<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 127 S.586</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">586</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>127 Voraussichtlich längerfristige Existenzfähigkeit eines Landwirtschafts-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>betriebes als Voraussetzung für die Bewilligung der Aussiedlung in die</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Landwirtschaftszone.</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Längerfristig meint grundsätzlich einen Zeitraum von min-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>destens einer Generation, d.h. ca. 15-25 Jahre (Erw. 2 c/aa).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Betriebsstrukturdaten wie landwirtschaftliche Nutzfläche und</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Milchkontingent lassen eine erste Grobbeurteilung zu, ob ver-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>tieftere Abklärungen nötig sind (Erw. 2 c/aa).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>In Zweifelsfällen ist mit einem Betriebsvoranschlag zu belegen,</b></span><br/> <span class="ft1"><b>dass mit dem erzielbaren Einkommen die laufenden Ausgaben</b></span><br/> <span class="ft1"><b>für Betrieb und Familie gedeckt, die Zins- und Rückzahlungs-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>verpflichtungen erfüllt, die künftig notwendigen Investitionen</b></span><br/> <span class="ft1"><b>getätigt und die Zahlungsfähigkeit erhalten werden können</b></span><br/> <span class="ft1"><b>(Erw. 2 c/aa).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Bei aussiedlungswilligen Betrieben sollte das landwirtschaftli-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>che Einkommen den überwiegenden Teil des Soll-Einkommens</b></span><br/> <span class="ft1"><b>ausmachen (Erw. 2 c/aa).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Entscheid des Regierungsrates vom 12. September 2001 in Sachen R.S.-H.</span><br/> <span class="ft3">gegen Baudepartement und Gemeinderat W.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">1. Der Beschwerdeführer R.S., geboren 1945, bewirtschaftet</span><br/> <span class="ft5">mit seiner Frau A. und dem 22-jährigen Sohn M., welcher die land-</span><br/> <span class="ft5">wirtschaftliche Schule F. besucht hat und dereinst den Betrieb über-</span><br/> <span class="ft5">nehmen möchte, ein landwirtschaftliches Gewerbe in W. Da die be-</span><br/> <span class="ft5">stehenden Betriebsgebäude an eingeengter Lage in der Dorfkernzone</span><br/> <span class="ft5">mit verschiedenen Problemen hinsichtlich der Viehhaltung behaftet</span><br/> <span class="ft5">sind, die Jauchegrubenkapazität nicht ausreicht und Investitionen im</span><br/> <span class="ft5">Ökonomiebereich am bestehenden Ort dem Beschwerdeführer un-</span><br/> <span class="ft5">zweckmässig erscheinen, möchte er in rund 200 m Entfernung auf</span><br/> <span class="ft5">Parzelle 472 in der Landwirtschaftszone einen 45,5 m langen und bis</span><br/> <span class="ft5">zu 26,4 m breiten Stall mit Remise, Laufhof, Mistplatz, Jauchegrube</span><br/> <span class="ft5">und zwei Grünfuttersilos mit einer maximalen Höhe von 9,66 m</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">587</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">bauen. Die Stallbaute ist geplant für 20 Kühe, Jungvieh, Kälber und</span><br/> <span class="ft5">zwei Pferde. Insgesamt sollen 35 Fressplätze geschaffen werden.