<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00168</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223114&amp;W10_KEY=13045529&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00168</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.03.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Führerausweisentzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Selbstunfall mit Sachbeschädigung; Art der Widerhandlung. Wird durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen und trifft die fehlbare Person dabei nur ein leichtes Verschulden, begeht sie eine leichte Widerhandlung (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht demgegenüber, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Sie liegt nach der Rechtsprechung immer dann vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung nach Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG und nicht alle qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung nach Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG gegeben sind (E. 4.1). Eine konkrete Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer bestand nicht, es liegt jedoch eine erhöhte abstrakte Gefährdung der Sicherheit anderer vor. Diese ist aber angesichts der konkreten Umstände nur leicht erhöht und kann noch als gering bezeichnet werden. Insoweit unterscheidet sich der vorliegende Fall erheblich von den bundesgerichtlich wegen nicht mehr geringer Gefährdung Dritter als mittelschwere Widerhandlungen qualifizierten Selbstunfällen. (...) Angesichts des Umstands, dass der Beschwerdeführer wegen des ihn überholenden Fahrzeugs das Hindernis nicht mehr umfahren konnte und damit mit einer gänzlich unerwarteten Situation konfrontiert war, kann seine verzögerte Reaktion noch als leichtes Verschulden gewertet werden. (E. 4.2). Zusammenfassend ist von einer leichten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer und einem leichten Verschulden des Beschwerdeführers auszugehen und es liegt demnach eine leichte Widerhandlung im Sinn von Art. 16a Abs. 1 SVG vor (E. 4.3). Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEICHTE WIDERHANDLUNG">LEICHTE WIDERHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MASSNAHMEEMPFINDLICHKEIT">MASSNAHMEEMPFINDLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITTELSCHWERE WIDERHANDLUNG">MITTELSCHWERE WIDERHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTUNFALL">SELBSTUNFALL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHULDEN">VERSCHULDEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=61065" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00168</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. MÃ¤rz 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Peter Sprenger, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Jonas Alig. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">A,<b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrer, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Strassenverkehrsamt des Kantons ZÃ¼rich,</p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegner, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend FÃ¼hrerausweisentzug,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Das Strassenverkehrsamt des Kantons ZÃ¼rich entzog A mit Einspracheentscheid vom 27. Oktober 2021 den FÃ¼hrerausweis inklusive der Bewilligung fÃ¼r den berufsmÃ¤ssigen Personentransport (Code 121) aufgrund einer mittelschweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften (Art. 16b Abs. 1 lit. a und Art. 16b Abs. 2 lit. b des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 [SVG]) fÃ¼r die Dauer von vier Monaten. Es untersagte ihm das FÃ¼hren von Motorfahrzeugen aller Kategorien und Unterkategorien sowie der Spezialkategorie F. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhob A mit Eingangsdatum vom 12. November 2021 Rekurs bei der Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich und beantragte, die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben, eventualiter sei die Entzugsdauer von vier auf zwei Monate zu reduzieren. Mit Entscheid vom 24. Februar 2022 wies die Sicherheitsdirektion den Rekurs ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A reichte dagegen am 24. MÃ¤rz 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein und beantragte sinngemÃ¤ss, den Rekursentscheid sowie die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben und keine Administrativmassnahme auszusprechen, eventuell sei ein Ausweisentzug von lediglich zwei Monaten anzuordnen. Das Strassenverkehrsamt beantragte am 5. April 2022 die Abweisung der Beschwerde. Die Sicherheitsdirektion teilte gleichentags mit, auf eine Vernehmlassung zu verzichten. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts fÃ¼r die Beurteilung von Beschwerden gegen administrative Massnahmen im Strassenverkehr ergibt sich aus § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG). Die Behandlung entsprechender Beschwerden erfolgt durch den Einzelrichter (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 1 VRG), sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer zur Beurteilung Ã¼berwiesen werden (§ 38b Abs. 2 VRG). Da im vorliegenden Fall kein Anlass fÃ¼r eine Ãberweisung besteht, ist der Entscheid durch den Einzelrichter zu fÃ¤llen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer fuhr am Montag, 10. Mai 2021, um 02.35 Uhr mit seinem Personenwagen mit ca. 30 km/h auf der Gfennstrasse in Schwerzenbach in Richtung DÃ¼bendorf. Dort prallte er gegen eine aus einer von rechts in die Fahrbahn ragenden AufpflÃ¤sterung bestehende Verkehrsberuhigungseinrichtung. Sowohl jene als auch sein Fahrzeug wurden dabei beschÃ¤digt. </p> <p class="Urteilstext">Der Beschwerdegegner wÃ¼rdigte diesen Sachverhalt am 21. Juni 2021 als mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG und entzog dem BeschwerdefÃ¼hrer gestÃ¼tzt auf Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG den FÃ¼hrerausweis inklusive der Bewilligung fÃ¼r den gewerbsmÃ¤ssigen Personentransport fÃ¼r die Dauer von vier Monaten. Nach der Einsprache des BeschwerdefÃ¼hrers hob der Beschwerdegegner diese VerfÃ¼gung auf und sistierte das Verfahren bis zum Vorliegen eines rechtskrÃ¤ftigen Entscheids im Strafverfahren. Das Statthalteramt Uster bestrafte den BeschwerdefÃ¼hrer mit Strafbefehl vom 14. September 2021 wegen Nichtbeherrschen des Fahrzeugs im Sinn von Art. 31 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG mit einer Busse von Fr. 600.-. Nachdem dieser Strafbefehl unangefochten in Rechtskraft erwachsen war, entzog der Beschwerdegegner am 27. Oktober 2021 den FÃ¼hrerausweis inklusive der Bewilligung fÃ¼r den gewerbsmÃ¤ssigen Personentransport fÃ¼r die Dauer von vier Monaten. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Wie die Vorinstanz in ihrem Entscheid zutreffend ausfÃ¼hrte, darf die fÃ¼r den FÃ¼hrerausweisentzug<a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getMarkupDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221385&amp;W10_KEY=6072276&amp;nTrefferzeile=3&amp;Template=standard/results/document.fiw#ctx5"></a> zustÃ¤ndige VerwaltungsbehÃ¶rde grundsÃ¤tzlich nicht von den Tatsachenfeststellungen des rechtskrÃ¤ftigen Strafentscheids abweichen. Eine Abweichung ist nur dann zulÃ¤ssig, wenn die BehÃ¶rde ihrem Entscheid Tatsachen zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zusÃ¤tzliche Beweise erhebt, deren WÃ¼rdigung zu einem anderen Entscheid fÃ¼hrt, oder wenn der Strafrichter nicht alle sich mit dem Sachverhalt stellenden Rechtsfragen abgeklÃ¤rt hat (BGr, 20. MÃ¤rz 2018, 1C_523/2017, E. 2.1 mit Verweis auf BGE 136 II 447 E. 3.1).</p> <p class="Urteilstext">Die VerwaltungsbehÃ¶rde ist dabei grundsÃ¤tzlich auch an einen Strafentscheid gebunden, der nicht im ordentlichen Verfahren, sondern im Strafbefehlsverfahren ergangen ist, selbst wenn er ausschliesslich auf einem Polizeirapport beruht. Dies gilt namentlich, wenn die beschuldigte Person wusste oder davon ausgehen musste, dass neben dem Strafverfahren ein Administrativverfahren erÃ¶ffnet wurde, und es trotzdem unterlÃ¤sst oder darauf verzichtet, im Rahmen des (summarischen) Strafverfahrens die ihr garantierten Verteidigungsrechte geltend zu machen. Unter diesen UmstÃ¤nden darf die betroffene Person nicht das Verwaltungsverfahren abwarten, um allfÃ¤llige RÃ¼gen vorzubringen und BeweisantrÃ¤ge zu stellen, sondern ist entsprechend dem Grundsatz von Treu und Glauben verpflichtet, dies im Rahmen des Strafverfahrens zu tun und dort gegebenenfalls alle Rechtsmittel auszuschÃ¶pfen (zum Ganzen BGE 123 II 97 E. 3c/aa; BGr, 1. Mai 2015, 1C_61/2015, E. 2.3; 23. Januar 2014, 1C_392/2013, E. 2.3.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Vorliegend besteht kein Anlass, von der Sachverhaltsdarstellung im Strafbefehlsverfahren abzuweichen. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat seinen im vorliegenden Verfahren geschilderten Sachverhalt bereits im Strafbefehlsverfahren vorgebracht. Der Strafbefehl hÃ¤lt hierzu fest, der vom BeschwerdefÃ¼hrer vorgebrachte Unfallablauf erscheine aufgrund der Polizeiakten als Schutzbehauptung, wobei es ihm aber aufgrund seiner geringen Geschwindigkeit auch bei diesem Ablauf der Ereignisse hÃ¤tte mÃ¶glich sein mÃ¼ssen, die Situation zu meistern und vor der Verkehrsberuhigungseinrichtung anzuhalten. Mit dieser Formulierung liegt bezÃ¼glich des genauen Unfalls aber keine klare Sachverhaltsfeststellung vor. Damit bleibt Raum fÃ¼r die vom BeschwerdefÃ¼hrer auch im Administrativerfahren vorgebrachte Darstellung. Da sich diese aufgrund der Akten nicht widerlegen lÃ¤sst, ist davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer rund 30 Meter vor der Verengung der Fahrbahn Ã¼berholt wurde und damit das Hindernis nicht umfahren konnte. Hingegen ist mit dem Strafentscheid davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bei rechtzeitigem Bremsen sein Fahrzeug vor dem Hindernis hÃ¤tte anhalten kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Nach Widerhandlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 18. MÃ¤rz 2016 (OBG) â wie vorliegend â ausgeschlossen ist, wird der FÃ¼hrerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen (Art. 16 Abs. 2 SVG). Das Strassenverkehrsgesetz unterscheidet zwischen leichten, mittelschweren und schweren Widerhandlungen (Art. 16aâc SVG). Wird durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr fÃ¼r die Sicherheit anderer hervorgerufen und trifft die fehlbare Person dabei nur ein leichtes Verschulden, begeht sie eine leichte Widerhandlung (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht demgegenÃ¼ber, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr fÃ¼r die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Sie liegt nach der Rechtsprechung immer dann vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung nach Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG und nicht alle qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung nach Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG gegeben sind. Ist die GefÃ¤hrdung der Sicherheit anderer gering, aber das Verschulden hoch, oder umgekehrt die GefÃ¤hrdung hoch und das Verschulden gering, liegt eine mittelschwere Widerhandlung vor (BGr, 7. September 2017, 1C_250/2017, E. 2.2; 12. Dezember 2013, 1C_746/2013, E. 2.3). </span>Nach der Rechtsprechung mÃ¼ssen eine geringe Gefahr und ein leichtes Verschulden kumulativ gegeben sein (BGE 135 II 138 E. 2.2.3 S. 141 mit Hinweisen). <span>Eine Gefahr fÃ¼r die Sicherheit anderer im Sinn von Art. 16aâc SVG ist bei einer konkreten oder auch bei einer erhÃ¶hten abstrakten GefÃ¤hrdung zu bejahen. Eine erhÃ¶hte abstrakte Gefahr besteht, wenn die MÃ¶glichkeit einer konkreten GefÃ¤hrdung oder Verletzung naheliegt. Ob eine solche GefÃ¤hrdung vorliegt, ist anhand der jeweiligen VerhÃ¤ltnisse im Einzelfall zu beurteilen (BGr, 28. MÃ¤rz 2018, 1C_650/2017, E. 2.1). Zusammen mit den leichten werden die mittelschweren Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz von Art. 90 Abs. 1 SVG als einfache Verkehrsregelverletzungen erfasst (BGE 135 II 138 E. 2.4).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Vorliegend sind die folgenden UmstÃ¤nde zu beachten: Der BeschwerdefÃ¼hrer kollidierte ohne auszuweichen mit der Verkehrsberuhigungsanlage. Er Ã¼berfuhr den linken separat stehenden Pfosten und den unteren linken Teil der Halterung des Schildes. Dabei kam er nicht von seiner Fahrspur ab und es bestand auch keine Gefahr, dass er unvermittelt auf die Gegenfahrbahn hÃ¤tte geraten kÃ¶nnen oder andere Verkehrsteilnehmer sonstwie irritierte. Die Gfennstrasse verlÃ¤uft bei der Unfallstelle gerade und ist Ã¼bersichtlich, die Witterung war schÃ¶n und die Strasse trocken und zu dieser Nachtzeit kaum frequentiert. Das Trottoir befindet sich auf der gegenÃ¼berliegenden linken Strassenseite und FussgÃ¤nger halten sich nicht im Bereich der Verkehrsberuhigungsanlage auf. </p> <p class="Urteilstext">Im Selbstunfall hat sich die konkrete SelbstgefÃ¤hrdung des BeschwerdefÃ¼hrers als Fahrzeuglenker im Unfall mit Sachschaden manifestiert. Eine konkrete <span>GefÃ¤hrdung anderer Verkehrsteilnehmer bestand nicht, es liegt jedoch eine erhÃ¶hte abstrakte GefÃ¤hrdung der Sicherheit anderer vor. Diese ist aber angesichts der konkreten UmstÃ¤nde nur leicht erhÃ¶ht und kann noch als gering bezeichnet werden. Insoweit unterscheidet sich der vorliegende Fall erheblich von den bundesgerichtlich wegen nicht mehr geringer GefÃ¤hrdung Dritter als mittelschwere Widerhandlungen qualifizierten SelbstunfÃ¤llen (vgl. BGr, 4. Februar 2020, 1C_364/2019: Streifkollision mit Mittelleitplanke auf der A1 mit 100 km/h um 7.45 Uhr; BGr, 12. Juli 2010, 1C_83/2010: Nichtbeherrschung des Fahrzeugs auf BrÃ¼cke einer samstags um 16.05 Uhr stark frequentierten als Autobahnzubringer dienenden Autostrasse mit signalisierter HÃ¶chstgeschwindigkeit 100 km/h, Kollision mit Leitplanke, Drehung des Personenwagens um die eigene Achse, zweite Kollision mit Seitenabschrankung; BGr, 8. April 2016, 1C_656/2015: Kollision mit einem Inselschutzpfosten bei einem FussgÃ¤ngerstreifen in der Stadt ZÃ¼rich um 17.20 Uhr beim Versuch einen ins Auto geratenen Vogel zu verscheuchen). </span></p> <p class="Urteilstext">Weiter erfordert die Annahme einer leichten Widerhandlung, dass das Verschulden nur leicht wiegt. Dem BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤re es bei rechtzeitigem Bremsen noch mÃ¶glich gewesen, sein Fahrzeug vor dem Hindernis zum Stillstand zu bringen. Dass er wegen mangelnder Aufmerksamkeit oder einer FehleinschÃ¤tzung nicht rechtzeitig bremste, stellt ein Verschulden dar. Angesichts des Umstands, dass er wegen des ihn Ã¼berholenden Fahrzeugs das Hindernis nicht mehr umfahren konnte und damit mit einer gÃ¤nzlich unerwarteten Situation konfrontiert war, kann seine verzÃ¶gerte Reaktion noch als leichtes Verschulden gewertet werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Zusammenfassend ist von einer leichten GefÃ¤hrdung anderer Verkehrsteilnehmer und einem leichten Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers auszugehen und es liegt demnach eine leichte Widerhandlung im Sinn von Art. 16a Abs. 1 SVG vor. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">Dem BeschwerdefÃ¼hrer war der FÃ¼hrerausweis vom 31. Mai 2020 bis 30. August 2020 aufgrund einer schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften bereits einmal entzogen. Nach Art. 16a Abs. 2 lit. a SVG wird der Lernfahr- oder FÃ¼hrerausweis nach einer leichten Widerhandlung mindestens fÃ¼r einen Monat entzogen, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis einmal â wie vorliegend â wegen einer schweren oder mittelschweren Widerhandlung entzogen war. </p> <p class="Urteilstext">Bei der Bemessung der Entzugsdauer ist erhÃ¶hend zu berÃ¼cksichtigen, dass der Vorfall sich schon gut acht Monate, mithin also in der ersten HÃ¤lfte der BewÃ¤hrungsfrist gemÃ¤ss Art. 16a Abs. 2 SVG, ereignete. DemgegenÃ¼ber wirkt sich die besondere Massnahmeempfindlichkeit des BeschwerdefÃ¼hrers als Taxifahrer mindernd aus. Eine Entzugsdauer von einem Monat erweist sich damit als angemessen. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer zu einem Drittel und dem Beschwerdegegner zu zwei Dritteln aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Ebenso sind die Kosten des Rekursverfahrens in gleichem VerhÃ¤ltnis neu zu verlegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.</p> <p class="Einzug2"> <span>In AbÃ¤nderung von </span>Dispositiv-Ziffer I des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 24. Februar 2022 und Dispositiv-Ziffer 1 der VerfÃ¼gung des Strassenverkehrsamts vom 27. Oktober 2021 wird dem BeschwerdefÃ¼hrer der FÃ¼hrerausweis inklusive der Bewilligung fÃ¼r den berufsmÃ¤ssigen Personentransport (Code 121) aufgrund einer leichten Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG fÃ¼r die Dauer eines Monats entzogen. </p> <p class="Einzug2"> In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziffer II des Entscheids der Sicherheitsdirektion werden die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 775.- zu 1/3 dem BeschwerdefÃ¼hrer und zu 2/3 dem <span>Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"> Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen. </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 95.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'595.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden zu 1/3 dem BeschwerdefÃ¼hrer und zu 2/3 dem Beschwerdegegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p> <p class="Einzug2">5. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich, Rekursabteilung;<br/> c) das Bundesamt fÃ¼r Strassen, Sekretariat Administrativmassnahmen. </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>