<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2003.00050</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203898&amp;W10_KEY=13013571&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2003.00050</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.12.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzung für die Steuerperiode 1.1. -31.12.1999</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ermessenseinschätzung / Fristwiederherstellung Die Prüfung der Nichtigkeit einer Ermessenseinschätzung durch das Verwaltungsgericht setzt die Einhaltung der Rechtmittelfristen voraus (E. 3). Eine Gesellschaft hat sich so zu organisieren, dass sie Rechtsmittelfristen einhalten kann. Die Säumnis von Verwaltungsratsmitgliedern wird der Gesellschaft zugerechnet (E. 4). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: BESTEUERUNG DER JURISTISCHEN PERSONEN">BESTEUERUNG DER JURISTISCHEN PERSONEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: EinschÃ¤tzungs-,Rekurs- und Beschwerdeverfahren ST: EINSCHÃTZUNGSVERFAHREN">EINSCHÃTZUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSEINSCHÃTZUNG">ERMESSENSEINSCHÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTVERSÃUMNIS">FRISTVERSÃUMNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTWIEDERHERSTELLUNG">FRISTWIEDERHERSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTEINTRETENSENTSCHEID">NICHTEINTRETENSENTSCHEID</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTIGKEIT">NICHTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOVENVERBOT">NOVENVERBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORGANISATIONSVERSCHULDEN">ORGANISATIONSVERSCHULDEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNRICHTIGKEITSNACHWEIS">UNRICHTIGKEITSNACHWEIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERLUSTVERRECHNUNG">VERLUSTVERRECHNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERLUSTVORTRAG">VERLUSTVORTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWALTUNGSRAT">VERWALTUNGSRAT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 716 Abs. II OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 716a Abs. I OR</span><br/><span class="gerade">Art. 717 Abs. I OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 718 Abs. I OR</span><br/><span class="gerade">§ 140 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 140 Abs. II StG</span><br/><span class="gerade">§ 142 Abs. II StG</span><br/><span class="ungerade">§ 151 Abs. I StG</span><br/><span class="gerade">§ 15 Abs. I VO StG</span><br/><span class="ungerade">Art. 55 Abs. II ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Nachdem die B AG trotz Mahnung des kantonalen Steueramts vom 22. Februar 2001 keine SteuererklÃ¤rung 1999 B eingereicht hatte, schÃ¤tzte sie der SteuerkommissÃ¤r am 16. Mai 2001 fÃ¼r die Steuerperiode 1.1. - 31.12.1999 nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 1'000.- (zum Steuersatz von 4 %) und einem steuer­baren Eigenkapital von Fr. 300'000.- (zum Steuersatz von 1,5 â°) ein. In der VerfÃ¼gung wurde darauf aufmerksam gemacht, dass in der SchÃ¤tzung aktenkundige Vorjahresverluste berÃ¼cksichtigt seien.</p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2000 wurde die B AG nach erfolgloser Mahnung vom 4. MÃ¤rz 2002 ebenfalls nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen eingeschÃ¤tzt. Mit VerfÃ¼gung vom 24. Mai 2002 setzte der SteuerkommissÃ¤r den steuerbaren Reingewinn auf Fr. 100'000.- (zum Steuersatz von 10 %) und das steuerbare Eigenkapital auf Fr. 300'000.- (zum Steuersatz von 1,5 â°) fest.</p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 24. Juni 2002 stellte die Pflichtige ein Gesuch um Wiederherstellung der Einsprachefrist fÃ¼r die EinschÃ¤tzung der Steuerperiode 1.1. - 31.12.1999. Gleichzeitig erhob sie Einsprache, auch gegen die EinschÃ¤tzung fÃ¼r die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2000, und beantragte, den steuerbaren Reingewinn fÃ¼r beide Steuerperioden mit Fr. 0.- zu veranlagen. Das kantonale Steueramt wies das Fristwiederherstellungsgesuch ab, trat auf die Einsprache betreffend Steuerperiode 1.1. - 31.12.1999 nicht ein und wies diejenige betreffend Steuerperiode 1.1. - 31.12.2000 ab. Ausserdem auferlegte es der Pflichtigen die Verfahrenskosten.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die dagegen erhobenen Rekurse wies die Steuerrekurskommission II mit Entscheiden vom 30. Juni 2003 und 11. Juli 2003 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerden vom 17. September 2003 liess die Pflichtige dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei die Nichtigkeit des EinschÃ¤tzungsentscheids vom 16. Mai 2001 festzustellen und unter Aufhebung aller vorinstanzlichen Entscheide sei der steuerbare Reingewinn fÃ¼r das Steuerjahr 1999 auf Fr. 0.- festzusetzen. Eventualiter sei die Einsprachefrist wieder herzustellen sowie die Einsprache mit einer EinschÃ¤tzung von einem steuerbaren Reingewinn mit Fr. 0.- gutzuheissen. Ebenso sei der steuerbare Reingewinn fÃ¼r das Steuerjahr 2000 auf Fr. 0.- festzusetzen. Ausserdem verlangte die Pflichtige die Zusprechung von ParteientschÃ¤digungen.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Steuerrekurskommission II auf Vernehmlassung verzichtete, beantragte das kantonale Steueramt Abweisung der Beschwerden.</p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Die Verfahren SB.2003.00050 und SB.2003.00051 betreffen die EinschÃ¤tzung zweier aufeinanderfolgender Steuerperioden derselben Steuerpflichtigen. Da die Beurteilung der EinschÃ¤tzung fÃ¼r die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2000 auf der Beurteilung der EinschÃ¤tzung fÃ¼r die Steuerperiode 1.1. - 31.12.1999 beruht, sind die Verfahren aus GrÃ¼nden der ZweckmÃ¤ssigkeit zu vereinigen. </p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden. Richtet sich eine Beschwerde gegen einen Nichteintretensbeschluss der Rekurskommission oder gegen einen Entscheid, womit die Rekurskommission einen Nichteintretensentscheid des kantonalen Steueramts bestÃ¤tigt hat, so darf das Verwaltungsgericht lediglich prÃ¼fen, ob die vor­instanzliche Beurteilung der Eintretensfrage an beschwerdefÃ¤higen RechtsmÃ¤ngeln leide; ein weiter gehender, materiellrechtlicher Entscheid â namentlich Ã¼ber die EinschÃ¤tzung â ist dem Gericht verwehrt (RB 1999 Nr. 152).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht hat sich auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Rekurskommis­sion in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekursinstanz zu setzen. Die PrÃ¼­fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessensÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>FÃ¼r das Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht gilt das Novenverbot. FÃ¼r das Verwaltungsgericht ist somit die gleiche Aktenlage massgebend wie fÃ¼r die Rekurskommission. Tatsachen oder Beweismittel, die nicht spÃ¤testens im Rekursverfahren behauptet bzw. vorgelegt oder angerufen worden sind, dÃ¼rfen infolgedessen im Beschwerdeverfahren grundsÃ¤tzlich nicht nachgebracht werden (RB 1999 Nrn. 149 und 150).</span></p> <p class="Urteilstext">Erstmals vor Verwaltungsgericht rÃ¼gt die Pflichtige die unrichtige Zustellung der EinschÃ¤t­zungsverfÃ¼gung vom 16. Mai 2001. Diese hÃ¤tte der Treuhandfirma C AG und nicht der Pflichtigen selbst zugestellt werden mÃ¼ssen. Als unzulÃ¤ssiges Novum muss dieses Vorbringen im Beschwerdeverfahren unberÃ¼cksichtigt bleiben.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Gegen den EinschÃ¤tzungsentscheid kÃ¶nnen laut § 140 Abs. 1 StG der Steuerpflichtige und die Gemeinde innert 30 Tagen nach Zustellung beim kantonalen Steueramt schriftlich Einsprache erheben. Die Einhaltung der Frist ist GÃ¼ltigkeitsvoraussetzung des Rechtsmittels. Eine verspÃ¤tete Einsprache ist unwirksam und vermag â Fristwiederherstellung vorbe­halten â keine materielle ÃberprÃ¼fung der EinschÃ¤tzung herbeizufÃ¼hren (RB 1973 Nr. 34 und 1981 Nr. 76). Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts setzt die Feststellung der Nichtigkeit ebenfalls die Einhaltung der Rechtsmittelfrist voraus (RB 1986 Nr. 11).</span></p> <p class="Urteilstext">Der Beurteilung der geltend gemachten Nichtigkeit des EinschÃ¤tzungsentscheids betreffend Steuerperiode 1.1. - 31.12.1999 durch das Verwaltungsgericht steht nach dem Gesagten die verspÃ¤tete Einsprache entgegen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Anzumerken bleibt immerhin, dass inhaltliche MÃ¤ngel, wie sie der Pflichtige geltend macht, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus GrÃ¼nden der Rechtssicherheit nur in seltenen AusnahmefÃ¤llen eine Nichtigkeit bewirken (BGE 104 Ia 172 E. 2c; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc. 2002, Rz. 981), nÃ¤mlich nur dann, wenn die Fehler ausserordentlich schwer wiegen und den Verwaltungs­akt praktisch wirkungslos, unsinnig oder unsittlich machen; so beispielsweise, wenn eine VerfÃ¼gung gegen ein unverzichtbares verfassungsmÃ¤ssiges Recht verstÃ¶sst oder wenn eine Steuer einer Person auferlegt wird, die nicht Steuersubjekt ist (vgl. RenÃ© A. Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel/Frank­furt a.M. 1990, Nr. 40 B V e). Ein solcher ausserordentlich schwerer ohne weiteres erkenn­barer, zur Nichtigkeit fÃ¼hrender Fehler liegt bei einer Ã¼bersetzten ErmessenseinschÃ¤tzung, wie sie hier vom Pflichtigen fÃ¼r Steuerperiode 1.1. - 31.12.1999 behauptet wird, nicht vor.</span></p> <p class="Urteilstext">Auch bei der ErmessenseinschÃ¤tzung der Steuerperiode 1.1. - 31.12.2000 fehlt es an der Voraussetzung des offensichtlichen, schwer wiegenden Mangels.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Die Wiederherstellung einer versÃ¤umten Frist ist laut § 15 Abs. 1 VO StG zu gewÃ¤h­ren, wenn die steuerpflichtige Person nachweist, dass sie oder ihre Vertretung ohne Verschulden entweder von der Fristansetzung nicht rechtzeitig Kenntnis erhielt oder durch schwer wiegende GrÃ¼nde an der Einhaltung der Frist verhindert wurde. Die Voraussetzun­gen fÃ¼r die Wiederherstellung sind namentlich gegeben, wenn ein unvorhergesehener Verhinderungsgrund eintritt, der bis zum Ende der Frist andauert oder zumindest so lange bestehen bleibt, dass die insgesamt zur VerfÃ¼gung stehende bzw. die verbleibende Zeit zur Einhaltung der Frist objektiv nicht mehr ausreicht (Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kauf­mann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 129 N. 22). Die WiederherstellungsgrÃ¼nde sind von der pflichtigen Person zu substanziieren (RB 1988 Nr. 11); fehlt eine derartige Sachverhaltsdarstellung, so ist weder eine amtliche Untersu­chung Ã¼ber die massgebenden Tatsachen zu fÃ¼hren noch der pflichtigen Person Frist zur Verbesserung des Gesuchs anzusetzen (RB 1979 Nr. 51).</span></p> <p class="Urteilstext">Nach einhelliger Lehre und Rechtsprechung verfÃ¼gen die BehÃ¶rden, die einen Wieder­her­stellungsgrund beurteilen mÃ¼ssen, Ã¼ber einen weiten Spielraum. Im Interesse der Rechtssicherheit und eines geordneten Rechtsgangs darf dabei ein Hinderungsgrund nicht leichthin angenommen werden. Ein solcher ist nach dem praxisgemÃ¤ss strengen Massstab nur zu be­jahen, wenn dem Gesuchsteller auch bei Aufwendung der Ã¼blichen Sorgfalt die Wahrung seiner Interessen verunmÃ¶glicht oder unzumutbar erschwert wird. So ist insbesondere aner­kannt, dass nur eine Krankheit von erheblicher Schwere einen Hinderungsgrund darstellen kann (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 12 N. 15).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Es ist unbestritten, dass die Pflichtige die Frist zur Einsprache gegen die EinschÃ¤t­zungsverfÃ¼gung vom 16. Mai 2001 versÃ¤umt hat. Indessen besteht Streit darÃ¼ber, ob ihr dieses VersÃ¤umnis angelastet werden kann. </span></p> <p class="Urteilstext">Die Pflichtige macht geltend, dass ihr einziges Verwaltungsratsmitglied D, der sich um alle finanziellen und steuerlichen Angelegenheiten der Pflichtigen kÃ¼m­mere, krankheitshalber nicht in der Lage gewesen sei, die SteuererklÃ¤rung 1999 einzurei­chen und die Einsprachefrist betreffend die EinschÃ¤tzung fÃ¼r die Steuerperiode 1.1. - 31.12.1999 zu wahren. Infolge der starken BeeintrÃ¤chtigung seiner Leistungs- und KonzentrationsfÃ¤higkeit sei es ihm nicht mÃ¶glich gewesen, die Bedeutung und die Folgen der Steuerveranlagung zu erkennen oder aber seine Aufgaben zu delegieren. Das der Pflichtigen von den Vorinstanzen vorgeworfene Organisationsverschulden treffe nicht zu, da die GeschÃ¤ftstÃ¤tigkeit bezÃ¼glich des TagesgeschÃ¤fts durch bewÃ¤hrte Mitarbeiter sichergestellt gewesen sei. Bei der Pflichtigen handle es sich um eine kleinere Unternehmung mit einfachen Strukturen und wenig Personal, weshalb ein weniger strenger Massstab bezÃ¼glich der Organisation angelegt werden mÃ¼sse. Selbst, wenn der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrerin die Post vorgelegt worden wÃ¤re, hÃ¤tte sie als Laie in Finanz- und Steuerfragen die Bedeutung der EinschÃ¤tzungsmitteilung fÃ¼r das Jahr 1999 niemals erkennen kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. </span><span>718 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR) wird eine Aktiengesellschaft durch den Verwaltungsrat vertreten, der sie durch Abschluss von RechtsgeschÃ¤ften und sein sonstiges Verhalten verpflichtet (Art. 55 Abs. 2 des Zivilgesetzbuches). Der Verwaltungsrat ist auch zustÃ¤ndig fÃ¼r die GeschÃ¤ftsfÃ¼hrung, soweit er sie nicht Ã¼bertragen hat (Art. 716 Abs. 2 OR); auf jeden Fall obliegt ihm unter anderem die Oberleitung der Gesellschaft, die Festlegung der Organisation, die Ernennung und Abberufung der mit der Ge­schÃ¤ftsfÃ¼hrung und der Vertretung betrauten Personen und die Oberaufsicht Ã¼ber die Ge­schÃ¤ftsfÃ¼hrung (Art. 716a Abs. 1 OR). Die Mitglieder des Verwaltungsrats haben ihre Auf­gaben laut Art. 717 Abs. 1 OR "mit aller Sorgfalt" zu erfÃ¼llen.</span></p> <p class="Urteilstext">Das eingereichte Arztzeugnis besagt, dass D vom 27. Juli 2000 bis En­de Mai 2002 "infolge einer lang anhaltenden Erkrankung in seiner LeistungsfÃ¤higkeit und KonzentrationsfÃ¤higkeit massivst beeintrÃ¤chtigt war. [...] Sein Befinden war sehr labil, er litt oft unter Schwindel, GleichgewichtsstÃ¶rungen und SchwÃ¤cheattacken; er war extrem ermÃ¼dbar und nicht fÃ¤hig, konzentriert Arbeit zu leisten." GemÃ¤ss Arztzeugnis war D jedoch nicht wÃ¤hrend 22 Monaten handlungs- und arbeitsunfÃ¤hig. Nach Angaben der Pflichtigen ging er denn auch offensichtlich zur Arbeit, da er die EinschÃ¤t­zungsverfÃ¼gung vom 16. Mai 2001 zur Kenntnis genommen und abgelegt hat. Insofern ist ihm als Verwaltungsrat vorzuwerfen, dass er seine verminderte LeistungsfÃ¤higkeit nicht er­kannt hat â litt er doch unter merkbaren kÃ¶rperlichen Beschwerden, war in dauernder Ã¤rzt­licher Behandlung und nahm regelmÃ¤ssig Medikamente ein. Er hÃ¤tte realisieren mÃ¼ssen, dass er nicht mehr in der Lage war, seinen bisherigen Aufgaben nachzukommen und dafÃ¼r sorgen mÃ¼ssen, dass eine sachverstÃ¤ndige Person â sei sie nun unternehmensintern oder -extern â sich um die Steuerbelange der Pflichtigen kÃ¼mmerte (vgl. BGE 114 V 219 E. 4a). Er hat also nicht alles in seiner Macht Stehende unternommen, um sicherzustellen, dass die Pflichtige ihren steuerlichen Pflichten nachkam und die ihr in diesem Zusammenhang zu­stehenden Rechte wahrnehmen konnte. Diese NachlÃ¤ssigkeit des Verwaltungsrats ist der Pflichtigen als Organisationsverschulden zuzurechnen (RB 1975 Nr. 60). Auf die diesbe­zÃ¼glichen ErwÃ¤gungen der Vorinstanz kann verwiesen werden (vgl. § 161 des Gerichtsver­fassungsgesetzes vom 13. Juni 1976 [GVG]).</p> <p class="Urteilstext">Die EinschÃ¤tzungsverfÃ¼gung fÃ¼r die Steuerperiode 1.1. - 31.12.1999 erging am 16. Mai 2001 und mit Schreiben vom 15. Juni 2001 wurde die Pflichtige Ã¼ber das Ausschei­dungsbegehren der Gemeinde X informiert. Das Gesuch um Wiederherstellung der Einsprachefrist erfolgte am 24. Juni 2002, also ungefÃ¤hr ein Jahr spÃ¤ter. Damit ist auch fÃ¼r eine Einmannaktiengesellschaft, deren Betrieb weit gehend von einer Person abhÃ¤ngt, die Frist Ã¼berschritten, wo noch von einem unverschuldeten VersÃ¤umnis ausgegangen wer­den kÃ¶nnte.</p> <p class="Urteilstext"><span>Demzufolge haben die Vorinstanzen der Pflichtigen die Wiederherstellung der Einsprachefrist betreffend EinschÃ¤tzung fÃ¼r die Steuerperiode </span>1.1. - 31.12.1999 <span>zu Recht verweigert. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Da die EinschÃ¤tzung fÃ¼r die Steuerperiode 1.1. - 31.12.1999 gemÃ¤ss EinschÃ¤tzungsverfÃ¼­gung vom 16. Mai 2001 Bestand hat, bleibt bezÃ¼glich der Steuerperiode 1.1. - 31.12.2000 nur noch die ÃberprÃ¼fung der Ermessensveranlagung, wobei die von der Pflichtigen ver­fochtene Verlustverrechnung ausser Betracht fÃ¤llt. </p> <p class="Urteilstext">Ist â wie vorliegend â eine ErmessenseinschÃ¤tzung unstreitig zu Recht ergangen, so kann sie gemÃ¤ss § 140 Abs. 2 Satz 1 StG nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit angefochten werden. Der Steuerpflichtige hat den Nachweis der offensichtlichen Unrichtigkeit im Ein­spracheverfahren, spÃ¤testens aber im Rekursverfahren zu erbringen, und zwar dadurch, dass er innerhalb der Rechtsmittelfrist die versÃ¤umten Verfahrenspflichten erfÃ¼llt, eine zur Beseitigung der Ungewissheit Ã¼ber die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse erforderliche substanzi­ierte Sachdarstellung gibt und hierfÃ¼r notwendige Beweismittel beibringt oder zumindest anbietet. Nur unter diesen formellen Voraussetzungen wird der Steuerpflichtige Ã¼berhaupt zur Leistung des Unrichtigkeitsnachweises zugelassen und ist die Einsprache- bzw. Re­kursbehÃ¶rde zur Untersuchung und Beweisabnahme verpflichtet. Andernfalls gilt der Nachweis ohne Weiteres als gescheitert mit der Folge, dass die ErmessenseinschÃ¤tzung als solche bestehen bleibt und einzig ihrer HÃ¶he nach der PrÃ¼fung auf offensichtliche Unrich­tigkeit unterliegt (vgl. RB 1994 Nr. 45 E. a mit Hinweisen; Richner/Frei/Kaufmann, § 140 N. 55 ff.; Martin Zweifel in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, 2. A., Ba­sel etc. 2002, Art. 48 StHG N. 58 ff.). "Offensichtlich unrichtig" ist eine SchÃ¤tzung dann, wenn sie willkÃ¼rlich ist. Das ist namentlich der Fall, wenn sie sich nach den Akten als ge­radezu unmÃ¶glich, als sachlich nicht begrÃ¼ndbar erweist (RB 1963 Nr. 62 = ZBl 65/1964, S. 384 = ZR 65 Nr. 13).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span>In Ãbereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Pflichtige den ihr ob­liegenden Unrichtigkeitsnachweis schuldig geblieben ist. Sie hat es unterlassen, substanzi­ierte </span><span>AusfÃ¼hrungen</span><span> zu den im Einspracheentscheid bemÃ¤ngelten Posten â Delkredere und Zinsaufwand â zu machen. Auch kann die Festsetzung des steuerbaren Reingewinns auf Fr. 100'000.- angesichts des das Ã¼bliche Mass bei Weitem Ã¼berschreitenden Delkrederes nicht als willkÃ¼rlich bezeichnet werden. Da in der Beschwerdeschrift ausser des Begehrens um Verlustverrechnung nichts gegen die Ermessensveranlagung vorgebracht wird, kann vollumfÃ¤nglich auf die zutreffenden ErwÃ¤gungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. § 161 GVG)</span><span>.</span></p> <p class="Urteilstext">Damit sind die Beschwerden abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.1 </span></b><span>Die Kostenverlegung in den Einsprache- und Rekursverfahren ist aufgrund des Gesagten nicht zu beanstanden. Da Pflichtige ein Verschulden bei der NichterfÃ¼llung der Dekla­rationspflicht trifft, durfte ihr der SteuerkommissÃ¤r die Kosten der Einspracheverfahren auferlegen (§ 142 Abs. 2 StG). Ebenso hat die Rekurskommission rechtmÃ¤ssig gehandelt, indem sie die Kosten gemÃ¤ss § 151 Abs. 1 StG der unterliegenden Pflichtigen auferlegt hat.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.2 </span></b><span>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemÃ¤ss der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG). Ebenfalls bleibt ihr bei diesem Verfahrensausgang eine ParteientschÃ¤digung versagt (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit § 152 und § 153 Abs. 4 StG).</span></p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</p> <p class="Urteilstext"> Die Verfahren SB.2003.00050 und SB.2003.00051 werden vereinigt;</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">und entscheidet:</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Dispo"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Dispo"><span>2.<span> </span></span><span>Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 120.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'120.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Dispo"><span>3.<span> </span></span><span>Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Dispo"><span>4.<span> </span></span><span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>