<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, dringlich ein Sicherheitsdispositiv zur Unterstützung des Kantons Tessin zu schaffen. Dieses soll in Abstimmung mit dem Kanton Tessin, dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) und den lokalen Behörden umgesetzt werden und die folgenden Ziele haben:</p><p>1. Die Sicherheit für die Bevölkerung in der Gemeinde Chiasso und in den am stärksten betroffenen Gebieten soll verbessert werden.</p><p>2. Es sollen mehr Ressourcen eingesetzt werden, damit die Registrierungsverfahren schneller durchgeführt werden können.</p><p>3. Asylsuchende, deren Gesuch abgelehnt wurde, sollen konsequent zurückgesendet werden.</p><p>4. An der grünen Grenze und in den am stärksten betroffenen Gebieten soll patrouilliert werden.</p><p>5. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sollen dringlich angepasst werden, damit die Kantone Migrantinnen und Migranten, die Delikte begehen, bestrafen und sanktionieren können.</p><p>&nbsp;</p><p>Um diese Ziele zu erreichen, soll der Bundesrat das Militär einsetzen. Bei Bedarf kann er das Sicherheitsdispositiv auf andere Regionen in der Schweiz ausdehnen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">1. Aufgrund der angespannten Migrationslage hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) insbesondere die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch mit den kantonalen und kommunalen Polizeibehörden sowie die Kontrollen in und um die Bundesasylzentren (BAZ) im Kanton Tessin verstärkt. Die zuständigen Behörden haben das Personal in den Bereichen innere Sicherheit, Gewalt- und Kriminalitätsprävention sowie externe Patrouillen aufgestockt und die Koordination zwischen den am Sicherheitsdispositiv beteiligten Akteuren verbessert. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">2. Angesichts des Anstiegs der Asylgesuche hat der Bundesrat dem SEM in den Jahren 2022 und 2023 zusätzliche Personalressourcen zur Verfügung gestellt. Damit konnte die Kapazität des SEM für die Bearbeitung von Asylgesuchen im Rahmen der beschleunigten Asylverfahren erheblich gesteigert werden. Zusätzlich wird das SEM von weiteren befristet angestellten Mitarbeitenden (u. a. auch über Temporärfirmen) unterstützt, welche für die Bearbeitung der Gesuche von Schutzsuchenden aus der Ukraine im Einsatz stehen.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">3. Der Bundesrat betreibt eine konsequente Rückkehrpolitik. Die Vollzugsquote der Schweiz (2022: 57 %) liegt deutlich über europäischen Vergleichswerten. Ein Eins-zu-Eins-Vergleich mit den Quoten der einzelnen europäischen Staaten ist jedoch nicht möglich, weil die EU bisher jeweils gesamteuropäische Werte kommunizierte. Diese lagen in den letzten fünf Jahren nie höher als bei 32%.Die Schweiz betreibt zudem eine aktive Migrationsaussenpolitik und verhandelt laufend Migrationspartnerschaften und andere Migrationsabkommen, um die Rückkehrzusammenarbeit mit anderen Staaten zu stärken. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">4. Das BAZG kontrolliert im Rahmen seines Auftrags den grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehr. Die Kontrollen erfolgen risikobasiert und lageabhängig. Das BAZG steht auf strategischer und operativer Ebene in engem Kontakt und Austausch mit seinen in- und ausländischen Partnerbehörden. Mit den italienischen Partnerbehörden werden regelmässig gemischte Patrouillen durchgeführt.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">5. Dem Schweizerischen Strafgesetzbuch (StGB, SR 311.0) und dem Jugendstrafgesetz (JStG, SR 311.1) ist unterworfen, wer in der Schweiz ein Verbrechen oder Vergehen begeht; also auch alle Ausländerinnen und Ausländer, die hier beispielsweise einen Diebstahl verüben (Art. 139 StGB) oder sich an einem Raufhandel oder einem Angriff beteiligen (Art. 133 und 134 StGB). Den Kantonen bleibt die Gesetzgebung über das Übertretungsstrafrecht insoweit vorbehalten, als es nicht Gegenstand der Bundesgesetzgebung ist (Art. 335 StGB). So können die Kantone beispielsweise bestimmen, dass mit Busse bestraft wird, wer sich öffentlich ein unanständiges Benehmen zuschulden kommen lässt. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Bundesrat erachtet den strafrechtlichen Rahmen auf Bundes- und Kantonsebene derzeit als ausreichend, da er unterschiedslos auf alle anwendbar ist. </span></p></div><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.