<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00234</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203980&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00234</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.01.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gesamtleistungswettbewerb für eine Doppelturnhalle<br/><br/>Zulässigkeit einer freihändigen Vergabe nach § 11 Abs. 1 lit. k SubmV (E. 1.1). Vergabe nur an den Wettbewerbsgewinner (E. 2.1). Elemente des Juryentscheids (E. 2.2). Vergabrechtliche Bedeutung einer Empfehlung der Jury zuhanden der Auftraggeberin (E. 2.2). Bindung der Vergabebehörde an den Juryentscheid. Bisherige Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts zu dieser Frage. Negative Bindung der Vergabebehörde an den Juryentscheid (E. 2.3). Im vorliegenden Fall gaben stimmberechtigte und nicht stimmberechtigte Mitglieder Bewertungen ab. Die Jury empfahl zwei Projekte zur Weiterbearbeitung (E. 3.1). Aufgrund dieser Umstände ist davon auszugehen, dass die Jury keinen Wettbewerbsgewinner im Sinn von § 11 Abs. 1 lit. k SubmV ermittelt hat. Weder enthielt der Entscheid eine Rangfolge noch wurde die Vergabe an einen bestimmten Bewerber empfohlen. Die Bewertung unter Mitwirkung der nicht stimmberechtigten Jurymitglieder kann nur als konsultative Stimmabgabe der Stimmberechtigten angesehen werden. Damit blieb offen, ob die stimmberechtigten Jurymitglieder ihre Beurteilung mit Rücksicht auf die von den anderen Mitgliedern abgegebenen Bewertungen allenfalls noch angepasst hätten (E. 3.2). Da die Jury somit keinen Wettbewerbsgewinner ermittelt hat, sind die Voraussetzungen für eine freihändige Vergabe des Auftrags nicht gegeben, und die angefochtene Verfügung ist aufzuheben. Der Vergabebehörde steht es frei, nunmehr entweder ein ordentliches Vergabeverfahren zu eröffnen oder einen neuen Gesamtleistungswettbewerb auszuschreiben (E. 3.3). Teilweise Gutheissung (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BINDUNG AN JURYENTSCHEID">BINDUNG AN JURYENTSCHEID</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EMPFEHLUNG">EMPFEHLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESAMTLEISTUNGSWETTBEWERB">GESAMTLEISTUNGSWETTBEWERB</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: JURY">JURY</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PREISGERICHT">PREISGERICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RANGFOLGE">RANGFOLGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RANGIERUNG">RANGIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TOTALUNTERNEHMERVERTRAG">TOTALUNTERNEHMERVERTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TURNHALLE">TURNHALLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WETTBEWERBSGEWINNER">WETTBEWERBSGEWINNER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 15 lit. j Ziff. 1 GPA</span><br/><span class="gerade">Art./§ 11 SIA 142</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 21 SIA 142</span><br/><span class="gerade">Art./§ 22 SIA 142</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 23 SIA 142</span><br/><span class="gerade">Art./§ 27 SIA 142</span><br/><span class="ungerade">§ 11 Abs. I lit. k SubmV</span><br/><span class="gerade">Art. 52 Abs. II VoeB</span><br/><span class="ungerade">Art. 52 Abs. III VoeB</span><br/><span class="gerade">Art. 53 VoeB</span><br/><span class="ungerade">Art. 55 Abs. I lit. c VoeB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2004 Nr. 35 S. 41</span><br/><span class="ungerade">RB 2004 Nr. 41</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Primarschulgemeinde X schrieb am 7. November 2002 einen zweistufigen Gesamt­leistungswettbewerb fÃ¼r die Vergabe eines Totalunternehmervertrags betreffend den Neu­bau einer Doppelturnhalle in X aus. Aufgrund der eingegangenen Bewerbungen und einer entsprechenden Empfehlung des Preisgerichts beauftragte die Primarschule am 20. Dezem­ber 2002 vier Projektteams damit, anonym ein Bauprojekt zu erarbeiten mit Angaben zur Materialisierung und Konstruktion sowie Ã¼ber die Kostensicherheit in Form eines Kosten­voranschlags, der Grundlage fÃ¼r das Pauschalangebot und den spÃ¤teren Totalunter­nehmer­ver­trag bilden sollte. Alle LÃ¶sungsvorschlÃ¤ge sollten mit einem festen Preis von Fr. 25'000.- entschÃ¤digt werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach PrÃ¼fung der eingegangenen Arbeiten bewertete das aus fÃ¼nf stimmberechtigten und neun nicht stimmberechtigten Mitgliedern zusammengesetzte Preisgericht die Projekte und empfahl das Projekt "N" der H AG und das Projekt "O" einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE A), bestehend aus dem Team B, C, D und E zur Weiterbearbeitung. Dabei sollten im einzelnen aufgefÃ¼hrte Punkte von der Bauherrschaft noch definiert und andere Punkte im jeweiligen Projekt noch Ã¼berprÃ¼ft und/oder Ã¼berarbeitet werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Entgegen dieser Empfehlung beschloss die Primarschulpflege X am 13. Juni 2003, auf die Weiterbearbeitung der beiden Projekte zu verzichten und dem Projekt "N" den Zuschlag zu erteilen. Der Entscheid wurde den Betroffenen am 16. Juni 2003 mitgeteilt.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen den Vergabeentscheid erhob die ARGE "A" (Leiterin des Projektes O) am 26. Juni 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Die BeschwerdefÃ¼hrenden beantragten, die angefochtene VerfÃ¼gung sei aufzuheben und der Zuschlag sei ihnen zu erteilen. Eventua­liter sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, den Zuschlag aufgrund der vom Preisgericht vorgenommenen Beurteilung der Ã¼berarbeiteten Projekte "N" und "O" zu erteilen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht ersuchten die BeschwerdefÃ¼hrenden um Erteilung der aufschie­benden Wirkung, Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels und Akteneinsicht.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerdeantwort vom 18. August 2003 beantragte die Primarschulgemeinde X, die Beschwerde sei abzuweisen und es sei die aufschiebende Wirkung zu verweigern, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrenden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der AbteilungsprÃ¤sident erÃ¶ffnete am 22. August 2003 einen zweiten Schriftenwechsel, legte dabei den Umfang der Akteneinsicht fest und erteilte der Beschwerde die aufschie­bende Wirkung. In ihrer Replik vom 6. Oktober 2003 hielt die ARGE "A" vollumfÃ¤nglich an ihren AntrÃ¤gen fest. Die Duplik erfolgte am 30. Oktober 2003 und schloss ihrerseits wiederum auf Abweisung der Beschwerde. Die Mitbeteiligten H AG und I AG liessen sich in keinem Stadium des Verfahrens zur Beschwerde vernehmen.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Streit liegt die freihÃ¤ndige Vergabe eines Totalunternehmervertrags aufgrund eines zweistufig durchgefÃ¼hrten Wettbewerbs.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Nach § 11 Abs. 1 lit. k der Submissionsverordnung in der vorliegend noch anwend­baren Fassung vom 18. Juni 1997 (SubmV) ist eine freihÃ¤ndige Vergabe zulÃ¤ssig, wenn aufgrund eines Planungs- oder Gesamtleistungswettbewerbs der Vertrag mit dem Gewin­ner geschlossen werden soll. Voraussetzung dafÃ¼r ist, dass die Organisation des Wettbe­werbs den GrundsÃ¤tzen des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkan­tonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 22. September 1996 (IVÃ¶B-BeitrittsG) und der SubmV entspricht. Dies gilt insbesondere mit Bezug auf die VerÃ¶ffentlichung einer Einladung an angemessen qualifizierte Anbieterinnen und Anbieter zur Teilnahme. Zur Beurteilung ist eine unabhÃ¤ngige Jury einzusetzen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Im vorliegenden Fall wurde ein Gesamtleistungswettbewerb durchgefÃ¼hrt und in Aussicht gestellt, mit dem Anbieter des vom Preisgericht fÃ¼r die Realisierung empfohlenen LÃ¶sungsvorschlags einen Totalunternehmervertrag abzuschliessen. Vorbehalten blieb nach Ziff. 1.6 des Wettbewerbsprogramms (act. 5/6) die Ablehnung oder RÃ¼ckweisung des Projekts bzw. des Baukredits durch die Gemeinde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die im Wettbewerbsprogramm vorgesehene Wettbewerbsorganisation entspricht nach der Ã¼bereinstimmenden und zutreffenden Auffassung der Parteien den GrundsÃ¤tzen des IVÃ¶B-BeitrittsG und der SubmV. Insbesondere wurde das Verfahren zweistufig durchgefÃ¼hrt, und die anonym eingereichten Arbeiten wurden durch eine unabhÃ¤ngige Jury beurteilt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach Ziff. 1.1 des Wettbewerbsprogramms war sodann neben den Vorschriften der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 und der SubmV zum selektiven Verfahren subsidiÃ¤r die SIA-Ordnung 142 (Ausgabe 1998) anwendbar.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>§ 11 Abs. 1 lit. k SubmV lÃ¤sst fÃ¼r die in ihrem Anwendungsbereich liegenden AuftrÃ¤ge eine freihÃ¤ndige Vergabe nach durchgefÃ¼hrtem Wettbewerb nur zu, wenn die Vergabe an den Gewinner des Wettbewerbs erfolgt. Auch Art. XV Ziff. 1 lit. j des GATT/WTO-Ãber­einkommens vom 15. April 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agreement), welcher Grundlage von § 11 Abs. 1 lit. k SubmV bildet, lÃ¤sst die freihÃ¤ndige Vergabe nach durchgefÃ¼hrtem Wettbewerb nur an den Wettbe­werbs­gewinner zu. Umgekehrt kann ein Auftrag, der einem anderen als dem Wettbe­werbsge­win­ner erteilt werden soll, grundsÃ¤tzlich nicht freihÃ¤ndig, sondern nur nach DurchfÃ¼hrung eines neuen Vergabeverfahrens vergeben werden (vgl. Peter Galli/AndrÃ© Moser/Elisabeth Lang, Praxis des Ã¶ffentlichen Beschaffungsrechts, ZÃ¼rich etc. 2003, S. 227 f.; Peter Galli/ Daniel Lehmann/Peter Rechsteiner, Das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz, ZÃ¼rich 1996, Rz. 637).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Ein auf der SIA-Ordnung 142 basierender Juryentscheid setzt sich in der Regel aus drei Elementen zusammen: der Festlegung der Rangfolge (Art. 21), der Zusprechung der Preise und AnkÃ¤ufe (Art. 22) und der Empfehlung (Art. 23). Diese Elemente sind vergaberechtlich nur insoweit relevant, als sie der Bestimmung des Wettbewerbsgewinners im Sinn von § 11 Abs. 1 lit. k SubmV dienen. Der Gewinner des Wettbewerbs lÃ¤sst sich dann ohne Probleme feststellen, wenn die Jury eine bestimmte Arbeit sowohl in den ersten Rang setzt, ihr den ersten Preis zuspricht und auch die Vergabe an den entsprechenden Anbieter empfiehlt. Weniger eindeutig fÃ¤llt das Ergebnis aus, wenn die einzelnen Elemente des Jury­entscheids in Widerspruch zueinander treten, sei es etwa, weil die Empfehlung nicht der Rangierung entspricht oder weil ein Preis fÃ¼r das erstrangierte Projekt wegen Programm­widrigkeit ausser Betracht fÃ¤llt (vgl. Art. 52 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 11. Dezem­ber 1995 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen [VoeB], Art. 22.3 SIA-Ordnung 142).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Voraussetzung einer freihÃ¤ndigen Vergabe im Sinn von § 11 Abs. 1 lit. k SubmV ist in je­dem Fall, dass die Jury einen Gewinner ermittelt hat. Dies setzt zumindest eine eindeutige Festlegung der Rangfolge voraus, wobei eine gleichrangige Bewertung zweier Projekte nach der SIA-Ordnung 142 problematisch ist (vgl. Art. 22.1, der jedenfalls Ex-aequo-Preise verbietet). Eine Empfehlung der Jury zuhanden der Auftraggeberin ist vergabe­rechtlich nur insoweit relevant, als sie dazu dient, den Gewinner des Wettbewerbs zu ermitteln</span><span>. Andere Empfehlungen w</span><span>ie etwa</span><span> </span><span>betreffend die </span><span>Weiterbearbeitung eines oder mehrerer Projekte</span><span> sind </span><span>vergaberechtlich ohne Belang. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Wie weit die BehÃ¶rde nach der DurchfÃ¼hrung eines Planungs- und Gesamtleistungswettbewerbs an den Juryentscheid gebunden ist, wird durch das zÃ¼rcherische Recht nicht ausdrÃ¼cklich geregelt. Auf Bundesebene ist die Auftraggeberin zwar in der Regel an die Empfehlung des Preisgerichts gebunden, kann sich von dieser Verpflichtung jedoch ausnahmsweise durch eine Abgeltung befreien (Art. 53 in Verbindung mit Art. 55 Abs. 1 lit. c VoeB). Auch Art. 27.1 SIA-Ordnung 142 rÃ¤umt dem Wettbewerbsgewinner einen Anspruch auf den Auftrag ein, wobei sich die Auftraggeberin auch hier durch eine Abgeltung sowie durch den generellen Verzicht auf die Realisierung des Vorhabens (Art. 27.2 und 27.3) befreien kann.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>In seiner bisherigen Rechtsprechung ist das Verwaltungsgericht von einer gewissen Bindung der VergabebehÃ¶rde an den Juryentscheid ausgegangen, ohne sich aber im Einzelnen dazu zu Ã¤ussern (vgl. VGr, 13. Februar 2002, BEZ 2002 Nrn. 28 und 33 mit Hinweisen). Dieser Entscheid wurde in der Lehre teilweise kritisiert (vgl. Christian Pfammatter, Concours et marchÃ©s publics, in: RDAF 2002, S. 439 ff., 455; Denis Esseiva in: Baurecht 4/2003, S. 150 f.). Das Konzept der freihÃ¤ndigen Vergabe spricht in der Tat eher gegen das Bestehen einer Verpflichtung der BehÃ¶rde, nach durchgefÃ¼hrtem Wett­bewerb Ã¼berhaupt einen Zuschlag zu erteilen. § 11 Abs. 1 SubmV zÃ¤hlt verschiedene FÃ¤lle auf, die es der VergabebehÃ¶rde erlauben, AuftrÃ¤ge, die an sich im offenen oder selektiven Verfahren auszuschreiben wÃ¤ren, ohne ein solches Verfahren freihÃ¤ndig zu vergeben. Damit wird durchwegs eine HandlungsmÃ¶glichkeit, nicht aber eine Handlungspflicht auf­gezeigt. Anders als im ordentlichen Vergabeverfahren verlangt auch die Vielfalt mÃ¶glicher LÃ¶sungen im Rahmen von Planungs- und Gesamtleistungswettbewerben eine gewisse Freiheit der VergabebehÃ¶rde im Entscheid Ã¼ber die Realisierung. Dem trÃ¤gt die SIA-Ordnung 142 mit ihrem Art. 27.2 auch Rechnung. Eine VergabebehÃ¶rde soll nicht gegen ihren Willen dazu gezwungen werden, ein Projekt zu realisieren, dem sie â aus welchen GrÃ¼nden auch immer â ablehnend gegenÃ¼bersteht. Die Bindung der BehÃ¶rde an den Jury­entscheid ist somit in erster Linie eine negative, indem es ihr versagt ist, die freihÃ¤ndige Vergabe an einen andern Anbieter als den Gewinner des Wettbewerbs vorzunehmen (vorn, E. 2.1; vgl. VGr, BEZ 2003 Nr. 26 E. 2c). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Anzumerken ist, dass der Vertragsschluss selbst im Anschluss an einen rechtskrÃ¤ftigen Zuschlag nicht im Ã¶ffentlichrechtlichen Vergabeverfahren erzwungen werden kÃ¶nnte. Der Verzicht auf den Vertragsschluss hat letztlich ebenso wie ein unzulÃ¤ssiger Verfahrens­abbruch, ein spÃ¤terer RÃ¼cktritt vom Werkvertrag (Art. 377 des Obligationenrechts [OR]) oder eine KÃ¼ndigung des Auftrags zur Unzeit (Art. 404 Abs. 2 OR) nur privatrechtliche SchadenersatzansprÃ¼che zur Folge, Ã¼ber die im Zivilprozess und nicht durch das Verwaltungsgericht zu entscheiden ist (vgl. auch BGr, 20. November 2003, 2P.155/2003, www.bger.ch). </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Das Preisgericht setzte sich aus zwei Sachpreisrichtern der Schulverwaltung und drei Fachpreisrichtern, zwei Architekten und einem Bauingenieur, zusammen. ZusÃ¤tzlich gehÃ¶rten der Jury verschiedene Interessenvertreter vorwiegend aus der Gemeinde als nicht stimmberechtigte Experten (vgl. act. 5/5 Ziff. 1.3, Art. 11 SIA-Ordnung 142) an. Bei der Beurteilung der vorgelegten Projekte in vorerst zwei Bewertungsrunden gaben alle Jury­mitglieder ihre Bewertungen ab, ohne dass zwischen den stimmberechtigten und den nicht stimmberechtigten Mitgliedern unterschieden worden wÃ¤re. Dabei zeigte sich, dass alle Jurymitglieder zusammen dem Projekt "N" die meisten Punkte gaben, gefolgt vom Projekt "O". Die stimmberechtigten Mitglieder hingegen hatten umgekehrt dem Projekt "O" die hÃ¶chste und dem Projekt "N" die zweithÃ¶chste Punktzahl gegeben. Im dritten Durchgang kam die Jury zum Schluss, dass beide Projekte nicht ohne Ãberarbeitung realisiert werden kÃ¶nnten und empfahl beide zur Weiterbearbeitung. DemgemÃ¤ss sprach das Preisgericht in seinem Bericht unter dem Titel "Festlegung der Rangfolge" die Empfehlung zur Weiterbearbeitung von "O" und "N" aus (act. 5/5 Ziff. 5.3).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Aufgrund dieser UmstÃ¤nde ist davon auszugehen, dass die Jury keinen Wettbe­werbs­gewinner im Sinn von § 11 Abs. 1 lit. k SubmV ermittelt hat. Weder enthielt der Entscheid eine Rangfolge, noch wurde die Vergabe an einen bestimmten Bewerber empfohlen. Zwar hatten die stimmberechtigten Jurymitglieder im zweiten Durchgang das Projekt "O" an erste Stelle gesetzt, jedoch verzichteten sie in der Folge offenbar bewusst auf eine definitive Rangierung der Projekte im dritten Durchgang. Dieser wohl aus RÃ¼cksicht auf die Mehrheitsmeinung der nicht stimmberechtigten Jurymitglieder ge­troffene Verzicht verbietet es, dem Preisgericht eine bestimmte Rangfolge als mutmasslichen Entscheid im dritten Durchgang zu unterstellen. Die zuvor abgegebene Bewertung erfolgte noch unter Mitwirkung der nicht stimmberechtigten Mitglieder und kann daher nur als konsultative Stimmabgabe der Stimmberechtigten angesehen werden. Damit blieb offen, ob die stimm­berechtigten Jurymitglieder ihre Beurteilung mit RÃ¼cksicht auf die von den anderen Mitgliedern abgegebenen Bewertungen im dritten Durchgang allenfalls noch angepasst hÃ¤tten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Da die Jury somit keinen Gewinner des Wettbewerbs ermittelt hat, sind die Voraussetzungen von § 11 Abs. 1 lit. k SubmV fÃ¼r eine freihÃ¤ndige Vergabe des Auftrags nicht gegeben, und die angefochtene VerfÃ¼gung ist aufzuheben. Der VergabebehÃ¶rde steht es frei, nunmehr entweder ein ordentliches Vergabeverfahren zu erÃ¶ffnen oder einen neuen Gesamtleistungswettbewerb auszuschreiben. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden obsiegen damit teilweise, ohne dabei allerdings das Ziel einer direkten Vergabe an sie oder einer Anweisung zur Weiterbearbeitung beider Projekte zu erreichen. Dieser Verfahrensausgang rechtfertigt es, die Verfahrenskosten beiden Parteien je hÃ¤lftig aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 des Verwaltungs­rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). ParteientschÃ¤digungen sind demnach keine zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Vergabeentscheid der Primar­schulgemeinde X vom 13. Juni 2003 aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 280.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'280.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">5. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>