Tribunal fédéral. Attribution de compétence 1062 N 21 septembre 1987 assemblée. Doté d'un sens politique aigu, il était écouté de ses pairs. Homme au coeur généreux, il était fidèle en amitié. Sa tranquille et souriante bonhomie était un précieux atout qu'il savait faire valoir entre deux de ses pipes devenues quasi légendaires. Il a aimé le Parlement auquel il a donné le meilleur de lui- même pendant vingt ans. Le groupe socialiste perd un membre actif dont le travail parlementaire fut intense. Et avec Jean Riesen, c'est un collègue loyal qui s'en va et qu'une délégation de l'Assem- blée fédérale a accompagné à sa dernière demeure, il y a quelques jours. En votre nom à tous, j'adresse à sa veuve et à sa famille l'expression de notre profonde sympathie avec les condo- léances émues de l'ensemble de notre conseil. Je prie l'assistance de se lever et d'observer un instant de silence à la mémoire d'un homme dont la disparition nous inspire un très profond respect, en même temps qu'une très grande tristesse. Der Rat erhebt sich zu Ehren des Verstorbenen von den Sitzen L'assistance se lève pour honorer la mémoire du défunt Le président: A deux reprises au cours de l'été, des pluies diluviennes ont causé des dégâts considérables, particuliè- rement dans les cantons d'Uri, du Tessin, des Grisons et du Valais. Je voudrais exprimer, après beaucoup d'autres, la vive sympathie de notre conseil aux parlementaires des régions sinistrées et me réjouir, avec vous tous, de la géné- rosité du peuple suisse à l'endroit des populations cruelle- ment touchées par le sort. Une fois de plus, la solidarité n'a pas été un vain mot dans notre pays. Vous avez reçu le programme de la session ainsi que son complément qui modifie donc l'ordre du jour de la séance du 28 septembre. Par ailleurs, la Conférence des présidents de groupes vous propose les dispositions de procédure suivantes: Limitation du temps de parole à 15 minutes pour les porte-parole de groupes, 10 minutes pour les auteurs de propositions, 5 minutes pour les autres intervenants. Cette proposition est-elle combattue? Ce n'est pas le cas. #ST# Wahlprüfung und Vereidigung Vérification des pouvoirs et prestation de serment M. de Chastonay, rapporteur: Le bureau a examiné aujour- d'hui l'élection de M. Cyrill Brüggerde Planfayon. M. Brüg- ger remplace notre regretté collègue Jean Riesen. Le Conseil d'Etat du canton de Fribourg a proclamé élu M. Brügger. L'élection a d'ailleurs été publiée dans la Feuille officielle du canton de Fribourg No 38, du 18 septembre 1987. Il n'existe, selon l'examen du bureau, aucun indice qu'il y ait une incompatibilité avec le mandat au Conseil national de l'intéressé. M. Brügger est le premier remplaçant sur la liste du Parti socialiste fribourgeois. Dès lors, le bureau propose, à l'unanimité, de valider l'élection de M. Brügger. Herr Brügger wird vereidigt M. Brügger prête serment Le président: L'Assemblée fédérale prend acte de votre serment. Je vous remercie et vous souhaite une cordiale bienvenue dans notre conseil. Je forme mes voeux les meilleurs pour votre activité de parlementaire fédéral. #ST# 87.037 Bundesgericht. Kompetenzzuweisung des Kantons Freiburg Tribunal fédéral. Attribution de compétence par le canton de Fribourg Botschaft und Beschlussentwurf vom 6. Mai 1987 (BBI II, 829) Message et projet d'arrêté du 6 mai 1987 (FF II, 845) Herr Stucky unterbreitet im Namen der Petitions- und Gewährleistungskommission den folgenden schriftlichen Bericht: 1. Am 16. September 1986 hat der Grosse Rat des Kantons Freiburg ein Gesetz über die Haftung der Gemeinwesen und ihrer Amtsträger (Haftungsgesetz) angenommen. Es sieht in Artikel 17 Absatz 2 die Kompetenz des Bundesgerichtes vor, Klagen Dritter gegen den Staat wegen einer Schädigung durch ein Mitglied des Grossen Rates, des Staatsrates oder des Kantonsgerichtes sowie die Klagen des Staates gegen die Mitglieder dieser Behörden zu beurteilen. 2. Nach Artikel 114bis Absatz 4 der Bundesverfassung sind die Kantone mit Genehmigung der Bundesversammlung befugt, Administrativstreitigkeiten, die in ihren Bereich fal- len, dem Bundesgericht zuzuweisen. Mit Schreiben vom 18. November 1986 ersuchte der Staats- rat des Kantons Freiburg um die Genehmigung von Arti- kel 17 Absatz 2 des Haftungsgesetzes. 3. Die eidgenössischen Räte haben in den letzten Jahren ähnliche Kompetenzzuweisungen an das Bundesgericht genehmigt (z. B. Kanton Solothurn im Jahre 1980, Kantone Zug, Thurgau und Wallis im Jahre 1981, Schaffhausen im Jahre 1986). Sie sind dabei davon ausgegangen, dass für diese Genehmigung ein genügendes Bedürfnis des Kantons vorhanden sein muss, gewisse Fälle nicht einer kantonalen Behörde zuzuweisen - so z. B. Fälle, in denen Magistrats- personen in den Streit verwickelt sind und die kantonale Behörde dann gewissermassen in eigener Sache entschei- den müsste. Das Bedürfnis, Haftungsschwierigkeiten vom Bundesgericht überprüfen zu lassen, in die oberste kanto- nale Behörden verwickelt sein könnten, wurde in der Praxis als ausreichend für eine Kompetenzzuweisung betrachtet. Antrag der Kommission Die Petitions- und Gewährleistungskommission beantragt einstimmig, bei 1 Enthaltung, dem Bundesbeschluss über die Genehmigung einer Kompetenzzuweisung des Kantons Freiburg an das Bundesgericht zuzustimmen. Proposition de la commission La Commission des pétitions et de l'examen des constitu- tions cantonales propose à l'unanimité moins une absten- tion d'adopter l'arrêté fédéral concernant l'approbation d'une attribution de compétence au Tribunal fédéral par le canton de Fribourg. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress, Art. 1 und 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Titre et préambule, art. 1 et 2 Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral Angenommen - Adopté21. September 1987 N 1063 Verfassung des Kantons Solothurn. Gewährleistung Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 117 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Ständerat - Au Conseil des Etats #ST# 87.020 Verfassung des Kantons Solothurn. Gewährleistung Constitution du canton de Soleure. Garantie Botschaft und Beschlussentwurf vom 16. März 1987 (BBI II, 642) Message et projet d'arrêté du 16 mars 1987 (FF II, 626) Beschluss des Ständerates vom 16. Juni 1987 Décision du Conseil des Etats du 16 juin 1987 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Stucky, Berichterstatter: Es entspricht einer Tradition in diesem Rat, dass zur Gewährleistung einer total revidierten Kantonsverfassung kein schriftlicher Bericht der Petitions- und Gewährleistungskommission abgegeben wird, sondern der Präsident mündlich Bericht erstattet. Damit soll das Ereignis die ihm gebührende Beachtung finden; denn immerhin hat sich ein Gliedstaat unseres Bundesstaates eine neue Grundlage gegeben. Allein schon darum wäre ein Eingehen auf eine neue Kantonsverfassung gerechtfertigt. Sie weist aber zudem noch eine Reihe von Neuheiten auf, die dem staatsrechtlich interessierten und politisch aufge- schlossenen Betrachter - und zur zweiten Gruppe zähle ich alle Mitglieder in diesem Hause - nicht entgehen sollten. So hat der Kanton Solothurn die Grundrechte neu und prägnant kurz formuliert und ihnen in Artikel 20 Absatz 3 die sogenannte indirekte Drittwirkung verliehen. Dies bedeutet, dass unter Privatpersonen die Grundrechte soweit zu beachten sind, als sie ihrem Wesen nach dazu geeignet sind. Die Grundrechte selbst sind absolut formuliert, aber gemäss Artikel 21 nur in ihrem Kern unantastbar erklärt. Damit wird ein Konflikt zu bundesrechtlichen Regelungen - man denke etwa an die Handels- und Gewerbefreiheit - vermieden. Erwähnenswert sind wohl noch zwei Bestimmungen im Freiheitskatalog: Erstens Artikel 17 Absatz 3, wonach der Kanton bei regel- mässigen Kampfmassnahmen zwischen Sozialpartnern nicht Partei nimmt. Meines Wissens ist dies die erstmalige Verankerung der staatlichen Neutralität bei sozialpartner- schaftlichen Auseinandersetzungen. Zweitens die sogenannte Medienfreiheit. Soweit damit die Pressefreiheit gemeint ist, wie wir sie in Artikel 55bis der Bundesverfassung verankert haben, entfallen ohnehin Bedenken; denn es handelt sich einfach um eine Wiederho- lung. Sofern aber Radio und Fernsehen gemeint sind, so steht diesen wohl eine gewisse Autonomie nach dem Radio- und Fernsehartikel zu, doch dürften Monopolmedien sich kaum auf kantonale Grundrechtsgarantien berufen, wenn sie eine Meinungsäusserungsfreiheit wie bei der Presse in Anspruch nehmen wollten. Eine solche Freiheit kennt die Bundesverfassung nämlich nicht. Einige interessante Neuerungen sind auch bei den politi: sehen Rechten enthalten. Es ist vor allem auf die Volksmo- tion gemäss Artikel 34 hinzuweisen, wonach hundert Stimmberechtigte das Recht haben, dem Kantonsrat schrift- lich einen Antrag zu stellen. Dieser wird wie eine Motion eines Mitgliedes dieses Rates behandelt. Man darf gespannt sein, ob das neue Volksrecht zu einer Ueberlastung des Kantonsrates führen wird respektive in welchem Ausmass und mit welcher Tendenz davon Gebrauch gemacht wird. Der Kanton Solothurn kennt weiterhin das obligatorische Gesetzes- und Finanzreferendum, wobei das Volk in einer Variantenabstimmung - 2 bzw. 5 Millionen Franken bei ein- maligen und 200 000 bzw. 500 000 Franken bei wiederkeh- renden Ausgaben - den tieferen Limiten den Vorzug gab. Eingeführt wurde auch das doppelte Ja mit Stichentscheid in der gleichzeitig stattfindenden Eventualabstimmung und die Möglichkeit, gemäss Artikel 35 Absatz 2 bei der Vorlage eines Gesetzes oder Beschlusses neben der Abstimmung über das Ganze auch zu einzelnen Bestimmungen Varianten vorlegen zu können. Auch diese Möglichkeit habe ich in ändern kantonalen Verfassungen nicht gefunden. Da das obligatorische Gesetzesreferendum beibehalten wurde, ist das Bemühen, den Gesetzesbegriff exakt zu definieren, ver- ständlich. Damit verbunden wird ein Delegationsverbot, d. h. dass grundlegende und wichtige Bestimmungen vom Gesetzgeber nicht auf andere Organe übertragen werden dürfen. Es wäre wohl wünschenswert, wenn unser Rat auch von solch solothurnschem Geist etwas inspiriert würde. Dazu kommt noch ein Vetorecht gegen Verordnungen des Regierungsrates, wenn eine qualifizierte Mehrheit des Kan- tonsrates zur Auffassung gelangt, eine Verordnung entspre- che nicht dem Gesetz. Trotz des obligatorischen Gesetzes- referendums wird ein fakultatives ebenfalls vorgesehen, das von 1500 Stimmberechtigten oder fünf Einwohnergemein- den ergriffen werden kann, und zwar für alle Kantonsratsbe- schlüsse, die nicht der obligatorischen Volksabstimmung unterstehen. Der Kanton Solothurn hat damit die Dominanz des Staatsvolkes als Souverän zusätzlich und umfassend abgesichert. Auf eine Sonderheit sei noch hingewiesen, nämlich dass Artikel 38 mit der Marginalie «Parteien» ausdrücklich die Aufgabe der politischen Parteien bei der Meinungsbildung anerkennt. Eine gleiche Erwähnung ist nur gerade in den drei Kantonsverfassungen neueren Datums, nämlich des Aargau, des Kantons Basel-Landschaft und des Jura, zu finden. Die Luzerner erwähnen die politischen Parteien ein- zig im Zusammenhang mit dem Proporzartikel. Im übrigen nimmt das Staatsrecht der Kantone von den Parteien keine Kenntnis, und auch die Bundesgesetzgebung verwendet das Wort «Partei» - Irrtum vorbehalten - nur gerade an zweieinhalb Stellen, nämlich im Gesetz über politische Rechte und im Geschäftsverkehrsgesetz je einmal sowie in den Richtlinien zum Vernehmlassungsverfahren und in der Verordnung zum Wahlgesetz, was ich in Anbetracht der Normenstufe aber nur halb zähle. Es ist, als würde man den Ausdruck «Partei» tunlichst vermeiden. Wir stehen hier immer noch unter dem Einfluss von Rousseauschem Demo- kratieverständnis, das keinen Mittler zwischen Bürger und Souverän anerkennen wollte. Die Tendenz im neueren Staatsrecht geht, wie die total revidierten Kantonsverfassun- gen der letzten Jahre zeigen, in eine andere Richtung, nämlich in Richtung der Anerkennung der Realität. Zurück zur Arbeit der Petitions- und Gewährleistungskom- mission, die gemäss Artikel 6 Absatz 1 der Bundesverfas- sung zu prüfen hat, ob die kantonale Verfassung weder die Bundesverfassung noch das übrige Bundesrecht verletzt, ob sie die Ausübung der politischen Rechte in republikani- schen Formen sichert und ob sie vom Volk angenommen worden ist und revidiert werden kann, wenn die absolute Mehrheit der Bürger es verlangt. Die Solothurner Verfassung hat der Kommission in dieser Hinsicht keine Mühe bereitet, wie das andere total revidierte Verfassungen auch schon taten. Sie ist auch in rechtlich einwandfreier Form vom Solothurner Volk angenommen worden. Die Gewährleistung ist ihr deshalb zu erteilen. Wir wünschen dem Solothurner Volk Prosperität und eine gedeihliche Weiterentwicklung seines Staatswesens auf der neuen Grundlage.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Bundesgericht. Kompetenzzuweisung des Kantons Freiburg Tribunal fédéral. Attribution de compétence par le canton de Fribourg In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band III Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 01 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.037 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 21.09.1987 - 14:30 Date Data Seite 1062-1063 Page Pagina Ref. No 20 015 687 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.