Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 5. Juni 2015 (460 14 214) ____________________________________________________________________ Strafrecht Qualifizierter Raub durch Offenbarung besonderer Gefährlichkeit etc. Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Susanne Afheldt ( Ref.), Richter Stephan Gass, Richterin Helena Hess, Richterin Barb ara Jermann Richterich; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabtei- lung, Grenzacherstrasse 8, 4132 Muttenz Anklagebehörde und Berufungsklägerin A.____ , vertreten durch Advokatin Kathrin Bichsel, Blumenrain 3, 4001 Basel, Privatklägerin gegen B.____ , vertreten durch Advokat Christoph Dumartheray, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger C.____ , vertreten durch Advokat Dr. Luc Saner, Beim Goldenen Löwen 13, 4052 Basel, Beschuldigter Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht D.____ , vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Héritier, Holbeinstrasse 36, 4051 Basel, Beschuldigter Gegenstand qualifizierter Raub durch Offenbarung besonderer Ge fährlich- keit etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-L andschaft vom 26. Mai 2014 Sachverhalt A. Mit Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel-Lan dschaft vom 26. Mai 2014 wurde Fol- gendes entschieden: a) D.____ wurde des Raubes, des einfachen und gewerbsmässige n Diebstahls, der mehrfa- chen Sachbeschädigung, der Nötigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der Hehlerei, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel gesetz sowie des mehrfachen Betäu- bungsmittelkonsums schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren verurteilt, unter Anrechnung der vom 5. März 2012 b is zum 4. September 2012 ausgestande- nen Untersuchungshaft von insgesamt 184 Tagen, sowie zu einer Busse von CHF 200. ‒, wobei im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen tritt (Ziffer I.1 des Urteilsdispositivs). De mgegenüber wurde D.____ von der Anklage des Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriede nsbruchs im Fall 12 (Ziffer II.10 der An- klage), von der Anklage des bandenmässigen Diebstahls gemäss Ziffer II. der Anklage, von der Anklage der Unterlassung der Nothilfe im Fall 27 (Z iffer V. der Anklage) sowie von der Anklage der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubun gsmittelgesetz im Fall 33 (Ziffer VI. der Anklage) freigesprochen. Zudem wurden die folgenden Verfahren eingestellt: betreffend Sach- beschädigung und Hausfriedensbruch zum Nachteil des Restaurants E.____ im Fall 7 (Ziffer II.5 der Anklage), betreffend Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch im Fall 15 (Ziffer II.14 der Anklage) sowie betreffend Sachbeschädigung im F all 21 (Ziffer II.22 der Anklage) mangels Vorliegens eines gültigen Strafantrages; betreffend Betäubungsmittelkonsum, soweit begangen vor dem 26. Mai 2011, im Fall 33 (Ziffer VI. der An klage) aufgrund des Eintritts der Verjährung gemäss Art. 329 Abs. 4 und Abs. 5 StPO (Ziffer I.2 des Urteilsdispositivs). Überdies bestimmte das Strafgericht, dass der Strafvollzug in Anwendun g von Art. 57 Abs. 2 StGB aufgeschoben und gemäss Art. 60 StGB eine stationäre Suchtbehandlung angeordnet wird. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass sich D.____ seit dem 4. Septembe r 2012 im vorzeitigen Vollzug dieser Mass- nahme befindet (Ziffer I.3 des Urteilsdispositivs). Im Weiteren entschieden die Vorderrichter über die Beschlagnahme einzelner Gegenstände sowie über die gestellten Zivilforderungen (Ziffer I.4–5 des Urteilsdispositivs). Schliesslich bestimmte die Vorinstanz, dass die D.____ be- treffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kost en des Vorverfahrens von Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 49‘436.05, den Kosten des Zwangsmassnahmengeric hts von CHF 1‘100. ‒ und der Ge- richtsgebühr von CHF 15‘000. ‒, abzüglich des an diese Kosten anzurechnenden Verwertungserlöses, in Anwendung von Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT zufolge Unein- bringlichkeit zu Lasten des Staates gehen (Ziffer I.6 des Urteilsdispositivs). Zu guter Letzt setzte das Strafgericht die Kosten der amtlichen Verteidigung fest (Ziffer I.7 des Urteilsdispositivs). b) C.____ wurde des Raubes, des gewerbsmässigen betrügerisch en Missbrauchs einer Daten- verarbeitungsanlage, der Nötigung, des Hausfriedens bruchs, der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern sowie der mehrfachen einfachen Verletzung von Verkehrsregeln schuldig ge sprochen und zu einer teilbedingt voll- ziehbaren Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren, davon 9 M onate unbedingt, unter Anrechnung der vom 10. April 2012 bis zum 29. Mai 2012 ausgestande nen Untersuchungshaft von insgesamt 50 Tagen, bei einer Probezeit von 2 Jahren für den bedingten Teil der Strafe, sowie zu einer Busse von CHF 200. ‒ verurteilt. Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen ausgesproche n (Ziffer II.1 des Urteilsdispositivs). Dem- gegenüber wurde C.____ von der Anklage der Unterlas sung der Nothilfe im Fall 27 (Ziffer V. der Anklage) sowie der Anklage der Vergewaltigung u nd der Eventualanklage der sexuellen Belästigung gemäss Ziffer 1 der Zusatzanklage freig esprochen (Ziffer II.2 des Urteilsdisposi- tivs). Zudem entschieden die Vorderrichter über die Beschlagnahme einzelner Gegenstände sowie über die angebrachten Zivilforderungen (Ziffe r II.3–4 des Urteilsdispositivs). Im Weiteren bestimmte die Vorinstanz die C.____ betreffenden Ve rfahrenskosten. Diese bestehen aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 15‘540. ‒, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von CHF 750. ‒ und der Gerichtsgebühr von CHF 10‘000. ‒. Die das Verfahren gemäss der Zu- satzanklage betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 5‘605. ‒ sowie einem Drittel der Gerichtsgebühr, gingen inf olge der Freisprüche in Anwen- dung von Art. 426 Abs. 2 StPO zu Lasten des Staates . Die restlichen Verfahrenskosten, abzüglich des an diese Kosten anzurechnenden Verwer tungserlöses, wurden C.____ in An- wendung von Art. 426 Abs. 1 StPO auferlegt (Ziffer II.5 des Urteilsdispositivs). Schliesslich legte das Strafgericht die Kosten der amtlichen Verteidig ung sowie der Vertretung der Privatklägerin A.____ fest (Ziffer II.6–7 des Urteilsdispositivs). c) B.____ wurde des Raubes, der Nötigung sowie des Hausfried ensbruchs schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren verurteilt, unter Anrechnung der vom 18. März 2013 bis zum 26. Mai 2014 ausgestandenen Auslieferungs- und Untersuchungshaft von insgesamt 434 Tagen (Ziffer III.1 des Urteilsdispositivs). Demgeg enüber wurde B.____ von der Anklage der Unterlassung der Nothilfe im Fall 27 (Ziffer V. der Anklage) freigesprochen (Ziffer III.2 des Ur- teilsdispositivs). Im Weiteren befand die Vorinstanz über die Anrechnung des beschlagnahmten Bargeldes (Ziffer III.3 des Urteilsdispositivs). Di e B.____ betreffenden Verfahrenskosten, beste- hend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 16‘98 2.10, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von CHF 1‘700. ‒ und der Gerichtsgebühr von CHF 5‘000. ‒, gin- gen in Anwendung von Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT zufolge Uneinbringlichkeit zu Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Lasten des Staates (Ziffer III.4 des Urteilsdisposi tivs). Schliesslich legten die Vorderrichter das Honorar der amtlichen Verteidigung fest (Ziffer III.5 des Urteilsdispositivs). Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen des vorliegenden Entscheids eingegangen. B. Weil der mitbeschuldigte E.____ trotz ordnungsgemäs ser Vorladung nicht zu der auf den 19. Mai 2014 bis zum 26. Mai 2014 angesetzten u nd dann auch durchgeführten erstin- stanzlichen Hauptverhandlung erschienen ist, wurde mit Beschluss des Strafgerichts vom 26. Mai 2014 festgestellt, dass in Anwendung von Ar t. 366 Abs. 1 StPO eine neue Hauptver- handlung betreffend E.____ angesetzt und dessen Ver fahren gestützt auf Art. 30 StPO von jenem der drei übrigen Mitbeschuldigten abgetrennt werde. Für das strafgerichtliche Urteil vom 23. September 2014 in Sachen E.____ und die von die sem hiergegen erhobene Berufung wird auf das separate kantonsgerichtliche Verfahren 460 14 239 verwiesen. C. Gegen das obgenannte Urteil des Strafgerichts vom 2 6. Mai 2014 haben die Staatsan- waltschaft Basel-Landschaft mit Eingabe vom 3. Juni 2014 sowie der Beschuldigte B.____, vertreten durch Advokat Christoph Dumartheray, mit Schreiben vom 10. Juni 2014 die Berufung angemeldet. Ebenfalls meldete die Privatklägerin A.____ mit Eingabe vom 6. Juni 2014 die Be- rufung an, zog jedoch die Berufungsanmeldung mit Sc hreiben vom 3. Oktober 2014 wieder zurück. D. Die Staatsanwaltschaft stellte in ihrer Berufungser klärung vom 16. September 2014 fol- gende Rechtsbegehren: "1. Es seien D.____, C.____ und B.____ des qualifiziert en Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB, ev. Art. 140 Ziff. 3 StGB, schuldig zu sprechen. 2. D.____ sei des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls schuldig zu sprechen. 3. D.____ sei zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, C.____ zu einer Freiheitsstrafe von 5.5 Jahren sowie B.____ zu einer Freiheitsstrafe von 6.5 Jahren zu verurteilen. " E. Demgegenüber liess der Beschuldigte B.____ in seine r Berufungserklärung vom 15. Sep- tember 2014 Folgendes beantragen: "1. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 26. Mai 2014 wird teilweise ange- fochten. 2. Der Berufungskläger sei vom Vorwurf der Nötigung freizusprechen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 3 1/2 Jahren Freiheitsstrafe sei aufzu- heben und der Berufungskläger sei zu einer Freiheit sstrafe von 22 Monaten, mit bedingtem Strafvollzug, Probezeit 2 Jahre, zu verurteilen. 4. Alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Staates, wobei dem Berufungskläger für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Prozessfü hrung mit Christoph Dumar- theray als seinem amtlichen Verteidiger zu bewilligen sei." F. Mit ihren Eingaben vom 19. Dezember 2014 reichten sowohl B.____ wie auch die Staatsanwaltschaft ihre Berufungsbegründungen ein. G. In ihren Berufungsantworten vom 9. Februar 2015 bzw . 10. Februar 2015 beantragten die Beschuldigten D.____, C.____ und B.____ jeweils , es sei die Berufung der Staatsanwalt- schaft abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil vo llumfänglich zu bestätigen, unter o/e- Kostenfolge zu Lasten des Staates. Die Staatsanwaltschaft begehrte demgegenüber mit Be rufungsantwort vom 10. Februar 2015 ihrerseits, es sei die Berufung von B.____ vollumfänglich abzuweisen. H. Was die wesentlichen verfahrensleitenden Verfügunge n der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts betrifft, wurde mit Verfügung v om 6. November 2014 dem Beschuldigten B.____ die amtliche Verteidigung mit Advokat Christ oph Dumartheray für das zweitinstanzliche Verfahren bewilligt. Ebenso wurde mit Verfügungen v om 28. November 2014 bzw. 29. Dezem- ber 2014 dem Beschuldigten C.____ die amtliche Vert eidigung mit Advokat Dr. Luc Saner und dem Beschuldigten D.____ die amtliche Verteidigung mit Rechtsanwalt Patrick Héritier für das Berufungsverfahren bewilligt. Mit Verfügung vom 6. März 2015 wurde überdies entschieden, dass die Verfahren 460 14 214 (Urteil des Strafgeri chts vom 26. Mai 2014 betreffend die Be- schuldigten D.____, C.____ und B.____) und 460 14 2 39 (Urteil des Strafgerichts vom 23. September 2014 betreffend den Beschuldigten E.____) zeitgleich und innerhalb derselben Be- rufungsverhandlung beurteilt werden. Ferner wurde m it nämlicher Verfügung in Gutheissung des Beweisantrages des Beschuldigten B.____ in der Berufungsantwort vom 10. Februar 2015 F.____ als Auskunftsperson zur Befragung vor das Ka ntonsgericht geladen. Mit gleicher Verfü- gung wurde angeordnet, dass die Staatsanwaltschaft und die Beschuldigten D.____, C.____ und B.____ vor Kantonsgericht persönlich zu erschei nen haben. Schliesslich wurde mit Verfü- gung vom 13. März 2015 festgestellt, dass von einer formellen Zusammenlegung der Verfahren 460 14 214 und 460 14 239 abgesehen wird. I. Anlässlich der Verhandlung vor dem Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, vom 3. ‒ 5. Juni 2015 erscheinen D.____ mit seinem amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt Patrick Héritier, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht C.____ mit seinem amtlichen Verteidiger Advokat Dr. Luc Saner, B.____ mit seinem amtlichen Verteidiger Advokat Christoph Dumartheray, Advokat Hans Portmann als amtlicher Verteidiger von E.____, S.____ als Vertreterin der Staatsanwalt schaft sowie ein Dolmetscher für Franzö- sisch. Zudem wird F.____ als Auskunftsperson befrag t. E.____ bleibt der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung trotz ordnungsgemässer Vorladung f ern. Sämtliche Beschuldigten halten an den bereits gestellten Anträgen fest. Demgegenüber stellt die Staatsanwaltschaft in Abänd erung der schriftlich monierten Anträge vor den Schranken des Kantonsgerichts sinngemäss folgende Rechtsbegehren: 1. Es seien D.____, C.____ und B.____ des qualifiziert en Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 3 StGB schuldig zu sprechen. 2. D.____ sei des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls schuldig zu sprechen. 3. D.____ sei zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, C.____ zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren sowie B.____ zu einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren zu verurteilen. Auf die Aussagen der zur Person und zur Sache einge hend befragten Beschuldigten, diejeni- gen der Auskunftsperson F.____ sowie auf die Plädoyers der amtlichen Verteidigungen und der Staatsanwaltschaft wird im Übrigen, soweit erforderlich, nachfolgend in den Erwägungen einge- gangen. Erwägungen I. Formelles […] II. Materielles A. Allgemeines […] Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegenstand des Berufungsverfahrens Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungs gericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Es liegen in casu themat isch eingeschränkte Berufungen der Staatsanwaltschaft sowie des Beschuldigten B.____ vor. Demgegenüber haben die Beschuldig- ten D.____ und C.____ weder Berufung noch Anschluss berufung erhoben. Ebenso haben die Privatkläger keine Rechtsmittel ergriffen. Aufgrund der seitens der Berufungskläger eingereich ten Rechtsschriften sowie der anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung gehaltenen Parteivorträge zeigt sich, dass folgende Aspekte des vorinstanzlichen Urteils Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens bilden: – der Schuldspruch bezüglich der drei Beschuldigten wegen Raubes, wobei die Staatsanwalt- schaft hier eine Verurteilung wegen qualifizierten Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB betreffend Fall 27 (Ziffer V. der Anklage) beantragt; – der Schuldspruch von D.____ wegen gewerbsmässigen Diebstahls, wobei die Staatsan- waltschaft bezüglich Ziffer II. der Anklage eine Ve rurteilung wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls begehrt; – der Schuldspruch von B.____ wegen Nötigung, wobei der Beschuldigte diesbezüglich einen Freispruch verlangt; – die Strafzumessung betreffend alle drei Beschuldi gten. Dementsprechend ist vorab davon Vormerk zu nehmen, dass das vorinstanzliche Urteil vom 26. Mai 2014 im übrigen Umfang in Rechtskraft erwachsen ist. C. Die angefochtenen Punkte im Einzelnen 1. Anklagefall 27 (Ziffer V. der Anklageschrift vom 9. Dezember 2013 bzw. der Erwei- terung der Anklageschrift vom 20. Mai 2014; betrifft alle drei Beschuldigten) 1.1 Qualifizierter Raub 1.1.1 Art. 140 Ziffer 3 StGB a) Die Vorinstanz sprach die Beschuldigten wegen Ra ubes gemäss Art. 140 Ziffer 1 StGB schuldig. Der von ihr zugrunde gelegte Sachverhalt (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 60 ff.) ist vor- liegend unbestritten und entsprechend ist auf diese n abzustellen. Das Strafgericht erwog Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht bezüglich den Qualifikationsgründen zusammengefasst , auch wenn aufgrund der relativ heim- tückischen und skrupellosen Art der Tatbegehung, in sbesondere des brutalen Fesselns und so Belassens des Opfers, ein erhebliches Verschulden z u erkennen sei, liege die bei der gebote- nen restriktiven Auslegung geforderte massive Steig erung des Unrechts- und Schuldgehalts im Vergleich zum Grundtatbestand nur schon aufgrund de r Schilderung der ausgeübten Gewalt durch das Opfer selber nicht vor. Die Gefährlichkeit des vorliegenden Raubes zum Nachteil von F.____ sei deshalb keineswegs als höher einzustufen , als wenn die Beschuldigten – was nach- weislich nicht der Fall gewesen sei – eine richtige Schusswaffe mit sich geführt hätten. Dieser Vergleich mit dem Qualifikationstatbestand nach Art . 140 Ziffer 2 StGB, der einen geringeren Mindeststrafrahmen als die Qualifikation nach Art. 140 Ziffer 3 StGB vorsehe, zeige auf, dass die Letztere im vorliegenden Fall ausgeschlossen se i. Die Qualifikation des Raubes nach Art. 140 Ziffer 4 StGB lehnte das Strafgericht mit der Begründung ab, dass in casu keine kon- krete Lebensgefahr vorgelegen habe und eine versuch te schwere Körperverletzung für die Annahme der versuchten Qualifikation nicht ausreiche. b) Nachdem die Beschuldigten gegen den Schuldspruch der Vorinstanz wegen Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 1 StGB keine Berufung erhoben haben, gilt es nachfolgend aufgrund der Anträge der Staatsanwaltschaft zu prüfen, ob das Verhalten der Beschuldigten als qualifizierter Raub gemäss Art. 140 Ziffer 3 bzw. Ziffer 4 StGB zu beur teilen ist, wobei die Staatsanwaltschaft be- treffend Ziffer 4 anlässlich der Hauptverhandlung e xplizit auf einen Antrag verzichtete und nunmehr begehrte, die Beschuldigten seien in Abände rung des erstinstanzlichen Urteils des qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziffer 3 StGB schuldig zu erklären. Die Staatsan- waltschaft stellt sich zusammengefasst auf den Standpunkt, die Ausführungen des Strafgerichts zur Ablehnung des Qualifikationsgrundes gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB seien nicht überzeu- gend. Das Strafgericht habe im angefochtenen Urteil selbst im Rahmen der Strafzumessung festgehalten, dass es sich um eine brutale, skrupel lose, hinterhältige und in Überzahl begange- ne Tat gehandelt habe, die zuvor sorgfältig geplant worden sei, womit es selbst darlege, dass praktisch alle qualifizierenden Kriterien gemäss Ar t. 140 Ziffer 3 StGB im vorliegenden Fall ge- geben seien. Zudem sei es nur dem Zufall zu verdank en, dass deutlich gravierendere gesundheitliche Folgen für F.____ ausgeblieben seie n. Wesentlich sei, dass die Beschuldigten ihrerseits alles dafür Notwendige getan und auch ei ne weit schwerere Verletzung offensichtlich zumindest in Kauf genommen hätten. c) Der Verteidiger des Beschuldigten D.____ stellt sich zusammengefasst auf den Standpunkt, der Vorsatz sei – selbst falls der objektive Tatbes tand einer der Qualifikationsmerkmale von Art. 140 StGB angenommen würde – vorbehältlich des Grundtatbestandes nicht gegeben. D.____ und C.____ hätten wiederholt und übereinstim mend ausgesagt, dass sie sich gegen das Mitführen einer Schusswaffe oder einer gefährli chen Waffe ausgesprochen hätten. Zudem führten sie aus, dass vereinbart worden sei, das Op fer nicht körperlich zu schädigen (weder mit Körpergewalt noch durch Verwendung eines gefährlich en Gegenstands). Beide seien von der Gewalteinsetzung durch den Mittäter B.____ überrasc ht worden. Dadurch sei offensichtlich, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass weder die Zufügung von körperlicher Gewalt noc h die Verwendung einer Waffe auch nur schon als Schlaginstrument vom gemeinsamen Tatentschluss getragen worden sei und D.____ nicht angerechnet werden könne. d) Der Verteidiger von C.____ macht im Wesentlichen bezüglich Art. 140 Ziffer 3 StGB geltend, bei der besonderen Gefährlichkeit seien in casu vor allem die Verletzungen und Schmerzen des Opfers zu beachten. Diese hätten nicht das Mass err eicht, dass man den Tätern eine die Tat qualifizierende besondere Gefährlichkeit zuschreibe n könne, zumal der Heilungsverlauf prob- lemlos gewesen sei. e) Schliesslich vertritt der Verteidiger des Beschu ldigten B.____ zusammengefasst die Ansicht, es sei der Umstand zu berücksichtigen, dass die F._ ___ zugefügten Verletzungen einfache Körperverletzungen darstellten und somit bereits du rch den Grundtatbestand konsumiert seien. Auch die Person des Opfers könne nicht die Annahme des qualifizierten Tatbestandes begrün- den, wie dies die Staatsanwaltschaft geltend mache. Es könne nicht erschwerend sein oder gar eine besondere Gefährlichkeit begründen, wenn anste lle eines rechtschaffenen Durchschnitts- bürgers die Täterschaft einen Drogenhändler beraubt habe. Das Sicherheitsgefühl eines Drogenhändlers sei nicht gleich schutzwürdig wie da sjenige eines normalen Bürgers, da sich ein Drogenhändler aus eigenem Antrieb in ein krimin elles Milieu begebe und sich ohne Not da- mit verbundenen Gefahren aussetze, die sich im vorl iegenden Fall verwirklicht hätten. Es liege somit keine im Vergleich zum Grundtatbestand des Ra ubes massive Steigerung des Unrechts- und Schuldgehalts vor, welche eine Verurteilung gem äss Art. 140 Ziffer 3 StGB rechtfertigen könnte. f) aa) Der "einfache" Raub ist gegeben, wenn der Tä ter mit Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht (Art. 140 Ziffer 1 StGB). Für qua- lifizierte Fälle sind drei Stufen der Strafschärfun g vorgesehen. Die auf den Raub angedrohte Mindeststrafe wird zunächst auf ein Jahr Freiheitss trafe angehoben, wenn der Täter "zum Zweck des Raubes eine Schusswaffe oder eine andere gefährliche Waffe mit sich führt" (Ziffer 2). Eine weitere Erhöhung des Strafminimums, auf zw ei Jahre Freiheitsstrafe, tritt beim beson- ders gefährlichen Täter ein (Ziffer 3). Nochmals he raufgesetzt wird die Mindeststrafe, und zwar auf fünf Jahre Freiheitsstrafe, "wenn der Täter das Opfer in Lebensgefahr bringt, ihm eine schwere Körperverletzung zufügt oder es grausam beh andelt" (Ziffer 4) (vgl. G ÜNTER STRATENWERTH /G UIDO JENNY /F ELIX BOMMER , Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. Aufl. 2010, § 13 N 131 ff.). bb) Die Qualifikation gemäss Ziffer 3 von Art. 140 StGB erfasst die Taten, in denen der Täter seine besondere Gefährlichkeit durch die Art offenbart, wie er den Raub begeht. Ebenso wie bei Art. 139 Ziffer 3 StGB kommt es auch hier nicht auf Charaktereigenschaften des Täters und dessen Verhalten vor oder nach der Tat an, sondern allein auf die Art, in welcher der Raub be- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gangen wird. Angesichts des hohen Strafminimums ist eine restriktive Auslegung geboten: Die Tat muss ihrem Unrechts- und Schuldgehalt nach beso nders schwer wiegen, wobei sich dies alternativ aus der Höhe der erhofften Beute, dem pl anerischen und technischen Aufwand, der Notwendigkeit des Überwindens moralischer und techn ischer Hindernisse, der professionellen Vorbereitung der Tat sowie aus einem hartnäckigen, hinterlistigen und brutalen Vorgehen erge- ben kann (vgl. BGE 109 IV 162 ff; 110 IV 79 = Pra. 1985 Nr. 18; BGE 116 IV 315 ff; 117 IV 137; GÜNTER STRATENWERTH /W OLFGANG WOHLERS , Handkommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 140 N 10 mit zahlreichen Hinweisen). Die besondere Gefähr lichkeit gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB wird in der Literatur als mittlere Gefährdungsstufe umschrieben, deren Gehalt durch Umkehr- schluss aus den Ziffern 1, 2 und 4 zu gewinnen ist. Eine andere besondere Gefährlichkeit ist dann anzunehmen, wenn der Täter über das nach Ziffe r 1 und 2 vorausgesetzte Mass der Ein- wirkung auf einen Menschen hinausgeht, dabei aber d as Opfer weder schwer verletzt, noch grausam behandelt. Damit fällt ein Täter etwa dann unter die qualifizierte Strafdrohung nach Art. 140 Ziffer StGB, wenn er anlässlich eines Raub es das Opfer oder einen Dritten erheblich verletzt, so dass die Schwelle für das Vorliegen ei ner schweren Körperverletzung knapp nicht erreicht wird, das Opfer oder einen Dritten mit ein er ungesicherten und durchgeladenen Schusswaffe bedroht, ohne die Gefahr nötigenfalls v erwirklichen zu wollen, oder wenn er dem Opfer oder einem Dritten erhebliche Schmerzen zufüg t, ohne dass eine grausame Behandlung vorliegt (vgl. MARCEL ALEXANDER NIGGLI /CHRISTOF RIEDO , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 140 N 100 ff.) cc) Zunächst spricht in casu für eine besondere Gef ährlichkeit der Beschuldigten, dass der zu beurteilende Raub nicht auf der Strasse, sondern in den eigenen vier Wänden des Opfers, mit- hin in seiner Privat- und Individualsphäre, stattge funden hat. Der Überfall erfolgte zudem im Dunkeln und für F.____ völlig unerwartet sowie aus dem Hinterhalt. Die Beschuldigten hatten sich ihn als Opfer gezielt ausgesucht, weil sie dav on ausgingen, dass er einen grösseren Geld- betrag bei sich im Tresor aufbewahre und aufgrund s eines Cannabishandels möglichweise nicht einmal die Polizei verständigen würde, damit sie unentdeckt bleiben könnten, was als ausgesprochen verwerflich zu qualifizieren ist. Der Umstand, dass das Opfer selbst im Drogen- handel involviert war, kann keine die Beschuldigten entlastende Rolle spielen, denn dadurch ändert sich nichts am Anspruch auf strafrechtlichen Schutz. Des Weiteren erweist sich das Vor- gehen der Beschuldigten als überaus brutal, dreist und skrupellos. Sie haben durch die Tatausführung eine ganz konkrete Gefahr für Leib und Leben des Opfers geschaffen, indem sie F.____ zu Dritt mit Sturmmasken verhüllt und mit Ka beln und Handschuhen ausgerüstet über- wältigt und mit einem harten Gegenstand mehrfach au f den Kopf geschlagen und nach erfolgtem Raub blutend in Fesseln zurück gelassen haben, ohne irgendwelche Hilfe zu verstän- digen. Die Beschuldigten haben dadurch in Kauf geno mmen, dass das Opfer mindestens die ganze Nacht lang mit seinen namhaften Verletzungen völlig alleine und hilflos auf dem Boden seiner Wohnung liegen bleibt. Dabei konnten die Bes chuldigten insbesondere nicht wissen, in welchem gesundheitlichen Zustand sich das Opfer bef and und ob es nicht sofortige ärztliche Versorgung nötig hatte. Damit unterscheidet sich de r vorliegende Fall von der Konstellation, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass Räuber ihr Opfer verletzt in einem besiedelten Gebiet auf der Strasse zurücklassen, da dort nach der allgemeinen Erfahrung davon ausgegang en werden kann, dass selbst bei Nacht irgendwann ein Passant auf den Verletzten stossen w ird. Hier jedoch überliessen die Täter das von ihnen zuvor erheblich verletzte Opfer vollkomme n seinem ungewissen Schicksal. Zwar lässt sich nach Auffassung der strafrechtlichen Abt eilung des Kantonsgerichts nicht nachwei- sen, dass heftige Schläge gegen den Kopf vom Tatpla n der Täter erfasst waren, aber die Überwältigung und Fesselung von F.____ muss zwingen d so geplant gewesen sein und zwar unabhängig davon, ob sich dieser allenfalls wehren würde, ansonsten die Täter sicherlich keine Kabelbinder mitgenommen hätten. Bezüglich der Verle tzungen von F.____ ist festzustellen, dass diese als ganz erheblich zu qualifizieren sind , obwohl die Schwelle zu einer schweren Körperverletzung noch nicht überschritten worden is t. Er erlitt vier klaffende Quetsch-Riss- Wunden auf der Schädeldecke, eine davon 4,5 cm lang , diverse Schürfungen, einen Sehnen- ausriss am linken Ringfinger sowie einen Muskelausr iss mit einer Abrissfraktur an der rechten Schulter, welche eine Operation erforderlich machte . F.____ befand sich deswegen vier Tage im Spital und war vom 9. Januar 2012 bis mindestens 8. April 2012 zu 100% arbeitsunfähig, bis Ende Juli 2012 zu 50% arbeitsunfähig und bis Ende A ugust 2012 zu 25% arbeitsunfähig. Es ist überdies nur dem Zufall zu verdanken, dass deutlich gravierendere gesundheitliche Folgen für das Opfer ausgeblieben sind. Bezüglich des planerischen und technischen Aufwands ist festzu- stellen, dass die Beschuldigten die Tat über länger e Zeit minutiös vorbereitet haben. So wurde der Tatort vorgängig 3–4 Mal rekognosziert und die Beschuldigten trafen sich in der Wohnung von E.____ zur konkreten Planung der Tat. Für ein p rofessionelles und somit besonderes ge- fährliches Vorgehen spricht zu guter Letzt, dass di e Beute nach der Tat umgehend geteilt und gezielt ins Ausland und damit in Sicherheit verbracht wurde. dd) Im Ergebnis zeigt sich somit, dass praktisch sä mtliche qualifizierenden Kriterien (Höhe der erhofften Beute, grosser planerischer und technisch er Aufwand, Notwendigkeit des Überwin- dens moralischer und technischer Hindernisse, profe ssionelle Vorbereitung der Tat sowie hartnäckiges, hinterlistiges und brutales Vorgehen) , die für eine besondere Gefährlichkeit der Täter sprechen, im vorliegenden Fall bei sämtlichen Beschuldigten gegeben sind. g) Bei dieser Sachlage sind die Beschuldigten in Gu theissung der Berufung der Staatsanwalt- schaft wegen qualifiziertem Raub gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB schuldig zu sprechen. 1.1.2 Art. 140 Ziffer 4 StGB a) Wie vorerwähnt verzichtete die Staatsanwältin in ihrem Parteivortrag vor den Schranken des Kantonsgerichts auf einen Antrag bezüglich eines ve rsuchten qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziffer 4 StGB, da gemäss ihrer Ansicht vielmehr die vollendete Qualifikation ge- mäss Art. 140 Ziffer 3 StGB gegeben sei. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht b) Der Vollständigkeit halber sei zur in der Berufu ngserklärung der Staatsanwaltschaft noch beantragten Qualifikation gemäss Art. 140 Ziffer 4 StGB ausgeführt, dass deren Voraussetzun- gen nach Auffassung der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts vorliegend nicht gegeben sind. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt der Versuch der qualifizier- ten Tatbegehung zwar grundsätzlich in Betracht, wen n der qualifizierte Tatbestand gegenüber dem Grundtatbestand ein weiteres Rechtsgut schützt (BGE 124 lV 97), was hier der Fall wäre, denn bei Ziffer 4 ist in der in Frage kommenden Var iante des Zufügens einer schweren Körper- verletzung nebst dem Vermögen und der Handlungsfrei heit auch zusätzlich die körperliche Integrität geschütztes Rechtsgut (vgl. hierzu M ARCEL ALEXANDER NIGGLI /C HRISTOF RIEDO , Bas- ler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 140 N 13). Allerdings konnte in casu bezüglich des Sachverhalts nicht eruiert werden, welcher der drei Beschuldigten die gezielten Schläge gegen den Kopf von F.____ ausgeführt hat. Für die geplant e Überwältigung von F.____ war zweifels- ohne ein gewisses Mass an Gewalt notwendig (und som it von den Beschuldigten in Kauf genommen), jedoch ist deren geplante Art und Intens ität nicht erstellt. Vorliegend kann gemäss dem strafprozessualen Grundsatz "in dubio pro reo" folgerichtig nicht davon ausgegangen wer- den, dass Schläge gegen den Kopf, die zu lebensgefä hrlichen Verletzungen bzw. schweren Körperverletzungen führen können, vom gemeinsamen T atplan und somit vom Vorsatz der an- dern beiden Mittäter erfasst gewesen waren. Vielmeh r ist diesbezüglich von einem Exzess eines einzelnen, nicht bestimmbaren Mittäters auszu gehen. Somit ist festzustellen, dass sich nicht rechtsgenüglich nachweisen lässt, dass einer der Beschuldigten lebensgefährliche Verlet- zungen bzw. eine schwere Körperverletzung effektiv in Kauf genommen hat. Dementsprechend scheitert der Versuch der qualifizierten Tatbegehun g gemäss Art. 140 Ziffer 4 StGB bei allen drei Beschuldigten am subjektiven Tatbestand. Bei dieser Ausgangslage kann die Frage, in welchem Konkurrenzverhältnis eine versuchte Qualifikation gemäss Art. 140 Ziffer 4 StGB, welche zwar einer höheren Strafandrohung, aber zugleich einer fakultativen Strafmilderung gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB untersteht, zu einer voll- endeten Qualifikation gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB stünde, offengelassen werden. Allerdings sprächen vorliegend die generelle Überlegung, wonac h das vollendete dem versuchten Delikt grundsätzlich vorgeht, sowie der Umstand, dass das effektive Tatgeschehen im vorliegenden Fall durch Art. 140 Ziffer 3 StGB insgesamt besser abgebildet wird, nach Auffassung der straf- rechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts eher für einen Vorrang der letztgenannten Bestimmung. c) Entsprechend dem Ausgeführten haben sich die Beschuldigten nicht des Versuchs der quali- fizierten Tatbegehung gemäss Art. 140 Ziffer 4 StGB schuldig gemacht. 1.2 Nötigung a) In seinem Urteil vom 26. Mai 2014 sprach das Str afgericht die Beschuldigten zusätzlich zum Raub auch wegen Nötigung schuldig und führte dazu a us, der Tatbestand des Raubes gemäss Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 140 StGB beziehe sich nicht auf die Entwendung von Drogen. Die zur Erreichung dieses täterischen Zieles gegenüber F.____ ausgeübte körpe rliche Gewalt könne durch eine Wider- handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz nicht abg egolten werden. Weil die Beschuldigten ihrem Tatplan entsprechend ihre Gewalt (auch) desha lb ausgeübt hätten, um bei F.____ Ha- schisch und Marihuana entwenden zu können, hätten D .____, C.____ und B.____ in Mittäterschaft auch den Tatbestand von Art. 181 StGB (direktvorsätzlich) erfüllt. b) Der Beschuldigte B.____ wendet sich gegen diesen Schuldspruch und bringt im Wesentlichen vor, die Verurteilung wegen Raubes umfasse auch die jenigen Nötigungshandlungen, welche auf die Wegnahme von Drogen gerichtet gewesen sein soll en. Eine zusätzliche Verurteilung wegen Nötigung sei deshalb nicht zulässig. Sämtliches ein e Nötigung darstellende Verhalten werde durch den Raubtatbestand konsumiert. Die Staatsanwa ltschaft beantragt demgegenüber die Abweisung der Berufung. c) Der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB macht si ch strafbar, wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Als verkehrsunfähige Sachen gelten solche, deren Herstellung oder Besitz usw. gesetzlich verbo ten ist, insbesondere Betäubungsmittel, je- denfalls sofern nicht ausnahmsweise eine gesetzlich e Regelung Eigentum daran erlaubt, wie dies beispielsweise für eine Medizinalperson vorges ehen ist (vgl. ANDREAS DONATSCH , Delikte gegen den Einzelnen, 10. Aufl. 2013, § 5 S. 100). D ementsprechend ist bei Betäubungsmitteln – entgegen der Auffassung des Berufungsklägers – mang els Verkehrsfähigkeit ein Diebstahl bzw. ein Raub nicht möglich (M ARCEL ALEXANDER NIGGLI /C HRISTOF RIEDO , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, vor Art. 137 N 52 ff.). In diesen Fä llen eines Raubüberfalles konkurriert die Nöti- gung echt mit dem Aneignungsdelikt (vgl. NIGGLI /R IEDO , a.a.O., Art. 140 N 190 ff.). d) Bei dieser Rechtslage erweisen sich die Ausführungen der Vorinstanz betreffend der Nötigung vollumfänglich als zutreffend, weshalb in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO darauf verwiesen werden kann (Urteil der Vorinstanz, S. 27). Folgeri chtig ist der Schuldspruch von B.____ hin- sichtlich Art. 181 StGB in Abweisung seiner Berufung zu bestätigen. 2. Anklagefälle 2–4, 6–15, 17–26 und 28–32 (Ziffer II. der Anklageschrift; betrifft D.____): Gewerbs- und teilweise bandenmässiger Diebstahl […] Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Strafzumessung 3.1 Allgemeines a) Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Ver werflichkeit des Handelns, den Beweg- gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt , wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährd ung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). In Anwendung von Art. 42 Abs. 1 StGB schi ebt das Gericht den Vollzug einer Geld- strafe, von gemeinnütziger Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine u nbedingte Strafe nicht notwendig er- scheint, um den Täter von der Begehung weiterer Ver brechen oder Vergehen abzuhalten. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Vo raussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu d er Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen (Art. 49 Abs. 1 StGB). b) Praxisgemäss hat das Gericht ausgehend von der obje ktiven Tatschwere das Verschulden zu bewerten. Es hat gestützt auf Art. 50 StGB – won ach das Gericht die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung fe stzuhalten hat – im Urteil darzutun, wel- che verschuldensmindernde und welche verschuldenser höhende Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen (BGE 136 IV 55, E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachge richts, in welchem Umfang es die ver- schiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Es muss nicht auf Umstände ausdrücklich eingehen, die es – ohne dass dies ermessensverletze nd wäre – bei der Strafzumessung als nicht massgebend oder nur von geringem Gewicht erac htet (BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007, E. 4). Auch ist das Gericht nicht gehalten, i n Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien berücksichti gt (BGE 136 IV 55, E. 5.6). Allerdings hat das Gericht das Gesamtverschulden zu qualifizieren und die Gesamteinschätzung des Tatver- schuldens im Urteil ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist (leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer). In einem zweiten Schritt ist die (hypothetische) Strafe, die diesem Verschulden entspricht, innerhalb des zur Ver- fügung stehenden Strafrahmens zu bestimmen. c) Im Falle einer verminderten Schuldfähigkeit ist diese bei der Strafzumessung im Rahmen der subjektiven Tatschwere zu berücksichtigen. Gemäss b undesgerichtlicher Rechtsprechung ist dabei keine lineare Reduktion nach einem bestimmten Tarif vorzunehmen. Eine leichte, mittel- gradige oder schwere Herabsetzung der Zurechnungsfä higkeit führt daher nicht zwingend zu einer rein mathematischen Reduktion der Strafe um 2 5, 50 oder 75% (BGE 136 IV 55, E. 5.6, Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit Hinweisen). Liegt eine verminderte Schuldfähigk eit vor, ist – gegebenenfalls aufgrund der tatsächlichen Feststellungen eines Gutachters – zu entscheiden, in welchem Umfange die Schuldfähigkeit des Täters in rechtlicher Hinsicht eingeschränkt ist und wie sich dies insgesamt auf die Einschätzung des Tatverschuldens auswirkt (BGE 136 IV 55, E. 5.7). d) Vorab ist anzumerken, dass auf diejenigen Rügen der Beschuldigten an der Strafzumessung, die sich auf formelle Einwände respektive auf eine unterschiedliche Würdigung des Sachver- halts im Vergleich zur Vorinstanz beziehen, vorlieg end nicht mehr einzugehen ist. Diese haben sich erübrigt, soweit das Kantonsgericht die betref fenden Einwände der Beschuldigten verwor- fen hat. 3.2 B.____ a) Für den Fall der Verurteilung des Beschuldigten zu einem qualifizierten Raub gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB beantragt die Staatsanwaltsc haft eine Erhöhung der vorinstanzlich aus- gesprochenen Freiheitsstrafe auf 4 ½ Jahre. b) Mit der Berufung des Beschuldigten B.____ wird begehrt, es sei eine bedingte Freiheitsstrafe von 22 Monaten auszusprechen. Hinsichtlich der Stra fzumessung macht der Beschuldigte gel- tend, das Strafgericht habe sowohl bei der Beurteil ung des Tatgeschehens als auch bei der Strafzumessung zu stark auf seine Vorstrafe aus dem Jahre 1994 abgestellt. Nur weil der Beru- fungskläger vor über 20 Jahren einen Raub begangen habe, könne nicht gesagt werden, es sei unmöglich, dass er beim jetzt zu beurteilenden Raub nur Mitläufer gewesen sei. Auch bei der Strafzumessung dürften nicht spekulative Rückschlüs se auf die Verurteilung aus dem Jahre 1994 gemacht werden, von der nur der Strafregistere intrag bekannt sei. Zudem liege die Verur- teilung zu lange zurück, als dass es gerechtfertigt erscheine, diese bei der Strafzumessung noch zu beachten. Bei der Strafzumessung im vorlieg enden Fall sei schliesslich zu berücksich- tigen, im welchem Milieu sich die Tat ereignet habe und dass sich das Delikt nicht gegen einen zufälligerweise ausgewählten rechtschaffenen und unbescholtenen Bürger, sondern gegen eine Person gerichtet habe, welche nur wegen ihres Betäu bungsmittelhandels überhaupt in den Fo- kus der Täter geraten sei. Aufgrund all dieser Umst ände sei die vom Strafgericht ausgesprochene Strafe deutlich zu senken. c) Wie aus den obigen Erwägungen erhellt, hat sich der Beschuldigte B.____ des qualifizierten Raubes, der Nötigung sowie des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Im Vergleich zur Straf- zumessung der Vorinstanz gilt es im Berufungsverfah ren zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte wegen qualifizierten und nicht bloss einfachen Raubes schuldig zu sprechen ist. d) Der qualifizierte Raub, welcher vorliegend die schw erste Straftat darstellt, wird mit Freiheits- strafe von mindestens zwei und höchstens zehn Jahre n geahndet (Art. 140 Ziffer 3 StGB i.V.m. Art. 40 StGB). Bei den Strafschärfungsgründen ist derjenige der Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht StGB zu berücksichtigen. Gemäss aktueller Bundesger ichtspraxis führen Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe indessen nicht zu einer autom atischen Erweiterung des Strafrahmens. Der ordentliche Strafrahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe i m konkreten Fall zu hart bzw. zu milde er- scheint (BGE 136 IV 55, E. 5.8). Dies ist vorliegen d nicht der Fall. Für die auszufällende Strafe ist deshalb vom Strafrahmen des qualifizierten Raubes auszugehen, welcher eine Freiheitsstra- fe von höchstens zehn Jahren vorsieht. e) Hinsichtlich der objektiven Tatschwere gilt es b ei der Einsatzstrafe des qualifizierten Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB das Doppelverwertungs verbot zu beachten. Umstände, die schon Merkmale des gesetzlichen Tatbestandes sind, dürfen nicht für die konkrete Strafzumes- sungsentscheidung innerhalb des anzuwendenden geset zlichen Strafrahmens berücksichtigt werden – weder zu Lasten noch zu Gunsten des Täters . Denn die Tatbestandserfüllung als sol- che hat sich bereits im Eröffnen des gesetzlichen S trafrahmens niedergeschlagen und ist in ihrer Bedeutung für die Strafmassfindung insoweit v erbraucht, sonst würde dem Täter der glei- che Umstand zwei Mal zur Last gelegt oder zu Gute g ehalten. Der Richter ist aber nicht gehindert zu berücksichtigen, in welchem Ausmass ei n qualifizierender oder privilegierender Tatumstand gegeben ist (vgl. HANS WIPRÄCHTIGER /S TEFAN KELLER , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 47 N 102 samt Verweisen). Dies berücksichtigend ist hinsichtlich der Tatkompo- nente bei der Einsatzstrafe für den Raub gemäss Art . 140 Ziffer 3 StGB festzuhalten, dass der qualifizierende Tatumstand der anderen besonderen G efährlichkeit beim Beschuldigten B.____ im Vergleich zu andern Raubtaten in ausgeprägtem Au smass vorliegt, was sich bedeutend ver- schuldenserhöhend auswirkt. Mithin wurde festgestel lt, dass praktisch sämtliche Kriterien, aus denen sich alternativ eine Qualifikation gemäss Art . 140 Ziffer 3 StGB ergeben (Höhe der er- hofften Beute, grosser planerischer und technischer Aufwand, Notwendigkeit des Überwindens moralischer und technischer Hindernisse, profession elle Vorbereitung der Tat sowie hartnäcki- ges, hinterlistiges und brutales Vorgehen) beim Beschuldigten B.____ erfüllt sind. Hinzu kommt, dass der Überfall zu Dritt in den eigenen vier Wänd en des Opfers stattfand und dabei das ge- fesselte Opfer unter Schmerzen seinem Schicksal übe rlassen wurde, was gesamthaft zu einer Straferhöhung zu führen hat. Zu keinem den Beschuld igten entlastenden Einfluss führt die Tat- sache, dass das Opfer im Drogenhandel involviert wa r, zumal sich daraus eine naheliegende weitergehende Verwerflichkeit ergibt, da die Beschu ldigten damit rechneten, dass der Raub aufgrund dieses Umstands gar nicht zur Anzeige gelangen würde. f) In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des subjektiven Verschuldens von B.____ vor- zunehmen. Bei den subjektiven Tatkomponenten ist di e Willensrichtung der Taten ebenfalls straferhöhend zu bewerten, zumal B.____ alle ihm an zulastenden Delikte direktvorsätzlich be- gangen hat. Zudem liegen keine Anhaltspunkte vor, w elche nahe legen würden, dass dem Beschuldigten bei der Begehung dieser Tat nicht vol le Entscheidungsfreiheit zugekommen wä- re. B.____ hat sich bewusst am Überfall auf F.____ beteiligt, um so für sich beziehungsweise einen Kollegen zu Geld zu kommen. Der Beschuldigte handelte nicht aus einer eigentlichen Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht wirtschaftlichen Not heraus, sondern liess sich aus rein finanziellen Überlegungen auf den qua- lifizierten Raub ein. Insgesamt wird die objektive Tatschwere durch die subjektiven Komponenten nicht relativiert. Gestützt auf diese E rwägungen ist bezüglich des qualifizierten Raubes von einem schweren Verschulden auszugehen, w as mit einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren zu sanktionieren ist. g) Diese Einsatzstrafe wäre aufgrund der Schuldsprü che bezüglich der Nötigung sowie des Hausfriedensbruchs zu erhöhen. Allerdings stehen di ese weiteren Straftaten in einem unter zeitlichen, räumlichen und sachlichen Gesichtspunkten derart unmittelbaren und engen Konnex zum qualifizierten Raub, dass sie als offensichtlic h untergeordneter Natur zu qualifizieren sind. Folgerichtig ist von einer zusätzlichen Straferhöhung abzusehen. h) All dies berücksichtigend ist das Gesamtverschulden des Beschuldigten als erheblich zu qua- lifizieren. i) Hinsichtlich der Täterkomponente hat das Strafgeric ht das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten B.____ im Strafurtei l (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 148 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO) bis zum Urteilszeitpunkt zutreffend dargelegt und gewürdigt, worauf an dieser Stelle grundsätzlich zu verweisen ist. Im Rahmen de r Täterkomponenten gilt es zunächst zu erwähnen, dass B.____ in Frankreich insbesondere we gen eines qualifizierten, also mit einer Waffe begangenen Raubes und damit einschlägig vorbe straft ist. Des Weiteren ist im selben Kontext zu beachten, dass sich aus dem Strafregisterauszug aus Frankreich (act. 189 f.) ergibt, dass B.____ damals eine Waffe mindestens dabei geha bt hat. Allerdings sind die in Frankreich begangenen Delikte vorliegend aufgrund des erheblichen Zeitablaufs und weil der Beschuldigte damals nur knapp über der Volljährigkeit war – ande rs als von den Vorderrichtern – nur in zu- rückhaltendem Mass zu gewichten. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlun g ergänzte der Beschuldigte zu seinen persönlichen und finanziellen Verhältnissen, dass e r traurig sei im Gefängnis, da ihm seine Fa- milie sehr fehle. Nach seiner Entlassung plane er, nach Italien zu gehen, um seine Papiere zu erneuern. Falls das nicht funktioniere, wolle er na ch G.____ zurückkehren (vgl. Prot. KGer S. 25). j) Zu den Täterkomponenten gehört auch das Nachtatv erhalten eines Täters. Darunter fällt das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren (wie zum Beispiel Reue, Einsicht und Strafemp- findlichkeit, vgl. S TEFAN TRECHSEL /H EIDI AFFOLTER -EIJSTEN , Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 47 N 22 ff). Z um Nachtatverhalten hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, dass bei B.____ weder von Reue und Einsicht noch von einer Geständigkeit im eigentlichen Sinne ausgegangen werden könne, zumal das vor Gericht gemachte Geständnis in einem Zeitpunkt erfolgt sei, in dem es das Verfahre n nicht mehr massgeblich vereinfacht hat. Insofern ist diesbezüglich von einem sogenannt takt ischen Geständnis auszugehen, weswegen Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht B.____ in diesem Kontext keine Strafminderung zugeb illigt werden kann. Das Wohlverhalten seit der Tat stellt in der Regel keine besondere Le istung dar und ist daher als neutral zu werten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_570/2010 vom 24 . August 2010, E. 2.5, sowie 6B_242/2008 vom 24. September 2008, E. 2.1.2). k) Es entspricht konstanter Rechtsprechung, dass Mi ttäter für denselben Sachverhalt grund- sätzlich gleich zu behandeln sind und Abweichungen im Strafmass nach Art. 47 StGB besonders begründet werden müssen (Bundesgerichtsurteil vom 5. Mai 1998, Nr. 6S.106/1997, noch zu Art. 63 aStGB). Es ist jedoch offenkundig, dass Vergleiche von Strafurteilen sehr schwierig sind. Wie das Bundesgericht in einem Ents cheid in Bestätigung seiner konstanten Rechtsprechung festgehalten hat (Urteil vom 22. Aug ust 2000, Nr. 6S.94/2000), führen der Grundsatz der Individualisierung und der dem Sachri chter vom Gesetz bei der Strafzumessung eingeräumte weite Ermessensspielraum notwendigerwei se zu einer gewissen, vom Gesetzge- ber in Kauf genommenen Ungleichheit der Strafen. Un terschiedliche Gewichtungen der massgebenden Faktoren seien auch Folge der Unabhäng igkeit des Richters, der weiten Straf- rahmen, der freien Beweiswürdigung sowie des erhebl ichen Ermessens des Gerichts. In dieser Hinsicht sei zu beachten, dass sich selbst gleich o der ähnlich gelagerte Fälle in zumessungsre- levanten Punkten massgeblich unterscheiden. Die aus diesen Umständen resultierende Ungleichheit bei der Zumessung der Strafe reiche fü r sich allein nicht aus, um auf einen Miss- brauch des Ermessens zu schliessen. Es sei nicht Sa che des Bundesgerichts, für eine peinlich genaue Übereinstimmung einzelner Strafmasse zu sorg en. Es habe lediglich für eine korrekte Anwendung des Bundesrechts besorgt zu sein. Soweit die Strafe innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens gestützt auf allen wesentlichen Gesich tspunkte und im Rahmen des richterlichen Ermessens festgesetzt worden sei, seien Unterschiede in der Strafzumessungspraxis innerhalb dieser Grenzen hinzunehmen (so eingehend BGE 123 150, E. 2a mit Verweisen). Nur eine auf- fallend hohe Strafe eines Mittäters kann somit korrigiert werden (vgl. u.a. BGE 121 IV 205 ff.). l) Im vorliegenden Fallkomplex ist festzustellen, d ass die Vorinstanz D.____ (mit einem Straf- mass von 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe) und C.____ (mi t einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren, davon 9 Monaten unb edingt) im Vergleich zu B.____, welcher zu einer Freiheitsstrafe 3 ½ Jahren verurteilt wurd e, ausserordentlich mild bestraft hat. Hierbei gilt es sich vor Augen zu führen, dass sowohl D.___ _ als auch C.____ nebst den mit B.____ begangenen Straftaten (Raub, Nötigung sowie Hausfri edensbruch) zusätzlich noch eine Viel- zahl weiterer, teilweise ganz erheblicher Straftate n begingen (D.____: einfacher und gewerbsmässiger Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigu ng, mehrfacher Hausfriedensbruch, Hehlerei, mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubu ngsmittelgesetz sowie mehrfacher Be- täubungsmittelkonsum; C.____: gewerbsmässiger betrü gerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Missbrauch von Ausweisen und Schildern sowie mehrfache einfache Ve rletzung von Verkehrsregeln). Obwohl der Beschuldigte B.____ somit im Vergleich zu D.___ _ und C.____ mit deutlichem Abstand am wenigsten Delikte begangen hat, ist er schlussendli ch im Ergebnis klarerweise am härtesten Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestraft worden, zumal er auch als einziger die Str afe effektiv im Gefängnis absitzen musste. Dementsprechend ist er der einzige, der zur kantons gerichtlichen Hauptverhandlung in Hand- schellen aus dem vorzeitigen Strafvollzug erschiene n ist, während sich seine Mittäter seit der Tat weitgehend in Freiheit befunden haben, sich in ihren beruflichen Positionen längst wieder etablierten und die B.____ verwehrte Gelegenheit nu tzen konnten, sich sozial zu reintegrieren. Auch wenn sich dieser Umstand bezüglich D.____ mit dem im Berufungsverfahren nicht ange- fochtenen Aufschub des Strafvollzugs zu Gunsten ein er stationären Suchtbehandlung (vgl. hierzu die Erwägungen des Strafgerichts auf S. 153 ff.) und bezüglich C.____ mit seiner gerin- geren Rolle im Rahmen der Ausführung des Raubes met hodisch erklären lässt, verbleibt vom Ergebnis her im Urteil der Vorinstanz eine augenscheinliche und überaus stossende Diskrepanz im Strafenvergleich der Mittäter. Hierbei ist nicht zu übersehen, dass sich die dem Beschuldig- ten D.____ attestierte Cannabissucht in casu gleich doppelt zu dessen Gunsten ausgewirkt hat, indem einerseits die Strafe aufgrund einer verminde rten Schuldfähigkeit mittleren Ausmasses massiv reduziert und ihm zudem ein Aufschub des Str afvollzugs gewährt wurde. Dieses Miss- verhältnis der Bestrafung der beiden Mittäter im Ve rgleich zu B.____ kann im Berufungsverfahren indessen nur beschränkt korrigie rt werden, da die strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts an den betreffenden Aufschub des Strafvollzugs (Ziffer I.3. des vorinstanz- lichen Urteildispositivs) mangels Anfechtung im Ber ufungsverfahren gebunden ist. Diese Erwägungen stützen zusätzlich die Erkenntnis des Ka ntonsgerichts, wonach für den Beschul- digten B.____ eine Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren a uszusprechen ist, was im Ergebnis dazu führt, dass das von der Vorinstanz ausgesprochene S trafmass bestätigt wird, obschon ein Schuldspruch wegen qualifizierten statt einfachen R aubes erfolgt. Damit – sowie mit den nach- folgend zu eruierenden Strafen der Mittäter – wird sichergestellt, dass die im vorliegenden Fallkomplex verhängten Sanktionen der verschiedenen Beschuldigten in einem angemessenen und ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Dies ist bei den von den Vorderrichtern be- schlossenen Strafen offenkundig nicht der Fall, da die Strafen der Beschuldigten D.____ und C.____ in Relation zur Sanktion des Beschuldigten B .____ als geradezu unerträglich milde er- scheinen. m) In Würdigung sämtlicher Tat- und Täterkomponenten sowie im Quervergleich zu den Strafen der Mittäter (vgl. hierzu nachfolgend II.3.3 und 3. 4) erscheint eine Freiheitsstrafe von 3 ½ Jah- ren somit dem Verschulden und den persönlichen Umst änden des Beschuldigten B.____ angemessen. Bei einer Strafe dieser Höhe ist die Ge währung des bedingten bzw. teilbedingten Strafvollzugs ausgeschlossen (vgl. Art. 42 Abs. 1 S tGB sowie Art. 43 Abs. 1 StGB; weiterfüh- rend ROLAND M. SCHNEIDER /R OY GARRÉ , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 42 N 1 2 und Art. 43 N 9; Urteil des Bundesgerichts 1B_165/2011 vom 19. Juli 2011, E. 2.2.2). 3.3 D.____ Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht a) Betreffend D.____ beantragte die Staatsanwaltschaft anlässlich ihres Parteivortrages vor den Schranken des Kantonsgerichts aufgrund des zusätzli chen Qualifikationsgrundes der Banden- mässigkeit bei den Diebstählen sowie des qualifizie rten Raubes eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren und verwies im Übrigen auf die zutreffenden Erwägungen des Strafgerichts. b) Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten beant ragte, es seien in Bestätigung des vor- instanzlichen Urteils vom 26. Mai 2014 die Berufung santräge der Staatsanwaltschaft vollum- fänglich abzuweisen. c) Wie aus den obigen Erwägungen erhellt, hat sich der Beschuldigte D.____ des qualifizierten Raubes, des einfachen und gewerbsmässigen sowie teilweise bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, der Nötigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der Hehle- rei, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubu ngsmittelgesetz sowie des mehrfachen Betäubungsmittelkonsums schuldig gemacht. Im Vergle ich zur Strafzumessung der Vorinstanz gilt es im Berufungsverfahren zu berücksichtigen, d ass der Beschuldigte wegen qualifizierten statt einfachen Raubes schuldig zu sprechen ist sow ie dass der Diebstahl teilweise banden- mässig begangen wurde. d) Der qualifizierte Raub, welcher vorliegend die schw erste Straftat darstellt, wird mit Freiheits- strafe von mindestens zwei und höchstens zehn Jahre n geahndet (Art. 140 Ziffer 3 StGB i.V.m. Art. 40 StGB). Bei den Strafschärfungsgründen ist derjenige der Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 StGB zu berücksichtigen. Für die auszufällende Strafe ist in casu vom ordentlichen Strafrahmen des qualifizierten Raubes auszugehen, welcher eine Freiheitsstrafe von höchstens zehn Jahren vorsieht (vgl. hierzu obenstehend II.B.3.2.). e) Hinsichtlich der objektiven Tatschwere gilt es b ei der Einsatzstrafe des qualifizierten Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB das Doppelverwertungs verbot zu beachten (vgl. hierzu obenste- hend II.C.3.2.). Dies berücksichtigend ist hinsicht lich der Tatkomponente bei der Einsatzstrafe für den Raub gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB festzuha lten, dass der qualifizierende Tatumstand der anderen besonderen Gefährlichkeit beim Beschuld igten D.____ im Vergleich zu andern Raubtaten in ausgeprägtem Ausmass vorliegt, was sic h bedeutend verschuldenserhöhend auswirkt. Mithin wurde festgestellt, dass praktisch sämtliche Kriterien, aus denen sich alternativ eine Qualifikation gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB er geben kann, beim Beschuldigten D.____ erfüllt sind. Hinzu kommt, dass der Überfall zu Dri tt in den eigenen vier Wänden des Opfers stattfand und dabei das gefesselte Opfer unter Schmerzen seinem Schicksal überlassen wurde, was gesamthaft zu einer Straferhöhung zu führen hat . Ebenfalls eine Straferhöhung bewirkt, dass D.____ beim brutalen, skrupellosen, hinterhält igen und ausserdem in der Überzahl be- gangenen sowie sorgfältig geplanten Raub zum Nachte il von F.____ (Fall 27 bzw. Ziffer V. der Anklageschrift resp. deren Erweiterung) nicht nur v on Beginn weg freiwillig in massgeblicher Funktion mitgewirkt, sondern auch noch den eigenen (Halb-)Bruder in die Tat miteinbezogen hat. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht f) Vorliegend gilt es bezüglich der Bewertung des s ubjektiven Verschuldens betreffend D.____, welcher in den Tatzeitpunkten in sehr grossem Umfan g Marihuana konsumiert hat, den Straf- milderungsgrund der verminderten Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB zu beach- beachten, welcher bei D.____ in Bezug auf alle ihm vorzuwerfenden Delikte in mittlerem Grade vorliegt. Diesbezüglich kann auf die ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz (Urteil der Vo- rinstanz, S. 136 ff.) sowie auf das forensisch-psyc hiatrische Gutachten vom 10. April 2012 (act. 345 ff.) verwiesen werden. Darüber hinausgehe nd gilt es bei den subjektiven Tatkompo- nenten die Willensrichtung der Taten straferhöhend zu bewerten, zumal D.____ alle ihm anzulastenden Delikte direktvorsätzlich begangen hat. Der Beschuldigte handelte überdies nicht aus einer eigentlichen wirtschaftlichen Not heraus, sondern liess sich aus rein finanziellen Über- legungen auf den qualifizierten Raub ein. g) Insgesamt wird die objektive Tatschwere durch di e subjektiven Komponenten aufgrund des Strafmilderungsgrunds der verminderten Schuldfähigkeit bis zu einem gewissen Grad relativiert. Aufgrund dieser Strafmilderung ist statt von einem schweren lediglich von einem mittelschweren Verschulden auszugehen, was mit einer hypothetische Einsatzstrafe für diese schwerste Tat von 3 Jahren Freiheitsstrafe zu sanktionieren wäre. h) Aufgrund der zum qualifizierten Raub hinzutreten den Delikte ist die Einsatzstrafe deutlich zu erhöhen. Hierbei gilt es zu beachten, dass D.____ e ine überaus grosse Anzahl von Einbrüchen (27 Fälle) begangen hat. Insgesamt 12 Diebstähle wu rden hierbei bandenmässig verübt. Über- dies sind ihm erhebliche Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz anzulasten. Als höchst verwerflich erscheint des Weiteren der vom B eschuldigten verübte Entreissdiebstahl zum Nachteil der 78-jährigen K.____, zumal der Besc huldigte schon zur Tatzeit (21. Januar 2007) als Pflegeassistent in einem Altersheim gearb eitet hat. Zu berücksichtigen gilt es zu Gunsten des Beschuldigten, dass die von ihm begange ne Nötigung und der Hausfriedensbruch im engen Konnex mit dem qualifizierten Raub stehen. i) All dies berücksichtigend ist das Gesamtverschul den des Beschuldigten – wiederum unter Berücksichtigung seiner verminderten Schuldfähigkeit – als mittelschwer zu qualifizieren. j) Hinsichtlich der Täterkomponente hat das Strafge richt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten D.____ im Strafurtei l (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 141 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO) bis zum Urteilszeitpunkt dargelegt und zutreffend als leicht mehrheitlich zu Lasten des Beschuldigten ins Gewicht fallend gewürd igt, worauf an dieser Stelle grundsätzlich zu verweisen ist. Anlässlich der kantonsgerichtlich en Hauptverhandlung ergänzte der Beschul- digte zu seinen persönlichen und finanziellen Verhä ltnissen, die von ihm absolvierten Massnahmen hätten ihm viel gebracht. Er ziehe eine positive Bilanz. Aktuell arbeite er im Al- terszentrum H.____ in I.____ als L.____. Gegenwärtig absolviere er keine Therapien mehr (vgl. Prot. KGer S. 16 f.) Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht k) Zum Nachtatverhalten von D.____ hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, dass er im Rahmen seines Geständnisses zum Teil Sachverhalte zugab, d ie ihm ansonsten nicht nachzuweisen gewesen wären, was positiv zu werten sei. l) Insgesamt, in Würdigung sämtlicher Tat- und Täterkomponenten, erscheint eine Freiheitsstra- fe von 5 Jahren dem Verschulden und den persönliche n Umständen des Beschuldigten angemessen. Eine Strafe in dieser Höhe erweist sich zudem auch im Quervergleich zu den Mit- tätern als korrekt (vgl. hierzu II.3.2, n). m) Hinsichtlich der Übertretungsbusse von CHF 200. ‒, des Aufschubs des Strafvollzugs in An- wendung von Art. 57 Abs. 2 StGB und der Anordnung e iner stationären Suchtbehandlung gelten die nicht angefochtenen Ausführungen der Vor derrichter (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 153 ff.). n) Zusammenfassend ist demnach die Freiheitsstrafe des Beschuldigten D.____ in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft von 3 ½ auf 5 Jahre zu erhöhen. 3.4 C.____ a) Zu guter Letzt ist die Strafzumessung hinsichtlich C.____ vorzunehmen. Betreffend C.____ beantragte die Staatsanwaltschaft anlässlich ihres Parteivortrages vor den Schranken des Kantonsgerichts für den eingetretenen Fall eines Schuldspruch hinsichtlich des Qualifikationsgrundes des Raubes gemäss Art. 140 Zi ffer 3 StGB eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren und verwies im Übrigen auf die zutreffenden Erwägungen des Strafgerichts. b) Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten beant ragt, es seien in Bestätigung des vor- instanzlichen Urteils vom 26. Mai 2014 die Berufung santräge der Staatsanwaltschaft vollum- fänglich abzuweisen. c) Wie aus den obigen Erwägungen erhellt, hat sich der Beschuldigte C.____ des qualifizierten Raubes, des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrau chs einer Datenverarbeitungsanlage, der Nötigung, des Hausfriedensbruchs, der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern sowie d er mehrfachen einfachen Verletzung von Verkehrsregeln schuldig gemacht. Im Vergleich z ur Strafzumessung der Vorinstanz gilt es im Berufungsverfahren zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte wegen qualifizierten und nicht bloss einfachen Raubes schuldig zu sprechen ist . d) Der qualifizierte Raub, welcher vorliegend die schw erste Straftat darstellt, wird mit Freiheits- strafe von mindestens zwei und höchstens zehn Jahre n geahndet (Art. 140 Ziffer 3 StGB i.V.m. Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 40 StGB). Für die auszufällende Strafe ist in casu vom ordentlichen Strafrahmen des quali- fizierten Raubes auszugehen, welcher eine Freiheits strafe von höchstens zehn Jahren vorsieht (vgl. hierzu obenstehend II.B.3.2.). e) Hinsichtlich der objektiven Tatschwere gilt es b ei der Einsatzstrafe des qualifizierten Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB wie bei den anderen B eschuldigten das Doppelverwertungsver- bot zu beachten. Dies berücksichtigend ist hinsichtlich der Tatkomponente bei der Einsatzstrafe für den Raub gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB festzuha lten, dass der qualifizierende Tatumstand der anderen besonderen Gefährlichkeit beim Beschuld igten C.____ im Vergleich zu andern Raubtaten in ausgeprägtem Ausmass vorliegt, was sic h bedeutend verschuldenserhöhend auswirkt. Mithin wurde festgestellt, dass praktisch sämtliche Kriterien, aus denen sich alternativ eine Qualifikation gemäss Art. 140 Ziffer 3 StGB er geben kann, beim Beschuldigten erfüllt sind. Hinzu kommt, dass der Überfall zu Dritt in den eige nen vier Wänden des Opfers stattfand und dabei das gefesselte Opfer unter Schmerzen seinem Schicksal überlassen wurde, was gesamt- haft zu einer Straferhöhung zu führen hat. Anderers eits ist betreffend den rücksichtslosen und hinterhältigen Raub zum Nachteil von F.____ mit den Vorderrichtern zu beachten, dass sich C.____ den Tatplan, auch wenn er nicht in die ganze Planung involviert gewesen ist, dennoch angeeignet und bei dessen Umsetzung effektiv teilge nommen hat. Dies hat er freiwillig getan, auch wenn er diesbezüglich von seinem Halbbruder D. ____ angefragt worden ist. Es ist davon auszugehen, dass C.____, nicht zuletzt auch aufgrun d der sprachlichen Barriere zu B.____ bei der Tatausübung – abgesehen davon, dass er die Funk tion des Fahrers bekleidet hat – keine tragende Rolle zugekommen ist. Insofern wiegt das o bjektive Tatverschulden von C.____ weni- ger schwer als dasjenige seiner Mittäter. f) In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des subjektiven Verschuldens vorzunehmen. Die Willensrichtung der Taten ist straferhöhend zu bewerten, zumal C.____ alle ihm anzulas- tenden Delikte direktvorsätzlich begangen hat. Die Vorinstanz attestierte C.____ eine gewisse finanzielle Drucksituation, sodass diesem bei der B egehung der Taten nicht volle Entschei- dungsfreiheit zugekommen sei. Dies erscheint indess en als unzutreffend, da der Beschuldigte explizit aussagte, er habe das erbeutete Geld für A usgang und elektronische Geräte, mithin für blosse luxuriöse Bedürfnisse, verwendet (vgl. act. 4781; Prot. KGer S. 21). g) Insgesamt wird die objektive Tatschwere durch di e subjektiven Komponenten somit nicht relativiert. Unter diesen Umständen ist bezüglich d es qualifizierten Raubes von einem mittel- schweren Verschulden auszugehen, was mit einer hypo thetische Einsatzstrafe für diese schwerste Tat von 2 ½ Jahren Freiheitsstrafe zu sanktionieren wäre. h) Aufgrund der zum qualifizierten Raub hinzutreten den Delikte (gewerbsmässiger betrügeri- scher Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, Nö tigung, Hausfriedensbruch, Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Mis sbrauch von Ausweisen und Schildern sowie mehrfache einfache Verletzung von Verkehrsreg eln) ist die Einsatzstrafe spürbar zu er- Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht höhen. Hierbei gilt es insbesondere mit der Vorinst anz zu beachten, dass C.____ den ge- werbsmässigen betrügerischen Missbrauch einer Daten verarbeitungsanlage zu Lasten einer ihm sehr nahe stehenden sowie hilfsbedürftigen älte ren Frau begangen und damit ein ihm ent- gegen gebrachtes Vertrauen in krasser und hinterhäl tiger Weise missbraucht hat. Zu berück- berücksichtigen gilt es zu Gunsten des Beschuldigte n, dass die von ihm begangene Nötigung und der Hausfriedensbruch im engen Konnex mit dem qualifizierten Raub stehen. i) Das Gesamtverschulden des Beschuldigten ist somit als mittelschwer zu qualifizieren. j) Hinsichtlich der Täterkomponente hat das Strafgeric ht das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten C.____ im angefochte nen Strafurteil (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 145 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO) bis zum Urteilszeit punkt zutreffend dargelegt und zu Recht als neutral gewürdigt, worauf an dieser Stelle grundsät zlich zu verweisen ist. Anlässlich der kan- tonsgerichtlichen Hauptverhandlung ergänzte der Bes chuldigte zu seinen persönlichen und finanziellen Verhältnissen, er arbeite immer noch bei der Firma I.____ in J.____ (vgl. Prot. KGer S. 19 ff.) k) Hinsichtlich der Geständigkeit, welche die Vorderrichter merklich zu Gunsten des Beschuldig- ten C.____ werteten, gilt es zu beachten, dass diese erst nach erdrückender Beweislage erfolgt ist und der Beschuldigte hierbei zu Beginn noch ver sucht hat, seinen Tatbeitrag zu schmälern. Somit wirkt sich diese Geständigkeit nicht zu seine n Gunsten aus. Demgegenüber spricht für C.____ im vorliegenden Kontext, dass er mittels ein er Lohnpfändung in der Lage war, die be- stehenden Schulden um beachtliche CHF 18‘000. ‒ zu reduzieren, wobei derzeit noch CHF 8‘000. ‒ offen stehen. Dies wertet die strafrechtliche Abte ilung des Kantonsgerichts durch- aus als Zeichen von Reue und Einsicht zu Gunsten de s Beschuldigten. Im Rahmen der Strafzumessung gilt es zu Gunsten des Beschuldigten überdies zu beachten, dass ihm die Re- sozialisierung weitgehend gelungen ist. l) Insgesamt, in Würdigung sämtlicher Tat- und Täterkomponenten, erscheint eine Freiheitsstra- fe von 3 Jahren dem Verschulden und den persönliche n Umständen des Beschuldigten C.____ angemessen. Hinzu tritt die nicht angefochtene Übertretungsbusse von CHF 200. ‒. m) Gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindes- tens einem Jahr und höchstens drei Jahren nur teilw eise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen. Der unbedingt vollziehbare Teil darf dabei die Hälfte der Strafe nicht überste igen (Art. 43 Abs. 2 StGB). Wenn und soweit dem Täter eine gute Legalprognose attestiert werden kann, verlangt Art. 42 StGB – der hier Anwendung findet –, dass zumindest ein Teil der Str afe aufgeschoben wird. Umgekehrt gilt, dass bei einer Schlechtprognose auch ein bloss teilweiser Aufschub der Strafe nicht gerechtfer- tigt ist (BGE 134 IV 1, E. 5.3.1). Bei der Bemessun g des vollziehbaren Teils der Strafe ist dem Verschulden sowie der Legalprognose Rechnung zu tra gen. Das Verhältnis der Strafteile ist so Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld andererseits hinreichend zum Ausdruck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der Tat, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein (BGE 134 IV 1, E. 5.6). Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, ist gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren anzuordnen. Die Bestimmung der Dauer der Probezeit richtet sich nicht nach der Schwere der Tat, sondern nach der Höhe der Rückfallgefahr, der Persönlichkeit und dem Charakter des Ver- urteilten (R OLAND M. SCHNEIDER /R OY GARRÉ , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 44 N 4). n) In objektiver Hinsicht sind die Voraussetzungen zur Gewährung des teilbedingten Strafvoll- zuges gemäss Art. 43 StGB im vorliegenden Fall erfü llt, da der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe zu verurteilen ist, die sich innerh alb des gesetzlich zulässigen Rahmens befin- det. C.____ hat sich – abgesehen von der im Novembe r 2013 begangenen (mehrfachen) SVG- Übertretung – wohl verhalten. Er ist derzeit in ein em unbefristeten Arbeitsverhältnis tätig und scheint sowohl familiär als auch sozial integriert zu sein. Zudem ist er nicht vorbestraft. Unter diesen Umständen kann bei C.____ nicht von einer schlechten Prognose ausgegangen werden, weswegen für die mit dem vorliegenden Urteil auszuf ällende Freiheitsstrafe von 3 Jahren der teilbedingte Strafvollzug zu gewähren ist. Dabei er achtet es die strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts als dem Verschulden des Letztgenann ten angemessen, dass ein 12 Monate betragender Teil der auszufällenden Strafe als unbe dingt vollziehbar angeordnet wird. Den be- stehenden Bedenken bezüglich des zukünftigen Wohlve rhaltens ist überdies dadurch Rechnung zu tragen, dass die Probezeit für den bedi ngt ausgesprochenen Strafteil auf 4 Jahre festgesetzt wird. o) Eine Strafe in dieser Höhe erweist sich zudem im Quervergleich zu den Mittätern als korrekt. p) Zusammenfassend ist die teilbedingt vollziehbare Freiheitsstrafe des Beschuldigten C.____ in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsan waltschaft von 2 ½ Jahren, davon 9 Mona- ten unbedingt, auf 3 Jahre, davon 12 Monate unbedingt, zu erhöhen. III. Kosten […] Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 2 6. Mai 2014, auszugswei- se lautend: "I. D.____ 1. D.____ wird des Raubes, des einfachen und gewerbsmä ssigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, der Nö tigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der Hehlerei, de r mehrfa- chen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie des mehrfachen Betäubungsmittelkonsums schuldig ges prochen und verurteilt, zu einer Freiheitsstrafe von 3 1/2 Jahren, unter Anrechnung der vom 5. März 2012 bis zum 4. Se ptember 2012 ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 184 Tagen, sowie zu einer Busse von Fr. 200.--, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse trit t an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen, in Anwendung von Art. 140 Ziff. 1 StGB, Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 181 StGB, Art. 186 StGB, Art. 160 Ziff. 1 StGB, Art. 19 Abs. 1 BetmG, Art. 19a Zi ff. 1 BetmG, Art. 40 StGB, Art. 19 Abs. 2 StGB, Art. 49 Abs. 1 S tGB, Art. 51 StGB sowie Art. 106 StGB. 2. a) D.____ wird von der Anklage des Diebstahls, der Sachbe- schädigung und des Hausfriedensbruchs im Fall 12 (Z iff. II.10 der Anklage), von der Anklage des bandenmässigen Di eb- stahls gemäss Ziff. II. der Anklage, von der Anklag e der Unterlassung der Nothilfe im Fall 27 (Ziff. V. der Anklage) so- wie von der Anklage der qualifizierten Widerhandlun g gegen das Betäubungsmittelgesetz im Fall 33 (Ziff. VI. de r Anklage) freigesprochen. b) Die Verfahren betreffend Sachbeschädigung und Ha usfrie- densbruch zum Nachteil des Restaurant E.____ im Fal l 7 (Ziff. II.5 der Anklage), betreffend Sachbeschädigung und Hausfrie- Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht densbruch im Fall 15 (Ziff. II.14 der Anklage) sowi e betreffend Sachbeschädigung im Fall 21 (Ziff. II.22 der Anklag e) werden mangels Vorliegens eines gültigen Strafantrages, da s Verfah- ren betreffend Betäubungsmittelkonsum, soweit began gen vor dem 26. Mai 2011, im Fall 33 (Ziff. VI. der Anklage ) wird auf- grund des Eintritts der Verjährung gemäss Art. 329 Abs. 4 und Abs. 5 StPO eingestellt. 3. Der Strafvollzug ist in Anwendung von Art. 57 Abs. 2 StGB aufge- schoben und es wird gemäss Art. 60 StGB eine statio näre Suchtbehandlung angeordnet. Es wird festgestellt, d ass sich D.____ seit dem 4. September 2012 im vorzeitigen Vo llzug dieser Massnahme befindet (Art. 236 StPO i.V.m. Art. 220 Abs. 2 StPO). II. C.____ 1. C.____ wird des Raubes, des gewerbsmässigen betrüge rischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, der Nöt igung, des Hausfriedensbruchs, der Widerhandlung gegen das Bet äubungs- mittelgesetz, des Missbrauchs von Ausweisen und Sch ildern sowie der mehrfachen einfachen Verletzung von Verke hrsregeln schuldig gesprochen und verurteilt, zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 2 1/2 Jahren, davon 9 Monaten unbedingt, unter Anrechnung der vom 10. April 2012 bis zum 29. Mai 2012 ausgestandenen Untersuchu ngshaft von insgesamt 50 Tagen, bei einer Probezeit von 2 Jahren für den bedingten Teil der Strafe, sowie zu einer Busse von Fr. 200.--, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse trit t an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen, in Anwendung von Art. 140 Ziff. 1 StGB, Art. 147 Ab s. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 181 StGB, Art. 186 StGB, Art. 19 Abs. 1 BetmG, alt Art. 97 Ziff. 1 SVG, Art. 90 Abs. 1 SVG, Art. 40 St GB, Art. 43 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art . 51 StGB sowie Art. 106 StGB. 2. C.____ wird von der Anklage der Unterlassung der Nothilfe im Fall 27 (Ziff. V. der Anklage) sowie der Anklage der Ver gewaltigung Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht und der Eventualanklage der sexuellen Belästigung gemäss Ziff. 1 der Zusatzanklage freigesprochen. III. B.____ 1. B.____ wird des Raubes, der Nötigung sowie des Haus friedens- bruchs schuldig gesprochen und verurteilt, zu einer Freiheitsstrafe von 3 1/2 Jahren, unter Anrechnung der vom 18. März 2013 bis zum 26. Mai 2014 ausgestandenen Auslieferungs- und Untersuchungshaft von ins- gesamt 434 Tagen, in Anwendung von Art. 140 Ziff. 1 StGB, Art. 181 St GB, Art. 186 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB. 2. B.____ wird von der Anklage der Unterlassung der Nothilfe im Fall 27 (Ziff. V. der Anklage) freigesprochen.“ wird in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsan waltschaft und in Abweisung der Berufung des Beschuldigten B.____ in den Ziffern I.1 und I.2a, II.1 sowie III.1 wie folgt geändert: I. D.____ 1. D.____ wird des qualifizierten Raubes , des einfachen und ge- werbsmässigen sowie teilweise bandenmässigen Diebstahls , der mehrfachen Sachbeschädigung, der Nötigung, des mehrfa- chen Hausfriedensbruchs, der Hehlerei, der mehrfach en Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowi e des mehrfachen Betäubungsmittelkonsums schuldig gesproc hen und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren , unter Anrechnung der vom 5. März 2012 bis zum 4. Se ptember 2012 ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 184 Tagen, Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht sowie zu einer Busse von Fr. 200.--, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse trit t an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen, in Anwendung von Art. 140 Ziff. 3 StGB , Art. 139 Ziff. 1, Ziff. 2 und Ziff. 3 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 181 StGB, Art. 186 StGB, Art. 160 Ziff. 1 StGB, Art. 19 Abs. 1 BetmG, Art. 19a Ziff. 1 BetmG, Art. 40 StGB, Art. 19 Abs. 2 StGB, Art. 49 A bs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 106 StGB. 2. a) D.____ wird von der Anklage des Diebstahls, der Sachbe- schädigung und des Hausfriedensbruchs im Fall 12 (Z iff. II.10 der Anklage), von der Anklage der Unterlassung der Nothilfe im Fall 27 (Ziff. V. der Anklage) sowie von der Ank lage der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungs- mittelgesetz im Fall 33 (Ziff. VI. der Anklage) freigesprochen. II. C.____ 1. C.____ wird des qualifizierten Raubes , des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungs anlage, der Nötigung, des Hausfriedensbruchs, der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, des Missbrauchs von Ausweis en und Schildern sowie der mehrfachen einfachen Verletzung von Ver- kehrsregeln schuldig gesprochen und verurteilt zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 3 Jah - ren, davon 12 Monaten unbedingt , unter Anrechnung der vom 10. April 2012 bis zum 29. Mai 2012 ausgestandenen Untersu- chungshaft von insgesamt 50 Tagen, bei einer Probez eit von 4 Jahren für den bedingten Teil der Strafe, sowie zu einer Busse von Fr. 200.--, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse trit t an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen, in Anwendung von Art. 140 Ziff. 3 StGB , Art. 147 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 181 StGB, Art. 186 StGB, Art. 19 Abs. 1 BetmG, alt Art. 97 Ziff. 1 SVG, Art. 90 Abs. 1 SVG, Art. 40 St GB, Art. 43 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art . 51 StGB Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht sowie Art. 106 StGB. III. B.____ 1. B.____ wird des qualifizierten Raubes , der Nötigung sowie des Hausfriedensbruchs schuldig gesprochen und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 3 1/2 Jahren, unter Anrechnung der vom 18. März 2013 bis zum 26. Mai 2014 ausgestandenen Auslieferungs- und Untersuchungshaft von ins- gesamt 434 Tagen, in Anwendung von Art. 140 Ziff. 3 StGB , Art. 181 StGB, Art. 186 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB. Im Übrigen wird das Urteil des Strafgerichts bestätigt. II. a) Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 30‘000. ‒, zuzüglich Auslagen von CHF 300. ‒, werden wie folgt verlegt: – D.____: CHF 10‘100. ‒ – C.____: CHF 10‘100. ‒ – B.____: CHF 6‘060. ‒ – Staat: CHF 4‘040. ‒ b) Dem amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt Patrick H éritier wird für das Beru- fungsverfahren ein Honorar in der Höhe von CHF 4‘13 3.40 (inkl. Auslagen) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer (CHF 330.65), somit ins gesamt CHF 4‘464.05, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte D.____ ist zur Rückzahlung der Ent schädigung der amtli- chen Verteidigung an den Kanton verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). c) Dem amtlichen Verteidiger Advokat Dr. Luc Saner wird für das Berufungs- verfahren ein Honorar in der Höhe von CHF 8‘100. ‒ (inkl. Auslagen) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer (CHF 648. ‒), somit insgesamt CHF 8‘748. ‒, aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte C.____ ist zur Rückzahlung der Ent schädigung der amtli- Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Verteidigung an den Kanton verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). d) Dem amtlichen Verteidiger Advokat Christoph Duma rtheray wird für das Berufungsverfahren ein Honorar in der Höhe von CHF 8'527.70 (inkl. Ausla- gen) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer (CHF 682.20), somi t insgesamt CHF 9‘209.90, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte B.____ ist zur Rückzahlung der Ent schädigung der amtli- chen Verteidigung an den Kanton im Umfang von drei Fünfteln verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau ben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger