<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00245</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224375&amp;W10_KEY=13045523&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00245</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.09.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 10.04.2025 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Familiennachzug der aktuellen Ehefrau und des Sohnes aus einer früheren Ehe aus Pakistan.] Die Nachzugsfristen von Art. 47 Abs. 1 AIG für den Nachzug der Ehefrau und den Sohn sind abgelaufen, egal ob man auf die vorliegend fehlerhaften pakistanischen Zivilstandsurkunden abstellt oder nicht. Sollte die Hochzeit mit der aktuellen (Ehe-)Frau noch gar nicht stattgefunden haben, wie der Beschwerdeführer neu vor Verwaltungsgericht vorbringt, fehlt es an einer Familienbeziehung, die nach Art. 43 AIG den Nachzug erlaubt (E. 2.2). Es liegt kein wichtiger Grund für einen nachträglichen Nachzug vor: Da der Nachzug der (Ehe-)Frau nicht absehbar ist, verändert sich auch die Betreuungssituation des Sohns in Pakistan nicht. Es besteht keine Kindswohlgefährdung, wenn der 17-Jährige in Pakistan verbleibt und bis zur Volljährigkeit durch die Stiefmutter betreut wird. Weitere Vorbringen des Beschwerdeführers zu einer angeblichen Kindswohlgefährdung erscheinen nicht als glaubhaft (E. 2.4-2.6). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHZUGSFRIST">NACHZUGSFRIST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WICHTIGE FAMILIÃRE GRÃNDE">WICHTIGE FAMILIÃRE GRÃNDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZIVILSTANDSDOKUMENTE">ZIVILSTANDSDOKUMENTE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 47 Abs. 4 AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=68082" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00245</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">27. September 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Dumenig Stiffler. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Familiennachzug,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A ist ein 1981 geborener StaatsangehÃ¶riger Pakistans. Er reiste am 26. August 2002 in die Schweiz ein, nachdem er sich am 20. Dezember 2001 in Pakistan mit einer im Kanton ZÃ¼rich wohnenden Italienerin, geboren 1974, verheiratet hatte. In der Folge wurde ihm eine Aufenthaltsbewilligung und am 13. MÃ¤rz 2008 die Niederlassungsbewilligung erteilt. Die Ehe wurde am 15. April 2009 geschieden.</p> <p class="Urteilstext">A heiratete gemÃ¤ss seinen Angaben am 10. Mai 2009 in Pakistan seine Landsfrau C, geboren 1987. Aus der Ehe soll 2010 der Sohn D hervorgegangen sein. A schloss gemÃ¤ss den von ihm eingereichten Unterlagen am 5. Oktober 2013 in Pakistan zusÃ¤tzlich die Ehe mit E, einer gemÃ¤ss jenen Dokumenten 1978 geborenen Landsfrau. </p> <p class="Urteilstext">Am 20. April 2017 beantragte A den Nachzug fÃ¼r den Sohn D und fÃ¼r C. Nachdem das Migrationsamt ihn auf die verpassten Fristen nach Art. 47 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) aufmerksam gemacht hatte, wurde das Gesuch von A nicht weiterverfolgt und das Verfahren abgeschrieben. </p> <p class="Urteilstext">Die Ehe mit C wurde am 16. Dezember 2019 in Pakistan geschieden. </p> <p class="Urteilstext">Am 22. Dezember 2021 beantragten E und D bei der schweizerischen Botschaft in Pakistan die Einreise in die Schweiz im Familiennachzug zum Ehemann bzw. Vater. Die Botschaft verweigerte gestÃ¼tzt auf die AbklÃ¤rungen ihres Vertrauensanwalts und dessen Bericht vom 15. August 2022 die Beglaubigung verschiedener Zivilstandurkunden. Das Migrationsamt lehnte das Familiennachzugsgesuch am 9. Januar 2023 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen am 6. Februar 2023 von A erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion am 20. MÃ¤rz 2023 ab.</p> <p class="Urteilstext"><b>III.</b></p> <p class="Urteilstext">Am 5. Mai 2023 erhob A Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid vom 6. Februar 2023 aufzuheben und der Ehefrau und dem Sohn der Aufenthalt bei A zu gestatten; eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur VervollstÃ¤ndigung des Sachverhalts zurÃ¼ckzuweisen. Sodann ersuchte er um Sistierung des Verfahrens "um (1) dem BeschwerdefÃ¼hrer Gelegenheit zu geben, um die rechtlichen MÃ¤ngel in seiner Ehe-Urkunde, in der Geburtsurkunde von D sowie im Sorgerechts-Nachweis betreffend D zu beheben und die Ehe sowie die Geburt im Schweizerischen Register einzutragen und (2) in Pakistan Beweismittel fÃ¼r den Verbleib des Sohnes in den Jahren vor Erwirken des Sorgerechtsurteils und stellen des Familiennachzugsgesuchs zu beschaffen." </p> <p class="Urteilstext">Am 9. Mai 2023 verzichtete die Sicherheitsdirektion auf eine Vernehmlassung, das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 12. Mai 2023 wurde das Verfahren einstweilen bis 21. August 2023 sistiert. Diese Sistierung wurde in der Folge auf Gesuch hin bis letztmals am 3. Juni 2024 verlÃ¤ngert. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts auf dem Gebiet des AuslÃ¤nderrechts zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Streitgegenstand ist die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehegatten bzw. Vater, der Ã¼ber die Niederlassungsbewilligung verfÃ¼gt. AuslÃ¤ndische Ehegatten und ledige Kinder unter achtzehn Jahren von Niedergelassenen haben einen Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist, sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind, sich in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verstÃ¤ndigen kÃ¶nnen und die nachziehende Person keine ErgÃ¤nzungsleistungen bezieht oder wegen des Familiennachzugs beziehen kÃ¶nnte (Art. 43 Abs. 1 lit. a â e AIG).</p> <p class="Urteilstext">Der Anspruch auf Familiennachzug muss gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AIG innerhalb von fÃ¼nf Jahren geltend gemacht werden. Kinder Ã¼ber zwÃ¶lf Jahren mÃ¼ssen innerhalb von zwÃ¶lf Monaten nachgezogen werden. Diese Frist beginnt nach Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG bei FamilienangehÃ¶rigen von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern mit der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des FamilienverhÃ¤ltnisses zu laufen. Aufgrund der Ãbergangsregelung von Art. 126 Abs. 3 AIG beginnen die Nachzugsfristen jedoch ab dem 1. Januar 2008 zu laufen, wenn die Einreise vor Inkrafttreten des AIG erfolgt oder das FamilienverhÃ¤ltnis vor diesem Zeitpunkt entstanden ist. Ein Familiennachzug ausserhalb der Fristen wird gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 4 AIG nur bewilligt, wenn wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug bestehen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ehelichte sich nach seiner Darstellung am 5. Oktober 2013 in Pakistan mit E. Die fÃ¼nfjÃ¤hrige Nachzugsfrist endete damit am 5. Oktober 2018. Das Gesuch vom 22. Dezember 2021 ist verspÃ¤tet erfolgt. Sollte die Ehe ­â wie der BeschwerdefÃ¼hrer vor Verwaltungsgericht neu vorbringt â gar noch nicht geschlossen worden sein, wÃ¤re ein Nachzug gestÃ¼tzt auf Art. 43 AIG mangels Familienbeziehung ohnehin nicht mÃ¶glich. Neue beglaubigte Zivilstandsurkunden wurden nicht eingereicht. </p> <p class="Erwgung2">Der Sohn des BeschwerdefÃ¼hrers wurde gemÃ¤ss den vom BeschwerdefÃ¼hrer vorgelegten Urkunden 2010 geboren und ist aus der am 10. Mai 2009 geschlossenen Ehe mit C hervorgegangen. DemgegenÃ¼ber haben die BotschaftsabklÃ¤rungen ergeben, dass die Ehe mit C bereits am 1. Mai 2006 geschlossen worden war und der Sohn D 2007 zur Welt kam. Das Nachzugsgesuch ist â so oder anders â unbestritten verspÃ¤tet erfolgt. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die wichtigen familiÃ¤ren GrÃ¼nde fÃ¼r den nachtrÃ¤glichen Familiennachzug sind in KonformitÃ¤t mit dem Recht auf Familienleben gemÃ¤ss Art. 8 der <span>EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (</span>SR 0.101) bzw. Art. 13 der Bundesverfassung (SR 101) auszulegen (BGE 146 I 185 E. 7.1.1 mit Hinweisen; BGr, 8. Juni 2022, 2C_571/2021, E. 7.2, und 23. Mai 2022, 2C_692/2021, E. 5.1). Der historische Gesetzgeber beabsichtigte beim Erlass von Art. 47 Abs. 4 AIG, die Integration durch einen mÃ¶glichst frÃ¼hen Nachzug der Familienmitglieder zu fÃ¶rdern, indessen nicht, die NachzugsgrÃ¼nde auf nicht vorhersehbare Ereignisse zu beschrÃ¤nken (BGr, 15. September 2022, 2C_375/2022, E. 5.1.1, auch zum Folgenden). PraxisgemÃ¤ss geht das Bundesgericht davon aus, dass eine Familie, die freiwillig jahrelang getrennt gelebt hat, dadurch ihr beschrÃ¤nktes Interesse an einem ortsgebundenen (gemeinsamen) Familienleben zum Ausdruck bringt. In einer solchen Konstellation, in der die familiÃ¤ren Beziehungen wÃ¤hrend Jahren Ã¼ber die Grenzen hinweg besuchsweise und Ã¼ber die modernen Kommunikationsmittel gelebt wurden und dies auch so weitergefÃ¼hrt werden kann, Ã¼berwiegt deshalb regelmÃ¤ssig das der ratio legis von Art. 47 Abs. 4 AIG zugrunde liegende legitime Interesse an der EinwanderungsbeschrÃ¤nkung, solange nicht objektive, nachvollziehbare GrÃ¼nde, welche von den Betroffenen zu bezeichnen und zu rechtfertigen sind, etwas anderes nahelegen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer brachte zur BegrÃ¼ndung seines Nachzugsgesuchs fÃ¼r den Sohn vor, dass er dessen Nachzug aus familiÃ¤ren und menschlichen GrÃ¼nden beantrage. Er wisse nicht, wo sich die Kindsmutter befinde. Sein Sohn werde seit dem Tod seiner Eltern von seiner neuen Ehefrau E betreut. SpÃ¤ter fÃ¼hrte er aus, dass er wegen seiner kranken Mutter seine damalige Ehefrau C und seinen Sohn nicht in die Schweiz habe nachziehen kÃ¶nnen. Im Rekursverfahren machte er demgegenÃ¼ber geltend, dass sein Sohn von der Kindsmutter entfÃ¼hrt und trotz Anzeige bei der Polizei lange Zeit nicht gefunden worden sei. Er habe deshalb nicht frÃ¼her um dessen Nachzug ersuchen kÃ¶nnen. Als er ihn wieder gefunden habe, habe sodann das Sorgerechtsverfahren viel Zeit in Anspruch genommen, weil die Kindsmutter gegen eine Ãbersiedlung des Kindes in die Schweiz gewesen sei. Nun lebe der Sohn bei der Stiefmutter. Er mache sich jedoch Sorgen, dass dem Sohn von der Familie der Kindsmutter wieder etwas angetan werden kÃ¶nnte. Im Beschwerdeverfahren bringt der BeschwerdefÃ¼hrer nunmehr vor, der Sohn kÃ¶nne nicht mehr lÃ¤nger von der Stiefmutter (ohne Anwesenheit des Vaters) betreut werden. Ohnehin wÃ¼rde diese bei Wegfall der rechtlichen Hindernisse aufgrund der nicht beglaubigten Zivilstandsdokumente bald in die Schweiz nachgezogen werden, sodass der Sohn dann ohne Betreuung in Pakistan sei. Die Familie habe nie freiwillig getrennt gelebt, sondern die Trennung habe nur auf der schieren UnmÃ¶glichkeit der Beschaffung der korrekten Dokumente beruht. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Die vertieften AbklÃ¤rungen der Schweizer Botschaft in Pakistan haben ergeben, dass sowohl das Geburtsdatum des Sohnes als auch das Heiratsdatum der Ehe mit C nicht mit den vom BeschwerdefÃ¼hrer eingereichten Urkunden Ã¼bereinstimmen. Der vom BeschwerdefÃ¼hrer eingereichte Ehevertrag mit C ist ebenso wie die Geburtsurkunde des Sohnes ungÃ¼ltig. Auch die Geburtsurkunde der Ehefrau E wurde nicht beglaubigt, da sie ungÃ¼ltig ist. Der Ehevertrag mit E ist weiter fehlerhaft, da die gerichtliche Bewilligung zur Polygamie nicht eingeholt wurde. Die BotschaftsabklÃ¤rungen sind schlÃ¼ssig und nachvollziehbar. Neue Zivilstandsdokumente E betreffend, welche beglaubigt werden kÃ¶nnten, reichte der BeschwerdefÃ¼hrer nicht ein. Auch hat er keine Argumente vorgebracht, welche die von ihm eingereichten Dokumente E betreffend als gÃ¼ltig erscheinen lassen oder weitere AbklÃ¤rungen erforderlich machen wÃ¼rden. Der Nachzug der Ehefrau bzw. Stiefmutter ist damit entgegen dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht absehbar. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b>Es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Sohn des BeschwerdefÃ¼hrers mindestens bis zum Nachzugsgesuch im Jahr 2017 von der Kindsmutter betreut wurde, nachdem die Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers bereits im Jahr 2006 und 2013 verstorben sind. SpÃ¤ter Ã¼bernahm die Stiefmutter die Betreuung, welche diese weiterhin leistet. Die Betreuungssituation hat sich damit nicht wesentlich verÃ¤ndert. Eine GefÃ¤hrdung des Kindswohls bei einem Verbleib des Sohnes in Pakistan ist nicht dargetan, zumal er gemÃ¤ss den Ã¼berzeugenden BotschaftsabklÃ¤rungen bereits 17 Jahre alt ist. Die behauptete EntfÃ¼hrung und die angeblichen Drohungen der mÃ¼tterlichen Familie, dem Sohn "etwas anzutun", wurden weder belegt noch substanziiert behauptet. Nachdem der Teenager sein gesamtes Leben in Pakistan verbracht hat, besteht eine tiefe Verwurzelung in Pakistan. Die Ãbersiedlung zu seinem Vater, mit dem er noch nie zusammenlebte, und die Integration in der Schweiz wÃ¤ren entsprechend mit grossen Schwierigkeiten verbunden. Die WeiterfÃ¼hrung der Betreuung des Sohns durch die Stiefmutter bis zu dessen VolljÃ¤hrigkeit im Juni 2025 ist zumutbar. </p> <p class="Urteilstext">Bei dieser Sachlage erÃ¼brigen sich weitere AbklÃ¤rungen des Sachverhalts. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat seine Aussagen im Lauf des Verfahrens immer wieder angepasst, was seine Argumente nicht als glaubhaft erscheinen lÃ¤sst. DemgegenÃ¼ber sind die Ergebnisse der Untersuchung des Vertrauensanwaltes der Schweizer Botschaft gut dokumentiert und konzis, auch wenn der Ehevertrag mit C vom 1. Mai 2006 nicht bei den Akten liegt. Die in Aussicht gestellten neuen Urkunden wurden vom BeschwerdefÃ¼hrer nicht vorgelegt. Entgegen dem BeschwerdefÃ¼hrer ist damit aber nicht von einem "Beweismittelnotstand" auszugehen. Vielmehr legen die vorliegenden UmstÃ¤nde nahe, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die von ihm vorgelegten pakistanischen Zivilstandsurkunden seiner Ehe mit C und seinen Sohn betreffend anpassen liess sowie die Zweitehe mit E nicht gerichtlich bewilligen liess, damit diese den Erwerb bzw. Erhalt der Niederlassungsbewilligung in der Schweiz nicht gefÃ¤hrdeten. Soweit er deshalb mit dem (erneuten) Nachzugsgesuch von E und seinem Sohn zuwartete, stellt dies selbstredend keinen wichtigen Grund im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AIG fÃ¼r einen spÃ¤teren Nachzug dar. Andere wichtige GrÃ¼nde sind â wie dargelegt â nicht ersichtlich.</p> <p class="Erwgung2">Die Verweigerung der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung an den Sohn erweist sich damit ebenso als rechtmÃ¤ssig wie jene an die Ehefrau.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.7 </b>Die Beschwerde ist abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 120.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'620.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) dem Staatssekretariat fÃ¼r Migration.</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>