A bteilung I A -2247/2006 {T 0/2} U rteil vom 28. M ärz 2007 M itw irkung: R ichter Jürg Kölliker; R ichterin Kathrin D ietrich; R ichterin M arianne R yter Sauvant; G erichtsschreiber Adrian M attle. A._______, Beschw erdeführer, vertreten durch H errn R echtsanw alt R ené Schuhm acher, gegen B illag SA , B undesam t für K om m unikation (B A K O M ) Telecom dienste, Vorinstanz betreffend R adio- und Fernsehgebühren; Verfügung des B A K O M vom 28. A ugust 2006. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it Schreiben vom 13. N ovem ber 2005 teilte A._______ der Billag AG m it, dass er w ährend den M onaten Januar 2006 bis und m it April 2006 im Aus- land w eile und w ährend dieser Zeit von der G ebührenpflicht für R adio und Fernsehen/Antennenem pfang zu befreien sei. B. M it Verfügung vom 7. D ezem ber 2005 w ies die Billag AG den Beschw er- deführer an, die R echnungen für die R adio- und Fernsehgebühren für die- se Zeit w eiterhin fristgerecht zu bezahlen. M assgeblich für die M elde- und G ebührenpflicht sei das Vorhandensein betriebsbereiter Em pfangsgeräte. D er zeitw eilige N icht-Em pfang von Program m en berechtige nicht zu einer R eduktion der Em pfangsgebühren, da diese in keiner W eise ver- brauchsabhängig seien. C . G egen die Verfügung der Billag AG erhob A._______ am 28. D ezem ber 2005 Beschw erde beim Bundesam t für Kom m unikation (BAKO M ) und verlangte sinngem äss die Aufhebung der Verfügung sow ie die Feststellung, dass er für die M onate Januar bis April 2006 nicht gebüh- renpflichtig sei. Er m achte geltend, er verbringe ca. ¾ des Jahres im Aus- land und sein H aus sei in dieser Zeit unbew ohnt. W enigstens für die län- geren Auslandsaufenthalte sei er von der G ebührenpflicht zu befreien. D . M it Verfügung vom 28. August 2006 w ies das BAKO M die Beschw erde ab. D as G esetz gehe von einer M elde- und G ebührenpflicht aus, w elche an das Betreiben von Em pfangsgeräten anknüpfe. D ie G ebühr sei eine R egal- gebühr und w erde erhoben für das R echt, Program m e em pfangen zu kön- nen. D ie G ebührenpflicht entstehe bei der Inbetriebnahm e eines R adio- und Fernsehgerätes. Es spiele keine R olle, w ie oft von der M öglichkeit des Program m em pfangs G ebrauch gem acht w erde. D ie G ebühr sei unabhän- gig davon zu entrichten, ob Program m e konsum iert w erden oder nicht. Ein zeitw eiliger N icht-Em pfang von Program m en stelle keinen G rund für eine Einstellung der G ebührenpflicht dar. Für eine vorübergehende Einstellung des Betriebs von Em pfangsgeräten und eine zeitw eilige U nterbrechung der G ebührenpflicht gebe es keine rechtliche G rundlage. Aus diesen G ründen habe die Billag AG die G ebühren für die besagte Zeitperiode vom Be- schw erdeführer zu R echt erhoben. E. G egen die Verfügung des BAKO M erhob A._______ (Beschw erdeführer) am 27. Septem ber 2006 Beschw erde an das Eidgenössische D epartem ent für U m w elt, Verkehr, Energie und Kom m unikation (U VEK) m it dem Begeh- ren, die Verfügung des BAKO M sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass der Beschw erdeführer vom 1. Januar 2006 bis 30. April 2006 keine G ebühren schulde, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschw erdegegnerin. M assgebend für die G ebührenpflicht sei nicht bloss das Vorhandensein eines Em pfangsgeräts, sondern der W ille, R adio- und Fernsehprogram m e zu em pfangen. G ebührenpflichtig sei eine Person, w elche ein solches G e- rät betreibe und dam it R adio- und TV-Program m e em pfangen w olle. Im 3 Falle einer Auslandsabsenz sei klar, dass keinerlei W ille bestehe, in der unbew ohnten W ohnung Program m e zu em pfangen. Es sei nicht Sache des Beschw erdeführers, eine rechtliche G rundlage für die U nterbrechung der G ebührenpflicht nachzuw eisen, sondern die Billag AG m üsse den N achw eis für die G ebührenpflicht w ährend des Auslandaufenthaltes erbringen. M it der M itteilung des Auslandaufenthaltes habe der Beschw erdeführer sinngem äss kundgetan, dass der Betrieb der G eräte eingestellt w erde, w om it er der Abm eldepflicht nachgekom m en sei. D ieses Vorgehen entspreche der bisherigen Praxis der Billag AG und des BAKO M . D as Vorhandensein einer Betriebsbereitschaft alleine sei kein G rund für die Erhebung der G ebühr, w eil dafür die gesetzliche G rundlage fehle. D as Em pfangsgerät sei im Ü brigen w ährend der fraglichen Zeit ausgesteckt gew esen. W eiter m achte der Beschw erdeführer geltend, dass seine Frau und er ¾ des Jahres im Ausland verbringen w ürden, w eshalb er ohnehin von der M eldepflicht befreit sei, da sich ihr W ohnsitz nicht in der Schw eiz befinde. F. M it Vernehm lassung vom 22. N ovem ber 2006 hat das BAKO M an der Ver- fügung und den dortigen Ausführungen festgehalten und präzisiert, dass die Betriebsbereitschaft eines Em pfangsgerätes das m assgebende Krite- rium für die G ebührenpflicht sei. G em äss der Praxis des Bundesgerichts gelte ein G erät als zum Betrieb vorbereitet, w enn es m it w enigen H andgrif- fen in Betrieb genom m en w erden könne. D a auch w ährend des Ausland- aufenthaltes des Beschw erdeführers in dessen H aus betriebsbereite Em pfangsgeräte vorhanden gew esen seien, habe die G ebührenpflicht w ei- terhin bestanden. G . D as am 27. Septem ber 2006 beim U VEK anhängig gem achte Verfahren w urde per 1. Januar 2007 vom Bundesverw altungsgericht übernom m en. H . D er Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts hat dem Beschw er- deführer am 22. Januar 2007 G elegenheit gegeben, sich zur Vernehm las- sung des BAKO M zu äussern. D araufhin hat der Beschw erdeführer m it Schreiben vom 30. Januar 2007 seine Anträge sinngem äss bekräftigt. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- verw altungsgericht (Verw altungsgerichtsgesetz, VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsver- fahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Be- hörden. Als Verfügungen gelten nach Art. 5 Abs. 2 Vw VG auch Beschw er- deentscheide im Sinne von Art. 61 Vw VG . 1.2 D er Beschw erdeentscheid des BAKO M vom 28. August 2006 stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Vw VG dar und das BAKO M ist nach Art. 33 Bst. d VG G zulässige Vorinstanz des Bundesverw altungsgerichts. D as Bundesverw altungsgericht ist dem nach zuständig zur Beurteilung der vor-4 liegenden Beschw erde. Es übernim m t das am 1. Januar 2007 beim U VEK hängige Verfahren; das neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 N ach Art. 48 Abs. 1 Vw VG ist zur Beschw erde berechtigt, w er vor der Vor- instanz am Verfahren teilgenom m en hat oder keine M öglichkeit zur Teil- nahm e erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung hat (Bst. c). D er Beschw erdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung zur Beschw erde berechtigt. 1.4 D ie Beschw erde w urde gem äss Art. 50 Abs. 1 Vw VG fristgerecht einge- reicht und die Beschw erdeschrift entspricht den Form erfordernissen von Art. 52 Abs. 1 Vw VG . 1.5 D a die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschw erde einzu- treten. 2. W er R adio- und Fernsehprogram m e em pfangen w ill, m uss dies gem äss Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 über R adio und Fernsehen (R TVG , SR 784.40) der zuständigen Behörde vorgängig m el- den und hat eine Em pfangsgebühr zu bezahlen. In der R adio- und Fern- sehverordnung vom 6. O ktober 1997 (R TVV, SR 784.401) hat der Bundes- rat gestützt auf Art. 55 Abs. 2 und 3 R TVG die Em pfangsgebühren festge- setzt und die Einzelheiten geregelt. D ie R TVV regelt nam entlich die M eldepflicht (Art. 41 ff.) und die G ebühren- pflicht (Art. 44 ff.) näher. M eldepflichtig ist, w er R adio- und Fernseh- em pfangsgeräte zum Betrieb vorbereitet oder betreibt (Art. 41 Abs. 1 R TVV). Eine M eldepflicht besteht nicht pro G erät oder pro Person, son- dern beim privaten Em pfang pro H aushalt m it Em pfangsgeräten (Art. 42 Abs. 1 R TVV). D ie G ebührenpflicht beginnt am ersten Tag des M onats nach der Vorbereitung oder der Inbetriebnahm e des Em pfangsgerätes und endet am letzten Tag des M onates, in dem die Einstellung des Betriebes m itgeteilt w ird (Art. 44 Abs. 2 R TVV). 3. D ie Em pfangsgebühren für R adio und Fernsehen sind nach der R echt- sprechung des Bundesgerichts R egalabgaben, w elche für das R echt, Pro- gram m e zu em pfangen, geschuldet sind, unabhängig davon, w elche Pro- gram m e em pfangen und ob die G eräte überhaupt benutzt w erden. So hat das Bundesgericht ausdrücklich festgehalten, die entsprechenden Abgaben seien nicht für den Em pfang bestim m ter Program m e geschuldet, sondern für das R echt, eine an sich m onopolisierte, d.h. dem Bund vorbe- haltene Tätigkeit auszuüben. Sie w ürden unabhängig davon erhoben, ob und w ie der Em pfänger die G eräte benutze (terrestrischer Em pfang, Ka- belnetz oder Satellit) und w elche Program m e er em pfange; sie knüpften an die Inbetriebnahm e eines Em pfangsgeräts und an die dam it verbundene Inanspruchnahm e des entsprechenden technischen R egals des Bundes an (BG E 121 II 183 E. 3a). 4. Aus dem W ortlaut von Art. 44 Abs. 2 R TVV und der R echtsprechung des 5 Bundesgerichts zu Art. 55 Abs. 1 R TVG geht hervor, dass der Betrieb von Em pfangsgeräten das entscheidende Kriterium für die G ebührenpflicht ist und diese Pflicht so lange besteht, w ie Em pfangsgeräte in Betrieb sind. D er Em pfangsgebühr steht als G egenleistung nicht der tatsächliche Em pfang bestim m ter Program m e gegenüber, sondern alleine das R echt, Program m e zu em pfangen. Für die Ansicht des Beschw erdeführers, dass die G ebührenpflicht nur bestehe, w enn zusätzlich zum betriebsbereiten Em pfangsgerät der W ille vorhanden sei, effektiv Program m e zu em pfan- gen, bietet der W ortlaut von Art. 44 Abs. 2 R TVV daher keine G rundlage. Auch die übrigen Auslegungselem ente führen zu keinem anderen R esultat. 5. D ie R TVV regelt nur den Beginn und das Ende der G ebührenpflicht. Eine einstw eilige U nterbrechung der G ebührenpflicht ist dagegen nicht vorgese- hen. M an kann sich fragen, ob die M öglichkeit einer U nterbrechung der G ebührenpflicht auf G rund eines Versehens des G esetzgebers nicht gere- gelt w orden ist. Im Lichte nachstehender Ausführungen ist indes davon auszugehen, dass der G esetz- bzw . Verordnungsgeber bew usst von der M öglichkeit einer einstw eiligen U nterbrechung abgesehen hat und dass die G ebührenpflicht bis zur definitiven Einstellung des Betriebs der Em pfangs- geräte dauert. 6. D er Beschw erdeführer ist der Ansicht, dass er den Betrieb seiner Em pfangsgeräte per Ende D ezem ber 2005 eingestellt hat und dass er dies m it seinem Schreiben vom 13. N ovem ber 2005 der Billag AG rechtzeitig gem eldet hat. N eujahr 2006 verbrachten der Beschw erdeführer und seine Frau gem äss Schreiben vom 23. April 2006 an das BAKO M im Ferienhaus im Kanton X._______. N icht klar w ird aus den Ausführungen, ob im Ferien- haus Em pfangsgeräte in Betrieb standen. Vom 9. Januar 2006 bis zum 9. April 2006 hielten sich der Beschw erdeführer und seine Frau in Brasilien auf, danach bis zum 22. April 2006 in Spanien. U nklar bleibt, ob und w ie lange der Beschw erdeführer und seine Frau zw ischendurch und nach der R ückkehr von Spanien im H aus an ihrem W ohnort w aren. D ie Klärung der genauen An- und Abw esenheiten des Beschw erdeführers und seiner Frau erübrigt sich jedoch für den Fall, dass selbst ein ununterbrochener Aus- landaufenthalt von vier M onaten – w ie ihn der Beschw erdeführer im Schreiben vom 13. N ovem ber 2005 an die Billag AG angekündigt hat – keine Einstellung des Betriebs der Em pfangsgeräte zur Folge hat. 7. Bei der Auslegung des Begriffes "Betrieb" im Sinne von Art. 41 und 44 R TVV ist zu berücksichtigen, dass die M eldepflicht nach Art. 55 Abs. 1 R TVG bzw . Art. 41 ff. R TVV der D urchsetzung der G ebührenpflicht dient (vgl. Botschaft zum revidierten Fernm eldegesetz [FM G ] vom 10. Juli 1996, BBl 1996 III 1405, S. 1462 f.). D ie Praktikabilität des G ebühreninkassos ist deshalb nach Sinn und Zw eck dieser Bestim m ungen von entscheidender Bedeutung. In BG E 121 II 183 E. 4b hat das Bundesgericht denn auch festgehalten, dass eine G ebührenabstufung nach individuellen Em pfangs- verhältnissen m it einem unverhältnism ässigen Vollzugsaufw and verbun- den w äre. W ürde m an nun für die Frage, ob Em pfangsgeräte in Betrieb stehen, auf die persönliche Anw esenheit von Personen im betreffenden H aushalt abstellen, w ürde dies ebenfalls zu einem unverhältnism ässigen 6 Aufw and bei der G ebührenverw altung führen. Eine Kontrolle von persönlichen An- und Abw esenheiten durch die Inkassostelle w äre nicht nur sehr aufw ändig, sondern auch m it Blick auf die Persönlichkeitsrechte der G ebührenzahler nicht w ünschensw ert. G egen eine persönliche Anw esenheit als Voraussetzung für die G ebührenpflicht spricht ausserdem , dass bestim m te Em pfangsgeräte w ie Videorecorder vorgängig so program m iert w erden können, dass sie w ährend einer Abw esenheit Program m e em pfangen und aufzeichnen. N ach Sinn und Zw eck von Art. 55 R TVG und Art. 41 bzw . Art. 44 R TVV ist es deshalb gerechtfertigt, für die G ebührenpflicht auch bei längerer Abw e- senheit alleine auf das Vorhandensein von betriebsbereiten Em pfangsge- räten im betreffenden H aushalt abzustellen. 8. Entscheidend für das Bestehen bzw . Fortdauern der G ebührenpflicht ist nach dem G esagten alleine das Vorhandensein von betriebsbereiten Em pfangsgeräten im H aushalt, d.h. von G eräten, w elche die technischen Voraussetzungen erfüllen, Program m e zu em pfangen. 8.1 Für die Frage der Betriebsbereitschaft kom m t es nicht darauf an, ob das Strom kabel des G eräts eingesteckt ist. Ein G erät gilt praxisgem äss als be- triebsbereit, w enn es sich in betriebstauglicher Anordnung befindet. D ies ist nach der R echtsprechung auch der Fall, w enn es m ittels w eniger H and- griffe w ie z.B. dem Anschliessen des Strom kabels oder dem Einstecken der Antenne in Betrieb genom m en w erden kann (vgl. BG E 107 IV 152 E. 3; KAR L-JASC H A SC H N EID ER -M AR FELS, D ie R undfunkgebühr in der Schw eiz, D iss. Zürich, Basel/M ünchen 2004, S. 111). An dieser R echtslage w ird sich de lege ferenda auch unter dem neuen vom Parlam ent bereits verabschie- deten totalrevidierten Bundesgesetz vom 24. M ärz 2006 über R adio und Fernsehen (R TVG 2006, BBl 2006 3587) nichts ändern. D ieses ist zw ar im vorliegenden Fall nicht direkt anw endbar, aber Art. 68 R TVG 2006 zeigt, dass der G esetzgeber an der Auslegungspraxis zu Art. 55 R TVG festhal- ten w ill, indem er ausdrücklich festhält, dass der Betrieb von Em pfangsge- räten die G ebühren- und M eldepflicht begründet und dass es bereits ge- nügt, w enn Em pfangsgeräte zum Betrieb bereitgehalten w erden (vgl. Art. 68 Abs. 1, 4 und 5 R TVG 2006 und Botschaft zur Totalrevision des Bundesgesetzes über R adio und Fernsehen [R TVG ] vom 18. D ezem ber 2002, BBl 2003 1569, S. 1724 f.). 8.2 W ährend des Auslandaufenthaltes haben der Beschw erdeführer und seine Frau ihre Em pfangsgeräte zw ar nicht benutzt, in ihrem H aushalt, näm lich im H aus an ihrem W ohnort, w aren aber nach w ie vor Em pfangsgeräte vor- handen, w elche die technischen Voraussetzungen erfüllen, Program m e zu em pfangen. Auch w enn die Strom kabel ausgezogen w aren, standen die G eräte daher in Betrieb im Sinne von Art. 41 Abs. 1 R TVV. D aran verm ag auch die D auer des Auslandaufenthaltes von vier M onaten nichts zu än- dern. D er Betrieb der Em pfangsgeräte w urde dem nach in dieser Zeit nicht eingestellt und die G ebührenpflicht hat w eiterhin bestanden. 9. D er Beschw erdeführer beruft sich sodann auf Art. 43 R TVV. D iese Bestim - m ung regelt Ausnahm en von der M elde- und G ebührenpflicht und befreit 7 unter anderem Personen m it W ohnsitz im Ausland, w elche sich höchstens drei M onate in der Schw eiz aufhalten, davon (Art. 43 Bst. a R TVV). D er zivilrechtliche W ohnsitz einer Person befindet sich nach Art. 23 Abs. 1 des Schw eizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. D ezem ber 1907 (ZG B; SR 210) an dem O rt, w o sie sich m it der Absicht dauernden Verbleibens aufhält und den sie sich zum M ittelpunkt ihrer Lebensinteressen gem acht hat. Für die Begründung des W ohnsitzes m üssen som it zw ei M erkm ale er- füllt sein: ein objektives äusseres, der Aufenthalt, sow ie ein subjektives in- neres, die Absicht dauernden Verbleibens. N ach der R echtsprechung kom m t es aber nicht auf den inneren W illen, sondern darauf an, auf w el- che Absicht die erkennbaren U m stände objektiv schliessen lassen (BG E 127 V 237 E. 1 m it w eiteren H inw eisen). D er W ohnsitz bleibt an diesem O rt bestehen, solange nicht andersw o ein neuer begründet w ird (Art. 24 Abs. 1 ZG B). Auch w enn der Beschw erdeführer und seine Frau sich nicht ganzjährig in ihrem H aus in der Schw eiz aufhielten, sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass sie m it der Absicht dauernden Verbleibens an einem anderen O rt lebten, den sie sich zum M ittelpunkt ihrer Lebensinteressen gem acht hät- ten. D er Beschw erdeführer und seine Frau haben also nach w ie vor W ohn- sitz in der Schw eiz und fallen dem nach nicht unter die Ausnahm ebestim - m ung von Art. 43 R TVV. 10. D er Beschw erdeführer m acht schliesslich geltend, dass die Billag AG und die Vorinstanz ihre Praxis bezüglich der G ebührenpflicht bei längerer Aus- landsabw esenheit geändert hätten. Er stützt sich dabei auf in der Zeit- schrift Saldo (Ausgabe 18/05) zitierte Aussagen dieser Stellen, w onach in der Vergangenheit die vorgängige M eldung eines "m ehrm onatigen Aus- landaufenthalts" bzw . einer "längeren Abw esenheit" dazu geführt habe, dass die Billag AG für die betreffende Zeit keine G ebühren erhoben habe. 10.1 Von einer eingelebten Praxis von Verw altungsbehörden kann nach dem G leichheitsprinzip und dem G rundsatz der R echtssicherheit abgew ichen w erden, falls die Änderung auf ernsthaften, sachlichen G ründen beruht und w enn das Interesse an der richtigen R echtsanw endung gegenüber dem jenigen an der R echtssicherheit überw iegt. G egenüber dem Postulat der R echtssicherheit lässt sich eine Praxisänderung nur begründen, w enn die neue Lösung dem Sinn des G esetzes (ratio legis), veränderten Verhält- nissen oder gew andelten R echtsanschauungen besser entspricht (BG E 131 V 107 E. 3.1, BG E 127 II 289 E. 3a je m it w eiteren H inw eisen, BG E 127 I 49 E. 3c; vgl. auch U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allge- m eines Verw altungsrecht, 5. Auflage, Zürich 2006, R z. 509 ff.). 10.2 Anscheinend hat die Billag AG in der Vergangenheit bei m ehrm onatigen Abw esenheiten von M eldepflichtigen die vorgängige M eldung der Einstel- lung des Betriebs von Em pfangsgeräten zugelassen, auch w enn w ährend der betreffenden Zeit betriebsbereite Em pfangsgeräte im H aushalt vorhan- den w aren. Es ist allerdings fraglich, ob tatsächlich eine Praxisänderung im Sinne einer Abw eichung von einer eingelebten, ständigen Praxis vor- liegt. D ie Aussagen der Billag AG und der Vorinstanz, auf w elche sich der 8 Beschw erdeführer stützt und w elche von den Behörden nicht bestritten w erden, beinhalten jedenfalls keine präzisen Angaben darüber, unter w elchen genauen U m ständen und insbesondere ab w elcher Zeitdauer der Abw esenheit eine solche Abm eldung bis anhin m öglich w ar. R elativ unbestim m t ist in den fraglichen Zeitschriftartikeln von "m ehrm onatigem Auslandsaufenthalt" und von "längerer Abw esenheit" die R ede. D ie Frage einer allfälligen Abw eichung von einer ständigen, eingelebten Praxis kann indessen offen bleiben, w enn eine Praxisänderung ohnehin gerechtfertigt w äre. 10.3 Es sprechen ernsthafte und sachliche G ründe für die Anw endung von Art. 55 R TVG und Art. 41 bzw . 44 R TVV im Sinne des angefochtenen Be- schw erdeentscheids. D as konsequente Abstellen auf das Vorhandensein von betriebsbereiten Em pfangsgeräten und die N ichtberücksichtigung der individuellen Em pfangsverhältnisse oder der R egelm ässigkeit und D auer der persönlichen Anw esenheit der m eldepflichtigen Person am O rt der Em pfangsgeräte entspricht dem Sinn des G esetzes bzw . der Verordnung und der R echtsprechung des Bundesgerichts bezüglich der Q ualifikation der R adio- und Fernsehgebühr als verbrauchsunabhängige R egalabgabe. D as Interesse an der richtigen R echtsanw endung, näm lich an klaren Krite- rien für die G ebührenpflicht und deren D urchsetzung, insbesondere an einem praktikablen und m it einem verhältnism ässigen Aufw and durchführ- baren G ebühreninkasso, überw iegt deshalb gegenüber dem Interesse an der R echtssicherheit bezüglich einer m öglicherw eise davon abw eichenden bisherigen R echtsauslegung der Billag AG . Sow eit im vorliegenden Fall tatsächlich eine Änderung einer ständigen, eingelebten Praxis vorgenom - m en w urde, w äre dies daher gerechtfertigt. 11. G estützt auf vorstehende Erw ägungen erw eist sich die Beschw erde als un- begründet und ist abzuw eisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt der Beschw erdeführer als unter- liegende Partei und er hat die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- zu tragen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D iese sind m it dem geleisteten Kostenvorschuss in derselben H öhe zu verrechnen. 13. D em Beschw erdeführer als unterliegende Partei steht keine Parteientschä- digung zu (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 700.-- w erden dem Beschw erdeführer aufer- legt. Sie w erden m it dem Kostenvorschuss in derselben H öhe verrechnet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (m it G erichtsurkunde) - der Billag AG (eingeschrieben)9 - der Vorinstanz (eingeschrieben, R ef-N r. 1000187681) - dem G eneralsekretariat U VEK (m it G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Jürg Kölliker Adrian M attle R echtsm ittelbelehrung Sofern der Ausschlussgrund gem äss Art. 83 Bst. p des Bundesgesetzes über das Bun- desgericht vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110) vorliegend nicht zur Anw endung gelangt, kann gegen dieses U rteil Beschw erde in öffentlich-recht- lichen Angelegenheiten beim Bundesgericht erhoben w erden. D ie Beschw erde ist innert 30 Tagen seit der Eröffnung des angefochtenen U rteils zu erheben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung überge- ben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54 und 100 BG G ). Versand am :