Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission Geschäfts-Nr.: VV130004-O/U Mitwirkend: Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef, Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Oberrichter lic. iur. P. Helm, Oberrichter lic. iur. M. Langmeier und Oberrichter lic. iur. P. Marti sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu Beschluss vom 19. April 2013 in Sachen Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, Anklägerin sowie 1. † A._____, geboren tt.mm.2001, gestorben tt.mm.2006, Hinterbliebene: B._____, Geschädigte und 2. C._____, geboren tt.mm.1998, gesetzliche Vormundin: D._____ Prozessbeistand: E._____, Privatklägerin vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ - 2 - gegen F._____, Beschuldigter amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ betreffend Umteilung Prozess Nr. DG130002-H des Bezirksgerichts Pfäffikon i.S. der Parteien betreffend schwere Körperverletzung etc. - 3 - Erwägungen: 1. Das Geschworenengericht des Kantons Zürich verurteilte F._____ (nachfol- gend: Beschuldigter) am 17. Dezember 2010 wegen mehrfacher schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB zu einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren und 6 Monaten (act. 2/141/2). Dem Schuldspruch lagen schwerwiegende Kindsmisshandlungen zugrunde, die er während eines län- geren Zeitraums begangen hatte. Das Kassationsgericht des Kantons Zürich hiess mit Beschluss vom 14. Mai 2012 eine gegen das Urteil des Geschw o- renengerichts erhobene Beschwerde gut und wies die Sache zur Neubeur- teilung an das Bezirksgericht Pfäffikon, das an die Stelle des mittlerweile abgeschafften Geschworenengerichts trat, zurück (act. 2/140). Das Bundes- gericht trat mit Urteil vom 6. November 2012 auf eine gegen den Beschluss des Kassationsgerichts erhobene Beschwerde nicht ein (act. 2/143). Mit Schreiben vom 25. März 2013 überwies das Bezirksgericht Pfäffikon die Strafakten der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zü- rich mit dem Ersuchen, den Prozess einem anderen Bezirksgericht zuzuwe i- sen. Zur Begründung brac hte es vor, sowohl der Bezirksgerichtspräsident als auch die Vizepräsidentin des Bezirksgerichts seien in nämlicher Sache vorbefasst. Das Verfahren nur mit Laienrichtern bzw. allenfalls mit einem E r- satzrichter als Vorsitzenden zu führen, erscheine nicht sachgerecht (act. 1). 2. Kann ein Gericht nicht mehr durch den Beizug von Ersatzmitgliedern besetzt werden oder ist der Beizug von solchen nicht angebracht, so überweist die Aufsichtsbehörde die Streitsache einem anderen Gericht gleicher sachlicher und funkt ionaler Zuständigkeit (§ 117 GOG). Nebst dem Präsidenten und der Vizepräsidentin - welche im vorliegenden Verfahren vorbefasst sind - ist das Bezirksgericht Pfäffikon mit vier nebenamtlichen Richterinnen und Ric h- tern ohne juristische Ausbildung (sog. "Laienrichter") besetzt. Für eine or d- nungsgemässe Durchführung dieses Verfahrens müsste das Obergericht dem Bezirksgericht Pfäffikon ein e/n Ersatzrichter/in bestellen. Dass das vor- liegende Strafverfahren unter dem Vorsitz eines Ersatzrichters beurteilt wird, erscheint indes nicht als angebracht . Die Parteien wurden mit Verfügung - 4 - vom 27. März 2013 zu allfälligen Stellungnahmen eingeladen (act. 3). Innert Frist haben sie mit Ausnahme der Staatsanwaltschaft IV auf eine Stellun g- nahme und somit auf Einwendungen gegen eine Überweisung an ein ande- res Bezirksgericht verzich tet. Letztere stimmte mit Einga be vom 2. April 2013 einer Überweisung an ein anderes Bezirksgericht zu (act. 4). Das Ver- fahren ist daher dem Bezirksgericht Winterthur zur weiteren Behandlung zu überweisen. Es wird beschlossen: 1. Das beim Bezirksgericht Pfäffikon anhängige Verfahren DG130002 wird dem Bezirksgericht Winterthur zur Behandlung überwiesen. 2. Dieser Beschluss wird den Parteien, dem Bezirksgericht Winterthur sowie dem Bezirksgericht Pfäffikon schriftlich gegen Empfangsschein mitgeteilt, Letzterem mit dem Hinweis, dass das Obergericht die Akten des Verfahrens DG130002 direkt dem Bezirksgericht Winterthur übersendet. 3. Rechtmittel: Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen, von der Zustellung an ge- rechnet, bei der Rekurskommission des Obergerichts, Hirschengraben 13/15, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich Beschwerde eingereicht wer- den. Die Beschwerdeschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthal- ten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweis- mittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Materielle und formelle Entscheide der Beschwerdeinstanz sind kostenpflichtig; die Kosten hat die im Verfahren unterliegende Partei zu tragen. Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung. - 5 - Zürich, 19. April 2013 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. A. Leu versandt am: