Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. Februar 2017 (720 16 280 / 50) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts: Auf das schlüssige Verwaltungs- gutachten kann abgestellt werden Besetzung Vorsitzender Kantonsrichter Daniel Noll, Kantonsrichter Yves Thom- men, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Markus Schä- fer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1963 geborene A.____ hatte sich im Juli 2009 unter Hinweis auf „psychische Be- lastung“ bei der Eidgenössischen Invalidenversicher ung (IV) zum Bezug von Leistungen ange- meldet. Nach Abklärung der gesundheitlichen und der erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV- Stelle Basel-Landschaft mit Verfügung vom 24. Augus t 2010 einen Rentenanspruch der Versi- cherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 0 % ab. Diese Verfügung erwuchs unangefoch- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten in Rechtskraft. Am 18. Juli 2011 meldete sich A.____ wiederum bei der IV zum Leistungs- bezug an. Mit Verfügung vom 15. Dezember 2011 trat d ie IV-Stelle jedoch auf dieses neue Ge- such mit der Begründung nicht ein, dass die Versicherte e ine Verschlechterung ihres Gesund- heitszustandes nicht habe glaubhaft machen können. Gegen diese Verfügung erhob A.____ Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht). Die Versicherte zog diese Beschwerde in der Folge jedoch wiede r zurück, worauf das Kantonsge- richt das Verfahren (Nr. 720 12 13) mit Beschluss vom 20. März 2012 zufolge Beschwerderück- zuges abschrieb. Am 16. August 2012 meldete sich A.____ erneut bei der IV zum Leistungsbezug an. Zur Be- gründung wies sie auf eine Verschlechterung ihres Gesund heitszustandes aufgrund einer Bauchoperation hin. In der Folge nahm die IV-Stelle neue medizinische und erwerbliche Abklä- rungen vor, wobei sie bei der Versicherten nunmehr ein en Invaliditätsgrad von 30 % ermittelte. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte sie nach durchgeführt em Vorbescheidverfahren mit Verfü- gung vom 4. Juli 2016 einen Anspruch von A.____ auf eine Rente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Daniel A ltermatt namens und im Auftrag von A.____ am 6. September 2016 Beschwerde beim Kanto nsgericht. Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, der Be- schwerdeführerin eine ganze Rente auszurichten. Eventuali ter sei eine neue psychiatrische Begutachtung der Beschwerdeführerin in Auftrag zu gebe n und es sei der Invaliditätsgrad neu zu beurteilen; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Oktober 2016 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Am 25. November 2016 orientierte Rechtsanwalt Danie l Altermatt das Kantonsgericht, dass sich seine Mandantin gleichentags aufgrund eines am 1 6. November 2016 erfolgten Ein- tritts in die Klinik B.____ bei der IV-Stelle vorsorgl ich erneut zum Leistungsbezug angemeldet habe. E. In seiner Replik vom 11. Januar 2017 beschränkte sich d er Rechtsvertreter der Be- schwerdeführerin auf den Hinweis, dass er vollumfänglich an der Beschwerdeschrift vom 6. September 2016 festhalte. F. Am 19. Januar 2017 reichte Rechtsanwalt Daniel Alt ermatt dem Kantonsgericht einen Austrittbericht der Klinik B.____ ein, der zwar vom 22. Dezember 2016 datiert, dem aber zu entnehmen ist, dass die Versicherte im Zeitraum vom 16. N ovember 2016 bis 29. Dezember 2016 in der genannten Klinik stationär behandelt worden war. Gleichzeitig nahm der Rechtsver- treter der Beschwerdeführerin zum Inhalt dieses Berichts Stellung. Mit Schreiben vom 7. Febru- ar 2017 äusserte sich die IV-Stelle zum erwähnten Austri ttsbericht und zu den hierzu erfolgten Ausführungen der Gegenpartei. Zudem legte sie ihrer Eingabe eine Beurteilung von pract. med. C.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 1. Februar 2017 bei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 6. September 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt nach der Rechtsprechung eine fachärztlich (psychia trisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem vorau s (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Dabei ist zu betonen, dass im Kontext der rentenmässig abzugel- tenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktore n sowie soziokulturellen Um- ständen kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der w eiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann , zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähig keit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entsc heidend ist vielmehr, ob anzuneh- men ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 4.2 Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation od er einer ähnlichen Konstellation, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor (BGE 131 V 51 E. 1.2). Hinwei- se auf solche und andere Äusserungen eines sekundären Kra nkheitsgewinns (vgl. dazu BGE 140 V 197 E. 3.3) ergeben sich namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten od er der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung je doch vage bleibt; keine medizini- sche Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wir d; demonstrativ vorgetragene Kla- gen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schw ere Einschränkungen im Alltag be- hauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehe nd intakt ist. Nicht per se auf Ag- gravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (B GE 141 V 287 f. E. 2.2.1 mit Hinwei- sen). Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschlussgründe die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so besteht von vo rnherein keine Grundlage für eine Invalidenrente (BGE 141 V 288 E. 2.2.2). 5.1 Nachdem sich die Versicherte im August 2012 erneut b ei der IV zum Bezug einer Ren- te angemeldet hatte, gab die IV-Stelle zur Abklärung des aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten bei der Klinik D. ____ ein internistisches und bei der Klinik E.____ ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1.1 Im internistischen, von Dr. med. F.____, Innere M edizin FMH, verfassten Gutachten der Klinik D.____ vom 12. Februar 2014 wird als Diagn ose mit möglicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Verdacht auf eine relevante dep ressive Störung mit psychotischen Symp- tomen gestellt, wobei ausdrücklich festgehalten wird, dass diese Beurteilung durch ein psychiat- risches Fachgutachten überprüft werden müsse. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit werden ein Status nach chronisch sklerosierender Ch olangitis (Hospitalisation im Spital G.____ vom 25.12.2010 bis 14.02.2011), eine Laktoseintoleranz und ein Status nach Hysterek- tomie bei Uterus myomatosus genannt. Die von der Explora ndin erwähnten Beschwerden wie Blähungen, Rücken- und Kopfschmerzen hätten aus internistischer Sicht aktuell keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, aufgrund dessen sei die Explo randin somatisch derzeit 100 % arbeits- fähig. 5.1.2 Dr. med. H.____, Fachärztin für Psychiatrie und P sychotherapie, erhob in ihrem für die Klinik E.____ verfassten psychiatrischen Gutachten vom 29. April 2014 als Diagnose mit Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit eine „Persönlichkeit mit histrionischen und dd infantil-unreifen Zü- gen, DD im Sinne einer Persönlichkeitsstörung (ICD-10 Z7 3.1/ F61)“. Als Diagnosen ohne Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit erhob sie anamnestisch depr essive Episoden bzw. eine rezidivie- rende depressive Störung, derzeit - unter suffizientem A ntidepressivum-Serumspiegel - remit- tiert (ICD-10 F33.4). Im Weiteren führte sie als psychos oziale Belastungsfaktoren Probleme in der Beziehung zum Ehepartner (ICD-10 Z63.0) sowie bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10 Z60.3) an. In ihrer Beurteilung wies die Gutachterin darauf hin, dass sich die Versicherte in der aktuellen Untersuchung ausgesprochen lebhaft, teils übere xpressiv bis theatralisch in ihren Schilderungen und der Symptompräsentation, sowie phase nweise ausgesprochen unecht, übertrieben und aggravierend wirkend präsentiert habe . Auch darüber hinaus habe sie eine deutliche Tendenz zur Selbstinszenierung gezeigt und während der Anamnese über weite Stre- cken einen durchaus entspannt-geniesserisch inszenierenden Ei ndruck gemacht. Eine Depri- miertheit oder eine darüber hinausgehende Depressivität sei zu keinem Zeitpunkt spürbar ge- wesen. Der tendenziell leicht angetriebene Zustand sei möglicherweise bzw. teilweise im Zu- sammenhang mit dem gemessenen, leicht überreferenzwerti gen Antidepressivum- Serumspiegel gestanden - die hier überlappenden domi nanten histrionischen Züge seien aller- dings auch von Dr. med. I.____, Psychiatrie und Psychothe rapie FMH, in seinem im Februar 2010 erstellten Gutachten beschrieben worden (damals unt er anderer Medikation, ohne dass eine Serumspiegelbestimmung durchgeführt worden wäre) . Die histrionische Persönlichkeit sei aktuell mit einer Symptompräsentation gepaart gewesen, die deutlich aggravatorische Züge aufgewiesen habe, was sich auch im Rey-Memory-Test abgebild et habe. In Bezug auf die Ar- beitsfähigkeit führte Dr. H.____ aus, dass die Explora ndin derzeit rein quantitativ zu 100 % in einer ihrem Ausbildungsniveau und ihrer kognitiven L eistungsfähigkeit sowie allfälligen körperli- chen Limiten angepassten Tätigkeit arbeitsfähig sei. Al lerdings sollte aufgrund der histrioni- schen Persönlichkeitsstruktur, und um ein Rezidiv der akten anamnestisch vorbestandenen de- pressiven Störung vorzubeugen, nicht mehr als 70-80 % Lei stung eingefordert werden (Entlas- tung durch geringeren Anspruch an die Quantität geleisteter Arbeit bzw. Arbeitsgeschwindigkeit, vermehrte zwischenzeitliche Pausen etc.). Effektiv sei dam it von einer zumindest 70 %-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. In qualitativer Hinsicht sollten externe Stressoren wie starker Zeit- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht oder Termindruck, hochfrequenter bzw. anspruchsvoller Ku ndenkontakt oder Arbeit spät- abends Inachts ausgeschlossen sein. 5.1.3 Praktisch zeitgleich mit dem psychiatrischen Gutacht en von Dr. H.____ vom 29. April 2014 ging bei der IV-Stelle ein Bericht von Dr. med. K.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 25. April 2014 ein. Darin diagnostizierte der genannte Facharzt, welcher die Versi- cherte laut seinen eigenen Angaben seit anfangs Febru ar 2014 behandelt, bei seiner Patientin eine chronisch-paranoide Schizophrenie mit chronischem R esiduum (ICD-10 F20.00). Die Symptome würden seit etwa 25 Jahren andauern. Die Pat ientin sei aufgrund dieses Leidens zu 100 % arbeitsunfähig. 5.1.4 Aufgrund der Schwere und der geschilderten Auspr ägungen der von Dr. K.____ erho- benen Diagnose ersuchte die IV-Stelle die psychiatrische Gutachterin Dr. H.____ zu diesem Bericht des aktuell behandelnden Psychiaters Stellung zu nehmen. Dr. H.____ entschied sich, im Hinblick auf die Erstellung dieses Berichts eine Nach exploration der Versicherten durchzu- führen. Gestützt auf die Ergebnisse der am 23. Septe mber 2014 erfolgten zusätzlichen Unter- suchung und in erneuter Berücksichtigung der vorhandenen medizinischen Akten hielt sie in ihrer ergänzenden fachärztlichen Beurteilung vom 7. N ovember 2014 im Wesentlichen Folgen- des fest: Anlässlich der aktuellen Exploration hätten sich vo r allem deutliche Hinweise auf eine Aggravation, teils mit simulativen Elementen, ergeben, die so offensichtlich gewesen sei, dass sogar der Dolmetscher sich bemüssigt gesehen habe, der Re ferentin im Anschluss an die Ex- ploration ungefragt mitzuteilen, dass er die Sprech- und Ausdrucksweise der Versicherten in der Muttersprache ausgesprochen geordnet, wohlüberlegt, ruhig und in starkem Gegensatz zu den geäusserten Inhalten empfunden habe. Die Angaben von darüber hinaus völlig ungewöhnli- chen, Psychose-ähnlich ausgestalteten Wahrnehmungen seien bei ansonsten völlig fehlenden Begleitsymptomen mit einem bekannten psychiatrischen Kran kheitsbild, insbesondere mit ei- ner Schizophrenie, nicht vereinbar. Gegebenenfalls wär en mindestens eine vegetative Erre- gung oder vegetative bzw. psychomotorische Begleitsymptome u nd Unruhe zu erwarten gewe- sen, ebenso formalgedankliche Auffälligkeiten, Konzent rationsstörungen und Ähnliches. Die Angaben hätten zudem ausgesprochen unecht und inszeniert gewirkt. So sei beisp ielsweise das behauptete Dreifachsehen weder ein neurologisches Symptom noch eine bekannte psy- chotische Halluzinationsform. Ebenso habe die völlig ru hige und überlegte Angabe, in einer bestehenden Hautaffektion an der Zehe den Teufel bzw. einen Ausdruck des Teufels zu vermu- ten, unecht und zweckgerichtet gewirkt. Im Weiteren hä tten das ausgesprochen gepflegt und erholt wirkende Erscheinungsbild nicht zu einer psychotischen Erkrankung gepasst, ganz sicher nicht zu einem chronischen Residuum einer chronisch verlaufe nden paranoiden Schizophrenie, die in aller Regel mit einer affektiven und sozialen Verflachung bzw. Verwahrlosung einhergehe. Auch eine 14-tägige Urlaubsreise, welche die Versicher te offensichtlich und auch laut expliziter Angaben genossen habe und die komplikationslos verlaufen sei, sei damit nur schwer zu ver- einbaren (wenn auch theoretisch nicht unmöglich). Darüb er hinaus würde ganz ausseror- dentlich erstaunen, dass eine für die Arbeitsfähigkeit r elevante, per se schwere psychotische Erkrankung wie eine Schizophrenie über 25 Jahre und vor allem auch in den letzten Jahren, bei mehrfacher psychiatrischer Untersuchung auch im Rahmen vo n Begutachtungen (wie etwa durch Dr. I.____ im Jahre 2010), völlig unentdeckt gebl ieben sein sollte. Die Versicherte prä- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sentiere eine Symptomkombination, die eher der Vorstell ung einer medizinisch ungebildeten Person von einer Psychose als einem Krankheitsbild gemäss ICD-10 entspreche. Zusammenfassend hielt Dr. H.____ fest, sie sei der Auffa ssung, dass anlässlich der aktuellen Untersuchung eine deutliche Aggravation, hochwahrscheinl ich mit simulativen Elementen, vor- geführt worden sei. Eine Schizophrenie habe sie nicht d iagnostiziert. Sie halte die von ihr im Gutachten vom 29. April 2014 erhobene Diagnose einer „Persönlichkeit mit histrionischen und dd infantil-unreifen Zügen, DD im Rahmen einer Persö nlichkeitsstörung (ICD-10 Z73.1/F61)“ weiterhin für wahrscheinlich, auch wenn sie bei dem akt uell gezeigten Ausmass der Einschrän- kung der Beschwerdenvalidität selbst dies aktuell nicht mi t Sicherheit feststellen könne. Es sei aber denkbar, dass die übertriebene Symptompräsentation partiell in eben diesem Rahmen zu interpretieren sei. Zum Bericht von Dr. K.____ hielt D r. H.____ abschliessend fest, sie könne diesem keine kriteriengeleitete Prüfung der Beschwerde nvalidität entnehmen. Aufgrund ihrer aktuellen Untersuchung gehe sie davon aus, dass die von ihm festgestellte chronisch-paranoide Schizophrenie mit chronischem Residuum (ICD-10 F20.00) aktuell nicht vorliege. Sie sehe auch keine ausreichend sicheren Anhaltspunkte dafür, dass die Ver sicherte in den letzten Jahren psychotische Episoden erlitten habe. Der Bericht von Dr. K.____ ändere deshalb nichts an ihrer im Gutachten vom 29. April 2014 geschilderten Einschätzung. Diese sei insbesondere hin- sichtlich der Arbeitsfähigkeit der Versicherten nach wie vor gültig. 5.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 4. Juli 2016 bei der Be- urteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigke it der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. F.____ im internisti schen Gutachten vom 12. Februar 2014 und Dr. H.____ im psychiatrischen Gutachten vom 29. April 2014 bzw. in der ergänzenden Be- urteilung vom 7. November 2014 gelangt sind. Sie ging demzufolge davon aus, dass bei der Versicherten keine somatischen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vorliegen würden, beein- trächtigt sei ausschliesslich der psychische Gesundheitszustand. Die Versicherte sei deswegen in der angestammten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiteri n und in sämtlichen Verweistätigkeiten, die ihren Ausbildungsstatus ebenso wie allenfalls körper lich bedingte Limiten berücksichtigen würden, noch zu 70 % arbeitsfähig. Diese vorinstanzl iche Beweiswürdigung ist nicht zu bean- standen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen un d -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Die Gutachten von Dr. F.____ vom 12. Februar 2014 und von Dr. H.____ vom 29. April/7. November 2014 weisen weder formale noch inhaltliche Mängel auf, sie sind - wie dies vom B undesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, sie ber uhen auf allseitigen Untersuchungen, sie berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sie sind in Ke nntnis der Vorakten abgegeben wor- den, sie sind in der Darlegung der medizinischen Zusammen hänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation schlüssig, sie setzen sich mit den vorhandenen abweichen- den ärztlichen Einschätzungen auseinander und sie enthal ten einleuchtende Schlussfolgerun- gen. Insbesondere zeigt die psychiatrische Gutachterin Dr . H.____ überzeugend auf, dass bei Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Versicherten über die Diagnose einer „Persönlichke it mit histrionischen und dd infantil- unreifen Zügen, DD im Rahmen einer Persönlichkeitsstöru ng“ hinaus keine weitere psychiatri- sche Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden konnte. 5.3 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, ist nicht ge eignet, die ausschlaggebende Be- weiskraft der Gutachten der Dres. F.____ und H.____ in Frage zu stellen. 5.3.1 Diesbezüglich ist vorab festzuhalten, dass die Ve rsicherte - zu Recht - keinerlei Ein- wände gegen das internistische Gutachten von Dr. F.____ erhebt. Somit kann an dieser Stelle von weiteren Erörterungen zur überzeugenden gutachterl ichen Beurteilung des somatischen Gesundheitszustandes abgesehen werden. Die Versicherte mach t in ihrer Beschwerde im Zu- sammenhang mit der Würdigung des medizinischen Sachverhalts ausschliesslich geltend, dass auf das psychiatrische Gutachten von Dr. H.____ nicht abg estellt werden könne. Sie begründet dies in erster Linie mit den abweichenden Beurteilunge n ihrer behandelnden Psychiater. So würden ihr sowohl Dr. med. L.____, Psychiatrie und Psych otherapie FMH, in seinen Schreiben vom 30. Januar 2013 und 17. März 2014 als auch Dr. K.__ __ in seinem Bericht vom 25. April 2014 jeweils eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attesti eren. Mit diesem Hinweis kann die Be- schwerdeführerin vorliegend nichts zu ihren Gunsten able iten. Dr. H.____ hat in ihrem Gutach- ten vom 29. April 2014 zur abweichenden Beurteilung von Dr. L.____, der die Versicherte bis Ende 2013 behandelt hatte, Stellung genommen und zu Recht darauf hingewiesen, dass dieser von einer Prüfung der Symptomvalidität abgesehen und sich bei seiner Einschätzung wohl hauptsächlich auf die subjektiven Angaben seiner Patie ntin gestützt hat. Gerade in einer Kons- tellation wie der vorliegenden mit festgestellter Agg ravationstendenz kann aber einem solchen, weitgehend auf den Schilderungen der Patientin beru henden Arztbericht kein massgebender Beweiswert beigemessen werden. Mit dem erwähnten Schr eiben von Dr. K.____ wiederum hat sich die Gutachterin Dr. H.____ einlässlich in ihrer er gänzenden Beurteilung vom 7. November 2014 auseinander gesetzt. Dabei hat sie schlüssig aufgezei gt, dass und aus welchen Gründen der Diagnosestellung und der Beurteilung der Arbeits fähigkeit durch Dr. K.____, der die Be- handlung der Versicherten anfangs Februar 2014 überno mmen hat, nicht gefolgt werden kann (vgl. E. 5.1.4). An dieser Stelle kann vollumfänglich auf die entsprechende überzeugende Beur- teilung von Dr. H.____ vom 7. November 2014 verwiesen und von zusätzlichen Ausführungen hierzu abgesehen werden. Zu betonen bleibt einzig, da ss der Beweiswert der ergänzenden Be- urteilung von Dr. H.____ ohnehin noch massgeblich dur ch den Umstand erhöht wird, dass sich die Gutachterin nicht damit begnügt hat, die von ihr erbetene ergänzende Stellungnahme ge- stützt auf die anlässlich der ersten Exploration erhobenen Befunde und Ergebnisse abzugeben. Sie hat die (massiv) abweichende Einschätzung von Dr. K.__ __ vielmehr zum Anlass genom- men, eine zusätzliche (Nach-) Exploration der Versicherten durchzuführen. Die in jeder Hinsicht überzeugende ergänzende Beurteilung vom 7. November 20 14 beruht denn auch ganz erheb- lich auf den Erkenntnissen, welche die Gutachterin anlässl ich dieser erneuten Untersuchung gewonnen hat. 5.3.2 Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend , die von Dr. F.____ im Rahmen der somatischen Begutachtung durchgeführte Testung nach der “Montgomery-Asperg Depression Rating Scale (MADRS)“ habe eine schwere depressive Stör ung ergeben. Es gehe nicht an, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass der RAD-Arzt pract. med. C.____ diesen Test in seine r Stellungnahme vom 8. Juni 2016 quasi als ungültig bezeichne, da er nicht von einem Fa charzt für Psychiatrie erstellt worden sei. Der Beschwerdeführerin ist jedoch entgegen zu halten, d ass Testverfahren in der Psychiatrie wie der erwähnte MADRS-Test durch erfahrene Fachpersone n durchgeführt und ausgewertet werden sollten. Dessen ist sich auch die somatische Gutachte rin Dr. F.____ durchaus bewusst gewesen, hat sie doch ihre fachfremde Einschätzung unter Vorbehalt der psychiatrischen Fachbegutachtung abgegeben und richtigerweise explizit festgehalten, dass die definitive psy- chiatrische Beurteilung durch ein fachärztliches psychiatrisches Gutachten zu erfolgen habe. Im Übrigen weist die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung ab er auch zu Recht darauf hin, dass Tes- tungen wie der MADRS-Test weitgehend auf den Angaben und Selbsteinschätzungen der zu untersuchenden Person beruhen und einzig der Überprüf ung des klinischen psychiatrischen Befundes dienen (vgl. auch Urteil V. des Bundesgerichts v om 2. Dezember 2010, 8C_486/2010, E. 3.1.2). Insbesondere bei dringendem Verdacht auf Aggravation kann dem- nach, wie die IV-Stelle zutreffend geltend macht, de r MADRS-Testung nur sehr geringe Aussa- gekraft beigemessen werden. 5.3.3 Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann die Beschwerd eführerin schliesslich aus dem von ihr eingereichten Austrittsbericht der Klinik B.____ , der zwar vom 22. Dezember 2016 da- tiert, dem aber zu entnehmen ist, dass die Versicherte im Zeitraum vom 16. November 2016 bis 29. Dezember 2016 in der genannten Klinik stationär behandelt wor den ist. Nach ständiger Rechtsprechung hat das Sozialversicherungsgericht die Ges etzmässigkeit der Verwaltungsver- fügungen in der Regel nach dem Sachverhalt zu beurte ilen, wie er im Zeitpunkt des Verfü- gungserlasses vorgelegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Tatsa- chen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, so llen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 130 V 140 E. 2. 1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweis). Dar- aus folgt, dass für die Beurteilung der vorliegenden Be schwerde grundsätzlich der (medizini- sche) Sachverhalt massgebend ist, der am 4. Juli 2016, de m Zeitpunkt des Erlasses der ren- tenablehnenden Verfügung der IV-Stelle, vorgelegen hat. Die nachträglich erfolgte, vom 16. November 2016 bis 29. Dezember 2016 dauernde stati onäre Behandlung der Versicherten ist daher im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nicht z u berücksichtigen mit der Wirkung, dass auf den erwähnten Austrittsbericht der Klinik B.___ _ nicht weiter einzugehen ist. Zu er- gänzen bleibt lediglich, dass die Versicherte zwischenzeitli ch denn auch mit einem als Neuan- meldung betitelten Schreiben vom 25. November 2016 wieder an die IV-Stelle gelangt ist. 6.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hiervor), ist de r Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimme n. Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 4. Juli 2016 den erforderlichen Einkomme nsvergleich vorgenommen. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstellung von Validen- und zum utbarem Invalideneinkommen einen IV-Grad von 30 % ermittelt. Die konkrete Berechnung, di e von der Versicherten in der vorlie- genden Beschwerde nicht beanstandet worden ist, erweist sich als rechtens, weshalb diesbe- züglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-St elle in der Verfügung vom 4. Juli 2016 verwiesen werden kann. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Da der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin na ch dem Gesagten unter 40 % liegt, hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 4. Juli 2016 einen Rentenanspruch der Versicherten zu Recht abgelehnt hat. Die hiergegen er hobene Beschwerde erweist sich dem- nach als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist und bei denen eine Urteilsberatung ohne vorgängige Parteiverhandlung erfolgt, setzt das Ge richt die Verfahrenskosten in Berück- sichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens seit 1. Juli 2016 einheitlich auf 800 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht