Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 11. Februar 2016 (470 16 16) ____________________________________________________________________ Strafprozessrecht Untersuchungs- / Sicherheitshaft Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Edgar Schürmann (Ref .), Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger Parteien A.____ , vertreten durch B.____, Beschwerdeführer gegen Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft , Grenzacherstrasse 8, Postfach 810, 4132 Muttenz, Beschwerdegegner Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung BM/OK, Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegner Gegenstand Untersuchungs- / Sicherheitshaft Beschwerde gegen den Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts Basel-Landschaft vom 10. Januar 2016 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts Basel-La ndschaft vom 10. Januar 2016 wurde der Antrag der Staatsanwaltschaft auf An ordnung von Untersuchungshaft gegen A.____ gutgeheissen und diese vorläufig für die Dauer von 6 Wochen bis zum 17. Februar 2016 angeordnet. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten dur ch B.____, mit Eingabe vom 21. Januar 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Base l-Landschaft, Abteilung Strafrecht, und beantragte, es sei der Entscheid des Zwangsmassnahm engerichts aufzuheben, der Beschwer- deführer unverzüglich aus der Untersuchungshaft zu entlassen, unter o/e-Kostenfolge zu Las- ten des Staates sowie unter Gewährung der amtlichen Verteidigung. C. Mit Stellungnahme vom 26. Januar 2016 begehrte die Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft, die Beschwerde sei abzuweisen. D. Ebenso stellte das Zwangsmassnahmengericht Basel-L andschaft mit Stellungnahme vom 27. Januar 2016 den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen. E. Der Beschwerdeführer hielt mit replizierender Stel lungnahme vom 2. Februar 2016 an seinen mit Beschwerde vom 21. Januar 2016 gestellte n Rechtsbegehren fest, woraufhin das Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, gleichentags den Schluss des Schriftenwechsels verfügte. F. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landsch aft vom 5. Februar 2016 wurde der Beschwerdeführer aus der Haft entlassen. Erwägungen 1. Formelles 1.1 Gemäss Art. 222 der Schweizerischen Strafprozessor dnung (StPO, SR 312.0) kann die verhaftete Person Entscheide über die Anordnung, die Verlängerung und die Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der Beschwerdeinstanz anfechten. Das Verfahren rich- tet sich diesfalls nach Art. 393 ff. StPO. Laut Art . 393 Abs. 1 lit. c StPO ist die Beschwerde zu- lässig gegen die Entscheide des Zwangsmassnahmenger ichts in den in diesem Gesetz vorge- sehenen Fällen. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Be- schwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO) . Die Beschwerdeinstanz beurteilt unter anderem Beschwerden gegen Verfahrenshandlungen und gegen nicht der Berufung unterlie- gende Entscheide des Zwangsmassnahmengerichts in de n in diesem Gesetz vorgesehenen Fällen (Art. 20 Abs. 1 lit. c StPO). Im Kanton Base l-Landschaft wird die Funktion der Beschwer- deinstanz gemäss § 15 Abs. 2 des Einführungsgesetze s zur Schweizerischen Strafprozessord- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht nung (EG StPO, SGS 250) durch die Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, ausgeübt. 1.2 Vorliegend wurde mit Entscheid des Zwangsmassnahme ngerichts vom 10. Januar 2016 die Untersuchungshaft gegen den Beschwerdeführ er vorläufig für die Dauer von 6 Wo- chen bis zum 17. Februar 2016 angeordnet. Es liegt somit ein zulässiges Anfechtungsobjekt vor. Der motivierte Entscheid wurde dem Beschwerdef ührer am 14. Januar 2016 zugestellt, weshalb mit Eingabe datiert vom 21. Januar 2016 die 10-tägige Beschwerdefrist eingehalten wurde. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kanto nsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, ist ebenso unstrittig. Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderun g eines Entscheides hat, ein Rechtsmit- tel ergreifen. Mit Beendigung einer freiheitsentziehenden Zwangsmassnahme entfällt in der Re- gel das aktuelle praktische Interesse an der Behandlung der Beschwerde gegen die betreffende Anordnung (vgl. BGer 1B_351/2012 vom 29. September 2012, E. 2). Damit ist der Beschwerde- führer seit der Entlassung aus der Untersuchungshaf t nicht mehr im vorerwähnten Sinne be- schwert, weshalb seine Legitimation zu verneinen is t und demzufolge in Beachtung der darge- legten Rechtsprechung auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. 2. Kosten 2.1 Nach Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Ge mäss Art. 428 Abs. 1 Satz 2 StPO gilt auch diejenige Partei als unterliegend und damit als kostenpflichtig, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Bei der Gegenstandslosigkeit eine s Rechtsmittelverfahrens ist in Bezug auf die Kostentragungspflicht zu unterscheiden, ob sie bereits im Zeitpunkt des Rechtsmittels vor der Hängigkeit des Verfahrens feststand oder erst n ach Ergreifung des Rechtsmittels während der Hängigkeit des Rechtsmittels eingetreten ist, z .B wenn die Beschuldigte Person während der Hängigkeit der Haftbeschwerde aus der Untersuch ungshaft entlassen wird (vgl. BGer 1B_68/2009 vom 8. Mai 2009, E. 4). Da hier Letztere s vorliegt, ist über die Verfahrenskosten mit summarischer Begründung aufgrund der Sachlage v or Eintritt des Erledigungsgrundes zu entscheiden. Dabei ist in erster Linie auf den mutmasslichen Ausgang des Verfahrens abzustel- len (T HOMAS DOMEISEN , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 428 N 14; NIKLAUS SCHMID , Praxiskommentar StPO, 2. Aufl. 2013, Art. 428 N 4). 2.2.1 Im Hinblick auf die Kostenverlegung ist im Folgende n somit eine summarische materi- elle Prüfung der Beschwerde vorzunehmen. Das Zwangs massnahmengericht erwägt in seinem Entscheid vom 10. Januar 2016, es bestehe der dring ende Tatverdacht, dass sich der Beschul- digte der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelg esetz schuldig gemacht habe, indem er im Auftrag eines gewissen "C.____" 1.5 kg Streckmit tel und zusätzlich 20 g Heroin befördert habe. Ob dabei die Grenze zum mengenmässig qualifiz ierten Fall überschritten worden sei, hänge vom noch zu bestimmenden Reinheitsgehalt des sichergestellten Heroins ab. Weiter Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestehe der dringende Verdacht, dass der Beschuldig te für "C.____" weitere Drogentransporte und Kurierdienste ausgeführt habe. Somit sei nicht nur ein dringender Tatverdacht bezüglich einer Beteiligung am Betäubungsmittelhandel zu bejahen, sondern es liege auch der besondere Haftgrund der Kollusionsgefahr vor. 2.2.2 Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass weder ein dringender Tatverdacht noch Kollusionsgefahr vorlie ge. Folglich stellt er kein Haftentlassungs- gesuch gemäss Art. 228 StPO, sondern beanstandet mi t der vorliegenden Beschwerde, die Untersuchungshaft sei in Verletzung von Bundesrecht angeordnet worden. So führt er aus, er habe nicht gewusst, dass es sich bei dem im Kofferr aum des Wagens mitgeführten Pulver um ein Streckmittel gehandelt habe. Er sei fälschliche rweise und arglos davon ausgegangen, Pflanzendünger oder etwas Ähnliches zu transportier en. Seine Aussagen seien glaubwürdig, zumal sie sich auch mit jenen von D.____ decken wür den. Konkrete lndizien, welche für die Annahme von Verdunkelungsgefahr sprächen, seien im vorliegenden Fall nicht gegeben. 2.2.3 Gemäss Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO können Zwangsma ssnahmen nur ergriffen werden, wenn ein hinreichender Tatverdacht vorliegt. Der erforderliche Tatverdacht richtet sich nach der Eingriffsschwere der Zwangsmassnahme. Bei den am sc härfsten in die Freiheitsrechte eingrei- fenden Massnahmen wie Untersuchungs- oder Sicherhei tshaft wird gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO ein dringender Tatverdacht betreffend ein Verb rechen oder Vergehen verlangt, während bei weniger eingreifenden Zwangsmassnahmen ein geri ngerer Grad erforderlich ist (N IKLAUS SCHMID , Praxiskommentar StPO, 2. Aufl. 2013, Art. 197 N 4 ; Botschaft, BBl 2006, S. 1216). Zur Annahme des allgemeinen Haftgrundes des dringenden Tatverdachts müssen aufgrund der aktuellen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung der beschuldigten Person an dieser Tat vorliegen, wobei im Haftprüfungsver- fahren der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten , wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen T atbestandsmerkmale erfüllen könnte, genügt (MARC FORSTER , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 221 N 3). Der Haftrichter kann im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter bei der Überp rüfung des dringenden Tatverdachts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher Tat- und Rec htsfragen vornehmen (M ARKUS HUG , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 221 N 6 ), zumal das Beschleunigungsgebot in Haftsachen nur wenig Raum für ausgedehnte Beweismas snahmen lässt (M ARC FORSTER , a.a.O., Art. 221 N 3). Am Anfang eines Strafverfahr ens sind an diesen Tatverdacht weniger strenge Anforderungen zu stellen. Wie bei allen Zwa ngsmassnahmen ist jedoch erforderlich, dass sich der Tatverdacht verdichtet, wenn die Mass nahme über einen längeren Zeitraum fort- gesetzt wird (NIKLAUS SCHMID , a.a.O., Art. 221 N 4; MARKUS HUG , a.a.O., Art. 221 N 5). 2.2.4 Fest steht, dass der Beschuldigte im inkriminierte n Zeitpunkt (am 6. Januar 2016) 1.5 kg Streckmittel und 20 g Heroin, welche offenbar nicht dem Eigenkonsum dienten, transpor- tierte, wobei der Reinheitsgehalt des Heroins im Ze itpunkt der Anhaltung noch nicht bestimmt war. Bereits aus diesem Umstand ergibt sich augensc heinlich – unabhängig von den Un- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht schuldsbekundungen des Beschwerdeführers – ein drin gender Tatverdacht betreffend Wider- handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG. Der Beschwer- deführer bringt vor, nicht gewusst zu haben, dass e s sich bei dem im Kofferraum des Wagens mitgeführten Pulver um ein Streckmittel gehandelt h abe. Er sei fälschlicherweise und arglos davon ausgegangen, Pflanzendünger oder etwas Ähnliches zu transportieren. Diese Vorbringen sind allerdings nicht geeignet, die vorliegende Fak tenlage zu erschüttern. Dazu kommt, dass bei der betreffenden Kurierfahrt offenbar mehrere Personen involviert waren, wurden doch wäh- rend der Fahrt einige Telefonate hin und her getäti gt, was bei einem gewöhnlichen Transport von Gärtnerei-Utensilien nicht sonderlich üblich is t. Der Beschwerdeführer hat die Tasche mit dem Streckmittel eigenen Angaben zufolge nicht auf dem Rücksitz, sondern im Kofferraum des Wagens deponiert haben wollen, was den dringenden T atverdacht untermauert. Überdies hat der Beschuldigte kurz vor der polizeilichen Anhaltung unter seinem Fahrersitz ein Päckchen mit Heroin versteckt. Dass die Aussagen des Beschuldigt en und D.____ sich weitgehend decken, ist des Weiteren noch nicht ein Beweis für deren Ri chtigkeit. So konnte Wachtmeister E.____ gemäss seinem Polizeirapport vom 7. Januar 2016 beo bachten, dass am 6. Januar 2016 um 16.30 Uhr eine männliche Person vom Wasgenring her zum wartenden Fahrzeug kam, die bei- den Insassen begrüsste und gleich darauf seine Tasc he im Kofferraum des Fahrzeuges depo- nierte. Diese Beobachtung zeigt, dass "F.____" ande rs als vom Beschuldigten und D.____ an- gegeben, zuvor nicht mitgefahren ist, ansonsten ein erseits auch hätte beobachtet werden müs- sen, wie er das Fahrzeug verlässt und andererseits er die beiden Wartenden nicht erneut be- grüsst hätte. Demgemäss hat das Heroin offensichtli ch auch nicht von "F.____" im Fahrzeug deponiert werden können, sondern muss sich bereits dort befunden haben. Schliesslich gilt es in casu zu beachten, dass der Beschuldigte gemäss e igenen Angaben zurzeit keiner festen Arbeitstätigkeit nachgeht, weswegen es nicht als ab wegig erscheint, dass er sich durch Kurier- fahrten von Betäubungsmitteln einen Zusatzverdienst generieren wollte. Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass im Zeitpunkt der Beschwer deerhebung ein dringender Tatverdacht, dass sich der Beschuldigte in Form von Unterstützun gshandlungen, welche in Art. 19 Ziffer 1 BetmG als selbständige Handlungen umschrieben werde n, strafbar gemacht haben könnte, klarerweise vorlag. 2.2.5 Der besondere Haftgrund der Verdunkelungs- oder Kollusionsgefahr ist gegeben, wenn aufgrund konkreter Tatsachen beziehungsweise entspr echender Aktivitäten der beschuldigten Person, vor allem dem bisherigen Verhalten im Verfa hren, zu befürchten ist, sie werde verfah- rensrelevante Personen beeinflussen oder zu falsche n Aussagen veranlassen, oder aber, dass sie – in Freiheit belassen – auf Beweismittel wie T atwerkzeuge beziehungsweise -spuren, De- liktsgut, Urkunden usw. einwirken, also diese beisp ielsweise verschwinden lassen, verbergen oder verändern könnte, um auf diese Weise die Wahrh eitsfindung zu beeinträchtigen (N IKLAUS SCHMID , Praxiskommentar StPO, 2. Aufl. 2013, Art. 221 N 7 ). Für die Annahme dieses Haft- grundes genügt allein nicht die Tatsache, dass noch nicht alle Beweise erhoben oder z.B. noch nicht alle Zeugen beziehungsweise Mitverdächtigen eruiert respektive dingfest gemacht werden konnten (NIKLAUS SCHMID , a.a.O., Art. 221 N 8). Vielmehr bedarf es konkret er Indizien für die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Annahme der Verdunkelungsgefahr. Solche können sich namentlich aus dem bisherigen Ver- halten der beschuldigten Person im Strafprozess, au s ihren persönlichen Merkmalen, aus ihrer Stellung und ihren Tatbeiträgen im Rahmen des unter suchten Sachverhaltes sowie aus den persönlichen Beziehungen zwischen ihr und den sie b elastenden Personen ergeben (M ARC FORSTER , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 221 N 6 f.). 2.2.6 Der Beschuldigte wird dringend verdächtigt, zusamm en mit Drittpersonen Widerhand- lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz begangen zu haben. Im Zeitpunkt der Beschwerde- erhebung befanden sich die entsprechenden Ermittlun gen noch im Anfangsstadium und die Staatsanwaltschaft hatte insbesondere die mutmasslichen Hintermänner "C.____" und "F.____" zu ermitteln und zu befragen. In Anbetracht des im Zeitpunkt der Haftanordnung durch das Zwangsmassnahmengericht resp. der Beschwerdeerhebun g durch den Beschwerdeführer (noch) nicht hinreichend geklärten Umfangs der Beteiligung des Beschwerdeführers an der vor- geworfenen Straftat sowie des dringenden Bedarfs de r Staatsanwaltschaft (ohne ernsthaft zu befürchten, der Beschwerdeführer werde Personen bee influssen oder auf Beweismittel einwir- ken) unter anderem zu untersuchen, ob es sich bei d er inkriminierten Transportfahrt um einen einzelnen Vorfall handelte oder nicht. In summarisc her Würdigung aller Umstände lag somit im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung augenscheinlich Ko llusionsgefahr im Sinne von Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO vor. 2.2.7 Als letzte Voraussetzung schliesslich darf Haft nu r angeordnet oder aufrechterhalten werden, wenn und solange sie verhältnismässig ist. Dieser Grundsatz ergibt sich aus Art. 197 Abs. 1 lit. d StPO. Wenn mildere Massnahmen zum gle ichen Ziel führen, so ist die Haft an de- ren Stelle aufzuheben und es können Ersatzmassnahme n angeordnet werden (Grundsatz der Subsidiarität; Art. 197 Abs. 1 lit. c, Art. 212 Abs. 2 lit. c und Art. 237 StPO). Untersuchungs- und Sicherheitshaft dürfen nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 StPO). 2.2.8 Geeignete Ersatzmassnahmen zur Verringerung der Ko llusionsgefahr waren in casu im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung keine ersichtlich. Ebenso erschien die Haft in Bezug auf die zeitliche Verhältnismässigkeit, indem eine Haftdauer von 6 Wochen angeordnet wurde, als ver- hältnismässig. Ein Haftentlassungsgesuch im Sinne von Art. 228 StPO wurde nicht gestellt. 2.2.9 Aufgrund der vorstehenden Ausführungen erhellt, da ss sich die gegenüber dem Be- schwerdeführer ausgesprochene Anordnung der Untersuchungshaft vorläufig für die Dauer von 6 Wochen im Zeitpunkt der Anordnung gerechtfertigt war, die Beschwerde somit unbegründet und daher in Bestätigung des Entscheids des Zwangsm assnahmengerichts vom 10. Januar 2016 abzuweisen gewesen wäre. 2.3 Dem mutmasslichen Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die Verfahrenskos- ten somit – unter Vorbehalt der Gewährung der unent geltlichen Prozessführung (hierzu nach- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht folgend 3.2) – in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StP O zu Lasten des Beschwerdeführers. Die dem Beschwerdeführer aufzuerlegende Gerichtsgebühr wird gestützt auf § 13 Abs. 1 der Ver- ordnung über die Gebühren der Gerichte (GebT, SGS 1 70.31) auf CHF 750. ‒ festgesetzt. Hin- zu kommen Auslagen in der Höhe von CHF 50. ‒, welche ebenfalls durch den Beschwerdefüh- rer zu tragen sind. 3.1 Die Verfahrensleitung der Beschwerdeinstanz ordnet die amtliche Verteidigung an, wenn die beschuldigte Person nicht über die erforde rlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten ist (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO). Die amtliche Verteidigung in Form der unentgeltlichen Verteidigung gemäss Art . 132 Abs. 1 lit. b StPO für das Rechtsmit- telverfahren wird nur dann bewilligt, soweit die beschuldigte Person nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten ist und das Rechtsmittel nicht aussichtslos erscheint (BGer 1B_705/2011 vom 9. Mai 2012 E. 2.3.2; 1B_732/2011 vom 19. Januar 2012 E. 7.1 f., BGer 1B_332/2012 vom 15. August 2012 E 2.2 ff.; N IKLAUS RUCKSTUHL , Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordn ung, 2. Auflage 2014, Art. 132 N 10). Als aussichtslos sind Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeich- net werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaus- sichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halt en oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; ei ne Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nich t deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet. Bei schwerwiegenden Eingriffen in die Rechte von Be schwerdeführenden ist die Aussichtslosigkeit zwar nur mit grosser Zurückhaltung anzunehmen. Auch in Haftprüfungsfällen besteht jedoch kein bedingungsloser Anspruch auf kostenlose Beschwerdeführung und Rechts- verbeiständung (vgl. BGE 129 I 129, E. 2.3.1, mit zahlreichen Hinweisen). 3.2 Aus den obigen Darlegungen ergibt sich, dass im Zei tpunkt der Beschwerdeerhebung sowohl der dringende Tatverdacht als auch die Kollu sionsgefahr klarerweise vorlagen. Hervor- zuheben gilt es in diesem Zusammenhang, dass der Be schuldigte beim Transport von Drogen und Streckmittel festgenommen werden konnte, seine Aussagen wenig glaubwürdig und teil- weise in klarem Widerspruch zu den Beobachtungen der Polizeibeamten standen. Überdies war die angeordnete Haftdauer von 6 Wochen (bei möglich en 3 Monaten) verhältnismässig. Dies berücksichtigend waren die Gewinnaussichten des Bes chwerdeführers im Zeitpunkt der Be- schwerdeerhebung beträchtlich geringer als die Verl ustgefahren, weswegen (selbst unter Be- achtung der anzuwendenden grossen Zurückhaltung bei Haftbeschwerden) die vorliegende Beschwerde gegen den Haftanordnungsentscheid des Zw angsmassnahmengerichts Basel- Landschaft vom 10. Januar 2016 im Zeitpunkt der Bes chwerdeerhebung als klar aussichtslos bezeichnet werden muss. An diesem Ergebnis vermag a uch der Umstand nichts zu ändern, dass der Beschuldigte zwischenzeitlich, nachdem die Staatsanwaltschaft weitere Untersu- chungshandlungen vorgenommen hat, aus der Haft entlassen worden ist. Demnach ist das Ge- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht such um amtliche Verteidigung abzuweisen. Da die Be schwerde als klar aussichtlos dasteht, kommt in casu auch die Gewährung der unentgeltliche n Prozesspflege nicht in Betracht (vgl. BGer 1B_73/2015 vom 19. März 2015, E. 5.3.). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Das Gesuch um Bewilligung der amtlichen Verteid igung wird abge- wiesen. 3. Die ordentlichen Kosten des vorliegenden Beschw erdeverfahrens in der Höhe von CHF 800. ‒ (beinhaltend eine Gebühr von CHF 750. ‒ sowie Auslagen von CHF 50. ‒) gehen zu Lasten des Beschwerdefüh- rers. Präsident Enrico Rosa Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger