<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00024</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221591&amp;W10_KEY=13013473&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00024</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.09.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Dem Beschwerdeführer wurde die (Wieder-)Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA aufgrund seiner Straffälligkeit verweigert.] Der Beschwerdeführer hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag und deshalb gestützt auf das FZA einen Anwesenheitsanspruch in der Schweiz (E. 3). Angesichts der Zeitraums seit der letzten Tat, der geringen Schwere der jüngeren Taten und der weiteren Umstände ist der Schluss des Beschwerdegegners und der Vorinstanz, wonach vom Beschwerdeführer eine aktuelle und schwere Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgehe, nicht haltbar (E. 4). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKFALLGEFAHR">RÃCKFALLGEFAHR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFFÃLLIGKEIT">STRAFFÃLLIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 1 lit. a FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 1 lit. c FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 5 Anhang I FZA</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=54752" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00024</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">15. September 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">A, geboren 1979, StaatsangehÃ¶riger von Italien, reiste am 1. Juli 2009 erstmals in die Schweiz ein und reichte am 31. August 2009 ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zur Aufnahme einer unselbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit ein. GestÃ¼tzt auf seinen Arbeitsvertrag mit der C AG erhielt er am 4. Dezember 2009 eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Sein verspÃ¤tet gestelltes Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA wies das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 8. August 2016 wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht im auslÃ¤nderrechtlichen Verfahren rechtskrÃ¤ftig ab und verpflichtete A, die Schweiz bis am 31. MÃ¤rz 2017 zu verlassen. A leistete dieser Anordnung nicht Folge und verblieb unbekannten Aufenthalts in der Schweiz. </p> <p class="Urteilstext">Am 20. Juni 2017 wurde A anlÃ¤sslich eines Ladendiebstahls beim DetailhÃ¤ndler D in E von der Stadtpolizei E verhaftet und am 22. Juni 2017 ins GefÃ¤ngnis F Ã¼berfÃ¼hrt, wo er zwecks Bussenvollzugs bis zum 31. Juli 2017 verblieb. Am 3. Oktober 2018 wurde er erneut verhaftet und am Folgetag zum Bussenvollzug wieder ins GefÃ¤ngnis F zugefÃ¼hrt. </p> <p class="Urteilstext">Mit Auslieferungshaftbefehl vom 24. Januar 2019 verfÃ¼gte das Bundesamt fÃ¼r Justiz (BJ) gestÃ¼tzt auf ein entsprechendes Ersuchen des italienischen Justizministeriums vom 20. Dezember 2018 (Zweck: Vollstreckung einer Gesamtstrafe von fÃ¼nf Jahren, sieben Monaten und 26 Tagen) die Auslieferungshaft gegen A. Mit VerfÃ¼gung des Amts fÃ¼r Justizvollzug, BewÃ¤hrungs- und Vollzugsdienste vom 7. Februar 2019 wurde A am 15. Februar 2019 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen und dem Migrationsamt Ã¼berfÃ¼hrt. </p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 28. Mai 2019 ordnete das BJ die umgehende Freilassung von A infolge RÃ¼ckzugs des Auslieferungsbegehrens bzw. Annullation der Auslieferung durch Italien an. Entsprechend verfÃ¼gte das Migrationsamt am 29. Mai 2019 der Kantonspolizei ZÃ¼rich gegenÃ¼ber die sofortige Haftentlassung, unter Verzicht auf auslÃ¤nderrechtliche Massnahmen. Gleichzeitig wies es A darauf hin, das Land zu verlassen oder seinen Aufenthalt zu regeln. </p> <p class="Urteilstext">Am 17. Juli 2019 reichte A ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA ein. Dem Gesuch legte er einen Arbeitsvertrag vom 1. Juli 2019 als Metallbaumonteur bei der Firma G bei. </p> <p class="Urteilstext">A hat gemÃ¤ss dem italienischen Strafregisterauszug, der dem Migrationsamt am 6. MÃ¤rz 2020 in deutscher Ãbersetzung zugekommen ist, in Italien folgende strafrechtliche Verurteilungen erwirkt:</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Urteil des Appellationsgerichts H vom 28. Februar 2006 wurde er wegen unerlaubten Besitzes von BetÃ¤ubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten und einer Geldstrafe von 1'400 Euro verurteilt.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Urteil des Appellationsgerichts H vom 21. Februar 2007 wurde er wegen Ausbruchs zu einer Geldstrafe von 3'040 Euro verurteilt.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Urteil des Appellationsgerichts H vom 25. Mai 2009 wurde er wegen Verstosses gegen das vorgeschriebene Aufenthaltsverbot, fortgesetzten Versuchs von Gewalt im privaten Bereich und KÃ¶rperverletzung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Urteil des Appellationsgerichts H vom 26. Oktober 2009 wurde er wegen Verletzung der PrÃ¤ventionsmassnahmen zu einer Geldstrafe von 6'840.- Euro verurteilt. </p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Urteil des Appellationsgerichts H vom 19. Oktober 2011 wurde er wegen Verletzung der PrÃ¤ventionsmassnahmen zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt. </p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Urteil des Appellationsgerichts H vom 25. Juni 2015 wurde er wegen MittÃ¤terschaft bei einem Wohnungseinbruch zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten sowie einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt. </p> <p class="Urteilstext">In der Schweiz ist A wie folgt strafrechtlich in Erscheinung getreten:</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Strafbefehl des Stadtrichteramts J vom 18. Juni 2010 wurde er wegen Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951 (BetmG) mit einer Busse von Fr. 300.- bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Strafbefehl des Stadtrichteramts J vom 6. Februar 2013 wurde er wegen Widerhandlung gegen das PersonenbefÃ¶rderungsgesetz vom 20. MÃ¤rz 2009 (PBG) mit einer Busse von Fr. 50.- bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Strafbefehl des Stadtrichteramts J vom 12. April 2013 wurde er wegen Widerhandlung gegen das BetmG mit einer Busse von Fr. 100.- bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Strafbefehl des Stadtrichteramts J vom 20. August 2013 wurde er wegen geringfÃ¼gigen Diebstahls mit einer Busse von Fr. 40.- bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Stadtrichteramts J vom 12. Februar 2014 wurde er wegen geringfÃ¼gigen Diebstahls mit einer Busse von Fr. 140.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks E vom 22. Oktober 2014 wurde er wegen Ãbertretung des BetmG mit einer Busse von Fr. 250.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks E vom 19. November 2015 wurde er wegen geringfÃ¼gigen Diebstahls mit einer Busse von Fr. 50.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks E vom 17. Dezember 2015 wurde er wegen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage mit einer Busse von Fr. 400.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks E vom 22. Januar 2016 wurde er wegen Misssbrauchs einer Fernmeldeanlage sowie Ungehorsams gegen eine amtliche VerfÃ¼gung mit einer Busse von Fr. 500.-</span><span> </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks E vom 28. Januar 2016 wurde er wegen Ungehorsams gegen eine amtliche VerfÃ¼gung mit einer Busse von Fr. 600.- bestraft.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft K vom 1. Februar 2016 wurde er wegen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage sowie mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche VerfÃ¼gungen mit einer Busse von Fr. 800.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft L vom 18. Februar 2016 wurde er wegen Drohung (zum Nachteil seiner getrenntlebenden Ex-Lebenspartnerin) mit einer bedingten Geldstrafe von 60 TagessÃ¤tzen zu je Fr. 30.- (Probezeit von zwei Jahren) und einer Busse von Fr. 500.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks E vom 14. MÃ¤rz 2016 wurde er wegen mehrfachen Ungehorsams gegen eine amtliche VerfÃ¼gung mit einer Busse von Fr. 800.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft L vom 8. April 2016 wurde er wegen mehrfacher NÃ¶tigung und mehrfachen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage mit 520 Stunden gemeinnÃ¼tzige Arbeit bestraft. Der mit Strafbefehl vom 18. Februar 2016 gewÃ¤hrte bedingte Vollzug der ausgefÃ¤llten Geldstrafe wurde widerrufen.</span></p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 18. Mai 2016 verwarnte das Migrationsamt A wegen seiner StraffÃ¤lligkeit und wies ihn darauf hin, dass es den Widerruf seiner Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA prÃ¼fen werde, sollte er erneut strafrechtlich verurteilt werden oder zu anderen berechtigten Klagen Anlass geben. </p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks E vom 11. Januar 2017 wurde er wegen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage mit einer Busse von Fr. 500.- bestraft.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks J vom 8. MÃ¤rz 2017 wurde er wegen geringfÃ¼gigen Diebstahls mit einer Busse von Fr. 800.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Stadtrichteramts J vom 24. MÃ¤rz 2017 wurde er wegen Widerhandlung gegen das PBG mit einer Busse von Fr. 50.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks E vom 27. Juni 2017 wurde er wegen geringfÃ¼gigen Diebstahls mit einer Busse von Fr. 100.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Stadtrichteramts J vom 20. September 2017 wurde er wegen Widerhandlung gegen das PBG mit einer Busse von Fr. 100.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks E vom 13. Oktober 2017 wurde er wegen Widerhandlung gegen das PBG mit einer Busse von Fr. 150.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Stadtrichteramts J vom 21. Dezember 2017 wurde er wegen mehrfacher Widerhandlungen gegen das PBG mit einer Busse von Fr. 100.- bestraft.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Stadtrichters von J vom 9. April 2018 wurde er wegen mehrfacher Widerhandlungen gegen das PBG mit einer von Busse Fr. 100.- bestraft.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><span>Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks E vom 15. August 2018 wurde er wegen Fahrens in fahrunfÃ¤higem Zustand mit einer Busse von Fr. 200.- </span>bestraft.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 17. April 2020 wies das Migrationsamt das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA vom 17. Juli 2019 ab, wies A aus der Schweiz weg und setzte ihm Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 30. Juni 2020. Im Fall der Nichtbeachtung der Ausreisefrist stellte es ihm allfÃ¤llige auslÃ¤nderrechtliche Zwangsmassnahmen in Aussicht. Zudem entzog es einem allfÃ¤lligen Rekurs die aufschiebende Wirkung. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 26. November 2020 ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden war, und setzte A eine Frist bis am 28. Februar 2021 zum Verlassen der Schweiz. Die Gegenstandslosigkeit bezog sich auf das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. Nachdem ihm am 18. Juni 2020 der prozedurale Aufenthalt gewÃ¤hrt wurde, erwies sich das Gesuch mit dem Endentscheid als gegenstandslos.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 12. Januar 2021 beantragte A dem Verwaltungsgericht die Aufhebung der angefochtenen VerfÃ¼gung (recte: des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 26. November 2020). Es sei A die Aufenthaltsbewilligung nicht zu erteilen (recte: die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen). Eventualiter sei von der Wegweisung abzusehen. Subeventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei ihm im Sinn einer vorsorglichen Massnahme der Aufenthalt und die ErwerbstÃ¤tigkeit wÃ¤hrend des Verfahrens zu erlauben, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </p> <p class="Sachverhalt1">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 13. Januar 2021 hielt das Verwaltungsgericht fest, dass A Ã¼ber keine gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung verfÃ¼ge und aufgrund des gesetzten Widerrufsgrunds die Zulassungsvoraussetzungen nicht offensichtlich erfÃ¼lle, es sich aber dennoch rechtfertige, den weiteren Aufenthalt von A wÃ¤hrend des Beschwerdeverfahrens vorerst zu dulden und von Vollzugsmassnahmen abzusehen. Weiter hielt er fest, dass die vorlÃ¤ufige Duldung des weiteren Aufenthalts jedoch keine Erwerbsberechtigung einschliesse und das Verwaltungsgericht auch nicht zustÃ¤ndig sei, die ErwerbstÃ¤tigkeit wÃ¤hrend der VerfahrenshÃ¤ngigkeit zu bewilligen. Weiter hielt es fest, dass A der ZÃ¼rcher Justiz noch Fr. 3'138.15 schuldet, weshalb ihm eine Frist von 20 Tagen angesetzt werde, um die Kosten des Verfahrens durch einen Vorschuss sicherzustellen, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten wÃ¼rde. Weiter wurde ihm eine Frist von 30 Tagen angesetzt, um dem Verwaltungsgericht folgende Unterlagen und Stellungnahmen einzureichen, ansonsten aufgrund der Akten entschieden und eine mangelhafte Mitwirkung bei der BeweiswÃ¼rdigung berÃ¼cksichtigt werde: A habe die GrÃ¼nde fÃ¼r den RÃ¼ckzug bzw. die Annullierung des italienischen Auslieferungsgesuchs mittels geeigneter Belege darzulegen. Weiter habe er einen aktuellen italienischen Strafregisterauszug beizubringen und detailliert sowie unter Beilage geeigneter Belege Ã¼ber die LÃ¶schung oder Aufhebung allfÃ¤lliger Vorstrafen Auskunft zu geben sowie entsprechende Revisionsentscheide beizulegen. Weiter habe er dem Verwaltungsgericht seinen aktuellen Wohnsitz samt entsprechender AnmeldebestÃ¤tigung der Einwohnerkontrolle, Mietvertrag und sonstiger geeigneter Belege bekanntzugeben. Zudem sei er aufgefordert, seinen aktuellen Beziehungsstatus zu belegen. </p> <p class="Urteilstext">Am 4. Februar 2021 reichte A ein Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung ein und beantragte eine Fristerstreckung um 30 Tagen zur Leistung des Prozesskostenvorschusses. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 8. Februar 2021 wies das Verwaltungsgericht das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung ab und verlÃ¤ngerte die A angesetzte Frist letztmals bis am 8. MÃ¤rz 2021. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte es aus, dass A in seinem Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung vom 4. Februar 2021 seine Einkommens- und VermÃ¶gensverhÃ¤ltnisse nicht umfassend offengelegt und hierzu keine aussagekrÃ¤ftigen Dokumente vorgelegt habe. Es sei nicht von einer ProzessbedÃ¼rftigkeit auszugehen. Weiter wÃ¼rden seine Begehren auch als offensichtlich aussichtslos erscheinen, weshalb das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung auch deshalb abzuweisen sei. </p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 11. Februar 2021 ersuchte A um VerlÃ¤ngerung der Frist zur Einreichung der mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 13. Januar 2021 angeforderten Unterlagen und Stellungnahmen. Die Frist wurde ihm letztmals bis am 6. MÃ¤rz 2021 gewÃ¤hrt. Mit Eingabe vom 8. MÃ¤rz 2021 (Poststempel) reichte A Stellungnahmen sowie weitere Unterlagen ein und teilte gleichzeitig mit, dass es ihm nicht mÃ¶glich sei, die geforderten italienischen Gerichtsakten und den Strafregisterauszug einzureichen.</p> <p class="Urteilstext">Am 28. April 2021 reichte A den italienischen Strafregisterauszug ein und am 29. Juli 2021 das Antwortschreiben des italienischen Anwalts sowie eine BestÃ¤tigung des M vom 30. Juni 2021.</p> <p class="Urteilstext">Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion verzichtete auf Vernehmlassung. Das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein.</p> <p class="Urteilstext"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, vormals AuG) gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige der Mitgliedstaaten der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihre FamilienangehÃ¶rigen nur so weit, als das FreizÃ¼gigkeits-abkommen vom 21. Juni 1999 (FZA) keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AIG gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer als StaatsangehÃ¶riger von Italien auf das FZA berufen kann, ist unbestritten.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Das FreizÃ¼gigkeitsabkommen bezweckt die diskriminierungsfreie EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs fÃ¼r erwerbstÃ¤tige (Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie SelbstÃ¤ndigerwerbende [Art. 1 lit. a FZA]) sowie nichterwerbstÃ¤tige (Art. 1 lit. c FZA) AngehÃ¶rige eines EU-Mitgliedstaats und ihre FamilienangehÃ¶rigen (vgl. Art. 3 Anhang I FZA). Entsprechend ist den genannten Personenkategorien im Rahmen der Voraussetzungen des Anhangs I FZA etwa gestattet, sich â mit einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA â in der Schweiz aufzuhalten und hier einer unselbstÃ¤ndigen oder selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit nachzugehen (vgl. Art. 6 ff. Anhang I FZA) bzw. im Anschluss an diese gegebenenfalls im Land zu verbleiben (Art. 4 Abs. 1 Anhang I FZA; vgl. zum Ganzen BGr, 2. November 2015, 2C_243/2015, E. 2.1 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat am 1. Juli 2019 einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit der Firma G auf Stundenlohnbasis unterzeichnet. Er hat im Jahr 2020 ein Einkommen von insgesamt Fr. 30'758.- erwirtschaftet und ist soweit ersichtlich weiterhin fÃ¼r die Firma G tÃ¤tig. Er hat deshalb gestÃ¼tzt auf das FZA einen Anwesenheitsanspruch in der Schweiz.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b>GemÃ¤ss Art. 5 Anhang I FZA dÃ¼rfen diese AnsprÃ¼che nur durch Massnahmen eingeschrÃ¤nkt werden, die aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit gerechtfertigt sind. Nach der an die Praxis des EuGH angeglichenen Rechtsprechung des Bundesgerichts darf eine strafrechtliche Verurteilung nur insofern zum Anlass fÃ¼r eine aufenthaltsbeendende Massnahme genommen werden, als die ihr zugrunde liegenden UmstÃ¤nde ein persÃ¶nliches Verhalten erkennen lassen, das eine gegenwÃ¤rtige, tatsÃ¤chliche und hinreichend schwere GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung darstellt. Art. 5 Anhang I FZA steht Massnahmen entgegen, die (allein) aus generalprÃ¤ventiven GrÃ¼nden verfÃ¼gt werden (vgl. BGE 130 II 176 E. 3.4.; BGE 129 II 215 E. 7; je mit Hinweisen; vgl. BGr, 4. Februar 2021, 2C_873/2020, E. 4.3). Als schwerwiegend gelten BeeintrÃ¤chtigungen der physischen, psychischen und sexuellen IntegritÃ¤t Dritter, der qualifizierte Drogenhandel aus rein pekuniÃ¤ren Motiven und die organisierte KriminalitÃ¤t sowie Terrorismus oder Menschenhandel (vgl. BGr, 4. Februar 2021, 2C_873/2020, E. 4.3; BGE 139 II 121 E. 6.3). Bei Art. 5 Anhang I FZA kommt es wesentlich auf das RÃ¼ckfallrisiko an (BGE 130 II 176 E. 4.2 mit Hinweisen). Verlangt wird eine nach Art und Ausmass der mÃ¶glichen RechtsgÃ¼terverletzung zu differenzierende hinreichende Wahrscheinlichkeit, dass der AuslÃ¤nder kÃ¼nftig die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung erneut stÃ¶ren wird. Je schwerer die mÃ¶glichen RechtsgÃ¼terverletzungen wiegen, desto niedriger sind die Anforderungen an die freizÃ¼gigkeitsrechtlich noch in Kauf zu nehmende RÃ¼ckfallgefahr (BGE 136 II 5 E. 4.2; 130 II 176 E. 4.3.1). Mit dem Erfordernis der gegenwÃ¤rtigen GefÃ¤hrdung ist nicht gemeint, dass weitere Straftaten mit Gewissheit zu erwarten sind oder umgekehrt solche mit Sicherheit auszuschliessen sein mÃ¼ssen (BGE 130 II 176 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Die BehÃ¶rde, welche Ã¼ber die Beendigung des Aufenthalts entscheidet, hat eine spezifische GesamtwÃ¼rdigung der UmstÃ¤nde unter dem Blickwinkel der GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung vorzunehmen; diese stimmt nicht zwingend mit der strafrechtlichen WÃ¼rdigung des Verhaltens Ã¼berein (vgl. zum Ganzen BGr, 2. November 2015, 2C_237/2015, E. 2.2; BGE 130 II 176 E. 3.4.1). </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Die Vorinstanz fÃ¼hrt in diesem Zusammenhang aus, der BeschwerdefÃ¼hrer habe seit 2003 regelmÃ¤ssig delinquiert. Dem italienischen Strafregister seien sechs Verurteilungen zwischen den Jahren 2006 und 2015 zu entnehmen. Er sei teilweise zu Ã¼berjÃ¤hrigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Die von ihm verÃ¼bten Delikte wÃ¼rden schwer wiegen. In der Schweiz sei er zwischen 2010 und 2018 insgesamt 23 Mal strafrechtlich verurteilt worden. Acht Sanktionen seien wegen jahrelangem Stalking zulasten seiner Ex-Freundin erfolgt. Diese sei durch Drohungen, Nachstellen, Ãberwachen sowie BelÃ¤stigungen mit Telefonanrufen massiv und bewusst in ihrer Handlungsfreiheit eingeschrÃ¤nkt und fremdbestimmt worden. Er habe sich nicht an Rayon- und Kontaktverbote gehalten. AnlÃ¤sslich seiner Einvernahme vom 7. April 2016 habe er nach Ausreden und BeschÃ¶nigungen gesucht. Er habe ausgefÃ¼hrt, dass er seine Ex-Freundin gar nicht habe anrufen bzw. aufsuchen gewollt, sondern sich bei der Telefonnummer verwÃ¤hlt zu haben bzw. zu einer Freundin habe besuchen wollen, und der schnellste Weg zu ihr sei vom Rayonverbot mitumfasst gewesen. Es scheine dem BeschwerdefÃ¼hrer an Einsicht und Selbstreflexion zu mangeln. Diese Faktoren wÃ¼rden bei der EinschÃ¤tzung der RÃ¼ckfallgefahr eine grosse Rolle spielen. In Bezug auf das zukÃ¼nftige soziale Beziehungsverhalten bleibe damit ein zentraler Risikofaktor bestehen, zumal er sich auch in Italien derartige Delikte zuschulden habe kommen lassen. Auch seine Delikte in der Schweiz, die ebenso BetÃ¤ubungsmittel, den Strassenverkehr, das VermÃ¶gen sowie die Freiheit Dritter betreffen wÃ¼rden, zeugten insgesamt von einer ausgeprÃ¤gten Unbelehrbarkeit und einer GeringschÃ¤tzung gegenÃ¼ber der schweizerischen Rechtsordnung. Der Umstand, dass er seit 15 Jahren regelmÃ¤ssig delinquiert habe, zeige seine erhebliche Energie, die sich bereits in seinem 20. Lebensjahr manifestiert habe und ihn schon fast ein halbes Leben begleite. Es sei deshalb beim BeschwerdefÃ¼hrer von einer gegenwÃ¤rtigen, tatsÃ¤chlichen und hinreichend schweren GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und einer aktuellen und konkreten RÃ¼ckfallgefahr auszugehen, die nicht hingenommen werde mÃ¼sse.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt dagegen vor, er habe in der Schweiz nie eine Strafe von mehr als einem Jahr erwirkt. Der Ã¼berwiegende Teil der Strafen wÃ¼rden Bussen und Ãbertretungen betreffen. Zudem stÃ¼nden viele Delikte im Zusammenhang mit seiner Suchtproblematik. Es kÃ¶nne daher nicht auf eine hohe kriminelle Energie geschlossen werden und es liege kein Widerrufsgrund vor. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Wenngleich mit der Vorinstanz festzustellen ist, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer eine Vielzahl an strafrechtlichen Verurteilungen in der Schweiz zuschulden hat kommen lassen und damit gezeigt hat, dass er generell MÃ¼he hat, sich an die geltende Rechtsordnung zu halten, ist mit dem BeschwerdefÃ¼hrer festzustellen, dass es sich hierbei Ã¼berwiegend um Delikte im Bagatellbereich handelt. In 21 der insgesamt 23 erfolgten strafrechtlichen Verurteilungen, ist der BeschwerdefÃ¼hrer jeweils mit Bussen bestraft worden. Es handelt sich dabei um Verurteilungen wegen Widerhandlungen gegen das BetmG und das PBG, geringfÃ¼gigem Diebstahls, Missbrauchs einer Fernmeldeanlage, Ungehorsam gegen amtliche VerfÃ¼gungen und Fahren in fahrunfÃ¤higem Zustand. Eine EinschrÃ¤nkung der FreizÃ¼gigkeitsansprÃ¼che darf jedoch nur erfolgen, wenn die GefÃ¤hrdung hinreichend schwer wiegt (vgl. E. 4.1). Damit ist eine EinschrÃ¤nkung aufgrund von Straftaten im Bagatellbereich ausgeschlossen (vgl. Valerio Priuli in: Marc Spescha et al., Migrationsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2019, FZA Art. 5 Nr. 25 N. 5). Die Nichterteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA lÃ¤sst sich daher aufgrund dieser Straftaten nicht rechtfertigen. In den weiteren zwei in der Schweiz erfolgten strafrechtlichen Verurteilungen hat sich der BeschwerdefÃ¼hrer der Drohung (zum Nachteil seiner getrenntlebenden Ex-Freundin) und der mehrfachen NÃ¶tigung und des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage strafbar gemacht. Er wurde hierbei zu einer Geldstrafe von 60 TagessÃ¤tzen zu je Fr. 30.- und einer Busse bzw. zu 520 Stunden gemeinnÃ¼tziger Arbeit verurteilt. In Italien wurde der BeschwerdefÃ¼hrer u.<span> </span>a. wegen Besitz von BetÃ¤ubungsmitteln, fortgesetztem Versuch von Gewalt im privaten Bereich, KÃ¶rperverletzung und MittÃ¤terschaft bei einem Wohnungseinbruch zu Geld- und Freiheitsstrafen verurteilt. Insbesondere die vom BeschwerdefÃ¼hrer verÃ¼bten Delikte, welche sich gegen die physische und kÃ¶rperliche IntegritÃ¤t Dritter richteten, sind grundsÃ¤tzlich geeignet, um im Sinn der Rechtsprechung von einer hinreichend schwerwiegenden GefÃ¤hrdung der Gesellschaft auszugehen (vgl. E. 4.1). Seit den Verurteilungen zu diesen schwerwiegenderen Delikten sind allerdings mittlerweile Jahre vergangen: Die letzte in Italien erfolgte Verurteilung wegen MittÃ¤terschaft bei einem Wohnungseinbruch erging am 25. Juni 2015 und damit vor Ã¼ber sechs Jahren. In der Schweiz ist der BeschwerdefÃ¼hrer ausserhalb des Bagatellbereichs letztmals am 8. April 2016 und damit vor Ã¼ber fÃ¼nf Jahren strafrechtlich verurteilt worden. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist in der Folge am 18. Mai 2016 auslÃ¤nderrechtlich verwarnt worden. Er hat sich seither keine Delikte mehr zuschulden kommen lassen, welche den Bagatellbereich Ã¼berschreiten. Seit Ã¼ber drei Jahren ist er Ã¼berhaupt nicht mehr strafrechtlich in Erscheinung getreten. Angesichts der Dauer seit der letzten Tat, der geringen Schwere der jÃ¼ngeren Taten und der weiteren UmstÃ¤nde ist deshalb der Schluss des Beschwerdegegners und der Vorinstanz, wonach vom BeschwerdefÃ¼hrer eine aktuelle und schwere GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgehe, nicht haltbar. Dem BeschwerdefÃ¼hrer kann die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA deshalb nicht verweigert werden. </p> <p class="Urteilstext">VollstÃ¤ndigkeitshalber ist festzuhalten, dass der Fernhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers auch gewichtige private Interessen entgegenstÃ¼nden: Der BeschwerdefÃ¼hrer lebt seit Ã¼ber zwÃ¶lf Jahren in der Schweiz. Er fÃ¼hrt eine intakte Beziehung mit einer Schweizerin. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder (beide geboren 2018), mit denen der BeschwerdefÃ¼hrer unbestritten eine enge Beziehung fÃ¼hrt. </p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zu Gutheissung der Beschwerde. <span>Das Migrationsamt wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu erteilen. </span>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist aber ausdrÃ¼cklich darauf hinzuweisen, dass der Entzug seines Aufenthaltsrechts geprÃ¼ft werden kÃ¶nnte, sollte er wieder straffÃ¤llig werden oder zu sonstigen Klagen Anlass geben.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Damit wird das vom BeschwerdefÃ¼hrer im Rekursverfahren gestellte Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung gegenstandslos. FÃ¼r das Beschwerdeverfahren wurde das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung bereits mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 8. Februar 2021 abgewiesen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>FÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren ist dem BeschwerdefÃ¼hrer sodann eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Das vom BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren gestellte Gesuch, es sei ihm in der Person von Rechtsanwalt B ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen, wurde bereits mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 8. Februar 2021 abgewiesen, da der BeschwerdefÃ¼hrer keinen Nachweis fÃ¼r seine Mittellosigkeit erbrachte. Ebenso blieb er den Nachweis im Rekursverfahren schuldig, weshalb auch das diesbezÃ¼gliche Gesuch abzuweisen ist. An dieser Feststellung hat sich vorliegend nichts geÃ¤ndert. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Der geleistete Kostenvorschuss des BeschwerdefÃ¼hrers ist vorab mit dessen Schulden beim Zentralen Inkasso der ZÃ¼rcher Justiz zu verrechnen, nachdem die entsprechenden Voraussetzungen ohne Weiteres erfÃ¼llt sind (vgl. VGr, 1. Februar 2017, VB.2016.00687, E. 4.2 mit Hinweisen). Ein hernach allenfalls bestehender Ãberschuss ist ihm zurÃ¼ckzuerstatten.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-recht-lichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG e contrario; BGE 139 I 330 E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Rekursverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands fÃ¼r das Rekursverfahren wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 26. November 2020 wird aufgehoben. </span></p> <p class="Einzug2"><span>Das Migrationsamt wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4.</span><span> Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.-- die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem Beschwerdef