diese in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro reo" knapp nicht zum rechtsgenüglichen Nachweis der Täterschaft der drei Beschuldigten zu genügen. So ist zu deren Entlastung zu ber ück- sichtigen, dass nicht als erstellt angesehen werden kann, wer – neben B.____ – sonst noch Seite 36 http://www.bl.ch/kantonsgericht in diesem Fahrzeug sass. Des Weiteren erscheint ein Zeitraum von lediglich 20 Minuten für die spezifische Tatbegehung im konkreten Fall insofern als zu kurz, als in casu das Tatobjekt ausgesprochen gründlich durchsucht worden ist: Laut dem polizeilichen Bericht vom 19. Ja- nuar 2019 (act. 3319 ff.) hat die Täterschaft zunächst unterhalb des Balkons ein Regenwas- serfass umgeworfen, um auf diese Weise über den Balkon in die Liegenschaft einsteigen zu können. Danach öffnete und untersuchte sie in verschiedenen Zimmern im Erd - und Ober- geschoss verschiedene Schränke und Behältnisse (vgl. act. a.a.O.). Selbst die im Fahrzeug von B.____ aufgefundene Quittung beweist letzten Endes nicht, wer das Werkzeug gekauft hat, sondern lediglich, dass der oder die Käufer wahrscheinlich einbrechen wollten oder ein- gebrochen sind. Da im Übrigen weder Geständnisse noch ein auffälliger Modus operandi vorliegen, ist der Schlussfolgerung des Strafgerichts, dass die Täterschaft der Beschuldigten, insbesondere von A.____ und B.____, "überwiegend wahrscheinlich" sei, jedoch nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen würden, insgesamt zu folgen. Somit sind die drei Beschul- digten im Zweifel freizusprechen, wie dies bereits die Vorinstanz getan hat, und die Berufung der Staatsanwaltschaft ist entsprechend abzuweisen. 1.5.1.6 Anklagefall 5 In diesem Fall schliesst sich das Kantonsgericht der vorinstanzlichen Beweiswürdigung auf S. 8 f. des angefochtenen Urteils mehrheitlich nicht an: Anders als in den übrigen Fällen der Anklage liegt in casu eine DNA-Spur vor, welche auf der Aussenseite der Sitzplatztüre des Einbruchsobjekts sichergestellt werden konnte. Diese stimmt in erster Linie mit dem DNA - Profil der P erson PCN 13 514392 57 und damit mit C.____ überein. Gemäss der DNA - Auswertung konnte ein komplexes DNA-Mischprofil erstellt werden, welches auf mindestens vier Spurengeber zurückzuführen ist, wobei ein partielles Hauptprofil C.____ zugeordnet wer- den konnte. Zusammenfassend wird darin festgehalten, dass sich das DNA -Mischprofil ca. 604 Milliarden-mal besser erklären lasse, wenn man annehme, es stamme von der Person PCN 13 514392 57 (d.h. C.____) und drei unbekannten, mit C.____ nicht verwandten Per- sonen, als wenn man davon ausgehe, es stamme von vier unbekannten, mit der Person PCN 13 514392 57 (d.h. C.____) nicht verwandten Personen (vgl. Gutachten des IRM Basel vom 19. August 2019 mit Beweiswertberechnung, act. 1997, act. 3416.9 ff., insb. act. 3416.15). Von diesem Beweisergebnis geht auch die Vorinstanz aus. Deren Schlussfolgerung aber, wonach denkbar sei, dass die Einbrecher einen Handschuh von C.____ benutzt hätten und damit zumindest einer der drei Beschuldigten am Einbruch beteiligt gewesen sei, jedoch nicht festgestellt werden könne, welche Person (vgl. S. 9 des angefochtenen Urteils), kann nicht Seite 37 http://www.bl.ch/kantonsgericht gefolgt werden. Wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Berufung zu Recht rügt, hat das Strafge- richt an dieser Stelle die Anforderungen an das Beweismass offensichtlich überdehnt. Ange- sichts der obgenannten bewiesenen DNA -Spur erachtet das Kantonsgericht – abweichend zur vorinstanzlichen Einschätzung – die höchstpersönliche Anwesenheit am Tatort und damit die Täterschaft von C.____ als zweifelsfrei erwiesen. Die seitens der Vorinstanz dargelegte Erklärung erscheint demgegenüber als zwar bloss theoretisch denkbar, jedoch aufgrund der konkreten Begebenheiten als letztlich lebensfremdes und unrealistisches Konstrukt. Dass die Beschuldigten A.____ und B.____ keinerlei Erklärung für die DNA-Spur von C.____ am Tatort abgeben können, aber nach wie vor daran festhalten, dass C.____ bei den Einbrüchen nicht dabei gewesen sei (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 28 f.), steht diesem Beweisergebnis keineswegs entgegen. Eine Sekundärübertragung, wie sie die Vorinstanz in Erwägung gezogen hat, stellt für das Kantonsgericht vielmehr eine rein theoretische und abs- trakte Möglichkeit dar, ist C.____ doch hier zweifelsfrei als Hauptspurengeber identifiziert worden. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es sich bei der fraglichen DNA-Spur um einen Abdruck eines Textils handeln könnte, was wiederum darauf hinweist, dass die Täterschaft möglicherweise Handschuhe getragen hat (vgl. E -Mail von Wm Y.____, Krimi- nalpolizei, Forensik, an die Staatsanwaltschaft vom 9. August 2019, act. 3416.1). Der vorlie- gende Fall unterscheidet sich im Übrigen hinsichtlich des Sachverhalts von den im vo- rinstanzlichen Urteil erwähnten Urteilen der Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 15. März 2016, SB.2015.10, Erw. 2.5, und der I. Strafkammer des Obergerichts Zürich vom 28. Januar 2016, SB150444, Erw. 14.4 f. Die Konstellationen in jenen beiden Urteilen sind mit der vor- liegenden insofern nicht vergleichbar, als dort neben der DNA-Spur jegliche weiteren Indizien fehlten (so im obgenannten Urteil des Obergerichts Zürich, Erw. 15.2) bzw. die DNA -Spur auf einem Stein und damit einer rauhen Oberfläche gefunden worden ist und der dortige Beschuldigte zusätzlich an Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte) litt, womit er als "sehr guter DNA-Spender" galt. Dass eine Sekundärübertragung der DNA -Spur erfolgt sein könnte, stellte daher dort eine mehr als bloss theoretische Möglichkeit dar (so im obgenannten Urteil des Appellationsgerichts Basel-Stadt, Erw. 2.5). Vorliegend wurde jedoch die C.____ zuord- enbare DNA-Spur ab einer Sitzplatztüre und damit einer glatten Oberfläche gefunden. Abge- sehen davon litt dieser, soweit aus den Akten ersichtlich, nicht an einer besonderen Haut- krankheit, welche ihn zu einem "sehr guten DNA-Spender" machen würde. Schliesslich kom- men in casu weitere C.____ belastende Indizien hinzu: So waren auf dem sichergestellten Handy von C.____ etliche Fotos abgespeichert, auf welchen Schmuckstücke, Geld und Kör- perpflegeprodukte sowie die Beschuldigt en A.____ und B.____ bei der Begutachtung der- selben auf dem Bett im Zimmer des Hotels M.____ in F-N.____ abgebildet sind (vgl. Bericht Seite 38 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Staatsanwaltschaft vom 5. Februar 2019 betreffend die durch die Forensik durchgeführte Auswertung des Mobiltelefons Samsung SM-G925F Galaxy S6 Edge von C.____, act. 4949, 1303-1349; polizeilicher Ermittlungsbericht vom 22. März 2019, act. 1373, Aktennotiz Nr. 25, act. 2539 ff.). Die seltsam anmutenden Erklärungen von C.____ dazu, wonach sein Mobilte- lefon auch durch ander e Personen benutzt worden sei (vgl. Einvernahme vom 19. Februar 2019, act. 2267 -2315), diese Bilder auf dem Mobiltelefon von einer Drittperson ohne sein Wissen aufgenommen worden seien (Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, act. S 213 f.), die Person den PIN kenne, da sie gesehen habe, wie C.____ den Sicherheitscode in sein Tele- fon eingegeben habe (Prot. Haup tverhandlung Strafgericht, act. S 217) bzw. der Schmuck nicht aus Diebstählen, sondern von Hotelgästen stamme und man lediglich damit habe prah- len wollen (vgl. act. 2275 f. sowie act. 1383 ff.), sind allesamt als reine Schutzbehauptungen zu werten, wie im Übrigen bereits das Strafgericht im Zusammenhang mit dem Anklagefall 8 (vgl. S. 12 des angefochtenen Urteils) korrekt festgestellt hat. Des Weiteren ver brachte C.____ laut eigenen Aussagen mehrere Tage mit den beiden Mitbeschuldigten im Hotel M.____ in F -N.____, nachdem er zusammen mit diesen zumindest von F -Paris nach F - N.____ gefahren war. Schliesslich wurde C.____ zusamm en mit A.____ und B.____ am 23. November 2018 beim Grenzübergang in H.____ im fraglichen Auto sitzend angehalten und festgenommen (vgl. Bericht der Zollverwaltung vom 23. November 2018, act. 1041 ff., inkl. Fotodokumentation, act. 1055 ff.). Demnach wurde am 23. November 2018, 21.25 Uhr, bei der Ausreise aus der Schweiz, beim Grenzübergang H.____, der Personenwagen Peugeot 607, grau mit den französischen Kontrollschildern V.____, besetzt mit drei Perso- nen, durch die Grenzwache einer Kontrolle unterzogen. Sie wiesen sich alle drei mit eine m albanischen Reisepass aus. Der Personenwagen wurde von B.____ gelenkt, Beifahrer war A.____ und Mitfahrer hinten links C.____. Da die drei Personen zunächst keine Angaben zu ihrem aktuellen Reiseziel und Aufenthaltszweck in der Schweiz machen konnten, wurden sie sowie der Personenwagen auf dem Grenzübergang einer Kontrolle unterzogen. Die Schuh- sohlen von B.____ wiesen Dreck auf, welcher mit Glasscherben gespickt war, die zu einem Einbruch in der Region passen könnten. Bei der oberflächlichen Sichtung des Fahrzeugs konnten diverse Taschenlampen, Handschuhe und Schraubenzieher gesichtet werden, wel- che als Einbruchswerkzeug dienen konnten. Sinngemäss machten die drei Beschuldigten die Aussage, sie seien als Touristen in der Schweiz. Sie seien kurz Kaffee trinken gegangen und gingen nun nach Frankreich zurück. Unter dem Rücksitzpolster konnten zwei Hand- schuhe aufgefunden werden, welche jeweils mit diversen Gold- und Silberstücken gefüllt wa- ren. Zudem kamen weitere Schraubenzieher und zwei Brecheisen zum Vorsche in. Weiter konnte auf der Rücksitzbank eine einzelne Schmuckmanchette und in der Seitentüre hinten Seite 39 http://www.bl.ch/kantonsgericht links eine silberne Kette aufgefunden werden. Daraufhin wurden die drei Beschuldigten vor- läufig festgenommen (vgl. act. a.a.O.). Damit kann C.____ in ein klares kriminelles Umfeld in personeller, räumlicher und zeitlicher Hinsicht eingeordnet werden. Nicht zuletzt ist in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass C.____ laut Auskunft von Interpol I-Rom vom 30. November 2018 (act. 217) in Italien einschlägig vorbestraft ist. Aus dem italienischen Straf- registerauszug vom 27. November 2018 geht hervor, dass C.____ unter dem Ledignamen Z.____ immerhin zwei Vorstrafen, davon eine einschlägiger Natur, aufweist (vgl. act. 235 f.). Dass C.____ angesichts seiner Meniskusoperation – wofür wie bereits erwähnt jegliche ob- jektiven Belege fehlen – womöglich nicht besonders gut zu Fuss gewesen ist, steht einer Tatbeteiligung keineswegs entgegen, war doch im vorliegenden Fall der Tatort ebenerdig, womit die Täterschaft nirgends hinaufzuklettern brauchte, um in das Tatobjekt zu gelangen. Wie nachfolgend (Erw. 1.5.2.2) zu zeigen sein wird, macht sich auch derjenige zum Gehilfen oder gar Mittäter, welcher bloss Schmiere steht oder das Fluchtfahrzeug lenkt, so dass die genaue Funktion des C.____ bei diesem Einbruch ohnehin nicht von Relevanz ist. Demgegenüber ist hinsichtlich einer Tatbeteiligung von A.____ und B.____ im Anklagefall 5 festzustellen, dass eine solche angesichts derselben Vorgehensweise (Benutzung von Flachwerkzeug zum Aufbrechen) wie in den Fällen 1, 2, 4, 7 und 13 sowie des Gesamtzu- sammenhangs zwar naheliegt, jedoch im konkreten Fall der blosse Nachweis der Tatbeteili- gung von C.____ nicht zwingend auf eine solche von A.____ und B.____ schliessen lässt. Es bestehen mithin mehr als bloss theoretische Zweifel dergestalt, dass in diesem Fall auch andere Personen in die Tatbegehung von C.____ involviert sein könnten, liegen doch betref- fend A.____ und B.____ keinerlei weitere belastende Indizien wie insbesondere ein Durc h- fahrtsbericht vor. Bei diesen beiden Beschuldigten wird der sehr hohe Grad der Wahrschein- lichkeit ihrer Täterschaft somit nicht erreicht. Im Ergebnis ist daher teilweise abweichend zum vorinstanzlichen Urteil in teilweiser Gutheis- sung der Berufung der S taatsanwaltschaft eine Tatbeteiligung von C.____ nachgewiesen, währenddem in teilweiser Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft die Freisprüche von A.____ und B.____ zu bestätigen sind. 1.5.1.7 Anklagefall 6 In diesem Fall liegt, wie das Strafgericht richtig konstatiert hat (vgl. S. 9 des angefochtenen Urteils), einzig eine örtliche und zeitliche Nähe zum Anklagefall 5 vor. Abgesehen davon gibt Seite 40 http://www.bl.ch/kantonsgericht es jedoch keinerlei weitere Indizien, nicht einmal einen vergleichbaren Modus operandi. An- gesichts dessen kann betreffend keinen der Beschuldigten, nicht einmal betreffend C.____, dessen Tatbeteiligung im Anklagefall 5 nachgewiesen ist, der angeklagte Sachverhalt als erstellt erachtet werden. Es ist daher in Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft der vorinstanzliche Freispruch aller drei Beschuldigten "in dubio pro reo" zu bestätigen. 1.5.1.8 Anklagefall 7 Auch in diesem Fall ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz auf S. 9 f. des angefochtenen Urteils zu verweisen. Ergänzend konstatiert das Kantonsgericht, dass als weiteres Indiz eine über die Einbruchstelle geleerte Flüssigkeit am Tatort, mutmasslich zum Verwischen von Spuren, festgestellt werden konnte, und dass eine analoge Flüssigkeit ebenso in den von A.____ zugestandenen Fällen 8 und 10 vorhanden war (vgl. Erw. 1.5.1.9, 1.5.1.10). Vor Kantonsgericht dazu befragt, vermag A.____ betreffend diese Flüssigkeit kei- nerlei Erklärung abzugeben (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 29). Die bereits durch die Vorinstanz erwähnte Schuhspur BL S18-071, welche mit derjenigen in den Fällen 1, 2, 4, 5 und 13 übereinstimmt, allerdings von geringem Beweiswert ist, sowie die obge- nannte, wenn auch als auffälliges Element zu bezeichnende Flüssigkeit allein genügen ins- gesamt jedoch nicht, um einen s ehr hohen Grad der Wahrscheinlichkeit für eine Tatbeteili- gung des A.____ und der übrigen Beschuldigten in diesem Fall nachzuweisen. Darum hat in Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft und in Bestätigung des vorinstanzlichen Ur- teils ein Freispruch der drei Beschuldigten zu erfolgen. 1.5.1.9 Anklagefall 8 Wie das Strafgericht auf S. 10 des angefochtenen Urteils richtig festhält, liegt neben einem (Teil-)Schuhabdruck, welcher formaltechnisch nicht von der Schuhsohle des linken Schuhs von A.____ unterschieden werden kann, und dabei eine Bewertung 3 auf der ENFSI -Skala für eine "wahrscheinliche" Spurenverursachung spricht (vgl. act. 151), ein Geständnis von A.____ vor. Anlässlich seiner Einvernahme vom 17. Januar 2019 führte dieser aus, er habe den Einbruch zusammen mit jemandem begangen, der draussen Schmiere gestanden sei; er wolle jedoch nicht sagen, wer dies gewesen sei (act. 2049 ff.). Auf Vorhalt, dass B.____ der Chauffeur gewesen sein könnte, antwortete A.____, er wiss e nicht, wer gefahren sei (act. 2055). Damit ist in einem ersten Punkt festzustellen, dass A.____ die Teilnahme von B.____ nicht explizit bestreitet. Wenn des Weiteren zu berücksichtigen ist, dass A.____ in der Einvernahme vom 24. November 2018 ausgeführt hat, er habe das Fahrzeug von B.____ nie selber gefahren (act. 1475), und selbst B.____ nie angab, er habe das Fahrzeug an Seite 41 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.____ ausgeliehen, verdichtet sich allein schon deshalb die begründete Annahme, dass nur B.____ der Fahrzeuglenker gewesen sein kann. Es ist an dieser Stelle auf d ie Feststellung in Erw. 1.5.1.4 zu verweisen, wonach ohnehin von der Lenkerschaft von B.____ während des gesamten angeklagten Tatzeitraums auszugehen ist. B.____ selbst bestreitet allerdings in diesem Fall eine Tatbeteiligung und verlangt im Berufungsverfahren einen Freispruch. Das Kantonsgericht geht jedoch in Übereinstimmung mit der Vorinstanz (vgl. S. 10 f. des ange- fochtenen Urteils) davon aus, dass neben der obgenannten Lenkereigenschaft von B.____ auch weitere gewichtige Indizien für dessen Tatbeteiligung sprechen. Hierzu gehört zunächst der Durchfahrtsbericht des Grenzwachtkorps vom 28. November 2018 (act. 1077), wonach das Fahrzeug von B.____ am 19. November 2018, 17:31 Uhr, den Zollübergang O.____ passierte, auch wenn sich die konkrete Fahrtrichtung nicht daraus ergibt. B.____ konnte hierzu keine plausible Erklärung liefern, was beweismässig zu seinen Lasten zu werten ist. Hinzu kommt wiederum der enge Bezug zwischen A.____ und B.____, welcher sich u.a. in der bereits mehrfach erwähnten Anhaltungssituation vom 23. November 2018 beim Grenz- übergang in H.____ (vgl. act. 1041 ff., 1395 ff.), der gemeinsamen Fahrt von A.____, B.____ und C.____ zumindest von F -Paris nach F-N.____ (vgl. Aussagen B.____, act. 1539) und deren gemeinsamem Aufenthalt im Hotel M.____ in F-N.____ manifestiert. Schliesslich lie- gen Geständnisse von B.____ in weiteren Anklagepunkten vor (vgl. nachfolgend). Ergänzend zum vorinstanzlichen Urteil ist festzustellen, dass der vorliegende Fall in einem besonders engen zeitlichen und örtliche n Zusammenhang zum Anklagefall 10 steht, im welchem für B.____ belastende Beobachtungen seitens der Nachbarschaft vorliegen (vgl. Erw. 1.5.1.11). Somit ist zusammenfassend festzustellen, dass in casu sowohl betreffend A.____ als auch betreffend B.____ beweismässig eine andere Konstellation vorliegt als in den vorhergehen- den Fällen. Darum ist auch das Kantonsgericht von einer Tatbeteiligung von B.____ zusam- men mit A.____ überzeugt, und zwar in der Rolle als Schmieresteher. Was schliesslich den die Tatbeteiligung bestreitenden und auch von A.____ wie von B.____ ausdrücklich nicht belasteten C.____ angeht, so ist einerseits den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz auf S. 11 des angefochtenen Urteils folgend wie auch unter Hinweis auf Erw. 1.5.1.3 hievor nich t von dessen Version, er sei zwecks Suche nach einer günstigen Physiotherapie mit A.____ und B.____ mitgefahren, auszugehen. Mit der Vorinstanz sieht das Kantonsgericht als weitere belastende Indizien sowohl die Anhaltungssituation vom 23. November 2018 (act. 1041 ff., 1395 ff.) als auch die Fotos von offensichtlichem Deliktsgut auf dem Handy von C.____ (act. 2539 ff.). Es kann insofern auf S. 12 des angefochtenen Urteils sowie auf Erw. 1.5.1.6 hievor verwiesen werden. Hinzu kommt die im Vergleich zur Seite 42 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorinstanz erfolgte abweichende Beweiswürdigung hinsichtlich der DNA -Spur von C.____ im Anklagefall 5 (vgl. Erw. 1.5.1.6). Die am Tatort wiederum entdeckte Flüssigkeit sowie das abermals eingesetzte Flachwerkzeug (vgl. polizeilicher Bericht vom 5. Dezember 2018, act. 3521 ff.) stellen, wie schon in früheren Fällen festgestellt, ein bloss schwaches Indiz dar. Andererseits liegen auch für C.____ entlastende Elemente vor, wie das Strafgericht auf S. 12 des angefochtenen Urteils richtig konstatiert hat: In den Fälle n 10-13 sowie 18, welche teil- weise zeitlich und örtlich nicht weit vom vorliegenden Fall entfernt liegen, wurden seitens von Anwohnern jeweils lediglich zwei Personen beobachtet, die mit den Einbrüchen in Zusam- menhang gebracht werden konnten. Wie bereits i n Erw. 1.5.1.3 festgehalten, hat auch A.____ von Anfang an ausgesagt, dass man zu zweit – und nicht zu dritt – eingebrochen sei. Die These der Staatsanwaltschaft, die Beschuldigten seien immer zu dritt eingebrochen, lässt sich mit Blick auf die vorliegende Beweislage somit nicht erhärten. Im Einklang mit der Vor- instanz (vgl. S. 12 f. des angefochtenen Urteils) steht letztlich nicht mit genügender Sicherheit fest, dass sich C.____ zur Tatzeit überhaupt im Fahrzeug von B.____ befand. Selbst wenn dies zu beja hen wäre, so liegen im vorliegenden Fall zu wenige Indizien bzw. Beweise für eine Beteiligung von C.____ vor. Insbesondere kann kein Konnex zum Anklagefall 5, in wel- chem C.____s Tatbeteiligung nachgewiesen ist, gezogen werden, liegt doch sowohl zeitlich eine Differenz von rund vier Tagen als auch in örtlicher Hinsicht (im Fall 5 H.____, im hiesigen Fall R.____) eine nicht unerhebliche Distanz vor. Dem Strafgericht nicht gefolgt werden kann schliesslich hinsichtlich der Feststellung auf S. 13 des angefochten en Urteils, es sei nicht gänzlich auszuschliessen, dass C.____ "mangels besserer Beschäftigungsmöglichkeit" im Fahrzeug mitgefahren sei. Denn wie nachfolgend (Erw. 1.5.1.13) zu zeigen sein wird, kann für das Kantonsgericht ein Mitfahren von C.____ im Auto des B.____ realistischerweise nur mit einer konkreten Tatbeteiligung erklärt bzw. in Verbindung gebracht werden. Eine solche Mitfahrt ist vorliegend aber, wie bereits erwähnt, nicht in genügendem Mass erstellt. Aus den obigen Erwägungen erhellt, dass in Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft wie auch des Beschuldigten B.____ der vorinstanzliche Freispruch allein von C.____ zu be- stätigen ist. 1.5.1.10 Anklagefall 9 Bezüglich dieses Falls ist vollumfänglich auf die zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz auf S. 13 des angefochtenen Urteils zu verweisen. Demnach ist mit dem Geständnis von A.____ (act. 2061 f.), dem Durchfahrtsbericht des Grenzwachtkorps (act. 1077), dem ö rtli- Seite 43 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen wie auch zeitlichen Konnex zu den Fällen 8 und 10 und nicht zuletzt angesichts dersel- ben Vorgehensweise wie im Fall 8 die Täterschaft sowohl von A.____ als auch von B.____ als erstellt anzusehen. Was sodann C.____ betrifft, so ist mit der Vorinstanz unter Hinweis auf die Erwägungen zum Anklagefall 8 seine Beteiligung nicht rechtsgenügend nachgewie- sen. Im Ergebnis ist daher in Abweisung der Berufung sowohl der Staatsanwaltschaft als auch des Beschuldigten B.____ der vorinstanzlich ausgefällte Freispruch nur von C.____ zu bestätigen. 1.5.1.11 Anklagefall 10 Auch in diesem Fall kann wiederum vollumfänglich auf die korrekten Erwägungen des Straf- gerichts auf S. 14 des angefochtenen Urteils verwiesen werden. Demnach ist die Täterschaft von A.____ und B.____ mit Blick auf das Geständnis von A.____ (act. 2057), die wahrschein- lichen (Teil-)Schuhabdruckspuren von A.____ (act. 1149 f.), die Beobachtungen des als Aus- kunftsperson befragten Nachbarn AA.____, wonach zwei Personen nach Ertönen des Alarm- signals das Einbruchsobjekt verlassen hätten und schnellen Schrittes in Richtung Frankreich geflüchtet seien (vgl. polizeiliche Anzeige vom 5. Dezember 2018, act. 3713) sowie den Durchfahrtsbericht des Grenzwachtkorps (act. 1077) und im Übrigen unter Verweis auf die Beweislage und die Ausführungen zu den Anklagefällen 8 und 9 als rechtsgenüglic h nach- gewiesen zu betrachten. Demgegenüber ist aus den in den Anklagefällen 8 und 9 genannten Gründen eine Tatbeteiligung von C.____ nicht erstellt. Aus dem Genannten erhellt, dass in Abweisung sowohl der Berufung der Staatsanwaltschaft wie auch des Beschuldigten B.____ der vorinstanzlich gefällte Freispruch ausschliesslich von C.____ zu bestätigen ist. 1.5.1.12 Anklagefälle 11-13 In diesen drei Fällen, welche von den Beschuldigten A.____ und B.____ bis vor Kantonsge- richt bestritten werden (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 31), ist zunächst auf die zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz auf S. 14 f. des vorinstanzlichen Urteils zu verweisen. Demnach ist bereits ein enger örtlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen diesen Fällen auszumachen. Hinzu kommen als weitere Beweise und Indizien Aussagen von gleich zwei unbeteiligten Dritten, welche sich sowohl in einen räumlichen als auch zeitlichen Kontext mit den Einbrüchen setzen lassen. So gab der Anwohner P.____ gegenüber der Polizei an, er habe am 20. November 2018 gegen 18:52 Uhr nahe seinem Wohnort zwei "Arabertypen" angesprochen, welche angeblich ein Hotel suchen würden, woraufhin sich diese die Treppe hoch Richtung Obertorweg bewegt hätten. Beide seien ca. 30 Jahre alt gewesen und einer habe eine Glatze gehabt (vgl. Aktennotiz der Polizei vom 23. Mai 2019, Seite 44 http://www.bl.ch/kantonsgericht act. 3875). Gemäss Fotokonfrontations-Protokoll vom 19. Dezember 2018 erkannte P.____, als Auskunftsperson befragt, B.____ als eine der damals angesprochenen Personen wieder und identifizierte A.____ zusammen mit zwei weiteren Personen als "typähnlich", während- dem er C.____ gar nicht erkannte (vgl. act. 2573 -2577 bzw. act. 3879 -3883, 3897). Dem Einwand der Beschuldigten, dass es sich bei A.____ und B.____ nicht um "Arabertypen" handle, ist zu entgegnen, dass sie zumindest nicht als einheimisch aussehende Personen beschrieben werden können. Ebenso wenig ist der von A.____ ins Feld geführte Hinweis, er habe keine Glatze, sondern lediglich kurz geschorene Haare, zu hören: Das Kantonsgericht erkennt in dieser Hinsicht optisch keinen Unterschied, ist doch mit Blick auf das Passfoto von A.____ (act. 7) wie auch nach eigener Wahrnehmung durch das Gericht anlässlich der Hauptverhandlung festzustellen, dass jener aufgrund seiner kurz geschorenen Haare zumin- dest glatzenähnlich aussieht, womit die Beschreibung "typähnlich" ohne Weiteres auf ihn zu- trifft. Schliesslich ist kein Grund ersichtlich, warum P.____ die Beschuldigten A.____ und B.____ zu Unrecht belasten sollte. Damit ist zusammenfassend auf die Aussagen von P.____ abzustellen. Ebenso beobachtete im Zusammenhang mit dem Anklagefall 12 ein weiterer Nachbar, Q.____, wie am Tattag um ca. 18.45 Uhr zwei Männer beim Kellerabgang zum Haus Nr. 22 an der Kellertüre am Hantieren gewesen seien. Als er si e angesprochen habe, seien beide in unbekannte Richtung davongelaufen (vgl. polizeiliche Anzeige vom 31. De- zember 2018, act. 3921-3925). Auch hier sind keine Gründe für eine falsche Belastung er- sichtlich, so dass von den zutreffenden Beobachtungen von Q.____ auszugehen ist. Hinzu kommen die auch von der Vorinstanz erwähnten und bereits oben dargestellten Gesamtum- stände, wonach A.____ und B.____ zusammen von Frankreich in die Schweiz eingereist sind, sich mehrere Tage im Hotel M.____ in F-N.____ aufgehalten haben, zugestandener- massen in der Schweiz Einbrüche begangen haben und am 23. November 2018 gemeinsam angehalten worden sind. Nachdem sich des Weiteren der Tatort in einem Wohnquartier ohne Sehenswürdigkeiten, welche die Beschuldigten als Touristen hätten interessieren können, befindet, verdichtet sich der Verdacht, dass sich diese nur zum Zwecke des Einbrechens dort aufgehalten haben. Schliesslich ist ergänzend zum strafgerichtlichen Urteil darauf hinzuwei- sen, dass in allen drei Fällen wiederum die Tatobjekte mit einem Flachwerkzeug aufgewuch- tet bzw. aufgebrochen worden sind, was für dieselbe Täterschaft spricht. Zudem hat die Tä- terschaft im Anklagefall 13 wiederum eine Flüssigkeit am Tatort (hier auf den Fussboden des Wintergartens) gegossen, wie dies bere its in den Fällen 7, 8 und 10 vorlag, wobei darauf hinzuweisen ist, dass A.____ die Fälle 8 und 10 zugestanden hat. Zu dieser Flüssigkeit be- fragt, kann A.____ vor Kantonsgericht keine Erklärung abgeben (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 31), w as zu seinen Lasten auszulegen ist. Richtig hält sodann die Vor - Seite 45 http://www.bl.ch/kantonsgericht instanz betreffend den Anklagefall 13 fest, dass demgegenüber den Schuhspuren BL S18 - 071 kein Beweiswert zukommt. Insgesamt liegt jedoch eine geschlossene Beweiskette vor, welche zum Nachweis der Täterschaft von A.____ und B.____ in allen drei Anklagefällen 11- 13 genügt. Demgegenüber kann mangels irgendwelcher Anhaltspunkte hinsichtlich C.____ – wie vor- instanzlich korrekt festgehalten – nicht ausgeschlossen, aber auch nicht nachgewiesen wer- den, dass sich dieser zur Tatzeit im Auto befand, womit dessen Tatbeteiligung nicht rechts- genüglich nachgewiesen ist. Folglich sind sowohl die Berufung der Staatsanwaltschaft als auch jene der Beschuldigten A.____ und B.____ abzuweisen, und es sind in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils die jeweiligen Freisprüche allein von C.____ zu bestätigen. 1.5.1.13 Anklagefall 14 Die Beschuldigten A.____ und B.____ bestreiten die Tatbegehung in diesem Fall bis vor Kantonsgericht (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 32), wobei sich B.____ noch anlässlich der Schlusseinvernahme vom 3. Juni 2019 nicht mehr erinnern konnte und dabei auffallend unklar diesen Einbruch weder bestritt noch zugab (vgl. act. 2909). Das Kantons- gericht schliesst sich nach einer Gesamtwürdigung der Umstände hinsichtlich dieser beiden Beschuldigten vollumfänglich den vorinstanzlichen Feststellungen auf S. 16 des angefochte- nen Urteils an: Zwar liegen keine direkten Indizien bzw. Beweise vor; insbesondere ist die Verschmutzung der Sc huhe von B.____, welche anlässlich dessen Anhaltung am 23. No- vember 2018 (vgl. Bericht der Zollverwaltung vom 23. November 2018, act. 1041 ff., inkl. Fotodokumentation, act. 1055 ff.) wahrgenommen worden ist, nicht zwingend mit dem Fall 14 in Verbindung zu bringen. Dennoch hat das Strafgericht zu Recht auf den offensichtlichen örtlichen und zeitlichen Konnex zu den Anklagefällen 15-20 hingewiesen, hinsichtlich welcher bereits rechtskräftige Verurteilungen der Beschuldigten A.____ und B.____ vorliegen und insbesondere erstellt ist, dass A.____, B.____ und C.____ mit dem Fahrzeug von B.____ unterwegs waren. So ergibt sich aus dem Durchfahrtsberi cht des Grenzwachtkorps vom 28. November 2018, dass das Fahrzeug von B.____ am 23. November 2018, 16:25 Uhr, den Zollübergang H.____ in Richtung Schweiz passierte (act. 1083) und selbentags um 21:25 Uhr über denselben Zollübergang nach Frankreich zurückkehrte (act. 1085). Eine plausible Erklärung hierfür im Zusammenhang mit dem Fall 14 vermögen A.____ und B.____ nicht zu geben, was zu deren Lasten auszulegen ist. Hervorzuheben ist, dass mit S.____ als Tatort Seite 46 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Anklagefall 14 eine räumliche Nähe zu U.____ (Fälle 15-19) sowie ein besonderer Konnex zum Fall 20 mit der Nachbargemeinde T.____ als Tatort vorliegt, befindet sic h doch dieser von demjenigen im Fall 14 nur 1,8 km und zeitlich maximal eineinhalb Tage entfernt. Teil- weise fanden die Einbrüche in all diesen Fällen nicht nur in denselben Ortschaften, sondern sogar in demselben Mehrfamilienhaus statt. Auffallend ist in d en Fällen 14 -20, dass sich diese allesamt nicht mehr in der Grenzregion im Kanton Basel-Landschaft, sondern im Kan- ton Aargau im Bezirk Baden und damit im Landesinnern abgespielt haben. Hier kann es sich, wie das Strafgericht zutreffend festgestellt hat, ni cht mehr um einen Zufall handeln, ist es doch gerichtsnotorisch, dass Einbrüche im grenznahen Raum im Vergleich zum Landesin- nern gehäuft vorkommen. Hinzu kommt als weiteres Indiz die spezifische Anwendung eines 10 mm-Flachwerkzeugs zum Aufwuchten der Türen oder Fenster im Anklagefall 14 wie in den Fällen 15-17, wofür A.____ und B.____ bereits rechtskräftig verurteilt worden sind. Es ist mithin von derselben Täterschaft wie in den Fällen 15-20 auszugehen, wobei nach Über- zeugung des Kantonsgerichts kein Zweif el an der Täterschaft von A.____ und B.____ be- steht. Hingegen gelangt das Kantonsgericht hinsichtlich des Beschuldigten C.____ zu einer gänz- lich anderen Schlussfolgerung als die Vorinstanz auf S. 16 des angefochtenen Urteils: Vor Kantonsgericht explizit zur Rolle von C.____ befragt, gibt A.____ an, man sei ohne Intention eines Einbruchs zu dritt unterwegs gewesen. Man sei zusammen herumgefahren und habe Kaffee getrunken. Während er und B.____ die Einbrüche in den Fällen 15-20 verübt hätten, sei C.____ im Auto geblieben. Er und B.____ hätten an den jeweiligen Orten angehalten und seien ausgestiegen, ohne C.____ etwas zu sagen. Danach seien sie mit der Beute zum Auto zurückgekommen. Über ein zusätzliches Risiko habe man sich keine Gedanken gemacht, da die Idee zum Einbrechen spontan gekommen sei. Der Vorhalt, dass man gerichtsnotorisch den Jüngsten einer Gruppierung "schütze", bestreitet A.____ (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 33 f.). B.____ gibt vor Kantonsgericht auf dieselbe Frage zu Protokol l, man habe C.____ mitgenommen, damit er nicht allein im Hotel bleibe. Er habe ein operiertes Bein gehabt und sei an Krücken gegangen. Auf keinen Fall sei C.____ über die Einbrüche informiert gewesen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 34). Bereits angesichts dieser teilweise widersprüchlichen und unplausibel wirkenden Depositionen müssen diese als unglaubhaft angesehen werden. Hinzu kommen die in besonderem Masse realitätsfremd wirkenden Aussagen von C.____, wonach er mit den beiden Mitbeschuldigten zwecks Suche einer günstigen Physiotherapie im Auto gefahren sei (vgl. bereits Erw. 1.5.1.3). Diese ent- behren nicht nur jeglicher sachlicher Nachvollziehbarkeit, sondern stehen interessanterweise Seite 47 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch im Widerspruch zu den Depositionen von A.____ und B.____. Dazu gesellen sich gleich mehrere, für den Beschuldigten C.____ äusserst belastende Indizien und Beweise: So ergab zunächst die – bereits in Erw. 1.5.1.6 betreffend Anklagefall 5 erwähnte – Auswertung seines Handys, dass er darauf Fotos von Deliktsgut abgespeichert hatte. Des Weiteren wurden auf demselben Handy Fotos sichergestellt, welche am 23. November 2018 kurz vor 17.00 Uhr aufgenommen worden waren und das Verzweigungsgebiet der Autobahn BB.____ Richtung CC.____, mithin in Richtung der Region S.____-U.____ und damit der Tatorte ab Anklagefall 14, abbildeten (vgl. polizeilicher Ermittlungsbericht vom 22. März 2019, act. 1371). Anzumer- ken ist, dass die Fotos des Diebesgutes zeitlich vor der Einbruchstour vom 23. November 2018 erstellt wurden, was ebenso dafür spricht, dass C.____ sehr genau wusste, wozu die (nachfolgenden) Fahrten dienten. Auf die seltsam anmutenden und daher als unglaubhaft zu wertenden Erklärungen von C.____ betreffend die Fotos auf seinem Handy in der Einver- nahme vom 19. Februar 2019 wurde schon in Erw. 1.5.1.6 betreffend den Anklagefall 5 hin- gewiesen. Nicht zuletzt angesichts des dem Gericht bekannten Phänomens, wonach vor al- lem Personen jüngeren Alters alle möglichen Lebenslagen, insbesondere aber auch eigene Straftaten, mit dem Handy bildlich festhalten, sowie in Berücksichtigung der Tatsache, dass C.____ nachweislich, aber auch nach Aussagen aller drei Beschuldigten, an diesem Tag zusammen mit den beiden Mitbeschuldigten im Fahrzeug von B.____ unterwegs war, steht ausser Frage, dass der zum Tatzeitpunkt 24-jährige C.____ selbst die letztgenannten Fotos aufgenommen hat. Wiederum ist auf die bereits mehrfach erwähnten Gesamtumstände hin- zuweisen, wonach eine Verbindung unter den drei Beschuldigten dergestalt bestand, dass sich diese bereits vor ihrer ersten Einreise in die Schweiz am 6. November 2018 kannten, zusammen zumindest von F-Paris nach F-N.____ reisten, gemeinsam im Hotel M.____ in F- N.____ logierten und schliesslich am 23. November 2018 am Grenzübergang in H.____ zu- sammen angehalten und verhaftet worden sind. Für das Kantonsgericht besteht angesichts dessen kein Zweifel daran, dass C.____ zwecks eigener Tatbeteiligung mit A.____ und B.____ mitfuhr. Denn es wäre absolut realitätsfremd anzunehmen, dass Einbrecher einfach grundlos zusätzlich eine weitere Person bei einer Einbruchstour mitnehmen, würde dies doch jedes Mal ein zusätzliches Risiko bedeuten, aufzufallen, von Mitbeschuldigten belastet oder schlichtweg auf frischer Tat ertappt zu werden. Gerade professionell agiere nde Einbrecher, wozu zumindest A.____ zu zählen ist (vgl. Erw. 3.4.5.1), pflegen weitere Personen nur dann mitzunehmen, wenn sie konkret bei der Verübung der Tat mitwirken. Alles andere wider- spricht Gerichtsnotorietät, Lebenserfahrung und nicht zuletzt dem gesunden Menschenver- stand. Darum erscheinen, wie bereits erwogen, die Ausführungen des Strafgerichts zum An- Seite 48 http://www.bl.ch/kantonsgericht klagefall 8, wonach der Beschuldigte C.____ wohl "mangels besserer Beschäftigung" mitge- fahren sei (vgl. S. 13 des angefochtenen Urteils), nicht als schlüssig. Zutreffend weist die Staatsanwaltschaft sodann darauf hin, dass C.____ anlässlich seiner Anhaltung am 23. No- vember 2018 im wahrsten Sinn des Wortes auf der Beute sass (vgl. den bereits mehrfach, u.a. in Erw. 1.5.1.6 betreffend Anklagefall 5 erwä hnten Ber icht der Zollverwaltung vom 23. November 2018, act. 1041 ff., inkl. Fotodokumentation, act. 1055 ff.). Wie sich später herausstellte, stammten die sichergestellten Schmuckstücke zu einem grossen Teil aus meh- reren Einbrüchen, die unmittelbar vor der Anhaltung der Beschuldigten am selben Abend im Kanton Aargau (Anklagefälle 14-20) entwendet wurden (vgl. polizeilicher Ermittlungsbericht vom 22. März 2019, act. 1361). Auch C.____ vermochte im gesamten Verfahren keine plau- sible Erklärung für seine Anhaltungssituation zu geben, was angesichts der übrigen Indizien zu dessen Lasten zu werten ist. Des W eiteren ist, abweichend zum vorinstanzlichen Urteil, auf die nachgewiesene Tatbeteiligung von C.____ im Anklagefall 5 zufolge seiner DNA-Spur zu verweisen. In diesem Zusammenhang sind wiederum die teilweise einschlägigen Vorstra- fen von C.____ (act. 217, 235 f.) zu dessen Lasten zu berücksichtigen (vgl. bereits Erw. 1.5.1.6 betreffend Anklagefall 5). Zudem gilt es als gerichtsnotorisch, dass in Gruppierungen wie der vorliegenden der jeweils Jüngste (d.h. hier C.____) von den älteren Mitgliedern (d.h. A.____ und B.____) regelmässig geschützt wird, auch wenn die beiden Letztgenannten die- sen Erfahrungssatz in Abrede stellen. Auch wenn nicht von entscheidender Bedeut ung, ist nicht zuletzt ergänzend auf gewisse, den Beschuldigten C.____ belastende und damit ver- fängliche Aussagen der Beschuldigten A.____ und B.____ hinzuweisen. So gab A.____ am 24. November 2018 zu Protokoll, man sei am 23. November 2018 die ganze Zeit zu dritt zusammen gewesen (act. 1475). Anlässlich der Einvernahme vom 24. November 2018 er- klärte B.____, er habe am Vortag zusammen mit A.____ und C.____ in Frankreich zu Abend gegessen. Während des Gesprächs habe jemand die Idee gehabt, in die Schweiz ein zurei- sen, um einzubrechen (act. 1427). Wie bereits in Erw. 1.5.1.6 zum Anklagefall 5 festgehalten, dürfen die Anforderungen an das Beweismass nicht derart hoch angesetzt werden, wie dies die Vorinstanz getan hat. Ein sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit z ur Annahme einer bestimmten Tatsache muss genügen, um einer beschuldigten Person den angeklagten Sachverhalt nachzuweisen; alles andere kann nur noch in theoretischer Hinsicht zweifelhaft sein. Die vorgenannten Umstände gesamthaft würdigend, besteht für da s Kantonsgericht vernünftigerweise kein Zweifel daran, dass C.____ eine Tatbeteiligung im Sinne einer klar zuordenbaren, konstituierenden und mitwirkenden Rolle im vorliegenden Fall – aber auch in den nachfolgenden Fällen 15-20 (vgl. Erw. 1.5.1.14) – nachgewiesen werden kann. Zwar ist Seite 49 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht bekannt, welche genaue Funktion C.____ bei diesem und bei den nachfolgenden Ein- brüchen zukam, wobei, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, der konkrete Tatbeitrag der Beschuldigten bei der Annahme von Mittäterschaft bzw. einer Bande ohnehin keine mass- gebende Rolle spielt (vgl. Erw. 1.5.2.2 und 1.5.2.3). Mindestens ist C.____ jedoch die Funk- tion eines Schmierestehers zuzuschreiben, was sich auch mit seinem Alter – er ist der jüngste der drei Beschuldigten – vereinbaren lässt. Damit kann ihm auch eine klare Rolle innerhalb dieses Teams zugeordnet werden. Im Ergebnis ist somit in Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft sowie in Abwei- sung der Berufungen von A.____ und B.____ abweichend zum vorinstanzlichen Urteil eine Tatbeteiligung aller drei Beschuldigten im Anklagefall 14 anzunehmen. 1.5.1.14 Anklagefälle 15-20 Hinsichtlich dieser Anklagefälle ist zunächst in Bezug auf die Beschuldigten A.____ und B.____ auf die zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz auf S. 17-19 des angefochtenen Urteils zu verweisen, welche seitens dieser Beschuldigten im Berufungsverfahren nicht mehr angefochten worden sind. Demnach ist mit Blick auf die vollumfänglichen Geständnisse von A.____ bereits in der Voruntersuchung (act. 2039, 2037, 2911, 3017/2913, 2021 und 3019), die nunmehr vor Kantonsgericht abgelegten vollumfänglichen Geständnisse von B.____ (vgl. Berufungsbegründung vom 20. Juli 2020, S. 10-12; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 39 f.), die Anhaltungssituation vom 23. No vember 2018 (vgl. act. 1041 ff., 1395 ff.), die Zuordnung eines Teils des im Fahrzeug von B.____ sichergestellten Deliktsgutes zu den Fällen 16 (act. 1695 f.), 18 (act. 1883 ff.), 19 (act. 2121 ff.) und 20 (act. 1729 ff.) sowie die Schuhspuren von B.____ b zw. A.____ zumindest in den Fällen 18 (act. 1089) un d 19 (act. 1087), die Verwendung von 10 mm - bzw. 11 mm-Flachwerkzeug in den Fällen 15 -18 sowie den zeitlichen und örtlichen Konnex dieser Fälle untereinander – insbesondere in den Fällen 17 und 19, da diese in demselben Mehrfamilienhaus begangen wurden – klarerweise eine Tatbeteiligung sowohl des A.____ als auch des B.____ nachgewiesen. Nicht gefolgt werden kann demgegenüber wiederum den Ausführungen der Vorinstanz hin- sichtlich C.____ auf S. 17 -19 des an gefochtenen Urteils: Mit Blick auf die in Erw. 1.5.1.13 betreffend den Anklagefall 14 gemachten Feststellungen zur für C.____ erdrückenden Be- weislage steht für das Kantonsgericht ausser Frage, dass C.____ ebenfalls eine Tatbeteili- gung in den Anklagefällen 15-20 rechtsgenüglich nachgewiesen werden kann. In Gesamt- würdigung ist demnach in Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft und abweichend Seite 50 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom vorinstanzlichen Urteil eine Tatbeteiligung von C.____ auch in den Fällen 15-20 zu be- jahen. 1.5.1.15 Fazit Zusammenfassend ist somit einerseits in Bestätigung der vorinstanzlichen Feststellungen (vgl. S. 19 des angefochtenen Urteils) in tatsächlicher Hinsicht zu konstatieren, dass den Beschuldigten A.____ und B.____ eine Tatbeteiligung in den Anklagefällen 8-20 nachgewie- sen werden kann, womit ihnen ein Deliktsbetrag von ca. Fr. 60'000.-- und ein Sachschaden von Fr. 18'000.-- anzulasten ist. Nicht gehört werden können die diesbezüglichen Bagatelli- sierungsversuche der Beschuldigten A.____ und B.____ vor Kantonsge richt. So bestreitet der Beschuldigte A.____ einen derart hohen Deliktsbetrag. Er macht geltend, gar kein Geld und nur wenige Wertsachen entwendet zu haben. Vieles davon habe er weggeworfen, damit ihn die Polizei nicht erwische (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 21). Der Be- schuldigte B.____ stellt ebenfalls den angeklagten Deliktsbetrag in Abrede. Er habe weder so viel Geld noch Wertsachen mit diesem Wert gestohlen. Das Einzige, wovon er "profitiert" habe, sei das Gefängnis (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 21-22). Unter Hin- weis auf die in Erw. 1.5.1.3 gemachten Feststellungen ist jedoch von der Richtigkeit der von den Geschädigten angegebenen Wertgegenstände und Schadensbeträge auszugehen. Andererseits hat das Beweisergebnis im Berufungsverfahren abweichend zu den vorinstanz- lichen Feststellungen (vgl. S. 19 des angefochtenen Urteils) hinsichtlich C.____ hervorge- bracht, dass diesem die Tatbeteiligung in den Anklagefällen 5 und 14-20 nachgewiesen wer- den kann, womit er insgesamt für einen Deliktsbetrag von knapp Fr. 62'000. -- und einen Sachschaden von Fr. 15'400.-- verantwortlich zu machen ist. 1.5.2 Rechtliches 1.5.2.1 Hinsichtlich der Tatbestände des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls ge- mäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 StGB sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB genügt ein Hinweis auf die ent- sprechenden Gesetzesbestimmungen, so dass sich weitere Erwägungen erübrigen (vgl. auch S. 19 des angefochtenen Urteils). Demnach erfüllen die in den Anklagefällen 5 und 8- 20 umschriebenen und nachgewiesenen Tathandlungen klarerweise die fraglichen Tatbe- stände. Seite 51 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.5.2.2 Auch betreffend die Rechtsfigur der Mittäterschaft gilt das von der Vorinstanz Aus- geführte (vgl. S. 19 f. des angefochtenen Urteils), insbesondere was die Erfordernisse eines geheimsamen Tatplans und der Arbeitsteilung betrifft. Richtig weist das Strafgericht auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hin, wonach ein Tatbeitrag dann Tatherrschaft und da- mit Mittäterschaft begründet, wenn er nach den Umständen des konkreten Falls mit dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt (vgl. BGE 133 IV 76, Erw. 2.7). Dabei sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts die Tatbeiträge des Schmierestehens resp. der Fluchthilfe dann nicht mehr als blosse Gehilfen- schaft, sondern bereits als Mittäterschaft zu qualifizieren, wenn sie für die Tatbestandserfül- lung wesentlich sind (vgl. BGer 6S.206/2005, vom 27. Oktober 2005, Erw. 1.3). Vorliegend geht das Kantonsgericht, leicht abweichend vom Strafgericht, davon aus, dass die Beschuldigten nicht "spontan" – wie teilweise von den Beschuldigten behauptet –, son- dern ausgehend von einem gemeinsamen Tatplan jeweils mindestens zu zwe it, teilweise auch zu dritt, auf Einbruchstour gingen, wobei sie eine arbeitsteilige Tatausführung an den Tag legten. Wie die Vorinstanz, nimmt auch das Kantonsgericht aufgrund des vorliegenden Beweisergebnisses an, dass vorwiegend A.____ in die Liegenscha ften eingedrungen ist, währenddem der Tatbeitrag von B.____ eher aus Schmierestehen und Lenken des Flucht- fahrzeugs bestand. Diese Tatbeiträge allein sind bereits, wie von der Vorinstanz richtig fest- gestellt, als konstitutives Element der Mittäterschaft einzustufen. Angesichts der an mehreren Tatobjekten hinterlassenen Spuren ist auch von einem gelegentlichen Eindringen in die Tat- objekte durch B.____ auszugehen. Ergänzend zur vorinstanzlichen Feststellung ist diese An- nahme – mit Ausnahme des Lenkens des Fluchtfahrzeugs – auch betreffend C.____ zu tref- fen. Die Tatbeiträge aller drei Beschuldigten sind somit als derart wesentlich einzustufen, dass sie als Mittäterschaft zu qualifizieren sind. Angesichts dessen sind den Beschuldigten auch sämtliche Tathandlungen der jeweils anderen zuzurechnen. Somit haben sich alle drei Beschuldigten des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, der mehrfachen Sachbe- schädigung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs, begangen in mittäterschaftlichem Zu- sammenwirken, strafbar gemacht. 1.5.2.3 Hinsichtlich des Qualifikationsgrundes der Gewerbsmässigkeit gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB folgt das Kantonsgericht ebenfalls den dogmatischen Ausführungen der Vor - instanz unter Hinweis auf Doktrin und Rechtsprechung (vgl. S. 20 -22 des vorins tanzlichen Urteils). Wesentliche Voraussetzung ist, dass der Täter sich darauf eingerichtet hat, durch deliktische Handlungen relativ regelmässige Einnahmen zu erzielen, die einen namhaften Seite 52 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beitrag an die Finanzierung seiner Lebenshaltung darstellen. Ob dies der Fall ist, ist aufgrund der gesamten Umstände wie Anzahl bzw. Häufigkeit der während eines bestimmten Zeit- raums bereits verübten Taten, die Entwicklung eines bestimmten Systems bzw. einer be- stimmten Methode, Aufbau einer Organisation oder Investition zu entscheiden (vgl. ANDREAS DONATSCH ET AL., StGB Kommentar, 20. Aufl., Art. 139 N 14 und Art. 137 N 14, mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Praxis). Wie das Strafgericht, so erachtet auch das Kantonsgericht vorliegend die drei konstituieren- den Elemente der Gewerbsmässigkeit, nämlich a) das mehrfache Delinquieren, b) die Ab- sicht, ein Erwerbseinkommen zu erzielen sowie c) die Bereitschaft zur Verübung einer Viel- zahl von Delikten der fraglichen Art, bei A.____ und B.____ als erfüllt. Die Befragung dieser beiden Beschuldigten vor Kantonsgericht führt zu keiner anderen Erkenntnis, gerade was die Absicht zumindest eines "Nebenerwerbs" betrifft. Alleine schon für die Anreise aus Albanien, die Organisation eines Fluchtfahrzeugs sowie das Einquartieren im Hotel M.____ in F-N.____ mussten die Beschuldigten in nicht unerheblichem Mass Zeit und Mittel investieren, was klar- erweise für ein berufsmässiges Handeln spricht. Nunmehr ist in Ergänzung zum vorinstanz- lichen Urteil diese Feststellung auch auf den Beschuldigten C.____ auszuweiten. Wie bereits erwähnt (vgl. Erw. 1.5.1.15), sind diesem insgesamt acht Fälle mit einem Deliktsbetrag von knapp Fr. 62'000.-- anzulasten, wobei er in einem Zeitraum von acht Tagen deliktisch tätig gewesen ist. Bei den knapp Fr. 62'000.-- Deliktsbetrag, welche C.____ zu verantworten hat, handelt es sich um eine grosse Summe, insbesondere unter Berücksichtigung, dass das durchschnittliche Monatseinkommen in Albanien gerade einmal 390 Euro beträgt (vgl. https://www.laenderdaten.info/lebenshaltungskosten.php, besucht am 26. November 2020). Aus dessen Akten zur Person geht nicht hervor, dass C.____ in Albanien über ein deutlich darüber hinausgehendes regelmässiges Erwerbs einkommen oder relevante Vermögens- werte verfügt. Somit ist für alle drei Beschuldigten festzustellen, dass der von ihnen erbeutete Deliktsbetrag in jedem Fall einen bedeutenden Beitrag zur Finanzierung ihrer Lebenshal- tungskosten darstellte, dies selbst unt er Annahme eines viel tieferen Schwarzmarktpreises und einer Beuteteilung (vgl. S. 21 des angefochtenen Urteils). Auch ist das Kantonsgericht davon überzeugt, dass die drei Beschuldigten ohne ihre Festnahme am 23. November 2018 weiter delinquiert hätten, wofür alleine schon der bis zum 6. Dezember 2018 laufende Versi- cherungsschutz für das zur Tatbegehung benutzte Fahrzeug von B.____ (vgl. act. 1369) spricht. Dessen Argumentation, es handle sich um einen einmaligen Ausrutscher einer in Not geratenen Person, erweist sich unter Hinweis auf die mehrfache und intensive Tatbegehung an verschiedenen Tagen als unbehelflich. Seine Berufung ist in diesem Punkt abzuweisen. Seite 53 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vielmehr sind in Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft alle drei Beschuldigten des gewerbsmässigen Diebstahls schuldig zu sprechen. 1.5.2.4 Auch in Bezug auf den weiteren Qualifikationsgrund der Bandenmässigkeit gemäss Art. 139 Ziff. 3 Abs. 2 StGB schliesst sich das Kantonsgericht den dogmatischen und subsu- mierenden Ausführungen der Vorinst anz betreffend die Beschuldigten A.____ und B.____ an (vgl. S. 22 des angefochtenen Urteils). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass bezüglich der Intensität der Verbindung zwischen den Bandenmitgliedern eine gewisse Stabilität und Festigkeit der Gruppe vo rausgesetzt wird (vgl. ANDREAS DONATSCH ET AL ., a.a.O., Art. 137 N 15, unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, letztmals bestätigt in BGE 135 IV 158). Wiederum ist in Ergänzung zum vorinstanzlichen Urteil die Feststellung der bandenmässigen Vorgehensweise auch bezüglich des Beschuldigten C.____ zu treffen. Die Beschuldigten gingen, wie bereits in Erw. 1.5.2.2. festgehalten, jeweils mindestens zu zweit, teilweise auch zu dritt, auf Einbruchstour, wobei sie arbeitsteilig vorgingen. Nachdem mit Blick auf die bun- desgerichtliche Rechtsprechung bereits zwei Personen zur Annahme von Bandenmässigkeit genügen, muss dies umso mehr für einen Zusammenschluss von drei Personen gelten. Wie- derum kann der Einwand von B.____ in diesem Punkt nicht gehört we rden, denn die zwi- schen den drei Beschuldigten bestehende Verbindung kann in jedem Fall als fest und stabil bezeichnet werden, was ein Blick auf die bereits mehrfach erwähnte gemeinsame Einreise in die Schweiz und das gemeinsame Logieren im Hotel M.____ in F-N.____ zeigt. Zweifellos haben die drei Beschuldigten somit eine Bande im Rechtssinne gebildet, und es ist auch in diesem Zusammenhang davon auszugehen, dass sie ohne ihre Verhaftung am 23. Novem- ber 2018 weitere Einbrüche verübt hätten. Aus den genannten Gründen sind in Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft sowie in Abweisung der Berufung von B.____ alle drei Beschuldigten des bandenmässigen Diebstahls schuldig zu sprechen. 2. Mehrfache rechtswidrige Einreise, begangen durch A.____ 2.1 Zusätzlich wurde dem Beschuldigten A.____ mit Anklageschrift der Staatsanwalt- schaft vom 21. August 2019 vorgeworfen, er sei unter dem Aliasnamen DD.____ trotz italie- nischen Einreiseverbots vom 21. August 2018, geltend für den gesamten Schengenraum und somit auch für die Schweiz, wissentlich und willentlich in Missachtung dieses Einreiseverbots am 7., 15., 17., 19., 20. und 23. November 2018 mehrfach von Frankreich kommend in die Schweiz eingereist (vgl. S. 14 der Anklageschrift). Seite 54 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Das Strafgericht stellte in tatsächlicher Hinsicht fest, dass gegen A.____ unter dem Aliasnamen DD.____ per 21. August 2018 für den gesamten Schengenraum und somit auch für die Schweiz ein Einreiseverbot verhängt worden sei. Die Aussagen des Beschuldigten, er sei der Meinung gewesen, nur eine Ein reisesperre für Italien gehabt zu haben, sei als Schutzbehauptung zu werten. Es sei vielmehr erstellt, dass A.____ gewusst habe, den Schengenraum und damit auch die Schweiz nicht betreten zu dürfen. Aufgrund der nachge- wiesenen Täterschaft von A.____ bezügl ich der Einbrüche in den Fällen 8 -20 sei erstellt, dass er am 19., 20. sowie 23. November 2018 die Schweiz betreten habe. Aufgrund der Durchfahrtsberichte der Grenzwache seien zudem Einreisen am 7. und 14. November 2018 belegt. Für die angeklagten Einreise n am 15. und 17. November 2018 fänden sich jedoch keine Belege, weshalb der Beschuldigte in Bezug auf diese Daten vom Vorwurf der mehrfa- chen rechtswidrigen Einreise freizusprechen sei (vgl. S. 22 f. des angefochtenen Urteils). In rechtlicher Hinsicht hielt die Vorinstanz fest, dass A.____ durch seine mehrmalige Einreise in die Schweiz trotz gültiger Einreisesperre für den Schen genraum den Tatbestand von Art. 115 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AlG; SR 142.20) mehrfach erfüllt habe. Er sei deshalb entsprechend schuldig zu sprechen (vgl. S. 23 des angefochtenen Urteils). 2.3 In Bezug auf den Sachverhalt wie auch auf die rechtliche Würdigung s chliesst sich das Kantonsgericht insbesondere mit Blick auf das in den Akten befindliche Einreiseverbot (act. 4659), die Aussagen von A.____ in der Voruntersuchung (act. 151 f., 3023) und die einschlägigen Durchfahrtsberichte der Grenzwache (act. 1067 ff.) vollumfänglich dem vor - instanzlichen Urteil an. Es kann insofern darauf verwiesen werden. Das Beweisergebnis im kantonsgerichtlichen Verfahren führt zu keinen anderen Feststellungen tatsächlicher oder rechtlicher Art. Demnach erweist sich seine Berufung h insichtlich einer Tatbegehung am 20. November 2018 als unbegründet und ist abzuweisen. Abzuweisen ist andererseits aber auch die Berufung der Staatsanwaltschaft hinsichtlich einer Tatbegehung am 15. und 17. No- vember 2018, hat doch das vorliegende Beweisergebnis zu Freisprüchen in den Anklagefäl- len 1-7 geführt (vgl. Erw. 1.5.1.4-1.5.1.8). Der Beschuldigte A.____ ist somit in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils der mehrfachen rechtswidrigen Einreise gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. a AlG, begangen am 19., 20. und 23. November 2018, schuldig zu sprechen, währenddem er von den angeklagten rechtswidrigen Einreisen am 15. und 17. November 2018 freizuspre- chen ist. Seite 55 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Strafzumessung 3.1 Das Strafgericht stellte zwar für alle drei Beschuldigten in allgemeiner Weise ei ne geringfügige Verletzung des Beschleunigungsgebots im Ausmass weniger Wochen fest. Es erachtete jedoch diese Verletzung nicht als derart gravierend, dass sie im Rahmen der Straf- zumessung zu berücksichtigen sei (vgl. S. 4 des angefochtenen Urteils). Bei der Berücksichtigung der Konkurrenz gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB hielt die Vorinstanz fest, dass die abstrakt schwerste Straftat im vorliegenden Fall der gewerbs- und bandenmäs- sige Diebstahl mit einem Strafrahmen zwischen 6 Monaten und 10 Jahren Freiheitsst rafe darstelle. In Anwendung des Asperationsprinzips sei die hierfür auszufällende Strafe ange- messen zu erhöhen. Die gegen die Beschuldigten auszufällende Freiheitsstrafe betrage so- mit mindestens 6 Monate und 1 Tag und höchstens 15 Jahre, wobei allerdings die Strafe bei Fehlen aussergewöhnlicher Umstände grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrah- mens, welcher gegen oben bei 10 Jahren liege, auszufällen sei (vgl. S. 24 des angefochtenen Urteils). Hinsichtlich der Tatkomponenten sowohl betreffend A.____ als auch betreffend B.____ hielt das Strafgericht fest, diese hätten innert weniger Tage Gegenstände im Wert von ungefähr Fr. 60'000.-- erbeutet. Diese Beute hätten sie bei zehn Einbrüchen, auf lediglich drei Tage verteilt, erzielt. Drei Einbrüche seien im Versuchsstadium geblieben. Bemerkenswert sei der Tag ihrer letzten Tätigkeit, an welchem sie innerhalb von weniger als vier Stunden sieben Einbrüche bzw. Versuche hierzu verübt hätten. Diese Aktivitäten seien Ausdruck von hoher krimineller Energie. Die Einbrüche hätten ausschliesslich in Wohnliegenschaften stattgefun- den, womit die Beschuldigten eine Konfrontation mit den Bewohnern in Kauf genommen hät- ten. Der Einwand von B.____, man sei nur eingebrochen, wo niemand zuhause gewesen sei, könne nicht gehört werden. So sei für Aussenstehende nicht zuverlässig feststellbar, ob sich jemand im Haus aufhalte. Auch wenn kein Licht brenne, sei dies keine Garantie dafür, dass sich niemand im Haus befinde und sich beispielsweise bei gelöschtem Licht auf einer Couch ausruhe. Auch müsse mit überraschend heimkehrenden Bewohnern gerechnet wer- den, wie dies offensichtlich im Anklagefall 13 tatsächlich der Fall gewesen sei. Die objektiven Tatumstände seien mittelschwer zulasten der Beschuldigten zu werten. Schwer belastet wür- den sie durch den Umstand, dass sie als typische Kriminaltouristen lediglich zum Zweck der Begehung von Einbruchdiebstählen in die Schweiz eingereist seien. Neutral zu werten sei ihr Tatmotiv. Eine eigentliche Notlage, welche die Begehung von Einbruchdiebstählen in einem Seite 56 http://www.bl.ch/kantonsgericht milderen Licht erscheinen lassen könnte, sei bei keinem der beiden gegeben. Die Einsatz- strafe für den gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl werde bei 30 Monaten festgesetzt. Diese Einsatzstrafe sei in Beachtung des Asperationsprinzips zu erhöhen. In Bezug auf die mehrfache Sachbeschädigung falle der hohe Schaden von insgesamt Fr. 18'000. -- ins Ge- wicht, welchen die Beschuldigten innert kürzester Zeit verursacht hätten. Hierfür werde die Strafe um 6 Monate erhöht. Schliesslich würde der meh rfache Hausfriedensbruch mit einer Straferhöhung um 4 Monate berücksichtigt. Die tatangemessene Freiheitsstrafe für B.____ betrage somit 40 Monate. A.____ werde zusätzlich der mehrfachen rechtswidrigen Einreise schuldig erklärt, wofür dessen tatangemessene Strafe um weitere 2 Monate auf 42 Monate erhöht werde (vgl. S. 24 f. des angefochtenen Urteils). Hinsichtlich der Täterkomponenten führte das Strafgericht zunächst in Bezug auf A.____ aus, dieser weise gemäss dem italienischen Strafregisterauszug insgesamt sechs Vorstrafen ins- besondere wegen Raubes und Einbruchdiebstählen auf. Ins Gewicht falle dabei vor allem die am 15. November 2011 erfolgte Verurteilung durch das Appellationsgericht von I-EE.____ zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren. Diesem Urteil seien insgesamt 22 Wohnungseinbrüche zugrunde gelegen. Die Vermögensdelinquenz ziehe sich seit der Jugend wie ein roter Faden durch das Leben von A.____. Diese einschlägigen Vorstrafen seien sehr schwer zu seinen Lasten bei der Strafzumessung zu werten. Eine erhöhte Strafempfindlichkeit liege bei A.____ nicht vor. Der Strafvollzug bilde eine ihm gewohnte Umgebung. Insgesamt wirke sich die Täterkomponente in Form eines Strafzuschlages von 6 Monaten aus (vgl. S. 25 des ange- fochtenen Urteils). Hinsichtlich der Täterkomponenten betreffend B.____ hielt die Vorinstanz fest, sie glaube dem Beschuldigten, dass es für ihn, so wie angegeben, schwierig sei, seine Tochter nicht zu sehen. Ungeachtet dessen könne er aus diesem Umstand keine erhöhte Strafempfindlichkeit ableiten. Als er sich entschlossen habe, in der Schweiz Einbruchdieb- stähle zu begehen, habe er mit der Konsequenz rechnen müssen, verhaftet zu werden und hierfür eine längere Freiheitsstrafe zu verbüssen. Auch B.____ habe nicht aus einer eigent- lichen wirtschaftlichen Notlage heraus gehandelt. Er habe offensichtlich regelmässig in sei- ner Heimat als Chauffeur gearbeitet, womit er sich eine – wenn auch bescheidene – Existenz habe sichern können. B.____ sei nicht vorbestraft, was sich bei der Strafzumessung neutral auswirke. Insgesamt führe die Berücksichtigung der Täterkomponenten nicht zu einer Ver- änderung der tatangemessenen Freiheitsstrafe (vgl. S. 26 des angefochtenen Urteils). Seite 57 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schliesslich hielt das Strafgericht hinsichtlich des konkreten Strafmasses für A._ ___ fest, diesem sei insgesamt ein mittelschweres Verschulden anzulasten. Die tat - und täterange- messene Strafe werde bei 4 Jahren Freiheitsstrafe festgesetzt. Eine Strafreduktion aufgrund der geringfügigen Verletzung des Beschleunigungsgebots sei nicht ang ebracht. Die in der Untersuchungshaft sowie im vorzeitigen Strafvollzug verbrachten 481 Tage seien gestützt auf Art. 51 StGB an die Strafe anzurechnen (vgl. S. 26 des angefochtenen Urteils). Beim konkreten Strafmass für B.____ wertete die Vorinstanz das Verschulden insgesamt als leicht bis mittelschwer. Die schuldangemessene Strafe setzte sie bei 3 Jahren und 4 Monaten fest. Von einer Strafreduktion aufgrund der geringfügigen Verletzung des Beschleunigungsgebots sei auch hier abzusehen. Die in der Untersuch ungshaft sowie im vorzeitigen Strafvollzug verbrachten 481 Tage seien gestützt auf Art. 51 StGB an die Strafe anzurechnen (vgl. S. 26 des angefochtenen Urteils). 3.2 In ihrer summarisch begründeten Berufungserklärung vom 4. Mai 2020 erachtet die Staatsanwaltschaft betreffend A.____ und B.____ die vom Strafgericht ausgesprochenen Strafen als zu tief. Vielmehr sei A.____ zu einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren und B.____ zu einer solchen von 4 Jahren zu verurteilen. Zusätzlich sei C.____ zu einer Freiheitsst rafe von 4 ¼ Jahren zu verurteilen (vgl. S. 3 f. der Berufungserklärung). Im Rahmen ihres Plädoyers vor Kantonsgericht präzisiert die Staatsanwaltschaft, die Fest- stellungen des Strafgerichts betreffend Strafzumessung und Strafrahmen seien grundsätz- lich richtig, wobei nunmehr die zusätzlichen Fälle sowie die zusätzlichen Schuldsprüche ge- genüber C.____ zu berücksichtigen seien. Angesichts der höheren Deliktsbeträge und Sach- schäden erhöhten sich auch die Strafen. Bei den Täterkomponenten könne auf die Feststel- lungen des Strafgerichts verwiesen werden. Bei C.____ sei dessen Vorstrafe strafschärfend zu berücksichtigen. Er habe sich in Italien zwei Jahre in Haft befunden und offenbar nichts daraus gelernt. Diese hartnäckige Unbelehrbarkeit sei zu seinen Lasten zu werten. Die Be- schuldigten hätte allesamt eine Gleichgültigkeit gegenüber der Schweizer Rechtsordnung und fremdem Eigentum an den Tag gelegt (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 37). 3.3.1 Der Beschuldigte A.____ führt in seiner summarisch begr ündeten Berufungserklä- rung vom 23. April 2020 ins Feld, seine Geständnisse hätten dazu beigetragen, die Delikte aufzuklären und die Ermittlungen auch gegen die Mittäter voranzubringen. Wenn dies mit der Vorinstanz im Rahmen der Strafzumessung nicht strafmildernd berücksichtigt würde, werde Seite 58 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Geständnisbereitschaft und damit etwa auch die Aufklärungsquote entscheidend redu- ziert (vgl. S. 2 der Berufungserklärung). In seiner Berufungsbegründung vom 15. Juli 2020 ergänzt der Beschuldigte A.____, Ge- ständnisse würden nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts regelmässig strafmin- dernd berücksichtigt, weil sie zur Vereinfachung und Verkürzung des Verfahrens und zur Wahrheitsfindung beitrügen. In casu seien die Geständnisse des Beschuldigten schon zu Beginn des Verfahrens und ohne vorgängige Vorhaltung von Beweisen oder zumindest Indi- zien erfolgt (vgl. S. 3 der Berufungsbegründung). Sodann weist der Verteidiger im Rahmen seines Parteivortrages vor dem Kantonsgericht darauf hin, dass sich durch die weiteren Freisprüche der Deliktsbetrag und der Sachschaden erheblich reduzierten. Der Beschuldigte sei auch nie eingebrochen, wo jemand zuhause ge- wesen sei, wenn dies auch dem Glück zu verdanken sei. Gemäss dem Bundesgericht sei eine eigentliche Reue beim Geständnis gar nicht nötig, um eine Strafminderung zu erhalten. Bei einem Geständnis habe ein Rabatt von bis zu einem Drittel zu erfolgen. Daher seien insgesamt maximal 3 Jahre Freiheitsstrafe angemessen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kan- tonsgericht, S. 38). 3.3.2 Der Beschuldigte B.____ macht in seiner Berufungsbegründung vom 20. Juli 2020 geltend, er sei nur für jene Einbrüche zur Rechenschaft zu ziehen, an welchen seine Beteili- gung zweifelsfrei feststehe (vgl. S. 3 der Berufungsbegründung). Allein schon weil der Be- schuldigte nicht wegen gewerbs - und bandenmässigen, sondern bloss wegen mehrfachen Diebstahls schuldig zu sprechen sei, müsse die vom Strafgericht festgesetzte Einsatzstrafe für die Diebstähle erheblich reduziert werden. Bei Freisprüchen in den Fällen 8-14 seien auch die Einsatzstrafen für die Sachbeschädigungen und die Hausfriedensbrüche zu reduzieren und es könne nur noch eine Gesamtstrafe angemessen sein, die weit unter 3 Jahren liege (vgl. S. 14 der Berufungsbegründung). Von zentraler Bedeutung sei, dass der Beschuldigte zu einer angemessenen, seinem Verschulden entsprechenden Freiheitsstrafe verurteilt werde, und dies könne unter den gegebenen Umständen auch im Falle einer Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs in den Fällen 8 -13 nur eine teilbedingte Freiheitsstrafe sein, die es dem Beschuldigten ermögliche, mit sofortiger Wirkung zu seiner Familie nach Albanien zurückzukehren. Selbst bei einem Schuldspruch in weiteren Fällen und Bejahung von Banden- und Gewerbsmässigkeit sei eine Freiheitsstrafe von maximal 3 Jahren mit teil- Seite 59 http://www.bl.ch/kantonsgericht bedingtem Vollzug auszusprechen. Dem Strafgericht sei darin zu folgen, dass beim Beschul- digten von einem leichten bis mittelschweren Verschulden auszugehen sei. Die seitens der Vorinstanz als schuldadäquat erachtete Strafe von 40 Monaten beziehe sich allerdings aus- schliesslich auf die Tatkomponenten. Die nicht weniger relevanten Täterkomponenten, wel- che für eine Reduktion der Strafe sprechen würden, seien hingegen nicht berücksichtigt wor- den. Eine Strafreduktion dränge sich auch au f, weil die vom Strafgericht ausgesprochene Strafe gerade knapp die Grenze von 3 Jahren überschreite, welche das Aussprechen einer teilbedingten Strafe erlaube. In einem solchen Fall sei dem Beschuldigten nach Lehre und Praxis bei günstiger Prognose zuzuge stehen, nur einen Teil der Strafe, bei gleichzeitiger Anordnung einer angemessenen Probezeit, verbüssen zu müssen. In Ergänzung zum Vor- leben und zur familiären Situation gemäss den Ausführungen der Vorinstanz sei der Beschul- digte seit nunmehr bald zwei Jah ren nicht mehr in der Lage, für den Unterhalt seiner Frau und seines Kindes aufzukommen; seine Familie befände sich nun in Albanien in existentieller Not. Der Beschuldigte habe im Verfahren wiederholt zum Ausdruck gebracht, dass er seine Verfehlungen bereue, in seinem Schlusswort vor Strafgericht bei allen betroffenen Familien um Verzeihung gebeten, mit den Behörden kooperiert sowie während der gesamten Dauer seiner Inhaftierung nie zu Beanstandungen Anlass gegeben. Hinsichtlich der Wirkung der Strafe auf den Täter sei zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte nun mit aller Deutlichkeit erfahren habe, wozu Einbrüche führten, und sich hüten werde, erneut Straftaten irgendwel- cher Art zu begehen. Als Ersttäter sei ihm zuzugestehen, dass die Folgen seiner Delinquenz nicht spurlos an ihm vorbeigegangen seien. Es sei falsch , anzunehmen, dass sich die Vor- strafenlosigkeit des Beschuldigten bei der Strafzumessung neutral auswirke. Da der Beschul- digte zum ersten Mal vor Gericht stehe, sei ihm eine erhöhte Strafempfindlichkeit zuzugeste- hen. Seine Legalprognose sei günstig und nicht nur "günstiger" bzw. "weniger düster" als bei A.____. Eine Freiheitsstrafe von mehr als 3 Jahren könne unter den gegebenen Umständen nicht schuldadäquat sein. Eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren befinde sich beim Beschuldigten im zur Diskussion stehenden Grenzbereich, und ein entsprechendes Strafmass sei im Er- messensspielraum des Strafgerichts gelegen. Hätte die Vorinstanz die Überprüfung, zu wel- cher sie gemäss Art. 50 StGB verpflichtet gewesen w äre, vorgenommen, hätte sie nur zum Schluss kommen können, dass die Freiheitsstrafe auf maximal 3 Jahre zu begrenzen sei. Vorliegend sei die Prognose betreffend das künftige Wohlverhalten des Beschuldigten güns- tig, und unter Annahme eines leichten bis mitt elschweren Verschuldens hätte das Strafge- richt den Beschuldigten zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von maximal 3 Jahren mit an- gemessener Probezeit verurteilen müssen. Durch das Aussprechen einer unbedingten Frei- heitsstrafe von 3 Jahren und 4 Monaten habe es sein Ermessen überschritten, auf jeden Fall Seite 60 http://www.bl.ch/kantonsgericht aber einen unangemessenen Entscheid gefällt, und das vorinstanzliche Urteil sei dement- sprechend zu Gunsten des Beschuldigten abzuändern (vgl. S. 3 -7 der Berufungsbegrün- dung). In seinem Parteivortrag vor Kantonsgericht wiederholt der Verteidiger die Rüge, das Strafge- richt habe sich bei der als schuldadäquat eingestuften Strafe von 40 Monaten Freiheitsstrafe allein auf die Tat -, nicht aber auf die Täterkomponenten bezogen. Das Verhalten des Be- schuldigten habe auch während des Vollzugs nie zu Beanstandungen Anlass gegeben, wes- halb er nach zwei Dritteln der Freiheitsstrafe bedingt zu entlassen sei. Auch wenn in keiner Weise bagatellisiert werden solle, was er getan habe, wäre ein weiterer Vollzug unverhält- nismässig. Es sei sehr belastend, dass weder der Beschuldigte noch dessen Familie wüss- ten, wann er wieder nach Albanien zurückkehre. Bei einem Freispruch in den Fällen 11 -14 liege weniger Strafschärfendes vor. Es sei daher eine Freiheitsstrafe von maximal 2 Jahren bedingt auszusprechen, sicher aber von maximal 3 Jahren teilbedingt (vgl. Prot. Hauptver- handlung Kantonsgericht, S. 38-40). 3.4.1 Gemäss Art. 408 StPO fällt die Berufungsinstanz ein neues Urteil, welches das erst- instanzliche ersetzt. Dabei hat sie die Strafe nach ihrem eigenen Ermessen festzusetzen und muss sich nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen Strafzumessungsfak- toren gewichtet hat (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014, Erw. 6.2). 3.4.2 Laut Art. 47 Abs. 1 StGB misst d as Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wir- kung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Han- delns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleich- artige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der angedro hten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Grundsätzlich kann das Gericht nur auf eine Gesamtfreiheitsstrafe erkennen, wenn es für jede Tat eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (konkrete Methode, BGE Seite 61 http://www.bl.ch/kantonsgericht 138 IV 120, Erw. 5.2, mit Hinweisen). Das Bundesgericht hält in seinem Entscheid 6B_483/2016 vom 30. April 2018 unter Hinweis auf den Gesetzgeber auch nach der Ände- rung des Sanktionenrechts ausdrücklich am Prinzip der Zulässigkeit einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen unter Anwendung der konkreten Methode fest (BGer a.a.O., Erw. 3.3.4 und 3.5.4). Weiter bekräftigt das Bundesgericht die Ungleichartigkeit von Frei- heitsstrafe und Geldstrafe (BGer a.a.O., Erw. 3.3.3; ebenso BGer 6B_523/2018 vom 23. Au- gust 2018, Erw. 1.2.2). Zum methodischen Vorgehen präzisiert das Bundesgericht, dass in einem ersten Schritt die Einzelstrafen für die konkreten Delikte festzulegen sind und an- schliessend geprüft werden muss, aus welchen Einzelstrafen Gesamtstrafen zu bilden sind. Im Rahmen der Gesamtstrafenbildung ist auch dem Verhältnis der einzelnen Taten unterei- nander, ihrem Zusammenhang, ihrer grösseren oder geringeren Selbständigkeit sowie der Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehensweisen Rechnung zu tragen. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts geringer zu veranschlagen ist, wenn Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammenhang stehen (BGer 6B_48 3/2016 vom 30. April 2018, Erw. 3.5.4, 4.1 und 4.3). Gleichzeitig bestätigt das Bundesgericht im genannten Entscheid grundsätzlich die Zulässig- keit von Ausnahmen von der konkreten Methode im Einzelfall gemäss seiner jüngeren Recht- sprechung (BGer a.a.O., Erw. 2.4, mit Hinweisen, Erw. 4.3), so wenn – unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips im Rahmen von Art. 41 StGB – bei der Bildung einer Gesamt- strafe als Einsatzstrafe für die schwerste Straftat eine Freiheitsstrafe festgesetzt und deren Dauer für die weiteren Delikte angemessen erhöht wird ( BGer a.a.O.; 6B_849/2016 vom 9. Dezember 2016, Erw. 1.3.2; 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013, Erw. 2.3.3), oder wenn ver- schiedene Straftaten zeitlich und sachlich derart eng miteinander verknüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auftrennen und für sich allein beurteilen lassen (BGer 6B_1011/2014 vom 16. März 2015, Erw. 4.4). Diesen Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Kantonsgericht für die Bildung einer Gesamtstrafe nunmehr in einem ersten Schritt den Strafrahmen – ausgehend von der abs- trakten Strafdrohung – für die schwerste Straftat zu bestimmen und sodann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden Umstände, inner- halb dieses Strafrahmens festzusetzen. Es ist im vorliegenden Fall von einem Strafrahmen von 6 Monaten bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe für die konkret schwerste Straftat, den ge- werbs- und bandenmässigen Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB, aus- zugehen, wie dies auch die Vorinstanz (vgl. S. 24 des angefochtenen Urteils) getan hat. Die Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB führt zwar grundsätzlich nicht zu einer Erhöhung Seite 62 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Strafrahmens, ist aber innerhalb des ordentlichen Rahmens strafschärfend zu gewichten (vgl. BGE 136 IV 55, Erw. 5.8). Die Tatbestände der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 StGB und des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sehen alle- samt Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren vor, die rechtswidrige Einreise gemäss Art. 115 Ab s. 1 lit. a AlG Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr. Die Bildung einer Gesamtstrafe aufgrund von Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB erfolgt vorliegend nur, wenn gleichartige Strafen, d.h. mehrere Freiheitsstrafen auszusprechen sind (vgl. Erw. 3.4.4). 3.4.3 In Bezug auf den gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl kann den im vorinstanz- lichen Urteil auf S. 24 festgehaltenen Tatkomponenten in Bezug auf die objektive Tatschwere vollumfänglich gefolgt werden, wobei diese neu nicht nur für die Be schuldigten A.____ und B.____, sondern auch für den Beschuldigten C.____ Geltung haben. Wie bereits erwähnt, ist bei A.____ und B.____ von einem Deliktsbetrag von ca. Fr. 60'000. -- und bei C.____ von einem solchen von knapp Fr. 62'000. --, erzielt in zwölf Einbrüchen, verteilt auf fünf Tage (A.____ und B.____), bzw. erzielt in sieben Einbrüchen, verteilt auf acht Tage (C.____), aus- zugehen, währenddem es betreffend alle drei Beschuldigten in einem Fall bei einem Versuch geblieben ist. Die seitens der Beschuldigten erbeuteten Deliktsbeträge sind insbesondere mit Blick auf das durchschnittliche Monatseinkommen in Albanien von 390 Euro (vgl. Erw. 1.5.2.3) als beträchtlich einzustufen. Die Beschuldigten haben ein äusserst routiniertes und zielstrebiges Vorgehen gezeigt und in jeweils kurzer Aktivitätszeit eine erhebliche Delinquenz an den Tag gelegt. Die relativ kurze Zeit der Delinquenz wurde ausserordentlich intensiv genutzt, fanden doch die Einbrüche in den Anklagefällen 14 -20 allesamt an einem einzigen Tag statt. Diesem Aspekt kommt eine zusätzliche verschuldenserhöhende Wirkung zu. Der auch vor Kantonsgericht gemachte Einwand der Beschuldigten, sie hätten sich jeweils ver- gewissert, ob in den Einbruchsobjekten Licht gebrannt habe (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 23 f.), kann unter Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vor - instanz nicht gehört werden. Denn allein das fehlende Brennen von Licht in den Einbruchs- objekten, auf welches sich die Beschuldigten vor ihren Einbrüchen geachtet ha ben wollen, stellt keine geeignete Massnahme dar, um sicher eine Anwesenheit der Bewohnerschaft aus- zuschliessen. Ebenfalls erschwerend ist zu berücksichtigen, dass die Beschuldigten aus- schliesslich in Wohnliegenschaften eingebrochen sind. Bereits grundsätz lich hält das Kan- tonsgericht in ständiger Praxis dafür, dass bei der Strafzumessung im Kontext mit Einbruch- diebstählen jeweils zwingend straferhöhend veranschlagt werden muss, wenn der Beschul- digte in Wohnliegenschaften eindringt. Nimmt der Beschuldigte da bei eine Begegnung mit Seite 63 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Bewohnerschaft in Kauf, so hat sich diese verwerfliche Einstellung, welche für eine be- sondere Dreistigkeit sowie eine qualifizierte kriminelle Energie spricht, in einem zweiten Schritt nochmals spürbar strafschärfend auszuwirken (vgl. nur KGE BL 460 12 10 8 vom 25. September 2012, Erw. III.3.1; 460 19 154 vom 10. März 2020, Erw. II.3.2.2). Einbrüche in Wohnliegenschaften stellen gemäss Bundesgericht einen schweren Eingriff in den Kern- bereich des Privatlebens der Betroffenen dar. Gerade Einbrüche in Wohnliegenschaften sind besonders geeignet, das Sicherheitsgefühl der betroffenen Bewohner erheblich zu beein- trächtigen bzw. deren Verunsicherung zu fördern (vgl. BGer 6B_510/2013 vom 3. März 2014, Erw. 4.4). Insgesamt wertet das Kantonsgericht die objektive Tatschwere betreffend die Be- schuldigten A.____ und B.____ als mittelschwer, währenddem sie betreffend den Beschul- digten C.____ als mittelschwer im unteren Bereich anzusiedeln ist. Bezüglich der Bewertung der subjektiven Tatschwere ist festzustellen, dass die Beschuldig- ten wie bereits vor der Vorinstanz auch im Rechtsmittelverfahren keine eigentliche Notlage als Motivation zur Tatbegehung glaubhaft machen. So macht der Beschuldigte A.____ vor Kantonsgericht geltend, es sei dazu gekommen , weil er "einfach mittellos" gewesen sei. Er habe kein Geld und keine andere Möglichkeit gehabt, ansonsten er "sowas" nicht gemacht hätte (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 13). Er habe durch die Einbrüche wie- der zu Geld, mindestens 500 Euro, kommen wollen, um nach Spanien zu reisen. Bei seiner Einreise in die Schweiz habe er schon über Geld verfügt und sich damit auch die Hotelüber- nachtungen und die Geldüberweisungen nach Albanien leisten können. Erst nachdem er mit- telos geworden sei, habe er die Diebstähle begangen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantons- gericht, S. 20). Der Beschuldigte B.____ gibt als Grund für seine Delinquenz an, es sei ein falscher Moment, "Zufall" bzw. "Schicksal" gewesen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantons- gericht, S. 19). Er habe kein Geld gehabt. Diese Notsituation habe ihn dazu bewogen, den "falschen Weg" zu gehen. Er habe Geld gebraucht, um wieder nach Albanien zurückzureisen. Der Beschuldigte bestreitet, Geld nach Albanien überwiesen zu haben; dies habe er mit frem- dem Geld für eine andere Person getan, er kenne nicht einmal die Empfänger. Die Hotel- übernachtungen habe er mit dem bisschen Geld, das er von Albanien mitgenommen habe, finanziert (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 21 f.). Andererseits bestätigt B.____ vor Kantonsgericht, dass er seit 2016 bis zu seiner Einreise in die Schweiz in Alba- nien bei der Firma FF.____ in AL-GG.____ als Chauffeur gearbeitet habe (vgl. Prot. Haupt- verhandlung Kantonsgericht, S. 17). Es ist den Beschuldigten klar entgegenzuhal ten, dass sie nicht aus echter Not gehandelt haben können, ansonsten sie sich mit weitaus geringeren Seite 64 http://www.bl.ch/kantonsgericht Deliktsbeträgen, welche für die erforderliche Finanzierung der Weiter - resp. Rückreise ge- reicht hätten, zufriedengegeben hätten. Vielmehr waren die Einbrüc he offensichtlich durch die Aussicht motiviert, in möglichst kurzer Zeit an eine verhältnismässig grosse Ausbeute zu kommen. Gemäss stetiger kantonsgerichtlicher und vom Bundesgericht inzwischen aus- drücklich gestützter Praxis (vgl. nur KGE BL 460 12 256 vo m 26. Februar 2013, Erw. 2.3.2; BGer 6B_510/2013 vom 3. März 2014, Erw. 4.4) ist zudem straferhöhend zu berücksichtigen, wenn ein Täter ausschliesslich deshalb in die Schweiz eingereist ist, um hierzulande Delikte zu begehen, zumal er mit diesem Vorgehen seine qualifizierte kriminelle Energie und beson- dere Dreistigkeit unter Beweis stellt. Bei diesem sog. Kriminaltourismus handelt es sich um eine Form von Kriminalität, welche in ganz besonderem Masse unerwünscht ist, was vorlie- gend zu einer massiven Verschu ldenserhöhung führt. Die Frage, warum die Beschuldigten die Einbrüche, von Frankreich herkommend, jeweils ausgerechnet in der Schweiz verübt und auf diese Weise jeweils zweimal den Zoll passiert haben, was bekanntermassen mit erhebli- chen Risiken verbunden ist, beantwortet der Beschuldigte A.____ damit, dass ihm gar nicht bewusst gewesen sei, wo er die Grenze überschritten habe. Mit dem Gedanken, dass die Strafen in der Schweiz allgemein milder seien als in Frankreich und sich auch die Gefäng- nisaufenthalte durchaus komfortabler gestalten, habe er jedenfalls nicht delinquiert (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 25). Angesichts der einschlägigen Erfahrungen von A.____ kann das Gericht diesen Ausführungen keinen Glauben schenken. Der Beschuldigte B.____ gibt hingegen unumwunden zu, er sei in der Schweiz von einer grösseren Beute ausgegangen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 26). Ergänzend zum vo- rinstanzlichen Urteil ist zudem festzustellen, dass den Beschuldigten hinsichtlich des inkrimi- nierten Tatbestands eine direktvorsätzliche Willensrichtung anzulasten ist. Die Beschuldigten haben aus rein egoistischen Motiven resp. aus finanziellen Beweggründen gehandelt, wobei kein entschuldbarer Grund ersichtlich ist. Durch ihre dreiste Vorgehensweise haben die Be- schuldigten auch ihre absolute Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsord- nung offenbart und gleichzeitig eine erschreckende Unverfrorenheit gegenüber fremdem Ei- gentum und der Privatsphäre der Geschädigten an den Tag gelegt. In sgesamt ist auch die subjektive Tatschwere bei A.____ und B.____ als mittelschwer einzustufen. Diese Feststel- lungen zur subjektiven Tatschwere gelten auch für C.____; in Übereinstimmung mit der ob- jektiven Tatschwere ist die subjektive Tatschwere mithin als mittelschwer im unteren Bereich zu bewerten. Die seitens der Vorinstanz auf 30 Monate festgesetzte Einsatzstrafe betreffend A.____ und B.____ für den gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl erachtet das Kantonsgericht unter Seite 65 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beachtung der seitens des Strafgerichts in korrekter Weise insgesamt als mittelschwer qua- lifizierten Tatschwere (vgl. S. 24 des angefochtenen Urteils) einerseits sowie mit Blick auf den bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe möglichen Strafrahmen andererseits als terminologisch inkongruent, d.h. zu tief. Die Einsatzstrafe ist vielmehr für beide Beschuldigten auf 36 Mo- nate, entsprechend 3 Jahren, basierend auf einem mittelschweren Verschulden zu erhöhen. Betreffend C.____ ist hingegen unter Berücksichtigung des als mittelschwer im unteren Be- reich einzustufenden Tatverschuldens die Einsatzstrafe für den gewerbs- und bandenmässi- gen Diebstahl auf angemessene 27 Monate festzusetzen. 3.4.4 Sodann ist in einem weiteren Schritt die zwischenzeitlich festgelegte Einsatzstrafe unter Einbezug der übrigen Straftaten zu einer hypothetischen Gesamtstrafe zu erhöhen, sofern für diese ebenfalls eine Freiheitsstrafe auszusprechen ist. Laut Art. 41 Abs. 1 StGB kann das Gericht statt auf eine Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe u.a. dann erkennen, wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (lit. a). Es hat die Wahl der Freiheitsstrafe näher zu begründen (Art. 41 Abs. 2 StGB). Eine Freiheitsstrafe gemäss Art. 41 Abs. 1 lit. a StPO dürfte in erster Linie auf Wiederholungstäter abzielen, die als unbelehrbar einzustufen sind und gezeigt haben, dass blosse Geldstrafen wirkungslos sind. Aber auch Ersttäter können mit einer kurzen Freiheits- strafe belegt werden, wenn sie etwa durch Äusserungen oder Verhaltensweisen zu erkennen geben, dass sie eine Geldstrafe nicht beeindrucken wird (vgl. HANS MATHYS, Leitfaden Straf- zumessung, 2. Aufl., Rz. 472). Die Vorinstanz hat es in casu unterlassen, die Wahl der Sank- tionsart zu begründen (vgl. S. 24 des angefochtenen Ur teils). Vorliegendenfalls erscheint gestützt auf die negative Prognose, welche nicht nur den vorbestraften A.____ und C.____, sondern auch B.____ zu stellen ist (vgl. dazu auch Erw. 4.4), jedenfalls nur eine Freiheits- strafe als geboten, um jene von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhal- ten. Angesichts der Gleichartigkeit kann somit die Freiheitsstrafe als Einsatzstrafe zu einer hypothetischen Gesamtstrafe erhöht werden. Hierbei ist zu beachten, dass es sich bei den mehrfachen Sachbeschädigungen und den mehrfachen Hausfriedensbrüchen um sog. Be- gleittaten, welche zwecks Ausübung des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls began- gen worden sind, handelt. Auch die seitens des Beschuldigten A.____ zusätzlich erfolgte mehrfache rechtswidrige Einreise steht in einem engen zeitlichen und sachlichen Zusam- menhang zum gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl. Darum kommt diesen Delikten ver- schuldensmässig keine grosse selbständige Bedeutung mehr zu, und die oben festgesetzten Einsatzstrafen sind nur moderat zu erhöhen. Dennoch bleibt zu beachten, dass die Beschul- digten A.____ und B.____ einen relativ hohen Sachschaden von rund Fr. 18'000. -- und Seite 66 http://www.bl.ch/kantonsgericht C.____ einen nicht bedeutend geringeren Sachschaden von Fr. 15'400.-- zu verantworten haben. Den Erwägungen des Strafgerichts betreffend A.____ und B.____ zur Asperation von 6 Monaten für die mehrfache Sachbeschädigung und 4 Monaten für den mehrfachen Haus- friedensbruch sowie zusätzlich nur betreffend A.____ von 2 Monaten für die mehrfache rechtswidrige Einreise (vgl. S. 24 f. des angefochtenen Urteils) ist vollumfänglich zu folgen. Zusätzlich erfolgt durch das Kantonsgericht betreffend C.____ eine Asperation für die mehr- fache Sachbeschädigung von 3 Monaten und eine solche für den mehrfachen Hausfriedens- bruch von 2 Monaten. Daraus ergibt sich für A.____ eine asperierte Strafe von 48 Monaten Freiheitsstrafe, für B.____ eine solche von 46 Monaten Freiheitsstrafe und für C.____ eine solche von 32 Monaten Freiheitsstrafe. Diese hypothetischen Gesamtstrafen sind grundsätz- lich in einem letzten Schritt aufgrund der besonderen Täterkomponenten, welche in casu für alle Straftaten gleichermassen gelten, anzupassen (vgl. Erw. 3.4.5). 3.4.5.1 Bei den Täterkomponenten betreffend den Beschuldigten A.____ kann zunächst in Bezug auf dessen Vorleben auf die Darstellung auf S. 25 des angefochtenen Urteils verwie- sen werden. Es ist hierbei die bereits erwähnte, für den Beschuldigten äusserst erschwe- rende Tatsache hervorzuheben, dass dieser unter diversen Aliasnamen im Ausland regis- triert bzw. vorbestraft ist (vgl. polizeilicher Ermittlungsbericht vom 22. März 2019, act. 1361 f.; Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister vom 24. Februar 2020, act. A1; Meldung von Interpol I-Rom, act. 49; Meldung von Interpol F-Paris, act. 53). So weist A.____ in Italien unter diversen Aliasnamen nicht weniger als sechs Vorstrafen, davon mehrere einschlägiger Natur, unter anderem wegen Widerstands gegen Beamte, mehrfacher Körperverletzung, mehrfachen versuchten und vollendeten Raubes in Mittäterschaft, Drohung, mehrfacher Hehlerei sowie wegen diverser versuchter und vollendeter Einbruchdiebstähle auf. Unter an- derem wurde er am 15. November 2011 durch das Appellationsgericht I-EE.____ wegen ins- gesamt 22 Wohnungseinbrüchen zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren ver urteilt (vgl. italie- nische Strafregisterauszüge vom 17. Januar 2019, act. 67 ff.). In der Voruntersuchung gab A.____ hierzu auch an, er habe in Italien unterschiedliche Namen benutzt, um sich besser "bewegen" zu können (vgl. Einvernahme vom 25. Februar 201 9, act. 145). Vor Kantonsge- richt erklärt der Beschuldigte die Benutzung der verschiedenen Aliasnamen ebenfalls damit, dass er bei der Polizei keine Spuren habe hinterlassen wollen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 12 f.). Vor Strafgericht wie auch vor Kantonsgericht bestätigt A.____, dass er als Minderjähriger 3 Jahre und als Erwachsener 8 Jahre im Gefängnis verbracht habe, davon 5 Jahre in I-EE.____ und 3 Jahre in I-HH.____ (vgl. act. S 197; Prot. Hauptverhand- lung Kantonsgericht, S. 13). In der Einvernahme zur Person vom 1. März 2019 gab A.____ Seite 67 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu Protokoll, er sei im August 2018 aus dem Gefängnis in Italien entlassen und nach Albanien ausgeschafft worden (act. 153). Es ist an dieser Stelle zu konstatieren, dass der Beschuldigte bereits 3 Monate später, im November 2018, wiederum Einbruchdiebstähle in der Schweiz beging, weshalb er ohne weiteres als geradezu unverbesserlicher Berufskrimineller bezeich- net werden muss. Zu den aktuellen persönlichen Verhältnissen befragt, gibt A.____ anlässlich der Hauptver- handlung vor dem Kantonsgericht an, er sei immer noch mit seiner rumänischen Ehefrau, welche in Albanien lebe, verheiratet, aber getrennt lebend. Derzeit stehe er in keiner Bezie- hung mit einer Frau. In der Justizvollzugsanstalt QQ.____ gehe es ihm gut; er arbeite im Garten und treibe in der Freizeit Sport. Besuche im Gefängnis erhalte er keine. Der Beschul- digte habe keine Kinder; sein Vater lebe in Albanien und seine Mutter sei verstorben. Mit dem Vater habe er telefonischen Kontakt, ebenso mit seinen beiden Brüdern (vgl. Prot. Hauptver- handlung Kantonsgericht, S. 10 f). Gesundheitlich gehe es dem Beschuldigten heute schlecht; er habe Kopfschmerzen und einen hohen Cholesterinspiegel. Zudem leide er unter hohem Stress in Verbindung mit dem "Fehler" , den er begangen habe (vgl. Prot. Hauptver- handlung Kantonsgericht, S. 13 f.). Was schliesslich das Nachtatverhalten des Beschuldigten betrifft, so führt dieser vor Kan- tonsgericht aus, er sehe in seiner Zukunft, dass er leben und arbeiten werde wie alle anderen, und dass er keine Straftaten mehr begehe (vgl. Prot. Hauptverhandlung Ka ntonsgericht, S. 14). In seinem Schlusswort entschuldigt sich A.____ für seine Fehler. Er hoffe, dass ihm das Gericht eine Chance gebe, ein normales Leben zu führen. Er werde nie mehr so etwas wiederholen und sich bemühen, in Zukunft nur noch "gute Sachen" zu machen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 42). Entgegen der Auffassung des Beschuldigten, seine Geständigkeit solle stärker strafmindernd berücksichtigt werden, ist jedoch auch heute keine regelrechte Geständigkeit, welche Ausdruck echter Einsicht und Reue ist und die Straf- verfolgung erleichtert hat (vgl. HANS MATHYS, a.a.O., Rz. 363, unter Hinweis auf BGE 121 IV 2020, Erw. 2d; BGer 6B_687/2016 vom 12. Juli 2017, Erw. 1.5.2; 6B_891/2017 vom 20. De- zember 2017, Erw. 3.5.2), festzustellen. Vielmehr hat der Beschuldigte jeweils nur so viel zugestanden, als ihm aufgrund der erdrückenden Beweislage ohnehin nachgewiesen wer- den konnte. Zudem bagatellisiert der Beschuldigte bis vor Kantonsgericht seine "Fehler", in- dem er insbesondere die auf sein Konto gehenden Delik tsbeträge kleinredet (vgl. Erw. 1.5.1.15). Daher ist sein Verhalten während des Strafverfahrens unter Verzicht auf eine Seite 68 http://www.bl.ch/kantonsgericht Strafminderung (vgl. hierzu auch BGer 6B_296/2017 vom 28. September 2017, Erw. 6.3; BGer 6B_282/2018 vom 24. August 2018, Erw. 2.6) lediglich neutral zu werten. Schliesslich liegt keine erhöhte Strafempfindlichkeit bei A.____ vor, gehört der Strafvollzug gar zur gewohnten Umgebung von A.____, wie das Strafgericht auf S. 25 des angefochtenen Urteils richtig festgestellt hat. Insgesamt wertet das Kantonsgericht die Täterkomponenten, in concreto die zahlreichen Vorstrafen von A.____, stärker zu dessen Lasten, indem es hierfür nicht – wie die Vorinstanz – 6, sondern 9 Monate zusätzlich veranschlagt. Auch die Tatsache, dass der Beschuldigte nur wenige Monate seit seiner letzten Haftentlassung mehrfach in gleichartiger Weise erneut straffällig geworden ist, zeugt von einer besonders hartnäckigen Rechtsfeindlichkeit und Un- belehrbarkeit. Hieraus folgt, dass A.____ insgesamt ein mittelschweres Verschulden im obe- ren Bereich zu attestieren ist. Er ist zusammenfassend zu einer Gesamtstrafe von 57 Mona- ten Freiheitsstrafe, entsprechend 4 Jahren und 9 Monaten, zu verurteilen. Wie bereits durch die Vorinstanz, so findet auch durch das Kantonsgericht keine Strafreduktion aufgrund der geringfügigen Verletzung des Beschleunigungsgebots statt. Von Amtes wegen anzupassen sind hingegen die Anzahl Tage der an diese Freiheitsstrafe anzurechnenden Untersuchungs- haft sowie des verbüssten Strafvollzugs. Es sind mithin unter Berücksichtigung des heutigen Urteilsdatums neu nicht 481, sondern 742 Tage an diese Freiheitsstrafe in Anwendung von Art. 51 StGB anzurechnen. 3.4.5.2 Auch bezüglich des Vorlebens von B.____ kann zunächst auf die Darstellung auf S. 25 f. des angefochtenen Urteils verwiesen werden. Im Gegensatz zu A.____ weist B.____ keine Vorstrafen auf (vgl. Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister vom 24. Februa r 2020, act. B1), was sich jedoch, wie das Strafgericht richtig ausführt, lediglich neutral aus- wirkt: Das Bundesgericht hat in BGE 136 IV 1 seine bisherige Praxis, wonach Vorstrafenlo- sigkeit zwingend strafmindernd zu berücksichtigen war (vgl. nur BGE 98 IV 124, Erw. 11), geändert. Demnach hat es in der Bevölkerung als Normalfall zu gelten, (kriminell) nicht vor- bestraft zu sein. Die Vorstrafenlosigkeit ist deshalb neutral zu behandeln, also bei der Straf- zumessung nicht zwingend strafmindernd zu berücksichtigen. Nur ausnahmsweise kann sich eine Vorstrafenlosigkeit strafmindernd auswirken, nämlich wenn die Straffreiheit auf eine aussergewöhnliche Gesetzestreue hinweist; diese wiederum darf wegen der Gefahr unglei- cher Behandlung nicht leichthin angenommen werden (vgl. BGE 136 IV 1, Erw. 2.6.4; vgl. ebenso HANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER, Basler Kommen tar StGB I, 4. Aufl., Art. 47 Seite 69 http://www.bl.ch/kantonsgericht N 142; HANS MATHYS, a.a.O., Rz. 328). Vorliegend ist eine derartige aussergewöhnliche Ge- setzestreue seitens des Beschuldigten B.____ nicht erkennbar, weshalb eine Strafminderung wegen Vorstrafenlosigkeit ausser Betracht fällt. Zu den aktuellen persönlichen Verhältnissen befragt, gibt der Beschuldigte B.____ vor Kan- tonsgericht an, ihm gehe es in der Justizvollzugsanstalt II.____ sehr gut. Er arbeite sowohl im Bereich Industrie als auch im Hilfshausdienst. Mit dem Pekulium unterstütze er auch seine Familie in Albanien. In seiner Freizeit treibe er Sport oder spiele mit den Mitinsassen. Er erhalte derzeit keine Besuche im Gefängnis, stehe aber in täglichem telefonischem Kontakt mit seiner Ehefrau, seiner Tochter, seinen Eltern und seinem Bruder (vgl. Prot. Hauptver- handlung Kantonsgericht, S. 16 f., 19). Der Beschuldigte wolle sich nach seiner Haftentlas- sung sofort nach Albanien begeben, um dort zu seiner Familie, die er schmerzlich vermisse, und zu seiner Arbeit zurückzukehren. Seine Tochter besuche unterdessen bereits die Schule und seine Frau arbeite (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 19). Im Zusammenhang mit dem Nachtatverha lten entschuldigt sich B.____ in seinem Schluss- wort vor Kantonsgericht für seine Taten. Er bittet das Gericht um Berücksichtigung seiner erstmaligen Straffälligkeit. Seine Taten bereue er. Für die Geschädigten habe er volles Mit- gefühl und empfinde tiefe Reue. Allein schon wegen der schmerzhaften Trennung von seiner Familie garantiere der Beschuldigte dem Gericht, dass er einen solchen Fehler nicht mehr wiederholen werde. Seine Tätigkeit als Chauffeur wolle er wiederaufnehmen, weshalb er das Gericht darum bittet, ihm diese Möglichkeit zu geben (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantons- gericht, S. 42). Auch die von B.____ beteuerte Einsicht und Reue wirkt nicht wirklich echt, hat er doch ebenso wie A.____ jeweils nur so viel zugegeben, als ihm ohnehin nachgewiesen werden konnte; überdies hat er sein Aussageverhalten im Laufe des Verfahrens immer wie- der den jeweiligen Untersuchungsergebnissen angepasst. Des Weiteren sind bei ihm eben- falls Bagatellisierungstendenzen ersichtlich, wenn er von einem "einmaligen Ausrutsche r" (vgl. S. 14 der Berufungsbegründung vom 20. Juli 2020) spricht und im Übrigen die ihm zur Last gelegten Deliktsbeträge verharmlost (vgl. Erw. 1.5.1.15). Was sodann die seitens des Beschuldigten geltend gemachte, erhöhte Strafempfindlichkeit betrifft, so führt der Beschuldigte vor Kantonsgericht ins Feld, die bisher zweijährige Haftzeit sei für ihn sehr lehrreich, aber schwer gewesen. Noch wichtiger sei die erhebliche Belastung für seine Familie in Albanien. Er wolle als Vater und Ehemann wieder am Lebe n seiner Fa- Seite 70 http://www.bl.ch/kantonsgericht milie teilnehmen (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 42). Eine erhöhte Straf- empfindlichkeit ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur bei aussergewöhnli- chen Umständen zu bejahen (vgl. HANS MATHYS, a.a.O., Rz. 352, unter Hin weis auf BGer 6B_860/2018 vom 18. Dezember 2018, Erw. 5.4; 6B_1001/2016 vom 3. Apr il 2017, Erw. 1.4.2). Der Vollzug einer längeren Freiheitsstrafe bringt es zwangsläufig mit sich, dass der Betroffene aus seinem Umfeld gerissen wird (vgl. HANS MATHYS, a.a.O., unter Hinweis auf BGer 6B_291/2012 vom 16. Juli 2013, Erw. 6.3, m.H.). So ist die Verbüssung einer Frei- heitsstrafe für jede arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete Person mit einer gewissen Härte verbunden (vgl. HANS MATHYS, a.a.O., unter Hinweis auf BGer 6B_243/2016 vom 8. September 2016, Erw. 3.4.2; 6B_375/2014 vom 28. August 2014, Erw. 2.6; 6B_605/2013 vom 13. Januar 2014, Erw. 2.4.3 und 6B_499/2013 vom 22. Oktober 2013, Erw. 1.4, je m.H.). Die immer wieder angerufenen familiären Gründ e führen deshalb grund- sätzlich nicht zu einer erhöhten Strafempfindlichkeit und damit zu keiner Strafreduktion. Dies gilt laut Bundesgericht explizit ganz allgemein für den Umstand, Vater eines Kindes zu sein (vgl. HANS MATHYS, a.a.O., Rz. 353, unter Hinweis u.a. auf BGer 6B_1036/2018 vom 28. No- vember 2018, Erw. 3.6). Schliesslich erachtet es das Bundesgericht als "problematisch", ge- steigerte Strafempfindlichkeit nur bei verheirateten Delinquenten anzunehmen (vgl. HANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER, a.a.O., N 154, unter Hinweis auf BGer 6S.144/2001 vom 28. Januar 2002). Von – im Vergleich zu anderen verheirateten Familienvätern – ausserge- wöhnlichen Umständen kann im vorliegenden Fall nicht die Rede sein. Wie das Strafgericht auf S. 26 des angefochtenen Urteils richtig festhält, lässt sich aus den seitens des Beschul- digten geltend gemachten Umständen keine erhöhte Strafempfindlichkeit ableiten, musste doch der Beschuldigte damit rechnen, als Folge seiner strafbaren Handlungen in der Schweiz verhaftet und damit für längere Zeit von seiner Familie getrennt zu werden. Ganz im Gegen- teil ist dem Beschuldigten sogar explizit anzulasten, dass er trotz seiner familiären Einbet- tung, aber auch trotz gesicherter Existenz dank fester Arbeitsstelle in Albanien, seine Heimat in Richtung Schweiz verliess, um hier Einbrüche zu begehen. Jedenfalls hat der Beschul- digte, wie bereits in Erw. 3.4.3 betreffend die subjektive Tatschwere ausgeführt, ganz klar, sogar noch mehr als A.____, nicht aus einer eigentlichen wirtschaftlichen Not lage heraus delinquiert. Dass B.____ seine Familie und seine Arbeit aus freien Stücken aufgegeben ha- ben will, um angeblich in Frankreich ein Auto für den Export zu kaufen, ist mit Blick auf die oben festgestellte Delinquenz des Beschuldigten und wie schon in Erw. 1.5.1.3 ausgeführt, als reine Schutzbehauptung zu werten. Seite 71 http://www.bl.ch/kantonsgericht Insgesamt fallen jedoch die Täterkomponenten von B.____ bedeutend weniger schwer ins Gewicht als bei A.____. Sie haben gar, wie bereits das Strafgericht korrekt festgehalten hat, weder eine verschuldenserhöhende noch eine verschuldensmindernde Auswirkung, sondern sind als neutral zu werten. In Gesamtwürdigung aller Umstände ist B.____, wie bei den Tat- komponenten festgehalten, nicht nur ein leichtes bis mittelsch weres (so die Vorinstanz auf S. 26 des angefochtenen Urteils), sondern ein mittelschweres Verschulden anzulasten. Er ist deshalb zu einer schuldangemessenen Gesamtstrafe von 46 Monaten Freiheitsstrafe, ent- sprechend 3 Jahren und 10 Monaten, zu verurteilen. Angesichts dieser deutlich über 3 Jah- ren liegenden Strafhöhe nicht gehört werden kann das Argument der Verteidigung, die Strafe liege in der Nähe von 3 Jahren, womit eine teilbedingte Freiheitsstrafe gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB auszusprechen sei. Abgesehen davon würde jedoch eine teilbe dingte Freiheitsstrafe für B.____ selbst ausgehend von einer Höhe von knapp über 3 Jahren nicht in Frage kom- men: Das Bundesgericht hat es in seinem Leitentscheid BGE 134 IV 17, Erw. 3.3, ausdrück- lich abgelehnt, die frühere Praxis, welche es ermöglichte, die Grenzen des bedingten Voll- zugs auf dem Weg der Gesetzesauslegung wieder zu relativieren und entgegen dem klaren Wortlaut einen erweiterten Grenzbereich offen zu halten, um besonderen Anliegen eines Tä- ters entgegenzukommen, beizubehalten (vgl. BGE a.a.O.). Wie bereits durch die Vorinstanz, so findet auch durch das Kantonsgericht keine Strafreduktion aufgrund der geringfügigen Verletzung des Beschleunigungsgebots statt. Wiederum von Amtes wegen anzupassen sind hingegen schliesslich die Anzahl Tage der an di ese Freiheitsstrafe anzurechnenden Unter- suchungshaft sowie des verbüssten Strafvollzugs. Es sind mithin unter Berücksichtigung des heutigen Urteilsdatums neu nicht 481, sondern 742 Tage an diese Freiheitsstrafe in Anwen- dung von Art. 51 StGB anzurechnen. 3.4.5.3 Zu guter Letzt sind das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse, das Nachtatverhal- ten sowie die Strafempfindlichkeit von C.____, welche sich aus den Akten zur Person (act. 215 ff.) sowie aus dessen Befragung zur Person vor Strafgericht (act. S. 201 ff.) erg e- ben, grundsätzlich als neutral zu werten. Negativ hervorzuheben und damit verschuldenser- höhend sind allerdings die einschlägigen Vorstrafen zu veranschlagen. So geht aus der Aus- kunft von Interpol I-Rom vom 30. November 2018 (act. 217) hervor, dass der Bes chuldigte unter dem Ledignamen Z.____ wegen Diebstahls, illegaler Einwanderung und Einbruchdieb- stahls registriert ist. Laut italienischem Strafregisteraus zug vom 27. November 2018 (act. 235) weist C.____ zwei Vorstrafen aus dem Jahr 2016 auf, nämlich wegen bandenmäs- siger Hehlerei und bandenmässigen Einbruchdiebstahls. Er wurde hierfür insgesamt zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren, wovon er laut eigenen Angaben beinahe 2 Jahre absass (vgl. Seite 72 http://www.bl.ch/kantonsgericht act. S 203), sowie einer Busse von 1'600 Euro verurteilt. Wie bei A.____ ist auch bei C.____ festzustellen, dass dieser nur kurz nach seiner Entlassung aus dem italienischen Strafvollzug im Jahr 2018 in der Schweiz erneut einschlägig straffällig wurde, was wie bei A.____ auch bei C.____ von einer hartnäckigen Unbelehrbarkeit und Dreistigkeit zeugt. Die Täterkomponenten von C.____ wirken sich angesichts dieser negativen Aspekte ver- schuldenserhöhend aus; hierfür ist eine Erhöhung von 4 Monaten zu veranschlagen. In Be- rücksichtigung aller Umstände ist das Gesamtverschulden von C.____ als mittelschwer und in diesem Bereich noch knapp im unteren Bereich liegend einzustufen. Hierfür erscheint eine Gesamtstrafe von 36 Monaten Freiheitsstrafe, entsprechend 3 Jahren, als angemessen. Wie bereits durch die Vorinstanz betreffend A.____ und B.____, so findet auch durch das Kan- tonsgericht keine Strafreduktion aufgrund der geringfügigen Verletzung des Beschleuni- gungsgebots statt. Es ist zu prüfen, ob die Freiheitsstrafe von 3 Jahren in Anwendung von Art. 43 Abs. 1 StGB teilbedingt ausgespr ochen werden kann. Gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchs- tens drei Jahren nur teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu trag en. Hierzu ist stets e rforderlich, dass der teilweise Strafvollzug einerseits eine günstige Legalprognose erlaubt und andererseits für die Erhö- hung der Bewährungsaussichten unumgänglich erscheint (vgl. BGE 134 IV 1, Erw. 5.5.2). Besteht hingegen keinerlei Aussicht, dass sich der Täter durch den – ganz oder teilweise – gewährten Strafaufschub im Hinblick auf sein zukünftiges Legalverhalten positiv beeinflussen lässt, ist die Strafe in voller Länge zu vollziehen (vgl. BGE a.a.O., Erw. 5.3.1). Dem Gericht steht bei der Prüfung der Prognose des künftigen Legalverhaltens ein Ermessensspielraum zu (BGer 6B_377/2017 vom 5. Juli 2018, Erw. 3.1.1). Für das Kantonsgericht steht ange- sichts der einschlägigen Vorstrafen von C.____ und dessen erneuter, massiver Straffälligkeit ausser Frage, dass ihm nur eine negative Legalprognose gestellt werden kann. Bisherige Verurteilungen auch zu Freiheitsstrafen haben ihn offenkundig überhaupt nicht abge- schreckt. Angesichts dessen fällt für C.____ ein teilbedingter Vollzug klarerweise ausser Be- tracht. In einem letzten Punkt wiederum sind von Amtes wegen die Anzahl Tage der an diese Freiheitsstrafe anzurechnenden Untersuchungshaft sowie des verbüssten Strafvollzugs vom 23. November 2018 bis zum 23. März 2020 anzupassen. Es sind mithin unter Berücksichti- gung des Datums der Haftentlassung neu nicht 481, sondern 486 Tage an diese Freiheits- strafe in Anwendung von Art. 51 StGB anzurechnen. Seite 73 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Landesverweisung 4.1 Das Strafgericht hielt hierzu fest, es hätten sowohl A.____ als auch B.____ eine Katalogtat begangen, weshalb die Landesverweisung grundsätzlich anzuordnen sei. Ein Här- tefall liege offensichtlich nicht vor. Der Beschuldigte A.____ sei mehrfach einschlägig vorbe- straft, wobei von einem eigentlichen Berufskriminellen auszugehen sei und er entsprechend eine hohe Rückfallgefahr für schwere Straftaten gegen das Vermögen aufweise. Daher sei die Landesverweisung in der oberen Hälfte der möglichen Dauer anzuordnen. Das Gericht erachte eine solche von 12 Jahren der Gefährlichkeit von A.____ entspre chend als ange- messen. B.____ demgegenüber sei nicht vorbestraft, weshalb ihm eine etwas günstigere Prognose gestellt werden könne. Bei ihm werde eine Landesverweisung von 8 Jahren ange- ordnet (vgl. S. 26 f. des angefochtenen Urteils). Bei der Prüfung, ob di e Landesverweisung im Schengener Informationssystem auszuschreiben ist, erwog die Vorinstanz, dass es sich bei A.____ und B.____ um Kriminaltouristen handle. Ihre Straftaten seien nicht hochspezi- fisch in dem Sinne, dass mit einer Wiederholung nicht zu rech nen sei. Vielmehr seien sie überall gefährlich, wo sie sich ohne genügende finanzielle Mittel aufhielten. A.____ sei ein eigentlicher Berufskrimineller, welcher zuletzt wohl keiner geregelten Arbeit mehr nachge- gangen sei. Gemäss seinen eigenen Angaben stam me das Geld, über welches er verfügt habe, aus den Delikten in Italien. Es sei demnach davon auszugehen, dass er den Lebens- unterhalt, wenn er in den Schengenraum einreisen würde, auf deliktische Weise bestreiten würde. Allerdings stünde die rumänische Staatsbürgerschaft und damit die Zugehörigkeit zu einem EU-Staat, wie sie von A.____ behauptet werde, einer Eintragung in das Schengener Informationssystem entgegen. Die Behauptung von A.____, er sei rumänischer Staatsange- höriger geworden, weil er eine Rumänin geheiratet habe, finde allerdings in den gesamten Strafakten keinen Niederschlag. Es befinde sich lediglich ein albanischer Pass in den Akten, jedoch kein rumänisches Ausweisdokument, was doch sehr erstaune. Wenn jemand über zwei Staatsangehörigkeiten ver füge, wäre zu erwarten gewesen, dass er den Pass jener Staatsangehörigkeit, welche ihm die grössere Bewegungsfreiheit garantiere, auf eine Reise nach Westeuropa mitnehmen würde. Es sei auf die Aussage von A.____ zu verweisen, wo- nach er lediglich ein paar Monate in Rumänien gewohnt habe. Es erscheine unwahrschein- lich, dass ein Staat einem Ausländer nach einem Aufenthalt von lediglich ein paar Monaten die Staatsbürgerschaft zuerkenne. Das Gericht gehe daher davon aus, dass A.____ nicht über die rumänische Staatsbürgerschaft verfüge und deshalb kein Eintragungshindernis be- stehe. Die Legalbewährungsprognose von B.____ sei aufgrund der Vorstrafenlosigkeit etwas weniger düster, doch sei auch bei ihm von einer erhöhten Rückfallgefahr auszugehen, falls Seite 74 http://www.bl.ch/kantonsgericht er sich erneu t im Schengenraum aufhalten würde. Er verfüge für solche Aufenthalte aus- serhalb seiner Heimat offensichtlich nicht über die notwendigen finanziellen Mittel, weshalb die Versuchung, sie sich mit Straftaten gegen das Vermögen zu verschaffen, erheblich sei. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem habe somit betreffend beide Beschuldigten zu erfolgen (vgl. S. 27 f. des angefochtenen Urteils). 4.2 Die Staatsanwaltschaft erachtet in ihrer summarisch begründeten Berufungserklä- rung vom 4. Mai 2020 die Dauer der vom Strafgericht ausgesprochenen Landesverweisung für B.____ als zu kurz; diese sei auf 12 Jahre festzusetzen. Bei C.____ sei als Konsequenz aus dem beantragten Schuldspruch ebenfalls eine obligat orische Landesverweisung von 12 Jahren auszusprechen, wobei diese im Schengener Informationssystem auszuschreiben sei (vgl. S. 3 f. der Berufungserklärung). 4.3 Der Beschuldigte B.____ führt hierzu in seiner Berufungsbegründung vom 20. Juli 2020 aus, mit der Landesverweisung an sich und deren Dauer gemäss Urteil des Strafge- richts sei er einverstanden. Er fechte jedoch deren Eintragung im Schengener Informations- system an, für welche sowohl der Grundsatz der Verhältnismässigkeit wie auch generalprä- ventive Überlegungen Voraussetzungen seien. Der Beschuldigte sei nicht vorbestraft und seine Prognose erweise sich als günstig. Sein Verschulden sei als leicht bis mittelschwer einzustufen, und es bestehe kein Grund, von einer erhöhten Rückfallgefahr auszugehen, wenn er sich im Schengenraum aufhalte. Der Beschuldigte werde in seiner Heimat Albanien wieder als Chauffeur arbeiten und es wäre für ihn sehr nachteilig, wenn es ihm bei der Be- rufsausübung nicht mehr möglich wäre, die Landesgrenze zu überschreiten. Daher wäre eine Ausschreibung im Schengener Informationssystem unverhältnismässig. Dürften bei diesem Entscheid generalpräventive Überlegungen keine Rolle spielen, so lasse sich die Ausschrei- bung im Schengener Informationssystem auch nicht damit begründen, dass es sich bei B.____ um einen Kriminaltouristen handle (vgl. S. 14 f. der Berufungsbegründung). Vor den Schranken des Kantonsgerichts ergänzt der Verteidiger, das Strafgericht sei zu Un- recht von einer "etwas weniger düsteren Prognose" als bei A.____ ausgegangen. Der Be- schuldigte B.____ arbeite als Chauffeur und es sei existentiell, dass er nach seiner Haftent- lassung direkt wieder die Arbeit aufnehmen könne. Er transportiere Personen und Waren, wozu regelmässige Fahrten nach Griechenland gehörten. Mit einem Eintrag im Schengener Informationssystem hätte er indes keine Perspektiven. Hier liege kein schweres Verschulden Seite 75 http://www.bl.ch/kantonsgericht vor, die Prognose sei günstig und eine Rückfallgefahr bei einem weiteren Aufenthalt im Schengenraum existiere nicht (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 39). 4.4.1 Wie das Strafgericht auf S. 26 f. des angefochtenen Urteils richtig festhält, stellen der gewerbs- und bandenmässige Diebstahl sowie der Diebstahl in Verbindung mit Hausfrie- densbruch Katalogtaten gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. c und d StGB dar, welche zwingend zu einer obligatorischen Landesverweisung von 5-15 Jahren führen. Korrekt konstatiert die Vor- instanz des Weiteren, dass kein Härtefall nach Art. 66a Abs. 2 StGB vorliegt, bei welchem ausnahmsweise von einer Landesverweisung abgesehen werden kann; ein solcher wird denn auch seitens der Beschuldigten nicht geltend gemacht. Diese Feststellungen müssen nach der Verurteilung durch das Kantonsgericht nunmehr auch für C.____ gelten, und es ist mithin gegenüber allen drei Beschuldigten zwingend eine Landesverweisung auszuspre- chen. 4.4.2 Hinsichtlich der Dauer der Landesverweisung erscheinen 8 Jahre, wie sie das Straf- gericht B.____ auferlegt hat (vgl. S. 27 des angefochtenen Urteils), mit Blick auf die vom Beschuldigten ausgehenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordn ung als zu kurz. Wie die Vorinstanz richtig festhält, handelt es sich bei B.____ um einen reinen Kriminaltou- risten, dessen Aufenthalt in der Schweiz per se unerwünscht ist (vgl. bereits Erw. 3.4.3). In zusätzlicher Beachtung, dass das objektive Tatverschul den von B.____ praktisch gleich schwer wiegt wie dasjenige von A.____, er aber aufgrund seiner Vorstrafenlosigkeit als we- niger gefährlich einzustufen ist, erscheint betreffend B.____ im Verhältnis zur maximal aus- sprechbaren Dauer von 15 Jahren wie auch zur gegenüber A.____ ausgesprochenen Lan- desverweisung von 12 Jahren insgesamt eine Dauer von 10 Jahren als angemessen. Schliesslich ist bezüglich des Beschuldigten C.____ zwar ein etwas geringeres Tatverschul- den als bei A.____ und B.____, dafür aber das Vorliegen von einschlägigen Vorstrafen fest- zustellen, so dass in Berücksichtigung der auch von C.____ ausgehenden Gefahr insgesamt eine Landesverweisung mit einer Dauer von 10 Jahren als angemessen erscheint. 4.4.3 Was schliesslich die Eintragung der Landesverweisungen von B.____ und C.____ im Schengener Informationssystem betrifft, so ist zunächst auf die vorinstanzlichen dogma- tischen Erwägungen auf S. 27 f. des angefochtenen Urteils zu verweisen. Ergänzend ist zu monieren, dass eine derartige Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung oder die nationale Sicherheit insbesondere dann anzunehmen ist, wenn eine Person wegen einer Straftat verurteilt wurde, die mit Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bedroht ist, oder Seite 76 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenn ein begründeter Verdacht besteht, dass die Person schwere Straftaten begangen hat, oder wenn konkrete Hinweise bestehen, dass sie solche Straftaten plant (vgl. MATTHIAS ZURBRÜGG / CONSTANTIN HRUSCHKA, Basler Kommentar StGB I, 4. Aufl., Vor Art. 66a-66d N 95, unter Hinweis auf den Wo rtlaut von Art. 24 Abs. 2 lit. a und b der Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informationssystems der zwei- ten Generation [SIS -II-Verordnung]; vgl. ebenso BGer 6B_572/2019 vom 8. April 2020, Erw. 3.2.2). Das Kantonsgericht folgt den vorinstanzlichen Schlussfolgerungen betreffend B.____ auf S. 27 f. des angefochtenen Urteils vollumfänglich; es ist insofern darauf zu ver- weisen. Dieselben Feststellungen müssen nunmehr auch für den Beschuldigten C.____ gel- ten. Hervorzuheben sind hier dessen Vorstrafen in Italien und damit im Schengenraum. Es ist jedoch bei B.____ wie bei C.____ von einer erhöhten Rückfallgefahr auszugehen, sollten sie sich j e wieder ohne genügend finanzielle Mittel im Schengenraum aufhalten. Vor Kan- tonsgericht nicht gehört werden kann die Argumentation des Beschuldigten B.____, wonach er aus beruflichen Gründen darauf angewiesen sei, regelmässige Fahrten nach Griechen- land und damit in einen Schengenstaat zu unternehmen. In Berücksichtigung, dass B.____ ohne Weiteres für geplant knapp einen Monat seine Heimat verlassen hat, um in der Schweiz in massiver Weise straffällig zu werden, können seine beruflichen Verpflichtungen in der Hei- mat nicht derart wichtig und existenziell wie geltend gemacht gewesen sein. Doch selbst unter Annahme der Richtigkeit seiner Behauptung ist die von B.____ ausgehende Gefähr- dung der öffentlichen bzw. nationalen Sicherheit oder Ordnung alleine schon angesichts der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 10 Monaten zu bejahen. Dasselbe gilt schliesslich für den Beschuldigten C.____, selbst wenn auf dessen Angabe abzustellen wäre, wonach er in Albanien in der Bar seines Vaters arbeitet und ca. Fr. 400.-- monatlich verdient (vgl. Einvernahme zur Person vom 19. Februar 2019, act. 273). Denn auch C.____ wird we- gen Straftaten verurteilt, welche mit einer Freiheitsstrafe von mehr als 1 Jahr bedroht sind, und dies nicht zum ersten Mal. 4.4.4 Zusammenfassend sind somit in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsan- waltschaft und in Abweisung der Berufung von B.____ für alle drei Beschuldigten Landes- verweisungen von 12 Jahren (A.____) resp. 10 Jahren (B.____ und C.____) auszusprechen und diese zusätzlich im Schengener Informationssystem einzutragen. Seite 77 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Haftentschädigung für C.____ Als Folge des Schuldspruchs und der hierfür ausgesprochenen unbedingten Freiheitsstrafe von 3 Jahren für C.____ entfällt selbstredend die seitens des Strafgerichts zug esprochene Genugtuung von Fr. 12'025.-- als Entschädigung für 481 Tage zu Unrecht verbüsster Haft zu je Fr. 25.-- gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO (vgl. S. 28 f. des angefochtenen Urteils). Daher ist Dispositiv-Ziffer 4 des vorinstanzlichen Urteils in entsprechender Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft aufzuheben. Demgegenüber ist die Anschlussberufung des Beschuldigten C.____, welche sich allein auf diesen Punkt beschränkt – es wurde eine Er- höhung des Tagesansatzes von Fr. 25. -- auf Fr. 150.-- sowie eine unrechtmässige Haftzeit von 486 Tagen geltend gemacht – ohne Weiteres abzuweisen. 6. Zivilforderungen Den Erwägungen der Vorinstanz auf S. 29 f. des angefochtenen Urteils ist in Bezug auf den grundsätzlichen Entscheid über die Zivilforderungen in Anwendung von Art. 126 StPO (Ab- weisung, Gutheissung bzw. Verweis auf den Zivilweg) zu folgen. Auf die anhängig gemach- ten Zivilforderungen haben die oben festgehaltenen Abweichungen in den Anklagefällen 14 und 20 jedoch insofern Auswirkungen, als neben A.____ und B.____ nunmehr auch C.____ in Anwendung von Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO in solidarischer Haftung zur Bezahlung der entsprechenden Forderungen zu verurteilen ist (vgl. nachfolgend die neu gefasste Dispositiv- Ziffer 5). Die Berufungen der Besch uldigten A.____ und B.____ hinsichtlich der Zivilforde- rungen in den Fällen 12 und 14 erweisen sich demgegenüber als unbegründet und sind ab- zuweisen. 7. Kosten des Strafgerichts 7.1 Das Strafgericht auferlegte den Beschuldigten A.____ und B.____ je zwei Drittel der sie betreffenden Verfahrenskosten (bei A.____ bestehend aus den Kosten des Vorverfah- rens von Fr. 12'443.60, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 700.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- und bei B.____ bestehend aus den Kosten des Vo rverfah- rens von Fr. 11'663.59, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 1'200.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000. --), da es diese in einem Drittel der Anklagefälle (sieben von 20) freisprach. Demgegenüber nahm es die C.____ betreffenden Verfahrenskosten, be- stehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 12'166.59, den Kosten des Zwangsmass- nahmengerichts von Fr. 850.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.--, zufolge Freispruchs auf die Staatskasse (vgl. S. 31 des angefochtenen Urteils sowie Dispositiv-Ziffern 8.1-8.3 des vorinstanzlichen Urteils). Seite 78 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Die Staatsanwaltschaft beantragt in ihrer summarisch begründeten Berufungserklä- rung vom 4. Mai 2020, angesichts der begehrten Schuldsprüche habe der Beschuldigte C.____ in Dispositiv-Ziffer 8.3 dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ebenso die Ver- fahrenskosten zu tragen (vgl. S. 4 der Berufungserklärung). 7.3 Das Kantonsgericht ändert die vorinstanzliche Kostenauferlegung angesichts der Schuldsprüche von C.____ in den Fällen 5 und 14 -20 in Anwendu ng von Art. 426 Abs. 1 StPO insofern, als die ihn betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 12'166.59, den Kosten de s Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 850.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.--, je zur Hälfte dem Beschuldigten C.____ auferlegt werden und die andere Hälfte auf die Staatskasse genommen wird (vgl. Dispositiv- Ziffer 8.3). Die Berufung der Staatsanwaltschaft wird in diesem Punkt teilweise gutgeheissen. Demgegenüber werden die Berufungen der Beschuldigten A.____ und B.____ sowie die An- schlussberufung des Beschuldigten C.____ hinsichtlich der Kostenfolge abgewiesen. IV. Kosten des Kantonsgerichts 1. Ordentliche Kosten Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens werden in Anwendung von § 12 Abs. 2 der kantonalen Verordnung vom 15. November 2010 über die Gebühren der Gerichte (Gebüh- rentarif, GebT; SGS 170.31) auf Fr. 38'000.--, beinhaltend eine Urteilsgebühr von Fr. 37’500.- - sowie Auslagen von Fr. 500. --, festgesetzt. Sie gehen gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO und damit dem Ausgang des vorliegenden Rechtsmittelverfahrens entsprechend – die Berufung der Staatsanwaltschaft wird etwa zur Hälfte gutgeheissen, währenddem die Berufungen von A.____ und B.____ sowie die Anschlussberufung von C.____ vollumfänglich abgewiesen werden – im Umfang von Fr. 4'751. -- zu Lasten des S taates und im Umfang von je Fr. 11'083.-- zu Lasten der Beschuldigten A.____, B.____ und C.____. 2. Ausserordentliche Kosten Den drei Beschuldigten wurde mit verfahrensleitendem Entscheid vom 23. März 2020 resp. Verfügung vom 2. Juni 2020 die amtliche Verteidigung durch ihre jeweilige Rechtsvertretung bewilligt. Die amtlichen Verteidigungen haben mit Datum vom 28. resp. 29. November 2020 ihre jeweilige Honorarnote für ihre Bemühungen im Berufungsverfahren eingereicht. Seite 79 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mit Blick auf die kantonale Tarifordnung vom 17. November 2003 für die Anwältinnen und Anwälte (Tarifordnung, TO; SGS 178.112) sind diese Honorarnoten nicht zu beanstanden. Unter Berücksichtigung der Teilnahme an der kantonsgerichtl ichen Hauptverhandlung wer- den den amtlichen Verteidigungen die Kosten zu Lasten der Staatskasse wie folgt erstattet: - Fr. 5'073. -- (inkl. Auslagen) zuzüglich 7,7% MwSt. (= Fr. 390.60), somit insgesamt Fr. 5'463.60, für Advokat Dr. Simon Schweizer, amtlicher Verteidiger von A.____; - Fr. 6'965.-- (inkl. Auslagen) für Advokat Dr. Andreas Bernoulli, amtlicher Verteidiger von B.____; - Fr. 6'278. -- (inkl. Auslagen) zuzüglich 7,7% MwSt. (= Fr. 483.40), somit insgesamt Fr. 6'761.40, für Advokat Gabriel Giess, amtlicher Verteidiger von C.____. Die Beschuldigten A.____, B.____ und C.____ sind, sobald es ihre jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, verpflichtet, dem Kanton die Kosten ihrer amtlichen Verteidigung zu- rückzuzahlen und ihrer amtlichen Verteidigung d ie Differenz zwischen der amtlichen Ent- schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). Seite 80 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: :/ /: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 18. März 2020, auszugsweise lautend: «1.1 A.____ wird schuldig erklärt des gewerbs- und bandenmässi- gen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfa- chen Hausfriedensbruchs sowie der mehrfachen rechtswidrigen Einreise und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, unter Anrechnung der vom 23. November 2018 bis zum 18. März 2020 ausgestandenen Untersuchungshaft sowie des verbüssten vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 481 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 115 Abs. 1 lit. a AlG, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 6 Ziff.1 EMRK. 1.2 A.____ wird in den Fällen 1 - 7 gemäss Anklageschrift vom Vor- wurf des gewerbs - und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfa- chen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedens- bruchs sowie vom Vorwurf der mehrfachen rechtswidrigen Einreise, angeblich begangen am 15. und 17. November 2018, freigespro- chen. 1.3 A.____ wird gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. c und d StGB für die Dauer von 12 Jahren des Landes verwiesen. Die Landesverweisung wird im Schengener lnformationssystem eingetragen. 2.1 B.____ wird schuldig erklärt des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfa- chen Hausfriedensbruchs und verurteilt zu Seite 81 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 4 Monaten, unter Anrechnung der vom 23. November 2018 bis zum 14. März 2019 ausgestandenen Untersuchungshaft sowie des verbüssten vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 481 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 2.2 B.____ wird in den Fällen 1-7 gemäss Anklageschrift vom Vor- wurf des gewerbs - und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfa- chen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedens- bruchs freigesprochen. 2.3 B.____ wird gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. c und d StGB für die Dauer von 8 Jahren des Landes verwiesen. Die Landesverweisung wird im Schengener lnformationssystem eingetragen. 3. C.____ wird von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen. 4. C.____ wird gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO eine Genug- tuung von Fr. 12'025.-- zugesprochen. 5. Die unbezifferte Z ivilklage von JJ.____ wird abgewiesen (Ziffer 1). Die unbezifferte Zivilklage von KK.____ wird abgewiesen (Ziffer 4). Die Zivilklage von LL.____ über Fr. 7'371.60 wird abgewiesen (Zif- fer 6). Die Zivilklage von MM.____ über Fr. 17'728.60 wird abgewiesen (Ziffer 7). Seite 82 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Zivilklage von NN.____ über insgesamt Fr. 1'000. -- wird ge- stützt auf Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen (Ziffer 11). A.____ und B.____ werden in solidarischer Haftung verurteilt, D.____ Fr. 200.-- als Schadenersatz zu b ezahlen. Die Mehrforde- rung wird auf den Zivilweg verwiesen (Ziffer 12). A.____ und B.____ werden in solidarischer Haftung verurteilt, E.____ Fr. 200.-- als Schadenersatz zu bezahlen (Ziffer 14). Die unbezifferte Zivilklage von OO.____ wird gestützt auf A rt. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen (Ziffer 16). Die Zivilklage von P P.____ wird gestützt auf Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen (Ziffer 18). A.____ und B.____ werden in solidarischer Haftung verurteilt, der F.____ AG Fr. 695.-- als Schadenersatz zu bezahlen (Ziffer 20). A.____ und B.____ werden in solidarischer Haftung verurteilt, G.____ Fr. 200.-- als Schadenersatz zu bezahlen (Ziffer 20). 6. Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden gestützt auf Art. 70 Abs. 1 StGB zur Verwertung eingezogen: - Halskette gelbgold gefasst mit Goldvreneli CHF 20, Jg. 1935 goldfarben [G70425]; - Halskette 925 Silber, Kugelkette mit Anhänger rund, aussen 22 mm, siIberfarben [G70426]; - Fingerring besetzt mit ovalem grünem Stein, gol dfarben [G70427]; - Ohrring Kreole, eingefasster Stein, goldfarben [G70428]; - Doppelnadel, goldfarben [G70429]: - Halskette, 90 cm, Ankerkette flachgedrückt defekt, goldfarben [G70430]; Seite 83 http://www.bl.ch/kantonsgericht - Armkette, 17cm Panzerkette, flachgedrückt, goldfarben [G70431]; - Halskette, 40cm, Bostonkette, goldfarben [G70432]; - Halskette, 80cm, gold/siIberfarbig [G70433]; - Halskette Panzerkette geschliffen 60cm, goldfarben [G7O434]; - Halskette Venezianerkette mit zwei schwarzen Kugeln, 60cm, goldfarben [G70435]; - Fingerring mit eingefasstem Stein 750 Silber, Schiene defekt, silberfarben [G70436]; - Brosche Fantasiemuster Platinum mit Perle, goldfarben [G7O437]; - Brosche Flamingo goldfarben [G70438]; - Armbanduhr [G70439]; - Halskette Niessing Platinum 950, silberfarben [G70440]; - Halskette defekt, schwarz [G7 0441]. Die beschlagnahmten Fr. 30. -- werden gestützt auf Art. 70 Abs. 1 StGB eingezogen. Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden gestützt auf Art. 69 Abs. 1 StGB zur Vernichtung eingezogen: - Brecheisen, gross, rot [Pos. A1]; - Brecheisen, klein, rot [Pos. 42]; - Schraubendreher (Schlitz), schwarz/oranger Griff [Pos. A3]; - Schraubendreher (Schlitz), blau/schwarzer Griff [Pos. 44]; - Schraubendreher (Schlitz), schwarz/oranger Griff [Pos. A5]. Die beiden beschlagnahmten Paar Schuhe werden nach Eintritt der Rechtskraft an die Berechtigten zurückgegeben. 7.1 Dem amtlichen Verteidiger von A.____ wird aus der Gerichts- kasse ein Honorar von Fr. 7'030.65 (vor der Anklageerhebung: Fr. 3'312.25, nach Anklageerhebung: Fr. 3'718.40, in kl. Auslagen Seite 84 http://www.bl.ch/kantonsgericht und MwSt.) entrichtet, unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflich- tung von A.____ gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO in Bezug auf 2/3 des Honorars, das heisst Fr. 4'687.10. 7.2 Dem amtlichen Verteidiger von B.____ wird aus der Gerichts- kasse ein Honorar von Fr. 18'132.65 (inkl. Auslagen) entrichtet, un- ter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung von B.____ gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO in Bezug auf 2/3 des Honorars, das heisst Fr. 12'088.40. 7.3 Dem amtlichen Verteidiger von C.____ wird aus der Gerichts- kasse ein Honorar von 18'132.65 (vor Anklageerhebung: Fr. 13'361.--, nach Anklageerhebung: Fr. 4'771.65, inkl. Auslagen und MwSt.) entrichtet. 8.1 A.____ trägt die ihn betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 12'443.60, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 700.-- und der Gerichts- gebühr von Fr. 3'000.--, im Umfang von 2/3. 1/3 gehen zulasten des Staates. 8.2 B.____ trägt die ihn betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vor verfahrens von Fr. 11'663.59, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 1'200.-- und der Gerichts- gebühr von Fr. 3'000.--, im Umfang von 2/3. 1/3 gehen zulasten des Staates. 8.3 Die C.____ betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des V orverfahrens von Fr. 12'166.59, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 850. -- und der Gerichtsge- bühr von Fr. 3'000.--, gehen zulasten des Staates. Wird keine schriftliche Urteilsbegründung ausgefertigt, wird die Ge- richtsgebühr auf Fr. 1'500.- ermässigt.» Seite 85 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwalt- schaft sowie in Abweisung der Berufungen der Beschuldigten A.____ und B.____ und der Anschlussberufung des Beschul- digten C.____ in den Ziffern 1.1, 2.1, 2.3, 3., 4., 5. und 8.3 wie folgt geändert bzw. von Amtes wegen angepasst: «1.1 A.____ wird schuldig erklärt des gewerbs- und bandenmässi- gen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfa- chen Hausfriedensbruchs sowie der mehrfachen rechtswidrigen Einreise und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 9 Monaten, unter Anrechnung der vom 23. November 2018 bis zum 4. Dezem- ber 2020 ausgestandenen Untersuchungshaft sowie des verbüss- ten vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 742 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 115 Abs. 1 lit. a AlG, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 2.1 B.____ wird schuldig erklärt des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfa- chen Hausfriedensbruchs und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 10 Monaten, unter Anrechnung der vom 23. November 2018 bis zum 4. Dezem- ber 2020 ausgestandenen Untersuchungshaft sowie des verbüss- ten vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 742 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 2.3. B.____ wird gemäss Art. 66a Ab s. 1 lit. c und d StGB für die Dauer von 10 Jahren des Landes verwiesen. Seite 86 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Landesverweisung wird im Schengener lnformationssystem eingetragen. 3.1 C.____ wird schuldig erklärt des gewerbs- und bandenmäs- sigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren, unter Anrechnung der vom 23. November 2018 bis zum 23. März 2020 ausgestandenen Untersuchungshaft sowie des verbüssten vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 486 Ta- gen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 3.2 C.____ wird in den Fällen 1 -4 und 6 -13 gemäss Anklage- schrift vom Vorwurf des gewerbs- und bandenmässigen Dieb- stahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfa- chen Hausfriedensbruchs freigesprochen. 3.3 C.____ wird gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. c und d StGB für die Dauer von 10 Jahren des Landes verwiesen. Die Landesverweisung wird im Schengener lnformationssys- tem eingetragen. 4. (aufgehoben) 5. (…) A.____, B.____ und C.____ werden in solidarischer Haftung verur- teilt, E.____ Fr. 200.-- als Schadenersatz zu bezahlen (Ziffer 14). Seite 87 http://www.bl.ch/kantonsgericht II. III. 1. (…) A.____, B.____ und C.____ werden in solidarischer Haftung verur- teilt, der F.____ AG Fr. 695.-- als Schadenersatz zu bezahlen (Ziffer 20). A.____, B.____ und C.____ werden in solidarischer Haftung verur- teilt, G.____ Fr. 200.-- als Schadenersatz zu bezahlen (Ziffer 20). 8.3 C.____ trägt die ihn betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 12'166.59, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 850.-- und der Gerichts- gebühr von Fr. 3'000. --, im Umfang von 50%. Die anderen 50% gehen zulasten des Staates. (…)» Im Übrigen wird das vorinstanzliche Urteil bestätigt. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von Fr. 38'000.--, beinhaltend eine Urteilsgebühr von Fr. 37’500.-- sowie Auslagen von Fr. 500.--, gehen im Umfang von Fr. 4'751.-- zu Las- ten des Staates und im Umfang von je Fr. 11'083. -- zu Lasten der Beschuldigten A.____, B.____ und C.____. Die Kosten der amtlichen Verteidigung von A.____ durch Advokat Dr. Simon Schweizer von Fr. 5'073. -- (inkl. Auslagen) zuzüglich 7,7% MwSt. (= Fr. 390.60), somit insgesamt Fr. 5'463.60, werden aus der Staatskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte A.____ ist, sobald es seine wirtschaftlichen Ver- hältnisse erlauben, verpflichtet, dem Kanton die Kosten der amtli- chen Verteidigung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vol- len Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). Seite 88 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. 3. IV. Die Kosten der amtlichen Verteidigung von B.____ durch Advokat Dr. Andreas Bernoulli von insgesamt Fr. 6'965.-- (inkl. Auslagen) werden aus der Staatskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte B.____ ist, sobald es seine wirtschaftlichen Ver- hältnisse erlauben, verpflichtet, dem Kanton die Kosten der amtli- chen Verteidigung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vol- len Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung von C.____ durch Advokat Gabriel Giess von Fr. 6'278. -- (inkl. Auslagen) zuzü glich 7,7% MwSt. (= Fr. 483.40), somit insgesamt Fr. 6'761.40, werden aus der Staatskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte C.____ ist, sobald es seine wirtschaftlichen Ver- hältnisse erlauben, verpflichtet, dem Kanton die Kosten der amtli- chen Verteidigung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vol- len Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). Mitteilung (…) Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiberin Manuela Illgen Gegen dieses Urteil hat der Beschuldigte C.____ Beschwerde beim Bundesgericht erho- ben (6B_289/2021).