A. Verwaltungsentscheide 1470 36 mundschaftsbehörde erfolgen kann. Im Bereich des Ki ndesrechts ist das Kindeswohl die oberste Maxime. Ist der Beschwer deführer bereit, diese Meldung an die Vormundschaftsbehörde zu mache n, ist dem zuzustimmen. Andernfalls ist zu befürchten, dass ei ne Meldung unterbleibt, was zu einer Gefährdung des Kindeswohl s führen kann. Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden, 05.02.200 8 1470 Ausschlagung der Erbschaft . Die Ausschlagung einer Erbschaft mit einem Aktivum von rund Fr. 300‘000. -- ist nicht im Sinne des Gesetzgebers. Sachverhalt: Der Verstorbene Q. hinterlässt seinen Erben eine Er bschaft mit einem Aktivum von rund Fr. 300‘000. --. Der Vormund des einen Sohnes beantragte beim Gemeinderat Z. die Ausschlag ung der Erbschaft. Gleichzeitig erklärten die übrigen Nachk ommen von Q. die Ausschlagung. Der Gemeinderat hiess die vom Vormund beantragte Ausschlagung der Erbschaft gut. Aus den Erwägungen: 1. Gemäss Art. 422 Ziff. 5 Z G B ( S R 210) bedarf die Annahme oder Ausschlagung einer Erbschaft durch Erben, die unter Vor - mundschaft stehen, nach der Beschlussfassung der Vo rmundschafts- behörde der Zustimmung der vormundschaftlichen Aufs ichtsbehörde. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden ist dies der Regie rungsrat (Art. 55 Abs. 2 und Art. 69 Abs. 2 EG zum ZGB; bGS 211.1). 2. […] 3. a) […] b) Die Ausschlagung einer Erbschaft befreit den Erben von der Haftung für die Nachlassschulden. Aber es droht auc h die Gefahr der Ausschlagung eines aktiven Nachlasses ( August Egger , Zürcher Kommentar zur Vormundschaft, Zürich 1948, Art. 422 N 13). Die vormundschaftliche Aufsichtsbehörde hat i.S.v. Art. 422 Ziff. 5 ZGB vorwiegend zu prüfen, ob der Nachlass verschuldet i st resp. Schulden bestehen, für welche das Mündel später haftbar gema cht wird. Im 36A. Verwaltungsentscheide 1471 37 vorliegenden Fall ist der Nachlass weder verschulde t noch bestehen Anzeichen dafür, dass Forderungen bestehen. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass der Nachlass von den Geschwistern zugunsten der Mutter ausgeschlagen wird, um der Erbschaftssteuer für Geschwister zu entgehen. Aufgrund der eingangs erwähnten Ausfüh rungen ist es aber nicht im Sinne des Gesetzgebers, dass eine Erb schaft aus - geschlagen wird, welche ein Aktivum von rund Fr. 30 0'000.-- aufweist. Auch ist die Begründung, dass das Geld nicht verlor en geht, sondern zu einem späteren Zeitpunkt von der Mutter an die K inder weiter - vererbt wird, nicht in jedem Fall richtig: Durch di e Ausschlagung wird die Mutter nicht nur Nutzniesserin des Nachlasses, sondern sie kann diesen brauchen und verbrauchen. Die Mutter ist im jetzigen Zeitpunkt 68 Jahre alt. Wird die aktuelle Lebenserwartung für Frauen in der Schweiz betrachtet, wird sie noch rund 20 Jahre leb en. Ob sie einige Jahre davon allenfalls in einem Alters - oder Pflegeheim verbringen wird, ist nicht absehbar. Bekanntermassen sind solc he Aufenthalte kostspielig und je nach Dauer wäre es durchaus denk bar, dass ihr gesamtes Vermögen (und somit auch der Nachlass) auf gebraucht wird. Aus den erwähnten Gründen wird der Ausschlagu ng der Erbschaft am Nachlass von Q. für den bevormundetete n Sohn nicht zugestimmt. Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden, 16.12.200 8 1471 Anlage von Mündelvermögen. D er Beistand ist verpflichtet, das Mündelvermögen sicher anzulegen. Zur Beurteilung de r “Mündel - sicherheit” ist auf die Empfehlungen der Konferenz der kantonalen Vormundschaftsbehörden abzustellen. Sachverhalt: Der Beschwerdeführer B. amtet als Beistand von P., geb. 1. Juli 1916, wohnhaft im Psychiatrischen Zentrum. Im Juli 2006 reichte der Beschwerdeführer der Vormundschaftskommission Z. ei nen Depot - auszug sowie ein Inventar ein. Die Töchter von P. t eilten mit, dass das Depot bei der Bank weiterhin als Verwaltungsdepot z u führen sei und wie bis anhin mit dem Risiko aus kotierten Aktien u nd Anlagefonds 37