B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3713/2010 U r t e i l v o m 1 9 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Daniele Cattaneo (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richter Fulvio Haefeli; Gerichtsschreiber Bruno D'Amaro. Parteien A._______, geboren am (…), alias B._______, geboren (…), alias C._______, geboren (…), Irak, vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt, Hirschengraben 10, Postfach, 3001 Bern, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. April 2010 / N […]. D-3713/2010 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer, ein ira kischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie, eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat am 5. Oktober 2008 verliess und nach Aufenthalten in der Türkei, in Griechenland , von wo er nach dreimonatiger Haft des Landes verwiesen worden sei und in Italien, von wo er wegen falschen Angaben über seine Identität ebenfalls ausg e- wiesen worden sei, am 15. März 2009 in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Chiasso um Asyl nachsuchte, dass er anlässlich der Kurzbefragung im EVZ Chiasso vom 26. März 2009 (A1/11) sowie d er Anhörung durch das BFM vom 29 . De- zember 2009 (A26/13) zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen die Verfolgung durch Araber infolge eines Streits zwischen seiner Familie und den Arabern betreffend das Eigentum an diversen Landgebieten gel- tend machte, dass er insbesondere im Jahre 1988 im Dorf D._______, E._______ in der Provinz F._______ geboren worden sei und seit seiner Geburt bis zu seiner Ausreise stets in seinem Heimatdorf gelebt habe, dass er den Beruf des Schaf - und Ziegenhirten erlernt habe und sich sonst als Analphabet bezeichne, dass nach dem Sturz der Regierung Saddam Husseins im Jahre 2004 seine Grossfamilie im 2005 die Landgebiete, die ihr seit 1975 unrech t- mässig entzogen worden seien, von den irakischen Behörden auf Gesuch hin zurück erhalten habe und in der Folge das Bearbeiten des Landes wieder aufgenommen habe, dass seine Grossfamilie seit der Wiederaufnahme dieser Arbeit allerdings mehrmals mit Drohungen von den vormals besitzenden Arabern konfron- tiert gewesen sei , da diese Araber sich weiterhin als Eigentümer der Landgebiete betrachtet hätten, dass es deshalb zu Auseinandersetzungen gekommen sei und der Streit zwischen seiner Familie und den Arabern derart eskaliert sei, dass es am 3. Oktober 2008 zu einer Schiesserei gekommen sei, bei welcher sein Onkel T. einen der Araber umgebracht haben soll, D-3713/2010 Seite 3 dass sein Onkel nach der Schiesserei sofort aus seinem Heimatland ge- flohen sei und der Beschwerdeführer von ihm seither keine Informationen mehr erhalten habe, dass der Vater des Beschwerdeführers aus Furcht vor Racheakten se i- tens der Araber ihm empfohlen habe, sein Heima tland so rasch wie mög- lich zu verlassen, worauf er , wie eingangs erwähnt , am 5. Oktober 2008 aus dem Irak geflohen sei, dass zur Untermauerung seiner Asylvorbringen der Beschwerdeführer vier Eigentumsbelege von Grundstücken, ein Fahndungsschreiben des Gerichtes von F._______, eine von der Polizei F._______ ausgestellte schriftliche Bestätigung seiner Probleme und eine vom Mukhtar von G._______ verfasste Niederlassungsbestätigung als Beweismittel zu den Akten einreichte, dass das BFM mit Verfügung vom 26. Ap ril 2010 – eröffnet am 27. April 2010 – feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flücht - lingseigenschaft nicht, sein Asylgesuch vom 15. März 20 09 ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass das Bundesamt seinen ablehnenden Asylentscheid damit begründe- te, dass die Schilderungen des Beschwe rdeführers tatsachenwidrig und widersprüchlich seien, folglich den Anforderungen an das Glaubhaftma- chen eines Asyl begründenden Sachver halts gemäss Art. 7 des Asylge- setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht genügten, weshalb es sich erübrige ihre Asylrelevanz im Sinne von Art. 3 AsylG zu prüfen, und er demzufolge die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, dass zwecks Ermittlung der Herkunft des Beschwerdeführers das BFM eine LINGUA-Analyse anordnete, und deshalb ein Experte am 28. Okt o- ber 2009 mit dem Beschwerdeführer ein einstündiges Telefongespräch führte, dass die LINGUA -Analyse vom 28. Oktober 2009 ergab , dass der B e- schwerdeführer mit Sicherheit nicht aus dem Dorf D._______, P rovinz F._______, stamme, sondern vielmehr – und dies ebenfalls mit Sicherheit – im kurdischen Irak sozialisiert worden sei, und zwar höchstwahrsc hein- lich in der Region H._______ oder I._______, dass der Beschwerdeführer der Vorinstanz einen Nationalitäts ausweis einreichte, welcher einer internen Echtheitsanalyse unterzogen wurde, D-3713/2010 Seite 4 dass die se den Nationalitäts ausweis im Ergebnis als grobe Fälschung qualifizierte, wobei dem Beschwerdeführer am 21. Januar 2010 zur Wa h- rung des rechtlichen Gehörs die Ungereimth eiten betreffend das Dok u- ment schriftlich mitgeteilt wurden, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 25. Mai 2010 beim Bundes- verwaltungsgericht (Eingang: 26 . Mai 2010 ) gegen d ie Verfügung vom 26. April 2010 Beschwerde erhob und darin die Aufhebung des angefoch- tenen Entscheids, die Gewährung von Asyl unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft sowie eventualiter die A nordnung der vorläufigen Aufnahme unter Feststellung der Unzulässigkeit wie auch der Unzumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs und in prozessualer Hinsicht die u n- entgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensg e- setzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) samt Entbindung von der Vorschusspflicht beantragte, dass der Beschwerdeführer in seiner Begründung materiell geltend mach- te, seine Asylvorbringen würden der Wahrheit entsprechen, was er mit den eingereichten Original-Dokumenten habe beweisen können, dass die eingereichten Dokument e echt seien und seine asylrechtlich re- levante Furcht vor zukünftiger Verfolgung aufzeigen würden, dass auch der von ihm eingereichte Nationalitätsausweis echt sei und dessen Echtheit beim irakischen Konsulat in Bern überprüft werden kö n- ne, dass eine Rückkehr in sein Heimatland einer Verbannung in grosse Uns i- cherheit und Unmenschlichkeit gleich kommen würde, weshalb der Vol l- zug der Wegweisung in sein Heimatland unzumutbar sei, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 28. Mai 2010 dem Beschwerdeführer den Eingang der Beschwerde vom 25. Mai 2010 bestätigte und mit Zwischenverfügung vom 4. Juni 2010 das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten sowie um Befreiung von der Ko stenvor- schussplicht gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abwies, dass der Gesuchsteller gleichzeitig aufgefordert wurde, innert Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 600. – einzuzahlen, unter Androhung des Nich t- eintretens im Unterlassungsfall (vgl. Art. 63 Abs. 4 VwVG), D-3713/2010 Seite 5 dass der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss am 18. Juni 2010 fristgerecht einzahlte, dass aufgrund der Zweisprachigkeit des Kantons Graubünden und insb e- sondere der deutschen Amtssprache am Wohnort des Beschwerdefü h- rers mit Zwischenverfügung vom 5. Juli 2010 dem Beschwerdeführer die Gelegenheit dazu eröffnet wurde, sich zur Verfahrenssprache zu äussern, da bis zum damaligen Zeitpunkt des Verfahrens die italienische Amts- sprache angewendet wurde, dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 8. Juli 2010 Deutsch als bevorzugte Verfahrenssprache erklärte, dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 9. August 2010 auch eine deutsche Übersetzung der in i talienischer Sprache verfassten angefoch- tenen Verfügung des BFM vom 26. April 2010 verlangte, dass mit Zwischenverfügung vom 16. August 2010 die Vorinstanz eing e- laden wurde, sich bis am 31. August 2010 hinsichtlich der als Korrektiv - Massnahme verlangten Übersetzung der angefochtenen Verfügung ve r- nehmen zu lassen, dass das BFM mit seiner Vernehmlassung vom 27. August 2010 eine r- seits dem Beschwerdeführer die deutsche Übersetzung der angefocht e- nen Verfügung vom 26 . April 2010 direkt zukommen liess und andere r- seits nochmals auf die Unglaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerde- führers hinw ies sowie insbesondere ausführte, dass das Resultat der LINGUA-Analyse den gesamten Bericht des Beschwerdeführers über seine Asylgründe in Frage stelle, dass das BFM erneut an die Echtheitsanalyse erinnerte, we lche den a b- gegeben Nationalitätsausweis als grobe Fälschung resultieren liess, wes- halb es mit der Vernehmlassung vollumfänglich an seinen Erwägungen festhielt und die Abweisung der Beschwerde beantragte, dass mit Instruktionsverfügung vom 14. Dezember 2010 dem Beschwe r- deführer die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 27. August 2010 zur Kenntnis gebracht wurde und ihm gleichzeitig die Gelegenheit zur Ergän- zung der Beschwerde innert fünf Arbeitstagen eingeräumt wurde, dass der Beschwerdeführer mittels Schreiben vom 2 0. Dezember 2010 seine Beschwerde ergänzte und unter anderem bekräftigte, dass einer-D-3713/2010 Seite 6 seits seine eingereichten Dokumente echt seien und eindeutig seine He r- kunft aus D._______ belegen würden und andererseits für ihn eine Rück- kehr nicht mehr möglich sei, da seine Verwandten n icht mehr in seinem Heimatdorf zuhause seien, sondern zunächst in die Region H._______ geflohen seien und anschliessend die Flucht nach Syrien ergriffen hätten, wo sich sein Vater bereits vorgefunden hätte, dass der Beschwerdeführer durch seinen seit 1. Fe bruar 2011 bevol l- mächtigten Rechtsvertreter mit Eingabe vom 2. Februar 2011 das Gesuch um Einsicht nahme in die LINGUA-CD-ROM stellte, wobei ihm dieses entweder durch Herausgabe einer Kopie der CD -ROM oder durch A bhö- ren derselben zu gewähren sei, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 17. Februar 2011 der Vorinstanz die Eingabe des Beschwerdeführers vom 2. Februar 2011 zur Kenntnis brachte und diese gleichzeitig zur Vernehmlassung einlud, dass der Beschwerdeführe r mit unaufgeforderten Eingabe vom 22. Fe b- ruar 2011 weitere Beweismittel einreichte, die seine Herkunft aus D._______ belegen sollten, namentlich:  eine Kopie eines offiziellen Dokumentes der für Bewohner von D._______ zuständigen Gemeindeverwaltung vom 29. D e- zember 2010 (Beilage 1/2011),  ein Foto von den Eltern und von seinem jüngeren Bruder, wel- ches vor dem Stall der Familie in D._______ aufgenommen worden sei (Beilage 2/2011),  ein Foto des jüngeren Bruders mit den Schafen seines Vaters, welches ebenfalls vor dem Stall der Familie in D._______ auf- genommen worden sei (Beilage 3/2011),  ein Foto des Beschwerdeführers zusammen mit einem Koll e- gen in der nahen Umgebung von D._______ (Beilage 4/2011), dass das BFM mit Vernehmlassung vom 3. März 2011 dem laufenden Beschwerdeverfahren keine neuen e rheblichen Tatsachen entnehmen konnte, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen kön n- ten, allgemein Ziel und Zweck des LINGUA -Gutachtens erklärte und im Übrigen hinsichtlich des Ergebnisses des LINGUA-Gutachtens auf bereits Gesagtes verwies, D-3713/2010 Seite 7 dass das BFM das eigentliche LINGUA -Gutachten als geheimhaltung s- würdiges Aktenstück, welches als solches nicht der Akteneinsicht unte r- stehe würdigte, jedoch in casu zur Wahrung des rechtlichen Gehörs dem Beschwerdeführer die Abhörung des auf CD -ROM aufgenom menen LINGUA-Gesprächs gewährte und dem Beschwerdeführer die Akte A22/1 betreffend den Werdegang des Gutachters in Kopie aushändigte, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. März 2011 nach Abhö- rung eines ersten Teils des LINGUA-Gesprächs schwerwiegende Mängel am LINGUA-Gutachten erhob, da er sich in erster Linie nicht wide r- sprüchlich geäussert habe, keine fehlenden Länderkenntnisse zum Au s- druck gebracht habe und diese fehlenden Länderkenntnisse vielmehr beim Gutachter festzustellen seien, dass er demnach die fehlende Eignung des Gutachters bei der Durchfüh- rung der LINGUA-Analyse geltend machte, dass er überdies eine offensichtliche Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör rügte, weil beim linguistischen Aspekt (Aussprache des Namens seines Heimatdorfes) die Angabe der phonetischen Schreibwe i- se nicht zugelassen worden sei, dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 20. April 2011 nochmals zum Ausdruck brachte, inwiefern seine Aussagen anlässlich des LINGUA- Gesprächs weder widersprüchlich noch falsch ausgefallen seien, dass schwerwiegend hinzukomme, dass es zwischen ihm und dem Gu t- achter zu Missverständnissen gekommen sei, weil letzterer "kurmanci" und der Beschwerdeführer "badini" gesprochen habe, womit offensichtlich die falsche Person mit der Erstellung des LINGUA-Gutachtens beauftragt worden sei, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 4. April 2012 auf einen Fall des BFM verwiesen hat, bei welchem für die LINGUA -Analyse ebenfalls der im vorliegenden Fall beauftragte Gutachter beigezogen worden sei und ähnliche schwerwiegende Mängel aufgetreten seien, dass mit Instruktionsverfügung vom 4. Juli 2012 das Bundesverwaltungs- gericht der Vorinstanz die drei letzten Eingaben des Beschwerdeführers zur Kenntnis brachte un d diese diesbezüglich zur Einreichung einer Stel- lungnahme einlud, D-3713/2010 Seite 8 dass das BFM den drei letzten Eingaben des Beschwerdeführers eben- falls keine neuen erheblichen Tatsachen oder Be weismittel entnehmen konnte und demzufolge mit Vernehmlassung vom 17. Juli 2012 wiederum vollumfänglich an seinen Erwägungen verwies und die Abweisung der Beschwerde beantragte, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des A syls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31 – 33 des Verwaltungs gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme in casu nicht vorliegt, weshalb das Bunde s- verwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse , Religion, Natio- nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen D-3713/2010 Seite 9 ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in w e- sentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass sich der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe, ohne se i- ne Ausführungen zu den Asylgründen näher zu substantiieren, sich ledig- lich darauf beschränkt hat, die Erwägungen der Vorinstanz als unwahr zu bezeichnen, dass es sich zudem bei den Asylvorbringen des Beschwerdeführers oh- nehin um offensichtlich nicht asylrelevante Flüchtlingsgründe handelt, da er seine Flucht aus seinem Heimatland auf eine private Streitigkeit betref- fend das Eigentum an Landgebiete seiner Grossfamilie stützte, die schliesslich in einer Fehde zwischen seiner Familie und gewissen Ar a- bern geendet haben soll, dass der Beschwerdeführer bei der Begründung seiner Asylvorbringen sich hauptsächlich darauf beschränkt hat, das LINGUA-Gutachten in Fra- ge zu stellen und seine behauptete Herkunft aus D._______ in der Pr o- vinz F._______ zu bekräftigen, dass letzteres für die Beurteilung des Asylpunktes in materieller Hinsicht keine Elemente zu Gunsten des Beschwerdeführers enthält, da das He r- kunftsproblem, wenn dann, erst bei der Beurteilung der Zumutbarkeit der Wegweisung von rechtlicher Relevanz ist, dass demnach die Vorinstanz gesetzes - und praxiskonform erkannt hat, dass die geltend gemachten Benachteiligungen und Befürchtungen flüchtlingsrechtlich unbeachtlich sind und den Anforderungen an das Glaubhaftmachen eines asylbegründenden Sachverhalts nicht genügen, D-3713/2010 Seite 10 dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseige n- schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch im Ergebnis zu Recht abgelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2008/34 E. 9.2), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen g e- mäss ständiger richterlicher Praxis der gleiche Beweisstandar d wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu m a- chen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solch es Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes halb das in D-3713/2010 Seite 11 Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoule- ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine A n- haltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmensc h- liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (Folterkonvention [FoK], SR 0.105) und der Prax is zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht, dass zudem sich der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer als nicht zumutbar erweist, wenn sie im Heimat - oder He r- kunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass im Asylver fahren der Untersuchungsgrundsatz gilt und die Asylbe - hörde den rechtserheblichen Sachverhalt vor ihrem Entscheid von Amtes wegen vollständig und richtig abzuklären hat (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG, Art. 106 Bst. b AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht die einger eichten Beweismittel nach freiem Ermessen würdigt (Art. 19 VwVG), dass das BFM in d er angefochtenen Verfügung zur Begründung der Z u- mutbarkeit der Wegweisung , neben der Einreichung eines gefälschten Nationalitätsausweises sowie das Anbringen vereinzelter unglaubhaften Aussagen im Rahmen der Erklärung der Asylgründe, massgeblich die Aussagen und das Ergebnis aus dem LINGUA-Gutachten herangezogen hat, dass der Beschwerdeführer erhebliche Mängel an der Art und Weise der Durchführung des LINGUA -Gutachtens sowie insbesondere hinsichtlich der Kompetenz des Gutachters geltend machte, dass das Bundesverwaltungsgericht die geltend gemachten Mängel am LINGUA-Gutachten anerkennt, da es auf der Basis der Fragen und Ant- worten des Gutachtens nicht mit Überzeugung das Gegenteil der Hyp o- these, welche der Gutachter in seiner LINGUA -Analyse mit einer hohen Sicherheit aufgestellt hat, ausschliessen kann, D-3713/2010 Seite 12 dass aus dem durchgeführten LINGUA-Gutachten für das Bundesverwal- tungsgericht auch nicht ohne Weiteres ersichtlich ist, inwiefern den g e- stellten Fragen (zum Beispiel: die angebliche Unkenntnis des Zeitpunktes der Saat von Weizen und Gerste, allgemeine Fragen zum Beruf des Schaf- und Ziegenhirten, wie unter anderem die angebliche Unkenntnis der Dauer der Tracht der Schafe) die Sozialisierung des Beschwerdefü h- rers abzuleiten sei, dass mit anderen Worten im LINGUA -Gutachten Fragen gestellt wurden, die wenn schon für d ie Prüfung der Glaubhaftigkeit der vorgebrachten Asylvorbringen anwendbar gewesen wären, allerdings nicht um die He r- kunft des Beschwerdeführers zu ermitteln, dass der Herkunftsort des Beschwerdeführers ein entscheidwesentlicher Punkt und Teil des rechtserheblichen Sachverhalts ist, dass der Gutachter folglich die Herkunft des Beschwerdeführers nicht mit Sicherheit ermitteln konnte, dass es das Bundesamt damit unterlassen hat und es diesem zumutbar gewesen wäre, den Beschwerdeführer bezüglich seiner Ortskenntnisse über D._______, Provinz F._______ ausführlicher zu befragen und seine angebliche Herkunft beispielsweise durch ein fundierteres LINGUA- Gutachten zu überprüfen, dass durch die mangelhafte Abklärung der Vorinstanz bezüglich des Her- kunftsortes des Be schwerdeführers, der Sachverh alt unklar blieb und somit sein Anspruch auf eine rechtsgenügliche Sachverhaltsabklärung verletzt wurde, dass zwar eine Missachtung von Verfahrensvorschriften durch die Vorin - stanz aufgrund der umfassenden Kognition des Bundesverwaltungsge - richts in bestimmten Schranken geheilt werden kann, dass indessen die vorliegend festgestellte Verletzung des Untersu - chungsgrundsatzes auf Beschwerdeebene allerdings nicht zu heilen ist, zumal es dem Gericht aufgrund des unvollständig festgestellten Sachve r- halts nicht möglich ist, die Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung zu überprüfen, und es nicht Sinn und Zweck des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht ist, von der Vorinstanz unterlassene Ve r- fahrenshandlungen nachzuholen, D-3713/2010 Seite 13 dass gegen eine Heilung ins besondere auch der Umstand spricht, dass dem Beschwerdeführer eine Instanz verloren ginge (vgl. dazu EMARK 1998 Nr. 34 E. 10d S. 292), dass die Beschwerde demnach im Sinne der Erwägungen gutzuheissen ist, die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der angefochten en Verfügung vom 26. April 2010 aufzuheben sind und das Bundesamt anzuweisen ist, den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig und richtig festzustellen und in der Sache neu zu entscheiden, dass das Bundesamt zwecks Ermittlung der genaueren Herkunft und S o- zialisierung des Beschwerdeführers angewiesen wird, unter anderem ein LINGUA-Gutachten mit einem neuen Experten durchzuführen und in der Folge einen zusammenfassenden Bericht den Akten beizufügen, dass bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerde- führer die hälftigen anteilsmässigen Kosten, ausmachend Fr. 300.–, auf- zuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), welche in Verrechnung mit dem einbezahlten Kostenvorschuss von Fr. 600 .– einen Überschuss von Fr. 300.– ergeben, der dem Beschwerdeführer durch das Bundesverwal- tungsgericht rückzuerstatten ist, dass aufgrund des teilweisen Obsiegens dem Beschwerdeführer eine r e- duzierte Parteientschädigung im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG zuz u- sprechen ist (vgl. Art. 64. Abs. 1 Bst. a VGG, Art. 7 Abs. 1 des Regle- ments vom 21. Fe bruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass nachdem keine Kostennote eingereicht wurde, der notwendige Ver- tretungsaufwand für den Beschwerdeführer gemäss Art. 14 VGKE au f- grund der Akten festzusetzen ist, dass unter Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren die reduzierte Parteientschädigung für das Verfahren des Beschwerdeführers auf insgesamt Fr. 800. – (inkl. aller Auslagen und Mehrwertsteueranteil) festzulegen ist und folglich das BFM anzuweisen ist, diese dem B e- schwerdeführer zu entrichten. (Dispositiv nächste Seite) D-3713/2010 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Asyl - und Wegweisungspunkt abgewiesen; b e- züglich des Vollzugs der Wegweisung wird die Beschwerde gutgeheissen. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung des BFM vom 26. April 2010 werden aufgehoben. Die Vorinstanz wird , im Sinne der Erwägungen, angewiesen, den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig und richtig festzustellen und in der Sache neu zu entscheiden. 2. Dem Beschwerdeführer werden die reduzierten Verfahrenskosten von Fr. 300.– auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.– verrechnet. Der Überschuss in der Höhe von Fr. 300.– wird dem Beschwerdeführer durch das Bundesverwaltungsgericht rückerstattet. 3. Das BFM wird angewiesen dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 800.– zu entrichten. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Daniele Cattaneo Bruno D'Amaro Versand: