2018 Anwalts- und Notariatsrecht 301 der ständigen Berufsausübung zuzuordnen, wenn die zwischen staat- liche Ausübung des Anwaltsberufs in der Schweiz an mehr als 90 Tagen pro Jahr erfolgt (vgl. KELLERHALS/BAUMGARTNER, a.a.O., Art. 27 N 3). Es wäre nicht schlüssig, die Eintragung vom V orliegen einer Aufenthaltsbewilligung abhängig zu machen, welche vorgängig von den Migra tionsbehörden zu erteilen wäre und ihrerseits eine (aufenthaltsrechtliche) Niederlassung voraussetzen würde. Das Erfordernis einer Aufenthaltsbe willigung würde die Möglichkeit einer Zweitkanzlei oder Geschäftsnieder lassung faktisch ausschlies- sen. Diese Rechtsfolge wäre im Bereich der anwaltlichen Dienst - leistungen, wo eine Erweiterung der Niederlassungsmöglichkeiten beabsichtigt ist, nicht gerechtfertigt. Die Urteile des Bun desgerichts vom 9 . August 2004 (2A.536/2003), Erw. 3.2.2 und 4 .1, und vom 19. Dezember 2011 (2C_694/2011), Erw. 4.4, dürfen daher nic ht so verstanden werden, dass in Konstellationen wie der vor liegenden der Eintrag in die öffentliche Liste für Angehörige von EU-Mitgliedstaa- ten eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz voraussetzen würde. Nach dem Gesagten hat der Beschwerdef ührer Anspruch, in die öffentliche Liste der Angehörigen von Mitgliedstaaten der EU oder der EFTA eingetragen zu werden. 32 Anwaltsprüfung Instrumente wie Lösungsskizzen und Punkteschemen gewährleisten Transparenz und konkretisieren den Bewertungsmassstab bei der schrift- lichen Prüfung. Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 23. April 2018, in Sachen A. gegen Anwaltskommission (WBE.2017.521). 302 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2018 Aus den Erwägungen 6. Abschliessend rechtfertigt sich folgender Hinweis: Bei der Be - wertung von schri ftlichen Prüfungen können insbesondere Lösungs - skizzen und Bewertungsschemen zusätzlich Transparenz gewähr - leisten (vgl. BVR 2012, S. 152, Erw. 4.4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 2 . November 2011 [2D_11/2011], Erw. 4). Im Bereich nicht akademischer Fach prüfungen sind mitunter Lösungsschlüssel ge - bräuchlich (vgl. VGE vom 6 . Oktober 2016 [WBE.2016.180], Erw. II/4). Bei universitären Examensleistungen ist der Einsatz von Punkterastern üblich, welche den Prüfenden und der Rechtsmit - telinstanz die Vergleichba rkeit zwischen Prüfungsarbeit und Lösungsschema erleichtern (vgl. BVR 1999, S. 349, Erw. 3a mit Hinweisen). Musterlösungen und Punkteschemen ermöglichen in ge- nereller Hinsicht eine rechtsgleiche Bewertung der Prüfungsarbeiten (vgl. BVR 2010, S. 49, Erw. 3.3.1). Auch bei schriftlichen Anwalts - prüfungen scheint der Einsatz von Instrumenten angezeigt, welche den Bewertungsmassstab konkretisieren. Dadurch wird dem Prüfungsexperten nicht etwa verunmöglicht, den Gesamteindruck in die Benotung einfliessen zu l assen oder im Einzelfall – abweichend vom vorgegebenen Schema – Zusatzpunkte zu vergeben oder Punkt - abzüge vorzunehmen. Sie helfen jedoch mit, dass sich die Be wer- tungen auf sachliche Gründe stützen sowie transparent, nachvoll - ziehbar und rechtsgleich er folgen. Gleichzeitig gewährleisten sie die Überprüfung in einem allfälligen Rechtsmittelverfahren. Im Hinblick auf mögliche weitere Beschwerdefälle empfiehlt es sich daher, den Korrekturen der schriftlichen Anwaltsprüfungen entsprechende Punkteschemen zu Grunde zu legen.