<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00378</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206312&amp;W10_KEY=4467134&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00378</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.11.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Um- und Ausbau eines unter Schutz stehenden Wohnhauses.<br/><br/>Umstritten sind die Bewilligung der Dachlukarne sowie die Versetzung des Kamins. Unzulässige Eingriffe in das geschützte Dach?<br/>Bei der Bestimmung des Umfangs der Schutzverfügung ist nicht nur isoliert auf deren Wortlaut abzustellen. Es sind auch die Schutzverfügungen der Nachbarhäuser sowie der Planungsgang und die bauliche Entwicklung zu berücksichtigen. Im Hinblick auf die bereits 1987, vor der Unterschutzstellung, erstellte Giebellukarne auf der östlichen Dachhälfte ist die Bewilligung zur Wiederherstellung der Gebäudesymmetrie zu Recht erteilt worden (E. 2.2.1). Eine gute Einordnung im Sinn von § 238 Abs. 2 PBG kann der Lukarne ohne weiteres zuerkannt werden (E. 2.2.2).<br/>Die mit dem Einbau einer neuen Erdgasheizung in Zusammenhang stehende Verschiebung des Kamins zur Einhaltung der gestützt auf Art. 36 Abs. 3 lit. c LRV erlassenen Empfehlungen über die Mindesthöhe von Kaminen hat die Baubehörde nach Abwägung zwischen umweltrechtlichen und denkmalpflegerischen Anliegen ebenfalls zu Recht als vertretbare Lösung bezeichnet (E. 3.2).<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHAUFBAUTE">DACHAUFBAUTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHGESTALTUNG">DACHGESTALTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Natur- und Heimatschutz ST: DENKMALPFLEGE">DENKMALPFLEGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAMIN">KAMIN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAMINHÃHE">KAMINHÃHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LUKARNE">LUKARNE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZOBJEKT">SCHUTZOBJEKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZUMFANG">SCHUTZUMFANG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZVERFÃGUNG">SCHUTZVERFÃGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 36 Abs. III lit. c LRV</span><br/><span class="gerade">§ 205 lit. c PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 238 Abs. II PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich bewilligte C am 15. Februar 2006 unter Nebenbestimmungen einen Um- und Ausbau des Wohnhauses Vers.-Nr. 01 auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 an der L-Strasse 03 in ZÃ¼rich. Das Vorhaben umfasste verschiedene Ãnderungen im GebÃ¤udeinnern, die Einrichtung einer Erdgasheizung sowie die Erstellung einer Dachlukarne. DemgegenÃ¼ber verweigerte die BehÃ¶rde den Anbau einer Terrasse sowie den Abbruch einer Wand im Untergeschoss. GemÃ¤ss der geltenden Bau- und Zonenordnung der Stadt ZÃ¼rich (BZO) befindet sich das BaugrundstÃ¼ck in der zweigeschossigen Wohnzone W2bII.</p> <p class="Urteilstext">Beim Umbauobjekt handelt es sich um das westliche KopfgebÃ¤ude der aus drei EinfamilienhÃ¤usern bestehenden, in den Jahren 1923/24 nach PlÃ¤nen des Architekten Erhard Gull erstellten Siedlung "M". Der Stadtrat ZÃ¼rich stellte das Ensemble am 19. Juli 1989 unter Schutz, nachdem das stÃ¤dtische Hochbauamt, BÃ¼ro fÃ¼r Denkmalpflege, die HÃ¤user zuvor in das Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung gemÃ¤ss § 209 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) aufgenommen hatte. Auf Rekurse der EigentÃ¼mer der Liegenschaften L-Strasse 04 und 05 hin hob die Baurekurskommission I diese SchutzverfÃ¼gungen am 30. September 1994 teilweise auf. Mit Beschluss vom 30. November 2005 revidierte der Stadtrat die betreffenden Anordnungen. FÃ¼r das streitbetroffene GrundstÃ¼ck L-Strasse 03 lautet die SchutzverfÃ¼gung nun wie folgt:</p> <p class="EinzugZitat">"Das Haus L-Strasse 03 auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02, Vers.-Nr. 01, in ZÃ¼rich gilt als Schutzobjekt im Sinne von § 203 lit. c PBG.</p> <p class="EinzugZitat">GeschÃ¼tzt sind:</p> <p class="EinzugZitat"><sup>[1]</sup><i> Wohnhaus</i>: Die Fassaden mit ihren charakteristischen Gestaltungselementen (Fenster, FensterlÃ¤den), der erkerartige Vorbau und der Balkon, das weitausladende Dach mit seiner Untersicht, im Innern die primÃ¤re Tragstruktur.</p> <p class="EinzugZitat"><sup>[2]</sup><i> Umgebung</i>: Der terrassierte Garten mit unverÃ¤nderten HÃ¶henkoten, die Einfriedung.</p> <p class="EinzugZitat"><sup>[3]</sup><i> </i>Das Schutzobjekt darf nicht abgebrochen und es darf weder durch Ãnderungen noch durch Unterhaltsarbeiten in seinem kunst- und kulturhistorischen Charakter beeintrÃ¤chtigt werden.</p> <p class="EinzugZitat"><sup>[4]</sup><i> </i>Das Schutzobjekt ist ordnungsgemÃ¤ss zu unterhalten. Die geschÃ¼tzten Teile sind im Original zu erhalten. Wo ein Ersatz von geschÃ¼tzten Teilen, namentlich von Verschleissschichten an BÃ¶den und WÃ¤nden, unumgÃ¤nglich ist, sind wiederum Materialien gemÃ¤ss Originalzustand zu verwenden.</p> <p class="EinzugZitat"><sup>[5]</sup><i> </i>Die Erstellung zusÃ¤tzlicher ober- und unterirdischer Bauten auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 sowie die ober- und unterirdische VolumenvergrÃ¶sserung des GebÃ¤udes Vers.-Nr. 01 sind ausgeschlossen."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen vom Nachbarn A hiergegen erhobenen Rekurs wies die Baurekurskommission I am 28. Juli 2006 ab, soweit sie darauf eintrat.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 18. September 2006 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen:</p> <p class="EinzugZitat">"1. Der Entscheid der Baurekurskommission I [â¦] sei insofern aufzuheben, als damit die RekursantrÃ¤ge Ziff. 1, 2 und 3 abgewiesen wurden.</p> <p class="EinzugZitat">2. Die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die projektierte Dachlukarne sowie fÃ¼r den neuen Kamin und den Abbruch des bisherigen Kamins sei zu verweigern, und der Beschwerdegegner sei zu verpflichten, den bisherigen Kamin wiederherzustellen.</p> <p class="EinzugZitat">3. Die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen seien entsprechend dem Ausgang dieses Verfahrens zu regeln."</p> <p class="Urteilstext">C liess am 2. Oktober 2006 beantragen, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kÃ¶nne; ausserdem verlangte er eine ParteientschÃ¤digung. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Oktober 2006 schloss die Baurekurskommission I ohne weitere Bemerkungen auf Abweisung der Beschwerde. Den nÃ¤mlichen Antrag stellte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich am 24. Oktober 2006.</p> <p class="Urteilstext">Auf die Parteivorbringen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden UrteilsgrÃ¼nden zurÃ¼ckgekommen.</p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer </span>zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung von Beschwerden gegen Entscheide der Baurekurskommissionen zustÃ¤ndig. Der im Rekursverfahren unterlegene BeschwerdefÃ¼hrer ist als Bewohner des angrenzenden Wohnhauses aufgrund von § 338a Abs. 1 PBG ohne weiteres zur Beschwerde berechtigt. Auf das form- und fristgerecht erhobene Rechtsmittel ist einzutreten.</p> <p class="Urteilstext">Vor Verwaltungsgericht beanstandet der BeschwerdefÃ¼hrer nur noch die ZulÃ¤ssigkeit der Dachlukarne (nachfolgende E. 2) und des Kamins (E. 3). Die im vorinstanzlichen Verfahren ausserdem erhobenen Einwendungen gegen zusÃ¤tzliche Fenster und die VergrÃ¶sserung bestehender Fenster werden hingegen nicht mehr erneuert.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Im Streit liegt zunÃ¤chst die Erstellung einer Giebellukarne von 2,15 m Breite und 2,6 m HÃ¶he auf der SÃ¼dwestseite des ersten Dachgeschosses. Die Baurekurskommission I erwog hierzu, dass nach dem Wortlaut der SchutzverfÃ¼gung nicht die Dachhaut, sondern die Dachform und mit ihr die Dachuntersicht erhalten bleibe. Wenn der Stadtrat ein umfassendes VerÃ¤nderungsverbot hÃ¤tte anordnen wollen, so wÃ¤re die Errichtung von Dachaufbauten in der SchutzverfÃ¼gung ausdrÃ¼cklich ausgeschlossen worden. Der Ausbau von Dachgeschossen zu WohnrÃ¤umen komme insbesondere bei alten Bauten oft vor, sodass im Zeitpunkt der Unterschutzstellung mit einem solchen Vorhaben zu rechnen gewesen sei. Dies gelte hier umso mehr, als beim Ã¶stlichen GebÃ¤ude L-Strasse 04 noch vor der Unterschutzstellung eine gleichartige Dachlukarne errichtet worden sei. Entgegen der Auffassung der Rekurrenten stehe auch das Verbot einer VolumenvergrÃ¶sserung der Dachlukarne nicht entgegen. Als VolumenvergrÃ¶sserung gelte nur die Erweiterung von Vollgeschossen oder eine Aufstockung, nicht aber die Anbringung einer solchen Dachaufbaute. Im Weiteren frage sich, ob die vorgesehene Lukarne das GebÃ¤ude L-Strasse 03 unter Missachtung von Absatz 4 der SchutzverfÃ¼gung in seinem kunst- und kulturhistorischen Charakter beeintrÃ¤chtige. Charakteristisches Merkmal der im so genannten Heimatstil errichteten, aus zwei Kopfbauten und einem Mittelhaus bestehenden GebÃ¤udegruppe bilde die Symmetrie, die heute jedoch nicht mehr durchgehend gewahrt sei. Insbesondere sei im Jahr 1987 auf der sÃ¼dwestlichen DachflÃ¤che des Wohnhauses L-Strasse 04 ein DachhÃ¤uschen erstellt worden, das mit einem Walmdach bedeckt sei und dessen Fenster mit KlapplÃ¤den verschlossen werden kÃ¶nnten. Der Bauherr beabsichtige nun die Erstellung eines gleich gestalteten DachhÃ¤uschens. Die Bausektion verlange, dass dieses hinsichtlich Material, Farbe und Detailausbildung der genannten Lukarne anzupassen sei. Angesichts einer LÃ¤nge des Hauptdachs von rund 27 m und einer Breite von gut 5 m falle die strittige Lukarne mit 2,15 m Breite und 2,6 m HÃ¶he optisch wenig auf. Die SÃ¼dfassade werde nach wie vor vom mittleren Wohnhaus als Mittelrisalit mit einem imposanten Zwerchdach dominiert. Die projektierte Lukarne entspreche der schon bestehenden auf der Ã¶stlichen Kopfbaute und passe zum Baustil der Wohnzeile. Dass die westlich benachbarte Wohnzeile L-Strasse 06â10 nicht Ã¼ber Dachaufbauten verfÃ¼ge, stehe dem Projekt ebenso wenig entgegen.</p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤lt auch vor Verwaltungsgericht seinen Standpunkt aufrecht, dass die Erstellung einer Dachlukarne einer durch die SchutzverfÃ¼gung untersagten oberirdischen VolumenvergrÃ¶sserung gleichkomme. Die gegenteilige Auffassung der Baurekurskommission I widerspreche sowohl dem Wortlaut als auch dem Sinn und Zweck der Anordnung. Dachaufbauten gehÃ¶rten offensichtlich zum Kubus eines GebÃ¤udes und seien auch bei der Berechnung der Baumassenziffer zu berÃ¼cksichtigen. Die SchutzverfÃ¼gung enthalte keine Ausnahme fÃ¼r Dachaufbauten. Der Schutz umfasse "das weitausladende Dach mit seiner Untersicht". Daraus leite die Vorinstanz zu Unrecht ab, dass nicht die DachflÃ¤che, sondern nur die Dachform und die Dachuntersicht erhalten bleiben sollten und die Errichtung von Dachaufbauten ausdrÃ¼cklich hÃ¤tte ausgeschlossen werden mÃ¼ssen. Wie das Inventarblatt zeige, bezwecke die SchutzverfÃ¼gung nicht nur die Erhaltung der Dachform, sondern des behÃ¤bigen und stattlichen Dachs insgesamt in seiner kunst- und kulturhistorischen Beschaffenheit. Daher habe die Errichtung von Dachaufbauten nicht ausdrÃ¼cklich ausgeschlossen werden mÃ¼ssen. Entgegen der Meinung der Rekurskommission sei die Lukarne auf dem Nachbarhaus L-Strasse 04im Zeitpunkt der Inventarisierung noch nicht vorhanden gewesen. Selbst unter der Annahme, dass allein die Dachform geschÃ¼tzt wÃ¤re, mÃ¼sste das Vorhaben verweigert werden, weil die BehÃ¤bigkeit des Dachs und die sparsame Verwendung von Schmuckelementen mit dem Aufbau einer Lukarne verloren gingen.</p> <p class="Urteilstext">In seiner Beschwerdeantwort fÃ¼hrt der Bauherr aus, dass die SchutzverfÃ¼gung die Schaffung von zusÃ¤tzlichem Wohn- und Schlafraum im Dachgeschoss nicht ausschliesse. Eine solche Nutzung setze jedoch ausreichende Belichtungs- und BelÃ¼ftungsmÃ¶glichkeiten voraus. Als Alternative zu einer Dachlukarne kÃ¤me nur ein ausreichend grosses DachflÃ¤chenfenster in Frage. Im Vergleich mit einem solchen nehme eine wohl geformte Lukarne, welche die "heutige, einseitige Lukarnensituation" behebe und die Symmetrie wiederherstelle, mehr RÃ¼cksicht auf das Schutzobjekt. â Die Bausektion betont, dass die ZulÃ¤ssigkeit von Dachaufbauten nicht allein aufgrund des Wortlauts der SchutzverfÃ¼gung zu beantworten sei, sondern im Zusammenhang mit der das NachbargebÃ¤ude L-Strasse 04 betreffenden SchutzverfÃ¼gung. Diese verlange keine umfassende Substanzerhaltung, sondern eine angemessene, das heisst mit dem kunst- und kulturhistorischen Charakter der einzelnen Schutzobjekte und auch der HÃ¤usergruppe vereinbare bauliche VerÃ¤nderungen blieben zulÃ¤ssig. Der Aufbau einer stiltypischen Lukarne auch auf dem Haus Nr. 03 erscheine als sinnvoll.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>ZunÃ¤chst stellt sich die Frage, ob die projektierte Lukarne der SchutzverfÃ¼gung vom 30. November 2005 entspricht (E. 2.2.1). Im Weiteren muss sich diese Dachaufbaute rechtsgenÃ¼gend einordnen (E. 2.2.2).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Der Inhalt der VerfÃ¼gung vom 30. November 2005 darf nicht isoliert aus dem Wortlaut der fÃ¼r das streitbetroffene GebÃ¤ude L-Strasse 03 erlassenen Anordnungen abgeleitet werden. Vielmehr sind auch die Bestimmungen fÃ¼r die NachbarhÃ¤user L-Strasse 04 und 05 einzubeziehen. Ferner gilt es den in Ziffer I der Prozessgeschichte skizzierten Planungsgang und die bauliche Entwicklung dieser Einfamilienhauszeile zu berÃ¼cksichtigen. Weder aus dem Inventar noch aus der darauf beruhenden SchutzverfÃ¼gung von 1989 und erst recht nicht aus der vorliegend massgebenden vom 30. November 2005 lÃ¤sst sich die vom BeschwerdefÃ¼hrer verfochtene strenge, buchstabengetreue Auffassung ableiten. FÃ¼r eine vollstÃ¤ndige Erhaltung der Bausubstanz der Siedlung "M" besteht kein Anlass; vielmehr geht es darum, das Ã¼berlieferte Erscheinungsbild mit der strengen Symmetrie zu erhalten. Dementsprechend beschrÃ¤nkt sich der Schutz hauptsÃ¤chlich auf das Ãussere der HÃ¤userzeile, wÃ¤hrend im Innern â wie das vorliegende Verfahren zeigt â erhebliche Ãnderungen des Grundrisses zulÃ¤ssig bleiben. Laut Inventar wurde beim Ã¶stlichen Nachbarhaus L-Strasse 04 die Lukarne am 2. MÃ¤rz 1987 bewilligt. Somit war diese Dachaufbaute dem Stadtrat anlÃ¤sslich der ersten Unterschutzstellung am 19. Juli 1989 bekannt. In welchem Zeitpunkt die BauausfÃ¼hrung dann erfolgte, tut nichts zur Sache. Unter diesen UmstÃ¤nden ist mit den Vorinstanzen die in den SchutzverfÃ¼gungen unterbliebene ErwÃ¤hnung von Dachaufbauten grundsÃ¤tzlich zugunsten von deren ZulÃ¤ssigkeit auszulegen. DafÃ¼r spricht auch der Umstand, dass der Stadtrat die Wiederherstellung der Symmetrie durch den Aufbau einer gleichartigen Lukarne auf dem GebÃ¤ude L-Strasse 03 ermÃ¶glichen wollte. Im Ãbrigen bleibt anzumerken, dass der GebÃ¤udekubus mit dem Aufbau der Dachlukarne wohl etwas vergrÃ¶ssert wird; indessen fÃ¼hrt dies nach § 255 Abs. 1 PBG nicht zu einer (gemÃ¤ss der laut Art. 13 BZO massgebenden AusnÃ¼tzungs- und Ãberbauungsziffer) grÃ¶sseren baulichen Dichte.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Weil das GebÃ¤ude L-Strasse 03 unter Denkmalschutz steht, haben bauliche Massnahmen gestalterisch den strengeren Anforderungen von § 238 Abs. 2 PBG zu genÃ¼gen (Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 4. A., ZÃ¼rich 2006, S. 10-12). Wie die Vorinstanzen zutreffend erwogen haben, kann der streitbetroffenen Lukarne nicht nur eine gute Einordnung zuerkannt werden. Indem sie die Symmetrie wiederherstellt, wertet sie die Einfamilienhauszeile sogar deutlich auf.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Im Weiteren beabsichtigt der Bauherr, den bestehenden Kamin in der Mitte der Nordseite des zweiten Dachgeschosses abzubrechen und durch einen solchen an der Ã¶stlichen Grenzmauer gegen das MittelgebÃ¤ude zu ersetzen. Der neue Kamin ist mit einem Durchmesser von rund 45 cm schlanker als der bisherige, mit 1,4 m jedoch hÃ¶her und soll um rund 70 cm Ã¼ber den First hinausragen. Die Baurekurskommission hielt hierzu fest, dass die streitbetroffene Wohnzeile heute vier spiegelbildlich angeordnete Kamine aufweise, welche die nÃ¶rdliche DachflÃ¤che durchstiessen und den First nicht Ã¼berragten. Zwei etwas grÃ¶ssere, rund 80 cm breite Kamine seien etwa in der Mitte der Kopfbauten und je ein schmaler sei etwas hÃ¶her und nahe bei der Grenzmauer zum Mittelhaus angesetzt. Entsprechend den AusfÃ¼hrungen zur Lukarne widerspreche das Vorhaben auch insoweit der SchutzverfÃ¼gung nicht. Soweit der Rekurrent dem Kamin eine unbefriedigende Einordnung entgegenhalte, seien die Ã¤sthetischen Anforderungen gegenÃ¼ber den umweltschutzrechtlichen Anliegen abzuwÃ¤gen. GemÃ¤ss Art. 6 Abs. 2 der Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 (LRV) mÃ¼ssten Emissionen in der Regel durch Kamine oder AbluftkanÃ¤le Ã¼ber Dach ausgestossen werden. Das Bundesamt fÃ¼r Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL [heute Bundesamt fÃ¼r Umwelt; BAFU]) habe gestÃ¼tzt auf Art. 36 Abs. 3 lit. c LRV am 15. Dezember 1989 Empfehlungen Ã¼ber die MindesthÃ¶he von Kaminen erlassen. Danach sollten â neu zu errichtende wie auch bestehende â KaminmÃ¼ndungen um mindestens 50 cm Ã¼ber den hÃ¶chsten GebÃ¤udeteil, hier also den Dachfirst, hinausragen (Ziff. 32 der Empfehlungen). Aufgrund dieser Richtlinie mÃ¼sse der bestehende Kamin entsprechend verlÃ¤ngert und die symmetrische Gestaltung des Dachs ohnehin durchbrochen werden. Wenn die Bausektion eine solche VerlÃ¤ngerung als gestalterisch unbefriedigend ablehne, lasse sich diese Auffassung durchaus vertreten. Zwar kÃ¶nnten Ã¤sthetische GrÃ¼nde es rechtfertigen, von Empfehlungen des BUWAL abzuweichen; hier bestehe jedoch kein Anlass, auf die Schaffung eines umweltrechtskonformen Kamins zu verzichten. Mit dem Abbruch des bestehenden und der Errichtung eines schmaleren Kamins nahe bei der Grenzmauer zum MittelgebÃ¤ude gehe die symmetrische Dachgestaltung zwar verloren. Angesichts der Breite des neuen Kamins von nur rund 45 cm und der LÃ¤nge von 1,4 m sei die Ãnderung jedoch optisch von untergeordneter Bedeutung. Im Ãbrigen sei die streitbetroffene Hauszeile selbst nach Erstellung der Lukarne nicht durchgehend symmetrisch, weshalb die zusÃ¤tzliche Abweichung von der GleichfÃ¶rmigkeit die Erscheinung des GebÃ¤udes nicht beeintrÃ¤chtige. Im Ãbrigen entspreche der neue Kamin bezÃ¼glich der Breite den beiden bestehenden kleineren. Schliesslich fÃ¤nden sich die Kamine Ã¼ber der weniger empfindlichen Nordfassade.</p> <p class="Erwgung2">Diesen ErwÃ¤gungen hÃ¤lt der BeschwerdefÃ¼hrer entgegen, dass im vorliegenden Fall die denkmalpflegerischen Anliegen stÃ¤rker zu gewichten seien als jene der Luftreinhaltung. Die bestehenden KaminmÃ¼ndungen befÃ¤nden sich immerhin auf der HÃ¶he des Dachfirsts, weshalb der bisherige Kamin nicht hÃ¤tte um 50 cm erhÃ¶ht werden mÃ¼ssen. Kein Kamin der Siedlung "M" Ã¼bersteige den Dachfirst um so viel und nirgends seien die Empfehlungen des BUWAL angewendet worden. Der Kamin der Liegenschaft L-Strasse 04 sei eben erst im Sommer 2006 renoviert worden, ohne dass die Bausektion eine ErhÃ¶hung verlangt hÃ¤tte. Im Ãbrigen wÃ¤re eine â wenigstens die Symmetrie aufrechterhaltende â VerlÃ¤ngerung des bestehenden Kamins um 50 cm das weitaus kleinere Ãbel als die vorgesehene Versetzung. Das Inventarblatt betone die augenfÃ¤llig strenge Symmetrie der HÃ¤userzeile ausdrÃ¼cklich. Die projektierte Versetzung des Kamins wÃ¼rde dieses Bild beeintrÃ¤chtigen und einen unzulÃ¤ssigen Eingriff in die SchutzverfÃ¼gung bedeuten. Wenn die Bausektion eine ErhÃ¶hung des bestehenden Kamins als mit § 238 Abs. 2 PBG unvereinbar erachte, gelte dies erst recht fÃ¼r eine Versetzung. Von einer minimalen Abweichung der Symmetrie kÃ¶nne keine Rede sein und die EbenmÃ¤ssigkeit der Fassade widerspiegle sich in der bisherigen Anordnung der Kamine auf dem Dach. Dass die Nordfassade "unempfindlich" sei, treffe nicht zu, denn die DachflÃ¤che werde einzig durch die vier Kamine durchstossen. Diese trÃ¼gen daher wesentlich zum symmetrischen Eindruck des Dachs bei. Nach dem Abbruch des bestehenden Kamins entstÃ¼nde auf der westlichen HÃ¤lfte ein stÃ¶render Leerraum. Dass der Bauherr diesen Kamin eigenmÃ¤chtig schon abgebrochen habe, dÃ¼rfe nicht berÃ¼cksichtigt werden.</p> <p class="Urteilstext">Nach Ansicht des Bauherrn ist die Kaminverschiebung technisch bedingt und greift nur geringfÃ¼gig in die GebÃ¤udesymmetrie ein. Weil die Bewilligung insoweit Ergebnis einer sachgerechten InteressenabwÃ¤gung sei, falle die vom BeschwerdefÃ¼hrer verlangte Wiederherstellung des bisherigen Kamins von vornherein ausser Betracht; das Verwaltungsgericht sei mangels eines diesbezÃ¼glichen Entscheids der Bausektion ohnehin unzustÃ¤ndig. â Nach Auffassung der Bausektion gilt es bei einem Konflikt zwischen umweltrechtlichen und denkmalpflegerischen Anliegen zu berÃ¼cksichtigen, wie gross der Eingriff in ein Schutzobjekt sei und ob er geschÃ¼tzte Substanz betreffe oder nicht. Vorliegend gehe es um eine kleinere technisch bedingte Dachaufbaute, welche das Dach insgesamt nicht beeintrÃ¤chtige. Der neue Kamin sei mit einer LÃ¤nge von etwa 1,4 m und einem Durchmesser von rund 45 cm weniger auffÃ¤llig bzw. stÃ¶rend als eine ErhÃ¶hung des bisherigen, 75 cm breiten Kamins auf ca. 2,1 m.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Versetzung des bisherigen Kamins als haustechnisch bedingter Dachaufbaute hÃ¤ngt vorliegend mit dem Einbau einer neuen Erdgasheizung zusammen. Es fragt sich, ob der umstrittene Aufbau eines neuen Kamins von der SchutzverfÃ¼gung Ã¼berhaupt erfasst werde. Selbst wenn man davon ausgeht, lÃ¤sst sich nach den schlÃ¼ssigen ErwÃ¤gungen der Vorinstanz, auf die nach § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG verwiesen werden kann, nicht sagen, dass denkmalpflegerische GrÃ¼nde Vorrang vor der Durchsetzung des Umweltrechts hÃ¤tten (vgl. auch Fritzsche/BÃ¶sch, S. 15-11).</p> <p class="Urteilstext">Wenn die Bausektion unter den gegebenen UmstÃ¤nden der vom Bauherrn gewÃ¼nschten Variante zugestimmt und die Kaminverschiebung "als optisch harmonische und denkmalpflegerisch vertretbare technische LÃ¶sung" bezeichnet hat, lÃ¤sst sich diese Wertung ohne weiteres vertreten; zumindest liegt darin keine Rechtsverletzung, in die das Verwaltungsgericht korrigierend eingreifen mÃ¼sste. Ãberdies ist der BaubehÃ¶rde darin beizupflichten, dass das gestalterische StÃ¶rungspotenzial einer solchen technisch bedingten kleineren Aufbaute eher gering ist und sich die Kamine auf der weniger gut einsehbaren Nordostseite des GebÃ¤udes befinden. Nach dem Gesagten fÃ¤llt die vom BeschwerdefÃ¼hrer verlangte Wiederherstellung des abgebrochenen Kamins, worÃ¼ber das Verwaltungsgericht nach dem zutreffenden Einwand der Bauherrschaft gar nicht befinden kÃ¶nnte, ausser Betracht.</p> <p class="Urteilstext">Diese ErwÃ¤gungen fÃ¼hren zur Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der unterliegende BeschwerdefÃ¼hrer wird kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und kann von vornherein keine ParteientschÃ¤digung beanspruchen. <span>Vielmehr hat er den privaten Beschwerdegegner gestÃ¼tzt auf § 17 Abs. 2 lit. a VRG angemessen zu entschÃ¤digen. Als angemessen erweist sich eine EntschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (§ 12 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997).</span></p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'590.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird verpflichtet, dem privaten Beschwerdegegner eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids.</p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>