B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1524/2014 U r t e i l v o m 2 4 . A p r i l 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Bruno Huber, mit Zustimmung von Richter Walter Lang; Gerichtsschreiberin Jeannine Scherrer-Bänziger. Parteien A._______, geboren (…), Iran, vertreten durch Dr. Reza Shahrdar, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. Februar 2014 / N (…). E-1524/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein iranischer Staatsangehöriger aus (…), verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am (…) und gelangte am 19. April 2010 in die Schweiz. Er suchte gleichentags um Asyl nach, wur- de am 4. Mai 2010 befragt und am 20. Mai 2010 angehört. Zur Begründung seines Asylgesuches gab er an, i m Zusammenhang mit (…) an Demonstrationen teilgenommen zu haben. Am (…) sei er festge- nommen worden. Man habe ihn fünf Tag festgehalten, befragt und miss- handelt, wovon Narben zeugen würden. Er sei (…) worden. Es seien da- mals etwa (…) Leute inhaftiert worden. Aufgrund der schlechten Behand- lung hätten sie sich beschwert, worauf Tränengas eingesetzt worden sei. Er habe garantieren müssen , nie mehr an Demonstrationen teilzuneh- men, andernfalls er mit einer Fre iheitsstrafe bis zu zehn Jahren zu rech- nen habe. Am (…) sei er freigelassen worden. Etwas später sei er bei der Polizei die ihm abgenommenen Sachen abholen gegangen. In der Folge habe er von einer unterdrückten Nummer aus einen Anruf erhalten, er müsse sich bei der Polizei melden. Aus Angst sei er nicht hinge gangen und habe das Land verlassen. Ansonsten habe er mit den Behörden kei- ne Probleme gehabt. B. Am 11. Juli 2013 teilte B._______ dem BFM mit, sie habe die Rechtsve r- tretung des Beschwerdeführers übernommen, und äusserte die Erwa r- tung, dass das Verfahren bald einem Entscheid zugeführt werde. D ieses wies in der Antwort vom 23. Juli 2013 auf seine Prioritätenordnung hin und h ielt fest, zu m weiteren Verlauf des Verfahrens könnten keine ver- bindlichen Angaben gemacht werden. Mit Eingabe vom 10. Februar 2014 liess C._______ das BFM wissen, es sei vom Beschwerdef ührer mit der Wahrung dessen Interessen betraut worden. Unter Hinweis auf die lange Dauer des Verfahrens wurde um Ak- teneinsicht ersucht. Daraufhin stellte das B FM am 21. Februar 2014 der Rechtsvertretung eine Kopie des Aktenverzeichnisses und Kopien der nachgesuchten Akten zu. C. Mit am 3. März 2014 eröffneter Verfügung vom 26. Februar 2014 stellte die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlin gseigen-E-1524/2014 Seite 3 schaft nicht, und lehnte d essen Asylgesuch ab. Sie wies ihn aus er Schweiz weg und beauftragte den D._______ mit dem Vollzug. D. Der Beschwerdeführer liess d iesen Entscheid durch seinen neu manda- tierten Rechtsvertreter am 21. März 2014 beim Bundesverwaltungsgericht anfechten. Er beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben, es sei ihm Asyl zu gewähren und die aufschiebende Wirkung sei herzu- stellen, eventuell sei er vorläufig aufzunehmen. Aufgrund von Mittellosig- keit seien kein Kostenvorschuss beziehungsweise keine Gerichtsgebüh- ren zu erheben. E. Der Instruktionsrichter hielt in seiner Zwischenverfügung vom 27. März 2014 fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Die Gesuche um Gewährung der unentgelt lichen Prozessführung un d um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor - schusses wies er ab. Er forderte ihn auf, innert angesetzter Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– einzuzahlen. Am 26. März 2014 liess der Beschwerdeführer dem Gericht eine Bed ürf- tigkeitsbestätigung der D._______ vom 24. März 2014 zugehen und e r- suchte erneut um Kostenbefreiung. Nach einer weiteren Eingabe vom 7. April 2014, der mehrere Beweismittel in fremder Sprache beilagen, ging der eingeforderte Kostenvorschuss am 9. April 2014 beim Gericht fristgerecht ein. Mit Eingaben vom 18. und 23. April 2014 reichte der Be- schwerdeführer weitere fremdsprachige Beweismittel ohne Übersetzung ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Gericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 E-1524/2014 Seite 4 AsylG SR 142.31; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Die Voraussetzungen für das Eintreten auf die Beschwerde sind vorliegend erfüllt. 1.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 2. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit m it Zustimmung eines zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG) , weshalb der Entscheid auch nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgeset zt sind oder begründete Furcht haben, solchen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbri ngen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM führte in seinem Entscheid aus, der Beschwerdeführer m a- che geltend, man habe ih n nach seiner Freilassung aus der Haft wieder- holt telefonisch aufgefordert, sich bei der Polizei zu melden. Aus Angst sei er jedoch nicht hingegangen. Nachdem er freigekommen sei, habe er e i- ne Garantie abgeben müssen, nicht mehr an Demonstrationen teilz u- nehmen. Vor diesem Hintergrund sei nicht nachvollziehbar, weshalb man ihn ohne Grund erneut hätte festnehmen sollen , was die Behörden ohne weiteres hätten tun können, als er bei ihnen vorbeigegangen sei, um sei- ne Sachen abzuholen. Im (…) seien ein Dutzend politische Gefangene E-1524/2014 Seite 5 aus der Haft entlassen worden, darunter auch Personen, di e (…), was zeige, dass sich die Lage verändert habe. Aktuell könne nicht davon aus- gegangen werden, d ass der Beschwerdeführer bei einer Rück kehr b e- gründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG haben müsse. An der Glaubhaftigkeit der Vorbringen seien grosse Zweifel anzubringen. So habe der Beschwerdeführer teilweise widersprüchliche und tatsachen- widrige Ausführungen zu den Parteien gemacht. Da die Vorbringen ins- gesamt die Voraussetzungen von Art. 3 AsylG nicht erfüllen w ürden, er- übrige es sich, eingehender auf diese Punkte und auf weitere Unglau b- haftigkeitselemente einzugehen. Der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass dessen Asylgesuch abzulehnen sei. Demnach sei er zur Ausreise aus der Schweiz verpflichtet (Art. 44 AsylG). Bezüglich des Vollzugs der Wegwe i- sung sei festzuha lten, dass der Grundsatz der Ni chtrückschiebung ge- mäss Art. 5 AsylG nicht angewa ndt werden könne. Zudem seien keine Anhaltspunkte a uszumachen, dass ihm im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Weder die dortige politische Si- tuation n och andere Gründe würden gegen die Zumutb arkeit der Rück- führung sprechen. Der Beschwerdeführer habe Berufserfahrung, sei ge- sund und verfüge im Iran über ein familiäres Beziehungsnetz, weshalb davon auszugehen sei, er könne sich bei einer Rückkehr e ine existenzsi- chernde Lebensgrundlage aufbauen . Der Vollzug der Wegweisung sei auch technisch möglich und praktisch durchführbar. 4.2 In der Beschwerde w urde nach allgemeinen Ausführungen zu r Lage und Entwicklung im Iran geltend gemacht, viele Inhaftierte seien damals einzig infolge Platzmangel freigelassen worden . Auf die weniger schweren Fälle wie beim Beschwerdeführer seien die Beh örden später zurückgekommen. Er sei inhaftiert gew esen, und man habe nach ihm gesucht; er habe eine Garantie abgeben müssen, sich nicht mehr an den Protesten zu beteiligen. Wegen der illegalen Ausreise und der Teilnahme an Demonstrationen in der Schweiz drohe ihm erst recht Strafe und unmenschliche Behandlung. Der Rechtsvertretung seien mehrere Fälle bekannt, bei denen es (…) zu Verhaftungen gekommen sei. Al le Verhafteten seien wie der Beschwerdeführer bei (…) aktiv gewesen und hätten den Versprechungen des Regimes geglaubt. E-1524/2014 Seite 6 In der Eingabe vom 7. April 2014 wies der Beschwerdeführer auf Fälle hin, die ähnlich gelagert seien und verdeutlichen würden, dass er gefährdet sei. 5. 5.1 Wie vorstehend in Erwägung 2 ausgeführt, hält das Gericht die Rechtsbegehren für offensichtlich unbegründet, weshalb es sich nach- stehend nur summarisch äussert und vorweg feststel lt, dass die vor - instanzlichen Erwägungen im Kern nicht zu beanstanden sind. Das Gericht kommt zum Schluss , dass der Beschwerdeführer zwar in irgendeiner Art und Weise in (…) verwickelt gewesen und inhaftiert worden sein könnte, wobei e s auch Misshandlungen nicht ausschliesst. Er unterscheidet sich in dieser Hinsicht aber nicht von einer Vielzahl von Protestierenden, die bei den damaligen D emonstrationen oder danach festgenommen, kurzzeitig inhaftiert und befragt worden sind. Der Beschwerdeführer bringt vor, vo n einer unterdrückten Nummer aus wiederholt aufgefordert worden zu sein, sich bei den Behörden zu melden, was jedoch eine bloss e Behau ptung ist und nicht geglau bt werden kann , hätte er bei einer solchen Kontaktnahme doch beispielsweise gar nicht mit Sicherheit wissen können, dass e s si ch tatsächlich um eine staatliche Stelle handle. Und – wie bereits vom BFM festgestellt – völlig unlogisch ist das Vorbringen, er habe Angst geha bt, sich zur Polizei zu beg eben, sei aber später aus fre ien Stücken dorthin gegangen, um seine ihm abgenommenen Sachen abzuholen , was im Falle eines behördlichen Interesses an seiner Person zweifelsohne zur sofortigen erneuten Inhaftierung geführt hätte. 5.2 Bei dieser Einschätzung ist ohne weitere n Begründungsaufwand z u- sammenfassend festzuhalten, dass es dem Be schwerdeführer nicht g e- lungen ist, für den Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem Iran eine Verfo l- gung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Auch eine diesbezüglich begründete Furcht vor künftigen Verfolgung s- massnahmen ist zu verneinen . An dieser Einschätzung vermögen auch die in einer Fremdsprache (ohne Übersetzung) eingereichten Beweismi t- tel nichts zu ändern. 5.3 5.3.1 Der Beschwerdeführer macht weiter das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe im Sinn von Art. 54 AsylG geltend, indem er vorbringt, er sei in der Schweiz exilpolitisch aktiv geworden. E-1524/2014 Seite 7 5.3.2 Die am 1. Februar 2014 in Kraft getretene Bestimmung von Art. 3 Abs. 4 AsylG hält zwar fest, dass Personen, die Gründe geltend machen, die wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden und weder Ausdruck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat - oder Herkunftsstaat bestehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, ni cht (mehr) Flücht - linge sind; diese einschränkende Feststellung wurde vom Gesetzgeber aber durch den ausdrücklichen Hinweis auf den Vorbehalt der Geltung der des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) wieder r elativiert (Art. 3 Abs. 4 in fine AsylG). 5.3.3 Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigen - schaft im Sinn von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Asylausschluss. Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachwe i- sen oder glaubhaft machen können, werden hingegen als Flüchtlinge vor- läufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 m.w.H.). 5.3.4 Eine Person, die subjektive Nachfluchtgründe geltend macht, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn der H ei- mat- oder Herkunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von den A k- tivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer Rüc k- kehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise im Sinn von Art. 3 AsylG ve r- folgt würde (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f. und BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352). Die Anforderungen an den Nachweis einer begründeten Furcht bleiben dabei grundsätzlich massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG). Wesentlich ist, ob die hei matlichen Behörden das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr eine Verfolgung im Sinn von Art. 3 AsylG befürchten muss. 5.3.5 Es ist mithin zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aufgrund der vo r- gebrachten exilpolitischen Aktivitäten die Voraussetzungen für die Zu er- kennung der Flüchtlingseigenschaft erfüllt. 5.3.6 Dass der Iran im Ausland gezielt Informationen von Staatsbürgern sammelt, ist bekannt. Dieser Umstand reicht für sich allein genommen j e- doch nicht aus, um eine begründete Verfolgungsfurcht glaubhaft zu m a- chen. Es müssen konkrete Anhaltspunkte vorliegen, dass der Beschwe r- deführer tatsächlich das Interesse der Behörden auf sich gezogen hat r e- spektive als regimefeindliches Element namentlich identifiziert und regis t- riert worden ist. Denn nach dem Kenntnisstand des Gerichts werden exil- politische Aktivitäten erst dann wahrgenommen, wenn ein exponiertes E-1524/2014 Seite 8 Wirken an den Tag gelegt wird , was vorliege nd gemäss Aktenlage nicht der Fall ist, zumal der Beschwerdeführer im Iran eigenen Angaben zufo l- ge nur einfaches Parteimitglied gewesen sein will. 5.3.7 Unter Berücksichtigung dieser Umstände ergibt sich, dass der B e- schwerdeführer auch die Voraussetzungen für die Anerkennung von su b- jektiven Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG nicht erfüllt. An dieser Einschätzung vermögen die A usführungen in der Rechtsmittel ein- gabe und die später eingereichten Beweismittel nichts zu ändern. 5.4. Das BFM hat nach dem Gesagten die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint. 6. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer v erfügt weder über eine ausländerrechtliche Au f- enthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 737). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG, SR 142.20). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweissta n- dard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen. 7.2 7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Dritt staat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). E-1524/2014 Seite 9 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). 7.2.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De- zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.3 Die Vorinstanz wies zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be schwerdeführer nicht g e- lungen ist, eine asylrechtlich erheblic he Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung keine Anwendung finden. Eine Rück führung in den Iran ist demnach unter diesem Aspekt rechtmässig. 7.2.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Ausschaffung in den Iran dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR (Europäischer G e- richtshof für Menschenrechte) und jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste er eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschl i- che Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi g e- gen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweis en). Auch die allgemeine Mensche n- rechtssituation im Iran lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zei t- punkt nicht als unzulässig erscheinen. Der Vollzug der Wegweisung ist demnach sowohl im Sinn der asyl - als auch der völkerrechtlichen B e- stimmungen zulässig. 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e-E-1524/2014 Seite 10 fährdung festgestellt, ist unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG die vo r- läufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2 Im Iran herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt, weshalb von der generellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausgegangen werden kann. Ferner lassen sich den Akten auch keine individuellen Wegweisungshindernisse entnehmen. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen gesunden Mann mit beruflicher Erfahrung , der im Heimat- staat über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügt. Bei dieser Ausgang s- lage ist nicht davon auszugehen, er werde bei einer Rückkehr in den Iran in eine existenzielle Notlage geraten. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertr etung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mö g- lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung e i- ner vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist a b- zuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerd e- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 –3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-1524/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600. – werden dem Beschwerdeführer au f- erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird nicht zurückerst attet und zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und E._______. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Jeannine Scherrer-Bänziger