<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00333</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204658&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00333</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.12.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilfe: Weigerung, sich an einem Beschäftigungsprogramm zu beteiligen<br/><br/>Veränderung des Streitgegenstands infolge inzwischen rückwirkend bescheinigter Arbeitsunfähigkeit (E. 1.2).<br/>Rechtsgrundlagen (E. 2).<br/>Nach Ablauf einer ersten Unterstützungsperiode meldete sich der Beschwerdeführer - auch nach schriftlicher Einladung der Sozialbehörde - nicht bei der Behörde. Ein allfälliger Anspruch auf Sozialhilfeleistungen kann daher erst für die Zeit ab seiner erneuten Vorsprache geltend gemacht werden (E. 3.1). Die im Ausland lebenden Familienangehörigen des Beschwerdeführers haben keinen Anspruch auf Sozialhilfeleistungen (E. 3.2).<br/>Das Sozialhilferecht will die Eigenverantwortung der hilfesuchenden Person fördern. Diese hat zur Minderung der Unterstützungsbedürftigkeit beizutragen, namentlich durch den Einsatz der eigenen Arbeitskraft (E. 4.2 am Anfang). Eine Weisung, sich an einem Beschäftigungsprogramm zu beteiligen, ist zulässig, insbesondere dann, wenn die damit verbundene Arbeit als zumutbar erscheint (E. 4.2.1-3). Als zulässige Sanktion gegen die Missachtung einer Weisung kommt neben einer Kürzung in besonderen Fällen einer beharrlichen Weigerung auch eine Leistungseinstellung in Frage.<br/>Charakteristik des Beschäftigungsprogramms (E. 4.4, 4.4.1). Der Beschwerdeführer hat sich kategorisch geweigert, am Beschäftigungsprogramm teilzunehmen, ohne überhaupt in Erfahrung zu bringen, welche Arbeit ihm angeboten würde. Diese besonderen Umstände lassen eine Leistungseinstellung als gerechtfertigt erscheinen (E. 4.3.1-2, 4.4.3-4).<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSFÃHIGKEIT">ARBEITSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSUNFÃHIGKEIT">ARBEITSUNFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESCHÃFTIGUNGSPROGRAMM">BESCHÃFTIGUNGSPROGRAMM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSTELLUNG">EINSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KÃRZUNG">KÃRZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSEINSTELLUNG">LEISTUNGSEINSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSKÃRZUNG">LEISTUNGSKÃRZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTHILFE">SELBSTHILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SKOS-RICHTLINIEN">SKOS-RICHTLINIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEISUNG">WEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 12 BV</span><br/><span class="gerade">§ 3 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 21 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 24 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 23 SHV</span><br/><span class="ungerade">§ 24 SHV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2004 Nr. 54 S. 112</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>A, geboren 1948 in Aegypten, Ã¶sterreichischer StaatsangehÃ¶riger, reiste 1979 erstmals in die Schweiz ein und verfÃ¼gt hier Ã¼ber die Niederlassungsbewilligung C. Nach der Scheidung von seiner Schweizer Ehefrau im Jahr 1999 verheiratete er sich in Aegypten nach muslimischen Bestimmungen gemÃ¤ss Ehevertrag vom 7. Februar 2002 mit einer 1978 geborenen marokkanischen StaatsangehÃ¶rigen. Aus dieser Beziehung stammt der Sohn B, geboren im Jahr 2002. Kind und Ehefrau leben in Aegypten.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Auf 1. MÃ¤rz 2003 zog A von Y nach X (Kanton ZÃ¼rich). Er wohnt bei seiner von ihm geschiedenen ersten Frau. Auf sein Gesuch vom 27. Mai 2003 hin beschloss die SozialbehÃ¶rde X am 5. Juni 2003, A ab Juni 2003 auf Basis eines Zweipersonenhaushalts mit ingesamt Fr. 1'710.- monatlich zu unterstÃ¼tzen. Die SozialbehÃ¶rde X befristete die UnterstÃ¼tzungsleistungen einstweilen bis Ende Oktober 2003, unterstÃ¼tzte A jedoch auch noch im November 2003. Am 20. November 2003 lud sie ihn zu einem GesprÃ¤ch Ã¼ber das weitere Vorgehen ein; dieser nahm den vorgesehenen Termin nicht wahr. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>C. </span></b><span>Ende Januar 2004 meldete sich A erneut beim Sozialamt der Gemeinde X und wies darauf hin, dass er sich oft im Ausland befinde. Die BehÃ¶rde bot ihm an, im gemeindeeigenen Arbeitsintegrationsprojekt Q einer TÃ¤tigkeit nachzugehen und damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, was A ausschlug. In der Folge lehnte es die SozialbehÃ¶rde X mit Beschluss vom 26. Februar 2004 ab, A finanzielle UnterstÃ¼tzung zu gewÃ¤hren.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen legte A am 21. MÃ¤rz 2004 beim Bezirksrat X Rekurs ein. Er wies auf seine "extreme Notlage" hin und darauf, dass er auf UnterstÃ¼tzung angewiesen sei und sich um Arbeit bemÃ¼he, und entsprechend verlangte er die GewÃ¤hrung wirtschaftlicher Hilfe. Die SozialbehÃ¶rde X beantragte Abweisung des Rekurses. Mit Beschluss vom 25. Mai 2004 wies der Bezirksrat X den Rekurs ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen legte A am 13. August 2004 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich ein und beantragte, es seien ihm alle ausstehenden Sozialhilfen zu gewÃ¤hren. Der Bezirksrat liess sich am 6. September 2004 vernehmen und beantragen, es sei die Beschwerde abzuweisen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden sei. Die Gemeinde X verlangte ebenfalls, es sei die Beschwerde abzuweisen.</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig. Die Berechtigung des BeschwerdefÃ¼hrers zur Beschwerde ergibt sich aus seiner direkten Betroffenheit durch den angefochtenen Beschluss (§ 70 in Verbindung mit § 21 lit. a VRG; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 21 ff.). Da auch die Ã¼brigen Voraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf das Rechtsmittel einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Ende Mai/Anfang Juni 2004 beantragte der BeschwerdefÃ¼hrer erneut Sozialhilfe bei der Gemeinde X. GestÃ¼tzt auf ein Arztzeugnis, wonach er seit 16. MÃ¤rz 2004 zu 100 % arbeitsunfÃ¤hig sei, gewÃ¤hrte ihm die SozialbehÃ¶rde X rÃ¼ckwirkend ab 16. MÃ¤rz 2004 finanzielle Hilfe von Fr. 1'693.30 und ab Juli 2004 von Fr. 1'636.30. Zudem Ã¼bernahm sie ab Januar 2004 die Bezahlung der KrankenkassenprÃ¤mien. Einen dagegen von A erhobenen Rekurs wies der Bezirksrat X mit Entscheid vom 1. September 2004 ab. Diese UmstÃ¤nde bilden nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Indessen wirken sie sich insofern auf den Streitgegenstand aus, als sich nur noch die Frage stellt, ob A ab Ende Januar 2004, allenfalls ab November 2003, bis 15. MÃ¤rz 2004 Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe hatte. Der Streitwert liegt damit weit unter Fr. 20'000.-, weshalb der Einzelrichter zum Entscheid berufen ist. Fragen von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung stellen sich vorliegend nicht (§ 38 Abs. 2 und 3 VRG). </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Nach § 3 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) soll die DurchfÃ¼hrung der Hilfe [an Personen, die sich in einer Notlage befinden] in Zusammenarbeit mit dem Hilfesuchenden erfolgen und ist die Selbsthilfe zu fÃ¶rdern. Wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, hat Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe (§ 14 SHG, § 16 Abs. 1 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981, SHV). Zu den eigenen Mitteln gehÃ¶ren unter anderen alle EinkÃ¼nfte und das VermÃ¶gen des Hilfesuchenden sowie seines nicht von ihm getrennt lebenden Ehegatten (§ 16 Abs. 2 SHV). Die wirtschaftliche Hilfe trÃ¤gt den persÃ¶nlichen und Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen Rechnung. Sie wird so bemessen, dass sie das soziale Existenzminimum des Hilfesuchenden gewÃ¤hrleistet. Grundlage fÃ¼r ihre Bemessung bilden die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien). Vorbehalten bleiben begrÃ¼ndete Abweichungen im Einzelfall (§ 17 SHV). § 21 SHG erlaubt es, die wirtschaftliche Hilfe mit Auflagen und Weisungen zu verbinden, die geeignet sind, die Lage des HilfeempfÃ¤ngers und seiner AngehÃ¶rigen zu verbessern, insbesondere durch die Weisung, eine zumutbare Arbeit aufzunehmen (§ 23 lit. d SHV). Werden solche Weisungen nicht befolgt, kÃ¶nnen die Leistungen gekÃ¼rzt werden, sofern der HilfeempfÃ¤nger entsprechend schriftlich gewarnt worden ist (§ 24 SHG). Kap. A.5.2 der SKOS-Richtlinien zÃ¤hlt zu den Pflichten der unterstÃ¼tzten Personen die Minderung der UnterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftigkeit. Wer Sozialhilfe erhÃ¤lt, muss seinerseits alles in seiner Kraft stehende tun, um die Notlage zu lindern oder zu beheben.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Nach Art. 12 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) hat Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die fÃ¼r ein menschenwÃ¼rdiges Dasein unerlÃ¤sslich sind, wer in Not gerÃ¤t und nicht in der Lage ist, fÃ¼r sich zu sorgen. Mit dieser Formulierung verweist Art. 12 BV die Betroffenen zunÃ¤chst auf die eigenen MÃ¶glichkeiten und FÃ¤higkeiten. Der Rechtsanspruch ist somit grundsÃ¤tzlich erst gegeben, wenn die eigenen MÃ¶glichkeiten zur Selbsthilfe ausgeschÃ¶pft sind. Insbesondere ist vor allem die eigene Arbeitskraft zu verwerten, soweit deren Einsatz mit Blick auf die PersÃ¶nlichkeit der hilfesuchenden Person und ihre allfÃ¤lligen Familienpflichten subjektiv â im Blick auf die Ausbildung und die zur VerfÃ¼gung stehende Zeit â zumutbar ist. Eine Notlage ist erst gegeben, wenn aus eigenen KrÃ¤ften das "Existenzminimum", das heisst die menschlichen GrundbedÃ¼rfnisse der betroffenen Person und ihrer Familie, nicht mehr gedeckt werden kÃ¶nnen (Margrith Bigler-Eggenber­ger, BV-St. Galler Kommentar 2002, Art. 12 BV N. 13 ff.).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Vorerst stellt sich die Frage nach dem Umfang des Anspruchs des BeschwerdefÃ¼hrers. Dem BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤tte es obgelegen, sich bei der Beschwerdegegnerin von sich aus zu melden, nachdem die UnterstÃ¼tzungsleistungen bis Ende November 2003 befristet waren. Auf die Einladung der Beschwerdegegnerin zur Besprechung am 25. November 2003 reagierte er indessen nicht (vorn E. I/B). Einer Notiz auf der Einladung ist zu entnehmen, dass sich die Ex-Ehefrau "Mitte Dezember" 2003 gemeldet und erklÃ¤rt habe, sie habe die Post nicht an den BeschwerdefÃ¼hrer weitergeleitet, weshalb er den Termin vom 25. November 2003 nicht habe einhalten kÃ¶nnen. Sendungen dÃ¼rfen von der Post ausser dem Adressaten sÃ¤mtlichen im selben Wohn- oder GeschÃ¤ftsdomizil anzutreffenden Personen ausgehÃ¤ndigt werden, sofern die anordnende BehÃ¶rde oder der Adressat â wie vorliegend â keine gegenteilige Weisung erlassen hat. Mit der Zustellung an die zur Entgegennahme der Sendung berechtigte Person findet sich die Sendung im Machtbereich des Adressaten und gilt damit als zugestellt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 25 f.; Ziffer 2.3.5 der Allgemeinen GeschÃ¤ftsbedingungen "Postdienstleistungen" der Schweizerischen Post, Januar 2003). SpÃ¤testens ab Mitte Dezember 2003, nachdem sie sich bei der Beschwerdegegnerin gemeldet hatte, wusste aber die Ex-Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers, dass dieser sich bei der Beschwerdegegnerin hÃ¤tte melden mÃ¼ssen. Dies hÃ¤tte schon deswegen in seinem Interesse gelegen, weil die UnterstÃ¼tzungsleistungen im November 2003 ausliefen. Weshalb sich der BeschwerdefÃ¼hrer dennoch bis zum 25. Januar 2004 Zeit liess, um sich wieder bei der SozialbehÃ¶rde zu melden, legte er nicht dar. Dem Beschluss vom 26. Februar 2004 ist lediglich zu entnehmen, dass er sich seinen Angaben zufolge oft in Deutschland oder sonst im Ausland aufgehalten habe und dies auch weiterhin tun werde. Unter diesen UmstÃ¤nden darf davon ausgegangen werden, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bis zum 25. Januar 2004 auf UnterstÃ¼tzungsleistungen offenkundig nicht angewiesen war. Etwas anderes macht er jedenfalls nicht substantiiert geltend. Ein allfÃ¤lliger Anspruch kÃ¶nnte daher erst ab diesem Datum und nicht bereits ab November 2003 geltend gemacht werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Weiter ist darauf hinzuweisen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in Aegypten, wo seine Frau mit dem Kind lebt, und in Marokko Ã¼ber Wohngelegenheiten verfÃ¼gt, fÃ¼r die er Mietkosten geltend macht. Seine FamilienangehÃ¶rigen haben somit nicht denselben Wohnsitz wie er, weshalb sich nur die Frage stellt, ob der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r <i>seinen</i> Lebensunterhalt mit eigenen Mitteln hinreichend aufkommen kann (§ 14 SHG, § 16 Abs. 2 SHV; vorn E. 2.1).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Die Vorinstanz wies auf Art. 12 BV und darauf hin, dass die Sozialhilfe gegenÃ¼ber den MÃ¶glichkeiten der Selbsthilfe nur subsidiÃ¤ren Charakter habe. Der Grundsatz der Eigenfinanzierung des Lebensunterhalts gehe nach den einschlÃ¤gigen Bestimmungen von Bund und Kanton der Sozialhilfe vor. Damit sei vor dem Bezug von Sozialhilfe die eigene Arbeitskraft auszuschÃ¶pfen. Dies bedeute, dass SozialhilfebezÃ¼ger gehalten seien, eine zumutbare Arbeit anzunehmen. Die Beschwerdegegnerin habe dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Arbeit im Arbeitsintegrationsprojekt X im Umfang von 100 Stunden pro Monat mit einem Nettolohn von Fr. 1'790.- zugesichert, was dessen soziales Existenzminimum von Fr. 1'491.- Ã¼bersteige. Da kein Wahlrecht zwischen dem Einsatz der eigenen Arbeitskraft und dem Bezug von Sozialhilfe bestehe und eine zumutbare Arbeit rechtlich und tatsÃ¤chlich zugesichert gewesen sei, habe im betragsmÃ¤ssigen Umfang dieser konkreten ErwerbsmÃ¶glichkeit keine aktuelle Notlage bzw. kein UnterstÃ¼tzungsanspruch bestanden. Dem BeschwerdefÃ¼hrer sei daher ein Einkommen von Fr. 1'790.- anzurechnen, weshalb kein Anspruch auf Sozialhilfe bestehe.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer machte demgegenÃ¼ber geltend, die Ablehnung der GewÃ¤hrung der Sozialhilfe fÃ¼r die Monate Januar bis April 2004 grÃ¼nde auf der vermeintlichen Nichtannahme einer Arbeitsstelle. Er wies auf seine Ausbildung â Matura, Studium der angewandten Kunst â sowie auf seine berufliche TÃ¤tigkeit unter anderem als GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer einer Firma sowie auf seine angeschlagene Gesundheit hin und beantragte, ihm alle ausstehenden Sozialhilfen zu gewÃ¤hren. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerdegegnerin fÃ¼hrte aus, sie habe dem BeschwerdefÃ¼hrer angeboten, im gemeindeeigenen Arbeitsintegrationsprojekt einer TÃ¤tigkeit nachzugehen und damit seinen Lebensunterhalt selber zu verdienen. Diese MÃ¶glichkeit habe er aber an der Besprechung vom 25. Januar 2004 abgelehnt und sei nicht bereit gewesen, im Arbeitsprojekt vorstellig zu werden und zu prÃ¼fen, um welche Arbeit es gehe. Dabei erhielten die Teilnehmer fÃ¼r die Teilnahme am Projekt ein Entgelt, welches demjenigen nach den SKOS-Richtlinien ermittelten Betrag gleichkomme. Da der BeschwerdefÃ¼hrer eine zumutbare Arbeit, mit der er seinen Lebensunterhalt selber hÃ¤tte verdienen kÃ¶nnen, ausgeschlagen habe, habe sie sich nicht veranlasst gesehen, ihm Sozialhilfegelder auszuzahlen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>§ 17 SHV verweist auf die SKOS-Richtlinien als Grundlage der Bemessung der wirtschaftlichen Hilfe. Die Richtlinien halten unter anderem als Grundsatz fest, die immaterielle und materielle Hilfe sei so auszugestalten, dass die Teilnahme und Teilhabe der Betroffenen am Sozial- und Arbeitsleben und damit die Eigenverantwortung und die Hilfe zur Selbsthilfe gefÃ¶rdert wÃ¼rden (Kap. A.2-1). Ãhnlich ist § 3 Abs. 2 SHG zu verstehen, wonach die Hilfesuchenden aktiv handelnd in die HilfstÃ¤tigkeit einbezogen werden sollen und deren MÃ¶glichkeiten zur Selbsthilfe zu fÃ¶rdern sind (Antrag des Regierungsrates vom 13. Juni 1979, ABl 1979 1137, 1157). GemÃ¤ss den SKOS-Richtlinien stellt die Sozialhilfe kompensierende Angebote zum sich verengenden Arbeitsmarkt bereit, um wirtschaftlichen und sozialen Ausschlussprozessen zu begegnen. Dazu entwickle sie Integrationsprogramme, die auf dem Prinzip von Leistung und Gegenleistung basierten, und fÃ¶rdere Anreize, um aus der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit herauszukommen (Kap. A.3-2). Der HilfsbedÃ¼rftige habe insbesondere kein Wahlrecht zwischen vorrangigen Hilfsquellen, wozu namentlich der Einsatz der eigenen Arbeitskraft gehÃ¶re, und der Sozialhilfe (Kap. A.4-1). Zugleich seien die Programme Ausdruck der dem HilfsbedÃ¼rftigen obliegenden Verpflichtung zur Minderung seiner UnterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftigkeit, wonach er alles in seiner Kraft Stehende unternehmen mÃ¼sse, um seine Notlage zu lindern oder zu beheben (Kap. A.5-3). Solche Auflagen erwiesen sich lediglich als Konkretisierung des SubsidiaritÃ¤tsprinzips und seien somit zumutbar (Kap. A.4-2). Als Massnahmen zur sozialen und beruflichen Integration gÃ¤lten neben beruflichen Qualifizierungsmassnahmen namentlich auch BeschÃ¤ftigungsprogramme und Freiwilligenarbeit (Kap. D.3-1). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>In der Lehre wird die Tendenz der Sozialhilfe, die Ausrichtung finanzieller Leistungen von Gegenleistungen abhÃ¤ngig zu machen, teilweise kritisch beurteilt. So soll "nach richtiger Auffassung" Ã¼ber den Kerngehalt des Grundrechts auf Hilfe in Notlagen (Art. 12 BV) der Anspruch auf die minimal notwendigen Mittel zur Bestreitung einer menschenwÃ¼rdigen Existenz auch SozialhilfeempfÃ¤ngerinnen und -empfÃ¤ngern zustehen, die eine aus objektiver Sicht zumutbare ErwerbstÃ¤tigkeit aus subjektiven GrÃ¼nden ablehnten (Kurt PÃ¤rli, Verfassungsrechtliche Aspekte neuer Modelle in der Sozialhilfe, AJP 2004, S. 45, 53 Ziffer 5; Ã¤hnlich Zeitschrift fÃ¼r Sozialhilfe [ZeSo] 2003, S. 83 f., S. 98). Diese Ansicht Ã¼bersieht jedoch, dass, wer aus eigener Kraft faktisch und rechtlich in der Lage ist, sich die fÃ¼r seine Existenz erforderlichen Mittel aktuell zu verschaffen, nicht in jener Notsituation steht, auf die das Grundrecht der Existenzsicherung zugeschnitten ist (JÃ¶rg Paul MÃ¼ller, Grundrechte in der Schweiz, 3. A., Bern 1999, S. 179 f.). </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.2.1 </span></b><span>Wie dargelegt, besteht ein Anspruch auf Sozialhilfe erst dann, wenn der oder die Betroffene fÃ¼r den Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (§ 14 SHG, § 16 Abs. 1 und 2 SHV; vorn E. 2.1). Zu den zulÃ¤ssigen Weisungen nach § 21 SHG gehÃ¶rt nebst anderen diejenige an den HilfeempfÃ¤nger, sich eine Erwerbsarbeit zu suchen oder sich mindestens darum zu bemÃ¼hen, um EinkÃ¼nfte (eigene Mittel) zu erzielen (§ 23 lit. d SHV; vorn E. 2.1; Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhand­buch, herausgegeben von der Abteilung Ãffentliche Sozialhilfe des Sozialamts des Kantons ZÃ¼rich, Januar 2004, Ziffer 2.1.3/S. 1; Entscheide des Verwaltungsgerichts vom 10. Juni 2004, VB.2004.00125 E. 2.2, 18. Mai 2004, VB.2004.00143 E. 5.2.1, 2. April 2004, VB.2004.00020 E.2.1, www.vgrzh.ch). Im vorliegenden Zusammenhang fragt sich, ob auch die Weisung, an einem Arbeitsintegrationsprogramm teilzunehmen, zulÃ¤ssig ist. Das ist zu bejahen und ergibt sich schon aus dem Wortlaut von § 23 lit. d SHV, wonach neben der Weisung Ã¼ber die Aufnahme einer zumutbaren Arbeit "Ã¤hnliche Verhaltensmassregeln, die nach den UmstÃ¤nden angebracht erscheinen", erteilt werden dÃ¼rfen, sofern sie geeignet sind, die Lage des HilfeempfÃ¤ngers und allfÃ¤lliger AngehÃ¶riger zu verbessern (§ 21 SHG), was vorliegend der Fall gewesen wÃ¤re. Zudem setzen die SKOS-Richtlinien (Kap. C.3-1) die Teilnahme an BeschÃ¤ftigungs- und Integrationsprogrammen sinngemÃ¤ss der ErwerbstÃ¤tigkeit gleich (vgl. dazu SKOS-Richtlinien, Kap. A.4-1+2, A.5-3, D.3-1, vorn E. 4.2). </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.2.2 </span></b><span>Die Weisung, an einem Arbeitsintegrationsprogramm teilzunehmen, muss insbesondere dann als zulÃ¤ssig erachtet werden, wenn es sich dabei um eine zumutbare Arbeit handelt und der Betroffene dafÃ¼r entschÃ¤digt wird oder sich seine Lage durch die Teilnahme (beispielsweise durch Erwerb neuer FÃ¤higkeiten im Hinblick auf spÃ¤tere Arbeitssuche) verbessern kann (§ 21 SHG, § 23 lit. d SHV). Die Zumutbarkeit einer ErwerbstÃ¤tigkeit ist gemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nach der arbeitslosenversicherungsrechtlichen Umschreibung vorzunehmen (Art. 16 Abs. 2 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes vom 25. Juni 1982). Danach muss eine Arbeit den berufs- und ortsÃ¼blichen Bedingungen entsprechen, angemessen RÃ¼cksicht auf die FÃ¤higkeiten und bisherigen TÃ¤tigkeiten der unterstÃ¼tzten Person nehmen und ihren persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnissen und dem Gesundheitszustand angemessen sein. Ein Arbeitsangebot kann das FÃ¤higkeits- und Fertigkeitsniveau der betroffenen Person auch unterschreiten; diese darf bloss nicht Ã¼berfordert werden (BGE 130 I 71 E. 5.3; BGr, 6. November 2003, 2P.275/2003, E. 5.1+2, www.bger.ch).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.2.3 </span></b><span>Im Urteil vom 14. Januar 2004 stÃ¼tzte das Bundesgericht die Auffassung des Obergerichts Schaffhausen, das die Ausrichtung materieller Hilfe von der Teilnahme des Betroffenen an BeschÃ¤ftigungs- und Integrationsmassnahmen (Taglohnprogramm) abhÃ¤ngig gemacht hatte, soweit es sich dabei um eine zumutbare Arbeit handle (was ebenfalls bejaht wurde; BGE 130 I 71 E. 5.3+4). Diesem Entscheid lag das Sozialhilfegesetz des Kantons Schaffhausen zugrunde, welches in Art. 24 Abs. 1 lit. d vorsieht, dass UnterstÃ¼tzungsleistungen unter anderem mit Auflagen und Weisungen verbunden werden kÃ¶nnen, die geeignet sind, die Lage der unterstÃ¼tzten Person und ihrer AngehÃ¶rigen zu verbessern, wie insbesondere Bestimmungen Ã¼ber die Aufnahme einer zumutbaren Arbeit (BGE 130 I 71 E. 5.2). Dieser Regelung entspricht § 21 SHG. Demnach darf die Ausrichtung materieller Hilfe von der Teilnahme an Integrations- und BeschÃ¤ftigungsprogrammen abhÃ¤ngig gemacht werden und sind die damit erzielten EinkÃ¼nfte als eigene Mittel im Sinne von § 14 SHG und § 16 Abs. 2 SHV anzurechnen, was je nach deren HÃ¶he dazu fÃ¼hren kann, dass ein Anspruch auf materielle Hilfe nicht (mehr) besteht.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.2.4 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer hatte noch im FrÃ¼hjahr 2003 BÃ¼rorÃ¤umlichkeiten gemietet, ohne dass er jedoch Einnahmen oder Ã¼berhaupt eine GeschÃ¤ftstÃ¤tigkeit hÃ¤tte nachweisen kÃ¶nnen, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht die Kosten fÃ¼r BÃ¼romiete und Archiv nicht berÃ¼cksichtigte. Seit Mitte 2003 hat er kein nennenswertes Einkommen mehr erzielt. Im November 2003 lief die von der Beschwerdegegnerin gewÃ¤hrte UnterstÃ¼tzung aus. Um die Jahreswende, insbesondere auch im Januar und Februar 2004, hielt er sich verschiedentlich im Ausland auf. Im Zeitpunkt des GesprÃ¤chs vom 25. Januar 2004 bezog der BeschwerdefÃ¼hrer keine UnterstÃ¼tzungsleistungen mehr. Die Beschwerdegegnerin hatte daher von Neuem zu beurteilen, ob ein Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe Ã¼berhaupt bestand.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin dem BeschwerdefÃ¼hrer angeboten hatte, im Arbeitsintegrationsprojekt Q einen Einsatz zu leisten und ihm dafÃ¼r eine Kostengutsprache fÃ¼r 100 Stunden pro Monat (entsprechend Fr. 1'790.-) in Aussicht gestellt hatte. Dieses Einkommen hÃ¤tte seinen Bedarf gedeckt. Die Beschwerdegegnerin hielt ihr Angebot auch im Rekursverfahren aufrecht. Dennoch war der BeschwerdefÃ¼hrer nicht bereit, im Arbeitsprojekt Ã¼berhaupt vorstellig zu werden und zu prÃ¼fen, um welche Arbeit es gehe. Fraglich ist, ob diese Verweigerungshaltung die Verneinung eines Anspruchs auf Hilfeleistungen rechtfertigt.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.3.1 </span></b><span>Nach § 24 Abs. 1 SHG kÃ¶nnen die Leistungen unter anderem gekÃ¼rzt werden, wenn der Hilfesuchende Auflagen und Weisungen missachtet und er zudem auf die MÃ¶glichkeit einer LeistungskÃ¼rzung schriftlich hingewiesen worden ist. Auch § 24 SHV spricht lediglich von einer LeistungskÃ¼rzung, wenn Anordnungen nicht befolgt werden. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.3.2 </span></b><span>Aus § 24 SHG und § 24 SHV kann jedoch nicht abgeleitet werden, die wirtschaftliche Hilfe dÃ¼rfe bei der Missachtung von Anordnungen lediglich gekÃ¼rzt, das heisst, unter keinen UmstÃ¤nden vollstÃ¤ndig eingestellt werden. Geht es um die Missachtung von Anordnungen, die geeignet sind, die Lage des HilfeempfÃ¤ngers zu verbessern, ist eine vollstÃ¤ndige Einstellung der Leistungen allenfalls zulÃ¤ssig, wenn sich der HilfeempfÃ¤nger beharrlich weigert, eine ihm zumutbare Arbeitsstelle zu suchen und anzutreten oder an einem Integrations- und BeschÃ¤ftigungsprogramm â unter den beschriebenen Voraussetzungen â teilzunehmen (vorn E. 4.2.1+2). In solchen FÃ¤llen ist darauf zu schliessen, es liege keine Notlage im Sinne von § 14 SHG, jedenfalls keine Notlage im Sinne von Art. 12 BV vor, ist doch in einem derartigen Verhalten ein ungerechtfertigter Verzicht auf erzielbare eigene Mittel zur Deckung des Lebensunterhalts zu sehen (§ 14 SHG, § 16 Abs. 2 SHV). Art. 12 BV garantiert zwar in einer Notlage den Anspruch auf die Mittel, die fÃ¼r ein menschenwÃ¼rdiges Dasein unerlÃ¤sslich sind, jedoch auch nur unter der Bedingung, dass der oder die Betroffene nicht in der Lage ist, fÃ¼r sich selber zu sorgen (vorn E. 2.2). Wer demnach aus eigener Kraft faktisch und rechtlich in der Lage ist, sich die fÃ¼r seine Existenz erforderlichen Mittel aktuell zu verschaffen, befindet sich nicht in jener Notsituation, auf die das Grundrecht der Existenzsicherung zugeschnitten ist (MÃ¼ller, S. 179 f.; BGr, 4. MÃ¤rz 2003, 2P.147/2002, E. 3.3-5, www.bger.ch). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verliert seinen Anspruch auf Sozialhilfe als auch denjenigen auf Nothilfe nach Art. 12 BV, wer eine zumutbare Arbeit ablehnt und sich damit weigert, fÃ¼r sich zu sorgen und seine Notlage abzuwenden (BGr, 6. November 2003, 2P.275/2003, E. 5/1+2, www.bger.ch). Verfassungsrechtlich erweist sich die vollstÃ¤ndige Einstellung von UnterstÃ¼tzungsleistungen nach § 24 SHG und § 24 SHV insofern als unbedenklich, als es die betroffene Person selber in der Hand hat, die (Wieder-)Aufnahme der Sozialhilfe durch ein kooperatives Verhalten herbeizufÃ¼hren.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b><span>Das Arbeitsintegrationsprogramm Q besteht darin, ausgesteuerte und fÃ¼rsorgeabhÃ¤ngige Personen durch soziale, gesellschaftliche und berufliche Integration in die finanzielle SelbstÃ¤ndigkeit zurÃ¼ckzufÃ¼hren. Die vermittelten Arbeiten bestehen in Einzel- oder GruppeneinsÃ¤tzen in gemeinnÃ¼tzigen Institutionen, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und bei privaten Arbeitgebern. Es handelt sich unter anderem um stunden- und tageweise EinsÃ¤tze, einzeln oder in Gruppen, im und um das Haus, im Betrieb oder im BÃ¼ro, sowie um TemporÃ¤reinsÃ¤tze zum Abbau von Ãberstunden, FerienablÃ¶sungen, AblÃ¶sungen im Krankheitsfall und bei KapazitÃ¤tsengpÃ¤ssen, wobei die Leitung des Arbeitsintegrationsprojekts Q mit den Ã¶rtlichen Betrieben zusammenarbeitet. Die LÃ¶hne der Teilnehmenden sind durch die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde des Wohnortes anstelle von FÃ¼rsorgeleistungen zu Ã¼bernehmen. Berufliche Kenntnisse werden bei den Betroffenen nicht vorausgesetzt, hingegen der Wille zur Arbeit, Deutschkenntnisse, Interesse an sozialer und beruflicher Integration und Offenheit fÃ¼r persÃ¶nliche VerÃ¤nderungen. Der Beratung kommt dabei grosser Raum zu, werden unter anderem doch Standortbestimmungen vorgenommen, Zielvereinbarungen geschlossen, die Fortschritte Ã¼berprÃ¼ft und individuelle UnterstÃ¼tzung in Bewerbungsverfahren gewÃ¤hrt.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.4.1 </span></b><span>Die Beschwerdegegnerin ging offenkundig davon aus, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Arbeit im gemeindeeigenen Projekt Q zumutbar wÃ¤re, und stellte ihm fÃ¼r einen Einsatz von 100 Stunden eine Kostengutsprache von Fr. 1'790.- in Aussicht (vorn E. 4.3). HÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer am Arbeitsintegrationsprogramm teilgenommen, hÃ¤tte eine Notlage nicht bestanden. Nach Angaben der Beschwerdegegnerin geht es im Projekt Q unter anderem darum, die Teilnehmenden je nach Problemlage langsam wieder in eine regelmÃ¤ssige Arbeit einzufÃ¼hren und ihnen eine Struktur im Alltag zu vermitteln. Im Arbeitsintegrationsprojekt wÃ¼rden oft Probleme erkannt, die dann in Zusammenarbeit mit dem Sozialsekretariat angegangen werden kÃ¶nnten. FÃ¼r die Teilnahme am Projekt erhielten die Teilnehmenden ein Entgelt, das demjenigen nach den SKOS-Richtlinien ermittelten Betrag gleichkomme. Es ist daher davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nicht erst fÃ¼r eine tatsÃ¤chlich ausgeÃ¼bte ErwerbstÃ¤tigkeit, sondern bereits fÃ¼r die Teilnahme am Projekt Q â insbesondere fÃ¼r die Bereitschaft, seine FÃ¤higkeiten abklÃ¤ren und sich fÃ¼r eine Arbeit vermitteln zu lassen â ein Entgelt erhalten hÃ¤tte. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.4.2 </span></b><span>Nach § 24 SHG kÃ¶nnen, wie erwÃ¤hnt, Leistungen gekÃ¼rzt oder vollstÃ¤ndig eingestellt werden, wenn der Hilfesuchende Anordnungen der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde nicht befolgt und er − zweckmÃ¤ssigerweise gleichzeitig mit der Anordnung − schriftlich auf die MÃ¶glichkeit der LeistungskÃ¼rzung hingewiesen worden ist. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.4.3 </span></b><span>Vorliegend hatte es der BeschwerdefÃ¼hrer "kategorisch" abgelehnt, im Projekt Q mitzuarbeiten. Er hielt den dabei erzielten Lohn fÃ¼r zu gering, weil er seine im Ausland lebende Familie auch noch ernÃ¤hren mÃ¼sse (was nicht zu berÃ¼cksichtigen ist, vorn E. 3.2). Ausserdem wolle er sich im Ausland zum Chauffeur oder in der Reisebranche weiterbilden . Sein Vorbringen in der Beschwerdeschrift, dass er eine Arbeitsstelle "vermeintlich" nicht angenommen habe, geht schon insofern fehl, als er mangels Teilnahme am Projekt Q nicht einmal wusste, welche Arbeit fÃ¼r ihn vorgesehen war. Dasselbe gilt fÃ¼r die Hinweise auf seine akademische Ausbildung, sofern diese belegen sollen, dass die fÃ¼r ihn vorgesehene Arbeit unzumutbar gewesen wÃ¤re. Man kommt nicht umhin, festzustellen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer sich beharrlich weigerte, die ihm angebotene Gelegenheit zur Teilnahme am Projekt Q zu benutzen, obwohl er noch im Rekursverfahren geltend gemacht hatte, er bemÃ¼he sich um Arbeit. Dabei ist zu berÃ¼cksichtigen, dass die Chancen des BeschwerdefÃ¼hrers, im Alter von 56 Jahren auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden, realistischerweise als gering eingeschÃ¤tzt werden mÃ¼ssen. Dennoch war er offenkundig nicht dazu zu bewegen, im Projekt Q mitzumachen und offenbarte damit ein geringes Interesse, auf diese Weise an seiner Notlage etwas zu Ã¤ndern. Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass ihm eine unzumutbare Arbeit zugeteilt worden wÃ¤re, bestehen nicht. Wenn die Beschwerdegegnerin unter diesen UmstÃ¤nden dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht noch schriftlich die Weisung erteilte, am Projekt Q teilzunehmen, und ihn androhungsgemÃ¤ss auf die MÃ¶glichkeit der vollstÃ¤ndigen Einstellung der UnterstÃ¼tzungsleistungen hinwies, erscheint dieses Vorgehen im vorliegenden Fall noch als vertretbar. Die Beschwerdegegnerin ging offenbar davon aus, eine solche Anordnung sei angesichts der kundgegebenen "kategorischen" Weigerung des BeschwerdefÃ¼hrers und auch deswegen, weil er sich oft â zu welchem Zweck und mit welchen Mitteln auch immer â im Ausland aufhielt (vorn E. 3.1), nutzlos. Womit der BeschwerdefÃ¼hrer seine Auslandaufenthalte finanzierte, geht aufgrund der Akten nicht hervor und wird von ihm nicht dargelegt. Insofern wÃ¤re ihm auch eine Verletzung der Mitwirkungspflicht an der AbklÃ¤rung der massgebenden VerhÃ¤ltnisse vorzuwerfen (§ 18 SHG). Es hÃ¤tte zudem dem BeschwerdefÃ¼hrer nach dem GesprÃ¤ch Ende Januar 2004 bis zum Erlass der VerfÃ¼gung vom 26. Februar 2004 offen gestanden, doch noch den Tatbeweis zu erbringen und beim Projekt Q vorzusprechen. Er zeigte aber nicht einmal die Bereitschaft, sich dafÃ¼r zu interessieren, welche Arbeit fÃ¼r ihn vorgesehen gewesen wÃ¤re.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.4.4 </span></b><span>Dabei kann die inzwischen eingetretene Entwicklung nicht ausser Acht gelassen werden. Wie dargelegt, wurde der BeschwerdefÃ¼hrer ab 16. MÃ¤rz 2004 krank und arbeitsunfÃ¤hig geschrieben (vorn E. 1.2). Er wird seither von der Beschwerdegegnerin unterstÃ¼tzt. Die Weisung, sich eine zumutbare Arbeit zu suchen oder eine solche anzunehmen (im Projekt Q), lÃ¤sst sich rÃ¼ckwirkend nicht mehr realisieren. Immerhin wÃ¤re der BeschwerdefÃ¼hrer aber â mindestens bis 15. MÃ¤rz 2004 â in der Lage gewesen, einer ErwerbstÃ¤tigkeit im Projekt Q nachzugehen und seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Insofern liegt fÃ¼r diese Zeit tatsÃ¤chlich keine Notlage vor, was das Vorgehen der Vorinstanz rechtfertigt. Diese hier besonderen UmstÃ¤nde lassen sich indessen nicht auf den Regelfall Ã¼bertragen, wonach die Weisung zur Aufnahme einer zumutbaren Arbeit oder zur Teilnahme an einem Arbeitsintegrationsprogramm und fÃ¼r den Fall der Nichtbefolgung die Androhung einer LeistungskÃ¼rzung oder vollstÃ¤ndigen Einstellung schriftlich zu erlassen ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Verfahrens dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine EntschÃ¤digung wurde nicht verlangt und wÃ¤re auch nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). In FÃ¤llen der Sozialhilfe ist den oft engen finanziellen VerhÃ¤ltnissen der verfahrensbeteiligten Privaten nach der Praxis des Verwaltungsgerichts mit Ansetzung einer reduzierten GerichtsgebÃ¼hr Rechnung zu tragen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 10).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 300.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 360.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>