Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Juli 2018 (720 17 344 / 193) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Fehlendes Rechtsschutzinteresse des BVG-Versicherers in Bezug auf den Zeitpunkt des Beginns des Wartejahres, hingegen besteht ein Recht sschutzinteresse des BVG- Versicherers in Bezug auf den Bestand und die Höhe des Rentenanspruches des Versi- cherten Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien BVG -Stiftung A.____ , Beschwerdeführerin gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Beigeladene Sammelstiftung für die obligatorische berufliche Vorsorge B.____ C.____ , vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel Betreff IV-Rente betr. C.____ Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der 1956 geborene C.____ war zuletzt – vom 1. Febr uar 2016 bis 31. Januar 2017 – bei der D.____ als Buchhalter in einem 50%-igen Pensum a ngestellt. Im Rahmen dieses Arbeits- verhältnisses war der Versicherte bei der BVG-Stiftung A .____ berufsvorsorgeversichert. Am 21. November 2016 meldete sich C.____ unter Hinweis auf eine Gangunsicherheit bei der Eid- genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug a n. Nach medizinischen und er- werblichen Abklärungen sowie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren sprach die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) dem Versichert en mit Verfügung vom 11. September 2017 rückwirkend ab 1. Juni 2017 eine ganze Invalidenr ente zu. Diese Verfügung wurde unter anderem auch der BVG-Stiftung A.____ eröffnet. B. Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 11. Septem ber 2017 erhob die BVG-Stiftung A.____ am 10. Oktober 2017 Beschwerde beim Kantonsge richt des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, die Verfügung der IV- Stelle vom 11. September 2017 sei aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen; unter Kosten- und Entsch ädigungsfolgen. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, es könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausge- gangen werden, dass der Versicherte bereits ab mindestens Januar 2016 erheblich und andau- ernd in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen s ei. Ausserdem habe es die IV-Stelle unterlassen, eine leidensangepasste Verweistätigkeit zu prüfen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 3. Januar 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab- weisung der Beschwerde. D. Am 6. Februar 2018 nahm die Beschwerdeführerin Ste llung zur Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin und hielt an ihren Anträgen fest. E. Der beigeladene Versicherte, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, nahm am 9. März 2018 Stellung zur Angelegenheit und beantrag te, es sei die Beschwerde abzuweisen und von einer Rückweisung an die Vorinstanz abzusehen. Er beantragte, es sei die Verfügung der IV-Stelle dahingehend abzuändern, dass der Begin n des Wartejahres auf November 2015 festgesetzt werde; alles unter o/e-Kostenfolge. F. Die ebenfalls beigeladene Sammelstiftung für die o bligatorische berufliche Vorsorge B.____, bei der der Versicherte von April 2015 bis Janua r 2016 berufsvorsorgeversichert war, verzichtete mit Schreiben vom 10. April 2018 auf eine Stellungnahme. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Gemäss § 16 Abs. 2 VPO hat das Kantonsgericht von Am tes wegen zu prüfen, ob auf ein Rechtsmittel eingetreten werden kann. Zu den Pro zessvoraussetzungen, die allesamt erfüllt sein müssen, damit das Gericht zur Begründetheit oder Unbegründetheit der Rechtsbegehren Stellung nehmen kann, gehört unter anderem das Erford ernis, dass die Beschwerde führende Partei durch die angefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Es ste llt sich die Frage, ob diese Sach- urteilsvoraussetzung im vorliegenden Fall gegeben ist. 1.3 Erlässt ein Versicherungsträger eine Verfügung, welch e die Leistungspflicht eines ande- ren Trägers berührt, so hat er auch ihm die Verfügung zu eröffnen; gemäss Art. 49 Abs. 4 ATSG kann dieser die gleichen Rechtsmittel ergreifen wie die versicherte Person. Der Ausdruck des „Berührtseins“ findet sich auch in Art. 59 ATSG. De mnach ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den Einsprach eentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderun g hat. Als schutzwürdig gilt jedes praktische oder rechtliche Interesse, welches eine von der Verfügung betroffene Person an de- ren Änderung oder Aufhebung geltend machen kann. Das schutzwürdige Interesse besteht im praktischen Nutzen einer Gutheissung der Beschwerde oder – anders ausgedrückt – im Um- stand, einen Nachteil wirtschaftlicher, ideeller, mater ieller oder anderweitiger Natur zu vermei- den, welchen der angefochtene Entscheid mit sich bringe n würde (BGE 131 V 365 f. E. 2.1 mit Hinweisen). Es fehlt, wenn das Sachurteil nur der Bea ntwortung theoretischer Rechtsfragen dienen würde (FRITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 153). Bei einer Verfügung über Versicherungsleistungen bildet gru ndsätzlich einzig die Leistung Gegen- stand des Dispositivs. Die Beantwortung der Frage, welch er Invaliditätsgrad der Rentenzuspre- chung zugrunde gelegt wurde, dient demgegenüber in d er Regel lediglich der Begründung der Leistungsverfügung (Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 2009, 9C_8/2009, E. 2.2 mit Hin- weis). Rechtsprechungsgemäss wird das Rechtsschutzinteresse de shalb dann verneint, wenn sich eine Beschwerde nur gegen die Begründung der ange fochtenen Verfügung richtet, ohne dass eine Änderung des Dispositivs verlangt wird. 2. Wie nachfolgend aufgezeigt wird, ist die Beschwerd eführerin nicht an den von der IV- Stelle festgelegten Zeitpunkt der Eröffnung des Wartej ahres gebunden. Deswegen hat sie kein schutzwürdiges Interesse zur Beschwerdeerhebung in der vorliegenden Angelegenheit. 2.1 Die Bindungswirkung der Invaliditätsbemessung der In validenversicherung ist für die berufliche Vorsorge in den Art. 23 ff. BVG ausdrücklich verankert worden (BGE 115 V 208 E. 2 f.). Der Leistungsanspruch auf eine Invalidenrente der obligatorischen beruflichen Vorsorge orientiert sich dabei an den sachbezüglichen Voraussetzun gen des IVG. Auch die Höhe der berufsvorsorgerechtlichen Rente bestimmt sich analog zu derjenigen nach IVG. Für den Beginn Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Anspruchs auf eine BVG-Invalidenrente gelten schlie sslich gestützt auf Art. 26 Abs. 1 BVG sinngemäss die entsprechenden invalidenversicherungsrecht lichen Bestimmungen. Diese ge- setzliche Konzeption basiert auf der Überlegung, die Org ane der beruflichen Vorsorge von ei- genen aufwändigen Abklärungen freizustellen. Nach der Rechtsprechung sind die Vorsorgeein- richtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge de shalb prinzipiell an die Feststellun- gen der IV-Organe gebunden. Dies gilt allerdings nur insoweit, als die invalidenversicherungs- rechtliche Betrachtungsweise auf Grund der gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offen- sichtlich unhaltbar erscheint. Im Weiteren entfällt eine Bindungswirkung dann, wenn die Vorsor- geeinrichtung nicht ins invalidenversicherungsrechtliche V erfahren einbezogen wird. Denn den Versicherern nach BVG steht in diesem Verfahren ein selbstständiges Beschwerderecht zu. Die IV-Stelle ist deshalb verpflichtet, eine Rentenverfügung allen in Betracht fallenden Vorsorgeein- richtungen von Amtes wegen zu eröffnen. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeein- richtung, ist die invalidenversicherungsrechtliche Festsetzun g des Invaliditätsgrades berufsvor- sorgerechtlich nicht verbindlich (Sozialversicherungsrecht – Rechtsprechung [SVR] 2007 IV Nr. 3 S. 8 E. 3; BGE 129 V 73). Wird die Vorsorg eeinrichtung demgegenüber ins invaliden- versicherungsrechtliche Verfahren einbezogen, kommt ohne Weiterungen die vom Gesetzgeber gewollte, in den Art. 23 ff. BVG zum Ausdruck gebra chte Verbindlichkeitswirkung des Ent- scheids der Invalidenversicherung zum Zuge. 2.2 Diese Verbindlichkeitswirkung kann sich gemäss der mitt lerweile gefestigten Rechtspre- chung des Bundesgerichts allerdings nur in Bezug auf Feststellungen und Beurteilungen der IV- Organe entfalten, die im IV-rechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruches auf eine Invalidenrente entscheidend waren (Urteil des Bundesgeri chts vom 30. März 2009, 9C_8/2009, E. 3.2 mit Hinweisen; SVR 2007 IV Nr. 3 S. 8 E. 4; MARC HÜRZELER , Invaliditätsproblematiken in der beruflichen Vorsorge, Basel/Genf/München 2006, S. 232 Rz. 546). Andernfalls haben die Organe der beruflichen Vorsorge die Anspruchsvoraussetzu ngen ihrerseits stets frei zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2008, 9C_414/20 07). Es ist in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass die Festsetzung des Beginns des Rent enanspruches durch die Invali- denversicherung nicht ausschliesst, dass die den Anspruch auf Invalidenleistungen nach BVG begründende Arbeitsunfähigkeit – allenfalls in einem vorerst noch geringeren Ausmass – schon längere Zeit zuvor eingetreten ist (SVR 2005 BVG Nr. 5 S. 16, E. 2.3.2). 2.3 Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat i n einem neueren Entscheid die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend die Bindun g der Vorsorgeeinrichtung an den Entscheid im IV-Verfahren kritisiert. Dafür gebe es keine gesetzliche Grundlage in den Art. 23 ff. BVG. Auch Art. 49 Abs. 4 ATSG stelle keine entsprechend e gesetzliche Grundlage dar. Insbe- sondere sei das ATSG im Bereich der beruflichen Vorsorge gar nicht anwendbar. Sofern es eine Bindungswirkung gäbe, wäre Voraussetzung, dass die I V-Stelle Feststellungsverfügungen über den Invaliditätsgrad und über den Beginn der relevanten Arbeitsunfähigkeit erliesse. Nur in der Verfügungsbegründung könne eine Vorsorgeeinrichtun g Angaben zum Invaliditätsgrad und zum Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit finden . Eine Verfügungsbegründung werde aber rechtsprechungsgemäss nie formell rechtskräftig und dami t auch nie direkt verbindlich. Folglich könne eine Verfügungsbegründung per se keine Bindungswir kung entfalten. Gäbe es eine Bin- dungswirkung zwischen der Invalidenversicherung und der beruflichen Vorsorge, dann müssten Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht einzelne Teile der Begründung einer IV-Rentenverfügung – nämlich der Invaliditätsgrad und der Beginn der relevanten Arbeitsunfähigkeit – verbindli ch werden können. Dies wäre verfahrens- rechtlich nur in Form von entsprechenden Feststellungsverf ügungen möglich (vgl. zum Ganzen das Urteil des St. Galler Versicherungsgerichts vom 23. August 2017, IV 2015/154). 3.1 Im vorliegenden Fall erscheint es – entgegen dem A ntrag der Beschwerdeführerin – aus nachfolgenden Gründen nicht angebracht, die IV-Stelle im Rahmen einer Rückweisung zu ver- pflichten, weitere Abklärungen in Bezug auf den Beginn des Wartejahrs zu treffen. Da der Rentenanspruch nach Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens sechs Monate nach Anmeldung entstehen kann, ist für das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG allein der Sachverhalt sechs Monate vor Anmeldung von Bedeutung (Urteil des Bund esverwaltungsgerichts vom 15. September 2015, C-7211/2013, E. 2.3). Der beige ladene Versicherte hatte sich am 21. November 2016 bei der IV zum Leistungsbezug ange meldet. Daraus ergibt sich, dass sein Rentenanspruch frühestens im Mai 2017 hätte entstehen können. Die Beschwerdegegnerin hat als Zeitpunkt der Eröffnung des Wartejahres den Monat Juni 2016 gewählt, weshalb das Warte- jahr per Juni 2017 beendet war und ab jenem Zeitpun kt auch die Rente zugesprochen wurde. Die Beschwerdeführerin stellt sich vorliegend auf den S tandpunkt, dass nicht nachvollziehbar sei, weshalb gerade der Monat Juni 2016 als Eröffnung des Wartejahres herangezogen worden sei. Hingegen könne mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausge- gangen werden, dass der Versicherte bereits ab mindestens Januar 2016 erheblich und andau- ernd in seiner Arbeitsunfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Die Beschwerdegegnerin war je- doch vorliegend nicht verpflichtet, Perioden vor dem Mo nat Mai 2016 bezüglich Beginn des Wartejahres genauer abzuklären. 3.2 Hintergrund bildet der Umstand, dass der Anspruch au f eine IV-Rente voraussetzt, dass der Versicherte während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes- tens zu 40% arbeitsunfähig gewesen ist. Der Rentenansp ruch aber so oder anders erst frühes- tens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachu ng des Leistungsanspruchs vom 21. November 2016 entstehen konnte. Die IV-Stelle war deshalb nicht gehalten, die Arbeitsfä- higkeit des Versicherten vor dem Mai 2016 einer näheren Prüfung zu unterziehen (Anmeldung zum Leistungsbezug vom 21. November 2016 zuzüglich sechs Monat e Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG abzüglich ein Jahr durchschnittliche Ar beitsunfähigkeit von mindestens 40% gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Allfällige, verbind lichkeitswirksame Feststellungen der IV- Organe hinsichtlich weiter zurückliegender Zeiten fallen daher von vorneherein ausser Betracht (Urteil des Bundesgerichts 9C_414/2007 vom 25. Juli 2008, E. 2.4). Das allein die Rechtsver- bindlichkeit erlangende Dispositiv in der angefochtenen Verfügung vom 11. September 2017 beschränkt sich denn auch darauf, dem Versicherten ab 1 . Juni 2017 eine ganze IV-Rente zu- zusprechen. Der Beginn der einjährigen Wartezeit per 1 . Juni 2016 hingegen bildet zwar einen Bestandteil der Begründung der angefochtenen Verfügu ng, er wird jedoch in der IV-Verfügung nicht rechtsverbindlich festgelegt. Es ist in diesem Zusamme nhang daran zu erinnern, dass die Beantwortung der Frage, wann das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG begonnen hat, ebenso lediglich der Begründung der Leistungsverfügung der IV-Stelle dient, wie beispielsweise auch die Frage, welcher Invaliditätsgrad von ihr der R entenzusprechung zugrunde gelegt wor- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht den ist. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle en tfaltet mit Blick auf eine länger zurücklie- gende Arbeitsunfähigkeit des Versicherten jedenfalls ke inerlei Bindungswirkung für die berufli- che Vorsorge. Dies hat zur Folge, dass die Beschwerdeführe rin einen allenfalls leistungserheb- lichen Sachverhalt frei zu prüfen berechtigt ist. 3.3 Die Rechtsmittelbefugnis des BVG-Versicherers im Ve rfahren nach IVG setzt jedoch voraus, dass die IV-rechtliche Leistungszusprechung grundsät zlich, der Höhe nach oder hin- sichtlich ihres Beginns, gerügt wird. Wird einzig eine üb er den Beginn des Wartejahres nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG zurückreichende Arbeitsunfähig keit im berufsvorsorgerechtlich massge- benden Umfang von 20 % behauptet, ist der BVG-Versiche rer nicht legitimiert, Rechtsmittel im Verfahren nach IVG einzureichen (Urteil des Bundesger ichts vom 21. November 2016, 9C_340/2016, E. 6.2.1 mit weiteren Hinweisen). Wird mit Bezug auf den berufsvorsorgerechtli- chen Leistungsanspruch zusammenfassend nichts durch den IV-Entscheid präjudiziert, entfällt das Rechtsschutzinteresse der Beschwerdeführerin. Sie ist daher zur Beschwerdeerhebung im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren nicht legitim iert. Auf ihre Beschwerde vom 10. Oktober 2017 kann daher in Bezug auf die Frage nach dem Beginn des Wartejahres nicht eingetreten werden. 3.4 Der Versicherte hat gegen die Verfügung der IV-St elle vom 11. September 2017 kein Rechtsmittel ergriffen. Im vorliegenden Beschwerdeverfa hren, welches durch die BVG-Stiftung A.____ eingeleitet worden ist, wurde der Versicherte lediglich zum Verfahren beigeladen. Eine Beiladung darf jedenfalls nicht zum nachträglichen Verf ahrenseinbezug einer Partei führen, die zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses beschwerdeberechtigt gewesen wäre, eine eigenständi- ge Anfechtung innert Frist jedoch unterlassen hatte (F RANK SEETHALER , KASPAR PLÜSS , Praxis- kommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Auflage, 2016, Art. 57, 1192). Deswegen kann auch auf die Begehren des beigeladenen Versicherten i n Bezug auf den Zeitpunkt der Eröff- nung des Wartejahres nicht eingetreten werden. 4. Das Interesse der Beschwerdeführerin bezüglich Bestand und Höhe des Rentenan- spruchs bzw. der Frage, ob dem Versicherten allenfalls eine leidensangepasste Verweistätigkeit zumutbar ist, ist hingegen gegeben. Diesbezüglich ist a uf die Beschwerde einzutreten. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist daher, ob die Beschwerde gegnerin zu Recht davon ausgegan- gen ist, dass der Versicherte in sämtlichen Tätigkeiten arbeitsunfähig ist. 5.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 5.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die d urch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 5.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundh eitlichen Beeinträchtigung zu be- rücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zud em nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 5.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 5.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). 6. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist di e Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas- send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass d as Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach e ntscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 6.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit wei- teren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsv erfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Re chnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Absc hätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Ein- schätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht da zu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkennt nisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellt en fachmedizinischen Experten ander- seits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2 001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Ad- ministrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät zungen gelangen. Vorbehalten blei- ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpr etation entspringende – Aspekte benen- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un gewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 7. Für die Beurteilung der gesundheitlichen Situatio n des Versicherten sind im Wesentli- chen die folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 7.1 Am 13. Oktober 2016 wurde im Kantonsspital X.____ eine testpsychologische resp. neu- ropsychologische Untersuchung durchgeführt. Als Diagnosen wurden eine mittelschwere bis schwere neuropsychologische Störung (Gedächtnis, exekutive Funktionen, Aufmerksamkeit, räumliches Vorstellungsvermögen) im Rahmen der Diagnose 2 sowie ein Hydrocephalus occlu- sus bei Membran infratentoriell, DD: Arachnoidalzyste fe stgestellt. In der Beurteilung wurde festgehalten, dass im Rahmen der Untersuchung schwere Bee inträchtigungen im episodischen Gedächtnis (im Sinne einer Abrufstörung) sowie in Teil bereichen der exekutiven Funktionen (verbales Arbeitsgedächtnis, Interferenzanfälligkeit, Konzepterkennung / Kategorisierungsfähig- keit, konstruktive Planungskompetenz) im Vordergrund stü nden. Ausserdem komme es zu leichten Minderleistungen im Aufmerksamkeitsbereich. Das r äumliche Vorstellungsvermögen sei leicht reduziert. Klinisch würden ausserdem Fluktuatio nen der kognitiven Leistungen impo- nieren. Ein adäquates Störungsbewusstsein sei nicht gegeben. Das Ausmass der objektivierba- ren neuropsychologischen Störung sei vordergründig insgesa mt als mittelschwer zu beurteilen. Es sei jedoch davon auszugehen, dass es im Alltag und in de r beruflichen Tätigkeit zu stärke- ren Beeinträchtigungen komme, als durch die klar strukt urierte neuropsychologische Testung habe objektiviert werden können. Hierfür würden die fremdanamnestischen Angaben sowie die Tatsache, dass der Versicherte in den letzten zwei bis dr ei Jahren vier Stellen verloren habe, sprechen. Der Grad der Einschränkung der Funktionsfähig keit im Alltag und Beruf als Buchhal- ter sei somit als mittelschwer bis schwer zu beurteilen. Es sei davon auszugehen, dass die Stel- lenverluste in den letzten zwei bis drei Jahren auf die kognitiven Defizite und die mangelnde Störungseinsicht zurückzuführen seien. Die Erwerbstätigkeit als Buchhalter würde bei der be- stehenden neuropsychologischen Problematik als sehr kritisch gesehen, weshalb dringend eine Anmeldung bei der IV empfohlen würde. 7.2 Im Bericht des Universitätsspitals Y.____, Chirurgie , Neurochirurgie, vom 16. Dezember 2016 wurde festgehalten, dass der Versicherte über eine progrediente Gangstörung klage. Die- se Gangstörung äussere sich in einem unsicheren schwankenden Gangbild. Zudem leide der Versicherte seit etwa sechs Monaten unter einer zunehmenden Vergesslichkeit. 7.3 Am 12. Mai 2017 berichtete der behandelnde Neuro chirurg, Dr. med. E.____, FMH Neu- rochirurgie, dass der Versicherte eine seit langem beste hende hydrocephale Konfiguration ha- be. Das Gangbild habe sich objektiv verbessert, die kogniti ven Einschränkungen würden stag- nieren. Eine angepasste Tätigkeit sollte in Betracht gezogen werden. Eine erneute neuro- psychologische Beurteilung nach der VP-Shunt-Revision sollte im Verlauf gemacht werden. 7.4 Am 8. Juni 2017 nahm pract. med. F.____, FMH Psychia trie und Psychotherapie, Regi- onaler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), Stellung zu r Sache und hielt fest, dass der Versi- cherte aufgrund der neuropsychologischen und motorischen Störungen ab Juni 2016 für jegli- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht che Tätigkeiten arbeitsunfähig sei. Dies gehe aus dem Bericht der Neurologie des Universitäts- spitals Y.____ vom 16. Dezember 2016 hervor. 7.5 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens hat sich pract. med . F.____ am 14. Dezember 2017 zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin geäusse rt. Zum Zeitpunkt des Eintrittes einer mindestens 20%-igen Arbeitsunfähigkeit führte er aus, dass es bei einem Hydrocephalus occlu- sus mit Shuntdysfunktion in der Regel zu einer schleichend en Verschlechterung der kognitiven Funktionen in Abhängigkeit des zunehmenden Hirndruckes kom me. Das heisse, es bestehe längere Zeit ein labiles Gleichgewicht, das ab einem b estimmten Punkt bei zu hohem Hirndruck zu deutlichen Einschränkungen führe. Diesen Zeitpunkt ret rospektiv genau festzulegen sei un- möglich bzw. spekulativ. Bei seiner Beurteilung in der Stellungnahme vom 8. Juni 2017 habe er deshalb aus den unterschiedlichen Zeitpunkten, welche in den vorliegenden medizinischen Un- terlagen angeboten würden, einen mittleren Zeitpunkt angenommen. Aufgrund der Angaben im Bericht der Neurochirurgie des Universitätsspitals Y.___ _ vom 16. Dezember 2016 sei dieser Zeitpunkt im Juni 2016 gewesen. In Bezug auf das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach die IV-Stelle auch die Möglichkeit einer leidensangepasst en Tätigkeit hätte überprüfen müssen, hielt er fest, dass aufgrund der neuropsychologischen E inschränkungen ab Juni 2016 in jegli- cher Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr anzunehmen sei. Die Einschränkungen seien zwar nur als mittelschwer beurteilt worden. Erschwerend kom me aber die fehlende Einsicht in die Störungen hinzu, was zu einem mangelnden Fehlerbewussts ein bei einer beruflichen Tätigkeit führe. Dies sei für einen Arbeitgeber schwer zumutbar. 8.1 Einig sind sich die Parteien darüber, dass der beige ladene Versicherte in seiner ange- stammten Tätigkeit als Buchhalter nicht mehr arbeitsfä hig ist. Die Beschwerdeführerin bringt hingegen vor, dass die Beschwerdegegnerin es unterlassen h abe, die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Arbeitstätigkeit zu überprüfen. Aufgru nd der medizinischen Aktenlage ist aber mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass der Versicherte in keinerlei Tätigkeit mehr arbeitsfähig ist. Zu berücksichtigen ist im vorliegenden Fall zum einen, dass der Versicherte bereits 62 Jahre alt ist und in seiner angestammten Tätigkeit als kaufmännische r Angestellter bzw. Buchhalter nicht mehr arbeiten kann. Zum anderen gilt es zu bedenken, da ss der Versicherte unter mittelschwe- ren bis schweren kognitiven Einschränkungen leidet, welc he er sich aber nicht eingestehen kann. Diese kognitiven Einschränkungen verunmöglichen mit überwiegender Wahrscheinlich- keit das Erlernen einer neuen leidensangepassten Tätigkei t bzw. eine Umschulung. In den me- dizinischen Unterlagen wird unter anderem von einer Int erferenzanfälligkeit des Versicherten gesprochen (vgl. E. 7.1 hiervor). Eine solche liegt dan n vor, wenn zum Beispiel sich widerspre- chende Informationen zu verarbeiten sind. Eine Interfe renz kann sich als Gedächtnishemmung oder in der Sprache äussern. Unter Gedächtnishemmungen versteht man die Schwierigkeiten, sich einen Lernstoff einzuprägen bzw. ihn zu behalten (vg l. https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/interferenz/7314 zuletzt besucht am 3. August 2018). Das Krankheitsbild bzw. die Symptome des Versicher ten sind vergleichbar mit denjeni- gen einer Alzheimer-Demenz. Schliesslich zeigt die medi zinische Aktenlage auf, dass sich die kognitiven Funktionen wohl schleichend verschlechtern werde n. Unter diesen Umständen er- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheint es nicht realistisch, dass der 62-jährige Versichert e eine Verweistätigkeit neu erlernen kann. 8.2 Die Beschwerdegegnerin ist demnach zu Recht davon ausgegangen, dass der Versi- cherte nicht nur in seiner angestammten Tätigkeit, sonde rn in jeglichen Tätigkeiten arbeitsunfä- hig ist. Im Ergebnis ist demzufolge die Zusprache einer ganzen Invalidenrente nicht zu bean- standen. Die Beschwerde der BVG-Stiftung A.____ ist in diesem Punkt abzuweisen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1000.-- festgelegt . Bei Fällen wie dem vorliegenden, in de- nen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrens- kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschw erdeführerin unterliegende Par- tei, weshalb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen un d mit dem bereits geleisteten Kostenvor- schuss zu verrechnen sind. 9.2 Nach dem Wortlaut von Art. 61 lit. g ATSG hat di e obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Rechtsprech ungsgemäss steht darüber hinaus aber auch der anwaltlich vertretenen beigeladenen Per son, die mit ihrem Antrag durchdringt, eine Parteienschädigung zu (C HRISTIAN ZÜND , Kommentar zum Gesetz über das Sozialversi- cherungsgericht des Kantons Zürich, Zürich 1999, S. 239, mit Hinweisen auf BGE 109 V 62 E. 4 und auf verschiedene unveröffentlichte Urteile des dama ligen EVG). Diese Parteienschädigung ist grundsätzlich vom unterliegenden Versicherungsträger zu übernehmen (UELI KIESER , ATSG- Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 61 Rz 115). Der beigeladene Versicherte obsiegt in Bezug auf den Rentenanspruch, verliert hinge gen in Bezug auf den Zeitpunkt des Beginns des Wartejahres. Nach dem Gesagten hat der (t eilweise) obsiegende Beigeladene C.____ deshalb, wie von ihm beantragt, Anspruch auf e ine Parteientschädigung zu Lasten der unterliegenden Beschwerdeführerin. Der Rechtsvertreter des Beigeladenen hat in seiner Hono- rarnote vom 7. Mai 2018 für das vorliegende Verfahren einen Aufwand von 10 Stunden und 25 Minuten sowie Auslagen von Fr. 22.30 geltend gema cht. Der Stundenaufwand erweist sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhal ts- und Rechtsfragen als etwas zu hoch angesetzt. Der Rechtsvertreter von C.____ hat im vorliegenden Verfahren lediglich die Vertretungsanzeige sowie eine zweiseitige Stellungnahm e eingereicht. Für diese Bemühungen erscheint eine Entschädigung im Umfang von vier Stunden angemessen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangen- den Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Beigeladenen ist demnach eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘101. -- (4 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Aus- lagen von Fr. 22.30 und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Laste n der Beschwerdeführerin zuzuspre- chen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem bereits geleiste ten Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beigeladenen C.__ __ eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘101.-- (inkl . Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausseror- dentlichen Kosten wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht