Interpellation Longet 734 N' 22 mars 1985 Schweiz vertraglich verpflichtet. Durch den geplanten Bau des Kraftwerkes Hainburg würde nach Meinung internatio- naler Naturschutzorganisationen und wissenschaftlicher Autoritäten wie Nobelpreisträger Konrad Lorenz diese letzte grosse Auenlandschaft Mitteleuropas zerstört. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 4. Februar 1985 Rapport écrit du Conseil fédéral du 4 février 1985 1. Der Bundesrat teilt die Sorge weiter Kreise der schweize- rischen Bevölkerung über die fortschreitende Zerstörung der Umwelt, deren Auswirkungen vor nationalen Grenzen nicht halt machen. Er ist sich auch bewusst, dass die Erhal- tung der Natur und ihrer Reichtümer eine Aufgabe ist, die ohne internationale Zusammenarbeit nicht mehr erfüllt wer- den kann. Der Bundesrat hat Verständnis für die in der Interpellation und in anderen Eingaben zum Ausdruck gebrachte Beunruhigung über die Zukunft der Donau- March-Auen. Die Situation hat sich inzwischen insofern ver- ändert, als die österreichischen Behörden Anfang Januar die Rodung und alle Bauarbeiten in diesem Gebiet einstwei- len einstellten, um Zeit für zusätzliche Abklärungen zu gewinnen, und für das weitere Vorgehen ein 11-Punkte- Programm beschlossen, in dem die besondere Berücksichti- gung der Anliegen des Umweltschutzes und damit unausge- sprochen auch der beiden Übereinkommen von Ramsar und Bern in Aussicht gestellt wird. 2. Das am 2. Februar 1971 in Ramsar abgeschlossene Über- einkommen über Feuchtgebiete, dem sowohl die Schweiz wie auch Österreich angehören, sieht vor, dass jede Ver- tragspartei beim Beitritt wenigstens ein international bedeu- tendes Feuchtgebiet zur Aufnahme in eine Liste benennt. Tatsächlich sind in der Liste zurzeit nicht nur eines, sondern fünf österreichische Feuchtgebiete aufgeführt, darunter die Donau-March-Auen. Das Abkommen hält ferner fest, dass die Aufnahme eines Feuchtgebietes in die Liste die aus- schliesslichen Hoheitsrechte der entsprechenden Vertrags- partei nicht beeinträchtigt und dass jede Vertragspartei berechtigt ist, die Grenzen eines solchen Feuchtgebietes wegen dringender nationaler Interessen aufzuheben oder enger zu ziehen, unter der Bedingung, dass jeder Verlust von Feuchtgebieten so weit wie möglich ausgeglichen wird. Die Vertragsparteien sind schliesslich gehalten, die das Sekretariat des Übereinkommens führende Organisation, die Internationale Union für die Erhaltung der Natur und der natürlichen Reichtümer (UICN), über alle Änderungen in der Liste zu unterrichten und einander hinsichtlich der Erfüllung der sich aus dem Übereinkommen ergebenden Verpflich- tungen zu konsultieren. Mit dem am 19. September 1979 abgeschlossenen Berner Übereinkommen verpflichten sich die Vertragsparteien, dar- unter die Schweiz und Österreich, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um ihre nationale Politik zur Erhaltung wildlebender Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume zu fördern und bei ihrer Planungs- und Entwicklungspolitik jede Beeinträchtigung dieser Lebens- räume zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten. In drei Anhängen werden jene gefährdeten Pflanzen- und Tierarten aufgezählt, die jede Vertragspartei durch Gesetz- gebung und Verwaltungsmassnahmen besonders schützen will. Durch die Zusammenarbeit unter den Vertragsparteien und durch Förderung und Koordination der entsprechenden Forschungsarbeiten soll die Wirksamkeit der im Überein- kommen vorgesehenen Massnahmen erhöht werden. Die Überwachung der Einhaltung des Übereinkommens wurde einem Ständigen Ausschuss übertragen, der seinerseits dem Ministerkomitee des Europarates berichtet. 3. Das Urteil darüber, ob die Übereinkommen von Ramsar und Bern durch die von den österreichischen Behörden als von nationalem Interesse eingestuften Bauvorhaben in den Donau-March-Auen überhaupt verletzt werden, falls für zu opfernde Feuchtgebiete und natürliche Lebensräume Ersatz geschaffen wird, liegt bei den mit der Überwachung der Einhaltung dieser Übereinkommen betrauten Gremien, in denen alle Mitgliedstaaten vertreten sind und in denen die Schweiz aktiv mitwirkt. Zu weiteren Schritten des Bundesra- tes bieten die beiden Übereinkommen keine rechtliche Grundlage. In der Erklärung der Umweltkonferenz der Ver- einigten Nationen in Stockholm im Jahre 1972 und in der 1982 verabschiedeten Weltcharta der Vereinten Nationen für die Natur werden aber alle Staaten in allgemeiner Form zur gemeinsamen Planung und zur Zusammenarbeit in den Bereichen des Natur- und Umweltschutzes aufgerufen. In diesem Sinn hat Bundesrat Pierre Aubert beim kürzlichen Besuch des österreichischen Aussenministers Leopold Gratz in Bern auf die Besorgnis in der interessierten schwei- zerischen Öffentlichkeit über die Zukunft eines Naturschutz- gebietes von europäischer Bedeutung hingewiesen. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt. #ST# 84.930 Interpellation Longet Lage in Afghanistan - Situation en Afghanistan Wortlaut der Interpellation vom 14. Dezember 1984 Ist der Bundesrat bereit: a. Aus Anlass des fünften Jahrestages der Invasion Afghani- stans, diese Verletzung des Selbstbestimmungsrechts der Völker ausdrücklich zu verurteilen und die Widerrechtlich- keit des gegenwärtigen afghanischen Regimes festzustel- len, das durch eine von der Besetzungsmacht inszenierte Palastrevolution an die Macht gekommen ist? b. Den Rückzug der Besetzungstruppen zu verlangen? c. Neben der an Pakistan geleisteten Hilfe für die Aufnahme afghanischer Flüchtlinge der afghanischen Zivilbevölke- rung, die unter der von der Besetzungsmacht betriebenen Taktik der verbrannten Erde leidet, über anerkannte ad-hoc- Organistionen Lebensmittelhilfe und medizinische Hilfe zu leisten? d. Zu verlangen, dass das IKRK, das in der Schweiz seinen Sitz hat, den Kriegsopfern im Lande selbst uneingeschränkt Hilfe leisten kann? Texte de l'interpellation du 14 décembre 1984 Le Conseil fédéral est-il prêt à: a. Condamner de manière explicite, à l'occasion du 5e anni- versaire de l'invasion de l'Afghanistan, cette violation du droit des peuples à disposer d'eux-mêmes et à constater l'illégitimité du gouvernement afghan actuel, produit d'une révolution de palais orchestrée par l'occupant; b. Exiger en conséquence le retrait des troupes d'occupa- tion; c. Faire parvenir, outre l'aide actuellement apportée à l'ac- cueil des réfugiés afghans au Pakistan, une aide alimentaire et médicale à la population civile afghane, victime de la tactique de la terre brûlée de l'occupant, ceci par l'entremise d'organisation ad hoc reconnues; d. Exiger, en tant que pays siège du CICR, que ce dernier puisse librement porter secours aux victimes de la guerre dans le pays même? Mitunterzeichner - Cosignataires: Amman-Saint-Gall, Bäumlin, Bircher, Borei, Deneys, Fankhauser, Fehr, Gloor, Jaggi, Lanz, Leuenberger Moritz, Mauch, Nauer, Neukomm, Pitteloud, Robbiani, Ruffy, Stamm Walter, Stappung, Uch- tenhagen, Vannay, Weber-Arbon (22)22. März 1985 N 735 Interpellation Magnin Schriftliche Begründung - Développement par écrit Cela fait maintenant cinq ans que l'Afghanistan, pays naguère non-aligné, a été envahi, par une grande puissance. Depuis, la résistance à cette occupation brutale n'a pas fléchi. Pendant que les Afghans payent très cher leur attachement à la liberté, notre pays, qui se sent pourtant interpellé par le drame afghan, reste très en retrait. Le Conseil fédéral a exposé sa préoccupation et son «espoir que le peuple afghan pourra déterminer son destin à l'abri de toute inter- vention extérieure» (9 janvier 1980), et la Confédération apporte une aide substantielle à l'accueil des réfugiés afghans au Pakistan. L'attitude de notre pays est ainsi nettement plus timorée que celle d'institutions européennes (p.ex. Parlement européen) ou d'autres Etats occidentaux (p.ex. RFA). Nous ne pensons pas que notre neutralité consiste à jeter un voile pudique sur les violations flagrantes des droits de l'homme ou du droit des peuples à disposer d'eux-mêmes (cf d'ailleurs le récent rapport du Conseil fédéral sur les droits de l'homme). Elle commande une certaine retenue, mais elle signifie aussi une dynamique soutenant des forces cherchant à desserrer l'étreinte des deux blocs. C'est dans ce sens que les sous- signés proposent au Conseil fédéral une attitude plus ferme à l'égard du problème afghan. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 27. Februar 1985 Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 février 1985 Le Conseil fédéral partage les préoccupations exprimées par les interpellateurs au sujet de la situation en Afghanis- tan. La Suisse est très sensible au sort réservé à ce pays, naguère non-aligné et qui a perdu son indépendance suite à l'invasion par la force de son territoire par une grande puissance. L'occupation permanente de l'Afghanistan, durant plus de cinq années déjà, constitute une violation des principes fondamentaux du droit international - à savoir les prinicipes du non-recours à l'emploi de la force, de l'inté- grité territoriale des Etats et de la non-intervention dans les affaires intérieures- et est contraire à l'Acte final d'Helsinki. Le Conseil fédéral suit avec grande attention le développe- ment de la situation en Afghanistan; ainsi, il s'est prononcé sur cette occupation chaque fois que l'occasion s'est pré- sentée à lui, aussi bien au niveau multilatéral - dans le cadre des suites de la CSCE et des organisations internationales, en particulier au Conseil de l'Europe - que lors de contacts bilatéraux. Le Conseil fédéral entend répondre aux diverses questions posées par les interpellateurs de la manière suivante: a. Le Conseil fédéral a pris position le 9 janvier 1980, au lendemain de l'intervention des troupes soviétiques en Afghanistan. Il souligna à cette occasion son attachement à la primauté du droit dans les relations internationales et exprima l'espoir que le peuple afghan puisse déterminer son destin à l'abri de toute ingérence extérieure. Le Conseil fédéral a eu par la suite plusieurs fois l'occasion - en particulier devant le Parlement le 18 mars 1980 et par la voix du représentant de la Suisse au cours de la réunion de Madrid de la CSCE le 13 novembre de la même année- de rappeler que l'occupation de l'Afghanistan était contraire au droit international et qu'elle violait les prinicipes contenus dans l'Acte final d'Helsinki. Cette situation ne s'étant en rien modifiée depuis lors, le Conseil fédéral tient à réaffirmer avec fermeté ses prises de position antérieures. b. L'Assemblée générale de l'ONU a demandé le retrait des troupes étrangères de l'Afghanistan par six résolutions, les- quelles ont été adoptées à une majorité croissante au cours des dernières années. Ainsi l'ultime résolution datant du 15 novembre 1984 a été approuvéepar 119 voix contre 20 et 14 abstentions. L'attitude adoptée à cette occasion par la com- munauté internationale est identique à celle du Conseil fédéral. Outre l'exigence du retrait immédiat des troupes étrangères de l'Afghanistan, cette résolution réaffirme que la préservation de la souveraineté, de l'intégrité territoriale, de l'indépendance politique et de la qualité d'Etat non- aligné de l'Afghanistan est indispensable à une solution pacifique du problème. De plus, la dite résolution réaffirme le droit du peuple afghan à décider lui-même de la forme de son gouvernement et à choisir son système politique, éco- nomique et social sans ingérence étrangère. c. Le sort réservé aux population civiles victimes du conflit afghan fait l'objet d'une attention particulière du Conseil fédéral. L'aide humanitaire de la Suisse a dû se concentrer jusqu'à présent, à l'instar de celle de l'ensemble de la communauté internationale, sur les réfugiés afghans au Pakistan. Elle s'est élevé à 7 millions de francs jusqu'à fin 1984. Par ailleurs, la Suisse a contribué pour 5 millions de francs à un projet conjoint de la Banque mondiale et du HCR, lequel consiste d'une part en la création de postes de travail pour les réfugiés destinés à leur permettre d'assumer leurs frais de substistance et d'autre part en la protection de l'équilibre écologique des régions affectées par l'afflux de réfugiés. En Iran, une aide s'élevant à 300 000 francs a pu être dispensée aux réfugiés afghans en 1984 et il est prévus de verser cette année une contribution plus élevée encore au programme d'aide humanitaire du HCR. Il est de règle que la Suisse, pour toutes des actions, opère par l'intermé- diaire d'œvres d'entraide privées reconnues ou d'organisa- tions internationales. Au vu de l'aggravation de la situation, le Conseil fédéral a l'intention d'accroître son aide au profit de la population civile afghane, pour autant que les moyens engagés puissent l'être avec efficacité. Dans la situation politique et militaire actuelle, on ne peut envisager une aide au profit des populations civiles à l'inté- rieur même de l'Afghanistan. Ni les œuvres d'entraide, ni les organisations internationales n'ont d'ailleurs conçu jusqu'à présent de programmes d'aide susceptibles de rencontrer le soutien de donateurs potentiels, dans la mesure où l'accès aux populations nécessiteuses ne leur est pas assuré non plus. Le Conseil fédéral et toutefois disposé à examiner toute demande d'aide qui lui serait présentée par ces organi- sations, si celles-ci peuvent lui garantir une utilisation effec- tive des fonds mis à leur disposition. d. Le Conseil fédéral est préoccupé par les violations des règles du droit international humanitaire et des principes humanitaires universellement reconnus, dont font état des informations provenant d'Afghanistan, et déplore le fait que le CICR ait dû suspendre ses activités dans ce pays. A plusieurs reprises déjà, le Conseil fédéral a fait part aux autorités soviétiques de sa préoccupation sur la situation en Afghanistan et a demandé que le CICR puisse y reprendre ses activités de protection et d'assistance en faveur des victimes militaires et civiles de ce conflit. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt. #ST# 84.593 Interpellation Magnin Gefahren des Medikaments Voltaren Dangers du Voltaren Wortlaut der Interpellation vom 10. Dezember 1984 1. Ist der Bundesrat angesichts der schwerwiegenden und genauen Anklagen der Zeitung «Dagens Nyheter» und ange- sichts der Tatsache, dass die Ciba-Geigy diese Meldungen nicht dementiert hat, bereit, über das Medikament Voltaren und seine Wirkungen unverzüglich eine gründliche Untersu- chung anzuordnen? 2. Ist der Bundesrat bereit, das Medikament verbieten zu lassen, falls die Untersuchung bestätigt, dass seine Ein-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Longet Lage in Afghanistan Interpellation Longet Situation en Afghanistan In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 84.930 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 22.03.1985 - 08:00 Date Data Seite 734-735 Page Pagina Ref. No 20 013 272 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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