Gestion du Conseil fédéral 854 N 13 juin 1989 tes, sondern der wirkliche Wille der Beteiligten das Entschei- dende sei. Das nimmt der Delegierte für sich in Anspruch, und in diesem Punkt liegt die Hauptdifferenz. Dabei sei noch ein- mal zugestanden: Die Formulierung war unglücklich, und wir werden die entsprechenden Lehren daraus ziehen. Bleibt noch die Divergenz zwischen Ihrer Kommission und dem Bundesrat in bezug auf die Internierung von Herrn Maza. Ihre Kommission macht vor allem geltend, die erste Internie- rung sei ohne Rechtsgrundlage erfolgt. Maza war damals be- reits einige Monate zuvor aus der Schweiz weggewiesen wor- den und anschliessend trotz Einreisesperre wieder illegal ein- gereist. Nachdem befürchtet werden musste, dass er sich ei- ner Ausschaffung erneut entziehen würde, hat der Delegierte diese Internierung auf Grundlage von Artikel 14 Absatz 2 des Anag verfügt, dessen Praxis dem Parlament mit Bundesrats- beschluss vom 17. September 1985 zur Kenntnis gebracht worden war. Diese Praxis hat bekanntlich auch das Bundes- gericht in seinem Entscheid 110.lb.1 geschützt. Bei der zweiten Internierung sind wir uns ja einig, dass damals aufgrund der Aenderungen des Anag eine Rechtsgrundlage gegeben war. Das Departement hat aus diesen Vorgängen im Zusammen- hang mit dem Fall Maza seinerseits die Lehre gezogen. Es war - unter dem Gesichtspunkt des rechtlichen Gehörs - nach der heute geltenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein Fehler, dass man bei der ersten Internierung nicht auf das Si- cherheitsrisiko von Herrn Maza hingewiesen hat. Dieser Man- gel ist jedoch durch die zweite Internierungsverfügung, die vom Bundesgericht dann geschützt worden ist, eindeutig be- hoben worden. Insofern möchte ich jene Behauptungen klar zurückweisen, diesagen-Frau Fetz hat das gesagt, Herr Zieg- ler hat es gesagt -, das Verfahren im Zusammenhang mit Herrn Maza spotte allen rechtsstaatlichen Grundsätzen. Das Bundesgericht hat dieses Verfahren geschützt. Der einzige Punkt, der nicht zu genügen vermochte, war der, dass der De- legierte und das Departement aus Gründen des Quellenschut- zes nicht schon bei der ersten Internierung auf dieses Sicher- heitsrisiko von Herrn Maza hingewiesen hatten. Das werden wir künftig tun, wobei wir nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung auch künftig nicht die einzelnen Sachverhalte be- nennen müssen, aber immerhin den Tatbestand des Sicher- heitsrisikos. Zum Schluss: Ich möchte hier nicht wiederholen, was ich im Ständerat zur Asylpolitik ausgeführt habe. Es ist uns aber allen klar, dass wir angesichts der starken Zunahme von Asylgesu- chen auch in diesem Jahre - wir werden mit 20 000 bis 50 000 Asylgesuchen konfrontiert sein -vor grossen, ja sehr grossen Vollzugsproblemen stehen. Ich möchte daher auch Sie auffor- dern, jeden an seinem Platz, seinen Beitrag zu einem asylpoli- tischen Konsens in unserm Lande zu leisten. Diesbezüglich tut es mir leid, Herr Nationalrat Rechsteiner: Ich muss Ihre Un- terstellungen klar zurückweisen, wenn Sie mir vorwerfen, ich hätte einerseits zu einem asylpolitischen Konsens aufgerufen, anderseits bereits wieder von militärischen Aufgeboten ge- sprochen, und ich würde auch bereits wieder den Abbau rechtsstaatlicher Garantien in Kauf nehmen. Der Sachverhalt ist doch ganz klar: Ich habe im Ständerat ge- sagt, warum der ßundesrat der Ueberzeugung ist, dass die Voraussetzungen von Artikel 9 Asylgesetz noch nicht gege- ben sind: Weil dort nämlich - und da habe ich die Botschaft des Bundesrates zur zweiten Asylgesetzrevision zitiert - ganz klar gesagt wird, dass Artikel 9 Asylgesetz erst angerufen wer- den kann, wenn Bund und Kantone vor unlösbaren Betreu- ungs- und Vollzugsproblemen stehen. In dieser Botschaft wird auch gesagt, mit Artikel 9 Asylgesetz habe man dem Bundes- rat Aktionsmöglichkeiten geben wollen in einem Zeitpunkt, wo es noch nicht nötig sei, Militär aufzubieten. Das habe ich zitiert. Nun ist es doch wirklich eine billige Unterstellung, wenn man mir hier vorwirft - obwohl ich diese Zitate gebraucht habe, um zu beweisen, dass heute noch kein Notrecht nötig ist -, ich würde bereits wieder von militärischen Aufgeboten sprechen. Zum zweiten Vorwurf, ich würde hier bereits den Abbau rechts- staatlicher Garantien in Kauf nehmen: Meine Damen und Her- ren, alle meine Gespräche, sowohl diejenigen mit dem Uno- Hochkommissar für Flüchtlinge als auch die mit allen zustän- digen Ministern in den westeuropäischen Asylländern, haben eines ergeben: Wir müssen das Asylverfahren unbedingt be- schleunigen. Wir haben heute immer noch eine durchschnitt- liche Dauer des Asylverfahrens von rund zwei Jahren. Ich habe mir das Ziel gesetzt, wir sollten mindestens auf drei bis vier Monate herunterkommen. In der Bundesrepublik Deutschland strebt man bereits ein Asylverfahren von einer Dauer von wenigen Wochen und in Oesterreich von sechs Wo- chen an. Da ist es doch wirklich auch etwas billig, dass Sie - wenn man das einzig Mögliche in dieser schwierigen Situation vorschlägt, nämlich eine ganz entscheidende Beschleuni- gung des Asylverfahrens-gleich vorweg, ohne dass Sie über- haupt konkrete Vorschläge kennen, von einem Abbau rechts- staatlicher Garantien sprechen. So kommen wir nicht weiter! Wenn wir nicht bald vor unlösbaren Asylproblemen stehen wollen, die dann wirklich die Anrufung von Artikel 9 Asylgesetz nötig machen würden, dann brauchte es eben wirklich die Zu- sammenarbeit aller Gutgesinnten, und dazu rufe ich Sie auf. (Beifall) Präsident: Die Geschäftsprüfungskommission beantragt Ih- nen, vom Bericht über die Aufsichtseingaben Maza und Mu- sey Kenntnis zu nehmen. Ein anderer Antrag ist nicht gestellt. Zustimmung-Adhésion #ST# 89.021 Geschäftsbericht des Bundesrates, des Bundesgerichtes und des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes 1988 Gestion du Conseil fédéral, du Tribunal fédéral et du Tribunal fédéral des assurances 1988 Fortsetzung - Suite Siehe Seite 840 hiervor - Voir page 840 ci-devant Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement Département des transports, des communications et de l'énergie Antrag Leuenberger-Solothurn Aufrechterhaltung des folgenden Vorstosses, dessen Ab- schreibung im Rahmen des Geschäftsberichtes beantragt wird: Postulat 86.163 Verbilligte Bahnabonnemente für Studenten Proposition Leuenberger-Soleure Maintenir le postulat ci-après dont le classement est proposé dans le cadre du rapport de gestion: Postulat 86.163 Abonnements ferroviaires a prix réduit pour étudiants M. Couchepin, rapporteur de la section DFTCE: La section de la Commission de gestion chargée d'examiner la gestion du Département fédéral des transports, des communications et de l'énergie a porté son attention sur trois domaines en parti- culier: tout d'abord, les problèmes posés par l'échec de l'arti- cle constitutionnel sur la politique coordonnée des transports; ensuite sur le problème posé par la sécurité des barrages et, troisièmement, nous avons procédé à une inspection auprès de l'Office fédéral de l'air, essentiellement sur l'organisation de SWISSCONTROL.13. Juni 1989 N 855 Geschäftsbericht des Bundesrates Premièrement, conséquences de l'échec de l'article constitu- tionnel sur la politique coordonnée des transports. Il faut rap- peler tout d'abord une simple évidence. La mort, en votation populaire, d'un article constitutionnel ne supprime naturelle- ment pas les problèmes que cet article était censé résoudre. Aujourd'hui comme hier, notre pays doit faire face à un certain nombre de problèmes qui doivent être replacés dans un cadre plus général. Il s'agit de la nouvelle transversale, du corridor éventuel pour les camions de 40 tonnes, du problème de l'achèvement des routes nationales et du trafic d'aggloméra- tion. Le Conseil fédéral, à la suite de l'échec de cet article constitu- tionnel, a fait face aux circonstances du mieux qu'il peut. Il ne revient pas à notre commission déjuger de l'utilité de l'article lui-même, mais simplement d'examiner comment le Conseil fédéral a réagi à cette situation, comment il a cherché à trouver des solutions pour les problèmes qui restent posés. Lors de la préparation de l'article, il avait été constitué un groupe de travail qui devait suivre tous ces problèmes. A la suite de l'échec, ce groupe spécialisé a été transféré au se- crétariat du département où il constitue une sorte d'état-major, composé de onze personnes qui doivent tenter de prendre en compte l'ensemble des données du problème et tenir lieu de groupe de conseil permanent pour le Conseil fédéral et, plus spécialement, pour le chef du département. D'autres problèmes, tels que le trafic d'agglomération, trouve- ront peut-être leur solution dans l'utilisation des textes légaux existants. Des propositions sont en discussion à ce sujet. Notre conclusion est que le problème d'organisation posé par l'échec de l'article est résolu au mieux des circonstances et nous tenons à en féliciter le chef du département. Deuxièmement, le problème de la sécurité des barrages. De- puis quelques années, notre commission a suivi avec intérêt les mesures prises pour faire face à l'évolution de l'état des routes nationales et, notamment, des nombreux ouvrages faits en béton. Ces derniers subissent en effet de très forts dommages, dus en particulier aux conditions climatiques et à l'usage du sel. La question se pose naturellement de savoir si des problèmes similaires affectent les barrages. Les consé- quences d'une dégradation de la sécurité des barrages pour- raient être évidemment dramatiques pour les populations con- cernées. Nous avons eu à ce sujet une longue discussion avec le responsable de l'office qui est d'accord avec nous pour pen- ser qu'il faut renforcer les moyens intellectuels et en person- nel, sans qu'il y ait soutien de notre part d'une demande com- plémentaire de personnel. Mais il faut porter l'accent quant aux personnes employées sur ce problème pour l'observation de l'état des barrages et aussi pour la proposition de solutions. Ce problème devrait être suivi régulièrement par la Commis- sion de gestion au cours des prochaines années. C'est d'au- tant plus nécessaire, politiquement, que les populations con- cernées, celles de ma région en particulier, ne compren- draient pas, avec raison, que l'on voue une très grande atten- tion à la sécurité nucléaire, alors que les risques d'accidents sont statistiquement fort heureusement très faibles, et que l'on ignore l'évolution de la sécurité des barrages dont les risques d'accidents sont statistiquement plus grands. Troisièmement, l'inspection auprès de l'Office fédéral de l'aviation civile. Je me réfère au rapport écrit du 6 avril 1989 pour m'arrêter oralement et essentiellement à la partie consa- crée à SWISSCONTROL. SWISSCONTROL est une société d'économie mixte, propriété à raison de deux tiers de la Con- fédération. Son capital, au demeurant, est faible, puisqu'il s'élève à 100 000 francs. Cette société est née sur les cendres de Radio Suisse SA qui assumait auparavant des tâches diver- ses dont la sécurité aérienne. Lorsqu'on a voulu simplifier l'or- ganisation de Radio Suisse SA et privatiser en partie ce qui pouvait l'être, on a décidé, parmi six solutions à disposition du Conseil fédéral, de confier la sécurité aérienne à une société anonyme d'économie mixte, d'où la création de SWISSCON- TROL, dont la moitié au moins des administrateurs sont désignés par la Confédération. Quelles sont les raisons qui ont incité le Conseil fédéral à choi- sir cette forme juridique d'une société d'économie mixte parmi plusieurs autres solutions? On aurait pu en effet imaginer une intégration totale de la sécurité aérienne dans l'administration ou, à l'autre extrémité du spectre, on aurait pu imaginer une société anonyme ordinaire. Le problème peut être abordé sous plusieurs angles: sous l'angle juridique ou sous celui de l'organisation. On peut se poser un certain nombre de questions d'ordre juridique. L'or- ganisation actuelle est-elle efficace, répond-elle aux exigen- ces du droit constitutionnel? Notre sous-commission a en- tendu les responsables de l'Office fédéral de l'air et ceux de SWISSCONTROL. Nous avons sollicité l'avis du Conseil fédéral. Je précise d'emblée que le gouvernement ne partage pas nos conclusions, en particulier celles qui portent sur l'ap- préciation juridique. Arrêtons-nous un instant sur l'organisation SWISSCONTROL telle qu'elle est issue de la création de cette société. L'effectif de la société est de 800 collaborateurs, ce qui n'est pas mince. Le chiffre d'affaires est de 100 millions de francs. Je vous rap- pelle que le capital-actions n'est que de 100 000 francs. Com- ment peut-on avoir un si petit capital face à un chiffre d'affaires de cette importance? Tout simplement parce que les risques financiers de la société sont quasiment nuls. Les installations appartiennent à la Confédération alors que les frais d'exploita- tion sont payés par la Confédération qui se rembourse en prélevant des taxes auprès des utilisateurs. Comme je vous l'ai dit, dans le conseil d'administration, siè- gent des représentants de la Confédération. Et c'est là que le problème se corse. Ces représentants sont issus pour la plu- part de l'office qui est, au sein de l'administration, chargé de contrôler SWISSCONTROL. Il y a aussi des représentants d'autres départements tels que celui des finances. Dès lors, et c'est une des inquiétudes de votre commission, qui contrôle SWISSCONTROL puisque ceux qui sont censés contrôler cette société sont en réalité les administrateurs, membres du Conseil d'administration? D'autre part, du fait de la variété des départements représentés au Conseil d'admi- nistration, qui arbitre un conflit éventuel, des divergences éventuelles entre représentants de la Confédération? Nous avons obtenu à ce sujet des réponses, mais la procédure n'est pas très claire. Un autre problème provoqué par ce choix de faire assumer la sécurité aérienne par une société indépendante de l'adminis- tration, c'est que cette dernière a perdu au cours des ans ses spécialistes dans le domaine. Or, il y a toute une série de ques- tions qui doivent être résolues à l'échelle internationale par l'administration elle-même. Les huit cents employés de SWISSCONTROL ne sont pas des fonctionnaires. Dès lors, les négociations salariales doivent être menées directement entre les syndicats et l'administration de cette société. Nous pen- sons peut-être qu'une des raisons qui ont fait choisir au Con- seil fédéral, cette solution, réside dans le problème de la fonc- tion narisation des employés de Radio Suisse SA, devenus employés de SWISSCONTROL. Il est possible - voire proba- ble - que le Conseil fédéral a hésité à l'idée d'intégrer les acti- vités de sécurité aérienne dans l'administration, car cela aurait augmenté le nombre des fonctionnaires de huit cents et qu'il y aurait pu y avoir des réactions de la part du Parlement qui est très attentif au maintien de l'effectif de ces derniers. Si l'organisation actuelle pose des problèmes que j'ai évo- qués, il y a cependant un certain nombre d'avantages qui en découlent, en particulier une bonne intégration des usagers que sont les grandes compagnies aériennes; plus de sou- plesse, puisque c'est la forme juridique de la société anonyme qui a été choisie, plus souple par définition que l'intégration au sein de l'administration; et on a, sans doute, au sein de ce Conseil d'administration, une volonté plus ferme du fait de la présence des usagers qui, à la fin, paient les taxes, une volonté plus ferme d'assurer la rentabilité de la société. Donc si l'on s'arrête simplement au problème de l'organisation, les avanta- ges nous paraissent évidents, tout comme un certain nombre de désavantages organisationnels que j'ai évoqués il y a un instant. Plus grave nous paraît le problème juridique. Dans la philoso- phie classique de l'Etat libéral auquel nous sommes attachés, les tâches qui relèvent de la police doivent être assumées par l'Etat lui-même et plus ces tâches relèvent du noyau dur desGestion du Conseil fédéral 856 N 13 juin 1989 fonctions traditionnelles de l'Etat libéral - le maintien de l'ordre - plus ces tâches doivent être intimement liées à l'administra- tion elle-même. Or, la sécurité aérienne est à coup sûr une tâche de police qui appartient au noyau dur des tâches étati- ques. Constitutionnellement, nous sommes dès lors d'avis que la solution choisie par le Conseil fédérai d'une société d'économie mixte n'est guère soutenable, qu'elle doit être mise en cause. Le Conseil fédéral n'est pas de notre avis, il l'a dit dans un rapport qui est joint à celui de la Commission de gestion. L'argumentation du Conseil fédéral nous paraît - quant à nous - faible sur le plan du droit et sur le plan théori- que. Elle se base essentiellement sur le fait que la solution choisie est de compromis qui a finalement été acceptée par l'Office fédéral de la justice qui, dans un premier temps, était opposé à cette solution. Cet argument ne nous paraît pas so- lide et l'avis du Conseil fédéral ne nous a pas ébranlés sur le plan de la doctrine. Néanmoins, nous pensons que dans l'état actuel des choses, il n'est pas dans l'intérêt de la sécurité aérienne de provoquer un conflit avec le Conseil fédéral sur ce problème constitution- nel, ce d'autant plus que les organes de SWISSCONTROL sont en train de négocier un nouveau contrat collectif de travail et qu'une mise en cause du statut de la société risquerait de diminuer la crédibilité des négociateurs et aussi de mettre en cause les résultats qui seraient acquis dans cette négociation. Il y a aussi la constatation de notre part que, si sur le plan juridi- que la situation nous paraît fausse, sur le plan pratique elle ap- porte certains avantages que l'on ne peut pas abstraitement négliger. Dès lors, nous proposons que ce problème soit revu à l'occa- sion de la révision de la loi fédérale sur l'aviation civile qui doit être présentée aux Chambres sous peu. Il reviendra au Con- seil fédéral lui-même de le dire, mais je crois que par cette so- lution de compromis nous vous évitons un conflit inutile et nous devrions trouver à moyen terme une solution qui à la fois satisfasse au droit et aux exigences de l'efficacité. Leuenberger-Solothurn: Ich beantrage Ihnen, das Postulat 86.163, verbilligte Bahnabonnemente für Studenten, nicht ab- zuschreiben. Ich will das kurz begründen. Der Bundesrat hält fest, dass dieses Postulat nicht realisierbar sei. Es will, dass auch den über 25jährigen Studenten das ver- billigte Streckenabonnement abzugeben sei, wie das bis Ende 1986 der Fall war. Der Bundesrat begründet die Unmög- lichkeit der Erfüllung dieser Forderung folgendermassen - hö- ren Sie genau hin! -: «Die Finanzlage der SBB verlangt eine Tarifpolitik, die hauptsächlich auf eine Ertragsoptimierung ab- zielt. Ermässigungen können nur so weit gewährt werden, als der ausgelöste Mehrverkehr nicht nur die Tarifsenkung kom- pensiert, sondern darüber hinaus einen Mehrertrag abwirft.» Weil die Erfüllung der Forderung meines Postulates dies nicht tue, sei dieses Postulat nicht realisierbar und folglich abzu- schreiben. Ich glaube, Sie sind mit mir einig: Diese Begründung, die zwar grosso modo stimmen mag - offenbar stimmen muss, auch nach dem Willen dieses Hauses -, haut just bei dieser kleinen Detailforderung nicht hin. Es kann doch nicht angehen, dass sich die SBB auf dem Buckel der über 25jährigen Studenten sanieren sollen! Und die über 25jährigen Studenten sind nicht ein kleines Grüppchen, und sie sind nicht besondere Faul- pelze, die demonstriert haben, statt zu studieren. Sie demon- strieren ja ohnehin recht wenig in diesem Land; es soll einmal anders gewesen sein! Der Verband schweizerischer Studen- tenschaften hält in seiner Eingabe, die er ja auch als Petition unterbreitet hat - eine Petition, die der Nationalrat dem Bun- desrat zur Kenntnis gebracht hat -, fest, dass im Studienjahr 1985/86 mehr als ein Drittel der immatrikulierten Studenten an den schweizerischen Hochschulen über 25jährig waren. Wer ist dieses Drittel? Was sind das für Leute? Das sind doch vor allem Studenten, die sich etwa ihren Lebensunterhalt durch Nebenerwerbstätigkeiten, beispielsweise bei den PTT-Betrie- ben - wir werden noch darauf zu reden kommen - verdienen müssen. Deshalb verlängert sich ihr Studium. Es wäre ja nun wohl sozial ungerecht und nicht verständlich, wenn man just auf Kosten dieser Leute, die aus materiellen Gründen ihr Stu- dium etwas verlängern müssen, den SBB zu einer Ertragsver- besserung verhelfen möchte. Ganz generell ist beizufügen, dass die Altersgrenze von 25 Jahren etwas Willkürliches an sich hat. Wir wissen ja alle, dass die meisten Ausbildungen, gerade auch im Hochschulbe- reich, sich eher verlängern als verkürzen, allen Effizienz- und Efficiency-Anstrengungen zum Trotz. In dieser Situation, Ende 1986, die Verbilligung für die Studentenabonnemente für die über 25jährigen Studenten aufzuheben, ist nicht verständlich. Ich bitte Sie darum, meinem Antrag zuzustimmen, dieses Po- stulat noch nicht abzuschreiben. Damit geben wir dem Bun- desrat den Auftrag, diese Sache noch etwas gründlicher zu prüfen. Als ich mein Postulat im Jahre 1986 einreichte, wurde es zuerst vom Bundesrat mit der Begründung abgelehnt, die Realisie- rung dieses Postulates würde zu grosse administrative Um- triebe mit sich bringen. Das ist immer ein gutes Argument. Der Verband der Studentenschaften hat darauf geantwortet und den Bundesbahnen angeboten, er würde die administrativen Umtriebe zum grossen Teil übernehmen und selber dafür sor- gen, dass nur Berechtigte in den Besitz dieser Vergünstigung kommen könnten. Daraufhin hat die Verwaltung, hat der Bun- desrat diese Administrativargumente fallengelassen und wen- det heute ein, aus Gründen der Ertragslage sei die Forderung des Postulates nicht realisierbar. Es ist zwar nur ein kleines Problem, aber ich bin davon über- zeugt, dass, wenn wir dieses Postulat nicht abschreiben, ganz sicher der Verwaltung und den Bundesbahnen noch eine Lö- sung einfällt, die auch das Wohlgefallen unserer Studenten fin- den kann. Ich bitte Sie, meinem Antrag zuzustimmen. M. Pini: Permettez-moi de porter à l'intention de mes col- lègues, mais surtout à celle du chef du Département des trans- ports, de l'énergie et des communications, quelques consi- dérations d'actualité qui entrent dans les préoccupations, j'en suis sûr, de son ministère. Le président de la commission, M. Couchepin, dans son résumé, avait relevé l'attention que nous portons à la réalisa- tion de la Transversale alpine. Je dois aussi vous faire part d'une préoccupation qui n'est pas seulement la mienne. Quand la Transversale ferroviaire alpine verra le jour, quinze ou vingt ans auront passé, de toute façon au moins quinze ans. La question est alors la suivante: que peut-on faire dans un tel délai? Le trafic automobile augmente et aggrave l'engorgement les villes. Je vous donne l'exemple de mon canton d'origine, où il y a un grand trafic touristique mais aussi un fort trafic Nord-Sud, entre Bàie et Chiasso. Les pénétrations du trafic automobile dans des villes comme Lu- gano et dans la petite ville de Locamo risquent de devenir im- possibles. Si nous pensons à l'augmentation normale an- nuelle du trafic automobile, d'ici dix ans, je vois mal comment nous pourrons maintenir un trafic plus ou moins normal per- mettant d'entrer dans les villes que je viens de citer. Le problème se pose pour Genève, pour Zurich, et finalement ce problème se pose pour presque toutes les grandes villes sur les grands axes de Suisse. Une proposition: je pense que nous devons prévoir un inves- tissement en dehors du cadre de Rail 2000 ou penser à une stratégie d'attente (una strategia di attesa) à partir d'au- jourd'hui jusqu'au moment où la Transalpine pourra, j'espère, nous soulager davantage de nos préoccupations au sujet du trafic automobile. Que pourrait-on faire, par exemple? A mon avis, il est néces- saire, au moins opportun, d'étudier des solutions de pénétra- tion dans les villes par le métro. Je vous donne un exemple, Monsieur le conseiller fédéral. Vous connaissez bien Locamo. Déjà maintenant, il peut s'y produire des queues de deux à trois heures. D'ici dix ans, j'ai l'impression que l'engorgement sera total. On pourrait envisager un métro de liaison accélérée depuis la fin de l'autoroute, dans la plaine de Magadino, où pratiquement une grande partie du trafic est arrêté, pour assu- rer la pénétration en ville. Je vous ai donné un exemple que vous trouverez peut-être trop coûteux et extrêmement compliqué. Je sens, personnel- lement, qu'il faut définir une stratégie dès à présent jusqu'au13. Juni 1989 N 857 Geschäftsbericht des Bundesrates moment où la Transversale alpine soulagera, si c'est encore possible, le trafic marchandise ainsi que le trafic voyageurs. Voilà, Monsieur le conseiller fédéral, je vous demande si vous êtes d'accord, si votre ministère est disposé à prévoir une stratégie d'attente avant la décision officielle concernant le choix du Gothard ou du Simplon et une fois la décision prise, sachant que nous aurons devant nous au moins quinze ans avant que l'oeuvre soit réalisée. C'est dans ce sens, Monsieur le conseiller fédéral, que je serais très intéressé d'avoir votre aide pour la solution d'un problème qui n'est pas théorique mais bien pratique et pour lequel nous devons envisager une stratégie d'attente dans la structure de nos communications terrestres. Weder-Basel: Ich rede zum Geschäftsbericht 1988, Arbeiten der Nagra, bisherige Ergebnisse und Folgerungen. Das Pro- jekt «Gewähr» beschäftigt uns seit vielen Jahren und wird uns noch viele Jahre beschäftigen. Diese Zeit ist aber nur ein Bruchteil der Zeit, die dieses Projekt unsere Nachkommen noch beschäftigen wird. Mit der Entfesselung der Radioaktivi- tät schaffen wir einen Umstand, der durch keinerlei Massnah- men mehr rückgängig gemacht werden kann. Mit anderen Worten: Unsere Nachkommen werden wie wir der Radioaktivi- tät immer hinterherrennen und sie niemals ganz einfangen können! Das Wort «Gewähr» erweckt in mir folgende Assoziationen: Mit «Gewähr» bringe ich einen Bundesrat in Verbindung, der der Bevölkerung immer wieder konkrete Versprechungen ge- macht hat und diese bis heute nicht eingehalten hat, ja nicht einhalten kann. Sodann sehe ich einen Nationalrat und einen Ständerat, die in ihrer grossen Mehrheit dem Projekt «Ge- währ» und der Nagra völlig unkritisch gegenüberstehen. Ich höre aber auch eine Nagra, die seit vielen Jahren behauptet, eine dauernde und sichere Entsorgung der radioaktiven Stoffe könne gewährleistet werden, die uns aber-auch mit dem heu- tigen Papier natürlich wieder - den Beweis für diese Behaup- tung schuldig bleibt. Sodann sehe ich ein staunendes Volk, das halb resigniert und halb amüsiert dieser Politkomödie zu- schaut. Nach den Worten von Bundesrat Ritschard selig wird Gewähr dann bestehen, wenn «für alle Abfallarten vollständig ausgear- beitete, standortgebundene Projekte mitsamt den zugehöri- gen Sicherheitsberichten vorliegen». Wenn dies bis 1985 nicht der Fall sei, hiess es damals, müssten alle A-Werke abgestellt werden. Mit diesem Versprechen - das nur zwischendurch - hat man seinerzeit eine Abstimmung gewonnen - leider. Trotz diesem unzweideutigen Versprechen wurden die A-Werke 1985 natürlich nicht abgestellt. Statt dessen wurden die Anfor- derungen an das Projekt «Gewähr» von der Auszehrung befal- len, und heute sind die seinerzeitigen Anforderungen bis auf die Knochen abgemagert. Die Nagra aber fährt fort, Hunderte von Millionen zu verbrauchen: Gelder der Elektrowirtschaft, die sich ihrerseits auf dem Buckel der machtlosen Konsumen- ten «gesundbetet» und Gelder der Staatskasse. Doch jetzt zum Bericht des Bundesrates. Er ist voller Wider- sprüche. Da lesen wir auf Seite 5, dass «die HSK beim Sicher- heitsnachweis zu einem vorsichtigen, bedingten Ja» kommt und im übernächsten Satz: «Aus der Sicht der Sicherheits- behörden kann die Standortfrage aufgrund der heute vorlie- genden Befunde noch nicht beurteilt werden.» Das heisst Si- cherheit und Standort - sie gehören ja zusammen - können noch nicht beurteilt werden. Aber wir lesen in diesem Bericht auch: «Für die Gesteinsformationen ist für die Detailerkun- dung eines Endlagerbereichs mit einem Zeitbedarf von 10 bis 15 Jahren zu rechnen.» Das heisst, 10 bis 15 Jahre untersucht man, sagt aber jetzt schon ja. Das ist doch ein seltsamer Wi- derspruch. Ich habe von den hochradioaktiven Abfällen gesprochen, aber das gleiche gilt auch für die B-Endlager, für schwach- und mit- telaktive Abfälle. Dazu sägt die KSA auf Seite 6: «Dennoch kann auf die Frage nach der grundsätzlichen Machbarkeit der Endlagerung in der Schweiz noch keine Pauschalantwort ge- geben werden.» Das sagt die Behörde, die den Bundesrat be- rät. Auf Seite 8 entwaffnet sich der Bundesrat völlig. Unter Ar- beitskonzept hält er fest: «Erste Priorität haben die Untersu- chungen im Hinblick auf die Errichtung eines Endlagers für kurzlebige schwach- und mittelaktive Abfälle.» Auch da wieder eine Bestätigung, dass man noch nirgends ist, nichts hat, nicht einmal die Standorte. Auf die Standorte komme ich noch kurz zu sprechen ; da muss ich noch Herrn Professor Burri zitieren, den wohl bekannte- sten Schweizer Geologen. Er sagt: «Die Nagra-Leute wollen also unser Grundgebirge und seine Granite untersuchen. In den Alpen hat man es schon an vielen Orten kennengelernt, als man Tunnels für Eisenbahnen, Autobahnen und Wasser- kraftwerke bohrte. Hier war die Beschaffenheit dieses Gebir- ges gar nicht befriedigend, denn es ist von zahlreichen Spal- ten (Klüften) durchzogen, in welchen reichliche unterirdische Wasserströme zirkulieren. Und aus diesen Bergzügen der Al- pen entspringen die Quellen unserer grossen und kleinen Flussläufe, an deren Ufern Millionen Menschen leben. Im Fall eines undichten A-Müll-Lagers gingen die Bezüger dieses ra- dioaktiv verseuchten Wassers in die Millionen.» Wenn dieses Wasser einmal radioaktiv verseucht ist, wird das im Unterlauf des Rheines etwa 30 bis 40 Millionen Menschen treffen. Jetzt zum Schluss, Herr Bundesrat Ogi. Ich kann überhaupt nicht begreifen, dass Sie sagen, Sie möchten diese Projekte auch gegen den Widerstand der Bevölkerung durchbringen. Sie haben doch die Erfahrung mit Kaiseraugst gemacht. 350- Millionen hat uns das gekostet. Und ich frage Sie: Wie wollen Sie das denn durchsetzen? Wollen Sie mit Militär anmarschie- ren oder eine Sonderpolizei ins Leben rufen? Es geht doch nicht an, Bürgern, die ihren Lebensraum verteidigen, solche Drohungen zu machen. Ich wäre vielmehr mit Ihnen einver- standen, Herr Bundesrat Ogi, wenn wir sofort miteinander re- den würden. (Glocke des Präsidenten) Die Konfrontation ha- ben wir in Kaiseraugst gehabt. Wir möchten sie nicht an einem anderen Ort wiederholen. Stappung: Der Bundesrat zieht auf Seite 383 des vorliegen- den Geschäftsberichtes alles in allem aus dem Lokalradiover- such eine positive Bilanz. Radiohörer und Werbewirtschaft hätten, nach Auffassung des Bundesrates, die Frage nach der Wünschbarkeit von Lokalradios bejaht. Es wäre schön, wenn wir diesen Aussagen des Bundesrates beipflichten könnten, aber sie sind zu schön, um wahr zu sein. Seine Darstellung ist allzu schönfärberisch. Der Bundesrat verschweigt, dass die vor fünf Jahren gestarteten Versuche mit Lokalradios keines- wegs das gebracht haben, was man sich ursprünglich von ih- nen versprochen hatte. Folgende Stichworte mögen dies bele- gen: Statt einer Vielfalt von Lokalradiosendern mit unter- schiedlichen Programmkonzepten haben wir heute eine uni- forme, auf Musikbegleitung ausgerichtete Privatradioszene. Diese Gleichschaltung ist nicht verwunderlich, denn der Bun- desrat hat mit ganz wenigen Ausnahmen nur werbefinanzierte Sender konzessioniert. Derartige Sender richten sich naturge- mäss an das grösstmögliche Publikum und glauben deshalb, sich unbedingt dem breiten Geschmack anpassen zu müs- sen. Die Privatradios sollten in der Versuchsphase keine Gewinne machen, wurde uns seinerzeit versprochen. Tatsächlich kas- sieren einzelne Sender in Grossagglomerationen jährlich Mil- lionengewinne, wobei der Bundesrat mit der Erhöhung der Werbezeitkontingente noch für entsprechende Zusatzprofite sorgte. Zum Teil ist dies auch auf die vom Bundesrat abgeseg- nete de /acto-Monopolstellung in ihrem Verbreitungsgebiet zurückzuführen. Statt den Gefahren von Multimediamonopo- len entgegenzutreten, bewilligte der Bundesrat in mehreren Regionen den Einstieg lokaler Grossverleger ins Radioge- schäft. Ob er damit der Demokratie einen Dienst erwiesen hat, darf füglich bezweifelt werden. Den Privatradios erlaubte der Bundesrat immer mehr Schleichwerbung. Er schritt nach meiner Meinung gegen die Aushöhlung der Werbevorschriften nicht energisch genug ein. Dies sind nur einige wenige Retuschen an dem schönen Bild, das der Bundesrat in diesem Geschäftsbericht gemalt hat. Vielleicht wäre es angebracht, im Rahmen einer Bilanz zum RVO-Versuch auf Schwachstellen und dunkle Punkte hinzu- weisen, statt Optimismus zu verbreiten, der bei näherem Zuse- hen überhaupt nicht gerechtfertigt ist. Wie heisst es doch soGestion du Conseil fédéral 858 N 13 juin 1989 schön: Aus Fehlern wird man klug. Ich hoffe, der Bundesrat nimmt sich das zu Herzen. Meier-Glattfelden: Ich spreche zur luftverkehrspolitischen Entwicklung in Europa (S. 408 des Geschäftsberichts) und zur Inspektion der GPK beim Bundesamt für Zivilluftfahrt. Herr Couchepin sagte es: das Schwergewicht der Inspektion lag bei der Organisation der Flugsicherung. Ich muss Ihnen ehr- lich sagen: Mich interessiert der Streit zwischen GPK und Bun- desrat, ob die heutige Organisation der Flugsicherung verfas- sungskonform sei oder nicht, nur am Rande. Mich interessiert vielmehr die schweizerische Luftverkehrspo- litik im Spannungsfeld zwischen handelspolitischem Wett- bewerb und umweltbezogenen Wachstumsgrenzen. Ende der siebziger und anfangs der achtziger Jahre schien sich eine günstige Entwicklung anzubahnen. Die lautesten Flugzeuge wurden - rascher als angenommen - durch leisere ersetzt. Gleichzeitig nahm die Zahl der Flugbewegungen nur um rund 2 Prozent pro Jahr zu. Seit 1986 ist eine deutliche Trendwende eingetreten. Von Jahr zu Jahr stieg die Zunahme der Zahl der Flugbewegungen. Gegenwärtig beträgt sie 10 Prozent pro Jahr, und die Liberalisierung im Rahmen von EG 92 wird einen zusätzlichen Wachstumsschub bringen. Es ist klar zu erken- nen, dass die Entwicklung im Luftverkehr gleich unerfreulich verlaufen wird wie beim Strassenverkehr: immer mehr Flug- bewegungen, immer mehr Zubringerverbindungen von und zu noch kleineren Flugplätzen, zunehmende Allgegenwärtig- keit des Fluglärms. Wie der Schwerverkehr auf der Strasse, bezahlt auch der Luft- verkehr seine volkswirtschaftlichen Kosten keineswegs. Es ist einfach nicht in Ordnung, dass die Fluggesellschaften im inter- nationalen Verkehr nur knappe 25 Rappen für einen Liter Flug- benzin bezahlen. Wir kämpfen für die Einhaltung der Luftrein- halteverordnung. Im Luftverkehr aber wird die Luftverschmut- zung mit 600 Millionen Schweizerfranken jährlich subventio- niert. Der Luftraum über den europäischen Flughäfen ist überlastet, ganz speziell derjenige über dem Flughafen Zürich. Mit allen Tricks, mit neuen Lande- und Startverfahren wird die Kapazität des Flughafens Zürich gesteigert. Der schrankenlose Mobili- tätsanspruch, die immer wieder postulierte freie Wahl des Ver- kehrsmittels gehen auf Kosten der Sicherheit, auf Kosten der Luftqualität und vor allem auf Kosten der Gesundheit der Flug- hafenanwohner. Grundsätzlich hat das Bundesamt mit der Flugplangenehmigung ein Mittel in der Hand, den Luftverkehr zu steuern. Eine einschränkende Flugplangenehmigung wi- derspricht jedoch dem Liberalisierungswillen des Bundes- amtes und wird nicht angewandt. Die Geschäftsprüfungskom- mission will, dass das BAZL Szenarien für die mögliche Weiter- entwicklung des Luftverkehrs erarbeitet. Nach intensiven Stu- dien und der Berücksichtigung des gegenwärtigen zehnpro- zentigen jährlichen Wachstums wird dann wohl auch das Bun- desamt darauf kommen, dass es ohne Beschränkungen nicht weitergeht. Auch wir Grüne anerkennen die wirtschaftliche Be- deutung des Luftverkehrs. Richten wir aber die Flughafenpla- nung weiterhin einfach nur nach der Nachfrage aus, so wird es in Kürze zum Kollaps kommen. Eines kann ich Ihnen sagen: Die Bevölkerung rund um den Flughafen Zürich will keine Vergrösserung des plughafens und wird auch keine weitere Aushöhlung des Nachtflugver- bots akzeptieren. Ich bitte Sie, Herr Bundesrat Ogi, die schweizerische Luftfahrt- politik im Interesse unseres Landes vorausschauend zu ge- stalten und nicht zuzuwarten, bis unbeeinflussbare Sach- zwänge keinen Freiraum für Entscheidungen mehr belassen. Leuenberger-Solothurn: Ich möchte mich auch zum Inspekti- onsbericht beim Bundesamt für Zivilluftfahrt äussern, zum Ka- pitel Swisscontrol im Inspektionsbericht. Zuvor habe ich zu de- klarieren, dass ich dem Verwaltungsrat der Swisscontrol als Personalvertreter angehöre. Es sind auch die Personalfragen, die mich besonders interessieren und die mich zu meinem Vo- tum bewegen. Der Geschäftsprüfungskommission darf ich sagen, dass ihr In- spektionsbericht gelesen worden ist, auch im Kreise der drei Personalverbände, die dort Personal organisieren. Ich möchte eine Stellungnahme eines Verbandspräsidenten zitieren: «Ich habe soeben den berühmten Bericht der GPK gelesen. Mich erstaunen und beleidigen gewisse Abschnitte in diesem Be- richt, die immer wieder auf Streikdrohung usw, Bezug neh- men. Diese Herren sollten nun wirklich zur Kenntnis nehmen, dass wir noch nie gestreikt haben, noch nie mit Streik gedroht haben und dass wir in all den Jahren unser Bestes gegeben haben, damit der Flugverkehr trotz den widrigen Umständen sicher, geordnet und effizient abgewickelt werden konnte. Dass wir in diesem Bericht als potentielle Streiker hingestellt werden, ist.... »Dann schimpft er ein bisschen und bittet mich, ich soll hier ein Donnerwetter vom Stapel lassen, was hiermit geschehen sei. Was mich besonders interessiert, ist das Kapitel 421.5 im In- spektionsbericht, in dem man das Personalrecht der Swiss- control darstellt und darauf hinweist, dass derzeit Gesamtar- beitsvertragsverhandlungen zwischen der Swisscontrol und ihren Personalverbänden im Gange sind. Gesamtarbeitsver- tragsverhandlungen, vor allem mit Flugverkehrsleitern, kön- nen bisweilen etwas schwierig sein. Aber unter schweizeri- schen Bedingungen haben sie-wie Figura zeigt-ja noch im- mer zum Ziel geführt. Es wird dann dort weiter ausgeführt - und diese Formulierung hat im Personal etwelche Unruhe ausgelöst,,vor allem im Zu- sammenhang mit anderen Diskussionen -: «Das Fehlen eines öffentlich-rechtlichen Streikverbotes wird dabei allerdings un- terschiedlich gewertet.» Das ist sehr salomonisch. Aber wenn man bedenkt, dass gleichzeitig offenbar in der GPK diskutiert worden ist, man müsste diese Firma eigentlich sozusagen ver- staatlichen und man weiss, dass bei uns im öffentlichen Be- reich das Streikverbot - etwas menschenrechtswidrig - immer noch gilt, so ist klar ersichtlich, woher die Unruhe rührt. Man kann nicht in einem Augenblick, in dem sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer an einen Tisch setzen, drohen: Wenn Ihr Arbeit- nehmer ein bisschen zu weit geht, verbeamtet man Euch, ver- staatlicht man Euch, und dann ist Euer Instrument Streik (mit dem sie, wie sie selber ausführen, gar nie gedroht haben) im Eimer. Das ist mindestens auf der psychologischen Ebene et- was ungeschickt. Mich hat auch etwas erstaunt, dass der Bundesrat genau zu dieser Ziffer 421.5 ganz einfach festhält: «Keine Bemerkun- gen.» Der Bundesrat hätte immerhin darauf hinweisen kön- nen, dass in diesem Lande mit grosser vertragspartnerschaft- licher Erfahrung im Moment vor schwierigen Vertragsverhand- lungen bisweilen der Atem angehalten werden muss, damit man keine dünnen Gläser zerbricht. Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass die ganze Sache gut kommt, und ich bin sehr dankbar, wenn sowohl GPK wie auch der Bundesrat hier ausführen, dass niemand im Ernst daran denkt, jetzt in diese Gesamtarbeitsvertragsverhandlungen mit irgendwelchen unzeitgemässen Drohungen einzugreifen. M. Couchepin, rapporteur de la section DFTCE: C'est bien vo- lontiers que j'apporte à M. Leuenberger-Soleure la confirma- tion qu'il souhaite obtenir de notre part. En aucun cas la Commission de gestion n'a voulu, à travers la petite phrase qu'il a citée, agiter le spectre de l'étatisation pour empêcher une grève qui serait, dans le cas d'une négociation, une arme pour les syndicats. Nous avons été très attentifs, dans notre rapport, à éviter toute allusion qui aurait pu rendre plus difficile la négociation en cours qui n'est pas de notre res- sort, mais de celui de SWISSCONTROL elle-même. Je suis donc surpris que les syndicats se soient sentis visés par une phrase. Je pense que c'est simplement un problème général de perspective psychologique. Lorsque quelqu'un est émotionnellement pris par un problème, il a tendance à voir des allusions à son problème là où il n'y en a pas. Je puis dire aux responsables des syndicats qu'ils doivent faire une toute petite psychanalyse de leur émotion dans ce cas et ils consta- teront qu'objectivement, aucun risque ne vient de notre côté quant à leurs droits et à leurs devoirs.13. Juni 1989 N 859 Geschäftsbericht des Bundesrates Bundesrat Ogi: Ich möchte zunächst dem Berichterstatter, dem Sektionspräsidenten Herrn Nationalrat Couchepin, für seine ausführliche Darstellung der Problematik meines Depar- tements danken. Ebenso danke ich Ihnen allen, die dazu bei- tragen, dass im EVED gut gearbeitet werden kann. Ich möchte zunächst zur Koordinierten Verkehrspolitik spre- chen, in Ergänzung dessen, was Herr Couchepin ausgeführt hat. Es ist noch einmal festzuhalten, dass der Bundesrat nach der für uns negativen Abstimmung in der KVP eine Standort- bestimmung vorgenommen und entschieden hat, keinen neuen Anlauf für eine gesamtheitliche Aenderung der Ver- kehrsartikel vorzunehmen. Wir wollen im Rahmen von Teilrevi- sionen der Verfassung im Bereich der Verkehrsabgaben aktiv werden. Der Bundesrat hat bei dieser Beurteilung der Lage auch die Prioritäten in der Verkehrspolitik festgelegt. Sie wis- sen, es kommen grosse Brocken auf uns zu. Deshalb sind Schwergewichte notwendig. Das Schwergewicht Nummer 1 liegt auf «Bahn (und Bus) 2000», das Schwergewicht Num- mer 2 auf der Alpenbahntransversale, Nummer 3 betrifft die Verhandlungen mit den EG, namentlich was die Uebergangs- lösungen anbelangt, Nummer 4 die Fertigstellung des Natio- nalstrassennetzes und Nummer 5 den Agglomerationsver- kehr. Wir haben viele Probleme im Verkehrsbereich, Sie wissen es. Von 20 Volksinitiativen betreffen zehn mein Departement, und von diesen zehn sind acht Initiativen aus dem Verkehrsbe- reich. Ich möchte sie kurz in Erinnerung rufen: «Stopp dem Be- ton», «Förderung des öffentlichen Verkehrs», die vier Kleeblät- ter, die Abschaffung der Schwerverkehrsabgabe, die Abschaf- fung der Vignette - und die angekündigte Initiative «Schutz der Alpen vor Verkehr». Unser Problem - ich gebe das hier zu - ist, dass viele - ich darf vielleicht sagen: zu viele - Bundesstellen am Verkehr interes- siert sind: das EDA mit dem Völkerrecht, das EDI mit dem Bu- wal, das EJPD mit dem Strassenverkehr, das Finanzdeparte- ment mit den Abgaben und Treibstoffzöllen, das EVD mit der Aussenwirtschaft betreffend EG und schliesslich unser Depar- tement, wo sich auch drei Aemter mit Verkehrsfragen beschäf- tigen, nämlich das ASB, das BAV und das BAZL Das alles kompliziert natürlich die ganze Geschichte. Wir haben hier er- ste Erfahrungen namentlich im Bereich der Verhandlungen mit der EG. Wir haben versucht, in unserem Departement das Ganze et- was zu vereinfachen und noch intensiver zu koordinieren, in- dem wir Departementsrapporte und eine Verkehrskonferenz eingeführt haben und als dritten Schritt den Dienst für Gesamt- verkehrsfragen, der selbständig war, in das Generalsekretariat integriert haben. Wir brauchen eine Stelle, welche die Ver- kehrsfragen aus einer Gesamtsicht heraus beurteilt. Verkehrs- trägerbezogene Politik - Schiene, Strasse, Wasser, Luft - ge- nügt heute nicht mehr. Wir brauchen diese Stelle zur Vorberei- tung der Koordination; wir brauchen sie auch zur Vorbereitung der Rechtsetzung verkehrsträgerübergreifender Komplexe. Dies muss im Departementsstab, im Generalsekretariat, ge- schehen. Die Gruppenbildung Verkehr ist wohl noch nicht spruchreif, aber sie muss aufgrund der ersten Erfahrungen si- cher gelegentlich geprüft werden. Zum Problem der Talsperren, einem Problem, das mir sehr am Herzen liegt. Nach menschlichem Ermessen sind die Talsper- ren, die Staudämme im Hochgebirge, sicher. Die Qualität der Schweizer Talsperren ist, das wissen Sie auch, international anerkannt. Das Departement misst der Talsperrenaufsicht grosse Bedeutung zu. Seit dem 1. Januar 1988 wurde der Sek- tion eine zusätzliche Stelle zugeteilt. Ich bin entschlossen, die Sektion schrittweise personell zu verstärken, wenn ein Bedarf . nachgewiesen werden kann und das Parlament die notwendi- gen Stellen bewilligt und mehr finanzielle Mittel für die erfor- derliche Forschung zur Verfügung stellt. Wir beabsichtigen, in der Frage der Talsperrenaufsicht auch Experten beizuziehen. Zur Inspektion beim Bundesamt für Zivilluftfahrt. Herr Präsi- dent Couchepin hat das Problem angesprochen. Das Haupt- problem und die grundsätzliche Meinungsdifferenz bildet die Verfassungsmässigkeit der heutigen Regelung für die Flugsi- cherung. Der Bundesrat ist klar der Meinung, dass die Verfas- sungsmässigkeit gegeben ist, dies im Gegensatz zur GPK. Es gibt zahlreiche Beispiele für die Delegation von Bundesauf- gaben ähnlichen Gewichts. Die Swisscontrol ist eine ge- mischtwirtschaftliche Gesellschaft unter - zugegebenerweise - dominierendem Einfluss des Bundes. Im übrigen verweise ich auf den ausführlichen Bericht des Bundesrates vom 13. März 1989. Aber auch wir wollen keinen «conflit», wie das Herr Präsident Couchepin so schön formuliert hat. Wir sind be- reit, mit der gegenwärtig in Vorbereitung befindlichen Revision des Luftfahrtgesetzes allenfalls bestehende rechtliche Mängel noch einmal zu diskutieren und zu prüfen. Wir werden auch auf die Fragen von Herrn Nationalrat Leuenberger-Solothurn eingehen, die er heute morgen gestellt hat. Was seine spezi- elle Frage betrifft, wurde sie ja von Herrn Couchepin beantwor- tet. Wenn ich schon von der Zivilluftfahrt spreche, dann möchte ich Ihnen doch kurz sagen, wo uns der Schuh drückt, wo wir heute Probleme haben. Da ist einmal der Sommerstau am Himmel (nach dem Stau auf der Strasse haben wir jetzt auch Stau am Himmel); dann sind da die EG-Verhandlungen in der Luftfahrt, ein nicht zu unterschätzendes Problem (auch die Verhandlungen mit dem Strassenkorridor könnten auf diese Verhandlungen im Luftfahrtbereich negative Auswirkungen haben) ; dann der Pilotenmangel (Es werden nach meiner Mei- nung zuwenig Piloten ausgebildet); dann das ganze Problem des Flughafens Basel-Mülhausen; ferner der Problemkreis, den Herr Meier-Glattfelden angesprochen hat (ich komme noch auf das Problem der Luftfahrt und der Umwelt zurück); und schliesslich - es ist jetzt zwar etwas ruhig, aber das Pro- blem kann morgen wieder auftreten - die Sicherheit der Luft- fahrt generell. Zum Postulat Leuenberger-Solothurn. Dieses Postulat datiert, wie Herr Leuenberger gesagt hat, aus dem Jahre 1987. Es wurde im Bundesrat am 18. Dezember 1987 behandelt. Der Abonnementsverkehr ist heute sehr defizitär, ich höre noch, was Sie letzte Woche über die SBB-Rechnung gesagt haben. Irgendwo müssen wir Grenzen setzen. Jede Grenze - das gebe ich zu, Herr Nationalrat Leuenberger-Solothurn - hat ir- gendwo etwas Willkürliches. Aber nach 25 Jahren könnte bei effizientem Studium das Studium eigentlich abgeschlossen werden. Ich möchte Sie deshalb bitten, dass man dieses Postulat ab- schreibt, wie es der Bundesrat und die GPK beantragen. Zu den Fragen von Herrn Nationalrat Pini - er ist nicht da, ich spreche deshalb fürs Protokoll-: Es ist richtig, wir haben heute Stau auf der Strasse, es ist richtig, wie bereits ausgeführt, der Stau in der Luft beginnt ebenfalls und wir hätten noch freie Ka- pazitäten auf der Schiene, nur nützen wir diese Kapazität noch zu wenig. Die geforderte «stratégie d'attente» ist möglich, aber ich möchte Ihnen sagen, diese «stratégie d'attente» ist natür- lich auch in diesen vielen Volksinitiativen, die auf Sie und uns, aber jetzt vor allem auf Sie warten, irgendwie miteinbezogen, und wir haben in der Beantwortung und in der Stellungnahme zu diesen Fragen selbstverständlich an diese «stratégie d'attente» zu denken. Im Parlament haben wir bereits Stau, und ein weiterer Stau - das muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen, wenn ich an die 20 Volksinitiativen denke und an die zehn Volksinitiativen, die al- lein von meinem Departement behandelt werden - ist abseh- bar. Ich muss Sie deshalb dringend bitten, dafür zu sorgen, dass dieser Stau dann nicht allzu grosse politische Auswirkungen hat. Wir versuchen mit allen Mitteln, den öffentlichen Verkehr zu för- dern, und wir versuchen auch, in der Uebergangslösung grosse Projekte anzugehen. Ich trete nicht näher darauf ein, ich habe sie in diesem Saal mehrmals erwähnt. Nun zur Frage von Herrn'Weder bezüglich Nagra und Entsor- gung. Grundsätzlich ist der Bundesrat gewillt, die Arbeiten zur nuklearen Entsorgung in der Schweiz voranzutreiben und seine Verantwortung bei der Lösung dieser nationalen Auf- gaben wahrzunehmen. Für mögliche Endlagerstandorte ste- hen dabei die Abklärung und die Einhaltung der nuklearen Si- cherheit nach wie vor an erster Stelle. Daneben sind raumpla- nerische Gesichtspunkte und Ueberlegungen des Umwelt- und Landschaftsschutzes ebenfalls zu berücksichtigen. NichtPTT. Gestion et comptes 1988 860 N 13 juin 1989 in Betracht fallen dürfen demgegenüber politische Kriterien. Einem Standort darf nicht deshalb der Vorzug gegeben wer- den, weil sich Sondierungen und Lagerbau politisch leichter durchsetzen lassen. Herr Weder, wir reden mit den Leuten, ich darf auch sagen, wir leiden mit ihnen. Aber es geht mühsam vorwärts. Die 1600 Einsprachen, die Sie vielleicht auch ken- nen, die eingereicht wurden zum Bois de la Glaive, zum Ober- bauenstock, zum Piz Piau Grand und auch zum Wellenberg sprechen eine deutliche Sprache. Nun zu Ihrer Frage bezüglich der Durchsetzung der Untersu- chungen. Es geht nicht darum, der Bevölkerung den Lebens- raum wegzunehmen, wie Sie erwähnt haben. Die Bevölkerung muss nicht ihren Lebensraum verteidigen, denn die Sicherheit ist oberstes Gebot. Die Entsorgung, so meine ich, ist eine na- tionale, an sich unbestrittene, Aufgabe. Es geht nicht um die Schaffung einer Sonderpolizei, sondern um die rechtsstaat- liche Durchsetzung unserer Gesetze. Wir gehen davon aus, dass der Rechtsstaat respektiert wird und dass es gleichzeitig auf der politischen Ebene möglich wird, Untersuchungen zu machen und später auch Lager zu bauen, welche den Sicher- heitsanforderungen genügen. Zu den Bemerkungen von Herrn Nationalrat Stappung. Er hat am Bericht einige wenige, wie er sagte, Retouchen ange- bracht. Wir haben von diesen Retouchen - es waren nicht Mouchen - Kenntnis genommen. Die Lokalradios haben auch ihre Schwachstellen, Herr Nationalrat Stappung. Es kommt aber auf den Saldo an. Nicht nur der Bundesrat zieht positiv Bi- lanz, auch die Begleitforschung, auch Herr Prof. Saxer, der den Lokalradioversuch analysiert hat. Es hat sich gelohnt. Man spricht heute von einer Renaissance des Radios. Das Lo- kalradio hat zweifelsohne die Medienvielfalt erhöht. Neben der Presse gibt es neue, unabhängige Stimmen. Die Lokalradio- programme sind unterschiedlich. Es gibt sehr gute, es gibt gute und es gibt auch weniger gute Programme und Pro- grammteile. Die Lokalradios haben eine Vielfalt gebracht, die zu diesem Land passt. Radio wird vom Publikum heute nicht wenig begehrt; man hört es. Die Einschaltquoten sagen auch nicht Ueberzeugendes aus, aber sie sind doch positiv. Die Ein- haltung der Werbeordnung wird im Rahmen des engen Perso- nalbestands in meinem Departement überprüft. Sie wissen ja von Ihrer Tätigkeit in der Radio- und Fernsehgesetzkommis- sion, wie stark dieser Dienst im EVED bestückt ist. Grosso modo können wir hier einen Strich unter die positive erste Ver- suchsphase ziehen. Zum Schluss zu Herrn Meier. Wir kennen die umweltpoliti- schen Wachstumsgrenzen beim internationalen Flugverkehr. Wir streben auch danach, die Umwelt zu entlasten. Von der GPK her, Herr Nationalrat Meier, kennen Sie die Nachtflug- verbote, die Lärmzonenordnungen und auch die Bestrebun- gen in bezug auf die leiseren Flugzeuge, die sogenannten Flü- sterjets, um nur einige Stichworte zu nennen. Die Schweiz als Binnenland - das möchte ich klar herausstreichen - ist auf ei- nen leistungsfähigen Luftverkehr angewiesen. Sie selbst ha- ben die wirtschaftliche Bedeutung unserer Flughäfen hervor- gehoben. Es muss in diesem Zusammenhang auch gesagt werden, dass die Schweiz im internationalen Vergleich schon heute zu den Staaten mit den einschneidensten Einschrän- kungen gehört. Genehmigt - Approuvé Abschreibung - Classement Abstimmung - Vote Für den Antrag Leuenberger-Solothurn 57 Stimmen Für den Antrag der Kommission 43 Stimmen Präsident: Die übrigen Anträge des Bundesrates betreffend Abschreibung bzw. Aufrechterhaltung von Vorstössen werden Stillschweigend genehmigt. Zustimmung - Adhésion Hier wird die Beratung dieses Geschäftes unterbrochen Le débat sur cet objet est interrompu #ST# 89.025 PTT. Geschäftsbericht und Rechnung 1988 PTT. Gestion et comptes 1988 Bericht des Bundesrates vom 19. April 1989 Rapport du Conseil fédéral du 19 avril 1989 Beschlussentwurf siehe Seite 74 des Berichtes Projet d'arrêté voir page 74 du rapport Bezug bei der Generaldirektion PTT, Viktoriastrasse 21, Bern S'obtiennent auprès de la Direction générale des PTT, Viktoriastrasse 21, Berne Columberg, Berichterstatter: Erstmals werden der Geschäfts- bericht und die Finanzrechnung der PTT nicht mehr getrennt, sondern in einer Vorlage den eidgenössischen Räten unter- breitet. Die Genehmigung erfolgt jedoch durch getrennte Be- schlüsse. Beschluss A betrifft die Geschäftsführung und Be- schluss B die Finanzrechnung. Auch die Prüfung des Ge- schäftsberichtes und der Finanzrechnung erfolgte nach dem bisherigen Verfahren, d. h. durch die zuständigen Sektionen der Geschäftsprüfungskommission bzw. der Finanzkommis- sion, wobei die Präsentation und die Beratung an einer ge- meinsamen Sitzung durchgeführt wurden. An einem zweitägigen Seminar anfangs Juli werden wir uns mit einigen grundsätzlichen Fragen befassen, wie der Ent- wicklung der Personalprobleme, der Investitionspolitik der PTT, dem Empfang der Radiosendungen in den anderen Sprachregionen und dem Stand des Projektes Videotex. Die PTT-Betriebe weisen wiederum ein gutes Resultat aus, auch wenn die letztjährigen Ergebnisse nicht erreicht wurden. Trotz erneuter Tarifsenkungen im Fernmeldebereich konnte ein Unternehmungsgewinn von 369 Millionen erzielt werden. Allerdings war es nicht mehr möglich, die bedeutenden Inve- stitionen vollständig selbst zu finanzieren. Diese Trendände- rung muss unbedingt beachtet werden; denn der technologi- sche Umbruch erfordert auch in Zukunft erhebliche Neuinve- stitionen. Nur mit Innovationen und Investitionen werden un- sere PTT den künftigen Ansprüchen an qualitativ hochwertige Dienstleistungen insbesondere im Fernmeldebereich genü- gen können und konkurrenzfähig bleiben. Dieser Effort ist im Hinblick auf die starken Liberalisierungstendenzen unerläss- lich. In diesem Zusammenhang stellt sich immer wieder die Frage der Mischrechnung bzw. einer allfälligen Abgeltung der ge- meinwirtschaftlichen Leistungen. Der Kostendeckungsgrad der Postdienste liegt lediglich bei 90 Prozent. Innert Jahresfrist ist er um 4 Prozent gesunken. Negativ ist insbesondere, dass die Paketpost nur 76 Prozent ihrer Kosten deckt. Die am 1. Mai 1989 erfolgte Tariferhöhung ist deshalb zu begrüssen; sie bringt einen gewissen Ausgleich und hilft mit, allzu grosse Ver- zerrungen im Tarifgefüge auszumerzen. Nicht kostendeckend sind ferner die Postautodienste - dort haben wir einen Kosten- deckungsgrad von lediglich 56 Prozent und eine Unter- deckung von 92 Millionen - und die Zeitungstransporte mit ei- nem Kostendeckungsgrad von 45 Prozent und einem Nega- tivsaldo von 213 Millionen Franken. Dies ist ein Beitrag zur Er- haltung unserer Pressevielfalt. Nicht gesondert berechnet werden die Leistungen zugunsten der Regionalwirtschaft. Diese nehmen ein erhebliches Ausmass an. Gerne benütze ich die Gelegenheit, um den PTT-Verantwortlichen für diese staatspolitisch und volkswirtschaftlich bedeutsamen Leistun- gen herzlich zu danken. In diesem Zusammenhang muss auch der Ausbau des Ge- samtverteidigungsnetzes erwähnt werden. Der Bundesrat er- wartet, dass die PTTdieses Netz finanzieren. Es geht immerhin um einen Betrag in der Grössenordnung von einer halben Mil- liarde Franken. Je nach der finanziellen Entwicklung wird sich die Frage einer Abgeltung der gemeinwirtschaftlichen Leistun- gen wieder stellen. Im Augenblick erachten wir sie nicht als vordringlich.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Geschäftsbericht des Bundesrates, des Bundesgerichtes und des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes 1988 Gestion du Conseil fédéral, du Tribunal fédéral et du Tribunal fédéral des assurances 1988 In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 07 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.021 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 13.06.1989 - 08:00 Date Data Seite 854-860 Page Pagina Ref. No 20 017 430 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.