A bteilung III C -676/2006 {T 0/2} U rteil vom 3. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter Antonio Im oberdorf (Kam m erpräsident); R ichterin R uth Beutler; R ichter Bernard Vaudan; G erichtsschreiber D aniel G rim m . A._______, Beschw erdeführer, vertreten durch lic. iur. Ali C ivi, Advokaturbüro Albrecht & R iedo, M arktgasse 6, 4051 Basel, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend A usdehnung der kantonalen W egw eisung. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er türkische Staatsangehörige A._______ (geboren _______, nachfolgend Beschw erdeführer) reiste am 6. N ovem ber 2001 m it einem für 90 Tage gültigen Besuchervisum in die Schw eiz ein. N ach Ablauf des Vi- sum s verliess er das Land nicht. Am 11. Juli 2002 heiratete er in St. G allen eine um fünfzehn Jahre ältere Schw eizer Bürgerin. D araufhin w urde ihm eine Aufenthaltsbew illigung (letztm als verlängert am 30. Juni 2004 bis zum 11. Juli 2005) zum Verbleib bei der Ehefrau erteilt. B. Im August 2002 veranlasste das Ausländeram t des Kantons St. G allen ers- te Abklärungen w egen Verdachts einer Scheinehe. Am 6. April 2005 w ider- rief dieselbe Behörde in der Folge die Aufenthaltsbew illigung m it der Be- gründung, es liege eine Scheinehe vor, und w ies den Beschw erdeführer an, das Kantonsgebiet bis zum 31. M ai 2005 zu verlassen. D agegen be- schw erte er sich erfolglos beim kantonalen Justiz- und Polizeidepartem ent und beim Verw altungsgericht des Kantons St. G allen. M it U rteil vom 14. Septem ber 2006 w ies das Bundesgericht eine Verw altungsgerichtsbe- schw erde gegen den Entscheid des Verw altungsgerichts des Kantons St. G allen vom 8. Juni 2006 ab. C . Auf Antrag des Ausländeram tes des Kantons St. G allen vom 21. Septem - ber 2006 hin dehnte das BFM die kantonale W egw eisung m it Verfügung vom 18. O ktober 2006 auf das ganze G ebiet der Schw eiz und des Fürsten- tum s Liechtenstein aus und forderte den Beschw erdeführer auf, die Schw eiz bis zum 30. N ovem ber 2006 zu verlassen. G leichzeitig w urde ei- ner allfälligen Beschw erde die aufschiebende W irkung entzogen. Zur Be- gründung führte das Bundesam t aus, die kantonale W egw eisung sei in R echtskraft erw achsen und der Beschw erdeführer besitze in keinem ande- ren Kanton eine Aufenthaltsbew illigung. G ründe, w elche den Vollzug der W egw eisungsverfügung als nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum ut- bar erscheinen liessen, lägen keine vor. D . M it Beschw erde vom 21. N ovem ber 2006 an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) beantragt der Beschw erdeführer die Auf- hebung der angefochtenen Verfügung. In verfahrensrechtlicher H insicht ersucht er um W iederherstellung der aufschiebenden W irkung der Be- schw erde und um G ew ährung der unentgeltlichen R echtsverbeiständung. D azu lässt der Beschw erdeführer vorbringen, er lebe und arbeite seit fünf Jahren in der Schw eiz. Er habe sich hierzulande einen neuen Freundes- kreis und eine eigenständige Existenz aufgebaut. Persönliche oder berufli- che Kontakte zur Türkei bestünden keine m ehr, w eshalb eine R ückkehr in seine H eim at für ihn hart und unzum utbar w äre. U nter diesen U m ständen sei nicht ersichtlich, w arum ihm nicht die M öglichkeit gegeben w erde, in ei- nem anderen Kanton um eine Bew illigung nachzusuchen. E. Am 27. N ovem ber 2006 w ies die instruierende Behörde das G esuch um W iederherstellung der aufschiebenden W irkung der Beschw erde ab.3 F. D ie Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehm lassung vom 30. N ovem ber 2006 auf Abw eisung der Beschw erde. G . D er Parteivertreter verzichtete auf die Einreichung einer R eplik. H . Auf den w eiteren Akteninhalt w ird, sow eit rechtserheblich, in den Erw ägun- gen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM betreffend Ausdehnung der kantonalen W egw ei- sung unterliegen der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20] i.V.m . Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t die Beurteilung der beim In- krafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eidge- nössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei Beschw erde- diensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht nach dem Vw VG , sow eit das G esetz nichts anderes be- stim m t. D as U rteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 Bst. c Ziff. 4 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G , SR 173.110]). 2. G em äss Art. 48 Abs. 1 Vw VG ist zur Verw altungsbeschw erde berechtigt, w er durch die angefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung hat. Im Allgem einen ist ein In- teresse im Sinne dieser Bestim m ung nur dann schutzw ürdig, w enn der Be- schw erdeführer nicht bloss beim Einreichen der Beschw erde, sondern auch noch im Zeitpunkt der U rteilsfällung ein aktuelles praktisches Interes- se an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügung hat. D as Erfordernis des aktuellen R echtsschutzinteresses w ürde im vorliegen- den Fall fehlen, w enn der Beschw erdeführer die Schw eiz inzw ischen ver- lassen haben sollte. D enn die angefochtene M assnahm e w äre m it seiner Ausreise durch Konsum ption dahingefallen (vgl. U rteil des Bundesgerichts 2A.538/2003 vom 25. N ovem ber 2003). Eine allfällige G utheissung der Be- schw erde w ürde an dieser Situation nichts ändern. Insbesondere w ürde sie dem Beschw erdeführer kein R echt auf W iedereinreise verm itteln. D en- noch könnte dem Beschw erdeführer die Schützw ürdigkeit seines Interes- ses nicht abgesprochen w erden, w eil er die Schw eiz w ährend des hängi- gen Verfahrens als Folge der Verw eigerung vorsorglicher M assnahm en hätte verlassen m üssen (so m it teilw eise anderer Begründung U rteil des Bundesgerichts 2P.143/2003 vom 19. D ezem ber 2003). D as Interesse des 4 Beschw erdeführers w äre in diesem Fall jedoch nicht länger auf die Aufhe- bung der Verfügung gerichtet, sondern w ürde sich auf die Feststellung be- schränken, ob die angefochtene M assnahm e zum Zeitpunkt ihres Erlasses rechtens gew esen sei (vgl. das U rteil des Bundesverw altungsgerichts C 1029/2007 vom 7. August 2007 E. 2). Im dargelegten R ahm en ist die Le- gitim ation des Beschw erdeführers zu bejahen und auf seine frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten. 3. G em äss Art. 12 Abs. 3 AN AG ist ein Ausländer unter anderem dann zur Ausreise verpflichtet, w enn ihm die Erteilung oder Verlängerung einer Be- w illigung verw eigert w ird (gem äss Art. 15 Abs. 1 und Art. 18 AN AG liegt die Zuständigkeit bei der kantonalen Frem denpolizeibehörde). D ie zustän- dige Behörde hat diesfalls den Tag festzusetzen, an dem die Aufenthalts- berechtigung aufhört, das heisst sie hat dem Ausländer eine Ausreisefrist anzusetzen. Ist die Behörde eine kantonale, so hat der Ausländer aus dem Kanton, ist sie eine eidgenössische, so hat er aus der Schw eiz auszurei- sen. D ie eidgenössische Behörde kann die Pflicht zur Ausreise aus dem Kanton auf die ganze Schw eiz ausdehnen (nachfolgend als Ausdehnung oder Ausdehnungsverfügung bezeichnet). Art. 17 Abs. 2 der Vollziehungs- verordnung vom 1. M ärz 1949 zum Bundesgesetz über Aufenthalt und N ie- derlassung der Ausländer (AN AV, SR 142.201) präzisiert diese N orm , in- dem dort (letzter Satz) festgehalten w ird, dass das Bundesam t "in der R e- gel die Ausdehnung der W egw eisung auf die ganze Schw eiz" verfügt, "w enn nicht aus besonderen G ründe dem Ausländer G elegenheit geboten w erden soll, in einem anderen Kanton um eine Bew illigung nachzusuchen". 3.1 Zum Verständnis der R egelung ist vorw eg auf Art. 1a AN AG hinzuw eisen. D anach ist ein Ausländer dann zur Anw esenheit in der Schw eiz berechtigt, w enn er über eine Aufenthalts- oder N iederlassungsbew illigung verfügt oder nach dem G esetz keiner solchen bedarf (zum letzteren vgl. Art. 2 AN AG und Art. 1 AN AV). Besitzt er keine Bew illigung und kann er sich auch nicht auf ein gesetzliches Bleiberecht berufen, ist sein Aufenthalt ille- gal und er ist von G esetzes w egen verpflichtet, die Schw eiz zu verlassen (vgl. Art. 18 AN AG , sow ie: N IC O LA S W ISA R D , Les renvois et leur exécution en droit des étrangers et en droit d'asile, Basel/Frankfurt a.M . 1997, S. 102). Seine W egw eisung ist vor diesem H intergrund kein Eingriff in ein irgend- w ie geartetes Anw esenheitsrecht, sondern eine exekutorische M assnahm e zur Beseitigung eines rechtsw idrigen Zustandes (vgl. AN D R EAS ZÜ N D , Been- digung der Anw esenheit, Entfernung und Fernhaltung, in: PETER U EBE R SAX/PETER M Ü N C H /TH O M A S G EIS ER /M AR TIN AR N O LD [H rsg.], Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen R echt, Privatrecht, Steuer- recht und Sozialrecht der Schw eiz, Basel/G enf/M ünchen 2002, R z. 6.53 m it H inw eisen) und zugleich dessen logische und nicht in Frage zu stellen- de Konsequenz (Art. 12 Abs. 3 zw eiter Satz AN AG verleiht der Behörde kein Entschliessungserm essen; vgl. dazu W ISAR D , a.a.O ., S. 130). D ie W egw eisung kann bei dieser Konstellation nam entlich nicht dadurch in Frage gestellt w erden, dass die Ausreisefrist them atisiert w ird, beispiels- w eise indem geltend gem acht w ird, es bestehe ein überw iegendes privates 5 Interesse am w eiteren Verbleib in der Schw eiz. Vorbringen, die solches zum Inhalt haben, sind in das Bew illigungsverfahren oder – nach Verw ei- gerung einer Bew illigung – in das dafür vorgesehene R echtsm ittelverfah- ren einzubringen (vorbehalten bleiben Vollzugshindernisse im Sinne von Artikel 14a AN AG , dazu w eiter unten; vgl. ferner W ISA R D , a.a.O ., S. 103). 3.2 D as G esagte gilt grundsätzlich für die ebenfalls exekutorisch w irkende Ausdehnungsverfügung. W urde der Ausländer im Anschluss an einen ne- gativen kantonalen Bew illigungsentscheid aus dem Kanton w eggew iesen und hat er als Folge davon kein R echt zum Aufenthalt in der Schw eiz (Art. 1a AN AG ), kann er die Ausreiseverpflichtung selbst nicht zum Them a des Verfahrens m achen (vorbehalten bleiben auch hier Vollzugshindernisse im Sinne von Artikel 14a AN AG , dazu w eiter unten). Es ist ihm nam entlich verw ehrt, Interessen einzubringen, die auf den w eiteren Verbleib in der Schw eiz gerichtet sind; denn die Ausreiseverpflichtung ist die gesetzliche Folge des fehlenden Aufenthaltsrechts und ein Aufenthaltsrecht, das not- w endig w äre, um die Ausreisepflicht zu beseitigen, w ird dem Ausländer durch den Verzicht auf eine Ausdehnungsverfügung nicht verm ittelt. D ies ist schon deshalb nicht m öglich, w eil die sachliche Zuständigkeit zur Lega- lisierung des Aufenthaltes nach der geltenden bundesstaatlichen Kom pe- tenzausscheidung nicht beim Bund, sondern bei den Kantonen liegt. D er Bund hat w ohl die M öglichkeit, im Einzelfall eine frem denpolizeiliche R ege- lung durch den Kanton zu verhindern, um gekehrt besitzt er aber keine Kom petenz, einen Kanton zur frem denpolizeilichen R egelung eines Aus- länders anzuhalten oder ihn auch nur zu dulden (vgl. Art. 18 AN AG ; vorbe- halten bleibt das Asylrecht, das hier nicht von Bedeutung ist, sow ie die vorläufige Aufnahm e, zu letzterer w eiter unten). 3.3 Vor diesem H intergrund ist die R egelung von Art. 17 Abs. 2 AN AV zu ver- stehen, w onach auf die Ausdehnung verzichtet w erden kann, w enn dem Ausländer aus besonderen G ründen G elegenheit gegeben w erden soll, in einem anderen Kanton um Bew illigung nachzusuchen (vgl. BG E 129 II 1 E. 3.3 S. 7). D a auf der einen Seite der Verzicht auf die Ausdehnung an der Illegalität des Aufenthaltes nichts ändert und es auf der anderen Seite nicht angeht, einen rechtsw idrigen Zustand in Kauf zu nehm en, ist Art. 17 Abs. 2 AN AV in dem Sinne auszulegen, dass von einer Ausdehnung Ab- stand genom m en w ird, w enn in einem D rittkanton ein Bew illigungsverfah- ren hängig ist und der D rittkanton dem Ausländer den Aufenthalt w ährend des Verfahrens gestattet. Eine analoge R egelung gegenüber dem w egw ei- senden Kanton ist nicht notw endig. D enn da die Ausdehnung gegenüber der kantonalen W egw eisung akzessorisch ist, sie m ithin in ihrem Bestand und ihrer W irksam keit vom Bestand und der W irksam keit der kantonalen W egw eisung abhängt, kann der w egw eisende Kanton auf seinen Ent- scheid zurückkom m en und der Ausdehnung die G rundlage entziehen, ohne dass es hierzu einer Anordnung der Bundesbehörden bedürfte. 4. D er Beschw erdeführer besass nach dem durch das U rteil des Bundesge- richts vom 14. Septem ber 2006 bestätigten W iderruf der Aufenthaltsbew illi- gung (bzw . der Bestätigung der N ichtverlängerung des inzw ischen abge- laufenen Anw esenheitsrechts) keinen R echtstitel, der ihm den w eiteren 6 rechtsm ässigen Verbleib in der Schw eiz erm öglich hätte. In der Beschw er- de w ird sodann nicht geltend gem acht, dass ein anderer Kanton bereit w äre, seinen Aufenthalt zu regeln. D aher besteht kein Spielraum , vom G rundsatz der Ausdehnung der kantonalen W egw eisung auf das ganze G ebiet der Schw eiz abzuw eichen. D as hat ebenfalls zur Folge, dass im vorliegenden Verfahren keine Argum ente m ehr vorgebracht w erden kön- nen, die das rechtskräftig abgeschlossene Aufenthaltsverfahren betreffen bzw . dort hätten geltend gem acht w erden m üssen (vgl. unter anderem die H inw eise in der R echtsm itteleingabe vom 21. N ovem ber 2006 auf die Ar- beitsstelle, den Freundeskreis und die behauptete gute Integration des Be- troffenen in die hiesigen Verhältnisse). D ie Ausdehnung der kantonalen W egw eisung ist dam it zu R echt ergangen. 5. U nabhängig von der Bestätigung der Ausdehnungsverfügung bleibt zu prü- fen, ob dem Vollzug der W egw eisung H indernisse entgegenstehen (Art. 14a Abs. 2 bis 4 AN AG ) und das zuständige Bundesam t deshalb gestützt auf Art. 14a Abs. 1 AN AG die vorläufige Aufnahm e hätte verfügen m üssen (vgl. ALAIN W U R ZBU R G E R , La jurisprudence récente du Tribunal fédéral en m a- tière de police des étrangers, in: R evue de droit adm inistratif et de droit fis- cal [R D AF], Septem ber 1997, S. 306). In diesem Zusam m enhang gilt es darauf hinzuw eisen, dass die vorläufige Aufnahm e als Ersatzm assnahm e für den Vollzug der W egw eisung ausgestaltet ist. Sie tritt neben die W eg- w eisung, deren Bestand sie nicht tangiert, sondern vielm ehr voraussetzt (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren [AVB] und zu einem Bundesgesetz über die Schaffung eines Bundesam tes für Flücht- linge vom 25. April 1990, in BBl 1990 II 647; W ALTER KÄLIN , G rundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a.M . 1990, S. 200). Vollzugshindernisse können som it die Ausdehnungsverfügung als solche nicht in Frage stellen (vgl. Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 62.52). 6. D er Vollzug der W egw eisung ist nicht m öglich, w enn die ausländische Per- son w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D ritt- staat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise in den H eim at-, H erkunfts- oder D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zu- m utbar sein, w enn er für die ausländische Person eine konkrete G efähr- dung darstellt (Art. 14a Abs. 2 bis 4 AN AG ). 6.1 Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die darauf hindeuten w ürden, einer R ückkehr des Beschw erdeführers stünden technische H in- dernisse im W eg oder es drohe ihm in seinem H eim atland Verfolgung, Fol- ter oder eine andere Art grausam er und unm enschlicher Behandlung oder Bestrafung (vgl. Art. 1A Ziff. 2 i.V.m . Art. 33 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30] sow ie Art. 3 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrech- te und G rundfreiheiten [EM R K, SR 0.101], vgl. auch Art. 25 Abs. 2 und 3 der Schw eizerischen Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). 6.2 Eine konkrete G efährdung kann bestehen aufgrund einer im H eim atland herrschenden politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder 7 durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund an- derer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise der N ichterhältlichkeit einer notw endigen m edizinischen Behandlung. W irtschaftliche Schw ierigkeiten, von w elchen die ansässige Bevölkerung regelm ässig betroffen ist, w ie W ohnungsnot oder ein schw ieriger Arbeitsm arkt, verm ögen keine konkrete G efährdung zu begründen. D agegen ist der Vollzug der W egw eisung nicht zum utbar, w enn sich die ausländische Person im Falle einer zw angsw ei- sen R ückkehr in ihren H eim atstaat m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit ei- ner existenzgefährdenden Situation ausgesetzt sähe. Eine solche Situation liegt nam entlich dann vor, w enn die w eggew iesene Person unw iederbring- lich in völlige Arm ut gestossen w ürde, dem H unger und som it einer ernst- haften Verschlechterung ihres G esundheitszustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert w äre (vgl. die U rteile des Bundesverw altungs- gerichts C -1029/2007 vom 7. August 2007 E. 6.2 und C -598/2006 vom 16. April 2007 E. 7.2 je m it H inw eisen). 6.3 Im H eim atland des Beschw erdeführers herrscht w eder Krieg noch eine Si- tuation allgem einer G ew alt. D ie betreffende Person ist ferner auch nicht krank bzw . auf eine notw endige m edizinische Behandlung angew iesen, w elche in der Türkei nicht erhältlich w äre. Ebenso w enig ist von einer exis- tenzgefährdenden Situation auszugehen, dürfte der Beschw erdeführer an- gesichts seines Alters und der im Ausland gesam m elten Berufserfahrung bei einer R ückkehr doch in w irtschaftlicher H insicht keine überdurch- schnittlichen Schw ierigkeiten gew ärtigen. D ie Tatsache, dass er die Kon- takte zum H eim atland, w o seine Eltern w ohnen, w ährend seiner Anw esen- heit hierzulande (unter anderem m ittels zw eier Ferienreisen) aufrecht er- hielt (vgl. das im Aufenthaltsverfahren gefällte bundesgerichtliche U rteil 2A.437/2006 vom 14. Septem ber 2006, E. 2.2), w ird ihm die R eintegration zusätzlich erleichtern. Abgesehen davon hat er seine H eim at erst im Er- w achsenenalter verlassen. D ie H inw eise auf die angeblich gute Integration in der Schw eiz sind bei der Beurteilung der Zum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzugs derw eil unbeachtlich (vgl. U rteil des Bundesverw altungsge- richts C -626/2006 vom 14. Juni 2007 E. 6.2.2 sow ie VPB 62.52). 6.4 Zusam m enfasstend ergibt sich, dass sich der W egw eisungsvollzug des Beschw erdeführers als m öglich, zulässig und zum utbar erw eist (Art. 14a Abs. 2 bis 4 AN AG ). 7. Aus diesen D arlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt (Art. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist dem zufolge abzu- w eisen. 8. Bei diesem Verfahrensausgang w ird der Beschw erdeführer grundsätzlich kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D em G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege und Verbeistän- dung ist nicht stattzugeben, da die Beschw erdebegehren zum Vornherein aussichtslos w aren (Art. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG ).8 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um unentgeltliche R echtspflege und Verbeiständung w ird ab- gew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten von Fr. 700.-- w erden dem Beschw erdeführer aufer- legt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben) - der Vorinstanz (eingeschrieben, Akten R ef-N r. [...] retour) D er Kam m erpräsident: D er G erichtsschreiber: Antonio Im oberdorf D aniel G rim m Versand am :