<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2015-02-02-2C_75-2015.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_75/2015 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 2. Februar 2015</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Zünd, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Donzallaz, Haag, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Hugi Yar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern, Eigerstrasse 73, 3011 Bern, </div> <div class="para">Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern, Kramgasse 20, 3011 Bern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung infolge Straffälligkeit, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Januar 2015. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> A.________ stammt aus Serbien (geb. 1981) und wurde nach einem erfolglos durchlaufenen Asylverfahren am 14. Januar 2002 in den Kosovo ausgeschafft. Am 2. Oktober 2003 heiratete er eine Schweizer Bürgerin, worauf ihm der Aufenthalt und ab 2008 die Niederlassung bewilligt wurde. Am 1. Januar 2008 ging die Ehe auseinander; sie wurde am 30. August 2012 rechtskräftig geschieden. A.________ ist Vater zweier ausserehelicher Kinder (geb. 2005 und 2009), die er mit einer niederlassungsberechtigten Landsfrau gezeugt hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Heute befindet sich A.________ im Strafvollzug: Das Obergericht des Kantons Bern hat ihn am 31. Juli 2012 unter anderem wegen Mordes, qualifizierten Raubes, teilweise qualifizierten Diebstahls und mehrfacher Fälschung von Ausweisen zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt (vgl. das bundesgerichtliche Urteil 6B_757/2012 vom 27. Mai 2013). Mit Verfügung vom 25. Oktober 2013 widerrief das Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern die Niederlassungsbewilligung von A.________ und hielt ihn an, nach Strafverbüssung das Land zu verlassen. Die hiergegen gerichteten kantonalen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> A.________ beantragt vor Bundesgericht, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 12. Januar 2015 aufzuheben. Er macht sinngemäss geltend, die Strafurteile seien willkürlich; niemand habe sich seiner Probleme angenommen; sein Lebensmittelpunkt befinde sich in der Schweiz, wo auch seine (ausserehelichen) Kinder lebten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, wie die Vorinstanz ihn festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Es kann diesen bloss berichtigen oder ergänzen, wenn er <i>offensichtlich</i> unrichtig ist oder in Verletzung wesentlicher Verfahrensrechte ermittelt wurde (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 BGG</span>). Die beschwerdeführende Person muss rechtsgenügend dartun, dass und inwiefern der festgestellte Sachverhalt bzw. die beanstandete Beweiswürdigung klar und eindeutig mangelhaft, mit anderen Worten willkürlich, erscheint (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 und <artref id="CH/173.110/106/2" type="start"></artref>Art. 106 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref>; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=23.01.2015&amp;to_date=11.02.2015&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-249%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page249">BGE 133 II 249</a> E. 1.4.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=23.01.2015&amp;to_date=11.02.2015&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-331%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page350">133 II 350</a> E. 1.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Der Beschwerdeführer kritisiert im Wesentlichen den Strafentscheid und macht geltend, er sei kein Mörder. Er verkennt, dass diese Frage nicht (mehr) Verfahrensgegenstand bildet; sie ist rechtskräftig beurteilt. Soweit er den Entscheid kritisiert, seine Niederlassungsbewilligung gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG [SR 142.20] zu widerrufen, legt er nicht dar, inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt offensichtlich falsch oder unvollständig festgestellt oder die Beweise willkürlich gewürdigt hätte (vgl. <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; "qualifizierte Rüge- und Substanziierungspflicht": <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=23.01.2015&amp;to_date=11.02.2015&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-249%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page249">BGE 133 II 249</a> E. 1.4.2 S. 254). Es ist von diesem auszugehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">In der Sache gibt der angefochtene Entscheid die Rechtslage und die bundesgerichtliche Praxis zutreffend wieder (vgl. ZÜND/HUGI YAR, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, EuGRZ 40/2013 S. 1 ff.); er entspricht den gesetzlichen Vorgaben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Der Beschwerdeführer hält sich zwar bereits seit einiger Zeit in der Schweiz auf, doch ist er hier erst in untergeordneter Weise (Entwendung zum Gebrauch [2000]; Falschparkieren [2005]; Diebstahl, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung [2006]; Urkundenfälschung [2007] sowie grobe Verletzung von Verkehrsregeln [2008]), hernach jedoch massiv mit einem skrupellosen Tötungsdelikt schwer straffällig geworden. Gestützt auf das psychiatrische Gutachten und die Ausführungen des Obergerichts muss von einer nicht zu unterschätzenden Rückfallgefahr ausgegangen werden: Es liegt bei ihm keine eigentliche (behandelbare) psychische Störung vor, doch weist er dissoziale Persönlichkeitsmerkmale (kaum vorhandenes Schuldbewusstsein und Neigung, die Verantwortung für eigene Handlungen zu externalisieren und eigene Interessen in den Vordergrund zu rücken) sowie teilweise psychopathische Züge auf (übertriebenes Selbstwertgefühl, betrügerisch-manipulative Tendenzen und affektive Auffälligkeit im Sinn von oberflächlichem Gefühlsausdruck bei gleichzeitig eher geringer Empathiefähigkeit). Es besteht damit ein grosses Interesse daran, dass er das Land nach dem Strafvollzug verlässt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Seine privaten Interessen vermögen hiergegen nicht aufzukommen: Der Beschwerdeführer kann in der Schweiz weder beruflich noch sozial als integriert gelten. Seit Mai 2009 ist er in Untersuchungshaft und seit dem 31. Juli 2012 im Strafvollzug. Seine Jugend und Adoleszenz hat er in der Heimat verbracht. Die bereits heute zwangsweise nur sehr beschränkt gelebten Beziehungen zu seinen ausserehelichen Töchtern, die weder unter seinem Sorgerecht noch seiner Obhut stehen, wird er über die Landesgrenzen hinweg pflegen können. Gestützt auf seine beruflichen Erfahrungen und die Verbundenheit mit seiner Heimat wird es ihm als jungem Mann möglich sein, sich nach der Strafverbüssung dort eine neue Existenz aufzubauen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Die vorliegende Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und kann unter ergänzendem Hinweis auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 BGG</span> erledigt werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Da die Eingabe zum Vornherein als aussichtslos zu gelten hatte, ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen (<span class="artref">Art. 64 BGG</span>). Der unterliegende Beschwerdeführer hat die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Es sind keine Parteientschädigungen zuzusprechen (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern und dem Staatssekretariat für Migration schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 2. Februar 2015 </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Zünd </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Hugi Yar </div> </div></body></html>