Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. Januar 2019 (720 18 277 / 07) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts: Abstellen auf das bidisziplinäre Gutachten; Rechtsprechung bezüglich Drogensucht; Abgrenzung pr imäre/sekundäre Suchterkran- kung Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Anna Arquint, Rechts- dienst Behindertenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1961 geborene A.____ ist gelernter Maler und war viele Jahre in seinem ange- stammten Beruf tätig. Seit seinem 25. Lebensjahr le idet er an einer Opiatabhängigkeit. Ausser- dem konsumiert er auch übermässig Alkohol. Ab 2006 hat der Versicherte nur noch unregel- mässig gearbeitet und in den letzten Jahren von der Sozialhilfe gelebt. Seit 2005 leidet der Ver- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sicherte zudem an einer Polyarthritis mit Schmerzen in allen Gelenken, was ihm die Tätigkeit in seinem angestammten Beruf verunmöglicht. Am 7. November 2011 meldete sich A.____ erst- mals bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) plante berufliche Eingliederungsmassnahmen im Sin- ne einer Arbeitsvermittlung. Der Versicherte kam jedoch seiner Mitwirkungspflicht nicht nach, indem er den vereinbarten Gesprächsterminen unentschuld igt fernblieb und sich nicht um Be- werbungen kümmerte. Deswegen hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. Dezember 2012 fest, dass eine Arbeitsvermittlung zurzeit nicht möglich sei. Die Arbeitsvermittlung wurde daher ab- geschlossen. Mit Gesuch vom 10. März 2016 (Eingang) meldete sich A._ ___ unter Hinweis auf eine rheu- matoide Polyarthritis, ein Methadonprogramm sowie Hepatitis C erneut bei der IV an. Wiederum versuchte die IV-Stelle, eine Arbeitsvermittlung durchzuführen. Die Eingliederungsmassnahmen wurden schliesslich wiederum mangels Mitwirkung des Versic herten beendet. Im Rahmen der Rentenprüfung wurde eine bidisziplinäre Begutachtung (Psychiatrie und Rheumatologie) durch- geführt. Nach durchgeführten Abklärungen sowie nach du rchgeführtem Vorbescheidverfahren lehnte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versichert en gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 26% mit Verfügung vom 27. Juni 2018 ab. B. Gegen die Verfügung vom 27. Juni 2018 erhob A.___ _, vertreten durch Anna Arquint, Rechtsdienst Behindertenforum, am 22. August 2018 Besc hwerde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsger icht). Darin beantragte er, die Ver- fügung vom 27. Juni 2018 sei aufzuheben (1.). Unter Berücksichtigung der dem Gutachten wi- dersprechenden fachärztlichen Bericht sowie eines leidensbedingten Abzugs sei ihm gerichtlich mindestens eine Viertelsrente der IV zuzusprechen (2.). Für den eine Viertelsrente eventuell übersteigenden Rentenanspruch seien die Ergebnisse der Eingliederungsbemühungen der IV- Stelle, Abteilung Eingliederung, abzuwarten, und es se i der Fall zur umfassenden Beurteilung der Rentenfrage an die IV-Stelle zurückzuweisen (3.). In verfahrensrechtlicher Hinsicht bean- tragte der Versicherte, es sei ihm infolge Bedürftigkei t die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Eine Bestätigung über die Anhängigkeit bei der Sozialhilfe werde nachgereicht (4.); alles unter o/e-Kostenfolge (5.). Ausserdem sei das vor liegende Verfahren bis zum Vorliegen der Ergebnisse der notwendigen Eingliederungsbemühung en zu sistieren (6.). Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass auf die Beurtei lung der Arbeitsfähigkeit im bidiszipli- nären Gutachten nicht abgestellt werden könne und dass e in leidensbedingter Abzug von min- destens 20% berücksichtigt werden müsse. C. Mit Verfügung vom 13. September 2018 wies das Kan tonsgericht den Sistierungsantrag des Beschwerdeführers ab, wonach das vorliegende Verfahren bis zum Vorliegen der Ergeb- nisse der Eingliederungsmassnahmen zu sistieren sei. D. In ihrer Vernehmlassung vom 24. September 2018 schlo ss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Mit Verfügung vom 4. Oktober 2018 bewilligte das Ka ntonsgericht dem Beschwerdefüh- rer die unentgeltliche Prozessführung für das vorliegende Verfahren. F. Am 11. Oktober 2018 reichte der Beschwerdeführer ei ne Replik, am 2. November 2018 die Beschwerdegegnerin eine Duplik ein. Beide Parteien hielten an ihren Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 kann gegen Verfügungen der kantonal en IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsgericht ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 örtlich und sachlich zuständig. 1.2 Aus nachfolgenden Gründen kann auf das Rechtsbegeh ren in Ziff. 3 der Beschwerde- schrift („Für den eine Viertelsrente eventuell überstei genden Rentenanspruch seien die Ergeb- nisse der Eingliederungsbemühungen der IV-Stelle, Abt eilung Eingliederung, abzuwarten, und es sei der Fall zur umfassenden Beurteilung der Rentenfrage an die IV-Stelle zurückzuweisen.“) nicht eingetreten werden: Mit Verfügung vom 13. Sept ember 2018 wurde der Sistierungsantrag des Beschwerdeführers – zu Recht – abgewiesen. Falls nach durchgeführten Eingliederungs- massnahmen ein wesentlich veränderter Sachverhalt vorli egen sollte, wäre ohnehin eine Revi- sion durchzuführen. Von Gesetzes wegen besteht ein Anspr uch auf eine Rentenrevision, wenn sich die Sachlage erheblich verändert. Unter diesen Um ständen besteht im vorliegenden Ver- fahren kein Interesse daran, eine vor und nach der Eingl iederung abgestufte Rente zu begeh- ren. Abgesehen vom Rechtsbegehren in Ziff. 3 ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführer s. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. Juni 2018 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstäti gen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 6 0%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die d urch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleib t folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.2 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundhei tlichen Beeinträchtigung han- delt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung die Verwaltung und die Gerichte ebenso wie für die Feststellung der medizinischen Verhältnisse generell auf Unterlagen angewiesen sind, die von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stel len sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese Unterlage n nach dem für den Sozialversiche- rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigu ng (Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an fö rmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi alversicherungsgericht alle Be- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht weismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objekt iv zu prüfen und danach zu ent- scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlä ssige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf das Geri cht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizini- sche These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärzt lichen Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, au f allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussf olgerungen der Expertin oder des Ex- perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswe rt ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der ei ngereichten oder in Auftrag gegebe- nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Nichts desto trotz ist den im Rahmen de s Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2 ; 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternati- ve Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 4.1 Nach der Rechtsprechung führt Drogensucht (wie auch Alkoholismus und Medikamen- tenmissbrauch) als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie ein e Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Ge- sundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Fo lge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 268 E. 3c). Aus letzterem Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Leitsatz folgt nicht, dass die Auswirkungen eines Substanzm issbrauchs, der seinerseits auf ei- nen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se invaliditätsbegründ end sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschrän kungen nur anspruchsbegrün- dend sein können, wenn sie sich als Folgen selbstständig er Gesundheitsschädigungen darstel- len. Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwischen psychosozialen oder soziokultu- rellen Umständen und fachärztlich festgestellten psychische n Störungen von Krankheitswert (vgl. BGE 127 V 299 E. 5a): Wo die Gutachter im Wes entlichen nur Befunde erheben, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in dieser aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Die s trifft zu, wenn davon auszu- gehen ist, dass sich beispielsweise ein depressives Zustands bild bei einer (angenommenen) positiven Veränderung der suchtbedingten psychosozialen P roblematik wesentlich verbessern (und die damit verbundene Beeinträchtigung des Leistu ngsvermögens sich entsprechend ver- ringern) würde (Urteile des Bundesgerichts vom 19. Augu st 2013, 9C_856/2012, E. 2.2.1 und vom 11. März 2015, 8C_ 580/2014, E. 2.2.1). 4.2 Angesichts der finalen Natur der Invalidenversicherun g (vgl. BGE 120 V 102 f E. 4c; ULRICH MEYER /M ARCO REICHMUTH , Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], Re cht- sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl., Zürich 2014, Rz. 51 zu Art. 4) ist nicht entscheidend, ob die Drogensucht Folg e eines körperlichen oder geistigen Ge- sundheitsschadens ist oder ob der Substanzmissbrauch ausserha lb eines Kausalzusammen- hangs mit dem versicherten Gesundheitsschaden steht. In be iden Konstellationen sind reine Suchtfolgen invalidenversicherungsrechtlich irrelevant, s oweit sie als solche allein leistungs- mindernd wirken. Hingegen sind sie gleichermassen invalid enversicherungsrechtlich relevant, soweit sie in einem engen Zusammenhang mit einem eigen ständigen Gesundheitsschaden stehen. Dies kann der Fall sein, wenn die Sucht – ein em Symptom gleich – Teil eines Gesund- heitsschadens bildet (BGE 99 V 30 E. 3b); dies unter d er Voraussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren Folgen des Konsums, sondern wesentlich au ch der psychiatrische Befund selber zu Arbeitsunfähigkeit führt. Sodann können selbst reine Suchtfolgen invalidisierend sein, wenn daneben ein Gesundheitsschaden besteht, welcher die Abhängigkeit aufrecht erhält oder deren Folgen massgeblich verstärkt. Umgekehrt können die Auswirkungen des Konsums (unabhängig von ihrer Genese) wie andere psychosoziale Faktoren auch mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beeinflussen (Urteile des Bundesgerichts vom 19. August 2013, 9C_856/ 2012, E. 2.2.2 mit Hinweisen und vom 11. März 2015, 8C_580/2014, E. 2.2.2). 5. Die Verwaltung als verfügende Instanz – und im Besch werdefall das Gericht – dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozial- versicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschei nlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Be weisanforderungen nicht. Das Ge- richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folge n, die es von allen möglichen Gesche- hensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 2c). Ein Anspruch auf Leistungen besteht demnach nur , wenn auch dessen Voraussetzun- gen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 6.1 Im Rahmen der medizinischen Abklärungen gab die Be schwerdegegnerin eine bidiszip- linäre Begutachtung des Versicherten in Auftrag: Das rheumatologische Teilgutachten von Dr. med. B.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, datiert vom 28. August 2017. Als rheum atologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. B.____ im Wesen tlichen eine seropositive erosive rheumatoi- de Polyarthritis (ICD-10 M05) auf. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stell- te Dr. B.____ ein intermittierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5), bilatera- le Senk- und Spreizfüsse (ICD-10 M21.6), einen Status nach Behandlung einer chronischen floriden Osteomyelitis des rechten Ellbogens sowie einen Status nach Abszessabdeckelung am linken Ellbogen bei Status nach Rheumaknoten-Entfernun g im August 2016 und einen Status nach Phlegmone des linken Ellbogens im September 2016 fest. Des Weiteren erwähnte Dr. B.____ wichtige internistische Diagnosen ohne Einf luss auf die Arbeitsfähigkeit: Eine arteri- elle Hypertonie (ICD-10 I10.90) sowie einen Status nach Hepatitis C. Dr. B.____ führte in seiner Beurteilung aus, dass der Versicherte anlässlich der aktuel len rheumatologischen Begutach- tung Schmerzen im Bereich der Hände im Rahmen einer r heumatoiden Polyarthritis, die seit 2005 bestehe, beklage. Betroffen seien insbesondere die Handgelenke sowie die Metacar- pophalangealgelenke beider Hände mit einer morgendli chen Steifigkeit, welche zwischen einer halben Stunde und zwei Stunden, je nach entzündlichem Zustand schwanken würde, sowie mit einer Kraftlosigkeit der Hände. Zur Arbeitsfähigkeit i n der angestammten Tätigkeit hielt der Rheumatologe fest, dass sich als Maler, nämlich in einer körperlichen mittelschweren bis schweren Tätigkeit mit der Notwendigkeit repetitiv mit Kraftanwendung der Hände in monotoner bzw. ungünstiger körperlicher Haltung, auf Leitern und Treppen, Lasten über 10kg repetitiv zu heben, tragen oder zu stossen, aus rheumatologischer Sic ht eine volle Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit begründen lasse. Dabei würden vorwiegen d die postentzündlichen sekundären Veränderungen der Metacarpophalangealgelenke beider Daumen mit Bildung einer Neigung zur Subluxation beidseits sowie die beginnenden Einschrä nkungen der Beweglichkeit beider Radiocarpalgelenke interferieren. Diese sämtlichen V eränderungen würden die Funktion und Leistungsfähigkeit der Hände für Arbeiten einschränken , welche die Anwendung der Feinmoto- rik oder der Kraft der Hände über 10kg, das feste und treffsichere Heben eines Pinsels bzw. die Anwendung der Feinmotorik der Hände erfordern würden . Aus diesem Grund sei das Tragen von Lasten über 10kg nicht mehr möglich bzw. nicht mehr zumutbar. Das Besteigen von Leitern sei ebenfalls nicht mehr möglich. Für die restlichen Be schwerden der Lendenwirbelsäule mit funktioneller Einschränkung der Belastbarkeit des Rückens wegen der muskulären Dekonditio- nierung sowie für das leichte Streckdefizit beider Ellb ogengelenke um 10° würden sich die ent- sprechenden Einschränkungen der Leistungsfähigkeiten mit der Limitierung, die bereits in die- sem oben erwähnten negativen Belastungsprofil ermittelt worden seien, decken. Zur Arbeitsfä- higkeit in einer Verweistätigkeit hielt Dr. B.____ fe st, dass das gleiche für jegliche körperliche schwere bis mittelschwere Tätigkeit mit der Notwendigkeit der Kraftanwendung der Hände über 10kg, der Anwendung der Feinmotorik der Hände sowie m it der Notwendigkeit auf Leitern zu arbeiten, Lasten über 10kg zu heben, tragen oder zu sto ssen, gelte. Dagegen lasse sich in ei- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ner körperlich leichten Tätigkeit, welche ohne Notwen digkeit der Kraftanwendung der Hände über 10kg, ohne die Anwendung der Feinmotorik der Hä nde, ohne das Tragen, Heben oder Stossen von Lasten über 10kg, im Stehen, Gehen und Sit zen alternierend, eine restliche Ar- beitsfähigkeit von 80% bei 20%iger Verminderung der Leistungsfähigkeit ermitteln. Dabei werde die Notwendigkeit vermehrter Pausen und eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit beim aktuellen Ausmass der entzündlichen Erkrankung mit dieser Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20% mitberücksichtigt. Das psychiatrische Teilgutachten von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, datiert vom 15. Juni 2017. Dr. C.____ konnte keine Di agnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit feststellen. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit hielt er eine Opia- tabhängigkeit, bei gegenwärtiger Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersatzdrogenpro- gramm (ICD-10 F11.22), sowie eine Alkoholabhängigkei t (ICD-10 F10.25) fest. Unter dem Ab- schnitt „Alltagsaktivitäten“ führte Dr. C.____ aus, dass d er Versicherte um 22.00 Uhr ins Bett gehe und um 06.00 Uhr aufstehe. In der Regel könne er relativ gut schlafen. Das Aufstehen bereite ihm keine Probleme. Nach dem Frühstück erledige er die Morgentoilette. Tagsüber halte er sich oft im Haus E.____ auf, helfe dort bei Gartena rbeiten, bei Malerarbeiten oder bei der Renovation von Zimmern. Gerne gehe er auch an die G._ ___ und mache Spaziergänge. Er habe drei bis vier Kollegen, mit denen er sich regelmässi g treffe. Sie würden sich gegenseitig besuchen, sich draussen aufhalten, ein Bier zusammen tri nken. Den Haushalt führe er selb- ständig. Er koche auch regelmässig. Abends sei er meistens z u Hause und sehe TV. Immer wieder werde er von seinen Kindern besucht. Dr. C.___ _ stellte fest, dass der altersentspre- chend aussehende Versicherte einen gepflegten Eindruck ma che. Die Zähne seien allerdings ungepflegt, kariös, gewesen. Er habe einen leichten Fo etor aethylicus aufgewiesen. Der Explo- rand sei seit 1986 opiatabhängig, habe bis 2006 regelmässig Heroin konsumiert, stehe in einem Ersatzdrogenprogramm und konsumiere seit einem Jahr kein Heroin mehr. Er rauche regel- mässig, rauche gelegentlich einen Joint und trinke tägl ich etwa zwei Liter Bier. Dr. C.____ führ- te aus, dass keinerlei Hinweise auf eine vorbestehende psy chiatrische Störung bestünden, zu deren Behandlung er die Drogen eingesetzt hätte. Es ha ndle sich um eine primäre Abhängig- keitserkrankung. Der Explorand zeige keinerlei Zeichen irr eversibler geistiger oder psychischer Einschränkungen nach langjährigem Drogenkonsum. Bei der Untersuchung hätten keine kogni- tiven Einschränkungen festgestellt werden können. Der Ve rsicherte lebe alleine, besorge sei- nen Haushalt selbständig. Er übe Gelegenheitsarbeiten aus, pflege rege soziale Kontakte. Aus- ser der Alkohol- und Drogenabhängigkeit könne keine w eitere psychiatrische Diagnose gestellt werden. Der Beschwerdeführer leide unter einer Polyart hritis mit Schmerzen in allen Gelenken. Dazu müsse aus somatischer Sicht Stellung genommen werden . Es lägen keine Hinweise auf eine wesentliche psychische Überlagerung der geklagten soma tischen Beschwerden vor. Dr. C.____ nahm weiter Stellung zu früheren ärztliche n Einschätzungen und hielt insbesondere fest, dass der in grossen Abständen behandelnde Psychologe lic. phil. D.____ einen multiplen Substanzgebrauch diagnostiziert habe. Er habe aufgrund der somatischen Einschränkungen eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bescheinigt. Ausserdem h abe er eine deutliche suchtbedingte Wesensveränderung attestiert. Der Versicherte sei aber abgesehen von seinen ungepflegten Zähnen nicht verwahrlost gewesen. Er habe von regen sozi alen Kontakten berichtet. Es beste- he keine verminderte psychische Belastbarkeit, der Beschwe rdeführer habe nicht an einer Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht schweren psychiatrischen Störung gelitten, es seien auch kei ne besonders belastenden Leben- sereignisse bekannt. Die vom behandelnden Psychologen att estierte Arbeitsunfähigkeit von 50% könne nicht bestätigt werden. In der bisherigen Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht, Abstinenz vorausgesetzt, eine Arbeitsfähigkeit von 10 0%. Auch in jeder anderen berufli- chen Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100%. Bei der Konsensbesprechung hielten die beiden Gutach ter fest, dass aus bidisziplinärer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Maler seit August 2013 bestehe. In einer Verweistätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeitsf ähigkeit (bei 20%iger Leistungsminde- rung). Diese restliche Arbeitsfähigkeit in einer Verwe istätigkeit aus bidisziplinärer Sicht bestehe ab dem Zeitpunkt des rheumatologischen Gutachtens, da keine weitere genauere Spezifizie- rung in der Aktenlage vorliege. 6.2 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens berichtete der behandelnde Psychologe des Beschwerdeführers, D.____, am 3. Januar 2018 von seiner ambulanten Behandlung in der Psychiatrie X.____. Er habe bereits am 16. Dezember 2011 eine entsprechende fachliche Beur- teilung zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten abgegeben . Dort werde auf der Grundlage einer Suchterkrankung (F19.22) und einer damit einhergehen den suchtbedingten Wesensänderung die dauerhafte Reduktion der Arbeitsfähigkeit um 50% eingeschätzt. Die darin beschriebene Problematik habe sich in der Folgezeit in ihrer Auswirku ng auf die Arbeitsfähigkeit überhaupt nicht verbessert, sondern im Gegenteil, sie sei chronif iziert und habe einen längerfristig ange- legten stationären Aufenthalt notwendig gemacht. Dr. C.____ zeichne ein sehr harmonisches Bild des Versicherten, welches durch die relativ kurze Gesprächssituation erklärt werden könne, die tatsächliche Sachlage jedoch nicht beschreibe. Seit 1986, also seit über 30 Jahren, sei der Beschwerdeführer schwer drogenabhängig mit allen psychoso zialen Konsequenzen. Die We- sensänderung des Versicherten habe aufgrund der langjäh rigen Chronifizierung schon seit der Erstberichterstattung Krankheitswert gehabt. Der Krank heitswert äussere sich vor allem im af- fektiven Bereich sowie in anderen psychischen Bereichen. Die Störung habe den Rang einer Persönlichkeitsstörung (F60.8), nicht jedoch den Rang e iner reinen Anpassungsstörung (F43.2). Der Krankheitswert werde mittlerweile auch im Falle einer Abstinenz als dauerhaft wei- terbestehend eingeschätzt. Dementsprechend sei auch die Einschränkung der Erwerbsfähigkeit dauerhaft herabgesetzt und mit einer Einschränkung von 5 0% milde beurteilt. Des Weiteren gebe es in der Krankenakte deutliche Hinweise darauf, dass die beiden Krankheitsbilder mitei- nander interagieren würden. Sowohl die schmerzlindernd en Eigenschaften der Opiate als auch die Veränderungen durch die suchtbedingte Wesensände rung hätten sicher die Copingstrate- gien im Umgang mit der Erkrankung geprägt. Nicht umson st sei der Versicherte zeitweise ganz aus der Behandlung seiner rheumatologischen Erkrankung a usgestiegen. Der Abbruch der Be- handlung habe eindeutig Krankheitswert. Ausserdem füh rte Herr D.____ aus, es sei unwahr- scheinlich, dass der Beschwerdeführer auf dem Arbeitsmarkt eine dem Gesundheitsschaden adäquate Arbeit finden könne. Ein Patient, der in seinen Alltagsangelegenheiten täglich persön- liche Unterstützung benötige, habe wahrscheinlich auf d em ersten Arbeitsmarkt erhebliche Probleme einen Arbeitsplatz zu finden. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Am 22. März 2018 reichte Dr. C.____ eine Stellung nahme zum Schreiben des Behinder- tenforums vom 9. Februar 2018 sowie zum Bericht von Herrn D.____ vom 3. Januar 2018 ein. Dr. C.____ hielt fest, dass der Beschwerdeführer Ende 2016 von seiner Mutter aus dem Haus gewiesen worden sei. Er habe dann keine Wohnung gefun den, dies hänge sicherlich vor allem damit zusammen, dass er hohe Schulden habe, seit Jahren vom Sozialamt unterstützt werde. Der Versicherte habe zum Zeitpunkt der Untersuchung se it drei Monaten in einer 1- Zimmerwohnung gelebt. Er habe berichtet, dass er seine n Haushalt selbständig führe. Es sei also nicht einer Wesensveränderung geschuldet, dass der Beschwerdeführer keine Wohnungen gefunden habe, sondern seiner sozialen Situation mit hohen Schulden und Sozialhilfeabhängig- keit. Der Versicherte habe während 20 Jahren trotz sein er ausgeprägten Drogenabhängigkeit auf seinem Beruf als Maler gearbeitet. Es sei also währ end 20 Jahren nicht zu einer Wesens- veränderung gekommen, obwohl der Versicherte in hohem Masse Drogen konsumiert habe. Die Arbeit habe er wegen seiner Schmerzen aufgegeben. Es sei also nicht so, dass eine We- sensveränderung dazu geführt habe, dass er die Arbeit a ufgegeben habe. Des Weiteren hielt Dr. C.____ fest, dass eine Persönlichkeitsstörung nicht als Folge eines langjährigen Drogen- konsums entstehe. Der Versicherte zeige auch keinen ausgep rägten sozialen Rückzug, pflege nach wie vor Kontakt zu den Kindern und Bekannten. Es seien keine Hinweise auf depressive Verstimmungen feststellbar. Bei der psychiatrischen Untersuchung hätten sich keinerlei Zeichen von Verwahrlosung gezeigt. Es sei völlig hypothetisch, dass allfällige Wesensveränderungen, die allerdings nicht hätten objektiviert werden können , bei Suchtmittelfreiheit sich nicht zurück- bilden würden. Regelmässiger Konsum von Heroin führe nicht zu irreversiblen geistigen oder psychischen Schäden. Es treffe zwar zu, dass der Beschwerdefüh rer auf dem Arbeitsmarkt wohl Schwierigkeiten habe, eine Arbeitsstelle zu finden. Diese Schwierigkeiten seien aber inva- liditätsfremd, seien nicht einer psychiatrischen Erkrankung geschuldet. Der Explorand habe während Jahren trotz des hohen Opiatkonsums gearbeit et. Die Arbeitsfähigkeit sei also auf- grund der Abhängigkeit nicht beeinträchtigt. Wenn eine Entzugsbehandlung gescheitert sei, könne daraus nicht geschlossen werden, dass prinzipiell ei n Verzicht auf Opiate unzumutbar wäre. 6.4 Am 27. August 2018 berichtete die Rheumatologie d es Universitätsspitals Y.____, dass beim Versicherten eine Entzündung der Hand- und Finger gelenke, welche zu einer einge- schränkten Beweglichkeit sowie Unmöglichkeit des Faustschlusses führen und daher das siche- re Greifen von Gegenständen sowohl schmerzhaft als auch u nsicher machen würden, bestün- de. Sie hätten daher eine Änderung in der Medikation vorgenommen, eine Verbesserung der Situation könne aktuell noch nicht vorausgesagt werden. Daher könnten momentan schwere Arbeiten, insbesondere mit Belastungen der Hände, ni cht zugemutet werden. Auch bei leichte- ren Tätigkeiten seien Pausen notwendig, aufgrund der entzündlichen Aktivität sei nach den Pausen eine verstärkte Steifigkeit zunächst wieder zu überwi nden, sodass es auch zur Ver- langsamung in der Tätigkeit komme. Die Arbeitsunfähigkeit werde 20% sicher überschreiten, für eine genauere Einschätzung müssten sie den Patienten erneut evaluieren. 7.1 Die IV-Stelle hat bei der Beurteilung des Gesund heitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf das bidisziplinäre Gut achten der Dres. B.____ und C.____ abgestellt. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschw erdeführer in seiner angestamm- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten Tätigkeit als Maler zu 100% arbeitsunfähig sei. Hingegen bestehe in einer leidensangepass- ten Verweistätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Wi e oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier nicht vor. Mit der IV-Stelle ist festzuhalten, dass das bidisziplinär e Gutachten der Dres. B.____ und C.____ weder formale noch inhaltliche Mängel aufweist und dass es – wie dies vom Bundesge- richt verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) – für die st reitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berüc ksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinische n Zusammenhänge bzw. der Beurtei- lung der aktuellen medizinischen Situation einleuchtet, sich mit den vorhandenen abweichen- den ärztlichen Einschätzungen auseinandersetzt und in de n Schlussfolgerungen überzeugend ist. 7.2 Nachfolgend wird aufgezeigt, aus welchen Gründen a uch die Vorbringen des Beschwer- deführers die Beweiskraft des bidisziplinären Gutachtens nicht zu entkräften vermögen. Zunächst ist die für den vorliegenden Fall zentrale Fra ge zu klären, ob es sich bei der Erkran- kung des Beschwerdeführers um eine primäre oder um eine sekundäre Suchterkrankung han- delt. Sofern eine Suchterkrankung ohne weitere psychische Störungen bzw. psychiatrische Er- krankungen vorliegt, handelt es sich um ein reines (primär es) Suchtgeschehen und es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Leistungen der IV. Liegt hingegen eine Suchterkrankung vor und ist diese Folge einer anderen psychischen Störung bzw. psychiatrischen Erkrankung, han- delt es sich um eine sekundäre Sucht. Wenn eine Suchterkra nkung besteht und diese einen (geistigen oder körperlichen) Folgeschaden verursacht hat, handelt es sich um eine primäre Suchterkrankung mit invalidisierenden Folgeschäden. Be i den letzten beiden Formen einer Suchterkrankung wird nur der Gesundheitsschaden unter A usblendung der Sucht beurteilt und bei der Festlegung des IV-Grades berücksichtigt (vgl. Dr. med. Arno Bindl, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, FOSUMOS Regio Sargans – Chur, Sucht und Invalidenversicherung). 7.3 Beim Beschwerdeführer liegt mit überwiegender Wah rscheinlichkeit eine primäre Suchterkrankung vor. Eine vor der Opiatabhängigkeit b estehende Erkrankung ist den medizini- schen Akten nicht zu entnehmen. Ein sekundäres Suchtgesche hen kann deswegen ausge- schlossen werden. Umstritten ist zwischen den Parteien, ob sich aufgrund der Suchtproblematik ein invalidisierender Folgeschaden ergeben hat. Der be handelnde Psychologe D.____ geht davon aus, dass die Drogensucht beim Versicherten eine We sensveränderung mit Krankheits- wert sowie eine Verwahrlosung herbeigeführt habe. Di e Arbeitsfähigkeit sei um 50% reduziert. Hingegen konnte der psychiatrische Gutachter Dr. C.____ neben der Opiat- und Alkoholabhän- gigkeit keine weitere Diagnose feststellen. Er habe abg esehen von den ungepflegten Zähnen auch keine Verwahrlosung erkennen können. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer seit 1986 opiatabhängig ist. Dass er zu einem früheren Zeitpunkt an einer anderen Er krankung gelitten hätte, ist nicht be- kannt. Im Jahr 2005 kam dann eine rheumatoide Polyarth ritis hinzu. Es bestehen keine Hinwei- se dafür, dass diese eine Folge der Opiatabhängigkeit w äre. Der Versicherte hat zwar wohl aufgrund seiner chronischen Suchterkrankung die Behandlu ng der Arthritis zeitweise vernach- lässigt bzw. unterbrochen, die beiden Krankheiten stehe n aber ansonsten in keinem Zusam- menhang. Zurzeit befindet sich der Beschwerdeführer in einem Methadon- bzw. Drogenersatz- programm, daneben konsumiert er seit 2016 keine Drogen mehr. Allerdings trinkt er täglich et- wa zwei Liter Bier. Eine Sucht hat natürlicherweise gewisse Auswirkungen. Die se sind aber grundsätzlich nicht IV- relevant. Es erscheint auch durchaus nachvollziehbar, dass es einem drogenabhängigen Men- schen beispielweise an der Motivation sowie an den fin anziellen Mitteln fehlt, um seine Zähne ordentlich zu pflegen. Bei ungepflegten Zähnen hande lt es sich aber nicht um etwas Unabän- derliches. Sofern sich der Versicherte sowohl in Bezug au f seine Sucht als auch in finanzieller Hinsicht erholt, könnte er seine Zähne wieder in Ordnu ng bringen lassen. Durch die Sucht be- dingte Wesensmerkmale und Äusserlichkeiten würden sich bei Suchtmittelfreiheit mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit wieder zurückbilden. Der behandelnde Psychologe D.____ macht zwar in seinem Bericht vom 3. Januar 2018 eine ausführliche Abhandlung der Krankengeschichte des Versic herten. Im Gegensatz zu Dr. C.____ hat Herr D.____ aber keine aktuellen objek tivierten Befunde erhoben. Mit Dr. C.____ ist festzuhalten, dass langjähriger Drogenkon sum keine irreversiblen Schäden her- vorruft. Dafür, dass der Beschwerdeführer über 30 Jahre lang heroinabhängig war, scheint er ausserdem in relativ guter körperlicher Verfassung zu sein . Dr. C.____ begründet denn auch nachvollziehbar, weshalb er der vom behandelnden Psycholo gen gestellten Diagnose einer Wesensveränderung mit Krankheitswert nicht zuzustimmen vermag. Der Versicherte habe wäh- rend 20 Jahren trotz seiner ausgeprägten Drogenabhän gigkeit als Maler gearbeitet. Es sei also während 20 Jahren nicht zu einer Wesensveränderung geko mmen, obwohl der Versicherte in hohem Masse Drogen konsumiert habe. Die Arbeit habe er wegen seiner Schmerzen aufgege- ben. Es sei also nicht so, dass eine Wesensveränderung da zu geführt habe, dass er die Arbeit aufgegeben habe. 7.5 Der Beschwerdeführer macht unter anderem geltend, dass er nicht einmal in der Lage sei, alltägliche Dinge selber zu erledigen. Er sei täglich auf Hilfe angewiesen. Aus der Aktenlage ergibt sich allerdings, dass der Versicherte seit April 201 7 alleine in einer dem Haus E.____ angeschlossenen 1-Zimmerwohnung lebt, selbständig sein en Haushalt führt, spazieren geht und sich mit Kollegen und seinen Kindern trifft. Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung hat der Versicherte sogar selber angegeben, dass die Wohnbeg leitung des E.____ einmal im Mo- nat vorbeikomme. Er erhalte immer wieder Komplimente, wie sauber er seine Wohnung halte (vgl. S. 8 des psychiatrischen Gutachtens). Es mag zwar sein, dass er im Jahr 2011 nicht ein- mal im Stande gewesen ist, das damalige IV-Verfahren d urchzuziehen. Im aktuellen Verfahren ist er aber immerhin zu den beiden Begutachtungstermin en im Juni bzw. im August 2017 er- schienen und kümmert sich um seine IV-rechtliche Angelegenheit. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Insgesamt vermögen die Schilderungen von Psychologe D.____ das Gutachten von Dr. C.____ nicht zu entkräften. Eine Wesensveränderung mit Krankhe itswert ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. 7.6 Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, dass in r heumatologischer Hinsicht seit Mitte 2017 keinerlei Berichte der behandelnden Fachärzte me hr berücksichtigt worden seien. Für eine leistungsablehnende Entscheidung, welche erst Mitt e 2018 getroffen werde, scheine dies unter rechtlichen Gesichtspunkten nicht korrekt. So habe in den Unterlagen, welche im Rahmen der Begutachtung zur Verfügung gestanden seien, insbesondere die aktuelle Einschätzung des Universitätsspitals Y.____, Abteilung Rheumatologie, gef ehlt. Dem ist entgegenzuhalten, dass das rheumatologische Gutachten vom 28. August 2017 dat iert und es somit nicht zu beanstan- den ist, dass der letzte von Dr. B.____ gewürdigte Be richt aus dem Jahre 2017 stammt. Die zeitlich neuesten Berichte, welche der Gutachter im akte nmässigen Verlauf festhält, wurden sogar von ihm angefordert (vgl. S. 11 und 12 des rheumatologischen Gutachtens). Zwischen Ende 2013 und Anfang 2017 war der Versicherte nicht in rheumatologischer Behand- lung. Nach Dr. B.____ ist die rheumatologische Erkranku ng des Beschwerdeführers nicht heil- bar, sondern adäquat behandelbar. Dafür brauche es abe r eine konstante Compliance. Sofern sich also der Versicherte im Rahmen der Therapie kooperat iv verhält, sollte eine gewisse Ver- besserung und Stabilisierung eintreten (vgl. S. 28 des rheumatologischen Gutachtens). Anlässlich der Replik hat der Beschwerdeführer einen Ber icht des Universitätsspitals Y.____, Rheumatologie, vom 27. August 2018 eingereicht. In diesem Bericht wird in Bezug auf die Ar- beitsfähigkeit lediglich angegeben, dass die Arbeitsunfähigkeit 20% sicher überschreiten werde, sie den Versicherten für eine genauere Einschätzung aber erneut evaluieren müssten. Wenn der Beschwerdeführer tatsächlich seit 2017 wieder in re gelmässiger Behandlung ist, müsste wohl eine genauere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit möglich sein. Diese noch vage Einschät- zung vermag die Auffassung vom rheumatologischen Gutacht er Dr. B.____ jedenfalls nicht in Zweifel zu ziehen. Schliesslich werden im Bericht des Unive rsitätsspitals auch keine neuen me- dizinischen Befunde vorgebracht. Die darin beschriebenen Beschwerden waren Gutachter Dr. B.____ hinlänglich bekannt. 8.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r von den Gutachtern festgestellten gesundheitlichen Einschränkungen. Der Beschwerdeführer b emängelt den Einkommensver- gleich insofern, als die Beschwerdegegnerin bei der Be rechnung des Invalideneinkommens keinen leidensbedingten Abzug vorgenommen hat. Der Ve rsicherte macht geltend, dass ein leidensbedingter Abzug in der Höhe von 20% bis 25% hätte berücksichtigt werden sollen. 8.2 Vom ermittelten statistischen Wert sind praxisgemäss ve rschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige Eidgenössische V ersicherungsgericht (EVG) seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn berein igt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des ko nkreten Einzelfalles abhängt (lei- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht densbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstj ahre, Nationali- tät/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welch e nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom stati stischen Lohn unter Berücksichti- gung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale let ztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Zu beachten ist fer ner, dass allfällige bereits in der Beur- teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einf liessen und so zu einer doppel- ten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2 mit Hinweis). 8.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin in der ange fochtenen Verfügung vom 27. Juni 2018 keinen Abzug vom Tabellenlohn gewährt, was nicht zu beanstanden ist. Den gesundheitli- chen Einschränkungen wurde mit der veranschlagten Arbeit sunfähigkeit von 20% bereits voll- umfänglich Rechnung getragen. Die Frage nach einem allfälligen leidensbedingten Abzug muss aber vorliegend ohnehin nicht abschliessend beantworte t werden. Mit der Beschwerdegegnerin ist nämlich festzuhalten, dass selbst bei einem äusserst gro sszügigen Abzug in der Höhe von 15% ein Invaliditätsgrad von unter 40% resultiert. 8.4 Auch im Übrigen ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensver- gleich in der angefochtenen Verfügung nicht zu bemäng eln. Jedenfalls bleibt es dabei bei ei- nem IV-Grad unter 40%. Die Vorinstanz hat den Rentena nspruch des Versicherten im Ergebnis somit zu Recht verneint, weshalb die hiergegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 9.1 Laut Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilli- gung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos- tenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensauf wand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens e inheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. Da i hm mit Verfügung vom 4. Oktober 2018 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt wurde , gehen die Verfahrenskosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. 9.2 Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. Da § 22 Abs. 2 VPO den Kreis der Personen, die als unentgeltlicher Rechtsbeistand best ellt werden können, auf Anwälte und Anwältinnen beschränkt, kann die unentgeltliche Rechtspf lege nicht in Bezug auf die Verbei- ständung durch die Vertreterin des Beschwerdeführers gewährt werden. 9.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufme rksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht