B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-4387/2017 U r t e i l v o m 8. F e b r u a r 2 0 1 8 Besetzung Richter Hans Urech (Vorsitz), Richter Marc Steiner, Richter Pascal Richard, Gerichtsschreiber Reto Finger. Parteien X._______ AG, vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. iur. Christoph Jäger und/oder Thomas Geiger, Kellerhals Carrard Bern KIG, Effingerstrasse 1, Postfach, 3001 Bern, Beschwerdeführerin, gegen Schweizerische Bundesbahnen SBB, Konzerneinkauf Verbrauchsgüter, Hilfikerstrasse 1, 3000 Bern 65 SBB, Vergabestelle. Gegenstand Beschaffungswesen - Ausschreibung - Lieferauftrag für Reinigungs- und Pflegeprodukte zur Innenreinigung von Schienenfahrzeugen und Immobilien – SIMAP Meldungsnummer 973607 (Projekt-ID: 157205). B-4387/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 18. Juli 2017 schrieb die Schweizerische Bundesbahn SBB, Kon- zerneinkauf Verbrauchsgüter (nachfolgend: Vergabestelle) einen Lieferauf- trag mit dem Projekttitel „Reinigungs- und Pflegeprodukte zur Innenreini- gung von Schienenfahrzeugen und Immobilien“ im offenen Verfahren aus (Meldungsnummer 973607; Projekt -ID 157205). Die Ausschreibung sah vor, dass bis zum 18. August 2017 schriftliche Fragen gestellt und bis zum 8. September 2017 Angebote eingereicht werden konnten. B. Mit Eingabe vom 7. August 2017 reichte die X._______ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) Beschwerde ein und beantragte, die Ausschreibung vom 18. Juli 2017 sei aufzuheben und nach Vornahme der notwendigen Verbesserungen erneut zu publizieren. Zudem sei der Beschwerde die auf- schiebende Wirkung zu erteilen. Zur Begründung führte die Beschwerde- führerin zusammenfassend aus, zentrale Angaben zu den Eigenschaften der ausgeschriebenen Produkte würden fehlen, die Mengenangaben seien falsch und die Verpackungsanforderungen ungenügend beschrieben. Komme dazu, dass das Auswahlverfahren unklar sei und deshalb die Qua- lität nicht im umschriebenen Umfang berücksichtigt werde. Das Verfahren berge die Gefahr, dass nach Vertragsschluss zu Lasten des Anbieters kor- rigiert werde. Im Übrigen seien auch die Angaben zu den Applikationshilfen und Dos ieranlagen unzureichend. Eine sachgerechte Offertstellung sei nicht möglich. C. Mit Instruktionsverfügung vom 8. August 2017 wurde die Vergabestelle er- sucht, zu den prozessualen Anträgen innert Frist Stellung zu nehmen. Das Gesuch zur aufschiebenden Wirkung wurde einstweilen abgewiesen. D. Am 18. August 2017 reichte die Vergabestelle ihre Stellungnahme zu den prozessualen Anträgen ein und beantragte deren definitive Abweisung. Der Vorwurf der unzureichenden technischen Spezifikation sei nicht nachvoll- ziehbar. Die Ausschreibung und die damit verbundene Gewichtung der Qualität sei en klar dargelegt. Offene Fragen hätten zwischenzeitlich i m Fragenforum geklärt werden können. Die Beschwerde sei in a llen vorge- brachten Punkten zum Vornherein aussichtlos. B-4387/2017 Seite 3 E. Mit Zwischenverfügung vom 23. August 2017 wurde der Vergabestelle einstweilen untersagt, die zu erwartenden Offerten nach Eingang zu öff- nen. Im Übrigen wurde der Antrag auf aufschiebende Wirkung definitiv ab- gewiesen und Frist zur materiellen Stellungnahme gestellt. F. Am 8. September 2017 gingen bei der Vergabestelle insgesamt neun An- gebote ein, unter anderem ein Angebot der Beschwerdeführerin. G. In ihrer materiellen Stellungnahme vom 12. September 2017 ergänzte die Vergabestelle ihr Rechtsbegehren wie folgt: „Rechtsbegehren: 1. Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. Prozessuale Anträge: 2. Die in den Akten zuhanden des Bundesverwaltungsgerichts (Mappe 1) speziell gekennzeichneten Aktenstücke seien von der Akteneinsicht auszunehmen. 3. Der Vergabestelle sei im Falle einer Stellungnahme der Beschwerde- führerin die Gelegenheit zur Ergänzung ihrer Stellungnahme n und Rechtsbegehren einzuräumen. 4. Es sei der Vergabestelle zu erlauben, die im vorliegenden Vergabever- fahren frist- und formgerecht eingereichten Offerten zu öffnen und das Vergabeverfahren weiterzuführen. Alles unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.“ Die zwischenzeitlich eingegangenen Angebote hätten gezeigt, dass es – entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin – möglich gewesen sei, aufgrund der Ausschreibung Angebot e auszuarbeiten. Die Offert öff- nung und der Start zur Evaluation seien gutzuheissen, auch weil sie nicht zu einem Nachteil für die Beschwerdeführerin führten. H. Mit Replik vom 3. Oktober 2017 passte die Beschwerdeführerin ihr Rechts- begehren wie folgt an: B-4387/2017 Seite 4 „Rechtsbegehren: 1. Die Ausschreibung vom 18. Juli 2017 und die Aussc hreibungsunterla- gen seien aufzuheben und zur Verbesserung gemäss den in der Be- schwerde vom 7. August 2017 sowie in der Replik vom 3. Oktober 2017 gemachten Ausführungen an die Vergabestelle zurückzuweisen. 2. Die verbesserte Ausschreibung und die verbesserten Ausschreibungs- unterlagen seien anschliessend nochmals zu publizieren und das Be- schaffungsverfahren „Lieferauftrag für Reinigungs- und Pflegeprodukte zur Innenreinigung von Schienenfahrzeugen und Immobilien“ erneut durchzuführen. 3. Verfahrensantrag betreffend Offertöffnung und Weiterführung des Vergabeverfahrens: Ziff. 4 der von der Vergabestelle mit Stellung- nahme vom 12. September 2017 gestellte n prozessualen Anträge sei vollumfänglich abzuweisen und es sei der Vergabestelle bis zum rechtskräftigen Abschluss d es vorliegenden Beschwerdeverfahrens vorsorglich zu untersagen, die Offerten zu öffnen und das Vergabever- fahren fortzuführen. Die Vergabestelle sei vorsorglich gerichtlich anzu- weisen, die eingereichten Offerten und Sendungen von Produktmus- tern, wie erhalten, verschlossen und unverzüglich und bis zum recht s- kräftigen Abschluss des vorliegenden Beschwerdeverfahrens an die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) zur Aufbewahrung zu senden. Weiter sei es der Vergabestelle bis zum rechtskräftigen Abschluss des vorliegenden Beschwerdeverfahrens vorsorglich zu untersagen, irgendwelche Vollzugsvorkehrungen, wel- che den Ausgang des Beschwerdeverfahrens präjudizieren könnten, vorzunehmen, insbesondere den Zuschlag zu erteilen und/oder den Vertrag für den Lieferauftrag für Reinigungs - und Pflegeprodukte zur Innenreinigung von Schienenfahrz eugen und Immobilien (SIMAP Nr. 973607 / Projekt -ID: 157205) abzuschliessen und/oder die Be- schwerdeführerin vom Verfahren auszuschliessen. 4. Eventualantrag zu Ziff. 3 hiervor: Sollte der Vergabestelle die in Ziff. 4 ihrer Stellungnahme vom 12. September 2017 beantragte Öffnung der Offerten und Weiterführung des Vergabeverfahrens gerichtlich erlaubt werden, so sei ihr bis zum rechtskräftigen Abschluss des vorliegenden Beschwerdeverfahrens vorsorglich zu untersagen, irgendwelche wei- tere Vollzugsvorkehrungen, welche den Ausgang des Beschwerdever- fahrens präjudizieren könnten, vorzunehmen, insbesondere den Zu- schlag zu erteilen und/oder den Vertrag für den Lieferauftrag für Reini- gungs- und Pflegeprodukte zur Innenreinigung von Schienenfahrzeu- gen und Immobilien (SIMAP Nr. 973607 / Projekt -ID: 157205) abzu- schliessen und/oder die Beschwerdeführerin vom Verfahren auszu- schliessen. 5. Verfahrensantrag betreffend Akteneinsicht : Die Vergabestelle sei ge- richtlich aufzufordern, der Beschwerdeführerin das vollständige Be- weismittelverzeichnis offen zu legen und die Gründe für die in Ziff. 2 B-4387/2017 Seite 5 der Stellungnahme vom 12. September 2017 beantrage Entfernung darzulegen. 6. Alles unter Kos ten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vergabe- stelle.“ Zur Erläuterung verwies die Beschwerdeführerin auf ihre Beschwerde vom 7. August 2017. Auch die zwischenzeitlich erfolgte Beantwortung der meis- ten im SIMAP-Forum gestellten Fragen habe zu keiner Klärung geführt. Zentrale Angaben zur Qualität bzw. zu den Produktanforderungen fehlten. Es gehe nicht an, für die preiswerte Beschaffung bewusst keine Mindest- anforderungen an die Produkte zu publizieren, um allenfalls nachträglich und wohl vor allem zu Las ten der Anbieter kostenintensive Anpassungen vorzunehmen. Gestützt auf ihre langjährige Erfahrung als Hauptlieferantin halte sie, die Beschwerdeführerin, viele der Mengenangaben für falsch. So würden unter anderem die Angaben für Glasreiniger (sieben Mal höhere Menge als bis- her), Seife flüssig (sechs Mal höhere Menge als bisher) und für Sanitärrei- niger (zehn Mal höhere Menge als bisher) noch immer deutlich von den Erfahrungswerten der Beschwerdeführerin abweichen. Die Angabe der Vergabestelle, wonach zwischen 0.01 – 10 Liter/Gebinde „alles“ zulässig sei, verfälsche die Angebote zusätzlich, weil Grossver pa- ckungen preisgünstiger offeriert werden könnten, auch wenn sie nicht praxistauglich seien. Weiter würden auch Angaben zu den Ve rträglichkeitsanforderungen mit Bioreaktoren fehlen. Eine fachmännische Anwendung der Produkte ohne entsprechende Applikationshilfen sei nicht möglich. Solange keine weite- ren Angaben zu den Bestellvolumen und Bestellrhythmen vorliegen wür- den, könne auch ni cht betreffend Transport- und Kommissionierungskos- ten kalkuliert werden. Insgesamt werde dadurch eine sachgerechte Offertstellung unmöglich, was zu nachfolgenden Rügen führe: H.a Zuschlags- und Bewertungskriterien: Das Qualitätskriterium werde in der Ausschreibung „verwässert“, indem die verlangte Qualität und Eignung weder in den Ausschreibungsunterlagen ausreichend definiert, noch in der Evaluationsphase angemessen überprüft werde. Die in der Ausschreibung B-4387/2017 Seite 6 vorgesehene Gewichtung mit 25 % erscheine vor diesem Hintergrund irre- führend und stehe auch im Widerspruch zum Transparenzgebot. H.b Vergaberechtlich unzureichender Leistungsbeschrieb: Die Vergabe- stelle sei verpflichtet, die Anforderungen an die geforderte Leistung, insbe- sondre deren technische Spezifikation, in hinreichender Klarheit und Aus- führlichkeit zu beschreiben (Festlegung der Merkmale des Beschaffungs- gegenstandes wie Funktion, Leistung, Qualität, Sicherheit und Abmessung oder Produktionsverfahren sowie Regelung zur Kennzeichnung und Ver- packung). Es sei vergaberechtlich unzulässig, die technische Spezifikation „bewusst weniger detailliert“ zu beschreiben, zumal die beabsichtigte Stan- dardisierung der Reinigungs- und Pflegeprodukte wegen der technischen Besonderheiten einzelner Eisenbahnkomponenten unweigerlich an Gren- zen stossen werde. H.c Fragepflicht bei unklaren Ausschreibungsunterlagen: Die Beschwerde- führerin sei ihrer Pflicht zur Nachfrage bei un klaren Ausschreibungsunter- lagen nachgekommen. Die im SIMAP-Frageforum gestellten Fragen wür- den die Lücken und Fehler der Ausschreibung deutlich machen. Im Gegen- satz zu ihren Ausführungen sei es der Vergabestelle bis heute nicht gelun- gen, durch die Beantwortung der Fragen diese Lücken zu schliessen und die Fehler zu beheben. Auch könne di e Vergabestelle aus der Tatsache, dass zwischenzeitlich Offerten eigereicht worden seien, nichts für sich ab- leiten. Eine realistische Einschätzung der Produkteanforderungen und der Menge seien schlicht nicht möglich gewesen. Alle Anbieter hätten in erheb- lichem Masse eigene Annahmen treffen müssen. Der Vorwurf der Verga- bestelle, die Beschwerdeführerin versuche das Verfahren mit allen Mitteln zu verzögern, sei zurückzuweisen. H.d Verstoss gegen das vergaberechtliche Gleichbehandlungs- und Trans- parenzgebot sowie Verletzung des Wirtschaftlichkeitsgrundsatzes: Auch das Fragerecht habe die Unklarheiten und Unvollständigkeiten nicht behe- ben können. Die Ausschreibung verstosse insgesamt gegen das vergabe- rechtliche Gleichbehandlungs - und Transparenzgebot und verletze de n Grundsatz der Wirtschaftlichkeit. Ein allfälliger Versuch der Vergabestelle, die auf einem ungenügend genauen Leistungsbeschrieb beruhenden nicht (genügend) vergleich baren Angebote im Rahmen der Offertbereinigung nachträglich vergleichbar zu machen, sei unzulässig. Der Leistungsbe- schrieb gemäss Ausschreibung müsse die direkte Grundlage für den mit dem erfolgreichen Anbieter abzuschliessenden Vertrag bilden. Der Wett-B-4387/2017 Seite 7 bewerb unter den Lieferanten werde letztendl ich verzerrt, weil die Verga- bestelle als Folge der fehlenden Qualitäts- und Mengenvorgaben „Äpfel mit Birnen“ vergleiche. Komme dazu, dass kurz vor Fristende mit der Frage 135 im SIMAP-Forum die Ausschreibung abgeändert worden sei (Verzicht auf RID-Daten [Gefahrgutangaben für den Internationalen Eisenbahntrans- port], Sicherheitsdatenblatt reicht aus). I. Mit Duplik vom 23. Oktober 2017 hielt die Vergabestelle an ihren Anträ- gen fest. Es stehe ihr, der Vergabestelle, grundsätzlich frei, welche Mittel sie in welcher Qualität zu welchem Zweck beschaffe n wolle. Ihre strategi- sche Entscheidung, die Reinigungsmittel von Innenräumen von 500 Spe- zialprodukten auf 33 Standartprodukte zu reduzieren, sei mit dem Verga- berecht vereinbar. Bei der Beschaffung von Standartprodukten liege es in der Natur der Sache, dass die technische Spezifikation weniger detailliert ausfalle. Zudem würden sich durch die Reduktion der Produkte die einzel- nen Bestellmengen erhöhen, was sie Beschwerdeführerin bisher nicht be- rücksichtigt habe. J. Mit Instruktionsverfügung vom 26. Oktober 2017 ersuchte das Bundes- verwaltungsgericht die Vergabestelle, auch zu den prozessualen Anträgen Ziff. I 3 Satz 2 und Ziff. I.5 der Replik der Beschwerdeführer in vom 3. Ok- tober 2017 Stellung zu nehmen. K. Am 3. November 2017 legte die Vergabestelle das Beweismittelver- zeichnis gegenüber der Beschwerdeführerin offen und ersuchte um Abwei- sung des Gesuches, die eingegangen en Offerten und Muster an dritter Stelle aufzubewahren. L. Mit Instruktionsverfügung vom 27. November 2017 wies das Bundesver- waltungsgericht den Antrag der Vergabestelle ab, die frist- und formgerecht eingereichten Offerten zu öffnen und ebenso den Antrag der Beschwerde- führerin, die eingegangen Offerten und Muster an dritter Stelle aufzube- wahren. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und/oder ob auf eine Beschwerde einzutreten ist (vgl. BVGE 2007/6 E. 1, m.H.). B-4387/2017 Seite 8 1.1 Gegen Verfügungen über die Ausschreibung steht die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht offen (vgl. Art. 27 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 lit. b des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 über das öffentliche Be- schaffungswesen [BöB, SR 172.056.1]). Einwände, welche die Ausschrei- bung betreffen, können im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens gegen einen späteren Verfügungsgegenstand grundsätzlich nicht mehr vorge- bracht werden, soweit Bedeutung und Tragweite der getroffenen Anord- nungen ohne Weiteres erkennbar waren (Zwischenentscheid des Bundes- verwaltungsgerichts B-738/2012 vom 14. Juni 2012 E. 3.1 mit Hinweisen; Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche Be- schaffungswesen, BRK, vom 16. November 2001, BRK 2001 -011, publi- ziert in: VPB 66.38, E. 2c/aa mit Hinweisen; MARC STEINER, Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht in Vergabesachen, in: Michael Leupold et al. (Hrsg.), Der Weg zum Recht, Festschrift für Alfred Bühler, Zürich 2008, S. 405 ff., S. 412 mit Hinweisen). Dagegen sind behauptete Mängel gegen die Ausschreibungsunterlagen nach geltender Praxis des Bundesverwal- tungsgerichts grundsätzlich nicht selbständig, sondern mit dem nächstfol- genden Verfahrensschritt, in der Regel dem Zuschlag, anzufechten (BVGE 2014/14 E.4.4 mit Hinweisen, Urteil des BVGer B-4743/2015 vom 9. De- zember 2015). Die Verfahrensökonomie gebietet es aber, im Rahmen der Beschwerde gegen die Ausschreibung auch gerügte Mängel gegen die gleichzeitig zur Verfügung stehenden Ausschreibungsunterlagen zu hören, welche zwar aus der Ausschreibung selbst nicht ersichtlich sind, aber zent- rale Punkte des nachfolgenden Vergabeverfahrens betreffen (vgl. dazu Ur- teil des Verwaltungsgerichts Aargau vom 25. November 2008, publiziert in: Aargauische Gerichts - und Verwaltu ngsentscheide [AGVE] 2008 S. 183 ff.). In casu rügt die Beschwerdeführerin unter anderem, das in der Ausschreibung publizierte Zuschlagskriterium der Qualität werde durch die Ausschreibungsunterlagen „verwässert“ (vgl. Ziff. 7 hiernach). Dabei han- delt es sich zweifelsfrei um einen zentralen Punkt des gesamten Vergabe- verfahrens, weshalb die Rüge auch gegen die Ausschreibungsunterlagen zu hören ist. 1.2 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO-Überein- kommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agreement [GPA, SR 0 .632.231.422]) unter - stellt sind (BVGE 2008/48 E. 2.1, m.H.). Es ist anwendbar, wenn die Auf- traggeberin dem Gesetz untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der Beschaf- fungsgegenstand sachlich erfasst wird (Art. 5 BöB), der geschätzte Wert B-4387/2017 Seite 9 des zu vergebenden öf fentlichen Auftrages den entsprechenden Schwel- lenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB erreicht und keiner der Ausnahmetatbe- stände von Art. 3 BöB gegeben ist. Mit dem Inkrafttreten des bilateralen Abkommens vom 21. Juni 1999 zwi- schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Ge- meinschaft über bestimmte Aspekte des öffentlichen Beschaffungswe - sens (Bilaterales Abkommen Schweiz -EG, SR 0.172.052.68) auf den 1. Juni 2002 wurden die Anbieter von Dienstleistungen des Schienenver - kehrs den Regeln über das öffentliche Beschaffungswesen unterstellt (vgl. Art. 3 Abs. 2 lit . d und Abs. 3 Bilaterales Abkommen Schweiz -EG sowie Anhang II B). Im Sektorenbereich Eisenbahnen (Bau und Betrieb von Eisenbahnanlagen) sind die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB AG), diejenigen Unternehmen, bei denen die SBB AG die Aktienmehrheit be- sitzt, sowie die anderen Betreiber von Eisenbahnanlagen, welche unter dem beherrschenden Einfluss des Bundes stehen, dem BöB direkt unter- stellt (vgl. Art. 2a Abs. 1 lit. a der Verordnung vom 11. Dezember 1995 über das öffentliche Beschaffungswesen [VöB, SR 172.056.11]; Urteil des BVGer B-6350/2015 vom 23. Februar 2016 E. 3.1). Ausgenommen sind die Tätigkeiten dieser Unternehmen, die nicht unmittelbar etwas mit dem Be- reich Verkehr zu tun haben (vgl. Art. 2 Abs. 2 BöB i.V.m. Art. 2a Abs. 2 lit. b VöB). Es genügt, wenn die Leistungen dem Bahnbetrieb funktionell dienen, wobei der Begriff „unmittelbar“ dabei nicht zu eng, sondern im Lichte des übergeordneten Staatsvertragsrechts auszulegen ist (vgl. PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentli- chen Beschaffungsrechts, 3. Aufl., 2013, Rz. 158). Vorliegend ist offen- sichtlich und unbestritten, dass die Lieferung der Reinigungs- und Pflege- produkte für die Reinigung von Immobilien, RailClean und Personenver- kehr, Zugvorbereitung sowie die Leihgabe inkl. Wartung der Dosieranlagen funktional mit dem Bereich Verkehr zu tun hat. Sie ist demnach nicht vom Anwendungsbereich des BöB ausgenommen. Gemäss Ziff. 1.8 der Ausschreibung und Ziff. 1.3 der Ausschreibungsunter- lagen wird vorliegend ein Lieferauftrag ausgeschrieben, der in sachlicher Hinsicht grundsätzlich dem staatsvertraglichen Vergaberecht und damit auch dem BöB unterstellt ist (Art. I Ziff. 2 GPA). Das ausgeschriebene Auftragsvolumen liegt deutlich über dem Schwellen- wert für Lieferungen und Dienstleistungen von Fr. 700‘000.– (Art. 2a Abs. 3 lit. b und Abs. 4 VöB in Verbindung mit Art. 1 lit. d Ziffer 1 der Verordnung B-4387/2017 Seite 10 des WBF über die Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaf- fungswesen für die Jahre 2016 und 2017 [SR 172.056.12]). Ein Ausnahmetatbestand im Sinne von Art. 3 BöB liegt nicht vor. Die vor- liegend angefochtene Ausschreibung fällt daher in den Anwendungsbe- reich des Bundesgesetzes über das öffentliche Be schaffungswesen, wovon im Übrigen auch die Vergabestelle ausgeht. Das Bundesverwal- tungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache zuständig. 1.3 Zur Beschwerde ist berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (vgl. Art. 48 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 ([VwVG, SR 172.021]). Das Erfordernis der formellen Beschwer spielt im Rahmen der Anfechtung einer Ausschreibung keine Rolle ( BVGE 2009/17 E.2 mit Hinwei sen), da die Ausschreibung das Beschaffungsverfahren erst initiiert. Die Legitima- tion zur Beschwerde ans Bundesverwalt ungsgericht richtet sich nach Art. 48 Abs. 1 VwVG und setzt voraus, dass die Beschwerdeführerin durch die angefochtene Ausschreibung besonders berührt ist und ein schutzwür- diges Interesse an deren Aufhebung bzw. Abänderung hat (BVGE 2009/17, E. 3 mit Hinweisen, Urteil des BGer 2C_563/2016 vom 30. Dezember 2016, E. 1.3.2 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin ist seit über 30 Jahren Hauptlieferantin der Reini- gungsmittel an die Vergabestelle. Sie hat zwischenzeitlich auch ein Ange- bot eingereicht. Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde legitimiert. 1.4 Die Beschwerde wurde frist - und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 30 BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG), der Rechtsvertreter hat sic h rechtmässig ausgewiesen (Art. 11 VwVG) und der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz, soweit das BöB und das Verwaltungs- gerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes be- stimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann B-4387/2017 Seite 11 die Unangemessenheit vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 3. In materieller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin, die Ausschreibung und die Ausschreibungsunterlagen würden gegen die Verpflichtung der Verga- bestelle verstossen, die ausgeschriebene Leistung klar und ausführlich zu beschreiben. Die von der Vergabestelle bewusst „weniger detaillierte“ Aus- schreibung sei nach Massgabe vo n Art. 16a Abs. 1 VöB vergaberechtlich unzulässig. Eine sachgerechte Offertstellung sei nicht möglich, weil es die Vergabestelle rechtsfehlerhaft versäumt habe, die technischen Lieferbe- dingungen und chemischen Beschreibungen der angeforderten Produkte zu benennen. So würden beispielsweise keine oder nur ungenügende An- gaben gemacht zur Viskosität oder zu diversen pH-Werten. Auch würden Angaben zu den jeweiligen Beschichtungen der zu reinigenden Unterlagen fehlen. Die Vergabestelle habe beispielsweise auch nicht zwischen „Schaumseife“ und „Crèmeseife“ unterschieden, weshalb es zu Verklebun- gen und Verstopfungen der Membrane des Schaumgenerators kommen könne. Besonders störend seien die fehlenden Angaben zu den Anforde- rungen hinsichtlich der Bioreaktoren-Tauglichkeit. Hier würde die Vergabe- stelle bewusst Schäden in Kauf nehmen, was mit dem Grundsatz der Wirt- schaftlichkeit nicht zu vereinbaren sei. Mit dem Verzicht der Beschaffung von Applikationshilfen werde überdies eine fachmännische Anwendung der Reinigungsmittel in Frage gestellt. Es gehe nicht an, dass die Vergabestelle bewusst keine Mindestanforderungen publiziere, um nachträglich und zu Lasten des Anbieters Anpassungen vorzunehmen. Ganz allgemein sei festzuhalten, dass eine Standardisierung der Reinigungs - und Pflegepro- dukte im technisch sensiblen und hoch frequentierten Eisenbahnpersonen- verkehr ungeeignet erscheine. 3.1 Die Vergabestelle hält dem entgegen, sie sei bei der Beschaffung im Rahmen ihrer Aufgaben frei, in welcher Qualität und zu welchem Zweck sie Reinigungsmittel beschaffen wolle. Bereits in der Ausschreibung habe sie ihrer Strategieänderung – die Standardisierung der Produkte sowie eine Reduktion des Sortiments von heute ca. 500 Pflegeprodukte auf 33 – kom- muniziert. Sie habe sich bewusst dafür entschieden, künftig auch handels- übliche Standard produkte für die Reinigung und Pflege zu verwenden. Dementsprechend läge es in der Natur der Sache, dass die Spezifikation für die einzelnen Produkte weniger detailliert ausfalle. Im Rahmen der Spe- zifikation mache sie Ausführungen pro Produkt zu Oberflächen/Materialien, B-4387/2017 Seite 12 Verschmutzungen, Reinigungsmethoden/Anwendungen, allfällige Prüfkri- terien und spezifischen Eigenschaften (Anhang 6.4). Zusätzlich werde in den technischen Lieferbedingungen auf die Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen und Verordnungen sowie auf mehrere Listen verbotener In- haltsstoffe verwiesen (Ziff. 2, 3, 7.1, 7.2, 7.3 der technischen Lieferbedin- gungen für Reinigungs- und Pflegeprodukte, Anhang 6.5). Damit habe sie, die Vergabestelle, die Anforderungen an eine ausreichende Leistungsbe- schreibung der Produkte im Rahmen der technischen Spezifikation erfüllt. Im Übrigen verkenne die Beschwerdeführerin ihre Rolle: Es sei nicht ihre Aufgabe, die Kompatibilität von zwei verschiedenen Beschaffungsgegen- ständen (Biorektoren-Tauglichkeit) oder die Notwendigkeit der Beschaf- fung von Applikationshilfen zu beurteilen. 3.2 Der öffentlichen Vergabebehörde steht es zu, frei darüber zu bestim- men, was sie benötigt und welche konkreten Anforderungen sie bezüglich Qualität stellt (Zwischen entscheid des BVGer B -822/2010 vom 10. März 2010, Entscheid der BRK 2001-011 vom 16. November 2001, publiziert in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 66.38, E. 5a, BGer 2P.282/ 1999). Daraus folgt, dass die Vergabestelle bei der Festlegung der techni- schen Spezifikationen der zu beschaffenden Ware ein grosser Spielraum zukommt, in welchen die Rechtsmittelinstanz nicht eingreift. Stöckli spricht insoweit von "gesicherten Handlungsspi elräumen" ( BVGE 2017 IV/3 E. 4.3.3, HUBERT STÖCKLI, Urteilsanmerkung S9 zum Urteil des Bundes- gerichts 2P .282/1999 vom 2. März 2000, in: Baurecht 2001, S. 65). Für den vorliegenden Fall ist weiter entscheidend, dass die Zielsetzung der wirtschaftlichen Verwendung der öffentlichen Mittel gemäss Art. 1 Abs. 1 lit. c BöB, auf welche sich die Beschwerdeführerin sinngemäss beruft, dem Anbieter keinen Rechtsanspruch darauf gibt, die Beschaffung des – aus seiner Sicht – "richtigen" Produkts zu erstreiten (Zwischenentscheid des BVGer B-822/2010 vom 10. März 2010). Entschliesst sich die Vergabestelle für die Beschaffung einer Ware, so hat sie diese im Rahmen der Leistungsbeschreibung nach Massgabe von Art. 16a VöB in hinreichender Klarheit und Ausführlichkeit zu umschreiben, wobei der Präzisierungs- und Detaillierungsgrad eines Ausschreibungstex- tes jeweils von der Art des zu vergebenden Auftrages abhängt (BVGE 2017 IV/3 E. 4.3.2, vgl. auch GALLI/ MOSER/ LANG/ STEINER, a.a.O., Rz. 384 ff.) B-4387/2017 Seite 13 3.3 Der strategische Entscheid der Vergabestelle, das Reinigungs - und Pflegesortiment zu standardisieren und zu reduzieren, ist aus vergabe- rechtlicher Sicht grundsätzlich nicht zu beanstanden. Dasselbe gilt auch für die Entscheidung, derzeit keine Applikationshilfen zu beschaffen. Rahmen- verträge als zusammengefasste Vielzahl von Einzelbestellungen si nd zu- lässig (Urteil des BVGer B-3526/2013 vom 20. März 2014, E. 4.2 mit Hin- weisen). Die Beschwerdeführerin ist seit über 30 Jahren Hauptlieferantin von Reini- gungs- und Pflegemittel. Sie hat in dieser Zeit erfolgreich eine Vielzahl hochwertiger Produkte für die Vergabestelle entwickelt, die einzelnen Pro- dukte aufeinander abgestimmt und deren Anwendung begleitet. Sie verfügt ohne Zweifel über sehr viel Knowhow betreffend die fachmännische, nach- haltige und „richtige“ Anwendung der bisherigen Produkte. Einen Rechts- anspruch der Beschwerdeführerin, die Vergabestelle zu verpflichten, auch künftig die ihrer Ansicht nach „richtigen“ Produkte zu beschaffen, besteht jedoch nicht. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, eine sachgerechte Offert- stellung sei wegen der fehlenden Produktspezifikation bzw. Leistungsbe- schreibung nicht möglich, ist es ihr nicht gelungen, die s auch hinreichend zu begründen. In den Ausschreibungsunterlagen sind die Spezifikationen „Reinigungs- und Pflegeprodukte“ aufgelistet (Anhang 6.4). Darin werden sämtliche 33 Produkte in den Kategorien Oberflächen/Material, Verschmut- zungen, Reinigungsmethoden/Anwendung, Prüfkriterien und spezifische Eigenschaften umschrieben (Anha ng 6.5). Weitere Anforderungen an sämtliche Produkte werden durch die technischen Lieferbedingungen für Reinigungs- und Pflegeprodukte definiert (Anhang 6.5). Darin werden in Ziff. 2 auf mitgeltende Unterlagen (u.a. Kennzeichnungsvorschriften), in Ziff. 3 auf weiterführende Dokumente (u.a. Bundesgesetz über den Schutz von gefährlichen Stoffen und Zubereitung, Chemikalien -Risikoreduktions- Verordnung, Biozidprodukteverordnung, Pfl anzenschutzmittelverordnung, Verordnung über die Beförderung gefährlicher Güter, Luftreinhalteverord- nung, Gewässerschutzverordnung, Abfallverordnung etc.) und in Ziff. 7 auf weitere Anforderungen (Silikonverbot, nicht zugelassene Inhaltsstoffe ge- mäss (EG) N r. 1272/2008, Stoff e mit Eigenschaften gemäss Art. 56 und Anhang XIII der REACH -Verordnung, Produktedokumentation mit den Qualitätsparameter Brechungsindex nD20, Dichte, Leitfähigkeit einer 50%- igen wässrigen Lösung) verwiesen. Zudem muss der Anbiete r gemäss Ziff. 2.8.3.1 der Ausschreibungsunterlagen im Rahmen der Muss -Zu-B-4387/2017 Seite 14 schlagskriterien die Gesetzeskonformität für die Herstellung, Kennzeich- nung und Lieferung bestätigen: Die Vorschriften und Gesetze sind einzu- halten (Arbeitsschutz, Gewässer- und Umweltschutz, REACH etc.) und die Produkte sind im BAG-Register bis spätestens zur Vertragsunterzeichnung zu registrieren. 3.4 Der notwendige Präzisierungs- und Detaillierungsgrad nach Massgabe von Art. 12 BöB in Verbindung mit Art. 16a Abs. 1 VöB ist damit erfüllt. Eine zusätzliche und weiterführende chemische und/oder physikalische Um- schreibung der 33 Reinigungs- und Pflegemittel ist aus vergaberechtlicher Sicht nicht notwendig. Eine Verletzung des Transparenzgebotes ist vor die- sem Hintergrund nicht zu erkennen. 4. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die ausgeschriebenen Men- gen seien mutmasslic h falsch, was zu einer verzerrten Ausschreibung führe. Die angeforderten Mengen seien gemäss ihrer Schätzung deutlich höher als die bisherigen Jahresbezüge:  Glasreiniger Faktor sieben (40‘240 Liter ausgeschrieben, ca. 5‘490 Liter bisheriger Jahresbedarf);  Scheuermilch Faktor acht (3‘360 Liter ausgeschrieben, ca. 420 Liter bisheriger Jahresbedarf);  Saurer Schaumreiniger Faktor zwei (3‘250 Liter ausgeschrieben , ca. 1‘870 Liter bisher);  Beim Raumduft sei die Stückzahl mit Frage 52 im SIMAP-Fragefo- rum von 25‘000 auf 2‘500 korrigiert worden;  Schaumstopp Faktor zwei (4‘250 Liter ausgeschrieben, ca. 1‘910 Liter bisheriger Jahresbedarf);  „Seife flüssig “ Faktor sechs (91‘680 Liter ausgeschrieben, ca. 15‘930 Liter bisheriger Jahresbedarf);  Bei „Seife gelartig“ sei die ausgeschriebene Menge von 3‘900 Litern für den ausgeschriebenen Zweck unrealistisch;  Bindemittel Erbrochenes Faktor drei (2‘790 Liter ausgeschrieben, ca. 999 Liter bisheriger Jahresbedarf); B-4387/2017 Seite 15  Sanitärreiniger Faktor zehn (67‘880 Liter ausgeschrieben, ca. 6‘600 Liter bisheriger Jahresbedarf). Die Vergabestelle habe sich mit den Kalkulationen nie auseinandergesetzt, sondern jeweils pauschal auf interne Berechnungen verwiesen, welche an- geblich „nach bestem Wissen und Gewissen“ erfolgt seien. 4.1 Die Vergabestelle führt dazu aus, der Offertvergleich richte sich nach der ausgeschriebenen Menge und sei für alle Anbieter gleich. Eine Verzer- rung der Angebote könne deshalb von vornherein ausgeschlossen werden. Komme dazu, dass die Beschwerdeführerin nicht das ganze Bestellvolu- men der Vergabestelle kenne. So erwerbe die Vergabestelle bereits zum jetzigen Zeitpunkt nicht alle Seifen bei der Beschwerdeführerin. Zudem verkenne die Beschwerdeführerin, dass sich mit der Reduktion von 500 auf 33 Reinigungs- und Pflegeprodukte die Bestellmenge pro ausgeschriebe- nes Reinigungsprodukt nun stark erhöhe. 4.2 Die Vergabestelle ist zu einer genauen Bedürfnisabklärung verpflichtet, dient diese doch, im Rahmen des Wirtschaftlichkeitsgrundsatzes, dem op- timalen Einsatz der öffentlichen Mittel (G ALLI/ MOSER/ LANG/ STEINER, a.a.O., Rz. 382). Allerdings bleibt ihr, auch bezüglich der zu beschaffenden Menge, ein erheblicher Ermessensspielraum (Zwischenentscheid des BVGer B-822/2010 vom 10. März 2010). Anders wäre die Umsetzung ihrer Strategie, sämtliche Reinigungsarbeiten neu mit 33 statt 500 Reinigungs- mittel zu bewerkstelligen, mutmasslich nicht umzusetzen. Für die höheren Bestellmengen liefert sie im Übrigen eine p lausible Erklärung: Durch die Reduktion des Gesamtsortimentes steigt die Bestellmenge der übrig ge- bliebenen Produkte. Im Übrigen wirken die ausgeschriebenen Mengen für alle Angebote gleich. 4.3 Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Einwände vermögen nicht rechtsgenügend zu belegen, warum die Vergabestelle bei den Be- stellmengen ihren Handlungsspielraum überschritten haben soll. Eine Ver- letzung des Transparenzgebotes ist nicht zu erkennen. 5. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vergabestelle habe hinsichtlich der Ver- packung alle handelsüblichen Grössen (Standardgebinde) zwischen 0.01 – 10 Liter/Gebinde für zulässig erklärt, was im Übrigen im Verlauf der Ausschreibung von ursprünglich 1 – 10 Liter/Gebinde abgeändert worden B-4387/2017 Seite 16 sei. Durch eine solche Bandbreite würden die Angebote verfälscht, weil of- ferierte preisgünstige Grossverpackungen aufgrund ihrer fehlenden Pra- xistauglichkeit nicht zum Einsatz kommen könnten. So sei beispielsweise eine Zugreinigung unter Einsatz von 10 Liter-Gebinden mit Fertigprodukten jeglicher Art (Raumduft, Kältespray usw.) in unverdünnter Anwendung un- realistisch. 5.1 Die Vergabestelle hält dagegen, die Angaben und Änderungen zu den Verpackungsanforderungen seien in der Ausschreibung und in Antwort 18 des SIMAP-Frageforums ausreichend und transparent kommuniziert wor- den. Für die Preisbewertung würden die Vorgaben der Ausschreibung und der Preisliste gelten. Eine Verfälschung der Preise durch die Bandbreite der Gebindegrösse sei ausgeschlossen, da der Preis gemäss Preisliste in Franken/Liter bzw. Franken/Kilo anzugeben sei. Das von der Beschwerde- führerin erwähnte P raxisbeispiel sei abenteuerlich und entspreche nicht einer handelsüblichen Verpackung. 5.2 Die Vergabestelle hat in der Ausschreibung und den Ausschreibungs- unterlagen den Beschaffungsgegenstand und die Angaben zu den Verpa- ckungsanforderungen klar und vollständig zu umschreiben (GALLI/ MOSER/ LANG/ STEINER, a.a.O., Rz. 383). Soweit die Ausschreibungsunterlagen nach der Publikation der Ausschreibung und vor Ablauf der Eingabefrist präzisiert werden müssen, sind darüber sämtliche Interessierte zu unter- richten (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O. Rz. 393, 806). 5.3 In der Preisliste (Anhang 3) werden als mögliche Liefergrössen „Stan- dardgebinde zw. 0.01 – 10 Liter/Gebinde“ genannt. Der Anforderungskata- log an die Dosierstationen sieht vor, dass Reinigungsmittel vor Ort ggf. in kleinere Eimer, Flaschen oder Ma schinen umgefüllt werden (Ziff. 2.1 von Anhang 6.6). Die Preisbewertung ist im Rahmen der Ausschreibungsunter- lagen publiziert. Die nachträgliche Änderung der zulässigen Gebindegrös- sen von 1 – 10 Liter/Gebinde auf 0.01 – 0 Liter/Gebinde wurde am 19. Au- gust 2017, also zwei Wochen vor Ablauf der Abgabefrist, im SIMAP-Frage- forum allen Interessierten bekannt gegeben. Das von der Beschwerdefüh- rerin erwähnte Beispiel für fehlende Praxistauglic hkeit, ein 10 -Liter/Ge- binde mit Raumduft oder Kältespray, welches sich nicht verdünnen lässt, wird, sofern es überhaupt existiert, auch am Kriterium der Handelsüblich- keit scheitern. 5.4 Ein Verstoss gegen den Grundsatz der Klarheit und der Gleichbehand- lung liegt nicht vor. B-4387/2017 Seite 17 6. Weiter kritisiert die Beschwerdeführerin, das in Kapitel 2.8 der Ausschrei- bungsunterlagen formulierte Verfahren zur Bewertung der Angebote (Eva- luationsverfahren) sei nicht transparent und bleibe unklar. 6.1 Die Vergabestelle widerspricht dieser Darstellung. Die Ausschreibung sei mit ihren „Muss -Kriterien“, d en genauen Abläufen der „Klein - und Grossversuche“ und der „Beurteilungsmatrix“ vorgängig bekannt gegeben worden. Die „Ausschreibungsbedingungen“ (Ausschreibungsunterlagen) seien klar und vollständig. Aus ihnen gehe im Übrigen auch hervor, dass die gesamte Produktepalette einer Anbieterin die Kleinversuche bestehen müsse. 6.2 Die Zuschlagskriterien und ihre Beurteilungsmatrix sind gemäss Art. 27 Abs. 1 VöB im Voraus bekannt zu geben. Dazu gehört auch die Bekannt- gabe von Subkriterien, soweit diese nicht ausschliesslich dazu dienen, ein publiziertes K riterium zu konkretisieren (U rteil des BVGer B -6837/2010 vom 10. März 2011, E.3.2). Die Formulierung von sogenannten „Muss-Kri- terien“ ist grundsätzlich zulässig, entspricht aber nicht dem Konzept der relativen Natur von Zuschlagskriterien (Urteil des BVGer B-4288/2014 vom 25. März 2015 E. 4.3 mit Hinweis; Zwischenentscheid des BVGer B-7216/2014 vom 7. Juli 2016 E. 10.4; HANS RUDOLF TRÜEB, BöB-Kom- mentar, in: Oesch/Weber/Zäch (Hrsg.), Wettbewerbsrecht II, Zürich 2011, Rz. 12 zu Art. 21 BöB mit Hinweisen; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 863). Soweit in der Evaluierung Versuche mit Mustern zur Qualitäts- überprüfung vorgenommen werden, sind auch diese Abläufe vorgängig be- kannt zu geben (vgl. dazu GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O Rz. 383). Ausserdem dürfen die Anbietenden darauf vertrauen, dass die Vergabe- stelle die ausgewählten Beurteilungskriterien im herkömmlichen Sinne ver- steht (BVGE 2017 IV/3 E. 4.5, vgl. auch RECHSTEINER, IN BAURECHT 2001, S. 60). 6.3 Das Verfahren zur Bewertung der Angebote ist in Kapitel 2.8 in Verbin- dung mit Kapitel 2.4 der Ausschreibungsunterlagen geregelt. Nach Kapitel 2.8.3.1 muss der Anbieter zusichern, dass sämtliche Produkte die „Muss- Zuschlagskriterien“ erfüllen (Gesetzeskonformität, Einhaltung der tech- nischen Lieferbedingungen, Anfo rderungen an die Dosierstationen und Wartung). Zudem muss er die Sicherheits- und Produktdatenblätter sämt- licher Produkte vorlegen. Nur wenn der jeweilige Anbieter die Eignungskri- terien und die Produkte die Muss -Kriterien erfüllen, werden die Produkte zu den Kleinversuchen zugelassen. B-4387/2017 Seite 18 6.3.1 Sofern die Produkte die „Muss -Zuschlagskriterien“ erfüllen, werden die Muster der Kleinversuche untersucht/plausibilisiert. Gemäss Kapitel 2.8.3.1 in Verbindung mit Kapitel 2.4 der Ausschreibungsunterlangen han- delt es sich b ei den Mustern der Kleinversuche um insgesamt 11 der 33 ausgeschriebenen Produkte: Glasreiniger, Bodenreiniger, Textilreiniger, Entkalker, Rolltreppenreiniger, Steinboden Produkt, Scheuermilch, Saurer Schaumreiniger, Glas- und Oberflächenreinniger, Bodenreiniger und Sani- tärreiniger. Dabei wird die Identitätsprüfung der Produkte (Dokumenten- kontrolle auf Plausibilität, ggf. Überprüfung im Zweifelsfall), die Analyse der Prüfzertifikate (Dokumentenkontrolle) und die Plausibilisierung der Spezi- fikation gemäss An hang 6.4 und 6.5 (Dokumentenkontrolle) vorgenom- men. Darüber hinaus werden gemäss Kapitel 2.8.3.1 die Sicherheits- und Produktdatenblätter aller anzubietenden Produkte auf ihre Plausibilität und Vollständigkeit überprüft. Produktetests hinsichtlich der Reinigungswirkung sind zu diesem Zeitpunkt keine vorgesehen. 6.3.2 Sofern mehr als drei Anbieter die Kleinversuche bestehen, behält sich die Vergabestelle die Möglichkeit vor, in einem separaten Beschrän- kungsverfahren die Zahl der zu den Grossversuchen zugelassenen An- bieter auf drei zu reduzieren. Dabei werden die Produkte, welche in den Kleinversuchen in einem ersten Schritt beurteilt wurden, in einem Zwi- schenschritt anhand der Zuschlagskriterien ZK1 Preis (70 %) und ZK3 Nachhaltigkeit/Umweltschutz (5 %), das heisst ohne Berücksichtigung des mit 25 % gewichteten ZK 2 Qualität/Grossversuche, bewertet , analog zu dem in Ziff. 2.8.3.2 der Ausschreibungsunterlagen beschriebenen Vorge- hen in Bezug auf die Bewertung anhand der Zuschlagskriterien. Für die Grossversuche zugelassen werden die drei Anbieter, welche bei dieser Be- wertung die höchste Punktzahl erreicht haben. 6.3.3 In den darauf folgenden Grossversuchen werden gemäss Kapitel 2.8.3.1 in Verbindung mit Kapitel 2.4 insgesamt 15 der 33 Produkte (Glas- reiniger, Bodenreiniger, Textilreiniger, Entkalker, Steinboden -Produkt, Scheuermilch, saurer Schaumreiniger, Sprayemulsion, Beschichtung, Kle- beentferner, Ablaufreiniger, chemischer Kaugummilöser, Glas- und Ober- flächenreinniger, Bodenreiniger und Sanitärreiniger) an verschiedenen Standorten während jeweils zwei Tagen intensiv getestet. Dabei soll die Reinigungswirkung nach Vorgabe der Spezifikationen „Reinigungs - und Pflegeprodukte“ (Anhang 6.4) bewertet werden. Jedes Produkt wird dabei anhand von „Spezifikationskriterien“ (Subkriterien zum Zuschlagskriterium Qualität) bewertet und erhält dabei eine Note von 1 bis 5 . Die Noten aller B-4387/2017 Seite 19 getesteten Produkte eines Anbieters werden am Schluss mittels des „Eva- luationsbogens der Grossversuche“ (Ziff. 2.8.3.2 der Ausschreibungsunter- lagen) zusammengezählt. Der beste Durchschnittswert erhält dabei für das mit 25 % gewichtete Zuschlagskriterium ZK2 Qualität /Grossversuche 5 Punkte, der zweitbeste 4 Punkte und der schlechteste 3 Punkte (Ziff. 2.8.3.2.1 der Ausschreibungsunterlagen). 6.4 Gemäss Kapitel 2.8.3.1, Absatz 4, der Ausschreibungsunterlagen wer- den während der Kleinversuche auch die „Muss-Kriterien“ Sicherheits- und Produktdatenblätter (nachfolgend SDB/PDB) sämtlicher Produkte auf ihre Plausibilität und Vollständigkeit überprüft. Die eigentlichen Kleinversuche finden hingegen gemäss Ausschreibung nur mit den nach Kapitel 2.4 ein- gereichten 11 Mustern statt. 6.5 Soweit sich die Vergabestelle auf den Standpunkt stellt, mit dem Ver- weis im zweitletzten Absatz des Kapitels 2.8.3.1 der Ausschreibungsunter- lagen, würde auf die gesamte Musterpalette verwiesen, wäre dieser Sicht- weise zu widersprechen. Aus dem Titel „Ablauf Kleinversuche“ im Kapitel 2.8.3.1 und der Aufteilung des Kapitels 2.4 (Erster Teil mit Überschrift „Mus- ter für Kleinversuche“, zweiter Teil mit Überschrift „Muster für Grossversu- che“) kann und darf geschlossen werden, dass für die Kleinversuche nur die genannten 11 von 33 Produkte der „Muster für Kleinversuche“ geprüft werden. Dieser Punkt erweist sich indessen mit Blick auf die nachfolgen- den Ausführungen als nicht fallentscheidend. 7. In der Hauptsache rügt die Beschwerdeführerin, nachdem sie vorab die hohe Gewichtung des Preises mit 70 % beanstandet hat, durch das Ver- fahren zur Bewertung der Angebote werde das mit 25 % gewichtete Zu- schlagskriterium ZK2 Qualität/Grossversuche insgesamt verwässert. Das ergebe sich namentlich aus dem Konzept der Vergabestelle betreffend die Bewertung der Grossversuche (vgl. E. 6.3.3 hiervor). Nach diesem würden die im Rennen verbleibenden Angebote so bewertet, dass „selbst qualitativ unbrauchbare Produkte“ noch 3 von 5 Punkten erhalten. Das sei irrefüh- rend und stehe im Widerspruch zum Transparenzgebot. 7.1 Die Vergabestelle führt dazu aus, im Gross versuch würden die Pro- dukte von maximal drei Anbietern auf ihre Qualität überprüft, wobei die beste Qualität die höchste Punktzahl (5 Punkte) und die niedrigste Qualität die geringste Punktzahl (3 Punkte) erhalte. Die Zuschlagskriterien seien B-4387/2017 Seite 20 dargelegt und mit der Ausschreibung bekanntgegeben worden. Das sei nicht irreführend und auch ausreichend transparent. 7.2 Das wirtschaftlich günstigste Angebot wird gemäss Art. 21 Abs. 2 BöB ermittelt, indem verschiedene Kriterien berücksichtigt werden, insbeson- dere Termin, Qualität, Preis, Wirtschaftlichkeit, Betriebskosten, Kunden- dienst, Zweckmässigkeit der Leistung, Ästhetik und technischer Wert. An- hand der Zuschlagskriterien wird der Begriff des wirtschaftlich günstigsten Angebots konkretisiert; diese sind im Einzelfa ll zu bestimmen und unter Angabe ihrer Gewichtung bekannt zu geben (Urteile des BVGer B-891/2009 vom 5. November 2009 E. 3.1 und B-4288/2014 vom 25. März 2015 E. 4.3; MATTHIAS HAUSER, Zuschlagskriterien im Submissionsrecht, in: Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 2001, S. 1405 ff., S. 1406; GALLI/MO- SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 831). Die Vergabestellen verfügen bei der Auswahl und Gewichtung der Zuschlagskriterien über einen erheblichen Spielraum (Urteil des BVGer B-4288/2014 vom 25. März 2015 E. 4.2). Das- selbe gilt auch in Bezug auf die Ausgestaltung der Bewertungsmethode (Zwischenentscheid des BVGer B-7216/2014 vom 7. Juli 2016 E. 10.5; vgl. auch Art. 31 BöB und dazu wiederum GALLI/MOSER/ LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1388 und 1390 mit Hinweisen). 7.3 Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung genügt bei der Bewer- tung der Angebote anhand des Zuschlagkriteriums „Preis“ die blosse Be- kanntgabe der Gewichtung noch nicht, um sicherzustellen, dass die Ange- botspreise im Verhältnis zu den anderen Zuschlagskrite rien in vergabe- rechtskonformer Weise bewertet werden. Je nachdem wie hoch die Bewer- tungsabzüge für höhere Angebotspreise im Verhältnis zum billigsten erfol- gen, kann die gewählte Bewertungsmethode im Ergebnis die bekannt ge- gebene Gewichtung der Zuschlagskriterien verfälschen. Mit anderen Wor- ten kann durch die Art der Bewertung der Offerten bzw. die Preiskurve ein tatsächliches Gewicht bzw. eine „effektive Gewichtung“ resultieren, welche nicht der publizierten Gewichtung des Zuschlagskriteriums Preis entspricht (BGE 130 I 241 E. 6; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O, Rz. 884; vgl. zum Zusammenhang zwischen der Gefahr der Verzerrung der Gewichtung und der Frage nach der vorherigen Bekanntgabe der Preiskurve etwa TRÜEB, BöB-Kommentar, a.a.O., Rz. 18 zu Art. 21 BöB mit Hinweisen). Trägt die gewählte Preisbewertungsmethode der publizierten Gewichtung nicht ge- nügend Rechnung, beispielsweise weil entgegen der bekannt gegebenen (gleich hohen) Gewichtung zweier Zuschlagskriterien beim Preis im Ver- gleich zum wichtigsten qu alitativen Kriterium sehr unterschiedliche Maxi- malpunktzahlen erreicht werden können, liegt ein rechtswidriger V erstoss B-4387/2017 Seite 21 gegen das Transparenzgebot vor (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kan- tons Zürich VB.2015.00202 vom 16. Juli 2015 E. 4; vgl. zum Ganzen auch das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen B 2016/168 vom 26. Oktober 2016 E. 3.1 mit Hinweisen). 7.4 Eine rechtswidrige Diskrepanz zwischen bekannt gegebener Gewich- tung und „effektiver Gewichtung“ aufgrund der gewählten Bewertungsme- thode kann sich nicht nur in Bezug auf das Zuschlagskriterium „Preis“ er- geben. Vielmehr erweist sich das Vorgehen der Vergabestelle generell dann als unzulässig, wenn den Zuschlagskriterien durch die verwendete Bewertungsskala nicht die bekannt gegebene Gewichtun g zukommen würde (Zwischenentscheid des BVGer 7216/2014 vom 7. Juli 2016 E. 10.5 mit Hinweisen; DANIELA LUTZ, Die fachgerechte Auswertung von Offerten – Spielräume, Rezepte und Fallstricke, in: Zufferey/Stöckli (Hrsg.), Aktuelles Vergaberecht 2008, Zürich 2008, S. 215 ff., S. 237). Die Bewertungsmatrix soll ausserdem dazu dienen, die Qualität differenziert zu beurteilen (Zwi- schenentscheid des BVGer B-7216/2014 vom 7. Juli 2016 E. 10.10; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen B 2016/116 vom 24. No- vember 2016 E. 5.2). Das für die Preisbewertung geltende Verbot einer „effektiven Gewichtung“ durch die Bewertungsmethode, welche der be- kannt gegebenen Gewichtung im Ergebnis widerspricht bzw. diese verwäs- sert, gilt somit auch für die Methode, welche z ur Bewertung der Qualität angewandt wird ( CHRISTOPH JÄGER, Realistische Spanne der Angebote auch bei der Bewertung von Qualitätskriterien, in: BR 2017, Ziff. 2c, S. 233, GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 914). Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, ob im v orliegenden Fall von einer solchen Verwässerung der Ge- wichtung des ZK 2 auszugehen ist. 7.5 7.5.1 Die in Ziff. 2.8.3.2 der Ausschreibungsunterlagen beschriebene Punktevergabe, wonach die drei selektierten Anbieterinnen unter dem ZK 2 Qualität/Grossversuche 3, 4 und 5 Punkte erhalten, führt dazu, dass jeder der drei zum Grossversuch zugelassenen Anbieter gewichtet unabhängig von der offerierten Qualität mindestens 75 von 125 Punkten erhält. Davon profitiert – worauf die Beschwerdeführerin zutreffend hinweist – eine An- bieterin mit einem qualitativ unbefriedigenden Angebot, das zwar realisti- scherweise unter dem ZK2 mit 2 oder weniger Punkten bewertet werden müsste, aber aufgrund der Vorgaben der Vergabestelle mindestens 3 Punkte erhält. Andererseits kann auch in Bezug auf drei besonders nahe beieinander liegende sehr gute Anbieterinnen, welche in Bezug auf die B-4387/2017 Seite 22 Qualität Notendurchschnitte von 4.7, 4.8 und 4.9 erreicht haben, durch die Vorgabe der Vergabestelle eine nicht sachgerechte Differenzierung entste- hen, weil der Anbieter mit dem Durchschnitt von 4.7 aufgrund der Vorgaben der Vergabestelle lediglich mit 3 Punkten bewertet wird. So oder anders kann die vorgegebene Spannbreite der Punktevergabe zu einer in der Sa- che allenfalls nicht sachgerechten mangelnden oder übers teigerten Diffe- renzierung zwischen den Angeboten in Bezug auf die Bewertung der Qua- lität führen. 7.5.2 Kommt dazu, dass auch das in Kapitel 2.8.3.1 der Ausschreibungs- unterlagen erwähnte Verfahren zur Beschränkung der Teilnehmerzahl das Zuschlagskriterium ZK2 Qua lität/Grossversuche wesentlich tangiert: Die Vergabestelle behält sich vor, nach den Kleinversuchen die Anbieter für die Grossversuche auf drei zu beschränken. Dabei sollen für sämtliche Anbie- ter, welche die Kleinversuche bestanden haben, in einem Zwischenschritt die Produkte der Kleinversuche anhand von ZK1 Preis (75 %) und ZK3 Nachhaltigkeit (5 %) analog zu Kapitel 2.8.3.2, aber eben ohne Berück- sichtigung der Qualität, bewertet werden (vgl. E. 6.3.2 hiervor). 7.5.3 Die Vergabestelle führt dazu aus, das besagte Beschränkungsver- fahren sei zulässig; immerhin würde es ihr, der Vergabestelle, auch zu- stehen, den Preis mit 100 % zu gewichten, da es sich bei den Reinigungs- und Pflegeprodukten um Standardprodukte handle. Dies e könnten be- kanntlich nach Art. 21 Abs. 3 Bö B ausschliesslich zum niedrigsten Preis beschafft werden. 7.5.4 Ob die Voraussetzungen für einen standardisierten Einkauf gegeben sind, ist eine Rechtsfrage. Die Behörden haben jedoch, weil es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff handelt, einen Beurteilungs spielraum (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2003.00116 vom 11. September 2003 E. 3c; vgl. zum Ganzen MARC STEINER, Nachhaltige öffentliche Beschaffung, in: Zufferey/Stöckli (Hrsg.), Aktuelles Vergabe- recht 2014, Zürich 2014, S. 149 ff., S. 167). Dabei kommt es bei der Frage der Zulässigkeit der Vergabe aufgrund des niedrigsten Preises nicht auf die nachgefragte Leistung selbst, sondern auf die Möglichkeit ihrer Standardi- sierung an (Urteil des Verwaltungsgericht Aargau vom 6. Juli 2005, publi- ziert in: AGVE 2005 Nr. 50 S. 245 ff., E. 2.3). 7.5.5 In casu kann offen gelassen werden, ob es sich um standardisierte Produkte handelt. Die Vergabestelle hat sich im Rahmen ihres Ermessens gegen die Beschaffung allein nach dem Kriterium des niedrigsten Pre ises B-4387/2017 Seite 23 im Sinne von Art. 21 Abs. 3 BöB entschieden: ZK2 Qualität/Grossversuche und ZK3 Nachhaltigkeit werden mit 25 % bzw. 5 % berücksichtigt. Damit hilft ihr der Umstand, dass sie allenfalls allein nach dem Preis hätte be- schaffen können, jedenfalls nicht. 7.6 Somit ist festzuhalten, dass das erwähnte Verfahren zur Beschränkung der Teilnehmerzahl auf drei Anbieterinnen (vgl. E. 6.3.2 und E. 7.5.2 hier- vor) eine Selektion ohne Berücksichtigung der Qualität vorsieht, ohne dass dies übrigens in der Ausschreibung, wel che o hne weitere Angaben von einem „offenen Verfahren“ und den beschriebenen Zuschlagskriterien un- ter Einschluss der Qualität ausgeht, entnommen werden könnte. Die Kom- bination einer derart knappen Beschreibung im Rahmen der Ausschrei- bung verbunden mit dem beschriebenen Selektionsverfahren wird damit sui generis der Zielsetzung des Transparenzgebots nicht gerecht. Zugleich ist aber eine reelle Bewertung der Qualität in der letzten Phase umso wich- tiger, womit die Vergabestelle ihr Ermessen im vorliegenden Fall jedenfalls überschreitet, wenn sie – wie in Erwägung 7.5.1 hiervor ausgeführt – fest- schreibt, dass die le tzten drei im Rennen verblieben en Anbieterinnen mit 3, 4 und 5 Punkten bewertet werden. Demnach erweist sich die entspre- chende Rüge der Beschwerdefüh rerin als begründet. Dabei handelt es sich, wie die Vergabestelle im Ergebnis zutreffend ausführt, jedenfalls in- soweit nicht um ein Transparenzproblem, als die Ausschreibungsunterla- gen den Anbietenden gleichzeitig mit der Ausschreibung zur Verfügung ge- standen haben. 8. Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Ausschreibung mache keine An- gaben zu den einzelnen Bestellvolumen und Bezugsrhythmen . Dadurch werde die Kalkulation der Transport - und Kommissionierungskosten un- möglich, was eine ordnungsgemässe Offertstellung verhindere. 8.1 Auf entsprechende Nachfragen im Forum antwortete die Vergabestelle zusammenfassend, die Anzahl der Bestellungen sei schwer zu definieren, da das Produk tsortiment reduziert werde, weshalb sich die entsprechen- den Zahlen ändern würden. Die Vergabestelle wolle bewusst keine Anga- ben zu den Mindestbestellmengen machen. Aus diesem Grund sei mit vie- len Bestellungen und entsprechend kleinen Mengen pro Bestellung zu rechnen. Ein Gefahrstoffdienstleister, welc her Grossmengen an Langer nehme und danach stückweise an die Standorte weitersende, sei nicht ge- plant (Antwort auf die Fragen 110, 140, 141 und 158). In der Duplik weist B-4387/2017 Seite 24 die Vergabestelle zusätzlich darauf hin, dass die Anbieter nicht davon aus- gehen dürften, „palettenweise“ liefern zu können. 8.2 In der Ausschreibung selbst werden zu den Bestellvolumen und Be- zugsrhythmen keine Angaben gemacht. Der überarbeiteten Preisliste Rei- nigungs- und Pflegeprodukte (Anhang 3) ist zu entnehmen, dass der jewei- ligen Offerte pro Gebinde eine Übersicht über die Zusammenstellung der Kosten betreffend fixe Kosten, Lohn-Kosten, Materialkosten und Transport- kosten beilzulegen ist und dass die Lieferung DDP (Schweiz) gemäss den Incoterms 2010 zu erfolgen habe. 8.3 Die Vergabestelle macht auch keine ungefähren Angaben, wie sie es beispielsweise in Kapitel 2.2 der Anforderungen an die Dosierstationen (Anhang 6.6) macht: „Kombinationsmöglichkeiten von 1 bis 6 Statio- nen/Produkt pro Standort sollten machbar s ein, durchschnittlich ist mit 4 Produkten pro Station zu rechnen“. 8.4 Bei einer ausgeschriebenen Gesamtmenge von über 350‘000 Liter Reinigungs- und Pflegemittel, welche nicht „palettenweise“, sondern in klei- nen Bestellungen geliefert werden sollen, ist davon auszugehen, dass die Transport- und Kommissionierungskosten einen signifikanten Faktor dar- stellen. Dementsprechend kann er auch nicht im Sinne eines Nebenpunk- tes nach dem Zuschlag verhandelt werden (BGE 134 II 297 E. 4.2, vgl. auch BEYELER, der Geltungsanspruc h des Vergaberechts, Schulthess 2012, S. 900 Rz. 1718). Kommt dazu, dass die Lieferorte in der ganzen Schweiz verteilt zu liegen scheinen und auch hier mindestens prozentuale Angaben über die Verteilung an die verschiedenen Lieferorte oder andere geeignete Kennzahlen fehlen (siehe Ziff. 11.3 des Rahmenvertrages, An- hang 2 des Rahmenvertrages, Anhang 6.8 der Ausschreibung). 8.5 Die Ausschreibung ist diesbezüglich unklar und unvollständig . E ine ordnungsgemässe Offertstellung betreffend die Transport- und Kommissi- onierungskosten ist deshalb nicht möglich (GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl., 2013, Rz. 401). Damit liegt ein Verstoss gegen das Klarheits- und Trans- parenzgebot vor, weshalb die Beschwerde auch in diesem Punkt gutzu- heissen ist. 9. Schlussendlich kritisiert die Beschwerdeführerin, die Ausschreibung gebe der Vergabestelle die Möglichkeit, preiswert zu beschaffen, um dann nach B-4387/2017 Seite 25 dem Zuschlag vor allem zu Lasten der Anbieterin kostenin tensive Anpas- sungen vorzunehmen. Das gehe aus Ziff. 7.4 Abs. 2 der technischen Lie- ferbedingungen (Anhang 6.5) hervor. Demnach behalte sich die Vergabe- stelle vor, notwendige Produkteweiterentwicklungen innerhalb von drei Mo- naten zu verlangen. 9.1 Die Vergabestelle hält dem entgegen, bei der vorliegenden Beschaf- fung sei es nicht auszuschliessen, dass ein einzelnes Produkt Verbesse- rungspotential aufweise. Für diesen Fall sehe die Vergabestelle eine Wei- terentwicklung vor. Die Beschwerdeführerin selbst habe in der Vergangen- heit bewiesen, dass solche Produkteanpassungen innerhalb von wenigen Tagen möglich seien. 9.2 Der Vergabestelle ist es sowohl während den Detailverhandlungen wie auch nach dem privatrechtlichen Vertragsabschluss verboten, in erhebli- cher Weise von der im Vergabeentscheid genannten Beschaffung abzu- weichen, selbst wenn die angestrebten Vertragsänderungen einvernehm- lich vorgenommen würden. Unerhebliche oder in der Ausschreibung be- reits angekündigte Änderungen sind hingegen erlaubt (MARTIN BEYELER, a.a.O., S. 1585 ff., N 2900, 2903, 2904). 9.3 Die in Ziff. 7.4 Abs . 2 der technischen Lieferbedingungen unter dem Titel „Rezepturstabilität“ erwähnten und gegebenenfalls auch nach dem Zuschlag bzw. während laufender Vertragsdauer vorzunehmenden Pro- duktweiterentwicklung beziehen sich auf Überarbeitungsvorgänge be ste- hender Rezepturen, wie dies gemäss übereinstimmenden Angaben der Parteien auch bereits heute zwischen der Beschwerdeführerin und der Vergabestelle praktiziert wird. 9.4 Immerhin bleibt anzumerken, dass die Vergabestelle gemäss eigenen Angaben für bisherige Weiterentwicklungen mit den Lieferanten jeweils nur wenige Tage benötigte, sich neu aber drei Monate Zeit ausbeding t, ohne dies zusätzlich zu begründen. Damit steigt grundsätzlich auch das Risiko künftiger, unzulässiger Vertragsänderungen. 9.5 Kommt dazu, dass sich die Pflicht des Zuschlagempfängers, sämtliche Produkte bei Bedarf weiterzuentwickeln, entgegen der Ausschreibung nur auf diejenigen Produkte beziehen kann, welche der Zuschlagsempfänger nicht dazu gekauft hat (was ihm im merhin gemäss Ausschreibung bei B-4387/2017 Seite 26 17 der 33 Produkte ausdrücklich erlaubt ist). Inwiefern eine solche Rege- lung unter diesen Umständen auch künftig dem Gleichbehandlungsgebot sämtlicher Anbieter genügen kann, bleibt offen. 10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde gutzuheissen und im Sinne der Erwägungen zwecks Verbesserung und erneuter Publi- kation an die Vergabestelle zurückzuweisen ist. Die eingegangen Offerten sind ungeöffnet an die jeweiligen Anbieter zurückzuschicken. 11. Die Verfahrenskosten s ind den Parteien nach Massgabe ihres Unterlie- gens aufzuerlegen (Art. 63 VwVG; Art. 1 ff. VGKE); der Vergabestelle wer- den keine V erfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Die Be- schwerdeführerin hat sowohl beim Entscheid in der Hauptsache als auch beim Entscheid zu den vorsorglichen Massnahmen grösstenteils obsiegt. Ihr sind deshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der geleistete Kos- tenvorschuss von Fr. 4'500.– ist ihr nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ur- teils aus der Gerichtskasse zurückzuerstatten. Die Beschwerdeführerin hat nach Massgabe ihres Obsiegens Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 ff. VGKE), wel- che der Vergabestelle aufzuerlegen ist (Art. 64 Abs. 2 VGKE). Da von ihrer Seite keine Kostennote eingereicht wurde, setzt das Gericht die Entschä- digung aufgrund der Akten fest (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Mit heutigem Urteil ergeht ein Entscheid im Hauptverfahren. Die Rechtsvertreterin wurde von der Beschwerdeführerin jedoch erst nach Einreichung der Beschwerde mit Duplik vom 3. Oktober 2017 bestellt. Es erscheint deshalb eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 8'000.– als angemessen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen; die Ausschreibung vom 18. Juli 2017 wird aufgehoben und zur Verbesserung und erneuten Publikation im Sinne der Erwägungen an die Vergabestelle zurückgewiesen. B-4387/2017 Seite 27 2. Die Vergabestelle wird verpflichtet, die in diesem Verfahren eingegangen Offerten ungeöffnet an die jeweiligen Anbieter zurückzuschicken. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss von Fr. 4‘500.– wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft die- ses Urteils aus der Gerichtskasse zurückerstattet. 4. Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vergabestelle eine Part eient- schädigung von Fr. 8‘000.– zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Beilage Rückerstattungsformular, Gerichtsurkunde) – die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 157205; Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Hans Urech Reto Finger B-4387/2017 Seite 28 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts- schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be- schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 13. Februar 2018