<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-04-29-5A_293-2021.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_293/2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 29. April 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied, </div> <div class="para">Bundesrichter Marazzi, Bovey, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Levante. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Andrea Marin, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Schweizerische Eidgenossenschaft, </div> <div class="para">vertreten durch Amt für Finanzen, </div> <div class="para">Postfach 1232, 6431 Schwyz, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Definitive Rechtsöffnung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Kantonsgerichts Schwyz, Beschwerdekammer, vom 2. März 2021 (BEK 2020 195). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.a.</b> Die Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch das kantonale Amt für Finanzen, betrieb A.________ mit Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Höfe Nr. yyy vom 3. September 2019 für ausstehende direkte Bundessteuern von Fr. 10.-- plus Zinsen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.b.</b> Nach Erhebung des Rechtsvorschlags ersuchte das kantonale Amt das Bezirksgericht Höfe um Gewährung der definitiven Rechtsöffnung für die in Betreibung gesetzte Forderung einschliesslich aufgelaufener Zinsen von Fr. 4.15 sowie die Betreibungskosten von Fr. 90.60. A.________ verlangte, es sei auf das Gesuch nicht einzutreten, eventuell sei dieses abzuweisen, da die Veranlagungsverfügung und die Verzugszinsrechnung nicht von der Schweizerischen Eidgenossenschaft erlassen worden und das kantonale Amt nicht bevollmächtigt sei. Zudem machte sie Rechtsmissbrauch bzw. Nichtigkeit der Betreibung geltend. In der Folge teilte das kantonale Amt den Zahlungseingang von Fr. 14.15 mit und ersuchte um dessen Berücksichtigung im Rechtsöffnungsverfahren. A.________ bestritt die Zahlung mit Nichtwissen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.c.</b> Mit Verfügung vom 17. November 2020 erteilte der Einzelrichter definitive Rechtsöffnung für den Betrag von Fr. 90.60, auferlegte A.________ die Gerichtskosten von Fr. 40.-- und verpflichtete sie zu einer Parteientschädigung von Fr. 100.-- an das kantonale Amt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.d.</b> A.________ gelangte daraufhin an das Kantonsgericht Schwyz, welches ihre Beschwerde mit Beschluss vom 2. März 2021 abwies, soweit es darauf eintrat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Am 19. April 2021 hat A.________ Beschwerde in Zivilsachen, eventualiter subsidiäre Verfassungsbeschwerde erhoben. Die Beschwerdeführerin beantragt dem Bundesgericht, den kantonsgerichtlichen Beschluss betreffend Rechtsöffnung aufzuheben. Auf das Rechtsöffnungsgesuch sei nicht einzutreten; eventualiter sei dieses abzuweisen. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz, allenfalls an die Erstinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para">Das Bundesgericht hat die kantonalen Akten beigezogen, indes keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Der Rechtsmittelentscheid des oberen kantonalen Gerichts betreffend eine definitive Rechtsöffnung kann beim Bundesgericht angefochten werden (<span class="artref">Art. 72 Abs. 2 lit. a und <artref id="CH/173.110/75/1" type="start"></artref>Art. 75 Abs. 1 BGG</span><artref id="CH/173.110/72/2/a" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Angesichts des vorliegenden Streitwertes von weniger als Fr. 30'000.-- ist die Beschwerde in Zivilsachen nur gegeben, sofern eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung vorliegt (<span class="artref">Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG</span>). Eine solche wird nur mit Zurückhaltung angenommen. Sie setzt ein allgemeines und dringendes Interesse an der höchstrichterlichen Klärung voraus, um eine einheitliche Anwendung von Bundesrecht herbeizuführen und damit eine erhebliche Rechtsunsicherheit auszuräumen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=16.04.2022&amp;to_date=05.05.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-III-237%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page237">BGE 146 III 237</a> E. 1). Die Beschwerdeführerin verweist auf die uneinheitliche Praxis der Kantone bei der Zwangsvollstreckung der direkten Bundessteuern hinsichtlich der Parteistellung sowie der Vertretung der Gläubigerin. Angesichts der praktischen Bedeutung für die rechtsanwendenden Behörden dränge sich eine höchstrichterliche Beantwortung der gestellten Fragen auf. Ob dies der Fall ist, kann vorliegend offen bleiben. Wie sich aus dem Folgenden ergibt, bilden die von der Beschwerdeführerin hier aufgeworfenen Fragen nicht Gegenstand des Verfahrens vor Bundesgericht. Damit ist die Eingabe der Beschwerdeführerin als subsidiäre Verfassungsbeschwerde entgegenzunehmen (<span class="artref">Art. 113 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Die Beschwerdeführerin hat als Betreibungsschuldnerin ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides und ist daher zur Beschwerde berechtigt (<span class="artref">Art. 115 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> Mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde kann einzig die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden (<span class="artref">Art. 116 BGG</span>). Das Bundesgericht prüft sie nur insofern, als die rechtsuchende Partei sie vorbringt und rechtsgenüglich begründet (Art. 117 i.V.m. <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; zum Rügeprinzip <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=16.04.2022&amp;to_date=05.05.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">BGE 142 III 364</a> E. 2.4; Urteil 5A_314/2019 vom 20. Juli 2020 E. 1.4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.5.</b> Das Bundesgericht legt seinem Entscheid den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 118 Abs. 1 BGG</span>). Neue Tatsachen und Beweismittel sind nur soweit zulässig, als erst der vorinstanzliche Entscheid dazu Anlass gibt (Art. 117 i.V.m. <span class="artref">Art. 99 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Anlass zur Beschwerde gibt ein definitiver Rechtsöffnungsentscheid. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Beruht die Forderung auf einem vollstreckbaren gerichtlichen Entscheid, so kann der Gläubiger beim Richter die Aufhebung des Rechtsvorschlags (definitive Rechtsöffnung) verlangen. Gerichtlichen Entscheiden gleichgestellt sind unter anderem Verfügungen schweizerischer Verwaltungsbehörden (Art. 80 Abs. 1 und Abs. 2 Ziff. 2 SchKG). Geht aus der Veranlagungsverfügung für die direkte Bundessteuer der geschuldete Betrag hervor, so entspricht sie einer vollstreckbaren Verfügung, sobald dagegen kein ordentliches Rechtsmittel mehr zur Verfügung steht (Urteil 5A_514/2021 vom 29. März 2022 E. 3.1.2 mit Hinw.; CHENAL, Recouvrement des créances de droit public selon la LP, BlSchK 2022 S. 67). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Im vorliegenden Fall liegt der Betreibung ein Restbetrag an direkten Bundessteuern zugrunde, welche rechtskräftig veranlagt worden sind. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen ist die Betreibungsforderung von Fr. 10.-- plus Zins, insgesamt Fr. 14.15, im Laufe des Rechtsöffnungsverfahrens bezahlt worden. Der erstinstanzliche Richter erteilte die Rechtsöffnung daher lediglich für die aufgelaufenen Betreibungskosten von Fr. 90.60. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz eine Beschwerde gemäss <span class="artref">Art. 309 lit. b Ziff. 3 ZPO</span>. Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens bildeten mithin einzig die Betreibungskosten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Soweit die Beschwerdeführerin nun vor Bundesgericht die Zahlung der Betreibungsforderung an die Beschwerdegegnerin (beiläufig) bestreitet, geht ihr Vorbringen an der Sache vorbei. Dies gilt auch für ihre Ausführungen zur Gläubigerstellung der Beschwerdegegnerin und zur Vertretungsmacht des kantonalen Amtes. Zwar hat die Vorinstanz der Beschwerdeführerin in einer eigenen Erwägung ("im Übrigen") die Bedeutung und die Grenzen des Rechtsöffnungsverfahrens erläutert. Zudem hat sie ihr die kantonale Praxis zur Parteibezeichnung bei der Vollstreckung der direkten Bundessteuern dargestellt und auf die Beschwerdemöglichkeit nach <span class="artref">Art. 17 SchKG</span> im Falle von mangelhaften Angaben im Zahlungsbefehl hingewiesen. Diese Ausführungen können indes den Gegenstand des kantonalen Verfahrens nicht erweitern und verschaffen der Beschwerdeführerin damit auch keine diesbezügliche Anfechtungsmöglichkeit. Auf ihre Kritik gegen den von der Vorinstanz zu dieser Thematik geäusserten Standpunkt ist nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.4.</b> Die Beschwerdeführerin wehrt sich zwar vor Bundesgericht gegen den Rechtsöffnungsentscheid, soweit er die Betreibungskosten umfasst. Indes beschränkt sie sich auf die Kritik an der Vorinstanz, dass über die Höhe der Betreibungskosten von der kantonalen Aufsichtsbehörde aufgrund einer Beschwerde nach <span class="artref">Art. 17 SchKG</span> zu befinden sei. Zu Unrecht: Die Prüfung der korrekten Anwendung der Gebührenverordnung zum SchKG (SR 281.35; GebV SchKG) durch die Vollstreckungsbehörden gehört zu den Aufgaben der Aufsichtsbehörden (<span class="artref">Art. 2 GebV SchKG</span>). Gegen die Betreibungskosten bringt die Beschwerdeführerin die gleichen Argumente wie gegen die (bereits bezahlte) Betreibungsforderung vor. Sie macht insbesondere geltend, dass es vorliegend an der Identität des Betreibungsgläubigers mit der aufgrund des definitiven Rechtsöffnungstitels berechtigten Person fehle, womit keine Rechtsöffnung erteilt werden könne. Da ihrer Ansicht nach die Betreibungskosten dem Schicksal der Betreibungsforderung folgen, könnten ihr diese nicht auferlegt werden. Dieses Vorbringen stellt eine Wiederholung von bereits Gesagtem dar und enthält keine eigenständige Willkürrüge. Zwar erübrigt sich gemäss ständiger Praxis, im Rahmen der Rechtsöffnung auch für die Betreibungskosten die Beseitigung des Rechtsvorschlags zu verlangen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=16.04.2022&amp;to_date=05.05.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-360%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page360">BGE 144 III 360</a> E. 3.6.2). Indes macht die Beschwerdeführerin gegen den gegenteiligen Standpunkt der Vorinstanz gerade keine Willkür geltend. Damit kann der angefochtene Entscheid bezüglich der Betreibungskosten nicht überprüft werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten kann auf die Beschwerde mangels rechtsgenüglicher Begründung insgesamt nicht eingetreten werden. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Schwyz, Beschwerdekammer, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 29. April 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: Escher </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Levante </div> </div></body></html>