<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">2A.181/2006 /leb </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 5. April 2006 </div> <div class="para">II. Öffentlichrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Merkli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Betschart, Hungerbühler, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Hugi Yar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Regierungsstatthalteramt Bern, </div> <div class="para">Amthaus, Hodlerstrasse 7, 3011 Bern, </div> <div class="para">Haftgericht III Bern-Mittelland, </div> <div class="para">Amthaus, Hodlerstrasse 7, 3011 Bern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Ausschaffungshaft (<span class="artref">Art. 13b ANAG</span>), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Haftgerichts III Bern-Mittelland vom 30./31. März 2006. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht stellt fest und zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">X.________ (geb. 1960) stammt aus Tunesien und durchlief in der Schweiz erfolglos ein Asylverfahren. Der Regierungsstatthalter von Bern nahm ihn auf die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug am 29. März 2006 hin in Ausschaffungshaft. Die Haftrichterin 2 am Haftgericht III Bern-Mittelland prüfte diese am 30. März 2006 (mit schriftlicher Begründung vom 31. März 2006) und bestätigte sie bis zum 28. Juni 2006. Am 4. April 2006 reichte X.________ beim Haftgericht einen Zettel ein, worauf er erklärte, gegen die Landesverweisung Beschwerde führen zu wollen ("demande de faire recours pour l'expultion"), welchen die Haftrichterin unter Beilage ihrer Akten als Beschwerde an das Bundesgericht weiterleitete. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Eingabe erweist sich - soweit sich der Betroffene darin überhaupt gegen die Haftgenehmigung und nicht vielmehr gegen den Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 22. März 2006 wenden will, worin seine Beschwerde gegen die Verweigerung des probeweisen Aufschubs der Landesverweisung abgewiesen wurde - als offensichtlich unbegründet und kann ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span> erledigt werden: </div> <div class="para">2.1 Der Beschwerdeführer ist am 21. April 2004 im Asylverfahren rechtskräftig aus der Schweiz weggewiesen worden. Es besteht gegen ihn zudem eine unbedingt ausgesprochene, erst- und zweitinstanzlich nicht aufgeschobene (Entscheide vom 18. Januar und 22. März 2006), vom Regierungsstatthalter von Bern zudem für vollstreckbar erklärte Landesverweisung (Entscheid vom 8. Februar 2006), deren Vollzug praxisgemäss ebenfalls mit einer Ausschaffungshaft sichergestellt werden kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=31.03.2006&amp;to_date=19.04.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-II-103%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page103">BGE 128 II 103</a> E. 1.3 S. 105 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer hat sich in der Schweiz als Y.________ (geb. 1963), Bürger der Elfenbeinküste, ausgegeben; er ist im Oktober 2005 jedoch als tunesischer Staatsbürger anerkannt worden. Dennoch hielt er vor der Haftrichterin an seiner ursprünglichen Identität fest ("Mein Name und meine Nationalität ist nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass ich hier bin. Mein Name ist Y.________"). Das Kreisgericht VIII Bern-Laupen verurteilte ihn am 17. Juni 2005 unter anderem wegen Vergewaltigung, Drohung, Tätlichkeit, Raubs, Hehlerei und Diebstahls zu 32 Monaten Zuchthaus; gleichzeitig verwies es ihn für sechs Jahre des Landes. Damit erfüllt X.________ den Haftgrund von <span class="artref">Art. 13b Abs. 1 lit. c ANAG</span> (SR 142.20; "Untertauchensgefahr"; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=31.03.2006&amp;to_date=19.04.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-II-377%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page377">BGE 130 II 377</a> E. 3.3.3, 56 E. 3.1 S. 58 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=31.03.2006&amp;to_date=19.04.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-369%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page369">125 II 369</a> E. 3b/aa S. 375). </div> <div class="para">2.2 Anhaltspunkte dafür, dass der Vollzug seiner Weg- bzw. Landesverweisung rechtlich oder faktisch nicht möglich oder nicht absehbar und die Haft deshalb zu beenden wäre, bestehen nicht (vgl. <span class="artref">Art. 13c Abs. 5 lit. a ANAG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=31.03.2006&amp;to_date=19.04.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-II-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 130 II 56</a> E. 4.1.3 mit Hinweisen): Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, dass ihm in seiner Heimat wegen des dortigen Bürgerkriegs der Tod drohe (vgl. den Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 22. März 2006, S. 5), bezogen sich seine Ausführungen auf die Elfenbeinküste. Die tunesischen Behörden haben ihrerseits inzwischen die Ausstellung eines Laissez-Passer-Papiers zugesichert. Es ist davon auszugehen, dass im Zusammenhang mit der Landesverweisung allenfalls noch mögliche Rechtsmittelverfahren innert nützlicher Frist abgeschlossen werden können, weshalb sich die Ausschaffungshaft nicht als unverhältnismässig erweist (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=31.03.2006&amp;to_date=19.04.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-II-103%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page103">BGE 128 II 103</a> E. 1.3 und 1.4). Ausländerrechtlich hat der Beschwerdeführer, der hier über keine Aufenthaltsbewilligung verfügt - unter Vorbehalt einer Non-Refoulement-Problematik, welche er aber weder behauptet noch belegt -, das Land zu verlassen; es kann deshalb kaum ernsthaft mit einem probeweisen Aufschub der strafrechtlichen Landesverweisung gerechnet werden. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gegen die Genehmigung der Ausschaffungshaft vom 30./31. März 2006 unbegründet und somit abzuweisen, soweit darauf (überhaupt) einzutreten ist (vgl. <span class="artref">Art. 108 Abs. 2 OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=31.03.2006&amp;to_date=19.04.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IB-134%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page134">BGE 118 Ib 134</a> ff.). Für alles Weitere wird auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen (<span class="artref">Art. 36a Abs. 3 OG</span>). Eine Kopie der Eingabe des Beschwerdeführers wird mit dem vorliegenden Urteil dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern im Hinblick auf allfällige Rechtsmittel bezüglich des Aufschubs bzw. Vollzugs der Landesverweisung zur Kenntnisnahme und gutdünkenden Verwendung zugestellt. </div> <div class="para">3.2 Es rechtfertigt sich, praxisgemäss von der Erhebung einer Gerichtsgebühr abzusehen (vg. <span class="artref">Art. 153a OG</span>; Urteil 2A.86/2001 vom 6. März 2001, E. 3). Der Ausländer- und Bürgerrechtsdienst der Kantonspolizei Bern wird ersucht, dafür besorgt zu sein, dass der vorliegende Entscheid dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und nötigenfalls verständlich gemacht wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Regierungsstatthalteramt Bern, dem Haftgericht III Bern-Mittelland und dem Bundesamt für Migration sowie (zur Information) dem Ausländer- und Bürgerrechtsdienst der Kantonspolizei Bern und dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern (diesem unter Beilage einer Kopie der Eingabe des Beschwerdeführers vom 4. April 2006) schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 5. April 2006 </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>