<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00283</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107345&amp;W10_KEY=4467144&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00283</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.06.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Behörde, die auf eine vorgesehene Beschaffung verzichtet und das Vergabeverfahren abbricht, kann mit der Beschwerde gegen den Abbruchentscheid nicht dazu gezwungen werden, die Beschaffung durchzuführen. Bei Gutheissung der Beschwerde ist lediglich die Widerrechtlichkeit des Verfahrensabbruchs festzustellen (E. 2).<br/>Der in derselben Sache ergangene Rückweisungsentscheid (VB.2001.00332) betraf nur die Modalitäten der Weiterführung des damaligen Vergabeverfahrens (E. 3).<br/>Ein Verfahrensabbruch ist nur zulässig, wenn ein überwiegendes öffentliches Interesse ihn rechtfertigt (E. 4a); Verhältnis von Verfahrensabbruch und Wiederholung des Verfahrens: Dass der Verordnungsgeber in § 35 SubmV die Wiederholung (Abs. 2) an strengere Voraussetzungen knüpft als den Abbruch (Abs. 1), ist zulässig (E. 4b). Von der Vergabestelle vorgebrachte Gründe für den Verfahrensabbruch (E. 4c). Hat die Behörde die Umstände, welche den Abbruch des Verfahrens notwendig machen, durch unsorgfältiges Vorgehen selber herbeigeführt, so ist die Widerrechtlichkeit des Abbruchentscheids festzustellen (E. 4d).<br/>Teilweise Gutheissung (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABBRUCH">ABBRUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSABBRUCH">VERFAHRENSABBRUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERHOLUNG">WIEDERHOLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 13 lit. IV b GPA</span><br/><span class="gerade">Art. 13 lit. i IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">§ 4 lit. a IVÃ¶B-BeitrittsG</span><br/><span class="gerade">§ 35 lit. I SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 35 lit. II SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2003 Nr. 43</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Die Stadt C fÃ¼hrte zu Beginn des Jahres 2001 eine Submission fÃ¼r die Bereitstellung eines stÃ¤dtischen Internet-Auftritts durch. Mit Beschluss vom 8. MÃ¤rz 2001 vergab der Stadtrat den Auftrag an die F AG, die jedoch kurz darauf ihre GeschÃ¤ftstÃ¤tigkeit einstellte. Darauf be­schloss der Stadtrat am 17. Mai 2001, die Submission zu wiederholen. Mit Beschluss vom 4. Oktober 2001 vergab er den Auftrag der E AG, welche bereits das Vorprojekt des stÃ¤dtischen Internet-Auftritts ausgearbeitet hatte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Gegen diesen Ent­scheid erhob die A AG in V Be­schwer­de an das Ver­wal­tungs­ge­richt. Mit Ent­scheid vom 19. April 2002 (VB.2001.00332) hiess dieses die Be­schwer­de wegen unzulÃ¤ssiger Vorbefassung der E AG teilweise gut, hob den Ver­ga­be­ent­scheid des Stadtrates C auf und wies die Akten zu neuer Ent­scheidung an diesen zurÃ¼ck. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In der Folge fÃ¼hrte eine Delegation des Stadtrates am 11. Juli 2002 eine Besprechung mit den verbliebenen Anbieterinnen durch, an welcher diese u.a. um eine schriftliche Zustimmung zur inhaltlichen und preislichen Anpassung der Offerten sowie zur teilweisen Ãnderung der Zuschlagskriterien ersucht wurden. Mit Schreiben vom 16. Juli 2002 verweigerte die A AG ihre Zustimmung. Mit Beschluss vom 22. August 2002 brach der Stadtrat darauf das Vergabeverfahren ab. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Gegen den Ent­scheid des Stadtrats erhob die A AG am 9. September 2002 Be­schwer­de an das Ver­wal­tungs­ge­richt und beantragte, der Ent­scheid sei aufzuheben und die Stadt sei anzuweisen, das Submissionsverfahren fortzusetzen (mit konkreten Weisungen fÃ¼r die FortfÃ¼hrung des Verfahrens). Eventualiter beantragte sie, es sei festzustellen, dass das durch die Stadt eingeleitete Submissionsverfahren und der beschlossene Abbruch rechtswidrig seien. Ferner ersuchte sie um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und Zusprechung einer angemessenen Par­tei­ent­schÃ¤­di­gung. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Be­schwer­de­geg­nerin stellte in ihrer Be­schwer­deantwort vom 1. Oktober 2002 Antrag auf Abweisung der Be­schwer­de, soweit auf sie eingetreten werden kÃ¶nne, unter Ko­sten- und Ent­schÃ¤­di­gungs­fol­gen zu Lasten der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin. Sie ersuchte ferner um Abweisung des Begehrens betreffend aufschiebende Wirkung. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 7. Oktober 2002 wurde der Be­schwer­de keine aufschiebende Wirkung zuerkannt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit Replik vom 19. November und Duplik vom 10. Dezember 2002 hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit erforderlich, in den nachstehenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung vom 22. September 1996 (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Der Abbruch des Vergabeverfahrens zÃ¤hlt gemÃ¤ss ausdrÃ¼cklicher Regelung zu den Ent­scheiden, die mit Submissionsbeschwerde beim Ver­wal­tungs­ge­richt angefochten werden kÃ¶nnen (§ 4 lit. a IVÃ¶B-BeitrittsG; vgl. auch Art. 29 lit. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen [BoeB] und Art. 15 Abs. 1<sup>bis</sup> lit. e der revidierten In­ter­kan­to­na­len Ver­ein­ba­rung Ã¼ber das Ã¶f­fent­li­che Be­schaf­fungs­we­sen vom 15. MÃ¤rz 2001, welcher der Kanton ZÃ¼rich noch nicht beigetreten ist). Die Rechts­folgen der Gutheissung einer gegen den Verfahrensabbruch gerichteten Be­schwer­de regelt das Gesetz nicht. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin verlangt, dass der ange­foch­tene Ent­scheid, mit welchem der Stadtrat das Vergabeverfahren abgebrochen hat, aufge­ho­ben und der Stadtrat an-gewiesen werde, das Verfahren fortzusetzen. DemgegenÃ¼ber ist die Be­schwer­de­geg­nerin der Auffassung, dass sie selbst dann, wenn sich der angefochtene Ent­scheid als rechtswidrig erweisen sollte, nicht zur FortfÃ¼hrung des Vergabeverfahrens verpflichtet werden kÃ¶nne. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die EidgenÃ¶ssische Rekurskommission fÃ¼r das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (EBRK) geht davon aus, dass das Vergaberecht des Bundes eine BehÃ¶rde nicht dazu zwingt, eine von ihr nicht mehr gewÃ¼nschte Beschaffung vorzunehmen; bei der Gutheissung einer gegen den Verfahrensabbruch gerichteten Be­schwer­de kommt daher nach ihrer Recht­spre­chung keine Aufhebung des angefochtenen Ent­scheids, sondern â wie im Fall eines bereits ab­ge­schlos­s­enen Vertrags (in analoger Anwendung von Art. 32 Abs. 2 BoeB) â nur die Fest­stel­lung der Rechtswidrigkeit in Frage (EBRK, 16. November 2001, VPB 66/2002 Nr. 39 E. 3b, unter Hinweis auf vergleichbare Entscheide deutscher Gerichte, auszugsweise wieder­ge­ge­ben in BauR 2002, S. 70, Nr. S5). Eine analoge Recht­spre­chung befolgt das Ver­wal­tungs­ge­richt des Kantons Aargau gestÃ¼tzt auf die ausdrÃ¼ckliche Bestimmung von § 22 Abs. 1 des kantonalen Submissionsdekrets vom 26. November 1996, nach welcher eine Vergabestelle nicht zum Zuschlag verpflichtet ist (AGVE 1999, S. 310 E. I.3; vgl. Peter Galli/­AndrÃ© Moser/Elisabeth Lang, Praxis des Ã¶ffentlichen Beschaffungsrechts, ZÃ¼rich/Basel/Genf 2003, Rz. 387). Nicht mit dieser Sachlage vergleichbar ist ein vom Ver­wal­tungs­ge­richt des Kantons Thurgau beurteilter Fall, in welchem die VergabebehÃ¶rde nicht auf die AusfÃ¼hrung des Projektes verzichten, sondern das Verfahren lediglich wiederholen bzw. neu durchfÃ¼hren wollte; in dieser Situation hob das Gericht den angefochtenen Ent­scheid auf und ordnete die WeiterfÃ¼hrung der Vergabe an (TVR 1999 Nr. 27). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Entsprechende Ãberlegungen treffen fÃ¼r die Rechtslage im Kanton ZÃ¼rich zu. WÃ¼rde eine BehÃ¶rde zur DurchfÃ¼hrung einer Beschaffung verpflichtet, die sie selber nicht mehr als notwendig erachtet, stÃ¼nde dies im Widerspruch zum Grundsatz der wirtschaft­li­chen Ver­wen­d­ung Ã¶ffentlicher Gelder (Art. 1 Abs. 2 lit. d IVÃ¶B), und das Vorgehen wÃ¤re auch unter prak­tischen Gesichtspunkten sehr problematisch. Im Fall der Gutheissung der gegen einen Verfahrensabbruch gerichteten Be­schwer­de kommt daher nur die Feststellung der Rechtswidrigkeit des ange­ge­ge­gefoch­tenen Ent­scheids in Frage. Ein besonderes Feststellungs­in­ter­esse ist zu diesem Zweck nicht erforderlich, da die Rechtsfolge sich unmittelbar aus den â analog zur Anwendung gelangenden â Bestimmungen von Art. 9 Abs. 3 BGBM bzw. Art. 18 Abs. 2 IVÃ¶B ergibt (vgl. RB 1999 Nr. 68 = BEZ 2000 Nr. 9, E. 2). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Anders mag es sich verhalten, wenn eine VergabebehÃ¶rde zu erkennen gibt, dass sie im Fall einer Gut­heis­sung der Be­schwer­de bereit ist, die fragliche Vergabe fortzufÃ¼hren. Das trifft hier jedoch nicht zu. Soweit die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin eine Aufhebung des ange­foch­te­nen Ent­scheids sowie den Erlass von Weisungen fÃ¼r die FortfÃ¼hrung des Verfahrens beantragt, ist die Be­schwer­de daher abzuweisen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Im Ent­scheid des Ver­wal­tungs­ge­richts vom 19. April 2002, der in derselben Sache ergangen ist (VB.2001.00332), wurden die Akten zu neuer Ent­scheidung im Sinn der ErwÃ¤gungen an den Stadtrat zurÃ¼ck gewiesen. Aus den ErwÃ¤gungen ergab sich, dass die Be­schwer­de­geg­nerin die Angebote unter Ausschluss desjenigen der damaligen Mitbeteiligten neu zu beurteilen hatte. Heute macht die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin geltend, die Be­schwer­de­geg­nerin habe mit dem Abbruch des Verfahrens die fÃ¼r sie verbindliche Weisung des damaligen Urteils missachtet. â Die Weisungen des RÃ¼ckweisungsent­scheids vom 19. April 2002 betrafen indessen nur die Mo­dalitÃ¤ten der WeiterfÃ¼hrung des damals hÃ¤ngigen Vergabeverfahrens. Einem Abbruch oder auch einer Wiederholung des Verfahrens stehen sie daher nicht im Weg. Der strittige Abbruch ist vielmehr selbstÃ¤ndig anhand der auf ihn anwendbaren Bestimmungen zu beurteilen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. a) Nach § 35 Abs. 1 SubmV kann die Vergabestelle das Verfahren aus wichtigen GrÃ¼nden abbrechen. Diese Regel steht im Einklang mit Art. XIII Abs. 4 lit. b des Ãbereinkommens vom 15. April 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (GPA), wonach die BehÃ¶rde im Ã¶ffentlichen Interesse beschliessen kann, einen Auftrag nicht zu vergeben, sowie mit Art. 13 lit. i IVÃ¶B, nach welcher Bestimmung der Abbruch des Vergabeverfahrens auf wichtige GrÃ¼nde zu beschrÃ¤nken ist. Nebst dem Ã¶ffentlichen Interesse ist bei der Anwendung von § 35 Abs. 1 SubmV der Schutz des Vertrauens der Anbieter, die mit Blick auf die ausgeschriebene Beschaffung u.U. erhebliche Aufwendungen getÃ¤tigt und allenfalls weitere Dispositionen getroffen haben, zu beachten. Der Abbruch ist daher nur zulÃ¤ssig, wenn ein Ã¼berwiegendes Ã¶ffentliches Interesse ihn rechtfertigt (VGr, 31. Januar 2002, VB.2000.00403, E. 2a, www.vgrzh.ch, BEZ 2002 Nr. 10, zusammengefasst in ZBl 104/2003, S. 57; vgl. EBRK, 16. November 2001, VPB 66/2002 Nr. 39 E. 2a). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin weist darauf hin, dass die Sub­mis­si­ons­ver­ord­nung die Wiederholung oder NeudurchfÃ¼hrung einer Vergabe â anders als den Abbruch â ausfÃ¼hrlich regelt und insbesondere drei Voraussetzungen nennt, die eine Wiederholung oder NeudurchfÃ¼hrung rechtfertigen (§ 35 Abs. 2 SubmV). Da nach ihrer Auffassung der Abbruch des Verfahrens fÃ¼r die Anbieter schwerer wiegt als dessen blosse Wiederholung, seien dieselben Voraussetzungen auch beim Abbruch zu beachten. Dem ist jedoch entgegenzuhalten, dass das Anliegen der wirtschaftlichen Verwendung Ã¶ffentlicher Mittel (Art. 1 Abs. 2 lit. d IVÃ¶B) beim Abbruch der Beschaffung eine grÃ¶ssere Rolle spielt und fÃ¼r eine erleichterte Zulassung desselben spricht. Sodann bestehen auch unter dem Gesichtspunkt des wirksamen Wettbewerbs und der Gleichbehandlung der Anbieter weniger Bedenken gegenÃ¼ber einem Verfahrensabbruch, der mit dem Verzicht auf die fragliche Beschaffung begrÃ¼ndet wird, als gegenÃ¼ber einer Wiederholung des Verfahrens, da die Letztere leichter dazu missbraucht werden kann, ein missliebiges Ergebnis des Vergabeverfahrens zu "korrigieren" (vgl. auch VGr, 31. Januar 2002, VB.2000.00403, E. 2a, www.vgrzh.ch, BEZ 2002 Nr. 10, zusammengefasst in ZBl 104/2003, S. 57). Dass die Wiederholung des Verfahrens an strengere Voraussetzungen geknÃ¼pft wird als der Abbruch, erscheint daher als zulÃ¤ssige Differenzierung des Ver­ord­nungsgebers. Im Ãbrigen ist die AufzÃ¤hlung von § 35 Abs. 2 SubmV ohnehin nicht abschlies­send und lÃ¤sst auch andere wichtige GrÃ¼nde zu. Auf jeden Fall ergeben sich aus dieser Bestimmung keine zusÃ¤tzlichen EinschrÃ¤nkungen fÃ¼r den Abbruch eines Verfahrens.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Vorliegend fÃ¼hrt die Be­schwer­de­geg­nerin zur BegrÃ¼ndung des Verfahrensabbruchs im Wesentlichen die folgenden GrÃ¼nde an:</p> <p class="Einzug1">â Seit der Erstellung der Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen sei â teils wegen des Konkurses des zunÃ¤chst ausgewÃ¤hlten Anbieters, teils wegen des von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin eingeleiteten Be­schwer­deverfahrens vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt â Ã¼ber ein Jahr vergangen. In der schnelllebigen Welt der Informatik sei damit zu rechnen, dass in der Zwischenzeit technisch bessere und preisgÃ¼nstigere LÃ¶sungen angeboten wÃ¼rden. </p> <p class="Einzug1">â Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin habe der vorgeschlagenen Ãnderung der ModalitÃ¤ten, welche eine ErgÃ¤nzung der Offerten im Rahmen der laufenden Submission ermÃ¶glicht hÃ¤tte, nicht zugestimmt. Damit sei auch diese LÃ¶sung weggefallen.</p> <p class="Einzug1">â Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin habe die in den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen vorgesehene Bewertung der Angebotspreise beanstandet. Da die Ã¼brigen im Wettbewerb verblie­benen Anbieter eine Anpassung der Preiskurve klar abgelehnt hÃ¤tten, habe unabhÃ¤ngig davon, wie der Stadtrat in dieser Frage entschieden hÃ¤tte, mit einem weiteren Rechtsmittel gegen den Zuschlag gerechnet werden mÃ¼ssen. Dadurch wÃ¤ren weitere VerzÃ¶gerungen entstanden. </p> <p class="Einzug1">â Aufgrund der eingetretenen VerzÃ¶gerung kollidiere die vorliegende Beschaffung mit einem andern Informatikprojekt der Stadt, welchem hÃ¶here PrioritÃ¤t zukomme (Erneuerung der Software fÃ¼r Kernanwendungen der Stadtverwaltung). Es sei daher zweckmÃ¤ssiger, den Internet-Auftritt im Zusammenhang mit dem neuen Projekt oder nach dessen Abschluss zu lÃ¶sen.</p> <p class="Einzug1">Ein Teil dieser GrÃ¼nde leuchtet ohne weiteres ein. Insbesondere die eingetretene VerzÃ¶gerung und die dadurch erforderliche Koordination mit einem andern Projekt sind dem Grundsatz nach geeignet, einen Abbruch des Beschaffungsverfahrens zu begrÃ¼nden. Keinen Grund fÃ¼r einen Verfahrensabbruch stellt dagegen die erwÃ¤hnte BefÃ¼rchtung eines Be­schwer­deverfahrens mit Bezug auf die Bewertung der Angebotspreise dar. Die Be­schwer­de­geg­nerin hatte vorgesehen, die Angebotspreise nach Massgabe ihrer Abweichung vom Durchschnitt aller Angebote in der Weise zu bewerten, dass die am nÃ¤chsten beim Durchschnittspreis gelegenen Offerten am hÃ¶chsten, die weiter entfernten (d.h. gÃ¼nstigeren oder teureren) schlechter benotet werden . Eine derartige Bewertung ist nach der Recht­spre­chung des Ver­wal­tungs­ge­richts klarerweise nicht zulÃ¤ssig; beim Zuschlagskriterium des Angebotspreises erhÃ¤lt ein niedriger Preis stets eine bessere Bewertung als ein hoher Preis (VGr, 23. November 2001, VB.2001.00008, BEZ 2002<br/> Nr. 12 E. 4b).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In diesem Zusammenhang verliert sodann auch der Hinweis auf das fehlende EinverstÃ¤ndnis der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin zur Ãnderung der Vergabebedingungen an Gewicht. Denn die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin hatte die Verweigerung ihrer Zustimmung zu einem wesentlichen Teil mit der Beibehaltung dieses widerrechtlichen Kriteriums begrÃ¼ndet. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Soweit die angefÃ¼hrten GrÃ¼nde den Abbruch des Verfahrens objektiv zu begrÃ¼nden vermÃ¶gen, stellt sich die weitere Frage, wieweit die vergebende BehÃ¶rde sich auf UmstÃ¤nde berufen darf, die sie durch unsorgfÃ¤ltiges Vorgehen selber herbeigefÃ¼hrt hat. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Dabei ist nicht zu verkennen, dass auch selbst verursachte UmstÃ¤nde eine Sachlage herbeifÃ¼hren kÃ¶nnen, die objektiv keinen andern Ausweg als den Abbruch des Verfahrens offen lÃ¤sst. Die UmstÃ¤nde, welche zum Abbruchentscheid gefÃ¼hrt haben, kÃ¶nnen diesen aber dennoch als rechtswidrig erscheinen lassen, selbst wenn der BehÃ¶rde keine Hand­lungs­alternative zur VerfÃ¼gung stand (a.M. Martin Beyeler, Urteilsanmerkung, BauR 2002, S. 71, Nr. S5, Anm. 2). Da mit der Be­schwer­de gegen den Verfahrensabbruch ohnehin keine Aufhebung des Abbruchentscheids, sondern nur die Feststellung der Rechtswidrigkeit erreicht werden kann (vorn, E. 2), ergeben sich daraus auch keine praktischen Schwierigkeiten. Das Ergebnis erscheint schliesslich auch deswegen als gerechtfertigt, weil das Vertrauen der Anbieter in den geordneten Ablauf des Vergabeverfahrens nur auf diese Weise geschÃ¼tzt werden kann (im Ergebnis ebenso EBRK, 16. November 2001, VPB 66/2002 Nr. 39 E. 2e = BauR 2002 S. 70 Nr. S5; vgl. Galli/Moser/Lang, Rz. 382). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Im vorliegenden Fall ist diesbezÃ¼glich festzuhalten, dass entgegen der Meinung der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin keine ausreichenden Anhaltspunkte dafÃ¼r bestehen, dass die Be­schwer­de­geg­nerin die erste VerzÃ¶gerung, die durch den Konkurs der von ihr ursprÃ¼nglich ausgewÃ¤hlten Anbieterin verursacht wurde, durch unzureichende AbklÃ¤rungen selber zu verantworten hÃ¤tte. Der allgemeine Hinweis der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin, dass einem Konkurs in der Regel Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit finanzielle Schwierigkeiten vorausgingen, reicht nicht fÃ¼r die Annahme einer Sorgfaltspflichtverletzung seitens der Be­schwer­de­geg­nerin. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Beizupflichten ist der Be­schwer­de­ dagegen darin, dass die Be­schwer­de­geg­nerin den grÃ¶sseren Teil der eingetretenen VerzÃ¶gerung, nÃ¤mlich jene infolge des frÃ¼heren Be­schwer­deverfahrens vor Ver­wal­tungs­ge­richt, selber herbeigefÃ¼hrt hat, indem sie den Zuschlag einer klarerweise vorbefassten Anbieterin erteilte und damit die Aufhebung des Ent­scheids und RÃ¼ck­weisung der Sache an sie erforderlich machte (vgl. VGr, 19. April 2002, VB.2001.00332, E. 4b/c, www.vgrzh.ch). Sie hat damit die wichtigste Ursache der eingetretenen Situation, die zum Verfahrensabbruch fÃ¼hrte, selbst zu verantworten; ohne diesen Zeitverlust wÃ¤re eine FortfÃ¼hrung des Verfahrens offenbar auch nach ihrer Meinung noch mÃ¶glich gewesen. Sodann sind auch weitere von der Be­schwer­de­geg­nerin geltend gemachte AbbruchgrÃ¼nde, insbesondere die von ihr fÃ¼r erforderlich gehaltene Anpassung der Offerten und die Kollision mit einem neueren Informatikprojekt, zur Hauptsache auf diesen Zeitverlust zurÃ¼ckzufÃ¼hren. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) Insgesamt ist die Be­schwer­de­geg­nerin demnach bei ihrem Abbruchentscheid teils von unzutreffenden Voraussetzungen ausgegangen (Beurteilung der Angebotspreise), teils macht sie UmstÃ¤nde geltend, die sie selber zu verantworten hat (Zeitverlust infolge des frÃ¼heren Be­schwer­­deverfahrens und dadurch verursachte weitere Schwierigkeiten). Die verbleibenden, von ihr zu Recht angefÃ¼hrten GrÃ¼nde, insbesondere die im Zusammenhang mit dem Konkurs des ursprÃ¼nglich ausgewÃ¤hlten Anbieters eingetretene VerzÃ¶gerung, reichen nicht aus, um den Abbruch des Verfahrens zu rechtfertigen. Die Be­schwer­de ist daher insoweit begrÃ¼ndet, und es ist festzustellen, dass der angefochtene Ent­scheid rechtswidrig ist. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. Die Be­schwer­de ist somit in Bezug auf das Feststellungsbegehren der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin gutzuheissen. Im Ãbrigen, d.h. bezÃ¼glich der AntrÃ¤ge betreffend Aufhebung des ange­foch­te­nen Ent­scheids sowie Erlass von Weisungen fÃ¼r die FortfÃ¼hrung des Verfahrens, ist sie abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Parteien je zur HÃ¤lfte zu auferlegen und es sind keine Par­tei­ent­schÃ¤­di­gungen zuzusprechen. </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1.<span> </span>In teilweiser Gutheissung der Be­schwer­de wird festgestellt, dass der Ent­scheid des Stadtrats vom 22. August 2002 betreffend den Abbruch des Vergabeverfahrens rechtswidrig ist. Im Ãbrigen wird die Be­schwer­de abgewiesen. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf: <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 140.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'140.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin und der Be­schwer­de­geg­nerin je zur HÃ¤lfte auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Es werden keine Par­tei­ent­schÃ¤­di­gungen zugesprochen. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">5. ...</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>