16. Dezember 1988 1941 Postulat Leutenegger Oberholzer valutazione dei valori limiti d'immissione dei rumori ha costi- tuito uno speciale gruppo di lavoro per il rumore agli aero- porti - dovrebbero essere fatte analisi e racolti dati sistema- tici sul!' inquinamento atmosferico del traffico aereo in generale e diviso per tipo di traffico. Tanto più che ci sono ragioni per supporre che rispetto ai dati fin qui noti - vedi documenti citati sopra - i valori totali delle immissioni in questi ultimi anni siano aumentati. In ogni caso nella misura in cui tali dati già esistessero si impone la presentazione al parlamento di un rapporto detta- glio sul problema che comprenda dati statistici sulle immis- sioni totali di gas tossici nell'atmosfera da parte del traffico aereo in generale e diviso per tipo di trasporto aereo (indica- zioni delle conseguenze sull'ambiente e delle misure prese o che sarebbe auspicabile prendere per ridurre, se del caso, tali immissioni. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 28. November 1988 Dichiarazione scritta del Consiglio federale del 28 novembre 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 28 novembre 1988 II Consiglio federale è disposto ad accettare il postulato. Ueberwiesen - Transmis #ST# 88.487 Postulat Blatter Treibstoffzölle für Gemeindestrassen Droits sur les carburants. Versements en faveur des routes communales Wortlaut des Postulates vom 16. Juni 1988 Der Bund wird ersucht, im Rahmen der bestehenden Gesetzgebung den Kantonen vermehrt Beiträge aus dem Benzinzoll zuzuweisen, dies unter Berücksichtigung der den Gemeinden entstehenden ungedeckten Aufwendungen aus dem Strassenverkehr und seinen Folgen. Ferner soll den Kantonen empfohlen werden, diese Beiträge gemäss ihrer eigenen Gesetzgebung an die Gemeinden weiterzuleiten. Texte du postulat du 16 juin 1988 La Confédération est priée d'attribuer aux cantons - dans les limites de la législation actuelle - une part plus grande du produit des droits sur les carburants de manière à tenir compte des dépenses non couvertes des communes, qui résultent du trafic routier et de ses suites. Il y aura également lieu d'inciter les cantons à redistribuer ces ressources aux communes, conformément à leur propre législation. Mitunterzeichner - Cosignataires: Baggi, Bühler, Bürgi, Columberg, Daepp, Darbellay, David, Dietrich, Dormann, Ducret, Engler, Fehr, Grassi, Mari, Hess Otto, Hildbrand, Humbel, Jung, Kühne, Lanz, Martin Paul-René, Nussbau- mer, Paccolat, Portmann, Reimann Maximilian, Ruckstuhl, Scheidegger, Schmidhalter, Schnider, Schwab, Seiler Hans- peter, Theubet, Wanner, Widrig, Wyss William, Zölch, Züger (37) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Rückstellungen aus dem Treibstoffzoll werden per 1988 2,049 Milliarden Franken betragen. Demgegenüber weisen die Gemeinden in der Strassenrechnung 1984 einen jährli- chen Fehlbetrag von 1,327 Milliarden Franken aus, der durch die allgemeinen Gemeindesteuern gedeckt werden musste. Nach allgemeinen finanzpolitischen Grundsätzen sollten die Strassenaufwendungen durch die Benutzer gedeckt wer- den. Mit dem heutigen System ist dies für die Ebene der Gemeinden nicht sichergestellt, insbesondere was den Unterhalt betrifft. Die Mittel sind vorhanden, und es ist somit sinnvoll, das grosse Strassendefizit der Gemeinden vermehrt durch Mittel aus dem Treibstoff zoll abzudecken, um .so mehr als die Gemeinden keine Möglichkeit haben, Abgaben von den Strassenbenützern zu erheben. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 5. Dezember 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 5 décembre 1988 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Präsident: Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegen- zunehmen. Es wird jedoch bekämpft durch Herrn Dreher. Damit ist Diskussion beschlossen. Verschoben - Renvoyé #ST# 88.583 Postulat Leutenegger Oberholzer Grossversuch zur Bekämpfung des Sommersmogs Lutte contre le smog estival. Expérience de grande envergure Wortlaut des Postulates vom 21. September 1988 Der Bundesrat wird eingeladen, die Durchführung eines Grossversuches zur Bekämpfung des Sommersmogs in der Region Basel zu unterstützen, die dazu allenfalls notwendi- gen rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, sich selbst am Versuch zu beteiligen und sich dafür einzusetzen, dass der Grossversuch grenzüberschreitend - unter Einbezug der angrenzenden bundesdeutschen und französischen Gebiete-durchgeführt werden kann. Der Versuch soll 1989 durchgeführt und abgeschlossen werden. Texte du postulat du 21 septembre 1988 Le Conseil fédéral est invité à apporter son soutien à la mise sur pied d'une expérience de grande envergure visant à lutter contre le smog estival dans la région bâloise et donc à créer les conditions juridiques nécessaires à sa réalisation, à participer lui-même à cette expérience et à faire en sorte que celle-ci soit réalisée de concert avec l'Allemagne fédérale et la France et en particulier avec les régions situées à proxi- mité de Baie. L'expérience devra être faite en 1989. Mitunterzeichner-Cosignataires: Euler, Fankhauser, Fetz, Günter, Jaeger, Maeder, Thür, Weder-Basel, Wiederkehr (9) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Im Sommer 1988 wurden erneut gefährliche Spitzenkonzen- trationen von Luftschadstoffen festgestellt. In verschiede- nen Regionen des Landes wurden die Grenzwerte für Ozon der Luftreinhalteverordnung stark überschritten. Einige Kantone - z. B. die beiden Basel - haben versucht, mit Verhaltensempfehlungen dem Problem des Sommersmogs zu begegnen. Die Empfehlungen erweisen sich nicht als besonders wirkungsvoll, da es an wirksamen Massnahmen gegen die Schadstoffemittenten fehlte, wozu es auch an der Unterstützung durch den Bund mangelte. Besonders stö-Interpellation Scherrer 1942 N 16 décembre 1988 rend an den Empfehlungen z. B. in den beiden Basel war die Tatsache, dasssie primär auf eine Einschränkung der Bewe- gungsfreiheit der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft - ältere Leute, Asthmatiker(innen), Kleinkinder (und ihre Eltern) - abzielten. Nicht eingeschränkt wurde aber die Mobilität der Automobilist(inn)en und die Produktion von Industrie und Gewerbe. Zur Bekämpfung des Sommersmogs will man nun in der Region Basel einen Grossversuch unter Einbezug aller Emit- tenten durchführen. Der Basler Grosse Rat hat dazu eine Resolution verabschiedet, und im Baselbieter Landrat ist das gleiche Begehren hängig. Der Grossversuch soll es erlauben, bei der entsprechenden meteorologischen Lage zusammen mit der unerlässlichen Kontrolle wirksame Methoden gegen den Sommersmog zu entwickeln. In der Resolution des Grossen Rats wird die Regierung aufgefor- dert, «.... in Anbetracht der häufigen Ueberschreitungen des Ozongrenzwerts und des Jahresgrenzwerts für NOx der Luftreinhalteverordnung mit allen involvierten Behörden des Bundes, der Kantone und der angrenzenden Länder die Voraussetzungen für einen regionalen Grossversuch unter Einbezug aller Emittenten zu schaffen.» Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 28. November 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 28 novembre 1988 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Präsident: Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegen- zunehmen. Die Ueberweisung wird bekämpft durch Herrn Scherrer. Damit haben Sie Diskussion beschlossen. Verschoben - Renvoyé #ST# 88.746 Interpellation Scherrer Messergebnis des Nationalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe für das Jahr 1987 Réseau national d'observation des polluants atmosphériques. Résultats des mesures 1987 Wortlaut der Interpellation vom 5. Oktober 1988 Gemäss dem obenerwähnten Bericht des BUS habe der Vormarsch der Katalysatortechnik noch keinen spürbaren Rückgang der Stickoxidemissionen bewirkt. Verantwortlich dafür seien die Zunahme der Motorfahr- zeuge insgesamt und namentlich die Lastwagen. Tatsache ist, dass rund 20 Prozent des Personenwagenbe- standes der Schweiz mit einem Katalysator ausgerüstet sind. Da der geregelte Dreiweg-Katalysator die Schadstoffe (inkl. Stickoxide) um rund 90 Prozent verringert, hat die Luftbela- stung aus dem Personenwagenverkehr um etwa 18 Prozent abgenommen. Im Jahr 1987 nahm der Motorfahrzeugbestand nur um rund 2,5 Prozent zu. In diesem Zusammenhang stelle ich folgende Fragen: 1. Wie gross ist der Anteil der Natur und der Technik an den gesamten Stickoxid-Immissionen? 2. Wie zuverlässig arbeiten die Messinstrumente des Natio- nalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe (Nabel)? 3. Wie seriös haben die Beamten des Bundesamtes für Umweltschutz ihre Aussagen überprüft? Texte de l'interpellation du 5 octobre 1988 D'après un récent rapport de l'Office fédéral de la protection de l'environnement, les progrès accomplis dans le domaine des catalyseurs n'auraient pas encore amené de diminution sensible des émissions d'oxyde d'azote. La raison essentielle en serait l'augmentation di nombre des véhicules à moteur et notamment des camiors. Or, le fait est que 20 pour cent du parc automobile suisse est équipé d'un catalyseur. Comme le catalyseur à trois voies bien réglé permet de réduire de 90 pour cent les émissions toxiques (dont les oxydes d'azote), la pollution atmosphéri- que provoquée par les voitures de tourisme devrait avoir diminué de quelque 18 pour cent. Par ailleurs er 1987, le parc automobile suisse n'a augmenté que de 2,5 pour cent. C'est pourquoi, je demande au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes: 1. Pour quelles parts la nature et la technique entrent-elles dans les immissions d'oxyde d'azote? 2. Quelle est la fiabilité des instruments de mesure du Réseau national d'observation des polluants atmosphéri- ques (NABEL)? 3. Les collaborateurs de l'Office fédéral de la protsction de d'environnement ont-ils vérifié les chiffres qu'ils publient avec un soin suffisant? Mitunterzeichner- Cosignataire: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit 1. Bevor die Schlussfolgerung gezogen wird, dass die Kata- lysatortechnik keine Verbesserung der Luftqualität gebracht hat, müssten die Quellen der Schadstoffe genau ermittelt werden. 2. Anlässlich einer Kontrollmessung sämtlicher Messgeräte des Nabel mit einem amtlichen Eichgas wurden Anzeige- Differenzen zwischen den einzelnen Messgeräten von rund 50 Prozent festgestellt. Eine zuverlässige Messung der Luft- schadstoffe ist also nicht möglich. Insbesondere kann nicht einmal festgestellt werden, ob sich die Luftqualitàt verbes- sert oder verschlechtert hat. 3. Da rund 20 Prozent des Personenwagenbestandes mit einem Katalysator ausgerüstet sind, ist es ausgeschlossen, dass die vom Verkehr emittierten Schadstoffe nicht abge- nommen haben. Die leichte Zunahme des Gesamf'ahrzeug- bestandes kann den gewaltigen Fortschritt der Katalysator- technik nicht zunichte gemacht haben. Der Bestand an Lastwagen ist praktisch gleich geblieben, d. h. aus diesem Bereich hat die Luftbelastung nicht zuge- nommen. Vielmehr sind am 1. Oktober 1987 auch für Last- wagen schärfere Abgasnormen in Kraft gesetzt warden. Diese Tatsachen belegen, dass die Aussage des BUS, wonach die leichte Zunahme des Motorfahrzeugbestandes und die Lastwagen verantwortlich für die gleichbleibende Luftqualität seien, aus der Luft gegriffen ist. Die Behauptung des BUS muss in diesem Zusammenhang als unseriös, einseitig und tendenziös bezeichnet werden. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 28. November 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 28 novembre 1988 1.Vom Menschen verursachte und natürliche Stickoxid- Immissionen Die vom Menschen verursachten Gesamtemiss onen an Stickoxiden in der Schweiz beliefen sich im Jahr 1984 auf 214300 Tonnen. Im Jahr 1990 werden sie voraussichtlich 183800 Tonnen betragen. Hauptverursacher dieser Emis- sionen ist der Verkehr mit einem Anteil von rund 70 Prozent. Dem gegenüber betragen die natürlichen Emissionen 9000 Tonnen pro Jahr, welche vorab aus produktiven Böden und zum kleineren Teil aus elektrischen Entladungen in der Atmosphäre (Blitzen) stammen. Umfassende Informationen über Emissionen von luftverunreinigenden Stoffen aus natürlichen Quellen und vom Menschen verursachte Schad- stoff-Emissionen in der Schweiz von 1950 bis 2010 sind in den Berichten Nr. 75 und 76, Stand September 1988, des Bundesamtes für Umweltschutz, verfügbar.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Leutenegger Oberholzer Grossversuch zur Bekämpfung des Sommersmogs Postulat Leutenegger Oberholzer Lutte contre le smog estival. Expérience de grande envergure In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1988 Année Anno Band IV Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 88.583 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 16.12.1988 - 08:00 Date Data Seite 1941-1942 Page Pagina Ref. No 20 016 990 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.