B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-589/2014 U r t e i l v o m 2 7 . A u g u s t 2 0 1 4 Besetzung Richter Michael Beusch (Vorsitz), Richter Daniel Riedo, Richter Pascal Mollard, Gerichtsschreiberin Anna Strässle. Parteien A._______, (…), vertreten durch lic. iur. Felix Barmettler, (…), Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Mehrwertsteuer (1. Quartal 2010 - 4. Quartal 2011; Umsatzabstimmung, erotische Dienstleis- tung/Gesamtleistung, Ermessenseinschätzung). A-589/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Die A._______ (nachfolgend: Steuerpflichtige) bezweckt gemäss Ha n- delsregistereintrag u.a. den Betrieb von Sauna-Clubs. Sie ist seit dem 1. März 2009 bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) im R e- gister der Mehrwertsteuerpflichtigen eingetragen. Die Steuerpflichtige b e- treibt in B._______ einen Sauna-Club mit dem Namen "C._______". B. Am 22. Juni 2012 führte die ESTV bei der Steuerpflichtigen eine Meh r- wertsteuerkontrolle durch. Sie überprüfte die Steuerperioden 1. Quartal 2009 bis 4. Quartal 2011 (Zeit vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2011). Dabei stellte sie im Kontrollbericht u.a. fest, dass die deklarierten Umsätze aus e rbrachten erotischen Dienstleistungen nicht mit den ve r- buchten abgestimmt und nicht alle steuerpflichtigen Einnahmen korrekt bzw. vollständig in der Buchhaltung deklariert worden seien. Mit der "Ei n- schätzungsmitteilung (EM) Nr. (…) / Verfügung" vom 8. August 2012 fo r- derte die ESTV von der Steuerpflichtigen für die Periode vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 20 11 Mehrwertsteuern im Betrag von Fr. 297'659.60.-- (Fr. 139'731.45 [7.6 % brutto] und Fr. 157'928.15 [8 % brutto]; Steuerkorrektur zugunsten der ESTV) nach. C. Mit Eingabe vom 13. September 2012 erhob die Steuerpflichtige bei der ESTV Einsprache gegen die vorerwähnte "EM Nr. (…) / Verfügung" und beantragte, diese sowie die diesbezügliche Steuerforderung zugunsten der ESTV seien unter Kosten - und Entschädi gungsfolge aufzuheben. Eventualiter stellte die Steuerpflichtige den Antrag, die Steuernachford e- rung für die Jahre 2010 und 2011 sei nach Vornahme ergänzender Abklä- rungen neu festzusetzen. Des Weiteren sei das Ergebnis der externen Kontrolle mit Kontrollbe richt und die Einschätzungsakten für die Steue r- perioden 2010 bis 2011 zur Einsichtnahme und Stellungnahme zu "editie- ren". Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die in ihrem Sa u- naclub tätigen Sexarbeiterinnen seien mehrwertsteuerlich als Selbstä n- digerwerbende zu qualifizieren und die in Frage stehenden Umsätze se i- en deshalb von den Prostituierten zu versteuern. D. Nach einer ergänzenden Untersuchung hiess die ESTV mit "Einsprach e- entscheid" vom 18. Dezember 2013 die Einsprache teilweise gut und setzte die Steuernachforderung für die Steuerperioden 1. Quartal 20 10 A-589/2014 Seite 3 bis 4. Quartal 20 11 auf Fr. 248'037.-- zuzüglich Verzugszins ab dem 15. April 2011 fest. Die ESTV gab im Wesentlichen zu bedenken, die Um- sätze aus den erotischen Dienstleistungen seien der Steu erpflichtigen zuzurechnen. Da diese die betreffenden Umsätze nicht verbucht habe, habe die ESTV eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vo r- nehmen müssen. E. Dagegen erhob die Steuerpflichtige (nachfolgend auch: Beschwerdefü h- rerin) am 3. Februar 2014 Bes chwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt, der "Einspracheentscheid" der ESTV vom 18. Dezember 2013 sei aufzuheben und die Steuernachforderung gemäss Dispositiv Zif- fer 2 und 3 des angefochtenen "Einspracheentscheides" sei insoweit au f- zuheben, als sie den Betrag von Fr. 1'353.-- übersteige. Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin u.a. vor, die Sexarbeiterinnen würden ihr Gewerbe weder im Namen noch für Rechnung der Beschwerdeführerin ausüben; es läge kein Stellvertretungsverhältnis vor. Zudem würden die Prostituierten in anderen Rechtsgebieten (bspw. Sozialversicherung s- recht) als Selbständigerwerbende behandelt; der Dirnenlohn unterliege sodann der Gewinnsteuerpflicht . Ein Handeln für Rechnung der B e- schwerdeführerin schliesse auch Art. 195 Abs. 3 StGB strafrechtlich aus; durch die willkürliche Aufrechnung bezichtige die ESTV die Beschwerd e- führerin der Förderung der Prostitution. Sodann werde die Beschwerd e- führerin angestiftet, die Sexdienstleisterinnen zu nötigen, ihre Geschäft s- geheimnisse zu ve rletzen. Eine einheitliche Besteuerung sei nicht zulä s- sig, da die Leistungen der Beschwerdeführerin und der Sexdienstleist e- rinnen kein unteilbares Ganzes bildeten und auch wirtschaftlich kein Z u- sammenhang bestehe. Letztlich verletze die willkürlich, gesetz eswidrig vorgenommene Aufrechnung nicht erzielter Umsätze Dritter die Eige n- tumsgarantie gemäss Art. 26 Abs. 1 BV und führe zwangsläufig zur Übe r- schuldung der Beschwerdeführerin. Beim Umsatz in Höhe von Fr. 461'562.-- handle es sich um blosse Beherbergungse ntgelte für Se x- dienstleisterinnen, die im Betrieb der Beschwerdeführerin Logis nähmen; eine Satzerhöhung von 3.8 % auf 8 % sei nicht angezeigt. Die Vorinstanz sei im Übrigen von unzutreffenden Schätzungsgrundlagen ausgegangen und habe den Sachverhalt nicht hinreichend festgestellt. Im Sinne von Beweisofferten nennt die Beschwerdeführerin dabei verschiedene Ze u- gen bzw. beantragt einen Augenschein. F. Die ESTV (nachfolgend: Vorinstanz oder ESTV) beantragt mit Verneh m-A-589/2014 Seite 4 lassung vom 1. Mai 2014, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin vollumfänglich abzuweisen und der "Einsprach e- entscheid" vom 18. Dezember 2013 sei zu bestätigen. G. Mit Replik vom 20. Juni 2014 hält die Beschwerdeführerin vollumfänglich an ihren Beschwerdevorbringen fest. Hinsichtlich ihres Vorbringens bzgl. Beherbergungsentgelte von Sexdienstleisterinnen führt sie erklärend aus, dass es sich um ein Versehen handle; sie habe die Verhältnisse mit e i- nem anderen Betrieb verwechselt. Beim Umsatz aus der Zimmervermi e- tung bzw. der Beherbergungsdienstleistung sei ein Steuersatz von 3.8 % angezeigt, da nicht die Beschwerdeführerin die Sexdienstleistung erbri n- ge und diese Mieteinnahmen mindestens 70 % des Gesamtentgelts des Kunden betragen würden. H. Auf die weiteren Ausführungen der Pa rteien sowie die eingereichten U n- terlagen wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgen- den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, s oweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwe r- den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Vorliegend stellt jedenfalls der angefochtene "Einspracheentscheid" vom 18. Dezember 2013 eine so l- che Verfügung dar (vgl. dazu ausführlich die neuere Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zu seiner funktionalen Zuständigkeit zur B e- handlung von Beschwerden gegen "Einspracheentscheide" der ESTV, die im Zuge von "Einsprachen" gegen EM ergangen sin d: statt vieler Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4950/2013 vom 18. März 2014 E. 1.1, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 140 II 202). Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Die Vorinstanz ist zudem eine Behörde im Sinn von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurte i- lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Auf die im Übrigen frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach einzutreten. A-589/2014 Seite 5 1.3 Am 1. Januar 2010 ist das Mehrwerts teuergesetz (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Der vorliegende Sachverhalt betrifft Steue r- perioden ab dem 1. Januar 2010 und somit ausschliesslich nach Inkraf t- treten des neuen Gesetzes, womit einzig dieses zur Anwendung kommt. Soweit im Folgenden auf di e Rechtsprechung zum früheren Meh r- wertsteuergesetz vom 2. September 1999 (aMWSTG, AS 2000 1300) verwiesen wird, liegt der Grund darin, dass diese – wie nachfolgend teil- weise ausdrücklich ausgeführt – im vorliegenden Fall auch für das MWSTG übernommen werden kann. 1.4 Im Verwaltungsverfahren und in der Verwaltungsrechtspflege gilt der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Behörde den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat (Art. 12 VwVG). Dieser Grundsatz gilt nunmehr auch im Mehrwertsteuer recht, da nach Art. 81 Abs. 1 MWSTG der Vorbehalt für Steuerverfahren gemäss Art. 2 Abs. 1 VwVG auf das Mehrwertsteuerrecht keine Anwendung mehr findet. G e- langt der Richter aufgrund der Beweiswürdigung nicht zur Überzeugung, eine rechtserhebliche Tatsache habe sich verwirklicht, so stellt sich die Frage, ob zum Nachteil der Steuerbehörde oder des Steuerpflichtigen zu entscheiden ist, wer also die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat (sog. materielle Beweislast). Im Steuerrecht gilt grundsätzlich, dass d ie Steuerbehörde für die steuerbegründenden und steuererhöhenden Tatsa- chen beweisbelastet ist, während der steuerpflichtigen Person der Nac h- weis der Tatsachen obliegt, welche die Steuerschuld mindern oder aufhe- ben (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 2 C_232/2012 vom 23. Juli 2012 E. 3.5; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -665/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 1.4, mit weiteren Hinweisen; vgl. auch E RNST BLU- MENSTEIN/PETER LOCHER, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 454). 1.5 Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung kann das Beweisverfahren geschlossen werden, wenn die noch im Raum stehenden Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind, etwa weil ihnen die Beweiseignung abgeht oder umg ekehrt die betreffende Tatsache aus den Akten bereits genügend ersichtlich ist (sog. "antizipierte Beweiswürdigung"; BGE 131 I 153 E. 3, mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -665/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 1.5, mit weiteren Hinweisen ; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht, 2. Aufl., Basel 2013, Rz. 3.144, mit Hinweisen). A-589/2014 Seite 6 2. 2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen die im Inland von steuerpflichtigen Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen (Inlandsteuer; Art. 18 Abs. 1 MWSTG). Als Leistung gilt die Einräumung eines verbrauchsfäh i- gen wirtschaftlichen Wertes an eine Drittperson in Erwartung eines En t- gelts (Art. 3 Bst. c MWSTG). Als Dienstleistung gilt jede Leistung, die ke i- ne Lieferung ist (Art. 3 Bst. e MWSTG). 2.2 Mehrwertsteuerpflichtig ist, wer unabhängig von Rechtsform, Zweck und Gewinnabsicht ein Unternehmen betreibt und nicht von der Steue r- pflicht befreit ist. Ein Unternehmen betreibt, wer eine auf die nachhaltige Erzielung von Einnahmen aus Leistungen ausgerichtete berufliche oder gewerbliche Tätigkeit selbständig ausübt und unter eigenem Namen nach aussen auftritt (Art. 10 Abs. 1 Bst. a und b MWSTG). Befreit ist ein Ste u- erpflichtiger u.a., wenn er im Inland innerhalb eines Jahr es weniger als Fr. 100'000.-- Umsatz aus steuerbaren Leistungen erzielt, sofern er nicht auf die Befreiung von der Steuerpflicht verzichtet (Art. 10 Abs. 2 Bst. a MWSTG). 2.2.1 Die gefestigte Rechtsprechung zum Begriff der mehrwertsteuerl i- chen Selbständigkeit gemäss Art. 21 Abs. 1 aMWSTG kann auch für das neue Recht übernommen werden (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.2.1; vgl. ferner REGINE SCHLUCKEBIER, in: Felix Geiger/Regine Schluckebier [Hrsg.], MWSTG Kommentar, Zürich 2012 [nachfolgend: MWSTG Kommentar], Rz. 40 ff. zu Art. 10 MWSTG). Danach handelt es sich b eim Begriff der mehrwer t- steuerlichen Selbständigkeit um einen unbestimmten Rechtsbegriff. Wich- tige Indizien für die selbständige Ausübung der Tätigkeit sind nach dieser Rechtsprechung insbesondere das Handeln und Auftreten in eigenem Namen gegenüber Dritten, das Tragen des unternehmerischen Risikos (Gewinn und Verlust), die Wahlfreiheit, eine Aufgabe anzunehmen oder nicht und diese selbständig organisieren zu können. Daneben können die Beschäftigung von Personal, die Vornahme erheblicher Investitionen, e i- gene Geschäftsräumlichkeiten, verschiedene und wechselnde Auftragg e- ber sowie die betriebswirtschaftliche und arbeitsorganisatorische Una b- hängigkeit eine Rolle spielen. Ob eine Tätigkeit im mehrwertsteuerlichen Sinn als selbständig oder unselbständig anzusehen ist, bestimmt sich stets aufgrund einer umfassenden Würdigung sämtlicher einschlägiger Faktoren (statt vieler: BGE 138 II 251 E. 2.4.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_554/2010 vom 21. September 2011 E. 2.2; Urteil des Bundesverwa l-A-589/2014 Seite 7 tungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.2.1, mit weiteren Hinweisen). 2.2.2 Weitere – aber nicht allein ausschlaggebende – Indizien für die mehrwertsteuerliche Behandlung bil den gemäss der genannten Rech t- sprechung ferner die Art der Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge sowie die Qualifikation einer Person als selbständig oder unselbständig im Zusammenhang mit den direkten Steuern (statt vieler: Urteil des Bu n- desgerichts 2A.47/2006 vom 6. Juli 2006 E. 3.2). Aufgrund der verschi e- denen Zielsetzungen der einzelnen Rechtsgebiete können sich jedoch zwischen der Beurteilung nach mehrwertsteuerlichen Überlegungen und jener betreffend direkte Steuern bzw. Sozialversicherungsrecht Abwei- chungen ergeben. Es ist somit durchaus möglich, dass ein und dieselbe Person in den verschiedenen Bereichen unterschiedlich eingestuft wird. Letztlich ist angesichts des Wesens der Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer der Begriff der Selbstän digkeit eher weit zu verstehen (zum Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.2.2 f., mit weiteren Hinweisen; vgl. auch DANIEL RIEDO, Vom Wesen der Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer und von den entsprec henden Wirkungen auf das schweizerische Recht, Bern 1999, S. 115, 174 f.). 2.2.3 Die Frage, ob ein Unternehmer im eigenen Namen auftritt oder nicht, ist nicht nur für den Tatbestand der Selbständigkeit massgeblich und nach dem neuen Recht ausdrücklich Erfordern is für die subjektive Steuerpflicht (Art. 10 Abs. 1 Bst. b MWSTG). Das Auftreten in eigenem Namen im Aussenverhältnis ist auch für die Zurechnung der einzelnen Umsätze bzw. die Bestimmung des mehrwertsteuerlichen Leistungser b- ringers entscheidend (vgl. Art. 20 Abs. 1 MWSTG sowie SCHLUCKEBIER, in: MWSTG Kommentar, Rz. 17 ff. zu Art. 10 MWSTG). Das Handeln wird grundsätzlich demjenigen mehrwertsteuerlich zugerechnet, der nach aus- sen, gegenüber Dritten im eigenen Namen auftritt (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.2.4 [auch mit Hinweisen auf das frühere Recht] und A -1989/2011 vom 4. Januar 2012 E. 2.2.4, mit weiteren Hinweisen; vgl. zum Ausse n- auftritt i.w.S. als eines der Kriterien zur Prüfung der Frage der Selbstän- digkeit, welche ihrerseits als Voraussetzung der subjektiven Steuerpflicht gilt: RALF IMSTEPF, Der mehrwertsteuerliche "Aussenauftritt", veröffentlicht in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 82 S. 451 ff.). In wes- sen Namen aufgetreten wir d, ist ferner von zentraler Bedeutung beim mehrwertsteuerlichen Stellvertretungstatbestand gemäss Art. 20 Abs. 2 A-589/2014 Seite 8 und 3 MWSTG. Denn wenn eine Person im Namen und für Rechnung e i- ner anderen Person handelt (und somit nach aussen hin nicht als Lei s- tungserbringerin auftritt), gilt die Leistung unter gesetzlich näher u m- schriebenen, hier nicht näher interessierenden Voraussetzungen als durch die vertretene Person getätigt (direkte Stellvertretung; Art. 20 Abs. 2 MWSTG. Keine Rolle spielt vorliegend, da ss die Voraussetzungen für die direkte Stellvertretung gegenüber dem früheren Recht gelockert wurden [vgl. dazu FELIX GEIGER, in: MWSTG Kommentar, Rz. 1 ff. zu Art. 20 MWSTG] ; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -6437/2012 vom 6. November 2013 E. 2.2.2 und A-5720/2012 vom 19. Februar 2014 E. 2.3). Handelt bei einer Leistung der Vertreter zwar für fremde Rec h- nung, ohne dass er ausdrücklich im Namen des Vertretenen auftritt und ohne dass sich das Bestehen des Vertretungsverhältnisses aus den U m- ständen ergibt, liegen gleich zu qualifizierende Leistungsverhältnisse zwi- schen dem Vertretenen und dem (indirekten) Vertreter zum einen und dem (indirekten) Vertreter sowie dem Dritten zum anderen vor (vgl. Art. 20 Abs. 3 MWSTG; zum Ganzen: Urteil des Bundesverwaltun gsge- richts A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.2.4, mit weiteren Hi n- weisen). 2.3 Die Mehrwertsteuer wird vom tatsächlich empfangenen Entgelt b e- rechnet (Art. 24 Abs. 1 Satz 1 MWSTG). 2.4 Die mehrwertsteuerliche Qualifikation von Vorgängen hat nicht in er s- ter L inie aus einer zivil -, bzw. vertragsrechtlichen Sicht, sondern nach wirtschaftlichen, tatsächlichen Kriterien zu erfolgen ( vgl. zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2A.304/2003 vom 14. November 2003 E. 3.6.1, mit Hinweisen; BVGE 2007/23 E. 2.3.2; statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.4, mit weiteren Hinweisen; ausführlich: RIEDO, a.a.O., S. 112). Der wir t- schaftlichen Betrachtungsweise kommt im Bereich der Mehrwertsteuer nicht nur bei der rechtlich en Qualifikation von Sachverhalten, sondern auch bei der Auslegung von zivilrechtlichen und von steuerrechtlichen Begriffen Bedeutung zu ( vgl. zum früheren Recht: Urteil des Bundesg e- richts 2A.43/2002 vom 8. Januar 2003, veröffentlicht in: ASA 73 S. 565 ff. E. 3.2; BVGE 2007/23 E. 2.3.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-5460/2008 vom 12. Mai 2010 E. 2.4 und A -156/2007 vom 20. April 2009 E. 2.2.3). Nicht entscheidend ist deshalb grundsätzlich, wie die Pa r- teien ihr Vertragsverhältnis ausgestalten ( vgl. zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2A.47/2006 vom 6. Juli 2006 E. 3.2; zum Ganzen: A-589/2014 Seite 9 Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.4, mit weiteren Hinweisen). 2.5 Gemäss Art. 19 Abs. 1 MWSTG werden voneinander unabhängig e Leistungen selbständig behandelt. Leistungen, welche wirtschaftlich eng zusammengehören und so ineinander greifen, dass sie als unteilbares Ganzes zu betrachten sind, gelten mehrwertsteuerlich als einheitlicher wirtschaftlicher Vorgang und sind demzufolg e nach dem Charakter der Gesamtleistung zu behandeln (Art. 19 Abs. 3 MWSTG). Liegt eine G e- samtleistung vor, erfolgt die mehrwertsteuerliche Behandlung nach der für diese wesentlichen Eigenschaft, das heisst nach der Leistung, welche wirtschaftlich betrachtet im Vordergrund steht (vgl. GEIGER, in: MWSTG Kommentar, Rz. 23 zu Art. 19 MWSTG; zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2C_807/2008 vom 19. Juni 2009 E. 2.2, mit weiteren Hinweisen; zum Ganzem: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.5). Mit anderen Worten gelten für die einzelnen Leistungskomponenten des Leistungskomplexes die gleichen Vorschriften bezüglich Ort der Besteuerung, Steuersatz oder Steuerbefreiung (Botschaft zur Vereinfachung der Mehrwertsteuer vom 25. Juni 2008 , BBl 2008 6885, 6961; Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A-1266/2013 vom 5. November 2013 E. 2.2.1). 2.6 2.6.1 Die Veranlagung und Entrichtung der Inlandsteuer erfolgt nach dem Selbstveranlagungsprinzip. Der Steuerpflichtige stellt dabei eigenstän dig fest, ob er die Voraussetzungen der subjektiven Steuerpflicht (Art. 10 und 66 MWSTG) erfüllt, ermittelt die Steuerforderung selber (Art. 71 MWSTG) und begleicht diese innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrec h- nungsperiode (Art. 86 Abs. 1 MWSTG). Das Selbstveranlagungsprinzip bedeutet somit, dass der Leistungserbringer selbst für die Feststellung der Mehrwertsteuerpflicht bzw. -forderung verantwortlich ist. Daran ändert sich gegenüber dem früheren Recht nichts (vgl. Urteile des Bundesg e- richts 2C_356/2 008 vom 21. November 2008 E. 3.2 und 2A.109/2005 vom 10. März 2006 E. 2.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.7.1). 2.6.2 Zu den Pflichten der mehrwertsteuerpflichtigen Person gehört in s- besondere auch die Buchführungspfl icht. Der Mehrwertsteuerpflichtige hat seine Geschäftsbücher und Aufzeichnungen nach den handelsrechtl i- chen Grundsätzen zu führen. Die ESTV kann ausnahmsweise darüber hinausgehende Aufzeichnungspflichten erlassen, wenn dies für die or d-A-589/2014 Seite 10 nungsgemässe Erhebung der Mehrwertsteuer unerlässlich ist (Art. 70 Abs. 1 MWSTG). Die Buchführung ist das lückenlose und planmässige Aufzeichnen sämtlicher Geschäftsvorfälle einer Unternehmung auf der Grundlage von Belegen. Sie schlägt sich in den Geschäftsbüchern und den zugehörigen Aufzeichnungen nieder (vgl. Urteile des Bundesverwa l- tungsgerichts A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.7.2 und A-849/2012 vom 27. September 2012 E. 2.3.2; BEATRICE BLUM, in: MWSTG Kommentar, Rz. 3 ff. zu Art. 70 MWSTG). 2.7 2.7.1 Liegen keine oder nur un vollständige Aufzeichnungen vor (Verstoss gegen die formellen Buchführungsvorschriften) oder stimmen die ausg e- wiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht überein (Verstoss gegen die materiellen Buchführungsregeln), so schätzt die ESTV die Steuerforderung nach pflichtgemässem Ermessen ein (Art. 79 MWSTG). 2.7.2 Art. 79 MWSTG unterscheidet nach dem Ausgeführten zwei vo n- einander unabhängige Konstellationen, welche zu einer Ermessensveran- lagung führen. Die erste ist diejenige der ungenüge nden Aufzeichnung (Konstellation 1). In diesem Fall hat eine Schätzung insbesondere auch dann zu erfolgen, wenn die Verstösse gegen die formellen Buchhaltung s- vorschriften als derart gravierend zu qualifizieren sind, dass sie die mat e- rielle Richtigkeit der Buchhaltungsergebnisse in Frage stellen (zum frühe- ren Recht statt vieler: BGE 105 Ib 181 E. 4a; Urteile des Bundesgerichts 2C_429/2009 vom 9. November 2009 E. 3 und 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.1). Zweitens kann selbst eine formell einwandfreie Buchführung die Durchführung einer Schätzung erfordern, wenn die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht überei n- stimmen (Konstellation 2). Dies ist nach der Rechtsprechung der Fall, wenn die in den Büchern enthaltenen Geschäft sergebnisse von den von der Steuerverwaltung erhobenen branchenspezifischen Erfahrungszahlen wesentlich abweichen, vorausgesetzt die kontrollierte Person ist nicht in der Lage, allfällige besondere Umstände, auf Grund welcher diese A b- weichung erklärt werde n kann, nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.8.2 und A -4922/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.5.2, mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung bea n- sprucht auch unter dem MWSTG Geltung. A-589/2014 Seite 11 2.8 2.8.1 Sind die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation erfüllt, so ist die ESTV nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, eine solche nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Die Fälle, in denen die Ste u- erpflichtigen ihre Mitwirkungspflichten nicht wahrnehmen bzw. keine, u n- vollständige oder ungenügende Aufzeichnungen über ihre Umsätze (bzw. hinsichtlich der Feststellung oder Überprüfung der Steuerpflicht) führen, dürfen keine Steuerausfälle zur Folge haben ( Urteil des Bunde sverwal- tungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.9.1; zum früh e- ren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -665/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 2.6.1 und A-4922/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.6.1). 2.8.2 Hat die ESTV eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen, hat sie dabei diejenige Schätzungsmethode zu wählen, die den individuellen Verhältnissen im Betrieb der steuerpflichtigen Person soweit als möglich Rechnung trägt, a uf plausiblen Annahmen beruht und deren Ergebnis der wirklichen Situation möglichst nahe kommt (statt vi e- ler: Urteil des Bundesgerichts 2C_107 7/2012 vom 24. Mai 2014 E. 2.3; zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.1; BLUM, in: MWSTG Kommentar, Rz. 15 zu Art. 79 MWSTG). In Betracht kommen Schätzungsmethoden, die auf eine Ergänzung oder Rekonstruktion der ungenügenden Buchhaltung hinauslaufen, aber auch Umsatzschätzungen aufgrund unbestrittener Teil -Rechnungsergebnisse in Verbindung mit Erfahrungssätzen. Die brauchbaren Teile der Buchha l- tung und allenfalls vorhandene Belege sind soweit als möglich bei der Schätzung zu berücksichtigen. Sie können durchaus als Basiswerte der Ermessenstaxation fungieren (zum früheren Recht statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -665/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 2.6.2 und A -4922/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.6.2, mit weiteren Hinweisen; PASCAL MOLLARD, TVA et taxation par estimation, veröffentlicht in: ASA 69 S. 530 ff.). 2.9 Die Vorinstanz zieht bei ihrer Arbeit Erfahrungszahlen heran, sei es im Rahmen der Prüfung der Voraussetzungen der Ermessensveranlagung oder sei es für die Vornahme der Schätzung. Nach der Rechtsprechung ist das Abstellen auf Erfahrungszahlen grundsätzlich nic ht zu beansta n- den (zum früheren Recht statt vieler: BVGE 2009/60 E. 2.8). 2.9.1 Erfahrungszahlen sind Ergebnisse, die aus zuverlässigen Buchha l- tungen gewonnen und nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten sta-A-589/2014 Seite 12 tistisch verarbeitet werden. Sie sind keine Recht ssätze und auch keine Beweismittel (solange sie nicht z.B. durch ein Sachverständigengutac h- ten erwiesen sind), die den Geschäftsbüchern gleichgestellt wären ( MAR- TIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER, Beweis und Beweislast im Steuerverfahren bei der Prüfung von Leist ung und Gegenleistung unter dem Gesichtswi n- kel des Drittvergleichs [ «dealing at arm's length »], veröffentlicht in: ASA 77 S. 658 ff., 665, 679, mit Hinweisen; Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.10.1). 2.9.2 Erfahrungszahlen drücken Gesetzmässigkeiten in den Verdiens t- verhältnissen einzelner Branchen aus. Diese Funktion kommt ihnen aber nur dann zu, wenn sie auf einer sicheren Grundlage beruhen ( ZWEI- FEL/HUNZIKER, a.a.O., S. 679). Sollen Erfahrungswerte Aufschluss über durchschnittliche Umsatzziffern geben, müssen sie breit abgestützt sein und sollten nebst der Betriebsstruktur und den regionalen Gegebenheiten auch die Betriebsgrösse berücksichtigen ( MOLLARD, a.a.O., S. 553). Mit anderen Worten müssen sie aufgrund umfassender , repräsentativer, h o- mogener und aktueller Stichproben gewonnen werden. Das verlangt, dass sie aufgrund einer genügenden Anzahl von Fällen ermittelt werden. Der Stichprobenumfang lässt sich nicht in einer absoluten Zahl besti m- men, welche für alle Branchen gültig wäre. Die Wahl der Stichproben darf nicht einseitig nur günstige oder ungünstige Verhältnisse betreffen. Sie muss alle Verhältnisse in angemessener Anzahl umfassen, um repräse n- tative Ergebnisse ermitteln zu können ( zum früheren Recht: BVGE 2009/60 E . 2.8.2; statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-665/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 2.7.2, mit weiteren Hinweisen). 2.9.3 Aus der Begründungspflicht folgt, dass die Steuerbehörde der ste u- erpflichtigen Person die Grundlagen der Erfahrungszahlen kundzu geben hat ( ZWEIFEL/HUNZIKER, a.a.O., S. 682 f., mit zahlreichen Hinweisen). Insbesondere hat die Behörde der steuerpflichtigen Person die Art und Weise, wie die Ermessensveranlagung zustande gekommen ist – umfas- send auch die Zahlen und Erfahrungswerte –, bekannt zu geben. Sodann hat sie zu erläutern, dass die zum Vergleich herangezogenen Betriebe nicht nur der gleichen Branche entstammen wie das eingeschätzte (g e- gebenenfalls) steuerpflichtige Unternehmen, sondern auch in anderer Hinsicht vergleichbar sind, wie z.B. betreffend Standort, Betriebsgrösse, Kundenkreis usw. Nur so ist es der steuerpflichtigen Person möglich, die Veranlagung sachgerecht anzufechten ( zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2A.284/2000 vom 5. Dezember 2000 E. 3, mit Hinweisen; A-589/2014 Seite 13 Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-665/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 2.7.3). 2.9.4 Da es sich bei Erfahrungszahlen prinzipiell um Durchschnittswerte handelt, dürfen sie im Einzelfall nicht lediglich in schematischer Weise angewendet werden. In Ausübung des pflichtgemässen Ermessens muss bei der Anwendung von Erfahrungszahlen deshalb deren Streubreite (zwischen Maximal- und Minimalwert) beachtet werden, wenn eine den individuellen Verhältnissen gerecht werdende Schätzung erfolgen soll (Urteil des Bundesgericht s vom 4. Mai 1983, veröffentlicht in: ASA 52 S. 234 E. 4). Inwiefern die Verwaltung ihr Ermessen ausgeübt hat, ist in der Entscheidbegründung darzulegen ( zum früheren Recht und zum Ganzen: BVGE 2009/60 E. 2.8.4; statt vieler: Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A -665/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 2.7.4, mit weiteren Hinweisen). 2.10 2.10.1 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen "Einspr a- cheentscheid" in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.149 ff.; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwa l- tungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 1758 ff.). 2.10.2 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft das Vorliegen der Vor - aussetzungen für die Vornahme einer Ermessenstaxation – als Rechts- frage – uneingeschränkt. Als ausserhalb der Verwaltungsorganisation und Behördenhierarchie stehendes, von der richterlichen Unabhängigkeit b e- stimmtes Verwaltungsgericht auferlegt es sich trotz des möglichen Rüg e- grundes der Unangemessenheit bei der Überprüfung von zulässigerweise erfolgten Erme ssensveranlagungen jedoch eine gewisse Zurückhaltung und reduziert dergestalt seine Prüfungsdichte. Grundsätzlich setzt das Bundesverwaltungsgericht nur dann sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz, wenn dieser bei der Schätzung erheb liche Ermessensfehler unterlaufen sind (zum früheren Recht zum Ganzen statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -665/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 2.8.2, mit weiteren Hinweisen). Diese Praxis wurde vom Bundesgericht bestätigt (vgl. zum früheren Re cht: Urteil des Bu n-A-589/2014 Seite 14 desgerichts 2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 4.3, ferner: Urteil des Bundesgerichts 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.3). 2.10.3 Für das Vorliegen der Voraussetzungen zur Vornahme einer E r- messenseinschätzung ist nach der allgemeinen Bewei slastregel die ESTV beweisbelastet (E. 1.4). Sind die Voraussetzungen erfüllt und e r- scheint die vorinstanzliche Schätzung nicht bereits im Rahmen der durch das Bundesverwaltungsgericht mit der gebotenen Zurückhaltung (E. 2.10.2) vorzunehmenden Prüfung als pflichtwidrig, obliegt es – in Um- kehr der allgemeinen Beweislast – der steuerpflichtigen Person, den Nachweis für die Unrichtigkeit der Schätzung zu erbringen ( vgl. statt vie- ler: Urteil des Bundesgerichts 2C_1077/2012 vom 24. Mai 2014 E. 2.5; zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -665/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 2.8.3, mit weiteren Hinweisen). Weil das Ergebnis der Ermessensveranlagung selbst auf einer Schätzung beruht, kan n sich die steuerpflichtige Person gegen eine zulässigerweise durchgeführte Ermessenseinschätzung nicht mit allgemeiner Kritik zur Wehr setzen. Vielmehr hat sie darzulegen, dass die von der ESTV vorgenommene Schätzung offensichtlich fehlerhaft ist, und sie hat auch den Beweis für ih- re vorgebrachten Behauptungen zu erbringen (zum früheren Recht statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.3). 3. Im vorliegenden Fall betrieb die Beschwerdeführerin in der hier massg e- benden Zeit vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2011 den Sauna-Club "C._______" mit Restaurationsbetrieb. Nach den unbestritten geblieb e- nen Ausführungen der Vorinstanz bezahlten die Kunden einen Eintritt von Fr. 80.-- für den zeitlich unbegrenzten Zutritt zur Infrastruktur (Sauna, tür- kisches Bad und Jacuzzi), den Konsum alkoholfreier Getränke (ausser Red Bull) sowie die Benutzung diverser Gegenstände (wie z.B. Bad e- mäntel, Handtücher und Badeschuhe). Ferner stellte die Beschwerdefü h- rerin den in ihrem Club tä tigen Sexarbeiterinnen gegen ein Eintrittsgeld von Fr. 80.-- die genannte Infrastruktur sowie getrennte Standardzimmer zur Verfügung. Ab dem 1. Mai 2011 ist eine Zimmermiete von Fr. 30.-- eingeführt und im Gegenzug das Eintrittsgeld der Sexarbeiterinnen au f- gehoben worden. Für die Benutzung einer Luxussuite hatten die Kunden der Beschwerdeführerin zusätzlich einen Mittelwert der Preise der ve r- schiedenen Angebote von Fr. 125.-- zu bezahlen. A-589/2014 Seite 15 Jeden Sonntag machte die Beschwerdeführerin ein Angebot, bei we l- chem die Kunden einen Betrag von Fr. 170.-- für den Eintritt, die Ina n- spruchnahme erotischer Dienstleistungen von einer der anwesenden Sexarbeiterinnen und einem Snack nach Wahl bezahlten. Gemäss H o- mepage der Beschwerdeführerin war an diesen Tagen für Besucher, wel- che nicht an der "Party" teilnehmen wollten, gegen ein Eintrittsgeld von Fr. 80.-- der normale Saunabetrieb zugänglich ( Akten Vorinstanz, act. 14, Beilage 1, S. 3). 3.1 3.1.1 Wie bereits erwähnt, ist für die Beurteilung der Selbständigkeit und die Bestimmung des mehrwertsteuerrechtlichen Leistungserbringers das Handeln im eigenen Namen und der Auftritt gegen aussen entscheidend (E. 2.2.1 und E. 2.2.3). Das Bundesverwaltungsgericht hat in konstanter Rechtsprechung und so wiederum in seinem Urteil A -6198/2012 vo m 3. September 2013, in welchem die dortige Beschwerdeführerin durch den nämlichen Rechtsanwalt vertreten war, wie diejenige in diesem Ve r- fahren, festgehalten, dass hierbei die Frage massgebend sei, wie das Erotikangebot für die Allgemeinheit, für einen ne utralen Dritten objektiv erkennbar in Erscheinung tritt (E. 3.1.1 des Urteils, mit weiteren Hinwe i- sen). 3.1.2 Dies kann im vorliegenden Fall im Einklang mit dem genannten U r- teil des Bundesverwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 in erster Linie ges tützt auf die Homepage der Beschwerdeführerin beu r- teilt werden, auf welcher die Erotikdienstleistungen angeboten worden sind (www.[...].ch). Aktenkundig sind Ausdrucke des Internetauftritts vom Jahr 2013, 2011, 2010 und 2009 (Akten Vorinstanz, act. 14, Beilage 1). Auf dem Ausdruck der Homepage aus dem Jahr 2013 wird u.a. mit einem "hit du dimanche" geworben, auf welchem sich neben dem Eintrittspreis von Fr. 170.-- und einer Zeitangabe auch der Vermerk befindet: "entrée + ½ heure avec une hôtesse + 1 snack au choix". Hierbei spricht ein Hi n- weis davon, dass "naturellement" auch der normale Eintritt von Fr. 80.-- bezahlt werden könne. Weiter wird jeden Montag und Dienstag mit "2 pour 1" mit dem Hinweis geworben, dass jeder Besucher, der einen Eintrittspreis vo n Fr. 80.-- be- zahle, das nächste Mal ein Gratiseintritt erwarte. Sodann findet sich ein "Angebot", das jeden Dienstag und Samstag für einen "FKK" mit dem Vermerk wirbt: "toutes les hôtesses nues"; wobei ein weiteres jeden Mit t-A-589/2014 Seite 16 woch verspricht: "au bar, tour nez la roue de fortune et gagnez un super prix!". Ein älterer Ausdruck aus dem Jahr 2011 garantiert täglich 10 bis 15 a n- wesende "Girls" und ein weiterer Event am 30. September 2010 wirbt mit: "sexy costumes", "une nuit pleine de surprises…", "découvres no s char- mantes hôtesses parées de leurs plus beaux costumes". Auf allen Ausdrucken der Homepage sind – und dies ausschliesslich – die Adresse und die Telefonnummer des Clubs aufgeführt. Nach den genannten Internetauftritten hat der Sauna -Club " C._______" die Erotikdienstleistungen im eigenen Namen angepriesen. Wie nicht erst im Urteil A-6198/2012 vom 3. September 2013 festgehalten – welches dem Vertreter der Beschwerdeführerin bekannt ist –, trat damit der Club "C._______" für die Allgemeinheit, das heisst für einen neutralen Dritten, als Leistungserbringer der Erotikdienstleistungen auf. Zudem muss dies vorliegend umso mehr gelten, als auf den Ausdrucken der Homepage – wie erwähnt – nur die Adresse und die Telefonnummer des Sauna -Clubs angegeben sind. Auch hier enthält die Homepage nach den genannten Ausdrucken eine Unterrubrik "Girls", deren Inhalt – bis auf Fotos – nicht aktenkundig ist. Selbst wenn auch diese Unterrubrik Angaben enthalten sollte, welche dem Kunden eine direkte Kontaktaufnahme mit den Sexa r- beiterinnen ohne Vermittlung durch die Beschwerdeführerin ermöglicht hätten, tritt auch hier nach aussen in erster Linie der Club als Anbieter der Sexdienstleistungen in Erscheinung. Gegen eine direkte Kontaktaufna h- me spricht sodann die Aussage eines "Bes uchers" des Clubs: "il me semble que les filles bougent beaucoup, alors il est difficile de retrouver les mêmes" (Akten Vorinstanz, act. 14, Beilage 2). Wie nicht erst im Urteil A-6198/2012 vom 3. September 2013 aufgezeigt, vermag auch vorli e- gend der Umsta nd, dass auf einem der Ausdrucke der Homepage Fotos einer Sexarbeiterin abgebildet sind und ihr Vorname bzw. Pseudonym festgehalten ist, nichts zu ändern (vgl. zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2C_239/2008 vom 26. August 2008 E. 2.4 f.). Der Inter- netauftritt spricht damit im Einklang mit dem erwähnten Urteil A-6198/2012 vom 3. September 2013 gegen die mehrwertsteuerrechtl i- che Selbständigkeit der einzelnen Sexarbeiterinnen . Im Weiteren liegen keine Anhaltspunkte vor und wird auch nicht seitens der Beschwerdefüh- rerin geltend gemacht, dass sich der relevante Inhalt der Homepage in der Zeit 2009 bis 2013 wesentlich verändert hat. Die Unterschiede zw i- schen den Ausdrucken erscheinen im Übrigen mit Bezug auf die Frage, A-589/2014 Seite 17 ob die Beschwerdeführerin gegenüber Dritten im eigenen Namen handel- te und auftrat, nicht als entscheidend (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 3.1.2). 3.1.3 Sodann kann auch vorliegend nicht gesagt werden, die Sexarbeit e- rinnen handelten i n völliger betriebswirtschaftlicher bzw. arbeitsorganis a- torischer Unabhängigkeit: Die Beschwerdeführerin bietet u.a. jeden Sonn- tag neben dem Saunabetrieb den "hit du dimanche" an, bei welchem sie auch den jeweiligen Tarif festlegt (E. 3.1.2). Im Pauschalbe trag von Fr. 170.-- ist eine sexuelle Dienstleistungen von einer halben Stunde i n- begriffen; die Sexarbeiterinnen können demnach die genauen Preise für die jeweils konkret erbrachten Leistungen nicht massgeblich mitbesti m- men. Auch hier liegt die Vermutung nahe, dass der Preis gegenüber de n- jenigen im Einzelservice verbilligt ist; ein Einzeleintritt kostet bekanntlich Fr. 80.-- und eine sexuelle Dienstleistung von einer halben Stunde Fr. 130.--. Jedenfalls beeinträchtigt auch vorliegend die Preisvorgabe der Beschwerdeführerin die betriebswirtschaftliche Unabhängigkeit der Fra u- en. Hieran vermag auch die Ausführung der Beschwerdeführerin in ihrer Replik vom 20. Juni 2014 (S. 4), der Betrag von Fr. 170.-- sei ordentlich als Geschäftseinnahme und das davon der Pros tituierten ausbezahlte Entgelt für ihre erbrachte Dienstleistung als Aufwand verbucht worden, nichts zu ändern ( Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 3.1.3; vgl. dazu ferner zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2C_426/2008 und 2C_432/2008 vom 18. Februar 2009 E. 4.2 ff.). Wie nicht erst im Urteil A-6198/2012 vom 3. September 2013 festgeha l- ten, spricht nicht nur das gegen eine mehrwertsteuerliche Selbständigkeit der Sexarbeiterinnen, sondern auch der Umstand, das s sie in einer wei t- gehenden arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit zur Beschwerdeführerin stehen. Auch vorliegend sind es jeweils mehrere Frauen, welche die In f- rastruktur und die weiteren Betriebsmittel gleichzeitig oder nacheinander für ihre Sexangebote nutzen. Zudem legt die Beschwerdeführerin die Öff- nungszeiten des Sauna-Clubs bzw. u.a. die Dauer des "hit du dimanche" fest; Umfang und Zeitpunkt der Leistungserbringung der einzelnen Se x- arbeiterinnen sind folglich direkt von der Belegungsdichte der Betriebsmit- tel der Beschwerdeführerin abhängig. Dementsprechend können die Frauen Leistungsumfang und -zeit nur bedingt frei wählen, da sich diese vielmehr nach Massgabe der betrieblichen Möglichkeiten und weitgehend auch der Bedürfnisse bzw. des Willens der Besch werdeführerin bestim- men ( vgl. zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts vom 11. März A-589/2014 Seite 18 2008, veröffentlicht in: ASA 77 S. 570 f. E. 3.2; Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 3.1.3, mit weiteren Hinweisen). Die Sexarbe iterinnen haben sich auch im Sauna -Club "C._______" zwangsläufig einer entsprechenden betrieblichen Ordnung der Beschwerdeführerin zu unterziehen (vgl. detailliert: Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 3.1.3 und zum frü heren Recht: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1562/2006 vom 26. September 2008 E. 3.2.3, bestätigt durch das Urteil des Bundesgerichts 2C_806/2008 vom 1. Juli 2009 E. 2.2.2). 3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Sexarbeiterinnen würden einer Erwerbstätigkeit nachgehen, die sowohl einkommenssteuer - als auch sozialversicherungsrechtlich als selbständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren sei (Beschwerde, S. 8 f.). Nicht erst das Urteil des Bundesverwaltungsgeric hts A -6198/2012 vom 3. September 2013 zeigt auf, dass die Art der Abrechnung der Sozialver- sicherungsbeiträge und die Qualifikation einer Person als selbständig oder unselbständig im Zusammenhang mit den direkten Steuern zwar nicht unbedeutende, aber dennoc h nicht allein ausschlaggebende Ind i- zien für die mehrwertsteuerliche Behandlung bildeten. Es könnten sich somit Abweichungen zwischen der Beurteilung nach mehrwertsteuerl i- chen Überlegungen und jener betreffend Sozialversicherungsrecht bzw. direkten Steuern ergeben. Insbesondere aufgrund der verschiedenen Zielsetzungen dieser Rechtsgebiete sei es durchaus möglich, dass ein und dieselbe Person in den verschiedenen Bereichen unterschiedlich eingestuft wird (wie bereits E. 2.2.2). Nichts Gegenteiliges ergibt si ch im Übrigen aus der schon damals und vorliegend erneut in diesem Zusa m- menhang erwähnten Literatur; es kann darauf verwiesen werden (vgl. Beschwerde, S. 9; detailliert: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 3.2, mit weiteren Hinweisen). Auch diesfalls vermag am Ausgang des vorliegenden Verfahrens eine all- fällige sozialversicherungsrechtliche oder direktsteuerliche Selbständi g- keit der Sexarbeiterinnen nichts zu ändern, da ebenfalls zu viel auf die mehrwertsteuerliche Zurechnung der fraglichen Dienstleistungen an die Beschwerdeführerin hindeutet (E. 3.1; Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 3.2, mit weiteren Hinwe i- sen). A-589/2014 Seite 19 3.3 Zusammenfassend ist somit in Anwendung der einschlägigen gefe s- tigten Rechtsprechung und damit im Einklang mit dem genannten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 festzuhalten, dass die durch di e Sexarbeiterinnen erbrachten Dienstlei s- tungen aufgrund des nach aussen sichtbaren Erscheinungsbildes einen in die Gesamtorganisation des Betriebs integrierten Zweig des Sauna - Clubs der Beschwerdeführerin bildeten. Sie bzw. der Club und die Sexa r- beiterinnen erschienen als unternehmerische Einheit, wobei massgebend ist, dass die Beschwerdeführerin mit dem Club nach aussen im eigenen Namen auftrat. Die Umsätze der Sexarbeiterinnen sind ihr mehrwertste u- errechtlich zuzurechnen (vgl. zum früheren Recht: Urteil des Bundesge- richts 2C_806/2008 vom 1. Juli 2009 E. 2.2.3; Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 3.3). 4. Es bleibt, auf die im Zusammenhang mit der Zurechnung vorgebrachten übrigen Argumente der Beschwerdeführerin einzugeh en, soweit diese nicht bereits durch die voranstehenden Erwägungen ausdrücklich oder implizit widerlegt worden sind. 4.1 Wie bereits im zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 führenden Verfahren bringt der Ver- treter der Bes chwerdeführerin vor, es bestehe kein ursächlicher Zusa m- menhang zwischen der von der Beschwerdeführerin erbrachten Leistung und dem von den Sexarbeiterinnen vereinnahmten Entgelt bzw. dem von den Freiern bezahlten Dirnenlohn (Beschwerde, S. 10 f.). Entscheidend ist, wie das Sexangebot für einen neutralen Dritten objektiv erkennbar in Erscheinung tritt (E. 2.2.1, E. 2.2.3 und E. 3.1.1). Unter die- sem Blickwinkel erscheint – wie gezeigt – jeweils die Beschwerdeführerin als Anbieterin der sexuellen Dienstleistun gen am Markt. Selbstverstän d- lich vereinbart wohl auch vorliegend der Kunde letztlich mit der einzelnen Sexdienstleisterin die Einzelheiten der zu erbringenden Leistung. Auch ist davon auszugehen, dass das jeweilige Entgelt im Fall der Barzahlung d i- rekt durch die Prostituierten gefordert und bezogen wurde, es sei denn, der Kunde nahm an einem "Angebot" wie dem "hit du dimanche" teil und habe den dafür zu entrichtenden (Gesamt -)Preis beim Eintritt bezahlt. Wie bereits im damaligen Urteil des Bundesverwaltungs gerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 aufgezeigt – auf das der Vertreter der Beschwerdeführerin nicht eingeht –, vermögen diese Umstände j e- doch das nach aussen vermittelte Gesamtbild nicht rechtswesentlich zu A-589/2014 Seite 20 verändern, wonach die Beschwerdeführerin u nter Zuhilfenahme der im Club anwesenden Damen als Leistungserbringerin auftrat. Auch hier u n- terlagen die Sexarbeiterinnen im Betrieb der Beschwerdeführerin der b e- schriebenen betriebswirtschaftlichen und arbeitsorganisatorischen A b- hängigkeit (E. 3.1.3). Diesfalls sind auch hier die Ausführungen der B e- schwerdeführerin, wonach sie nicht Beteiligte des die Mehrwertsteuer auslösenden Leistungsaustauschverhältnisses sei (Beschwerde, S. 10 f.), nicht stichhaltig (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 4.1, mit weiteren Hinweisen). 4.2 Auch mit dem weiteren Vorbringen, die Sexdienstleistungen der Pros- tituierten im Sauna -Club der Beschwerdeführerin liessen sich nicht z u- sammen mit den Leistungen der Beschwerdeführerin als Gesamt leistung qualifizieren, hat sich das Bundesverwaltungsgericht bereits im Urteil A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 4.2 auseinandergesetzt. Als Be- gründung wird damals wie heute durch den Vertreter der Beschwerdefüh- rerin geltend gemacht, es fehle nämlich i nsbesondere an einem Gesamt- entgelt, wobei letztlich nicht alle Saunabesucher und -besucherinnen Sexdienstleistungen beanspruchen oder anbieten würden (Beschwerde, S. 13 ff.). Wiederum muss aufgezeigt werden, dass die Zurechnung der Umsätze aus Erotikdienst leistungen zur Beschwerdeführerin nicht aufgrund einer Qualifikation ihrer erotischen und nicht erotischen Leistungen als G e- samtleistung im Sinne von Art. 19 Abs. 3 MWSTG (E. 2.5) erfolgt, so n- dern im Rahmen einer selbständigen Behandlung der Erotikdienstleistun- gen als gemäss Art. 19 Abs. 1 MWSTG von den übrigen Leistungen u n- abhängige Leistungen. Das erwähnte Vorbringen der Beschwerdeführerin vermag dieser Zurechnung auch hier nicht den Boden zu entziehen. 4.3 Ebenfalls hinsichtlich des geltend gemachten Argume nts der B e- schwerdeführerin, es liege weder ein direktes, noch ein indirektes Stel l- vertretungsverhältnis vor (Beschwerde S. 7 f.), kann grundsätzlich auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 4.4 verwiesen werden . Auch vorliegend kann sich von vornherein nicht die Frage nach einer allfälligen mehrwertsteuerl i- chen Stellvertretung durch die Beschwerdeführerin – ob nun in direkter (als blosse Vermittlerin) oder indirekter Form (E. 2.2.3) – stellen, weil es den Sexarbeiterinnen hinsichtlich der im Club der Beschwerdeführerin e r- brachten sexuellen Dienstleistungen an der mehrwertsteuerlichen Sel b- ständigkeit mangelt und die entsprechenden Umsätze der Beschwerd e-A-589/2014 Seite 21 führerin zuzurechnen sind (vgl. zum früheren Recht: Urteil des Bund es- verwaltungsgerichts A-1562/2006 vom 26. September 2008 E. 3.2.6). 4.4 Gleiches muss bezüglich des Vorbringens der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz bezichtige sie mit der Umsatzaufrechnung der Förderung der Prostitution (Beschwerde, S. 11 f.), gelten; denn auch hiermit hat sich das Bundesverwaltungsgericht bereits im Urteil A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 4.5 auseinandergesetzt. Wie bereits damals au f- gezeigt, ist nicht entscheidend, wie die Gegebenheiten im Innenverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und den Frauen allenfalls in strafrech t- licher Hinsicht zu qualifizieren wären; die mehrwertsteuerliche Selbstä n- digkeit wird auch vorliegend den Sexarbeiterinnen nicht abgesprochen, weil auf sie ein unzulässiger Druck – welcher gemäss Rechtsprechung für die Strafbarkeit vorausgesetzt wird – ausgeübt worden wäre. Relevant ist, dass sie sich in die Organisation der Beschwerdeführerin einfügten und Letztere gegen aussen für die durch die Dienstleistungen der Frauen e r- zielten Umsätze als mehrwertsteuerliche L eistungserbringerin in Erschei- nung trat. 4.5 Erneut führt der Vertreter der Beschwerdeführerin ins Feld, durch die von der Vorinstanz vorgenommene Aufrechnung eines Fremdumsatzes werde die Beschwerdeführerin angestiftet, die Sexarbeiterinnen zur Ve r- letzung von Geschäftsgeheimnissen zu nötigen; dadurch werde der Ta t- bestand von Art. 6 UWG erfüllt (Beschwerde, S. 12). Gemäss Art. 6 UWG (SR 241) handelt insbesondere unlauter, wer Fabr i- kations- oder Geschäftsgeheimnisse, welche er ausgekundschaftet oder sonst wie unrechtmässig erfahren hat, verwertet oder andern mitteilt. Als Geheimnis im Sinne dieser Vorschrift gelten "Tatsachen, die weder offe n- kundig noch allgemein zugänglich sind, an deren Geheimhaltung der A r- beit- resp. Auftraggeber ein berechtigtes Interesse h at und die dieser ta t- sächlich geheim halten will; dabei ist erforderlich, dass der äusserlich durch entsprechende Vorkehren erkennbare Geheimhaltungswille darauf abzielt, die Tatsachen nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich zu machen" (vgl. RETO A. HEIZMANN, in: Oesch/Weber/Zäch [Hrsg.], Wettbewerbsrecht II, Kommentar, Rz. 2 zu Art. 7 UWG, mit Hinweis; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 4.6, mit weiteren Hinweisen). Die vorliegend fraglichen Umsätze aus Sexdien stleistungen waren der Beschwerdeführerin, soweit sie anlässlich des "hit du dimanche" erzielt A-589/2014 Seite 22 wurden, ohne Weiteres bekannt ( Fr. 170.-- pro Besucher). Insofern st e- hen somit keine Fabrikations - oder Geschäftsgeheimnisse der Sexarbe i- terinnen auf dem Spiel, welche die Beschwerdeführerin (namentlich g e- genüber den Steuerbehörden) zu wahren hätte. Von solchen Geheimni s- sen kann indes auch nicht mit Bezug auf die übrigen, im Rahmen des "normalen" Saunabetriebes aufgrund von Sexdienstleistungen erzielten Umsätze au sgegangen werden. Wiederum wurde weder substantiiert noch ist aus den Akten ersichtlich, dass ein äusserlich aufgrund entspr e- chender Vorkehren erkennbarer Geheimhaltungswille der betroffenen Sexarbeiterinnen vorhanden war. Das Vorbringen der Beschwerdeführ e- rin, es lägen Verstösse gegen das Lauterkeits- und/oder Strafrecht vor, ist von vornherein unbegründet (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 4.6, mit weiteren Hinweisen). 4.6 Unklar ist, ob der Hinweis der Beschwerdef ührerin, die Ausübung der Prostitution sei eine wirtschaftliche Tätigkeit, die unter dem Schutz der Handels- und Gewerbefreiheit bzw. Wirtschaftsfreiheit nach Art. 27 BV stehe (Beschwerde, S. 8; Replik, S. 2), als Rüge der Verletzung der Wir t- schaftsfreiheit der Sexarbeiterinnen gedacht gewesen ist. Wiederum muss in Übereinstimmung mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 4.7 dargelegt werden, dass es sich um ein nicht stichhaltiges Vorbringen handelt. Weshalb nämlich die Wirtschaftsfreiheit der im Club der Beschwerdeführerin tätigen Sexdienst- leisterinnen verletzt sein soll, ist angesichts des Umstandes, dass die streitigen Umsätze der Beschwerdeführerin und nicht den Sexarbeiteri n- nen mehrwertsteuerlich zuzurechnen sind, nicht erkennbar. 4.7 Sodann rügt die Beschwerdeführerin – ohne dies freilich näher zu e r- läutern –, die "willkürlich und gesetzeswidrig " vorgenommene Aufrec h- nung nicht erzielter Umsätze Dritter verletze die Institutsgarantie als Kerngehalt von Art. 26 Abs. 1 BV und führe zwangsläufig zur Überschu l- dung der Beschwerdeführerin (Beschwerde, S. 15 f.). 4.7.1 Die Eigentumsgarantie als Institutsgarantie verpflichtet den Steue r- gesetzgeber, die bestehenden Vermögen der Steuerpflichtigen in ihrer Substanz zu bewahren und die Möglichkeit der Neubildung von Verm ö- gen zu erhalten. Im Abgabewesen bietet sie also lediglich Schutz gegen eine konfiskatorische Besteuerung, welche es dem Gemeinwesen ve r- wehrt, den Abgabepflichtigen ihr privates Vermögen oder einzelne Ve r- mögenskategorien durch übermässige Besteuerung nach und nach zu entziehen. In der höchstrichterlichen Rechtsprechung wird aber der Ker n-A-589/2014 Seite 23 gehalt, die unantastbare Substanz des Eigentums, so eng umschrieben, dass z.B. eine Besteuerung, die vorübergehend das gesamte Einkommen und den Vermögensertrag des Steuerpflichtigen beansprucht, noch als zulässig erachtet wird. Wo die Grenze zwischen einer zulässigen steuerli- chen Belastung und einem verfassungswidrigen konfiskatorischen Eingriff in das Eigentum zu ziehen ist, lässt sich nicht in allgemein gültiger Weise bestimmen, sondern hängt vom Steuersatz, der Bemessungsgrundlage, der Dauer der Massnahme, der relativen Tiefe des fiskalischen Eingriffs, der Kumulation mit anderen Abgaben sowie von der Möglichkeit der Überwälzung d er Steuer ab (zum Ganzen: BGE 128 II 112 E. 10b/bb, BGE 106 Ia 342 E. 6a; BVGE 2007/23 E. 7.4.1; HÄFE- LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 2043 und 2678). Die rechtsanwendenden Behörden dürfen von einer klar formulierten Vor- schrift des Bundesgesetzgebers, deren Wortlaut auch dem Sinn und Zweck der Regelung entspricht, nicht abweichen (sog. "Anwendungsg e- bot"; Art. 190 BV; BGE 131 II 217 E. 2.3). Dieses Gebot gilt es auch bei der Prüfung der Rüge, die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) sei verletzt, zu beachten (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_385/2011 vom 8. August 2011 E. 4.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5078/2012 vom 15. Januar 2014 E. 10.5.1.1 f.). 4.7.2 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass eine Umsat z- aufrechnung ein Unternehmen finanziell schwer treffen kann. Indes ber u- hen sowohl Bestand als auch Umfang der Umsatzaufrechnung auf klarer bundesgesetzlicher Grundlage, weshalb das Vorgehen der Vorinstanz mit Blick auf das Anwendungsgebot von Art. 190 BV gerechtfertigt ist. Wie bereits erw ähnt (E. 2.2) ist mehrwertsteuerpflichtig, wer unabhängig von Rechtsform, Zweck und Gewinnabsicht ein Unternehmen betreibt und nicht von der Steuerpflicht befreit ist. Ein Unternehmen betreibt, wer eine auf die nachhaltige Erzielung von Einnahmen aus Leistungen ausge- richtete berufliche oder gewerbliche Tätigkeit ausübt und unter eigenem Namen nach aussen auftritt (Art. 10 Abs. 1 Bst. a und b MWSTG). Befreit ist ein Steuerpflichtiger u.a. , wenn er im Inland innerhalb eines Jahres weniger als Fr. 100'000.-- Umsatz aus steuerbaren Leistungen erzielt, so- fern er nicht auf die Befreiung von der Steuerpflicht verzichtet (Art. 10 Abs. 2 Bst. a MWSTG). Auch die Veranlagung und Entrichtung der Meh r- wertsteuer gemäss dem Selbstveranlagungsprinzip ist auf der Ebene der Bundesgesetze bzw. in Art. 10, 66, 71 und 86 MWSTG verankert (E. 2.6.1). Sodann ergibt sich die Schätzung nach pflichtgemässem E r-A-589/2014 Seite 24 messen bzw. die Konstellationen, welche zu einer Ermessensveranl a- gung führen, insbesondere aus Art. 79 MWSTG (E. 2.7.1 f.). Von der im hier zu beurteilenden Fall einschlägigen bundesgesetzlichen Ordnung kann mangels Entschliessungsermessens der rechtsanwende n- den Verwaltung, anders zu entscheiden, und aufgrund des Anwendung s- gebotes von Art. 190 BV nicht mit Blick auf die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) abgewichen werden (vgl. hierzu auch Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts A-5078/2012 vom 15. Januar 2014 E. 10.5.1.3). Die Rüge, die Erhebung der im Streit liegenden Umsatzaufrechnung grenze an ko n- fiskatorische Besteuerung, verfängt somit nicht. 4.8 Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, das hiervor unter E. 3.1.3 erwähnte Urteil des Bundesgerichts 2C_806/2008 vom 1. Juli 2009 habe vorliegend keine präjudizielle Wirkung. Insbesondere der Hi n- weis des Bundesgerichts in dieser Entscheid ung, der im entsprechenden Verfahren zu beurteilende Sachverhalt sei mit dem im bundesgerichtl i- chen Urteil 2C_426/2008 und 2C_432/2008 vom 18. Februar 2009 beu r- teilten Sachverhalt praktisch identisch, sei nicht einschlägig. In den Let z- teren seien die Prostituierten nämlich für den Bordellbetreiber tätig gew e- sen, welcher das Entgelt der Freier einkassiert und den Prostituierten e i- nen Prozentanteil ausbezahlt habe. Die Sexdienstleistungen anbietenden Besucherinnen des Sauna-Clubs der Beschwerdeführerin handelten aber im eigenen Namen und auf eigene Rechnung; auf die angeführten Urteile könne demnach nicht abgestellt werden (Beschwerde, S. 12 f.). Erneut ist in diesem Zusammenhang entgegenzuhalten, dass vorliegend nicht zu klären ist, ob das Bundesgericht in s einem Urteil 2C_806/2008 vom 1. Juli 2009 zu Recht von einem Sachverhalt ausgegangen ist, der mit dem im Verfahren 2C_426/2008 bzw. 2C_432/2008 beurteilten wei t- gehend identisch ist (vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 4.8). Anzumerken ist schliesslich, dass vorliegend auch nichts gegen die B e- rücksichtigung des höchstrichterlichen Urteils 2C_426/2008 und 2C_432/2008 vom 18. Februar 2009 spricht. Zudem muss wiederum da r- auf hingewiesen werden, dass im genannten U rteil Umsätze aus erot i- schen Dienstleistungen – entgegen der Darstellung der Beschwerdefü h- rerin – ohne Abstützung auf die Stellvertretungsregelung (damals Art. 10 der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer [aMWSTV, A-589/2014 Seite 25 AS 1994 1464]) mehrwertsteuerlich dem Betreiber der Erotiketabliss e- ments zugerechnet wurden. 5. Insgesamt kann somit festgehalten werden, dass die Beschwerdeführerin mit Bezug auf die Dienstleistungen der Sexarbeiterinnen in ihrem Sauna - Club in mehrwertsteuerrechtlicher Hinsicht als Leistungserbringerin zu betrachten ist. Hieran vermögen auch die von der Beschwerdeführerin verlangten Abnahmen von Zeugenaussagen und die Durchführung eines Augenscheins nichts zu ändern. Für die hier zu beurteilende mehrwer t- steuerliche Selbständigkeit de r im Sauna -Club der Beschwerdeführerin erbrachten sexuellen Dienstleistungen bzw. der Zurechnung der entspr e- chenden Umsätze, ist es nicht entscheidend, ob die Sexarbeiterinnen auf eigenen Antrieb und ohne Anweisung handeln bzw. ob sie das Entgelt mit ihrem Freier individuell aushandeln. Die Anträge betreffen demnach – für das vorliegende Verfahren – nicht erhebliche Tatsachen. Im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung (E. 1.5) kann das Bundesverwaltungsg e- richt deshalb auf die Einholung der betreffenden Z eugenaussagen bzw. auf die Durchführung eines Augenscheins verzichten. Im Folgenden bleibt mithin noch, die Rechtmässigkeit der von der Vorinstanz vorgenommenen Ermessenseinschätzung des Umsatzes zu beurteilen. 5.1 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin die von den Sexarbeite- rinnen in ihrem Sauna -Club erzielten Umsätze nirgends in ihrer Buchha l- tung erfasst hat. Demzufolge entsprechen die Buchhaltungsunterlagen nicht den gesetzlichen Anforderungen; sie sind nicht vollständig (E. 2.6.2). Unter diesen Umst änden war die Vorinstanz dazu berechtigt und verpflichtet, den fraglichen Umsatz durch eine pflichtgemässe Schä t- zung zu ermitteln (E. 2.8.1 und E. 2.10.3). Daran vermag auch der Ei n- wand der Beschwerdeführerin, sie habe als Clubbetreiberin keine Kenn t- nisse über die entsprechenden Umsätze der Sexarbeiterinnen (B e- schwerde, S. 6 f.) bzw. sei es ihr aus tatsächlichen und rechtlichen Grü n- den (vgl. hierzu E. 3 und 4) verwehrt, die erzielten Umsätze festzustellen und eine ermessensweise Erfassung durch die Vorinsta nz letztlich geset- zeswidrig (Beschwerde, S. 12), nichts zu ändern. Wie vorne aufgezeigt, sind der Beschwerdeführerin die betreffenden Umsätze mehrwertsteue r- rechtlich zuzurechnen (E. 3.3), so dass sie diese als Ertrag zu verbuchen und darüber mit der ESTV abzurechnen hatte. A-589/2014 Seite 26 5.2 5.2.1 Die ESTV hat also eine pflichtgemässe Ermessenseinschätzung vorzunehmen. Dies bedeutet, dass ausreichend abgestützte und plausi b- le Schätzungshilfen heranzuziehen sind, eine vernünftige sowie zwec k- mässige Schätzungsmethode angewendet werden muss und auf die B e- sonderheiten des Einzelfalles Rücksicht zu nehmen ist (E. 2.8.2). Implizit zählt dazu auch, dass die vorgenommene Ermessenseinschätzung g e- nügend begründet wird, da nur auf diese Weise nachvollzogen und g e- prüft werden kann, ob die Schätzung pflichtgemäss erfolgt e (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_1077/2012 vom 24. Mai 2014 E. 3.7). Mit and e- ren Worten gilt es nun – mit der gebotenen Zurückhaltung – zu prüfen (vgl. vorn E. 2.10.3), ob eine Ermessensüberschreitung durch die Vori n- stanz bei der fraglichen Schätzung erkennbar ist (vgl. Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 5.2.1). 5.2.2 Die ESTV stützte sich bei der Berechnung des Umsatzes aus erot i- schen Dienstleistungen auf die durchschnittliche Zahl von Mä nnerbesu- chen im Jahr 2011 bei der Beschwerdeführerin, die zugleich eine Se x- dienstleistung in einem Zimmer in Anspruch genommen haben. Zur E r- mittlung dieser Zahl zog die Vorinstanz (I) die Bruttoeinnahmen aus den Eintritten gemäss der Erfolgsrechnung der Be schwerdeführerin im Jahre 2011 heran, (II) dividierte dies durch das um die Mehrwertsteuer bereinig- te Eintrittsgeld, (III) zog hiervon die (gestützt auf die im Internetauftritt im Jahr 2011 genannten anwesenden Sexarbeiterinnen) Anzahl Eintritte der Sexdienstleisterinnen während des Jahres 2011 ab, (IV) dividierte die An- zahl gemieteter Zimmer im Jahr 2011 durch dieses Zwischenresultat (T o- tal Eintritte Herren [brutto]) und erhielt sodann die durchschnittliche A n- zahl Besucher im Jahr 2011, die sowohl einen Ei ntritt als auch eine Se x- dienstleistung in einem Zimmer in Anspruch genommen haben ("Einspr a- cheentscheid", S. 16 f., E. 8.2.3 und Akten Vorinstanz, act. 11). Dieses Ergebnis münzte die Vorinstanz auf das zu besteuernde Jahr 2010 um, indem sie (I) die Brutt oeinnahmen aus den Eintritten gemäss der Erfolgsrechnung der Beschwerdeführerin im Jahre 20 10 heranzog, hiervon (II) die (gestützt auf die im Internetauftritt im Jahr 2011 genannten anwesenden Sexarbeiterinnen) Einnahmen aus Eintritten der Sexdiens t- leisterinnen während eines Jahres abzog, (III) das Zwischenresultat durch den um die Mehrwertsteuer bereinigten Eintrittspreis dividierte und letz t- lich (IV) dieses Resultat mit dem Ergebnis aus dem Jahre 2011 multipl i- zierte ("Einspracheentscheid", S. 17., E. 8.2.3 und Akten Vorinstanz, act. 11). A-589/2014 Seite 27 Den Umsatz aus erotischen Dienstleistungen für das Jahr 2010 errechne- te die Vorinstanz sodann, indem sie die resultierende Anzahl von Bes u- chern im Jahr 2010, die sowohl einen Eintritt in den Sauna -Club als auch eine Sexdienstleistung in einem Zimmer in Anspruch nahmen , mit dem von ihr aufgrund des Internetauftritts bzw. diverser Kommentare von Fre i- ern durchschnittlich festgesetzten Preis für erotische Dienstleistungen von Fr. 121.-- (exkl. MWST) multiplizierte und mit dem U msatz aus eroti- schen Dienstleistungen in einer Suite (Anzahl Suiten multipliziert mit dem durchschnittlich festgesetzten Preis für erotische Dienstleistungen von Fr. 121.--) addierte. Schliesslich zog die Vorinstanz vom Ergebnis die Summe der von den Sexdi enstleisterinnen im Jahr 2010 bezahlten Ein- trittsentgelte (für zwölf Monate Eintritt bezahlt) ab, weil dieser Betrag b e- reits in die Steuerbemessungsgrundlage geflossen sei. Dies ergibt nach Auffassung der Vorinstanz den nachzubesteuernden Umsatz aus erot i- schen Dienstleistungen der Prostituierten für das Jahr 2010. Den Umsatz aus erotischen Dienstleistungen für das Jahr 2011 berechne- te die Vorinstanz, indem sie die Anzahl gebuchter Zimmer und Suiten mit dem von ihr aufgrund des Internetauftritts bzw. diverser Kommentare von Freiern durchschnittlich festgesetzten Preis für erotische Dienstleistungen von Fr. 121.-- (exkl. MWST) multiplizierte. Auch hiervon zog die Vori n- stanz die Summe der von den Sexdienstleisterinnen im Jahr 2011 bezahl- ten Eintrittsentgelte (für vier Monate Eintritt bezahlt) ab. 5.2.3 5.2.3.1 Die Beschwerdeführerin rügt insbesondere, es sei willkürlich a n- zunehmen, dass die erbrachten erotischen Dienstleistungen mit einem Entgelt von Fr. 130.-- (inkl. MWST) abgegolten wurden. Der Vertreter der Beschwerdeführerin beruft sich dabei – wie bereits im Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 5.2.3.1 – auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1562/2006 vom 26. September 2008 und macht geltend, in dieser Entscheidung se i man von einem durchschnittlichen Preis der erotischen Dienstleistungen von Fr. 115.-- ausgegangen (Beschwerde, S. 19). In der Replik vom 20. Juni 2014 führt er erneut aus, das von den Prostituierten erzielte Entgelt un- terschreite den willkürlich angenomm enen Betrag von Fr. 130.-- wesent- lich; es sei höchstens auf Fr. 60.-- bis allerhöchstens Fr. 90.-- festzuset- zen. Die Vorinstanz habe es unterlassen, die konkreten Verhältnisse vor Ort zu erkunden bzw. habe sie weder Besucherinnen noch Freier oder den Geschäftsführer befragt (Replik, S. 5 f.). A-589/2014 Seite 28 Die ESTV führt aus, der Betrag von Fr. 130.-- (inkl. MWST) ergebe sich aus dem aktuellen Internetauftritt des Sauna -Clubs, wo für 30 Min. Fr. 130.--, für 60 Min. Fr. 260.-- bezahlt werden müsse (Akten Vorinstanz, act. 15, Beilage 1). Bezüglich der früheren Jahre habe sie auf die Info r- mationen der Internetseite "(…).com" zurückgreifen können; nach den d i- versen Kommentaren habe für 30 Min. Fr. 120.--, für 60 Min. Fr. 240.-- bezahlt werden müssen (Akten Vorinstanz, act. 15, Beilage 2). Ein durch- schnittlicher Preis von Fr. 130.-- inkl. MWST dürfte daher als sachgerecht erscheinen. 5.2.3.2 Die Vorinstanz hat sich bei ihrer Schätzung auf Daten des Sauna - Clubs " C._______" der Beschwerdeführerin gestützt. Zudem haben d i- verse Kommentare von Besuchern zumindest den Betrag von Fr. 120.-- bestätigt, wohingegen einige sogar von Fr. 150.-- sprachen (Akten Vorin- stanz, act. 15, Beilage 2). Im von der Beschwerdeführerin zitierten Urteil des Bundesverwaltungsge- richts A-1562/2006 vom 26. September 2008 E. 4.2.2.2 hatte das Gericht insbesondere ausgeführt, ein Ansatz von Fr. 115.-- netto als Durc h- schnittswert pro Kunde liege "im unteren Rahmen" der Preise für erot i- sche Dienstleistungen, welche in ähnlich gelagerten, vom Gericht früher beurteilten Fällen vorgelegen hätten. Die vorliegende Abweichung von Fr. 6.-- bzw. rund 5 % zu dem Verfahren A-1562/2006 betreffenden Sach- verhalt liegt in einem durchaus vertretbaren Bereich. Der vorliegend a n- gewendete Ansatz von Fr. 130.-- (inkl. MWST) bzw. Fr. 121.-- (exkl. MWST) hält sich folglich an den Rahmen der Preise, welche das Gericht in der entsprechenden Erwägung als Vergleichszahlen für die Beurteilung des damaligen Ansatzes von Fr. 115.-- nannte. Auch war bei Letzterem davon die Rede, dass dieser Wert eher zu tief berechnet sei; zudem lässt sich der vorliegend angewendete Ansatz von Fr. 130.-- anhand des Inter- netauftritts und Aussagen der Freier begründen; stellt er doch einen Mi t- telwert von jenem des aktuellen Internetauftritts (Fr. 130.--) und dem durch einige Freier bestätigten Preis pro Dienstleistung (Fr. 150.-- bzw. Fr. 120.--) dar. Nicht zuletzt auferlegt sich das Bundesverwaltungsgericht bei der Überprüfung eine gewisse Zurückhaltung (E. 2.10.2 und E. 5.2.1). Auch in diesem Zusammenhang verlangt di e Beschwerdeführerin die Ab- nahme von Zeugenaussagen. Da die betreffende Tatsache aus den Akten bereits genügend ersichtlich ist, kann im Sinne einer antizipierten B e- weiswürdigung (E. 1.5) auf die Einholung der betreffenden Zeugenauss a- gen verzichtet werden. A-589/2014 Seite 29 5.3 Die Vorinstanz hat vorliegend nach dem Gesagten mit dem hinre i- chend begründeten Ansatz von Fr. 130.-- pro Dienstleistung ihr pflichtg e- mässes Ermessen nicht überschritten. Schliesslich obliegt es nun – in Umkehr der Beweislast – der Beschwerdeführerin nach zuweisen, dass die Schätzung der Vorinstanz offensichtlich unrichtig ist bzw. dass dieser dabei erhebliche Ermessensfehler unterlaufen sind (E. 2.10.3). 5.3.1 5.3.1.1 Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich geltend, die Vori n- stanz gehe bei ihrer Berechnung von eine r willkürlichen und aktenwidr i- gen Annahme aus, seit der Betriebsöffnung im Frühjahr 2009 bestehe bis dato eine unveränderte, konstante Besucherfrequenz. Wie nämlich aus den Abschlüssen der Jahre 2009-2011 entnommen werden könne, hätten sich die Umsätze sei t der Betriebsöffnung allmählich erhöht; aus den e r- zielten Zimmereinnahmen ab Mai 2011 (Zimmereinnahmen von acht Mo- naten) auf identische Einnahmen im Jahr 20 10 zu schliessen – obwohl die Besucherzahlen im Jahr 2010 deutlich tiefer gewesen seien –, sei ei- ne pflichtwidrige, missbräuchliche Handhabung des Schätzungserme s- sens (Beschwerde, S. 17 f.). Dem hält die Vorinstanz entgegen, sie habe für das Jahr 2011 den A n- teilssatz derjenigen Besucher berechnen können, die eine erotische Dienstleistung in Anspruch genommen haben. Hierbei handle es sich um eine Prozentangabe, welche das Verhalten der Kunden widerspiegle und es sei daher vertretbar, diese Verhältniszahl auf die übrigen Jahre anz u- wenden. 5.3.1.2 Die Beschwerdeführerin ist zunächst darauf hinzuweisen, dass es gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung im Rahmen einer Erme s- senstaxation auch zulässig ist, dass die ESTV eine Prüfung der Verhäl t- nisse während eines Teils der Kontrollperiode vornimmt und in der Folge das Ergebnis auf den gesamten kontrollierten Zeitraum umlegt bzw. hoch- rechnet (sog. Umlageverfahren), vorausgesetzt die massgebenden Ve r- hältnisse im eingehend kontrollierten Zeitabschnitt seien ähnlich wie in der gesamten Kontrollperiode ( zum früheren Recht: Urteile des Bunde s- gerichts 2C_309/2009 vom 1. Februar 2010 E. 2.2 und 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 4.3.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.9.3, mit weiteren Hinweisen). 5.3.1.3 Es ist der Beschwerdeführerin zwar zuzust immen, dass sich g e- mäss den Abschlüssen der Jahre 2009 -2011 (Akten Vorinstanz, act. 11, A-589/2014 Seite 30 Beilagen) die Einnahmen aus Eintrittsgeldern erhöht haben. Entgegen i h- rer Auffassung stützt sich die Vorinstanz jedoch bei den Einnahmen aus Eintrittsgeldern im Jahr 20 10 nicht auf jene des Jahres 2011, sondern entnimmt diese der Bilanz 2010. Die Vorinstanz geht lediglich davon aus, dass 77 % der Sauna-Club-Besucher, welche einen Eintritt bezahlt, auch eine Sexdienstleistung beansprucht haben. Dieser Rückschluss aus dem Jahr 2011 ist nachvollziehbar und berücksichtigt sehr wohl die geringeren Eintrittseinnahmen des Jahres 20 10; letztlich stammt die Zahl der Ei n- trittseinnahmen – wie gesagt – aus dem Abschluss des Jahres 20 10. Mangels anderer stichhaltiger Beweismittel ist vorliegend keine Fehlerhaf- tigkeit der vorinstanzlichen Schätzung nachgewiesen. Vor diesem Hinte r- grund muss, weil die Beschwerdeführerin die Beweislast für die Unric h- tigkeit der Schätzung trägt (E. 2.10.3), davon ausgegangen werden, dass die dem "Einsprache entscheid" zugrunde gelegte "Eintritt zahlende und gleichzeitig eine Sexdienstleistung beanspruchende Besucherfrequenz" von 77 % rechtskonform ist. Im Übrigen sind gewisse Fehlerquellen bzw. Unschärfen einer Schätzung grundsätzlich inhärent und es wäre Auf gabe der Beschwerdeführerin gewesen, durch ordnungsgemäss geführte, vol l- ständige Aufzeichnungen von vornherein Klarheit über sämtliche von ihr erzielten Einnahmen zu schaffen ( zum früheren Recht: Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts A-2950/2011 vom 8. Februar 2012 E. 4.2.2). 5.3.2 5.3.2.1 Weiter rügt die Beschwerdeführerin, es resultiere insgesamt eine falsche Berechnung, da die Vorinstanz es unterlassen habe – nachdem sie die Drittumsätze der Sexdienstleisterinnen nach Massgabe der Zi m- merbelegungen der Beschwerdeführe rin aufgerechnet habe –, den b e- reits versteuerten Umsatz aus den Zimmermieteinnahmen als nicht ste u- erbaren Innenumsatz in Abzug zu bringen. Der versteuerte Umsatz von Fr. 461'562.-- und die im Anhang zur " EM Nr. (…) / Verfügung" vom 8. August 2012 vorgenom menen Abzüge für die Zimmervermietung müssten vom Drittumsatz der Sexdienstleisterinnen abgezogen werden (Beschwerde, S. 22). Die Vorinstanz entgegnet, sie habe dem Umstand, dass die Zimmermie t- einnahmen vorliegend als Innenumsätze der Beschwerdeführerin z u be- trachten seien, vollumfänglich Rechnung getragen. Lediglich die Zahlen an sich würden sich unterscheiden, da sie bei ihrer Neubeurteilung die Schätzung aufgrund der eingebrachten Unterlagen und Informationen hätte verfeinern können (Vernehmlassung, S. 7 f.). A-589/2014 Seite 31 5.3.2.2 Die ESTV führte in der "EM Nr. (…) / Verfügung" vom 8. August 2012 ( Akten Vorinstanz, act. 3, inkl. Beilage) aus, von den Einnahmen aus Erotikdienstleistungen für das Jahr 2010 in Höhe von Fr. 2'437'600.-- seien die geschätzten Einnahmen aus "Zimme rmiete" von Fr. 459'297.-- in Abzug zu bringen, da sie bereits versteuert worden seien. Hieraus e r- gäben sich Einnahmen aus den Erotikdienstleistungen von Fr. 1'978'303.- - bzw. eine Steuernachforderung in Höhe von Fr. 139'731.45 (7.6 % brut- to). In Bezug auf das Jahr 2011 seien von den geschätzten Einnahmen in Höhe von Fr. 2'624'800.-- Einnahmen für die Zimmerbenutzung respekt i- ve den Eintritten der Prostituierten in Höhe von Fr. 492'770.-- abzuziehen; es ergäben sich folglich Einnahmen aus den Erotikdienstlei stungen von Fr. 2'132'030.-- bzw. eine Steuernachforderung in Höhe von Fr. 157'928.15 (8 % brutto). Von dieser Berechnungsweise ist die Vori n- stanz in ihrem "Einspracheentscheid" vom 18. Dezember 2013 nicht a b- gewichen. Sie ging dabei für das Jahr 2010 von Einnahmen aus Eroti k- dienstleistungen in Höhe von Fr. 1'637'856.-- aus und zog dabei die Ei n- nahmen aus den Eintritten der Sexdienstleisterinnen im Jahr 20 10 (ent- spricht der Zimmermiete, welche erst am 1. Mai 2011 eingeführt worden ist) in Höhe von Fr. 266'400.-- ab. Dies wiederum mit der Begründung, die Eintritte der Sexdienstleisterinnen müssten als Innenumsätze betrachtet werden und unterlägen nicht der Mehrwertsteuer; da sie aber bereits ve r- steuert worden seien, müssten sie wieder gutgeschrieben werden. Da r- aus resultierten Einnahmen aus Erotikdienstleistungen für das Jahr 2010 in Höhe von Fr. 1'371'456.-- bzw. eine diesbezügliche Steuernachforde- rung von Fr. 104'230.65.-- (7.6 % netto). Hinsichtlich des Jahres 2011 schloss die Vorinstanz auf Einnahmen aus Erotikdienstleistungen in Höhe von Fr. 1'661'935.-- und subtrahierte wiederum die Einnahmen aus den Eintritten der Sexdienstleisterinnen im Jahr 2011 in Höhe von Fr. 88'800.-- (vier Monate); sodann resultierten Einnahmen aus Erotikdienstleistungen für das Ja hr 2011 in Höhe von Fr. 1'573'135.-- bzw. eine diesbezügliche Steuernachforderung von Fr. 125'850.80 (8 % netto). Ein erneuter Abzug des nicht mehr aktuellen Betrages von Fr. 461'562.-- und vorgenommener Abzüge für die Zimmervermietung (Fr. 266'400.-- bzw. Fr. 88'800.-- wur- den ja bereits abgezogen) ist folglich nicht angezeigt. Die Vorinstanz hat somit zu Recht diesen Betrag nicht abgezogen. 5.3.3 5.3.3.1 Sodann bringt die Beschwerdeführerin vor, beim Umsatz in Höhe von Fr. 461'562.-- handle es sich um blosse Be herbergungsentgelte für Sexdienstleisterinnen, die im Betrieb der Beschwerdeführerin Logis nä h- men. Da die Vermietung von Schlafräumen mindestens 70 % des G e-A-589/2014 Seite 32 samtentgeltes ausmache, sei dessen Erlös zum Sondersatz zu beste u- ern. Sollte an der Satzerhöhung fes tgehalten werden, sei vom ausgewi e- senen Umsatz von Fr. 461'562.-- auszugehen und nicht vom um Fr. 17'539.-- willkürlich erhöhten Umsatz. Die Vorinstanz habe nämlich den mit 3.8 % versteuerten Beherbergungsumsatz von Fr. 461'562.-- im Hinblick auf die Satze rhöhung auf 8 % auf Fr. 479'101.-- erhöht, was sachlich nicht begründet sei (Beschwerde, S. 20 f.). 5.3.3.2 Diesbezüglich führt die Vorinstanz aus, es sei keine Umsatzau f- rechnung von Fr. 17'539.-- vorgenommen worden, sondern die Steuer von 3.8 % auf 461'562. -- (exkl. Steuer) im Betrag von Fr. 17'539.-- sei gutgeschrieben und die Steuer von 8 % auf Fr. 479'101.-- (inkl. Steuer) im Betrag von Fr. 35'488.95 sei nachbelastet worden; ein praxisgemässes Vorgehen, wenn falsche Steuersätze angewendet worden seien. Weiter verhalte sich die Beschwerdeführerin aktenwidrig, da sie zuvor explizit er- klärt habe, die Beherbergungsdienstleistungen hätten ausschliesslich die von den Freiern bezahlte Zimmermiete zum Gegenstand (inkl. Bettw ä- sche und Reinigung), also keine Zusatzleistungen. Da vorliegend die ero- tische Dienstleistung im Zentrum stehe, die nur genutzt werden könne, wenn der Besucher den Eintritt und das Zimmer bezahlt habe, läge eine Gesamtleistung gemäss Art. 19 Abs. 3 MWSTG vor, die zu 8 % zu ve r- steuern sei. In ihrer Replik vom 20. Juni 2014 führt die Beschwerdeführerin hinsich t- lich ihres Vorbringens bzgl. Beherbergungsentgelte von Sexdienstleist e- rinnen erklärend aus, dass es sich um ein Versehen handle; sie habe die Verhältnisse mit einem anderen Betrieb verwechselt. Beim Umsatz aus der Zimmervermietung bzw. der Beherbergungsdienstleistung sei ein Steuersatz von 3.8 % angezeigt, da nicht die Beschwerdeführerin die Sexdienstleistung erbringe und diese Mieteinnahmen mindestens 70 % des Gesamtentgelts des Kunden betragen würden. 5.3.3.3 Wie erwähnt (E. 2.5), gelten gemäss Art. 19 Abs. 3 MWSTG Leis- tungen, welche wirtschaftlich eng zusammengehören und so ineinander greifen, dass sie als unteilbares Ganzes zu betrachten sind, mehrwer t- steuerlich als einheitlicher wirtschaftlicher Vor gang und sind demzufolge nach dem Charakter der Gesamtleistung zu behandeln. Liegt eine G e- samtleistung vor, erfolgt die mehrwertsteuerliche Behandlung nach der für diese wesentlichen Eigenschaft, das heisst nach der Leistung, welche wirtschaftlich betrachtet im Vordergrund steht. Es ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass vorliegend die erotische Dienstleistung im Zentrum A-589/2014 Seite 33 steht, die bis Ende April 2011 nur genutzt werden konnte, wenn der Besu- cher und die Prostituierte den Eintritt von Fr. 80.-- bzw. ab dem 1. Mai 2011 eine Zimmermiete von Fr. 30.-- durch den Freier bezahlt wurde. Es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass zwar eine Zimmermiete bezahlt, aber keine erotische Dienstleistung bezogen oder eine erotische Diens t- leistung bezogen, aber kein Zimmer gemietet wurde. Zudem bildeten – wie aufgezeigt (E. 3.3) – die durch die Sexarbeiterinnen erbrachten Dienstleistungen aufgrund des nach aussen sichtbaren Erscheinungsbi l- des einen in die Gesamtorganisation des Betriebs int egrierten Zweig des Sauna-Clubs der Beschwerdeführerin; die Umsätze der Sexarbeiterinnen sind der Beschwerdeführerin mehrwertsteuerrechtlich zuzu rechnen. Das Argument der Beschwerdeführerin, sie erbr inge ja die Sexdienstleistung nicht und die Zimmervermiet ung sei als sog. Gastwirtschaftsdienstlei s- tung zum Satz von 3.8 % zu besteuern, verfängt somit nicht. Letztlich ist darauf hinzuweisen, dass die von der Vorinstanz nachbelaste- te Steuer im Betrag von Fr. 35'488.95 jedenfalls nicht zu hoch berechnet worden ist. 5.4 Im Ergebnis misslingt der Beschwerdeführerin der Nachweis der o f- fensichtlichen Unrichtigkeit der vorinstanzlichen Schätzung. Somit erweist sich der angefochtene "Einspracheentscheid" insgesamt als rechtmässig und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 6. 6.1 Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten, die auf Fr. 12'500.-- festgesetzt werden, der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 4 des Reglements von 21. Februar 2008 über die Ko s- ten und Entschädigungen vor dem Bundesve rwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 6.2 Eine Parteientschädigung an die Beschwerdeführerin ist nicht zuz u- sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). A-589/2014 Seite 34 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 12'500.-- festgesetzt und der B e- schwerdeführerin auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Beusch Anna Strässle Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: