Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 4. Juli 2012 (850 12 145) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Materielle Voraussetzungen der fürsorgerischen Freiheitsentziehung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Markus Clausen, Helena Hess, Christian Haidlauf, Edgar Schürmann, Gerichtsschreiberin Marianne Fankhauser Parteien A._____, Beschwerdeführerin gegen Kantonales Vormundschaftsamt , Schlossstrasse 3, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Fürsorgerische Freiheitsentziehung / Verlängerun g der Massnahme A. Das Kantonale Vormundschaftsamt (KVA) ordnete mit V erfügung vom 15. März 2010 wegen einer organischen wahnhaften schizophrenen Störu ng mit akut manisch-psychotischem Zustand gestützt auf das ärztliche Zeugnis von Dr. med. B. ____ vom 15. März 2012 die fürsor- gerische Freiheitsentziehung (FFE) von A.____ (geb. 193 4) an und wies sie in die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (KPP) in Liestal ein, wobe i diese Massnahme auf maximal 10 Wochen befristet wurde. Gegen diese Verfügung wurde keine Beschwerde erhoben. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Im fachärztlichen Gutachten vom 10. Mai 2012, das i m Rahmen des hängigen Verfah- rens auf FFE über A.____ auf Antrag des KVA erstellt wurde, empfahlen die begutachtenden Ärzte der Psychiatrie Baselland, Ambulatorien Tagesklinik en (AUT), Dr. med. C.____ und med. pract. D._____, die FFE sei zunächst für sechs Monate auszu sprechen und anschliessend sei eine weitere Begutachtung der Explorantin durchzuführ en, sofern sich der gesundheitliche Zu- stand der Explorantin bis dahin nicht soweit gebessert habe, dass die FFE vorzeitig seitens des behandelnden Arztes aufgelöst werden könne. Die Kanto nale Vormundschaftskommission (KVK) folgte dieser Empfehlung und entschied am 20. Ma i 2012, dass A.__ aufgrund ihrer wahnhaften psychotischen Störung sowie den weiteren erfü llten Kriterien im Rahmen der FFE für den Zeitraum von sechs Monaten, bis zum 23. November 2012, in der KPP Liestal zurück- behalten werde. Gleichzeitig wurde die KPP Liestal an gewiesen, dem KVA unverzüglich die Aufhebung der Massnahme zu beantragen, falls die "heute gegebenen Voraussetzungen für die Weiterführung der Fürsorgerischen Freiheitsentziehun g nicht mehr vorhanden sind und/oder andere praktisch durchführbare Betreuungsmöglichkeiten gefunden werden konnten." C. Mit Eingabe vom 30. Mai 2012 erhob E.____ im Auf trag seiner Mutter, A._____, gegen den Entscheid der KVK vom 23. Mai 2012 Beschwerde bei m Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsge richt), und beantragt sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. In einer weiteren Eingabe vom 21. Juni 2012 erklär- te E._____, dass er die Beschwerde im Namen seiner Mutt er erhoben habe und diese selber Beschwerdeführerin sei. Von dieser Erklärung wurde Ke nntnis genommen und E._____ vom Rubrum gestrichen. Mit verfahrensleitender Verfügung v om 11. Juni 2012 wurde Dr. med. F.__, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, als Sachverst ändiger für das vorliegende Ver- fahren ernannt. Mit Gutachten vom 25. Juni 2012 nahm Dr. med. F._____ Stellung zur aktuellen gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin. D. In der Vernehmlassung vom 13. Juni 2012 hielt das K VA am Entscheid der KVK vom 20. Mai 2012 fest und beantragt die Abweisung der Be schwerde, unter o/e Kostenfolge. Es weist darauf hin, dass das vom Gericht in Auftrag gegebe ne Gutachten noch nicht erstellt sei, weshalb es dazu noch keine Stellung beziehen könne. E. An der heutigen Verhandlung nehmen A.____, G.___ __ und H._____, als Vertreter des KVA sowie Dr. med. F._____ als Sachverständiger teil. D ie Parteien halten an ihren Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Die Zuständigkeit für die Anordnung einer FFE im Sinne von Art. 397a des Schweizeri- schen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 liegt gemäss Art. 397b Abs. 1 ZGB sowie § 61 Abs. 1 in Verbindung mit §§ 63 lit. f., 6 4 Abs. 2 lit. e und 90 Abs. 3 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZG B) vom 30. Mai 1911 bei der KVK als Aufsichtsbehörde für Vormundschaftswesen. Gegen deren Verfügungen und Entscheide kann gemäss Art. 397d Abs. 1 ZGB in Verbindung mit § 65 bzw. § 100 Abs. 1 EG ZGB beim Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kantonsgericht Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsger icht ist somit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Art. 397d Abs. 1 ZGB räumt dem Betroffenen oder einer ihm nahe stehenden Person für den Fall einer E inweisung in eine Anstalt durch eine vor- mundschaftliche Behörde die Möglichkeit ein, innerhalb von zehn Tagen nach der Mitteilung des Entscheides beim zuständigen Gericht Beschwerde zu erh eben. Nach Klärung der Pro- zesssituation steht fest, dass A.____ und nicht E._____ ge gen den Entscheid der KVK vom 23. Mai 2012 Beschwerde führt. Als vom FFE direkt Betroff ene ist A.______ ohne Weiteres zur Be- schwerdeerhebung legitimiert. Auf die im Übrigen frist - und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. Bei der Überprüfung der Beschwerde v erfügt das Kantonsgericht über volle Kognition, womit auch Unangemessenheit von Verfügunge n über die fürsorgerische Freiheits- entziehung rügbar ist (§ 45 lit. c des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung [Verwaltungsprozessordnung, VPO]vom 16. Dezember 1993). 2.1 Gemäss Art. 397e Ziff. 5 ZGB darf das Gericht über Beschwerden von psychisch kran- ken Personen nur unter Beizug einer sachverständigen Per son entscheiden. Der individuelle Schwächezustand nach Art. 397a Abs. 1 ZGB muss in beweiskr äftiger Weise ärztlich festge- stellt worden sein, wobei die Ausführungen der sachve rständigen Person sowohl schriftlich als auch mündlich erfolgen können (M ARK E. VILLIGER , Handbuch der Europäischen Menschen- rechtskonvention [EMRK], 2. Auflage, Zürich 1999, N 33 7; A LEXANDER IMHOF , Der formelle Rechtsschutz, insbesondere die gerichtliche Beurteilung bei der fürsorgerischen Freiheitsent- ziehung, Bern 1999, S. 120). Dabei gilt es zu beachten, dass die sachverständige Person nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung einerseits fachlich ausgewiesen und andererseits un- befangen sein muss. Dies bedeutet, dass diese sich nicht ber eits im gleichen Verfahren über die Krankheit der von der Massnahme betroffenen Person g eäussert haben darf. So wäre es beispielsweise nicht zulässig, wenn das Gutachten für die gerichtliche Beurteilung von dersel- ben Arztperson erstellt würde, die bereits das Einweisu ngszeugnis verfasst hat. Unabhängig davon, ob die sachverständige Person vom Gericht angehör t oder zur Begutachtung bloss als Hilfsorgan des Gerichts beigezogen wird, sind an ihre Unabhängigkeit somit die gleichen Anfor- derungen zu stellen wie an das urteilende Gericht (Bu ndesgerichtsentscheid [BGE] 128 III 15 E. 4a, 118 II 250 ff. E. 2; THOMAS GEISER , Art. 397a ZGB, in: Honsell/Vogt/Geiser, Basler Kom - mentar zum Schweizerischen Privatrecht, Zivilgesetzbuch I, Ar t. 1 - 456 ZGB, 3. Auflage, Ba- sel/Genf/München 2006, Art. 397e ZGB, N 21). 2.2 Da die Beschwerdeführerin sich schon verschiedentlich in der KPP aufgehalten hat, sich auch jetzt dort befindet und schon mehrmals von den Är zten dieser Klinik begutachtet wur- de, konnten die behandelnden Ärzte dieser Klinik nich t mehr als Sachverständige im Sinne der genannten Bestimmung auftreten. Es musste daher eine s achverständige Person bestimmt werden, die nicht aus der KPP stammt. Als Sachverständige r im Sinne von Art. 397e Ziff. 5 ZGB wurde mit verfahrensleitender Verfügung vom 11. Ju ni 2012 Herr Dr. med. F._____, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ernannt. Gegen diesen hat die Beschwerdeführerin keine Einwände hinsichtlich der Unabhängigkeit und der Unparteilichkeit erhoben. 3.1 Nach Art. 397a Abs. 1 ZGB kann eine mündige oder entmündigte Person wegen Geis- teskrankheit, Geistesschwäche, Trunksucht, anderen Suchterkran kungen oder schwerer Ver- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht wahrlosung in einer geeigneten Anstalt untergebracht oder zurückbehalten werden, wenn ihr die nötige persönliche Fürsorge nicht anders erwiesen wer den kann. Die gesetzliche Formulie- rung beinhaltet somit drei Voraussetzungen für die A nordnung der FFE: Erstens einen in der Person des oder der Betroffenen liegenden Grund im S inne eines Schwächezustandes, zwei- tens die Fürsorgebedürftigkeit und drittens den Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Auch muss die Einweisung in eine geeignete Anstalt geschehen, da dieses Kriterium auch als Vorausset- zung für die Zulässigkeit der FFE gilt (G EISER , a.a.O., Art. 397a ZGB, N 2). Des Weiteren muss gemäss Art. 397a Abs. 2 ZGB beim Entscheid, ob eine Anst altsunterbringung angezeigt ist, auch die Belastung berücksichtigt werden, welche die Person für ihre Umgebung bedeutet. 3.2 Die möglichen Schwächezustände, welche die Anordnun g einer FFE grundsätzlich zu rechtfertigen vermögen, werden in Art. 397a Abs. 1 ZGB abschliessend genannt und müssen in beweiskräftiger Weise ärztlich festgestellt worden sein. S o darf eine mündige oder entmündigte Person unter anderem wegen Geisteskrankheit in einer gee igneten Anstalt untergebracht oder zurückbehalten werden, wenn ihr die nötige persönliche Fürsorge nicht anders erwiesen wer- den kann. Das Bundesgericht konkretisierte diesen Begriff, indem es festhielt, dass "jeder ab- normale Geisteszustand dauernder Art" als Geisteskrankheit oder Geistesschwäche gelte (vgl. BGE 85 II 460, 117 II 233f.) Somit ist von einer Ge isteskrankheit im rechtlichen Sinn zu spre- chen, wenn psychische Störungen vorliegen, die auffällig sind und einem vernünftigen Laien als uneinfühlbar, abwegig und grob befremdend erscheinen (GEISER , a.a.O., Art. 397a ZGB, N 7; EUGEN SPIRIG , Die fürsorgerische Freiheitsentziehung, Zürcher Komm entar Teilband II 3a, Zü- rich 1995, Art. 397a ZGB, N 27). Im Vordergrund stehe n dabei endogene Psychosen, Schizo- phrenie und manisch-depressives Kranksein (SPIRIG , a.a.O., Art. 397a ZGB, N 35). 3.3 Der Schwächezustand allein vermag eine FFE nun aber nie zu rechtfertigen. Vielmehr verlangt Art. 397a Abs. 1 ZGB weiter, dass die betroffe ne Person aufgrund ihres Schwächezu- standes persönlicher Fürsorge bedarf. Fürsorgebedürftig ist ein Mensch, wenn er auch nur für kurze Zeit im persönlichen Bereich nicht mehr für sich selbst sorgen kann und Hilfe benötigt, um eine durch den Schwächezustand bedingte ernsthafte Gef ährdung seines psychischen und/oder physischen Wohls abzuwenden (B ARBARA CAVIEZEL -JOST , Die materiellen Vorausset- zungen der fürsorgerischen Freiheitsentziehung, Stans 1988, S. 272 f.). 3.4 In der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung ist d ie Notwendigkeit der persönlichen Fürsorge als Bedingung für die vorsorgliche Anordnung de r FFE konkretisiert worden. So wird verlangt, dass neben der Fürsorgebedürftigkeit stets auch das akute Risiko einer Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegen muss (vgl. Urteil des Kantonsge richts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 8. August 2007 i.S. R., 850 07 225; vgl. auch BGE 134 III 293 f.). Auch eine Selbst- oder Fremdgefährdu ng allein vermag eine FFE noch nicht zu begründen, ist aber bei Vorliegen eines Schwächezustandes ein Indiz für die Bejahung der Für- sorgebedürftigkeit (vgl. S PIRIG , a.a.O., Art. 397a ZGB, N 12). Eine Anstaltseinweisun g darf je- doch nur dann erfolgen, wenn feststeht, dass der betro ffenen Person nur durch diese Einwei- sung der erforderliche, notwendige Schutz geboten werde n kann (G EISER , a.a.O., Art. 397a ZGB, N 3 ff.; vgl. auch BGE 114 II 217 f.). Es sind je doch Situationen denkbar, in denen unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit ein einziger, l ängerdauernder Klinikaufenthalt Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht mehreren Aufenthalten von kürzerer Dauer vorzuziehen ist . Muss aufgrund einer Krankenge- schichte mit immer wiederkehrenden, akuten Episoden ger echnet werden, so ist der Eingriff in die persönliche Freiheit des Patienten im Ergebnis ge ringer, wenn der Kreislauf mit Hilfe einer längerdauernden stationären Behandlung unterbrochen w erden kann. Eine solche Massnahme ist allerdings nur zulässig, wenn die Gefahr, dass es o hne längerdauernde Behandlung immer wieder zu kurzfristigen Einweisungen kommt, genügend ko nkret ist und wenn zumindest eine beachtliche Chance dafür besteht, dass mit einer länger dauernden stationären Behandlung ein fruchtbares Therapie- und Betreuungsverhältnis aufgebaut werden kann (KGE VV vom 8. August 2007 i.S. R., 850 07 225 und KGE VV vom 22. März 2006 i.S. B., 850 06 64, je mit Hinweisen). Auch die bundesgerichtliche Rechtsprechung hat erkannt, dass eine Anstaltsein- weisung wegen Selbst- oder Fremdgefährdung gegen den Willen des Patienten selbst dann zulässig sein kann, wenn im Zeitpunkt der gerichtlichen Be urteilung der FFE auf Grund der Be- handlung in der Klinik gar keine Gefährdung besteht. Eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung kann also auch dann gegeben sein, wenn diese erst mit der Entlassung verwirklicht würde (Ur- teil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2002, 5C.141/2002). 4.1 Wird eine Person gegen ihren Willen in einer Ans talt untergebracht oder darin zurück- behalten, so stellt dies einen Eingriff in das Grundre cht der persönlichen Freiheit im Sinne der Bewegungsfreiheit gemäss Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassu ng (BV) vom 18. April 1999 dar, bei dem der Grundsatz der Verhältnismässigkeit der Massna hme zu beachten ist. Dieser Grundsatz ergibt sich gemäss Art. 36 Abs. 3 BV unmittelbar aus der Verfassung und darüber hinaus auch aus Art. 5 Ziff. 4 und Art. 8 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrech- te und Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskonventio n, EMRK) vom 4. November 1950. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gilt wie im ganzen Vormund- schaftsrecht auch im Bereich der FFE (BGE 134 III 292, 114 II 217 f.). 4.2 Verhältnismässigkeit bedeutet unter anderem, dass ei n Eingriff nicht einschneidender sein darf, als es der Zweck verlangt, und unzulässig ist, w enn auch ein milderes Vorgehen zum Ziel führen würde. Die zwangsweise Einweisung in eine Anstalt ist somit nur zulässig, wenn die betroffene Person tatsächlich einer persönlichen Fürsorg e bedarf und keine andere angemes- sene Lösung gefunden werden kann (vgl. auch BGE 114 II 213). Im Weiteren erscheint eine FFE nur verhältnismässig, wenn mit ihr das angestrebte Zi el überhaupt erreicht werden kann. Im Ergebnis heisst dies, Eignung der Massnahme und Eignun g der Anstalt vorausgesetzt, dass Vor- und Nachteile, welche eine Anstaltseinweisung für die betroffene Person bringt, gegenein- ander abgewogen werden müssen. In diesem Zusammenhang stellt sich regelmässig die Fra- ge, ob die persönliche Fürsorge der betroffenen Person nicht auch im Rahmen einer ambulan- ten Behandlung erbracht werden könnte, denn die stat ionäre Versorgung muss ultima ratio bleiben (SPIRIG , a.a.O., Art. 397a ZGB, N 260). 4.3 Weiter muss eine Anstalt gemäss Art. 397a Abs. 1 ZGB für den Vollzug geeignet sein. Eine Anstalt ist grundsätzlich nur dann geeignet, wenn sie über die Organisation und die perso- nellen Kapazitäten verfügt, um der eingewiesenen Per son die Pflege und Fürsorge zu erbrin- gen, die diese im Wesentlichen benötigt (BGE 114 II 213; SPIRIG , a.a.O., Art. 397a ZGB, N 123; GEISER , a.a.O., Art. 397a ZGB, N 24). Das statuierte Kriter ium der Geeignetheit ist aufgrund Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Zweckes der Freiheitsentziehung auszulegen: Ziel ist es, die betroffene Person auf den Wiedereintritt in ein Leben ausserhalb der Anstalt vorz ubereiten. In Ausnahmefällen geht es allerdings auch darum, einer Person schlicht das Leben zu ermöglichen und den status quo zu erhalten. Die einweisende Stelle hat im Einzelnen zu prüfen, ob das Betreuungs- und Therapie- angebot der entsprechenden Anstalt mit den spezifische n Bedürfnissen der betroffenen Person und dem Ziel der FFE übereinstimmt (GEISER , a.a.O., Art. 397a ZGB, N 24; BGE 112 II 487). 5.1 Der vorliegend angefochtene Entscheid der KVK vom 2 0. Mai 2012 erfolgte gestützt auf das Gutachten von Dr. med. C.___, Oberarzt der AUT, und med. pract. D.___, Assistenz- arzt in der AUT. Da gemäss den vorstehenden Erwägungen d iese Gutachter nicht als unab- hängig gelten, können ihre gutachterlichen Feststellunge n nicht verwertet werden und es ist einzig auf das Gutachten des gerichtlich bestellten Sachver ständigen, Dr. med. F._____, abzu- stellen. 5.2 Dr. med. F._____ hielt in seinem Gutachten vom 2 5. Juni 2012 fest, dass bei der Be- schwerdeführerin eindeutig eine wahnhafte psychotische Stö rung vorliege. Eine eindeutige Zu- ordnung auf eine ICD-10 Nummer sei für ihn - wie schon für die begutachtenden Ärzte der AUT - nicht abschliessend möglich. Aus dem Behandlungsverlauf se i jedoch klar ersichtlich, dass eine neuroleptisch-medikamentöse Therapie (antipsychotisch) die wahnhaft-halluzinatorischen Zustandsbilder der Beschwerdeführerin positiv beeinflusse . Die Kompliance (Medikamenten- einnahme) der Beschwerdeführerin sei jedoch nicht vorhanden und es komme immer wieder zu Rückfällen. Um die akute Symptomatik zu unterdrücken, müsse eine regelmässige Tabletten- einnahme gewährleistet sein, damit ein konstanter Ser umspiegel der Wirksubstanz im thera- peutischen Bereich erreicht werde. Aktuell sei die wahnh aft psychotische Störung bei der Be- schwerdeführerin weiterhin vorhanden. Die Symptomatik se i unter der Medikation in der KPP positiv beeinflusst worden und sollte aus medizinischen Gr ünden langfristig (Jahre) weiterge- führt werden. Bei konstanter Medikamenteneinnahme (S erumkontrolle) könnte in einiger Zeit (Monate) über die Betreuung und Behandlung ausserhalb der KPP gesprochen und Entspre- chendes organisiert werden. Allerdings sei eine ambulan te Behandlung derzeit nicht möglich. Die Beschwerdeführerin bedürfe unbedingt einer inten siven persönlichen Fürsorge, welche nur in einem stationären Rahmen möglich erscheine. 5.3 Anlässlich seiner Befragung im Rahmen der heutigen Parteiverhandlung erklärte der Sachverständige Dr. F.____, dass er aus Erfahrung spüre, ob es einer Patientin nur dank Medi- kamenten gut gehe und ob das Krankheitsbild wieder auft auche, falls die Medikamente nicht regelmässig eingenommen würden. Heute stelle er fest, dass seit seiner Untersuchung vom 18. Juni 2012 die Beschwerdeführerin offensichtlich gro sse Fortschritte gemacht habe und eine deutliche Verbesserung des Krankheitszustandes zu erkennen sei. Man könne heute mit der Beschwerdeführerin Abmachungen treffen, welche sie auch einhalte. So könne sie die Klinik für bestimmte Zeiten verlassen und komme dann wieder auf d en vereinbarten Zeitpunkt zurück. Die Krankheitsgeschichte zeige jedoch deutlich, dass die Beschwerdeführerin wegen der feh- lenden Krankheitseinsicht die verordneten Medikamente ni cht oder nur unregelmässig einneh- me. Sobald der Medikamentenspiegel sinke, gehe es der Beschwerdeführerin wieder schlecht, d.h. nach zwei bis drei Tagen erleide sie einen akuten Rückfall. Bei der Beschwerdeführerin Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht seien die Rückfälle mit der deutlich psychotischen Symptoma tik sehr ausgeprägt, sobald die Medikamenteneinnahme nicht erfolge. Daher sei es dring end notwendig, ja gar zwingend, dass die Beschwerdeführerin die verordneten Medikamente rege lmässig einnehme, damit es ihr gut gehe. Die Beschwerdeführerin sei jedoch überzeugt, dass sie die Medikamente selbständig einnehmen könne, obwohl die Erfahrung das Gegenteil lehre. Die Medikamenteneinnahme müsse bei der Beschwerdeführerin unbedingt überwacht we rden, sonst komme es wieder zu wahnhaften psychotischen Störungen. Es brauche dafür nicht unbedingt ein betreutes Wohnen, sondern ein Spitexdienst, der am Morgen und am Abend die Beschwerdeführerin aufsuche, würde genügen. Die Spitex müsste auf jeden Fall die Me dikamenteneinnahme kontrollieren. In diesem Zusammenhang revidierte der Sachverständige Dr. m ed. F._____ seine im Gutachten abgegebene Beurteilung dahingehend, dass eine ambulante Betreuung möglich sei, sofern eine engmaschige Medikamentenkontrolle, z.B. durch die Spitex, sichergestellt sei. Bevor ein Austritt aus der Klinik jedoch überhaupt möglich sei, müsse unbe dingt vor Austritt das Setting etabliert sein. 5.4. Die Beschwerdeführerin führt an der heutigen Par teiverhandlung aus, dass sie seit dem Klinikeintritt keine Bewusstseinstörungen mehr habe. Sie habe jedoch den Drang, wieder nach Hause zu gehen und ein normales Leben zu führen. Es treffe zwar zu, dass es ihr zwi- schenzeitlich wirklich schlecht gegangen sei, doch jetzt würde es ihr zuhause besser gehen, da sie dann einen geregelten Tagesablauf hätte. Sofern sie zudem wieder "ihr" bisher vom Haus- arzt verschriebenes Medikament (Madopar) erhielte, ginge es ihr noch viel besser. Sie brauche im Moment keine Fürsorge. Die in der Klinik verschriebene n Medikamente würde sie freiwillig einnehmen, wenn sie nach Hause gehen könnte, selbst wenn sie nicht wüsste, warum sie diese einnehmen müsse. Wenn sie allerdings nur unter der Bed ingung heim könne, dass sie eine Spitex-Hilfe akzeptiere, da bleibe sie lieber in der K linik. Sie könne selbst zu sich schauen auch ohne Spitex. 6.1. Im Gutachten der AUT vom 10. Mai 2012 wurde bei der Beschwerdeführerin eindeutig eine wahnhafte psychotische Störung diagnostiziert. Diese Diagnose deckt sich mit derjenigen des gerichtlich bestellten Sachverständigen Dr. med. F._____, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie. In den fachärztlichen Gutachten konnte jedoch nicht abschliessend beurteilt werden, ob es sich hierbei um eine akute, vorwiegend wahnhafte psych iatrische Störung nach akuter Be- lastung (ICD-10 F23.31) oder um eine organische wahnhafte schizophrenieforme Störung (ICD- 10 F06.2) handle. Dennoch steht gestützt auf die fachärz tlichen Aussagen fest, dass die Be- schwerdeführerin an einer Geisteskrankheit leidet und d ass damit ein fürsorgerischer Grund im Sinne von Art. 397a ZGB vorliegt. 6.2. Die Beschwerdeführerin war wegen der bei ihr di agnostizierten wahnhaft psychoti- schen Störungen, die sich in akuten Verwirrtheitszustände n, Gestörtheit und Verlust der zeitli- chen und örtlichen Orientierung manifestierten, erstma ls vom 2. bis 4. März 2011 in der KPP hospitalisiert. Wegen der fehlenden Krankheitseinsicht sowie der kaum vorhandenen Medika- mentenkompliance hat sie jeweils innert kurzer Zeit massi ve Rückfälle erlitten und befand sich seit Oktober 2011 mit kurzen Unterbrüchen bis zum heutig en Tag durchgehend in stationärer psychiatrischer Behandlung. Anlass für die stationären Aufe nthalte war regelmäßig das eigen- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht mächtige Absetzen der neuroleptischen Medikation mit d er Folge einer erneuten Exazerbation der Krankheitssymptome, die sich im Akutzustand mit forma len Denkstörungen, Affektdysregu- lationen, Ich-Störungen, Wahngedanken und systematischen Wahngebilden manifestierten. Aus den fachärztlichen Unterlagen geht hervor, dass sich an dieser Problematik bis zum heuti- gen Zeitpunkt nichts Grundlegendes verändert hat. Die pe rsönliche Fürsorgebedürftigkeit der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 397a Abs. 1 ZGB ist demzufolge gegeben. Zurzeit besteht im stationären Rahmen und unter der ne uroleptischen Medikamentation keine akute Selbst- oder Fremdgefährdung. Wie vorstehend dar gelegt, sind in Ausnahmefällen aber Situationen denkbar, in denen es ausreicht, wenn sich d ie akute Selbst- oder Fremdgefährdung erst mit der Entlassung verwirklichen würde. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung erklärt Dr. F._____ überzeugend, dass bei einer sofortigen Ent lassung mit 95%iger Sicherheit anzu- nehmen sei, dass die Beschwerdeführerin bei fehlender B eaufsichtigung die ihr verordneten Medikamente nicht regelmässig einnehmen bzw. gar eigenmächtig absetzen werde, was erneut eine schwere Krankheitssymptomatik auslösen würde und damit erneut zur Selbstgefährdung der Beschwerdeführerin und zu einer übermässigen Belast ung ihres nahen Umfeldes führe. Damit sind die Voraussetzungen für eine Fortsetzung d er FFE gegeben. Die weitere stationäre Behandlung bietet der Beschwerdeführerin die Möglichk eit, dass sich ihr Gesundheitszustand durch fortgesetzte psychiatrische und medikamentöse Behandlu ng stabilisiert und sich eine gewisse Krankheitseinsicht einstellt. Ihre anlässlich der h eutigen Parteiverhandlung gemachten Aussagen machen deutlich, dass ihre Wahrnehmung von ei ner Realitätsverkennung und einer Bagatellisierungstendenz geprägt sind. Die Beschwerdefüh rerin ist nach wie vor überzeugt, dass das von ihrem Hausarzt verschriebene Präparat Madopa r, das sie seit über 14 Jahren einnehme, das für sie richtige Medikament sei. Dieses Med ikament ist ein Arzneimittel zur Be- handlung von Beschwerden bei parkinsonscher Krankheit. Gestützt auf die medizinischen Un- tersuchungen steht allerdings fest, dass die Beschwerdefü hrerin nicht an dieser Krankheit lei- det. Die Beschwerdeführerin gesteht zwar, dass es ihr mi t der Behandlung mit Neuroleptika (Seroquel oder Zyprexa) besser gehe, doch könne sie dies e Medikamente auch eigenständig einnehmen. Allerdings ist sie nach wie vor überzeugt, d ass sie einzig Madopar brauche. Damit bringt die Beschwerdeführerin zum Ausdruck, dass sie die i n der Klinik verschriebenen Medi- kamente lieber nicht mehr nehmen möchte. Allerdings erkl ärt sie ausdrücklich, dass sie unter der Bedingung, dass sie nach Hause gehen könne, die ver schriebenen neuroleptischen Medi- kamente einnehmen würde. Nach den klaren Aussagen des Sa chverständigen kann jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführe rin aufgrund fehlender Komplian- ce die Medikamente tatsächlich eigenverantwortlich rege lmässig einnehmen werde. Mit 95%ziger Sicherheit sei mit einer Absetzung der Medikamente zu rechnen und dann komme es nach wenigen Tagen (3-4 Tage) mit an Wahrscheinlichke it grenzender Sicherheit wieder zu einem akut psychotischen Zustand bei der Beschwerdeführer in. Es ist somit festzustellen, dass zurzeit die Selbstgefährdung zwar nicht mehr akut, aber potenziell nach wie vor in erheblichem Ausmass vorhanden ist. Demnach besteht bei der Beschwerdef ührerin auch zum aktuellen Zeitpunkt zumindest die akute Gefahr einer erneuten Selbstgefährdung und einer übermässigen Belastung der Umgebung, welche sich bei einer sofortigen Entlassung aus der KPP mit grösster Wahrscheinlichkeit realisieren würde. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit gilt es weit er zu prüfen, ob der Beschwer- deführerin die nötige persönliche Fürsorge im Zusamme nhang mit ihrer Krankheit auch anders als im Rahmen eines stationären Klinikaufenthalts erwiese n werden kann. Dabei muss das öf- fentliche Interesse an der Zwangseinweisung bzw. Zurückbeha ltung in einer geschlossenen Anstalt das private Interesse der Betroffenen an der per sönlichen Freiheit überwiegen. Zu prü- fen ist deshalb, ob der Beschwerdeführerin allenfalls durch eine ambulante Betreuung oder durch eine Entlassung unter Auflagen geholfen werden könnte. Bei der Beurteilung dieser Fra- ge sind die folgenden Kriterien entscheidrelevant: Kran kheitseinsicht, Bereitschaft in eine medi- zinisch notwendige Behandlung einzuwilligen, soziale Beg leitumstände (Wohnung, Bezie- hungsnetz). 7.1. Bezüglich Krankheitseinsicht und der Bereitschaft, di e nötigen Medikamente unter Kon- trolle einzunehmen, ist auf die Aussagen der Beschwerde führerin zu verweisen. Gegenüber dem Gericht erklärt sie, sie sei nicht blöd und brauche ke ine Kontrolle für die regelmässige Ein- nahme der verschriebenen neuroleptischen Medikamente. Ve hement sagt sie, dass sie eine kontrollierte Medikamenteneinnahme durch die Spitex nicht akzeptiere, denn lieber würde sie in der Klinik bleiben. Den übereinstimmenden fachärztlich en Aussagen ist zu entnehmen, dass eine medikamentöse Therapie nur dann ihre Wirksamkeit e ntfaltet, wenn die Beschwerdeführe- rin die verschriebenen Medikamente tatsächlich in der ve rordneten Weise (Dosis, zeitliches Einnahmeschema) einnimmt. Es ist somit wichtig, dass die Beschwerdeführerin die Notwendig- keit einer kontrollierten Medikamenteneinnahme, die ei nzig die Gefahr von Rückfällen in einen akut psychotischen Zustand verhindern könnte, einsieht. Bezüglich des Beziehungsnetzes der Beschwerdeführerin (F amilie, Freunde) kann festgestellt werden, dass dieses an sich relativ intakt zu sein scheint, doch kann es bei einem sofortigen und unvorbereiteten Austritt aus der KPP die nötige p ersönliche Fürsorge nicht gewährleisten. Nur durch eine regelmässige kontrollierte Medikamentena bgabe kann bei entsprechendem Betreuungsangebot (engmaschige Kontrolle) der Beschwerd eführerin die nötige persönliche Fürsorge erwiesen werden. Diese Angaben führen beim Gericht zur folgenden Güter abwägung: Die betroffene Person ist nach dem Willen des Gesetzgebers zu entlassen, wenn es ihr Zustand erlaubt (Art. 397a Abs. 3 ZGB). Der Gutachter Dr. med. F.___ äussert ernsthafte und nachvollziehbare Bedenken bezüg- lich einer sofortigen Klinikentlassung. Die Beschwerdefü hrerin braucht noch eine gewisse Zeit, um Einsicht in ihre Erkrankung und die zwingend notwend ige kontrollierte Medikamentenabga- be zu gewinnen. Nur mit der Sicherstellung der medikam entösen Versorgung der Beschwerde- führerin kann die Grunderkrankung angegangen und beh andelt werden. Entscheidend für das Gericht ist die Tatsache, dass zurzeit nur eine Entlassung in die "alten" Verhältnisse möglich wäre, was sowohl medizinisch wie auch sozial schwerwiegend e Folgen haben könnte. Bezüg- lich Dauer der stationären Behandlung bewegt sich die fachärztliche Einschätzung zwischen drei und sechs Monaten, bis der Austritt in die ambulan te Betreuung durch regelmässige und kontrollierte Medikamenteneinnahme realisiert werden kann. Der Beschwerdeführerin kann zur- zeit die nötige persönliche Fürsorge noch nicht in erforderlichem Ausmass ausserhalb der Klinik erwiesen werden. Angesichts der Alternative zwischen regelm ässigen akuten Rückfällen und Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht damit verbunden die erneute Einweisung in eine geschl ossene Abteilung und der Aussicht, bei Fortsetzung der stationären Betreuung in der KPP eine Verbesserung der Kompliance und eine Rückkehr in unbeschränktere Lebensverhältnisse zu erreichen, ist die Unterbringung in der KPP als zum Wohl der Beschwerdeführerin weiterhin erf orderlich zu erachten. Die Abwägung der Interessen ergibt somit klar, dass die Weiterführung der Massnahme bis 23. November 2012 rechtmässig erfolgt und auch im heutigen Zeitpun kt als verhältnismässig zu bezeichnen ist. 7.2 Abschliessend ist die Eignung der KPP als Anstalt für den Vollzug der gegenüber der Beschwerdeführerin angeordneten FFE zu prüfen. Bezüglich dieser Frage ist gerichtsnotorisch, dass die KPP über genügend ausgebildetes psychiatrisches Ärz te- und Pflegepersonal verfügt, welches in der Lage ist, die Beschwerdeführerin zu betre uen und zu überwachen. Die Be- schwerdeführerin wendet denn auch selber nichts gegen di e ihr dort erbrachte Pflege und Betreuung ein. Zurzeit kann eine optimale Betreuung der Beschwerdeführerin offensichtlich nur unter Klinikbedingungen gewährleistet werden. Damit st eht für das Gericht fest, dass die KPP für die Einweisung der notwendigen Fürsorge im Rahmen der FFE durchaus geeignet ist. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zurzeit im station ären Rahmen und unter neuroleptischen Medikamentation eine akute Selbstgefäh rdung bei der Beschwerdeführerin nicht besteht. Es besteht aber potenziell eine erheblich e Gefahr, dass die Beschwerdeführerin bei sofortiger Entlassung die notwendigen neuroleptischen Medikamente nicht mehr einnehmen würde und sie innert kurzer Zeit wiederum wegen Selbstg efährdung in die Klinik eingewiesen werden müsste. Der Beschwerdeführerin kann die nötige p ersönliche Fürsorge zurzeit nur im Rahmen einer stationären Behandlung erwiesen werden. Demzufolge ist die Beschwerde ab- zuweisen. 9. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO werden im verwaltungsgericht lichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich Verfahrenskosten erhoben. Diese umfassen die Gerichtsgebühren und die Be- weiskosten. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO) Die Gerichtsgebühr von Fr. 1800.-- werd en gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt. Allfäll ige Kosten für ärztliche Berichte oder Gut- achten gehen zulasten der Beschwerdeführerin und werden separat verlegt. Die ausserordentli- chen Kosten werden wettgeschlagen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'500.-- verrechnet. 3. Allfällige Kosten für ärztliche Berichte oder Gutach ten gehen zulasten der Beschwerdeführerin und werden separat verlegt. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 700 .-- wird mit allfälligen Gutachterkosten verrechnet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin