<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2004.00012</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204550&amp;W10_KEY=4467140&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2004.00012</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.09.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzung 2000</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Steuerumgehung<br/><br/>Ein Vater überträgt im Rahmen einer gemischten Schenkung Liegenschaften auf seine Nachkommen. In einem gleichentags beurkundeten Vertrag auf Einräumung eines Nutzniessungsrechts wird an allen Liegenschaften die Nutzniessung zu Gunsten einer von den (beschenkten) Nachkommen beherrschten AG begründet. Diese, die Nutzniesserin, verpflichtete sich im Gegenzug, dem Vater (Schenker) eine lebenslängliche (Leib-)Rente von jährlich Fr. --.- zu bezahlen und für einen Teil dieser Rente einen Rentenversicherungsvertrag mit einer Versicherungsgesellschaft abzuschliessen.<br/>Entgegen der Annahme der Vorinstanzen ist in dieser Rechtsgestaltung (aus näher dargelegten Gründen) keine verpönte Steuerumgehung zu erblicken. Insbesondere fehlt es bereits am - von den hierfür beweisbelasteten Steuerbehörden nachzuweisenden - objektiven Moment, besteht doch keine Rechtsgestaltung, die als ungewöhnlich, sachwidrig oder absonderlich, den wirtschaftlichen Gegebenheiten völlig unangemessen zu bezeichnen wäre.<br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSONDERLICH">ABSONDERLICH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINSCHÃTZUNG UND EINSCHÃTZUNGSGRUNDLAGEN">EINSCHÃTZUNG UND EINSCHÃTZUNGSGRUNDLAGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LIEGENSCHAFTENERTRAG">LIEGENSCHAFTENERTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: METHODENDUALISMUS">METHODENDUALISMUS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NUTZNIESSUNG">NUTZNIESSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NUTZNIESSUNGSBESTEUERUNG">NUTZNIESSUNGSBESTEUERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PAUSCHALABZUG">PAUSCHALABZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERERSPARNIS">STEUERERSPARNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERUMGEHUNG">STEUERUMGEHUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 25 Abs. I lit. d aStG</span><br/><span class="ungerade">§ 14 Abs. II ESchG</span><br/><span class="gerade">§ 21 Abs. I lit. a StG</span><br/><span class="ungerade">§ 31 Abs. I lit. b StG</span><br/><span class="gerade">§ 38 Abs. II StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Der 1914 geborene A Ã¼bertrug mit Vertrag vom 29. Juni 2000 seiner Tochter B und seinem Sohn, dem mit B verheirateten Pflichtigen D, rÃ¼ckwirkend auf den 1. Januar 2000 drei Liegenschaften zu Eigentum. Zwei weitere Liegenschaften hatten die beiden Nachkommen schon frÃ¼her erhalten; diese waren mit einer Nutzniessung zu Gunsten von A belastet. Mit einem gleichentags beurkundeten Vertrag auf EinrÃ¤umung eines Nutzniessungsrechts gegen Leistung einer Leibrente wurde an allen fÃ¼nf Liegenschaften die Nutzniessung zu Gunsten der vom Pflichtigen und seiner Schwester B beherrschten Firma Q begrÃ¼ndet. Die Nutzniesserin verpflichtete sich im Gegenzug, A eine lebenslÃ¤ngliche Rente von Fr. --.- zu bezahlen und fÃ¼r einen Teil dieser Rente einen Rentenversicherungsvertrag mit einer Versicherungsgesellschaft abzuschliessen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Der Pflichtige stellte sich im Veranlagungsverfahren auf den Standpunkt, er habe weder den anteiligen Ertrag noch den VermÃ¶genssteuerwert der fÃ¼nf nutzniessungsbelasteten Liegenschaften zu versteuern. Der SteuerkommissÃ¤r rechnete allerdings nach DurchfÃ¼hrung einer Untersuchung im EinschÃ¤tzungsentscheid vom 19. August 2002 beim steuerbaren Einkommen den hÃ¤lftigen Nettoertrag der fÃ¼nf Liegenschaften sowie die HÃ¤lfte des Ertrags aus dem RentenabsicherungsgeschÃ¤ft auf. Einen Abzug fÃ¼r die Ausrichtung der Rente an A gewÃ¤hrte er nicht. Die hÃ¤lftigen Steuerwerte der genannten Liegenschaften rechnete er beim steuerbaren VermÃ¶gen auf und zog davon die HÃ¤lfte der hypothekarischen Belastung ab. Er begrÃ¼ndete die Aufrechnungen mit Steuerumgehung. Die gegen diese EinschÃ¤tzung erhobene Einsprache wurde am 25. September 2002 abgewiesen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Der gegen den Einspracheentscheid erhobene Rekurs wurde von der Steuerrekurskommission I am 18. Dezember 2003 teilweise gutgeheissen. Sie schÃ¤tzte die Pflichtigen mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. --.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. --.- ein. Die teilweise Gutheissung bezog sich auf die einkommensseitige Aufrechnung der ErtrÃ¤ge zweier Liegenschaften. Die vom SteuerkommissÃ¤r irrtÃ¼mlicherweise aufgerechneten BruttoertrÃ¤ge wurden auf die Nettobetreffnisse reduziert. Im Ãbrigen wurden die steueramtlichen Aufrechnungen geschÃ¼tzt. Die Steuerrekurskommission I kam zum Schluss, die von den Beteiligten gewÃ¤hlte Rechtsgestaltung erfÃ¼lle die Voraussetzungen der Steuerumgehung. Deshalb sei der EinschÃ¤tzung die als sachgemÃ¤ss beurteilte Ordnung zugrunde zu legen, welcher die angefochtene EinschÃ¤tzung grundsÃ¤tzlich entspreche.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Die Pflichtigen liessen am 17. Februar 2004 gegen den Rekursentscheid Beschwerde erheben und beantragen, die EinschÃ¤tzung gemÃ¤ss Selbstdeklaration mit Fr. 18'800.-, eventualiter mit Fr. --.- steuerbarem Einkommen und Fr. --.- steuerbarem VermÃ¶gen vorzunehmen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegegners. Subeventualiter wurde RÃ¼ckweisung zur Festsetzung des Nettoertrags aus Liegenschaften beantragt.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Die Steuerrekurskommission I und das kantonale Steueramt beantragten Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span>Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden. </span></p> <p class="Erwgung1"><span class="UrteilstextChar"><span>Das Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Rekurskommission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekurskommission zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich</span></span><span> lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessenÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch (RB 1999 Nr. 147).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Vorliegend ist zunÃ¤chst umstritten, ob die ErtrÃ¤ge und VermÃ¶genssteuerwerte der Liegenschaften, die der Pflichtige im Rahmen eines Erbvorbezuges von seinem Vater erhalten hatte, von der Firma Q zu versteuern oder dem Pflichtigen (anteilig) zuzurechnen sind. Mit Blick auf den von der Rekurskommission erhobenen Vorwurf der Steuerumgehung ist dabei insbesondere die Konzeption der Nutzniessungsbesteuerung von Interesse.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 21 Abs. 1 lit. a StG haben natÃ¼rliche Personen alle ErtrÃ¤ge aus unbeweglichem VermÃ¶gen, insbesondere EinkÃ¼nfte aus Vermietung, Verpachtung, Nutzniessung oder sonstiger Nutzung als Einkommen zu versteuern. Bei Kapitalgesellschaften unterliegen ErtrÃ¤ge aus unbeweglichem VermÃ¶gen gemÃ¤ss § 63 StG der Gewinnsteuer. Bei der Einkommenssteuer natÃ¼rlicher Personen und der Gewinnsteuer von Kapitalgesellschaften handelt es sich um gleichartige Steuern (MarkusReich, in: Markus Reich/Marco Duss, Unternehmensumstrukturierungen im Steuerrecht, Basel/Frankfurt a.M. 1996, S. 210). In Bezug auf LiegenschaftenertrÃ¤ge unterscheiden sie sich in grundsÃ¤tzlicher Hinsicht nur durch den Abzug der Gewinnungskosten, der gemÃ¤ss den insoweit zutreffenden rechtlichen ErwÃ¤gungen der Rekurskommission, auf welche gemÃ¤ss § 161 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976 verwiesen werden kann, von natÃ¼rlichen Personen mit PrivatvermÃ¶gen wahlweise effektiv oder pauschal vorgenommen werden kann, wÃ¤hrend den Kapitalgesellschaften nur der Abzug der tatsÃ¤chlichen Unterhaltskosten zusteht. Insoweit natÃ¼rliche Personen einen die effektiven Unterhaltskosten Ã¼bersteigenden Pauschalabzug geltend machen kÃ¶nnen, haben sie einen tieferen Nettoertrag zu versteuern als Kapitalgesellschaften.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Ist ein VermÃ¶genswert mit einer Nutzniessung belastet, wird der belastete VermÃ¶genswert jedoch nicht dem EigentÃ¼mer, sondern dem Nutzniesser zugerechnet, der ihn als VermÃ¶gen zu versteuern hat (§ 38 Abs. 2 StG). Die ErtrÃ¤gnisse des NutzniessungsvermÃ¶gens werden ebenfalls dem Nutzniesser zugerechnet, der demgegenÃ¼ber die fÃ¼r die Erzielung der EinkÃ¼nfte notwendigen Auslagen wie ein EigentÃ¼mer geltend machen kann (§§ 20 Abs. 1 lit. d und 21 Abs. 1 lit. a StG; RB 1974 Nr. 37; August Reimann/Ferdinand Zuppinger/Erwin SchÃ¤rrer, Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, Bd. II, Bern 1963, § 19 N. 4; Peter Locher, Kommentar zum Bundesgesetz Ã¼ber die direkte Bundessteuer, I. Teil, Basel 2001, Art. 20 N. 16).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Handelt es sich beim Nutzniesser um eine der ordentlichen Besteuerung unterliegende Kapitalgesellschaft, bilden die ihr zugeflossenen ErtrÃ¤ge gestÃ¼tzt auf das Massgeblichkeitsprinzip genauso Bestandteil des steuerbaren Reingewinns, wie wenn sie EigentÃ¼merin wÃ¤re. Die BerÃ¼cksichtigung eines Nutzniessungsrechts fÃ¼r die Bemessung der Kapitalsteuer richtet sich nach der buchmÃ¤ssigen Behandlung. Erworbene immaterielle Werte, zu denen auch Nutzungsrechte gehÃ¶ren, kÃ¶nnen bilanziert werden, wenn sie Ã¼ber mehrere Jahre einen fÃ¼r das Unternehmen messbaren Nutzen bringen werden, wobei fÃ¼r die Bewertung hÃ¶chstens auf die Anschaffungs- bzw. Herstellkosten abgestellt werden darf (Swiss GAAP FER, Fachempfehlungen zur Rechnungslegung, ZÃ¼rich 2004, S. 55 f., auch zum Folgenden). Wird ein entgeltlich erworbenes Nutzniessungsrecht mit den Anschaffungs- oder Herstellkosten aktiviert, so erhÃ¶ht dieser Erwerb das steuerbare Kapital nicht, weil der Bilanzierung ein Aktivenabgang in HÃ¶he der Gegenleistung bzw. die insoweit nicht aufwandwirksamen Herstellkosten gegenÃ¼berstehen. Es ist demzufolge systembedingt, dass der entgeltliche Erwerb von Nutzniessungsrechten bei einer Kapitalgesellschaft nicht zur ErhÃ¶hung der Kapitalsteuer fÃ¼hrt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Insoweit besteht ein wesentlicher Unterschied zum entgeltlichen Erwerb eines Nutzniessungsrechts durch eine natÃ¼rliche Person. Das Nutzniessungsrecht weist einen bestimmten VermÃ¶genswert auf (VGr 20./26. MÃ¤rz 1979, ZR 78 [1979] Nr. 44; vgl. auch: Peter Locher, Besteuerung von Renten und rentenÃ¤hnlichen RechtsverhÃ¤ltnissen in der Schweiz, SJZ 87 [1991] S. 208; Hans Peter Bieri, Die Besteuerung der Renten und Kapitalabfindungen, Diss. </span><span>St. Gallen 1970, S. 8). </span><span>Dieser besteht im kapitalisierten Ertragswert, welcher <br/> â in mit einer Rente vergleichbarer Weise â von der HÃ¶he des Nutzniessungsertrags und der Dauer der Nutzniessung abhÃ¤ngig ist (vgl. Beate Gantner-Bronder, Die Besteuerung von Nutzniessungen und periodischen Leistungen im zÃ¼rcherischen Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht, Diss. ZÃ¼rich 1986, S. 76). Der Gesetzgeber hat sich demgegenÃ¼ber dazu entschieden, das Nutzniessungsgut beim Nutzniesser nicht mit dem kapitalisierten Ertragswert, sondern zum gleichen Wert zu besteuern, auf welchen abzustellen wÃ¤re, wenn es in seinem vollen Eigentum stÃ¼nde (RB 1950 Nr. 36). Er hat damit bewusst in Kauf genommen, dass sich aus dieser Ordnung eine sachlich nicht gerechtfertigte Verschiebung der VermÃ¶genssteuerbelastung vom EigentÃ¼mer auf den Nutzniesser ergibt (Reimann/Zuppinger/SchÃ¤rrer, § 33 N. 18). Eine solche Ãberbesteuerung des Nutzniessers wird bei der Kapitalsteuer juristischer Personen vermieden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Nach den Feststellungen der Rekurskommission wurde das Nutzniessungsrecht zu Gunsten der Firma Q mit Ã¶ffentlich beurkundetem Vertrag vom 29. Juni 2000 rechtsgÃ¼ltig begrÃ¼ndet und ins Grundbuch aufgenommen. Die Firma Q hatte sich als Gegenleistung fÃ¼r die EinrÃ¤umung des Nutzniessungsrechts u.a. verpflichtet, dem Vater des Pflichtigen eine Leibrente auszurichten. Der Pflichtige hat demzufolge den seiner Eigentumsquote entsprechenden hÃ¤lftigen Anteil an den NettoertrÃ¤gnissen der nutzniessungsbelasteten Liegenschaften und deren anteilige VermÃ¶genssteuerwerte nicht zu versteuern. Aufgrund der erwÃ¤hnten gesetzlichen Ordnung sind die entsprechenden Steuerobjekte der Firma Q als Nutzniesserin zuzurechnen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.5 </span></b><span>Aus Sicht des Nutzniessungsbelasteten handelt es sich bei der entgeltlichen EinrÃ¤umung der Nutzniessung um eine blosse VermÃ¶gensumschichtung, die nicht unter die Einkommenssteuer fÃ¤llt (Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kauf­mann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 20 N. 114; Reimann/Zuppin­ger/SchÃ¤rrer § 19 lit. f N. 10). Insoweit die entgeltliche Belastung eines GrundstÃ¼cks mit einer Nutzniessung â wie im vorliegenden Fall â keine dauernde ist, welche die Bewirtschaftungs- bzw. VerÃ¤usserungsmÃ¶glichkeiten in erheblichem Mass beeintrÃ¤chtigt, lÃ¶st sie auch keine GrundstÃ¼ckgewinnsteuer aus (RB 1990 Nr. 52). Dass der EigentÃ¼mer durch die entgeltliche EinrÃ¤umung einer Nutzniessung die Ertragswertkomponente des belasteten VermÃ¶genswerts steuerfrei realisieren kann, entspricht somit der gesetzgeberischen Konzeption. Die Frage, ob mit der Zuwendung der fÃ¼r die EinrÃ¤umung der Nutzniessung erbrachten Gegenleistung an einen Dritten allenfalls ein Schenkungssteuertatbestand erfÃ¼llt wird, ist in diesem Verfahren nicht zu entscheiden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Des Weiteren ist umstritten, ob die von der Firma Q an den Vater des Pflichtigen ausgerichtete Leibrente ihr selber oder dem Pflichtigen zuzurechnen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die gesetzliche Regelung der steuerlichen Behandlung von Rentenzahlungen beim Schuldner war im Kanton ZÃ¼rich in den letzten Jahren VerÃ¤nderungen unterworfen. Bis zum 31. Dezember 1998 konnten private, vertraglich begrÃ¼ndete Renten vom Rentenschuldner gemÃ¤ss § 25 Abs. 1 lit. d des Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 vollumfÃ¤nglich von den steuerbaren EinkÃ¼nften abgezogen werden. Der generellen, vollen AbzugsfÃ¤higkeit wurde indessen vorgehalten, sie stelle einen gravierenden Einbruch in das Prinzip des Abzugsverbots von Aufwendungen zur Schuldentilgung dar und fÃ¼hre bei den verschiedenen FinanzierungsmÃ¶glichkeiten ein und desselben Erwerbsvorgangs zu unterschiedlichen Einkommenssteuerfolgen (vgl. Bieri, S. 123; Locher, SJZ S. 184). Dieser Kritik wurde <br/> â im Einklang mit dem StHG â in der Totalrevision des ZÃ¼rcher Steuergesetzes Rechnung getragen. Ab dem 1. Januar 1999 wurde der Grundsatz der vollen AbzugsfÃ¤higkeit fÃ¼r Rentenschuldner, die eine Gegenleistung erhalten hatten, insofern eingeschrÃ¤nkt, als diese ihre Leistungen erst dann in Abzug bringen konnten, wenn der Gesamtbetrag der bezahlten Renten den Wert der Gegenleistung Ã¼berstieg (§§ 31 Abs. 1 lit. b StG in der Fassung vom 8. Juni 1997). Diese LÃ¶sung beruhte auf der Ãberlegung, dass der Schuldner zunÃ¤chst seine â zu Beginn mit der erhaltenen Gegenleistung wertmÃ¤ssig gleichgesetzte â Rentenstammschuld abzutragen habe und es sich bei Schuldamortisationen um steuerlich erfolgsneutrale VorgÃ¤nge handle (vgl. Locher, SJZ S. 184). Diese Ordnung wurde in der Teilrevision des Steuergesetzes vom 11. September 2000 gestÃ¼tzt auf das Bundesgesetz Ã¼ber das Stabilisierungsprogramm 1998 vom 19. MÃ¤rz 1999 mit Wirkung per 1. Januar 2001 wieder geÃ¤ndert. Seither gilt die schematische Regel, dass die KapitalrÃ¼ckzahlungskomponente mit 60% und der Ertragsanteil mit 40% angenommen wird. Auf Seiten des RentenglÃ¤ubigers ist nur der echte VermÃ¶genszugang relevant, weshalb lediglich der Ertragsanteil erfasst werden darf (Locher, SJZ S. 183). Konsequenterweise kann der Rentenschuldner nunmehr 40% der bezahlten Rente vom Einkommen absetzen (§ 31 Abs. 1 lit. b StG in der Fassung vom 11. September 2000).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Handelt es sich beim Rentenschuldner um eine der Gewinnsteuer unterstehende Kapitalgesellschaft, so ergibt sich aus der Handelsbilanz und den kaufmÃ¤nnischen GewinnermittlungsgrundsÃ¤tzen, dass die Rentenzahlungen nur insoweit steuerwirksamen Nettoaufwand verursachen, als sie insgesamt die erhaltene Gegenleistung fÃ¼r die EinrÃ¤umung der Rente Ã¼bersteigen. In Bezug auf die PeriodizitÃ¤t hÃ¤ngt der aus dem Vorgang resultierende Erfolgsausweis allerdings von der Verbuchungsweise ab. Im Ergebnis ist ein der Gewinnsteuer unterstellter Rentenschuldner Ã¼ber die Laufzeit der Rente in Bezug auf die Bemessung des steuerwirksamen Abzugs von Rentenleistungen insgesamt nicht besser gestellt als natÃ¼rliche Personen nach der in den Jahren 1999 und 2000 geltenden Regelung.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>GemÃ¤ss dem von der Rekurskommission festgestellten Sachverhalt rÃ¤umten der Pflichtige und seine Schwester als GesamteigentÃ¼mer der belasteten Liegenschaften mit Ã¶ffentlich beurkundetem Vertrag vom 29. Juni 2000 der Firma Q ein Nutzniessungsrecht auf Lebenszeit von A ein. Zu dieser Nutzniessungsbelastung hatten sie sich im gleichentags mit ihrem Vater A abgeschlossenen Vertrag Ã¼ber die Ãbertragung des Eigentums an mehreren Liegenschaften im Rahmen einer gemischten Schenkung verpflichtet. Die Firma Q verpflichtete sich unter anderem, als Gegenleistung fÃ¼r die EinrÃ¤umung der Nutzniessung dem ebenfalls als Partei am Vertrag beteiligten A ab dem 1. Januar 2000 eine jÃ¤hrliche Leibrente von Fr. --.- auszurichten. Die Folge dieser vertraglichen Regelung war, dass nicht der Pflichtige, sondern die Firma Q Rentenschuldnerin wurde. Weder die Rentenstammschuld noch die laufenden Rentenzahlungen bilden daher nach der massgebenden gesetzlichen Ordnung Teil der Steuerfaktoren der Pflichtigen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Die Rekurskommission vertritt demgegenÃ¼ber die Auffassung, die "Abspaltung der Nutzniessung an den Liegenschaften in die Firma Q gegen Ãberbindung der Rentenverpflichtung" sei weder wirtschaftlich noch sonst wie zu rechtfertigen, weshalb sich die gewÃ¤hlte Rechtsgestaltung als ungewÃ¶hnlich und den wirtschaftlichen Gegebenheiten unangemessen erweise. Ferner sei davon auszugehen, der Pflichtige habe sie zusammen mit den andern Beteiligten nur deshalb verwirklicht, um Steuern einzusparen, die bei sachgemÃ¤sser Ordnung der VerhÃ¤ltnisse geschuldet wÃ¤ren. Weil eine erhebliche Steuerersparnis erzielt werde, seien die Voraussetzungen der Steuerumgehung erfÃ¼llt.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der Pflichtige lÃ¤sst dem Vorwurf der Steuerumgehung entgegen halten, die Rechtsgestaltung sei von seinem Vater A ausgearbeitet und vom Pflichtigen und seiner Schwester in Respektierung von dessen Willens akzeptiert worden. Zudem sei die Wahl der Rechtsgestaltung weder missbrÃ¤uchlich noch lediglich deshalb getroffen worden, um Steuern zu sparen, welche bei sachgemÃ¤sser Ordnung der VerhÃ¤ltnisse geschuldet wÃ¤ren. Vielmehr sprÃ¤chen zahlreiche (hauptsÃ¤chlich im Interesse des Vaters liegende) GrÃ¼nde fÃ¼r diese Ausgestaltung, insbesondere die PraktikabilitÃ¤t (nur ein Rentenschuldner), Haftungsbegrenzung fÃ¼r die Nachkommen, FÃ¶rderung der Reinvestition des Liegenschaftenertrags, Erschwerung der LiegenschaftenverÃ¤usserung und Vermeidung der Grundsteuern, die beim Vater bei einer EigentumsÃ¼bertragung auf die Firma Q angefallen wÃ¤ren.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Die Vermeidung steuerbarer TatbestÃ¤nde stellt dann eine Steuerumgehung dar, wenn der wirtschaftliche Erfolg, welcher bei der Wahl eines steuerlich relevanten Vorgehens eingetreten wÃ¤re, durch AusnÃ¼tzung einer unbeabsichtigten UnvollstÃ¤ndigkeit der Rechtsordnung auf einem anderen, ungewÃ¶hnlichen Weg erreicht wird (RB 1999 Nr. 138, auch zum Folgenden; Francis Cagianut, GrundsÃ¤tzliche Gedanken zur rechtlichen WÃ¼rdigung der Steuerumgehung, in: Aktuelle Probleme des Staats‑ und Verwaltungsrechts, Festschrift fÃ¼r O.K. Kaufmann, Bern 1989, S. 249 f.). Eine Steuerumgehung liegt gemÃ¤ss der geltenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung demnach nur dann vor, wenn die von den Beteiligten gewÃ¤hlte Rechtsgestaltung ungewÃ¶hnlich, sachwidrig oder absonderlich, jedenfalls den gesamten wirtschaftlichen Gegebenheiten vÃ¶llig unangemessen ist, des weiteren anzunehmen ist, dass diese Wahl missbrÃ¤uchlich lediglich deshalb getroffen wurde, um Steuern einzusparen, welche bei sachgemÃ¤sser Ordnung der VerhÃ¤ltnisse geschuldet wÃ¤ren, und schliesslich das gewÃ¤hlte Vorgehen tatsÃ¤chlich zu einer erheblichen Steuerersparnis fÃ¼hrte, sofern es von den SteuerbehÃ¶rden hingenommen wÃ¼rde (vgl. BGr 10. Januar 1994, ASA 64 [1995/96] 81 f. mit Hinweisen; Zuppinger/SchÃ¤rrer/Fessler/Reich, Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, ErgÃ¤nzungsband, 2. A. Bern 1983, § 71 N. 39‑40 mit Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Eine Steuerumgehung ist bei alledem nicht leichthin anzunehmen: es genÃ¼gt hierzu etwa nicht jede aussergewÃ¶hnliche Rechtsgestaltung; vorausgesetzt ist vielmehr, dass ein Missbrauch gesetzlich vorgesehener Rechtsinstitute vorliegt, der Ã¼berdies offenbar sein muss. Es ist Aufgabe des Gesetzgebers, die Steuerumgehung durch eine zweckmÃ¤ssige Umschreibung der SteuertatbestÃ¤nde zu verhindern. HierfÃ¼r sind Normen zu schaffen, aus denen sich mit den herkÃ¶mmlichen Mitteln der Auslegung die Steuerlast ihrem Gehalt und Ausmass nach bestimmen lÃ¤sst (vgl. VGr SG, 16. November </span><span>1998, StE 1999 A 12 Nr. 7).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Be­weislast fÃ¼r die Steuerumgehung obliegt der SteuerbehÃ¶rde; sie muss die Voraussetzungen in objektiver wie in subjektiver Hinsicht nachweisen (BGr, 21. </span><span>Juni 1985, <br/> ASA 55 [1986/87] 134; VGr 23. </span><span>Oktober 2002, StE 2003 N 22.2 Nr. 16 E. 3a).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Die Annahme einer Steuerumgehung setzt demnach zunÃ¤chst eine Rechtsgestaltung voraus, die als ungewÃ¶hnlich, sachwidrig oder absonderlich, den wirtschaftlichen Gegebenheiten vÃ¶llig unangemessen erscheint (sog. objektives Moment). Wesentlich ist, dass der Steuerumgehungsbegriff hier die Ã¼bliche, hergebrachte Verwendung eines Instituts zum Massstab nimmt (Markus Meili, Die Steuerumgehung im schweizerischen Recht der direkten Steuern, Diss. ZÃ¼rich 1976, S. 7). Es ist dabei einer steuerpflichtigen Person grundsÃ¤tzlich freigestellt, ihre VerhÃ¤ltnisse so zu gestalten, dass mÃ¶glichst wenig Steuern anfallen (BGr 16. August 1996, ASA 66 [1997/98] 414). FÃ¼r die Abgrenzung zwischen erlaubter Steuereinsparung und Steuerumgehung kommt es darauf an, ob der Steuerpflichtige mit der gewÃ¤hlten Rechtsgestaltung einen andern oder den gleichen wirtschaftlichen Sachverhalt verwirklicht wie bei der Wahl des steuerlich ungÃ¼nstigeren Tatbestandes (Ernst HÃ¶hn, Steuereinsparung und Steuerumgehung, StR 29 [1974] S. 144 f., auch zum Folgenden). Eine zulÃ¤ssige Steuereinsparung liegt dann vor, wenn der Steuerpflichtige seine wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnisse so gestaltet, dass die Steuerlast mÃ¶glichst gering ist, sofern er dabei auch wirtschaftlich einen anderen Sachverhalt verwirklicht als jenen, der dem steuerbaren Tatbestand zugrunde liegt, und wenn er insbesondere auch die mit der gewÃ¤hlten Rechtsgestaltung verbundenen wirtschaftlichen Nachteile anderer Art in Kauf nimmt. Eine Steuerumgehung liegt hingegen vor, wenn mit der Rechtsgestaltung steuerpflichtige TatbestÃ¤nde vermieden werden sollen, obwohl im Ergebnis der gleiche wirtschaftliche Nutzen realisiert wird wie bei der Wahl des steuerpflichtigen Weges (Ernst HÃ¶hn/Robert Waldburger, Steuerrecht, Bd. I, 9. A. Bern etc. 2001, § 5 N 75; Meili, S. 8). Der Steuerumgehung ist somit eine Inkongruenz des Sachverhalts eigen, indem dieser in ein dem wirtschaftlichen Grundentschluss teilweise widersprechendes AusweichgeschÃ¤ft und ein den Kurs auf das Ziel hin korrigierendes GegengeschÃ¤ft aufgesplittet wird (Peter BÃ¶ckli, Steuerumgehung: Qualifikation gegenlÃ¤ufiger RechtsgeschÃ¤fte und normative Gegenprobe, in: Ernst HÃ¶hn/Klaus A. Vallender [Hrsg.], Steuerrecht im Rechtsstaat, Festschrift Francis Cagianut, Bern/Stuttgart 1990, S. 303).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Des Weiteren setzt die Steuerumgehung voraus, dass die vom Steuerpflichtigen ausgenÃ¼tzte UnvollstÃ¤ndigkeit der Steuerordnung unbeabsichtigt ist, d.h. vom Gesetzgeber weder bewusst geschaffen wurde noch eine offenkundige Folge einer gesetzgeberischen Massnahme ist (HÃ¶hn/Waldburger, § 5 N 76).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b><span>Es steht dem Steuerpflichtigen grundsÃ¤tzlich frei, seine VermÃ¶genswerte entweder im direkten Eigentum oder indirekt Ã¼ber die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft zu halten. Wenn er VermÃ¶genswerte in eine Kapitalgesellschaft eingebracht hat, fliessen ihm die entsprechenden ErtrÃ¤ge nicht mehr direkt zu, was fÃ¼r ihn persÃ¶nlich in der betreffenden Steuerperiode eine Steuerersparnis zur Folge haben kann. Dies ist eine offenkundige, vom Gesetzgeber gewollte Folge der SteuerrechtssubjektivitÃ¤t der juristischen Personen. Allerdings hat der Steuerpflichtige damit auch einen andern wirtschaftlichen Sachverhalt verwirklicht als beim direkten Eigentum an den VermÃ¶genswerten. Diese Rechtsgestaltung erfÃ¼llt die objektiven Voraussetzungen der Steuerumgehung nicht â jedenfalls solange nicht, als nicht mit anderen Massnahmen versucht wird, dem Steuerpflichtigen das gleiche wirtschaftliche Resultat zu verschaffen wie beim direkten Eigentum.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Ist es aber dem Steuerpflichtigen erlaubt, private VermÃ¶genswerte einer von ihm beherrschten Kapitalgesellschaft zu (vollem) Eigentum zu Ã¼bertragen, muss dies auch fÃ¼r die Bestellung eines Nutzniessungsrechts zu Gunsten der Gesellschaft gelten. Wenn damit erreicht wird, dass die der Gesellschaft zufliessenden ErtrÃ¤ge aus dem Nutzniessungsgut nicht bei ihm besteuert werden und er den VermÃ¶genssteuerwert des Nutzniessungsguts nicht zu deklarieren hat, ist dies die Konsequenz der fÃ¼r NutzniessungsverhÃ¤ltnisse vom Gesetzgeber bewusst und trotz Kritik in der Lehre in dieser Weise schematisch vorgenommenen Zuweisung der Steuerobjekte (vgl. Locher, SJZ S. 188 ff.; Rainer Zigerlig/Guido Jud in: Martin Zweifel/Pe­ter Athanas (Hrsg.), Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Teil I Band 1, </span>Bundesgesetz Ã¼ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG], <span>2. </span><span>A. Basel etc. 2002, Art. 13 StHG N. 15).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.5 </span></b><span>Der Pflichtige und seine Schwester erhielten im Rahmen einer gemischten Schenkung Eigentum an Liegenschaften Ã¼bertragen, mussten sich aber gegenÃ¼ber dem Schenker unter anderem zur EinrÃ¤umung des Nutzniessungsrechts zugunsten der Firma Q verpflichten. Die Pflichtigen machen geltend, diese Rechtsgestaltung sei Ihnen von ihrem Vater vorgelegt worden und sie hÃ¤tten ihr lediglich zugestimmt. Da es sich um einen (fÃ¼r die Beschenkten vorteilhaften) Vertrag handelte, welchem der Vater als Schenker zustimmen musste, waren der Pflichtige und seine Schwester zumindest in rechtlicher Hinsicht nicht frei in der Ausgestaltung der VerhÃ¤ltnisse. Dass im Rahmen von ErbvorbezÃ¼gen VermÃ¶genswerte Ã¼bertragen werden, die mit einer Nutzniessung zugunsten des Schenkers oder diesem nahe stehenden Personen belastet sind, ist durchaus keine ungewÃ¶hnliche Rechtsgestaltung (vgl. etwa § 14 Abs. 2 Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz vom 28. September 1986). Auch die Bestellung einer Nutzniessung zugunsten der Gesellschaft ist â wie gesehen â steuerlich grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig, woran sich nichts Ã¤ndert, nur weil der Vorgang im Zusammenhang mit einer Schenkung steht. Im Zusammenhang mit der Steuerumgehungsproblematik ist dabei wesentlich, dass der Pflichtige als Konsequenz dieser Rechtsgestaltung die wirtschaftlichen und steuerlichen Folgen derselben vollumfÃ¤nglich in Kauf nahm, insbesondere dass der Ertrag der belasteten Liegenschaften nicht ihm zusteht, er darÃ¼ber nicht selber verfÃ¼gen kann und die NettoertrÃ¤gnisse auf Stufe der Gesellschaft ein erstes Mal und im Falle der AusschÃ¼ttung bei den AktionÃ¤ren ein zweites Mal besteuert werden. Damit fehlt es aber bereits am von der SteuerbehÃ¶rde zu erbringenden Nachweis der ersten, objektiven Voraussetzung der Steuerumgehung.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span>Die Firma Q verpflichtete sich unter anderem, dem Vater des Pflichtigen als Gegenleistung fÃ¼r die EinrÃ¤umung der Nutzniessung eine Leibrente auszurichten. Wie die Rekurskommission insoweit zu Recht festgestellt hat, sollte die Einkommensvorsorge des Vaters aus dem wirtschaftlichen GrundstÃ¼cknutzen durch Ausrichtung einer Leibrente sichergestellt werden. Der RentenglÃ¤ubiger hÃ¤tte sich sein Einkommen durchaus auch durch die Vorbehaltung der Nutzniessung an den Liegenschaften zu seinen Gunsten sichern kÃ¶nnen, was fÃ¼r die steuerliche Situation des Pflichtigen auf dasselbe herausgekommen wÃ¤re. In wirtschaftlicher Hinsicht bestehen indessen wesentliche Unterschiede zwischen Nutzniessung an Liegenschaften und Leibrente; fÃ¼r letztere spricht insbesondere die Aussicht auf einen betraglich unverÃ¤nderlichen Ertrag. Das vom Vater des Pflichtigen angestrebte Ziel der Einkommenssicherung aus dem Ertrag der verschenkten GrundstÃ¼cke wird ohne Umweg dadurch erreicht, dass die nutzniessungsberechtigte Firma Q zur Ausrichtung einer Leibrente verpflichtet wird. Eine ungewÃ¶hnliche, sachwidrige oder absonderliche, den wirtschaftlichen Gegebenheiten vÃ¶llig unangemessene Rechtsgestaltung ist darin nicht zu erblicken.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b><span>Die Rekurskommission beschrÃ¤nkt sich im Wesentlichen darauf, die gesamthafte Zuordnung von Nutzniessungsrecht und Leibrentenverpflichtung als sachwidrig oder absonderlich zu bezeichnen. Dass beide RechtsverhÃ¤ltnisse einen engen inneren, wirtschaftlichen Zusammenhang aufweisen, ist indessen offensichtlich. Es ist daher auch wirtschaftlich begrÃ¼ndet, dass die am Liegenschaftenertrag berechtigte Person gleichzeitig Rentenschuldnerin ist. Dass es sich dabei nicht um die GrundstÃ¼ckseigentÃ¼mer, sondern um die Nutzniessungsberechtigte handelt, hat nicht zur Folge, dass die Rechtsgestaltung sachwidrig wird. Ist die Bestellung eines Nutzniessungsrechts zugunsten einer Kapitalgesellschaft steuerlich zulÃ¤ssig, so Ã¤ndert die ertragsschmÃ¤lernde Vereinbarung einer Leibrente daran nichts. Diese stellt nÃ¤mlich aus Sicht des belasteten EigentÃ¼mers keine die (von ihm in Kauf zu nehmenden) wirtschaftlichen Auswirkungen der Nutzniessungsbelastung korrigierende Massnahme dar.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.3 </span></b><span>Erweist sich somit das fÃ¼r eine Steuerumgehung erforderliche objektive Moment der gewÃ¤hlten Rechtsgestaltung nicht als nachgewiesen, so entfÃ¤llt eine erste Voraussetzung fÃ¼r die Annahme einer Steuerumgehung. Der Entscheid der Rekurskommission beruht daher auf einer unrichtigen Rechtsanwendung, weshalb er aufzuheben ist. Bei diesem Ergebnis erÃ¼brigt sich die PrÃ¼fung der weiteren, kumulativ zu erfÃ¼llenden Voraussetzungen der Steuerumgehung.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.4 </span></b><span>ErgÃ¤nzend ist anzumerken, dass die Sichtweise der Rekurskommission hinsichtlich Steuerersparnis zu kurz greift. Ob das gewÃ¤hlte Vorgehen tatsÃ¤chlich zu einer erheblichen Steuerersparnis fÃ¼hrt, wenn es von der SteuerbehÃ¶rde hingenommen wÃ¼rde, ist unter Einbezug aller sachverhaltsrelevanten Aspekte zu beurteilen. Steht unter UmgehungsÃ¼berlegungen die steuerrechtliche Zuordnung des Steuerobjekts entweder zu einer Kapitalgesellschaft oder zum Inhaber der Beteiligungsrechte in Frage, so verbietet es sich, die Steuerersparnis einzig mit Blick auf die vom Inhaber der Beteiligungsrechte zu bezahlenden Steuern zu prÃ¼fen. Es kÃ¤me einem Methodendualismus gleich, bei der Beurteilung des objektiven Kriteriums des Steuerumgehungstatbestandes das bei der Gesellschaft eingetretene Resultat wirtschaftlich dem Beteiligten zuzuordnen, bei der Frage der Steuerersparnis hingegen die Ebene der Gesellschaft unter Hinweis auf deren SteuersubjektivitÃ¤t ausser Acht zu lassen. Richtigerweise sind die von einer zwischengeschalteten Gesellschaft zu entrichtenden Steuern in die Beurteilung mit einzubeziehen (BGr 19. </span><span>September 1947, ASA 16 [1947/48] 216 f.). </span><span>Die Rekurskommission hÃ¤tte daher in ihren Berechnungen berÃ¼cksichtigen mÃ¼ssen, dass es sich bei der Firma Q um eine â am gleichen Ort wie der AktionÃ¤r domizilierte â offenbar der ordentlichen Besteuerung unterliegende Gesellschaft handelt, weshalb sich â wie die Pflichtigen darlegen â aus der EinrÃ¤umung der Nutzniessung grundsÃ¤tzlich noch keine relevante Steuerersparnis ergeben konnte.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.5 </span></b><span>Die Rekurskommission stÃ¶sst sich insbesondere daran, dass der Pflichtige â wÃ¤re er selber Rentenschuldner gewesen â die auf ihn entfallende HÃ¤lfte der Leibrente in der Steuerperiode 2000 nicht hÃ¤tte in Abzug bringen kÃ¶nnen. Wenn der RentenglÃ¤ubiger dem Rentenschuldner einen VermÃ¶genswert Ã¼bereignet und sich dieser im Gegenzug zur Leistung einer Rente verpflichtet, bleibt der VermÃ¶genszufluss beim Rentenschuldner bei angenommener Gleichwertigkeit von Leistung und Gegenleistung zwar einkommenssteuerfrei, aber bis zur HÃ¶he der empfangenen Leistung handelt es sich bei der Rentenzahlung um Aufwendungen, die zum Erwerb des Ã¼bereigneten VermÃ¶gens getÃ¤tigt werden mussten, was grundsÃ¤tzlich nicht vom Einkommen absetzbar ist (vgl. vorne ErwÃ¤gung 3.1). Die Annahme der Rekurskommission beruht daher auf der Hypothese, der Pflichtige hÃ¤tte sich gegenÃ¼ber seinem Vater gegen Ausrichtung einer Gegenleistung zur Zahlung einer Leibrente verpflichtet. Nachdem aber feststeht, dass der Vater dem Pflichtigen und seiner Schwester VermÃ¶genswerte schenken wollte, die Liegenschaften im Rahmen einer gemischten Schenkung Ã¼bertragen wurden und die Parteien nicht verpflichtet wÃ¤ren, bei anderer Rechtsgestaltung fÃ¼r die Leibrente eine Gegenleistung zu vereinbaren, beruht die BegrÃ¼ndung der Rekurskommission insoweit auf einer Sachverhaltsfiktion. Daraus lÃ¤sst sich jedenfalls nichts zur StÃ¼tzung des Steuerumgehungsvorwurfs ableiten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Damit ist die Beschwerde gutzuheissen. Die Pflichtigen sind gemÃ¤ss Deklaration fÃ¼r die Steuerperiode 2000 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. --.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. --.- einzuschÃ¤tzen. AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Verfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Den BeschwerdefÃ¼hrenden ist eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 151 Abs. 1 StG bzw. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 und § 152 StG, je in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Beschwerde wird gutgeheissen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden werden mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. --.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. --.- eingeschÃ¤tzt.</p> <p class="Einzug2">2. Die Rekurskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2">3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 5'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">4. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2">5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt je Fr. 2'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung anâ¦</p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>