<h2>SubmittedText<h2><p>In einer internationalen Studie der OECD, welche in über dreissig Ländern durchgeführt wurde, wurden verschiedene Kompetenzen der 15-jährigen Jugendlichen verglichen (Projekt Pisa). Die Schweizer Schülerinnen und Schüler schnitten dabei nicht besonders gut ab. Besonders beunruhigend ist das Ergebnis im Bereich der Lesekompetenz, bei welcher die Schweizer Jugendlichen nur gerade den 17. Platz belegen.</p><p>Auf den ersten Blick fällt bei den Resultaten auf, dass diejenigen Länder (Kanada, Australien, Finnland, Neuseeland usw.), die</p><p>a. kulturell mit der Schweiz vergleichbar sind, aber</p><p>b. ein umfassendes Angebot an familienergänzenden Betreuungsplätzen in allen Altersstufen und insbesondere auch für das Vorschulalter haben und/oder </p><p>c. eine hohe Erwerbsbeteiligung der Mütter aufweisen,</p><p>deutlich besser abschneiden als die Schweiz oder auch als Deutschland.</p><p>Aufgrund dieser Beobachtungen bitte ich den Bundesrat, folgende Frage zu beantworten:</p><p>Ist dem Bundesrat bekannt, ob der Zusammenhang zwischen Schulerfolg und Angebot an Ganztagesbetreuungsplätzen einerseits und zwischen Schulerfolg und Erwerbsbeteiligung der Mütter andererseits anlässlich dieser Pisa-Studie ebenfalls untersucht worden ist?</p><p>- Wenn ja, ist er bereit, die Ergebnisse dieser Studien zu veröffentlichen?</p><p>- Wenn nein, ist der Bundesrat bereit, sich bei den zuständigen Gremien dafür einzusetzen, dass dieser Zusammenhang noch untersucht wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der OECD-Studie Pisa 2000 zur Erfassung der Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften von Schülern und Schülerinnen am Ende der obligatorischen Schulzeit wurde der Zusammenhang zwischen Betreuungsplätzen für Kinder und dem Schulerfolg nicht erhoben.</p><p>Die Datenlage zu diesem Thema ist allgemein nur rudimentär und beschränkt sich weitgehend auf die Vorschulerziehung. Innerhalb der OECD ist die Bedeutung dieses Themas jedoch anerkannt, und es werden mögliche Strategien zur Verbesserung der Datenlage diskutiert. Der Bundesrat unterstützt diese Bestrebungen und ist bereit, die Bundesvertreter und -vertreterinnen in den internationalen und nationalen Steuerungsgremien zu beauftragen, sich für entsprechende Erhebungsstrategien und Analysen einzusetzen.</p><p>Auch in Bezug auf die Erwerbstätigkeit von Müttern bestehen heute noch keine Angaben. Die zurzeit veröffentlichten bzw. in Kürze erscheinenden Publikationen von Pisa 2000 geben lediglich einen groben Überblick zum Thema. Weitere, detailliertere Auswertungen werden folgen. Dabei wird sich der Bundesrat dafür einsetzen, dass auf Analysen im Zusammenhang mit der mütterlichen Erwerbstätigkeit - diese Aspekte sind in der Pisa-Befragung enthalten - vermehrt Gewicht gelegt wird.</p>  Antwort des Bundesrates.