<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2003 119 S.485</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Entlassungen</span> <span class="page_no">429</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>110 Entlassungen.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Kein Anspruch auf Verlängerung bzw. Erneuerung eines befristeten</b></span><br/> <span class="ft2"><b>vertraglichen Anstellungsverhältnisses.</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 20. August 2003 in Sa-</span><br/> <span class="ft5">chen W. gegen Berufsschule X. (KL.2003.50002).</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">W. war ab 1. August 2000 als Lehrbeauftragter an der Berufs-</span><br/> <span class="ft1">schule X. angestellt. Mit Schreiben vom 24. April 2002 "kündigte"</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">430</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">die Berufsschule das Arbeitsverhältnis per 31. Juli 2002. W. verlangt</span><br/> <span class="ft1">eine Entschädigung infolge unrechtmässiger Kündigung.</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3. Der Kläger beantragt sinngemäss eine Entschädigung infolge</span><br/> <span class="ft1">widerrechtlicher Kündigung.</span><br/> <span class="ft1">a) Gemäss Art. 47 des Anstellungs- und Besoldungsreglements</span><br/> <span class="ft1">für die Lehrpersonen der Berufsschule X. (ABR) i.V. mit § 10</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 PLV werden Arbeitsverhältnisse in der Regel auf unbefristete</span><br/> <span class="ft1">Zeit eingegangen. Die Befristung eines Vertrags und dessen</span><br/> <span class="ft1">Verlängerung sind nur in begründeten Fällen möglich (§</span> <span class="ft1">10</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 PLV).</span><br/> <span class="ft1">Lehrbeauftragte werden gemäss Ziff. 4.4 des Organisationssta-</span><br/> <span class="ft1">tuts der Berufsschule X. vom 26. Oktober 1998 (Organisationsstatut)</span><br/> <span class="ft1">und Art. 40 ABR mit einem Jahresauftrag oder auf kürzere Zeit an-</span><br/> <span class="ft1">gestellt (vgl. auch § 11 Abs. 3 und § 13 Abs. 3 BBV). Die Befristung</span><br/> <span class="ft1">der Anstellungsverhältnisse liegt, wie Ziff. 4.4 Organisationsstatut</span><br/> <span class="ft1">festhält, im Umstand begründet, dass die Anstellung der Lehrbeauf-</span><br/> <span class="ft1">tragten (im Unterschied zu den Hauptlehrern und Vikaren) vom Be-</span><br/> <span class="ft1">darf abhängig ist. Ob eine Verlängerung bzw. Erneuerung des befris-</span><br/> <span class="ft1">teten Anstellungsverhältnisses möglich ist, hängt ebenfalls vom Be-</span><br/> <span class="ft1">darf ab. Damit ist ein in § 10 Abs. 2 PLV geforderter genügender</span><br/> <span class="ft1">Grund gegeben; die Befristung der Anstellungsverhältnisse mit</span><br/> <span class="ft1">Lehrbeauftragten ist demzufolge zulässig.</span><br/> <span class="ft1">b) Ein befristetes Anstellungsverhältnis endet mit Ablauf der</span><br/> <span class="ft1">Frist (§ 9 PersG). Demzufolge sind die Vorschriften über die Kündi-</span><br/> <span class="ft1">gungsfristen und den sachlichen und zeitlichen Kündigungsschutz</span><br/> <span class="ft1">hier nicht anwendbar, denn diese greifen logischerweise nur ein,</span><br/> <span class="ft1">wenn zur Beendigung des Arbeitsvertrages überhaupt eine Kündi-</span><br/> <span class="ft1">gung ausgesprochen wird (vgl. Jürg Brühwiler, Kommentar zum</span><br/> <span class="ft1">Einzelarbeitsvertrag, 2. Auflage, Bern/Stuttgart/Wien 1996, Art. 334</span><br/> <span class="ft1">N 3).</span><br/> <span class="ft1">Das Anstellungsverhältnis mit dem Kläger war gestützt auf das</span><br/> <span class="ft1">Bestätigungsschreiben der Beklagten vom 23. April 2000 vorerst auf</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Entlassungen</span> <span class="page_no">431</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">das Schuljahr 2000/2001 befristet. Unbestrittenermassen wurde es</span><br/> <span class="ft1">(stillschweigend) um ein Jahr verlängert bzw. erneuert, da offen-</span><br/> <span class="ft1">sichtlich Bedarf vorhanden war, und endete folglich per 31. Juli</span><br/> <span class="ft1">2002. Es befremdet zwar, dass die Beklagte es unterliess, das neue</span><br/> <span class="ft1">bzw. verlängerte Anstellungsverhältnis mit dem Kläger schriftlich zu</span><br/> <span class="ft1">regeln und unter anderem das Datum des Ablaufs des Anstellungs-</span><br/> <span class="ft1">verhältnisses festzulegen. Wie gesehen (lit. a hievor) werden jedoch</span><br/> <span class="ft1">Lehrbeauftragte mit einem Jahresauftrag oder auch nur auf kürzere</span><br/> <span class="ft1">Zeit befristet angestellt. Somit war für den Kläger - obwohl eine</span><br/> <span class="ft1">ausdrückliche vertragliche Regelung fehlte - erkennbar, dass sein</span><br/> <span class="ft1">Anstellungsverhältnis auf Ende Schuljahr auslief und dass eine</span><br/> <span class="ft1">Erneuerung für das Schuljahr 2002/2003 eine (zumindest still-</span><br/> <span class="ft1">schweigende) Erneuerung des Anstellungsverhältnisses durch die</span><br/> <span class="ft1">Beklagte erforderte.</span><br/> <span class="ft1">c) Das als Kündigung bezeichnete Schreiben der Beklagten</span><br/> <span class="ft1">vom 24. April 2002 stellt damit keine Kündigung dar, sondern eine</span><br/> <span class="ft1">blosse Mitteilung, dass der Vertrag mit dem Kläger für das folgende</span><br/> <span class="ft1">Schuljahr nicht erneuert werde. Somit endigte das befristete Arbeits-</span><br/> <span class="ft1">verhältnis ordentlich mit Ablauf der Frist, d.h. am 31. Juli 2002.</span><br/> <span class="ft1">Anders als bei Wahlen (vgl. AGVE 2001, S. 520 ff.) besteht analog</span><br/> <span class="ft1">zum Privatrecht kein (bedingter) Anspruch auf Verlängerung bzw.</span><br/> <span class="ft1">Erneuerung eines befristeten vertraglichen Anstellungsverhältnisses</span><br/> <span class="ft1">(Minh Son Nguyen, La fin des rapports de service, in: Peter</span><br/> <span class="ft1">Helbling/Tomas Poledna [Hrsg.], Personalrecht des öffentlichen</span><br/> <span class="ft1">Dienstes, Bern 1999, S. 429). Wird das befristete vertragliche An-</span><br/> <span class="ft1">stellungsverhältnis wie im vorliegenden Fall nicht erneuert, besteht</span><br/> <span class="ft1">dementsprechend zum Vornherein auch kein Anspruch auf Entschä-</span><br/> <span class="ft1">digung. Damit darf auf das entsprechende Begehren nicht eingetreten</span><br/> <span class="ft1">werden.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>