<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">2A.720/2005 /vje </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 13. Januar 2006 </div> <div class="para">II. Öffentlichrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Merkli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Hungerbühler, Müller, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Küng. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para">vertreten durch das Schadenzentrum VBS, </div> <div class="para">Effingerstrasse 55, 3003 Bern, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdegegner, </div> <div class="para">Präsident der Rekurskommission VBS, Oberlandstrasse 25, 8133 Esslingen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Regress aus Verkehrsunfall, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil </div> <div class="para">des Präsidenten der Rekurskommission VBS </div> <div class="para">vom 7. November 2005 als Einzelrichter. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para">A. </div> <div class="para">Am 13. Oktober 2003 kollidierte Soldat X.________ (geb. 1983), der damals den Militärdienst mit der LW NA/Uem RS absolvierte, mit seinem Militäranhängerzug anlässlich eines Wendemanö-vers zwischen Baldegg und Gelfingen beim Wiedereinbiegen in die Hauptstrasse mit dem Personenwagen von Y.________. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der bei diesem Unfall verursachte Sachschaden von insgesamt Fr. 7'989.16 (Fr. 722.36 am Lastwagen, Fr. 7'266.80 Entschädigungen an Dritte) wurde von der Schweizerischen Eidgenossenschaft getragen. Mit Verfügung vom 13. Oktober 2004 auferlegte das Schadenzentrum des Eidgenössischen Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (Schadenzentrum VBS) X.________ - wegen grobfahrlässiger Verletzung einer Dienstpflicht (Art. 139 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 3. Februar 1995 über die Armee und die Militärverwaltung [Militärgesetz, MG; SR 510.10]) bzw. von Regeln des Bundesgesetzes über den Strassenverkehr (Missachtung des Vortrittsrechts, <span class="artref">Art. 36 Abs. 2 SVG</span>) - gestützt auf <span class="artref">Art. 138 MG</span> eine Schadenbeteiligung von Fr. 559.-- (bzw. 7 % des Gesamtschadens). </div> <div class="para">Dagegen wandte sich X.________ an die Rekurskommission VBS. Da im selben Zusammenhang auch eine militärische Strafuntersuchung eingeleitet worden war, sistierte der Präsident der Rekurskommission VBS das Verfahren bis zu deren Abschluss. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit (militärischer) Disziplinarstrafverfügung vom 30. August 2005 wurde X.________ vom strafenden Kommandanten wegen eines leichten Falles der (einfach fahrlässigen) Verletzung von Verkehrsregeln (<span class="artref">Art. 90 Ziff. 1 SVG</span> in Verbindung mit Art. 218 Abs. 3 MStGB) mit einem Verweis bestraft. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident der Rekurskommission VBS (als Einzelrichter) hiess die Beschwerde von X.________ mit Urteil vom 7. November 2005 gut und hob die angefochtene Verfügung auf. </div> <div class="para">B. </div> <div class="para">Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 8. Dezember 2005 beantragt das Schadenzentrum VBS dem Bundesgericht, das Urteil des Präsidenten der Rekurskommission vom 7. November 2005 aufzuheben und den erstinstanzlichen Entscheid des Schadenzentrum zu bestätigen. </div> <div class="para">Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Eine Bundesbehörde, welche gegen den Entscheid einer anderen Bundesbehörde Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhebt, führt zweckmässigerweise die Rechtsgrundlagen an, aus denen sie ihre Beschwerdebefugnis herleitet (vgl. <span class="artref"><artref id="CH/173.110/103/c" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/103/b" type="start"></artref>Art. 103 lit. b und c OG</span><artref id="CH/173.110/103/c" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/c" type="end"></artref>). Wie es sich vorliegend damit verhält - ob das Schadenzentrum VBS aufgrund einer entsprechenden Unterschriftsberechtigung im Namen des gemäss <span class="artref">Art. 103 lit. b OG</span> legitimierten Departementes handelt oder aber als Amtsstelle sich hiefür auf eine spezielle Ermächtigungsnorm stützen kann - , braucht aufgrund der folgenden Erwägungen hier nicht weiter abgeklärt zu werden. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Das Schadenzentrum schildert den in Frage stehenden Sachverhalt zwar aus eigener Sicht, stützt sich aber auf die tatsächlichen Feststellungen des angefochtenen Entscheides. Es rügt denn auch nicht, diese seien offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen zustande gekommen, weshalb das Bundesgericht daran gebunden ist (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 OG</span>). </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">3.1 Die Vorinstanz hat den für die Beurteilung der Regressforderung massgebenden Begriff der Grobfahrlässigkeit im Sinne von <span class="artref"><artref id="CH/510.10/139/1" type="start"></artref>Art. 138 und 139 Abs. 1 MG</span><artref id="CH/510.10/138" type="end"></artref> zutreffend dargelegt (vgl. dazu etwa Urteil 2A.585/ 2004 vom 11. Januar 2005 E. 2.3). Der Beschwerdeführer macht denn auch insoweit mit gutem Grund keine Verletzung von Bundesrecht geltend. </div> <div class="para">3.2 Die Vorinstanz hat einlässlich dargelegt, aus welchen Gründen dem Beschwerdegegner keine grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann. Gestützt auf diese schlüssigen Ausführungen, auf die vollumfänglich verwiesen werden kann, durfte sie ohne Bundesrechtsverletzung annehmen, dem Beschwerdegegner sei als Fahrer des Militärfahrzeuges kein grobfahrlässiges Verhalten im Sinne von <span class="artref"><artref id="CH/510.10/139/1" type="start"></artref>Art. 138 und 139 Abs. 1 MG</span><artref id="CH/510.10/138" type="end"></artref> zur Last zu legen. Sie hat dabei alle wesentlichen Umstände des konkreten Falles in vertretbarer Weise gewürdigt. Ihr Entscheid hält sich klarerweise noch innerhalb des Beurteilungsspielraumes, welcher der Vorinstanz in einer Angelegenheit der vorliegenden Art einzuräumen ist. Der Fall wirft auch keine neuen Grundsatzfragen auf, welche einer näheren Erörterung durch das Bundesgericht bedürften. </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist aus diesen Gründen abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang hat der Beschwerdeführer die Kosten des Verfahrens vor Bundesgericht zu tragen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/156/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/156/1" type="start"></artref>Art. 156 Abs. 1 und 2 OG</span><artref id="CH/173.110/156/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Eidgenössischen Dedpartement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (Schadenzentrum VBS) auferlegt. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Präsident der Rekurskommission VBS schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 13. Januar 2006 </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>