<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-07-13-7B_81-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7B_81/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 13. Juli 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Abrecht, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Koch, </div> <div class="para">Bundesrichter Hurni, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Hahn. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Harald Gattlen, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Zentrales Amt, Rue des Vergers 9, 1950 Sitten, </div> <div class="para">2. B.________, </div> <div class="para">Regionalpolizei, Haus Trifthorn, </div> <div class="para">Am Bach 7, Postfach 260, 3920 Zermatt, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Bellwald, </div> <div class="para">3. C.________, </div> <div class="para">Regionalpolizei, Haus Trifthorn, </div> <div class="para">Am Bach 7, Postfach 260, 3920 Zermatt, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Nichtanhandnahme (Sachentziehung; </div> <div class="para">verspäteter Strafantrag), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Verfügung des Kantonsgerichts des Kantons Wallis, Strafkammer, vom 3. Juni 2022, </div> <div class="para">(P3 22 1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Am 10. Januar 2021 hielt die Regionalpolizei Zermatt A.________ und seine Begleiterin wegen einer mutmasslichen Widerhandlung gegen die Covid-19 Verordnung (Nichttragens einer Gesichtsmaske) an. Die Regionalpolizei forderte das Paar auf, sie auf die nahe gelegene Dienststelle der Kantonspolizei zu begleiten. A.________ wollte mit seinem Mobiltelefon Aufnahmen tätigen. Darauf nahm ihm der Regionalpolizist B.________ das Mobiltelefon ab. Im Rahmen der Einvernahme auf der Dienststelle der Kantonspolizei wurde A.________ das Mobiltelefon zurückgegeben. Zu diesem Zeitpunkt war es beschädigt. A.________ stellte am 3. März 2021 anlässlich seiner Einvernahme Strafantrag wegen Sachbeschädigung. Am 4. März 2021 konstituierte er sich als Privatkläger im Straf- und Zivilpunkt. Am 18. März 2021 reichte er einen Strafantrag wegen Nötigung und Sachentziehung ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Die Staatsanwaltschaft verfügte am 21. Dezember 2021 die Nichtanhandnahme des Strafverfahrens wegen Nötigung, Sachbeschädigung und Sachentziehung. Das Kantonsgericht Wallis wies die dagegen von A.________ erhobene Beschwerde am 3. Juni 2022 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">A.________ führt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, die Verfügung des Kantonsgerichts Wallis vom 3. Juni 2022 aufzuheben und die Eröffnung des Vorverfahrens anzuordnen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Kantons Wallis. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>D.</b> </div> <div class="para">Die kantonalen Akten nicht jedoch Vernehmlassungen wurden eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Die nach <span class="artref">Art. 100 Abs. 1 BGG</span> fristgerecht eingereichte Beschwerde richtet sich gegen einen letztinstanzlichen kantonalen Endentscheid betreffend die Nichtanhandnahme eines Strafverfahrens. Dagegen steht die Beschwerde in Strafsachen grundsätzlich offen (<span class="artref">Art. 78 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/80/1" type="start"></artref>Art. 80 Abs. 1 BGG</span><artref id="CH/173.110/78/1" type="end"></artref>). Unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausführungen steht einem Eintreten daher nichts im Weg. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Gemäss Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG ist die Privatklägerschaft zur Beschwerde in Strafsachen nur berechtigt, wenn der angefochtene Entscheid sich auf die Beurteilung ihrer Zivilansprüche auswirken kann. Richtet sich die Beschwerde gegen die Einstellung oder Nichtanhandnahme eines Verfahrens, hat die Privatklägerschaft nicht notwendigerweise bereits vor den kantonalen Behörden eine Zivilforderung geltend gemacht. Die Privatklägerschaft muss vor Bundesgericht daher darlegen, aus welchen Gründen sich der angefochtene Entscheid inwiefern auf welche Zivilforderung auswirken kann. Das Bundesgericht stellt an die Begründung der Legitimation strenge Anforderungen. Genügt die Beschwerde diesen Begründungsanforderungen nicht, kann auf sie nur eingetreten werden, wenn aufgrund der Natur der untersuchten Straftat ohne Weiteres ersichtlich ist, um welche Zivilforderungen es geht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=30.06.2023&amp;to_date=19.07.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 141 IV 1</a> E. 1.1 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Als Zivilansprüche im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG gelten solche, die ihren Grund im Zivilrecht haben und deshalb ordentlicherweise vor dem Zivilgericht durchgesetzt werden müssen. In erster Linie handelt es sich um Ansprüche auf Schadenersatz und Genugtuung nach <span class="artref">Art. 41 ff. OR</span>. Nicht in diese Kategorie gehören Ansprüche, die sich aus öffentlichem Recht ergeben. Öffentlich-rechtliche Ansprüche, auch solche aus öffentlichem Staatshaftungsrecht, können nicht adhäsionsweise im Strafprozess geltend gemacht werden und zählen nicht zu den Zivilansprüchen im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=30.06.2023&amp;to_date=19.07.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-IV-76%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page76">BGE 146 IV 76</a> E. 3.1 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> Gemäss Art. 4 Abs. 1 des Gesetzes des Kantons Wallis vom 10. Mai 1978 über die Verantwortlichkeit der öffentlichen Gemeinwesen und ihrer Amtsträger (SGS 170.1/VS) haften der Staat und die Gemeinden für den Schaden, den ein Amtsträger in Ausübung seiner amtlichen Tätigkeit einem Dritten widerrechtlich zugefügt. Der Amtsträger ist gegenüber Dritten nicht persönlich verpflichtet, den Schaden zu ersetzen. Er kann nicht durch das Gemeinwesen zur Gewährleistung aufgefordert werden (Art. 5). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.5.</b> Die Beschwerdegegner 2 und 3 wurden gemäss der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung gegenüber dem Beschwerdeführer in ihrer Eigenschaft als Kantonspolizisten tätig und unterzogen diesen einer Personenkontrolle, weil er die zur Eindämmung des Covid-Virus vorgeschriebene Gesichtsmaske auf einem belebten Platz nicht trug (vgl. angefochtene Verfügung S. 10, 12). Die Kantonspolizei ist im Interesse der Aufklärung einer Straftat zuständig zur vorläufigen Anhaltung und Feststellung der Identität von Personen (<span class="artref">Art. 215 Abs. 1 lit. a StPO</span> i.V.m. Art. 5 Abs. 2 des Gesetzes des Kantons Wallis vom 11. November 2016 über die Kantonspolizei [PolG/VS; SGS 550.1]). Das Tragen der Gesichtsmaske im öffentlichen Raum war im Kontrollzeitpunkt am 10. Januar 2021 unter gewissen Voraussetzungen vorgeschrieben, namentlich bei Kundgebungen (vgl. Art. 3c Abs. 2 sowie Art. 6c Abs. 2 der Verordnung vom 19. Juni 2020 über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie; Covid-19-Verordnung besondere Lage, SR 818.101.26; in der Fassung vom 9. Januar 2021). Das Nichttragen der Maske war strafbar (Art. 83 Abs. 1 lit. j des Bundesgesetzes vom 28. September 2012 über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen; Epidemiengesetz, EpG, SR 818.101; vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=30.06.2023&amp;to_date=19.07.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-478%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page478">BGE 147 I 478</a> E. 3.6 ff.), soweit der Betroffene hiervon nicht ausgenommen war (vgl. hierzu Art. 3b der Covid-19-Verordnung, in der Fassung vom 9. Januar 2021). Die Beschwerdegegner wurden bei der Personenkontrolle, die auf das Nichttragen der grundsätzlich vorgeschriebenen Gesichtsmaske folgte, somit in ihrer amtlichen Eigenschaft tätig. Der Beschwerdeführer setzt sich in seiner Beschwerde nicht damit auseinander, dass und inwieweit er nebst den öffentlich-rechtlichen Ansprüchen auch zivilrechtliche Ansprüche gegen die Beschwerdegegner hätte, zumal er lediglich ausführt, es gehe ihm um den Schadenersatzanspruch infolge des beschädigten Mobiltelefons (Beschwerde S. 2). Soweit die Beschwerde die Delikte der Nötigung und Sachbeschädigung betrifft, ist darauf nicht einzutreten. </div> <div class="para">Im Übrigen behauptet und begründet der Beschwerdeführer keine Verletzung seiner verfassungs- und konventionsmässigen Rechte nach <span class="artref">Art. 10 BV</span> oder <span class="artref">Art. 3 EMRK</span> durch übermässige Polizeigewalt, welche zu einem Eintreten auf die Beschwerde führen könnten. Hierfür gilt eine qualifizierte Rügepflicht (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). Eine solche Verletzung (vgl. dazu Urteil 6B_1055/2020 vom 13. Juni 2022 E. 3.3.2 mit Hinweisen) ist im Übrigen auch nicht ersichtlich, nachdem die Eingriffsintensität durch die kurzzeitige Wegnahme des Mobiltelefons und die anschliessende routinemässige Kontrolle auf dem Polizeiposten mittels einer Befragung gegenüber dem Beschwerdeführer, der Anlass für eine derartige Kontrolle bot, bescheiden war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> In Bezug auf die Frage der Fristwahrung des Strafantrages für das Delikt der Sachentziehung nach <span class="artref">Art. 141 StGB</span> geht es um das Strafantragsrecht als Solches nach Art. 81 Abs. 1 lit. b. Ziff. 6 BGG. Denn Thema der Beschwerde ist, in welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer hinreichende Kenntnis des Täters nach <span class="artref">Art. 31 StGB</span> hatte, mithin ab wann er berechtigt war, Strafantrag einzureichen. In diesem Punkt ist auf die Beschwerde (unter Vorbehalt nachfolgender Ausführungen) einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe gestützt auf die Codenamen der Beschwerdegegner "D.________" und "E.________" nicht gewusst, wer Täter im Sinne von <span class="artref">Art. 31 StGB</span> sei. Bei diesen Codenamen handle es sich nicht um eine Identifikation. Auch die physische Wahrnehmung der Personen am Ort des Geschehens reiche nicht zur Identifikation aus, ansonsten bei jedem Antragsdelikt die Antragsfrist sofort zu laufen beginnen würde. Aus demselben Grund sei es keine Option, einen Strafantrag gegen Unbekannt einzureichen. Der Strafantrag vom 18. Mai 2021 sei rechtzeitig erfolgt. </div> <div class="para">Schliesslich habe er innert dreier Monate ab dem Ereignis Strafantrag gestellt. Es genüge, wenn der konkrete Sachverhalt den Strafverfolgungsbehörden bekannt gemacht werde. Er habe bereits in der Befragung vom 3. März 2021 mündlich einen Strafantrag zu Protokoll gegeben und im Detail ausgeführt, wie sich die Anhaltung zugetragen habe. Zudem habe er mit Schreiben vom 4. März 2021 verlangt, dass die Staatsanwaltschaft nebst den Tatbeständen der Sachbeschädigung und Nötigung auch weitere in Frage kommende Delikte prüfe. Es könne nicht verlangt werden, dass er sämtliche möglichen Delikte im Strafantrag erwähne (Beschwerde S.3 f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Der angefochtenen Verfügung der Vorinstanz lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen am 10. Januar 2021, d.h. am Tag des Vorfalls selbst, von den Decknamen der betroffenen Polizisten "D.________" und "E.________" Kenntnis erhielt. Er habe weiter zu Protokoll gegeben, es sei "E.________" gewesen, der das Mobiltelefon an sich genommen habe. Der Beschwerdeführer habe am 4. März 2021 präzisiert, er reiche Strafantrag wegen Sachbeschädigung ein. Andere Delikte habe er nicht genannt. Die Strafbehörden dürften bei Antragsdelikten nur tätig werden, wenn ein entsprechender Strafantrag rechtsgültig gestellt worden sei (angefochtene Verfügung S. 7 f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.4.1.</b> Nach der Praxis des Bundesgerichts liegt ein gültiger Strafantrag im Sinne von <span class="artref">Art. 30 StGB</span> vor, wenn der Antragsberechtigte vor Ablauf einer Frist von drei Monaten, seit dem ihm der Täter bekannt geworden ist (<span class="artref">Art. 231 StGB</span>), bei der zuständigen Behörde seinen bedingungslosen Willen zur Strafverfolgung des Täters so erklärt, dass das Strafverfahren ohne weitere Willenserklärung weiterläuft. In der Regel bringt der Strafantragsteller einen bestimmten Sachverhalt zur Anzeige, während die rechtliche Würdigung der Handlung der Behörde obliegt. Jedenfalls muss die Umschreibung des Sachverhalts so detailliert über den Ablauf der Tatsachen Auskunft geben, auf welche sie sich bezieht, dass die Strafverfolgungsbehörde weiss, für welchen Sachverhalt der Berechtigte Strafantrag stellt. Nennt der Antragsteller den Straftatbestand, der seines Erachtens erfüllt worden ist, so ist die Behörde an diese Qualifikation nicht gebunden. Das schliesst aber nicht aus, dass der Verletzte einen Sachverhalt nur teilweise zur Verfolgung stellt, indem er den Strafantrag in tatsächlicher Hinsicht beschränkt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=30.06.2023&amp;to_date=19.07.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-IV-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page97">BGE 131 IV 97</a> E. 3.1; Urteil 6B_942/2017 vom 5. März 2018 E. 1.1; je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Die dreimonatige Strafantragsfrist gemäss <span class="artref">Art. 31 StGB</span> wird mit Kenntnis der Person des Täters ausgelöst. Sie beginnt am darauf folgenden Tag um 00.00 Uhr und endet um 24.00 Uhr an jenem Tag des dritten Monats, der durch seine Zahl dem Tag entspricht, an dem die Frist ausgelöst wurde (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=30.06.2023&amp;to_date=19.07.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-IV-161%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page161">BGE 144 IV 161</a> E. 2 mit Hinweisen). Der Strafantrag ist bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder der Übertretungsstrafbehörde schriftlich oder mündlich zu Protokoll zu geben (<span class="artref">Art. 304 StPO</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.4.2.</b> Gemäss Art. 24 Abs. 1 PolG/VS weisen sich die Polizeibeamten bei ihrer Intervention aus (lit. a) durch das Tragen der Polizeiuniform oder (lit. b) durch das Vorzeigen des Polizeiausweises, wenn sie Zivilkleidung tragen. Wer durch das polizeiliche Einschreiten direkt betroffen ist, ist berechtigt, vom Polizeibeamten zu verlangen, dass er sich identifiziert; dieser gibt dazu seine Matrikelnummer bekannt (Abs. 2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.5.</b> Der Beschwerdeführer substantiiert nicht, inwieweit die Vorinstanz kantonales Recht willkürlich anwendet, indem sie davon ausgeht, die ausschliessliche Bekanntgabe des Codenamens der Polizisten sei zulässig. Auch eine Bundesrechtsverletzung lässt sich nicht erkennen. Indem der Beschwerdeführer die Codenamen der an der Anhaltung beteiligten Polizisten kannte und dem einen eindeutig die von ihm zur Anzeige gebrachte Handlung (Wegnahme und Beschädigung des Mobiltelefons) zuordnen konnte, war ihm die Täterschaft hinreichend bekannt, um Strafantrag zu stellen (vgl. zur Individualisierung der beschuldigten Person <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=30.06.2023&amp;to_date=19.07.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-IV-9%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page9">BGE 149 IV 9</a> E. 6.4, der gestattet, eine Person ohne konkreten Namen zu bezeichnen, soweit eine Individualisierung unzweideutig möglich ist, z.B. mittels Signalement und DNA-Profil). </div> <div class="para">Nicht stichhaltig ist das Argument, er habe am 3. und 4. März 2021 Strafantrag gestellt. Zwar war der Beschwerdeführer nicht gehalten, alle möglichen Straftatbestände aufzuführen. Indessen ergibt sich aus seiner Beschwerde nicht, dass er an besagten Daten Tatsachen behauptet hätte, die darauf schliessen lassen, dass ihm durch die kurzzeitige Wegnahme des Mobiltelefons (der Polizeiposten liegt gemäss angefochtener Verfügung S. 12 oberhalb des Bahnhofplatzes) ein erheblicher Nachteil im Sinne der Sachentziehung gemäss <span class="artref">Art. 141 StGB</span> entstanden wäre. Dabei macht der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht geltend, die Vorinstanz habe entsprechende Tatsachen willkürlich ausser Acht gelassen bzw. den Sachverhalt insoweit willkürlich unvollständig festgestellt. Im Übrigen ist bei einer Lektüre der vom Beschwerdeführer genannten Dokumente (Einvernahme vom 3. März 2021 und Schreiben vom 4. März 2021, kantonale Akten act. 2 ff. und act. 9) auch nicht ersichtlich, dass er in tatsächlicher Hinsicht über die Beschädigung des Mobiltelefons hinausgehende Nachteile genannt hätte (für welche er gültig Strafantrag wegen Sachbeschädigung nach <span class="artref">Art. 144 StGB</span> gestellt hat), welche zusätzlich einen Strafantrag wegen des Tatbestandes der Sachentziehung nahe gelegt hätten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Die Kosten des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht des Kantons Wallis, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 13. Juli 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Abrecht </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Hahn </div> </div></body></html>