Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. März 2013 (715 12 237 / 154) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung, mangelnde Arbeitsbemühungen vor Eintritt der Arbeitslosigkeit, Nachweis der getätigten Arbeitsbemühungen Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen KIGA Baselland , Postfach, 4133 Pratteln 1, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Der 1959 geborene A.____ meldete sich am 20. Dezem ber 2011 zur Arbeitsvermittlung und zunächst per 1. Februar 2012 zum Bezug von Taggel dern der Arbeitslosenversicherung (ALV) an. Aufgrund einer Verlängerung der Kündigung sfrist verschob sich das Datum des Leis- tungsbezugs auf den 1. April 2012. Wegen fehlender A rbeitsbemühungen vor der Stellenlosig- keit stellte das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) B.____ A:____ mit Verfügung vom 17. April 2012 für die Dauer von zwölf Tagen in seine r Anspruchsberechtigung ein. Eine gegen diese Verfügung gerichtete Einsprache hiess das Amt für In dustrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) Baselland mit Entscheid vom 20. Juli 2012 insofern gut , als dass die Verfügung betreffend feh- lende Arbeitsbemühungen aufgehoben wurde. Der Einsp racheentscheid sanktionierte ersatz- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht weise mangelnde Arbeitsbemühungen vor der Stellenlosigke it mit einer Einstellung der An- spruchsberechtigung im Umfang von zehn Tagen. Zur Begrün dung wurde ausgeführt, dass die Arbeitsbemühungen für die Zeit vor Eintritt der Stel lenlosigkeit grundsätzlich anlässlich der An- meldung zum Taggeldbezug nachzuweisen seien. Die Frist sei indessen nicht eng zu verste- hen. Aufgrund der weiteren Beschäftigung des Versicherten bis zum 31. März 2012 und im Hin- blick auf die Pflicht der Einspracheinstanz zur Sachverhaltsa bklärung sei es vertretbar, zur Be- urteilung der erfolgten Arbeitsbemühungen diejenigen Nachweise, die im Rahmen des Einspra- cheverfahrens eingereicht worden seien, noch zu berüc ksichtigen. Aus diesem Grund sei eine Sanktion wegen fehlender Arbeitsbemühungen nicht ange zeigt. Hingegen seien die getätigten Arbeitsbemühungen in quantitativer Hinsicht als ungenü gend zu beurteilen, weshalb eine Ein- stellung der Anspruchsberechtigung im Umfang von zehn Tagen als ausgewogen erscheine. B. Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte am 10. August 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht, (Kantonsgericht) und beantragt sinngemäss dessen Aufhebung. Zur Begründung f ührt er im Wesentlichen aus, dass er sich bereits vor Ablauf der Kündigungsfrist um Arbeit bemüht habe und in der Zeitspanne vom Januar 2012 bis März 2012 22 schriftliche Bewerbungen verfasst habe. Ergänzend macht der Beschwerdeführer geltend, dass er in denjenigen Mo naten, für die angeblich keine genü- genden Arbeitsbemühungen vorlägen, noch gar keine Leistungen der ALV bezogen habe. C. Das KIGA schloss mit Vernehmlassung vom 28. September 2012 auf Abweisung der Beschwerde und verweist zur Begründung in erster Linie auf den angefochtenen Einsprache- entscheid. Praxisgemäss würden im Kanton Basel-Landschaft monatlich acht Arbeitsbemühun- gen in der Zeit vor dem Eintritt der (teilweisen) Arbeitslosigkeit verlangt. Personen, die sich zum Leistungsbezug bei der Arbeitslosenversicherung melden, wü rden sowohl durch Broschüren wie auch mit Hilfe von elektronischen Informationstools zu diesem Punkt ausführlich informiert. So sei auch der Beschwerdeführer von der zuständigen Perso nalberaterin des RAV B.____ eindeutig und unmissverständlich darauf hingewiesen worde n, in welchem Umfang und in wel- cher Qualität er künftig Arbeitsbemühungen zu erbringe n und nachzuweisen habe. Eine ent- sprechende Vereinbarung sei anlässlich des ersten Beratungsg esprächs vom 31. Januar 2012 vom Beschwerdeführer unterzeichnet worden. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist - soweit notwendig - in den nachfolgenden Erwä- gungen einzugehen. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die o bligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge richt erhoben werden. Örtlich Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslo senversicherung und die Insolvenzent- schädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses di e Kontrollpflicht erfüllt. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentsche ide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristge- recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.- durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist vorl iegend, ob das KIGA den Beschwerde- führer zu Recht wegen mangelnder Arbeitsbemühungen f ür die Dauer von zehn Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. Bei einem Tagge ld von Fr. 136.30 beläuft sich der Streitwert somit auf Fr. 1'363.-. Die Angelegenheit ist folglich präsidial zu entscheiden. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 AVIG hat die versicherte P erson mit Unterstützung des Ar- beitsamtes alles Zumutbare zu unternehmen, um eine Ar beitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Schadenminderungspflicht; vgl. BGE 114 V 285 E. 3, 108 V 165 E. 2a). Im Rahmen der Schadensminderungspflicht ist die versicherte Person in sbesondere verpflichtet, Arbeit zu suchen und ihre diesbezüglichen Bemühungen nachzuweisen ( Art. 17 Abs. 1 Satz 2 AVIG). Gemäss konstanter Praxis muss sich die versicherte Person grund sätzlich bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit um eine neue Stelle bemühen. Sie hat sich dementsprechend während ei- ner allfälligen Kündigungsfrist, aber auch generell während der Zeit vor der Anmeldung, intensiv um Stellen zu bemühen (Urteil des Bundesgerichts vom 14 . Juni 2011, 8C_271/2011, E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2007, C 239 /06, E. 3.2 m.w.H.; ARV 1982 Nr. 4 S. 40). Sie darf sich nicht darauf verlassen, dass sie nach Ablauf der Kündigungsfrist innert kur- zer Zeit eine neue Stelle finden könne, sondern muss viel mehr alles daran setzen, ohne Ar- beitslosigkeit nahtlos auf das Ende des alten Arbeitsverh ältnisses ein neues beginnen zu kön- nen (vgl. ARV 1987 Nr. 2). 2.2 Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versich erte Person genügend um zumutba- re Arbeit bemüht hat, ist sowohl die Quantität wie au ch die Qualität ihrer Bewerbungen von Be- deutung (BGE 112 V 217 E. 1b m.w.H.; Urteil des Bund esgerichts vom 7. August 2006, C 90/06, E. 1 m.w.H.). Die versicherte Person hat sich i n der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung gezielt um Arbeit zu bemühen (Art. 26 Abs. 1 AVIV). Gemäss der Verwaltungspra- xis werden in der Regel durchschnittlich zehn bis zwölf Bewerbungen pro Monat verlangt, wobei stets auch die Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen si nd (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 25. April 2005, C 10/05, E. 2.3.1). Insbeso ndere zu beachten sind die persönlichen Umstände und Möglichkeiten der versicherten Person wie Al ter, Schul- und Berufsausbildung sowie die Usanzen des für sie in Betracht fallenden Arbe itsmarktes (vgl. BGE 120 V 78 E. 4a). Mit dem Nachweis der getätigten Arbeitsbemühungen sol l die Verwaltung in die Lage versetzt werden, Quantität und Qualität der Anstrengungen zur Überwindung der Arbeitslosigkeit umfas- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht send abzuklären und zu würdigen (vgl. BGE 120 V 77 E. 3c; T HOMAS NUSSBAUMER , in: Kol- ler/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweizerisches Bundesverwal tungsrecht, Soziale Sicherheit, Ar- beitslosenversicherung, Basel 2007, Rz 837). 2.3 Kommt die versicherte Person der Verpflichtung, sich persönlich genügend um zumut- bare Arbeit zu bemühen, nicht nach, kann die zuständig e Arbeitslosenkasse gemäss Art. 30 AVIG eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung verfügen. Die Bestimmung soll Arbeitslose zur Stellensuche anspornen und eine missbräuchliche Beans pruchung der Arbeitslosenversi- cherung verhindern. Die Einstellung in der Anspruchsbe rechtigung bezweckt mithin eine ange- messene Mitbeteiligung der versicherten Person an jenem Schaden, den sie durch ihr pflicht- widriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung natürlich und adäquat kausal verursacht hat (BGE 124 V 227 E. 2b; vgl. auch Urteil des Bundesgerich ts vom 14. Juni 2011, 8C_271/2011, E. 2.2). Die Einstellung hat die Funktion einer Haft ungsbegrenzung der Versicherung für Schä- den, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungs- sanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- u nd Verschuldensprinzip be- herrscht (vgl. NUSSBAUMER , a.a.O., Rz 822). Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberech- tigung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und bet rägt je Einstellungsgrund höchs- tens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Eine Einstellung ist jeweils für jeden Monat mit ungenügen- den Arbeitsbemühungen vorzunehmen (NUSSBAUMER , a.a.O., Rz 838). 3.1 Mit Einspracheentscheid vom 20. Juli 2012 hat das KIG A im vorliegenden Fall festge- stellt, dass der Beschwerdeführer für die Monate Januar 2012, Februar 2012 und März 2012 insgesamt 23 Arbeitsbemühungen geltend gemacht habe. N ach eingehender Prüfung sei je- doch festzustellen, dass lediglich 15 (recte wohl: 16) dieser Bemühungen, namentlich sechs für den Monat Januar 2012, vier (recte wohl: fünf) für den Monat Februar 2012 und fünf für den Monat März 2012, als nachgewiesen gelten könnten. Der Be schwerdeführer entgegnet hierzu lediglich in allgemeiner Weise, dass er 22 Arbeitsbemühungen in den Monaten Januar bis März 2012 getätigt habe. Zu den im Einzelnen bemängelten Arbeitsbemühungen werden seitens des Beschwerdeführers keine Erläuterungen vorgebracht. Der Beschwerdeführer bringt ferner vor, dass er im beurteilten Zeitraum noch gar nicht im Lei stungsbezug gewesen sei. Im letzten Ge- spräch beim RAV B.____ am 12. Juni 2012 sei ihm ausser dem gesagt worden, er müsse künf- tig bloss noch vier Bewerbungen pro Monat schreiben. 3.2 Den vorliegenden Verfahrensakten ist zu entnehmen , dass der Beschwerdeführer im Rahmen des Einspracheverfahrens ein ausgefülltes Formu lar "Nachweis der persönlichen Ar- beitsbemühungen" sowie die entsprechenden Bewerbungs - und Absageschreiben eingereicht hat. Im Nachweisformular führt der Beschwerdeführer fü r die vorliegend als Beurteilungszeit- raum interessierenden Monate Januar bis März 2012 insge samt 23 Arbeitsbemühungen auf. Für den Januar 2012 macht der Beschwerdeführer danach sieben sowie für den Februar 2012 und für den März 2012 jeweils acht Arbeitsbemühungen g eltend. Der Beschwerdeführer hat sich gemäss eigenen Angaben bei zumindest 22 dieser Arbeit sbemühungen schriftlich bewor- ben. Insgesamt drei der getätigten Arbeitsbemühungen, alle vom Monat Februar, blieben ge- mäss seinen Angaben ohne Rückmeldung, wobei sich für eine dieser Arbeitsbemühungen (C.____ GmbH in D.____) auch kein Bewerbungsschreiben i n den Akten findet. Bei fünf weite- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren Bewerbungen, eine vom Januar 2012, eine vom Febru ar 2012 und drei vom März 2012, erfolgte gemäss Angaben des Beschwerdeführers eine Rückme ldung, hingegen reichte er die entsprechenden Absageschreiben nicht ein. Ferner gibt das Absageschreiben für die gemäss Angaben des Beschwerdeführers am 14. Februar 2012 getä tigte Bewerbung bei der Firma E.____ in F.____ einen anderen Bewerbungszeitpunkt, nämlich den 15. April 2012, an. Gemäss Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin sei auch die B ewerbung vom 14. Februar 2012 bei der G.____ AG in H.____ inkorrekt datiert, würde sich das Absageschreiben doch auf eine Bewerbung vom 13. April 2012 beziehen. Das entsprechende Absageschreiben findet sich nicht in den vorliegenden Verfahrensakten, weshalb die Dati erung der Bewerbung nicht überprüft werden kann. Auch bei anderen Arbeitsbemühungen stimmt das Datum der Bewerbung augen- scheinlich nicht mit dem auf dem Nachweisformular angeg ebenen Zeitpunkt überein. So gibt der Beschwerdeführer als Datum der Bewerbung bei der I.____ AG in J.____ den 26. März 2012 an, das Absageschreiben bezieht sich jedoch auf die Bewerbung vom 17. März 2012. Auf- fällig ist ausserdem, dass einige der Bewerbungen des Besc hwerdeführers das gleiche Datum wie die Absage enthalten. So datieren sowohl die Bew erbung wie auch das Absageschreiben betreffend die K.____ AG in J.____ vom 6. März 2012 sow ie die Bewerbung und das Absage- schreiben betreffend die L.____ AG in M.____ vom 7. März 2012. 3.3 Die Beschwerdegegnerin führt im angefochtenen Ei nspracheentscheid aus, dass die fünf Arbeitsbemühungen, bei denen die im Nachweisboge n angegebene Rückmeldung fehle, nicht als nachgewiesen gelten könnten. Ausserdem vernein te sie eine Berücksichtigung der Arbeitsbemühungen betreffend die Firma E.____ und d ie G.____ AG, da die Absageschreiben festhielten, dass die Bewerbungen ausserhalb des Beurtei lungszeitraums erfolgten. Die restli- chen Arbeitsbemühungen werden von der Beschwerdegegn erin anerkannt. Die Nichtberück- sichtigung der Arbeitsbemühungen, bei denen der Beschwe rdeführer zwar eine Rückmeldung bestätigt, aber keine entsprechenden Schreiben einreich t, erscheint unter Berücksichtigung der vorliegenden Umstände als gerechtfertigt. Die versichert e Person ist verpflichtet, ihre Bemü- hungen nachzuweisen und entsprechend zu dokumentieren. D azu gehört, wie dem Beschwer- deführer bereits anlässlich des ersten Beratungsgespräch s vom 13. Januar 2012 beim RAV B.____ erläutert wurde, die Aufbewahrung der er stellten und erhaltenen Unterlagen, na- mentlich auch der erhaltenen Absageschreiben. Hervorzuheb en ist im vorliegenden Fall, dass der Beschwerdeführer eine Mehrheit der erhaltenen Ab sageschreiben einreichen konnte. Es sind somit keine Anzeichen ersichtlich, dass sich der Beschwer deführer nicht bewusst war, dass sämtliche Unterlagen aufzubewahren sind. Hingegen ist die Zahl der fehlenden Absage- schreiben auch nicht derart gering, dass von einem entsch uldbaren versehentlichen Verlust einzelner Rückmeldungen ausgegangen werden könnte. Der Beschwerdeführer hat denn auch keine Erklärungen darüber abgegeben, weshalb bei einig en Arbeitsbemühungen die behaupte- ten Absagen fehlen. Die entsprechenden Arbeitsbemühungen müssen folglich als ungenügend nachgewiesen angesehen werden und ihre Nichtberücksichti gung durch das KIGA ist nicht zu beanstanden. Ebenso wenig zu beanstanden ist die Nichtbe rücksichtigung derjenigen Arbeits- bemühungen, die gemäss Absageschreiben ausserhalb des Beu rteilungszeitraums stattfanden, insbesondere, weil augenscheinlich auch bei anderen Bewe rbungen ungenaue oder unrichtige Datumsangaben vorliegen. Zwar scheint das Absageschreiben der G.____ AG, auf welches sich die Beschwerdegegnerin bezieht, in den Verfahrensak ten zu fehlen. Bei einer Anrechnung Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dieser Arbeitsbemühung würde sich die Gesamtheit der Ar beitsbemühungen für den Febru- ar 2012 jedoch bloss auf sechs erhöhen. Auch damit wären keine ausreichenden Arbeitsbemü- hungen ausgewiesen, selbst wenn auf die vom KIGA genan nte kantonale Praxis abgestellt würde, wonach bereits acht qualifizierte Bewerbungen ge nügen (vgl. Einspracheentscheid vom 20. Juli 2012, E. 5.2.3). Nach dem Ausgeführten ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Januar 2012 sechs, im Februar 2012 fünf und im März 20 12 fünf Arbeitsbemühungen nachwei- sen kann. Es ergibt sich demnach, dass der Beschwerdeführer für die Monate Januar bis März 2012 keine genügenden Arbeitsbemühungen getätigt hat. 3.4 Der Einwand des Beschwerdeführers, dass er im vorlieg end beurteilten Zeitraum noch gar keine Leistungen der ALV bezogen habe, geht fehl. Wie bereits unter Erwägung 2.1 ausge- führt, muss sich die versicherte Person bereits vor Eintrit t der Arbeitslosigkeit um eine neue Stelle bemühen. Der Einstellungsgrund der ungenügenden Arbeitsbemühungen gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG greift bereits dann, wenn die versiche rte Person vor Eintritt der Arbeitslosig- keit dieser Obliegenheit nicht nachgekommen ist (vgl. a uch: NUSSBAUMER , a.a.O., Rz 838). Der Beschwerdeführer macht derweil nicht geltend, dass er von dieser Obliegenheit nicht gewusst habe. Gemäss Protokoll wurde der Beschwerdeführer bereit s anlässlich des ersten Beratungs- gesprächs vom 13. Januar 2012 gefragt, welche Arbeitsbe mühungen er seit der Kündigung am 29. November 2011 getätigt habe und darauf hingewie sen, in welchem Umfang er sich um Ar- beit zu bemühen habe. Auch daraus, dass der Beschwerdef ührer ab Mitte Juni 2012 gemäss Vereinbarung mit dem RAV B.____ lediglich noch vier Ar beitsbemühungen pro Monat nachwei- sen muss, kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die m onatlich zu erbringenden Arbeits- bemühungen haben sich an den Umständen des Einzelfalls z u richten, welche sich im Laufe der Arbeitslosigkeit auch vorübergehend oder dauernd än dern können. Dies ändert nichts dar- an, dass der Beschwerdeführer im vorliegend beurteilten Zeitraum monatlich mindestens acht bis zehn, gemäss Praxis des Bundesgerichts gar zehn bis zwölf A rbeitsbemühungen nachzu- weisen hatte, was ihm nicht gelungen ist. Eine Einstellu ng gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG ist demnach gerechtfertigt. 4.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Gr ad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem , 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 A VIV). Innerhalb dieses Rahmens fällt das KIGA seinen Entscheid nach pflichtgemässem Erme ssen. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts b zw. deren präsidierende Person bei Präsidialentscheiden die angefochtene Verfügung a uch auf deren Angemessenheit zu überprüfen, sie greift jedoch bei der Beurteilung der durch das KIGA angeordneten Einstel- lungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in dessen Ermessensspielraum ein. 4.2 Das KIGA hat das Verhalten des Beschwerdeführers ent sprechend dem Einstellraster des seco als leichtes Verschulden qualifiziert (vgl. AVIG- Praxis ALE, Arbeitsmarkt und Arbeits- losenversicherung, gültig ab Januar 2013, Sanktionen [Tei l D], Rz D 72, vorher: Kreisschreiben über die Arbeitslosenentschädigung, gültig ab Januar 20 03, Sanktionen [Teil D], Rz D 72). Für ungenügende Arbeitsbemühungen während der Kündigungs frist sieht das Einstellraster bei dreimonatiger Kündigungsfrist eine Einstelldauer von n eun bis zwölf Tagen vor. Das KIGA hat Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht festgestellt, dass der Beschwerdeführer während einer Da uer von mehr als drei Monaten Kenntnis von der bevorstehenden Stellenlosigkeit hatte, und hat die Einstellungsdauer am unte- ren Rand des für diese Verschuldenskategorie vorgesehene n Rahmens auf zehn Tage festge- setzt. Dabei hat es berücksichtigt, dass der Beschwerdeführe r die gemachten Vorgaben bloss knapp nicht erreichte, aber auch, dass er aufgrund sein er Weigerung, die Arbeitsbemühungen gegenüber dem RAV nachzuweisen, seine Mitwirkungspflich ten verletzte. Diese Sanktion er- weist sich in Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Umstände des Be- schwerdeführers und mit der gebotenen Zurückhaltung als angemessen. Die Beschwerde ist demgemäss abzuweisen. 5. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 22. April 2013 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_342/2013 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht