Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 9. Mai 2017 (400 17 135) ___________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Rechtsmittel gegen die Gutheissung eines Gesuchs um vorsorgliche Beweisführung; Rechtsschutzinteresse einer gesuchsbeklagten Partei im Rechtsmittelverfahren; schutzwürdiges Interesse gemäss Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO; Anforderungen an die Begründung eines Gesuchs um vorsorgliche Beweisführung zur Verhinderung unzu- lässiger Beweisausforschung Besetzung Präsident Roland Hofmann; Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____ , vertreten durch Advokat Dieter Roth, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal, Kläger gegen B.____ AG , vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bruno Pellegrini, Streiff von Kaenel AG, Bahnhofstrasse 67, Postfach 183, 8622 Wetzikon 2, Beklagte und Berufungsklägerin Gegenstand Vorsorgliche Beweisführung A. Am xx.yy.zz erlitt A.____, wohnhaft in Y.____, auf dem A real der C.____ AG, wo er für die B.____AG mit Sitz in Y.____ als Hilfsarbeiter täti g war, einen Arbeitsunfall. Ihm wurde aufgetragen, die Regenrinne zwischen zwei mit Eternit-P latten eingedeckten Satteldächern der Speditionshalle der C.____AG zu reinigen. Ihm wurde der Weg beschrieben, um auf das Dach zu gelangen, und er wurde angewiesen, die Rinne zugleich als Laufsteg zu benutzen. Auch soll ihm erklärt worden sein, mit Ausnahme des Bereichs der Verschraubungen, die mit Trägern unterfangen waren, nicht auf die nicht tragf ähigen Skobalit-Platten zu treten. Zudem soll ihm ein weiterer Bereich entlang der Wand eines F lachdachs gezeigt worden sein, wo sich ein schmaler Streifen mit begehbaren Eternitplatt en befand, welche als Zugang zur dort liegenden Rinne dienten. Ob und falls ja, welche besonderen Vorkehrungen für die Arbeitssi- cherheit von A.____ notwendig waren, ist offen. Aus nic ht geklärten Gründen stürzte der erwähnte Hilfsarbeiter zwei Stunden nach Aufnahme der Arbeiten durch eine neben der Rin- ne befindliche Skobalit-Platte hindurch und fiel ca. 6 ,5 m in die Tiefe auf den darunter lie- genden Betonboden der Speditionshalle. Bei diesem S turz zog er sich erhebliche Verletzun- gen zu, welche eine vollständige Invalidität zur Folge hatten. B. Mit Eingabe vom 15. Dezember 2015 gelangte A.____ (G esuchskläger) an das Zivil- kreisgericht Basel-Landschaft Ost und beantragte gestützt auf Art. 158 ZPO im Sinne einer vorsorglichen Beweisführung die Einvernahme dreier Personen, welche am Unfalltag auf der erwähnten Baustelle waren, als Zeugen sowie die Befra gung des Gesuchsklägers in Form einer Beweisaussage. Betreffend allfällige seit dem Unfall erfolgte Arbeiten auf der Unfallstel- le und der seither vorgenommenen Sicherheitsmassnahmen w urde ebenfalls die Befragung der diesbezüglich bei der B.____AG verantwortlichen Per sonen im Rahmen einer Beweis- aussage beantragt. Des Weiteren sei die gesuchsbeklagte, ehemalige Arbeitgeberin des Gesuchsklägers zu verpflichten, das gesamte Dossier betreffen d die Arbeiten zu edieren, anlässlich welcher es am 17. Juli 2006 zum fraglichen Unf all gekommen sei, namentlich die von ihr gemachte detaillierte Offerte, die Bestätigun g der Auftraggeberin, die Rechnung(en) sowie allfällige Notizen betreffend den Unfall. Nach e rfolgter Zeugen- und Parteibefragung und Eingang der edierten Unterlagen sei ein Gutachte n über die Einhaltung der Vorschriften der Arbeitssicherheit im Zusammenhang mit diesem Unfa ll einzuholen, wobei die Formulie- rung von Expertenfragen vorbehalten bleibe, alles unter o/e-Kostenfolge (inkl. MWSt) zu Las- ten der Gesuchsbeklagten. Die B.___AG stellte mit Eing abe vom 20. Januar 2016 zunächst einen Ablehnungsantrag und ersuchte um Abtretung des Falles durch die Geschäftsleitung der basellandschaftlichen Gerichte an das Zivilkreisgerich ts Basel-Landschaft West zufolge behaupteter Befangenheit sämtlicher Mitglieder des Zi vilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost. Die Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts Basel-Landsch aft, an welche die Ausstands- sache zur Beurteilung überwiesen wurde, wies das Begehren mit Entscheid vom 5. April 2016 ab. Dagegen erhob die B.____AG Beschwerde in Zivi lsachen beim Schweizerischen Bundesgericht. Mit Urteil vom 20. September 2016 trat das Bundesgericht auf diese Be- schwerde nicht ein mit der Begründung, dass das bundesrech tliche Erfordernis des doppel- ten kantonalen Instanzenzugs nicht eingehalten worden se i, weil das Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, nicht als Rechtsmitteli nstanz sondern als erste und einzige kantonale Instanz über die Ausstandssache befunden habe. Zur Wahrung des Prinzips der „double instance“ sei die Beschwerde nicht ans Bundesge richt, sondern ans Kantonsgericht Basel-Landschaft zu richten, welches einen zweitinstanzlichen Entscheid zu fällen habe. Die Abteilung Zivilrecht überwies die Verfahrensakten sodann an die Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft (Verfügung vom 11. Oktober 2016). Letztere wies die Beschwerde gegen den abschlägigen Au sstandsentscheid mit Urteil der Präsidentin vom 11. Januar 2017 ab. Nachdem dieser Entsc heid in Rechtskraft erwachsen war, gingen die Verfahrensakten zur weiteren Instruktion des vorsorglichen Beweisführungs- verfahrens an das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost zurü ck. Nach erneuter Fristanset- zung durch das Zivilkreisgerichtspräsidium reichte die Gesu chsbeklagte mit Eingabe vom 21. März 2017 ihre Stellungnahme ein, mit welcher sie die Abweisung des Gesuchs um vor- sorgliche Beweisführung des Gesuchsklägers beantragt hat, unter Kosten- und Entschädi- gungsfolgen zu Lasten des Gesuchstellers. Ferner wurde anbegehrt, es sei der Gesuchsklä- ger zu verpflichten, die Parteientschädigung gestützt a uf Art. 99 Abs. 1 lit. d ZPO sicherzu- stellen. Für die Begründungen zu den Parteistandpunkten im zivilkr eisgerichtlichen Verfahren wird - soweit darauf Bezug genommen wird – auf die na chstehenden Erwägungen, im Übri- gen auf die Verfahrensakten verwiesen. C. Am 24. März 2017 verfügte der Präsident des Zivilkreisger ichts Basel-Landschaft Ost folgendes: „ 1. Doppel der Eingabe der Gesuchsbeklagten vom 21 . März 2017 geht an den Gesuchs- kläger zur Kenntnisnahme. 2. Die Parteien werden zwecks vorsorgliche Beweisabnahme z u einer mündlichen Ver- handlung vor das Präsidium des Zivilkreisgerichtes Basel-La ndschaft Ost in Sissach ge- laden (Vorladung erfolgt mit separater Post). 3. Zu der in Ziff. 2 hievor genannten Verhandlung haben der Gesuchskläger sowie die Ver- antwortlichen der Gesuchsbeklagten für die seit dem Un fall vom 17. Juli 2006 erfolgten Arbeiten auf der Unfallstelle und für die seither vorg enommenen Sicherheitsmassnah- men persönlich zu erscheinen. 4. Als Zeugen werden zu der in Ziff. 2 hievor genan nten Verhandlung geladen: D.____, E.____, F.____ Die Gesuchsbeklagte hat dem Zivilkreisgericht Basel-Land schaft Ost bis 12. April 2017 noch die aktuelle Adresse des Zeugen F.____ bekannt zu geben. Diese Frist kann ein Mal erstreckt werden und steht gestützt auf Art. 145 Abs. 2 ZPO während dem gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. a ZPO geltenden Fristenstillstand nicht still. 5. Die Gesuchsbeklagte hat dem Zivilkreisgericht Basel-La ndschaft Ost bis 12. April 2017 darüber hinaus noch das gesamte Dossier betreffend der jenigen Arbeiten einzureichen, anlässlich welcher es am 17. Juli 2006 zum fraglichen Unfall kam, namentlich die von ihr gemachte detaillierte Offerte, die Bestätigung der Auftraggeberin, die Rechnungen sowie allfällige Notizen zum fraglichen Unfall. Diese Frist kan n ein Mal erstreckt werden und steht gestützt auf Art. 145 Abs. 2 ZPO während dem ge mäss Art. 145 Abs. 1 lit. a ZPO geltenden Fristenstillstand nicht still. 6. Über das Gesuch des Gesuchsklägers um Anordnung einer gerichtlichen Expertise wird anlässlich der in Ziff. 2 hievor genannten Verhandlung entschieden. 7. Der Gesuchskläger hat dem Zivilkreisgericht Basel-Landsch aft Ost bis 12. April 2017 einen ersten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zu leisten. Di ese Frist kann ein Mal er- streckt werden und steht gestützt auf Art. 145 Abs. 2 ZPO während dem gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. a ZPO geltenden Fristenstillstand nicht still. 8. Das Gesuch der Gesuchsbeklagten um Verpflichtung des Gesuchsklägers zur Sicher- stellung ihrer Parteikosten wird abgewiesen. Diese Verfügung war mit folgender Rechtsmittelbelehr ung versehen: Gegen Ziff. 7 und 8 der vorliegenden Verfügung kann innert 10 Tagen seit Zustellung schriftlich und begründet Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, Bahnhofplatz 16,4410 Liestal, ein gereicht werden. Für diese Frist gilt der Fristenstillstand gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. a ZPO gestützt auf Art. 145 Abs. 2 ZPO nicht. Die vorliegende Verfügung ist einer allfällige n Beschwerde beizulegen. Mit einer Be- schwerde können eine unrichtige Rechtsanwendung oder eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes gerügt werden. Eine allf ällige Beschwerde ist kostenpflich- tig. Mit einer Beschwerde wird die Rechtskraft der vorli egenden Verfügung nicht gehemmt, es sei denn, dass die Beschwerdeinstanz ausdrücklich die aufschiebende Wirkung erteilt.“ Das Zivilkreisgerichtspräsidium erwog in seiner Begründung, dass nach Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO jederzeit eine vorsorgliche Beweisabnahme anzuord nen sei, wenn die gesuchstellende Partei eine Gefährdung des entsprechenden Beweismitte ls oder ein schutzwürdiges Interes- se an der vorgängigen Beweisabnahme glaubhaft zu machen vermöge. Im vorliegenden Fall könne zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass der vom Gesuchskläger erlittene Unfall eine Schadenersatzpflicht der Gesuchsbeklagten zur Folg e habe. Mit einer vorsorglichen Beweisabnahme könnten die entsprechenden Prozesschancen des Gesuchsklägers gegen- über seiner ehemaligen Arbeitgeberin besser eingeschät zt werden. Somit seien die Voraus- setzungen gemäss Art. 158 ZPO erfüllt und dem Gesuch des Gesuchsklägers könne ent- sprochen werden. D. Am 31. März 2017 gelangte die Gesuchsbeklagte mit ein em Wiedererwägungsantrag an das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost, in welchem si e unter anderem darum ersuch- te, in einer Dispositivziffer der Verfügung ausdrücklich di e Gutheissung des Gesuchs um vorsorgliche Beweisführung festzuhalten. Und für diesen Entscheid sei die Berufung als Rechtmittel zu bezeichnen. Die Vorinstanz wies das Wiedererwägungsgesuch mit Verfügung vom 3. April 2017 im Wesentlichen mit der Begründung a b, die Gutheissung des Gesuchs schliesse das Verfahren vor erster Instanz weder endgültig, noch in einzelnen Bereichen ab. Es liege demnach kein End- oder Zwischenentscheid vor, sondern lediglich eine prozesslei- tende Verfügung, welche gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO nur mit Beschwerde anfechtbar sei, sofern für die Beschwerdeführerin damit im Hinbl ick auf das weitere Verfahren ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil verbunden sei. E. Am 10. April 2017 erhob die B.____AG (Gesuchsbeklagte des vorinstanzlichen Verfah- rens; nachstehend: Berufungsklägerin), vertreten durch R echtsanwalt Dr. Bruno Pellegrini, beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abte ilung Zivilrecht, gegen die Verfügung des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 24. März 20 17 einerseits Berufung und an- dererseits in einer separaten Eingabe Beschwerde. Für die Berufung ist die Verfahrens- nummer 400 17 135 vergeben worden, das Beschwerdeverfah ren wird beim Kantonsgericht unter der Dossiernummer 410 17 136 geführt. F. In der Berufung wird beantragt, es seien die Ziffern 2-6 des angefochtenen Entscheids aufzuheben und es sei das Gesuch des Berufungsbeklagten abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungsbeklagten. In prozessualer Hinsicht sei super- provisorisch anzuordnen, dass die der Berufungsklägerin m it den Ziffern 4 und 5 der ange- fochtenen Verfügung angesetzten Fristen vorsorglich abzunehmen sei. Zur Begründung führt die B.____AG im Wesentlich an, entgegen den Ausführu ngen der Vorinstanz im Erläute- rungsentscheid stelle eine die vorsorgliche Beweisführung anordnende Entscheidung keine blosse prozessleitende Verfügung des Gerichts dar. Vielmehr sei ein derartiger Entscheid als Anordnung einer vorsorglichen Massnahme aufzufassen, die über den eingeklagten An- spruch vor erster Instanz endgültig entscheide. Demnach sei ein solcher Entscheid beru- fungsfähig, sofern der Streitwert mindestens CHF 10‘00 0.00 betrage. Lediglich die zur Ab- nahme der bewilligten Beweisvorkehrungen notwendigen D etail-Anordnungen seien als pro- zessleitende Verfügungen zu qualifizieren, welche gestützt auf Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO mit Beschwerde angefochten werden könnten. Des Weiteren sei die Berufungsklägerin durch den erstinstanzlichen Entscheid beschwert. In formeller H insicht würde sich die Beschwer aus der Abweisung ihrer Anträge im vorinstanzlichen Verfa hren ergeben. Materiell sei sie beschwert, da sie mehrfach verpflichtet werde, an der B eweisaufnahme mitzuwirken, indem sie Zeugenadressen bekanntzugeben habe, dafür besorgt s ein müsse, dass bestimmte Ver- antwortliche aus ihrem Betrieb an der mündlichen Verha ndlung teilnehmen würden und schliesslich auch Geschäftsunterlagen zu edieren seien. In der Sache moniert die Beru- fungsklägerin unrichtige Rechtsanwendung durch die Vo rinstanz. Zunächst wird die Ent- scheidbegründung als ungenügend beanstandet. Diese würde nirgends Bezug auf die ein- lässlichen Einwendungen der gesuchsbeklagten Berufungskläg erin nehmen. Es sei nicht ersichtlich, ob die Vorinstanz auch die Beweisgefährdung geprüft habe und ebenfalls für ge- geben halte. Der Vorderrichter habe sich auch nicht dam it befasst, dass bereits Zeugenaus- sagen, amtliche Berichte und ein Privatgutachten vorläge n und inwiefern trotz dieser Akten anhand der verfügten Beweisvorkehren verbesserte Erkenntn isse für die Beurteilung der Prozesschancen gewonnen würden. Die rudimentären Ausführungen in den Erwägungen der angefochtenen Verfügung kämen einer formellen Rechtsver weigerung gleich. Des Weiteren sei die angefochtene Verfügung fehlerhaft, da mit ihr eine unzulässige Beweisausforschung verfolgt würde. Der Berufungsbeklagte beabsichtige, dur ch die Zeugen- und Parteibefra- gung, die Einsichtnahme in geschäftliche Unterlagen der Berufungsklägerin und durch das gerichtliche Gutachten erst die Erkenntnisse für das für e ine Schadenersatzklage notwendi- ge Klagefundament zu erlangen. Es gehe ihm nicht um d ie beweismässige Klärung umstrit- tener Tatsachen, sondern um die Erweiterung seines Wis sens mit Blick auf die von ihm ins Auge gefasste Zivilklage, wofür jedoch weder das ordentl iche noch das vorprozessuale Be- weisverfahren in Anspruch genommen werden dürfe. Weiter sei das Gesuch um vorsorgliche Beweisführung der Gegenpartei unvollständig, da der B erufungsbeklagte keine Fragen an die Zeugen und Parteien vorformuliert habe. Solche w ären allerdings ins Gesuch aufzuneh- men gewesen, um beurteilen zu können, inwieweit sich diese Fragen tatsächlich auf relevan- te Anspruchsgrundlagen beziehen würden und inwiefern sich für deren vorprozessuale Klä- rung ein schutzwürdiges Interesse anführen lasse. Die Berufungsklägerin erachtet es zudem als unzulässig, im vorsorglichen Beweisaufnahmeverfahren e ine Befragung der gesuchstel- lenden Partei im Rahmen einer Beweisaussage durchzufü hren. Und schliesslich wird auch im Zusammenhang mit der beantragten Expertisierung bem ängelt, dass das Gesuch keine Fragen an den Sachverständigen enthalte, die Schutzwürd igkeit einer vorprozessualen Ex- pertise sich jedoch wiederum nur in Kenntnis der gewünschten Gutachterfragen beantworten lasse. Aufgrund des Vorbehalts eines Entscheids über die Z ulassung einer Begutachtung anlässlich der vorgesehenen mündlichen Verhandlung, wi e ihn die Vorinstanz in der ange- fochtenen Verfügung angebracht habe, sei zu befürchten, dass der diesbezügliche Entscheid erst nach den beabsichtigten Partei- und Zeugenbefragungen ergehen könnte. Faktisch wür- de dadurch dem Ansinnen des Berufungsbeklagten gefolgt, Gutachterfragen auf einem un- zulässig erweiterten Tatsachenfundament beantworten zu lassen. G. Dem superprovisorischen Antrag der Berufungsklägerin auf A bnahme der Fristen ge- mäss den Ziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung h at das Kantonsgerichtspräsidium mit Verfügung vom 11. April 2017 dergestalt entsproche n, als der Berufung diesbezüglich vorläufig die aufschiebende Wirkung zuerkannt wurde. H. In seiner Berufungsantwort vom 24. April 2017 beantra gt A.____ (Gesuchsteller im erstinstanzlichen Verfahren; nachstehend: Berufungsbeklag ter), vertreten durch Advokat Dieter Roth, es sei die Berufung abzuweisen, soweit da rauf einzutreten sei, unter o/e-Kos- tenfolge zu Lasten der Berufungsklägerin. Für den Fall des Unterliegens sei dem Berufungs- beklagten die unentgeltliche Prozessführung und Verbei ständung mit dem Unterzeichneten als Advokat zu gewähren. Im Sinne eines Verfahrensantrages ersucht er um Aussetzung der mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidenten vom 11. April 2017 zuerkannten aufschieben- den Wirkung. Er begründet diese Anträge im Wesentliche n wie folgt: Entgegen der Ansicht der Berufungsklägerin bestehe für eine Berufung kein An fechtungsobjekt. Die Vorinstanz liege mit ihrer Einschätzung richtig, dass es sich bei de r angefochtenen Verfügung, mit wel- cher den Anträgen des Berufungsbeklagten folgend die B eweisaufnahme eingeleitet werde, um eine prozessleitende Verfügung handle. Es liege kein erstinstanzlicher End- oder Zwischenentscheid vor, welcher mit Berufung angefochten werden könnte. Auf die vorlie- gende Berufung sei nicht einzutreten. Ebenso wenig wür de durch die angefochtenen Be- weismassnahmen eine unzulässige Beweisausforschung betrieb en. Im Gesuch um vorsorg- liche Beweisführung sei mit der gebotenen Detaillieru ng dargelegt worden, inwiefern der Be- rufungsbeklagte ein schutzwürdiges Interesse an einer Bew eisabnahme vor der allfälligen Erhebung einer Klage habe. Dort sei ausformuliert, inwiefern die Haftungsbegründung in der Verletzung von Vorschriften der Arbeitssicherheit gemäss A rt. 328 OR liege und wie aus der Sicht des Berufungsbeklagten die behaupteten Sorgfaltsp flichtverletzungen zu beweisen seien. Der Editionsantrag, wonach das gesamte Dossier der Berufungsklägerin betreffend die Arbeiten vom 17. Juli 2006 einzureichen sei, sei h inreichend umschrieben. Das Thema der Zeugenbefragung ergebe sich aus dem Gesuch. Die Zeu gen seien nach ihren eigenen Wahrnehmungen im Zusammenhang mit dem erwähnten Arb eitsunfall zu befragen, was Fragen zur eigenen Funktion und Tätigkeit am fraglichen Tag sowie zur Arbeitssicherheit einschliesse. Der Berufungsbeklagte sei zur Beweisaussage z uzulassen. Im Verfahren nach Art. 158 ZPO gäbe es keine Beweismittelbeschränkung. U nd in der angefochtenen Verfü- gung sei noch keine gerichtliche Expertise angeordnet worden, weshalb die Berufungskläge- rin in diesem Zusammenhang auch nicht beschwert sei. I. Mit Verfügung vom 25. April 2017 hielt der Kantonsge richtspräsident fest, dass sein Entscheid über die aufschiebende Wirkung gemäss Verfügu ng vom 11. April 2017 bis zum Entscheid über die Berufung aufrecht bleibe. Ferner wurde der Schriftenwechsel geschlos- sen und den Parteien der Entscheid gestützt auf die Akten in Aussicht gestellt. Erwägungen 1. Jedes Rechtsmittel setzt ein zulässiges Anfechtungsobjekt vora us. Anfechtbar mit Be- rufung sind erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide sowie erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen, wobei in vermögensrechtlichen Angelegenheiten ein Streit- wert gemäss den zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehre n mindestens CHF 10‘000.00 erreicht sein muss (Art. 308 ZPO). Nicht berufungsfähig e End- und Zwischenentscheide und nicht berufungsfähige erstinstanzliche Entscheide über vo rsorgliche Massnahmen sowie an- dere erstinstanzliche Entscheide und prozessleitende Verfü gungen oder Fälle von Rechts- verzögerung können lediglich mit Beschwerde angefochten w erden (Art. 319 ZPO). Abgese- hen von Beschwerden wegen Rechtsverweigerung oder -ver zögerung bedarf es eines Ent- scheiddispositivs, welches mit einem Rechtsmittel anzufechten ist (für die Berufung, statt vieler: R EETZ , in: ZPO-Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/ Leuenberger [Hrsg.], 3. Aufl., Zürich Basel Genf 2016, Vorbemerkungen zu den Art. 308 – 318 ZPO). Gemäss Art. 238 lit. d ZPO hat ein Entscheid dementsprechend zwingend eine Urteilsformel zu enthalten, in welcher eine Klage oder ein Gesuch teilweise oder voll ständig gutgeheissen bzw. abgewie- sen wird. Die Berufungsklägerin beanstandet die angefoch tene Verfügung in diesem Zu- sammenhang demnach zu Recht. Wie unter lit. C hievor w iedergegeben, wird im Dispositiv der Verfügung des Zivilkreisgerichtspräsidenten vom 24. März 2017 nirgends zum Ausdruck gebracht, wie der Entscheid über das Gesuch des Berufungsbeklagten gemäss Art. 158 ZPO vom 15. Dezember 2015 lautet. Da in der genannten Ver fügung die beantragten vorsorgli- chen Massnahmen angeordnet wurden, kann jedoch zweifelsfr ei davon ausgegangen, dass das Gesuch gutgeheissen wurde. Auch aus den Erwägungen ( S. 2, zweitletzter Spiegel- strich) kann entnommen werden, dass nach Ansicht der Vorin stanz dem Gesuch des Ge- suchsklägers grundsätzlich Folge zu leisten sei. Somit liegt a uch ein Anfechtungsobjekt vor, welches der Rechtsmittelinstanz zur Überprüfung im Rahm en eines Rechtsmittelverfahrens unterbreitet werden kann. Soweit gemäss Verfügung des Z ivilkreisgerichts nebst der implizi- ten Gutheissung des Gesuchs um vorsorgliche Beweisführung zugleich die Einvernahme von Zeugen, die Befragung der Parteien und die Editi on von Urkunden angeordnet werden, stellen diese Beweismassnahmen ebenfalls einem Rechtsmittel zugängliche Anfechtungsob- jekte dar. Einzig unter Dispositiv-Ziffer 6 fehlt es an einer Entscheidung, da dort den Parteien lediglich in Aussicht gestellt wurde, dass an der anzusetzen den, mündlichen Parteiverhand- lung über den Antrag auf Einholung einer Expertise zu entscheiden sein werde. Das Inaus- sichtstellen eines Entscheids stellt jedoch keine anfechtbare Anordnung dar und ist demnach einem Rechtsmittel grundsätzlich nicht zugänglich, es se i denn, es wird Beschwerde wegen Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung geführt, mit welcher das Fehlen oder Ver- schleppen eines Entscheids gerügt werden kann. Da in casu n icht die Rechtsverweigerung zum Prozessthema gemacht wird, sondern die Anordnung vo rsorglicher Beweismassnah- men, ist am Erfordernis eines Anfechtungsobjektes festzuh alten. Dies führt dazu, dass auf die Berufung, soweit sie sich auf die Aufhebung von Disp ositiv-Ziffer 6 der angefochtenen, erstinstanzlichen Verfügung bezieht, nicht eingetreten werden kann. 2. Auf Verfahren betreffend die vorsorgliche Beweisführ ung gelangen von Gesetzes we- gen die Vorschriften über die vorsorglichen Massnahmen zu r Anwendung (Art. 158 Abs. 2 ZPO). Ausnahmen sieht das Gesetz nicht vor. Der Natur de r Sache nach versteht sich aber von selbst, dass die Bestimmungen zu den vorsorglichen Massnah men nicht absolut, son- dern nur soweit Anwendung finden (sog. mutatis mutandis), als es nicht gerade sinnlos wäre. Sofern in vermögensrechtlichen Streitigkeiten der Streitwert von CHF 10'000.00 erreicht wird, unterliegen Entscheide über vorsorgliche Massnahmen der Berufung (Art. 308 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 ZPO). Dies gilt unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Sowohl bei Gutheis- sung als auch bei Abweisung des betreffenden Gesuchs steht die Berufung zur Verfügung. Dass auch gegen Entscheide über die vorsorgliche Beweisf ührung unabhängig vom Verfah- rensausgang die Berufung zulässig sein muss, sofern der er forderliche Streitwert erreicht wird, erscheint deshalb naheliegend (vgl. für die entsp rechende Zürcher Praxis stellvertre- tend, statt vieler: OG ZH LF150020-O/U3 vom 4. Dezembe r 2015 E. 2.1; H OFFMANN - NOVOTNY , ZPO-Rechtsmittel Berufung und Beschwerde, Kommentar zu den Art. 308-327a ZPO, Basel 2013, Art. 308 ZPO N 29 mit Hinweisen). J edenfalls sind keine Gründe ersicht- lich, welche einer mutadis mutandis Anwendung der Bestim mungen zum vorsorglichen Rechtsschutz im Sinne von Art. 158 Abs. 2 ZPO entgegensteh en könnten. Das Kantonsge- richt Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, hatte in ei nem früheren Entscheid zwar noch anders entschieden, indem es bei einem gutheissenden En tscheid nach Art. 158 ZPO als ausschlaggebend erachtete, dass das Verfahren damit nich t mit der Gutheissung des Ge- suchs, sondern erst nach Abnahme der Beweise abgeschloss en werde, weshalb ein solcher Entscheid als verfahrensleitende Verfügung zu qualifizieren sei und somit nicht der Berufung, sondern gemäss Art. 319 lit. b ZPO der Beschwerde unter liege, wenn durch sie ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil drohe (KGEBL 400 13 285 vom 24. Februar 2014 E. 2). Diese formale Betrachtungsweise lässt sich nicht au frechterhalten, wenn man sich die Besonderheiten des vorliegenden Verfahrens nach Art. 1 58 ZPO vergegenwärtigt. Denn der Entscheid nach Art. 158 ZPO ist nicht als Inzidenzentscheid, also als Anordnung des Gerich- tes, welche im Laufe des Verfahrens getroffen wird, kon zipiert. Das angerufene Gericht prüft die in Art. 158 Abs. 1 lit. a und/oder b umschriebene n Voraussetzungen und heisst das be- treffende Gesuch gut oder weist es ab. Obwohl die Th ematik ähnlich wie bei der Beweisver- fügung im Sinne von Art. 154 ZPO ist, rechtfertigt sich eine Gleichstellung mit einer Beweis- verfügung für das bewusst dem ordentlichen Prozess vorgelag erte Verfahren nicht. Denn hier wird nebst der Anordnung einzelner Beweismassnahme n auch über den prozessrechtli- chen Anspruch auf vorsorgliche Beweisabnahme befunden ( so auch OG ZH LF110134 vom 11. April 2012 E. 2.2). Dieser Entscheid ist somit inh altlich nicht verfahrensleitender Natur, sondern einem Zwischenentscheid im Sinne von Art. 237 ZPO gleichzusetzen (H OFFMANN -NOVOTNY a.a.O.). So kann das Kantonsgericht auch durch seinen Entscheid in Gutheissung des Rechtsmittels die Aufhebung des erstinstanzlichen Entsche ids und reformatorisch die Abweisung des Gesuchs nach Art. 158 ZPO herbeiführen. Durch einen solchen Endent- scheid kann zweifelsohne ein bedeutender Zeit- und Kosten aufwand vermieden werden (vgl. OG ZG vom 24. Oktober 2012 E. 2.2, in: GVP/ZG 2012, S. 2). Aufgrund von Art. 237 Abs. 2 ZPO ist ein Zwischenentscheid mit dem gleichen Rec htsmittel wie die Hauptsache anzufechten. Da in der Hauptsache (vorsorgliche Beweis führung) unter Vorbehalt der Streit- wertgrenze von Art. 308 Abs. 2 ZPO die Berufung zulässig ist (Art. 158 Abs. 2 i.V.m. Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO), steht vorliegend dieses Rechtsmittel grundsätzlich offen. Gleiches muss im Verfahren nach Art. 158 ZPO auch für zeitgleich mit der erstinstanzlichen Gutheissung des Anspruchs auf vorsorgliche Beweisführung angeordne te Beweismassnahmen gelten, welche im Hauptprozess bei drohendem, nicht leicht wieder gutzumachendem Nachteil mit Beschwerde anfechtbar wären. Denn durch den Aufhebung sentscheid im Rechtsmittelver- fahren erleiden sie dasselbe Schicksal wie der Anspruch au s Art. 158 ZPO und werden end- gültig abgewiesen. Eine Gabelung des Rechtswegs bedeutet e, dass eine gesuchsbeklagte Partei hinsichtlich der Überprüfung der Voraussetzungen einer vorsorglichen Beweisabnah- me Berufung einlegen und vorsorglich auch Beschwerde g egen die einzelnen angeordneten Massnahmen ergreifen müsste für den Fall, dass die Beruf ungsinstanz den Anspruch auf vorsorgliche Beweisführung bejahen sollte. Die Beschwerdeinstanz hätte bei der Beurteilung der Frage, ob seitens des Beschwerdeführers nicht leicht wieder gutzumachende Nachteile auszumachen sind, vorfrageweise auch zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine vorsorg- liche Beweisaufnahme erfüllt sind. Über dieselbe Frage könnte somit in den beiden Rechts- mittelverfahren unterschiedliche Entscheide gefällt werde n, was unter dem Aspekt der Rechtssicherheit nicht hingenommen werden darf. Das Kant onsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, behandelt deshalb Rügen gegen d ie einzelnen Beweismassnahmen, welche zeitgleich mit der Gutheissung eines Gesuchs um vor sorgliche Beweisführung ange- ordnet werden, im selben Rechtsmittelverfahren, weshalb bei erreichtem Streitwert auch hier die Berufung zulässig sein muss. 3. Gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 ZPO (i.V.m. Art. 158 Abs. 2 ZPO) ist die Beru- fung statthaft, sofern der Streitwert der zuletzt aufre chterhaltenen Rechtsbegehren in vermö- gensrechtlichen Angelegenheiten mindestens CHF 10'000.00 beträgt. Massgebend ist der Streitwert des mit dem in Frage stehenden Beweismittel zu beweisenden Hauptanspruches (OG ZG vom 24. Oktober 2012 E. 2, in: GVP/ZG 2012, S. 2; OG ZH LF150020 vom 4. Dezember 2015 E. 2; S CHWEIZER , Vorsorgliche Beweisabnahme nach schweizerischer Zivilprozessordnung und Patentgesetz, ZZZ 2010 S. 24). Die Berufungsklägerin verweist in der Berufung bei der Streitwertangabe auf die Parte ieingaben vor erster Instanz, wo sie selber den Streitwert mit CHF 3‘000‘000.00 und de r Berufungsbeklagte denselben mit CHF 1‘636‘000.00 beziffert hätten. Der Berufungsbeklagte kommentiert diese Ausführungen in der Berufungsantwort nicht. Da allfällige Haftpfl ichtansprüche des Berufungsklägers deut- lich höher als CHF 10‘000.00 liegen dürften, erübrige n sich weitere Ausführungen zur Streit- wertberechnung und das Kantonsgericht kann sich an diese r Stelle auf die Feststellung be- schränken, dass die gesetzliche Streitwertgrenze für ein e Berufung in vorstehender Sache erreicht wird. 4. Bei der Beanspruchung staatlichen Rechtsschutzes bedarf es immer eines Rechts- schutzinteresses (Art. 59 ZPO). Im Rechtsmittelverfahren u nd somit auch im Berufungsver- fahren wird dementsprechend verlangt, dass der Rechtsmit telkläger durch den erstinstanzli- chen Entscheid in formeller und materieller Hinsicht b eschwert wird (BGE 120 II 5 E. 2a). Formell beschwert ist, wer mit seinen Rechtsbegehren im vorinstanzlichen Entscheid unter- legen ist. Die materielle Beschwer ist gegeben, wenn de r Entscheid durch seine Wirkung die Rechte des Berufungsklägers beeinträchtigt (BGer 4A_34/2 008 vom 9. April 2008 E. 2.3). Der angefochtene Entscheid muss die Partei in ihrer Rech tsstellung treffen, für sie in ihrer rechtlichen Wirkung nachteilig sein, und die Partei muss deshalb an der Abänderung interes- siert sein. Nicht jedes faktische Interesse begründet eine materielle Beschwer, vielmehr ist erforderlich, dass der Rechtsmittelkläger durch den Entsch eid in rechtlich relevanter Weise tangiert ist (KUNZ , ZPO-Rechtsmittel Berufung und Beschwerde, Kommentar zu den Art. 308- 327a ZPO, Basel 2013, vor Art. 308 ff. ZPO N 51). Ei n solches Interesse ist in aller Regel ohne Weiteres gegeben, wenn eine formelle Beschwer v orliegt (BGE 120 II 7 E. 2.a mit wei- teren Hinweisen). Allerdings gibt es auch diesbezüglich Ausnahmen, insbesondere wenn es dem Rechtsmittelkläger trotz formeller Beschwer an einem eigenen, aktuellen Rechtsschutz- interesse fehlt (KUNZ a.a.O. N 52). Die Beschwer ist eine von Amtes wegen zu prüfende Pro- zessvoraussetzung des Rechtsmittelverfahrens. Fehlt sie, so i st auf das Rechtsmittel nicht einzutreten (Z ÜRCHER , in: ZPO-Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 3. Aufl., Zürich Basel Genf 2016, Art. 59 ZPO N 14). Dass die Berufungsklägerin durch die angefochtene Verfüg ung formell beschwert ist, nach- dem sie sich bereits vor erster Instanz mit einem Ablehnu ngsantrag gegen die Anordnung vorsorglicher Beweismassnahmen zur Wehr zu setzen versuchte, erscheint offensichtlich. Eine materielle Beschwer ist damit aber nicht ohne we iteres verbunden, was mit der ratio legis einer vorsorglichen Beweisaufnahme zu erklären is t. Wie das Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, bereits in einem früheren Entscheid anführte, sprechen eini- ge Argumente gegen eine materielle Beschwer der gesuch sbeklagten Partei bei Gut- heissung eines Gesuchs um vorsorgliche Beweisführung (vgl. KGEBL 400 13 285 vom 24. Februar 2014 E. 1). Die Durchführung eines Verfa hrens betreffend vorsorgliche Beweis- führung ist kein typischer Zweiparteienstreit und verschaf ft der mutmasslichen Gegenpartei der Gesuchstellerin nur ein Anhörungsrecht, jedoch keine Mitwirkungspflicht (vgl. Botschaft zur ZPO, S. 7315; Z ÜRCHER , DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, A rt. 158 ZPO N 18; F ELLMANN , in: ZPO-Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberge r [Hrsg.], 3. Aufl., Zürich Basel Genf 2016, Art. 158 ZPO N 31). Eine fehlende Mitwirkung der mut- masslichen Gegenpartei des Hauptprozesses am Verfahren bet reffend vorsorgliche Beweis- führung kann dieser nicht zum Nachteil gereichen, sind do ch im nachfolgenden ordentlichen Prozess die Parteirechte umfassend zu wahren (Z ÜRCHER , DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Art. 158 ZPO N 11; F ELLMANN , ZPO-Komm., Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 3. Aufl., Züri ch Basel Genf 2016, Art. 158 N 46; BRÖNNIMANN , in: BE-Komm. ZPO, Bd. I, Bern 2012, Art. 158 N 27 ; SCHWEIZER , Vorsorgliche Beweisabnahme, in: ZZZ 2010 S. 15). Dass renitentes Ve rhalten bei der vorsorglichen Be- weisaufnahme folgenlos bleiben muss, lässt sich auch aus Ar t. 164 ZPO herleiten, wonach die fehlende Mitwirkung bei der Beweisaufnahme höchsten s bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen ist. Im Verfahren nach Art. 158 ZPO erf olgt jedoch keine Beweiswürdigung. Auch in finanzieller Hinsicht trägt die mutmassliche Geg enpartei kein Kostenrisiko, weil die Gesuchstellerin selbst bei Gutheissung des Gesuchs nebst der Tragung der Gerichts- und Beweiskosten der mutmasslichen Gegenpartei eine Parteien tschädigung zu leisten hat (vgl. BGer 4D_54/2013 E. 3). Das Verfahren nach Art. 1 58 ZPO erfolgt demnach aus- schliesslich im Interesse der Gesuchstellerin, grundsätzlich o hne die Rechtsstellung der mutmasslichen Gegenpartei zu beeinträchtigen. Daraus folg t, dass mangels materieller Be- schwer auf eine Berufung gegen einen vorsorgliche Massnahmen anordnenden Entscheid in der Regel nicht eingetreten werden kann. Auch eine Beweisverfügung nach Art. 154 ZPO im Hauptprozess ist von Gesetzes wegen nicht voraussetzungslos anfechtbar, sondern nur wenn für den Rechtsmittelkläger ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. Ähn- lich muss einer gesuchsbeklagten Partei im Verfahren nac h Art. 158 ZPO die Möglichkeit offenstehen, einen vorsorglichen Massnahmenentscheid ausna hmsweise anfechten zu kön- nen, wenn prozessrechtliche Vorschriften verletzt wurden , welche einen unzulässigen Ein- griff in die Rechtsstellung der betroffenen Partei zu r Folge hätten. Insbesondere verpönte Beweisausforschungen braucht sich auch eine am Verfah ren nicht zur Mitwirkung verpflich- tete gesuchsbeklagte Partei nicht gefallen zu lassen. De r Berufungsklägerin ist beizupflich- ten, dass der vorliegende Fall mit demjenigen, wie ihn das Kantonsgericht im zitierten Ent- scheid 400 13 285 zu beurteilen hatte, insofern nicht v ergleichbar ist, als hier die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung die Mitwirkung der gesuchsbeklagten Partei angeordnet hat (Teilnahme an einer mündlichen Verhandlung, Edition von Urkunden). Wenn auch eine Missachtung dieser Anordnungen sanktions- und folgenlos bl eibt, wird dadurch in die Rechtsstellung der Berufungsklägerin eingegriffen. Wird wie mit der vorliegenden Berufung die prozessrechtliche Zulässigkeit der einzelnen Beweismas snahmen gerügt, ist auf das Rechtsmittel einzutreten und die vorsorglich angeordnet e Beweisführung einer Überprüfung durch die Rechtsmittelinstanz zu unterziehen. 5. Für vorsorgliche Massnahmen ist das summarische Verfahren an wendbar (Art. 248 lit. d ZPO). Die Berufung ist daher gemäss Art. 158 Abs. 2 i.V.m. 311 Abs. 1 und Art. 314 Abs. 1 ZPO innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides beziehungsweise seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schr iftlich und begründet einzu- reichen. Die summarisch begründete Verfügung des Präsid enten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 24. März 2017 wurde gemäss Sped ierungsvermerk in den Akten der Vorinstanz am 28. März 2017 versandt und ging somit frühestens am 29. März 2017 bei den Parteien ein. Das Fristende fällt somit frühestens auf Samstag, 8. April 2017, so dass die Rechtsmittelfrist von zehn Tagen mit Postaufgabe der Be rufung am Montag, 10. April 2017, in jedem Fall eingehalten wurde (Art. 142 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 143 Abs. 1 ZPO). Der Kos- tenvorschuss für das Rechtsmittelverfahren in Höhe von CH F 1‘500.00 wurde geleistet. Ge- mäss Art. 316 ZPO kann die Rechtsmittelinstanz eine Verh andlung durchführen, aufgrund der Akten entscheiden (Art. 316 Abs. 1 ZPO) oder einen zweiten Schriftenwechsel anordnen (Art. 316 Abs. 2 ZPO). Diese Regelung stellt es ins Er messen der Rechtsmittelinstanz, das für den konkreten Fall Geeignete vorzukehren (VOLKART , in: DIKE-Kommentar ZPO, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Art. 316 ZPO N 1). Die vorli egende Sache erscheint ohne weiteres spruchreif, so dass bereits nach dem ersten Schriftenwechse l aufgrund der Akten zu ent- scheiden ist. Zuständig für die Beurteilung der Berufun g ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgericht s. Die Berufungsklägerin rügt eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV bezüglich der ungenügenden Entscheidbegründung und im Übrigen die Missachtung des Ausforschungsverbots sowie der damit zusammenhängenden rechtlichen Bestimmungen, mithin alles unrichtige Rechtsa nwendungen und demnach im Sinne von Art. 310 lit. a ZPO zulässige Rügen im Beru fungsverfahren. Da auch die weiteren Voraussetzungen des Rechtsmittelverfahrens erfüllt sind (Ar t. 59 ZPO), ist auf die Berufung mit dem Vorbehalt, wie unter Ziffer 1 hievor am Ende erwogen, einzutreten. 6.1 Wie die Berufungsklägerin zu Recht moniert, beschränkte si ch der Zivilkreisgerichts- präsident in der angefochtenen Verfügung darauf festzu stellen, dass sich die gesuchsbe- klagte Partei einer vorsorglichen Beweisführung widerset ze. Wie den Vorakten zu entneh- men ist, hat sie ihren Ablehnungsantrag allerdings einlässlich begründet. Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 53 Abs. 1 ZPO). Di eser Anspruch ist auch grundrecht- lich gewährleistet (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK). Für eine Partei muss nachvoll- ziehbar sein, welche Überlegungen einem Entscheid zu Gru nde gelegt wurden. Der An- spruch auf rechtliches Gehör der unterliegenden Partei gebietet, dass sich eine richterliche Behörde mit deren Standpunkt auseinandersetzt. Im summarischen Verfahren darf eine Ent- scheidbegründung zwar etwas weniger detailliert bleiben. Immerhin in den Grundzügen sollte jedoch erwogen und erläutert werden, weshalb die un terliegende Partei mit ihren Argumen- ten nicht gehört werden kann, es sei denn, diese wären offensichtlich ohne rechtliche Rele- vanz. Die Berufungsklägerin legte vor erster Instanz dar, w eshalb sie die Voraussetzungen nach Art. 158 ZPO als nicht erfüllt erachte. Dem ersti nstanzlichen Entscheid ist inhaltlich hierzu nichts zu entnehmen. Ebenso trifft der Einwand der Berufungsklägerin zu, wonach unklar sei, ob die Vorinstanz die geltend gemachte Bew eisgefährdung als Anwendungsfall von Art. 158 ZPO überhaupt geprüft habe und ebenfall s als gegeben halte. Mit Blick auf ein allfälliges Rechtsmittelverfahren muss es einer Partei ab er möglich sein, sich in einer Rechtsmitteleingabe mit einem vorinstanzlichen Entscheid auseinanderzusetzen. Werden mit Bezug auf die Parteistandpunkte überhaupt keine E ntscheidungsgründe ausformuliert, wird dies einer Partei in einem Berufungsverfahren nat urgemäss verunmöglicht. Die Vor- instanz muss sich deshalb den Vorwurf einer ungenügenden Begründung gefallen lassen. Auch weist das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, einmal mehr darauf hin, dass das Aneinanderreihen von verschiedenen Entscheidungsgründen sachverhaltlicher und rechtlicher Art in einem Satz mit einer Vielzahl e inzelner Spiegelstrichen (sog. „In Erwägung, dass“-Begründung) unter dem Aspekt des rech tlichen Gehörs problematisch erscheint. Eine derartige Begründungsform sollte Fälle n vorbehalten werden, in welchen der Sachverhalt überschaubar ist und die zu entscheidenden Re chtsfragen einfach sind. In tat- sächlich oder rechtlich komplexeren Fallkonstellationen, in welchen auf mehrere unterschied- liche Parteistandpunkte Bezug zu nehmen ist, erweist sich eine solche Kurzbegründung oft als entweder schwer verständlich oder dann als unvollständig . So oder anders ist das Risiko hoch, dass sie sich im Rechtsmittelverfahren als ungenügend herausstellt. 6.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur . Die Verletzung dieses Rechts führt ungeachtet der Erfolgsaussichten des Rechtsmittels in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGer 5P.407/2003 vom 25. Februar 2004 E. 2.1). Aus- nahmsweise kann eine nicht besonders schwerwiegende Verle tzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die M öglichkeit erhält, sich vor einer Rechts- mittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprü- fen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinau s – im Sinne einer Heilung des Man- gels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen füh- ren würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellte n) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu ver einbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3). Das Kantonsgericht prüft den erstinstanzlichen Entscheid als Berufungsinstanz mit voller Kognition (Art. 310 ZPO). Wie sich nachstehend ze igen wird, kommt das Kantonsge- richt Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, zum Schluss, dass die Voraussetzungen einer vorsorglichen Beweisführung gemäss Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO in casu im Grundsatz erfüllt sind. Die formelle Rechtsverweigerung der Vorinstanz ist somit im vorliegenden Berufungs- verfahren heilbar, weshalb von einer Rückweisung der An gelegenheit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung ausnahmsweise abgesehen werden kann. 7. Gemäss Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO nimmt ein Gericht jederzeit Beweis ab, wenn die gesuchstellende Partei eine Gefährdung der Beweismittel oder ein schutzwürdiges Interesse glaubhaft macht. 7.1 Im Zusammenhang mit den beantragten Zeugenbefragungen hat der Berufungsbeklag- te vor erster Instanz ausgeführt, dass der fragliche Unfa ll aus dem Jahre 2006 bereits einige Zeit zurück liege. Es bestehe deshalb die Gefahr, dass be i längerem Zuwarten die Erinne- rung der Zeugen an die damaligen Geschehnisse abnehme oder gar ganz entfallen könnte. Eine frühere Aufbietung dieser Personen zu einer Befragung habe sich nicht aufgedrängt, da zunächst der Abschluss der SUVA- und IV-Verfahren abzuwar ten gewesen sei. Auch habe bis noch ins Jahr 2014 die Hoffnung auf ein Einlenken d er Haftpflichtversicherung der Beru- fungsklägerin bestanden. Zudem steige die Wahrscheinlichke it, dass ein Zeuge zufolge Wegzugs nicht mehr auffindbar sei oder eine Einvernahme wegen Krankheit erschwert oder verunmöglicht werde. Ersteres habe sich durch den Wegzug des beantragten Zeugen F.____ bereits bewahrheitet. Soweit der Berufungsbekla gte Ausführungen zur Gefährdung der Einholung einer Expertise über die Arbeitssicherheit gemacht hat, braucht an dieser Stel- le nicht näher darauf eingegangen zu werden, da bezü glich der vorsorglichen Expertisierung (Ziffer 6 der angefochtenen Verfügung) mangels Vorli egen eines Entscheids bzw. Anfech- tungsobjekts auf die Berufung nicht eingetreten werden kann (vgl. vorstehende E. 1). Die Berufungsklägerin hat bereits im erstinstanzlichen Ve rfahren eine konkrete Beweismit- telgefährdung in Abrede gestellt. Insbesondere sei nich t rechtsgenüglich dargetan worden, weshalb die Einvernahme der drei namentlich erwähnten Personen als Zeugen konkret ge- fährdet sein soll. Dass die Befragung eines Zeugen im vorliegenden Fall über nähere Umstände eines Unfalls, der sich vor mehr als 8 Jahren zugetragen hat, bei länger em Zuwarten für einen allfälligen Haftpflichtprozess als nutzlos erweisen könnte, darf als no torisch bezeichnet werden. Inwie- fern dieser Umstand als selbstverschuldet zu gelten hat, da es der Berufungsbeklagte unter- lassen hat, zu einem früheren Zeitpunkt eine vorsorgliche Befragung der involvierten Perso- nen zu veranlassen, kann offen bleiben. Denn unabhängig von einer Beweismittelgefährdung besteht Anspruch auf vorsorgliche Beweisabnahme, sofern ein schutzwürdiges Interesse glaubhaft gemacht werden kann (Art. 158 Abs. 1 lit. b letzter Satzteil). Da dies dem Beru- fungsbeklagten in casu gelingt (siehe nachstehende Erwägungen), braucht auch nicht weiter untersucht zu werden, ob das Nachlassen des Erinnerungsv ermögens von Zeugen über- haupt eine vorsorgliche Beweisführung zu rechtfertigen vermag, da ja das abnehmende Erinnerungsvermögen in der Natur dieses Beweismittels l iegt (F ELLMANN , in ZPO Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/ Leuenberger (Hrsg,), Zürich/B asel/Genf 2016, 3. Aufl., Art. 158 ZPO N 14a, u.a. mit Hinweis auf BGer 4A_118/ 2012, E. 2.1). 7.2 Die Berufungsklägerin bemängelt das Gesuch der Gegense ite, indem sie den Bestand eines schutzwürdigen Interesses auf Seiten des Berufungsbe klagten im Sinne von Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO in Abrede stellt. Zur Glaubhaftmachu ng eines solchen Interesses an einer vorsorglichen Beweisführung genüge die blosse Behauptun g eines Bedürfnisses, Beweis- und Prozessaussichten abklären zu wollen, nicht. Es müsse auch bezüglich eines Gesuchs- motivs eine nachvollziehbare Glaubhaftmachung vorliegen. D iese fehle vorliegend. Ebenso sei eine vorsorgliche Beweisführung nicht mehr zuzulassen, wenn die Einreichung einer Zi- vilklage aufgrund der Sachlage möglich und zumutbar sei. Der Berufungsbeklagte verfüge über genügend Informationen und Beweismittel (Privatg utachten, Berichte der SUVA und des Bauinspektorates sowie Protokolle der Befragungen involvierter Arbeiter aus der Straf- untersuchung), um einerseits ihre Erfolgsaussichten ein er Klage abschätzen und gegebe- nenfalls einen Haftpflichtprozess lancieren zu können. Der Berufungsbeklagte verweist in seiner Berufungsantwo rt auf sein Gesuch vor erster Instanz vom 15. Dezember 2015. Dort sei hinreichend dargelegt, um was es gehe. Der Beru- fungsbeklagte habe ein schützenswertes Interesse, vor einer allfälligen Ergreifung der mate- riellen Schadenersatzklage sachdienliche Beweise abnehmen zu lassen. Im Gesuch sei hin- reichend dargelegt worden, inwiefern die Haftungsbegr ündung in der Verletzung von Vor- schriften der Arbeitssicherheit gemäss Art. 328 OR liege und wie aus seiner Sicht die be- haupteten Sorgfaltspflichtverletzungen zu beweisen seien. Gemäss Art. 158 ZPO hat der Gesuchsteller ein schutzwürdi ges Interesse an einer vorsorg- lichen Beweisabnahme glaubhaft zu machen. Er hat hierzu darzulegen, dass ein Sachverhalt vorliegt, gestützt auf den ihm das materielle Recht eine n Anspruch gegen den Gesuchsgeg- ner einräumt, und zu dessen Beweis das abzunehmende Be weismittel dienen kann. Mit der blossen Behauptung eines Bedürfnisses, Beweis- und Prozessaussichten abzuklären, ist ein schutzwürdiges Interesse noch nicht glaubhaft gemacht. Allerdings dürfen die Anforderungen an die Glaubhaftmachung nicht überspannt werden, geht es doch beim Verfahren der vor- sorglichen Beweisabnahme noch nicht um die Prüfung der Begründetheit des Hauptan- spruchs (BGE 138 III 76 E. 2.4.2; BGE 140 III E. 2.2.2 ; jeweils mit Hinweisen). Lediglich für Tatsachen, die mit dem vorsorglich abzunehmenden Bewe ismittel bewiesen werden sollen, kann keine eigentliche Glaubhaftmachung verlangt werden, denn sonst würde der Zweck von Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO, die vorprozessuale Abkl ärung von Prozessaussichten zu er- möglichen, vereitelt. Stellt das abzunehmende Beweismi ttel das einzige dar, mit dem der Gesuchsteller seinen Anspruch beweisen kann, muss es genügen, dass er das Vorliegen der anspruchsbegründenden Tatsachen lediglich substanziiert b ehauptet (BGE 138 III 76 E. 2.7.2 mit Hinweis auf Z ÜRCHER , in: DIKE-Kommentar ZPO, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Art. 158 ZPO N 15). Das Kantonsgericht bejaht ein schutzwürdiges Interesse des Berufungsbeklagten im oben umschriebenen Sinne. Insofern ist der Vorinstanz beizupfl ichten, gemäss welcher ein Haft- pflichtanspruch des Arbeitnehmers gegenüber der Arbeiternehmerin gestützt auf Art. 328 OR zumindest nicht ausgeschlossen werden könne. In seinem Gesuch an die Vorinstanz hat der Gesuchsbeklagte detailliert aufgeführt, welche konkreten Pflichtverletzungen der Gegenseite nach seiner Meinung vorzuwerfen seien und aus welchen t atsächlichen Begebenheiten er diese hergeleitet wissen will (vgl. S. 13-15 des Gesuchs vom 15. Dezember 2015). Dort wur- den mehrere Vorgaben und Bestimmungen zu Arbeitsschutz und Unfallverhütung aus dem Verantwortungsbereich eines Arbeitgebers zitiert (Gew ährleistung eines sicheren Zugangs, Schutzmassnahmen zur Absturzsicherung), welche im vorliegen den Fall nicht eingehalten worden sein sollen. Dass aus den erlittenen gravierenden Verletzungen ein namhafter Scha- den entstanden sein kann, der bei Vorliegen einer So rgfaltspflichtverletzung durch die Ar- beitgeberin zu ersetzen wäre, erscheint nachvollziehbar , so dass ein materieller Anspruch des Berufungsbeklagten aus dem fraglichen Arbeitsunfall m ehr als nur behauptet erscheint. Wird weiter in Betracht gezogen, dass an die Glaubhaf tmachung eines schutzwürdigen Inte- resses im Sinne von Art. 158 ZPO generell keine allzu hoh en Anforderungen gestellt werden sollten, ist dem Berufungsbeklagten der Anspruch auf vorsorgliche Beweisführung im Grund- satz erst recht zuzugestehen. 7.3 Die Berufungsklägerin ist zudem der Ansicht, dass kein schu tzwürdiges Interesse be- stehe, wenn eine Klageerhebung aufgrund der Sachlage möglich und zumutbar sei. Diese Meinung wird teilweise auch in der Literatur vertrete n, wonach die vorsorgliche Beweisfüh- rung zur Beurteilung der Prozesschancen geeignet und n otwendig sein müsse. Würden schon einige Unterlagen vorliegen, welche eine Abschätzun g der Erfolgsaussichten zulies- sen, bestünde kein Anspruch auf vorsorgliche Beweisfüh rung (ZÜRCHER a.a.O. N 16). Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, steht einer solchen Beschränkung des Anspruchs auf vorsorgliche Beweisführung kritisch gegenüb er (so auch F ELLMANN , in: ZPO Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Z ürich/Basel/Genf 2016, 3. Aufl., Art. 158 ZPO N 20 mit Hinweisen). Denn hierfür fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage. Sodann kennt auch der vorsorgliche Rechtsschutz, auf welche n in Art. 158 Abs. 2 ZPO ver- wiesen wird, keine entsprechende Regelung. Letztlich kan n diese Frage jedoch offengelas- sen werden. Denn im Zusammenhang mit Privatgutachten h at das Bundesgericht ausdrück- lich festgehalten, dass diese als Bestandteil der Parteivo rbringen und nicht als eigentliche Beweismittel gelten würden und daher nicht genügten, um die Prozesschancen zuverlässig abklären zu können. Ein schutzwürdiges Interesse an der vor sorglichen Abnahme eines ge- richtlichen Gutachtens lasse sich daher nicht willkürfrei verneinen, sofern der Gesuchsteller glaubhaft gemacht habe, dass ein Sachverhalt vorliege, gestützt auf den ihm das materielle Recht einen Anspruch gegen die Gesuchsgegnerin gewähre (BGE 140 III 24 E. 3.3.3 mit Verweis auf BGE 132 III 83 E. 3.4 oder BGE 140 III 16 E. u.a. mehr). Insofern zielt die Be- gründung der Berufungsklägerin mit der Zumutbarkeit de r Einleitung eines Haftpflichtprozes- ses ins Leere, wenn sie behauptet, der Berufungsbeklagte könne seine Erfolgsaussichten im Hinblick auf eine Zivilklage aufgrund des bestehenden Par teigutachtens der G.____AG be- reits hinreichend abschätzen. Des Weiteren wurden die i m vorsorglichen Massnahmeverfah- ren als Zeugen angerufenen F.____ und D.____ am Unf alltag durch die Polizei befragt. Al- lerdings sind sie nicht als Zeugen im engeren Sinne (unt er Hinweis auf die Wahrheitspflicht und die Strafbarkeit falschen Zeugnisses), sondern als sog. Beteiligte einvernommen wor- den. Dies ergibt sich aus den bei den Akten der Vorinstan z liegenden Polizeiprotokollen. Die Befragung wurde im Hinblick auf eine Strafuntersuchung durchgeführt, welche mit dem Thema eines Zivilprozesses nicht deckungsgleich sein muss. Di e dritte Person, welche im vorsorglichen Beweisführungsverfahren als Zeuge befragt werden soll (E.____), wurde durch die Polizei offenbar nicht kontaktiert. Auch aus dem bestehenden Aktenmaterial über die Befragung allfälliger am Unfall Beteiligter lässt sich deshalb für die Prognosen eines Haft- pflichtprozesses wenig ableiten. Bei den von der Beruf ungsklägerin angeführten Berichten (Schreiben der SUVA vom 24. Juli 2006 und Bericht des Bauinspektorates vom 28. August 2006; Beilagen 13 und 15 zum Gesuch vom 15. Dezember 2015 bei den Akten der Vor- instanz), welche zuhanden der Strafuntersuchungsbehörd e verfasst wurden, besteht be- weismässig ein Vorbehalt hinsichtlich der Verwertbarkeit im Zivilverfahren, weil auch hier die Beweisthemen unterschiedlich sein können. Beide Berichte , der eine entsprechend auch als Kurzgutachten bezeichnet, sind zudem nur summarisch begründ et, weshalb sie den inhaltli- chen Anforderungen an eine gerichtliche Expertise niem als genügen würden und in einem Haftpflichtprozess auch nicht als Entscheidungsgrundlage n dienen könnten. Selbst wenn man also der Ansicht der Berufungsklägerin folgte, dass ke in Anspruch auf vorsorgliche Be- weisführung bestünde, wenn hinreichend Aktenmaterial für den Hauptprozess vorliegen wür- de und die Erhebung einer Klage somit möglich und zum utbar wäre, führte dies im vorlie- genden Fall nicht zu einem anderen Ergebnis, weil die Aktenlage für die Beurteilung von Prozesschancen alles andere als ausreichend bezeichnet werden muss. 7.4 Als Zwischenfazit kann somit festgehalten werden, dass der Berufungsbeklagte ein schutzwürdiges Interesse an einer vorsorglichen Beweisführ ung generell hinreichend glaub- haft gemacht hat. 8. Dass einem Gesuch um vorsorgliche Beweisführung nicht eo ipso zu entsprechen ist, wenn der Gesuchsteller ein schutzwürdiges Interesse an eine r vorprozessualen Beweisab- nahme glaubhaft gemacht hat, scheint die Vorinstanz übersehen zu haben. 8.1 Wie auch im Hauptprozess ist auch im Verfahren nach Art. 158 ZPO das Beweisthema einzugrenzen. Die beweisführende Partei hat hinreichen d zu substantiieren, welche Tatsa- che(n) mit einem Beweismittel bewiesen werden soll (B RÖNNIMANN a.a.O. N 14). Dies ist al- lein schon aufgrund des Anspruchs auf rechtliches Gehör der Gegenpartei geboten. Diese muss wissen, zu welchen Sachverhaltselementen Beweis abgenommen werden soll, um ihre Prozessrechte bei der Beweiserhebung (Mitwirkung und Antritt eines allfälligen Gegenbewei- ses) und letztlich bei der Prozessabwehr wahren zu können. Eine Beweisausforschung (sog. „fishing expeditions“) ist deshalb unzulässig. Dies wird im Gesetz vor allem im Zusam- menhang mit der Edition von Urkunden erwähnt. Nach den Vorgaben der ZPO (Art. 177 Abs. 1 ZPO) dient die Herausgabe von Urkunden nämlich nicht der Klärung eines Sachver- halts, sondern zu dessen Beweis. Die zu edierenden Urkun den und deren Inhalt müssen daher so genau bezeichnet werden, dass der Gesuchsgegner sie ohne Schwierigkeiten er- mitteln kann. Editionsbegehren, die etwa die «Vorlag e der gesamten Buchhaltung» verlan- gen, darf der Richter daher nicht stattgeben (FELLMANN a.a.O. N 17b). Das Kantonsgericht ist der Auffassung, dass für die Frage der Zulässigkeit der e inzelnen möglichen Beweismittel stets zu berücksichtigen ist, dass im vorsorglichen Beweisau fnahmeverfahren, mithin im Stadium vor der Einleitung eines Hauptprozesses, das ei gentliche Prozessthema oder das Klagefundament noch nicht im Detail umschrieben wurd e. Dies führt dazu, dass bereits im Verfahrenseinleitenden Gesuch um vorsorgliche Beweisfüh rung selber, im Gegensatz zu einer Klagebegründung im ordentlichen Verfahren, verlangt werden muss, dass das jeweilige Beweisthema mit Bezug auf die beantragten Beweismassna hmen ausführlich umschrieben wird. Insofern schliesst sich das Kantonsgericht auch der i n der Lehre mehrheitlich vertrete- nen Auffassung an, dass es primär in der Verantwortung d es Gesuchstellers liegt, dem Ge- richt in seinem Gesuch die erforderlichen Angaben zum Sa chverhalt zu machen und den Umfang der beantragten Beweisführung zu bestimmen. Dies hat zur Folge, dass es in Ab- weichung der Art. 172, 185, 191 bzw. 192 ZPO in einem ersten Schritt ihm obliegt, dem Ge- richt die Fragen zu unterbreiten, die es Zeugen, Parteien oder Sachverst ändigen stellen soll (FELLMANN a.a.O. N 26c mit Hinweis auf zahlreiche weitere Autoren). Die weitere Verfahrens- instruktion, insbesondere der Entscheid über die inhaltl iche Zulässigkeit der einzelnen Fra- gen und die definitive Formulierung derselben, wie si e letztlich dem Zeugen, Experten oder der Partei unterbreitet werden, liegt dann wie im B eweisverfahren eines Hauptprozesses in der Hauptverantwortung des Gerichts (F ELLMANN a.a.O. N 26e). Fehlen jedoch hinreichende Angaben zum Beweisthema oder wird kein Fragenkatalog zu handen des Gerichts für die Einvernahme von Zeugen, die Befragung von Parteien, di e Entgegennahme einer Beweis- aussage oder die Anordnung einer gerichtlichen Experti se eingereicht, ist ein entsprechen- des vorsorgliches Beweisführungsgesuch abzuweisen. Um der G efahr einer unzulässigen Beweisausforschung entgegenzuwirken, ist von einer gesuc hstellenden Partei zu verlangen, dass sie auch für die beantragte Edition von Urkunden durch die Gegenpartei nicht nur hin- reichend bestimmt anzugeben hat, welche Urkunden im ein zelnen herausverlangt werden, sondern auch welches der beweisthemenmässige Hintergrund für dieses vorsorgliche Be- weisabnahmebegehren ist. In Ermangelung entsprechender Angaben ist ein Gesuch um vorsorgliche Beweisführung abschlägig zu entscheiden. 8.2 Die Berufungsklägerin bemängelt das Gesuch der Gegensei te im vorinstanzlichen ver- fahren vom 15. Dezember 2015 in diesem Zusammenhang zu Recht. Mit Ausnahme eines Beweisantrages betreffend Parteibefragung (S. 10 obe n) fehlt es der Eingabe des Gesuch- stellers an einer sachverhaltlichen Zuordnung von Bewei sthemen zu den einzelnen Beweis- massnahmen. Und auch bei der beantragten Parteibefragu ng ist nicht klar ersichtlich, auf welchen Teil des behaupteten Unfallhergangs Bezug genom men wurde. Ebenso hat es der Gesuchsteller versäumt, einen Fragenkatalog für die Einve rnahme der beantragten Zeugen, die Befragung der Parteien im Rahmen einer Beweisaus sage oder die Anordnung einer ge- richtlichen Expertise einzureichen. Auf den Antrag auf A ktenedition (Ziffer 4 der Rechtsbe- gehren) wird in der Gesuchsbegründung nicht hinreiche nd Bezug genommen. Es wird nir- gends erklärt, welche Tatsachen mit diesen Unterlagen b ewiesen werden sollen. Die fragli- che Eingabe muss hinsichtlich der einzelnen Beweisthemen insgesamt als unsubstantiiert und deshalb als ungenügend bezeichnet werden. Mangels V orliegen eines erforderlichen Fragenkatalogs ist es darüber hinaus auch unvollständig, weshalb die Vorinstanz den Be- weisanträgen nicht hätte entsprechen dürfen. 8.3 Die Berufungsklägerin beanstandet am erstinstanzlichen Ent scheid auch, dass sich das Zivilkreisgerichtspräsidium zu ihrem Einwand, die Bef ragung einer gesuchstellenden Partei im Rahmen einer Beweisaussage im vorsorglichen Beweisführungsverfahren sei un- zulässig, ausgeschwiegen habe. Obwohl der Gesetzeswortlaut von Art. 158 ZPO keine Bewe ismittelbeschränkung vorsieht, wird in der Lehre die Ansicht vertreten, dass das vorsorg liche Beweisaufnahmeverfahren nicht dazu führen dürfe, die von der Beweisabnahme b etroffene Person in ihrer zukünftigen Prozessführung und Verteidigung einzuengen; die persön liche Befragung der Gegenpartei und die Beweisaussage seien daher nicht zuzulassen (F ELLMANN a.a.O. N 30). Nachdem sich das vorliegend zu beurteilende Gesuch aus anderen Gr ünden als unzulässig erwiesen hat, braucht sich das Kantonsgericht auch nicht mit dem von der Berufungsklägerin in die- sem Zusammenhang erhobenen Einwand zu befassen. Die Beur teilung der Frage einer all- fälligen Beweismittelbeschränkung im Verfahren nach Ar t. 158 ZPO kann demnach aus- drücklich dahin gestellt bleiben. 9. Zusammenfassend kommt das Kantonsgericht deshalb zum Schluss, dass dem vorlie- genden Gesuch um vorsorgliche Beweisführung zwar ein schut zwürdiges Interesse zugrun- de liegt, dieses jedoch den weiteren gesetzlichen Anfor derungen punkto Eingrenzung des Beweisthemas, wie unter den Ziffern 8.1 und 8.2 hievor dargelegt, nicht zu genügen vermag. Dies führt in Gutheissung der Berufung zur Aufhebung d es erstinstanzlichen Entscheids und letztlich zur Abweisung des Gesuchs um vorsorgliche Beweisfü hrung. Da sich der Beru- fungsbeklagte die Beantragung einer gerichtlichen Expertise nach durchgeführter Zeugenbe- fragung und dem Vorliegen der beantragten Akten vorb ehalten hat, die genannten Beweis- abnahmen im Rahmen des vorliegenden Verfahrens jedoch nicht erfolgen können, wird so- mit auch der vorinstanzliche Entscheid über die Zulässigkei t eines vorsorglich angeordneten Sachverständigengutachtens hinfällig. Das Verfahren hat demnach als abgeschlossen zu gelten und es verbleibt dem Vorderrichter, noch den Ko stenentscheid für das zivilkreisge- richtliche Verfahren zu fällen. 10. Für den Fall des Unterliegens beantragt der Berufung sbeklagte für das Rechtsmittel- verfahren die unentgeltliche Rechtspflege. Er gelte als IV-Bezüger als prozessual bedürftig. Zudem sei er weder von seiner Ausbildung noch von seiner psychischen Verfassung her in der Lage, die vorliegende Angelegenheit ohne juristi schen Beistand zu führen. Die Einrei- chung eines Zeugnisses zur Erlangung der unentgeltlichen Rechtspflege werde auf Wunsch noch nachgereicht. Gemäss Art. 117 ZPO hat grundsätzlich Anspruch auf unen tgeltliche Rechtspflege, wer zur Prozessführung nicht über die erforderlichen Mittel verf ügt und dessen Rechtsposition nicht aussichtslos erscheint. Allerdings besteht dieser Anspru ch nicht für jedwede Verfahrensart. Das Bundesgericht hat ausführlich dargelegt, weshalb das Institut der unentgeltlichen Rechtspflege im Verfahren nach Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO bei schutzwürdigem Interesse einer gesuchstellenden Partei unabhängig von ihrer B edürftigkeit nicht zur Verfügung steht (BGE 140 III 12). Der Staat beschränkt sich darauf, so d as Bundesgericht, den Einzelnen dann zu unterstützen, wenn er ohne finanzielle Unterstü tzung eines Rechts verlustig gehen würde oder sich gegen einen als unzulässig erachteten Eingriff nicht wehren könnte. Im Ver- fahren um vorsorgliche Beweisabnahme zur Abklärung von Prozessaussichten besteht diese Gefahr eines Rechtsverlusts gerade nicht, wenn ihr die vo rsorgliche Abnahme beantragter Beweise verweigert wird. Denn im Verfahren der vorsor glichen Beweisführung nach Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO stehen keine (materiellrechtlichen) Rechte oder Pflichten der Parteien zur Beurteilung. Es geht ausschliesslich darum, das Vorhandensei n gewisser Tatsachen be- weismässig zu klären. Daran ändert nichts, dass das schutzw ürdige Interesse an der Be- weisabnahme durch das Gericht voraussetzt, dass die gesuchste llende Partei einen An- spruch gegen die Gesuchsgegnerin glaubhaft machen muss, zu dessen Beweis das bean- tragte Beweismittel dienen kann. Damit soll vielmehr sichergestellt werden, dass das gericht- liche Verfahren zur vorsorglichen Beweiserhebung nicht ohne Rechtsschutzinteresse in An- spruch genommen wird. Da im Verfahren um vorsorgliche Be weisführung nach Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO nicht über materiellrechtliche Recht e oder Pflichten der Parteien zu ent- scheiden ist, besteht grundsätzlich kein Anspruch auf unen tgeltliche Rechtspflege. Das Ge- richt hat in diesem Verfahren denn auch nicht zu beurt eilen, wie aussichtsreich die von der gesuchstellenden Partei erwogene Klage ist. Es ist nur erforderlich, aber auch genügend, dass die gesuchstellende Partei einen Sachverhalt glaub haft macht, aus dem sie die von ihr behaupteten Klageansprüche ableiten kann. Wenn die gesu chstellende Partei aber ein schutzwürdiges Interesse nachweist, hat sich das Gericht in d iesem Verfahren darauf zu beschränken, die beantragten Beweise lege artis abzunehmen. Das Verfahren nach Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO soll ausschliesslich der interessierte n Partei ermöglichen, über die Einrei- chung der Klage zu entscheiden. Das Gericht hat sich in d iesem Verfahren zur Aussicht der beabsichtigten Klage nicht zu äussern (BGE 140 III 12 E . 3.3.1, 3.3.3 und 3.3.4). Das Kan- tonsgericht teilt die Sichtweise des Bundesgerichts, we shalb dem Gesuch des Berufungsbe- klagten um unentgeltliche Rechtsprechung von vornherein nicht entsprochen werden kann. Des Weiteren fehlt es dem Gesuch an hinreichend substa ntiierten Angaben zu den gesam- ten wirtschaftlichen Verhältnissen des Gesuchstellers. Alle in durch die Tatsache, dass er eine IV-Rente bezieht, ist seine Bedürftigkeit jedenfa lls nicht glaubhaft gemacht. Sodann mangelt es dem Gesuch an bezifferten und mit Unterlagen dokumentierten Angaben zu des- sen Einkommen und monatlich wiederkehrenden Verpflich tungen. Auch über dessen Ver- mögenssituation ist nichts bekannt, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege auch aus diesen Überlegungen abzuweisen gewesen wäre. 11. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten des Berufungsverfahrens zu befinden. Massgebend für die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen sind die Bestimmungen der Art. 95 ff. ZPO. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Die Berufungsklä gerin dringt mit ihren Rechtsbegehren gemäss Berufung vom 10. April 2017 grossmehrheitlich du rch. Ausser hinsichtlich der bean- tragten Aufhebung von Ziffer 6 der erstinstanzlichen Verfügung, auf welche mangels Anfech- tungsobjekt nicht einzutreten ist (vgl. E. 1 a. E.), g ilt sie als obsiegend. Für den Kostenent- scheid ist das Nichteintreten allerdings vernachlässigbar, z umal der in Aussicht gestellte Entscheid über die Einholung einer Expertise mit Blick auf die Hauptstreitpunkte des Rechts- mittelverfahrens von untergeordneter Bedeutung erschein t. Daraus folgt, dass sowohl die Gerichts- als auch die Anwaltskosten dem Berufungsbeklagt en als unterliegende Partei auf- zuerlegen sind. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 1‘500. 00 festgelegt (§ 9 Abs. 2 lit. b der Verordnung über die Gebühren der Gerichte [Gebührent arif, GebT, SGS 170.31]). Die Par- teientschädigung ist gemäss Art. 105 Abs. 2 ZPO gestützt auf die kantonale Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO; SGS 178.112) festzuse tzen. Der Rechtsvertreter der Be- rufungsklägerin hat darauf verzichtet, eine Honorarnote einzureichen, weshalb das Kantons- gericht die Parteientschädigung, welche vorliegend nach Aufwand zu bemessen ist, von Am- tes wegen nach Ermessen festzusetzen hat (§ 18 Abs. 1 i.V .m. § 2 Abs. 1 TO). Ausgehend von einem geschätzten Stundenaufwand von 15 Stunden und einem Ansatz von CHF 250.00 pro Stunde (vgl. § 3 Abs. 1 TO) ergibt dies ein Gesamt honorar von CHF 3‘750.00 zuzüglich Auslagen von CHF 50.00 (geschätzt). Der obsiegenden Part ei sind die Vertretungskosten nur dann zuzüglich Mehrwertsteuer zuzusprechen, sofern sie dies beantragt und sofern sie ihrem Anwalt die Zahlung der Mehrwertsteuer schuldet und letztere nicht als Vorsteuer ab- ziehen kann (KGEBL 400 11 38 vom 9. Mai 2011, E. 4.5) . Bereits wegen Fehlen eines ent- sprechenden Antrags ist auf der Parteientschädigung zu Gu nsten der Berufungsklägerin keine Mehrwertsteuer zuzusprechen. Und selbst wenn ein solcher vorläge, wäre davon aus- zugehen, dass die Berufungsklägerin als Aktiengesellschaft me hrwertsteuerpflichtig und so- mit auch berechtigt wäre, die ihr von ihrem Anwalt in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer als Vorsteuer abzuziehen, was zum gleichen Ergebnis führte. Demnach wird erkannt : ://: 1. Die Berufung wird gutgeheissen, soweit darauf eingetr eten wird. Demnach gelten die Dispositiv-Ziffern 2-5 der Verfügun g des Zivilkreis- gerichtspräsidenten Basel-Landschaft Ost im Verfahren Nr. 170 15 2494 II vom 24. März 2017 als aufgehoben mit der Folge, dass das Gesuch um vorsorgliche Beweisführung des Berufungsbeklagten vom 15. Dezember 2015 abgewiesen wird. 2. Das Gesuch des Berufungsbeklagten um unentgeltliche Recht spflege für das Berufungsverfahren wird abgewiesen. 3. Die Gerichtsgebühr von CHF 1‘500.00 wird dem Berufungsbeklagten auferlegt. Der Berufungsbeklagte hat der Berufungskläg erin eine Partei- entschädigung von CHF 3‘800.00 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher