<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">4P.242/1999/rnd </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> I. Z I V I L A B T E I L U N G</i> </div> <div class="para"> ****************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3. Januar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichterin und Bundesrichter Walter, </div> <div class="para">Präsident, Leu, Corboz, Klett, Rottenberg Liatowitsch und </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Luczak. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Kurt S u t e r</u>, Samun 19, 7153 Falera, Beschwerdeführer, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Casanova, Arcas 22, </div> <div class="para">Postfach 433, 7002 Chur, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>E i c h m a n n AG</u>, Hauptstrasse 1, 8259 Kaltenbach, Be- </div> <div class="para">schwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Pius Fryberg, </div> <div class="para">Vazerolgasse 2, 7002 Chur, </div> <div class="para"> <u>Kantonsgericht von G r a u b ü n d e n</u>, Zivilkammer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 4 aBV</span> </div> <div class="para"> (Willkürliche Beweiswürdigung; rechtliches Gehör), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para">Kurt Suter (Beschwerdeführer) erwarb am 3. Juni </div> <div class="para">1991 30% der Aktien der Eichmann AG (Beschwerdegegnerin). </div> <div class="para">Seit diesem Zeitpunkt war er sowohl Verwaltungsratspräsident </div> <div class="para">(bis Ende Februar 1995) als auch Geschäftsführer (bis Ende </div> <div class="para">August 1995) der Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerdegegnerin war Eigentümerin von zwei </div> <div class="para">Stockwerkeigentumsanteilen für eine Wohnung und einen Park- </div> <div class="para">platz in Lugano-Castagnola. Am 7. Februar 1995 beauftragte </div> <div class="para">sie den Beschwerdeführer, in ihrem Namen und auf ihre Rech- </div> <div class="para">nung diese Stockwerkeigentumseinheiten an die Eheleute Ruth </div> <div class="para">und Rolf Weiss zu verkaufen. Sie ermächtigte ihn insbesonde- </div> <div class="para">re, den Kaufpreis entgegen zu nehmen und dafür rechtsgültig </div> <div class="para">zu quittieren. Der Kaufpreis von Fr. 950'000.-- war wie </div> <div class="para">folgt zu begleichen: Fr. 91'253.-- sowie Fr. 602'967.50 durch </div> <div class="para">die Übergabe zweier Checks an den verurkundenden Notar und </div> <div class="para">Fr. 100'000.-- sowie Fr. 155'779.50 durch Übergabe zweier </div> <div class="para">weiterer Checks an den Beschwerdeführer als Vertreter der </div> <div class="para">Verkäuferin. Die Käufer übergaben die Checks bei Vertrags- </div> <div class="para">schluss vereinbarungsgemäss dem Notar und dem Beschwerde- </div> <div class="para">führer. Der Beschwerdeführer rechnete den Check über </div> <div class="para">Fr. 100'000.-- mit der Beschwerdegegnerin ab. Den Betrag von </div> <div class="para">Fr. 155'779.50 lieferte er nicht ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>C.- </u> </div> <div class="para">Die Beschwerdegegnerin verlangte am 19. August 1997 </div> <div class="para">beim Vermittleramt des Kreises Ilanz vom Beschwerdeführer </div> <div class="para">Fr. 155'779.50 nebst 5% Zins seit dem 15. Februar 1995. Nach </div> <div class="para">erfolgloser Sühneverhandlung reichte sie am 3. Juni 1998 </div> <div class="para">beim Bezirksgericht Glenner eine entsprechende Klage ein. </div> <div class="para">Das Bezirksgericht hiess die Klage am 13. Oktober 1998 gut. </div> <div class="para">Am 2. Juni 1999 wies das Kantonsgericht von Graubünden die </div> <div class="para">Berufung des Beschwerdeführers gegen diesen Entscheid ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>D.- </u> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer hat gegen dieses Urteil sowohl </div> <div class="para">staatsrechtliche Beschwerde als auch Berufung eingereicht. </div> <div class="para">In der staatsrechtlichen Beschwerde beantragt er, das ange- </div> <div class="para">fochtene Urteil aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin und das </div> <div class="para">Kantonsgericht schliessen auf Abweisung der Beschwerde, so- </div> <div class="para">weit darauf einzutreten sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para">a) In seiner Eingabe an das Bezirksgericht führt </div> <div class="para">der Beschwerdeführer aus, es hätten verschiedene Forderungen </div> <div class="para">auf dem Verkaufsobjekt gelastet, zu deren Begleichung er den </div> <div class="para">Kaufpreis verwendet habe, unter anderem ".. Fr. 155'779.50 </div> <div class="para">zur Deckung des Hypothekarkredits von Fr. 165'000.-- </div> <div class="para">(Fr. 150'000.-- durch Kurt Suter/Fr. 15'000.-- durch die </div> <div class="para">Piato AG) sowie Guthaben der Piato AG und Forderungen von </div> <div class="para">Kurt Suter aus ev. Betrug in Zusammenhang mit Falschbeurkun- </div> <div class="para">dung der tatsächlichen Baukosten gegen Übergabe des gesplit- </div> <div class="para">teten Schuldbriefs von Fr. 120'000.-- an die Käufer". An- </div> <div class="para">lässlich der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht brachte </div> <div class="para">der Beschwerdeführer vor, er habe mit dem strittigen Betrag </div> <div class="para">offene Rechnungen der Beschwerdegegnerin getilgt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) In der Berufung an das Kantonsgericht stellt </div> <div class="para">sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, er habe mit </div> <div class="para">seinen Vorbringen in der Eingabe an das Bezirksgericht sinn- </div> <div class="para">gemäss die Verrechnung mit einer Forderung erklärt, die ihm </div> <div class="para">selbst gegen die Beschwerdegegnerin zustand. Daher sei er </div> <div class="para">nicht verpflichtet, den Betrag der Beschwerdegegnerin auszu- </div> <div class="para">händigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> a) Das Kantonsgericht stellt als Hauptbegründung </div> <div class="para">fest, der Beschwerdeführer habe die Verrechnung nicht </div> <div class="para">rechtsgenüglich erklärt. In der Eventualbegründung führt es </div> <div class="para">aus, mit den angerufenen Beweismitteln könne die Forderung, </div> <div class="para">die der Beschwerdeführer zur Verrechnung bringen will, nicht </div> <div class="para">bewiesen werden. Daher sei auf die Abnahme dieser Beweismit- </div> <div class="para">tel zu verzichten und der Entscheid des Bezirksgerichts auch </div> <div class="para">aus diesem Grund zu bestätigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Der Beschwerdeführer wirft dem Kantonsgericht </div> <div class="para">eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, da es seinen Be- </div> <div class="para">weisanträgen nicht stattgegeben hat. Ferner habe es willkür- </div> <div class="para">lich die Verrechnung nicht zugelassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para">a) Das Kantonsgericht stützt sich auf zwei selb- </div> <div class="para">ständige Begründungen. Sofern eine der beiden sich im Rahmen </div> <div class="para">der staatsrechtlichen Beschwerde als verfassungsmässig er- </div> <div class="para">weist und überdies bundesrechtlich im Rahmen der Berufung </div> <div class="para">nicht zu beanstanden ist, besteht kein aktuelles Rechts- </div> <div class="para">schutzinteresse an der Prüfung der Rügen gegenüber der ande- </div> <div class="para">ren Begründung (<span class="artref">Art. 88 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Gemäss <span class="artref">Art. 90 Abs. 1 OG</span> muss die Beschwerde- </div> <div class="para">schrift die Anträge des Beschwerdeführers enthalten </div> <div class="para">(lit. a). Ferner hat die Beschwerdeschrift die wesentlichen </div> <div class="para">Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung darüber zu ent- </div> <div class="para">halten, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie </div> <div class="para">durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind </div> <div class="para">(lit. b). Da die staatsrechtliche Beschwerde der Überprüfung </div> <div class="para">des angefochtenen Entscheides unter dem spezifischen Ge- </div> <div class="para">sichtspunkt verfassungsmässiger Rechte dient (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=02.01.2000&amp;to_date=21.01.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-IA-393%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page393">BGE 117 Ia 393</a> </div> <div class="para">E. 1c S. 395), sind diese oder deren Teilgehalte zu bezeich- </div> <div class="para">nen; überdies ist in Auseinandersetzung mit den Erwägungen </div> <div class="para">des angefochtenen Entscheides im Einzelnen darzustellen, wo- </div> <div class="para">rin die Verletzung der angerufenen Verfassungsrechte beste- </div> <div class="para">hen soll. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Der Beschwerdeführer anerkennt, dass nach dem </div> <div class="para">massgeblichen Prozessrecht die Verrechnungseinrede bereits </div> <div class="para">vor dem Bezirksgericht vorgebracht werden musste. Insoweit </div> <div class="para">beanstandet er den angefochtenen Entscheid nicht. Er behaup- </div> <div class="para">tet zwar, das Kantonsgericht habe die Verrechnungseinrede </div> <div class="para">willkürlich nicht zugelassen. Er bringt aber nicht vor, das </div> <div class="para">Kantonsgericht habe Tatsachen in Bezug auf seine Prozesser- </div> <div class="para">klärung willkürlich festgestellt. Er bezeichnet keine Normen </div> <div class="para">des kantonalen Prozessrechts, die willkürlich angewendet </div> <div class="para">worden wären, und legt auch sonst nicht gehörig dar, inwie- </div> <div class="para">fern das Willkürverbot verletzt worden sein soll. Insofern </div> <div class="para">genügt seine Eingabe der Begründungspflicht gemäss <span class="artref">Art. 90 </span></div> <div class="para">Abs. 1 OG offensichtlich nicht. Welche Anforderungen an die </div> <div class="para">Verrechnungserklärung selbst zu stellen sind, ist eine Frage </div> <div class="para">des Bundesrechts und somit im Rahmen der Berufung zu behan- </div> <div class="para">deln. Soweit sich die Beschwerde gegen die Hauptbegründung </div> <div class="para">des Kantonsgerichts richtet, ist darauf nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Wie im Entscheid über die vom Beschwerdeführer </div> <div class="para">eingelegte Berufung zu zeigen sein wird, ist die Hauptbe- </div> <div class="para">gründung des Kantonsgerichts auch bundesrechtlich nicht zu </div> <div class="para">beanstanden. Damit erübrigt sich eine Überprüfung der Rügen </div> <div class="para">gegen die Eventualbegründung. Auf die Beschwerde ist daher </div> <div class="para">insgesamt nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Bundesgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht ein- </div> <div class="para">getreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Be- </div> <div class="para">schwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin </div> <div class="para">eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- zu bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsge- </div> <div class="para">richt von Graubünden (Zivilkammer), schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 3. Januar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. Zivilabteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>