Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. August 2018 (720 17 424 / 234) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Invalidenrente: Beweiswürdigung der der Verfügung zugrundeliegenden Einschätzung des RAD-Arztes Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Jonas Steiner , Recht s- anwalt, schadenanwaelte.ch AG, Totentanz 5, Postfach 2039, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1963 geborene A.____ hatte sich in den Jahre n 1993, 1996 und 1998 bei der Eid- genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistun gsbezug angemeldet, wobei die Gesuche jeweils abgewiesen wurden bzw. nicht darauf eingetr eten wurde. Zuletzt arbeitete der Versi- cherte bis zum 30. September 2012 als Lagerarbeiter bei der B.____ AG. Im Anschluss an die- se Anstellung bezog er Arbeitslosenentschädigung, n ach einem Unfall am 4. November 2013 bis zum 31. Januar 2014 Leistungen des Unfallversic herers. Ein im Jahr 2015 geltend gemach- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter Rückfall wurde seitens des Unfallversicherers nicht a nerkannt. Am 11. November 2015 mel- dete sich A.____ unter Hinweis auf eine Handverletzung, Bandscheibenprobleme und eine Ko- ronarerkrankung erneut bei der IV an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse sowie Durchführung eines Vorbescheidverfahre ns lehnte die zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) den Anspruch des Versiche rten auf eine Invalidenrente mit Verfü- gung vom 2. November 2017 gestützt auf einen nach der allgemeinen Methode des Einkom- mensvergleichs ermittelten Invaliditätsgrad von 0% ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 29. Novemb er 2017 Einwand bei der Sozial- versicherungsanstalt Basel-Landschaft. Der Einwand wurde – nach einer entsprechenden Auf- forderung des Versicherten bzw. seines Rechtsvertreters, Rec htsanwalt Jonas Steiner – als Beschwerde an das zuständige Kantonsgericht, Abteilung S ozialversicherungsrecht (Kantons- gericht) weitergeleitet. Der Versicherte beantragte sin ngemäss, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Zur Begründung führte er aus, d ass die IV-Stelle jede seiner Erkran- kungen bloss einzeln und nicht in der Gesamtheit gewürdi gt habe. Er befinde sich noch immer in ärztlicher Behandlung wegen des Herzens, der Hand sow ie der Atemprobleme. Er sehe sich als nicht arbeitsfähig. C. In ihrer Vernehmlassung vom 1. Februar 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab- weisung der Beschwerde. Ihr Regionaler Ärztlicher Dien st (RAD) habe sich ein genügendes Bild über die medizinische Gesamtsituation machen können . Sämtliche bestehenden Leiden würden sich bloss qualitativ, nicht aber quantitativ, a uf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Unter Berücksichtigung der Gesamtsymptomatik des Beschwerdeführers werde folglich lediglich das Spektrum noch zumutbarer Tätigkeiten kleiner, nicht jedoch die Arbeitsfähigkeit. D. Antragsgemäss bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwe rdeführer mit Verfügung vom 9. Februar 2018 die unentgeltliche Prozessführung u nd die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwalt Steiner als Rechtsvertreter und setzte ihm eine Frist zur Replik an. E. Mit Replik vom 11. April 2018 beantragte der Beschw erdeführer erneut, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen, eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklä- rung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/ e-Kostenfolge. Unter Hinweis auf einen neu eingeholten Arztbericht des behandelnden Psychi aters führte er aus, dass es die Beschwerdegegnerin zu Unrecht unterlassen habe, den psy chiatrischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers abzuklären. Auch aus kardiologischer S icht habe die Beschwerdegeg- nerin den Gesundheitszustand bloss ungenügend abgeklärt , liege doch eine progrediente Er- krankung vor. Eine kardiologische Einschätzung der Arbeit sfähigkeit unter Beizug von Untersu- chungsergebnissen liege nicht vor. Der Bericht des RAD-A rztes sei überdies widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. F. Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Duplik vom 29. Mai 2018 an ihrem Antrag auf Ab- weisung fest. Es sei trotz der nachgereichten Arztberichte zumindest bis zum relevanten Verfü- gungszeitpunkt auf die Beurteilung des RAD abzustellen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Be- schwerde vom 29. November 2017 ist einzutreten. 2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im Bereich der Invali- denversicherung Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit od er Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigu ng der körperlichen, geistigen oder psy- chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behan dlung und Eingliederung verblei- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichke iten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wär e (Valideneinkommen). Aus der Ein- kommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 3.1 Ausgangspunkt bei der Ermittlung des Invaliditätsgr ades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2. November 2017 entwickelt hat. Dieser Z eitpunkt bildet rechtsprechungsge- mäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsb efugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hin- weis). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebene nfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sow ie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.4 Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der ver sicherten Person fest, eine zumut- bare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizini- schen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Ab s. 2bis IVG). Die RAD können bei Be- darf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten du rchführen. Sie halten die Untersu- chungsergebnisse schriftlich fest (Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV]). RAD-Berichte sind versicherung sinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver- fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (vgl. BGE 135 V 254 E. 3.4 S. 258; Urteil 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1). 3.5 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me- dizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde- rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5. 1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist hin- sichtlich des Beweiswerts zu differenzieren: Stützt sich der angefochtene Entscheid aus- schliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen – zu denen die RAD-Berichte Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gehören –, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforde rungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Fest- stellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BG E 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; zum Ganzen auch: Urteil des Bunde sgerichts vom 30. November 2015, 9C_627/2015, E. 2 mit weiteren Hinweisen). 3.6 Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie au ch der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). 4. Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlre iche medizinische Akten vor, wel- che vom Gericht allesamt gewürdigt wurden. Vorab ist festzuhalten, dass das vom Beschwerde- führer in seiner Replik angerufene Gutachten der Dres. med. C.____, FMH Physikalische Medi- zin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, und D.__ __, FMH Physikalische Medizin und Re- habilitation sowie Allgemeine Innere Medizin, vom 25 . September 2006 sowie weitere ältere Arztberichte für das vorliegende Verfahren keine Relevan z haben können, da der Beschwerde- führer in der Zeit nach der Erstellung dieser Unterla gen über längere Zeit erneut vollständig arbeitsfähig bzw. vermittlungsfähig gewesen ist. Als fü r den Entscheid massgebend haben sich indessen die folgenden Unterlagen erwiesen: 4.1 Die Kardiologen des Spitals E.____ diagnostizierten mit Bericht vom 23. November 2015 eine hypertensive und koronare 2-Gefässerkrankung bei Status nach anterolateralem My- okardinfarkt 2004 mit PTCA und Stenting (DES) RIVA a m 1. Oktober 2004, Status nach PTCA/Stent (DES) ACD am 22. August 2012, einer erha ltenen systolischen Funktion (EF 56%) mit konzentrischer linksventrikulärer Hypertonie, aktuell oh ne eindeutige Hinweise auf eine Be- lastungskoronarinsuffizienz bei verminderter Leistungsfähigkeit sowie cvRF: arterieller Hyperto- nie, Dyslipidämie, persistierendem Nikotinabusus und positiver Familienanamnese. Die etablier- te Therapie werde konsequent eingenommen. Die Blutd rucksituation sei kontrolliert. Die Ergo- metrie habe bei einer Leistung von bloss 138 Watt aufgrund peripherer muskulärer Erschöpfung abgebrochen werden müssen, das Puls- und Blutdruckverhalte n sei unauffällig gewesen. Die aktuelle kardiale Therapie sei gut angepasst. Im Vorderg rund stehe wohl eine deutliche Dekon- ditionierung mit gleichzeitigem Anstieg des Körpergewichts. 4.2 Mit Bericht vom 7. Dezember 2015 zuhanden der IV -Stelle diagnostizierte die behan- delnde Hausärztin Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Inn ere Medizin, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronifizierte Lumbalgien und Lumbo ischialgien linksbetont bei degenerativen Veränderungen des lumbosacralen Übergangs und foramina ler Einengung L 5/S 1 beidseits (MRT und neurologisches Konsilium im Jahr 2006); eine ch ronische Cervicobrachialgie mit My- otendinosen; ein rezidivierendes Handgelenksganglion dor so-radial bei Status nach Distorsi- onstrauma am 4. November 2013, ferner einen Status na ch Myokardinfarkt im Jahr 2004 mit Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stenting sowie koronarer Angiographie am 22. August 20 12 und einer ausgeprägten Angst- symptomatik vor rezidivierenden Infarkten mit deutlicher D ekonditionierung. Ohne Auswirkun- gen auf die Arbeitsfähigkeit seien eine arterielle Hypertonie, eine Dyslipidämie, eine chronische Bronchitis bei persistierendem Nikotinabusus und ein Dia betes Mellitus Typ 2 (Erstdiagnose 26. Mai 2014) festzuhalten. Der Patient sei vom 3. No vember 2014 bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig. 4.3 In orthopädischer Hinsicht ist insbesondere auf die (V erlaufs-)Berichte der Abteilung Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparats de s Spitals E.____ vom 19 Januar 2015 bis 12. Januar 2017 hinzuweisen. Darin wird über die Behandlung und den Verlauf der Handgelenksproblematik berichtet. Zusammenfassend hielten die zuständigen Ärzte mit Bericht zuhanden der IV-Stelle vom 11. Mai 2016 fest, dass der Patient bei Status nach Hand gelenksdistorsion rechts am 4. November 2013 deutliche Beschwerden im Handgelenk b eklagt habe (Bericht des Spitals E.____, Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapp arats, vom 19. Januar 2015), wes- halb am 17. März 2015 eine diagnostische Arthroskopie, e ine arthroskopische Glättung des TFCC und des Knorpels am Lunatum ulnarseitig sowie ein e Ganglionsexzision vorgenommen worden seien (vgl. auch Operationsbericht von Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats sowie Handch irurgie vom 19. März 2015). Nach- dem im Verlauf eine eingeschränkte Beweglichkeit sowie Schmerzen persistierten, ergab eine Ultraschalluntersuchung am 10. August 2015 ein grosses do rso-radiales Rezidivganglion (Be- richt des Spitals E.____, Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparats, vom 21. September 2015). Nach einer einmaligen Infiltra tion mit Steroiden wurde als einzige Option mit Aussicht auf eine Beschwerdeverbesserung eine operative Revision des Ganglionsrezidives angesehen. Indessen beklage der Patient auch nach der Exzision des dorsalen Handgelenk- ganglions mit Gelenkstoilette und STT-Gelenk am 15. De zember 2015 (vgl. Operationsbericht von Dr. G.____ vom 16. Dezember 2015) weiterhin beste hende Restbeschwerden am radialen Handgelenk sowie neu eine Hyposensibilität im Endverso rgungsgebiet des Nervus ulnaris (Be- richt des Spitals E.____, Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparats, vom 27. Februar 2016). Es sei aktuell schwierig, eine Prog nose abzugeben. Prinzipiell hätten die Beschwerden mit der letzten Operation deutlich gelin dert werden müssen. Längerfristig seien jedoch Restbeschwerden, insbesondere durch die Narbe, n icht auszuschliessen. Mit einer Wie- deraufnahme der beruflichen Tätigkeit könne gerechnet w erden, nicht jedoch im aktuellen Zeit- punkt. Die Leistungsfähigkeit sei noch um 50% bis 60% vermindert. In einem angepassten Rahmen mit Vermeiden von schmerzprovozierender Belastung sei eine 100%ige Arbeitsfähig- keit denkbar. 4.4 Mit Bericht vom 29. Juni 2016 diagnostizierte Dr. med. H.____, Pneumologie und All- gemeine Innere Medizin, eine chronische Bronchitis bei p ersistierendem Nikotinabusus und normaler Lungenfunktion sowie eine diffuse koronare 2 -Asterkrankung. Der Patient beklage progrediente Lungenbeschwerden. Bei der klinischen Untersuchung der Atmungsorgane beste- he ubiquitär ein reines Vesikuläratmen ohne Nebengerä usche. Eine Röntgenuntersuchung des Thorax habe keinen wegweisenden abnormalen Befund er geben. Die Lungenfunktion und der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht pulmonale Ruhe-Gasaustausch seien vollständig normal. Au fgrund der Anamnese seien die Beschwerden eher auf eine Progredienz der koronaren He rzerkrankung als auf ein Asthma – welches eher untypisch wäre – zurückzuführen. 4.5 Der RAD-Arzt Dr. med. I.____, FMH Orthopädische C hirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, stellte in seiner Beurteilung vom 23 . September 2016 fest, dass der vor- liegende Fall medizinisch komplex dokumentiert sei und de r Versicherte spezialärztlich umfas- send abgeklärt und verlaufskontrolliert worden sei. Es b estünden unverändert Restbeschwer- den am Handgelenk. In einer entsprechend angepassten Tätigkeit sei er jedoch auch nach Auf- fassung der behandelnden Ärzte uneingeschränkt arbeitsfä hig, wie dies bereits der Unfallversi- cherer festgestellt habe. Die therapeutischen Bemühung en kreisten zwischenzeitlich primär um die subjektiven Beschwerden, ohne dass sich bei genauerer Betrachtung hinlängliche Befunde objektivieren liessen, welche die Beschwerden hinsichtlich Intensität und Lokalisation plausibel erklären könnten. Auch bezüglich des lumbalen Schmerzsyn droms lägen lediglich altersent- sprechende mögliche degenerative Veränderungen vor. Es se i ferner auf die diesbezüglich be- reits bei früheren IV-Verfahren festgestellten Schmerzf ehlverarbeitung und Verdeutlichungsten- denz hinzuweisen. Manifeste neurologische Defizite seien weiterhin nicht ausgewiesen, so dass auch weiterhin von einer uneingeschränkten Arbeitsfähig keit in einer körperlich angepassten Tätigkeit mit spontaner Wechselbelastung auszugehen sei . Kardiologisch sei die Selbstlimitie- rung des Versicherten offensichtlich. Aus den objektivierte n kardiopulmonalen Eckdaten liess sich keine massgebliche und dauerhafte Einschränkung der A rbeitsfähigkeit in einer körperlich angepassten Tätigkeit ableiten. Die einhergehende An gstsymptomatik stehe ohne aktuelle psy- chiatrische Diagnose im Raum. Eine Verweistätigkeit mit e ntsprechendem Belastungsprofil sei dem Versicherten ab 18. April 2014 zu 100% zumutbar. Eine entsprechende Arbeitsfähigkeit bestehe – mit therapiebedingten kürzeren Unterbrüchen – seit diesem Zeitpunkt. 4.6 Mit Bericht vom 8. November 2016 führte Dr. F.__ __ aus, dass sich die Situation der chronischen Bronchitis tendenziell zu verschlechtern scheine . Sobald die Therapie mit topi- schem Cortison sistiert werde, leide der Patient an Dyspn oe Grad 2 bis 3 mit rezidivierender Sekretion und klinisch ausgeprägtem exspiratorischem Gieme n und Brummen. Eine cortison- freie Therapie habe weder subjektiv noch objektiv eine Besserung gebracht. Nach erneutem Einsatz von Cortison seit dem 20. Oktober 2016 sei subjekt iv und objektiv eine kleine Besse- rung eingetreten. Die Situation bezüglich der ängstli ch-depressiven Symptomatik sei zwischen- zeitlich wohl chronifiziert. 4.7 Im Rahmen einer elektiven Koronarangiographie am 23. März 2017 stellten die Fach- ärzte der Kardiologie des Spitals E.____ folgende Dia gnosen fest: eine koronare 3- Gefässerkrankung; ein Diabetes Mellitus Typ 2, eine arte rielle Hypertonie, Dyslipidämie sowie ein Ulnaimpaktionssyndrom rechts mit geplanter Re-Operat ion. Der Patient beklage schon bei geringer Belastung ein linksthorakales Stechen mit Au sstrahlung in die linke Schulter und den linken Arm sowie begleitend eine Dyspnoe, die gelegent lich auch in Ruhe auftrete. Bei schnel- lem Aufrichten leide er unter Schwindel; unter Anstre ngung verspüre er Palpitationen. In der Angiographie hätten sich reine und rhythmische Herztöne gezeigt, der Pulsstatus sei intakt; es fänden sich keine Strömungsgeräusche inguinal und über den Karotiden. Erfolgt seien Implan- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tationen von DES in den Ramus interventricularis anteri or sowie je in die mediale und distale Arteria coronaria dextra. 4.8 Nachdem der Versicherte gegen den Vorbescheid vom 14 . Oktober 2016 Einwand erhoben hatte, nahm Dr. I.____ mit Schreiben vom 17. Oktober 2017 zu den Vorbringen des Versicherten und den neu vorliegenden Arztberichten Ste llung. Er führte aus, dass aus der vermeintlich progredienten Lungenkrankheit keine massg ebliche Limitierung in einer körperlich angepassten Tätigkeit resultiere, wenn die residuellen positiven Ressourcen betrachtet würden. Es sei ferner festzuhalten, dass bei der Koronarangiogra phie vom März 2017 eine Vesikulär- atmung über allen Lungenfeldern beschrieben worden sei . Die Diagnose des Diabetes Mellitus Typ 2 sei aus versicherungsmedizinischer Sicht als behandelbar anzusehen und werde im Üb- rigen auch von der behandelnden Hausärztin als Diagn ose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig- keit genannt. Bezüglich der ängstlich-depressiven Symptom atik fehle es weiterhin an einer fachpsychiatrischen Diagnose oder Behandlung. Dies erschei ne aufgrund des präsentierten Leidensdrucks als inkonsistent. Die Handgelenksbeschwerde n würden zwar weiterhin thera- piert, es sei jedoch aus dem medizinischen Kontext nicht me hr mit einer durchgreifenden Ver- besserung zu rechnen. Die residuelle Funktionseinschränk ung sei bereits berücksichtigt wor- den, daran würde sich bei einem allenfalls erfolgreichen weiteren Eingriff nichts ändern. 4.9 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens re ichte der Beschwerdeführer einen Bericht des ihn neu behandelnden Psychiaters Dr. m ed. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. März 2018 ein. Nach erstmaliger Konsultation desselben Tages diag- nostizierte dieser mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigk eit eine depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.11) bei chronisch koronarer Erkrankung mit multiplen Infark- ten und mit einer ausgeprägten Panikstörung (ICD-10 F 41.0), bestehend seit mindestens 2015. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien Störu ngen durch Tabak (ICD-10 F17.24). In der angestammten Tätigkeit bestehe seit mindestens 2015 keine Arbeitsfähigkeit mehr. Eine Besserung der Symptomatik unter Psychotherapie und Pharm akotherapie sei höchstens lang- sam zu erwarten. Ob eine Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt möglich sein werde, sei fraglich. Er gehe von einer andauernden Arbeitsunfähigkeit von mi ndestens 50% aus. Ebenfalls reichte der Beschwerdeführer den Bericht von Dr. med. K.____, FMH Kardiologie und Allgemeine Inne- re Medizin, des Spitals E.____ vom 26. Januar 2018 ein. Die Frage nach der kardiologisch be- dingten Arbeitsfähigkeit könne er gegenwärtig nicht beantworten, da aktuell kein Leistungstest und keine Ultraschalluntersuchung zur objektiven Beurte ilung vorlägen. Einen Kontrolltermin habe der Patient bisher nicht wahrgenommen. 4.10 Mit Bericht vom 17. Mai 2018 nahm Dr. I.____ im Rahmen der Duplik vom 29. Mai 2018 zu den neu vorgelegten Arztberichten Stellung. E r begründete seine Beurteilung des kar- diologischen Gesundheitszustandes und brachte vor, dass auf das Gutachten der Dres. C.____ und D.____ nicht mehr abgestellt werden könne. 5.1 Die Beschwerdegegnerin stellte bei der Beurteilun g des aktuellen Gesundheitszustan- des vollumfänglich auf die Einschätzung ihres RAD-Arztes Dr. I.____ ab. Sie ging demzufolge Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht davon aus, dass dem Beschwerdeführer jede körperlich leich te Tätigkeit ohne ständigem und kraftvollem Einsatz der rechten Hand zu 100% zumutbar sei. 5.2 Wie in Erwägung 3.6 hiervor ausgeführt, sind an d ie Beweiswürdigung strenge Anfor- derungen zu stellen, wenn sich der Entscheid lediglich a uf versicherungsinterne Einschätzun- gen stützt. Diesbezüglich sind bereits bei geringen Zweife ln an der Zuverlässigkeit und Schlüs- sigkeit der (versicherungs-)ärztlichen Feststellungen ergänze nde Abklärungen vorzunehmen. Solche Zweifel liegen in casu letztlich nicht vor. Die beim Beschwerdeführer zu stellenden so- matischen Diagnosen sind im Grundsatz unbestritten. Dies g ilt insbesondere für den kardiologi- schen Gesundheitszustand. Die Herzerkrankung ist medikamentö s eingestellt und kontrolliert. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ergeben si ch aus den Akten keinerlei Hin- weise darauf, dass kardiologisch bedingt eine Einschränku ng der Leistungsfähigkeit in körper- lich leichten Tätigkeiten besteht. Der Verdacht des behandelnden Pneumologen betreffend eine Progredienz der Herzerkrankung genügt nicht, um an der E inschätzung des RAD-Arztes Dr. I.____ Zweifel zu erwecken, zumal sich dieser ausführ lich mit dem kardiologischem Befund auseinandergesetzt hat. Auch kann der Beschwerdegegneri n nicht vorgeworfen werden, den diesbezüglichen aktuellen Sachverhalt ungenügend abgeklä rt zu haben. Eine Anfrage beim Spital E.____ wurde von diesem mit Bericht vom 5. Oktob er 2017 dahingehend beantwortet, dass der Beschwerdeführer einen angesetzten Termin zur K atheterkontrolle nicht wahrgenom- men habe und für eine neue Terminvereinbarung nicht e rreichbar gewesen sei. Nichts anderes ergibt sich aus dem eingereichten Bericht von Dr. K.___ _. Auch daraus wird ersichtlich, dass der Beschwerdeführer aktuell in keiner kardiologischen B ehandlung steht. Daraus durfte Dr. I.____ ohne weiteres schliessen, dass aktuell keine wes entliche, leistungsbeschränkende kardiologische Belastung vorliegt. Hinsichtlich der chron ischen Bronchitis bzw. der Lungener- krankung geht augenscheinlich auch der Beschwerdeführer nicht von einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus. Da die spezialärztliche Untersuchun g ausdrücklich eine normale Lungen- funktion ohne Einschränkung des Gasaustauschs ergeben ha t, ist auch die diesbezügliche Ein- schätzung von Dr. I.____ nicht zu beanstanden. Die Beurte ilung der Restbeschwerden am Handgelenk wird vom Beschwerdeführer ebenfalls nicht i n Frage gestellt. Auch diesbezüglich kann mit Hinblick auf die fachärztlich attestierte volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tä- tigkeit auf die Einschätzung des RAD abgestellt werden. 5.3 Umstritten ist indessen der Sachverhalt in psychiatrische r Hinsicht. Der Beschwerde- führer bringt vor, bereits seit langem an psychischen Pro blemen, namentlich einer ausgepräg- ten Angstsymptomatik und depressiven Störungen, zu leiden. Dies sei bereits im Jahr 2006 von den Dres. C.____ und D.____, wie auch fortlaufend von der behandelnden Hausärztin Dr. F.____ und neu vom nunmehr behandelnden Psychiate r Dr. J.____ festgestellt worden. Obwohl damit seit Jahren mehrere Anzeichen für eine p sychische Erkrankung vorgelegen hät- ten, habe es die Beschwerdegegnerin unterlassen, den psych ischen Gesundheitszustand ab- zuklären. Indessen vermag der Verweis von RAD-Arzt Dr. I. ____, wonach mangels Vorliegen einer fachpsychiatrischen Diagnose oder einer entsprechenden therapeutischen Behandlung im Verfügungszeitpunkt nicht von einer psychischen Krankheit mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit ausgegangen werden könne, zu überzeugen. So hat sich der Beschwerdeführer erst lite pendente, vier Monate nach Erlass der umstrittenen Verfü gung am 2. November 2017, auf Zu- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisung der Hausärztin bei Dr. J.____ in Behandlung be geben. Dessen Feststellung, wonach seit mindestens 2015 von einer die Arbeitsfähigkeit bee inträchtigenden psychischen Erkran- kung auszugehen sei, ist letztlich ebenso wenig begründet wie die gestellten Diagnosen. Ferner basiert die Einschätzung von Dr. J.____ auf einer ein- und erstmaligen Konsultation ohne Erhe- bung einer Anamnese. Soweit der Beschwerdeführer auf d ie Einschätzung von Dr. D.____ ab- stellen möchte, ist ihm einerseits entgegenzuhalten, dass auch dort lediglich von einem ängst- lich-depressiven Zustandsbild, das überdies von invalidität sfremden (finanziellen) Faktoren be- dingt war, ausgegangen wurde. Insbesondere kann aber aufgrund der zwischenzeitlichen Ar- beits- bzw. Vermittlungsfähigkeit im jetzigen Zeitpunkt ohnehin nicht mehr auf diese Einschät- zung abgestellt werden (vgl. E. 4 hiervor). Vor diesem Hintergrund sind folglich die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. I.____ und der Verzicht auf weitere A bklärungen auch diesbezüglich nicht zu beanstanden. Es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass im massge- blichen Zeitpunkt der Verfügung am 2. November 2017 ( vgl. E. 3.1 hiervor) keine die Arbeitsfä- higkeit beeinträchtigende psychische Erkrankung bestanden hat. 5.4 Nach dem Ausgeführten ist festzuhalten, dass der med izinische Sachverhalt genügend abgeklärt worden ist und aufgrund der Akten keine Anha ltspunkte bestehen, an der Einschät- zung des RAD zu zweifeln. Daran vermögen auch die weiteren Vorbringen des Beschwerdefüh- rers nichts zu ändern. Namentlich erweist sich die Einschätzung von Dr. I.____ in Bezug auf die Rückenbeschwerden des Beschwerdeführers nicht als widersprüc hlich. Zwar werden im RAD- Bericht vom 23. September 2016 die entsprechenden Diag nosen von Dr. C.____ (chronische Lumbalgien und Lumboischialgien linksbetont sowie chroni fizierte Cervicalgie, Cervicobrachial- gie mit Myotendinosen) genannt und die Wiederholung d urch die Hausärztin mit der entspre- chenden „Mischkalkulationsarbeitsfähigkeit“ erwähnt. Dara us kann aber nicht geschlossen wer- den, dass Dr. I.____ die damalige Einschätzung teilte. Dazu hatte er sich letztlich auch nicht zu äussern, oblag ihm doch die Einschätzung der aktuelle n Arbeitsfähigkeit. Sofern der Beschwer- deführer auf die abweichende Einschätzung der Arbeitsf ähigkeit durch Dr. F.____ verweist, ist anzumerken dass sich diese zu keinem Zeitpunkt über die A rbeitsfähigkeit in einer Verweistä- tigkeit geäussert hat. Um auch nur geringe Zweifel an der RAD-Beurteilung zu wecken, hätte sie darlegen müssen, weshalb ihre Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch in körperlich leich- ten, das rechte Handgelenk nicht belastenden Tätigkeit en gelten solle. Solche Ausführungen fehlen indessen. 5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vom Beschwer deführer vorgebrachten Rügen nicht geeignet sind, auch nur geringe Zweifel an der Einschätzung des RAD zu wecken. Auch die Akten geben zu keinen derartigen Zweifeln An lass. Der Beschwerdeführer leidet au- genscheinlich und unbestrittenermassen an diversen gesundheitlichen Beschwerden. Es beste- hen jedoch keine Anhaltspunkte, dass diese einzeln oder in ihrer Gesamtheit zu einer Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tät igkeit führen. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilun g des massgebenden medizini- schen Sachverhalts zu, so ist dem Eventualantrag des Beschwe rdeführers, wonach weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen seien, nicht stattzug eben. Der Anspruch auf rechtli- ches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Gelangt das Gericht jed och wie vorliegend bei pflichtgemäs- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ser Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandene n Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweis- würdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsp rechung zulässig (BGE 141 I 64 E. 3.3, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Die Beschwer- de vom 29. November 2017 ist nach dem Ausgeführten abzuweisen. 6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten, die praxisgemäss auf Fr. 80 0. – festgesetzt werden, ihm zu auf- erlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist jedoch mit Verfü gung vom 9. Februar 2018 die unent- geltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem G rund gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 6.2 Gemäss dem Ausgang des Verfahrens sind die ausserorden tlichen Kosten wettzu- schlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Zufolge Bewilligung der un entgeltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘106.05 (inklusive Auslagenpauschale von Fr. 84.– und 7.7% Mehrwertsteuer) entsprechend dem in der Honorar- note vom 21. Juni 2018 ausgewiesenen Aufwand (14 Stun den à Fr. 200.–) aus der Gerichts- kasse ausgerichtet. 6.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.– we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘106.05 (inklusive Auslagen und 7,7% Mehrwertsteue r) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht