<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp271872"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>80 II 193<br/><br/><br/><div class="paraatf"> 31. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung vom 3. Dezember 1954 i.S. Bürchler gegen Bürchler.</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp273216"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 151 Abs. 2 ZGB</span>. <div class="paratf">Wegen schwerer Verletzung der persönlichen Verhältnisse kann der Richter dem schuldlosen Ehegatten nur eine Geldsumme, nicht auch eine andere Art der Genugtuung zusprechen, wie z.B. einen Franken. </div> </div> </div> <a name="idp276992"></a> <a name="idp280560"></a> <br/><div> <a name="idp284272"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 193</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page193"></a><div class="center pagebreak">BGE 80 II 193 S. 193</div> </div> <div class="paraatf">Die Vorinstanz hat angenommen, dass in den Umständen, die zur Scheidung geführt haben, eine schwere Verletzung der persönlichen Verhältnisse der Klägerin im Sinne des <span class="artref">Art. 151 Abs. 2 ZGB</span> liege. Sie hat aber gefunden, dass die von der Klägerin zum Zwecke der Genugtuung geforderte Zahlung von einem Franken nur symbolische Bedeutung habe und eine solche Genugtuung dem <span class="artref">Art. 151 Abs. 2 ZGB</span> fremd sei. Dem ist beizustimmen. Die Klägerin gibt zu, dass es ihr nur um die grundsätzliche Anerkennung des Genugtuungsanspruches durch den Richter zu tun ist; sie sucht ihre Genugtuung darin, <a name="page194"></a><div class="center pagebreak">BGE 80 II 193 S. 194</div>dass der Richter - durch Zusprechung eines Frankens - das Verhalten des Beklagten ihr gegenüber missbilligt.</div> <div class="paraatf">Was sie anstrebt, ist somit genau besehen eine "andere Art der Genugtuung" im Sinne des <span class="artref">Art. 49 Abs. 2 OR</span> (vgl. <span class="bgeref_err">BGE 63 II 187</span>, 189 f.). Das gibt es aber im Scheidungsrecht nicht. <span class="artref">Art. 151 ZGB</span> sieht für den Fall einer schweren Verletzung der persönlichen Verhältnisse des schuldlosen Ehegatten als Genugtuung nur die Übergabe einer Geldsumme vor. Diese Regel geht der allgemeinen des <span class="artref">Art. 49 OR</span> vor. Im Scheidungsrecht besteht kein Bedürfnis nach entsprechender Anwendung des <span class="artref">Art. 49 Abs. 2 OR</span>.</div> </div></body></html>