A bteilung V E -4091/2006 kom /che/ruo {T 0/2} U rteil vom 23. M ai 2007 M itw irkung: R ichter König, R ichter Stöckli, R ichterin Spälti G iannakitsas G erichtsschreiberin C hastonay X._______, Türkei, vertreten durch Fürsprecher R ainer W eibel, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellen- w eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 23. A pril 2002 i.S. A syl und W egw eisung / R ef.-N r. _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer, Angehöriger der kurdischen Ethnie, verliess seinen H ei- m atstaat nach eigenen Angaben am 3. Juli 2001 und gelangte von A._______ auf dem Luftw eg gleichentags in die Schw eiz, w o er am 4. Juli 2001 ein Asylgesuch stellte. Am 13. Juli 2001 w urde der Beschw erdeführer in der Em pfangsstelle B._______ erstm als befragt. Für die D auer des Verfahrens w urde er dem Kanton B._______ zugew iesen. Am 10. August 2001 w urde der Beschw erdeführer von der zuständigen kantonalen Behörde zu seinen Asylgründen angehört. D er Beschw erdeführer m achte im W esentlichen geltend, er habe sich politisch nicht betätigt. Sein Vater habe Bücher der "D evrim ci" gelesen, w egen seiner politi- schen G esinnung aber keine Problem e gehabt. Als Kurde habe der Beschw erde- führer eigentlich keinen M ilitärdienst leisten w ollen, sei dann aber am 22. Februar 1999 dennoch eingerückt. In dieser Zeit sei der Führer der Kurdischen Arbeiterpar- tei PKK, Ö calan, verhaftet w orden, w as den Beschw erdeführer zu D iskussionen m it Soldaten veranlasst habe. D abei sei er zufolge einer D enunziation drei Tage in Arrest gesetzt und nachfolgend von C ._______ nach D ._______ versetzt w orden. D ort habe er erneut m it Soldaten Problem e gehabt. Er sei desertiert, jedoch be- reits am Busbahnhof erw ischt w orden. D ieses M al sei er sieben Tage in H aft ge- w esen und in dieser Zeit m isshandelt w orden. Er sei dann noch etw a drei M onate in D ._______ geblieben, bevor m an ihn nach E._______ versetzt habe. D ort sei er schlecht behandelt w orden, und er sei erneut desertiert. W iederum habe m an ihn erw ischt. D iesm al sei er vom M ilitärgericht in F._______ zu 63 Tagen H aft verurteilt w orden. W ährend Verbüssung der H aftstrafe sei er w ieder gefoltert w orden. Er sei zuletzt im M ilitärkrankenhaus gew esen und habe m it Anzeige gegen seine Vorgesetzten gedroht, w orauf m an ihn in die psychiatrische Abteilung verlegt habe. Etw a am 22. N ovem ber 2000 sei ihm die Flucht aus der Klinik gelungen. Er sei zunächst nach A._______ und danach auf dem Luftw eg in die Schw eiz gelangt. M it Schreiben vom 5. D ezem ber 2001 und 28. Januar 2002 forderte das Bundes- am t den Beschw erdeführer zum Einreichen von Bew eism itteln betreffend das G e- richtsverfahren vor dem M ilitärgericht auf. D er Beschw erdeführer reichte am 3. Ja- nuar 2002 sow ie am 12. M ärz 2002 zw ei D okum ente - ein G erichtsurteil sow ie ein w eiteres m ilitärisches D okum ent - zu den Akten. D ie m it Verfügung des Bundes- am tes vom 14. M ärz 2002 verlangte Ü bersetzung in eine der Am tssprachen w urde nicht eingereicht; der Beschw erdeführer teilte diesbezüglich m it Schreiben vom 21. M ärz 2002 m it, für die Ü bersetzungskosten nicht aufkom m en zu können. B. M it Verfügung vom 23. April 2002 - eröffnet am 25. April 2002 - stellte das Bundes- am t fest, die Vorbringen des Beschw erdeführers hielten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht stand und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig ver- fügte es die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz. D en Vollzug der W egw eisung in das H eim atland qualifizierte das Bundesam t als zulässig, zu-3 m utbar und m öglich. C . M it Eingabe vom 27. M ai 2002 an die vorm als zuständige Schw eizerische Asylre- kurskom m ission (AR K) beantragte der Beschw erdeführer durch seinen R echtsver- treter die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die G ew ährung des Asyls. Eventuell sei festzustellen, dass der Beschw erdeführer nicht in sein H eim at- land zurückgeschafft w erden könne, sei die Verfügung zur ergänzenden Feststel- lung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuw eisen und seien die Akten zw ecks Beantragung einer vorläufigen Aufnahm e dem Bundesam t für Ausländerfragen vorzulegen. D em Beschw erdeführer sei eine gesetzliche N achfrist zur Beibringung von Bew eism itteln anzusetzen, und es seien von Am tes w egen folgende Bew eism assnahm en zu treffen: eine ergänzende Befragung des Beschw erdeführers, die Ü bersetzung des aktenkundigen G erichtsurteils des M ili- tärgerichts vom 8. Februar 2002 (recte: 2000), die Anhörung von fünf (in der Be- schw erde nam entlich genannten) Zeugen, das Einholen eines psychiatrischen G utachtens betreffend posttraum atische Belastungsstörung sow ie eines Folterspu- rengutachtens, das Edieren des politischen D atenblattes über den Beschw erdefüh- rer durch die Schw eizer Botschaft. In form eller H insicht w urde zudem die unent- geltliche Prozessführung unter Beiordnung des bevollm ächtigten R echtsvertreters beantragt. Auf die Begründung der R echtsbegehren im Einzelnen w ird, sow eit ent- scheidw esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. M it der Beschw erdeschrift liess der Beschw erdeführer einen Bericht G ._______ vom 16. Januar 2002 sow ie einen Bericht einschliesslich Zusam m enfassung der Krankengeschichte der m edizinischen U niversitätsklinik H ._______vom 12. M ärz 2002 zu den Akten reichen. D . D er zuständige Instruktionsrichter w ies m it Verfügung vom 17. Juni 2002 das G e- such um Beiordnung eines unentgeltlichen R echtsbeistands ab. H insichtlich des G esuchs um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege w urde auf einen späte- ren Zeitpunkt verw iesen. D ie Anträge, es seien verschiedene Personen im H er- kunftsland des Beschw erdeführers als Zeugen durch den Schw eizer Botschafter zu befragen sow ie das gesam te m ilitärrechtliche D ossier beim zuständigen M ilitär- gericht durch die Botschaft zu edieren, w urden abgew iesen. D em Beschw erdefüh- rer w urde zur Einreichung der angebotenen Bew eism ittel eine Frist von dreissig Tagen ab Erhalt der Verfügung angesetzt. W eiter w urde er aufgefordert, innert der selben Frist einen Arztbericht einzureichen, der sich zur Frage der Existenz m ögli- cher Folterspuren äussere. D er Entscheid über die w eiteren Bew eisanträge w ur- den auf einen späteren Zeitpunkt festgelegt. D em Beschw erdeführer w urde eine sum m arische Ü bersetzung des G erichtsurteils vom 8. Februar 2002 in Kopie zur Kenntnis gebracht sow ie eine Frist zur allfälligen Stellungnahm e respektive Be- schw erdeergänzung angesetzt. E. Am 12. Juli 2002 reichte der Beschw erdeführer eine Bestätigung (einschliesslich deutscher Ü bersetzung) des Zeugen I._______. vom 7. Juni 2002 sow ie einen ärztlichen Attest von D r. m ed. J._______vom 27. Juni 2002 ins R echt.4 F. D as Bundesam t beantragte in der Vernehm lassung vom 19. Juli 2002 die Abw ei- sung der Beschw erde. D iese Stellungnahm e w urde dem Beschw erdeführer am 24. Juli 2002 zur Kenntnis gebracht. G . Am 6. Juni 2003 reichte der Beschw erdeführer einen ärztlichen Verlaufsbericht G ._______vom 2. Juni 2003 zu den Akten. H . M it Erklärung vom 14. D ezem ber 2004 zog der Beschw erdeführer die Beschw erde vom 27. M ai 2002 zurück, w orauf die AR K das Beschw erdeverfahren m it Be- schluss vom 20. D ezem ber 2004 als gegenstandslos gew orden abschrieb. G leich- zeitig w urde das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege abge- w iesen, da der Beschw erdeführer über ein Sicherheitskonto verfüge, dessen Be- trag allfällige Verfahrenskosten zu decken verm öge. I. M it Schreiben vom 31. M ärz 2005 überw ies das BFM eine vom Beschw erdeführer als W iedererw ägung bezeichnete Eingabe vom 24. M ärz 2005 an die AR K zur Prü- fung unter dem Titel einer R evision. D er Eingabe w aren ein m edizinischer Verlaufsbericht von G ._______vom 28. Februar 2005 sow ie ein Arztbericht K._______vom 7. M ärz 2005 beigelegt. J. D ie AR K nahm die Eingabe vom 24. M ärz 2005 als G esuch um W iederaufnahm e des Beschw erdeverfahrens entgegegen und hiess dieses m it U rteil vom 11. April 2005 gut. D er Abschreibungsbeschluss vom 20. D ezem ber 2004 w urde aufgeho- ben. K. M it Verfügung des Instruktionsrichters vom 19. April 2005 w urde dem Beschw erde- führer G elegenheit gegeben, sich innert Frist zur Aktenlage nach der Verfahrens- w iederaufnahm e zu äussern. D er Beschw erdeführer liess am 28. April 2005 ein G esuch um Fristerstreckung einreichen, da er zw ischen dem 18. Januar 2005 und 29. M ärz 2005 hospitalisiert gew esen und seit dem 14. April 2005 erneut in stationärer Behandlung sei, w as durch ein beigelegtes Arztzeugnis vom 27. April 2005 der K._______ belegt w erde. Innert erstreckter Frist w urde am 6. Juni 2005 der in Aussicht gestellte ärztliche Verlaufsbericht der K._______, datierend vom 24. M ai 2005, zu den Akten gereicht. L. M it ergänzender Vernehm lassung vom 22. Juni 2005 führte das Bundesam t unter anderem aus, die geltend gem achten gesundheitlichen Problem e des Beschw er- deführers könnten auch im H erkunftsland adäquat behandelt w erden, und bean-5 tragte die Abw eisung der Beschw erde. D iese Stellungnahm e w urde dem Beschw erdeführer am 27. Juni 2005 unter Anset- zen einer Frist zur allfälligen G egenäusserung (R eplik) zur Kenntnis gebracht. D er Beschw erdeführer liess am 12. Juli 2005 eine von K._______ form ulierte Stellungnahm e, datierend vom 6. Juli 2005, einreichen. M . M it Schreiben vom 6. Septem ber 2005 reichte der R echtsvertreter einen w eiteren ärztlichen Verlaufsbericht der K._______ ein und beantragte eine allenfalls zeitlich lim itierte hum anitäre Aufenthaltsbew illigung, da der Beschw erdeführer nur bei einer gew issen Sicherheit über seinen künftigen Aufenthalt in der Schw eiz em otional und gesundheitlich stabilisiert w erden könne. N . Am 18. Januar 2006 w urde ein w eiterer Bericht G ._______ vom 16. Januar 2006, m it Schreiben vom 1. Februar 2006 ein ärztlicher Bericht von D r. m ed. J._______., datierend vom 31. Januar 2006, und am 22. August 2006 erneut ein Bericht G ._______, datierend vom 9. August 2006, ins R echt gelegt. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten.6 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz hielt in ihrer Verfügung vom 23. April 2002 fest, dem G erichtsurteil vom 8. Februar 2000 seien keine Anhaltspunkte für eine politisch m otivierte Verfol- gung zu entnehm en. Zudem falle auf, dass der im U rteil beschriebene Sachverhalt nicht m it den Äusserungen des Beschw erdeführers übereinstim m e. W eitere D oku- m ente, die auf eine politisch oder ethnisch m otivierte Verfolgung schliessen lies- sen, habe der Beschw erdeführer trotz entsprechenden Aufforderungen nicht ein- gereicht. Sodann sei festzuhalten, dass das R echt des Staates, von den Staatsan- gehörigen die Leistung von M ilitärdienst zu verlangen sow ie die Verw eigerung die- ser Leistung unter Strafandrohung zu stellen, rechtsstaatlich legitim sei. Eine sol- che M ilitärdienstpflicht w erde erst dann asylrechtlich relevant, w enn der Pflichtige dadurch in einer von Art. 3 AsylG geschützten Eigenschaft getroffen w erden solle. D ies sei vorliegend nicht der Fall gew esen. D ie Bestrafung von R efraktären und D eserteuren sei sodann im M ilitärstrafgesetz geregelt und betreffe alle m ännlichen türkischen Staatangehörigen gleicherm assen. D ass kurdische R efraktäre oder D e- serteure w egen ihrer Ethnie härter bestraft w ürden, sei dem Bundesam t bis anhin nicht bekannt. D araus, dass der Beschw erdeführer w egen angeblicher D esertion respektive verspätetem Einrücken in H aft gew esen sei, könne er für seine Person keine Asylrelevanz herleiten. In W ürdigung der gesam ten U m stände w ürden vorlie- gend konkrete Anhaltspunkte dafür fehlen, dass der Beschw erdeführer m it beacht- licher W ahrscheinlichkeit flüchtlingsrechtlich relevante N achteile zu befürchten habe. D ie Vorbringen genügten daher insgesam t den Anforderungen an die Flücht- lingseigenschaft nicht. 4.2 In der R echtsm itteleingabe w ird ausgeführt, der Beschw erdeführer sei zw ar vor Einrücken in den M ilitärdienst nicht w egen politischen Aktivitäten verfolgt w orden. Allerdings habe er in seinem H eim atdorf gelegentlich Flugblätter der PKK verteilt. Zudem sei sein Vater - w enn auch ohne desw egen N achteile zu erleiden - ein be- kennender Sym pathisant der PKK gew esen. D iese Ergänzungen seien hinsichtlich der späteren Problem e im M ilitärdienst in Erw ägung zu ziehen. W eiter sei zu be- rücksichtigen, dass der kurdische H eim atort des Beschw erdeführers nicht zu den kurdischen Stam m esgebieten gehöre. D ie Kurden w ürden in diese D örfer zw angs-7 ausgesiedelt; sofern sie sich nicht politisch m anifestieren w ürden, seien keine w ei- teren Sanktionen zu befürchten. Jeder Verdacht auf politische Aktivität w ürde je- doch von den M ilitärbehörden m it aller H ärte verfolgt. D er Beschw erdeführer halte daran fest, dass er von der M ilitärjustiz nicht w egen Verletzung der Ausgangsregeln, R ückkehrpflicht aus dem U rlaub oder w egen D e- sertion verfolgt und bestraft w orden sei, sondern w eil er als Kurde m it anderen kur- dischen M ilitärkollegen Kritik an der U nterdrückung der Kurden geübt habe und dann denunziert w orden sei. D ie Erw ägungen des aktenkundigen U rteils w ürden keinesw egs den Sachverhalt w iedergeben, der zur Bestrafung geführt habe. D ie Justiz der Türkei entspreche nicht dem Justizstandard w esteuropäischer Staaten und betreibe eine allen rechtsstaatlichen G rundsätzen spottende R echtsprechung. D er Beschw erdeführer sei in der H aft m assiv gefoltert w orden, w ofür es Zeugen gebe; er sei darum bem üht, selber Bestätigungen dieser Zeugen einzureichen. Aus dem ärztlichen Bericht vom 16. Januar 2002 gehe hervor, dass der Verdacht auf eine postraum atische Belastungsstörung bestehe und dass der Beschw erde- führer von traum atisierenden Erlebnissen im G efängnis gesprochen habe, die er nicht näher habe benennen w ollen. Vorgehaltene U ngereim theiten habe der Be- schw erdeführer nam entlich bei der kantonalen Frem denpolizei glaubhaft erklären können. Insgesam t schienen die U ngereim theiten, w elche ihm angelastet w ürden, derart geringfügig, dass diese vielm ehr auf die G laubw ürdigkeit des Kerngehalts als auf das G egenteil schliessen liessen. Zusam m enfassend sei glaubhaft ge- m acht, dass der Beschw erdeführer w ährend des M ilitärdienstes nam entlich w egen seiner kurdischen Ethnie, vor allem aber auch, w eil er seine politischen Ansichten zum Ausdruck gebracht habe, von den M ilitärbehörden bedroht, geschlagen und gefoltert w orden sei; im Falle einer R ückkehr w ürde er w eiterhin von der Polizei bedroht und hätte er m it rein politisch m otivierten Festnahm en zu rechnen. 4.3 4.3.1 Zur Begründung seines Asylgesuches führte der Beschw erdeführer bei der Erst- befragung (Protokoll Em pfangsstelle S. 4 f.) aus, er habe am 22. Februar 1999 den M ilitärdienst begonnen. Er habe einige D iskussionen m it D ienstkollegen ge- habt und die kurdische Sache verteidigt. D ie Kollegen hätten ihn angezeigt, w es- halb gegen den Beschw erdeführer eine dreitägige Zellenhaft angeordnet w orden sei; dies sei im Jahr 2000 geschehen. D anach sei er nach D ._______ versetzt w orden. D a sein D ossier dort bekannt gew esen sei, habe er sich zum D esertieren entschlossen, sei jedoch bereits am Busbahnhof erw ischt und zur Einheit zurück- gebracht w orden. D anach sei er nach E._______ versetzt w orden. D ort habe er w egen Fahnenflucht eine siebentägige H aft verbüssen m üssen und sei gefoltert w orden. Zw ischen der ersten und zw eiten H aft sei etw a ein M onat vergangen. Erneut sei er aus dem M ilitärdienst desertiert. In L._______ sei er in einem Kaffeehaus erw ischt w orden. Er sei beim M ilitärgericht angeklagt und zu 63 Tagen H aft verurteilt w orden; w ährend dieser H aft habe m an ihn alle vier bis fünf Tage gefoltert. N ach der H aft sei er ins Spital eingeliefert w orden. Er sei zw ei M onate in einer norm alen Abteilung gelegen. U m zu verhindern, dass er gegen seine Vorge- setzten eine Strafanzeige einreiche, habe m an ihn in die psychiatrische Klinik ver- legt. D ort sei ihm nach acht bis neun M onaten die Flucht gelungen. Er sei nach A._______ geflüchtet; erst nach einiger Zeit habe er seine Fam ilie inform iert, 8 w orauf diese ebenfalls nach A._______ gekom m en sei. D er Beschw erdeführer sei sechs oder sieben M onate lang in A._______ geblieben. In dieser Zeit habe die Fam ilie für ihn die Ausreise organisiert. 4.3.2 Bei der kantonalen Anhörung legte der Beschw erdeführer zunächst übereinstim - m end dar, den M ilitärdienst am 22. Februar 1999 angetreten zu haben. Er sei in C ._______ stationiert gew esen. Als Kurde habe er Problem e gehabt und sei desw egen drei Tage in die Arrestzelle gekom m en. N ach etw a drei M onaten sei er nach D ._______ geschickt w orden. D a die Akten ebenfalls überm ittelt w orden seien, habe er w ieder Problem e m it Soldaten bekom m en. Er sei geflohen, jedoch erw ischt w orden und für sieben Tage in Arrest gekom m en. In D ._______ sei er etw a drei M onate geblieben, bevor er nach E._______ versetzt w orden sei. Auch dort habe m an ihn schlecht behandelt, w eshalb er in eine D epression geraten und erneut von der Einheit desertiert sei. Er sei nach L._______ gegangen. D ort habe m an ihn in einem Kaffeehaus festgenom m en. Er sei zunächst zur Einheit nach E._______ zurückgeführt und von dort zum M ilitärgericht nach F._______ gebracht w orden, w o er zu 63 Tagen H aft verurteilt w orden sei. W ährend der rund zw eim onatigen H aft habe m an ihn vier oder fünf M al gefoltert. N och vor Ablauf der H aftzeit von 63 Tagen sei er ins M ilitärspital gekom m en. Er sei etw a eineinhalb M onate in der urologischen Abteilung gew esen. Er habe gedroht, sich beim M enschenrechtsverein zu beschw eren, w orauf er in die psychiatrische Abteilung verlegt w orden sei. Etw a am 22. N ovem ber 2000 sei ihm die Flucht gelungen. Er sei in einem Taxi nach A._______ gelangt und m it H ilfe des Taxifahrers habe er als erstes seine Fam ilie telefonisch inform iert und einen Treffpunkt vereinbart. D ie Eltern seien nach A._______ gekom m en und hätten die Ausreise organisiert; nach sechs oder sieben M onaten sei er ausgereist. 4.3.3 D iesen in Erw ägungen 4.3.1. und 4.3.2. beispielhaft erw ähnten Ausführungen ist zu entnehm en, dass der Beschw erdeführer seine Asylgründe insgesam t zeitlich und inhaltlich deutlich unterschiedlich dargelegt hat. Selbst in Berücksichtigung der im R ahm en des rechtlichen G ehörs gem achten Angaben, w onach die erste Fest- nahm e im Jahr 1999, die übrigen Ereignisse alle im Jahr 2000 geschehen seien (vgl. Protokoll Frem denpolizei S. 22), lassen sich die Vorbringen insgesam t nicht in ein stim m iges Bild bringen. D er Beschw erdeführer w ill bei Antritt des M ilitär- dienstes im Februar 1999 etw a drei M onate lang in C ._______ stationiert gew esen sein und in dieser Zeit die erste H aft erlebt haben. N ach diesen drei M onaten, m it- hin etw a Ende M ai 1999, sei er nach D ._______ gekom m en. G egen Ende dieser Stationierung sei er für sieben Tage in Arrest gekom m en. In D ._______ sei er ebenfalls etw a drei M onate, dam it bis etw a Ende August 1999, gew esen, bevor er nach E._______ versetzt w orden sei. G em äss diesen zeitlichen Ausführungen w äre jedoch auch die zw eite, siebentägige, H aft im Jahr 1999 erfolgt, w as nicht m it der im R ahm en des rechtlichen G ehörs gem achten Aussage übereinstim m t, nur die erste H aft sei im Jahr 1999 erfolgt. G em äss den Aussagen in der Em pfangsstelle hätte der Beschw erdeführer die zw eite H aft von sieben Tagen so- dann nicht in D ._______, sondern erst in E._______ verbüsst (vgl. Protokoll Em pfangsstelle S. 4 und oben E. 4.3.1). W eiter sind seine Aussagen auch inhaltlich w idersprüchlich ausgefallen. Beispielsw eise hat der Beschw erdeführer einm al angegeben, nach seiner Flucht aus dem Spital im N ovem ber 2000 habe er sich zunächst einige Zeit in A._______ aufgehalten, bevor er seine Fam ilie 9 kontaktiert und inform iert habe (vgl. Protokoll Em pfangsstelle S. 4). Andererseits w ill er unm ittelbar nach der Ankunft in A._______ m it H ilfe des Taxifahrers die Eltern telefonisch kontaktiert und m it ihnen einen Treffpunkt vereinbart haben (vgl. Protokoll Frem denpolizei S. 16). Als ungereim t erw eisen sich auch seine Angaben, er sei als G efangener in der psychiatrischen Abteilung des M ilitärspitals gew esen, dabei w ährend eines Abendessens aus dem Esssaal geflohen, w ährend er andererseits festhielt, im Esssaal hätten sich nur die Psychiatriepatienten, nicht aber die Verurteilten oder G efangenen aufgehalten (vgl. Protokoll Frem denpolizei S. 15); nam entlich letztere Aussage ist als Indiz dafür zu w erten, dass der Beschw erdeführer nicht als G efangener der M ilitärbehörden, sondern allenfalls als gew öhnlicher Patient in dieser Abteilung gew esen w äre. Insgesam t entbehren die oben aufgeführten ungereim ten und w idersprüchlichen Angaben der G laubhaftigkeit. Sodann stim m t auch das eingereichte G erichtsurteil vom 8. Februar 2000 inhaltlich und zeitlich nicht m it den Angaben des Beschw erdeführers überein. D er Be- schw erdeführer hat geltend gem acht, nach dem letzten Fluchtversuch sei er vom M ilitärgericht in E. zu 63 Tagen H aft verurteilt w orden. N ach oder kurz vor Ende dieser H aftzeit - auch diese Angaben sind nicht übereinstim m end - sei er ins M ilitärspital gebracht und nach etw a eineinhalb M onaten in die psychiatrische Abteilung verlegt w orden. D ort sei ihm etw a am 22. N ovem ber 2000 die Flucht gelungen. D ass sich diese Flucht aus E._______ sow ie nachfolgend die Flucht aus dem Spital im Jahr 2000 ereignet haben sollen, w urde vom Beschw erdeführer - w ie oben ausgeführt - im R ahm en des rechtlichen G ehörs m it N achdruck bestätigt, indem er ausführte, ausser der ersten (dreitägigen) H aft seien alle Ereignisse im Jahr 2000 erfolgt. G em äss diesen Aussagen w äre das U rteil, vom 8. Februar 2000 datierend, jedoch vor Verw irklichung des Tatbestandes gefällt w orden. Selbst ausgehend davon, die angeblichen Fluchtversuche aus D ._______ und E._______ hätten sich im Jahr 1999 ereignet, w ären die diesbezüglichen Angaben des Beschw erdeführers nicht m it dem U rteil in Einklang zu bringen. G em äss den Angaben bei der kantonalen Befragung (vgl. auch oben) w ill der Beschw erdeführer etw a im August 1999 nach E._______ verlegt w orden sein. D er hier erfolgte Fluchtversuch könnte daher nicht vor August 1999 datieren, w ährend der Fluchtversuch in D ._______ gegen Ende der dortigen Stationierung (vgl. Protokoll Frem denpolizei S. 22), m ithin im Laufe des M onats August 1999, erfolgt w äre. D as U rteil bezieht sich dem gegenüber auf einen Vorfall zw ischen dem 29. Juni und 27. Juli 1999 und zw ar auf eine Festnahm e w egen unerlaubten Fernbleibens vom D ienst, nachdem der Beschw erdeführer nach gew ährtem D iensturlaub nicht respektive zu spät zur Einheit zurückgekehrt sei. D am it ist dieses U rteil sow ohl zeitlich als auch inhaltlich in keinen Zusam m enhang m it den Vorbringen des Beschw erdeführers zu bringen. D er Einw and in der R echtsm itteleingabe, w onach der Inhalt des U rteils den w ahren Sachverhalt nicht w iedergeben w ürde, w as angesichts dessen, dass es sich in der Türkei um eine "faschistoide Justiz" handle, die allein der D urchsetzung des politischen R egim es diene und kurdenfeindlich sei (vgl. Beschw erde S. 8), verm ag die zahlreichen erheblichen W idersprüche nicht zu relativieren. So ist der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge politisch nicht aktiv gew esen - der Einw and in der R echtsm itteleingabe, der Beschw erdeführer habe im H eim atdorf Flugblätter verteilt, m uss als nachgeschoben beurteilt w erden 10 - und hat sich gem äss Akten auch sonst in keiner W eise exponiert. D ass ihm w egen des als "R evolutionär" bekannten Vaters Problem e erw achsen seien, hat der Beschw erdeführer nicht geltend gem acht. Sow eit in der R echtsm itteleingabe (S. 7 f.) festgehalten w ird, der Beschw erdeführer bestreite, dass er - w ie im U rteil aufgeführt - U rlaub gehabt habe, zudem sei er in M ._______ festgenom m en w orden, m ithin nicht in R ichtung H eim atdorf, sondern in R ichtung W estküste geflohen, um das Land zu verlassen, w as die Angst vor w eiterer Folter dokum entiere, ist diesen Ausführungen entgegen zu halten, dass der Beschw erdeführer bei den m ündlichen Befragungen keine Festnahm e in M ._______, sondern nur eine Festnahm e in D ._______ beim Busbahnhof sow ie eine solche in L._______ genannt hat (vgl. Protokoll Em pfangsstelle S. 4; Protokoll Frem denpolizei, S. 8). D ie diesbezüglichen Ausführungen sind dam it ebenfalls nicht glaubhaft. N icht nachvollziehbar erscheint, w eshalb die türkischen M ilitär- und Justizbehörden beim politisch völlig unauffälligen Beschw erdeführer einen derart hohen Aufw and betrieben haben sollen, der letztlich zu dem in der Beschw erde nunm ehr als fingiert bezeichneten U rteil geführt haben soll. D er diesbezügliche Einw and in der R echtsm itteleingabe ist als unbehelflich zu qualifizieren. In diesem Zusam m enhang fällt zudem Folgendes auf: D er Beschw erdeführer hat dieses U rteil vom 8. Februar 2000 als Bew eism ittel im erstinstanzlichen Verfahren eingereicht und gegenüber der Vorinstanz unter anderem erklärt, eine Ü bersetzung in eine Am tssprache sei aus finanziellen G ründen nicht m öglich. Es ist jedoch nicht einzusehen, w eshalb er nicht bereits zu jenem Zeitpunkt m indestens darauf hingew iesen hat, das U rteil gebe nicht die - angeblich - w ahren Begebenheiten w ieder, die er m ündlich vorgetragen habe. D ass der Beschw erdeführer erst auf Beschw erdeebene vorbringt, das U rteil sei inhaltlich falsch, erw eckt den Eindruck, er versuche so nachträglich den Sach- verhalt zu seinen G unsten anzupassen. 4.3.4 In einer G esam tw ürdigung ist festzuhalten, dass der Beschw erdeführer sich zu zentralen Punkten seiner Asylbegründung w iederholt in w idersprüchlicher W eise geäussert hat, w om it diese Asylgründe nicht geglaubt w erden können. M it dieser nun auf Beschw erdestufe erfolgenden Q ualifikation der Verfolgungsvorbringen als unglaubhaft erübrigt es sich, auf die behaupteten M isshandlungen beziehungsw ei- se Folterungen - m it w elchen sich die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung allerdings zu U nrecht nicht auseinandergesetzt hat, da sie nicht U nglaubhaftigkeit der Vorbringen, sondern fehlende Asylrelevanz der Bestrafung von R efraktären und D eserteuren festgestellt hatte - w eiter einzugehen. An der oben festgestellten U nglaubhaftigkeit der Vorbringen verm ögen nach dem G esagten w eder der G e- sundheitszustand des Beschw erdeführers (vgl. dazu hinten) noch das eingereichte Bestätigungsschreiben vom 7. Juni 2006 etw as zu ändern. Letzteres ist vielm ehr als G efälligkeitsschreiben zu beurteilen, zum al darin konkretere Angaben bei- spielsw eise in zeitlicher H insicht fehlen. Bezeichnenderw eise hat der Beschw erde- führer die w eiteren in Aussicht gestellten Bew eism ittel bis heute nicht eingereicht. Ebenso w enig verm ögen die aktenkundig gem achten Arztberichte, w elche dem Beschw erdeführer unter anderem eine posttraum atische Belastungsstörung (PTBS) attestieren, zu einem anderen Schluss zu führen. D iesen Arztberichten ist unter anderem zu entnehm en, dass der Beschw erdeführer offenbar bereits in der Türkei unter psychischen Problem en gelitten hat (vgl. ärztliche Stellungnahm e 11 K._______ vom 6. Juli 2005), m ithin die aktuellen gesundheitlichen Problem e in früheren, jedoch im R ahm en des vorliegenden Asylverfahrens nicht offen gelegten, Vorkom m nissen gründen. D iesen Problem en respektive den eingereichten Arztberichten w ird im R ahm en der Prüfung der W egw eisung und deren Vollzugs entsprechend R echnung zu tragen sein. 4.4 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern kön- nen. D er Sachverhalt ist genügend erstellt; die noch hängigen Bew eisanträge (ins- besondere betreffend Anordnung m edizinischer G utachten) sind abzuw eisen. Zu- sam m enfassend folgt, dass der Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D ie Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschw erdeführers dem nach zu R echt abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). D iese Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung (U nzuläs- sigkeit, U nzum utbarkeit, U nm öglichkeit) sind alternativer N atur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. die diesbezüglich in Entscheide und M itteilun- gen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K 2001 N r. 1 E. 6a S. 2] publizierte und vom Bundesverw altungsgericht w eitergeführte Praxis). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e steht dem w eggew iesenen Asylsu- chenden w iederum die Beschw erde an das Bundesverw altungsgew icht offen (vgl. Art. 105 Abs. 1 AsylG i.V.m . Art. 44 Abs. 2 AsylG ). In diesem Verfahren w äre dann der W egw eisungsvollzug vor dem H intergrund säm tlicher Vollzugshindernis- se von Am tes w egen nach M assgabe der in diesem Zeitpunkt herrschenden Ver- hältnisse (vgl. EM AR K 1997 N r. 27) zu prüfen. 5.3 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. diesbezüglich auch die zu bestätigende Praxis der AR K unter EM AR K 2001 N r. 21).12 5.4 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.4.1 Im H inblick auf die Beurteilung der Zum utbarkeit einer W egw eisung in die Provin- zen der Türkei w erden kontinuierlich um fassende Analysen zur allgem einen Si- cherheitslage vorgenom m en. D er Vollzug der W egw eisung abgew iesener Asylsu- chender in die Provinz L._______, aus w elcher der Beschw erdeführer stam m t, w ird dabei als grundsätzlich zum utbar qualifiziert. Vor diesem H intergrund lässt sich eine Situation, w elche den Beschw erdeführer als "G ew alt- oder de-facto- Flüchtling" qualifizieren w ürde, in der Türkei nicht bejahen. Auch der U m stand, dass der Beschw erdeführer kurdischer Ethnie ist, liesse allein nicht auf das Bestehen einer konkreten G efährdung im oben genannten Sinne schliessen. 5.4.2 H ingegen hat der Beschw erdeführer auf Beschw erdeebene auf seine gesundheit- liche Situation hingew iesen und dazu entsprechende ärztliche Berichte zu den Ak- ten reichen lassen. Bezüglich der O bjektivität dieser von verschiedener Seite for- m ulierten einlässlichen Berichte sind bei der vorliegenden Aktenlage keine Vorbe- halte anzubringen. Aufgrund dieser ärztlichen Berichte ist glaubhaft gem acht, dass der Beschw erdeführer unter schw erw iegenden psychischen Problem en leidet, die ihren U rsprung auch in früheren - nach dem oben G esagten allerdings offensicht- lich nicht asylrelevanten - Vorkom m nissen haben (vgl. ärztliche Stellungnahm e K._______ vom 6. Juli 2005). Es w urde auch die D iagnose einer Posttraum atischen Belastungsstörung (PTBS) erhoben (Bericht G ._______ vom 16. Januar 2002) und dieser in späteren Berichten bestätigt. D abei konnten sich die beurteilenden Fachärzte jew eils nur auf die Angaben des Beschw erdeführers stützen, w elche in ihrer G esam theit jedoch den Anforderungen an das G laubhaftm achen - w ie oben festgestellt - klar nicht genügen. D ie verschiedenen ärztlichen Berichte und Atteste kom m en übereinstim m end zum Schluss, dass der Beschw erdeführer vordergründig unter einer psychosozialen Be- lastungssituation stehe, w elche rezidivierendes Erbrechen bei M allory-W eiss-Syn- drom zur Folge habe. D ie seit Beginn der ärztlichen Behandlung und Beurteilung im Jahr 2002 beschriebene depressive Entw icklung habe sich fortgeführt und ak- zentuiert. D ie Erkrankung sei verbunden m it verschiedenen som atischen Be- schw erden und habe w iederholt zu akuter Suizidalität geführt. In den ausführlichen Arztberichten w ird von einer kom plexen Traum a-Folgestörung gesprochen, bei der es zu depressiven Krisen verbunden m it psychotischen Störungen und fehlender Im pulskontrolle kom m e (vgl. Verlaufsbericht G ._______ vom 28. Februar 2005). D en Berichten ist zudem einheitlich zu entnehm en, eine dauerhafte Stabilisierung sei angesichts der ungew issen Zukunft nicht m öglich (vgl. Kurzbericht G ._______ vom 16. Januar 2006). D ie m anifesten psychischen und körperlichen Störungen könnten jew eils nur m ittels G esprächen und M edikation w ieder für einige W ochen 13 stabilisiert w erden (vgl. Attest von D r. m ed. J._______ vom 31. Januar 2006, Stel- lungnahm e G ._______ vom 9. August 2006). Zusam m enfassend ist den Berichten der beurteilenden Fachärzte zu entnehm en, dass es im Fall einer R ückkehr des Beschw erdeführers in sein H eim atland voraussichtlich zu einer R etraum atisierung verbunden m it erneuter akuter Suizidalität kom m en w ürde. Bei dieser Sachlage kann letztlich die Frage der Behandelbarkeit einer PTBS in der Türkei offenbleiben, da der Vollzug der W egw eisung aufgrund des schlechten psychischen G esundheitszustandes des Beschw erdeführers eine konkrete (Eigen-) G efährdung bedeuten w ürde. D er Vollzug erw eist sich vorliegend unter W ürdigung aller U m stände als unzum utbar. 5.4.3 N ach dem G esagten ist die verfügte W egw eisung, sow eit deren Vollzug betref- fend, als unzum utbar zu beurteilen und die Vorinstanz ist anzuw eisen, den Be- schw erdeführer in der Schw eiz vorläufig aufzunehm en (vgl. Art. 14a Abs. 1 und 4 AN AG ), nachdem sich aus den Akten keine H inw eise auf das Vorliegen von Aus- schlussgründen im Sinne von Art. 14a Abs. 6 AN AG ergeben. D ie Frage des Vorliegens w eiterer Vollzugshindernisse kann bei dieser Sachlage offen bleiben. 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung sow eit die Fragen des Asyls und der W egw eisung als solche betreffend, Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist daher in diesen Punkten ab- zuw eisen. H ingegen ist die Beschw erde gutzuheissen, sow eit gegen den Vollzug der W egw eisung gerichtet. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die reduzierten Kosten dem Beschw er- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D iese sind auf insgesam t Fr. 300.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G ; Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem - ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). D em Beschw erdeführer ist für das teilw eise O bsiegen im Verfahren vor dem Bun- desverw altungsgericht praxisgem äss eine reduzierte Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ) zuzusprechen. D ie dazu eingereichte Kostennote in H öhe von Fr. 2'503.80 (inkl. Auslagen und M W St) erscheint sow ohl bezüglich des Zeitaufw andes w ie auch des Stundenansatzes als angem essen (vgl. Art. 10 VG KE). Für das teilw eise O bsiegen im Beschw erdeverfahren reduziert sich dieser Betrag entsprechend; m ithin ist dem Beschw erdeführer eine anteilm ässige Parteientschädigung in H öhe von Fr. 1'251.90 auszurichten. 14 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit sie die Asylgew ährung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die W egw eisung betrifft. Sow eit den Vollzug der W egw eisung betreffend, w ird die Beschw erde gutgeheissen. 2. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführer vorläufig aufzunehm en. 3. D em Beschw erdeführer w erden die reduzierten Verfahrenskosten in H öhe von Fr. 300.-- auferlegt. 4. D ie Vorinstanz hat dem Beschw erdeführer für das Verfahren vor dem Bundesver- w altungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung in H öhe von Fr. 1'251.90 zu leisten. 5. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. _______), unter H inw eis auf die D ossierbestellung AFFT/ST - das Am t für M igration des Kantons B._______ ad _______ D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M arkus König Eveline C hastonay Versand am :