STEUERREKURSKOMMISSION I DES KANTONS ZÜRICH 1 ST.2010.5 1 DB.2010.4 Entscheid 23. Februar 2010 Mitwirkend: Präsident A. Tobler, Mitglied M. Ochsner, Ersatzmitglied A. Widlund Sekretärin N. Obreschkow In Sachen 1. A, 2. B, Rekurrenten/ Beschwerdeführer, Nr. 1 vertreten durch ORACO AG, Schärenmoosstrasse 52, 8052 Zürich, Nr. 2 vertreten durch Nr. 1, gegen 1. S t a at Z üri c h, Rekursgegner, 2. S c hw ei zeri s ch e Ei d ge no ss en sc haf t , Beschwerdegegnerin, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Dienstleistungen, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007 - 2 - 1 ST.2010.5 1 DB.2010.4 hat sich ergeben: A. A (nachfolgend der Pflichtige bzw. zusammen mit seiner Ehefrau B die Pflichtigen) betreibt i n C eine Arztpraxis für Gynäkologie. In der Steuerklärung 2007 deklarierte er einen damit erzielten Reingewinn gemäss Hilfsblatt A bzw. Abschluss von Fr. 83'071.-. Darin enthalten war als Aufwand eine Wertberichtigung auf Wer t- schriften von Fr. 100'000.-. Mit Einschätzungsvorschlag vom 6. Mai 2009 zeigte der Steuerkommissär an, diese Wertberichtigung beim steuerbaren Einkommen 2007 aufzurechnen, da davon auszugehen sei, dass es sich um eine private Kapitalanlage und damit um einen priv a- ten Kapitalverlust handle. Dem widersprachen die Pflichtigen mit dem Hinweis, die Geldanlage sei von einem Praxiskonto aus getätigt worden und daher geschäftlicher Natur. Die mit der Geldanlage beauftragte Gesellschaft habe die Fr. 100'000.- verun- treut, sodass das Geld verlo ren sei. Mit Auflage und Mahnung vom 2 2. Mai bzw. 26. Juni 2009 untersuchte der Steuerkommissär den diesbezüglichen Sac hverhalt. Die Pflichtigen reichten am 2. Juli und 28. August 2009 entsprechende Unterlagen ein. Mit Einschätzungsentscheid bzw. Hinweis v om 4. September 2009 schätzte er sie unter Aufrechnung der streitigen Wertberichtigung für die Steuerperiode 2007 wie folgt ein: Staats- und Gemeindesteuer Direkte Bundessteuer Fr. Fr. steuerbares Einkommen 225'500.- 224'100.- satzbestimmendes Einkommen 225'500.- steuerbares Vermögen 83'000.- satzbestimmendes Vermögen 160'000.-. Die Veranlagung der direkten Bundessteuer wurde mit Steuerrechnung vom 2. Oktober 2009 formell eröffnet. B. Gegen die Einschätzung der Staats - und Gemeindesteuern lies sen die Pflichtigen am 2. Oktober 2009 Einsprache erheben und beantragen, die fragliche Wertberichtigung als geschäftsmässig begründeten Praxisaufwand zu berücksichtigen. - 3 - 1 ST.2010.5 1 DB.2010.4 Das kantonale Steueramt nahm diese Einsprache auch als solche gegen die direkte Bundessteuer entgegen und wies beide Rechtsmittel am 2 6. November 2009 ab. C. Mit Rekurs bzw. Beschwerde vom 2 4. Dezember 2009 liessen die Pflicht i- gen den Einspracheantrag erneuern. Das kantonale Steueramt schloss am 1 8. Januar 2010 auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. Auf die Ausführungen der Parteien in diesen Rechtsschriften sowie auf die Begründung der Einspracheentscheide wird – soweit erforderlich – in den nachfolge n- den Erwägungen eingegangen. Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 1. a) Steuerbar sind laut Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die dire kte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) und § 18 Abs. 1 des Steuergesetzs es vom 8. Juni 1997 (StG) alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbs t- ständigen Erwerbstätigkeit. Von diesen Einkünften werden nach Art. 27 DBG und § 27 StG die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen (je Abs. 1). Da- zu gehören namentlich Abschreibungen und Rückstellungen (je Abs. 2 lit. a). Unter Rückstellungen versteht der Gesetzgeber nicht nur Rückstellungen im eigentlichen (engeren) Sinn, sondern auch Wertberichtigungen auf dem Umlaufverm ögen (Art. 29 Abs. 1 lit. b DBG; Reich/Züger, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 29 N 2, 4 und 25 ff. DBG). b) Der Wert eines Aktivpostens (in der Bilanz) kann mittels Abschreibungen oder Wertberichtigungen herabge setzt werden. In beiden Fällen wird die Verbuchung erfolgswirksam über die Gewinn - und Verlustrechnung vorgenommen, wodurch der ausgewiesene Gewinn vermindert wird. Unter einer Abschreibung ist damit die g e-- 4 - 1 ST.2010.5 1 DB.2010.4 winnmindernde Herabsetzung des Ertragssteuerwerts eines Aktivums auf den mas s- gebenden Bilanzwert zu verstehen (RB 1986 Nr. 40 = StE 1987 B 23.43.2 Nr. 4). Sie ist dazu bestimmt, Wertminderungen auszugleichen, wobei angenommen wird, die Ent- wertung sei bis zum Bilanzstichtag tatsächlich eingetreten , und ha t damit definitiven Charakter. Mit der Wertberichtigung wird demgegenüber lediglich vorübergehenden Wertveränderungen auf Anlage- und Umlaufvermögen Rechnung getragen (Zum Ga n- zen: VGr, 25. Juni 2008, SB.2007.00084; StE 2004 B 72.14.1 Nr. 22). Für die Beu rteilung, ob eine verbuchte Abschreibung bzw. Wertberichtigung im Einzelfall geschäftsmässig begründet ist, sind grundsätzlich die Verhältnisse am Bilanzstichtag massgebend (Art. 958 Abs. 1 i.V.m. Art. 960 Abs. 2 OR). Indessen kön- nen alle bis zum Zeitpunkt der Bilanzerrichtung erhaltenen Informationen in der Jahres- rechnung verwendet werden, sofern dadurch Verhältnisse des Bilanzstichtags offe n- kundig werden, die Auswirkungen auf Bilanz und Erfolgsrechnung haben (Karl Käfer, in: Berner Kommentar, 1981, Art. 960 N 332; RB 1986 Nr. 41 = StE 1987 B 23.43.2 Nr. 4). c) Die Zulassung einer Abschreibung oder Wertberichtigung setzt voraus, dass das Aktivum, dessen Ertragssteuerwert gewinnmindernd herabgesetzt werden soll, dem Geschäftsvermögen angehört. Als Geschäft svermögen gelten laut Art. 18 Abs. 2 DBG bzw. § 18 Abs. 2 StG alle Vermögenswerte, die ganz oder vorwiegend der selbstständigen Erwerbstätigkeit dienen. Bei der Abgrenzung des Geschäfts - vom Pri- vatvermögen wird unterschieden zwischen Wirtschaftsgütern, die ihrer äusseren B e- schaffenheit nach eindeutig als G eschäfts- oder Privatvermögen erkennbar sind, und Wirtschaftsgütern, die ihrem Wesen und ihrer Funktion nach alternativ sowohl g e- schäftlichen als auch privaten Zwecken dienen können. Wertschriften und Geld mittel zählen zu den alternativen Wirtschaftsgütern. Ob ein Wertgegenstand dem Privat - oder dem Geschäftsvermögen zuzuor d- nen ist, entscheidet sich aufgrund einer Würdigung aller in Betracht kommenden ta t- sächlichen Umstände. Ausschlaggebendes Zuteilung skriterium ist dabei die aktuelle technisch-wirtschaftliche Funktion des fraglichen Vermögensgegenstands; massg e- bend ist in erster Linie, ob der Gegenstand tatsächlich dem Geschäft dient. Die buc h- mässige B ehandlung eines Gegenstands ist im Rahmen der Gesamtwü rdigung als Indiz zu werten. Vermag auf der einen Seite die Aufnahme in die Buchhaltung für sich allein die Zuteilung eines Vermögensobjekts zum Geschäftsvermögen nicht zu bewi r-- 5 - 1 ST.2010.5 1 DB.2010.4 ken, so kann auf der anderen Seite ein Gegenstand – aufgrund seiner technisch - wirtschaftlichen Funktion – auch dann Geschäftsvermögen darstellen, wenn er nicht in die Buchhaltung aufgenommen worden ist. Zu berücksichtigen ist also nicht die formel- le Aufnahme (oder Nichtaufnahme) des Gegenstands in die Bilanz, sondern die ko n- krete buchhalterische Behandlung insgesamt. Von Bedeutung kann ebenfalls die Qu a- lität der Buchführung des Steuerpflichtigen sein (BGE 133 II 420 E. 3.2). Ob ein Vermögensgegenstand aufgrund seiner technisch -wirtschaftlichen Funktion der selbs tständigen Erwerbstätigkeit dient, bestimmt sich zwar grundsätzlich nach dem Willen der steuerpflichtigen Person. Allerdings muss sich der Widmungswille in den tatsächlichen Verhältnissen manifestieren; massgebend ist eine objektivierte Willenskundgebung. Dies gilt auch für de n in der buchmässigen Behandlung des Ve r- mögensgegenstands zum Ausdruck gebrachten Widmungswillen des Steuerpflichtigen. Daraus ergibt sich zum einen, dass der fragliche Gegenstand effektiv geschäftl ichen Zwecken dienen muss, um Geschäftsvermögen zu sein. Z um anderen ist eine selbs t- ständige Erwerbstätigkeit vonnöten, mit welcher der fragliche Gegenstand in Zusa m- menhang steht (vgl. dazu Martin Arnold, Geschäfts - und Privatvermögen im schweize- rischen Einkommenssteuerrecht, ASA 75, 265 ff., 278 f.). Der Mittelh erkunft für die Anschaffung des betreffenden Aktivums kommt ein geringeres Gewicht zu als seiner Zweckbestimmung im Betrieb. Geschäftsvermögen ist regelmässig dann anzunehmen, wenn ein Vermögensobjekt für Geschäftszwecke erworben worden ist und dem G e- schäft auch tatsächlich (mittelbar oder unmittelbar) dient. d) Nach Art. 123 ff. DBG bzw. § 132 ff. StG haben die Steuerbehörden z u- sammen mit dem Steuerpflichtigen die für eine vollständige und gerechte Besteu erung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse festzustellen. Dabei haben sie in sinngemässer Anwendung von Art. 8 ZGB die steuerbegründenden Ta tsachen nachzuweisen, der Steuerpflichtige dagegen jene Tatsachen, welche die Ste uerschuld mindern oder aufheben (statt vieler: RB 1994 Nr. 33). Tatsachen, die Abschreibungen und Rückstellungen bzw. Wertberichtigungen als geschäftsmässig begründet erscheinen lassen, sind steuermindernd und deshalb von der steuerpflichtigen Person nachzuweisen . Zu diesen Tatsachen gehören eine r- seits die Umstände, w elche zur (vorübergehenden) Entwertung des betroffenen Akt i- vums beigetragen haben , sowie andrerseits die Verhältnisse, welche auf dessen Z u- gehörigkeit zum Geschäftsvermögen schliessen lassen. Um die Beurteilung der - 6 - 1 ST.2010.5 1 DB.2010.4 geschäftsmässigen Begründetheit von gelte nd gemachten Wertberichtigungen zu e r- möglichen, sind die Steuerpflichtigen kraft der sie treffenden gesetzlichen Obliegenheit gehalten, an der Abklärung der solchen Aufwendungen zugrunde liegenden Tatsachen mitzuwirken, wobei sie für deren Verwirklichung b eweisbelastet sind. Insbesondere haben sie spätestens vor Rekurskommission binnen der Rekursfrist eine substanziierte Sachdarstellung vorzutragen und die Beweismittel für deren Richtigkeit beizubringen oder zumindest unter genauer Bezeichnung anzubieten. S ubstanziiert ist eine Sac h- darstellung dann, wenn aus ihr im Einzelnen Art, Motiv und Rechtsgrund der geltend gemachten Entwertung bzw. Zugehörigkeit zum Geschäftsvermögen in der Weise her- vorgehen, dass bereits gestützt darauf – aber unter Vorbehalt der Bew eiserhebung – die rechtliche Beurteilung der geschäftsmässigen Begründetheit mö glich ist. Fehlt es an einer in diesem Sinn genügenden Substanziierung, hat die Rekurskommission von sich aus keine Untersuchung zu führen, um sich die erforderlichen Grundlagen zu be- schaffen. Diesfalls hat eine Beweisabnahme zu unterbleiben mit der Wirkung, dass der Nachweis der geschäftsmässigen Begründetheit von Wertberechtigungen zu Unguns- ten der hierfür beweisbelasteten Steuerpflichtigen als misslungen zu betrachten ist. Nur ausnahmsweise können sich diese, wenn ihnen die Substanziierung und/oder Bewei s- leistung aus Gründen, die sie nicht zu vertreten haben, unmöglich oder unz umutbar sind, auf Schätzungen berufen, sofern ihre Sachdarstellung wenigstens hinre ichende Schätzungsgrundlagen enthält (zum Ganzen: RB 2002 Nr. 110, mit Hinweisen). 2. a) Der Pflichtige ist als freiberuflicher Arzt (Gynäkologe) selbstständig e r- werbstätig und hat über den Geschäftsgang der Arztpraxis nach kaufmännischer Art Buch geführt. Es ist str eitig, ob eine im Geschäftsjahr 2007 vorgenommene Wertberichti- gung auf einer Geldanlage für die Steuerperiode 2007 zu Recht erfolgt ist. Somit ist zu klären, ob die fragliche Geldanlage dem Geschäfts- oder dem Privatvermögen zuz u- ordnen ist, da Abschreibungen und Wertberichtigungen nach dem Gesagten nur auf dem Geschäftsvermögen zulässig bzw. (einkommens-)steuerwirksam sind. b) aa) Der Pflichtige erhielt die finanziellen Mittel für die Tätigung der Gelda n- lage von Fr. 100'000.- von seiner Vorsorgeeinrichtung H, indem ihm diese am 2. Mai 2007 im Alter von 65 Jahren Altersleistungen in Form eines Kapitalbezugs von Fr. 304'368.- auf das Konto der Arztpraxis bei der Bank überwies. Die He rkunft der - 7 - 1 ST.2010.5 1 DB.2010.4 Mittel ist damit dem privaten Bereich des Pflichtigen zuzuordnen, da die Altersvorsorge des selbstständig Erwerbenden stets dessen eigene, private Angelegenheit darstellt. bb) Von den erhaltenen Fr. 304'368.- hat der Pflichtige am 1. Juni 2007 die streitigen Fr. 100'000.- der D überwiesen und in der Bilanz der Arztpraxis als "Geldan- lage" aktiviert. Er erblickt die geschäftliche Verwendung dieser Geldanlage darin, dass er sich damit eine Bargeldreserve geschaffen habe, um bestimmte künftige Investiti o- nen in de r Arztpraxis zu tätigen. Um trotz Erreichen des Rentenalters noc h bis zum 70. Altersjahr weiterhin als Arzt tätig zu sein, habe er Apparate und Einrichtungen der Praxis, welche schon ziemlich alt gewesen seien, erneuern wollen. Geplant gewesen sei die Anschaffung eines neuen Ultraschallgeräts von Fr. 150'000.- und der Ersatz des Cardiotopographen von Fr. 30'000.- sowie die Sanierung der elektrischen Einric h- tungen samt Beleuchtung im Umfang von Fr. 10'000.- bis Fr. 15'000.-. Weil die D die für diese Investitionen reservierten Fr. 100'000.- unterschlagen bzw. veru ntreut habe, hätten die Investitionen nicht mehr wie vorgesehen getätigt werden können. Stattde s- sen sei die Renovation in der Praxis zeitlich verschoben, auf die Ersatzb eschaffung des Cardiotopographen verzichtet und ein neues Ultraschallgerät nur gemi etet/geleast worden, wobei Letzteres keine technischen Neuerungen und nur einen Neupreis von Fr. 30'000.- aufweise. Der Steuerkommissär hat den Pflichtigen mit Auflage und Mahnung vom 22. Mai bzw. 2 6. Juni 2009 u.a. aufgefordert, die Motive der Geldanlage, der en G e- schäftszweck bzw. Zugehörigkeit zum Geschäftsvermögen nicht nur substanziiert da r- zulegen, sondern auch mit geeigneten Unterlagen nachzuweisen. Es wäre d aher an diesem gelegen, spätestens im Rekurs -/Beschwerdeverfahren die behauptete beab- sichtigte Verwendung der fraglichen Summe von Fr. 100'000.- zu den besagten Investi- tionszwecken in irgendeiner Form zu belegen. Das hat er jedoch in keiner Art und Wei- se getan, indem er weder diesbezügliche Unterlagen eingereicht noch andere Beweismittel auch nur schon genann t hat. Er hätte z.B. die nach seiner Darstellung in der Auflagebeantwortung vom 2. Juli 2009 erwähnten Verhandlungen mit den Gerät e- lieferanten und dem Hauseigentümer sowie die in der Rekurs/Beschwerdeschrift ange- führte Besprechung mit dem Elektroinstallate ur E über die Sani erung der elektrischen Einrichtungen samt Beleuchtung von diesen Personen zumindest bestät igen lassen können. Dergestalt wäre es ihm entgegen sein em Dafürhalten in der Ei nsprache sehr wohl möglich gewesen, den vorgesehenen Verwendungszwec k der Gelda nlage zu belegen, auch wenn – wie er weiter einwendet – noch keine Offerten eingeholt worden - 8 - 1 ST.2010.5 1 DB.2010.4 waren. Ohne solche (minimen) Beweisleistungen ist die Steuerrekurskommission nicht in der Lage, die Richtigkeit seiner Vorbringen zu überprüfen. Die Sachdarstellung des Pflichtigen überzeugt aber ohnehin nicht . So will er ein neues Ultraschallgerät nur deshalb gemietet/geleast statt gekauft sowie in einer einfacheren Version und zum wesentlich günstigeren Preis von Fr. 30'000.- ausgewählt haben, weil die dafür vorgesehenen Fr. 100'000.- von der D veruntreut bzw. unte r- schlagen worden seien. Indessen wurde dieses Gerät von ihm bereits am 2 2. Novem- ber 2007 bestellt und noch im Dezember 2007 ausgeliefert (Lieferantenrechnung der F vom 18. Dezember 2007), obwohl er die Geldanl age bei der D nach seinen Angaben erst mit Wirkung nach diesem Zeitpunkt , nämlich ein Festgeld mit einjähriger Laufzeit vom 28. Dezember 2007 bis 2 7. Dezember 2008, getätigt hat. Das schädigende Ve r- halten der D bei Tätigung der Geldanla ge kann damit erst nach Anschaffung des G e- räts erfolgt sein und diese Anschaffung daher nicht beeinflusst haben. Damit erscheint aber die Behauptung des Pflichtigen , er habe mit den fraglichen Fr. 100'000.- ursprünglich ein Ultraschallgerät für Fr. 150'000.- anschaffen wollen, nicht als glaub- würdig. cc) Dergestalt hat der Pflichtige seine Vorbringen über den vorgesehenen geschäftlichen Zweck der streitigen Geldanlage weder hinreichend substanziiert noch in irgendeiner Form belegt. Da zudem schon die Herkunft der Mittel pr ivater Natur ist, ist ihm der Nachweis, dass es sich dabei um ein Geschäftsaktivum handelt, nicht g e- lungen. Die Aktivierung der Geldanlage in der Praxisbuchhaltung ä ndert daran nichts, da die buchmässige Behandlung im Rahmen der anzustel lenden Gesamtwürd igung zwar als Indiz zu werten ist, jedoch für sich allein die Zuteilung zum Geschäftsverm ö- gen nicht zu bewirken vermag. Dies hat zur Folge, dass die Abschreibung von Fr. 100'000.- schon mangels Zugehörigkeit der Geldanlage zum Geschäftsvermögen nicht geschäftsmässig begrün- det ist. c) Selbst wenn die Geldanlage Geschäftsvermögen des Pflichtigen bildete, änderte sich daran nichts: aa) Bei den aktivierten Fr. 100'000.- soll es sich gemäss den Vorbri ngen des Pflichtigen um eine Festgeldanlage handeln. Indessen ist dies keineswegs gesichert. - 9 - 1 ST.2010.5 1 DB.2010.4 So schloss der Pflichtige mit der D am 24. Mai 2007 einen Vermögensverwal- tungsvertrag, worin Betreuung und Verwaltung der eingebrachten Vermögenswerte nur allgemein umschrieben sind und festgehalten wird, die D vertrete ausschliesslich eine dynamische bis progressive Anlagepolitik, welche sie mit alternativen Anlageinstr u- menten verfolge ( Ziff. 1 und 2). Eine konkrete Geldanlage wird nicht e rwähnt. Auch stellt eine Festgeldanlage kein alternatives Anl ageinstrument dar und w iderspräche eine solche Anlage der statuierten, ausschliesslich verfolgten dynamisch/progressiven Anlagepolitik. Bei den "persönlichen Angaben" ( S. 4 des Vermögensverwaltungsve r- trags) ist sodann neben der ungefähren Höhe des Gesam tvermögens nur die Summe der geplanten Vermögenseinlage von Fr. 100'000.- aufgeführt, jedoch ohne Angabe zur Art der beabsichtigten Anlage. Der Pflichtige hat im bisherigen Verfahren wiederholt geltend gemacht , die Festgeldanlage mit der D "vereinbart" zu haben. Wie und wann d ies neben dem A b- schluss des Vermögensverwaltungsvertrags geschehen sein soll, erwähnt er in dessen nicht, ganz abgesehen davon, dass er hierfür trotz Auflage und Mahnung jeden Beweis schuldig geblieben ist. Lediglich im Steuerauszug per Ende 2007 führt die D u.a. ein Festgeld auf , jedoch nur mit Fr. 60'000.-. Diese Abweichung von der vereinbarten Summe von Fr. 100'000.- versucht der Pflichtige damit zu erklären, dass sämtl iche Bescheinigungen der D erfunden seien, weil zu keiner Zeit auc h nur ein Franken ta t- sächlich im Sinn des Vermögensverwaltungsve rtrags angelegt worden sei. Für diese Behauptung fehlt erneut jeglicher Beweis. bb) Den Verlust der Geldanlage begründet der Pflichtige damit, dass die Anla- ge von der D unterschlagen bzw. ve runtreut worden sei. Wiederum hat er j edoch für diese Behauptung im bisherigen Verfahren keinerlei Beweismittel vorgelegt und auch keine solchen angeboten . Hierzu hätte er aber Anlass genug gehabt, forderte ihn der Steuerkommissär doch im Auflageverfahren auch auf, den geschäftsmässigen Nac h- weis der Wertberichtigung per Ende 2007 mit beweiskräftigen Unterlagen zu erbringen. Schliesslich bleibt trotz Auflage und Mahnung auch ungeklärt, ob eine Gefähr- dung der Gel danlage im massgeblichen Zeitpunkt per 3 1. Dezember 2007 tatsächlich schon gegeben war. Dies e Frage ist aufgrund der Akten zudem eher zu verneinen , wurde die Geldanlage gemäss den Angaben des Pflichtigen doch erst per 2 8. Dezem- ber 2007, d.h. nur zwei Tage vor dem Bilanzstichtag, getätigt und sollen die Geschä- digten über das strafrechtliche Verhalten der D erst viel später, im Mai 2008, informiert - 10 - 1 ST.2010.5 1 DB.2010.4 worden sein. Wenn überhaupt, liesse sich eine Wertberichtigung bzw. Abschre ibung der Geldanlage somit erst im Geschäftsjahr 2008 rechtfertigen. d) Nach alledem erweist sich die streitige Wertberechtigung nicht nur wegen mangelnder Zugehörigkeit der Geldanlage zum Geschäftsvermögen, sondern auch deshalb als geschäftsmässig nicht begründet, weil sowohl die Gefährdung der Anlage selber als auch deren zeitliche Manifestation am B ilanzstichtag nicht nachgewiesen wurden. Die Vorinstanz hat die Wertberichtigung daher zu Recht aufgerechnet. 4. Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Rechtsmittel. Ausgangsg e- mäss sind die Kosten des Verfahrens den Pflichtigen auf zuerlegen ( Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG). Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen ( Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfah- ren vom 20. Dezember 1968). Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 1. Der Rekurs wird abgewiesen. 2. Die Beschwerde wird abgewiesen. […]