<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00207</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204434&amp;W10_KEY=13013568&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00207</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.09.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Niederlassungsbewilligung (Familiennachzug)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Der mittlerweile mit der schweizerischen Staatsangehörigkeit ausgestattete Beschwerdeführer stellte das Gesuch um Familiennachzug für seine 1985 und 1988 geborenen Söhne, welche sich in Kamerun aufhalten. Eine vorrangige familiäre Beziehung zum hier lebenden Vater konnte jedoch nicht nachgewiesen werden, zumal der Vater diese verliess, als sie elf bzw. acht Jahre alt waren und bis zum Gesuch um Familiennachzug fast sieben Jahre verstreichen liess. Dass diese während der letzten Jahre in Kamerun mehr vom Verwandtenverbund als von ihren jeweiligen Müttern betreut wurden, spielt angesichts der unterschiedlichen kulturellen Verhältnisse keine Rolle.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORRANGIGE FAMILIÃRE BEZIEHUNG">VORRANGIGE FAMILIÃRE BEZIEHUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 17 Abs. II ANAG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1966, ursprÃ¼nglich StaatsangehÃ¶riger von D, heiratete am 3. Februar 1996 in seiner Heimat die 1952 geborene Schweizerin C, mit welcher er in die Schweiz einreiste. Am 2. April 1996 erhielt er die Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich zum Verbleib bei seiner Ehefrau. Am 25. Juni 2001 wurde A die Niederlassungsbewilligung, am 14. MÃ¤rz 2002 die schweizerische StaatsangehÃ¶rigkeit zuerkannt.</p> <p class="Sachverhalt2">Aus zwei verschiedenen vor- und ausserehelichen Beziehungen gingen die SÃ¶hne H, geboren 1985, und I, geboren 1988, hervor.</p> <p class="Sachverhalt2">Am 22. Dezember 2002 stellte A bei der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) das Gesuch um Nachzug seiner beiden in D lebenden SÃ¶hne. Die Direktion wies die beiden Gesuche am 18. August 2003 ab. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>II.</b></p> <p class="Sachverhalt2">Einen dagegen eingereichten Rekurs wies der Regierungsrat am 24. MÃ¤rz 2004 ab; im Wesentlichen mit der BegrÃ¼ndung, bei beiden SÃ¶hnen, die aus einem verschiedenen familiÃ¤ren Umfeld stammten, kÃ¶nne keine vorrangige familiÃ¤re Beziehung zu ihrem leiblichen Vater festgestellt werden und ein Nachzug erweise sich auch aus anderen GrÃ¼nden nicht als notwendig.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>III.</b></p> <p class="Sachverhalt2">Mit Eingabe vom 3. Mai 2004 stellte A durch seine Rechtsvertreterin dem Verwaltungsgericht mit Beschwerde die AntrÃ¤ge, der Entscheid des Regierungsrats sei aufzuheben und das Gericht mÃ¶ge die Anweisung erteilen, dass den beiden SÃ¶hnen die Niederlassungsbewilligung im Kanton ZÃ¼rich, allenfalls die Aufenthaltsbewilligung, erteilt werde. Im Fall der Gutheissung sei dem BeschwerdefÃ¼hrer eine EntschÃ¤digung fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren zuzusprechen und seien die Kosten des letzteren der Staatskasse zu belasten. </p> <p class="Sachverhalt2">WÃ¤hrend sich die beschwerdebeklagte Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit nicht vernehmen liess, beantragte die Staatskanzlei namens des Regierungsrats dem Verwaltungsgericht, die Beschwerde abzuweisen. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span> zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Auf dem Gebiet der Fremdenpolizei ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht nur gegen Anordnungen letztinstanzlicher kantonaler BehÃ¶rden zulÃ¤ssig, die sich auf einen Rechtsanspruch aus Bundes- oder VÃ¶lkerrecht abzustÃ¼tzen vermÃ¶gen (§ 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] einerseits und mit Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 anderseits; BGE 128 II 145 E. 1.1.1). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Nach Art. 4 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) entscheidet die BehÃ¶rde im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der VertrÃ¤ge mit dem Ausland nach freiem Ermessen Ã¼ber die Bewilligung von Niederlassung und Aufenthalt. Die auslÃ¤ndische Person hat somit keinen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz, sofern sie sich nicht auf eine Sondernorm des Landesrechts oder eines Staatsvertrags stÃ¼tzen kann. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Wie der Regierungsrat zutreffend ausgefÃ¼hrt hat, besteht im schweizerischen Recht keine Bestimmung, welche garantiert, dass hier lebende schweizerische Elternteile ihre im Ausland lebenden Kinder mit auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶rigkeit zu sich nachziehen kÃ¶nnen. Indessen ist der fÃ¼r niedergelassene auslÃ¤ndische Personen geltende Rechtsanspruch von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG analog fÃ¼r FamiliennachzugsfÃ¤lle auslÃ¤ndischer Kinder von schweizerischen StaatsangehÃ¶rigen anwendbar erklÃ¤rt worden (BGE 118 Ib 156 E. 1b). Nach dieser Vorschrift haben ledige Kinder unter 18 Jahren grundsÃ¤tzlich Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung, wenn sie mit ihren Eltern zusammen wohnen. Wie der Regierungsrat zutreffend festgestellt hat, besteht damit fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer, welcher schweizerischer StaatsangehÃ¶riger ist, grundsÃ¤tzlich ein Rechtsanspruch gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 2 ANAG. Weil nach der Rechtsprechung (BGE 118 Ib 156 E. 1b) fÃ¼r die Altersgrenze auf den Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs abzustellen ist, und in diesem Zeitpunkt, 22. Dezember 2002, beide SÃ¶hne noch nicht volljÃ¤hrig waren, fÃ¼hrt diese Rechtslage dazu, dass das Verwaltungsgericht auf die Beschwerde einzutreten hat. Ob sich der grundsÃ¤tzlich mÃ¶gliche Rechtsanspruch aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde durchsetzen lÃ¤sst, ist dabei Gegenstand der nachfolgenden materiellen ErwÃ¤gungen (BGE 128 II 145 E. 1.1.5).</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>1.4</span></b><span> Bei dieser Gelegenheit wird das Gericht auch die BeschwerdeantrÃ¤ge gestÃ¼tzt auf die Anspruchsgrundlagen von Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) sowie â im vorliegenden Fall inhaltlich identisch â Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) zu Ã¼berprÃ¼fen haben. Beide Normen gewÃ¤hrleisten die Achtung des Privat- und Familienlebens und kÃ¶nnen bewirken, dass die Verweigerung einer Anwesenheitsbewilligung in der Schweiz sich als konventions- oder verfassungswidrig erweist. Der in diesen Vorschriften allenfalls verankerte Rechtsanspruch steht allerdings nur dem noch nicht volljÃ¤hrigen, 1988 geborenen Sohn I zu. FÃ¼r erwachsene AngehÃ¶rige setzt der Anspruch aus der Garantie des Privat- und Familienlebens eine besondere AbhÃ¤ngigkeit gegenÃ¼ber nahen Verwandten voraus, welche im vorliegenden Fall mit Bezug auf den 1985 geborenen und heute volljÃ¤hrigen Sohn nicht behauptet wurde (BGE 120 Ib 257 E. 1f). </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2</span></b><span>.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.1</span></b><span> GemÃ¤ss ihrem Wortlaut geht die Regelung von Art. 17 Abs. 2 ANAG fÃ¼r den Nachzug von minderjÃ¤hrigen Kindern davon aus, dass diese mit beiden Eltern zusammenwohnen sollen. Wenn sich bei geschiedenen oder nicht miteinander verheirateten Eltern nur der eine Elternteil in der Schweiz, der andere im Ausland aufhÃ¤lt, kann das vom Gesetzgeber angestrebte Ziel der ZusammenfÃ¼hrung der Gesamtfamilie von vornherein nicht erreicht werden. In solchen FÃ¤llen entspricht es dem Gesetzestext nicht, einen bedingungslosen Anspruch auf Nachzug der Kinder anzunehmen. Die Rechtsprechung hat den Nachzug in diesen FÃ¤llen an die Bedingung geknÃ¼pft, dass zwischen dem nachzuziehenden Kind und dem den Nachzug wÃ¼nschenden Elternteil eine vorrangige familiÃ¤re Beziehung besteht und sich der Nachzug als zu seiner Pflege als notwendig erweist (BGE 118 Ib 159 E. 2b). Gegeneinander abzuwÃ¤gen sind dabei nicht nur die Beziehungen zu den Elternteilen, sondern auch die Beziehungen, die das Kind mit Personen verbindet, welche im Ausland die Elternrolle Ã¼bernommen haben. Der Nachzug ist nur zu bewilligen, wenn die WÃ¼rdigung der gesamten UmstÃ¤nde zum Schluss fÃ¼hrt, dass das nachzuziehende Kind zum hier lebenden Elternteil in engerer Beziehung steht (BGE 124 II 361 E. 3a).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Sowohl Art. 17 Abs. 2 (letzter Satz) ANAG als auch Art. 8 EMRK/Art. 13 BV vermitteln nicht ein absolutes Recht auf Nachzug von Familienmitgliedern. Insbesondere rÃ¤umen die Bestimmungen nicht demjenigen Elternteil ein Recht auf Nachzug eines Kindes ein, welcher freiwillig ins Ausland verreist ist, der ein weniger enges VerhÃ¤ltnis zum Kind hat als der andere Elternteil oder sonstige Verwandte, die fÃ¼r das Kind sorgen, und der seine bisherigen Beziehungen zum Kind weiterhin pflegen kann. Bei der verlangten vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung und der Notwendigkeit des Nachzugs kommt es nicht nur auf die bisherigen VerhÃ¤ltnisse an, sondern es kÃ¶nnen auch zukÃ¼nftige UmstÃ¤nde wesentlich werden. Vorbehalten sind FÃ¤lle, in denen klare Anhaltspunkte fÃ¼r neue familiÃ¤re AbhÃ¤ngigkeiten oder fÃ¼r eine wesentliche Verlagerung der BeziehungsintensitÃ¤ten bestehen, wie etwa beim Hinschied von Personen, die das Kind bisher betreut haben (BGE 124 II 361 E. 3a). Die Verweigerung ist â zusammengefasst â dann nicht zu beanstanden, wenn die Familientrennung von den Betroffenen ursprÃ¼nglich selbst freiwillig herbeigefÃ¼hrt worden ist, fÃ¼r die Ãnderung der bisherigen VerhÃ¤ltnisse keine Ã¼berwiegenden familiÃ¤ren Interessen bestehen beziehungsweise sich ein Wechsel nicht als zwingend notwendig erweist und die FortfÃ¼hrung und Pflege der bisherigen familiÃ¤ren Beziehungen nicht behÃ¶rdlich verhindert wird (BGE 124 II 361 E. 3a; mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur). </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.1</span></b><span> Der Regierungsrat hat befunden, die beiden SÃ¶hne hÃ¤tten nie zusammen gelebt, weshalb ihre Familiensituationen getrennt beurteilt werden mÃ¼ssten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Bezug auf den Ã¤lteren, 1985 geborenen Sohn sei keine vorrangige Beziehung zum BeschwerdefÃ¼hrer ersichtlich. Der Sohn sei, wegen BerufstÃ¤tigkeit der Mutter, teilweise bei Grosseltern, teilweise bei einem Onkel aufgewachsen. Als die Mutter im Jahr 1999 schwer verunfallt sei, habe es der BeschwerdefÃ¼hrer nicht fÃ¼r nÃ¶tig befunden, den Nachzug zu verlangen, obwohl er seit 1996 â Heirat mit einer Schweizerin â Ã¼ber ein gefestigtes Aufenthaltsrecht und damit die rechtliche NachzugsmÃ¶glichkeit verfÃ¼gt habe. Im Ãbrigen unterhalte der Ã¤ltere Sohn eine gute Beziehung zu seiner Mutter. Er sei in seiner Heimat integriert und befinde sich in einer schulischen Ausbildung, die er mit Ehrgeiz verfolge. Weder bestehe, nach Ansicht des Regierungsrats, eine vorrangige familiÃ¤re Beziehung zum in der Schweiz lebenden Vater, noch bestÃ¼nden wichtige GrÃ¼nde, den nunmehr volljÃ¤hrigen Jugendlichen aus seiner gewohnten Umgebung an einen vÃ¶llig fremden und ihm unvertrauten Ort zu versetzen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Den jÃ¼ngeren Sohn habe der BeschwerdefÃ¼hrer verlassen, als dieser sieben Jahre alt gewesen sei. WÃ¤hrend sechs Jahren sei ein Nachzug nicht gewÃ¼nscht oder angestrengt worden, obwohl fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer rechtlich mÃ¶glich. Die prÃ¤genden Jahre der Jugendzeit habe der heute 15 1/2-jÃ¤hrige ohne seinen Vater verbracht; dieser habe seinen Sohn seit rund acht Jahren nicht mehr im Alltag erlebt. Auch hier fehle es an einer vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung. DarÃ¼ber hinaus, beziehungsweise unabhÃ¤ngig davon, bestÃ¼nde keine Notwendigkeit, den Jugendlichen heute in eine ihm vÃ¶llig fremde Umgebung zu versetzen; im Gegenteil wÃ¤re eine solche Massnahme nachteilig.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Bezug auf beide SÃ¶hne ist der Regierungsrat der Ansicht, die heutigen Nachzugsbegehren seien weniger zum Zweck der ZusammenfÃ¼hrung der (Teil-)Familie, als im Hinblick auf die in der Schweiz besseren Ausbildungs- und BerufsmÃ¶glichkeiten erfolgt. Dieser Beweggrund sei vom gesetzlichen Anspruch auf Kindernachzug nicht geschÃ¼tzt. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.2</span></b><span> In der Beschwerde wird bestritten, dass keine vorrangige Beziehung der beiden SÃ¶hne zu ihrem Vater bestehe. Im Ãbrigen sei bei der AbwÃ¤gung der Vorrangigkeit der Einbezug von und der Vergleich mit anderen Personen als dem anderen Elternteil unzulÃ¤ssig, da die rechtlichen Garantien des Familienlebens auch dem einzelnen Elternteil zukÃ¤men und diesem nicht zuzumuten sei, sich mit Drittpersonen messen zu mÃ¼ssen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Selbst wenn die Beziehung zu Drittpersonen zulÃ¤ssig wÃ¤re, hÃ¤tten im konkreten Fall die SÃ¶hne keine intensivere Beziehung zu diesen aufgebaut als zum im Ausland lebenden Vater. Bei den mit der Betreuung betrauten Verwandten handle es sich in beiden FÃ¤llen um eine provisorische LÃ¶sung; beim Ã¤lteren Sohn bei einem Onkel mÃ¼tterlicherweits jedenfalls seit nunmehr vier Jahren, beim jÃ¼ngeren Sohn erfolge die Betreuung seit dem Jahr 2000 nicht mehr durch die Grosseltern mÃ¼tterlicherseits, sondern durch eine Schwester und eine Halbschwester des BeschwerdefÃ¼hrers. Dieses Provisorium dauere ebenfalls seit rund vier Jahren und habe keine nennenswerte familiÃ¤re Beziehung zwischen betreutem Sohn und betreuender Person schaffen kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.1</span></b><span> Das Verwaltungsgericht ist aufgerufen, letztinstanzliche Anordnungen von VerwaltungsbehÃ¶rden auf allfÃ¤llige Rechtsverletzungen zu Ã¼berprÃ¼fen (§ 41 und 50 Abs. 1 und 2 VRG). Es ist nicht befugt, aus OpportunitÃ¤tsgrÃ¼nden sein Ermessen an die Stelle desjenigen der VerwaltungsbehÃ¶rde zu setzen, solange diese ihr Ermessen nicht missbraucht oder Ã¼berschreitet (§ 50 Abs. 2 lit. c VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.2</span></b><span> Die AbwÃ¤gung der familiÃ¤ren Bindungen von Kindern in getrennten Teilfamilien stellt das Kindeswohl Ã¼ber die (Teil-) Interessen von Elternteilen. Sind beide Elternteile vorhanden, kann es zum vornherein nicht um die ZusammenfÃ¼hrung der Gesamtfamilie gehen. Das Kindeswohl erweist sich in dieser Situation als ausschlaggebende Entscheidhilfe. Die Rechtsprechung des Bundesgerichts findet sich damit auch im Einklang mit den Forderungen der UNO-Kinderrechtskonvention vom 20. November 1989/26. MÃ¤rz 1997 (KRK). GemÃ¤ss Art. 3 Abs. 1 KRK ist bei allen Massnahmen, die Kinder betreffen, gleichviel ob sie von Ã¶ffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen FÃ¼rsorge, Gerichten, VerwaltungsbehÃ¶rden oder Gesetzgebungsorganen getroffen werden, das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berÃ¼cksichtigen ist. Dass in Kulturkreisen, in denen die Betreuung und Erziehung von Kindern nicht in der Kleinfamilie, sondern im Sippen- oder im Rahmen eines Verwandtenverbunds erfolgt, die AbwÃ¤gung mit Bezug auf das Kindeswohl auch die Bindung der Kinder zu Drittpersonen umfasst, ist eine BerÃ¼cksichtigung des Kindeswohls in anderen kulturellen Rahmenbedingungen. Insofern ist die Rechtsprechung nicht zu beanstanden. Streitig kann einzig sein, ob bei verwitweten Elternteilen der sich um den Nachzug bemÃ¼hende Elternteil sich auch allfÃ¤llige vorrangige familiÃ¤re Beziehungen seiner Kinder zu Drittpersonen entgegenhalten lassen muss oder ob ihm das Gesetz einen unter diesen UmstÃ¤nden bedingungslosen Anspruch auf Vereinigung der (Rest-) Familie einrÃ¤umt, analog zur Rechtsprechung zum gemeinsamen Nachzugsbegehren zusammen lebender Elternpaare (BGE 126 II 329 E. 3b). Diese Frage ist umstritten, indessen hier nicht von Bedeutung, da bei beiden SÃ¶hnen deren MÃ¼tter nicht verstorben oder dauernd abwesend sind und sich damit eine PrÃ¼fung der Vorrangigkeit familiÃ¤rer Bindungen nicht verbietet.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.3 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat seine SÃ¶hne verlassen, als diese elf beziehungsweise acht Jahre alt waren. Bis zum Gesuch um Nachzug sind annÃ¤hernd sieben Jahre vergangen. Der BeschwerdefÃ¼hrer will die SÃ¶hne in dieser Zeit jedes Jahr wÃ¤hrend mehrerer Wochen besucht und unter dem Jahr mit ihnen derart den Austausch gepflegt haben, dass ein engerer Kontakt als zu anderen Betreuungspersonen entstanden sei. Aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung wÃ¤re diese Schilderung allerdings nur glaubhaft, wenn die SÃ¶hne in ihrer Heimat wÃ¤hrend all dieser Jahre faktisch ohne jegliche menschliche Betreuung hÃ¤tten auskommen mÃ¼ssen, was der BeschwerdefÃ¼hrer selbst nicht behauptet. Vielmehr hatten die SÃ¶hne ein Betreuungsumfeld wÃ¤hrend vieler fÃ¼r ihre Erziehung wichtiger Jahre, sei es durch einen Familienverbund, sei es teilweise durch ihre MÃ¼tter â wobei keine Rolle spielt, ob letztere innerhalb oder getrennt vom Familienverbund anwesend waren. Selbst wenn nach den Schilderungen in der Beschwerde zeitweise und vor allem in den letzten Jahren provisorische BetreuungslÃ¶sungen bei Schwestern beziehungsweise Onkeln hatten gewÃ¤hlt werden mÃ¼ssen, vermag dies der EinschÃ¤tzung, die der Regierungsrat vorgenommen hat, keinen Abbruch zu tun: FÃ¼r den Ã¤lteren Sohn spielen die BetreuungsverhÃ¤ltnisse nach seiner VolljÃ¤hrigkeit ohnehin keine Rolle und fÃ¼r den jÃ¼ngeren Sohn bildet auch eine vorÃ¼bergehend weniger intensive Betreuung durch Verwandte und die gelegentliche Anwesenheit seiner Mutter eine stÃ¤rkere Beziehung als die zu seinem seit Jahren im Ausland abwesenden Vater. Inwieweit den Grosseltern eine behÃ¶rdlich zugesicherte Obhuts- oder Sorgerolle zukam, ist dabei nicht von Bedeutung. Nicht zu hÃ¶ren ist der Einwand, der BeschwerdefÃ¼hrer habe seine Kinder nicht freiwillig verlassen. Dass er seiner Ehefrau ins </span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ausland folgte und dafÃ¼r seine Kinder verliess, beruhte auf seiner Wahl und nicht auf einer Verpflichtung von behÃ¶rdlicher Seite. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Regierungsrat hat das Nachzugsbegehren aufgrund der fehlenden vorrangigen Beziehung der Kinder zum BeschwerdefÃ¼hrer abgewiesen. Aus welchen GrÃ¼nden dieser fÃ¼r sein Gesuch derart lange zugewartet hat, ist dabei von untergeordneter Bedeutung. Er behauptet, sich in einem Rechtsirrtum befunden zu haben, indem er geglaubt haben will, zum Nachzug erst im Zeitpunkt der Niederlassungsbewilligung berechtigt zu sein. Ob damit eine Vertuschung einer verspÃ¤teten und damit rechtsmissbrÃ¤uchlichen Anrufung der FamiliennachzugsmÃ¶glichkeit beabsichtigt ist, ist nicht von Bedeutung. Die Vorinstanz durfte im Sinne der Rechtsprechung davon ausgehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seine Kinder freiwillig verlassen hatte, dass zu ihnen keine vorrangige familiÃ¤re Beziehung bestand und dass keine anders geartete Notwendigkeit fÃ¼r den Nachzug der SÃ¶hne aus ihrer gewohnten in eine vÃ¶llig fremde Umgebung gegeben war. Damit erweist sich der Entscheid des Regierungsrats sowohl gemessen an Art. 17 Abs. 2 ANAG als auch an Art. 8 EMRK als rechtmÃ¤ssig. Auch ein rechtzeitig gestelltes Gesuch vermÃ¶chte daran nichts zu Ã¤ndern. Eine weiter gehende ÃberprÃ¼fung hat das Gericht nicht vorzunehmen, sondern muss sich auf die Feststellung der Rechtsfolge beschrÃ¤nken, dass die Beschwerde abzuweisen ist. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>5.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG) und steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet <span>die Kammer</span>:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen. </p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an:â¦</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>