B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2793/2011 U r t e i l v o m 1 2 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren (...), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 14. April 2011 / N_______. D-2793/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer – ein sri - lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus B._______ im Vanni- Gebiet mit letztem Wohnsitz in C._______ – seine Heima t am 2 8. Juni 2009 auf dem Luftweg und gelangte über D._______, wo er sich während rund (...) Monaten aufhielt, und E._______ am 23. April 2010 illegal in die Schweiz, wo er am nächsten Tag im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) F._______ um Asyl nachsuchte. Nach der Kurzbefragung im EVZ F._______ vom 2 8. April 2010 und der Anhörung durch das BFM am 14. Mai 2010 wurde der Beschwerdeführer mit Entschei d des BFM vom 26. Mai 2010 für den weiteren Aufenthalt dem Kanton G._______ zuge- wiesen. Zur Begründung sei nes Asylgesuches machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er und seine Familie hätten in ihrer Herkunftsreg i- on unter den Folgen des Bürgerkrieges gelitten . Im (...) hätten die Span- nungen an ihrem Wohnort zugenommen, weshalb sie am (...) gezwungen gewesen seien, B._______ zu verlassen. In der Folge hätten sie sich in H._______, I._______ und J._______ – meistens in einem Bunker – auf- gehalten. Im (...), als sie sich noch in I._______ aufgehalten hätten, sei er von Angehörigen der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) zwangsrek- rutiert worden, indem man ihn mit anderen Personen in einem Van weg- gebracht habe. Bereits am zweiten Tag sei er in ein Kampfgebiet gebracht worden, wo er unter anderem geholfen habe, Verletzte zu transportieren. Als die sri -lankische Armee an diesem Tag begonnen habe, das Do rf zu bombardieren, habe er die allgemeine Aufregung zur Flucht ausgenutzt und sich in der Folge zu seiner Familie zurückbegeben. Am (...) seien er und seine Familie sowie weitere Personen, nachdem das Mi litär den Ort J._______ umzingelt gehabt habe, in ein Flüchtlingscamp na ch C._______ gebracht worden. Dort seien am (...) um neun Uhr morgens zwei Soldaten und zwei Personen in Zivil in ihrem Zelt erschienen und hätten ihm gesagt, dass man ihn befragen müs se. Man habe ihn in einen Bus einsteigen lassen, in welchem er wegen seiner Angst und vor Aufre- gung ohnmächtig geworden sei. Vier Stunden später sei er um 13.00 Uhr im Spital von C._______ wieder zu sich gekommen, wo er aus Verzwei f- lung über seine Situation geweint habe. Ein Freund seines Vaters, der zu diesem Zeitpunkt wegen seines verletzten Kindes gerade im Spital gew e- sen sei, habe ihn erkannt und ihm spontan sein Laissez -passer gegeben, damit er aus dem Spital habe fliehen können. Er habe sich daraufhin zu D-2793/2011 Seite 3 seiner in C._______ lebenden Tante begeben. Mit Hilfe eines in K._______ lebenden Onkels sei er am (...) nach Colombo gereist und ha- be schliesslich von dort aus seine Heimat auf dem Luftweg verlassen. Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. B. Mit Verfügung vom 14. April 2011 – eröffnet am 1 5. April 2011 – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete gleic h- zeitig die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. Die Vorin- stanz begründete ihre Verfügung damit, dass die Vorbringen des B e- schwerdeführers weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) noch denjenigen von Art. 7 AsylG an die Glaubha ftigkeit standhielten. Demzufolge erfülle er die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asy l- gesuch abzulehnen sei. Zudem sei der Vollzug der Wegweisung als z u- lässig, zumutbar und möglich zu erachten. C. Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eing abe vom 1 6. Mai 2011 erhob der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Verfügung Beschwerde und beantragte, es sei ihm vollständige Einsicht in die g e- samten Asyl- und Vollzugsakten zu gewähren, so insbesondere in den vom BFM im angefochtenen Entscheid z itierten Dienstreisebericht vom Herbst 2010 und allfällige weitere Länderanalysen des BFM zu Sri Lanka, und diesbezüglich sei ihm eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen. Es sei die Verfügung des BFM vom 14. April 2011 w egen Verletzung formellen Rechts aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Eventuell sei die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben und die Sache sei zur Feststel- lung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Eventuell sei die Verf ü- gung des BFM aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festz u- stellen und es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventuell sei die vorinstanzliche Verfügung betreffend die Ziffern 3 und 4 (recte: Ziffern 4 und 5 des Dispo- sitivs) aufzuheben und es sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zuges festzustellen. Des weiteren sei vor der Gutheissung der vorliege n- den Verwaltungsbeschwerde dem unterzeichnenden Anwalt eine ang e- messene Frist z ur Einreichung einer detaillierten Kostennote zur Besti m- mung der Parteientschädigung anzusetzen. Sodann ersuchte der B e- schwerdeführer um eine Mitteilung, welcher Bundesverwaltungsrichter D-2793/2011 Seite 4 oder welche Bundesverwaltungsrichterin und welcher Gerichtsschreiber oder welche Gerichtsschreiberin mit der Instruktion im vorliegenden Ve r- fahren betraut sei und welche Richter an einem Ent scheid weiter mitwi r- ken würden. Schliesslich ersuchte er um Ansetzung einer angemessenen Frist zur Einreichung eines spezialärztlichen Gutachtens sowie von weite- ren Dokumenten unter Ansetzung einer angemessenen Frist zur Einre i- chung einer Beschwerdeergänzung. Seiner Eingabe legte der Beschwerdeführer (Auflistung Beweismittel) bei. Auf die Begründung und die eingereichten Beweismittel wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 23. Mai 2011 teilte das Bundesverwaltung s- gericht dem Beschwerdeführer mit, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne und vorliegend aufgrund de r Natur der dargelegten gesundheitlichen Beeinträchtigungen (gelegentliche Oh n- machtsanfälle) und des Umstandes, dass er selber deswegen keine Ve r- anlassung gesehen habe, sich in seiner Heimat in ärztliche Behandlung zu begeben, keine Notwendigkeit zur Einrä umung einer 30 -tägigen Frist zwecks Erste llung eines Gutachtens bestehe und diesbezüglich auf Art. 32 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu verweisen sei. Zudem werde in der Rechtsmitteleingabe – abgesehen von der Nachreichung von Originalen der mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel – nicht konkret angegeben, worum es sich bei den weiteren in Aussicht gestel l- ten Beweismitteln handeln soll, weshalb mangels hinreichender Begrü n- dung kein Anl ass bestehe, diesbezüglich eine Frist anzusetzen. Gleich- zeitig wies es das Gesuch um Ansetzung einer Frist zur Einreichung von weiteren Beweismitteln und einer diesbezüglichen Beschwerdeergänzung ab, gewährte dem Beschwerdeführer aber Gelegenheit, bis zum 7. Juni 2011 ein ärztliches Zeugnis sowie eine Erklärung über die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht gegenüber den Asylbehörden einz u- reichen, wobei im Unterlassungsfall aufgrund der Akten entschieden we r- de. Zudem wurde er aufgefordert, bis zum 7 . Juni 2011 einen Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 600. - zu Gunsten der Gerichtskasse zu übe r- weisen, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall. S o- dann teilte der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer – unter Vorbe- halt nachträglicher Än derungen namentlich bei allfälligen Abwesenhe i- ten – das Spruchgremium im Verfahren mit. D-2793/2011 Seite 5 E. Mit Schreiben vom 7. Juni 2011 ersuchte der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Nichtaussichtslosigkeit der gestellten Rechtsbegehren und auf fehlende finanzielle M ittel um Befreiung von der Bezahlung von Verfahrenskosten im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie eventuell um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gem äss Art. 63 Abs. 4 VwVG. Seinem Schreiben legte der Beschwerdeführer diverse Beweismittel (Auflistung Beweismittel) bei. Zudem ersuchte er um Ei n- räumung einer weiteren Frist, innert welcher eine definitive und umfa s- sende Abklärung seiner gesundheitlichen Problematik vorgenommen werden könne. F. Mit Verfügung vom 10. Juni 2011 teilte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit, dass über das Gesuch um Befreiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde, und verzichtete gleichzeitig auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Gesuch um Einräumung e i- ner Frist zur Vornahme weitergehender ärztlicher Schritte wurde – unter Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG – abgewiesen. G. In seiner Eingabe vom 14. Oktober 2011 brachte der Beschwerdeführer ergänzende Ausführungen zu seinem Risikoprofil bei einer Rückkehr in seine Heimat vor und legte in diesem Zusammenhang weitere Beweismit- tel, so insbesondere zur aktuellen Situation in seiner Heimat, ins Recht. H. Mit Schreiben vom 2. November 2 011 reichte der Beschwerdeführer (Nennung Beweismittel) zu den Akten. I. Mit Verfügung vom 21. Mai 2012 hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, der Beschwerdeführer habe in seiner Rechtsmitteleingabe um Einsich t- nahme in den Bericht über die vom BFM in der a ngefochtenen Verfügung erwähnte Dienstreise nach Sri Lanka vom Herbst 2010 sowie in allfällige weitere vom Bundesamt verwendete Länderanalysen ersucht. Das Bu n- desverwaltungsgericht habe in der Zwischenzeit im Rahmen eines and e- ren Asylbeschwerdeverfahrens f estgehalten, das BFM habe die Erge b- nisse der von ihm auch dort ausdrücklich erwähnten Dienstreise nach Sri Lanka vom September 2010 in zusammengefasster Form offen zu legen, D-2793/2011 Seite 6 wogegen in allfällige weitere Länderinformationen keine Einsicht zu g e- währen sei (unter Hinweis auf die Zwischenverfügung des Bundesverwal- tungsgerichts vom 29. November 2011 im Verfahren D -3747/2011). Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers sei sowohl diese Zwischenverf ü- gung als auch der seither vom BFM erhältlich gemachte Bericht vom 22. Dezember 2011 bekannt, weil er auch im Verfahren D -3747/2011 als Rechtsvertreter auftrete und er dort am 23. Januar 2012 eine einlässliche Stellungnahme zum BFM -Bericht eingereicht habe. Es seien vorliegend der BFM -Bericht vom 22. Dezember 2011 und di e diesbezügliche Ste l- lungnahme des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 23. Januar 2012 (beide aus dem Verfahren D -3747/2011) zu den Akten zu nehmen. Das Bundesverwaltungsgericht gehe davon aus, dass der einlässlichen Stellungnahme des Rechtsvertrete rs vom 23. Januar 2012 nichts beiz u- fügen sei, es dem Beschwerdeführer aber freistehe, innert angesetzter Frist eine allfällige Ergänzung zu den Akten zu reichen. S odann verfügte das Bundesverwaltungsgericht den Beizug der beiden erwähnten Dok u- mente und räu mte dem Beschwerdeführer die Gelegenheit ein, bis zum 5. Juni 2012 eine allfällige Stellungnahme einzureichen, wobei bei ung e- nutzter Frist auf Grund der bestehenden Aktenlage entschieden werde. J. Mit Eingabe vom 5. Juni 2012 reichte der Beschwerdeführer – unter Bei- lage zahlreicher Beweismittel zur aktuellen Lage in seiner Heimat – seine Stellungnahme ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bunde sverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus-D-2793/2011 Seite 7 nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berü hrt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.4 Die Abteilungen des Bunde sverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111 a Abs. 1 AsylG). 2. 2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-2793/2011 Seite 8 3. 3.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung des ablehnenden Asylentsche i- des im Wesentlichen fest, es widerspreche der allgemeinen Lebenserfah- rung, dass der Beschwerdeführer am (...) nach der Mitnahme durch die Soldaten der sri-lankischen Armee ohnmächtig geworden und erst mehre- re Stunden später im Spital von C._______ wieder zu sich gekommen sei. Ebenso erfahrungswidrig sei der Umstand zu erachte n, dass er au s- gerechnet am Fuss des Bettes des Sohnes eines Freundes seines Vaters aufgewacht sei und ihm dieser spontan dessen Laissez -passer ausg e- händigt habe, damit er habe fliehen können. Auch das Verhalten nach seiner Flucht lasse sich mit demjenigen eines tatsächlich Verfolgten nicht vereinbaren. Als solcher hätte er sich nämlich nicht mehrere Wochen lang ausgerechnet bei einer Tante in C._______ aufgehalten, wo ihn die sri - lankischen Behörden leicht hätten ausfindig machen können. Die gleiche Feststellung treffe im Übrigen auch für die angebliche Festn ahme durch die LTTE im (...) zu. Es sei zu bezweifeln, dass der Beschwerdeführer nach der Zwangsrekrutierung durch die LTTE und dem sofortigen Einsatz an der hart umkämpften Front das Risiko eingegangen sei, nach der Flucht zu seiner Familie – wo ihn die LTTE festgenommen hätten – zu- rückzukehren. Unter diesen Umständen sei nicht erstaunlich, dass sich der Beschwerdeführer auch zu seiner angeblichen Reise nach D._______ und dem dortigen, rund (...) Monate dauernden Aufenthalt sowie zur Reise nach Europa in Ungereimtheiten verstrickt habe. So sei er beispielsweise nicht in der Lage gewesen, den Namen der Familie a n- zugeben, bei der er rund (...) Monate lang gelebt habe. Auch habe er nicht sagen können, auf welchen Namen die angeblich gefälschten Pässe ausgestellt gewesen seien, die er auf diesen Reisen verwendet habe, und wie die dabei benutzten Airlines geheissen hätten. Die Vorbringen des Beschwerdeführers würden demnach den Anforderungen an die Glau b- haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten. Weiter stellten im Ra h- men von Krieg oder Situationen allgemeiner Gewalt erlittene Nachteile keine Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes dar, soweit sie nicht auf der Absicht beruhten, einen Menschen aus einem der in Art. 3 AsylG genann- ten Gründe zu treffen. Zudem stellten Nachteile, welche auf die allgeme i- nen politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Lebensbedingungen in e i- nem Staat zurückzuführen seien, keine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG dar. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte schwierige Lage im Gebiet seines Wohnortes B._______ und der damit verbundene Wegzug im (...) seien unter diesem Blickwinkel zu betrachten respektive stellten keine asylbeachtliche n Nachteile dar. Die Vorbringen D-2793/2011 Seite 9 würden somit auch den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft g e- mäss Art. 3 AsylG nicht standhalten. 3.2 Demgegenüber rügte der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmi t- teleingabe zunächst verschiedene Verletzungen des formellen Rechts durch die Vorinstanz. So habe das BFM einerseits sein Recht auf Akte n- einsicht verletzt, indem es unterlassen habe, ihm insbesondere Einsicht in den Bericht einer im Herbst 2010 durchgeführten Dienstreise nach Sri Lanka, der Begründungsbasis für den Entscheid vom 14. April 2011 g e- wesen sei, zu gewähren. Da die Erkenntnisse der Dienstreise nicht auf dem Internet eingesehen werden könnten, dies im Unterschied zu den Richtlinien des UNHCR, bestehe für ihn keine Möglichkeit, sich über den Inhalt der Erkenntnisse sowie den darauf verfa ssten Bericht des BFM zu informieren. Um das rechtliche Gehör wahrnehmen zu können, sei jedoch die Kenntnis vom Inhalt dieses Berichts unabdingbar. Dennoch sei ihm der Bericht im Rahmen seines Akteneinsichtsgesuchs vom 27. April 2011 nicht offengelegt word en. Bereits diese Missachtung des Rechts auf A k- teneinsicht durch das BFM rechtfertige die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und deren Rückweisung an die Vorinstanz. Andererseits habe die Vorinstanz ihre Begründungspflicht im Zusammenhang mit der Lag e- beurteilung und den Länderberichten verletzt. Vorliegend habe die ang e- fochtene Verfügung eine hohe Begründungsdichte aufzuweisen, was sich aus der hohen Eingriffsschwere und de m weiten Ermessen des BFM e r- gebe. Zudem weiche das BFM von der ständigen Praxis ab , gemäss wel- cher der Wegweisungsvollzug bei Tamilen in die Nord - und Ostprovinz unzumutbar sei. Gerade bei einer Praxisänderung, wie sie das BFM de r- zeit bei Asylgesuchstellern aus Sri Lanka vornehme, wäre eine gründliche und eingehende Lageanalyse zu den Verhältnissen in Sri Lanka sowie ei- ne Offenlegung seiner Informationsquellen zu erwarten. Insofern sei die pauschale und minimale Ausführung des Bundesamtes, wonach sich die allgemeine Sicherheitslage und die Lebensbedingungen verbessert hä t- ten, unter dem G esichtspunkt der Begründungspflicht völlig ungenügend. Durch diese Vorgehensweise des BFM werde es ihm verunmöglicht, im Rahmen der vorliegenden Beschwerde zu den von der Vorinstanz ve r- wendeten Informationen sachgerecht Stellung nehmen oder Gegenb e- weise vorbringen zu können. Überdies liege eine mangelhafte und unrich- tige Sachverhaltsabklärung betreffend den fehlenden Einbezug von akt u- ellen und relevanten Herkunftsländerinformationen über Sri Lanka vor, was unter anderem darauf basiere, dass es das BFM versä umt habe, zur Abklärung seiner Flüchtlingseigenschaft die relevanten Fragen (bspw. Gefährdung von Personen mit LTTE-Profil oder aufgrund ihrer Flucht aus D-2793/2011 Seite 10 einem Welfare-Camp; Vorgehensweise der sri-lankischen Sicherheitskräf- te, um Tamilen und Tamilinnen mit Verbindungen zu den LTTE ausfindig zu machen und festzunehmen; Risiko von Rückkehrern aus der Schwei z am Flughafen ) zu stellen. Vorliegend hätten seine Vorbringen und die Frage der Flüchtlingseigenschaft auch entlang der vom UNHCR darg e- stellten Risikoprof ile geprüft und beurteilt werden müssen, was aber durch das BFM unterblieben sei. Auch habe er vorgebracht, an einer m e- dizinischen Problematik zu leiden, welche eine mehrstündige Ohnmacht auslösen könne. Das BFM habe es aber trotz der klaren Hinweise bishe r unterlassen, den diesbezüglichen Sachverhalt abzuklären , und habe sei- ne gesundheitliche Problematik pauschal verworfen. Zusammenfassend habe das BFM in seinem Entscheid vom 14. April 2011 in mehreren Punk- ten formelles Recht verletzt und in der Folge auch den rechtserheblichen Sachverhalt zur Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft weder richtig noch vollständig abgeklärt , weshalb die angefochtene Verfügung auf zuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen sei. In materieller Hin sicht rügt e der Besc hwerdeführer, es sei in der ang e- fochtenen Verfügung zu einer falschen Anwendung des Konzepts der Tat- sachenwidrigkeit gekommen, welche eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz rechtfertige. In casu habe sich das BFM angemasst, die g e- nauen Umstände seine r Flucht zu kennen, weil es anführe, dass seine diesbezüglichen Schilderungen der allgemeinen Lebenserfahrung wide r- sprechen würden, weil sie zufälligen Charakter hätten. Gerade bei Flucht- und Überlebensgeschichten sei es aber oftmals so, dass Zufälle den Ausschlag für das Gelingen der Flucht geben würden. Dem Vorhalt, es sei erfahrungswidrig, dass er nach der Mitnahme durch die sri -lankischen Soldaten das Bewusstsein verloren und dieses erst mehrere Stunden später wieder erlangt habe, sei zu entgegnen, das s er bereits anlässlich der direkten Anhörung ausgeführt habe, ihm sei die mehrstündige Oh n- macht in der Vergangenheit regelmässig widerfahren. Vor diesem Hinte r- grund hätte das BFM entweder den entsprechenden Sachverhalt mediz i- nisch abklären lassen oder ihn für unwesentlich einstufen müssen. Auch sei er entgegen der vorinstanzlichen Ansicht nicht "am Fuss des Bettes des Sohnes eines Freundes aufgewacht", sondern habe sich in einem grossen Saal am Boden wiedergefunden. Der erwähnte Freund habe ihn denn auch n icht sofort gesehen, sondern seine Anwesenheit erst nach einer Stunde bemerkt. Es sei unklar und vom BFM auch nicht weiter a b- geklärt worden, wie sich die erwähnte Begegnung genau zugetragen h a- be. Zudem habe sich die ganze Dorfgemeinschaft zusammen mit sein er Familie auf der Flucht befunden und es sei deshalb im entsprechenden D-2793/2011 Seite 11 Camp ebenfalls zu einer Konzentration von Angehörigen der Dorfgemein- schaft gekommen. Soweit die Vorinstanz bezweifle, dass er nach seiner Flucht aus dem Spital zu seiner Tante gegangen sei, sei festzuhalten, dass sich Sri Lanka zu diesem Zeitpunkt noch immer im Kriegszustand befunden habe und ganz C._______ von Truppen umstellt gewesen und eine Flucht aus diesem Ort unmöglich gewesen sei. Zu dieser Zeit sei in C._______ auch ein grundsä tzliches Klima der Angst vorhanden gew e- sen, dass es ihm verunmöglicht habe, in einem Hotel oder sonstwo ohne entsprechende Mittel abzusteigen. Zudem dürften die sri -lankischen Be- hörden wohl erst mit Verspätung von seiner Flucht erfahren haben und seien übe rdies mit zehntausenden von intern Vertriebenen konfrontiert gewesen, was die behördliche Suche nach ihm unweigerlich verzögert haben dürfte. Weiter erscheine es vor dem Hintergrund der allgemeinen Lage in Sri Lanka geradezu absurd, dass die LTTE im militä rischen End- kampf und in ihren Kämpfern dezimiert, sich auf die Suche nach ihm be- geben hätten, weil er nach zwei Tagen die Flucht ergriffen habe. Ferner würden die Argumente der Vorinstanz, wonach er den Namen der Familie in D._______ sowie den Namen im ver wendeten (...) Pass hätte kennen müssen, jeglicher Grundlage entbehren. So seien Schlepper dar- um bemüht, dass die Behörden ihre illegalen Fluchtrouten nicht entdec k- ten, weshalb klar sei, dass ihm die Familie in D._______ ihren Familien- namen nicht gesagt habe. Dieser Punkt wie auc h derjenige mit der Kenntnis des im verwendeten Reisepass enthaltenen Namens seien bei- de völlig unwesentlich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft. Es sei ihm nun gelungen, Beweismittel aus Sri Lanka zu organisieren, we l- che seine Vorbringen stützen würden. Die Registrierungskarte aus dem Camp in C._______ belege, dass er im Camp L._______ im Distrikt C._______ mit Familienangehörigen festgehalten worden sei. Auf dem Dokument sei er namentlich erwähnt und es sei ersichtlich , dass die F a- milie ein nicht näher spezifiziertes "relief item" am Tag seiner Flucht erhal- ten habe. Ebenfalls enthalte das Dokument zahlreiche Unterschriften und Stempel sowie ein handgeschriebenes Datum vom (...), welches wohl auf das Eintrittsdatum seiner Familie im Camp hindeute. Auch die eingereich- te blaue Karte, welche um den Hals getragen werde und die ein Laissez - passer des Spitals in C._______ darstelle, belege wesentliche Punkte seiner Vorbringen. Beide Dokumente habe er bei seiner Flucht auf sich getragen und bei seiner Tante in C._______ versteckt, die ihm diese nun per E -Mail zugestellt habe. Die Registrierungskarte in den Welfare Centres stelle die einzige Identitätsmöglichkeit für Insassen dar, weshalb sie diese immer auf sich tragen müssten. Insgesamt erfülle er durch seine D-2793/2011 Seite 12 Flucht aus dem Camp in C._______, welche von den sri -lankischen Be- hörden registriert worden sei, zumindest ein vom Amt des Hohen Flüch t- lingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) in dessen Richtlinien vom 5. Juli 2011 ums chriebenes Risikoprofil. Es sei davon auszugehen, dass nebst dem ohnehin bereits vorbestandenen Verdacht, die LTTE u n- terstützt zu haben, er nun definitiv als Unterstützer der LTTE gelte. Die Weiterführung des während Kriegszeiten eingeführten Ausnahmerecht s sowie der Umgang der sri -lankischen Regierung mit der Kriegsverga n- genheit und die damit einhergehende systematische Verdrängungsstrate- gie zeigten, dass die Regierung heute immer noch daran interessiert sei, alle Unterstützer der LTTE aufzufinden, festzun ehmen und zu verhören. So habe der sri -lankische Präsident im Sommer 2010 die Befürchtung geäussert, die LTTE könnten sich neu formieren, und damit auch die Wei- terführung des Ausnahmezustandes gerechtfertigt, zumal sich noch i m- mer Kader der LTTE auf freiem Fuss befänden. Die tamilischen Siche r- heitsbehörden hätten sogenannte "schwarze Listen" erstellt, welche ihnen heute zu Fahndungszwecken dienen würden. Da die sri -lankische Armee zudem diverse Aktenbestände der LTTE habe sicherstellen können, ve r- fügten die Sicherheitskräfte über w eitreichendere Informationen über die LTTE als noch im Mai 2009. Weiter sei zu beachten, dass zurückkehre n- de Tamilen und Tamilinnen am Flughafen nicht das reguläre Verfahren der Einwanderungsbehörden durchlaufen, sondern direkt dem CID zur Überprüfung zugewiesen würden. Bei einem Verhör bei der Einreise b e- stehe dann die reelle Gefahr , gefoltert und beim geringsten Verdacht auf unbestimmte Zeit in Haft genommen zu werden, ohne Garantie auf ein faires rechtsstaatliches Verfahren. Es sei auch darauf zu verweisen, dass neueren Medienmeld ungen zufolge die sri -lankische Armee im Norden und Osten des Landes begonnen habe, die Bevölkerung zu registrieren und dabei auch zu fotografieren, um dadurch gesuchte beziehungsweise flüchtige Angehörige der LTTE im Ausland oder in Sri Lanka selber au s- findig zu machen. Es sei daher ohne weiteres davon auszugehen, dass er infolge seiner Flucht aus einem Welfare Cent re bei einer Wohnsit z- nahme in Sri Lanka entweder im Zuge der (Zwangs-)Registrierung der Zi- vilbevölkerung festgenommen oder durch paramilitärische Gruppierungen aufgrund der Verdächtigung, die LTTE unterstützt zu haben, bei einer Rückkehr an Leib und Leben bedroht wäre. 3.3 In seiner Eingabe vom 14. Oktober 2011 sowie in seiner Stellun g- nahme zum Dienstreisebericht vom 5. Juni 2012 und den mit diesen ei n- gereichten Unterlagen hielt der Beschwerdeführer – unter Hinweis auf die neuesten Entwicklungen in Sri Lanka und in diesem Zusammenhang se l-D-2793/2011 Seite 13 ber durchgeführte Recherchen – am in der Rechtsmitteleingabe dargeleg- ten Risikoprofil und seiner daraus folgenden Gefährdung bei einer Rüc k- kehr nach Sri Lanka fest. Er führte i n seiner Kritik am Dienstreisebericht im Wesentlichen an, dieser beruhe nicht auf einer seriösen und vollstä n- digen Lageabklärung, stelle lediglich eine einseitige Berichterstattung dar und widerspreche auch dem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsg e- richts BVGE 2011/24 und in einigen Punkten den aktuellen Länderinfo r- mationen, so bezüglich der Misshandlungen in sri-lankischen Gefängnis- sen, der Aktivitäten paramilitärischer Gruppierungen und der Registri e- rungspflicht in Colombo , oder äussere sich zu einzelnen Punkten, wie dem nach wie vor geltenden Prevention of Terrorism Act, der Situation von Rückkehrenden oder derjenigen von ehemaligen Aktivisten der LTTE, gar nicht. Hingegen müsse die aktuelle Lage in Sri Lanka berücksichtigt werden. Ferner gab der Beschwerdeführer in der Stellungnahme vom 5. Juni 2012 zu seiner persönlichen aktuellen Entwicklung an, dass die vom BFM im angefochtenen Entscheid erwähnte Wohnsitzalternative nicht bestehe, da die zum Zeitpunkt seiner Befragung und Anhörung in C._______ leben- den Verwandten in Internierungslagern untergebracht gewesen und u n- terdessen ins Vanni -Gebiet zurü ckgekehrt seien, während sein in M._______ lebender Onkel wegen eines familiären Zwistes wie auch se i- ne in C._______ lebende Tante, welche bereits in beengten Verhältnissen mit ihrer Familie lebe und zudem aus dem Ausland finanziell unterstützt werden müsse, als Kontakt - und Anlaufstelle wegfallen würden . Der Be- schwerdeführer versuche, Beweismittel über die Lebenssituation seiner Tante zu beschaffen, wozu ihm eine Frist anzusetzen sei. 4. 4.1 In formeller Hinsicht macht der Beschwerdeführer zunächst verschi e- dene Verletzungen des rechtlichen Gehörs geltend, die nach seiner Au f- fassung die Aufhebung der angefochtenen Verfügung wegen Verfa h- rensmängeln rechtfertigten. 4.1.1 In diesem Zusammenhang ist zunächst auf das Vorbringen in der Beschwerdeschrift einzugehen, der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör sei dadurch verletzt worden, dass ihm durch das BFM keine vollständige Einsicht in die Akten des Asylverfahrens, und zwar ins- besondere in einen in der angefochtenen Verfügung zitierten Dienstreis e- bericht des BFM vom September 2010 sowie in allfällige weitere verwe n- dete Länderinformationen gewährt worden sei. D-2793/2011 Seite 14 Mit Verfügung vom 21. Mai 2012 stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers – unter Hinweis auf die Zwischenv erfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. N o- vember 2011 im Verfahren D -3747/2011 – mittlerweile der vom BFM e r- hältlich gemachte Bericht vom 22. Dezember 2011 betreffend die Diens t- reise der Vorinstanz nach Sri Lanka im Jahre 2010 bekannt sei, und nahm gleichzeitig den BFM -Bericht vom 22. Dezember 2011 und die diesbezügliche Stellungnahme des Rechtsvertreters des Beschwerdefü h- rers vom 23. Januar 2012 (beide aus dem Verfahren D -3747/2011) zu den Akten. Zudem wurde dem Beschwerdeführer Gelegenheit gegeben, bis zum 5. Juni 2012 eine Stellungnahme einzureichen. Mit Eingabe se i- nes Rechtsvertreters vom 5. Juni 2012 nahm er – unter Beilage zahlre i- cher Beweismittel zur aktuellen Lage in seiner Heimat – zum Dienstreise- bericht des BFM Stellung (vgl. auch oben Buchstaben I. und J. dieses Ur- teils). Die Erkenntnisse des Bundesamts, welche zur Begründung einer Praxi s- änderung in Bezug auf die Beurteilung der Durchführbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs nach Sri Lanka herangezogen wurden, gingen unter and e- rem auf die Die nstreise vom September 2010 zurück, womit sich die a n- gefochtene Verfügung in entscheidwesentlicher Weise auf die entspr e- chend gewonnenen Informationen abstützte. Diesbezüglich wäre das BFM unter dem Gesichtspunkt der Begründungspflicht gehalten gew e- sen, dem Beschwerdeführer diese Erkenntnisse entsprechend offenzul e- gen, nicht jedoch in allfällige weitere Länderinformationen Einsicht zu g e- währen (vgl. dazu die oben erwähnten Zwischenverfügung des Bunde s- verwaltungsgerichts vom 29. November 2011 im Verfahren D-3747/2011). 4.1.2 Bei dieser Sachlage ist festzustellen, dass das BFM den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör und die sich daraus erg e- benden Mitwirkungsrechte und Informationsansprüche (vgl. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerisch en Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 26-29 VwVG) verletzt hat. Dieser A n- spruch ist sodann formeller Natur, weshalb seine Verletzung grundsät z- lich ohne weiteres – das heisst ungeachtet der materiellen Auswirku n- gen – zur Aufhebung des d araufhin ergangenen Entscheides führt (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676, BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371, mit weiteren Hinweisen). Ausgehend von einer entsprechenden Praxis des Bundesgerichts hat allerdings die Rechtspr e- chung aus prozessökonomischen Gründen Leitlinien für eine Heilung von Gehörsverletzungen auf Beschwerdeebene entwickelt, nach welchen sich D-2793/2011 Seite 15 eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der S a- che an die Vorinstanz erübrigt, wenn das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerdei n- stanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Ta t- bestand und Rechtsanwendung zukommt, die festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlend e Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4, im gleichen Sinne BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332, wobei gemäss diesem Entscheid eine Heilung die Au s- nahme bleiben soll). Da die festgest ellte Verletzung des rechtlichen G e- hörs nicht schwerwiegender Natur ist, dem Beschwerdeführer Frist zur Stellungnahme mit Verfügung vom 21. Mai 2012 eingeräumt wurde und er in seiner Eingabe vom 5. Juni 2012 ausführlich dazu Stellung nahm, ist unter Berück sichtigung der vollen Kognition des Bundesverwaltungsg e- richts der festgestellte Verfahrensmangel als geheilt zu betrachten, zumal der rechtserhebliche Sachverhalt – wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen – durchaus erstellt ist und es die bestehende Aktenlage ohne wei- teres erlaubt, die Vorbringen des Beschwerdeführers abschliessend zu beurteilen. Der dementsprechende Rückweisungsantrag ist daher abz u- weisen. In diesem Zusammenhang ist anzufügen, dass kein Anlass b e- steht, den Beschwerdeführer durch das Bunde sverwaltungsgericht anzu- hören (vgl. Antrag Beschwerde S. 10), zumal er ihm wesentliche Sac h- verhaltselemente einlässlich in seinen Eingaben auf Beschwerdeebene einbringen konnte. Der diesbezügliche Beweisantrag ist somit abzuwe i- sen. Aufgrund der nachfolgend en Erwägungen, insbesondere zur Einschä t- zung der Lage in Sri Lanka, kann offen bleiben, ob die in der Eingabe vom 5. Juni 2012 enthaltene Kritik am Zustandekommen und am Inhalt des Dienstreiseberichts zutreffend ist. 4.1.3 Hinsichtlich der weiteren Rüge der Verl etzung der Begründung s- pflicht ist Folgendes festzuhalten: Das BFM zeigte in der angefochtenen Verfügung nachvollziehbar und im Einzelnen hinreichend differenziert auf, weshalb es zum Schluss gelangt e, dass sich die allgemeine Sicherheit s- lage in Sri Lanka nach Ende des bewaffneten Konfliktes zwischen der sri- lankischen Regierung und den LTTE im Mai 2009 deutlich entspannt h a- be und sich die Lebensbedingungen insoweit verbessert hätten, dass e i- ne Rückkehr auch in den Norden und Osten Sri Lankas grundsätzlich wieder zumutbar sei, während im ehemals von den LTTE kontrollierten Vanni-Gebiet die Lebensbedingungen nach wie vor als sehr schwierig D-2793/2011 Seite 16 einzustufen seien. Das BFM muss sich als Vorinstanz zwar auch hinsicht- lich der Frage der generellen Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung in Herkunftsländer abgewiesener Asylsuchender an die Praxis des Bu n- desverwaltungsgerichts halten, es ist aber sehr wohl befugt, mit einlässl i- cher Begründung von einer bestehenden Praxis abzuweichen, wenn es diese als anpassungsbedürftig erachtet (vgl. BVGE 2010/54 E. 9.2.1 S. 801 f.). Dass das BFM den Vollzug der Wegweisung in die Nord - und Ostprovinz Sri Lankas aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Sri Lanka im Zeitpunkt seines Entscheides aus den in der Verfügung dargelegten Gründen als zumutbar einschätzte, ist daher nicht zu beanstanden. Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang anführt, das BFM hätte ihn vor Erlass des angefochtenen Entscheides auch respekti- ve erneut zu seiner aktuellen Gefährdungssituation befragen müssen und habe es überdies unterlassen, trotz Hinweisen auf das Bestehen einer medizinischen Problematik diesen Sachverhalt abzuklären , kann diese n Rügen nicht gefolgt werden. Asylsuchende sind einerseits als Ausdruck der in Art. 8 AsylG verankerten Mitwirkungspflicht verpflichtet, den von ih- nen vorgetragenen Sachverhalt mittels geeigneter Beweismittel zu u n- termauern, andererseits sind sie nach Art. 33 Abs. 1 VwVG auch berec h- tigt, Beweise anzubieten, welche grundsätzlich im Rahmen der Gewä h- rung des rechtlichen Ge hörs desgleichen anzunehmen sind, soweit der zu beweisende Sachverhalt rechtserheblich ist. Von der Abnahme bea n- tragter Beweismittel kann insbesondere abgesehen werden, wenn sie e i- ne nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind, etwa weil ihnen die Beweiseignung an sich abgeht oder – gerade umge- kehrt – die betreffende Tatsache aus den Akten bereits genügend ersicht- lich ist (antizipierte Beweiswürdigung: vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 357; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 165 Rz. 3.144). Der Be- schwerdeführer konnte sich anlässlich der Anhörung vom 14. Mai 2010 ausführlich und detailliert zu seinen Asylgründen äussern. Das BFM e r- achtete in der Folge den Sachverhalt als genügend erstellt, um ohne wei- tere Abklärungen einen Entscheid zu fällen (vgl. act. A 7/12 S. 10 unten). Der Umstand, dass die Vorinstanz vor Erlass ihrer Verfügung weder den Eingang weiterer Beweismittel abwartete, mit welchen es dem Beschwe r- deführer möglich und zumutbar gewesen wäre, in schriftlicher Form auf seine derzeitige Gefährdungssituation, auf allfällige neue Gefährdung s- elemente sowie seine aktuelle gesundheitliche Situation hinzuweisen, noch eine bestimmte Frist zur Einreichung derse lben ansetzte, stellt da- her ebenfalls keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Der B e-D-2793/2011 Seite 17 schwerdeführer sah überdies offensichtlich selber keine Veranlassung, hinsichtlich seiner angeführten gesundheitlichen Beschwerden (gelegen t- liche Ohnmachtsanfälle) in seiner Heimat einen Arzt aufzusuchen bezi e- hungsweise sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Angesichts der Na- tur der vom Beschwerdeführer dargelegten gesundheitlichen Beeinträc h- tigungen und der relativ geringen Bedeutung, die der Beschwerdeführer diesen anlässlich der direkten Anhörung selber beimass, stellt es keine Verletzung formellen Rechts dar, dass die Vorinstanz diesbezüglich keine weiteren Abklärungen von sich aus durchführte. Das Bundesverwaltungs- gericht äusserte sich im Übrigen ein halbes Jahr n ach Erlass der ang e- fochtenen Verfügung in seinem Urteil E-6220/2011 vom 27. Oktober 2011 (vgl. BVGE 2011/24) zur aktuellen Situation in Sri Lanka , nahm eine An- passung seiner in BVGE 2008/2 publizierten Praxis vor und stimmte mit derjenigen des BFM im Ergebnis weitgehend über. Inwiefern das BFM mit seinem Vorgehen die Begründungspflicht verletzt haben soll, ist in Anbe t- racht der insgesamt ausgewogenen und differenzierten Erwägungen in der angefochtenen Verfügung ohnehin nicht ersichtlich. Es besteht fol g- lich auch in diesem Zusammenhang kein Grund, die angefochtene Verf ü- gung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurüc k- zuweisen. 4.2 In materieller Hinsicht kommt das Bundesverwaltungsgericht nach Abwägung sämtlicher Aussagen und unter Berücksichtigu ng des Länder- urteils zu Sri Lanka vom 27. Oktober 2011 (BVGE 2011/24), welches sich einlässlich mit den Risikogruppen der auch nach Beendigung des Bü r- gerkriegs noch gefährdeten Personen auseinandersetzt, zum Schluss, dass das BFM das Asylgesuch des Beschwe rdeführers zu Recht abg e- lehnt hat. Der Beschwerdeführer weist – nach Beendigung der Krieg s- handlungen – kein solches Risikoprofil auf, dass er mit Verfolgung zu rechnen hat. 4.2.1 Soweit der Beschwerdeführer zum Vorhalt, es sei erfahrungswidrig, dass er nach der Mitnahme durch die sri -lankischen Soldaten das B e- wusstsein verloren und dieses erst mehrere Stunden später wieder e r- langt habe, einwendet, dass er bereits anlässlich der Anhörung ausg e- führt habe, ihm sei die mehrstündige Ohnmacht in der Vergangenheit r e- gelmässig widerfahren, ist dem Beschwerdeführer insofern beizupflichten, als er diesen Umstand in der Tat so bereits im Rahmen der BFM - Anhörung anführte, auch wenn aus dem protokollierten Text nicht zwe i- felsfrei hervorgeht, ob er sich in seinen Aussagen ledi glich auf den U m- stand bezog, dass er bereits früher gelegentliche Ohnmachtsanfälle g e-D-2793/2011 Seite 18 habt habe, oder ob diese auch jeweils mehrere Stunden gedauert h aben sollen (vgl. act. A7/12 S. 6). Diesbezüglich erscheint es jedoch logisch kaum nachvollziehbar, dass de r Beschwerdeführer – wenn er tatsächlich jeweils mehrere Stunden ohne Bewusstsein gewesen wäre – durch die- sen Zustand selber nicht beunruhigt gewesen wäre und sich auch nicht veranlasst gesehen hätte, seinen Gesundheitszustand medizinisch abklä- ren zu lassen (vgl. act. A7/12 S. 6 Q54). Der Beschwerdeführer reichte in diesem Zusammenhang auf Beschwerdeebene (Nennung Beweismittel) ein. Gemäss (Nennung medizinische Unterlagen und deren Inhalt) . Aus ärztlicher Sicht waren offenbar kreislaufmässig keine Ursachen für die Ohnmachtsanfälle festzustellen . Ob sie auf den diagnostizierten (Nen- nung Diagnose) zurückzuführen sind, ist nicht feststellbar, da die Diagn o- se offensichtlich erst im Oktober 2011 gestellt wurde und nicht bekannt ist, ob der Beschwerdeführer bereit s im Mai 2009 in Sri Lanka an dieser Krankheit litt. Der Beschwerdeführer selber führte die damalige Bewuss t- losigkeit im Wesentlichen auf seine Angst und Traurigkeit zurück (vgl. act. A7/12 S. 6 Q49 und Q51) . Insgesamt bestehen daher durchaus Indi- zien, die an der vorgebrachten Dauer der Ohnmacht berechtigte Zweifel aufkommen lassen. Unbesehen dieser Erkenntnis sind jedoch die Ausfüh- rungen des Beschwerdeführers in diesem Zusammenhang aus anderen Gründen als unglaubhaft zu qualifizieren. So brachte er anlässlich der Be- fragung zum Grund der Festnahme durch Soldaten und Zivilpersonen am (...) vor, diese sei deswegen geschehen, weil man ihn verdächtigt habe, ein Mitglied der LTTE zu sein. Im Rahmen der Anhörung beim BFM e r- wähnte er diesen Umstand zunächst wieder, gab jedoch auf konkrete Nachfrage an, die Soldaten hätten ihm lediglich gesagt, dass er zu einem Verhör mitgenommen werde, ohne jedoch einen Grund dafür anzuführen. Es stellt sich mithin die Frage, woher der Beschwerdeführer von diesem Verdacht überhaupt Kenntnis erhalten haben soll (vgl. act. A3/9 S. 5; A7/12 S. 5 f.). Zudem ist als realitätsfremd und daher als unglaubhaft zu erachten, dass er von den Angehörigen des Militärs, welche ihn zu einem Verhör hätten abführen wollen, infolge des im Bus erlittenen Ohnmachts- anfalls gleich ins Spital gebracht worden sei, wo er sich offensichtlich u n- bewacht in einem Raum mit anderen Patienten habe aufhalten können . Vielmehr wäre zu erwarten gewesen, dass man den Beschwerdeführer trotz der Ohnmacht in den Verhörraum mitgenommen und dort gewartet hätte, bis er wieder zu sich kommt. Auch ist sein Einwand, wonach er entgegen der vorinstanzlichen Ansicht nicht "am Fuss des Bettes des Sohnes eines Freundes aufgewacht" sei, sondern sich in einem grossen Saal am Boden wiedergefunden habe, wobei seine Anwesenheit vom er- wähnten Freund erst nach einer Stunde bemerkt worden sei, als unb e-D-2793/2011 Seite 19 helflich zu erachten. Zwar führte der Beschwerdeführer ausdrücklich an, er sei nach etwa einer Stunde, nachdem er das Bewusstsein wieder er- langt habe, bemerkt worden. Gleichzeitig sagte er aber auch aus, er sei in einem grossen Raum aufgewacht, wo sich viele Personen befunden hä t- ten. Das Bett des Sohnes des Freundes habe sich ganz nahe neben ihm befunden (vgl. act. A7/12 S. 7), weshalb die vorinstanzlichen Ausführu n- gen im Wesentlichen als zutreffend zu erachten sind. Überdies wurden dem Beschwerdeführer zu den Umständen der Begegnung im Spital mit dem Freund des Vaters anlässlich der direkten Anhörung diverse Fragen gestellt (vgl. act. A7/12 S. 6 f.), weshalb der in der Beschwerdeschrift ge- äusserten Ansicht, wonach es unklar und vom BFM auch nicht weiter a b- geklärt worden sei, wie sich die erwähnte Begegnung genau zugetragen habe, nicht gefolgt werden kann. Alleine der Hinweis, dass sich die ganze Dorfgemeinschaft zusammen mit seiner Familie auf der Flucht befunden habe und es deshalb im entsprechenden Camp ebenfalls zu einer Ko n- zentration von Angehörigen der Dorfgemeinschaft gekommen sei, vermag daran nichts zu ändern. Weiter vermögen die Einwendungen zu den vor - instanzlichen Zweifeln, dass er sich nach seiner Flucht aus dem Spital zu seiner Tante begeben habe, nicht zu überzeugen. Das von ihm in der Rechtsmitteleingabe angeführte und in C._______ herrschende " Klima der Angst" dürfte angesichts des über Jahre dauernden Bürgerkrieges und der nach Beendigung de s Waffenstillstandes intensivierten Kämpfen zwischen Regierungstruppen und de n LTTE schon einige Zeit vor seiner Ankunft in C._______ bestanden haben und erklärt nicht, weshalb es dem Beschwerdeführer nicht möglich gewese n sein soll, angesichts des hohen Risikos, von den sri -lankischen Sicherheitskräften – welche b e- kanntermassen zuerst bei Verwandten von Flüchtigen suchen – gleich wieder verhaftet zu werden , sich irgendwo and ers als gerade bei seiner Tante aufzuhalten. Soweit er anführt, es erscheine vor dem Hintergrund der allgemeinen Lage in Sri Lanka geradezu absurd, dass die LTTE – im militärischen Endkampf stehend und in ihren Kämpfern dezimiert – sich nach seiner Flucht auf die Suche nach ihm begeben hätten, ist entgegen- zuhalten, dass gerade weil die LTTE im fraglichen Zeitraum offensichtlich zusätzliche respektive neue Kämpfer und Unterstützer benötigte n, sie ein erhöhtes Interesse daran gehabt haben dürften, auch de r von ihnen (zwangs)rekrutierten, aber mittlerweile geflüchteten Personen wieder habhaft zu werden, um die Lücken in ihrem Bestand möglichst klein zu halten oder zu füllen. Der Beschwerdeführer führte im Rahmen der direk- ten Anhörung denn auch selber an, die LTTE hätt en ihm und anderen Personen am ersten Tag nach ihrer Zwangsrekrutierung erklärt, weshalb sie "Personal" benötigten (vgl. act. A7/12 S. 4). Wird zudem in Betracht D-2793/2011 Seite 20 gezogen, dass sich der Beschwerdeführer und seine Familie zum fragl i- chen Zeitpunkt an einem Ort aufhielten, wo sie die meiste Zeit in Bunkern gewesen und von de n LTTE wiederholt mit Lebensmitteln versorgt wo r- den seien (vgl. act. A7/12 S. 3 f.), erscheint der Umstand seiner Rückkehr zu seiner Familie im Anschluss an seine Flucht tatsächlich als mit erhebli- chen Zweifeln belastet. 4.2.2 Die weiteren Einwände betreffend d ie Geheimhaltung von illegalen Fluchtrouten der Schlepper, die Unkenntnis des Namens im verwendeten indischen Pass und die Bedeutungslosigkeit dieser beiden Punkte für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft, müssen als nicht stichhaltig qual i- fiziert werden. Dass die Familie in D._______ dem Beschwerdeführer ih- ren Familiennamen nicht bekannt gegeben habe, um die illegale Fluch t- route des Schleppers zu schützen, ist als wenig taugliche Massna hme und daher als wenig wahrscheinl ich zu erachten. Wäre dies tatsächlich das Ziel des Schleppers gewesen, so erscheint die Anwesenheit einer unbekannten Person im Haushalt einer Familie während (...) Monaten als ungleich risikobehafteter für eine behördli che Entdeckung. Auch wenn er sich eigenen Angaben zufolge tatsächlich nie aus der Wohnung respekt i- ve dem Zimmer begeben hätte, wären beispielsweise die beiden Kinder, mit denen er zuweilen gespielt habe, im Kontakt mit anderen Kindern b e- ziehungsweise Perso nen unweigerlich auf ihren fremden "Besucher" zu sprechen gekommen. Zudem gab der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung selber nicht an, dass man ihm den Familiennamen nicht habe mitteilen wollen. Immerhin war er in der Lage, den Vornamen des Vaters zu nennen. Aufgrund des offenbar engen Kontakt es zu den Kindern der Familie müssten ihm auch deren Namen geläufig sein ( vgl. act. A7/12 S. 8 f. ). Weiter ist es hinsichtlich der Beurteilung der Glaubhaftigkeit zu den Reiseumständen als überwiegend unwahrscheinlich zu erachten, dass der Beschwerdeführer den im Pass aufgeführten Namen nicht g e- kannt haben soll, zumal er dadurch bei der Ausreise ein erhebliches Ris i- ko der Entdeckung eingegangen wäre, hätte der Beschwerdeführer doch keine Auskunft geben können, falls ihn einer der kontrollierenden Bea m- ten bei der Ausreise nur schon nach seinem Namen gefragt hätte. So muss die betroffene Person, welche insbesondere über einen internati o- nalen Flughafen unbehelligt ausreisen oder weiterreisen will, gewisse Verhaltensregeln beherrschen und Kenntnisse über abgegebene Reis e- papiere besitzen, um die Gefahr einer Entdeckung möglichst gering zu halten. Zudem ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer den erhaltenen Pass – wenn auch nur kurz – studiert haben muss, ansonsten es ihm schon gar nicht möglich gewesen wäre anzugeben, unter welcher D-2793/2011 Seite 21 Nationalität er nach D._______ geflogen sei (vgl. act. A3/9 S. 6). Sodann verkennt der Beschwerdeführer, dass Angaben zu den Umstän den der Flucht beziehungsweise zur Ausreise in dem Sinne als wesentlich für die Flüchtlingseigenschaft angesehen werden können, als sie der Beurteilung der generellen Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen und insbesondere der persönlichen Glaubwürdigkeit eines Asylgesuchstellers dienen . Sind die- se Ausführungen – wie vorliegend – als mit erheblichen Zweifeln belastet und somit als überwiegend unglaubhaft zu werten, so lässt dies auch Rückschlüsse auf die generelle Glaubhaftigkeit der eigentlichen Asy l- gründe zu (vgl. Entscheidungen und Mi tteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1998 Nr. 17 E. 4b S. 150). 4.2.3 Der Beschwerdeführer reichte im Verlaufe des Beschwerdeverfa h- rens zum Beleg seiner Vorbringen aus Sri Lanka stammende Beweismi t- tel, welche seine Vorbringen stützen würde n. So belege di e Registri e- rungskarte aus dem Camp in C._______, dass er im Camp L._______ im Distrikt C._______ mit Familienangehörigen festgehalten worden sei . Auf dem Dokument sei er namentlich erwähnt und es sei ersichtlich, dass die Familie ein nicht näher spezifiziertes "relief item" am Tag seiner Flucht er- halten habe. Ebenfalls enthalte das Dokument zahlreiche Unterschriften und Stempel sowie ein handgeschriebenes Datum vom (...), welches wohl auf das Eintrittsdatum seiner Familie im Camp hindeute. Auch die eingereichte blaue Karte, welche um den Hals getragen werde und die ein Laissez-passer des Spitals in C._______ darstelle, belege wesentl i- che Punkte seiner Vorbringen . Zu diese n Beweismitteln ist Folgendes festzuhalten: Vorweg ist festzustellen, dass die in Frage stehenden D o- kumente lediglich als per E -Mail zugestellte Kopien vorliegen, denen auf- grund ihrer leichten Manipulierbarkeit ohnehin nur ein sehr beschränkter Beweiswert eingeräumt werden kann. Zwar wird der Beschwerdeführer im Dokument zusammen mit seinen Familienangehörigen namentlich e r- wähnt. Ob es sich aber beim Datum, das am oberen Rand der Karte von Hand hingeschrieben wurde, tatsächlich um das Eintrittsdatum der Fam i- lie in das Camp handeln könnte, lässt sich vorliegend nicht eruieren und daher auch nicht zweifelsfrei belegen. Doch selbst wenn der Beschwe r- deführer und seine Familie am (...) tatsächlich im erwähnten Camp einge- treten wären, vermag das Dokument keinen Be leg dafür zu liefern, dass sich die geltend gemachten Ereignisse ab dem (...) auch tatsächlich so zugetragen haben. Weiter sind auf dem Dokument drei gleiche Stempel des Camp Officers zu ersehen, welche jeweils neben der Unterschrift verschiedene handschriftliche Daten und die Zuteilung der Familie zu e i- nem bestimmten Block enthalten. Die letzte erkennbare Datierung D-2793/2011 Seite 22 stammt vom (...), wobei die Familie offenbar einem anderen Block zug e- wiesen wurde, zumal die unter der Unterschrift vermerkte Blocknummer im Vergleich zum oberen Stempel und der darin vermerkten Blocknu m- mer nicht die Gleiche ist. Wäre der Beschwerdeführer tatsächlich bereits am (...) aus dem Camp gebracht worden und in der Folge nicht mehr dorthin zurückgekehrt, so erstaunt es, dass in der erwähn ten Relief A s- sistance Card dieser Umstand nicht vermerkt wurde, zumal die Familie des Beschwerdeführers nicht mehr berechtigt gewesen wäre, für alle vier Personen Unterstützungsleistungen zu erhalten. Weiter belegt die eing e- reichte Kopie des Pass Patient vom (Nennung Spital) von C._______ nur, dass der Beschwerdeführer in den Besitz dieses Dokumentes bezie- hungsweise dessen Kopie gelangt ist, jedoch nicht, ob es zum vorg e- brachten Zweck, d. h. zur Flucht aus dem Spital tatsächlich verwendet wurde oder ob eine solche Karte zum Verlassen des Spitals überhaupt zwingend benötigt worden wäre. In diesem Zusammenhang gab der B e- schwerdeführer überdies an, er habe die blaue Karte vom Vater des im Spital von C._______ behandelten Kindes erhalten (vgl. act. A3/9 S. 4, A7/12 S. 3 und 7). Diesbezüglich ist jedoch logisch nicht nachvollziehbar, weshalb der erwähnte Vater, der sich lediglich als Besucher im Spital auf- gehalten habe, in den Besitz eines "Pass Patient", also einer offensich t- lich für Patienten bestimmten Karte hä tte gelangen können . Ebenso un- wahrscheinlich ist, dass das Spital eine solche Patientenkarte für Bes u- cher aus gestellt haben könnte . Zu den Umständen des Erhalts dieser beiden Dokumente brachte der Beschwerdeführer vor, er habe die beiden Dokumente bei sein er Flucht auf sich getragen und bei seiner Tante in C._______ versteckt, die ihm diese nun per E -Mail habe zukommen las- sen. Die Registrierungskarten in den Welfare Centres stell ten die einzige Identitätsmöglichkeit für Insassen dar, weshalb sie diese immer auf sich tragen müss ten. Diese Erklärung ist jedoch als logisch nicht nachvoll- ziehbar zu erachten, zumal sich auf der Relief Assistance Card – wie oben bereits erwähnt – ein handschriftlicher Datumseintrag vom (...) be- findet, einem Zeitpunkt also, in welchem der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge schon mehrere Monate auf der Flucht gewesen sein soll. Zudem ist auf der fraglichen Karte der Vater des Beschwerdeführers als "Chief Occupant" eingetragen, weshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass dieser die Karte stets auf sich getragen hä t- te. Gemäss Aussage anlässlich der Anhörung sei an jede Familie eine "family card" verteilt worden, mit welcher man Nahrung bezogen habe (vgl. act. A7/12 S. 5 Q43). Der Beschwerdeführer hatte im Camp in C._______ keine individuelle Karte, sondern war auf der Karte seiner Familie eingetragen (vgl. act. 7/12 S. 9 Q96). Wird der Argumentation in D-2793/2011 Seite 23 der Beschwerdeschrift gefolgt, so w äre nach der angeführten Flucht des Beschwerdeführers die im Camp verbliebene restliche Familie ohne Mög- lichkeit verblieben, ihre Identität nachzuweisen beziehungsweise Nahrung zu beziehen. 4.2.4 Die auf Beschwerdeebene vorgebrachten Einwendungen sind d a- her insgesamt nicht geeignet, die von der Vorinstanz zu Recht und mit zu- treffender Begründung dargelegten Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen zu zerstreuen. 4.3 Bei der Beurteilung des Risikoprofils des Beschwerdeführers ist z u- nächst festzustellen, dass er sich im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit als (...) nicht in einem als brisant oder politisch heikel zu bezeichnenden Geschäftsbereich bewegte. Nach Einschätzung des Bundesverwaltung s- gerichts ist nicht davon auszugehen, dass er alleine aufgrund dieser be- ruflichen Betätigung das Augenmerk der sri-lankischen Behörden oder ih- nen nahestehender paramilitärischer Gruppierungen wie die Karuna - Gruppe auf sich zog oder inskünftig mit entsprechenden Behelligungen rechnen muss. Hinzu kommt, dass auch nicht davon auszugehen ist, er werde in Sri Lanka als besonders vermögender Geschäftsmann wahrg e- nommen und unterstehe als solcher einem erhöhten Risiko, potenzielles Opfer von Erpressungs- oder Entführungsaktionen zu werden. Im Weiteren ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft auch sonst keine ernstha f- ten Nachteile durch Verfolgungsmassnahmen der sri -lankischen Sicher- heitskräfte zu befürchten hat. Seit dem Ende des Bürgerkriegs hat sich die Lage in Sri Lanka erheblich verbessert. Zwar gehören Personen, die einer Verbindung zu den LTTE verdächtigt werden, gemäss der oben e r- wähnten Praxis des Bundesverwaltungsgerichts auch heute noch pote n- ziell zu einer Risikogruppe. Der Beschwerdeführer weist jedoch keinerlei Profil auf, das darauf schliessen liesse, dass er seitens der sri -lankischen Behörde als dissident oder politisch oppositionell wahrgenommen würde oder einer anderweitigen Risikogruppe angehören würde. Er war selbst nie politisch aktiv und sympathisierte den Akten zufolge auch nicht mit mi- litanten tamilischen Rebellenorganisationen . Zudem arbeitete er weder freiwillig noch unfreiwillig für die LTTE, respektive die angeführte Zwangs- rekrutierung und die nach zwei Tagen ergriffene Flucht im (...) wurden von ihm nicht glaubhaft gemacht (vgl. oben Ziffern 4.3.1 bis 4.3.4). Angesichts des Umstandes, dass die im Flüchtlingscamp von C._______ geltend gemachte Mitnahme durch Angehörige der sri-lankischen Sicherheitskräf-D-2793/2011 Seite 24 te und die daraus folgenden Ereignisse (Flucht a us dem Spital; behördl i- che Suche) als unglaubhaft zu qualifizieren sind, ist auszuschliessen, dass er aufgrund diese r angeblichen Zwischenfälle in das Visier der sri- lankischen Behörden geriet beziehungsweise von diesen als verdächtiger Terrorist registriert wurde. Auch als abgewiesener Asylbewerber tamilischer Ethnie gehört er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht einer Risikogruppe von Personen an, die generell gefährdet wären, bei ihrer Rückkehr der Folter ausgesetzt zu werden. Nach Kenntni s des Gerichts handelt es sich bei den bislang registrierten Übergriffen der sri -lankischen Sicherheitsorgane gegenüber tamilischen Rückkehrern (vgl. Research Directorate, Immigration and R e- fugee Board of Canada vom 12. Februar 2013; http://www.ecoi.net : "Sri Lanka: Treatment of Tamil returnees to Sri Lanka …") nicht um ein allg e- meines Phänomen, sondern um Einzelfälle, bei welchen über die Motive der verfolgenden Sicherheitsorgane kaum etwas bekannt ist und die nicht eine Verfolgung aller Rückkehrer wahrsc heinlich erscheinen lassen. S o- dann sind den Verfahrensakten keine Anhaltspunkte zu entnehmen, w o- nach der Beschwerdeführer während seines Aufenthaltes in der Schweiz nahe Kontakte zu den LTTE unterhalten haben könnte oder exilpolitisch für diese tätig gewesen wäre. 4.4 Es ist somit festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht darzutun vermochte, dass er einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausg e- setzt war oder objektiv begründete Furcht hat, einer solchen ausgesetzt werden zu können. Er kann daher nicht a ls Flüchtling anerkannt werden. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt, we s- halb es sich erübrigt, auf die Vorbringen in den Eingaben auf Beschwe r- deebene im Einzelnen noch näher einzugehen, da sie an obiger Ei n- schätzung nichts zu ändern vermögen. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Ans pruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). D-2793/2011 Seite 25 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltend machung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E.10.2 S. 502). 6.2 6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenst ehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise i n ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Deze m- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder e r- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.2 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigens chaft erfüllen. Da es dem Beschwe r- deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG vera n- kerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung fi nden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den He i- matstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. D-2793/2011 Seite 26 6.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerd e- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Der EGMR hat sich wiederholt mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK -widrige Behandlung für Tamilen befasst, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zu rückkehren müssen. Der EGMR hält fest, dass dem Umstand gebührende Beachtung geschenkt werden müsse, dass die in seiner Rechtsprechung erwähnten einzelnen Fakt o- ren, für sich alleine betrachtet, möglicherweise kein "real risk" darstellten, jedoch bei einer kumulativen Würdigung diese Schwelle erreicht sein könnte, namentlich unter der weiteren Berücksichtigung der aktuellen, gegebenenfalls erhöhten Sicherheitsvorkehrungen aufgrund der im Lande herrschenden allgemeinen Lage (vgl. BVGE 2011/45 E. 10.4.2 mit weite- ren Hinweisen). 6.2.4 Was die Prüfung derartiger Risikofaktoren betreffend die Situation des Beschwerdeführers anbelangt, ist an dieser Stelle auf die vorang e- gangenen Erwägungen zu verweisen, aus welchen sich ergibt, dass er im Hinblick auf die Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keiner Risikogruppe zugerechnet werden kann (vgl. E. 4.3 und 4.4). Da der Beschwerdeführer nicht nachweisen beziehungsweise glaubhaft machen konnte, bei einer Rückkehr ins Heimatland zu befürchten, die Aufmerksamkeit der sri-lanki- schen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Behandlung im Heima t- land drohen. Weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch individuelle Faktoren in Bezug auf seine Situation lassen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzulässig ersche i- nen. 6.2.5 Was den im (Nennung Beweismittel) diagnostizierte (Nennung Di- agnose) betrifft, so kann gemäss der Praxis des EGMR der Vollzug der D-2793/2011 Seite 27 Wegweisung eines abgewiesenen Asylsuchenden mit gesundheitlichen Problemen im Einzelfall einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen; hierfür sind jedoch ganz aussergewöhnliche Umstände Vorausset zung (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 211 f., mit einer Zusammenfassung der Rechtsprechung des EGMR). Vorliegend können solche ganz au s- sergewöhnlichen Umstände („very exceptional circumstances“), wie sie der EGMR in seinem Urteil vom 2. Mai 1997 i.S. D. gegen Grossbritan- nien feststellte, wo neben einer kurzen Lebenserwartung aufseiten des an AIDS erkrankten Auszuweisenden erschwerend die Gefahr eines Todes unter extremen physischen und psychischen Leiden hinzukam, hinlän g- lich ausgeschlossen werden (vgl. B VGE 2011/9 E. 7.1 S. 117 f., BVGE 2009/2 E. 9.1.3). 6.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.3 6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vollzug der Wegweisung insb e- sondere dann nicht zumutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung ausg e- setzt wäre. Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen a n- gewendet, das heisst bei Ausländerinnen und Ausländern, die ma ngels persönlicher Verfolgung weder die Voraussetzungen der Flüchtlingse i- genschaft noch jene des völkerrechtlichen Non -Refoulement-Prinzips er- füllen, jedoch wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situ a- tion allgemeiner Gewalt nicht in ihren Heim atstaat zurückkehren können. Im Weiteren findet sie Anwendung auf andere Personen, die nach ihrer Rückkehr ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten könnten oder – aus objektiv er Sicht – wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völlige Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustands, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wä- ren (vgl. BVGE 2011/24 E. 11.1 S. 504 f., BVGE 2009/28 E. 9.3.1 S. 367). 6.3.2 In der angefochtenen Verfügung vom 14. April 2011 hielt das BFM zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges im Wesentlichen fest, der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den sepa- ratistischen LTTE sei im Mai 2009 mit deren Niederlage zu Ende gega n- gen. Seither befinde sich das ganze Land wieder unter Regierungsko n- trolle und es sei zu keinen terroristischen Aktivitäten der LTTE mehr g e-D-2793/2011 Seite 28 kommen. Das BFM ve rfolge die Entwicklung der Lage in Sri Lanka la u- fend und sorgfältig und sei nach eingehender Überprüfung der Lage zum Schluss gekommen, dass sich die allgemeine Sicherheitslage in Sri La n- ka seit Mai 2009 deutlich entspannt habe und sich die Lebensbedingu n- gen soweit verbessert hätten, dass eine Rückkehr auch in den Norden und Osten Sri Lankas grundsätzlich wieder zumutbar sei. Im Norden des Landes seien zwar die Lebensbedingungen gebietsweise sehr unte r- schiedlich. In den Gebieten, die bereits seit längerer Z eit unter Kontrolle der Regierung stünden, so beispielsweise auf der Halbinsel von Jaffna oder in den südlichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar, herrsche weitgehend ein normales Alltagsleben. Im ehemals von den LTTE kontrol- lierten Vanni-Gebiet hingegen seien die Lebensbedingungen nach wie vor als sehr schwierig einzustufen. Der Beschwerdeführer stamme aus B._______ (N._______) und somit aus dem Vanni -Gebiet. Ein Wegwe i- sungsvollzug in dieses Geb iet sei aufgrund der oben skizzierten sehr schwierigen Lebensbedingungen als unzumutbar zu erachten. Es sei s o- mit zu prüfen, ob eine zumutbare innerstaatliche Wohnsitzalternative b e- stehe. Dies sei vorliegend zu bejahren. So würden eigenen Angaben z u- folge ein Bruder, seine Eltern, zwei Tanten und zwei Onkel in C._______ und ein weiterer Onkel in M._______ leben. Ferner verfüge der B e- schwerdeführer über eine gute Ausbildung und habe Berufserfahrung als (...). Somit erweise sich der Wegweisungsvollzug insgesamt als zumu t- bar. Ausserdem sei der Vollzug der Wegweisun g technisch möglich und praktisch durchführbar. 6.3.3 In BVGE 2011/24 nahm das Bundesverwaltungsgericht angesichts der veränderten Lage nach dem Ende des sri -lankischen Bürgerkriegs im Mai 2009 eine vertiefte Beurteilung vor. Demzufolge ist seit dem Ende des bew affneten Konflikts von einer erheblich verbesserten Mensche n- rechts- und Sicherheitslage auszugehen, wobei sich die Situation nicht in allen Landesteilen gleich präsentiert. In das sogenannte "Vanni -Gebiet" – die Distrikte von Kilinochchi und Mullaitivu und die nördlichen Teile der Distrikte von Mannar und Vavuniya sowie einen schmalen Landstreifen an der Ostküste des Jaffna -Distrikts südlich von Nagarkovil umfassend – ist eine Rückkehr aufgrund der weitgehend zerstörten Infrastruktur und der Verminung weite rhin unzumutbar. In das übrige Staatsgebiet ist der Wegweisungsvollzug grundsätzlich zumutbar, wobei bei aus der Nordpro- vinz stammenden Personen – wie dem Beschwerdeführer – wie folgt zu differenzieren ist: Für Personen, die aus der Nordprovinz stammen und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 ve r- lassen haben, ist die Rückkehr als grundsätzlich zumutbar zu beurteilen, D-2793/2011 Seite 29 wenn davon ausgegangen werden kann, dass die betreffende Person auf die gleiche oder gleichwertige Lebens - und Wohnsituation zurückgreifen kann, und dem Wegweisungsvollzug auch anderweitig nichts entgege n- steht. Liegt der letzte Aufenthalt der betreffenden Person in der Nordpr o- vinz indessen längere Zeit zurück oder gehen konkrete Umstände aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstände seit der Au s- reise massgeblich verändert haben könnten, sind die aktuell vorliegenden Lebens- und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären. Liegen keine b e- günstigenden Faktoren wie die Existenz eines tragfähigen Beziehung s- netzes und die konkrete Möglichkeit der Sicherung des Existenzminiums und der Wohnsituation in der Nordprovinz vor, ist die Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im übrigen Staatsgebiet, namen t- lich im Grossraum Colombo, zu prüfen (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1.1 – 13.3 S. 511 ff.). Diese Beurteilung gilt auch im heutigen Zeitpunkt. 6.3.4 Der ursprünglich im M._______-Distrikt geboren e Beschwerdefüh- rer lebte den Akten zufolge zusammen mit seiner Familie seit seinem vierten Lebensjahr respektive seit d em Jahre (...) bis (...) im Distrikt N._______ und vom (...) bis zur Ausreise am 28. Juni 2009 in C._______. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist eine Rückkehr de s B e- schwerdeführers in den Distrikt N._______, welcher zum beschriebenen "Vanni"-Gebiet gehört, als unzumutbar zu erachten. Damit bleibt zu pr ü- fen, ob de m Beschwerdeführer allenfalls eine Rückkehr in die Stadt C._______ oder auf die Jaffna -Halbinsel zuzumuten ist, da diese beiden Gebiete ausserhalb des besagten "Vanni" -Gebietes liegen (vgl. a.a.O. E. 13.2.2.1). Die Bejahung der Zumutbarkeit einer Rückkehr dorthin setzt insbesondere die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes, die ko n- krete Möglichkeit der Sicherung des Existenzminimums sowie eine ges i- cherte Wohnsituation voraus (vgl. a.a. O. E. 13.2.1.2). Beim Beschwerde- führer handelt es sich um einen jungen Mann im Alter von (...) Jahren. Er besuchte während (...) Jahren die Schule ( Advanced Level) und abso l- vierte anschliessend einen dreimonatigen Informatikkurs . Zudem verfügt er über Berufserfahrungen als (...) und half seinem Vater in den Jahren 2004 bis 2007 in den Reiskulturen. Vor der Ausreise aus dem Heimatland lebte er zusammen mit seinen Eltern und seinem Bruder respektive bei seiner Tante in C._______. Er führte in seiner Stellungnahme vom 5. Juni 2012 an, dass keine Wohnsitzalternative bestehe, da die zum Zeitpunkt seiner Befragung und Anhörung in C._______ lebenden Verwandten in Internierungslagern untergebracht gewesen und unterdessen ins Vanni - Gebiet zurückgekehrt seien, während sein in M._______ lebender Onkel wegen eines familiären Zwistes wie auch seine in C._______ lebende D-2793/2011 Seite 30 Tante, welche bereits in beengten Verhältnissen mit ihrer Familie lebe und zudem aus dem Ausland finanziell unterstützt werden müsse, als Kontakt- und Anlaufstelle wegfallen würden . Dieser Einschätzung kann jedoch nicht gefolgt werden. Selbst wenn diesen – nicht weiter belegten – Aus- führungen gefolgt würde, so bleibt de r Umstand bestehen, dass der B e- schwerdeführer in C._______ über eine Tante verfügt, bei welcher er b e- reits vor seiner Ausreise aus Sri Lanka während einiger Zeit leben konnte. Aufgrund der Akten lässt nichts darauf schliessen, dass diese Tante und deren Familie nicht mehr dort leb en oder nicht bereit wäre n, d en B e- schwerdeführer erneut bei sich aufzunehmen. Dass deren finanzielle S i- tuation im Jahre (...), als er das erste Mal bei seiner Tante lebte, wesen t- lich besser als heute gewesen wäre, wird denn auch nicht geltend g e- macht. Der in diesem Zusammenhang in der Eingabe v om 5. Juni 2012 gestellte Antrag, es sei dem Beschwerdeführer eine Frist zur Einreichung von Beweismitteln betreffend die Lebenssituation seiner Tante anzuse t- zen, ist abzuweisen, zumal es ihm im Rahmen von Art. 32 Abs. 2 VwVG frei steht, bis zum Urteilszei tpunkt entscheidwesentliche Umstände vo r- zubringen. Es ist daher davon auszugehen, dass d er Beschwerdeführer in C._______ zumindest für die erste Zeit ein tragfähiges Beziehungsnetz sowie eine gesicherte Wohnsituation vorfinden würde. Im Übrigen könnte er bei Bedarf erneut seinen in O._______ lebenden Onkel um finanzielle Unterstützung ersuchen. Dieser unterstütze momentan gemäss dem B e- schwerdeführer die in C._______ lebende Tante und deren Familie und finanzierte auch seine Reise in die Schweiz. Dass der in O._______ le- bende Onkel selber in bescheidenen Verhältnissen lebe respektive nur ein bescheidenes Einkommen erziele, muss angesichts des Umstandes, dass dieser die gesamte Reise des Beschwerdeführers in die Schweiz und dessen (...) Unterhalt in D._______ bezahlt haben soll (vgl. act. A7/12 S. 8), ernsthaft bezweifelt wer den. Sodann erscheint es nicht als ausgeschlossen, dass er sich bei seiner Reintegration auch an den in M._______ lebenden Onkel wenden könnte, zumal der erstmals auf B e- schwerdeebene erwähnte Zwist aufgrund der Heirat seiner Eltern bereits Jahrzehnte zurückliegt. 6.3.5 Hinsichtlich des angeführten und durch medizinische Unterlagen belegten (Nennung Krankheit) ist Folgendes zu erwägen: Gründe au s- schliesslich medizinischer Natur lassen den Wegweisungsvollzug im Al l- gemeinen nicht als unzumutbar erscheinen, es sei denn, die erforderliche Behandlung sei wesentlich und im Heimatland nicht erhältlich (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.). Entsprechen ferner die Behan d- lungsmöglichkeiten im Herkunftsland nicht dem medizinischen Standard D-2793/2011 Seite 31 in der Schweiz, so bewirkt dies allein noch nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs. Von einer solchen Unzumutbarkeit ist erst dann auszugehen, wenn die ungenügende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine drast i- sche und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszusta n- des nach sich zieht (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 S. 21; EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d S. 50 ff., EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.). Vorliegend sind unter diesen Rahmenbedingungen den Akten keine stichhaltigen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer medizinischen Notlage im Heimatstaat im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu entnehmen. So kann den eingereichten med i- zinischen Unterlagen entnommen werden, dass die erforderliche Behand- lung, regelmässige Kontrolle u nd Ernährungsberatung eingeleitet worden seien. Das für die Weiterbehandlung in seiner Heimat benötigte (...), die ärztlichen Kontrollen und eine allfällige Ernährungsberatung kann er auch in Sri Lanka erhältlich machen respektive dort durchführen lassen. Es ist demnach davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer der Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz – allenfalls auch mit Hilfe eines Teils seiner Familie – möglich sein wird. Auch wenn er seit Juni 2009 la n- desabwesend war, bestehen keine konkreten Anhal tspunkte dafür, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine existenzielle Notlage ger a- ten würde. 6.3.6 Insgesamt erweist sich der Wegweisungsvollzug damit als zumu t- bar. 6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angef ochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. D-2793/2011 Seite 32 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kos ten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Wie vorst e- hend in E. 4.2.1 bis 4.2.3 aufgezeigt, litt jedoch die angefochtene Verf ü- gung im Zeitpunkt ihres Erlasses an einem Verfahrensmangel. Dieser Mangel wurde zwar geheilt; aus dem Umstand, dass der Beschwerdefüh- rer nur durch das Ergreifen eines Rechtsmittels zu einem rechtskonfo r- men Entscheid gelangt ist, darf ihm jedoch kein finanzieller Nachteil e r- wachsen, weshalb in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) keine Kosten aufzuerlegen sind (vgl. BVGE 2008/47 E. 5.1 S. 680 f. m.H.a. EMARK 2003 Nr. 5). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird damit gegenstandslos. 8.2 Aufgrund des soeben Gesagten wäre dem Beschwerdeführer trotz des Umstandes, dass er im vorliegenden Beschwerdeverfahren letztlich mit seinen Rechtsbegehren nicht durchgedr ungen ist, für die ihm aus der Beschwerdeführung erwachsenen, notwendigen Kosten (vgl. BVGE 2008/47 E. 5.2 S. 681) respektive für diejenigen Aufwendungen, die auf die Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz zurückzufü h- ren sind, eine Parteientschädigung zuzusprechen. Jedoch wurde im oben erwähnten Verfahren D -3747/2011 (vgl. Bst. I.) festgehalten, dass – als Ergebnis einer koordinierten Beschlussfassung der Abteilungen IV und V des Bundesverwaltungsgerichts – mit der in diesem Verfahren für di e festgestellte Verletzung des rechtlichen Gehörs zugesprochenen Parte i- entschädigung in allen weiteren Verfahren, in welchen Rechtsanwalt Gab- riel Püntener ebenfalls als Rechtsvertreter fungiere und in welchen der gleiche prozessuale Antrag auf Einsicht in die Ergebnisse der Dienstreise des BFM nach Sri Lanka vom September 2010 gestellt worden sei oder künftig gestellt werde, der anteilsmässige Aufwand für die rechtliche Ve r- tretung bezüglich dieses Antrags als abgegolten zu erachten sei. De m- entsprechend ist dem Beschwerdeführer in casu keine Parteientschäd i- gung zu entrichten. (Dispositiv nächste Seite) D-2793/2011 Seite 33 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht entrichtet. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: