B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Entscheid aufgehoben durch BGer mit Urteil vom 24.09.2015 (2C_963/2014) Abteilung I A-1606/2014 U r t e i l v o m 7 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Michael Beusch, Richterin Marie-Chantal May Canellas, Gerichtsschreiber Beat König. Parteien 1. A._______ AG in Liquidation (gelöscht), 2. B._______ AG, 3. C._______, 4. D._______, alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jörg Frei, dipl. Steuerexperte, Beschwerdeführende, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung, Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI, Amtshilfe, Vorinstanz. Gegenstand Amtshilfe (DBA NL-CH). A-1606/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Am 13. Juni 2013 reichte der Belastingdienst der Niederlande (nach- folgend: BD) gestützt auf das Abkommen vom 26. Februar 2010 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich der Nieder- lande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen (SR 0.672.963.61; nachfolgend: DBA-NL) bei der Eidge- nössischen Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV) ein Amtshilfegesuch ein, das die A._______ AG (mit Sitz in E._______), die B._______ AG (mit Sitz in F._______), C._______ (wohnhaft in G._______, Niederlande) und die D._______ (mit Sitz in H._______, Niederlande) betraf. Der BD führte zur Begründung aus, die niederländische Steuerbehörde habe anlässlich einer Steuerprüfung bezüglich C._______s und der D._______ Bankunterlagen bei der Bank I._______ eingesehen. Dabei seien Gesprächsnotizen von Bankangestellten zum Vorschein gekommen, welche den Eindruck erwecken würden, dass durch C._______ und/oder die D._______ Bankdienste in der Schweiz genutzt würden. Nach den Bankunterlagen sei C._______ ferner mit an Sicherheit grenzender Wahr- scheinlichkeit in irgendeiner Weise an der A._______ AG beteiligt. Zudem werde in den Bankunterlagen unter anderem Folgendes ausgeführt: «Wir haben eine starke Ahnung, dass Herr C._______ Inhaber der schweize- rischen Investmentgesellschaft ist, und mittels des obenerwähnten Geschäfts Vermögen überführen will. […] Weil ein beträchtlicher Teil des Vermögens […] im Ausland untergebracht ist, wird ein estate planner (J._______) bei Herrn C._______ eingeführt werden.» Weiter wies der BD im Amtshilfegesuch darauf hin, dass von C._______ und/oder der D._______ Barzahlungen für – trotz wiederholter Nachfrage – nicht nachgewiesene Warenlieferungen und Dienstleistungen an die B._______ AG gemacht worden seien. Es sei zudem zu vermuten, dass die A._______ AG zu einem nicht marktkonformen tiefen Preis Immobilien an die Kinder von C._______ verkauft habe. Zwar bestreite C._______ ge- genüber den niederländischen Steuerbehörden, Bankdienstleistungen in der Schweiz zu beanspruchen und an der A._______ AG oder der B._______ AG beteiligt zu sein. Die niederländische Steuerbehörde ver- mute jedoch aufgrund der genannten Indizien, dass C._______ und/oder die D._______ über Bankkonten in der Schweiz verfügen. A-1606/2014 Seite 3 A.b Konkret ersuchte der BD zwecks einer richtigen Erhebung der (nieder- ländischen) Einkommenssteuer und der (niederländischen) Körperschafts- steuer ab dem 1. März 2010 um Information, - wer die Aktionäre der A._______ AG bzw. der B._______ AG sind, - ob C._______ oder die D._______ mittelbar oder unmittelbar Eigen- tümer(in) der A._______ AG bzw. der B._______ AG ist oder war, - ob C._______ oder die D._______ in irgendeiner Weise in Beziehung zur A._______ AG bzw. zur B._______ AG steht oder stand, - ob «Barbezahlungen» durch C._______ und/oder die D._______ in der Buchführung der B._______ AG «verantwortet» wurden und wel- che Leistungen die B._______ AG hierfür erbracht hat (in diesem Zu- sammenhang wurden vom BD auch eine Übersicht der € 1'000.- über- steigenden Bareinnahmen und die zugrunde liegenden Unterlagen verlangt). Zusätzlich ersuchte der BD um Information, ob im Zeitraum vom 1. März 2010 «bis heute » bzw. dem Zeitpunkt des Amtshilfegesuches (13. Juni 2013) C._______, die D._______, die A._______ AG und die B._______ AG (je einzeln) als Kontoinhaber(in), Berechtige(r) oder Bevollmächtigte(r) über Bankkonten, Accounts, Anlagekonten etc. bei der Bank K._______ in L._______ und/oder der (von der Bank M._______ in L._______ übernom- menen) Bank O._______ (nachfolgend: O._______) verfügten. Zu den ent- sprechenden (allfälligen) Bankbeziehungen hielt der BD jeweils folgenden Fragenkatalog im Amtshilfegesuch fest: «a. […] Was sind die Guthaben dieser Konten am 01.03.2010, 01.01.2011, 01.01.2012 und 31.12.2012? Ich möchte gerne die Kontobewegungen dieses/dieser Kontos/Konten ab dem 1. März 2010 bis einschl. den 31. Dezember 2012 von Ihnen erhalten; b. Wer ist/sind der/die Berechtigte(n) und Bevollmächtigte(n) dieser Kon- ten? Ich möchte gerne den vollständigen Namen, die Adresse und die Woh- nortdaten von Ihnen erhalten. c. Wann wurde(n) das/die Konto/Konten eröffnet? Ich möchte gerne Ko- pien der Eröffnungsformulare und der eventuellen Kontoauflösungsfor- mulare erhalten. A-1606/2014 Seite 4 d. Wenn das/die Konto/Konte n aufgelöst wurde(n), dann möchte ich gerne Kopien der Kontoauflösungsformulare von Ihnen erhalten.» Der BD versicherte in einem Begleitschreiben zum Amtshilfeersuchen , dass sämtliche zur Beschaffung der verlangten Informationen verfügbaren Ermittlungsmöglichkeiten im ersuchenden Staat ausgeschöpft worden seien und der BD in vergleichbaren Fällen in der Lage sei, entsprechende Informationen zu beschaffen. B. B.a In der Folge forderte die ESTV mit Verfügungen vom 8. Juli 2013 N._______ (Liquidator der A._______ AG in Liquidation ), die Bank M._______, die K._______ AG und die B._______ AG auf, die Infor- mationen gemäss dem erwähnten Amtshilfeersuchen sowie die zugehöri- gen Unterlagen zu liefern. Die Bank M._______ und die K._______ AG kamen dieser Editionsverfügung mit Schreiben vom 22. Juli sowie 11. und 13. September 2013 nach. B.b Mit Schreiben vom 26. November 2013 beantragte Rechtsanwalt lic. iur. Jörg Frei, dipl. Steuerexperte, im Namen der A._______ AG, der B._______ AG, der D._______ sowie im Namen von C._______, auf das Amtshilfegesuch des BD sei nicht einzutreten. B.c Mit Schreiben vom 8. Januar 2014 beantragte Rechtsanwalt Frei wie- derum im Namen der Vorgenannten, das Amtshilfegesuch sei abzuweisen. Zur Begründung machte er insbesondere geltend, dass im Amtshilfebegeh- ren kein Verdacht auf Steuerdelikte vorgebracht werde. C. Am 21. Februar 2014 erliess die ESTV (nachfolgend auch: Vorinstanz) eine Schlussverfügung gegenüber der A._______ AG in Liquidation, d er B._______ AG, C._______ und de r D._______. Sie kam darin zum Schluss, dass dem BD betreffend die A._______ AG (Dispositiv-Ziff. 1 der Schlussverfügung), betreffend die B._______ AG (Dispositiv -Ziff. 2 der Schlussverfügung), betreffend C._______ (Dispositiv-Ziff. 3 der Schluss- verfügung) sowie betreffend die D._______ (Dispositiv-Ziff. 4 der Schluss- verfügung) Amtshilfe zu leisten sei. In Dispositiv -Ziff. 5 der Schlussverfü- gung listete die ESTV die dem BD zu übermittelnden Informationen und Unterlagen auf. Danach ist dem BD unter anderem mitzut eilen, dass die A._______ AG am 7. Juli 2008, also vor der angefragten Zeitperiode auf- gelöst wurde und deshalb zum Kreis der Aktionäre dieser Gesellschaft keine Angaben gemacht werden können. Ferner ist nach Dispositiv-Ziff. 5 A-1606/2014 Seite 5 der Schlussverfügung dem BD insbesondere mitzuteilen, dass bei zwei der auf C._______ lautenden Konten bei der Bank K._______ in L._______ und bei der O._______ im angefragten Zeitraum […] bevollmächtigt waren. Zu den gemäss der genannten Anordnung der Schlussverfügung dem BD mitzuteilenden Angaben zählen sodann namentlich solche über die [Frage, ob eine wirtschaftliche Berechtigung von C._______ und/oder D._______] an Konten, welche auf die A._______ AG und die B._______ AG lauten[, besteht]. Die ESTV hielt in ihrer Schlussverfügung ferner fest, dass sie den BD da- rauf hinweisen werde, dass die in Dispositiv -Ziff. 5 der Schlussverfügung genannten Unterlagen und Informationen nur im Verfahren gegen die A._______ AG, die B._______ AG, C._______ und die D._______ für den im Ersuchen vom 13. Juni 2013 genannten Tatbestand verwertet werden dürfen (Dispositiv-Ziff. 6 Bst. a der Schlussverfügung). Ferner ordnete die ESTV an, dass sie den BD darauf hinweisen werde, dass die edierten Un- terlagen sowie Informationen, die nach dem innerstaatlichen Recht der Schweiz beschafft worden seien, geheim zu halten sind und nur Personen und Behörden (einschliesslich Gerichten und Verwaltungsbehörden) zu- gänglich gemacht werden dürfen, welche mit der Veranlagung, Erhebung, Verwaltung, Vollstreckung, Strafverfolgung oder mit der Entscheidung über Rechtsmittel hinsichtlich der unter das DBA-NL fallenden Steuern befasst sind (Dispositiv-Ziff. 6 Bst. b der Schlussverfügung). D. Am 26. März 2014 erhob Rechtsanwalt Frei im Namen der A._______ AG (in Liquidation; nachfolgend auch: Beschwerdeführerin 1), der B._______ AG (nachfolgend auch: Beschwerdeführerin 2) , der D._______ (nachfol- gend auch: Beschwerdeführerin 4) und im Namen von C._______ (nach- folgend auch: Beschwerdeführer 3) Beschwerde beim Bundesverwaltungs- gericht mit dem Antrag, unter vollumfänglicher Aufhebung der Schlussver- fügung der ESTV sei das Amtshilfegesuch des BD vom 13. Juni 2013 ab- zuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Eventualiter w erden mit dem Rechtsmittel die Aufhebung der Schluss verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur neuen Beurteilung gefordert. Ferner wird Kosten- und Entschädigungsfolge «zzgl. MWSt zu Lasten der Bundes- kasse» verlangt. Zur Begründung erklärt der Rechtsvertreter im Wesentlichen, das Amtshil- fegesuch sei, soweit es sich gegen die lange vor dem betroffenen Zeitraum A-1606/2014 Seite 6 liquidierte Beschwerdeführerin 1 richte, nicht zulässig und die Schlussver- fügung sei deshalb jedenfalls insoweit aufzuheben. Der BD habe in seinem Gesuch überdies den steuerrechtlich relevanten Sachverhalt nicht darge- legt, geschweige denn Anhaltspunkte für ein amtshilfefähiges unrechtmäs- siges oder deliktisches Verhalten geliefert und die gegen einen oder meh- rere der Beschwerdeführenden in der Niederlande geführten (oder noch zu führenden) Verfahren näher bezeichnet. Nicht hinreichend aufgezeigt habe der BD insbesondere die ausländische Steuerpflicht der Beschwerdefüh- renden, zumal die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 – soweit sie überhaupt noch existent seien – nach schweizerischem Recht errichtete Gesellschaf- ten bilden würden. Der BD habe es auch versäumt, klar und widerspruchs- frei darzulegen, dass er die dem Amtshilfegesuch zugrunde liegenden In- formationen auf nach schweizerischem Recht nicht strafbare Weise erlangt habe. Zwar werde im Gesuch auf Gesprächsnotizen eines Bankangestell- ten verwiesen. Wie der BD diese Notizen – soweit diese tatsächlich exis- tieren sollten – erhalten habe, sei jedoch nicht nachvollziehbar. Auch sei es unrealistisch, dass ein Bankangestellter für die Steuerbehörden notiere, er habe «'eine starke Ahnung', dass sein Kunde Vermögen verschieben will» (Beschwerde, S. 8). Insgesamt sei das Amtshilfebegehren derart knapp gehalten, dass von einem Verstoss gegen den Grundsatz des fairen Ver- fahrens und von einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör auszugehen sei. Der Anspruch auf rechtliches Gehör sei vorliegend auch deshalb missachtet worden, weil den Beschwerdeführenden keine Einsicht in alle der Schlussverfügung zugrunde liegenden Dokumente (wie nament- lich die erwähnten Gesprächsnotizen des Bankangestellten) gewährt wor- den sei. Weiter wird in der Beschwerde geltend gemacht, die Vorinstanz habe ge- stützt auf nicht belegte Indizien sowie aufgrund der edierten Akten einen Verdacht auf Steuerdel ikte angenommen und damit insbesondere ver- kannt, «dass das Resultat der [vorinstanzlichen] Beweisausforschung […] [auf den Entscheid über das Amtshilfegesuch] keinen Einfluss haben » dürfe (Beschwerde, S. 10). Zudem seien die nach Ziff. 5 der Schlussverfü- gung zu übermittelnden Angaben betreffend die [Bevollmächtigten] dem BD nicht mitzuteilen, weil d iese Behörde im Sinne einer unzulässigen «fishing expedition » «aufs Geratewohl» nach weiteren Berechtigten ge- fragt habe und diese [Bevollmächtigten] als unbeteiligte Dritte zu qualifizie- ren seien. Schliesslich wird gerügt, der Umfang der nach der Schlussver- fügung dem BD zu übermittelnden Informationen sei unverhältnismässig , da für die Feststellung des seitens de r niederländischen Steuerbehörden A-1606/2014 Seite 7 vermuteten Sachver halts Informationen zum Steuerjahr 2012 genügen würden. E. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Mai 2014 beantragt die ESTV die kos- tenfällige Abweisung der Beschwerde. F. Mit Eingabe vom 18. Juni 2014 hält Rechtsanwalt Frei namens der Be- schwerdeführenden an den Beschwerdebegehren fest. Zudem ersuchte er um Einsicht in die vorinstanzlichen Akten und Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels. G. Das Bundesverwaltungsgericht gewährte Rechtsanwalt Frei mit Zwischen- verfügungen vom 24. Juni sowie 11. Juli 2014 die beantragte Akteneinsicht und setzte ihm Frist zur Einreichung einer allfälligen Stellungnahme. H. Mit innert erstreckter Frist e ingereichter Stellungnahme vom 19. August 2014 hält Rechtsanwalt Frei im Namen der Beschwerdeführenden an den Beschwerdebegehren vollumfänglich fest. I. Die Vorinstanz verzichtet mit Schreiben vom 28. August 2014 unter Ver- weisung auf ihre Vernehmlassung darauf, sich zur Stellungnahme der Be- schwerdeführenden vom 19. August 2014 zu äussern. J. Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereich- ten Unterlagen wird – sofern erforderlich – in den folgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen des nieder- ländischen BD gestützt auf das DBA -NL zugrunde. Da das vorliegende Amtshilfegesuch am 13. Juni 2013, also nach dem Inkrafttreten des Bun- desgesetzes vom 28. September 2012 über die internationale Amtshilfe in Steuersachen (Steueramtshilfegesetz, StAhiG; SR 6 72.5) am 1. Februar 2013 eingereicht wurde, richtet sich die Durchführung dieses Abkommens A-1606/2014 Seite 8 nach diesem Gesetz (vgl. Art. 24 StAhiG e contrario). Die per 1. August 2014 in Kraft getretenen Art. 14 Abs. 1 und 2, Art. 15 Abs. 2 sowie Art. 21a StAhiG in der Fassung der Änderung vom 21. März 2014 gelten dabei vor- liegend ungeachtet des Umstandes, dass das hier streitbetroffene Amtshil- feersuchen im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Gesetzesänderung be- reits eingereicht war (vgl. Art. 24a Abs. 2 StAhiG in der Fassung der am 1. August 2014 in Kraft getretenen Änderung vom 21. März 2014 [AS 2014 2309 ff.]). Anwendbar ist ferner der Bundesbeschluss vom 17. Juni 2011 über die Genehmigung eines Doppelbesteuerungsabkommens zwischen der Schweiz und den Niederlanden (SR 672.963.6; nachfolgend: Genehmi- gungsbeschluss DBA-NL). 1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden gegen Schlussverfügungen der ESTV betreffend die Amtshilfe gestützt auf das DBA-NL zuständig (vgl. Art. 19 Abs. 5 StAhiG in Verbindung m it Art. 31-33 VGG). Das Verfahren vor diesem Gericht richtet sich dabei nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 1.3.1 Die Beschwerdelegitimation gemäss Art. 19 Abs. 2 StAhiG in Verbin- dung mit Art. 48 VwVG setzt unter anderem die Parteifähigkeit der Be- schwerdeführenden voraus (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5410/2012 vom 28. Mai 2013 E. 2; ISABELLE HÄNER, in: Christoph Auer et al. [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfah- ren [VwVG], 2008, Art. 48 N . 5; VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2009, Art. 48 N. 6). Die Beschwerdeführerin 1 hat aufgrund ihrer bereits vor der Beschwerde- erhebung erfolgten Löschung im Handelsregister ihre Rechtsfähigkeit und damit auch ihre Prozessfähigkeit verloren (vgl. Art. 746 OR in Verbindung mit Art. 643 OR und Art. 52 Abs. 1 ZGB; vgl. auch Beschluss der Beschwer- dekammer des Bundesstrafgerichts vom 2. Okt ober 2013 im Verfahren BV.2013.13 und BV.2013.14). Auf die Beschwerde kann damit, soweit sie im Namen der Beschwerdefüh- rerin 1 erhoben wurde, nicht eingetreten werden (gleichwohl sind im Fol- genden die von den übrigen Beschwerdeführenden erhobenen Rügen be- treffend die Beschwerdeführerin 1 zu berücksichtigen). A-1606/2014 Seite 9 1.3.2 Die Beschwerdeführenden 2-4 erfüllen als Verfügungsadressaten die Voraussetzungen der Beschwerdebefugnis (vgl . Art. 19 Abs. 2 StAhiG in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VwVG). 1.4 Da die Beschwerde im Übrige n form- und fristgerecht eingereicht wurde (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG), ist mit der hiervor genannten Einschränkung (E. 1.3.1) darauf einzutreten. 2. 2.1 Das am 26. Februar 2010 unterzeichnete DBA-NL trat am 9. November 2011 in Kraft (vgl. Art. 29 Abs. 1 DBA-NL). Die Amtshilfeklausel des DBA-NL, Art. 26 DBA-NL, und die zugehörige Ziff. XVI des Protokolls zum DBA-NL sind laut Art. 29 Abs. 2 DBA-NL «anwend- bar auf Ersuchen, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens dieses Abkommens gestellt werden und die Informationen betreffen, die sich auf einen Zeitraum beziehen, der am oder nach dem auf die Unterzeichnung des Abkommens folgenden 1. März beginnt». Da das vorliegende Amtshilfegesuch vom 13. Juni 2013 nach dem Inkraft- treten des DBA-NL eingereicht wurde, sind nach der zuletzt genannten Ab- kommensklausel Art. 26 DBA-NL und Ziff. XVI des Protokolls zum DBA-NL intertemporalrechtlich anwendbar, soweit das Gesuch Informationen be- trifft, die sich auf die Zeit ab dem 1. März 2010 beziehen. Die am 31. Oktober 2011 abgeschlossene und gleichentags in Kraft getre- tene Verständigungsvereinbarung über die Auslegung von Ziff. XVI Bst. b des Protokolls zum DBA-NL ist ab ihrem Inkrafttreten anzuwenden (Abs. 4 der Verständigungsvereinbarung) und gilt somit auch im vorliegenden Fall. 2.2 Art. 26 DBA-NL entspricht in seinem Wortlaut weitgehend demjenigen von Art. 26 des Musterabkommens der Organisation für wirtschaftliche Zu- sammenarbeit und Entwicklung (im Folgenden: OECD-MA; vgl. Botschaft zur Genehmigung eines Doppelbesteuerungsabkommens zwischen der Schweiz und den Niederlanden vom 25. August 2010, BBl 2010, 5787 ff., 5800). Gemäss Art. 26 Abs. 1 Satz 1 DBA-NL tauschen die zuständigen Behörden der beiden Vertragsstaaten unter sich diejenigen Informationen aus, «die zur Durchführung dieses Abkommens oder zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts betreffend für Rechnung der Vertragsstaaten, ihrer politischen Unterabteilungen oder lokalen Körper- schaften erhobenen Steuern jeder Art und Bezeichnung voraussichtlich er- heblich sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht A-1606/2014 Seite 10 dem Abkommen widerspricht». Dabei ist der Informationsaustausch nicht durch Art. 1 DBA -NL (persönlicher Geltungsbereich) und Art. 2 DBA-NL (sachlicher Geltungsbereich bzw. unter das Abkommen fallende Steuern) beschränkt (Art. 26 Abs. 1 Satz 2 DBA-NL). Art. 26 Abs. 3 DBA-NL enthält bestimmte Beschränkungen der Pflicht zur Leistung von Amtshilfe. So wird damit der ersuchte Ve rtragsstaat von der Verpflichtung enthoben, von den Gesetzen oder der Verwaltungspraxis des einen oder des anderen Vertragsstaates abzuweichen (Bst. a), oder Infor- mationen zu erteilen, welche nach den Gesetzen oder im üblichen Verwal- tungsverfahren eines de r beiden Vertragsstaaten nicht beschafft werden können (Bst. b). Auch besteht gemäss Art. 26 Abs. 3 (Bst. c) DBA-NL keine Verpflichtung zur Erteilung von Informationen, «die ein Handels -, Ge- schäfts-, Industrie-, Gewerbe- oder Berufsgeheimnis oder ein Geschäfts- verfahren preisgeben würden oder deren Erteilung dem Ordre public wi- derspräche». Freilich enthält die Art. 26 Abs. 3 DBA-NL vorgehende Vorschrift von Art. 26 Abs. 5 DBA-NL ihrerseits Einschränkungen der in vorgenannter Bestim- mung vorgesehenen Beschränkungen der Amtshilfeverpflichtung. So darf der ersuchte Vertragsstaat nach Art. 26 Abs. 5 DBA -NL die Leistung von Amtshilfe nicht nur deshalb ablehnen, «weil sich die Informationen bei ei- ner Bank, einem sonstigen Finanzinstitut, einem Bevollmächtigten, Beauf- tragten oder Treuhänder befinden oder weil sie sich auf Beteiligungen an einer Person beziehen» (Satz 1). In diesem Zusammenhang räumt Art. 26 Abs. 5 Satz 2 DBA -NL den Steuerbehörden des ersuchten Staates die Kompetenz ein, die Offenlegung der in diesem Absatz der Amtshilfebestim- mung erwähnten Informationen durchzusetzen. Die Regelung von Art. 26 Abs. 5 DBA -NL bedeutet indes nicht, dass der ersuchte Staat in jedem Fall Bankinformationen an den ersuchenden Staat zu übermitteln hat. Die Grenzen der Verpflichtung zur Amtshilfe, welche in Art. 26 Abs. 3 DBA-NL statuiert sind, kommen auch auf Bankinformationen zur Anwendung, soweit sich die Weigerung zur Leistung von Amtshilfe auf Gründe stützt, die mit der Eigenschaft des Informationsinhabers als Bank nichts zu tun haben (so zu Art. 26 Abs. 5 OECD-MA STEFAN OESTERHELT, Amtshilfe im internationalen Steuerrecht der Schweiz, in: Jusletter vom 12. Oktober 2009, Rz. 126, mit weiteren Hinweisen). 3. 3.1 A-1606/2014 Seite 11 3.1.1 Was die inhaltlichen Anforderungen betrifft, denen ein Amtshilfege- such zu genügen hat, enthält Art. 26 DBA-NL keine detaillierte Aufzählung der notwendigen Angaben. Hingegen sieht Ziff. XVI Bst. b des Protokolls zum DBA-NL vor, dass die Steuerbehörden des ersuchenden Staates bei der Stellung eines Amtshilfegesuches folgende Angaben zu liefern haben: «(i) die zur Identifikation der in eine Prüfung oder Untersuchung einbezogenen Person(en) nötigen Informationen, insbesondere bestehend aus dem Na- men und, sofern verfügbar, der Adresse, der Kontonummer und weiteren Angaben, welche die Identifikation dieser Person erleichtern, wie Geburts- datum, Zivilstand oder Steuernummer; (ii) die Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt werden; (iii) die Beschreibung der verlangten Informationen sowie Angaben hinsicht- lich der Art und Form, in der der ersuchende Staat die Informationen vom ersuchten Staat zu erhalten wünscht; (iv) den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden; (v) den Namen und, sofern bekannt, die Adresse des mutmasslichen Inha- bers der verlangten Informationen.» Nach Abs. 3 der Verständigungsvereinbarung vom 31. Oktober 2011 zur Auslegung von Ziff. XVI Bst. b des Protokolls zum DBA-NL ist einem Amts- hilfegesuch stattzugeben, wenn der ersuchende Staat, vorausgesetzt, es handle sich nicht um eine «fishing expedition» (vgl. dazu sogleich E. 4.2), zusätzlich zu den Angaben im Sinne von Ziff. XVI Bst. b des Protokolls zum DBA-NL «a) die in eine Überprüfung oder Untersuchung einbezogene Person identifi- ziert, wobei diese Identifikation auch auf andere Weise als durch Angabe des Namens und der Adresse erfolgen kann; und b) soweit bekannt, den Namen und die Adresse des mutmasslichen Informa- tionsinhabers angibt.» Eine wörtlich fast identische Regelung sieht Art. 1 Abs. 3 Genehmigungs- beschluss DBA-NL für Amtshilfegesuche der Niederlande vor. 3.1.2 Art. 6 Abs. 2 StAhiG sieht vor, dass das Ersuchen insbesondere fol- gende Angaben enthalten muss, sofern das anwendbare Abkommen keine Bestimmungen über den Inhalt eines Ersuchens enthält und sich aus dem Abkommen nichts anderes ableiten lässt: A-1606/2014 Seite 12 «a. die Identität der betroffene n Person, wobei diese Identifikation auch auf andere Weise als durch Angabe des Namens und der Adresse erfolgen kann; b. eine Beschreibung der verlangten Informationen sowie Angaben zur Form, in der der ersuchende Staat diese Informationen zu erhalten wünscht; c. den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden; d. die Gründe zur Annahme, dass die verlangten Informationen sich im er- suchten Staat oder im Besitz oder unter der Kontrolle einer Informations - inhaberin oder eines Informationsinhaber s befinden, die oder der im er- suchten Staat ansässig ist; e. den Namen und die Adresse der mutmasslichen Informationsinhaberin o- der des mutmasslichen Informationsinhabers, soweit bekannt; f. die Erklärung, dass das Ersuchen den gesetzlichen und reglemen tari- schen Vorgaben sowie der Verwaltungspraxis des ersuchenden Staates entspricht, sodass die ersuchende Behörde diese Informationen, wenn sie sich in ihrer Zuständigkeit befinden würden, in Anwendung ihres Rechts oder im ordentlichen Rahmen ihrer Verwaltungspraxis erhalten könnte; g. die Erklärung, welche präzisiert, dass der ersuchende Staat die nach sei- nem innerstaatlichen Steuerverfahren üblichen Auskunftsquellen ausge- schöpft hat.» 3.2 Aufgrund von Art. 26 DBA-NL haben die zuständigen Behörden in der Schweiz mit den zuständigen niederländischen Behörden die Informatio- nen auszutauschen, die zur Durchführung des DBA -NL oder zur Anwen- dung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts in Bezug auf für Rechnung eines Vertragsstaates oder seiner politischen Unterabteilungen oder lokalen Körperschaften erhobene Steuern voraussichtlich erheblich sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht dem DBA- NL widerspricht. Im Unterschied zu den bisherigen Amtshilfeklauseln ist demnach nicht mehr erforderlich, dass ein Verdacht auf einen Steuerbetrug oder ein ähnliches Delikt vorliegt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge- richts A-6547/2013 vom 11. Februar 2014 E. 5.2; GIOVANNI MOLO, Die neue Trennungslinie bei der Amtshilfe in Steuersachen. Das Verbot der fish ing expeditions und die formellen Anforderungen an das Gesuch, in: ASA 80, S. 143 ff., S. 151; OESTERHELT, a.a.O., Rz. 79). Gemäss Ziff. XVI Bst. c Satz 1 des Protokolls zum DBA-NL soll der Verweis auf «voraussichtlich erhebliche» Informationen «einen möglichst weit ge- henden Informationsaustausch in Steuerbelangen gewährleisten, ohne A-1606/2014 Seite 13 den Vertragsstaaten zu erlauben, 'fishing expeditions' zu betreiben oder Informationen anzufordern, deren Erheblichkeit hinsichtlich der Steuerbe- lange einer bestimmten steuerpflichtigen Person unwahrscheinlich ist». Es handelt sich dabei um eine Anlehnung an das OECD -Manual bzw. den OECD-Kommentar zu Art. 26 des OECD-Musterabkommens, wonach das Kriterium der voraussichtlichen Erheblichkeit ( «foreseeable releva nce», «pertinence vraisemblable») der Balance zwischen dem angestrebten möglichst weitgehenden Austausch von Informationen und einer unerlaub- ten «fishing expedition» dient (vgl. auch zum Folgenden: Urteile des Bun- desverwaltungsgerichts A-6547/2013 vom 11. Februar 2014 E. 5. 2, A-6011/2012 vom 13. März 2013 E. 7.4.1, mit zahlreichen Hinweisen; vgl. ferner OESTERHELT, a.a.O., Rz. 89. Vgl. auch Ziff. XVI Bst. c Satz 2 des Protokolls zum DBA -NL, wonach die inhaltlichen Anforderungen an ein Amtshilfegesuch nach Ziff. XVI Bst. b des Protokolls zum DBA-NL wichtige verfahrenstechnische Anforderungen zur Vermeidung von «fishing expedi- tions» seien, die freilich so auszulegen seien, dass sie einen wirksamen Informationsaustausch nicht behindern ). Die OECD umschreibt «fishing expeditions» als «speculative requests for information that have no appa- rent nexus to an open inquiry or investigation» (vgl. Urteile des Bundesver- waltungsgerichts A-38/2014 vom 1. April 2014 E. 2.2.1.2, A-6547/2013 vom 11. Februar 2014 E. 5.2). Das Erfordernis der vo raussichtlichen Erheblichkeit und das Verbot der «fishing expeditions» stehen in Einklang mit dem Verhältnismässigkeits- prinzip, das als verfassungsmässiger Grundsatz staatlichen Handelns (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV) zwingend zu berücksichtigen ist (vgl. Urteile des Bundes- verwaltungsgerichts A -6547/2013 vom 11. Februar 2014 E. 5.2, A-5390/2013 vom 6. Januar 2014 E. 5.1.2, A -6011/2012 vom 13. März 2013 E. 7.4, mit Hinweisen). Die voraussichtliche Erheblichkeit von geforderten Unterlagen muss sich bereits aus dem Amtshilfegesuch ergeben. Würde dies nicht verlangt, könnten Ersuchen aufs Geratewohl gestellt werden und die ersuchte Be- hörde müsste die Unterlagen auch dann zur Verfügung stellen, wenn sie erst nach deren Erhebung deren voraussichtliche Erheblichkeit feststellen würde. Dem «voraussichtlich» kommt eine doppelte Bedeutung zu, indem es sich zum einen darauf bezieht, dass der ersuchende Staat die Erheb- lichkeit voraussehen und deshalb im Amtshilfegesuch geltend machen muss, und zum andern nur solche Unterlagen zu übermitteln sind, die vo- raussichtlich erheblich sind. Der ersuchte Staat darf hier allerdings nur Un- terlagen von der Amtshilfe ausschliessen, die mit Sicherheit nicht erheblich A-1606/2014 Seite 14 sind, denn in der Regel kann nur der ersuchende Staat abschliessend fest- stellen, ob eine Information erheblich ist (BGE 128 II 407 E. 6.3.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2A.352/2005 vom 6. Januar 2006 E. 3; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -6547/2013 vom 11. Februar 2014 E. 5.2, A-6505/2012 vom 29. Mai 2013 E. 6.2.2.1). In letzterem Sinne ist auch Art. 17 Abs. 2 StAhiG anzuwenden, wonach Informationen, welche voraus- sichtlich nicht erheblich sind, nicht übermittelt werden dürfen und von der ESTV auszusondern oder unkenntlich zu machen sind (Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts A-6547/2013 vom 11. Februar 2014 E. 5.2). 3.3 Soweit die Behörden des ersuchenden Staates verpflichtet sind, den massgeblichen Sachverhalt darzulegen, kann zwar von ihnen nicht erwar- tet werden, dass sie dies bereits lückenlos und völlig widerspruchsfrei tun. Dies wäre mit Sinn und Zweck der Amtshilfe (wie mit jenem der Rechtshilfe) nicht vereinbar, sollen doch aufgrund von Informationen und Unterlagen, die sich im ersuchten Staat befinden, bisher im Dunkeln gebliebene Punkte erst noch geklärt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.154/2003 vom 26. August 2003 E. 4.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A - 5290/2013 vom 19. Dezember 2013 E. 5.2, B-2700/2013 vom 2. Juli 2013 E. 2; ROBERT ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en ma- tière pénale, 3. Aufl. 2009, Rz. 295). Daher verlangt die Rechtsprechung von der ersuchenden Behörde nicht den strikten Beweis des Sachverhalts, doch muss sie hinreichende Verdachtsmomente für dessen Vorliegen dar- tun (BGE 139 II 404 E. 7.2.2, 139 II 451 E. 2.1 und E. 2.2.1, 125 II 250 E. 5b; siehe zum Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A - 6547/2013 vom 11. Februar 2014 E. 5.3). Ein wichtiges Element der internationalen Behördenzusammenarbeit bildet der Grundsatz, wonach – ausser bei offenbarem Rechtsmissbrauch oder bei berechtigten Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz des schwei- zerischen oder internationalen Ordre public (vgl. Art. 7 StAhiG) – prinzipiell kein Anlass besteht, an der Richtigkeit und E inhaltung der Sachverhalts- darstellung und an Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln (sog. völker- rechtliches Vertrauensprinzip; vgl. BGE 128 II 407 E. 3.2, 4.3.1 und 4.3.3, 126 II 409 E. 4; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-5390/2013 vom 6. Januar 20 14 E. 5.2.2, B -1258/2013 vom 24. Juli 2013 E. 4.1, B - 2700/2013 vom 2. Juli 2013 E. 2, A -737/2012 vom 5. April 2012 E. 8.1.1; Urteil des Bundesstrafgerichts RR.2010.295 vom 15. Dezember 2011 E. 5.3). Auf diesem Vertrauen gründet letztlich das ganze Amtshilfeverfahren. Dementsprechend hat sich die ESTV nicht darüber auszusprechen, ob die im Ersuchen angeführten Tatsachen zu -treffen oder nicht. Sie hat weder A-1606/2014 Seite 15 Tat- noch irgendwelche Schuldfragen zu prüfen noch ihrerseits eine Be- weiswürdigung vorzunehmen. Die EST V ist vielmehr an die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen insoweit ge bunden, als diese nicht wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprüche von vornherein entkräf- tet werden kann (vgl. anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 2A.567/2001 vom 15. April 2002 E. 4.1; Urteile des Bundesverwaltungsge- richts A-5290/2013 vom 19. Dezember 2013 E. 5.2, A-737/2012 vom 5. April 2012 E. 6.1.2; siehe zum Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsge- richts A-6547/2013 vom 11. Februar 2014 E. 5.3). 3.4 3.4.1 Art. 4 StAhiG m it der Überschrift «Grundsätze» sieht in Abs. 1 vor, dass Amtshilfe ausschliesslich auf Ersuchen geleistet wird. In der Botschaft zum Erlass eines Steueramtshilfegesetzes vom 6. Juli 2011 wird festgehal- ten, dass diese Vorschrift unter anderem die spontane Amtshilfeleistung grundsätzlich ausschliesst (BBl 2011 6193 ff., 6204). Unter spontaner (in- ternationaler) Amtshilfe ist die Informationsübermittlung an ausländische Behörden zu verstehen, die ohne oder ohne konkretes Ersuchen erfolgt. Unterschieden werden kann dabei zwischen selbständiger bzw. antizipier- ter spontaner Amtshilfe, das heisst der spontanen Übermittlung von Infor- mationen ohne vorgängiges Amtshilfeersuchen, und der ergänzenden spontanen Amtshilfe im Sinne einer zusätzlichen Amtshilfeleistung im Rah- men eines bereits gestellten Amtshilfegesuches (vgl. zum Begriff der spon- tanen Amtshilfe BVGE 2010/26 E. 5.6, mit Hinweisen). 3.4.2 Nach Art. 3 Bst. a StAhiG gilt als betroffene Person diejenige Person, über die im Amtshilfeersuchen Informationen verlangt werden. Gemäss Art. 4 Abs. 3 StAhiG ist die Übermittlung von Informationen zu Personen, welche nicht vom Ersuchen betroffen sind, nicht zulässig. In der erwähnten Botschaft zum Erlass eines Steueramtshilfegesetzes wird unter anderem Folgendes ausgeführt (BBl 2011 6193 ff., 6205; vgl. dazu auch AURÉLIA RAPPO/AURÉLIE TILLE, Les conditions d’assistance administrative internationale en matière fiscale selon la LAAF, in: RDAF 2013 II S. 1 ff., S. 14): «Es ist unzulässig, Informationen über Personen zu übermitteln , die offen- sichtlich nicht von der zu untersuchenden Angelegenheit betroffen sind. Dabei ist insbesondere an Personen zu denken, die in Dokumenten über die be- troffene Person zufällig auftauchen und mit dem Steuerzweck, zu welchem der ersuchende Staat die Informationen wünscht, in keinem Zusammenhang ste- hen, wie Bankmitarbeiter, Mitinhaberinnen von Konten oder Bevollmächtigte. Daten über Vermögenszuflüsse und -abflüsse verraten regelmässig Angaben A-1606/2014 Seite 16 über Drittpersonen. Macht die Unterbindung dieser Information en eine Amts- hilfe wertlos, so kann eine Übermittlung erwogen werden. In diesem Fall er- halten diese Personen jedoch eine Beschwerdemöglichkeit (vgl. Art. 19 Abs. 2).» Die vorausgesetzte Betroffenheit ist nach der Botschaft also insbesondere zu verneinen, wenn die fragliche Person a) zufällig in den edierten Unter- lagen zur eigentlich betroffenen Person genannt wird und sie b) in keinem Zusammenhang zu dem vom ersuchenden Staat mit dem Amtshilfegesuch verfolgten Steuerzweck steht. Dies hat a fortiori dann zu g elten, wenn mit dem Amtshilfegesuch auch über eine andere Person Informationen ver- langt werden als über die betroffene Person im Sinn des Amtshilfegeset- zes. Massgeblich ist bei alledem, ob c) die Unterbindung dieser Informati- onen über Nichtbetroffene eine Amtshilfe wertlos erscheinen lassen; ist dies der Fall, so kann eine Übermittlung dennoch erwogen werden, aber nur wenn diesen die Rechte gemäss Art. 19 Abs. 2 bzw. Art. 14 Abs. 2 StA- hiG eingeräumt werden und dem beschwerdeberechtigten Nichtbetroffe- nen gemäss Art. 17 Abs. 1 StAhiG eine Schlussverfügung eröffnet wird, in welcher die Amtshilfeleistung begründet sowie der Umfang der zu übermit- telnden Informationen bestimmt werden (vgl. Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts A-3098/2014 vom 18. September 2014 E. 3.3). Das DBA-NL enthält keine diesen Vorschriften des StAhiG widersprechen- den Regelungen. 3.5 Gemäss Art. 8 Abs. 1 StAhiG sind zur Beschaffung von Informationen nur Massnahmen zulässig, welche nach schweizerischem Recht zur Ver- anlagung sowie Durchsetzung der Steuern, welche Gegenstand des Ersu- chens sind, durchgeführt werden könnten. Laut Art. 8 Abs. 2 StAhiG dürfen, wenn das anwendbare Abkommen ihre Übermittlung vorsieht, auch Infor- mationen verlangt werden, «die sich im Besitz einer Bank, eines anderen Finanzinstituts, einer beauftragten oder bevollmächtigten Person, einer Treuhänderin oder eines Treuhänders befinden oder die sich auf Beteili- gungen an einer Person beziehen». Die ESTV wendet sich zur Beschaf- fung der Informationen an die Personen und Behörden nach Art. 9-12 StA- hiG, von welchen sie annehmen kann, dass sie über die Informationen ver- fügen (Art. 8 Abs. 3 StAhiG). Es sind dies namentlich die betroffene Person (vgl. Art. 9 StAhiG), also die «Person, über die im Amtshilfeersuchen Infor- mationen verlangt werden» (Art. 3 Bst. a StAhiG), und die Informationsin- haberin oder der Informationsinhaber (vgl. Art. 10 StAhiG) bzw. «die Per- son, die in der Schweiz über die verlangten Informationen verfügt» (Art. 3 Bst. b StAhiG). A-1606/2014 Seite 17 Diese Regelungsinhalte stehen – jedenfalls soweit hier interessierend – mit dem DBA-NL, namentlich mit dessen Art. 26, in Einklang (vgl. E. 2.2). 3.6 Nach schweizerischem Recht ist die steuerpflichtige Person im Veran- lagungsverfahren umfassend auskunftspflichtig. In eigener Sache besteht insbesondere kein Bankgeheimnis (vgl. P ETER LOCHER, Das schweizeri- sche Bankgeheimnis aus st euerrechtlicher Sicht, in: StR 2003 S. 346 ff., auch zum Folgenden; vgl. ferner X AVIER OBERSON, Infractions fiscales et secret bancaire, in: RDAF 1999 II S. 71 ff., auch zum Folgenden). Die Steu- erbehörde kann im Bereich der direkten Steuern auf dem Einkommen ge- mäss dem schweizerischen Recht von der steuerpflichtigen Person zusätz- liche Unterlagen betreffend die Bankbeziehungen verlangen. R eicht die steuerpflichtige Person die verlangten Unterlagen trotz Mahnung nicht ein, so kann die Steuerbehörde diese normalerweise direkt beim bescheini- gungspflichtigen Dritten einfordern (Art. 127 Abs. 2 Satz 1 des Bundesge- setzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] bzw. Art. 43 Abs. 2 Satz 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Ge- meinden [StHG; SR 642.14]). Gemäss dem 2. Satz der zuletzt erwähnten Bestimmungen bleibt jedoch das Berufsgeheimnis ausdrücklich vorbehal- ten, was unter anderem zur Folge hat, dass die Steuerbehörde die bei der steuerpflichtigen Person erfolglos verlangten Unterlagen nicht direkt von der fraglichen Bank einfordern kann ( vgl. zum Bankgeheimnis Art. 47 des Bundesgesetzes vom 8. November 1934 über die Banken und Sparkassen [Bankengesetz, BankG; SR 952.0]; DANIEL HUFSCHMID, «Tax fraud and the like», Die Voraussetzungen der Aufhebung des Bankgeheimnisses im Rah- men der Amtshilfe bei Steuerdeli kten gemäss DBA -USA, in: ASA 72, S. 433 ff., S. 438 f.; s. zum Ganzen auch Urteil des Bundesverwaltungsge- richts A-2866/2011 vom 12. Dezember 2011 E. 8.2.1). Somit sind die schweizerischen Steuerbehörden im Bereich der direk- ten Steuern betreffend inländische Steuerpflichtige nicht befugt, in einem Veranlagungs- oder gewöhnlichen Steuerhinterziehungsverfahren bei Banken und anderen Finanzintermediären Bankinformationen oder Infor- mationen einzuholen, welche mit dem Steuerpflichtigen eingegangene Ver- tragsverhältnisse betreffen. Einzig in Steuerstrafverfahren betreffend eines Vergehens, das heisst eine s Steuerbetrugs oder einer Veruntreuung von Quellensteuern (Art. 186 f. DBG bzw. Art. 59 StHG), und im Falle anderer schwerer Steuerwiderhandlungen (wie namentlich der fortgesetzten Hin- terziehung grosser Steuerbeträge; vgl. Art. 190 DBG) ist dies nach dem A-1606/2014 Seite 18 schweizerischen Recht der direkten Steuern möglich (ausführlich zum Feh- len eines Editionsverweigerungsrechts von Bankangestellten in diesen Fäl- len: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2866/2011 vom 12. Dezem- ber 2011 E. 8.2.2 ff., mit Hinweisen). 4. 4.1 Im vorliegend in Frage stehenden Auskunftsersuchen des BD werden die Beschwerdeführerinnen 1 und 2, die Bank K._______ in L._______ und die O._______ als «beteiligte Rechtspersonen in der Schweiz bezeichnet». Die Beschwerdeführenden 3 und 4 sind im Amtshilfeersuchen als «betei- ligte (Rechts-)Personen in den Niederlanden» genannt. Der BD führt in sei- nem Gesuch aus, er benötige die verlangten Informationen für die richtige Erhebung der niederländischen Einkommens- und Körperschaftssteuer ab dem 1. März 2010 und diese Informationen seien in diesem Zusammen- hang wichtig, um einen «deutlicheren Einblick in die tatsächliche Bezie- hung zwischen C._______ und [der] D._______ einerseits und den schwei- zerischen Gesellschaften A._______ AG und B._______ AG andererseits zu bekommen» (S. 2 des Amtshilfegesuches). Aus dem Kontext – nament- lich der Bezugnahme auf eine von der niederländischen Steuerbehörde bezüglich der Beschwerdeführenden 3 und 4 durchgeführte Steuerprüfung – geht dabei hervor, dass es um die Erhebung der niederländischen Steu- ern beim Beschwerdeführer 3 und der Beschwerdeführerin 4 geht. Mit Blick auf den hier erwähnten Inhalt des Auskunftsersuchens ist nach Treu und Glauben davon auszugehen, dass d er BD einzig bezüglich der Beschwerdeführenden 3 und 4 als betroffene Personen (vgl. E. 3.4.2 und 3.5) um Amtshilfe ersucht und er in diesem Zusammenhang auch Informa- tionen über die Beschwerdefüh rerinnen 1 und 2 verlangt. Auch nicht an- satzweise wird im Amtshilfegesuch behauptet, dass die Beschwerdeführe- rinnen 1 und 2 abkommensrelevante steuerliche, allenfalls bislang zu Un- recht nicht berücksichtigte Anknüpfungspunkte in der Niederlande aufwei- sen. 4.2 Nach dem Gesagten ist aus schliesslich von einem Amtshilfegesuch des BD betreffend die Beschwerdeführenden 3 und 4 auszugehen. Die vo- rinstanzlichen Anordnungen, wonach die ESTV dem BD «betreffend [die] A._______ AG» und «betreffend [die] B._______ AG» Amtshilfe leiste (Dis- positiv-Ziff. 1 und 2 der Schlussverfügung), stehen deshalb mangels Amts- hilfegesuches betreffend die se Gesellschaften im Widerspruch zum ge- setzlich verankerten Grundsatz, wonach Amtshilfe nur auf Ersuchen zu A-1606/2014 Seite 19 leisten ist (vgl. E. 3.4.1). Diese Anordnungen liessen sich nur aufrecht er- halten, wenn dieser Grundsatz vorliegend ausnahmsweise nicht greifen würde. Die Übermittlung der streitbetroffenen Informationen an die nieder- ländischen Behörden unter dem Titel «Amtshilfe betreffend die A._______ AG und die B._______ AG» liefe nämlich im Ergebnis darauf hinaus, dass unabhängig vom Auskunftsersuchen betreffend die Beschwerdeführenden 3 und 4 selbständige oder antizipierte spontane Amtshilfe betreffend die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 geleistet würde (vgl. zu einem insofern ähnlich gelagerten Fall Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3098/2014 vom 18. September 2014 E. 4.2). Es sind vorliegend keine Gründe ersichtlich, welche eine Ausnahme vom grundsätzlichen Verbot der spontanen Amtshilfe im Sinne von Art. 4 Abs. 1 StAhiG zulassen würden. Zum einen enthält das einschlägige Abkom- mensrecht mit der Niederlande keine diesbezüglich vom Steueramtshilfe- gesetz abweichende Regelung. Zum anderen sind dem Ersuchen des BD keine Anhaltspunkte zu entnehmen, welche hinsichtlich der in der Schweiz inkorporierten Beschwerdeführerin 2 bzw. bezüglich der hier inkorporiert gewesenen Beschwerdeführerin 1 auf steuerliche Anknüpfungspunkte in der Niederlande hindeuten und damit die Frage nach der Notwendigkeit spontaner Amtshilfe überhaupt aufwerfen könnten (vgl. E. 4.1). Es ergibt sich somit, dass betreffend die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 keine Amtshilfe zu leisten ist. Die Beschwerde ist in diesem Punkt gutzu- heissen. Dementsprechend sind Dispositiv-Ziff. 1 und 2 der angefochtenen Schlussverfügung aufzuheben. Ferner sind die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 in Dispositiv-Ziff. 6 Bst. a der Schlussverfügung zu streichen. 5. Im Folgenden gilt es also nur noch in Bezug auf die Beschwerdeführenden 3 und 4 zu prüfen, ob die ESTV mit Blick auf die hiervor in E. 3.1 genannten formellen Anforderungen an ein Amtshilfebegehren zu Recht auf das vor- liegende Amtshilfegesuch eingetreten ist. Das Gesuch des BD vom 13. Juni 2013 enthält (zusammen mit dem dazu verfassten Begleitschreiben) in formeller Hinsicht nebst Namen und Adres- sen der betroffenen Personen (Beschwerdeführende 3 und 4) sowohl die gemäss den Vorschriften zu Art. 26 DBA-NL erforderlichen Angaben (vgl. E. 3.1.1) als auch die laut Art. 6 Abs. 2 StAhiG unabdingbaren Informatio- nen (vgl. E. 3.1.2). Insbesondere erläutert der BD in formeller Hinsicht A-1606/2014 Seite 20 rechtsgenügend den Steuerzweck, für den er die in Frage stehenden Infor- mationen verlangt. So erklärt er, wie erwähnt (E. 4.1), er brauche die ge- forderten Informationen für die richtige Erhebung der niederländischen Ein- kommens- und Körperschaftssteuer ab dem 1. März 2010. Zudem sind die vom BD verlangten Informationen im Amtshilfegesuch genügend klar um- schrieben, zumal nach den einschlägigen Vorschriften die Angabe von Kontonummern entbe hrlich ist, soweit diese nicht verfügbar sind (vgl. E. 3.1). Da das vorliegende Amtshilfegesuch (mit Bezug auf die Beschwerdefüh- renden 3 und 4 als betroffene Personen) sowohl die Anforderungen ge- mäss den vorn in E. 3.1.1 erwähnten Bestimmungen, als auch diejenigen von Art. 6 Abs. 2 StAhiG erfüllt, muss hier nicht auf das genaue Verhältnis zwischen diesen Vorschriften eingegangen werden. 6. Weiter ist bezüglich der Beschwerdeführenden 3 und 4 zu prüfen, ob das Amtshilfegesuch des BD Informationen betrifft und ob die nach der ange- fochtenen Schlussverfügung zu übermittelnden Angaben sowie Unterlagen Informationen bilden, die zur Durchführung des DBA -NL oder zur Anwen- dung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts in Bezug auf für Rechnung eines Vertragsstaates oder seiner politischen Unterabteilungen oder lokalen Körperschaften erhobene Steuern voraussichtlich erheblich sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht dem DBA- NL widerspricht. In diesem Kontext ist auch zu untersuchen, ob das Amts- hilfegesuch des BD gegen das Verbot der «fishing expeditions» verstösst (bzw. nach Art. 7 Bst. a StAhiG darauf nicht hätte eingetreten werden dür- fen, weil es zum Zweck der Beweisausforschung gestellt worden ist). 6.1 Vorauszuschicken ist, dass die Beschwerdeführenden nicht mit Erfolg geltend machen können, vorliegend sei das DBA-NL mangels Ansässigkeit bzw. mangels steuerlicher Anknüpfung der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 in der Niederlande nicht anwendbar. Zum einen ist der Informationsaus- tausch mit der Niederlande nicht durch Art. 1 und Art. 2 DBA-NL beschränkt (vgl. E. 2.2). Zum anderen ist für die voraussichtliche Erheblichkeit der ver- langten Informationen als Voraussetzung der Amtshilfeleistung nicht ent- scheidend, ob diese Informationen für die Durchführung des DBA-NL oder zur Anwendung oder Durchsetzung des niederländischen Einkommens - und Körperschaftssteuerrechts mit Bezug auf die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 relevant sind, da diese Beschwerdeführerinnen keine vom Amts- hilfegesuch betroffene Personen sind (vgl. E. 4). Für die voraussichtliche A-1606/2014 Seite 21 Erheblichkeit als Voraussetzung der Amtshilfegewährung genügt es vorlie- gend, dass die bezüglich der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 angeforder- ten bzw. zu übermittelnden Informationen für die Untersuchung gegen die unbestrittenermassen in der Niederlande steuerpflichtigen Beschwerde- führenden 3 und 4 voraussichtlich erheblich sind (vgl. dazu Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts A-38/2014 vom 1. April 2014 E. 4.3, mit weiteren Hinweisen). 6.2 Es lässt sich vorliegend nicht mit Erfolg bestreiten, da ss die vom BD geforderten Informationen mit Blick auf die Erhebung der niederländischen Einkommens- und Körperschaftssteuern bei den Beschwerdeführenden 3 und 4 als in grundsätzlicher Hinsicht voraussichtlich erheblich im Sinne der einschlägigen Vorschriften zu qualifizieren sind. Denn mit seinen Ausfüh- rungen zu den anlässlich einer steuerlichen Untersuchung bezüglich dieser Beschwerdeführenden herangezogenen Bankunterlagen hat der BD ins- besondere hinreichende Indizien für mit Bezug auf die Einkommens - und Körperschaftssteuerverhältnisse in der Niederlande potentiell relevante Beziehungen zwischen diesen Beschwerdeführenden zum einen und den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 zum anderen dargetan. Auch hat der BD aufgezeigt, dass die verlangten Bankauskünfte zur Beurteilung dieser Be- ziehungen von Bedeutung sind. 6.3 In verschiedener Hinsicht ist die voraussichtliche Erheblichkeit der vom BD verlangten Informationen indessen zu verneinen, was – wie im Folgen- den aufgezeigt wir d – von der ESTV nur teilweise berücksichtigt worden ist: 6.3.1 Zunächst einmal erscheinen die vom BD geforderten Informationen insoweit nicht als voraussichtlich erheblich , als sie Verhältnisse vor dem 1. März 2010 betreffen (E. 2.1). Diesem Umstand hat die Vorinstanz in ihrer Schlussverfügung hinreichend Rechnung getragen, und zwar mit der An- ordnung, dass der BD namentlich auf die Auflösung der Beschwerdeführe- rin 1 am 7. Juli 2008 hinzuweisen ist, ihm keine Angaben über die (ehema- ligen) Aktionäre dieser Gesellschaft zu liefern und keine Kontoeröffnungs- daten zu vor dem 1. März 2010 eröffneten Konten zu übermitteln sind. Des- halb stossen die Beschwerdeführenden ins Leere, soweit sie geltend ma- chen, die ESTV habe zu Unrecht über die am 7. Juli 2008 erfolgte Auflö- sung der Beschwerdeführerin 1 hinweggesehen (vgl. insbesondere Stel- lungnahme der Beschwerdeführenden vom 19. August 2014, S. 3 ff.). A-1606/2014 Seite 22 6.3.2 Sodann hat der BD mit seinem Amtshilfegesuch nicht nur Auskünfte über die Beschwerdeführenden 3 und 4 als betroffene Personen im Sinne von Art. 3 Bst. a StAhiG verlangt, sondern auch nach Bevollmächtigten be- züglich der interessierenden Konten des Beschwerdeführers 3 gefragt. Wie sich aufgrund der Edition herausstellte, sind […] hinsichtlich dieser Konten bevollmächtigt. Indes ist nicht ersichtlich, dass die Frage der Bevollmäch- tigung […] mit dem Steuerzweck, für welchen die Niederlande die Informa- tionen verlangt (nämlich der korrekten Erhebung der niederländischen Ein- kommens- und Körperschaftssteuer ab dem 1. März 2010 bei den Be- schwerdeführenden 3 und 4), in rechtsgenügendem Zusammenhang steht. Auch ist vor diesem Hintergrund davon auszugehen, dass diese [Bevoll- mächtigten] in den edierten Unterlagen im Sinne der vorn in E. 3.4.2 zitier- ten Stelle der Botschaft zum StAhiG nur zufällig auftauchen. Zudem lässt die Unterbindung dieser Informationen über die fraglichen Bevollmächtig- ten die vorliegende Amtshilfe mit Bezug auf die betroffenen Personen (bzw. die Beschwerdeführenden 3 und 4) im Übrigen nicht als wertlos erschei- nen. Weil die Botschaft ferner – wie erwähnt – explizit Bevollmächtigte als im Sinne von Art. 4 Abs. 3 StAhiG nicht vom Amtshilfegesuch betroffene Personen bezeichnet (vgl. E. 3.4.2), erscheint es insgesamt nicht als ge- rechtfertigt, die in Dispositiv -Ziff. 5 der angefochtenen Schlussverfügung genannten Angaben zu den [Bevollmächtigten] amtshilfeweise dem BD weiterzuleiten. Daran nichts ändern kann der Umstand, dass im Amtshilfe- gesuch die Vermutung geäussert wird, dass die Beschwerdeführerin 1 zu marktunüblich günstigen Konditionen Immobilien an die Kinder des Be- schwerdeführers 3 verkauft habe. Die in Frage stehenden Angaben zu den [Bevollmächtigten] des Beschwer- deführers 3 sind nach dem Gesagten aufgrund von Art. 4 Abs. 3 StAhiG nicht dem BD zu übermitteln. Es kann hier deshalb offen gelassen werden, ob die Weiterleitung dieser Informationen auch deshalb nicht statthaft ist, weil der BD in diesem Zusammenhang mit der nicht näher eingeschränkten Frage nach den Bevollmächtigten an den streitbetroffenen Konten eine un- zulässige Beweisausforschung bzw. «fishing expedition » unternommen bzw. gemäss Art. 26 DBA -NL voraussichtlich nicht erhebliche Informatio- nen angefordert hat. 6.3.3 Die in Dispositiv-Ziff. 5 Unterziff. 9-12 der angefochtenen Schlussver- fügung erwähnten Fragen des BD betreffen auf die Beschwerdeführerin- nen 1 und 2 lautende Konten. Bei diesen Fragen, welche nicht ausdrücklich auf den Beschwerdeführer 3 oder die Beschwerdeführerin 4 Bezug neh-A-1606/2014 Seite 23 men, ist nicht ersichtlich, inwiefern sie für die Einkommens - und Körper- schaftssteuerverhältnisse dieser vom Amtshilfegesuch betroffenen Perso- nen in der Niederlande voraussichtlich erheblich sein könnten. Folglich sind auch die nach Auffassung der Vorinstanz dem BD zu übermittelnden Antworten zu diesen Fragen voraussichtlich nicht erheblich im hier mass- gebenden Sinne und folglich nicht weiterzuleiten. Ob es sich insoweit an- ders verhält, als in diesen Antworten von […] die Rede ist, kann hier dahin- gestellt bleiben. Denn wie im Folgenden aufgezeigt wird, stehen in diesem Punkt (auch) andere Gründe einer Amtshilfeleistung entgegen (vgl. E. 7.2). 6.4 Die bislang noch nicht berücksichtigten Vorbringen, mit welchen die Beschwerdeführenden ausdrücklich oder sinngemäss die voraussichtliche Erheblichkeit der seitens des BD angefragten Informationen bestreiten, er- scheinen hingegen nicht als stichhaltig: 6.4.1 Die Beschwerdeführenden machen geltend, es lägen keine hinrei- chenden Indizien für de liktisches Verhalten vor (vgl. insbesondere Be- schwerde, S. 6, sowie Stellungnahme der Beschwerdeführenden vom 19. August 2014, S. 2 f.). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden spielt im Zusammen- hang mit der hier interessierenden Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit – wie aufgezeigt (E. 3.2) – keine Rolle, ob ein Verdacht auf einen Steuerbetrug oder ein ähnliches Delikt besteht (vgl. aber E. 7.1) . Dementsprechend ist in diesem Kontext auch nicht entscheidend, ob die ESTV zu Recht gestützt auf die edierten Unterlagen einen entsprechenden Verdacht angenommen hat. Für die Frage der voraussichtlichen Erheblich- keit der verlangten Informationen ebenso wenig massgebend ist entgegen der Darstellung in der Beschwerde, ob von einem Verstoss gegen ein aus- ländisches Steuergesetz ausgegangen werden kann oder in der Nieder- lande ein «Straf- oder Administrativverfahren» eröffnet wurde (vgl. Be- schwerde, S. 9). 6.4.2 Nach Auffassung der Beschwerdeführenden ist dem Amtshilfegesuch auch deshalb nicht Folge zu leisten, weil es zu knapp begründet, unklar sowie widersprüchlich sei und damit eine unzulässige Beweisausforschung darstelle (vgl. Beschwerde, S. 6 ff.; Stellungnahme der Beschwerdeführen- den vom 19. August 2014, S. 3). Den Beschwerdeführenden kann auch insoweit nicht gefolgt werden. Wie aufgezeigt (E. 5 ), wird im Amtshilfegesuch des BD der Steuerzweck, für A-1606/2014 Seite 24 welchen die in Frage stehenden Informationen verlangt werden, hinrei- chend dargelegt. Zudem benannte der BD Sachumstän de und Indizien, aufgrund derer die verlangten Informationen für die Erhebung der (nieder- ländischen) Einkommens- und Körperschaftssteuer bei den Beschwerde- führenden 3 und 4 grundsätzlich als voraussichtlich erheblich betrachtet werden müssen (vgl. E. 6.1 f.). Zwar halten es die Besch werdeführenden für unwahrscheinlich, dass Bankangestellte in ihren Notizen Ausführungen machen, wie sie nach dem Amtshilfegesuch in Bankunterlagen der Bank I._______ vorgefunden worden seien. Diese Behauptung vermag jedoch die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen des BD weder für sich allein, noch unter Berücksichtigung der weiteren Vorbringen der Beschwerdefüh- renden und der vorliegenden Akten von vornherein wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprüche zu entkräften. Infolgedessen ist von der Richtigkeit dieser Sachverhaltsdarstellung auszugehen (E. 3.3 Abs. 2). 6.5 Es ist sodann nicht erkennbar, dass eine dem niederländischen Recht entsprechende Besteuerung der Beschwerdeführenden 3 und 4, wie sie vom BD angestrebt wird, dem DBA-NL widerspricht (vgl. zu dieser Voraus- setzung E. 2.2 Abs. 1). 7. Nach dem bisher Ausgeführten sind die formellen Anforderungen an ein Amtshilfegesuch bei dem die Beschwerdeführenden 3 und 4 betreffenden Ersuchen des BD erfüllt (vgl. E. 5). Es bleibt zu klären, ob insoweit, als die Amtshilfe nicht bereits wegen fehlender voraussichtlicher Erheblichkeit der verlangten bzw. der nach Auffassung der ESTV zu übermittelnden Informa- tionen zu verweigern ist (vgl. E. 6.3), das schweizerische Recht zur Veran- lagung und Durchsetzung von Einkommens- und Körperschaftssteuern der Amtshilfeleistung entgegensteht (vgl. Art. 26 Abs. 3 und 5 DBA-NL sowie Art. 8 Abs. 1 und 2 StAhiG sowie E. 2.2 und 3.5). 7.1 Die nach Auffassung der ESTV dem BD zu übermittelnden Angab en, welche sie von den beteiligten Banken mittels Editionsverfügungen erlangt hat, betreffen unter anderem die Existenz von (sowie Einzelheiten über) Konten des Beschwerdeführers 3 oder der Beschwerdeführerin 4 («direkt gehaltene Konten»; vgl. insbesondere Dispositiv-Ziff. 5 Unterziff. 5, 6 Abs. 1, 7 und 8). Selbst wenn die Steuerbehörde in Bezug auf diese Kontenbe- ziehungen nach dem schweizerischen Recht im Verfahren der Veranla- gung und Durchsetzung der direkten E inkommens- und Gewinnsteuern aufgrund des Bankgeheimnisses keine Möglichkeit hätte, die bei den steu-A-1606/2014 Seite 25 erpflichtigen Personen erfolglos verlangten Unterlagen direkt von den Ban- ken einzufordern, würde dies vorliegend der Gewährung der Amtshilfe nicht entgegenstehen. Denn so oder anders durfte die ESTV insoweit ihre Editionsverfügungen gegenüber den involvierten Banken erlassen und darf sie die entsprechenden Informationen an den BD übermitteln, da diesbe- züglich die in Art. 26 Abs. 5 Satz 2 DBA-NL statuierte Durchbrechung des Bankgeheimnisses greifen würde (vgl. auch Art. 8 Abs. 2 StAhiG sowie vorn E. 2.2 und 3.5). 7.2 Nach Dispositiv -Ziff. 5 Unterziff . 6, 10 und 11 der angefochtenen Schlussverfügung sind dem BD Angaben über die [Frage, ob eine wirt- schaftliche Berec htigung des B eschwerdeführers 3 und/oder der Be- schwerdeführerin 4 an Konten der Beschwerdeführerin 1 und/oder der Be- schwerdeführerin 2 besteht,] zu übermitteln […]. 7.2.1 Diese Angaben […] hätten im Rahmen der Veranlagung und Durch- setzung von Einkommenssteuern nach dem schweizerischen Recht nicht zwangsweise von Banken beschafft werden können: Die hier in Frage stehende Bescheinigungspflicht von Art. 127 Abs. 1 Bst. b DBG bzw. Art. 43 Abs. 1 StHG gilt nur für Dritte, welche mit dem Steuer- pflichtigen in einem Vertragsverhältnis stehen oder standen (vgl. den Wort- laut von Art. 43 Abs. 1 StHG). Als bloss allenfalls wirtschaftlich Berechtigte sind die Beschwerdeführenden 3 und 4 aber keine Vertragsbeziehungen zu den Banken, bei welchen die fraglichen Konten eröffnet wurden, einge- gangen. Diese Banken wären dementsprechend, wenn bei den Beschwer- deführenden 3 und 4 nach schweizerischem Recht Einkommens- bzw. Ge- winnsteuern veranlagt und durchgesetzt worden wären, auch nicht zur Be- scheinigung der allfälligen wirtschaftlichen Berechtigung verpflichtet gewe- sen. Das Bankgeheimnis wäre insoweit vorbehalten geblieben, weshalb für die Steuerbehörde diesbezüglich keine Möglichkeit bestanden hätte, die bei der steuerpflichtigen Person (bzw. bei den Beschwerdeführenden 3 und 4) erfolglos verlangten Unterlagen direkt von der fraglichen Bank einzufor- dern (vgl. E. 3.6). Ein Verdacht auf ein Delikt, dessen Verfolgung nach schweizerischem Recht eine dem Bankgeheimnis vorgehende Editions- pflicht begründen würde (vgl. E. 3.6), also ein Verdacht auf ein Vergehen wie namentlich einen Steuerbetrug (Art. 186 DBG bzw. Art. 59 StHG) oder eine andere schwere Steuerwiderhandlung (vgl. Art. 190 DBG ), ist im Amtshilfegesuch nicht rechtsgenügend geltend gemacht. Insbesondere vermag der Umstand, dass i m Gesuch von Barüberweisungen des Be-A-1606/2014 Seite 26 schwerdeführers 3 oder der Beschwerdeführerin 4 an die Beschwerdefüh- rerin 2 ohne nachgewiesene Gegenleistungen die Rede ist und die Vermu- tung geäussert wird, dass die Beschwerdeführerin 1 für einen zu niedrigen Preis Immobilien an die Kinder des Beschwerdeführers 3 verkauft ha ben soll (vgl. S. 3 des Amtshilfegesuches), für sich allein keinen solchen Ver- dacht zu begründen. Dies gilt umso mehr, als im Amtshilfegesuch an der entsprechenden Stelle auch nicht ansatzweise von einem deliktischen Ver- halten gesprochen wird. 7.2.2 Da es sich bei den erwähnten Angaben über die Frage nach der wirt- schaftlichen Berechtigung des Beschwerdeführers 3 und der Beschwerde- führerin 4 um Informationen handelt, welche nach den schweizerischen Gesetzen nicht hätten beschafft werden können, sind sie gemäss Art. 26 Abs. 3 Bst. b DBA-NL (und Art. 8 Abs. 1 StAhiG e contrario) nicht dem BD zu übermitteln (vgl. E. 2.2 und E. 3.5). Die Weiterleitung dieser Anga ben […] lässt sich nicht damit begründen, dass Art. 26 Abs. 5 DBA -NL das Bankgeheimnis durchbreche. D iese (an sich Art. 26 Abs. 3 DBA-NL vorgehende) Vorschrift greift nämlich in der vor- liegenden Konstellation nicht, da sich die Verweigerung der Amtshilfeleis- tung auf Gründe stützt, welche nichts mit der Eigenschaft der Informations- inhaberinnen als Bank en zu tun ha ben (vgl. E. 2.2). Denn nach dem schweizerischen Recht einzig entscheidend ist, dass es in der vorliegen- den Konstellation – unabhängig vom Bankgeheimnis – mangels Vertrags- beziehung zwischen den involvierten Banken und dem Beschwerdeführer 3 bzw. der Beschwerdeführerin 4 an einer Bescheinigungspflicht fehlt. 7.3 Nach dem Gesagten ist zu unterscheiden zwischen den von den Be- schwerdeführenden 3 und 4 direkt und den [von ihnen nicht direkt gehalte- nen] Konten: Während die gemäss der angefochtenen Schlussverfügung dem BD zu übermittelnden Angaben über die auf die Beschwerdeführen- den 3 und 4 lautenden, also direkt gehaltenen Konten (vgl. E. 7.1) von der abkommensrechtlichen Amtshilfeverpflichtung erfasst sind, ist die Weiter- leitung der in der Schlussverfügung genannten Informationen betreffend die [von diesen Beschwerdeführenden nicht direkt] gehaltenen Konten (vgl. E. 7.2) an den BD ausgeschlossen und die Beschwerde in diesem Punkt (ebenfalls) gutzuheissen. 8. Aus den übrigen Vorbringen der Beschwerdeführenden ergibt sich nicht, dass der Umfang der gemäss der angefochtenen Schlussverfügung dem A-1606/2014 Seite 27 BD zu übermittelnden Informationen über das Gesagte hinaus weiter zu beschränken wäre oder die Amtshilfeleistung gar gänzlich ausgeschlossen ist: 8.1 Die Beschwerdeführenden machen geltend, das vorliegende Amtshil- fegesuch beruhe auf Informationen, welche mittels nach schweizerischem Recht strafbaren Handlungen erlangt worden seien. Indes bestehen keine genügenden Anhaltspunkte für eine strafbare Hand- lung im Sinne von Art. 7 Bst. c StAhiG oder einen anderen Verstoss gegen Treu und Glauben, welcher nach dieser Bestimmung ein Nichteintreten auf das Ersuchen hätte zur Folge haben müssen. Es trifft zwar zu, dass d er BD in seinem Gesuch keine Angaben dazu macht, auf welche Weise er die herangezogenen Unterlagen der Bank I._______ erlangt hat. Auch ist – wie in der Beschwerde zu Recht ausgeführt wird – aufgrund der vorliegenden Akten nicht zu verifizieren, ob die angeblich dem BD vorliegenden Unterla- gen dieser Bank tatsächlich existieren. Indessen kann daraus entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden nicht auf strafbare Handlungen als Grundlage des Ersuchens geschlossen werden. Auch liegt gesamthaft betrachtet kein Verdacht auf strafbare Handlungen im Vorfeld des Amtshil- feersuchens vor, welcher der ESTV Anlass dazu hätte geben müssen, bei der ersuchenden Behörde nachzufragen, wie ihr ihre gezielte Anfrage mög- lich war (vgl. dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6547/2013 vom 11. Februar 2014 E. 8; MOLO, a.a.O., S. 174). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden besteht somit namentlich kein Grund, von den nie- derländischen Behörden die Grundlage des Ersuchens des BD bildende Aktennotiz des Angestellten der Ban k I._______ zu verlangen und d ie Rechtmässigkeit der Beschaffung dieses Dok uments zu überprüfen (vgl. dazu Stellungnahme der Beschwerdefüh renden vom 24. August 2014, S. 4). 8.2 Die Beschwerdeführenden rügen ferner, mangels hinreichender Be- gründung des Amtshilfegesuchs (insbesondere wegen Fehlens von Anga- ben über die Art und Weise der Beschaffung der vom BD herangezogenen Unterlagen) sowie mangels ihnen gewährter Möglichkeit der Einsicht- nahme in die angeblich vorliegenden Unterlagen der Bank I._______ seien der Grundsatz des fairen Verfahrens und ihr Anspruch auf rechtliches Ge- hör verletzt worden. A-1606/2014 Seite 28 Zur aufgrund von Art. 29 BV geschützten Verfahrensfairness gehört der in Absatz 2 dieser Bestimmung besonders aufgeführte Anspruch auf rechtli- ches Gehör (vgl. BGE 140 I 99 E. 3.4. Die Garantie des fairen Verfahrens im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK ist grundsätzlich auf Steueramtshilfever- fahren nicht anwendbar [vgl. BVGE 2010/40 E 5.4.2 und 5.4.3; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-6547/2013 vom 11. Februar 2014 E. 7.5, A- 6385/2012 vom 6. Juni 2013 E. 7.1]. Ein die Anwendbarkeit der EMRK be- gründender Ausnahmefall dergestalt, dass den betroffenen Personen im ersuchten Staat ein krass gegen die EMRK verstossendes Verfahren droht [vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -6011/2012 vom 13. März 2013 E. 8.2.2], ist vorliegend weder substan tiiert noch aus den Akten er- sichtlich). Das rechtliche Gehör umfasst diverse Teilgehalte, so namentlich das Recht auf Akteneinsicht sowie den Anspruch auf einen begründeten Entscheid (anstelle vieler: BGE 134 I 83 E. 4.1, 132 II 485 E. 3.2; RENÉ RHINOW et al., Öffentliches Prozessrecht, 2. Aufl. 2010, Rz. 323 ff.; vgl. zur gesetzlichen Konkretisierung insbesondere Art. 15 StAhiG [zum Aktenein- sichtsrecht] sowie Art. 17 Abs. 1 StAhiG [zur Begründungspflicht]). Das Ak- teneinsichtsrecht erstreckt sich auf alle v erfahrensbezogenen Akten, wel- che geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden (vgl. anstelle vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6431/2012 und A-6436/2012 vom 16. April 2013 E. 2.2.1, mit weiteren Hinweisen). Vorliegend enthält das die Besc hwerdeführenden 3 und 4 betreffende Amtshilfegesuch des BD insbesondere alle Angaben, die gemäss den vorn in E. 3.1.1 genannten Regelungen erforderlich sind. Aus den erwähnten, in Art. 29 BV garantierten und auf Gesetzesstufe konkretisierten Verfahrens- garantien lassen sich von vornherein keine weitergehenden Anforderungen für ein niederländisches Amtshilfegesuch ableiten, da die BV (und das schweizerische Gesetzesrecht) für die holländischen Behörden nicht bin- dend ist. Vor diesem Hintergrund ist mit Blick auf die Verfahrensfairness und den Gehörsanspruch nicht zu beanstanden, dass das Amtshilfegesuch nicht ausführlicher begründet wurde und es namentlich keine Ausführun- gen zur Art und Weise der Beschaffung der Bankunterlagen der Bank I._______ enthält. Ebenso wenig steht der Leistung von Amtshilfe vorlie- gend der Umstand entgegen, dass diese Bankunterlagen dem Amtshilfe- gesuch nicht beigelegt worden sind. Da die fraglichen Unterlagen der Bank I._______ der Vorinstanz und dem Bundesverwaltungsgericht nicht vorliegen, ist auch der Vorwurf, den Be- schwerdeführenden sei im vorinstanzlichen Verfahren und im vorliegenden A-1606/2014 Seite 29 Beschwerdeverfahren in gehörsverletzender Weise die Akteneinsicht ver- weigert worden, unbegründet (vgl. dazu insbesondere Stellungnahme der Beschwerdeführenden vom 19. August 2014, S. 4) . Das Akteneinsichts- recht erstreckt sich ohnehin nicht auf diese Unterlagen. Die darüber ge- machten Ausführungen des BD sind nämlich nach dem Ausgeführten auf- grund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips bindend (E. 3.3 Abs. 2 und E. 6.2.3), weshalb diese Unterlagen nicht zu den verfahrensbezogenen Ak- ten gehören, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids über das Amts- hilfegesuch zu bilden. 8.3 Nicht nachzuvollziehen ist s odann, weshalb die Amtshilfegewährung vorliegend – wie die Beschwerdeführenden geltend machen – mit Blick auf den vom BD verfolgten Zweck der richtigen Steuererhebung ab dem 1. März 2010 nur mit Bezug auf das Steuerjahr 2012 verhältnismässig sein soll. Die entsprechende Rüge ist somit ebenfalls unbegründet. 8.4 Die Beschwerdeführenden machen schliesslich geltend, aus den Akten ergebe sich, dass sich zwei am vorliegenden Verfahren beteiligte Beamte der Vorinstanz und des BD duzten. Das mit Blick auf diesen Umstand an- zunehmende Vertrauensverhältnis zwischen der Vorinstanz und dem BD dürfe nicht zu einem widerrechtlichen Informationsaustausch führen (vgl. Stellungnahme der Beschwerdeführenden vom 19. August 2014, S. 3 und 5). Aus diesem Vorbringen lässt sich schon deshalb nichts zu Gunsten der Beschwerde ableiten, weil es nach der Rechtsprechung für die objektive Begründung des Anscheins von Befangenheit nicht ausreicht, dass sich die am Verfahren Beteiligten duzen (Urteil des Bundesgerichts 8C_701/2012 vom 15. Januar 2013 E. 4; Urteil des Bundesverwaltu ngsgerichts C-4259/2009 vom 9. Januar 2012 E. 3.4.2; allgemein zum nach Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 10 Abs. 1 VwVG garantierten Anspruch auf unbefangene Entscheidträger der Verwaltung Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A- 6143/2013 und A-6144/2013 vom 3. Februar 2014 E. 2.2, mit Hinweisen). 9. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Es darf keine Amtshilfe betreffend die Beschwerdeführe rinnen 1 und 2 geleistet werden, weshalb die Dispositiv -Ziff. 1 und 2 der angefochtenen Schluss- verfügung aufzuheben sind. Ferner ist der Umfang der zu leistenden Amts- hilfe entsprechend den vorstehenden Ausführungen zu beschränken. Von A-1606/2014 Seite 30 den in Dispositiv-Ziff. 5 der angefochtenen Schlussverfügung genannten Informationen nicht an den BD zu übermitteln sind deshalb: - die Hinweise auf die [Bevollmächtigten] (vgl. Dispositiv-Ziff. 5 Unterziff. 5 Bst. b und Unterziff. 6 Bst. b der Schlussverfügung), - die Angaben zur Frage der wirtschaftlichen Berechtigung […], und - die Antworten der ESTV auf die in Dispositiv-Ziff. 5 Unterziff. 9 -12 ge- nannten Fragen. Dispositiv-Ziff. 5 der angefochtenen Schlussverfügung ist in diesem Sinne teilweise abzuändern. Da betreffend die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 keine Amtshilfe zu leisten ist, sind diese Beschwerdeführerinnen schliess- lich in Dispositiv-Ziff. 6 Bst. a der Schlussverfügung zu streichen. Die ESTV ist zudem anzuweisen, die edierten Unterlagen insoweit nicht an den BD zu übermitteln und nötigenfalls teilweise zu schwärzen, als sie Ant- worten auf Fragen des BD betreffen, bezüglich welcher nach dem Gesag- ten keine Amtshilfe zu leisten ist. Insbesondere ist die ESTV anzuweisen, die an den BD zu übermittelnden Unterlagen, soweit sich daraus die Be- vollmächtigung […] betreffend die streitbetroffenen Konten und Informatio- nen zur Frage der wirtschaftliche Berechtigung der Beschwerdeführenden 3 und 4 an Konten der Beschwerdeführe rinnen 1 und 2 erg eben, zu schwärzen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 10. 10.1 Angesichts der teilweisen Gutheissung werden die Verfahrenskosten von Fr. 7'000.- den Beschwerdeführenden 2-4 in reduziertem Umfang von Fr. 3'000.- auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Dieser Betrag ist dem Kosten- vorschuss zu entnehmen. Der Restbetrag von Fr. 4'000.- wird den genann- ten Beschwerdeführenden nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurück- erstattet. 10.2 10.2.1 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er- wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). A-1606/2014 Seite 31 10.2.2 Die Parteientschädigung umfasst unter anderem die Kosten der Vertretung (Art. 8 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg ericht [VGKE, SR 173.320.2]). Zu Letzteren zählt nebst dem Anwaltshonorar und den Auslagen die Mehrwertsteuer, soweit eine Steuerpflicht besteht und die Steuer nicht schon berücksichtigt wurde (vgl. Art. 9 Abs. 1 VGKE). Die Par- teien, welche eine Parteientschädigung verlangen, haben dem Gericht vor dem Entscheid eine detaillierte Kostennote einzureichen (Art. 14 Abs. 1 VGKE). Wird keine Kostennote eingereicht wird, ist die Entschädigung sei- tens des Gerichts aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 VGKE). 10.2.3 Für die erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten ihrer Rechtsvertretung ist den Beschwerdeführenden 2-4, da sie teilweise obsiegen, eine reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 2 VGKE). 10.2.4 Die Beschw erdeführenden haben keine Kostennote eingereicht. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände erscheint eine reduzierte Parteientschädigung von praxisgemäss Fr. 6'000.- als angemessen. In die- sem Betrag ist die Mehrwertsteuer für die zugunsten der Beschwerdefüh- renden 3 und 4 erbrachten Dienstleistungen ihres Rechtsvertreters nicht enthalten: Die Mehrwertsteuer ist nur für Dienstleistungen geschuldet, die im Inland gegen Entgelt erbracht werden (vgl. Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Mehrwer tsteuer vom 12. Juni 2009 [Mehrwertsteuergesetz, MWSTG, SR 641.20]). Aufgrund des Wohnsitzes bzw. Sitzes der Be- schwerdeführenden 3 und 4 in der Niederlande ist davon auszugehen, dass die massgebende n Dienstleistungen ihres Rechtsvertreters in der Niederlande und damit nicht im Inland erbracht wurde n (vgl. Art. 8 Abs. 1 MWSTG; zum Ort der Dienstleistung siehe auch Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts B-7367/2010 vom 9. Dezember 2011 E. 8.4). 11. Gemäss Art. 83 Bst. h BGG kann dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuersachen innerhalb von 10 Tagen nur dann mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes- gericht weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätz- licher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall im Sinn von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt (Art. A-1606/2014 Seite 32 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet das Bundesgericht. A-1606/2014 Seite 33 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Im Sinne der Erwägungen wird die Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird, teilweise gutgeheissen. Dispositiv-Ziff. 1 und 2 der angefochtenen Schlussverfügung vom 21. Februar 2014 werden aufgehoben . Es wird keine Amtshilfe betreffend die A._______ AG in Liquidation und die B._______ AG geleistet. Dispositiv-Ziff. 5 und Dispositiv-Ziff. 6 Bst. a dieser Schlussverfügung werden im Sinne der Erwägungen teilweise abgeändert. Die ESTV wird angewiesen, im Sinne der Erwägungen die edierten Unter- lagen teilweise nicht an den BD zu übermitteln und die zu übermittelnden Unterlagen teilweise zu schwärzen. Im Übrigen wird die Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird, abgewie- sen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 7'000.- werden den Beschwerdeführenden 2- 4 im Umfang von Fr. 3'000.- auferlegt. Der Betrag von Fr. 3'000.- wird dem Kostenvorschuss entnommen. Der Restbetrag von Fr. 4'000.- wird den Be- schwerdeführenden 2-4 nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur- teils zurückerstattet. 3. Die Vorinstanz wird verpflichtet, den Beschwerdeführenden 2-4 eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 6'000.- zu be- zahlen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführenden 2-4 (Gerichtsurkunde); – die Vorinstanz (Ref.-Nr. […]; Gerichtsurkunde). Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Riedo Beat König A-1606/2014 Seite 34 Rechtsmittelbelehrung: Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli- cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt (Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). In der Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung er- füllt ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis- mittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: