B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1655/2013/was U r t e i l v o m 2 1 . F e b r u a r 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Gérald Bovier, Richter Martin Zoller, Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren (…), B._______, geboren (…), C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), und E._______, geboren (…), ohne Staatsangehörigkeit, Herkunftsland Syrien, alle vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl; Verfügung des BFM vom 27. Februar 2013 / N (…). D-1655/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführenden, Kurden mit letztem Wohnsitz in F._______ (Provinz Al Hassaka, Syrien), verliessen ihren Heimatstaat e i- genen Angaben zufolge Ende August 2010 und hielten sich zunächst in der Türkei und anschliessend in Griechenland auf. Der Beschwerdeführer gelangte sodann auf dem Luftweg nach Bulgarien und reiste schliesslich am 22. März 2011 mit dem Flugzeug von Budapest herkommend illegal in die Schweiz ein. Die Beschwerdeführerin und die beiden Kinder C._______ und D._______ ihrerseits flogen von Griechenland aus z u- nächst nach Frankreich und reisten sodann am 23. März 2013 im Zug i l- legal in die Schweiz ein. Am 24. März 2011 ersuchten die Beschwerd e- führenden im Empfangs - und Verfahrenszentrum G._______ um Asyl nach, wurden dort am 30. März 2011 summarisch befragt und in der Fo l- ge für die Dauer des Verfahrens dem Kanton H._______ zugewiesen. A.b Das BFM ersuchte die Schweizer Vertretung in Damaskus, Syrien, am 31. März 2011 um die Vornahme von Abklärungen betreffend die B e- schwerdeführenden. Die Schweizer Vertretung in Damaskus beantwort e- te diese Anfrage mit Schreiben vom 14. November 2011. A.c Am 6. Dezember 2011 brachte die Beschwerdeführerin den Sohn E._______ zur Welt. A.d Das BFM hörte die Beschwerdeführenden am 31. Mai 2012 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ausführlich zu ihren Asylgründen an. Dem Beschwerdeführer wurde dabei zu den Abklärungsergebnissen der Botschaftsanfrage teil- weise das rechtliche Gehör gewährt. A.e Zur Begründung ihrer Asy lgesuche brachten die Beschwerdeführe n- den im Wesentlichen vor, sie seien staatenlose Kurden (Ajnabi [der B e- schwerdeführer] respektive Maktumin [die Beschwerdeführerin]). Deshalb seien sie bei den syrischen B ehörden nicht registriert. Der Beschwerde- führer h abe im Jahr 2004 in Amuda an einer Demonstration teilgeno m- men und sei in diesem Zusammenhang Anfang April 2005 verhaftet wo r- den. Nach ungefähr zwei Monaten sei er wieder freigelassen worden; die Haft habe für ihn keine weiteren Konsequenzen gehabt. Ungefäh r im September 2009 sei er Sympathisant der Yekiti-Partei geworden. Er habe sich später auch für die Parteimitgliedschaft beworben und sei "Kandidat" gewesen. Einmal im Monat habe er an Parteisitzungen teilgenommen, D-1655/2013 Seite 3 ausserdem habe er mehrmals Flugblätter d er Partei an Freunde verteilt. Anfang Juli 2010 hätte im Haus eines Freundes in Amuda eine Parteisit- zung stattfinden sollen. Noch vor Beginn der Sitzung seien sie jedoch t e- lefonisch gewarnt worden, es sei ein Fahrzeug der Behörden im Quartier unterwegs. Er sei daraufhin umgehend geflüchtet und nach Qamishli ge- gangen, wo er bei einem Bekannten untergetaucht sei. In dieser Zeit sei er zuhause mehrmals von den Behörden gesucht worden. Möglicherwei- se sei er von irgendwelchen Leuten verraten worden. Aufgrund die ses Vorfalles hätten sie sich entschieden, ihr Heimatland zu verlassen. Noch vor seiner Ausreise habe er dann erfahren, dass er in Abwesenheit verur- teilt worden sei. Er sei sicher, dass er von den Behörden gesucht worden sei. Die Ausreise sei schliesslich Ende August 2010 erfolgt. Auch danach hätten Angehörige des politischen Sicherheitsdienstes noch zwei - bis dreimal zuhause nach ihm gesucht. Nachdem sein Bruder den Beamten Schmiergeld bezahlt habe, hätten sie damit aufgehört. In der Schweiz sei der Beschwerdeführer sodann Mitglied der hiesigen Yekiti -Partei gewor- den. Er habe bereits an mehreren Kundgebungen und Sitzungen der Par- tei teilgenommen. Bei einer Rückkehr nach Syrien müsste er damit rec h- nen, verhaftet, ins Gefängnis gesteckt und gefoltert zu werde n. Die B e- schwerdeführerin sagte aus, sie selber sei im Heimatland nicht verfolgt worden, sondern sei nur der Probleme ihres Mannes wegen ausgereist. A.f Mit Verfügung vom 1. Juni 2012 gewährte das BFM den Beschwerd e- führenden das rechtliche Gehör zu mehreren wi dersprüchlichen Aussa- gen. Ausserdem wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, allfällige we i- tere Beweismittel betreffend seine exilpolitische Tätigkeit in der Schweiz einzureichen. Mit Eingaben vom 11. und 18. Juni sowie 4. Juli 2012 lie s- sen die Beschwerdeführenden durch ihre damalige Rechtsvertretung d a- zu Stellung nehmen und weitere Beweismittel einreichen. A.g Der aktuelle Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden teilte mit Schreiben vom 14. September 2012 seine Mandatsübernahme mit und reichte in der Folge mit Eingaben vom 17. September, 22. November und 10. Dezember 2012 weitere Beweismittel ein. A.h Zum Beleg ihrer Identität sowie zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden folgende Beweismittel zu den Akten: eine Erkennungsurkunde für Nicht-Registrierte vom 4. April 2002 (Orig i- nal), ein Zivilregisterauszug vom 15. Oktober 2001 (Original), eine Vorl a- dung vom 15. Juli 2010 (Original; inkl. Übersetzung), ein Urteilsmem o- randum vom 15. August 2010 (Original; inkl. Übersetzung), zahlreiche Fo-D-1655/2013 Seite 4 tos anlässlich von Demonstrationen in der Schweiz, ein Flugblatt, Inte r- netausdrucke von Facebook, ein Bestätigungsschreiben der Kurdischen Yekiti-Partei in Syrien – Schweizer Sektion vom 14. Juni 2012 sowie Aus- drucke eines Youtube-Videos. B. Mit Verfügung vom 27. Februar 2013 – eröffnet am 6. März 2013 – stellte das BFM fest, die von den Beschwerdeführenden geltend gemachte Vo r- verfolgung in Syrien sei unglaubhaft, hingegen erfülle (nur) der B e- schwerdeführer aufgrund seiner exilpolitischen Tätigkeit in der Sch weiz die Flüchtlingseigenschaft. Die Beschwerdeführerin und die Kinder wü r- den in die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers einbezogen. Demnach anerkannte das BFM die Beschwerdeführenden als Flüchtlinge, lehnte die Asylgesuche ab, verfügte die Wegwei sung aus der Schweiz und ordnete wegen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs die vorlä u- fige Aufnahme der Beschwerdeführenden an. C. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 28. März 2013 liessen die Beschwerdeführenden beantragen, es sei die Rech tskraft der angefochtenen Verfügung betreffend die Feststellung der Flüchtlingse i- genschaft und betreffend die Anerkennung als Flüchtlinge festzustellen. In den übrigen Punkten sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, und die Sache sei zur Neubeurteilung sowie zur vollständigen und richtigen Feststellung des Sachverhalts an das BFM zurückzuweisen. Eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und den Beschwerdeführenden Asyl zu gewähren. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung von Akteneinsicht, eventuell Gewährung des rechtlichen Gehörs zu den fra g- lichen Aktenstücken sowie anschliessender Fristansetzung zur Einre i- chung einer Beschwerdeergänzung ersucht. Zudem wurde beantragt, es sei dem Rechtsvertreter vor einer allfälligen Gutheissung der Beschwerde eine angemessene Frist zur Einreichung einer Kostennote einzuräumen. Der Beschwerde lag eine Kopie der angefochtenen Verfügung vom 7. Mai 2013 bei. D. Mit Verfügung vom 1. Mai 2013 wies der Instruktionsrichter den Antrag auf Fristansetzung zur Einreich ung einer Kostennote ab, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und hiess das Akteneinsichtsg e- such hinsichtlich der Aktenstücke A13, A14, A20 und A23 gut. Soweit wei-D-1655/2013 Seite 5 tergehend wurde das Akteneinsichtsgesuch abgewiesen. Das BFM wurde in diesem Zusammenhang angewiesen, den Beschwerdeführenden im Sinne der Erwägungen die Aktenstücke A13, A14, A20 und A23 zu edi e- ren, und den Beschwerdeführenden wurde eine Frist von 15 Tagen ab Erhalt der vorgenannten Aktenstücke eingeräumt, um eine diesbezügliche Beschwerdeergänzung nachzureichen. E. Die Beschwerdeführenden liessen mit Eingabe vom 29. Mai 2013 eine Beschwerdeergänzung einreichen. F. Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 18. Juni 2013 vollumfän g- lich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abwe isung der B e- schwerde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden replizierte da r- auf mit Eingabe vom 5. Juli 2013, wobei er an seinen Anträgen und Au s- führungen in der Beschwerde sowie der Beschwerdeergänzung festhielt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 des Ve r- waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahren s- gesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von e i- ner Vorinstanz nach Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des BFM, welche in Anwendung des AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich endgültig, au s- ser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor we l- chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 de s Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme besteht vorliegend nicht, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). D-1655/2013 Seite 6 1.3 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 eine Revision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 verabschiedet (AS 2013 4375), welche am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss Abs. 1 de r diesbezüglichen Übergangsbestimmungen gilt für die im Zei t- punkt des Inkrafttretens hängigen Verfahren das neue Recht. 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Be - schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei- se Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht – einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens – sowie die unrichtige oder unvollständige F eststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Die Beschwerdeführenden wurden zufolge subjektiver Nachfluchtgründe (in der Person des Beschwerdeführers) als Flüchtlinge vorläufig aufg e- nommen. Somit beschränkt sich da s vorliegende Beschwerdeverfahren nur noch auf die Frage, ob die Beschwerdeführenden auch aufgrund der geltend gemachten Vorfluchtgründe die Flüchtlingseigenschaft erfüllen und ihnen deswegen Asyl zu gewähren und auf die Wegweisung zu ve r- zichten ist. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer polit i- schen Anschauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freihe it sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). D-1655/2013 Seite 7 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids im Asylpunkt zunächst aus, die Schilderungen der Beschwerdeführenden betreffend die geltend gemachte Verfolgung durch die syrischen Behö r- den würden in wesentlichen Punkten zahlreiche Widersprüche aufweisen. So habe sich der Beschwerdeführer beispielsweise in Bezug auf die A n- zahl Personen, welche mit ihm zusammen aus dem Haus, in dem die Parteisitzung hätte stattfinden sollen, geflohen seien, wid ersprochen. Die Beschwerdeführerin ihrerseits habe unterschiedliche Angaben zu den Strafen gemacht, zu welchen ihr Ehemann angeblich verurteilt worden sei, und ebenso zur Frage, zu welchem Zeitpunkt sie von der Verurteilung erfahren habe. Ausserdem habe sie die Fragen, ob sie selber mit den s y- rischen Beamten gesprochen habe, als diese ihren Mann gesucht hätten, und um wie viele Beamte es sich jeweils gehandelt habe, unterschiedlich beantwortet. Der Beschwerdeführer und die Beschwerdeführerin hätten sich sodann auch gegenseitig widersprochen, und zwar beispielsweise in Bezug darauf, wie häufig die Behörden vor der Ausreise zuhause nach dem Beschwerdeführer gesucht hätten, sowie bezüglich der Frage, wann und durch wen die Familie des Beschwerdeführers erstmals über dessen Aufenthaltsort in Qamishli informiert worden sei. Den Beschwerdeführe n- den sei zu diesen gegenseitigen Widersprüchen in schriftlicher Form das rechtliche Gehör gewährt worden; es sei ihnen dabei jedoch nicht gelu n- gen, die Widersprüche aufzuklären. Das BFM stellte im Weiteren fest, der Beschwerdeführer habe seine Verfolgungsvorbringen in wesentlichen Punkten ungenau und unsubstanziiert geschildert, was den Eindruck e r- wecke, er habe das Erzählte nicht tatsächlich erlebt. Beispielsweise habe er sich nicht daran erinnern können, wann er seine Familie über den Vo r- fall an der Parteisitzung informiert habe, wann er danach erstmals wieder mit seiner Frau gesprochen habe, wie oft er in der Zeit vor der Ausreise Kontakt mit seinem Bruder gehabt habe und wann er erfahren habe, dass die Behörden nach ihm suchten. Es sei ihm auch nicht mehr bekannt g e- wesen, wie hoch die Geldstrafe gewesen sei, zu welcher er verurteilt worden sei. Zudem habe er keine detaillierten Angaben zur eingereichten D-1655/2013 Seite 8 Vorladung machen könn en. Insgesamt sei daher festzustellen, dass die Vorbringen der Beschwerdeführenden betreffend die Ereignisse vor ihrer Ausreise aus Syrien den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit im Sinne von Art. 7 AsylG nicht genügten. Die eingereichten Beweismittel – na- mentlich die Vorladung und das Gerichtsurteil – vermöchten an dieser Einschätzung nichts zu ändern, zumal der Beweiswert solcher Dokume n- te allgemein als gering einzustufen sei. Die Asylgesuche seien demnach abzulehnen. 5.2 In der Beschwerde wird zunächst ger ügt, das BFM habe den A n- spruch auf Akteneinsicht verletzt. Aus dem Aktenverzeichnis gehe nä m- lich hervor, dass am 31. März 2011 Botschaftsanfragen durchgeführt wor- den seien und am 21. November 2011 eine entsprechende Botschaft s- antwort eingegangen sei (vgl. A13, A14 und A20). In diese Akten hätte das BFM Einsicht gewähren müssen, zumal diese Dokumente in der a n- gefochtenen Verfügung mit keinem Wort erwähnt würden, was eine Ve r- letzung des rechtlichen Gehörs darstelle. Bemerkenswert sei zudem, dass die Botschaftsanfragen rund zwei Wochen nach dem Beginn der sy- rischen Revolution getätigt worden seien und die Botschaftsantwort zu einem Zeitpunkt erfolgt sei, als sich die Auseinandersetzungen in Syrien zu einem Bürgerkrieg entwickelt hätten. Es müsse auch deshalb Ei nsicht in diese Dokumente gewährt werden, weil die zeitliche Abfolge der Anfr a- gen und der Antwort die Fragen aufwerfe, weshalb das BFM die Anfragen überhaupt noch getätigt und weshalb es diese in der angefochtenen Ve r- fügung nicht erwähnt habe. Das BFM habe im Weiteren zu Unrecht und grundlos die Einsicht in den Beweismittelumschlag (vgl. A23) verweigert. Akteneinsicht sei insbesondere deshalb zu gewähren, weil das BFM die eingereichten Beweismittel nur mittels einer standardisierten Behauptung gewürdigt habe. Eine Einsicht in den Beweismittelumschlag gebe zudem Aufschluss über die Aktenführung des BFM betreffend weiterer Bewei s- mittel. Im Rahmen der Einsicht in die Beweismittel müsse offengelegt werden, ob sich die Originale in den Akten des BFM befänden. Es werde sich dabei auch zeigen, ob sich die Beweismittel mit den mit Eingabe vom 22. November 2012 eingereichten Kopien deckten. Anzumerken sei, dass der Beschwerdeführer für die geltend gemachte Verfolgung eindeutige Beweismittel eingereicht habe. Mittels B otschaftsabklärung hätte die Echtheit respektive Wahrheit dieser Beweismittel abgeklärt werden mü s- sen. Die eingereichten Beweismittel stellten zudem einen Gegenbeweis dar zu der in Botschaftsantworten aus Syrien häufig auftretenden B e- hauptung, die fraglich e Person werde nicht gesucht. Auch aus diesen Gründen müsse in die Botschaftsabklärung und –antwort sowie die B e-D-1655/2013 Seite 9 weismittel Akteneinsicht gewährt werden. Das Akteneinsichtsrecht sei auch in Bezug auf die Akten A39 und A40 ve rletzt worden. Erst nach Of- fenlegung des Inhalts dieser Aktenstücke könne beurteilt werden, ob di e- se entscheidrelevant seien oder nicht. Nach dem Gesagten stehe fest, dass das BFM den Anspruch auf Akteneinsicht verletzt habe. Es sei d a- her auf Beschwerdeebene Einsicht in die fraglichen Akt enstücke zu g e- währen. Zumindest müsse dazu das rechtliche Gehör gewährt werden. Anschliessend müsse eine angemessene Frist zur Einreichung einer B e- schwerdeergänzung gewährt werden. Sodann folgen Ausführungen zur Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtl iches Gehör: Offensichtlich stelle die Verletzung des Anspruchs auf Akteneinsicht gleichzeitig eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör dar. Das BFM habe den Gehörsanspruch ferner dadurch verletzt, dass es keine Einsicht in die Un- terlagen der Botschaftsabklärung gewährt, keine Frist zur Einreichung e i- ner diesbezüglichen Stellungnahme eingeräumt und diese Dokumente in der angefochtenen Verfügung nicht erwähnt habe. Bereits dieser U m- stand rechtfertige eine Kassation der angefochtenen Verfügung, wob ei das BFM nur noch den Asylpunkt neu zu beurteilen hätte. Das BFM habe den Gehörsanspruch auch dadurch verletzt, dass es die eingereichten Beweismittel, namentlich das Gerichtsurteil und die Vorladung, inhaltlich nicht gewürdigt habe. Es habe sich stattdessen auf die willkürliche Stan- dardbehauptung beschränkt, wonach der Beweiswert solcher Dokumente allgemein gering sei. Dieses Vorgehen verletze die Begründungspflicht. Ausserdem habe das BFM Art. 7 AsylG missachtet, indem es die Vorbrin- gen der Beschwerdefü hrenden nicht nach den Kriterien der Glaubhafti g- keit, sondern unter dem Aspekt des strikten Beweises beurteilt habe, was rechtswidrig sei. Ferner stelle auch die Tatsache, dass das BFM die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Vorverfolgung im Jahr 2005 (G e- fängnisaufenthalt) nicht erwähnt habe, eine Verletzung der Begründung s- pflicht dar, da dieses Vorbringen entscheidrelevant sei. Die Vorbringen in den schriftlichen Eingaben des Beschwerdeführers habe das BFM ebe n- falls nicht erwähnt und gewürdigt. In der Ei ngabe vom 2. Mai 2012 sei beispielsweise mitgeteilt worden, dass die Eltern des Beschwerdeführers immer wieder von der syrischen Polizei aufgesucht und nach dem Au f- enthaltsort des Beschwerdeführers befragt würden. Diese anhaltende Suche stelle einen Hinwei s auf die asylrelevante Verfolgung des B e- schwerdeführers dar und hätte daher vom BFM erwähnt und gewürdigt werden müssen. Das BFM habe zudem im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs zu angeblichen Widersprüchen (vgl. Verfügung vom 1. Juni 2012) nicht gleichzeitig Einsicht in die entsprechenden Anh ö- rungsprotokolle gewährt, was eine Gehörsverletzung darstelle und au s-D-1655/2013 Seite 10 serdem treuwidrig sei. Aufgrund der dargelegten schwerwiegenden Ve r- letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör müsse die angefochtene Verfügung kassiert werden; eine Heilung sei nicht möglich. Zu rügen sei im Weiteren auch eine Verletzung der Pflicht zur vollständigen und richt i- gen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts. Die erwähnten Fehler in der Instruktion und betreffend das rechtliche Gehör im Zusammenhang mit der Botschaftsabklärung stellten gleichzeitig eine Verletzung der Sachverhaltsabklärungspflicht dar. Das gleiche gelte für die faktische Nichtwürdigung der eingereichten Beweismittel. In diesem Zusamme n- hang sei ausserdem festz ustellen, dass das BFM zu den angeblichen Widersprüchen eine ergänzende Anhörun g hätte durchführen müssen; das stattdessen gewählte Vorgehen, wobei den Beschwerdeführenden in schriftlicher Form das rechtliche Gehör gewährt worden sei, sei mange l- haft und un geeignet gewesen. Eine Einsicht in die Botschaftsabklärung werde sodann zeigen, ob das BFM in diesem Zusammenhang seiner Pflicht zur vollständigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts nachgekommen sei, insbesondere ob es der Botschaftsanfrage Kopie n des Gerichtsurteils und der Vorladung beigelegt habe und ob es sich au f- gedrängt hätte, nach Erhalt der Botschaftsantwort eine ergänzende Anhö- rung durchzuführen. Sicherlich hätte das BFM jedoch bezüglich der in der Eingabe vom 2. Mai 2012 erwähnten Suche nach dem Beschwerdeführer sowie bezüglich der eingereichten Beweismittel weitere Abklärungen (insbesondere erneute Anhörung sowie Dokumentenanalyse) durchfüh- ren müssen. Das BFM habe schliesslich in der angefochtenen Verfügung mit keinem Wort erwähnt, dass die syrischen Behörden die Wohnung der Familie des Beschwerdeführers durchsucht und mehrmals einen Bruder des Beschwerdeführers mitgenommen und verhört hätten. Dies stelle ebenfalls eine Verletzung der Begründungspflicht respektive des A n- spruchs auf rechtliches Gehör dar. Aufgrund der Verletzung der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts sei die angefochtene Verfügung zu kassieren. In der Beschwerde wird anschliessend in materieller Hinsicht ausgeführt, das BFM habe sich bei der Feststellung der angeblichen Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen auf nicht entscheidrelevante Nebenpunkte beschränkt. Gleichzeitig sei es auf die wesentlichen Vorbringen (Vorladung, Gerichtsurteil, Suche nach dem Beschwerdeführer) nicht eingegangen. Der vom BFM erwähnte W i- derspruch betreffend die Anzahl Personen anlässlich der Flucht und der Parteisitzung sei konstruiert beziehungsweise aktenwidrig. Der B e- schwerdeführer habe ausdrücklich gesagt, es seien an der Sitzung vier Personen anwesend gewesen. Mit ihm zusammen geflüchtet seien zwei Personen. Ein Widerspruch bestehe nicht. Zum angeblichen Widerspruch D-1655/2013 Seite 11 betreffend die Verurteilung des Beschwerdeführers sei anzumerken, es könne einer Person keinen Vorwurf gemacht werden, wenn sie den g e- nauen Inhalt eines eingereichten Beweismittels nicht vollumfänglich wi e- dergeben könne. Es sei zudem will kürlich, aus der Aussage der B e- schwerdeführerin (vgl. A7 S. 5) zu schliessen, sie habe mit ihrer Antwort ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführer auch z u einer Geldstrafe verurteilt worden sei. Die angebliche Unglaubhaftigkeit der Aussagen betreffend die Verurtei lung des Beschwerdeführers sei konstruiert. Die Beschwerdeführenden hätten das entsprechende Urteil eingereicht und somit darauf verweisen können . Sie hätten nicht damit rechnen müssen, den genauen Inhalt zitieren zu müssen. Der angebliche Widerspruch betreffend den Zeitpunkt, in welchem die Beschwerdeführerin vom Urteil erfahren habe, offenbare die mangelhafte Abklärung des Sachverhalts. Das BFM hätte abklären müssen, wann die Beschwerdeführerin vom U r- teil erfahren und wann sie es erhalten habe. Es sei willkürlich, ohne so l- che Abklärungen diesbezüglich einen entscheidrelevanten Widerspruch zu konstruieren. In Bezug auf den angeblichen Widerspruch betreffend die Frage, ob die Beamten mit der Beschwerdeführerin gesprochen hä t- ten, sei festzustellen, dass eine einmalig an die Beschwerdeführerin g e- richtete Frage nichts daran ändere, dass diese grundsätzlich nie mit den Behörden gesprochen habe. Die ents prechende Unklarheit hätte im Rahmen einer ergänzenden Anhörung einfach geklärt werden können und müssen. Auch bezüglich der Frage, wie viele Personen jeweils beim Haus der Beschwerdeführenden erschienen seien, bestehe kein releva n- ter Widerspruch. Die Besc hwerdeführerin habe ausdrücklich erklärt, sie habe beim Erscheinen dieser Personen Angst bekommen. Aufgrund de s- sen sei sie wohl kaum in der Lage gewesen, sich an die genaue Anzahl der erschienenen Personen zu erinnern, zumal diese sich beim Durchs u- chen des Hauses jeweils in verschiedenen Zimmern aufgehalten hätten. An dieser Stelle sei im Übrigen auf die Ausführungen der früheren Rechtsvertretung in deren Eingabe vom 11. Juni 2012 zu verweisen. Auf ebendiese Eingabe vom 11. Juni 2012 sei auch hinsichtlich d es angebli- chen Widerspruchs betreffend den Zeitpunkt der Information der Familie nach der Ankunft in Qamishli zu verweisen. Ausserdem sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer geschildert habe, in welchem Zeitpunkt er seine Familienangehörigen informier t habe; dieser Zeitpunkt müsse sich offensichtlich nicht decken mit dem Zeitpunkt, in welchem die Beschwe r- deführerin davon erfahren habe. Der vom BFM genannte diesbezügliche Widerspruch sei daher konstruiert. Auch wenn die Beschwerdeführerin fast täglich Kontakt mit dem Bruder des Beschwerdeführers gehabt habe, so sage dies nichts aus über den Inhalt der Gespräche. Es treffe im Wei-D-1655/2013 Seite 12 teren nicht zu, dass der Beschwerdeführer ausgesagt habe, er könne sich nicht erinnern, ob er seine Familie noch am Tag der Fluc ht oder ein oder zwei Tage danach über den Vorfall an der Parteisitzung informiert habe. Der Beschwerdeführer habe zudem nicht selber Kontakt mit seinem Br u- der aufgenommen, vielmehr habe ein Mitglied der Familie I._______ die Kontaktaufnahme vorgenommen. A ufgrund dessen sei es für den B e- schwerdeführer nicht ersichtlich gewesen, wann genau seine Familie in- formiert worden sei. Die Frage, in welchem Zeitpunkt er erstmals wieder Kontakt zur Beschwerdeführerin gehabt habe, sei ohnehin nicht en t- scheidrelevant, ebenso wenig wie die Frage, wie oft er während seines Aufenthaltes in Qamishli Kon takt zu seinem Bruder gehabt habe. Nicht entscheidrelevant sei sodann auch die Tatsache, dass der Beschwerd e- führer die ihm auferlegte Geldstrafe nicht habe beziffern können. Er habe in diesem Punkt auf das eingereichte Urteil verweisen können. Ausse r- dem habe er glaubhaft ausgesagt, dass die Geldstrafe für ihn nicht von Bedeutung gewesen sei. Zum Vorwurf des BFM, wonach er keine detai l- lierten Angaben zur eingereichten Vorladung h abe machen können, sei festzustellen, dass ihm dazu lediglich eine mit Ja oder Nein zu beantwo r- tende Frage gestellt worden sei, was keinen Sinn mache, da er ja die Vor- ladung eingereicht und darauf verwiesen habe. Diese Art der Frage stel- lung illustriere die mangelhafte Abklärung des Sachverhalts durch das BFM; dieses hätte konkretere Fragen stellen müssen. Die Ausführungen des BFM zu den eingereichten Beweismitteln seien willkürlich. Das BFM habe sich faktisch geweigert, diese Beweismittel zu würdigen, obwohl der Beschwerdeführer mit der Vorladung und dem Gerichtsurteil einen B e- weis für seine asylrelevante Verfolgung erbracht habe. Es sei nicht zulä s- sig, objektive Beweise durch konstruierte Argumente betreffend angebl i- che Unglaubhaftigkeit zu entkräften, ohne diese Beweismittel gleichzeitig zu würdigen. Eine Verletzung des Willkürverbots und von Art. 7 AsylG sei auch darin zu sehen, dass das BFM die in der Eingabe vom 2. Mai 2012 erwähnte Suche nach den Beschwerdeführenden mit keinem Wort g e- würdigt habe. Das BFM habe nach dem Gesagten sowohl Art. 7 AsylG als auch Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenosse n- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) schwerwiegend verletzt und sei zu Unrecht von der Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen ausgegangen. Die angefochtene Verfügung sei daher zu kassieren. Eventuell sei festzu- stellen, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft bereits zum Zeitpunkt der Flucht aus Syrien erfüllt habe, da er wegen seiner poli- tischen Aktivitäten von den Behörden gesucht, vorgeladen und in der Fol- ge verurteilt worden und somit aus politischen und ethnischen Gründen in asylrelevanter Weise verfolgt worden sei. Auch vor dem Hintergrund der D-1655/2013 Seite 13 vom Beschwerdeführer im Jahr 2005 erlittenen Vorverfolgung sei die Ver- folgungsfurcht begründet. Es sei daher Asyl zu gewähren. 5.3 In der Beschwerdeergänzung vom 29. Mai 2013 wird angefügt, die gewährte Einsicht in die Botschaftsabklärung habe gezeigt, dass die B e- schwerdeführenden in Syrien nicht registriert seien. Überraschend sei, dass die B otschaftsanfrage betreffend die Beschwerdeführerin offenbar ein Jahr später als diejenige betreffend den Beschwerdeführer erfolgt sei. Dadurch, dass das BFM die Botschaftsabklärung im Asylentscheid nicht erwähnt und dazu das rechtliche Gehör nicht gewährt habe, sei der A n- spruch auf rechtliches Gehör verletzt worden. Der Beschwerdeführer sei Ajnabi; Personen mit diesem Status würden bei Botschaftsanfragen gel e- gentlich in den überprüften Registern gefunden. Angesichts der vorli e- genden Botschaftsantwort hätte zwingend eine ergänzende Botschaftsan- frage durchgeführt werden müssen, unter anderem auch um die eing e- reichten Dokumente überprüfen zu lassen und abzuklären, ob der B e- schwerdeführer tatsächlich vorgeladen und verurteilt worden sei. Da- durch, dass das nicht gemacht worden sei, habe das BFM seine Pflicht zur vollständigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts verletzt. Ausserdem stelle es eine Verletzung von Art. 7 AsylG dar und sei willkü r- lich, wenn das BFM davon ausgehe, die Beschwerdeführenden seien im Zeitpunkt der Ausreise aus Syrien nicht in asylrelevanter Weise verfolgt worden, obwohl zwingend weitere Abklärungen notwendig gewesen w ä- ren respektive aus den vorliegenden Abklärungsergebnissen nicht mit S i- cherheit geschlossen werden könne, es liege ke ine Verfolgung vor. Aus diesen Gründen sei die angefochtene Verfügung zu kassieren. Die g e- währte Einsicht in den Beweismittelumschlag habe offenbart, dass die Ak- tenführung des BFM mangelhaft sei; es seien nämlich nicht sämtliche Beweismittel aufgeführt wor den. Im Inhaltsverzeichnis des Beweismitte l- umschlags seien im Übrigen die Übersetzungen der Vorladung und des Gerichtsurteils nicht aufgeführt. Es sei daher davon auszugehen, dass diese Übersetzungen vom BFM nicht gewürdigt worden seien. Die Nich t- würdigung der eingereichten Beweismittel müsse ebenfalls zur Kassation der angefochtenen Verfügung führen. 5.4 Das BFM führt in seiner Vernehmlassung aus, die eingereichten B e- weismittel seien in der Verfügung vom 27. Februar 2013 sehr wohl e r- wähnt und gewürdigt worden . Vor dem Hintergrund der zahlreichen ma s- siven Widersprüche und Ungereimtheiten hätten aber diese Dokumente die Einschätzung des BFM, wonach die Asylvorbringen klar unglaubhaft seien, nicht umstossen können. Der Beschwerdeführer sei zu diesen B e-D-1655/2013 Seite 14 weismitteln befragt worden, habe dazu aber keine detaillierten Angaben machen können. Eine Dokumentenanalyse im Rahmen der Botschaftsan- frage vom 31. März 2011 sei nicht möglich gewesen, da die Dokumente damals noch nicht aktenkundig gewesen seien. Seit geraumer Zeit seien angesichts der allgemeinen Lage in Syrien und der Schliessung der Schweizer Botschaft in Damaskus keine Botschaftsabklärungen mehr durchführbar. Bei der Datumsangabe auf der Botschaftsanfrage betre f- fend die Beschwerdeführerin handle es sich um einen offensichtlichen Verschrieb. Bezüglich der geltend gemachten Vorverfolgung im Jahr 2005 sei festzuhalten, dass gemäss den Aussagen der Beschwerdeführenden ihre Flucht aus Syrien im Jahr 2010 nicht im Zusammenhang mit dem Gefängnisaufenthalt des Beschwerdeführers im Jahr 2005 gestanden ha- be. Da sich zudem die angeblich fluchtauslösenden Ereignisse als u n- glaubhaft erwiesen hätten, habe es sich erübrigt, diese in den Erwägu n- gen der angefochtenen Verfügung mit dem Vorfall im Jahr 2005 in Z u- sammenhang zu setzen. Ähnliches gelte in Bezug auf die Rügen, wonach es das BFM unterlassen habe, in der angefochtenen Verfügung die Durchsuchung der Wohnung, die Mitnahme und Befragung des Bruders des Beschwerdeführers und die Behördenbesuche bei den Eltern des Beschwerdeführers zu erwähnen. Diese Vorbringen seien nicht geeignet gewesen, an der Gesamteinschätzung, wonach die Verfolgungsvorbri n- gen unglaubhaft seien, etwas zu ändern. Anzumerken sei, dass der B e- schwerdeführer selber nie vorgebracht habe, sein Bruder se i mitgenom- men und verhört worden. Die geltend gemachten Besuche der Polizei bei den Eltern des Beschwerdeführers stellten ausserdem keinen Beweis für die Wahrheit der geltend gemachten Vorfluchtgründe dar, zumal die a n- geblichen Besuche der Behörden auch mi t den exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers in der Schweiz zusammenhängen könnten. 5.5 In der Replik werden im Wesentlichen die bereits in der Beschwerde sowie der Beschwerdeergänzung vorgetragenen Rügen bestätigt und wiederholt. Zudem wird vorgeb racht, die Behauptung des BFM, wonach in Syrien aufgrund der dort herrschenden Situation keine ergänzende Botschaftsabklärung habe durchgeführt werden können, sei unbelegt; insbesondere habe das BFM nicht konkret angegeben, ab wann genau keine Botschaftsab klärungen mehr hätten durchgeführt werden können. Auch habe das BFM nirgends erwähnt, wann die Beweismittel eingereicht worden seien und inwiefern damals eine Botschaftsanfrage bereits nicht mehr möglich gewesen sei. Es sei insbesondere nicht belegt, dass unmit- telbar im Anschluss an die Botschaftsantwort vom 14. November 2011 keine ergänzende Botschaftsanfrage betreffend die Identität der B e-D-1655/2013 Seite 15 schwerdeführenden habe durchgeführt werden können. Falls tatsächlich keine ergänzende Botschaftsabklärung möglich gewesen wäre, hätte das BFM bezüglich der eingereichten Beweismittel anderweitige Abklärungen tätigen müssen, namentlich eine Dokumentenanalyse. Entgegen den Ausführungen des BFM lägen keine Widersprüche vor, aufgrund derer weitere Abklärungen betreffend die B eweismittel hätten unterlassen we r- den können. Im Übrigen gehe es nicht an, Beweismittel nur dann zu pr ü- fen, wenn die betroffene Person dazu detaillierte Angaben machen kö n- ne. Die Beweismittel würden auch für sich allein genommen Beweiswi r- kung entfalten. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer ausreichende An- gaben zu den Beweismitteln gemacht. Die Ausführungen des BFM zur Vorverfolgung im Jahr 2005 seien sodann rechtswidrig und willkürlich. Die Verhaftung im Jahr 2005 hätte in der angefochtenen Verfügung zwingend erwähnt und gewürdigt werden müssen. Es stelle sich in diesem Zusa m- menhang die Frage, ob das BFM bei Verfügungen betreffend syrische Asylsuchende, welche vorläufig aufgenommen würden, bei der Erfassung des Sachverhalts und dessen Würdigung nachlässig vo rgehe. Auch die Durchsuchung der Wohnung, die Mitnahme des älteren Bruders und das Aufsuchen der Eltern durch die syrische Polizei hätten in der angefocht e- nen Verfügung erwähnt werden müssen. Die Bemerkung des BFM, w o- nach die Suche nach dem Beschwerdeführe r mit den exilpolitischen Akti- vitäten des Beschwerdeführers in der Schweiz zusammenhängen könnte, zeige, dass das BFM den rechtserheblichen Sachverhalt in der angefoch- tenen Verfügung nicht vollständig und richtig abgeklärt und gewürdigt h a- be. 6. Vorab sind die zahlreichen formellen Rügen und damit verbundenen Rückweisungsanträge zu prüfen, welche auf Beschwerdeebene vorg e- bracht werden. 6.1 Seitens der Beschwerdeführenden wird geltend gemacht, ihr Recht auf Akteneinsicht und damit ihr Anspruch auf rechtliches Gehör seien ver- letzt worden, indem ihnen keine Einsicht in die Unterlagen zu der vom BFM getätigten Botschaftsabklärung (A13, A14, A20), den Beweismitte l- umschlag (A23) sowie die Aktenstücke A39 und A40 gewährt worden sei. Der Anspruch der Beschwerdepartei auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29 VwVG) enthält nebst weiteren Verfahrensgarantien insbeso n- dere auch das Recht auf Aktenein sicht, welches in Art. 26 ff. VwVG ko n- kretisiert wird. Gemäss Art. 26 VwVG hat die Partei oder ihr Vertreter – unter Vorbehalt der Ausnahmen gemäss Art. 27 Abs. 1 VwVG – grund-D-1655/2013 Seite 16 sätzlich Anspruch darauf, sämtliche Aktenstücke einzusehen, welche g e- eignet sind, in einem konkreten Verfa hren als Beweismittel zu dienen. Wird einer Partei die Einsichtnahme in ein Aktenstück verweige rt, so darf darauf zum Nachteil der Partei nur abgestellt werden, wenn ihr die B e- hörden von seinem für die Sache wesentlichen Inhalt Kenntnis und ihr ausserdem Gelegenheit gegeben hat, sich zu äussern oder Gegenbewe i- se zu bezeichnen (vgl. Art. 28 VwVG). Diesbezüglich wurde bereits in der Zwischenverfügung vom 1. Mai 2013 festgestellt, dass das BFM die Ei n- sicht in die Aktenstücke A39 und 40 zu Recht verweigert hat; eine Verle t- zung des Rechts auf Akteneinsicht ist diesbezüglich zu verneinen. Bezüg- lich des Beweismittelumschlags (A23), welcher die von den Beschwerd e- führenden im vorinstanzlichen Verfahren selbst eingereichte Beweismittel enthält, wurde das Akteneinsichtsgesuch gutgeheissen, da offensichtlich kein Grund bestand, die Einsicht zu verweigern (vgl. da zu auch Art. 27 Abs. 3 VwVG). In Bezug auf die Unterlagen der Botschaftsabklärung (A13, A14 und A20) wurde das Akteneinsichtsgesuch ebenfalls gutg e- heissen. Hinsichtlich dieser Aktenstücke ist daher festzustellen, dass das BFM das Recht der Beschwerdeführen den auf Akteneinsicht verletzt hat. Allerdings ist diese Verletzung nicht als schwerwiegend zu qualifizieren. Grundsätzlich kann nämlich davon ausgegangen werden, dass die Ve r- fahrenspartei die von ihr selbst eingereichten Beweismittel kennt bezi e- hungsweise sich zuhanden ihrer eigenen Akten gegebenenfalls Kopien der eingereichten Unterlagen angefertigt hat. Bezüglich der Unterlagen der Botschaftsabklärung ist festzustellen, dass die dabei gewonnenen I n- formationen im vorliegenden Fall nicht entscheidrelevant waren und das BFM bei seinem Entscheid nicht zum Nachteil der Beschwerdeführenden darauf abgestellt hat. Da das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenver- fügung vom 1. Mai 2013 wie erwähnt Einsicht in diese Dokumente und darüber hinaus Gelegenheit zur ergänz enden Stellungnahme ge währt hat, ist der behauptete Verfahrensmangel daher im heutigen Zeitpunkt als geheilt zu erachten (vgl. dazu BVGE 2008/47 E. 3.3.4, mit weiteren Hi n- weisen). Der Verfahrensmangel wird indessen im Kosten- und Entschädi- gungspunkt zu berücksichtigen sein (vgl. nachfolgend E. 10). 6.2 Weiter wird gerügt, das BFM habe im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs zu angeblichen Widersprüchen (vgl. Verfügung vom 1. Juni 2012) nicht gleichzeitig Einsicht in die entsprechenden Anh ö- rungsprotokolle gewährt, was eine Gehörsverletzung darstelle und tre u- widrig sei. Diese Rüge ist indessen insbesondere als offensichtlich ve r- spätet zu qualifizieren, da es der damaligen Rechtsvertretung des B e- schwerdeführers unbenommen gewesen wäre, vor Einreichung ein er D-1655/2013 Seite 17 Stellungnahme Einsicht in die fraglichen Anhörungsprotokolle zu verla n- gen, was sie aber offensichtlich nicht für notwendig erachtet hat. Im Übri- gen ist nicht ersichtlich und wird in der Beschwerde auch nicht näher da r- gelegt, weshalb die Gewährung des re chtlichen Gehörs in schriftlicher Form vorliegend ungeeignet gewesen sein soll (vgl. Seite 9 Art. 16 der Beschwerde). 6.3 Sodann wird vorgebracht, das BFM habe seine Pflicht, den rechtse r- heblichen Sachverhalt vollständig und richtig festzustellen, sowie die ihm obliegende Prüfungs- und Begründungspflicht verletzt, was letztlich eben- falls eine Verletzung des Gehörsanspruchs darstelle. 6.3.1 So habe das BFM in der angefochtenen Verfügung weder die durchgeführte Botschaftsabklärung noch den Gefängnisaufenthalt des Beschwerdeführers im Jahr 2005, die Durchsuchung seiner Wohnung, die Mitnahme und Befragung seines Bruders und die anhaltende Suche nach ihn nach seiner Ausreise erwähnt. Es habe es ausserdem unterlassen, bezüglich der eingereichten Beweismittel (Vorladung und Urteil) eine e r- gänzende Botschaftsabklärung oder zumindest eine Dokumentenanalyse zu veranlassen. Die Identität der Beschwerdeführenden hätte ebenf alls mittels ergänzender Botschaftsabklärung eingehender abgeklärt werden müssen. Zudem hätte eine ergänzende Anhörung der Beschwerdefü h- renden durchgeführt werden müssen, und zwar zu den eingereichten Beweismitteln, zur anhaltenden Suche nach dem Beschwerd eführer so- wie zu den angeblichen Widersprüchen in den bisherigen Aussagen. Schliesslich seien die eingereichten Beweismittel (Vorladung und Urteil) zu Unrecht inhaltlich gar nicht gewürdigt worden. 6.3.2 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellen die Asylb ehörden den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Untersuchungsgrundsatz). Dabei muss die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunter- lagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und da r- über ordnungsgemäss Beweis führen. Unric htig ist die Sachverhaltsfes t- stellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz Untersuchung s- maxime den Sac hverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder wenn nicht alle für den Entscheid wesentlichen Sachumstände berüc k- sichtigt wurden. Die Behörde ist dabei jed och nicht verpflichtet, zu jedem Sachverhaltselement umfangreiche Nachforschungen anzustellen. Z u- sätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn sie D-1655/2013 Seite 18 aufgrund der Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu CHRISTOPH AUER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, R z. 15 zu Art. 12; BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 28 zu Art. 49). Alle erheblichen Parteivorbringen sind sodann zu prüfen und zu würdigen (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 35 Abs. 1 VwVG) , wobei sich das Ergebnis der Würdigun g in der Entscheidbegründung niederzuschlagen hat (vgl. Art. 35 VwVG). Nach den von Lehre und Praxis entwickelten Grundsätzen hat die verfügende Behörden im Rahmen der Entscheidb e- gründung die Überlegungen zu nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Begründung des Entscheides muss so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachg e- recht anfechten kann. Die Behörde muss sich jedoch nicht mit jeder ta t- beständlichen Behauptung auseinandersetzen, sondern kann sich auf die für den Entscheid wesentlic hen Gesichtspunkte beschränken. Mit der Pflicht zur Offenlegung der Entscheidgründe kann zudem in der Regel verhindert werden, dass sich die Behörde von unsachgemässen Motiven leiten lässt (vgl. dazu LORENZ KNEUBÜHLER in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, N. 6 ff. zu Art. 35; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄ- NER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspfl e- ge des Bundes, 3. Aufl., Zür ich 2013, N. 629 ff.; BVGE 2007/30 E. 5.6; BGE 136 I 184 E. 2.2.1 und 134 I 83 E. 4.1). 6.3.3 Im vorliegenden Fall trifft es zu, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung einige Sachverhaltsvorbringen (Gefängnisaufenthalt des B e- schwerdeführers im Jahr 2005, di e Durchsuchung der Wohnung, die Mit- nahme und Befragung eines Bruders sowie die anhaltende Suche nach dem Beschwerdeführer nach dessen Ausreise ) nicht erwähnt und in den Erwägungen nicht gewürdigt hat. Da das BFM indessen nach Prüfung und Würdigung der wesentlichen und gemäss Angaben der Beschwerde- führenden unmittelbar fluchtauslösenden Verfolgungsvorbringen (nament- lich die angebliche Suche nach Beschwerdeführer im Nachgang an eine Parteisitzung im Jahr 2010 ) zu Recht (vgl. die nachfolgenden Erwägu n- gen zum Asylpunkt in E. 7.3 ) zum Schluss kam, die geltend gemachte asylrelevante Verfolgung im Ausreisezeitpunkt sei insgesamt nicht glaub- haft, konnte es darauf verzichten, die vorerwähnten sekundären und fak- tisch unbehelflichen Sachverhaltselemente, bei welchen es sich um unbe- legte Behauptungen handelte, ebenfalls noch zu prüfen und in der ang e- fochtenen Verfügung ausdrücklich aufzuführen. Die Tatsache, dass das BFM die Botschaftsabklärung in der angefochtenen Verfügung nicht e r-D-1655/2013 Seite 19 wähnt hat, stellt ebenfalls keine Ver letzung der Sachverhaltsfestste l- lungspflicht dar, zumal sich das BFM bei seinen Erwägungen weder direkt noch indirekt auf das Ergebnis der Botschaftsabklärung stütz te. Die Vor- ladung sowie das Urteilsmemorandum wurden den Akten zufolge erst nach den Botschaftsanfragen vom 31. März 2011 zu den Akten gereicht, weshalb eine Überprüfung dieser Dokumente im Rahmen der Botschaft s- abklärung gar nicht möglich war. Angesichts der Tatsache, dass das BFM die Asylvorbringen der Beschwerdeführenden bereits aufgrund der beste- henden Aktenlage als unglaubhaft beurteilte, konnte es in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. dazu BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 357, mit weiteren Hinweisen) darauf verzichten, eine nachträgliche ergänzende Botschafts- abklärung zur Identität der Beschwerdeführe nden sowie zu den eing e- reichten Dokumenten oder – da die Schweizer Botschaft in Damaskus seit dem 29. Februar 2012 geschlossen ist – anderweitige zusätzliche Abklärungen (z.B. eine Dokumentenanalyse oder eine ergänzende Anhö- rung) vorzunehmen beziehungsweise die eingereichten Beweismittel aus- führlich inhaltlich zu würdigen. Auch im heutigen Zeitpunkt ist der Sac h- verhalt im Übrigen als ausreichend erstellt zu erachten. Nach dem G e- sagten ergibt sich insgesamt, dass im vorliegenden Fall die Rügen, w o- nach das BFM den Sachverhalt ungenügend festgestellt und die Pr ü- fungs- sowie Begründungspflicht verletzt habe, unbegründet sind. 6.3.4 In Bezug auf die Rüge, wonach das BFM nicht alle eingereichten Beweismittel auf dem Beweismittelumschlag aufgeführt habe, ist Folge n- des festzustellen: Es trifft zu, dass das BFM mehrere Beweismittel betre f- fend die subjektiven Nachfluchtgründe des Beschwerdeführers (namen t- lich Internetausdrucke mit Fotos zu Kundgebungen, Bestätigung der Yeki- ti-Partei Schweiz ) nicht auf dem Bewe ismittelumschlag aufgeführt hat. Diese Nachlässigkeit hatte indessen für die Beschwerdeführenden keinen ersichtlichen Nachteil. Ausserdem lässt sich die Einreichung dieser B e- weismittel anhand der Ausführungen in den Eingaben der früheren Rechtsvertretung vom 2. Mai und 18. Juni 2012 sowie des aktuellen Rechtsvertreters vom 17. September, 22. November und 10. Dezember 2012 ohne weiteres nachvollziehen. Im Übrigen haben die fraglichen Be- weismittel nichts mit dem vorliegenden Verfahren, in welchem es lediglich noch um die Frage der Asylgewährung geht, zu tun. Es ist sodann richtig, dass auf dem Beweismittelumschlag auch ein Hinweis auf das Vorha n- densein von Übersetzungen der Vorladung und des Urteils fehlen. Entg e- gen den Ausführungen in der Beschwerde kann daraus jedoch nic ht ge- schlossen werden, das BFM habe den Inhalt dieser Dokumente nicht zur Kenntnis genommen; denn abgesehen von den mit Eingabe vom 22. N o-D-1655/2013 Seite 20 vember 2012 eingereichten Übersetzungen befinden sich im Beweismi t- telumschlag auch noch Übersetzungen, welche offensic htlich das BFM selbst erstellen liess. Dieser Umstand weist darauf hin, dass sich die Vor- instanz sehr wohl mit dem Inhalt der fraglichen Dokumente befasst hat. 6.4 In der Beschwerde wird schliesslich mehrfach gerügt, das Vorgehen sowie die Argumentation des B FM seien willkürlich. Gemäss Lehre und Rechtsprechung liegt Willkür indes nicht schon dann vor, wenn eine a n- dere Lösung in Betracht zu ziehen oder sogar vorzuziehen wäre, sondern nur dann, wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsäch- lichen Situation in klarem Widerspruch steht , eine Norm oder einen u n- umstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. JÖRG PAUL MÜL- LER/MARKUS SCHÄFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S.11; ULRICH HÄFELI/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl., Zürich 2012, N 811 f. S. 251 f.; BGE 133 I 149 E. 3.1, mit weiteren Hinweisen). Dabei muss die angeblich willkürl i- che Begründung rechtsgenüglich dargelegt w erden (BGE 116 Ia 426 S. 428, mit weiteren Hinweisen). Im vorliegenden Fall wird jedoch weder näher ausgeführt noch von Amtes wegen ersichtlich , dass und inwiefern die seitens der Beschwerdeführenden als willkürlich bezeichneten Vorg e- hensweisen und Erwägun gen des BFM unter die obgenannte Definition zu subsumie ren sind. Vielmehr ist – auch unter Berücksichtigung der nachfolgenden Erwägungen zum Asylpunkt – festzustellen, dass insb e- sondere das Ergebnis der seitens der Beschwerdeführenden bemänge l- ten Rechtsanwendung unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten durchaus vertretbar ist. Die Rüge, wonach das BFM das Willkürverbot verletzt h a- be, ist daher als unbegründet zu qualifizieren. 6.5 Nach dem Gesagten besteht somit keine Veranlassung, die Verf ü- gung des BFM aus for mellen Gründen aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Der entsprechende Antrag ist daher abzuweisen. 7. Nachfolgend ist zu prüfen, ob das BFM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 3 i.V.m. Art. 7 AsylG gestützt auf die geltend gemachten Vorfluchtgründe zu Recht verneint hat. 7.1 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und Art. 1 A des Ab-D-1655/2013 Seite 21 kommens vom 28. Juli 1951 über d ie Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) , wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in a b- sehbarer Zukunft mit gutem Grund Nachteile von bestimmter Intensität befürchten muss, die ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmo- tive zugefügt zu werden drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staatlichen Schutz erwarten kann. Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Entscheids, w o- bei allerdings erlittene Verfolgung oder im Zeitpunkt der Ausreise best e- hende begründete Furcht vor Verfolgung auf eine andauernde Gefäh r- dung hinweisen können. Veränderungen der Situation zwischen Ausreise und Asylentscheid sind zu Gunsten und zu Lasten der asylsuchenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 S. 141 f., m.w.H.). 7.2 In Bezug auf die vom Beschwerdeführer geltend gemachte zweim o- natige Inhaftierung im Jahr 2005 aufgrund einer Demonstrationsteilnahme ist festzustellen, dass dieses Ereignis offensichtlich weder in zeitlicher noch in sachli cher Hinsicht einen ausreichenden Zusammenhang zur Ausreise der Beschwerdeführenden aus Syrien im August 2010 aufweist. Der Beschwerdeführer erklärte diesbezüglich selber, die Haft habe für ihn keine weiteren Konsequenzen gehabt (vgl. A8 S. 7). Dieser Vorfall ist da- her nicht asylrelevant. 7.3 Hinsichtlich der Ausführungen zu den geltend gemachten Ereignissen im Jahr 2010 ist Folgendes festzustellen: Aufgrund der Aktenlage ist es als überwiegend glaubhaft zu erachten, dass der Beschwerdeführer aus Furcht vor ein er drohenden Polizeirazzia aus dem Haus eines Freundes flüchtete und sich in der Folge vorübergehend in Qamishli bei Bekannten aufhielt. Die vom BFM erwähnten widersprüchlichen Aussagen zur Anzahl der anwesenden respektive mit ihm geflohenen Parteikollegen sind mit Blick auf die fraglichen Protokollstellen als nicht eindeutig zu erachten und daher nicht geeignet, dieses Vorbringen als völlig unglaubhaft e r- scheinen zu lassen. Als überwiegend unglaubhaft erscheint hingegen das Vorbringen, wonach der Beschwerd eführer vor der Ausreise von Siche r- heitsbehörden gesucht und überdies in Abwesenheit verurteilt worden sei. Der Beschwerdeführer gibt zu, dass er nicht gesehen hat, dass Siche r- heitskräfte das Haus seines Freundes aufgesucht haben (vgl. A28 S. 6). Er bringt auch nicht vor, er habe dies von anderen Personen erfahren. Es erweckt daher den Anschein, als benutze der Beschwerdeführer die bloss vermutete Razzia als Konstrukt, um die angebliche Suche nach ihm pla u- sibel erscheinen zu lassen. Im Weiteren sagte er aus , der Gastgeber M. sei nicht mit ihnen geflüchtet, sondern sei absichtlich im Haus zurück D-1655/2013 Seite 22 geblieben, damit die Sicherheitsbehörden gegebenenfalls sähen, dass dort keine politische Veranstaltung stattfinde. Der Beschwerdeführer e r- klärte zudem, eine Person w erde nicht festgenommen, solange die B e- hörden ihr nichts nachweisen könnten (vgl. A28 S. 6). Daraus ist zu schliessen, dass M. offenbar nicht befürchtete, bei einer allfälligen Razzia festgenommen zu werden, da er alleine zuhause nicht verdächtig wirken würde. Bei dieser Sachlage ist nicht nachvollziehbar, wie die Behörden hätten auf die Idee kommen können, den Beschwerdeführer ins Visier zu nehmen. Der Beschwerdeführer war lediglich ein Sympathisant der Yekiti- Partei. Weder hatte er eine besondere Funktion inne noch war er für die Partei besonders aktiv. Seit dem Beginn seiner Verbindung zu dieser Par- tei im Jahr 2009 hatte er den Akten zufolge noch nie konkrete Probleme mit den Behörden gehabt. Am Tag der mutmasslichen Razzia im Haus von M. war der Beschwer deführer dort nicht (mehr) anwesend. Selbst wenn die Razzia tatsächlich stattgefunden hätte, hätten die Behörden dort lediglich einen unverdächtigen M. vorgefunden und daher keinen Grund gehabt, den Beschwerdeführer aktiv zu verfolgen. Aufgrund der Aktenlage ist daher kein plausibles Verfolgungsinteresse der syrischen Behörden an der Person des Beschwerdeführers ersichtlich. Sowohl die geltend gemachte Suche nach ihm als auch die angebliche Verurteilung wegen politischer Tätigkeit können daher nicht geglaub t werden. Für die Unglaubhaftigkeit dieser Vorbringen sprechen im Übrigen auch folgende Umstände: Der Beschwerdeführer und die Beschwerdeführerin machten je unterschiedliche Angaben zur Anzahl der angeblichen Besuche durch die Sicherheitskräfte. Während de r Beschwerdeführer mehrfach erklärte, seine Angehörigen seien zwei- bis dreimal von den Behörden aufgesucht und nach ihm gefragt worden (vgl. A8 S. 6 und A28 S. 5), gab die B e- schwerdeführerin zu Protokoll, die Behörden seien manchmal jeden Tag, manchmal al le zwei Tage, jedenfalls praktisch täglich, gekommen (vgl. A29 S. 3). Der Einwand, wonach der Beschwerdeführer zu diesem Zei t- punkt in Qamishli gewesen sei und daher von den Besuchen der Behö r- den nur vom Hörensagen berichten könne (vgl. dazu die Eingabe vom 11. Juni 2012 [A35], auf welche auch in der Beschwerde verwiesen wird), vermag diese krasse Diskrepanz in den Aussagen nicht zu relativieren; denn falls die Sicherheitsbehörden tatsächlich fast täglich nach dem Verbleib des Beschwerdeführers gefragt hätten, hätten ihn dies seine An- gehörigen mit Sicherheit wissen lassen; es ist nicht plausibel, dass sie ihm diesfalls bloss von zwei bis drei Besuchen erzählt hätten. Die B e- schwerdeführerin sagte zudem aus, der älteste Bruder des Beschwerd e- führers sei von den Sicherheitskräften mehrmals mitgenommen und ve r- hört worden (vgl. A29 S. 4). Der Beschwerdeführer seinerseits erwähnte D-1655/2013 Seite 23 dies mit keinem Wort, obwohl davon ausgegangen werden muss, dass er dies mindestens im Nachhinein erfahren und ihn diese Information gen ü- gend beeindruckt hätte, um im Rahmen seiner Anhörung zu den Asy l- gründen davon zu erzählen. Sodann ist festzustellen, dass der B e- schwerdeführer in der freien Schilderung seiner Asylgründe seine ange b- liche Verurteilung überhaupt nicht erwähnte (vgl. A8 S. 6). Auch im weite- ren Verlauf der Befragung im Empfangszentrum sprach er davon nicht. In der ausführlichen Anhörung vom 31. Mai 2012 machte er zunächst ebe n- falls nicht geltend, er sei in Syrien verurteilt worden (vgl. A28 S. 4 und 5); erst auf Vorhalt hin kam er darauf zu sprechen (vgl. A28 S. 11). Wenn er aber tatsächlich verurteilt worden wäre, hätte dies für ihn einen herausr a- genden Asylgrund dargestellt, und er hätte diesen Punkt mit Sicherheit bei der erstbesten Gelegenheit erwähnt. Der Beschwerdeführer br achte in der Direktanhörung vor, er habe noch in Syrien von der Verurteilung er- fahren und gehe davon aus, die ganze Familie, auch seine Frau, habe damals Kenntnis davon erlangt (A28 S. 11). Im Widerspruch dazu erklärte die Beschwerdeführerin zunächst, sie hätten erst nach ihrer Ausreise aus Syrien von der Verurteilung erfahren, sie seien damals bereits in der Tü r- kei gewesen (vgl. A7 S. 5). Erst in der Direktanhörung korrigierte sich die Beschwerdeführerin dahingehend, dass sie noch zuhause vom Urteil e r- fahren habe (vgl. A29 S. 4). Zum Inhalt des Urteils konnte die Beschwer- deführerin nur vage Angaben machen. Insbesondere konnte sie nicht sa- gen, wie hoch die im Urteil ausgesprochene Haftstrafe ist, obwohl es sich dabei grundsätzlich um ein wesentliches Element der geltend gemachten Verfolgung handelt. Zudem macht e sie in der Erstbefragung im Wide r- spruch zum eingereichten Dokument geltend, sie wisse, dass ihr Mann nicht zu einer Geldstrafe verurteilt worden sei. Erst in der Direktanhörung korrigierte sie auch di ese Aussage dahingehend, dass ihr Mann abges e- hen von der Haftstrafe auch zu einer Geldstrafe verurteilt worden sei, w o- bei sie aber nicht wisse, wie hoch diese ausgefallen sei (vgl. zum Ganzen A7 S. 5 und A29 S. 4). Der Beschwerdeführer seinerseits konnte eben- falls nur äusserst vage und unsubstanziierte Angaben zum Inhalt des U r- teils machen. Ausserdem wusste er nicht einmal, worum es sich beim zweiten eingereichten Dokument (Vorladung) handelt e (vgl. A28 S. 12 und 13). Offensichtlich hat te er diese Unterlage n gar nicht richtig ang e- schaut. Entgegen den diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerde kann aber von einer asylsuchenden Person ohne Weiteres erwartet we r- den, dass sie die Gründe für ihre Verfolgungsfurcht genau benennen kann. Wenn also der Beschwerde führer vorliegend geltend macht, er b e- fürchte, aufgrund einer in Syrien erfolgten Verurteilung bei einer Wiede r- einreise verhaftet zu werden, so ist zu erwarten, dass er den Inhalt der D-1655/2013 Seite 24 von ihm zu Beweiszwecken eingereichten Dokumente (Vorladung und Ur- teil) einigermassen korrekt und präzise wiedergeben kann. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführenden nur unzureichende respektive teilweise falsche Angaben zum Inhalt der eingereichten Dokumente machen konn- ten, weist darauf hin, dass diese Dokumente einzig zweck s Verwendung im vorliegenden Asylverfahren beschafft wurden und nicht authentisch sind. Da sie keine Sicherheitsmerkmale aufweisen, ist eine Echtheit s- überprüfung (beispielsweise mittels Dokumentenanalyse) praktisch nicht möglich respektive unbehelflich. Gleichzeitig ist allgemein bekannt, dass derartige Dokumente in Syrien leicht käuflich erworben werden können und auf Bestellung hin angefertigt werden. In formaler Hinsicht ist anz u- fügen, dass die handschriftlichen Einträge auf den offensichtlich kopierten Formularen sehr unpräzise sind (in der Vorladung werden zwei Artikel genannt, jedoch ohne Angabe des Gesetzes; im Urteil wird die "verbotene Partei" nicht näher bezeichnet), was zumindest als unüblich bezeichnet werden kann. Diese Unterlagen sind daher insgesamt nicht geeignet, den aufgrund der vorstehenden Erwägungen vorherrschenden Eindruck der überwiegenden Unglaubhaftigkeit der geltend gemachten Vorverfolgung des Beschwerdeführers im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Syrien umz u- stossen. In der Eingabe vom 2. Mai 2012 (A25) lässt der Beschwerdefüh- rer schliesslich noch ausführen, seine Eltern würden immer wieder von der syrischen Polizei aufgesucht und nach seinem Aufenthaltsort befragt. In der anschliessenden Anhörung vom 31. Mai 2012 bringt er vor, er sei auch nach der Ausreise noch zwei - bis dreimal zuhause von den Behö r- den gesucht worden (A28 S. 3). Mit Blick auf die vorstehenden Ausfü h- rungen ist es indessen als überwiegend unglaubhaft zu erachten, dass diese angeblichen Behördenbesuche im Zusammenhang mi t den geltend gemachten Vorfluchtgründen stehen. Der Beschwerdeführer erklärte se l- ber, die Beamten seien nicht mehr gekommen, nachdem sein Bruder i h- nen Geld gegeben habe (vgl. A28 S. 3). Wäre der Beschwerdeführer ta t- sächlich aufgrund einer erfolgten Verurt eilung gesucht worden, hätten sich die Behörden wohl kaum so einfach abwimmeln lassen. 7.4 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass die Beschwerdeführenden nicht glaubhaft machen konnten, dass sie im Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Syrien dort einer asylrelevanten Verfolgung (Art. 3 AsylG) ausgesetzt wa- ren oder befürchten mussten, in absehbarer Zukunft Opfer einer solchen Verfolgung zu werden. Die weiteren Ausführungen in der Beschwerde vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern, weshalb es sich e r- übrigt, darauf noch näher einzugehen. D-1655/2013 Seite 25 7.5 Damit steht fest, dass die Beschwerdeführenden die Voraussetzun- gen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft aufgrund der vorg e- brachten Vorfluchtgründe nicht erfüllen. Das BFM hat die Asylgesuche demnach zu Recht abgewiesen. 8. 8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 9. Aus dies en Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü gung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfah rens wären dessen Kosten von Fr. 600.– grundsätzlich den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). In de r Beschwerde wurde allerdings zu Recht ein (zw i- schenzeitlich geheilter) Verfahrensmangel ge rügt (vgl. dazu vorstehend E. 6 .1), weshalb die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 6 Bst. b VGKE zu ermässigen sind (vgl. dazu ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht, Basel 2008, S. 212, Rz. 4.60), wobei eine Reduk tion auf Fr. 500.– angemessen erscheint. 10.2 Wie eben erwähnt , wurde in der Beschwerde zu Recht ein inzw i- schen geheilter Verfahrensmangel gerügt. Obwohl die Beschwerdefü h- renden mit ihren Rechtsbegehren letztlich nicht durchgedrungen sind, ist ihnen daher eine angemessene Parteientschädigung für die ihnen aus der Beschwerdeführung im Rahmen des festgestellten Verfahrensman- gels erwachsenen notwendigen Kosten zuzusprechen. Es wurde keine D-1655/2013 Seite 26 Kostennote zu den Akten gereicht. Der notwendige Vertretungsaufwand für diejenigen Aufwendungen, welche auf die Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz zurückzuführen sind , lässt sich indes au f- grund der Aktenlage zuverlässig abschätzen, weshalb auf die Einholung einer solchen verzichtet werden kann (vgl. Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Dementsprechend und unter Berücksichtigung der in Betracht zu ziehe n- den Bemessungsfaktoren (Art. 8 -13 VGKE) ist d ie vom BFM auszuric h- tende Parteientschädigung auf insgesamt Fr. 200. – (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. D-1655/2013 Seite 27 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die reduzierten Verfahrenskosten von Fr. 500.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Das BFM hat den Beschwerdeführenden für das Verfahren vor dem Bu n- desverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 200.– zu entrich- ten. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut Versand: