Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission Geschäfts-Nr. VV190002-O/U Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. M. Burger, Vizepräsident lic. iur. M. Langmeier, Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Oberrichterin lic. iur. F. Schorta sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu Beschluss vom 14. März 2019 in Sachen A._____, Kläger gegen B._____ AG, Beklagte betreffend Umteilung Prozess Nr. MM190011-… der Schlichtungsbehörde in Miet- und Pachtsachen des Bezirksgerichts C._____ in Sachen A._____ ge- gen B._____ AG betreffend Anfechtung der Kündigung - 2 - Erwägungen: I. 1.1. Mit Verfügung vom 11. Februar 2019 über wies die Paritätische Schlic h- tungsbehörde in Mietsachen des Bezirksgerichts C._____ die Akten des Verfahrens MM190011-… betreffend Anfechtung der Kündigung an die Ver- waltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich, mit dem Ers u- chen, den Prozess einem anderen Gericht des Kantons Zürich zuzuweisen. Zur Begründung brachte sie vor, bei der Beklagten B._____ AG (fortan B e- klagte) handle es sich um eine juristische Person, deren Verwaltungsrat u.a. D._____, ein langjähriges Mitglied der Paritätischen Schli chtungsbehörde in Mietsachen des Bezirksgerichts C._____, sei. Er sei seit ca. 19.. als Beisit- zer tätig. Sämtliche Beisitzerinnen und Beisitzer, ein grosser Teil der G e- richtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber sowie auch die Leitende G e- richtsschreiberin arbeiteten mit D._____ regelmässig zusammen und wür- den ihn auch persönlich näher kennen. D._____ nehme sodann ab und zu an gesellschaftlichen Anlässen des Gerichts teil. Teilweise bestehe sogar ein freundschaftliches Verhältnis. Es liege daher ein Ausschlus sgrund im Sinne von Art. 47 Abs. 1 lit. f ZPO vor (act. 1). 1.2. Mit Verfügung vom 15. Februar 2019 wurden die Parteien zur allfälligen Stel- lungnahme eingeladen (act. 3). Innert Frist reichte die Beklagte verschiede- ne Unterlagen ins Recht, ohne sich indes zur Frage der Verfahrensumtei- lung zu äussern (act. 4-5/1-11). Der Kläger liess sich innert Frist nicht ver- nehmen. II. Zuständig zur Behandlung des vorliegenden Gesuchs um Umteilung ist die Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich als mittelbare Aufsichtsbehörde (§ 80 Abs. 2 GOG; bestätigt durch den Beschluss der R e-- 3 - kurskommission des Obergerichts des Kantons Zürich vom 18. April 2013, KD130001). III. 1. Kann ein Geri cht infolge Ausstands nicht mehr durch den Beizug von E r- satzmitgliedern besetzt werden oder ist der Beizug von solchen nicht ange- bracht, so überweist die Aufsichtsbehörde die Streitsache einem anderen Gericht gleicher sachlicher und funktionaler Zuständigkeit (§ 117 GOG). 2. Beim Bezirksgericht C._____ handelt es sich um ein mittelgrosses Landge- richt. Als Vorsitzende der Paritätischen Schlichtungsbehörde in Miet - und Pachtsachen amten nebst der Leitenden Gerichtsschreiberin Gericht s- schreiberinnen und Gerichtsschreiber des Bezirksgerichts (§ 64 Abs. 1 lit. a GOG). Ihnen stehen Schlichterinnen und Schlichter zur Seite. Es erscheint als glaubhaft, dass aufgrund der jahrelangen Zusammenarbeit des als Schlichter tätigen Verwaltungsratsmitglieds der Beklagten, D._ ____, zu den Mitgliedern und Mitarbeitern des Bezirksgerichts und der Paritätischen Schlichtungsbehörde in Miet - und Pachtsachen ein kollegiales, wenn nicht sogar freundschaftliches Verhältnis besteht. E s ist daher nicht angebracht, die Vorsitzenden und weiteren Beisitzer ein Verfahren behandeln zu lassen, das gegen ein Unternehmen eingeleitet wurde, dessen Verwaltungsratsmi t- glied ein Kollege ist. Gegen aussen könnte dadurch der Eindruck erweckt werden, sie seien nicht ausreichend unabhängig, auch wenn sich vorliegend die Vorsitzenden sowie die Schlichterinnen und Schlichter selbst nicht zur Frage des Ausstandes geäussert haben. 3. Aufgrund der besagten Umstände erscheint es weder aus der Sicht der Ver- fahrensbeteiligten noch aus der Sicht der Öffentlichkeit angebracht, die Streitsache durch die Schlichtungsbehörde des Bezirksgerichts C._____ be- urteilen zu lassen. Das Verfahren ist daher der Paritätischen Schlichtungs- behörde in Miet - und Pachtsachen des Bezirk sgerichts Zürich zur weiteren - 4 - Behandlung zu überweisen. Es wird beschlossen: 1. Das bei der Paritätischen Schlichtungsbehörde in Mietsachen des Bezirks- gerichts C._____ hängige Verfahren MM190011-… wird der Paritätischen Schlichtungsbehörde in Mietsachen des Bezirksgerichts Zürich zur Behand- lung überwiesen. 2. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: - den Kläger, - die Beklagte, - die Paritätische Schlichtungsbehörde in Mietsachen des Bezirksge- richts Zürich und - die Paritätische Schlichtungsbehörde in Mietsachen des Bezirksge- richts C._____, unter Rücksendung der Akten MM190011-… und mit dem Hinweis, die Akten des Verfahrens MM190011-… nach Abschrei- bung am Register direkt der Paritätischen Schlichtungsbehörde in Mietsachen des Bezirksgerichts Zürich zu übersenden. 3. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an ge- rechnet, bei der Rekurskommission des Obergerichts, Hirschengraben 13/15, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich Rekurs eingereicht werden. Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Der Rekurs hat keine aufschiebende Wirkung. - 5 - Zürich, 14. März 2019 Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission Gerichtsschreiberin: lic. iur. A. Leu versandt am: