Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 27. März 2025 ZK2 2025 8 und ZK2 2025 9 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Reto Heizmann, Kantonsrichter Veronika Bürgler Trutmann und Pius Kistler, Gerichtsschreiber Alen Draganovic. In Sachen A.________, Beklagte und Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen C.________, Kläger und Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt D.________, betreffend Beschwerde (Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Höfe vom 3. Februar 2025, ZEO 2024 16);- hat die 2. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Nachdem die Vorinstanz bereits ein Verschiebungsgesuch abgewiesen hatte, ersuchte die Beklagte im vorinstanzlichen Scheidungsverfahren mit Eingabe vom 1. Februar 2025 erneut um Verschiebung der Einigungsverhand- lung (ZK2 2025 8 und ZK2 2025 9, jeweils KG-act. 1/3). Mit Verfügung vom 3. Februar 2025 wies die Vorinstanz dieses Gesuch ab, weil nicht ersichtlich sei, dass bzw. inwiefern die dargelegten Umstände eine Verschiebung der Einigungsverhandlung rechtfertigen würden, und dem erneuten Gesuch im Übrigen keine neuen Tatsachen zugrunde lägen (ZK2 2025 8 und ZK2 2025 9, jeweils KG-act. 1/1). Die Abweisung des Verschiebungsgesuchs wurde den Parteien vorab telefonisch mitgeteilt (Vi-act. E/18). In der Folge führte die Vor- instanz am 4. Februar 2025 die Einigungsverhandlung durch, an der gemäss Protokoll weder die Beklagte noch ihr Rechtsvertreter erschienen (Vi-act. D/2). Die Vorinstanz stellte daher fest, dass die Beklagte innert einer halben Stunde nach Verhandlungsbeginn nicht erschienen sei und damit als säumig gelte. Dem Kläger werde zu einem späteren Zeitpunkt Frist für die Einreichung der schriftlichen Klagebegründung angesetzt (Vi-act. D/2, Ziff. 1 und Ziff. 2). Mit Verfügung vom 7. Februar 2025 stellte die Vorinstanz den Parteien u.a. das Protokoll der Einigungsverhandlung zur Kenntnisnahme zu (Vi-act. E/19, Dis- positivziffer 1). Gegen diese Verfügungen vom 3. und 7. Februar 2025 erhob die Beklagte bzw. Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 14. Februar 2025 Beschwerde beim Kantonsgericht und stellte folgende Anträge (ZK2 2025 8 und ZK2 2025 9, jeweils KG-act. 1): 1. Die Beklagte gilt als gültig entschuldigt und somit nicht säumig. 2. Es wird eine Einigungsverhandlung anberaumt. 3. Die Frist für die Einreichung der schriftlichen Klagebegründung wird dem Kläger nach der Durchführung der Einigungsverhandlung ange- setzt.Kantonsgericht Schwyz 3 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten vom Kläger. Mit Eingabe vom 24. Februar 2025 ersuchte die Beschwerdeführerin das Kan- tonsgericht um Erläuterung und/oder Berichtigung bezüglich der Frage, wes- halb zwei und nicht nur ein Verfahren eröffnet worden seien (ZK2 2025 9, KG- act. 6). Der Kläger bzw. Beschwerdegegner reichte weder eine Beschwerde- antwort noch anderweitige Eingaben ein. 2. a) Das Gericht leitet den Prozess. Es erlässt die notwendigen prozess- leitenden Verfügungen zur zügigen Vorbereitung und Durchführung des Ver- fahrens (Art. 124 Abs. 1 ZPO). Die Prozessleitung kann an eines der Ge- richtsmitglieder delegiert werden (Art. 124 Abs. 2 ZPO). Im hiesigen Kanton ist grundsätzlich der Präsident des Gerichts für die Verfahrensleitung zuständig (§ 40 Abs. 1 JG, vgl. für die Regelung der Stellvertretung § 41 JG). Zur Verein- fachung des Prozesses kann das Gericht gemäss Art. 125 ZPO insbesondere gemeinsam eingereichte Klagen trennen (lit. b) oder selbständig eingereichte Klagen vereinigen (lit. c). Das Gericht kann diese Massnahmen in allen Ver- fahrensarten und in jedem Verfahrensstadium anwenden, auch im Rechtsmit- telverfahren, sofern sie der Vereinfachung und der beförderlichen Erledigung des Prozesses dienen. Bei der Vereinigung oder Trennung von Verfahren ist die Zweckmässigkeit entscheidend (Gschwend, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 4. A. 2024, Art. 125 ZPO N 3, 10 und 14). Weil die angefochtene Verfügung vom 3. Februar 2025 sowie diejenige vom 7. Februar 2025 oder genauer das darin erwähnte Protokoll der Einigungsver- handlung vom 4. Februar 2025, das die Beschwerdeführerin eigentlich bean- standet (vgl. ZK2 2025 8 und ZK2 2025 9, jeweils KG-act. 1, S. 1 f. und S. 5), die Einigungsverhandlung nach Art. 291 ZPO und deren Durchführung betref- fen, erscheint es – trotz unterschiedlicher Anfechtungsobjekte, was zur Eröff-Kantonsgericht Schwyz 4 nung zweier Dossiers führte – zweckmässig, die Verfahren ZK2 2025 8 und ZK2 2025 9 zu vereinigen. Damit erübrigen sich weitere Erörterungen zur Ein- gabe der Beschwerdeführerin vom 24. Februar 2025. b) Angefochten sind prozessleitende Verfügungen. Solche sind mit Be- schwerde anfechtbar, wenn das Gesetz es vorsieht (Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO), durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO) oder eine Rechtsverzögerung im Sinne von Art. 319 lit. c ZPO vorliegt (Gschwend, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 4. A. 2024, Art. 125 ZPO N 20). Das Gesetz sieht eine Anfechtung mit Beschwerde in Bezug auf die bean- standeten Verfügungen nicht explizit vor, weshalb für die Zulässigkeit der An- fechtung – mangels Geltendmachung einer Rechtsverzögerung oder Rechts- verweigerung durch die Beschwerdeführerin – ein nicht leicht wiedergutzuma- chender Nachteil drohen muss. Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich den Verlust der Einigungsverhandlung im Sinne von Art. 291 ZPO geltend (ZK2 2025 8 und ZK2 2025 9, jeweils KG-act. 1, S. 5). Die Einigungsverhand- lung nach Art. 291 ZPO ist grundsätzlich immer durchzuführen (BGE 144 III 54 = Pra 107 [2018] Nr. 146, E. 4.1.2; BGE 138 III 366, E. 3.1.5). Fällt die Eini- gungsverhandlung aus, kann dies einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken (BGE 137 III 380, E. 1.2.4 und E. 2.2). Dasselbe muss zu- mindest auch bei ungerechtfertigter Abweisung eines Verschiebungsgesuchs und Durchführung der Einigungsverhandlung gelten, an der die Partei, die um Verschiebung ersuchte, nicht erscheint, sie daher Säumnisfolgen treffen und das Gericht das Verfahren nach Art. 291 Abs. 3 ZPO fortsetzt, weil auch in diesem Fall eine rechtswidrige Umgehung eines grundsätzlich zwingenden Prozessabschnitts sowie des Zwecks der Einigungsverhandlung erfolgen und im weiteren Prozess sowie im Endurteil nicht rückgängig gemacht werden kann (vgl. BGE 137 III 380, E. 1.2.4; vgl. BGE 138 III 366, E. 3.1.5). Kantonsgericht Schwyz 5 Nach Ansicht der Beschwerdeführerin erfolgte die Abweisung des Verschie- bungsgesuchs vom 1. Februar 2025 betreffend die Einigungsverhandlung un- rechtmässig. Die Vorinstanz führte in der Folge die Einigungsverhandlung durch und stellte im Protokoll vom 4. Februar 2025 fest, dass die Beschwerde- führerin unentschuldigt nicht erschienen sei und damit als säumig gelte sowie dem Kläger zu einem späteren Zeitpunkt Frist für die Einreichung der schriftli- chen Klagebegründung angesetzt werde (ZK2 2025 8 und ZK2 2025 9, jeweils KG-act. 1, S. 2 ff.; Vi-act. D/2). Daraus ergibt sich jedenfalls implizit, dass kei- ne erneute Ansetzung der Einigungsverhandlung mit Einigungsversuch erfol- gen, sondern die Vorinstanz nach Art. 291 Abs. 3 ZPO vorgehen wird. Wie dargelegt, kann dies einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil bewir- ken. Auf die Beschwerden ist daher einzutreten. 3. a) Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, an der Eini- gungsverhandlung gehe es auch um den Versuch, zwischen den Parteien eine Einigung zu den Nebenfolgen der Scheidung herbeizuführen. Die im Eheschutzverfahren zu klärenden Fragen seien für die Nebenfolgen der Scheidung entscheidend. Solange die Parteien die Haltung des Gerichts in Bezug auf die im Eheschutzverfahren zu klärenden Fragen nicht kennen wür- den, sei eine zielführende Diskussion der Nebenfolgen einer Scheidung nicht möglich. Am 27. Januar 2025 sei der Eheschutzentscheid noch nicht ergan- gen gewesen, weshalb die Beschwerdeführerin ein Verschiebungsgesuch eingereicht habe. Die Vorinstanz habe dieses am 29. Januar 2025 abgewie- sen und am 28./30. Januar 2025 den 59-seitigen Eheschutzentscheid gefällt. Am 1. Februar 2025 habe die Beschwerdeführerin ein neues, auf neuen Tat- sachen beruhendes Verschiebungsgesuch eingereicht. Als neue Tatsachen habe sie angegeben, der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin könne den 59-seitigen Eheschutzentscheid nicht in ein paar Tagen professionell lesen und mit der Mandantin gründlich besprechen und die Beschwerdeführerin ha- be verschiedene Verwaltungsakte im Zusammenhang mit dem Wohnsitz-Kantonsgericht Schwyz 6 wechsel sowie der Einschreibung der Tochter E.________ in der Schule in F.________ vornehmen müssen. Durch die Abweisung des erneuten Ver- schiebungsgesuchs habe die Vorinstanz das rechtliche Gehör der Beschwer- deführerin verletzt und aus dem Protokoll der Einigungsverhandlung ergebe sich, dass keine Einigungsverhandlung mehr anberaumt werde (zum Ganzen KG-act. 1, Rz. 1 ff.). b) aa) Das Gericht kann einen Erscheinungstermin aus zureichenden Gründen verschieben. Die Verschiebung erfolgt von Amtes wegen oder auf Gesuch hin, das vor dem Termin zu stellen ist (Art. 135 lit. a und lit. b ZPO). Die gesuchstellende Person hat den Verschiebungsgrund glaubhaft zu ma- chen. Obwohl zureichende Gründe auch Voraussetzung einer Fristerstre- ckung sind (Art. 144 Abs. 2 ZPO), werden Gesuche um Verschiebung einer Verhandlung regelmässig strenger beurteilt als Fristerstreckungen. An das Vorliegen eines zureichenden Grundes sind hohe Anforderungen zu stellen, wenn der Termin vorgängig mit den Rechtsvertretern der Parteien abgespro- chen wurde, die diesfalls die Verfügbarkeit der Parteien abzuklären haben (Brändli, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizeri- sche Zivilprozessordnung, 4. A. 2024, Art. 135 ZPO N 13 ff.; OGer ZH, LA240010 vom 1. Juli 2024, E. 4.1). Höhere Anforderungen dürfen ebenso an ein zweites im Vergleich zum ersten Verschiebungsgesuch gestellt werden. Als zureichende Verschiebungsgründe kommen namentlich Krankheit, Todes- fälle im Nahbereich, Militär- oder Zivildienst in Frage. Berufliche Überlastung stellt grundsätzlich keinen zureichenden Verschiebungsgrund dar (Brändli, a.a.O., Art. 135 ZPO N 14, 19 und 26; Weber, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2021, Art. 135 ZPO N 3). Das Gericht trägt bei Vorladungen die Verantwortung für die Einräumung einer genügenden Vorbereitungszeit. Ob die Vorbereitungs- zeit ausreichend ist, hängt von den Umständen ab (Weber, a.a.O., Art. 134 ZPO N 7).Kantonsgericht Schwyz 7 bb) Das Eheschutzverfahren zwischen den Parteien wurde im Jahr 2022 bei der Vorinstanz eingeleitet (ZES 2022 423; Vi-act. A/I, S. 5). Seit dem 30. Ja- nuar 2024 ist das Scheidungsverfahren bei der Vorinstanz hängig (Vi-act. A/I). Die Vorinstanz lud bereits zweimal zur Einigungsverhandlung im Scheidungs- verfahren vor und zitierte diese auf Gesuch hin wieder ab bzw. wiederrief die entsprechenden Vorladungen (Vi-act. E/3, 7, 9, 12), bevor sie die Parteien mit Verfügung vom 19. November 2024 zur Einigungsverhandlung auf den 4. Fe- bruar 2025 um 14:00 Uhr vorlud (Vi-act. E/13). Die Beschwerdeführerin er- suchte mit Schreiben vom 27. Januar 2025 erneut um Verschiebung der Ver- handlung, im Wesentlichen mit der Begründung, der Eheschutzentscheid sei noch nicht gefällt und ohne einen solchen, mithin ohne Kenntnis der Haltung des Gerichts zu den sich im Eheschutzverfahren stellenden Fragen, sei eine zielführende Diskussion über die Nebenfolgen der Scheidung nicht möglich (Vi-act. E/14). Mit Verfügung vom 29. Januar 2025 wies die Vorinstanz das Gesuch ab, weil sie den Eheschutzentscheid gleichentags versandt habe und dieser aufgrund seiner Aktualität als Grundlage für die Einigungsgespräche dienen könne (Vi-act. E/15). Am 1. Februar 2025 reichte die Beschwerdefüh- rerin wiederum ein Verschiebungsgesuch ein und brachte zusammengefasst vor, der 59-seitige Eheschutzentscheid könne mangels Rechtskraft nicht als Diskussionsgrundlage dienen, aufgrund der Länge des Entscheids könne ihr Rechtsvertreter diesen nicht in ein paar Tagen professionell lesen sowie mit ihr diskutieren und sie müsse diverse Verwaltungsakte betreffend Wohnsitz- wechsel und Einschreibung von E.________ in der Schule in F.________ vor- nehmen, weshalb es ihr unmöglich sei, an der Einigungsverhandlung teilzu- nehmen (Vi-act. E/16). Mit Verfügung vom 3. Februar 2025 wies die Vor- instanz das Verschiebungsgesuch ab, weil nicht ersichtlich sei, dass bzw. inwiefern die dargelegten Umstände eine Verschiebung rechtfertigen würden und dem Wiedererwägungsgesuch im Übrigen keine neuen Tatsa- chen zugrunde lägen (Vi-act. E/17). Kantonsgericht Schwyz 8 cc) Ziel der Einigungsverhandlung nach Art. 291 ZPO ist die Herbeiführung einer Einigung der Parteien über die Scheidungsfolgen, sofern der Schei- dungsgrund feststeht, und die Weichenstellung für die Weiterführung des Scheidungsprozesses (BGE 138 III 366, E. 3.1.4). Hierfür ist die Kenntnis der Haltung des Gerichts im Zusammenhang mit den sich im Eheschutzverfahren stellenden Fragen – insbesondere angesichts der möglichen Abänderbarkeit, der eingeschränkten Rechtskraftwirkung und des summarischen Verfahrens (Maier/Schwander, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivil- gesetzbuch I, 7. A. 2022, Art. 172 ZGB N 15; vgl. BGE 141 III 376, E. 3.4) – nicht notwendig, zumal der Eheschutzentscheid ohnehin nur eine vorüberge- hende Regelung bis zum Endurteil über die Scheidungsfolgen darstellt (vgl. Art. 268 Abs. 2 ZPO; vgl. Bähler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 4. A. 2024, Art. 276 ZPO N 12) und die Parteien für die Durchführung des Scheidungsverfahrens das Eheschutzverfahren nicht zwingend durchlaufen müssen. Ausserdem ist das Eheschutzverfahren seit dem Jahr 2022 und das Scheidungsverfahren seit Anfang 2024 hängig. Die Beschwerdeführerin und ihr Rechtsvertreter hat- ten daher genügend Zeit, um sich über die in diesen Verfahren verfolgten In- teressen der Beschwerdeführerin eingehend auszutauschen. Ferner ist es der Beschwerdeführerin – als G.________, Inhaberin des Rechtsanwaltspatents und kürzlich neu gewählter Ersatzrichterin am H.________ – sowie ihrem Rechtsvertreter zuzumuten, die möglichen Entscheidungen eines Gerichts in einem solchen Fall aufgrund ihrer juristischen Bildung sowie der jahrelangen Aktenkenntnis zumindest in den Grundzügen zu antizipieren und sich entspre- chend vorzubereiten. Die mangelnde Kenntnis des Eheschutzentscheids stellt deshalb keinen zureichenden Verschiebungsgrund in Bezug auf die Eini- gungsverhandlung im Scheidungsverfahren dar. Selbst wenn dem so wäre, erhielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin den besagten Eheschutzentscheid am 30. Januar 2025 zugestellt (KG-act. 1, Kantonsgericht Schwyz 9 S. 3 unten). Bis zur Einigungsverhandlung am 4. Februar 2025 um 14:00 Uhr hatte er mithin rund fünf Tage und einen Vormittag, um sich mit dem Ent- scheid auseinanderzusetzen und ihn mit der Beschwerdeführerin zu bespre- chen. Dass er in dieser Zeit anderweitige unaufschiebbare Verpflichtungen gehabt habe, die ihn von der Vorbereitung abgehalten hätten, bringt er nicht vor und solche sind ebenso wenig ersichtlich oder belegt. Dasselbe gilt für die Beschwerdeführerin persönlich. Insbesondere legt sie nicht dar und belegt ebenso wenig, dass die angeblichen Verwaltungsakte im Zusammenhang mit dem vorgebrachten Wohnsitz- und Schulwechsel zwingend in dieser Zeit hät- ten stattfinden müssen und sie diese nicht habe aufschieben können. Insgesamt ist das Vorliegen eines zureichenden Verschiebungsgrunds nicht glaubhaft. Die Vorinstanz wies das Verschiebungsgesuch der Beschwerdefüh- rerin somit zu Recht ab. c) aa) Am 1. Januar 2025 traten die ZPO-Änderungen vom 17. März 2023 in Kraft. Für Verfahren, die bei Inkrafttreten der Änderungen rechtshängig sind, gilt das bisherige Verfahrensrecht bis zum Abschluss vor der betroffenen Instanz (Art. 404 Abs. 1 ZPO). Art. 407f ZPO sieht diverse Bestimmungen vor, die auch für bei Inkrafttreten der Änderungen vom 17. März 2023 rechtshängi- ge Verfahren gelten. Nicht genannt ist Art. 291 Abs. 3 ZPO, weshalb diesbe- züglich für das vorinstanzliche Verfahren das alte Recht (nachfolgend aZPO) gilt, weil das Verfahren mit Scheidungsklage vom 30. Januar 2024 eingeleitet wurde (Vi-act. A/I). bb) Nach Art. 291 Abs. 1 aZPO lädt das Gericht die Ehegatten zu einer Ver- handlung vor und klärt ab, ob der Scheidungsgrund gegeben ist. Steht der Scheidungsgrund fest, versucht das Gericht zwischen den Ehegatten eine Einigung über die Scheidungsfolgen herbeizuführen (Art. 291 Abs. 2 aZPO). Steht der Scheidungsgrund nicht fest oder kommt keine Einigung zustande, Kantonsgericht Schwyz 10 setzt das Gericht der klagenden Partei Frist, eine schriftliche Klagebegrün- dung nachzureichen. Bei Nichteinhalten der Frist wird die Klage als gegen- standslos abgeschrieben (Art. 291 Abs. 3 aZPO). Erscheint eine Partei unent- schuldigt nicht zur Einigungsverhandlung, ist das Verfahren nach Art. 291 Abs. 3 aZPO fortzusetzen, wie wenn keine Einigung zustande gekommen wä- re (Bähler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweize- rische Zivilprozessordnung, 4. A. 2024, Art. 291 ZPO N 2a; Stalder/van de Graaf, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2021, Art. 291 ZPO N 3; vgl. Gasser/Rickli/Josi, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar, 3. A. 2025, Art. 291 ZPO N 6). cc) Wie bereits dargelegt, wies die Vorinstanz das Verschiebungsgesuch zu Recht ab (siehe vorne E. 3b/cc). Die Abweisung des Gesuchs und die Durch- führung der Einigungsverhandlung wurden den Parteien am 3. Februar 2025 vorab telefonisch mitgeteilt (Vi-act. E/18). Die Durchführung der Einigungsver- handlung am 4. Februar 2025 ist somit nicht zu beanstanden. Nichtsdestotrotz blieben sowohl die Beschwerdeführerin als auch ihr Rechtsvertreter der Eini- gungsverhandlung fern (Vi-act. D/2). Zur Begründung ihres Antrags Ziff. 1, wonach sie als gültig entschuldigt gelten soll (ZK2 2025 8 und ZK2 2025 9, jeweils KG-act. 1), bringt sie neben ihren Ausführungen zum Verschiebungs- gesuch (siehe vorne E. 3a) nichts vor. Nachdem die Vorinstanz das Verschie- bungsgesuch rechtmässig abwies und die Beschwerdeführerin keine ander- weitigen Gründe für ein entschuldigtes Fernbleiben darlegt oder nachweist und solche ebenso wenig ersichtlich sind – insbesondere auch bezüglich der angeblichen Verwaltungsakte im Zusammenhang mit dem Wohnsitz- und Schulwechsel (siehe vorne E. 3b/cc) –, stellte die Vorinstanz zutreffend fest, dass die Beschwerdeführerin der Einigungsverhandlung unentschuldigt fern- blieb (Vi-act. D/2). Aufgrund dessen hat die Vorinstanz das Verfahren nach Art. 291 Abs. 3 aZPO fortzusetzen, wie wenn keine Einigung zustande ge-Kantonsgericht Schwyz 11 kommen wäre, mithin dem Kläger Frist zur Einreichung der schriftlichen Kla- gebegründung anzusetzen, was sie als Säumnisfolge in der Vorladung vom 19. Februar 2024 ausdrücklich erwähnte (Vi-act. E/13) und im Protokoll der Einigungsverhandlung bereits in Aussicht stellte (Vi-act. D/2). Daher ist das Vorgehen der Vorinstanz nicht zu beanstanden. 4. Zusammengefasst sind die Beschwerden der Beschwerdeführerin (ZK2 2025 8 und ZK2 2025 9) abzuweisen. Ausgangsgemäss sind die aufgrund der Vereinigung tieferen Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt Fr. 1’800.00 vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO; § 34 Nr. 7 GebO). Mangels Einreichung einer Beschwerdeant- wort oder anderweitiger Eingaben und entsprechend mangels Aufwands und Antrags ist dem Beschwerdegegner keine Parteientschädigung zuzuspre- chen;- beschlossen: 1. Die Verfahren ZK2 2025 8 und ZK2 2025 9 werden vereinigt. 2. Die Beschwerden (ZK2 2025 8 und ZK2 2025 9) werden abgewiesen. 3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt Fr. 1’800.00 wer- den der Beschwerdeführerin auferlegt und von ihren beiden Kostenvor- schüssen in Höhe von je Fr. 1’500.00 bezogen. Der Restbetrag von Fr. 1’200.00 wird ihr aus der Kantonsgerichtskasse zurückerstattet. 4. Parteientschädigungen werden nicht zugesprochen.Kantonsgericht Schwyz 12 5. Gegen diesen Zwischenentscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung unter den Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht in Lausanne ein- gereicht werden; die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 6. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R, inkl. KG-act. 5 z.K.), Rechtsanwalt D.________ (2/R, inkl. KG-act. 5 z.K.) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 2. Zivilkammer Der Kantonsgerichtspräsident Der Gerichtsschreiber Versand 2. April 2025 amu