Initiative parlementaire. Contrôle des finances 1922 N 3 octobre 1991 tigen Verhältnis zueinander stehen; die Kommissionsmehrheit bezweifelt es jedenfalls. Ebenso wäre es falsch, unter dem Eindruck eines Einzelfalles neue Gesetze zu machen. Unser aktuelles System ist nämlich nicht so schlecht, als dass wir es gleich über Bord zu werfen und durch einen Rechnungshof zu ersetzen hätten. In Punkt 4 verlangt die SP-lnitiative zudem eine Erweiterung der Finanz- delegation unter Einbezug aller Fraktionen. Dieses Anliegen ist ziemlich identisch mit der parlamentarischen Initiative der grünen Fraktion, die als übernächstes Geschäft traktandiert ist. Ich werde dort näher auf die Gründe eintreten, warum diese Forderung der Kommissionsmehrheit nicht opportun er- scheint. Für den Moment bitte ich Sie also, der Kommissionsmehrheit zu folgen und der parlamentarischen Initiative der sozialdemo- kratischen Fraktion keine Folge zu geben. M. Savary-Vaud, rapporteur: La commission devait répondre à la question suivante: faut-il modifier et renforcer le contrôle des finances de la Confédération? Pour répondre à cette ques- tion délicate, la commission avait fait appel à deux experts étrangers. Cela nous a permis d'avoir des points de comparai- son très intéressants. Mais très tôt, il est apparu que chez nos voisins français et autrichiens la surveillance financière exer- cée par une cour des comptes reposait sur un appareil ad- ministratif et juridique impressionnant. Une cour des comptes basée sur l'un ou l'autre des systèmes présentés est inapplica- ble dans notre pays. De plus, nous ne sommes pas persuadés que le contrôle financier est mieux exercé avec les systèmes de nos voisins. Notre pays est différent dans ses structures. Il n'a pas de grandes sociétés nationalisées. Le fédéralisme nous permet des contrôles dans les cantons et les communes. Par conséquent, nous n'avons pas besoin d'un appareil impo- sant pour exercer le contrôle financier de la Confédération. Par ailleurs, il n'est pas certain qu'avec un système différent les problèmes d'engagement financier, pour les services se- crets par exemple, soulevés par la Commission d'enquête par- lementaire, n'aient pas eu lieu. En France - si je cite encore une fois cet exemple - la Cour des comptes ne contrôle pas les dépenses des services secrets. De l'avis de la commission, un seul incident n'est pas suffisant pour opérer un changement complet dans notre façon de pro- céder. Il n'y a pas eu de scandale financier à proprement par- ler, il n'y a eu que quelques lacunes qu'il s'agit de corriger. Notre système est simple et fonctionne bien. A l'instar de nom- breux domaines de notre Etat, le contrôle financier de la Confédération est soumis à une réglementation pragmatique, adaptée à nos besoins et qui a fait ses preuves. La commis- sion a toutefois admis que le système était perfectible. C'est la raison pour laquelle elle vous propose de donner suite à une autre initiative parlementaire, celle de M. Züger, qui vous sera soumise tout à l'heure et qui n'a pas rencontré d'opposition. En conclusion, la commission, par 12 voix contre 6, vous pro- pose de ne pas donner suite à l'initiative du groupe socialiste. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit (keine Folge geben) Für den Antrag der Minderheit (Folge gegen) 60 Stimmen 28 Stimmen #ST# 90.268 Parlamentarische Initiative (Züger) Revision von Artikel 15 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzkontrolle Initiative parlementaire (Züger) Contrôle fédéral des finances. Révision de l'article 15 de la loi Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN Wortlaut der Initiative vom 10. Dezember 1990 Artikel 15 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Fi- nanzkontrolle ist durch einen neuen Absatz 3 zu ergänzen: Abs. 3 (neu) Besondere Vorkommnisse und Beanstandungen hinsichtlich des Finanzgebarens einzelner Dienststellen sind dem zustän- digen Departementschef sowie dem Vorsteher des Finanzde- partements zu melden. Betreffen die festgestellten Mängel das Finanzgebaren von Dienststellen des Eidgenössischen Finanzdepartementes, ist der Bundespräsident beziehungs- weise der Vizepräsident in Kenntnis zu setzen. Texte de l'initiative du 10 décembre 1990 L'article 15 de la loi sur le Contrôle fédéral des finances est complété d'un alinéa 3 ayant la teneur suivante: Al. 3 (nouveau) Toute anomalie ou contestation concernant la gestion finan- cière d'un service administratif doit être signalée au chef du département compétent ainsi qu'au chef du Département des finances. Si le manquement constaté est le fait d'une unité du Département des finances, le président de la Confédération, ou le cas échéant le vice-président, doit en être informé. Herr Reimann Maximilian unterbreitet im Namen der Kommis- sion den folgenden schriftlichen Bericht: Wir unterbreiten Ihnen hiermit gemäss Artikel 21ter des Ge- schäftsverkehrsgesetzes den Bericht der vorprüfenden Kom- mission über die von Nationalrat Züger am 10. Dezember 1990 eingereichte parlamentarische Initiative, welche ver- langt, den Artikel 15 des Bundesgesetzes über die Eidgenös- sische Finanzkontrolle durch einen neuen Absatz 3 zu ergän- zen. Begründung des Initianten Der Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommis- sion, Puk EMD, vom 17. November 1990 hat erhebliche Män- gel bei der Organisation und Wahrnehmung sowohl der parla- mentarischen als auch der verwaltungsinternen Finanzauf- sicht zutage gefördert. Was die Aufsichtsbefugnisse des Parla- ments betrifft, konnten die entsprechenden Kontrollkompe- tenzen im Verantwortungsbereich des EMD vor allem deshalb nicht umfassend ausgeübt werden, weil die zuständigen Or- gane der Finanzkontrolle ihrer gesetzlich statuierten Berichter- stattungspflicht (Art. 14 des Bundesgesetzes über die Eidge- nössische Finanzkontrolle) nicht nachgekommen sind. Anderseits hat der Bericht auch in aller Deutlichkeit aufgezeigt, dass die Ablauforganisation der verwaltungsinternen Finanz- aufsicht, wie sie in Artikel 15 des erwähnten Gesetzes um- schrieben ist, den Anforderungen der Praxis nicht genügt. So kann der Bundesrat als politisch verantwortliche Kollegialbe- hörde seine Aufsichtsbefugnisse nicht hinreichend wahrneh- men, wenn die Finanzkontrolle gemäss den einschlägigen Gesetzesbestimmungen (Art. 15 Abs. 2 des Finanzkontrollge- setzes) ermächtigt ist, Beanstandungen auf der Stufe einzel- ner Dienststellen abschliessend zu regeln, ohne dass diese3. Oktober1991 1923 Parlamentarische Initiative. Finanzkontrolle dem jeweiligen Departementschef oder dem Vorsteher des Finanzdepartementes zur Kenntnis zu bringen sind. Aus diesem Grunde drängt sich eine Revision von Artikel 15 des Finanzkontrollgesetzes auf. Diese ist dahingehend vorzu- nehmen, dass bei Beanstandungen des Finanzgebarens ein- zelner Dienststellen immer auch der zuständige Departe- mentschef sowie der Vorsteher des Finanzdepartements in Kenntnis zu setzen sind. Durch die Statuierung dieser Melde- pflicht werden nicht zuletzt auch die finanzaufsichtsrechtli- chen Führungsstrukturen des Gesamtbundesrates wirksamer ausgestaltet, der mit der vorgeschlagenen Lösung in die Lage versetzt wird, seine verfassungsrechtliche Verantwortung als oberste vollziehende und leitende Behörde unter verbesser- ten institutionellen Voraussetzungen wahrzunehmen. Erwägungen der Kommission 1. Stand der Arbeiten in der Bundesversammlung und der Ver- waltung zum gleichen Gegenstand Die am 10. Dezember 1990 von Nationalrat Züger eingereichte Initiative fordert in einem neuen Absatz 3 zu Artikel 15 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzkontrolle, dass besondere Vorkommnisse und Beanstandungen des Fi- nanzgebarens einzelner Dienststellen dem zuständigen De- partementschef sowie dem Finanzminister zu melden sind. Betreffen die festgestellten Mängel das Finanzdepartement, so solle der Bundespräsident beziehungsweise der Vizepräsi- dent in Kenntnis gesetzt werden. Die Kommission hörte sich am 12. August 1991 den Initianten an und liess sich von seiner Begründung überzeugen. 2. Aufwand und Zeitplan der parlamentarischen Arbeit Gibt der Nationalrat der parlamentarischen Initiative Folge, so überarbeitet die zuständige Kommission den vorliegenden Entwurf zu einem neuen Absatz 3 des Artikels 15 des Bundes- gesetzes über die Eidgenössische Finanzkontrolle. Die Kom- mission hat für Bericht und Antrag eine Frist von zwei Jahren zu beachten. 3. Möglichkeit, das angestrebte Ziel mit einer Motion oder ei- nem Postulat zu erreichen Das angestrebte Ziel könnte auch mit einer Motion erreicht werden. Würde diese eine Frist setzen, so wäre die Absicht schneller zu verwirklichen als mit der Initiative. Die Kommis- sion diskutierte diese Alternative nicht. 4. Die Zweckmässigkeit der Behandlung, wenn über den glei- chen Gegenstand eine Volksinitiative zustande gekommen ist Es ist keine Volksinitiative über den gleichen Gegenstand ein- gereicht oder lanciert worden. 5. Beratungen der Kommission des Nationalrats Nationalrat Züger wies in der Begründung zur Initiative und in seiner Stellungnahme vor der Kommission auf die im Bericht vom 17. November 1990 der Parlamentarischen Untersu- chungskommission zur besonderen Klärung von Vorkomm- nissen von grosser Tragweite im Eidgenössischen Militärde- partement (Puk EMD) festgestellten erheblichen Mängel bei der Organisation und Wahrnehmung sowohl der parlamenta- rischen als auch der verwaltungsinternen Finanzaufsicht hin. Die Aufsichtsbefugnisse des Parlaments konnten vor allem deshalb nicht umfassend ausgeübt werden, weil die zuständi- gen Organe der Finanzkontrolle ihrer Rlichtzur Berichterstat- tung gemäss Artikel 14 des Bundesgesetzes über die Eidge- nössische Finanzkontrolle nicht nachgekommen sind. Es ge- nüge eben nicht, dem Präsidenten einige summarische Infor- mationen zukommen zu lassen. Absatz 2 von Artikel 15 des er- wähnten Gesetzes ist mangelhaft formuliert, wenn die Finanz- kontrolle nur mit den Dienststellen verkehrt und der Bundesrat nichts davon erfährt. Obwohl normalerweise jeweils drei Be- richte - an den Bundesrat, an die Finanzkontrolle und an die Finanzdelegation - erstellt werden, hat diese Information ge- rade im Geheimbereich nicht gespielt. Der Artikel 15 ist, im Falle von Beanstandungen des Finanzge- barens einzelner Dienststellen, durch eine Meldepflicht an den zuständigen Departementschef und an den Finanzminister zu erweitern. Die Kommission stimmte nach knapper Diskussion über mehr formale Fragen und mit dem Hinweis, dass sie den Text der In- itiative als allgemeine Anregung auffasse, dem Initianten zu. Dieser erklärte ich seinerseits bereit, nicht wesentliche materi- elle Aenderungen zu akzeptieren. M. Reimann Maximilian présente au nom de la commission le rapport écrit suivant: Nous vous soumettons, conformément à l'article 21 ter de la loi sur les rapports entre les conseils, le rapport de la commission chargée du préavis sur l'initiative parlementaire qui a été dépo- sée par M. Züger, conseiller national, en date du 10 décembre 1990 et qui demande que l'article 15 de la loi sur le contrôle fé- déral des finances soit complété par un nouvel alinéa 3. Développement de l'auteur de l'initiative Le rapport du 17 septembre 1990 de la CEP sur le DMF a ré- vélé de graves défauts dans l'organisation et l'exécution de la surveillance financière, tant par le Parlement qu'au sein de l'administration. S'agissant de la surveillance parlementaire, elle n'a pu s'exercer adéquatement dans le secteur du DMF, essentiellement en raison du fait que les organes de contrôle des finances n'ont pas accompli leur obligation d'envoi des rapports établis à l'article 14 de la loi sur le contrôle fédéral des finances. Le rapport a par ailleurs clairement montré que le déroulement de la surveillance financière au sein de l'administration, telle qu'elle est prévue à l'article 15 de ladite loi, ne répond pas aux exigences de la pratique. Ainsi, le Conseil fédéral, en tant qu'autorité collégiale, ne peut exercer suffisamment ses attri- butions de surveillance, étant donné que le Contrôle fédéral des finances peut, aux termes de l'article 15, alinéa 2, de la loi, • régler des affaires impliquant des unités administratives sans en référer au chef du département concerné ou au chef du Dé- partement des finances. Pour cette raison, une révision de l'article 15 de la loi s'impose. Elle doit assurer que toute contestation de la gestion finan- cière d'un service administratif soit toujours communiquée tant au chef du département compétent qu'au chef du Dépar- tement des finances. Cette règle aura en particulier l'avantage de renforcer la surveillance financière du collège gouverne- mental qui pourra ainsi exercer dans de meilleures conditions ses attributions en tant qu'autorité executive suprême. Considérations de la commission 1. Etat des travaux du Parlement et de l'administration sur le même objet L'initiative déposée le 10 décembre 1990 par M. Züger, conseiller national, demande par un nouvel alinéa 3, complé- tant l'article 15 de la loi sur le Contrôle fédéral des finances, que toute anomalie ou contestation concernant la gestion fi- nancière d'un service administratif soit signalée au chef du dé- partement compétent ainsi qu'au chef du Département des fi- nances. Si le manquement constaté est le fait d'une unité du Département des finances, le président de la Confédération, ou le cas échéant le vice-président, doit en être informé. La commission a entendu l'auteur le 12 août 1991 et a été convaincue par son argumentation. 2. Ampleur et calendrier des travaux parlementaires Si le Conseil national donne suite à l'initiative, la commission compétente devra retravailler le projet de nouvel alinéa 3 de l'article 15 de la loi sur le Contrôle fédéral des finances, et sou- mettre rapport et propositions dans un délai de deux ans. 3. Possibilité d'atteindre le but visé par une motion ou un postu- lat Le but visé pourrait aussi être atteint par une motion. En fixant un délai, elle permettrait de parvenir plus rapidement aux fins recherchées. La commission n'a pas étudié cette option. 4. Opportunité en cas d'initiative populaire sur le même objet Aucune initiative populaire portant sur le même objet n'a été déposée ou lancée. 5. Délibérations de la commission du Conseil national M. Züger, conseiller national, a rendu attentif, tant dans son développement que dans l'avis qu'il a donné devant la com- mission, aux graves défauts dans l'organisation et l'exécution de la surveillance financières exercée tant par le Parlement que par les organes de l'administration, qui ont été révélés parInitiative parlementaire. Gestion financière 1924 N 3 octobre 1991 le rapport du 17 septembre 1990 de la Commission d'enquête parlementaire concernant le Département militaire fédéral (rapport CEP-DMF). La compétence parlementaire n'a pu s'exercer adéquatement essentiellement en raison du fait que les organes de contrôle des finances n'ont pas rempli leur obli- gation d'envoyer des rapports, conformément à l'article 14 de la loi sur le Contrôle fédéral des finances. Il ne suffit en effet pas de faire parvenir quelques informations sommaires au prési- dent. Le 2e alinéa de l'article 15 est mal formulé à cet égard puisqu'il permet au Contrôle des finances de limiter ses contacts aux services concernés, sans que le Conseil fédéral en soit informé. Quoique normalement trois rapports sont pré- sentés - respectivement au Conseil fédéral, au Contrôle des fi- nances et à la Délégation des finances - l'information n'a pas passé alors qu'il s'agissait précisément d'un domaine soumis au secret. Il convient donc de compléter l'article 15 par une obligation d'informer le chef du département concerné et le ministre des finances en cas de contestation portant sur la gestion financière de services déterminés. La commission s'est déclarée d'accord avec l'intervenant après une brève discussion concernant des questions de forme, tout en précisant qu'elle accepte l'initiative en tant que projet rédigé en termes généraux. L'auteur s'est déclaré de son côté d'accord d'accepter des modifications pour autant qu'elles ne portent pas sur des points essentiels. Antrag der Kommission Die Kommission beantragt dem Nationalrat mit 19zuO Stimmen, der parlamentarischen Initiative Folge zu geben. Proposition de la commission La commission propose au Conseil national, par 19 voix sans opposition, de donner suite à l'initiative. Angenommen -Adopté #ST# 90.270 Parlamentarische Initiative (Grüne Fraktion) Verstärkung der parlamentarischen Finanzaufsicht Initiative parlementaire (Groupe écologiste) Gestion financière. Renforcement du contrôle parlementaire Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN Wortlaut der Initiative vom 13. Dezember 1990 Aufgrund des Geschäftsverkehrsgesetzes unterbreiten wir die folgende parlamentarische Initiative in Form einer allgemei- nen Anregung: Zur Sicherstellung einer demokratisch abgestützten Finanz- aufsicht (nähere Prüfung und Ueberwachung des gesamten Finanzhaushaltes laut Geschäftsverkehrsgesetz Art. 50) soll die Finanzdelegation derart erweitert werden, dass alle Frak- tionen darin vertreten sind. Texte de l'initiative du 13 décembre 1990 Nous fondant sur la loi sur les rapports entre les conseils, nous présentons l'initiative parlementaire suivante, conçue en ter- mes généraux: Afin de garantir une surveillance des finances, basée sur des principes démocratiques (art. 50 de la loi sur les rapports entre les conseils, examen détaillé et contrôle de l'ensemble de la gestion financière), la Délégation des finances doit être élargie de façon que tous les groupes parlementaires y soient repré- sentés. Sprecher-Porte-parole: Hafner Rudolf Herr Reimann Maximilian unterbreitet im Namen der Kommis- sion den folgenden schriftlichen Bericht: Wir unterbreiten Ihnen hiermit gemäss Artikel 21 ter des Ge- schäftsverkehrsgesetzes den Bericht der vorprüfenden Kom- mission über die von der grünen Fraktion am 13. Dezember 1990 eingereichte parlamentarische Initiative, welche eine Er- weiterung der Finanzdelegation auf alle Fraktionen fordert. Begründung der Initianten Der Puk-EMD-Bericht vom 17. November 1990 hat gewichtige Mängel in der Aufgabenerfüllung der Finanzdelegation aufge- zeigt. Im Interesse des Staates sind daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen und die Finanzdelegation zu verstär- ken. Damit die Finanzaufsicht auf die Dauer glaubwürdig erfolgen kann, ist es unerlässlich, dass alle Fraktionen in der Finanzde- legation vertreten sind. Dies würde es erlauben, die stark bela- steten wenigen Mitglieder, die eine enorme Zahl von Geschäf- ten bewältigen mussten, zu entlasten. Die heutige Situation, bei der die grossen Bundesratsparteien faktisch ein Monopol für die laufende Finanzaufsicht besitzen (Geschäftsverkehrsgesetz Art. 50), muss dringend verbessert werden. Die Glaubwürdigkeit der Finanzdelegation wird we- sentlich erhöht, wenn sich die grossen Regierungsparteien nicht nur selber kontrollieren, sondern auch kritische, opposi- tionelle Fraktionen bei der Aufsicht beteiligt sind. Dies sollte ei- gentlich für ein Land, das stolz auf seine demokratischen En- richtungen ist, eine Selbstverständlichkeit darstellen. Gegen eine effiziente und kritische Kontrolle können doch jene Parla- mentarierinnen und Parlamentarier nichts einwenden, die in bezug auf die Geschäftsführung des Bundesrates ein gutes Gewissen haben und nichts verheimlichen wollen. Erwägungen der Kommission I. Stand der Arbeiten in der Bundesversammlung und der Ver- waltung zum gleichen Gegenstand I1. Am 20. Juni 1990 reichte die grüne Fraktion eine erste par- lamentarische Initiative (90.243- Parlamentarische Finanzauf- sicht) ein. Die Kommission hörte sich am 19. November 1990 sowohl den Sprecher der Fraktion, Nationalrat Rudolf Hafner, wie auch den Experten Fritz Bucher, alt Sekretär der Finanz- kommissionen und Finanzdelegation der eidgenössischen Räte, und Ständerätin Yvette Jaggi, Präsidentin der Finanzde- legation, an. Sie war sich einig, dass die seit Jahrzehnten nur wenig wechselnde Zusammensetzung der Finanzdelegation ein wesentliches Element der politischen Stabilität darstellt. Keine Rechtsgrundlage sieht vor, dass nur Vertreter der Regie- rungsparteien dieses Gremium bilden. Es ist vielmehr aus je drei Vertretern aus Nationalrat und Ständerat der stärksten Fraktionen R (Freisinnig-demokratische Partei, 1894 gegrün- det; radikal-demokratische Fraktion, 1878 gegründet), C (Ka- tholische Volkspartei, 1894-1912; Konservative Volkspartei, 1912-1957; Konservativ-christlich demokratische Partei, 1957-1971; Christlichdemokratische Partei, seit 1971; katho- lisch-konservative Fraktion, 1857 gegründet) und S (Sozialde- mokratische Partei, 1888 gegründet; Fraktion, 1911 gegrün- det) zusammengesetzt. Unregelmässig wurden auch schon Vertreter der Fraktionen V (Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpar- tei, 1919-1971; Schweizerische Volkspartei, seit 1971) und L (Liberale Partei, seit 1911 ; Fraktion, 1893 gegründet) berufen, im Ständerat etwas häufiger als im Nationalrat. Es wäre denkbar, dass abwechslungsweise ein Vertreter der drei grossen Fraktionen zugunsten einer kleineren Fraktion auf seinen Einsitz in der Finanzdelegation verzichten würde. Eine Vergrösserung der Finanzdelegation von sechs auf zum Beispiel zehn Personen hätte hingegen nicht nur organisatori- sche Folgen (Sitzungszimmer), sondern würde auch Fragen der eingespielten Arbeitsweise und der Vertraulichkeit berüh- ren. Die Kommission wollte diesen Faktor der Stabilität nicht aufs Spiel setzen und beantragte mit 8 zu 2 Stimmen bei 4 Ent- haltungen, der parlamentarischen Initiative keine Folge zu ge-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Parlamentarische Initiative (Züger) Revision von Artikel 15 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzkontrolle Initiative parlementaire (Züger) Contrôle fédéral des finances. Révision de l'article 15 de la loi In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.268 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 03.10.1991 - 15:00 Date Data Seite 1922-1924 Page Pagina Ref. No 20 020 378 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.