Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 21. September 2015 (460 15 166) ____________________________________________________________________ Strafrecht mehrfacher teilweise versuchter Diebstahl Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Peter Tobler (Ref.), Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiberin Nicole Schneider Parteien Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft , Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde und Berufungsklägerin Privatklägerschaft gegen A.____ , vertreten durch Advokat Dr. Dieter Thommen, substituiert durch Advokat Andreas Fischer, Dornacherstrasse 192, Postfach, 4018 Basel, Beschuldigter Gegenstand mehrfacher teilweise versuchter Diebstahl, etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 12. Mai 2015 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 12. Mai 2015 wurde A.____ des mehr- fachen versuchten Diebstahls, der mehrfachen Sachbe schädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig erklärt und zu einer be dingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 8 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, verurt eilt, dies unter Anrechnung der am 18. No- vember 2014 sowie vom 6. Dezember 2014 bis 19. März 2015 in Polizeigewahrsam bzw. in Untersuchungs- und Sicherheitshaft verbrachten Zeit von insgesamt 105 Tagen (Ziffer 1 des Urteilsdispositivs). Vom Vorwurf des Diebstahls, de r Sachbeschädigung sowie des Hausfrie- densbruchs in Ziffer 2.1 der Anklageschrift sowie v om Vorwurf des gewerbsmässigen Dieb- stahls in Ziffer 3 der Anklageschrift wurde der Bes chuldigte freigesprochen (Ziffer 2 des Urteils- dispositivs). Mit Bezug auf das beschlagnahmte Mobi ltelefon beschloss das Strafgericht, dass dieses dem Beschuldigten zurückgegeben werde, sofer n er es innert 30 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils abhole bzw. abholen lasse (Ziffer 3 des Urteilsdispositivs). A.____ wurde bei seiner Anerkennung behaftet, B.____ Fr. 5 00.-- zu schulden. Demzufolge sollte das Guthaben des Beschuldigten auf dem Gefängniskonto i n Höhe von Fr. 210.80 mit seinem Ein- verständnis nach Rechtskraft des vorliegenden Urtei ls zwecks teilweiser Tilgung der Forderung an B.____ überwiesen werden. Die von C.____ adhäsio nsweise geltend gemachte Forderung von Fr. 200.-- wurde hingegen auf den Zivilweg verwiesen (Ziffer 4.a und 4.b des Urteilsdisposi- tivs). Die Kosten der amtlichen Verteidigung in Höhe von insgesamt Fr. 7‘194.35 (inkl. Auslagen und MwSt.) wurden aus der Gerichtskasse entrichtet und die Verfahrenskosten im Verhältnis 5/6 zu Lasten des Beschuldigten und 1/6 zu Lasten d es Staates verteilt (Ziffer 5 und 6 des Ur- teilsdispositivs). B. Gegen dieses Urteil reichte die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 13. Mai 2015 Beru- fung ein. Mit Berufungserklärung vom 15. Juli 2015 stellte die Staatsanwaltschaft folgende An- träge: „1. Der Beschuldigte sei gemäss Anklage wegen gewer bsmässigen, ev. mehrfachen, teilweise ver- suchten Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs vollum- fänglich schuldig zu sprechen und die Strafe sei angemessen zu erhöhen. 2. Der Staatsanwaltschaft sei aufgrund der anlässl ich der Hauptverhandlung vom 12. Mai 2015 gewonnen neuen Erkenntnissen (vgl. Berufungsbegründung vom 13. Mai 2015) die Gelegenheit zu geben, im Rahmen des Berufungsverfahrens die Ank lage mit einem Eventualsachverhalt zu erweitern resp. zu ergänzen. Hierzu sei eine angemessene Frist zu gewähren. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Eventualiter sei das Verfahren an das Strafgeri cht zurückzuweisen, um der Staatsanwaltschaft die Gelegenheit zu geben, die Anklage zu erweitern resp. zu ergänzen. 4. Die Tonbandaufnahme des erstinstanzlichen Verfa hrens sei zu den Akten zu nehmen.“ C. Mit Eingabe vom 4. August 2015 liess der Beschuldi gte durch seinen Vertreter mitteilen, dass er auf eine Anschlussberufung verzichte und au ch keinen Antrag auf Nichteintreten stelle. Ebenfalls mit Eingabe von 4. August 2015 reichte er auch gleich seine Stellungnahme zur Beru- fung der Staatsanwaltschaft ein. Er beantragte dari n, die Berufung sei abzuweisen und das Ur- teil des Strafgerichts vom 12. Mai 2015 vollumfängl ich zu bestätigen. Für das Berufungsverfah- ren sei ihm die amtliche Verteidigung zu bewilligen, alles unter o/e Kostenfolge. D. Die Staatsanwaltschaft nahm mit Schreiben vom 21. August 2015 Stellung zur Beru- fungsantwort des Beschuldigten vom 4. August 2015. Die Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in d en erwähnten Eingaben werden - soweit erforderlich - in den nachfolgenden Erwägungen dargelegt. E. Mit Verfügung vom 5. August 2015 nahm der zuständi ge Präsident des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, zum Antrag der Staatsanwaltsc haft betreffend Erweiterung resp. Ergän- zung der Anklage (Rechtsbegehren Ziffer 2 und 3) St ellung und wies unter anderem daraufhin, dass es im Ermessen des Berufungsgerichts stehe, der Staatsanwaltschaft zu Beginn der Beru- fungsverhandlung erforderlichenfalls die Gelegenhei t zu geben, den angeklagten Sachverhalt zu modifizieren. Mit Verfügung vom 26. August 2015 wurde dem Beschuldigten für das Beru- fungsverfahren die amtliche Verteidigung bewilligt und der Schriftenwechsel in der Folge ge- schlossen. F. Zur zweitinstanzlichen Hauptverhandlung erscheinen die zuständige Staatsanwältin und der Beschuldigte mit seinem Verteidiger. Zu Beginn der Verhandlung teilt die Staatsanwältin mit, dass sie an ihrem Antrag, die Anklageschrift z u ergänzen resp. zu erweitern, festhalte. Der Präsident des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht , weist diesen Antrag einstweilen ab. Zur Begründung führt er aus, dass zunächst zu prüfen se i, ob sich eine alleinige Täterschaft des Beschuldigten nachweisen lasse. Erst wenn feststehe , dass der ursprünglich angeklagte Sach- verhalt (nämlich alleinige Täterschaft) nicht erfül lt sei, werde das Gericht über eine allfällige Er- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht weiterung (im Sinne einer Begehung der Einbrüche in Mittäterschaft) resp. über eine Ergänzung der Anklageschrift entscheiden. Im weiteren Verlauf der Hauptverhandlung wird der Beschuldig- te zu seiner Person sowie zur angeklagten Sache bef ragt. Nach Abschluss des Beweisverfah- rens beantragt die Staatsanwältin in ihrem Parteivo rtrag, den Beschuldigten wegen gewerbs- mässigen Diebstahls, eventualiter wegen mehrfachen versuchten Diebstahls, mehrfacher Sach- beschädigung sowie mehrfachen Hausfriedensbruchs zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten zu verurteilen, wobei dem Beschuldigten der bedingt e Vollzug nicht zu gewähren sei. Der Ver- teidiger ergänzt seine schriftlichen Rechtsbegehren mit dem Antrag, es sei dem Beschuldigten für die 47 Tage Überhaft eine Entschädigungsforderung von Fr. 4‘700.-- auszurichten. Erwägungen I. Formelles 1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO zuläs sig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilwei se abgeschlossen worden ist. Es können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unricht ige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wobei das Berufungs gericht das Urteil in allen angefochte- nen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs . 2 und Abs. 3 StPO). Die Berufung ist zunächst dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Ta gen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden. Danach muss beim Berufung sgericht innert 20 Tagen seit der Zu- stellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung eingereicht werden (Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 381 Abs. 1 StPO ist die Staatsanwaltschaft dazu legitimiert, ein Rechtsmittel zu ergreifen, un d zwar zugunsten oder zuungunsten der be- schuldigten Person. 2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts Basel- Landschaft vom 12. Mai 2015 ange- fochten. Dieses Urteil stellt ein taugliches Anfechtungsobjekt dar. Die Staatsanwaltschaft hat mit ihrer Eingabe vom 13. Mai 2015 fristgerecht Berufun g angemeldet. Das begründete Strafge- richtsurteil wurde ihr am 1. Juli 2015 zugestellt. Die Berufungserklärung vom 15. Juli 2015, die am gleichen Tag bei der Post zum Versand aufgegeben wurde, ist innerhalb der 20-tägigen Frist und damit ebenfalls rechtzeitig erfolgt. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantons- gerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgerich t zur Beurteilung der vorliegenden Berufung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft kann somit eingetreten werden. II. Gegenstand des Berufungsverfahrens 1. Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufung sgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Es ist daher vora b darzulegen, was im zweitinstanzlichen Verfahren noch zur Diskussion steht. 2. Die Staatsanwaltschaft beanstandet einerseits den Freispruch vom Einbruchdiebstahl zum Nachteil von C.____ und D.____ vom 23. Oktober 2014 in X.____ (Ziffer 2.1 der Anklage- schrift vom 26. Februar 2015) und andererseits den Freispruch vom Vorwurf des gewerbsmäs- sigen Diebstahls (Ziffer 3 der Anklageschrift). Dem entsprechend beantragt die Staatsanwalt- schaft eine angemessene Erhöhung der Freiheitsstrafe auf 18 Monate. III. Tatsächliches und Rechtliches 1.1 Gemäss Anklageschrift vom 26. Februar 2015 werden d em Beschuldigten drei Ein- bruchsdiebstähle zur Last gelegt: Ein versuchter Ei nbruchdiebstahl begangen in der Zeit vom 1. - 19. Oktober 2014 in Y.____, zum Nachteil von B .____ (Fall 1), ein Einbruchdiebstahl be- gangen am 23. Oktober 2014, zwischen circa 12.35 Uh r und 21.05 Uhr in X.____, V.___-weg 28, zum Nachteil von C.____ und D.____ (Fall 2.1 ge mäss Anklageschrift resp. Fall 2 gemäss Strafgerichtsurteil) sowie ein versuchter Einbruchd iebstahl begangen am 23. Oktober 2014, zwischen circa 15.30 Uhr und 21.40 Uhr in X.____, V .___-weg 39, zum Nachteil von E.____ und F.____ (Fall 2.2 gemäss Anklageschrift resp. Fall 3 gemäss Strafgerichtsurteil). 1.2 Der Beschuldigte gestand die Fälle 1 und 3 in der Voruntersuchung mehrfach zu (act. 81 ff., 107 f., 299 ff., 325 ff., 353 ff.) un d bestätigte dabei auch, dass er diese beiden Ein- brüche alleine verübt habe. Den Einbruch im Fall 2 bestritt er hingegen. Anlässlich der erstin- stanzlichen Hauptverhandlung erklärte der Beschuldigte sodann mit Bezug auf die Einbrüche in den Fällen 2 und 3, dass er am 23. Oktober 2014 in Z.____ bei einem Kollegen gewesen sei, um Einiges im Zusammenhang mit seinen Asyldokumente n zu erledigen. Dort habe er dann einen anderen Kollegen getroffen, den er auf dessen Bitte hin in die Schweiz gefahren habe. Er sei also von Z.____ nach P.____ und von dort auf de r Autobahn weiter Richtung Q.____ gefah- ren. Irgendwann habe der Kollege dann gesagt, er solle die Autobahn verlassen, weil er Einbrü- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht che begehen wolle. So seien sie nach X.____ gefahre n und dann zu Fuss weiter bis zur Lie- genschaft am V.___-weg 39 gelaufen, wo der Kollege dann den Einbruch begangen habe. Er selber habe nur durch das Fenster einen Blick ins H ausinnere geworfen. Dabei müsse er wohl seine DNA-Spur hinterlassen haben. Er sei zurück zu m Fahrzeug gegangen, weil er mit dem Einbruch nicht einverstanden gewesen sei. Ob sein K ollege auch für den zweiten Einbruch in X.____ verantwortlich sei, wisse er nicht (vgl. dazu act. 843 ff. und Strafgerichtsurteil S. 8 f.). 1.3 Die Vorinstanz wies im angefochtenen Urteil zunäch st darauf hin, dass die Aussagen des Beschuldigten widersprüchlich und Zugeständniss e erst nach Vorhaltung konkreter Bewei- se erfolgt seien. So habe er die beiden Fälle 1 und 3 erst zugegeben, als ihm die an den betref- fenden Tatorten aufgefundenen DNA-Beweise vorgelegt worden seien. Der Beschuldigte habe dann erklärt, dass er die beiden Einbrüche alleine während der Durchreise von Frankreich nach Italien bzw. von Italien nach Frankreich begangen h abe. Die Auswertung der Daten seines Mo- biltelefons habe demgegenüber ergeben, dass der Bes chuldigte nur zwecks Begehung dieser Einbrüche über P.____ in die Schweiz gekommen und d anach wieder in Richtung P.____ zu- rückgefahren sei. Nach Vorlage der Daten betreffend die Rück-ID des Mobiltelefons habe der Beschuldigte dann geltend gemacht, dass er das Mobiltelefon erst am 17. November 2014, also erst nach den vorliegenden Taten, von einem Kollege n als Geburtstaggeschenk erhalten habe. Das taktische Aussageverhalten des Beschuldigten zi ehe sich wie ein roter Faden durch das ganze Verfahren. Je mehr er mit den Beweisen und we iteren Feststellungen konfrontiert wor- den sei, umso mehr habe er zugestanden, jedoch imme r nur im Umfang der ihm bekannten Beweise. Er habe seine Aussagen ständig an die neue n Erkenntnisse und die aktualisierte Be- weislage angepasst, wobei er immer wieder, zuletzt an der Hauptverhandlung, nachdrücklich beteuert habe, dass er nun die Wahrheit sage. Dies zeige, dass der Beschuldigte seine eigenen Aussagen aufgrund der Widersprüche, Erklärungsschwi erigkeiten und der nachträglichen Kor- rekturen offensichtlich selber als nicht mehr glaubhaft erachtet habe (Strafgerichtsurteil S. 10 f.). 1.4 Zur neuen in der erstinstanzlichen Hauptverhandlun g geschilderten Version des Be- schuldigten betreffend die Fälle 2 und 3 hielt die Vorinstanz sodann fest, dass es sich dabei unter Berücksichtigung der Gesamtumstände nur um ei ne Schutzbehauptung handeln könne. Diese Angaben des Beschuldigten seien unglaubhaft. Es gebe keinen objektivierbaren Hinweis dafür, dass er die Einbrüche mit einer anderen Pers on begangen habe. Aufgrund der an den Tatorten in den Fällen 1 und 3 gesicherten DNA-Spur en des Beschuldigten sowie der Rück-ID Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Mobiltelefons kam die Vorinstanz daher zum Schl uss, dass der Beschuldigte ausschliess- lich zwecks Begehung von Einbruchdiebstählen in die Schweiz gekommen sei und dass er die- se beiden Einbrüche alleine begangen habe (Strafgerichtsurteil S. 11). 1.5 Das Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, schliess t sich dieser erstinstanzlichen Beurtei- lung, die im Berufungsverfahren, namentlich in der Stellungnahme der Verteidigung vom 4. Au- gust 2015, auch gar nicht beanstandet wird, vollumfänglich an. Der Beschuldigte sagte selber in der Voruntersuchung mehrfach aus, dass er die beiden zugestandenen Einbrüche in den Fällen 1 und 3 alleine verübt habe. Seine anlässlich der e rstinstanzlichen Hauptverhandlung erfolgten neuen Ausführungen zu den Einbrüchen in den Fällen 2 und 3 erweisen sich in Anbetracht sei- nes gesamten bisherigen taktischen Aussageverhaltens und der Tatsache, dass im Fall 3 auch DNA-Spuren des Beschuldigten an der Aussentüre sich ergestellt wurden, als nicht glaubhaft und schliesslich gibt es auch keine Indizien für die Beteiligung anderer Personen. Aus all diesen Gründen geht das Kantonsgericht ebenfalls von der a lleinigen Täterschaft des Beschuldigten in diesen beiden Fällen aus. Eine Ergänzung bzw. Erwei terung der Anklage erweist sich daher nicht als erforderlich. Der Antrag der Staatsanwalt schaft betreffend Ergänzung bzw. Erweite- rung der Anklage ist definitiv abzuweisen. 2.1 Mit Bezug auf den Einbruchdiebstahl zum Nachteil v on C.____ und D.____ vom 23. Ok- tober 2014 in X.____ (Ziffer 2.1 der Anklageschrift resp. Fall 2 gemäss Strafgerichtsurteil) beur- teilte die Vorinstanz die Beweislage resp. die bela stenden Indizien als zu wenig stichhaltig, um auf die Täterschaft des Beschuldigten zu schliessen und sprach ihn „in dubio pro reo“ von die- sem Vorhalt frei (Strafgerichtsurteil S. 12). 2.2. Die Staatsanwaltschaft beantragt nun, dass der Bes chuldigte mit Bezug auf diesen Fall 2 (Fall 2.1 der Anklageschrift) schuldig erklärt wi rd. Sie stellt sich dabei im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass die Beweiswürdigung der Vorins tanz nicht haltbar sei. Es liege eine ge- schlossene Indizienkette vor, die zu einer Verurteilung führen müsse. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Stra frecht, hat demnach zu prüfen, ob diese Rüge berechtigt ist. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Dieser s ogenannte Grundsatz der freien rich- terlichen Beweiswürdigung besagt, dass ein Urteil nicht in Anwendung von festen Beweisregeln zu fällen ist, sondern das Gericht aufgrund seiner persönlichen Überzeugung darüber entschei- den soll, ob es eine Tatsache als bewiesen erachtet oder nicht (W OLFGANG WOHLERS , Zürcher Kommentar StPO, 2014, Art. 10 N 25). Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung darf jedoch nicht dazu missbraucht werden, dass sich ein Gerich t zur Begründung seines Urteils schlicht und einfach auf seine innere Überzeugung beruft. Di e persönliche Überzeugung des Gerichts resp. der einzelnen Richterinnen und Richter muss z um einen auf einer gewissenhaften Prü- fung aufbauen und zum anderen zumindest objektivier - und nachvollziehbar sein. Daraus folgt, dass objektiv begründete Zweifel, d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage einem vernünftigen Menschen aufdrängen, auch dann ausschl aggebend sind, wenn die zuständige Richterin oder der zuständige Richter zwar keine Zw eifel hat, diese aber im konkreten Fall ha- ben sollte (WOLFGANG WOHLERS , a.a.O., Art. 10 N 31 ff.). 2.4 Der in Art. 10 Abs. 3 StPO geregelte und vom Straf gericht im vorliegenden Fall ange- wandte Grundsatz "in dubio pro reo" besagt sodann F olgendes: Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Vorausse tzungen der angeklagten Tat, geht das Ge- richt von der für die beschuldigte Person günstiger en Sachlage aus. Der Grundsatz "in dubio pro reo" ist zugleich Beweislast- und Beweiswürdigu ngsregel. Als Beweislastregel bedeutet er, dass es Sache der Anklagebehörde ist, den Nachweis für die Schuld zu erbringen und nicht die beschuldigte Person ihre Unschuld zu beweisen hat. Als Beweiswürdigungsregel besagt der Grundsatz "in dubio pro reo", dass ein Gericht nich t von einem für die beschuldigte Person un- günstigen Sachverhalt ausgehen darf, wenn bei objek tiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Der Grund satz wird verletzt, wenn das Gericht die be- schuldigte Person trotz erheblicher Zweifel schuldi g spricht oder wenn es zwar nicht zweifelt und schuldig spricht, obwohl es aufgrund der konkreten Umstände vernünftigerweise erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel hätte haben müs sen. Erheblich sind dabei Zweifel immer dann, wenn sie sich nach der objektiven Sachlage au fdrängen und jedem vernünftigen Men- schen stellen. Rein abstrakte und theoretische Zwei fel sind hingegen nicht massgebend, weil derartige Unsicherheiten immer möglich sind und ein e absolute Gewissheit nicht verlangt wer- den kann. Für eine Verurteilung muss es deshalb gen ügen, wenn das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist (N IKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozess- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechts, 3. Aufl., 2012, N 688 ff.; vgl. auch W OLFGANG WOHLERS , a.a.O., Art. 10 N 11 ff. sowie ROBERT HAUSER /ERHARD SCHWERI /KARL HARTMANN , Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., 2005, § 54 N 13). 2.5 Als Beweis für die Täterschaft kommt nicht nur der unmittelbare Nachweis von Tatsa- chen durch direkte Beweismittel in Betracht. Auch i ndirekte, mittelbare Beweise, also blosse Anzeichen resp. Indizien, können für die Beweisführ ung relevant sein (W OLFGANG WOHLERS , Zürcher Kommentar StPO, 2014, Art. 139 N 2). Beim s ogenannten Indizienbeweis wird aus be- stimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserh eblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tat sache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, die für sich alleine nur mit einer gewiss en Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglic hkeit des Andersseins offen lassen, können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (vgl. BGer 6B_328/2011 vom 16. September 2011 E. 2.3). Sc hliesslich ist hier auch darauf hinzu- weisen, dass innere Tatsachen, wie namentlich die M otivation für ein Delikt, oft nicht direkt, sondern nur anhand der äusseren Umstände nachgewies en werden können. Es ist daher zu- lässig, von äusseren Umständen auf innere Tatsachen zu schliessen (vgl. BGE 125 IV 242 E. 3c). 2.6 Der Beschuldigte gab - wie zuvor bereits dargelegt - seine alleinige Täterschaft hinsicht- lich der Fälle 1 und 3 in der Voruntersuchung zu, n achdem er mit dem an den Einbruchsorten aufgefundenen Spurenmaterial konfrontiert worden war. Der Beschuldigte gab dabei immer nur genau so viel zu, wie ihm unwiderlegbar nachgewiese n werden konnte. Sein Versuch, an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung einen Kollegen für den Einbruch in Fall 3 verantwortlich zu machen, blieb erfolglos. Es steht somit fest, dass der Beschuldigte die Einbrüche in den Fällen 1 und 3 begangen hat und dass er demzufolge bereits bei verschiedenen Gelegenheiten in fremde Liegenschaften eingebrochen ist. 2.7 In den Fällen 1 und 3 handelte es sich beim Einbru chsobjekt um ein Einfamilienhaus. Der Beschuldigte verwendete beide Male ein Flachwer kzeug - laut Anklageschrift evtl. einen Schraubenzieher oder einen Spachtel (vgl. Strafgeri chtsurteil S. 2). Gemäss seinen eigenen Angaben handelte es sich im Fall 1 um einen 20 cm l angen Schraubenzieher, den er in seinem Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auto mitgeführt hatte (act. 85). Damit versuchte de r Beschuldigte im Fall 1 zunächst die Veran- datüre aufzuhebeln. Als ihm dies misslang, stach er mit dem Flachwerkzeug in den Dichtungs- falz des Küchenfensters, brach so die Scheibe auf u nd gelangte auf diese Weise ins Hausinne- re (act. 373). Im ersten Obergeschoss der Liegensch aft wurde später auf dem Bett des Eltern- schlafzimmers ein Metallspachtel sichergestellt mit einer DNA-Spur, die dem Beschuldigten zugeordnet werden konnte (act. 387, 395). Im Fall 3 hebelte er die Küchen-Aussentüre auf und verschaffte sich so Zugang zum Einfamilienhaus (act . 471). Beim Einstiegsort wurde ebenfalls eine DNA-Spur gefunden, die dem Beschuldigten zugeo rdnet werden konnte (act. 491 ff.). Der Beschuldigte durchsuchte daraufhin die Räumlichkeiten beider Häuser nach Wertgegenständen und Geld. Im Fall 1 fand er einen Wandtresor, den e r mit dem mitgeführten Flachwerkzeug auf- brach. Da dieser leer war und der Beschuldigte auch sonst keine Wertsachen fand, verliess er die Liegenschaft ohne Deliktsgut durch die Kellertü re (act. 373). Im Fall 3 suchte der Beschul- digte vergeblich nach einem Wandtresor, indem er me hrere Bilder abhängte und verliess schliesslich auch in diesem Fall das Haus ohne Deliktsgut (act. 471). 2.8 Der Einbruchsdiebstahl im bestrittenen Fall 2 betr af ebenfalls ein Einfamilienhaus. Der Täter wuchtete in diesem Fall mit einem Flachwerkze ug die Terrassentüre auf, verschaffte sich so Zugang zur Liegenschaft und durchsuchte diese na ch Wertgegenständen. Bei diesem Ein- bruch fand der Täter Schmuck und Münzen im Gesamtwert von ca. Fr. 1‘300.-- (act. 425 ff.). Es steht damit fest, dass nicht nur das Einbruchsobjek t mit demjenigen in den Fällen 1 und 3 iden- tisch ist. Auch der Modus operandi im Fall 2 stimmt mit dem Vorgehen in den beiden zugestan- denen Fällen überein. 2.9 Besonders zu beachten ist im vorliegenden Fall sod ann, dass die Einbrüche in den Fäl- len 2 und 3 am gleichen Tag, nämlich am 23. Oktober 2014, verübt wurden und dass sich die betroffenen Liegenschaften in der gleichen Strasse befanden. Die Auswertung der Daten auf dem Mobiltelefon, das beim Beschuldigten sichergest ellt und einer Rückidentifikation unterzo- gen wurde, ergab Folgendes: Das Mobiltelefon wurde im Tatzeitraum des ersten Einbruchs in Y.____ , zwischen dem 10. und 19. Oktober 2014 nur in der Schweiz, und zwar u.a. an den Antennenstandorten P.____, U.____, Y.____ und P.___ _ bzw. P.____, Y.____, Q.____ und P.____ verwendet. Am 23. Oktober 2014, d.h. am Tag der beiden Einbrüche in X.____, konnte das besagte Mobiltelefon um 18.38 Uhr an den Antenn enstandorten R.____, S.____ und T.____, um 21.25 Uhr am Antennenstandort in X.____ und schliesslich zwischen 21.25 Uhr und Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 21.53 Uhr an den Antennenstandorten M.____, N.____, T.____, O.____ und P.____ lokalisiert werden. Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat , ist aufgrund dieser Ergebnisse erwiesen, dass der Beschuldigte an den Tatzeiten der in Frage stehenden Einbrüche nicht - wie er wie- derholt behauptete - auf der Durchreise von Frankre ich nach Italien oder umgekehrt von Italien nach Frankreich war, sondern sich in der Region von P.____ resp. an den jeweiligen Tatorten aufhielt (act. 261 f., 285 ff.). Der Beschuldigte f uhr also am 23. Oktober 2014 kurz nach 18:30 Uhr von R.____ über T.____ nach X.____, wo sein Mob iltelefon um ca. 21:25 Uhr geortet wer- den konnte, und von dort wieder zurück über N.____, T.____ und O.____ nach P.____. Ge- mäss Routenplaner kann diese Strecke in ca. 2 Stund en mit dem Auto zurückgelegt werden. Der Beschuldigte benötigte jedoch etwa 3 ½ Stunden dafür. Da nicht davon auszugehen ist, dass er für den einzelnen, in der Voruntersuchung s chliesslich zugestandenen Einbruch im Fall 3 mehr als eine Stunde gebraucht hat, stellt sich d ie Frage, was er in den verbleibenden 1 ½ Stunden in X.____ gemacht hat. Die grösstenteils wi dersprüchlichen und unglaubwürdigen An- gaben des Beschuldigten geben jedenfalls keine plau sible Antwort auf diese Frage. Das am V.___-weg 39 in X.____ gelegene Einfamilienhaus im Fall 3, in das der Beschuldigte nachweis- lich und zugestandenermassen eingebrochen ist, befindet sich, wie die Liegenschaft am V.___- weg 28, am äussersten Rand eines grosszügigen Einfamilienhausquartiers, das auf der südöst- lichen Seite durch eine grosse Wiese und einem dahi nterliegendem Wald begrenzt wird. Ge- mäss Routenplaner liegen die beiden Häuser 170 m re sp. in Gehdistanz von 2 Minuten vonei- nander entfernt. Diese örtliche Nähe ist zusammen m it dem Umstand, dass die beiden Einbrü- che auch sehr zeitnah erfolgt sein müssen und dass es keine plausible Erklärung für die zuvor erwähnte verbleibende Reisezeit gibt, ein sehr star kes Indiz dafür, dass der Beschuldigte auch den Einbruch im Fall 2 begangen hat. Zu erwähnen is t weiter, dass an beiden Tatorten, also im Fall 2 und im Fall 3, Schuhsohlenspuren sichergeste llt wurden (act. 447 und 483). Beim Ver- gleich dieser Spuren mit den Schuhen, die der Besch uldigte bei seiner Festnahme getragen hatte, wurde zwar keine Übereinstimmung festgestellt (act. 271 ff.). Die Tatsache, dass bei den beiden in der gleichen Strasse gelegenen Einbruchso bjekten gleiche Schuhsohlenspuren ge- funden wurden, erscheint trotzdem auffällig und ist ein weiteres Indiz dafür, dass ein und die- selbe Täterschaft die Einbrüche in die beiden besagten Liegenschaften begangen hat. Schliess- lich ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte in der Hauptverhandlung vor Strafgericht aussagte, sein Kollege, der angeblich für den Einbr uch in X.____ verantwortlich sei (vgl. dazu Ziff. 1.2 zuvor), habe dort „Bijouteriesachen“ gest ohlen (act. 849). Das Diebesgut stimmt also mit demjenigen im Fall 2 überein, was im Gesamtkont ext durchaus als zusätzliches Indiz be- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht trachtet werden kann. Aufgrund der verschiedenen er wähnten Hinweise, vor allem der zeitli- chen und örtlichen Nähe der Einbrüche in den Fällen 2 und 3, lässt sich die Täterschaft des Beschuldigten nicht mehr ernsthaft in Zweifel ziehe n. Nach Ansicht des Kantonsgerichts, Abtei- lung Strafrecht, ist angesichts der dargelegten Ind izien deshalb davon auszugehen, dass der Beschuldigte auch den Einbruch im Fall 2 begangen h at. Die Berufung der Staatsanwaltschaft ist in diesem Punkt gutzuheissen. 3.1 Die Staatsanwaltschaft beanstandet schliesslich mi t ihrer Berufung, dass der Beschul- digte erstinstanzlich vom Vorwurf des gewerbsmässig en Diebstahls freigesprochen wurde. Die Vorinstanz verneinte in ihrem Urteil die Gewerbsmäs sigkeit aufgrund der geringen Anzahl von nur zwei Diebstahlsfällen (Strafgerichtsurteil S. 13). 3.2 Gewerbsmässiger Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB liegt vor, wenn der Täter in der Absicht ein Erwerbseinkommen zu erlangen, mehrf ach Diebstähle begeht und wenn auf- grund seiner Taten der Schluss gezogen werden muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbestand fallenden Handlungen bereit g ewesen. Nach der Umschreibung des Bundesgerichts ist die Gewerbsmässigkeit dann zu be jahen, wenn der Täter die deliktische Tä- tigkeit nach Art eines Berufes ausübt. Dies ergibt sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraumes sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften (vgl. Grundsatzentscheid BGE 116 IV 319; vgl. auch BGE 119 IV 129 E. 3a und 123 IV 113 E. 2c). Wesentlich ist, dass der Täter sich darauf eingerichtet hat, durch sein deliktisches Handeln relativ regelmässige Ein- nahmen zu erzielen, die einen namhaften Betrag an d ie Kosten seiner Lebensgestaltung dar- stellen. Ob dies der Fall ist, muss aufgrund der gesamten Umstände entschieden werden. Dafür kommen Kriterien wie etwa Häufigkeit der während ei nes bestimmten Zeitraumes verübten Ta- ten, Planmässigkeit, Aufbau einer Organisation und Vornahme von Investitionen in Frage (vgl. BGE 123 IV 113 E. 2c). Die Absicht des Täters ein E rwerbseinkommen zu erzielen genügt; nicht erforderlich ist, dass es tatsächlich gelingt, einen namhaften Gewinn zu erzielen. Die delik- tische Tätigkeit muss jedoch nicht die einzige oder hauptsächliche Einnahmequelle des Täters bilden. Eine quasi "nebenberufliche" deliktische Tä tigkeit kann genügen (M ARCEL ALEXANDER NIGGLI /CHRISTOF RIEDO , Basler Kommentar zum StGB II, 2013, Art. 139 N 98 f. mit weiteren Hinweisen). Schliesslich muss der Täter zur Verübung einer Vielzahl von Delikten der fraglichen Art bereit sein. Dies ist unproblematisch, wenn der Täter in der Vergangenheit derart oft delin- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht quiert hat, dass er diese Bereitschaft bereits offe nbart hat (M ARCEL ALEXANDER N IGGLI / CHRISTOF RIEDO , a.a.O., Art. 139 N 107 f.). Ist der Wille, delikt ische Tätigkeiten zur Verdienst- quelle zu machen, aus den Umständen erkennbar, so k ann auch eine verhältnismässig kleine Zahl von Delikten für die Bejahung der Gewerbsmässi gkeit genügen, wenn diese in zeitlicher Hinsicht miteinander zusammenhängen (S TEFAN TRECHSEL /D EAN CRAMERI , Praxiskommentar StGB, 2. Aufl. 2013, Art. 146 N 34). Begeht der Tät er vollendete und versuchte gleichartige De- likte und handelt er dabei gewerbsmässig, geht der Versuch im vollendeten gewerbsmässigen Delikt auf (BGE 123 IV 113 E. 2d). 3.3 Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte drei Ein brüche begangen. Bei dieser Anzahl handelt es sich noch nicht um eine Vielzahl von Del ikten, die - wie zuvor dargelegt - für eine Bejahung der Gewerbsmässigkeit verlangt wird. Es is t sodann nicht nachgewiesen, dass der Beschuldigte mehr als zweimal in die Schweiz einger eist ist, um dort zu delinquieren. Er ist am 18. November 2014 für einen Tag in Polizeigewahrsam genommen und in der Folge am 6. De- zember 2014 verhaftet worden. Es gibt keine Hinwies e darauf, dass der Beschuldigte in der Zwischenzeit, also nach den drei Einbrüchen im Oktober 2014 bis zu seiner Verhaftung, weitere Einbrüche begangen hat. Aus diesem Grund kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte zur Verübung einer Vielzahl von Einbrü chen bereit gewesen ist. Es trifft - wie die Staatsanwaltschaft ausführt - zwar zu, dass der Beschuldigte nicht über hinreichende finanzielle Mittel verfügte, um seinen Lebensunterhalt zu bestr eiten. Gemäss seinen eigenen Angaben besass er nämlich kein Vermögen und unterstützte mi t seinem bescheidenen Einkommen aus Sozialhilfe und illegaler Arbeit von ca. € 1‘200.-- pro Monat seine Familie in Albanien (act. 25 ff, 33 ff., 39, 837 ff.). Zu beachten ist indessen, das s der Deliktsbetrag aus dem Einbruch im Fall 2 lediglich ca. Fr. 1‘300.-- (act. 517 ff.) betrug. B ei diesem einmaligen Deliktserlös kann nicht da- von die Rede sein, dass der Beschuldigte sich darau f eingerichtet hat, durch sein deliktisches Handeln relativ regelmässige Einnahmen zu erzielen, die einen namhaften Betrag an die Kos- ten seiner Lebensgestaltung darstellen. Die Vorauss etzungen für die Bejahung der Gewerbs- mässigkeit sind daher nach Ansicht des Kantonsgeric hts, Abteilung Strafrecht, im vorliegenden Fall nicht erfüllt. Die Berufung der Staatsanwaltschaft ist somit in diesem Punkt abzuweisen. IV. Strafzumessung 1.1 Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe n ach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und die persön lichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Versc hulden wird nach der Schwere der Verlet- zung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bes timmt, wie weit der Täter nach den in- neren und äusseren Umständen in der Lage war, die G efährdung oder Verletzung zu vermei- den (Abs. 2). 1.2 Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte drei Ein bruchsdiebstähle begangen und sich damit des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstah ls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig ge macht. Der Strafrahmen für das schwerste Delikt, also für Diebstahl, umfasst gemäs s Art. 139 Ziff. 1 StGB Freiheitsstrafe bis 5 Jahre oder Geldstrafe. Die konkret auszusprechende Strafe ist wegen Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zu schärfen. Dabei ist indessen zu berücksichtigen, dass die Strafe bei Fehlen aussergewöhnlicher Umstände grundsätzlich in nerhalb des zuvor genannten ordentli- chen Strafrahmens auszufällen ist (BGE 136 IV 55 E. 5.8). 2.1 Die Vorinstanz hat das Vorleben des Beschuldigten sowie seine persönlichen Verhält- nisse ausführlich dargelegt. Es kann an dieser Stel le vollumfänglich darauf verwiesen werden (vgl. dazu Strafgerichtsurteil S. 13 f.). Die Vorin stanz ist in ihrem Urteil sodann davon ausge- gangen, dass das Verschulden des Beschuldigten nich t zu bagatellisieren sei. Angesichts der geringen Anzahl der Einbrüche und der Merkmale der Tatausführung gebe es zwar nur wenig Hinweise auf eine professionelle Vorgehensweise. Es stehe jedoch fest, dass der Beschuldigte zweimal in einem kurzen Zeitabstand mit einem Fahrzeug gezielt von Frankreich in die Schweiz eingereist sei, um hier Einbruchdiebstähle zu begeh en. Dies zeige die Erheblichkeit seiner kri- minellen Energie. Der Umstand, dass es sich bei den Einbruchsobjekten um Wohnhäuser han- delte, erscheine besonders verwerflich, da der Beschuldigte bei der Begehung der Einbrüche in die Privatsphäre der Bewohner dieser Häuser eingedr ungen sei und dadurch nicht nur das all- gemeine Sicherheitsgefühl dieser Personen auf gravi erende Art und Weise verletzt, sondern auch im Falle einer allfälligen Begegnung mit diesen deren mögliche Traumatisierung bzw. see- lische Belastung in Kauf genommen habe. Dass es nic ht zu einer Begegnung mit einem Haus- bewohner gekommen sei, könne nicht als Verdienst de s Beschuldigten gewertet werden, son- dern sei nur reiner Zufall. Als Tatmotiv habe der B eschuldigte einerseits finanzielle Interessen angegeben. Andererseits habe er behauptet, die Tate n aus Dummheit begangen zu haben. Davon könne indessen in Anbetracht, dass er die Fah rten in die Schweiz gezielt zur Begehung Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Einbrüchen unternommen habe, keine Rede sein. E s sei offensichtlich, dass er als soge- nannter Kriminaltourist in die Schweiz gekommen sei, weshalb auch einzig die finanziellen Inte- ressen des Beschuldigten als Tatmotiv in Betracht k ämen. Zu erwähnen sei ausserdem, dass der Beschuldigte vorliegend nicht aus Not gehandelt habe. Gemäss seinen Angaben habe er monatlich ein Einkommen zwischen € 700.-- und € 1‘200.-- erzielt und sich immer wieder ein Fahrzeug (Seat und Renault, u.a. act. 343) geleiste t. Selbst bei seinen Anhaltungen habe er nicht unbeachtliche Geldbeträge auf sich gehabt (An haltung am 18.11.2014: u.a. € 195.--; An- haltung am 06.12.2014: € 620.-- und Fr. 400.50; act. 59, 73). Der bei den E inbrüchen entstan- dene Schaden betrage insgesamt ca. Fr. 6‘000.-- und sei in dieser Höhe als erheblich zu be- trachten. Der Beschuldigte zeige mit seinen Angaben an der Hauptverhandlung eine Bagatelli- sierungstendenz, indem er die Hauptverantwortung fü r seine Taten, auch wenn nur teilweise, auf eine andere Person abzuwälzen versuche. Unter B erücksichtigung seines Aussageverhal- tens in der Voruntersuchung manifestiere dieser Ums tand, dass der Beschuldigte in höchstem Masse uneinsichtig und unbelehrbar sei. Was seine G eständigkeit anbelange, stehe fest, dass er nur dort ein Geständnis abgelegt habe, wo gegen ihn ohnehin klare Beweise vorlagen. Daher könne sein Geständnis bei der Strafzumessung nicht zu seinen Gunsten berücksichtigt werden. Der Beschuldigte sei nicht vorbestraft und gelte so mit als sogenannter Ersttäter, wobei dies gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätz lich neutral zu bewerten sei (BGE 136 IV 1). Schliesslich sei im Zusammenhang mit den im Versuchsstadium gebliebenen Diebstählen festzuhalten, dass der Beschuldigte gemäss den poli zeilichen Feststellungen in den eingebro- chenen Häusern alles unternommen und die Räumlichke iten nach Deliktsgut durchsucht habe. Da er dabei aber offenbar nur an Geld und Wertsache n interessiert gewesen sei, habe er die Häuser ohne Beute verlassen. Aufgrund dieser Festst ellung werde die Strafe gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB nur in minimalem Umfang gemildert. In A nbetracht all dieser Gründe ging die Vo- rinstanz schliesslich davon aus, dass eine Freiheit sstrafe von 8 Monaten dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten entspreche (Strafgerichtsurteil S. 14 ff.). 2.2 Das Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, kann sic h der vom Strafgericht gewählten Sanktionsart anschliessen. Für Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch wäre zwar auch die Verhängung einer Geldstrafe aufgrund der jeweiligen abstrakten Strafandrohung möglich, an- gesichts der an den Tag gelegten kriminellen Energi e des Beschuldigten und des engen zeitli- chen und inhaltlichen Zusammenhangs der einzelnen T aten untereinander sowie der Berück- sichtigung des Umstandes, wonach bei der Wahl der S anktion auf die Zweckmässigkeit, die Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auswirkung auf den Beschuldigten sowie die präventi ve Effizienz zu achten ist, kommt im zu beurteilenden Fall nur die Ausfällung einer Freihei tsstrafe in Frage. Die erstinstanzlich ausge- sprochene Freiheitsstrafe von 8 Monaten ist indesse n aufgrund des dritten, vollendeten Ein- bruchs im Fall 2 zu schärfen. Zu berücksichtigen ist dabei auch der nunmehr höhere Sachscha- den von Fr. 9‘300.-- und ein Deliktsbetrag von ca. Fr. 1‘300.--. Die Vorinstanz hat sodann zwar alle relevanten Strafzumesssungsfaktoren erwähnt, n ach Ansicht des Kantonsgerichts müssen diese jedoch zum Teil stärker zu Lasten des Beschul digten gewichtet werden. So hat sich die Tatsache, dass der Beschuldigte in drei Fällen gege n Abend in private mehrstöckige Liegen- schaften eingestiegen ist und damit die Konfrontati on mit den Bewohnern in Kauf genommen hat, vermehrt zu seinen Lasten auszuwirken. Dasselb e gilt für den Umstand, dass er nur zur Begehung von Einbrüchen in die Schweiz eingereist i st und mithin als typischer Kriminaltourist anzusehen ist. Besonders zu berücksichtigen ist sch liesslich, dass sich der Beschuldigte nicht in einer finanziellen Notlage befunden hat. Im Übri gen kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz, insbesondere zum taktischen Aussage verhalten des Beschuldigten und zu sei- ner Bagatellisierungstendenz hingewiesen werden. Aufgrund der erwähnten tat- und täterspezi- fischen Komponenten geht das Kantonsgericht von einem mittelschweren Verschulden im unte- ren Bereich aus und erachtet daher eine Freiheitsst rafe von 15 Monaten als schuld- und tatan- gemessen. In Anbetracht, dass der nicht vorbestraft e Beschuldigte als Ersttäter anzusehen ist und im heutigen Zeitpunkt keine konkreten Hinweise für eine schlechte Prognose vorliegen, ist diese Strafe bedingt auszusprechen, bei einer Probezeit von 2 Jahren. V. Kosten 1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien di e Kosten des Rechtsmittelverfah- rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegen s. Im vorliegenden Fall ist die Staatsan- waltschaft mit ihrer Berufung teilweise durchgedrun gen. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr für die Hauptverhandlung von Fr. 9‘000.--, der Gerichtsge- bühren für die Haftverfahren von Fr. 1‘000.-- (Ents cheid vom 17. Juli 2015 und vom 19. August 2015) und Auslagen von Fr. 300.--, total Fr. 10‘300.--, sind daher je zur Hälfte zu L asten des Beschuldigten und zu Lasten des Staates aufzuerlegen. 2. Mit Verfügung vom 26. August 2015 ist dem Beschuld igten für das Berufungsverfahren die amtliche Verteidigung bewilligt worden. Sein Ve rteidiger macht für seine Bemühungen im zweitinstanzlichen Verfahren inklusive Hauptverhand lung einen Aufwand von 24 Stunden gel- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht tend. Bei der Durchsicht der Zusammenstellung der e inzelnen Bemühungen fällt auf, dass der Verteidiger für die Hauptverhandlung inklusive Nach bereitung insgesamt 5 Stunden in Rech- nung stellt. Die Hauptverhandlung dauerte derweilen nur 2.5 Stunden plus 1 Stunde für den Weg, total also 3.5 Stunden. Auf der Rechnung des V erteidigers sind sodann zwei Besuche beim Beschuldigten aufgeführt von insgesamt fast 3.5 Stunden sowie je 1 Stunde für die Vorbe- reitung dieser Besprechungen. Es ist nicht ersichtl ich, weshalb zwei Besprechungen mit dem Beschuldigten stattfinden mussten. In Anbetracht, d ass der Verteidiger den Beschuldigten be- reits im erstinstanzlichen Verfahren vertreten und dafür ein Honorar von Fr. 7‘194.55 aus der Gerichtskasse erhalten hat, erscheint der nunmehr g eltend gemachte Aufwand, insbesondere die zweimaligen Besuche beim Klienten, als zu gross . Der geltend gemachte Bemühungsauf- wand ist daher insgesamt um 4 Stunden auf 20 Stunde n zu reduzieren. Demzufolge ist dem Vertreter des Beschuldigten für das zweitinstanzliche Verfahren ein reduziertes Honorar von Fr. 4‘000.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 355.85 und Mehr wertsteuer von Fr. 348.45, total Fr. 4‘704.30, aus der Gerichtskasse zu bezahlen. Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landscha ft vom 12. Mai 2015, das auszugsweise wie folgt lautet: „1. A.____ wird des mehrfachen versuchten Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig erklärt und zu einer be dingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 8 Monaten, bei ei ner Pro- bezeit von 2 Jahren, verurteilt, unter Anrechnung d er am 18. November 2014 sowie vom 6. Dezember 2014 bis 19. Mä rz 2015 in Polizeigewahrsam bzw. in Untersuchungs- und Si- cherheitshaft verbrachten Zeit von insgesamt 105 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB (i.V.m. Art . 22. Abs. 1 StGB), Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB und Art. 51 StGB. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. A.____ wird in Ziff. 2.1 der Anklageschrift vom Vorwurf des Diebstahls, der Sachbeschädigung sowie des Hausfrie dens- bruchs und in Ziff. 3 der Anklageschrift des gewerb smässi- gen Diebstahls freigesprochen. 3. Das beschlagnahmte Mobiltelefon wird dem Beschu ldigten zurückgegeben, sofern er es innert 30 Tagen ab Rech tskraft des vorliegenden Urteils abholt bzw. abholen lässt. Im Unter- lassungsfalle wird es vernichtet bzw. verwertet. 4.a. A.____ wird bei seiner Anerkennung behaftet, B.____ Fr. 500.-- zu schulden. Das Guthaben des Beschuldigten auf dem Gefängniskonto in Höhe von Fr. 210.80 wird mit seinem Einverständnis nach Rechtskraft des vorliegenden Ur teils zwecks teilweiser Tilgung der Forderung an B.____ ü berwie- sen. 4.b. Die von C.____ adhäsionsweise geltend gemacht e Forde- rung von Fr. 200.-- wird auf den Zivilweg verwiesen. 5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung in Höhe v on insge- samt Fr. 7‘194.55 (inkl. Auslagen und MwSt.) werden aus der Gerichtskasse entrichtet. Der Beurteilte ist, sobald es seine wirtschaftlich en Verhält- nisse erlauben, verpflichtet, dem Staat 5/6 der Kos ten der amtlichen Verteidigung zurückzuzahlen und der amtli chen Verteidigung die Differenz zwischen der 5/6 der amt lichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). 6. Die Verfahrenskosten betragen insgesamt Fr. 10‘ 073.--, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in Höhe von Fr. 5‘973.--, den Kosten des Zwangsmassnahmengerich ts in Höhe von Fr. 1‘100.-- sowie der Gerichtsgebühr von Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 3‘000.--. Der Beschuldigte trägt 5/6 der Verfahrenskosten. 1 /6 der Verfahrenskosten geht zu Lasten des Staates.“ wird in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwal t- schaft in den Ziffern 1 und 2 aufgehoben und Ziffer 1 wie folgt neu gefasst: „1. A.____ wird des mehrfachen, teilweise versuchten Dieb- stahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des m ehr- fachen Hausfriedensbruchs schuldig erklärt und zu e iner be- dingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 15 Monaten , bei ei- ner Probezeit von 2 Jahren, verurteilt, unter Anrec hnung der am 18. November 2014 sowie vom 6. Dezember 2014 bis 19. März 2015 in Polizeigewahrsam bzw. in Untersuchungs - und Sicherheitshaft verbrachten Zeit von insgesamt 105 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB ( teilweise i.V.m. Art. 22. Abs. 1 StGB), Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 St GB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB und Art. 51 StGB.“ Im Übrigen wird das Urteil des Strafgerichts bestätigt. II. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Ge- richtsgebühr für die Hauptverhandlung von Fr. 9‘000 .--, der Ge- richtsgebühren für die Haftverfahren von Fr. 1‘000.-- (Entscheid vom 17. Juli 2015 und vom 19. August 2015) und Auslagen von Fr. 300.--, total Fr. 10‘300.--, gehen je zur Hälfte zu Lasten des Beschuldigten und zu Lasten des Staates. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem Vertreter des Beschuldigten für seine Bemühungen im Berufungs verfahren ein reduziertes Honorar von Fr. 4‘000.-- zuzüglich Auslagen von Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 355.85 und Mehrwertsteuer von Fr. 348.45, total Fr. 4‘704.30, aus der Gerichtskasse bezahlt. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton das zuvor erwähnte Honorar zurückzuzahlen und der Verteidigung die Dif ferenz zwi- schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho norar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält nisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a und b StPO). III. Mitteilung des begründeten Urteils an: - die Parteien - B.____, - C.____ und D.____, - E.____ und F.____, - das Strafgericht Basel-Landschaft, Grenzacherstra sse 8, 4132 Muttenz - die Sicherheitsdirektion Basel-Landschaft, Abteil ung Strafvoll- zug, Allee 9, 4410 Liestal - das Amt für Migration Basel-Landschaft, Parkstras se 3, 4402 Frenkendorf Mitteilung des Urteilsdispositivs nach Rechtskraft an: - die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Koordina tionsstelle Strafregister, Grenzacherstrasse 8, 4132 Muttenz - Gerichtsverwaltung Basel-Landschaft, Kosteneinzug , Bahn- hofplatz 16, 4410 Liestal. Präsident Enrico Rosa Gerichtsschreiberin Nicole Schneider