<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00322</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204596&amp;W10_KEY=4467140&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00322</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.11.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 27.01.2005 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Niederlassungsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Widerruf einer im Rahmen des Familiennachzugs erteilten Niederlassungbewilligung wegen falscher Altersangabe:<br/>Voraussetzungen des Widerrufs (E. 2).<br/>Beweiswert einer ausländischen Geburtsurkunde, deren Altersangabe durch zwei Altersgutachten widerlegt wird. Grundsatz der freien Beweiswürdigung (E. 4).<br/>Verhältnismässigkeit des Widerrufs (E. 5).<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALTERSGUTACHTEN">ALTERSGUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISWERT">BEWEISWERT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISWÃRDIGUNG">BEWEISWÃRDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHLEICHEN">ERSCHLEICHEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREIE BEWEISWÃRDIGUNG">FREIE BEWEISWÃRDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TÃUSCHUNG">TÃUSCHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: ÃBRIGES ALLGEMEINES VERWALTUNGSPROZESSRECHT">ÃBRIGES ALLGEMEINES VERWALTUNGSPROZESSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 9 Abs. IV lit. lit. a ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 101 lit. lit. d OG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span class="UrteilstextChar"><span>A, StaatsangehÃ¶riger von Kamerun, ist gemÃ¤ss einem Geburtsschein der dortigen ZivilstandsbehÃ¶rden 1984 geboren. Er erhielt daher am 9. Juli 1999 auf Gesuch seiner Mutter, einer ursprÃ¼nglich aus Kamerun stammenden Schweizer BÃ¼rgerin, im Rahmen des Familiennachzugs eine Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich</span></span><span>. Mitte 2000 erfuhr die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) des Kantons ZÃ¼rich aufgrund im Auftrag der StrafverfolgungsbehÃ¶rden erstellter Altersgutachten, dass A zu jenem Zeitpunkt das 18. Altersjahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zurÃ¼ckgelegt habe. Sie widerrief in der Folge mit VerfÃ¼gung vom 13. Mai 2003 dessen Niederlassungsbewilligung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Regierungsrat schÃ¼tzte auf Rekurs hin mit Beschluss vom 7. Juli 2004 diese VerfÃ¼gung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen liess A am 12./13. August bzw. 20. September 2004 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben und beantragen, es sei das Migrationsamt in Aufhebung des regierungsrÃ¤tlichen Beschlusses anzuweisen, auf einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu verzichten und ihm die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und VerbeistÃ¤ndung fÃ¼r dieses Verfahren zu bewilligen, unter "o/e-Kostenfolge".</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Staatskanzlei beantragte namens des Regierungsrates, die Beschwerde abzuweisen; die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit verzichtete stillschweigend darauf, die Beschwerde zu beantworten.</span></p> <span><br/> </span> <p class="Urteilstext"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpolizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist der Fall bei Entscheiden Ã¼ber den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 in Verbindung mit Art. 101 lit. d des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 [OG]).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Der Beschluss der Vorinstanz wurde dem Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers am 13. Juli 2004 zugestellt. Da die 30-tÃ¤gige Rechtsmittelfrist wÃ¤hrend der Gerichtsferien vom 10. Juli bis und mit 20. August 2004 geruht hatte (§§ 53 sowie 70 f. VRG in Verbindung mit § 11 VRG und § 140 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976 [LS 211.1]), begann sie erst am 21. August 2004 zu laufen. Die ergÃ¤nzende BeschwerdebegrÃ¼ndung vom 20. September 2004 und die darin enthaltene persÃ¶nliche Adresse des BeschwerdefÃ¼hrers, zu deren Meldung ihn die PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 17. August 2004 aufgefordert hatte, wurde mithin rechtzeitig eingereicht. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer wohnt nicht mehr im Kanton ZÃ¼rich, sondern bei seiner Freundin in Basel. Die Niederlassungsbewilligung gilt nur fÃ¼r den Kanton, der sie ausgestellt hat (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder [ANAG]). Verlegt der Niedergelassene seinen Aufenthalt dauernd in einen anderen Kanton, so ist vorher das EinverstÃ¤ndnis dieses Kantons einzuholen (Art. 8 Abs. 2 ANAG); die bisherige Niederlassungsbewilligung erlischt mit der Erteilung einer Bewilligung in einem anderen Kanton (Art. 9 Abs. 3 lit. a ANAG). Der BeschwerdefÃ¼hrer hat ein Gesuch um Wohnsitznahme im Kanton Basel-Stadt (Kantonswechsel) eingereicht, worauf ihm die hierfÃ¼r zustÃ¤ndige BehÃ¶rde am 14. Mai 2004 mitteilte, dass sie beabsichtige, dieses abzulehnen bzw. Ã¼berhaupt kein Verfahren betreffend Kantonswechsel durchzufÃ¼hren, solange das im Kanton ZÃ¼rich hÃ¤ngige Verfahren nicht rechtskrÃ¤ftig entschieden sei. Es sei ihm eine RÃ¼ckkehr in den Kanton ZÃ¼rich ohne weiteres zuzumuten.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Unter diesen UmstÃ¤nden ist ein aktuelles und schutzwÃ¼rdiges Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers (§ 70 VRG in Verbindung mit § 21 lit. a VRG) zu bejahen und die Beschwerde an die Hand zu nehmen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn der AuslÃ¤nder sie durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat (Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG). Ein solcher Widerruf setzt nach der Rechtsprechung voraus, dass der AuslÃ¤nder wissentlich falsche Angaben machte oder wesentliche Tatsachen verschwieg, in der Absicht, gestÃ¼tzt darauf die Niederlassungsbewilligung zu erhalten. Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG ist der AuslÃ¤nder verpflichtet, der BehÃ¶rde wahrheitsgetreu Ã¼ber alles Auskunft zu geben, was fÃ¼r den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann. Dabei muss sich der Inhaber der Bewilligung das Verhalten jener Personen anrechnen lassen, zu der er in einer fÃ¼r das Erteilen der Bewilligung erheblichen Beziehung stand (vgl. BGr, 20. Februar 2004, 2A.485/2003, E. 2.1, www.bger.ch; BGE 112 Ib 473 E. 3b+d). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Das TÃ¤uschen der BewilligungsbehÃ¶rde muss absichtlich erfolgt sein, wobei Eventualvorsatz genÃ¼gt. Nicht zwingende Voraussetzung bildet, dass bei richtigen Angaben eine Bewilligung verweigert worden wÃ¤re. Immerhin muss es sich aber um wesentliche Tatsachen handeln, das heisst solche, die den behÃ¶rdlichen Entscheid Ã¼ber­haupt zu beeinflussen vermochten (VGr, 7. Januar 2004, VB.2003.00392, E. 3.1, www.vgrzh.ch; RB 1999 Nr. 41 E. 1; Andreas ZÃ¼nd, Beendigung der Anwesenheit, Entfernung und Fernhaltung, in: Peter Uebersax et al. [Hrsg.], AuslÃ¤n­derrecht, Basel etc. 2002, Rz. 6.16 f.).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Niederlassungsbewilligung ist dem BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss den Bestimmungen Ã¼ber den Familiennachzug erteilt worden. Als auslÃ¤ndisches, unmÃ¼ndiges Kind einer Schweizerin hat er Anspruch auf Nachzug in die Schweiz, wenn zwischen ihm und dem in der Schweiz lebenden Elternteil die vorrangige familiÃ¤re Beziehung besteht und stichhaltige familiÃ¤re GrÃ¼nde, vor allem eine Ãnderung der BetreuungsmÃ¶glichkeiten, den Nachzug rechtfertigen (BGE 118 Ib 153 E. 1b, 130 II 137 E. 2.2). An den Nachweis der fehlenden BetreuungsmÃ¶glichkeit im Heimatland sind dabei umso hÃ¶here Anforderungen zu stellen, je Ã¤lter das Kind ist bzw. je grÃ¶sser die ihm in der Schweiz drohenden Integrationsschwierigkeiten sind (BGE 129 II 11 E. 3.3.2). Es entspricht namentlich nicht der gesetzgeberischen Intention von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG, das familiÃ¤re Zusammenleben zu ermÃ¶glichen und rechtlich abzusichern, wenn der in der Schweiz niedergelassene AuslÃ¤nder â oder wie hier eine Schweizer BÃ¼rgerin â jahrelang von seinem Kind getrennt lebt und dieses erst kurz vor dem Erreichen des 18. Altersjahrs in die Schweiz holt (BGE 129 II 249 E. 2.1, 125 II 585 E. 2a, 124 II 361 E. 4c). Das Alter des BeschwerdefÃ¼hrers im Zeitpunkt der Gesuchstellung war mithin, wie die Vorinstanz zutreffend festhÃ¤lt, ein wichtiges Kriterium fÃ¼r seine Zulassung.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreitet, dass seine Mutter ein falsches Geburtsdatum angegeben habe und dass ihm diesbezÃ¼glich eigenes Verschulden zukomme. Es gehe nicht an, dass der Original-Reisepass sowie der Original-Geburtsschein nie auf ihre Echtheit Ã¼berprÃ¼ft worden seien, einzig weil seine Mutter den Kostenvorschuss nicht bezahlt habe; diese PrÃ¼fung sei von Amtes wegen nachzuholen. Und schliesslich dÃ¼rfe gemÃ¤ss einem Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) nicht mehr auf Altersbestimmungen abgestellt werden, die auf der Methode von KnochenrÃ¶ntgungen basierten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Nach der Rechtsprechung der ARK wird in der Tat eine Abweichung von zweieinhalb bis drei Jahren zwischen dem Knochenalter und dem tatsÃ¤chlichen Alter noch als innerhalb des Normalbereichs liegend betrachtet; mit der Methode der Knochenalteranalyse lasse sich demnach das Alter einer Person nicht genau, sondern nur innerhalb einer bestimmten Bandbreite bestimmen. Dabei seien individuelle Abweichungen des Knochenwachstums vom statistischen Durchschnittswert zu berÃ¼cksichtigen, welche sich noch innerhalb des Normalbereichs (entsprechend 90-95% der jeweiligen Altersgruppe) bewegten. Die Abweichungen seien je nach ethnischer Herkunft, Geschlecht und Alter unterschiedlich (Entscheidungen und Mitteilungen der ARK 2000 Nr. 19 E. 7, www.ark-cra.ch).</span></p> <p class="Erwgung3"><span>Das Resultat der Knochenalteranalyse bildet freilich nur ein Element, das es nach dem fÃ¼r das Verwaltung- und Verwaltungsrechtspflegeverfahren geltenden Grundsatz der freien BeweiswÃ¼rdigung zu berÃ¼cksichtigen gilt. Bei der BeweiswÃ¼rdigung ist allein die Ãberzeugung der entscheidenden BehÃ¶rde massgebend, ob eine bestimmte Tatsache aufgrund des Beweismaterials als eingetreten zu betrachten ist oder nicht; jene hat das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung nach Massgabe der gesamten UmstÃ¤nde entsprechend dem Gewicht der vorliegenden Beweise zu werten (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 7 N. 76 ff., § 60 N. 18).</span></p> <p class="Erwgung3"><span>So verkennt der BeschwerdefÃ¼hrer, dass die AltersschÃ¤tzung der Gutachten der UniversitÃ¤ts-Kinderklinik ZÃ¼rich bzw. des Instituts fÃ¼r Rechtsmedizin der UniversitÃ¤t Basel nicht allein auf der Bestimmung des Knochenalters durch RÃ¶ntgenuntersuchung beruht; vielmehr erfolgten auch eine kÃ¶rperliche sowie eine zahnÃ¤rztliche Untersuchung. Das entspricht dem aktuellen wissenschaftlichen Stand der forensischen Altersdiagnostik bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (vgl. Andreas Schmeling et al., Forensische Altersdiagnostik bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Deutsches Ãrzteblatt 101/2004, S. A 1261 ff.). Bei einer solcherart zusammengefassten Altersdiagnose fehlt bislang zwar die Angabe einer wissenschaftlich begrÃ¼ndeten Streubreite; allerdings verweisen Schmeling et al. auf eine Studie, wonach in 43 zweifelsfrei verifizierten FÃ¤llen die Abweichung zwischen dem geschÃ¤tzten und dem tatsÃ¤chlichen Alter innerhalb einer Spanne von plus/minus zwÃ¶lf Monaten lag.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Es besteht demnach kein Grund, betreffend das Alter des BeschwerdefÃ¼hrers nicht auf die beiden genannten Gutachten abzustÃ¼tzen. GemÃ¤ss beiden Gutachten war der BeschwerdefÃ¼hrer Mitte 2000 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Ã¤lter als 18 Jahre; die Gutachten nehmen sogar an, dass er zu jenem Zeitpunkt 20 Jahre oder Ã¤lter war.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Wie gesehen (vorn 2) muss sich der BeschwerdefÃ¼hrer das Verhalten seiner Mutter anrechnen lassen. Dass diese in TÃ¤uschungsabsicht handelt, ist, wie die Vorinstanz zutreffend ausfÃ¼hrt, nicht von der Hand zu weisen. Die Mutter hatte bereits einige Jahre zuvor eine 1983 geborene Schwester des BeschwerdefÃ¼hrers nachgezogen und kannte deshalb die Praxis Ã¼ber den Familiennachzug. GemÃ¤ss einer im Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 7. November 2000 zitierten Aktennotiz soll die Schwester des BeschwerdefÃ¼hrers am 11. Juni 1997 angegeben haben, in Kamerun noch einen Ã¤lteren Bruder A zu haben, der bei der Grossmutter lebe. Das sowie die beiden Altersgutachten offenbaren, dass die Mutter hinsichtlich der Angabe des Geburtsdatums den Beschwerdegegner absichtlich getÃ¤uscht hatte.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Es ist schliesslich nicht notwendig, den Reisepass und die Geburtsurkunde des BeschwerdefÃ¼hrers auf deren Echtheit zu prÃ¼fen. Selbst wenn nÃ¤mlich bezÃ¼glich dieser Urkunden keine FÃ¤lschungsmerkmale ersichtlich wÃ¤ren, ergÃ¤be sich hieraus nicht die tatsÃ¤chliche Richtigkeit des darin festgehaltenen Geburtsdatums. Wie einem Schreiben des Bundesamtes fÃ¼r AuslÃ¤nderfragen vom 29. September 2000 zu entnehmen ist, kann die Schweizer Vertretung in Kamerun lediglich Ã¼berprÃ¼fen, ob aufgrund des Geburtsscheines auch tatsÃ¤chlich eine Geburt im Geburtsregister eingetragen sei; dabei komme es oft vor, dass keine GeburtsregistereintrÃ¤ge bestÃ¼nden. In diesem Fall sei der Geburtsschein zwar echt, aber nicht wahrheitsgetreu erstellt.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Dem ist anzufÃ¼gen, dass die Schweizer BehÃ¶rden selbst bei Bestehen eines Geburtsregistereintrages nicht vorbehaltlos von dessen Richtigkeit ausgehen mÃ¼ssen. InlÃ¤ndischen Ã¶ffentlichen Urkunden soll zwar auch im Ã¶ffentlichen Prozessrecht â in Anlehnung an Art. 9 des Zivilgesetzbuches und als Ausdruck eines allgemeinen Rechtsgrundsatzes â die widerlegbare Vermutung der Richtigkeit zukommen. Die Vermutung der Richtigkeit reicht dabei nur soweit, als der festgelegte Inhalt auf eigenen Wahrnehmungen der Amtsperson beruht (vgl. Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 277, mit Hinweisen). Ob dies auch fÃ¼r auslÃ¤ndische Ã¶ffentliche Urkunden gelten kann, lÃ¤sst sich nicht generell bejahen oder verneinen, sondern hÃ¤ngt von den UmstÃ¤nden des Einzelfalles ab. Vorliegend ist aufgrund der beiden Altersgutachten und der Aussage der Schwester des BeschwerdefÃ¼hrers der Geburtsurkunde zu Recht im Rahmen der freien BeweiswÃ¼rdigung von der Vorinstanz kein (starkes) Gewicht beigemessen worden, zumal die Geburtsurkunde hier von zweifelhaftem Beweiswert ist und die Richtigkeit ihres Inhalts durch andere Beweismittel widerlegt werden kann. Es erÃ¼brigt sich somit eine EchtheitsprÃ¼fung der genannten Urkunde, da diese nach dem Gesagten keine KlÃ¤rung des tatsÃ¤chlichen Geburtsdatums herbeizufÃ¼hren vermag (antizipierte BeweiswÃ¼rdigung; BGE 122 V 157 E. 1d; RB 1995 Nr. 12; VGr, 17. Januar 2001, VB.2000.00357, E. 4, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span>Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes fÃ¼hrt nicht zwingend dazu, dass die Niederlassungsbewilligung auch wirklich zu widerrufen ist. Die BehÃ¶rde hat vielmehr nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen zu entscheiden, ob der Widerruf verhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist (BGE 112 Ib 473 E. 4). Den Verwaltungsinstanzen kommt dabei ein gewisses Ermessen zu. Dessen AusÃ¼bung Ã¼berprÃ¼ft das Verwaltungsgericht gemÃ¤ss § 50 VRG in Verbindung mit Art. 98a und 104 OG nur auf Ãberschreiten oder Missbrauch hin. Beim Ermessensentscheid analog Art. 11 Abs. 3 ANAG gilt es sinngemÃ¤ss auch Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. MÃ¤rz 1949 zum Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder anzuwenden. Danach sind fÃ¼r die Beurteilung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit namentlich die Schwere des Verschuldens des AuslÃ¤nders, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berÃ¼cksichtigen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt vor, er habe sich in der Schweiz sozial integriert: Er fÃ¼hre eine stabile Beziehung mit seiner Freundin, einer Schweizerin, und versuche nach seinen MÃ¶glichkeiten die berufliche Integration.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Wie die Vorinstanz eingehend ausfÃ¼hrt, hat sich der BeschwerdefÃ¼hrer seit 1999 weder in der Schweiz integriert noch ist ihm eine RÃ¼ckkehr in sein Heimatland unzumutbar. Es kann beipflichtend auf den Entscheid der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG), zumal allein der Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nunmehr, und wohl erst seit kurzem, bei seiner Freundin lebt, daran nichts zu Ã¤ndern vermag.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>ZusÃ¤tzlich fÃ¤llt ins Gewicht, dass der BeschwerdefÃ¼hrer den Ausweisungsgrund nach Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG erfÃ¼llt. Das Strafgericht Basel-Stadt verurteilte ihn am 7. November 2000 wegen versuchter Vergewaltigung, sexueller NÃ¶tigung und Freiheitsberaubung zu 17 Monaten und 28 Tagen Zuchthaus sowie zu fÃ¼nf Jahren Landesverweisung, beides mit bedingtem Strafvollzug. Dieses Urteil ist inzwischen in Rechtskraft erwachsen. WÃ¤re somit selbst eine Ausweisung grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich, so erscheint der Widerruf der Niederlassungsbewilligung als mildere Massnahme erst recht nicht als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.3 </span></b><span>Zusammengefasst ist die Beschwerde nach dem Gesagten unbegrÃ¼ndet und somit abzuweisen. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Laut § 70 in Verbindung mit § 16 Abs. 1 VRG ist Privaten, denen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, auf entsprechendes Ersuchen hin die Bezahlung von Verfahrenskosten zu erlassen. Unter denselben Voraussetzungen haben sie Ã¼berdies Anspruch auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde ist, wie sich aus den vorstehenden ErwÃ¤gungen ergibt, als offensichtlich aussichtslos zu bezeichnen, </span><span>womit die Voraussetzung der Mittellosigkeit nicht geprÃ¼ft werden muss. </span><span>Das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands ist somit abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>7. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und bleibt ihm eine ParteientschÃ¤digung versagt (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug2">Das Gesuch um GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtspflege und unentgeltlichen Rechtsbeistands wird abgewiesen;</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal">und entscheidet:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf<br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'100.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Ver­waltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>