200 14 633 UV SCP/SAW/SEE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil des Einzelrichters vom 4. Februar 2015 Verwaltungsrichter Schütz Gerichtsschreiberin Winiger A.________ Beschwerdeführer gegen Visana Versicherungen AG Leistungszentrum UVG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15 Beschwerdegegnerin betreffend Einspracheentscheid vom 6. Juni 2014 (13.016961/1) Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1953 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war über seine Arbeitgeberin bei der Visana Versicherungen AG (Visana bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als er am 13. Januar 2013 während einer Kartfahrt mit einem anderen Fahrzeug kollidierte (vgl. Bagatellunfall-Meldung UVG vom 10. September 2013; Akten der Visana [act. II] 1). Gemäss seinen Angaben im Arztzeugnis UVG vom 20. Septem- ber 2013 (act. II 2) habe er nach dem Unfall einen akuten Schmerz im lin- ken Knie verspürt und nehme seither im Verlaufe des Tages Schwellungen, intermittierende Blockierungen der Flexion sowie Schmerzen bei bestimm- ten Bewegungen in der linken Inguina wahr. Die Erstbehandlung der Knieschmerzen fand am 11. März 2013 beim Hausarzt, Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, statt (act. II 2). Dieser überwies den Versicherten im September 2013 an Dr. med. C.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Trau- matologie des Bewegungsapparates FMH (act. II 5). Nach weiteren Ab- klärungen unterzog sich der Versicherte am 24. September 2013 einer Kniearthroskopie mit medialer Teilmeniskektomie (act. II 6). Das am 20. September 2013 eingereichte Kostengutsprachegesuch betref- fend die Spitalkosten (act. II 3), lehnte die Visana am 1. Oktober 2013 vor- erst mangels Vorliegen medizinischer Unterlagen ab (act. II 4). Nach Einho- lung des Operationsberichts (act. II 6) und einer Stellungnahme ihres bera- tenden Arztes, Dr. med. D.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH (act. II 9), verfügte die Visana am 3. April 2014 die Einstellung ihrer Leistungen im Zusammen- hang mit dem Ereignis vom 13. Januar 2013 per 1. April 2013 (act. II 10). Zur Begründung führte sie aus, aufgrund der allgemeinen Erfahrung könne nach Kontusionsverletzungen ohne erkennbare dauerhafte makrostruktu- relle Schäden nach spätestens drei Monaten von einem status quo sine ausgegangen werden. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 3 Die hiergegen am 19. Mai 2014 erhobene Einsprache (act. II 20) wies die Visana, gestützt auf eine weitere Aktenbeurteilung ihres beratenden Arztes (act. II 21), mit Entscheid vom 6. Juni 2014 (act. II 22) ab. B. Am 29. Juni 2014 erhob der Versicherte gegen den Einspracheentscheid vom 6. Juni 2014 Beschwerde. Er beantragt dessen Aufhebung. Mit Eingabe vom 5. August 2014 schliesst die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Nachdem der Instruktionsrichter mit Schreiben vom 13. August 2014 beim Hausarzt den vollständigen Auszug der Krankengeschichte ab dem 21. Ja- nuar 2013 (vgl. hierzu das Schreiben des Hausarztes vom 18. August 2014) ediert hatte, gab er dem Beschwerdeführer mit prozessleitender Ver- fügung vom 26. August 2014 Gelegenheit sich zu den beweismässigen Feststellungen und zum genauen Ereignisverlauf zu äussern. Mit Eingabe vom 11. September 2014 bestätigte der Beschwerdeführer seine Rechtsbegehren und nahm unter anderem zum Unfallhergang Stel- lung. Am 15. September 2014 holte der Instruktionsrichter weitere Angaben bei der Kartbahnbetreiberin ein (vgl. Schreiben der E.________ vom 25. Sep- tember 2014) und gab den Parteien mit prozessleitender Verfügung vom 29. September 2014 Gelegenheit zur Einreichung von Schlussbemerkun- gen. Nachdem beide Parteien abschliessende Ausführungen eingereicht hatten, schloss der Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfügung vom 22. Ok- tober 2014 das Beweisverfahren.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 4 Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 6. Juni 2014 (act. II 22). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Unfallversicherung ab dem 1. April 2013 (act. II 10) und dabei insbesondere, ob die operativ angegangene Kniebinnenproblematik in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 13. Januar 2013 steht. 1.3Der Beschwerdeführer ist nach eigenen Angaben seit der Operation wieder vollständig beschwerdefrei (vgl. Replik S. 4). Da eine längere Ar- beitsunfähigkeit in den Akten (vgl. act. II 2, 6) weder ausgewiesen ist noch vom Beschwerdeführer geltend gemacht wird, steht hauptsächlich der An- spruch auf Heilbehandlung in Frage. Unter Berücksichtigung der angefalle- nen Heilbehandlungskosten ab Einstellung der Versicherungsleistungen (Behandlung und Operation durch Dr. med. C.________, Spitalaufenthalt, Nachkontrollen [vgl. u.a. act. II 13], Physiotherapie [act. II 15 f.]) ist davon auszugehen, dass der Streitwert weit unter Fr. 20'000.-- liegt, weshalb die Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 5 Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi- cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein- wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi- schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 2.2Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen- hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). 2.2.1Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja- hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 6 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs- recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be- finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 2.2.2Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa- che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die- ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 122 E. 5.2). 2.2.3Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358). 2.3Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi- cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus- schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan- des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine) erreicht ist (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; RKUV 1994 U 206 S. 328 E. 3b).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 7 3. 3.1Zum Ereignishergang ergibt sich aus den Unterlagen das Folgende: 3.1.1In der Einsprache vom 19. Mai 2014 (act. II 20 S. 1) schilderte der Beschwerdeführer das Ereignis vom 13. Januar 2013 wie folgt: «Am Sonntag, 13. Januar 2013 bin ich auf der … Kartbahn … von einem anderen Kartfahrer, der mit hohem Tempo unterwegs war, „abgeschossen“ worden. Nach einem Dreher war ich annähernd im Stillstand, als der andere Kartfahrer in meine linke Fahrzeugseite geprallt ist. Den Aufprallwinkel kann ich nicht mit Sicherheit angeben, wobei dieser meines Erachtens eher bei 90° als bei 45° gelegen hat. Das Ereignis ist in wenigen Sekundenbruchtei- len abgelaufen. Dabei haben mein linkes Knie, aber auch mein linker Ellbo- gen und insbesondere auch mein Rücken einen massiven Schlag erhalten.» 3.1.2In der Beschwerde führte der Beschwerdeführer zum Ereignisver- lauf Folgendes aus: «Am Sonntag, 13. Januar 2013 bin ich anlässlich eines Familienanlass auf der Kartbahn … beim Kartfahren aufgrund eines Kollisionsereignisses ver- unfallt. Ein anderer Kartfahrer ist dabei mit hoher Wucht in mich geprallt. Neben dem heftigen Aufprall hat es meinen Kart gedreht. Auch mich selber hat es stark verdreht. Nur knapp konnte ich verhindern, aus dem Kart gewor- fen zu werden. In der ersten Phase habe ich starke Rückenschmerzen ver- spürt. Dieser Körperteil hat mich vorerst beschäftigt und beunruhigt. Weniger Beachtung geschenkt habe ich den Schmerzen im linken Knie und Ellbo- gen.» 3.1.3Im Rahmen der vom Instruktionsrichter veranlassten Abklärungen gab die Kartbahnbetreiberin an (vgl. Schreiben der E.________ vom 25. September 2014), A.________ habe am 13. Januar 2013 bei ihr zwei Fahr- ten zu je 10 Minuten bestritten. Zum geschilderten Ereignisverlauf führte sie aus, dieser klinge für sie plausibel und nachvollziehbar, sofern sich der Zusammenstoss in der letzten Runde ereignet habe und der Beschwerde- führer danach in die Boxen gefahren sei. Der Umstand, dass zwei Monate nach dem Besuch ein Arzt aufgesucht worden sei, sei ihrerseits aber abso- lut nicht nachvollziehbar. Zur Begründung präzisierte sie, hätte sich A.________ das Knie verletzt, wäre der Schmerz wahrscheinlich schon nach der Fahrt aufgetreten und er hätte sich umgehend bei ihr gemeldet, um ein Unfallprotokoll aufzunehmen. Auch der Umstand, dass das Knie betroffen sei, erstaune sie ein wenig. So wie der Zusammenstoss geschil- dert worden sei, würden die meisten Betroffenen über Schmerzen im Rip- pen- und Nackenbereich klagen. Sie könne sich nicht daran erinnern, dass Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 8 sich einer ihrer Kunden je das Knie verletzt habe. Weiter reichte sie ein Bild des vom Beschwerdeführer gefahrenen Karts ein und erläuterte dazu, die Pedale seien verstellbar und würden vom Personal so reguliert, dass eine Berührung mit dem Steuerrad vermieden werde. 3.2In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen: 3.2.1Aus der vom Hausarzt, Dr. med. B.________, eingereichten Kran- kengeschichte ergeht, dass der Beschwerdeführer am 21., 24. und 31. Ja- nuar 2013 sowie am 4. Februar 2013 wegen einer bekannten Bursitis am rechten Ellenbogen in Behandlung war. Weiter befundete der Hausarzt am 11. März 2013 erstmals einen unklaren Kniegelenkserguss links und diffe- rentialdiagnostisch (dd) eine Meniskusläsion. Zu den subjektiven Angaben des Patienten hielt er fest, dieser habe nach einem Umfall im Januar einen akuten Schmerz im linken Knie verspürt und nehme seither im Verlaufe des Tages Schwellungen, zunehmende Blockierungen der Flexion und Schmerzen bei bestimmten Bewegungen in der linken Inguina wahr. Als objektiver Befund vermerkte er eine endständig schmerzhafte Flexion über die mediale Gelenkspalte mit wenig Erguss, eine freie Extension, eine wei- che Wade und normale Hüfte. Den Röntgenbefund stufte er im Wesentli- chen als normal ein. Am 25. Juni 2013 notierte sich Dr. med. B.________, der Patient klage erneut über eine Schwellung am linken Knie nach forcier- ter Flexion im Turnen, habe aber keine Blockade und auch keine Über- wärmung. Objektiv kam er zum Schluss, dass kein eigentlicher Erguss be- stehe, sondern eher eine peripatelläre druckdolente Weichteilschwellung (vgl. Schreiben von Dr. med. B.________ vom 18. August 2014; in den Gerichtsakten). Im Arztzeugnis UVG vom 20. September 2013 (act. II 2) diagnostizierte Dr. med. B.________ Knieschmerzen links mit Erguss, dd eine Meniskus- läsion und bestätigte im Übrigen die Angaben des Krankengeschichtsein- trags vom 11. März 2013. 3.2.2Der Orthopäde, Dr. med. C.________, nannte im Operationsbericht vom 24. September 2013 (act. II 6) als Diagnose einen Abriss des media- len Meniskushinterhornes und ein korrespondierender viertgradiger Knor-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 9 pelschaden grossflächig am medialen Femurkondylus Knie links. Zudem vertrat er die Meinung, ein Zusammenhang mit dem Unfall vom Januar 2013 sei bei durchgerissenem medialen Meniskushinterhorn sehr wahr- scheinlich. 3.2.3In der Stellungnahme vom 25. Februar 2014 (act. II 9) gab Dr. med. D.________ an, das Ereignis habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest als Teilursache zu den Knieschmerzen links geführt. Dabei sei der Vorzustand, die medial und femoropatellar betonte Gonarthrose sowie die mediale Meniskusläsion, vorübergehend verschlimmert worden. Zur Begründung führte er aus, der vom Versicherten geschilderte Unfallher- gang, wonach der Zusammenstoss zu einer Kontusion des linken Knies geführt habe, sei nicht geeignet, eine Knieverletzung auszulösen, die über das Ausmass einer Kontusion hinausgehe resp. sei eine morphologische Beeinflussung intraartikulärer Strukturen/Pathologien, namentlich eine rich- tunggebende Verschlimmerung einer Arthrose oder einer Meniskusläsion, auf diese Art kaum möglich. Aufgrund der allgemeinen Erfahrung könne nach Kontusionsverletzungen ohne erkennbare dauerhafte makrostruktu- relle Schäden nach spätestens drei Monaten von einem status quo sine ausgegangen werden. Die operativ angegangene Kniebinnenproblematik sei daher überwiegend wahrscheinlich in ihrer Gesamtheit als unfallfremd anzusehen. 3.2.4Am 7. Mai 2014 (act. II 19) nahm Dr. med. C.________ zur Beurtei- lung der Kniearthroskopie nochmals Stellung und vertrat die Meinung, dass es sich vorliegend eindeutig um eine Unfallfolge handle und weder ein sta- tus quo ante noch ein status quo sine bestehe, sei doch sein Patient seit der Arthroskopie beschwerdefrei. Des Weiteren führte er aus, obwohl im Kniegelenk zweifellos bereits Verschleisserscheinungen zu sehen gewesen seien – wie bei über sechzigjährigen Menschen fast zwangsläufig – und klar sei, dass der Meniskus vor dem Unfallereignis nicht mehr jungfräulich ausgesehen habe, sei der Unfall nötig gewesen, damit der Meniskus habe abgerissen werden können. Zur Begründung erläuterte er, der Riss sei ra- diär verlaufen und entspreche nicht der üblichen rein degenerativen Riss- form. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 10 3.2.5Dr. med. D.________ wies in seiner Beurteilung vom 3. Juni 2014 (act. II 21) im Wesentlichen darauf hin, dass sich der Beschwerdeführer wegen den Knieschmerzen erstmals am 11. März 2013 – mit einer Latenz von etwa 10 Wochen – in ärztliche Behandlung begab und fügte an, dies mache eine kausale Zuordnung naturgemäss sehr schwierig resp. sei diese zu diesem Zeitpunkt für die meisten Pathologien (auch für eine Meniskus- läsion) nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit möglich. Des Wei- teren stellte er fest, dass Dr. med. B.________ gar keine näher eingrenzba- re Diagnose genannt und eine Meniskusläsion lediglich dd in Erwägung gezogen habe. Rezidivierende Blockaden, die für eine derartige Pathologie sehr typisch gewesen wären, seien daher damals noch nicht vorhanden gewesen. Ferner habe Dr. med. B.________ wahrscheinlich auch sonst das Risiko einer Meniskusverletzung zum damaligen Zeitpunkt als nicht wesentlich erachtet, da er ansonsten fast sicher weitergehende bildgeben- de Abklärungen oder eine Überweisung an einen Spezialisten veranlasst hätte. Letztere sei jedoch erst im September 2013 – und damit mehr als acht Monate nach dem Unfall – erfolgt. 3.3Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag- gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei- nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 11 gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.4Das Gericht stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest und ist dabei an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 18 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 84 Abs. 3 VRPG). 4. 4.1Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer am 13. Januar 2013 einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat (E. 2.1 hier- vor). Weiter steht fest, dass vorliegend einzig die operativ angegangene Kniebinnenproblematik umstritten ist. Gemäss den Angaben des Be- schwerdeführers seien die anderen vom Ereignis herrührenden Verletzun- gen (Rücken- und Ellenbogenbeschwerden) in den nachfolgenden Wochen selbstständig verheilt (vgl. Beschwerde S. 1 Ziff. 1). Umstritten ist hingegen, ob der Beschwerdeführer über die verfügte Leis- tungseinstellung per 1. April 2013 (act. II 10) hinaus weiterhin Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat. Dabei ist zu prüfen, ob beim be- sagten Ereignis – entsprechend der Auffassung der Parteien – das linke Knie geschädigt worden ist und bejahendenfalls, ob die operativ angegan- gene Kniebinnenproblematik in einem natürlichen und adäquaten Kausal- zusammenhang zum Ereignis vom 13. Januar 2013 steht. 4.2Entgegen den Darstellungen des Beschwerdeführers (vgl. act. II 20 S. 1, Beschwerde S. 1 Ziff. 1) ist gestützt auf die vorliegenden Akten nicht überwiegend wahrscheinlich, dass das linke Knie beim Ereignis vom 13. Januar 2013 im von ihm dargestellten Sinne geschädigt worden ist. Aus den Angaben der Kartbahnbetreiberin geht hervor, dass die Kart- Pedale individuell verstellbar sind und vom Personal so reguliert werden, dass eine Berührung der Knie mit dem Steuerrad vermieden wird. Dies entspricht einerseits der – durch ein Bild dokumentierten – Bauweise des vom Beschwerdeführer gefahrenen Karts und kongruiert mit der Erfahrung Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 12 und den Erkenntnissen der Kartbahnbetreiberin, wonach sich noch nie ein Kunde bei einem Zusammenstoss – wie dem Vorliegenden – das Knie ver- letzt habe (vgl. Stellungnahme der Kartbahnbetreiberin vom 25. September 2014). Weiter ist denn auch nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwer- deführer nach der Kollision kein Unfallprotokoll aufnehmen liess und für ihn die Fortführung des Familienanlasses im Vordergrund gestanden hatte (vgl. Schlussbemerkungen des Beschwerdeführers vom 6. Oktober 2014 S. 2 Ziff. 2a), obwohl er – gemäss seinen Angaben – nach dem Ereignis einen akuten Schmerz im linken Knie gespürt haben soll (act. II 2) und auch El- lenbogen- und Rückenschmerzen wahrgenommen hatte (act. II 20 S. 1), wovon er Letzteren die grössere Bedeutung beimass. Er hat die angeblich kollisionsbedingten Schmerzen und insbesondere auch die Knieschmerzen denn auch anlässlich der kurz nach dem Ereignis erfolgten ärztlichen Kon- sultationen wegen einer bekannten Bursitis am rechten Ellenbogen nie er- wähnt, was sich aus der Stellungnahme des Hausarztes vom 18. August 2014 zweifelsfrei ergibt (in den Gerichtsakten). Dies erstaunt, dürfte doch nach der allgemeinen Lebenserfahrung zu erwarten sein, dass ein Versi- cherter, der sich kurze Zeit nach einem Unfall wegen einer krankhaften Bursitis in ärztliche Behandlung begibt, dem Arzt auch von den übrigen Schmerzen berichtet, zumal insbesondere bei einem Anschlagschaden davon auszugehen ist, dass sich bereits kurz nach der Kollision ein Kniege- lenkserguss, wie es erstmals anlässlich der Konsultation vom 11. März 2013 befundet wurde (vgl. Krankengeschichte, in den Gerichtsakten), ge- zeigt hätte. Das vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang erwähn- te Motiv, «man wolle doch nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt springen» (vgl. Beschwerde S. 1 Ziff. 2), ist unter den gegebenen Umständen nicht stichhaltig. In der Stellungnahme vom 3. Juni 2014 (act. II 21) kam Dr. med. D.________ zudem zum Schluss, dass im Zeitpunkt der ersten Arztkonsul- tation am 11. März 2013 noch gar keine für eine Meniskusläsion typische rezidivierende Blockaden vorhanden gewesen seien. Dies erscheint mit Blick auf den Eintrag vom 11. März 2013 in der Krankengeschichte plausi- bel und nachvollziehbar. Denn Dr. med. B.________ nannte damals keine näher eingrenzbare Diagnose, sondern befundete lediglich einen unklaren Kniegelenkserguss links und dd eine Meniskusläsion. Weiter verordnete er Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 13 auch nur Analgesie und veranlasste weder weitergehende bildgebende Abklärungen noch eine Überweisung an einen Spezialarzt. Die Auffassung von Dr. med. D.________ wird zudem dadurch untermauert, dass Dr. med. B.________ in der Untersuchung am 25. Juni 2013 – und damit mehr als drei Monate nach der Erstkonsultation – festgestellt hat, dass erneut eine Schwellung im linken Knie nach forcierter Flexion im Turnen vorliege, je- doch keine Blockade, keine Überwärmung und auch kein eigentlicher Er- guss. Der Abriss des medialen Meniskushinterhornes wurde schliesslich von Dr. med. C.________ erst acht Monate nach dem Ereignis anlässlich der Operation vom 24. September 2013 diagnostiziert (act. II 6). 4.3Unter diesen Umständen ist nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Vorfalls vom 13. Januar 2013 sein linkes Knie in der geltend gemachten Weise verletzt hat, womit die natürli- che Kausalität nicht gegeben ist. Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der operativ angegangenen Kniebinnenproblematik keinen An- spruch auf Leistungen der Unfallversicherung hat. 4.4Ergänzend ist mit der Beschwerdegegnerin festzustellen, dass selbst wenn sich die Kollision auf das linke Knie ausgewirkt hätte, davon auszugehen wäre, dass das Ereignis vom 13. Januar 2013 bloss zu einer vorübergehenden und nicht richtunggebenden Verschlimmerung des be- kannten degenerativen Vorzustandes geführt hätte. Denn gestützt auf den Bericht des Dr. med. D.________ vom 25. Februar 2014 (act. II 9), welcher die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen erfüllt (vgl. E. 3.3 hiervor), wäre davon auszugehen, dass es beim Ereignis vom 13. Januar 2013 höchstens zu einer Kontusion gekommen wäre. Dr. med. D.________ legt in seiner Aktenbeurteilung für diesen Fall nachvoll- ziehbar dar, dass der vom Beschwerdeführer geschilderte Ereignisverlauf nicht geeignet wäre, eine morphologische Beeinflussung intraartikulärer Strukturen/Pathologien, namentlich eine richtunggebende Verschlimme- rung einer Arthrose oder einer Meniskusläsion, auszulösen. Da folglich nicht von einer ernsthaften Schädigung, die das Mass einer Kontusion nicht überstieg, auszugehen ist, überzeugt die Auffassung von Dr. med. D.________, wonach es beim Ereignis vom 13. Januar 2013 – wenn über-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 14 haupt – höchstens zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzu- standes gekommen wäre und der status quo sine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens nach drei Monaten erreicht gewesen wäre. An dieser schlüssigen Einschätzung ändert die gegenteilige Auffassung von Dr. med. C.________ nichts. Soweit er die Unfallkausalität damit be- gründet, dass ein radiärer Meniskusriss vorliege, der nicht der üblichen rein degenerativen Rissform entspreche (act. II 19), ist ihm entgegen zu halten, dass zwar gemäss der medizinischen Fachliteratur ein Radiärriss – anders als ein horizontaler Riss – eher für eine traumatische Genese spricht (vgl. BOHNDORF/IMHOF/WÖRTLER, Radiologische Diagnostik der Knochen und Gelenke, 3. Aufl. 2014, S. 210), er jedoch ätiologisch auch auf eine Dege- neration zurückgeführt werden kann (vgl. JÜRGEN MÄURER, Effiziente Knie- bildgebung, 2004, S. 54). Abgesehen davon ist dem Eintrag von Dr. med. B.________ vom 25. Juni 2013 in der Krankengeschichte des Beschwerde- führers zu entnehmen, dass eine forcierte Flexion im Turnen zur Schwel- lung geführt hat, was durchaus einem von Dr. med. C.________ für ursäch- lich gehaltenem Geschehen entsprechen kann. Im Übrigen wurde ein pa- thologischer Vorzustand sowohl von Dr. med. C.________ (act. II 19) als auch von Dr. med. D.________ (act. II 9, 21) als zweifellos erwiesen erach- tet. Dass das linke Knie vor dem Ereignis vom 13. Januar 2013 trotz dieses Vorzustandes offenbar asymptomatisch war und nach der Operation wie- derum eine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte (vgl. Replik S. 4), lässt – entgegen der Argumentation von Dr. med. C.________ (act. II 19) – ebenfalls nicht auf eine Unfallkausalität schliessen. Denn für den Nachweis einer unfallkausalen gesundheitlichen Schädigung ist die Formel «post hoc, ergo propter hoc», wonach eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, wenn sie nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 36 E. 4.2.3), nicht massgebend. Die Leistungseinstellung per 1. April 2013 ist demnach nicht zu beanstanden.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 15 5. Nach dem Dargelegten erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 6. Juni 2014 (act. II 22) als rechtens und die dagegen erhobene Be- schwerde ist abzuweisen. 6. 6.1In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 6.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]). Demnach entscheidet der Einzelrichter: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä- digung zugesprochen. 3. Zu eröffnen (R): - A.________ - Visana Versicherungen AG, Leistungszentrum UVG - Bundesamt für Gesundheit Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2015, UV/14/633, Seite 16 Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.