Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Januar 2012 (725 11 282 / 26) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren Besetzung Präsidentin Eva Meuli Ziegler, Kantonsrichter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen SUVA , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Unentgeltliche Verbeiständung A. Mit Urteil vom 4. Dezember 2009/15. Februar 2010 h iess das Kantonsgericht des Kan- tons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), die Beschwerde von B.____, vertreten durch A.____, Advokat in Basel, g egen den Einspracheentscheid der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) vom 9. Ja nuar 2009 gut. Die Angelegen- heit wurde zur weiteren Abklärung an die SUVA zurückge wiesen. In der Folge bewilligte die SUVA B.____ mit Schreiben vom 18. Juni 2010 rückwirken d ab 8. März 2010 das Gesuch um unentgeltlichen Rechtsbeistand mit Advokat A.____. Mit Honorarnote vom 28. Juni 2011 mach- Seite 2 te Advokat A.____ gegenüber der SUVA für die Zeit vom 8. März 2010 bis 30. Mai 2011 bei einem Aufwand von 51 Stunden und einem Stundenansatz vo n Fr. 300.-- ein Honorar von Fr. 16'530.-- (exkl. MwSt.) geltend. Mit Verfügung vom 14. Juli 2011 sprach ihm die SUVA eine Entschädigung von aufgerundet Fr. 3'000.-- (inkl. MwSt . von 7,6 % bzw. 8 %) zu. In der Be- gründung führte die SUVA aus, dass die eingereichte Kostennote eindeutig zu hoch ausgefallen sei. Sie sei bereit, 13.7 Stunden à Fr. 200.-- zu ent schädigen. Weiter wies sie darauf hin, dass sich die unentgeltliche Verbeiständung in einem angemess enen Rahmen zu bewegen habe. Dies bedeute, dass nicht der ganze E-Mail-Verkehr mit dem Mandanten vergütet werden könne. B. Dagegen erhob Advokat A.____ am 17. August 2011 Be schwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, es sei die Verfügung der Beschwer degegnerin vom 14. Juli 2011 aufzuhe- ben und es sei ihm für seine Bemühungen vom 8. März 2 010 bis 31. Mai 2011 eine Entschädi- gung gemäss Kostennote vom 28. Juni 2011 zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. C. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Verneh mlassung vom 27. Oktober 2011 die Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 30. Dezemb er 2011 stellte die Beschwerdegeg- nerin dem Kantonsgericht die vom Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 10. Juni 2011 bis 23. Dezember 2011 erstellte Honorarnote vom 23. Deze mber 2011 zu. Ausserdem reichte sie eine Kopie ihres Antwortschreibens vom 12. Januar 2012 b ezüglich eines Akteneinsichtsge- suchs des Beschwerdeführers im Hauptverfahren ein. D. Mit Eingabe vom 17. Januar 2012 hielt der Beschwer deführer an der beantragten Gut- heissung der Beschwerde fest. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird – so weit notwendig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Nach Art. 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 wendet das Gericht d as Recht von Amtes wegen an. Es prüft insbesondere, ob die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind. 1.2 Mit dem am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen B undesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist für sämtliche von diesem Ge- setz erfassten Sozialversicherungsbereiche ein Einspracheverfahren geschaffen worden. Dem- entsprechend hält Art. 52 Abs. 1 ATSG fest, dass gegen Verfügungen innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werde n kann. Dieser Grundsatz gilt nach der genannten Bestimmung allerdings nicht bei prozess- und verfahrensleitenden Verfügungen. Ausgeschlossen ist damit die Einsprache bei sämtlichen Z wischenverfügungen der Ein- spracheinstanz. Solche stellen einen Schritt während de s Verfahrens dar; als Beispiele zu nen- nen sind Entscheide betreffend Akteneinsicht, Sistierung, Ausstand, unentgeltliche Rechtsver- tretung oder Massnahmen im Zusammenhang mit der Sachve rhaltsabklärung (U ELI KIESER , Seite 3 ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2009, Ar t. 52 Rz. 30). Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet eine Verfügun g der Beschwerdegegnerin betreffend die Zusprechung eines Honorars für die unentgeltliche V erbeiständung während des Verwal- tungsverfahrens im Bereich der Unfallversicherung. Nach de m Gesagten ist gegen eine solche Verfügung die Einsprache ausgeschlossen. Art. 56 Abs. 1 ATSG bestimmt, dass gegen Verfü- gungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, direkt Beschwerde beim kantona- len Versicherungsgericht erhoben werden kann. Dem vorlie genden Beschwerdeverfahren liegt somit ein taugliches Anfechtungsobjekt zugrunde. 1.3 Gemäss Art. 59 ATSG ist zur Beschwerde an das kantona le Versicherungsgericht be- rechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung oder d en Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änd erung hat. Die Rechtsprechung betrachtet als schutzwürdiges Interesse jedes praktische oder rechtliche Interesse, welches eine von einer Verfügung betroffene Person an deren Ä nderung oder Aufhebung geltend ma- chen kann (BGE 127 V 3 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch U ELI KIESER , a.a.O., Art. 59 Rz. 4). In der angefochtenen Verfügung vom 14. Juli 2011 setzte d ie Beschwerdegegnerin den Entschä- digungsanspruch des Beschwerdeführers als Rechtsvertreter unter dem Titel der unentgeltli- chen Verbeiständung fest. Nach der Praxis des Eidgenössisch en Versicherungsgerichts (EVG; heute Schweizerisches Bundesgericht, Sozialrechtliche A bteilungen) ist der Anwalt und nicht die durch ihn vertretene versicherte Person von einem so lchen Entscheid berührt (BGE 110 V 363 E. 2; Urteil des EVG vom 26. Oktober 2001, I 50/01, E. 2a). Der Beschwerdeführer ist daher berechtigt, in eigenem Namen Beschwerde zu erheben. 1.4 Da auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen erfüll t sind, ist auf die Beschwerde vom 17. August 2011 einzutreten. 2. Strittig ist die Bemessung der dem Beschwerdeführe r zugesprochenen Entschädigung für seine Bemühungen als unentgeltlicher Rechtsbeistan d im Verwaltungsverfahren der Be- schwerdegegnerin für die Zeitdauer vom 8. März 2010 bis 30. Mai 2011. 3.1 Gemäss Art. 37 Abs. 4 ATSG wird im Sozialversicheru ngsverfahren der gesuchstellen- den Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt , wo die Verhältnisse es erfordern. Ge- mäss Art. 12a der Verordnung über den Allgemeinen Tei l des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. September 2002 bemessen sich die Anwaltsko sten einer Partei, welche die unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren geniesst, sinngemäss nach dem Reg- lement über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun desverwaltungsgericht (VGKE) vom 21. Februar 2008. Art. 12 VGKE in Verbindung mit Ar t. 10 Abs. 1 VGKE sieht vor, dass das Anwaltshonorar nach dem notwendigen Zeitaufwand des Vertreters bemessen wird. Der Stun- denansatz für Anwälte liegt gemäss Art. 10 Abs. 2 VGKE zwischen Fr. 200.-- und Fr. 400.--. Bei Streitigkeiten mit Vermögensinteresse kann das Anwaltsh onorar angemessen erhöht werden (Art. 10 Abs. 3 VGKE). 3.2.1 Der unentgeltliche Rechtsbeistand steht in einem öffentlich-rechtlichen Verhältnis zum Staat (BGE 132 V 200 E. 5.1.4). Er wird mit der Bew illigung ernannt und im Endentscheid bzw. Seite 4 bei Abschluss des Verwaltungsverfahrens honoriert. Der St aat ist Schuldner, der Anwalt ist Gläubiger der Honorarforderung. Dabei darf der Staa t vom Rechtsvertreter erwarten, dass die- ser speditiv und konzentriert auf das Wesentliche arbeite t. Entschädigt wird nur jener Aufwand, der in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der rechtlichen Interessen steht, not- wendig und verhältnismässig ist (S TEFAN MEICHSSNER , Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der S chweizerischen Eidgenossenschaft BV vom 18. April 1999], Basel 2008, S. 205). Der verf assungsrechtliche Anspruch auf unent- geltliche Rechtspflege (Art. 29 Abs. 3 BV) verleiht gemäss konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts keinen Anspruch auf eine unverhältnismässig teure oder aufwändige Ver- beiständung (BGE 120 Ia 48 E. 2b/bb). Nach diesen Richt linien bestimmt sich der Anspruch sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht , d.h. in Bezug auf den Umfang der Auf- wendungen. Dies bedeutet, dass der anwaltliche Aufwand für die Bemessung des vom Staat zu vergütenden Honorars stets nur insoweit von Belang ist, al s er vernünftigerweise zur pflichtge- mässen Erfüllung der Aufgabe erforderlich gewesen ist. Übertriebene oder überflüssige Schritte werden nicht entschädigt (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, I 463/06, E. 8.1; BGE 114 V 83 E. 4b; 111 V 49 E. 4a; 110 V 365 E. 3c). Das Honorar muss allerdings so festgesetzt werden, dass dem unentgeltlichen Rechtsbeistand ein Handlungsspielraum verbleibt und er das Mandat wirksam ausüben kann (Urteil des Bundesgerichts vo m 9. November 2009, 6B_856/2009). Bei der Beurteilung des Arbeits- und Ze itaufwandes ist zudem zu beachten, dass der Sozialversicherungsprozess – im Unterschied zum Zivi lprozess – von der Untersu- chungsmaxime beherrscht wird und die Verwaltungsbehörde d en rechtserheblichen Sachver- halt unter Mitwirkung der Parteien zu ermitteln hat, wodurch in zahlreichen Fällen die Tätigkeit des Anwalts erleichtert wird. 3.2.2 Die Entscheidung darüber, was zur Erfüllung des vom Staat übertragenen Mandats an- gemessen ist, liegt alleine in der Verantwortung des A nwalts (Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2009, 8C_422/2009, E. 2.1). Davon gehen auch die im sozialversicherungsrecht- lichen Verwaltungsverfahren anwendbaren Bestimmungen au s (Art. 12a ATSV i.V.m. Art. 14 VGKE). Die verfügende Behörde setzt die Entschädigung f ür den unentgeltlichen Vertreter auf- grund einer abschliessenden Beurteilung des notwendige n Zeitaufwands fest (Art. 10 VGKE). Er – oder die von ihm vertretene Partei – haben im R ahmen der Mandatsführung keinen An- spruch darauf, dass ihnen verbindlich mitgeteilt wird, o b ein einzelner Schritt als notwendig er- achtet wird oder nicht. Dies aufgrund des Umstands, dass die Honorarforderung im Nachhinein, global und in Anbetracht der gesamten Aktivitäten des un entgeltlichen Vertreters beurteilt wer- den muss (Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2009, 8C_422/2009, E. 2.2). Dieser Konstellation – die gegnerische Partei setzt den Lohn d es Parteivertreters im Nachhinein fest – kann daher eine gewisse Brisanz nicht abgesprochen werden. 3.3 Sodann ist darauf hinzuweisen, dass die Festsetzung der Höhe der Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes im Verwaltungsverfahren im Ermessen der Verwaltungsbe- hörde liegt (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Februar 2011, 8C_676/2010, E. 3; BGE 131 V 153 E. 6.2). Gegenstand der gerichtlichen Überprüfung ist daher die Frage, ob die Verwaltung ihr Ermessen pflichtgemäss ausgeübt hat bzw. ob der zu über prüfende Entscheid nicht in zweckmässiger Weise hätte anders ausfallen sollen. Das kantonale Sozialversicherungsgericht, Seite 5 obwohl mit voller Kognition ausgestattet, setzt sein Er messen jedoch nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung. Es muss sich au f Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliege nd erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E 6; 123 V 150 E. 2). Für eine solche sachgemässe Überprüfung ist es im Sinne der be- hördlichen Begründungspflicht notwendig, dass die Verwa ltungsbehörde wenigstens kurz die Überlegungen, von welchen sie sich hat leiten lassen und auf welche sie die Verfügung stützt, nennt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdr ücklich mit jeder tatbeständlichen Be- hauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetze n muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschrä nken (BGE 126 V 75 E. 5dd; 124 V 180 E. 1a). 4.1 Vorab ist die Rüge des Beschwerdeführers zu prüfen, die angefochtene Verfügung ge- nüge der von Art. 29 Abs. 2 BV geforderten Begründungspflicht nicht. 4.2 In Bezug auf die Begründungsdichte bei der Festsetzu ng des Honorars des unentgeltli- chen Rechtsbeistandes ist rechtsprechungsgemäss davon auszuge hen, dass der Entscheid in der Regel nicht oder dann lediglich summarisch begründe t werden muss. Eine Begründungs- pflicht besteht, wenn der Rechtsvertreter eine Kostennote einreicht und das Gericht bzw. die Verwaltung die Entschädigung abweichend davon auf ein en bestimmten nicht der Praxis ent- sprechenden Betrag festsetzt (Urteil des EVG vom 9. Augus t 2002, 1P.284/02, E. 2.4.1; SVR 2000 IV Nr. 11 S. 31, I 308/98 E. 3b). Werden einzel ne Posten aus der Kostennote akzeptiert, andere aber herabgesetzt, ist zu jeder Reduktion zumindes t kurz auszuführen, aus welchem konkreten Grund die Aufwendungen oder Auslagen als unnö tig betrachtet werden (Urteile des Bundesgerichts vom 18. Mai 2009, 9C_991/2008, E. 3.1.2 ; vom 20. März 2009, 9C_951/2008, E. 5.2; Urteil des EVG vom 12. November 2007, 6B_464/ 07, E. 2.1). Die Begründungspflicht ist dann nicht als verletzt zu betrachten, wenn dem Rechtsver treter eine sachgerechte Anfechtung ohne Weiteres möglich war (BGE 124 V 180 E. 1a). 4.3 Es verstösst nicht gegen die Begründungspflicht, dass di e Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung nicht zu jeder der 87 Position en der Deservitenkarte einzeln und de- tailliert Stellung genommen hat. Die Beschwerdegegner in hat zwar kurz, aber dennoch klar dargelegt, welche Tätigkeiten sie zu entschädigen berei t ist. Insbesondere hat sie darauf hin- gewiesen, dass der durch den aussergewöhnlich intensiven E-Mail-Verkehr mit dem Mandanten entstandene Aufwand nur beschränkt übernommen werden kann. Weiter erschliesst sich aus der in der angefochtenen Verfügung aufgeführten Liste , welche Tätigkeiten sie als notwendig und welchen zeitlichen Aufwand sie als angemessen erachtet hat. Es war dem Beschwerdefüh- rer daher ohne Weiteres möglich, die Verfügung der Be schwerdegegnerin sachgerecht anzu- fechten, wovon seine umfangreiche Beschwerde zeugt. Wie bereits dargelegt, muss der Rechtsbeistand die Interessen seines prozessbedürftigen Mandanten ausreichend, wirksam, effektiv und effizient wahrnehmen. Ein nicht diesem Gru ndsatz entsprechender Zeitaufwand ist nicht zu entschädigen. In Fällen, in denen der Aufwand gesamthaft als übermässig erscheint, es aber schwierig ist, im Einzelnen festzulegen, welche ko nkreten Aufwandpositionen nicht ge- rechtfertigt sind, müssen pauschale Kürzungen zulässig bl eiben. In diesem Zusammenhang ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass in diesem System der Se lbstdeklaration, bei dem der Seite 6 Rechtsbeistand anhand der Fakten auflistet, was er gele istet hat, grundsätzlich zwar davon ausgegangen wird, dass der geltend gemachte Aufwand a uch der angemessene bzw. notwen- dige Aufwand ist, und dieser zu entschädigen ist. Diese Ve rmutung kommt aber nur dort zum Tragen, wo es sich um ein Gesamthonorar im üblichen Ra hmen handelt. Vorliegend hat der Beschwerdeführer einen Aufwand von 51 Stunden ausgewie sen. Ein Vergleich mit anderen Fällen zeigt, dass dieser Aufwand überdurchschnittlich hoc h ist. Aus diesem Grund kommt die Vermutung nicht mehr zum Zug und die Beschwerdegegnerin war berechtigt, eine Kürzung vor- zunehmen. Bei dieser Ausgangslage hat die Verwaltung nicht die Pflicht, jede Position einzeln zu behandeln und darzulegen, ob sie notwendig war ode r nicht und falls sie als notwendig er- achtet wird, wie viele Minuten als angemessen erscheinen. In Anbetracht des Umstands, dass es sich um eine Massenverwaltung handelt, kann der Verwa ltungsbehörde bei einem offen- sichtlich übermässigen Aufwand nicht die Pflicht auferlegt werden, jeden Posten einzeln zu hin- terfragen und den betriebenen Aufwand zu entkräften bzw. die Kürzung zu rechtfertigen. In ei- nem Fall, wo ein übermässiger Aufwand entstanden ist und die Vermutung nicht mehr zum Tra- gen kommt, ist es Aufgabe des Rechtsvertreters, im Sinne eines Gegenbeweises bereits bei Einreichung der Honorarnote darzulegen, welche aussero rdentlichen Umstände zum unge- wöhnlich hohen Aufwand geführt haben. 4.4 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör wegen ungenügender Begrün- dung ist folglich zu verneinen. 5.1 Wird die Höhe der für die unentgeltliche Verbeist ändung im Verwaltungsverfahren zuge- sprochenen Entschädigung beschwerdeweise angefochten, so e rgeben sich für die richterliche Überprüfung der Entschädigungshöhe aus den in Erwägung 3 hiervor dargelegten Bestimmun- gen und der Rechtsprechung folgende Anhaltspunkte: Die Entschädigung wird nach dem not- wendigen Zeitaufwand des Vertreters bemessen. Der dabei angewendete Stundenansatz muss im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 400.-- liegen, wobei das Honorar bei Streitigkeiten mit Vermö- gensinteresse angemessen erhöht werden kann. Innerhalb dieses Rahmens übt die Behörde ihr Ermessen aus. Die Höhe ergibt sich somit aus der Anzahl vergüteter Stunden einerseits und dem eingesetzten Stundenansatz andererseits. Die beiden Punkte sind nachfolgend getrennt zu behandeln. 5.2.1 Was die Anzahl aufgewendeter und entschädigungsb erechtigter Stunden angeht, hat der Beschwerdeführer in seiner Honorarnote vom 28. Juni 2011 einen Aufwand von 51 Stunden ausgewiesen. Die Beschwerdegegnerin dagegen hat einen Aufwand von 13.7 Stunden als an- gemessen erachtet. 5.2.2 Entschädigt werden immer nur die objektiv notwen digen Aufwendungen des Anwalts. In der Abklärungsphase ist es die Aufgabe des Rechtsbeistands , mit der versicherten Person zu- sammen die Mitwirkungsrechte zu wahren. Wird eine Begut achtung durchgeführt, hat er auf mögliche Ausstandsgründe bei den Gutachtern hinzuweisen und darf Ergänzungsfragen stellen. Nachdem das Gutachten erstellt ist, ist es seine Aufgabe, zum Beweisergebnis Stellung zu nehmen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass im Sozial versicherungsverfahren der Unter- suchungsgrundsatz gilt, hat sich die notwendige Vertretung grundsätzlich auf diese Aufgaben Seite 7 zu beschränken. Eine "Eins-zu-Eins-Vertretung" sprengt den gesetzlichen Rahmen einer unent- geltlichen Verbeiständung. 5.2.3 Nach Einsicht in die Akten der Beschwerdegegnerin, die den Verlauf des Verfahrens seit Zustellung der schriftlichen Begründung des Urteils vom 4 . Dezember 2009/15. Februar 2010 am 8. März 2010 durch das Kantonsgericht dokumentieren, erscheinen Bemühungen von 13.7 Stunden durchaus als angemessen. Ein Vergleich der Liste der von der Beschwerdegegnerin anerkannten Tätigkeiten des Beschwerdeführers mit den Ak ten zeigt, dass alle Handlungen in diesem Verfahrensstadium, die es brauchte, um die medizin ischen sowie anderweitigen Abklä- rungen zu begleiten und die Interessen des Mandanten z u vertreten, in der angefochtenen Ver- fügung berücksichtigt worden sind. Jede Eingabe des Beschwerdeführers und jede Massnahme der Beschwerdegegnerin, die das Verfahren einen Schritt weitergebracht haben, sind bei der Festsetzung der Entschädigung beachtet worden. Die Beschwerdegegnerin hat auch diejenigen Handlungen, mit denen der Beschwerdeführer auf möglich e Versäumnisse aufmerksam ge- macht hat, angemessen honoriert. Dagegen ist der intensive Kontakt zwischen Beschwerdefüh- rer und seinem Mandanten von der Beschwerdegegnerin zu Recht als aussergewöhnlicher Mehraufwand bezeichnet worden, der weder auf graviere nde Fehlleistungen der Beschwerde- gegnerin noch auf ein besonders kompliziertes Verfahren zurück geführt werden kann. 5.2.4 Des Weiteren kann der von der Beschwerdegegneri n für die einzelnen Tätigkeiten ver- anschlagte zeitliche Aufwand nicht als unangemessen tief betrachtet werden. Dabei darf be- rücksichtigt werden, dass der Beschwerdeführer seinen Manda nten bereits seit längerer Zeit vertritt. Er ist daher mit den Umständen des Falles bes tens vertraut. Die Angelegenheit ist aus- serdem nicht als derart aussergewöhnlich und zeitintensiv einzustufen. Weder die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin infolge des gerichtlichen Besch werdeverfahrens zu weiteren Ab- klärungen angehalten worden ist noch die angezeigten M assnahmen selber erscheinen als un- gewöhnlich oder mit besonderen Schwierigkeiten verbunden. Insbesondere gab es keine recht- lichen Fragestellungen zu beurteilen oder umfangreich e Akten zu begutachten, die sehr zeitin- tensiv gewesen wären. Selbst die Auffassung des Beschw erdeführers, dass der Verfahrenslauf schleppend sei, führt zu keiner Erhöhung des Schwierigkei tsgrads. Die von der Beschwerde- gegnerin akzeptierten Tätigkeiten und der von ihr daf ür veranschlagte Zeitaufwand erweisen sich als angemessen, weshalb keine Veranlassung besteht, in das Ermessen der Beschwerde- gegnerin einzugreifen. 5.3.1 Ist der Zeitaufwand, den die Beschwerdegegnerin bei der Honorarbemessung veran- schlagt hat, nicht pflichtwidrig festgesetzt worden, so ist in einem nächsten Schritt zu prüfen, zu welchem Stundensatz der als notwendig erachtete Aufwand des Beschwerdeführers zu ent- schädigen ist. Der Beschwerdeführer rügt in diesem Zusamme nhang, dass die Beschwerde- gegnerin den ihr zur Verfügung stehenden Rahmen nicht ausgenutzt und lediglich auf ihre Pra- xis verwiesen habe. Es handle sich dabei um eine Leerforme l und keine unter Willkürgesichts- punkten rechtsgenügliche Begründung. Sie habe das ihr eingeräumte Ermessen ohne Berück- sichtigung der konkreten Umstände und somit nicht pflichtgemäss ausgeübt. Seite 8 5.3.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Entschädigung un ter Hinweis auf ihre Praxis und auf Art. 12a ATSV in Verbindung mit Art. 8-13 VGKE auf einen Stundenansatz von Fr. 200.-- (exkl. MwSt.) festgelegt. Damit bewegt sie sich in der vom Bu ndesrecht in Art. 10 Abs. 2 VGKE defi- nierten Bandbreite. Der gewählte Stundenansatz kann daher nicht grundsätzlich als unange- messen, willkürlich oder bundesrechtswidrig bezeichnet werd en, selbst wenn er sich an der unteren Grenze des vorgegebenen Rahmens befindet. Er liegt sogar über dem Ansatz, der vom Kantonsgericht und anderen Gerichtsinstanzen im Kanton Ba sel-Landschaft für die unentgeltli- che Verbeiständung gewährt wird (Fr. 180.--; vgl. § 4 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Zudem bestätigte das B undesgericht – allerdings noch vor Inkrafttreten des VGKE – einen Stundenansatz von Fr. 18 0.-- für die unentgeltliche Verbeistän- dung als verfassungsmässig (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juli 2009, 8C_167/2009, E. 6.2). Es ist dem Beschwerdeführer dahingehend zuzustimmen, dass im Verwaltungsverfahren bei der Bewilligung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes praxisgemäss ein strenger Massstab angelegt wird und bei unterdurchschnittlicher Komplexi tät der Streitsache die sachliche Not- wendigkeit einer Verbeiständung verneint wird (Art. 3 7 Abs. 4 ATSG). Eine anwaltliche Ver- beiständung drängt sich nur in Ausnahmefällen auf, weil rechtliche oder tatsächliche Fragen mit erhöhter Komplexität dies als notwendig erscheinen lassen und eine Verbeiständung durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt (BGE 132 V 200 E. 4.1). Dies bede utet, dass nur die besonderen oder über- durchschnittlichen Fälle von der unentgeltlichen Verbeist ändung gemäss Art. 37 Abs. 4 ATSG erfasst werden. Aber gerade für diese Fälle sieht Art. 12a ATSV in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VGKE einen Stundenansatz von Fr. 200.-- bis Fr. 400.-- vor (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Februar 2011, 8C_676/2010, E. 4.3.2). Es verstö sst daher nicht gegen Bundesrecht, wenn die Beschwerdegegnerin bei diesen Fällen in der Regel Fr. 200.-- pro Stunde vergütet. Zudem handelt es sich vorliegend nicht um einen Fall, welcher aufgrund der Bedeutung der Streitsache einen höheren Ansatz als Fr. 200.-- pro Stu nde gebieten würde. Die im Raum ste- henden sozialversicherungsrechtlichen Leistungen sind zwar f ür den Mandanten des Be- schwerdeführers von erheblicher Bedeutung. Dies trifft b ei Streitigkeiten im Sozialversiche- rungsbereich jedoch regelmässig zu (Urteil des Bundesger ichts vom 3. Mai 2011, 9C_161/2011, E. 3.3). Zudem ist bei einer unentgeltl ichen Verbeiständung ein Interessenswert- zuschlag nur sehr zurückhaltend zu gewähren, weil der unen tgeltliche Rechtsbeistand vom Staat beauftragt wurde und die Allgemeinheit für di e Kosten aufzukommen hat (vgl. dazu § 3 Abs. 2 i.V.m. § 4 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte). 5.3.3 Somit liegt der gewählte Ansatz von Fr. 200.-- pro Stunde zwar am unteren Rand des Spektrums von Art. 10 Abs. 2 VGKE, er befindet sich aber klarerweise noch innerhalb der ge- setzlich vorgesehenen Bandbreite. Eine unsachgemässe Pra xis der Beschwerdegegnerin kann nicht festgestellt werden. Die Honorarbemessung ist auc h in diesem Punkt nicht zu beanstan- den. 6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder eine Verle tzung des rechtlichen Gehörs – im Sinne einer Verletzung der Begründungspflicht – v orliegt noch zu beanstanden ist, dass Seite 9 die Beschwerdegegnerin die Entschädigung des Beschwerde führers unter Zugrundlegung ei- nes Stundenansatzes von Fr. 200.-- (exkl. MwSt.) und ein em Aufwand von 13.7 Stunden be- messen hat. Dies bedeutet, dass die Beschwerdegegnerin d as strittige Honorar berechtigter- weise auf aufgerundet insgesamt Fr. 3'000.-- (inkl. MwS t.) festgesetzt hat. Die vorliegende Be- schwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor de m kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht