Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. November 2017 (720 17 144 / 319) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente; massgebende Zweifel an einer internen RAD-Beurteilung. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Sebastian Laubscher , Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1991 geborene A.____ leidet seit seiner Gebu rt an einem TAR-Syndrom mit einer Dysmelie der oberen Extremitäten und seit geraumer Zeit an einer beidseitigen Luxation der Patella. In seinen Alltagshandlungen ist er deshalb deutlich eingeschränkt. Der Besuch einer öffentlichen Schule war ihm nicht möglich. Im Jahre 2009 wurde der Versicherte in einen Basis- kurs der Stiftung B.____ in Bern aufgenommen, um bi s Ende 2014 einen kaufmännischen Lehrabschluss zu erreichen. Mit Mitteilung vom 25. August 2010 erteilte die IV-Stelle eine Kos- tengutsprache für die erstmalige berufliche Einglie derung. In der Folge wurden diverse Anträge Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Versicherten betreffend die Übernahme verschiedener Kosten während der Ausbildung und zum Umbau eines Lernfahrzeugs im Hinblick auf den Erwerb des Führerausweises gutgeheis- sen. Die IV-Stelle bewilligte in der Folge zudem unt er anderem die Kostengutsprache für eine Lernbegleitung im Rahmen der erstmaligen Berufsausbi ldung. Nach bestandener Fahrprüfung bewilligte sie ausserdem die Kosten für den Umbau des e igenen Fahrzeugs des Versicherten. Mit Verfügung vom 5. Juli 2013 sprach sie schliesslich eine Hilflosenentschädigung leichten Grades ab Juni 2010 zu. B. Im Herbst 2013 absolvierte der Versicherte ein exter nes Praktikum bei der C.____, wel- ches nach seinem Ausbildungsabschluss in eine vom 1. Augu st 2014 bis Ende Januar 2016 befristete Anstellung mündete. Nachdem der Versicherte s eit November 2015 vollständig ar- beitsunfähig war und er sich im Mai 2016 einer Knieop eration unterziehen musste, wurde sein mittlerweile gestützt auf ein neues Leistungsgesuch vom 22 . Juni 2016 wieder eröffnetes Dos- sier betreffend die beruflichen Massnahmen abgeschlossen u nd zur Prüfung der Rentenfrage weitergeleitet. Nach Abklärung der erwerblichen und g esundheitlichen Verhältnisse – nament- lich nach Eingang einer Beurteilung des regional-ärztli chen Dienstes (RAD) vom 20. Februar 2017 – lehnte die IV-Stelle einen Leistungsanspruch d es Versicherten mangels Erfüllung des Wartejahres mit Verfügung vom 4. April 2017 ab. Dabei hielt sie fest, dass von einer Arbeitsun- fähigkeit in den Perioden vom 16. Juni bis 16. Septem ber 2015 und vom 18. Mai 2016 bis 20. Oktober 2016 auszugehen sei. C. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch A dvokat Sebastian Laubscher, am 17. Mai 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte in A ufhebung der angefochtenen Verfü- gung die Zusprache einer ganzen IV-Rente, eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit an die IV-Stelle zur Vornahme weiterer Abklärungen. Ausser dem sei eine Parteiverhandlung durchzuführen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vo rgebracht, dass dem Beschwerde- führer seit dem 1. Februar 2016 von seinen behandelnde n Ärzten stets eine volle Arbeitsunfä- higkeit attestiert worden sei. Die Beurteilung der ges undheitlichen Verhältnisse durch den RAD sei nicht nachvollziehbar. Bei dem äusserst komplexen un d multiplen Beschwerdebild sei eine fundiertere Abklärung notwendig. D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 3. Juli 2 017 auf Abweisung der Be- schwerde. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 30. Novembe r 2017 hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest. Auf deren Vorbringen ist so weit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3. Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine IV-Rente besitzt. Strittig ist insbesondere, ob das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG erfüllt ist und in diesem Zu- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sammenhang, in welchem Ausmass und seit wann der Versicherte aufgrund seiner gesundheit- lichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 3.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleib t folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.2 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesund heitlichen Beeinträchtigung handelt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortu ng Verwaltung und Gerichte auf fach- ärztliche Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es n icht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenn tnisse voraussetzt und von einem medizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beur- teilung der Integritätseinbusse obliegt somit den ärzt lichen Sachverständigen (Urteil des Bun- desgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 3.3 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist di e rechtsanwendende Behörde somit auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweise n). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be- weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdige n. Dies bedeutet, dass das Sozial- versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbes ondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht e rledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des B eweiswertes eines ärztlichen Berich- tes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belang e umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksicht igt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung d er medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleu chtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebe nd für den Beweiswert ist grund- sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht o der Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Rechtsprechungsgemä ss ist es dem Sozialversicherungs- gericht demnach nicht verwehrt, gestützt allenfalls ausschli esslich auf versicherungsinterne Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht medizinische Unterlagen zu entscheiden. Wie das Bundesger icht in ständiger Rechtsprechung präzisiert hat, sind in solchen Fällen jedoch strenge Anfo rderungen an die Beweiswürdigung in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweif eln an der Zuverlässigkeit und Schlüs- sigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärun gen vorzunehmen sind (Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 27. Ju li 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit Ver- weisen). 3.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozialversiche- rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge setz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforde rungen nicht. Das Gericht hat viel- mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Ein An- spruch auf Leistungen besteht nur, wenn die Voraussetz ungen dafür mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 3.5 Nach ständiger Rechtsprechung hat das Sozialversicherung sgericht die Gesetz- mässigkeit angefochtener Verwaltungsverfügungen in der R egel nach dem Sachverhalt zu be- urteilen, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorg elegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Daraus folgt, dass für die Beurteilung der künftig massgeben- den Verhältnisse grundsätzlich jener medizinische Sachverh alt massgebend ist, wie er im Zeit- punkt des Erlasses der vorliegend angefochtenen Verfügu ng der IV-Stelle vom 4. April 2017 vorgelegen hat. 4. Im Zentrum der medizinischen Aktenlage steht die Ak tenbeurteilung des RAD durch Dr. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumato logie des Bewegungsapparats, vom 20. Februar 2017. Daraus geht hervor, dass eine anhalte nde Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tä- tigkeit ab November 2015 nicht nachvollziehbar sei. Spät estens seit der Untersuchung vom 20. September 2016 (sic: durch die E.____) hätten nac h dem Ersatz des linken Kniegelenks stabile objektive Befunde bestanden. Die subjektiven Besch werden des Versicherten, wie bei- spielsweise die wiederholte, starke Schwellneigung am rechten Kniegelenk, seien in der Unter- suchung nicht hinlänglich nachvollziehbar gewesen. Es habe sich zwar eine gewisse Prothe- seninstabilität in der Beuge- und in der Streckstellung feststellen lassen. Diese habe jedoch in sitzender Tätigkeit keine massgeblichen Einschränkungen zur Folge. Genau genommen sei der Versicherte bereits präoperativ nur sehr eingeschränkt ge hfähig gewesen; damit aber sei er uneingeschränkt angepasst arbeitsfähig. Wenn man beden ke, dass er in der Lage sei, ein Fahrzeug zu führen, sei die erforderliche Mobilität zum Erreichen des Arbeitsplatzes gegeben. In diesem Sinne werde auch durch den behandelnden Arzt eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit für möglich und zumutbar erachtet. Dies erscheine durchaus nachvollziehbar, denn die plausiblen Beschwerden würden sich ausschliesslich auf einse itig gehende und stehende Be- wegungsabläufe beziehen. Wegen einer Arthroskopie des re chten Kniegelenks habe ab 17. Juni 2015 eine zeitlich befristete Arbeitsunfähigkei t für die Dauer von rund drei Monaten Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestanden. Für die Zeit vom 18. Mai 2016 bis zum 20. S eptember 2016 sei infolge der operati- ven Prothesen-Versorgung von einer vollständigen und v om 21. Mai 2016 bis zum 20. Oktober 2016 von einer hälftigen Arbeitsunfähigkeit auszugehe n. Vorbehältlich weiterer operativer Ein- griffe bestehe ab dem 21. Oktober 2016 bis auf weiter es in einer unverändert schwerpunktmäs- sig sitzenden Verweistätigkeit im Sinne der bisherigen Tä tigkeit wieder eine vollständige Ar- beitsfähigkeit. Die Frage nach beruflichen Massnahmen w ürde entfallen, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei unlimitiert zumutbar. 5.1 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass auf diese RAD-Beurteilung nicht abgestellt werden könne. Entgegen der von der IV- Stelle vernehmlassungsweise vertrete- nen Ansicht ist seiner Auffassung zuzustimmen. Wie oben aus geführt (oben, Erwägung 3.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein geholten Beurteilungen versiche- rungsinterner Herkunft bei der Beweiswürdigung nur dan n volle Beweiskraft zuzuerkennen, wenn keine auch nur geringen Zweifel gegen deren Zu verlässigkeit sprechen. Solche Zweifel liegen hier allerdings vor, denn die zitierte RAD-Beurteilung erweist sich in diversen Punkten als unvollständig und unklar. 5.2.1 Was zunächst die Zeit nach der arthroskopischen Spü lung am rechten Knie im Juni 2015 betrifft, postuliert der RAD-Arzt in seiner Beurt eilung vom 20. Februar 2017 eine dreimo- natige Rehabilitationsphase. Dabei setzt er sich in Wi derspruch zur aktenkundigen Tatsache, dass der Versicherte bereits in der zweiten Juliwoche 2015 zunächst wieder gearbeitet hat, bis er seine Arbeit aus gesundheitlichen Gründen anfangs November 2015 abbrechen musste (Bei- lage zum Fragebogen für Arbeitgebende, Absenzenblatt, IV-Dok 172, S. 7). Die Einschätzung des RAD-Arztes widerspricht aber auch den Aussagen der be handelnden Ärzte. Übereinstim- mend mit den seitens des Arbeitgebers ausgewiesenen Krankh eitsabsenzen ist nämlich dem Bericht des Kantonsspitals Baselland vom 4. Dezember 2015 zu entnehmen, dass die Schmer- zen im November 2015 offenbar als Folge einer Überbela stung des linken Knies auch rechts- seitig exazerbiert sind. Entgegen der vom RAD-Arzt in diesem Zusammenhang vertretenen Auf- fassung, dass es sich dabei lediglich um subjektive Klagen handle, ist dem erwähnten Bericht ein klinischer Befund in Form einer schmerzbedingten Ei nschränkung der Kreuzbänder am lin- ken Knie zu entnehmen (IV-Dok 171, S. 22). Die Zunahme dieser Beschwerden hat letztlich dazu geführt, dass dem Versicherten am 19. Mai 2016 ein e Knietotalprothese am rechten Knie eingesetzt worden ist. Dass bei dieser Ausgangslage berei ts Ende September 2015 eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden haben soll, ist nicht nachvollziehbar. 5.2.2 Gleiches gilt in Bezug auf die zweite Phase der durch den RAD-Arzt postulierten Ar- beitsunfähigkeit nach rechtsseitigem Prothesenersatz im Ma i 2016. Auch hier ist nicht ersicht- lich, weshalb die Rehabilitation drei Monate nach der entsprechenden Operation bereits abge- schlossen gewesen sein soll. Die Auseinandersetzung des RAD -Arztes mit den Akten be- schränkt sich in diesem Zusammenhang im Wesentlichen darauf , eine Untersuchung vom 20. September 2016 zu erwähnen. Damit bezieht sich der RAD-Arzt offensichtlich auf den Be- richt der E.____ vom 27. September 2016 (IV-Dok 175, S . 12 f.). Diesem Bericht ist indes zu entnehmen, dass die Situation an beiden Kniegelenken u nbefriedigend sei und sich nicht nur eine reduzierte Belastbarkeit, sondern offenbar auch e ine nachvollziehbare Schmerzsituation Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht eingestellt habe, die weiterhin eine vollständige Arb eitsunfähigkeit nach sich ziehe. Überein- stimmend berichtet das E.____ Ende Oktober 2016, dass sich die Knieschmerzen beidseits nicht verbessert hätten, die Situation an den Knien we iterhin unbefriedigend und die Schmerz- mittelmedikation erhöht worden sei (IV-Dok 175, S. 8 f.). Wenn der RAD-Arzt in seiner Beurtei- lung vom 20. Februar 2017 davon ausgeht, dass der Versi cherte in einer rein sitzenden Tätig- keit ab 21. Oktober 2016 nicht mehr in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei, igno- riert er mithin die klinisch erhobenen Schmerzzustände, w elche notorischerweise auch im Sit- zen eine starke Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach sich ziehen können. Nichts anderes gilt im konkreten Fall des Versicherten, dessen Kniebewe glichkeit in der hier interessierenden Periode sowohl aktiv als auch passiv schmerzbedingt bereits im Liegen deutlich limitiert war (IV- Dok 175, S. 12). Wie trotz solch objektiv erhobener Schmerzen auch im Sitzen eine vollständige Arbeitsfähigkeit möglich sein soll, hat der RAD-Arzt ni cht erläutert. Ausserdem erweist es sich auch hier als unverständlich, dass der RAD-Arzt die durch die behandelnden Ärzte festgestellte Schwellung lediglich als subjektive Beschwerden abgetan ha t. Berücksichtigt man die übrigen Unterlagen, wonach der Versicherte wegen seiner Kniep robleme gar beim Toilettengang in sei- ner Beweglichkeit eingeschränkt war (Einschätzung vom 6. Oktober 2016, IV-Dok 166, S. 3), sind jedenfalls grosse Zweifel angebracht, dass es ihm möglich gewesen sein soll, ab 21. Okto- ber 2016 wieder einer schwerpunktmässig sitzenden Tätigkeit vollumfänglich nachzugehen. 5.2.3 An diesem Ergebnis ändert nichts, dass der Versich erte noch vor den hier interessierenden operativen Eingriffen in der La ge gewesen war, seiner Tätigkeit als Kaufmann nachzukommen (Abschlussbericht der Einglieder ungsmassnahmen vom 25. Juni 2014, IV-Dok 114). Einerseits ist auf die bereits oben erwähnte Absenzenkontrolle seines frühe- ren Arbeitgebers hinzuweisen, wonach der Beschwerdefü hrer in relativ kurzen Abständen wie- derholte Krankheitsabsenzen zu verzeichnen hatte (IV-Dok 172, S. 7), und er insgesamt offen- bar nicht in der Lage war, eine Arbeitsleistung zu er bringen, welche dem ausgerichteten Lohn entsprochen hätte (Fragebogen Arbeitgeber vom 27. Oktober 2016, IV-Dok 172, S. 3, ad Frage 2.10). Andererseits war der Versicherte schon dazumal bei seiner Arbeit auf Handreichungen Dritter angewiesen (IV-Dok 114, S. 2; ebenso Protokoll der Parteiverhandlung vom 30. November 2017). Bereits dieser Umstand allein lässt Zweifel an dem vom RAD definierten Arbeitsplatzprofil einer lediglich schwerpunktmässig sit zenden Tätigkeit aufkommen. Wenn der RAD davon ausgeht, dass ab 21. Oktober 2016 wieder von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auszugehen sei, widerspricht er ohne weiterführende Erläuterung jedenfalls auch der E.____, wonach anfangs August 2016 davon ausgegangen worden war, dass die Arbeitsfähigkeit kein präoperatives Ausmass mehr erreichen werde (IV-Dok 168, S. 5). Wenn der RAD in der fraglichen Beurteilung vom 20. Fe bruar 2017 schliesslich darauf hinweist, dass eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit d urch den behandelnden Arzt für zumutbar erachtet worden sei, bezieht er sich auf dessen Bericht vom 25. November 2016 (IV-Dok 175, S. 4). Daraus aber geht gerade nicht hervor, ab wann u nd in welchem Umfang mit einer Wie- deraufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werd en kann (a.a.O., ad Frage 1.9). Ausser- dem gibt der behandelnde Arzt an, seinen Patienten am 30. Juni 2015 – mithin zwei Wochen nach der dem ersten operativen Eingriff – das letzte Ma l gesehen zu haben. Sein Bericht ist mithin deutlich zu alt, als der RAD-Arzt für die Begrü ndung seiner eigenen Einschätzung darauf hätte abstellen dürfen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.4 Unbesehen des Dargelegten geht der RAD in seine r Beurteilung vom 20. Februar 2017 nur auf die orthopädischen Probleme, nicht aber auf d as den Beschwerdeführer offensichtlich im Alltag ebenfalls stark einschränkende TAR-Syndrom mit einer Dysmelie seiner oberen Ext- remitäten ein. Auch wenn der Versicherte vor seinen Kn ieoperationen in der Lage war, erfolg- reich seine kaufmännische Ausbildung zu absolvieren, entsp rach sein Gehalt während der im Anschluss befristet wahrgenommenen Tätigkeit offenbar n icht der erbrachten Arbeitsleistung (IV-Dok 172, S. 3). Aus den übrigen Akten geht wie be reits dargelegt ausserdem hervor, dass er bei der Arbeit auf Handreichungen Dritter angewie sen war (IV-Dok 114, S. 2; ebenso Proto- koll der Parteiverhandlung vom 30. November 2017). Die Betrachtungsweise des RAD greift unter diesen Umständen daher auch aus grundsätzlichen Ü berlegungen deutlich zu kurz. Zu klären gewesen wäre anlässlich einer umfassenden Untersuchung vielmehr, ob und in welchem Umfang auch das Geburtsleiden den Versicherten in seiner Arbeitsfähigkeit (zusätzlich) ein- schränkt. 5.3 Zusammenfassend ist es in Anbetracht der dargelegte n Unzulänglichkeiten wenig plau- sibel, dass die durch den RAD vorgenommene Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der tatsächlichen Situation des Versi cherten entsprochen hat. Die im Zentrum stehende RAD-Beurteilung vom 20. Februar 2017 lässt bei diesem Ergebnis eine abschliessen- de Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh rers weder in Bezug auf die Dauer des Wartejahrs noch für die Zeit danach zu. Die Angelegenh eit bedarf bei diesem Ergebnis zweifel- los zusätzlicher Abklärungen. 5.4 Im Entscheid 137 V 210 ff. hat das Bundesgericht die bisherige ständige Rechtspre- chung, wonach das kantonale Gericht prinzipiell die frei e Wahl hatte, bei festgestellter Abklä- rungsbedürftigkeit die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen oder aber selber zur Herstellung der Spruchreife zu schreiten, geändert. Es h at erkannt, dass die Beschwer- deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten einzuhole n hat und eine Rückweisung an die IV- Stelle nur noch in Ausnahmefällen erfolgen soll. Da es Aufgabe der Verwaltung und nicht der Beschwerdeinstanz ist, für eine erstmalige vollständige Erhebung des massgebenden Sachver- haltes besorgt zu sein, liegt ein solcher Ausnahmefall et wa vor, wenn ein relevanter Aspekt des medizinischen Sachverhaltes durch die Verwaltung nicht rechtsgenügend abgeklärt worden ist. Gleiches gilt, wenn sich die Verwaltung auf Unterlagen stützt, welche die medizinische Situation der versicherten Person nur unzureichend wiedergeben. B eide Punkte sind nach dem vorste- hend Gesagten auch hier gegeben. Somit aber ist eine Rückweisung an die IV-Stelle vorzu- nehmen. Die angefochtene Verfügung vom 4. April 2017 ist deshalb aufzuheben und die Ange- legenheit ist an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese wir d den aktuellen Gesundheitszustand und die Frage der (Rest-) Arbeitsfähigkeit des Versiche rten sowohl für die Zeit des Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) als auch für die Zeit dan ach (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG) innert nützlicher Frist durch ein externes Gutachten abklären zu lassen haben. Dabei wird sie zugleich Gelegen- heit haben, die gesundheitlichen Verhältnisse und dere n Auswirkungen im Alltag in ihrer Ge- samtheit näher und nachvollziehbar abzuklären. Gestützt a uf die Ergebnisse dieser Aktener- gänzung wird die IV-Stelle anschliessend so rasch als mög lich über den Rentenanspruch des Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführers neu zu befinden haben. Die vorliegend e Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 6.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zu ergän zender Abklärung und neuer Beurtei- lung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unte rliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2; BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden und der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 800.— an den Beschwerdeführer zurück zu erstatten ist. 6.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Sein R echtsvertreter hat in seiner Honorar- note vom 30. November 2017 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 12 Stunden und 30 Minuten geltend gemacht, was sich angesichts der si ch stellenden Sach- und Rechts- fragen noch als knapp angemessen erweist. Die Bemühunge n sind im Umfang des für die Par- teiverhandlung angefallenen Zeitaufwands von 1 Stunde und 30 Minuten zu erhöhen und zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschni ttliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.— zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind so- dann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen v on Fr. 93.30. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung gemäss Honorarnote in der Höhe von Fr. 3‘880.75 (inkl. Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 7. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zust ändigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öff entlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 4. April 2017 aufgeho ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erw ägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel -Landschaft zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3‘880.75 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs