Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. Dezember 2016 (720 16 325 / 334) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Versicherte hat keine Verschlechterung des Gesundheitszustands glaubhaft ge- macht, weshalb die IV-Stelle zu Recht nicht auf die Neuanmeldung eingetreten ist. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Dr. Alex Hediger, Advo- kat, Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente / Nichteintreten A.1 A.____ war zuletzt bis 5. Januar 2014 bei der B .____ (letzter Arbeitstag: 5. Januar 2012) angestellt. Am 25. Juni 2012 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Entzündung und eine Zerrung der Bänder in der linken Schulter, welche ihren Ursprung in einem im Januar 2012 erlittenen Unfall hatten, erstmals bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) holte ein po lydisziplinäres Gutachten bei der C.____ ein, welches am 13. Dezember 2013 erging. Gestützt auf d ie Ergebnisse in diesem Gutachten, wo- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach die Versicherte sowohl in der angestammten wie auch in jeder anderen leichten bis mittel- schweren Tätigkeit vollständig arbeitsfähig sei, wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 30. Juni 2014 ab. A.2 Nachdem sich die Versicherte am 19. Januar 2015 erneu t bei der IV-Stelle angemeldet hatte, trat diese auf das Gesuch mit Verfügung vom 29. Mai 2015 nicht ein. Zur Begründung brachte sie vor, die Versicherte habe nicht glaubhaft dar getan, dass sich die tatsächlichen Ver- hältnisse seit dem Erlass der Verfügung vom 30. Juni 201 4 in einer für den Anspruch erhebli- chen Weise verändert hätten. Es läge lediglich eine and ere Beurteilung des gleichen Sachver- haltes vor. A.3 Am 27. Februar 2016 ging bei der IV-Stelle ein vom 7. Dezember 2015 datiertes Schreiben des behandelnden Psychiaters der Versicherten ein . Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, teilte mit, dass sich d er Gesundheitszustand von A.____ trotz regelmässig durchgeführter Behandlung nicht mehr wesentlich gebessert habe. Sie sei daher aktuell nur fähig, eine Verweistätigkeit in eine m 20%-Pensum zu erfüllen. Am 11. März 2016 ersuchte die Versicherte um eine Neubeurteilung. Die IV-Stelle nahm dieses Schreiben als Neuanmeldung entgegen und trat darauf mit Verfügung vom 26. August 2016 nicht ein. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Ale x Hediger, am 26. September 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Aufhebung der Verfügung vom 26. A ugust 2016 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, auf ihr Leistungsbegehren einzutreten und ihr Rentenleistungen zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. In der ergänzenden Beschwerdebe gründung vom 6. Oktober 2016 liess sie ausführen, dass sie die relevante Veränderung des Ge sundheitszustandes glaubhaft ge- macht habe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Oktober 2016 schloss d ie Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die Stellungnahme von Dr. med. E.____, FM H Allgemeinmedizin, Regionaler ärztli- cher Dienst (RAD) beider Basel, vom 13. Juni 2016 auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht frist- und formgerecht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten. 2. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die N euanmeldung zum Leistungsbezug der Beschwerdeführerin vom 11. März 2016 zu Recht nicht eingetreten ist. Die IV-Stelle weist in ihrer Vernehmlassung zutreffend darauf hin, dass das G ericht im Rahmen des vorliegenden Prozesses keine materielle Prüfung des Rentenanspruchs vornehmen kann, gehört eine solche doch weder zum Anfechtungs- noch zum Streitgegenstand d es vorliegenden Beschwerdever- fahrens. Soweit die Beschwerdeführerin in ihrem Rechtsb egehren die Ausrichtung von Renten- leistungen beantragt, kann auf die Beschwerde daher nicht eingetreten werden. Der Antrag, die Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, auf ihr Leistungs- begehren vom 11. März 2016 einzutreten, geht nicht über den Streitgegenstand des vorliegen- den Prozesses hinaus. Diesbezüglich ist auf die Beschwerde einzutreten. 3.1 Wurde ein Rentenanspruch einer versicherten Person w egen eines zu geringen IV- Grads verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der Vero rdnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 eine Neuanmeldung zum Renten bezug nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 erfüllt sind. Danach ist von d er versicherten Person im Ge- such glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invaliditä t in einer für den Anspruch erhebli- chen Weise geändert hat. Gelingt ihr dies nicht, so wi rd auf das Gesuch nicht eingetreten. Ist die anspruchserhebliche Änderung glaubhaft gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (vgl. BGE 117 V 200 E. 4b). Die Rechtskraft der früheren Verfügung steht damit einer neuen Prüfung so lange entgegen, wie der seinerzeit be urteilte Sachverhalt sich in der Zwi- schenzeit nicht verändert hat. Erheblich ist eine Sachve rhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend ge- machten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil de s Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_286/2009, E. 2.2.2 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Die Eintretensvoraussetzung nach Art. 87 Abs. 3 IVV soll verhindern, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Anspruch sprüfung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 112 E. 5.3.1 mit weiteren Hinweisen). Die Verwaltung ver fügt bei der Beurteilung der Eintretens- voraussetzungen über einen gewissen Spielraum. So wird sie zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und an die Glaubhaftmachung dementsprechend mehr oder weniger hohe Anforderunge n stellen (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_286/2009, E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen). Unter Glaubhaftmachen im Sinne von Art. 87 Abs. 2 IVV ist nicht der Beweis nac h dem im Sozialversicherungsrecht allge- mein massgebenden Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu verstehen. Die Beweisan- forderungen sind vielmehr herabgesetzt, indem nicht im Sinne eines vollen Beweises die Über- zeugung der Verwaltung begründet zu werden braucht, d ass seit der letzten, rechtskräftigen Entscheidung tatsächlich eine relevante Änderung eing etreten ist. Es genügt, dass für den gel- tend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsänderung nicht erstellen lassen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juni 2014, 8C_746/2013, E. 2 mit Hinweisen, in: SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invali- denrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (vgl. Urteil des Bundesgerichts v om 31. August 2016, 8C_325/2016, E. 2.1 mit Hinweisen). 3.3 In erster Linie ist es Sache der versicherten Person, substantielle Ansatzpunkte für eine allfällige neue Prüfung des Leistungsanspruchs darz ulegen. Wie das Bundesgericht im Entscheid 130 V 64 ff. bekräftigt hat, spielt der Unt ersuchungsgrundsatz, wonach die Verwal- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht tung von Amtes wegen für die richtige und vollständig e Abklärung des rechtserheblichen Sach- verhaltes zu sorgen hat (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen), insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung bloss auf ergänzende Be weismittel, insbesondere Arztberich- te, hingewiesen, die noch beigebracht würden oder vo n der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person nach der Rechtsprechung eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenen- falls auf Nichteintreten zu erkennen sei (BGE 130 V 68 f. E. 5.2.5 mit Hinweisen). Wenn die der Neuanmeldung beiliegenden ärztlichen Berichte so wenig substantiiert sind, dass sich eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkenntnisse alle nfalls rechtfertigen würde, ist es der Ver- waltung zwar unbenommen, entsprechende Erhebungen anzu stellen oder bei der versicherten Person Belege nachzufordern, eine Verpflichtung der IV -Stelle zur Nachforderung weiterer An- gaben (analog zu BGE 130 V 64 ff.) besteht indessen nur , wenn den – für sich allein genom- men nicht Glaubhaftigkeit begründenden – Arztberichte n konkrete Hinweise entnommen wer- den können, wonach möglicherweise eine mit weiteren Erh ebungen erstellbare rechtserhebli- che Änderung vorliegt. Im Übrigen bedeutet eine blosse Abklärung durch die Verwaltung, so das Einholen eines einfachen Arztberichtes, allein noch ke in materielles Eintreten auf die Neu- anmeldung (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_286/2009, E. 2.2.3 mit Hinweis). 3.4 Zeitlicher Ausgangspunkt für die Prüfung der verän derten Verhältnisse bildet die letzte materielle Beurteilung des Rentenanspruchs mit rechtskonfo rmer Sachverhaltsabklärung, Be- weiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleic hs. Vorliegend fand im Rahmen der erstmaligen Anmeldung zum Leistungsbezug vom 12. Jun i 2012 eine umfassende Abklä- rung des Sachverhalts statt. Die IV-Stelle lehnte gestü tzt darauf mit Verfügung vom 30. Juni 2014 einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei ei nem IV-Grad von 0% ab. Demge- mäss beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen erfolgt ist, die ein Eintreten auf die Neuanmeldung rechtfertigen würde, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 30. Juni 2014 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Nichteintret ensverfügung vom 26. August 2016. Daran ändert die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 19. Januar 2015 nichts, weil die IV- Stelle dieses Leistungsbegehren materiell nicht behandelte und nicht darauf eingetreten ist. 4.1 Die IV-Stelle stützte ihre rentenablehnende Verfü gung vom 30. Juni 2014 auf das von ihr bei der C.____ eingeholte polydisziplinäre Gutachten vom 12. Dezember 2013, gemäss wel- chem keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähi gkeit gestellt wurden. Ohne Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine chronische S chmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, chronische Nacken-Schulter-Arm-Handbe schwerden der dominanten linken Seite, ein leichtgradiges muskuläres Zervikalsyndrom, ein Karpaltunnelsyndrom (CTS), ein Übergewicht mit BMI von 27 kg/m 2, ein Nikotinabusus und ein Status nach erosiver Antrum- gastritis. In ihrer Gesamtbeurteilung kam die untersuc hende Ärzteschaft der Fachdisziplinen Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherap ie, Rheumatologie sowie Orthopädi- sche Chirurgie und Traumatologie zum Schluss, dass die o rthopädische Untersuchung eine freie Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule ergeben habe. Einzig bei der linken Schulter sei - unter Gegenspannung – keine freie Beweglichkeit festg estellt worden. In diesem Bereich hätten sich aber während der Untersuchung Inkonsistenzen ergeben. Die fehlende Atrophie der linken Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht oberen Extremität sowie die vermehrte Handbeschwielun g seien mit der von der Versicherten angegebenen länger dauernden Schonung dieser Seite nicht vereinbar. Zusammenfassend wurde aus orthopädischer Sicht festgehalten, dass die bekl agten, völlig diffusen Beschwerden durch die klinischen und radiologischen Befunde nicht begründet werden könnten. Auch in neu- rologischer Hinsicht wurde eine unauffällige Trophik am linken Arm attestiert. Tinel-Zeichen und Phalen-Test seien auf der linken Seite positiv, die ra dikulären Provokationsmanöver negativ gewesen. Die aktive Rotation der Halswirbelsäule (HWS) sei nach links leichtgradig einge- schränkt und die paravertebrale Muskulatur links etwas gesp annt gewesen. Ein MRI der HWS vom April 2012 sei bis auf beginnende Bandscheibendehyd rationen normal gewesen. Aus neu- rologischer Sicht bestehe ein leichtes muskuläres Zervikalsy ndrom links, wobei Anhaltspunkte für das Vorliegen einer radikulären Reiz- oder Ausfallsym ptomatik fehlen würden. Weiter lägen Hinweise für ein leichtgradiges CTS vor. Die von der Be schwerdeführerin beschriebenen Kopf- schmerzen entsprächen einer Migräne ohne Aura. Zusammenfa ssend könne aus neurologi- scher Sicht keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit a ttestiert werden. Bei der psychiatri- schen Untersuchung sei aufgefallen, dass das Ausmass der geklagten Schmerzen und die sub- jektive Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden könnten. Es bestehe eine psychische Überlagerung im Sinne einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, welche jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. 4.2.1 Zu prüfen ist, ob eine Verschlechterung des Ge sundheitszustandes eingetreten ist. Im Arztbericht von Dr. D.____ vom 6. März 2015 wurde festgeh alten, dass sich der Gesundheits- zustand der Beschwerdeführerin trotz weiterführender Th erapie im Laufe der Zeit nur teilweise gebessert habe. Sie leide als Folge eines linksseitigen Schleudertraumas, das sie sich am 5. Januar 2012 zugezogen habe, an einem im Zeitverlau f chronifizierten Schmerzsyndrom (ICD10-F45.1). Eine zusätzliche, die Arbeitsfähigkeit e inschränkende psychiatrische Erkran- kung bestehe nicht. Die anhaltenden Schmerzen im füh renden linken Arm würden für die kurz vor der Geburt eines Sohnes stehende Beschwerdeführerin e ine massive Einschränkung ihrer Lebensqualität bedeuten, weil sie praktisch nie schmerzf rei sei und der schwer psychisch kran- ke Mann ihr bei der Alltagsbewältigung nicht beistehe n könne. Sie sei derzeit nur in der Lage, einer Verweistätigkeit in einem 20%-Pensum nachzugehe n. Eine verwertbare Arbeitsfähigkeit, die vergleichbar sei mit ihrer Situation vor dem Unfall im Januar 2012, weise die Beschwerde- führerin mit grosser Sicherheit auch weiterhin nicht auf. 4.2.2 Am 7. Dezember 2015 und am 27. Februar 2016 wi ederholte Dr. D.____ die vorste- hend genannte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Weit er hielt er fest, dass sich der Gesund- heitszustand zwischenzeitlich (auch) nicht gebessert hat. D ie Beschwerdeführerin sei nach der Geburt ihres Sohnes infolge massiven Blutverlusts in eine lebensbedrohliche Situation gekom- men und habe während Tagen auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Dies habe sie zusätzlich traumatisiert und die Schmerzen in der linken Sc hulter und im linken Arm weiter ver- stärkt. Obwohl sich der Sohn gesund entwickle, sei die Besc hwerdeführerin nicht in der Lage, positive Gefühle zu empfinden. Sie sei in einem anges pannten, ängstlich gefärbten nervösen Zustand. Ihr Schlaf bleibe oberflächlich, gestört dur ch wiederholt auftretende Albträume. Es Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestehe aber (weiterhin) keine zusätzliche, die Arbeitsfähigkeit weiter einschränkende psychiat- rische Erkrankung. 5.1 Aufgrund der im Rahmen der Neuanmeldung am 11. März 2016 eingereichten Berichte kann keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszusta ndes seit der Ablehnung des Leistungsgesuchs vom 12. Juni 2012 festgestellt werden. Wi e oben (vgl. E. 3.2 hiervor) ausge- führt, genügt es für das Glaubhaftmachen im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV zwar, dass für den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigste ns gewisse Anhaltspunkte beste- hen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechn en ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsänderung nicht erst ellen lassen. Solche Anhaltspunkte liegen vorliegend aufgrund der neu aufgelegten medi zinischen Unterlagen jedoch nicht vor. Zu- nächst erscheint es fraglich, ob sich die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren auf den Bericht von Dr. D.____ vom 6. März 2015 berufen kann, n achdem dieser bereits bei der Neu- anmeldung vom 19. Januar 2015 berücksichtigt worden ist. Diese Frage kann jedoch offen blei- ben, denn auch den Ausführungen von Dr. D.____ vom 7. Dezember 2015, welche er am 27. Februar 2016 wiederholte, ist keine Verschlechterun g des Gesundheitszustandes im Ver- gleich zur Begutachtung bei der C.____ vom 12. Dezemb er 2013 zu entnehmen. Gleich wie dort diagnostizierte auch Dr. D.____ keine depressive Stör ung. Er führte einzig aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht mehr (wohl im Vergleich zum Bericht vom 6. März 2015) wesentlich verbessert habe. Dies ist aufg rund der weiteren Schilderungen nachvollziehbar. Zwar haben die Umstände der Geburt de s Sohnes die Beschwerdeführerin belastet. Daraus leitete selbst Dr. D.____ keine daue rnde Verschlechterung des Gesundheits- zustandes ab, denn er bestätigte in den Berichten vom 7. Dezember 2015 und 27. Februar 2016, dass keine die Arbeitsfähigkeit weiter einschränk ende psychiatrische Diagnose gestellt werden könne. Er berichtete lediglich über die bekannt en Schmerzen sowie über einen ange- spannten, ängstlich gefärbten nervösen Zustand. Auch aus de m Schlussbericht des F.____ vom 7. Januar 2016, wo die Beschwerdeführerin ab 25. O ktober 2015 an einer arbeitsmarktli- chen Massnahme der Arbeitslosenkasse teilgenommen hat und welchem zu entnehmen ist, dass sie lediglich eine Leistungsfähigkeit von 20% aufgew iesen habe, kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten. So gibt der Bericht im Wesentlichen nur die subjektiven Angaben der Be- schwerdeführerin wieder, weshalb ihm betreffend die m edizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit kein Beweiswert zukommt. Weiter handelt es sich dabei ni cht um eine im Auftrag der IV durch- geführte berufliche Abklärung, welche aus invalidenversi cherungsrechtlicher Sicht Aufschluss über die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit der Be schwerdeführerin geben würde, sondern um einen durch die Arbeitslosenkasse vermittelten befri steten Arbeitseinsatz. Den medizini- schen Berichten ist zudem zu entnehmen, dass die Beschwerdef ührerin eine ausgeprägte sub- jektive Krankheitsüberzeugung aufweise und sich keine Arbeit vorstellen könne, die für sie noch möglich wäre (vgl. Gutachten der C.____ vom 13. Dezemb er 2013). Dieser Aspekt dürfte mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ihren Einsatz im F.___ _ beeinflusst haben. Aus diesem Grund gelingt es ihr auch unter Bezugnahme auf den Ber icht des F.____ nicht, eine Ver- schlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft darzulege n. Bei dieser Ausgangslage und einer Zeitspanne von knapp zwei Jahren zwischen den beid en zu vergleichenden Sachverhal- ten durfte es die IV-Stelle dabei bewenden lassen, di e neu vorgelegten Arztberichte lediglich einer internen Prüfung durch den Psychiater des RAD zuzuführen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die IV-Stel le auf die Neuanmeldung der Versicherten vom März 2016 zu Recht nicht eingetret en ist. Die gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 26. August 2016 erhobene Beschwerde erwei st sich - soweit darauf eingetreten werden kann - als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 6. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver- weigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicheru ngsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängi g vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnitt- licher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksich- tigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich a uf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unte rliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Diese werden m it dem bereits geleisteten Vorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Die ausserordentliche n Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird - soweit darauf eingetrete n werden kann - abge- wiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.- wer den der Beschwer- deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kosten vorschuss in Höhe von Fr. 800.- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht