Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. Oktober 2016 (720 16 242) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Abweisung der Beschwerde. Der von der IV-Stelle vorgenommene Einkommensvergleich ist nicht zu beanstanden. Die IV-Stelle hat dem Beschwerdeführer in der angefochtenen Verfügung zu Recht eine Viertelsrente zugesprochen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advoka- tin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1967 geborene A.____ meldete sich erstmals am 9. Dezember 2002 unter Hinweis auf eine schwere Psoriasis vulgaris bei der Eidgenö ssischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 10. März 2006 sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) dem Versicherten ab 1. April 2003 eine halbe IV-Rente und ab 1. August 2003 eine Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ganze IV-Rente zu. Mit Verfügung vom 12. November 2007 hob die IV-Stelle die Rente per En- de Dezember 2007 wieder auf. Hiergegen führte A.___ _ Beschwerde beim Kantonsgericht Ba- sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kanton sgericht). Dieses wies die Be- schwerde mit Urteil vom 18. August 2009 ab. Dagegen er hob der Versicherte schliesslich Be- schwerde beim Bundesgericht, welches die Beschwerde mit Urteil vom 3. März 2010 abwies. A.2 Seit dem 1. Februar 2011 war A.____ bei der B._ ___ AG, in X.____, in einem 100%igen Pensum als Baupolier angestellt. Am 3. Novemb er 2014 meldete er sich unter Hin- weis auf eine Diskushernie bzw. eine Bandscheibenprotrusion erneut bei der IV zum Leistungs- bezug an. Am 13. Mai 2015 wurde die Berufsberatung erfolglos abgeschlossen und das Ge- such an die Abteilung Renten weitergeleitet. Nach Abkl ärung der medizinischen und erwerbli- chen Verhältnisse sowie nach durchgeführtem Vorbeschei dverfahren sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 14. Juli 2016 ab 1. Mai 2015 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 48% eine Viertelsrente zu. B. Gegen die Verfügung vom 14. Juli 2016 erhob A.____ , vertreten durch Raffaella Biag- gi, Rechtsanwältin, am 22. Juli 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. Juli 2016 sei aufzuheben und es sei die Be- schwerdegegnerin zu verurteilen, ihm mindestens eine hal be Invalidenrente zu bezahlen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentl ichen vor, dass das Invalideneinkom- men fehlerhaft bemessen und zu Unrecht kein leidensbed ingter Abzug vorgenommen worden sei. C. In ihrer Vernehmlassung vom 1. September 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 22. Juli 2016 ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefocht enen Verfügung vom 14. Juli 2016 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs gemäss die zeitliche Grenze der richter- lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Zur Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse und der Arbeitsfähigkeit des Be- schwerdeführers ist vorliegend das von der IV-Stelle in Au ftrag gegebene neurologische Gut- achten von Dr. med. C.____, FMH Neurologie, vom 22. D ezember 2015 von zentraler Bedeu- tung. Dr. C.____ diagnostizierte insbesondere ein ch ronisches Lumbovertebralsyndrom mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohn e Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt der Neurologe eine Psoriasis vulgaris, eine arter ielle Hypotonie, eine Lactoseintoleranz sowie eine seborrhoische Dermatitis fest. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr. C.____ fest, dass die körperlich belastende Arbeit auf dem Bau dem V ersicherten angesichts des Rücken- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht leidens nicht mehr zumutbar sei. Allerdings sei festzust ellen, dass im Arbeitgeberfragebogen der Firma B.____ AG das Belastungsprofil als wechselbela stend im Gehen und Stehen be- schrieben worden sei, mit jedoch nur seltenen leichten , mittelschweren und schweren Hebe- und Tragebelastungen. Insofern wäre in der angestamm ten Tätigkeit mit betreuenden, kommu- nikativen und administrativen Funktionen als Baupolier e ine Teilarbeitsfähigkeit zu attestieren, theoretisch im Bereich von 40%. Es sei aber unter prakti schen Gesichtspunkten naheliegend, dass der Explorand in einer Tätigkeit als Baupolier n icht vollständig von körperlich schweren und mittelschweren Belastungen befreit werden könne. Ei ne Tätigkeit, die auch nur selten mit schweren Hebe- und Tragebelastungen einhergehe, sei ang esichts des Rückenleidens nicht geeignet. Unter diesen Umständen sei die vollständige A rbeitsunfähigkeit als Baupolier seit dem 3. Februar 2014 zu bestätigen. In einer angepasst en Tätigkeit, welche wechselbelastend und mit Beschränkung auf leichte, allenfalls sporadisch m ittelschwere Trage- und Hebebelas- tungen auszuführen sei, bestehe aus neurologischer Sicht jedoch eine vollschichtige Arbeitsfä- higkeit. Beschwerdebedingt sei in einer angepassten Täti gkeit allenfalls eine Leistungsein- schränkung von 10% einzuräumen. 5.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor) ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vo r. Das Gutachten von Dr. C.____ vom 22. Dezember 2015 ist insgesamt umfassend und die darin vorgenommenen Schlussfolgerun- gen sind nachvollziehbar und überzeugend. Der Gutachter hat den Versicherten persönlich un- tersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und geht e inlässlich auf seine Angaben und Beschwerden ein. Er setzt sich zudem fundiert mit den be i den Akten liegenden medizinischen Berichten auseinander. Insgesamt ist somit nicht zu beanstan den, dass die IV-Stelle dem Gut- achten vom 22. Dezember 2015 vollen Beweiswert zuerkannte und sich in ihrer Verfügung vom 14. Juli 2016 darauf stützte. Das Gutachten weist wede r formale noch inhaltliche Mängel auf, weshalb darauf abgestellt werden kann. Abschliessend blei bt anzumerken, dass der Gesund- heitszustand des Beschwerdeführers zwischen den Parteien oh nehin unbestritten ist. Das Gut- achten von Dr. C.____ wurde vom Versicherten in seiner B eschwerde nicht beanstandet. Des- wegen wird auf weitergehende Ausführungen in Bezug auf den Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers verzichtet. Demzuf olge ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 100% (mit einer Leistungseinschrän- kung von 10%) zumutbar ist. 6. Umstritten und im Folgenden zu prüfen sind hingege n die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Wie oben be reits ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstät igen Versicherten aufgrund eines Ein- kommensvergleichs zu bestimmen. Da der Beschwerdeführer di e Berechnung des Invaliditäts- grades beanstandet, ist nachfolgend der von der IV-Stel le vorgenommene Einkommensver- gleich zu überprüfen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1.1 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielba ren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgeben den Zeitpunkt nach dem Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b) als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkre t wie möglich zu erfolgen. Massge- bend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer ber uflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weite rentwicklung, soweit hierfür hinrei- chend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten geh abt hätte (BGE 96 V 29; ZAK 1985 S 635 E. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3 b). Da im Gesundheitsfall erfahrungsge- mäss die bisherige Tätigkeit in der Regel weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 E. 3c). 6.1.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist die IV-Stelle zu Recht von der bisheri- gen Tätigkeit des Versicherten als Baupolier ausgegangen. Gemäss den Angaben der ehemali- gen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers, der B.____ AG, würde der Versicherte bei guter Gesundheit einen Lohn in der Höhe von Fr. 8‘530.-- m onatlich erzielen (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 14. November 2014). Zu diesem Lohn seien dem Beschwerdeführer im Monat März 2012 und 2013 jeweils seine Überstunden mit einem 25%igen Zuschlag sowie in den Monaten November und Dezember der 13. Monatslohn ausbezahlt worden (vgl. Schreiben der B.____ AG vom 17. Mai 2016). Gestützt auf diese Ang aben errechnete die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung ein Valideneinkommen von Fr. 114‘646.-- (13 Monate x Fr. 8‘530.-- + durchschnittlich ausbezahlte Überstunden, welche bis zum 31. Dezember des Vorjahres geleis- tet wurden [Fr. 2‘462.--] + durchschnittlich geleistet e Überzeit mit 25% Zuschlag [Fr. 802.--] + Überzeit ohne Zuschlag [Fr. 492.--]). Das in der angef ochtenen Verfügung errechnete Validen- einkommen ist einerseits durch die Angaben der ehemalig en Arbeitgeberin des Versicherten ausreichend belegt und wird andererseits auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten, weshalb darauf abgestellt werden kann. 6.2.1 Gestützt auf die Ergebnisse der Abklärungen, welche dem Beschwerdeführer aus me- dizinischer Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100% mit einer Leistungseinschränkung von 10% attestierten, ging die IV- Stelle bei der Ermittlung des Invali- deneinkommens von einem jährlichen Einkommen von Fr. 59‘ 543.-- aus. Sie stützte sich dabei auf den Tabellenlohn von Fr. 5‘210.-- gemäss TA 1_tira ge_skill_level, Privater Sektor Total, Kompetenzniveau der Tätigkeit 1, Spalte Männer (LSE 2012). Diesen rechnete sie nach Anpas- sung des Betrages an die Nominallohnentwicklung von 1.5% (Jahre 2011-2014) auf die be- triebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden um. Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 48% bei einer Er- werbseinbusse von Fr. 55‘103.--. 6.2.2 Dem hinsichtlich des Invalideneinkommens geltend ge machten Einwand des Be- schwerdeführers, wonach bei der Berechnung desselben nicht auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 41.7, sondern auf eine solche von 40.5 Stunden – entsprechend dem Wochenstundenpen- sum der angestammten Tätigkeit – abgestellt werden müs se, kann nicht gefolgt werden. Mit der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht IV-Stelle ist festzuhalten, dass es sich beim Invalideneink ommen – im Gegensatz zum Validen- einkommen – um einen statistischen Durchschnittswert gemäss L SE Tabellen handelt. Dabei wird auch die wöchentliche Arbeitszeit aufgrund von Statistiken festgelegt. Im vorliegend heran- gezogenen Privaten Sektor Total beträgt die betriebsüb liche wöchentliche Arbeitszeit grund- sätzlich 41.7 Stunden. Daran ändert nichts, dass das Vali deneinkommen aufgrund einer Wo- chenarbeitszeit von lediglich 40.5 Stunden errechnet w urde. Nur weil der Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit bei der B.____ AG eine 40.5 Stu ndenwoche hatte, kann die ihm noch zu- mutbare Verweistätigkeit nicht auf derselben Wochenstu ndenbasis berechnet werden. Es müs- sen die tatsächlichen Verhältnisse der noch zumutbaren Tä tigkeit herangezogen werden; dies ergibt im Privaten Sektor Total ein statistisches Wochenstun denpensum von 41.7 Stunden. Zu- dem ist anzumerken, dass bei der Berechnung des Valide neinkommens zwar zunächst von einer Basis von 40.5 Stunden pro Woche ausgegangen wu rde, der Beschwerdeführer aber oh- nehin regelmässig Überstunden geleistet und folglich auch in seiner angestammten Tätigkeit mehr als 40.5 Wochenstunden gearbeitet hat. 6.2.3 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswer- ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche u nd berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe h aben können (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Ein Abzug hat jedoch nicht automatisch, sondern nur dann zu erfolgen, wenn im Ein- zelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch a uf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 80 E. 5b/aa in fine). Besteht Anlass für einen Abzug, so ist dieser unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er d arf 25% nicht übersteigen (BGE 135 V 301 E. 5.2, 126 V 80 E. 5b/bb-cc). Die Ein schätzung des leidensbedingten Abzugs ist eine Ermessensentscheidung. Bei deren Überprüfung ka nn es nicht darum gehen, dass das Kantonsgericht als kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vor- instanz setzt. Es geht vielmehr um die Frage, ob der zu ü berprüfende Entscheid, den die Be- hörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit d en allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässiger weise anders hätte ausfallen sollen. Allerdings darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung al s naheliegend erscheinen lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis). 6.2.4 Vorliegend hat die IV-Stelle keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen. Der Be- schwerdeführer macht demgegenüber geltend, es sei unbest ritten, dass er zwar in einem 100%igen Pensum anwesend sein könne, jedoch nur eine 90%ige Leistung erbringe. Dies sei im Rahmen der Teilzeitarbeit bei Männern zu berücksichti gen. Zudem bestünden bei ihm auch bei dieser 90%igen Leistung weitere Einschränkungen i m Belastungsprofil, weshalb den lei- densbedingten Einschränkungen unter Gewährung eines Lei densabzugs Rechnung zu tragen sei. Ein solcher sei mit mindestens 15% zu bemessen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.5 Entgegen dem Dafürhalten des Beschwerdeführers wu rde seiner eingeschränkten Leistungsfähigkeit sowohl mit der Einordnung in das Ko mpetenzniveau 1 als auch mit der Be- rechnung des Invalideneinkommens auf der Basis eines zumutba ren Pensums von 100% mit einer Leistungseinschränkung von 10% bereits ausreichend Re chnung getragen. Das Kompe- tenzniveau 1 beinhaltet viele Arbeitsstellen, bei welchen der Versicherte leichte bis mittelschwe- re Tätigkeiten ausüben könnte. Ausserdem wurde das Invali den- bzw. Jahreseinkommen in der angefochtenen Verfügung bereits aufgrund eines 100%ig en Pensums mit einer Leistungsein- schränkung von 10% errechnet. Weiter ist – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kein Teilzeitabz ug geschuldet, sofern die versi- cherte Person in einem 100%igen Pensum arbeiten kann, ihre Leistungsfähigkeit jedoch um 10% eingeschränkt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2016 9C_158/2016 E. 4.2.2). Dies ist beim Versicherten der Fall. Weitere Anhaltspunkt e, die einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen würden, sind vorliegend nicht ersichtlich. Vor diesem Hintergrund gibt es keinen Anlass, in das Ermessen der Vorinstanz einzugreifen und einen leidensbedingten Abzug zu gewähren. 7. Setzt man im Einkommensvergleich das Invalideneinkomm en von Fr. 59‘543.-- dem Valideneinkommen von Fr. 114‘646.-- gegenüber, so ergibt dies eine Einkommenseinbusse von Fr. 55‘103.--. Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad vo n rund 48% (vgl. zur Rundungspraxis BGE 130 V 121 ff.). Die IV-Stelle hat dem Versichert en in der angefochtenen Verfügung vom 14. Juli 2016 demnach zu Recht einen Anspruch auf eine Viertelsrente gewährt. Bei diesem Ergebnis ist die Beschwerde abzuweisen. 8. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht