Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. März 2021 (715 20 258 / 78) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Ablehnung der Anspruchsberechtigung wegen Nichterfüllung der Beitragszeit Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Lena Eichenber- ger Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Roman Laubscher , Advo- kat, Wasserturmplatz 3, Postfach 578, 4410 Liestal gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A.a Der 1987 geborene A.____ war vom 1. August 2015 bis 31. Juli 2018 als Primarlehrper- son an der Primarschule B.____ tätig. Ab August 2018 bi s ca. Mitte Juni 2019 war er auf einer Weltreise. Die Zeit von Mitte Juni 2019 bis Ende Juli 2019 nutzte er, um sich wieder in der Schweiz einzuleben. Am 1. August 2019 nahm er die Tätigkeit al s Lehrperson bei der C.____ GmbH in X.____ auf. Dieses Arbeitsverhältnis wurde von der Arbeit geberin am 21. Februar 2020 per Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 29. Februar 2020 aufgrund der wirtschaftlichen Situat ion der Arbeitgeberin gekündigt. A.____ leistete seinen letzten Arbeitstag am 28. Februar 2020. Die Lohnzahlung erfolgte bis am 31. De- zember 2019. A.b Am 9. März 2020 meldete er sich beim Regionalen A rbeitsvermittlungszentrum (RAV) Y.____ zur Arbeitsvermittlung und stellte gleichentags bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Ba- selland (Arbeitslosenkasse) Antrag auf Arbeitslosenentschä digung ab 9. März 2020. Über die C.____ GmbH wurde am 7. April 2020 der Konkurs eröffnet. Mit Datum vom 14. April 2020 stellte A.____ Antrag auf Insolvenzentschädigung, welche ihm sodann für den Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 8. März 2020 ausgerichtet wurde. Mit Verfügung vom 14. April 2020 lehnte die Arbeits- losenkasse die Anspruchsberechtigung ab 9. März 2020 wegen Nichterfüllung der Beitragszeit ab. Zur Begründung führte sie an, dass der Versicherte während der Beitragsrahmenfrist vom 9. März 2018 bis 8. März 2020 lediglich eine beitragspflich tige Beschäftigung von 9,747 Monaten nachweisen könne. Die Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten habe er nicht erfüllt. A.c A.____ erhob am 17. April 2020 Einsprache gegen die Verfügung vom 14. April 2020 und beantragte sinngemäss deren Aufhebung. Zur Begründung führte er aus, D.____, Mitarbeiter der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland, habe bestätigt, dass die sozialen Beiträge für die Monate Januar bis März 2020 bezahlt würden, sobald sei n Antrag auf Insolvenzentschädigung bearbeitet und genehmigt worden sei. Somit seien di e Monate Januar bis März 2020 ebenfalls als Beitragszeit anzuerkennen, wodurch er die zwölf Monat e Beitragszeit erreiche. Mit Ein- spracheentscheid vom 10. Juni 2020 wurde festgestellt, dass der Versicherte zwar eine zusätzli- che Beitragszeit von 2,233 Monaten erwirtschaftet und somit eine Beitragszeit von 11,980 Mona- ten generiert hatte. Da aber die erforderliche Beitr agszeit von zwölf Monaten dennoch nicht er- reicht wurde, wurde die Einsprache abgewiesen. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Roma n Laubscher, mit Eingabe vom 3. Juli 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht). Er beantragte, dass die Verfüg ung vom 14. April 2020 sowie der Ein- spracheentscheid vom 10. Juni 2020 aufzuheben seien und d ie Beschwerdegegnerin zu ver- pflichten sei, dem Beschwerdeführer rückwirkend Arbeitslosentaggelder auf der Basis einer nach Art. 13 AVIG erfüllten Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten auszurichten. Eventualiter seien die genannten Entscheide aufzuheben und es sei der Anspruc h auf Arbeitslosengelder gerichtlich festzulegen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Be- schwerdegegnerin. Zur Begründung führte er aus, dass er einen Anspruch hätte, wenn er diesen erst ab dem 11. März 2020 geltend gemacht hätte. Unter Verweis auf die AVIG-Praxis ALE, Ar- beitsmarkt und Arbeitslosenversicherung [AVIG-Praxis] Randziffer B43 gelte dasselbe bei einer Vorverlegung der Anmeldung auf den 8. März 2020. Des Weiteren sei die Randziffer B150 der AVIG-Praxis vorliegend falsch angewendet worden und er sei in den Monaten März 2020 und März 2019 (recte März 2018) im ganzen Monat angestellt gewesen. Im Monat März 2018 verfüge er über 23 beitragspflichtige Kalendertage und im Mo nat März 2020 über 8 Kalendertage. Dies ergebe insgesamt 31 Kalendertage und damit mehr als einen Monat. Zudem verwies er auf sein Arbeitsverhältnis, welches noch bis am 31. Juli 2020 gedauert hätte. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Mit Vernehmlassung vom 20. Oktober 2020 beantragte d ie Arbeitslosenkasse die Ab- weisung der Beschwerde. D. In seiner Replik vom 10. November 2020 verwies der Be schwerdeführer erneut auf Randziffer B43 der AVIG-Praxis, wonach er bei einer Vorverlegung des Beginns der Rahmenfrist auf einen Samstag bzw. Sonntag einen Anspruch hätte. Auch wies er noch einmal darauf hin, dass die Praxis nach Randziffer B150 der AVIG-Praxis und die entsprechende Formel im vorlie- genden Fall nicht angewendet werden dürfe. E. In ihrer Duplik vom 27. November 2020 führte die Be schwerdegegnerin erneut aus, dass sie die AVIG-Praxis korrekt angewendet und dementsprechend die Beitragszeit korrekt ermittelt habe, womit sie weiterhin die Abweisung der Beschwerde beantrage. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die oblig atorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil d es Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversi- cherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht e rhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherun g und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desj enigen Kantons, in dem die versi- cherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrol lpflicht erfüllt. Vorliegend hat der Be- schwerdeführer die Kontrollpflicht im Kanton Basel-Lan dschaft erfüllt, weshalb die örtliche Zu- ständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger g emäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 3. Juli 2020 ist demnach einzutreten. 2. Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Arb eitslosenkasse die Anspruchsberechti- gung des Beschwerdeführers ab 9. März 2020 wegen Nichter füllung der Beitragszeit zu Recht abgelehnt hat. 3.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt na ch Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeits- ausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schweiz wohn t (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurück- gelegt und weder das Rentenalter der AHV erreicht ha t noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), ver- mittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG hat die Beitragszeit erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rah- menfrist für die Beitragszeit von zwei Jahren (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Mo- naten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (vgl. AVIG-Praxis Randziffer B143). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt gemäss Art. 9 Abs. 3 AVIG zwei Jahre vor der Rahmen- frist für den Leistungsbezug zu laufen. Letztere wiede rum fängt gemäss Art. 9 Abs. 2 AVIG mit dem Tag an, an dem sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. 3.2 Gemäss Randziffer B43 der AVIG-Praxis kann der Begi nn der Rahmenfrist für den Leis- tungsbezug nur auf einen Werktag (Montag bis Freitag) fallen, da die Kontrollvorschriften nur an Werktagen erfüllt werden können. Weist eine versicherte Person nur deshalb zu wenig Beitrags- zeit nach, weil sie sich infolge Wochenende nicht am erst en Tag ihrer Arbeitslosigkeit, sondern erst am Montag zum Taggeldbezug anmelden konnte, ist d er Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug auf den Samstag bzw. Sonntag vorzuverlegen. Laut Randziffer B44 der AVIG- Praxis darf die Rahmenfrist nach der Eröffnung grundsät zlich nicht mehr verschoben werden. Stellt sich nachträglich heraus, dass bei Beginn der Arbe itslosigkeit eine oder mehrere An- spruchsvoraussetzungen für die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung nicht erfüllt waren, ist eine Aufhebung oder allenfalls eine Neufestsetzung der Rahmenfristen vorzunehmen. 3.3 Nach Art. 11 Abs. 1 AVIV zählt als Beitragsmonat j eder volle Kalendermonat, in dem der Versicherte beitragspflichtig ist. Beitragszeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen, werden zusammengezählt. Je 30 Kalendertage gelten als e in Beitragsmonat (Art. 11 Abs. 2 AVIV). Die AVIG-Praxis hält in der Randziffer B150 fest, dass Beitragszeiten, die nicht einen vol- len Kalendermonat umfassen, zusammengezählt werden, wobei je 30 Kalendertage als ein Bei- tragsmonat gelten. Wird eine beitragspflichtige Beschäf tigung nicht auf Beginn eines Kalender- monats aufgenommen bzw. nicht auf Ende eines Kalendermonats beendet, werden die entspre- chenden Werktage mit dem Faktor 1,4 in Kalendertage um gerechnet. Als Werktage gelten nur die Tage von Montag bis Freitag. Es werden auch diejenigen Werktage innerhalb eines Arbeits- verhältnisses in Beitragszeit umgerechnet, an denen nicht gearbeitet worden ist. Arbeitstage, die auf einen Samstag oder Sonntag fallen, werden Werktagen gleichgestellt, wenn diese wöchent- lich deren 5 nicht übersteigen. 4.1 Der Beschwerdeführer macht unter Verweis auf Rand ziffer B43 der AVIG-Praxis geltend, dass er bei einer Vorverlegung des Beginns der Rahmenfri st auf den Samstag (7. März 2020) bzw. Sonntag (8. März 2020) einen Anspruch hätte. Gemäss Art. 10 Abs. 3 AVIG gilt der Arbeits- suchende erst dann als arbeitslos, wenn er sich beim Arbei tsamt seines Wohnorts zur Arbeits- vermittlung gemeldet hat. Vorliegend meldete sich der Beschwerdeführer am 9. März 2020 zur Arbeitsvermittlung an, womit er frühestens ab dann Arb eitslosenentschädigung beziehen kann. Ein früherer Beginn der Rahmenfrist für den Leistung sbezug ist damit ausgeschlossen, ausser es liegt ein Fall vor, wie er in Randziffer B43 der AV IG-Praxis statuiert ist. Der Auffassung des Beschwerdeführers ist insofern zuzustimmen, als eine Vorverlegung der Rahmenfrist auf den 7. März 2020 oder 8. März 2020 die Auswirkung hätte, dass zusammengerechnet die Monate März 2018 und März 2020 eine Beitragszeit von 1,073 respektive 1,026 ergeben würden, womit er insgesamt die Beitragszeit erfüllt hätte. Der Beschwerdeführer hat jedoch unbestrittenermassen bis und mit 8. März 2020 Insolvenzentschädigung erhalten . Da die Insolvenzentschädigung die Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung vora ussetzt und grundsätzlich nur für geleis- tete Arbeit geschuldet ist, war der Beschwerdeführer am 7. März 2020 wie auch am 8. März 2020 noch nicht arbeitslos. Bis und mit 8. März 2020 bestand auch kein anrechenbarer Verdienstausfall im Sinne von Art. 11 AVIG, womit die Anspruchsvoraussetzung von Art. 8 Abs. 1 lit. b AVIG nicht erfüllt war und unter Beachtung von Art. 9 Abs. 2 AV IG die Rahmenfrist nicht beginnen konnte. Daher kann der Beginn der Rahmenfrist nicht vorverlegt werden. 4.2 Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, dass er bei einer Anmeldung am 11. März 2020 über einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung verfügt hätte. Zu diesem Vorbringen ist an- zumerken, dass eine Nachverlegung des Beginns der Rahmenfr ist für den Leistungsbezug auf den 11. März 2020 nur zur Erfüllung der Beitragszeit führen würde, sofern am 9. März 2020 und 10. März 2020 Beitragszeit generiert werden konnte. Be itragszeit setzt die Ausübung einer Be- schäftigung voraus. Mit der Anmeldung am 9. März 2020 bringt der Beschwerdeführer zum Aus- druck, dass er ab diesem Zeitpunkt vermittlungsfähig is t und der Arbeitgeber keine Arbeit mehr verlangt hat. Demgemäss wurde auch nur bis und mit 8. März 2020 Insolvenzentschädigung be- zahlt, da diese voraussetzt, dass Arbeit geleistet wurde und der Ansprecher nicht vermittlungsfä- hig ist. Des Weiteren hat die Arbeitslosenkasse die Voraussetzungen nach Art. 29 AVIG geprüft und unbestritten geblieben bejaht. Damit ist davon auszugehen, dass spätestens ab 9. März 2020 ein Arbeitsausfall im Sinne von Art. 11 AVIG vorgelegen hat. Der Beschwerdeführer bringt auch nicht vor, dass die Zweifel der Arbeitslosenkasse an der Realisierbarkeit von Lohnforderungen nach dem 9. März 2020 unbegründet gewesen seien (vgl. dazu Urteil des Sozialversicherungs- gerichts des Kantons Zürich vom 23. Oktober 2019, AL.2018.00074, E. 3.2). Vor diesem Hinter- grund ergibt sich, dass der Beschwerdeführer bereits am 9. März 2020 als arbeitslos galt, da die tatsächliche und nicht die rechtliche Beendigung des Arb eitsverhältnisses massgebend ist (vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 23. Oktober 2019, AL.2018.00074, E. 3.2, BGE 126 V 371 E. 2a). Auch a us der Rechtsprechung, dass allenfalls Beitragszeit angerechnet werden kann, wenn ein Arbeitge ber den Ansprecher ungerechtfertigt entlässt und diesem Entschädigungsansprüche nach Art. 3 37c OR zustehen, kann der Be- schwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, da diese Konstellation nicht vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Januar 2011, 8C_787/2010, E. 3.3.1). Auch können allfällig geleis- tete Überstunden nicht als Beitragszeit angerechnet wer den, da sich diese über Kalendertage und nicht über Überstunden definiert. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass ab 8. März 2020 keine weitere Beitragszeit anerkannt werden kann, weshalb au ch die Festlegung der Rahmenfrist für den Leistungsbezug nach dem 9. März 2020 nicht zur Erfüllung der Beitragszeit führen würde. 4.3 Der Beschwerdeführer führt aus, dass er jeweils den gesamten Monat März 2018 sowie März 2020 angestellt und beitragspflichtig war. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Denn der Beschwerdeführer hat seinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung erst am 9. März 2020 gestellt, womit die Arbeitslosenkasse die Rahmenfrist für die Beitragszeit korrekterweise vom 9. März 2018 bis 8. März 2020 festgesetzt hat. Arbeitnehmertätigkeiten, die ausserhalb dieser Zeit erbracht wurden, können bei der Berechnung der Beitragszeit nicht berücksichtigt werden. Somit kann weder der Monat März 2018 noch der Monat März 2020 als voller Beitragsmonat angerech- net werden. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Schliesslich moniert der Beschwerdeführer, dass die B erechnungsweise der Umrech- nung von nicht vollen Kalendermonaten innerhalb der Rahmenfrist vorliegend zu einem stossen- den Ergebnis führe und nicht anwendbar sei. Auch sei die Weisung B150 der AVIG-Praxis falsch angewandt worden. Im Monat März 2018 verfüge er über 23 beitragspflichtige Kalendertage und im Monat März 2020 über 8 Kalendertage. Dies ergebe i nsgesamt 31 Kalendertage und damit mehr als einen Monat. Die Gerichte sind rechtlich zwar nicht zwingend an die AVIG-Praxis gebunden, da es sich hierbei um eine Weisung handelt, doch dürfen sie nicht ohne N ot davon abweichen. So entspricht es denn auch klarer bundesgerichtlicher Rechtsprechung, d ie entsprechenden Werktage mit dem Faktor 1,4 in Kalendertage umzurechnen, wenn eine bei tragspflichtige Beschäftigung nicht auf Beginn eines Kalendermonats aufgenommen bzw. nicht auf Ende eines Kalendermonats beendet wird (BGE 122 V 258 E. 2a, Urteil des Bundesgerichts vo m 12. Januar 2011, 8C_787/2010, E. 2.1). Zudem kommt eine Aufrundung der Beitragszeit selb st bei knappen Ergebnissen nicht in Frage (BGE 122 V 262 E. 4c) aa und bb). Aus dem Gesag ten ergibt sich, dass die von der Be- schwerdegegnerin angewandte Berechnungsmethode nicht zu beanstanden ist und sie zu Recht von 16 beitragspflichtigen Tagen im März 2018 sowie von 5 beitragspflichtigen Tagen im März 2020 ausgegangen ist. Das Vorbringen des Beschwerdeführ ers, wonach er im März 2018 über 23 beitragspflichtige Kalendertage und im März 2020 ü ber 8 Kalendertage verfüge, erweist sich daher nicht als richtig. 4.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführe r während der Beitragsrah- menfrist vom 9. März 2018 bis 8. März 2020 eine beitragspflichtige Beschäftigung von 11,980 Mo- naten generiert hat, womit die Beitragszeit nicht erfüllt ist. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 10. Juni 2020 ist daher nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzu- weisen. 5. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 gü ltig gewesenen, hier anwendbaren Fassung (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 21. Juni 2019) hat der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird keine Parteient- schädigung zugesprochen (Art. 61 lit. g ATSG). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht