Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. Juni 2018 (720 17 384 / 155) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Prüfung von Eingliederungsmassnahmen und Invalidenrente; Anspruchsvoraussetzun- gen sind nicht gegeben, insbesondere mangelt es an der Erfüllung des Wartejahres Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1975 geborene A.____ arbeitete ab dem 6. Ap ril 2016 in einem temporären Ar- beitsverhältnis als Hilfsarbeiter für die B.____ AG . Am 28. April 2016 erlitt er beim Anheben einer 10-20 kg schweren Bürste an einer Abkantmasch ine einen einschiessenden Schmerz an der Ellenbogenaussenseite rechts mit anhaltenden be lastungsabhängigen Schmerzen. In der Folge wurde ihm ab dem 28. April 2016 eine volle Ar beitsunfähigkeit attestiert. Nachdem die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva mit Verfügung vom 6. Juni 2016 das Vorliegen eines Unfalls oder einer unfallähnlichen Körperschädigung verneint und ihre Leistungspflicht als Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unfallversicherer abgelehnt hatte, richtete die SWICA Krankenversicherung AG ein Kranken- taggeld aus. Am 21. September 2016 wurde der Versicherte am rechten Ellenbogen operiert. Am 23. September 2016 meldete sich A.____ unter Hinweis auf einen Sehnenanriss im rechten Unterarm bei der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV ) zum Bezug von Invalidenleistun- gen („Berufliche Integration/Rente“, IV-act. 1) an. I n der Folge lud ihn die IV-Stelle zu einem Gespräch am 4. November 2016 ein (Schreiben vom 26. Sep tember 2016, IV-act. 13). Mit Email vom 3. November 2016 sagte der Versicherte dieses Ge spräch mit der Begründung ab, dass es ihm wieder gut gehe und er wieder arbeiten könn e. Am 23. November 2016 teilte er telefonisch mit, dass er seit dem 2. November 2016 zu 100 % als Elektriker arbeite. Es gehe ihm gut und er habe keine Beschwerden mehr. Die Behandlung sei abgeschlossen. Er benötige daher keine Leistungen der Invalidenversicherung mehr (I V-act. 24). Nach dem Einholen von Berichten der beiden behandelnden Ärzte Dr. med. C.__ __, FMH Handchirurgie und FMH Or- thopädische Chirurgie und Traumatologie, und Dr. med. D.____, FMH Lungenkrankheiten und Innere Medizin, Hausarzt des Versicherten, teilte die IV- Stelle A.____ mit Vorbescheid vom 6. Januar 2017 mit, dass er keinen Anspruch auf IV-Leistungen habe und sein Leistungsgesuch abgewiesen werde. Er habe das Wartejahr nicht erfüllt , da vor Ablauf der gesetzlichen Warte- frist eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden se i. Damit liege keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vor (IV-act. 28). A.2 Mit Einwandschreiben vom 25. Januar 2017 teilte de r Versicherte mit, dass er zwar am 2. November 2016 eine 100 %-Stelle als Elektriker ang etreten habe, Dr. D.____ ihn aber ab dem 9. Januar 2017 wieder zu 100 % arbeitsunfähig geschr ieben habe. Er habe die am 2. No- vember 2016 angetretene Stelle als Elektriker aufgrund verstärkter Schulter- und Ellenbogen- schmerzen bereits nach zwei Monaten wieder aufgeben müsse n. Er werde nun zur weiteren Abklärung an einen Spezialisten überwiesen. Er ersuche um berufliche Eingliederungsmass- nahmen, eventuell um Umschulung, da er die schwere Arb eit als Elektriker/Elektromonteur vo- raussichtlich nicht mehr werde ausüben können (IV-act. 2 9). Mit Telefonat vom 5. April 2017 teilte A.____ mit, dass es ihm nicht gut gehe. Die Situ ation mit dem Arm sei wieder etwas bes- ser als im Dezember. Er könne sich aber nicht mehr vor stellen, als Elektromonteur zu arbeiten, sondern wünsche eine Umschulung zum Hauswart. Er gehe nirgends mehr in ärztliche Behand- lung, da er sich diese finanziell nicht leisten könne ( IV-act. 36). Am 27. April 2017 teilte er tele- fonisch mit, dass er zwar gearbeitet habe, er aber wieder Schmerzen an der Hand habe (IV-act. 42). Mit Telefongespräch vom 17. Mai 2017 teilte er wiederum mit, dass es ihm viel besser ge- he. Die Schmerzen seien offenbar auf den Heilungsproze ss zurückzuführen. Er habe ein Vor- stellungsgespräch bei einer Sicherheitsfirma und brau che die Unterstützung durch die IV nicht mehr (IV-act. 44). Am 24. Mai 2017 informierte er di e IV-Stelle darüber, dass es mit der Sicher- heitsfirma nicht geklappt habe. Diese sei nicht seriös ( IV-act. 45). Anlässlich eines weiteren Te- lefonats vom 28. Juli 2017 informierte er die IV-Stel le über die immer noch bestehende Arbeits- losigkeit. Er habe noch Schmerzen, allerdings werde es m it dem Arm besser. Er sei weder bei einem Orthopäden noch bei einem Rheumatologen gewesen (IV-act. 56). A.3 Mit Verfügung vom 23. Oktober 2017 wies die IV-Ste lle das Leistungsbegehren ab. In der Begründung führte sie aus, dass aufgrund der medizin ischen Akten erstellt sei, dass er un- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter organisch nicht hinlänglich zuordenbaren oder funkt ionell-ergonomisch plausiblen Be- schwerden leide, weshalb eine andauernde Arbeitsunfähig keit versicherungsmedizinisch nicht bestätigt werden könne. Da er in sämtlichen Tätigkeiten vollzeitlich arbeitsfähig sei, liege keine Invalidität vor, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe. B. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 28. November 2017 Beschwerde beim Kan- tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Er bean tragte sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Es seien ihm finanzielle Leist ungen auszurichten und er sei bei der Wiedereingliederung zu unterstützen. In der Begründung führte er zusammenfassend aus, dass er aufgrund seiner Leiden nicht mehr in der angestammt en Tätigkeit als Elektriker tätig sein könne und deshalb auf Unterstützung der Invalidenversiche rung angewiesen sei. Er habe ein Augenleiden, das auf seine Tätigkeit auf Baustellen zur ückführen sei und zu Augenschmerzen führe. Zudem habe er weiterhin Schmerzen im rechten A rm und könne diesen nicht konstant belasten. Er versuche zwar, bei grösseren Belastungen a uf den linken Arm auszuweichen, bei anspruchsvolleren Tätigkeiten habe er aber trotzdem Besch werden. Aufgrund dieser Schmer- zen und der Augenproblematik sei es ihm nicht möglich, weiterhin als Elektriker zu arbeiten, weshalb er von der Invalidenversicherung unterstützt werden müsse. C. Mit Verfügung vom 5. Januar 2018 bewilligte die P räsidentin der Abteilung Sozialversi- cherungsrecht des Kantonsgerichts dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung. D. Mit Vernehmlassung vom 10. Januar 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akt en wird – soweit für die Beurteilung not- wendig – in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf di e – im Übrigen frist- und mit Eingabe vom 28. November 2017 formgerecht erhobene – Beschwerd e ist demnach einzutreten. 2. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob die Beschwe rdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen (Art. 15 ff . IVG) und/oder eine Rente (Art. 28 IVG) zu Recht verneinte. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Di e Invalidität kann Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu be rücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 3.2 Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versich erte haben nach Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen soweit diese notwe ndig und geeignet sind, die Er- werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind. Der Anspruch auf Eingliederung smassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt de r Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 1bis IVG). Die versicherte Person hat in de r Regel nur Anspruch auf die dem jewei- ligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Das Gesetz will die Eingliederung ledig- lich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 132 V 215 E. 4.3.1). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen un ter anderem in Massnahmen beruf- licher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Aus bildung, Umschulung und Arbeitsvermitt- lung, Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). 3.3 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mi ndestens 40 % invalid sind (lit. c). Ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht, wenn d ie versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie w enigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein In- validitätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei- nem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG). 3.4 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit sowie der Invalidität der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 4.3 Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass Art. 43 A bs. 1 ATSG die Sachverhaltsab- klärung von Amtes wegen statuiert, wobei es im Ermessen de s Versicherungsträgers liegt, dar- über zu befinden, mit welchen Mitteln diese zu erfolge n hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmäs- sigkeit von medizinischen Erhebungen zu. Es obliegt aber ihm, für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtsla ge. Gestützt auf den Untersu- chungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zu- mindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 138 V 218 E. 6) entschieden werden kann. 5.1 Zur Beurteilung des Leistungsanspruchs des Beschwerde führers liegen die folgenden wesentlichen medizinischen Berichte bei den Akten: 5.2 Dr. C.____ hält in seinem Bericht vom 21. Juli 20 16 als einzige Diagnose eine Partial- läsion des Extensorensehnenansatzes am Epicondylus humeri r adialis rechts vom 28. April 2016 fest (IV-act. 3, S. 10). Mit IV-Bericht vom 17. O ktober 2016 (IV-act. 17) diagnostiziert er Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Denervation des Epicondylus hu- meri radialis rechts am 21. September 2016 bei Epicond ylopathia humeri radialis rechts mit möglicher Partialläsion des Extensorensehnenansatzes nach D istorsionstrauma vom 28. April 2016. Der postoperative Verlauf nach der Denervationsop eration müsse abgewartet werden. Bei gutem Verlauf könne die Belastung nach sechs Wochen langsam gesteigert werden, eine Vollbelastung sei in der Regel nach etwa drei Monaten möglich. Das Ziel sei es, dass der Pati- ent in seiner alten Arbeitstätigkeit wieder einsatzfäh ig werde. Seit dem 28. April 2016 bis auf Weiteres bestehe eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit im eigentlichen Beruf als Elektromonteur und in der Montage. Das Heben und Tragen von Lasten m it der dominanten rechten Hand so- wie Kraftarbeiten unter Einsatz der rechten Hand seie n wegen der Schmerzen in der Ellenbo- genregion radialseitig seit dem Ereignis vom 28. April 2016 nicht mehr möglich. Beim Versuch einer Belastungssteigerung würden sofort wieder stärke re Schmerzen auftreten. Es könnten keine Werkzeuge verwendet werden, kein Heben und Tragen von Lasten, keine manuellen Ar- beiten, wie sie in der Fertigungslinie oder auch bei der Arbeit als Elektromonteur notwendig sei- en. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar, sofern der Verlauf nach dem Eingriff gut sei. Zu erwarten sei eine Arbeitsfähi gkeit im üblichen zeitlichen Rahmen. Zu Beginn wäre eine leichte Arbeit sinnvoll, nach rund drei Monaten müsste aber eine volle Belast- barkeit vorhanden sein. Eine Beurteilung des Behandlun gserfolges werde nicht vor drei Mona- ten postoperativ möglich sein. Bei gutem Verlauf sollte die Arbeitsfähigkeit in der alten berufli- chen Tätigkeit wieder erlangt werden können – nach ach t bis zehn Wochen zu 50 %, nach 12 Wochen eventuell zu 100 %. Im Schreiben vom 27. Oktober 2016 zuhanden Dr. D.____ h ält Dr. C.____ bei gleichbleibender Diagnose fest, dass sich ein problemloser postoperativer V erlauf zeige (IV-act. 17). Der Patient gebe bereits deutlich weniger Beschwerden an als präope rativ und sei mit dem Ergebnis schon sehr zufrieden. Er habe per 2. November 2016 eine neu e Stelle als Elektriker gefunden. Er wünsche die Arbeitsaufnahme auf dieses Datum hin, da kaum mehr Einschränkungen vorhan- den seien. In Anbetracht des guten Ergebnisses könne die Behandlung heute abgeschlossen werden. Der Patient könne die Arbeit per 2. Novembe r 2016 aufnehmen. Allerdings empfehle er, bis Mitte November 2016 auf maximale Belastungen des rechten Armes zu verzichten. Im Bericht vom 20. Januar 2017 (IV-act. 32, S. 5) diag nostiziert Dr. C.____ Überlastungs- schmerzen am rechten Arm radial betont und Schulterbeschw erden rechts bei einem Status nach Denervation des Epicondylus humeri radialis rechts am 21. September 2016 bei Epicon- dylopathia humeri radialis rechts mit Partialläsion des Extensorensehnenansatzes am 28. April 2016. In der Anamnese hält Dr. C.____ fest, dass der V erlauf nach der Denervationsoperation anfänglich sehr erfreulich gewesen sei. Mit dem Rückgang der Beschwerden habe der Patient die Belastung steigern können und er habe vom 2. Novembe r 2016 bis 11. Januar 2017 wieder zu 100 % arbeiten können. Im Verlauf seien aber zunehm end Schmerzen im rechten Arm auf- getreten. Zudem sei dem Patient ein Knacken in seiner rechten Schulter bei den Bewegungen aufgefallen, was leicht schmerzhaft sei. Die Arbeit ha be er aufgrund der Armbeschwerden nicht weiterführen können. Die Schmerzen würden bei den Ell enbogenbewegungen auch ohne stär- kere Belastung auftreten. Die Region sei aber nicht au f die Epicondylengegend beschränkt, sondern oft auch in der ganzen Ellenbogengelenksregion . Das frühere MRI des Ellenbogenge- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht lenks habe am Gelenk selbst aber keinen pathologischen Zust and gezeigt, insbesondere keine degenerativen Veränderungen und keine Knorpelläsionen, auch keine Ergussbildung. Vor dem Eingriff sei die Druckempfindlichkeit ganz klar auf den Epicondylus humeri radialis beschränkt gewesen. Dies sei aktuell nicht mehr der Fall und die Sc hmerzsymptomatik an dieser Stelle könne mit der Handgelenksextension gegen Widerstand auch nur leichtgradig provoziert wer- den, dies ganz im Gegensatz zur präoperativen Situation . Die ganze Armregion sei etwas emp- findlich und überlastet, sodass er dem Patienten eine Physiotherapie für die lokale Schmerzbe- handlung an der Ellenbogenaussenseite mit Ultraschall, d aneben auch eine Triggerpunktbe- handlung und eine Rezentrierung im Schultergelenk rec hts vorgeschlagen habe. Sollte sich mit dieser konservativen Behandlung die Situation nicht verb essern, würde er eine rheumatologi- sche Vorstellung des Patienten vorschlagen. Dieser gebe an , dass er in letzter Zeit auch sonst an anderen Gelenken immer wieder leichtere Beschwerden gehabt habe. Nach der rheumato- logischen Beurteilung wäre dann allenfalls das weitere Vorgehen vorzuschlagen. Im Überweisungsschreiben vom 6. März 2017 an den Rheumatologen Dr. med. E.____ führt Dr. C.____ aus, dass die Schmerzproblematik des Patienten n icht mehr auf die Problematik einer Epicondylopathia humeri radialis rechts, die sich nach d er Denervationsoperation vom 21. Sep- tember 2016 schön gebessert habe, beschränkt sei, sondern auf ein allgemeines Schmerzprob- lem (IV-act. 52, S. 3). 5.3 Dr. D.____ attestiert dem Versicherten in diversen Attesten vom 28. April 2016 bis 17. Juli 2016 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit (Arbeitsunf ähigkeitszeugnisse vom 28. April 2016, 2. Mai 2016, 10. Mai 2016, 23. Mai 2016, 15. Juni 2 016, 30. Juni 2016). Im Bericht vom 27. Ja- nuar 2017 an das Spital F.____ (IV-act. 32, S. 3) wie derholt Dr. D.____ die Diagnosen von Dr. C.____. In der Anamnese hält er fest, dass der Patient zwei Monate habe arbeiten können. Jetzt habe er aber wieder Beschwerden im Ellenbogen bei Flexion/Extension, etwas Schmer- zen im Narbenbereich sowie Schulterbeschwerden. 5.4 Pract. med. G.____, Regionaler ärztlicher Dienst be ider Basel, RAD, hält in der Stel- lungnahme vom 20. April 2017 (IV-act. 40) fest, dass un spezifische Beschwerden mit Empfind- lichkeit der ganzen rechten Armregion ohne auffällige klinische Befunde bestünden. Die von Dr. C.____ empfohlene rheumatologische Abklärung sei offenbar noch nicht erfolgt. Der Konsultati- onsbericht der Handchirurgie des Spitals F.____ vom März 2017 sei noch ausstehend. 5.5 Im Bericht vom 6. Juni 2017 diagnostizieren die für eine Zweitmeinung konsultierten Handchirurgen der Abteilung Plastische, Rekonstruktive, Äst hetische und Handchirurgie des Spitals F.____ wiederkehrende belastungsabhängige Schm erzen am rechten lateralen Ellen- bogen (IV-act. 46). Eine präoperative MRT-Untersuchung habe keinen pathologischen Zustand gezeigt. Für die belastungsabhängigen Schmerzen in de r lateralen Ellbogenregion rechts sei kein eindeutiges objektivierbares Korrelat festzustellen. Man gehe von einer Residualsympto- matik der ursprünglichen, durch die laterale Epicondyli tis bedingten Schmerzen aus. Hinsicht- lich einer bildgebenden Untersuchung hätten sich bei pr äoperativ durchgeführten MRT- Untersuchungen keine pathologischen Befunde erkennen la ssen. Es erscheine daher unwahr- scheinlich, dass eine erneute MRT-Untersuchung die Beschwer den des Patienten klären könn- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht te. Es gebe die Möglichkeit einer weiteren Operation. Der Patient sei dieser Option jedoch sehr zurückhaltend eingestellt, weshalb man ihm zunächst eine konservative Therapie mittels geziel- ter Kräftigung der um den Epicondylus lateralis humeri entspringenden Extensorenmuskulatur durch Krafttraining mittels eines Gummistabs empfohlen h abe. Man habe den Patienten darauf hingewiesen, dass die Übungen zunächst die Schmerzen noch verstärken könnten, nach vier bis sechs Wochen jedoch meist ein stetiger Beschwerderückgang zu beobachten sei. Bezüglich der unklaren Schulterschmerzen empfehle man die zusätzlic he Untersuchung durch einen or- thopädischen Kollegen. 5.6 In der Notiz vom 30. Juni 2017 (IV-act. 52) hält Dr. D.____ fest, dass der Versicherte derzeit in handchirurgischer Behandlung sei. Seit dem 16. Februar 2017 werde die Arbeitsunfä- higkeit von den Handchirurgen beurteilt. 5.7 In seiner Beurteilung vom 24. August 2017 hält Dr . med. H.____, Facharzt für Ortho- pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappar ates FMH, RAD, fest, dass die Beschwerden des Versicherten im Verlauf wie auch aktuell inkonsistent und nicht mit organi- schen Befunden hinlänglich erklärbar seien, wie dies von den handchirurgischen Spezialisten des Spitals F.____ im Rahmen einer Zweitmeinung auch ausdrücklich so festgehalten worden sei (IV-act. 61). Die ursprünglich zu Beschwerden führen de Ellenbogenproblematik sei zeitwei- se durch eine letztlich aber organpathologisch zumindest nicht hinlänglich zuordenbare Schul- ter-/Armproblematik der rechten Seite abgelöst worden , um dann wieder zu einer belastungs- abhängigen Ellenbogenschmerzsymptomatik zurückzukehren, die sich aber somatisch eben- falls nicht mehr hinlänglich erklären lasse. Da organisch n icht hinlänglich zuordenbare oder funktionell-ergonomisch plausible Beschwerden imponiere n würden, könne eine Arbeitsunfä- higkeit versicherungsmedizinisch nicht bestätigt werden, obw ohl die diagnostischen und thera- peutischen Bemühungen um die subjektiven Beschwerden kre isen würden. Daher bestehe seit dem 2. November 2016 eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Elektromonteur. In einer Verweistätigkeit sei das Bel astungsprofil so, dass kein ständiger und kraftvoller Einsatz der rechten Hand/des rechten Armes best ehen dürfe. In der Verweistätigkeit habe vom 28. April 2016 bis 28. Mai 2016 eine Arbeit sfähigkeit von 0 %, vom 29. Mai 2016 bis 20. September 2016 von 100 %, vom 21. September 201 6 bis 1. November 2016 von 0 % und ab dem 2. November 2016 wieder von 100 % bestanden. B erufliche Massnahmen würden ent- fallen, da keine mindestens 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit bestehe und die zuletzt ausgeübte Tä- tigkeit unlimitiert zumutbar sei. 6.1 Die Würdigung der vorstehenden Berichte zeigt, da ss die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Stellungnahme von Dr. H.____ vom 24. Au gust 2017 abstellte, um den Gesund- heitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu beurteilen. 6.2.1 In Bezug auf die Arm-/Schulterbeschwerden sind di e handchirurgischen Fachärzte diagnostisch gleicher Meinung. Ebenfalls wird aus den Be richten der behandelnden Ärzte klar, dass der Beschwerdeführer an Beschwerden leidet, die na ch der erfolgreichen Denervati- onsoperation organisch nicht restlos erklärt werden könne n. Zudem attestieren weder Dr. C.____ noch die Handchirurgen des Spitals F.____ dem Beschwerdeführer über den 2. No- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht vember 2016 hinaus eine Arbeitsunfähigkeit. Es gibt dam it in den Akten keine Hinweise dafür, dass die Einschätzung von Dr. H.____, wonach die Beschwerde n den Beschwerdeführer nicht daran hindern würden, zu 100 % in seiner angestammten wie auch in einer angepassten ande- ren Tätigkeit zu arbeiten, nicht zutreffend wäre. Dr. D .____ attestiert dem Beschwerdeführer zwar ab Februar 2017 eine eingeschränkte Arbeitsfähigk eit. Da diese Einschätzung aber ohne jegliche Begründung erfolgte und Dr. D.____ zudem sowo hl bezüglich Beurteilung der Diagno- sen wie auch der Arbeitsfähigkeit auf die behandelnd en Handchirurgen verweist, kann seinem Attest in beweisrechtlicher Hinsicht keine ausschlaggebende Bedeutung zukommen. Dass die Auffassung von Dr. H.____, es liege kein dauerhaft eins chränkender Gesundheitsschaden vor, zutreffend ist, zeigt sich schliesslich auch im Lichte der Therapieempfehlung der Handchirurgen des Spitals F.____. Diese gehen nach der Untersuchung d es Beschwerdeführers davon aus, dass es nach einem vier- bis sechswöchigen Krafttraining z u einem Beschwerderückgang kommen werde. An der Zuverlässigkeit der Einschätzung von Dr. H.____ vom 24. August 2017 bestehen damit keine Zweifel. Sein Bericht ist schlüssig u nd widerspruchsfrei, weshalb darauf abgestellt und von zusätzlichen medizinischen Abklärungen a bgesehen werden kann (antizi- pierte Beweiswürdigung; BGE 126 V 130 E. 2a mit Hinweisen). 6.2.2 Die Schulterbeschwerden liess der Beschwerdeführer nicht weiter orthopädisch oder rheumatologisch abklären. Aus seinen eigenen telefonische n Angaben geht hervor, dass diese Beschwerden äusserst wechselhaft auftraten. Weitere Inf ormationen liegen nicht vor. Damit fehlen klare objektive Hinweise, die eine diagnostische A bklärung dieser unspezifischen Schul- terschmerzen als unerlässlich erscheinen lassen würden, bevor sich der Rechtsanwender ein abschliessendes Bild machen könnte. 6.3.1 Der Beschwerdeführer macht zudem neu ein Augenle iden geltend, das er auf den Baustellenstaub und damit auf die Tätigkeit als Elektri ker zurückführt. Er leide immer an einem Trockenheitsgefühl in den Augen, das mit Augenschmerzen v erbunden sei. Es sei auch bereits zu einer Entzündung gekommen, welche durch den Firmensanitäter behandelt worden sei. Eine Untersuchung oder Behandlung durch einen Arzt habe noch nicht stattgefunden. 6.3.2 Im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 28. Novemb er 2017 beklagte der Be- schwerdeführer noch kein Augenleiden. Eine fachärztlich- ophthalmologische Behandlung des Beschwerdeführers fand bisher nicht statt. Soweit Dr. H .____ in seiner Stellungnahme vom 6. Dezember 2017 feststellt, dass die vom Beschwerdeführe r geschilderten Beschwerden be- handelbar seien, sind keine Indizien gegeben, die die se Schlussfolgerung als unzuverlässig erscheinen lassen würde. Damit fehlt es an einem klar di agnostizierten Augenleiden, das die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers massgeblich beeinf lusst und einschränkt. Anlass für weitere Abklärungen besteht auch hier nicht. 6.4 Die Beschwerdegegnerin ging deshalb in der angefo chtenen Verfügung zu Recht da- von aus, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Täti gkeit ab dem 2. November 2016 wieder zu 100 % zugemutet werden kann. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Nachfolgend ist – dem Grundsatz Eingliederung vor Re nte entsprechend – zuerst der Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen (Art. 15 ff. IVG) zu prüfen. 7.2 Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolg e Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbe ssert werden kann. Nach der bundes- gerichtlichen Rechtsprechung liegt eine umschulungsspezi fische Invalidität vor, wenn eine ver- sicherte Person wegen einer Gesundheitsbeeinträchtigung in den bisher ausgeübten und ihr ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offenstehenden no ch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei sich die Erwerbseinbusse an dem vor Eintritt des Gesundheitsscha dens erzielten Erwerbseinkom- men bemisst (U LRICH MAYER /M ARCO REICHMUTH , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., Zürich 2014, S. 201, mit weiteren Hinweisen). 7.3 Da der Beschwerdeführer gemäss medizinischer Beurteilu ng in seiner angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist, erleidet er kein e dauernde Erwerbseinbusse. Damit besteht zum jetzigen Zeitpunkt kein Erfordernis, berufliche Eing liederungsmassnahmen wie eine Um- schulung auf einen anderen Beruf (auch nicht vorsorglich) in Betracht zu ziehen. Festzuhalten ist daher, dass die Abweisung des Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen in der Verfügung vom 28. November 2017 zu Recht erfolgt ist. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen. 8.1 Zu prüfen ist nachfolgend der Anspruch auf eine In validenrente. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob der Beschwerdeführer während eines Jahres o hne wesentlichen Unterbruch zu mindestens 40 % arbeitsunfähig war. 8.2 Gestützt auf die vorliegenden Unterlagen ist davon auszugehen, dass der Beschwer- deführer keine längerfristig andauernde Arbeitsunfähig keit erlitten hat. Aus der Stellungnahme von Dr. H.____ vom 24. August 2017 geht klar hervor, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Elektriker seit dem 2. November 2016 wieder zu 100 % arbeitsfähig ist. Lediglich vom 28. April 2016 bis zum 1. November 2016 bestand eine eingeschränkte Ar- beitsfähigkeit. Damit war der Beschwerdeführer nicht während eines ganzen Jahres dauernd zu mindestens 40 % in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, weshalb gemäss Art. 28 IVG der An- spruch auf eine Invalidenrente nicht entstanden ist. Di e Beschwerde ist damit auch in diesem Punkt abzuweisen. 9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegn erin das Leistungsbe- gehren des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 23. Okt ober 2017 zu Recht ablehnte. Die Beschwerde vom 28. November 2017 ist demzufolge abzuweisen. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlege n sind. Da ihm mit Verfügung vom 5. Januar 2018 die unentgeltliche Prozessführung bewil ligt wurde, gehen die Verfahrenskosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. 10.2 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht