Motion du groupe démocrate-chrétien 2132 N 5 décembre 1994 #ST# 93.3510 Motion der christlichdemokratischen Fraktion PTT. Priorität für neues Organisationsgesetz Motion du groupe démocrate-chrétien PTT. Priorité à une nouvelle loi d'organisation Wortlaut der Motion vom 8. Oktober 1993 Die schweizerischen PTT stehen vorgrossen Herausforderun- gen. Durch die rasante und weltweite Öffnung der Post- und Telekommunikationsmärkte entsteht eine völlig neue Aus- gangslage. Es wäre vorteilhaft gewesen, die PTT hätten auf die rasch voranschreitende Liberalisierung der Märkte reformiert und auf neuer gesetzlicher Grundlage reagieren können. Nun ist aber die technologische Entwicklung in vollem Gange und damit die Internationalisierung und die Liberalisierung. Vor diesem Hintergrund ist die Strukturreform der PTT jetzt zügig durchzuführen. Der Post- und Telecom-Bereich sollen flexibel und leistungsfähig ausgestaltet werden, um im Markt erfolg- reich bestehen zu können. Durch die rasant steigenden Infor- mationsbedürfnisse der Wirtschaft wird ein modernes und günstiges Telekommunikationsangebot mehr und mehr zu ei- nem strategischen Wettbewerbsfaktor. Durch den Umbau der PTT soll einerseits der notwendige unternehmerische Spiel- raum geschaffen und andererseits die aus Staats- und regio- nalpolitischen Überlegungen notwendige flächendeckende Grundversorgung unseres Landes langfristig sichergestellt werden. Der Bundesrat wird aufgefordert, den eidgenössischen Räten eine Vorlage zur Änderung der gesetzlichen Grundlagen zu unterbreiten, die folgende Punkte umfasst: 1. Aus der PTT sollen verschiedene Unternehmen gebildet werden. Sie erhalten eigenständige Kompetenzen. Die Koor- dination und die Nutzung der Synergien unter diesen Unter- nehmen muss gesichert werden. 2. Diese Unternehmen befinden sich in einer ersten Phase im Besitz der Eidgenossenschaft und können zu einem späteren Zeitpunkt teilprivatisiert werden. 3. Die landesweite Versorgung mit Post- und Telekommunika- tionsdienstleistungen soll auch in Zukunft gewährleistet sein. Was der Staat an gemeinwirtschaftlichen Leistungen verlangt, muss abgegolten werden. 4. Unternehmen, die nur bestimmte rentable Sparten oder Re- gionen abdecken, beteiligen sich an einem Kompensations- fonds. Aus den Mitteln des Fonds werden Unternehmen ent- schädigt, die gemeinwirtschaftliche Leistungen erbringen. 5. Mit dem PTT-Personal, das von Anfang an im Rahmen des bestehenden Rechtes in den einzuleitenden Umstrukturie- rungsprozess mit einzubeziehen ist, soll basierend auf Grund- lage eines Rahmenvertrages (öffentlich-rechtlich, welcher er- laubt, Gesamtarbeitsverträge abzuschliessen) ein neues Dienstrecht ausgehandelt werden. Texte de la motion du 8 octobre 1993 Les PTT suisses vont devoir relever de grands défis. Partout dans le monde, l'ouverture des marchés des postes et des té- lécommunications avance à grands pas et modifie radicale- ment les conditions économiques. Si les PTT avaient anticipé cette libéralisation rapide en se réformant et en se dotant de nouvelles bases légales, ils auraient pu suivre le mouvement avec moins de difficultés. Mais les technologies évoluent à toute allure, accélérant l'internationalisation et la libéralisation des marchés. Il est aujourd'hui grand temps que les PTT entre- prennent la réforme de leurs structures. Les domaines de la poste et des télécommunications doivent se doter d'une orga- nisation souple, qui leur permette d'être compétitifs. Les be- soins de l'économie en informations croissent à une vitesse ef- frénée; dès lors, les télécommunications jouent un rôle déter- minant au sein de la concurrence, se devant d'être à la pointe du progrès tout en gardant des prix avantageux. La restructu- ration des PTT doit viser, d'une part, à leur ménager la marge de manoeuvre suffisante pour devenir une entreprise compéti- tive, et, d'autre part, à assurer à long terme la couverture de base des besoins du pays dictée par des considérations de politique fédérale et régionale. Le Conseil fédéral est chargé de soumettre aux Chambres un projet de modification des bases légales qui contienne les points suivants: 1. L'Entreprise des PTT doit être divisée en plusieurs entrepri- ses, dont chacune reçoit des compétences propres. La coor- dination et l'utilisation des synergies entre ces différentes entreprises doivent être garanties. 2. Ces entreprises seront dans un premier temps propriété de la Confédération, puis pourront être partiellement privatisées. 3. La couverture des besoins du pays en services postaux et en télécommunications devra être assurée à l'avenir. Les pres- tations en faveur de l'économie en général exigées par l'Etat seront compensées. 4. Les entreprises dont l'activité se limitera à certains secteurs ou certaines régions rentables verseront une contribution à un fonds de compensation. Ce fonds permettra de dédommager les entreprises qui fournissent des prestations en faveur de l'économie en général. 5. Sur la base d'un contrat-cadre (de droit public et permettant de conclure des conventions collectives de travail), on négo- ciera avec le personnel des PTT, qui sera associé dès le départ et dans le cadre du droit existant au processus de restructura- tion, une nouvelle réglementation des rapports de service. Sprecher-Porte-parole: Caccia Schriftliche Begründung Die globalen und europäischen Telekommunikations- und Postmärkte sind in Bewegung. Eine Strukturreform der schweizerischen PTT drängt sich auf. Die Postdienste sind einem wachsenden Konkurrenzdruck ausgesetzt. Durch politisch motivierte Auflagen (z. B. Post- auto, Zeitungstransporttaxen) hat die Post bei veränderten Rahmenbedingungen mit ungleich langen Spiessen zu kämp- fen. Bei Aufrechterhaltung eines Service public - der eine flä- chendeckende Grundversorgung unseres Landes mit qualita- tiv guten Postleistungen zu angemessenen Bedingungen ga- rantiert- muss ein schlankeres Postunternehmen angestrebt werden. Infrastruktur und Verteilernetz sind zu kompliziert. Durch ein optimiertes Kostenmanagement, eigene Betriebs- führung und das Ende der Quersubventionierungen wird eine bessere Kostenwahrheit in einem Holdingbereich Post er- reicht Vor dem Hintergrund der Liberalisierungstendenzen in den meisten OECD-Staaten hat die Europäische Gemeinschaft (EG) Ende Juni 1993 ebenfalls die völlige Liberalisierung der Telefonie beschlossen. Diese soll ab 1. Januar 1998 gelten. Weiter wird die EG vor Ende 1994 zwei Berichte (sogenannte Grünbücher) zum Wettbewerb in den Bereichen mobile Tele- fonie und Netzwerkinfrastruktur veröffentlichen. Damit sind jene Bereiche, die heute zum Monopol der PTT-Telecom ge- hören und beinahe 90 Prozent ihrer Einnahmen ausmachen, einem starken internationalen Liberalisierungsdruck ausge- setzt. Heute besteht ein Handlungsbedarf, um die Wettbewerbsfä- higkeit des Wirtschaftsstandortes Schweiz zu erhalten. Die schweizerische Volkswirtschaft verlangt ein Angebot von Post- und Telekommunikationsdienstleistungen, das sowohl tech- nisch wie ökonomisch konkurrenzfähig ist. Die Schweiz kann sich den europäischen Entwicklungen nicht entziehen; eine Senkung der Preise für Telekommunikationsdienstleistungen wird die Folge sein. Bisher wurden die Preise für internationale Telekommunika- tionsdienstleistungen auf der Basis von gegenseitigen Ab- sprachen künstlich hoch gehalten, um aus den Überschüssen den nationalen Verkehr und andere Dienstleistungen wie die5. Dezember 1994 2133 Motion der christlichdemokratischen Fraktion Post zu finanzieren. Die Schweiz hat von dieser Möglichkeit reichlich Gebrauch gemacht. Der internationale Telefonver- kehr machte 1992 ungefähr 30 Prozent der Einkünfte der PTT- Telecom und über 80 Prozent ihres Gewinnes (mehr als 800 Millionen Franken) aus, der ausschliesslich dafür verwen- det wurde, gemeinwirtschaftliche Leistungen und die Defizite der Post zu finanzieren. Die Quersubventionierungen des Postbereichs durch den Telecom-Bereich müssen aufhören. Die Unternehmensstruktur der PTT muss so geändert werden, dass der schweizerische Telekommunikationssektor im neuen Umfeld eine echte Chance hat. Die Entscheidungen der Europäischen Gemeinschaft haben weitreichende Folgen. Die Einnahmen aus dem internationa- len Geschäft werden stark zurückgehen. Die Kooperation zwi- schen den einzelnen Betreibern wird durch einen Wettbewerb abgelöst. Im Zentrum stehen dabei vor allem die rentablen Be- reiche der kommerziellen Kundschaft und der Fernmeldesek- tor. Der verstärkte Wettbewerb wird nicht erst 1998 einsetzen, er ist bereits jetzt zu spüren. War die Telekommunikation bisher eine staatliche Angelegen- heit, so wird sie in Zukunft primär ein wirtschaftlicher Faktor sein. Dementsprechend muss sie neu positioniert werden. Der Staat legt noch die Rahmenbedingungen fest, um eine landes- weite Versorgung zu gewährleisten. Die PTT-Telecom muss gegen Konkurrenten in einem wettbewerbsintensiven Markt bestehen und rechtzeitig auf neue Anforderungen reagieren können. Das Statut und die politische Kontrolle der PTT-Tele- com müssen deshalb verändert werden. Développement par écrit Les marchés des postes et des télécommunications étant en pleine mutation tant en Europe qu'à l'échelle internationale, il devient impératif pour les PTT suisses de réformer leurs struc- tures. Dans le domaine des services postaux, la concurrence se fait de plus en plus vive. Or, dans la course aux changements qui se dispute actuellement, la poste suisse est pénalisée par un certain nombre d'obligations dont elle doit s'acquitter pour des raisons d'ordre politique (service de cars postaux, taxes de transport des journaux). C'est pourquoi il faut la soumettre à une cure d'amaigrissement, tout en s'efforçant de maintenir un service public capable de couvrir les besoins du pays en prestations postales de qualité dans des conditions raisonna- bles. Il faut corriger l'infrastructure et le réseau de distribution qui sont trop compliqués. Pour cela, il convient d'optimiser les coûts, de doter l'entreprise d'une direction à elle et de mettre fin au système des subventions croisées. C'est seulement ainsi et en intégrant la Poste dans une holding que l'on attein- dra une meilleure transparence des coûts. Entraînée par le mouvement de libéralisation qui se fait jour dans la plupart des pays de l'OCDE, la Communauté euro- péenne a décidé, à la fin du mois de juin 1993, de libéraliser in- tégralement la téléphonie. Ce but devrait être atteint pour le 1 er janvier 1998. En outre, la CE publiera d'ici à la fin de 1994 deux rapports («livres verts») relatifs à la concurrence dans le domaine de la téléphonie mobile et des infrastructures de ré- seaux. Ces deux domaines, qui font actuellement partie du monopole de Télécom PTT et qui font près de 90 pour cent de leurs recettes, sont dès lors soumis à une forte pression inter- nationale dans le sens d'une libéralisation. Dès lors, il faut aujourd'hui agir pour préserver la compétitivité de notre pays. L'économie suisse a besoin de services pos- taux et de télécommunications qui soient concurrentiels tant techniquement qu'économiquement. La Suisse ne peut échapper au mouvement lancé par la CE, ni à la baisse des prix des télécommunications qu'il induit. Jusqu'à présent, des mécanismes d'ententes contribuaient à maintenir artificiellement élevés les prix des communications internationales, les excédents permettant de financer les com- munications nationales et d'autres services tels que la Poste. La Suisse a largement fait usage de ce mécanisme. En 1992, les revenus du trafic téléphonique international représentaient environ 30 pour cent des recettes totales de Télécom PTT et plus de 80 pour cent de leur bénéfice (plus de 800 millions de francs); or ce bénéfice a servi exclusivement à financer les prestations en faveur de l'économie en général et les déficits de la Poste. Le subventionnement croisé de la poste par Télé- com doit cesser. Les PTT doivent être restructurés de telle sorte que le secteur des télécommunications ait de réelles chances dans le contexte international. Les conséquences des décisions de la CE sont vastes. Les re- cettes provenant des communications internationales vont for- tement reculer. La concurrence va remplacer la coopération entre les différents exploitants. Ces mutations toucheront prin- cipalement les secteurs rentables de la clientèle commerciale et celui des télécommunications. Le renforcement de la concurrence n'attendra pas 1998, il est déjà sensible au- jourd'hui. Si les télécommunications étaient jusqu'à présent du ressort de l'Etat, elles seront à l'avenir un facteur essentiellement éco- nomique. C'est pourquoi il faut leur donner la place qui leur re- vient. A cet égard, l'Etat continuera de fixer les conditions gé- nérales permettant d'assurer la couverture des besoins du pays. Mais parallèlement, Télécom PTT devra pouvoir se me- surer à la concurrence et relever à temps de nouveaux défis. Raison pour laquelle il faut modifier son statut et le contrôle politique auquel elle est soumise. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 10. November 1993 1. Wie in der Motion zutreffend ausgeführt wird, werden welt- weit Post- und Telekommunikationsmärkte zunehmend dem freien Wettbewerb geöffnet. Wo bis vor wenigen Jahren mono- polgeschützte staatliche Unternehmen Post- und Fernmelde- leistungen angeboten haben, treten heute oft auch private An- bieter auf. Die Europäische Gemeinschaft hat vor einiger Zeit mit der Veröffentlichung der Grünbücher zu Post und Telecom eine teilweise Liberalisierung vorgezeichnet. Im Bereich Post wird dem öffentlichen Dienst weiterhin eine grosse Bedeutung beigemessen, daneben aber auch genügend Freiraum für möglichst viele Dienstleistungen im freien Wettbewerb ge- schaffen. Den Forderungen des seinerzeitigen Grünbuches Telecom wird das Fernmeldegesetz bereits weitgehend ge- recht. Nächste Schritte sind jedoch absehbar, so zum Beispiel die vollständige Aufhebung der Monopole für die Sprachüber- tragung ab 1998. Damit wird das finanzielle «Standbein» des PTT-Betriebe, die Telefonie, dem Wettbewerb ausgesetzt sein. Diese Situation hat die Führung der PTT veranlasst, Projekte zur Änderung der Organisationsstruktur (Optimierung der Führungsstruktur PTT, OFS) und der rechtlichen Grundlagen (Totalrevision Organisationsgesetz PTT, TOP) auszulösen. Die Zukunft der PTT und ihres Leistungsangebotes sind Ge- genstand des Projektes TOP. Die Totalrevision des PTT-Orga- nisationsgesetzes ist im laufenden Legislaturplan aufgeführt und bildet als Massnahme zudem Gegenstand des Revitalisie- rungsprog'rammes des Bundes. 2. Die heutige Organisations- und Rechtsform vermochte für die Führung der PTT in ihren traditionellen monopolgeschütz- ten Aufgaben zu genügen. Sie ist aber dann zu schwerfällig, wenn die PTT auf dem Markt rasch reagieren, sich mit privaten Konkurrenten messen und mit nationalen und internationalen Unternehmen kooperieren müssen. Aus der Pflicht zur gesetz- lichen Regelung aller Unternehmensaktivitäten ergeben sich wesentliche Nachteile gegenüber der Konkurrenz, die ohne langdauernde Rechtsetzungsprozesse auskommt und ent- sprechend schnell auf neue Marktsituationen reagieren kann. Wesentliche Einschränkungen und Auflagen ergeben sich aus dem PTT-Organisationsgesetz, dem Postverkehrs- und Fernmeldegesetz, dem Beamtengesetz, dem Eisenbahnge- setz, dem Finanzhaushaltgesetz sowie aus verschiedenen weiteren Rechtserlassen. Aus diesen Einschränkungen ergibt sich ein Handlungsbedarf. Vermehrte Handlungsfreiheit ist insbesondere in den Berei- chen dringend nötig, in welchen die PTT der Konkurrenz aus- gesetzt sind. Mit einem neu definierten, grösseren unterneh- merischen Spielraum namentlich in bezug auf die Dienstlei- stungsgestaltung, die Taxfestsetzung, die Führung und Orga- nisation, die Zusammenarbeit mit Dritten sowie im Personal- und Finanzbereich muss den PTT die Möglichkeit gegeben werden, auch in einem sich rasch verändernden Umfeld be-Motion du groupe démocrate-chrétien 2134 N 5 décembre 1994 stehen zu können. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass der durch die Bundesverfassung vorgegebene öffentli- che Auftrag gewährleistet wird, die landesweite Grundversor- gung mit Post- und Telecomleistungen als öffentlichen Dienst sicherzustellen. 3. Um den rechtlichen Spielraum des Gesetzgebers zur Ge- staltung eines zukünftigen Unternehmensstatuts der PTT ab- zuklären, wurde von den PTT bei Professor Dr. Biaise Knapp, Professor für Verwaltungsrecht an der Universität Genf, ein Rechtsgutachten zu Artikel 36 der Bundesverfassung in Auf- trag gegeben. Professor Knapp kommt zum Schluss, dass aus rechtlicher Sicht, neben der heutigen Form einer organisatorisch selb- ständigen, rechtlich unselbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt, folgende Rechtsformen möglich sind: - organisatorisch und rechtlich selbständige öffentlich-rechtli- che Anstalt; - spezialgesetzliche Aktiengesellschaft; - rein öffentliche Aktiengesellschaft (nach Privatrecht, zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes); - gemischtwirtschaftliche Aktiengesellschaft (nach Privat- recht) mit einem Anteil des Bundes von über 50 Prozent Vor der Verfassung hält nach seiner Auffassung ebenfalls eine Trennung der PTT in selbständige Unternehmen Post und Te- lecom stand. Allen Varianten gemeinsam sind folgende Punkte: - Die Erbringung der Monopol- und Pflichtleistungen wird durch entsprechende Auflagen des Bundes (Gesetz, Verord- nung, Konzession usw.) sichergestellt. - Der in der Bundesverfassung festgelegten Ablieferungs- pflicht des Ertrags ist zusammen mit einer allfälligen Dividen- denausschüttung und Besteuerung besondere Beachtung zu schenken. -Alle Lösungen erlauben zu einem späteren Zeitpunkt eine Weiterentwicklung Richtung vermehrte private Beteiligung (bis maximal 49 Prozent) bzw. Trennung in unabhängige Un- ternehmen Post und Telecom (ohne PTT-Dachgesellschaft). - Die unternehmerische Flexibilität im Wettbewerbsbereich und in der Führung sind gewährleistet. Ziel der geplanten organisatorischen Änderung ist es insbe- sondere, flachere Hierarchien und raschere Entscheidungs- abläufe zu erreichen und damit die Effizienz und Marktfähig- keit zu steigern. Die verschiedenen in Frage kommenden Organisationsva- rianten werden derzeit eingehend geprüft und bewertet (finan- zielle Auswirkungen, rechtliche Fragen, Entscheidungsab- läufe usw.) Parallel zu den Vorarbeiten zur Totalrevision des PTT-OG sind verschiedene andere Revisionsvorhaben im Gang oder ge- plant, die die PTT unmittelbar betreffen (Europastrategie Post: Vorarbeiten zur Revision des Postverkehrsgesetzes, Revision des Fernmeldegesetzes, Revision des Eisenbahngesetzes, Totalrevision des Beamtengesetzes). Die Resultate dieser Vor- haben werden bei den Arbeiten zur Totalrevision des PTT-OG berücksichtigt Die Änderung bei den PTT müssen so rasch wie möglich reali- siert werden, da sonst gewisse Märkte und Geschäftsfelder unwiederbringlich verlorengehen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der mit der Motion angestrebte Änderungsprozess von der PTT bereits eingelei- tet worden ist Verschiedene Lösungen werden auf ihre Vor- und Nachteile sowie auf ihre Auswirkungen hin überprüft Ge- stützt auf diese Abklärungen wird den Entscheidungsinstan- zen dann im gegebenen Zeitpunkt eine Lösung zur Genehmi- gung unterbreitet. Mit einer Annahme der Motion würden einzelne Elemente der Lösung bereits zum voraus festgelegt Dies sollte indes unbe- dingtvermieden werden. Rapport écrit du Conseil fédéral du 10 novembre 1993 1. Comme le font pertinemment remarquer les auteurs de la motion, les marchés de la poste et des télécommunications s'ouvrent de plus en plus au libre jeu de la concurrence dans le monde entier. Il y a quelques années encore, les prestations postales et celles des télécommunications étaient offertes par des entreprises publiques protégées par le monopole, alors qu'aujourd'hui elles sont souvent proposées par des fournis- seurs privés. Par la publication de ses livres verts« sur la poste et les télécommunications, la Communauté européenne a posé, il y a quelque temps, les jalons d'une libéralisation par- tielle. Si, dans le secteur de la poste, on continue d'attacher une grande importance au service public, on a aussi créé une marge de manoeuvre suffisante pour fournir le plus grand nombre possible de prestations en régime de libre concur- rence. A l'heure actuelle, la loi sur les télécommunications sa- tisfait largement aux exigences du livre vert. On peut néan- moins prévoir d'ores et déjà les prochaines mesures, dont l'une consistera à abolir totalement, dès 1998, les monopoles frappant la transmission de la parole. Le principal »support« fi- nancier des PTT, la téléphonie, sera ainsi exposé à la concur- rence. Cette situation a amené la direction des PTT à lancer des pro- jets visant à modifier la structure organisationnelle de l'entre- prise (optimisation des structures de gestion, OFS) et les ba- ses légales qui la régissent (révision totale de la loi sur l'organi- sation des PTT, TOP). L'avenir des PTT et de son offre de pres- tations sera redéfini dans le cadre du projet TOP. A cet égard, il faut préciser que la révision totale de la loi sur l'organisation des PTT est mentionnée dans le plan de la législature en cours et qu'elle s'inscrit en outre dans le programme de revitalisation de la Confédération. 2. La forme d'organisation et le statut juridique actuels de l'entreprise ont permis jusqu'ici à la direction des PTT de s'ac- quitter des tâches lui incombant sous le régime du monopole. Ils sont cependant une entrave lorsque les PTT doivent réagir rapidement sur le marché, se mesurer avec des concurrents privés et coopérer avec des entreprises nationales ou interna- tionales. Le fait que toutes les activités de l'entreprise sont ré- glées par la voie législative est en outre un handicap sérieux face à la concurrence; dispensée de l'obligation de se soumet- tre à de longues procédures législatives, celle-ci peut réagir avec toute la célérité voulue à l'évolution du marché. La loi sur l'organisation des PTT, la législation sur le Service des postes et sur les télécommunications, le Statut des fonctionnaires, la loi fédérale sur les chemins de fer, la loi fédérale sur les finan- ces de la Confédération et divers autres actes normatifs impo- sent de notables restrictions et contraintes. D'où la nécessité de disposer d'une certaine marge de manoeuvre. Les PTT ont absolument besoin d'une plus grande liberté d'action dans les domaines où ils sont exposés à la concur- rence. Il importe de redéfinir et d'élargir leur marge de ma- noeuvre surtout en ce qui concerne l'aménagement des pres- tations, la fixation des taxes, la gestion et l'organisation, la col- laboration avec des tiers ainsi que les questions de personnel et de finances, pour leur permettre d'être aussi en mesure de s'imposer dans un environnement qui évolue rapidement Ce faisant, il s'agit notamment de veiller à ce que les PTT s'acquit- tent du mandat public qui leur est assigné par la Constitution fédérale et fournissent, à titre de service public, les prestations de base de la poste et des télécommunications dans toutes les parties du pays. 3. Aux fins de déterminer la marge de manoeuvre légale dont dispose le législateur pour aménager un futur statut d'entre- prise, les PTT ont demandé à M. Biaise Knapp, professeur de droit administratif à l'Université de Genève, un avis de droit sur l'article 36 de la constitution. Le professeur Knapp est arrivé à la conclusion qu'en plus de la forme actuelle (établissement de droit public autonome sans personnalité juridique), les for- mes suivantes étaient juridiquement possibles: - établissement de droit public autonome doté de la person- nalité juridique; - société anonyme autonome de droit public; - société anonyme à capitaux purement publics (selon le droit privé, totalement en mains de la Confédération) ; -société anonyme d'économie mixte (selon le droit privé) avec une part de la Confédération supérieure à 50 pour cent. A son sens, la constitution admet également la séparation des PTT en deux entreprises indépendantes, la Poste et Télécom. Toutes les variantes ont en commun les points suivants:5. Dezember 1994 2135 Motion Keller Rudolf - La fourniture des prestations monopolistiques et des presta- tions obligatoires sera assurée en vertu des obligations impo- sées à la Confédération (loi, ordonnance, concession, etc.). - Une attention particulière sera vouée à l'obligation, inscrite dans la constitution, de verser le produit des PTT à la caisse fé- dérale, de même qu'à la distribution éventuelle d'un dividende et à l'imposition fiscale. -Toutes les solutions permettront, à une date ultérieure, d'augmenter la participation privée (49 pour cent au maxi- mum) ou de séparer la Poste et Télécom PTT pour en faire des entreprises autonomes (sans holding PTT). - L'entreprise aura une marge de manoeuvre suffisante tant dans sa gestion que dans le secteur ouvert à la libre concur- rence. La modification de l'organisation qui est envisagée a notam- ment pour but de réduire les échelons hiérarchiques, d'accé- lérer les processus de décision et, par là, d'accroître l'efficacité et la compétitivité de l'entreprise. Les divers modèles d'organi- sation entrant en ligne de compte sont actuellement examinés et appréciés avec minutie (répercussions financières, ques- tions juridiques, processus de décision, etc.). Plusieurs autres projets touchant directement les PTT sont à l'étude ou en chantier parallèlement aux travaux effectués en prévision de la révision totale de la loi sur l'organisation des PTT; ils concernent la révision de la loi sur le Service des pos- tes (travaux préliminaires en relation avec la définition de l'eu- rostratégie de la Poste), de la loi sur les télécommunications et de la loi fédérale sur les chemins de fer ainsi que la révision to- tale du Statut des fonctionnaires. On s'inspirera des résultats de ces travaux pour la révision totale de la loi sur l'organisation des PTT. Le statut des PTT doit être modifié sans tarder, sinon certains marchés ou secteurs d'activité seront irrémédiablement perdus. En résumé, il convient de préciser que les PTT ont déjà amorcé le processus de réforme préconisé par les auteurs de la mo- tion. Ils étudieront les avantages et les inconvénients que pré- sentent les diverses solutions ainsi que leurs répercussions. La solution qui sera soumise en temps voulu à l'approbation des organes de décision s'inspirera de ces analyses. Accepter la motion reviendrait à anticiper sur la solution à adopter, ce qu'il faut éviter à tout prix. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat um- zuwandeln. Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postulat. Hess Peter (C, ZG): Wir haben unsere Motion «PTT. Priorität für ein neues Organisationsgesetz» am 8. Oktober 1993 einge- reicht; am 10. November 1993 ist vom Bundesrat die Um- wandlung in ein Postulat empfohlen worden. Zum Zeitpunkt der Einreichung dieser Motion, vor etwas mehr als einem Jahr, standen wir unter dem Eindruck einer lähmen- den Unentschlossenheit bei den zuständigen Organen der PTT. Wir konnten daher der vom Bundesrat beantragten Um- wandlung des Vorstosses in ein Postulat nicht zustimmen. Wie Sie heute den Erklärungen von Herrn Bundesrat Ogi ha- ben entnehmen können, haben nun die gleichen Organe der PTT offensichtlich die Zeichen der Zeit erkannt. Wie mir be- kannt ist, sind auch konkrete Vorschläge für eine neue Organi- sationsstruktur der PTT in Ausarbeitung, das heisst der Bun- desrat wird sich in absehbarer Zeit mit diesen konkreten Vor- schlägen befassen. Eines ist jedoch auch heute festzuhalten: Der zeitliche und der sachliche Druck auf das Handeln im Verwaltungsrat der PTT, aber auch im Bundesrat und im Parlament, müssen weiterhin aufrechterhalten bleiben. Im Moment, so scheint es mir, finden Grabenkämpfe statt, die nicht nur um der Sache willen ausge- tragen werden, sondern auf persönliche Ambitionen einzelner Exponenten zurückzuführen sind oder mit Ambitionen einzel- ner Interessengruppen zusammenhängen. Heute möchte ich nur soviel sagen: Wir erwarten, dass uns diese Vorschläge nun in der Form, wie sie der Bundesrat dann verabschieden wird, möglichst umgehend zugeleitet werden, damit wir den gemäss Unterlagen und Erklärungen des Bun- desrates weltweiten Herausforderungen auf dem PTT-Markt noch zeitgerecht gegenübertreten können. In diesem Sinne erklären wir uns heute mit der Umwandlung der Motion in ein Postulat einverstanden, obwohl die Gutheis- sung als Motion mehr denn je gerechtfertigt wäre. Überwiesen als Postulat- Transmis comme postulat #ST# 92.3480 Motion Keller Rudolf Einführung von schönen und sammelwürdigen Automatenbriefmarken Distributeurs automatiques de timbres-poste Wortlaut der Motion vom 3. Dezember 1992 Der Bundesrat wird beauftragt, bei den PTT darauf hinzuwir- ken, dass die Automatenbriefmarken - analog dem Ausland - künstlerisch wertvoller, farbenfroher und schöner gestaltet werden. Texte de la motion du 3 décembre 1992 Le Conseil fédéral est chargé d'intervenir auprès des PTT afin qu'à l'avenir, les tampons d'affranchissement délivrés par les distributeurs automatiques soient, à l'image des timbres étran- gers, plus colorés, plus agréables à l'oeil, et présentent un cer- tain intérêt esthétique. Mitunterzeichner-Cosignataires: Bischof, Borradori, Maspoli, Ruf, Stalder, Steffen (6) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Am 9. August 1976 startete die Schweizer Post weltweit den er- sten Versuch mit Automaten, die Briefmarken in frei wählbaren Wertstufen abgeben. Heute sind es nicht weniger als 37 Post- verwaltungen auf der ganzen Welt, die den Schweizer Brief- markendrucker oder ähnliche Automaten anderer Hersteller in ihrem Postdienst verwenden. In der Schweiz sind momentan an die 2000 Automaten installiert. Trotz ihrem unschönen Aus- sehen werden immer mehr Automatenmarken in der Schweiz verwendet, dies, weil sie zu jeder Tages- und Nachtzeit erhält- lich sind, flexible Tarifwahl ermöglichen und den Zeitaufwand für den Postkunden und die PTT minimieren. Im Gegensatz zum Ausland, wo die Automatenmarken eben- falls stark im Kommen sind, aber sehr schöne, künstlerisch wertvolle Sujets verwendet werden, hat es die PTT bis heute abgelehnt, den weiteren Schritt von der einfacheren Druck- marke zur schönen und ansprechenden Automatenmarke zu vollziehen. Dies trotz Interventionen aus Briefmarken- und Tourismuskreisen, die diese Haltung unverständlich finden, zumal ja gerade die PTT lange Zeit eine aktive Pionierrolle bei den Automatenmarken einnahmen. Ohne grossen technischen Aufwand wäre es heute möglich, von der einfachen Automatenmarke zur schönen Sujet-Brief- marke überzugehen und so Werbung und Geschäft in eigener Sache zu machen! Das Briefmarkenautomatengeschäft würde auf diese Weise attraktiver und für die PTT rentabler.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion der christlichdemokratischen Fraktion PTT. Priorität für neues Organisationsgesetz Motion du groupe démocrate-chrétien PTT. Priorité à une nouvelle loi d'organisation In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1994 Année Anno Band IV Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 05 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3510 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 05.12.1994 - 14:30 Date Data Seite 2132-2135 Page Pagina Ref. No 20 024 845 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.