Interpellation Giudici 746 N 22 mars 1985 3. Nach Artikel 102 Absatz 1 Buchstabe e der Verordnung vom 14. November 1973 über die Luftfahrt haben die schweizerischen Unternehmen des Linienverkehrs in der Schweiz Personal mit schweizerischer Staatsangehörigkeit zu beschäftigen; das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement (EVED) kann jedoch auf Zusehen hin die Anstellung von Ausländern bewilligen. Das EVED hat von dieser Möglichkeit in bezug auf unser natio- nales Unternehmen Swissair mit Zurückhaltung Gebrauch gemacht. Gestützt auf die massgebenden Bestimmungen der Luft- fahrtverordnung erteilte das EVED der Swissair auf begrün- detes Gesuch hin seit dem Zweiten Weltkrieg verschiedent- lich die Bewilligung, ausländische Piloten zu beschäftigen. Besonders in den Zeiten der Hochkonjunktur mit entspre- chender Verkehrszunahme war es der Swissair oft nicht möglich, rechtzeitig eine genügende Zahl geeigneter Schweizer Piloten zu finden. Wohl wurde jeweils die Zahl der in der Schweizerischen Luftverkehrsschule (SLS) auszu- bildenden Schweizer Piloten erhöht; da die Ausbildungszeit jedoch zweieinhalb Jahre beträgt, konnte sich die Erhöhung des schweizerischen Nachwuchses im Betrieb der Swissair erst entsprechend später auswirken. In dieser Situation war es für unsere nationale Gesellschaft unumgänglich, auf aus- gebildete, erfahrene Ausländerpiloten zurückzugreifen. Im Hinblick auf die sich abzeichnende Rezession und die damit verbundene Verkehrsstagnation hatte die Swissair im Jahre 1974 die Ausbildung von Schweizer Piloten wieder gedrosselt. Einen zu grossen Pilotenbestand kann sich das Unternehmen nicht leisten. Auch die weitgehend vom Bund finanzierte, teure Ausbildung der Piloten in der SLS gebietet Zurückhaltung. Die Ende der siebziger Jahre eingetretene, nicht in diesem Ausmass erwartete Verkehrsbelebung, fer- ner neue Marktstudien, eine Revision der Flottenplanung und die Bestellung neuer Flugzeuge führten wieder zu einem erhöhten Bedarf an Piloten. Dementsprechend ergriff die Swissair verschiedene Massnahmen wie die Erhöhung des Pensionierungsalters vom 55. auf das 58. Altersjahr und die erneute Erhöhung der Zahl der in die SLS einberufenen Schweizer. Um den gleichwohl drohenden Unterbestand im Pilotenkorps abzuwenden, erteilte das EVED im Jahre 1980 nach eingehender Prüfung durch das Bundesamt für Zivil- luftfahrt (BAZL) und das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (BIGA) letztmals der Swissair die Bewilligung zur Beschäftigung einer bestimmten Höchstzahl von Ausländer- piloten. Der Swissair wurde die Verpflichtung auferlegt, aus- scheidende Ausländerpiloten durch Schweizer zu ersetzen, um einen sukzessiven Abbau des Ausländerbestandes zu erreichen. Seit 1980 haben durchschnittlich fünf Ausländer pro Jahr das Pilotenkorps der Swissair durch Austritt oder Pensionierung verlassen und sind durch Schweizer ersetzt worden. In nächster Zeit werden die Abgänge von Auslän- dern durch Pensionierung eher noch zunehmen. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt. #ST# 84.537 Interpellation Giudici Gotthard-Strassentunnel. Betrieb Galleria stradale del San Gottardo. Problemi di esercizio Tunnel routier du Saint-Gothard. Exploitation Wortlaut der Interpellation vom 3. Oktober 1984 Ich stelle dem Bundesrat die folgenden Fragen: 1. Gibt es im Gotthard-Strassentunnel tatsächlich techni- sche Betriebsprobleme? Wenn ja, welcher Art sind sie, wel- ches sind ihre Ursachen und welche Anlagen sind davon betroffen? 2. Stimmt es, dass Anlagen kaum drei Jahre nach ihrer Inbetriebnahme ganz oder zum Teil ersetzt worden sind? Wenn ja, geschah dies im Rahmen der normalen Überho- lungsarbeiten oder gaben Mängel dazu Anlass? 3. Stimmt es, dass im Tunnel schädliche Gase festgestellt wurden? Wenn ja, was waren dies für Gase? Testo della interpellazione del 3 ottobre 1984 Pongo al governo le seguenti domande: 1. Esistono realmente problemi tecnici nell'esercizio della galleria; se si di quale natura, quali sono le cause e quali gli impianti interessati? 2. Corrisponde al vero che alcuni impianti sono stati sosti- tuiti, integralmente o parzialmente, appena tre anni dopo la loro entrata in funzione? Queste eventuali sostituzioni rien- trano nelle normali riparazioni di esercizio oppure sono attribuibili a difetti? 3. Corrisponde al vero che è stata constatata in galleria la presenza di gas nocivi e, in caso affermativo, di quale natura? Texte de l'interpellation du 3 octobre 1984 Je pose au gouvernement les questions suivantes: 1. Y a-t-il réellement des problèmes techniques dans l'ex- ploitation du tunnel; dans l'affirmative, de quelle nature sont-ils, quelles en sont les causes et quelles sont les instal- lations concernées? 2. Est-il exact que certaines installations ont été rempla- cées, en tout ou partie, à peine trois ans après leur entrée en service? Ces remplacements éventuels rentrent-ils dans le cadre des réparations normales ou doit-on les attribuer à des défectuosités? 3. Est-il vrai qu'on a constaté dans le tunnel la présence de gaz nocifs, et, dans l'affirmative, de quelle nature sont-ils? Schriftliche Begründung Motivazione scritta - Développement par écrit Lavori importanti sono avvenuti nella galleria stradale del San Gottardo nel corso del'ultimo anno. In alcuni periodi si è constatata la permanenza di gas di scarico non assorbiti completamente e rapidamente dal sistema di aerazione, così da avere condizioni decisamente inferiori a quelle riscontra- bili ad esempio nella galleria dello Seelisberg. Alcune recenti dichiarazioni di tecnici competenti delle amministrazioni cantonali confermano l'esistenza di diffi- coltà nei sistemi elettronici di controllo, nell'apparato di aerazione e di illuminazione. Queste prese di posizione dei technici, diffuse dalla stampa, potrebbero creare inquietudine nell'opinione pubblica e in particolare tra gli utenti. Una presa di posizione del Consiglio federale può quindi tranquillizzare gli interessati.22. März 1985 N 747 Interpellation Iten Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. Februar 1985 Risposta scritta del Consiglio federale del 20 febraio 1985 Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 février 1985 1. Non esistono veri problemi tecnici nell'esercizio della galleria stradale del San Gottardo. La stessa è aperta al traffico da oltre 4 anni; è stata percorsa da oltre 13 milioni di veicoli; e la chiusura per difetti agli impianti tecnici non ha superato, in media, un'ora all'anno. 2. La galleria del San Gottardo è tuttora la galleria del suo genere più lunga del mondo. Taluni suoi impianti sono prototipi. È pertanto chiaro che si abbia dovuto provvedere a qualche perfezionamento o ampliamento. Finora nessun impianto è stato sostituito. Si prospetta tuttavia la sostitu- zione di trasformatori raffreddati mediante PCB e degli analoghi condensatori, poiché il mezzo raffreddante può produrre, ad alte temperature in caso d'incendio, dei gas estremamente tossici. In ossequio alla nuova legge sulla protezione dell' ambiente questo rischio è da eliminare il più presto possibile. 3. Gas derivanti dalla combustione nei motori che possono essere nocivi in forti concentrazioni, come CO, vengono costantemente contenuti entro i limiti di concentrazione ammissibili mediante appropriata ventilazione. Misure effet- tuate dall'INSAI ne hanno dato la conferma. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bun- desrates befriedigt. #ST# 84.491 Interpellation Iten Vernehmlassungsverfahren. Staatspolitische Bedeutung Procédure de consultation. Portée politique Wortlaut der Interpellation vom 17. September 1984 1. Im Zusammenhang mit der vom Bundesrat durchgeführ- ten Vernehmlassung über Tempo 100/80 stellt sich, ange- sichts von Äusserungen von Mitgliedern der Landesregie- rung, die grundsätzliche Frage nach der staatspolitischen Bedeutung von Vernehmlassungsverfahren in der schweize- rischen Demokratie. Ich frage deshalb den Bundesrat, wel- che Bedeutung den von ihm angeordneten Vernehmlas- sungsverfahren grundsätzlich zukommt. 2. Aufgrund der Äusserungen einzelner Mitglieder des Bun- desrates, die Ergebnisse des damals noch laufenden Ver- nehmlassungsverfahrens über Tempo 100/80 würden die Landesregierung nur dann beeinflussen, wenn eine grosse Mehrheit der Stellungnahmen die vom Bundesrat in Erwä- gung gezogenen Massnahmen ablehnt, ist offenzulegen, nach welchen Grundsätzen der Bundesrat in einem Ver- nehmlassungsverfahren eingegangene Stellungnahmen auswertet. 3. Noch während der Dauer des Vernehmlassungsverfah- rens wurde durch einzelne Mitglieder der Landesregierung der Begriff «grosse Mehrheit» in die Diskussion gebracht. Dieser Begriff einer qualifizierten Mehrheit war unserer Demokratie bis heute fremd. Es drängt sich deshalb die Frage auf, woher dieser Begriff stammt und auf welche gesetzliche Grundlage er sich abstützt. 4. Bezieht sich diese qualifizierte Mehrheit auf die Anzahl der eingelangten Stellungnahmen, auf die Anzahl der Kan- tone bzw. Parteien und Verbände oder auf die Anzahl der Menschen, die in diesen Kantonen wohnen oder hinter diesen Parteien bzw. Verbänden stehen? 5. Wie sollen es die zur Stellungnahme aufgerufenen Kan- tonsregierungen, Parteien und Verbände verstehen, wenn Mitglieder der Landesregierung noch im Laufe des Ver- nehmlassungsverfahrens öffentlich verlautbaren, die Ergeb- nisse der Vernehmlassung würden den Bundesrat höchst- wahrscheinlich nicht bei seiner Entscheidung beeinflussen? 6. Rechnet der Bundesrat bei der Beurteilung der Akzep- tanz eines von ihm in Aussicht genommenen Beschlusses auch die Unterschriftenzahl einer zum gleichen Thema angelaufenen Volksinitiative hinzu? 7. Erachtet es der Bundesrat für die Beurteilung der Akzep- tanz eines vom ihm in Aussicht genommenen Beschlusses auch die in den Massenmedien publizierten Ergebnisse von Meinungsumfragen als erheblich? Wenn ja, welche wissenschaftlichen Minimalerfordernisse haben solche Meinungsumfragen zu erfüllen? 8. Welchen politischen Stellenwert geniessen «Briefe an den Bundesrat», die von Parlamentariern unterzeichnet werden? Texte de l'interpellation du 17 septembre 1984 1. En rapport avec la consultation que le Conseil fédéral a ordonnée au sujet des vitesses maximales 100/80 se pose la question fondamentale de la portée dans la démocratie suisse des procédures de consultation sur le plan de la politique générale, compte tenu des déclarations faites par des membres du gouvernement. Je demande donc au Con- seil fédéral quelle portée de principe il attribue agx procé- dures de consultation qu'il organise. 2. Les critères en vertu desquels le Conseil fédéral évalue et apprécie les réponses aux procédures de consultation doi- vent être rendus publics, certains des membres de cette autorité ayant fait des déclarations aux termes desquelles les résultats de la procédure de consultation (alors en cours) sur les vitesses 100/80 n'exerceraient d'influence sur le gouvernement que si les mesures qu'il envisageait à l'épo- que étaient mal accueillies dans la majeure partie des ré- ponses. 3. Avant même que la procédure de consultation ne soit arrivée à son terme, quelques membres du Conseil fédéral ont introduit dans la discussion la notion de «forte majo- rité». Or cette notion de majorité qualifiée était jusqu'à présent inconnue dans notre système démocratique. C'est pourquoi on doit se demander d'où elle est tirée et sur quoi elle se fonde. 4. Cette majorité qualifiée s'applique-t-elle au nombre des réponses reçues, à celui des cantons ou partis politiques et associations consultés, voire au nombre de personnes habi- tant ces cantons ou affiliées à ces partis ou associations? 5. Comment les gouvernements cantonaux, les partis et les associations invités à donner leur avis doivent-ils réagir lorsque des membres du gouvernement central déclarent publiquement, quand bien même la procédure de consulta- tion n'est pas encore close, que selon toute vraisemblance, les résultats de la consultation n'influeront pas sur la déci- sion du Conseil fédéral? 6. Lorsqu'il quantifie l'accueil positif qui est fait à l'une des décisions qu'il envisage de prendre, le Conseil fédéral ajoute-t-il le nombre des signatures à l'appui d'une demande d'initiative populaire qui vient d'être lancée sur le même sujet? 7. Lorsqu'il quantifié l'accueil positif qui est réservé à une décision qu'il se propose de prendre, le Conseil fédéral considère-t-il également comme valables et représentatifs les résultats de sondages d'opinion qui ont été publiés par les médias? Si oui, quelles sont les exigences scientifiques minimales auxquelles de tels sondages doivent satisfaire? _ 8. De quelle influence politique jouissent les «Lettres au Conseil fédéral» lorsqu'elles sont signées par des parlemen- taires?Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Giudici Gotthard-Strassentunnel. Betrieb Interpellation Giudici Tunnel routier du Saint-Gothard. Exploitation Interpellation Giudici Galleria stradale del San Gottardo. Problemi di esercizio In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 84.537 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 22.03.1985 - 08:00 Date Data Seite 746-747 Page Pagina Ref. No 20 013 284 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.