24. September 1990 N 1497 Fragestunde #ST# Sechste Sitzung - Sixième séance Montag, 24. September 1990, Nachmittag Lundi 24 septembre 1990, après-midi 14.30h Vorsitz - Présidence: M. Ruffy Le président: J'ai le plaisir d'ouvrir la séance commençant la deuxième semaine de la session d'automne 1990. La tradition veut que votre président fasse quelques commentaires sur les résultats d'une votation fédérale. Je relève en premier lieu l'acceptation massive de l'article constitutionnel sur l'énergie, qui a pour but de promouvoir un approvisionnement énergétique sûr, économique et ména- geant l'environnement, ainsi qu'une consommation économi- que et rationnelle de l'énergie. Il nous appartiendra de concré- tiser dans une loi le mandat qui nous a été donné. Les résultats de la votation sur les initiatives nucléaires tradui- sent une profonde division de l'opinion publique. Si l'option nucléaire n'est pas fermée, une pause dans la construction de nouvelles centrales a été demandée par une nette majorité du peuple et des cantons. Nous ne pouvons qu'enregistrer cette expression de la volonté populaire. L'acceptation de la modification sur la circulation routière est un succès pour la majorité du Parlement. #ST# Fragestunde - Heure des questions Le président: M. Felber, conseiller fédéral, qui, en l'absence de M. Delamuraz, répondra également aux questions concer- nant le Département de l'économie publique, interviendra en dernier. Quant à M. Stich, retenu à Washington, au Club des Dix, plus longtemps que prévu, il nous prie d'excuser son absence. Il répondra lundi prochain aux trois questions relevant de son département. Frage 1 : Wanner. Betrieb von Abfallentsorgungsanlagen durch den Bund Exploitation de déchéteries par la Confédération /sf der Bundesrat bereit, wenn von der Sache her nötig und un- umgänglich, Abfallentsorgungsanlagen durch den Bund errich- ten und betreiben zu lassen? Bundesrat Cotti: Sie wissen, dass nach dem Umweltschutz- gesetz die Kantone für die Behandlung der Siedlungsabfälle zuständig sind. Grundsätzlich ist nach dem Verursacherprin- zip für die Entsorgung der übrigen Abfälle hauptsächlich die Wirtschaft verantwortlich. Das Festlegen von Standorten der Anlagen für Sonderabfälle ist Sache der Kantone. Der Bund selber ist nicht kompetent, Abfallanlagen zu errichten und zu betreiben. Eine direkte Beteiligung des Bundes gleichsam als Träger von Abfallanlagen ist auch in dem in Vernehmlassung stehenden Entwurf zu einer Revision des Umweltschutzgeset- zes nicht vorgesehen. Hingegen wird die Revision über an- dere Wege eine wirksame Unterstützung beim Aufbau der Ab- fallinfrastruktur durch den Bund ermöglichen. * Ich möchte Ihnen abschliessend sagen: Es ist ausdrücklich und absichtlich gewünscht worden, den Bund bei solchen Realisierungen, die immer lokal oder regional gesehen wer- den müssen, etwas abseits zu halten, ihm aber eine Unterstüt- zungsfunktion zu überlassen. Aus welchen Gründen dies im Entwurf so vorgesehen worden ist, leuchtet Ihnen sicher ein, der Entwurf selber wird das in der Botschaft noch näher be- schreiben. Question 2: Aguet. Sozialer Schutz der rückkehrwilligen Tschechoslo- waken Protection sociale des ressortissants des pays de l'Est La presse nous a informés des négociations bilatérales enga- géees entre le Conseiller fédéral René Felber et son homolo- gue hongrois Geza Jeszenszky. Il est question, entre autres, de la protection sociale des quelques 3000 Hongrois susceptibles de retourner dans leur pays après un séjour assez long en Suisse. Sur le même plan de cette protection sociale, quel sort est donc réservé aux ressortissants tchécoslovaques en parti- culier et aux ressortissants des autres pays de l'Est décidés à retourner dans leur pays? Des dispositions particulières sont- elles également envisagées pour eux par l'Office fédéral des assurances sociales? M. Cotti, conseiller fédéral: Les réfugiés des pays de l'Est qui retournent dans leur pays n'y reçoivent, actuellement, aucune rente AVS/AI suisse. Un versement de rentes n'est possible qu'en cas de conclusion d'un accord bilatéral réglant les droits des ressortissants de l'un des Etats au regard de l'assu- rance de l'autre Etat. C'est pourquoi de telles conventions ne peuvent être conclues que d'un commun accord entre les deux Etats. La Suisse, pour sa part, est prête à passer de tels accords avec les pays de l'Est, comme elle l'afait pratiquement avec tous les autres pays de l'Europe occidentale. Par exemple, l'Office fé- déral des assurances sociales a déjà entrepris des démarches avec certains pays de l'Est, dont la Tchécoslovaquie. Par conséquent, à la suite des heureux événements qui sont intervenus dans ces pays, la solution du problème important que M. Aguet a soulevé ne demande qu'un peu de temps. Frage 3: Büttiker. Schweizer Beteiligung am europäischen Jugend- ausweis Carte jeune européenne. Participation de la Suisse Das EG-Programm Yes über ein Aktionsprogramm «Jugend für Europa» zur Förderung des Jugendaustausches in der Gemein- schaft sieht vor, einen europäischen Jugendausweis zu schaf- fen, der den Zugang zu bereits bestehenden Diensten auf ein- zelstaatlicher Ebene erleichtert. Was unternimmt der Bundesrat, um im Hinblick auf das Jubilä- umsjahr 1991 den Jugendaustausch (mindestens einwöchige Austauschprogramme für Gruppen von Jugendlichen zwi- schen 15 und 25 Jahren) quantitativ und qualitativ zu fördern? Wird eine Oeffnung des EG-Programms Yes durch die Schweiz angestrebt, und besteht die Möglichkeit, dass sich die Schweiz am europäischen Jugendausweis bald beteiligen kann? Bundesrat Cotti: Der Jugendaustausch stellt, Herr Büttiker, ei- nen wichtigen Teil der ausserschulischen Jugendarbeit dar und wird als solcher vom Bund - übrigens bereits seit längerer Zeit, wie Sie wissen - unterstützt. Ab 1991 wird aber diese Pra- xis auf der Basis des neuen Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1989 noch gefestigter weitergeführt. Besondere Austauschak- tionen, welche die Jugendorganisationen im Hinblick auf das Jubiläumsjahr organisieren, werden vom Bund auf der Grund- lage des erwähnten Jugendförderungsgesetzes unterstützt. Anlässlich der 700-Jahr-Feier findet sodann im Rahmen des Festes der Solidarität in Graubünden eine wichtige Veranstal- tung mit Jugendlichen aus europäischen Staaten statt. Die Botschaft über Massnahmen zur Förderung der Mobilität und der internationalen Zusammenarbeit, die wir vor zwei Wo- chen dem Parlament unterbreitet haben, befasst sich auch mit Programmen für den Jugendaustausch. Wir haben darin fest- gehalten, dass bisher leider noch ungeklärt ist, inwieweit das angesprochene Programm «Jugend für Europa» auch ande- ren, z. B. den Efta-Staaten, eröffnet wird. In der Botschaft wird auch die Frage angeschnitten, welche Massnahmen für eine Beteiligung der Schweiz an den EG- Programmen zu treffen sind. Das Bundesamt für Kultur, wel-Heure des questions 1498 N 24 septembre 1990 ches hierzuständig ist, hat zusammen mit den Jugendverbän- den in bezug auf die «Carte des jeunes» erste Vorabklärungen getroffen. Uebrigens habe ich vor drei Tagen an der Minister- konferenz des Europarates dazu länger diskutieren können. Einer Realisierung dieser Karte steht noch gewisse Skepsis bei einzelnen Ländern - sogar ab und zu bei Jugendverbän- den - entgegen. Für die Schweiz stellt sich auch das Problem des Föderalismus. Denn sehr oft würde ja die Karte Zutritt für die Jungen zu Institutionen öffnen, die bei den Kantonen oder den Gemeinden liegen. Immerhin sind wir grundsätzlich der Ansicht, dass diese Karte eine wichtige Entwicklung auf dem Weg des Jugendaustau- sches und ganz allgemein der Eröffnung öffentlicher Institutio- nen für die Jugend darstellt. Wir sind mit den Jugendverbän- den der Auffassung, dass hier insbesondere diese Verbände eine eigentlich federführende Rolle zu spielen haben. Frage 4: Scherrer. Ozongrenzwerte und Arbeitsausfälle Teneur en ozone et interruptions de travail Gemäss Pressemeldung können Streckenarbeiter der SBB, welche über Probleme im Respirationstrakt klagen, bei erhöh- ten Ozonwerten auf Kosten der Krankenkasse der Arbeit fern- bleiben. Stimmt diese Meldung mit den Tatsachen überein? Wenn ja, was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, damit Ozonwerte, welche zwar die Schweizer Grenzwerte überschrei- ten, im Ausland aber keinerlei Beunruhigung hervorrufen, nicht zu unnötigen Arbeitsausfällen führen? Bundesrat Cotti: Die Arbeitnehmer können bei Arbeitsunfä- higkeit auf Kosten der Krankenkassen von der Arbeit fernblei- ben, wenn sie über eine Versicherung gegen Arbeitsunfähig- keitverfügen. Diese ist bekanntlich nicht obligatorisch. Im Nor- malfall entscheidet der behandelnde Arzt von Fall zu Fall über die Arbeitsunfähigkeit. . Im Bundesamt für Gesundheitswesen ist man der Meinung, dass der Ozonwert allein nicht ausschlaggebend ist, sondern auch die Dauer und die Schwere der Arbeit unter erhöhter Ozonbelastung usw., die wieder im Sinne der Behandlung von Fall zu Fall, die letzten Endes in der Kompetenz des behan- delnden Arztes bleibt. Für die Suva aber gelten für geschlossene Räume sogenannte maximale Arbeitsplatzkonzentrationswerte gesundheitsge- fährdender Stoffe. Beim Ozon liegen diese Höchstwerte bei 200 ng/m3. Das wäre gleichsam eine Ausnahme von der Be- handlung von Fall zu Fall. Für die Verhütung von Berufskrankheiten im Rahmen der obli- gatorischen Unfallversicherung hingegen werden Ozonwerte im Freien nicht als allgemeiner Grund angesehen, um Arbeit- nehmern eine Beschäftigung generell zu untersagen. Frage 5: Ruf. Schutz des Flachmoors Saanenmöser. Massnahmen Sauvegarde du bas-marais de Saanenmöser Der Grosse Rat des Kantons Bern hat im vergangenen August einen Staatsbeitrag von 1,2 Millionen Franken an die geplante Erweiterung des Golfplatzes Saanenmöser bewilligt und damit die finanziellen Voraussetzungen für die Realisierung eines Pro- jekts geschaffen, das ein Flachmoor von nationaler Bedeutung zerstören würde. - Welche konkreten Massnahmen gedenkt der Bundesrat (bzw. das EDI) zu treffen, um dem Moorschutz gemäss Artikel 24sexies Absatz 5 BVin diesem Falle Nachachtung zu verschaf- fen, nachdem entsprechende klare Stellungnahmen von Bun- desrat Cotti durch die Berner Behörden übergangen worden sind? -Drängt sich angesichts solch fragwürdiger Projekte nicht doch ein dringlicher Bundesbeschluss zur Durchsetzung der Verfassungsbestimmungen über den Schutz der Moore und Moorlandschaften - oder zumindest eine beschleunigte Inkraft- setzung der entsprechenden Verordnungen - auf, damit irre- parable Schäden verhindert werden können? Bundesrat Cotti: Die Gewährung eines Staatsbeitrages an die geplante Erweiterung bedeutet eigentlich noch keine defini- tive Beschlussfassung. Die Genehmigung der Ueberbau- ungsordnung vom 30. Mai 1990 ist - wie Sie wahrscheinlich wissen - inzwischen angefochten worden. Weiter fehlt noch eine Baubewilligung. Lieber die erforderliche Rodung disku- tiert man zurzeit auch im Buwal. Der Entscheid steht noch aus. Ich möchte bestätigen, was ich hier schon einmal gesagt habe: Wir haben auf einen dringlichen Bundesbeschluss ver- zichtet, weil wir von den Kantonen Gewähr erhalten hatten, dass der provisorische - ich unterstreiche: provisorische - Schutz tatsächlich gewährleistet wäre. Ich werde demnächst auch mit der Berner Behörde Kontakt aufnehmen; denn es geht natürlich nicht, dass man auf Umwegen von der allgemei- nen - ich möchte sagen: stillschweigenden - Vereinbarung abrückt, die in diesem Frühjahr zur allgemeinen Zufriedenheit getroffen wurde. Ich möchte Ihnen mit Genugtuung sagen, dass der Fall, den Sie erwähnen, der einzige mir bisher bekannte ist, in dem über die Entscheide dieses Frühjahres hinweg gleichsam versucht wird, sich über diesen provisorischen Schutz wegzusetzen. Die definitiven Entscheide werden aber erst bei der definitiven Inventarisierung getroffen. Wir werden alles daran setzen, dass auf alle Fälle bis zur Inventarisierung keine Präjudizien geschaffen werden. Frage 6: Leutenegger Oberholzer. Luftreinhaltung. Vollzug Protection de l'air. Exécution de l'ordonnance Die Ozonsituation war in diesem Sommer in zahlreichen Kanto- nen erneut alarmierend. Zur Bekämpfung des Ozons hat sich der Bundesrat bislang auf den Vollzug der Luftreinhalte-Verord- nung (LRV) berufen. Mit dem LRV-Vollzug sind die Kantone aber in Verzug. Wie ist der Stand der kantonalen Massnahmen- pläne? Wie gedenkt der Bundesrat die Kantone beim Vollzug der LRV zu unterstützen? Ist erzürn Beispiel bereit, die Niedrig- geschwindigkeitsszenarien für den Verkehr, wie sie einige kan- tonale Massnahmenpläne vorsehen, durch die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen zu unterstüt- zen? Bundesrat Cotti: Ich kann Ihnen zum Stand der eingereichten Massnahmenpläne der Kantone folgende Informationen ge- ben: Dem Bund sind von 14 Kantonen konkrete Pläne be- kannt, nämlich Aargau, Bern - wenn auch nur ein Teilplan be- steht-, Baselland, Basel-Stadt, Glarus, Luzern - auch ein Teil- plan -, Schaffhausen, St. Gallen, Solothurn •- Teilplan -, Schwyz - Teilplan -, Tessin, Uri, Z.ürich und Zug. Konkrete An- träge der kantonalen Regierungen an den Bundesrat nach Ar- tikel 34 der Luftreinhalte-Verordnung wurden bisher von den Kantonen Basel-Stadt, Baselland, Luzern, Schaffhauson, Schwyz, Uri und Zürich eingereicht. Bei diesen ersten Anträ- gen können wir feststellen, dass die im berühmten Ewi-Bericht subsumierten Beiträge der Kantone im Hinblick auf die Errei- chung der Ziele des Luftreinhalte-Konzeptes (etwa 15 Pro- zent) sich einigermassen bestätigen. Wir haben den Kantonen auch mitgeteilt, dass wir-soweit es in der Macht des Bundes liegt - ihnen durchaus entgegen- kommen bei der schwierigen Arbeit der Ausarbeitung dieser Pläne. Ich möchte noch hinzufügen, dass die Hauptforderung der schon eingereichten und bekannten Pläne eigentlich dreige- teilt werden könnte: Es geht zuerst einmal um das Bedürfnis der Verschärfung der Luftreinhalte-Verordnung; wir haben, wie Sie wissen, eine entsprechende Vorlage in die Vernehm- lassung gegeben. Zudem geht es um die Einführung weiterer Massnahmen, namentlich ökonomischer Lenkungsinstru- mente - wir planen, auch in diese Richtung zu gehen, das Bu- wal hat diese Fragen zurzeit in vertiefter Prüfung - sowie auch um punktuelle Geschwindigkeitsreduktionen. Dies haben üb- rigens menVere Kantone verlangt. Ueber eine allgemeine Herabsetzung der Geschwindigkeit auf allen Schweizer Strassen diskutiert man nicht. Wir haben letz- tes Jahr bei der Volksabstimmung klar gesagt, das Thema sei mit dem Volksentscheid abgeschlossen. Hingegen sind natür- lich die punktuellen Begehren der Kantone zurzeit beim EJPD ebenfalls in Prüfung, und die Kantone werden in nächster Zeit24. September 1990 N 1499 Fragestunde die Antworten auf ihre Begehren erhalten. Wir verschliessen uns einer solchen Möglichkeit überhaupt nicht. Frau Leutenegger Oberholzer: Herr Bundesrat Cotti, können Sie zusichern, dass die Luftreinhalte-Verordnung bis 1994 ein- gehalten werden kann? Welche Massnahmen sind konkret vorgesehen? Ich frage also nicht nach Konzepten und allge- meinen Plänen, sondern nach konkreten Massnahmen, damit dies wirklich erreicht wird. In bezug auf die kurzfristigen Mass- nahmen, die erforderlich sind, sind wir uns wohl einig, dass die Situation, wie wir sie diesen Sommer feststellen mussten, alar- mierend war und sich nicht mehr wiederholen darf. Herr Bun- desrat Cotti: Sind Sie bereit, endlich Massnahmen zu ergrei- fen, damit 1991 ein solches Debakel vermieden werden kann? Sind Sie auch bereit, zum Beispiel kurzfristig generelle Ver- kehrsbeschränkungen zu erlassen? Noch eine Frage haben Sie sehr unpräzise beantwortet, die Frage nach den Niedergeschwindigkeits-Szenarien, wie sie verschiedene Kantone vorsehen. Sind Sie bereit, zum Beispiel den Kantonen Baselland und Basel-Stadt und Zürich tiefere Tempi auf Autobahnen in Agglomerationsnähe zuzugeste- hen? Dazu hätte ich jetzt gerne ganz konkrete Antworten. Bundesrat Cotti: Die zusätzliche Frage unterteilt sich in minde- stens sieben zusätzliche Fragen. Aber sie ist mehr als berech- tigt, denn die -Problematik der Luftreinhaltung ist tatsächlich sehr schwerwiegend; das räume ich ein. Zum Jahr 1995, Frau Leutenegger Oberholzer: Ich kann Ihnen versichern, dass wir alles unternehmen werden, und zwar sehr konkrete Massnahmen, damit die Ziele des Luftreinhalte- Konzepts erreicht werden können. Ich bestätige Ihnen, was ich schon oft gesagt habe, wobei ich noch einmal wiederhole: Diese Ziele sind keine mathematischen Grossen, sondern Grössenordnungen, und die Massnahmen werde ich auf- grund der Vorschläge des Buwal prüfen und dem Bundesrat weiterleiten. Das Erreichen dieser Ziele bleibt eine wichtige Aufgabe. Wir werden uns im Jahre 1995 wieder treffen, um zu sehen, ob das Ziel erreicht worden ist oder nicht. Wir werden keine Anstrengungen unterlassen, um diese Ziele zu errei- chen. Mehr kann ich in diesem Moment nicht sagen. Frage 7: Rechsteiner. Neue Pichen der politischen Polizei Nouvelles fiches de la police politique Vor einigen Wochen ist bekannt geworden, dass die politische Polizei erneut damit begonnen hat, im präventiv-polizeilichen Bereich (also ohne Zusammenhang mit Strafverfahren bzw. ge^ richtspolizeilichen Ermittlungsverfahren) Pichen in grösserer Zahl anzulegen. Gleichzeitig hat der Bundesrat anscheinend grünes Licht zur Führung der Karteien mittels EDV gegeben. Weshalb wird dafür nicht die Schaffung der nötigen gesetzli- chen Grundlagen abgewartet (Staatsschutzgesetz, ev. Ergän- zungsbotschaft zum Datenschutzgesetz) ? Was soll das Mitspracherecht der eidgenössischen Räte im Ge- setzgebungsverfahren, wenn Karteien ohne ihre Zustimmung neu angelegt und auf EDV übertragen werden? Frage 8: Leutenegger Oberholzer. Neue Fichen der Bundesanwalt- schaft Nouvelles fiches du Ministère public de la Confédération Die Bundesanwaltschaft hat Medienmeldungen zufolge eine neue Registratur angelegt, in der sich bereits wieder rund 10 000 Fichen befinden. - Auf welcher Rechtsgrundlage erfolgt die neue Registrierung, - wer hat sie veranlasst, - nach welchen Kriterien wird die Registrierung vorgenommen, - erfolgt sie in Zusammenarbeit mit den Kantonen, - wie und ab wann wird das Akteneinsichtsrecht in die neue Re- gistratur gewährleistet? Bundespräsident Koller: Die Bundespolizei kann die ihr von Verfassung und Gesetz übertragenen und auch von der Parla- mentarischen Untersuchungskommission nicht bestrittenen Aufgaben in der Bekämpfung des Terrorismus, der Spionage, des organisierten Verbrechens und des gewalttätigen Extre- mismus ohne Registraturen nicht erfüllen. Als Rechtsgrund- lage ist Artikel 17 des Bundesstrafprozesses ausreichend, wenn auch verbesserungsbedürftig. Er soll in einem künftigen Staatsschutzgesetz neu formuliert werden. Die Form der inter- nen Registrierung festzulegen, stellt einen organisatorischen Entscheid im Rahmen der Kompetenz des Bundesrates dar. Die neuen Registraturkarten der Bundespolizei enthalten die Geschäftskontrolle der Bundesanwaltschaft sowie die Anga- ben über die laufenden Strafverfahren des Bundes und über die unbestrittene präventive Polizei. Die neue Registratur wurde notwendig, weil der Sonderbeauftragte für die Behand- lung der Staatsschutzakten die alten Karteien in Obhut ge- nommen hat und darauf keine Eintragungen mehr erfolgen. Die Registrierung und die Zusammenarbeit mit den Kantonen richten sich, bis zum Erlass einer provisorischen Staatsschutz- verordnung, nach den Richtlinien für Meldungen der Kantone und Informationsbearbeitungen bei der Bundesanwaltschaft im Bereiche des Staatsschutzes vom 19. Januar 1990. Die Re- gistratur der Bundesanwaltschaft soll so geführt werden, dass die künftige Gesetzgebung nicht präjudiziert wird. Die Benüt- zung des Systems wird erst nach Genehmigung eines Daten- schutzreglementes erfolgen. Das Einsichtsrecht richtet sich nach der Verordnung über die Behandlung der Staatsschutz- akten vom 5. März 1990, wo in Artikel 9 der Zeitplan für die Ein- sichtsgewährung näher geregelt ist. Rechsteiner: Noch am 12. März 1990 haben Sie hier in der Fragestunde anerkannt, dass die Informatisierung einer ein- deutigen, gesetzlichen Grundlage bedürfe und dass das zu- erst noch abgeklärt werden solle. Heute hören wir jetzt, dass der Bundesrat offenbar sogar gewillt ist, eine Staatsschutz- verordnung - exekutiv - zu erlassen und damit das Mitspra- cherecht des Parlamentes zu unterlaufen. Wollen Sie tatsäch- lich in diesem Stile weitermachen und die bestrittenen Auf- gaben der politischen Polizei weiterführen? Das kann doch kein Umgang mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern sein! Sie müssen dem Parlament Gelegenheit geben, über ein Gesetz mitzuwirken. Bundespräsident Koller: Der Bundesrat hat immer klar ge- sagt, Artikel 17 der Bundesstrafprozessordnung bleibe eine ausreichende Grundlage für die präventive Tätigkeit in dem Bereich, wo sie auch nach Ablage des Berichtes der Parla- mentarischen Untersuchungskommission unbestritten ge- blieben ist. Zugleich haben wir aber immer gesagt, dass diese Rechtsgrundlage zu lapidar und daher verbesserungsbedürf- tig sei und dass wir Ihnen so schnell als möglich ein neues Staatsschutzgesetz unterbreiten würden. Sie wissen aber sel- ber, dass die Ausarbeitung eines Staatsschutzgesetzes meh- rere Jahre in Anspruch nehmen wird, weshalb eine Ueber- gangsordnung in Form einer Staatsschutzverordnung unbe- dingt nötig ist. Wir gedenken zudem, Ihnen demnächst eine Zusatzbotschaft zum Datenschutzgesetz zu unterbreiten, wo- mit die Frage der Informatisierung eine gesetzliche Grundlage erhalten wird, soweit sie überhaupt nötig ist. Frau Leutenegger Oberholzer: Innert kürzester Zeit wurde jetzt eine neue Registratur mit bereits wieder 10 000 neuen Fi- chen angelegt. Glauben Sie, Herr Bundesrat Koller, damit das Vertrauen der schweizerischen Bevölkerung tatsächlich wie- derherstellen zu können, wenn wir in Betracht ziehen, dass die Fichenaffäre bislang noch keineswegs ausgestanden ist? Wie können Sie es rechtfertigen, dass 10 000 Fichen angeblich nur zur Terror- und Spionageabwehr dienen sollen? Bundespräsident Koller: Es trifft nicht zu, dass 10 000 neue Fi- chen angelegt worden sind, sondern in dieser neuen Registra- tur sind lediglich ein ganz kleiner Teil neue Fichen. Bei den Schweizern, um Ihnen ein Beispiel zu zitieren, finden sich in dieser sogenannt neuen Registratur 356, davon sind lediglich 83 neu, 273 sind alt, auf die wir aber angewiesen sind, weil sie beispielsweise Strafverfahren betreffen, die nach wie vor im Gang sind. Die Zahl von 10 000 neuen Fichen führt vollständig an der Wirklichkeit vorbei.Heure des questions 1500 N 24 septembre 1990 Ich habe Ihnen schon ausgeführt, dass wir die Aufgabe des Staatsschutzes ohne eine Registratur über im Gang befindli- che Strafverfahren, aber auch über in Gang befindliche Verfah- ren in bezug auf die präventive Polizei nicht erfüllen können. Schon vor der Session habe ich im Sinne vollständiger Trans- parenz die Geschäftsprüfungskommissionen beider Räte ein- geladen, so rasch als möglich in diese Registraturen Einsicht zu nehmen. Der Bundesrat hat hier überhaupt nichts zu ver- bergen. Die GPK ist eingeladen, sie so rasch als möglich zu besichtigen. Wir haben nichts zu verbergen, aber wir fühlen uns verpflichtet, die uns von Verfassung und Gesetz aufgege- bene Aufgabe nach wie vor zu erfüllen. Question 9: Ziegler. Fall Radjavi. Haltung des Bundesrates Affaire Radjavi. Attitude du Conseil fédéral II y a 5 mois (le 24 avril 1990, à 11 h 55) a été assassiné en plein village de Tannay (Vaud) le professeur Kazem Radjavi. Les as- sassins ont été rapidement identifiés: 5 agents des services se- crets iraniens, aidés par du personnel diplomatique attaché au Consulat iranien à Genève. La presse - et notamment le journal «La Suisse» - ont rendu lar- gement compte de ces événements. Or, comble de l'absurde, le gouvernement terroriste de Téhéran, se sentant «insulté» par la presse, demande au Conseil fédéral de lui donner la permis- sion de poursuivre devant la justice les journalistes de «La Suisse» qui n 'ont fait que leur métier. Quelles sont les raisons qui motivent la décision prise par le Conseil fédéral en faveur du gouvernement de Téhéran? Bundespräsident Koller: Aus dem Pressecommuniqué des kantonalen Untersuchungsrichters der Waadt vom 22. Juni 1990 und aus weiteren Erkenntnissen der waadtländischen Ermittlungsbehörden geht hervor, dass Mitglieder iranischer Dienststellen in das Attentat verwickelt sind. Das Kommando, welches am 24. April 1990 zur Tat schritt, bestand aus vier Per- sonen, die zwei Stunden später unser Land auf dem Luftweg verlassen haben. Keiner der Attentäter konnte namentlich identifiziert werden. Es liegen auch keine konkreten Anhalts- punkte vor, wonach der iranische Staatspräsident das Attentat befohlen und zwei iranische Diplomaten dessen Ausführung überwacht haben sollen. Diese Umstände hatte der Bundesrat zu berücksichtigen, als zu entscheiden war, ob dem Begehren der iranischen Bot- schaft in Bern um Ermächtigung zur Strafverfolgung der ver- antwortlichen Journalisten der Tageszeitung «La Suisse» Folge zu geben sei. In objektiver Hinsicht war der Tatbestand der Beleidigung eines fremden Staates im Sinne von Arti- kel 296 StGB erfüllt. Im erwähnten Presseerzeugnis wurde die Beschuldigung weiterverbreitet, das iranische Staatsober- haupt und zwei seiner diplomatischen Vertreter seien mittel- bare Urheber eines Kapitalverbrechens. Die vom Bundesrat gestützt auf Artikel 302 des Strafgesetzbuches erteilte Er- mächtigung bedeutet indessen keinerlei Vorverurteilung. Der mit dem Fall betraute unabhängige Richter wird zu entschei- den haben, ob die Klage Irans gerechtfertigt ist oder nicht. M. Ziegler: Nous sommes dans une situation kafkaienne. Le juge vaudois Châtelain a publié les noms, les identités civiles et des éléments biographiques des agents iraniens. Plusieurs de ces agents sont membres du corps consulaire à Genève ou de l'ambassade iranienne à Berne, soit six diplomates accrédi- tés en Suisse. Le Conseil fédéral déclare ne pas connaître les noms de ces diplomates iraniens, de ces tueurs, dont quatre ont participé à l'attentat et un cinquième a fonctionné comme chauffeur, de ces assassins de notre ami, membre du parti so- cialiste genevois, professeur à l'Université de Genève, Kazem Radjani. Comment est-il possible que le Conseil fédéral ne connaisse pas les noms publiés par le juge vaudois? Quand le Conseil fédéral se décidera-t-il à prendre des sanctions contre ces as- sassins qui continuent à fonctionner comme diplomates à Ge- nève et à Berne? A quel moment et quelles sanctions prendra le Conseil fédéral (expulsion ou autres sanctions) envers ceux qui ont été désignés par un juge vaudois - et pas n'importe lequel, le doyen des juges d'instruction vaudois - comme les acteurs principaux de cet assassinat sur territoire helvétique? Je vous remercie d'avance de votre réponse. Bundespräsident Koller: Es ist vielleicht wenig populär, aber unserem Rechtsstaat angemessen, dass in dieser Sache beide Verfahren weitergeführt werden: einerseits das Ermitt- lungsverfahren des waadtländischen Untersuchungsrichters, von dem wir hoffen, dass es möglichst bald zu konkreten Er- gebnissen führt, anderseits aber auch das Verfahren auf Klage hin seitens der iranischen Regierung. Dieses Verhalten allein ist unserem Rechtsstaat angemessen. Was sodann Ihre zweite Frage betrifft, wissen Sie, dass das EDA einen Vertreter der iranischen Regierung zu sich zitiert hat und gegen das Verhalten iranischer Dienststellen protestiert hat. Frage 10: Bär. Telefonabhörungen durch die amerikanische DEA DEA. Ecoutes téléphoniques Im Prozess gegen die Gebrüder Magharian hat der Chef des Zentralpolizeibüros, Rudolf Wyss, gemäss «BZ» vom 8. Sep- tember 1990 ausgesagt, die DEA habe bei der Aufdeckung der Libanon Connection unter anderem «auch Telefonaktionen in der Schweiz und im Ausland koordiniert und durchgeführt». Trifft diese Aussage zu, und wenn ja, wer hat die Aktion ange- ordnet? Wusste die Bundesanwaltschaft davon, und war sie vom Präsidenten der Anklagekammer bewilligt? Bundespräsident Koller: Am 29. Oktober 1987 hat der Bun- desanwalt auf Ersuchen der Strafverfolgungsbehörden des Kantons Tessin eine Telefonkontrolle im Falle Magharian ver- fügt. Der Präsident der Anklagekammer des Bundesgerichtes hat am 30. Oktober 1987 diese Ueberwachung gebilligt. Die Telefonkontrolle wurde anschliessend von Beamten der Bundesanwaltschaft durchgeführt und mit Unterstützung von amerikanischen Uebersetzern, die die amerikanische Drogen- bundespolizei, die DEA, zur Verfügung gestellt hat, ausgewer- tet. Die Mitwirkung dieser Uebersetzer erfolgte auf Ersuchen der Bundesanwaltschaft. Frau Bär: Können Sie zusichern, dass die Abhöraktion durch die PTT-Organe, wie das bei ändern Abhöraktionen auch der Fall ist, zuhanden der Bundesanwaltschaft durchgeführt wurde und dass die DEA und auch die Bundesanwaltschaft keine eigenen direkten Abhörungen getätigt haben, sondern dass die DEA lediglich für die Uebersetzungen beigezogen wurde? Bundespräsident Koller: Ich habe diese Zusatzfrage, Frau Bär, nicht geklärt. Ich bin aber gerne bereit, Ihnen darüber per- sönlich Auskunft zu geben. Question 11: Gros. Asylverfahren. Ueberlastete Empfangsstellen Asile. Centres d'enregistrement surchargés L'afflux toujours plus important de requérants d'asile crée des problèmes très aigus, voire insurmontables aux cantons, no- tamment à ceux qui abritent un centre d'enregistrement fédéral. Ainsi, 600 personnes sont-elles actuellement en attente d'enre- gistrement à Genève. - Le Conseil fédéral est-il prêt à donner l'ordre aux centres d'enregistrement de renoncer à procéder aux auditions som- maires des requérants, comme l'article 14, alinéa 2 de la loi le permet, répondant ainsi à la demande pressante du gouverne- ment genevois? - Envisage-t-il d'attribuer moins de requérants aux cantons qui abritent des centres d'enregistrement, en raison de l'occupa- tion de leur infrastructure d'accueil par les «prérequérants»? Bundespräsident Koller: Die Regierung des Kantons Genf hat dem Bundesrat vor einiger Zeit die gleichen Fragen gestellt. Wir werden der Regierung in den nächsten Tagen eine aus- führliche Antwortung zustellen.24. September 1990 N 1501 Fragestunde Bereits heute können wir indes folgendes festhalten: Die Kurzbefragung in den Empfangsstellen kann nicht nur un- ter dem Blickwinkel der Probleme betrachtet werden, die da- durch den Standortkantonen entstehen, denn dieses Vorge- hen erlaubt in vielen Fällen rasche, erstinstanzliche Ent- scheide mit der Möglichkeit, den sofortigen Vollzug zu treffen, was ja ein Hauptanliegen des neuen Verfahrens ist. Zur zweiten Frage ist festzustellen, dass Standortkantonen von Empfangsstellen schon heute eine geringere Zahl von Asylbewerbern zugewiesen wird als den übrigen Kantonen. M. Gros: Le canton de Genève s'est vu attribuer cette année, par rapport à l'an dernier, une augmentation de 50 pour cent du nombre de requérants d'asile. D'autre part le service des recours n'arrive pas à accélérer sa procédure puisqu'il a pris 21 pour cent de décisions de moins que l'an dernier. En plus, actuellement les centres d'enregistrement font office de goulet d'étranglement et six cents prérequérants doivent trouver un logement à Genève. Mille requérants plus six cents prérequé- rants constituent un problème très douloureux pour notre can- ton et je pose la question de savoir comment le Conseil fédéral pense résoudre cette quadrature du cercle? Bundespräsident Koller: Wir sind uns durchaus bewusst, dass wir zurzeit nicht nur im Kanton Genf, sondern überall in unserm Land eine sehr, sehr schwierige Phase durchzuste- hen haben. Aber wir bauen darauf - und konkrete Beispiele zeigen uns das -, dass wir dort, wo in den Gemeinden und Kantonen Leuteam Werke sind, die für diese schwierigen Pro- bleme, die wir zurzeit zu lösen haben, innovativ und an- packend Lösungen suchen, Lösungen auch tatsächlich fin- den. Im übrigen sind meine Stäbe zurzeit daran, weitere Mass- nahmenzu planen. Frage 12: Luder. Standort des Panzerunterhalts Entretien du char Léopard Die Kriegsmaterialverwaltung (KMV) soll gestrafft werden. Es ist vorgesehen, die Wartung des Leopard-Panzers von Thun in die Ostschweiz zu verschieben. In Thun ist das Fachpersonal sowie die Infrastruktur für die War- tung des Leopard-Panzers vorhanden. Nach dem Auslaufen der Leopard-Endmontage in Thun bietet sich dieser Standort als Wartungsstandort direkt an. Wie stellt sich der Bundesrat zur vorgesehenen Verschiebung der Wartung des Leopard-Panzers von Thun in die Ostschweiz? Bundesrat Villiger: Die Unterhaltsarbeiten am Panzer Leo* pard verteilen sich auf drei Stufen: 1. Stufe: Der Truppe obliegen die Wartungs- und Reparaturar- beiten, die sie selber ausführen kann. 2. Stufe: Weitergehende Reparaturen, insbesondere Prüfung und Austausch ganzer Baugruppen, werden dezentral in den Armeemotorfahrzeugparks durchgeführt, mit Ausnahme von Othmarsingen. Eine Sonderstellung nimmt dabei der AMP Thun ein, der mit seinem Fachpersonal eine hohe Verfügbar- keit der Panzer sicherstellen muss, die in den Panzerschulen benötigt werden. 3. Stufe: Diese bildet die Industriebasis der eidgenössischen Konstruktionswerkstätte in Thun. Im Bereich der mechani- schen und hydraulischen Baugruppen des Panzers 87 wird der Hauptteil der in den AMP ausgetauschten, defekten Bau- gruppen in der KW Thun repariert. Für die elektronischen und optronischen Baugruppen wurde in Thun ebenfalls eine Un- terhaltsbasis aufgebaut. Eine zweite befindet sich in Emmen. Das Projekt KMV der 90er Jahre sieht keine Aenderung dieses Unterhaltskonzepts für die Panzer 87 und damit auch keine Verschiebung von Unterhaltsbetrieben in die Ostschweiz vor. Im Rahmen des Projektes KMV der 90er Jahre wird der Armee- motorfahrzeugpark Bronschhofen als Unterhalts-Fachstelle für Raupenfahrzeuge bestimmt. Er übernimmt damit Aufga- ben von der Zentralverwaltung. Eine Umverteilung von Unter- haltsarbeiten am Panzer 87 oder anderen Raupenfahrzeugen ist damit nicht verbunden. Frage 13: Reimann Maximilian. Warfenplatz Herisau-Gossau. Bauar- beiten Place d'armes d'Hérisau-Gossau. Etat d'avancement des travaux In den letzten Tagen sind widersprüchliche Meldungen über Programm und Termine der Bauarbeiten in Neuchlen-Anschwi- len verbreitet worden. Sogar von Einstellung der Bauarbeiten war die Rede. Ich bitte den Bundesrat um Auskunft, ob die Bau- arbeiten im Sinne der Beschlüsse der eidgenössischen Räte termingemäss voranschreiten, oder ob auf Druck illegaler Stör- aktionen Aenderungen am ursprünglichen Bauprogramm vor- genommen wurden bzw. vorgesehen sind. Bundesrat Villiger: Das Programm der Bau- und Planungsar- beiten für den Waffenplatz Herisau-Gossau erfuhr gewisse Umstellungen. Vor allem die Sankt Galler Regierung bean- tragte, im Gebiet Neuchlen-Anschwilen das Schwergewicht vorerst auf einen möglichst baldigen Bau der Kaserne zu le- gen und weitere, kleinere Anlagen erst später zu bauen. Die- ses Vorgehen ist sinnvoll, und es bedeutet auch keinen Bau- stopp. Neben den Vorbereitungen des Kasernenbaues gehen die Bauarbeiten an den Ausbildungsanlagen im Breitfeld wei- ter, auch die Sanierung und der Neubau landwirtschaftlicher Gebäude wird nächstens an die Hand genommen. Es trifft zu, dass die rechtswidrigen Störaktionen beim Bau der Ausbildungsanlagen, welche Kosten in mehr als doppelter Höhe der Baukosten verursachten, in die Ueberlegungen ein- bezogen wurden. Für die Umstellung im Zeitplan der Arbeiten waren sie aber nicht entscheidend. Frage 14: Braunschweig. Lebensgefährdende Ereignisse in der Re- krutenschule in Colombier/NE Graves événements survenus à l'école de recrues de Co- lombier/NE Warum ordnete der Vorsteher des EM D nicht schon nach einem Selbstmord und mehreren Selbstmordversuchen in einer RS eine militärische Untersuchung an, sondern erst nach dem dummdreisten Ritual des Plastiksprengstoff-Essens mit schwe- ren Vergiftungserscheinungen und nach dem risikoreichen be- fohlenen Ueberqueren einer schmalen SBB-Brücke durch Re- kruten mit Vollpackung? Als Verantwortlichen für die Untersuchung setzte Bundesrat Vil- liger den Ausbildungschef der Armee ein. Ist Korpskommandant Rolf Binder dafür der richtige Mann? Trägt doch gerade er als Ausbildungschef die Verantwortung für die unglaubliche Geisteshaltung in dieser und in ändern Re- krutenschulen. Frage 15: Ruf. Vorfälle in der Infanterie-RS Colombier/NE Evénements survenus à l'école de recrues de Colom- bier/NE - Wie erklärt der Bundesrat die in den letzten Wochen gehäuft aufgetretenen bedauerlichen und tragischen Zwischenfälle (ein Selbstmord und mehrere Selbstmordversuche von Rekru- ten, Befehle zum Essen von Sprengstoff und zur Ueberquerung einer gefährlichen SBB-Brücke) in der Infanterie-RS von Colom- bier/NE? - Haben sich noch weitere ähnliche Vorfälle ereignet, von de- nen die Oeffentlichkeit bisher nichts erfahren hat? - Welche Massnahmen gedenkt das EMD zu ergreifen, um die gravierenden Probleme dieser «Skandal-RS» (Presse) in den Griff zu bekommen und insbesondere weiteren derartigen Zwi- schenfällen vorzubeugen? Bundesrat Villiger: Ich werde diese beiden Fragen gleichzei- tig beantworten. Die Ereignisse in der Infanterie-Rekrutenschule Colombier ha- ben auch den Bundesrat nicht unberührt gelassen. Der Be- trieb in dieser Schule wird im Auftrag des Ausbildungschefs, der hierfür zuständig und nach Auffassung des Bundesrates auch der richtige Mann ist, untersucht, und es wird geprüft, ob und gegebenenfalls welche Massnahmen sich aufdrängen. Der Bundesrat hält es für unzulässig, bereits jetzt Schlüsse aufHeure des questions 1502 N 24 septembre 1990 den Betrieb in dieser oder anderen Rekrutenschulen zu zie- hen. Ob bei den Vorfällen strafbare Handlungen vorlagen, muss von der Justiz abgeklärt werden. Die entsprechenden militärgerichtlichen Untersuchungen sind vom Ausbildungs- chef jeweils unverzüglich angeordnet worden. Die Untersuchung des bereits einige Wochen zurückliegen- den Selbstmords ist abgeschlossen. Es steht fest, dass er nicht mit dem Militärdienst in Zusammenhang gebracht wer- den kann. Der Zugführer, der mit seinem Zug verbotenerweise eine Ei- senbahnbrücke überquert hat, wurde disziplinarisch bestraft. Noch nicht abgeschlossen ist die militärgerichtliche Untersu- chung des Vorfalls mit der Einnahme von Sprengstoff. Es scheint aber - und ich sage das, bevor die Untersuchung ab- geschlossen ist, mit aller Vorsicht -, dass der Vorfall weniger dramatisch war, als erste Meldungen vermuten Hessen. Es hat sich nicht um einen Missbrauch von Befehlsgewalt, sondern um ein in den Augen des Bundesrats fragwürdiges Ritual im Zusammenhang mit der Sprengausbildung gehandelt, bei dem der Zugführer selber Sprengstoff gegessen hat. Er ist üb- rigens in der Zwischenzeit administrativ entlassen worden. Die Rekruten, die leicht erkrankten, sind heute alle wieder wohlauf. Dem Zugführer muss vorgeworfen werden, dass er die ge- sundheitsschädigende Wirkung des Sprengstoffs vollständig unterschätzt hat; und dafür wird er geradestehen müssen. Für derartige gesundheitsgefährdende Rituale ist in unserer Ar- mee kein Platz. Braunschweig: Wenn ich die Frage gestellt habe, ob der Aus- bildungschef der richtige Mann zur Abklärung sei, wollte ich darauf hinweisen, dass es sich auch um psychologische, nicht nur um gesundheitliche Fragen handelt, speziell in bezug auf das Ritual und auf die Häufung der Vorfälle in einer Rekruten- schule. Dazu haben Sie nicht Stellung genommen. Ich wäre dankbar, wenn Sie dies nachholen könnten; denn es geht um den Ruf der Armee. In der Zwischenzeit ist bereits wieder ein Vorfall vorgekommen. Bundesrat Villiger: Ich bin Herrn Braunschweig sehr dankbar dafür, dass ihm der Ruf der Armee so am Herzen liegt. Man kann in der Tat, nach dem, was jetzt passiert ist, keine Rück- schlüsse auf irgendeine schlechtere Stimmung als zu irgend- einer Zeit in den Rekrutenschulen schliessen. Ich habe ge- sagt, dass in Colombier noch nicht alles abgeklärt ist. Der Aus- bildungschef wird das eingehend prüfen, mir unterbreiten und dann erklären, ob dort irgendwelcher Anlass besteht, in einem allgemeineren Sinn einzugreifen, oder ob es sich um eine zu- fällige Häufung gewisser Vorfälle gehandelt hat. Im übrigen habe ich ziemlich viel Kontakt zu Schulen und stelle fest, dass dort der Betrieb im allgemeinen sehr gut ist, dass man also nicht von einer Häufung von Vorfällen sprechen kann und auch nicht von einem irgendwie psychologischen Fehlklima. Was passiert ist, worauf Sie zuletzt angespielt haben, ist die Ablösung des Schulkommandanten von Worblaufen. Es trifft nicht zu, dass die Ablösung wegen angeblicher Schikaniere- reien von Rekruten durch den Kommandanten erfolgt ist, son- dern es herrschen dort seit längerer Zeit Spannungen zwi- schen dem Kommandanten und einem Teil der Instruktions- unteroffiziere. Diese haben sogar gelegentlich zu lautstarken Auseinandersetzungen geführt. Aussprachen haben leider keine nachhaltige Besserung des Zustandes ergeben, so dass sich diese Ablösung aufdrängte. Auch das ist wohl ein Einzelfall, und die Tatsache, dass der Ausbildungschef sofort eingegriffen hat, zeigt, dass er diese Vorfälle ernst nimmt, auch wenn es Einzelfälle sind. Frage 16: Scheidegger. Uebernachtungsentschädigung der Armee in Gemeinden Logement des militaires. Indemnisation des communes Gemäss den Ziffern 146 und 147 des Verwaltungsreglementes der schweizerischen Armee (VR) werden in der Regel Offizie- ren, höheren Unteroffizieren und weiblichen Angehörigen der Armee Zimmer mit Betten zur Verfügung gestellt, Stabsoffizieren und Einheitskommandanten, soweit möglich, Einzelzimmer. Falls die Kosten für die Zimmer höher sind als die vom Bundes- rat festgesetzte Zimmerentschädigung, so hat die Gemeinde die Mehrkosten zu tragen. Die Zimmerentschädigungen in den Hotels betragen gemäss VR Ziffer31 Fr. 22- und Fr. 2.- für effektive Heizungsnächte. Bei Einquartierung bis zu 4 Nächten erhöht sich die Zimmerent- schädigung um 25 Prozent. Diese Entschädigungen sind bei weitem nicht mehr angemes- sen. Die Verantwortlichen der Städte und Gemeinden werden mehr und mehr gezwungen, Unterkunftsgesuche aus finanziel- len Gründen abzulehnen. Ist der Bundesrat bereit, diese Ent- schädigungen sehr rasch und grosszügig anzupassen? Bis wann sind entsprechende Entscheide zuhanden der betroffe- nen Gemeinden zu erwarten? Bundesrat Villiger: Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die Zimmerentschädigungen für die Einquartierung von Kaderan- gehörigen der Armee nicht fürstlich bemessen sind. Er muss aber auf folgende Tatsachen hinweisen: Das Bundesgesetz über die Militärorganisation verpflichtet die Gemeinden, der Truppe - gegen Entschädigung - Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Die Höhe der Zimmerentschädigungen wird jeweils vom Oberkriegskommissariat mit den interessierten Kreisen ausgehandelt; dazu gehören der Städteverband, Gemeinde- verband, Hotelierverein, Wirteverband usw. Der Satz wird auch periodisch angepasst. Seit 1985 ist die Entschädigung um nicht weniger als 40 bis 50 Prozent erhöht worden. In die- sen Tagen wurde dem Bundesrat eine weitere Erhöhung der Zimmerentschädigung um rund 10 Prozent auf den 1. Januar 1991 beantragt. Der Bundesrat hat darüber aber noch nicht entschieden. Scheidegger: Bundesrat Villiger hat erwähnt, dass die Ent- schädigung nicht fürstlich sei. Ich möchte sagen, sie ist völlig ungenügend, wenn man den Kostendeckungsgrad sieht. Der Unwille der Gemeinden, solche Einquartierungen vorzuneh- men, nimmt natürlich ständig zu. Ich möchte den Bundesrat konkret fragen, ob der sich dann wenigstens für diese 10 Pro- zent einsetzen wird. Bundesrat Villiger: Der Bundesrat funktioniert nach dem Kol- legialitätsprinzip. Es ist relativ schwierig zu sagen, welcher Bundesrat sich wofür einsetzt und wogegen er sich eher wehrt. Nachdem ich Ihr Problem als berechtigt anerkenne, dürfen Sie davon ausgehen, dass ich in dieser Richtung tätig werde. Frage 17: Columberg. Koberio III. Stand der Arbeiten Koberio III. Etat des travaux Vor einigen Jahren hat der Chef des EMD eine Arbeitsgruppe Koberio III (Koordinationsgruppe zur Erhaltung der EMD- Arbeitsplätze in den Bergregionen) eingesetzt mit dem Ziel, ge- eignete Massnahmen zu erarbeiten, um die offensichtlich be- stehenden Ungereimtheiten in der Nutzen- und Lastenvertei- lung zu korrigieren. Seit einiger Zeit ist es still um das Vorhaben geworden. Deshalb frage ich den Bundesrat: 1. Wie weit sind die Arbeiten für das EMD-Projekt Koberio III ge- diehen? 2. Wann ist mit der Realisierung von Koberio III zu rechnen? Bundesrat Villiger: Die Projektleitung Koberio III hat die we- sentlichen Grundlagen für die Beurteilung von regionalen Un- terschieden in der Verteilung von Nutzen und Lasten der Mili- tärpräsenz in unserem Land erarbeitet. Sie hat neben Sofort- massnahmen auch ein Paket von Massnahmen unterbreitet, die mittel- oder langfristig ins Auge gefasst werden können. Einzelne Massnahmen sind bereits in Realisierung. In der Zwischenzeit hat das Umfeld eine Reihe von tiefgreifen- den Veränderungen erfahren, welche die problemlose Durch- setzung des Projektes erschweren. Vor allem mit der vorgese- henen Neustrukturierung der Armee («Armee 95») und dem Projekt «KMV90», aber auch mit der starken Einschränkung der finanziellen Mittel des EMD, sind neue Aspekte in die Ge- samtbeurteilung eingeflossen, denen bei der Realisierung von24. September 1990 N 1503 Fragestunde Koberio III Rechnung getragen werden muss. Es gilt, die ver- schiedenen Sachzwänge abzuwägen und die vorgesehenen Massnahmen vernünftig aufeinander abzustimmen, bevor ein- seitig Versprechen gemacht werden, die unter Umständen nicht gehalten werden können. Es kann somit heute nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob das Massnahmenpaket Koberio III vollumfänglich verwirklicht werden kann. Ebensowenig ist es heute möglich, Angaben über den Zeitpunkt der Verwirklichung zu machen. Der Bun- desrat ist aber bemüht, den Interessen der Bergregionen trotz der anstehenden Restrukturierungen im Sinne von Koberio III Rechnung zu tragen. Es tut mir leid, dass ich im Moment dazu nicht klarer Stellung nehmen kann. Frage 18: Braunschweig. Kriegsmaterialexport. Grundsatzentscheid Matériel de guerre. Exportation vers la Turquie Ist die Mitteilung aus dem EMD richtig, wonach die Schweiz schon seit einiger Zeit keine Bewilligungen für den Kriegsmate- rialexport nach der Türkei mehr erteilt? Nachdem die Türkei in jüngster Zeit die Menschenrechtskon- vention nicht nur tatsächlich, sondern auch förmlich für Teile des Landes, ganz speziell gegen die Kurden, ausser Kraft ge- setzthat, frage ich ungeduldig: Wann endlich kommt der grund- sätzliche Entscheid des Bundesrates für ein Kriegs materialver- bot nach der Türkei? Bundesrat Villiger: Der Bundesrat wird sich nächstens mit der Frage der Kriegsmaterialausfuhr nach der Türkei befassen. In- zwischen und ohne Präjudiz für den zu fällenden Entscheid des Bundesrates hat das EMD nach Rücksprache mit dem EDA die Behandlung der hängigen Fabrikations- und Ausfuhr- gesuche sistiert. Braunschweig: Meine Zusatzfrage nach dieser Vertröstung auf unbestimmte Zeit lautet: Bekanntlich hat Oesterreich im März 1990 ein Kriegsmaterialexportverbot gegenüber der Tür- kei erlassen. In der Folge ergaben sich Retorsions- und Ver- geltungsmassnahmen der Türkei gegen Oesterreich. Meine Frage an den Bundesrat: Befürchtet er Vergeltungsmassnah- men? Ist das der Grund der Verzögerung? Bundesrat Villiger: Das ist nicht der Grund der Verzögerung. Ich glaube, wir müssen solche Entscheide unabhängig von allfälligen Retorsionsmassnahmen fällen. Aber die Problema- tik ist natürlich nicht völlig unkompliziert. Ich kann Ihnen auch sagen, dass wir Sie nicht auf unbestimmte Zeit vertrösten; wir werden sicherlich noch vor der Wintersession oder wahr- scheinlich schon innerhalb von zwei, drei Wochen die Frage endgültig zu klären haben. Le président: M. Stich, conseiller fédéral, retenu à Washing- ton par la Réunion du Groupe des Dix, répondra lundi pro- chain aux questions relevant de son département. Persönliche Erklärung - Déclaration personnelle Hafner Rudolf: Zuerst protestiere ich in aller Form dagegen, dass unsere Fragestunde zu einer Pseudoveranstaltung ver- kommt und dass unsere Fragen, die genau nach Reglement beantwortet werden müssen, nach Belieben verschoben wer- den, z. B. um eine Woche. Sie haben ja vorhin von Herrn Bun- desrat Villiger gehört, dass anscheinend der Bundesrat nach dem Kollegialitätsprinzip funktioniert, eben anscheinend. Wenn das so wäre, dann könnte uns ja der Stellvertreter von Herrn Bundesrat Stich Rede und Antwort stehen. Nun zum Sachverhalt: Wir haben in unserer Kommission, die sich mit der vierten Hypothekarzinsrunde befasst, einen zwei- seitigen Brief der Nationalbank erhalten, in welchem sie un- missverständlich Einfluss nimmt. Wenn eine staatliche Organi- sation so etwas im Vorfeld einer wichtigen Beratung macht, ist das etwas eher Aussergewöhnliches. Es wird von der Direk- tion geschrieben, die vorgeschlagenen Massnahmen hätten zur Folge, dass neben der Nationalbank eine zweite Instanz mit der Teuerungsbekämpfung beauftragt würde. Die Teue- rungsbekämpfung ist etwas, was auch in der Kompetenz des Bundesrates liegt, und es ist daher wirklich abwegig, wenn die Nationalbank zum vornherein, auch wenn sie nicht gefragt wird, dazu Stellung bezieht. Noch ärger ist es, wenn Antworten auf gestellte Fragen nicht hier in der Fragestunde gegeben werden, sondern in einem Presseerzeugnis der Romandie klar gesagt wird, welches die Antwort sein wird. Man kann sich fragen, ob die Nationalbank nicht am besten gleich eine kleine Fragestunde für uns Parlamentarier macht oder allenfalls, dass sie in Zukunft eine Pressestelle einrichtet, die direkt vor- gibt, was man den Parlamentariern zu sagen gedenkt. Le président: Ce n'est pas la première fois qu'un incident de cette nature surgit, à savoir qu'un conseiller fédéral, absent, n'arrive pas à répondre aux questions. Nous allons donc met- tre au point la pratique et, avec le Secrétariat général, nous prendrons contact avec le Chancelier de la Confédération. Question 22: Spielmann. Neue TV-Systeme in Europa Nouvelles normes TV pour l'Europe La France et la RFA qui diffusent actuellement selon des nor- mes différentes (Secam et Pal) vont désormais diffuser leurs programmes dans une nouvelle norme européenne appelée «D2-Mac» qui constitue une étape vers la télévision à haute défi- nition. Quel sera l'avenir de notre télévision? Notre pays est-il associé aux débats en cours sur l'introduction de ces nouvelles normes de télévision en Europe? Bundesrat Ogi: Als Bundesrat sollte man verschiedene Berufe haben. Mal sollte man als EVED-Vorsteher Lokomotivführer oder Kernphysiker sein, mal Medienrechtler oder Heizungs- techniker, und mal sollte man Fluglotse oder Verkehrsstatisti- ker sein. Um die Frage von Herrn Nationalrat Spielmann zu beantwor- ten, müsste ich ins Gewand eines Fernsehtechnikers schlüp- fen. Ihre Frage, Herr Nationalrat Spielmann, ist sehr technisch und verlangt somit auch eine technische Antwort. Ich werde mich bemühen, auch wenn ich Bundesrat bin, jetzt kurz Techniker zu werden. Die übrigen Damen und Herren Nationalräte bitte ich um Nachsicht, wenn ich mich in den nächsten zwei Minu- ten etwas fachchinesisch ausdrücken muss. Die von Ihnen, Herr Nationalrat Spielmann, angesprochene D2-Mac-Norm bildet zusammen mit ändern Varianten die Basis für die spä- tere Einführung eines einheitlichen europäischen hochauflös- lichen Fernsehsystems. Diese D2-Mac-Norm hat aber bis jetzt im Markt noch kaum FUSS gefasst. Dies aus zwei Gründen: 1. Weil zum Empfang von Fernsehprogrammen in dieser Norm ein Zusatzgerät oder ein neuer Fernsehapparat nötig ist. 2. Weil diese speziellen Satellitennormen für die bestehenden terrestrischen Sendenetze nicht geeignet sind. Dies sind die praktischen Schwierigkeiten bei der Einführung einer neuen, gemeinsamen europäischen Fernsehnorm. Die Schweiz, Herr Nationalrat Spielmann, unterstützt aber die eu- ropäischen Bemühungen, eine einheitliche, verbesserte Sen- denorm einzuführen. Sie beteiligt sich auch an den entspre- chenden Diskussionen. Es gibt also in allen europäischen Ländern praktische Schwierigkeiten. Längerfristig wollen wir eine einheitliche Fernsehnorm finden für Europa. Der Mitbe- stimmungsspielraum ist aber für uns beschränkt, weil unser Land keine nennenswerte Empfangs- und Empfänger-Indu- strie aufweist. Auch ist der schweizerische Empfängermarkt, verglichen mit dem europäischen, eher bescheiden. M. Spielmann: Je remercie Monsieur le Conseiller fédéral pour sa réponse. Je n'intervenais pas du tout dans le domaine technique, il ne s'agit d'ailleurs pas de ce seul problème, mais bien de s'assurer - comme cela a été le cas dans les précé- dentes mises en oeuvre d'un programme télévisé - que la Suisse ne soit pas tenue à l'écart ce qui l'obligerait ensuite,Heure des questions 1504 N 24 septembre 1990 pour pouvoir capter différents programmes, d'avoir des appa- reils de télévision spéciaux pour, précisément, capter les deux systèmes Secam ou Pal. Comme un nouveau système va se mettre en route assez rapidement, puisque la France et l'Alle- magne sont désormais d'accord sur ce point, il me semblait indiqué que la Suisse intervienne non pas dans le domaine technique, mais dans la discussion pour que l'on puisse aussi équiper nos appareils et participer à cette nouvelle norme. Cela me paraîtrait une absurdité, dans l'Europe de demain, que chaque pays ait sa propre norme de diffusion des pro- grammes. Il ne s'agit - je le répète - que d'un pas technique vers la télévision à haute résolution, mais c'est le pas décisif qui déterminera si demain nous aurons trois ou quatre ordina- teurs dans chaque appareil de télévision pour capter les pro- grammes, sans parler des problèmes de conversion que cela pose. Bundesrat Ogi: Herr Nationalrat Spielmann hat eigentlich keine Zusatzfrage gestellt. Ich kann lediglich feststellen, dass wir uns an diesen Gesprächen beteiligen. Sie wissen, dass wir - obwohl die Japaner und Amerikaner hier den Europäern vor- aus sind - der Meinung sind, dass das französische System eine Chance haben sollte. Ein künftiger Satellitenbetreiber kann grundsätzlich selber entscheiden, nach welcher techni- schen Norm er Programme ausstrahlen will. Frage 23: Rechsteiner. Rheinkraftwerke Usines hydro-électriques du Rhin alpin Suisse-Liechten- stein Bekanntlich müsste für die Realisierung der umweltpolitisch umstrittenen Rheinkraftwerke Schweiz-Liechtenstein ein Staatsvertrag abgeschlossen werden (der dann dem fakultati- ven Referendum unterstünde). Sind Verhandlungen über die- sen Staatsvertrag schon aufgenommen worden? Wenn ja, was ist der Stand der Dinge? Bundesrat Ogi: Lieber einen Staatsvertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstentum Liechtenstein für die Nutzbarmachung der Wasserkräfte des Rheins auf der gemeinsamen Grenzstrecke sind noch keine formellen Verhandlungen aufgenommen worden. Bis jetzt wurden lediglich in beiden Staaten Vorarbeiten auf Aemter- ebene durchgeführt. Das Studienkonsortium Rheinkraftwerke Schweiz-Liechtenstein ist zurzeit daran, den von den schwei- zerischen und liechtensteinischen Behörden erstellten Fra- genkatalog zu umweltrelevanten und technischen Fragen zu beantworten. Question 24: Cavadini. Telefonieren mit Kreditkarten Cartes de crédit pour le téléphone public Dans afe nombreux pays, il est possible de téléphoner dans les cabines publiques en payant avec les cartes de crédit les plus répandues. Cette possibilité n'existe pas chez nous. L'impor- tance de la Suisse comme pays ouvert au monde et qui s'enor- gueillit d'une longue tradition touristique justifierait pourtant que nous offrions ce service. Que sait le Conseil fédéral des inten- tions des PTTà cet égard? Ne juge-t-il pas qu'au moins une par- tie des téléphones publics de notre pays devraient permettre de téléphoner au moyen des cartes de crédit courantes? Bundesrat Ogi: Die PTT werden anlässlich der Telekommuni- kations-weltausstellung Telecom 91 in Genf im Bereich des Flughafens und des Ausstellungsgebäudes Palexpo ver- suchsweise öffentliche Kreditkartentelefone aufstellen. Die PTT sind an Erfahrungen mit diesem Zahlungsmittel interes- siert. Die Kreditkartenunternehmen haben bisher geringes In- teresse an der Verrechnung kleiner Beträge, wie sie beim Tele- fonieren anfallen, bekundet. Die Versuchsresultate sollen aber Grundlagen zum Entscheid für eine breitere Einführung der Kreditkartentelefone beitragen. Frage 25: Müller-Aargau. Vernehmlassungsverfahren Procédure de consultation Der Bundespräsident hat in seinem 1 .-August-Interview darge- legt, dass das heutige Tempo der politischen Entscheide - vor allem bezüglich Europas - kurzfristige Vernehmlassungen (kon- ferenzielles Verfahren, Konsultation) verlange. Wenige Wochen darauf erklärt der Bundesrat, dass er das Ver- nehmlassungsverfahren ausweiten wolle und auch Berichte und Verordnungen in die Befragung verschicken wolle. Was gilt nun eigentlich? Bundeskanzler Buser: Die Aussage des Bundespräsidenten, wonach in der heutigen Zeit politische Entscheide kurzfristige Vernehmlassungen verlangten und die Erklärung des Bun- desrates, das Vernehmlassungsverfahren auszuweiten, wi- dersprechen einander nicht. Grundsätzlich kann auch über eine grössere Zahl von Vernehmlassungsverfahren kurzfristig entschieden werden. Der Bundesrat hat vor allem durch die Reaktivierung des Kontaktgremiums sichergestellt, dass in europapolitischen Fragen eine rasche Information und Kon- sultation der Kantone jederzeit möglich ist. Soweit im erläuternden Bericht zum Verordnungsentwurf über das Vernehmlassungsverfahren des Bundes von einer Aus- dehnung des Gegenstandes des Vernehmlassungsverfah- rens gesprochen wird, handelt es sich um eine formelle An- passung, da in der Praxis bereits heute über Berichte, Kon- zepte und Expertisen Vernehmlassungsverfahren durchge- führt worden sind. Müller-Aargau: Ich habe ja kein gestörtes Verhältnis zum Ver- nehmlassungsverfahren, im Gegenteil. Ich finde, das konfe- renzielle Verfahren habe sehr viel Zukunft. Ich frage aber den- noch den Bundesrat und den Herrn Bundeskanzler an, ob man das System der konferenziellen Vernehmlassung nicht zuschanden reitet, wenn man - wie das beim Hypothekarzins geschehen ist - die Einladungen zwölf Stunden vor der Sit- zung verschickt. Bundeskanzler Buser: Herr Müller hat in diesem Fall natürlich recht. Nur: Sie müssen auch die besonderen Voraussetzun- gen sehen. Es war hier nicht anders möglich. Es gibt Fälle, in denen so kurzfristig konsultiert werden muss. Es bleibt aber si- cher bei den Ausnahmen. Question 26: Spielmann. Reform der französischen Orthographie Projet français de réforme de l'orthographe En juin dernier, le Conseil supérieur de la langue française éla- borait un projet de rectification de l'orthographe. Ce projet a été approuvé par l'Académie française, la Belgique et le Canada alors que la Romandien'a pas été consultée. Quelles mesures le Conseil fédéral envisage-t-il de prendre pour que nous res- tions partenaires à l'intérieur d'une langue qui forme la pensée et forge la sensibilité de la population de Suisse romande? M. Buser, chancelier de la Confédération: La question étant posée en français et vu qu'elle concerne essentiellement un problème de la langue française, j'essaierai de répondre dans cette langue. Le système fédéraliste suisse n'autorise pas l'institution d'un Conseil supérieur de la langue française comme il en existe en France, en Belgique et au Québec. A défaut d'un tel conseil supérieur en Suisse, seule la Conférence des directeurs de l'instruction publique des cantons romands est habilitée à se prononcer sur une telle réforme dans la mesure où elle touche les programmes scolaires. C'est la raison pour laquelle M. Bernard Quemada, vice-président du Conseil supérieur fran- çais, a rencontré le 19 septembre 1990 les conseillers d'Etat romands membres de la Conférence des directeurs de l'ins- truction publique ou leurs représentants. Ces derniers rece- vront d'ailleurs le document définitif du Conseil supérieur de la langue française sur la base duquel ils se prononceront quant à la réforme qui ne saurait pour l'instant s'appliquer qu'aux seules institutions françaises.24. September 1990 N 1505 Fragestunde Par ailleurs, la Suisse étant devenue membre à part entière du Sommet de la francophonie, le Département fédéral des affai- res étrangères est en contact permanent avec cette institution. Dans le domaine linguistique plus particulièrement, une pro- position faite au Conseil fédéral par le Département fédéral des affaires étrangères prévoit la participation de notre pays au Trésor international de la langue française. Ce projet per- mettra sans aucun doute de faire connaître et de défendre la pensée et la sensibilité de la Suisse romande. Enfin, dans le cadre du réseau international de néologie et de terminologie du Sommet de la francophonie, et à l'invitation de la France, la Chancellerie fédérale étudie les modalités de sa participation aux travaux des commissions ministérielles françaises de ter- minologie. Frage 27: Müller-Meilen. «Kinder-Gulag» in Rumänien Homes d'enfants et orphelinats de Roumanie In den Medien sind mehrfach Berichte über unfassbare Zu- stände in rumänischen Kinderheimen und Waisenhäusern, dem sogenannten «Kinder-Gulag», erschienen. Welche Kenntnis hat der Bundesrat von diesen andauernden unmenschlichen Zuständen, und was hat er bisher durch diplo- matische Schritte oder humanitäre Hilfe unternommen, um sie zu lindern oder zu beendigen? M. Felber, conseiller fédéral: Comme j'en ai informé votre as- semblée lors de l'heure des questions du 12 mars de cette an- née, le Conseil fédéral a eu connaissance dès le début de l'an- née en cours des conditions parfaitement intolérables qui pré- valent dans certains établissements roumains pour enfants handicapés mentaux. En effet, le Corps suisse pour l'aide en cas de catastrophes a effectué en janvier dernier, en collabora- tion avec les oeuvres suisses d'entraide, une mission d'éva- luation dans les districts de Brasov, Covasna et Bacau au cours de laquelle ont été visités tous les hôpitaux, homes d'en- fants, asiles de vieillards et écoles situés dans cette zone. Je préciserai que les trois districts mentionnés correspondent à la zone géographique qui a été attribuée par le CICR à l'aide humanitaire suisse. Le CICR a donc partagé la Roumanie en différentes zones attribuées aux différents pays d'Europe. Les autres districts ont été attribués à d'autres pays pourvoyeurs d'aide. Les résultats alarmants de notre mission ont conduit à la mise sur pied d'un programme d'urgence visant entre autres à ré- nover et à réaménager les établissements d'enfants les plus vétustés. Des travaux de rénovation complète sont actuelle- ment en cours dans l'établissement pour enfants handicapés mentaux de Timisu-de-Sus, dans le district de Brasov. Les tra- vaux devraient être terminés au mois de novembre prochain et cet établissement sera en mesure de reloger d'ici peu ses 90 patients dans des conditions acceptables. D'autres travaux de rénovation partielle sont actuellement effectués à l'établisse- ment de Victoria, situé également à Brasov, qui abrite 150 en- fants. Tous les travaux se déroulent sous la supervision d'un membre du Corps suisse pour l'aide en cas de catastrophes. J'ajouterai aussi que le Corps a délégué sur place un repré- sentant permanent depuis le début de cette année; ce délé- gué se charge de la coordination des actions roumaines de toutes les oeuvres suisses d'entraide. Frage 28: Haering Binder. Entwicklungsprojekte einer Opus-Dei- Stiftung Fondation zurichoise contrôlée par l'Opus Dei et projets d'aide au développement Wie aus der Presse bekannt wurde, beteiligt sich die DEH finan- ziell an Entwicklungsprojekten der Opus-Dei-beherrschten Zür- cher Limmat-Stiftung (Berufsschule für Mädchen auf den Philip- pinen, handwerkliches Ausbildungszentrum in Kolumbien). Ich frage in diesem Zusammenhang den Bundesrat an: 1. Waren sich der Bundesrat resp. die DEH über den gesell- schaftspolitischen Hintergrund der Zürcher Limmat-Stiftung im klaren, als das erwähnte finanzielle Engagement eingegangen wurde? 2. Welche Möglichkeiten haben der Bundesrat resp. die DEH um sicherzustellen, dass im Rahmen dieser Entwicklungspro- jekte keine religiöse und/oder gesellschaftspolitische Indoktri- nation betrieben wird? M. Felber, conseiller fédéral: Au moment où elle a décidé de soutenir deux projets de la Limmat-Stiftung aux Philippines et en Colombie, la Direction de la coopération au développe- ment et de l'aide humanitaire était au courant des liens qui existent entre cette fondation et l'Opus Dei. Il s'agit en l'occur- rence d'une organisation reconnue par l'Eglise catholique ro- maine. Depuis le commencement de son programme de coopération au développement, la Confédération a soutenu des activités de coopération au développement ou d'aide humanitaire mi- ses sur pied par des organisations confessionnelles, tant pro- testantes ou réformées que catholiques, en application de l'ar- ticle 3, alinéa 2, de la loi du 19 mars 1976 sur la coopération au développement et l'aide humanitaire internationale. Dans tous les cas, la DDA veille à ce que le soutien ainsi ac- cordé serve exclusivement à atteindre les objectifs de la loi et ne soit pas utilisé à des fins confessionnelles ou prosélytiques. La DDA veillera au même principe dans le cas de projets de la Limmat-Stiftung, et cela par ses moyens habituels de contrôle. Question 29: Aubry. Ausweisung der irakischen Militärattaches Renvoi des attachés militaires irakiens La solidarité européenne vient d'être démontrée dans la crise du Golfe. La CE a pris la décision de renvoyer tous les attachés militaires irakiens en poste. Malgré sa neutralité, et pour être so- lidaire avec la CE, la Suisse n'envisage-t-elle pas une telle me- sure très rapidement à l'égard d'une partie des diplomates de l'ambassade? M. Felber, conseiller fédéral: L'Irak ne dispose plus, depuis quelques années, d'attaché militaire en Suisse. La question précise de Mme Aubry ne se pose donc pas. En ce qui concerne le renvoi général de diplomates irakiens, le Conseil fédéral n'entend pas, jusqu'à nouvel avis, prendre une telle mesure. La plupart des pays ont pris des mesures de ren- voi des attachés militaires après que leur mission à Koweït eut été la victime d'intrusion militaire de la part de l'Irak. Cela, heu- reusement pour nous, n'a jamais été le cas en ce qui concerne la mission diplomatique suisse. Frage 30: Bär. Uno-Beitritt Adhésion à l'ONU Wird der Bundesrat den Beitritt Liechtensteins in die Uno zum Anlass nehmen, einen Beitritt der Schweiz erneut einzuleiten ? M. Felber, conseillerfédéral: Après le refus par le peuple et les cantons de l'adhésion de la Suisse à l'Organisation des Na- tions Unies, le Conseil fédéral avait exprimé son intention de poursuivre et d'élargir sa coopération avec cette organisation. C'est dans ce sens que nous avons oeuvré en faveur d'un sou- tien plus accru aux activités des Nations Unies qui entrent dans le cadre de notre politique étrangère traditionnelle, comme notre appui aux actions de maintien de la paix des Na- tions Unies, notre rôle en tant qu'Etat hôte, et que nous nous sommes efforcés d'obtenir une amélioration de notre statut de pays non membre au sein de l'Assemblée générale de l'ONU. Le Conseil fédéral se rend toutefois compte que ces presta- tions de notre pays sont limitées et ne justifient ni ne compen- sent les conséquences négatives de notre non-appartenance à l'ONU. Cela est d'autant plus vrai que les Nations Unies ont obtenu, ces derniers temps, des succès que nous pouvons qualifier de remarquables. De plus, après l'adhésion de la Principauté du Liechtenstein, la Suisse-quelques micro-Etats mis à part - est le seul pays qui reste volontairement en dehors de l'ONU. Par conséquent, le Conseil fédéral suit et suivra l'évolution de cette question avec, je vous en assure, l'attention nécessaire. Il prendra les mesures que les développements nouveaux deHeure des questions 1506 N 24 septembre 1990 la situation internationale pourront impliquer sur notre attitude à l'égard des Nations Unies. Cependant, la marche à suivre pour cette affaire devra être déterminée en tenant compte du contexte des autres priorités de notre politique étrangère, no- tamment en ce qui concerne notre position en Europe et nos positions en relation avec les institutions de Bretton Woods. En résumé, nous pensons que la position de la Suisse vis-à-vis de l'ONU se modifie au fur et à mesure de l'évolution dans le domaine européen et dans celui des institutions internationa- les, et que nous ne devons jamais perdre de vue cet objectif. Frage 31 : Spalti. Westeuropäische Union als europäische Verteidi- gungsgemeinschaft? Evolution du rôle de l'Union de l'Europe occidentale Die Westeuropäische Union, eine aus EG-Staaten bestehende Organisation, war ein bis anhin eher bedeutungsloser Zusam- menschluss europäischer Staaten. Im Zusammenhang mit den europäischen Massnahmen im Golfkonflikt zeigen sich nun Tendenzen, die WEU als europäische Verteidigungsgemein- schaft in die EG zu integrieren. 'Welche Bedeutung hat dies für die sicherheitspolitische Ausrichtung der Schweiz? M. Felber, conseiller fédéral: L'Union de l'Europe occidentale est un organisme de caractère militaire qui regroupe 9 des 12 pays de la Communauté. Les exceptions sont le Dane- mark, la Grèce et l'Irlande. Restée durant de nombreuses an- nées en veilleuse, l'Union de l'Europe occidentale a été ré- cemment évoquée par les pays membres qui pensent lui ré- server un rôle particulier et précis dans la définition à venir du pilier européen de l'OTAN (Organisation du Traité de l'Atlanti- que nord) et aussi, de manière plus générale, de la sécurité européenne. Cette sécurité étant menacée dans le cadre de la dépendance énergétique, par la crise du Moyen-Orient, quelques pays de la Communauté que vous connaissez: la Grande-Bretagne, la France, l'Italie, ont décidé un déploiement militaire dans la ré- gion. Ces pays interviennent par solidarité occidentale notam- ment envers les Etats-Unis. Ils sont membres de l'Union de l'Europe occidentale et, dans ce contexte, cette union de- meure le simple cadre d'une coordination entre les forces en- gagées. Il ne s'agit que de deux bureaux pour l'instant, l'un à Londres et l'autre à Paris, qui ne sont pas du tout équipés pour assumer un mandat plus large. Ils ne disposent pour cela ni des structures ni du cadre juridique suffisants. Il est peu vraisemblable, actuellement, que l'Union de l'Eu- rope occidentale se transforme en une communauté euro- péenne de défense, et cela dans un avenir prévisible. Aussi nous paraît-il prématuré d'examiner aujourd'hui cette ques- tion dans le contexte de notre propre politique de sécurité, mais il est évident que nous ne pouvons pas ignorer ce qui s'y passe et que nous suivons avec beaucoup d'intérêt et d'atten- tion le développement dans ce domaine, au sein de ces neufs pays de l'Union européenne occidentale. Frage 32: Spalti. Die Bedeutung der Pentagonale-Staaten in Europa Rôle de la Pentagonale en Europe Diesen Sommer haben sich die Regierungschefs undAussen- minister der sogenannten Pentagonale-Staaten (Italien, Oester- reich, Jugoslawien, Ungarn und die CSFR) auf ein umfassen- des Arbeitsprogramm geeinigt. Diese fünf mitteleuropäischen Pentagonale-Staaten wollen sich eine stärkere politische Stel- lung verschaffen, als dies ein loser regionaler Zusammen- schluss an sich bedeutet. Italien sucht sich offenbar ein Forum, um das steigende Gewicht des wiedervereinigten Deutsch- lands in Europa auszugleichen. Welche Bedeutung gibt der Bundesrat diesem Zusammen- schluss und seinen Aktivitäten im Hinblick auf Europa, und sind allenfalls besondere Beziehungen zu diesen fünf mitteleuropäi- schen Ländern nötig? M. Felber, conseiller fédéral: Les bouleversements en Europe centrale et orientale se sont répercutés sur les alliances tradi- tionnelles et ont conduit à l'émergence de nouvelles configu- rations entre Etats. Vous nous parlez, Monsieur le conseiller national, de la Pentagonale; probablement aussi un groupe des Etats de la Baltique est-il en train de se constituer. La Pentagonale représente une nouvelle forme de coopéra- tion pragmatique et souple entre cinq gouvernements d'Eu- rope centrale et du sud-est. Cette coopération porte essentiel- lement sur des projets d'intérêt régional. La Pentagonale re- groupe un pays membre de la Communauté européenne, membre également de l'OTAN, en l'occurrence l'Italie, un pays neutre candidat à la Communauté, l'Autriche, deux pays qui sont aujourd'hui encore formellement membres du Pacte de Varsovie, heureusement reconvertis à la démocratie plura- liste et engagés sur la voie de la démocratie pluraliste, ce sont la Hongrie et la Fédération tchèque et slovaque, et enfin un pays non aligné, la Yougoslavie, qui a probablement, par les problèmes qu'il posait, suscité cette Pentagonale. La consolidation de cette coopération technique et politique qui se développe à cinq a la priorité sur un éventuel élargisse- ment de ce groupement qui est encore en train de naître, qui est en genèse. Les pays de la Pentagonale ont mis l'accent sur certains intérêts concrets, notamment la protection de l'envi- ronnement et les transports. Les pères de la Pentagonale veu- lent développer un bon voisinage entre Etats et peuples que séparait il y a peu de temps encore un clivage idéologique, en particulier. Le Conseil fédéral suit ce réaménagement des rapports entre ces cinq pays. La Pentagonale cherche ainsi à consolider l'ac- quis des changements politiques et économiques 1989-1990 dans l'Europe centrale, et contribue à assurer et à renforcer la stabilité de cette région d'Europe et peut-être même au-delà. Le Conseil fédéral est prêt à examiner une éventuelle coopéra- tion suisse à des projets spécifiques de la Pentagonale, et nous suivons avec une attention particulière le développe- ment général de l'initiative prise par les créateurs de cette con- férence. Lors de ma dernière visite à Rome, le 31 août dernier, le minis- tre des affaires étrangères italien, M. Gianni de Michelis, m'a promis de me faire parvenir une liste des projets que la Penta- gonale pourrait réaliser et auxquels il souhaiterait que la Suisse s'associe. Frage 33: Bäumlin. Suspendierung der Europäischen Menschen- rechtskonvention Convention européenne des droits de l'homme. Décision des autorités turques Die Türkei hat letzte Woche offiziell für den kurdischen Landes- teil die EMRK «suspendiert», offenbar um dort noch unkontrol- lierter umsiedeln, militärisch verfolgen und foltern zu können. Ist der Bundesrat bereit, dagegen formellen Protest zu erhe- ben? Und was spricht noch gegen die Erteilung von vorläufigem Auf- enthalt an kurdische Gewaltflüchtlinge, wie er im beschlosse- nen AVB vorgesehen ist? M. Felber, conseiller fédéral: En avril 1990, le gouvernement de la Turquie a adopté des décrets étendant l'état d'urgence déjà en vigueur au sud-est du pays à trois provinces supplé- mentaires, donnant ainsi aux autorités administratives de très larges compétences. La déclaration du gouvernement turc au- près du Conseil de l'Europe, dérogeant à certaines obliga- tions de la Convention européenne des droits de l'homme, ne fait qu'annoncer l'état d'urgence déjà en vigueur, comme il est prévu dans l'article 15 de cette convention. Ce sera donc aux organes compétents du Conseil de l'Europe de se prononcer sur la validité de ces dérogations. Le Conseil fédéral est conscient que, dans le sud-est de la Tur- quie, la situation des droits de l'homme est très loin d'être sa- tisfaisante. Le fait que l'Etat turc nie toute identité culturelle à la minorité kurde en est une des raisons principales. Le Conseil fédéral a dès lors, à plusieurs reprises, exprimé aux autorités turques son inquiétude à cet égard et il saisira toute occasion pour faire part au gouvernement turc de cette préoc- cupation.24. September 1990 N 1507 Fragestunde Selon le droit en vigueur, les requérants d'asile dont la de- mande a été rejetée et dont le renvoi n'est pas possible, illicite, ou ne peut être raisonnablement exigé, sont provisoirement admis en Suisse. Sous la dénomination de «réfugiés de la vio- lence», il faut entendre les groupes de personnes dont le ren- voi dans leur pays d'origine n'est pas possible ou illicite en rai- son d'un danger concret, parce qu'elles se trouveraient dans une situation grave et sans issue. Selon les estimations des autorités compétentes, la plupart des Kurdes qui retournent en Turquie ont la possibilité d'échapper à ce danger soit en sé- journant à l'extérieur des provinces où règne l'état d'urgence, soit en s'établissant dans ces mêmes provinces dans des ré- gions qui ne sont pas directement touchées par des affronte- ments ou des combats. C'est la raison pour laquelle, au regard de la situation actuelle, ces personnes ne peuvent pas être toutes désignées comme des réfugiés de la violence. Il y a lieu de mentionner toutefois que la Suisse a accordé l'asile l'an dernier à près de 300 res- sortissants turcs, pour la plupart des Kurdes. Avant de se pro- noncer sur un renvoi, les autorités examinent chaque cas indi- viduellement pour savoir si des faits concrets empêchent leur rapatriement. Frage 34: Tschuppert. Investitionskredite an die Landwirtschaft Crédits d'investissements pour l'agriculture Laut Kreisschreiben des Eidgenössischen Meliorationsamtes vom 5. September 1990 an die kantonalen Vollzugsbehörden hat der Bundesrat am bereits reduzierten Budget für Boden- verbesserungen und landwirtschaftliche Hochbauten sowie an den Investitionskrediten nochmals sehr massive Kürzungen vorgenommen. Das ist insofern unverständlich, weil der Investi- tionsbedarf in der Landwirtschaft infolge Vollzug des Tier- Schutzgesetzes, der Instandstellung von Umweltschäden, Be- triebsumstellungen auf Integriert- oder Bio-Produktion nach wie vor sehr gross ist. Diese Massnahme steigert noch die zurzeit bestehende massive Verunsicherung der landwirtschaftlichen Bevölkerung. Ist der Bundesrat bereit, vor der Verabschiedung des Budgets diesbezüglich nochmals über die Bücher zu gehen? M. Delamuraz, conseiller fédéral: Je vous remercie de votre magnanimité, Monsieur le Président. En réponse à la question de M. Tschuppert, je vous informe que le Conseil fédéral a prévu, dans le budget 1991 qui est maintenant arrêté, d'une part une somme de 15 millions de francs pour l'octroi de crédits d'investissements, soit une ré- duction de 5 millions de francs par rapport à l'année en cours et, d'autre part, pour les subventions aux améliorations fonciè- res et constructions rurales, un montant de 100 millions, au lieu des 127 millions pour l'année en cours. Je regrette qu'il ait fallu faire des rognures à ces deux postes, procéder à un assainissement du budget, mais nous nous trouvions dans une situation budgétaire de trop forte crois- sance, et le Conseil fédéral n'aurait pas été crédible s'il vous avait présenté un budget accusant une croissance de plus de 10 pour cent par rapport au budget de l'année en cours. Il nous a donc fallu, les uns et les autres,.faire quelques sacrifi- ces robustes. Or, dans le domaine de l'agriculture, il y a telle- ment de postes fixes, liés à des prescriptions légales ou régle- mentaires, qu'il ne reste que très peu de postes susceptibles de variations, et malheureusement parmi ceux-ci, il y a les pos- tes des crédits d'investissements et des subventions pour améliorations foncières. Nous pensons qu'il sera possible de trouver quelques com- pensations en cours d'exercice et d'établir un ordre de priorité pour ne pas engager toutes les dépenses à la fois. Ainsi les sommes budgétaires, - dont vous avez d'ailleurs souveraine- ment la décision, puisque c'est affaire de Parlement- pourront être encore modulées, cela dépend de vos décisions. Permettez-moi d'ajouter enfin que nous avons tenu compte du fait que nous avons enregistré presque constamment ces der- nières années et ces derniers mois, des surenchères du Parle- ment s'agissant des messages pour l'agriculture. Je prendrai le dernier exemple en date, à savoir l'arrêté concernant le fi- nancement des contributions aux frais de détenteurs de bétail de la région de montagne et de la région préalpine de collines, valable pour 1991 et 1992. Le Conseil fédéral propose, et c'est une mesure bien ajustée, 515 millions de francs pour ces deux années. La commission du Conseil des Etats a évité de jus- tesse une proposition à 565 millions, pour retenir 550 millions au total, soit un surplus de 35 millions de francs, ce qui finale- ment enfle trop le budget agricole. Telle est la réponse que je puis donner à M. Tschuppert, en es- pérant pouvoir faire mieux la prochaine fois. Frage 35: Daepp. Zuckerrübenpreis Prix des betteraves sucrières - Wie begründet der Bundesrat seine restriktive Rübenpreispo- litik der letzten Jahre; - wie beurteilt er das jüngste Preisbegehren zur Erhöhung des Rübenpreises, und - weshalb bleibt jeweils bei der Beurteilung des Preises die all- gemeine Einkommens- und Teuerungssituation der Landwirt- schaft unberücksichtigt? M. Delamuraz, conseiller fédéral: En réponse à Mme Daepp, je dirai que le Conseil fédéral a toujours pris ses décisions sur le prix des betteraves en exécution de l'arrêté sur le sucre. Il y avait l'ancien arrêté, il y a eu une tentative de nouvel arrêté refu- sée par le peuple, il y a eu enfin le nouvel arrêté que vous avez accepté. C'est évidemment sur ces textes que le Conseil fédé- ral se fonde pour définir le prix du sucre. Cet arrêté prévoit que le prix de la quantité totale doit permet- tre, sur une moyenne de plusieurs années, de couvrir les coûts de production moyens d'entreprises agricoles qui sont gérées à des conditions rationnelles et, le cas échéant, reprises à des conditions normales. Or, lorsqu'on parle de cette question, Madame Daepp, on oublie constamment le fait que pendant les vingt dernières années le prix des betteraves a toujours couvert et le plus souvent dépassé les coûts de production, qui incluent la rémunération du travail et du capital propre. Il n'y a eu, en vingt ans, que trois exceptions: en 1970, en 1975 et en 1987, ces coûts n'ont pas été couverts. Toutefois, en moyenne, au cours des dix dernières années les recettes ont excédé de 2,22 francs - c'est précis - le quintal ou, pour parler moderne, le «décitonne», les coûts de production. Cela com- pensait donc largement les pertes de ces trois années où les paysans producteurs de betteraves n'y ont pas trouvé leur compte. Deuxième question. Ce mécanisme vous étant connu, je dirai que le Conseil fédéral examine actuellement les- revendica- tions présentées par l'Association des planteurs portant sur une augmentation du prix des betteraves sucrières. Je souhai- tais que nous puissions prendre une décision ce matin, mais étant donné l'absence de deux conseillers fédéraux, il est vrai- semblable que le Conseil fédéral prendra sa décision lors de sa prochaine séance hebdomadaire, soit lundi prochain. Dès lors, je ne puis pas me prononcer sur votre seconde question quant aux prix de cette année. Je répondrai enfin à votre troisième question. L'arrêté sur le sucre garantit pour les betteraves sucrières des prix permet- tant, je le répète, de couvrir les coûts de production, mais il est bien clair que l'établissement de ces coûts tient compte de la situation sur le front du renchérissement et que toutes les don- nées sont enregistrées dans la comptabilité. Au reste, Ma- dame Daepp, je me réjouis que les producteurs de betteraves qui avaient cessé de participer à l'exercice du calcul des coûts et de la transmission de leur comptabilité - sans doute était- elle trop bonne - se soient décidés à reprendre ce calcul, per- mettant ainsi un dialogue que je trouve plus normal, plus natu- rel, entre eux et l'autorité qui décide, car on pourra véritable- ment juger sur pièces. C'est incroyable, c'est paradoxal, mais il ne faut pas oublier que si les prix sont restés les mêmes, même s'ils ont été baissés une fois, cela tient au fait qu'en réa- lité les recettes ont été régulièrement ces dernières années, sauf trois, très largement supérieures aux frais de production et que les betteraviers s'y sont donc finalement retrouvés.Crise du Golfe. Interventions parlementaires 1508 N 24 septembre 1990 Frau Daepp: Die Zuckerrübenverarbeitungskampagne be- ginnt nächstens. In den nächsten Tagen werden die Zuckerrü- ben geerntet und in die Zuckerfabriken geliefert. Wäre es nicht höchste Zeit - Sie haben mir das letzte Woche mündlich ver- sprochen -, dass Sie heute den Zuckerrübenpreis beraten würden, damit die Produzenten endlich wissen, wieviel sie für ihre Rüben erhalten, die sie bereits ein halbes Jahr gepflegt und gehegt haben? Ich möchte Ihnen danken dafür, dass Sie es wenigstens probiert hätten, wenn alle anwesend gewesen wären. Bekanntlich forderten die Rübenpflanzer eine Preisanpas- sung von 2.20 Franken pro 100 kg, das haben Sie bereits er- wähnt. Ich glaube, wir dürfen uns auf diese Berechnungen stützen. Sie entsprechen auch dem neuen Zuckerbeschluss. Die letzte Zuckerrübenpreisanpassung - ich möchte nicht ein- fach immer mit den letzten drei Jahren vergleichen -, welche den Pflanzern materielle Verbesserungen brachte, geht ins Jahr 1976 zurück. Das möchte ich hier festhalten. Seither sind die Produktionskosten nach unseren Berechnungen um 34 Prozent, der Rübenpreis um 12 Prozent gestiegen. Frage: Wird nächsten Montag die Preiserhöhung festgelegt? M. Delamuraz, conseiller fédéral: Pour l'heure, Madame la Conseillère nationale, je ne peux que vous assurer que le Con- seil fédéral traitera cet objet lundi prochain. #ST# Golfkrise. Parlamentarische Vorstösse Crise du Golfe. Interventions parlementaires 90.664 Dringliche Interpellation der Kommissison für auswärtige Angelegenheiten Golfkrise Interpellation urgente de la commission des affaires étrangères Crise du Golfe Wortlaut der Interpellation vom 16. August 1990 Der Bundesrat wird eingeladen, das Parlament über die neue- ste Entwicklung in der Golfregion zu orientieren und eine Ein- schätzung der von ihm getroffenen Massnahmen vorzuneh- men. Texte de l'interpellation du 16 août 1990 Le Conseil fédéral est prié d'informer le Parlement sur les der- niers développements dans la région du Golfe et de procéder à une appréciation des mesures qu'il a prises. 90.667 Dringliche Interpellation der liberalen Fraktion Wirtschaftssanktionen gegen Irak Interpellation urgente du groupe libéral Sanctions économiques envers l'Irak Wortlaut der Interpellation vom 17. September 1990 Die internationale Verurteilung des irakischen Ueberfalls auf Kuwait erfolgte spontan und deutlich. Diese Verurteilung wurde durch den Beschluss des Sicher- heitsrates der Organisation der Vereinten Nationen bestätigt, welcher sich einstimmig, bei zwei Enthaltungen, für Wirt- schaftssanktionen gegenüber dem irakischen Aggressor aus- gesprochen hat. Die Schweiz als Nicht-Uno-Mitglied hat rasch beschlossen, sich diesen Wirtschaftssanktionen anzuschliessen und ist da- mit zahlreichen Demokratien gefolgt. Welche Konsequenzen hat dieser Schritt für die zukünftige Ge- staltung der schweizerischen Neutralitätspolitik? Wird mit diesem Schritt eine Einschränkung der bisher völli- gen Unabhängigkeit der schweizerischen Aussenpolitik be- wirkt? Texte de l'interpellation du 17 septembre 1990 La condamnation par la communauté internationale de l'inva- sion irakienne du Koweït a été claire et spontanée. Elle a été confirmée par la décision du Conseil de sécurité de l'Organisation des Nations unies qui, à l'unanimité moins deux abstentions, s'est déclaré favorable à des sanctions économi- ques à rencontre de l'Irak.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Fragestunde Heure des questions In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer --- Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 24.09.1990 - 14:30 Date Data Seite 1497-1508 Page Pagina Ref. No 20 018 979 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.