<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in der Verordnung über die Überprüfung der Lohngleichheitsanalyse Schichtzulagen von den relevanten Lohnbestandteilen auszunehmen. Dies unter der Voraussetzung, dass das betroffene Unternehmen bestätigt, die Erschwernis-Zulagen (u.a. Schicht-Zulagen und ihre Höhe sowie Pikettdienst-Zulagen) geschlechtsneutral auszurichten und bei der Vergabe von Schichtarbeit/Pikett kein Geschlecht zu benachteiligen. Dafür wird Art. 7 Absatz d. wie folgt angepasst: "Alle Lohnbestandteile wurden vollständig erfasst, mit Ausnahme von Erschwernis-Zulagen (Schicht- sowie Pikettdienst-Zulagen) wenn das Unternehmen deklariert, dass diese per se und in ihrer Höhe diskriminierungsfrei ausgestaltet sind und die Mitarbeitenden unabhängig von ihrem Geschlecht Zugang zu entsprechenden Arbeiten haben.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Die Lohngleichheitsanalyse gemäss Gleichstellungsgesetz (GlG, SR 151.1; Art. 13a ff.) dient der Durchsetzung des verfassungsrechtlichen Anspruchs auf Lohngleichheit gemäss Artikel 8 Absatz 3 der Bundesverfassung (BV, SR 101). Wie in der Antwort des Bundesrates auf die Interpellation 22.3447 Schilliger «Schicht- und Nachtarbeitszulagen in der Lohngleichheitsanalyse berücksichtigen» ausgeführt, müssen dabei sämtliche Vergütungselemente berücksichtigt werden, die nach der geltenden Lehre und Rechtsprechung zu Artikel 8 Absatz 3 BV und Artikel 3 GlG oder anderen Rechtsgebieten als Lohn qualifiziert werden und bei denen ein direktes oder indirektes Diskriminierungspotential besteht. Bei Zulagen handelt es sich ebenfalls um Lohnbestandteile, die bei einer ungerechtfertigten ungleichen Ausrichtung eine Lohndiskriminierung darstellen. Ein Diskriminierungspotenzial liegt nicht nur bei der Bemessung der Zulagen vor, sondern besteht zum Beispiel auch dann, wenn gewisse Zulagen Vollzeitangestellten vorbehalten sind oder Zulagenregelungen in typischen «Frauenberufen» beim gleichen Unternehmen vergleichsweise ungünstiger ausgestaltet sind.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Die Verordnung über die Überprüfung der Lohngleichheitsanalyse (SR 151.14) bezieht sich nur auf Lohngleichheitsanalysen nach GlG. Diese Verordnung wird auf Ende Juni 2032 zusammen mit der Analysepflicht nach GlG ausser Kraft treten (Art. 11 der Verordnung). Lohngleichheitsanalysen, die im Rahmen des öffentlichen Beschaffungswesens verlangt werden, wären von der vom Motionär gewünschten Änderung nicht betroffen. Sanktionen sind nur im öffentlichen Beschaffungswesen, aber nicht im GlG vorgesehen. Das Anliegen des Motionärs könnte schliesslich nicht mit einer blossen Änderung der Verordnung über die Überprüfung der Lohngleichheitsanalyse umgesetzt werden, denn der Einbezug von Zulagen in die Lohngleichheitsanalyse ergibt sich aus der Definition des Lohnes gemäss Lehre und Rechtsprechung zu Artikel 8 Absatz 3 BV und Artikel 3 GlG.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Bundesrat ist jedoch bereit, das Anliegen der Motion mittels einer Anpassung der Wegleitung zum Standard-Analyse-Tool des Bundes (Logib) zu prüfen. Bis zum Abschluss dieser Prüfung werden die Schichtzulagen und Nachtdienstzulagen sowie die Pikettentschädigungen in der Wegleitung so kategorisiert, dass sie vorübergehend einzig auf ihre Relevanz und Verhältnismässigkeit hin überprüft werden können (Kategorie</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">1*).</span></p></div><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.