A bteilung I A -2262/2006 {T 0/2} U rteil vom 25. M ai 2007 M itw irkung: R ichter André M oser (Vorsitz); R ichter Jürg Kölliker; R ichter M arkus M etz; G erichtsschreiberin M ichelle Eichenberger. A._______, Beschw erdeführer, gegen B illag SA , B undesam t für K om m unikation (B A K O M ), Vorinstanz, betreffend Fernsehem pfangsgebühren. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it E-M ail vom 13. Juli 2005 teilte A._______ der Billag SA m it, sein Fern- sehgerät sei seit Februar 2005 defekt. Aufgrund der Inform ation der Billag SA, auch internetfähige C om puter seien gebührenpflichtig, habe er die Em pfangsgebühr w eiterhin bezahlt. D iese Inform ation habe sich jedoch als falsch herausgestellt, w eshalb er seit Februar 2005 fälschlicherw eise Fern- sehem pfangsgebühren bezahlt habe. B. D ie Billag SA teilte A._______ m it Verfügung vom 10. August 2005 m it, die G ebühren seien entsprechend den gesetzlichen Bestim m ungen ab dem 31. Juli 2005 nicht m ehr geschuldet. C . G egen die Verfügung der Billag SA vom 10. August 2005 erhob A._______ am 24. August 2005 Beschw erde beim Bundesam t für Kom m unikation (BAKO M ). Er verlangte die R ückerstattung der zu U nrecht bezahlten Fern- sehgebühren für die M onate Februar 2005 bis Juli 2005. D ie Billag SA habe in ihrer Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 1/2005" verkündet, internetfähige C om puter seien gebührenpflichtig. D ass es sich hierbei um eine Fehlinform ation gehandelt habe und ein R ückforderungsrecht beste- he, räum e die Billag SA selber in ihrer Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 2/2005" ein. D . M it Verfügung vom 6. O ktober 2006 hiess das BAKO M die von A._______ gegen die Verfügung der Billag SA vom 10. August 2005 erhobene Be- schw erde teilw eise gut. D as Vertrauen von A._______ in den Inhalt der In- form ationsbroschüre "H ören und sehen 1/2005" sei berechtigt gew esen. Er sei som it so zu stellen, w ie w enn die Billag SA bereits in ihrer Inform ati- onsbroschüre "H ören und sehen 1/2005" richtig inform iert hätte. Folglich sei grundsätzlich davon auszugehen, dass er die Einstellung des Fernseh- gerätes bereits im Februar 2005 der Billag SA m itgeteilt hätte. D a sich A._______ aber nicht nach Erhalt der Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 2/2005", sondern erst im Juli 2005 abgem eldet habe, habe er seine M itw irkungspflicht verletzt. Zusam m enfassend schulde A._______ für die M onate M ärz 2005 und April 2005 keine G ebühren. Jedoch seien die G ebühren für die M onate M ai 2005 bis Juli 2005 geschuldet, da er seine M itw irkungspflicht nicht bzw . nicht rechtzeitig w ahrgenom m en habe. E. M it Eingabe vom 30. O ktober 2006 führt A._______ (Beschw erdeführer) gegen die Verfügung des BAKO M (Vorinstanz) vom 6. O ktober 2006 Be- schw erde beim Eidg. D epartem ent für U m w elt, Verkehr, Energie und Kom - m unikation (U VEK). Er beantragt sinngem äss die Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung dahingehend, dass ihm die zu U nrecht bezahlten Fernsehgebühren für die M onate M ärz 2005 bis Juli 2005 zurückzuerstat- ten seien. G enau genom m en m üssten diese sogar verzinst w erden. D urch das nicht rechtzeitige R eagieren seinerseits sei der Billag SA kein N achteil entstanden. Es verstosse sow ohl gegen Treu und G lauben w ie auch gegen das G esetz, unrechtm ässig kassierte G ebühren einzubehalten. D ie Billag SA könne nicht erw arten, dass jede Inform ationsbroschüre unverzüglich und sorgfältig gelesen w erde.3 F. Per 1. Januar 2007 übernahm das Bundesverw altungsgericht das beim U VEK anhängig gem achte Verfahren. G . M it Stellungnahm e vom 23. Februar 2007 beantragt die Billag SA die Ab- w eisung der Beschw erde. Sie m acht einerseits geltend, es seien nicht alle Voraussetzungen für den Vertrauensschutz gegeben, w eshalb der Be- schw erdeführer keinen Anspruch auf R ückerstattung der fälschlicherw eise bezahlten G ebühren habe. Andererseits hält sie fest, der Beschw erdefüh- rer könne sich bis anfangs April 2005 auf den Vertrauensschutz berufen, w eshalb sie ihm die G ebühren für die M onate M ärz 2005 und April 2005 gutgeschrieben habe. D a der Beschw erdeführer spätestens m it Versand der Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 2/2005" anfangs April 2005 Kenntnis der genauen Voraussetzungen für die G ebührenpflicht erhalten habe, seiner M itw irkungspflicht jedoch nicht nachgekom m en sei, habe er keinen Anspruch auf R ückerstattung der G ebühren der M onate M ai 2005 bis Juli 2005. H . D ie Vorinstanz beantragt m it Vernehm lassung vom 26. Februar 2007 die Abw eisung der Beschw erde, sow eit darauf einzutreten sei. Sie halte voll- um fänglich an ihrer Verfügung vom 6. O ktober 2006 fest. Ergänzend führt sie aus, die Inform ationsbroschüre der Billag SA könne nicht m it einer ein- fachen W erbung einer unbekannten Firm a verglichen w erden. D a "H ören und sehen 2/2005" den Titel "Präzisierung zum Program m em pfang via In- ternet" trage, könne von jeder gebührenpflichtigen Person, w elche für den Program m em pfang via Internet bei der Billag SA gem eldet sei, verlangt w erden, dass sie diese studiere. I. In seinen Schlussbem erkungen vom 9. M ärz 2007 hält der Beschw erde- führer fest, der Billag SA stünden die bezahlten G ebühren nicht zu, da sie keine Leistung erbracht habe. Ebenso spiele es vorliegend keine R olle, dass die G ebührenpflicht "streng" zu handhaben sei, da der Aufw and, G e- bühren für 5 anstatt für 2 M onate zurückzuerstatten nicht grösser sei. Zu- dem w ende die Billag SA den gleichen Trick, d.h. G ebühren einfordern w o gar keine geschuldet seien, auch bei der Abm eldung via Internet an. D ies zeige schlechtes und nicht tolerierbares Arbeiten seitens der Billag SA auf. J. Auf w eitere Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten befindli- chen Schriftstücke w ird, sow eit erforderlich, in den nachfolgenden Erw ä- gungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- verw altungsgericht (Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw al- tungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D a im Bereich der Fernsehgebühren keine Ausnah- m e vorliegt und das BAKO M eine Behörde im Sinne von Art. 33 VG G ist, 4 befindet das Bundesverw altungsgericht über Beschw erden gegen Verfü- gungen des BAKO M im Bereich der Fernsehgebühren. 2. D as Bundesverw altungsgericht ist daher auch für die Beurteilung der vor- liegenden Beschw erde zuständig. Es übernim m t das beim U VEK hängige Verfahren (vgl. vorne Sachverhalt Buchstabe F) und w endet dabei grund- sätzlich das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D as Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht richtet sich nach dem Vw VG , sow eit das VG G nichts anderes bestim m t (Art. 37 VG G ). 3. Zur Beschw erde ist nach Art 48 Abs. 1 Vw VG befugt, w er durch die ange- fochtene Verfügung berührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. D er Beschw erdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung zur Beschw erde legitim iert. D a ihm im vorins- tanzlichen Verfahren jedoch die R ückerstattung der G ebühren für die M o- nate M ärz 2005 und April 2005 zugesprochen w urde und die Billag SA die- se dem Beschw erdeführer bereits gutgeschrieben hat, ist lediglich um strit- ten und som it zu prüfen, ob der Beschw erdeführer auch ein R echt auf R ückerstattung der G ebühren für die M onate M ai 2005 bis Juli 2005 hat. Folglich ist insow eit auf die Beschw erde nicht einzutreten, als m it ihr die R ückerstattung der G ebühren für die M onate M ärz 2005 und April 2005 verlangt w ird. 4. D a Eingabeform und -frist sow ie die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen (Art. 50 und 52 Abs. 1 Vw VG ) erfüllt sind, ist ansonsten auf die Beschw er- de einzutreten. 5. M ittels Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 1/2005" teilte die Billag SA den G ebührenpflichtigen anfangs Januar 2005 m it, auch w er m it dem C om puter bzw . per Internet R adio- oder TV-Program m e em pfange, m üsse sich, w enn er nicht schon sein herköm m liches R adio- oder TV-G erät ange- m eldet habe, anm elden und G ebühren bezahlen (Beilage 1 der Billag SA). In der darauf folgenden Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 2/2005" stellte die Billag SA anfangs April 2005 richtig, ein C om puter gelte nur dann als m eldepflichtig, w enn kum ulativ der Internetzugang via Breitband- anschluss und der Em pfang über die entsprechende Softw are erfolge so- w ie ein Abonnem ent für den Em pfang von Fernsehprogram m en über Inter- net bei einem entsprechenden Internetanbieter abgeschlossen w orden sei. Zudem forderte sie all jene, die kein TV-G erät besitzen w ürden und sich irrtüm lich für den TV-Em pfang m it dem C om puter angem eldet hätten, auf, dies schriftlich m itzuteilen. Sie w erde die Anm eldung um gehend rückgän- gig m achen und zu U nrecht bezahlte G ebühren zurückerstatten (Beilage 2 der Billag SA). 6. D er Beschw erdeführer bringt vor, er habe die Fernsehgebühren für die M onate M ärz 2005 bis Juli 2005 aufgrund der Falschinform ation der Billag SA in der Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 1/2005" fälschlicher- w eise bezahlt. D ass er trotz der Korrektur in "H ören und sehen 2/2005" nicht rechtzeitig reagiert habe, könne ihm nicht zum Vorw urf gem acht w er- den. D ie Billag SA könne nicht erw arten, dass jede Inform ationsbroschüre unverzüglich und sorgfältig gelesen w erde. Zudem sei der Billag SA durch 5 sein nicht rechtzeitiges R eagieren kein N achteil bzw . Schaden entstanden. Es verstosse sow ohl gegen Treu und G lauben w ie auch gegen das G e- setz, unrechtm ässig kassierte G ebühren einzubehalten. 6.1 D ie Vorinstanz hält dem entgegen, der Vertrauensgrundsatz von Treu und G lauben schütze den Beschw erdeführer zw ar hinsichtlich der fälschlicher- w eise bezahlten G ebühren. D a er jedoch nicht nach Erhalt der Inform ati- onsbroschüre "H ören und sehen 2/2005", sondern erst im Juli 2005 seine M itw irkungspflicht erfüllt habe, seien ihm lediglich die G ebühren für die M onate M ärz 2005 und April 2005 zurückzuerstatten. 6.2 D ie Billag SA hält fest, der Beschw erdeführer könne sich bis anfangs April 2005 auf den Vertrauensschutz berufen, w eshalb sie ihm die G ebüh- ren für die M onate M ärz 2005 und April 2005 gutgeschreiben habe. D a er aber spätestens m it Versand der Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 2/2005" anfangs April 2005 Kenntnis der genauen Voraussetzungen für die G ebührenpflicht erhalten habe, seiner M itw irkungspflicht jedoch nicht nachgekom m en sei, habe er keinen Anspruch auf R ückerstattung der G e- bühren der M onate M ai 2005 bis Juli 2005. 7. Per 1. April 2007 traten das neue Bundesgesetz vom 24. M ärz 2006 über R adio- und Fernsehen (R TVG , SR 784.40) und die dazugehörige R adio- und Fernsehverordnung vom 9. M ärz 2007 (R TVV) in Kraft. D a sich der vorliegende Sachverhalt jedoch abschliessend unter der G eltung des bis am 31. M ärz 2007 geltenden R echts, des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 über R adio- und Fernsehen (aR TVG ) und der R adio- und Fernsehverordnung vom 6. O ktober 1997 (aR TVV), ereignet hat, ist für die Beurteilung der sich vorliegend stellenden R echtsfragen das alte R echt, m ithin das aR TVG und die aR TVV, m assgebend. H iernach m üssen Perso- nen, w elche R adio- und Fernsehprogram m e em pfangen w ollen, dies der zuständigen Behörde vorgängig m elden (Art. 55 aR TV G ). D ie Bestim m ung sieht zudem vor, dass der Betrieb von R adio- und Fernsehprogram m en gebührenpflichtig ist (Em pfangsgebühr). In der aR TVV hat der Bundesrat gem äss Art. 55 Abs. 2 und 3 aR TVG die Em pfangsgebühren festgesetzt und die Einzelheiten geregelt. Art. 41 Abs. 2 aR TVV form uliert hinsichtlich der Em pfangsgebühr eine M itw irkungs- und M eldepflicht im Fall einer Än- derung des Sachverhalts, w elche in schriftlicher Form zu ergehen hat. D as Bundesgericht hält hierzu fest, es sei nicht zu beanstanden, dass die Billag SA diese M itw irkungspflicht relativ streng handhabe und eine deutliche M itteilung verlange, w enn die G ebührenpflicht ablaufe, da es sich beim In- kasso der fraglichen G ebühren um M assenverw altung handle (vgl. U rteil des Bundesgerichts 2A.621/2004 vom 3. N ovem ber 2004 E. 2.2). Art. 44 Abs. 2 aR TVV bestim m t w eiter, dass bei der Einstellung des Betrie- bes von Em pfangsgeräten die G ebührenpflicht am letzten Tag des M onats endet, in dem die Einstellung m itgeteilt w ird. 8. D er Beschw erdeführer hat m ittels E-M ail vom 13. Juli 2005 der Billag SA den D efekt seines Fernsehgerätes gem eldet. W ie bereits ausgeführt, en- det die G ebührenpflicht grundsätzlich am letzten Tag des M onats, in dem die Einstellung m itgeteilt w ird, vorliegend m ithin am 31. Juli 2005 6 (Art. 44 Abs. 2 aR TVV). Es stellt sich jedoch die Frage, ob der Beschw erdeführer aufgrund der Fehlinform ation der Billag SA in ihrer Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 1/2005" ein R echt auf R ückerstattung der G ebühren für die M onate M ai 2005 bis Juli 2005 hat. 9. D er G rundsatz von Treu und G lauben (vgl. Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) gebietet ein loyales und vertrauensw ürdiges Verhalten im R echtsverkehr. Er w irkt sich im Ver- w altungsrecht in m ehrfacher H insicht aus. In der Form des so genannten Vertrauensschutzes verleiht er den Privaten einen Anspruch darauf, in ih- rem berechtigten Vertrauen in behördliche Zusicherungen oder in anderes, bestim m te Erw artungen begründendes Verhalten der Behörden geschützt zu w erden. Voraussetzung, um sich erfolgreich auf den Vertrauensschutz berufen zu können, ist, dass eine durch eine zuständige Behörde ge- schaffene Vertrauensgrundlage vorliegt, die betroffene Person von der Vertrauensgrundlage Kenntnis hatte und ihre allfällige Fehlerhaftigkeit nicht kannte und auch nicht hätte kennen sollen, dass sie gestützt auf ihr Vertrauen eine nicht w ieder rückgängig zu m achende D isposition getätigt hat und dem Interesse am Vertrauensschutz keine stärker zu gew ichten- den öffentlichen Interessen entgegen stehen (zum G anzen U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLE R / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Auflage, Zürich 2006, R z. 622 ff. m it H inw eisen). 9.1 D er Vertrauensschutz bedarf zunächst einer Vertrauensgrundlage, w orun- ter das Verhalten eines staatlichen O rgans zu verstehen ist, das bei den betroffenen Privaten bestim m te Erw artungen auslöst. D abei kom m t es nicht auf die R echtsnatur eines staatlichen Aktes, sondern nur auf dessen Bestim m theitsgrad an, der so gross sein m uss, dass der Private daraus die für seine D ispositionen m assgebenden Inform ationen entnehm en kann. Als Vertrauensgrundlage kom m en unter anderem behördliche Auskünfte oder Zusicherungen in Frage. O bw ohl grundsätzlich das G esetzm ässig- keitsprinzip vorgeht, kann eine unrichtige behördliche Auskunft unter U m - ständen eine Vertrauensgrundlage bilden (vgl. hierzu und zum Folgenden H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 631 und 668 ff. m it H inw eisen). D ie Billag SA gilt als Behörde im Sinne von Art. 1 Abs. 2 Bst. e Vw VG (vgl. hierzu BG E 130 III 524 E. 1.2.3). Sie ist als Inkassostelle für R adio- und Fernsehgebühren für die Inform ation der G ebührenpflichtigen zuständig (vgl. auch Art. 44 und Art. 48 aR TVV). Anfangs Januar 2005 teilte sie dem Beschw erdeführer als gebührenpflichtige Person m ittels Inform ationsbro- schüre "H ören und sehen 1/2005" m it, auch w er m ittels Breitbandan- schluss und entsprechender Softw are m it dem C om puter bzw . per Internet R adio- oder TV-Program m e em pfange, m üsse sich, w enn er nicht schon sein herköm m liches R adio- oder TV-G erät angem eldet habe, anm elden und G ebühren bezahlen. Anfangs April 2005 stellte die Billag SA m ittels In- form ationsbroschüre "H ören und sehen 2/2005" diese M eldung insofern richtig, als eine w eitere Voraussetzung erfüllt sein m uss, dam it der Fern- sehem pfang per C om puter bzw . Internet gebührenpflichtig ist. D am it eine behördliche Auskunft als Vertrauensgrundlage taugt, ist eine 7 gew isse inhaltliche Bestim m theit erforderlich. Jedoch ist die Form der Aus- kunftserteilung unw ichtig; auch eine m ündliche Auskunft kann verbindlich sein. D er Auffassung, nur Auskünfte, die sich auf einen konkreten, die Auskunft verlangende Person direkt betreffenden Sachverhalt beziehen, könnten Behörden binden, ist nur beschränkt zu folgen. D enn den Inform a- tionsbroschüren "H ören und sehen 1/2005" und "H ören und sehen 2/2005" als vorgedruckte Form ulare, die R echtsauskünfte enthalten, ist die Eig- nung als Vertrauensbasis nicht abzusprechen. D ies obw ohl sie sich an eine Vielzahl von Adressaten richten. G rundsätzlich verm ag ein von der Verw altung herausgegebenes M erkblatt zw ar keine vom m ateriellen R echt abw eichende Behandlung zu begründen, w eil es sich an einen unbestim m - ten Adressantenkreis richtet und eine Vielzahl von Sachverhalten betrifft (vgl. BG E 109 V 55 E. 3b); gleiches gilt auch für andere allgem ein gehalte- ne Verlautbarungen von Behörden und ihren Vertretern (vgl. BG E 125 I 267 E. 4c). D iese Praxis ist jedoch in der Literatur nicht unum - stritten (vgl. H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 670). D ie notw endige Indi- vidualität der Auskünfte der Billag SA kann vorliegend jedoch aus dem U m stand geschlossen w erden, dass die Inform ationsbroschüren den an den Beschw erdeführer adressierten Q uartalsrechnungen beilagen und ihm dam it persönlich zugestellt w orden sind. Zudem hat sich seit der Aus- kunftserteilung w eder der Sachverhalt noch die R echtslage geändert. Folg- lich stellen die Inform ationsbroschüren "H ören und sehen 1/2005" sow ie "H ören und sehen 2/2005" der Billag SA Vertrauensgrundlagen dar. 9.2 Auf den Vertrauensgrundsatz kann sich überdies nur berufen, w er von der Vertrauensgrundlage Kenntnis hatte und deren allfällige Fehlerhaftigkeit nicht kannte oder hätte kennen m üssen (vgl. auch zum Folgenden H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 655 ff.). Bei Auskünften kann in der R egel davon ausgegangen w erden, dass der Adressat von der Vertrauensgrundlage Kenntnis hatte. W eil eigentliche N achforschungen über die R ichtigkeit behördlicher Auskünfte von Privaten nicht erw artet w erden, sie sich vielm ehr auf deren R ichtigkeit verlassen dürfen, ist, da die Fehlerhaftigkeit von "H ören und sehen 1/2005" nicht leicht erkennbar w ar, davon auszugehen, dass dem Beschw erdeführer die Kenntnis der Fehlerhaftigkeit dieser Vertrauensgrundlage fehlte. D ies gilt, w ie bereits die Vorinstanz m ittels angefochtener Verfügung festgestellt hat, sicherlich für den Zeitraum des Erhalts der Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 1/2005" anfangs Januar 2005 bis zum Erhalt der R ichtigstellung seitens der Billag SA m ittels Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 2/2005" anfangs April 2005. D ie Billag SA hat den G ebührenpflichtigen darin m itgeteilt, ein C om puter gelte nur dann als m eldepflichtig, w enn ku- m ulativ der Internetzugang via Breitbandanschluss und der Em pfang über die entsprechende Softw are erfolge sow ie ein Abonnem ent für den Em p- fang von Fernsehprogram m en über Internet bei einem entsprechenden In- ternetanbieter abgeschlossen w orden sei. D iese zw eite Inform ationsbro- schüre w urde dem Beschw erdeführer zugestellt und trug den Titel "Präzi- sierung zum Program m em pfang via Internet". D er Beschw erdeführer be- streitet denn auch nicht, sie erhalten zu haben. Vielm ehr m acht er bloss 8 geltend, es könne nicht erw artet w erden, dass jede Inform ationsbroschüre unverzüglich und sorgfältig gelesen w erde. D em kann jedoch aus folgen- den Ü berlegungen nicht beigepflichtet w erden: D er ursprünglich gutgläubi- ge Bürger verliert nachträglich seinen guten G lauben, w enn er auf die Feh- lerhaftigkeit der Vertrauensgrundlage aufm erksam gem acht w ird. Von w elcher Seite der klärende H inw eis ergeht, ist unerheblich. D er positiven Kenntnis der Fehlerhaftigkeit der Vertrauensgrundlage kom m t die U n- kenntnis des Bürgers gleich, die auf der Verletzung seiner Sorgfaltspflicht beruht. D er G utgläubige hat die U nkenntnis seiner eigenen U naufm erk- sam keit zuzuschreiben, w enn er die Fehlerhaftigkeit bei gehöriger Sorgfalt hätte erkennen können. "Kennensollen" w ird som it m it "Kennen" gleichge- stellt. Solange der Bürger nicht m it behördlichen Inform ationen w ie M erk- blättern, W egleitungen und Inform ationsbroschüren überflutet w ird, ist ihm die Lektüre dieser behördlichen M itteilungen zuzum uten. N ichtbeachtung stellt eine N achlässigkeit dar, die dem bösen G lauben gleichzusetzen ist (vgl. hierzu BEATR IC E W EBE R -D Ü R LER , Vertrauensschutz im öffentlichen R echt, Basel 1983, §10 Ziff. II m it H inw eisen). D ass der Beschw erdeführer m it schriftlichen behördlichen Inform ationen überhäuft w orden w äre, ist zu verneinen und w ird auch nicht geltend gem acht. Ebenfalls ist die fragliche Inform ationsbroschüre der Billag SA klarerw eise von W erbung zu unterscheiden, trug sie doch den Titel "Präzisierung zum Program m em pfang via Internet". D ie Lektüre der Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 2/2005" w ar dem Beschw erdeführer durchaus zuzum uten, w eshalb ihm das N ichtstudieren jener Broschüre bei Erhalt anfangs April anzurechnen ist. Sein guter G laube bzw . sein Vertrauen w urde durch diese N achlässigkeit zerstört. D aran ändert auch der U m stand nichts, dass der Billag SA durch das nicht rechtzeitige R eagieren des Beschw erdeführers kein N achteil bzw . Schaden entstanden ist. D es W eiteren sei festgehalten, dass die Inform ationsbroschüre "H ören und se- hen 2/2005" zw ar ohne jeden Vorbehalt rechtzeitiger M eldung die R ückzahlung zu U nrecht bezahlter G ebühren verspricht. H ierbei w ird aber bloss jenen G ebührenzahlenden, die sich irrtüm licherw eise für den TV- Em pfang m it dem C om puter angem eldet haben, eine form lose, individuelle und kulante Abw icklung der G ebührenrückerstattung angeboten. D er Beschw erdeführer w ar aber bereits vor Erhalt der Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 1/2005" bei der Billag SA als G ebührenpflichtiger gem eldet. Er hat sich nicht erst aufgrund der Fehlinform ation in der In- form ationsbroschüre "H ören und sehen 1/2005" bei der Billag SA angem eldet. Som it liegt keine irrtüm liche Anm eldung seitens des Beschw erdeführers aufgrund der Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 1/2005" vor, w elche zu einer jederzeitigen R ückzahlung erm ächtigen w ür- de. Som it erübrigt sich eine Prüfung der w eiteren Voraussetzungen, w el- che für die G eltendm achung des Vertrauensschutzes erforderlich sind. 10. Zusam m enfassend gilt folglich, dass sich der Beschw erdeführer ab Erhalt der Inform ationsbroschüre "H ören und sehen 2/2005" anfangs April 2005 nicht m ehr auf den Vertrauensschutz berufen kann und er som it seiner M it- w irkungspflicht (vgl. E. 7 f.) hätte nachkom m en m üssen. Folglich hat er 9 keinen Anspruch auf R ückerstattung der G ebühren für die M onate M ai 2005 bis Juli 2005. D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen, sow eit auf sie einzutreten ist (vgl. E. 3). 11. Bei diesem Verfahrensausgang gilt der Beschw erdeführer als unterlie- gend. Ihm sind deshalb die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrenskosten bestehen aus einer Spruch- und einer Schreibgebühr und w erden angesichts der Kom plexität des D os- siers, der Schw ierigkeit der sich stellenden R echtsfragen sow ie des U m - fangs des vorliegenden U rteils auf Fr. 500.- festgesetzt. Sie w erden m it dem Kostenvorschuss in gleicher H öhe verrechnet. Eine Parteientschädi- gung ist nicht zu entrichten (Art. 64 Vw VG i.V.m . Art. 7 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht, VG KE, SR 173.320.2). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf einzutreten ist. 2. D ie Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 500.- w erden dem Beschw erde- führer auferlegt und m it dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe verrechnet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (G erichtsurkunde) - der Billag SA (eingeschrieben) - der Vorinstanz (eingeschrieben) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: André M oser M ichelle Eichenberger R echtsm ittelbelehrung G egen das vorliegende U rteil kann eine Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten beim Bundesgericht erhoben w erden. D ie Beschw erde ist innert 30 Tagen seit der Ausfertigung des angefochtenen U rteils zu erheben. D ie R echtsschrift ist in einer Am ts- sprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eis- m ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w er- den (vgl. Art. 42, 48, 54 und 100 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichtsgesetz, BG G ], SR 173.110). Versand am :