<h2>SubmittedText<h2><p>Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist heute immer noch unzureichend. Obwohl die Anzahl Betreuungsangebote laufend steigt und die finanziellen Rahmenbedingungen für Familien besser werden, entscheiden sich immer noch zu viele Paare - wegen der mangelnden Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf - gegen Kinder. Gleichzeitig wachsen dank technischer Errungenschaften die Möglichkeiten, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Arbeit von zu Hause aus - und damit mehr Zeit für die Familie - scheint in verbreitetem Ausmass möglich zu werden. Es stellen sich deswegen folgende Fragen:</p><p>1. Was gedenkt der Bundesrat zu tun, damit Frauen und Männer mehr Arbeiten von zu Hause aus erledigen können?</p><p>2. Ist er bereit zu prüfen, ob ein Impulsprogramm für Telearbeit (Privatwirtschaft und öffentliche Einrichtungen) lanciert werden soll?</p><p>3. Welchen Nutzen und welche Kosten verursacht Telearbeit für die Arbeitgebenden, die Infrastruktur und vor allem für die Familie?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Wie in seiner Antwort auf die Interpellation Schmid-Federer 11.3300, "Förderung von Teilzeitarbeitsmodellen", bereits erwähnt, betrachtet der Bundesrat die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie als politische Priorität. Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement als zuständiges Organ für die Wirtschafts- und die Arbeitsmarktpolitik konzentriert seine Bemühungen auf Projekte zur Information und Sensibilisierung von Unternehmen und zur Verbreitung von Beispielen guter Praxis.</p><p>Im Jahr 2005 hat das Seco eine an Unternehmen gerichtete Publikation veröffentlicht, die den wirtschaftlichen Nutzen familienfreundlicher Arbeitsbedingungen für die Unternehmen unterstreicht; im Jahr 2007 wurde das speziell für kleine und mittlere Unternehmen erarbeitete Handbuch "Beruf und Familie" veröffentlicht. Zu den empfohlenen Massnahmen gehört die Telearbeit.</p><p>Am 3. März dieses Jahres hat das Seco zudem unter dem Titel "Frauen in Führungspositionen: so gelingt's!" eine Sammlung von Beispielen guter Praxis herausgegeben, um Verantwortliche auf allen Unternehmensebenen für die Notwendigkeit und die Mittel zu sensibilisieren, wie Frauen vermehrt mit Leitungsfunktionen betraut werden können. Darin wird ebenfalls auf Arbeitsbedingungen hingewiesen, die eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie erlauben, wobei erneut auf Telearbeit verwiesen wird.</p><p>Weiter unterstützt der Bund als Arbeitgeber unter anderen Massnahmen auch die Förderung von Telearbeit. Im Rahmen seiner im Dezember 2010 beschlossenen Personalstrategie Bundesverwaltung 2011-2015 hat er sich in der Stossrichtung 3.3 "Modernes Arbeitsumfeld schaffen" zum Ziel gesetzt, dass die Mitarbeitenden die bestehenden Möglichkeiten zur individuellen Arbeits- und Lebensplanung wie insbesondere Telearbeit vermehrt ausschöpfen, sofern es die betrieblichen Erfordernisse erlauben. Schliesslich sollen auch Kriterien für ortsunabhängige Arbeitsplätze definiert werden. Die bereits bestehenden Grundlagen werden im Rahmen der Umsetzung der Personalstrategie aktualisiert und ergänzt.</p><p>2. Der Bundesrat erachtet die genannten, von der Bundesverwaltung unternommenen Schritte als ausreichend. Eine weitergehende Förderung von Telearbeit fällt in die Zuständigkeit der Sozialpartner.</p><p>3. Der Bundesrat geht davon aus, dass die Entwicklung der Telearbeit zum Wirtschaftswachstum des Landes beiträgt. Wie die Verfasserin der Interpellation schreibt, erlaubt Telearbeit den Eltern unter anderem, Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren, sie ermöglicht den Unternehmen Einsparungen bei der Infrastruktur und hilft Transport- und Umweltschäden im Zusammenhang mit dem Verkehrsaufkommen und der Überlastung von Strasse und Schiene zu reduzieren. Die Kosten für Telearbeit sind in den letzten Jahren insbesondere dank des technologischen Fortschritts im Informatik- und Telekommunikationsbereich deutlich gesunken.</p>  Antwort des Bundesrates.