Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 28. November 2019 (720 18 276 / 296) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Gestützt auf das Gerichtsgutachten Anspruch auf eine IV-Rente in Anwendung der ge- mischten Methode der Invaliditätsbemessung verneint. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Katja Wag- ner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Caroline Franz Waldner, Advokatin, Behindertenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1962 geborene A.____ meldete sich am 10. Nove mber 2014 unter Hinweis auf Gelenk- und Muskelbeschwerden, eine Depression sowie Polyas thma bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abkl ärung der erwerblichen, gesund- heitlichen und haushälterischen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vo m 3. Juli 2018 gestützt auf einen Invali- ditätsgrad von 7% bzw. 32% ab. B. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertret en durch Dr. Caroline Franz Waldner, Advokatin, am 30. August 2018 Beschwerde bei m Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Dari n beantragte sie, die Verfügung der IV-Stelle vom 3. Juli 2018 sei aufzuheben und es sei ihr gestützt auf eine Statusaufteilung 80%- Erwerb/20%-Haushalt mit Wirkung ab dem 1. Mai 2015 eine Viertelsrente und ab dem 1. Januar 2018 eine halbe Rente zuzusprechen; unter o/e-Kostenfol ge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die unentgeltliche Prozessführung mit Advokatin Waldner als unentgeltlicher Rechtsvertreterin. C. In ihrer Vernehmlassung vom 6. September 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Mit prozessleitender Verfügung vom 6. September 2018 bewilligte die instruierende Präsidentin der Beschwerdeführerin die unentgeltliche P rozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Waldner als unentgeltlicher Rechtsvertreterin. E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten so wohl die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 18. September 2019 als auch die Beschw erdegegnerin mit Eingabe vom 27. September 2019 an ihren Anträgen und Standpunkten fest. F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 20. Dezember 201 8 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der A ngelegenheit gestützt auf die vor- handenen medizinischen Akten nicht möglich sei. Das Gericht beschloss deshalb, den Fall aus- zustellen und zur Klärung des medizinischen Sachverhalts ein Gerichtsgutachten einzuholen. G. Mit Schreiben vom 13. Februar 2019 beauftragte das Kantonsgericht PD Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, mit der Erstellung eines b idisziplinären Gutachtens, welches am 21. Juni bzw. 1. Juli 2019 erstattet wurde. Die Partei en erhielten in der Folge Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse auf den Leistungsanspruch der Versicherten auswirken würden. Die Be schwerdegegnerin machte am 16. Juli 2019 hiervon Gebrauch, wobei sie zusätzlich ein e weitere Beurteilung von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Reg ionaler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD) vom 15. Juli 2019 ins Recht legte. Die Beschwerdeführerin liess sich am 5. September 2019 zum Gutachten und zu dessen Auswirkung en auf den Leistungsanspruch vernehmen. Auf die Vorbringen der Parteien ist − soweit notwend ig − in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine I nvalidenrente. 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die In validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 hat die versicherte Person Anspruch auf e ine ganze Rente, wenn sie zu mindes- tens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu minde stens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. In- validität im Sinne dieser Bestimmung ist die durch eine n körperlichen, geistigen oder psychi- schen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursach- te, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernd e ganze oder teilweise Erwerbsunfähig- keit (Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 des Bundesge setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzug eltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstä nden kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich e rreichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gel ingt, auf objektivierter Beurteilungs- grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4.2 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 4.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 bis IVV bis Ende 2017 gültig gewesenen Fassung). 4.4 In Bezug auf die Bemessung der Invalidität aufgru nd der gemischten Methode ist zu beachten, dass Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV in der ab dem 1. Januar 2018 gelt enden Fassung be- stimmt, dass sich die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereic h nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, nach Art. 16 ATSG richtet, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht inv alid geworden wäre, auf eine Voller- werbstätigkeit hochgerechnet wird. Nach der Rechtspre chung des Bundesgerichts kann die Invaliditätsbemessung mittels der gemischten Methode nach dem neuen Berechnungsmodell gemäss Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV in der Fassung vom 1. Dezember 2017 i m Hinblick auf eine einheitliche und rechtsgleiche Behandlung der Versicher ten erst ab dem Zeitpunkt des Inkraft- tretens dieser Bestimmung am 1. Januar 2018 erfolgen (Urteil des Bundesgerichts vom 30. Ja- nuar 2018, 8C_462/2017, E. 5.3 mit Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder teilzei tig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versiche rten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Für die hypothe- tische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Tei l-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial- versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden W ahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 5.2 In der angefochtenen Verfügung vom 3. Juli 2018 ermittelte die IV-Stelle den Invalidi- tätsgrad der Versicherten anhand der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung. Zwi- schen den Parteien unbestritten ist, dass die Beschwerdef ührerin ohne gesundheitliche Beein- trächtigung neben der Führung des Haushalts eine Teiler werbstätigkeit ausüben würde, wes- halb der Invaliditätsgrad, wie in der angefochtenen Verfügung vom 3. Juli 2018 vorgenommen, nach der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung zu ermitteln ist. Uneinigkeit besteht hingegen in der Frage der Gewichtung der Anteile der Erwerbstätigkeit und der Haushaltfüh- rung. Die Beschwerdegegnerin ist gestützt auf die prot okollierten Aussagen der Haushaltsab- klärung vom 21. November 2016 sowie insbesondere den Fra gebogen zur Ermittlung der Er- werbstätigkeit vom 23. November 2016 davon ausgegangen, dass die Versicherte als Gesunde zu 50% einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde und zu 50% im Haushalt beschäftigt wäre. Demgegenüber stellt sich die Beschwerd eführerin auf den Standpunkt, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zu 80% erwerbstätig wäre. 5.3 Anlässlich der Abklärung Haushalt vom 21. November 2016 wies die IV- Abklärungsperson auf Verständnisschwierigkeiten der Versich erten hinsichtlich der Statusfrage hin. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände gelang te die Abklärungsperson dabei zur Auffassung, dass die Versicherte im Gesundheitsfall nicht mehr als zu 50% arbeiten würde. Im Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit vom 23 . November 2016 hat die Beschwerde- führerin die Ausführungen der Abklärungsperson insofern ergänzt, als sie diesen handschriftlich beigefügt hat, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträcht igungen bis 80% arbeiten würde. Die- ser Handlung kann nun aber angesichts der ausführlich vor Ort besprochenen und unter Würdi- gung der eben beschriebenen Verständnisschwierigkeiten er mittelten Statusfrage sowie mit Blick auf die differenziert protokollierten Aussagen nich t allzu viel Gewicht beigemessen wer- den. Die Statusfrage ist sodann unter Berücksichtigung säm tlicher (auch objektiver) Umstände zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses nach dem Beweisgra d der überwiegenden Wahrschein- lichkeit zu beantworten (vgl. E. 5.1 hiervor). Rechtsprech ungsgemäss stellt die bisherige Er- werbssituation bis zum Eintritt der invalidisierenden g esundheitlichen Beeinträchtigung hierbei ein gewichtiges Kriterium dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2017, 9C_201/2017, E. 4.1 mit Hinweisen). Dem IK-Auszug (IV-act. 6) ist hie rzu zu entnehmen, dass die Beschwer- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht deführerin nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 19 87 kurzzeitig erwerbstätig gewesen war. Anschliessend war sie für die Dauer von zwei Jahren n icht mehr erwerbstätig gewesen, bevor sie im Jahr 1989 im Rahmen einer erneuten Erwer bstätigkeit einen Jahresverdienst von Fr. 8'713.-- erzielte. Seit der Geburt ihres zweiten u nd dritten Kindes im Jahr 1990 bzw. 1995 war die Beschwerdeführerin lange Zeit keiner geregelte n Tätigkeit mehr nachgegangen bzw. hatte nie einen höheren Jahresverdienst als Fr. 10'371. -- erwirtschaften können. So erzielte sie im letzten Jahrzehnt vor Eintritt der Gesundheitsbeeintr ächtigung (2007) im Jahr 2001 Fr. 2'620.--, im Jahr 2002 Fr. 2'346.-- und im Jahr 2 003 Fr. 10'371.--. Im Jahr 2004 war sie wie- derum nichterwerbstätig, zu einem Zeitpunkt, als die beiden jüngeren Kinder 9 und 14 Jahre alt waren. Aus dem dargelegten beruflichen Werdegang kann nun aber nicht geschlossen werden, dass die Versicherte im Gesundheitsfall eine Erwerbstät igkeit zu einem Pensum von über 50% aufgenommen hätte. Gegen die Annahme, dass die Versiche rte als valide Person ein höheres Pensum absolviert hätte, spricht namentlich die Tatsache , dass sie selbst als die Kinder in ei- nem Alter waren, wo die anfallenden Betreuungspflich ten mit einem höheren Erwerbspensum vereinbar gewesen wären, keine erwerbliche Tätigkeit ausübte. 5.4 Was sodann die von der Beschwerdeführerin angefü hrten finanziellen Verhältnisse anbelangt, welche ebenfalls für die Annahme einer hö heren Erwerbstätigkeit sprechen würden, so kann auf die anlässlich der Haushaltsabklärung erstellt e Budgetberechnung auf Basis der Ergänzungsleistungen (EL) verwiesen werden (vgl. IV-act. 91). Derzufolge liesse sich unter Be- rücksichtigung des Renteneinkommens des Ehemannes von monatl ich Fr 1'636.-- auch mit einem Arbeitspensum von 50% ein existenzsicherndes Einkomm en erzielen, womit die Be- schwerdeführerin auch mit diesem Aspekt nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag. Auch sonst lassen sich den Akten keine Hinweise entnehmen, welch e die Annahme stützen würden, dass die Beschwerdeführerin zu mehr als 50% arbeiten würde. 5.5 Zusammenfassend ist mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass die Versicherte im Ge sundheitsfall keiner ausserhäusli- chen Erwerbstätigkeit im Umfang von mehr als 50% nachge hen würde, womit die in der ange- fochtenen Verfügung der IV-Stelle vom 3. Juli 2018 vorg enommene Festlegung der Anteile der Erwerbstätigkeit (50%) und der Haushalttätigkeit (50%) nicht zu beanstanden ist. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, s owie umfassend und Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So führte da s Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von de n Einschätzungen des medizini- schen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Gleichwohl wie bei Gut achten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG ei ngeholt wurden und den Anforderun- gen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht insb esondere einem von ihm eingehol- ten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen, sol ange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 4 65 E. 4.4 S. 469 f.). Schliesslich lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags eines amtlich best ellten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b), ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu st ellen und zum Anlass weiterer Abklä- rungen zu nehmen, wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2. 2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf drängt, weil beispielsweise die behan- delnden Ärzte wichtige − und nicht rein subjektiver ärztl icher Interpretation entspringende − As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen V erfügung vom 3. Juli 2018 bei der Be- urteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. E.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine I nnere Medizin, und Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 29. September 201 5. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des früh estmöglichen Rentenbeginns, am 1. Mai 2015, eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 50% zumutbar war. Aus bidisziplinärer Sicht massgebend für diese Einschränkung war insbesondere die psychiatrische Beurteilung auf- grund derer eine Arbeitsfähigkeit in ebendieser Höhe veranschlagt worden war, wohingegen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht allein aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 30% attestiert worden war. Unter Berücksichtigung der Statusaufteilung von 50% im Erwerb s- und 50% im Haushaltsbereich re- sultierte ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgra d von insgesamt 32%. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externe r Spezialärztinnen und -ärzte, wel- che aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Ak- ten Bericht erstatten und bei der Er örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkenne n, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. E. 6.3 hiervor). Anlässlich der in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 20. Dezem ber 2018 gelangte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auffassung, dass diesem Gutachten kei ne ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Anlass an den entsprechenden Schlussfolgerungen des Gutachtens zu zweifeln, gab neben der unter Erwägung 5.2 bereits erörterten Pro blematik auch der Umstand, dass es an einer für sämtliche psychischen Erkrankungen geltenden Pr üfung der Standardindikatoren (BGE 143 V 409 und 143 V 418) mangelte. Eine solche w äre aber mit Blick auf die im Gutach- ten von Dr. F.____ gestellte Diagnose einer mittelgradigen depressiven Störung bei fortgeschrit- tener Chronifizierung umso mehr angezeigt gewesen. Na chdem sich dementsprechend mit Be- schluss des Kantonsgerichts vom 20. Dezember 2018 die Einho lung eines gerichtlichen Gut- achtens als unerlässlich erwiesen hatte, steht nunmehr d as gerichtliche Gutachten der Dres. C.____ und B.____ im Zentrum der medizinischen Beurteilung. 7.2 Im rheumatologischen Fachteil des Gutachtens stell te Dr. C.____ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Spondylarthrit is mit Achsenbefall und peripherem Ge- lenksbefall. Es bestehe ein entzündliches rheumatologisch es Leiden, welches zu folgenden Restriktionen führe: Die Explorandin könne nicht dauern d stehen und nicht dauernd gehen. Es sei günstig, wenn sie vorwiegend sitzen könne, dies mit d er Möglichkeit zum Positionswechsel. Die Gehstrecke sei auf maximal 10 Minuten beschränkt und es sei günstig, wenn sie diese Gehstrecke nicht repetitiv tätigen müsse. Sie könne nicht dauernd nur sitzen und stehen und nicht in Zwangsstellungen arbeiten, sich nicht dauernd r epetitiv vornüberbeugen oder bücken und nicht dauernd über Kopf arbeiten. Für eine solche Tätigkeit bestehe eine Einschränkung von 50%. Dies rechtfertige sich durch den erosiven Befa ll des Iliosakralgelenkes (ISG), der in der aktuellen MRI immer noch nachweisbar gewesen sei, sowie insbesondere aufgrund der intermittierenden Entzündungsaktivität der Grunderkrankun g. Das entzündliche Gelenksge- schehen sei gewissen Schwankungen unterworfen, womit zeitweilig eine höhere, zeitweilig aber auch eine tiefere Arbeitsfähigkeit bestehen könne. D ie veranschlagte Einschränkung von 50% würde auch diesem Umstand Rechnung tragen. Hinsichtlich der Tätigkeit als Hausfrau könne auf die durchgeführte Haushaltsabklärung und die dari n berücksichtigte Einschränkung von 13.4% abgestellt werden. Dieser Wert sei mit dem Vorli egen einer entzündlich rheumatologi- schen Erkrankung kompatibel und entspreche den körperlich belastenden Anteilen. 7.3 Im psychiatrischen Fachteil des Gutachtens stellte Dr. B. ____ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine chroni- sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (IC D-10 F45.41). Zunächst hätte anhand der Diskussion der innerpsychischen Struktur der Versicherten keine Persönlich- keitsstörung ausgemacht werden können. Die entsprechenden Kardinalkriterien seien nicht er- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht füllt, wonach ab verhältnismässig frühem Lebensalter zen trale Bereiche der privaten, sozialen und beruflichen Anamnese nachhaltig und relevant tangi ert sein müssten. Was die von Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in mehreren Berichten diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung anbelange, so seien d ie diagnostischen Kriterien gemäss ICD-10 ebenfalls nicht erfüllt. Namentlich stelle die von der Explorandin in ihrem Heimatland erlebte Belastung kein Ereignis oder keine Situation m it aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass dar, die bei fast jedem Menschen eine tiefe Verzweiflung hervor- rufen würde und/oder die mit Todesangst, Verletzung oder Bedrohung der körperlichen Integri- tät, Hilflosigkeit und Ohnmacht mit Ausgeliefertsein ei nhergehen würde. Damit solle nicht abge- stritten werden, dass die Explorandin damals längere Ze it belastet gewesen sei. Bei einer sehr weiten Definition einer Psychotraumatisierung stelle au ch diese Belastung eine Psychotrauma- tisierung dar, sie unterscheide sich aber von den Situat ionen, die eine posttraumatische Belas- tungsstörung prädestinieren könnten. Hinsichtlich der Af fektivität sei zu beachten, dass in den Akten bisher kein Vergleich der subjektiven Angaben mi t den objektiven Untersuchungsbefun- den stattgefunden habe. Diesbezüglich hätten sich erhebl iche Inkonsistenzen ergeben. Auf- grund dieser Inkonsistenzen könne nicht auf die subjektiven Angaben abgestellt werden, son- dern es müsse auf die objektiven Untersuchungsbefunde abge stützt werden, die ein weitge- hend blandes Befundbild zeigen und keine relevante Aff ektpathologie abbilden würden. Ferner könnten die von der Explorandin beklagten Körperschmerz en nur teilweise mit der entzündli- chen rheumatischen Erkrankung begründet werden. Hierfür seien auch psychologische Anteile verantwortlich. Die Ganzkörperschmerzen würden somatoform er Ausdruck der in der Adoles- zenz erlebten Belastungen darstellen. Die Explorandin s ei seit vielen Jahren anhaltend durch ihre Körperschmerzen belastet, weshalb die Eingangskrit erien für eine chronische Schmerzstö- rung mit somatischen und psychischen Faktoren erfüllt sei en. Insgesamt bestehe sowohl in der bisherigen als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100%. Aus rein psychiatrischer Sicht würden im Haushaltsbereich keine Beeinträchtigungen vorliegen. Anlässlich der Konsensbeurteilung bekräftigten die gutach terlichen Fachpersonen, dass auf- grund der fehlenden Einschränkung aus psychiatrischer Sicht die rheumatologische Beurteilung als Gesamtbeurteilung gelte. 8. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.3 hiervor), weicht d as Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des m edizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend besteht kein Anlass, von den Er- gebnissen des zitierten Gerichtsgutachtens abzuweichen. Das Gutachten ist umfassend und die darin dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schluss- folgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die G utachter haben die Versicherte per- sönlich untersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und gehen einlässlich auf ihre Anga- ben und Beschwerden ein. Sie setzen sich zudem fundie rt mit den bei den Akten liegenden medizinischen Berichten auseinander und begründen abwe ichende Einschätzungen in über- zeugender Weise. So wird namentlich aus psychiatrischer S icht unter Hinweis auf die divergie- renden Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit, insbeson dere auf die diversen Berichte von Dr. G.____ sowie das Gutachten von Dr. F.____ vom 29 . September 2015, nachvollziehbar Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht dargelegt, weshalb eine höhere Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht begründet werden könne. Dabei wird hinsichtlich der von Dr. G.____ diagno stizierten depressiven Störung mittel- gradigen Ausmasses schlüssig aufgezeigt, dass im Rahmen der bisherigen fachärztlichen Beur- teilungen ein Vergleich zwischen den subjektiven Angaben der Explorandin und den objektiven Befunden keine Gewichtung erfahren habe. Anhand der nun sorgfältig durchgeführten Diskus- sion der Mini-ICF-Kriterien, welche insbesondere auch eine umfassende Würdigung der psy- chosozialen Belastungsfaktoren und Ressourcen der Versicherten umfasst, konnte der Gutach- ter sodann keinerlei qualitative Funktionseinbussen au fgrund der diagnostizierten chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ausma chen (vgl. E. 7.3 hiervor; vgl. hierzu ausführlich Gutachten S. 22 ff.). Nachdem d ie ausschlaggebende Beweiskraft des Gerichtsgutachtens der Dres. Jelk und Simon von den Part eien in ihren Stellungnahmen vom 16. Juli bzw. 5. September 2019 – zu Recht – nicht in Frage gestellt wird, ist gestützt auf die darin enthaltenen Ausführungen davon auszugehen, dass die Versicherte sowohl in ihrer ange- stammten Tätigkeit als auch in einer leidensadaptierte n Tätigkeit – auch wenn nun vorwiegend aus rheumatologischer Sicht – zu 50% arbeitsunfähig ist. 9.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gung (vgl. E. 4.1 ff. hiervor). Hinsichtlich der im Hau shaltsbereich zu berücksichtigenden Ein- schränkung besteht nunmehr Einigkeit darüber, dass diese 13.4% beträgt. Wie eingangs er- wähnt, war im Rahmen der am 20. Dezember 2018 erfolg ten Urteilsberatung eine abschlies- sende Würdigung gestützt auf die vorhandene Aktenlage nicht möglich. Hintergrund bildete un- ter anderem auch der Umstand, dass die aus rheumatologi scher Sicht veranschlagte Ein- schränkung von 30% im Haushalt Zweifel an der beurteilten Leistungseinschränkung von 13.4% gemäss Haushaltsbericht vom 6. Dezember 2016 aufkommen liess. Nachdem diese Zweifel durch das beweistaugliche rheumatologische Gerichtsgutachte n von Dr. C.____ haben ausge- räumt werden können (vgl. E. 7.1 ff. hiervor) und a ngesichts der umfassenden Abklärungen vor Ort auch sonst keine Hinweise ersichtlich sind, wonach dies e Einschätzung im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht anzuzweifeln wäre, ist von einer Beein- trächtigung von 13.4% im Haushalt auszugehen (vgl. zum Be weiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt: AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwä- gung]; Urteil des Bundesgerichts vom 6. April 2004, I 733/03, E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsber ichte im Zusammenhang mit der Hauspfle- ge und Hilflosigkeit). 9.2 Unter Berücksichtigung einer Statusaufteilung von 50 % Erwerb und 50% Haushalt im hypothetischen Gesundheitsfall resultiert anhand der in der Verfügung berücksichtigten und nicht zu beanstandenden Bemessungsgrundlagen ein Invaliditätsgrad von rund 7% (0.5 x 0% + 0.5 x 13.4%) bzw. ab 1. Januar 2018 ein solcher von 32% (0.5 x 50% + 0.5 x 13.4%). Damit besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente. 9.3 Im Übrigen erscheint ein zusätzlicher leidensbedingt er Abzug vorliegend nicht gerecht- fertigt, da den gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Rahmen der Zu- mutbarkeitsbeurteilung bereits weitgehend Rechnung g etragen wurde (vgl. E. 7.2 hiervor). Im Weiteren vermöchten das Alter, die fremde Nationalit ät und die damit verbundenen Sprach- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwierigkeiten keinen Abzug vom Tabellenlohn zu rechtfe rtigen, da sich diese Elemente im vorliegend berücksichtigten Anforderungsniveau 1 nicht z usätzlich lohnmindernd auswirken (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 4. Februar 2009, 9C _939/2008, E. 2.4 und vom 6. März 2009, 9C_492/2008). Dessen ungeachtet resultierte selbs t unter Berücksichtigung eines lei- densbedingten Abzuges in der Höhe der beantragten 10% , bei sonst unveränderten Verhältnis- sen, ein Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 55%, gewichtet 28%, und damit bei einem Inva- liditätsgrad von insgesamt 35% kein Rentenanspruch. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist d ie Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Ihr ist allerdings mit verfahrenslei- tender Verfügung vom 6. September 2019 die unentgelt liche Prozessführung bewilligt worden, weshalb die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse gehen. 10.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtlich e Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Ve rsicherungsträger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeo rdnet hat. Hat er keine Massnah- men angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übe rnehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder B estandteil nachträglich zugesproche- ner Leistungen bildeten. Wie das Bundesgericht in BGE 1 37 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gerich t als notwendig erachteten Beweis- massnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine sol che indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten d er durch das Gericht in Auftrag gegebe- nen MEDAS-Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 20. Dezember 2018 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damal s vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Es kann in dieser Hinsicht vollumfänglich auf die Er wägungen im Beschluss des Kantons- gerichts vom 20. Oktober 2018 verwiesen werden. In Anbetracht der dort erwogenen Umstände war die gerichtliche Begutachtung durch die Dres. Sim on und Jelk nicht nur angezeigt, sondern unerlässlich (vgl. hierzu ausführlich E. 5.2 und E. 7.1 hiervor). Das Kantonsgericht beschloss deshalb, die erforderliche zusätzliche Abklärung des medi zinischen Sachverhaltes im Rahmen eines Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen. Im Lichte der geschilderten Rechtsprechung sind die daraus resultierenden Kosten, welche sich gemä ss den Honorarrechnungen vom 21. Juni und 1. Juli 2019 auf insgesamt Fr. 12'745.0 5 belaufen, demnach der Beschwerdegeg- nerin aufzuerlegen. 10.3 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin mit prozessleitender Ver fügung vom 6. September 2019 auch Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvert reterin bewilligt worden ist, hat deren Entschädigung aus der Gerichtskasse zu erfolgen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Ver- beiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der in der Honora rnote vom 25. September 2019 für das vorliegende Verfahren geltend gemachte Aufwand von in sgesamt Fr. 3'950.-- erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfr agen als angemessen. Der Rechts- vertreterin der Beschwerdeführerin ist demnach ein Hono rar in der Höhe von Fr. 3'950.-- (inkl. Auslagen) aus der Gerichtskasse auszurichten. Die Beschwerdeführerin wird jedoch ausdrücklich auf § 53 a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 12'745.05 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'950.-- (inkl. Auslagen) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht