B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1113/2020 U r t e i l v o m 1 0 . M ä r z 2 0 2 1 Besetzung Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), Richter David R. Wenger, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiberin Bettina Hofmann. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, Asyl und Integration, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 22. Januar 2020 / N (…). D-1113/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer suchte am 4. März 2016 im damaligen Emp- fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) des SEM in B._______ um Asyl nach. Dort wurde er am 15. März 2016 zu seiner Person, zu seinem Reiseweg und summarisch zu seinen Asylgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Am 29. Januar 2018 hörte ihn das SEM ausführlich zu seinen Asyl- gründen an (Anhörung). A.b In Bezug auf seinen persönlichen Hintergrund machte er ge ltend, er sei sri -lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie und stamme aus C._______ (Distrikt D._______, Nordprovinz), wo er bei seinen Eltern und zusammen mit (…) Geschwistern ([...] und […]) aufgewachsen sei. Mittler- weile lebe sein älterer Bruder in E._______, während seine Eltern und seine anderen Geschwister in Sri Lanka wohnhaft geblieben seien. A.c Zu seinen Gesuchsgründen brachte er im Wesentlichen vor, sein älte- rer Bruder F._______ respektive mehrere Mitglieder seiner Familie – sein Vater, sein älterer Bruder F._______ sowie seine beiden älteren Schwes- tern G._______ und H._______ – seien bei den LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) dabei gewesen. Sein Vater sei (...) gewesen, während seine älteren Geschwister einige Monate vor Kriegsende zwang srekrutiert wor- den seien. Um einer Inhaftierung durch die sri-lankischen Behörden zu ent- gehen, habe sich aber niemand aus seiner Familie als LTTE -Mitglied re- gistrieren lassen, als sie nach Kriegsende – im Jahr 2009 – im Flüchtlings- lager in I._______ (Distrikt J._______, Nordprovinz) gelebt hätten. Aus Angst, dass die LTTE -Mitgliedschaft seines Bruders F._______ bekannt werden könnte, habe seine Familie diesen zu Beginn des Jahres 2010 vor respektive nach ihrer Umsiedlung nach K._______ (Distrikt L._______, Nordprovinz) ins Ausland geschickt. Aus demselben Grund habe man seine älteste Schwester G._______ fünf Monate später verheiratet, sodass sie zu ihrem Ehemann nach M._______ (Distrikt N._______, Nordprovinz) habe ziehen können. Die restliche Familie habe i m Jahr 2012 nach C._______ zurückgesiedelt werden können, wo sie – dank der finanziellen Unterstützung seines in E._______ lebenden Bruders F._______ – ein gu- tes Leben habe führen können, bis sie im Mai 2015 über einen Nachbarn erfahren habe, dass sich Angehörige des CID (Criminal Investigation De- partement) nach seinem Bruder F._______ erkundigt hätten. Im Juli 2015 seien sodann zwei Angehörige des CID bei seiner Familie zu Hause vor- beigekommen und hätten letzteren sprechen wollen. Als dies nicht möglich D-1113/2020 Seite 3 gewesen sei, hätten sie erklärt, dank Informationen von anderen Dorfbe- wohnern über dessen Vergangenheit bei den LTTE Bescheid zu wissen, weshalb sich dieser den Behörden zur Verfügung zu stellen habe und sie in zwei Monaten erneut vorbeikommen würden. Aus Angst, dass seine Schwester H._______ aufgrund ihrer LTTE-Vergangenheit ebenfalls Prob- leme bekommen könnte, hätten sie sie im August 2015 ebenfalls verheira- tet und zu ihrem Ehemann nach I._______ geschickt. Als drei Angehörige des CID eines Abends im September 2015 – wie angekündigt – erneut bei seiner Familie zu Hause vorbeigekommen seien und seinen Bruder F._______ nicht vorgefunden hätten, hätten sie plötzlich ihn – den Be- schwerdeführer – gewaltsam an sich genommen. Sie hätten ihm die Hände gefesselt, die Augen verbunden und mit einem Lieferwagen an einen ihm unbekannten Ort im Wald gebracht. Dort hätten sie ihm Fragen zu seinem Bruder F._______ gestellt und – nachdem er weder dessen Aufenthaltsort noch Kontaktdaten bekannt gegeben habe – misshandelt sowie mit dem Tod bedroht. Vor Sonnenuntergang habe man ihn nach Hause zurückge- bracht und wiederum eine Frist von zwei Monaten angesetzt. Mit der Hilfe seines Bruders F._______ sei er kurz vor Ablauf dieser zwei Monate, Ende Oktober 2015, im Gebiet von O._______ bei (...) untergebracht worden. Nachdem ihm ein Pass ausgestellt worden sei, habe er Sri Lanka am 26. Januar 2016 – mit der Hilfe von Schleppern – auf dem Luftweg verlas- sen. Sowohl vor als auch nach seiner Ausreise hätten sich Angehörige des CID bei seiner Familie zu Hause mehrmals nach seinem Verbleib und dem- jenigen seines Bruders F._______ erkundigt. Infolge dieser Vorkommnisse sei sein (...) an (…) erkrankt. In der Schweiz habe er an zwei Demonstrationen in P._______ und Q._______ zu den Rechten von Tamilen teilgenommen. Im Zusammen- hang mit der Demonstrationsteilnahme in P._______ sei in der tamilischen Zeitschrift «(…)» am (...) 2018 ein Bericht mitsamt Foto erschienen. Ange- hörige des CID hätten ihn auf dem Foto erkannt und seine (...) am (...) 2018 damit konfrontiert. A.d Im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens reichte er seine Identitäts- karte (im Original), seine Geburtsurkunde (in Kopie), seine temporäre Iden- titätskarte aus dem Flüchtlingslager (im Original), ein Formular betreffend die Umsiedlung seiner Familie nach K._______ (datiert vom 24. Dezember 2009), die Heiratsurkunde seiner Schwester H._______ vom 27. August 2015, einen Arztbericht betreffend seinen (...) vom 12. Juni 2016 sowie den oben zitierten Zeitungsbericht vom (...) 2018 (jeweils in Kopie) zu den Ak- ten. D-1113/2020 Seite 4 B. Mit Verfügung vom 22. Januar 2020 – tags darauf eröffnet – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. C. Mit Eingabe der rubrizierten Rechtsvertreterin vom 24. Februar 2020 (Da- tum des Poststempels) erhob der Beschwerdeführer gegen diesen Ent- scheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässig- keit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzu- stellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Beiordnung der rubrizierten Rechtsvertreterin als amtlichen Rechtsbei- stand. Zudem sei festzustellen, dass die Beschwerde aufschiebende Wir- kung habe. Der Beschwerde beigelegt waren eine Kopie der angefochtenen Verfü- gung, eine Vollmacht vom 30. Mai 2016, eine Fürsorgeabhängigkeitsbe- stätigung vom 17. Februar 2020 und eine Kostennote seiner Rechtsvertre- terin vom 24. Februar 2020. Als Beweismittel wurden ein weiterer Arztbe- richt betreffend seinen (...) vom Dezember 2019 und ein Bericht zu Sri Lanka (Gotabaya Rajapaksa’s Präsidentschaft, Menschenrechte unter Be- schuss, aktualisiert am 16. Januar 2020) ins Recht gelegt. D. Mit Zwischenverfügung vom 4. März 2020 stellte der Instruktionsrichter fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig hiess er die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie Rechtsverbeiständung gut, verzich- tete auf die Er hebung eines Kostenvorschusses und ordnete dem Be- schwerdeführer in der Person von MLaw Cora Dubach einen amtlichen Rechtsbeistand bei. E. Am 14. Dezember 2020 wurde das SEM zur Einreichung einer Vernehm- lassung eingeladen. D-1113/2020 Seite 5 F. Am 22. Dezember 2020 liess sich das SEM zur Beschwerde vernehmen. Dazu nahm der Beschwerdeführer – handelnd durch seine Rechtsvertre- terin – mit Eingabe vom 21. Januar 2021 Stellung. Gleichzeitig reichte seine Rechtsvertreterin eine aktualisierte Kostennote desselben Datums zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfah- ren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer ist als Verfü- gungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.3 Soweit in der Rechtsmitteleingabe die Feststellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde beantragt wird, kann festgehalten werden, dass dieser von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die Vorinstanz diese vorliegend nicht entzogen hat. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer D-1113/2020 Seite 6 politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge- richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in ver- schiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 4. 4.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG, noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG stand. Zur Begründung führte sie zunächst aus, der Beschwerdeführer habe im Verlaufe des Verfahrens zu wesentlichen Punkten unterschiedliche Anga- ben gemacht. So habe er im Rahmen der BzP zu Protokoll gegeben, dass lediglich sein älterer Bruder F._______ ein LTTE-Mitglied gewesen sei. An der Anhörung habe er hingegen erklärt, auch sein Vater und seine beiden älteren Schwestern seien Teil der Bewegung gewesen. Auf entsprechende Nachfrage habe er behauptet, bereits an der BzP sämtliche LTTE-Mitglied- schaften seiner Familienangehörigen erwähnt zu haben. Auch bezüglich des Ausreisezeitpunktes seines Bruders F._______ habe er unterschiedli- che Angaben gemacht. An der BzP habe er ausgesagt, dieser sei vor dem Umzug nach K._______ ausgereist, während er in der Anhörung davon gesprochen habe, die Ausreise habe erst einen Monat nach dem Umzug stattgefunden. Des Weiteren habe er sich hinsichtlich des Auslösers für dessen behördliche Suche widersprüchlich geäussert. In der BzP habe er hierzu vorgebracht, die anderen Dorfbewohner hätten ihn aus Neid über die gute finanzielle Situation der Familie bei den heimatl ichen Behörden denunziert. Im Gegensatz dazu habe er in der Anhörung davon gespro-D-1113/2020 Seite 7 chen, dass ihn vermutungsweise die Mutter eines Kollegen, welcher eben- falls bei den LTTE gewesen und im Jahr 2015 verhaftet worden sei, denun- ziert habe. Auf diesen Widerspruch aufmerksam gemacht, habe er ihn nicht zu erklären vermocht, sondern wiederum Neid als Grund für die Denunzi- ation vorgebracht. Im Weiteren erwägt die Vorinstanz, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden in wesentlichen Punkten auch der allgemeinen Erfahrung und Lo- gik des Handelns widersprechen. Zunächst sei nicht nachvollziehbar, wes- halb er über die LTTE-Tätigkeiten seiner Familienangehörigen keine ge- naueren Informationen habe geben können. Der Umstand, dass er damals noch ein kleiner Junge gewesen sei, stelle hierfür keine hinreichende Er- klärung dar, zumal er noch Jahre danach mit seiner Familie zusammenge- lebt habe. Ebenso wenig sei nachvollziehbar, weshalb seine Familie – trotz einem konkreten Hinweis aus der Nachbarschaft betreffend die behördli- che Suche nach seinem Bruder F._______ – im Juli 2015 keine Vorsichts- massnahmen getroffen habe, obwohl letzterer im Jahr 2010 ohne irgend- einen konkreten Verdacht oder irgendeine Anschuldigung der Behörden präventiv nach E._______ geschickt worden sein solle. Weiter sei fraglich, wie die Familie seine beiden Schwestern G._______ und H._______ durch deren Verheiratung hätte schützen können. Die diesbezügliche Erklärung des Beschwerdeführers, durch den damit einhergehenden Wohnsitzwech- sel hätten die ehemaligen LTTE-Verbindungen versteckt werden können, vermöge nicht zu überzeugen, zumal das CID solche Informationen leicht beschaffen könne. Des Weiteren erscheine unlogisch, dass das CID nach seinem Verschwinden im Oktober 2015 nicht seinen jüngeren Bruder oder jemand anderen aus der Familie mitgenommen habe. Schliesslich wider- spreche es der allgemeinen Erfahrung und Logik des Handelns, dass der Beschwerdeführer trotz angeblicher Behelligungen durch das CID im Ja- nuar 2016 legal habe ausreisen können. Ferner hält die Vorinstanz fest, die Schilderungen des Beschwerdeführers bezüglich seiner Entführung durch Angehörige des CID im September 2015 enthielten zwar Realkennzeichen, aufgrund der aufgezeigten Wider- sprüche und Ungereimtheiten habe er aber insgesamt nicht glaubhaft ma- chen können, im Zusammenhang mit der geltend gemachten LTTE -Mit- gliedschaft seines geflohenen Bruders F._______ ins Visier der heimatli- chen Sicherheitsbehörden geraten zu sein. An dieser Einschätzung wür- den auch die in diesem Zusammenhang eingereichten Beweismittel (Un- terlagen betreffend den Aufenthalt im Flüchtlingslager, Heiratsurkunde be- treffend seine Schwester H._______ und Arztbericht betreffend seinen [...]) D-1113/2020 Seite 8 nichts zu ändern vermögen, zumal diese keine Rückschlüsse auf seine Asylgründe zuliessen. Schliesslich erwägt die Vorinstanz, die geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten (Teilnahme an zwei Demonstrationen in P ._______ und Q._______) seien nicht geeignet, eine Furcht vor zukünftiger flüchtlingsre- levanter Verfolgung zu begrün den. Hinsichtlich des hierzu eingereichten Zeitungsberichts vom (...) 2018 betreffend die Demonstrationsteilnahme in P._______ sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer darin nicht na- mentlich genannt werde und auf dem dazugehörigen Foto aufg rund der schlechten Bildqualität kaum jemand zu erkennen sei. Vor diesem Hinter- grund könne ihm die geltend gemachte Identifizierung durch die sri -lanki- schen Behörden anhand dieses Berichts nicht geglaubt werden. Darüber hinaus habe er über den Grund der obgenannten Ver anstaltungen nicht näher Bescheid gewusst , weshalb er – wenn überhaupt – höchstens ein einfacher Demonstrationsteilnehmer gewesen wäre, welcher das Interesse der heimatlichen Behörden nicht erregt haben dürfte. 4.2 Demgegenüber wendet der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitte- leingabe im Wesentlichen ein, die Vorinstanz habe die Beweisregel von Art. 7 AsylG zu restriktiv gehandhabt. Die Glaubhaftigkeit seiner Vorbrin- gen sei bei einer Gesamtbetrachtung seiner Aussagen klar zu bejahen. Bezüglich den aufgeführten Widersprüchen sei zunächst festzuhalten, dass es nicht legitim sei, widersprüchliche Aussagen zwischen der BzP und der Anhörung derart stark zu gewichten (vgl. Entscheidungen und Mittei- lungen der Schweizerische n Asylrekurskommission [EMARK] 1993 Nr. 3 sowie Urteil des EGMR M.A. gegen die Schweiz vom 18. November 2014 [Beschwerde Nr. 52589/13]). Abgesehen davon liessen sich die aufgeführ- ten Wiedersprüche – wie nachfolgend aufgezeigt – ohne Weiteres erklären oder seien von untergeordneter Bedeutung. Die LTTE -Mitgliedschaften seines Vaters und seiner beiden Schwestern habe er in der BzP deshalb nicht erwähnt, weil er explizit nach seinen Asylgründen gefragt worden sei und deren Mitgliedschaften nicht direkt mit seiner Flucht aus dem Heimat- land zusammenhängen würden. Darüber hinaus sei er ständig angehalten worden, sich kurz zu fassen. Weiter halte er daran fest, dass die Organisa- tion der Ausreise seines Bruders F._______ bereits im Flüchtlingslager be- gonnen habe. Schliesslich könnten seine Spekulationen über den Grund der Denunziation seines Bruders nicht als handfester Widerspruch ange- führt werden. D-1113/2020 Seite 9 Sodann seien seine Aussagen durchwegs in sich schlüssig und stringent ausgefallen. Insbesondere enthielten seine Angaben zur Entführung und den dabei erlittenen Misshandlungen diverse Detail- und Realkennzeichen (beispielsweise das unaufgeforderte Angeben von Geräuschen und Gerü- chen). Auch die restlichen Vorbringen hielten einer vertieften länderspezi- fischen Betrachtungsweise stand. So lasse die Vorinstanz ausser Acht, dass er seine älteren Geschwister erst im Flüchtlingslager wiedergesehen habe. An einem solchen Ort sei es lebensgefährlich über vergangene und verschwiegene LTTE-Tätigkeiten zu sprechen. Auch danach habe sich hierfür keine Gelegenheit ergeben. Zudem habe ihn sein Vater zurechtge- wiesen, als er sich über dessen LTTE -Tätigkeit habe informieren wollen. Sodann habe die Vorinstanz den länderspezifischen Kontext zu wenig be- achtet. Pro Familie habe mindestens eine Person den LTTE beitreten müs- sen, oftmals der älteste Sohn. Nach Kriegsende seien die heimatlichen Be- hörden dieser Regel entsprechend gezielt Familien angegangen, von de- nen kein Mitglied eine Rehabilitation durchlaufen habe, obwohl gemäss der obgenannten Regel höchst wahrscheinlich eine Person bei der Bewegung gewesen sei. Gerade Personen, die sich nicht selber als LTTE-Mitglied zu erkennen gegeben hätten, seien aus staatlicher Sicht besonders verdäch- tig. Darum sei das Verschweigen der LTTE-Mitgliedschaft seines Bruders F._______ mit einem grossen Risiko verbunden gewesen. Die Mitglied- schaft seiner beiden Schwestern sei ausserhalb der genannten Rekrutie- rungsregel erfolgt und die Gefahr einer Denunziation deshalb als weniger wahrscheinlich eingeschätzt worden. Durch die Eheschliessungen hätten sie sich sodann mit einem neuen Familiennamen an einem neuen Ort un- verdächtig niederlassen können. Soweit die Vorinstanz dem Beschwerde- führer vorwerfe, dass das Verhalten seiner Familie nach Kenntnisnahme der behördlichen Suche nach seinem Bruder F._______ nicht nachvollzieh- bar sei, habe sie nicht dargelegt, wie sich seine Familie hätte verhalten müssen. Da sein Bruder F._______ bereits im Ausland gewesen sei, habe die Familie diese Information wenig beunruhigt. Sie hätten nicht gedacht, dass die Behörden deshalb ihn entführen und misshandeln würden, um an Informationen über seinen Bruder zu gelangen. Darüber hinaus verkenne die Vorinstanz, dass sein jüngerer Bruder Jahrgang (…) habe und bei Kriegsende gerade einmal (…) Jahre alt gewesen sei, weshalb er über keine Informationen zur LTTE-Vergangenheit seines älteren Bruders ver- füge und für die Behörden nicht interessant sei. Es sei durchaus realistisch und plausibel, dass ihm die legale Ausreise dank einem sogenannten «Air- port-Setting» und mit Hilfe von Bestechungsgeldern gelungen sei. D-1113/2020 Seite 10 Schliesslich erfülle er gleich mehrere der vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 festgelegten Risikofaktoren. Er habe glaubhaft machen können, aufgrund der LTTE-Mitgliedschaft seines in E._______ lebenden Bruders F._______ von Angehörigen des CID ent- führt, gefoltert und mit dem Tod bedroht worden zu sein . Seine Flucht werde als Eingeständnis verstanden, dass er etwas vor den sri-lankischen Behörden zu verbergen habe. Auch seine Narbe am (…) mache ihn als Opfer von Folterungen erkennbar. Darüber hinaus habe sich seine Gefähr- dungslage seit den Wahlen im November 2019 massiv verschärft, was der eingereichte Bericht zu Sri Lanka belege. Diesen Umstand habe die Vo- rinstanz nicht berücksichtigt. Dasselbe gelte für die Entführung einer Ange- stellten der Schweizer Botschaft in Colombo durch Unbekannte. 4.3 In der Vernehmlassung hält die Vorinstanz an ihren Erwägungen im angefochtenen Entscheid fest. Sie merkt im Wesentlichen an, der Be- schwerdeführer habe die aufgeführten Widersprüche und Ungereimtheiten nicht plausibel zu erklären vermocht. Vielmehr habe er sich in weitere Wi- dersprüche und Ungereimtheiten verstrickt. Hätte es tatsächlich eine solch klare Rekrutierungsregel seitens der LTTE gegeben respektive folgte man der Argumentation des Beschwerdeführers, so würde dies implizieren, dass die LTTE-Mitgliedschaft seines Bruders F._______ den sri-lankischen Behörden ohnehin hätte bekannt sein müssen. Ausserdem stünden die Ausführungen in der Beschwerde, wonach sein jüngerer Bruder aufgrund seines Alters keine Verfolgung zu befürchten habe, der Anmerkung in der BzP entgegen, dass die Familie nun auch Angst um denselben habe. Nach dem Gesagten erfülle er keinen der von ihm aufgeführten Risikofaktoren. Insbesondere könne er sich die Narbe (…) durch Ereignissen zu Kriegs- zeiten oder bei anderen Gelegenheiten zugezogen haben. Vor diesem Hin- tergrund sei auch ein konkreter Fallbezug im Kontext der veränderten Si- cherheitslage in Sri Lanka zu verneinen. 4.4 In der Replik räumt der Beschwerdeführer ein, dass das Risiko einer Verfolgung seitens der sri -lankischen Behörden auch ohne Denunziation bestanden habe. Dennoch sei seine Familie von der Intensität der staatli- chen Repressionen überrascht worden. Sodann verkenne die Vorinstanz, dass sich die Ausführungen zu seinem jüngeren Bruder, wonach dieser aus behördlicher Sicht als «uninteressant» gegolten habe, auf einen viel frühe- ren Zeitpunkt beziehen würden, während die aktuelle Angst von den jetzi- gen Umständen ausgehe. Sein jüngerer Bruder sei in der Zwischenzeit er- wachsen geworden, lebe bei (...) in O._______ und versuche sich, soweit wie möglich, versteckt zu halten. Sodann hätten sich letztmals am (...) 2020 D-1113/2020 Seite 11 zwei Personen auf einem Motorrad bei seiner Familie zu Hause nach sei- nem Verbleib und demjenigen seines älteren Bruders F._______ erkundigt, was die weiterhin bestehende Verfolgungsgefahr deutlich zum Ausdruck bringe. 5. 5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum Schluss, dass die Vorinstanz in ihren Erwägungen zutreffend festgehalten hat, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG respektive an die Asylrelevanz gemäss Art. 3 AsylG nicht genügen. Auf die betreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und der Vernehmlassung (vgl. die Zusam- menfassung der entsprechenden Erwägungen in E. 4.1 und 4.3 des vorlie- genden Urteils) kann mit den nachfolgenden Ergänzungen verwiesen wer- den. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene und die eingereichten Be- weismittel vermögen zu keiner anderen Betrachtungsweise zu führen. 5.2 Vorab ist festzustellen, dass sich die Vorinstanz im vorliegenden Fall keine unrichtige Anwendung der Beweisregel von Art. 7 AsylG vorzuwerfen hat. Wie in den Erwägungen der Vorinstanz mit zutreffender Begründung erläutert wird, halten die Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend die geltend gemachte Verfolgung aufgrund der verschwiegenen LTTE -Mit- gliedschaft seines geflohenen Bruders F._______ in den wesentlichen Punkten den Anforderungen an das reduzierte Beweismass des Glaubhaft- machens nicht stand. 5.2.1 Zunächst ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass die Ausführun- gen des Beschwerdeführers bezüglich der LTTE-Verbindungen seiner Fa- milienangehörigen (vgl. A4/11 Ziff. 7.01; A18/24 F26, F150), des Zeitpunk- tes der Ausreise seines Bruders F._______ (vgl. A4/11 Ziff. 7.01; A18/24 F64 S. 8) und des Grundes für dessen Denunziation bei den heimatlichen Behörden (vgl. A4/11 Ziff. 7.01; A18/24 F69-71, F74, F137) inhaltliche Ab- weichungen aufweisen. Es trifft zwar zu, dass einer Befragung zur Person nicht dieselbe Gewichtung wie einer Anhörung zukommt. Klare asylrele- vante Aussagen, die in der Erstbefragung von den späteren Aussagen ab- weichen, sind jedoch Widersprüche, die im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen sind (Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize- rischen Asylrekurskommission [EMARK] 1993 Nr. 3 E. 3). Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb sich die Vorinstanz nicht auch auf die Ausfüh- rungen in der BzP hätte stützen können. So berichtete der Beschwerde- führer bereits in dieser wortreich über seine Asylgründe (vgl. A4/11 D-1113/2020 Seite 12 Ziff. 7.01) und bestätigte die Wahrheit sowie Vollständigkeit seiner ge- machten Angaben (vgl. A4/11 S. 8). Vor diesem Hintergrund hat die Vo- rinstanz die Aussagen in der BzP zu Recht bei der Beweiswürdigung be- rücksichtigt. Der Einwand auf Beschwerdeebene, dass er in der BzP ange- halten worden sei, sich kurz zu fassen, so dass er gar nicht alles – nament- lich die LTTE -Verbindungen sämtlicher Familienangehörigen – habe er- zählen können, kann nicht gehört werden. So wäre es ihm auch im Rah- men einer Zusammenfassung möglich und zumutbar gewesen, zumindest kurz oder auch nur stichwortartig auf diese für seine Asylgründe wichtigen Tatsachen hinzuweisen. Sodann stellen die Ausführungen z ur Ausreise seines Bruders F._______ und zum Grund für dessen Denunziation bei den heimatlichen Behörden zentrale «Vorelemente» seiner Verfolgungsge- schichte dar und sind nicht – wie auf Beschwerdeebene behauptet – von untergeordneter Bedeutung. 5.2.2 Darüber hinaus ist zwar unbestritten, dass die Schilderungen des Be- schwerdeführers hinsichtlich der geltend gemachten Entführung durch An- gehörige des CID im September 2015 gewisse Realkennzeichen enthal- ten. Dessen ungeachtet überwiegen jedoch die Argumente, die gegen die Glaubhaftigkeit dieses Sachverhaltselements sprechen. Soweit der Be- schwerdeführer vorbringt, seine diesbezüglichen Ausführungen seien schlüssig und plausibel ausgefallen, kann dieser Ansicht nicht beigepflich- tet werden. Beispielsweise schilderte er den Ablauf der angeblichen Fest- nahme gänzlich unterschiedlich. In der BzP gab er diesbezüglich zu Proto- koll, die Angehörigen des CID hätten ihn mitgenommen, weil sein (...) schwach und seine Schwestern verheiratet gewesen sei en (vgl. A4/11 Ziff. 7.01). An der Anhörung führte er im Gegensatz hierzu aus, seine Fest- nahme sei dem Umstand geschuldet, dass er an diesem Abend von all sei- nen Familienangehörigen zuvorderst gestanden habe (vgl. A18/24 F64 S. 10). Darüber hinaus räumte er auf entsprechende Nachfrage e in, dass zu diesem Zeitpunkt keine seiner verheirateten Schwestern mehr zu Hause gewohnt habe (vgl. A18/24 F129). Nach dem Gesagten ist nicht anzuneh- men, der Beschwerdeführer berufe sich auf tatsächliche Erlebnisse. Schliesslich wirkt auch die Schilderung seiner Flucht äusserst unrealis- tisch. So sei er bloss deshalb in O._______ untergetaucht, weil ihm sein Bruder F._______ – notabene ohne sein Wissen – die Flucht organisiert haben soll (vgl. A18/24 F64 S. 11, F103, F108-109, F138). 5.2.3 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist die geltend gemachte Ver- folgung des Beschwerdeführers, durch das CID aufgrund der verschwie- genen LTTE-Mitgliedschaft seines geflohenen Bruders F._______ verfolgt D-1113/2020 Seite 13 zu werden, auch deshalb als wenig plausibel zu erachten, weil die übrigen Angehörigen seiner Kernfamilie (...) in der Heimat offenbar keinen behörd- lichen Benachteiligungen ausgesetzt sind (vgl. A4/11 Ziff. 3.01; A18/24 F7, F112, F117-120). Die oberflächlichen Erklärungsversuche auf Beschwer- deebene vermögen das Gericht nicht zu überzeugen und greifen zu kurz, zumal sie sich nicht auf sämtliche Familienangehörigen beziehen. 5.2.4 Entgegen den Beschwerdeausführungen hat die Vorinstanz weiter zu Recht festgehalten, es widerspreche der allgemeinen Erfahrung und Logik des Handelns, dass dem Beschwerdeführer trotz angeblicher Behelligun- gen durch das CID im November 2015 ein Reisepass ausgestellt worden sei und er – mit Reisepapieren auf seinen Namen lautend – im Januar 2016 habe ausreisen können (vgl. A4/11 Ziff. 4.02; A18/24 F41-47, F50, F125, F144). Das erneute Vorbringen in der Beschwerde, es sei ohne Weiteres möglich, das Land mit Hilfe von Schleppern via Bestechung der Flughafen- behörden ungehindert zu verlassen, überzeugt mit Blick auf die Gesamt- umstände nicht. 5.2.5 Schliesslich wird in der Beschwerde nicht dargelegt und ist im Übri- gen auch nicht ersichtlich, inwiefern der auf Beschwerdeebene einge- reichte Arztbericht betreffend seinen (...) (vgl. Prozessgeschichte, Bst. C) Rückschlüsse auf seine Asylgründe zulassen soll. Entsprechend ist darauf nicht näher einzugehen. 5.2.6 Somit ist im Sinne eines Zwischenergebnisses festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer angesichts dieser zahlreichen Widersprüche und Ungereimtheiten nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka bestehende oder drohende asylrechtlich relevante Gefährdung seitens der sri-lankischen Behörden glaubhaft zu machen. 5.3 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist auch nicht davon auszuge- hen, dass der Beschwerdeführer im Falle seiner Rückkehr nach Sri Lanka dort aus anderen Gründen flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsmass- nahmen zu befürchten hätte. Das Bundesverwaltungsgericht hält im bereits zitierten Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 fest, bestimmte Risikofaktoren (Eintrag in die „Stop-List“, Verbindung zu den LTTE und exilpolitische Aktivitäten) seien als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter den im Ent- scheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Be- jahung einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüb er würden D-1113/2020 Seite 14 das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangsweise respek- tive durch die IOM begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobegründende Faktoren darstellen. Dies bedeute, dass diese in der Regel für sich alleine genommen keine objektiv relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen zu begründen vermöchten. Jegliche glaubhaft ge- machten Risikofaktoren seien in einer Gesamtschau und in ihrer Wechsel- wirkung sowie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände in einer Einzelfallprüfung zu berücksichtigen, im Hinblick auf die Erwägung, ob mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfol- gung bejaht werden müsse (vgl. a.a.O. E. 8.5.5). Wie soeben dargelegt, konnte der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der geltend gemachten LTTE-Mitgliedschaft seines geflohenen Bruders F._______ im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka keine bestehende oder drohende asylrechtlich relevante Gefährdung seitens der sri -lanki- schen Behörden glaubhaft machen. Überdies lie gen keine konkreten An- haltspunkte dafür vor, dass sich dies seit seiner Ausreise aus Sri Lanka geändert hätte. Namentlich wird die – auch auf Beschwerdeebene – gel- tend gemachte anhaltende behördliche Suche nach seiner Person nicht ansatzweise substantiiert (vgl. A4/11 Ziff. 7.01; A18/24 F114) und ist als blosse Schutzbehauptung zu werten. Ferner lässt sich auch im Kontext seiner Vorbringen zu den LTTE -Verbindungen seines Vaters und seiner beiden Schwestern kein Verfolgungsinteresse erkennen; dies gilt umso mehr als er nicht geltend macht, vor seiner Ausreise in diesem Zusammen- hang Nachteile erlitten zu haben. Sodann ist in Überein stimmung mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die geltend gemachten exilpolitischen Tätig- keiten (Teilnahme an zwei Demonstrationen in P._______ und Q._______) als äusserst niederschwellig und die in diesem Zusammenhang vorge- brachte beh ördliche Suche (vgl. A18/24 F5, F55 -61, F131 -133, F135, F145-146) als unglaubhaft einzustufen ist. Bezeichnenderweise wird dem auf Beschwerdeebene auch nichts entgeg engehalten. Was seine Narben ([…] und […]; vgl. A18/24 F64 S. 10, F101-102) anbelangt, handelt es sich dabei – wie vorstehend erwähnt – lediglich um einen schwachen Risiko- faktor. Unter Würdigung aller Umstände ist somit nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer von den sri -lankischen Behörden zu jener kleinen Gruppe gezählt wird, die bestrebt ist, den tamilischen Separatismus wie- deraufleben zu lassen, und so eine Gefahr für den sri-lankischen Einheits- staat darstellt. Es ist somit nicht anzunehmen, dass ihm persönlich im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen. D-1113/2020 Seite 15 5.4 An dieser Einschätzung ändern – entgegen den Ausführungen auf Be- schwerdeebene – weder der Regierungswechsel vom 16. November 2019 noch die Mitte Dezember 2019 erfolgte Verhaftung einer sri-lankischen Mit- arbeiterin der Schweizerischen Botschaft in Colombo etwas, da kein indi- vidueller Bezug zum Beschwerdeführer ersichtlich ist. Gemäss Auskunft der Schweizerischen Botschaft sind im Zusammenhang mit der Entführung der Botschaftsmitarbeiterin keine Informationen in Bezug auf Einzelperso- nen – mithin auch nicht betreffend den Beschwerdeführer – an die sri-lan- kischen Behörden gelangt, so dass keine Anhaltspunkte auf eine erhöhte Gefährdungssituation hinweisen. Hinsichtlich des Machtwechsels vom 16. November 2019 gilt festzuhalten: Gotabaya Rajapaksa wurde zum neuen Prä sidenten Sri Lankas gewählt (vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ], In Sri Lanka kehrt der Rajapaksa -Clan an die Macht zurück, 17.11.2019; https://www.theguardian.com/world/ 2019/nov/17/sri-lanka-presidential-candidate-rajapaksa-premadas-count- continues, abgerufen am 10. Februar 2021). Er war unter seinem älteren Bruder, dem ehemaligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa, der von 2005 bis 2015 an der Macht war, Verteidigungssekretär und wurde angeklagt, zahlreiche Verbrechen gegen Journalistinnen und Journalisten sowie Akti- vistinnen und Aktivisten begangen zu haben. Zudem wird er von Beobach- tern für Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen im Zusam- menhang mit dem Ende des Bürgerkrieges 2009 verantwortlich gemacht (vgl. HANNAH ELLIS-PETERSEN, The Guardian, Gotabaya Rajapaksa elec- ted president of Sri Lanka, 17. November 2019 [https://www.theguar- dian.com/world/2019/nov/17/sri-lanka-presidential-candidate-rajapaksa- premadas-count-continues], und Human Rights Watch, World Report 2020 – Sri Lanka [https://www.hrw .org/world-report/2020/country-chapters/sri- lanka], beide abgerufen am 10. Februar 2021). Kurz nach der Wahl er- nannte der neue Präsident seinen Bruder Mahinda zum Premierminister und berief auch einen weiteren Bruder, Chamal Rajapaksa, in die Regie- rung. Die drei Brüder kontrollieren in der neuen Regierung zahlreiche Mi- nisterien und Departemente (vgl. HANNAH ELLIS-PETERSEN, The Guardian, Sri Lanka's president Rajapaksa cements family power as brothers join ca- binet, 22. November 2019 [https://www.theguardian. com/world/ 2019/nov/22/sri-lankas-president-rajapaksa-cements-family-power-as- brothers-join-cabinet], abgerufen am 10. Februar 2021). Beobachter sowie ethnische und religiöse Minderheiten befürchten aufgrund dieser Macht der Familie Rajapaksa verstärkte Repression und die vermehrte Überwachung von Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten, Journalistinnen und Journalisten, Oppositionellen und regierungskritischen Personen D-1113/2020 Seite 16 (vgl.Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH]: Regierungswechsel weckt Ängste bei Minde rheiten, 21. November 2019 [https://www.fluechtlings- hilfe.ch/publikationen/im-fokus/sri-lanka-regierungswechsel-weckt-a- engste-bei-minderheiten], abgerufen am 10. Februar 2021). Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka bewusst, beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt sie bei der Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand durch- aus von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage für Perso- nen, die bestimmte Risikofaktoren erfüllen, auszugehe n (vgl. Referenzur- teil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016, HRW, Sri Lanka: Families of "Disappeard" Threatened, 16.02.2020). Zum heuti- gen Zeitpunkt gibt es aber keinen Grund zur Annahme, dass seit dem Machtwechsel in Sri Lanka ganz e Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Ein- zelfall zu prü fen, ob ein persönlicher Bezug ein er asylsuchenden Person zu den Präsidentschaftswahlen vom 16. November 2019 respektive deren Folgen besteht. Im vorliegenden Fall sind den Akten keine Hinweise auf eine Verschärfung der persönlichen Situation des Beschwerdeführers aufgrund dieser Ereig- nisse zu entnehmen. Auch dem vom Beschwerdeführer eingereichten Be- richt (vgl. Prozessgeschichte, Bst. C) fehlt es an persönlichem Bezug. Die Anforderungen an die Annahme einer begründeten Verfolgungsfurcht sind somit nicht erfüllt. 5.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nichts vorgebracht hat, was geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzu- weisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asyl- gesuch daher zu Recht abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegw eisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). D-1113/2020 Seite 17 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen , kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich – entgegen den Ausführungen auf Beschwerde- ebene – weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den D-1113/2020 Seite 18 Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen- rechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ( "real risk ") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un- menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge- gen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Der EGMR hat sich wiederholt mit der Gefährdungssituation von Tamilen auseinandergesetzt, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zu- rückkehren müssen (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Beschwerde Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Ur- teil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P .K. gegen Däne- mark, Urteil vom 20. Januar 20 11, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Da- bei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon aus- zugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Be- handlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob Betroffene ernsthafte Gründe für die Befürchtung hätten, die Behörden hätten an ihrer Festnahme und weitergehende n Befragung ein Interesse, verschiedene Aspekte beziehungsweise persönliche Risikofaktoren in Betracht gezogen werden (vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O, § 94). Nachdem der Beschwerdeführer nicht darzutun vermochte, dass er be- fürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsr echtlich relevanten Aus- mass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka drohen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungs vollzug nicht als unzulässig erscheinen (vgl. dazu BVGE 2011/24 E. 10.4 und das weiterhin einschlägige Refe- renzurteil E-1866/2015 E. 12.2). Dies gilt auch unter Berücksichtigung der jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-2687/2019 vom 9. Februar 2021 E. 7.2.2). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-1113/2020 Seite 19 7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt; dies gilt auch unter Berücksichtigung der dortigen aktuellen Ereignisse (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-5692/2019 vom 9. November 2020, E. 9.3.1). Gemäss nach wie vor gültiger Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die Ost - und Nordprovinz weiterhin zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiä- ren oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Referenzur- teile E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2 und D-3619/2016 vom 16. Ok- tober 2017 E. 9.5). 7.3.2 Der Beschwerdeführer lebte seinen Angaben zufolge (mit Ausnahme seiner Aufenthalte in I._______ und in K._______) von Geburt an in C._______ (Distrikt D._______, Nordprovinz [vgl. A4/11 Ziff. 2.01; A18/24 F11-19]). Der Vollzug in dieses Gebiet ist im Lichte der Rechtsprechung grundsätzlich zumutbar. Im vorliegenden Fall sprechen sodann keine indi- viduellen Gründe gegen einen Wegweisungsvollzug. Nach wie vor leben – wie bereits mehrfach festgehalten – mehrere Familienangehörige des Be- schwerdeführers in Sri Lanka (vgl. A4/11 Ziff. 3.01; A18/24 F33, F35), wel- che ihn bei einer Rückkehr und Wiedereingliederung in den Alltag in Sri Lanka unterstützen und ihm eine gesicherte Wohnsituation bieten können. Ferner ist aufgrund seiner guten Schulbildung davon auszugehen, dass er zukünftig in der Lage sein wird, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten (vgl. A4/11 Ziff. 1.17.04; A18/24 F37). Sodann führte der Beschwerdeführer aus, die Kosten für seine Reise von Sri Lanka in die Schweiz seien von seinem in E._______ lebenden Bruder getragen worden (vgl. A18/24 F136). Es kann somit angenommen werden, dass eine gewisse finanzielle Unterstüt- zung durch letzteren möglich ist. Ausserdem leidet der Beschwerdeführer den Akten zufolge an keinen gesundheitlichen Problemen (vgl. A4/11 Ziff. 8.02). Etwas anderes wird auf Beschwerdeebene auch nicht vorge- bracht. Besondere Umstände, aufgrund derer von einer Existenzbedro- hung ausgegangen werden müsste, sind vorliegend keine ersichtlich. Nach D-1113/2020 Seite 20 dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch a ls zumut- bar. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem mit verfahrensleiten- der Verfügung vom 4. März 2020 das Gesuch um Gewährung der unent- geltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde und nicht von einer veränderten finanziellen Lage auszugehen ist, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 9.2 Ebenfalls mit Verfügung vom 4. März 2020 wurde dem Beschwerde- führer die amtliche Rechtsverbeiständung im Sinne von aArt . 110a Abs. 1 Bst. a AsylG zugesprochen und seine Rechtsvertreterin als amtlicher Rechtsbeistand eingesetzt. Diese reichte am 21. Januar 2021 eine aktua- lisierte Kostennote zu den Akten, die einen zeitlichen Vertretungsaufwand von insgesamt 14.55 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 150.– so- wie Auslagen in der Höhe von Fr. 170.– ausweist. Der geltend gemachte zeitliche Aufwand erscheint angesichts der konkreten Verfahrensumstände als zu hoch und ist auf 10 Stunden zu kürzen. Unter Berücksichtigung des massgebenden Stundenansatzes von Fr. 150.– für nichtanwaltliche Vertre- terinnen und Vertreter ist der Rechtsvertreterin demnach vom Bundesver-D-1113/2020 Seite 21 waltungsgericht ein amtliches Honorar von Fr. 1’670.– (inkl. Auslagen) aus- zurichten (vgl. Art. 12 und Art. 14 Abs. 2 VGKE). Das amtliche Honorar um- fasst keinen Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE. (Dispositiv nächste Seite) D-1113/2020 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dem amtlichen Rechtsbeistand, MLaw Cora Dubach, wird ein amtliches Honorar zulasten der Gerichtskasse von Fr. 1’670.– zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Simon Thurnheer Bettina Hofmann Versand: