A bteilung I A -1691/2006 {T 0/2} U rteil vom 15. M ai 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), M ichael Beusch, Thom as Stadelm ann (Kam m erpräsident). G erichtsschreiberin Sonja Bossart. X._______ A G , ..., Beschw erdeführerin, vertreten durch ..., gegen O berzolldirektion (O ZD ), H auptabteilung R echt und Abgaben, M onbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Zoll B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie X. AG m it Sitz in ... bezw eckt im W esentlichen den H andel m it Eiern und Eierprodukten. Sie ist Inhaberin der G eneraleinfuhrbew illigung (G EB) N r. 420'009 und w ar dam it im Jahr 1997 berechtigt, nach Kontingentszuteilungen des Bundesam ts für Aussenw irtschaft (BAW I), handelnd durch die Abteilung für Ein- und Ausfuhr (AEA), Eier zum erm ässigten Kontingentszollansatz (KZA) in die Schw eiz einzuführen. B. M it Verfügung vom 29. N ovem ber 1996 teilte die AEA der X. AG für die ersten zw ei D rittel des Jahres 1997 ein Zollkontingent für Konsum eier der Zolltarifnum m er 0407.0010 [Schlüssel 013] von brutto 271'590 kg (1. Januar bis 30. April 1997) und 244'939 kg (1. M ai bis 31. August 1997) zu. Für die Zeit vom 1. Septem ber bis 15. O ktober 1997 w urden der X. AG m it Verfügung vom 29. August 1997 89'612 kg brutto zugeteilt, w ährend sie durch Verfügung vom 14. O ktober 1997 für die Zeit vom 16. O ktober bis 31. D ezem ber 1997 ein Zollkontingent von 103'197 kg und ab 1. D ezem ber 1997 ein solches von 66'083 kg brutto erhielt. Alle diese Verfügungen enthielten den Verm erk, dass die X. AG für die Einhaltung der Zollkontingentsanteile selbst verantw ortlich sei. D ie Verfügungen erw uchsen in R echtskraft, da sie von der X. AG nicht angefochten w urden. Schliesslich verfügte die AEA am 19. D ezem ber 1996 ein Zollkontingent N o-9b von 155'742 kg brutto für Verarbeitungseier für die N ahrungsm ittelindustrie der Zolltarif-N o ex 0407.0010 [Schlüssel 012] und erhöhte dieses Zollkontingent m it Verfügung vom 23. Juli 1997 auf 184'486 kg brutto. D ie zugeteilte M enge konnte vom 1. Januar bis 31. D ezem ber 1997 ausgenützt w erden. Auch diese Verfügung erw uchs in R echtskraft. C . Auf G rund einer M eldung des Bundesam ts für Landw irtschaft (BLW ) führte die Eidgenössische Zollverw altung (EZV) gegenüber der X. AG ab dem 13. August 2002 eine zolldienstliche U ntersuchung über die Einfuhr von Konsum eiern und Verarbeitungseiern durch, die am 3. und 9. Septem ber 2002 durch zw ei N achbezugsdeklarationen abgeschlossen w urden. Es ergab sich daraus, dass die X. AG in der Zeit vom 29. April bis 31. D ezem ber 1997 brutto 78'028.2 kg Konsum eier über dem zugeteilten Zollkontingent eingeführt hatte und diese M enge deshalb statt zum Kontingentzollansatz (KZA), w ie von der X. AG deklariert, zum höheren Ausserkontingentzollansatz (AKZA) zu verzollen w ar. Vom 16. Juni bis 17. Septem ber 1997 betrug die Einfuhr an Verarbeitungseiern durch die X. AG 34'949 kg brutto über dem zugeteilten Zollkontingent. Auch dafür m usste der AKZA in R echnung gestellt w erden. D ie EZV lud die X. AG am 9. Septem ber 2002 zur Stellungnahm e ein und stellte ihr für die Einfuhren vom 29. April bis 30. D ezem ber 1997 eine N achforderung von Fr. 407'938.-- in Aussicht. Im Schreiben vom 18. Septem ber 2002 anerkannte die X. AG die von der EZV aufgeführten Im portm engen grundsätzlich als richtig, m achte aber im W esentlichen geltend, es habe lediglich eine M engenverschiebung zw ischen den einzelnen M arktteilnehm ern 3 stattgefunden und die gesam ten Zollkontingente seien dam it eingehalten w orden. X. AG betrachte die N achforderung als Strafe; die Inlandproduktion sei nie gefährdet gew esen. D . Am 25. Septem ber 2002 erliess die EZV eine N achbezugsverfügung von Fr. 407'938.--, bezüglich w elcher die X. AG am 28. O ktober 2002 bei der Eidgenössischen O berzolldirektion (O ZD ) eine Beschw erde sow ie ein Erlassgesuch einreichte. Sie begründete ihre Beschw erde dam it, dass die Zollforderungen nach Art. 126 Abs. 1 des Zollgesetzes vom 1. O ktober 1925 (aZG , SR 631.0) verjährt und die Fristen für die Zuteilung der Kontingente nach Art. 9 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Januar 1996 über den Eierm arkt (Eierverordnung, EV, AS 1996 838) nicht eingehalten w orden seien; das BAW I habe m it diesen kurzfristigen und m arktfrem den Kontingentszuteilungen eine sachgerechte U m setzung der m it der Eierverordnung verfolgen Ziele verunm öglicht. D ie O ZD w ies die Beschw erde nach dem Eingang der Stellungnahm e des BLW vom 20. N ovem ber 2003 m it Entscheid vom 16. D ezem ber 2004 ab. E. D ie X. AG (Beschw erdeführerin) reicht gegen den Entscheid der O ZD am 26. Januar 2005 Beschw erde bei der Eidgenössischen Zollrekurskom m ission (ZR K) ein m it den Anträgen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben oder eventuell die N achforderung herabzusetzen. Sie m acht w iederum geltend, die Fristen der Kontingentszuteilungen seien nicht eingehalten und die Kontingentsperioden seien unzulässig festgelegt w orden. Zum Eventualbegehren bringt sie vor, Forderungen für Einfuhren, die vor dem 13. August 1997 zum KZA verzollt w orden seien, seien verjährt. F. D ie O ZD beantragte in ihrer Vernehm lassung vom 11. M ärz 2005 die Abw eisung der Beschw erde. Es bestehe kein Zw eifel, dass die Beschw erdeführerin die W iderhandlungen w iederholt begangen habe. D ie H äufigkeit der W iderhandlungen lasse die Bereitschaft zur Begehung der strafbaren H andlungen erkennen, w as zu einer verjährungsrechtlichen Einheit führe. G . M it Schreiben vom 22. N ovem ber 2006 orientierte die ZR K die Beschw erdeführerin und die O ZD über die W eiterleitung des Verfahrens an das Bundesverw altungsgericht. H . Auf die w eiteren Ausführungen in den Eingaben w ird – sow eit entscheidrelevant – im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D ie angefochtene Verfügung unterliegt ab 1. Januar 2007 der Beschw erde an und der Beurteilung durch das Bundesverw altungsgericht (Art. 31 bzw . 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 4 Bundesverw altungsgericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]; Art. 109 Abs. 1 Bst. c aZG ). D ie Beurteilung erfolgt gem äss Art. 53 Abs. 2 VG G nach dem neuen Verfahrensrecht bzw . dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). 1.2 Am 1. M ai 2007 ist das neue Zollgesetz vom 18. M ärz 2005 (ZG , SR 631.0) in Kraft getreten. D er zu beurteilende Sachverhalt betrifft Einfuhren aus dem Jahre 1997, so dass auf die vorliegende Beschw erde grundsätzlich noch das alte Zollgesetz (aZG ) Anw endung findet (vgl. Art. 132 Abs. 1 ZG ). 2. 2.1 Zollkontingentsanteile für Konsum eier zur Einfuhr m it einem Präferenzzoll w erden nach M assgabe der Inlandleistung gem äss dem für den fraglichen Zeitraum geltenden Art. 9 Abs. 1 EV für die ersten zw ei Jahresdrittel dritteljährlich und spätestens bis einen M onat vor Beginn des jew eiligen Jahresdrittels zugeteilt. D ie Zuteilung für das dritte Jahresdrittel erfolgt in zw ei Tranchen vom 1. Septem ber bis 15. O ktober und vom 16. O ktober bis Ende des Jahres (Art. 10 Abs. 1 und 2 EV), w obei eine zugeteilte R estm enge erst ab dem 1. D ezem ber eingeführt w erden kann (Art. 10 Abs. 3 EV). M assgebend für die Zuteilung ist der Eingang der G esuche nach Art. 11 EV. N ach M assgabe des Eingangs der G esuche w erden Teilzollkontingente für Konsum eier ab 16. O ktober und sow eit es die innerhalb der ersten zw ei Jahresdrittel nicht eingeführte M enge betrifft, und Teilzollkontingente für Verarbeitungseier zugeteilt (Art. 11 Abs. 1 Bst. b und c EV). 2.2 Im vorliegenden Fall m acht die Beschw erdeführerin geltend, die Fristen der Zuteilung gem äss Art. 9 und 10 EV seien nicht eingehalten w orden, w as eine sachgerechte U m setzung der m it der Eierverordnung verfolgten Ziele verunm öglicht habe. In Bezug auf die Verarbeitungseier hat die AEA der Beschw erdeführerin m it der Verfügung vom 19. D ezem ber 1996 das gesam te Zollkontingent für das gesam te Jahr 1997 gem äss Art. 11 Abs. 1 Bst. b EV zugeteilt. D iese Verfügung w urde in der Folge nicht w iderrufen, sondern m it der Verfügung vom 23. Juli 1997 um brutto 28'744 kg erw eitert. D ie M ehreinfuhren der Beschw erdeführerin gegenüber dem zugeteilten Zollkontingent erfolgten erst in der Zeit vom 10. Juni bis 17. Septem ber 1997. Es ist deshalb nicht ersichtlich, w eshalb die Kontingentszuteilung hätte zu kurzfristig erfolgt sein sollen, insbesondere nachdem durch die G ew ährung einer G anzjahresperiode der Beschw erdeführerin eine höhere Flexibilität gew ährt w orden ist. Im Ü brigen hat die Beschw erdeführerin die Verfügungen über das zugeteilte Zollkontingent von insgesam t 184'486 kg brutto Verarbeitungseier für das Jahr 1997 nicht angefochten; sie sind in R echtskraft erw achsen. D am it sind Einfuhrm engen, die darüber hinaus gehen, zum N orm altarif des AKZA zu verzollen. Bezüglich der Zuteilung der Zollkontingentsanteile für Konsum eier der ersten zw ei Jahresdrittel 1997 m acht die Beschw erdeführerin zu R echt 5 keine Beanstandungen. D ie Zuteilungen für das dritte Jahresdrittel erfolgten m it den Verfügungen vom 29. August und 14. O ktober 1997. W enn auch die Frist dafür kurz w ar, w urde dadurch keine Vorschrift des Art. 10 EV verletzt und die Beschw erdeführerin hat durch diese späte M itteilung keinerlei R echtsnachteil erlitten. Erst durch die Einfuhren ab dem 10. O ktober 1997 w urde das der Beschw erdeführerin zugeteilte Zollkontingent im dritten Jahresdrittel (für die Periode 1. Septem ber bis 15. O ktober) überschritten. D am als w ar die Beschw erdeführerin schon lange im Besitz der Verfügung vom 29. August 1997. G leiches gilt für die Ü berschreitungen im Zeitraum vom 18. N ovem ber bis 30. D ezem ber 1997 für die Periode ab dem 16. O ktober 1997. Auch die Verfügung vom 14. O ktober 1997 w ar dam it der Beschw erdeführerin so frühzeitig zugestellt w orden, dass sie ihre Kontingente kannte und w usste, w elche Einfuhrm engen allenfalls zum AKZA zu verzollen w aren. Schliesslich enthält Art. 10 EV über die Zuteilung für das dritte Jahresdrittel im G egensatz zu Art. 9 Abs. 1 EV keine Vorschriften über den Zeitpunkt der Zuteilungen. 2.3 D ie Beschw erdeführerin w irft der AEA sodann eine unzulässige Festlegung der Kontingentsperioden vor. D ie AEA ist in der Zuteilung der Zollkontingente der Beschw erdeführerin gegenüber korrekt vorgegangen. D ie ersten zw ei D rittel des Jahres w urden nach der Verfügung vom 29. N ovem ber 1996 in die Perioden 1. Januar bis 30. April und 1. M ai bis 31. August 1997 aufgeteilt. D as entsprach den Vorschriften des Art. 9 Abs. 1 und 4 EV. Im dritten Jahresdrittel ist die Periode vom 1. Septem ber bis 15. O ktober nach Art. 10 Abs. 1 EV von der Periode vom 16. O ktober bis Ende des Kalenderjahres zu unterteilen (Art. 10 Abs. 2 EV). Schliesslich ist nach Art. 10 Abs. 3 EV die R estm enge zuzuteilen, die erst ab dem 1. D ezem ber eingeführt w erden darf. D ie Zuteilungsverfügungen vom 29. August und 14. O ktober 1997 für das dritte Jahresdrittel erfolgten dam it im Einklang m it den Vorschriften der Eierverordnung; sie sind nicht zu beanstanden. Es ist schliesslich nicht ersichtlich, w oraus die Beschw erdeführerin – selbst w enn die Zuteilung nicht völlig korrekt erfolgt w äre – ableiten könnte, sie sei an die rechtskräftig zugeteilten Zollkontingentsanteile nicht m ehr gebunden und habe deshalb Einfuhren ausserhalb des zugeteilten Kontingents nicht zum N orm alsatz des AKZA zu verzollen. Im Ü brigen kann schliesslich auf die diesbezüglich zutreffenden Ausführungen im Beschw erdeentscheid der Vorinstanz verw iesen w erden, denen das Bundesverw altungsgericht vollum fänglich zustim m t. 3. D ie Beschw erdeführerin m acht geltend, die ihr allenfalls zur Last gelegten W iderhandlungen seien nicht nach verjährungsrechtlicher Einheit zu behandeln; dam it verjähre die Forderung für jede Einfuhr separat. D ie Forderungen seien verjährt, sow eit sie sich auf Einfuhren bezögen, die vor dem 13. August 1997 statt zum Ausserkontingentzollansatz (AKZA) zum zum Kontingentzollansatz (KZA) verzollt w orden seien. 3.1 N ach dem seit dem 1. Januar 2007 in Kraft stehenden Art. 333 Abs. 6 Bst. b des Schw eizerischen Strafgesetzbuches vom 21. D ezem ber 1937 6 (StG B, SR 311.0) w urden für die Verw altungsstrafverfahren die Verjährungsfristen verdoppelt. D ie Verjährung gem äss Art. 11 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 22. M ärz 1974 über das Verw altungsstrafrecht (VStrR , SR 313.0) beträgt deshalb neu 10 Jahre. H ingegen kann die D auer der Verjährung gem äss Art. 333 Abs. 6 Bst. c StG B nicht m ehr unterbrochen w erden. D a in jedem Fall das für die Beschw erdeführerin m ildere R echt anzuw enden ist (C H R ISTO F R IED O /O LIV ER M . KU N Z, Jetlag oder G rundproblem e des neuen Verjährungsrechts, Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 2004 S. 908; U rteil des Bundesgerichts 6S.352/2003 vom 19. Februar 2004, E. 1.1), ist die vorliegende Streitsache nach dem alten R echt zu beurteilen, w as zu einer relativen Verjährungsfrist von fünf Jahren und infolge U nterbrechungen zu einer absoluten von siebeneinhalb Jahren führt (Art. 11 Abs. 2 VStrR ). 3.2 Ein D auerdelikt im Sinn von Art. 98 Bst. c StG B liegt nach der R echtsprechung nur vor, w enn die Begründung des rechtsw idrigen Zustandes m it den H andlungen, die zu seiner Aufrechterhaltung vorgenom m en w erden, bzw . m it der U nterlassung seiner Aufhebung eine Einheit bildet und das auf das Fortdauern des deliktischen Erfolgs gerichtete Verhalten vom betreffenden Straftatbestand ausdrücklich oder sinngem äss m itum fasst ist. D auerdelikte sind dadurch gekennzeichnet, dass die zeitliche Fortdauer eines rechtsw idrigen Zustandes oder Verhaltens tatbestandsm ässiges U nrecht bildet (BG E 131 IV 87 E. 2.1.2). 3.3 In jüngster R echtsprechung hat das Bundesgericht die R echtsfigur der verjährungsrechtlichen Einheit aufgegeben und w endet Art. 98 Bst. b StG B nur noch auf m ehrere tatsächliche H andlungen an, die rechtlich als Einheit zu qualifizieren sind, so zum Beispiel m ehraktige D elikte (tatbestandliche H andlungseinheit) oder solche, bei denen m ehrere Einzelhandlungen rechtlich ebenfalls als Einheit anzusehen sind, w enn sie auf einem einheitlichen W illensakt beruhen und w egen des engen räum lichen und zeitlichen Zusam m enhangs bei objektiver Betrachtung noch als ein einheitliches zusam m engehörendes G eschehen erscheinen (natürliche H andlungseinheit) (BG E 131 IV 93 E. 2.4.5; vgl. auch BG E 118 IV 92 E. 4a m it H inw eisen; STEFA N TR EC H SEL/PETER N O LL, Schw eizerisches Strafrecht, Allgem einer Teil I, 6. Aufl., Zürich 2004, S. 285 f.). Eine natürliche H andlungseinheit fällt aber ausser Betracht, w enn zw ischen den einzelnen H andlungen – selbst w enn diese aufeinander bezogen sind – ein längerer Zeitraum liegt. D as Bundesgericht hat deshalb eine H andlungseinheit in einem Fall verneint, in dem zw ischen Vorbereitungshandlungen gem äss Art. 260bis StG B und einer G eiselnahm e nach Art. 185 Ziff. 1 StG B m ehr als ein M onat vergangen w ar. D ie Vorbereitungshandlungen gingen nicht im schliesslich vollendeten Tatbestand auf (BG E 111 IV 147 E. 3). M it Blick auf die Verjährung bew irkt die Bejahung einer natürlichen H andlungseinheit, dass der Lauf der Frist erst m it dem Tag beginnt, an dem die letzte Tätigkeit ausgeführt w ird (Art. 98 Bst. a und b StG B). Abgesehen von diesen Konstellationen der Tateinheit ist der Lauf der Verjährung für jede Tathandlung gesondert zu beurteilen (zum G anzen: BG E 131 IV 93 E. 2.4.5). 7 3.4 D ie Verjährung gem äss Art. 64 aZG gilt nach der bundesgerichtlichen R echtsprechung nur für N achforderungen im Bereich des Art. 126 aZG , w enn also die N achforderung auf einem Irrtum der Zollverw altung basiert (BG E 110 Ib 311 E. 3; Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission [SR K] vom 25. N ovem ber 2005, veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 70.60, E. 3c/bb). Im Falle einer N achforderung gem äss Art. 12 VStrR hat für den Beginn der Verjährungsfrist der strafrechtliche G rundsatz von Art. 98 Bst. a StG B (bzw . Art. 71 Bst. a aStG B) zu gelten; es ist auf den Zeitpunkt der deliktischen H andlung (bzw . den Zeitpunkt des Abschlusses derselben) abzustellen. Für Forderungen im Sinne von Art. 12 Abs. 1 und 2 VStrR gelten nach Art. 12 Abs. 4 VStrR die Verjährungsfristen, w elche für die Strafverfolgung gelten w ürden, sofern die betreffende W iderhandlung gegen die Verw altungsgesetzgebung des Bundes auch in subjektiver H insicht verw irklicht w äre (110 Ib 311 E. 3, BG E 107 Ib 204 E. 7bb, BG E 106 Ib 221 E. 2d). D ie Strafverfolgung für den Tatbestand des Art. 74 Ziff. 9 ZG , w onach eine Zollübertretung begeht, w er für W aren Zollerm ässigung erw irkt, ohne dass die Voraussetzungen für die Zollbegünstigung zutreffen, verjährt gem äss Art. 11 Abs. 2 VStrR in fünf Jahren; sie kann durch U nterbrechung nicht um m ehr als die H älfte hinausgeschoben w erden. N ach Art. 2 VStrR gelten die allgem einen Bestim m ungen des Strafgesetzbuches für Taten, die in der Verw altungsgesetzgebung des Bundes m it Strafe bedroht sind, sow eit das Verw altungsstrafrecht oder das einzelne Verw altungsgesetz nichts anderes bestim m t. W eder das aZG noch das Verw altungsstrafrecht enthalten Bestim m ungen zur U nterbrechung der Verjährung. O bw ohl Art. 72 aStG B ab dem 1. O ktober 2002 nicht m ehr in Kraft ist, kann auf die R echtsprechung dazu für die U nterbrechung gem äss Art. 11 Abs. 2 VStrR Bezug genom m en w erden. G em äss Art. 72 Ziff. 2 aStG B w ird die Verjährung unterbrochen durch jede U ntersuchungshandlung einer Strafverfolgungsbehörde oder Verfügung des G erichts gegenüber dem Täter, die dem Fortgang des Verfahrens dienen und nach aussen in Erscheinung treten, nam entlich durch Vorladungen, Einvernahm en, durch Erlass von H aft- oder H ausdurchsuchungsbefehlen sow ie durch Anordnung von G utachten, ferner durch jede Ergreifung von R echtsm itteln gegen einen Entscheid (BG E 126 IV 6 E. 1b; Entscheid der SR K vom 25. N ovem ber 2005, a.a.O ., E. 3c; PETER M Ü LLE R , Basler Kom m entar Strafgesetzbuch I, Basel 2003, N 27, 36 ff. zu Art. 72). D a nach Art. 87 Abs. 1 aZG die Zollverw altung verfolgende und urteilende Behörde ist, m uss auf deren U nterbrechungshandlungen abgestützt w erden. R ein interne Vorkehren bew irken hingegen keine U nterbrechung der Verjährung (STEFA N TR EC H SEL, Schw eizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkom m entar, 2. Aufl., Zürich 1997, Art. 72 R z. 3). 4. 4.1 D ie Beschw erdeführerin hat den objektiven Tatbestand des Art. 74 Ziff. 9 ZG jew eils durch positives Tun im Sinn der falschen Einfuhrdeklaration erfüllt. Ihre Einfuhren stellten jedoch nicht m ehrere 8 tatsächliche H andlungen dar, die rechtlich als Einheit zu qualifizieren w aren (siehe E. 3.3). Jede Einfuhr ist als rechtlich in sich geschlossene H andlung zu betrachten. Schon unter der früheren R echtsprechung hat das Bundesgericht darauf verw iesen, dass die w iederholte (nicht qualifizierte) W iderhandlung gegen das Zollgesetz für die Annahm e einer verjährungsrechtlichen Einheit gem äss Art. 71 Abs. 2 aStG B grundsätzlich nicht genüge (BG E 129 II 393 E. 4.2.2 m it H inw eisen; BG E 119 IV 77 ff. E. 2b, 2c/bb). Zw ischen den einzelnen Einfuhren der Beschw erdeführerin lagen ausserdem grössere Zeiträum e, so zw ischen dem 30. April und dem 10. Juni 1997, zw ischen dem 2. Juli und dem 19. August 1997 und dem 15. O ktober und dem 18. N ovem ber 1997, so dass sie im Licht der neuen bundesgerichtlichen R echtsprechung (oben E. 3.3) auch aus diesem G runde nicht auf einem einheitlichen W illensakt beruhen und w egen des engen zeitlichen Zusam m enhangs bei objektiver Betrachtung noch als ein einheitliches zusam m engehörendes G eschehen erscheinen könnten, w eshalb die Anw endung des Art. 98 Bst. b StG B (bzw . Art. 71 Abs. 2 aStG B) ausscheidet. Ein D auerdelikt nach Art. 98 Bst. c StG B (bzw . Art. 71 Abs. 3 aStG B) liegt nach dem oben (E. 3.2) G esagten ebenfalls nicht vor, da die w iederholten falschen Einfuhrdeklarationen nicht darauf ausgerichtet w aren, einen rechtsw idrigen Zustand aufrechtzuerhalten, sondern ihn im m er w ieder neu begründeten. D er Lauf der Verjährungsfrist begann dam it gestützt auf Art. 98 Bst. a StG B einzeln für jede Einfuhr der Beschw erdeführerin, die sie über die Ausnützung ihres zugeteilten Zollkontingents hinaus vornahm . 4.2 D er Beschw erdeführerin ist deshalb zuzustim m en, dass die Forderungen der Zollverw altung verjährt sind, sow eit sie sich auf Einfuhren stützen, die vor dem 14. August 1997 erfolgten, da erst die Vorsprache und dam it der Beginn der U ntersuchungshandlungen der Vertreter der EZV, Zollkreisdirektion Schaffhausen, in den R äum lichkeiten der Beschw erdeführerin am 13. August 2002 zu einer U nterbrechung der Verjährung nach Art. 11 Abs. 2 VstrR führte. Zu keiner U nterbrechung der Verjährung hatten entgegen der Ansicht der Zollverw altung die internen U ntersuchungen der Zollbehörden, w ie Ü bergabe der Akten vom BLW an die O ZD am 26. N ovem ber 1998, die Erstellung des Zolldossiers am 10. April 2001 oder die W eitergabe des D ossiers an die Zollkreisdirektion Schaffhausen zur w eiteren U ntersuchung am 7. M ärz 2002 geführt. 4.3 D ie Verjährung ruht nach Art. 11 Abs. 3 VStrR bei Vergehen und Ü bertretungen w ährend der D auer eines Einsprache-, Beschw erde- oder gerichtlichen Verfahrens über die Leistungspflicht. Art. 11 Abs. 3 VStrR gilt im Ü brigen auch unter dem neuen R echt w eiter, diese Bestim m ung w ird durch Art. 333 Abs. 6 Bst. c StG B nicht aufgehoben bzw . ausdrücklich vorbehalten; das neue Verjährungsrecht kann also diesbezüglich nicht m ilder sein. Im vorliegenden Fall hat die Zollkreisdirektion Basel am 25. Septem ber 2002 gegen die Beschw erdeführerin eine Verfügung über deren Leistungspflicht erlassen, gegen die die Beschw erdeführerin am 28. O ktober 2002 eine Beschw erde eingereicht hat. D am it ruht die Verjährung betreffend die in Frage stehenden Zollforderungen (abgesehen 9 von den soeben in E. 4.2 erw ähnten Forderungen) seit dem 28. O ktober 2002. 5. Zusam m enfassend ist deshalb die Beschw erde teilw eise gutzuheissen, da die Forderungen der EZV, Zollkreisdirektion Schaffhausen, gestützt auf die Zolllzahlungspflicht der Beschw erdeführerin w egen falscher Einfuhrdeklarationen vor dem 14. August 1997 verjährt sind; im Ü brigen ist die Beschw erde abzuw eisen. D er angefochtene Entscheid der O ZD vom 16. D ezem ber 2004 ist deshalb teilw eise aufzuheben. N ach Art. 61 Abs. 1 Vw VG entscheidet die Beschw erdeinstanz in der Sache selbst oder w eist diese ausnahm sw eise m it verbindlichen W eisungen an die Vorinstanz zurück. D a in der vorliegenden Angelegenheit die N euberechnung der Forderung der EZV, Zollkreisdirektion Schaffhausen, desw egen keine Schw ierigkeiten bietet, w eil die Beschw erdeführerin die eingeführten M engen über dem zugeteilten Zollkontingentsanteil anerkennt, kann darauf verzichtet w erden, die Sache zur N eufestsetzung der Forderung im Sinne der Erw ägungen zurückzuw eisen. D ie gesam te Forderung der EZV, Zollkreisdirektion Schaffhausen, beträgt gem äss der N achbezugsverfügung vom 25. Septem ber 2002 Fr. 407'938.--, näm lich eine D ifferenz von Fr. 281'744.20 für Konsum eier und Fr. 126'193.80 für Verarbeitungseier. D avon sind die Forderungen, die auf G rund von Einfuhren vor dem 14. August 1997 im U m fang von Fr. 112'360.20 entstanden sind, verjährt und die R estforderung für den N achbezug der Zolldifferenz und der darauf anfallenden M ehrw ertsteuern ist auf Fr. 295'577.80 festzusetzen. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens, in dem die Beschw erdeführerin m it etw as m ehr als einem Viertel ihres H auptbegehrens und gänzlich m it ihrem Eventualbegehren durchzudringen verm ag, rechtfertigt es sich, ihr in Anw endung des Art. 63 Abs. 1 Vw VG die Verfahrenskosten nur teilw eise aufzuerlegen. D ie G erichtsgebühr w ird nach Art. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) auf Fr. 4'500.-- angesetzt und der Beschw erdeführerin zu zw ei D ritteln überbunden. Sie w ird m it dem von der Beschw erdeführerin hinterlegten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- verrechnet. Ebenfalls hat die Beschw erdeführerin lediglich 2/3 der Verfahrenskosten des Beschw erdeverfahrens vor der O ZD zu übernehm en. Es rechtfertigt sich aber auch, der Beschw erdeführerin für das erstinstanzliche Beschw erdeverfahren und für dasjenige vor dem Bundesverw altungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen, die – da die Beschw erdeführerin keine Kostennote eingereicht hat – in Anw endung des Art. 14 Abs. 2 VG KE auf Fr. 2'000.-- (M ehrw ertsteuer und Auslagen inbegriffen) festgesetzt w ird. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird teilw eise, im U m fang von Fr. 112'360.20, 10 gutgeheissen und es w ird festgestellt, dass die Zollschuld gem äss Entscheid der O berzolldirektion vom 16. D ezem ber 2004 im U m fang von Fr. 295'577.80 besteht. 2. D ie Kosten für das Beschw erdeverfahren vor der O berzolldirektion w erden der Beschw erdeführerin zu 2/3 auferlegt. 3. D ie Kosten für das Beschw erdeverfahren vor dem Bundesverw altungsgericht im Betrag von Fr. 4'500.-- w erden der Beschw erdeführerin zu 2/3 auferlegt und m it dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- verrechnet. 4. D er O berzolldirektion w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 5. D ie O berzolldirektion hat der Beschw erdeführerin für das erstinstanzliche Beschw erdeverfahren und für dasjenige vor dem Bundesverw altungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung von insgesam t Fr. 2'000.-- zu entrichten. 6. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. ...) (G erichtsurkunde) D er Kam m erpräsident: D ie G erichtsschreiberin: Thom as Stadelm ann Sonja Bossart R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Beschw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Zollveranlagung, w enn diese aufgrund der Tarifierung oder des G ew ichts der W are erfolgt, sow ie gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l und m sow ie 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). Versand am : 11