B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2073/2013 U r t e i l v o m 1 3 . M a i 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Markus König, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiberin Stella Boleki. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. März 2013 / N (…). E-2073/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein aus Jaffna stammender Tamile verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am (…) Juni 2009 unter Verwe n- dung eines falschen Reisepasses, reiste per Flugzeug nach Rom und von dort auf dem Landweg weiter in die Schweiz, wo er am 16. Juni 2009 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nachsuch- te. B. Am 18. Juni 2009 wurde der Besc hwerdeführer zu seinen Personalien, zum Reiseweg und summarisch zu seinen Asylgründen befragt; am 10. Juli 2009 erfolgte eine einlässliche Anhörung zu seinen Asylgründen. C. Zur Begründung seines G esuchs führte er aus, ab dem Jahr 2006 seien er und andere tamilische Personen auf dem Sportplatz des Schulhofes von Angehörigen der sri -lankischen Armee und der "Eelam People's Democratic Party" (EPDP) belästigt und geschlagen worden; einige Leute seien auch festgenommen worden. Sein Vater, der ein Ge schäft geführt habe, sei seit dem Jahr 2006 bzw. 2007 immer wieder zu Geldzahlungen erpresst worden, und die Familie habe mehrmals nächtliche Drohanrufe erhalten. Im Jahr 2007 habe er (Beschwerdeführer) das "(…) College" in Jaffna besucht. Mitglieder der " Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) hätten diese Schule ebenfalls besucht. Zwei Monate nach Eintritt sei ihm von einem Mit-Studenten, der LTTE-Mitglied gewesen sei, ein Handy zur Übermittlung von Informationen an die LTTE übertragen worden , insb e- sondere für den Fall, dass die Schule von Soldaten aufgesucht worden wäre und sich kein LTTE-Mitglied in der Nähe befunden hätte. Nach zwei Wochen habe er das Handy aber unbenutzt wieder zurückgegeben, was für ihn – vielleicht, weil er vorgegeben habe, die LTTE weiterhin zu unter- stützen – keine negativen Konsequenzen gehabt habe. Im selben Jahr sei er bei einer Bombenexplosion (Selbstmordattentat) von einem Splitter getroffen worden und habe dabei (…) verloren. Aus zwei Gründen habe er beschlossen das Land zu verlassen: Erstens seien in seiner Heimatre- gion immer häufiger Leute auf offener Strasse erschossen worden, unab- hängig davon, ob sie einer Organisation angehört hätten oder nicht. Zwei- tens habe er für den Fall einer Nichtbezahlung der an seinen Vater g e- richteten Erpressungsforderungen Angst vor den Folgen gehabt. E-2073/2013 Seite 3 D. Mit Verfügung vom 8. März 2013 – eröffnet am 13. März 2013 – wies das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 16. Juni 2009 ab und ordnete die Wegweisung sowie deren Vollzug an. E. Der Besc hwerdeführer erhob dagegen mit Eingabe vom 11. April 2013 (Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und bea n- tragte, es sei die vorinstanzliche Verfügung vom 8. März 2013 aufzuh e- ben, es sei ihm Asyl zu gewähren, (eventualiter) sei ihm aufgrund der Feststellung der Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewäh- ren; es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen und auf di e Erhebung eines Koste n- vorschusses zu verzichten. F. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 15. April 2013 den Eingang der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. E-2073/2013 Seite 4 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwe rde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e-E-2073/2013 Seite 5 geben hält. Unglaubhaft sind ins besondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Die Vorinstanz würdigt die Vorbringen als offensichtlich nicht asylrele- vant und verzichtet deshalb auf Unglaubhaftigkeitselemente in den Vo r- bringen einzugehen. Bei den an die LTTE weiterzuleitenden Informati o- nen habe es sich nicht um sensible Daten gehandelt, da es nur darum gegangen sei, die in der Schule von Soldaten durchgeführten Kontrollen zu melden. Sodann habe der Beschwerdeführer gar nie Informationen an die LTTE weitergeleitet und sei zudem nicht der Einzige gewesen, von dem die LTTE solche Dienste verlangt hätten. Aus d iesen Gründen sei von Seiten der sri -lankischen Behörden nichts zu befürchten. Er verfüge auch heute nicht über ein Profil, das ihn gegenüber den staatlichen Be- hörden verdächtig machen könnte ; gemäss Aussagen des Beschwerde- führers habe er noch nie etwas für die LTTE gemacht. Auch von Seiten der LTTE drohe dem Beschwerdeführer keine Gefahr; der Krieg zwischen der sri -lankischen Regierung und de n LTTE sei im Mai 2009 zu Ende gegangen und das gesamte Land befinde sich wieder unter Regierungskontrolle. Seither sei es zu keinen terroristischen Aktivi- täten der LTTE mehr gekommen. Hinzu komme, dass es für den B e- schwerdeführer selbst im Jahr 2007, als die Aufforderung der LTTE noch aktuell gewesen sei und die LTTE noch über Macht verfügte, keine nega- tiven Konsequenzen gegeben habe. Soweit der Beschwerdeführer die von der EPDP ausgehenden Vorfälle auf dem Sportplatz, die Verletzungen infolge des Selbstmordattentats oder die nächtlich erfolgten Drohanrufe vorbringe, seien diese Nachteile auf die allgemeine Situation Sri Lankas während des Bürgerkriegs zu- rückzuführen. Mit dem Ende des Bürgerkriegs stelle sich die Situation j e- doch anders dar. Die Sicherheits- und Menschenrechtslage sei zwar noch nicht in allen Teilen des Landes zufriedenstellend, doch die Anzahl von Gewaltereignissen wie Entführungen, Verschleppungen und Tötungen sei erheblich zurückgegangen. Aus den Akten seien somit nicht genügend konkrete Hinweise zu erke n- nen, welche darauf hindeuten würden, dass der Gesuchsteller im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka mit erheblicher Wahrscheinlichkeit damit E-2073/2013 Seite 6 zu rechnen habe, in absehbarer Zukunft seitens der heimatlichen Behö r- den oder anderer Gruppierungen Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. Die Vorbringen des Beschwerdefü h- rers vermöchten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft g e- mäss Art. 3 AsylG nicht standzuhalten. 5.2 Demgegenüber wiederholt der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmit- telschrift im Wesentlichen die bei der Vorinstanz bereits dargelegten Asyl- gründe. Der Argumentation des BFM hält er entgegen, er habe tatsäc h- lich keine Informationen an die LTTE weite rgeleitet, doch die Personen vor Ort würden meinen, dass er den LTTE Informationen geliefert und sie unterstützt habe. Er befürchte bei einer allfälligen Rückkehr von den u n- bekannten Personen, die vor der Ausreise seine Familie mehrmals b e- droht hätten, entführt zu werden , weil sie als vermögende Familie wah r- genommen würden. Mit Verweis auf den Bericht der Schweiz erischen Flüchtlingshilfe (SFH), Sri Lanka: Update, 15. November 2012 führt er aus, Lösegelderpressungen von vermögenden Perso nen kämen häufig vor; zudem könne jeder Tamile im Norden Sri Lankas jederzeit auf blo s- sen Verdacht hin verhaftet werden, und der Staat biete nicht genügenden Schutz für Tamilinnen und Tamilen. 6. Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure z u- gefügt worden sind beziehungswe ise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Aufgrund der Subsidiarität des flüchtling s- rechtlichen Schutzes setzt die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betro ffene Person in ihrem Heimatland ke i- nen adäquaten Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f., BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.). Ausgangspunkt für die Beurte i- lung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer so l- chen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Ra h- men der Prüfung nach der Aktualit ät der Verfolgungsfurcht ebenfalls w e- sentlich. Veränderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zw i- schen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE E-2073/2013 Seite 7 2008/34 E. 7.1 S. 507 f., BVGE 2008/12 E. 5.2 S. 154 f., WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Auslände r- recht, 2. Aufl., Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 6.1 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine bloss en t- fernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten (und aus einem der vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden ) Benachteiligung als wahr- scheinlich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [ EMARK] 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f., EMARK 2004 Nr. 1 E. 6a S. 9). 6.2 Nach Beendigung des militärischen Konflikts zwischen der sri - lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 ist von einer inzwischen er- heblich veränderten Lage in Sri Lanka auszugehen. Militärisch gelten die LTTE als vernichtet. Die Sicherheitslage hat sich in bedeutsamer Weise stabilisiert, auch wenn sich das Land immer noch in einem Entwicklungs- prozess befindet. Die Menschenrechtslage hat sich allerdings namentlich hinsichtlich der Meinungsäusserungs - und der Pressefreiheit tendenziell verschlechtert. Politisch Oppositionelle jeglicher Couleur werden seitens der Regierung als Staatsfeinde betrachtet und müssen mit entspreche n- den Verfolgungsmassnahmen rechnen (vgl. BVGE 2011/24 E. 7). Es bestehen verschiedene Risikogruppen, welche auch nach Beendigung des Krieges verdächtigt wer den, mit den LTTE in Verbindung zu stehen beziehungsweise gestanden zu sein. Auch unabhängige beziehungswe i- se regierungskritische Medienschaffende haben ein erhöhtes Risikoprofil. Im Weiteren ist bei Opfern und Zeugen von Menschenrechtsverletzungen und Personen, die entsprechende Übergriffe behördlich angezeigt haben, mit erhöhter Verfolgungsgefahr zu rechnen. Ausserdem laufen abgewi e- sene tamilische Asylsuchende aus der Schweiz unter Umständen Gefahr, bei der Rückkehr behördlich belangt zu werden, wenn ihnen Kontakte zu führenden LTTE-Kadern in der Schweiz unterstellt werden. Wegen dr o- hender Erpressung, Kidnapping und anderen Verfolgungshandlungen bi l- den schliesslich Personen, welche über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen, eine weitere Risikogruppe. Bei allen Personen, die dieser Ris i- kogruppe angehören, muss allerdings bei der Prüfung der Flüchtlingse i-E-2073/2013 Seite 8 genschaft das Motiv der jeweiligen Verfolgungshandlungen sorgfältig u n- tersucht werden. Sofern ausschliesslich ein finanzielles Verfolgungsint e- resse auszumachen ist, ist diesem Aspekt bei der Prüfung der Wegwe i- sungshindernisse Rechnung zu tragen (vgl. a.a.O. E. 8). 6.3 Die Vorinstanz äusserte sich in der angefochtenen Verfügung zur Frage der Glaubhaftigkeit der Vorbringen nicht. Nach Prüfung der Akten qualifiziert auch das Bundesverwaltungsgericht die unbestrittenen Vo r- bringen als nicht asylrelevant. Gemäss dem Sachverhaltsvortrag des B e- schwerdeführers gehört er keiner vom Bundesverwaltungsgericht im Grundsatzurteil festgelegten Risikogruppe an (vgl. BVGE 2011/ 24 E. 7). Die Vorinstanz stellte zu Recht fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte sein Asylgesuch ab. Es ist zwecks Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (vgl. E. 5.1) zu verweisen. 6.3.1 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, von Angehörigen des sri - lankischen Militärs und von Mitgliedern der EPDP auf dem Sportplatz schikaniert und teilweise auch geschlagen worden zu sein, ist nebst der Tatsache, dass heute mit Beendigung des Bü rgerkriegs von veränderten Verhältnissen auszugehen ist, auch zu berücksichtigen, dass die vorg e- brachten Übergriffe unter anderem offensichtlich nicht der im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG erforderlichen Intensität entsprechen, weshalb sie flüchtlingsrechtlich nicht bedeutsam sind. 6.3.2 Hinsichtlich der geltend gemachten Befürchtung, er werde zwecks Lösegelderpressung entführt, ist festzuhalten, dass der Beschwerdefü h- rer zwar zu Protokoll gab, sein Vater habe ein (…)geschäft geführt (vgl. A1 F. 8); anlässlich der Zweitbefragung führte er jedoch auch aus, zwei Monate vor seiner Ausreise sei sein Vater wegen der Probleme nach C._______ gegangen (vgl. A9 F. 9). Auch in der Rechtsmittelschrift bestä- tigte er beide Aussagen und machte keine weitergehenden Ausführungen hierzu. Angesichts seiner Aussagen ist deshalb davon auszugehen, dass der Vater das (…)geschäft aufgab als er nach C._______ gereist war. Gegenteilige Anhaltspunkte sind den Akten nicht zu entnehmen. Somit ist schon aus diesem Grund anzunehmen, dass der Beschwerdeführer nicht über beträchtliche finanzielle Mittel im erwähnten Sinne verfügt. Die sub- jektive Furcht vor Verfolgung ist aus heutiger Sicht objektiv offensichtlich unbegründet. Die in der Rechtsmittelschrift vorgebrachte Erklärung, die Leute vor Ort hätten das Gefühl, seine Familie sei vermögend, findet au f- grund von fehlenden derartigen Hinweisen in den Akten keine Stütze und E-2073/2013 Seite 9 ist deshalb als unbehelflicher nachgeschobener Erklärungsversuch zu qualifizieren. Aufgrund der vorliegenden Faktenlage geh ört der B e- schwerdeführer – entgegen seiner Auffassung – nicht der erwähnten Risi- kogruppe an. 6.3.3 Das in der Beschwerde vorgebrachte Argument, im Norden Sri Lan- kas könne jeder Tamile jederzeit auf blossen Verdacht hin verhaftet we r- den, greift nicht. Einzig aufgrund von behördlichen Festnahmen – so wird es pauschal vorgebracht – ist noch nicht eine asylrelevante Verfolgung abzuleiten; auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) verneint eine systematische Verfolgung von Tamilen in Sri Lanka (vgl. n achfolgend E. 8.1.1). Die Frage der staatlichen Schutzfähigkeit stellt sich deshalb vorliegend nicht. 6.4 Insgesamt besteht aufgrund der Asylvorbringen des Beschwerdefü h- rers kein konkreter Anlass zur Annahme, dass er aus heutiger Sicht mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft Verfolgungsmas s- nahmen des sri -lankischen Staates – oder von Gruppierungen, von d e- nen ihn der Staat nicht zu schützen im Stande wäre – ausgesetzt wäre. Die dargelegte subjektive Furcht vor Verfolgung erweist sich im jetzig en Zeitpunkt nicht als objektiv begründet. Der Beschwerdeführer hat keine asylrechtlich relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürc h- ten. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Weg weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 7.3 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e-E-2073/2013 Seite 10 weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Aus länderinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 8.1.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat in BVGE 2011/24 unter Bezu g- nahme auf die Rechtsprechung des EGMR erkannt, es könne nicht in g e- nereller Weise davon ausgegangen werden, zurückkehrende Tamilen drohe in Sri Lanka u nmenschliche Behandlung; eine entsprechende Ris i- koeinschätzung müsse verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, der Betreffende h a- be ernsthafte Gründe für die Befürchtung, die Behörden oder paramilitäri- sche Gruppierungen hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Inte- resse (BVGE, a.a.O., E. 10.4.2). 8.1.2 Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung zu Recht d a- von aus, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht zur Anwen dung kommt, weil der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich daher nach den allgemeinen verfassungs - und völkerrechtlichen Be- stimmungen (Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]); Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum S chutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101]. Das BFM nimmt sodann zutreffend an, dass sich weder aus den Aussa- gen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür e r- geben, dass er für den Fall einer Ausschaffung mit beachtli cher Wahr- scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Der Beschwerdeführer vermag in se i- nem Rechtsmittel keine substanziierte Argumente dagegenzuhalten. E-2073/2013 Seite 11 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie i m Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.2.1 Die Vorinstanz hielt in der angefochtenen Ver fügung fest, seit der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den sepa- ratistischen LTTE im Mai 2009 zu Ende gegangen sei, befinde sich das gesamte Land wieder in Regierungskontrolle. Die allgemeine Sicherheits- lage sei seither deutlich verbessert. Der Vollzug der Wegweisung in das gesamte Gebiet der Ostprovinz sei grundsätzlich zumutbar; derjenige in die Nordprovinz sei es – mit Ausnahme des Vanni-Gebietes – ebenfalls, wobei sich eine sorgfältige Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskri- terien aufdränge. Für Personen, deren letzter Aufenthalt in der Nordpr o- vinz längere Zeit zurückliege, seien zudem die aktuellen Lebens - und Wohnverhältnisse und das Vorhandensein begünstigender Faktoren zu prüfen. Eine Wegweisung des Beschwerdeführe rs sei zumutbar, da er aus dem Distrikt Jaffna stamme und weder die vor Ort herrschende Sicherheitslage noch individuelle Gründe gegen einen Wegweisungsvollzug spr ächen. Seine Mutter, (…) Brüder und (…) Schwester würden im gleichen Haus leben, in dem auch der Beschwerdeführer bis zu seinem Weggang aus Jaffna gelebt habe. Ausserdem würden seine Ausbildung sowie sein ju n- ges Alter eine Reintegration begünstigen. 8.2.2 Der Beschwerdeführer hielt d iesen Ausführungen in seine m Rechtsmittel entgegen, die Vorinstanz habe es unterlassen, die aktuellen Lebens- und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären. Sie beschränke sich lediglich auf die Feststellung, dass seine Mutter, (…) Brüder und (…) Schwester im selben Haus wohnten. Dies sei zwar zutreffend, angesichts der sehr schwierigen sozioökonomischen Situation bedeute dies aber nicht, dass er eine konkrete Möglichkeit einer Existenzsicherung habe . Die Erwerbsmöglichkeiten seien äusserst eingeschränkt und überdies habe er den Kurs am "(…) College" als (…)-Mechaniker nicht abg e- schlossen und verfüge deshalb nicht über eine abgeschlossene Ausbi l-E-2073/2013 Seite 12 dung. Die Familie lebe von den Ersparnissen seines Vaters und verfüge somit nur über beschränkte finanzielle Mittel . Die Wegweisung erweise sich in seinem Fall als unzumutbar, weshalb er vorläufig aufzunehmen sei. 8.2.3 Wie die Vorinstanz zu Recht in ihrer angefochtenen Verfügung au s- führte, hat sich die Situation in den seit längerer Zeit unter Regierung s- kontrolle stehenden Gebieten (Halbinsel Jaffna und südliche Teile der Distrikte Vavuniya und Mannar) entspannt , und der Alltag scheint wieder eingekehrt zu sein. Diese Einschätzung wird gemäss aktualisierter Lag e- analyse auch vom Bundesverwaltungsgericht geteilt ( vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1 f). In diesen Gebieten herrscht unter Ausschluss des sogenann- ten "Vanni-Gebietes" (vgl. a.a.O. E. 13.2.2) keine Situation allgemeiner Gewalt und die dortige politische Lage ist nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzu mutbar eingestuft werden müsste. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber beim Wegweisungsvollzug in di e- ses Gebiet eine sorgfältige, zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien auf. Daneben ist dem zeitlichen Element gebü h- rend Rechnung zu tragen. Liegt der letzte Aufenthalt der betreffenden Person in der Nordprovinz längere Zeit – d.h. vor Beendigung des Bü r- gerkrieges im Mai 2009 – zurück, oder gehen konkrete Umstände aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstände seit der Aus- reise massgeblich verändert haben könnten, sind die aktuell vorliegenden Lebens- und Wohnverhältnisse sorgfältig zu prüfen. In diesem Zusa m- menhang massgeblich sind namentlich die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes und konkrete Möglichkeiten der Sicherung des Exi s- tenzminimums und der Wohnsituation (vgl. a.a.O. E.13.2.1). 8.2.4 Die persönliche Situation des Beschwerdeführers zeigt, dass er kurz nach Ende des Bürgerkriegs aus der Heimatre gion (Distrikt Jaffna) ausgereist ist, mithin bis zu seinem (…) Lebensjahr dort gelebt hat. Wie von ihm nicht bestritten wird, lebt seine Familie nach wie vor in D._______. Bei einer Rückkehr dürfte er somit in etwa dieselben Famili- en- und Wohnverhältnisse vorfinden wie zum Zeitpunkt seiner Ausreise. Was seine Vorbringen in Bezug auf die schlechte Wirtschaftslage betrifft, ist auf die vom Bundesverwaltungsgericht nach wie vor angewendete Praxis der Asylrekurskommission (ARK) zu verweisen , wonach blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige B e- völkerung im Allgemeinen betroffen ist, nicht genügen, um eine Gefäh r- dung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. EMARK 2005 E-2073/2013 Seite 13 Nr. 24 E. 10.1 S. 215). Schliesslich bedeutet sein Einwand, er habe den Kurs zum (…)-Mechaniker nicht abgeschlossen, noch nicht, dass er nicht befähigt sein würde, eine Existenzgrundlage aufbauen zu können. D er Beschwerdeführer ist gesund , verfügt über eine solide Schulbildung und wird bei seiner Rückkehr ein tragfähiges familiäres – vermutungsweise auch ein ausserfamiliäres – Beziehungsnetz vorfinden. Angesichts dieser begünstigenden Faktoren wird ihm eine Wiedereingliederung in die sri - lankische Gesellschaft und der Aufbau einer Existenzsicherung gelingen. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die eine Anord- nung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 9. Aus dies en Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist abzuweisen. 10. Das mit der Rechtsmittelschrift gestellte Gesuch um Gewährung der u n- entgeltlichen Rechtspflege ist aufgrund der Aussichtslosigkeit der Rechts- begehren abzuweisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). E-2073/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird a b- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Markus König Stella Boleki Versand: