B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4044/2012 U r t e i l v o m 1 9 . D e z e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richter Martin Zoller, Richterin Muriel Beck Kadima, Gerichtsschreiberin Jeannine Scherrer-Bänziger. Parteien A._______, geboren (…), alias A._______, geboren (…), Afghanistan, vertreten durch Alain Joset, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 29. Juni 2012 / N (…). E-4044/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein sunnitischer Tadschike mit letztem Wohnsitz in Herat, verliess seinen Heimatstaat eige nen Angaben zufolge Ende Sep- tember 2010 und gelangte auf dem Landweg über den Iran, die Türkei , wo er sich fünf Monate aufhielt, die Ukraine, die Slowakei und Österreich am 10. Mai 2011 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 25. Mai 2011 wurde er im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel zur Person, zu den Asylgründen und zum Reiseweg summarisch befragt und am 20. Juni 2011 vom BFM einlässlich angehört. B. Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer vor, er sei in Herat aufgewachsen und habe dort bis zur Ausreise zusammen mit seinen Eltern, einem jüngeren Bruder und einer älteren Schwester ge- lebt. Er sei nie frei gewesen und habe seinen Vater bei allem, was er ge- macht habe, um Erlaubnis bitten müssen. Sein Vater habe ihm oft gesagt, er werde ihn nach Pakistan in die Religionsschule schicken, doch er habe Englisch- und Computerkurse besuchen wollen. Einmal habe sein Vater Besuch gehabt und ihn zu sich gerufen. Seine Mutter habe ihm mitgeteilt, dass er am nächsten Tag mit dem Besucher nach Pakistan reisen und deshalb den Koffer packen müsse. Weil er dies nicht gewollt habe, sei er nach Nimroz geflüchtet. Von dort aus habe er seine Mutter angerufen und ihr seine Fluchtpläne mitgeteilt. Sein Onkel mütterlicherseits sei mit ihm daraufhin zu einem Schlepper gegangen, der ihn in die Schweiz gebracht habe. Der Beschwerdeführer gab anlässlich der Einreichung seines Asylg e- suchs eine Kopie seiner Identitätskarte zu den Akten und reichte das Or i- ginal in der Folge nach. C. Im Rahmen einer Knochenaltersbestimmung wurde beim Beschwerd e- führer am 22. Juni 2011 ein Alter von (…) Jahren oder mehr ermittelt. An- lässlich des ihm dazu gewährten rechtlichen Gehörs vom 30. Juni 2011 blieb er dabei, am (…) zur Welt gekommen zu sein. Auf Vorhalt erklärte er, es handle sich bei der von ihm eingereic hten Identitätskarte um ein echtes Ausweispapier. D. Im Rahmen einer ausführlichen Altersanamnese wurde am 7. März 2012 E-4044/2012 Seite 3 festgestellt, dass beim Beschwerdeführer von einem Alter von minde s- tens (…) Jahren ausgegangen werden könne. Mit Schreiben vom 10. Ap- ril 2012 wurde der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs erneut zur Stellungnahm e eingeladen. Mit Eingabe vom 16 . April 2012 liess er durch seine ihm während des Aufenthalts im EVZ zugewiesene Vertrauensperson ausführen, er halte an seiner Minderjä hrigkeit fest, und verwies erneut auf die Echtheit der von ihm eingereichten afghanischen Identitätskarte (Tazkera). E. Mit Verfügung vom 29. Juni 2012 – eröffnet am 3. Juli 2012 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch vom 10. Mai 2011 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. F. Gegen diesen Entscheid liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 2. August 2012 Beschwerde erheben. Er beantragte in materieller Hinsicht unter Kostenfolge, der angefochtene Entscheid des Bundesamt es sei vollumfänglich aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die V orinstanz zurück- zuweisen, subeventualiter sei er wegen Unzulässigkeit und Unzumutba r- keit der Wegweisung vorläufig aufzunehmen. Weiter beantragte er in ve r- fahrensrechtlicher Hinsicht die Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde respektive die Erl aubnis, den Entscheid in der Schweiz a b- zuwarten, die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Ve r- beiständung, Akteneinsicht beziehungsweise die Zustellung der Verfa h- rensakten sowie das Ansetzen einer angemessenen Frist zur ausführl i- chen Begründung der Beschwerde und nach Ende des Schriftenwechsels zur Einreichung der Kostennote. G. Mit Zwischenverfügung vom 15. August 2012 hielt der Instruktionsrichter fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verf ahrens in der Schweiz abwarten. Er wies die A nträge um Einsicht in die Vorakten, An- setzen einer Frist zur Beschwerdeergänzung sowie Einreichung einer Kostennote und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeistä n- dung ab, verwies den Entscheid über die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung auf einen späteren Zeitpunkt und verzichtete auf die E r- hebung eines Kostenvorschusses. Weiter forderte er den Beschwerdefüh-E-4044/2012 Seite 4 rer zur Nachreichung einer Fürsorgebestätigung auf, welche beim Bu n- desverwaltungsgericht am 21. August 2012 einging , und lud die Vor in- stanz zur Vernehmlassung ein. H. In ihrer Vernehmlassung vom 22. August 2012, welche dem Beschwerde- führer am 31. August 2012 zur Kenntnis gebracht wurde, hielt die Vori n- stanz an ihren Erwägungen in der angefochtenen Verfügung vollumfän g- lich fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG l iegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorlie - gend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Voraussetzungen für das Eintreten auf die Beschwerde sind vo r- liegend erfüllt (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). E-4044/2012 Seite 5 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelte n namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM begründet seinen ablehnenden Entscheid unter Hinweis auf entsprechende Gesetzesartikel und Gerichtsentscheide im Wesentlichen wie folgt: Gemäss gefestigter schweizerischer Rechtsprechung trage eine asyls u- chende Person in materieller Hinsicht die Beweislast dafür, dass die be- hauptete Minderjährigkeit zumindest glaubhaft gemacht werde, da sie aus dieser Tatsache Rechte zu ihren Gunsten abl eiten wolle. Sie trage d ie Folgen der Beweislosigkeit. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung einer angeblichen Minderjährigkeit gehe es im Allgemeinen und damit auch im vorliegenden Fall um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente, die für oder gegen eine asylsuchende Person sprechen würden. Gemäss eigenen Angaben sei der Beschwerdeführer am (…) (afghani- scher Kalender) beziehungsweise am (…) zur Welt gekommen und somit minderjährig. Da aufgrund des äusseren Erscheinungsbildes ernsthafte Zweifel an dem angegebenem Alter bestanden hätten, habe das BFM e i- ne Knochenaltersbestimmung in Auftrag gegeben. Diese sei in Form ei- ner dorso -ventralen Handskelettröntgenauf -nahme durchgeführt worden und habe ein Alter von (…) Jahren oder mehr ergeben. Nachdem der Be- schwerdeführer anlässlich des ihm gewährten rechtlichen Gehörs an dem E-4044/2012 Seite 6 von ihm behaupteten Alter festgehalten und auf die nachträglich eing e- reichte Tazkera verwiesen habe, welche ihm im Jahr e 2009 ein Alter von (…) Jahren bescheinige, sei eine ausführliche Altersan amnese durchge- führt worden. Diese attestiere ihm ebenfalls ein Alter von mindestens (…) Jahren. Damit stehe die medizinische Gesamtbeurteilung i m deutlichen Widerspruch zum angegebenen Alter. Dazu sei ihm ebenfalls das rechtli- che Gehör gewährt worden. Er halte weiterhin an der behaupteten Mi n- derjährigkeit fest und verweise wiederholt auf die Echtheit der eingereic h- ten Tazkera. Bereits ein erster Blick auf die Tazkera lasse Zweifel an deren Echtheit aufkommen. Das Dokument enthalte zwar zwei farbige Stempe l, und die Angaben zur Person seien mit blauer Tinte geschrieben, aber der Schein weise diverse dunkle Stri emen und Striche auf , und das Raster stehe schräg zu den Seitenrändern des Dokuments, was insgesamt darauf schliessen lasse, dass es sich bei diesem Schriftstück um eine Kopie und damit um eine Fälschung handle. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Knochenaltersanalyse und der ausführlichen Altersanamnese sowie in Anbetracht dessen, dass es sich bei der eingereichten Tazkera offensichtlich um eine Fäls chung handle, welche nicht geeignet sei, die Richtigkeit des medizinischen Untersuch - ungsergebnisses in Frage zu stellen, gelte der Beschwerdeführer für das BFM als volljährig. Der Beschwerdeführer mache geltend, seit früher Kindheit von seinem Vater bevormundet worden zu sein. Während es der Plan des Vaters g e- wesen sei, ihn in Pakistan einer religiösen Schulung unter ziehen zu la s- sen, habe er hinter dessen Rücken Englisch- und Computerkurse b e- sucht. Die Festlegung der Abreise nach Pakistan sei ihm schliesslich Ver- anlassung gewesen, sein Elternhaus zu verlassen und in das Ausland zu gehen. Die Aussagen des Beschwerdeführers könnten einer Glaubhaftigkeitsprü- fung nicht standhalten. Es gelinge ihm nicht, seine Asylgründe mit der gebotenen Genauigkeit sowie Substanz vorzubringen und die geltend gemachte väterliche Bedrohung anschaulich zu schildern. So könne er nicht angeben, wann die Probleme begonnen hätten, er belasse es wi e- derholt bei der vagen Angabe "seit Kindheit" ; auch vermöge er nicht den Zeitpunkt zu nennen, an dem er mit dem Besuch d er Englisch- und Com- puterkurse begonnen habe. Weiter sehe er sich ausserstande, Einzelhei-E-4044/2012 Seite 7 ten zu diesen Kursen angeben, und er vermöge sich auch nicht daran zu erinnern, wa nn er das erste Mal von seinem V ater beim Besuch eines solchen Kurses erwischt worden sei ; er belasse es zunächst bei der An t- wort, dies sei vor langer Zeit gewese n, und gebe erst nach wiederholtem Nachfragen an, es sei vor zirka drei Jahren gewesen. Schliesslich sei es ihm auch nicht möglich, konkrete An gaben zum angeblich bevorstehen- den Aufenthalt in Pakistan zu machen. Er wisse weder, wohin genau in Pakistan ihn die Reise geführt hätte, noch könne er irgendetwas zu r Per- son sagen, von der er nach Pakistan hätte gebracht werden sollen. Ebenso nichtssagend seien die Antworten auf Fragen bezüglich seines letzten zuhause verbrachten Abends und seines heimlichen , frühmor- gendlichen Weggehens von dort. Diese vagen und ungenauen Aussagen zu den Asylgründen stünden i m auffallenden Gegensatz zu seiner Schilderung des Reiseweges. Während es seinen Ausführungen zu dem von ihm behaupteten Ausreisegrund an der gebotenen Genauigkeit und Differenziertheit mangle, gelinge es ihm , seine Reise nach Europa detailliert wiederzugeben. Nach dem Gesagten würden die Vorbringen de s Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhal- ten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Demzufolge erfülle der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asylgesuch abzu lehnen sei. Die Folge der Ablehnung eines Asylgesuches sei gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz. Da der Beschwerdeführer die Flüchtling s- eigenschaft nicht erfülle, könne auch der Grundsatz der Nichtrückschi e- bung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht angewendet werden. Unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgericht s führt das BFM weiter aus, ei ne Rückkehr nach Herat oder Maz ar-i-Sharif sei nicht generell unzumutbar, sondern könne unter begünstigenden U m- ständen – auch im Sinne einer Aufenthaltsalternative – als zumutbar e r- kannt werden. Der Beschwerdeführer stamme aus der Grossstadt Herat. Das BFM erachte den Vollzug der Wegweisung in den Heimatstaat als zumutbar. Zudem gebe es auch keine individuellen Gründe, d ie gegen die Zumu t- barkeit eins Wegweisungsvollzuges sprechen würden. Es handle sich beim Beschwerdeführer um einen volljährigen und gesunden jungen E-4044/2012 Seite 8 Mann, der über eine gute Schulbildung inklusive Englisch – und Compu- terkenntnisse verfüge. Zudem würden seine Eltern und Geschwister s o- wie Onkel und Tante mütterlicherseits in Herat leben, womit er bei einer Rückkehr in seine Heimat über ein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz verfüge sowie auf eine gesicherte Wohnsituation zurückgreifen könne. Ausserdem sei der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und pra k- tisch durchführbar. 4.2 Gegen d iese Erwägungen wird in der Beschwerde – soweit es sich nicht um die Begründung der mit Zwischenverfügung vom 15. August 2012 entschiedenen Anträge um Einsicht in die BFM-Akten und Ansetzen einer Frist zur Beschwerdeergänzung handelt – vorgebracht, die ang e- fochtene Verfügung sei gesetzeswidrig. Entgegen den Ausführungen des Bundesamtes erfülle der Beschwerdeführer die Flü chtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG. Dieses halte im a ngefochtenen Entscheid fest, die Vorbringen würden die Anforderungen an die Glaub haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht erfüllen, so dass die Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Dem sei zu widersprechen. Die Vorbringen bezüglich des jahr e- langen Konflikt s mit dem Vater über die beabsichtigte Religionsausbil- dung seien detailliert und glaubhaft. Konkret werde ihm vorgeworfen, die Aussagen seien insbesondere zeitlich vage und ungenau , doch könne er zum Reiseweg genaue Angaben machen. Entgegen den Ausführunge n der Vorinstanz sei die Ausbildung in einer englisch sprachigen S chule glaubhaft dargelegt worden, deren zeitliche Einordnung sei ihm mühelos gelungen. Dass er seine Flucht aus Afghanistan möglicherweise noch de- tailreicher hätte schildern können, vermöge n icht zu überraschen: Für ihn habe es sich um ein einzelnes Ereignis gehandelt, welches eine absolute Ausnahmesituation dargestellt habe. Der Konflikt um die bevorstehende Religionsausbildung hingegen sei schwelend gewesen und habe sich über mehrere Jahre hinweg erstreckt, so dass es verständlich sei, dass er sich bei der zeitlichen Einordnung teilweise nicht mehr an das exakte D a- tum habe erinnern können. Die Aussagen würden die Voraussetzungen an die Glaubhaftmachung der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 7 Abs. 1 AsylG zweifelsohne erfül- len; sie seien schlüssig und würden keine Widersprüche bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes enthalten. Widersprüche sei en nur dann der Glaubhaftigkeit abträglich, wenn sie wesentliche Punkte der Asylbegrü n- dung betreffen würden. Unterschiedliche Angaben in Nebenpunkten wü r-E-4044/2012 Seite 9 den eher für die Wahrheit und Authentizität der gemachten Angaben spre- chen als bis ins Detail übereinstimmende Aussagen. Der Beschwerdeführer erfülle den Flüchtlingsbegriff von Art. 3 AsylG. Er sei aufgrund seiner religiösen Anschauung, welche sich nicht mit den A n- schauungen seines Vaters decke, in seinem Heimatstaat ernsthaften Nachteilen ausgesetzt gewesen und hätte bei einer Rückkehr begründete Furcht vor erneuten Nachtei len. Die Religionsfreiheit sei in Afghanistan nicht gewährleistet, solle er doch gegen seinen Will en in eine pak istani- sche Religionsschule gesteckt werden. Er sei ein gegenüber dem Westen offener Mensch, welcher Englisch- und Computerkurse besucht habe und weiterhin besuchen wolle. Dies lasse sich mit der fundamentalistischen Weltanschauung seines Vaters nicht vereinbaren , was bereits mehrfach dazu geführt habe, dass er körperlich v on ihm aufs Übelste misshandelt worden sei. Indem er die Flucht ergriffen habe und sich so der religiösen Schule in Pakistan habe entziehen können, seien nun noch schlimmere Konsequenzen zu befürchten. Insbesondere müsse damit gerechnet werden, dass ihn se in Vater aufgrund seiner Ungläubigk eit töten lassen würde. Er sei in seinem Herkunftsland religiös verfolgt und nach wie vor an Leib und Leben bedroht, zumal sich die Situation nach seiner Flucht sicherlich noch zugespitzt habe. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass der Beschwerdefüh- rer in erheblichem Masse persönlich bedroht sei. Eine allfällige Wegwe i- sung würde eine konkrete Gefährdung seiner psychischen und körperl i- chen Integrität nach sich ziehen. Er sei unbestrittenermassen mittellos und nicht in der Lage, Gerichts- und Anwaltskosten zu tragen. Im Weiteren könnten seine Begehren nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Die Bedrohungssituation beziehung s- weise die nicht gewährleistete Religionsfreiheit in seiner Heimat sei von ihm glaubhaft d argelegt worden. Die vorliegend aufgeworfenen Fragen würden sich nicht leicht beantworten lassen, zumal er nicht rechtskundig sei und keine der drei Amtssprachen spreche. 5. 5.1 Vorweg ist festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht au f- grund der im vorinsta nzlichen Verfahren vorgenommenen medizinischen Gesamtbeurteilung die Auffassung des BFM teilt, dass von der Mündi g- keit des B eschwerdeführers auszugehen ist. Es wird diesbezüglich ohne weiteren Begründungsaufwand auf die zutreffenden Ausführungen in der E-4044/2012 Seite 10 angefochtenen Verfügung verwiesen, zumal der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene die ihm von der Vorinstanz attestierte Volljährigkeit nicht mehr bestreitet. Als Folge ergibt sich, dass es sich bei der nachträglich eingereichten Taz- kera um eine Fälschung handel t und die diesbezüglichen Feststellungen der Vorinstanz nicht zu beanstanden sind. Das Einreichen eines gefälsch- ten Identitätspapieres erschüttert die persönliche Glaubwürdigk eit des Beschwerdeführers erheblich. 5.2 Nach Prüfung der Akten gelangt das Gericht sodann zum Schluss, dass das BFM zu Recht und mit zutreffender Begründung die Vorbringen des Beschwerdeführers zur Begründung seines Asylgesuchs als den A n- forderungen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftigkeit nicht genügend quali- fiziert hat. Insbesondere fällt auf, dass die Aussagen zu den Asylgründen sehr all- gemein gehalten und ungenau sind. Dies gilt namentlich für die Antworten auf die Fragen nach dem Zeitpunkt des ersten Eng lisch- oder Computer- kurses, Kursmodalitäten wie Durchführungszeit, Gesamtstudiendauer oder den Zeitpunkt, als der Vater ihn erstmals beim Kursbesuch erwisch t habe (vgl. Akten BFM 9/16 F20ff.). Trotz teils wiederholter Nachfrage e r- weisen sich die Schilderun gen des Beschwerdeführers nicht nur als un- substanziiert und stereotyp, sondern sie lassen auch persönliche Eindr ü- cke, die darauf hindeuten würden, dass er das Geschilderte persönlich erlebt hat, vermissen. Die Entgegnungen auf Beschwerdeebene sind nicht geeignet, an dieser Beurteilung etwas zu ändern. Dem Vorbringen, die zeitliche Einordnung der Ausbildung sei mühelos gelungen, er habe in der Anhörung beispiels- weise gesagt, dass "die Englischkurse jeweils v on 4 bis 5 Uhr und die Computerkurse von 5 bis 6 Uhr" stattgefunden hätten, ist entgegenzuha l- ten, dass er in derselben Anhörung auf die Frage, wann der Englisch - Unterricht jeweils stattgefunden habe, zuerst antwortete: "Ich erinnere mich nicht.". Auf erste Nachfrage hin gab er an: "Meistens nachmittags" und brachte schliesslich auf die Frage, von wann bis wann der Englisch - und der Computerkurs stattgefunden habe, vor: "Gegen Abend, von 4 bis 5 hatten wir den Englisch -, von 5 bis 6 den Computerkurs" (vgl. A 9/16 F28-30, F41). Bei diesem Aussageverhalten kann von einem mühelosen zeitlichen Einordnen der Ereignisse nicht die Rede sein. Es lässt gegen- teils vermuten, dass sich der Beschwerdeführer mit seinen Antworten E-4044/2012 Seite 11 möglichst nicht festlegen wollte, und erweckt nicht den Eindruck von rea- len Geschehnissen. Ebenso wenig überzeugt die in der Rechtsmittelschrift vorgebrachte B e- gründung, der Beschwerdeführer habe seinen Konflikt um die bevorst e- hende Religionsausbildung möglicherweise deshalb nicht ebenso detai l- reich wie seine Flucht aus Afghanistan schildern können, weil es sich bei letzterem um ein einzelnes Ereignis und eine absolute Ausnahmesituation gehandelt habe, hingegen der Konflikt mit dem Vater schwelend gewesen sei und sich über mehrere Jahre hinweg erstre ckt habe. In Anbetracht dessen, dass er beim Darlegen seiner Asylvorbringen über selbst erlebte, einschneidende Ereignisse, welche ihn zum Verlassen des Heimatlandes veranlasst haben sollen, zu berichten hat, darf erwartet werden, dass er sich an herausrag ende Einzelheiten, beispielsweise wann sein Vater ihn das erste Mal beim unerlaubten Kursbesuch erwischte , zu erinnern ve r- mag. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass die Konsequenzen, we l- che der unerlaubte Kursbesuch für den Beschwerdeführer nach sich g e- zogen haben soll en, mit zunehmender Verfahrensdauer einschneidender dargestellt worden sind. So wies der Beschwerdeführer i n der Befragung zur Person (vgl. A4/11 S. 6) noch mit keinem Wort auf eine körperliche Bestrafung seitens seines Vaters hin. Anlässlich der Anhörung sprach er erstmals davon, er sei von diesem geschlagen worden (vgl. A9/16 F18, F36, F44, F86, F149) , und führt schliesslich in der Rechtsmitteleingabe (vgl. S. 6) – wiederum in allgemeiner Form und nicht substanziiert – an, er sei körperlich von seinem Vater aufs Übelste misshandelt worden und befürchte, dass dieser ihn wegen seiner Ungläubigkeit im Falle einer Rückkehr gar umbringen lassen könnte . Dieses Vorbringen ist offensicht- lich nachgeschoben und nicht glaubhaft. Wenn der Beschwerdeführ er ausführt, die Religionsfreiheit sei in Afgh a- nistan nicht gewährleistet, weil er gegen seinen Willen eine pakistanische Religionsschule besuchen müsste, ist dem entgegenzuhalten, dass die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen hat, dass es ihm nicht mögl ich gewesen ist, konkrete Angaben zum bevorstehenden Aufenthalt in Paki s- tan zu machen. Vor dem behaupteten Hintergrund "des jahrelangen Ko n- flikts mit seinem Vater über die geplante Religionsausbildung" (vgl. B e- schwerde S.5) ist es nicht nachvollziehbar, da ss der Vater keine weiteren Angaben, beispielsweise zum konkreten Ort der Religionsschule in Pakis- tan oder wo er dort hätte wohnen sollen, gemacht haben sollte, zumal es sich beim Beschwerdeführer nicht mehr um ein Kind, sondern um einen E-4044/2012 Seite 12 (zum damaligen Zei tpunkt demnächst) jungen Erwachsenen gehandelt hat. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG glaubhaft machen konnte. Auch die Vorbringen in der Rechtsmittelschrift sind nicht geeignet, zu einer anderen Be urtei- lung der angefochtenen Verfügung zu führen, da den vorinstanzlichen Erwägungen keine stichhaltigen und substanziierten Gründe entgege n- gehalten werden. Die Vorinstanz hat daher zu Recht und mit zutreffender Begründung die Flüchtlingseigenschaft des Bes chwerdeführers verneint und das Asylgesuch abgewiesen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine auslände rrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen un d Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen. 7.2 7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Dritt staat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). E-4044/2012 Seite 13 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerisch en Eid- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Nonr efoulement nur Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh- rers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem G e- sagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. E-4044/2012 Seite 14 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs . 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2 7.3.2.1 Zur allgemeinen Situation in Afghanistan ist auf BVGE 2011/7 zu verweisen; hin sichtlich der Lage in der Grossstadt Herat im Speziellen, wo der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge geboren ist und bis zu seiner Ausreise gelebt hat, ist das Bundesverwaltungsgericht in BVGE 2011/38 zur Erkenntnis gelangt, dass diese mit derjenigen in der Stadt Kabul vergleichbar und der Vollzug der Wegweisung dorthin grundsätzlich – vorbehältlich der in BVGE 2011/7 statuierten individuellen Vorausse t- zungen – zumutbar ist. Es bleibt daher zu prüfen, ob individuelle Gründe einem Wegweisung s- vollzug des Beschwerdeführers nach Herat entgegenstehen. 7.3.2.2 Der Beschwerdeführer ist seinen Angaben zufolge in Herat geb o- ren und aufgewachsen, hat dort die Schule besucht und bis zu seiner Ausreise zusammen mit seinen Eltern, einem jüngeren Bruder und einer älteren Schwester gelebt. Sein Vater arbeitet in einem "(…)" (vgl. A4/11 S. 7). I n Herat wohnen zudem eine Tante und ein Onkel mütterlicherseits, letzterer besitzt einen (…) und (…). In der Anhörung führt der Beschwe r- deführer zwar an, er habe seit seiner Ausreise zu seinen Eltern keinen Kontakt mehr. Dabei handelt es sich aber um eine durch nichts gestützte Parteibehauptung, welche als reine Schutzbehauptung zu werten ist. Es erscheint nämlich weder glaubhaft, dass der Beschwerdeführer zwar mit seinem Onkel nach wie vor in Kontakt steht (vgl. A9/16 F5 f., 145 ff.), nicht aber m it seinen Eltern – insbesondere mit seiner Mutter – und Ge- schwistern telefonisch in Kontakt getreten ist, und es gelingt ihm auch nicht glaubhaft zu machen, dass er durch seinen Vater einer Gefährdung ausgesetzt gewesen wäre . Es ist mangels gegenteiliger B ehauptungen nicht davon auszugehen, dass sich die familiären Verhältnisse des B e- schwerdeführers in Afghanistan seit seiner Ausreise wesentlichen verä n- dert haben. Es besteht für ihn somit die Möglichkeit, sich nach seiner Rückkehr erneut bei seiner Familie aufzuhalten. Im Weiteren verfügt er über die Voraussetzungen, um einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Er E-4044/2012 Seite 15 besuchte die Schule bis zur (…) Klasse und verfügt eigenen Angaben zu- folge über Englisch- und Computerkenntnisse. Soweit aufgrund der Akten feststellbar, ist er zudem gesund. Es sollte ihm daher mit Hilfe seiner F a- milie möglich sein, sich sowohl beruflich als auch sozial in seiner Heimat zu (re-)integrieren. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass er individuelle Rückkehrhilfe beantragen kann (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, Art. 73 ff. der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]). Der Wegweisungsvollzug des Beschwerdeführers nach Herat ist damit auch in individueller Hinsicht nicht als unzumutbar zu erachten. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ; vgl. dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513-515), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem aber aufgrund der Aktenlage von dessen Bedürftigkeit auszugehen ist und die Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden konnte, ist in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung von einer Kostenauflage abzusehen. (Dispositiv nächste Seite) E-4044/2012 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und B._______. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Jeannine Scherrer-Bänziger