100.2019.3U HER/BIP/SRE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Verwaltungsrechtliche Abteilung Urteil der Einzelrichterin vom 3. April 2019 Verwaltungsrichterin Herzog Gerichtsschreiber Bieri A.________ vertreten durch Rechtsanwalt … Beschwerdeführer gegen Berner Fachhochschule Departement Technik und Informatik, Quellgasse 21, Postfach, 2501 Biel/Bienne Beschwerdegegnerin und Rekurskommission der Berner Fachhochschule p.A. Dino Degiorgi, Schwanengasse 9, Postfach, 3001 Bern betreffend Bewertung Gruppenarbeit CAS «Research und Projekt- management»; Nichteintreten auf die Beschwerde (Entscheid der Rekurskommission der Berner Fachhochschule vom 27. November 2018) Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.04.2019, Nr. 100.2019.3U, Seite 2 Sachverhalt und Erwägungen: 1. 1.1A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) absolvierte an der Berner Fachhochschule (BFH), Departement Technik und Informatik, den Weiterbildungsstudiengang Certificate of Advanced Studies (CAS) in «Research und Projektmanagement (RPM)». Der Lehrgang beinhaltet das Verfassen einer Gruppenarbeit (Fallstudie; Living Case). Diese hat der Beschwerdeführer zusammen mit … und … geschrieben. Die Gruppen- arbeit wurde mit 54 von 100 Punkten als genügend bewertet (vgl. Bewertung vom 23.4.2018 bei Beschwerdebeilage [BB] 3). 1.2Am 15. Mai 2018 erhob der Beschwerdeführer für sich und die beiden anderen Gruppenmitglieder einen «Rekurs-Antrag» bei der Rekurs- kommission BFH. Er beantragte die Erteilung einer gerechten Note für die Fallstudie und eine entsprechende Korrektur der «CAS-RPM-Abschluss- noten» und der «CAS-Zertifikate» (BB 3). Der Präsident der Rekurskom- mission leitete die Eingabe am 25. Mai 2018 zuständigkeitshalber an das Departement Technik und Informatik der BFH weiter (vgl. unpag. Vorakten Rekurskommission, act. 4C). Der Departementsleiter wies die Einsprache am 26. September 2018 ab und entschied, dass an der Bewertung der Ar- beit festgehalten werde. Der Einspracheentscheid enthielt eine Rechtsmit- telbelehrung, worin darauf hingewiesen wird, dass die Beschwerde an die Rekurskommission einen Antrag und eine Begründung enthalten muss (BB 5). 1.3Am 2. Oktober 2018 erhob der Beschwerdeführer für sich und die beiden anderen Gruppenmitglieder eine wiederum als «Rekurs-Antrag» bezeichnete Beschwerde bei der Rekurskommission BFH und stellte fol- gende «Hauptanträge» (BB 6): «1. Einsprache gegen die Verfügung der BFH vom 26.09.2018 betref- fend 2. Es möge auf den Rekursantrag vom 15.05.2018 eingetreten wer- den.»Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.04.2019, Nr. 100.2019.3U, Seite 3 In der Rechtsschrift führte er unter «Formelles» eine Chronologie der bis- herigen Prozessgeschichte auf. Weiter enthält die Rechtsschrift die Über- schrift «Anlagenverzeichnis und Beweise». Darunter hielt der Beschwer- deführer u.a. fest, dass sich in den Verfahrensakten der «Rekurs-Antrag» vom 15. Mai 2018 mit Beilagen («Anlagen») befinde. Als erste Beilage nannte er die am 25. April 2018 verfassten gemeinsamen Kritikpunkte sei- ner Gruppe (vgl. BB 3 und 6). Der Beschwerdeführer legte der Beschwerde den Einspracheentscheid bei (vgl. unpag. Vorakten Rekurskommission, act. 4A). 1.4Mit prozessleitender Verfügung vom 5. Oktober 2018 teilte der Präsident der Rekurskommission den Verfahrensbeteiligten mit, dass der Beschwerdeführer nicht zur Prozessvertretung der anderen Gruppenmit- glieder berechtigt sei. Er setzte eine Frist von sieben Tagen, innert der die anderen Gruppenmitglieder eine eigene Beschwerde einreichen oder eine Beschwerde von einem dazu berechtigten Rechtsvertreter einreichen las- sen können. Weiter erwog der Präsident, dass über das Eintreten auf die Beschwerde des Beschwerdeführers in einem späteren Zeitpunkt entschie- den werde (vgl. unpag. Akten Rekurskommission, act. 4A). 1.5Mit Entscheid vom 27. November 2018 trat die Rekurskommission nicht auf die Beschwerde des Beschwerdeführers ein, weil diese nicht aus- reichend begründet gewesen sei. Soweit die zwei anderen Gruppenmitglie- der betreffend trat sie auf die Beschwerde ebenfalls nicht ein, weil diese nicht selber Beschwerde geführt hätten und der Beschwerdeführer nicht zu deren Vertretung befugt sei. 1.6Am 3. Januar 2019 hat der Beschwerdeführer, nunmehr anwalt- lich vertreten, gegen den Nichteintretensentscheid der Rekurskommission Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. In der Sache stellt er folgende Anträge: «1. Es sei die Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. November 2018 gutzuheissen. 2. Es sei festzustellen, dass aufgrund der erfolgten Verfahrensmängel die Einsprache vom 15. Mai 2018 gutzuheissen ist. Eventualiter sei festzustellen, dass die Anträge in der Einsprache vom 15. Mai 2018 umfassend überprüft werden müssen und eine Abweisung nicht ge- nügender Darstellung einer rechtsfehlerhaften Belehrung nicht er- folgen kann.»Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.04.2019, Nr. 100.2019.3U, Seite 4 Der Nichteintretensentscheid betreffend die beiden anderen Gruppenmit- glieder blieb unangefochten. Die Rekurskommission beantragt mit Beschwerdevernehmlassung vom 31. Januar 2019 die Abweisung der Beschwerde. Die BFH hat auf eine Beschwerdeantwort verzichtet. 2. 2.1Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 60 Abs. 3 des Gesetzes vom 19 Juni 2003 über die Berner Fachhochschule [FaG; BSG 435.411]). Der Be- schwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen. Seine Beschwerdebefugnis ergibt sich unmittelbar aus dem negativen Prozess- entscheid (Nichteintreten auf seine Rechtsbegehren; vgl. Art. 79 Abs. 1 VRPG; BVR 2017 S. 459 E. 1.2, 2013 S. 536 E. 1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 79 N. 3, Art. 65 N. 6). Auf die im Übrigen form- und fristgerecht einge- reichte Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten (vgl. aber den Vorbehalt in E. 2.2 hiernach). 2.2Der Beschwerdeführer (bzw. sein Rechtsvertreter) stellt Anträge in Form von Feststellungsbegehren (vgl. vorne E. 1.6). Feststellungsbegehren sind nur zulässig, wenn an der Feststellung ein schutzwürdiges rechtliches oder tatsächliches Interesse besteht, das nicht ebenso gut – wie hier – durch ein Leistungs- oder Gestaltungsbegehren gewahrt werden kann (vgl. BGE 126 II 300 E. 2c; BVR 2018 S. 310 E. 7.3, 2016 S. 273 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Anträge werden daher als Gestaltungsbegehren gedeutet (vgl. VGE 21413 vom 20.6.2002, in NStP 2002 S. 73 E. 1b). Zur Hauptsa- che stellt er sinngemäss den Antrag um Anhebung der Note der Gruppen- arbeit und die daraus folgende Korrektur der CAS-Abschlussnote (Rechts- begehren Ziff. 2 Satz 1 mit Hinweis auf die Anträge vom 15.5.2018). Mit Eventualantrag beantragt er sinngemäss die Rückweisung der Sache an Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.04.2019, Nr. 100.2019.3U, Seite 5 die Vorinstanz zur materiellen Beurteilung (Rechtsbegehren Ziff. 2 Satz 2). – Ist wie im vorliegenden Verfahren ein Prozessentscheid angefochten, wird die umstrittene formelle Frage zum Streitgegenstand des Beschwer- deverfahrens (vgl. etwa BVR 2012 S. 225 E. 2 mit weiteren Hinweisen). Es ist somit nur zu prüfen, ob das Nichteintreten der Rekurskommission auf die Beschwerde vom 2. Oktober 2018 rechtmässig war. Das Verwaltungs- gericht hat sich demgegenüber nicht mit der materiellrechtlichen Streitigkeit zu befassen (vgl. BVR 2017 S. 418 E. 5.1; für eine vergleichbare Konstel- lation vgl. VGE 2009/58 vom 7.5.2009 E. 1.3). Auf die Beschwerde kann daher soweit das Hauptbegehren betreffend nicht eingetreten werden. 2.3Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 2.4Die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensent- scheide fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 2 Bst. c des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). 3. Strittig ist, ob die Vorinstanz auf die Beschwerde des Beschwerdeführers hätte eintreten müssen. Sie erwog, dass der Beschwerdeführer sich nicht (rechtsgenüglich) mit dem angefochtenen Einspracheentscheid auseinan- dergesetzt habe und er zudem hätte begründen müssen, welches Rechts- schutzinteresse er an der Anfechtung einer genügenden Note habe und inwiefern die kritisierte Bewertung rechtsfehlerhaft sein soll. Sie verweist dazu auf Art. 60 Abs. 5 FaG sowie auf VGE 2017/171 vom 6. März 2018, der den Beschwerdeführer betrifft (angefochtener Entscheid E. 5.1 und 5.2; vgl. auch Vernehmlassung S. 1 f.). – Der Beschwerdeführer bringt vor, der Einspracheentscheid sei unzureichend begründet gewesen, sodass es ihm gar nicht möglich gewesen sei, sich vor der Rekurskommission inhaltlich mit dessen Erwägungen auseinanderzusetzen. Er habe die Einsprache vom 15. Mai 2018 umfassend begründet; der Departementsleiter sei jedoch nicht auf seine Kritikpunkte eingegangen. Es sei rechtsmissbräuchlich, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.04.2019, Nr. 100.2019.3U, Seite 6 wenn von ihm nun «eine ausführliche Begründung mit den kaum vorhan- denen Erwägungen» verlangt werde. Ausserdem hätte ihm eine «Nachfrist für eine ausführliche Begründung» angesetzt werden müssen (Beschwerde Ziff. 6-8). 4. Zunächst ist zu klären, ob die Beschwerde vom 2. Oktober 2018 den ge- setzlichen Formerfordernissen genügt. 4.1Gemäss Art. 32 Abs. 2 VRPG müssen Parteieingaben einen An- trag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung so- wie eine Unterschrift enthalten; greifbare Beweismittel sind beizulegen. Dem Antragserfordernis ist Genüge getan, wenn sich aus dem Zusammen- hang und unter Zuhilfenahme der Begründung sinngemäss ergibt, was an- begehrt wird (BVR 1993 S. 394 E. 1b; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 32 N. 13). An die Begründung einer Beschwerde werden praxisgemäss ebenfalls keine hohen Anforderungen gestellt. Es reicht aus, wenn aus ei- nem Rechtsmittel ersichtlich ist, inwiefern und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird. Die Begründung braucht nicht zuzutreffen, sie muss aber sachbezogen sein; es genügt nicht, bloss zu behaupten, der angefochtene Entscheid sei falsch. Die Begründung muss sich wenigstens in minimaler Form mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und sinngemäss darauf schliessen lassen, inwiefern dieser unrichtig sein soll (BVR 2008 S. 49 [VGE 22864 vom 13.8.2007] nicht publ. E. 3.2, 2006 S. 470 E. 2.4; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 32 N. 15). Antrag und Begründung sind unentbehrliche Kernelemente eines Rechtsmittels und stellen eigentliche Gültigkeits- und Prozessvoraussetzungen dar. Sie müssen innerhalb der gesetzlichen Beschwerdefrist in rechtsgenüglicher Form vorliegen, ansonsten auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werden kann (VGE 23387 vom 12.12.2008 E. 2.2.6; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 32 N. 12 und Art. 33 N. 12). – Zur Begründungspflicht der Par- teien hinsichtlich der Prozessvoraussetzungen gilt Folgendes: Die Behör- den haben von Amtes wegen zu prüfen, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 20a Abs. 2 VRPG; vgl. auch VGE 2017/171 vom 6.3.2018 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.04.2019, Nr. 100.2019.3U, Seite 7 E. 1.2.1). Die beschwerdeführenden Parteien sind prinzipiell (nur) dann gehalten, darzulegen weshalb die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, wenn dies nicht ohne weiteres ersichtlich ist. Dies betrifft in erster Linie Fälle, in denen die Beschwerdelegitimation besonderer Rechtfertigung be- darf (Drittbeschwerde pro Adressat; vgl. BVR 2008 S. 396 E. 2.3.2) oder aus anderen Gründen diskutabel ist (vgl. etwa BVR 2015 S. 534 E. 2.1 be- treffend Anfechtung einer Allgemeinverfügung durch einen Verein). Die Parteien müssen grundsätzlich die Sachverhaltselemente dartun, aus de- nen sich die Zulässigkeit der Beschwerde ergibt. Unterlassen die Parteien dies, kann dies eine Verletzung ihrer Begründungspflicht bedeuten (vgl. BGE 133 II 353 E. 1 und 3.1, 141 IV 1 E. 1.1; Laurent Merz, in Basler Kommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 42 BGG N. 70, je zu Art. 42 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundes- gerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]). 4.2Ob die beanstandete Bewertung/Note der Gruppenarbeit ange- fochten werden kann, ist nicht in erster Linie eine Frage des ausreichenden Rechtsschutzinteresses, sondern der Tauglichkeit des Anfechtungsobjekts: Mit dem «Rekurs-Antrag» (richtig: Einsprache) vom 15. Mai 2018 bean- standete der Beschwerdeführer nicht nur die Benotung der Fallstudie, son- dern auch die «CAS-RPM-Abschlussnote» (vorne E. 1.2). Es stellt sich somit die Frage, ob die Vergabe eines CAS-Zertifikats mit einem bestimm- ten «Grade» ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Vom Beschwerde- führer als juristischem Laien durfte nicht erwartet werden, dass er sich in seiner Beschwerde an die Rekurskommission mit dieser Rechtsfrage aus- einandersetzt. Daran ändert nichts, dass das Verwaltungsgericht diese Problematik in dem ihn betreffenden Verfahren 100.2017.171 angespro- chen hat, zumal es die Frage offenliess (vgl. VGE 2017/171 vom 6.3.2018 E. 1.2.5). Kommt hinzu, dass sich der Departementsleiter im Einsprache- entscheid materiell mit der Bewertung auseinandergesetzt hat, ohne die Zulässigkeit der Einsprache in Frage zu stellen. Falls von einem tauglichen Anfechtungsobjekt auszugehen wäre, könnte die Beschwerdebefugnis des Beschwerdeführers wohl ohne weiteres bejaht werden, zumal die bean- tragte bessere Bewertung der Gruppenarbeit zu einem besseren «Grade» führen kann. Nach dem Gesagten durfte nicht allein deswegen von einer unzureichenden Begründung der Rechtsschrift ausgegangen werden, weil Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.04.2019, Nr. 100.2019.3U, Seite 8 sich der Beschwerdeführer nicht zur Anfechtbarkeit der Note der Gruppen- arbeit und zum Rechtsschutzinteresse geäussert hat. 4.3Freilich genügt die Beschwerde vom 2. Oktober 2018 den Former- fordernissen von Art. 32 Abs. 2 VRPG aus anderen Gründen nicht: Die Beschwerde enthält neben den Anträgen nur eine Darstellung der Pro- zessgeschichte und eine Auflistung der Beweismittel, worin auf den sich in den Verfahrensakten befindenden «Rekurs-Antrag» vom 15. Mai 2018 (mit Beilagen) hingewiesen wird (vorne E. 1.3). Aus den Anträgen geht (auch im Verbund mit der Begründung) nicht direkt hervor, was der Beschwerdefüh- rer anbegehrt. Vor allem setzt er sich aber in keiner Weise mit dem Ein- spracheentscheid auseinander. Zwar trifft zu, dass dieser nicht detailliert auf die Kritikpunkte des Papiers vom 25. April 2018 (vorne E. 1.3) eingeht. Der Beschwerdeführer hätte aber zumindest ausführen müssen, dass und weshalb er (nach wie vor) eine bessere Bewertung der Gruppenarbeit ver- langt. Er hätte sich mit der Darlegung in Ziff. 6 des Einspracheentscheids auseinandersetzen und dartun müssen, inwiefern die einzelnen Positionen rechtsfehlerhaft bewertet worden sein sollen. Dies kann auch von einem juristischen Laien erwartet werden (zutreffend Vernehmlassung S. 1). Allein sein blosser (globaler) Verweis auf frühere Rechtsschriften (inklusive Beila- gen) stellt dagegen keine rechtsgenügliche Begründung dar (vgl. BGE 134 I 303 E. 1.3; BVR 1988 S. 97 E. 1b). 5. Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz den Beschwerdeführer darauf hätte aufmerksam machen müssen, dass die Beschwerde den gesetzlichen Formerfordernissen nicht genügt, verbunden mit dem Hinweis, dass der Mangel verbessert werden kann. 5.1Zur Rechtspflege berufene Behörden sind verpflichtet, sich inner- halb des ihnen vom Gesetz gezogenen Rahmens gegenüber den Recht- suchenden so zu verhalten, dass deren Rechtsschutzinteresse materiell gewahrt werden kann. Für sie besteht daher abgeleitet aus Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101; Verbot des überspitzten Formalismus) Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.04.2019, Nr. 100.2019.3U, Seite 9 die Pflicht, betroffene Parteien auf mangelhafte Eingaben und die Möglichkeit der Verbesserung hinzuweisen (vgl. BGE 142 I 10 E. 2.4.3, 142 IV 299 E. 1.3.4). – Das VRPG konkretisiert die behördliche Aufklärungs- und Hinweispflicht hinsichtlich Formmängel wie folgt: Nach Art. 33 Abs. 1 und 2 VRPG weist die Behörde unklare, unvollständige, Sitte und Anstand verletzende oder nicht in einer der beiden Landessprachen bzw. nicht in der richtigen Amtssprache verfasste Eingaben zur Verbesserung bzw. Übersetzung innert einer kurzen Nachfrist zurück. Da Antrag und Begründung den Kern einer Rechtsschrift darstellen (vgl. vorne E. 4.1), darf die Behörde aus Gründen der Rechtssicherheit, der Rechtsgleichheit und weil neue Rügen nach Ablauf der Rechtsmittelfrist unzulässig sind, bei diesbezüglichen Mängeln keine Nachfrist über die gesetzliche Rechtsmittelfrist hinaus gewähren (vgl. Art. 33 Abs. 3 VRPG). Die Behörde kann und muss aber Gelegenheit zur Verbesserung eines mangelhaften Antrags oder einer ungenügenden Begründung innert noch laufender Rechtsmittelfrist einräumen, wenn genügend Zeit zum Rücksenden, Beheben der Mängel und fristgerechten Wiedereinreichen des Rechtsmittels verbleibt (BVR 2008 S. 49 [VGE 22864 vom 13.8.2007] nicht publ. E. 3.1; VGE 23387 vom 12.12.2008 E. 2.2.6; vgl. auch BVR 2011 S. 559 E. 2.4.1, 2006 S. 470 E. 3.3; BGer 26.7.1993, in NStP 1993 S. 149 E. 2c; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 33 N. 12 und 13). Fordert die Behörde eine Partei nicht oder nicht rechtzeitig zur Verbesserung einer fristgebundenen Eingabe auf, obwohl die Zeit zum Beheben der Mängel ausgereicht hätte, so darf der Partei nach dem Grundsatz von Treu und Glauben daraus kein Nachteil erwachsen. Das bedeutet, dass der Partei nach Entdecken der Unterlassung eine nach den Umständen angemessene Nachfrist zur Verbesserung anzusetzen ist, wenn die Partei den behördlichen Fehler rügt, sobald sie dazu in die Lage kommt (VGE 2009/58 vom 7.5.2009 E. 2.3.1 mit weiteren Hinweisen; allgemein zum Unterlassen einer gebotenen Nachfristansetzung vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 33 N. 3 mit Hinweis auf VGE 19324 vom 12.4.1995, in NStP 1995 S. 67 E. 1b). 5.2Der Beschwerdeführer erhob am 2. Oktober 2018, d.h. wenige Tage nach der Eröffnung des Einspracheentscheids vom 26. September 2018, Beschwerde an die Rekurskommission (vorne E. 1.2 f.). Der Präsi-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.04.2019, Nr. 100.2019.3U, Seite 10 dent der Rekurskommission machte die Verfahrensbeteiligten mit prozess- leitender Verfügung vom 5. Oktober 2018 darauf aufmerksam, dass der Beschwerdeführer nicht zur Vertretung der beiden anderen Gruppenmit- glieder berechtigt sei. Er hat den Beschwerdeführer jedoch nicht auf die (sofort erkennbare) ungenügende Begründung der Beschwerdeschrift hin- gewiesen, obwohl genügend Zeit zur Verbesserung verblieben wäre (vgl. vorne E. 1.4 und 5.1). So sah sich der Beschwerdeführer nicht veranlasst, seine Beschwerde innert der noch laufenden Rechtsmittelfrist zu verbes- sern. An der Hinweispflicht der instruierenden Behörde ändert der Hinweis auf das Begründungserfordernis in der Rechtsmittelbelehrung des Ein- spracheentscheids nichts. Aus diesen Umständen darf dem Beschwerde- führer kein Nachteil erwachsen (E. 5.1 hiervor). Ihm ist somit nachträglich die ihm versagt gebliebene Möglichkeit zur Verbesserung seiner Be- schwerde zu gewähren. 6. 6.1Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist somit gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist (vorne E. 2.2). Der angefochtene Entscheid ist aufzu- heben, soweit er den Beschwerdeführer betrifft. Die Sache ist an die Vor- instanz zurückzuweisen, damit sie das durch Eingabe vom 2. Oktober 2018 eingeleitete Beschwerdeverfahren fortführt (die mit Eventualbegehren an- begehrte Anweisung, sie habe direkt materiell zu entscheiden, fällt ausser Betracht). Sie hat dabei dem Beschwerdeführer eine angemessene Frist zur Verbesserung seiner Beschwerde einzuräumen. Bei der Bemessung der Frist hat sie sich daran zu orientieren, wie viel Zeit dem Beschwerde- führer verblieben wäre, um innert laufender Beschwerdefrist eine verbes- serte Rechtsschrift einzureichen, wenn er mit prozessleitender Verfügung vom 5. Oktober 2018 auf deren Mängel und die Möglichkeit zur Verbesse- rung hingewiesen worden wäre. 6.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens dringt der Beschwerdeführer mit seinem Rechtsmittel nur teilweise durch, hat er doch (anwaltlich assis- tiert) ein Urteil in der Sache anbegehrt, wiewohl ein Prozessentscheid an- gefochten ist (vorne E. 2.2). Die Praxis des Verwaltungsgerichts, wonach Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.04.2019, Nr. 100.2019.3U, Seite 11 im Kostenpunkt von einem vollumfänglichen Obsiegen auszugehen ist, sofern bei Vorliegen eines reformatorischen (Haupt-)Antrags ein Rückwei- sungsentscheid ergeht und die infolge Rückweisung vorzunehmende Neu- beurteilung Sache noch zu einer vollständigen Gutheissung des Begehrens führen kann (BVR 2016 S. 222 E. 4.1), gelangt hier nicht zur Anwendung. Sie ist auf Fälle zugeschnitten, in denen die Partei nicht einschätzen kann, ob die Beschwerdeinstanz (ggf. aufgrund weiterer Beweismassnahmen) reformatorisch oder bloss kassatorisch entscheidet. Erweist sich dagegen – wie hier – eine Beschwerde gegen einen Nichteintretensentscheid als be- gründet, ist dieser regelmässig aufzuheben und die Sache an die Vor- instanz zurückzuweisen (vgl. etwa BVR 2017 S. 418 E. 5.1; vgl. auch vorne E. 2.2). Insgesamt rechtfertigt es sich, den Beschwerdeführer als hälftig obsiegend zu betrachten. In diesem Umfang hat er Anspruch auf Partei- kostenersatz (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die Verfah- renskosten hat er entsprechend seinem hälftigen Unterliegen zur Hälfte zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die verbleibenden Kosten können nicht erhoben werden (Art. 108 Abs. 2 Satz 1 VRPG). Die Kostennote des Rechtsvertreters gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. 7. In der Sache ist einzig die Bewertung der Gruppenarbeit strittig. Es kann daher gegen den vorliegenden Entscheid nur die subsidiäre Verfassungs- beschwerde ergriffen werden (vgl. Art. 83 Bst. t BGG; BGE 136 I 229 E. 1). Da es sich um einen Zwischenentscheid handelt, ist die subsidiäre Verfas- sungsbeschwerde nur zulässig, wenn die zusätzlichen Voraussetzungen von Art. 117 i.V.m. Art. 93 Abs. 1 BGG erfüllt sind (vgl. etwa BGE 135 II 30 E. 1.3, 133 V 477 E. 4.2; vgl. auch BVR 2017 S. 221 E. 2.3).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.04.2019, Nr. 100.2019.3U, Seite 12 Demnach entscheidet die Einzelrichterin: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid der Rekurs- kommission der Berner Fachhochschule vom 27. November 2018 wird soweit den Beschwerdeführer betreffend aufgehoben und die Sache zur weiteren Behandlung im Sinn der Erwägungen an die Rekurskommis- sion der Berner Fachhochschule zurückgewiesen. Im Übrigen wird auf die Beschwerde nicht eingetreten. 2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'000.--, werden dem Beschwerdeführer zur Hälfte, ausmachend Fr. 500.--, auferlegt. Die verbleibenden Kosten werden nicht erhoben. 3. Die Berner Fachhochschule (Rekurskommission) hat dem Beschwerde- führer die Parteikosten für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf Fr. 1'872.-- (inkl. Auslagen und MWSt), zur Hälfte, ausma- chend Fr. 936.--, zu ersetzen. 4. Zu eröffnen: - dem Beschwerdeführer - der Beschwerdegegnerin - der Rekurskommission der Berner Fachhochschule Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.