Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. August 2022 ( 715 22 33 / 193) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Hinreichender Nachweis des Lohnflusses während mindestens zwölf Monaten; Rückwei- sung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur Prüfung der übrigen Anspruchsvorausset- zungen sowie zur Abklärung der Widersprüche hinsichtlich der Höhe des versicherten Ver- dienstes. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter in Susanne Afheldt, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin i.V. Andrina Lang Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Die 1987 geborene A.____ war zuletzt für die B.___ _ GmbH als Allrounderin tätig. Ge- mäss eingereichter Arbeitgeberbescheinigung vom 28. Oktober 2021 begann das Arbeitsverhält- nis zwischen der B.____ GmbH und der Versicherten am 1. Januar 2019 und wurde seitens der Arbeitgeberin mit einer Kündigung per 28. Februar 2 021 beendet. Mit Gesuch vom 23. Februar Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2021 stellte A.____ bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) einen Antrag auf Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung. Mit Verfügung Nr. 795/2021 vom 10. März 2021 lehnte die Arbeitslosenkasse die Anspruchsberechtigung aufgrund ihrer arbeitge- berähnlichen Stellung als Ehefrau des alleinigen Gese llschafters und Geschäftsführers der B.____ GmbH ab. Am 3. August 2021 wurde der Konkurs ü ber die B.____ GmbH eröffnet, wo- raufhin die Versicherte am 15. September 2021 erneut ein Gesuch um Ausrichtung von Arbeits- losenentschädigung ab 23. August 2021 stellte. Mit Verfügung Nr. 2751/2021 vom 19. November 2021 lehnte die Arbeitslosenkasse die Anspruchsberechtig ung wegen Nichterreichens der Min- destgrenze des versicherten Verdienstes ab. Eine gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Einspracheinstanz der Arbeitslosenkasse mit Entscheid vom 16. Dezember 2021 mit der Begründung ab, der Lohnfluss sei während der Rahmenfrist vom 23. August 2019 bis 22. August 2021 nicht nachgewiesen und die Höhe des versicherten Verdienstes könne nicht festgestellt werden. Somit habe die Versicherte die Mindestgrenze des versicherten Verdienstes nicht er- reicht. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ mit Eingabe vo m 26. Januar 2022 Beschwerde ans Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Da- rin beantragte sie sinngemäss, es seien ihr in Aufhebung des angefochtenen Entscheids ab dem 23. August 2021 die ihr zustehenden Arbeitslosentaggelder auszuzahlen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass sie den Lohnfluss in ausreichender Höhe genügend nachgewiesen und somit die erforderliche Beitragsdauer erreicht habe. C. Mit Vernehmlassung vom 8. April 2022 beantragte di e Arbeitslosenkasse die Abweisung der Beschwerde, da die Versicherte den erforderlichen Lohnfluss aus dem Arbeitsverhältnis mit der B.____ GmbH nicht zu beweisen vermöge. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit den Art . 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ( ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitsl osenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicheru ng und die Insolvenzentschädi- gung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitsl osenversicherung und die Insolvenzent- schädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend hat der Beschwerdeführer die Kontrollpflicht im Kanton Basel-Landschaft erfüllt, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger g emäss Art. 56 ATSG. Es ist somit Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 26. Januar 2022 ist deshalb einzutreten. 2.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nach A rt. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeits- ausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schweiz wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurück- gelegt und weder das Rentenalter der AHV erreicht ha t noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), ver- mittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 2.2.1 Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb de r dafür vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitragszeit von zwei Jahren (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine bei- tragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG; vgl. AVIG-Praxis ALE, Arbeits- markt und Arbeitslosenversicherung, Rz. B143). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt ge- mäss Art. 9 Abs. 3 AVIG zwei Jahre vor der Rahmenfrist für den Leistungsbezug zu laufen. Letz- tere wiederum fängt gemäss Art. 9 Abs. 2 AVIG mit de m Tag an, an dem sämtliche Anspruchs- voraussetzungen erfüllt sind. 2.2.2 Nach Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG ist für die Arbei tslosenversicherung beitragspflichtig, wer nach dem Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. De- zember 1946 obligatorisch versichert und für Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit beitrags- pflichtig ist, d.h. massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG bezieht (BGE 122 V 251 E. 2b mit Hinweisen). Die Beitragspflicht einer versich erten unselbständig erwerbenden Person entsteht mit dem Leisten von Arbeit. Beiträge sind indessen erst bei Realisierung des Lohn- oder Entschädigungsanspruchs geschuldet (BGE 111 V 166 E. 4a und b). Gemäss bundesgerichtli- cher Rechtsprechung ist im Rahmen des Art. 13 Abs. 1 AVIG deshalb vorausgesetzt, dass die versicherte Person effektiv eine beitragspflichtige Beschäf tigung ausgeübt und der Arbeitgeber für diese Beschäftigung tatsächlich auch einen Lohn entri chtet hat (BGE 128 V 190 E. 3a/aa; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 28. Februar 2003, C 127/02, E. 1). Mit dem Erfordernis des Nachweises effek- tiver Lohnzahlung sollen Missbräuche im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen zwischen Arbeitge- ber und Arbeitnehmer verhindert werden (vgl. ARV 2001 Nr. 27 S. 228 E. 4c). 2.2.3 In BGE 131 V 444 präzisierte das EVG, die bisheri ge Rechtsprechung sei nicht in dem Sinne zu verstehen, dass eine beitragspflichtige Beschä ftigung überhaupt nur dann zur Bildung von Beitragszeiten führe, wenn und soweit der Nachweis t atsächlicher Lohnzahlungen erbracht ist. Unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach Art. 8 Abs.1 lit. e AVIG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 AVIG sei die faktische Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung wäh- rend der geforderten Dauer die einzige Voraussetzung f ür den Anspruch auf Arbeitslosenent- schädigung. Dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung komme deshalb nicht der Sinn einer selb- ständigen Anspruchsvoraussetzung zu, wohl aber jener eines bedeutsamen und in kritischen Fäl- len unter Umständen ausschlaggebenden Indizes für die Ausübung einer beitragspflichtigen Be- schäftigung (BGE 131 V 444 E. 3.3 in fine). Das im Ges etz zwar nicht ausdrücklich genannte, nach ständiger Rechtsprechung aber massgebliche Erfordernis der genügenden Überprüfbarkeit Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der beitragspflichtigen Beschäftigung, diene der Verhinderung von Missbräuchen (Urteil des Bun- desgerichts vom 29. Dezember 2005, C 258/04, E. 3.2 mit Hinweis). Fehle es am Nachweis einer tatsächlich ausgeübten unselbständigen Tätigkeit, sei das Anspruchserfordernis nach Art. 8 Abs. 1 lit. e und Art. 13 AVIG nicht gegeben. Dies gelte a uch bei Bestehen von erfolgten Zahlungen des Arbeitgebers, welche als Lohn bezeichnet oder auf ein als Lohnkonto definiertes Konto über- wiesen wurden. Dieser Umstand bilde eben nur, aber im merhin, ein bedeutsames Indiz für eine beitragspflichtige Beschäftigung (BGE 131 V 444 E. 3.2.2). 2.2.4 Gemäss präzisierender bundesgerichtlicher Rechtsprech ung ist in den Fällen, in denen eine tatsächliche Lohnzahlung nicht hinreichend belegt werden kann, der Anspruch auf Arbeits- losenentschädigung nicht kurzerhand abzulehnen (Urteil des EVG vom 18. August 2006, C 83/06 und vom 6. März 2007, C 111/06). Massgebend sei nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes einzig, dass innerhalb der Rahmenfrist für die Beitrag szeit eine beitragspflichtige Beschäftigung während der Mindestdauer von zwölf Monaten rechtsgenügl ich dargetan sei. Soweit eine bei- tragspflichtige Beschäftigung nachgewiesen, der exakt a usbezahlte Lohn jedoch unklar geblie- ben sei, habe eine Korrektur über den versicherten Verd ienst zu erfolgen (Urteil des EVG vom 18. August 2006, C 83/06, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 131 V 444 E. 3.2.3). Was die Einkom- menshöhe betreffe, habe sich die mangelnde Bestimmbarkeit der Lohnhöhe diesfalls grundsätz- lich zu Ungunsten der versicherten Person auszuwirken (Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2007, C 111/06, E. 3.4). 2.3 Als versicherter Verdienst gilt der im Sinne der AHV -Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraumes aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen nor- malerweise erzielt wurde; eingeschlossen sind die vertraglich vereinbarten regelmässigen Zula- gen, soweit sie nicht Entschädigung für arbeitsbedingte Inkonvenienzen darstellen (Art. 23 Abs. 1 Satz 1 AVIG). Der Verdienst gilt nicht als versichert, wenn er die Mindestgrenze von monatlich Fr. 500.-- nicht erreicht (Art. 23 Abs. 1 Satz 3 i.V. m. Art. 40 AVIV). Praxisgemäss ist bei der Ermittlung des versicherten Verdienstes der im Bemessung szeitraum tatsächlich erzielte Lohn massgebend; eine davon abweichende Lohnabrede zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hat grundsätzlich unbeachtlich zu bleiben (BGE 131 V 444 E. 3.2.1, mit Hinweisen). Der versicherte Verdienst nach Art. 23 AVIG bildet ein Korrektiv bei al lfälligen missbräuchlichen Lohnvereinba- rungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, indem grundsätzlich die tatsächlichen Lohnbe- züge im Bemessungszeitraum massgebend sind (BGE 131 V 44 4 E. 3.2.3 mit Hinweis). Von dieser Regelung im Einzelfall abzuweichen, rechtfertigt sich nur dort, wo ein Missbrauch im Sinne der Vereinbarung fiktiver Löhne, welche in Wirklichkeit nicht zur Auszahlung gelangt sind, prak- tisch ausgeschlossen werden kann (BGE 128 V 190 E. 3a/aa; Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2012, 8C_913/2011, E. 3.1, je mit Hinweisen). 2.4.1 Als Beweis für den tatsächlichen Lohnfluss genügen Belege über entsprechende Zah- lungen auf ein Post- oder Bankkonto, welches auf den Namen des Arbeitnehmers lautet. Bei behaupteter Barauszahlung fallen Lohnquittungen sowie Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitern – allenfalls in Form von Zeugenaussagen – in Betracht. Höchstens Indizien für tatsächliche Lohn- zahlungen bilden Arbeitgeberbescheinigungen und vom Arb eitnehmer unterzeichnete Lohnab- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechnungen oder AHV-Lohnblätter sowie Steuererklärungen (BGE 133 V 447 E. 1.2 mit Hinwei- sen; Urteil des EVG vom 28. Juli 2004, C 250/03, E. 2.1 ; ARV 2004 Nr. 10 S. 115 ff.; B ARBARA KUPFER BUCHER , Der Nachweis des Lohnflusses als Voraussetzung für den A nspruch auf Ar- beitslosenentschädigung, in: SZS 2005, S. 138 f.). 2.4.2 Gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG haben Persone n, die in ihrer Eigenschaft als Gesell- schafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Ent- scheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beein- flussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten, keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschä- digung. Praxisgemäss ist diese der Vermeidung von Missbräuchen dienende Bestimmung analog auf arbeitgeberähnliche Personen und deren Ehegatten anzuwenden, die Arbeitslosenentschä- digung beantragen (BGE 145 V 200 E. 4.1 mit Hinweisen). Daher hat die Arbeitslosenkasse bei Personen, die vor ihrer Arbeitslosigkeit eine arbeitgeb erähnliche Stellung innehatten, näher zu prüfen, ob diese tatsächlich einen Lohn bezogen haben (AVIG-Praxis ALE, Rz. B32 und B146). Lassen sich in Fällen, die weitergehende Abklärungen bedingen, Bank- oder Postbelege beibrin- gen, ist damit der Lohnfluss und die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung in der Re- gel nachgewiesen (AVIG-Praxis ALE, Rz. B147). Wurde der Lohn bar bezogen, können das bei der Steuerverwaltung mit Lohnausweis deklarierte Einkom men, Lohnquittungen oder durch ein Treuhandbüro geführte Geschäftsbücher in Verbindung mit einem entsprechenden individuellen Kontoauszug der AHV (IK-Auszug) als Nachweis für den Loh nbezug akzeptiert werden. Wider- sprechen die genannten Beweismittel dem IK-Auszug, so ist für die Bestimmung des versicherten Verdienstes vom geringeren Betrag auszugehen. Es ist den kbar, dass die versicherte Person, welche den Lohn bar bezogen hat, durch eine Kombination von anderen Beweismitteln den Lohn- fluss nachzuweisen vermag. Der Lohnfluss lässt sich aber zum Beispiel allein durch eine Lohn- abrechnung, eine Lohnquittung, einen Arbeitsvertrag, eine Kündigungsbestätigung oder eine Lohnforderungseingabe im Konkurs nicht nachweisen. Solch e Dokumente stellen lediglich Par- teibehauptungen dar, über deren Wahrheitsgehalt niemand ausser der versicherten Person, die ja eine arbeitgeberähnliche Stellung innehatte, selbst Angaben machen kann. Ergeben sich auf- grund der eingereichten Belege keine klaren Rückschlüsse auf die in der fraglichen Zeit effektiv ausbezahlten Löhne, liegt Beweislosigkeit zulasten der versicherten Person vor, womit ein An- spruch auf Arbeitslosenentschädigung infolge fehlender B eitragszeit verneint werden muss (AVIG-Praxis ALE, Rz. B148). Hierbei ist immer der Einzelfall zu untersuchen (KUPFER BUCHER , a.a.O., S. 133) 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verw altungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständ ige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG; BGE 144 V 427 E. 3.2). Massnah- men zur Klärung des rechtserheblichen Sachverhalts müss en vorgenommen oder veranlasst werden, wenn dazu auf Grund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht. Rechtserheblich sind dabei alle Tatsachen, von de- ren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Ansp ruch so oder anders zu entscheiden ist (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Oktober 2021, 8C_2 88/2021, E. 3.2.1 mit Hinweisen). Die Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Sozialversicherungsrecht - Rechtspre- chung [SVR] 2020 MV Nr. 3, E. 3.3.1). 3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Besc hwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem B estehen überzeugt sind. Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofer n das Gesetz nicht etwas Abwei- chendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Gesche- hensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 mit Hin- weisen). 3.3 Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es nach dem Gesagten Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammen tragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Pa rteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entsch eid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungs- grundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entspre chen (BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). 4. Im vorliegenden Fall ist zu prüfen, ob die Arbeitslo senkasse die Anspruchsberechtigung der Beschwerdeführerin für die Zeit ab 23. August 202 1 mangels Erfüllens der erforderlichen Beitragszeit gemäss Art. 13 AVIG zu Recht abgelehnt hat. 5.1 Die Beschwerdegegnerin begründet die Ablehnung de r Anspruchsberechtigung der Ver- sicherten mit dem fehlenden Nachweis eines Lohnflusses, d a hinsichtlich einer Lohnzahlung keine Post- oder Bankbelege vorhanden seien. Obwohl die Beschwerdeführerin über ein Privat- konto verfüge, habe sie eine Barzahlung vorgezogen. Nach Auffassung der Arbeitslosenkasse handle es sich bei den von der Beschwerdeführerin einge reichten Unterlagen betreffend die Lohnzahlungen lediglich um Parteibehauptungen, da diese überwiegend vom Ehemann der Be- schwerdeführerin in seiner Funktion als einziger Gesellscha fter und Geschäftsführer mit Einzel- unterschrift ausgestellt und unterzeichnet worden seien. Ferner stünden die gemachten Angaben zum Lohn im Widerspruch zueinander. Gemäss den monatlich en Abrechnungen habe die Be- schwerdeführerin für die Monate Januar 2020 bis Dezembe r 2020 einen Bruttolohn in der Höhe von Fr. 4'400.-- bzw. einen Nettolohn von Fr. 3'778.80 erhalten. Im Jahr 2021 hätten der Brutto- lohn Fr. 5'058.30 und der Nettolohn Fr. 4'374.45 be tragen. Im Februar 2021 sei der Bruttolohn auf Fr. 843.05 gesunken. Es sei somit ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin trotz Umsatzrück- gang, welcher sodann zur Kündigung per 28. Februar 2021 geführt habe, im Jahr 2021 massiv mehr als in den Jahren zuvor verdient habe. Weiter w eise der Lohnausweis des Jahres 2020 einen Bruttolohn von Fr. 57'000.-- bzw. einen Nettol ohn von Fr. 49'661.-- aus, während bei der Ausgleichskasse Basel-Landschaft (Ausgleichskasse) für dasselbe Jahr aus der Tätigkeit bei der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht B.____ GmbH (in Liquidation) ein Einkommen von Fr. 65 '758.-- deklariert worden sei. Gemäss Auskunft der Ausgleichskasse vom 18. November 2021 seien für das Jahr 2020 die Sozialversi- cherungsbeiträge noch ausstehend, da sie bisher nicht e ntrichtet worden seien. Weiter stimme der bei der Ausgleichskasse deklarierte Lohn nicht mit den übrigen Angaben überein, weshalb hinsichtlich der Lohnhöhe Diskrepanzen bestünden. Überdi es habe die Beschwerdeführerin le- diglich die Steuerveranlagung für die Jahre 2015 und 2016 sowie die Steuererklärung für das Jahr 2019 vorweisen können. Auffallend sei hierbei, dass in der Steuererklärung des Jahres 2019 die Einkünfte aus Haupterwerb auf Fr. 50'409.-- beziffert worden seien, wobei diese im Lohnaus- weis 2019 bei Fr. 50'523.-- lägen. Insgesamt könne d aher nicht festgestellt werden, ob und wie viel Lohn die Beschwerdeführerin tatsächlich von der B._ ___ GmbH (in Liquidation) erhalten habe, weshalb auch der versicherte Verdienst nicht hinreichend zuverlässig bestimmbar sei. Ent- sprechend sei die erforderliche Mindestgrenze des versichert en Verdienstes nicht erreicht wor- den und ein Anspruch auf Arbeitslosenentgelt zu verneinen. 5.2 Dagegen bringt die Beschwerdeführerin vor, dass sämt liche Löhne an alle Arbeitnehmer jeweils in bar bezahlt worden seien, weshalb es keine P ost- oder Bankauszüge gäbe. Einem solchen Nachweis gleichwertig sei ihrer Ansicht nach jedoc h das in der Buchhaltung für jeden Mitarbeiter separat geführte Lohndurchlaufkonto. Wei ter führt die Beschwerdeführerin aus, ihr Ehemann als Geschäftsführer habe die AHV-Beiträge für die Jahre 2019 und 2020 für alle Mitar- beiter beglichen. Da er aufgrund des Konkurses der B.____ GmbH nicht mehr auf die Geschäfts- konten zugreifen könne, sei die Bezahlung der ausstehenden Beträge für das Jahr 2021 unmög- lich. Die fehlende Steuererklärung für das Jahr 2020 r eicht die Beschwerdeführerin nach und weist darauf hin, dass die Steuererklärung zum damaligen Zeitpunkt noch nicht fertiggestellt ge- wesen sei. 5.3.1 Als Nachweis für die geltend gemachten Lohnsumm en reichte die Beschwerdeführerin diverse Unterlagen ein. Hierbei fällt auf, dass die ihr erseits geltend gemachten Lohnzahlungen für die Jahre 2019 und 2020 teilweise in unterschiedlicher Höhe ausgewiesen wurden. Mit einem nicht datierten Arbeitsvertrag wurde ein Nettomonatsloh n von Fr. 4'000.-- (inkl. 13. Monatslohn) per 1. Januar 2019 vereinbart (Dok.-Nr. 292). Für da s Jahr 2019 finden sich in den Unterlagen sodann zwei verschiedene Versionen von Lohnabrechnungen. Für dieselbe Zeitperiode wird der Nettolohn sowohl in der Höhe von Fr. 4'000.-- als auch in der Höhe von Fr. 3'844.70 ausgewiesen (vgl. Dok.-Nrn. 80 – 92 und 252 – 264). Mit dem Brutt olohn von Fr. 4'400.-- (d.h. Nettolohn von Fr. 3'844.70) übereinstimmend ist der angegebene Bruttojahreslohn für das Jahr 2019 in der Ar- beitgeberbescheinigung vom 28. Oktober 2021 (Dok.-Nr. 294/295), im IK-Auszug (Dok.-Nr. 293), in der AHV-Lohnbescheinigung (Dok.-Nr. 251), im Vorso rgeausweis (Dok.-Nr. 286) und in der Abrechnung des Lohndurchlaufkontos (vgl. Dok.-Nr. 289). Demgegenüber findet sich in den Ak- ten eine weitere Version der Arbeitgeberbescheinigung vom 15. September 2021, welche für das Jahr 2019 einen AHV-pflichtigen Gesamtverdienst in der Höhe von Fr. 63'700.-- belegt (vgl. Dok.- Nr. 116/117). Eine weitere Diskrepanz besteht zur Steuererklärung 2019, wo ein steuerbares Net- toeinkommen in der Höhe von Fr. 50'409.-- angegeben w urde, obwohl der dazugehörige Lohn- ausweis (Dok.-Nr. 281) ein Nettoeinkommen von Fr. 50'523.-- belegt. 5.3.2 Mit Arbeitsvertrag vom 1. Januar 2020 wurde de r Bruttolohn ab dem 1. Januar 2020 auf Fr. 4'900.-- erhöht, wobei mit späterer Korrektur – o hne Datum – der Bruttolohn auf Fr. 4’400.-- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht angepasst wurde. Ein 13. Monatslohn ist in beiden Arbe itsverträgen vorgesehen (vgl. Dok.- Nrn. 044 und 297). Auffällig ist, dass sowohl für die eine als auch für die andere Lohnhöhe Lohn- abrechnungen ab dem 1. Januar 2020 vorhanden sind (vgl. Dok.-Nrn. 256 – 277 und 066 – 077). Die Arbeitgeberbescheinigung vom 28. Oktober 2021, der Lohnausweis und die Abrechnung des Lohndurchlaufkontos weisen für das Jahr 2020 einen AHV- pflichtigen Gesamtverdienst in der Höhe von Fr. 57'200.-- aus (vgl. Dok.-Nr. 282, 294/29 5 und 290). Davon abweichend ist dem Vorsorgeausweis per 1. Januar 2021 sowie der AHV-Lohnb escheinigung ein Jahreslohn in der Höhe von Fr. 65'758.35 zu entnehmen. Gemäss der Steuer erklärung für das Jahr 2020 beträgt das Jahresnettoeinkommen Fr. 50'083.--, während der Lohnausweis einen Nettojahreslohn von Fr. 49'661.-- belegt. 5.3.3 Für das Jahr 2021, das heisst vom 1. Januar 2021 bi s am 28. Februar 2021, wurde ein AHV-pflichtiger Gesamtverdienst in der Höhe von Fr. 10'959.65 deklariert. Damit überein stimmt die Abrechnung des Lohndurchlaufkontos (vgl. Dok.-Nr. 15 5). Jedoch finden sich erneut zwei verschiedene Versionen der Lohnabrechnung Februar 2021 (vgl. Dok.-Nrn. 146 und 145), wobei die auf den 26. Februar 2021 datierte Lohnabrechnung einen Bruttolohn in der Höhe von Fr. 5'058.30 ausweist, während die Lohnabrechnung vom 1. März 2021 lediglich einen Bruttolohn von Fr. 843.05 belegt. 6.1 Dem Handelsregister des Kantons Basel-Landschaft kann entnommen werden, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin seit der Gründung der G esellschaft im Januar 2019 als allei- niger Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelzeichnu ngsbefugnis der B.____ GmbH ein- getragen ist und sämtliche Stammanteile von Fr. 20'000 .-- hält. Am 3. August 2021 wurde der Konkurs über die B.____ GmbH eröffnet. Die Beschwerdef ührerin hatte als dessen Ehefrau vor der Anmeldung zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung e ine arbeitgeberähnliche Stellung inne, weshalb sie einerseits das Innehaben einer beitr agspflichtigen Beschäftigung sowie einen Lohnfluss darzulegen hat (vgl. E. 2.4.2 hiervor). Am Bestehen eines tatsächlichen Arbeitsverhält- nisses zwischen der Beschwerdeführerin und der B.____ GmbH bestehen keine Zweifel. Ebenso ist unbestritten, dass die Kündigung per 28. Februar 2021 erfolgte. Jedoch beherrschte der Ehe- mann der Beschwerdeführerin die B.____ GmbH, weshalb an den Beweis einer beitragspflichti- gen Beschäftigung und den Lohnfluss erhöhte Anforderungen zu stellen sind. 6.2 Wie hiervor in Erwägung 2.4.2 erwähnt, ist bewei smässig das stärkste Indiz für den Be- stand einer beitragspflichtigen Beschäftigung der Nachwe is des Lohnflusses. Soweit die Über- weisung eines Lohnbetrags durch den Arbeitgeber auf ein Konto des Arbeitnehmers mittels ent- sprechenden Kontoauszugs nachgewiesen ist, ist eine beitr agspflichtige Beschäftigung im ent- sprechenden Umfang mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, da anzunehmen ist, dass ohne entsprechende Arbeitsleistung auch keine Zahlun g erfolgen würde. Im vorliegenden Fall weisen die Kontounterlagen der B.____ GmbH aber keine Lohnüberweisungen auf ein Konto der Beschwerdeführerin aus. Solche Überweisungen werden von der Beschwerdeführerin auch gar nicht behauptet. Sie macht vielmehr geltend, dass sämtliche Lohnauszahlungen in bar erfolgt seien. Zwar findet sich in den Kontounterlagen der B.____ GmbH auch anderweitig kein Hinweis auf Lohnzahlungen. Allein daraus kann jedoch nicht ge schlossen werden, dass keine Lohnzah- lungen in bar erfolgt sind. Angesichts der Tatsache, dass einige Arbeitnehmer schriftlich bestätigt Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht haben, sie hätten ihren Lohn im Jahr 2019 und/oder 2020 bar ausbezahlt erhalten, erscheint ihre Aussage plausibel und nachvollziehbar. Dennoch ist festzustellen, dass keine objektiven Beweise für die exakte Höhe der geltend gemachten Lohnzahlungen in bar vorliegen, da die Beschwerde- führerin keine objektiven Beweise, sondern nur Unterlag en mit Indiziencharakter vorlegen kann (vgl. E. 2.4.1 hiervor). 6.3 Die Beschwerdegegnerin stützt ihren Ablehnungsentsch eid massgeblich auf den Um- stand der teilweise uneinheitlich ausgewiesenen Lohnbe träge. Statt darüber hinaus bei der Be- schwerdeführerin nach den möglichen Ursachen hierfür zu fragen, kommt sie zum Schluss, dass anhand der vorliegenden Unterlagen der versicherungsrechtlich relevante Lohnfluss nicht nach- gewiesen werden könne. Dieses Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist zu beanstanden. Es lie- gen keine Zweifel am Bestehen eines Arbeitsverhältnisses zwischen der B.____ GmbH und der Beschwerdeführerin vor. Entgegen der Auffassung der Bes chwerdegegnerin kann mit Verweis auf die uneinheitlich ausgewiesenen Beträge nicht das Vorhandensein des Lohnflusses verneint werden. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses für die geleistete Arbeit eine entsprechende Entlöhnung entrichtet wird. Zwar ist die Höhe der Lohnzah- lung unklar, jedoch muss gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung lediglich mit genügender Wahrscheinlichkeit belegt werden, dass tatsächlich Lohn b ezogen und der monatliche Mindest- verdienst von Fr. 500.-- erreicht worden ist (vgl. E. 2.2.4 hiervor). Dies legt die Beschwerdeführe- rin mittels der eingereichten Unterlagen genügend glaubhaft dar. Zwar liegen einige Differenzen und Unklarheiten betreffend die effektive Lohnhöhe vor, jedoch weichen die einzelnen, nicht über- einstimmenden Beträge nicht stark voneinander ab. Es best eht durchaus die Möglichkeit, dass es für die uneinheitlichen Beträge eine Erklärung gibt. Bei solchen Unstimmigkeiten wäre es ge- mäss dem geltenden Untersuchungsgrundsatz Aufgabe der Ar beitslosenkasse gewesen, bei- spielsweise durch Kontaktaufnahme mit der Beschwerdeführerin oder der involvierten Treuhän- derin, der C.____ GmbH, den Sachverhalt weiter abzuklären, um die tatsächliche Höhe des ver- sicherten Verdienstes zu ermitteln. Eine entsprechende Vollmacht befindet sich bereits in den Akten (Dok.-Nr. 208). Im Übrigen stimmen die Ausweise w eitestgehend überein. Damit ist ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung grundsätzlich gegeben. 6.4 Schliesslich überzeugt das Argument nicht, dass die B eschwerdeführerin keine Beweg- gründe für eine Barauszahlung gehabt hätte, da sie ein Privatkonto habe. Unabhängig davon, ob die Angestellten ein Privatkonto besitzen, steht es dem Arbeitgeber frei, den Lohn bar auszuzah- len. Überweisungen auf ein Gehaltskonto des Arbeitnehmers entsprechen lediglich der Üblichkeit (KUPFER BUCHER , a.a.O., S. 134 mit Hinweis). Eine solche Barzahlung w ird sodann auch von anderen Angestellten bestätigt (vgl. E. 6.2 hiervor). 6.5 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die Besc hwerdeführerin den Lohn- fluss im vorliegend massgebenden Zeitraum vom 23. Augu st 2019 bis 22. August 2021 rechts- genüglich dargelegt hat und die erforderliche Beitragszeit erfüllt. Die Arbeitslosenkasse hat daher zu Unrecht die Anspruchsberechtigung der Versicherten auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 23. August 2021 abgelehnt. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2021 ist folglich aufzuheben. Die Angelegenheit wird zur Prüfung der übrigen Anspruchsvoraussetzungen sowie zur Abklärung der Widersprüche hinsichtlich der Höhe des versicherten Verdienstes an die Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorinstanz zurückgewiesen. Bestehen diesbezüglich weiterhin Unklarheiten, so wirken sich diese zu Ungunsten der Versicherten aus (vgl. E. 2.2.4 hiervor) . In der Folge hat die Vorinstanz ent- sprechend den Abklärungen neu über die Sache zu verfügen . Die Beschwerde vom 26. Januar 2022 wird in diesem Sinne gutgeheissen. 7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. f bis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Da das AVIG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefo chtene Einspracheent- scheid vom 16. Dezember 2021 aufgehoben und es wird fe stgestellt, dass die Versicherte die erforderliche Beitragszeit erfü llt. Die Angele- genheit wird zur weiteren Abklärung und Prüfung der übrigen An- spruchsvoraussetzungen im Sinne der Erwägungen sowie zum E rlass einer neuen Verfügung an die Öffentliche Arbeitslosenka sse Baselland zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht