Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. Oktober 2012 (720 11 96) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Zumutbare Verweistätigkeit, Beweiskraft polydiszplinärer Gutachten Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Michael G uex, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Matthias Aeberli, Advokat, Freie Strasse 82, Postfach, 4051 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1961 geborene A.____ ist gelernter Automecha niker und war zuletzt bis Ende No- vember 2007 als Automechaniker bei der Garage B.____ i n C.____ angestellt. Am 10. Dezem- ber 2007 meldete er sich bei der IV-Stelle Basel-Land schaft (IV-Stelle) unter Hinweis auf einen schweren Autounfall im Jahre 1984 zum Leistungsbezug an. Eine zunächst in die Wege geleite- te berufliche Eingliederung wurde am 10. August 2009 beendet, da aufgrund psychischer Be- einträchtigungen keine Integrationsmassnahmen möglich waren. Nach Abklärung der gesund- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht heitlichen und erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV -Stelle den Rentenanspruch des Versi- cherten nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 1. Februar 2011 ab. B. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Dr . Matthias Aeberli, Advokat, am 3. März 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons B asel-Landschaft, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht) und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 1. Februar 2011 sowie die Zusprache einer ganzen IV-Rente ab 1. März 2008. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die medizinische Akt enlage widersprüchlich sei. Die IV-Stelle stütze sich auf das Gutachten des D.____ vom 1 3. September 2010, auf welches je- doch nicht abgestellt werden könne. So diagnostiziere der behandelnde Psychiater eine mit- telgradige depressive Episode, die schon seit Jahren and auere und zu einer allmählichen Ver- schlechterung tendiere. Das D.____ gehe hingegen von ei ner leichten bis mittelgradigen de- pressiven Episode aus. Hinzu trete, dass bei der Festsetzun g des Invalideneinkommens zu Unrecht keinerlei leidensbedingter Abzug vorgenommen w orden sei. Dieser müsse in Anbet- racht der gesundheitlichen Beeinträchtigungen mindestens 20% betragen. C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 7. April 2011 auf Abweisung der Be- schwerde. Gestützt auf die schlüssige Beurteilung des D.___ _ resultiere letztlich ein Renten ausschliessender IV-Grad von lediglich 33%. D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 21. Juli 2011 gel angte das Gericht zum Ergebnis, dass die dem Versicherten noch verbleibende Restarbeitsfä higkeit und das dabei zu beachten- de Leistungsprofil näherer Prüfung bedürfen. Es beschl oss daher, ein entsprechendes polydis- ziplinäres Gutachten beim E.____ in Auftrag zu geben. Nachdem beide Parteien sich sowohl mit dieser Begutachtung als auch mit dem vorgeschlagenen Fragenkatalog einverstanden er- klärt hatten, erging am 12. August 2011 die Auftrags erteilung durch das Gericht. Das Gerichts- gutachten datiert vom 31. Dezember 2011. Der Beschwerd eführer hielt mit Stellungnahme vom 31. Januar 2012 an seinem ursprünglichen Rechtsbegehren fest, wonach ihm ab Januar 2008 basierend auf einem IV-Grad von mindestens 70% eine gan ze IV-Rente zuzusprechen sei. Die IV-Stelle ihrerseits hielt mit Schreiben vom 2. Febr uar 2012 unter Hinweis auf ihre Ausführun- gen in ihrer Vernehmlassung und in der angefochtenen Verfügung sowie gestützt auf eine Stel- lungnahme des RAD vom 27. Januar 2012 an der Abweisung der Beschwerde fest. E. Anlässlich der zweiten Urteilsberatung gelangte das G ericht zur Auffassung, die stritti- ge Angelegenheit erneut auszustellen. Dabei hielt es f est, dass in Bezug auf die dem Be- schwerdeführer noch verbleibende Restarbeitsfähigkeit dem gerichtlichen Gutachten des E.____ vom 31. Dezember 2011 zu folgen sei, wonach eine den körperlichen und psychischen Beschwerden angepasste Verweistätigkeit noch zu 40% zuzu muten ist. Sodann wies es darauf hin, dass hinsichtlich der erwerblichen Verhältnisse in de r angefochtenen Verfügung vom 1. Februar 2011 für die Bemessung des Valideneinkommen s fälschlicherweise die nach Eintritt des Gesundheitsschadens ausbezahlten Krankentaggelder herangezogen worden seien. Damit resultiere auf der Basis einer verbleibenden Restarbeit sfähigkeit sowie nach Abzug eines an- gemessenen leidensbedingten Abzugs vom Invalideneinkomme n eine Erwerbseinbusse, wel- che dem Beschwerdeführer Anspruch auf eine IV-Rente ei nräume. Nachdem das Wartejahr Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht aber bereits am 4. Januar 2007 zu laufen begonnen ha be, besitze der Versicherte bereits ab Januar 2008 Anspruch auf eine IV-Rente. Kraft Rechtsa nwendung von Amtes wegen stehe so- mit im Raum, dem Beschwerdeführer hinsichtlich des Rent enbeginns mehr zuzusprechen, als dieser verlangt habe. F. Der Beschwerdeführer beantragte in seiner Stellun gnahme vom 17. April 2012, es sei ihm den Erwägungen des Kantonsgerichts zufolge mit Wirk ung ab 1. Januar 2008 eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Die IV-Stelle hielt in ihrer Stellungnahme vom 29. Juni 2012 dafür, dem Beschwerdeführer ab Januar 2008 eine Viertelsrente de r IV zuzusprechen. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass in der angefochtene n Verfügung für die Bemessung des Valideneinkommens fälschlicherweise die nach Eintritt des Gesundheitsschadens ausbezahlten Krankentaggelder herangezogen worden seien. Gestützt a uf das Gutachten des D.____ vom 23. September 2010 sei der Versicherten hingegen für kö rperlich leichte bis intermittierend mit- telschwere, wechselbelastende Tätigkeiten im Umfang von 70% leistungsfähig. Ein leidensbe- dingter Abzug vom Invalideneinkommen sei nicht gerechtf ertigt. Damit resultiere neu ein IV- Grad von 45%. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist - soweit notwendig - in den nachfolgenden Erwä- gungen - einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den A llgemeinen Teil des Sozialver- sicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 i.V.m. Art. 69 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 kann gegen Verfügungen der kantonalen IV- Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsge richt am Ort der IV-Stelle innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsger icht ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 örtlich und sachlich zuständig. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten. 2.1 Am 1. Januar 2008 ist die Änderung des IVG vom 6. Oktober 2006 (5. IV-Revision) in Kraft getreten. In intertemporalrechtlicher Hinsicht sehen deren Schlussbestimmungen eine - im vorliegenden Fall nicht weiter interessierende - Sonder regelung betreffend die Besitzstands- wahrung bei Taggeldern für laufende Eingliederungsma ssnahmen vor. In Bezug auf den Ren- tenanspruch enthalten die Schlussbestimmungen dagegen keine übergangsrechtliche Sonder- regelung. Für die Beurteilung der Frage, welches Rech t bei der Beurteilung des Rentenan- spruchs Anwendung findet, ist deshalb auf die allgemein en Kriterien des intertemporalen Rechts abzustellen (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Dana ch gilt der Grundsatz, dass diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des r echtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (vgl. BGE 130 V 253 E. 3.5 mit Hinweis). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hat als weisungsberechtigte Auf- sichtsbehörde gestützt auf Art. 64 und Art. 64a Abs. 1 l it. b IVG im Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007 Weisungen zur 5. IV-Revision und zum Intertemporalrecht erlassen. Da- nach ist grundsätzlich dasjenige Recht anwendbar, welche s bei Eintritt des Versicherungsfalles in Geltung stand. Ist der Versicherungsfall vor dem 1. Januar 2008 eingetreten, so gilt demnach altes Recht und die versicherte Person kann sich noch in nerhalb eines Jahres seit Eintritt des Versicherungsfalles ohne Einbusse an Rentenleistungen b ei der IV anmelden (vgl. Art. 48 Abs. 2 IVG [in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fass ung]). Tritt der Versicherungsfall hin- gegen ab 1. Januar 2008 oder später ein, so ist das neue Recht anwendbar. In diesem Fall ent- steht der Rentenanspruch grundsätzlich erst sechs Monate nach Anmeldung bei der IV (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung]). Ausgenommen davon sind jedoch jene Fälle, in denen das Wartejahr noch vor dem 1. Januar 2008 zu laufen begann und im Jahr 2008 erfüllt wurde. Diesfalls ist d ie Rente abweichend von Art. 29 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung ab Ab lauf des Wartejahres auszurichten. Auch wenn das Gericht an die Verwaltungsweisungen nicht gebunden ist, weicht es praxisge- mäss nicht ohne triftigen Grund davon ab, wenn diese ei ne überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Damit wird dem Bestreb en einer rechtsgleichen Gesetzesan- wendung Rechnung getragen (vgl. BGE 133 V 587 E. 6.1 ). Das trifft auf die genannte Weisung des BSV zu. 2.3 Vorliegend ist der Beschwerdeführer nach der unbe stritten gebliebenen und zutreffen- den Feststellung der untersuchenden und begutachtenden Ärzte in seiner angestammten Tätig- keit seit 3. Januar 2007 vollständig arbeitsunfähig (v gl. Arbeitgeberfragebogen der Garage B.____ vom 17. Dezember 2007, IV Akt Nr. 3). Das War tejahr für den Rentenanspruch begann somit am 3. Januar 2007 zu laufen und endete am 4. Jan uar 2008. Die Renten begründende Invalidität (Versicherungsfall Invalidenrente nach Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So zialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000 und Art. 4 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 28 ff. IVG; vgl. dazu nunmehr auch BGE 137 V 417 ff.) ist demnach nach dem 1. Janua r 2008 eingetreten, weshalb der stritti- ge Rentenanspruch grundsätzlich gemäss den ab 1. Januar 2 008 geltenden, neuen Rechts- grundlagen zu beurteilen ist. Hingegen hat das Wartej ahr noch vor dem 1. Januar 2008 zu lau- fen begonnen. Die Auszahlung einer allenfalls geschulde ten IV-Rente hätte demnach in Abwei- chung dieses Grundsatzes bereits nach Ablauf des Wartejahres im Januar 2008 zu erfolgen. 3.1. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG in der seit 1. Januar 2 008 anwendbaren Fassung hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn si e zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 4 0% invalid ist. Invalidität im Sinne dieser Bestimmung ist die durch einen körperlichen, gei stigen oder psychischen Gesundheits- schaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder tei lweise Erwerbsunfähigkeit (vgl. Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh rung allfälliger Eingliederungsmassnah- men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichen er Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsei nkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkomme n). Der Vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er werbseinkommen ziffernmässig mög- lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Me thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.3 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körper- liche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 4 Abs.1 IVG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheit sschadens und damit invaliden- versicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkung en der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Will ens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren w ird dabei weitgehend objektiv bestimmt (vgl. BGE 102 V 165; AHI-Praxis 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Ve rsicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilu ngen) bleibt folglich weitestgehend an- wendbar (vgl. BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwal- tung und im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen a ngewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellun gnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (vgl. ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Inva- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht liditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entsc heidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E . 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Eidgenössisc hen Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung) mit dem Grundsatz der freien Beweis- würdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Forme n medizinischer Berichte und Gutach- ten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen ( vgl. die ausführlichen Zusammenstellun- gen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutach- ten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrun d eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Wie das Bundesgericht unlängst präzisiert hat, sind in solchen Fällen jedoch strenge Anforderung en an die Beweiswürdigung in dem Sin- ne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an d er Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit jener ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit Ver- weisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwi ckelten Grundsätze finden für das IV- Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (vgl. Urteil d es EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Beric hte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, da ss diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts i m Rahmen einer freien und um- fassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die pot entiellen Stärken der Berichte be- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht handelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand al lein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf deshalb nicht dazu f ühren, sie als von vornherein unbe- achtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abd eckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkennt nisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich best ellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stet s in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnde n Ärzte zu anderslautenden Einschät- zungen gelangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. M ai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hin- weisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subje ktiver ärztlicher Interpretation entsprin- gende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutacht ung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 514/0 6 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinwei- sen). 5. Im Zentrum der divergierenden Standpunkte der Par teien stehen die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten und hier insbesondere das von der Verwaltung eingeholte polydisziplinäre Gutachten des D.____ vom 13. September 2010 einerseits und das gerichtliche Gutachten des E.____ vom 31. Dezember 2011 andererseits. 5.1 Mit Gutachten vom 13. September 2010 diagnostiziert e die Ärzteschaft des D.____ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte bis mittelgradige depressive Episode sowie ein zer- vikozephales Syndrom leichterer Ausprägung ohne radikulär e Symptomatik bei Status nach einem wahrscheinlichen HWS-Distorsionstrauma im Jahre 1984. Ohne Einfluss auf die Arbeits- fähigkeit sei eine anhaltende somatoforme Schmerzstörun g, eine niederfrequente Migräne so- wie ein fortgesetzter Nikotinkonsum zu diagnostizieren. In der Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, dass sich radiologisch nur leichtgrad ige degenerative Veränderungen finden liessen. Die angegebenen Beschwerden liessen sich m it den neurologischen Befunden nicht vollständig erklären, so dass der Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung beste- he, was psychiatrisch als somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert worden sei. Aus neurolo- gischer Sicht sei der Explorand für eine körperlich leich te bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne Leistungseinschränkung vollständig arbeitsfähig. Zwangshal- tungen und Überkopfarbeiten sollten vermieden werden, weshalb die Tätigkeit als Automecha- niker in einzelnen Bereichen nicht mehr geeignet sei. In ternistisch bestünden weitgehend un- auffällige Befunde, so dass sich keine weitergehende Un tersuchung aufdränge. Psychiatrisch sei eine depressive Symptomatik festgestellt worden, welch e diagnostisch als leichte bis mit- telgradige depressive Episode eingeordnet worden sei. Zu sätzlich bestehe die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit aufgrund der depressiven Symptome um 30% eingeschränkt. Zusammenfassend sei der Explo- rand für eine körperlich leichte bis intermittierend mi ttelschwere Tätigkeit zu 70% ganztags ar- beits- und leistungsfähig, wobei die angestammte Tätigkeit nicht mehr geeignet sei. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der psychiatrischen Fachbeurteilung zufolge mache sich d er Explorand Sorgen über seine Zu- kunft und leide unter Existenzängsten. Er versuche viel un d habe viele Behandlungen und The- rapien in Anspruch genommen. Heute aber habe er kaum m ehr Hoffnung auf eine Besserung. Die psychosozialen und emotionalen Belastungen seien deutl ich ausgeprägt und drückten sich im Sinne der Abwehr auch in den Schmerzen aus. Die u rsprünglich somatisch ausgelösten Schmerzen hätten sich verselbständigt und ausgeweitet. D ie psychosozialen Belastungen hät- ten zu depressiven Verstimmungen geführt. Gegenwärtig h andle es um eine leichte bis mit- telgradige depressive Episode. Bereits 2007 habe der Expl orand an depressiven Verstimmun- gen gelitten, die damals zur Hospitalisation geführt hä tten. Es sei deshalb von einer rezidivie- renden depressiven Störung auszugehen. Eine schwere psychische Störung bestehe nicht. Der Explorand sei nicht suizidal und leide nicht unter deutli chen Konzentrationsstörungen. Ein pri- märer Krankheitsgewinn sei nicht ausgewiesen. Es bestünd en zwar etwas auffällige, selbstun- sichere bzw. vermeidende Persönlichkeitszüge. Dies aber reiche für die Diagnose einer Persön- lichkeitsstörung nicht aus. Gegen diese Diagnose spreche au ch der Verlauf mit einer normalen Arbeitsfähigkeit noch vor der Erkrankung. Trotz der ge klagten Beschwerden könne ihm aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, einer den körperlich en Einschränkungen angepassten Tätigkeit zu 70% nachzugehen. Es bestehe ein deutlicher sozialer Rückzug, der aber auch da- durch bedingt sei, dass der Versicherte nicht mehr arbeit e, anhaltend krank sei und deshalb nach seinem Gesundheitszustand gefragt werde, wonach er sich noch mehr beeinträchtigt fühle und sich erst recht zurück ziehe. Innerhalb der Familie bestehe aber eine gute Beziehungssitua- tion; ein emotionaler Rückzug sei nicht ausgeprägt. Gemäss neurologischer Fachbeurteilung stünden die Schmerzen und Depressionen im Vorder- grund der Beschwerden. Die aktuelle Untersuchung ergeb e lediglich ein leichtes Zervikalsyn- drom. Der objektive Status sei völlig unauffällig. Ko gnitive Defizite seien keine zu erheben. Die Fülle und die Intensität der beklagten Beschwerden übe rstiegen den Rahmen eines Zervikal- syndroms, welches ohnehin als leicht einzuordnen sei. Es se i deshalb an eine zusätzliche Schmerzverarbeitungsstörung zu denken. Beim Vorliegen des Zervikalsyndroms könnten Tätig- keiten in Zwangshaltungen oder Überkopfarbeiten nich t oder nur eingeschränkt verrichtet wer- den. Hiervon seien zu einem kleineren Teil auch die Tä tigkeiten als Automechaniker betroffen. Körperlich leichte bis stundenweise mittelschwere Tätigkeiten könnten ansonsten ganztätig ver- richtet werden. Aus neurologischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100%. 5.2 Mit polydisziplinärem Gutachten des E.____ vom 31. Dezember 2011 wurde beim Be- schwerdeführer mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit e ine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom und Chronifizierungstendenz, eine chr onische Schmerzstörung mit so- matischen und psychischen Faktoren, ein Verdacht auf unsiche re, ängstlich-vermeidende Per- sönlichkeitszüge, eine regelmässige Opioideinnahme, eine Aktromioklavikulararthrose links und Rotatorenmanschettendegeneration mit Partialruptur de r Subscapularissehne in der kranialen Hälfte, ein chronisches zervikovertebragenes bis -cephales Sch merzsyndrom, ein chronisches lumbales vertebragenes Schmerzsyndrom sowie eine beginnen de mediale Gonarthrose links diagnostiziert. Aktuell stände aus orthopädischer und ne urologischer Sicht die Einschätzung im Wesentlichen im Einklang mit den somatischen Vorbericht en. Die Gesamtheit der Befunde ma- che die bisherige Tätigkeit als Automechaniker bleibend unmöglich. Für Verweistätigkeiten kön- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ne aus orthopädisch-neurologischer Sicht ein qualitatives Anforderungsprofil formuliert werden. Rein in Bezug auf das zumutbare Pensum sei aus somatischer Sicht keine relevante Ein- schränkung zu attestieren. Zentral für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit sei die psychiatri- sche Einschätzung. Diesbezüglich ergäben sich auch die gröss ten Diskrepanzen zu den bishe- rigen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit. Es sei davo n auszugehen, dass der Explorand auf- grund seiner Persönlichkeitsstruktur, insbesondere auch aufgrund seiner hohen Selbstansprü- che, durch jahrelange körperliche Beschwerden zunehmend in eine depressive Krise geraten sei, die anfangs 2007 exazerbierte, so dass seine Coping-Fähigkeiten nicht mehr genügten. Bei jahrelangem Vorlauf der Depression sei zu vermuten, dass er viel zu lange versucht habe, ohne adäquaten Beizug einer Hilfe von aussen mit seinen P roblemen fertig zu werden, was der Chronifizierung Vorschub geleistet habe. Aufgrund dies er Chronifizierung habe sich eine kom- plexe negative Interaktion mit sekundären psychosozialen B elastungen ergeben und es habe sich eine stark ambivalente Zukunftsaussicht etabliert, welc he ein Verharren in der Depressivi- tät gefördert habe. Die psychischen und somatischen Faktoren würden auf dem Hintergrund der Persönlichkeitsstruktur sehr ungünstig interagieren, ind em sich der Explorand in eine hohe In- aktivität und in die Krankenrolle zurückziehe. Spätestens ab 2007 liege eine chronifizierte mit- telgradige depressive Episode vor. Diese schwanke in ihre r Ausprägung, was dem natürlichen Verlauf entspreche. Unübersehbar sei jedoch eine Chronifizierungstendenz. Diese chronifizierte Depression interagiere negativ mit den somatisch teilwe ise begründbaren Beschwerden und führe zu einer Überbewertung derselben, ohne dass der Explorand in der Lage wäre, das über- bewertete Schmerzerleben willentlich zu überwinden. Ein e Verweistätigkeit sei aktuell zeitlich zu 40% möglich. Diese Einschränkung ergebe sich aufgrund der deutlich verminderten Belast- barkeit. Als leistungsmindernde Faktoren seien eine deutlich eingeschränkte Belastbarkeit, eine eingeschränkte Stresstoleranz, eine gedankliche Einengung durch die Schmerzen und sonstige negative Kognitionen mit resultierender Konzentrati onsminderung und erhöhter Fehlerquote zu nennen. Innerhalb des Zeitrahmens seien aufgrund der somatischen Beschwerden zusätzlich qualitative Limiten zu berücksichtigen: Heben und Tragen nicht über 8 kg, keine Überkopfarbei- ten, keine Tätigkeit in vornüber geneigter Haltung ode r im Hocken und Knien, keine Zwangs- dauerhaltungen. Möglich seien somit wechselbelastende, k örperlich leichte Tätigkeiten. Aus rein psychiatrischer Sicht wäre eine den körperlichen Besc hwerden angepasste, gut strukturier- te, überschaubare Tätigkeit für rund drei Stunden mög lich. Dabei sollte es sich um eine Tätig- keit handeln, bei der auf Zeitdruck und auf hohe Anfo rderungen, Konzentration und Durchhalte- vermögen verzichtet werden kann. Diese Einschränkungen wür den aus dem diagnostizierten depressiven Syndrom in Kombination mit der chronischen Schmerzstörung resultieren. Der psychiatrischen Fachbegutachtung zufolge lägen beim V ersicherten neben einer depressi- ven Grundstimmung ausgeprägte Schlafstörungen, Konzent rations-, Appetit- und Libidovermin- derung, eine Antriebsminderung sowie intermittierend suizidale Gedanken vor. Zudem würden Insuffizienz- und Minderwertigkeitsgefühle sowie eine z eitweise auftretende Gereiztheit be- schrieben. Zusammenfassend entspreche das klinische Bild ei nem depressiven Syndrom mit- telgradiger Schwere, wobei aufgrund des langjährigen Bestehens mit zunehmender Verschlech- terung von einer Chronifizierung auszugehen sei. Die i n den Vorberichten zeitweise diagnosti- zierte rezidivierende depressive Störung könne nicht bestät igt werden, da hierfür ein Intervall von mindestens zwei Monaten ohne deutliche affektive Stö rung bestanden haben muss, was Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht jedoch nicht dokumentiert sei. Bei sorgfältiger Bele uchtung des authentisch wirkenden klini- schen Bilds könne ein chronifiziertes, mittelgradiges de pressives Syndrom ohne Hinweis auf eine rezidivierende Störung sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und physi- schen Faktoren beschrieben werden, die durch wahrscheinlich bereits vorbestehende Persön- lichkeitszüge akzentuiert werden. Abschliessend könne konst atiert werden, dass der Explorand in seiner Belastbarkeit deutlich reduziert sei und eine W iedereingliederung nur mit einer gerin- gen Stundenzahl möglich sei. Aus rein psychiatrischer Sicht wäre eine den körperlichen Be- schwerden angepasste, gut strukturierte, überschaubare Tä tigkeit für rund drei Stunden mög- lich. Dabei sollte es sich um eine Tätigkeit handeln, b ei der auf Zeitdruck und hohe Anforderun- gen, Konzentration und Durchhaltevermögen verzichtet w erden sollte. Diese funktionellen Ein- schränkungen würden aus dem diagnostizierten depressiven Syn drom in Kombination mit der chronischen Schmerzstörung resultieren. Dem neurologischen Fachgutachten ist in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Exploranden zu entnehmen, dass die zervikozephale Schmerzsymptomatik negat iv mit der psychiatrischen Grundproblematik interferiere. Durch die beiden Beschwe rdenkomplexe sowie die zusätzlich vorliegende Schulterproblematik komme es zu einer addit iven bis supraadditiven Einschrän- kung. 5.3 Ergänzend ist auf folgende medizinische Unterlagen von Relevanz einzugehen: 5.3.1 Dem Untersuchungsbericht von Dr. F.____, FMH Neur ologie, vom 21. Oktober 2004 zufolge seien in der Folge der 1984 erlittenen Front alkollision kognitive Störungen, Müdigkeit und Schlafstörungen sowie Nacken- und Kopfschmerzen aufgetreten. Wegen multiplen degene- rativen Gelenksveränderungen seien zudem beide Schulter n operiert worden. In der klinischen Untersuchung habe ausser einer eingeschränkten HWS-Bewe glichkeit bei Vorliegen eines Zer- vikalsyndroms keine spezielle Pathologie erhoben werden kön nen. Der Patient klage vor allem über kognitive Störungen und über eine depressive Entwicklung mit Schlafstörungen. 5.3.2 Gemäss Bericht von Dr. G.____, FMH HNO, Gemeinsch aftspraxis auf der Lyss, vom 26. August 2004 hätten keine pathologischen Befunde e rhoben werden können. Den Angaben des Patienten zufolge sei die Schlafqualität deutlich beeinträchtigt. 5.3.3 Gemäss Bericht des Spitals H.____ vom 3. Juni 2006 h abe der Versicherte das vorge- gebene Pensum von zwei Stunden an vier Tagen pro Woche einhalten können. Dies sei auf seine pflichtbewusste Haltung und seine leistungsorien tierte Persönlichkeit zurückzuführen. Die erbrachte Leistung sei nur unter grosser Willenskraft un d dank der Bereitschaft, zusätzliche Schmerzen zu tolerieren, möglich gewesen. Prognostisch könne innert nützlicher Frist nicht von einer Steigerung des Pensums auf 50% ausgegangen werden. 5.3.4 Dem Rehabilitationsbericht der Klinik I.____ vo m 30. April 2007 zufolge sei eine mit- telgradige depressive Episode bei rezidivierenden depressiven Episoden zu diagnostizieren. Es bestehe seit Jahren eine progrediente depressive Sympto matik, welche durch chronische Schmerzen verstärkt werde. Zur aktuellen psychophysischen Deko mpensation sei es durch Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Kündigung des Mietverhältnisses sowie durch eine dr ohende Kündigung der Arbeitsstelle gekommen. Bei Eintritt hätten leichte Störungen der Konzentration, der Merkfähigkeit und des Gedächtnisses bestanden. Im Affekt habe sich der Versicherte deprimiert und insgesamt affekt- starr gezeigt. Der Antrieb sei vermindert und gehemmt gewesen. Er habe über Schlafstörungen, eine Gewichtsabnahme sowie Appetit- und Verdauungsprobl eme berichtet. Der Patient leide aktuell an einer mittelgradigen depressiven Episode mit erheblicher psychophysischer Erschöp- fung. Im Verlaufe des stationären Aufenthalts hätten eine leichte Beruhigung sowie eine körper- liche Kräftigung erreicht werden können. 5.3.5 Gemäss Abklärungsbericht der J.____ vom 5. Juli 2007 beklage der Patient trotz er- folgter Rehabilitation in der psychiatrischen Klinik I.____ weiterhin eine Lustlosigkeit. Er sei mü- de und leide an Schlafstörungen. Zu diagnostizieren sei eine rezidivierende depressive Störung aktuell mittelgradig. Subjektiv habe der Patient nach se inem Autounfall im Jahre 1984 kognitive Veränderungen sowie chronische Kopf- und Nackenschmerzen entwickelt. Obwohl er über viele Jahre an wiederkehrenden depressiven Zuständen gelitten habe, sei er erst im Juni 2005 bei den J.____ vorstellig geworden. Auffällig sei, dass sei ther kein wirksames Antidepressivum ge- funden werden konnte. 5.3.6 Gemäss Schreiben der J.____ vom 24. August 2007 zu Handen der K.____ leide der Versicherte an einer depressiven Stimmungslage, vermindert er Empfindung von Lust und Inte- resse, einer vermehrten Reizbarkeit, Schlafstörungen, e iner Tagesmüdigkeit, subjektiv kogniti- ven Störungen sowie an chronischen Kopf- und Nackenschmerze n. Es sei eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradig sowie ein Verd acht auf akzentuierte Persönlichkeitszü- ge zu diagnostizieren. 5.3.7 Dem Bericht der J.____ vom 12. Dezember 2007 ist zu entnehmen, dass eine aktuell mittelgradige, rezidivierende depressive Störung sowie ei n Verdacht auf akzentuierte Persön- lichkeitszüge zu diagnostizieren sei. Die Prognose sei ungewiss. 5.3.8 Gemäss Stellungnahme des ärztlichen Dienstes der L._ ___ vom 16. Januar 2008 an die K.____ habe beim Versicherten im Behandlungszeitpun kt eine ausgeprägte, depressive Stimmungslage mit Konzentrationsstörungen, Schlafstörung en, Grübelzwang und Erschöpfung bestanden. Es sei eine rezidivierende depressive Störung b ei Somatisierungsstörung, aktuell mittelgradig, zu diagnostizieren. 5.3.9 Gemäss Arztbericht für Erwachsene der J.____ vom 16. Januar 2008 seien eine min- destens seit 2005 bestehende, rezidivierende depressive St örung, gegenwärtig mittelgradig, sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge zu diagnostizieren. D em entsprechenden Beiblatt zu diesem Arztbericht ist zu entnehmen, dass die psychiatrische Erkrankung zu erheblichen psy- chischen Einschränkungen führe. Der Versicherte sei unter anderem in der Durchhaltefähigkeit, der Kontakt- und Gruppenfähigkeit sowie in der Umste llungsfähigkeit eingeschränkt. Die seit Jahren bestehenden multifaktoriellen Kopfschmerzen würden die Ressourcen beeinträchtigen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.10 Dem Austrittsbericht des ärztlichen Dienstes der L .____ vom 17. Januar 2008 ist zu entnehmen, dass der Versicherte im Zeitpunkt des Eintrit ts der stationären Hospitalisation vom 6. bis 21. Dezember 2007 recht angespannt und verzweife lt gewirkt habe. Anamnestisch sei er gelegentlich lebensmüde, den Gedanken sich etwas anzutun, habe er jedoch nie konkret ge- habt. Bei der Aufnahme des Patienten habe sich ein ve rminderter Antrieb sowie psychomoto- risch eine Angespannt- und Gereiztheit erheben lassen. Eine Suizidalität habe nicht bestanden. Zu diagnostizieren sei eine depressive Reaktion im Rahmen einer Somatisierungsstörung, eine Benzodiazepinabhängigkeit sowie eine Akzentuierung narzi sstischer Persönlichkeitszüge. Der Austritt sei gegen den ärztlichen Rat erfolgt. 5.3.11 Dem Schreiben der J.____ vom 8. April 2008 an d ie K.____ zufolge sei insgesamt fest- zuhalten, dass es sich um ein chronifiziertes, mehrheitlich t herapiefraktäres psychiatrisches Krankheitsbild handle. Der psychopathologische Befund se i unverändert. Dessen Behandlung werde durch die akzentuierte Persönlichkeitsstruktur kompliziert, differenzialdiagnostisch müsse an eine Erkrankung aus dem somatoformen Spektrum ged acht werden. Verstärkend trete nach mittlerweile einjähriger Arbeitsunfähigkeit eine Deko nditionierung hinzu. Unter der Vorausset- zung geeigneter integrativer Massnahmen sowie einer weiteren medizinischen Behandlung soll- te eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit in eine r Verweistätigkeit im Umfang von 50% rea- listisch sein. 5.3.12 Gemäss Abschluss- und Verlaufsbericht der J.____ vom 22. September 2008 habe sich während des Aufenthalts vom 29. Juni bis 25. Septembe r 2008 ein protrahierter Therapie- verlauf gezeigt. Sämtliche eingesetzten Medikamente se ien mehrheitlich wirkungslos gewesen oder hätten wegen Nebenwirkungen abgesetzt werden müss en. Zusammenfassend sei der Patient weder medikamentös noch psychotherapeutisch zug änglich gewesen. Objektiv habe er oft schwingungsfähiger und weniger depressiv gewirkt, als es sich selbst subjektiv erlebt habe. Es handle sich um einen 47-jährigen Patienten mit eine r rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig anhaltend mittelgradig depressiv. Seit Janu ar 2007 sei er arbeitsunfähig, wobei auch eine Dekonditionierung verstärkend hinzutrete. D ie Behandlung werde durch akzentuierte Persönlichkeitszüge mit passiv-agressiven und narzisstischen Anteilen erschwert. 5.3.13 Gemäss Abschluss- und Verlaufsbericht der J.____ vom 8. Dezember 2008 seien eine mittelgradige depressive Episode, ein Zustand nach kranio zervikalem Beschleunigungstrauma mit Langzeitfolgen im kognitiven Bereich sowie anhaltende muskuloskelettale Schmerzzustände zu diagnostizieren. Nach einer bisher 20-jährigen depressi ven Entwicklung sei eine rasche Wiedereingliederung ins Berufsleben nicht zu erwarten. 5.3.14 Gemäss Arztbericht von Dr. M.____, FMH Psychiatr ie und Psychotherapie, vom 24. August 2009 seien mit Einfluss auf die Arbeitsfähigke it eine depressive Entwicklung, ein chronisches zervikobrachiales Schmerzsyndrom, verhaltenseurol ogische Beschwerden sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit selbstunsicheren Züge n zu diagnostizieren. Im Befund präsentiere sich der Patient mit einer chronischen, ängst lich gefärbten, depressiven Verstim- mung mit Antriebslosigkeit, schneller Erschöpfbarkeit, Dur chschlafstörungen und Konzentrati- onsproblemen. Die noch maximal zumutbare Arbeitsfähigke it betrage zwei Stunden während Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht jeweils vier Tagen pro Woche. Dabei bestünden zusätzliche Leistungseinbussen in Form von Konzentrationsschwierigkeiten und Tagesschwankungen. 5.3.15 Dem Arztbericht von Dr. N.____, FMH Neurologie , vom 18. Februar 2010 zufolge leide der Versicherte seit Jahren unter Depressionen, Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, einer chronischen Müdigkeit und an einer mentalen Schwerfälli gkeit mit kognitiver Leistungsminde- rung. Eine berufliche Eingliederung sei dabei bis auf weiteres nicht realisierbar. Es handle sich um eine chronische Schmerzkrankheit, wobei die psychiatrisc hen Faktoren ausschlaggebend seien. 5.3.16 Gemäss Arztbericht von Dr. O.____, FMH Orthopäd ische Chirurgie, vom 19. Mai 2010 sei der Versicherte seit Januar 2007 sowohl in seinem K onzentrationsvermögen infolge Schmerzen und Depressionen als auch in seiner physischen und psychischen Belastbarkeit eingeschränkt. Wechselbelastende Tätigkeiten seien noch im Umfang bis zu zwei Stunden täg- lich möglich. 5.3.17 Der Stellungnahme von Dr. M.____ vom 8. Dezem ber 2010 zufolge leide der Versi- cherte entgegen der psychiatrischen Teilbegutachtung durch das D.____ eindeutig an einer mittelgradigen depressiven Episode, die mit Tendenz zu ei ner allmählichen Verschlechterung bereits jahrelang anhalte. Diese Verschlechterung lasse sich nicht nur durch die psychosoziale Belastung, sondern in erster Linie durch die permane nten chronischen Schmerzen erklären. Von den verschiedenen behandelnden Psychiatern werde der Grad der Depression überein- stimmend als mittelgradig festgehalten. Wie sich der Be griff der rezidivierenden Störung einge- schlichen habe, bleibe rätselhaft. Hierfür wären Remissio nsphasen notwendig. Die Entwicklung sei jedoch von Beginn weg von einer steten Verschlecht erung ohne Remission geprägt gewe- sen. 5.3.18 Gemäss Stellungnahme von Dr. P.____, FMH Psychiatr ie und Psychotherapie, Regio- nal-ärztlicher Dienst (RAD), vom 27. Januar 2012 liege beim Vergleich der beiden polydis- ziplinären Gutachten des D.____ und des E.____ zusammenf assend eine etwas abweichende Einschätzung des Schweregrads der Depression bei zugleich ka um differierenden psychopa- thologischen Befunden vor. Vor allem aber bestehe ein e unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die beim E.____ stärker als beim D. ____ von den gutachterlichen Empfehlun- gen von Prof. K. Foerster und Koautoren abweiche, won ach bei reaktiv bedingten, mittelgradi- gen Störungen in der Regel eine nicht mehr als 40%-ig e Minderung der Erwerbsfähigkeit vor- handen sei. 6.1 Die IV-Stelle hat ihrer Verfügung vom 1. Februar 2011 die medizinischen Abklärungs- ergebnisse des D.____ vom 13. September 2010 zu Grund e gelegt und in ihrer Stellungnahme vom 29. Juni 2012 beantragt, an diesen im Verwaltung sverfahren eingeholten Erkenntnissen festzuhalten. Bereits in ihrer Stellungnahme vom 2. Februar 2012 hat sie sich unter Hinweis auf die Stellungnahme des RAD vom 27. Januar 2012 auf den Standpunkt gestellt, dass beim Ver- gleich der beiden massgebenden Gutachten des D.____ u nd des E.____ eine etwas abwei- chende Einschätzung des Schweregrads der Depression vorlieg e. Obschon sich die psychopa- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht thologischen Befunde nur diskret unterscheiden würden, resultiere eine diskrepante Einschät- zung der Restarbeitsfähigkeit, die im Gutachten des E._ ___ stärker von der gutachterlichen Empfehlungen abweichen würde, wonach die Minderung der Erwerbsunfähigkeit bei einer reak- tiv bedingten mittelgradigen depressiven Störung in der Regel nicht mehr als 40% betrage. Die- ser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. 6.2 Das Gutachten des D.____ vermag bereits in diagnosti scher Hinsicht nicht zu über- zeugen. So ist der psychiatrischen Fachuntersuchung zu entne hmen, dass von einer rezidivie- renden depressiven Störung auszugehen sei, obschon der Ex plorand bereits seit dem Jahre 2007 an depressiven Verstimmungen gelitten habe. Die A nnahme einer rezidivierenden Stö- rung widerspricht indessen dem aktenkundigen Krankheits verlauf, wonach die psychiatrische Entwicklung des Versicherten von Beginn seiner Arbeitsunf ähigkeit weg im Januar 2007 von einer steten Verschlechterung ohne ausgewiesene Remissionsphasen geprägt war. Gegen eine fluktuierend verlaufende Depression spricht insbesondere d ie mehrfach erhobene Chronifizie- rung der psychiatrischen Beschwerden, wie sie schon früh aus den Unterlagen der behandeln- den Ärzte hervorgeht (vgl. insbesondere Schreiben der J.____ vom 8. April 2008 an die K.____). Wie der psychiatrischen Fachbegutachtung des E.__ __ zu entnehmen ist, erweist es sich daher als wenig überzeugend, wenn die Gutachter de s D.____ von einer rezidivierenden Störung ausgehen, obschon im Krankheitsverlauf keinerlei Intervalle mit einer namhaften Re- mission dokumentiert sind (vgl. ebenso Stellungnahme von Dr. M.____ vom 8. Dezember 2010). Besonders auffallend ist zudem, dass das D.____ abg esehen von einer einzigen Aus- nahme - auf welche sogleich einzugehen sein wird - mit se iner Diagnose einer lediglich leicht bis mittelschweren Depression allen übrigen ärztlichen Unterlagen widerspricht. Wie bereits der behandelnde Psychiater in seiner Stellungnahme vom 8. Dezember 2010 in Übereinstimmung mit den diagnostischen Schlussfolgerungen des E.____ f estgehalten hat, gehen alle behan- delnden Fachärzte von einer Depression ausschliesslich mittleren Grades aus. Zu verweisen ist hier insbesondere auf den Abschluss- und Verlaufsbericht der J.____ vom 22. September 2008, demzufolge eine anhaltend mittelgradige Depression vo rliegt. Diese Diagnose wird durch die nachfolgenden, aber auch die zuvor erstellten Berichte bestätigt, wonach stets eine mittelgradi- ge depressive Störung ausgewiesen wurde (vgl. Abklärungsbericht der J.____ vom 5. Juli 2007; Stellungnahme des ärztlichen Dienstes der L.____ vom 16. Januar 2008). Diesen Berichten ist zu entnehmen, dass von einer erheblichen Erschöpfung bzw. von einer ausgeprägten, depres- siven Stimmungslage auszugehen ist (vgl. Stellungnahme des ärztlichen Dienstes der L.____ vom 16. Januar 2008; Rehabilitationsbericht der Klinik I.____ vom 30. April 2007). Nichts ande- res ergibt sich aus dem Schreiben der J.____ vom 8. April 2008, demzufolge sich ein psychopa- thologisch unveränderter Befund präsentiere und es sich u m ein chronifiziertes Krankheitsbild handle. Entgegen der von der IV-Stelle in ihrer Stellungnahme vom 2. Februar 2012 vertretenen Auffassung vermag daran auch der von ihr in diesem Zusa mmenhang zitierte Austrittsbericht des ärztlichen Dienstes der L.____ vom 17. Januar 2008 nichts zu ändern. In diesem Austritts- bericht wurde zwar lediglich eine depressive Reaktion im Rahmen einer Somatisierungsstörung diagnostiziert. Diese Diagnose widerspricht aber nicht n ur der Diagnose in allen anderen Be- richten, sondern insbesondere der ebenfalls vom ärztliche n Dienst der L.____ lediglich ein Tag zuvor diagnostizierten Schwere einer mittelgradigen Depr ession (vgl. Stellungnahme des ärztli- chen Dienstes der L.____ vom 16. Januar 2008 an die K .____). Schliesslich ist darauf hinzu- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisen, dass selbst das D.____ davon ausgeht, dass die psychos ozialen und emotionalen Be- lastungen deutlich ausgeprägt sind. Es muss daher sein Bewenden damit haben, dass das Gut- achten des D.____ bereits auf diagnostischer Ebene nich t überzeugen kann und daher dem in dieser Hinsicht überzeugenderen Gutachten des E.____ vom 31. Dezember 2011 zu folgen ist. 6.3 Das Gutachten des D.____ vermag auch hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkun- gen auf die dem Versicherten noch verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht zu überzeugen. Mit Blick auf die zwischen den begutachteten Disziplinen interferie renden Wechselwirkungen nimmt das D.____ in seinem Gutachten vom 13. September 2010 keine schlüssige Gesamtbeurteilung vor. Dessen Gesamtbeurteilung entspricht letztlich einer led iglich knappen Zusammenfassung der Schlussfolgerungen in den einzelnen Disziplinen. Eigent liche Konsensualüberlegungen gehen daraus ebenso wenig hervor wie interdisziplinäre Schluss folgerungen. Demgegenüber zeigt die nachvollziehbar ausgefallene Gesamtbeurteilung des E.___ _ auf, dass die zervikozephale Schmerzsymptomatik negativ mit der psychiatrischen Grundprobl ematik interferiere und es durch die beiden Beschwerdenkomplexe zu einer additiven bis supraadditiven Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit komme. Die entsprechende Beg ründung in der Gesamtbeurteilung des E.____, wonach die mittlerweile chronifizierte Depressi on negativ mit den somatisch teilweise begründbaren Beschwerden interagiere und deshalb zu e iner Überbewertung derselben führt, deckt sich denn auch mit den übrigen medizinischen Akten. So kann dem Rehabilitationsbericht der Klinik I.____ vom 30. April 2007 entnommen werden , dass die progrediente depressi- ve Symptomatik seit Jahren durch chronische Schmerzen verstär kt werde. Der Umstand, dass die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers durch die i nterferierende Kombination seines depressiven Syndroms mit einer chronischen Schmerzstörung e ine massgebende Verstärkung erfährt, wird zusätzlich durch den Umstand bestätigt, dass d ie Behandlung des Versicherten durch seine akzentuierten Persönlichkeitszüge erschwert und die seit Januar 2007 bestehende Arbeitsunfähigkeit durch die einhergehende Dekondit ionierung verstärkt worden war (vgl. Ab- schluss- und Verlaufsbericht der J.____ vom 22. September 2008; ebenso Schreiben der J.____ vom 8. April 2008 an die K.____). Nichts ander es ergibt schliesslich auch die psychiatri- sche Fachbeurteilung des D.____, wonach sich die ursprün glich somatisch ausgelösten Schmerzen nicht nur verselbständigt, sondern mittlerweile auch ausgeweitet haben. Es erstaunt deshalb nicht, dass sich auch die quantitative Einschätzung der dem Versicherten noch verblei- benden Arbeitsfähigkeit durch das E.____ mit jener de s behandelnden Psychiaters deckt, wo- nach der Versicherte im Umfang von lediglich noch zwei St unden während jeweils vier Tagen pro Woche, entsprechend 40%, in einer Verweistätigke it weiterhin arbeitsfähig ist (vgl. Arztbe- richt von Dr. M.____ vom 24. August 2009). Der vom D.___ _ vertretenen, gegenteiligen Ein- schätzung kann unter diesen Umständen nicht gefolgt werd en. Daran vermag auch die Stel- lungnahme des RAD nichts zu ändern (vgl. Stellungnahme von Dr. P.____ vom 27. Januar 2012). Dessen Verweis auf allgemeine Empfehlungen geh t von einer isolierten Betrachtungs- weise der depressiven Störung des Versicherten aus und ble ndet die im Gutachten des E.____vom 31. Dezember 2011 nachvollziehbar und schlüssig dargelegten Interferenzen voll- ständig aus. Bei der vom RAD zitierten Faustregel handel t es sich mithin eher um eine These als um eine umfassende Einschätzung der konkreten Situation. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Zusammenfassend ist daher gestützt auf die Einschätzung des E.____ davon auszu- gehen, dass dem Versicherten noch eine wechselbelastende, körperlich leichte Verweistätigkeit im Umfang von 40% zuzumuten ist. Als leistungsmindernde Faktoren sind eine deutlich einge- schränkte Belastbarkeit, eine eingeschränkte Stresstoleranz, eine gedankliche Einengung durch die Schmerzen und sonstige negative Kognitionen mit resultierender Konzentrationsminderung mit erhöhter Fehlerquote zu berücksichtigen, wie sie auch in den übrigen medizinischen Vorak- ten klar bestätigt werden (vgl. Bericht des Spitals H.__ __ vom 3. Juni 2006; Arztbericht der J.____ vom 16. Januar 2008). Innerhalb des noch zumutba ren Pensums von 40% sind auf- grund der somatischen Beschwerden zusätzlich folgende Limi ten einzuhalten: Heben und Tra- gen nicht über 8 kg, keine Überkopfarbeiten, keine T ätigkeit in vornüber geneigter Haltung oder im Hocken und Knien und keine Zwangsdauerhaltungen. W ie nachfolgend aufzuzeigen ist (vgl. unten Erwägung 7), kann dabei offen bleiben, ob basierend auf einem Pensum von drei Stunden pro Tag lediglich von einer Restarbeitsfähigke it von maximal 37,5% statt von 40% auszugehen ist. 6.5 Fraglich ist, inwieweit bei dem vorliegenden Krankh eitsbild eine Arbeitsunfähigkeit als invalidisierend anzuerkennen ist. Zu prüfen bleibt desh alb, ob die überzeugende Einschätzung der dem Versicherten noch verbleibenden Arbeitsfähigkei t nach der mit BGE 130 V 352 be- gründeten Rechtsprechung Gültigkeit besitzt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass unter anderem die Fixierung des Versicherten auf seine geklagten Beschw erden zur Entwicklung und Verstär- kung der psychiatrischen Erkrankung beigetragen hat (vgl. p sychiatrische Fachbeurteilung im Gutachten des E.____ vom 31. Dezember 2011). Dies wirft die Frage auf, ob die mittelgradige depressive Episode als eigenständige Krankheit zu betracht en ist, oder ob darin nicht in erster Linie eine reaktive Begleitererkrankung zum Schmerzsyndrom der chronischen Schmerzstörung zu sehen ist. So ist darauf hinzuweisen, dass mittelgradi ge depressive Episoden oftmals eine von depressiven Verstimmungszuständen nicht klar unterschei dbare, andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens darst ellen, die es der betroffenen Per- son verunmöglichen, die Folgen einer einhergehenden Sc hmerzstörung zu überwinden (vgl. SVR 2011 IV Nr. 57 S. 171). Eine rechtlich bedeu tsame Einschränkung der Arbeitsfähig- keit aus psychischen Gründen ist daher dann zu bejahen, we nn weitere rechtsprechungsge- mäss erforderliche, massgebende Kriterien gegeben sind ( vgl. BGE 130 V 353 E. 2.2.3). Die ärztlichen Unterlagen bestätigen in diesem Zusammenha ng jedoch das Vorliegen von Umstän- den, die im konkreten Fall die Verwertung einer über die Einschätzung des E.____ hinausge- henden Arbeitsleistung als unzumutbar erscheinen lassen. S o liegt beim Beschwerdeführer entgegen der vom RAD vertretenen Meinung ein deutliche r sozialer Rückzug vor (vgl. psychiat- rische Fachbeurteilung im D.____-Gutachten vom 13. Sept ember 2010). Ebenso bestehen seit Jahren chronische körperliche Begleiterkrankungen in Form eines zervikozephalen Schmerz- syndroms und in Form von Schulterbeschwerden. Die ärztlichen Unterlagen belegen offensicht- lich auch unbefriedigende Ergebnisse von konsequent du rchgeführten Behandlungen. Sie zei- gen auf, dass kein wirksames Antidepressivum gefunden werde n konnte (vgl. Abklärungsbe- richt der J.____ vom 5. Juli 2007) und dass die Medikame nte im Gegenteil mehrheitlich wir- kungslos waren (vgl. Abschluss- und Verlaufsbericht der J._ ___ vom 22. September 2008). Ein protrahierter Therapieverlauf bzw. ein therapiefraktäres Krankheitsbild sind deshalb ebenso klar ausgewiesen wie das Scheitern von Rehabilitationsmassna hmen (vgl. Schreiben der J.____ Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 8. April 2008; Abschluss- und Verlaufsbericht der J.__ __ vom 22. September 2008). Dass dem Versicherten dabei keine mangelnde Motivation oder fehlende Eigenanstrengung vorge- worfen werden kann, bestätigen schliesslich die berufliche n Massnahmen, welche trotz grosser Willenskraft und Bereitschaft, zusätzliche Schmerzen zu tol erieren, beendet werden mussten (vgl. Bericht des Spitals H.____ vom 3. Juni 2006). Dam it aber ist erstellt, dass der Versicherte nicht in der Lage ist, sein Schmerzerleben willentlich zu überwinden (vgl. psychiatrische Fach- begutachtung im Gutachten des E.____ vom 31. Dezember 2 011; vgl. Urteil des Bundesge- richts 9C_482/2010 vom 21. September 2010, E. 4.3; Ur teil des Bundesgerichts 9C_302/2012 vom 13. August 2012, 4.2). Daran vermag auch nichts zu än dern, dass der ärztlichen Einschät- zung zufolge die Schmerzchronifizierung teilweise mit p sychosozialen Belastungen interagiert (vgl. psychiatrische Fachbeurteilung im Gutachten des E.____ vom 31. Dezember 2011). Mass- gebend bleibt, dass die chronifizierte Depression in erst er Linie vor dem Hintergrund der Per- sönlichkeitsstruktur des Versicherten mit dessen somatisch begründbaren Beschwerden interfe- riert und infolge einer additiven Wirkung im Ergebni s deshalb zu einer nicht überwindbaren Überbewertung der erlebten Schmerzen führt (vgl. eben so Stellungnahme von Dr. M.____ vom 8. Dezember 2010). Der rechtsprechungsgemäss nur ausna hmsweise invalidisierende Charak- ter der vom E.____ ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit ist deshalb zu bejahen. 7.1 Wie eingangs bereits ausgeführt (vgl. E. 4.1 hiervo r), ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen (vgl. Art. 16 ATSG). Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Per- son im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der ü berwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel auf den let zten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, abzustellen ist (vgl. Urteil I. des EVG vom 26. No- vember 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). 7.2 In der angefochtenen Verfügung hat die IV-Stelle den Validenlohn fälschlicherweise anhand der nach Eintritt des Gesundheitsschadens ausbezahl ten Krankentaggelder des Versi- cherten ermittelt. Dem massgebenden Arbeitgeberfragebogen der Garage B.____ vom 17. De- zember 2007 ist zu entnehmen, dass der Versicherte als Va lider dazumal Fr. 70'265.-- verdient hätte, was einem Monatslohn von Fr. 5'405.-- und somit gerade nicht den auf der Basis von 80% ausbezahlten Krankentaggeldern entsprochen hat (F r. 5'405.-- x 80% = Fr. 4'324.-). In ihrer Stellungnahme vom 29. Juni 2012 hat die IV-Stel le diesen Einwand als berechtigt aner- kannt und sich der Auffassung des Gerichts angeschlossen, wonac h dem Valideneinkommen ein Betrag von Fr. 70'265.-- zu Grunde zu legen sei. D ieser - mittlerweile übereinstimmenden - Betrachtungsweise der Parteien ist grundsätzlich beizupfl ichten. Da ein allfälliger Rentenan- spruch des Versicherten ab 1. Januar 2008 zur Beurteilu ng steht (vgl. oben, Erwägung 2.3), sind dem Einkommensvergleich die in diesem Zeitpunkt geg ebenen Einkommensverhältnisse zu Grunde zu legen (vgl. BGE 129 V 222, 128 V 174). Das auf der Basis per 2007 beruhende Jahresgehalt von Fr. 70'265.-- ist daher der branchenspe zifischen Nominallohnentwicklung per 2008 im Umfang von +2,2% (vgl. Nominallohnentwicklung 2008, Tabelle 1.93, S. 22, Wirt- schaftszweig "Handel, Instandhaltung und Reparatur von A utomobilen") anzugleichen. Damit Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht resultiert ein für den Einkommensvergleich massgebendes Valideneinkommen des Beschwer- deführers in der Höhe von Fr. 71'811.-- (70'265.-- x 1,022). 7.3.1 Da der Versicherte seit Eintritt des Gesundheitssch adens keine zumutbare, leidensan- gepasste Tätigkeit ausübt hat, hat die IV-Stelle das I nvalideneinkommen richtigerweise unter Beizug der LSE-Tabellenlöhne ermittelt (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Laut Tabelle TA1 der LSE 2008 belief sich der Zentralwert für die mit ein- fachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4 ) beschäftigten Männer im privaten Sektor im Jahre 2008 auf Fr. 4'806.-- (LSE 2006, Priva ter Sektor, Tabelle TA1, Männer, Total Ziff. 01-93). Dabei ist zu beachten, dass dieser Tabell enlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruht und für das Jahr 2008 auf die durchschnittliche Wochenarbeits- zeit von 41,6 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 9/2010 S. 98 Tabelle B 9.2) umzurechnen ist. Dies ergibt einen Monatslohn von Fr. 4’998.25 bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 59'979.--. Da der Versicherte laut der massgebenden Einschätzung des E.____ (vgl. Erwägung 6.4 hiervor) in einer solchen Tätigkeit noch zu maximal 40 % arbeitsfähig ist, resultiert für ihn grundsätzlich ein Invalideneinkommen von Fr. 23'992.-- (Fr. 59'979.-- x 40 %). 7.3.2 Von diesem anhand der Tabellenlöhne der LSE er hobenen Invalideneinkommen sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmas s Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dien stjahre, Nationalität/Aufenthaltskate- gorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemä ssem Ermessen gesamthaft zu schät- zen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b). 7.3.3 Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 6.3 hiervor), ist der Versicherte seit Januar 2007 lediglich noch zu maximal 40 % arbeitsfähig. Nach der bu ndesgerichtlichen Rechtsprechung rechtfertigt der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzei tlich arbeitsfähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, an sich keinen Abzug vom Tabellen- lohn (Urteil V. des Bundesgerichts vom 3. November 2011, 9C_582/2011, E. 3.1). Vorliegend hat die IV-Stelle dem Beschwerdeführer in der angefoch tenen Verfügung aber trotz lediglich teilzeitlich zumutbarer Restarbeitsfähigkeit keinen Abzu g gewährt. Dadurch hat sie die konkre- ten Fallumstände nur unzureichend berücksichtigt. Der V ersicherte ist nämlich gerade nicht im Rahmen eines Vollzeitpensums reduziert leistungsfähig (vgl . bereits Bericht des Spitals H.____ vom 3. Juni 2006). Die ihm noch verbleibende Restarbeit sfähigkeit von 40% führt vielmehr zu einer Lohnminderung infolge Teilzeitverrichtung (finan zielle Leistungsfähigkeit; vgl. Urteil des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04 mit Hinweisen). Gemäss L SE 2004, TA 6, Anforderungsprofil 4, Spalte Männer (S. 25), wirkte sich dieser Umstand all eine im Umfang von mindestens 10 % Lohn mindernd aus. Die Leistungsminderung des Versicher ten ist sodann hauptsächlich durch seine psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen bedingt, w elche auf eine deutlich einge- schränkte Belastbarkeit, eine eingeschränkte Stresstoleranz, eine gedankliche Einengung auf Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht seine Schmerzen und sonstige negative Kognitionen mit er höhter Fehlerquote zurückgehen. Bei seinem auf 40% begrenzten Teilzeitpensum sind darü ber hinaus aber zusätzliche qualitati- ve Limiten aufgrund der somatischen Befunde zu beachte n, wonach keine Gewichte über 8kg gehoben und getragen werden dürfen. Ausgeschlossen sind ebenfalls Überkopfarbeiten sowie Tätigkeiten in Vorneige, im Hocken oder im Knien. Ve rmieden werden müssen ebenfalls Zwangsdauerhaltungen. Es tritt hinzu, dass selbst bei d erart den körperlichen Beschwerden angepasste Arbeiten aus psychiatrischer Sicht gut strukturier t und überschaubar sein müssen (vgl. Gutachten des E.____ vom 31. Dezember 2011, Ziff er 7.3 in fine, S. 28). Nichts anderes belegt letztlich auch die Einschätzung des behandelnden Psychiaters, wonach zusätzliche Leis- tungseinbusse in Form von Konzentrationsschwierigkeiten un d Tagesschwankungen bestehen (vgl. Arztbericht von Dr. M.____ vom 24. August 2009). Stellensuchende mit einer solchen Häu- fung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die ihr e Einsetzbarkeit einschränken, vermögen beruflich häufig aber nur dann Fuss zu fassen, wenn ein neuer Arbeitgeber sie zu einem für diesen günstigeren, das heisst tieferen Lohn einstellen ka nn (vgl. Urteil S. des EVG vom 5. September 2006, I 447/06, E. 3.2.2). Dieser Nacht eil ist bei der Bemessung des Invaliden- einkommens durch die Vornahme eines zusätzlichen leidensbedingten Abzuges auszugleichen. Die Vielzahl medizinisch zusätzlich ausgewiesener Einschrän kungen rechtfertigt es deshalb, dem Beschwerdeführer einen Abzug vom Tabellenlohn von insgesamt 15 % zu gewähren. 7.4 Kürzt man den hiervor ermittelten Tabellenlohn vo n Fr. 23'992.-- um 15 %, so ergibt dies für den Beschwerdeführer ein massgebendes Invalidene inkommen von Fr. 20'393.--. In Gegenüberstellung mit dem oben (vgl. E. 7.2. hiervor ) ermittelten Valideneinkommen von Fr. 71'811.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 51 '418.--, was einen Invaliditätsgrad des Versicherten von 71,6 %, bzw. gerundet von 72 % (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) ergibt. Damit hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze IV-Rente. 7.5 Zu prüfen bleibt, ob die IV-Stelle den Rentenbe ginn in der angefochtenen Verfügung korrekt festgesetzt hat. Dies ist zu verneinen. Der Rentenanspruch setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person während mindestens eines Jahre s ohne wesentlichen Unterbruch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen ist (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Den in casu über- einstimmenden Unterlagen kann entnommen werden, dass de r Versicherte in der angestamm- ten Tätigkeit als Automechaniker seit dem 3. Januar 20 07 vollständig arbeitsunfähig gewesen ist (vgl. Arbeitgeberfragebogen der Garage B.____ vom 17. Dezember 2007, IV Akt Nr. 3; Gut- achten des E.____ vom 31. Dezember 2011, Ziffer 7.4, S. 28). Das gesetzlich vorgesehene Wartejahr hat damit am 3. Januar 2007 zu laufen bego nnen und ist im Januar 2008 abgelaufen (vgl. Arbeitgeberfragebogen der Garage B.____ vom 17 . Dezember 2007, IV Akt Nr. 3). Unbe- achtlich der Bestimmung von Art. 29 Abs. 1 IVG, wonac h der Rentenanspruch (nach neuem Recht) frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Ge ltendmachung des Leistungsan- spruchs am 10. Dezember 2007 entstehen kann, hat die Ausza hlung der geschuldeten IV- Rente ausnahmsweise nach Ablauf des Wartejahres zu erfolg en, falls das Wartejahr noch vor dem 1. Januar 2008 zu laufen begonnen hat (vgl. oben Erwägung 2.3; Rundschreiben des BSV Nr. 253 vom 12. Dezember 2007). Schliesslich ist auf Ar t. 29 Abs. 3 IVG hinzuweisen, der fest- hält, dass die Rente vom Beginn des Monats an ausbezah lt wird, in dem der Rentenanspruch entsteht. Vorliegend ist der Rentenanspruch zwar erst im Januar 2008 entstanden. Der Versi- Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherte hat sich hingegen bereits am 10. Dezember 2007 be i der IV zum Leistungsbezug ange- meldet. Es ist ihm somit die ganze IV-Rente bereits m it Wirkung ab 1. Januar 2008 zuzuspre- chen. 8. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die ang efochtene Verfügung der IV- Stelle vom 1. Februar 2011 aufzuheben und festzustelle n ist, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Januar 2008 Anspruch auf eine ganze IV-R ente besitzt. Die vorliegende Be- schwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden d ie Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt; gegenüber den Vorinstanzen bzw. den kantonalen Behörden werden indes grundsätzlich keine Verfahrenskosten erhoben. Da vorliegend die Vorinstanz unterlegen ist, ist auf die Er hebung von Verfahrenskosten zu verzich- ten. Die Aufwendungen für die gerichtliche Begutachtung durch das E.____ sind demgegenüber der IV-Stelle aufzuerlegen. So sind gemäss Art. 78 Abs. 3 IVV die Kosten von Abklärungs- massnahmen von der IV-Stelle dann zu tragen, soweit sie für die Zusprechung von Leistungen unerlässlich waren (vgl. BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Di ese Voraussetzung ist vorliegend gege- ben, nachdem das Gericht mit Beschluss vom 21. Juli 2011 zum Schluss gekommen war, dass eine abschliessende Beurteilung gestützt auf die bis zu jenem Zeitpunkt vorgelegene Aktenlage nicht möglich war und insbesondere die Frage eines allf älligen Zusammenspiels der somati- schen und psychischen Störungen des Versicherten näherer Prü fung bedurft hat. Die Bemü- hungen des E.____ für das polydisziplinäre Gerichtsgutacht en belaufen sich gemäss Honorar- rechnung vom 31. Dezember 2011 auf Fr. 9'000.--, welche die IV-Stelle somit zu tragen hat. 8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person An- spruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Ausgang des Verfa hrens entsprechend ist dem Be- schwerdeführer deshalb eine Parteientschädigung zu Laste n der IV-Stelle zuzusprechen. Sein Rechtsvertreter hat in seiner aktualisierten Honorarnote vom 19. Juli 2012 einen Zeitaufwand von insgesamt 14,28 Stunden sowie Auslagen von Fr. 269.-- ausgewiesen, was umfangmässig nicht zu beanstanden ist. Seine Bemühungen sind zu dem i n Sozialversicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stun denansatz von Fr. 250.-- zu entschä- digen. Damit ist dem Beschwerdeführer für das vorlieg ende Beschwerdeverfahren eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 4'146.10 (14.28 Stu nden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 269.-- zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird dem Beschwer deführer mit Wir- kung ab 1. Januar 2008 eine ganze IV-Rente zugesprochen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 9'000.-- werden der IV-Stelle auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 4'146.10 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) auszurichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht