<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00111</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205192&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00111</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.07.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Taxen für zahnärztliche Behandlung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Taxen für zahnärztliche Behandlung am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Universität Zürich (ZZMK); Behandlung im Studentenkurs; sachgerechte Behandlung, wirtschaftliche Aufklärung, Herausgabe von Patientenakten.<br/><br/>Da der Zweck des ZZMK, die Ausbildung und Weiterbildung im Bereich der Zahnmedizin ist, ist die beschriebene Art der Behandlung nicht zu beanstanden. Da die Widerrufserklärung analog dem privatrechtlichen Auftragsrecht ex nunc wirkt, ist die Gebühr für die Behandlungen bis zur Widerrufserklärung geschuldet (E. 3.3).<br/>Die Pflicht des Arztes, den Patienten vor einem ärztlichen Eingriff in angemessener Weise auch über die wirtschaftlichen Folgen aufzuklären, gehört zu den allgemeinen Berufspflichten des Arztes unabhängig davon, ob er im Rahmen eines privatrechtlichen Vertragsverhältnisses oder als Angestellter des Staates handelt (E. 4.1). Die Beschwerdegegnerin legt in keiner der von ihr bei den Akten liegenden Stellungnahmen dar, dass die Beschwerdeführerin genügend ins Bild gesetzt worden sei, dass sie nicht (nur) am Studentenkurs teilnehmen könne und welche wirtschaftlichen Folgen eine Behandlung ausserhalb des Studentenkurses hat (E. 4.2).<br/>Nach § 11 ZZMK-V können Patientinnen und Patienten Einsicht in ihre Patientenakte verlangen und daraus Kopien erstellen lassen. Die Krankengeschichte bleibt - auch bei einem Abbruch der Behandlung - im Eigentum des ZZMK (§ 13 Abs. 1 Satz 2 ZZMK-V). Aus der persönlichen Freiheit und dem Selbstbestimmungsrecht des Patienten ergibt sich jedoch unabhängig von diesen gesetzlichen Regelungen ein Anspruch auf Herausgabe oder Vernichtung seiner Krankengeschichte, sofern dem nicht Gründe höherer öffentlicher Interessen entgegenstehen. Im vorliegenden Fall hat sich das ZZMK freiwillig bereit erklärt, die Patientenunterlagen der Beschwerdeführerin herauszugeben. Es hat damit dokumentiert, dass kein das private Interesse der Beschwerdeführerin übersteigendes öffentliches Interesse an der Aufbewahrung der Akten amZZMK besteht (E. 5). Teilweise Gutheissung. Rückweisung (E. 6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFKLÃRUNGSPFLICHT">AUFKLÃRUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEHANDLUNGSKONZEPT">BEHANDLUNGSKONZEPT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: GEBÃHREN">GEBÃHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PATIENTENAKTEN">PATIENTENAKTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PATIENTENRECHTE">PATIENTENRECHTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STUDENTENKURS">STUDENTENKURS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZAHNARZTKOSTEN">ZAHNARZTKOSTEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 4 Abs. II PRV</span><br/><span class="ungerade">§ 13 PRV</span><br/><span class="gerade">§ 14 PRV</span><br/><span class="ungerade">§ 17 PRV</span><br/><span class="gerade">Art./§ 11 ZZMK-V</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2005 Nr. 47 S. 133</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A war von Ende Oktober 2002 an wiederholt in der Klinik fÃ¼r KaufunktionsstÃ¶rungen und Totalprothetik am Zentrum fÃ¼r Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich (ZZMK) in Behandlung. HierfÃ¼r stellte das ZZMK am 27. MÃ¤rz 2003 Rechnung Ã¼ber Fr. 1'821.25, welche A nicht bezahlte. Nach zweimaliger Mahnung am 14. Mai und 9. Juli 2003 leitete das ZZMK die Betreibung gegen sie ein. Gegen den Zahlungsbefehl vom 30. Januar 2004 erhob A am 4. Februar 2004 Rechtsvorschlag.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 26. Mai 2004 erliess das ZZMK eine VerfÃ¼gung, welche A zur Bezahlung des genannten Betrags verpflichtete. Im selben Umfang wurde der Rechtsvorschlag von A vom 4. Februar 2004 in der Betreibung Nr. 01 des Betreibungsamts ZÃ¼rich beseitigt.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Entscheid rekurrierte A am 26. Juni 2004 an die Rekurskommission der ZÃ¼rcher Hochschulen. Sie beantragte die Aufhebung der VerfÃ¼gung des ZZMK vom 26. Mai 2004. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte sie an, dass sie in der Klinik nicht ihren WÃ¼nschen entsprechend behandelt worden sei und sie ihre Unterlagen trotz des Widerrufs ihrer Einwilligung zur Behandlung am ZZMK und der Verwendung ihrer Daten und Unterlagen zu Schul- und Lernzwecken nicht bekommen habe. Sie werde deshalb die Rechnung nicht bezahlen, solange sie ihre Patientenakten nicht erhalten wÃ¼rde. Zudem sei ihr nie gesagt worden, dass sie nicht im Studentenkurs behandelt worden sei. Ihre eingeschriebenen Briefe vom 22. Juni 2003, 11. August 2003 sowie 26. Juni 2004, womit sie ihre Unterlagen herausverlangt bzw. um einen Behandlungstermin bei der Implantationsabteilung gebeten habe, seien nie beantwortete worden.</p> <p class="Urteilstext">In seiner Stellungnahme zum Rekurs hielt das ZZMK am 29. Juli 2004 fest, dass A fÃ¼r den Studentenkurs aufgeboten worden sei, da sie sich jedoch verspÃ¤tet gemeldet habe, habe ihr kein kostengÃ¼nstiger Platz mehr angeboten werden kÃ¶nnen. Ein Assistent der Klinik fÃ¼r KaufunktionsstÃ¶rungen und Totalprothetik (Klinik KFS) habe sie daraufhin behandelt. In der Replik vom 22. Oktober 2004 prÃ¤zisierte das ZZMK seine Stellungsnahme vom 29. Juli 2004. Es hielt fest, dass der Kursleiter, welcher die Patienten fÃ¼r den Studentenkurs aussuche, festgestellt habe, dass bei A umfangreiche zahnÃ¤rztliche Vorbehandlungen notwendig seien, damit sie sich Ã¼berhaupt fÃ¼r den Studentenkurs eignen wÃ¼rde. Diese Vorbehandlungen seien dann von Dr. B, Assistent an der Klinik KFS, gemacht worden. Parallel dazu sei A im Studentenkurs behandelt worden. In der Folge habe A die Behandlungen abgebrochen und sei gemÃ¤ss ihrem Wunsch in die Klinik fÃ¼r Implantate verwiesen worden. Dort sei sie jedoch trotz mehrmaliger Aufforderung nicht erschienen. BezÃ¼glich der Patientenunterlagen fÃ¼hrte das ZZMK aus, dass diese A ausgehÃ¤ndigt wÃ¼rden, sobald die Rechnung beglichen sei.</p> <p class="Urteilstext">Am 27. Januar 2004 wies die Rekurskommission das Rechtsmittel ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen den Rekursentscheid erhob A am 7. MÃ¤rz 2005 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Auf entsprechende Aufforderung des AbteilungsprÃ¤sidenten reichte A am 18. MÃ¤rz 2005 eine verbesserte Beschwerdeschrift ein. Sie beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, da ihre PersÃ¶nlichkeits- und Patientenrechte missachtet worden seien. Trotz mehrmaligem Einspruch von ihrer Seite sei ihr Widerruf der Einwilligung zur Behandlung am ZZMK bzw. der Verwendung ihrer Daten und Unterlagen zu Schul- und Lernzwecken nicht gehÃ¶rt worden. Die Ãrzte hÃ¤tten sich Ã¼ber ihre WÃ¼nsche und EinsprÃ¼che hinweggesetzt. Zudem rÃ¼gte sie eine unsachgemÃ¤sse Behandlung, da sie sich zunÃ¤chst Ã¼ber Tage hinweg mehreren Wurzelbehandlungen unterziehen habe mÃ¼ssen. Sodann seien ihr genau diese wurzelbehandelten ZÃ¤hne gezogen worden. </p> <p class="Urteilstext">Das ZZMK beantragte am 29. MÃ¤rz 2005 Abweisung der Beschwerde und verwies auf seine Stellungnahmen vom 29. Juli und 22. Oktober 2004 zuhanden der Rekurskommission.</p> <p class="Urteilstext">Die Rekurskommission der ZÃ¼rcher Hochschulen schloss am 12. April 2005 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 46 Abs. 6 des Gesetzes Ã¼ber die UniversitÃ¤t ZÃ¼rich vom 15. MÃ¤rz 1998 in Verbindung mit § 19b Abs. 1 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde betreffend Taxen fÃ¼r die zahnÃ¤rztliche Behandlung zustÃ¤ndig. Aufgrund des Streitwertes von Fr. 1'821.25 ist der Einzelrichter entscheidberufen (§ 38 Abs. 2 VRG). Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die Rekurskommission der ZÃ¼rcher Hochschulen erachtete die vom ZZMK gestellte Rechnung als rechtmÃ¤ssig. Die Rekurrentin habe die Behandlung auf eigene Verantwortung abgebrochen und sei zudem vorgÃ¤ngig auf die Risiken eines Abbruchs aufmerksam gemacht worden. Bis zu diesem Zeitpunkt habe die Klinik die Behandlung vertragsgemÃ¤ss und sorgfÃ¤ltig ausgefÃ¼hrt. Da es gar nicht mÃ¶glich gewesen sei, die Patientin ohne Vorbehandlung durch einen Assistenzarzt im Studentenkurs zu behandeln, sei die Forderung im Umfang von Fr. 1'821.25 nicht zu beanstanden.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt zunÃ¤chst die Art der Behandlung am ZZMK. Diese habe ihre PersÃ¶nlichkeits- und Patientenrechte verletzt, da sie jeweils von mehreren Ãrzten gleichzeitig begutachtet worden sei. Sie habe dieses Vorgehen als wÃ¼rdelos empfunden. Ihre WidersprÃ¼che seien nicht gehÃ¶rt worden. Zudem stellte sie die sachliche Angemessenheit der Behandlung in Frage. SinngemÃ¤ss beanstandet sie damit auch die HÃ¶he der in Rechnung gestellten Taxe.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Bei den strittigen Spitaltaxen handelt es sich um die fÃ¼r die Nutzung einer<br/> Ã¶ffentlichrechtlichen Anstalt geschulde­ten BenutzungsgebÃ¼hren aufgrund eines Ã¶ffentlich-rechtlichen SonderstatusverhÃ¤ltnisses ohne vertragliche Kom­po­nente (vgl. Tomas Poledna/Brigitte Berger, Ãffentliches Gesundheitsrecht, Bern 2002, Rz. 105 ff.; Tobias Jaag, Verwaltungsrecht des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 3122 ff.; RB 1982 Nr. 161; Klaus A. Vallender, GrundzÃ¼ge des Kausalabgabenrechts, Bern 1976, S. 55; VGr, 8. Dezember 2000, VB.2000.00250 E. 3b; 14. Dezember 2001, VB.2001.00322 E. 2 f.). Voraussetzung fÃ¼r den rechtmÃ¤ssigen Bestand der GebÃ¼hrenschuld ist daher im Wesentlichen neben der tatsÃ¤chlichen Erbringung bzw. Inanspruchnahme der Spitalleistung eine gesetz­liche Grundlage fÃ¼r die GebÃ¼hr, ein (bei Spitaltaxen ohne weiteres zu bejahendes) Ã¶ffentliches Interesse und die Einhaltung des Kostendeckungs- und Ãquivalenzprinzips. Mit der GebÃ¼hrenordnung fÃ¼r das Zentrum fÃ¼r Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde vom 28. September 1994 besteht eine hinreichende gesetzliche Grundlage fÃ¼r die strittigen GebÃ¼hren.</p> <p class="Urteilstext">Die Verletzung spitalseitiger Pflichten kann die GebÃ¼hrenschuld ganz oder teilweise in Frage stellen. Die fÃ¼r Ã¶ffentlichrechtliche SpitÃ¤ler massgebenden GebÃ¼hrenordnungen definieren nÃ¤mlich von vornherein nur die fÃ¼r mÃ¤ngelfrei erbrachte Leistungen geschuldeten GebÃ¼hren. Daher kann argumentiert werden, es fehle an einer gesetzlichen Grundlage fÃ¼r die Verrechnung nur mangelhaft erbrachter Leistungen oder Teilleistungen. Selbst wenn davon ausgegangen wÃ¼rde, die GebÃ¼hrenpflicht entstÃ¼nde vorerst unabhÃ¤ngig von der QualitÃ¤t der Spitalleistungen aufgrund der Taxordnung, hielte eine formal der Taxordnung entsprechende GebÃ¼hr fÃ¼r eine nur mangelhaft erbrachte Leistung infolge des MissverhÃ¤ltnisses zwischen Leistung und GebÃ¼hr letztlich vor dem Ãquivalenzprinzip nicht stand. Insofern lÃ¤sst sich das VerhÃ¤ltnis zwischen Ã¶ffentlichrechtlichem Spital und Patient durchaus mit der Situation im privatrechtlichen Arztvertrag vergleichen, wo der Honoraranspruch des Beauftragten bei SchlechterfÃ¼llung seines Auftrags ebenfalls ganz oder teilweise entfÃ¤llt (BGE 124 III 423 = Pra 88/1999 Nr. 22). Diese Auffassung liegt auch verschiedenen Entscheiden des Verwaltungsgerichts zugrunde, in denen die Reduktion einer Spitaltaxforderung wegen mangelhafter Spitalleistung geprÃ¼ft und teilweise bejaht wurde (VGer, 23. Oktober 2003, VB.2003.00240; VGr, 5. Februar 2003, VB.2002.00308; 16. November 2001, VB.2001.00199; 29. Mai 2001, VB.2001.00119; VGr, 27. Januar 2003, VB.2002.00080; VGr, 23. September 1997, VB.1996.00214).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Wahl der Behandlungsmethode liegt primÃ¤r im Entscheidungsspielraum des Arztes, ohne dass er zur Verantwortung gezogen werden kÃ¶nnte, sollte er ex post betrachtet nicht die objektiv beste LÃ¶sung gefunden haben. Der Arzt kann damit unter den verfÃ¼gbaren MÃ¶glichkeiten pflichtgemÃ¤ss eine vertretbare Methode wÃ¤hlen, da nur er und wohl kaum der Patient alle mÃ¶glichen Massnahmen Ã¼berblickt. Massgebend muss in jedem Fall der Stand der Wissenschaft zum Zeitpunkt der Therapieentscheidung sein (Antoine Roggo, AufklÃ¤rung des Patienten, Bern 2002, S. 92). Wird der Arzt auf das Patienteninteresse ausgerichtet tÃ¤tig und fÃ¼hrt er die ihm Ã¼bertragene Heilbehandlung auftragsgemÃ¤ss und kunstgerecht durch, so hat er seine Leistungspflicht bereits erfÃ¼llt (Roggo, S. 30). FÃ¼r den Bestand der vorliegend umstrittenen GebÃ¼hrenforderung ausschlaggebend ist demgemÃ¤ss der Umstand, dass die zahnÃ¤rztliche Leistung sachgerecht erbracht worden ist. Ein erfolgreicher Verlauf der Behandlung ist nicht erforderlich. Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass die Behandlung nicht nach den Regeln der Kunst erfolgt ist. Auch bestreitet die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht, dass vergleichsweise umfangreiche Untersuchungen und Behandlungen stattgefunden haben, welche die erhobene GebÃ¼hr als gerechtfertigt erscheinen lassen. Vielmehr rÃ¤umt sie selber ein, dass ihr geholfen worden sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>GemÃ¤ss § 1 der Verordnung Ã¼ber das Zentrum fÃ¼r Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich vom 5. Mai 2000 (ZZMK-V, LS 415.437) sorgt das Zentrum fÃ¼r Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde fÃ¼r die wissenschaftliche und praktische Aus-, Weiter- und Fortbildung von Studierenden sowie ZahnÃ¤rztinnen und ZahnÃ¤rzten und fÃ¼r die Forschung auf dem Gebiet der Zahnmedizin. Am ZZMK werden Patientinnen und Patienten primÃ¤r zur ErfÃ¼llung dieser Aufgaben behandelt. Doch sollen Patienten ohne ihre Einwilligung nicht fÃ¼r fremde und nicht in ihrem Interesse liegende Zwecke instrumentalisiert werden. Da der Zweck des ZZMK, die Ausbildung und Weiterbildung im Bereich der Zahnmedizin ist, ist die beschriebene Art der Behandlung nicht zu beanstanden. Erscheint es doch als selbstverstÃ¤ndlich, dass die Behandlung im Studentenkurs als praktische Ãbung fÃ¼r die Studenten dient. Die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet zwar nicht, ihren Fall zu Studien- und Lernzwecken zur VerfÃ¼gung gestellt bzw. eine Behandlung im Studentenkurs gewÃ¼nscht zu haben, sie macht jedoch geltend, sie habe von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht. Da die WiderrufserklÃ¤rung analog dem privatrechtlichen Auftragsrecht ex nunc wirkt, ist die GebÃ¼hr fÃ¼r die Behandlungen bis zur WiderrufserklÃ¤rung geschuldet (vgl. Rolf H. Weber, Basler Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Obligationenrecht I, 3. Auflage, Art. 404 N. 7). Die BeschwerdefÃ¼hrerin kann deshalb aus dem Umstand, dass sie von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht hat, nichts zu ihren Gunsten ableiten. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht sinngemÃ¤ss geltend, dass sie nicht genÃ¼gend Ã¼ber die notwendige Behandlung ausserhalb des Studentenkurses aufgeklÃ¤rt worden sei. SinngemÃ¤ss verlangt sie damit eine Berechnung der Spitaltaxe nach dem gÃ¼nstigeren Studentenkurstarif.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Pflicht des Arztes, den Patienten vor einem Ã¤rztlichen Eingriff in angemessener Weise aufzuklÃ¤ren, gehÃ¶rt zu den allgemeinen Berufspflichten des Arztes unabhÃ¤ngig davon, ob er im Rahmen eines privatrechtlichen VertragsverhÃ¤ltnisses oder als Angestellter des Staates handelt (BGE 117 Ib 197 E. 2a; Roggo, S. 75). Diese AufklÃ¤rung beinhaltet auch eine minimale wirtschaftliche AufklÃ¤rung. Es obliegt daher dem Arzt oder Spital, den Patienten Ã¼ber die voraussichtlichen Kosten einer Behandlung aufzuklÃ¤ren und ihn insbesondere darauf aufmerksam zu machen, wenn keine ausreichende Versicherungsdeckung besteht oder darÃ¼ber zumindest Zweifel herrscht (BGE 119 II 456 E. 2 = Pra 84/1995 Nr. 72; Roggo, S. 118 ff.). Auch nach § 4 Abs. 2 der damals geltenden und deshalb vorliegend anwendbaren kantonalen Patientenrechtsverordnung vom 28. August 1991 (PRV) sind die Patienten in geeigneter Weise Ã¼ber ihre Rechte und Pflichten zu orientieren. Inhalt und Form der (wirtschaftlichen) AufklÃ¤rung hÃ¤ngen jedoch vom Einzelfall ab, so etwa von der Dringlichkeit des Eingriffs oder der HÃ¶he der mutmasslichen Kosten und haben dem Bildungsgrad und der Erfahrung des Adressaten zu entsprechen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Vorinstanz hat sich in ihrem Rekursentscheid mit der Frage, ob die Patientin hinreichend Ã¼ber die Kosten der Behandlung bzw. der Vorbehandlung durch den Assistenzarzt aufgeklÃ¤rt worden ist, nicht auseinander gesetzt. Ãber die AufklÃ¤rung der Patientin A ergibt sich aus den Spitalakten einzig, dass diese den Behandlungsplan und die Kostenorientierung "Studentenkurs Hybridprothetik" am 11. November 2002 unterschrieben hat. Jedoch finden sich in den Akten keine Anzeichen dafÃ¼r, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin hinreichend Ã¼ber die nÃ¶tige Vorbehandlung durch einen Assistenzarzt und die dadurch steigenden Kosten der Behandlung am ZZMK informiert worden ist. Es finden sich keine Hinweise, dass die Darstellung der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht zutrifft. Die Beschwerdegegnerin legt in keiner der von ihr bei den Akten liegenden Stellungnahmen dar, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin genÃ¼gend ins Bild gesetzt worden sei, dass sie nicht (nur) am Studentenkurs teilnehmen kÃ¶nne. Die von ihr eingereichten Aufgebote zur Behandlung reichen jedenfalls fÃ¼r eine rechtsgenÃ¼gliche PatientenaufklÃ¤rung nicht aus. Denn daraus geht nicht hervor, welche wirtschaftlichen Folgen eine Behandlung ausserhalb des Studentenkurses hat. Unter diesen UmstÃ¤nden anzunehmen, die BeschwerdefÃ¼hrerin habe der Behandlung zum Tarif ausserhalb des Studentenkurses zugestimmt, geht nicht an. WÃ¤re ihr klar gesagt worden, dass in ihrem Fall der Tarif mit erheblich hÃ¶heren Spitaltaxen zur Anwendung komme, so kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie sich gar nicht am ZZMK behandeln lassen hÃ¤tte. Zumal die BeschwerdefÃ¼hrerin mit der Art der Behandlung nicht zufrieden war (vgl. E. 3). Da die Beschwerdegegnerin ihre wirtschaftliche AufklÃ¤rungspflicht verletzt hat, ist die Beschwerde demnach in diesem Punkt gutzuheissen. Die Sache ist deshalb zur Berechnung der Spitaltaxe nach dem Studentenkurstarif und zur entsprechenden Rechnungsstellung an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin fordert die Herausgabe ihrer Patientenakten, denn sie habe von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht. </p> <p class="Erwgung2">Nach § 11 Abs. 1 und 2 ZZMK-V kÃ¶nnen Patientinnen und Patienten Einsicht in die zur Krankengeschichte gehÃ¶renden (nÃ¤her umschriebenen) Unterlagen verlangen und daraus Kopien erstel­len lassen (vgl. § 11 Abs. 3 ZZMK-V). Die Krankengeschichte bleibt â auch bei einem Abbruch der Behandlung â im Eigentum des ZZMK (§ 13 Abs. 1 Satz 2 ZZMK-V). Dieselbe inhalt­liche Regelung gilt ebenso fÃ¼r die Patienten in staatlichen KrankenhÃ¤usern (§ 13 f. PRV) und ist auch ins neue Patientinnen- und Patientengesetz von 5. April 2004 (§§ 17 ff.; in Kraft seit dem 1. Januar 2005) aufgenommen worden. Aus der persÃ¶nlichen Freiheit und dem Selbstbestimmungsrecht des Patienten ergibt sich jedoch unabhÃ¤ngig von diesen gesetzlichen Regelungen ein Anspruch auf Herausgabe oder Vernichtung seiner Krankengeschichte, sofern dem nicht GrÃ¼nde hÃ¶herer Ã¶ffentlicher Interessen entgegenstehen (vgl. Poledna/Berger, S. 74). Ein Ã¶ffentliches Interesse an der Aufbewahrung ergibt sich einerseits aus dem Gebot der Wirtschaftlichkeit von medizinischen Massnahmen, damit fÃ¼r Folgebehandlungen nicht Untersuchungen unnÃ¶tigerweise wiederholt werden mÃ¼ssen. Anderseits kann sich eine Aufbewahrung fÃ¼r Zwecke der Wissenschaft und Forschung aufdrÃ¤ngen, etwa bei seltenen oder gefÃ¤hrlichen Krankheiten (vgl. Weisung des Regierungsrats vom 6. Februar 2002 zum neuen Patientinnen- und Patientengesetz vom 5. April 2004, Amtsblatt Nr. 9 vom 1. MÃ¤rz 2002, S. 294). Im vorliegenden Fall hat sich das ZZMK freiwillig bereit erklÃ¤rt, die Patientenunterlagen der BeschwerdefÃ¼hrerin herauszugeben. Es hat damit dokumentiert, dass kein das private Interesse der BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼bersteigendes Ã¶ffentliches Interesse an der Aufbewahrung der Akten am ZZMK besteht. Indessen hat das ZZMK die Herausgabe an die Voraussetzung der Bezahlung der Rechnung geknÃ¼pft. Dieses Vorgehen ist unzulÃ¤ssig, denn es besteht kein Retentionsrecht an nicht verwertbaren Akten (vgl. dazu BGE 122 IV 322). Unter diesen UmstÃ¤nden ist das ZZMK anzuweisen, die verlangten Akten der BeschwerdefÃ¼hrerin bedingungslos auszuhÃ¤ndigen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Beschluss der Rekurskommission der ZÃ¼rcher Hochschulen vom 27. Januar 2004 erweist sich somit als teilweise unrechtmÃ¤ssig. Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen und die VerfÃ¼gung des Zentrums fÃ¼r Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich vom 26. Mai 2004 ist aufzuheben. Die Sache wird zum Neuentscheid im Sinne der ErwÃ¤gungen an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckgewiesen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Rekurskosten zu einem Drittel der BeschwerdefÃ¼hrerin und zu zwei Dritteln der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat ein Drittel, die Beschwerdegegnerin zwei Drittel der Gerichtskosten zu tragen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung des Zentrums fÃ¼r Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich vom 26. Mai 2004 wird aufgehoben. Die Sache wird zum Neuentscheid und im Sinne der ErwÃ¤gungen an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Rekurskosten werden zu einem Drittel der BeschwerdefÃ¼hrerin und zu zwei Dritteln der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 600.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 660.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Urteilstext">4. Die Gerichtskosten werden zu einem Drittel der BeschwerdefÃ¼hrerin und zu zwei Dritteln der Beschwerdegegnerin auferlegt.</p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>