Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. November 2018 (720 18 239 / 321) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision einer Hilflosenentschädigung: Der Umstand, dass es von Seiten der Versicher- ten mit der Zeit offensichtlich zu einer gewissen Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung gekommen ist, stellt - bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand - einen eigenständigen Revisionsgrund dar Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Markus Schäfer A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Fried rich Müller, Rechtsanwalt, Grossmattstrasse 21, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff Hilflosenentschädigung A. Bei der am xx. 2000 geborenen A.____ wurde Ende Mai 2013 ein Osteosarkom am linken Humerus proximal diagnostiziert. Am 5. Septe mber 2013 musste ihr deswegen der linke Arm amputiert werden. Nachdem sich A.____, gesetzli ch vertreten durch ihre Mutter, am 17. Juni 2013 unter Hinweis auf diese Tumorerkranku ng bei der Eidgenössischen Invalidenver- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet hatte, sprach ihr die IV-Stelle Basel-Landschaft verschiedene Hilfsmittel und in der Folge auch berufliche Massnahmen zu. Am 18. Mai 2015 meldete sich A.____, wiederum vertrete n durch ihre Mutter, bei der IV zum Bezug einer Hilflosenentschädigung an. Die IV-Stelle holte einen Bericht ihres Abklärungsdiens- tes ein. Gestützt auf dessen Ergebnisse sprach sie A.____ mit Verfügung vom 21. September 2015 „ab 01.09.2014 bis 31.03.2018 (höchstens bis zur Vo llendung des 18. Altersjahres)“ eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren Grades zu. I m Januar 2018 beauftragte die IV- Stelle den Abklärungsdienst unter Hinweis, dass die Versi cherte Ende März 2018 volljährig werde, eine Abklärung der Hilflosenentschädigung für Erwachsene durchzuführen. Nach Vorlie- gen des entsprechenden Berichts des Abklärungsdiensts sprach d ie IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 22. Juni 2018 ab 1. April 2018 ein e Hilflosenentschädigung leichten Grades zu. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Rechtsanwalt Friedrich Müller, am 20. Juli 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefoc htene Verfügung aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine Hilflosenentschädigung mittleren G rades ab 1. April 2018 zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren und v ertieften Abklärungen an die IV-Stelle zu- rückzuweisen. Zudem sei ihr die unentgeltliche Prozessfüh rung und die unentgeltliche Verbei- ständung mit ihrem Rechtsvertreter zu bewilligen; unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Verfügung vom 22. August 2018 bewilligte das Ka ntonsgericht der Beschwerdefüh- rerin gestützt auf die eingereichten Unterlagen für da s vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mi t Rechtsanwalt Friedrich Müller als Rechtsvertreter. D. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Oktober 2018 vertrat die IV-Stelle den Standpunkt, dass man die Hilflosenentschädigung mittleren Grades zu Recht auf eine Hilflosenentschädi- gung leichten Grades reduziert habe. Die Beschwerde sei j edoch insofern teilweise gutzuheis- sen, als die Herabsetzung erst ab dem 1. August 2018 zu erfolgen habe. E. Nachdem die instruierende Präsidentin des Kantonsger ichts die Angelegenheit am 17. Oktober 2018 dem Dreiergericht zur Beurteilung ü berwiesen hatte, ersuchte der Rechtsver- treter der Beschwerdeführerin am 31. Oktober 2018 mit dem Hinweis, dass er und seine Man- dantin bis dato keinerlei Kenntnis vom protokollierten Inhalt der Befragung vom 4. April 2018 und vom Abklärungsbericht vom 9. April 2018 hätten, um Zustellung des betreffenden Berichts. Diesem Anliegen wurde seitens des Kantonsgerichts umgehend entsprochen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 20. Juli 2018 ist demnach einzutreten. 2.1 Nach Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invali denversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind, Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. L aut Art. 9 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist eine Per- son hilflos, die wegen der Beeinträchtigung der Gesund heit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Übe rwachung bedarf. Als hilflos gilt ebenfalls eine Person, welche zu Hause lebt und wegen der Beein trächtigung der Gesundheit dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 IVG). 2.2 Das Gesetz unterscheidet zwischen schwerer, mittelschwer er und leichter Hilflosig- keit (Art. 42 Abs. 2 IVG). Die Hilflosigkeit gilt als le icht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen L ebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist ; einer dauernden persönlichen Überwa- chung bedarf; einer durch das Gebrechen bedingten ständ igen und besonders aufwändigen Pflege bedarf; wegen einer schweren Sinnesschädigung ode r eines schweren körperlichen Ge- brechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstlei stungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann oder dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961 angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a - e IVV). Die Hilflosigkeit gilt gemäss Ar t. 37 Abs. 2 IVV als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in d en meisten alltäglichen Lebensverrich- tungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (lit. a); sie in min- destens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden Üb erwachung bedarf (lit. b); oder in min- destens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig i n erheblicher Weise die Hilfe Drit- ter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist (lit. c). 2.3 Nach ständiger Gerichtspraxis sind die folgenden sechs al ltäglichen Lebensverrichtun- gen massgebend: Ankleiden, Auskleiden; Aufstehen, Absitzen , Abliegen; Essen; Körperpflege; Verrichten der Notdurft; Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme (BGE 133 V 463 E. 7.2, 127 V 97 E. 3c, 121 V 90 E. 3). We iter muss die Hilfe Dritter regelmässig und erheblich sein. Der Begriff der Erheblichkeit ist in R elation zu setzen zum zeitlichen Aufwand, den die Hilfsperson hat. Die Hilfe ist mithin insbeso ndere erheblich, wenn die versicherte Per- son mindestens die Teilfunktion einer einzelnen Lebensver richtung überhaupt nicht mehr, nur mit unzumutbarem Aufwand oder nur auf unübliche Art und Weise selbst ausüben kann oder Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht wegen ihres psychischen Zustandes nicht vornehmen würde ( Urteil des EVG vom 18. April 2002, I 660/01, E. 2b/aa mit Hinweisen; Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversiche- rungen [BSV] über Invalidität und Hilflosigkeit in de r Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, Rz. 8026). Die Hilfe ist regelmässig, w enn sie die versicherte Person täglich benötigt oder eventuell täglich nötig hat (ROBERT ETTLIN , Die Hilflosigkeit als versichertes Risiko in der Sozialversicherung [Hilflosigkeit], Freiburg 199 8, S. 150). Bei Lebensverrichtungen, wel- che mehrere Teilfunktionen umfassen, wird nach der Recht sprechung nicht verlangt, dass die versicherte Person bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktion en regelmässig in erheblicher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 91 E. 3c). In diesem Sinne ist die Hilfe beispielsweise bereits erheblich bei Fortbewegung und Kontaktaufnahme, wenn sich die versicherte Person im oder ausser Haus nicht selbst fortbew egen kann oder wenn sie bei der Kontaktaufnahme Dritthilfe benötigt. Solange durch g eeignete Massnahmen bei einzelnen Le- bensverrichtungen die Selbstständigkeit erhalten werden kann, liegt diesbezüglich keine Hilflo- sigkeit vor (R OBERT ETTLIN , Sozialversicherungsrechtliche Aspekte bei Verlust der S elbstver- sorgungsfähigkeit [Selbstversorgungsfähigkeit], in: Haf tpflicht und Versicherung [HAVE] 2003, S. 117 und Fn. 8). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtig e und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Be- schwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherung srecht hat das Gericht seinen Ent- scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, n ach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach- verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richt er und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von al len möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 138 V 218 E. 6 mit diversen Hinweisen). Der Untersu- chungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Bewei sführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungspro- zess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Bewe islast nur insofern, als im Falle der Be- weislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geblie- benen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Bewe isregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsg rundsatzes auf Grund einer Be- weiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumin dest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). 3.2 Für die Bemessung der Hilflosigkeit der versicherten Person ist in der Regel eine Abklärung an Ort und Stelle (Art. 57 Abs. 1 lit. f IV G in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVV) erfor- derlich. Die Ergebnisse der Abklärung werden in einem Abklärungsbericht erfasst, wobei dieser - unter dem Aspekt der Hilflosigkeit - folgenden Anfor derungen zu genügen hat: Als Berichter- statterin wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntn is der örtlichen und räumlichen Verhält- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beein- trächtigungen und Hilfsbedürftigkeiten hat. Bei Unkla rheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sonder n notwendig. Weiter sind die An- gaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, w obei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtste xt muss plausibel, begründet und detail- liert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverricht ungen sein. Schliesslich hat er in Über- einstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Anga ben zu stehen. Das Gericht greift, so- fern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne dar- stellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Per son nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kom- petente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt i st als das im Beschwerdefall zu- ständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1, 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.2). 4.1 Nachdem sich die Versicherte im Mai 2015 zum Bezug ein er Hilflosenentschädigung angemeldet hatte, prüfte die IV-Stelle einen Anspru ch der Versicherten auf eine „Hilflosenent- schädigung für Minderjährige“. Gestützt auf die Ergeb nisse, zu denen ihr Abklärungsdienst ge- langt war, sprach sie ihr mit Verfügung vom 21. September 2015 „ab 01.09.2014 bis 31.03.2018 (höchstens bis zur Vollendung des 18. Altersjahres)“ eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren Grades zu. Im Januar 2018 beauftragte die IV -Stelle den Abklärungsdienst unter Hin- weis, dass die Versicherte Ende März 2018 volljährig werd e, eine Abklärung der Hilflosenent- schädigung für Erwachsene durchzuführen. Nach Vorliegen des entsprechenden Berichts des Abklärungsdiensts sprach die IV-Stelle der Versicherten m it der vorliegend angefochtenen Ver- fügung vom 22. Juni 2018 nunmehr ab 1. April 2018 ein e Hilflosenentschädigung leichten Gra- des zu. 4.2 Die IV-Stelle war beim geschilderten Vorgehen off ensichtlich der Auffassung, dass der ursprüngliche Versicherungsfall (Zusprechung einer Hilflo senentschädigung mittleren Grades ab September 2014) per Ende März 2018 ende und ab Er reichen der Volljährigkeit ein neuer Versicherungsfall (ab April 2018) eintreten würde. Di eser vorinstanzlichen Betrachtungsweise kann nicht gefolgt werden. Die IV-Stelle übersieht, d ass das Bundesgericht im Grundsatzent- scheid 137 V 424 ff. festgehalten hat, dass das Erreichen des Mündigkeitsalters 18 nicht als Eintritt eines neuen Versicherungsfalls zu betrachten se i. Der Anspruch auf Hilflosenentschädi- gung Minderjähriger könne somit mit der Volljährigke it nicht frei und umfassend, sondern ledig- lich unter revisionsrechtlichem Blickwinkel geprüft werden. Demzufolge bestimme sich auch der Zeitpunkt einer allfälligen Herabsetzung oder Aufheb ung der Hilflosenentschädigung nach Art. 88 bis Abs. 2 IVV (so die Regeste des BGE 137 V 424). 5.1 Nach Art. 17 Abs. 2 ATSG wird - nebst den in Art. 17 Abs. 1 ATSG geregelten Invali- denrenten - auch jede andere formell rechtskräftig zuge sprochene Dauerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder a ufgehoben, wenn sich der ihr zu Grun- de liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verände rt hat. Zu den von dieser Bestimmung erfassten “Dauerleistungen“ gehört unter anderem die Hilflosenentschädigung nach Art. 42 Abs. 1 IVG (U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015 , Art. 17 Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rz 64). Die Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung einer Hilflosenentschädigung gestützt auf Art. 17 Abs. 2 ATSG setzt somit einen Revisionsgrund vorau s. Darunter ist jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, u.a. die Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder die Verwendung neuer Hilfsmitt el, zu verstehen, die geeignet ist, den Grad der Hilflosigkeit und damit den Umfang des A nspruchs zu beeinflussen (BGE 137 V 424 E. 3.1 mit Hinweis). Zu beachten ist, dass sich - bei an sich gleich gebliebenem Ge- sundheitszustand - auch eine Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung auf den Leis- tungsanspruch auswirken und somit revisionsrechtlich von Bedeutung sein kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). 5.2 Bei der Anpassung der Dauerleistungen ausserhalb d es Rentenbereichs gelten die zur Rentenanpassung entwickelten Grundsätze analog (U ELI KIESER , a.a.O., Art. 17 Rz 68). Das gesamte Rentenrevisionsrecht ist mit anderen Worten auf die Hilflosenentschädigung nach Art. 42 IVG sinngemäss anwendbar (U LRICH MEYER /M ARCO REICHMUTH , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2 014, Art. 30-31 N 139). Dies betrifft insbesondere die Bestimmung der massgebenden Vergleichsze itpunkte (vgl. E. 5.4 hiernach) und den Grundsatz, wonach die Anpassung für die Zukunft vorgenommen wird (vgl. E. 8.1 hier- nach). 5.3 Zu beachten ist bei der Prüfung der Revisionsvorausse tzungen des Art. 17 ATSG, dass die abweichende medizinische oder rechtliche Einsc hätzung von im Wesentlichen unver- änderten tatsächlichen Verhältnissen nicht zu einer mater iellen Revision führt. Bloss auf einer anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Differenzen sind daher von revisi- onsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenz en (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 5.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung der Hilflosigkeit bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel- che auf einer materiellen Prüfung des Anspruchs mit rec htskonformer Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung beruht (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4 ). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 21. September 2015 ab 1 . September 2014 eine Hilflosenent- schädigung mittleren Grades zu. Im Januar 2018 beauftrag te die IV-Stelle den Abklärungs- dienst mit einer erneuten materiellen Prüfung des L eistungsanspruchs, worauf dieser eine ver- tiefte Abklärung vor Ort vornahm. Gestützt auf deren Erg ebnisse setzte die IV-Stelle mit Verfü- gung vom 22. Juni 2018 die der Versicherten bisher au sgerichtete Hilflosenentschädigung mitt- leren Grades mit Wirkung ab 1. April 2018 auf eine H ilflosenentschädigung leichten Grades herab. Nach dem Gesagten beurteilt sich somit die Frage , ob eine Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionswei se Herabsetzung der bis anhin ausge- richteten Hilflosenentschädigung rechtfertigt, durch V ergleich des Sachverhalts, wie er im Zeit- punkt der ursprünglichen Verfügung vom 21. September 20 15 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2018. 6.1 In der Verfügung vom 21. September 2015, mit der sie der Versicherten ab 1. Septem- ber 2014 eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades zusprach, stützte sich die IV-Stelle auf Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht den “Abklärungsbericht Hilflosigkeit IV – Minderjährig e“ vom 15. Juni 2015. Darin war der Abklä- rungsdienst zum Ergebnis gelangt, dass die Versicherte in vier alltäglichen Lebensverrichtun- gen, nämlich beim An- und Auskleiden, beim Essen (Zerkl einern der Nahrung), bei der Körper- pflege (Baden/Duschen) und beim Verrichten der Notdur ft (Ordnen der Kleider) regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen sei. 6.2 Im Rahmen der im Januar 2018 von Amtes wegen eing eleiteten Überprüfung des Leis- tungsanspruchs nahm der Abklärungsdienst eine erneute ei nlässliche Abklärung vor Ort vor. Diese ergab gemäss “Abklärungsbericht Hilflosigkeit IV“ vom 9. April 2018, dass die Versicherte noch in drei alltäglichen Lebensverrichtungen, nämlich b eim An- und Auskleiden, beim Essen (Zerkleinern der Nahrung) und bei der Körperpflege ( Baden/Duschen) regelmässiger und er- heblicher Dritthilfe bedurfte. Demgegenüber entfiel im Vergleich zur ersten Abklärung vom 15. Juni 2015 im Bereich “Verrichten der Notdurft (Or dnen der Kleider)“ nunmehr eine regel- mässige und erhebliche Hilfe Dritter. Im Abklärungsberich t wird dazu in Ziff. 5.1.5. ausgeführt: „Das Schliessen der Hosen geht in der Regel selbst. Manchm al benötigt sie Hilfe der Mutter.“ Zudem enthält der Bericht an der genannten Stelle fo lgende Ergänzung: „Gemäss präzisem Nachfragen bei der versicherten Person wird von ihr eine tägliche Dritthilfe klar verneint.“ 6.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen V erfügung vom 22. Juni 2018 bei der Beurteilung des aktuellen Ausmasses der Hilflosigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse des Abklärungsberichts vom 9. April 2018. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Versicherte aktuell noch in drei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässiger und erhebli- cher Dritthilfe bedarf. Diese vorinstanzliche Beweiswür digung ist nicht zu beanstanden. Der Abklärungsbericht vom 9. April 2018 genügt sämtlichen, oben (vgl. E. 3.2 hiervor) beschriebe- nen Anforderungen an eine zuverlässige Entscheidgrundla ge: Als Berichterstatterin wirkte eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der vor- handenen Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten hatte. Die Abklärungsperson hat sodann die Angaben sowohl der Versicherten als auch der Hilfe leistenden Person - der Mutter der Ver- sicherten - berücksichtigt. Ihr Berichtstext ist plausibel, be gründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen. Schliesslich sind auch keine Anhaltspunkte ersicht- lich, wonach er nicht in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen würde. Die IV-Stelle hat demnach dem Abklärungsbericht vom 9. April 2018 bei der Beurteilung der aktuellen Hilflosigkeit der Versicherten zu Recht volle Beweiskraft zuerkannnt. 6.4 Vergleicht man in einem nächsten Schritt die beiden Abklärungsberichte vom 15. Juni 2015 und vom 9. April 2018 miteinander, so ist mit der IV-Stelle davon auszugehen, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse, die für die Beurteilung der Hilflosigkeit massgebend sind, nach- träglich erheblich verbessert haben. Die Beschwerdeführe rin bedarf heute lediglich noch in drei und nicht mehr - wie noch im Zeitpunkt der ersten Abklärung - in vier alltäglichen Lebensverrich- tungen regelmässiger und erheblicher Dritthilfe. Die B esonderheit dieser Entwicklung besteht darin, dass sie unbestrittenermassen nicht - wie es sonst in Revisionsverfahren im Sinne von Art. 17 ATSG meist der Fall ist - auf eine Verbesserung des Gesundheitszustands zurückzufüh- ren ist. Sie beruht vielmehr auf dem - durchaus nachvoll ziehbaren - Umstand, dass es von Sei- ten der Versicherten mit der Zeit offensichtlich zu eine r gewissen Angewöhnung oder Anpas- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sung an die Behinderung gekommen ist. Wie oben ausgefü hrt (vgl. E. 5.1 hiervor), stellt eine solche Entwicklung - bei an sich gleich gebliebenem Gesun dheitszustand - einen eigenständi- gen Revisionsgrund dar. Als Zwischenergebnis ist demnach festzuhalten, dass die IV-Stelle das Vorliegen der Revisionsvoraussetzungen des Art. 17 Abs. 2 ATSG zu Recht bejaht hat. 6.5 An dieser Beurteilung vermögen die Vorbringen de r Beschwerdeführerin nichts zu än- dern. 6.5.1 Die Versicherte stellt in erster Linie den ausschla ggebenden Beweiswert des Abklä- rungsberichts vom 9. April 2018 in Frage. So moniert sie etwa, dass die IV-Stelle ihr den Bericht nie zur Kenntnis gebracht habe und dass er denn auch von ihr nicht gegengelesen und unter- schriftlich bestätigt worden sei. Mit diesem Einwand kann die Beschwerdeführerin jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten. Was die fehlende Kenntnis des Inhalts des Berichts betrifft, muss sie sich entgegenhalten lassen, dass offenbar weder sie noch i hr Rechtsvertreter je mit einem ent- sprechenden Gesuch um Akteneinsicht bzw. um Aushändigung de s Berichts an die IV-Stelle gelangt sind. Im Weiteren schreibt weder die IVV noch das KSIH der Abklärungsperson vor, den Bericht durch die versicherte Person gegenlesen und unterschreiben zu lassen. Nicht ge- folgt werden kann sodann der Auffassung der Beschwerdefü hrerin, mangels Unterzeichnung des Berichts durch die versicherte Person handle es sich bei d essen Inhalt um blosse „Partei- behauptungen“. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hier vor), kann einem solchen Abklärungsbe- richt nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung voller Beweiswert zuerkannt werden, wenn er - wie dies hier der Fall ist - den ebenfalls o ben beschriebenen formellen und inhaltli- chen Anforderungen genügt. Es sind sodann, wie auch schon festgehalten wurde (vgl. E. 6.3 hiervor), keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonach die Besc hwerdeführerin oder ihre bei der Ab- klärung vor Ort mitanwesende Mutter die Bedeutung einz elner Fragen nicht richtig erfasst ha- ben könnten oder dass ihre Angaben nicht korrekt wieder gegeben worden wären. Ebenso be- steht kein Grund für die in der Beschwerde geäusserte A nnahme, dass die Versicherte mit Suggestivfragen zu entsprechenden Antworten genötigt w orden sein soll. Im Abschnitt 5.1.5 “Verrichten der Notdurft / Ordnen der Kleider“ enthä lt der Bericht vielmehr den Hinweis der Ab- klärungsperson, dass sie bei der Versicherten präzis nachgefr agt habe, ob sie bei der genann- ten alltäglichen Lebensverrichtung eine tägliche Drit thilfe benötige, was die Versicherte indes klar verneint habe. 6.5.2 Wie dem Bericht in Ziff. 5.1.5 entnommen werde n kann, benötigt die Versicherte beim Ordnen der Kleider nach dem Verrichten der Notdurft „manchmal“ noch die Hilfe der Mutter. Solche gelegentliche Hilfeleistungen können nun aber entgegen der Versicherten nicht zur An- nahme einer Notwendigkeit regelmässiger Dritthilfe füh ren. Die Hilfe ist erst dann regelmässig, wenn sie die versicherte Person täglich oder eventuell (nicht voraussehbar) täglich benötigt (Ur- teil A. des Bundesgerichts vom 13. Januar 2017, 9C_562/2 016, E. 5.3 mit weiteren Hinweisen). Da die Beschwerdeführerin laut Abklärungsbericht auch a uf präzises Nachfragen der Abklä- rungsperson hin eine tägliche Dritthilfe in diesem Be reich klar verneint hat, ist die Schlussfolge- rung der IV-Stelle, dass der anfallende Bedarf an Dri tthilfe nicht die für die Annahme einer Hilflosigkeit notwendige Regelmässigkeit erreicht, angesi chts der soeben zitierten Rechtspre- chung nicht zu beanstanden. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Hat die IV-Stelle das Vorliegen der Revisionsvoraus setzungen des Art. 17 Abs. 2 ATSG zu Recht bejaht, ist in einem nächsten Schritt zu p rüfen, wie sich die geschilderte Ent- wicklung auf den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin auswirkt. Zur Beantwortung dieser Frage sind die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs pro futuro zu prüfen. Es gilt mit anderen Worten, auf der Grundlag e eines richtig und vollständig festgestell- ten Sachverhalts das Ausmass der Hilflosigkeit bei Erlass de r streitigen Revisionsverfügung zu ermitteln (vgl. zum analogen Vorgehen bei einer Revi sion des Rentenanspruchs: Urteile A. des Bundesgerichts vom 3. April 2017, 9C_766/2016, E. 1.2, und A. vom 29. Juni 2015, 9C_173/2015, E. 2.2, je mit Hinweisen). 7.2 Für die Beurteilung des (heutigen) Anspruchs auf e ine Hilflosenentschädigung kann vollumfänglich auf den Abklärungsbericht vom 9. April 2 018 abgestellt werden. Wie bereits wei- ter oben ausgeführt (vgl. E. 6.3 hiervor), kommt diesem Bericht bei der Beurteilung des heuti- gen Ausmasses der Hilflosigkeit der Versicherten volle Bewe iskraft zu. Laut den Ergebnissen der Abklärung vor Ort bedarf die Beschwerdeführerin ak tuell noch in drei alltäglichen Lebens- verrichtungen regelmässiger und erheblicher Dritthilfe. Da sie überdies unbestrittenermassen keine dauernde Überwachung oder dauernde lebenspraktisch e Begleitung benötigt, besteht, wie die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung zutr effend erkannt hat, gemäss Art. 37 Abs. 3 IVV heute noch Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades. 8.1 Aus dem Gesagten folgt als Ergebnis, dass die IV-St elle die der Versicherten bisher ausgerichtete Hilflosenentschädigung mittleren Grades z u Recht auf eine Hilflosenentschädi- gung leichten Grades herabgesetzt hat. Gemäss Art. 88 bis Abs. 2 lit. a IVV erfolgt die Herabset- zung einer Hilflosenentschädigung frühestens vom ersten T ag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an. Da die IV-Stelle die Herabsetzung der Hilflosenentschädigung am 22. Juni 2018 verfügt hat, wird diese nach dem Ge sagten ab 1. August 2018 wirksam. Vor- liegend hat die IV-Stelle die Herabsetzung der Hilflo senentschädigung nun allerdings rückwir- kend per 1. April 2018 vorgenommen. Dies wird von der B eschwerdeführerin zu Recht bean- standet. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Oktober 2018 anerkennt denn auch die IV-Stelle, dass sich die angefochtene Verfügung in Bezug auf den Zeitp unkt der Herabsetzung der Hilflo- senentschädigung als unzutreffend erweise und die Hera bsetzung erst per 1. August 2018 er- folgen könne. Die Beschwerde der Versicherten erweist sich demnach in diesem Punkt als be- gründet. In den übrigen Punkten hingegen ist sie abzuweisen. 8.2 Zusammenfassend ist somit in teilweiser Gutheissung d er Beschwerde die angefoch- tene Verfügung der IV-Stelle vom 22. Juni 2018 dahin gehend zu ändern, dass die der Be- schwerdeführerin bisher ausgerichtete Hilflosenentschädigun g mittleren Grades erst mit Wir- kung ab 1. August 2018 auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades herabgesetzt wird. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 9. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdever fahrens zu befinden. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin zu einem kleineren Teil obsiegende und gleichzeitig zu einem grö sseren Teil unterliegende Partei, wobei es sich rechtfertigt, von einem Obsiegen im Umfang von einem Drittel und von einem Unterlie- gen im Umfang von zwei Dritteln auszugehen. 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei- gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliege nden, in denen ein durchschnittlicher Ver- fahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 800 Fran ken fest. Die Verfahrenskosten wer- den gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angem essenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Dem Prozessausgang entsprechend hat deshalb die Beschwerdeführerin als zu zwei Dritteln unterliegende Partei Verfahrenskosten von Fr. 530.-- ( 2/3 von Fr. 800.--, gerun- det) zu tragen. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdi ngs mit Verfügung vom 22. August 2018 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund wird ihr Anteil an den Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. Die restlichen Verfahrenskosten von Fr. 270.-- (1/3 von Fr. 800.--, gerundet) wären grundsätzlich der teil weise ebenfalls unterlie- genden IV-Stelle zu auferlegen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten auferlegt werden. 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin teil weise obsiegende Partei ist, ist ihr eine reduzierte Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 23. Oktober 2018 für das vorliegende Ver- fahren einen Zeitaufwand von sechs Stunden geltend gemacht, was in Anbetracht der sich stel- lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstan den ist. Die Bemühungen sind zu dem vom Rechtsvertreter geltend gemachten Stundenansatz vo n Fr. 200.-- zu entschädigen. Zu keinen Bemerkungen Anlass geben sodann die in der H onorarnote ausgewiesenen Ausla- gen von Fr. 17.60. Da die Beschwerdeführerin nach dem Gesagten zu einem Drittel obsiegt hat, ist ihr demnach zu Lasten der IV-Stelle eine reduziert e Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 405.85 zuzusprechen, was einem Drittel des Betrages e ntspricht, den sie bei vollständigem Obsiegen hätte beanspruchen können. Im Übrigen sind die ausserordentlichen Kosten wettzu- schlagen. 9.4 Da der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 22. A ugust 2018 die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für den von der obigen Parteientschädigung nicht erfassten Anteil von zwei Dritteln des geltend gemachten Aufwandes und der ausgewiesenen Auslagen aus der Gerichtskasse zu ent schädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro St unde. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Honorar in der Höhe von Fr. 811.75 (vier Stunden à Fr . 200.-- + Auslagen von Fr. 11.75) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.5 In Bezug auf die vorläufig auf die Gerichtskasse geno mmenen Verfahrenskosten und das aus der Gerichtskasse ausgerichtete Honorar ihres Rech tsvertreters wird die Beschwerde- führerin ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über d ie Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver- fügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 22. Juni 2018 dahingehend geändert, dass die der Beschwerdeführerin bisher ausgerich tete Hilflo- senentschädigung mittleren Grades erst mit Wirkung ab 1. August 2018 auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades he rabgesetzt wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführerin werden Verfahrenskosten in d er Höhe von Fr. 530.-- auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdefü hrerin eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 405.85 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin überdies ein Hon orar in der Höhe von Fr. 811.75 (inkl. Auslagen) aus der Gerichtskasse ausgerich- tet. http://www.bl.ch/kantonsgericht