<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00458</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204063&amp;W10_KEY=13013569&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00458</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 26.02.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Reisendengewerbebewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Veranstalterin eines Open Air Kinos untersteht nicht der Bewilligungspflicht des Reisendengewerbegesetzes: Sachliche und funktionelle Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1.1). Die infrage stehenden Open Air Kinos haben schon stattgefunden, weshalb sich die Beschwerdeführerin nicht auf ein aktuelles Rechtsschutzinteresse berufen kann. In Anbetracht dessen, dass sie auch in Zukunft als Veranstalterin von Open Air Kinos auftreten wird, kann auf das aktuelle Rechtsschutzinteresse verzichtet werden (E. 1.2). Erwägungen der Vorinstanz und Argumente der Beschwerdeführerin (E. 2). Umstritten ist, ob auf die Tätigkeit der Beschwerdeführerin das Reisendengewerbegesetz anwendbar ist. Eine Bewilligung brauchen Schausteller und Zirkusbetreiber nur, wenn sie ihre Tätigkeit im Umherziehen ausüben (E. 3.1). Die Beschwerdeführerin hat überzeugend dargetan, dass es sich bei den drei Open Air Kinos um organisatorisch selbstständige Veranstaltungen handelt. Sie untersteht somit nicht dem Reisendengewerbegesetz (E. 3.2). Die Pflicht zum Abschluss einer ausreichenden Haftpflichtversicherung kann sich allenfalls aus der kantonalen Gesetzgebung ergeben, was jedoch im vorliegenden Verfahren nicht geprüft werden muss (E. 3.3). Gutheissung der Beschwerde und Kostenfolge (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTUELLES INTERESSE">AKTUELLES INTERESSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWILLIGUNG">BEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HAFTPFLICHTVERSICHERUNG">HAFTPFLICHTVERSICHERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINO">KINO</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REISENDENGEWERBE">REISENDENGEWERBE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REISENDENGEWERBEBEWILLIGUNG">REISENDENGEWERBEBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ÃBRIGES BESONDERES VERWALTUNGSRECHT">ÃBRIGES BESONDERES VERWALTUNGSRECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 14 MWG</span><br/><span class="gerade">§ 1 Abs. 1 RGG</span><br/><span class="ungerade">§ 2 Abs. 1 lit. c RGG</span><br/><span class="gerade">§ 2 lit. c RGV</span><br/><span class="ungerade">§ 2 lit. d RGV</span><br/><span class="gerade">§ 24 Abs. 1 RGV</span><br/><span class="ungerade">§ 6 UGG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2004 Nr. 33 S. 83</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Die A AG fÃ¼hrt Open Air-Veranstaltungen in der Unterhaltungsbranche, insbesondere im Kino-Bereich durch. Sie ersuchte die Direktion fÃ¼r Sicherheit und Soziales am 3. Juli 2003 um eine Reisendengewerbebewilligung fÃ¼r drei Open Air Kinos in X, Y und Z wÃ¤hrend des Sommers 2003. Dem Gesuch legte sie eine Police fÃ¼r die Betriebshaftpflichtversicherung mit einer Versicherungssumme in der HÃ¶he von 5 Millionen Franken bei. Ohne das Gesuch fÃ¶rmlich zu bewilligen, setzte die Direktion die Deckungssumme der Betriebshaftpflichtversicherung mit VerfÃ¼gung vom 10. August 2003 (richtig: 10. Juli 2003) auf 15 Millionen Franken fest.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Dagegen erhob die A AG am 11. August 2003 Rekurs beim Regierungsrat. Sie beantragte die Aufhebung der VerfÃ¼gung; von der Festsetzung einer Deckungssumme fÃ¼r die Betriebshaftpflichtversicherung sei mangels einer Bewilligungspflicht der Rekurrentin gemÃ¤ss dem Bundesgesetz vom 23. MÃ¤rz 2001 Ã¼ber das Gewerbe der Reisenden (Reisendengewerbegesetz [RGG], SR 943.1) Umgang zu nehmen; eventualiter sei die Deckungssumme auf maximal 5 Millionen Franken festzusetzen. Der Regierungsrat wies den Rekurs am 29. Oktober 2003 ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Die A AG reichte am 4. Dezember 2003 beim Verwaltungsgericht Beschwerde ein. Sie beantragt die Aufhebung des regierungsrÃ¤tlichen Entscheids; im Ãbrigen wiederholt sie ihre RekursantrÃ¤ge, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Staatskasse. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit und die Staatskanzlei namens des Regierungsrats beantragen Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span> Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde sachlich und funktionell zustÃ¤ndig. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Zur Beschwerdeerhebung ist lediglich befugt, wer durch eine Anordnung be­rÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an ihrer Ãnderung oder Aufhebung hat (§ 70 in Verbindung mit § 21 lit. a VRG). Die Beschwerdele­gi­timation setzt demnach ein aktuelles Rechtsschutzinteresse des BeschwerdefÃ¼hrers an der Aufhebung oder Ãnderung der angefochtenen Anordnung voraus. Auf dieses Er­for­der­nis kann ausnahms­weise verzichtet werden, sofern eine Anordnung zu beurteilen ist, die sich nach ihrer Art und ihrem Gegenstand jederzeit wiederholen kann und die sonst der be­hÃ¶rd­lichen oder gerichtlichen ÃberprÃ¼fung regelmÃ¤ssig entzogen bliebe, sodass die recht­liche KlÃ¤rung einer Grundsatzfrage nie erfolgen kÃ¶nnte (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwal­tungsrechts­pfle­ge­gesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 25; RB 1998 Nr. 41). Sodann sieht die Rechtsprechung vom Erfordernis des aktuellen Interesses gelegentlich auch dann ab, wenn die Entscheidung in der Sache aus anderen GrÃ¼nden angebracht ist (BGE 118 Ib 1 E. 2b).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vorliegend steht die Festsetzung der Deckungssumme der Betriebshaftpflichtversicherung fÃ¼r drei Open Air Kinos in X vom 18. Juli bis 17. August 2003, in Y vom 24. Juli bis 16. Au­gust 2003 und in Z vom 25. Juli bis 24. August 2003 infrage. Da der Betrieb dieser Open Air Kinos bereits stattgefunden hat und sich ein Beschwerdeentscheid somit nicht mehr darauf auswirken kann, ver­mag sich die BeschwerdefÃ¼hrerin auf kein aktuelles Rechts­schutzinteresse zu berufen. In Anbetracht dessen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin auch in Zukunft als Veranstalterin von Open Air Kinos auftreten wird, rechtfertigt sich jedoch die rechtliche KlÃ¤rung der Frage, ob sie der Bewilligungspflicht des Reisendengewerbegesetzes untersteht. Vom Erfordernis des aktuellen Rechtsschutzinteresses ist demnach abzusehen. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die Vorinstanz erwog, AnknÃ¼pfungspunkt fÃ¼r die in Art. 2 Abs. 1 lit. c RGG statuierte Bewilligungspflicht sei nicht in erster Linie das Umherziehen bzw. Anbieten von Unterhaltung an hÃ¤ufig wechselnden Orten, sondern das Gefahrenpotenzial einer Anlage, die bestimmt oder geeignet sei, fÃ¼r Schausteller- oder Zirkuszwecke wiederholt aufgestellt und abgebaut zu werden. Die Bewilligung solle GewÃ¤hr dafÃ¼r bieten, dass das Publikum keinen SicherheitsmÃ¤ngeln ausgesetzt sei. Im Vordergrund wÃ¼rden mithin bei der Bewilligungspflicht fÃ¼r Schausteller und Zirkusse â anders als bei den Ã¼brigen Reisenden â sicherheitspolizeiliche Ãberlegungen stehen. Die vorliegend zu beurteilenden TribÃ¼nen fÃ¼r die drei Open Air Kinos mit einer HÃ¶he von bis zu 8,75 m und einer Platzzahl zwischen 392 und 1548 Personen seien Anlagen im Sinne von Art. 2 lit. e der Verordnung vom 4. September 2002 Ã¼ber das Gewerbe der Reisenden (RGV, SR 943.11). Sinn und Zweck des RGG sei es, den Betrieb solcher Anlagen von einem entsprechenden, vereinheitlichten und in der ganzen Schweiz gÃ¼ltigen Sicherheitsnachweis abhÃ¤ngig zu machen. Das Erfordernis einer SicherheitsprÃ¼fung gemÃ¤ss RGG solle nicht unterlaufen werden kÃ¶nnen, indem fÃ¼r eine Anlage, welche fÃ¼r Schausteller- und Zirkuszwecke geeignet sei, mehrere Betreiber auftreten und geltend machen, sie zÃ¶gen mit der Anlage nicht umher, sondern wÃ¼rden diese nur an einem festen Standort zur VerfÃ¼gung stellen. Die genannten drei TribÃ¼nen fielen deshalb unter die Bewilligungspflicht gemÃ¤ss RGG (Rekursentscheid E. 3b). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Bewilligung setze voraus, dass die Gesuchstellerin nachweise, dass sie bei einem zum GeschÃ¤ftsbetrieb in der Schweiz zugelassenen Versicherer eine Versicherung abgeschlossen habe, die ihre Haftpflicht ausreichend abdecke (Art. 24 Abs. 1 RGV). Die TribÃ¼nen seien der 2. Kategorie gemÃ¤ss Anhang 3 des RGV zuzuordnen, weshalb die minimale Deckungssumme auf 15 Millionen Franken festzusetzen sei (Rekursentscheid E. 4). Unbehelflich sei der Einwand, dass die Vermieterin der TribÃ¼nen bereits eine Betriebshaftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von 10 Millionen Franken abgeschlossen habe. GemÃ¤ss Art. 5 RGG und Art. 24 RGV mÃ¼sse die Betreiberin der Anlage eine genÃ¼gende Haftpflichtversicherung abschliessen (Rekursinstanz E. 5).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Dagegen wendet die BeschwerdefÃ¼hrerin ein, dass das RGG auf sie nicht anwendbar sei, weil ihre TÃ¤tigkeit weder unter die Legaldefinition des Schaustellers noch unter diejenige des Zirkusbetreibers falle. Die Unterstellung unter das RGG stelle damit eine Rechtsverletzung dar. Sollte das Verwaltungsgericht zum Ergebnis gelangen, dass das RGG auf die BeschwerdefÃ¼hrerin anwendbar sei, so rÃ¼gt sie, dass die Vorinstanz ihr Ermessen missbraucht habe, indem sie ihre TÃ¤tigkeit fÃ¤lschlicherweise in die 2. Kategorie eingereiht habe und es unterlassen habe, die Versicherungsdeckung der Vermieterin der TribÃ¼nen zu berÃ¼cksichtigen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Umstritten ist in erster Linie, ob auf die TÃ¤tigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin das RGG anwendbar ist. GemÃ¤ss Art. 1 Abs. 1 RGG will das Gesetz das Gewerbe von Reisenden regeln. Darunter werden Berufe verstanden, die Personen im Umherziehen ausÃ¼ben (BBl 2000 4187). RGG und RGV unterscheiden zwischen der Bewilligung fÃ¼r Reisende (Art. 4 RGG; Art. 3 ff. RGV) und der Bewilligung fÃ¼r Schausteller und Zirkusse (Art. 5 RGG; Art. 19 ff. RGV). GemÃ¤ss Art. 2 lit. c und lit. d RGV handelt es sich bei Schau­steller und Zirkusbetreiber um natÃ¼rliche oder juristische Personen, die gewerbsmÃ¤ssig und an hÃ¤ufig wechselnden Standorten das Publikum unterhalten, indem sie ihm Anlagen zur VerfÃ¼gung stellen, resp. das Publikum in oder auf Anlagen mit Darbietungen unterhalten. Damit prÃ¤zisiert der Verordnungsgeber, dass auch auf Schausteller und Zirkusbetreiber RGG und RGV nur anwendbar sind, falls diese ihre TÃ¤tigkeiten "im Umherziehen" ausÃ¼ben. Dies ergibt sich schon aus der bundesrÃ¤tlichen Botschaft, wonach als Schausteller Unternehmen, welche im Umherziehen auf ChilbiplÃ¤tzen, JahrmÃ¤rkten, Messen usw. FahrgeschÃ¤fte, Schiess­buden, Karussells und andere Schaustellungen, Belustigungen und Attraktionen fÃ¼r die Besucher betreiben, und als Zirkusse Wanderzirkusse, befristete Zirkusvorstellungen, wandernde VariÃ©tÃ©s und Wandertheater gelten (BBl 2000 4208).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Vorliegend stellt sich die Frage, ob die fÃ¼r die drei Open Air Kinos notwendigen Gitter­rohrtribÃ¼hnen mit einer HÃ¶he von 8.75 m, 6.53 m und 4.64 m sowie einer Platzzahl von 1548, 1058 und 392 Personen eine Reisendengewerbebewilligung benÃ¶tigen. Die Beschwer­defÃ¼hrerin hat Ã¼berzeugend dargetan, dass es sich bei den drei Open Air Kinos um organisatorisch selbststÃ¤ndige Veranstaltungen handelt, die auch von den eingesetzten Anlagen her nichts miteinander zu tun haben. Aufgrund der unterschiedlichen Erfordernisse der drei Standorte X, Y und Z kommen an den drei Standorten nÃ¤mlich zwangslÃ¤ufig unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Somit ergibt sich aber auch, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin keine TÃ¤tigkeit im Umherziehen ausfÃ¼hrt, sondern drei voneinander unabhÃ¤ngige Einzelveranstaltungen organisiert. Dies wird auch von der Vorinstanz anerkannt. Insoweit sie jedoch darlegt, dass sich eine Bewilligungspflicht gestÃ¼tzt auf das RGG aufgrund des Gefahrenpotenzials der eingesetzten Anlagen ergeben soll, kann ihr nicht gefolgt werden. Das RGG will nÃ¤mlich einzig das Reisendengewerbe der Bewilligungspflicht unterstellen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Nicht auszuschliessen ist, dass sich fÃ¼r Open Air Veranstaltungen der fraglichen Art eine gesetzliche Grundlage fÃ¼r die Verpflichtung des Veranstalters zum Abschluss oder Nachweis einer Haftpflichtversicherung im kantonalen Recht findet, was es erlauben wÃ¼rde, den Bedenken der Vorinstanz bezÃ¼glich des GefÃ¤hrdungspotentials Rechnung zu tragen. In Betracht fallen § 14 des (noch nicht ausser Kraft gesetzten) Markt- und Wandergewerbegesetzes vom 18. Februar 1979 (LS 935.31) oder § 6 des Unterhaltungsgewerbegesetzes vom 27. September 1981 (LS 935.32). Im Rahmen des vorliegenden Verfahrens ist dies jedoch nicht nÃ¤her zu prÃ¼fen. Die streitbetroffene VerfÃ¼gung der Direktion sowie der sie bestÃ¤tigende Rekursentscheid des Regierungsrats stÃ¼tzen sich ausschliesslich auf Art. 2 Abs. 1 lit. c RGG in Verbindung mit Art. 24 RGV, weshalb diese Anordnungen mangels gesetzlicher Grundlage aufzuheben sind.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde ist gutzuheissen. Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten inklusive die Kosten des Rekursverfahrens zu tragen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG) und der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r dieses Verfahren und das Rekursverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung auszurichten (§ 17 VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschluss Nr. 1566 des Regierungsrats vom 29. Oktober 2003 sowie die VerfÃ¼gung Nr. 2300-066 der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit vom 10. August 2003 werden aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'200.- (inkl. Mehrwert­steuer) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Zustellung dieses Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>7. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>