Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. Mai 2012 (725 10 372 / 112) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Bestehen eines dem UVG-Obligatorium unterstehenden Arbeitsverhältnisses / Beweis- fragen Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jer mann, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Monica Armesto, Rechtsanwältin, indemnis, Spalenberg 20, 4001 Basel gegen Basler Versicherung AG , Hauptsitz, Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Manfred Bay- erdörfer, Advokat, Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal Betreff Leistungen A. Die 1959 geborene A.____ war ab 1. Juli 2003 als Mitarbeiterin mit einem Pensum von 70 % bei B.____ angestellt und durch den Arbeitgeber bei der damaligen Basler Versicherungs- Gesellschaft (seit April 2009: Basler Versicherung AG, im Folgenden: Basler) obligatorisch ge- gen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versi chert. Am 9. Mai 2005 wurde A.____ am Arbeitsplatz von einer stark alkoholisierten Klientin mit einem Faustschlag an der rechten Schulter verletzt. Nach Eingang der Unfallmeldung erb rachte die Basler die gesetzlichen Leis- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungen für dieses Unfallereignis, indem sie der Versicherten bis und mit 29. Mai 2007 Taggelder ausrichtete und bis im Sommer 2008 für die Kosten der Heilbehandlung aufkam. A.____ hatte bereits anlässlich eines früheren Unfalls vo m 9. Januar 2003 eine Verletzung an der rechten Schulter erlitten. Nachdem die Schweizerisch e Unfallversicherungsanstalt (SUVA), bei welcher A.____ damals obligatorisch unfallversichert gewesen war, für die Folgen dieses Ereignisses die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heil behandlung) erbracht hatte, schloss sie den Fall mit Verfügung vom 9. Februar 2005 ab, wo bei sie der Versicherten für die verblei- benden Unfallfolgen eine Integritätsentschädigung basi erend auf einer Integritätseinbusse von 5% zusprach. Mit Schreiben vom 11. März 2009 teilte d ie SUVA der Basler mit, dass A.____ einen Rückfall zum Ereignis vom 9.Januar 2003 gemeldet habe. In der Folge übernahm die SUVA die Fallführung hinsichtlich dieses Rückfalls. Mit Verfügung vom 5. Mai 2010 sprach sie A.____ gestützt auf die kreisärztlichen Feststellungen eine Invalidenrente auf der Basis eines Erwerbsunfähigkeitsgrades von 26 % sowie eine Integrit ätsentschädigung in der Höhe von 10 % des Höchstbetrages des versicherten Jahresverdienstes zu. Im Mai 2010 gelangte A.____ telefonisch an die Basler und teilte ihr mit, dass sie vor dem Un- fall vom 9. Mai 2005 zusätzlich zum 70 %-Pensum bei B.__ __ im Rahmen einer entgeltlichen Nebenbeschäftigung ihre betagte Mutter gepflegt habe , weshalb ihr entsprechende Taggeld- Nachzahlungen zustünden. Zudem ersuchte sie sinngemäss um Ausrichtung einer Integritäts- entschädigung für das Unfallereignis vom 9. Mai 2005. Zum Beweis ihrer Nebenerwerbstätigkeit reichte A.____ der Basler in der Folge unter anderem einen mit ihrer Mutter am 3. Januar 2004 für den Zeitraum vom 1. Januar 2004 bis 30. April 200 5 abgeschlossenen “Pflege-Vertrag“ ein, in welchem sich die Mutter verpflichtete, ihrer Tochter f ür ein Arbeitspensum von „ca. 30 %“ monatlich einen Betrag von Fr. 1'600.-- („ohne Abzüge“ ) zu überweisen. Nachdem sie weitere Unterlagen eingeholt hatte, lehnte die Basler mit Ve rfügung vom 10. September 2010 sowohl einen Anspruch der Versicherten auf eine zusätzliche Inte gritätsentschädigung für die Folgen des Unfallereignisses vom 9. Mai 2005 als auch deren Beg ehren auf Nachzahlung von Taggel- dern für die zu Gunsten der Mutter erbrachte Pflegetä tigkeit ab. Daran hielt die Basler auf Ein- sprache von A.____ hin mit Einspracheentscheid vom 26. November 2010 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Advokat Dr. D onald Stückelberger namens und im Auftrag von A.____ am 23. Dezember 2010 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der Einspracheentscheid der Basler vom 26. November 2010 insoweit aufzuheben, als dieser die Taggeldhöhe betreffe. Der Beschwerdeführerin seien die Taggelder im Zusammen hang mit dem Pflegedienst zu Gunsten ihrer Mutter zuzusprechen und die Basler sei zu verpflichten, die Taggelder zu be- rechnen und auszubezahlen; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 22. März 2011 beantragt e die Basler, vertreten durch Ad- vokat Dr. Manfred Bayerdörfer, die Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Nachdem das Gericht die Durchführung eines zweiten Schr iftenwechsels angeordnet hatte, teilte Advokat Dr. Donald Stückelberger am 4. Mai 2011 mit, dass er die Beschwerdefüh- rerin nicht mehr vertrete. E. In ihrer Replik vom 6. Juli 2011 liess A.____, nunmeh r vertreten durch Advokatin Monica Armesto, beantragen, es sei der Einspracheentscheid vom 26. November 2010 aufzuheben und es sei die Basler zu verpflichten, ihr das Taggeld für de n Unfall vom 9. Mai 2005 auf der Basis eines versicherten Verdienstes von Fr. 75'096.10 auszurich ten. Sodann sei die Basler zu ver- pflichten, ihre Vertretungskosten zu bezahlen. Im Weiter en ersuchte die Beschwerdeführerin in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Durchführung einer öffentlichen Parteiverhandlung. F. Die Basler hielt in ihrer Duplik vom 26. Juli 2011 a m Antrag auf Abweisung der Be- schwerde fest. G. In der Folge zog das Gericht bei der Steuerverwalt ung Basel-Landschaft die Steuerak- ten der Beschwerdeführerin der Jahre 2004 und 2005 be i. Die Parteien erhielten Gelegenheit, zu diesen Unterlagen Stellung zu nehmen, wobei die B eschwerdeführerin am 8. November 2011 und die Basler am 11. November 2011 von dieser Möglichkeit Gebrauch machten. Im Weiteren ersuchte das Gericht die Beschwerdeführerin am 15. November 2011, zur Vervoll- ständigung der Unterlagen Bankbelege oder anderweitige Dokumente einzureichen, welche die im “Pflege-Vertrag“ vom 3. Januar 2004 vorgesehenen Lohnzahlungen belegen würden. Am 7. Dezember 2011 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie nicht in der Lage sei, die Auszah- lungen des Lohnes von ihrer Mutter mittels Bankbelegen nachzuweisen. H. Zur Vervollständigung der Unterlagen zog das Gericht bei der SUVA Basel die das frü- here Unfallereignis vom 9. Januar 2003 betreffenden UV-Akten bei. I. Zu Beginn der heutigen Parteiverhandlung ist die Beschwerdeführerin zu einzelnen As- pekten des dem Beschwerdeverfahren zu Grunde liegenden Sachverhaltes befragt worden. Auf die Ausführungen der Versicherten ist, soweit erforder lich, im Rahmen der nachfolgenden Er- wägungen, einzugehen. In den anschliessenden Vorträgen haben die beiden Parteien an ihren Anträgen festgehalten und zur Begründung im Wesentlichen auf ihre bisherigen, in den Rechts- schriften vorgebrachten Argumente verwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht liegend befindet sich dieser in C.____, weshalb die ör tliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formge- recht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 23. De zember 2010 ist demnach einzutre- ten. 2. Nachdem die Versicherte in der vorliegend zur Beurte ilung stehenden Beschwerde vom 23. Dezember 2010 die am 10. September 2010 verfügte und im angefochtenen Einsprache- entscheid vom 26. November 2010 bestätigte Ablehnung ihres Gesuchs um Ausrichtung einer (zusätzlichen) Integritätsentschädigung für die Folgen d es Unfallereignisses vom 9. Mai 2005 nicht mehr beanstandet hat, bildet Streitgegenstand de s vorliegenden Beschwerdeverfahrens einzig noch die Höhe des Taggeldes, welches die Beschwerdegegnerin der Versicherten für die Dauer der auf den Unfall vom 9. Mai 2005 zurückzuführ enden Arbeitsunfähigkeit auszurichten hat. 3.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll o der teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod de r versicherten Person. Gemäss Art. 15 Abs. 1 UVG werden die Taggelder nach dem versicherten V erdienst bemessen. Nach Abs. 2 der genannten Bestimmung gilt als versicherter Verdienst für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG). War die versicherte Person vor dem Unfall bei mehr als einem Arbeitgeber tätig, so ist g emäss Art. 23 Abs. 5 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 der Gesamtlohn massgebend. 3.2 Die Beschwerdegegnerin richtete der Versicherten fü r die Dauer der auf den Unfall vom 9. Mai 2005 zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit Tagge lder aus. Deren Bemessung lag der letzte Lohn zu Grunde, den die Beschwerdeführerin vor d em Unfall bei B.____ bezogen hatte. Die Bemessung der aus dieser Tätigkeit resultierenden Taggelder steht im vorliegenden Verfah- ren ebenso wenig zur Diskussion wie die Dauer des Taggeld bezuges. Die von der Beschwer- degegnerin erbrachten Taggeldleistungen werden von de r Versicherten in diesen Punkten - zu Recht - nicht in Frage gestellt. Im Mai 2010 machte die Versicherte gegenüber der Beschwer- degegnerin jedoch neu geltend, sie habe vor dem Unfall vom 9. Mai 2005 zusätzlich zum 70 %- Pensum bei B.____ im Rahmen einer entgeltlichen Nebe nbeschäftigung ihre betagte Mutter gepflegt, weshalb ihr entsprechende Taggeld-Nachzahlungen zustünden. Ein solcher Anspruch ist von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einsprach eentscheid abgelehnt worden. Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde. Strei tig und im Folgenden zu prüfen ist des- halb, ob die Beschwerdeführerin vor dem Unfallereigni s vom 9. Mai 2005 zusätzlich zu ihrer (Haupt-)Tätigkeit bei B.____ auch als Arbeitnehmerin für ihre Mutter tätig und im Rahmen die- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ser Nebenerwerbstätigkeit ebenfalls obligatorisch unfallve rsichert war. Falls diese Frage zu be- jahen ist, hat die Beschwerdeführerin unbestrittenerma sen Anspruch auf einen höheren Tag- geldansatz, ist doch nach dem Gesagten bei Versicherten , die vor dem Unfall bei mehr als ei- nem Arbeitgeber tätig waren, das Taggeld anhand des Gesamtlohnes zu bemessen. 3.3 Laut Art. 1a Abs. 1 UVG sind die in der Schweiz be schäftigten Arbeitnehmer - nebst anderen, hier nicht interessierenden Personenkategorien - obligatorisch nach dem UVG versi- chert. Als Arbeitnehmer im Sinne dieser Gesetzesbestimmun g gilt nach Art. 1 UVV, wer eine unselbstständige Erwerbstätigkeit im Sinne der Bundesg esetzgebung über die Alters- und Hin- terlassenenversicherung (AHV) ausübt. Gemäss Art. 10 ATS G gelten als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Personen, die in unselbstständiger St ellung Arbeit leisten und dafür Lohn nach dem jeweiligen Einzelgesetz beziehen. Nach der Rech tsprechung gilt als Arbeitnehmer gemäss UVG, wer um des Erwerbes oder der Ausbildung wil len für einen Arbeitgeber, mehr oder weniger untergeordnet, dauernd oder vorübergehe nd tätig ist, ohne hierbei ein eigenes wirtschaftliches Risiko tragen zu müssen. Die Arbeitnehmer eigenschaft ist jeweils unter Würdi- gung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteile n. Entscheidend ist dabei nament- lich, ob geleistete Arbeit, ein Unterordnungsverhältni s und die Vereinbarung eines Lohnan- spruchs in irgendeiner Form vorliegen. Blosse Handreichun gen genügen demgegenüber nicht. Wird jemand nur aus Gefälligkeit kurzfristig für einen andern tätig, ist er deswegen selbst dann nicht obligatorisch versichert, wenn er dafür in irgende iner Form entschädigt wird. Schliesslich ist zu beachten, dass sich die Frage nach der Arbeitnehm ereigenschaft regelmässig nach der äusseren Erscheinungsform wirtschaftlicher Sachverhalte un d nicht nach allfällig davon abwei- chenden internen Vereinbarungen der Beteiligten beur teilt (Urteil R. des Bundesgerichts vom 7. Januar 2010, 8C_752/2009, E. 3 mit Hinweisen). 4.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten de r Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist j edoch, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriff snotwendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherun gsgerichts ist, für die Zusam- mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofer n, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 4.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S . 136). Während im Zivil- und Strafverfahren die richterliche Überzeugung grun dsätzlich auf dem vollen Beweis gründet, hat die rechtsanwendende Behörde im Sozialversicherungsr echt ihren Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad de r überwiegenden Wahrschein- lichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmte n Sachverhalts genügt den Beweisan- forderungen nicht. Verwaltung und Gericht haben vielm ehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufe n als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). 5.1 Die Beschwerdeführerin hat als Belege für ihre Schi lderung, wonach sie vor dem Unfall vom 9. Mai 2005 zusätzlich zu ihrer (Haupt-)Tätigkeit bei B.____ auch als Arbeitnehmerin für ihre Mutter tätig und im Rahmen dieser Nebenerwerbst ätigkeit ebenfalls obligatorisch unfallver- sichert gewesen sei, verschiedene Dokumente ins Recht gel egt. Im Folgenden ist auf diese einzelnen Beweismittel und auch auf die jeweiligen Aus führungen einzugehen, welche die Par- teien in ihren Rechtsschriften hierzu gemacht haben. 5.1.1 Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 20. Juli 2010 eine Taggeldnach- zahlung abgelehnt hatte, weil auf dem Entgelt für di e Pflege der Mutter keine AHV-Beiträge er- hoben bzw. geleistet worden seien, reichte die Beschwer deführerin im Rahmen des Einspra- cheverfahrens eine vom 11. August 2010 datierte Abrechnung der Ausgleichskasse Basel-Stadt ein, mit welcher für die Abrechnungsperiode vom 1. Janu ar 2005 bis 30. April 2005 auf einer Lohnsumme von Fr. 6'812.-- Sozialversicherungsbeiträge in der Höhe von Fr. 1'156.60 (inkl. Verwaltungskosten und Zinsen) erhoben wurden. Die Beschw erdeführerin macht geltend, dass mit dieser AHV-Beitragsverfügung vom 11. August 2010 da s von ihrer Mutter erhaltene Entgelt für die Monate Januar bis April 2005 rechtsgenüglich unt er Beweis gestellt sei. Demgegenüber reicht für die Beschwerdegegnerin der Umstand, dass auf d em angeblichen Arbeitsentgelt nachträglich AHV-Lohnbeiträge entrichtet worden sind, nicht aus für die Annahme, dass die Beschwerdeführerin für die behauptete Pflegetätigkeit obligatorisch unfallversichert gewesen sei. Bei AHV-Beitragsverfügungen, die erst nach dem Un falldatum erlassen worden seien, handle es sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung um kein taugliches Beweismittel für das Vorhandensein eines dem UVG-Obligatorium unterstehenden Arbeitsverhältnisses. 5.1.2 Die Beschwerdeführerin reichte sodann einen mit ihrer Mutter am 3. Januar 2004 für den Zeitraum vom 1. Januar 2004 bis 30. April 2005 abgesc hlossenen “Pflege-Vertrag“ ein, in wel- chem sich die Mutter verpflichtete, ihrer Tochter für ein Arbeitspensum von „ca. 30 %“ monatlich einen Betrag von Fr. 1'600.-- („ohne Abzüge“) zu über weisen. Die Beschwerdegegnerin macht in diesem Zusammenhang geltend, dass die Beschwerdeführe rin in ihrer Beschwerde als Grund für die Beendigung des Pflege-Vertrages per End e April 2005 eine im Mai 2005 erfolgte Hospitalisation der Mutter angegeben habe. In ihrer R eplik habe die Beschwerdeführerin noch- mals bestätigt, die Befristung sei erfolgt, weil sich di e Mutter im Mai 2005 in Spitalpflege bege- ben habe. Diese Erklärung wirft für die Beschwerdegegn erin Fragen auf. Falls der Vertrag tat- sächlich gemäss Datierung am 3. Januar 2004 unterzeichne t worden sei, hätten die Parteien also bereits 16 Monate im Voraus vom bevorstehenden Spitaleintritt Kenntnis gehabt, was doch eher ungewöhnlich sei. Bei dieser Konstellation liege deshalb die Vermutung nahe, dass der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vertrag erst später abgeschlossen und zurückdatiert worde n sei. In ihrer Replik hielt die Be- schwerdeführerin zu diesen Vorbringen lediglich fest, es gebe keinen Grund, aus diesen Um- ständen zu schliessen, dass sie keinen Lohn für ihre Pfleg e- und Betreuungsaufwand bezogen habe. 5.1.3 Als zusätzliche Belege gab die Beschwerdeführerin zwe i Lohnausweise vom 30. April 2005 und 2. Mai 2005 über die von ihrer Mutter im Jah r 2004 bzw. im Zeitraum vom 1. Januar 2005 bis 30. April 2005 geleisteten Lohnzahlungen zu de n Akten. Die Beschwerdegegnerin weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es sich bei den verwendeten Formularen um den sog. “neuen Lohnausweis“ handle, der in der vorlieg enden Fassung erst seit August 2006 im Umlauf sei. Die beiden Ausweise seien somit offenku ndig erst später erstellt und zurückda- tiert worden. Ferner falle auf, dass die Mutter der B eschwerdeführerin als Arbeitgeberin die bei- den Ausweise nicht unterzeichnet habe. Schliesslich seien die Lohnangaben in den beiden Do- kumenten aber auch inhaltlich widersprüchlich. In ihrer Replik bezeichnet die Beschwerdeführe- rin den Umstand, dass die von ihr eingereichten Lohnausweise bereits auf dem neuen Formular erstellt worden seien, für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens als irrelevant. Selbst wenn die Behauptung der Beschwerdegegnerin zutreffen würde, wonach die Lohnausweise nachträg- lich erstellt und zurückdatiert worden seien, so lasse sich allein hieraus nicht schliessen, dass sie nicht von ihrer Mutter entlöhnt worden sei. Ihre M utter sei zu jenem Zeitpunkt bereits betagt und krank gewesen und sie habe selbst für derart alltäg liche Handlungen wie das Vereinbaren von Terminen sowie das Bereitstellen und das Einnehmen vo n Medikamenten der Hilfe und Unterstützung bedurft. Vor diesem Hintergrund erstaun e es nicht weiter, dass die Mutter ihre administrativen Pflichten als Arbeitgeberin nicht mehr „im Griff gehabt“ habe. Die entsprechen- den Dokumente und Formulare hätten nachträglich erste llt werden müssen, weil die Mutter nicht mehr in der Lage gewesen sei, diese zeitgerecht auszustellen. Formell betrachtet, sei die Mutter demnach ihren Pflichten als Arbeitgeberin - wen n auch aus einleuchtenden und ver- ständlichen Gründen - nicht nachgekommen. Dieser Umstand dürfe jedoch ihr, der Beschwer- deführerin, nicht zum Nachteil gereichen, denn sie sei als Arbeitnehmerin nicht dafür verant- wortlich, dass der Lohnausweis zeitig ausgestellt werde. D ie Beschwerdegegnerin erachtet die- se Argumentation der Beschwerdeführerin als nicht überze ugend. Sie vertritt in ihrer Duplik die Auffassung, dass die Beschwerdeführerin die fraglichen D okumente hätte vorbereiten können; anschliessend hätte sie diese bloss noch ihrer Mutter zur U nterschrift vorlegen müssen. Dass die Mutter nicht mehr in der Lage gewesen wäre, die Richtigkeit von Lohnangaben zu bestäti- gen, werde nicht behauptet. 5.2.1 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens zog das Gericht zur Vervollständi- gung des Sachverhaltes bei der Steuerverwaltung Basel -Landschaft die Steuerakten der Be- schwerdeführerin der Jahre 2004 und 2005 bei. Diesen ka nn entnommen werden, dass die Be- schwerdeführerin in den genannten Steuerjahren ledigl ich ihr bei B.____ erzieltes Erwerbsein- kommen versteuert hat. Ein allfälliges Einkommen aus der Pflegetätigkeit für ihre Mutter hat sie gegenüber den Steuerbehörden nicht deklariert. In ihr er Stellungnahme vom 11. November 2011 zum Ergebnis dieser amtlichen Erkundigung sieht d ie Beschwerdegegnerin darin ein wei- teres gewichtiges Indiz dafür, dass die Beschwerdeführeri n keine entgeltliche Arbeit für ihre Mutter geleistet habe. Demgegenüber ergibt sich laut d en Vorbringen der Beschwerdeführerin Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht in ihrer Stellungnahme vom 8. November 2011 aus den b eigezogenen Steuerakten bloss, dass sie die Tätigkeit bei ihrer Mutter weder als Unselbstä ndigerwerbende noch als Selbständiger- werbende in den Steuererklärungen für die Jahre 2004 und 2005 deklariert habe. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass ihre Mutter die Lohnausweise nicht rechtzeitig genug erstellt gehabt habe, damit sie diese der Steuerverwaltung hätte einreichen können. Es wäre allerdings verfehlt, allein aus diesem Grund davon ausgehen zu woll en, sie hätte keinen AHV-pflichtigen Lohn bei ihrer Mutter erzielt, seien doch für den an sie ausbezahlten Lohn tatsächlich AHV- Beiträge entrichtet worden seien. 5.2.2 Im Rahmen des Instruktionsverfahrens ersuchte das Ger icht die Beschwerdeführerin sodann, zur Vervollständigung der Unterlagen Bankbelege oder anderweitige Dokumente ein- zureichen, welche die im “Pflege-Vertrag“ vom 3. Janua r 2004 vorgesehene monatliche Über- weisung des vereinbarten Lohnes belegen würden. Am 7. D ezember 2011 teilte die Beschwer- deführerin mit, dass sie nicht in der Lage sei, die Ausza hlungen des Lohnes von ihrer Mutter mittels Bankbelegen nachzuweisen. Die Mutter habe ihr den vereinbarten Lohn in bar ausbe- zahlt. Da die Mutter schon vor einiger Zeit verstorben sei, lägen ihr auch keine Quittungen hier- über mehr vor, denn der gesamte Hausrat der Mutter se i zwischenzeitlich geräumt worden. In den ihr noch vorliegenden Unterlagen habe sie keine Qu ittungen finden können. Ihre Mutter habe das für die Lohnauszahlung bestimmte Geld jeweils b ei ihrer Bank abgehoben. Sie habe deshalb versucht, von der betreffenden Bank entsprechen de Belege erhältlich zu machen. Da diese Konten jedoch längst saldiert seien, weil ihre Mutter bereits vor Jahren verstorben sei, sei es ihr nicht mehr möglich gewesen, entsprechende Bankbe lege über die Auszahlungen erhält- lich zu machen. Im Übrigen würden diese ohnehin nur be legen, dass Geld abgehoben worden sei, ohne dass damit bewiesen werden könnte, wohin dieses Geld gelangt sei. 5.3 Anlässlich der heutigen Parteibefragung hat die B eschwerdeführerin bestätigt, dass sie und ihre Mutter den “Pflege-Vertrag“, wie auf dem D okument festgehalten, am 3. Januar 2004 abgeschlossen und unterzeichnet hätten. Auf die Frage, weshalb man den “Pflege-Vertrag“ damals nicht auf unbefristete Dauer, sondern befristet per Ende April 2005 abgeschlossen ha- be, hat die Beschwerdeführerin erklärt, es sei bereits damals zwischen ihr und B.____ vorgese- hen gewesen, dass sie ihr Arbeitspensum bei diesem Arbei tgeber im Mai/Juni 2005 ausdehnen werde. Auf das weitgehende Fehlen anderer echtzeitlic her Unterlagen angesprochen, hat die Beschwerdeführerin angegeben, dass sie sich nie um „das Ad ministrative“ gekümmert habe. Sie sei damals davon ausgegangen, dass ihre Mutter die AHV-Beiträge an die Ausgleichskasse abgeliefert hätte. Dass dies nicht der Fall gewesen se i, habe sie erst im Jahr 2009 aufgrund einer entsprechenden Anfrage bei der Ausgleichskasse erfahr en. Die nicht mehr vorhandenen Quittungen über die in bar erfolgten Lohnzahlungen se ien offenbar (mit-) entsorgt worden, als nach dem Tod ihrer Mutter deren Wohnung geräumt worden sei. Sie habe lediglich einige weni- ge Unterlagen zurückbehalten, die fraglichen Quittunge n hätten sich aber nicht darunter befun- den. Bei der Bank ihrer Mutter habe sie keine Belege m ehr erhältlich machen können. Die bei- den Lohnausweise hingegen habe sie in den Unterlagen ihrer Mutter gefunden. Sie habe diese Dokumente im Jahr 2009 ihrem damaligen Rechtsvertreter a usgehändigt. Sie könne nicht sa- gen, wer die Lohnausweise ausgefüllt habe. In den an schliessenden Plädoyers haben die Rechtsvertreterin und der Rechtsvertreter der beiden P arteien an ihren jeweiligen Anträgen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht festgehalten und zur Begründung im Wesentlichen auf ihr e bisherigen, in den Rechtsschriften vorgebrachten Argumente verwiesen. Die Rechtsvertreteri n der Beschwerdeführerin hat ab- schliessend nochmals betont, dass sich ihre Mandantin „nie um das Administrative gekümmert“ habe, sie bezeichne sich in diesen Belangen selber als „ chaotisch“. Zudem gelte es zu berück- sichtigen, dass es sich um ein Arbeitsverhältnis zwischen Mu tter und Tochter gehandelt habe. Dies sie ein weiterer wesentlicher Grund, weshalb den administrativen Belangen nicht dasselbe Gewicht wie bei einem sonstigen, ausserfamiliären Arbei tsverhältnis beigemessen worden sei, bzw. weshalb die Beschwerdeführerin diesen Aspekten damals zu wenig nachgegangen sei. 6. Aus den von der Beschwerdeführerin vorgelegten Doku menten, aus den Ergebnissen der Beweiserhebungen des Gerichts, aus den Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der heutigen Parteibefragung sowie aus den übrigen vorhandnen Akten lassen sich im Rahmen der Beweiswürdigung im Wesentlichen die folgenden Schlüsse ziehen: 6.1 Was die von der Beschwerdeführerin vorgelegte AHV-B eitragsabrechnung der Aus- gleichskasse Basel-Stadt vom 11. August 2010 betrifft, i st mit der Beschwerdegegnerin festzu- halten, dass es sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprech ung bei einer AHV- Beitragsabrechnung, die von der Ausgleichskasse gestützt auf eine nachträgliche, d.h. erst nach dem Unfallereignis erfolgte Lohnmeldung erstellt worden ist, um kein taugliches Beweis- mittel für das Vorhandensein eines dem UVG-Obligatori um unterstehenden Arbeitsverhältnis- ses handelt (so im Ergebnis das Urteil R. des Bundesgerich ts vom 7. Januar 2010, 8C_752/2009, E. 4.2.1). Soweit die Beschwerdeführeri n geltend macht, dass bereits mit dieser AHV-Beitragsverfügung vom 11. August 2010 das von ihrer Mutter enthaltene Entgelt für die Monate Januar bis April 2005 rechtsgenüglich unter Bew eis gestellt sei, kann ihr deshalb nicht gefolgt werden. Die von der Beschwerdeführerin im Rah men des Einspracheverfahrens einge- reichten Lohnausweise für die Jahre 2004 und 2005 wied erum datieren zwar vom 30. April 2005 und 2. Mai 2005 - und somit vor dem Unfallereig nis vom 9. Mai 2005 -, da es sich bei den verwendeten Formularen aber um den sog. “neuen Lohna usweis“ handelt, der in dieser Fas- sung erst seit August 2006 im Umlauf ist, wird auch von d er Beschwerdeführerin nicht ernstlich bestritten, dass die beiden Lohnausweise erst nachträglich erstellt und zurückdatiert worden sind. Nach der vorstehend zitierten Rechtsprechung handelt es sich aber auch bei einem Lohn- ausweis, der erst nach dem Unfall ausgestellt worden ist, um kein taugliches Beweismittel für das Vorhandensein eines dem UVG-Obligatorium unterstehe nden Arbeitsverhältnisses (so im Ergebnis das Urteil R. des Bundesgerichts vom 7. Januar 2010, 8C_752/2009, E. 4.2.1). 6.2 Der vom 3. Januar 2004 datierende “Pflege-Vertra g“ zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer Mutter wirft - auch darin ist der Beschwerde gegnerin beizupflichten - ebenfalls Fragen auf. Als ungewöhnlich erweisen sich insbesondere die Ta tsachen, dass der Vertrag damals nicht auf unbefristete Dauer, sondern befristet bis End e April 2005 abgeschlossen worden ist, und dass dieser Termin mit dem im Mai 2005 erfolgten Spitaleintritt der Mutter der Beschwerde- führerin zusammenfällt, auf Grund dessen sich eine künftige Pflegetätigkeit der Beschwerdefüh- rerin erübrigte. Zusätzliche Fragen wirft sodann der U mstand auf, dass die Beschwerdeführerin im Laufe des Verfahrens unterschiedliche Gründe für die Befristung des Vertrages genannt hat. Während sie in der Beschwerde hatte ausführen lassen, d er Vertrag habe im April 2005 geen- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht det, weil die Mutter im Mai 2005 habe hospitalisiert werden müssen, und sie diese Darstellung in ihrer Replik im Ergebnis so hatte stehen lassen, erklärte sie anlässlich der heutigen Parteibe- fragung zur Frage der Vertragsbefristung erstmals, es sei bereits im Zeitpunkt des Vertragsab- schlusses zwischen ihr und B.____ vorgesehen gewesen, dass sie ihr Arbeitspensum bei die- sem Arbeitgeber im Mai/Juni 2005 ausdehnen werde, so da ss ihr für die Pflegetätigkeit die er- forderliche Zeit dannzumal nicht mehr zur Verfügung g estanden hätte. Wenn dies effektiv der Fall gewesen ist, erstaunt es, dass die Beschwerdeführerin nicht bereits früher auf diesen Sachverhalt hingewiesen hat. Unter den geschilderten U mständen und in Anbetracht der nach wie vor bestehenden Ungereimtheiten, die auch anlässlich der heutigen Parteibefragung nicht vollständig geklärt werden konnten, lässt sich aber die von der Beschwerdegegnerin geäusserte Vermutung, dass auch dieser “Pflege-Vertrag“ erst später abgefasst und zurückdatiert worden sein könnte, nicht gänzlich von der Hand weisen. Wie es sich damit verhält, kann letztlich aber offen bleiben. Selbst wenn der “Pflege-Vertrag“ in d er vorliegenden Fassung tatsächlich am 3. Januar 2004 abgeschlossen worden ist, reicht dieser Vertrag für sich allein nicht aus, um das Vorhandensein eines entgeltlichen, dem UVG-Obligatori um unterstehenden Arbeitsverhältnis- ses nachzuweisen. 6.3 Wesentliche Bedeutung kommt bei der Würdigung de s vorliegenden Sachverhaltes dem Umstand zu, dass die Beschwerdeführerin keinerlei Belege über die Lohnzahlungen, welche die Mutter ihr gestützt auf den “Pflege-Vertrag“ vom 3. Jan uar 2004 ausgerichtet haben soll, vor- weisen kann. Es fehlt mit anderen Worten jeglicher Nach weis für tatsächlich erfolgte Lohnzah- lungen. Nachdem das Gericht die Beschwerdeführerin aus drücklich ersucht hatte, Bankbelege oder anderweitige Dokumente einzureichen, welche die i m “Pflege-Vertrag“ vorgesehene mo- natliche Überweisung des vereinbarten Lohnes belegen w ürden, teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie nicht in der Lage sei, die Auszahlungen de s Lohnes von ihrer Mutter mittels Bank- belegen nachzuweisen. Die Mutter habe ihr den vereinb arten Lohn in bar ausbezahlt. Diese Barzahlungen konnte die Beschwerdeführerin aber bis heu te weder mit irgendwelchen Quittun- gen noch mit Bankdokumenten belegen, aus denen zumindest ersichtlich wäre, dass die Mutter der Beschwerdeführerin bei ihrer Bank im fraglichen Ze itraum monatlich einen Betrag von Fr. 1'600.-- oder mehr in bar bezogen hätte. 6.4 Eine amtliche Erkundigung des Gerichts bei der Ste uerverwaltung des Kantons Basel- Landschaft hat ergeben, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 2004 und 2005 ein allfälli- ges Einkommen aus der Pflegetätigkeit für ihre Mutter gegenüber den Steuernbehörden nicht deklariert hat. Dieser Tatsache kann vorliegend - für sich allein betrachtet - zwar keine aus- schlaggebende Bedeutung zukommen, sie darf aber durchaus a ls (weiteres) Indiz dafür be- trachtet werden, dass die Beschwerdeführerin keine entge ltliche Arbeit für ihre Mutter geleistet hat. Auch in diesem Punkt ist der Auffassung der Beschwerdegegnerin zuzustimmen. 6.5 Wenn auch nicht entscheidrelevant, so ist schliesslich do ch auch erstaunlich, dass die Beschwerdeführerin die zusätzliche, für ihre Mutter verr ichtete Nebenbeschäftigung zu ihrer Tätigkeit bei B.____ erst am 8. Oktober 2009 anlässli ch einer Besprechung in der SUVA- Agentur Basel zum ersten Mal aktenkundig erwähnt hat, und dass sie diese Pflegetätigkeit erst Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht knapp fünf Jahre nach dem Unfallereignis der für die Ausrichtung der Taggelder zuständigen Beschwerdegegnerin gemeldet hat. 6.6 In ihrer Replik und anlässlich der heutigen Parteib efragung hat die Beschwerdeführerin das weitgehende Fehlen echtzeitlicher Unterlagen und die späte Geltendmachung des (zusätz- lichen) Taggeldanspruchs wiederholt mit den Hinweisen entschuldigt, dass sie sich nie um „das Administrative“ gekümmert habe, bzw. dass sie in administr ativen Belangen „unerfahren“ und „chaotisch“ sei, Zudem gelte es zu berücksichtigen, dass es sich u m ein Arbeitsverhältnis zwi- schen Mutter und Tochter gehandelt habe, weshalb ihr n icht zur Last gelegt werden könne, dass sie beispielsweise die Lohnausweise nicht sofort verlangt oder diese sogar gerichtlich ein- gefordert habe. Ein solches Vorgehen wäre äusserst piet ätlos gewesen. Diese Erklärungen mögen zwar durchaus nachvollziehbar und verständlich sein, sie reichen aber zweifellos nicht aus, um bei der Abwägung der Gesichtspunkte, welche ins gesamt für und gegen eine entgeltli- che Pflegetätigkeit sprechen, das gänzliche Fehlen eines N achweises für tatsächlich erfolgte Lohnzahlungen oder das weitgehende Fehlen anderweiti ger echtzeitlicher Dokumente, die das Vorhandensein eines entgeltlichen, dem UVG-Obligatori um unterstehenden Arbeitsverhältnis- ses belegen könnten, aufzuwiegen. 6.7 All die vorstehend genannten Gründe führen in der abschliessend erforderlichen Ge- samtwürdigung der tatsächlichen Gegebenheiten zum einde utigen Ergebnis, dass vorliegend nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfallereignis vom 9. Mai 2005 im Rahmen einer entgeltlichen Erwerbstätigkeit als Arbeitnehmerin für ihre Mutter tätig war. Somit kann aber entgegen der Auf- fassung der Beschwerdeführerin nicht von einem dem UVG-O bligatorium unterstehenden Ar- beitsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer Mutter ausgegangen werden. 7. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die Besc hwerdegegnerin das Begeh- ren der Beschwerdeführerin auf Nachzahlung von Taggeldern für die Tätigkeiten, welche sie im Rahmen der Pflege und Betreuung ihrer Mutter erbracht hat, zu Recht abgelehnt hat. Die gegen den betreffenden Einspracheentscheid vom 26. November 2010 erhobene Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor de m kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen; d ie obsiegende Beschwerdegegnerin ist zwar anwaltlich vertreten, Art. 61 lit. g ATSG schrä nkt den Anspruch auf eine Parteientschä- digung jedoch ausdrücklich auf die Beschwerde führende Person ein. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs