<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: PB.2000.00017</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105811&amp;W10_KEY=13013580&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>PB.2000.00017</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.11.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Besoldung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die einstweilige Besoldungseinstellung während der Untersuchungshaft eines Angestellten ist zulässig, wenn genügend Anhaltspunkte dafür bestehen, dass dieser seine Haft selbst verschuldet hat. Eintreten durch die Kammer (E. 1). Nichteintreten auf Begehren ausserhalb des Streitgegenstands (E. 2). Auszugehen ist vom Dispositiv des angefochtenen Rekursentscheids, das teilweise von den Erwägungen abweicht (E. 3). Der Besoldungsentzug ist nur als vorsorgliche Massnahme zulässig, solange noch nicht endgültig feststeht, ob der Angestellte die Untersuchungshaft selbst verschuldet hat oder nicht, wobei es zu dieser Feststellung nicht notwendigerweise einer rechtskräftigen Verurteilung des Angestellten bedarf und sich ein definitiver Besoldungsentzug unter Umständen auch bei einem allfälligen Freispruch rechtfertigen lässt (E. 4). Bestehen trotz dürftiger Aktenlage deutliche Anzeichen dafür, dass der Angestellte die Untersuchungshaft selbst verschuldet hat, so lässt sich die einstweilige Einstellung von Besoldungszahlungen zur Sicherung des Streitgegenstands rechtfertigen (E. 5). Rückweisung an die verfügende Behörde bezüglich der Frage des defnitiven Besoldungsentzugs (E. 6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: AUFSCHIEBENDE WIRKUNG UND VORSORGLICHE MASSNAHMEN">AUFSCHIEBENDE WIRKUNG UND VORSORGLICHE MASSNAHMEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESOLDUNGSENTZUG">BESOLDUNGSENTZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DIENSTVERSÃUMNIS">DIENSTVERSÃUMNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Personalrechtliche Streitigkeiten ST: PERSONALRECHTLICHE BESCHWERDE">PERSONALRECHTLICHE BESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFUNTERSUCHUNG">STRAFUNTERSUCHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: ÃBRIGES ÃFFENTLICHES DIENSTRECHT">ÃBRIGES ÃFFENTLICHES DIENSTRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSUCHUNGSHAFT">UNTERSUCHUNGSHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGLICHE MASSNAHME">VORSORGLICHE MASSNAHME</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 6 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 63 lit. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 74 lit. I VRG</span><br/><span class="gerade">Art. 9 lit. V BesoldungsV ZÃ¼rich</span><br/><span class="ungerade">Art. 93 PR ZÃ¼rich</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. A. Am 21. Mai 1999 wurde A zusammen mit einem Bekannten aus der Schweiz in SÃ£o Paulo, Brasilien, wegen des dringenden Verdachts auf Drogenhan­del festgenommen. Mit Urteil der Bundesstrafkammer SÃ£o Paulo vom 2. Februar 2000 wur­de er wegen Internationalem Drogenhandel mit einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und acht Monaten bestraft; das Urteil ist noch nicht rechtskrÃ¤ftig.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Am 5. Juli 1999 verfÃ¼gte die Vorsteherin des Polizeidepartements der Stadt ZÃ¼rich die vorsorgliche Ein­stel­lung von A im Dienst. Einer allfÃ¤lligen Einsprache wurde die auf­schie­bende Wirkung entzogen. Am 26. Juli 1999 verfÃ¼gte der StadtprÃ¤sident von ZÃ¼rich, dass A noch bis am 31. August 1999 der Lohn ausgerichtet werde; Ã¼ber den Be­sol­dungs­an­spruch ab 1. September 1999 werde im Disziplinarentscheid be­funden. Die PrÃ¤­si­dialverfÃ¼­gung enthielt keine Rechtsmittelbelehrung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Den am 8. September 1999 von A erhobenen Re­kurs hiess der Bezirks­rat ZÃ¼rich am 28. Oktober 1999 gut; er hob die angefochtene PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 26. Juli 1999 auf und wies den Stadtrat ZÃ¼rich an, A die Besoldung im bisherigen Umfang weiterhin auszurichten. Die gegen den Bezirksratsbeschluss seitens des Stadtrats ZÃ¼rich erhobene Beschwer­de wies das Verwaltungsgericht am 15. Dezember 1999 ab.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit Schreiben vom 8. Februar 2000 (gleichentags auch per FAX Ã¼bermittelt) an den Kommandanten der Stadtpolizei liess A gestÃ¼tzt auf Art. 42 Abs. 1 lit. a in Ver­bindung mit Art. 42 Abs. 2 der Verordnung Ã¼ber die ArbeitsverhÃ¤ltnisse des Personals der Stadt ZÃ¼rich (Personalrecht) vom 15. Juli 1993 (PR) die sofortige AuflÃ¶sung seines Ar­beitsverhÃ¤ltnisses erklÃ¤ren und um Ausrichtung der Besoldung bis zu diesem Datum ersuchen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">B. Am 9. Februar 2000 beschloss der Stadtrat ZÃ¼rich, A die Besoldung bis 31. Au­gust 1999 auszurichten, und stellte er fest, dass diesem gemÃ¤ss Art. 9 Abs. 5 der Verordnung Ã¼ber die Besoldungen des Personals der Stadt ZÃ¼rich (Besoldungsverordnung) vom 15. Juli 1993 (BesoldungsV) fÃ¼r die Zeit nach dem 1. September 1999 kein Besoldungsanspruch zustehe, solange er wegen der Untersuchungshaft in Brasilien oder aus anderen GrÃ¼n­den, die seiner Person zuzurechnen seien, den Dienst in ZÃ¼rich nicht versehen kÃ¶nne; der Besoldungsanspruch nach der tatsÃ¤chlichen UnmÃ¶glichkeit der Arbeits­leistung in ZÃ¼rich werde im Disziplinarentscheid geregelt. Einem allfÃ¤lligen Rekurs entzog der Stadtrat die aufschiebende Wirkung. In den ErwÃ¤gungen fÃ¼hrte der Stadtrat zusammenfassend aus, die Einstellung der Besoldung per 31. August 1999 rechtfertige sich sowohl gestÃ¼tzt auf Art. 9 Abs. 5 BesoldungsV als auch als vorsorgliche Massnahme gestÃ¼tzt auf Art. 29 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 93 und Art. 88 Abs. 3 PR. Das Diszipli­nar- oder allenfalls Administrativverfahren, in welchem Ã¼ber die Besoldungszahlung nach Wegfall der Verhin­derung zur Dienstleistung zu entscheiden sei, werde voraussichtlich erst nach Abschluss der Strafuntersuchung erÃ¶ffnet werden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Gegen diesen Beschluss liess A am 17. MÃ¤rz 2000 Rekurs an den Bezirksrat ZÃ¼rich erheben mit den AntrÃ¤gen, ihm die Besoldung bis 8. Februar 2000 auszu­zahlen, ihm zudem das Dienstaltersgeschenk, die nicht bezogenen Ferientage sowie die ge­leisteten Ãbe­r­stunden zu vergÃ¼ten, alles zuzÃ¼glich Zins zu 5 % ab 8. Februar 2000 sowie den gesetz­lichen FreizÃ¼gigkeitsleistungen auf den nÃ¤mlichen Zeitpunkt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Bezirksrat wies das Rechtsmittel am 20. Juli 2000 ab, im Wesentlichen mit der BegrÃ¼ndung, die einstweilige Besoldungseinstellung sei als vorsorgliche Massnahme zulÃ¤s­sig, nicht hingegen als definitive Anordnung gestÃ¼tzt auf Art. 9 Abs. 5 PR.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Mit Beschwerde vom 14. September 2000 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, diesen Beschluss des Bezirksrats sowie denjenigen des Stadtrats aufzuheben und die Stadt ZÃ¼rich zur Besoldungszahlung bis 8. Februar 2000 zu verpflichten. Ausserdem seien ihm das Dienstaltersgeschenk nach 15 Jahren in der HÃ¶he eines ZwÃ¶lf­tels der Jahresgrundbesoldung, die nicht bezogenen Ferientage sowie die geleisteten Ãberstunden zu vergÃ¼ten, alles zuzÃ¼glich Zins zu 5 % ab 8. Februar 2000 und unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Zur BegrÃ¼ndung wurde im Wesentlichen vorgebracht, der Besoldungsentzug sei auch als vorsorgliche Massnahme nicht haltbar, weil zum Zeitpunkt der angefochtenen An­ordnung kein ArbeitsverhÃ¤ltnis mit der Beschwerdegegnerin mehr bestanden habe und weil vorsorgliche Massnahmen begriffsnotwendig nicht auf einen frÃ¼heren Zeitpunkt zurÃ¼ckwir­­ken kÃ¶nnten. Sodann sei mit der zweitinstanzlichen Beurteilung im brasilianischen Straf­verfahren die Frage noch offen, ob die Untersuchungshaft des BeschwerdefÃ¼hrers zulÃ¤ssigerweise angeordnet worden sei. BezÃ¼glich der Frage der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des Be­soldungsentzugs treffe es nicht zu, dass eine RÃ¼ckforderung gefÃ¤hrdet wÃ¤re; auch sei zu berÃ¼cksichtigen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 15 Jahre mit besten Qualifikationen fÃ¼r die Be­­schwerdegegnerin gearbeitet habe. Der angefochtene Stadtratsbeschluss missachte die Entscheide des Bezirksrats und des Verwaltungsgerichts vom 28. Oktober bzw. 15. De­zem­­­­ber 1999. Der Stadtrat sei rechtsverletzend Ã¼ber die vom BeschwerdefÃ¼hrer zulÃ¤ssiger­weise vorgenommene KÃ¼ndigung hinweggegangen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Bezirksrat verzichtete am 6. Oktober 2000 auf Vernehmlassung: Die Beschwer­degegnerin liess am 16. Oktober 2000 Abweisung der Beschwerde beantragen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Der angefochtene Rekursentscheid betrifft eine personalrechtliche Anordnung. Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 74 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (in der Fassung vom 8. Juni 1997; VRG) zur Behandlung der Beschwerde zu­stÃ¤ndig. Angesichts des Fr. 20'000.- Ã¼bersteigenden Streitwerts erfolgt die GeschÃ¤ftserledigung gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 VRG durch die Kammer.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Der Bezirksrat hat den Rekurs (vollumfÃ¤nglich) abgewiesen, allerdings ohne sich in den ErwÃ¤gungen mit den bereits vor Bezirksrat gestellten AntrÃ¤gen zu befassen, es seien dem BeschwerdefÃ¼hrer </span>das Dienstaltersgeschenk nach 15 Dienstjahren, die nicht bezogenen­ Ferientage sowie die geleisteten Ãberstunden zu vergÃ¼ten und die gesetzlichen FreizÃ¼gigkeitsleistungen zu erbringen. Damit ist er auf diese AntrÃ¤ge stillschweigend nicht einge­treten, was sich als rechtens erweist, da es insofern an einer anfechtbaren Anordnung der Be­schwerdegegnerin fehlte. Da die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Beschluss vom Fortbestand des ArbeitsverhÃ¤ltnisses ausging, hatte sie keinen Anlass, sich mit diesen AnsprÃ¼chen zu befassen. Sie wird darÃ¼ber von sich aus oder auf Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers erst noch zu befinden und erneut den Anfechtungsweg zu Ã¶ffnen haben. Soweit die er­wÃ¤hnten AntrÃ¤ge vor Verwaltungsgericht erneuert werden, ist auch in diesem Verfahren da­rauf nicht einzutreten.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. In Dispositiv Ziffer 2 ihres angefochtenen Beschlusses hat die Beschwerdegegnerin "ausdrÃ¼cklich" festgestellt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer "fÃ¼r die Zeit nach dem 1. Sep­tem­­ber 1999 gemÃ¤ss Art. 9 Abs. 5 Besoldungsverordnung keinen Anspruch auf Ausrichtung der Besoldung hat, solange er wegen der Untersuchungshaft in Brasilien oder aus anderen GrÃ¼nden, die seiner Person zuzurechnen sind, den Dienst in ZÃ¼rich nicht versehen kann". Damit hat die Beschwerdegegnerin Ã¼ber den Besoldungsentzug ab 1. September 1999 bis jedenfalls zum 8. Februar 2000 definitiv entschieden und nicht bloss im Sinn einer vorsorglichen Massnahme, auf die jederzeit zurÃ¼ckgekommen werden kann. Die ErwÃ¤gung des Stadtrats, wonach sich der Entzug auch als vorsorgliche Massnahme rechtfertigen lasse, Ã¤ndert daran nichts. Dies hat der Bezirksrat Ã¼bersehen, wenn er den Besoldungsentzug nur als vorsorgliche Massnahme gestÃ¼tzt auf § 6 VRG, nicht aber als auf Art. 9 Abs. 5 BesoldungsV gestÃ¼tzte definitive Anordnung fÃ¼r zulÃ¤ssig hÃ¤lt und gleichwohl den Rekurs ohne EinschrÃ¤nkung abgewiesen hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese im Widerspruch zum Dispositiv stehenden ErwÃ¤gungen kÃ¶nnen keine EinschrÃ¤nkung der Entscheidungsbefugnis des Verwaltungsgerichts bewirken. Die Regel von § 63 Abs. 2 VRG, wonach das Verwaltungsgericht eine Anordnung nicht zum Nachteil des BeschwerdefÃ¼hrers abÃ¤ndern darf, muss in einem solchen Fall am Dispositiv Mass nehmen. Eine andere Auffassung wÃ¼rde die Gegenpartei benachteiligen, die keinen Anlass zur Anfechtung des abweisenden Rekursentscheids hat, der die angefochtene eigene Anordnung vollumfÃ¤nglich gelten lÃ¤sst. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Laut Art. 9 Abs. 5 BesoldungsV besteht bei verschuldeter Abwesenheit des Arbeitnehmers sowie bei VerbÃ¼ssung einer Freiheitsstrafe kein Anspruch auf Besoldung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Solange der BeschwerdefÃ¼hrer nicht rechtskrÃ¤ftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt ist, hÃ¤ngt sein Besoldungsanspruch davon ab, ob die Verhinderung infolge Untersuchungshaft eine verschuldete Abwesenheit des Arbeitnehmers darstellt. Das Verwaltungsgericht hat sich bisher mit dieser Frage nur beilÃ¤ufig in RB 1996 Nr. 28 befasst, wo es unter Hinweis auf Adrian Staehelin/Frank Vischer (ZÃ¼rcher Kommentar, 1996, Art. 324a OR N. 26) erwogen hat, in einem solchen Fall lasse sich die Verschuldensfrage erst nach Abschluss des Strafverfahrens beurteilen. Diese Lehrmeinung, wonach Untersuchungshaft nur verschuldet ist, wenn der Verhaftete in der Folge fÃ¼r schuldig erklÃ¤rt wird, ist freilich nicht unbestritten. Nach Manfred Rehbinder (Berner Kommentar, 1985, Art. 324a OR, N. 11), kommt es auf eine spÃ¤tere Verurteilung nicht an. Dieser Auffassung scheint auch das Bundesgericht zuzuneigen, wenn es in einem Entscheid vom 26. MÃ¤rz 1976 (verÃ¶ffentlicht in VPB 42/III [1978] Nr. 82) ausgefÃ¼hrt hat, Untersuchungshaft sei dann keine schuldhafte Ab­wesenheit, wenn der Verhaftete von der Tat, der er verdÃ¤chtigt wurde, freigesprochen wird, ohne den Verdacht durch ein seinerseits verdÃ¤chtiges Benehmen geschÃ¼rt zu haben. Und auch die EidgenÃ¶ssische Personalrekurskommission ist in einem Entscheid vom 23. Ok­tober 1998 davon ausgegangen, dass der Besoldungsentzug wegen Untersuchungshaft keine spÃ¤tere Verurteilung voraussetze, jedenfalls aber verschuldet sein mÃ¼sse, was sie bejahte bei einem Arbeitnehmer, der durch seine Handlungsweise zumindest die objektiven Tatbestandsmerkmale einer strafbaren Handlung gegen die kÃ¶rperliche IntegritÃ¤t einer anderen Person erfÃ¼llt hatte (VBP 63/II [1999] Nr. 43).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Lichte dieser Rechtsprechung und Lehrmeinungen kann an der in RB 1996 Nr. 28 beilÃ¤ufig geÃ¤usserten Auffassung, es lasse sich die Frage, ob Untersuchungshaft des Arbeitnehmers verschuldete Abwesenheit darstelle, erst nach Abschluss des Strafverfahrens beurteilen, jedenfalls in dieser Absolutheit nicht festgehalten werden. Allerdings wird in vielen FÃ¤llen die Beurteilung, ob die Untersuchungshaft selbstverschuldet sei, sich vor Abschluss der Strafuntersuchung oder einer rechtskrÃ¤ftigen Verurteilung aufgrund der Aktenlage noch nicht vornehmen lassen und kommt in solchen FÃ¤llen ein Besoldungsentzug nur als vorsorgliche Massnahme in Betracht. Davon ist zutreffend auch der Bezirksrat ausgegangen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Laut dem erstinstanzlichen, noch nicht rechtskrÃ¤ftigen Urteil der Bundesstrafkam­mer SÃ£o Paulo vom 2. Februar 2000 wird dem BeschwerdefÃ¼hrer vorgeworfen, zusam­men mit einem Bekannten den Transport von acht Kilogramm Kokainpaste, welche sie in zuvor gekauften Lautsprecherboxen versteckt hatten, in die Schweiz veranlasst zu haben (deutsche Ãbersetzung, act. --). Neben diesem Urteil liegt ein Brief des BeschwerdefÃ¼hrers an ei­nen befreundeten Polizeibeamten vom 4. Juni 1999 bei den Akten, worin er die ihm vorgeworfene Tat bestreitet und darlegt, wie er und sein Bekannter Opfer eines ihm nicht nÃ¤her bekann­ten "Fernando" geworden sein sollen, der ohne ihr Wissen die Kokainpaste in den in ihrem Hotelzimmer aufbewahrten Boxen versteckt haben mÃ¼sse (act. --). Weitere Akten zu den Vor­gÃ¤ngen in Brasilien liegen nicht vor. Ein bei den Akten liegender Zwischenbericht der Kantonspolizei Ã¼ber die hiesigen Ermittlungen vom 28. Juli 1999 bezeichnet das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers als suspekt, ohne jedoch konkrete zusÃ¤tzliche Anhaltspun­kte zu lie­fern (act. --). Ungeachtet des Umstands, dass die eigene Darstellung des BeschwerdefÃ¼hrers als wenig Ã¼berzeugend erscheint, lÃ¤sst sich bei dieser dÃ¼rftigen Aktenlage Ã¼ber die Frage, ob die Untersuchungshaft vom BeschwerdefÃ¼hrer selbstverschuldet sei, und damit Ã¼ber den de­fi­nitiven Entzug des Besoldungsanspruchs ab 1. September 1999 kein ab­schliessendes Urteil fÃ¤llen. Auch wenn mit der Beschwerdegegnerin davon ausgegangen wer­den kann, dass zu­reichende GrÃ¼nde fÃ¼r die Anordnung der Untersuchungshaft bestanden, ist der Nachweis dafÃ¼r, dass sie vom BeschwerdefÃ¼hrer verschuldet wurde, aufgrund der vor­liegenden Akten nicht erbracht. Die Beschwerde ist deshalb insofern teilweise gutzuheissen, als in Dispositiv Ziffer 2 des angefochtenen Beschlusses vom 9. Februar 2000 festgestellt wird, dass der Be­schwerdefÃ¼hrer keinen Anspruch auf Ausrichtung der Besoldung hat, </span>solange er wegen der Untersuchungshaft in Brasilien oder aus anderen GrÃ¼nden, die seiner Person zuzurechnen seien, den Dienst in ZÃ¼rich nicht versehen kann; Dispositiv Ziffer 2 ist entsprechend zu kor­rigieren, und die Akten sind betreffend den definitiven Besoldungsentzug ab 1. September 1999 zur weiteren Untersuchung und zu neuer Entscheidung an die Be­schwerdegegnerin zu­rÃ¼ckzuweisen, wobei es sich rechtfertigen dÃ¼rfte, die Rechtskraft des Strafurteils abzuwarten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. Der Bezirksrat hat die ZulÃ¤ssigkeit des Besoldungsentzugs als vorsorgliche Mass­­nahme nach § 6 VRG geprÃ¼ft mit der BegrÃ¼ndung, § 93 PR regle den Besoldungsanspruch nur im Zusammenhang mit einem Disziplinarverfahren. Auch wenn, wie das Verwaltungsgericht in PB.98.00018 vom 29. Januar 1999 entschieden hat, der im Rahmen eines Disziplinarverfahrens gestÃ¼tzt auf § 93 PR verfÃ¼gte vorsorgliche Besoldungsentzug fÃ¼r sich selber keine disziplinarische, sondern eine administrative Massnahme darstellt, so stellt sich gleichwohl die Frage, ob diese Vorschrift auch anwendbar ist, wenn wie hier ein Disziplinarverfahren Ã¼berhaupt noch nicht eingeleitet worden ist. Auf Grund der systematischen Stellung der Bestimmung innerhalb des Disziplinarrechts wird diese Frage mit dem Bezirksrat eher zu verneinen sein. Wie jedoch der Bezirksrat zutreffend erkannt hat, lÃ¤sst sich der vorsorgliche Besoldungsentzug unabhÃ¤ngig von der Einleitung eines Disziplinarverfahrens auf die allgemeine Bestimmung von § 6 VRG stÃ¼tzen. Zwar kennt das stÃ¤dtische Personalrecht besondere Bestimmungen Ã¼ber die Anordnung vorsorglicher Massnahmen. Art. 27 ff. PR beziehen sich jedoch nur auf Ãnderungen des ArbeitsverhÃ¤ltnisses (Art. 23 ff.) und nicht auf den Wegfall des Besoldungsanspruchs gemÃ¤ss Art. 9 Abs. 5 BesoldungsV, wie er hier in Frage steht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Wie vorstehend ausgefÃ¼hrt wurde, bestehen trotz der dÃ¼rftigen Aktenlage deutliche Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seine Untersuchungshaft selbst verschuldet hat, was gemÃ¤ss Art. 9 Abs. 5 BesoldungsV zum Verlust des Besoldungsanspruchs fÃ¼hren muss. Der definitive Entscheid darÃ¼ber, ob der BeschwerdefÃ¼hrer die Untersuchungshaft schuldhaft verursacht hat, lÃ¤sst sich hier, wo wegen der DurchfÃ¼hrung des Strafverfahrens im Ausland die Untersuchungsakten mit vertretbarem Aufwand nicht greif­bar sind, wohl erst nach Vorliegen des rechtskrÃ¤ftigen Strafurteils fÃ¤llen. Damit liegen UmstÃ¤nde vor, welche ein sofortiges Eingreifen zur vorlÃ¤ufigen Sicherung des Streitgegenstands, das heisst der Besoldungszahlung fÃ¼r die Zeit der Untersuchungshaft, zu rechtfertigen vermÃ¶gen. Die Verhinderung von Besoldungszahlungen, auf die mit grosser Wahrschein­lichkeit kein Anspruch besteht, ist im Ã¶ffentlichen Interesse geboten. Das gilt im be­sonderen Masse hier, wo angesichts der schlechten wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnisse des BeschwerdefÃ¼hrers eine spÃ¤tere RÃ¼ckforderung wenig aussichtsreich erscheint. Sein Einwand, in einer solchen Lage befÃ¤nden sich auch andere KÃ¤ufer, die ihr Haus wegen eines in Konkurs gefallenen Generalunternehmers teilweise doppelt hÃ¤tten bezahlen mÃ¼ssen, vermag da­ran nichts zu Ã¤ndern. Angesichts der deutlichen Hinweise auf ein strafbares Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers, der immerhin von der ersten Instanz fÃ¼r schuldig befunden wurde, erweist sich die vorsorgliche Besoldungseinstellung auch als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Mit dem Hin­weis auf 15 mit guten Qualifikationen geleistete Dienstjahre lÃ¤sst sich dagegen nicht aufkommen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der angefochtene Beschluss betrifft die Besoldung ab 1. September 1999, welche unbestrittenermassen noch nicht ausbezahlt worden ist. Zugleich ist ein definitiver Entscheid Ã¼ber den Besoldungsanspruch ab diesem Zeitpunkt aufgrund der dargelegten UmstÃ¤nde noch nicht mÃ¶glich, sodass ohne weiteres Raum bleibt fÃ¼r die angefochtene vorsorg­­liche Massnahme. Sie wirkt, indem sie eine noch ausstehende Besoldungszahlung verhindert, offenkundig in die Zukunft; von einer "rÃ¼ckwirkenden Wegnahme der Besoldung" kann keine Rede sein. Ob dem BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend seiner Untersuchungshaft ein Besoldungsanspruch zusteht, wird nach Massgabe von Art. 9 Abs. 5 BesoldungsV aufgrund der weiteren Untersuchung noch zu entscheiden sein. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer mittlerweile erklÃ¤rte KÃ¼ndigung ist fÃ¼r einen solchen Entscheid ohne Bedeutung. Sie mag das Disziplinarverfahren betreffen; der Verlust des Besoldungsanspruchs gemÃ¤ss Art. 9 Abs. 5 BesoldungsV setzt jedoch kein disziplinarisches Verschulden und damit auch nicht die Einleitung eines Disziplinarverfahrens voraus. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Im Entscheid PB.99.00025 vom 15. Dezember 1999 hat das Verwaltungsgericht ausdrÃ¼cklich festgehalten, der Ausgang des Verfahrens hindere den Stadtrat nicht daran, mittels eines formell korrekten Entscheids Ã¼ber die Frage der Einstellung der Lohnbetref­f­nisse neu zu befinden. Dass die angefochtene VerfÃ¼gung eine "grobe Missachtung" dieses Rechtsmittelentscheids darstellen solle, ist deshalb nicht nachvollziehbar.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Beschwerde erweist sich damit bezÃ¼glich der vorsorglichen Einstellung der Besoldungszahlung per 1. September 1999 als unbegrÃ¼ndet.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. Die Beschwerde ist somit insoweit gutzuheissen, als sie sich gegen Dispositiv Ziffer 2 des angefochtenen Stadtratsbeschlusses betreffend die Feststellung des definitiven Besoldungsentzugs wÃ¤hrend der Untersuchungshaft und die entsprechende Abweisung des Rekurses richtet; Dispositiv Ziffer 2 des Stadtratsbeschlusses vom 9. Februar 2000 ist deshalb auf den Besoldungsbezug ab 1. September 1999 als vorsorgliche Massnahme zu beschrÃ¤nken. BezÃ¼glich des definitiven Besoldungsentzugs sind die Akten zur weiteren Untersuchung und neuen Entscheidung an den Stadtrat zurÃ¼ckzuweisen. Im Ãbrigen ist die Be­schwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Dispositiv Ziffer 2 des Stadtratsbeschlus­ses vom 9. Februar 2000 wird neu wie folgt gefasst:</span></p> <p class="Einzug2"><span> "Ab 1. September 1999 bleiben die Besoldungszahlungen an A bis auf weiteres eingestellt." </span></p> <p class="Einzug2"><span> Zum Entscheid Ã¼ber den definitiven Besoldungsentzug wÃ¤hrend der Verhinderung zur Dienstleistung werden die Akten zur weiteren Untersuchung und neuen Entscheidung an den Stadtrat zurÃ¼ckgewiesen. Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>