B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-4110/2013 U r t e i l v o m 1 0 . M ä r z 2 0 1 4 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richterin Ruth Beutler, Richterin Marianne Teuscher, Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. Parteien X._______, vertreten durch Rechtsanwalt Matthias Münger, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Reisedokumente für ausländische Personen. C-4110/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer (geb. 31. Dezember 1970) ist angolanischer Staatsbürger und stammt aus der Exklave Cabinda. Im Jahr 200 2 reiste er in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch, welches in der Folge ab- gewiesen wurde. Am 23. Juni 2008 erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung wegen Vorliegens eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls. B. Am 6. August 2008 gelangte der Beschwerdeführer an die zuständige kantonale Behörde und ersuchte um Ausstellung eines Passes für eine ausländische Person. Zur Begründung machte er geltend, seine Heima t- vertretung habe ihm schriftlich erklärt, er müsse zwecks Beantragung e i- nes heimatlichen Reisepasses unter anderem ein en Geburtsschein ein- reichen. Ein solches Dokument könne er hingegen nicht erhältlich m a- chen, da er keine Familienangehörige n mehr in Angola habe. Nachdem das Gesuch an die Vorinstanz zur Prüfung weitergeleitet worden war , wies das BFM dieses mit Verfügung vom 15. August 2008 ab. C. Der Beschwerdeführer ersuchte am 30. April 2010 beim Polizeiinspekto- rat der Stadt Bern erneut um Ausstellung eines Passes für eine ausländi- sche Person. Dem Gesuch beigelegt war nun auch eine Geburtsurkunde, ausgestellt am 22. Januar 2009 durch die "Republik von Cabinda" . Auf einem dem Gesuch beigelegten Zusatzformular "Schriftenlosigkeit" wurde ausgeführt, für Personen aus der "Republik Cabinda" würden keine Pä s- se ausgestellt. In der Folge wies das BFM das Gesuch abermals ab (vgl. Verfügung vom 7. Mai 2010). D. Mit Brief vom 31. März 2011 wandte sich das Amt "Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei" (EMF) der Stadt Bern an das BFM und bat um Auskunft, ob i n Bezug auf den Beschwerdeführer allenfalls ein Pass für eine ausländische Person ausgestellt werden könne. E. Nachdem die Vorinstanz mit Schreiben vom 15. April 2011 diesbezüglich Stellung genommen und unter Erläuterung der Voraussetzungen erklärt hatte, der Beschwerdeführer habe die Möglichkeit, erneut ein Gesuch zu stellen, reichte X._______ am 26. September 2012 ein weiteres Gesuch C-4110/2013 Seite 3 sowie diverse Unterlagen beim kantonalen Migrationsamt ein, woraufhin die Unterlagen zur Prüfung an das BFM weitergeleitet wurden. F. Die Vorinstanz stellte mit Schreiben vom 20. Februar 2013 an den B e- schwerdeführer fest, die Voraussetzunge n für die Ausstellung des g e- wünschten Reisedokumentes seien vorliegend nicht erfüllt. Er habe die Möglichkeit innert bestimmter Frist eine beschwerdefähige Verfügung zu verlangen, ansonsten das Gesuch als gegenstandslos geworden abg e- schrieben werde. G. In der Folge verlangte der Beschwerdeführer innert Frist eine beschwe r- defähige Verfügung (vgl. Brief vom 12. März 2013), woraufhin das BFM das Gesuch mit Verfügung vom 5. Juni 2013 abwies. H. Diese Verfügung focht der Bes chwerdeführer mit Eingabe vom 18. Juli 2013 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausstellung eines Passes für eine aus- ländische Person. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der un- entgeltlichen Rechtspflege samt Verbeiständung ersucht. I. Mit Vernehmlassung vom 14. Oktober 2013 beantragt das BFM die Ab- weisung der Beschwerde. J. Am 24. Januar 2014 machte der Beschwerdeführer von seinem Repli k- recht Gebrauch. K. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erw ä- gungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgeset-C-4110/2013 Seite 4 zes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sofern keine Aus - nahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu gehört auch das BFM, das mit der A b- lehnung der Ausstellung von Reisedokumenten für a usländische Perso- nen (vgl. Art. 59 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20] sowie Art. 1 der Verord- nung über die Ausstellung von Reisedokumenten für ausländische Pe r- sonen vom 14. November 2012 [RDV, SR 143.5]) eine Verfügung im e r- wähnten Sinne und daher ein zulässiges Anfechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht entscheidet in der vorliegenden Angelegenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 6 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts a n- deres bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist al s Verfügungsadressat zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist - und formgerecht einge - reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einsch liesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtse r- heblichen Sachverhaltes sowie – falls nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrü n- dung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen od er abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines En t- scheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1). 3. Das BFM kann an schriftenlose Ausländerinnen und Ausländer Reisep a- piere ausstellen (Art. 59 Abs. 1 AuG). Einer schriftenlosen ausländische n Person mit Aufenthaltsbewilligung kann ein Pass für eine ausländische Person abgegeben werden (Art. 4 Abs. 2 RDV). Unabdingbare Vorau s- setzung für die Abgabe eines Passes für eine ausländische Person ist C-4110/2013 Seite 5 somit, dass diese schriftenlos ist. Als schriftenlo s gilt eine ausländische Person, die keine gültigen Reisedokumente ihres Heimat - oder He r- kunftsstaates besitzt (Art. 10 Abs. 1 RDV), und von der nicht verlangt werden kann, dass sie sich bei den zuständigen Behörden ihres Heimat - oder Herkunftsstaates um d ie Ausstellung oder Verlängerung eines Re i- sedokuments bemüht (Bst. a), oder für welche die Beschaffung von Re i- sedokumenten unmöglich ist (Bst. b). Gemäss Art. 10 Abs. 2 RDV b e- gründen Verzögerungen, die bei der Ausstellung eines Reisedokuments bei den zustä ndigen Behörden des Heimat - oder Herkunftsstaates en t- stehen, die Schriftenlosigkeit nicht. 4. 4.1 Das BFM begründete seine Verfügung damit, dass es dem G e- suchsteller, der über eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verfüge, möglich und zumutbar sei, sich bei den zuständigen Behörden seines Heimatstaates in der Schweiz um Ausstellung eines heimatlichen Reis e- dokuments zu bemühen. Der Beschwerdeführer sei im Besitz einer ang o- lanischen Identitätskarte, einer Identitätskarte der Republik Cabinda s o- wie einer Geburtsurkunde der Republik Cabinda. Gemäss Schreiben der angolanischen Botschaft in Bern vom 20. September 2012 handle es sich bei der Geburtsurkunde hingegen um eine Fälschung, da diese mit "R e- publik Cabinda", bezeichnet sei. Gemäss gesicherten Kenntni ssen stelle die angolanische Heimatvertretung allen angolanischen Staatsangehör i- gen Pässe aus, wenn die Identität nachgewiesen werden könne. Der B e- schwerdeführer habe somit nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um e i- nen heimatlichen Reisepass zu erhalten. 4.2 Der Beschwerdeführer macht in seinem Gesuch vom 26. September 2012 geltend, die angolanischen Behörden würden ihm keinen Pass aus- stellen, da er Bürger der "Republik Cabin da" sei. Beschwerdeweise wird ausgeführt, er habe im Jahr 2008 erstmals beim BFM ei n Reisedokument für eine ausländische Person beantragt, da seine angolanische Ident i- tätskarte bereits verfallen gewesen sei und er die von den angolanischen Behörden verlangte Geburtsurkunde damals nicht habe organisieren können. Sein Gesuch sei hingegen a bgewiesen worden. Nachdem er mit viel Aufwand eine Geburtsurkunde aus der Heimatprovinz Cabinda habe organisieren können, habe er diese der angolanischen Botschaft überg e- ben. Jene habe der heimatlichen Vertretung jedoch nicht genügt. Folglich habe er eine Arbeitsbestätigung seines damaligen Arbeitgebers und eine Wohnsitzbestätigung der Stadt Bern eingereicht sowie ein Antragsformu-C-4110/2013 Seite 6 lar für den Pass ausgefüllt. All dies habe jedoch nicht gefruchtet. Die a n- golanischen Behörden würden sich weigern, ihm einen Reisepass auszu- stellen. Er habe die Botschaft zwischen 2010 und 2011 gegen 10mal au f- gesucht. Im Anschluss daran habe er mehrmals bei der Fremdenpolizei der Stadt Bern vorgesprochen. Man habe ihm seitens der angolanischen Botschaft mitgeteilt, Angehörigen der Exclave Cabinda würden keine Rei- sepässe ausgestellt. Eine schriftliche Bestätigung dieser Begründung sei ihm verweigert worden. Im Juli 2011 habe er beim angolanischen Bo t- schafter persönlich vorgesprochen. Dieser habe höchst ablehnend re a- giert und sei ausf ällig geworden. Es sei ihm gar verboten worden, das Botschaftsgelände erneut zu betreten. Am 12. September 2012 habe er bei seiner Heimatvertretung erneut um Mitteilung ersuch t, ob sich diese bereit erkläre, ihm einen Reisepass auszustellen. Mit Schreiben vom 20. September 2012 habe der Botschafter mitteilen lassen, es würde kei- ne Republik Cabinda geben, sondern lediglich eine Provinz Angolas mit diesem Namen. Aus diesem Grund müsse es sich bei einer Geburtsu r- kunde der Republik Cabinda zwingendermassen um eine Fälschung handeln. Es sei ihm zudem vorgeschlagen worden, sich bei der Bo t- schaftskanzlei zu einem Gespräch zu melden, was er auch gemach t ha- be. Dies jedoch ohne Erfolg; die angolanischen Behörden seien auf ihrem Standpunkt geblieben. Die Begründung der Vorinstanz sei nicht nachvoll- ziehbar, immerhin sehe er sich mit der Situation konfrontiert, dass die a n- golanische Vertretung in der Schweiz seine Geburtsurkunde nicht akze p- tiere, obwohl er diese auf legalem Weg bei den zuständigen Behörden seines Geburtsortes (in Massabi in der Provinz Cabinda) organisiert h a- be. Nur dort sei er registriert. Auf die Form des Auszuges habe er keinen Einfluss. Es bleibe somit das Geheimnis der Vorinstanz, welche Möglic h- keiten er nicht ausgeschöpft haben sollte, um ein heimat liches Reisedo- kument zu beantragen. Vielmehr werde ihm dies systematisch und au f- grund seiner Herkunft verweigert. Abschliessend wird auf ein Schreiben der kantonalen Migrationsbehörde vom 27. September 2012 verwiesen, welches diesen Umstand bestätigen soll. 5. 5.1 Im vorliegenden Fall ist umstritten und zu prüfen, ob die Vorinstanz die Schriftenlosigkeit – als unabdingbare Voraussetzung für die Ausste l- lung eines Reisedokuments – zu Recht verneinte, indem sie festhielt, der Beschwerdeführer habe nicht alle Mög lichkeiten ausgeschöpft, um einen heimatlichen Reisepass zu erhalten. C-4110/2013 Seite 7 5.2 Die Frage der Zumutbarkeit, mithin diejenige, ob die Beschaffung von Reisedokumenten bei den Heimatbehörden vom Beschwerdeführer ver- langt werden kann, ist vorliegend zweifellos zu bejah en, ist er doch b e- reits mehrere Male bei der hiesigen angolanischen Vertretung vorstellig geworden. Er ist daher nicht als schriftenlos im Sinne von Art. 10 Abs. 1 Bst. a RDV zu betrachten. Gegenteiliges wird denn auch nicht geltend gemacht (vgl. dazu auc h Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-5942/2011 vom 8. Oktober 2013 E. 5.4). 5.3 Hingegen macht der Beschwerdeführer geltend, er habe alle Mögl ich- keiten ausgeschöpft, um ein entsprechendes Reisedokument zu erhalten und diesbezüglich über einen Zeitraum von fast fünf Jahren alles ihm Zumutbare unternommen. Die Ausstellung eines Reisepasses werde ihm jedoch systematisch und aufgrund seiner Herkunft au s der Exklave Ca- binda hartnäckig verweigert. Es scheine, als ob der politische Konflikt, welcher zwischen der Exklave Cabinda und dem Mutterland Angola her r- sche, auch hier in der Schweiz ausgetragen werde. In seiner Replik vom 24. Januar 2014 führt der Be schwerdeführer zudem aus , er gehöre der Ethnie der Oyo an. Teile dieser Bevölkerungsgruppe würden die regi e- rungskritische FLEC (Frente de Libertação do Enclave de Cabinda) un- terstützen. Der Beschwerdeführer sei demgemäss Mitgl ied der FLEC ge- wesen. Dies hät ten die Angehörigen der Heimatvertretung anhand der Identitätskarte des Beschwerdeführers erkannt. Von da an sei der Weg einer Passbeschaffung über die angolanische Botschaft abgeschnitten gewesen, da er nicht mehr als Angolaner anerkannt worden sei. Zudem wird geltend gemacht, er könne keine andere als die vorgelegte Geburt s- urkunde erhältlich machen, da die Behörden in Luanda alternativ nur dann eine Geburtsurkunde ausstellen würden, wenn sie eine Referen z- auskunft vom Register des Geburtsortes erhalten wür den. Der B e- schwerdeführer sei im Dorf Massabi zur Welt gekommen, nicht in einem Spital, weshalb seine Geburt nicht in einem für die angolanische Regi e- rung verbindlichen Register eingetragen worden sei. Damit könne die b e- nötigte Referenzauskunft nicht eingeholt werden. 5.4 Gemäss Schreiben des Beschwerdeführers vom 12. September 2012 hat die angolanische Vertretung sein erstes Gesuch um Ausstellung eines heimatlichen Reisepasses abgelehnt, da er damals noch nicht im Besitz einer Geburtsurkunde gewesen sei . Weiteren Ausführungen des B e- schwerdeführers zufolge habe er eine Geburtsurkunde organisieren kö n- nen, welche er der ang olanischen Botschaft habe zukommen lassen. Dies habe aber nicht genügt. In der Folge habe er weitere Dokumente C-4110/2013 Seite 8 (Arbeitsbestätigung seines damaligen Arbeitgebers und Wohnsitzbestäti- gung) bei der Botschaft eingereicht. 5.5 Es versteht sich von selbst, dass die angolanische Botschaft dem Be- schwerdeführer die Ausstellung eines Reisepasses dann verwei gert, wenn Unterlagen fehlen, die zur Ausstellung eines Reisepasses zwingend benötigt und verlangt werden . Über die Voraussetzungen für eine Pas s- ausstellung haben infolge der Souverä nität der Staaten die jeweiligen heimatlichen Behörden zu befinden. Gemäss Homepage der angolan i- schen Botschaft in Bern muss ein Reisepassantrag oder ein Verläng e- rungsantrag für einen gewöhnlichen Reisepass von Angola persönlich in der Konsularabteilung der Botschaft von Angola gestellt werden. Staats- angehörige von Angola, die legal in der Schweiz leben, müssen dabei fol- gende Dokumente vorlegen: Vollständige Kopie der Geburtseintragung, komplette Geburtsurkunde, gültiger Personalausweis und Reisepapier (für eine Verlängerung), konsularische Meldekarte, vier neue Passbilder mit weissem Grund, Aufenthaltsberechtigung in der Schwe iz (Permis de Séjour), Heiratsurkunde (falls verheiratet), Arbeitsvertrag oder Beschein i- gung der Lehranstalt sowie Entrichtung einer Gebühr von Fr. 30.- oder ei- ne Kostenübern ahme für Minderjährige (vgl. dazu http:// www.ambassadeangola.ch, > Konsularabteilung > Nationale Dokumente > Reisepass, besucht im Februar 2014). Dies war auch dem Beschwe r- deführer bekannt, verfügte er doch über eine Liste der angolanischen Botschaft der für die Passausstellung benötigten Dokumente (vgl. Schre i- ben des Beschwerdeführers vom 24. April 2008). 5.6 Fest steht, dass die heimatliche Behörde die vom Beschwerdeführer eingereichte Geburtsurkunde als Fälschung einstufte. In einem an den Beschwerdeführer gerichteten Schreiben vom 20. September 2012 führte die Botschaft von Angola in Bern aus, jeder angolanische Staatsangeh ö- rige habe das Recht, einen Antrag zum Erhalt eines angolanischen Re i- sepasses zu stellen, sofern er die durch die Botschaft angeforderten Or i- ginaldokumente erbringen kann. Der Beschwerdeführer habe hinge gen eine Geburtsurkunde aus der Republik Cabinda vorgelegt. Da es k eine solche Republik gebe, handle es sich bei der Urkunde offensichtlich um eine Fälschung. 5.7 Dass die angolanischen Behörde n dem Beschwerdeführer aufgrund der eingereichten Geburtsurkunde die Ausstellung eines heimatlichen Reisepasses verwehrten, erscheint nachvollziehbar. Vorliegend gibt es auch keine Anhaltspunkte, an der Feststellung der angolanischen Bo t-C-4110/2013 Seite 9 schaft zu zweifeln , es handle sich bei der vorgelegten Geburtsurkunde um eine Fälsc hung. Immerhin machte der Beschwerdeführer in seinem ersten Gesuch um Ausstellung eines Passes für Ausländer vom 12. A u- gust 2008 noch geltend, er habe keine Geburtsurkunde und könne das Dokument auch nicht in Angola erhältlich machen, da er dort keine Fam i- lienangehörigen mehr habe (vgl. Schreiben vom 24. April 2008). In seinen Gesuchen vom 30. April 2010 und 26. September 2010 reichte er hing e- gen eine Geburtsurkunde, datiert vom 22. Januar 2009 ein und führte diesbezüglich pauschal aus, er habe das Dokument auf legalem Weg bei den zuständigen Behörden seines Geburtsortes (in Massabi in der Pr o- vinz Cabinda) organisieren können. 5.8 Das BFM führt des Weiteren aus, es sei bekannt, dass in einem a n- deren Fall die Behörden einen angolanischen Pass für eine Person mit Geburtsort "Cabinda" ausgestellt hätten. Diesbezüglich macht der B e- schwerdeführer replikweise geltend, er gehöre der Ethnie der Oyo an. Tei- le dieser Bevölkerungsgruppe würden die regierungskritische FLEC u n- terstützen. Er sei demgemäss Mitglied der FLEC gewesen. Dies hätten die Angehörigen der Heimatvertretung anhand der Identitätskarte des Be- schwerdeführers erkannt. Von da an sei der Weg einer Passbeschaffung über die angolanische Botschaft abgeschnitten gewesen, da er nicht mehr als Angolaner anerkannt worden sei. Der Beschwerdeführer ve r- kennt jedoch, dass mit Verfügung des Bundesamts für Flüchtlinge (BFF; heute BFM) vom 24. März 2003 festgehalten wurde, es bestünden erheb- liche Zweifel an den gemachten Angaben bezüglich seiner angeblichen politischen Betätigung bei der FLEC. In der Folge wurde das Asylgesuch abgelehnt. Dieser Entscheid wurde letztinstanzlich durch die Schweizer i- sche Asylrekurskommission (ARK ; heute: Bundesverwaltungsgericht ) bestätigt (vgl. Urteil vom 26. Mai 2003). Es kann somit aufgrun d dieser Ausführungen gerade nicht davon ausgegangen werden, der Beschwe r- deführer sei für die FLEC tätig gewesen. Im Übrigen ist einem Schreiben des Beschwerdeführers vom 24. April 2008 zu entnehmen, dass er am 21. April 2008 bei der angolanischen Botschaft in Bern vorgesprochen habe um einen Reisepass zu beantr a- gen. Dort habe man ihm aufgrund der vorgezeigten Original - Identitätskarte sofort bestätigt, dass er angolanischer Staatsbürger sei (einer Passausstellung stand damals der Ablauf der Gültigke itsdauer der Identitätskarte im Wege). Damit kann keine Rede davon sein, der B e- schwerdeführer sei von den angolanischen Behörden nicht als Angolaner anerkannt worden. Aus den Akten ist zudem ersichtlich, dass der Heimat-C-4110/2013 Seite 10 vertretung daran gelegen war, die Ang elegenheit zu klären, wurde der Beschwerdeführer doch mit Schreiben der Botschaft vom 20. September 2012 aufgefordert, sich bei der Botschaftskanzlei mit allen erforderlichen Dokumenten zu einem Gespräch zu melden. 5.9 Damit hat die Vorinstanz richtigerweise die Ausstellung eines Reise- dokumentes verweigert, kann es doch nicht Aufgabe der schweizerischen Behörden sein, Reisepapiere an ausländische Personen abzugeben, welche die formellen Voraussetzungen für die Ausstellung eines heimatli- chen Reisepasses nicht zu erfüllen vermögen bzw. die mittels un zurei- chender Dokumente versuchen, entsprechende schweizerische Reise- dokumente erhältlich zu machen. Dies würde zu einem unzulässigen Ein- griff in die Souveränität des betroffenen Drittstaates führen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-2523/2007 vom 27. Januar 2009 E. 3.3). Vor diesem Hintergrund läuft auch das Vorbringen ins Leere, dass der Beschwerdeführer keine andere als die vorgelegte Geburtsurkunde er- hältlich machen könne . Zu dieser Behauptung werden denn auch keine Anhaltspunkte oder Nachweise geliefert. 6. Die Vorinstanz hat demzufolge dem Beschwerdeführer zu Recht die Au s- stellung eines schweizerischen Reisepapiers verweigert. Die angefocht e- ne Verfügung erweist sich somit im Lichte von Art. 49 VwVG als recht- mässig und die Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen. 7. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung samt Verbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG, dessen Beurtei- lung mit Instruktionsverfügung vom 17. September 2013 auf einen späte- ren Zeitpunkt verwiesen wurde, ist abzuweisen, da der Beschwerde b e- reits im Zeitpunkt ihrer Einreichung keine Aussicht auf Erfolg zugespr o- chen werden konnte (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG). Dementsprechend sind die Verfahrenskosten, welche auf Fr. 8 00.- festzusetzen sind, dem B e- schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) C-4110/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Dem Gesuch um unentgeltliche Prozessführung samt Verbeiständung wird nicht stattgegeben. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein) – die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour) – den Migrationsdienst des Kantons Bern Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer Versand: