B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-4064/2013 U r t e i l v o m 1 8 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, Richter Blaise Vuille, Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Schengen-Visum zu Besuchszwecken. C-4064/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1981 geborene dominikanische Staatsangehörige B._______ (im Folgenden: Gesuchstellerin) beantragte am 4. April 2013 bei der Schwe i- zerischen Botschaft in Santo Domingo ein Schengen -Visum für einen 14- tägigen Besuchsaufenthalt bei A._______ (im Folgenden: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) im Kanton Zug. Der Gastgeber war unmittelbar zuvor, am 3. April 2013 mit einem Einl a- dungsschreiben an die schweizerische Vertretung gelangt. Darin äusserte er den Wunsch, die Gesuchstellerin im August 2013 während zweier Wo- chen zu Gast haben zu dürfen. Er garantiere für sämtliche Kosten im Zu- sammenhang mit dem Besuchsaufenthalt seiner Freundin und habe für diese bereits eine internationale Krankenversicherung abgeschlossen. B. Die schweizerische Vertretung lehnte es in einem undatierten, der G e- suchstellerin am 11. April 2013 eröffneten Formularentscheid ab, das ge- wünschte Visum auszustellen. Sie begründete ihre Haltung mit der ihrer Auffassung nach fehlenden Gewähr für die fristgerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin aus dem Schengen -Raum nach einem Besuchsau f- enthalt. C. Gegen diesen Entscheid erhob der Gastgeber mit Eingabe vom 22. April 2013 Einsprache bei der Vorinstanz . Zur Begründung brachte er im W e- sentlichen vor, die von der schweizerischen Vertretung geäusserten Zwei- fel an einer fristgerechten und anstandslosen Wied erausreise seines Gastes seien nicht berechtigt. Die Gesuchstellerin sei an ihrem Wohnort sozial verwurzelt, sie besitze dort ein Haus und ihre ganze Familie lebe im gleichen Ort. Sie habe ihn als Reiseleiterin durch ihr Land geführt und er wolle sich dafür revanchieren. Er wäre auch bereit, eine Bürgschaft für sie zu leisten. In einem der Einsprache beigelegten, in deutscher Sprache abgefassten Schreiben vom 17. April 2013 brachte die Gesuchstellerin zum Ausdruck, dass sie mit dem verweigernden Entscheid nicht einverstanden sei und an ihrem Begehren festhalte. D. Auf Ersuchen der Vorinstanz holte die Migrationsbehörde des Kantons C-4064/2013 Seite 3 Zug zusätzliche Auskünfte des Gastgebers zum Visumsantrag ein. Die kantonale Migrationsbehörde leitete diese schriftliche Stellungnahme am 19. Juni 2013 an die Vorinstanz weiter. E. In einer Verfügung vom 11. Juli 2013 wies die Vorinstanz die Einsprache ab. Dabei teilte sie die Einschätzung der schweizerischen Auslandvertr e- tung, wonach die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise der Ge- suchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt nicht als gesichert betrachtet werden könne. Diese lebe in einer Region, aus der als Folge der insb e- sondere in wirtschaftlicher Hinsicht herrschenden Verhältnisse ein anha l- tend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. Die Erfahrung zeige, dass viele Betroffene versucht seien, sich im westlichen Ausland eine vermeintlich bessere Zukunft aufzubauen. Dieser Trend werde dort noch begünstigt, wo bereits ein gewisses Beziehung snetz im Ausland bestehe. Es müssten deshalb bei den Gesuchstellern besondere, über das übliche Mass hinausgehende Verpflichtungen und Bindungen an ihr herkömml i- ches soziales und berufliches Umfeld vorausgesetzt werden. Verpflic h- tungen im erforderlichen Au smass seien bei der Gesuchstellerin nicht festzustellen; ihre familiären Verbindlichkeiten seien beschränkt und be- ruflich habe sie sich noch nicht etabliert. Schliesslich sei auch der Zweck des beantragten Aufenthalts unklar, habe die Gesuchstellerin doch die Möglichkeit geäussert, den Gastgeber zu heiraten. F. Gegen den Einspracheentscheid der Vorinstanz gelangte der Gastgeber mit einer Rechtsmitteleingabe vom 17. Juli 2013 (Datum des Postste m- pels) an das Bundesverwaltungsgericht. Darin beantragt er implizit , die verweigernde Verfügung sei aufzuheben und der Gesuchstellerin sei das gewünschte Besuchsvisums auszustellen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass die Gesuchstellerin die Schweiz nach einem Besuc hsaufenthalt nicht fristge- recht und anstandslos wieder verlassen würde. Er persönlich sei von e i- ner fristgerechten Rückkehr seines Gastes überzeugt. Andernfalls hätte er keine finanzielle Garantie im Umfang von Fr. 30'000.- geleistet. G. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 6. September 2013 auf Abweisung der Beschwerde. C-4064/2013 Seite 4 H. Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Replik. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverw altungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 des VwVG, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu gehört das BFM, das mit der Abweisung der Einsprache betreffend Verweigerung eines Schengen - Visums eine Verfügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges An- fechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem Verwaltungsverfa h- rensgesetz, sowei t das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes b e- stimmt (vgl. Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur B e- schwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange- legenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 2. Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermes- sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebl i- chen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als B e- schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (vgl. Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerd e- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen; massgebe nd sind grundsätzlich die tatsächl i- chen Verhältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1, BVGE 2011/43 E. 6.1 und BVGE 2011/1 E. 2). C-4064/2013 Seite 5 3. Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer dominikanischen Staatsangehörigen um Erteilung e ines Visums für einen 14-tägigen Auf- enthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die bea b- sichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliege n- de Str eitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der Schengen -Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwe n- dung, als die Schengen -Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 4. Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf E r- teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundes - gesetz über Ausländerinnen und Ausländ er vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen -Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Vo r- aussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraus- setzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das Schengen -Recht nicht (a.M. EGLI/MEYER, in: Car o- ni/Gächter/Thurnherr, Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, 2010, Art. 5 N. 3 f.). 4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen - Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit- raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku- mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengren-C-4064/2013 Seite 6 zen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gült i- gen Aufenthaltstitels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfri s- tigen Aufenthalt verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerte i- lung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32], Art. 4 VEV). 4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um - stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei - chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nac h- folgend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu belegen, dass sie den Schengen -Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako- dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI/MEYER, a.a.O. Art. 5 N. 33). Des weiteren dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Inform a- tionssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffen t- liche Gesundhei t oder die internationalen Beziehungen eines Mitglie d- staats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsa ngehörige Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen -Raums fristge- recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI/MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; fer- ner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsge richts 1 C. 1.10 vom 11. Januar 2011 Rz. 29). Die Behörde n haben daher zu prüfen und drit t- staatsangehörige Personen zu belegen, dass die Ge fahr einer rechtswid- rigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesi- cherten Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im C-4064/2013 Seite 7 Einklang (vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusamme n- hangs zum Einreiseerfordernis des belegten Aufenthaltsz wecks nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK). 4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom - men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen -Raum geltendes "einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 VEV, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund intern a- tionaler Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der dritt - staatsangehörigen Person, welche die ordentlichen Ei nreisevorausset- zungen nicht erfüllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschränk - ter Gültigkeit" zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Vorau s- setzungen kann einer drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 5. 5.1 Aufgrund ihrer dominikanischen Staatsangehörigkeit unterliegt die Gesuchstellerin der Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung [EG] Nr. 539/2001 [ABl. L 81 vom 21.03.2001 S. 1-7; zum vollständigen Que l- lennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV]). Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK steht di e Frage der ge- sicherten Wiederausreise im Vordergrund , welche die Vorinstanz au f- grund der allgemeinen Lage im Heimatland sowie der persönlichen Ve r- hältnisse der Gesuchstellerin anzweifelt. Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellungen, son dern lediglich Prognosen treffen. Dabei sind sämtliche Umstände des Einzelfalles zu würdigen. 5.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wi e- derausreise können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bü r- gerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wir t- schaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hi n- deuten, dass die persönliche Interessenlage nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 5.3 5.3.1 In der Dominikanischen Republik sind zweifellos breite Bevölk e- rungsschichten von vergleichsweise schwierigen wirtschaftlichen L e-C-4064/2013 Seite 8 bensbedingungen betroffen. Die dortige Wirtschaft zeichnete s ich zwar über Jahre hinweg durch solide jährliche Wachstumsraten aus, die nun aber seit 2011 rückläufig sind (2012 betrug das Wachstum noch rund 4% und im ersten Halbjahr 2013 lag es bei 1,6%). Die Einkommensverteilung ist zunehmend ungleich, was (in Verbi ndung mit stark angestiegenen Preisen für Grundversorgungsgüter) zu vermehrten sozialen Protesten führt. Die wichtigsten Einnahmequellen sind der Tourismus, Transferza h- lungen der im Ausland lebenden Dominikaner und die Exportgewinne aus den Freihandelszone n. Die Netto -Transferzahlungen der im Ausland l e- benden Dominikaner machen rund 6% des Bruttoinlandprodukts aus, sind jedoch seit einigen Jahren rückläufig. Der überwiegende Teil der Zahlu n- gen stammt aus den USA und Europa (Quelle: Webseite des deutschen Auswärtigen Amtes: www.auswaertiges-amt.de, Aussen- und Europapoli- tik > Länderinformationen > Dominikanische Republik > Wirtschaft, Stand: September 2013; abgerufen am 2. April 2014). Die Dominikanische R e- publik hat die höchste Arbeitslosenquote in Lateiname rika und der Kar i- bik. Sie lag 2013 bei rund 15% und zeugt von strukturellen Schwächen der dortigen Wirtschaft (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts C-6495/2012 vom 8. Oktober 2013 E. 5.2 mit weiteren Hinwe i- sen). Vor dem aufgezeigten wirtsch aftlichen Hintergrund ist vor allem bei Teilen der jüngeren Bevölkerung ein starker Migrationsdruck festzuste l- len. 5.3.2 Im Falle der Schweiz wird die Tendenz zur Immigration erfahrung s- gemäss dort noch begünstigt, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Bekannten bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz besteht. Angesichts der restriktiven Zulassungsregelung werden dabei nicht selten ausländerrechtliche Bestimmungen umgangen, indem – einmal eingereist – versucht wird, den Aufenthalt auf eine ganz ander e rechtliche oder fak- tische Basis zu stellen und sich so der Pflicht zur Wiederausreise zu ent - ziehen. Solche Umstände und Erfahrungen sind beim Entscheid über die Erteilung eines Visums mit zu berücksichtigen. 5.4 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht n ur die erwähnten allg e- meinen Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichts - punkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer g e- suchstellenden Person im Heimatland beispielsweise eine besondere b e- rufliche, gesellschaftliche ode r familiäre Verantwortung, kann dieser U m- stand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise b e- günstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine b e- sonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein ausländerrechtlich C-4064/2013 Seite 9 nicht rege lkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem B e- suchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 6. 6.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine mittlerweile 33- jährige Frau , die ihr Heimatland nach Feststellung der schweizerischen Auslandvertretung bisher noch nie verlassen hat. Sie ist nicht verheiratet, hat aber zwei Kinder, die im Zeitpunkt des Visums antrags sieben bzw. eineinhalb Jahre alt waren. Ob sie mit ihren Kindern alleine oder in famil i- ärer Gemeinschaft mit nahen Angehörigen lebt, kann de n Akten nicht entnommen werden. Bekannt ist lediglich, dass an ihrem Wohnort noch weitere nahe Angehöre leben. Als Mutter zweier Kinder dürfte die G e- suchstellerin durchaus familiäre Verpflichtungen im Heimatland haben. Das Zurücklassen minderjähriger Kinder bildet für sich allein aber noch keine Garantie für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt. Die Erfahrung zeigt, dass es in aller R e- gel vielmehr die individuell herrschenden wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse sind, die letztlich über Rückkehr oder Verbleib im Ausland entscheiden. Dass eine Familie vorübergehend getrennt wird, wird je nach Interessenlage in Kauf genommen . Dies umso eher, wenn – wie vorliegend – die Betreuung eigener Kinder durch nahe Angehör ige si- chergestellt werden kann und die rechtliche Möglichkeit besteht, diese Kinder später nachziehen zu können. 6.2 Die Gesuchstellerin geht offenbar noch zur Schule und möchte in ab- sehbarer Zeit einen Mittelschulabschluss erreichen. Zur Art und Weise, wie sie sich ihr finanzielles Auskommen erwirtschaftet, geben die Akten kein vollständiges Bild. In ihrem Visumsantrag vermerkte die Gesuchste l- lerin unter der entsprechenden Rubrik die Adresse ihrer Schule, hingegen keinen Arbeitgeber. Die Schweizerische Vertre tung in Santo Domingo ging davon aus, sie sei arbeitslos. Der Beschwerdeführer vermerkte in seiner schriftlichen Auskunft an die Adresse der kantonalen Migration s- behörde, die Gesuchstellerin arbeite als Verkäuferin in einem Supermarkt und daneben gelegentlich in einem Spielcasino (Antwort Ziff. 6 auf dem Fragebogen der Migrationsbehörde des Kantons Zug). In welchen wir t- schaftlichen Verhältnissen sich die Gesuchstellerin befindet , ist nicht b e- kannt. Aufgrund dieser Aktenlage kann jedenfalls nicht von einer berufli- chen Verankerung oder auch nur von vorteilhaften wirtschaftlichen Ve r- hältnissen ausgegangen werden, die nachhaltig von einer Emigration ab- zuhalten vermöchten. C-4064/2013 Seite 10 6.3 Vor dem dargelegten allgemeinen und persönlichen Hintergrund dur f- te die Vorinstanz demnach willkürfrei davon ausgehen, dass keine hinre i- chende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An dieser Beurteilung ändert die Tatsache nichts, dass der Beschwerdeführer die in Art. 7 Abs. 1 VEV geregelte Verpflichtungserklärung abgegeben und d a- mit sein Vertrauen in ein rechtskonformes Verhalten seines Gastes zum Ausdruck gebracht hat. Bei der Risikobeurteilung ist in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bede utung. Als Gastgeber kann der Beschwerdeführer mit rechtlich verbindlicher Wirkung zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Besuchsaufen t- halt, nicht aber für ein bestimmtes Tun oder Unterlassen seines Gastes einstehen (vgl. in diesem Zu sammenhang auch BVGE 2009/27 E. 9). In Betracht zu ziehen ist schliesslich auch, dass der Beschwerdeführer die Gesuchstellerin noch nicht besonders lange kennt. Er hat sie im Deze m- ber 2012 anlässlich einer Ferienreise kennengelernt. Ob es seither zu weiteren Begegnungen gekommen und wie eng der Kontakt zwischen den beiden ist, kann den Akten zwar nicht entnommen werden. Unter den gegebenen Umständen sind aber Vorbehalte sicherlich am Platz, wenn es darum geht, die kurz - oder mittelfristige Lebensplanung geg enseitig abzuschätzen. 6.4 Mit der fehlenden Gewähr für eine anstandslose Wiederausreise ist eine zwingende Voraussetzung zur Erteilung eines Schengen -Visums nicht erfüllt. Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich b e- schränkter Gültigkeit (vgl. dazu E. 4.5) wurden vo m Beschwerdeführer nicht geltend gemacht und solche sind auch nicht ersichtlich. 7. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 8. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende B e- schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos ten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). Dispositiv S. 11 C-4064/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Sie sind mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss g e- deckt. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. […]) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Andreas Trommer Denise Kaufmann Versand: