Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. November 2018 (720 17 278 / 322) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Bestimmung des massgebenden medizinischen Sachverhalts aufgrund eines Gerichts- gutachtens. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Dr. Michael Kull, Advo- kat, Marktplatz 18, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Die 1977 geborene A.____ erlitt im Jahr 2011 ei nen Unfall, als sie bei Ausübung ihrer Tätigkeit als Reinigungskraft auf einer Leiter steh end ausrutschte und aus einer Höhe von rund einem halben Meter auf das rechte Knie fiel. Dabei zog sie sich ein Distorsionstrauma am rech- ten Knie zu. Für die Folgen dieses Unfalles erbrach te die Schweizerische Unfallversicherungs- anstalt (Suva) die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 11. Januar 2016 lehnte die Suva Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integr itätsentschädigung ab. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. A.2 Bereits am 26. April 2013 meldete sich A.____ unte r Hinweis auf den besagten Unfall bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die gesund heitlichen und erwerblichen Verhältnisse abgeklärt und zudem berufliche Massnahmen durchgeführt ha tte, ermittelte sie bei der Versi- cherten einen Invaliditätsgrad von 2%. Gestützt darauf u nd nach Durchführung des Vorbe- scheidverfahrens lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegeh ren mit Verfügung vom 9. August 2017 ab. B. Gegen diese Verfügung reichte die Versicherte, vertre ten durch Dr. Michael Kull, Ad- vokat, mit Eingabe vom 12. September 2017 Beschwerde be im Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Ka ntonsgericht), ein. Darin beantragte sie, es sei ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügu ng vom 9. August 2017 eine IV-Rente zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtli cher Hinsicht beantragte sie die un- entgeltliche Prozessführung mit Advokat Kull als unentg eltlichem Rechtsbeistand. Zur Begrün- dung brachte sie im Wesentlichen vor, dass das von der I V-Stelle eingeholte psychiatrische Gutachten, auf das sich die Verfügung stütze, nicht über d en erforderlichen Beweiswert verfü- ge, da die darin diagnostizierten bloss leichten depressive n Verstimmungen mit Blick auf die medizinische Aktenlage nicht nachvollziehbar seien. Ferner werde in der Verfügung in somati- scher Hinsicht nicht auf die medizinisch relevanten Punkte Bezug genommen, zumal nicht er- sichtlich werde, auf welche Unterlagen sich die Beschwerde gegnerin für die Beurteilung der somatischen Situation stütze. Dessen ungeachtet sei bei der Bemessung der Invalidität ein Ab- zug vom Tabellenlohn zu gewähren. C. In Ihrer Vernehmlassung vom 23. Oktober 2017 beant ragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten so wohl die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 23. November 2017 als auch die Beschwer degegnerin mit Eingabe vom 19. Dezember 2017 an ihren Anträgen und Standpunkten fest. E. Mit Beschluss vom 1. März 2018 gelangte das Kantonsgeri cht anlässlich der Urteilsbe- ratung zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilun g der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich sei. Da s Gericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur Klärung des medizinischen Sach verhalts ein Gerichtsgutachten ein- zuholen. F. Mit Schreiben vom 12. April 2018 beauftragte das K antonsgericht Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit einem monodiszipli nären Gutachten, welches am 28. Mai 2018 erstattet wurde. Die Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse auf den Leistungsan- spruch der Versicherten auswirken würden. Die IV-Stelle m achte am 25. Juni 2018 hiervon Ge- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht brauch, wobei sie eine weitere Beurteilung von Dr. me d. D.____, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, Regionaler Ärztlicher Dienst beider Basel ( RAD), vom 8. Juni 2018 ins Recht legte. Die Beschwerdeführerin wiederum liess sich am 27. Juni 2018 zum Gutachten und dessen Auswirkungen auf den Leistungsanspruch vernehmen. Auf die Vorbringen der Parteien ist − soweit notwend ig − in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 16. Oktober 2018, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsproze ssordnung (VPO) vom 16. De- zember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherung sgericht als einzige gerichtliche In- stanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kanto nalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 12. Sep tember 2017 ist demnach einzutre- ten. 2. Zwischen den Parteien streitig und im Folgenden zu p rüfen ist der Anspruch auf eine IV-Rente. 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente , wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindes- tens 40% invalid ist. Invalidität im Sinne dieser Best immung ist die durch einen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden als Folge von G eburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 IVG in Verbindung mi t Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich er reichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es geli ngt, auf objektivierter Beurteilungs- grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So führte da s Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von de n Einschätzungen des medizini- schen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt m edizinisch zu erfassen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Gleichwohl wie bei Gut achten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG ei ngeholt wurden und den Anforderun- gen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht insbe sondere einem von ihm eingehol- ten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen, sol ange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 4 65 E. 4.4 S. 469 f.). Schliesslich lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags eines amtlich best ellten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b), ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu st ellen und zum Anlass weiterer Abklä- rungen zu nehmen, wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Ein Grund zum Ab- weichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Ge- richt eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen ge- langt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerec htfertigt sein, wenn gegensätzliche Mei- nungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als tri ftig genug erscheinen, die Schlüssig- keit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für a ngezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichend e Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). 5.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 9. August 2017 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes in psychiatrische r Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. Januar 2017 (vgl. IV-act. 140). Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführerin sowohl ihre angestammte als auch eine leidensadaptierte Tätigkeit im Umfang von 80% zumutbar sei. Den Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachte n externer Spezialärztinnen und - ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. E. 4.3 hiervor). Anlässlich der in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 1. März 2018 gelangte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auffassung, dass diesem Gutachten kein e ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Anlass, an den entsprechenden Schlussfolgerunge n des Gutachtens zu zweifeln, gab zum einen der Umstand, dass zwischen der darin erhoben en Anamnese und der vorge- nommenen gutachterlichen Beurteilung an mehreren Ste llen Inkonsistenzen zu verzeichnen waren. Zum anderen war dem Gutachten nur eine summa rische Würdigung der rechtspre- chungsgemäss für sämtliche psychischen Erkrankungen im Rahme n eines strukturierten Be- weisverfahrens zu prüfenden Indikatoren zu entnehmen. S chliesslich mangelte es auch an ei- ner Auseinandersetzung mit den jüngsten psychiatrischen Er hebungen in der Sache. Im Rah- men der Urteilsberatung wurde durch das Kantonsgericht f erner festgestellt, dass die medizini- sche Aktenlage in somatischer Hinsicht eine hinreichende B eurteilungsgrundlage darstellt, auf- grund derer keine invalidisierenden Einschränkungen er mittelt werden können, weshalb es in der Folge darauf verzichtete, die Versicherte orthopädi sch begutachten zu lassen. Gegen die- ses Vorgehen wurden seitens der Beschwerdeführerin keine Einwände vorgebracht. Nachdem sich mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 1. März 2018 die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens als unerlässlich erwiesen hatte, steht nunmehr das gerichtliche Gutachten von Dr. B.____ im Zentrum der medizinischen Beurteilung. 5.2 Dr. B.____ diagnostiziert in seinem Gutachten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Episode, derzeit mittelgradig (ICD-10 F33.1) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit psychischen und somatischen F aktoren (ICD-10 F45.4). Hierzu führt er im Wesentlichen aus, die Explorandin zeige heute das Bild einer mittelgradig depressiven Episode. Sie sei niedergeschlagen, gedrückter St immung, interesse- und freudlos, zeige einen verminderten Antrieb und eine erhöhte Er müdbarkeit. Sie berichte über Konzentra- tions- und Aufmerksamkeitsprobleme, ein vermindertes Selb stwertgefühl, Schuldgefühle, eine Lebensmüdigkeit, erhebliche Schlafstörungen sowie ein M orgentief. Sie fühle sich morgens nicht erholt und ausgeschlafen, sie bleibe im Bett liegen, ohne dass sie eigentlich schlafe. Auch in einer freundlichen Umgebung könne sich die Explorand in nicht nachhaltig erholen. Die Diag- nose einer mittelgradig depressiven Episode stimme auch mit der Aktenlage überein. Die de- pressive Symptomatik habe ihren Beginn Anfang 2014 genommen und sei seither nicht wirklich abgeklungen. Des Weiteren müsse bei der Explorandin eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert werden. Es sei an dieser St elle erwähnt, dass der organische Anteil dabei mit grosser Wahrscheinlichkeit einen nicht unerheblichen Einfluss habe, insbeson- dere Gelenkschmerzen seien anerkannt ausgesprochen unange nehm und heftig. Er gehe da- von aus, dass ein physiologischer Prozess vorliege und gleich zeitig aber auch psychische Ele- mente eine Rolle spielen würden, die die Schmerzverarbeitung erschweren würden, nämlich die depressive Symptomatik. Die Schmerzverarbeitungsstörung könne nicht losgelöst von der komorbiden Depression verstanden werden. Zwischen der depr essiven Symptomatik und der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bestehe eine ne gative Wechselwirkung. Die Schmerzen beeinträchtigten die Bewältigung der depressiven Symptomatik und umgekehrt. Im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit führ t Dr. B.____ aus, es bestünde derzeit eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit v on 100% für den ersten Arbeitsmarkt. Diese begründe sich nicht allein mit der mittelgradig depressiven Episode in Kombination mit der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, sondern si e stütze sich vielmehr auf die Tat- sache, dass die Explorandin schon seit Jahren nicht mehr im ersten Arbeitsmarkt integriert und eine schrittweise Wiedereingliederung zu realisieren vol lumfänglich indiziert sei. Eine Wieder- aufnahme der Aktivität im ersten Arbeitsmarkt ohne Wiede reingliederungsmassnahmen werde mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einer Verschlechterung a uf der psychischen Ebene führen, deren Behandlung schwierig sein werde. Das Belastbarkeitstraining im Jahr 2015 sei aus seiner Sicht zu früh abgebrochen worden. Unter Berücksichtigung d er vorliegenden Befunde, dem bisherigen Verlauf, der vorhandenen Ressourcendefizite u nd der funktionellen Einschränkun- gen sei eine zeitlich begrenzte Arbeits- und Leistungsfä higkeit im Umfang von 70% angemes- sen. Die Restarbeitsfähigkeit sollte im Rahmen eines Be lastbarkeitstrainings die Basis bilden, auf der innerhalb von 12-18 Monaten schrittweise ein e Erhöhung der Präsenzzeit von deutlich über 50% aufgebaut werde. Unter Berücksichtigung aller Elemente könne prognostisch ange- nommen werden, dass die Explorandin unter günstiger En twicklung innerhalb der kommenden zwei Jahre zwischen 60% und 80% arbeits- und leistungsfähi g werden könne. Ziel der Wieder- eingliederungsmassnahmen sei es, in den kommenden zwei Jahren mindestens eine Arbeitsfä- higkeit von 70% im ersten Arbeitsmarkt zu erreichen. Im Rahmen der beginnenden Belastung im Umfang von 30% und den schrittweisen Steigerungen der Präsenzzeit sei eine Leistungsfä- higkeit im Umfang von 100% möglich. In zeitlicher Hinsicht hält Dr. B.____ fest, der Beginn der vorliegenden, rezidivierenden depressiven Episoden müsse sp ätestens mit April 2014 festge- legt werden. Die aktuelle Arbeits- und Leistungseinschr änkung habe deshalb seit diesem Zeit- punkt Gültigkeit. Die attestierte Arbeitsfähigkeit ge lte für jede körperlich zumutbare Tätigkeit. Davon ausgenommen seien Schicht- und Nachtarbeit, die i m Hinblick auf die Depression kont- raindiziert seien. 5.3 Mit Stellungnahme vom 8. Juni 2018 hält Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, RAD, zusammenfassend fest, dass die gutacht erlichen Ausführungen zur Arbeits- fähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehbar seien. Zwar werde von Dr. B.____ eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung geltend gemacht , die diagnostischen Kriterien seien hierzu aber gar nicht erfüllt. Die vorherrschende Beschw erde sei ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen P rozess oder eine körperliche Stö- rung nicht hinreichend erklärt werden könne. Bei der Versicherten liessen sich diese Schmer- zen allerdings durch eine körperliche Störung, nämlich di e mediale Gonarthrose rechts, be- gründen. In diesem Sinne liege auch keine schwerwiege nde Komorbidität vor. Auch lasse sich aufgrund der bestehenden Belastungen zwar eine Abnahme tagesstrukturierender Aktivitäten feststellen, von einem sozialen Rückzug in allen Lebenslagen könne aber keine Rede sein. 6.1 Die Beschwerdeführerin macht mit Stellungnahme vo m 27. Juni 2018 geltend, gestützt auf das Gutachten von Dr. B.____ sei von einer Arbeitsun fähigkeit von 70% auszugehen. Die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht prognostizierte Arbeits- und Leistungsfähigkeit im Umf ang von 60 bis 80% in den kommenden zwei Jahren sei jedoch abzulehnen. Der Gutachter lege n icht schlüssig dar, inwiefern sich die Situation der Beschwerdeführerin trotz gleichbleibender Behandlung verbessern sollte, zumal er selbst einräume, dass in den vergangenen vier Jahren keine Verbesserung oder Verschlechte- rung stattgefunden habe. Eine entsprechende Prognose erscheine fahrlässig und würde die für die Beschwerdeführerin existenziell wichtige Unterstützung gefährden. Demgegenüber stellt sich die IV-Stelle mit Eingabe vom 25. Juni 2018 mit Ve rweis auf die Stellungnahmen des RAD vom 8. Juni 2018 auf den Standpunkt, dass nicht auf das Gerichtsgutachten abgestellt werden könne. 6.2 Wie oben ausgeführt (E. 4.3 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinisch en Experten ab, dessen Aufga- be es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Ver fügung zu stellen, um einen be- stimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Das Gutachten von Dr. B.____ ist in formeller Hinsicht nicht zu beanstanden. Der Gutachter hat die Ve rsicherte persönlich untersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und geht einlässlich auf ihr e Angaben und geklagten Be- schwerden ein. Er setzt sich zudem fundiert mit den bei den Akten liegenden medizinischen Berichten auseinander und nimmt zu abweichenden Einschät zungen Stellung. Der Gutachter vermag namentlich die Diagnose einer depressiven Episod e mittleren Grades schlüssig zu be- gründen, welche auch im Einklang mit den erhobenen Be funden und den Schilderungen der Versicherten steht. Die Parteien gehen denn auch grund sätzlich darin einig, dass die aus den Abklärungsergebnissen hergeleitete Diagnose einer mitt elgradigen depressiven Episode mit Blick auf die medizinische Aktenlage nachvollziehbar ist, w as auch durch den RAD-Arzt Dr. D.____ in seiner Stellungnahme vom 8. Juni 2018 bestätigt wird. 6.3.1 Unter Verweis auf die Stellungnahme des RAD-Arzt es Dr. D.____ beanstandet wird hingegen, dass die klassifikatorischen Vorgaben zur Stellun g der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht erfüllt seien. Diesbezü glich gilt es zunächst darauf hinzu- weisen, dass nach den Klassifikationskriterien der ICD nich t verlangt wird, dass die Schmerzen nicht durch eine somatische Störung begründet werden kö nnen. Vielmehr setzt die anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) nach der ICD- 10-Klassifikation als vorherrschen- de Beschwerde einen andauernden, schweren und quälende n Schmerz voraus, der durch ei- nen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann. Er tritt in Verbindung mit emotionalen Konflikt en oder psychosozialen Belastungen auf, denen die Hauptrolle für Beginn, Schweregrad, Exazerb ation oder Aufrechterhaltung der Schmerzen zukommt (H. DILLING /W.M OMBOUR /M.H. SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikati- on psychischer Störungen, 8. Aufl., 2011 S. 233 [F45.4 anhaltende Schmerzstörung]). Auch in der aktuellen Ausgabe der ICD-10-Klassifikation, Versio n 2018 (abrufbar unter «http://www.dimdi.de», zuletzt besucht am 14. Dezember 2018), wurde an dieser Definition festgehalten. Der Gutachter führt diesbezüglich aus, de r organische Anteil habe im Rahmen dieser Diagnose einen nicht unerheblichen Einfluss, wes halb er davon ausgehe, dass ein phy- siologischer Prozess vorliege, gleichzeitig aber auch psych ische Elemente vorhanden seien, welche die Schmerzverarbeitung erschweren würden. Hierzu zähle namentlich die Depression. Ferner bestehe bei der Explorandin eine psychosoziale Pr oblematik durch ihr Alleinleben, die Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht problematische Entwicklung ihres Sohnes sowie die Trennun g von ihrer Herkunftsfamilie, wel- che mehrheitlich im Ausland lebe. Unter diesen Umstände n vermag aber der Einwand des RAD-Arztes Dr. D.____ nicht zu überzeugen, wonach die di agnostischen Kriterien einer anhal- tenden somatoformen Schmerzstörung nicht erfüllt seien , weil die beklagten Schmerzen durch eine körperliche Störung – vorliegend die mediale Gona rthrose − begründet werden könnten. Dies umso weniger, als (auch) in den vorliegenden medizi nischen Berichten eine nicht hinrei- chend erklärbare Schmerzproblematik mehrfach dokumentiert ist. So wird bspw. im Austrittsbe- richt der Rehaklinik E.____ vom 22. September 2015 von einer erheblichen Symptomauswei- tung berichtet, deren Ursache teilweise in einer psychischen Störung zu finden sei (vgl. IV-act. 109, S. 2). Auch anlässlich der Erstbegutachtung hat Dr. C.____ ausgeführt, dass das Ausmass der geklagten körperlichen Beschwerden durch die somatische n Befunde nicht hinreichend ob- jektiviert werden könnten (IV-act. 140, S. 29). Der na chvollziehbar begründeten Diagnosestel- lung vermag sodann auch die Tatsache nicht entgegenzus tehen, dass Dr. B.____ diese Diag- nose zum ersten Mal stellt. 6.3.2 Dessen ungeachtet gilt es in Nachachtung der neue ren bundesgerichtlichen Recht- sprechung zu berücksichtigen, dass im Zusammenhang mit der invalidisierenden Wirkung so- matoformer Schmerzstörungen die Diagnose nicht mehr im Zentrum steht, sondern Ausgangs- punkt zur Beurteilung der Frage ist, ob ein Gesundheitssch aden im Sinne der klassifizierenden Merkmale überhaupt vorliegt. Nach der Auffassung des Bun desgerichts massgebend ist viel- mehr die sozial-praktische Auswirkung der Erkrankung, mithi n die gutachterlichen Feststellun- gen zur Arbeitsfähigkeit (BGE 141 V 281 E. 7; Urteil des Bundesgerichts vom 27. September 2017, 8C_820/2016, E. 5.4 mit Hinweis auf das soeben zitierte Urteil). Nachdem das Bundesge- richt das mit BGE 141 V 281 für somatoforme (organisch nicht erklärbare) Leiden eingeführte strukturelle Beweisverfahren auch auf depressive Leiden anwendet (BGE 143 V 415 E. 4.5 und 143 V 427 E. 7.1), ist die im Zentrum stehende Frage nach der anspruchsbegründenden Ar- beitsunfähigkeit namentlich anhand der bundesgerichtli chen Indikatoren zu beantworten. Das Gutachten von Dr. B.____ enthält eine eingehende Prü fung der einzelnen Indikatoren. Soweit der RAD-Arzt Dr. D.____ die Diagnose einer anhaltende n Schmerzstörung mit dem Argument verneint, dass keine schwerwiegende Komorbidität vorlieg e, ist diesem Vorbringen entgegen- zuhalten, dass diesem – insbesondere für die Ausprägu ng der diagnoserelevanten Befunde massgebenden – Kriterium rechtsprechungsgemäss keine vorr angige Stellung (mehr) zukommt (BGE 141 V 281 E. 4.1.1). Ferner kann der jüngsten b undesgerichtlichen Rechtsprechung zu- folge jegliche Störung – selbst eine nicht invalidi sierende – eine Komorbidität begründen. Vo- rausgesetzt wird lediglich, dass der in Frage stehenden Störung ressourcenhemmende Wirkung zukommt (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1). Dr. B.____ äussert sich ausführlich zur Komorbidität, wobei er insbesondere die negativen Wechselwirkungen zwisch en der depressiven Symptoma- tik und der anhaltenden Schmerzstörung aufzeigt, wonach die Schmerzen die Bewältigung der depressiven Symptomatik beeinträchtigten und umgekehrt. Den weiteren Ausführungen von Dr. B.____ folgend bestehen Beeinträchtigungen funkt ionell insbesondere durch diese negati- ven Wechselwirkungen, die es der Versicherten erheblich er schweren würden, sich von ihren Beschwerden zu distanzieren. Demgegenüber erweisen sich die sozialen und innerpsychischen Ressourcen als schwach ausgeprägt. Dies begründe sich mit der mangelnden familiären Unter- stützung aufgrund des fehlenden direkten Kontakts zu ihrer Herkunftsfamilie, so Dr. B.____ wei- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter. Auch würde die Explorandin seit geraumer Zeit ih r soziales Umfeld vernachlässigen, was insbesondere darauf zurückzuführen sei, dass sie Niemanden mi t ihren Beschwerden konfron- tieren möchte. Das jahrelange Alleinleben als alleiner ziehende Mutter ohne die Unterstützung ihrer Familie stelle eine erhebliche psychische Belastung dar. Im Rahmen der Konsistenzprü- fung verdeutlicht Dr. B.____ hierzu, dass sie die Tatsach e, wonach auch zahlreiche Knieopera- tionen keine wirkliche Verbesserung ihrer Schmerzen zur Folge hatten, aus psychiatrischer Sicht nicht genügend gut und adäquat integrieren und verarbeiten könne, was nicht zuletzt mit der depressiven Grundeinstellung zusammenhängen würde. D ies wiederum habe einen Zu- sammenhang mit den schwachen Ressourcen, namentlich dem All einleben, dem delinquent gewordenen Sohn sowie der fehlenden familiären Unter stützung und dem daraus resultieren- den Gefühl des Scheiterns. Ausser einer gewissen Tendenz zur subjektiven Fixierung und Selbstlimitierung, welche der Gutachter teilweise de r im Rahmen der Depression verstärkten Ängstlichkeit zuordnet, konnte der Gutachter keine Inkonsist enzen feststellen. Insgesamt er- laubt das Gutachten von Dr. B.____ eine schlüssige Beurte ilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren und er gelangt nachvollziehbar zum Schluss, dass (auch) eine anhaltende somato- forme Schmerzstörung in mittelgradiger Ausprägung vorliegt. 6.3.3 Was schliesslich den ebenfalls auf der versicherungsme dizinischen Aktenbeurteilung gründende Einwand hinsichtlich der gutachterlichen Beu rteilung der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist der Beschwerdegegnerin dahingehend beizupflichten , dass die seit Jahren bestehende Ar- beitskarenz keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermag. Dies umso weniger, als der Gutach- ter der Versicherten zugleich unter alleiniger Berücksichti gung der erhobenen Diagnosen eine Arbeitsunfähigkeit von 70% und hinsichtlich der verble ibenden Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 30% eine volle Leistungsfähigkeit bescheinigt. Diesb ezüglich gilt es nun allerdings zu be- rücksichtigen, dass der Gutachter davon ausgeht, die Wied eraufnahme der Aktivität im ersten Arbeitsmarkt ohne Wiedereingliederungsmassnahmen würde mit einer grossen Wahrschein- lichkeit zu einer Verschlechterung auf psychischer Ebene f ühren, deren Behandlung schwierig wäre. Insofern stellt er damit einen direkten Bezug zur gesundheitlichen Situation der Be- schwerdeführerin her. Ferner erweisen sich – darin ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen – die präzisen Aussagen hinsichtlich der ziffernmässigen Höh e einer künftigen Steigerung der Arbeitsfähigkeit insofern als etwas fraglich, als die P rognose an einer anderen Stelle des Gut- achtens als offen bezeichnet wird. Gleichwohl erscheint das Ergebnis einer Arbeitsunfähigkeit von 70% anhand der schlüssigen Diagnosestellung sowie na mentlich mit Blick auf die Ergeb- nisse des strukturierten Beweisverfahrens (vgl. E. 6.3.2 hi ervor) nachvollziehbar und überzeu- gend. Zumal der Gutachter diesbezüglich ausdrücklich anmerkt , dass es sich dabei um „eine zeitlich begrenzte“ Arbeits- und Leistungsfähigkeit hand elt, stellt denn auch die Tatsache, dass er zu einem Neustart von Wiedereingliederungsversuchen r ät und damit eine langsame Steige- rung der Arbeitsfähigkeit für möglich hält, keinen Wi derspruch dar. Sie steht sodann auch im Einklang zu den gutachterlichen Ausführungen, denen z ufolge das Scheitern der Arbeitsversu- che nicht auf eine fehlende Kooperation und Motivatio n, sondern vielmehr auf das der Depres- sion zuzuordnende fehlende Durchhaltevermögen und die Frustrationsintoleranz zurückzufüh- ren sei, denen mit entsprechenden Arbeitsmarktmassnahmen in Kombination mit einer intensi- ven psychotherapeutischen Behandlung wirksam begegnet we rden könne. Mit anderen Worten können die festgestellten Ungenauigkeiten aus einer Ges amtwürdigung heraus nicht als triftig Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht genug erscheinen, um von den schlüssigen Beurteilungen de s Gutachters abzuweichen (vgl. E 4.3 hiervor). 6.4 Gestützt auf das Gutachten von Dr. B.____ ist demnach davon auszugehen, dass die Versicherte sowohl in ihrer angestammten Tätigkeit als auch in einer leidensadaptierten Tätig- keit seit April 2014 bis aktuell zu 30% arbeitsfähig ist. Diese Arbeitsfähigkeitseinschätzung ist der Berechnung des Invaliditätsgrades zugrunde zu legen (vgl. E. 7.1 ff. hiernach). Gleichzeitig ist jedoch den gutachterlichen Empfehlungen hinsichtlich der Wiedereingliederung insofern Rechnung zu tragen, als ausgehend von dieser Restarbeitsf ähigkeit unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Entwicklung mit Unterstützung der Invalidenversicherung eine Reintegration in den Arbeitsmarkt anzustreben ist, mit dem Ziel einer ste tigen Steigerung der Arbeitsfähigkeit. Die Durchführung geeigneter Eingliederungsmassnahmen wird die Beschwerdegegnerin mittels einer Schadenminderungsauflage sicherzustellen haben. 7.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gung. Wie eingangs ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), i st der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. Art. 16 ATSG). Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad best immen (BGE 104 V 136 E. 2a und b). In zeitlicher Hinsicht ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222, 128 V 174). Dem Gutachten von Dr. B.____ zufol- ge besteht die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit im attestierten Umfang seit April 2014. Damit kommt der Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenb eginns gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist nach Eingang der Anmeldung am 26. April 2013 und des auf den besagten Monat festgele gten Beginns des Wartejahres vorlie- gend auf den 1. April 2015 zu liegen. 7.2 Das von der Beschwerdegegnerin anhand der Angaben d er ehemaligen Arbeitgeberin der Versicherten ermittelte Valideneinkommen wurde von der Versicherten zu Recht nicht be- anstandet. Auch aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, wonach im Rahmen der Rechts- anwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung vorzunehmen wäre, zumal vorliegend keine Gründe ersichtlich sind, denen zuf olge die Versicherte ihre bisherige Stelle auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ver loren hätte. Für die Berechnung des Rentenanspruchs ist demnach von einem Valideneinkommen vo n Fr. 40‘120.-- auszugehen. Streitig und zu prüfen ist hingegen die Bestimmung des massgebenden Invalideneinkommens. 7.3.1 Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich gelte nd, in Abweichung der angefochte- nen Verfügung vom 9. August 2017 sei dem Valideneinkom men auch ein der zuletzt ausgeüb- ten Tätigkeit entsprechendes Invalideneinkommen gegenüberzustellen. 7.3.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist prim är von der beruflich- erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versich erte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit a us, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, da ss sie die ihr verbleibende Arbeitsfä- higkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zu dem das Einkommen aus der Ar- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gil t grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er zieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt d es Gesundheitsschadens keine oder je- denfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigk eit aufgenommen hat, so können ins- besondere Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für S tatistik periodisch herausgegebe- nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis). 7.3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Berechnu ng des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne der LSE, was angesichts des Umstand s, dass die Versicherte seit ihrer Kündigung im Juli 2013 keiner Erwerbstätigkeit mehr na chgeht in grundsätzlicher Hinsicht nicht zu beanstanden ist. Dem Vorbringen der Beschwerdeführer in ist aber dahingehend beizupflich- ten, als sich das im Rahmen der zuletzt ausgeübten Tätigkeit erzielte Valideneinkommen vergli- chen mit dem branchenüblichen Lohn als unterdurchschnitt lich erweist. Dieser Tatsache ist beim Einkommensvergleich entsprechend Rechnung zu tragen. 7.3.4 Hat eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen ein deutlich unterdurch- schnittliches Einkommen bezogen, so ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, es sei denn, es bestünd en Anhaltspunkte dafür, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommen sniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditä tsfremde Gesichtspunkte zurückzu- führenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkom- men gleichmässig zu berücksichtigen sind. Diese Paralleli sierung der Einkommen kann praxis- gemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen au f die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 134 V 322 E. 4.1). Wie das Bunde sgericht mit BGE 135 V 297 ff. präzi- siert hat, ist der tatsächlich erzielte Verdienst allerdings erst dann im Sinne von BGE 134 V 322 E. 4.1 deutlich unterdurchschnittlich, wenn er mindestens 5% vom branchenüblichen Tabellen- lohn abweicht. Ebenso hat das Bundesgericht in diesem En tscheid festgehalten, dass eine Pa- rallelisierung der Vergleichseinkommen bei Erfüllung der übrigen Voraussetzungen nur in dem Umfang erfolgen darf, in welchem die prozentuale Abw eichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5% übersteigt (BGE 135 V 303 f. E. 6.1.2 und 6.1.3). 7.3.5 Gestützt auf die Abklärungen der Beschwerdegegner in würde die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit bei der ehemaligen Arb eitgeberin bei einem Pensum von 100% einen Jahresverdienst von Fr. 42‘120.-- erzielen. Gemäss LSE 2014, Tabelle TA1, Sektor To- tal, Kompetenzniveau 1, Frauen, hätte der branchenüb liche Lohn monatlich Fr. 4‘300.-- betra- gen. In Berücksichtigung der wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden und der Nominallohn- entwicklung (0.5% für das Jahr 2015) ist damit ein Jahre seinkommen von Fr. 54‘062.-- als Ver- gleichswert heranzuziehen. Vergleicht man diese beiden Jahreseinkommen, so zeigt sich, dass die Beschwerdeführerin bei der ehemaligen Arbeitgebe rin einen Lohn erzielte, der rund 22% unter dem branchenüblichen Lohn gemäss LSE Tabelle 20 14 lag. Die Voraussetzungen für eine Parallelisierung sind somit gegeben. Der ehemalig e Lohn unterschreitet die Erheblich- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht keitsgrenze um 17%, weshalb das Valideneinkommen in die sem Umfang heraufzusetzen ist. Damit resultiert ein parallelisiertes Valideneinkommen von Fr. 49‘280.40. 7.4 Wie sich aus Erwägung 6.4 ergibt, ist im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbe- ginns, am 1. April 2015, auf die im Gutachten von Dr. B.____ veranschlagte Arbeitsfähigkeit von 30% abzustellen. Unter Berücksichtigung des vorstehend anh and der LSE 2014 ermittelten Jahreseinkommens in der Höhe von Fr. 54‘062.--, ergibt sich bei einem zumutbaren Pensum von 30% ein Invalideneinkommen von Fr. 16‘208.60. Aus der Gegenüberstellung des Validen- einkommens von Fr. 49‘280.40 und des Invalideneinkommens von Fr. 16‘208.60 ergibt sich ein Invaliditätsgrad von gerundet 67%. Damit besteht ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. 7.5 Ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug erscheint vor liegend nicht gerechtfertigt, da den gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführe rin im Rahmen der Zumutbar- keitsbeurteilung bereits weitgehend Rechnung getragen worden und hinsichtlich der Restar- beitsfähigkeit eine volle Leistungsfähigkeit ausgewiese n worden ist (vgl. E. 6.3.3. hiervor). Un- geachtet dessen dürfen dieselben, bereits bei der Para llelisierung berücksichtigten, einkom- mensbeeinflussenden invaliditätsfremden Faktoren nicht nochmals im Rahmen des Leidensab- zuges berücksichtigt werden (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.3). 8. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gut zuheissen, als die angefoch- tene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 9. August 2017 aufgehoben und festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin ab 1. April 2015 Ansp ruch auf eine Dreiviertelsrente der In- validenversicherung hat. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin unterlegene Partei, weshalb sie grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. Gemäss § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO werden der Vorinstanz bzw. den kantonalen Behörden gemäss Verwaltungsverfah- rensgesetz vom 13. Juni 1988 keine Verfahrenskosten aufer legt. Auf die Erhebung von Verfah- renskosten ist deshalb zu verzichten. 9.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtliche Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Ve rsicherungsträger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeor dnet hat. Hat er keine Massnah- men angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übe rnehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder B estandteil nachträglich zugesproche- ner Leistungen bildeten. Wie das Bundesgericht in BGE 1 37 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gerich t als notwendig erachteten Beweis- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht massnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine sol che indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten d er durch das Gericht in Auftrag gegebe- nen MEDAS-Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 1. März 2018 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damal s vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Hintergrund bildete der Umstand, dass das von der I V-Stelle eingeholte psychiatrische Gutachten von Dr. D.____ vom 2. Januar 2017 für die str eitigen Belange nicht umfassend war (vgl. hierzu ausführlich E. 5.1 hiervor) und demnach die rechtsprechungsgemässen Anforde- rungen an ein beweistaugliches Gutachten (BGE 125 V 35 2 E. 3a) nicht erfüllte. Das Kantons- gericht beschloss deshalb, die erforderliche zusätzliche Abkl ärung des medizinischen Sachver- haltes im Rahmen eines Gerichtsgutachtens vornehmen zu l assen. Damit war die gerichtliche Begutachtung durch Dr. B.____ nicht nur angezeigt, so ndern unerlässlich. Im Lichte der ge- schilderten Rechtsprechung sind die daraus resultierenden Kosten, welche sich gemäss den Honorarrechnungen von Dr. B.____ insgesamt auf Fr. 5 ‘762.50 belaufen (Rechnung vom 24. Mai 2018), folglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 9.3 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO steht der obsiegenden Beschwe rdeführerin eine Parteient- schädigung zu. Der Honorarnote vom 3. Juli 2018 zufolge beläuft sich der geltend gemachte Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf i nsgesamt 26 Stunden und 40 Minuten, was sich angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Re chtsfragen als angemessen er- weist. Ebenfalls nicht zu beanstanden sind die geltend gemachten Auslagen im Umfang von insgesamt Fr. 150.--. Der Beschwerdeführerin ist demnach eine Parteientschädigung in der Hö- he von Fr. 5‘927.80 entsprechend dem in der Honorarno te vom 3. Juli 2018 ausgewiesenen Aufwand (18 Stunden und 30 Minuten à Fr. 200.-- zuzüglich Spesen und Auslagen von Fr. 111.- sowie 8% Mehrwertsteuer für die Bemühungen im Jahr 201 7 und 8 Stunden und 10 Minuten à Fr. 200.-- sowie 7.7% Mehrwertsteuer für die Bemühu ngen im Jahr 2018) zu Lasten der Be- schwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefoch tene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 9. August 2017 wird auf gehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab Apri l 2015 An- spruch auf eine Dreiviertelsrente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 5‘762.50 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 5‘927.80 (inkl. A uslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.