Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2021 33 Entscheid vom 17. August 2021 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter lic.iur. Anna Maria Rüesch, Gerichtsschreiberin Parteien A.________ AG, Beschwerdeführerin, gegen Amt für Arbeit, Arbeitslosenkasse, Lückenstrasse 8, Postfach 1181, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Arbeitslosenversicherung (Kurzarbeitsentschädigung; Fristversäumnis; Wiederherstellung der Frist)2 Sachverhalt: A.Die A.________ AG mit Sitz in B.________ bezweckt insbesondere die Ausführung von Reparaturen an sowie den Handel mit C.________ aller Art im In- und Ausland (Vi-act. 22). Am 19. März 2020 reichte die A.________ AG beim Amt für Arbeit des Kantons Schwyz die Voranmeldung von Kurzarbeit ein (Vi-act. 36). Das Amt für Arbeit bestätigte mit Verfügung vom 27. März 2020, die A.________ AG könne für die Dauer von maximal 6 Monaten Kurzarbeitsent- schädigung (KAE) geltend machen. Sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzun- gen im Rahmen des Massnahmenpakets zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen erfüllt seien, könne die Arbeitslosenkasse KAE ausrichten. Gestützt auf diese Verfügung könne die A.________ AG den Antrag und die Abrechnung von KAE bei der Arbeitslosenkasse einreichen und die Entschädigung geltend ma- chen. Das ausgefüllte Formular sei innert drei Monaten der Arbeitslosenkasse einzureichen (Vi-act. 34). B.Am 14. September 2020 reichte die A.________ AG je für die Monate April und Mai 2020 das ausserordentliche Formular Antrag und Abrechnung von Kurz- arbeitsentschädigung (im Zusammenhang mit der Pandemie Covid-19) ein (Vi- act. 54 und 41). Mit Verfügung Nr. 265 vom 17. September 2020 lehnte die Ar- beitslosenkasse den Anspruch auf KAE für die Monate April und Mai 2020 ab in- folge Fristversäumnis, da der Anspruch innert dreier Monate verfalle (Vi-act. 51). Hiergegen erhob die A.________ AG am 25. September 2020 Einsprache (Vi- act. 16), welche von der Arbeitslosenkasse mit Entscheid Nr. 24/2021 vom 23. Februar 2021 abgewiesen wurde. C.Am 29. März 2021 lässt die A.________ AG beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde erheben mit den Anträgen: I. Der Einspracheentscheid Nr. 24/2021 vom 23. Februar 2021 sei ganz aufzu- heben. II. Es sei die Kurzarbeitsentschädigung für die Monate April und Mai 2020, wie beantragt, gutzuheissen, da der A.________ AG ein unverschuldetes Säum- nis zukommt. III. Eventualiter sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und Ar- beitslosenkasse anzuweisen, die Angelegenheit materiell zu behandeln. IV. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Amtes für Arbeit (Ab- teilung Arbeitslosenkasse), sollte es zu Kostenerhebungen kommen. Nachdem der Vertreter der Beschwerdeführerin am 30. März 2021 aufgefordert wurde, sich als gewerbsmässiger Vertreter beim Verwaltungsgericht gemäss § 15 Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRP; SRSZ 234.110) vom 6. Juni 1974 re- gistrieren zu lassen oder aber die Beschwerdeführerin eine Erklärung abgeben 3 zu lassen, wonach die Vertretung aufgehoben und sie das Verfahren in eigenem Namen führe (VG-act. 04), teilte die Beschwerdeführerin am 30. April 2021 mit, sie setze die Beschwerde in eigenem Namen mit dem Wortlaut der Eingabe vom 29. März 2020 fort. D.Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 10. Mai 2021: 1. Die Beschwerde sei abzuweisen. 2. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Überprüfung an die Vorinstanz zurück- zuweisen. Nach Ersuchen um Fristerstreckung reichte die Beschwerdeführerin innert er- streckter Frist keine Stellungnahme zur Vernehmlassung ein. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Gegen die Voranmeldung auf KAE hatte das Amt für Arbeit keinen Ein- spruch erhoben, sondern die Antragstellung und Abrechnung von KAE durch die Beschwerdeführerin bewilligt. Den eingereichten Antrag für die Monate April und Mai lehnte die Vorinstanz ohne Prüfung der materiellen Voraussetzungen ab mit der Begründung, der Anspruch sei verwirkt infolge verspäteter Antragstellung. Hiergegen wehrt sich die Beschwerdeführerin mit vorliegender Beschwerde, in- dem sie unverschuldete Fristversäumnis geltend macht und sinngemäss die Wiederherstellung der versäumten Frist verlangt. Mithin sind vorliegend nicht die materiellen Voraussetzungen für KAE strittig, sondern allein, ob die Vorinstanz zu Recht den Antrag KAE wegen Fristversäumnis und ebenso die Wiederherstel- lung der Frist abgelehnt hat. 2.1Ein Arbeitgeber, der für seine Arbeitnehmer Kurzarbeitsentschädigung gel- tend machen will, muss dies mindestens zehn Tage vor Beginn der Kurzarbeit voranmelden (Art. 36 Abs. 1 Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosen- versicherung und die Insolvenzentschädigung [Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG; SR 837.0] vom 25.6.1982; wobei aufgrund von Art. 8b der Covid-19- Verordnung Arbeitslosenversicherung [SR 837.033; vom 20.3.2020, Stand 26.3.2020] die 10tägige Frist nicht abzuwarten war). 2.2Den Entschädigungsanspruch seiner Arbeitnehmer hat der Arbeitgeber in- nert dreier Monate nach Ablauf jeder Abrechnungsperiode gesamthaft für den Betrieb bei der von ihm bezeichneten Kasse geltend zu machen (Art. 38 Abs. 1 AVIG). Die Frist für die Geltendmachung des Entschädigungsanspruchs beginnt mit dem ersten Tag nach der Abrechnungsperiode (Art. 61 Verordnung über die 4 obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [Ar- beitslosenversicherungsverordnung, AVIV; SR 837.02] vom 31.8.1983). 2.3Bei der dreimonatigen Frist zur Geltendmachung der KAE gemäss Art. 38 Abs. 1 AVIG handelt es sich um eine Verwirkungsfrist, die weder gehemmt noch unterbrochen werden kann. Dies bedeutet, dass der Arbeitgeber nach ungenutz- tem Ablauf dieser Frist das ihm grundsätzlich zustehende Recht auf Geltendma- chung für die betreffende Abrechnungsperiode verliert, gleichgültig, ob eigentlich ein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung entstanden ist oder nicht (BGE 124 V 75 Erw. 4b/bb; EGV-SZ 1997 Nr. 18; SBVR Soziale Sicherheit-Nussbaumer, 3. Auflage, Rz. 5.2.3). Entschädigungen, die der Arbeitgeber nicht fristgemäss gel- tend macht, werden ihm nicht vergütet (Art. 39 Abs. 3 AVIG). 2.4Die Frist zur Geltendmachung ist jedoch einer Wiederherstellung bei un- verschuldeter Säumnis zugänglich: Ist die gesuchstellende Person oder ihre Ver- tretung unverschuldeterweise abgehalten worden, binnen Frist zu handeln, so wird diese wieder hergestellt, sofern sie unter Angabe des Grundes innert 30 Ta- gen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die versäumte Rechts- handlung nachholt (Art 41 ATSG). Unverschuldet ist das Versäumnis, wenn dafür objektive Gründe vorliegen und der Partei keine Nachlässigkeit vorgeworfen werden kann (EGV-SZ 1997 Nr. 26 Erw. 2b; Kölz/Häner/Bertschi, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspfle- ge des Bundes, 3. A., Zürich 2013, Rz. 587). Es muss sich um Gründe von eini- gem Gewicht, wie schwere Erkrankung oder Unfall, höhere Gewalt (wie Naturka- tastrophen), plötzlich eintretende Handlungsunfähigkeit, unerwarteter Tod naher Angehöriger und dergleichen handeln, so dass die betroffene Person von der Rechtshandlung abgehalten wird, und auch nicht in der Lage ist, eine Vertretung zu bestellen (BGE 112 V 225, 108 V 109). Gründe wie Ferienabwesenheit, Ar- beitsüberlastung, Unbeholfenheit oder Unachtsamkeit reichen praxisgemäss nicht aus (Kölz/Häner/Bertschi, a.a.O., Rz. 587; VGE II 2015 39 vom 26.8.2015 Erw. 3.1; VGE II 2013 105 vom 23.10.2013 Erw. 2.1; VGE I 2007 284 vom 22.1.2008 Erw. 2.6). Das Fehlen eines Verschuldens kann nicht leichthin ange- nommen werden; vielmehr ist bei der Beurteilung ein strenger Massstab anzu- wenden (BGE 143 V 312 Erw. 5.4.1). Einer Fristwiederherstellung steht dem- gemäss bereits schon leichtes Verschulden der betroffenen Person entgegen (Griffel, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A., Zürich 2014, § 12 N 44). Unbeachtlich ist insbesondere auch die Geltendma- chung von fehlender Rechtskenntnis, da Gesetze mit der amtlichen Publikation des Textes als bekannt gelten und daraus abgeleitet der allgemeine Grundsatz gilt, dass Rechtsunkenntnis schadet und niemand Vorteile aus seiner eigenen 5 Rechtsunkenntnis ableiten kann (ignorantia iuris nocet; BGE 136 V 331 Erw. 4.2.3.1 mit weiteren Verweisen; BGE 111 V 402 Erw. 3; VGE II 2020 78 vom 21.10.2020 Erw. 4.2.2; VGE II 2015 15 vom 22.7.2015 Erw. 3.3). Bei den anerkannten Wiederherstellungsgründen handelt es sich somit um Situa- tionen, in welchen es der betroffenen Person überhaupt nicht oder nur mittels unverhältnismässigem Aufwand möglich ist, die Frist einzuhalten. Gemäss Lehre und Rechtsprechung soll der Behörde bei der Beurteilung des geltend gemachten Wiederherstellungsgrundes zwar ein weiter Ermessensspiel- raum zukommen, doch darf ein Hinderungsgrund im Interesse eines geordneten Verfahrensablaufes nicht leichthin angenommen werden; anzulegen ist vielmehr ein strenger Massstab (vgl. VGE II 2012 107 vom 25.9.2012 Erw. 4 mit Hinwei- sen auf EGV-SZ 1997 Nr. 26 Erw. 2b; BGE 108 V 110; Kölz/Häner/Bertschi, a.a.O., Rz. 588; VGE II 2013 38 vom 26.8.2013 Erw. 3.3). 3.1Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin den Antrag auf KAE für den Monat April nicht bis am 31. Juli 2020 und jenen für den Monat Mai nicht bis am 31. August 2020 eingereicht hat, sondern beide erst am 14. Sep- tember 2020. Strittig ist einzig, ob diese Fristversäumnis unverschuldet war und die Frist wiederhergestellt werden kann. 3.2Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei ihr unverschuldeter Weise infolge eines Hackerangriffs unmöglich gewesen, die Anträge innert Frist zu stel- len. Der Datendiebstahl, verbunden mit einer Lösegeldforderung, sei an Fron- leichnam, 12. Juni 2020, bei ihrem IT-Dienstleister in Deutschland erfolgt und habe weitreichende Folgen gehabt. Sämtliche Daten und Sicherungen würden von der D.________ GmbH in Deutschland verwaltet. Am Freitag, 13. Juni 2020, hätten bei Arbeitsaufnahme keine Daten abgerufen werden können. Weder VoIP-Telefonie noch E-Mail oder irgendein anderes Programm habe noch funktioniert. Davon seien mehrere Standorte der Firma betroffen gewesen. Man habe mit Hochdruck eine Lösung gesucht; nach etwa einer Stunde sei mitgeteilt worden, das Problem sei ernster und eine schnelle Lösung nicht zu erwarten. Am 14. Juni 2020 sei man informiert worden, sämtliche Daten seien mit einem Krypto-Trojaner verschlüsselt worden; Polizei und Spezialisten seien involviert worden, man bemühe sich um schnellstmögliche Wiederherstellung. Am Montag sei eine Lösung innert Wo- chenfrist ausgeschlossen worden. Als Sofortmassnahme habe man "auf Handbe- trieb" umgestellt, auf Telefone ausserhalb des Netzwerkes umgestellt und die Angestellten seien angehalten worden, mit ihren privaten Laptops zu arbeiten. Die gesamte Hardware habe demontiert und komplett neu installiert werden 6 müssen. Nach zwei Wochen sei die Hardware zurück gewesen, aber in der Grundkonfiguration und ohne Firmendaten. Die Kurzarbeit habe umgehend be- endet werden müssen, da der Mehraufwand aufgrund des Systemausfalls ein 100%-Engagement aller Mitarbeitenden erfordert habe. Ab Juni sei denn auch keine KAE mehr beantragt worden, obwohl die Auftragslage weiter schlecht ge- wesen sei. Sämtliche Kreditoren- und Lohnzahlungen Juni / Juli hätten manuell vorgenommen werden müssen; Debitorenrechnungen und -zahlungen seien ma- nuell mit Excel-Listen erfasst worden. Mitte Juli habe das Netzwerk wieder in Be- trieb genommen werden können; das ERP/CRM-System habe Mitte Juli bis Mitte August wieder aufgeschaltet werden können. Viele Excel- und Word-Dateien der Mitarbeitenden sowie die komplette Buchhaltung mit FIBU und BEBU seien nicht mehr vorhanden gewesen und hätten nicht rekonstruiert werden können. Um die endgültigen Lohnabrechnungen für die Monate Juni bis August erstellen zu kön- nen, hätten sämtliche Personaldaten und alle Lohn- und Gehaltszahlen ab dem 1. Januar 2020 neu erfasst werden müssen; die Rekonstruktion aller Daten mit allen Parametern habe so lange gedauert, dass die für die Einsendung der Un- terlagen zur KAE benötigten Daten erst Anfangs September 2020 zur Verfügung gestanden seien. Zu guter Letzt habe Ende Juni 2020 auch noch die langjährige Buchhalterin gekündigt, was die Arbeiten zusätzlich erschwert und verlängert ha- be. Nach Darstellung der Beschwerdeführerin belegen all diese Umstände, dass die verspätete Antragstellung unverschuldet erfolgt ist. 3.3Nach - korrektem - Verweis auf die gesetzlichen Grundlagen zur KAE- Antragstellung innert Frist, die rechtsprechungsgemäss eine Verwirkungsfrist darstelle, sowie die Voraussetzungen der Fristwiederherstellung verneinte die Vorinstanz mit dem angefochtenen Einspracheentscheid, dass die Säumnis un- verschuldet gewesen sei: •Es sei wohl plausibel, dass ein Hackerangriff die IT-Infrastruktur vom 12. Juni 2020 bis Mitte August 2020 lahmgelegt habe und die Beschwerdeführerin kei- nen digitalen Zugriff mehr auf die zur Antragstellung erforderlichen Daten ge- habt habe. •Die durchgeführte manuelle Rekonstruktion belege aber auch, dass die Daten offensichtlich nicht nur digital, sondern auch in Papierform vorhanden gewe- sen seien. •Im Rahmen des vereinfachten, summarischen Abrechnungsverfahrens wäre es zumutbar gewesen, die für die Abrechnung relevanten Daten der 14 an- spruchsberechtigten Angestellten bereits dann manuell zusammenzutragen, als klar gewesen sei, dass das IT-Problem noch länger andauere, mithin be- reits ab dem 13. Juni 2020. 7 •Selbst wenn das manuelle Zusammentragen der Daten nur mit unverhältnis- mässigem Aufwand möglich gewesen wäre, müsse sich die Beschwerdeführe- rin entgegenhalten lassen, dass es ihr ohne weiteres zumutbar gewesen wä- re, die Abrechnung bereits vor dem Hackerangriff zu erstellen; für April wären hierfür knapp sechs Wochen, für Mai knapp zwei Wochen zur Verfügung ge- standen. Damit aber liege gemäss Vorinstanz kein entschuldbarer Grund vor, der eine Fristwiederherstellung rechtfertigen würde. 3.4Vor Verwaltungsgericht betont die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz ge- he zu Unrecht davon aus, dass die für die Antragstellung notwendigen Daten in gedruckter Form vorgelegen hätten und es daher zumutbar gewesen wäre, die relevanten Daten für die 14 Beschäftigten zeitgerecht zu erheben. Diese Daten zu Anwesenheitsberichten und Stundenzetteln, geführt im Excel-Format, seien nicht mehr verfügbar gewesen. Diese Angaben seien für das vereinfachte, sum- marische Verfahren notwendig gewesen, um KAE zu beantragen. Die Beauftrag- te habe alle Daten bei den Mitarbeitenden zusammentragen müssen. Sie habe warten müssen, bis diese neben der Arbeit als Monteur oder Verkäufer Zeit zur Vorsprache gehabt hätten. Es könne nicht gefordert und vorausgesetzt werden, dass diese Befragung im Vordergrund gestanden hätte und nicht die alltägliche Arbeit, welche letztlich Arbeitsplätze sichere. Zudem macht die Beschwerdefüh- rerin geltend, ab März 2020 seien verschiedene Covid-19-Verordnungen veröf- fentlicht worden, die Regeln zum vereinfachten summarischen Abrechnungsver- fahren erst am 1. September 2020; die KAE sei am 14. September 2014 bean- tragt worden. Insgesamt sei die Fristversäumnis daher unverschuldet und die Frist wiederherzustellen. 3.5Vernehmlassend betont die Vorinstanz, rechtsprechungsgemäss sei für die Prüfung der Fristwiederherstellung ein strenger Massstab anzusetzen. Der Ha- ckerangriff alleine stelle keinen entschuldbaren Grund dar, da der Datenverlust noch lange nicht bedeute, dass der Anspruch objektiv betrachtet nicht fristge- recht geltend gemacht werden könne. Den Abrechnungen der Beschwerdeführe- rin lägen ausgedruckte Stundenrapporte bei. Diese wiesen einen Stempel "ge- bucht am 25. Mai 2020" resp. "gebucht am 25. Juni 2020" auf. Entgegen der be- schwerdeführerischen Aussagen seien die Informationen zur Geltendmachung somit offensichtlich vorhanden gewesen und hätten fristgerecht eingereicht wer- den können. Soweit die Beschwerdeführerin auf die grosse betriebliche Belas- tung hinweise, sei auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu verweisen, wonach eine betriebliche Arbeitsüberlastung kein Rechtfertigungsgrund für die Nichteinhaltung einer Frist darstelle. Der Hinweis, beim Zusammentragen der Da-8 ten hätten die Angestellten erst nach den Aussendienstarbeiten im Büro vorspre- chen können, ziele daher ins Leere. Es liege nicht im Ermessen der Beschwerde- führerin, die Geltendmachung des Anspruches über die gesetzliche Frist hinaus- zuzögern, bis es von der Terminplanung her am besten passe. 4.1Mit Verfügung vom 27. März 2020 wurde der Beschwerdeführerin die Gel- tendmachung von Kurzarbeit bewilligt. Die Bewilligung enthält ausdrücklich den Hinweis, das Formular "Antrag und Abrechnung von Kurzarbeitsentschädigung" müsse innert drei Monaten eingereicht werden (Vi-act. 34). Mit Erhalt der Bewilli- gung musste die Beschwerdeführerin somit um die Frist zur Geltendmachung wissen (im Übrigen könnte sie sich ohnehin nicht auf Rechtsunkenntnis berufen; vgl. oben Erw. 2.4). Die Frist für die Antragstellung April lief bis 31. Juli 2020, jene für Mai bis 31. Au- gust 2020. Die Anträge wurden unbestrittenermassen verspätet eingereicht. 4.2Die Aufforderung, das Formular innert drei Monaten einzureichen, war er- gänzt um die Bitte, Stundenlisten resp. Lohnjournale beizulegen (Vi-act. 35). Dem ist die Beschwerdeführerin sowohl mit dem Antrag für den Monat April als auch dem Antrag für den Monat Mai nachgekommen (Vi-act. 43 - 50 und 58 - 66). Im Übrigen trifft es nicht zu, dass die gesetzliche Grundlage für das verein- fachte summarische Verfahren erst im September 2020 publiziert worden wäre. Der relevante Art. 8i Covid-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung (SR 837.033) wurde am 9. April 2020 publiziert und trat rückwirkend per 1. März 2020 in Kraft (vgl. AS 2020 1201). Wie die Vorinstanz nun nachvollziehbar vermerkt, sind die mit den Anträgen ein- gereichten Stundenzettel zweifach (ausnahmsweise einfach) handschriftlich un- terzeichnet und sie weisen einen analogen Stempel "GEBUCHT AM 25. MAI 2020" resp. "GEBUCHT AM 25. JUNI 2020" auf. Vereinzelte wurden neben der Unterschrift auch handschriftlich datiert (4. resp. 5.5.2020 sowie 2.6.2020). Die Vorinstanz schliesst hieraus, dass die für die Antragstellung notwendigen Un- terlagen noch vor dem Hackerangriff analog vorhanden gewesen sein mussten und fristgerecht hätten eingereicht werden können. Die Beschwerdeführerin wi- derspricht dem - trotz ihr eingeräumter Fristerstreckung zur Stellungnahme - nicht. 4.3Der Vorinstanz ist beizupflichten. Die von der Beschwerdeführerin mit den Anträgen eingereichten Stundenzettel, die handschriftlich unterzeichnet (und teilweise datiert) sind sowie einen analogen Gebucht-Stempel aufweisen, können mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht erst nach der Rekonstruk-9 tion der IT-Systeme ab Mitte August erstellt worden sein, sondern waren bereits zuvor, nämlich anfangs Mai resp. anfangs Juni vorhanden. Damit aber wäre es der Beschwerdeführerin ohne weiteres möglich gewesen, die Anträge im verein- fachten summarischen Verfahren fristgerecht bis Ende Juli resp. Ende August 2020 einzureichen. Das von der Beschwerdeführerin vorgebrachte mühselige manuelle zusammen- tragen von Daten mag zwar zutreffen, indes nicht für die hier einzig relevanten Monate April und Mai. In der Einsprache führt sie selber aus, es hätten die Daten für die Monate Juni, Juli und August neu erfasst werden müssen. Dies konnte aber die fristgerechte Antragstellung der Vormonate nicht hindern, lagen deren Stundenzettel doch längst unterzeichnet (und gebucht) vor. Nachvollziehbar ist, dass ein das gesamte IT-System lahmlegender Hackerangriff einen Betrieb stark belasten kann. Dieses unerwartete Ereignis betraf jedoch den Gesamtbetrieb und erforderte gewiss eine Umstellung von Arbeitsprozessen. Anderseits führte die Beschwerdeführerin selber aus, die Arbeitsauslastung sei - ohne Hackerangriff - tief gewesen, der Mehrbelastung infolge Hackerangriff sei man durch Aufhebung der Kurzarbeit begegnet, was aufgrund der tiefen Auslas- tung möglich gewesen sei. Zudem verweist die Vorinstanz zu Recht auf die höchstrichterliche Rechtsprechung, wonach betriebliche Arbeitsbelastung keinen Rechtfertigungsgrund darstellt (Urteil BGer C 13/06 vom 20.6.2006 Erw. 3.2). Kommt hinzu, dass die Mitte September mit dem eingereichten Antrag notwendi- gen Daten ohnehin bereits seit Anfang Juni in Papierform vorlagen und hätten eingereicht werden können. Der Hackerangriff hatte auf die Antragstellung für die Monate April und Mai somit direkt keinen Einfluss. 4.4Im Übrigen wäre es der Beschwerdeführerin im mindesten zumutbar gewe- sen innert Frist den Antrag auf KAE unter Hinweis auf die noch ausstehenden, betrieblichen Unterlagen - insbesondere zu den AHV-pflichtigen Lohnsummen - einzureichen (vgl. Vi-act. 41/42). Alsdann hätte die Vorinstanz eine angemesse- ne Frist zum Nachreichen der entsprechenden bzw. erforderlichen Unterlagen ansetzen können. 4.5Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde damit als unbegründet. Die Beschwerdeführerin vermag den Nachweis nicht zu erbringen, dass ihr die fristgerechte Beantragung von Kurzarbeit für die Monate April und Mai 2020 un- verschuldet nicht möglich war. 5.Es werden keine Kosten erhoben (Art. 61 lit. f bis ATSG).10 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -die Beschwerdeführerin (R) -die Vorinstanz (EB) -und das Staatssekretariat für Wirtschaft, SECO, 3003 Bern (A). Schwyz, 17. August 2021 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Die Gerichtsschreiberin: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 19. August 2021