<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2006 23 S.106</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">106</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>23</b></span> <span class="ft1"><b>Geschäftsverlust. Verlustverrechnung (§ 24 lit. b Ziff. 3; § 53 Abs. 1 und 2</b></span><br/> <span class="ft1"><b>aStG).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Der Verlust, den der Veräusserer bei der Übertragung des Landwirt-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>schaftsbetriebs an den Sohn zum landwirtschaftlichen Ertragswert</b></span><br/> <span class="ft1"><b>erleidet, muss steuerlich anerkannt werden, vorausgesetzt, dass er</b></span><br/> <span class="ft1"><b>sich aus der Buchhaltung oder vergleichbaren Aufzeichnungen ergibt</b></span><br/> <span class="ft1"><b>und dass der Erwerber den Kaufpreis als Eröffnungsbuchwert</b></span><br/> <span class="ft1"><b>einsetzt (Erw. 2).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Der Veräusserer kann den Verlust, sofern dieser nicht in eine Bemes-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>sungslücke fällt, mit anderem Einkommen verrechnen (Erw. 1.1, 3).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 31. August 2006 in</span><br/> <span class="ft4">Sachen J.V. gegen Steuerrekursgericht. Publikation in StE 2007 vorgesehen.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">Der Steuerpflichtige verkaufte dem Sohn seinen Landwirt-</span><br/> <span class="ft6">schaftsbetrieb. Der Kaufpreis betrug Fr. x, entsprechend dem land-</span><br/> <span class="ft6">wirtschaftlichen Ertragswert, und wurde, mit Ausnahme der über-</span><br/> <span class="ft6">nommenen geringfügigen Grundpfandschulden, als verzinsliches</span><br/> <span class="ft6">Darlehen stehen gelassen. Der Steuerpflichtige machte in der Folge</span><br/> <span class="ft6">geltend, er habe einen Verlust erlitten, da der Buch- bzw. der steuer-</span><br/> <span class="ft6">lich massgebliche Restanlagewert des veräusserten Geschäftsvermö-</span><br/> <span class="ft6">gens höher gewesen sei als der erzielte Erlös, und verlangte die steu-</span><br/> <span class="ft6">erliche Anerkennung des Verlustes.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">1./1.1. Das Einkommen wird nach dem Durchschnitt der zwei</span><br/> <span class="ft6">Bemessungsjahre festgesetzt. Verlustüberschüsse im einen Jahr kön-</span><br/> <span class="ft6">nen vom Einkommen des anderen Jahres abgezogen werden (§ 53</span><br/> <span class="ft6">Abs. 1 und 2 aStG; sog. innerperiodische Verlustverrechnung). Die</span><br/> <span class="ft6">Verlustverrechnung ist nicht auf eine bestimmte Einkommensquelle -</span><br/> <span class="ft6">der die Gewinnungskosten (Abzüge) sachlich zugeordnet werden</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">107</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">können - beschränkt. Vielmehr müssen Verluste, die bei einer Ein-</span><br/> <span class="ft6">kommensquelle entstanden sind, mit Überschüssen aus anderen Ein-</span><br/> <span class="ft6">kommensquellen verrechnet werden (AGVE 1970, S. 281; Bernhard</span><br/> <span class="ft6">Meier, in: Kommentar zum Aargauer Steuergesetz [Kommentar</span><br/> <span class="ft6">StG/AG], 1. Aufl., Muri/Bern 1991, § 53 aStG N 6). ... Zur Bestim-</span><br/> <span class="ft6">mung von § 24 lit. b Ziff. 3 aStG, wonach die Selbstständigerwer-</span><br/> <span class="ft6">benden die eingetretenen und verbuchten Geschäftsverluste vom</span><br/> <span class="ft6">Roheinkommen abziehen können, besteht ein innerer Zusammen-</span><br/> <span class="ft6">hang insofern, als Verluste, die nach § 24 lit. b Ziff. 3 aStG nicht ab-</span><br/> <span class="ft6">zugsfähig sind, für die Berechnung eines Verlustüberschusses (§ 53</span><br/> <span class="ft6">Abs. 2 aStG) ausser Betracht bleiben müssen.</span><br/> <span class="ft6">1.2. Auf den ersten Blick erscheint die Berücksichtigung des</span><br/> <span class="ft6">von den Beschwerdeführern behaupteten Liquidationsverlustes ge-</span><br/> <span class="ft6">stützt auf § 24 lit. b Ziff. 3 und § 53 Abs. 2 aStG zutreffend, zumal</span><br/> <span class="ft6">sie den wirtschaftlichen Gegebenheiten entspricht. Die entgegenste-</span><br/> <span class="ft6">henden, im Folgenden zu überprüfenden Argumente der Vorinstanzen</span><br/> <span class="ft6">beziehen sich teilweise auf die Abzugsfähigkeit des Liquidati-</span><br/> <span class="ft6">onsverlusts als solche (nachfolgend Erw. 2), teilweise auf dessen</span><br/> <span class="ft6">Verrechenbarkeit mit anderem (Erwerbs-)Einkommen (nachfolgend</span><br/> <span class="ft6">Erw. 3).</span><br/> <span class="ft6">2./2.1./2.1.1. Nach dem Wortlaut von § 24 lit. b Ziff. 3 aStG</span><br/> <span class="ft6">können nur die verbuchten Geschäftsverluste abgezogen werden, was</span><br/> <span class="ft6">bedeuten würde, dass selbstständigerwerbende Steuerpflichtige, die</span><br/> <span class="ft6">keine Buchhaltung führen, keine Verluste geltend machen können (so</span><br/> <span class="ft6">auch das KStA). Indessen ist durch die Rechtsprechung anerkannt,</span><br/> <span class="ft6">dass mit dieser Bestimmung der Normalfall des Selbstständigerwer-</span><br/> <span class="ft6">benden angesprochen ist, der eine Buchhaltung führt, ohne aber die</span><br/> <span class="ft6">Berücksichtigung von Verlusten bei Selbstständigerwerbenden, wel-</span><br/> <span class="ft6">che nicht buchführungspflichtig sind, auszuschliessen, sofern nur die</span><br/> <span class="ft6">Verluste mit vergleichbarer Sicherheit nachgewiesen werden (vgl.</span><br/> <span class="ft6">insbesondere AGVE 1983, S. 273: "Da somit über die Höhe des Ka-</span><br/> <span class="ft6">pitalverlustes die gleiche Gewissheit wie bei einer Buchführung be-</span><br/> <span class="ft6">steht, entspricht es zwar nicht dem Wortlaut, wohl aber dem Sinn des</span><br/> <span class="ft6">§ 27 Ziff. 2 lit. c [des Steuergesetzes von 1966], den Kapitalverlust in</span><br/> <span class="ft6">dieser Höhe anzuerkennen."; Walter Koch, in Kommentar StG/AG,</span><br/> <span class="ft6">1. Auflage, § 24 aStG N 206; Philip Funk, in Kommentar StG/AG,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">108</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Band 1, 2. Aufl., § 36 N 51: "... werden nur Kapitalverluste steuer-</span><br/> <span class="ft6">lich anerkannt, welche in eigentlichen Geschäftsbüchern oder - bei</span><br/> <span class="ft6">nicht zur Buchführung verpflichteten Steuerpflichtigen - in den Auf-</span><br/> <span class="ft6">stellungen über die Aktiven und Passiven ... ausgewiesen sind.").</span><br/> <span class="ft6">Nun werden bei nicht buchführenden Landwirten für die Berechnung</span><br/> <span class="ft6">von Liquidations<i>gewinnen</i> regelmässig die Restanlagewerte des Ge-</span><br/> <span class="ft6">schäftsvermögens ermittelt; dabei geht es namentlich darum, die</span><br/> <span class="ft6">ausgewiesenen Anlagekosten soweit nötig auf die einzelnen Teile des</span><br/> <span class="ft6">Geschäftsvermögens (wie Grundstücke, Gebäude, Inventar) aufzu-</span><br/> <span class="ft6">teilen und auf diesen die Abschreibungen - unter korrekter Berück-</span><br/> <span class="ft6">sichtigung der getätigten Ersatzbeschaffungen - zu berechnen. Dies</span><br/> <span class="ft6">ist insbesondere eine Folge der früheren Besteuerung der Landwirte,</span><br/> <span class="ft6">deren steuerbares Einkommen, sofern sie nicht Buch führten, nach</span><br/> <span class="ft6">dem volkswirtschaftlichen Einkommen ermittelt wurde (siehe AGVE</span><br/> <span class="ft6">1987, S. 157 f.). Angesichts dieser früheren Rechtslage, bei der die</span><br/> <span class="ft6">Landwirte steuerlich nicht zur Buchführung gehalten waren, wäre es</span><br/> <span class="ft6">unhaltbar, die beschriebene Ermittlung der Restanlagewerte für die</span><br/> <span class="ft6">Berechnung von Liquidations<i>verlusten</i> als ungenügend zuverlässig</span><br/> <span class="ft6">zu bezeichnen und Verluste daher generell nicht anzuerkennen. Der</span><br/> <span class="ft6">bestehende rechtliche Unterschied, dass für Verluste - im Gegensatz</span><br/> <span class="ft6">zu den Liquidationsgewinnen - der Steuerpflichtige die Beweislast</span><br/> <span class="ft6">trägt, macht diese Ermittlung der Restanlagewerte (da die Restanla-</span><br/> <span class="ft6">gewerte oder Einkommenssteuerwerte die gleiche Funktion wie die</span><br/> <span class="ft6">sich aus einer Buchhaltung ergebenden Buchwerte haben, werden sie</span><br/> <span class="ft6">im Folgenden vereinfachend ebenfalls als Buchwerte bezeichnet)</span><br/> <span class="ft6">nicht beweisuntauglich; es ist lediglich so, dass verbleibende Unge-</span><br/> <span class="ft6">wissheiten, wenn sie nicht zu vermeiden sind, zu Lasten der Steuer-</span><br/> <span class="ft6">pflichtigen gehen.</span><br/> <span class="ft6">2.1.2. (Es ist unbestritten, dass - bei Zugrundelegung der Rest-</span><br/> <span class="ft6">anlagewerte - im Zusammenhang mit der Hofübergabe ein Verlust</span><br/> <span class="ft6">entstanden ist.)</span><br/> <span class="ft6">2.2./2.2.1. Im angefochtenen Entscheid wird unter Bezugnahme</span><br/> <span class="ft6">auf das Kreisschreiben des Vorstandes der Schweizerischen Steuer-</span><br/> <span class="ft6">konferenz (KS Steuerkonferenz) vom 15. Juni 1995 und das Rund-</span><br/> <span class="ft6">schreiben des KStA vom 27. September 2004 (Aktuelle Steuerfragen</span><br/> <span class="ft6">im Bereich Landwirtschaft) ausgeführt, die Abtretung (Verkauf) ei-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">109</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">nes Landwirtschaftsbetriebs zum landwirtschaftlichen Ertragswert</span><br/> <span class="ft6">werde als Buchwertübernahme behandelt, d.h. der Erwerber könne</span><br/> <span class="ft6">die Buchwerte des Hofabtreters weiterführen. Damit blieben die</span><br/> <span class="ft6">stillen Reserven mit dem Hof verknüpft, dessen Wert sich zudem</span><br/> <span class="ft6">durch die Übernahme nicht vermindert habe. Aus diesem Grund</span><br/> <span class="ft6">werde beim Verkäufer kein Verlust anerkannt, auch wenn der land-</span><br/> <span class="ft6">wirtschaftliche Ertragswert unter dem Verkehrswert und häufig auch</span><br/> <span class="ft6">unter dem Buchwert des Hofabtreters liege.</span><br/> <span class="ft6">2.2.2. Wer Geschäftsvermögen zu einem Preis über dem Buch-</span><br/> <span class="ft6">wert veräussert, erzielt einen Kapitalgewinn, der nach allgemeinen</span><br/> <span class="ft6">Grundsätzen (wie sie unter dem aStG auch für Landwirtschaftsbe-</span><br/> <span class="ft6">triebe gelten) steuerpflichtig ist, und bei Veräusserung unter dem</span><br/> <span class="ft6">Buchwert einen - abzugsfähigen - Kapitalverlust. Wenn die Auf-</span><br/> <span class="ft6">nahme der Vermögenswerte in die Buchhaltung des Erwerbers zu</span><br/> <span class="ft6">dessen Gestehungskosten erfolgt, kann der Vorgang so gesehen wer-</span><br/> <span class="ft6">den, dass der Veräusserer eine Auf- oder Abwertung im Umfang der</span><br/> <span class="ft6">Differenz zwischen Buchwert und Erlös vornimmt und der Erwerber</span><br/> <span class="ft6">den sich daraus neu ergebenden Buchwert übernimmt.</span><br/> <span class="ft6">Die zuvor (Erw. 2.2.1) erwähnten praktischen Regelungen sind</span><br/> <span class="ft6">vor dem Hintergrund zu sehen, dass die durch das bäuerliche Erb-</span><br/> <span class="ft6">und Bodenrecht erleichterte Betriebsübergabe nicht durch Steuerfol-</span><br/> <span class="ft6">gen wiederum erschwert oder verunmöglicht werden soll. Sofern der</span><br/> <span class="ft6">Übernehmer/Käufer die Buchwerte weiterführt, kommt es bezüglich</span><br/> <span class="ft6">der mit den Vermögenswerten übertragenen stillen Reserven zu ei-</span><br/> <span class="ft6">nem Besteuerungsaufschub. Die Weiterführung der Buchwerte er-</span><br/> <span class="ft6">möglicht es, den vereinbarten Kaufpreis (häufig der Ertragswert) un-</span><br/> <span class="ft6">beachtet zu lassen; beim Abtreter/Verkäufer wird keine vorgängige</span><br/> <span class="ft6">Privatentnahme zu Verkehrswerten angenommen, obwohl auf</span><br/> <span class="ft6">Grundlage der Verkehrswerte eine teilweise Schenkung vorliegt. Da-</span><br/> <span class="ft6">bei gilt es zu verhindern, dass der Erwerber die Vermögenswerte zu</span><br/> <span class="ft6">einem höheren als dem bisherigen Buchwert in die Eröffnungsbilanz</span><br/> <span class="ft6">aufnehmen kann (was auf eine steuerfreie Aufwertung bzw. Auflö-</span><br/> <span class="ft6">sung stiller Reserven hinausliefe) oder dass der Abtreter einen Ver-</span><br/> <span class="ft6">äusserungsverlust geltend machen kann, ohne dass beim Erwerber</span><br/> <span class="ft6">eine entsprechende Tieferbewertung erfolgt. Insoweit ist es aus steu-</span><br/> <span class="ft6">ersystematischen Gründen im Interesse der korrekten Besteuerung</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">110</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">geboten, die Kontinuität der Buchwerte sicherzustellen (siehe VGE</span><br/> <span class="ft6">II/1 vom 5. Februar 2004 [BE.2003.00010], S. 9 f.; Peter Locher,</span><br/> <span class="ft6">Kommentar zum DBG, I. Teil, Therwil/Basel 2001, Art. 18 N 109).</span><br/> <span class="ft6">Die Fortführung der Buchwerte ist aber nicht Selbstzweck. Der</span><br/> <span class="ft6">Schluss im Rundschreiben des KStA, der Übernehmer habe</span><br/> <span class="ft6">zwangsläufig die Bilanzwerte des Vorgängers zu übernehmen, ist in</span><br/> <span class="ft6">dieser Absolutheit nicht haltbar. Es ist nicht zu erkennen, auf welcher</span><br/> <span class="ft6">Rechtsgrundlage der Erwerber gehindert werden könnte, die Vermö-</span><br/> <span class="ft6">genswerte - im Rahmen der obligationenrechtlichen Vorschriften - zu</span><br/> <span class="ft6">einem tieferen als dem Buchwert des Rechtsvorgängers einzubuchen,</span><br/> <span class="ft6">und es ist kein Bedürfnis ersichtlich, eine derartige Tieferbewertung</span><br/> <span class="ft6">im Zusammenhang mit der Betriebsübergabe zu verhindern. Weil</span><br/> <span class="ft6">sich der Sachverhalt und die Interessenlage unterscheiden, können</span><br/> <span class="ft6">das KS Steuerkonferenz und das Rundschreiben des KStA hierauf</span><br/> <span class="ft6">nicht angewendet werden; das Rundschreiben der Eidgenössischen</span><br/> <span class="ft6">Steuerverwaltung (ESTV) vom 20. Dezember 2001 (Fragen bezüg-</span><br/> <span class="ft6">lich der Ermittlung des Einkommens aus der Landwirtschaft) behan-</span><br/> <span class="ft6">delt zwar den Fall, dass ein Verlust anzuerkennen ist, wenn ein</span><br/> <span class="ft6">Grundstück nachgewiesenermassen unter dem Buchwert abgetreten</span><br/> <span class="ft6">oder verkauft worden ist (S. 2), stellt aber die Verbindung zur Be-</span><br/> <span class="ft6">triebsübergabe nicht her und weist darum nicht auf das Erfordernis</span><br/> <span class="ft6">der entsprechenden Änderung des Buchwerts beim Erwerber hin.</span><br/> <span class="ft6">Im Umfang, in dem die Buchwerte in der Eröffnungsbilanz des</span><br/> <span class="ft6">Erwerbers gegenüber vorher (beim Abtreter) herabgesetzt sind, kön-</span><br/> <span class="ft6">nen aus der Regelung zur Betriebsübergabe keine schlüssigen Ein-</span><br/> <span class="ft6">wendungen gegen die Anerkennung eines Kapitalverlusts beim Ab-</span><br/> <span class="ft6">treter hergeleitet werden.</span><br/> <span class="ft6">2.2.3. Das KStA lehnt die Anerkennung eines Verlusts ab, da</span><br/> <span class="ft6">auch bei einer Hofübergabe zum Ertragswert weiterhin ein Ver-</span><br/> <span class="ft6">kehrswert bestehe, der letztlich in einer Verlustverrechnung als</span><br/> <span class="ft6">massgebender Erlös einzusetzen wäre. Damit nimmt es, wie sich aus</span><br/> <span class="ft6">der Eingabe vom 14. Juli 2006 deutlich ergibt, auf die Regel Bezug,</span><br/> <span class="ft6">wonach es nicht zur Geschäftstätigkeit gehört, Geschäftsvermögen</span><br/> <span class="ft6">zu verschenken, und deshalb beim Veräusserer bezüglich dieser</span><br/> <span class="ft6">Vermögensstücke steuerlich zunächst eine Privatentnahme zu Ver-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">111</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">kehrswerten erfolgen muss (Koch, a.a.O., § 22 N 236; Locher, a.a.O.,</span><br/> <span class="ft6">Art. 18 N 108; vorne Erw. 2.2.2). ...</span><br/> <span class="ft6">Entscheidend ist, dass es sich nicht um eine Schenkung handelt,</span><br/> <span class="ft6">soweit der Übernehmer einen Anspruch auf die Übernahme zum Er-</span><br/> <span class="ft6">tragswert hat (was natürlich im Einzelfall zu prüfen ist); die Gleich-</span><br/> <span class="ft6">behandlung mit Schenkungstatbeständen bedürfte deshalb einer</span><br/> <span class="ft6">überzeugenden Begründung, die nicht ersichtlich ist.</span><br/> <span class="ft6">2.2.4. Wertberichtigungen auf landwirtschaftlichen Grundstük-</span><br/> <span class="ft6">ken, die mit dem Argument verlangt werden, diese müssten später</span><br/> <span class="ft6">unausweichlich zum Ertragswert weitergegeben werden, werden</span><br/> <span class="ft6">verweigert, da <i>noch</i> keine Entwertung eingetreten sei (StE 2005,</span><br/> <span class="ft6">B 23.43.2 Nr. 11; VGE II/49 vom 6. Juli 2005 [WBE.2004.373],</span><br/> <span class="ft6">S. 5). Es erscheint wenig konsequent, bei der Hofübergabe zum Er-</span><br/> <span class="ft6">tragswert (ohne Weiterführung der Buchwerte beim Übernehmer)</span><br/> <span class="ft6">den jetzt tatsächlich erlittenen Verlust trotzdem nicht anzuerkennen.</span><br/> <span class="ft6">Im genannten Präjudiz des Bundesgerichts wies dieses denn auch</span><br/> <span class="ft6">ausdrücklich auf die Stellungnahme der ESTV hin, wonach die all-</span><br/> <span class="ft6">fällige Wertverminderung gesamthaft abgeschrieben werden könne,</span><br/> <span class="ft6">falls der Betrieb dannzumal zum Ertragswert übertragen werde, da</span><br/> <span class="ft6">dann ein Verlust tatsächlich eintrete (Erw. 2.2.3 a.E.).</span><br/> <span class="ft6">3. Geschäftsverluste können dann nicht mit anderem Einkom-</span><br/> <span class="ft6">men verrechnet werden, wenn sie aus steuersystematischen Gründen</span><br/> <span class="ft6">(Zwischenveranlagung) in eine Bemessungslücke fallen (StE 1996,</span><br/> <span class="ft6">B 64.1 Nr. 4; Meier, a.a.O., § 53 aStG N 12b). Beim Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft6">rer wurde per 1.1.1990 eine Zwischenveranlagung wegen Erwerbs-</span><br/> <span class="ft6">aufgabe vorgenommen, deren Korrektheit hier nicht zu prüfen ist. Zu</span><br/> <span class="ft6">einer weiteren Zwischenveranlagung, durch die der im November</span><br/> <span class="ft6">1993 eingetretene Liquidationsverlust in eine Bemessungslücke fiele,</span><br/> <span class="ft6">kam es nicht.</span><br/> <span class="ft6">Soweit darüber hinaus (namentlich im Bereich der direkten</span><br/> <span class="ft6">Bundessteuer) die Ansicht vertreten wird, nach einer Zwischenver-</span><br/> <span class="ft6">anlagung wegen Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit könn-</span><br/> <span class="ft6">ten Verluste aus dem früheren Geschäft generell nicht mehr abgesetzt</span><br/> <span class="ft6">werden (Locher, a.a.O., Art. 27 N 53; anscheinend ebenso Verwal-</span><br/> <span class="ft6">tungsgericht Schwyz, in StE 1997, B 64.1 Nr. 8), vermag dies nicht</span><br/> <span class="ft6">zu überzeugen, denn § 53 Abs. 2 aStG statuiert keine Einschränkung</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">112</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">in der Weise, dass Geschäftsverluste nicht mit dem Einkommen aus</span><br/> <span class="ft6">unselbstständiger Erwerbstätigkeit verrechnet werden dürften (Meier,</span><br/> <span class="ft6">a.a.O., § 53 aStG N 12b, § 57 aStG N 17c).</span><br/> <span class="ft6">4. Wie sich die Rechtslage unter dem neuen Recht darbietet, wo</span><br/> <span class="ft6">Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen</span><br/> <span class="ft6">Grundstücken des Geschäftsvermögens speziell geregelt werden und</span><br/> <span class="ft6">nur im Umfang der wieder eingebrachten Abschreibungen der Ein-</span><br/> <span class="ft6">kommenssteuer unterliegen (§ 27 Abs. 4 StG), kann hier offen blei-</span><br/> <span class="ft6">ben.</span><br/> <span class="ft6">5. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Abtreter den bei einer</span><br/> <span class="ft6">Hofübergabe erlittenen Liquidationsverlust jedenfalls dann einkom-</span><br/> <span class="ft6">menswirksam abziehen kann, wenn der Übernehmer das Geschäfts-</span><br/> <span class="ft6">vermögen unter mindestens gleich grosser Herabsetzung des Buch-</span><br/> <span class="ft6">werts in seine Buchhaltung aufnimmt.</span><br/> <span class="ft6">6. Aus den beigezogenen Steuerakten des Sohnes (Käufer des</span><br/> <span class="ft6">Landwirtschaftsbetriebs) ist ersichtlich, dass dieser ab 1993 eine</span><br/> <span class="ft6">Buchhaltung führte und das Landgutvermögen mit Fr. y in die Eröff-</span><br/> <span class="ft6">nungsbilanz aufnahm. Den Revisionsnotizen ist zu entnehmen, dass</span><br/> <span class="ft6">er dabei die vom Vater übernommenen Vermögenswerte mit dem</span><br/> <span class="ft6">vereinbarten Preis von Fr. x einsetzte. Diesbezüglich wurde die</span><br/> <span class="ft6">Buchhaltung von den Steuerbehörden akzeptiert und der rechtskräf-</span><br/> <span class="ft6">tigen Veranlagung zugrunde gelegt.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>