</span><br/> <span class="ft5">Der Beschwerdeführer bewirtschaftete anlässlich der Abwei-</span><br/> <span class="ft5">sung des Baugesuches 14,3 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche. Bis</span><br/> <span class="ft5">zur Augenscheinsverhandlung am 30. Mai 2001 vermochte er die</span><br/> <span class="ft5">bewirtschaftete Fläche auf 17 ha (wovon 9,3 ha Eigenland) zu stei-</span><br/> <span class="ft5">gern. Weitere 4,4 ha Pachtland sind ihm noch für das Jahr 2001</span><br/> <span class="ft5">schriftlich zugesichert und aus der geplanten Auflösung eines weite-</span><br/> <span class="ft5">ren benachbarten Betriebes von 8 ha im Jahre 2003 erhofft er sich</span><br/> <span class="ft5">eine weitere Betriebsvergrösserung (...). Er betreibt Ackerbau,</span><br/> <span class="ft5">Milchproduktion und Kälbermast, wobei die über das Milchkontin-</span><br/> <span class="ft5">gent von 34'500 kg hinaus anfallende Milch durch Kälbermast ver-</span><br/> <span class="ft5">wertet wird. Zum Zweck des Nebenerwerbes ist der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft5">rer als Klauenpfleger tätig.</span><br/> <span class="ft5">Aus finanziellen Gründen möchte der Beschwerdeführer vor-</span><br/> <span class="ft5">derhand nur einen Stall und eine Scheune in der Landwirtschaftszone</span><br/> <span class="ft5">bauen und im bisherigen Wohn- und Ökonomiegebäude wohnen</span><br/> <span class="ft5">bleiben (...). Die frei werdenden Räume im bisherigen Ökonomiege-</span><br/> <span class="ft5">bäude würden künftig als Einstellraum genutzt. Der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft5">rer geht jedoch davon aus, dass in einem späteren Zeitpunkt bei der</span><br/> <span class="ft5">projektierten sog. Viehscheune ebenfalls einmal ein Wohnhaus er-</span><br/> <span class="ft5">stellt werden kann. Der Finanzierung könnte allenfalls der Verkauf</span><br/> <span class="ft5">der Liegenschaft in der Dorfkernzone dienen (...). Die Abteilung</span><br/> <span class="ft5">Landwirtschaft stuft deshalb das aktuelle Stallbauprojekt als</span><br/> <span class="ft5">1. Etappe einer vollständigen Aussiedlung des Betriebes ein (...).</span><br/> <span class="ft5">Gegenstand des Baugesuches sowie des Beschwerdeverfahrens bil-</span><br/> <span class="ft5">den jedoch formell lediglich ein Stallgebäude mit Jauchegrube und</span><br/> <span class="ft5">Silobauten.</span><br/> <span class="ft5">2.</span><br/> <span class="ft5">(...)</span><br/> <span class="ft5">c) aa) Der somit gemäss Art. 34 Abs. 1 lit. a und Abs. 4 lit. a</span><br/> <span class="ft5">RPV grundsätzlich zonenkonforme, da für die bodenabhängige Pro-</span><br/> <span class="ft5">duktion verwertbarer Erzeugnisse aus Nutztierhaltung am geplanten</span><br/> <span class="ft5">Ort betriebsnotwendige Stall ist von der Vorinstanz hauptsächlich</span><br/> <span class="ft5">deshalb abgewiesen worden, weil es sich um die erste Etappe einer</span><br/> <span class="ft5">Aussiedlung handle und hierfür die erforderliche Faktorausstattung</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">588</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">fehle. Gemäss Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV darf eine Baubewilligung u.a.</span><br/> <span class="ft5">nur erteilt werden, wenn der Betrieb voraussichtlich längerfristig</span><br/> <span class="ft5">bestehen kann.</span><br/> <span class="ft5">Die Kriterien für die Bejahung der längerfristigen Existenzfä-</span><br/> <span class="ft5">higkeit eines landwirtschaftlichen Betriebes wurden von den kanto-</span><br/> <span class="ft5">nalen Behörden im Verlaufe des Verfahrens mehrfach revidiert. In</span><br/> <span class="ft5">der angefochtenen Verfügung forderte die Koordinationsstelle Bau-</span><br/> <span class="ft5">gesuche am 11. Mai 2000 (...) rund 25 ha landwirtschaftliche Nutz-</span><br/> <span class="ft5">fläche und bei Milchproduktion ein Milchkontingent von über</span><br/> <span class="ft5">100'000 kg. In ihrer Vernehmlassung zur Beschwerde wies die Ab-</span><br/> <span class="ft5">teilung Landwirtschaft am 28. Juni 2000 darauf hin, die Anforderun-</span><br/> <span class="ft5">gen würden derzeit in einer verwaltungsinternen Arbeitsgruppe dis-</span><br/> <span class="ft5">kutiert; ein künftiges Mass dürfte ein ausreichendes Einkommen aus</span><br/> <span class="ft5">der zonenkonformen landwirtschaftlichen Tätigkeit bilden, welches</span><br/> <span class="ft5">für die Entschädigung von 1,5 Arbeitskräften ausreiche (...). In ihrer</span><br/> <span class="ft5">Stellungnahme vom 25. September 2000 (...) korrigierte dieselbe</span><br/> <span class="ft5">Fachstelle die Anforderungen dahingehend, die Existenz gelte als</span><br/> <span class="ft5">ausreichend gesichert, wenn das Einkommen, welches zu 90 % aus</span><br/> <span class="ft5">der Landwirtschaft stammen müsse, den Familienverbrauch einer</span><br/> <span class="ft5">Normalfamilie (Familie mit 2 Kindern, mindestens 3,2 Verbrauch-</span><br/> <span class="ft5">seinheiten) decke und eine Ersparnisbildung von mindestens</span><br/> <span class="ft5">Fr. 10'000.-- pro Jahr zulasse (sog. Solleinkommen). In ihren</span><br/> <span class="ft5">jüngsten schriftlichen Stellungnahmen vom 6. bzw. 11. April 2001</span><br/> <span class="ft5">(...) verlangen die Abteilung Landwirtschaft und die Koordi-</span><br/> <span class="ft5">nationsstelle Baugesuche entsprechend den inzwischen fertig ge-</span><br/> <span class="ft5">stellten Richtlinien der verwaltungsinternen Arbeitsgruppe land-</span><br/> <span class="ft5">wirtschaftliche Aussiedlungen übereinstimmend, der Anteil des</span><br/> <span class="ft5">landwirtschaftlichen Einkommens am Solleinkommen müsse bei</span><br/> <span class="ft5">Talbetrieben mindestens 80 % betragen. Die Betriebsberatung des</span><br/> <span class="ft5">Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrums Frick hat</span><br/> <span class="ft5">anhand des geplanten Betriebskonzeptes einen Betriebsvoranschlag</span><br/> <span class="ft5">erstellt und ist in einem Gutachten vom 24. Oktober 2000 (...) zum</span><br/> <span class="ft5">Schluss gelangt, zur Sicherstellung der Existenz bzw. des geforderten</span><br/> <span class="ft5">Solleinkommens (Familienverbrauch von 3,2 Verbrauchseinheiten</span><br/> <span class="ft5">und Fr.</span> <span class="ft5">10'000.-- Eigenkapitalbildung) werde in Zukunft ein</span><br/> <span class="ft5">nichtlandwirtschaftliches Nebeneinkommen des Beschwerdeführers</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">589</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">in der Grössenordnung von etwa 25 % benötigt, d.h. rund 75 % des</span><br/> <span class="ft5">Solleinkommens könnten mit landwirtschaftlichem Einkommen</span><br/> <span class="ft5">erzielt werden. Angesichts des guten, gesicherten Nebenerwerbes aus</span><br/> <span class="ft5">der Klauenpflege und der als "sehr gut" eingestuften finanziellen</span><br/> <span class="ft5">Situation des Betriebes lasse sich das Projekt betriebswirtschaftlich</span><br/> <span class="ft5">vertreten.</span><br/> <span class="ft5">Die längerfristige Existenzfähigkeit des Betriebes wird somit</span><br/> <span class="ft5">von verschiedenen kantonalen Fachstellen unterschiedlich eingestuft</span><br/> <span class="ft5">und es werden unterschiedlich hohe nichtlandwirtschaftliche Ein-</span><br/> <span class="ft5">kommen berücksichtigt. Das Bundesgericht hat im Jahre 1995 im</span><br/> <span class="ft5">Zusammenhang mit der Frage der Zonenkonformität eines Wohnhau-</span><br/> <span class="ft5">ses in der Landwirtschaftszone sogar einen Landwirtschaftsbetrieb in</span><br/> <span class="ft5">der Gemeinde Arni, Kanton Bern, mit 4,5 ha Eigen- und Pachtland,</span><br/> <span class="ft5">9,5 Grossvieheinheiten, einem Bedarf von 2'200 Arbeitsstunden pro</span><br/> <span class="ft5">Jahr sowie einem jährlichen landwirtschaftlichen Einkommenspo-</span><br/> <span class="ft5">tential von rund Fr.</span> <span class="ft5">21'000.-- bei einem Existenzbedarf von</span><br/> <span class="ft5">Fr. 51'200.-- (41 % des Solleinkommens aus landwirtschaftlichem</span><br/> <span class="ft5">Einkommen gedeckt) als erhaltenswürdiges, zonenkonformes,</span><br/> <span class="ft5">existenzsicherndes und lebensfähiges landwirtschaftliches Gewerbe</span><br/> <span class="ft5">eingestuft (BGE 121 II 307 ff.). Der regierungsrätliche Rechtsdienst</span><br/> <span class="ft5">hat deshalb die Bundesämter für Raumentwicklung und Landwirt-</span><br/> <span class="ft5">schaft um eine koordinierte Stellungnahme zur Frage ersucht, nach</span><br/> <span class="ft5">welchen Kriterien die "längerfristige Existenzfähigkeit" eines Land-</span><br/> <span class="ft5">wirtschaftsbetriebes zu beurteilen sei.</span><br/> <span class="ft5">Die am 13. November 2000 angefragten Bundesämter haben die</span><br/> <span class="ft5">Anfrage zum Anlass genommen, die Problematik zusammen mit dem</span><br/> <span class="ft5">Eidgenössisches Amt für Grundbuch- und Bodenrecht vertieft zu</span><br/> <span class="ft5">prüfen. Am 29. Januar 2001 haben sie in zwei insgesamt zehn Seiten</span><br/> <span class="ft5">umfassenden Schreiben zur Bedeutung des seit dem 1. September</span><br/> <span class="ft5">2000 in Kraft stehenden Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV (voraussichtlich</span><br/> <span class="ft5">längerfristige Existenzfähigkeit des Betriebes) Stellung genommen</span><br/> <span class="ft5">(...). Die Stellungnahme lässt sich wie folgt zusammenfassen:</span><br/> <span class="ft5">Angesichts der Umbruchphase, in welcher sich die Landwirt-</span><br/> <span class="ft5">schaft gegenwärtig befindet und auch künftig befinden wird, ist es</span><br/> <span class="ft5">schwierig, allgemeingültige Aussagen zur Frage der längerfristigen</span><br/> <span class="ft5">Existenzfähigkeit zu machen. "Längerfristig" meint grundsätzlich</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">590</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">einen Zeitraum von mindestens einer Generation, d.h. es wäre an</span><br/> <span class="ft5">sich eine Prognose für einen Zeitraum von ca. 15-25 Jahren zu</span><br/> <span class="ft5">machen. Betriebsstrukturdaten wie landwirtschaftliche Nutzfläche</span><br/> <span class="ft5">und Milchkontingent lassen eine erste Grobbeurteilung und Triage</span><br/> <span class="ft5">zu, ob vertieftere Abklärungen nötig sind. Als feinere Beurteilungs-</span><br/> <span class="ft5">kriterien bieten sich in erster Linie die finanziellen Verhältnisse an.</span><br/> <span class="ft5">Ein Betrieb kann nur dann längerfristig bestehen, wenn er die Erzie-</span><br/> <span class="ft5">lung eines minimalen Solleinkommens gestattet, mit welchem die</span><br/> <span class="ft5">laufenden Ausgaben für Betrieb und Familie gedeckt, die Zins- und</span><br/> <span class="ft5">Rückzahlungsverpflichtungen erfüllt, die künftig notwendigen In-</span><br/> <span class="ft5">vestitionen getätigt und die Zahlungsfähigkeit erhalten werden kön-</span><br/> <span class="ft5">nen. Dem Solleinkommen ist das objektivierte Isteinkommen gegen-</span><br/> <span class="ft5">überzustellen, wobei jedoch Möglichkeiten des Konsumverzichts</span><br/> <span class="ft5">Rechnung zu tragen ist, da das Solleinkommen neben dem notwen-</span><br/> <span class="ft5">digen Verbrauch (Zwangsbedarf) auch einen beträchtlichen Konsum</span><br/> <span class="ft5">nicht lebensnotwendiger Güter und Dienstleistungen (Wahlbedarf)</span><br/> <span class="ft5">zulässt. Je bedeutender und nachhaltiger die räumlichen Auswirkun-</span><br/> <span class="ft5">gen eines Bauvorhabens sind, desto strenger müssen die Anforde-</span><br/> <span class="ft5">rungen an den Nachweis der längerfristigen Existenzfähigkeit sein.</span><br/> <span class="ft5">Bei Neubauvorhaben und Aussiedlungen dürfen deshalb strengere</span><br/> <span class="ft5">Anforderungen an das Soll-Einkommen und den Anteil des landwirt-</span><br/> <span class="ft5">schaftlichen Einkommens am Gesamteinkommen geknüpft werden.</span><br/> <span class="ft5">Im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Zo-</span><br/> <span class="ft5">nenkonformität von Wohnraum (BGE 121 II 307) ist zu verlangen,</span><br/> <span class="ft5">dass längerfristig ein erheblicher Beitrag zur Existenzsicherung in</span><br/> <span class="ft5">der Landwirtschaft erzielt werden kann. Eine Aussiedlung kann sich</span><br/> <span class="ft5">unter anderem bei fehlendem direktem Zugang zu den Bewirtschaf-</span><br/> <span class="ft5">tungsflächen und Standortkonflikten aufdrängen. Im Hügel- und</span><br/> <span class="ft5">Berggebiet sollte das landwirtschaftliche Einkommen mindestens</span><br/> <span class="ft5">einen Drittel des Soll-Einkommens decken. Im Talgebiet und ganz</span><br/> <span class="ft5">allgemein bei Bauvorhaben mit bedeutenden räumlichen Auswirkun-</span><br/> <span class="ft5">gen ist dieser Anteil angemessen zu erhöhen. Bei aussiedlungswilli-</span><br/> <span class="ft5">gen Betrieben sollte das landwirtschaftliche Einkommen den über-</span><br/> <span class="ft5">wiegenden Teil des Soll-Einkommens ausmachen. Allenfalls ist die</span><br/> <span class="ft5">Bewilligung überdies mit einem Zweckänderungsverbot, einem Be-</span><br/> <span class="ft5">seitigungs- oder Anpassungsrevers zu verknüpfen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">591</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">bb) Da im vorliegenden Fall für den Viehbestand neben dem</span><br/> <span class="ft5">Eigenland eine zusätzliche landwirtschaftliche Nutzfläche von rund</span><br/> <span class="ft5">8,5 ha als Futterbasis notwendig ist, fordern die kantonalen Behörden</span><br/> <span class="ft5">- sofern denn die Beurteilungskriterien der Bundesämter herangezo-</span><br/> <span class="ft5">gen werden sollen - eine gesicherte Pachtdauer von 15-25 Jahren für</span><br/> <span class="ft5">diese Fläche. Dies geschieht in der Absicht aufzuzeigen, dass die</span><br/> <span class="ft5">Kriterien der Bundesbehörden wenig praxisgerecht bzw. den aargaui-</span><br/> <span class="ft5">schen Verhältnissen unangepasst seien. Pachtverträge für 15-25 Jahre</span><br/> <span class="ft5">abzuschliessen, sei in der Praxis unmöglich. Üblich sei eine</span><br/> <span class="ft5">erstmalige Pachtdauer von 6 Jahren und eine Pachterstreckung um</span><br/> <span class="ft5">3-6 Jahre. Einen Nachweis für mehr als 12 Jahre zu verlangen,</span><br/> <span class="ft5">scheine nicht vertretbar. Im heutigen Zeitpunkt erachtet die Abtei-</span><br/> <span class="ft5">lung Landwirtschaft deshalb den Pachtlandnachweis für genügend</span><br/> <span class="ft5">erbracht (...). Sie geht jedoch davon aus, das landwirtschaftliche</span><br/> <span class="ft5">Solleinkommen könne kurzfristig nur unter Zuhilfenahme von rund</span><br/> <span class="ft5">35 % nichtlandwirtschaftlichem Einkommen erreicht werden; lang-</span><br/> <span class="ft5">fristig sei ein Nebeneinkommen von etwa 25 % notwendig, was bei</span><br/> <span class="ft5">einem aargauischen Betrieb zu viel sei. Der Anteil des nichtlandwirt-</span><br/> <span class="ft5">schaftlichen Einkommens sei im Kanton Aargau bei höchstens 20 %</span><br/> <span class="ft5">anzusetzen und nicht bei 49 %, wie die Bundesbehörden annehmen.</span><br/> <span class="ft5">Dass aussiedlungswillige Landwirtschaftsbetriebe im Talgebiet</span><br/> <span class="ft5">höhere Anforderungen zu erfüllen haben als solche im Hügel- und</span><br/> <span class="ft5">Berggebiet, ist einleuchtend und auch von den Bundesbehörden an-</span><br/> <span class="ft5">genommen worden (...). Die Abteilung Landwirtschaft und die Ko-</span><br/> <span class="ft5">ordinationsstelle Baugesuche haben jedoch nicht überzeugend dar-</span><br/> <span class="ft5">zulegen vermocht, weshalb im Kanton Aargau wesentlich strengere</span><br/> <span class="ft5">Anforderungen an den Nachweis der längerfristigen Existenzfähig-</span><br/> <span class="ft5">keit zu stellen sind (80 %), als im übrigen Talgebiet der Schweiz (...).</span><br/> <span class="ft5">Den Kantonen bleibt es im Rahmen des revidierten Raumplanungs-</span><br/> <span class="ft5">rechts des Bundes wohl unbenommen, die Zonenkonformität in der</span><br/> <span class="ft5">Landwirtschaftszone im Rahmen von Art. 16 Abs. 3 RPG auch enger</span><br/> <span class="ft5">zu umschreiben (vgl. Art. 16a Abs. 1 RPG). Der Begriff "länger-</span><br/> <span class="ft5">fristige Existenzfähigkeit" ist jedoch ein bundesrechtlicher. Er kann</span><br/> <span class="ft5">von den Kantonen nicht nach Belieben neu definiert werden. Unter-</span><br/> <span class="ft5">schiedlich hohe Anforderungen an die Bejahung der längerfristigen</span><br/> <span class="ft5">Existenzfähigkeit lassen sich immerhin dann rechtfertigen, wenn die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">592</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">unterschiedlichen tatsächlichen und insbesondere die örtlichen Ver-</span><br/> <span class="ft5">hältnisse dies gebieten. Die Formulierungen der angefragten Bundes-</span><br/> <span class="ft5">ämter "angemessene Erhöhung des Anteils von einem Drittel" bzw.</span><br/> <span class="ft5">"überwiegender Teil des Soll-Einkommens" lassen zumindest einen</span><br/> <span class="ft5">gewissen Auslegungsspielraum zu, wonach je nach den konkreten</span><br/> <span class="ft5">Verhältnissen deutlich mehr als 50 % gefordert werden dürfen.</span><br/> <span class="ft5">Nachdem die Kantone in der ganzen Schweiz geltendes Bundesrecht</span><br/> <span class="ft5">bei vergleichbaren Verhältnissen grundsätzlich einheitlich anzuwen-</span><br/> <span class="ft5">den haben, ist aber fraglich, ob ein kantonaler Spielraum zur gene-</span><br/> <span class="ft5">rellen Erhöhung des Grenzwertes auf 80 % bleibt, da die aargaui-</span><br/> <span class="ft5">schen Verhältnisse nicht durchwegs derart stark von der typischen</span><br/> <span class="ft5">schweizerischen Talgebietssituation abweichen dürften. Es lassen</span><br/> <span class="ft5">sich denn auch kaum zulässige Argumente für eine derartige kanto-</span><br/> <span class="ft5">nale Verschärfung der bundesrechtlichen Beurteilungskriterien fin-</span><br/> <span class="ft5">den.</span><br/> <span class="ft5">Die Koordinationsstelle Baugesuche weist in ihrer Stellung-</span><br/> <span class="ft5">nahme vom 11. April 2001 darauf hin (...), bei der Zulassung von</span><br/> <span class="ft5">Neubauten für Landwirtschaftsbetriebe mit tiefem landwirtschaftli-</span><br/> <span class="ft5">chen Einkommensanteil würden vermehrt unerwünschte räumliche</span><br/> <span class="ft5">Auswirkungen resultieren (disperse Besiedlung, höhere Infrastruk-</span><br/> <span class="ft5">turkosten, Beeinträchtigung der Landschaft usw.). Im Kanton Aargau</span><br/> <span class="ft5">betrage der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe rund 50 % (Vergleichs-</span><br/> <span class="ft5">angaben zum entsprechenden Anteil in anderen Kantonen wurden</span><br/> <span class="ft5">nicht gemacht). Bei einer tief angesetzten landwirtschaftlichen Ein-</span><br/> <span class="ft5">kommensschwelle werde daher einer grösseren Anzahl von Betrie-</span><br/> <span class="ft5">ben die Möglichkeit eröffnet, im Landwirtschaftsgebiet Neubauten</span><br/> <span class="ft5">zu erstellen. Es würden vermehrt Nebenerwerbsbetriebe gefördert,</span><br/> <span class="ft5">die im Vergleich zu Haupterwerbsbetrieben überproportional viel</span><br/> <span class="ft5">Bauvolumen benötigten. Schliesslich sei bei bloss knapp nachgewie-</span><br/> <span class="ft5">sener Existenzfähigkeit vermehrt mit Betriebsaufgaben und freiwer-</span><br/> <span class="ft5">dender und somit in der Folge zonenfremd genutzter Bausubstanz zu</span><br/> <span class="ft5">rechnen. Umgekehrt sei bei einer restriktiven Aussiedlungspraxis die</span><br/> <span class="ft5">Bewirtschaftung des Landes auch in der voralpinen Hügelzone von</span><br/> <span class="ft5">W. mit Sicherheit nicht gefährdet, da die Pachtlandnachfrage der</span><br/> <span class="ft5">Haupterwerbsbetriebe gross sei.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">593</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Dem ist entgegenzuhalten, dass gemäss Botschaft zum revi-</span><br/> <span class="ft5">dierten Raumplanungsgesetz die Möglichkeit, Neubauten zu errich-</span><br/> <span class="ft5">ten, auch Nebenerwerbsbetrieben offen steht, soweit deren Existenz</span><br/> <span class="ft5">aufgrund des vorgelegten Betriebskonzepts längerfristig gesichert</span><br/> <span class="ft5">erscheint (vgl. BBl 1996 III 532; Bundesamt für Raumentwicklung,</span><br/> <span class="ft5">Erläuterungen zur Raumplanungsverordnung, Bern 2000, S. 32).</span><br/> <span class="ft5">Beim Betrieb des Beschwerdeführers handelt es sich im Übrigen</span><br/> <span class="ft5">sogar um einen Haupterwerbsbetrieb. Im Falle der Festsetzung des</span><br/> <span class="ft5">minimalen landwirtschaftlichen Einkommensanteils bei 80 % könn-</span><br/> <span class="ft5">ten nur noch wenige Betriebe, die von Standortkonflikten, Immissi-</span><br/> <span class="ft5">onsklagen, fehlendem Zugang zu den Bewirtschaftungsflächen u.dgl.</span><br/> <span class="ft5">bedroht sind, in die Landwirtschaftszone aussiedeln und müssten</span><br/> <span class="ft5">letztlich aufgegeben werden. Bei einer Lockerung der bisherigen</span><br/> <span class="ft5">Aussiedlungspraxis ist hingegen kaum mit einer überbordenden Aus-</span><br/> <span class="ft5">siedlungswelle zu rechnen. Der Chef der zuständigen kantonalen</span><br/> <span class="ft5">Fachstelle für landwirtschaftliche Raumnutzung und Bodenrecht,</span><br/> <span class="ft5">welcher mit den kantonalen Verhältnissen vertraut ist, befürchtet</span><br/> <span class="ft5">jedenfalls bei einer Lockerung der Praxis nicht eine Zersiedelung der</span><br/> <span class="ft5">Landschaft. Die Aussiedlung beschränkte sich bisher erfahrungsge-</span><br/> <span class="ft5">mäss auf jährlich 1-2 Betriebe im Kanton. Daran werde sich wohl</span><br/> <span class="ft5">auch künftig wenig ändern, da nur wenige Landwirtschaftsbetriebe</span><br/> <span class="ft5">überhaupt eine Aussiedlung finanzieren könnten (...). Die von der</span><br/> <span class="ft5">Koordinationsstelle Baugesuche geäusserte Befürchtung, dass tiefere</span><br/> <span class="ft5">Aussiedlungsanforderungen den existenziell wichtigen Strukturwan-</span><br/> <span class="ft5">del in der Landwirtschaft beeinträchtigen wenn nicht sogar teilweise</span><br/> <span class="ft5">verhindern würden, mag in gewisser Weise berechtigt sein. Eine</span><br/> <span class="ft5">allfällige restriktive Aussiedlungspolitik, die darauf abzielen würde,</span><br/> <span class="ft5">Nebenerwerbs- und kleinere Haupterwerbsbetriebe zur Aufgabe zu</span><br/> <span class="ft5">zwingen, um mit ihrem Land die Überlebenschancen grösserer Be-</span><br/> <span class="ft5">triebe zu verbessern, mithin eine Beschleunigung des Strukturwan-</span><br/> <span class="ft5">dels in der Landwirtschaft mit Mitteln der Raumplanung, wäre je-</span><br/> <span class="ft5">doch mit den landwirtschaftspolitischen Zielsetzungen von § 51 der</span><br/> <span class="ft5">Verfassung des Kantons Aargau vom 25. Juni 1980 (KV) kaum ver-</span><br/> <span class="ft5">einbar. Der Kanton hat sich nämlich zum Ziel gesetzt, eine möglichst</span><br/> <span class="ft5">breite Eigentumsstreuung zugunsten von Selbstbewirtschaftern zu</span><br/> <span class="ft5">fördern (§ 51 lit. b KV) und Familienbetriebe sowohl als Voller-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">594</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">werbs- sowie als Kleinbetriebe zu fördern und zu erhalten (§ 51 lit. c</span><br/> <span class="ft5">KV). Nur wo die kantonalen Zielsetzungen der Kantonsverfassung</span><br/> <span class="ft5">mit dem Bundesrecht und der Bundespolitik in Konflikt geraten kön-</span><br/> <span class="ft5">nen, hat die kantonale Regelung zurückzutreten (Kurt Eichenberger,</span><br/> <span class="ft5">Verfassung des Kantons Aargau, Textausgabe mit Kommentar, Aarau</span><br/> <span class="ft5">1986, § 51). Solche Konflikte sind jedoch nicht ersichtlich, sollen</span><br/> <span class="ft5">doch nach den klaren Ausführungen in der Botschaft zum revidierten</span><br/> <span class="ft5">Raumplanungsgesetz selbst Nebenerwerbsbetriebe aussiedeln kön-</span><br/> <span class="ft5">nen.</span><br/> <span class="ft5">Nachdem die vom Beschwerdeführer bewirtschafteten Flächen</span><br/> <span class="ft5">von 17 ha, welche in absehbarer Zeit noch vergrössert werden sollen,</span><br/> <span class="ft5">grösstenteils in einem hügeligen Gebiet liegen, die Koordinations-</span><br/> <span class="ft5">stelle Baugesuche spricht von der voralpinen Hügelzone von W., und</span><br/> <span class="ft5">der Anteil des landwirtschaftlichen Einkommens am Solleinkommen</span><br/> <span class="ft5">auf kurzfristig rund 2/3, längerfristig auf rund 3/4 geschätzt wird,</span><br/> <span class="ft5">kann dem Betrieb die längerfristige Existenzfähigkeit aufgrund der</span><br/> <span class="ft5">vorstehenden Ausführungen jedenfalls nicht abgesprochen werden.</span><br/> <span class="ft5">Selbst wenn sich das landwirtschaftliche Einkommen künftig auf-</span><br/> <span class="ft5">grund reduzierter Deckungsbeiträge und der Anpassung der Produk-</span><br/> <span class="ft5">tepreise an ein europäisches Niveau weniger günstig entwickeln</span><br/> <span class="ft5">würde, als die Betriebsberatung des Landwirtschaftlichen Bildungs-</span><br/> <span class="ft5">und Beratungszentrums Frick angenommen hat, darf davon ausge-</span><br/> <span class="ft5">gangen werden, der Betrieb könne voraussichtlich längerfristig be-</span><br/> <span class="ft5">stehen. Gemäss der bereits mehrfach erwähnten Stellungnahme der</span><br/> <span class="ft5">Bundesämter ist nämlich bei der Prognose ausser dem objektivierten</span><br/> <span class="ft5">Einkommen auch der Möglichkeit des Konsumverzichts bei nicht</span><br/> <span class="ft5">mehr gesichertem Solleinkommen Rechnung zu tragen. Die Mög-</span><br/> <span class="ft5">lichkeiten des Konsumverzichts zugunsten einer bestimmten Lebens-</span><br/> <span class="ft5">form, deren Vorteile höher geschätzt werden als die finanzielle Ein-</span><br/> <span class="ft5">busse, sind mit dem wachsenden Wohlstand gestiegen (vgl. Botschaft</span><br/> <span class="ft5">zur Reform der Agrarpolitik, neues Landwirtschaftsgesetz, in BBl</span><br/> <span class="ft5">1996 IV 60). Dass der Beschwerdeführer und seine Familie zu der-</span><br/> <span class="ft5">artigen Einschränkungen bereit und in der Lage sind, ist mit der bis-</span><br/> <span class="ft5">herigen Betriebsführung unbestrittenermassen bewiesen (...). Der von</span><br/> <span class="ft5">der Koordinationsstelle Baugesuche befürchteten Betriebsaufgabe</span><br/> <span class="ft5">und Zweckänderung des strittigen Stalles ist entsprechend der Anre-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">595</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">gung der Bundesbehörden mit einem Zweckänderungsverbot zu be-</span><br/> <span class="ft5">gegnen, auch wenn dessen Vollzug in einem allfälligen künftigen</span><br/> <span class="ft5">Anwendungsfall zweifellos nicht leicht fallen wird. Der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führer hat jedenfalls die Bereitschaft erklärt, ein solches Zweckände-</span><br/> <span class="ft5">rungsverbot zu akzeptieren (...). Damit hat er gleichzeitig glaubhaft</span><br/> <span class="ft5">gemacht, dass er vom wirtschaftlichen Erfolg seines Projektes über-</span><br/> <span class="ft5">zeugt und bereit ist, die sich aus einem allfälligen Misserfolg erge-</span><br/> <span class="ft5">benden Konsequenzen zu tragen. (...)</span><br/></div> </div> </body> </html>