A bteilung IV D -7013/2006 teb/scm {T 0/2} U rteil vom 2. O ktober 2007 M itw irkung: R ichter Bendicht Tellenbach, R ichter W alter Lang, R ichterin N ina Spälti G iannakitsas G erichtsschreiber M artin Scheyli In der Beschw erdesache A ._______, Jem en, B ._______, R ussland, und deren Kinder C ._______, D ._______, und E._______, alle Jem en, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 13. Septem ber 2002 i.S. A syl B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D ie Beschw erdeführer sind jem enitische (Ehem ann und Kinder) bzw . russische (Ehe- frau) Staatsbürger und lebten zuletzt in F._______ in Jem en. Sie verliessen Jem en nach eigenen Angaben am 28. April 2000, w orauf sie am 2. M ai 2000 illegal in die Schw eiz einreisten und geichentags bei der Em pfangsstelle G enf Asylgesuche stellten. Am 9. M ai 2000 (Ehem ann) bzw . am 12. M ai 2000 (Ehefrau) w urden sie bei der Em pfangsstelle C hiasso sum m arisch zu ihren Asylgründen angehört und anschliessend dem Kanton G ._______ zugew iesen. D ie zuständige kantonale Behörde befragte die Beschw erdeführer am 26. M ai 2000. B. Im R ahm en der durchgeführten Anhörungen m achten die Beschw erdeführer im W e- sentlichen geltend, der Ehem ann habe von 1988 bis 1991 in R ussland bzw . der dam ali- gen Sow jetunion eine polizeiliche O ffiziersausbildung absolviert. N ach der R ückkehr nach Jem en habe er als C hefbeam ter der Polizei gearbeitet, w obei er im Jahr 1994, als der Bürgerkrieg zw ischen N ord- und Südjem en ausgebrochen sei, in der Stadt H ._______ stationiert gew esen sei. Er sei dort der einzige Beam te aus dem Süden gew esen, w eshalb m an ihn nach dem Ausbruch des Konflikts in H aft genom m en, w ährend vier bis fünf Tagen festgehalten und gefoltert habe. D anach sei er zw ar freigelassen w orden, habe aber nicht m ehr als Polizeibeam ter arbeiten dürfen. In jener Zeit sei ein erheblicher D ruck auf ihn ausgeübt w orden; so hätten m ehrm als U nbekannte auf ihr H aus geschossen. Im O ktober 1995 habe der Ehem ann schliesslich eine Stelle als C hauffeur und Leibw ächter bei der Botschaft [von I._______] in Sana'a angenom m en; diese Tätigkeit habe er bis zur Ausreise ausgeübt. Am 25. Februar 2000 sei der Ehem ann m it dem ältesten – dam als neun Jahre alten – Sohn J._______ auf dem Fahrrad unterw egs gew esen, als sie von einem Autom obil angefahren w orden seien, w obei das Kind einen Beinbruch erlitten habe. D anach habe eine unbekannte Person angerufen und gedroht, beim nächsten M al w erde der Ehem ann um s Leben kom m en. Aufgrund dieses Telephonanrufs w üssten sie, dass es sich nicht um einen U nfall, sondern um eine gezielte Tat gehandelt habe. Es sei davon auszugehen, dass Polizeibeam te dafür verantw ortlich seien. Zw ar sei im Zeitraum bis zur Ausreise aus Jem en nichts W eiteres geschehen. Indessen hätten sie um ihr Leben und jenes ihrer Kinder gefürchtet. D es W eiteren führte die Ehefrau aus, sie sei als R ussin m it all- täglichen Problem en konfrontiert gew esen; so sei sie auf der Strasse bespuckt, m it Stei- nen bew orfen und beleidigt w orden. Anlässlich der durchgeführten Anhörungen gab der Ehem ann als Bew eism ittel unter anderem verschiedene D okum ente ab, die seine Tätig- keiten als Polizeioffizier sow ie als Fahrer des japanischen Botschafters in Jem en bele- gen. C . M it Verfügung vom 13. Septem ber 2002 lehnte das dam alige Bundesam t für Flücht- linge (BFF; nunm ehr Bundesam t für M igration [BFM ]) die Asylgesuche der Beschw erde- führer ab. Zur Begründung führte das Bundesam t im W esentlichen aus, zw ischen der In- haftierung des Ehem annes zur Zeit des jem enitischen Bürgerkriegs und der Ausreise aus Jem en seien sechs Jahre vergangen, w om it der vom Begriff der Flüchtlingseigen- schaft vorausgesetzte Kausalzusam m enhang zw ischen Verfolgung und Flucht diesbe- züglich nicht gegeben sei. Bei den geltend gem achten Problem en im Jahr 2000 w ie- derum handle es sich um Ü bergriffe D ritter. W ährend die Beschw erdeführer nach eige- nen Aussagen nichts unternom m en hätten, um gegen diese Ü bergriffe behördlichen 3 Schutz zu erlangen, sei davon auszugehen, dass ihnen tatsächlich ein solcher Schutz zuteil gew orden w äre. D iese Vorkom m nisse seien som it nicht als asylrelevante Verfolgung zu qualifizieren. Schliesslich seien auch die Problem e der Ehefrau auf die allgem einen Lebensbedingungen in Jem en zurückzuführen und bildeten keine Verfolgungsm assnahm en im asylrechtlichen Sinn. G leichzeitig m it der Ablehnung der Asylgesuche ordnete das BFF die W egw eisung der Beschw erdeführer aus der Schw eiz an und erachtete den Vollzug als zulässig, zum utbar und m öglich. D . M it Eingabe vom 17. Septem ber 2002 ersuchten die Beschw erdeführer das BFF um Einsicht in ihre Verfahrensakten. D as Bundesam t kam diesem Begehren m it Schreiben vom 20. Septem ber 2002 nach. E. M it Eingabe vom 17. O ktober 2002 beantragten die Beschw erdeführer durch ihre ehem alige R echtsvertreterin bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) die Aufhebung der Verfügung des BFF vom 13. Septem ber 2002 und die G ew ährung des Asyls. Eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der W egw eisung unzum utbar sei, und es sei ihnen die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren. In prozessualer H insicht ersuch- ten die Beschw erdeführer um die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021). Auf die Begründung der Beschw erde w ird, sow eit für den Entscheid w esentlich, in den Erw ägungen eingegangen. F. M it Zw ischenverfügung vom 24. O ktober 2002 w ies der zuständige Instruktionsrichter der AR K das G esuch um unentgeltliche R echtspflege angesichts des Bestehens eines Sicherheitskontos ab, verzichtete indessen auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. G . M it Vernehm lassung vom 17. D ezem ber 2002 hielt das Bundesam t vollum fänglich an seinen Erw ägungen fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. H . M it Eingabe ihrer ehem aligen R echtsvertreterin vom 8. Januar 2003 reichten die Be- schw erdeführer folgende Bew eism ittel ein: eine Kopie m it deutscher Ü bersetzung des bereits dem BFF abgegebenen Personalausw eises; einen jem enitischen H aftbefehl und eine behördliche Vorladung, jew eils im O riginal und m it deutscher Ü bersetzung; einen O riginalauszug m it deutscher Ü bersetzung aus der jem enitischen Zeitung "Al-Ayyam " vom 22. April 2000; einen Internetausdruck der R eisehinw eise des Eidgenössischen D e- partem ents für ausw ärtige Angelegenheiten betreffend Jem en vom 2. O ktober 2002; ei- nen vom 25. Septem ber 2002 datierenden Bericht des Sozialdiensts der G em einde K._______ in Bezug auf Integrationsbem ühungen der Beschw erdeführer. I. M it Eingabe ihrer ehem aligen R echtsvertreterin vom 25. Juni 2003 reichten die Be- schw erdeführer folgende Bew eism ittel ein: eine Kopie eines Auszugs aus der jem eniti- schen Zeitung "Al-Thaw ry" vom 13. Januar 2003, m it deutscher Ü bersetzung eines darin enthaltenen Texts, w elchen der Beschw erdeführer verfasst habe; eine Kopie eines Aus- zugs m it deutscher Ü bersetzung aus der jem enitischen Zeitung "Al-Ayyam " vom 6. M ärz 2003. J. M it Eingabe ihrer ehem aligen R echtsvertreterin vom 19. Septem ber 2003 reichten die Beschw erdeführer folgende Bew eism ittel ein: zw ei vom 19. M ai 2003 datierende ärztli- che Zeugnisse des "L._______ H ospital" in F._______ im O riginal und m it deutschen Ü bersetzungen; ein Exem plar der jem enitischen Zeitung "Al-U sbua" vom 10. April 2003, m it deutscher Ü bersetzung eines Auszugs; drei O riginalphotographien.4 K. M it Eingabe ihrer ehem aligen R echtsvertreterin vom 3. Juli 2004 reichten die Be- schw erdeführer als Bew eism ittel Kopien zw eier Auszüge aus der jem enitischen Zeitung "Al-Ayyam " vom 27. August 2003, m itsam t deutscher Ü bersetzung, sow ie ein R öntgen- bild ein. L. M it Eingabe ihrer ehem aligen R echtsvertreterin vom 23. August 2004 reichten die Be- schw erdeführer folgende Bew eism ittel ein: eine jem enitische behördliche Vorladung im O riginal und m it deutscher Ü bersetzung; einen vom 16. O ktober 2003 datierenden Be- richt des Sozialdiensts der G em einde K._______ in Bezug auf Integrationsbem ühungen der Beschw erdeführer sow ie dam it zusam m enhängende Belege. M . Am 10. M ai 2006 lud die AR K das BFM ein, sich zur Frage des Vorliegens einer schw erw iegenden persönlichen N otlage der Beschw erdeführer im Sinne des dam aligen Art. 44 Abs. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) vernehm en zu lassen. N . M it Schreiben vom 23. M ai 2006 ersuchte das BFM das M igrationsam t des Kantons G ._______ um Einreichung einer kantonalen Stellungnahm e bezüglich des Vorliegens der Voraussetzungen nach Art. 44 Abs. 3 und 4 AsylG . O . M it Bericht vom 15. Juni 2006 teilte das M igrationsam t des Kantons G ._______ dem BFM m it, es w erde der Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführer beantragt. P. M it Verfügung vom 30. Juni 2006 hob das Bundesam t seinen Entscheid vom 13. Sep- tem ber 2002 in Bezug auf die Anordnung des W egw eisungsvollzugs w iedererw ägungs- w eise auf und nahm die Beschw erdeführer gestützt auf den dam aligen Art. 44 Abs. 3 AsylG vorläufig auf. Q . M it Zw ischenverfügung vom 17. Juli 2006 fragte der zuständige Instruktionsrichter der AR K die Beschw erdeführer an, ob sie angesichts der veränderten Ausgangslage an ihrer Beschw erde festzuhalten oder diese allenfalls zurückzuziehen gedächten. R . M it Eingabe ihrer ehem aligen R echtsvertreterin vom 21. Juli 2006 erklärten die Be- schw erdeführer, sie hielten an ihrer Beschw erde fest. S. M it Eingabe ihrer ehem aligen R echtsvertreterin vom 29. Septem ber 2006 teilten die Beschw erdeführer m it, sie zögen die Beschw erde in Bezug auf ihren Sohn Sabri zurück, da dieser ein Einbürgerungsgesuch zu stellen gedenke. T. M it Beschluss der AR K vom 24. O ktober 2006 w urde das Beschw erdeverfahren in Bezug auf J._______ von jenem seiner Eltern und G eschw ister abgetrennt und als durch R ückzug erledigt abgeschrieben. U . M it zw ei inhaltlich gleichlautenden, jew eils vom 23. Juli 2007 datierenden Eingaben w iesen die Beschw erdeführer darauf hin, dass sie sich seit m ehr als sieben Jahren in der Schw eiz aufhielten und nach w ie vor keinen gesicherten Aufenthaltsstatus hätten. Bei dieser G elegenheit reichten die Beschw erdeführer unter anderem ein an sie adres- siertes, vom 27. Juni 2007 datierendes Schreiben ihrer ehem aligen R echtsvertreterin, M ._______, ein, w onach diese ihr M andat niederlege.5 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG . Ü ber Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das BFM erlassen w orden sind, entscheidet das Bundesverw altungsgericht endgültig (Art. 105 AsylG ). 1.2 M it dem 1. Januar 2007 hat das Bundesverw altungsgericht zudem die vorm als bei der AR K hängigen R echtsm ittelverfahren übernom m en, w obei die Beurteilung nach dem neuen Verfahrensrecht erfolgt (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht können die Verletzung von Bun- desrecht, einschliesslich M issbrauch und Ü berschreitung des Erm essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nange- m essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erdeführer sind legitim iert; auf ihre frist- und form gerecht eingereichte Be- schw erde ist einzutreten (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. G laubhaft gem acht ist die Flüchtlingseigenschaft, w enn die Be- hörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U n- glaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begrün- det oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz stützte ihre Ablehnung des Asylgesuchs zunächst auf die Einschät- zung, zw ischen der Inhaftierung des Ehem annes im Jahr 1994, w ährend des jem eniti- schen Bürgerkriegs, und der Ausreise der Fam ilie aus Jem en am 28. April 2000 seien sechs Jahre vergangen, w om it der vom Begriff der Flüchtlingseigenschaft vorausgesetz- te Kausalzusam m enhang zw ischen Verfolgung und Flucht in Bezug auf dieses Vorbrin- gen nicht gegeben sei.6 4.2 Im H inblick auf die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft stellt sich die Frage, ob die Beschw erdeführer, angesichts der konkreten Vorbringen insbesondere der Ehe- m ann, im Zeitraum unm ittelbar vor der Ausreise aus Jem en ernsthaften N achteilen im Sinne des Art. 3 AsylG ausgesetzt w aren oder begründete Furcht hatten, solchen N ach- teilen ausgesetzt zu w erden. D abei ist grundsätzlich nicht von vornherein auszu- schliessen, dass bereits einige Jahre vor der Ausreise aus dem H eim atstaat erfolgte G e- schehnisse für die entsprechende Beurteilung relevant sein können (vgl. diesbezüglich Entscheide und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1996 N r. 25 E. 5b/cc). Indessen ist im vorliegenden Fall der erw ähnten Einschätzung der Vor- instanz zu folgen, w obei in diesem Zusam m enhang auch w eitere w esentliche Aspekte in die Ü berlegungen m it einzubeziehen sind. Festzustellen ist zunächst, dass der Be- schw erdeführer m it seiner Fam ilie im O ktober 1995 aus H ._______, w o er als Polizeioffizier gew irkt hatte, in die H auptstadt Sana'a zog und hier eine Anstellung bei der Botschaft von I._______ fand. Aus den Aussagen der Beschw erdeführer geht hervor, dass der Ehem ann zw ischen O ktober 1995 bis zur Ausreise aus Jem en am 28. April 2000 keinerlei konkrete Schw ierigkeiten m it den jem enitischen Behörden hatte. Inw iefern zw ischen dem geltend gem achten Zw ischenfall m it einem Autom obil vom 25. Februar 2000 und der nachfolgenden telephonischen Bedrohung durch U nbekannte – w as von den Beschw erdeführern als fluchtauslösend bezeichnet w ird – einerseits und den Problem en des Ehem annes im Verlauf der Bürgerkriegsw irren vom Jahr 1994 andererseits ein Zusam m enhang bestehen soll, w ird durch die Beschw erdeführer nicht in nachvollziehbarer W eise ausgeführt. Vielm ehr äussern auch die Beschw erdeführer selbst diesbezüglich blosse, durch keine konkretere Anhaltspunkte gestützte Verm utungen. D en im Jahr 1994 durch den Ehem ann erlittenen Verfolgungshandlungen kom m t som it in Bezug auf die Frage, ob die Beschw erdeführer zum Zeitpunkt der Ausreise aus Jem en die Flüchtlingseigenschaft erfüllten, keine Bedeutung zu. 4.3 H insichtlich des Zw ischenfalls vom 25. Februar 2000 sow ie der geltend gem achten telephonischen Bedrohungen durch U nbekannte ist ferner festzuhalten, dass der Be- schw erdeführer nach eigenen Aussagen (Protokoll der kantonalen Befragung, S. 8) kei- nerlei Anstalten traf, behördlichen Schutz zu erlangen, etw a durch die Erhebung einer Anzeige. Als Begründung hierfür führte er aus, die Anrufe käm en von Beam ten, und da er selbst bei der Polizei gew esen sei, könne er gegen diese Leute nichts unternehm en. Indessen verm ag der Beschw erdeführer keine überzeugenden G ründe für seine Verm u- tung anzugeben, die behauptete Bedrohung gehe von Angehörigen der Sicherheitsbe- hörden aus. Zudem ist auch nicht einzusehen, w eshalb sich der Beschw erdeführer nicht auch unter der Annahm e, U rheber der D rohungen seien einzelne Beam te, an die zu- ständigen O rgane der jem enitischen Sicherheitskräfte hätte w enden können. Von Be- deutung ist w eiter, dass für die Beschw erdeführer unter der Annahm e, die geltend ge- m achten Behelligungen durch unbekannte Beam te entsprächen den Tatsachen, in Je- m en auch eine innerstaatliche Fluchtalternative bestanden hätte. Aus den Ausführungen der Beschw erdeführer geht näm lich hervor, dass sie die Problem e des Ehem annes als unm ittelbar m it dessen H erkunft aus Südjem en in Verbindung stehend erachten, habe er doch bereits als Polizeioffizier Schw ierigkeiten m it nordjem enitischen Kollegen gehabt. Vor diesem H intergrund sind die geltend gem achten Problem e von vornherein als lokal beschränkt zu erachten, w ohingegen keinerlei H inw eise vorhanden sind, der Beschw er- deführer und seine Fam ilie hätten eine landesw eit w irksam e Verfolgung zu befürchten gehabt. Vielm ehr ist davon auszugehen, dass sich die Beschw erdeführer zum Zeitpunkt 7 ihrer Ausreise in Südjem en, insbesondere in der Stadt Aden, hätten niederlassen können und hier keine asylrelevanten N achteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten gehabt hätten. 4.4 Schliesslich ist in Bezug auf die von der Ehefrau angeführten Problem e, denen sie als Frau und Ausländerin auf der Strasse alltäglich ausgesetzt gew esen sei, festzuhal- ten, dass diesen Behelligungen die von Art. 3 AsylG vorausgesetzte Intensität und Ziel- gerichtetheit abgeht. An dieser Einschätzung verm ag auch nichts zu ändern, dass die Beschw erdeführer im R ahm en des Beschw erdeverfahrens m it Eingabe vom 19. Sep- tem ber 2003 drei (einen Leichnam zeigende) Photographien einreichten, die der Ehe- frau in Jem en als W arnung zugesandt w orden seien. W eder w urde im R ahm en der durchgeführten Befragungen oder in der genannten Eingabe N äheres zu den U m stän- den ausgeführt, unter denen die Beschw erdeführerin in den Besitz der Bilder gekom m en sein w ill, noch lässt sich – nachdem diese Bew eism ittel erst m ehr als drei Jahre nach der Stellung des Asylgesuchs eingereicht w urden – eine konkrete Verbindung zur Be- schw erdeführerin erkennen. 4.5 N ach dem G esagten ist die Beurteilung der Vorinstanz zu bestätigen, dass die Vor- bringen der Beschw erdeführer, sow eit Ereignisse vor ihrer Ausreise betreffend, nicht asylrelevant sind. Folglich hat das Bundesam t das Asylgesuch der Beschw erdeführer zu R echt abgelehnt. 5. Aufgrund der besonderen Vorbringen, w elche im R ahm en des Beschw erdeverfahrens geltend gem acht w urden, bleibt jedoch zu prüfen, ob die Beschw erdeführer allenfalls die Flüchtlingseigenschaft w egen subjektiver N achfluchtgründe gem äss Art. 54 AsylG erfüllen. 5.1 Subjektive N achfluchtgründe sind dann anzunehm en, w enn eine asylsuchende Per- son erst durch die Flucht aus dem H eim at- oder H erkunftsstaat oder w egen ihres Ver- haltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Als subjektive N achfluchtgründe gelten insbesondere unerw ünschte exilpolitische Betäti- gungen, illegales Verlassen des H eim atlandes oder Einreichung eines Asylgesuchs im Ausland, w enn sie die G efahr einer zukünftigen Verfolgung begründen. Personen m it subjektiven N achfluchtgründen erhalten zw ar kein Asyl, w erden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenom m en (vgl. EM AR K 2000 N r. 16 E. 5a, m it w eiteren H inw eisen, sow ie 2006 N r. 1 E. 6.1.). 5.2 In diesem Zusam m enhang ist auf das in der Beschw erdeschrift erstm als geltend ge- m achte Vorbringen einzugehen, als ehem aliger ranghöherer Angehöriger der jem eniti- schen Sicherheitskräfte habe der Ehem ann das Land unerlaubterw eise verlassen, da er keine entsprechende Bew illigung gehabt habe, w eshalb er im Falle einer R ückkehr m it besonderen Sanktionen zu rechnen habe. D iesbezüglich reichten die Beschw erdeführer m it Eingaben vom 8. Januar 2003 und vom 23. August 2004 einen jem enitischen H aft- befehl sow ie zw ei behördliche Vorladungen ein. D abei geht aus dem vom 21. M ärz 2001 datierenden H aftbefehl hervor, dass dem Ehem ann durch das jem enitische Innen- und Sicherheitsm inisterium in Sana'a vorgew orfen w ird, das Land am 28. April 2000 illegal, ohne Erlaubnis des Innenm inisterium s und der verantw ortlichen D ienststelle m ittels ge- fälschter R eisepapiere verlassen zu haben, w obei das Schreiben an O rgane der Sicher- heitskräfte in Sana'a, H ._______ und Aden gerichtet ist. Aus einer vom 11. Juni 2001 8 datierenden Vorladung geht hervor, dass des Beschw erdeführers Bruder N ._______ aufgefordert w urde, im Zusam m enhang m it einem Verfahren gegen den Beschw erdeführer bei einer Abteilung der Polizeibehörde von O ._______ zu erscheinen. Aus einer vom 1. Januar 2004 datierenden Vorladung geht ferner hervor, dass sich eine Person nam ens P._______, gem äss Angaben in der Eingabe vom 23. August 2004 ein Bekannter des Beschw erdeführers, im Zusam m enhang m it einem Verfahren gegen den Beschw erdeführer bei der Strafuntersuchungsbehörde von Q ._______ einzufinden habe. Zu berücksichtigen ist ferner, dass gem äss eines m it Eingabe vom 19. Septem ber 2003 eingereichten Artikels in der jem enitischen Zeitung "Al-U sbua" vom 10. April 2003 über den Fall des Beschw erdeführers berichtet w urde. Es ist ausserdem festzuhalten, dass keinerlei Anlass besteht, an der Echtheit der eingereichten Bew eism ittel zu zw eifeln. 5.3 Aufgrund der früheren Tätigkeit des Beschw erdeführers als im Ausland ausgebilde- ter C hefbeam ter der Polizei und insbesondere angesichts der im Beschw erdeverfahren eingereichten Bew eism ittel erscheint es glaubhaft, dass die jem enitischen Behörden ge- gen den G enannten ein Verfahren w egen unerlaubten Verlassens des Landes eingelei- tet haben. D abei ist im vorliegenden Zusam m enhang w eniger die Frage von Belang, w ie schw er der erhobene strafrechtliche Vorw urf tatsächlich – nachdem der Beschw erdefüh- rer gem äss eigenen Aussagen bereits einige Jahre vor der Ausreise aus Jem en aus dem Polizeidienst ausgeschieden w ar – w iegt bzw . m it w elcher Konsequenz bei einer allfälligen R ückkehr eine strafrechtliche Verfolgung durchgeführt w ürde. Von Bedeutung ist vielm ehr, dass der Beschw erdeführer im Zusam m enhang m it seiner glaubhaft gem achten Strafverfolgung im H inblick auf eine allfällige R ückkehr nach Jem en eine objektiv nachvollziehbare Furcht vor künftiger asylrelevanter Verfolgung geltend zu m achen verm ag. In diesem Zusam m enhang ist auch die allgem eine M enschenrechts- lage in Jem en in Betracht zu ziehen: N ach übereinstim m enden Berichten ist die betref- fende Situation bis heute unter anderem durch w illkürliche Festnahm en seitens der Si- cherheitskräfte gekennzeichnet, w obei M isshandlungen und Folter in der H aft häufig sind (vgl. etw a Am nesty International, R eport 2007: Yem en; U .S. D epartm ent of State, C ountry R eports on H um an R ights Practices 2006: Yem en). U nter Berücksichtigung al- ler relevanten U m stände ist daher objektiv nachvollziehbar, dass die Tatsache drohen- der Verhaftung im Falle einer erzw ungenen R ückkehr nach Jem en G rund zur subjektiven Befürchtung des Beschw erdeführers bildet, er könnte künftig einer Behandlung ausgesetzt w erden, die einer asylrelevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleichkäm e. D abei ist angesichts des U m stands, dass der erw ähnte H aftbefehl vom 21. M ärz 2001 an D ienststellen in Sana'a, H ._______ und Aden gerichtet w urde, auch auszuschliessen, dass er an einem O rt innerhalb der Landesgrenzen Jem ens vor Verfolgung m it hinreichender G ew issheit sicher w äre, w om it ihm keine innerstaatliche Fluchtalternative offen stünde. 5.4 Zusam m enfassend ist som it festzustellen, dass der Ehem ann die Flücht- lingseigenschaft gem äss den Voraussetzungen von Art. 3 und 7 AsylG aus den soeben erw ähnten G ründen erfüllt. W ie bereits erw ähnt bleibt die Asylberechtigung dem Be- schw erdeführer indessen aufgrund der Ausschlussklausel von Art. 54 AsylG verw ehrt, w onach subjektive N achfluchtgründe zw ar zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft, jedoch nicht zur Asylgew ährung führen. Aufgrund der objektiv begründeten Furcht des Ehem annes, in Jem en künftig im Sinne von Art. 3 AsylG verfolgt zu w erden, erw eist sich der Vollzug seiner W egw eisung dagegen w egen drohender Verletzung des 9 flüchtlingsrechtlichen G ebots des N on-R efoulem ents als unzulässig. 5.5 N achdem der Ehem ann als Flüchtling anzuerkennen ist, w erden gestützt auf Art. 51 Abs. 1 und 3 AsylG auch dessen m inderjährigen Kinder D iana, R am i und Karim Al R ibet in die Flüchtlingseigenschaft einbezogen (vgl. EM AR K 2006 N r. 7 E. 5.6., 1997 N r. 1 E. 4). 5.6 5.6.1 W ährend der Ehem ann und die Kinder (ausschliesslich) jem enitische Staatsange- hörige sind, ist die Ehefrau im Besitz der russischen Staatsbürgerschaft. G em äss der in der R echtsprechung der AR K entw ickelten Praxis – die auch für das Bundesverw al- tungsgericht einen w eiterhin gültigen Beurteilungsm assstab bildet – kann die Tatsache, dass der Ehepartner oder die Ehepartnerin einer als Flüchtling anerkannten Person im Besitz einer anderen Staatsangehörigkeit ist, grundsätzlich einen "besonderen U m - stand" im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG darstellen und som it dem Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft entgegenstehen (EM AR K 1997 N r. 22 E. 4b, 1996 N r. 14 E. 8b). Anlass zu dieser D ifferenzierung bildet die M öglichkeit, dass sich das gem ischtnationale Ehepaar (und dessen m inderjährigen Kinder) gegebenfalls im sicheren H eim atland des nichtverfolgten Ehegatten bzw . der nichtverfolgten Ehegattin niederlassen und som it Zu- flucht finden könnte, w om it keine N otw endigkeit eines rechtlich gesicherten Aufenthalts in der Schw eiz bestünde. 5.6.2 D ie dabei zu stellende Frage, ob sich die gem ischtnationale Fam ilie eines aner- kannten Flüchtlings theoretisch im H eim atstaat des nichtverfolgten Ehegatten bzw . der nichtverfolgten Ehegattin niederlassen könnte, ist auf der G rundlage der Kriterien zu prüfen, die gem äss Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 14a des Bundesgesetzes über Aufent- halt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20) in Bezug auf Zulässigkeit, Zum utbarkeit und M öglichkeit eines Vollzugs der W egw eisung gelten (EM AR K 1997 N r. 22 E. 4c, 1996 N r. 14 E. 8b). 5.6.3 Im vorliegenden Fall genügt es, in diesem Zusam m enhang auf den G esichtspunkt des Kindesw ohls abzustellen, dem , sow eit Kinder betroffen sind, im R ahm en der Zum ut- barkeitsprüfung eine vorrangige Bedeutung zukom m t. D ies ergibt sich nicht zuletzt aus einer völkerrechtskonform en Auslegung des Art. 14a Abs. 4 AN AG im Licht von Art. 3 Abs. 1 der Konvention vom 20. N ovem ber 1989 über die R echte des Kindes (KR K, SR 0.107). D anach sind unter dem Aspekt des Kindesw ohls säm tliche U m stände einzu- beziehen und zu w ürdigen, die im H inblick auf einen W egw eisungsvollzug w esentlich er- scheinen (vgl. EM AR K 1998 N r. 13 E. 5e/aa). Som it ist der Persönlichkeit des Kindes und seinen Lebensum ständen um fassend R echnung zu tragen. D abei können bei dieser gesam theitlichen Beurteilung nam entlich folgende Kriterien von Bedeutung sein: Alter, R eife, Abhängigkeiten, Art (N ähe, Intensität, Tragfähigkeit) seiner Beziehungen, Eigen- schaften seiner Bezugspersonen (insbesondere U nterstützungsbereitschaft und -fähig- keit), Stand und Prognose bezüglich Entw icklung/Ausbildung, G rad der erfolgten Inte- gration bei einem längeren Aufenthalt in der Schw eiz usw . G erade letzterer Aspekt, die D auer des Aufenthaltes in der Schw eiz, ist im H inblick auf die Prüfung der C hancen und H indernisse einer (R e-) Integration im H eim atland (bzw . hier im H eim atstaat der M utter) als gew ichtiger Faktor zu w erten, da Kinder nicht ohne guten G rund aus einem einm al vertrauten U m feld w ieder herausgerissen w erden sollten. D abei ist aus entw icklungspsychologischer Sicht nicht nur das unm ittelbare persönliche U m feld des Kindes (d.h. dessen Kernfam ilie) zu berücksichtigen, sondern auch dessen übrige 10 soziale Einbettung. D ie Verw urzelung in der Schw eiz kann sich auf die Frage der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs insofern ausw irken, als eine starke Assim ilierung eine Entw urzelung im H eim atstaat zur Folge haben kann, w elche unter U m ständen die R ückkehr dorthin als unzum utbar erscheinen lässt (vgl. dazu EM AR K 1998 N r. 31 E. 8c/ff/ccc S. 260, 2005 N r. 6 E. 6.2 S. 57 f.). 5.6.4 H insichtlich der Situation der Kinder der Beschw erdeführer ist festzuhalten, dass diese in Jem en (C ._______, im Jahr 1993) bzw . in der Schw eiz (D ._______, 2000, und E._______, 2005) geboren w urden. N achdem sich die Eltern bereits im Jahr 1991 in Jem en niedergelassen hatten, ergibt sich eine Beziehung zu R ussland, dem in Frage stehenden m öglichen Zufluchtsstaat der Fam ilie, som it für die Kinder einzig aufgrund der Staatsangehörigkeit der M utter. N achdem die heute knapp vierzehnjährige C ._______ seit m ehr als sieben Jahren in der Schw eiz lebt, hat diese nicht nur keinerlei persönliche Beziehung zu R ussland, sondern einen w esentlichen Teil ihrer Sozialisation in der Schw eiz erfahren und dürfte insofern w eitestgehend an die schw eizerische Kultur und Lebensw eise assim iliert sein. D a zudem der knapp siebenjährige D ._______ (w ie auch der zw eijährige E._______, dessen geringes Alter aber im Zusam m enhang m it der Integration in der Schw eiz nicht in Betracht zu ziehen ist) nie in einem anderen Land als der Schw eiz gelebt hat, ist offensichtlich und bedarf keiner w eiteren Erörterung, dass es den betroffenen Kindern unter dem Aspekt des Kindesw ohls nicht zuzum uten w äre, zum Zw eck einer allfälligen N iederlassung in R ussland aus ihrem gew achsenen U m feld herausgerissen zu w erden. 5.6.5 Som it erw eist sich, dass den Beschw erdeführern die theoretische M öglichkeit, sich allenfalls in R ussland niederzulassen, m angels entsprechender Zum utbarkeit nicht entgegengehalten w erden kann. D araus folgt, dass die Tatsache der unterschiedlichen Staatsangehörigkeit der beiden Ehegatten nicht als "besonderer U m stand" im Sinne des Art. 51 Abs. 1 AsylG in Betracht fällt. D em Einbezug der Ehefrau in die Flüchtlingseigen- schaft des Ehem annes steht dam it nichts entgegen. 5.7 Zusam m enfassend ist som it festzuhalten, dass der Ehem ann als Flüchtling anzuer- kennen ist und dessen Ehefrau sow ie die Kinder C ._______, D ._______ und E._______ gestützt auf Art. 51 Abs. 1 und 3 AsylG in die Flüchtlingseigenschaft einbezogen w erden. 6. 6.1 D ie Beschw erde ist folglich teilw eise gutzuheissen, sow eit die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft beantragt w ird. Sow eit das w eitergehende R echtsbegehren auf G ew ährung des Asyls lautet, ist die Beschw erde hingegen abzuw eisen. 6.2 M it Verfügung vom 30. Juni 2006 hob das BFM die angefochtene Verfügung vom 13. Septem ber 2002 in Bezug auf den W egw eisungsvollzug teilw eise auf. Indessen ist die dabei gleichzeitig angeordnete vorläufige Aufnahm e zum einen noch nicht in R echts- kraft erw achsen; zum andern ist deren gesetzliche G rundlage m ittlerw eile entfallen, nachdem die ehem als geltenden Bestim m ungen von Art. 44 Abs. 3-5 AsylG durch die G esetzesänderung vom 16. D ezem ber 2005 m it W irkung zum 1. Januar 2007 aufgeho- ben w orden sind (vgl. AS 2006 4745 4767). D ie Ziffern 4 und 5 der angefochtenen Ver- fügung sind daher w egen U nzulässigkeit des W egw eisungsvollzugs form ell aufzuheben. D as BFM ist ausserdem anzuw eisen, die Beschw erdeführer als Flüchtlinge vorläufig 11 aufzunehm en. 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind den Beschw erdeführern um zw ei D rittel reduzierte Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 200.-- aufzuerlegen (vgl. Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) i.V.m . Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G ). 7.2 N achdem die Beschw erdeführer hinsichtlich der Frage der Flüchtlingseigenschaft sow ie im Punkt des W egw eisungsvollzugs – und insofern teilw eise – durchgedrungen sind, ist ihnen eine angem essene, um ein D rittel reduzierte Parteientschädigung zu ent- richten (vgl. Art. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 37 VG G ; Art. 7 ff. VG KE ). Seitens der ehe- m aligen R echtsvertreterin ist keine Kostennote eingereicht w orden. Auf eine entspre- chende N achforderung w ird indessen verzichtet (vgl. Art. 14 Abs. 2 VG KE), w eil der Auf- w and des Schriftenw echsels zuverlässig abgeschätzt w erden kann. G estützt auf die in Betracht zu ziehenden Bem essungsfaktoren (Art. 9-13 VG KE) und um einen D rittel ge- kürzt sind den Beschw erdeführern Fr. 500.-- (inkl. Auslagen und M ehrw ertsteuer) zuzu- sprechen. D ieser Betrag ist den Beschw erdeführern durch das BFM zu entrichten. 8. N ach der M andatsniederlegung ihrer ehem aligen R echtsvertreterin vom 27. Juni 2007 sind die Beschw erdeführer im vorliegenden Verfahren nicht m ehr rechtlich verbeistän- det. Indessen ist eine Kopie dieses U rteils der Asylhilfe Bern zur Kenntnisnahm e zuzu- stellen. (D ispositiv nächste Seite)12 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird insow eit teilw eise gutgeheissen, als die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und der U nzulässigkeit des W egw eisungsvollzugs bean- tragt w ird. Im Ü brigen w ird die Beschw erde abgew iesen. 2. D ie D ispositivziffern 1, 4 und 5 der Verfügung des BFF vom 13. Septem ber 2002 w erden aufgehoben. 3. D as BFM w ird angew iesen, die Beschw erdeführer als Flüchtlinge vorläufig aufzu- nehm en. 4. D en Beschw erdeführern w erden reduzierte Verfahrenskosten von Fr. 200.-- aufer- legt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zugunsten der G erichtskasse zu überw ei- sen. 5. D en Beschw erdeführern w ird eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 500.-- zugesprochen, die ihnen durch das BFM zu entrichten ist. 6. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführer (eingeschrieben; Beilagen: Einzahlungsschein, eine R öntgenaufnahm e, drei O riginal-Photographien, sieben w eitere O riginal-D oku- m ente, jew eils m it deutscher Ü bersetzung [behördliche U rkunden; ärztliche Zeugnisse; Zeitungsausschnitte]) - M ._______, zur Kenntnisnahm e - das BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Bendicht Tellenbach M artin Scheyli Versand am :