B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2924/2013/mel U r t e i l v o m 3 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Markus König; Gerichtsschreiberin Corinne Krüger. Parteien A._______, geboren (…), Äthiopien, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 19. November 2012 / N (…). D-2924/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Schreiben vom 27. März 2011 (Eingangsdatum) gelangte der B e- schwerdeführer, ein äthiopischer Staatsangehöriger, an die Schweizer i- sche Botschaft in Khartum / Sudan (im Folgenden: Botschaft) und ersuch- te sinngemäss um die Erteilung einer Einreisebewilligung zwecks Asy l- gewährung in der Schweiz. Zusammen mit dem Auslandgesuch reichte er Kopien von medizinischen Berichten vom 30. Oktober 2008 und 29. Sep- tember 2009, einige unlesbare Kopien von diversen Dokumenten sowie eine Kopie seiner Identitätskarte (Nr. […]) ein. B. Am 10. Juni 2012 gelang te der Beschwerdeführer noch einmal mit de m- selben Schreiben an die Botschaft. C. Mit Schreiben vom 20. August 2012 bestätigte das BFM den Eingang des Auslandgesuches und teilte dem Beschwerdeführer mit, dass gemäss Mitteilung der Botschaft in Khartum vom 23. März 2010 eine Befragung vor Ort aus sicherheitstechnischen, strukturellen und organisatori schen Gründen nicht möglich sei, weshalb von einer solchen abgesehen werde. Gleichzeitig ersuchte das BFM den Beschwerdeführer zur Vervollständi- gung des rechtserheblichen Sachverhalts um Beantwortung konkreter Fragen zu seiner Person, zu seinen Asylgründen, zu Familienange höri- gen und Verwandten und zum Aufenthalt im Sudan. D. Mit Eingabe an die Botschaft vom 9. September 2012 (Eingang am 11. September 2012) machte der Beschwerdeführer weitere Angaben zu den Gründen seines Asylgesuchs, beantwortete die ihm konkret gestell- ten Fragen und reichte die Kopie eines (Mitglieder -)Ausweises des Khar- toum International Centre for Human Rights (KICHR), die Kopien von Arztberichten vom 30. Oktober 2008 und 11. August 2009, von weiteren medizinischen Unterlagen sowie von zwei Schreiben des UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees ; Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) vom 15. Oktober 2006 und 2. November 2009 zu den Akten. E. Der Beschwerdeführer machte in seinen Eingaben vom 27. März 2011 und 9. September 2012 im Wesentlichen geltend, er sei im Jahre […] in D-2924/2013 Seite 3 B._______ / Region C._______ in Äthiopien geboren. Er sei äthiopischer Staatsangehöriger, ethnischer Tigray und christlich orthodoxen Glaubens. Von […] bis […] habe er studiert. Zuletzt habe er in Äthiopien a ls Gärtner und Hausmeister einer Kirche gearbeitet. Anfang 1981 habe er sein He i- matland aufgrund der damaligen politischen und militärischen Instabilität verlassen und lebe seither als politischer Flüchtling im Sudan. Sein älte- rer Bruder sei vom damaligen kommunistischen Regime getötet worden und sein jüngerer Bruder sei ebenfalls von der Tigray People's Liberation Front (TPLF) umgebracht worden, weil er sich geweigert habe, sich dem bewaffneten Kampf anzuschliessen. Er selber sei in Äthiopien von polit i- schen Kadern der kommunistischen Regierung verhaftet und kurzzeitig inhaftiert worden. Nach seiner Einreise in den Sudan im Jahre 1981 sei er vom UNHCR im Flüchtlingslager in D._______ (Ostsudan) registriert und als Flüchtling anerkannt worden. Von 1981 bis 1 985 habe er dort im Flüchtlingslager gelebt. Aufgrund u ngenügender Sicherheit, schlechter medizinischer Versorgung, zu wenig Lebensmitteln und ungenügender sanitärer Einrichtungen habe er das Flüchtlings lager 1985 verlassen und sei nach Khart um gezogen. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er auch in Eritrea gegen das äthiopische Regime gekämpft habe und es immer noch tue. Er sei seit dem Jahr 2000 gewöhnliches Mitglied der Oppositionspartei "Tigrian Alliance For National Democracy" (TAND), wel- che in Äthiopien verboten sei. Vor einigen Jahren sei er im Sudan verha f- tet und dabei schwer an seinem rechten Auge verletzt worden. Deshalb sei er mit Hilfe vom UNHCR und COR (Commissioner for Refugees ; Flüchtlingskommissär) ins Krankenhaus gebracht und dort beh andelt worden. Wegen der ungenügenden Behandlungsmöglichkeiten im Sudan werde die Sehleistung seines rechten Auges aber immer schlechter. Das UNHCR habe sein Gesuch , ihm eine Behandlung im Ausland zu beza h- len, abgewiesen, weil diese viel zu teuer sei. Er s elber könne eine solche auch nicht bezahlen. Deshalb ersuche er um Einreise und Asyl in der Schweiz, damit ihm hier alle humanitären und medizinischen Rechte g e- währt würden. Schliesslich gab der Beschwerdeführer an, dass er eine äthiopische Ehefrau habe, d ie im Jahre 2011 wegen ungenügender Si- cherheit im Sudan verschwunden sei. Er denke, dass sie sich in Libyen aufhalte, aber seit ihrem Verschwinden habe er nichts mehr von ihr g e- hört. Er habe weder in der Schweiz noch in einem Drittstaat Familiena n- gehörige oder Verwandte. F. Mit Verfügung vom 1 9. November 2012 verweigerte das BFM dem Be- schwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch D-2924/2013 Seite 4 ab. Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, dass gemäss schweizerischer Asylpraxis für die Gewährung der Einreise die Gefäh r- dung einer asylsuchenden Person zum Zeitpunkt der Einreisebewilligung massgebend sei. Vergangene Verfolgung sei somit nur dann beachtlich, wenn sie noch andauere oder konkrete Hinweise auf eine zukünftige Ve r- folgung bestünd en. Die Bewilligung der Einreise in die Schweiz diene nämlich nicht dem Ausgleich vergangenen Unrechts sondern solle denj e- nigen gewährt werden, die aktuell des Schutzes des Zufluchtlandes b e- dürften. Der Beschwerdeführer habe geltend gemacht, im Jahr 1981 a uf- grund der Inhaftierung durch die äthiopischen Behörden und Zwangsre k- rutierung durch die TPLF im Rahmen der allgemeinen Kriegssituation in Äthiopien in den Sudan geflüchtet zu sein. Das schweizerische Asylrecht diene, wie oben ausgeführt, nicht dem Ausgle ich erlittenen Unrechts. I n- sofern vermöchten diese Bedrohungen durch die ehemaligen äthiop i- schen Behörden und seine Mitgliedschaft bei der TAND zum heutigen Zeitpunkt eine Asylgewährung bzw. eine Einreisebewilligung in die Schweiz nicht zu begründen. Sie lägen 31 Jahre in der Vergangenheit zu- rück und seien mit seiner Einreise in den Sudan als beendet zu betrac h- ten. Demnach komme das BFM zum Schluss, dass zwischen den vorg e- brachten Ereignissen und dem Zeitpunkt der vom Beschwerdeführer ge- wünschten Einreise i n die Schweiz kein genügend enger zeitlicher und inhaltlicher Kausalzusammenhang bestehe und er somit die Flüchtling s- eigenschaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht erfülle. Das BFM führte weiter aus, dass der Vollständigkeit halber zu prüfen sei, ob einer Asylgewährung durch die Schweiz der Asylausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG (alt) entgegenstehe. Danach könne einer Person das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden könne, sich in e i- nem anderen Sta at um Aufnahme zu bemühen. Der Beschwerdeführer mache geltend, dass er seit 1981 dauerhaft im Sudan wohnhaft sei und vom COR bzw. vom UNHCR als Flüchtling registriert worden sei. Mit Schreiben vom 20. August 2012 habe das BFM ihm Gelegenheit gege- ben, näher auszuführen, weshalb ein weiterer Verbleib im Sudan für ihn nicht möglich bzw. nicht zumutbar sein sollte. Der Beschwerdeführer ha- be diesbezüglich angegeben, seit dem Jahr 2000 Mitglied der TAND zu sein. Diese politische Partei sei in Äthiopien verboten u nd die Mitglieder würden dort verfolgt werden. Im Zusammenhang mit seinen exilpolit i- schen Tätigkeiten sei er vor einigen Jahren von sudanesischen Behörden verhaftet worden und sein rechtes Auge sei bei diesem Ereignis sehr schwer verletzt worden. Vom UNHCR bzw. vom COR sei er anschlie s-D-2924/2013 Seite 5 send medizinisch versorgt worden, aber diese Behandlung sei unzure i- chend gewesen und sein rechtes Auge habe nicht wieder vollständig he i- len können. Darunter würde er sehr leiden. Der gesundheitliche Zustand seines rechten aber auch seines linken Auges verschlechtere sich und es sei ihm nicht möglich, die medizinische Versorgung zu bezahlen. Der UNHCR würde ihn in dieser Angelegenheit nicht unterstützen, eine B e- handlung im Ausland zu organisieren. Das BFM erklärte, dass sich lau t Berichten des UNHCR zahlreiche äthiopische Flüchtlinge und Asyls u- chende im Sudan befänden. Vor diesem Hintergrund sei nicht zu verke n- nen, dass die Lage vor Ort für diese Menschen wie auch für den B e- schwerdeführer nicht einfach sei. Dennoch bestünden kein e konkreten Anhaltspunkte zur Annahme, dass ein weiterer Verbleib im Sudan für ihn nicht zumutbar oder möglich wäre. Dazu sei zu erwähnen, dass sich Flüchtlinge im Sudan, die vom UNHCR registriert worden seien, einem Flüchtlingslager zugeteilt worden seien , wo sie sich aufzuhalten hätten und die nötige Versorgung erhielten. Der Beschwerdeführer verfüge im Sudan nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land. Es sei ihm daher zuzumuten, wieder in das ihm zugewiesene Flüchtlingslager zurückzukehren, falls seine Situation tatsächlich kritisch sein sollte (vgl. Urteile des BVGer D -2047/2010 vom 29. April 2010, D -7225/2010 vom 14. Februar 2011, E -1230/2011 vom 25 . Mai 2011, D -1395/2011 vom 16. Juni 2011, E -3405/2011 und E -3498/2011 vom 11. August 2011, D-4600/2011 vom 14. September 2011, E -5739/2011 vom 1. November 2011). Das BFM erklärte, dass das Leben in Khartum für äthiopische Flüchtlinge gewiss nicht einfach sei. Aus den Angaben des Beschwerd e- führers gehe hervor, dass er seit 1981 dauerhaft im Sud an bzw. in Khar- tum wohnhaft sei. Angesichts seines langjährigen Aufenthalts im Sudan könne davon ausgegangen werden, dass die Hürden für eine zumutbare Existenz in Khartum in seinem Fall nicht unüberwindbar seien. Die E r- krankung seines linken Auges könne g emäss Schreiben des UNHCR vom 2. November 2009 im Sudan behandelt und von diesem überno m- men werden. Aus den Akten sei nicht zu entnehmen, dass er nach dem Schreiben des UNHCR zur Behandlung gegangen sei. Somit stelle sich die Frage nach dem Interesse an ei ner solchen Behandlung. Zudem wür- den eine schwierige Lebenssituation und insofern humanitäre Überlegun- gen keinen Grund für eine Einreisebewilligung darstellen. Überdies lebe im Sudan eine grosse äthiopische Diaspora, die für in Not geratene Landsleute bereitstehe und weitgehend Unterstützung biete. Schliesslich führte das BFM aus, dass bei der Anwendung von Art. 52 Abs. 2 AsylG (alt) zudem in einer Gesamtschau die Beziehungsnähe zur D-2924/2013 Seite 6 Schweiz und die Beziehungsnähe zu anderen Staaten zu prüfen sei. Den Angaben des Beschwerdeführers zufolge würden keine nahen Verwan d- ten oder Bezugspersonen des Beschwerdeführers in der Schweiz leben. Auch sonst seien in den Akten keine Hinweise auf allfällige Anknüpfung s- punkte zur Schweiz ersichtlich. Aufgrund dessen sei keine besondere Be- ziehungsnähe zur Schweiz gegeben, die die vorangegangenen Festste l- lungen umzustossen vermöchten. Zusammenfassend stellte das BFM fest, dass der Beschwerdeführer nach dargelegter Begründung den zusätzlichen subsidiären Schutz der Schweiz gemäss Art. 52 Abs. 2 AsylG (alt) nicht benötige. Es sei ihm da- her zuzumuten, im Sudan zu verbleiben. Deshalb seien sowohl das Asy l- gesuch als auch der Einreiseantrag abzulehnen. G. Gemäss den Akten beiliegender und unterzeichneter Empfangsbestät i- gung hat der Beschwerdeführer die Verfügung des BFM vom 19. Nove m- ber 2012 am 16. April 2013 erhalten. H. Mit undatierter englischsprachige r Eingabe an die Vorinstanz (Eingang bei der Botschaft am 28. April 2013), welche das BFM am 23. Mai 2013 an das Bundesverw altungsgericht (Eingang am 24. April 2013) weiterle i- tete, beantragte der Beschwerdeführer sinngemäss, es sei die angefoc h- tene Verfügung aufzuheben und es sei ihm im Hinblick auf die Durchfü h- rung eines Asylverfahrens die Einreise in die Schweiz zu be willigen. Die Beschwerde beschränkt sich sinngemäss auf eine Wiederholung der bi s- herigen Vorbringen. Zusätzlich führt der Beschwerdeführer aus, dass er nicht in seinen Heimatstaat zurückkehren könne, weil ihm dort aufgrund seiner Mitgliedschaft bei der TAND lebenslange Haft drohe. Während sei- nes 32-jährigen Aufenthalts im Sudan habe er durch die sudanesischen Behörden viel Schikane und Belästigungen erfahren. Zusammen mit der Rechtsmitteleingabe reichte der Beschwerdeführer die Kopie s einer Hei- ratsurkunde zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden D-2924/2013 Seite 7 gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Aus - nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs- gericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführe nde Partei Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichts- gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Gemäss der Übergangsbestimmung des Bundesgesetzes vom 28. September 2012 (Dringliche Änderungen des Asylgesetzes), in Kraft seit 29. September 2012 (AS 2012 5359), gelten für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 ge- stellt worden sind, die Artikel 12, 19, 20, 41 Absatz 2, 52 und 68 in der bisherigen Fassung des AsylG. 2. 2.1 Die Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Ita lie- nisch (Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid ge- nossenschaft vom 18. April 1999 [BV, S R 101] ). Die Beschwerde ist in englischer Sprache und somit nicht in einer Amtssprache des Bundes ab- gefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann indessen aus prozessökonomischen Grün den verzichtet werden, da der Eingabe genügend klare, sinn gemässe Rechtsbegehren und deren Be - gründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden wer - den kann. 2.2 Die Beschwerde ist somit als frist - und formgerecht eingereicht zu er- achten; der Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten. 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). D-2924/2013 Seite 8 4. 4.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterl i- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich v or- liegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summ a- risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 4.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unert räglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 5.2 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM einem Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhalts, wenn ihm nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. 5.3 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfah- rens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der Asyl- verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt (Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erübrigen, w enn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als en t-D-2924/2013 Seite 9 scheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu ei - nem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 5.3.1 Der Beschwerdeführer wurde nicht zu seinen Asylgründen befragt. Er hat seine Vorbringen jedoch im Asylgesuch vom 27. März 2011 schrift- lich dargelegt. Zudem wurde ihm mit Zwischenverfügung des BFM vom 20. August 2012 ein Katalog von für die vollständige Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts noch zu beantwortenden offenen Fragen zugestellt, wozu er am 9. September 2012 schriftlich Stellung nahm. Fer- ner wurde dem Beschwerdeführer das rechtlich e Gehör zu einer allfäll i- gen Ablehnung des Asylgesuchs und der Einreise in die Schweiz gewährt (vgl. Ziffer 5). Der entscheidwesentliche Sachverhalt erscheint angesichts der schriftlichen Darlegung der Asylgründe soweit erstellt, als dass die entscheidrelevanten Elemente vorliegen. 5.3.2 Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, den Beschwerde- führer vorgängig eines Entscheides durch eine schweizerische Vertretung zusätzlich persönlich anhören zu lassen. Das BFM hat den verfahren s- rechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 5.4 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum z u- kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussicht lichen Einglied e- rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschla g- gebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzb e- dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob e i- ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, vgl. auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 5.5 Nach Art. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich im Ausland be- findet, das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden kann, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Bei der Anwe n-D-2924/2013 Seite 10 dung von Art. 52 Abs. 2 AsylG ist in einer Gesamtschau zu prüfen, ob es aufgrund der ganzen Umstände geboten erscheint, dass es gerade die Schweiz ist, die den angesichts der bestehenden Gefährdung erforderl i- chen Schutz gewähren soll. Dabei sind namentlich die Beziehungsn ähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglic h- keit und objektive Zumutbarkeit der anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in B e- tracht zu ziehen (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, vgl. auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D -2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass die Vor- aussetzungen für eine Bewilligung der Einreise in die Schweiz gestützt auf Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG im Hinblick auf die Ausreisegründe aus dem Heimatland nicht erfüllt sind, da zwischen den fluchtauslösenden E r- eignissen im Jahr 1981 in Äthiopien und dem Entscheidzeitpunkt kein ge- nügend enger zeitlicher und inhaltlicher Kausalzusammenhang besteht. Allerdings ist hinsichtlich der nicht unglaubhaften Probleme des B e- schwerdeführers mit den äthiopischen Behörden vor seiner Ausreise 1981 und der Tatsache, dass er nach wie vor Mitglied der TAND ist, nicht auszuschliessen, dass er bei einer Rückkehr nach Äthiopien einer asylr e- levanten Verfolgung ausgesetzt wäre. Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht jedoch zum Schluss, dass sich die die s- bezüglichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung als zutreffend erweisen, wonach es dem Beschwerdeführer zu zumuten ist, weiterhin den Schutz des Drittstaates Sudan in Anspruch zu nehmen (Art. 20 Abs. 2 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Daran vermögen auch die Ausführun- gen in der Beschwerde nichts zu ändern. Das Bundesamt hat richtige r- weise berücksichtigt, dass die Situation der zahlreichen äthiopischen Flüchtlinge im Sudan nicht einfach sei. Dennoch bestehen im vorliege n- den Verfahren keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme, dass dem Beschwerdeführer ein weiterer Verbleib im Sudan nicht zumutbar oder nicht möglich wäre. Der Beschwerdeführer hält sich seit 32 Jahren im Sudan auf, wo er vom UNHCR re gistriert und als Flüchtl ing anerkannt wurde. Gemäss eigenen Angaben hat er das Flüchtlingslager, wo seine Versorgung grundsätzlich gewährleistet gewesen wäre, freiwillig verla s- sen und es vorgezogen, sich in Khartum ausserhalb desselben aufzuha l- ten. Dass eine Rückkehr ins Flüchtlingslager nicht möglich wäre, macht D-2924/2013 Seite 11 er nicht geltend. Es ist ihm grundsätzlich zuzumuten , sich dorthin zurück- zubegeben und dort um entsprechenden Schutz nachzusuchen. 6.2 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer auf beiden Augen an einem Sehfehler leidet. Der behandelnde Arzt diagnost izierte ausserdem ein Auswärtsschielen und eine Hornhauttrübung am rechten Auge. Zudem hat der Beschwerdeführer seit 15 Jahren ein stumpfes Ve r- letzungstrauma. Der Arzt empfahl , betreffend das Schielen eine YAG - Laseroperation vornehmen zu lassen, die allerd ings im Sudan nicht mög- lich sei (vgl. Arztbericht vom 11. August 2009). Gemäss einem Schreiben des UNHCR vom 2. November 2009 kann der Beschwerdeführer im M a- ka Krankenhaus in Khartum insoweit behandelt werden, dass sich die Sehkraft sein es linken Auges ver bessern lässt . Weiter wird in dem Schreiben ausgeführt, dass gemäss der verschiedenen medizinischen Berichte, die er beim UNHCR eingereicht habe, sein rechtes Auge nicht mehr behandelt werden könne. Ausserdem garantierte das UNHCR die Kostenübernahme für d ie Behandlung des linken Auges. Insoweit ist d a- von auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Sudan Zugang zu der nötigen medizinischen Versorgung hat. Bezüglich des rechten Auges e r- klärte das UNHCR, dass dieses gar nicht mehr behandelt werden könne. Soweit der behandelnde Arzt eine Lasero peration vorschlug , ist davon auszugehen, dass damit keine Verbesserung der Sehstärke hergestellt werden könnte sondern es sich eher um einen kosmetischen Eingriff handeln würde. Deswegen besteht keine Veranlassung, dass dem Be- schwerdeführer deshalb die Einreise in die Schweiz bewilligt werden sol l- te. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer – was seine gesundheitlichen Probleme anbelangt – zugemutet werden kann, die Behandlung im Sudan fortzusetzen. 6.3 Schliesslich ist festzustellen, dass keine nahen Verwandten oder B e- zugspersonen des Beschwerdeführers in der Schweiz leben, und den Ak- ten auch sonst keine Hinweise auf Anknüpfungspunkte zur Schweiz zu entnehmen sind. 6.4 Der Beschwerdeführer vermochte insgesamt n icht aufzuzeigen, dass er auf die Schutzgewährung durc h die Schweiz angewiesen ist be zie- hungsweise ihm gerade die Schweiz den erforderlichen Schutz gewähren muss. Der weitere Verbleib im Sudan ist i hm nach dem Gesagten zuz u- muten und das BFM hat ihm zu Recht die Einreise in die Schweiz verwei- gert und das Asylgesuch abgelehnt. D-2924/2013 Seite 12 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist deshalb abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal- tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-2924/2013 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Schweizerische Bo t- schaft in Khartum und an das BFM. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Corinne Krüger Versand: