<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">148</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">[...]</span><br/> <span class="ft3"><b>27</b></span> <span class="ft3"><b>Grenzabstand</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Die öffentlich-rechtlichen Bauvorschriften schützen nicht vor grenzverlet-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>zenden Bauten und Bauteilen. § 47 Abs. 3 BauG bezieht sich nur auf die</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Unterschreitung von Grenzabständen. Ein fehlendes Überbaurecht (für</b></span><br/> <span class="ft3"><b>die Parzellengrenze überragende Dachteile bei geschlossener Bauweise)</b></span><br/> <span class="ft3"><b>liegt ausserhalb des Prüfgegenstands der Baubewilligungsbehörden und</b></span><br/> <span class="ft3"><b>darf daher nicht zur Verweigerung der Baubewilligung führen. Der be-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>troffene Nachbar hat sich auf dem Zivilrechtsweg gegen einen entspre-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>chenden Eingriff in seine Eigentumsrechte zu wehren.</b></span><br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 11. Januar</span><br/> <span class="ft4">2017, i.S. A. gegen B. und C. sowie Gemeinderat D. und Departement Bau,</span><br/> <span class="ft4">Verkehr und Umwelt (WBE.2016.249)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">149</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">2.1.</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer rügt die Rechtsauffassung der Vorinstan-</span><br/> <span class="ft1">zen, wonach Streitigkeiten betreffend grenzüberragende Dachteile</span><br/> <span class="ft1">auf den Zivilrechtsweg zu verweisen seien und - in der vorliegenden</span><br/> <span class="ft1">Konstellation - nicht zu einer Verweigerung der Baubewilligung füh-</span><br/> <span class="ft1">ren dürften. Gemäss § 47 Abs. 1 BauG - so der Beschwerdeführer -</span><br/> <span class="ft1">müssten die Gemeinden Grenz- und Gebäudeabstände vorsehen. Bei</span><br/> <span class="ft1">geschlossener Bauweise betrage der Grenzabstand 0 m. Eine Ände-</span><br/> <span class="ft1">rung dieses Grenzabstandes setze nach § 47 Abs. 3 BauG einen öf-</span><br/> <span class="ft1">fentlich beurkundeten Dienstbarkeitsvertrag (Überbaurecht) voraus.</span><br/> <span class="ft1">Ein solcher Dienstbarkeitsvertrag lasse sich im vorliegenden Fall</span><br/> <span class="ft1">nicht beibringen, weil er (der Beschwerdeführer) mit der Unter-</span><br/> <span class="ft1">schreitung des Grenzabstandes von 0 m nicht einverstanden sei.</span><br/> <span class="ft1">Schon daran zeige sich, dass die grenzüberragenden Dachteile nicht</span><br/> <span class="ft1">hätten bewilligt werden dürfen. § 47 Abs. 3 BauG gelte auch für</span><br/> <span class="ft1">0 m-Grenzabstände. Mit der darin enthaltenen Vorschrift, dass Ände-</span><br/> <span class="ft1">rungen der Grenzabstände durch Dienstbarkeiten zu sichern seien,</span><br/> <span class="ft1">habe der Gesetzgeber Rechtssicherheit schaffen bzw. vermeiden</span><br/> <span class="ft1">wollen, dass noch Generationen später ein Rückbau einer in den</span><br/> <span class="ft1">Grenzabstand hineinragenden Baute verlangt werden könne. Genau</span><br/> <span class="ft1">das könnte aber der Beschwerdeführer auf dem Zivilrechtsweg jeder-</span><br/> <span class="ft1">zeit erreichen, solange er durch Unterbrechungshandlungen die</span><br/> <span class="ft1">Verjährung oder Verwirkung seines Beseitigungsanspruchs verhin-</span><br/> <span class="ft1">dere. Das Verwaltungsgericht habe in einem publizierten Entscheid</span><br/> <span class="ft1">(AGVE 2001, S. 304 ff.) ebenfalls die Meinung vertreten, ein die</span><br/> <span class="ft1">Grenze zum Nachbarn überragendes Bauprojekt könne ohne dessen</span><br/> <span class="ft1">Zustimmung nicht bewilligt werden. Es wäre denn auch unverständ-</span><br/> <span class="ft1">lich, weshalb die Unterschreitung eines Grenzabstandes von</span><br/> <span class="ft1">beispielsweise 4 m um wenige cm zur Verweigerung der Baubewilli-</span><br/> <span class="ft1">gung führen würde, nicht hingegen die Verletzung des Grenzabstan-</span><br/> <span class="ft1">des von 0 m um 40 cm. Eine solche Unterscheidung könnte einem</span><br/> <span class="ft1">durchschnittlich begabten Rechtsunterworfenen nie und nimmer</span><br/> <span class="ft1">plausibel vermittelt werden. Die Vorinstanzen hätten verkannt, dass</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">150</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">es nicht nur um den Schutz privater Interessen des Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rers gehe. Die Abstandsvorschriften schützten auch öffentliche</span><br/> <span class="ft1">Interessen. Es entstehe der Eindruck, als hätten die Vorinstanzen den</span><br/> <span class="ft1">Eingriff ins Eigentumsrecht des Beschwerdeführers dazu "genutzt",</span><br/> <span class="ft1">die Angelegenheit ans Zivilgericht abzuschieben, was einen schalen</span><br/> <span class="ft1">Nachgeschmack hinterlasse, den es zu korrigieren gelte.</span><br/> <span class="ft1">2.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, nach der</span><br/> <span class="ft1">Praxis des Verwaltungsgerichts dürfe die Baubewilligungsbehörde</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich keine privatrechtlichen Fragen beurteilen. Sie sei nur</span><br/> <span class="ft1">zur Anwendung öffentlich-rechtlicher (Bau-)Vorschriften berufen</span><br/> <span class="ft1">und habe deshalb einzig zu prüfen, ob einem Bauvorhaben öffent-</span><br/> <span class="ft1">lich-rechtliche Hindernisse entgegenstünden. Dieser Grundsatz wer-</span><br/> <span class="ft1">de dort durchbrochen, wo die öffentlich-rechtliche Ordnung unmit-</span><br/> <span class="ft1">telbar ans Privatrecht anknüpfe; hier müsse die Baubewilligungsbe-</span><br/> <span class="ft1">hörde vorfrageweise privatrechtliche Fragen beantworten. Das sei</span><br/> <span class="ft1">etwa der Fall, wo die Erschliessung einer Bauparzelle im Sinne von</span><br/> <span class="ft1">§ 32 Abs. 1 lit. b BauG mittels eines privatrechtlichen Fahrwegrechts</span><br/> <span class="ft1">abgesichert sei. Oder ein Bauherr erfülle die ihn treffende Pflicht zur</span><br/> <span class="ft1">Schaffung von Pflichtparkplätzen durch die Bereitstellung von Ab-</span><br/> <span class="ft1">stellplätzen auf einem fremden Grundstück, von denen nach § 55</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 BauG sicherzustellen sei, dass sie dauernd als solche benützt</span><br/> <span class="ft1">werden können. Ferner knüpfe die Unterschreitung der gesetzlichen</span><br/> <span class="ft1">Grenz- und Gebäudeabstände an eine privatrechtliche Dienstbarkeit</span><br/> <span class="ft1">an. In diesen Fällen bilde die vorgängige Prüfung von privatrechtli-</span><br/> <span class="ft1">chen Fragen Grundlage für den Baubewilligungsentscheid. Demge-</span><br/> <span class="ft1">genüber seien rein privatrechtlich motivierte Einwendungen wie der</span><br/> <span class="ft1">Hinweis auf eine Bauverbotsdienstbarkeit oder ein Eingriff in das</span><br/> <span class="ft1">Eigentumsrecht Dritter für die Baubewilligungsbehörde unbeacht-</span><br/> <span class="ft1">lich. Es sei nicht Aufgabe der Baubewilligungsbehörde, die Rechte</span><br/> <span class="ft1">Privater durch die Verweigerung der Baubewilligung zu schützen.</span><br/> <span class="ft1">Diese Aufgabe sei von Verfassungs wegen den Zivilgerichten zuge-</span><br/> <span class="ft1">dacht. Das gelte insbesondere für Eigentumsverletzungen durch eine</span><br/> <span class="ft1">grenzüberschreitende Baute wie die vorliegend zur Diskussion ste-</span><br/> <span class="ft1">hende Dachblende. Entsprechende Rügen seitens der betroffenen An-</span><br/> <span class="ft1">stösser seien im baupolizeilichen Verfahren nicht zu hören. Sie seien</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">151</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">mit den dafür zur Verfügung stehenden zivilrechtlichen Rechtsbehel-</span><br/> <span class="ft1">fen (Eigentumsfreiheitsklage oder Besitzesschutz) geltend zu machen</span><br/> <span class="ft1">(...).</span><br/> <span class="ft1">2.3.</span><br/> <span class="ft1">Dieser überzeugenden Argumentation der Vorinstanz ist auch</span><br/> <span class="ft1">aus den nachfolgenden Überlegungen beizupflichten.</span><br/> <span class="ft1">Zunächst ist fraglich, ob bei geschlossener Bauweise von einem</span><br/> <span class="ft1">Grenzabstand gesprochen werden kann. Das Wort "Grenzabstand"</span><br/> <span class="ft1">setzt begriffslogisch eine minimale Entfernung von der Grundstücks-</span><br/> <span class="ft1">grenze voraus. Darf man bis an die Grenze bauen, gibt es keinen</span><br/> <span class="ft1">Grenzabstand, der eingehalten werden muss. Einen Grenzabstand</span><br/> <span class="ft1">von 0 gibt es in diesem Sinne nicht (a. M. offenbar C</span><span class="ft4">HRISTIAN</span><br/> <span class="ft1">H</span><span class="ft4">ÄUPTLI</span><span class="ft1">, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, Bern</span><br/> <span class="ft1">2013, § 47 N 5). Der Tatbestand der Unterschreitung des Grenzab-</span><br/> <span class="ft1">standes ist von demjenigen der grenzüberschreitenden Baute (Über-</span><br/> <span class="ft1">bau) zu unterscheiden. Nur ein wenigstens minimaler Grenzabstand</span><br/> <span class="ft1">kann unterschritten werden. Wer die Grenze selber verletzt, begeht</span><br/> <span class="ft1">nicht (nur) eine Unterschreitung des Grenzabstandes, sondern - wie</span><br/> <span class="ft1">der Beschwerdeführer selber ausführt - eine qualitativ schwerwie-</span><br/> <span class="ft1">gendere Verletzung der Eigentumsrechte des Nachbarn. § 47 Abs. 3</span><br/> <span class="ft1">BauG regelt lediglich die Unterschreitung des Grenzabstandes. Es</span><br/> <span class="ft1">geht in der erwähnten Bestimmung nicht um grenzüberschreitende</span><br/> <span class="ft1">Bauten. Daran ändert nichts, dass Letztere für den betroffenen Nach-</span><br/> <span class="ft1">barn schlimmer sind.</span><br/> <span class="ft1">Dazu, unter welchen Voraussetzungen eine Baute die Grund-</span><br/> <span class="ft1">stücksgrenze überragen darf, äussert sich die Baugesetzgebung nicht</span><br/> <span class="ft1">(explizit). Man könnte nun aus dem Umstand, dass eine Unterschrei-</span><br/> <span class="ft1">tung des Grenzabstands die öffentlich beurkundete Zustimmung des</span><br/> <span class="ft1">betroffenen Nachbarn erfordert, folgern, dass Selbiges erst recht für</span><br/> <span class="ft1">den gravierenderen Eingriff einer grenzüberschreitenden Baute gel-</span><br/> <span class="ft1">ten muss. Effektiv besteht ein öffentliches Interesse an der Einhal-</span><br/> <span class="ft1">tung von Grenzabständen (Wohnhygiene, Feuerpolizei [Brandverhü-</span><br/> <span class="ft1">tung], Umweltschutz, Ortsbildschutz, Siedlungsgestaltung usw.),</span><br/> <span class="ft1">nicht hingegen daran, bei geschlossener Bauweise, wo das öffentli-</span><br/> <span class="ft1">che Interesse an der Einhaltung von Grenzabständen ohnehin nicht</span><br/> <span class="ft1">zum Tragen kommt, Grenzverletzungen unter Nachbarn zu verhin-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">152</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">dern. Dieses Interesse ist rein privater Natur, ohne entsprechenden</span><br/> <span class="ft1">Regelungsbedarf im Rahmen der öffentlich-rechtlichen Bauvor-</span><br/> <span class="ft1">schriften, und muss - wie die Vorinstanz zu Recht festhält - nicht</span><br/> <span class="ft1">von der Baubewilligungsbehörde geschützt werden.</span><br/> <span class="ft1">Nachdem es keine öffentlich-rechtliche Bauvorschrift gibt, die</span><br/> <span class="ft1">bei geschlossener Bauweise Grenzverletzungen verbietet, hatte der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderat D. keine Handhabe, den Beschwerdegegnern die Bau-</span><br/> <span class="ft1">bewilligung für die grenzüberragenden Dachteile zu verweigern, weil</span><br/> <span class="ft1">sie kein (vom Beschwerdeführer eingeräumtes) Überbaurecht nach-</span><br/> <span class="ft1">weisen können. Deshalb hat das BVU die den Beschwerdegegnern</span><br/> <span class="ft1">vom Gemeinderat D. für ihre Projektänderungen erteilte Baubewilli-</span><br/> <span class="ft1">gung zu Recht geschützt.</span><br/> <span class="ft1">Im vom Beschwerdeführer für seinen Standpunkt angeführten</span><br/> <span class="ft1">verwaltungsgerichtlichen Entscheid vom 17. Dezember 2001</span><br/> <span class="ft1">(AGVE 2001, S. 304 ff.) hat das Verwaltungsgericht nicht abschlies-</span><br/> <span class="ft1">send entschieden, ob ein fehlendes Überbaurecht ohne weiteres zur</span><br/> <span class="ft1">Verweigerung der Baubewilligung führen muss, was aus folgender</span><br/> <span class="ft1">Passage erhellt: "Wenn - (...) - die Beschwerdeführer davon absa-</span><br/> <span class="ft1">hen, den für sie negativen Entscheid des Stadtrats auf dem Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeweg weiterzuziehen, weil sie eine Beschwerde wegen der</span><br/> <span class="ft1">fehlenden Überbaurechte - <i>wohl zu Recht</i> - von Vornherein als aus-</span><br/> <span class="ft1">sichtslos erachteten und es daher vorzogen, zunächst die erforderli-</span><br/> <span class="ft1">chen schriftlichen Zustimmungen der betroffenen Nachbarn zum</span><br/> <span class="ft1">Bauvorhaben einzuholen und ein neues Baugesuch einzureichen,</span><br/> <span class="ft1">(...)".</span><br/> <span class="ft1">2.4.</span><br/> <span class="ft1">Selbst wenn man aber mit dem Beschwerdeführer annehmen</span><br/> <span class="ft1">würde, eine grenzüberschreitende Baute, die 40 cm in das Nachbar-</span><br/> <span class="ft1">grundstück hineinragt, stelle eine Unterschreitung des Grenzabstan-</span><br/> <span class="ft1">des (von 0) um 40 cm dar, wäre nicht zu beanstanden, dass der Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinderat D. die die Grenze zur Parzelle X. überragenden Teile des</span><br/> <span class="ft1">Dachs des Wohnhauses der Beschwerdegegner ohne Überbaurecht</span><br/> <span class="ft1">bewilligt hat. § 21 Abs. 2 BauV sieht nämlich im Sinne einer Aus-</span><br/> <span class="ft1">nahmebestimmung zu § 47 Abs. 3 BauG ein Grenzabstandsprivile-</span><br/> <span class="ft1">gium für vorspringende Gebäudeteile vor. Dachvorsprünge, die</span><br/> <span class="ft1">höchstens 1,5 m über die Fassadenflucht hinausragen - im vorliegen-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">153</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">den Fall sind es bloss 40 cm -, dürfen den Grenzabstand auch ohne</span><br/> <span class="ft1">öffentlich beurkundeten Dienstbarkeitsvertrag beliebig unterschrei-</span><br/> <span class="ft1">ten. Zudem ist ein die Parzellengrenze überschreitender Dachvor-</span><br/> <span class="ft1">sprung bei geschlossener Bauweise für herkömmliche Überbauungen</span><br/> <span class="ft1">insbesondere in Dorfkernzonen geradezu typisch. Auch unter diesen</span><br/> <span class="ft1">Gesichtspunkten sind die vorliegenden umstrittenen Dachteile mit</span><br/> <span class="ft1">oder ohne Überbaurecht bewilligungsfähig. Sie verstossen nicht ge-</span><br/> <span class="ft1">gen öffentlich-rechtliche Bauvorschriften.</span><br/> <span class="ft1">Sie verletzten höchstens die Eigentums- und Besitzrechte des</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführers, wogegen sich dieser - wie von der Vorinstanz</span><br/> <span class="ft1">zutreffend dargelegt - beim örtlich zuständigen Zivilgericht zur Wehr</span><br/> <span class="ft1">setzen muss.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>