Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Oktober 2012 (720 12 211 / 271) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin Elisabe th Berger Götz, Kan- tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin i.V. Michèle Trott- mann Parteien A. ____, Beschwerdeführer, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____, geboren 1960, arbeitete seit 1988 in der Unternehmung B.____ in C.____ als Gipser. Am 7. März 1996 stürzte er bei der Arbeit von d er Leiter und zog sich eine Calca- neusfraktur sowie eine Fraktur des medialen Malleolus im rechten Fussgelenk zu. Die Schwei- zerische Unfallversicherung (SUVA) richtete ihm in der Fol ge ab 1. August 1997 aufgrund von Unfallrestfolgen bei einer Beeinträchtigung der Erwer bsfähigkeit von 25% eine Invalidenrente aus. Ebenfalls wurde ihm aufgrund einer Integritätseinbusse von 15% eine Integritätsentschädi- gung gewährt. Am 13. November 1988 stürzte A.____ erneut und verletzte sich dabei am linken Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Knie. Nach einer vorübergehend höheren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erreichte er ab 1. Mai 1999 seine Arbeitsfähigkeit wieder im vorherigen Ausmass. Am 11. Januar 2000 meldete der Arbeitgeber der SUVA einen Rückfall zum ersten Unf allereignis vom 7. März 1996. A.____ unterzog sich in der Folge diversen operativen Eingriffen . Per 1. Oktober 2005 erhöhte die SUVA die Taggeldleistungen revisionsweise auf der Basis eines Erwerbsunfähigkeitsgrades von 32%. Nachdem das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab teilung Sozialversicherungsrecht, (Kantonsgericht) mit Urteil vom 20. März 2009 den Erwer bsunfähigkeitsgrad auf 39% hinaufge- setzt hatte, erkannte das Bundesgericht, I. sozialrechtli che Abteilung, (Bundesgericht) am 19. März 2010 letztinstanzlich auf eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit von 40%, was die SUVA veranlasste, ihre Leistungen rückwirkend anzupassen. B. Am 10. März 1997 hatte sich A.____ bei der Eidgenös sischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) angemeldet. Das Rentenbege hren wurde mit Verfügung der IV- Stelle Basellandschaft (IV-Stelle) vom 17. September 1 997 abgewiesen, da sich der Invalidi- tätsgrad (IV-Grad) auf unter 40% belief. Nachdem sich A.____ am 27. Januar 2000 erneut zum Leistungsbezug angemeldet hatte und erste Abklärungen i nsbesondere des gesundheitlichen Zustands erfolgt waren, wurden diverse Möglichkeiten der beruflichen Eingliederung geprüft. Diese mussten jedoch aufgrund der Schmerzen im rechten F uss abgebrochen werden. Nach abschliessender Prüfung der gesundheitlichen und erwerb lichen Verhältnisse und nach Durch- führung des Vorbescheidverfahrens wurde A.____ mit Ver fügung vom 25. Mai 2012 ab 1. De- zember 2002 eine Viertelsrente, ab 1. März 2003 eine ganze Rente, ab 1. März 2004 eine halbe Rente und ab 1. August 2004, befristet bis 31. März 2 005, wiederum eine ganze Rente zuge- sprochen. C. Gegen die Verfügung vom 25. Mai 2012 erhob A.____ , vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, am 28. Juni 2012 Beschwerde. Er stellte das Rech tsbegehren, es seien A.____ und seinen Familienmitgliedern in Aufhebung der angefoch tenen Verfügung diejenigen Rentenleis- tungen zuzusprechen, die ihm gemäss Gesetz und den Vorg aben des Bundesgerichtsurteils vom 19. März 2010 zustünden; demgemäss seien ihm über Oktober 2003 hinaus ganze Renten sowie über März 2005 hinaus zumindest Viertelsrenten auszurichten, unter o/e-Kostenfolge. D. Am 3. August 2012 reichte die IV-Stelle Basel-Landsc haft ihre Vernehmlassung zur Be- schwerde vom 28. Juni 2012 ein, in der sie deren Abweisung beantragte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. L aut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993, beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen form- und fristgerecht erhobene Beschwerde vom 28. Juni 2012 ist einzutreten. 2. Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 396 E. 2.1, 125 V 261 E. 4, 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in f ine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beur teilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausge übte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach i hren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrich tet werden können (Ulrich Mey- er-Blaser, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Im vorliegenden Fall ist der medizinische Sachverhal t in den Akten klar dokumentiert und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wird denn auch von keiner Partei bestritten. Die Aus- wirkungen der gesundheitlichen Beschwerden auf die Arbe itsfähigkeit wurden medizinisch um- fassend abgeklärt. Die IV-Stelle stellt in ihrer Verfüg ung vom 25. Mai 2012 für den Zeitraum ab Beginn des Rentenanspruchs auf den Bericht des D.____ vom 11. Oktober 2011 ab, während ihrer Ansicht nach für die Zeit ab Anfang Dezember 2004 das bidisziplinäre Gutachten Rheuma- tologie und Psychiatrie von Dr. med. E.____, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Me- dizin, und Dr. med. F.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. Februar 2008 massgebend sei. 3.4 Der Bericht des D.____ vom 11. Oktober 2011 macht zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführers als Gips er folgende Angaben: Auf der Ba- sis der SUVA-Akten habe ab 1. August 1997 eine 75%ige A rbeitsfähigkeit bestanden, die mit einem 100%igen Pensum mit 25%iger Leistungseinschränku ng absolviert wurde, da die versi- cherte Person bestimmte Arbeiten nicht mehr ausführen konnte (sehr schwere Lasten, längeres Knien oder Kauern, längere Arbeiten auf Leitern und Gerüsten). Diese Beurteilung gelte - mit kurzzeitigen Unterbrüchen durch Zeiten höherer Arbeitsun fähigkeit unter 3 Monaten - bis zum 13. Oktober 2002. Ab 14. Oktober 2002 sei der versicher ten Person die angestammte Tätigkeit als Gipser nur noch in sehr geringem Ausmass zumutbar ( maximal 25%). Zum Verlauf der Ar- beitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (körperlich leich te Tätigkeit, vorwiegend sitzend, Mög- lichkeit zur Wechselposition) kommt der Bericht zum Schluss , dass ab August 1997 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bestehe. Ab 14. Oktober 2002 bestehe keine und ab 27. November 2003 eine 50%ige Arbeitsfähigke it. Ab 31. Mai 2004 sei die versicherte Person wieder vollständig arbeitsunfähig. Für die Beur teilung der Arbeitsfähigkeit in einem spä- teren Zeitraum, ab Anfang Dezember 2004, hat schliessli ch gemäss Einschätzung der IV-Stelle das bidisziplinäre Gutachten von Dr. E.____ und Dr. F.____ Geltung. 3.5 Im genannten Doppelgutachten vom 27. Februar 200 8 wird der Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit als Gipser als vollständig arbeitsun fähig eingestuft. Für eine Verweistätig- keit, bei welcher er nicht dauernd gehen müsse, nicht nu r stehen müsse, vorwiegend sitzen könne, die Position im Sitzen frei wechseln könne und d ie Gehstrecke maximal 20 Minuten betrage, bestehe hingegen eine ganztätige Arbeitsfähi gkeit. Eine zusätzliche Einschränkung von 20% (vermindertes Rendement) werde gemacht, da der Versicherte chronische Schmerzen habe. Hinsichtlich früherer Phasen der Arbeitsunfähigk eit kommt das Gutachten zum Schluss, dass davon auszugehen sei, dass der Versicherte infolge der l etzten Operation vom 1. Juni 2004 etwa sechs Monate arbeitsunfähig gewesen sei. Nach diesem Zeitraum, d.h. ab Anfang Dezember 2004, habe obiges Verweispensum Gültigkeit. 3.6 Zusammengefasst lässt sich somit sagen, dass der Beschwerd eführer ab 14. Oktober 2002 zu 100% und ab 27. November 2003 zu 50% in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Ab 31. Mai 2004 lag wieder eine vollständige Arbeitsun fähigkeit vor und seit 21. Dezember 2004 bestand eine Leistungseinschränkung von 20% in ein er leidensangepassten Tätigkeit im Vollpensum. Dies ist zu Recht unbestritten und durch die medizinischen Unterlagen erstellt. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 4.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a un d b). Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgrad des Versicherten nach der allgemein en Methode bemessen, was von die- sem zu Recht nicht bestritten wird. 5. Strittig und zu prüfen ist zunächst die Höhe des Val ideneinkommens. 5.1 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Inval iditätsgrades massgebenden Ein- kommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist entsc heidend, was die versicher- te Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbegin ns nach dem Beweisgrad der über- wiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich ver dienen würde (BGE 135 V 59 E. 3.1 mit Hinweis, 131 V 51 E. 5.1.2). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfol- gen. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für di e Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädig ung erzielte, nötigenfalls der Teue- rung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Ve rdienst (BGE 135 V 59, 134 V 322 E. 4.1, 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen). 5.2 Aus den Unterlagen ergibt sich, dass der Beschwerde führer nach seinem Unfall am 7. März 1996 zunächst vollständig arbeitsunfähig war und in der Folge auch nach Besserung des Gesundheitszustands in wechselndem Ausmass in der Lei stungsfähigkeit eingeschränkt blieb. Es ist unbestritten, dass er ohne Eintritt des Ge sundheitsschadens weiterhin als Gipser Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht für seine frühere Arbeitgeberin tätig wäre und darum auf das hypothetische Einkommen in die- sem Betrieb abzustellen ist. Fraglich ist allerdings, wie hoch dieses Einkommen im Gesund- heitsfall wäre. 5.3 Die IV-Stelle berechnet das Valideneinkommen, ind em sie das Einkommen des Jahres 1998 gemäss den Angaben der früheren Arbeitgeberin auf einen Beschäftigungsgrad von 100% umrechnet und die Teuerung für die Jahre ab 1999 ber ücksichtigt, während der Beschwerde- führer für die Berechnung des Valideneinkommens auf di e Arbeitgeberauskunft für das Jahr 2002 abstellt. 5.4 Dem Gericht liegen mehrere Lohnauskünfte des Arbei tgebers vor: die erste datiert vom 18. Februar 2000 und zeigt die Löhne in den Monaten und Jahren von 1998 bis 2000 auf. Die zweite Lohnauskunft vom 12. Dezember 2003 gibt die in d en Jahren 2000 bis 2002 erzielten Löhne an. Bei der Frage, auf welche Lohnauskunft abzus tellen und welches Jahreseinkommen für die Ermittlung des Valideneinkommens heranzuziehen ist, gilt es zu beachten, dass sowohl die vom Beschwerdeführer herangezogene Lohnauskunft aus d em Jahr 2002 als auch der von der IV-Stelle gewählte Verdienst von 1998 nicht die Ve rhältnisse vor dem Unfall, welcher sich am 7. März 1996 ereignete, wiederzugeben vermögen. Fr aglich bleibt, ob mit einer Aufrech- nung des nach dem Unfall tatsächlich erzielten Lohnes auf 100% ein zuverlässiges hypotheti- sches Valideneinkommen ermittelt werden kann. Aus ärztli cher Sicht war dem Beschwerdefüh- rer die angestammte Tätigkeit als Gipser nach dem Unf all nämlich gar nicht mehr zumutbar. Welchen Lohn der Beschwerdeführer vor dem Unfall erzi elte und die Höhe des Einkommens, welches er seit 2002 ohne Unfall erzielen würde, ist aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht mehr eindeutig feststellbar. 5.5 Es bleibt allerdings anzumerken, dass sich die IV-Stell e in ihrer leistungsablehnenden Verfügung vom 17. September 1997 auf die erste Rente nverfügung der SUVA vom 28. Juli 1997 stützte, als sie ein Valideneinkommen von Fr. 67'016 .-- annahm. Die SUVA hatte zu jener Zeit ein solches Valideneinkommen errechnet, ausgehend von einem Stundenlohn von Fr. 28.-- , multipliziert mit 42.5 Wochenstunden, 52 Wochen und 8.3% Gratifikation. Der Stundenlohn von Fr. 28.-- für das Jahr 1997 war vom Maler- und Gips er-Verband bestätigt worden. Auf die- ser Basis wurde das Valideneinkommen im weiteren Verlauf indexiert und in der Verfügung der SUVA vom 12. September 2007 für das Jahr 2005 entspr echend auf Fr. 72'274.-- festgesetzt. Diese Berechnung wurde vom Bundesgericht letztinstanzlich da hingehend korrigiert, dass für das Jahr 2005 ein Valideneinkommen von Fr. 73'108.40 errechnet wurde, da das von der SUVA ermittelte Valideneinkommen von Fr. 72'274.-- für das Jahr 2004 korrekt gewesen wäre. 5.6 Die Basis dieser Berechnung wurde im unfallversicheru ngsrechtlichen Verfahren zu kei- nem Zeitpunkt gerichtlich überprüft. Das Bundesgericht berichtigte in seinem Entscheid lediglich einen offensichtlichen Indexierungsfehler. Auch die IV -Stelle stellt diese Basis des Validenein- kommens nicht grundsätzlich in Frage. Sie geht einzig davon aus, dass, da der Beschwerdefüh- rer auch vor dem Unfall nie vollzeitig gearbeitet hab e, man auch beim Valideneinkommen nicht von einem Verdienst aus einer Vollzeitbeschäftigung ausgehen könne. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.7 In der Beschwerde vom 28. Juni 2012 bringt der Besch werdeführer im Wesentlichen vor, das Valideneinkommen für das Jahr 2002 sei aufgrund de r Lohnauskunft der früheren Arbeit- geberin gegenüber der SUVA vom 20. Dezember 2003 klar ausgewiesen. Es gäbe zudem kei- nen Grund zur Annahme, dass der Beschwerdeführer als Fam ilienvater sein Arbeitspensum freiwillig reduziert hätte; dies habe er ausschliesslich aus gesundheitlichen Gründen getan. 6. Wie aus dem Gesagten hervorgeht, sind sich die Partei en uneinig über den Beschäfti- gungsgrad im Gesundheitsfall. 6.1 Die IV-Stelle gibt zu bedenken, dass der Versicherte auch vor dem Unfall nie in einem Vollpensum gearbeitet bzw. dieses nicht ausgeschöpft hab e. Dem Auszug aus dem Individuel- len Konto des Versicherten (IK-Auszug) sowie dem Arbeit geberfragebogen der früheren Arbeit- geberin vom 30. Mai 1997 sei zu entnehmen, dass der Besch werdeführer im Jahr 1995, vor dem Unfall, ein Einkommen von Fr. 52'776.-- erzielte. Dieses basiere auf 1'635.5 Arbeitsstun- den, während die normale jährliche Arbeitszeit über 2 '000 Stunden betragen habe. Somit dürfe davon ausgegangen werden, dass der im Stundenlohn ang estellte Beschwerdeführer die jährli- che Höchststundenanzahl auch vor dem Unfall verschiedentlich nicht erreicht habe. Folglich dürfe das Valideneinkommen nicht anhand eines Lohns im Vollzeitpensums ermittelt werden. 6.2 Wie bereits erläutert, lässt sich der mutmassliche akt uelle Verdienst des Beschwerde- führers aufgrund der Angaben der früheren Arbeitgebe rin nicht exakt ermitteln. Für die Bemes- sung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versich erte Person im massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der ü berwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdient hätte (vgl. E. 5.1 hiervor). Entgegen der IV-Stelle darf nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer mit Blick a uf seine familiären und finanziel- len Verpflichtungen ohne Gesundheitsschaden auf Dauer eine teilzeitliche Beschäftigung ak- zeptiert hätte. Dass der Beschwerdeführer im Gesundheits fall nur in einem Teilzeitpensum ge- arbeitet hätte, ist nach Ansicht des Gerichts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, zumal sich die IV-Stelle bei der Ermittlung des Valide neinkommens in der Verfügung vom 25. Mai 2012 auf das Einkommen aus dem Jahr 1998 stützt. Dieses beigezogene Einkommen spiegelt jedoch lediglich die Verhältnisse nach dem ersten Unfall wider und vermag nichts dar- über auszusagen, wie sich der Beschäftigungsgrad des Besch werdeführers im Gesundheitsfall entwickelt hätte. Dass der Beschwerdeführer im Jahr 1995 nicht die jährliche Höchststundenan- zahl erreicht hat, vermag nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darzulegen, dass sich das Arbeitspensum des Beschuldigten ohne Unfall auch im Jahr 2002 entsprechend dargestellt hät- te. Aus diesem Grund ist der Validenlohn anhand eines Verdienstes im Vollzeitpensum zu be- rechnen. 6.3 Die IV-Stelle wendet in diesem Zusammenhang zwar zu Recht ein, dass die Invaliden- versicherung nicht an die Erwerbsfähigkeitsberechnung der Unfallversicherung gebunden sei (vgl. auch BGE 133 V 549, E. 6.2 und 6.3). Vorliegen d ist allerdings kein Grund ersichtlich, von der Berechnung der Unfallversicherung abzuweichen. Wie bereits erläutert, liegen entgegen der Ansicht der IV-Stelle keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer im Gesund- heitsfall über längere Zeit nur in einem Teilzeitpen sum als Gipser gearbeitet hätte. Aus diesem Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grund ist im Verfahren der Invalidenversicherung vom glei chen Valideneinkommen auszuge- hen, wie es in der ersten Rentenverfügung der SUVA vom 28. Juli 1997 gestützt auf die Eck- werte in der Beschäftigung als Gipser im damaligen Arb eitgeberbetrieb vor dem ersten Unfall berechnet wurde. Dies rechtfertigt sich umso mehr, als a uch die IV-Stelle in ihrer ersten Verfü- gung auf diese Basis abgestellt hat. 6.4 Für die Zeit ab März 2004 bis Juli 2004 wurde dem Beschwerdeführer eine halbe Rente zugesprochen. Fraglich ist, ob sich mit dem im unfallversiche rungsrechtlichen Verfahren letztin- stanzlich durch das Bundesgericht in seinem Urteil vom 1 9. März 2010 ermittelte Validenein- kommen von Fr. 72'274.-- für das Jahr 2004 allenfalls e in höherer Rentenanspruch ergibt. Für die Berechnung des Invalideneinkommens sind die Angaben der Schweizerischen Lohnstruk- turerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik für das Ja hr 2004, Tabelle A1, Männer im An- forderungsniveau 4, Total, massgebend, wobei eine Anp assung an die durchschnittliche wö- chentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Die Volkswir tschaft, 4-2012, Tabelle 9.2, Total, S. 94) erfolgt. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50% u nd einem Leidensabzug von 10% - welcher zu Recht nicht beanstandet wird - ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 25'828.-- Aus den so errechneten Werten resultiert ein IV-Grad von geru ndet 64%. Somit besteht von 1. März 2004 bis Ende Juli 2004 Anspruch auf eine Dreiviertel srente und nicht bloss auf eine halbe Rente, wie sie die IV-Stelle in der angefochtenen Ver fügung gestützt auf einen errechneten IV- Grad von 59% zugesprochen hat. 6.5 Hinsichtlich der Berechnungen des Beschwerdeführers i st auszuführen, dass dieser, wie die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung vom 3. August 20 12 zu Recht beanstandet, die Kinder- und Familienzulagen in die Berechnung des massgebliche n Lohnes einbezogen hat. Massge- bend für die Berechnung des Valideneinkommens ist gemäss A rt. 25 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 der AHV-pflichtige Lohn. Die Be- standteile des AHV-pflichtigen Lohnes sind in Art. 7 der Verordnung über die Alters- und Hinter- lassenenversicherung (AHVV) vom 31. Oktober 1947 aufgezählt . Da Kinder- und Familienzula- gen gemäss dieser Verordnung nicht zum AHV-pflichtigen Lohn gehören, sind sie entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers bei der Berechnung des Valide neinkommens vollends ausser Acht zu lassen. 6.6 Für die Zeit vom 1. März 2003 bis Ende Februar 200 4 wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung der IV-Stelle vom 25. Mai 2012 gestützt auf einen IV-Grad von 100% eine ganze Rente zugesprochen. Insoweit ist der Antrag des Beschwe rdeführers, es sei ihm über Oktober 2003 hinaus eine ganze Rente zuzusprechen, ohne Rechtssc hutzinteresse und auf seine Be- schwerde ist in dieser Hinsicht nicht weiter einzugehen. 7.1 In der Verfügung vom 25. Mai 2012 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch ab 1. April 2005. Vorliegend gilt es zu prüfen, ob sich bei der angepassten Invaliditätsbemessung eine rechtserhebliche Abweichung ergibt. 7.2 Bei der Berechnung des Validen- und des Invalidene inkommens für das Jahr 2005 kann auf das Urteil des Bundesgerichts vom 19. März 2010 und d as Urteil des Kantonsgerichts vom Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 20. März 2009 im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren verwiesen werden, da kein Grund ersichtlich ist, von diesen Vorgaben abzuweichen. Entscheide nd ist aber, ob vom Invalidenein- kommen, bei welchem gemäss bidisziplinärem ärztlichem Gutachten ein Abzug von 20% für die festgestellte Leistungseinschränkung zu berücksichtigen ist, ei n zusätzlicher leidensbedingter Abzug vorzunehmen ist. 7.3 Von einem anhand der Tabellenlöhne der LSE erho benen Invalideneinkommen sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige Eid- genössische Versicherungsgericht (EVG) seine Rechtsprechu ng zu den Abzügen vom Tabel- lenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es b etont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Um- ständen des konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedin gte Einschränkung, Lebensalter, An- zahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fal lenden Merkmale letztlich aber auf ins- gesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 7.4 Die IV-Stelle ist der Ansicht, das bidisziplinäre Gut achten vom 27. Februar 2008 habe bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bereits sämtl iche Einschränkungen berücksichtigt, womit sich weitere Abzüge erübrigen würden. Der Beschwer deführer sei in einer Verweistätig- keit im Vergleich zu anderen Mitbewerbern nicht benach teiligt, weshalb sich ein leidensbeding- ter Abzug nicht rechtfertige. 7.5 Der Beschwerdeführer hingegen bringt vor, bei de r Bestimmung des Invalideneinkom- mens gebe es keinen Anlass, von den Vorgaben des Kantons- und Bundesgerichts im SUVA- Verfahren abzuweichen, was auch für den Leidensabzug ge lte. Ab 21. Dezember 2004 ergebe der Einkommensvergleich somit einen Invaliditätsgrad von 41%, weshalb die Rente per Ap- ril 2005 nicht aufzuheben, sondern als unbefristete Viertelsrente auszurichten sei. 7.6 Der Beschwerdeführer kann gemäss ärztlichem Gutachten in einer leidensangepassten Tätigkeit in einem Vollpensum mit einer Leistungseinsc hränkung von 20% eingesetzt werden. Die schmerzbedingte Reduktion der Leistungsfähigkeit ist denn auch bereits in der Leistungs- einbusse von 20% enthalten. Bei einem Vollzeitpensum, wie es dem Beschwerdeführer gemäss ärztlichem Gutachten zumutbar ist, ist auch kein Abzug für Teilzeitarbeit möglich. Schliesslich geben weder Alter noch Nationalität Anlass zu einem L eidensabzug. Weil der Beschwerdefüh- rer aber in einer leidensangepassten Tätigkeit neben der Leistungseinschränkung auch noch in der Verwertbarkeit seiner Arbeitskraft insoweit behindert ist, dass er gemäss ärztlichem Gutach- ten auf Tätigkeiten angewiesen ist, die er vorwiegend im Sitzen zu verrichten hat, in denen er die Position frei wechseln kann und die Gehstrecke nicht länger als 20 Minuten sein darf, lässt sich ein zusätzlicher Abzug von 5%, wie er im unfallversicher ungsrechtlichen Verfahren vorge- nommen wurde, nicht beanstanden. Somit ist auch im inva lidenversicherungsrechtlichen Ver- fahren für die Zeit ab 21. Dezember 2004 ein leidensbedingter Abzug von 5% vorzunehmen, da ab diesem Zeitpunkt in einer leidensangepassten Tätigke it in einem Vollzeitpensum eine Leis- tungseinschränkung von 20% besteht. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.7 Das berichtigte Valideneinkommen für das Jahr 2005 b eträgt gemäss Bundesgericht Fr. 73'108.40. Für die Berechnung des Invalideneinkom mens stützt sich das Kantonsgericht in seinem Urteil auf die Angaben der Schweizerischen Lohn strukturerhebung (LSE) des Bundes- amts für Statistik für das Jahr 2004, Tabelle A1, Männe r im Anforderungsniveau 4, Total, wobei eine Anpassung an die durchschnittliche wöchentliche Arb eitszeit von 41.6 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft, 12/2006, S. 82 Tabelle B 9.2) sowie an die Teuerung von 1.0% (vgl. Nominal- lohnindex des Bundesamts für Statistik für das Jahr 2005, Veränderung in % gegenüber Vor- jahr, Total) erfolgte. Unter Berücksichtigung der Leist ungseinbusse von 20% und des leidens- bedingten Abzugs von 5% ergibt sich ein Invalideneinkom men von Fr. 43'951.--. Mit diesen Werten lässt sich ein IV-Grad von gerundet 40% ermitteln, womit ab 1. April 2005 Anspruch auf eine unbefristete Viertelsrente besteht. 8. Die Beschwerde wird somit teilweise gutgeheissen un d es wird dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. März 2004 bis Ende Juli 2004 eine Dreiviertelsrente, basierend auf einem IV- Grad von 64%, und ab 1. April 2005 eine unbefristete Viertelsrente, basierend auf einem IV- Grad von 40%, zugesprochen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 9.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leist ungen vor dem kantonalen Versiche- rungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten wer den gestützt auf § 20 Abs. 3 des kanto- nalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei aufer- legt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterlie gende Partei grundsätzlich die Verfahrens- kosten zu tragen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nich t interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Aufgrund diese r Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahrenskost en aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. Dem Beschwerde- führer ist der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückzuerstatten. 9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Versicherte teilweise obsi egende Partei ist, ist ihm eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdefüh- rers hat in der Honorarnote vom 29. August 2012 einen Zeitaufwand von insgesamt 14 Stunden und 25 Minuten geltend gemacht, was sich umfangmässig als angemessen erweist. Auch die geltend gemachten Auslagen von Fr. 57.-- sind nicht zu beanstanden. Damit ist ihm eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 3'954.95 (14.42 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 57.-- und 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer vom 1. März 2004 bis 31. Juli 20 04 An- spruch auf eine Dreiviertelsrente sowie ab 1. April 2005 Anspruch auf eine unbefristete Viertelsrente hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3'954.95 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht