Nr. 14 Kantonales Verfahrensrecht. Art. 14 Abs. 1 und 2, Art. 15 Abs. 1, Art. 47 Abs. 1, Art. 57 VRPV. Kraft der Unters uchungsmaxime bestimmt die Behörde, wel- che Beweismittel zu verwenden sind (Beweisanordnungsbefugnis). Es liegt in ihrem pflichtgemässen Ermessen, darüber zu befi nden, mit welchen Mitteln der Sachver- halt abzuklären ist. Das gilt namentlich für die Wahl zwischen der Vernehmung als Zeuge und Befragung als Auskunftsperson. Eine Zeugeneinvernahme ist anzuord- nen, wenn eine Partei dies beantragt oder wenn von Amtes wegen der Sachverhalt in einem wichtigen streitigen Punkt geklärt werden soll. Als Auskunftspersonen gel- ten private Dritte, die nicht Verfahrensbeteiligte sind und kein schutzwürdiges recht- liches oder tatsächliches Interesse am Verfahrensausgang besitzen. Die Bestim- mungen über das Zeugnisverweigerungsrecht sind auch auf Auskunftspersonen anwendbar. Ohne Hinweis auf das Zeugni sverweigerungsrecht gemachte Aussagen dürfen nicht als Entscheidgrundlage verwe rtet werden. Der durch eine (fremdenpo- lizeiliche) Verfügung stark betroffene und in seiner persönlichen Freiheit massiv eingeschränkte Beschwerdeführer hat anal og einem Beschuldigten in einem Straf- verfahren das Recht, bei der Befragung von Belastungszeugen anwesend zu sein und Ergänzungsfragen zu stellen, wobei di e Verwaltungsbehörde verpflichtet ist, ausdrücklich auf das Anwesenheitsrecht und das Recht, ergänzende Fragen zu stel- len, aufmerksam zu machen. Mit der Ni chteinräumung dieser Möglichkeit im um- schriebenen Sinne wird das rechtliche Ge hör verletzt. Eine Heilung vor Rechtsmit- telinstanz ist nur möglich, wenn dieser die gleiche (nicht engere und tatsächlich ausgeübte) Kognition wie der Vorinstanz zusteht und den Parteien das rechtliche Gehör im Rechtsmittelverfahren umfassend gewährt wird. Im Gegensatz zur Vorin- stanz (Regierungsrat) verfügt das Oberge richt über eine eingeschränkte Kogniti- onsbefugnis. Dem Regierungsrat als Besch werdeinstanz kommt Ermessenskontrol- le zu, dem Verwaltungsgericht als Rechts mittelbehörde blosse Rechtskontrolle. Da nicht lediglich Rechtsfragen im Streit liegen, ist eine Heilung des Verfahrensman- gels im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren ausgeschlossen. Obergericht, 14. Februar 2003, OG V 02 12