Seite 1 Entscheid vom 2. Dezember 2016 (510 16 73) __________________________________________________ ___________________ Geschäftsfahrzeug Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader, Steuer richter M. Zeller, Dr. L. Schneider, Gerichtsschreiberin i.V. K. Hänggi Parteien A. ____ , Rekurrent gegen Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 33 , 4410 Liestal, Rekursgegnerin betreffend Staatssteuer 2014 Seite 2 Sachverhalt: 1. Mit Veranlagungsverfügung vom 24. März 2016 wurde d er Pflichtige zur Zahlung der Staatssteuer 2014 in Höhe von Fr. 20‘696.35 veranlagt. 2. Mit Eingabe vom 4. April 2016 erhob der Pflichtig e mit dem sinngemässen Begehren, es sei das Fahrzeug Porsche 911 Carrera 4S als Geschäftsvermögen zu qualifizieren, Einsprache. Zur Begründung führte er u.a. aus, bei der Anschaffu ng des neuen Porsches würde es sich ganz offensichtlich um eine Ersatzbeschaffung handeln. Aus d en jeweils eingereichten Erfolgs- rechnungen gehe hervor, dass er immer zwei Geschäftsfahrzeuge aufgeführt habe, da stets der Plural „Fahrzeuge“ verwendet worden sei. Nachdem über Jahre hinweg immer zwei Fahrzeuge als Geschäftsvermögen akzeptiert worden seien und sich die e ntsprechenden Verhältnisse nicht geändert hätten, bestehe kein Grund, von der bish erigen Praxis abzuweichen. Würde es sich zeigen, dass nur ein Fahrzeug dem Geschäftsvermögen zu geordnet werden könne, so wäre dies der neu angeschaffte Porsche. 3. Mit Einsprache-Entscheid vom 3. August 2016 wies die Steuerverwaltung die Einspra- che ab und führte aus, es sei erst durch ein Telefonat im Zusammenhang mit den eingereichten Unterlagen offenkundig geworden, dass der Pflichtige zw ei Geschäftsfahrzeuge in der Erfolgs- rechnung geltend machen würde, wobei nur ein Fahrzeug akzeptiert werden könne. 4. Mit Schreiben vom 26. August 2016 erhob der Rekurr ent mit den Begehren, 1. Es sei der Einsprache-Entscheid vom 3. August 2016 aufzuheben u nd das Erwerbseinkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Umfang der vorgenomme nen Abschreibung für das Ge- schäftsfahrzeug Marke Porsche Carrera in Höhe von Fr. 40‘7 92.-- auf insgesamt Fr. 473‘782.-- (Ziff. 150 der Veranlagung) festzulegen, 2. Unter Ko stenfolge, Rekurs. Zur Begründung machte er u.a. geltend, er verfüge über insgesamt sechs Person enwagen. Daher sei es sehr wohl am Platz, zwei davon ausschliesslich dem Geschäftsvermögen zuzuweisen. 5. Mit Vernehmlassung vom 16. September 2016 beantra gte die Steuerverwaltung die Ab- weisung des Rekurses. Zur Begründung führte sie aus, es werde anerkannt, dass der Rekur- Seite 3 rent grundsätzlich auf ein Fahrzeug angewiesen sei. Es sei jedoch nicht sachgerecht, neben dem als Geschäftsfahrzeug verbuchten BMW ein zweites Fahr zeug als geschäftsnotwendig zu bezeichnen und mittels Abschreibungen über den Geschäfts aufwand zu buchen, solange das erste noch in den Büchern erscheine. 6. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die P arteien an ihren Begehren fest. Über- dies machte der Rekurrent geltend, er benötige für die Ausübung seiner selbständigen Erwerbs- tätigkeit als B.____ zwei Fahrzeuge, da er im Falle ei nes Defekts am Fahrzeug auf das andere zurückgreifen müsse. Zudem könne er entscheiden, welches Fahrzeug er dem Geschäfts- oder dem Privatvermögen zuordnen möchte. Dieses Wahlrecht w erde ihm jedoch dadurch verwehrt, indem die Steuerverwaltung den neu angeschafften Por sche dem Privatvermögen zugeordnet und den BMW im Geschäftsvermögen belassen habe. Vielmehr wolle er, für den Fall, dass nur ein Fahrzeug akzeptiert werde, den Porsche dem Geschäft s- und den BMW dem Privatvermö- gen zuweisen. Das Steuergericht zieht in Erwägung: 1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu- ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurt eilung des vorliegenden Rekurses zu- ständig. Gemäss § 129 Abs. 2 StG werden Rekurse, deren u mstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 8'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten und zwei Richte- rinnen und Richtern des Steuergerichts beurteilt. Da di e in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten. 2. Der Beurteilung unterliegt vorliegend, ob der ne u erworbene Porsche dem Privat- oder Geschäftsvermögen zuzuweisen ist und ob die Steuerverwal tung dem Pflichtigen das Wahl- recht über die Zuordnung seiner Wirtschaftsgüter verwehr t hat. Vorab ist jedoch darüber zu be- finden, ob die Steuerverwaltung an die langjährige A kzeptanz zweier Geschäftsfahrzeuge ge- bunden ist und dadurch den neu erworbenen Porsche nich t hätte dem Privatvermögen zuord- nen dürfen. Seite 4 a) Gemäss § 109 Abs. 1 StG sind die Einschätzungsbehörde n verpflichtet, für eine richtige und gleichmässige Anwendung des Gesetzes zu sorge n. Sie haben in diesem Sinne alle Abänderungen der Selbsttaxation vorzunehmen, die sich aufgrund der Akten sowie aus der Kenntnis der persönlichen Verhältnisse des Steuerpflichtigen ergeben. b) Der Grundsatz von Treu und Glauben findet nicht nu r im Privatrecht, sondern ebenfalls im öffentlichen Recht und insbesondere auch im Steuerrecht Anwendung. Allerdings ist seine Tragweite im Steuerrecht, das vom Grundsatz de r Gesetzmässigkeit der Besteuerung beherrscht ist, geringer als in anderen Rechtsgebieten ( Blumenstein/Locher, System des schweizerischen Steuerrechts, 7. Auflage, Zürich 2016, S. 33, m.w.H.). Die in einer früheren Steuerperiode getroffenen Taxationen entfalten grund sätzlich keine Rechtskraft für spätere Veranlagungen. Vielmehr kann die Steuerbehörde im Ra hmen jeder Neuveranlagung eines Steuerpflichtigen sowohl die tatsächliche als auch die r echtliche Ausgangslage vollumfänglich überprüfen und, soweit erforderlich, abweichend würdi gen. In Rechtskraft erwächst jeweils nur die einzelne Veranlagung, die als befristeter Verwalt ungsakt ausschliesslich für die betreffende Steuerperiode Rechtswirkungen entfaltet. Die späteren Veranlagungen sind daher jederzeit einer erneuten umfassenden Überprüfung zugänglich (Steuerentscheid [StE] 1997 B 93.4 Nr. 4, m.w.H.; Bundesgerichtsentscheid [BGE] 2P.153/2002 vom 29. November 2002, E. 4.2). c) Vorliegend wurde bei der Veranlagung der Steuerpe riode 2014 offenkundig, dass der Rekurrent über mehrere Jahre hinweg zwei Geschäfts fahrzeuge geltend gemacht und die entsprechenden Abschreibungen und Autokosten nach Abzu g des Privatanteils jährlich der Er- folgsrechnung belastet hat. Da die Steuerverwaltung led iglich die Aufwendungen des neu er- worbenen Porsches im Rahmen des Veranlagungsverfahrens der Staatssteuer 2014 nicht ak- zeptierte und die bereits in Rechtkraft erwachsenen Ver anlagungsverfügungen der Vorjahre nicht neu veranlagte, handelte sie rechtens, da, wie h iervor ausgeführt, die Steuerbehörde bei jeder Neuveranlagung eines Pflichtigen die Ausgangslage vollumfänglich überprüfen und ab- weichend würdigen kann, sofern es sich nicht um eine bere its in Rechtkraft erwachsene Veran- lagung handelt. Daran ändert auch nichts, dass der Pflichtige in seinen Erfolgsrechnungen stets den Plural „Fahrzeuge“ verwendet hat, da in der Rechnu ngslegung in der Regel die Mehrzahl verwendet wird, so z.B. auch Maschinen und nicht Maschine. Ergänzend ist zu erwähnen, dass der Rekurrent nicht geltend machte, dass ihm Zusicherunge n für eine künftige Behandlung ge- geben worden wären, welche allenfalls die Veranlagun gsbehörden binden würden (Blumen- stein/Locher, a.a.O., S. 33). Seite 5 3. Da nun die Gebundenheit an die langjährige Akzept anz zweier Geschäftsfahrzeuge ver- neint wurde, unterliegt vorliegend der Beurteilung, ob der neu erworbene Porsche dem Privat- oder Geschäftsvermögen zuzuweisen ist und ob die Steuerve rwaltung dem Pflichtigen das Wahlrecht über die Zuordnung seiner Wirtschaftsgüter verwehrt hat. a) Nach § 24 lit. b StG […] gelten alle Vermögenswert e als Geschäftsvermögen, die ganz oder vorwiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen […]. Da diese Bestimmung mit Art. 8 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung d er direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) sowie mit Art. 18 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DB G) identisch ist, rechtfertigt es sich, zur Auslegung auch die Rechtsprechung und Literatur zum DBG bzw. StHG beizuziehen. b) Wirtschaftsgüter können aufgrund ihrer Beschaffenheit und konkreten Zweckbe- stimmung notwendiges Geschäfts- oder notwendiges Privatverm ögen bilden oder Alternativgü- ter darstellen, d.h. sowohl zum Geschäfts- wie auch zum P rivatvermögen gehören. Für die Ab- grenzung ist massgebend auf die technisch-wirtschaftliche F unktion des Vermögenswertes ab- zustellen; Geschäftsvermögen wird angenommen, wenn es tatsächlich dem Geschäft dient (vgl. BGE 2C_515/2013 vom 27. November 2013, E. 2.1; BGE 13 3 II 420, E. 3.2, m.w.H.). Daneben können als weitere Abgrenzungskriterien im Einzelfall d ie äussere Beschaffenheit des Vermö- genswertes, dessen tatsächliche Nutzung, die Herkunft der Mittel zu dessen Finanzierung, das Erwerbs- oder Veräusserungsmotiv, die zivilrechtlichen Eige ntumsverhältnisse und auch des- sen buchmässige Behandlung dienen (BGE 2A.44/2006 vom 17 . November 2006, E. 2.2, m.w.H.). Dient ein Alternativgut gleichzeitig sowohl privaten wie auch geschäftlichen Zwecken, spricht man von gemischten Gütern. Die Zuweisung zum Gesc häfts- oder Privatvermögen er- folgt in diesen Fällen nach der sogenannten Präponder anzmethode (Amschwand, Geschäfts- vermögen oder Privatvermögen? Eine Übersicht, publ. in: SteuerRevue [StR] 2000, S. 481 ff.). Nach der Präponderanzmethode werden ab dem 1. Januar 1995 diejenigen gemischt, d.h. teils geschäftlich, teils privat, genutzten Objekte, die ganz oder vorwiegend der selbstständigen Er- werbstätigkeit dienen, in ihrer Gesamtheit dem Geschäft svermögen zugewiesen. Die nicht vor- wiegend geschäftlich genutzten Objekte gehören demgegenü ber gesamthaft zum Privatvermö- gen, auch wenn sie teilweise geschäftlich genutzt werden (BGE 133 II 420, E. 3.3, m.w.H). Ein Vermögenswert dient dann vorwiegend der selbstständige n Erwerbstätigkeit, wenn er zu mehr als 50% geschäftlich genutzt wird (Reich, in: Zweifel/A thanas [Hrsg.], Kommentar zum Schwei- zerischen Steuerrecht I/2a, 2. Auflage, Basel 2008, Art . 18 N 55; Richner/Frei/Kaufmann/Meu- ter, Handkommentar zum DBG, 2. Auflage, Zürich 2009, Art. 18 N 107, m.w.H.). Seite 6 c) Die Frage, ob ein Aufwand geschäftsmässig begründet ist , beantwortet die Be- triebs- oder Unternehmungswirtschaftslehre. Geschäftsmässig begründet sind Kosten, wenn sie aus unternehmungswirtschaftlicher Sicht vertretbar ersche inen; nach der Rechtsprechung sind Aufwendungen dann geschäftsmässig begründet, wenn sie mit dem erzielten Erwerb unter- nehmungswirtschaftlich in einem unmittelbaren und dire kten (organischen) Zusammenhang stehen (BGE 124 II 29, E. 3c; BGE 113 lb 114, E. 2; B GE 2C_104/2010 vom 23. Juni 2010, E. 2.2.1, in: StE 2010 B 27.6 Nr. 16). Somit muss al les, was nach kaufmännischer Auffassung in guten Treuen zum Kreis der Unkosten gerechnet werde n kann, steuerlich als geschäftsmäs- sig begründet anerkannt werden. Dabei spielt es keine Ro lle, ob ein Betrieb auch ohne den in- frage stehenden Aufwand ausgekommen wäre und ob diese r Aufwand im Sinne einer rationel- len und gewinnorientierten Betriebsführung zweckmässig war (vgl. auch BGE 113 Ib 114, E. 2c; BGE 2P.153/2002 vom 29. November 2002, E. 3.2, in: S tE 2003 B 72.14.2 Nr. 31). Nicht dazu zählen namentlich Aufwendungen, welche die Gesellschaft e inzig für den privaten Lebensauf- wand des Aktionärs oder einer ihm nahestehenden Person erbringt. Sie dürfen nicht unter dem Vorwand von Geschäfts- oder Repräsentationsspesen als Geschä ftsaufwand verbucht werden (BGE 2C_697/2014 vom 1. Mai 2015, E. 2.2, m.w.H.). 4. a) Vorliegend handelt es sich bei dem neu erworbene n Porsche um ein Alternativ- gut, da Personenwagen sowohl privat als auch geschäftlich genutzt werden können. Nach der Präponderanzmethode, welche bei Alternativgütern zur A nwendung gelangt, wird das Wirt- schaftsgut dann dem Geschäftsvermögen zugewiesen, wenn es ü berwiegend, d.h. zu mehr als 50%, geschäftlich genutzt wird. Aufgrund der Tatsachen, d ass der Rekurrent vier weitere Fahr- zeuge in seinem Privatvermögen hält und sein beruflich es Engagement als selbständiger B.____ sowie Referent kaum Zeit für private Fahrten übrig lässt, kann davon ausgegangen werden, dass der neu angeschaffte Porsche gemäss der Präpo nderanzmethode aufgrund überwiegender geschäftlicher Nutzung dem Grundsatz nach dem Geschäftsvermögen zuzuwei- sen ist, wobei jedoch berücksichtigt werden muss, dass der Pflichtige zur Ausübung seiner selbständigen Erwerbstätigkeit lediglich auf ein Fahrzeu g angewiesen ist, da er zur gleichen Zeit nur ein Fahrzeug benutzen kann. Der Begründung des Pflichtigen, beide Fahrzeuge seien dem Geschäftsvermögen zuzuordnen, da im Falle eines Defekts auf das zweite zurückgegriffen werden müsse, kann nicht gefolgt werden, da ihm bei t atsächlichem Ausfall des Geschäftsfahr- zeuges zugemutet werden kann, die Dienstleistungen der ö ffentlichen Verkehrsmittel sowie der Taxiunternehmen zu beanspruchen oder eines seiner im P rivatvermögen gehaltenen Fahrzeu- Seite 7 ge zu verwenden. Nach dem Gesagten kann lediglich ein Fahrzeug als betriebsnotwenig quali- fiziert und dem Geschäftsvermögen zugordnet werden. b) Da vorliegend nur ein Fahrzeug dem Geschäftsvermöge n zugewiesen werden kann, stellt sich nunmehr die Frage, welches der beiden F ahrzeuge, mithin der BMW oder der neu angeschaffte Porsche, Geschäftsvermögen darstellt. Der Rekurrent erwarb im Jahre 2009 den dem Geschäftsvermögen zugeordneten BMW und schrieb diesen jährlich erfolgswirksam ab, sodass er in der vorliegend strittigen Steuerperiod e 2014 in der Bilanz noch mit einem Wert von Fr. 1.-- verbucht war. Daneben befand sich seit dem Jahre 2005 ein Porsche in der Bilanz, welcher zulasten der Erfolgsrechnung abgeschrieben wurde. Dieser wurde im Jahre 2014 durch ein neueres Modell ersetzt, wobei der alte Porsche, we lcher einen Buchwert von Fr. 11'770.-- aufwies, zu einem Preis von Fr. 39‘900.-- dem Kaufpre is des neuen Porsches angerechnet wurde. Aufgrund der Tatsachen, dass der BMW bereits in den Steuerperioden der Vorjahren von der Steuerverwaltung als Geschäftsvermögen anerkannt wurde und über die Zuordnung des neu erworbenen Porsches in der Steuerperiode 2014 erstmals zu befinden war, ist es rich- tig, dass der BMW weiterhin dem Geschäftsvermögen und de r Porsche, welcher als Ersatz für das zweite Geschäftsfahrzeug angeschafft wurde, dem Privatvermögen zuzuordnen ist. Daraus folgt, dass die geltend gemachten Aufwendungen des P orsches in Höhe von Fr. 40‘792.-- nicht geschäftsmässig begründet sind und folglich in der Erfolg srechnung aufzurechnen sind. Eben- falls sind die wiedereingebrachten Abschreibungen des a lten Porsches, welche sich aus der Differenz des Buchwerts in Höhe von Fr. 11‘770.-- und d em Eintauschpreis von Fr. 39‘900.-- errechnen lassen, mithin Fr. 28‘130.--, in der Erfolg srechnung aufzurechnen. Dies wurde von der Steuerverwaltung in der Veranlagungsverfügung vo m 23. März 2016 entsprechend vorge- nommen und ist demnach nicht zu beanstanden. c) In diesem Zusammenhang machte der Rekurrent an der heutigen Verhandlung geltend, ihm werde das Wahlrecht über die Zuordnung seiner Fahrzeuge zum Geschäfts- und Privatvermögen verwehrt, indem die Steuerverwaltung in der Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2014 vom 23. März 2016 und im Einsprache-E ntscheid vom 3. August 2016 den Porsche dem Privatvermögen zugeordnet und lediglich den BMW als Geschäftsvermögen ak- zeptiert habe. Vielmehr wolle er den neu angeschaffte n Porsche dem Geschäftsvermögen und den BMW dem Privatvermögen zuweisen. Da Personenwagen sowohl privat als auch geschäft- lich genutzt werden können und sie deshalb Alternativg üter darstellen, ist es richtig, dass es im vorliegenden Fall dem Rekurrenten überlassen ist, welc hes Fahrzeug er als Geschäfts- oder Privatvermögen qualifizieren möchte, sofern die Vorausset zung der überwiegenden Nutzung Seite 8 erfüllt ist. Der Pflichtige verkennt jedoch, dass die fr eie Zuordnung in casu voraussetzt, dass lediglich ein Fahrzeug dem Geschäftsvermögen zugewiesen werden darf. Befindet sich bereits ein Fahrzeug in der Bilanz und möchte der Pflichtige ein neues dem Geschäftsvermögen zu- ordnen, so muss zunächst für das bisherige Fahrzeug eine Pr ivatentnahme zum Verkehrswert vorgenommen werden, bevor das neu erworbene Fahrzeug d em Geschäftsvermögen zugewie- sen werden kann. Somit hätte der Rekurrent im Geschäftsja hr 2014 zunächst den BMW ins Privatvermögen überführen müssen, bevor er den neu erw orbenen Porsche dem Geschäfts- vermögen hätte zuweisen können. Die erst mit der Einsprach e vom 3. August 2016 - rückwir- kende - Wahl des Geschäftsfahrzeuges ist damit verspätet er folgt, woraus zu schliessen ist, dass nachträglich die Überführung für das hier strittige Steuerjahr 2014 nicht mehr vorgenom- men werden kann. Da somit keine Überführung erfolgte, darf die Steuerverwaltung dieselbe nicht anstelle des Pflichtigen vornehmen. Somit wurde in der Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2014 vom 23. März 2016 und im Einsprache-En tscheid vom 3. August 2016 das Wahlrecht des Pflichtigen nicht verletzt. 5. Gestützt auf § 125 Abs. 2 StG, wonach dem Steuerge richt die gleichen Befugnisse wie den Einschätzungsbehörden zustehen, unterliegt abschliessen d der Beurteilung, welche ver- mögenssteuerrechtliche Auswirkung die Zuordnung des neu er worbenen Porsches zum Privat- vermögen nach sich zieht. a) Gemäss § 41 StG Abs. 1 unterliegt das gesamte Reinver mögen der Vermögens- steuer. Das Vermögen wird, soweit die nachstehenden Best immungen nichts Abweichendes vorschreiben, zum Verkehrswert bewertet (§ 42 Abs. 1 StG). b) Nach der Wegleitung zur Steuererklärung 2014 der Steuerverwaltung Basel- Landschaft ( www.steuern.bl.ch ), S. 45 Ziff. 815 (Wegleitung 2014) sind private Fah rzeuge wie folgt zu bewerten: Herstellungsjahr Steuerwert in % des Ne u- wertes 2014 70 2013 50 2012 je nach Zustand 35 bis 40 Seite 9 2011 je nach Zustand 20 bis 35 2010 und früher je nach Zustand 5 bis 30 c) Der Rekurrent hält neben dem neu erworbenen Porsche vier weitere Fahrzeuge im Privatvermögen. In der Steuererklärung 2014 gab er die Personenwagen Marke BMW Z3 1997 und BMW Compact 1998, wobei beide mit einem Ste uerwert von Fr. 250.-- aufgeführt sind, sowie einen BMW Z4 2009 mit einem steuerlich zu berücksichtigenden Wert von Fr. 9‘660.-- an. Diese Steuerwerte wurden von der Ste uerverwaltung mit Veranlagungsverfü- gung der Staatssteuer 2014 vom 21. März 2016 akzeptiert und sind gestützt auf die Wegleitung 2014 nicht zu bemängeln. Des Weiteren hält der Pflicht ige in seinem Eigentum einen Porsche 911 2013, welcher bei einem Neuwert von Fr. 225‘000 .-- mit einem Wert von Fr. 112‘500.-- (50% von Fr. 225‘000.--) in der Steuererklärung 2014 aufgeführt ist. Die Steuerverwaltung hat jedoch mit Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2014 vom 21. März 2016 den Wert auf Fr. 157‘500.-- (70% von Fr. 225‘000.--) erhöht. Korrekterweise sind jedoch 50% des Neuwertes zu übernehmen, da dieses Fahrzeug im Jahre 2013 herge stellt wurde, sodass der vom Pflichti- gen in der Steuererklärung 2014 angegebene Wert in H öhe von Fr. 112‘500.-- zu übernehmen ist. Des Weiteren kommt der als Privatvermögen qualifizie rte Porsche Carrera 911 4S, Herstel- lungsjahr 2014, bei einem Neuwert von Fr. 170‘900.-- mit einem steuerbaren Wert von Fr. 119‘630.-- (70% von Fr. 170‘900.--) hinzu. Somit beläuft sich der Wert der privaten Fahrzeu- ge auf insgesamt Fr. 242‘290.-- (Fr. 250.-- + Fr. 250 .-- + Fr. 9‘660.-- + Fr. 112‘500.-- + Fr. 119‘630.--). Der Rekurs ist damit teilweise gutzuheissen. 6. Der Rekurrent ist mit seinem Begehren zu rund 10% du rchgedrungen, womit ihm redu- zierte Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 900.-- aufzuer legen sind (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsp rozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Seite 10 Demgemäss wird erkannt: ://: 1. Der Rekurs wird im Sinne der Erwägungen teil weise gutgeheissen. 2. Die Steuerverwaltung wird angewiesen, das steuer bare Vermögen, Position 815 Motor- fahrzeuge, in der Veranlagung vom 24. März 2016 von Fr . 287‘290.-- auf neu Fr. 242‘290.-- zu reduzieren. 3. Der Rekurrent hat gemäss § 130 StG i.V.m. § 20 V PO reduzierte Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 900.-- (inkl. Auslagen von pauschal F r. 100.--) zu bezahlen, welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wer den. Der zu viel bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 100.-- wird ihm zurückerstattet. 4. Mitteilung an den Rekurrenten (1), die Gemeinde C.____ (1) und die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (3). Gegen diesen Entscheid wurde mit Schreiben 2. Februar 2 017 beim Kantonsgericht Beschwer- de erhoben.