<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td colspan="2"><p class="Standard berschrift1"><span class="Standard berschrift1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Standard berschrift1"><span class="Standard berschrift1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Standard berschrift1"><img src="file:///L:/LOGO/DOPPLEU3.BMP"/></p></td></tr><tr><td><p class="Standard berschrift1"><br/></p></td><td colspan="2"><p><span>IV.2006.01076</span></p><p><span> </span></p><p><br/></p><p></p></td></tr></table><p>III. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichter Faesi als Einzelrichter</p><p>Gerichtssekretärin Tettamanti</p><p class="Standard berschrift2"><span class="Standard berschrift2">Urteil vom 27. Juli 2007</span></p><p class="Standard StandardEinzug"><span class="Standard StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Standard StandardFett RubrumFett"><span class="Standard StandardFett RubrumFett">X.___</span><span class="Standard StandardFett RubrumFett">, geb. 1991</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführerin</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">gesetzlich vertreten durch die Mutter </span><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Y.___</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardFett RubrumFett"><span class="Standard StandardFett RubrumFett">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die am 9. Dezember 1991 geborene </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">X.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> ist französische Staatsangehö</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rige und wohnt mit ihrer Mutter seit 2002 in der Schweiz (Urk. 8/2/1). Am 15. März 2006 beantragte sie, vertreten durch ihre Mutter, bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Kosten der Sprachtherapie (Logopädie) zu übernehmen (vgl. Urk. 8/1 und Urk. 8/2). Nach Einholung eines Berichts des </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Z.___,</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 19. September </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2006 (Urk. 8/4) wies die IV-Stelle nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (vgl. Urk. 8/5) mit Verfügung vom 7. November 2006 den Leistungsanspruch ab (Urk. 8/9 = Urk. 2). Sie begründete ihren Entscheid damit, dass die Therapiebedürftigkeit bereits im Ausland vorhanden gewesen sei.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Hiergegen erhob die gesetzliche Vertreterin der Versicherten am 27. November 2006 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte die Übernahme der Kosten für die notwendige Sprachtherapie. Die IV-Stelle ersuchte in der Beschwerdeantwort vom 18. Januar 2007 um Abweisung der Beschwerde und der Schriftenwechsel wurde mit Verfügung vom 22. Januar 2007 geschlossen (Urk. 7, Urk. 9).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span id="FUNKTION1"></span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zieht in Erwägung:</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">1.</span><span> </span><span id="VV153"></span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Dem Abklärungsbericht des </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Z.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> vom 19. September 2006 (Urk. 8/4) ist zu ent</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nehmen, dass die logopädische Therapie (ein- bis zweimal pro Woche) von August 2006 bis vorläufig Ende Schuljahr 2006/2007 dauert (Urk. 8/4/4).</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Da der Streitwert somit Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Beschwerde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.</span><span> </span><span id="IV145"></span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) werden an die Sonderschulung bildungsfähiger versi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">cherter Personen, die das 20. Altersjahr noch nicht vollendet haben und denen infolge Invalidität der Besuch der Volksschule nicht möglich oder nicht zumut</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bar ist, Beiträge gewährt. Zur Sonderschulung gehört die eigentliche Schulaus</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bildung sowie, falls ein Unterricht in den Elementarfächern nicht oder nur be</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schränkt möglich ist, die Förderung in manuellen Belangen, in den Verrichtun</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gen des täglichen Lebens und der Fähigkeit des Kontaktes mit der Umwelt. Art. 19 Abs. 3 IVG ermächtigt den Bundesrat, die erforderlichen Voraussetzun</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gen für die Gewäh</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rung der Beiträge im Einzelnen zu umschreiben.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Die Beiträge umfassen unter anderem nach Art. 19 Abs. Abs. 2 lit. c IVG beson</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dere Entschädigungen für zusätzlich zum Sonderschulunterricht notwendige Massnahmen pädagogisch-therapeutischer Art, wie Sprachheilbehandlung für </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schwer Sprachgebrechliche, Hörtraining und Ableseunterricht für Gehörgeschä</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">digte sowie Sondergymnastik zur Förderung gestörter Motorik für Sinnesbehin</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">derte und hochgradig geistig Behinderte.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span id="IV152"></span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Die Rechtsprechung versteht unter pädagogisch-therapeutischen Massnahmen im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. c IVG in Verbindung mit Art. 8</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ter </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">und 9 der </span><span id="_GoBack"></span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) die Gesamtheit der Vorkeh</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ren, die nicht unmittelbar der Vermittlung schulischer, theoretischer oder prak</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">tischer Kenntnisse dienen. Sie treten ergänzend zum Sonderschulunterricht hinzu und sind hauptsächlich darauf ausgerichtet, die Schulung beeinträchti</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gende Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu mildern oder zu beseitigen. Der Begriff "therapeutisch" verdeutlicht, dass hiebei die Behandlung des Leidens im Vordergrund steht. Wie der Massnahmenkatalog gemäss Art. 9 Abs. 2 IVV zeigt, geht es dabei vornehmlich um die Verbesserung gewisser kör</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">perlicher oder psychischer Funktionen im Hinblick auf den Sonderschulunter</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">richt. Die Abgrenzung gegenüber den medizinischen Massnahmen anderseits erfolgt danach, ob das pädagogische oder das medizinische Moment überwiegt. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht in anderem Zusammenhang bes</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">tätigt hat, kommt dem Erfordernis der Unterrichtsmässigkeit eine wichtige Funktion zu, um Sonderschulunterricht von pädagogisch-therapeutischen Mass</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nahmen abzugrenzen, für welche der akzessorische, d.h. zum Sonderschul- oder Volksschulunterricht hinzutretende Charakter typisch ist. Im Verhältnis zum Sonderschulunterricht stellen pädagogisch-therapeutische Massnahmen eine "Extraleistung" dar (BGE 122 V 210 f. Erw. 3a, 121 V 14 Erw. 3b, 114 V 27 f. Erw. 3a, SVR 1997 IV Nr. 100 Erw. 2; AHI 2000 S. 74 Erw. 3a und 200 Erw. 1, ZAK 1984 S. 506 Erw. 3b, 1982 S. 192 Erw. 2a, 1980 S. 502 Erw. 4, 1971 S. 601; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes in Sachen S. vom 13. Juli 2005, I 120/05).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">2.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Gemäss dem </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Abklärungsbericht des </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Z.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> vom 19. September 2006 (Urk. 8/4) leidet die Beschwerdeführerin an schweren Sprachstö</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rungen gemäss Ziffer 23 des Kreisschreibens über die Behandlung von Sprachgebrechen in der Invali</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">denversicherung. Gemäss Art. 8 Abs. 4 lit. e IVV in Verbindung mit Art. 8</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ter </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">und 9 IVV hat sie daher grund</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sätzlich einen Anspruch auf eine Sprachheilbehand</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">lung.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Damit die Beschwerdeführerin jedoch Anspruch auf IV-Massnahmen zur Sonder</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schulung Minderjähriger erheben kann, müssen zusätzlich die versiche</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rungsmässigen Voraussetzungen erfüllt sein. In Anbetracht des eine Angehörige </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">eines EU-Mitgliedstaates betreffenden grenzüberschreitenden Sachverhalts stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage nach dem anwendbaren Recht.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.2</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.2.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach dem Dahinfallen der allgemeinen IV-rechtlichen Versicherungsklausel per 1. Januar 2001 schreibt Art. 6 Abs. 1 IVG für den Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung grundsätzlich nicht mehr vor, dass die versicherten Per</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sonen, namentlich Schweizerinnen und Schweizer, bei Eintritt der risikospezifi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schen Invalidität, beispielsweise der Hilfsmittelbedürftigkeit, der Invalidenversi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">cherung unterstanden haben müssen. Vielmehr genügt es, wenn die invalide Person im Zeitpunkt der Leistungszusprechung versichert ist (vgl. BBl 1999 S. 5011 f. sowie eingehend zu Inhalt und Geschichte von Art. 6 Abs. 1 IVG; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, EVG, vom 12. Januar 2005, I 169/03, Erw. 5, BGE 132 V 184 ff.).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Indes steht die Aufhebung der IV-rechtlichen Versicherungsklausel in Art. 6 Abs. 1 IVG unter dem Vorbehalt weiterer Gesetzesbestimmungen. Hierzu gehö</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ren namentlich die speziellen Klauseln in Art. 6 Abs. 2 IVG, wonach Auslände</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rinnen und Ausländer während des Leistungsbezugs Wohnsitz und gewöhnli</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">chen Aufenthalt in der Schweiz und vor dem Invaliditätseintritt mindestens ein volles Jahr Beiträge geleistet oder sich während zehn Jahren ununterbrochen in der Schweiz aufgehalten haben müssen; weiter jene von Art. 9 Abs. 3 IVG, wonach ausländische Personen vor Vollendung des 20. Altersjahres, insbeson</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dere ausländische Kinder und Jugendliche, mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz namentlich dann einen Anspruch auf Eingliede</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rungsmassnahmen erwerben, wenn ein Elternteil vor Risikoeintritt während eines Jahres Beiträge bezahlt und sie selbst sich bei Risikoeintritt seit einem Jahr ununterbrochen in der Schweiz aufgehalten haben oder hier invalid gebo</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ren wurden (lit. a und lit. b Satz 1). Demnach haben Ausländerinnen und Aus</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">länder vor Vollendung des 20. Altersjahrs, deren Gebrechen bereits im Ausland im Sinne des risikospezifischen Invaliditätsbegriffs behandlungs</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bedürftig war, nur dann Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, wenn im Zeitpunkt der Geburt oder des Invaliditätseintritt ein Elternteil ein Jahr Beiträge an die schweizerische Versicherung geleistet oder die in der Schweiz wohnhafte Mutter sich für die Geburt vorübergehend ins Heimatland begeben hat (zu letzterem vgl. Art. 9 Abs. 3 lit. b Satz 2).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.2.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Sodann sieht Art. 12 des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenos</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">senschaft und der Französischen Republik über Soziale Sicherheit vom 3. Juli 1975 (SR 0.831.109.349.1; nachfolgend Sozialversicherungsabkommen) vor, dass Nichterwerbstätige Ehefrauen und Witwen sowie minderjährige Kinder </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">französischer Staatsangehöriger Eingliederungsmassnahmen der Schweizeri</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schen Invalidenversicherung (IV) erhalten, wenn sie in der Schweiz Wohnsitz haben und, unmittelbar vor Eintritt der Invalidität, ununterbrochen während mindestens eines Jahres dort gewohnt haben. Kinder erhalten ausserdem Ein</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gliederungsmassnahmen, wenn sie in der Schweiz Wohnsitz haben und dort entweder invalid geboren sind oder seit der Geburt ununterbrochen gewohnt haben.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.2.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach diesen Vorschriften kommt bei der Beurteilung der versicherungsmässigen Voraussetzungen dem Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität eine entscheidende Bedeutung zu. </span><span id="IV014"></span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruches auf die jeweilige Leistung erforderli</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">che Art und Schwere erreicht hat. Dieser Zeitpunkt ist objektiv auf Grund des Gesundheitszustandes festzustellen; zufällige externe Faktoren sind unerheblich (AHI 2003 S. 209 Erw. 2a). Er beurteilt sich auch nicht nach dem Zeitpunkt, in dem eine Anmeldung eingereicht oder von dem an eine Leistung gefordert wird und stimmt nicht notwendigerweise mit dem Zeitpunkt überein, in welchem die versicherte Person erstmals Kenntnis davon bekommt, dass der Gesundheits</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schaden Anspruch auf Versicherungsleistungen geben kann (BGE 126 V 9 Erw. 2b mit Hinweisen; AHI 2002 S. 147 Erw. 3a). Aus Art. 4 Abs. 2 IVG ergibt sich, dass der Eintritt der Invalidität für die einzelnen Leistungen der Invalidenversi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">cherung autonom zu bestimmen ist (so genannte leistungsspezifische Invalidi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">tät). Dabei sind die rechtlichen Vorgaben zu berücksichtigen, die sich aus Art. 4 Abs. 1 IVG (seit 1. Januar 2003: in Verbindung mit Art. 8 ATSG) ergeben (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes in Sachen A. vom 15. Februar 2000, I 431/99, und in Sachen P. vom 28. Juni 2002, I 134/00). Folglich begründet der Gesundheitsschaden für jede Leistungsart innerhalb der Einglie</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">derungsmassnahmen je einen eigenen Versicherungsfall (BGE 112 V 275; vgl. auch BGE 126 V 242 f. mit Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versiche</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rungsgerichtes in Sachen S. vom 16. März 2006, I 159/05, Erw. 3.2.1 mit Hin</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">weisen).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span id="IV018"></span><span> </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Bei Massnahmen für besondere Schulung gilt der Versicherungsfall dann als eingetreten, wenn der Gesundheitsschaden eine solche Massnahme objektiv erstmals erfordert und - da die besondere Schulung ebenso wie die erstmalige berufliche Ausbildung nach Art. 16 IVG nicht in jedem beliebigen Alter durch</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">geführt werden kann - die versicherte Person auch die altersmässigen Voraus</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">setzungen hiefür erfüllt (BGE 105 V 60 f. Erw. 2a; AHI 2003 S. 209 Erw. 2a, 1998 S. 203 Erw. 3a).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.2.4</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Im Bericht </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">des </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Z.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> vom 19. September 2006 (Urk. 8/4) wird folgende Anam</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nese aufgeführt: "Einschulung in Frankreich; 2 Jahre Kindergarten; altersge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rechter Eintritt in die 1. Klasse; jetzige Klasse 3. Gymnasium am </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">A.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">. Logopädie bereits in der 3. Klasse; Therapie am </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">B.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> seit 1 Jahr." Die Beschwerdegegnerin verritt nun, offenbar gestützt auf diesen Bericht, den Standpunkt, dass das Sprachgebrechen und somit die Therapiebedürftigkeit bereits vor der Einreise in die Schweiz im Jahr 2002 bestanden habe (vgl. Urk. 8/5, Urk. 2). Dies wird von der gesetzlichen Vertreterin der Beschwerde</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">führerin bestritten (Urk. 1 und 8/7/1). Dabei macht sie im Wesentlichen geltend, bei der Beschwerdeführerin sei in Frankreich nie ein Sprachgebrechen diagnos</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">tiziert worden, und sie habe diesbezüglich auch keine schulischen Probleme gehabt und sei sogar eine gute Schülerin gewesen (Urk. 1). Des Weiteren erklärte sie, dass im genannten Bericht ein sprachliches Missverständnis vor</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">liege. Die Beschwerdeführerin sei in der dritten Klasse eine zeitlang bei einer Orthoptistin und nicht bei einer Logopädin (französisch: Orthophoniste) in Behandlung gewesen (Urk. 8/7/1).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">3.2.5</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Die Ausführungen der gesetzlichen Vertreterin der Beschwerdeführerin erschei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nen nicht unglaubhaft; sie können nicht einfach ignoriert werden, aber mit den medizinischen Akten auch nicht widerlegt werden. Der Beschwerdegegnerin wäre es ein Leichtes gewesen, durch entsprechendes Nachfragen am </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Z.___</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">, Klarheit über die Streitfrage zu verschaffen, ob die Sonder</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schulmassnahmen in Form der logopädischen Behandlung objektiv betrachtet bereits in Frankreich angezeigt waren. Eine Rückweisung an die Verwaltung zur Ergänzung der medizinischen Akten ist aber nicht angezeigt, da im Folgenden aufzuzeigen sein wird, dass die Beschwerdeführerin aufgrund internationalsozi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">alrechtlicher Vereinbarungen der Schweiz einen solchen Anspruch auch geltend machen kann, wenn die Sonderschulbedürftigkeit bereits in Frankreich einge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">treten war.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Am 1. Juni 2002 ist das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizeri</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">schaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Freizügig</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">keitsabkommen, FZA) In Kraft getreten. Gemäss Art. 20 FZA werden die bishe</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rigen Sozialversicherungsabkommen zwischen der Schweiz und den Mitglied</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">staaten der Europäischen Gemeinschaft - darunter dasjenige zwischen der Schweiz und der Französischen Republik - mangels gegenteiliger Vereinbarung in Anhang II FZA insoweit ausgesetzt, als im FZA derselbe Sachbereich geregelt ist (vgl. BGE 130 V 59 Erw. 2.2, 130 V 255 Erw. 2.2, 132 V 62 Erw. 7.2). Dem</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nach ist vorab zu prüfen, ob die vorliegende Streitigkeit vom FZA namentlich in sachlicher und persönlicher Hinsicht erfasst wird.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbeiteten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II ("Koordinie</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien untereinander insbe</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbst</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (nachfolgend: Verordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung (EWG) Nr. 574/72 des Rates vom 21. März 1972 über die Durchführung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 über die Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehö</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (nachfolgend: Verord</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nung Nr. 574/72), oder gleichwertige Vorschriften an. Soweit für die Anwen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dung des FZA und dessen Anhänge als integralem Bestandteil des Abkommens (vgl. Art. 15 FZA) Begriffe des Gemeinschaftsrechts herangezogen werden, wird hierfür laut Art. 16 Abs. 2 FZA die einschlägige Rechtsprechung des Gerichts</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">hofs der Europäischen Gemeinschaften (EuGH) vor dem Zeitpunkt der Unter</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">zeichnung (21. Juni 1999) berücksichtigt. Die nach diesem Zeitpunkt ergangene Rechtsprechung kann insbesondere dann zur Auslegung des Abkommens herangezogen werden, wenn sie lediglich die vor diesem Zeitpunkt ergangene Rechtsprechung präzisiert (BGE 130 II 119 Erw. 5.2).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.3</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass das Freizügigkeitsabkommen gleich dem Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft im Rahmen des Freizü</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">gigkeitsrechts keine Vereinheitlichung oder Harmonisierung, sondern lediglich eine Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit der beteiligten Staaten </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">vorsehen. Die Mitgliedstaaten bleiben demnach in der Ausgestaltung ihrer Sozi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">alversicherungssysteme grundsätzlich frei und können insbesondere die Vor</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">aussetzungen für den Anschluss einer Person an ein nationales System und für die Beendigung des Anschlusses, für die Beitragszahlung (Bemessungsgrund</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">lage, Beitragssatz, Beitragshöhe) und für die Leistungsausrichtung (Entstehung, Bemessung, Ruhen, Kürzung, Beendigung des Anspruchs) festlegen, solange sie dabei die Rahmenbedingungen des freizügigkeitsspezifischen Koordinations</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rechts beachten (EuGH-Urteile vom 28. Juni 1978 in der Rs. 1/78, Kenny, Rn. 16 f., vom 26. Januar 1999 in der Rs. C-18/95, Terhoeve, Rn. 34, vom 9. März 2006 in der Rs. C-493/04, Piatkowski, Rn. 32 f.; BGE 131 V 213 f. Erw. 5.3 f., 131 V 387 Erw. 8.2, EVGE vom 17. Februar 2006 in Sachen S., H 289/03, Erw. 5.1).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">4.4</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Im Zentrum des FZA steht das Verbot der direkten und indirekten Diskrimi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nie</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">rung aufgrund der Staatsangehörigkeit. Das Diskriminierungsverbot gilt laut Art. 2 FZA bei der Anwendung des Abkommens gemäss den Anhängen I, II und III, nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1408/71 im Rahmen der Systeme der sozialen Sicherheit und nach Art. 9 Abs. 2 Anhang I FZA bei den sozialen Ver</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">günstigungen. Direkte Diskriminierungen sehen entweder die Versicherungsun</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">terstellung oder eine Leistung nur für Schweizer/innen vor oder sie verlangen von EU/EFTA-Ausländer/innen ein im Vergleich zu Schweizer/innen zusätzli</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ches Erfordernis. Indirekt diskriminierend sind nachteilige Normen, die zwar gleichermassen für Inländer/innen wie für EU/EFTA-Ausländer/innen gelten, die aber typischerweise häufiger die EU/EFTA-Ausländer/innen treffen (vgl. einge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">hend zum Begriff der indirekten Diskriminierung BGE 131 V 214 ff. Erw. 6 mit Hinweisen auf die EuGH-Rechtsprechung). </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Direkte Diskriminierungen sind bei Vorliegen von ordre public-Gründen zuläs</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">sig (EuGH-Urteil vom 16. Januar 2003 in der Rs. C-388/01, Kommission v. Ita</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">lien; zu den eng auszulegenden ordre public-Gründen in Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA vgl. BGE 129 II 220 f. Erw. 6). Indirekte Diskriminierungen können durch objektive Gründe des Allgemeininteresses und unter Beachtung des Verhältnis</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">mässigkeitsprinzips gerechtfertigt werden (BGE 131 V 216 Erw. 6.3, 131 V 397 Erw. 5.1, 132 V 91 Erw. 5.5 mit Hinweisen).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">5.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">5.1</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Das Verbot der Diskriminierung bei sozialen Vergünstigungen nach Art. 2 FZA und Art. 9 Abs. 2 Anhang I FZA bzw. nach Art. 2 Anhang K EFTA-Überein</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">kommen und Art. 9 Abs. 2 Anhang K Anlage 1 EFTA-Übereinkommen hat einen weiten sachlichen Anwendungsbereich.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Der Begriff der «sozialen Vergünstigungen» umfasst jenen der «Systeme der sozia</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">len Sicherheit» (Sozialversicherungen), geht aber zugleich darüber hinaus. Wo eine Leistung aus dem persönlichen oder sachlichen Anwendungsbereich der Verordnung Nr. 1408/71 heraus fällt, ist subsidiär die Anwendbarkeit des Diskriminierungsverbots bei sozialen Vergünstigungen zu prüfen (vgl. BGE 132 V 190 f.).</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Nicht nur die zugewanderten Arbeitnehmer selbst, sondern auch ihre nichter</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">werbstätigen Familienangehörigen haben in gleicher Weise wie die Bür</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ger/innen des Aufnahmestaates Anspruch auf soziale Vergünstigungen (EuGH-Urteile vom 20. Juni 1985 in der Rs. 94/84, Deak vom 18. Juni 1987 in der Rs. 316/85, Lebon, Rn. 14, und vom 29. Oktober 1998 in der Rs. C-185/96, Kom</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">mission v. Griechenland, Rn. 21.). Folglich verbietet das Gleichbehandlungsge</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">bot bei sozialen Vergünstigungen eine Diskriminierungen aufgrund der Staats</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">angehörigkeit oder der Arbeitsmigration.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">5.2</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Im Rahmen des FZA ist zweifelhaft, ob die </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">IV-Massnahmen zur Sonderschulung Minderjähriger </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">unter den sachlichen Anwendungsbereich der </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">Verordnung Nr. 1408/71</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"> fallen. Das EVG begründet dies damit, dass die Sonderschulbeiträge nicht oder zumindest nicht in jedem Fall im Hinblick auf eine spätere berufliche Tätigkeit gewährt werden (BGE 132 V 190 f. Erw. 5.1.2)</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">. Subsidiär stellen die Sonderschulbeiträge aber eine soziale Vergünstigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 Anhang I FZA oder zumindest eine allgemeine oder berufliche Schu</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">lungsmassnahme im Sinne von Art. 3 Abs. 6 Anhang I FZA (vgl. dazu BGE 132 V 193 ff. Erw. 7 ff.) dar. Aufgrund der in diesen Normen enthaltenen Diskrimi</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">nierungsverbote sind sie dem EU-ausländischen Kind, das bereits vor der Unterstellung unter die schweizerische Sozialversicherung sonderschulungsbe</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">dürftig war, gleich einem Schweizer Kind mit demselben Lebenslauf zu gewäh</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend">ren.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">6.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin bezüg</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lich des geltend gemachten Anspruchs auf Kostengutsprache für Logopä</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">die bei Sprachgebrechen auf das in Art. 9 Abs. 2 oder Art. 3 Abs. 6 Anhang I FZA verankerte Gebot der Nicht-Diskriminierung aufgrund der Staatsangehö</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rigkeit berufen kann, weshalb ihr die spezifischen, für ausländische Staatange</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hörige geltenden versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht entgegen</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gehalten werden können. Da die Beschwerdeführerin im Übrigen die allgemei</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nen versicherungsmässigen Voraussetzungen erfüllt, ist die Beschwerde gutzu</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">heissen und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die weiteren Anspruchsvoraussetzungen prüfe und anschliessend neu verfüge.</span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">7.</span><span> </span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Gestützt auf Art. 69 Abs. 1</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">bis</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> IVG in der seit 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung ist das Verfahren für die unterliegende Beschwerdegegnerin kosten</span><span class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">pflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) ermessensweise auf Fr. 1'000.-- festzusetzen. </span></p><p class="Standard Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Das Gericht erkennt:</span><span id="BeginnMateriell"></span></p><p><br/></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 7. November 2006 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen wird.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Die Gerichtskosten von Fr. </span><span id="Text1"></span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">1000</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">.-- werden </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">der Beschwerdegegnerin</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend"> auferlegt. Rech</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">nung und Einzahlungsschein werden </span><span id="Text2"></span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">der</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend"> Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">kraft zugestellt.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><span class="Standard Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Y.___</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">Bundesamt für Sozialversicherungen</span></p><p class="Standard Dispotext DispoEinzug"><span class="Standard Dispotext DispoEinzug">sowie an:</span></p><p class="Standard Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Standard Dispotext DispoAufzhlung">die Gerichtskasse (nach Eintritt der Rechtskraft)</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">4.</span><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">stellen.</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">tel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän</span><span class="Standard Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">den hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Standard Dispotext DispoHngend"><br/></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der VorsitzendeDie Gerichtssekretärin</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>FaesiTettamanti</p><div><p> </p></div><p><br/></p><p><span> </span></p><p><br/></p><p></p></div> </div></body></html>