B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5336/2018 U r t e i l v o m 2 5 . J u l i 2 0 2 0 Besetzung Richterin Esther Marti (Vorsitz), Richterin Mia Fuchs, Richterin Roswitha Petry, Gerichtsschreiber Tobias Grasdorf. Parteien A._______, geboren am (...), und seine Tochter B._______, geboren am (...), Iran, beide vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt, Advokatur Kanonengasse, (...), Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 15. August 2018 / N (...). E-5336/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer ersuchte zusammen mit seiner Ehefrau und ihrer gemeinsamen Tochter am 28. Januar 2016 in der Schweiz um Asyl. B. Am 2. Februar 2016 befragte das Staatssekretariat für Migration (SEM, Vo- rinstanz) den Beschwerdeführer und seine Ehefrau sum marisch und am 23. November 2017 hörte die Vorinstanz sie ausführlich zu ihren Asylgrün- den an. Am 21. Dezember 2017 fand eine ergänzende Anhörung der Ehe- frau statt. C. Mit Verfügung vom 15. August 2018 stellte die Vorinstanz fest, die Be- schwerdeführenden (der Beschwerdeführer und seine Tochter) erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte ihre Asylgesuche ab. Zudem wies sie sie aus der Schweiz weg, setzte ihnen Frist zur Ausreise an und beauf- tragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. Die Ehe- frau des Beschwerdeführers erhielt am gleichen Tag eine separate Verfü- gung gleichen Inhalts. D. Am 17. September 2018 reichte der rubrizierte Rechtsvertreter für die Be- schwerdeführenden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein . Er beantragt, die Verfügung der Vorinstanz sei vollumfänglich aufzuheben und es sei die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden festzustellen sowie ihnen Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der un- entgeltlichen Prozessführung, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses und Beiordnung des Rechtsvertreters als unentgeltlicher Rechts- beistand. Gleichzeitig reichte der rubrizierte Rechtsvertreter auch für die Ehefrau des Beschwerdeführers beim Bundesverwaltungsgericht eine Be- schwerde mit den gleichen Rechtsbegehren ein (vgl. Verfahren E-5337/2018) und ersuchte um Koordination der beiden Verfahren. E. Am 5. Oktober 2018 reichte der Beschwerdeführer ein zusätzliches Be- weismittel ein. E-5336/2018 Seite 3 F. Mit Zwischenverfügung vom 11. Oktober 2018 hiess das Bundesverwal- tungsgericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh- rung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Gericht hiess auch das Gesuch um unentgeltliche Recht svertretung gut und bestellte den im Rubrum aufgeführten Rechtsvertreter als amtlichen Rechtsbeistand. Zudem stellte es in Aussicht, das Verfahren mit dem Ver- fahren der Ehefrau koordiniert zu behandeln. G. Am 18. Oktober 2018 reichte die Vorinstanz eine Vern ehmlassung ein, in der sie implizit die Abweisung der Beschwerde beantragt, und am 14. No- vember 2018 replizierten die Beschwerdeführenden. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgeri cht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbes timmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG [in der Fassung vom 1. Januar 2018], Art. 48 E-5336/2018 Seite 4 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Ab s. 1 AsylG). Soweit das Ausländerrecht anzuwenden ist, kann zudem die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 112 Abs. 1 AIG [SR 142.20] i.V.m. Art. 49 VwVG). 3. Streitig und zu prüfen ist die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdefüh- renden und gegebenenfalls die Asylgewährung. Falls kein Asyl zu gewäh- ren ist, sind im Weiteren die Wegweisung und der Wegweisungsvollzug zu prüfen. 4. 4.1 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und Art. 1A des Abkom- mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft mit gutem Grund Nachteile von bestimmter Intensität befürchten muss, die ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt zu werden drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staatlichen Schutz erwarten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f.; 2008/4 E. 5.2, jeweils m.w.H.). Die in Art. 3 Abs. 1 AsylG erwähnten fünf Verfolgungsmotive sind über die sprachlich allenfalls engere Bedeutung ihrer Begrifflichkeit hinaus so zu verstehen, dass die Verfolgung wegen äusserer oder innerer Merk- male, die untrennbar mit der Person oder Persönlichkeit des Opfers ver- bunden sind, erfolgt ist beziehungsweise droht (vgl. BVGE 2014/27 E. 6.3). Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs.2 AsylG). Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schut- zes setzt die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem vo raus, dass die betroffene Person in ihrem Heimat - oder Herkunftsstaat keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2; 2008/4 E. 5.2). Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Entscheides, wobei erlittene Verfolgung oder im Zeitpunkt der Ausreise bestehende begründete Furcht vor Verfolgung auf andauernde Gefährdung hinweisen kann. Veränderungen der Situation zwischen Ausreise und Asylentscheid sind zu Gunsten und zu Lasten der E-5336/2018 Seite 5 asylsuchenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2; 2010/9 E. 5.2; 2007/31 E. 5.3 f., jeweils m.w.H.). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Die Flüchtlingseigenschaft ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit für gegeben hält (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Glaubhaftma- chung bedeutet im Gegensatz zum strikten Beweis ein reduziertes Beweis- mass und lässt Raum für gewisse Einwände und Zweifel a n den Vorbrin- gen. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Demgegenüber reicht es für die Glaubhaftmach ung nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel- len (BVGE 2015/3 E. 6.5.1). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüch- lich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf ge- fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 3 AsylG). Die Glaubhaftigkeit von Aussagen asylsuchender Personen kann im Rah- men eines inha ltsorientierten Ansatzes aufgrund sogenannter Realkenn- zeichen beurteilt werden. Die Realkennzeichen ermöglichen eine Differen- zierung zwischen erlebnisbasierten und erfundenen respektive verfälsch- ten Aussagen. Je mehr Realkennzeichen eine Aussage enthält, desto grös- ser ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Aussage auf eigenem Erleben be- ruht. Dabei sind immer die Fähigkeiten der aussagenden Person und die Komplexität des vorgebrachten Geschehens zu berücksichtigen. Zu den Realkennzeichen gehören insbesondere d ie logische Konsistenz, die un- geordnete, aber inhaltlich letztlich stimmige Darstellung, der quantitative Detailreichtum, raum -zeitliche Verknüpfungen, die Wiedergabe von Ge- sprächen, ausgefallene Einzelheiten, spontane Verbesserungen der eige- nen Aussagen, das Eingeständnis von Erinnerungslücken sowie die Schil- derung von Interaktionen, Komplikationen, Nebensächlichkeiten, unver- standenen Handlungselementen und eigenen psychischen Vorgängen (vgl. ANGELIKA BIRCK, Traumatisierte Flüchtlinge, Wie glaubhaft sind i hre Aussagen?, Heidelberg 2002, S. 82 ff. und S. 139 ff.; REVITAL E-5336/2018 Seite 6 LUDEWIG/DAPHNA TAVOR/SONJA BAUMER, Wie können aussagepsychologi- sche Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und Anwälten helfen?, in: AJP 11/2011, S. 1423 ff.; vgl. auch BGE 129 I 49 E. 5, BGE 133 I 33 E. 4.3 sowie BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1 und 2012/5 E. 2.2, jeweils m.w.H.). 5. 5.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, seine Probleme im Iran hätten damit begonnen, dass er Zeuge eines Raubüberfalls geworden sei. Im Jahr (...) sei er zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter in einem (...)geschäft in C._______ gewesen, als drei bewaffnete Personen das Geschäft über- fallen hätten. Es seien Schüsse gefallen und sie hätten sich auf den Boden geworfen. Nach einer gewissen Zeit sei die Po lizei gekommen und habe ihnen gesagt, es sei vorbei. Seine Frau und die Tochter seien unter Schock gestanden, weshalb er sie in ein Spital gebracht habe. Noch am gleichen Tag seien sie wieder nach Hause gegangen. Seine Frau und die Tochter hätten in der Zeit nach dem Überfall stark unter dem Erlebnis gelitten. Eine Woche später seien sie von der Polizei aufgefordert worden, eine Zeugen- aussage zu machen. Er sei alleine zur Polizei gegangen, da es seiner Frau nicht gut gegangen sei, weshalb sie zuhause geblieben sei. Ungefähr ei- nen Monat später hätten sie erneut zur Polizei gehen müssen, diesmal auch die Frau. Dort seien sie aufgefordert worden , eine Klage gegen die Räuber zu unterschreiben, was sie gemacht hätten. Einige Monate nach dem Überfall sei ein Mann zu ihnen nach Hause ge- kommen und habe angegeben, er sei der Bruder einer der an dem Überfall beteiligten Personen. Er arbeite für den Etelaat (iranischer Geheimdienst). Der Mann habe den Beschwerdeführer aufgefordert, die Klage zurückzu- ziehen, sonst würden er und seine Familie teuer bezahlen. Ungefähr einen Monat später habe jemand einen Stein durch ein Fenster in ihre Wohnung geworfen. An dem Stein sei ein Drohbrief befestigt gewesen, mit de m sie wiederum aufgefordert worden seien, die Klage zurückzuziehen , sonst werde seine Familie umgebracht. Beide Vorfälle habe er der Polizei gemel- det. Nach dem Steinwurf sei die Polizei vorbeigekommen und habe ein Protokoll aufgenommen, habe aber nichts unternommen. Drei, vier Monate später habe er im Fernsehen gesehen, dass die Räuber gehängt worden seien. Ebenfalls in dieser Zeit habe er über einen Freund, der ihm eine Bibel ge- geben habe, das Christentum kennen gelernt und ein paar Mal eine Haus-E-5336/2018 Seite 7 kirche besucht. Als er eines Abends ein paar Minuten zu spät zu einer sol- chen Versammlung gekommen sei, habe er gesehen, wie die Polizei dabei gewesen sei, die Mitglieder der Hauskirche abzuführen. Einen der anwe- senden Polizisten habe er als den Mann erkannt, der zu ihnen gekommen sei und sie bedroht habe. Er habe Angst bekommen, da er davon ausge- gangen sei, dass die Verhaftungen seinetwegen vorgenommen worden seien. Er sei sofort nach Hause gegangen und mit seiner Frau und seiner Tochter zu seinem Bruder geflohen. Eine Woche später, im Januar 2016, seien sie aus dem Iran ausgereist. In der Schweiz habe er sich in der evangelisch-methodistischen Kirche tau- fen lassen, ebenso seine Frau. 5.2 Die Vorinstanz führt aus, der Beschwerdeführer habe sowohl in chro- nologischer als auch in sachlicher Hinsicht zu zentralen Sachverhaltsele- menten widersprüchliche Aussagen gemacht. Zudem habe er auch in ver- schiedener Hinsicht unlogische Angaben gemacht. Entsprechend seien seine Vorbringen in Bezug auf die Bedrohung durch den Bruder des Täters in wesentlichen Punkten zu widersprüchlich und unlogisch, um glaubhaft zu sein. Es sei deshalb davon auszugehen, dass seine Besuche in der Hauskirche so nie stattgefunden hätten und auch die geltend gemacht e Glaubensausübung, sollte diese tatsächlich schon vorhanden gewesen sein, vom Staat unbemerkt geblieben sei. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Frühjahr 2017 in der Schweiz getauft worden sei. Es bestünden jedoch keine Hinweise darauf, dass er den christlichen Glauben in leitender Funktion ausgeübt oder sich in seinem Glauben besonders exponiert habe. Deshalb handle es sich bei ihm um ein einf aches Mitglied einer christlichen Vereinigung, weshalb nicht davon auszugehen sei, dass er aufgrund der Konvertierung dem iranischen Staat aufgefallen sei. 6. 6.1 Der Beschwerdeführer bringt erstens vor, nach dem Raubüberfall auf das (...)geschäft habe ihn ein Mann bedroht, der sich als Bruder eines der drei Räuber ausgegeben habe. Dieser Mann sei zu ihm nach Hause ge- kommen und habe i hn aufgefordert, die Klage gegen die Räuber zurück- zuziehen, sonst werde er ihm Schwierigkeiten bereiten. Der Mann habe ihm gesagt, er arbeite beim Geheimdienst. Einige Zeit später sei ein Stein mit einer ähnlichen, schriftlichen Drohung in sein Haus geworfen worden. E-5336/2018 Seite 8 Die Vorinstanz erachtet diese Vorbringen des Beschwerdeführers als nicht glaubhaft. Unabhängig von der Frage der Glaubhaftigkeit dieser Vorbrin- gen ist jedoch festzuhalten, dass in den Drohungen, die erfolgt seien, weil der Mann seinem wegen eines Raubüberfalls angeklagten Bruders zu hel- fen versucht habe, kein flüchtlingsrechtlich relevantes Motiv ersichtlich ist. Dass der M ann angeblich ein Mitarbeiter des Geheimdiensts war, macht aus den geltend gemachten Drohungen keine politisch motivierte Verfol- gung. Der Beschwerdeführer bringt denn auch nicht vor , der Mann habe ein in der Flüchtlingskonvention genanntes Motiv gehabt , sondern führt einzig aus, dieser habe damit seinem angeklagten Bruder helfen wollen . Auch liegen keine Hinweise dafür vor, dass die vom Beschwerdeführer ver- ständigte Polizei aus flüchtlingsrechtlich relevanten Gründen nicht schutz- willig gewesen wäre, zumal der Beschwerdeführer ausführt, die Polizei sei nach dem Steinwurf gekommen und habe ein entsprechendes Protokoll aufgenommen. Diese Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen somit keine flücht- lingsrechtlich relevante Verfolgung darzulegen. Die Frage, ob sie glaubhaft seien oder nicht, braucht damit nicht abschliessend beurteilt zu werden. 6.2 6.2.1 Der Beschwerdeführer macht im Weiteren geltend , er sei eines Abends zu spät zu einer Versammlung seiner Hauskirche gekommen und habe gesehen, wie der Geheimdienst die Teilnehmer der Hauskirche her- ausgeführt und verhaftet habe. Er habe in einem der beteiligten Geheim- dienstmitarbeiter den Bruder des Räubers erkannt , der ihn bedroht habe . Deshalb gehe er davon aus, dass dieser es mit der Durchsuchung und den Verhaftungen auf ihn abgesehen habe, aus Rache für die Hinrichtung sei- nes Bruders. 6.2.2 Grundsätzlich ist festzuhalten, dass das Vorbringen des Beschwer- deführers, der Bruder des Räubers habe die Verhaftung der Teilnehmer der Hauskirche durchgeführt, um sich an ihm zu rächen , wenig plausibel er- scheint. Dass ein Geheimdienstmitarbeiter seine staatliche Macht in die- sem Sinne für persönliche Zwecke missbraucht, erscheint zwar nicht aus- geschlossen, ist aber auch im iranischen Kontext nicht sehr wahrschein- lich. Dies ist vorliegend u mso weniger der Fall, als die Räuber zu diesem Zeitpunkt gemäss Darstellung des Beschwerdeführers bereits hingerichtet worden waren, der Bruder mit dieser Aktion damit sein ursprüngliches Ziel, den Beschwerdeführer zu einem Rückzug der Klage zu bewegen, also nicht mehr erreichen konnte. In diesem Sinne hätte es ich um eine reine E-5336/2018 Seite 9 Racheaktion gehandelt , wobei nur schwer nachvollziehbar erscheint, wieso der Mann sich am Beschwerdeführer hätte rächen wollen, wird die von diesem unterzeichnete Privatklage gegen die Räuber doch kaum ent- scheidend zu deren Verurteilung beigetragen haben . Zudem würde eine solche auf den Beschwerdeführer abzielende Racheaktion voraussetzen, dass der Mann den Beschwerdeführer über längere Zeit observiert hätte, was umso unwahrscheinlicher erscheint, als der Beschwerdeführer angibt, er sei insgesamt lediglich drei- oder viermal bei einer Zusammenkunft der Hauskirche gewesen. Die Ausführungen des Beschwerdeführers zu diesem Vorbringen sind zu- dem durchgehend oberflächlich, schematisch und enthalten wenig Sub- stanz (vgl. Protokoll der Anhörung des Beschwerdeführers in SEM-Akte A13 F26 und F102 ff.). Einige von ihm angeführte Details erscheinen nicht nachvollziehbar. So gibt der Beschwerdeführer beispielsweise an, er habe zwar bereits aus seinem Wagen Polizeiautos und Polizisten vor dem Ge- bäude, in dem die Versammlung der Hauskirche stattfand, gesehen, sei jedoch trotzdem aus dem Auto ausgestiegen (SEM-Akte A13 F116 und F132 f.). Auch wenn er ausführt, er sei anschliessend schnell wieder in sein Auto eingestiegen und weggefahren (SEM-Akte A13 F133), erscheint nicht nachvollziehbar, wieso er in einer solchen Situation das Auto überhaupt verlassen würde, insbesondere da er auch aussagt, er habe bereits vom Auto aus gesehen, dass einer der Polizisten der Bruder eines Räubers ge- wesen sei (SEM-Akte A13 F132). Das Aussteigen aus dem Auto erscheint zudem umso weniger plausibel, als der Beschwerdeführer angibt, er sei bei Besuchen der Hauskirche immer vorsichtig gewesen und habe immer da- rauf geachtet, ob ihn jemand verfolge oder beobachte (SEM-Akte A13 F113 f.). Schliesslich erstaunt es, dass der Beschwerdeführer den Bruder des Räubers direkt bei der Ankunft aus dem Auto heraus (SEM -Akte A13 F132) und von Weitem (SEM-Akte A5 Ziff. 7.01, S. 10) an seinem Bart er- kannte (SEM-Akte A13 F117 und F132), zumal er ihn nur einmal mehrere Monate zuvor gesehen hatte und er ihn an der Anhörung lediglich mit «gross» und «bärtig» beschreiben konnte (SEM-Akte A13 F54). Schliesslich ist auf gewisse Widersprüche in den Aussagen des Beschwer- deführers in der Anhörung im Vergleich zu seinen Aussagen in der summa- rischen Befragung und den Aussagen seiner Ehefrau in der summarischen Befragung hinzuweisen. Auch wenn Widersprüche zu Aussagen in der summarischen Befragung nur mit Zurückhaltung zu bewerten sind, er- scheint dies vorliegend insofern – mit der gebotenen Zurückhaltung – ge- rechtfertigt, als sowohl der Beschwerdeführer als auch seine Ehefrau an E-5336/2018 Seite 10 der Befragung relativ ausführliche Aussagen machten. Die Beschwerde- führerin sagte in der summarischen Befragung aus, der Beschwerdeführer sei telefonisch darüber informiert worden, dass bei der Hauskirche eine Durchsuchung im Gang sei , und er sei gewarnt worden, nicht dorthin zu gehen (vgl. Protokoll der summarischen Befragung der Beschwerdeführe- rin in SEM-Akte A6 Ziff. 7.01 S. 8). Der Beschwerdeführer erwähnt einen solchen Anruf weder in der summarischen Befragung noch an seiner An- hörung. Auf de n Widerspruch hingewiesen, sagt der Besc hwerdeführer aus, das könne nicht sein und sei wahrscheinlich missverstanden worden (SEM-Akte A13 F128). Dieser Widerspruch kann nicht durch die ärztlich diagnostizierte Amnesie der Beschwerdeführerin oder die Folgen ihrer Traumatisierung erklärt werden. Zudem sagt der Beschwerdeführer in der summarischen Befragung aus, er habe gesehen, dass die Polizisten in das Haus eingedrungen seien (vgl. Protokoll der summarischen Befragung des Beschwerdeführers in SEM-Akte A5 Ziff. 7.01 S. 10), in der Anhörung führte er jedoch aus, er habe gesehen, wie die Polizisten Leute aus dem Haus herausgeführt hätten (SEM-Akte A13 F103, F105 und F117). Auf Vor- halt sagt er, er habe an der Befragung das gleiche gesagt, die Polizisten seien vor dem Haus gewesen (SEM-Akte A13 F136 f.). Auch der Hinweis des Beschwerdeführers in der Beschwerde auf verschiedene Interpretati- onsmöglichkeiten seiner Aussage bei der summarischen Befragung ver- mag diesen Widerspruch nicht vollständig aufzulösen. Schliesslich fällt auf, dass der Beschwerdeführe r seine eigene Gefühlslage in der summari- schen Befragung anders beschreibt als in der Anhörung: In der Befragung gibt er an, er sei sich nach der Hinrichtung der Räuber sicher gewesen, dass der Bruder ihnen Schaden zufügen würde (SEM -Akte A5 Ziff. 7.01 S. 10). In der Anhörung sagt er jedoch aus, er habe zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht mehr damit gerechnet, dass der Bruder immer noch ver- suchen könnte, Rache zu nehmen (SEM-Akte A13 F111). Diesen gegen die Glaubhaftigkeit sprechenden Elementen ist gegenüber- zustellen, dass der Beschwerdeführer in der Anhörung gewisse Details im Zusammenhang mit der Durchsuchung bei der Hauskirche nennt. So sagt er aus, dass er am Abend der Verhaftungen wegen eines Staus zu spät gekommen sei (SEM-Akte A13 F105), und dass der Bruder des Räubers ein Funkgerät und eine Waffe gehabt habe (SEM -Akte A13 F105). Diese vereinzelten Details vermögen aber an der grundsätzlichen Unglaubhaf- tigkeit dieses Vorbringens nichts zu ändern, zumal es sich bei diesen De- tails nicht um ausgefallene Einzelheiten handelt und die Ausführungen des Beschwerdeführers darüber hinaus keine weiteren Realkennzeichen ent- halten. E-5336/2018 Seite 11 6.2.3 Insgesamt ist damit das Vorbringen des Beschwerdeführers, die Po- lizei habe die Mitglieder seiner Hauskirche verhaftet, er selber sei der Ver- haftung nur durch Zufall entgangen und an der Verhaftung habe der Bruder des Räubers teilgenommen, weshalb die Durchsuchung wohl wegen ihm durchgeführt worden sei, nicht glaubhaft. 6.3 6.3.1 Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, er habe im Iran drei -, viermal an Versammlungen einer Hauskirche teilgenommen. Nach seiner Ankunft in der Schweiz, sei er zudem der evangelisch-methodistischen Kir- che beigetreten und habe sich taufen lassen. 6.3.2 Die Menschenrechtssituation im Iran muss schon seit geraumer Zeit in genereller Hinsicht als schlecht bezeichnet werden . Jegliche Kritik am System der Islamischen Republik und an deren Würdenträgern ist tabu . Auch die Religionsfreiheit ist im Iran nicht gewährleistet. Das Judentum, das Christentum und der Zoroastrismus geniessen zwar innerhalb des ge- setzlichen Rahmens das Recht auf freie Ausübung ihrer religiösen Riten und Zeremonien und ihre Anhängerinnen und Anhänger dürfen sich in per- sönlichen und glaubensspezifischen Belangen gemäss ihren religiösen Vorschriften verhalten. Die diskrete und private Glaubensausübung ist im Iran damit grundsätzlich möglich. Dieser Grundsatz wird jedoch nicht nur im alltäglichen Leben, sondern auch durch verschiedene Paragraphen des iranischen Rechts durchbrochen. So werden die Christen im Iran insbeson- dere in wirtschaftlicher, beruflicher und sozialer Hinsicht diskriminiert, was auch deren Schlechterstellung in ehe -, erb- und strafrechtlichen Angele- genheiten zur Folge hat. Obwohl die offiziellen christlichen Kirchen im Iran geduldet werden, sind zudem keine Hauskirchen erlaubt (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.1 ff. sowie Urteile des BVGer D-4795/2016 vom 15. März 2019 E. 6 und D-6142/2017 vom 20. Juni 2018 E. 7.3.3). Der Abfall vom Islam ist im Iran verboten. Gemäss dem Koran kommt der Abfall vom Glauben dem Verrat an der islamischen Gemeinde gleich und soll mit dem Tod bestraft werden. Das kodifizierte iranische Strafrecht kennt jedoch die Apostasie als Tatbestand bisher nicht. Der Übertritt allein führt grundsätzlich zu keiner (individuellen) staatlichen Verfolgung, sofern der Konvertit den absoluten Machtanspruch der Muslime respektiert und nicht missionierend tätig wird. Die Gefahr einer Verfolgung durch den iranischen Staat besteht vor allem dann , wenn der Glaubenswechsel bekannt wird E-5336/2018 Seite 12 und zugleich Aktivitäten des Konvertiten vorliegen, die vom Regime als An- griff auf den Staat anges ehen werden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.4 und Urteil des BVGer D-6142/2017 vom 20. Juni 2018 E. 7.3.2). Missionierende Tätigkeit wird als Verstoss gegen allgemein geltende reli- giöse Grundprinzipien angesehen und als solche r verfolgt. Dabei richtet sich das Vorgehen der Sicherheitskräfte im Besonderen gegen Kirchenfüh- rer und gegen in der Öffentlichkeit besonders aktive Christen. Mit einer asylrelevanten Verfolgung durch den iranischen Staat ist mithin dann zu rechnen, wenn sich eine Person durch eine missionierende Tätigkeit expo- niert und Aktivitäten vorliegen, die vom Regime als Angriff auf den Staat angesehen werden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.3 f. und Urteil des BVGer D-4795/2016 vom 15. März 2019 E. 6 m.w.H.). Für Konvertiten kann eine Gefährdung zudem dadurch entstehen, dass sie ins Visier radikaler Muslime geraten, die den Abfall vom Islam als ein mit dem Tod zu bestrafendes Vergehen betrachten. Von einem genügenden Schutzwillen der iranischen Behörden in solchen Fällen kann nicht ohne Weiteres ausgegangen werden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.3 f. und Urteil des BVGer D-4795/2016 vom 15. März 2019 E. 6 m.w.H.). 6.3.3 Die Konversion des Beschwerdeführers zum Christentum erscheint glaubhaft. Seine Taufe und seine regelmässige Teilnahme an kirchlichen Aktivitäten seit 2016 in der Schweiz sind durch entsprechende Bestätigun- gen der e vangelisch-methodistischen Kirche D._______ belegt. Gemäss Schreiben der Kirche vom 4. September 2018 hat der Beschwerdeführer Ende 2016 und Anfang 2017 einen Glaubenskurs absolviert und sich im Frühling 2017 taufen lassen. Der Beschwerdeführer macht jedoch nicht geltend, er sei im Iran oder in der Schweiz missionierend oder in leitender, kirchlicher Stellung tätig gewesen. Zudem hat er sich nie öffentlich zu reli- giösen (oder politischen) Themen geäussert, weder im Iran noch in der Schweiz. Auch gibt es keine Hinweise auf Familienmitglieder oder andere radikale Muslime, die bei einer Rückkehr in den Iran eine konkrete Gefahr darstellen könnten. Da die angebliche Verhaftung der Mitglieder der Haus- kirche als nicht glaubhaft beurteilt worden ist (vgl. E. 6.2), liegen auch keine Hinweise dafür vor, dass die iranischen Behörden vom Interesse des Be- schwerdeführers an der christlichen Religion erfahren hätten oder er aus anderen Gründen in den Fok us der iranischen Behörden geraten sein könnte. Auch wenn das (religiöse) Leben des Beschwerdeführers damit bei einer Rückkehr in den Iran gewissen Einschränkungen unterliegen dürfte, ist nicht davon auszugehen, dass diese eine solche Intensität erreichen E-5336/2018 Seite 13 würden, dass sie einen unerträglichen psychischen Druck im Sinne von Art. 3 AsylG bewirken würden. 6.4 Insgesamt ist damit festzustellen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in den Iran keiner flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung aus- gesetzt ist. Er erfüllt damit die Flüchtlingseigenschaft nicht. Da zudem auch seine Ehefrau die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt (vgl. Verfahren E-5337/2018) hat die Vorinstanz sein Asylgesuch zu Recht abgewiesen. 7. Lehnt die Vorinstanz das Asylgesuch ab oder tritt sie darauf nicht ein, so verfügt sie in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; sie berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie. Die Beschwerdeführenden verfügen i nsbesondere weder über eine aus- länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord- net (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, jeweils m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 8.2 Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit) sind al- ternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Weg- weisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (BVGE 2009/51 E. 5.4). 8.3 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft: Sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu ma- chen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.4 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein E-5336/2018 Seite 14 Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (flüchtlings- rechtliches Refoulementverbot; Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 Abs. 1 AsylG). Zudem darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden (menschenrechtliches Refou- lementverbot; Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 EMRK und Art. 3 des Übereinkom- mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame , un- menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]). Gemäss Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschen- rechte (EGMR) und des UN -Anti-Folterausschusses liegt eine Verletzung des menschenrechtlichen Refoulementverbots vor, wenn die Beschwerde- führenden eine konkrete Gefahr ("real risk") dafür nachweisen oder glaub- haft machen können, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung droht (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Ita- lien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine flüchtlingsrecht- lich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, findet das flüchtlingsrechtliche Refoulementverbot vorliegend keine Anwendung. Die allgemeine Menschenrechtssituation im Iran lässt den Wegweisungs- vollzug zum heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. Schliesslich ist auch nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdefüh- renden im Falle einer Ausschaffung in den H eimatstaat dort mit beachtli- cher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbote- nen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Wie bereits festgestellt, droht dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Konversion zum Christen- tum im Iran keine Strafe oder Behandlung, die gegen Art. 3 EMRK verstos- sen würde. Die vom Beschwerdeführer in der Beschwerde angeführten Ur- teile des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Auch liegen keine genügenden Hin- weise dafür vor, dass dem Beschwerde führer von Seite des angeblichen Geheimdienstmitarbeiters und Bruders einer der Räuber – selbst unter der Annahme der Glaubhaftigkeit der diesbezüglichen Vorbringen – bei einer Rückkehr in den Iran heute, über vier Jahre nach den angeblichen Ereig- nissen, Gefahr drohen würde. Sollte dies dennoch der Fall sein, hätte der Beschwerdeführer (und seine Familie) zudem die Möglichkeit, sich an ei- nen anderen Ort im Iran zu begehen, insbesondere nach Teheran, wo sie vor dem Mann sicher wären. E-5336/2018 Seite 15 Entsprechend ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der flücht- lingsrechtlichen als auch der menschenrechtlichen Bestimmungen zuläs- sig. 8.5 8.5.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemei- ner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefähr det sind. Art. 83 Abs. 4 AIG findet insbesondere Anwendung auf Personen, die nach ihrer Rückkehr einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie aus objektiver Sicht wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrschein- lichkeit in völlige und and auernde Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustan- des, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wären (BVGE 2014/26 E. 7.5 m.w.H.). Aus medizinischen Gründen kann nur dann auf Unzumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs geschlossen werden, wenn eine not- wendige Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person führt. Dabei wird diejenige allgemeine und dringende medizinische Behandlung als relevant erachtet, die zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwen- dig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls nicht bereits dann vor, wenn im Hei- mat- oder Herkunftsstaat nicht eine dem hohen schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Sind Kinder von einem Wegweisungsvollzug betroffen, bildet das Kindes - wohl im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung einen Gesichtspunkt von ge- wichtiger Bedeutung. Dies ergibt sich insbesondere aus einer völker - rechtskonformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AIG im Lich te von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes vom 20. Novem- ber 1989 (KRK, SR 0.107). Unter dem Aspekt des Kindswohls sind sämtli- che Umstände zu würdigen, die im Hinblick auf eine Wegweisung wesent- lich erscheinen, namentlich das Alter des Kindes, dessen Reife und Abhän- gigkeit, die Art der Beziehung zu Bezugspersonen (Nähe, Intensität, Trag- fähigkeit), die Eigenschaften der Bezugspersonen (insbesondere Unter- stützungsbereitschaft und -fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich der Entwicklung und Ausbildung des Kindes sowie der Grad der erfolgten In- tegration bei einem längeren Aufenthalt in der Schweiz. Gerade die Dauer E-5336/2018 Seite 16 des Aufenthaltes in der Schweiz ist im Hinblick auf die Prüfung der Chan- cen und Hindernisse einer Reintegration im Heimatland bei einem Kind als gewichtiger Faktor zu werten . Dabei ist aus entwicklungspsychologischer Sicht nicht nur das unmittelbare persönliche Umfeld des Kindes (d.h. des- sen Kernfamilie) zu berücksichtigen, sondern auch dessen übrige soziale Einbettung. Die Verwurzelung in der Schweiz kann eine reziproke Wirkung im Sinne einer Entwurzelung im Heimatland haben, die unter Umständen die Rückkehr dorthin als unzumutbar erscheinen lässt (BVGE 2009/51 E. 5.6; 2009/28 E. 9.3.2 je m.w.H.) 8.5.2 Die Zumutbarkeit des Wegweisungs vollzugs ist vorliegend für den Beschwerdeführer und seine Familie als Einheit zu prüfen (Art. 44 AsylG). Betroffen von einem Wegweisungsvollzug sind neben dem Beschwerde- führer seine in sein Asylgesuch einbezogene Tochter und seine Ehefrau (und Mutter der Tochter), deren Beschwerde im Verfahren E-5337/2018 be- urteilt wird. 8.5.3 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen (...)-jährigen, ge- sunden Mann, der vor seiner Ausreise aus dem Iran nach einer (...)lehre in C._______ als (...)händler tätig war und damit gemäss eigenen Angaben sein Auskommen verdiente. Gemäss seinen Angaben wohnen seine Mut- ter und seine sechs volljährigen Geschwister weiterhin in C._______. 8.5.4 Der Beschwerdeführer ist sei t 2002 mit seiner E hefrau verheiratet. Gemäss ihren Angaben wohnen ihre Mutter und ihre fünf Geschwister wei- terhin in C._______. Gemäss dem neusten vorliegenden Bericht der die Ehefrau behandelnden Psychologin vom 9. November 2018 ist diese seit September 2016 in psy- chotherapeutischer Behandlung. Die Symptome wiesen gemäss dem Be- richt auf die folgenden Diagnosen hin: eine mittelgradige bis schwere De- pression (ICD-10: F32.1) infolge einer komplexen Traumatisierung, eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) und eine dissoziative Amne- sie (F44.0). Sie leide unter belastenden intrusiven Erinnerungen und Flash- backs, erhöhter Reizbarkeit, negativen Gedanken, Gedankenkreisen, Kon- zentrationsstörungen, Vergesslichkeit und massiven Schlafstörungen, die mit schwersten Einschränkungen der Alltagsaktivitäten einherg ingen. Mit der konfrontativen Traumatherapie hätten erste Erfolge erzielt werden kön- nen. Da die Patientin jedoch keine stabile Lebenssituation habe, hätten die traumatischen Erlebnisse noch nicht gründlich behandelt werden können. Seit E rgehen der negativen, vorinstanzlichen Verfügung sei die Ehefrau E-5336/2018 Seite 17 wieder sehr instabil und in dauerhafter Krisensituation, weshalb keine Fort- schritte mehr hätten erzielt werden können. Die Ehefrau war vom (...) 2018 ein zweites Mal nach einer Verschlechte- rung ihres psychischen Zustands zur Krisenintervention in stationärer Be- handlung bei den E._______. Im entsprechenden Austrittsbericht vom 24. August 2018 wurde eine rezidivierende depressive Störung, damals schwere Episode, ohne psychotische Symptome (F33.2) und eine post- traumatische Belastungsstörung (F43.1) diagnostiziert. Die Symptomatik umfasse eine depressive Stimmung, Freudeverlust, Antriebsstörung, Min- derwertigkeit, Schuldgefühle, Suizidgedanken, Konzentrationsstörung, Schlafstörung und Appetitverlust. Im Verlauf der Hospitalisation habe sich das Zustandsbild verbessert, die Stimmung habe sich leicht aufgehellt und der Schlaf habe sich reguliert. Die Ehefrau habe in ausreichend stabilisier- tem Zustand in die gewohnten Verhältnisse entlassen werden können und es habe beim Austritt keine Selbst- oder Fremdgefährdung bestanden. Die erste Hospitalisation war zuvor vom (...) 2016 erfolgt (vgl. Kurzaustrittsbe- richt der E._______ vom 6. September 2016). In somatischer Hinsicht wurde die Ehefrau aufgrund einer Krebsdiagnose sowohl im Iran als auch in der Schweiz mehrmals operativ behandelt . So wurden ihr 2015 im Iran aufgrund eines bösartigen Tumors (...) operativ entfernt. In der Schweiz musste sie im Juli 201 6 aufgrund einer Narben- hernie der Bauchwand hospitalisiert werden. Gemäss Austrittsbericht des Kantonsspitals F._______ vom 12. Juli 2016 wurde eine Hernienreparatur durchgeführt mit anschliessendem komplikationslosem postoperativem Verlauf. Gemäss Austrittsbericht des Kantonsspitals F._______ vom 11. August 2016 war die Ehefrau im August 2016 erneut hospitalisiert, dies- mal aufgrund eines infizierten Seroms im Unterbauch. Im Bericht wird aus- geführt, es sei ein komplikationsloser Eingriff durchgeführt worden und der postoperative Verlauf sei ebenfalls komplikationslos gewesen, so dass die Ehefrau in gutem Allgemeinzustand habe nach Hause entlassen werden können. Schliesslich muss die Ehefrau halbjährlich zur Tumornachsorge (vgl. Bericht des Kantonsspitals F._______ vom 19. März 2018). Die genannten Arztberichte zeigen auf, dass die Ehefrau des Beschwerde- führers unter erheblichen psychischen Belastungen leidet. Die ärztlichen Berichte diagnostizieren übereinstimmend eine mittelgradige bis schwere Depression und eine posttraumatische Belastungsstörung, die sich a uch erheblich negativ auf ihren Alltag auswirken. Es ist davon auszugehen, dass die Ehefrau bei einer Rückkehr in den Iran nicht mehr von einer E-5336/2018 Seite 18 gleichwertigen psychotherapeutischen Unterstützung wird profitieren kön- nen wie in der Schweiz, weshalb eine Verschlechterung ihrer gesundheit- lichen Situation nicht ausgeschlossen werden kann. Das Gesundheitssys- tem im Iran weist jedoch ein relativ hohes Niveau auf (vgl. WHO, Health profile 2015, Islamic Republic of Iran, S. 21 ff., <http://applica- tions.emro.who.int/dsaf/EMROPUB_2016_EN_19265.pdf?ua=1&ua=1>, abgerufen am 02.06.2020). Dies gilt auch für die Behandlung psychischer Probleme. So arbeiten im Iran 1'800 Psychiater und es gibt über 200 psy- chiatrische Kliniken respektive psychiatrische Spitalabteilun gen ( BEHZAD DAMARI ET AL., Transition of Mental Health to a More Responsible Service in Iran, in: Iranian Journal of Psychiatry 2017 Vol. 12/1, S. 36 ff.). Es ist deshalb davon auszugehen, dass sie im Iran zumindest eine elementare medizinische und psychot herapeutische Behandlung erhalten kann und auch die Tumornachsorge gewährleistet ist . Unter diesen Umständen er- scheint eine Rückkehr der Ehefrau in den Iran zusammen mit ihrer Familie als zumutbar. 8.5.5 Die Tochter des Beschwerdeführers und von dessen Ehefrau i st heute 13-jährig. Sie lebt seit Anfang 2016 in der Schweiz und geht hier zur Schule. Verschiedene Eingaben belegen, dass s ie sich in der Schweiz sprachlich, schulisch und sozial gut einleben konnte. Mehrere Schreiben von verschiedenen Privatpersonen zeigen insbesondere, dass sich die Tochter in der Schweiz ein gewisses soziales Umfeld aufgebaut hat. Die Tochter leidet psychisch unter den Erlebnissen im Iran, der Angst vor einer Ablehnung des Asylgesuchs und einer Rückkehr in den Iran sowie unter den gesundheitlichen Schwierigkeiten ihrer Mutter. Sie stand deswe- gen gemäss einem Bericht der E._______ vom 25. September 2018 zu diesem Zeitpunkt seit einem Jahr in ambulanter psychotherapeutischer Be- handlung (zunächst ein- respektive zweiwöchentlich, später drei- bis vier- wöchentlich). In dem Bericht wird ausgeführt , im Dezember 2017 sei bei ihr eine posttrau matische Belastungsstörung diagnostiziert worden. Seit dem negativen Asylentscheid habe sich ihr Zustand drastisch verschlech- tert. Sie habe sich von ihrem sozialen Umfeld zurückgezogen, habe keine Energie mehr für die Schule und habe begonnen, sich regelmässig selber mit der Schere zu verletzen. Gemäss einem Austrittsbericht der E._______ vom 9. November 2018 war die Tochter dann vom (...) November 2018 zur Krisenintervention und psychischer Stabilisierung im Rahmen einer psy- chosozialen Belastung nach der Abweisung des Asylgesuchs hospitalisiert. Im Bericht werden Anpassungsstörungen (F43.2) diagnostiziert und es wird ausgeführt, die Patientin sei psychisch deutlich belastet. Sie zeige die E-5336/2018 Seite 19 Symptome einer Anpassungsstörung mit deutlicher emotionaler Beein- trächtigung und mit Hinweisen auf eine depressive Episode. Im Vorder- grund stehe die massive Angst im Zusammenhang mit dem negativen Asyl- entscheid. Ihre Stimmung habe sich im Verlauf der Hospitalisation gebes- sert und die familiären Beziehungen zu Vater und Mutter böten ihr als pri- märe Ressource Unterstützung. Es ist damit nicht zu übersehen, dass die Rückkehr in den Iran für die Toch- ter zu einer psychischen Belastung werden dürfte. Da die Beschwerdefüh- renden keine neueren Arztberichte eingereicht haben, darf davon ausge- gangen werden, dass sich die psychische Situation der Tochter zumindest nicht verschlechtert hat. Der Austrittsbericht der E._______ vom 9. Novem- ber 2018 nennt zum Zeitpunkt der Entlassung keine Gefahr einer Selbst- gefährdung und geht davon aus, dass die Tochter durch ihre Eltern ange- messen unterstützt werden kann. Dies sollte grundsätzlich auch bei einer Rückkehr in den Iran der Fall sein, wo zudem auch die Tochter zumindest eine elementare psychotherapeutische Behandlung erhalten kann . Die zum Zeitpunkt dieses Urteils (...)-jährige Tochter hat sich in den knapp vier Jahren seit ihrer Einreise in der Schweiz gut integriert und ein gewisses soziales Umfeld aufgebaut. Auch deshalb dürfte ihr d ie Rückkehr in den Iran nicht einfach fallen. Trotzdem ist aufgrund ihres relativ jungen Alters und der nicht übermässig langen Abwesenheit von ihrem Heimatland nicht davon auszugehen, dass ihr e Wiederintegration im Iran stark erschwert sein sollte, zumal sie dort vor ihrer Ausreise bereits drei Jahre lang die Schule besucht hatte . Insgesamt ist deshalb nicht davon auszugehen, dass das Kindeswohl vorliegend entscheidend gegen die Zumutbarkeit ei- ner Rückkehr in den Iran spricht. 8.5.6 Insgesamt ist damit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nach einer Rückkehr in den Iran finanziell für seine Familie sorgen und er sich auch sonst angemessen um seine Ehefrau und die Tochter kümmern kann. Soweit notwendig wird er dabei auf die Unterstützung seiner im Iran lebenden Verwandten (Mutter und sechs Geschwister) und der Verwand- ten seiner Ehefrau (Mutter und fünf Geschwister) zählen können . Die grundlegende psychiatrische Behandlung der Tochter und insbesondere der Mutter ist im Iran ebenfalls gewährleistet. Damit ist der Vollzug des Be- schwerdeführers und seiner Tochter (zusammen mit der Ehefrau) in den Iran zumutbar. 8.6 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän- digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen E-5336/2018 Seite 20 Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög- lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass di e angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. 10.1 Die Verfahrenskosten sind in der Regel der unterliegenden Partei auf- zuerlegen. Da den Beschwerdeführenden die unentgeltliche Prozessführung gewährt worden ist, sind jedoch keine Kosten zu erheben (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 10.2 Dem vom Gericht bestellten unentgeltlichen Rechtsbeistand der Be- schwerdeführenden ist eine Entschädigung zu Lasten des Gerichts auszu- richten (Art. 65 Abs. 5 VwVG und Art. 12 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs- gericht [VGKE, SR 173. 320.2] i.V.m. Art. 8 ff VGKE). Der Rechtsbeistand reichte keine Kostennote ein. Der notwendige Vertretungsaufwand lässt sich indes aufgrund der Aktenlage zuverlässig abschätzen, weshalb pra- xisgemäss auf die Einholung einer solchen verzichtet wird (Art. 14 Abs. 2 VGKE). In Anwendung der genannten Bestimmungen und unter Berück- sichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren (Art. 8 ff. VGKE) ist das amtliche Honorar auf Fr. 3'198.70 (ausgehend von einem Aufwand von 13.5 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 220.–; inkl. Mehrwertsteu- erzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) E-5336/2018 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dem amtlichen Rechtsbeistand wird zu Lasten der Gerichtskasse ein Ho- norar von Fr. 3'198.70 ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Esther Marti Tobias Grasdorf Versand: