A bteilung IV D -2953/2007 {T 0/2} U rteil vom 24. M ai 2007 M itw irkung: R ichter M artin Zoller, Bendicht Tellenbach, G érard Scherrer G erichtsschreiber D aniel W idm er S._______, geboren_______, Serbien, w ohnhaft_______, vertreten durch_______, G esuchsteller gegen B underverw altungsgericht, Schw arztorstrasse 59, Postfach, 3000 Bern 14, G esuchsgegner betreffend R evision des U rteils des B undesverw altungsgerichts vom 9. M ärz 2007 i.S. Vollzug der W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B underverw altungsgericht stellt fest, I. dass das Bundesam t für M igration (BFM ) m it Verfügung vom 18. Januar 2007 das Asyl- gesuch des G esuchstellers vom 25. Septem ber 2006 abw ies und die W egw eisung sow ie deren Vollzug anordnete, dass das Bundesverw altungsgericht eine am 13. Februar 2007 betreffend den W egw ei- sungsvollzug erhobene Beschw erde m it U rteil vom 9. M ärz 2007 abw ies, sow eit es dar- auf eintrat, II. dass der R echtsvertreter des G esuchstellers beim BFM m it Eingabe vom 12. April 2007 um w iedererw ägungsw eise Aufhebung des U rteils des Bunderverw altungsgerichts vom 9. M ärz 2007 ersuchte, dass das BFM am 26. April 2007 die Eingabe zur Ü berprüfung an das Bundesverw al- tungsgericht w eiterleitete, und zur Begründung ausführte, m it den Vorbringen in der Ein- gabe vom 12. April 2007 w ürden w eder w esentliche Veränderungen der Sachlage im w iedererw ägungsrechtlichen Sinne noch G ründe für ein neues Asylverfahren geltend gem acht, für deren Behandlung das BFM zuständig w äre, dass das Bundesverw altungsgericht m it Zw ischenverfügung vom 4. M ai 2007 die G esu- che um Aussetzung des W egw eisungsvollzuges sow ie um G ew ährung der unentgeltli- chen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahrensgesetz (Vw VG , SR 172.021) abw ies und dem G e- suchsteller Frist bis zum 21. M ai 2007 zur Leistung eines Kostenvorschusses in H öhe von Fr. 1'200.-- setzte (Art. 37 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun- desverw altungsgericht [VG G , SR 173.32] i.V.m . Art. 63 Abs. 1 Vw VG ), verbunden m it der Androhung, bei ungenutztem Fristablauf w erde auf das R evisionsgesuch nicht ein- getreten, dass der zuständige Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts zur Begründung im W esentlichen ausführte, der R echtsvertreter des G esuchstellers trete beim Bundes- verw altungsgericht beziehungsw eise dessen Vorgängerorganisation in Asylangelegen- heiten in einer Vielzahl von Fällen in Erscheinung beziehungsw eise sei bei diesen Insti- tutionen in einer Vielzahl von Fällen in Erscheinung getreten, dass dem G esuchsteller daher hinlänglich bekannt sei, w onach es sich bei der W ieder- erw ägung um ein gegenüber der R evision subsidiäres R echtsm ittel handle (vgl. U rsina Beerli-Bonorand, D ie ausserordentlichen R echtsm ittel des Bundes und der Kantone, Zü- rich 1985, S. 51), im Asylverfahren praxisgem äss einzig eine erstinstanzliche Verfügung 3 Anfechtungsobjekt eines W iedererw ägungsgesuchs, dem gegenüber lediglich ein Be- schw erdeurteil G egenstand einer R evision sein könne (vgl. im Ü brigen zur Abgrenzung des W iedererw ägungsgesuchs vom R evisionsgesuch sow ie auch vom neuen Asylge- such Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2001 N r. 20 E. 3c.dd S. 156; 1998 N r. 1 E. 6 S. 10 ff.; N r. 3 E. 3a S. 21; N r. 8 E. 3 S. 53 f.; 1995 N r. 9 E. 5 S. 80 f.; N r. 21 E. 1c S. 204), dass im G esuch vom 12. April 2007 nicht eine seit dem - die R echtskraft der Verfügung des BFM vom 18. Januar 2007 herbeiführenden - Erlass des Beschw erdeurteils vom 9. M ärz 2007 w esentlich veränderte Sach- oder R echtslage geltend gem acht, sondern ar- gum entativ und m it H ilfe von D okum enten versucht w erde, den R echtsm ittelentscheid vom 9. M ärz 2007 als von Anfang an fehlerhaft erscheinen zu lassen, w obei folgerichtig dessen Aufhebung beantragt w erde, dass die Eingabe vom 12. April 2007 angesichts der darin gestellten Begehren, deren Begründung und der zugehörigen Bew eism ittel als G esuch um R evision des U rteils des Bundesverw altungsgerichts vom 9. M ärz 2007 zu betrachten sei, dass - so der Instruktionsrichter - unter diesen U m ständen darauf verzichtet w erden könne, dem G esuchsteller eine Frist zur allfälligen Ergänzung seiner Eingabe zu setzen, dass das R evisionsgesuch ein ausserordentliches R echtsm ittel darstelle, dessen Einrei- chung den Vollzug der W egw eisung grundsätzlich nicht hem m e (Art. 112 Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31), dass indes das Bundesverw altungsgericht den Vollzug der W egw eisung im Sinne einer vorsorglichen M assnahm e gem äss Art. 126 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BG G , SR 173.110) aussetzen könne (Art. 112 Abs. 4 AsylG ), dass eine entsprechende vorsorgliche M assnahm e indes nur angeordnet w erden soll, falls konkrete H inw eise für die Begründetheit des Begehrens vorliegen und der Vollzug der W egw eisung einen erheblichen und nicht w iedergutzum achenden N achteil bew irken w ürde (vgl. Beerli-Bonorand, a.a.O ., S. 160 f.), dass der G esuchsteller dem nach ein privates Interesse am Verbleib in der Schw eiz dar- zutun habe, w elches das grundsätzlich erhebliche öffentliche Interesse am rechtskräftig verfügten Vollzug der W egw eisung überw iege, dass - so der Instruktionsrichter w eiter - zur Begründung des R evisionsgesuches im W e- sentlichen geltend gem acht w erde, in seinem U rteil vom 9. M ärz 2007 habe das Bun- desverw altungsgericht trotz der allgem ein prekären Lage der M inderheiten im Kosovo und der detaillierten Ausführungen über die M orddrohungen und körperlichen Ü bergriffe auf den G esuchsteller daran gezw eifelt, dass sich dieser in reeller G efahr befinde, dass zw ar die nunm ehr zu den Akten gereichten neuen, bisher unveröffentlichten D oku- m ente (Bericht des M edizingerichts in B._______ vom 17. Juli 2006 und Todesbescheinigung vom 18. Juli 2006 sam t Ü bersetzungen; ein ebenfalls erw ähntes O bduktionsprotokoll fehle) den Tod des erm ordeten M ._______, eines nahen Verw andten des G esuchstellers, bestätigen w ürden, und dam it w ohl aufgezeigt w erden soll, dass die Fam ilie des G esuchstellers verfolgt w erde und dessen Leben bei einer R ückkehr in den H eim atstaat erheblich gefährdet w äre, dass dem gegenüber - so das Bundesverw altungsgericht - die Bew eism ittel, ungeachtet der Frage, w arum es dem G esuchsteller nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt m ög-4 lich gew esen sein soll, sie im Beschw erdeverfahren einzureichen, nicht revisionsrecht- lich erheblich sein dürften, dass es sich bei den erw ähnten D okum enten lediglich um Kopien handle und unbekannt sei, w ie der G esuchsteller in deren Besitz gelangt ist, so dass ihnen kaum Bew eiskraft zukom m e, dass M ._______ zw ar denselben Fam iliennam en w ie der G esuchsteller trage, dam it jedoch keinesfalls dargetan sei, dass es sich dabei um einen nahen Verw andten handle, dass M ._______. in B._______ und nicht im Kosovo w ohnhaft gew esen sei, und die Todesursache unbekannt sei, dass abgesehen davon aufgrund der Aktenlage davon auszugehen sei, dass der G e- suchsteller seit Ende des Jahres 2003 (oder vorher) ebenfalls in B._______ w ohnhaft gew esen sei, dass unter diesen U m ständen - der angeblich nahe Verw andte m it W ohnsitz in dersel- ben Stadt sei am 17. Juli 2006 gestorben - davon auszugehen sei, dass dem G esuch- steller die nunm ehr geltend gem achten Vorbringen bereits vor seiner am 22. Septem ber 2006 erfolgten Ausreise aus dem H eim atstaat bekannt gew esen oder im Verlauf des vorangegangenen Asyl- und Beschw erdeverfahrens bekannt gew orden seien, dass er diese Vorbringen m ithin bereits im Verlauf des vorangegangenen Asyl- und Be- schw erdeverfahrens hätte darlegen können, w eshalb sie nun nicht als R evisionsgründe gelten könnten (Art. 66 Abs. 3 Vw VG ), dass es dem G esuchsteller m it seiner Eingabe und den genannten R evisionsvorbringen nicht gelinge, das für eine Vornahm e vorsorglicher M assnahm en erforderliche überw ie- gende private Interesse am Verbleib in der Schw eiz darzutun, dass das R evisionsgesuch aufgrund dieser Erw ägungen als offensichtlich unbegründet und zum Vornherein aussichtslos erscheinend zu bezeichnen sei, w eshalb das G esuch um Aussetzung des Vollzuges der W egw eisung m angels erheblich überw iegendem pri- vaten Interesse des G esuchstellers am Verbleib in der Schw eiz abzuw eisen sei, dass eine Partei, die nicht über die erforderlichen M ittel verfüge, auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit w erde, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheine (Art. 37 VG G i.V.m . Art. 65 Abs. 1 Vw VG ), w obei für die Beurteilung der Pro- zesschancen eine sum m arische Prüfung vorzunehm en sei, dass, da die im R evisionsgesuch form ulierten Begehren aufgrund obiger Erw ägungen als aussichtslos erscheinen w ürden, es - so der Instruktionsrichter abschliessend - an den m ateriellen Voraussetzungen zur G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG fehle, w eshalb das G esuch um G ew ährung der unent- geltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG abzuw eisen sei, und unter diesen U m ständen zur D eckung der m utm asslichen Verfahrenskosten ein Kostenvor- schuss erhoben w erden m üsse (Art. 37 VG G i.V.m . Art. 68 Abs. 2 und Art. 63 Abs. 4 Vw VG ), dass der Kostenvorschuss am 18. M ai 2007 fristgerecht geleistet w urde,5 und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht für die Beurteilung von G esuchen um R evision sei- ner U rteile zuständig ist (Art. 45 VG G ) und dabei in der Besetzung m it drei R ichtern oder R ichterinnen entscheidet (Art. 21 Abs. 2 VG G ), sofern das R evisionsgesuch nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters beziehungsw eise der Einzelrichterin fällt (Art. 23 VG G ; Art. 111 Abs. 2 AsylG ), dass aus den nachstehend dargelegten G ründen ein offensichtlich unbegründetes R evi- sionsgesuch vorliegt, w eshalb der Entscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 3 AsylG in analogiam ), dass der G esuchsteller ein schutzw ürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Beschw erdeurteils hat und daher zur Einreichung eines R evisionsgesuches legiti- m iert ist (Art. 48 Abs. 1 Bst. c Vw VG in analogiam ; vgl. Beerli-Bonorand, a.a.O ., S. 65 ff.), dass der G esuchsteller sinngem äss den R evisionsgrund des nachträglichen Vorliegens erheblicher Tatsachen beziehungsw eise entscheidender Bew eism ittel anruft, und sich die Eingabe dam it als hinreichend begründet erw eist, dass auf das im Ü brigen frist- und form gerecht eingereichte (Art. 124 VG G ; Art. 47 VG G i.Vm . Art. 67 Abs. 3 und Art. 52 Vw VG ) R evisionsgesuch deshalb einzutreten ist, dass m it dem ausserordentlichen R echtsm ittel der R evision die U nabänderlichkeit und M assgeblichkeit eines rechtskräftigen Beschw erdeentscheides angefochten w ird, im H inblick darauf, dass die R echtskraft beseitigt w ird und über die Sache neu entschieden w erden kann (vgl. F. G ygi, Bundesverw altungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 229 f.), dass gem äss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BG G die R evision eines Entscheides verlangt w er- den kann, w enn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Bew eism ittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und Bew eism ittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind, dass erheblich im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BG G neue Tatsachen dann sind, w enn sie geeignet sind, die tatbeständliche G rundlage des angefochtenen Entscheides zu verändern und bei zutreffender rechtlicher W ürdigung zu einem anderen, für die ge- suchstellende Partei günstigeren Ergebnis zu führen, m it anderen W orten, w enn sie den Ausgang des Verfahrens beeinflussen können, dass revisionsw eise eingereichte Bew eism ittel nur dann zur R evision eines U rteils füh- ren können, w enn sie entw eder nachträglich in Erfahrung gebrachte, doch vorbestehen- de erhebliche Tatsachen erhärten oder geeignet sind, dem Bew eis von Tatsachen zu dienen, die zw ar im früheren Verfahren bekannt gew esen, aber zum N achteil der ge- suchstellenden Partei unbew iesen geblieben sind, und w enn sie bei Vorliegen im or- dentlichen Verfahren verm utlich zu einem anderen Entscheid geführt hätten, dass G ründe im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BG G nicht als R evisionsgründe gelten, w enn die Partei sie im Verfahren, das dem Beschw erdeentscheid voranging, beibringen 6 konnte, dem nach sow ohl neu geltend gem achte, vorbestehende Tatsachen als auch neue oder neu erhältlich gem achte Bew eism ittel nur dann einen R evisionsgrund bilden, w enn die gesuchstellende Partei sie auch bei zum utbarer Sorgfalt im erstinstanzlichen Verfahren oder im ordentlichen R echtsm ittelverfahren nicht kennen oder beibringen konnte oder sie aus entschuldbaren G ründen nicht vorgebracht hat (EM AR K 2002 N r. 13 a.a.O . sow ie E. 5b S. 113 f.), dass die Vorbringen in der R echtsm itteleingabe nicht geeignet sind, eine Änderung des angefochtenen U rteils herbeizuführen, dass dem G esuchsteller bereits m it Zw ischenverfügung vom 4. M ai 2007 (vgl. oben) ausführlich dargelegt w urde, w eshalb seine Vorbringen im R evisionsgesuch - da aus- sichtslos - keine Änderung in der Frage der D urchführbarkeit des W egw eisungsvollzugs zu bew irken verm ögen, dass eine Änderung der Sachlage hinsichtlich der Begehren von dam als zw ischenzeit- lich nicht eingetreten ist, dass - um W iederholungen zu verm eiden - daher ebenfalls vollum fänglich auf die Aus- führungen in der erw ähnten Zw ischenverfügung verw iesen w erden kann, dass zusam m enfassend festzuhalten ist, dass kein revisionsrechtlich relevanter Sach- verhalt dargetan ist und dem zufolge das G esuch um R evision des U rteils des Bundes- verw altungsgerichts vom 9. M ärz 2007 abzuw eisen ist, dass das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) bereits m it Zw ischenverfügung vom 4. M ai 2007 abgew iesen w urde, w eshalb die Kosten des Verfahrens von Fr. 1'200.-- dem G esuchsteller aufzuerlegen (Art. 37 VG G i.V.m . Art. 63 Abs. 1 Vw VG ; Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) und m it dem am 18. M ai 2007 geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe zu verrechnen sind. (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D as R evisionsgesuch w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 1'200.--, w erden dem G esuchsteller auferlegt. D ie Verfahrenskosten sind durch den in gleicher H öher geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und w erden m it diesem verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des G esuchstellers, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r._______) - _______ D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M artin Zoller D aniel W idm er Versand am :