A bteilung V E -3566/2007 tem /bas/scb {T 0/2} U rteil vom 1. Juni 2007 M itw irkung:R ichterin Teuscher, R ichter Badoud, R ichter König G erichtsschreiber Bähler D _______, geboren 18. M ärz 1979, angeblich Belarus, BFM Em pfangs- und Verfahrenszentrum , C ________, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern-W abern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 16. M ai 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge seinen H eim atstaat am 19. D e- zem ber 2006 verliess und nach einem dreim onatigen Aufenthalt in Frankreich am 27. M ärz 2007 in der Schw eiz um Asyl ersuchte, dass er am 4. April 2007 sum m arisch befragt und 19. April 2007 zu den Asylgründen an- gehört w urde, dass er geltend m achte, sein Vater sei M itglied der Partei "Volksbew egung" gew esen und er habe diesen bei dessen Tätigkeit unterstützt, w obei er unter anderem Flugblätter verteilt habe, dass er deshalb m ehrm als festgenom m en und teilw eise auf dem Polizeiposten m isshan- delt w orden sei, dass er am 20. M ärz 2007 seinen R eisepass in Lyon w eggew orfen habe, w eil das Visum abgelaufen gew esen sei und er eine allfällige Ausschaffung habe verunm öglichen w ol- len, dass am 13. April 2007 im Auftrag des BFM eine LIN G U A-Analyse (Sprachanalyse und landeskundlich-kulturelle Analyse) durchgeführt w urde, w elche zum Schluss führte, aufgrund seiner Kenntnisse über Belarus und seines sprachlichen H intergrundes habe m it Sicherheit keine Sozialisierung des Beschw erdeführers in Belarus stattgefunden, vielm ehr sei er in einer russisch sprechenden U m gebung aufgew achsen und stam m e sicher nicht aus Belarus, dass dem Beschw erdeführer m it Schreiben vom 30. April 2007 das rechtliche G ehör zum Ergebnis der LIN G U A-Analyse sow ie im H inblick auf einen allfälligen Entscheid nach Art. 32 Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) gew ährt w urde, dass ihm dieses Schreiben nicht zugestellt w erden konnte, da er vorübergehend unter- getaucht w ar, dass das BFM m it Verfügung vom 16. M ai 2007 - eröffnet am 21. M ai 2007 - in Anw en- dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b des AsylG auf dieses Asylgesuch nicht eintrat und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug am Tag nach Eintritt der R echtskraft anordnete, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 24. M ai 2007 (Poststem pel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde erhob und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei vollum fänglich aufzuheben und es sei die Sache zur Prüfung des Asylgesuches (Eintreten) an die Vorinstanz zurückzuw eisen, dass er ferner in prozessualer H insicht beantragte, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung zu bew illigen, dass die vorinstanzlichen Akten am 25. M ai 2007 beim Bundesverw altungsgericht ein- trafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG ),3 und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G , SR 173.110]), dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundes- recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide praxisgem äss auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asyl- gesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it darauf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungsgericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass im vorliegenden Fall das BFM über seine Fachstelle LIN G U A den Beschw erdefüh- rer einer H erkunftsanalyse auf der Basis charakteristischer M erkm ale in der Sprechw ei- se sow ie landeskundlich-kultureller Anhaltspunkte unterzogen und ihm m it Schreiben vom 30. April 2007 das rechtliche G ehör zum Abklärungsergebnis gew ährt hat, dass ihm dieses Schreiben eingeschrieben zugestellt, jedoch von ihm nicht abgeholt w urde, dass das Schreiben vom 30. April 2007 m it Ablauf der Abholfrist als zugestellt gilt (Zu- stellfiktion) dass auf Asylgesuche nicht eingetreten w ird, w enn Asylsuchende die Behörden über ihre Identität täuschen und diese Täuschung aufgrund der Ergebnisse der erkennungs- dienstlichen Behandlung oder anderer Bew eism ittel feststeht (Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG ),4 dass der Begriff der Identität gem äss Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG N am en, Vornam en, Staatsangehörigkeit, Ethnie, G eburtsdatum , G eburtsort und G eschlecht des Asylsuchenden um fasst (vgl. Art. 1 Bst.a der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]), dass der betreffende Experte zur Erkenntnis gelangt ist, der Beschw erdeführer stam m e m it Sicherheit nicht aus Belarus, sondern sei in einer russischsprachigen U m gebung sozialisiert w orden, dass das Bundesverw altungsgericht in Anlehnung an die unverändert geltende Praxis der AR K die LIN G U A-Analyse des BFM nicht als Sachverständigengutachten (Art. 12 Bst. e Vw VG ; Art. 57 ff. des Bundesgesetzes vom 4. D ezem ber 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP] i.V.m . Art. 19 Vw VG ), sondern als schriftliche Auskünfte einer D rittperson (Art. 12 Bst. c Vw VG ; Art. 49 BZP i.V.m . Art. 19 Vw VG ) anerkennt, ihnen indessen - sofern bestim m te Anforderungen an die fachliche Q ualifikation, O bjektivität und N eutralität des Experten w ie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit und N achvollziehbarkeit der Analyse erfüllt sind - erhöhten Bew eisw ert zum isst (vgl. EM AR K 2003 N r. 14 S. 89 E. 7; 1998 N r. 34 S. 284 ff.), dass die vorliegend begründete Analyse einen nachvollziehbaren und überzeugenden Eindruck hinterlässt und zu keinen Beanstandungen Anlass gibt, w eshalb ihr nach den erw ähnten Kriterien erhöhter Bew eisw ert zuzum essen ist, dass zur Verm eidung von W iederholungen auf den w esentlichen Inhalt des Ergebnisses und der Begründung des BFM in der angefochtenen Verfügung verw iesen w erden kann, dass dem nach in casu eine Identitätstäuschung m it genügender Sicherheit feststeht (vgl. EM AR K 1999 N r. 19 E. 3d S. 125 f.; 2003 N r. 27), dass die Beschw erde in keiner W eise auf die Erw ägungen der angefochtenen Verfü- gung eingeht und teilw eise den Ausführungen des Beschw erdeführers anlässlich der Anhörungen w iderspricht (Ausreise im Bus und W eiterreise nach W esteuropa m it Schengen-Visum im Flugzeug, nicht "äusserst beschw erlichen Flucht" [...], "die naturge- m äss nicht ohne H eim lichkeit und nur auf illegalem W eg m öglich w ar."), dass der Beschw erdeführer bew usst seinen R eisepass w egw arf, um Abklärungen zu seiner Identität zu verhindern, dass das BFM dem nach in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG zu R echt auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten ist, dass das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz zur Folge hat, vorliegend der Beschw erdeführer w eder eine Aufenthaltsbew illi- gung besitzt noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat, w eshalb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG , Art. 32 Bst. a AsylV 1; vgl. EM AR K 2001 N r. 21), dass grundsätzlich von Am tes w egen zu prüfen ist, ob der Vollzug der W egw eisung nicht zulässig, nicht zum utbar oder nicht m öglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ), diese U nter- suchungspflicht jedoch nach Treu und G lauben ihre G renze an der M itw irkungspflicht der Asylsuchenden findet (Art. 8 AsylG ), w elche auch die Substanziierungslast tragen (Art. 7 AsylG ), und es deshalb nicht Sache der Asylbehörden sein kann, nach allfälligen W egw eisungshindernissen in hypothetischen H erkunftsländern zu forschen,5 dass der Beschw erdeführer deshalb die Folgen seiner m angelhaften M itw irkung respek- tive Verheim lichung seiner w ahren Identität zu tragen hat, indem verm utungsw eise da- von auszugehen ist, es w ürden einer W egw eisung in den tatsächlichen H eim atstaat kei- ne landes- oder völkerrechtlichen Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . Art. 14a Abs. 2 - 4 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20) entgegenstehen (vgl. EM AR K 2005 N r. 1 E. 3.2.2. S. 5 f.), dass der Beschw erdeführer m it der Verheim lichung seiner H erkunft auch die Prüfung der Zum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung (Art. 14a Abs. 4 AN AG ) verunm öglicht, w eshalb davon auszugehen ist, dass keine derartigen W egw eisungshindernisse vorlie- gen, dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine H inw eise auf das Vorliegen technischer Vollzugshindernisse ergeben, w eshalb der Vollzug auch als m öglich erscheint (Art. 14a Abs. 2 AN AG ), dass es dem Beschw erdeführer dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die an- gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich- tig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass dass eine Partei, die nicht über die erforderlichen M ittel verfügt, auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit w ird, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ), dass eine Beschw erde dann als aussichtslos gilt, w enn die G ew innaussichten beträcht- lich geringer sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet w erden können (vgl. BG E 125 II 265, Erw . 4b, S. 275), dass die Erw ägungen aufzeigen, dass die vorliegende Beschw erde als zum vornherein aussichtslos zu bezeichnen ist, w eshalb das G esuch um unentgeltliche R echtspflege abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). dass das G esuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses beim vorliegenden Verfahrensausgang gegenstandslos w ird. (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um unentgeltliche R echtspflege w ird abgew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. 4. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (durch Verm ittlung des BFM , Em pfangs- und Verfah- renszentrum C ________, m it der Bitte, dieses U rteil dem Beschw erdeführer gegen Em pfangsbestätigung auszuhändigen und diese im D ossier N _______ abzulegen; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Em pfangs- und Verfahrenszentrum C ________, (vorab per Telefax) (R ef.-N r. N _______) - das M igrationsam t Kanton Aargau (per Telefax) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: M arianne Teuscher Sim on Bähler Versand am :