Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. August 2018 (720 17 200 / 223) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Abweisung der Beschwerde gegen eine revisionsweise Einstellung der Invalidenrente mit der substituierten Begründung durch das Gericht, dass die ursprüngliche Rentenver- fügung zweifellos unrichtig und deren Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Daniel Tschopp , Adv o- kat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____, geboren 1976, arbeitet seit dem 18. Juni 2009 als Mitarbeiterin Hauswirtschaft bei der B.____ AG; bis 14. August 2013 zu 100 % und seit dem 15. August 2013 in einem Ar- beitspensum von 50 %. Am 1. Dezember 2011 (Eingang) wurde sie von ihrer Arbeitgeberin un- ter Hinweis auf eine seit dem 15. August 2011 bestehende 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit, die auf Kniebeschwerden zurückzuführen sei, bei der IV-Stel le Z.____ zur Früherfassung angemeldet. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mit Verfügungen vom 26. September 2014 und vom 7. Januar 2015 sprach die IV-Stelle Z.____ A.____ ab dem 1. August 2012 eine halbe Invalidenre nte sowie zwei Kinderrenten zu. Da A.____ ihren Wohnsitz in den Kanton Baselland verlegt hatte, überwies die IV-Stelle Z.____ das Dossier an die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle). Diese leitete eine Revision von Amtes wegen ein. Mit Verfügung vom 1. Juni 2017 stellte die IV-Stelle nach Abklärung der gesundheit- lichen und erwerblichen Verhältnisse sowie nach Durchführ ung des Vorbescheidverfahrens die Ausrichtung der halben Invalidenrente bei einem errechn eten Invaliditätsgrad von 0 % ein. In der Begründung führte sie aus, dass es aufgrund der Met allentfernung zwar vorübergehend zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gekommen sei . Ansonsten aber sei seit der ursprüng- lichen Rentenzusprache im September 2014 eine objektive Verbesserung des Gesundheitszu- stands eingetreten. Aus medizinischer Sicht seien ihr di e bisherige Tätigkeit als Reinigungsan- gestellte zu 90 % und leichte Verweistätigkeiten (vorw iegend sitzende Tätigkeiten mit der Mög- lichkeit, das linke Bein zur Entspannung zu strecken, mit we chselbelastenden Anteilen, unter Vermeiden von Treppen und Stufen besteigen oder den Hang hinunter zu laufen) zu 100 % zumutbar. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durc h Advokat Daniel Tschopp, mit Eingabe vom 13. Juni 2017 Beschwerde beim Kantonsgerich t Basel-Landschaft, Abteilung So- zialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin liess sie bea ntragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine h albe Invalidenrente auszurichten, unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Wiederherstellung der auf- schiebenden Wirkung für die Dauer des Beschwerdeverfahre ns sowie die Bewilligung der un- entgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Verbeiständung mit Advokat Daniel Tschopp. In der Begründung wurde zusammenfassend gelten d gemacht, dass fälschlicher- weise von der Verbesserung des Gesundheitszustands ausgegang en werde. Das Gutachten von Dr. med. C.____, Facharzt für Rheumatologie FMH, vo m 4. Juni 2016 erfülle die Anforde- rungen an ein beweistaugliches Gutachten nicht. Dr. C.____ als Rheumatologe sei nicht geeig- net, einen orthopädischen Status korrekt zu beurteilen . Zudem sei das Gutachten tendenziös, falsch und widersprüchlich ausgefallen, weshalb nicht da rauf abgestellt werden könne. Statt- dessen sei gestützt auf die Ausführungen von Dr. med. D. ____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH , Regionaler Ärztlicher Dienst bei- der Basel, vom 15. September 2016 bezogen auf den ursp rünglichen Rentenentscheid von ei- nem unveränderten Gesundheitszustand auszugehen, wesha lb weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestehe. C. Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 26. Juni 2017 zur Frage der aufschiebenden Wirkung Stellung genommen hatte, wies d ie instruierende Präsidentin der Ab- teilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts mit Ve rfügung vom 5. Juli 2017 den Ver- fahrensantrag betreffend aufschiebende Wirkung der Beschwerde ab. D. Die Beschwerdegegnerin reichte ihre Vernehmlassung a m 20. Juli 2017 ein und bean- tragte die Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Mit Verfügung vom 30. August 2017 wurde die Angel egenheit dem Gericht zur Beurtei- lung überwiesen und der Beschwerdeführerin wurden die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Daniel Tschopp bewilligt. F. Nachdem die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 19. September 2017 um Gewäh- rung einer Frist zur Replik ersucht hatte, wurde die b ereits per 28. September 2017 angesetzte Urteilsberatung abgeboten. Mit Replik vom 18. Oktober 2 017 hielten die Beschwerdeführerin und Duplik vom 11. Dezember 2017 die Beschwerdegegnerin an den bereits gestellten Rechts- begehren fest. G. Anlässlich der Urteilsberatung vom 15. März 2018 gela ngte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass hinsichtlich der Verfügungen vom 26. Se ptember 2014 und vom 7. Januar 2015 eine Wiedererwägung wegen zweifelloser Unrichtig keit im Raum stehe. Da sich die Par- teien zu dieser Frage bisher nicht geäussert hatten, wu rde ihnen zur Wahrung des rechtlichen Gehörs Frist zur Stellungnahme eingeräumt (vgl. Beschluss vom 15. März 2018). H. Die Beschwerdegegnerin hielt mit Eingabe vom 26. M ärz 2018 fest, dass der Be- schwerdeführerin zumindest ab Frühjahr 2014 vollschichtig eine leichte Verweistätigkeit zumut- bar gewesen sei. Ob dies bereits seit 2012 der Fall sei, könne den massgeblichen medizini- schen Akten nicht eindeutig entnommen werden. Der urspr üngliche Rentenentscheid der IV- Stelle Z.____ erweise sich demzufolge als zweifellos unric htig. Die nach Art. 17 ATSG vorge- nommene Aufhebung der Invalidenrente könne daher mit der substituierten Begründung ge- schützt werden, die früher zugesprochene Leistung sei anf änglich unrichtig gewesen, weshalb sie durch die Wiedererwägung zu korrigieren sei. I. Die Beschwerdeführerin liess sich mit Stellungnahme vo m 22. Mai 2018 vernehmen. Darin führte sie unter Hinweis auf das Urteil des Bunde sgerichts vom 28. Juli 2017 (8C_280/2017) aus, dass der vorliegende Fall bei korrekt er Würdigung wenig geeignet sei, um von einer offensichtlichen Unrichtigkeit auszugehen. Es sei aus den Akten keinesfalls klar er- sichtlich, dass vor Erlass der Verfügungen vom 26. Septemb er 2014 bzw. vom 7. Januar 2015 nur die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft überprüft worden sei. Vielmehr würden diverse Akten belegen, dass sich die Beur teilung einer noch zumutbaren 50 %-igen Arbeitsfähigkeit auch auf Verweistätigkeite n bezogen habe. Es könne damit nicht gesagt werden, dass die Rentenzusprache auf keiner ärzt lichen Einschätzung der Arbeitsfähig- keit in einer Verweistätigkeit beruht habe. Es sei spekulativ, wenn nun nachträglich geschlossen werde, dass sich – entgegen dem Wortlaut einzelner Attest e und der ursprünglichen Verfügung – die Einschätzungen der Ärzte nur immer auf das effekti v ausgeübte Arbeitspensum bezogen hätten. Genauso fragwürdig sei die Schlussfolgerung, wonach die Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer optimal angepassten Tätigkeit trotz offensichtlich i nstabilem Gesundheitszustand 100 % betragen haben könnte. Das Gutachten von Dr. C.____ sei aufgrund seiner erheblichen Mängel nicht geeignet, eine zuverlässige Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwer- deführerin vorzunehmen. Erst nach Vorliegen einer korre kten beweistauglichen medizinisch- theoretischen Beurteilungsgrundlage sei auch eine nac hvollziehbare und schlüssige Einschät- zung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit möglich. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht J. Mit Eingabe vom 28. Mai 2018 verzichtete die Beschwerd egegnerin auf eine weitere Stellungnahme. Die Beschwerdeführerin liess mit Eingabe vom 1. Juni 2018 nochmals die Gründe ausführen, weshalb die ursprüngliche Verfügung nicht zweifellos unrichtig gewesen sei. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akt en wird – soweit für die Entscheidung notwendig – in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Be- schwerde vom 13. Juni 2017 ist einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommens- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurt eilt sich durch Vergleich des Sachver- halts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenve rfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 133 V 114 E. 5.4). 3.2 Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzun gen, so kann die Rentenverfügung nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwa ltungsverfügungen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfü- gung, welche nicht Gegenstand materieller richterliche r Beurteilung gebildet hat, zurückzukom- men, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Be- deutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2 a). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der subst ituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unricht ig und die Berichtigung von erhebli- cher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2; BGE 128 V 272 E. 5b/bb; Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2013, 9C_121/2014, E. 3.2.2). Um ei ne zugesprochene Rente wiedererwä- gungsweise aufheben zu können, muss zudem – nach damaliger Sach- und Rechtslage – er- stellt sein, dass eine korrekte Invaliditätsbemessung hinsic htlich des Leistungsanspruchs zu einem anderen Ergebnis geführt hätte (Urteil des Bund esgerichts vom 27. Mai 2013, 8C_778/2012, E. 3.1 mit Hinweisen). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, au ch die geklagten Beschwerden be- rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeb en worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung de r medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.5 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialver sicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV- Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lan- ge, bis über die für die Beurteilung des streitigen An spruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 5.1 Strittig und zu prüfen ist damit der Rentenanspr uch der Beschwerdeführerin. Anlässlich der mit Verfügungen erfolgten Zusprache einer halben Invalidenrente ab 1. August 2012 lagen die folgenden medizinischen Berichte vor: 5.2 Im Arztbericht vom 1. Februar 2012 und damit sechs M onate nach dem operativen Eingriff am linken Knie gab das Spital E.____ im IV- Bericht an, dass die Versicherte als Raum- pflegerin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Es bestünden eine herabgesetzte Beweglichkeit und Fle- xion des linken Kniegelenks und eine eingeschränkte Mobi lität. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Bei adäquater Beschäftigung betrage di e Arbeitsfähigkeit 100 %. Mit der Wie- deraufnahme einer beruflichen Tätigkeit könne gerechne t werden, es sei aber unklar, ab wann. Dies hänge vom Therapieerfolg ab (Physiotherapie und medikamentöse Therapie). 5.3 Dr. med. F.____, Allgemeine Medizin FMH, hielt i n seinem Arztbericht vom 21. Februar 2012 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Valgusgonarthrose mit nicht konsolidierter Femurosteotomie fest. Ohne Auswirkungen a uf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine Adipositas. Die Patientin könne aufgrund der linksseitige n Knieschmerzen nicht als Putzfrau arbeiten. Seit Februar 2010 bestünden Schmerzen im l inken Knie. Es habe am 2. Juni 2010 eine Meniskektomie stattgefunden, die Beschwerden hätte n in der Folge aber persistiert. Am 17. August 2011 sei eine Femurosteotomie vorgenommen wo rden. In der Folge sei es zu einer schleppenden Mobilisation und zur „Persistierung der Beschw erden gekommen (Adipositas!)“. Arbeitsversuche seien gescheitert. Seit dem 15. August 2011 bestehe bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Die Patientin könne wegen der linksseitigen Knieschmerzen nicht als Reinigungsfrau arbeiten. Nach Abheilung sei die b isherige Tätigkeit aus medizinischer Sicht noch zumutbar, allerdings verlaufe der Heilungsverlauf sehr schleppend. Sie sollte in ihrem Be- ruf wieder voll arbeitsfähig werden, der Zeitpunkt a ber sei fraglich. Zu einer angepassten Tätig- keit nahm Dr. F.____ nicht Stellung bzw. füllte das Beiblatt nicht aus. 5.4 Mit Stellungnahme vom 21. März 2012 führte Dr. me d. G.____, Facharzt für Orthopä- dische Chirurgie, RAD aus, dass der aktuelle Hausarztberich t einen instabilen Gesundheitszu- stand festhalte. Der Hausarzt halte das Wiedererreichen der vollen Arbeitsfähigkeit für möglich, jedoch zu noch unbestimmtem Zeitpunkt. Der weitere He ilungsverlauf müsse durch die operie- rende Klinik kontrolliert werden. Der letzte Bericht d atiere vom 22. November 2011 mit Ankün- digung einer Kontrolle in sechs Wochen. Dieser Bericht l iege noch nicht vor. Die Angaben von Dr. F.____ seien weitestgehend plausibel. Dem Grunde nach sollte die zuletzt ausgeübte Tätig- keit nach knöcherner Konsolidierung der Femur-Umstellu ng wieder vollumfänglich verrichtbar sein. Leistungslimitierend sei derzeit die verminderte Belastbarkeit des linken Beines für über- wiegendes Stehen, Gehen, tiefes Abhocken und Treppen-/ Leiternsteigen. Angepasste, über- wiegend sitzend auszuübende Tätigkeiten mit gelegentli chem Stehen und Umhergehen sollten derzeit bereits vollumfänglich möglich sein. Die Abschlu sskontrolle im Spital E.____ und der entsprechende Bericht müssten abgewartet werden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Im Arztbericht für Erwachsene vom 23. Juni 2012 hiel t Dr. med. H.____, Spital E.____, bei bekannter Diagnose fest, dass die bisherige Tätigkei t noch zumutbar sei und dabei keine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe. 5.6 Am 26. Juni 2012 berichtete die Orthopädie des Sp itals E.____ Dr. F.____ eine verzö- gerte ossäre Konsolidation bei Status nach distaler vari sierender Femurosteotomie links bei Valgusgonarthrose. Die Patientin habe belastungsabhängi ge Schmerzen im Verlauf des Trac- tus iliotibialis angegeben. Sie arbeite als Putzfrau. Die Schmerzen würden im Laufe des Tages auftreten, so dass sie nicht den ganzen Tag durcharbei ten könne. Sie sei vom Hausarzt schon einige Tage krankgeschrieben. Man werde die Patientin e rneut im August 2012 unter Anferti- gung neuer radiologischer Bilder kontrollieren. Die Beschwerden der Patientin seien im Rahmen der Reizung des Tractus iliotibialis durch die Platte sowie durch die muskuläre Atrophie erklär- bar. Im August werde das weitere operative Vorgehen b ezüglich Osteosynthesematerialentfer- nung und Arthroskopie des Kniegelenks besprochen. Eventue ll bestehe ab dem 8. Juni 2012 bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Es werde um Zwischenbeurteilung durch den Hausarzt gebeten. 5.7 Dr. F.____ verwies in seinem Bericht vom 12. Juli 2012 bezüglich der Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf die Diagnosen des Spitals E.____ vom 26. Juni 2012 sowie auf eine Adipositas bei 97.5 kg und einer Grösse von 160 cm. Die Patientin leide an zu- nehmenden Knieproblemen links trotz zweimaliger Operati on. Die Mobilisation gestalte sich sehr schwierig und schleppend. Die Patientin sei etwas ä ngstlich und sehr schwerfällig. Aus mentalen Gründen könne sie aber nicht anders. An und für sich sei sie arbeitswillig, schaffe dies aber höchstens zu 50 %. Zwischendurch falle sie schmerzb edingt wieder ganz bei der Ar- beit aus. Sein Vorschlag sei, dass man sie bis zur Operation finanziell unterstütze. Dann müsse eine Neubeurteilung erfolgen. 5.8 Dem Bericht der Orthopädie des Spitals E.____ vom 12. Oktober 2012 kann entnom- men werden, dass die Patientin in erster Linie belastu ngsabhängige Schmerzen berichte. Ein Ruheschmerz bestehe nicht. Das weitere Vorgehen könne konservativ oder operativ erfolgen. 5.9 Dr. F.____ hielt am 20. November 2012 fest, dass i n der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit dem 19. März 2012 bis auf weiteres eine Arbeitsunfä higkeit von 50 % bestehe. Es bestün- den Schmerzen beim Gehen. Die Patientin könne kaum das 50 %-ige Pensum als Reinigungs- fachfrau erbringen. Die bisherige Tätigkeit sei aus m edizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Es sei nicht zu erwarten, dass eine Steigerung der Arbeit sfähigkeit möglich sei. Die Patientin gebe wirklich ihr Bestes und arbeite unter starken Schmerzen. D ie Arbeitgeberin nehme Rücksicht. Die tatsächlich erbrachte Leistung müsse mit dem Arbeitge ber besprochen werden. Die Frage nach einer behinderungsangepassten Tätigkeit liess Dr. F. ____ erneut offen. Er bat ausdrück- lich um eine Abklärung am Arbeitsplatz, um die tatsäch liche Arbeitsfähigkeit abzuklären. Eine Berentung sei nun doch angesagt. Er glaube, dass eine 7 5 %-ige Arbeitsunfähigkeit adäquat sei. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.10 Dr. G.____ hielt in seiner Stellungnahme vom 11 . Dezember 2012 als Diagnosen eine verzögerte ossäre Konsolidierung bei Status nach varisiere nder Femurosteotomie links im Au- gust 2011 bei Valgusgonarthrose fest. Es liege ein in stabiler, nicht abschliessend beurteilungs- fähiger Gesundheitszustand vor. Nachvollziehbar sei die akt uelle Arbeitsfähigkeit von 50 % grenzwertig, die derzeit nicht steigerungsfähig sei. Ma n solle Mitte Dezember 2012 beim Haus- arzt nachfragen, um abschätzen zu können, wann etwa ein Endzustand erreicht werden könne, um über einen allfälligen Leistungsentscheid befinden zu können. 5.11 Mit Arztbericht vom 7. März 2013 hielt das Spital I.____ fest, dass die Patientin zur Einholung einer Zweitmeinung vorstellig geworden sei. Sie berichte von Beschwerden am lin- ken Kniegelenk vor allem beim Aufstehen sowie bei Beugun g des linken Kniegelenks. Die Pati- entin habe vornehmlich Schmerzen über dem Tractus iliot ibialis sowie am distalen Oberschen- kel. Es bestünden reizlose Narbenverhältnisse. Die Beweglichkeit bei Flexion/Extension betrage 130-0-0° . Es bestünden Reibungen über dem Tractus iliotibialis mit deutlicher Druckdolenz vor allem über dem Plattenlager. Durchblutung, Motorik un d Sensibilität seien peripher intakt. Im Vergleich zur Voruntersuchung vom Juni 2012 zeige sich e ine zunehmende Konsolidation der Osteotomie vor allem medialseitig. Es zeige sich eine rege lrechte Implantatlage. Die Patientin habe grosse Angst vor einem weiteren operativen Eingriff. Wie schon vom Spital E.____ vorge- schlagen, werde ein Abwarten bis Sommer 2013 empfohlen . Danach sei zwei Jahre postopera- tiv eine radiologische Verlaufskontrolle zur Beurteilun g der Konsolidation und zur Planung der Metallentfernung vorzunehmen. 5.12 In einem weiteren Arztbericht vom 26. September 2013 hielt Dr. F.____ mit Auswirkun- gen auf die Arbeitsfähigkeit eine Adipositas permagna und die bekannte Knieproblematik fest. Es sei eine bariatrische Operation im Spital I.____ gep lant. Er könne derzeit nicht sagen, ob eine Gewichtsreduktion zu einer Verbesserung der Beinproblematik führe. Seiner Meinung nach könne kaum mehr als eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit (in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit) er- reicht werden. Zur angepassten Tätigkeit äusserte sich Dr. F.____ erneut nicht. 5.13 Dr. G.____ liess sich mit Aktennotiz vom 22. November 2013 dahin gehend verneh- men, dass 28 Monate nach der Umstellungsosteotomie des di stalen Oberschenkels links von einer ausbleibenden Knochenheilung gesprochen werden müsse. Es bestehe Revisionsbedarf im Sinne einer Re-Osteosynthese. Dass die Versicherte bezüglich des Operationstermins zöge- re, sei partiell nachvollziehbar. Es handle sich hier um einen duldungspflichtigen Eingriff, der nicht zwingend eingefordert werden könne. In diesem Si nne sei auch keine SMA auszuspre- chen. Die Versicherte arbeite derzeit im einem 50 %-ig en Pensum, was plausibel sei. Aktuell berichte Dr. F.____ bei Adipositas per magna von einer geplanten bariatrischen Operation im Spital I.____. Dieser Eingriff sei als sinnvoll zu era chten, auch im Hinblick auf die später zu er- folgende Re-Osteosynthese, um die anschliessende Rehabi litation zu optimieren. Gesamthaft befinde sich die Versicherte noch in der medizinischen Pha se. Es stünden zwei geplante Ope- rationen an, ohne die sich der Gesundheitszustand defini tiv nicht bessere. Die 50 %-ige Ar- beitsunfähigkeit sei derzeit ausgewiesen und plausibel b is zum nächsten Operationstermin. Nach erfolgreich verlaufenden Operationen sei mit ein er Besserung des Gesundheitszustands zu rechnen. Der medizinische Verlauf bleibe nachzuführen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.14 Dr. F.____ teilte der Beschwerdegegnerin am 13. Januar 2014 mit, dass die (bariatri- sche) Operation am 23. Oktober 2013 stattgefunden habe . Die Knieschmerzen links würden persistieren, obwohl die Patientin bereits gute 15 kg abgenommen habe. Man werde im Mai die Knieproblematik nach weiterer (Gewichts-)Reduktion angehen. Die Patientin arbeite 50 %, mehr gehe nicht. 5.15 Dr. G.____ hielt am 24. Januar 2014 auf Anfrag e fest, dass mit der bariatrischen Ope- ration die Voraussetzungen für eine Kniesanierung links ve rbessert worden seien. Im Sinne der IV sei dies aber ein Nebenschauplatz, da eine Adipositas nicht IV relevant sei. Eine Gewichts- reduktion wirke sich jedoch generell günstig auf die G elenke aus, und hier im Besonderen wür- den sich das Operationsrisiko und das Revisions-Behandlungsergebnis verbessern. Die arbeits- fähigkeits-relevante Hauptproblematik des fehlenden Durch baus der distalen Femur- Osteosynthese links sei noch nicht gelöst und bestehe damit fort. Die Arbeitsunfähigkeit von 50 % sei nicht durch die Adipositas begründet. Eine Ste igerung der aktuellen Arbeitsfähigkeit werde sich erst nach Durchbauung der Osteosynthese erreic hen lassen, was jedoch eine er- neute Operation voraussetze. Als Antwort auf die konkre te Frage des Sachbearbeiters, ob ein Rentenentscheid gefällt werden könne, stellte Dr. G.__ __ fest, dass weiterhin ein instabiler Ge- sundheitszustand bestehe. Auf die Frage, dass falls ein Ren tenentscheid gefällt werden könne, man um Angaben zur Arbeitsfähigkeit in angestammter u nd einer Verweistätigkeit mit Verlauf und Profil ersuche, hielt Dr. G.____ fest, dass die for tbestehende Arbeitsunfähigkeit von 50 % ausgewiesen sei. Für den Fall, dass noch kein Rentenen tscheid gefällt werden könne, ersuche man den RAD um Angaben zum weiteren Vorgehen. Auf di ese Frage antwortete Dr. G.____, dass die Kurzinfo des Hausarztes hilfreich sei, es jedoch der Dokumentation in Form eines Aus- trittsberichts der Operation vom Oktober 2013 sowie de r radiologischen Befunddokumentation des linken Kniegelenks bedürfe. Zum weiteren Procedere h ielt er fest, dass ein IV-Arztbericht Ende Mai 2014 mit vorliegenden Berichtskopien anzuforder n sei. Dann könne man bei ihm den weiteren Verlauf nachfragen. 5.16 Ohne weitere ärztliche Berichte abzuwarten, sprach die IV-Stelle Z.____ der Be- schwerdeführerin mit Verfügungen vom 26. September 201 4 und vom 7. Januar 2015 rückwir- kend ab dem 1. August 2012 eine halbe Invalidenrente zu. 6.1 Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit – als Schranke für ein wiedererwä- gungsweises Zurückkommen auf eine formell rechtskräftige Leistungszusprechung – ist recht- sprechungsgemäss so zu handhaben, dass die Wiedererwägun g nicht zum Instrument einer voraussetzungslosen Neuprüfung von Dauerleistungen wird, zumal es nicht dem Sinn der Wie- dererwägung entspricht, laufende Ansprüche zufolge nac hträglicher besserer Einsicht der Durchführungsorgane jederzeit einer Neubeurteilung zu führen zu können. Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist aber in der Regel dann e rfüllt, wenn eine Leistungszusprechung aufgrund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erl assen wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden ( BGE 103 V 12 8; ARV 1996/97 Nr. 28 S. 152 E. 3c, C 151/94). Zweifellos ist die Unrichtigkei t, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar (BGE 125 V 392 f. E. 6a). Zweifellose Unrichtigkeit der Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ursprünglichen Rentenverfügung kann (auch) bei unrichtig er Feststellung im Sinne der Würdi- gung des Sachverhalts gegeben sei. Darunter fällt insb esondere die unvollständige Sachver- haltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des Un tersuchungsgrundsatzes. Eine auf kei- ner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgebl ichen Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die ent sprechende Verfügung zweifellos un- richtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne (Urteil de s Bundesgerichts vom 14. April 2009, 9C_1014/2008, E. 3.2.2). Entscheidend ist nicht, ob di e frühere Leistungszusprache unter Be- rücksichtigung sämtlicher Teilaspekte richtig und angemessen war, sondern ob sie mit Blick auf die damalige Sach- und Rechtslage insgesamt als vertretbar erscheint. 6.2 Die IV-Stelle Z.____ wies in den Verfügungen vom 26. September 2014 und vom 7. Januar 2015 auf Art. 16 ATSG hin und legte dar, dass f ür die Bemessung der Invalidität das gegenwärtig zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem Eink ommen zu vergleichen sei, das bei voller Gesundheit erzielt werden könne und dass die Höh e der Erwerbseinbusse den Invalidi- tätsgrad in Prozenten bestimme. In Bezug auf das Einko mmen ohne Behinderung stützte sich die IV-Stelle Z.____ auf das Einkommen gemäss den Ang aben der Arbeitgeberin und ging da- von aus, dass dieses im Gesundheitsfall bei einem 100 %- igen Pensum Fr. 44‘187.-- betragen hätte. Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens stellt e sie fest, dass unter Berücksichti- gung der gesundheitlichen Situation die bisherige Tät igkeit als Reinigungsangestellte nur noch zu einem Pensum zu 50 % ausgeübt werden könne. Aus spezi alärztlicher Sicht seien der Ver- sicherten andere, leidensangepasste Tätigkeiten halbta gs zumutbar. Dabei seien Arbeiten mit hoher Belastung des linken Beines wie tiefem Abhocken und Treppen-/Leiternsteigen zu ver- meiden. In Frage käme beispielsweise die bisherige Tätigkeit als Reinigungsangestellte, welche nach wie vor zu einem Pensum von 50 % ausgeübt werde. Ge stützt auf diese Einschätzung berechnete die IV-Stelle Z.____ ein Invalideneinkommen von Fr. 22‘094.--, indem sie die Hälfte des Valideneinkommens heranzog, was letztlich einen Invaliditätsgrad von 50 % ergab. 6.3 Die Würdigung der medizinischen Aktenlage zeigt, d ass sich die Formulierung, die in den Verfügungen verwendet wurde, um die zumutbare A rbeitsfähigkeit und das Leistungsprofil zu umschreiben, auf keine ärztliche Beurteilung zurückführ en lässt. Auch die Einschätzung, dass leidensangepasste Tätigkeiten nur halbtags ausgefüh rt werden könnten, findet keinerlei Stütze in den soeben zitierten medizinischen Unterlagen. Dr. F.____ beantwortete die Frage der IV-Stelle Z.____, welche Tätigkeiten der versicher ten Person in welchem Ausmass noch zumutbar seien, in keinem seiner Berichte. Das Beiblatt zu den jeweiligen IV-Berichten liess er stets unbeantwortet. Ausserdem stützte er sich in seinen Be richten lediglich auf die Angaben der Beschwerdeführerin, ohne selbst eine klinische Prüf ung durchzuführen und ein Leistungs- profil festzulegen. Die behandelnden Orthopäden des Sp itals E.____ äusserten sich ein einzi- ges Mal zur leidensangepassten Tätigkeit. Im IV-Bericht vom 1. Februar 2012 hielten sie bereits sechs Monate nach dem operativen Eingriff fest, dass in e iner adäquaten Tätigkeit eine 100 %- ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Anlässlich ihres Beri chtes vom 23. Juni 2012 stellten sie nach einer Kontrolle vom 8. Juni 2012 sogar fest, dass die bisherige Tätigkeit zumutbar sei und dabei keine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe. Dr. G.__ __ führte in seiner Stellungnahme vom 21. März 2012 aus, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit n ach knöcherner Konsolidierung der Femur-Umstellung wieder vollumfänglich verrichtbar sein sollte. In Bezug auf das Leistungspro- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht fil hielt er fest, dass derzeit die verminderte Belas tbarkeit des linken Beines leistungslimitierend für überwiegendes Stehen, Gehen, tiefes Abhocken und Tr eppen-/Leiternsteigen sei. Ange- passte, überwiegend sitzend auszuübende Tätigkeiten mit g elegentlichem Stehen und Umher- gehen sollten derzeit bereits vollumfänglich möglich sein . Im weiteren Verlauf nahm Dr. G.____ zur Frage der Zumutbarkeit nicht mehr Stellung. Stattd essen ordnete er im Januar 2014 das weitere Zuwarten an. Damit fehlte es im Zeitpunkt des Rentenentscheids offensichtlich an einer verlässlichen ärztlichen Einschätzung der für die Invalidit ätsbemessung und die Rentenzuspra- che massgebende Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren Tä tigkeit. Mehr noch, die Annahme der IV-Stelle Z.____, dass angepasste Tätigkeiten lediglich halbtags zumutbar seien, widerspricht nachweislich den älteren fachärztlichen Unterlagen. 6.4 Die Beschwerdeführerin bringt mit Stellungnahme vo m 22. Mai 2018 vor, dass aus den Akten keinesfalls ersichtlich sei, dass vor Erlass der Verfügungen nur die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft überprüft wor den sei. Vielmehr würden diverse Akten belegen, dass sich die Beurteilung einer noch zumut baren 50 %-igen Arbeitsfähigkeit auch auf Verweistätigkeiten bezogen habe. Die Beschwe rdeführerin beruft sich zwar auf die Anfrage der Abteilung Renten an Dr. G.____ vom 23. Ja nuar 2014, wo dieser unter anderem gebeten wurde, Angaben zur Arbeitsfähigkeit mit Verlauf und Profil in der angestammten und in einer Verweistätigkeit zu machen. Dr. G.____ antwortete aber lediglich, dass die fortbestehende Arbeitsunfähigkeit von 50 % ausgewiesen sei. Er nahm kei ne Differenzierung vor und gab ins- besondere auch kein Profil einer Verweistätigkeit an, obwohl er das zwei Jahre zuvor bereits getan hatte. Damit fehlt dieser Beurteilung die für jeden Rentenentscheid notwendige Unter- scheidung zwischen angestammter und angepasster Tätigkeit, weshalb gestützt darauf und ohne konkrete Nachfrage bei Dr. G.____ kein rechtskonfor mer Rentenentscheid gefällt werden konnte. Weitere ärztliche Unterlagen, die sich zu einer Verweistätigkeit äussern würden, werden von der Beschwerdeführerin nicht angeführt. Der Umstand, dass Dr. G.____ einen instabilen Gesundhei tszustand darstellte, vermag daran nichts zu ändern. Das Erreichen des medizinischen Endzustand s, wie er von der Beschwerde- führerin angeführt wird, ist im UVG leistungsrelevant , wenn es darum geht, die vorübergehen- den Leistungen abzuschliessen und den Rentenentscheid zu fällen (vgl. Art. 19 UVG). Im Be- reich des IVG jedoch können auch Leistungen gesprochen we rden, wenn sich der Gesund- heitszustand noch besserungsfähig zeigt. Denn einzige Ansp ruchsvoraussetzungen sind ge- mäss Art. 28 IVG das Scheitern von Eingliederungsmassnahmen, die Erfüllung des Wartejahres mit einer mindestens 40 %-igen Arbeitsunfähigkeit und ein Invaliditätsgrad, der nach Ablauf des Wartejahres über 40 % liegt. Daher kann die Beschwerde führerin aus ihrem instabilen Gesund- heitszustand nichts zu ihren Gunsten ableiten. Korrekt w äre gewesen, im Herbst 2014 den Ge- sundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit mit dem entsprechenden Leistungsprofil – auch unter Berücksichtigung der bis dahin erfolgten Gewichtsreduktion –, nochmals ärztlich abzuklären, um danach über eine allfällige Rente zu entscheiden. 6.5 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, dass es sich bei der von ihr ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiterin Hauswirtschaft bereits um eine angepasste Verweistätigkeit handle. Dies ergebe sich aus dem Bericht von Dr. F.____ vom 20. November 2012. Der Auffassung der Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. Dr. F.__ __ nahm in diesem Bericht in keiner Weise Bezug auf eine Verweistätigkeit, sondern äussert e sich nur im Zusammenhang mit der bisherigen Tätigkeit. Hinzu kommt, dass er auch in dies em Bericht – ausser „Schmerzen beim Gehen“ – keine auf medizinischen Untersuchungen beruhend e Einschätzung des möglichen Leistungsprofils abgab. Mehr noch, Dr. F.____ ersuchte a usdrücklich um eine Abklärung der tatsächlichen Arbeitsfähigkeit am Arbeitsplatz. Diesem B ericht kann damit – entgegen der Be- hauptung der Beschwerdeführerin – nicht entnommen werd en, dass es sich bei der ausgeübten Tätigkeit um eine dem Knieleiden angepasste Tätigkeit handelt. Es trifft zwar zu, dass sich die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin gegenüber bezügl ich der Arbeit entgegenkommend ver- hielt, indem sie ihr Erleichterungen möglich machte. Dies ändert aber nichts daran, dass die Tätigkeit im Hausdienst bei der Knie- und Beinproble matik mit häufigem Stehen, Gehen, Stre- cken und Bücken sicher nicht als optimal adaptierte Verwe istätigkeit mit vorwiegend sitzender, das heisst Bein schonender Stellung zu betrachten ist. 6.6 Indem die IV-Stelle Z.____ trotz fehlender ärztli cher Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren Tätigkeit auf weitere Abklärungen verzichtete, verletzte sie den Untersu- chungsgrundsatz und den Grundsatz der Rechtsanwendung v on Amtes wegen, was zur zwei- fellosen Unrichtigkeit der leistungszusprechenden Verfüg ung führt. Es fehlt an einer rechtskon- formen Invaliditätsbemessung (vgl. dazu auch Urteil de s Bundesgerichts vom 22. Januar 2015, 9C_692/2014, E. 3.3 f.). Die Vorgehensweise der IV-S telle Z.____ hätte ihre Berechtigung ein- zig darin gefunden, wenn gestützt auf verlässliche ärztli che Grundlagen und erwerbliche Abklä- rungen erstellt gewesen wäre, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der Anstellung bei der Arbeitgeberin das ihr bestmöglich zumutbare Einkommen er zielt hätte. Denn entscheidend für die Invaliditätsbemessung ist nicht, ob die rentenanspr echende versicherte Person ihre (Rest-) Arbeitsfähigkeit tatsächlich erwerblich verwertet oder nicht. Vielmehr ist die Invalidität stets auf der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens zu bemessen , das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit erzielen könnte. So mit kann auf das tatsächlich erzielte Ein- kommen nur dann abgestellt werden, wenn es einer zumutb aren, das heisst die Restarbeitsfä- higkeit bestmöglich verwertenden Leistung entspricht. Eine regelrechte Abklärung der zumutba- ren Erwerbstätigkeit wurde im Rahmen der erstmaligen Leistungszusprache nicht vorgenom- men, weshalb die rentenzusprechenden Verfügungen als zwe ifellos unrichtig zu qualifizieren sind. Sie sind in Wiedererwägung zu ziehen und aufzuheben. 7.1 Da die ursprüngliche Verfügungen vom 26. Septemb er 2014 und vom 7. Januar 2015 aufgrund des Gesagten in Wiedererwägung zu ziehen sind, erübrigt sich eine Auseinanderset- zung mit den Anspruchsvoraussetzungen der materiellen R evision nach Art. 17 ATSG. Statt- dessen bleibt im Folgenden zu klären, wie es sich mit dem Gesundheitszustand und der Ar- beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung verhielt. Denn bei Vorliegen der Voraussetzungen für ein wiedererwägungsweises Zurückkom- men auf eine formell rechtskräftige Verfügung gilt es g emäss höchstrichterlicher Rechtspre- chung, mit Wirkung ex nunc et pro futuro einen rechtskonf ormen Zustand herzustellen. Die An- spruchsberechtigung und der Umfang des Anspruchs sind diesf alls pro futuro zu prüfen. Wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATS G muss auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der Invalidi tätsgrad im Zeitpunkt der Verfügung er- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht mittelt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2 018, 9C_358/2017, 4.4.1 mit weiteren Hinweisen). Im Rahmen der im Jahr 2015 eingeleiteten Rentenrevision holte die Beschwerde- gegnerin die folgenden medizinischen Berichte ein: 7.2 Dr. F.____ hielt mit Arztbericht vom 19. August 2 015 fest, dass der Gesundheitszu- stand gleich geblieben sei. Die Patientin arbeite zu 5 0 %. Mit Bericht vom 22. Oktober 2015 führte er aus, dass es trotz einer Gewichtsreduktion von dokumentierten 104 kg auf 65 kg keine Verbesserung der Knieproblematik links gegeben habe. Es m üsse daher von einer stabilen Be- fundsituation ausgegangen werden mit einer Restarbeitsfähigkeit von 50 %. 7.3 Dr. med. J.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, RAD , hielt in seiner Stellungnahme vom 14. April 2016 als letzte Aktenbasis den RAD-Bericht v om 24. Januar 2014 fest. Als neuen Arztbericht listete er lediglich die wenigen Sätze von Dr . F.____ vom 22. Oktober 2015 auf. Im Rahmen einer Anmerkung hielt Dr. J.____ fest, dass in d er letzten RAD-Stellungnahme aus dem Januar 2014 der Gesundheitsschaden als instabil besch rieben worden und nicht explizit zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit Stellung genommen worden sei. Die Beurtei- lung des Rechtsdienstes sei, soweit erkennbar, auf der Gru ndlage der Einschätzung der Ar- beitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit erfolgt. D ie Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits- fähigkeit seien unklar. Inzwischen liege ein stabiler Gesu ndheitsschaden vor. Aktuell würden keine objektivierbaren Befunde für eine Beeinträchtigu ng der Arbeitsfähigkeit genannt. Es wer- de daher eine aktuelle Abklärung empfohlen, bei der auch zur Arbeitsfähigkeit in einer optimal behinderungsanpassten Tätigkeit Stellung genommen werde. 7.4 Dr. C.____ diagnostizierte im Gutachten vom 4. Juni 2016 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit den Status nach arthroskopischer later aler Meniskusresektion am 2. Juni 2010 mit/bei grossem horizontalem Einriss im Corpus des later alen Meniskus sowie den Status nach medialisierender Femurosteotomie links am 17. August 201 1 mit/bei Valgusfehlstellung des linken Knies sowie Meniskusteilresektion vom 2. Juni 2010. Ohne Auswirkungen auf die Ar- beitsfähigkeit diagnostizierte er den Status nach Mage nbandoperation im Oktober 2013 mit/bei guter Gewichtsreduktion (von 104 kg auf 64.5 kg), eine Haltungsinsuffizienz zurzeit deutlich sichtbar nach massiver Gewichtsreduktion sowie eine Tende nz zur Schmerzausweitung und Protrahierung. Aufgrund der durchgeführten Operation en am linken Kniegelenk und der de- monstrierten partiellen Unfähigkeit in die Hocke zu ge hen, müssten Arbeiten in kauernder oder kniender Stellung vermieden werden. Die Versicherte wä re ebenfalls bei Arbeiten, welche das Besteigen von Leitern und Gerüsten erforderlich machen w ürden, ungeeignet. Ebenfalls seien Arbeiten auf unebenem Gelände, repetitives Treppen hi nunter laufen oder abwärts gehen ohne Handlauf zu vermeiden. Die Flexion der Wirbelsäule se i in allen Richtungen überdurchschnitt- lich gut, sodass keine Behinderung bei Arbeiten in gebe ugter Stellung bestehe, allerdings sollte das Heben von schweren Lasten vermieden werden. In eine r optimal behinderungsangepass- ten Tätigkeit, vorwiegend sitzend, mit der Möglichkeit, das Bein zu strecken, aber auch in einem Reinigungsbetrieb, sofern sich die gerade erwähnten E inschränkungen vermeiden lassen wür- den, könne keine relevante Einbusse attestiert werden. D ie heute festgestellte Beweglichkeit und Stabilität des linken Kniegelenks würden mit den An gaben des Spitals I.____ vom 7. März 2013 korrelieren. Es bestehe damit eine stabile Situa tion seit dem Frühjahr 2013. Aufgrund der Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Akten, welche lediglich die subjektiven Angaben der Versi cherten berücksichtigt hätten, könne gesagt werden, dass sie bereits im Frühjahr 2014 in einem höheren Pensum arbeitsfähig gewe- sen wäre. Seit dieser Zeit hätten keine Befunde festge stellt werden können, welche eine weite- re 50 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begrün den würden. Daher gelange er zur Auf- fassung, dass die Versicherte in ihrer angestammten Tätig keit als voll arbeitsfähig einzustufen sei. Es könne fakultativ eine 10 %-ige Leistungsminderu ng konstatiert werden. In einer vorwie- gend sitzenden Tätigkeit, mit der Möglichkeit, das linke Bein zu strecken zur Entspannung, in einer wechselbelastenden Tätigkeit unter Vermeiden von Treppen und Stufen besteigen oder den Hang hinunter zu laufen, einer Tätigkeit beispiel sweise in der Verpackungsindustrie, als Kontrolleurin, in einem Magazin oder Ähnlichem, bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Diese Ein- schätzung sei wieder seit Frühjahr 2014 gültig. Dabei sei keine Leistungsminderung zu berück- sichtigen. 7.5 Mit ergänzender Stellungnahme vom 29. Juni 2016 führte Dr. C.____ auf Rückfrage des RAD aus, dass nach den arthroskopischen Operationen vom Juni 2010 sowie der Femur- osteotomie links vom August 2011 eine gewisse Dauer der Ar beitsunfähigkeit berechtigt gewe- sen sei. Die durchgeführten Operationen hätten das Ziel gehabt, den Gesundheitsschaden zu verbessern und eine höhere Arbeitsfähigkeit zu erreich en. Die Orthopädie des Spitals E.____ habe bereits am 1. Februar 2012 eine 100 %-ige Arbei tsfähigkeit in einer adäquaten Beschäfti- gung attestiert. Hingegen sei sie als Raumpflegerin zu 1 00 % arbeitsunfähig erachtet worden. Er sehe hier eine unklare Einschätzung, schliesslich bestehe zwischen einer 100 %-igen Ar- beitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und ei ner 100 %-igen Arbeitsfähigkeit in adä- quater Tätigkeit eine grosse Differenz. Auch Dr. F.___ _ habe im Schreiben vom 21. Februar 2012 angegeben, dass eine Wiederaufnahme der beruflic hen Tätigkeit bzw. Erhöhung der Ein- satzfähigkeit zum damaligen Zeitpunkt fraglich sei, die Patientin eigentlich aber wieder voll ar- beitsfähig werden sollte. Dr. C.____ wies ausserdem auf den Bericht der Orthopädie des Spitals E.____ vom 23. Juni 2012 hin, mit welchem die bisherig e Tätigkeit als zumutbar eingeschätzt und eine verminderte Leistungsfähigkeit verneint worden sei. Der enorme Gewichtsverlust habe zur Verbesserung der Mobilität und der Entlastung der K niegelenke geführt. Dennoch habe Dr. F.____ in seinem Bericht vom 22. Oktober 2015 festgehalt en, dass trotz der Gewichtsreduktion keine Verbesserung der Knieproblematik erreicht worden sei, weshalb von einem stabilen End- stadium ausgegangen werden müsse bei einer Restarbeitsfä higkeit von 50 %. Diese Einschät- zung von Dr. F.____ könne er nicht akzeptieren. Er hab e die Explorandin in diesem Zusam- menhang angesprochen und ihr seine Einschätzung mitgetei lt. Es sei alles getan worden, was getan werden könne und sie habe ihrerseits das ideale Ge wicht erreicht, was zu einer eindeuti- gen Verbesserung der Beweglichkeit und auch Leistungsfähigkeit geführt habe, worauf die Ver- sicherte ihm unmissverständlich angegeben habe, dass sie in Zukunft nie wieder mehr als 50 % arbeiten wolle. Zugleich habe sie angedroht, sich wege n des rechten Kniegelenks in Behand- lung zu geben, falls er ihren Angaben nicht folgen wü rde. Es sei ein sehr gutes Endergebnis erreicht worden. Die früher zugesprochene Rente für di e Zeit, welche die Versicherte für Nach- behandlungen benötigt habe sowie die entsprechenden A rbeitsunfähigkeiten erachte er als ausgewiesen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.6 Dr. J.____ stellte anlässlich seiner Stellungnahme vo m 5. Juli 2016 fest, dass sich aus den vorliegenden Befunden seit März 2014 eine Verbesser ung des Gesundheitsschadens ab- leiten lasse. Seit diesem Zeitpunkt bestehe für die bi sherige Tätigkeit eine 90 %-ige und für be- hinderungsangepasste Tätigkeiten eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit. 7.7 Dr. D.____, RAD, kam in seiner Stellungnahme vom 15. September 2016 zur Auffas- sung, dass gemäss Dr. C.____ im Verlauf eine Verbesserun g des Gesundheitszustands objek- tivierbar sei, die sich unter funktionell-ergonomischen K riterien positiv auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. In einer angepassten Tätigkeit mit Knieschonprof il sei gemäss den medizinischen Eckdaten ab Frühjahr 2014 eine unlimitierte Arbeitsfä higkeit ohne Leistungsminderung zumut- bar. Dr. C.____ habe als letzte Tätigkeit seit 2009 Ha uswirtschafterin exploriert, wobei das kon- krete Anforderungsprofil zwar nicht explizit erhoben word en sei, jedoch sei schwerpunktmässig eine Reinigungstätigkeit naheliegend. Möglicherweise sei Dr. C.____ bei seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit von einer nahezu optimal Knie angepassten Ergo- nomie ausgegangen, andernfalls wäre seine Beurteilun g der Arbeitsfähigkeit (unlimitiert, fakul- tativ Leistungsminderung 10 %) nicht nachvollziehbar. In einer Tätigkeit mit naturgemäss ste- hendem und gehendem Belastungsprofil sei nur eine re duzierte Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % vorstellbar; ein Pensum, das die Versicherte offensichtlich auch zu leisten vermöge, wobei eine derartige Tätigkeit versicherungsmedizinisch eigentl ich nicht mehr zumutbar sei. In seiner Stellungnahme vom 12. Dezember 2016 hielt Dr. D.____ fest, dass sich der Gesundheitszu- stand gemessen an den objektiven Befunden verbessert ha be. Es gebe eine spürbare Ge- wichtsreduktion von 40 kg sowie funktionale medizinische Eck daten der begutachtungsrelevan- ten Kniebefunde. Es bestehe zwischenzeitlich eine eindeut ig verbesserte Beweglichkeit nach erfolgreicher Gewichtsreduktion. Der Umstand, dass sich di e Versicherte nun erneut am Knie- gelenk operieren lasse, belege keine massgebende Änderun g des bis zum Begutachtungszeit- punkt geklärten medizinischen Sachverhalts. Die angestammte Tätigkeit sei nicht optimal ange- passt, da sie gehend und stehend stattfinde. In einer d em Knie angepassten Tätigkeit, nämlich sitzend, sei die Versicherte als unlimitiert arbeitsfähig einzustufen. 7.8 Am 1. März 2017 berichtete das Spital E.____ von d er Arthroskopie am linken Knie und der operativen Entfernung des Osteosynthesematerials am 7. Dezember 2016. Die Patien- tin stelle sich zur klinischen Verlaufskontrolle zehn Woche n postoperativ vor. Sie äussere eine deutliche Beschwerdeverbesserung. Die physiotherapeutische Anleitung und Therapie hätten ihr viel gebracht. Restschmerzen im Bereich des linken Kn iegelenks verspüre sie nur noch bei stärkerer Belastung. Es werde ein neuer Kontrolltermin für in sechs Wochen vereinbart; bis da- hin werde eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert. Mit Bericht vom 8. April 2017 attestierten die Ärzte eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit als Reinigungskraft. 7.9 Mit Stellungnahme vom 11. April 2017 äusserte sich D r. D.____ dahingehend, dass es sich operationsbedingt um eine vorübergehende Verschlecht erung handle. Postoperativ werde ausdrücklich ein regelrechter Verlauf nach der Metallen tfernung genannt, mit reizlosen Narben- verhältnissen und ohne Kniegelenkserguss, ohne Entzündungsz eichen mit einer freien Stre- ckung und einer Beugung bis 120° . Damit lasse sich spätesten s ab dem Untersuchungszeit- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht punkt vom 23. Februar 2017, erfahrungsgemäss aber bere its früher, keine massgebliche Ar- beitsunfähigkeit mehr begründen. 7.10 Im Rahmen der Replik reichte die Beschwerdeführe rin den Bericht des Spitals E.____ vom 5. Juli 2017 ein. Darin wurde der Riss des lateralen Meniskusvorderhorns des linken Knies diagnostiziert. Die Patientin habe über starke Schmer zen im Bereich des lateralen Kniegelenks berichtet, die sie bei der Arbeit als Reinigungskraft behindern würden und weshalb sie zur Zeit nur 50 % arbeitsfähig sei. In Ruhe würden sich die Sch merzen deutlich bessern. Sie berichte, dass sich die Schmerzen durch die Entfernung der Tomofix- Platten deutlich verändert hätten. Früher seien die lateralen Kniegelenkschmerzen mit einem Knacken verbunden gewesen. Nun würden sie kaudaler im Bereich des Gelenkspaltes auftret en. In Bezug auf den Befund des lin- ken Kniegelenks stellten die Ärzte reizlose Narbenverhältni sse, keine Rötung, Schwellung oder Überwärmung, aber eine Druckdolenz im Bereich des later alen Gelenkspalts fest. Die Flexi- on/Extension betrage aktiv 120/0/0° , das Knie sei insgesa mt stabil. Es bestehe keine mediale oder laterale Aufklappbarkeit, aber Schubladenzeichen m it festem Anschlag. Das laterale Me- niskuszeichen sei positiv. Es würden sich im MRI ein komplexe r Riss des lateralen Meniskus- vorderhorns sowie weiterhin unvollständig durchbauten Schraubenlöcher und ein Osteoteomie- spalt im distalen Femur zeigen. Man habe der Patientin erklärt, dass die Schmerzen vom Me- niskusriss herkommen könnten. Die Patientin möchte keine Operation. 8.1 Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und di e entsprechenden Diagnosen sind zwischen den Ärzten und unter den Parteien unbestri tten. Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das Gutachten von Dr. C.____ davon aus, da ss der Beschwerdeführerin entspre- chende Verweistätigkeiten zu 100 % zumutbar seien. Die Be schwerdeführerin bestreitet die Verlässlichkeit des Verwaltungsgutachtens. 8.2 Dr. C.____ untersuchte die Beschwerdeführerin ein gehend persönlich und ging in sei- nem Gutachten auf die von ihr geklagten Beschwerden e in. Nach Befunderhebung legte er in Kenntnis der Vorakten für das Gericht in nachvollziehbare r Weise dar, dass aufgrund der Prob- lematik des linken Knies Arbeiten in kauernder oder kn iender Stellung, Arbeiten, welche das Besteigen von Leitern und Gerüsten erforderlich machen , ungeeignet seien. In Anbetracht der Befunde erscheint seine Beurteilung, dass Arbeiten auf u nebenem Gelände sowie ein repetiti- ves Treppen hinunterlaufen oder abwärts Gehen ohne Han dlauf nicht mehr möglich seien, ebenfalls als plausibel. Auch die Einschätzung von Dr. C .____, dass in einer vorwiegend sit- zenden Tätigkeit mit der Möglichkeit, das linke Bein zur Entspannung zu strecken, unter Ver- meiden von Treppen und Stufen zu besteigen oder den H ang hinunter zu laufen, eine volle Ar- beitsfähigkeit bestehe, ist in Anbetracht der erhoben en Befunde nachvollziehbar. Da die Be- schwerdeführerin vor allem Schmerzen bei der Belastung de s Knies angibt, ist nicht ersichtlich, weshalb in einer vorwiegend sitzenden Schontätigkeit lä ngere Erholungspausen erforderlich sein sollten. Die Beschwerdeführerin jedenfalls legt nicht dar, weshalb in einer solchen Tätigkeit eine zeitliche Leistungsbeschränkung bestehen sollte. Weiter setzte sich Dr. C.____ mit den Unterlagen der behandelnden Ärzte auseinander. Er legte dar, dass die von ihm festgestellte Beweglichkeit und St abilität des linken Kniegelenks mit den Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Angaben des Spitals I.____ vom 7. März 2013 übereinsti mme. Auch dort sei eine Flexi- on/Extension von 130/0/0 festgestellt worden. Die Beweg lichkeit des Kniegelenks habe damit die bestmögliche Flexionsfähigkeit erreicht. Damit ist a uch seine Schlussfolgerung, dass seit Frühling 2013 in Bezug auf das Knie eine stabile Situ ation bestehe, schlüssig. Wie bereits dar- gelegt, begründete er dies mit normalen klinischen Wer ten, insbesondere einer normalen Beu- gefähigkeit des Knies und dem Fehlen von Rötungs-, Schw ellungs- und Erwärmungszeichen. Bezüglich der Einschätzung von Dr. F.____, es sei von eine r 50 %-igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen, führte er sodann aus, dass ihn diese Einschätzu ng insbesondere unter Berück- sichtigung des Umstands nicht überzeuge, dass der errei chte Gewichtsverlust von 40 kg zur Verbesserung der Mobilität und zur Entlastung der Knieg elenke geführt habe. Seine Auseinan- dersetzung mit der Einschätzung von Dr. F.____ erscheint zwar auf den ersten Blick knapp. Aufgrund des Umstands aber, dass Dr. F.____ seine Beurt eilung nie begründete, konnte sich Dr. C.____ dazu auch nicht vertieft äussern. Andere ärzt liche Einschätzungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit, die sich von derjenigen von Dr. C.____ unterscheiden würden, liegen nicht vor. Die behandelnden Spezialiste n des Spitals E.____ attestierten der Beschwerdeführerin schon früh eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit. Bezüg- lich der adaptierten Tätigkeit ist das Gutachten von D r. C.____ damit schlüssig und nachvoll- ziehbar und stimmt mit der Einschätzung der behandelnden Orthopäden überein. 8.3.1 Die Beschwerdeführerin vertritt sodann die Auff assung, dass Dr. C.____ als Rheuma- tologe nicht in der Lage sei, einen vorwiegend orthopä dischen Status korrekt zu beurteilen. Diesbezüglich ist ihr entgegenzuhalten, dass die Beurte ilung von funktionellen Beeinträchtigun- gen des Bewegungsapparats auch in das Fachgebiet der Rhe umatologie fällt. Die Rheumatolo- gie und die Orthopädie sind als medizinische Fachbereiche sehr eng miteinander verwandt und befassen sich beide mit dem Bewegungsapparat. Eine der Hauptaufgaben in der Rheumatolo- gie ist die Behandlung und Beurteilung von Erkrankung en des rheumatischen Formenkreises, zu welchem schmerzhafte Störungen des Bewegungsapparates ge hören. Die Auswahl der Rheumatologie als Fachrichtung erfolgte seitens der Be schwerdegegnerin zudem durch einen RAD-Arzt und damit vor einem medizinischen Hintergrund. 8.3.2 Die Beschwerdeführerin moniert, dass die Ausführ ungen von Dr. C.____ tendenziös und widersprüchlich seien. Diese Auffassung kann nicht geteilt werden. Den Formulierungen von Dr. C.____ kann nicht entnommen werden, dass dieser voreingenommen oder parteiisch gewesen wäre. Soweit er ausführte, dass die Beschwerdef ührerin nicht bereit sei, mehr als 50 % zu arbeiten, lässt sich daraus nicht eine fehlende Objektivität des Gutachters ableiten, da die Beschwerdeführerin ja selbst angab, das Arbeitspensu m nicht über 50 % erhöhen zu wol- len. Diese Aussage blieb auch in der vorliegenden Besch werde unbestritten. Auch ist unklar, inwiefern sich Dr. C.____ widersprüchlich oder tendenzi ös verhalten haben solle, wenn er der Beschwerdeführerin vorschlägt, wieder schrittweise in ein em höheren Pensum erwerbstätig zu sein. Diese Passage ist vielmehr so zu verstehen, dass er di e Beschwerdeführerin motivieren wollte, ihre Arbeitstätigkeit wieder zu steigern. Auch wenn die Äusserungen von Dr. C.____ stel- lenweise prägnant ausgefallen sind, ergeben sich insges amt keine Anhaltspunkte für seine Voreingenommenheit, auch unter Berücksichtigung des Umstands, dass er seine Ergebnisse in nachvollziehbarer Weise begründete. Der Vorwurf der w idersprüchlichen Beurteilung geht Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht ebenso fehl, denn ein innerer Widerspruch ist im Gut achten nicht festzustellen. Stattdessen nimmt Dr. C.____ unter Berücksichtigung der Problematik am linken Knie eine nachvollziehbare Würdigung der noch verbleibenden Arbeitsfähigkeit vor. 8.3.3 Zu prüfen bleibt, ob die Einschätzung von Dr. C. ____ im Lichte der Arztberichte, die nach seiner Untersuchung erstellt worden sind, in Zweif el gezogen werden müsste. Im Bericht des Spitals E.____ vom 6. Dezember 2016, also noch vor d er Metallentfernung, wurde gestützt auf ein MRT vom 15. Januar 2016 eine knöcherne Durchbauu ng der Osteotomie beschrieben. Im Bericht des Spitals E.____ vom 20. Juni 2017 wurden rund sechs Monate nach der Me- tallentfernung unvollständig durchbaute Schraubenlöcher und ein Osteotomiespalt beschrieben. Dieser Zustand ist zweifellos auf die Metallentfernung i m Dezember 2016 zurückzuführen und es ist davon auszugehen, dass es sich lediglich um einen vo rübergehenden Zustand handelt. Nicht zuletzt ist in diesem Zusammenhang auf die ausfü hrliche Stellungnahme von Dr. d.____ vom 11. Dezember 2017 hinzuweisen. Darin legte Dr. D._ ___ schlüssig und nachvollziehbar dar, dass die von der Beschwerdeführerin beschriebenen Be schwerden rein belastungsabhän- giger Natur seien, da sie ausschliesslich beim Treppenste igen oder unter Belastung, selten nachts, auftreten würden. Zudem gebe sie an, dass in Ru he eine Besserung eintrete, weshalb davon auszugehen sei, dass die Beschwerden in einer medizi nisch-theoretisch angepassten Tätigkeit vermeidbar wären. Die Schlussfolgerung von Dr . D.____, dass in einer solchen Tätig- keit, ohne die behandlungsbedingten Unterbrüche aufgru nd der Operationen, eine Tätigkeit mit entsprechenden Knieschonprofil vollumfänglich zumutbar sei, ist begründet und plausibel und unterscheidet sich nicht von derjenigen von Dr. C.____. Soweit sich die Beschwerdeführerin auf die neueren Ber ichte von Dr. F.____ und des RAD be- ruft, so ist einzuwenden, dass sich diese nur auf die ang estammte Tätigkeit der Beschwerde- führerin bezogen haben. Sie stehen damit nicht im Wi derspruch zur von Dr. C.____ festgestell- ten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ist festzustellen, dass die Beurteilung von Dr. C.____ tatsächlich im Widerspruch zu den Berichten von Dr. D.____ steht, der von einer 50 %-igen Arbeitsfähigkeit als Reinigungsfachfrau ausging. Da der Beschwerdeführe rin bei einer 100 %-igen Arbeitsfähig- keit in einer adaptierten Tätigkeit zuzumuten ist, ihre angestammte Tätigkeit aufzugeben, erüb- rigt sich die Klärung dieser Frage. 8.4 Damit ist festzuhalten, dass das rheumatologische Guta chten von Dr. C.____ den be- weisrechtlichen Vorgaben des Bundesgerichts entspricht (vgl. dazu Erwägung 4.3f. hiervor). Es liefert ein verlässliches Bild des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde- führerin, weshalb darauf abgestellt werden kann, um d en Invaliditätsgrad im Zeitpunkt der Ver- fügung zuverlässig zu ermittelt (vgl. dazu Erwägung 7.1 h iervor). Auf die beantragte zusätzliche medizinische Abklärung ist daher zu verzichten. 9. Aufgrund des Gesagten ist gestützt auf die Aktenlage der medizinische Sachverhalt dahingehend als erstellt zu betrachten, dass trotz ärztliche n Behandlungen seit Jahren eine unveränderte medizinische Situation besteht. Die Operation am linken Kniegelenk, die nach der Untersuchung bei Dr. C.____ stattfand, führte zu keiner massgebenden Änderung des bis zum Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Begutachtungszeitpunkt geklärten medizinischen Sachverhalts. Damit ist davon auszugehen, dass zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung im Juni 2017 ein Gesundheitszustand vorlag, der es der Beschwerdeführerin erlaubt hätte, eine leidensa ngepasste Tätigkeit im Umfang von 100 % auszuüben. Die Beschwerdegegnerin hat in der Ver fügung vom 1. Juni 2017 einen Ein- kommensvergleich vorgenommen und dabei einen IV-Grad v on 0 % ermittelt. Das von der Be- schwerdegegnerin anhand des letzten vom Arbeitgeber gem eldeten Jahreseinkommens ermit- telte Valideneinkommen sowie das anhand lohnstatistischer Angaben berechnete Invalidenein- kommen wurden von der Beschwerdeführerin nicht beanstande t. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendu ng von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung vorzunehmen wäre, erüb rigt sich eine detaillierte Auseinan- dersetzung mit den durch die Beschwerdegegnerin ermitte lten Vergleichseinkommen sowie der Berechnung des Invaliditätsgrads. Es kann diesbezüglich vo llumfänglich auf die entsprechen- den Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der angefo chtenen Verfügung verwiesen wer- den. Da sich die ursprünglichen Rentenverfügungen vom 2 6. September 2014 und vom 7. Ja- nuar 2015 als zweifellos unrichtig erwiesen haben und d ie Berichtigung von erheblicher Bedeu- tung ist, ist die vorliegende renteneinstellende Verfüg ung vom 1. Juni 2017 zu schützen. Diese erweist sich als im Ergebnis rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 10.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinde n. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewi lligung oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenp flichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten i n Berücksichtigung des bundesrechtli- chen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nac h § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah- renskosten in der Regel der unterliegenden Partei in a ngemessenem Ausmass auferlegt. Vor- liegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Part ei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 30. August 2017 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. A us diesem Grund werden die Verfahrens- kosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 10.2 Gemäss dem Ausgang des Verfahrens sind die ausserorde ntlichen Kosten wettzu- schlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Zufolge Bewilligung der u nentgeltlichen Prozessführung wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 3‘271.65 (inkl. Ausla- gen und 8% bzw. 7.7 % Mehrwertsteuer) entsprechend dem in der Honorarnote vom 17. Okto- ber 2017 und dem mit Schreiben vom 22. Mai 2018 ausgew iesenen Aufwand aus der Gerichts- kasse ausgerichtet. 10.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 3‘271.65 (inkl. Auslagen und 8% bzw. 7.7 % Mehrwer tsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet http://www.bl.ch/kantonsgericht