TPF 2005 157 157 TPF 2005157 42.AuszugausdemEntscheidderBeschwerdekammerinSachenBankX. gegen Bundesanwaltschaft vom 5. September 2005 (BB.2005.83) Mitteilungsverbot an eine Bank; Verhältnismässigkeit. Art. 101 Abs. 2 BStP, Art. 292 StGB EinseitmehralseinemJahrbestehendesunbefristetesMitteilungsverbotistals verfassungswidriger Eingriff in die Individualrechte einzustufen. Interdiction de communiquer faite à une banque; proportionnalité. Art. 101 al. 2 PPF, art. 292 CP Uneinterdictiondecommuniquerquiduredepuisplus d’unandoit être consi- dérée comme une atteinte aux droits in dividuels contraire à la Constitution. Divieto d’informazione per una banca; proporzionalità. Art. 101 cpv. 2 PP, art. 292 CP Un divieto d’informazione che dura da più di un anno costituisce una violazione dei diritti individuali contraria alla Costituzione. Zusammenfassung des Sachverhalts: MitBankenrundschreibenundEditionsaufforderungvom12. März2004 gelangtedieBundesanwaltschaft(BA)andieBankXundverlangteu.a. Auskunft überallf älligbestehende GeschäftsbeziehungenmitdemBeschul- digtenA.unddreiGesellschaften.DerBankwurdeunterStrafandrohung untersagt,derbeschuldigtenPersonunddenGesellschaftenvonihrem SchreibenMitteilungzumachen.MitEditionsverf ügung vom12.Juli2005 gelangtedieBAerneutandieBankX.undverlangteAuskunft überseitder erstenVerf ügung saldiertebzw.neuer öffnete GeschäftsbeziehungenmitA. sowie überallf älligeKontaktemitihmseit1.Juli2005biszurErledigung derAufforderung.AusserdemerliesssieeinMitteilungsverbotundunter- sagteunterStrafdrohungdieHerausgabevonUnterlagenmitAusnahme branchenüblicher Zusendungen an den Kunden.TPF 2005 157 158 DieBeschwerdekammerschriebdiegegenstandslosgewordeneBeschwerde abundhatteimRahmenderKostenverlegung überdenmutmasslichen Prozessausgang zu befinden. Aus den Erwägungen: 2.2 [AuszugsweiseWiedergabe vonBGE 131 I425]. 2.3 DieBeschwerdef ührerinmachtvorliegendunteranderemeineUnver- hältnismässigkeit desMitteilungsverbotswegenseinerbisherigenDauer undderfehlendenBefristunggeltend.DasmitVerf ügung vom12.Juli2005 verhängteMitteilungsverbotbekr äftigtimPrinzipdas – unangefochten gebliebene – Mitteilungsverbotgem äss Verfügung vom12. März2004.In derSachegehteshierwiedortdarum,dassdieBeschwerdegegnerinder Beschwerdeführerinverbot,ihren – soweitausdenAktenersichtlichglei- chen – BankkundendavonMitteilungzumachen,dassdieBeschwerdegeg- nerinimRahmeneinesErmittlungsverfahrensumAuskunft überbestehen- de,saldierteundneueingegangene Geschäftsbeziehungenersuchte.Na- mentlichersuchtedieBeschwerdegegnerinmitderteilweiseangefochtenen Verfügung vom12.Juli2005umAuskunft überallf älligeseitderersten Verfügung eingetreteneVer änderungeninden Geschäftsbeziehungenund auferlegtederBankdie sbezüglicheinMitteilungsverbot.DerSachenach liegtdamiteinseitmehralseinemJahrbestehendesunbefristetesMittei- lungsverbotvor.DieserEingriffindieIndividualrechtederBeschwerde- gegnerinh ätteimLichtedervorstehendzitiertenRechtsprechungwohlals verfassungswidrig eingestuft werdenmüssen.