<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, wie sich in den Flüchtlingslagern ein Angebot von Berufsbildungen mit Abschlussdiplom oder gar von universitärer Bildung besser unterstützen liesse, im Bestreben, dass die betreffenden Personen die Lager verlassen und selbstständig werden können. Es geht darum, jungen Menschen auf der Flucht die Möglichkeit zu bieten, von der internationalen humanitären Hilfe unabhängig zu werden und sich in Wirtschaft und Gesellschaft der Region zu integrieren.</p><p>Laut dem Uno-Hochkommissariat der Vereinten Nationen für die Flüchtlinge (UNHCR) sind zwei Drittel der Menschen auf der Flucht Langzeitflüchtlinge. Das bedeutet, sie bleiben zwischen fünf und zwanzig Jahren in den Flüchtlingslagern und haben keinerlei berufliche Perspektiven. Unterstützt man die höhere Bildung der Flüchtlinge, so können viele einen Sprung vorwärts machen. Die wirtschaftliche und psychologische Abhängigkeit wird verringert, das Selbstvertrauen, langfristig Lösungen zu finden, wird gestärkt. Eine Generation wächst heran, die zum Wandel führt (Change Makers) und selbst anderen Flüchtlingen bei der Lösung von Problemen beistehen kann. Ihre Kinder werden motiviert, die Schule erfolgreich abzuschliessen. Nach dem Onpra nimmt jede Person, die ein Lager mit einer beruflichen Perspektive verlässt, fünf Personen aus ihrem Umfeld mit.</p><p>Dadurch ist der Nutzen weit grösser als die Investitionen, wenn die Bildung in den Lagern unterstützt wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Wichtigkeit von Bildung - einschliesslich Berufsbildung - für Flüchtlinge und Vertriebene ist unbestritten. Gemäss der Botschaft über die internationale Zusammenarbeit 2017-2020 (BBl 2016 2333, nachfolgend "Botschaft") sollen die Mittel für die Grundschul- und Berufsbildung um 50 Prozent erhöht werden. In Notsituationen ist das Bildungsangebot ein bedeutender Schutzfaktor für Kinder und Jugendliche: Ihre Betreuung verringert Gefahren wie Ausbeutung, Rekrutierung oder geschlechtsspezifische Gewalt. Das im Postulat angesprochene Thema ist auch deshalb relevant, weil es die Verbindung von humanitärer Hilfe mit Entwicklungszusammenarbeit aufgreift. In der Botschaft ist vorgesehen, diese Verbindung zu stärken.</p><p>Die Schweiz engagiert sich vorrangig in der Grund- und Berufsbildung. In diesen Bereichen verfügt sie über komparative Vorteile. In Krisenkontexten ermöglicht die Schweiz mit der Sanierung von Schulen in Jordanien und Libanon syrischen Flüchtlingskindern und einheimischen Kindern den Zugang zu einer Schulbildung. In Kenia unterstützt die Schweiz seit 2013 ein Projekt zur Vermittlung praktischer Kenntnisse an Flüchtlinge im Lager Kakuma und an Jugendliche der lokalen Bevölkerung. Überdies leistet sie Beiträge zu multilateralen Vorhaben im Schul- und Berufsbildungsbereich, insbesondere zusammen mit dem Hochkommissariat der Vereinten Nationen für die Flüchtlinge, der UNRWA, dem Unicef und der Global Partnership for Education, um den Bedürfnissen von krisenbetroffenen Bevölkerungen zu entsprechen.</p><p>Der Bundesrat ist bereit zu analysieren, wie er diese Anstrengungen im Rahmen der Umsetzung der Botschaft besser unterstützen könnte - auch mit Berufsbildungsgängen mit Diplomabschluss.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.