<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: PB.1999.00023</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105435&amp;W10_KEY=13013581&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>PB.1999.00023</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.04.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Forderung aus dem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Lohnfortzahlung im Krankheitsfall Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts im Beschwerdeverfahren (E. 1). Zur rechtlichen Stellung und Funktion der Beschwerdeführerin innerhalb einer (kommunalen) Fürsorgebehörde, deren Mitglied sie ist und deren Verwaltungsführung sie ausdrücklich als nicht im Anstellungsverhältnis stehend besorgt (E. 2a/b). Ein Behördenmitglied, dessen Tätigkeit in einer Behörde sich nicht auf die blosse Teilnahme an Sitzungen beschränkt, sondern das in der Art eines teilzeitlichen Anstellungsverhältnisses weitere Aufgaben der Behörde besorgt und dabei ein substanzielles Erwerbseinkommen erzielt, besitzt Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Dies ergibt sich bei fehlender rechtlicher Regelung aus den zur Lückenfüllung herangezogenen massgebenden Gesetzesbestimmungen des kantonalen Personalrechts (E. 2c/d).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEHÃRDENMITGLIED">BEHÃRDENMITGLIED</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: INHALT DES DIENSTVERHÃLTNISSES">INHALT DES DIENSTVERHÃLTNISSES</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LOHNFORTZAHLUNG">LOHNFORTZAHLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃCKENFÃLLUNG">LÃCKENFÃLLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 73 lit. I BeamtenV</span><br/><span class="gerade">Art. 324 OR</span><br/><span class="ungerade">§ 99 lit. IV VVPG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. A. B.-C. wurde am 1. April 1990 erstmals als Mitglied der FÃ¼rsor­gebehÃ¶rde des FÃ¼rsorgeverbands D. der Gemeinden J., D., K. und L. gewÃ¤hlt. Am 20. Februar 1994 er­folg­te die Wiederwahl fÃ¼r die Amtsdauer 1994/98, fÃ¼r welche sich die BehÃ¶rde am 10. Mai 1994 konstituierte. Bereits im Lauf der vorangehenden Amtsdauer hatte der FÃ¼rsorgever­band eine Arbeitsgruppe mit der PrÃ¼fung verschiedener organisatorischer Fragen beauf­tragt, darunter die PrÃ¼fung der "Zusammenlegung aller Verwaltungen in eine Gesamt­rech­nung fÃ¼r alle Betriebe inkl. Ãffentliche FÃ¼rsorge". Die Arbeitsgruppe erstattete am 31. MÃ¤rz 1993 ihren Schlussbericht, der unter anderem die Erweiterung des Aktuariats der FÃ¼r­sor­gebehÃ¶rde und die Schaffung von Ressorts sowie die Zusammenlegung der Heimlei­tun­gen "M." und "N." vorsah. Die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde genehmigte den Bericht am 18. Mai 1993. Im Protokoll der Sitzung der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde vom 23. Juni 1993 wurde unter Bezug­nah­me auf den erwÃ¤hnten Schlussbericht festgehalten: "Die Gesamt-Heimleitung Ã¼bernimmt Herr O. P.. Die Gesamtverwaltung wird A. B., nicht im AngestelltenverhÃ¤ltnis, leiten." An der 1. Sitzung der Amtsdauer 1994/98 am 10. Mai 1994 konstituierte sich die FÃ¼rsorge­be­hÃ¶rde mit A. B. fÃ¼r das Ressort "Gesamtverwaltung und administrative Betreuung der FÃ¤l­le". An­lÃ¤sslich der 2. Sitzung vom 16. Juni 1994 wurden die BehÃ¶rdenentschÃ¤digungen fÃ¼r die Amtsdauer 1994/98 festgesetzt. In der Folge bezog A. B. fÃ¼r ihre TÃ¤tigkeit beim FÃ¼r­sor­geverband EntschÃ¤digungen von Fr. 35'000.‑ brutto im Jahr 1994 und von Fr. 35'450.‑ brutto im Jahr 1995, welche ihr in monatlichen Be­treffnissen von Fr. 2'700.‑ und ‑ auf­grund einer Jahresabrechnung ‑ mit einer jÃ¤hrlichen Schlusszahlung ausgerichtet wurden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Am 5. MÃ¤rz 1996 erlitt A. B. einen Hirnschlaganfall und war seither ar­beitsunfÃ¤hig; die EntschÃ¤digung als Verwalterin wurde ihr noch bis Ende MÃ¤rz 1996 aus­bezahlt; spÃ¤ter erhielt sie abgesehen von einigen Sitzungsgeldern keine weiteren EntschÃ¤­digungen des FÃ¼r­sorgeverbands D.. Seit 1. MÃ¤rz 1997 bezieht sie eine Invaliden­versicherungsrente von monatlich Fr. 1'596.‑.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In der Folge liess A. B. durch Ihren Rechtsvertreter unter anderem die Fortzahlung ihrer Besoldung fÃ¼r zwei Jahre, d.h. bis 5. MÃ¤rz 1998, geltend machen. Am 14. Dezember 1998 lehnte die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde diese Forderung ab und am 18. Januar 1999 beschloss sie, A. B. rÃ¼ckwirkend auf den 1. Januar 1994 bei einer Vorsorgeeinrichtung nach dem Bun­des­gesetz vom 25. Juni 1982 Ã¼ber die berufliche Al­ters‑, Hinterlassenen‑ und Invali­den­vor­sorge (BVG) zu versichern, die ArbeitgeberbeitrÃ¤ge zu leisten und die entsprechenden Ar­beitnehmerbeitrÃ¤ge A. B.<a id="Text3"> in Rechnung zu stellen.</a></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Am 29. Januar 1999 liess A. B. Klage beim Verwaltungsgericht und vorsorgli­cher­weise Rekurs beim Bezirksrat D. erheben, je mit den AntrÃ¤gen:</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">"1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der KlÃ¤gerin zu bezahlen: Fr. 46'323.75 (entsprechend Fr. 49'570.60 brutto abzÃ¼glich 6,55% AHV/ALV), nebst Zins zu 5% seit 29. Januar 1999.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> Eventuell sei der Beklagte zu verpflichten, der KlÃ¤gerin zu bezahlen: Fr. 30'844.65 (entsprechend brutto Fr. 33'006.60 abzÃ¼glich 6,55 % AHV/ALV), nebst Zins zu 5% seit 29. Januar 1999.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> 2. Alles unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beklag­ten."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Einzug1">Das Verwaltungsgericht trat auf die Klage am 17. MÃ¤rz 1999 mit der BegrÃ¼ndung nicht ein, gegen den Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde stehe das Anfechtungsverfahren offen, weshalb gemÃ¤ss § 79 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) das Klageverfahren ausgeschlossen sei.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In der Folge nahm der Bezirksrat das vorsorglich eingeleitete Rekursverfahren an die Hand und wies er den Rekurs am 8. September 1999 ab.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Mit Beschwerde vom 18. Oktober 1999 liess A. B. dem Verwal­tungs­gericht beantragen:</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">"1. Der angefochte Beschluss des Bezirksrates D. GE.99.00003/2.02.00 vom 8. September 1999 sei vollumfÃ¤nglich aufzuheben, und es sei der Beschwerdegegner zu verpflichten, der BeschwerdefÃ¼hrerin zu bezah­len: Fr. 46'323.75 (entsprechend Fr. 49'570.60 brutto abzÃ¼glich 6,55% AHV/ALV), nebst Zins zu 5% seit 29. Januar 1999.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> 2. Alles unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Be­schwerdegegners."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Einzug1">Zur BegrÃ¼ndung wurde unter Hinweis auf die UmstÃ¤nde der BeschÃ¤ftigung der Be­schwerdefÃ¼hrerin vorgebracht, diese habe ihre Arbeitsleistung fÃ¼r den Beschwerdegegner im Rahmen eines Ã¶ffentlichrechtlichen DienstverhÃ¤ltnisses erbracht; dass sie selber auch Mitglied der vorgesetzten BehÃ¶rde gewesen sei, spiele keine Rolle. Sie habe deshalb wie die Ã¼brigen Arbeitnehmer/innen des Beschwerdegegners Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nach den massgeblichen personalrechtlichen Satzungen, d.h. nach dem je­weils angewandten Mustervertrag den vollen Lohnanspruch fÃ¼r die Dauer von zwei Jahren.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Beschwerdegegner am 8. und der Bezirksrat D. am 18. November 1999 bean­tragten Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Parteivorbringen werden ‑ soweit erforderlich ‑ im Rahmen der nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. Der Beschwerdegegner hÃ¤lt dem Lohnfortzahlungsanspruch der BeschwerdefÃ¼h­rerin entgegen, es habe zwischen den Parteien kein DienstverhÃ¤ltnis bestanden. Diese im angefochtenen Beschluss vom 14. Dezember 1998 enthaltene Feststellung und die sich dar­aus ergebende Weigerung zur Leistung von Lohnfortzahlungen stellen personalrechtli­che Anordnungen dar. Der Rekursentscheid des Bezirksrats hierÃ¼ber kann gemÃ¤ss § 74 Abs. 1 VRG mit (personalrechtlicher) Beschwerde angefochten werden. Sodann ist es in Anleh­nung an die zu § 82 lit. a VRG (in der Fassung vom 24. Mai 1959) entwickelte Pra­xis ge­rechtfertigt, auch Entscheide Ã¼ber EntschÃ¤digungen von BehÃ¶rdenmitgliedern als anfecht­bare personalrechtliche Anordnungen zu wÃ¼rdigen (vgl. RB 1970 Nr. 16). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. a) Die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde setzt sich gemÃ¤ss Ziffer 2.4.1 der Zweckverbands-Ver­einbarung des FÃ¼rsorgeverbands D. vom 8. Dezember 1997 (ZweckverbandsV) aus neun auf Amtsdauer gewÃ¤hlten Mitgliedern zusammen. Sie ist unter anderem zustÃ¤ndig fÃ¼r Er­lass und Ãnderung des Stellenplans sowie fÃ¼r die Besoldungsfestsetzung des Perso­nals des FÃ¼rsorgeverbands im Rahmen des Besoldungsreglements (Ziffern 2.4.3.7 und 2.4.3.8 ZweckverbandsV). Zudem obliegt ihr die Festsetzung von Tag‑ und Sitzungsgel­dern, festen VergÃ¼tungen und EntschÃ¤digungen der Organe des Zweckverbands ohne die­jenigen der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde, deren Festsetzung in die ZustÃ¤ndigkeit der Verbandsver­samm­lung fÃ¤llt (Ziffern 2.4.4.4 und 2.3.4.3.8 ZweckverbandsV). Laut Ziffer 2.4.5 Zweck­verbandsV wÃ¤hlt die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde "auf die gesetzliche Amtsdauer" "aus ihrer Mitte oder in freier Wahl" unter anderem "den Verwalter oder die Verwalterin des FÃ¼rsorgever­bandes".</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin war einerseits auf Amtsdauer gewÃ¤hltes Mitglied der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde und anderseits aufgrund des Konstituierungsbeschlusses vom 10. Mai 1994 von der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde bestellte Verwalterin des FÃ¼rsorgeverbands. In diesen Funk­tionen bezog sie EntschÃ¤digungen, wie sie die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde an ihrer Sit­zung vom 16. Ju­ni 1994 fÃ¼r die Amtsdauer 1994/98 festgesetzt hat, und zwar ‑ wie die BeschwerdefÃ¼h­re­rin selbst geltend machen lÃ¤sst ‑ in monatlichen Akontozahlun­gen von Fr. 2'700.‑ und einer sich aufgrund der Jahresabrechnung ergebenden Schlusszah­lung. Auch wenn sich den Ak­ten nicht entnehmen lÃ¤sst, wie sich die der BeschwerdefÃ¼hre­rin ausgerichteten Gesamt­be­trÃ¤ge von Fr. 35'000.‑ brutto im Jahr 1994 und von Fr. 35'450.‑ brutto im Jahr 1995 zu­sam­mensetzen, ist unbestritten geblieben, dass es sich dabei um BehÃ¶rdenentschÃ¤digungen nach den von der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde am 16. Juni 1994 festgesetzten AnsÃ¤tzen handelt. Sie stellen EntschÃ¤digungen im Sinn von § 63 Abs. 3 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (GemeindeG) dar, die in Form einer Jahrespau­schale, als Sitzungsgeld oder als Taggeld ausgerichtet werden (Hans Rudolf Thalmann, Kommentar zum ZÃ¼rcher Gemeindegesetz, 2. A., WÃ¤denswil 1991, § 63 N. 4.1).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">FÃ¼r die von der BeschwerdefÃ¼hrerin verfochtene Auffassung, sie sei fÃ¼r den Be­schwerdegegner im Rahmen eines Ã¶ffentlichrechtlichen DienstverhÃ¤ltnisses tÃ¤tig gewesen, lassen sich keine Anhaltspunkte erkennen. Abgesehen davon, dass der BeschwerdefÃ¼hrerin das Amt einer Verwalterin im Rahmen des Konstituierungsbeschlusses und somit in ihrer Eigenschaft als BehÃ¶rdenmitglied Ã¼bertragen worden ist, wurde ausdrÃ¼cklich festgehalten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin die TÃ¤tigkeit einer Verwalterin nicht im AnstellungsverhÃ¤lt­nis ausÃ¼ben werde. Sodann sieht auch der Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde vom 16. Juni 1994 die EntschÃ¤digung der von der BeschwerdefÃ¼hrerin ausgeÃ¼bten TÃ¤tigkeit im Rahmen der fÃ¼r die Amtsdauer 1994/98 festgesetzten BehÃ¶rdenentschÃ¤digungen vor. Als ihr Mit­glied unterstand die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht der Dienstgewalt der FÃ¼r­sorgebehÃ¶rde, und es fehlt damit am entscheidenden Merkmal eines DienstverhÃ¤ltnisses (Thalmann, § 72 N. 2.1). Aus dem nachtrÃ¤glich abgefassten Arbeitszeugnis ergibt sich nichts anderes. Schliesslich trifft es zu, dass die der BeschwerdefÃ¼hrerin ausgerichteten EntschÃ¤digungen Besoldungscharakter haben und steuer‑ und sozialversicherungsrechtlich entsprechend be­handelt werden; das Ã¤ndert aber nichts daran, dass diese EntschÃ¤digungen nicht auf einem DienstverhÃ¤ltnis beruhen, sondern Entgelt fÃ¼r die BehÃ¶rdentÃ¤tigkeit der Beschwerde­fÃ¼h­re­rin darstellen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin weiss denn auch nicht zu sagen, aufgrund welcher anderen Grundlage als auf der Wahl als BehÃ¶rdenmitglied ihre TÃ¤tigkeit fÃ¼r den FÃ¼rsorge­verband hÃ¤tte beruhen kÃ¶nnen. FÃ¼r die BegrÃ¼ndung ihres Lohnfortzah­lungs­anspruchs be­ruft sie sich auf einen Mustervertrag, auf dessen Grundlage der Be­schwer­degegner Anstel­lungen vornehmen soll. Ein solcher Vertrag ist mit der Beschwerde­fÃ¼hrerin aber unbe­strit­tenermassen nicht abgeschlossen worden. Selbst wenn man anneh­men wollte, Ã¶ffent­lich­rechtliche VertrÃ¤ge bedÃ¼rften nicht zwingend der Schriftform (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 887), lÃ¤sst sich angesichts der protokollarisch festgehaltenen Absicht, die Be­schwerdefÃ¼hrerin nicht im AnstellungsverhÃ¤ltnis zu beschÃ¤ftigen, nicht auf die fÃ¼r einen Vertragsabschluss vor­aus­gesetzten Ã¼bereinstimmenden WillenserklÃ¤rungen schliessen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Entsprechend der fÃ¼r das Ã¶ffentliche Dienstrecht geltenden Ordnung ist vom Grundsatz auszugehen, dass bei Abwesenheit vom Arbeitsplatz kein Anspruch auf Lohn­fortzahlung besteht (RB 1966 Nr. 30 = ZBl 1966/67, S. 336 = ZR 65 Nr. 148; Tobias Jaag, Das Ã¶ffentlichrechtliche DienstverhÃ¤ltnis im Bund und im Kanton ZÃ¼rich ‑ ausgewÃ¤hlte Fragen, ZBl 95/1994, S. 449). Bei Verhinderung zur AmtstÃ¤tigkeit besteht ein solcher Ent­schÃ¤digungsanspruch nur, wo dies gesetzlich oder vertraglich vorgesehen ist, so in der Re­gel in Ã¶ffentlichrechtlichen DienstverhÃ¤ltnissen bei Krankheit, Mutterschaft, MilitÃ¤r und dergleichen (BGr, 10. Dezember 1971, ZBl 73/1972, S. 211).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Frage, ob ein BehÃ¶rdenmitglied, das seine Amtspflichten nicht oder nur teil­weise erfÃ¼llen kann, weiterhin EntschÃ¤digung beanspruchen kann, hat der Zweckverband nicht geregelt. Auch auf eine vertragliche Vereinbarung oder eine entsprechende Zusiche­rung des Beschwerdegegners kann sich die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht berufen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Wenn wie im Fall der BeschwerdefÃ¼hrerin die BehÃ¶rdentÃ¤tigkeit nicht bloss in der Teilnahme an gelegentlichen Sitzungen besteht und mit einem Sitzungs‑ oder Taggeld abgegolten wird, sondern dem BehÃ¶rdenmitglied ein Aufgabenbereich Ã¼bertragen wird, dessen BewÃ¤ltigung eine regelmÃ¤ssige Arbeitsleistung im Umfang von rund 50 % der Ã¼b­lichen Arbeitszeit erfordert und entsprechend mit Jahrespauschalen von insgesamt Fr. 35'000.‑ entschÃ¤digt wird, so kommt eine solche BehÃ¶rdentÃ¤tigkeit in wirtschaftlicher Hinsicht einer Teilzeitstelle gleich. Das gilt fÃ¼r das Gemeinwesen, das dank der TÃ¤tigkeit des betreffenden BehÃ¶rdenmitglieds keine entsprechende Anstellung vornehmen muss, wie fÃ¼r das BehÃ¶rdenmitglied, das durch seine TÃ¤tigkeit ein regelmÃ¤ssiges und substanzielles Erwerbseinkommen erzielt. WÃ¤hrend aber bei AufgabenerfÃ¼llung im Rahmen eines Dienst­verhÃ¤ltnisses im Fall von Arbeitsverhinderung wegen Krankheit, Unfall oder der­gleichen fÃ¼r eine bestimmte Zeit die Lohnfortzahlung regelmÃ¤ssig vorgesehen und selbst fÃ¼r privat­wirtschaftliche Anstellungen zwingend vorgeschrieben wird (Art. 324a des Obli­gationen­rechts; OR), ist ein solcher Anspruch in der hier massgebenden Zweckverbands­verein­ba­rung nicht geregelt, wenn die nÃ¤mliche Arbeitsleistung im Rahmen einer BehÃ¶r­dentÃ¤tigkeit erbracht wird. Das wird von der BeschwerdefÃ¼hrerin verstÃ¤ndlicherweise ins­besondere des­halb als stossend empfunden, weil sie zugunsten der VerwaltungsfÃ¼hrung des FÃ¼rsorge­zweck­verbands ihre bisherige Anstellung bei einem Druckereiunternehmen kÃ¼n­digte. Zu­gleich stellt sich die Frage nach einer LÃ¼cke in den massgeblichen Vorschriften.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In der neueren Praxis geht die Tendenz im Allgemeinen dahin, die Verwaltungsge­setze in stÃ¤rkerem Mass als nicht vollstÃ¤ndig zu betrachten und ErgÃ¤nzungen dort anzu­brin­gen, wo eine offensichtliche Notwendigkeit besteht, statt aus dem Fehlen von be­stimm­ten Vorschriften auf eine Absicht des Gesetzgebers zu schliessen (Max Imbo­den/RenÃ© Rhi­now, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Basel/Frankfurt a.M. 1976, Nr. 23 B III a). Wie RenÃ© Rhinow/Beat KrÃ¤henmann (Schweizerische Verwaltungs­rechtspre­chung, ErgÃ¤nzungsband, Basel/Frankfurt a.M. 1990, Nr. 23 B I) eingehend doku­mentieren, hat sich auch die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum LÃ¼ckenbegriff mehr und mehr von der klassi­schen Unterscheidung in echte und unechte LÃ¼cken entfernt und sich der Kon­zeption der LÃ¼cke als "planwidrige Unvoll­stÃ¤ndigkeit" angenÃ¤hert (HÃ¤fe­lin/MÃ¼ller, Rz. 201).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Verwaltungsgericht hat verschiedentlich auf die LÃ¼ckenhaftigkeit des kommu­nalen Dienstrechts hingewiesen und LÃ¼cken teilweise durch den RÃ¼ckgriff auf Regelungen des Obligationenrechts geschlossen. So hat das Gericht bereits in RB 1964 Nr. 46 bezÃ¼g­lich der FÃ¼rsorgepflicht des Ge­meinwesens auf die Regelung von Art. 339 (heute Art. 328) OR abgestellt; trotz des Vorbehalts des Ã¶ffentlichen Rechts habe der dem Art. 339 OR zu­grunde liegende Rechtsgedanke, wo­nach der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer angemes­senen Schutz vor betrieblichen Gefahren zu gewÃ¤hren habe, allgemeine GÃ¼ltigkeit und sei er auch auf VerhÃ¤ltnisse zwischen Staat oder Gemeinde und Ã¶ffentlichen Beamten und Ange­stellten anzuwen­den. Diese Ãberlegungen mÃ¼ssen auch fÃ¼r die Pflicht zur Lohnfort­zah­lung gelten, deren Grundlage ebenfalls in der FÃ¼rsorgepflicht des Arbeitgebers gesehen wird (Adrian StÃ¤helin, ZÃ¼rcher Kommentar, 1996, Art. 324a N. 2). Dem Gemeinwesen kann in dieser Hinsicht nicht weniger abverlangt werden, als das, was der Staat in Art. 324a OR allen privaten Arbeitgebern auferlegt; wenn wie hier die Ã¶ffentlichrechtli­chen Bestimmungen in ihrer Gesamtheit den durch das Obligationenrecht gewÃ¤hrten Schutz nicht annÃ¤hernd erreichen, liegt eine vom Richter zu schliessende LÃ¼cke vor (Hans-Jakob Mosimann, Arbeitsrechtliche Minimal Standards fÃ¼r die Ã¶ffentliche Hand, ZBl 99/1998, S. 470). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die LÃ¼ckenfÃ¼llung soll in Anlehnung an bestehende gesetzliche Regelungen erfol­gen, wobei primÃ¤r verwandte Regelungen des Ã¶ffentlichen Rechts und nur subsidiÃ¤r des Privatrechts heranzuziehen sind (Rhinow/KrÃ¤henmann, Nr. 23 B VI, mit Hinweisen). Da der Beschwerdegegner seine DienstverhÃ¤ltnisse mit VertrÃ¤gen regelt, fehlt ein entspre­chendes Reglement des FÃ¼rsorgeverbands. Aus diesem Grund rechtfertigt sich ein RÃ¼ck­griff auf die Bestimmungen des kantonalen Rechts, wie ihn heute § 72 Abs. 2 GemeindeG (in der Fassung vom 27. September 1998) fÃ¼r das Personalrecht allgemein vorschreibt, soweit die Gemeinden fÃ¼r ihr Personal keine eigenen Vorschriften erlassen. Dabei ist im vorliegenden Zusammenhang hervorzuheben, dass das kantonale Recht die Frage der Lohn­fortzahlung zwar in erster Linie fÃ¼r das im Anstellungs‑ oder BeamtenverhÃ¤ltnis tÃ¤­tige Personal regelt (§ 43 lit. c des Personalgesetzes vom 27. September 1998 [PG]; § 99 der Vollzugsverordnung zum Personalgesetz vom 19. Mai 1999 [VV PG]; im Zeitpunkt des Eintritts der ArbeitsunfÃ¤higkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin §§ 73 ff. der Beamtenverord­nung vom 15. Mai 1991 [BVO]), dass der Regierungsrat nunmehr aber gemÃ¤ss § 2 PG Be­hÃ¶rden im Nebenamt dem Personalgesetz unterstellen kann, von welcher Kompetenz er in § 2 der Personalverordnung vom 16. Dezember 1998 bezÃ¼glich zahlreicher nebenamtlich tÃ¤tiger BehÃ¶rden Gebrauch gemacht hat.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach dem somit zur LÃ¼ckenfÃ¼llung heranzuziehenden, im Zeitpunkt der Erkran­kung der BeschwerdefÃ¼hrerin noch anwendbaren § 73 Abs. 1 BVO bestand bei Krankheit wÃ¤hrend lÃ¤ngstens zwÃ¶lf Monaten ein Anspruch auf volle Besoldung. GemÃ¤ss der heute geltenden Bestimmung von § 99 Abs. 4 VV PG Ã¼ber die Lohnfortzahlung bei Krankheit und Unfall besteht vom dritten Dienstjahr an ebenfalls Anspruch auf vollen Lohn wÃ¤hrend zwÃ¶lf Monaten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat die TÃ¤tigkeit als Verwalterin des FÃ¼rsorgeverbands laut Lohnausweis vom 31. Dezember 1994 vom 1. Januar 1994 an ausgeÃ¼bt und stand demnach im Zeitpunkt ihrer Erkrankung am 5. MÃ¤rz 1996 im dritten Amtsjahr. Sie hat deshalb An­spruch auf Lohnfortzahlung fÃ¼r zwÃ¶lf Monate, d.h. entsprechend der ihr im letzten vollen Amtsjahr ausgerichteten BruttoentschÃ¤digung einen Anspruch von Fr. 35'450.‑ brutto, ab­zÃ¼glich Fr. 2'177.40 entsprechend der fÃ¼r MÃ¤rz 1996 be­reits geleisteten Lohnfortzahlung und von Fr. 257.40 entsprechend der ihr ab 1. MÃ¤rz 1997 zugesprochenen und gemÃ¤ss § 104 Abs. 1 VV PG anzurechnenden Invalidenversicherungs­rente, was Fr. 33'015.20 ab­zÃ¼glich SozialversicherungsbeitrÃ¤ge ergibt. Der Nettobetrag ist antragsgemÃ¤ss ab dem Zeit­punkt der Geltendmachung beim Bezirksrat (29. Januar 1999) mit 5 % zu verzinsen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Beschwerde ist demgemÃ¤ss teilweise gutzuheissen und der Beschwerdegegner zur Leistung von Fr. 33'015.20 abzÃ¼glich SozialversicherungsbeitrÃ¤ge und zuzÃ¼glich Zins zu 5 % seit 29. Januar 1999 auf dem Nettobetrag zu verpflichten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. ...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Beschwerdegegnerin zu einer Nachzahlung von Fr. 33'015.20 abzÃ¼glich SozialversicherungsbeitrÃ¤ge an die Be­schwerdefÃ¼hrerin verpflichtet, zuzÃ¼glich 5 % Zins auf dem Nettobetrag ab 29. Januar 1999.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>