A bteilung IV D -3156/2007 haf/rau {T 0/2} U rteil vom 30. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Fulvio H aefeli, H ans Schürch, D aniel Schm id G erichtsschreiberin U lrike R aem y A ._______, geboren _______ alias B ._______, geboren _______, Irak, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 11. A pril 2007 i.S. A berkennung der Flüchtlingseigenschaft und A sylw iderruf / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer am 19. August 1999 als Flüchtling anerkannt, und ihm Asyl gew ährt w urde, dass der Beschw erdeführer am 14. August 2006 unter Vorw eisung seines Schw eizerischen Ausw eises m it Flug H H I 976 von Frankfurt/M ain nach C ._______ geflogen ist, dass das BFM dem Beschw erdeführer m it Schreiben vom 19. Februar 2007 G elegenheit gab, sich innert Frist zu diesem Sachverhalt, sow ie zur deshalb vom BFM beabsichtigten Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und zum W iderruf des Asyls zu äussern, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 26. Februar 2007 eine entsprechende Stellungnahm e einreichte, dass das BFM das seinerzeit gew ährte Asyl m it Verfügung vom 11. April 2007 gestützt auf Art. 63 Abs. 1 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) und Art. 1 Bst. C , Ziff. 1 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) die Flüchtlingseigenschaft aberkannte und das ihnen gew ährte Asyl w iderrief und dem Beschw erdeführer die Flüchtlingseigenschaft aberkannte, dass der Beschw erdeführer diese Verfügung m it Beschw erde vom 3. M ai 2007 (Poststem pel 7. M ai 2007) beim Bundesverw altungsgericht anfocht und dabei sinngem äss beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben, es sei auf die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und den W iderruf des Asyls zu verzichten, dass der m it Zw ischenverfügung vom 14. M ai 2007 verlangte Kostenvorschuss fristgerecht am 21. M ai 2007 einbezahlt w urde, dass die Vorinstanz m it Vernehm lassung vom 15. Juni 2007 die Abw eisung der Beschw erde beantragte, dass die Vernehm lassung dem Beschw erdeführer m it Zw ischenverfügung vom 18. Juni 2007 zur Kenntnis gebracht w urde, und er gleichzeitig unter H inw eis auf die Säum nisfolge die G elegenheit erhielt, sich bis am 3. Juli dazu äussern, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 2. Juli 2007 fristgerecht replizierte, und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Verfügungen (Art. 5 Vw VG ) des BFM auf dem G ebiet des Asylrechts entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]) und dabei das 3 neue Verfahrensrecht anw endet (Art. 53 Abs. 2 VG G ), dass der Beschw erdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung hat und daher zur Einreichung einer Beschw erde legitim iert ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48), dass som it auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 50 ff. Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass gem äss Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG das gew ährte Asyl aus G ründen nach Art. 1 C Ziff. 1 - 6 FK w iderrufen w erden kann, dass gem äss Art. 1 C FK eine Person, auf die die Bestim m ungen des Abschnittes A (w elcher die D efinition des Flüchtlings abhandelt) zutreffen, unter anderem nicht m ehr unter das Abkom m en fällt, w enn sie sich freiw illig w ieder unter den Schutz des Landes, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, gestellt hat (Ziff. 1), w enn sie freiw illig in das Land, das sie aus Furcht vor Verfolgung verlassen oder nicht m ehr betreten hat, zurück- gekehrt ist und sich dort niedergelassen hat (Ziff. 4) oder w enn sie nach W egfall der U m stände, auf G rund deren sie als Flüchtling anerkannt w orden ist, es nicht m ehr ab- lehnen kann, den Schutz ihres H eim atstaates in Anspruch zu nehm en (Ziff. 5), dass die letztgenannte Bestim m ung jedoch nicht auf diejenigen Flüchtlinge anw endbar ist, die den Schutz ihres H eim atstaates aus triftigen G ründen, die auf frühere Verfolgun- gen zurückgehen, ablehnen (Ziff. 5, 2. Abs., vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2002 N r. 21 E. 3b S. 171 f., 1995 N r. 16 E. 6a S. 161). dass w eiter Lehre und R echtsprechung bei einer Anw endung von Art. 1 C Ziff. 1 FK ku- m ulativ voraussetzen, dass der Flüchtling freiw illig in Kontakt m it seinem H eim atstaat getreten ist, er m it der Absicht gehandelt hat, von seinem H eim atstaat Schutz in An- spruch zu nehm en und er diesen auch tatsächlich erhalten hat (vgl. EM AR K 2002 N r. 21 E. 6 S. 172, N r. 8 E. 8 S. 65, 1998 N r. 29 E. 3a S. 241 f.), dass aus den Äusserungen und H andlungen des Flüchtlings dabei unzw eifelhaft R ück- schlüsse auf seine fehlende Furcht und seine subjektive Em pfindung, ausreichenden ef- fektiven Schutz zu erhalten, gezogen w erden können, dass gem äss Praxis in diesem Kontext eine blosse Anw esenheit auf dem Territorium des H eim atstaates (vgl. EM AR K 1996 N r. 7 E. 10 S. 62 f.) beziehungsw eise eine einm alige, kurze H eim reise ohne Kontakt m it den Behörden im Inland in der R egel als noch nicht genügenden zw ingenden H inw eis erachtet, um von der fehlenden Furcht und subjektiv als genügend em pfundenem Schutz auszugehen, dass es vielm ehr w eiterer Indizien bedarf, um unzw eifelhafte R ückschlüsse auf eine feh- lende Verfolgungsfurcht zu ziehen (vgl. EM AR K 2002 N r. 21), dass gem äss R echtsprechung eine aus m oralischen Verpflichtungen gegenüber nahen Angehörigen erfolgte R eise in den H eim atstaat für sich alleine betrachtet in der R egel noch kein genügender G rund darstellt, um die Flüchtlingseigenschaft abzuerkennen (vgl. EM AR K 1996 N r. 12 E. 9 S. 105 f., 1996 N r. 11 E. 6 S. 89 f., N r. 7 E. 11 S. 63 ff.), 4 da sich daraus keine genügliche Absicht der U nterschutzstellung ableiten liesse, dass gem äss dem BFM vorliegenden Inform ationen der Beschw erdeführer am 14. August 2006 unter Vorw eisung seines Schw eizerischen Flüchtlingsausw eises m it Flug H H I 976 von Frankfurt/M ain nach C ._______ flog, dass der Beschw erdeführer in seiner Stellungnahm e vom 26. Februar 2007 dazu unter H inw eis auf EM AR K 2002 N r. 21, ausführte, er sei lediglich in die H eim at gereist, um an der Beerdigung seines verstorbenen O nkels teilnehm en zu können und parallel dazu eine Kopie des Totenscheines beilegte, dass indessen gem äss des eingereichten Todesscheines und der am 23. M ärz 2007 auf entsprechende Aufforderung hin eingereichten deutschen Ü bersetzung der besagte O nkel am 29. Septem ber 2006 verstorben ist, w ährenddem der Beschw erdeführer bereits am 14. August 2004 nach C ._______ geflogen ist, dass der Beschw erdeführer in seiner Eingabe vom 3. M ai 2007 geltend m achte, der Ü bersetzer habe das Todesdatum nicht zutreffend w iedergegeben, da die Kopie des Todesscheines nur schw er lesbar gew esen sei, und er ansonsten darauf beharrte, am 14. August 2006 nach C ._______ geflogen zu sein, um in seiner H eim at der Fam ilie seines am 29. Septem ber 2005 verstorbenen O nkels einen Kondolenzbesuch abstatten zu können, nachdem er, bedingt durch die räum liche Trennung, erst verspätet vom Tod seines O nkels erfahren habe, dass das BFM in seiner Vernehm lassung vom 15. Juni 2007 festhält, der Beschw erdeführer habe es in seiner Stellungnahm e vom 26. Februar 2007 versäum t, sich bezüglich des Todesdatum s explizit zu äussern und er sich erst in seiner Beschw erde dazu geäussert habe, dass der W ahrheitsgehalt der erstm als auf Beschw erdeebene erhobenen Erklärung, w onach Sinn und Zw eck der R eise der Kondolenzbesuch und nicht die Teilnahm e an den Beerdigungsfeierlichkeiten gew esen sei, nicht zu überzeugen verm öge, da der Beschw erdeführer diese Begründung bereits in seiner Stellungnahm e hätte vorbringen m üssen, zum al er über die Folgen des Asylw iderrufs unterrichtet gew esen sei, dass der Beschw erdeführer m it R eplik vom 2. Juli 2007 auf dem W ahrheitsgehalt seiner erstm als auf Beschw erdeebene erhobenen Erklärung beharrt, ohne sich näher m it den zutreffenden Erw ägungen des BFM auseinanderzusetzen oder diese gar zu entkräften, dass folglich w eder die Erklärungen in der Beschw erdeingabe vom 3. M ai 2007 noch diejenigen in der R eplik vom 2. Juli 2007 zu überzeugen verm ögen, dass gem äss der m it der Beschw erde eingereichten "Anm erkung zu der Ü bersetzung" des Ü bersetzungsbüros des Kaufm ännischen Vereins vom 24. April 2007 "nur übersetzt w urde, w as lesbar w ar", dass som it die Bezugnahm e auf die "schlechte Lesbarkeit" der Jahreszahlen in der Sterbeurkunde nicht zu überzeugen verm ag, da diese offenbar eben gerade lesbar w aren, dass dem nach die vom Beschw erdeführer vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung unbelegt ist und konstruiert w irkt, w eshalb die G rundlage eines "entschuldbaren" kurzzeitigen Besuchs aus schw erw iegenden fam iliären G ründen im Sinne von EM AR K 1996 N r. 11 fehlt,5 dass der Beschw erdeführer durch sein Verhalten (regulär erfolgte und m it entsprechen- den G renzkontrollen verbundene G renzüberschreitungen im Einverständnis irakischer Behörden) klar zum Ausdruck gebracht hat, dass er sich freiw illig unter den Schutz des Landes, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, gestellt hat, dass der Beschw erdeführer som it auf den flüchtlingsrechtlichen Schutz nicht (m ehr) an- gew iesen ist und die von Art. 1 C Ziff. 1 FK respektive Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG sta- tuierten Voraussetzungen für eine Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und den da- m it verbundenen W iderruf des Asyls in Bezug auf den Beschw erdeführer zw eifellos er- füllt sind, dass die vom BFM gestützt auf Art. 63 Abs. 1 Bst. a AsylG verfügte Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und der W iderruf des Asyls nach dem G esagten zu R echt erfolgte und verhältnism ässig ist, dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde sow ie R eplik näher einzugehen, da dies zu keinem anderen Ergebnis führen w ürde, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht som it nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und m it dem am 21. M ai 2007 in dieser H öhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind. (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auferlegt und m it dem in gleicher H öhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer, (eingeschrieben; Beilage: angefochtene O riginalverfügung) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N _______; Kopie) - (zuständige kantonale Behörde) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Fulvio H aefeli U lrike R aem y