B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-679/2011 U r t e i l v o m 2 7 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richterin Elena Avenati-Carpani, Richter Antonio Imoberdorf, Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger. Parteien X._______, vertreten durch Prof. Dr. iur. Tomas Poledna, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Verweigerung der Zustimmung zum arbeitsmarktlichen Vor- entscheid. C-679/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Die A._______ (nachfolgend: Arbeitgeber) betreiben in der Gemeinde Lu- gano Heime für Betagte, darunter das B._______ Am 19. Juli 2010 stellte der Arbeitgeber bei der hierfür zuständigen kan- tonalen Arbeitsmarktbehörde, dem Ufficio della migrazione , Mercato del lavoro, ein Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung an den serbischen Staatsangehörigen X._______ (geb. 1967) im Hinblick auf die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit als Pflegefachkraft im B._______. B. Das Ufficio della migrazione , Mercato del lavoro, erachtete die arbeit s- marktlichen Voraussetzungen für die Erteilung einer auf 12 Monate befris- teten Kurzaufenthaltsbewilligung nach Art. 32 des Ausländergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) als erfüllt und fällte entspre- chend am 29. Juli 2010 einen positiven arbeitsmarktlichen Vorentscheid. Diesbezüglich unterbreitete es dem BFM gleichentags einen Antrag auf Zustimmung. C. Im Rahmen eines darauffolgenden E-Mail-Verkehrs zwischen dem Direk- tor der A._______, der kantonalen Arbeitsmarktbehörde und dem BFM setzte sich Ersterer stark für die Anstellung des Beschwer deführers ein. Er hob dabei zum einen die Besonderheit der zu besetzenden Stelle, zum anderen dessen ausgezeichnete Qualifikationen und hervorragende Ei g- nung für diese Aufgaben hervor und betonte mehrfach die Notwendigkeit der Anstellung. In diesem Rahmen wurden dem BFM seitens des Arbeit- gebers mehrere Beilagen zugestellt (insbe sondere die Stellenausschrei- bung vom 27. Januar 2010, ein standardisierter Tätigkeitsbeschrieb betreffend das bei den A._______ angestellte Krankenpflegepersonal sowie ein Schreiben der Gemeinde Lugano vom 14. Mai 2010 an den Beschwerdeführer betreffend die ihrerseits am 12. Mai 2010 beschlosse- ne, jedoch unter dem Vorbehalt der "Erteilung einer Arbeitsbewilligung" stehende Anstellung). D. Mit Schreiben vom 18. Oktober 2010 teilte das BFM dem Arbeitgeber mit, es beabsichtige, die Zustimmung zum arbeitsmarktlichen Vorentscheid der kantonalen Behörde zu verweigern. Es verwies darauf, dass gemäss C-679/2011 Seite 3 dem Ausländergesetz, der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Z u- lassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) und seinen Weisungen zum Ausländerbereich auf dem Gebiet der Krankenpflege le- diglich Operationspflegefachkräfte zu einem Aufenthalt mit Erwerbstätig- keit zugelassen werden könnten. Im Hinblick auf den in Aussicht genom- menen Entscheid gewährte das BFM dem Arbeitgeber das rechtliche Ge- hör. E. Im Rahmen einer Stellungnahme vom 10. November 2010 verwies der Arbeitgeber auf d en – notorischen – Arbeitskräftemangel im Gesun d- heitswesen und insbesondere im Bereich der (Betagten -)Pflege. Im Kan- ton Tessin würden die sprachlichen Anforderungen die ohnehin erhebli- chen Rekrutierungsschwierigkeiten zusätzlich verschärfen. Im Betagte n- heim B._______, in welchem der Beschwerdeführer eingesetzt werden solle, sei der Aufbau einer eigenen Hämodialyse-Abteilung geplant, was schweizweit eine Premiere darstelle. Damit solle die Behandlung von Pa- tientinnen und Patienten mit Niereninsuffizienz im Heim selbst sicherge- stellt werden können, was auch – in Form einer Entlastung – den Akutspi- tälern zugutekomme . Diese Bestrebungen erfolgten im Rahmen ei ner neuen Strategie des Bundes und des Kantons Tessin , die medizinische Versorgung in der Langzeitpflege zu verstärken . Der Beschwerdeführer erweise sich als für die zu besetzende Stelle (als einziger unter den 44 Bewerberinnen und Bewerbern) hervorragend qualifiziert. Er verfüge über eine insgesamt zehnjährige Berufserfahrung im Bereich der Notfallmed i- zin, eine Spezialisierung und fünfjährige Berufserfahrung im Bereich der Bluttransfusion sowie eine gleich lange im Bereich der Orthop ä- die/Traumatologie (mit speziell geriatrischer/gerontologischer Ausrich- tung). Ausserdem sei er seit 2006 in Italien am renommierten Spital von Piacenza tätig und da her sowohl mit dem westeuropäischen Gesund- heitswesen bestens vertraut als auch per fekt I talienisch sprechend. Die Anforderungen gemäss den Weisungen des BFM an eine Pflegefachkraft im Bereich der Operations- oder Intensivpflege erfülle er zwar nicht; doch sei er hochqualifiziert in den vorliegend einzig relevanten Bereichen. F. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2010 verweigerte die Vorinstanz die Z u- stimmung zum (auf die Art. 18 – 24 und Art. 30 Abs. 1 Bst. f – j AuG und Art. 19 Abs. 1 VZAE gestützten) arbeitsmarktlichen Vorentscheid der kan- tonalen Behörde . Zu r Begründung führte sie aus, gemäss den Besti m- mungen des Ausländergesetzes und der VZAE sowie Ziff. 4.7.8.2 ihrer C-679/2011 Seite 4 Weisungen zum Ausländerbereich sei auf dem Gebiet der Krankenpflege einzig die Zulas sung von Operationspflegefachkräften möglich. Der B e- schwerdeführer sei diplomierter Krankenpfleger, verf üge jedoch nic ht über eine Zusatzausbildung in Ope rationspflege, weshalb sich die Vo r- aussetzungen für die Zulassung zu einem Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit als nicht erfüllt erwiesen. G. Mit Rechtsmitteleingabe vom 21. Januar 2011 hat der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung e r- hoben und ihre Aufhebung sowie sinngemäss die Zustimmung zum a r- beitsmarktlichen Vorentscheid beantragt. Zunächst legt er dar, dass er ungeachtet des Umstands, dass die Verfügung lediglich an den Arbeitge- ber adressiert worden sei, zu deren Anfechtung legitimiert sei. Er habe keine Möglichkeit zur Teilnahme am vorinstanzlichen Verfahren erhalten, weshalb auch die formelle Be schwer als gegeben zu betrachten sei. In materieller Hinsicht verweist er allgemein auf den im Gesundheitswesen schweizweit herrschenden Mangel an qualifizierte n Arbeitskräften. Der Umstand, dass sich die Lage im EU -/EFTA-Raum gleich präsentiere, ma- che eine Rekrutierung von Personal aus dem übrigen Ausland erforde r- lich. Im Tessin stelle sich das Problem aufgrund der sprachlichen Anforde- rungen noch verschärft dar. Das in der B._______ geplante Hämodialy- sezentrum, welches zum einen zu einer Verbesserung der Dienstleistung an den Patientinnen und Patienten und zum anderen zu einer Entlastung der übrigen kantonalen Gesundheitseinrichtungen führe n solle, erfordere die Anstellung von Krankenpfle gern mit besonderen medizinischen Kenntnissen namentlich im Bereich der Bluttransfusion. Hinsichtlich der Zulassungsvoraussetzung des Vorrangs nach Art. 21 AuG im Speziellen führt er aus , auf die Stellenausschreibung im – online zugänglichen – kantonalen Amtsblatt, in diversen Tageszeitungen und im Internet hin sei- en 44 Bewerbungsdossiers eingegangen. Im Auswahlverfahren habe er sich jedoch als Einziger als dem Anforderungsprofil vollkommen entspre- chend erwiesen. Dies zum einen aufgrund seiner hervorragenden Italie- nischkenntnisse, zum ande ren aufgrund seiner Spezialisierung, seiner Kenntnisse und langjährigen Berufserfahrung in den relevanten Bere i- chen. Damit erwiesen sich auch die persönlichen Voraussetzungen nach Art. 23 Abs. 1 AuG als erfüllt. Er sei als Spezialist oder zumindest als "qualifizierte Arbeitskraft" im Sinne dieser Bestimmung zu bezeichnen . Sollte man zu einer anderen Einschätzung kommen, müsste seine Zulas- sung in Abweichung von den Voraussetzungen nach Art. 23 Abs. 1 und 2 AuG gestützt auf Art. 29 (recte: Art. 23) Abs. 3 Bst. c AuG erfolgen, da er C-679/2011 Seite 5 über "besondere berufliche Kenntnisse oder Fähigkeiten" verfüge und seitens des Kantons Tessin wie der Stadt Lugano hinsichtlich seiner Z u- lassung klar ein Bedarf gegeben sei. Im Übrigen bestehe ein eminentes öffentliches Interesse an seiner Anstellung, so dass ihm – sollten die Vor- aussetzungen von Art. 18 – 24 AuG als nicht erfüllt betrachtet werden – eine Aufenthaltsbewilligung in Abweichung von den Zulassungsvorau s- setzungen gestützt auf Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG zu erteilen wäre. Bezüg- lich der Berufung der Vorinstanz auf die Weisungen sei festzuhalten, dass im Bereich des Gesundheitswesens zusätzliche Voraussetzungen ledig- lich für Operationspflegefachkräfte vor gesehen seien (eine Zusatzausbil- dung im Bereich der Operationspflege) , nicht jedoch bei der "gewöhnli- chen" Krankenpflege, um wel che es vorliegend gehe. Bei der geltenden Regelung bestehe keine – ausfüllungsbedürftige – Lücke, es handle sich vielmehr um ein qualifiziertes Schweigen. In diesem Bereich sei ein Ar- beitnehmer daher zu einem Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit zuzulassen, sofern er die in den Art. 18 – 24 AuG vorgesehenen allgemeinen Voraus- setzungen erfülle. Das Vorgehen der Vorinstanz, für andere Kategorien von Krank enpflegepersonal darüber hinaus gehende bzw. zusätzliche Voraussetzungen vorzusehen, erweise sich als bundesrechtswidrig. H. Auf Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts hin reichte der B e- schwerdeführer mit Eingabe vom 11. März 2011 insbesondere Nachweise betreffend die seitens des Arbeitgebers unternommenen Suchbemühun- gen im Hinblick auf die Besetzung der Stel le ein. Ergänzend führt er ins- besondere aus, das Stelleninserat sei ab dem 5. Februar 2010 in mehre- ren italienischsprachigen Tageszeitungen geschaltet gewesen sowie auf den entsprechenden Internet -Sites über einen Monat hinweg abrufbar geblieben. Auch im – ebenfalls online einsehbaren – kantonalen Amtsblatt sei das entsprechende Inserat erschienen. Diese Zeitungen und Websites würden regelmässig auch von in Italien ansässigen Personen gelesen bzw. aufgerufen. Auf diesem Weg sei denn auch er selber auf die e nt- sprechende Ausschreibung bzw. Stelle aufmerksam geworden. Am 4. Februar 2010 sei auch auf den Anschlagbrettern der Stadt ein entspr e- chender Aushang gemacht worden. Darüber hinaus hätten Kontakte mit der kantonalen Berufsbildungsdi rektion sowie mit der Stadt Lugano und einem Fachnetzwerk stattgefunden. Trotz dieser intensiven Suchbem ü- hungen, sei es nicht gelungen, für die Stelle eine hinreichend qualifizierte inländische Person bzw. eine solche aus dem EU-/EFTA-Raum zu finden. Namentlich aufgrund ungenügen der Sprachkenntnisse (hinreichende It a- lienischkenntnisse seien unabdingbar) seien Kandidaturen gescheitert . C-679/2011 Seite 6 Unerlässlich seien ebenso Kenntnisse und Berufserfahrung auf dem G e- biet der Bluttransfusi on. Am 12. Mai 2010 sei d ie Verfügung betreffend seine provisorische Anstellung erlassen worden. Der Arbeitgeber habe im Hinblick auf die Besetzung der Stelle mit einer Person aus einem Vorrang geniessenden Gebiet in zeitlicher wie inhaltlicher Hinsicht zweckmässige Suchbemühungen unternommen. Die Voraussetzung des Vorrangs nach Art. 21 AuG sei folglich erfüllt. I. In ihrer Vernehmlassung vom 2. Mai 2011 spricht sich die Vorinstanz u n- ter Erläuterung der bereits erwähnten Gründe für die Abweisung der Be - schwerde aus. Ergänzend hebt sie den ihr zustehenden weiten Ermes- sensspielraum hervor. Sie habe dabei auf die Einhaltung der Gesetzes- bestimmungen, der Weisungen und der Praxis zu achten. Ihre Weisungen im Ausländer bereich legten für verschiedene Wirtschaftszweige, Berufe und Aufgaben besondere Anforderungen an den Arbeitnehmer fest, auch im Bereich des Gesundheitswesens. Diese Beschränkung diene nicht nur der Begrenzung der Zahl der Zulassungen, sondern der Sicherstellung einer schweizweit einheitlichen Praxis im fraglichen Bereich. Auf dem Gebiet der Pflege sei die Zulassung auf Fachkräfte mit Zusatzausbildung im Operationsbereich begrenzt; andere Pflegefachkräfte könnten nicht zu einem Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit zugelassen werden. Diese Weisun- gen seien unter Mitwirkung von Mitarbeitenden der Bundesverwaltu ng und der Kantone sowie von Repräsentanten der massgeblichen Interes- senverbände zustande gekommen. Die geltende Regelung trage folglich den Interessen der beteiligten Kreise angemessen Rechnung und beruhe auf einer eingehenden Analyse des Gesundheitssektors. Der Beschwer- deführer verfüge zwar über eine Spezialisierung, jedoch fehle es ihm an der erforderlichen Zusatzausbildung im Bereich der Operationspflege. Bei den "wichtigen öffentlichen Interessen" gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG handle es sich sodann um einen unbestimmten Rechtsbegriff. Bei der Er- teilung einer Bewilligung unter Abweichung von den Zulassungsv oraus- setzungen sei jedoch – angesichts des Ausnahmecharak ters dieser Be- stimmung – Zurückhaltung geboten und die Voraussetzungen zur Ane r- kennung ein er solchen Ausnahme seien restriktiv zu handhaben . Vom Vorliegen eines solchen "wichtigen öffentlichen Interesses" im Sinne von Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG und Art. 32 Abs. 1 VZAE könne hier nicht au s- gegangen werden. J. Im Rahmen d er Replik vom 1. Juni 2011 hält der Beschwerdeführer an C-679/2011 Seite 7 seinen Anträgen fest, wo bei er der Vorinstanz unter Verweis auf Art. 86 Abs. 2 Bst. a VZAE insbesondere eine Ermessensüberschreitung vorhält. Die Voraussetzungen für die Zulassung seien vorliegend offenkundig er- füllt. Zudem verstosse ihr Entscheid gegen Sinn und Zweck der schwe i- zerischen Ausländerpolitik. Das öffentliche Interesse an einer zureiche n- den Gesundheitsversorgung in der Schweiz sei nicht hinreichend gewich- tet worden. Das BFM stütze seinen ablehnenden Entscheid nicht auf das AuG und die VZAE , sondern ausschliesslich auf die Weisun gen. Diese stellten jedoch Verwaltungsweisungen dar, denen kein Gesetzescharakter zukomme. Sie dürften keine über das Gesetz hinausgehenden Zula s- sungsvoraussetzungen schaffen, was jedoch im Be reich der Kranke n- pflege der Fall sei . Die im Gesundheitsbereich bestehenden Regelungen bezögen sich auf mit der vorliegenden keineswegs vergleichbare Konstel- lationen, weshalb er einzig die von AuG und VZAE vorgesehenen Zulas- sungsvoraussetzungen zu erfüllen habe. Bezüglich des von ihm geltend gemachten wichtigen öffentlichen Interesses an seiner Anstellung nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG reicht er insbesondere ein Schreiben des Vo r- stehers des kantonalen Departements für Gesundheit und Soziales vom 27. Mai 2011 zu den Akten. K. Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit rechtserheblich – in den E r- wägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Verfügungen des B FM betreffend Zustimmung zum arbeitsmarktl i- chen Vorentscheid unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwa l- tungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach d em Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20 . Dezember 1968 C-679/2011 Seite 8 (VwVG, SR 172.021), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts ande- res bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3. Nach Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Tei l- nahme er halten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung beso n- ders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Au f- hebung oder Änderung hat (Bst. c). Im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens ist einzig der Arbeitgeber in Erscheinung getreten, d ie vorinstanzliche Verfügung vom 7. Dezember 2010 wurde einzig an ihn adressiert und ihm eröffnet. Während er auf ei- ne Anfechtung verzichtete, legte der Beschwerdeführer als Arbeitnehmer Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Entscheid ein (vgl. immerhin die [Unterstützungs-]Schreiben des Arbeitgebers, bspw. vom 17. Januar 2011 [Beschwerdebeilage 3] und vom 8. März 2011 [Beilage 11 zur Eingabe vom 11. März 2011], sowie die aus dessen Machtbereich stam menden, als Beweismittel beigebrachten Unterlagen, namentlich die Nachweise betreffend die Suchbemühungen [Beilagen 3 – 10 zu jener Eingabe ]). Es erweist sich mithin als fraglich, ob der Beschwerdeführer als formell b e- schwert betrachtet werden kann. Im Zusammenhang mit dem arbeitsmarktlichen Vorentscheid im Hinblick auf die Zulassung einer Person aus dem EU -/EFTA-Raum zu einem Auf- enthalt mit Erwerbstätigkeit ist verfahrensbedingt in erster Linie der jewei- lige Arbeitgeber involviert bzw. zur Teilnahme aufgerufen . Schon Art. 18 AuG sieht als Voraussetzung für eine Zulassung der ausländischen Pe r- son zur Ausübung einer unselbständigen Erwerbstätigkeit (unter and e- rem) das Vorliegen eines "Gesuchs eines Arbeitgebers" vor (vgl. Bst. b). Sodann wird auf der Website des BFM bei den In formationen betreffend die Einreichung des Gesuchs (sowie namentlich die erforderlichen Unter- lagen) und den Ablauf des Verfahrens ausschliesslich auf den Arbeitgeber Bezug genommen (vgl. www.bfm.admin.ch > Themen > A r- beit/Arbeitsbewilligungen > Nicht-EU/EFTA-Angehörige und dort insb e- sondere die Rubriken "Grundlagen zur Arbeitsmarktzulassung von au s- ländischen Personen", "Verfahrensablauf" und "Gesuchseinreichung") . Der Arbeitnehmer findet dabei lediglich insoweit Erwähnung, als vorgese- hen ist, dass das BFM seinen Entscheid neben dem "Gesuchsteller" bzw. Arbeitgeber auch ihm eröffnet (was in casu offenbar unterblieben ist). Un- ter diesen Umständen erscheint nachvollziehbar, dass der Beschwerd e- führer aufgrund der Ausgestaltung dieses Verfahrens und der dem Inte r-C-679/2011 Seite 9 net zu entnehmenden Informationen keine Veranlassung sah, sich neben dem ohnehin beteiligten Arbeitgeber in das vorinstanzliche Verfahren ein- zuschalten. Zwar erscheint eine Teilnahme des Arbeitnehmers auch auf- grund der Internet -Informationen nicht explizit aus geschlossen, doch vermitteln diese zumindest den Eindruck, eine solche sei zu diesem Zeit- punkt nicht vorgesehen bzw. gar nicht möglich. Zumal vor diesem Hinter- grund musste der Beschwerdeführer jedenfalls nicht damit rechnen, eine Nichtbeteiligung könnte die Verwirkung seines Rechts auf Beschwerdeer- hebung zur Folge haben (vgl. zum Ganzen ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 542; ISABELLE HÄNER, in: Christoph Auer /Markus Mü l- ler/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008, N 6 und 8 zu Art. 48 sowie insb. BGE 133 II 181 E. 3.2 S. 187 mit Hinweisen ). Dem Beschwerdeführer darf die unterlassene Beteiligung in casu daher nicht zum Nachteil gereichen. Die Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers ist daher zu bejahen. 1.4. Den Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet das durch die Verfügung geregelte Rechtsverhältnis, soweit dieses angefochten wird. Dabei bildet die Verfügung bzw. der Entscheid der Vorinstanz den Ra h- men, welcher den möglichen Umfang des Streitgegenstandes begrenzt. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens kann grundsätzlich nur sein, was Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger Gesetzesauslegung hätte sein sollen (KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 404). Vorliegend geht es um ein Zustimmungsverfahren nach Art. 99 AuG i.V.m. Art. 85 Abs. 2 und Art. 83 Abs. 1 Bst. a VZAE. Den Streitgegenstand bi l- det damit einzig d er Entscheid der Vorinstanz betreffend die Zustimmung zum positiven arbeitsmarktlichen Vorentscheid des Kantons (welcher g e- mäss Art. 83 Abs. 1 Bst. a die Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 18 – 25 AuG zu prüfen hatte und diese als erfüllt erachtete; vgl. in diesem Zu- sammenhang Ziff. 1.3.1.1. gegen Ende und 4.6 der Weisungen des BFM zum Ausländerbereich vom 30. September 2011 [nachfolgend: Weisun- gen; abrufbar unter: www.bfm.admin.ch > Dokumentation > Rechtliche Grundlagen > Weisungen und Kreisschreiben > I. Ausländerbereich] so- wie MARTIN NYFFENEGGER, in: Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 15 f. zu Art. 99). Ent- gegen der Meinung des Beschwerdeführers betrifft dieses Verfahren nicht C-679/2011 Seite 10 eine Abweichung von den Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 30 AuG. Auch die Vorinstanz verkennt dies, soweit sie sich vernehmlassungswei- se zum entsprechenden Beschwerdevorbringen äussert. In den in Art. 30 AuG genannten Konstellationen ist (gleichviel, ob es um Aufenthalte ohne oder mit Erwerbstätigkeit geht) kein arbeitsmarktlicher Vorentscheid er- forderlich, da vom Erfordernis, die Zulassungsvoraussetzungen zu erfül- len, eben gerade dispensiert werden soll. Zwar ist das BFM auch in die- sen Fällen zuständig (vgl. Art. 40 Abs. 1 AuG); über die Frage, ob die Voraussetzungen für die Annahme einer solchen Konstellation vorliegen, befindet es jedoch im Rahmen eines Verfahrens betreffend Zustimmung zum Aufenthalt (vgl. bereits erwähnte Ziff. 1.3.1.1 der Weisungen) . Die Frage der Zulassung wegen Vorliegens eines wichtigen öffentlichen Int e- resses nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG (vgl. Beschwerdeschrift S. 23 f.) kann daher nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfah rens sein. Folglich ist auf die Rechtsmitteleingabe vom 21. Januar 2011 ledig- lich insofern ei nzutreten, als die Frage des arbeitsmarktlichen Voren t- scheids tangiert ist. 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsge richt kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtse r- heblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerd e- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheid es (vgl. BVGE 2011/1 E. 2, BVGE 2007/41 E. 2). 3. Der Beschwerdeführer untersteht als serbischer Staatsangehöriger weder dem Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweize rischen Eid- genossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseit s über die Freizügigkeit (Frei zügigkeitsab- kommen, SR 0.142.112.681) noch dem Abkommen vom 21. Juni 2001 zur Änderung des Übereinkommens vom 4. Januar 1960 zur Errichtung der Europäischen Fre ihandelsassoziation (EFTA -Übereinkommen, SR 0.632.31). Seine Zulassung als soge nannter Dritt staatsangehöriger C-679/2011 Seite 11 zum schweizerischen Arbeitsm arkt richtet sich des halb nach dem AuG und seinen Ausführungsverordnungen, insbesondere der VZAE. 4. 4.1. Gemäss Art. 99 AuG legt der Bundesrat fest, in welchen Fällen Kur z- aufenthalts-, Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen sowie kant o- nale arbeitsmarktli che Vorentscheide dem BFM zur Zustimmung zu u n- terbreiten sind. Dieses kann die Zustimmung verweigern oder den kant o- nalen Entscheid einschränken. 4.2. Vor der Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung (Art. 32 AuG) oder einer Aufenthaltsbewilligung (Art. 33 AuG ) mit Erwerbstätigkeit sind die arbeitsmarktlichen Vorentscheide im Sinne von Art. 83 VZAE der Vor - instanz zur Zustimmung zu unterbreiten (Art. 85 Abs. 2 VZAE). Damit war auch der Vorentscheid der kantonalen Arbeitsmarktbehörde vom 29. Juli 2010 zustimmungsbedürftig. Das BFM kann die Zustimmung aus den in Art. 86 VZAE genannten Gründen verweigern. Es befindet über das Vo r- liegen der ent sprechenden Voraussetzungen in Ausübung einer origin ä- ren Sach entscheidskompetenz des Bundes ohne Bindung an die Be - urteilung durch die kantonalen Behörd en (vgl. BGE 127 II 49 E. 3a S. 51 f. und BGE 120 Ib 6 E. 3b f. S. 11 f.; ferner Entscheide des Eid - genössischen und Justiz - und Polizeidepartements [EJPD], publiziert in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 70.23, 67.62 und 66.66). 4.3. Gemäss Art. 18 AuG können Ausländerinnen und Ausländer zur Aus- übung einer unselbständigen Erwerbstätigkeit zugelassen werden, wenn dies dem gesamtwirtschaftlichen Interesse entspricht (Bst. a), das G e- such eines Arbeitgebers vorliegt (Bs t. b) und die Voraus setzungen nach den Art. 20 – 25 AuG erfüllt sind (Bst. c). Zu beachten gilt es in diesem Zusammenhang die Begrenzungsmassnahmen (Art. 20 AuG), die B e- stimmungen zum Vorrang (Art. 21 AuG), die Lohn - und Arbeitsbedingun- gen (Art. 22 AuG), die persönlichen Voraussetzungen (Art. 23 AuG) sowie das Erfordernis einer bedarfsgerechten Wohnung (Art. 24 AuG). 4.4. Art. 21 AuG regelt den Vorrang von inländischen Arbeitskräften und solchen aus dem EU/EFTA -Raum. Nach Abs. 1 dieses Artikels können Drittstaatsangehörige zum schweizerischen Arbeitsmarkt nur dann zug e- lassen werden, wenn nachgewiesen wird, dass keine dafür ge eigneten Erwerbstätigen aus der Schweiz oder einem EU/EFTA -Staat, mit we l- chem ein Freizügigkeitsabkommen abgeschlossen wurde, ge funden wer-C-679/2011 Seite 12 den können. Für Ausländerinnen und Ausländer mit Schweizer Hoc h- schulabschluss gilt seit dem 1. Januar 201 1 eine spezielle Regelung (Art. 21 Abs. 3 AuG [zum Ganzen vgl. AS 2010 5957]). Eine Anstellung ist ferner nur möglich, wenn gleich zeitig die orts-, berufs- und branchenübli- chen Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden (Art. 22 AuG). 4.5. Kurzaufenthalts- und Aufenthaltsbewilligungen an Drittstaatsangehö- rige können sodann nur Führungskräften, Spezialistinnen und Speziali s- ten und anderen qualifizierten Arbeitskräften erteilt werden (Art. 23 Abs. 1 AuG). Zusätzlich müssen die berufliche Qualifikation, die berufliche und soziale Anpassungsfähigkeit, die Sprachkenntnisse und das Alter eine nachhaltige Integration in den schweizerischen Arbeitsmarkt un d das ge- sellschaftliche Umfeld erwarten lassen (Art. 23 Abs. 2 AuG). Das duale System zugunsten von Schweizerinnen und Schweizern sowie Angehör i- gen der EU/EFTA -Staaten wird durch die Ausnahmegründe von Art. 23 Abs. 3 AuG durchbrochen und zwar wenn einer de r folgenden Tatbestän- de erfüllt ist: Die Drittstaatsan gehörigen sind Investorinnen und Invest o- ren sowie Unternehmerinnen und Unternehmer, die Arbeitsplätze erhalten oder neue schaffen (Bst. a); es handelt sich um anerkannte Personen aus Wissenschaft, Kultur und Sport (Bst. b); Personen mit besonderen beru f- lichen Kenntnissen oder Fähigkeiten, sofern für deren Zulassung ein B e- darf ausgewiesen ist (Bst. c); Personen im Rahm en des Kader transfers von international tätigen Unternehmen (Bst. d) oder schliess lich Perso- nen, deren Tätigkeit in der Schweiz im Rahmen von wirtschaftlich bede u- tenden internationalen Geschäftsbeziehungen unerlässlich ist (Bst. e). 5. Das Vorliegen der Voraussetzungen von Art. 21 und Art. 23 AuG kann nicht leichthin an genommen werden, so ll die Absicht des Gesetzgebers verwirklicht werden, die Zuwanderung aus dem Nicht -EU/EFTA-Raum re- striktiv zu gestalten, konsequent einem längerfristigen gesamtwirtschaftl i- chen Interesse unterzuordnen und vermehrt an den übergeordneten i n- tegrations-, gesel lschafts- und staatspolitischen Zielen zu orientieren. Damit einher geht das Bestreben, weder eine Strukturerhaltung durch wenig qualifizierte Arbeitskräfte mit tiefen Löhnen zu fördern, noch Part i- kularinteressen innerhalb der Wirtschaft zu schützen. Die arbeitsmarktlich motivierte Zuwanderung aus dem Aus land soll vielmehr auf die langfrist i- ge Integration der Aus länderinnen und Ausländer auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesell schaft aus gerichtet sein und zu einer ausgeglichenen Beschäftigung und einer V erbesserung der Struktur des Arbeits marktes führen, wie dies schon die per 1. Januar 2008 aufgehobene Verordnung C-679/2011 Seite 13 vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (BVO, AS 1986 1791, zum vollstän digen Quellennachweis vgl. Art. 91 Ziff. 5 VZAE) vorgesehen hatte (zum Ganzen vgl. Botschaft vom 8. März 2002 zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Aus länder, in BBl 2002 3709, in sb. Ziff. 1.2.3 S. 3724 ff.; zu den früheren materiellen Zu - lassungsvoraussetzungen, die sich von den heutigen in g rundsätzlicher Hinsicht nicht unterscheiden, siehe ferner Urteil d es Bundes - verwaltungsgerichts C-4349/2008 vom 3. April 2009 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). Obwohl die angefochtene Verfügung nicht explizit Bezug nimmt auf den sogenannten Inländervorrang nach Art. 21 AuG, war dem Beschwerdeführer doch klar, dass die Erfüllung der entsprechenden Vo r- aussetzungen kumulatives Erfordernis für einen positiven Arbeitsmark t- entscheid darstellt. Er hat denn auch auf Beschwerdeebene zu diesem Kriterium ausführlich St ellung genommen (vgl. Rechtsmitteleingabe vom 21. Januar 2011, S. 18 ff., sowie Eingabe vom 11. März 2011, die auf ent- sprechende Beweisanordnung des Gerichts hin eingereicht wurde; zu beiden Eingaben hat sich die Vorinstanz am 2. Mai 2011 vernehmen las- sen und der Beschwerdeführer konnte hierzu replikweise Stellung ne h- men [vgl. Replik vom 1. Juni 2011]). Der Anspruch auf rechtliches Gehör bleibt damit gewahrt, wenn die angefochtene Verfügung in den nachfo l- genden Erwägungen ausschliesslich mit Blick auf die f ehlenden Voraus- setzungen gemäss Art. 21 AuG gesch ützt wird (Motivsubstitution, vgl. BGE 136 III 247 E. 4 S. 251 f.). 6. Wie aus dem Sachverhalt (vgl. Bst. A) hervorgeht, betreibt der Arbeitg e- ber in der Stadt Lugano Pflegeheime für Betagte, darunter das B._______, in welchem er den Beschwerdeführer beschäftigen will . In sämtlichen Eingaben des Arbeitgebers im vorinstanzlichen Verfahren wie auch in denjenigen des Beschwerde führers wird die Einzigartigkeit des geplanten Hämodialysezentrums, dessen Bedeutung im Rahmen der Umsetzung einer neuen Strategie des Bundes im Bereich der Langzei t- pflege (Ausbau der medizinischen Versorgung in Pflegeheimen für Betag- te und – damit einhergehend – Entlastung der Akutpflege) und das folg- lich erhebliche öffentliche Interesse des Kantons daran hervorgehoben (vgl. nur Beschwerdeschrift S. 10 f. und 17). Nach dem Dafürhalten des Arbeitgebers erweist sich der Beschwerdefüh- rer als für die in Frage stehende Stelle als spezialisierter Krankenpfleger in der B._______ hervorragend qualifiziert, da er über eine entsprechen- de Spezialisierung sowie langjährige, für das Dialysezentrum unschätzba-C-679/2011 Seite 14 re bzw. unerlässliche Berufserfahrung verfüge (vgl. Begleitschreiben zum Gesuch vom 19. Juli 2010, Mail vom 17. September 2010, Stellungnahme vom 10. November 2010, sowie Beschwerdeschrift S. 11 f., 18, 20 f.). Den vorinstanzlichen Akten ist bezüglich des beruflichen Werdegangs des Beschwerdeführers zu entnehmen, dass dieser nach Abschluss der obli- gatorischen Schulbildung während vier Jahren in Belg rad eine Schule für Berufe im Gesundheitswesen besuchte, welche er im Jahre 1985 unter Erlangung eines Diploms als Pflegefachmann abschloss. Ab 1990 arbe i- tete er in der Notfall -Aufnahme des Universitätsspitals Belgrad, zunächst als Assistenz-Pfleger, von 1991 bis 2000 als Pflegefachmann (im Bereich der Inneren Medizin). Im Jahre 1996 bestand er das Staatsexamen als Pflegefachmann "allgemeine Abteilung". Im Juni 2000 schloss er eine ein- jährige, berufsbegleitende Zusatzausbildung im Bereich der Bluttransfusi- on ab. Anschliessend war er b is im Jah re 2006 im Transfusionszentrum einer Belgrader Klinik tätig. Im April 2004 wurde sein Berufsabschluss im Hinblick auf eine Berufsausübung als Pflegefachmann in Italien aner- kannt. Seit 2006 ist er als diplomierter Pflegefachmann (und Mitglied der italienischen Vereinigung für Pflegepersonal) in der geriatrisch/gerontolo- gisch ausgerichteten Abteilung für Orthopädie/Traumatologie des Spitals Piacenza in Italien tätig. 7. 7.1. Der Beschwerdeführer geniesst als serbischer S taatsangehöriger keine Rekrutierungspriorität, was zur Folge hat, dass seine Zulassung erst möglich wäre, wenn für die Vakanz beim Arbeitgeber weder einheimi- sche Erwerbstätige noch solche aus dem EU/EFTA -Raum rekrutiert wer- den könnten (siehe E. 4.4 hievor) . Durch die prioritäre Ausschöpfung des inländischen Arbeitsmarktes soll die Einreise neuer ausländischer Arbeitskräfte auf das arbeitsmarktlich Notwendige beschränkt werden. Das Prinzip des Vorranges inländischer Arbeitnehmerinnen und Arbei t- nehmer nach Art. 21 AuG ist in jedem Fall und unabhängig von der Wirtschafts - und Arbeitsmarktlage zu beachten. Hierbei müssen die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber belegen, dass sie trotz umfassender Suchbemühungen keine geeigneten Arbeitskräfte aus dem In land oder einem EU/EFTA -Staat finden konnten; sie haben mit anderen Worten den Nachweis zu erbringen, die Stelle vergeblich über die branchenü b- lichen Rekrutierungskanäle – beispielsweise durch Inserate in der Fach- und Tagespresse oder mittels elektronisch er Medien – ausge- schrieben zu haben. Wichtige Instrumente stellen auch die öffentliche C-679/2011 Seite 15 und private Arbeitsvermittlung dar. Verlangt werden inhaltlich zwec k- mässige und echte Bemühungen über einen angemessenen Zeitraum hinweg, die Stelle mit Leuten aus den V orrang geniessenden Gebieten zu besetzen. Es reicht insbesondere nicht aus, wenn derartige Suc h- bemühungen als blosse Erforderniserbringung erfolgen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -2216/2010 vom 12. August 2010 E. 7.3). Zudem dürfen Personen mi t Vorrang nicht aufgrund fachlich nicht rel e- vanter Kriterien praktisch ausgeschlossen werden. Als Beispiel g e- nannt werden etwa für einen Tätigkeitsbereich nicht zwingend erforde r- liche Sprachkenntnisse oder Fachkenntnisse, die nur einen geringen Zusammenhan g mit dem Tätigkeitsbereich haben (vgl. Ziff. 4.3.2 de r Weisungen). 7.2. Die Schreiben und E-Mails des Arbeitgebers im vorinstanzlichen Ver- fahren wie auch die Eingaben des Beschwerdeführers enthalten ausführ- liche Darlegungen betreffend den allgemeinen – notorischen – Mangel an qualifizierten Arbeitskräften im westeuropäischen und insbesondere auch im schweizerischen Gesundheitswesen. Diese Ausführungen mögen die tatsächlichen Verhältnisse in die sem Sektor zutreffend wiedergeben. Doch erweisen sie sich insoweit als unbehelflich, als dies den Arbeitgeber nicht von Suchbemühungen im konkreten Fall zu entbinden vermag . Ob diese vorliegend als hinreichend betrachtet werden können , wird im Fol- genden zu untersuchen sein. 7.2.1. Hinsichtlich der konkret getätigten Suchbemühungen enthält die Beschwerde kaum Angaben. Es wird in allgemeiner Weise vorgebracht, die Stadt Lugano ha be im Rahmen des Projekts "nicht nur Krankenpfl e- ger, sondern auch Angestellte mit besonderen medizinischen Kenntni s- sen, insbesondere bezüglich der Blutübertragung " gesucht; die "Publika- tionen seien im Amtsblatt, im Internet und in diversen Tageszeitungen" er- folgt (vgl. Beschwerde S. 11). Als Beilage wurde die Stellenausschreibung vom 27. Januar 2010 eingereicht (vgl. Beschwerd ebeilage 21). Auf Au f- forderung des Bundesverwaltungsgerichts hin, die getätigten Suchbemü- hungen zu belegen, reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. März 2011 insbesondere Auszüge aus diversen Tageszeitungen zu den Akten (vgl. Beilagen 3 – 10). 7.2.2. Den Ausführungen und beigebrachten Be legen ist Folgendes zu entnehmen: Die detaillierte Stellenbeschreibung ("capitolato di concor- so"), welche das Anforderungsprofil und einen Tätigkeitsbeschrieb ent- hält, datiert vom 27. Januar 2010. Ab Anfang Februar 2010 wurde im kan-C-679/2011 Seite 16 tonalen Amtsblatt und in diversen italienischsprachigen Tageszeitungen (samt den entsprechenden Websites) ein Stelleninserat geschaltet des Inhalts, für die A._______ würden (unter anderem) "einige Krankenpfle- ger" ("alcuni/e infermieri/e") gesucht. Im Internet blieb das Inserat (den Angaben des Arbeitgebers zufolge) während eines Monats einsehbar. Im Übrigen enthielt es lediglich einen Hinweis auf die (bei der Luganeser Gemeindekanzlei einsehbare) detaillierte Stellenbeschreibung und die Bewerbungsfrist (22. Februar 2010). Mit Schreiben der Gemeinde Lugano vom 14. Mai 2010 wurde dem Beschwerdeführer der vom 12. Mai 2010 datierende Beschluss mitgeteilt, ihn (unter dem Vorbehalt der "Erteilung einer Arbeitsbewilligung") als "infermiere (area di professionalità socios a- nitaria, paramedica, educativa)" anzustellen (vgl. Beschwerdebeilage 34). Hinweise darauf, dass bereits vor der Ausschreibung bzw. dem Rekrutie- rungsverfahren Kontakte zwischen dem Beschwerdeführer und dem A r- beitgeber bestanden haben könnten, sind aus den Akten nicht ersichtlich. Jedenfalls ging es Letzterem vorliegend offenkundig nicht darum, eine be- reits für ihn tätige Arbeitskraft weiterbeschäftigen zu können. Diese zeitliche Abfolge erweist sich als nachvollziehbar und plausibel und lässt die Suchbemühungen insoweit als ernsthaft und nicht als blosse E r- forderniserbringung erscheinen. Dass sich der Arbeitgeber damit grund- sätzlich geeigneter Kanäle bediente, um auch vorrangig zu berücksichti- gende Personen zu erreichen , zeigt sich insbesondere daran, dass sich unter den eingegange nen 44 Dossiers – den glaubhaften Ausführungen des Beschwerdeführers bzw. Arbeitgebers zufolge – 16 Bewerbungen von Schweizerinnen/Schweizern sowie 24 von EU -/EFTA-Staatsan- gehörigen (21 aus Italien, 2 aus Rumänien und eine aus Portugal) befan- den (vgl. Beschwerdeschrift S. 11 sowie bspw. E-Mail-Nachricht des D i- rektors d er A._______ an die kantonale Arbeitsmarktbehörde vom 17. September 2010). Die Suchbemühungen des Arbeitgebe rs erweisen sich mithin sowohl in zeitlicher Hinsicht wie auch in Bezug auf die Rekru- tierungskanäle, deren er sich bedient hat, als zweckmässig und ernsthaft. 7.2.3. Den Ausführungen des Beschwerdeführers wie denjenigen des A r- beitgebers im vorinstanzlichen Verfah ren zufolge stellte sich jedoch im Rekrutierungsverfahren (in dessen Rahmen Ersterer offenbar zweimal zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wurde ) heraus, dass unter sämtli- chen Bewerberinnen und Bewerbern einzig er über die geforderten fachli- chen Qualifikationen und Sprachkenntnisse verfügt (vgl. bspw. B e- schwerdeschrift S. 11 f., 18, 20 f.). C-679/2011 Seite 17 Der Umstand, dass auf die Stellena usschreibung hin anscheinend nicht mehr valable Bewerbungen eingingen, ist jedoch möglicherweise auf fo l- gende Ursache zurückzuführen. Zwischen der Stelle gemäss der detail- lierten Stellenbeschreibung vom 27. Januar 2010 sowie dem geschalt e- ten Inserat einerseits und gemäss den Angaben des Beschwerdeführers bzw. Arbeitgebers ab dem Zeitpunkt der Gesuchseinrei chung ande rer- seits zeigt sich eine eklatante Diskrepanz (insbesondere hinsichtlich A n- forderungsprofil und Tätigkeitsbeschrieb) : Im Stelleninserat bzw. in der Stellenbeschreibung werden die Aufgaben sowie die besonderen Qualifi- kationen, welche der Arbeitge ber später bzw. ab dem Zeitpunkt der G e- suchseinreichung als für die Ausübung der fraglichen Funktion unabding- bar darstellte, mit keinem Wort erwähnt . Wie dargelegt wurden mit dem Inserat schlicht "alcuni/e infermieri/e" für die A._______ gesucht, mithin – sinngemäss – "beliebige" Krankenpflege fachkräfte. In der (präzisieren- den) Stellenbeschreibung vom 27. Januar 2010 werden zunächst allge- meine Anforderungen (Schweizer Staatsbürgerschaft oder ausländische Person mit gültiger Arbeitsbewilligung, einwandfreier Leumund, gute kör- perliche Gesundheit und Eignung für die Aufga be) formuliert. An spezif i- schen Anforderungen wird nur aufgeführt, dass die Kandidati n- nen/Kandidaten im Besitz eines Diploms als Pflegefachkraft in der allg e- meinen oder psychiatrischen Abteilung sein sowie ei n Gespür für den Umgang mit älteren Men schen haben müssten. Daraus war einzig abzu- leiten, dass ein Einsatz in einem Heim für betagte Personen vorgesehen war. Auch der Tätigkeitsbeschrieb war sehr allgemein gehalten und liess keineswegs auf einen besonders gearteten Einsatz (wie denjenigen in ei- ner neuartigen Abteilung eines Pflegeheims) schliessen. Zwar enthält der Text den Hinweis , es könnten – je nach Funktion und Ausbildung der betreffenden Person – "weitere, spezifische technische Aufgaben vorg e- sehen" w erden. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine vorausg e- setzte Qualifikation und eine Konkretisierung erfolgt ebenfalls nicht. Somit ist festzuhalten, dass die für die fragliche Stelle – den eigenen Aus- führungen des Arbeitgebers ab dem Zeitpunkt der Gesuchseinreichung zufolge – geradezu unabdingbaren Qualifikationen und Anforderungen weder im Inserat selbst, noch i n der detaillierten Stellenbeschreibung auch nur erwähnt wurden. Spricht der Beschwerdeführer somit vom ge- suchten Profil, von den gesuchten Spezialkenntnissen (bspw. Beschwer- deschrift S. 11, 21 ), so ist bei dieser Formulierung die Diskrepanz zwi- schen der Ausschrei bung bzw. dem Inserat einerseits und den späteren Angaben betreffend die Tätigkeit und die dadurch bedingten A nforderun- gen andererseits im Auge zu behalten . Dass zum massgeblichen Zei t-C-679/2011 Seite 18 punkt nach einem "Angestellten mit besonderen medizinischen Kenntni s- sen, insbesondere bezüglich der Blutübertragung, gesucht" wor den sei, wie dies vom Beschwerdeführer vorgebracht wird (S. 19 f., vgl. auch Ei n- gabe vom 11. März 2011 S. 7), trifft nach dem Gesagten schlicht nicht zu. Es verwundert nicht, dass sich Pflegefachkräfte mit besonderen Qualifika- tionen (wie sie für die fragliche Stelle wohl tatsächlich einzig in Frage kommen dürften) durch das geschaltete Inserat, welches den Eindruck erweckte, es werde (lediglich) eine " gewöhnliche" Pflegefachkraft g e- sucht, nicht angesprochen fühl ten. Die Stelle konnte aufgrund dieser Ausschreibung für eine solche Person kaum attraktiv wirke n. Geradezu erstaunlich erscheint daher, dass sich der Beschwerdeführer mit seinem ansprechenden beruflichen Werdegang und seinen Qualifikationen auf die Stelle bewarb. Zusammenfassend machen die vorstehenden Ausführungen deutlich , dass es dem Arbeitgeber zum für die Beurteilung der Suchbemühun gen massgeblichen Zeitpunkt bzw. mit der Ausschreibung nicht darum gegan- gen sein kann, tatsächlich Kandidatinnen und Kandidaten mit dem später (ab der Einleitung des Gesuchsverfahrens) gezeichneten Profil anzuspre- chen. Es kann auf der Grundlage der unternommenen Suchbemühungen nicht als erwiesen gelten , dass keine für die Stelle geeigneten Kandid a- tinnen und Kandidaten aus den Vorrang geniessenden Gebieten gefun- den werden konnten bzw. hätten gefunden werden können. Von in inhalt- licher Hinsicht zweckmässigen, ernsthaften Suchbemühungen im Hinblick auf die Besetzung der Stelle mit inländischen Arbeitskräften bzw. solchen aus dem EU-/EFTA-Raum kann daher nicht die Rede sein. 7.3. Die Voraussetzung des Vorrangs nach Art. 21 AuG erweist sich folg- lich als nicht erfüllt. Eine Prüfung der weiteren Zulassungsvoraussetzu n- gen (auch derjenigen der persönlichen Voraussetzungen nach Art. 23 AuG) erübrigt sich unter diesen Umständen. 8. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Zulassungsv oraussetzungen nach Art. 18 – 24 AuG nicht erfüllt sind, weshalb die angefochtene Verf ü- gung im Ergebnis zu Recht ergangen ist (vgl. Art. 49 VwVG). Die B e- schwerde ist dementsprechend abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer d ie C-679/2011 Seite 19 Kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs.1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv S. 20) C-679/2011 Seite 20 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Sie werden mit dem am 7. März 2011 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Akten Ref-Nr […] retour) – das Ufficio della migrazi one, Mercato del lavoro , des Kantons Tessin (in Kopie) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Ruth Beutler Viviane Eggenberger Versand: