Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 7. August 2018 (460 18 18) ____________________________________________________________________ Strafrecht Versuchter Diebstahl etc. Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Dominique Steiner ( Ref.), Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde und Berufungsklägerin A.____ , Privatkläger B.____ , Privatklägerin gegen C.____ , vertreten durch Advokatin Renate Jäggi, Steinentorstrasse 35, 4010 Basel, Beschuldigter und Anschlussberufungskläger D.____ , vertreten durch Advokatin Anina Hofer, Advokatur Horlacher Hofer & Vogel, Bäumleingasse 2, Postfach 1544, 4001 Basel, Beschuldigter und Anschlussberufungskläger Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gegenstand Versuchter Diebstahl etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräs idiums Basel- Landschaft vom 24. Oktober 2017 Sachverhalt A. Mit Urteil vom 24. Oktober 2017 erklärte das Straf gerichtsvizepräsidium Basel-Landschaft C.____ des Hausfriedensbruchs schuldig und verurtei lte ihn zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 80 Tagessätzen à CHF 10. ‒, bei einer Probezeit von 2 Jahren, unter Anrech- nung der vom 13. August 2017 bis zum 20. September 2017 ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von insgesamt 39 Tagen (Ziffer 1.1 des Urteilsdispositivs). Des Weiteren wurde D.____ des mehrfachen Hausfriedensbruchs für schuldig befunden, wobei ihm gegen- über eine bedingt vollziehbare Geldstrafe von 90 Ta gessätzen à CHF 10. ‒, bei einer Probezeit von 2 Jahren, unter Anrechnung der vom 13. August 2 017 bis zum 20. September 2017 ausge- standenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von insgesamt 39 Tagen, ausgesprochen wurde (Ziffer 1.2). Sowohl C.____ als auch D.____ wurden in Anwendung von Art. 66a bis StGB für die Dauer von 3 Jahren des Landes verwiesen (Ziffer 2.1 –2.2). Ferner gingen gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO die C.____ betreffenden Verfahrenskoste n, bestehend aus den Kosten des Vor- verfahrens von CHF 1‘989.15, den Kosten des Zwangsm assnahmengerichts von CHF 500. ‒ und der Gerichtsgebühr von CHF 500. ‒, grundsätzlich zulasten von C.____. Die D.____ bet ref- fenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten d es Vorverfahrens von CHF 1‘977.50, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von CHF 500 . ‒ und der Gerichtsgebühr von CHF 500. ‒, wurden ebenfalls prinzipiell D.____ auferlegt. Hi nsichtlich beider Beschuldigter wurde aber zufolge offensichtlicher Uneinbringlichk eit gestützt auf Art. 425 StPO auf die Gel- tendmachung dieser Forderungen verzichtet (Ziffer 3 .1–3.2). Schliesslich wurde das Honorar der amtlichen Verteidigerin von C.____ auf CHF 3‘31 5.65 (inkl. Auslagen) und dasjenige der amtlichen Verteidigerin von D.____ auf CHF 4‘471.35 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) festgelegt und aus der Gerichtskasse entrichtet (Ziffer 4.1–4.2). B. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft am 27. Oktober 2017 die Berufung an. C. Mit begründeter Berufungserklärung vom 24. Januar 2018 stellte die Staatsanwaltschaft folgende Rechtsbegehren: "1. C.____ sei – unter teilweise Aufhebung von Ziff. 1.1. des Urteils des Strafgerichtes vom 24. Oktober 2017 – zusätzlich zum ergangenen Sc huldspruch wegen Hausfrie- densbruchs auch des versuchten Diebstahls schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten zu verurteilen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. D.____ sei – unter teilweise Aufhebung von Zi ff. 1.2. des Urteils des Strafgerichtes vom 24. Oktober 2017 – zusätzlich zum ergangenen Sc huldspruch wegen mehrfa- chen Hausfriedensbruchs auch des versuchten Diebstahls schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten zu verurteilen." D. Mit Eingabe vom 5. Februar 2018 erklärte C.____, ve rtreten durch Advokatin Renate Jäg- gi, Anschlussberufung und stellte folgende Rechtsbegehren: "1. Es sei C.____ des Hausfriedensbruchs schuldig zu erklären und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 80 Tagessätzen à Fr. 1 0.00, bei einer Probezeit von zwei Jahren zu verurteilen, unter Anrechnung der vo m 13. August 2017 bis zum 20. September 2017 ausgestandenen Untersuchungs- un d Sicherheitshaft von ins- gesamt 39 Tagen. 2. Es sei von der Anordnung einer Landesverweisu ng abzusehen. 3. Unter o/e Kostenfolge. 4. Es sei C.____ die amtliche Verteidigung mit d er Unterzeichneten als Rechtsbeistand zu bewilligen." E. Ebenso erklärte D.____, vertreten durch Advokatin A nina Hofer, mit bereits begründeter Eingabe vom 13. Februar 2018 Anschlussberufung mit folgenden Anträgen: "1. Es sei die Berufung der Staatsanwaltschaft v om 24. Januar 2018 gegen das Urteil des Strafgerichts vom 24. Oktober 2017 vollumfänglich abzuweisen. 2. Es sei der Beschuldigte in Aufhebung von Ziff . 1.2 des Urteils des Strafgerichts vom 24. Oktober 2017 wegen mehrfachen Hausfriedensbruch s zu einer bedingt vollzieh- baren Geldstrafe von 20 Tagessätzen à CHF 10.-- zu verurteilen. 3. Es sei in Aufhebung von Ziff. 2.2 des Urteils des Strafgerichts vom 24. Oktober 2017 auf die Anordnung einer Landesverweisung zu verzichten. 4. Es sei dem Beschuldigten für das Berufungsver fahren die amtliche Verteidigung mit der Unterzeichneten als Advokatin zu gewähren. 5. Unter o/e Kostenfolge." Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Mit Eingabe vom 22. März 2018 begründete der Beschu ldigte C.____ die von ihm erho- bene Anschlussberufung. G. In der Folge verzichtete die Staatsanwaltschaft mi t Eingabe vom 23. April 2018, ebenso wie D.____ mit Eingabe vom 21. Juni 2018, auf eine ergänzende Berufungsbegründung. H. Was die wesentlichen verfahrensleitenden Verfügun gen der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft betrifft, so wurde mit Verfügung vom 20. Februar 2018 fest- gestellt, dass die Privatkläger weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben haben. Mit gleicher Verfügung wurde überdies dem Beschuldigten C.____ die amtliche Verteidigung mit Advokatin Renate Jäggi und dem Beschuldigten D.____ die amtliche Verteidigung mit Advoka- tin Anina Hofer für das zweitinstanzliche Verfahren bewilligt. Sodann wurde mit verfahrensleitender Verfügung vom 22. Mai 2018 festgestellt, dass der Beschuldigte C.____ auf eine ergänzende Begründung seiner Anschlussberufung innert der mit Verfügung vom 13. April 2018 angesetzten nicht erstreckbaren Frist verzicht et hat. Mit Verfügung vom 13. April 2018 ordnete der Präsident des Kantonsgerichts Basel-Lan dschaft, Abteilung Strafrecht, gestützt auf Art. 406 Abs. 2 lit. b StPO das schriftliche Verfah ren an. Schliesslich wurde mit Verfügung vom 4. Juli 2018 konstatiert, dass die Staatsanwaltscha ft und die Privatkläger auf weitere Stellung- nahmen verzichtet haben. Erwägungen I. F ORMELLES A. Zuständigkeit und Eintreten 1. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstan zlicher Gerichte, mit denen das Verfah- ren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (A rt. 398 Abs. 1 StPO). Das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 24 . Oktober 2017 ist demgemäss mit Beru- fung anfechtbar. Die Zuständigkeit der Dreierkammer der Abteilung St rafrecht des Kantonsgerichts Basel- Landschaft zur Beurteilung der vorliegenden Berufun g ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit § 15 Abs. 1 lit. a des kantonalen Einführungsgesetzes vom 12. März 2009 zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO; SGS 2 50). Die Legitimation der Staatsan- waltschaft zur Ergreifung des Rechtsmittels wird in Art. 381 Abs. 1 StPO normiert. Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den an- gefochtenen Punkten. Es kann zugunsten der beschuld igten Person auch nicht angefochtene Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Punkte überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 StPO). Die Kognition des Berufungsgerichts i st gemäss Art. 398 Abs. 2 StPO weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht eingeschränkt (vgl. LUZIUS EUGSTER , Basler Kommen- tar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 398 N 1). Gemäss Art. 398 Abs. 3 lit. a StPO können zunächst Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts- verweigerung und Rechtsverzögerung, gerügt werden. Lit. b sieht die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts und lit. c schliesslich die Unangemessenheit als Beru- fungsgrund vor. Zunächst ist die Berufung dem ersti nstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anz umelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklä- rung einzureichen (Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO). Gem äss Art. 401 Abs. 1 StPO richtet sich die Anschlussberufung sinngemäss nach Art. 399 Abs. 3 u nd 4 StPO. Die Frist beträgt 20 Tage ab Empfang der Berufungserklärung der Gegenpartei (vgl. Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO sowie L UZIUS EUGSTER , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 401 N 1). 2. Vorliegend hat die Staatsanwaltschaft gegen das Urt eil des Vorderrichters vom 24. Oktober 2017 am 27. Oktober 2017 innert 10 Tage n nach Eröffnung die Berufung angemel- det. Das vorinstanzliche Urteil wurde ihr in der Fo lge am 8. Januar 2018 schriftlich begründet zugestellt, woraufhin sie mittels Eingabe vom 24. J anuar 2018 die Berufungserklärung beim Kantonsgericht einreichte. Die Berufung ist somit r echtzeitig und formgültig erhoben worden (vgl. Art. 399 Abs. 3 StPO). Ebenso erweisen sich d ie Anschlussberufungen von C.____ vom 5. Februar 2018 sowie von D.____ vom 13. Februar 2018 als innert 20 Tagen seit Empfang der Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft vom 24. Januar 2018 erhoben und demnach fristge- recht (vgl. Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). Des Weiter en stellt das angefochtene Urteil ein taugliches Anfechtungsobjekt dar, die von den Parte ien vorgebrachten Rügen sind zulässig, und sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Besc huldigten sind ihrer Erklärungspflicht nachgekommen, weshalb auf sämtliche erhobenen Rechtsmittel einzutreten ist. B. Gegenstand des Berufungsverfahrens Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungs gericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. In casu liegen sowohl di e Berufung der Staatsanwaltschaft als auch die Anschlussberufungen der Beschuldigten vor. Aufgrund des Gegenstands der Beru- fungserklärung der Staatsanwaltschaft vom 27. Oktob er 2017 sowie der Anschlussberufungserklärungen von C.____ und D.____ vom 5. Februar 2018 bzw. vom 13. Februar 2018 stehen vorliegend bezüglich beiden Beschuldigten ausschliesslich der ange- klagte versuchte Diebstahl zum Nachteil von B.____, die Strafzumessung sowie die Anordnung der Landesverweisung von 3 Jahren im Streit. Nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens bil- den demnach die vorinstanzlichen Schuldsprüche von C.____ hinsichtlich des Hausfriedensbruchs respektive von D.____ bezüglich des mehrfachen Hausfriedensbruchs. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ebenfalls nicht im Berufungsverfahren angefochten s ind der Kostenentscheid sowie das Hono- rar der amtlichen Verteidigerinnen gemäss Ziffer 3.1–4.2 des angefochtenen Urteils. II. M ATERIELLES 1. Allgemeines Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 8 2 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des i n Frage stehenden Sachverhalts auf die Be- gründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dies er beipflichten. Hingegen ist auf neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente ei nzugehen, die erst im Rechtsmittelverfah- ren vorgetragen werden (D ANIELA BRÜSCHWEILER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 82 N 9). 2. Sachverhalt 2.1 Den beiden Beschuldigten C.____ und D.____ wird zu sammengefasst vorgeworfen, sich am 13. August 2017 um ca. 10.20 Uhr, nachdem sie vo rgängig ausdrücklich oder konkludent den Entschluss gefasst hatten, einen Einbruchsdiebs tahl in gleichmassgeblichem, arbeitsteili- gem Vorgehen auszuführen, zum Einfamilienhaus von B .____ an der X.____strasse 2 in Y.____ begeben zu haben. Dort seien C.____ an der S eite der X.____strasse und D.____ an einer unbekannten Stelle über den Gartenzaun gespru ngen. Um sich Zugang zum Einfamilien- haus zu verschaffen, habe sich C.____ direkt zum Ke llerabgang an der Gebäuderückseite begeben und sei die Treppe hinunter zur Kellertür g elaufen. Danach sei D.____ aus der Rich- tung des Wintergartens ebenfalls zur Kellertreppe b zw. zur Kellertür gekommen, um diese zu öffnen. Da die Kellertür abgeschlossen gewesen sei, seien die Beschuldigten wieder in den Garten zurückgekehrt, woraufhin das Vorhaben aufgru nd der ausgerückten Polizei Basel- Landschaft aufgegeben worden sei. 2.2 Der Vorderrichter sprach C.____ des Hausfriedensbr uchs und D.____ des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig. Hinsichtlich des angek lagten Diebstahlversuchs wurde im We- sentlichen erwogen, aufgrund der Ergebnisse der Str afuntersuchung und der Beweiswürdigung könne der Vorwurf, die Beschuldigten hätten beabsichtigt, einen Einbruchsdiebstahl – bezüglich anderer Gegenstände als Lebensmittel – zum Nachteil von B.____ zu begehen, nicht als erstellt angesehen werden. Die Beschuldigten stellten in Abr ede, die Liegenschaft an der X.____strasse 2 in Y.____ mit einer entsprechenden Diebstahlsabsicht betreten zu haben, und die Zeugin E.____ habe keine diesen Depositionen wi dersprechenden Beobachtungen machen können. Gegen das Vorliegen der Einbruchsabsicht sp reche des Weiteren der Umstand, dass anlässlich der Festnahme der Beschuldigten keinerle i Einbruchswerkzeug bei diesen gefunden werden konnte. Es erscheine als wenig wahrscheinlich, dass jemand, der sich zum Zwecke der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einbruchsbegehung auf fremde Grundstücke begebe, di es ohne Mitnahme der hierfür notwen- digen Werkzeuge sowie der Behältnisse für den Abtra nsport einer allfälligen Deliktsbeute tue. Hinsichtlich der gemäss dem Polizeirapport vom 15. August 2017 im Garten von B.____ zwi- schen Pool und Kellertreppe sichergestellten zwei N ummernschildhalterungen könne nicht mit genügender Sicherheit angenommen werden, dass diese von den Beschuldigten aus der Gara- ge mitgenommen und dann anschliessend auf dem Grund stück der Geschädigten zurückgelassen worden seien. Schliesslich sprächen auch der Wochentag sowie die Tageszeit der Tat gegen das Vorliegen einer Einbruchsabsicht. Die Wahrscheinlichkeit, auf die Bewohner der Liegenschaft zu treffen, sei kurz vor Sonntagmi ttag erheblich. Aufgrund all dieser Überle- gungen könne der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, die Beschuldigten hätten beabsichtigt, einen Einbruchsdiebstahl zum Nachteil von B.____ zu begeh en, nicht als erstellt angesehen werden. Dass sich die Beschuldigten in fremden Gärten aufhi elten, um ausschliesslich Nahrungsmittel respektive Wasser zu suchen, erscheine zwar als wen ig glaubhaft, da sie hierfür kaum von Ba- sel nach Y.____ gefahren wären. Denkbar sei jedoch, dass sie mögliche Einbruchsobjekte auskundschafteten. Dies würde zudem plausibel ihre Anwesenheit in fremden Gärten erklären. Des Weiteren erschiene unter dieser Annahme auch de r Umstand, dass die Beschuldigten we- der Einbruchswerkzeuge noch Transportbehältnisse au f sich getragen haben, ohne weiteres erklärbar. Allerdings sei dieser Vorwurf von der St aatsanwaltschaft nicht angeklagt worden. Selbst im Falle einer entsprechenden Anklage hätte jedoch kein Schuldspruch erfolgen können, da dieses Verhalten lediglich als – nicht strafbare – Vorbereitungshandlung zum Diebstahl zu qualifizieren wäre. Die Beschuldigten hätten somit bloss beabsichtigt, Lebensmittel und Geträn- ke zum sofortigen Verzehr zu entwenden, was in rech tlicher Hinsicht als Versuch eines geringfügigen Vermögensdelikts gemäss Art. 172ter Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zu qualifizieren sei. Da gemäss Art. 105 Abs. 2 StGB V ersuch und Gehilfenschaft bei Übertretun- gen nur in den vom Gesetz ausdrücklich bestimmten F ällen bestraft werde und eine entsprechende Bestimmung im vorliegenden Zusammenha ng fehle, seien die Beschuldigten nicht wegen Versuchs des geringfügigen Diebstahls zu bestrafen. 2.3 Die Staatsanwaltschaft vertritt demgegenüber zusam mengefasst die Ansicht, entgegen der Auffassung des Strafgerichtsvizepräsidenten hab e die Zeugin E.____ sehr wohl den Aus- sagen des Beschuldigten C.____ entgegenstehende Beobachtungen machen können. So habe die Zeugin sehen können, wie der Beschuldigte C.____ die Treppe zum Keller hinuntergelaufen sei. Ferner habe sie in der Folge die beiden Beschu ldigten zur gleichen Zeit auf der Kellertrep- pe wahrgenommen. Da – wie bereits das Strafgericht korrekt festgestellt habe – die Aussagen der Beschuldigten, wonach sie lediglich nach Lebens mittel respektive Wasser im Garten von B.____ gesucht hätten, nicht glaubhaft seien, ersch eine eine Diebstahlsabsicht der Beschuldig- ten als geradezu offensichtlich. Auch die fehlenden Einbruchsspuren könnten nicht zur Entlastung der Beschuldigten führen, da lediglich d ie rasch ausgerückte Polizei den Einbruch verhindert habe. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Die Vertreterin des Beschuldigten C.____ weist zunä chst darauf hin, dass es sich bei dem mit Anschlussberufung vom 5. Februar 2018 geste llten Rechtsbegehren um Verurteilung zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 80 Ta gessätzen um einen offensichtlichen Ver- schrieb ihrerseits gehandelt habe, werde doch auf S eite 2 dieser Eingabe klar festgehalten, dass sich die Anschlussberufung nebst der Verurteil ung wegen Landesverweisung auch gegen die Strafzumessung der Vorinstanz richte. Des Weite ren bringt sie im Wesentlichen vor, die Beobachtungen von E.____ widersprächen den Angaben der beiden Beschuldigten. Die Zeugin sage nämlich aus, dass die beiden Beschuldigten aus verschiedenen Richtungen gekommen seien, wobei einer davon die Kellertreppe betreten habe, und circa 30 Sekunden später eine zweite Person hinzugekommen sei. Der Beschuldigte D.____ habe zugegeben, die Kellertreppe betreten zu haben, womit es sich bei der von Frau E .____ geschilderten Person, welche erst etwa 30 Sekunden später gekommen sei, um den Beschu ldigten C.____ handeln müsse. Auf- grund der von Frau E.____ beschriebenen Kleider der Beschuldigten würde es sich hingegen bei der später hinzugekommenen Person um den Beschu ldigten D.____ handeln, was nicht zutreffe. Im Übrigen werde auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen. 2.5 Die Vertreterin des Beschuldigten D.____ führt der weil zusammengefasst aus, es sei korrekt und unbestritten, dass dieser über den Zaun des Einfamilienhauses von B.____ ge- sprungen sei und sich widerrechtlich in ihren Garte n begeben habe. Es handle sich aber – entgegen der Annahme der Vorinstanz – lediglich um ein unerlaubtes Betreten von zwei Grund- stücken ohne weitere Konsequenzen, womit ein blosse r Bagatellfall anzunehmen sei, für welchen eine Strafe von 90 Tagessätzen als zu hoch eingestuft werden müsse. Eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen erscheine in casu als angemessen. 2.6.1 Unbestritten und demnach erstellt ist in tatsächli cher Hinsicht, dass sich C.____ und D.____ am 13. August 2017 im späteren Vormittag im Garten von B.____ aufgehalten haben. Weiter steht aufgrund des Geständnisses von D.____ ebenfalls fest, dass zumindest dieser die Kellertreppe hinuntergegangen ist. Gemäss seinen Aussagen in der Befragung vom 13. August 2017 habe er wissen wollen, ob die Türe abgeschloss en gewesen sei. Er habe eine Türe auf- gemacht und hereingeschaut; als er nichts zu Trinke n gefunden habe, habe er die Türe wieder zugemacht. Seine Absicht sei es gewesen, falls die Türe offen gewesen wäre, Nahrungsmittel an sich zu nehmen (act. 401 f.). 2.6.2 Demgegenüber bestritt C.____, sich zum Kellerabgan g begeben zu haben und die Treppe heruntergelaufen zu sein, um dort ins Haus e inzudringen. Er gab in der Einvernahme vom 13. August 2018 zu Protokoll, er habe er ledigl ich den Garten betreten, um etwas zum Es- sen zu finden. Auf dem Tisch sei eine Blumenvase gestanden. Diese sei aus Glas gewesen und habe wie ein Paket Biskuit ausgesehen (act. 427). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.6.3 Zu prüfen gilt es nachfolgend, ob die Beschuldigten – entsprechend der Argumentation der Staatsanwaltschaft – beabsichtigten, aus der Li egenschaft von B.____ mehr als bloss Nah- rungsmittel zu behändigen. 2.6.4 Die auf dem benachbarten Grundstück wohnhafte E.___ _ gab anlässlich der staatsan- waltschaftlichen Einvernahme vom 29. August 2017 als Zeugin zu Protokoll, sie habe von ihrer Küche im 2. Stock aus gesehen, wie ein Schatten übe r den Zaun der Liegenschaft vis-à-vis gesprungen sei. Nachdem dieser im Gebüsch verschwun den sei, habe sie ihn zur Hälfte die Kellertreppe heruntergehen sehen, wobei ein Gebüsch ab dort die weitere Sicht verdecke. Als er sich etwa in der Mitte der Kellertreppe befunden habe, sei ein zweiter Mann mit der Kapuze tief ins Gesicht gezogen beim Wintergarten hervorge kommen. Diese Person habe sich dann auch zur Kellertreppe begeben. Die dunkle Person se i auf der Kellertreppe verschwunden, als die zweite Person gekommen sei. Was die zweite Pers on mit der Kapuze bei der Kellertreppe gemacht habe, wisse sie nicht, weil sie dann telefo nieren gegangen sei. Was danach gesche- hen sei, habe sie nicht mehr gesehen, da sie zu ihr em Mann gegangen sei, um ihn zu bitten, die Polizei anzurufen (act. 441 f.). 2.6.5 Die Zeugin hat somit die beiden Beschuldigten – ent gegen der Aussage von C.____ – zur gleichen Zeit auf der Kellertreppe gesehen. Mit diesen Aussagen bestätigte bzw. präzisierte die Zeugin ihre Depositionen, welche sie bereits am 13. August 2017 auf dem Polizeistützpunkt Liestal zu Protokoll gegeben hatte (act. 469). Die widerspruchsfreien Aussagen der Zeugin, welche zweimal zum Vorfall befragt wurde (am 13. Au gust 2017 von der Polizei Basel- Landschaft, act. 467 ff., und am 29. August 2017 vo n der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, act. 439 ff.), beinhalten eine lebensnahe Darstellung und namhaften Detailreichtum, was auf die Wiedergabe von tatsächlich Erlebtem hinweist. Zudem räumte sie ein, wenn sie nicht alles von ihrem Standort im zweiten Stock des gegenüber dem T atort liegenden Hauses genau erkennen konnte. Ihre Aussagen sind des Weiteren in zahlreic hen Punkten mit den Aussagen der Be- schuldigten und den Feststellungen der Polizei über einstimmend, was ebenfalls für die Glaubhaftigkeit der Zeugin spricht. Namentlich gestand der Beschuldigte C.____, über den Gar- tenzaun der Liegenschaft an der X.____strasse 2 in Y.____ gesprungen zu sein, was die Zeugin beobachtete. Weiter gab D.____ zu, den Garte n überquert zu haben, was ebenfalls von der Zeugin geschildert wurde. Schliesslich entspric ht die Beschreibung der Bekleidung der bei- den Täter durch die Zeugin den Kleidern, welche die Beschuldigten bei der Festnahme getragen haben. Ein plausibles Motiv für eine Falsc haussage der Zeugin ist nicht ansatzweise zu erkennen. Ihre Aussagen erscheinen somit insgesa mt als sehr glaubhaft, und es ist dem- nach darauf abzustellen. 2.6.6 Des Weiteren bestehen vorliegend nach Überzeugung der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts zahlreiche substantielle Indizien, welche für eine (über blosse Lebensmittel zum unmittelbaren Verzehr hinausgehende) Einbruchsa bsicht der beiden Beschuldigten spre- chen. Zunächst ist in diesem Zusammenhang das Tatvo rgehen der Beschuldigten Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht hervorzuheben, welche vor der Tatbegehung gemeinsam zu Fuss unterwegs waren, wobei sie sich just auf der Höhe der Liegenschaft von B.____ – einem freistehenden, vollständig umfrie- deten Einfamilienhaus – getrennt haben. Während C._ ___ an der Vorderseite des Hauses an der X.____strasse über den Zaun der Liegenschaft sp rang, verschaffte sich sein Mittäter D.____ von der Gebäuderückseite her Zugang zum Grun dstück. Kurz darauf trafen sich die beiden Beschuldigten bei der Kellertreppe, wobei D. ____ zugestandener Weise die Liegen- schaft mit Diebstahlsabsicht – angeblich bloss hins ichtlich Esswaren – betreten wollte. Ferner ist erstellt, dass D.____ bei der Tatbegehung sein Gesicht mit einer Kapuze verdeckte, um un- erkannt zu bleiben. In diesem Kontext weist die Sta atsanwaltschaft zu Recht darauf hin, dass der geschilderte beträchtliche Aufwand für ein blos ses Auskundschaften oder eine lediglich ge- ringfügige Straftat weder als nötig noch als sinnvo ll erschiene. Weiter wurden gemäss Polizeirapport vom 15. August 2017 zwei metallene N ummernschildhalterungen im Garten der Liegenschaft von der Geschädigten B.____ zwischen P ool und Kellertreppe aufgefunden, wel- che gemäss ihren Depositionen aus einem Regal in der Garage entwendet wurden (act. 453 f.). Als einzige plausible Erklärung dafür, weswegen die betreffenden Nummernschilderhalterun- gen, welche sich zuvor mit Sicherheit in der Garage der Geschädigten befunden haben (act. 455), auf dem Rasen aufzufinden waren, erscheint, d ass einer der Täter, mutmasslich D.____, die Garage betreten und durchsucht hat, wobei er di e Nummernschilderhalterungen an sich nahm, zumal diese gerichtsnotorisch dazu geeignet s ind, verschlossene Türen zu öffnen (vgl. dazu den Polizeirapport vom 15. August 2017, act. 4 53). Weil kurz darauf die aufgrund der ein- gegangenen Meldung von F.____ ausrückende Polizei b ereits vor Ort eintraf, konnten die Beschuldigten die Nummernschilderhalterungen in der Folge nicht zur Türöffnung einsetzen und haben sie allem Anschein nach bei der Flucht auf den Rasen der Geschädigten geworfen. Im Lichte dieser Darstellung erscheint die Aussage von D.____, er habe die Garage nicht betre- ten, als völlig unglaubhaft. Ferner als nicht stich haltig erweist sich die Argumentation des Strafgerichtsvizepräsidenten, wonach die Tatzeit – sonntags, kurz vor Mittag – grundsätzlich gegen die Annahme der Einbruchsabsicht der Beschuld igten spreche, weil zu dieser Tageszeit die Wahrscheinlichkeit, auf die Bewohner der Liegenschaft zu treffen, erheblich sei. Bereits auf- grund der Tatsache, dass die Hausbewohnerin zur Tat zeit abwesend war, ergibt sich, dass der von den Beschuldigten gewählte Zeitpunkt im konkret en Fall für einen Einbruchsdiebstahl ohne Weiteres günstig gewesen ist. Betreffend die fehlen den Einbruchsspuren, welche der Strafge- richtsvizepräsident zu Gunsten der Beschuldigten we rtete, ist zu konstatieren, dass die ausgerückte Polizei durch ihr Eingreifen die Beschu ldigten zur Aufgabe ihres Vorhabens ge- zwungen hat. Die Beschuldigten hatten demnach schlicht keine Zeit mehr, um die Kellertür oder einen anderen Hauseingang aufzubrechen. Die fehlend en Einbruchsspuren führen somit in casu nicht zu einer Entlastung der Beschuldigten. E ntgegen der Argumentation des Vorderrich- ters ergibt sich des Weiteren auch aus dem Umstand, dass die Beschuldigten keine Behältnisse zwecks Abtransports allfälliger Deliktsbeute mitgef ührt hatten, kein gegen einen Diebstahlsvor- satz sprechendes Indiz. Denn gerichtsnotorisch werd en bei Einbruchsdiebstählen regelmässig vor Ort besorgte Taschen verwendet. Überdies können kleinere Wertgenstände wie beispiels- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht weise Bargeld, Schmuck oder ein Portemonnaie von de r Täterschaft ohne Weiteres in den Ja- cken- oder Hosentaschen verstaut werden. Gestützt a uf diese Darlegungen erscheinen die Aussagen der beiden Beschuldigten, wonach sie ledig lich nach etwas Essbarem suchten, klar- erweise als völlig unglaubwürdige Schutzbehauptunge n. In diesem Zusammenhang gilt es zudem zu beachten, dass es absolut abwegig erschein t, in einem privaten Haus nach Lebens- mitteln zu suchen. Wäre es den Beschuldigten tatsäc hlich darum gegangen, aufgrund von Hunger und Durst Esswaren und Getränke an sich zu nehmen, wäre es für sie um einiges leich- ter gewesen, beispielsweise in einem Coop Pronto-Ge schäft einen Ladendiebstahl auszuüben, zumal hierfür im Fall des Erwischtwerdens eine wesentlich geringere Strafe droht. 2.6.7 Im Lichte dieser Darstellung erscheint es geradezu als weltfremd davon auszugehen, die Beschuldigten hätten in der Liegenschaft der Pr ivatklägerin lediglich Lebensmittel und Ge- tränke zum sofortigen Verzehr entwenden wollen. Folgerichtig ist es demnach entsprechend der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 11. Septe mber 2017 – abweichend vom Vorderrich- ter – als erstellt anzusehen, dass C.____ und D.___ _ beabsichtigten, in die Liegenschaft einzudringen, um daraus Wertgegenstände zu entwende n. Aufgrund des Ausgeführten ist der Sachverhalt betreffend den Vorwurf des versuchten Diebstahls gemäss Anklage erstellt. 3. Rechtliches 3.1 Einen Diebstahl gemäss Art. 139 Ziffer 1 StGB beg eht, wer jemandem eine fremde be- wegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern. Ein Versuch liegt gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB vor, wenn der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens beg onnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder der zur Vollendung der Tat gehör ende Erfolg nicht eintritt oder dieser nicht eintreten kann. Subjektiv wird verlangt, dass der Täter einen auf die Begehung der Tat gerichte- ten Entschluss gefasst hat. Die objektive Seite hin gegen setzt voraus, dass der Täter mit der Ausführung der Tat begonnen hat. Der Versuch erford ert somit, dass der Täter sämtliche sub- jektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht wären. Die subjektiven Tatbestandsmerkmale müssen vollständig erfüllt sein, in erster Linie de r Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt (S TEFAN TRECHSEL /C HRISTOPHER GETH , Praxiskommentar StGB, 3. Aufl. 2018, Art. 22 N 1 f.). Nach der Rechtsprechung gehört zur "Ausführung" der Tat im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB jede Tätigkeit, die nach dem Plan, den sich der Tät er gemacht hat, auf dem Weg zur Tatbe- standsverwirklichung den letzten entscheidenden Schritt darstellt, von dem es in der Regel kein Zurück mehr gibt, es sei denn wegen äusserer Umstän de, die eine Weiterverfolgung der Ab- sicht erschweren oder verunmöglichen (BGE 119 IV 224, E. 2; BGE 114 IV 112, E. 2c/bb, je mit Hinweisen). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gemäss der Praxis des Bundesgerichts ist Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massge bender Weise mit anderen Tätern zusam- menwirkt, sodass er als Hauptbeteiligter dasteht. Hierbei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt ( BGE 118 IV 397, E. 2b, BGE 120 IV 271, E. 2c/aa). Mittäterschaft setzt unter anderem einen gemeinsamen Tatentschluss voraus. Dieser muss indes nicht ausdrücklich bekundet werden; es g enügt, wenn er konkludent zum Ausdruck kommt (BGE 115 IV 161). Dabei ist nicht erforderlic h, dass der Mittäter bei der Entschlussfas- sung mitwirkte; es genügt, dass er sich später den Vorsatz seines Mittäters zu eigen macht (vgl. STEFAN T RECHSEL /M ARC JEAN -RICHARD , Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, vor Art. 24 N 12, mit Verweis auf BGE 111 IV 74, E. 2). 3.2 Aufgrund des Beweisergebnisses steht fest, dass di e Beschuldigten die Liegenschaft an der X.____strasse 2 in Y.____ mit Diebstahlsabsicht hinsichtlich Wertgegenständen betreten haben, wobei sie den Entschluss gefasst hatten, ein en Einbruchsdiebstahl in arbeitsteiligem Vorgehen auszuführen. Das Vorgehen der Beschuldigte n ist rechtlich als mittäterschaftlich be- gangener Diebstahlsversuch zu werten. Indem beide B eschuldigten bis zur Kellertreppe vordrangen und zumindest einer von ihnen, vermutung sweise D.____, die Garage betrat und dort zwei metallene Nummernschildhalterungen an sic h nahm, haben die Beschuldigten den letzten entscheidenden Schritt nach ihrem Tatplan bereits ausgeführt. Der Erfolg betreffend den Tatbestand des Diebstahls ist in casu lediglich des halb nicht eingetreten, weil die von F.____ alarmierte Polizei innert kurzer Zeit am Tatort ers chien und die Beschuldigten in flagranti fest- nehmen konnte. Folgerichtig sind die Beschuldigten in Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft des versuchten Diebstahls schuldig zu sprechen. III. S TRAFZUMESSUNG 1.1 Sodann beantragt die Staatsanwaltschaft aufgrund de s geänderten Schuldspruchs eine neue Bemessung der Strafe. Ihrer Ansicht nach erscheint bezüglich C.____ eine Freiheitsstrafe von 7 Monaten und in betreffend D.____ eine solche von 8 Monaten als tat- und schuldange- messen. 1.2 Auf die Rügen der Beschuldigten an der Strafzumessu ng, welche allesamt auf dem Ur- teil der Vorinstanz basieren, ist vorliegend in Anbetracht des zusätzlichen Schuldspruchs wegen versuchten Diebstahls nicht weiter einzugehen. Dies e haben sich insofern weitgehend erübrigt, wobei die Beschuldigten für den Fall der Gutheissun g der Berufung der Staatsanwaltschaft kei- ne Ausführungen gemacht haben. 2.1 Die Berufungsinstanz fällt ein neues Urteil (vgl. A rt. 408 StPO) und hat die Strafe nach ihrem eigenen Ermessen festzusetzen. Unter dem Vorb ehalt des Verbots der "reformatio in Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht peius" muss sie sich nicht daran orientieren, wie d ie erste Instanz die einzelnen Strafzumes- sungsfaktoren gewichtet hat (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014, E. 6.2). 2.2 Die von der Vorinstanz im Einzelnen korrekt dargele gten Zumessungskriterien (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 8 f.) werden im Fol genden gleichermassen von der strafrechtli- chen Abteilung des Kantonsgerichts bei der Festlegung der angemessenen Strafe beachtet. 3.1 Wie sich aus den obigen Erwägungen ergibt, hat sich der Beschuldigte C.____ des versuchten Diebstahls sowie des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Bezüglich D.____ ist ein Schuldspruch wegen versuchten Diebstahls sowie mehrfachen Hausfriedensbruchs zu fäl- len. Auszugehen ist bezüglich beider Beschuldigten vom versuchten Diebstahl gemäss Art. 139 Ziffer 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB als schwer ste Straftat, welcher mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bestraft wird. Bei den Strafschärfungsgründen ist derjenige der Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 StGB zu berücksichti gen. Strafschärfungs- oder Strafmilde- rungsgründe führen indessen nicht zu einer automati schen Erweiterung des Strafrahmens. Der ordentliche Strafrahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im ko nkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55, E. 5.8). Dies ist vorliegend nicht der Fall, weshalb für die auszufällenden Stra- fen vom Strafrahmen des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziffer 1 StGB auszugehen ist. 3.2 Bei der objektiven Tatschwere ist zu prüfen, wie st ark das strafrechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist. Bei Vermögensstraftaten ist entscheidend auf den Deliktsbetrag bzw. auf die Höhe der angestrebte n Bereicherung abzustellen (BGer 6B_157/2014 vom 26. Januar 2015, E. 3.2). Von Bedeutung ist auch die kriminelle Energie, wie sie durch die Tat und die Tatausführung offenbart w ird (H ANS WIPRÄCHTIGER /S TEFAN KELLER , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 47 N 90 ff.). In einem nächsten Schritt ist eine Be- wertung des (subjektiven) Verschuldens vorzunehmen. Es stellt sich somit die Frage, wie dem Täter die objektive Tatschwere tatsächlich anzurech nen ist. Dabei spielen grundsätzlich nebst der Frage einer verminderten Schuldfähigkeit (Art. 19 StGB) das Motiv und weitere subjektive Verschuldenskomponenten (z.B. Art. 48 StGB) eine Ro lle. Egoistische bzw. verwerfliche Be- weggründe oder ein Handeln aus eigenem Antrieb wirk en verschuldenserhöhend, während beispielsweise ein Handeln mit Eventualvorsatz (sta tt direktem Vorsatz), eine verminderte Schuldfähigkeit, ein unvollendeter Versuch oder die in Art. 48 StGB genannten Strafmilde- rungsgründe verschuldensmindernd zu gewichten sind (vgl. HANS MATHYS , Leitfaden Strafzumessung, 2016, S. 181). Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist bei der Einsatzstrafe des versuchten Diebstahls zu- nächst verschuldenserhöhend zu berücksichtigen, das s die Beschuldigten mittäterschaftlich handelten. Sodann kann der Umstand, dass der Diebst ahl im Versuchsstadium geblieben ist, vorliegend in Anwendung von Art. 22 Abs. 1 StGB nic ht strafmildernd zu Gunsten der Beschul- digten berücksichtigt werden, da sie ihr Vorhaben l ediglich aufgrund der am Tatort Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht eingetroffenen Polizei, mithin aufgrund äusserer Um stände und nicht wegen Einsicht oder Reue, abgebrochen haben. Die Gegebenheit, dass die Beschuldigten als eigentliche "Kriminal- touristen" ausschliesslich deshalb in die Schweiz e ingereist sind, um hierzulande Delikte zu begehen und nach der Tatbegehung möglichst schnell und unbemerkt wieder ins Ausland zu- rückzukehren, ist ebenfalls zu Lasten der Beschuldi gten zu berücksichtigen, zumal sie mit diesem Vorgehen ihre qualifizierte kriminelle Energ ie und besondere Dreistigkeit unter Beweis stellen (vgl. KGer 460 12 256 vom 26. Februar 2013, E. 2.3.2; BGer 6B_510/2013 vom 3. März 2014, E. 4.4). In der Gesamtwürdigung ist somit das Tatverschulden der Einstandstat – im Ver- gleich zu anderen denkbaren versuchten Diebstählen bei beiden Beschuldigten – als nicht mehr leicht zu bewerten. 3.3 Hinsichtlich der Täterkomponente von C.____ hat der Vorderrichter das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten bis zum Urteilszeitpunkt grundsätzlich zutref- fend dargelegt und gewürdigt. Ebenso wurden die Tät erkomponenten von D.____ von der Vor- instanz korrekt zusammengefasst (vgl. angefochtenes Urteil, S. 9 f.). Zu beachten gilt es, dass beide Beschuldigten nicht vorbestraft sind, was gem äss neuerer bundesgerichtlicher Recht- sprechung bei der Strafzumessung grundsätzlich neutral zu würdigen ist (BGE 136 IV 1). Beide Beschuldigten verhielten sich ferner weder kooperat iv noch trug ihr Teilgeständnis wesentlich zur Aufklärung der ihnen vorgeworfenen Taten bei. 3.4 Was die Strafart betrifft, so kommt bei beiden Besc huldigten vorliegend nur eine Frei- heitsstrafe in Betracht. Für die Nebenstrafen wäre die Verhängung einer Geldstrafe aufgrund der abstrakten Strafandrohung zwar grundsätzlich möglich, angesichts der an den Tag gelegten kriminellen Energie der Beschuldigten, des engen ze itlichen und inhaltlichen Zusammenhangs der einzelnen Taten untereinander sowie unter Berüc ksichtigung des Umstandes, wonach bei der Wahl der Sanktion auf die Zweckmässigkeit, die Auswirkungen auf den Beschuldigten so- wie die präventive Effizienz zu achten ist, kommt f ür das Kantonsgericht jedoch in casu nur die Ausfällung einer Freiheitsstrafe in Frage, womit im Ergebnis das Asperationsprinzip zur Bildung einer Gesamtstrafe ohne Weiteres anwendbar ist. 3.5 Gestützt auf diese Erwägungen ist im Hinblick auf d en versuchten Diebstahl insgesamt sowohl bei C.____ als auch bei D.____ von einem nic ht mehr leichten Verschulden auszuge- hen, was entsprechend dem Strafrahmen mit einer Fre iheitsstrafe von 5 Monaten zu sanktionieren wäre. 3.6 Aufgrund der zum versuchten Diebstahl hinzutretende n Delikte, welche in einem unter zeitlichen, räumlichen und sachlichen Gesichtspunkt en unmittelbaren und engen Konnex zur Haupttat stehen, ist sowohl die Einsatzstrafe von C.____ als auch diejenige von D.____ spürbar zu erhöhen. In seiner bisherigen Rechtsprechung hat das Kantonsgericht im Sinne einer grund- sätzlichen Festlegung dafürgehalten, dass bei der S trafzumessung im Kontext mit Einbruchsdiebstählen jeweils zwingend straferhöhend veranschlagt werden muss, wenn der Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschuldigte in Wohnliegenschaften eindringt. Nimmt der Beschuldigte dabei eine Begegnung mit der Bewohnerschaft in Kauf, so hat sich diese v erwerfliche Einstellung, welche für eine be- sondere Dreistigkeit sowie eine qualifizierte krimi nelle Energie spricht, in einem zweiten Schritt nochmals spürbar strafschärfend auszuwirken. In sei ner früheren Praxis hat die strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts diese Grundsätze jewe ils im Rahmen des Tatbestands des Diebstahls berücksichtigt (vgl. KGer 460 12 108 vom 25. September 2012, E. III. 3. 1). In Nach- achtung der neueren Rechtsprechung des Bundesgerich ts, welche zum Schluss kommt, die psychischen Folgen der Einbrüche für die Betroffene n und die schwere Verletzung der Pri- vatsphäre der Geschädigten sei Einbruchsdiebstählen immanent, jedoch primär eine Folge des Hausfriedensbruchs, gilt es nunmehr, diese Aspekte bei der Strafzumessung nicht bei der Beur- teilung von Art. 139 StGB, sondern im Rahmen von Ar t. 186 StGB zu bemessen (vgl. BGer 510/2015 vom 25. August 2015, E. 1.3; KGer 460 17 173 vom 29. Januar 2018, E. 2.7.2). Unter diesem Aspekt ist bezüglich des Hausfriedensbruchs zu berücksichtigen, dass sich die Be- schuldigten nicht nur auf dem strafrechtlich geschü tzten Grundstück von B.____ aufhielten, sondern zusätzlich versuchten, in das Haus der Gesc hädigten einzudringen, womit sie eine erheblich schwerwiegendere Verletzung des Hausrecht s der Geschädigten beabsichtigten. Beim Versuch in das Wohnhaus einzudringen, trafen d ie Beschuldigten überdies lediglich in einem völlig ungenügenden Ausmass Vorkehrungen zur Vermeidung einer Konfrontation mit der Bewohnerschaft. Entsprechend muss im Rahmen des Hausfriedensbruchs bei den Be- schuldigten das versuchte Eindringen in Wohnliegens chaften sowie – in einem zweiten Schritt nochmals spürbar strafschärfend – die Inkaufnahme e iner Begegnung mit der Bewohnerschaft veranschlagt werden. Das Verschulden bezüglich des Hausfriedensbruchs ist insgesamt bei beiden Beschuldigten als nicht mehr leicht zu beurteilen. Dementsprechend ist die Einsatzstrafe von C.____ um einen Monat auf insgesamt 6 Monate an gemessen zu erhöhen. Bezüglich D.____ gilt es grundsätzlich dieselben Überlegungen wie bei D.____ zu berücksichtigen, wobei er indes zusätzlich noch einen Hausfriedensbruch ge genüber A.____ begangen hat. Dieser Umstand führt bei ihm zu einer Erhöhung der Einsatz strafe um 2 Monate auf insgesamt 7 Mo- nate. 3.7 Aufgrund einer Gesamtwürdigung aller tat- und täter bezogenen Umstände und somit nach Festlegen der hypothetischen verschuldensangemessenen Strafe für das Hauptdelikt und Festlegung der Strafen für die Nebendelikte ist nach erfolgter Asperation gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB festzustellen, dass betreffend C.____ eine Fre iheitsstrafe von 6 Monaten und betreffend D.____ eine Freiheitsstrafe von 7 Monaten als verschuldens- und tatangemessen erscheint. 3.8 Beide Beschuldigten sind Ersttäter, womit einschlägige Vorstrafen als eine der wichtigsten Indikatoren für eine Schlechtprognose dahinfallen. Wie bereits von der Vorinstanz zutreffend dargelegt, gilt es jedoch in casu zu berücksichtige n, dass die Beschuldigten zwar aufgrund der wirtschaftlichen Lage in der Heimat und ihrer Erwer bssituation offensichtlich auf längere Frist nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verf ügen werden, um einen Aufenthalt in der Schweiz mit legalen Mitteln zu bestreiten. Unter de r Annahme, dass sich die Beschuldigten zu- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht künftig erneut in der Schweiz aufhalten werden, wär e deshalb in der Tat von einer getrübten Legalbewährungsprognose auszugehen. Da die strafrec htliche Abteilung des Kantonsgerichts indessen gegen die Beschuldigten (nachfolgend unter Ziffer IV. der Erwägungen) eine Landes- verweisung ausspricht, fällt dieses Gefahrenpotenti al weg, weshalb die vom Gesetzgeber auf- aufgestellte Vermutung einer positiven Legalbewährungsprognose nicht widerlegt werden kann. Deshalb ist ihnen für die auszufällende Freiheitsst rafe der bedingte Strafvollzug zu gewähren. Weil vorliegend keine Umstände erkennbar sind, welc he eine Verlängerung der gesetzlichen Minimaldauer der Probezeit rechtfertigen würden, is t gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB eine Probe- zeit von 2 Jahren anzusetzen. 4. Zusammenfassend ist die Berufung der Staatsanwaltsc haft bezüglich der zusätzlichen Verurteilung wegen versuchten Diebstahls und weitge hend hinsichtlich der beantragten Straf- höhe gutzuheissen. Demgegenüber dringt die Staatsan waltschaft hinsichtlich der beantragten Verurteilung zu einer unbedingten Strafe ebenso wie die Beschuldigten mit ihren Anschlussbe- rufungen nicht durch. Demzufolge ist C.____ in teil weiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft und in Abweisung seiner Anschlus sberufung in Abänderung des angefoch- tenen Urteils des versuchten Diebstahls sowie des H ausfriedensbruchs schuldig zu sprechen und zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, zu ver- urteilen. Der Beschuldigte D.____ ist in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft und in Abweisung seiner Anschlus sberufung in Abänderung des angefoch- tenen Urteils des versuchten Diebstahls sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig zu sprechen und zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jah- ren, zu verurteilen. IV. L ANDESVERWEISUNG Hinsichtlich der Landesverweisung kann vollumfängli ch auf die zutreffenden Erwägungen des Vorderrichters verwiesen werden (vgl. angefochtenes Urteil, S. 10 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Her- vorzuheben ist hierbei, dass die Beschuldigten über keinerlei Beziehungen zur Schweiz verfügen und selber explizit kundgetan haben, nie m ehr in die Schweiz einreisen zu wollen. So gab der Beschuldigte C.____ in der Einvernahme zur Person vom 29. August 2017 zu Protokoll, eine Landesverweisung sei für ihn kein Problem, da er nie wieder in die Schweiz kommen wer- de (act. 51). Der Beschuldigte D.____ betonte in de r Befragung zur Person vom 29. August 2017, eine Landesverweisung sei für ihn problemlos, er könne mit einem lebenslangen Einrei- severbot leben (act. 113). Unter diesen Umständen überwiegt das Interesse an der Fernhaltung der Beschuldigten ein allenfalls entgegenstehendes Interesse an der Anwesenheit in der Schweiz offensichtlich. Insgesamt erweist sich bei beiden Beschuldigten eine Landesverwei- sung von 3 Jahren als geeignet, erforderlich und an gemessen. Diese ist deshalb jeweils gegen die Beschuldigten auszusprechen, was in diesem Punk t zur Abweisung der Anschlussberufun- gen der beiden Beschuldigten führt. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht V. K OSTEN 1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien di e Kosten des Rechtsmittelverfah- rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegen s. Vorliegend ist die Berufung der Staatsanwaltschaft teilweise gutzuheissen, wobei di ese im zentralen Punkt, nämlich der Verur- teilung der Beschuldigten wegen versuchten Diebstah ls, obsiegt, hingegen hinsichtlich der Strafhöhe teilweise sowie der Gewährung des bedingt en Vollzugs in vollem Umfang unterliegt. Demgegenüber sind die Anschlussberufungen der Besch uldigten beide vollumfänglich abzu- weisen. Dieser Verfahrensausgang rechtfertigt es, d ie ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 1‘500. ‒, zuzüglich Auslagen von CHF 100. ‒, im Um- fang von drei Vierteln (CHF 1‘200. ‒, demnach je CHF 600. ‒), den Beschuldigten und im Umfang von einem Viertel (CHF 400. ‒) dem Staat aufzuerlegen. 2. Den eingesetzten amtlichen Verteidigerinnen ist fü r ihre Bemühungen im Rechtsmittel- verfahren eine Parteientschädigung aus der Gerichts kasse zu entrichten, wobei das Honorar der amtlichen Verteidigung gemäss § 3 Abs. 2 TO CHF 200. ‒ pro Stunde beträgt. Diesbetref- fend ist festzustellen, dass sowohl Advokatin Renate Jäggi als auch Advokatin Anina Hofer dem Gericht keine Honorarnote eingereicht haben. Die strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts hat die Entschädigung somit nach pflichtgemässem Er messen festzusetzen (vgl. § 18 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte, TO, SGS 178.112). Angesichts der sich stel- lenden Sach- und Rechtsfragen sowie unter Berücksic htigung der eingereichten Rechtsschriften erscheint für beide amtlichen Verte idigerinnen jeweils für das Berufungsverfah- ren ein Honorar in der Höhe von CHF 500. ‒ (inkl. Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer (CHF 38.50), somit insgesamt CHF 538.50, als angemessen. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 24. Oktober 2017, auszugsweise lautend: "1.1 C.____ wird schuldig erklärt des Hausfrie densbruchs und verur- teilt zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 80 Tages sätzen à Fr. 10.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren, unter Anrechnung der vom 13. August 2017 bis zum 20 . Septem- ber 2017 ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherhe itshaft von insgesamt 39 Tagen, in Anwendung von Art. 186 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB. 1.2 D.____ wird schuldig erklärt des mehrfache n Hausfriedensbruchs und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 90 Tages sätzen à Fr. 10.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren, unter Anrechnung der vom 13. August 2017 bis zum 20 . Septem- ber 2017 ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherhe itshaft von insgesamt 39 Tagen, in Anwendung von Art. 186 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowi e Art. 51 StGB. 2.1 C.____ wird in Anwendung von Art. 66a bis StGB für die Dauer von 3 Jahren des Landes verwiesen. 2.2 D.____ wird in Anwendung von Art. 66a bis StGB für die Dauer von 3 Jahren des Landes verwiesen. 3.1 Die C.____ betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kosten des Vorverfahrens von Fr. 1‘989.15, den Kost en des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 500.-- und der Ger ichtsge- bühr von Fr. 500.--, gehen gestützt auf Art. 426 Ab s. 1 StPO grundsätzlich zulasten von C.____. Zufolge offensichtlicher Uneinbringlichkeit wird ge stützt auf Art. 425 StPO auf die Geltendmachung dieser Forderu ng verzich- tet. 3.2 Die D.____ betreffenden Verfahrenskosten, be stehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 1‘977.50, den Kost en des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 500.-- und der Ger ichtsge- bühr von Fr. 500.--, gehen gestützt auf Art. 426 Ab s. 1 StPO grundsätzlich zulasten von D.____. Zufolge offensichtlicher Uneinbringlichkeit wird ge stützt auf Art. 425 StPO auf die Geltendmachung dieser Forderu ng verzich- tet. 4.1 Das Honorar der amtlichen Verteidigerin von C.____ in der Höhe von Fr. 3‘315.65 (inkl. Auslagen) wird aus der Geri chtskasse ent- richtet. 4.2 Das Honorar der amtlichen Verteidigerin von D.____ in der Höhe von Fr. 4‘471.35 (inkl. Auslagen und 8 % MwSt.) wir d aus der Gerichtskasse entrichtet." wird in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsan waltschaft und in Abweisung der Anschlussberufungen der beiden Bes chuldigten in Dispositiv-Ziffer 1 wie folgt geändert: 1. a) C.____ wird schuldig erklärt des versuchten Diebstahls sowie des Hausfriedensbruchs und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 6 Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren, unter Anrechnung der vom 13. August 2017 bis zum 20 . Septem- ber 2017 ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherhe itshaft von insgesamt 39 Tagen, Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht in Anwendung von Art. 139 Ziffer 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 S tGB, Art. 44 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB. b) D.____ wird schuldig erklärt des versuchten Diebstahls sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 7 Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren, unter Anrechnung der vom 13. August 2017 bis zum 20 . Septem- ber 2017 ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherhe itshaft von insgesamt 39 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziffer 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 S tGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB. Im Übrigen wird das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums bestätigt. II. a) Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfah rens in der Höhe von CHF 1‘600. ‒, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 1‘500. ‒ sowie Auslagen von CHF 100. ‒, werden wie folgt verlegt: – C.____: CHF 600. ‒ – D.____: CHF 600. ‒ – Staatskasse: CHF 400. ‒ b) Der amtlichen Verteidigerin von C.____, Advokati n Renate Jäggi, wird für das Berufungsverfahren ein Honorar in der Höhe von CHF 500. ‒ (inkl. Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer (CHF 38.50), somit insgesamt CHF 538.50, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. c) Der amtlichen Verteidigerin von D.____, Advokatin Anina Hofer, wird für das Berufungsverfahren ein Honorar in der Höhe von CHF 500. ‒ (inkl. Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer (CHF 38.50), somit in sgesamt CHF 538.50, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger