<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00214</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105936&amp;W10_KEY=13013579&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00214</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.02.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bio-Umstellungsbeiträge</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Festsetzung der Beiträge für die Umstellung eines Landwirtschaftsbetriebs auf biologische Bewirtschaftung nach dem zur Zeit der Beitragszusicherung geltenden Recht bedeutet keine unzulässige Rückwirkung. Zulässigkeit der Beschwerde (E. 1). Zuständigkeit des Einzelrichters (E. 2). Bei der Anwendung der Übergangsregelung in § 5 Abs. 1 StaatsbeitragsG handelt es sich hier lediglich um eine unechte Rückwirkung, die als zulässig erscheint (E. 3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BIOLOGISCHE BEWIRTSCHAFTUNG">BIOLOGISCHE BEWIRTSCHAFTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENANTEIL">KOSTENANTEIL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: LANDWIRTSCHAFTSRECHT (INKL. GÃTERZUSAMMENLEGUNGEN)">LANDWIRTSCHAFTSRECHT (INKL. GÃTERZUSAMMENLEGUNGEN)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: RÃCKWIRKUNG DES GESETZES">RÃCKWIRKUNG DES GESETZES</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWIRKUNG, ECHTE">RÃCKWIRKUNG, ECHTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWIRKUNG, UNECHTE">RÃCKWIRKUNG, UNECHTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STAATSBEITRAG">STAATSBEITRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STAATSBEITRÃGE (SUBVENTIONEN), FINANZAUSGLEICH">STAATSBEITRÃGE (SUBVENTIONEN), FINANZAUSGLEICH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMSTELLUNGSBEITRÃGE">UMSTELLUNGSBEITRÃGE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 43 lit. Ic LwG</span><br/><span class="ungerade">Art. 168b LwG</span><br/><span class="gerade">§ 2 StaatsbeitragsG</span><br/><span class="ungerade">§ 5 lit. I StaatsbeitragsG</span><br/><span class="gerade">§ 38 lit. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 43 lit. I c VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A betreibt in der Gemeinde X einen landwirtschaftlichen Betrieb. Am 10. De­zember 1998 liess er sich bei der kantonalen Beratungsstelle fÃ¼r biologischen Landbau beraten. Per 1. Januar 1999 stellte er seinen Betrieb gemÃ¤ss eigenen Angaben auf bio­lo­gische Bewirtschaftung um und unterzeichnete am 10. Mai 1999 ein schriftliches Ge­such um Auszahlung von UmstellungsbeitrÃ¤gen. Am 24. November 1999 stellte die Bera­tungs­stelle an das kantonale Amt fÃ¼r Landschaft und Natur (ALN) den Antrag, an A fÃ¼r das erste Umstellungsjahr (1999) einen Beitrag von Fr. 7'566.- (Fr. 2'000.- Be­triebsbeitrag; Fr. 5'566.-­ ­FlÃ¤chenbeitrag) auszurichten (act. --). Das ALN entsprach dem Gesuch in die­sem Umfang (act. --).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diese BeitragsverfÃ¼gung rekurrierte A an die Volkswirtschafts­direktion des Kantons ZÃ¼rich mit dem Ansinnen, gestÃ¼tzt auf frÃ¼here Rechtsgrundlagen fÃ¼r das Jahr 1999 hÃ¶here UmstellungsbeitrÃ¤ge zu erhalten. Die Volkswirtschaftsdirektion wies den Re­kurs am 16. Mai 2000 ab. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit einer als Rekurs bezeichneten Eingabe gelangte A am 14. Juni 2000 recht­zeitig an das Verwaltungsgericht mit folgendem Antrag:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> "Die UmstellungsbeitrÃ¤ge sind fÃ¼r 1999 nach der Verordnung Ã¼ber die BeitrÃ¤ge an die Umstellung von Landwirtschaftlichen Betrieben auf biologische Bewirtschaftung vom 27. Oktober 1993 zu entrichten."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Eingabe vom 27./31. Juli 2000 ersuchte die Volkswirtschaftsdirektion um Be­schwerdeabweisung unter Kostenfolge zu Lasten von A. Zudem wurde ausge­fÃ¼hrt, dass sich das ALN der Stellungnahme anschliesse.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"><span>Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen letztinstanzliche Anord­nungen von VerwaltungsbehÃ¶rden, soweit das Gesetz keine abweichende ZustÃ¤ndigkeit vorsieht oder eine Anordnung als endgÃ¼ltig bezeichnet (§ 41 des Verwaltungsrechtspflege­gesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997; VRG). Bei der angefochtenen VerfÃ¼gung handelt es sich um eine letztinstanzliche Anordnung einer VerwaltungsbehÃ¶rde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) UnzulÃ¤ssig ist die Beschwerde auf dem Gebiet der StaatsbeitrÃ¤ge, auf die das Ge­setz keinen Anspruch einrÃ¤umt (§43 Abs. 1 lit. c VRG). GemÃ¤ss § 168b Abs. 1 des kanto­na­len Landwirtschaftsgesetzes vom 2. September 1979/8. Dezember 1991 leistet der Staat Kostenanteile an die Umstellung von Landwirtschaftsbetrieben auf biologische Be­wirt­schaf­tungsweise. Die Kostenanteile werden wÃ¤hrend zwei Jahren bis zur vollen HÃ¶he der durch die Umstellung verursachten Einkommenseinbussen geleistet. DafÃ¼r kann der Regie­rungsrat durch Verordnung Umstellungspauschalen festlegen (Abs. 2). GemÃ¤ss § 2 des Staatsbeitragsgesetzes vom 1. April 1990 (StaatsbeitragsG) sind Kostenanteile Staats­bei­trÃ¤ge, auf die das Gesetz einen Anspruch einrÃ¤umt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Eingabe an das Verwaltungsgericht vom 14. Juni 2000 richtet sich somit gegen die Bemessung von StaatsbeitrÃ¤gen, auf welches das Gesetz einen Anspruch einrÃ¤umt. Die Beschwerde ist demnach zulÃ¤ssig, weshalb die Eingabe von A als solche entge­genzuneh­men und darauf einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. GemÃ¤ss § 38 Abs. 2 VRG behandelt der Einzelrichter des Verwaltungsgerichts Beschwerden, deren Streitwert Fr. 20'000.- nicht Ã¼bersteigt. Andernfalls entscheidet das Gericht in Dreierbesetzung. Der Kammer kÃ¶nnen auch Streitigkeiten einzelrichterlicher Kom­petenz Ã¼bertragen werden, wenn es sich um einen Fall von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung handelt (Abs. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht gegenÃ¼ber dem Staat einen finanziellen Anspruch gel­tend, beziffert diesen aber nicht. Aus Antrag und BegrÃ¼ndung ergibt sich allerdings mit hin­reichender Deutlichkeit sein Ansinnen, fÃ¼r das Jahr 1999 UmstellungsbeitrÃ¤ge nach den Ã¤lteren, hÃ¶heren AnsÃ¤tzen zu erhalten. Es handelt sich somit - fÃ¼r beide Verfahrenspartei­en - um eine vermÃ¶gensrechtliche Streitigkeit. Die AnsÃ¤tze fÃ¼r die UmstellungsbeitrÃ¤ge er­geben sich aus der Verordnung Ã¼ber die BeitrÃ¤ge an die Umstellung von Landwirt­schafts­betrieben auf biologische Bewirtschaftungsweise vom 27. Oktober 1993 (Umstel­lungs­ver­ordnung), welche per 1. Mai 1999 revidiert wurde. GemÃ¤ss der bis Ende April 1999 gel­ten­den Fassung betrug der FlÃ¤chenbeitrag pro Aare und Jahr Fr. 6.- fÃ¼r Ackerbau­flÃ¤chen so­wie ­Fr. 3.50 fÃ¼r FutterbauflÃ¤chen und Fr. 22.- fÃ¼r Spezialkulturen (OS 52, 559). Nach der neuen, auf den 1. Mai 1999 in Kraft getretenen Fassung sind die AnsÃ¤tze tiefer, nÃ¤mlich Fr. 5.- fÃ¼r AckerbauflÃ¤chen, Fr. 2.- fÃ¼r FutterbauflÃ¤chen und Fr. 18.- fÃ¼r Spezial­kulturen (§ 4 Abs. 1; LS 910.5). UnverÃ¤ndert verblieb der Betriebsbeitrag von Fr. 2'000.- (§ 6).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie sich aus den Akten ergibt, besteht der Betrieb des BeschwerdefÃ¼hrers aus 2'783 Aaren reiner FutterbauflÃ¤che (act. 8/7). Dies ergibt beim neuen Ansatz von Fr. 2.- pro Aare den dem BeschwerdefÃ¼hrer zugesprochenen FlÃ¤chenbeitrag von Fr. 5'566.-. Beim frÃ¼heren Ansatz von Fr. 3.50 pro Aare hÃ¤tte sich bei 2'783 Aaren ein FlÃ¤chenbeitrag von Fr. 9'740.50 ergeben. Als strittige Differenz resultiert damit der Betrag von Fr. 4'174.50. Dieser Streitwert fÃ¼hrt zur einzelrichterlichen ZustÃ¤ndigkeit.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) GemÃ¤ss § 5 Abs. 1 StaatsbeitragsG werden Gesuche (um StaatsbeitrÃ¤ge) nach dem im Zeitpunkt der Zusicherung geltenden Recht behandelt. Nach Auffassung der Vor­instanz ist die Zusicherung der BeitrÃ¤ge mit VerfÃ¼gung des ALN vom 25. November 1999 erfolgt; gemÃ¤ss § 5 StaatsbeitragsG seien somit die auf den 1. Mai 1999 geÃ¤nderten Bei­tragssÃ¤tze zur Anwendung gelangt. Nach Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers ist demgegen­Ã¼ber die frÃ¼here, bis Ende April 1999 geltende Fassung der Verordnung anwendbar. Zur BegrÃ¼ndung verweist er darauf, dass er die Umstellung bereits im Herbst 1998 angemeldet habe, dass die Umstellung auf den 1. Januar 1999 erfolgt sei und dass in der Umstellungs­beratung am 10. Dezember 1998 von den alten BeitragssÃ¤tzen ausgegangen worden sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Ã¼bergangsrechtliche Regelung von § 5 Abs. 1 StaatsbeitragsG bestimmt klar, dass fÃ¼r das anwendbare Recht der Zeitpunkt der Zusicherung massgeblich ist. Wie die Vor­instanz mit Recht festhÃ¤lt, ist die Zusicherung erst durch die BeitragsverfÃ¼gung des ALN erfolgt, welche jedenfalls nach dem Antrag der Beratungsstelle vom 24. November 1999 erging. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht selbst nicht geltend, anlÃ¤sslich der Beratung von Dezember 1998 sei ihm eine Beitragszahlung nach den alten AnsÃ¤tzen zugesichert worden. Der Umstand, dass die Beratung damals auf der Grundlage der alten AnsÃ¤tze erfolgt war, kann nicht als Zusicherung im Sinn des Gesetzes ausgelegt werden. Somit entspricht die Anwendung der neuen AnsÃ¤tze der gesetzlichen Ãbergangsregelung (vgl. dazu Ulrich HÃ¤­felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 262).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Zu prÃ¼fen ist, ob diese Ãbergangsregelung mit den allgemeinen RechtsgrundsÃ¤t­zen des RÃ¼ckwirkungsverbots und des Vertrauensschutzes vereinbar ist. Die Frage des an­wendbaren Rechts kann sich bei einer Gesetzes- bzw. VerordnungsÃ¤nderung vorab dort stel­len, wo ein Verfahren im Zeitpunkt der Ãnderung bereits pendent war. Die Antwort hÃ¤ngt vor allem davon ab, wie das Interesse der Betroffenen am Schutz des Vertrauens in die Weitergeltung des bisherigen Rechts gewichtet wird (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 261). Dabei ist zu unterscheiden zwischen der echten RÃ¼ckwirkung eines neuen Erlasses und der bloss unechten RÃ¼ckwirkung. Eine echte, nur unter sehr einschrÃ¤nkenden Voraussetzungen zu­lÃ¤ssige RÃ¼ckwirkung liegt vor, wenn neues Recht auf einen Sachverhalt angewendet wird, der sich abschliessend vor Inkrafttreten des neuen Rechts verwirklicht hat (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 266). Ein solcher Fall liegt hier nicht vor. Die in Frage stehenden BeitrÃ¤ge beziehen sich vielmehr explizit auf die durch die Umstellung verursachten Einkommenseinbussen und werden fÃ¼r die Dauer von zwei Jahren ausbezahlt (vgl. § 168b Abs. 1 Landwirtschafts­gesetz). Dabei erfolgt die erste Beitragsauszahlung ein Jahr nach der Umstellungseinlei­tung, die zweite nach erfolgter Umstellung (vgl. § 13 der Umstellungsverordnung). Somit kann vorliegend nur von einer unechten RÃ¼ckwirkung ausgegangen werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Die unechte RÃ¼ckwirkung neuer Erlasse ist grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig. Deren GÃ¼l­tigkeit kÃ¶nnen jedoch einerseits - hier nicht zur Diskussion stehende - wohlerworbene Rechte entgegenstehen. Anderseits kann die Anwendung neuen Rechts auch mit dem Ver­trauensgrundsatz kollidieren. Letzteres ist dann der Fall, wenn die Betroffenen im Vertrau­en auf die Weitergeltung des bisherigen Rechts Dispositionen getroffen haben, die sich nur schwer wieder rÃ¼ckgÃ¤ngig machen lassen (vgl. HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 277, 542; Beatrice We­ber-DÃ¼rler, Vertrauensschutz im Ã¶ffentlichen Recht, Basel/Frankfurt a.M. 1983, S. 96). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In diese Richtung scheint der BeschwerdefÃ¼hrer zu argumentieren, wenn er geltend macht, die ungerechtfertigte BeitragskÃ¼rzung, mit welcher im Umstellungszeitpunkt nicht zu rechnen gewesen sei, wirke sich negativ auf seinen Verdienst aus. Indessen setzt der Ver­trauensschutz einen Kausalzusammenhang zwischen dem Vertrauen und der getÃ¤tigten Disposition voraus (Weber-DÃ¼rler, S. 102). Bezogen auf den vorliegenden Fall kÃ¶nnte das Vertrauen des BeschwerdefÃ¼hrers auf die Geltung der bisherigen AnsÃ¤tze nur dann allen­falls schÃ¼tzenswert sein, wenn anzunehmen wÃ¤re, ohne das Vertrauen auf die Weitergel­tung der bisherigen AnsÃ¤tze hÃ¤tte er sich anders verhalten - also nicht auf den biologische Bewirtschaftung umgestellt. Solches macht der BeschwerdefÃ¼hrer indes nicht geltend. Er fÃ¼hrt in keiner Weise aus, sein Vertrauen auf die Weitergeltung des alten Rechts sei mass­geblich gewesen fÃ¼r seinen Umstellungsentscheid. Der Umstand, dass die KÃ¼rzung der An­sÃ¤tze - naturgemÃ¤ss - eine Verdiensteinbusse bedeutet, lÃ¤sst den Vertrauensschutz der gel­tenden gesetzlichen Regelung jedenfalls nicht vorgehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Die Anwendung neuen Rechts kann ferner ausgeschlossen sein, wenn eine Be­hÃ¶rde das Verfahren ungebÃ¼hrlich lang verschleppt hat und wenn ohne diese Verschlep­pung das alte Recht angewendet worden wÃ¤re (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 265). Der Beschwerde­fÃ¼hrer weist darauf hin, dass "das Ganze" noch weit vor der neuen (geÃ¤nderten) Verord­nung hÃ¤tte abgewickelt werden kÃ¶nnen, wenn ihm das Beitragsgesuchsformular (act. 8/7) statt im April 1999 bereits im Herbst 1998 zugestellt worden wÃ¤re. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nachdem die Umstellungsberatung auf eine mÃ¼ndliche Anfrage des Beschwerde­fÃ¼hrers im Herbst 1998 am 10. Dezember 1998 erfolgte, ist nicht nachvollziehbar, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer eine Zustellung des Beitragsgesuchs im Herbst 1988 reklamiert. Im Ãbrigen mag es zutreffen, dass zwischen der mÃ¼ndlichen Anmeldung des BeschwerdefÃ¼h­rers im Herbst 1998 bzw. dem erwÃ¤hnten BeratungsgesprÃ¤ch einerseits und der Zusiche­rung der BeitrÃ¤ge im November 1999 anderseits reichlich Zeit verstrichen ist. Indessen kann noch nicht gesagt werden, dass die BeitragsverfÃ¼gung nach einem Ã¼blichen Verfah­rensgang noch vor Ende April 1999, also unter der Geltung der alten AnsÃ¤tze, hÃ¤tte erfol­gen mÃ¼ssen. Die Anwendung der neuen AnsÃ¤tze lÃ¤sst sich daher nicht auf eine Verschlep­pung des Verfahrens durch die BehÃ¶rden zurÃ¼ckfÃ¼hren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Zusammengefasst erweist sich die Anwendung der revidierten BeitragssÃ¤tze als rechtmÃ¤ssig. Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. â¦</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>