<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2003 1 S.23</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Zivilrecht</span> <span class="page_no">23</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Zivilrecht</b></span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>A. Familienrecht</b></span><br/> <br/> <span class="ft3"><b>1</b></span> <span class="ft3"><b>Art. 114 und 115 ZGB; § 274 Abs. 1 ZPO</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Die Frage, ob ein Anspruch auf Scheidung der Ehe gegeben ist, bildet</b></span><br/> <span class="ft3"><b>keine prozessuale oder materielle Vorfrage im Sinne von § 274 Abs. 1</b></span><br/> <span class="ft3"><b>ZPO der Scheidungsnebenfolgen. Kommt die urteilende Instanz zum Er-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>gebnis, dass die Voraussetzungen der Scheidungsklage nach Art. 114/115</b></span><br/> <span class="ft3"><b>ZGB (Ablauf des vierjährigen Getrenntlebens bzw. Vorliegen eines Un-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>zumutbarkeitsgrunds) erfüllt sind, so bleibt für den Erlass eines Zwi-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>schenentscheids kein Raum, sondern sind mittels Endurteil die Eheschei-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>dung auszusprechen und die Nebenfolgen zu regeln.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Obergerichts, 1. Zivilkammer, vom 10. Dezember</span><br/> <span class="ft4">2002, i.S. R.S. gegen A.S.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen:</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">3. b) Die Vorinstanz hat sich offenbar von der Idee tragen las-</span><br/> <span class="ft6">sen, zunächst die streitige Scheidungsfrage zu klären und erst nach</span><br/> <span class="ft6">Ablauf der Rechtsmittelfrist zur Anfechtung des Zwischenentscheids</span><br/> <span class="ft6">bzw. nach Vorliegen eines bestätigenden Entscheids des Obergerichts</span><br/> <span class="ft6">über die Nebenfolgen der Scheidung zu befinden. Die Frage der Be-</span><br/> <span class="ft6">gründetheit der Scheidungsklage bildet indessen keine prozessuale</span><br/> <span class="ft6">oder materielle Vorfrage im Sinne von § 274 Abs. 1 ZPO der Schei-</span><br/> <span class="ft6">dungsnebenfolgen. Kommt die urteilende Instanz zum Ergebnis, dass</span><br/> <span class="ft6">die Voraussetzungen der Scheidungsklage nach Art. 114/115 ZGB</span><br/> <span class="ft6">(Ablauf des vierjährigen Getrenntlebens bzw. Vorliegen eines Unzu-</span><br/> <span class="ft6">mutbarkeitsgrunds) erfüllt sind, so bleibt für den Erlass eines Zwi-</span><br/> <span class="ft6">schenentscheids kein Raum, sondern sind mittels Endurteil die Ehe-</span><br/> <span class="ft6">scheidung auszusprechen und die Nebenfolgen zu regeln.</span><br/></div> </div> </body> </html>