Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 2. September 2020 (810 19 283) ____________________________________________________________________ Personalrecht Kündigung des Arbeitsverhältnisses infolge Verhinderung an der Aufgabenerfüllung Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Nikla us Ruckstuhl, Markus Clausen, Daniel Häring, Markus Mattle , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Raffaella Biaggi , Advokatin gegen Kantonsspital Baselland , Rechtsabteilung, Mühlemattstrasse 24, 4410 Liestal, Beschwerdegegner Betreff Kündigung des Arbeitsverhältnisses (Verfügung des Kantonsspitals Baselland vom 16. Oktober 2019) A. A.____ war seit dem 16. Dezember 2013 als Bäcker/Ko nditor mit Kochaufgaben zu 100 % beim Kantonsspital Baselland (Kantonsspital) angestellt. Aufgrund eines nicht durch den Beschwerdeführer verschuldeten Verkehrsunfalls, bei dem er sich einen Hüftbruch und einen Fingerkapselriss am Daumen zuzog, war er seit dem 22. März 2019 zu 100 % arbeitsunfähig. Mit Schreiben vom 20. September 2019 teilte das Kanton sspital A.____ mit, dass dieser seit dem 22. März 2019 infolge des Unfalls 100 % arbeitsunf ähig sei. Da aus diesem Grund in ab- sehbarer Zeit eine Rückkehr in das Berufsleben nicht möglich sei, ziehe das Kantonsspital nach Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ablauf der gesetzlichen Sperrfrist von 180 Tagen und unter Einhaltung der Kündigungsfrist eine Kündigung per 31. Januar 2020 in Erwägung. In seine r Stellungnahme vom 26. September 2019 teilte A.____ unter anderem mit, er habe bereits "bei der Terminvorgabe für das rechtliche Gehör" darauf hingewiesen, dass er erst nach der ärztlich en Untersuchung vom 23. September 2019 Aussagen zur Änderung der Arbeitsunfähigkeit mach en könne. Er könne jedoch gemäss Erlaubnis seines Arztes den Wiedereinstieg mit einem Pensu m von 30 % ab dem 1. Oktober 2019 versuchen, weshalb es nicht so sei, dass er in nicht a bsehbarer Zeit an den Arbeitsplatz zurückkehren könne. Zudem sei aufgrund des neusten ärztli chen Befunds eine volle Genesung in absehbarer Zeit zu erwarten. Mit ärztlichem Zeugnis des Universitätsspitals Basel vom 9. Oktober 2019 wurde A.____ eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % bis zum 1. Dezember 2019, eine von 50 % bis zum 1. Februar 2020 und eine von 20 % bis zum 1. April 2020 attestiert. B. Mit Verfügung vom 16. Oktober 2019 kündigte das Kan tonsspital das Arbeitsverhältnis mit A.____ nach Ablauf der Sperrfrist von 180 Tagen. Im Wesentlichen führte das Kantonsspital aus, gemäss ärztlichem Attest sei die volle Arbeitsfähigkei t nicht vor April 2020 zu erwarten, womit A.____ weiterhin längerfristig an der vollumfänglichen Aufgabenerfüllung verhindert sei. C. Gegen die Kündigungsverfügung erhob A.____, vertret en durch Raffaella Biaggi, Ad- vokatin, am 24. Oktober 2019 Beschwerde beim Kantonsgeri cht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte die kostenfällige Aufhebung der Verfügung vom 16. Oktober 2019. Zudem sei der Beschwerde die auf schiebende Wirkung zu erteilen. Der Beschwerdeführer machte eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend, wes- halb die Kündigung aufzuheben sei. Zudem liege keine längerfristige oder gar dauernde Ver- hinderung an der Arbeitsleistung vor. D. In seiner Vernehmlassung vom 2. Dezember 2019 beantr agte der Beschwerdegegner die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Er bestrit t, dass eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vorliege. Des Weiteren sei die Kü ndigung rechtmässig, da der Beschwer- deführer die arbeitsvertraglich festgelegten Leistungen nicht mehr im gesamten vereinbarten Umfang erbringen könne. E. Am 14. Februar 2020 fand beim Kantonsgericht eine Vorverhandlung statt, an der un- ter anderem die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers u nd die Besetzung der Stelle des Be- schwerdeführers thematisiert wurden. Mit Schreiben vom 18. Februar 2020 erklärte der Beschw erdeführer, aus den Dienstplänen sei ersichtlich, dass seine Stelle nicht besetzt sei. Vielmehr bereite der Chefpatissier aus Liestal die anfallenden Arbeiten alternierend "im KSB und im KAB" vor. Mit Schreiben vom 12. März 2020 teilte der Beschwerdegegner mit, dass der Einsatz des Patis- siers vom Standort Liestal im Rahmen eines Projektes im Jahr 2019 von langer Hand geplant und bekannt gewesen sei. Seit Januar 2020 sei er aufgr und der Neuausrichtung des Kan- tonsspitals Baselland an beiden Standorten tätig. Mit der bevorstehenden Schliessung des Standortes Laufen auf das Jahresende hätte der Besch werdegegner die Stelle des Beschwer- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht deführers durch abwechselnden Einsatz des Personals des Standortes Laufen sowie des Stan- dortes Bruderholz wiederbesetzen können. Der Beschwerdeführer machte in seinem Schreiben vom 13. März 2020 geltend, seine Stelle sei nicht besetzt. Die vormals von ihm ausgeführten Arbe iten würden in Teilzeit durch den zu 100 % im Kantonsspital Laufen/Bruderholz angestellten Patissier, der aber keinen Anstellungs- vertrag mit dem Beschwerdegegner habe, ausgeübt. Er sel ber sei überdies wieder voll einsatz- fähig und biete seine Arbeitsleistung erneut an. Zudem stellte er den Antrag, es sei dem Be- schwerdegegner vorsorglich zu untersagen, seine Stelle w ährend der Dauer des vorliegenden Beschwerdeverfahrens anderweitig zu besetzen. In seiner Stellungnahme vom 20. April 2020 beantragte der Beschwerdegegner die Abweisung des Antrags des Beschwerdeführers vom 13. März 2020 mit der Begründung, die Stelle des Beschwerdeführers sei mit dem Patissier besetzt, welcher bisher zu 100 % am Standort Liestal gearbeitet habe, da dieser ab Januar 2020 50 % seines Arbeitspensums am Standort Bruder- holz zu erfüllen habe. Infolge der Strukturänderunge n in der Gastronomie sei dies schon seit längerem geplant gewesen. Dieser Entscheid sei unabhäng ig von der strittigen Kündigung an- gesichts der Neuausrichtung des Kantonsspitals Baselland ge troffen worden. Der Beschwerde- gegner habe einen Arbeitsvertrag mit dem erwähnten Pa tissier, da auch die Standorte Liestal und Laufen Teile des Kantonsspitals Baselland seien. F. Mit Verfügung vom 7. Mai 2020 wies das Gerichtspräsid ium das Gesuch des Be- schwerdeführers um Erteilung der aufschiebenden Wirkung m it der Begründung ab, der Be- schwerdegegner habe aufgezeigt, dass die Stelle des Besch werdeführers aufgrund von Um- strukturierungen und Verschiebungen von bestehendem Pe rsonal nicht mehr frei sei. Des Wei- teren überwies es den Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Parteiverhandlung. G. An der heutigen Verhandlung nehmen der Beschwerde führer und seine Rechtsvertre- terin sowie von Seiten des Beschwerdegegners B.____ al s Vertreterin des Kantonsspitals und C.____, HR Beraterin, teil. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reicht die Einsatzpläne "Gastro, Küche" für Juli, August und September 2020 ein. Die Parteien halten an ihren bereits in den Rechtsschriften gestellten Anträgen fest. Der Beschwerdeführer stellt an der Parteiverhand- lung den Antrag, für den Fall, dass seine Stelle in d er Zwischenzeit nicht mehr verfügbar sei, seien ihm drei Monatslöhne zu bezahlen. Die Vertreterin des Beschwerdegegners erachtet den Umstand, dass der Beschwerdeführer im Besitz der Dienstpl äne sei, als äusserst fragwürdig und erklärt, diese hätten in diesem Verfahren unter a nderem in nicht anonymisierter Form nichts zu suchen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 i.V.m. § 25 des Spitalgesetzes (Spitalgesetz) vom 17. November 2011 und Ziff. 18.4 Abs. 3 des Gesamtar beitsvertrags Kantonsspital Basel- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht land/Psychiatrie Baselland (GAV) vom 1. Juli 2015 könne n letztinstanzliche Verfügungen und Entscheide der Organe des Kantonsspitals Baselland und de r Psychiatrie Baselland nach den allgemeinen Bestimmungen über die Verwaltungsrechtspfl ege beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, angefochten werden. Da der Beschwerdeführer Adressat des angefochtenen Entscheids ist, ein schutzwürdiges Inte resse an dessen Aufhebung hat und die übrigen formellen Voraussetzungen gemäss den §§ 43 ff. VPO erfüllt sind, kann auf die Be- schwerde eingetreten werden. 2. Bei der Beurteilung der Beschwerde ist die Kognitio n des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den an gefochtenen Entscheid hinsichtlich all- fälliger Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts zu über- prüfen bzw. zu prüfen, ob der Beschwerdegegner ein all fälliges Ermessen rechtsfehlerhaft aus- geübt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Kantonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Strittig ist vorliegend die Frage, ob der Beschwerd egegner das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer rechtmässig gekündigt hat. Der Besch werdeführer war beim Kan- tonsspital Baselland angestellt. Für die Angestellten des Kantonsspitals Baselland gelten die Bestimmungen des GAV, welche am 1. Januar 2016 in Kr aft traten. Bis zum 31. Dezember 2015 galt für diese Angestellten das Gesetz über die A rbeitsverhältnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantons (Personalgesetz) vom 25. September 1997. 4.1.1. Der Beschwerdeführer macht zunächst eine Verletzu ng seines Anspruchs auf rechtli- ches Gehör geltend. 4.1.2. Die Garantie des rechtlichen Gehörs hat für da s rechtsstaatliche Verfahren eine zentra- le Bedeutung (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Ver fassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 5. September 2007 [810 06 199] E. 9.1 m.w.H .). Der Anspruch auf vorgängige Anhö- rung als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs ist formeller Natur (BGE 124 I 241 E. 2). Dies bedeu- tet, dass seine Missachtung die Aufhebung des angefochtenen Entscheids zur Folge hat, unge- achtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache s elbst (BGE 126 V 130 E. 2b; BGE 122 II 464 E. 4a; KGE VV vom 11. Dezember 2019 [810 18 169] E. 5.1; KGE VV vom 5. Sep- tember 2007 [810 06 199] E. 9.3). Die formelle Rüge betreffend eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist daher im Folgenden vor einer allfälligen inhaltlichen Beurteilung zu prüfen. 4.2.1. Der Beschwerdeführer führt aus, ihm sei am 20. S eptember 2019 angekündigt worden, dass ihm bei weiterhin bestehender voller Arbeitsunfähigkeit gekündigt werde. Er habe bereits anlässlich des Gesprächs und anschliessend in seiner Stellu ngnahme bekannt gegeben, dass der Arzt eine sukzessive Steigerung der Arbeitsfähigkeit ab Oktober 2019 befürworte. Der Be- schwerdegegner habe in der Folge die Bestätigung des Ar ztes verlangt, wann mit einem Wie- dereinstieg zu 100 % gerechnet werden könne. Daraufh in habe der behandelnde Arzt die Ar- beitsfähigkeit gemäss dem Zeugnis vom 9. Oktober 2019 be stätigt. Aufgrund dieser Angaben und seiner im Rahmen des rechtlichen Gehörs erstellten Stellungnahme sei auf eine Kündigung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht verzichtet worden. Erst am 16. Oktober 2019 sei er erneu t zum Gespräch gerufen worden und ihm sei die Kündigung ausgehändigt worden. Dieses Mal m it der Begründung, dem Beschwer- degegner sei es nicht zuzumuten, seine Stelle über längere Zeit nur teilweise besetzt zu haben. Hierzu sei ihm das rechtliche Gehör nicht gewährt word en. Die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör müsse zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung und damit zur Aufhe- bung der Kündigung führen. 4.2.2. Der Beschwerdegegner führt aus, der Beschwerdef ührer sei aufgrund eines Unfalls seit dem 22. März 2019 zu 100 % arbeitsunfähig. In Fol ge der langandauernden Arbeitsunfä- higkeit habe der Beschwerdegegner eine Kündigung in E rwägung gezogen und dies dem Be- schwerdeführer mit Schreiben vom 20. September 2019 mi tgeteilt. In seiner Stellungnahme vom 26. September 2019 habe der Beschwerdeführer ausge führt, dass er ab 1. Oktober 2019 einen Wiedereinstieg zu 30 % versuchen werde, weshalb die Begründung, es sei in absehbarer Zeit keine Rückkehr ins Berufsleben zu erwarten, unwirks am sei. Es sei zudem mit einer vollen Genesung in absehbarer Zeit zu rechnen. In der Folge h abe der Beschwerdegegner die Stel- lungnahme des Beschwerdeführers geprüft. Der Beschwerdeführer sei angefragt worden, seine in der Stellungnahme vom 20. September 2019 gemachte Aussage, er sei in absehbarer Zeit wieder vollumfänglich arbeitsfähig, zu belegen. Dami t sei die nächste Spitalkonsultation des Beschwerdeführers im Universitätsspital Basel vom 9. Okt ober 2019 abgewartet worden. In dem gleichentags ausgestellten Arztzeugnis sei eine schritt weise Steigerung der Arbeitsfähig- keit bestätigt worden. Als letzte aufgeführte Arbeitsunfähigkeit sei eine Einschränkung von 20 % bis zum 1. April 2020 angegeben worden. Der Beschwerde gegner habe unter Einbezug des neu eingegangenen Arztzeugnisses und der Erfahrungen, we lche im getätigten Arbeitsversuch bisher gemacht worden seien, den Sachverhalt erneut be urteilt. Aufgrund der weiter bestehen- den Unsicherheit, ob eine vollständige Arbeitsfähigkeit in diesem Zeitrahmen tatsächlich realis- tisch sei, und dem Druck, dass die Stelle des Beschwerdeführe rs wieder habe besetzt werden müssen, habe sich der Beschwerdegegner entschlossen, an de r Kündigungsabsicht festzuhal- ten, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 16. Okt ober 2019 mitgeteilt worden sei. Der Beschwerdegegner macht weiter geltend, der Beschw erdeführer habe in seiner Stellung- nahme zur beabsichtigten Kündigung erklärt, dass ein Wi edereinstieg im Rahmen eines Ar- beitsversuches von 30 % ab 1. Oktober 2019 möglich und eine volle Genesung in absehbarer Zeit zu erwarten sei. Da keine ärztliche Bescheinigung der behaupteten Steigerung der Arbeits- fähigkeit der Stellungnahme beigelegen habe, habe de r Beschwerdegegner um eine solche gebeten. Es entspreche nicht den Tatsachen, dass der Besch werdegegner damit auf die Aus- sprache der Kündigung verzichtet habe. Neben dem Abwart en auf das versprochene Arztzeug- nis sei auch die Leistung, welche der Beschwerdeführer sei t dem 1. Oktober 2019 in einem Pensum von 30 % im Rahmen eines Arbeitsversuches erbracht habe, berücksichtigt worden. Die Abklärungen hätten ergeben, dass zwar zu jenem Zeit punkt langfristig eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert gewesen sei, dies aber fr ühestens zu einem Zeitpunkt in mehreren Monaten. Im Sinne des rechtlichen Gehörs seien die Abkl ärungen vorgenommen worden, um prüfen zu können, ob am in Betracht gezogenen Entscheid festgehalten werde. Beim Ent- scheid, eine Kündigung auszusprechen, habe der Beschwerd egegner sowohl die Stellungnah- me des Beschwerdeführers als auch die danach gemachten Ab klärungen berücksichtigt. Mit Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem erfolgten Kündigungsverfahren habe der Beschwerdeg egner das rechtliche Gehör voll- ständig gewahrt. 4.3.1. Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schwe izerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch au f rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzel- nen eingreift (G EROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg .], Die Schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3 . Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, N 42 zu Art. 29 BV). Dazu gehört insbesondere das Rech t des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung we- sentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_146/2014 vom 26. Juni 2014 E. 4.3.2). Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringe n kann (BGE 135 II 286 E. 5.1; BGE 135 I 279 E. 2.3; BGE 132 V 368 E. 3.1, jeweils m.w. H.; Urteil des Bundesgerichts 8C_110/2013 vom 2. September 2013 E. 8.1; KGE VV vom 11. Dezember 2019 [810 18 169] E. 5.2; KGE VV vom 25. Januar 2017 [810 16 134] E. 3.3.1). Der Anspruch auf rechtliches Ge- hör besteht unbestritten auch im öffentlichen Personalrecht und ist insbesondere im Vorfeld der Auflösung sowie bei der Auflösung des Arbeitsverhältni sses mit einem öffentlich-rechtlichen Angestellten in all seinen Teilgehalten zu beachten (R UDOLF URSPRUNG /D OROTHEA RIEDI HUNOLD , Schwerpunkte der neueren bundesgerichtlichen Rechtspr echung zum öffentlichen Personalrecht, Schweizerisches Zentralblatt für Staats- u nd Verwaltungsrecht [ZBl] 114/2013, S. 295-315, S. 306). So statuiert auch Ziff. 10.5 Ab s. 3 GAV, dass die Kündigung durch den Arbeitgeber zu begründen ist. Des Weiteren wird in d ieser Bestimmung festgehalten, dass für den Fall, dass eine Kündigung erwogen wird, die betre ffende Person anzuhören ist, und es ist ihr das rechtliche Gehör zu gewähren. Die Anhörung kann durch die vorgesetzte Person erfol- gen und ist in den wesentlichen Punkten zu protokollieren. 4.3.2. Das Recht auf vorgängige Äusserung und Anhörun g ("Anspruch auf rechtliches Gehör i.e.S.") weist einen engen Bezug zur Menschenwürde auf ( LORENZ KNEUBÜHLER , Gehörsverlet- zung und Heilung, ZBl 99/1998, S. 97-120, S. 99). De r Mensch ist nicht nur als Objekt, sondern auch als Subjekt staatlicher Verfahren ernst zu nehmen; es soll nicht über ihn "verfügt" werden, sondern er ist in den ihn betreffenden Entscheidprozess einzubeziehen mit der Möglichkeit, seine Sicht, Argumente und Widersprüche frühzeitig äuss ern zu können. Die beteiligte Privat- person soll im Hinblick auf ihre persönliche Eigenwürde nicht ohne vorherige Anhörung rechtlich belastet werden (BGE 117 Ia 262 E. 4b; KGE VV vom 5. September 2007 [810 06 199] E. 9.2). Mit dem Anspruch auf effektive Mitwirkung korrespondiert, dass die Behörde die Vorbringen der Beteiligten tatsächlich hört, prüft und berücksichtigt sowie ihren Entscheid vor diesem Hinter- grund begründet. Das Kernelement des rechtlichen Gehörs ist das Recht auf vorgängige Äusserung und Anhörung, welches den Betroffenen einen Einfluss auf die Ermittlung des we- sentlichen Sachverhalts sichert. Die Behörde muss diese Äu sserungen zur Kenntnis nehmen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht und sich damit in der Entscheidfindung und -begründung sachgerecht auseinandersetzen (KGE VV vom 11. Dezember 2019 [810 18 169] E.5.3; KGE VV v om 27. Juli 2016 [810 15 223] E. 3.3). 4.3.3. Im Einzelnen lässt sich nicht generell, sondern un ter Würdigung der konkreten Interes- senlage beurteilen, wie weit das Äusserungsrecht geht. Wegleitend muss der Gedanke sein, einer Partei zu ermöglichen, ihren Standpunkt wirksam zu vertreten. Im öffentlichen Dienstrecht können auch relativ informelle Äusserungsgelegenheiten vor der Kündigung dem verfassungs- rechtlichen Gehöranspruch genügen, sofern dem Betroffene n klar war, dass er mit einer sol- chen Massnahme zu rechnen hatte (Urteile des Bundesgerich ts 1C_103/2007 vom 7. Dezem- ber 2007 E. 5.3 und 2P.275/2005 vom 1. März 2006 E. 2.1). Dabei hat der Betroffene nicht bloss die ihm zur Last gelegten Tatsachen zu kennen, sonde rn er muss darüber hinaus auch wissen, dass gegen ihn eine Verfügung mit bestimmter S tossrichtung in Erwägung gezogen wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_158/2009 vom 2. Se ptember 2009 E. 5.2). Im Rahmen der Kündigung eines Arbeitsverhältnisses darf die zuständige B ehörde erst nach Kenntnisnahme der gesamten entscheidrelevanten Sachlage und mithin erst nach Anhörung der betroffenen Person zu einer Entscheidung gelangen. Der Anspruch ist verletzt, wenn eine Entlassung schon vor der Anhörung faktisch feststeht (vgl. Urteil des Bunde sgerichts 8C_340/2014 vom 15. Ok- tober 2014 E. 5.2, nicht publ. in: BGE 140 I 320; K GE VV vom 17. Oktober 2018 [810 18 108] E. 5.4; KGE VV vom 25. Januar 2017 [810 16 134] E. 3.3.2; URSPRUNG /R IEDI HUNOLD , a.a.O., S. 306). 4.4.1. Der Beschwerdegegner hat im Schreiben vom 20. September 2019 an den Beschwer- deführer festgehalten, dass dieser seit dem 22. März 2 019 infolge Unfalls 100 % arbeitsunfähig sei. Da aus diesem Grund in absehbarer Zeit eine Rückk ehr in das Berufsleben nicht möglich sei, beabsichtige der Beschwerdegegner die Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Daraufhin teilte der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner am 2 6. September 2019 mit, dass er am 23. September 2019 eine ärztliche Untersuchung gehabt habe, auf die er bereits vorher hinge- wiesen habe. Durch die Erlaubnis seines Arztes den Wiede reinstieg mit einem Pensum von 30 % ab dem 1. Oktober 2019 zu versuchen, sei die Argum entation einer nicht absehbaren Rückkehr in das Berufsleben "unwirksam". Gemäss ärztlichem A ttest vom 9. Oktober 2019 wurde dem Beschwerdeführer bis 1. Dezember 2019 eine 7 0%ige, bis 1. Februar 2020 eine 50%ige und bis 1. April 2020 eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Ab dem 1. Oktober 2019 arbeitete der Beschwerdeführer im Rahmen eines Arbeit sversuchs mit einem Pensum von 30 %. Am 16. Oktober 2019 sprach der Beschwerdegegner di e Kündigung mit der Begründung aus, dass die volle Arbeitsfähigkeit nicht vor April 2020 zu erwarten sei, womit er weiterhin län- gerfristig an der vollumfänglichen Aufgabenerfüllung verhindert sei. 4.4.2. Der Beschwerdegegner hat dem Beschwerdeführer a ufgrund seiner Arbeitsunfähigkeit die Auflösung des Arbeitsverhältnisses in Aussicht gestellt. Daraufhin hat der Beschwerdeführer dazu Stellung genommen. Da dieser Stellungnahme kein ärztliches Attest beilag, forderte der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer auf, dieses nachzur eichen, und wartete, bis dieses ausgestellt und eingereicht wurde. Aufgrund des einger eichten Arztzeugnisses musste der Be- schwerdegegner davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer f rühestens ab 1. Dezember Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2020 zu 50 %, ab 1. Februar 2020 zu 80 % und ab 1. A pril 2020 zu 100 % arbeitsfähig sei. Des Weiteren wurde am 1. Oktober 2019 ein Arbeitsversuch mi t einem Pensum von 30 % gestartet. Dieser Arbeitsversuch habe gemäss Beschwerdegegner aufgezei gt, dass der Beschwerdefüh- rer das Arbeitspensum von 30 % zwar zeitgemäss habe leist en können, ihm jedoch viele Tätig- keiten aufgrund des zu niedrigen Pensums nicht hätten übertragen werden können. 4.4.3. Wie oben dargelegt, wurde dem Beschwerdeführe r die Möglichkeit gegeben, zur beab- sichtigten Kündigung Stellung zu nehmen. Des Weiteren wurde das im Rahmen der Stellung- nahme vom Beschwerdeführer in Aussicht gestellte Arztzeugnis abgewartet und der Arbeitsver- such berücksichtigt. Daraufhin hat er die Angelegenheit aufgrund der Stellungnahme, des ärztli- chen Attestes und des Arbeitsversuchs nochmals überprüft un d dem Beschwerdeführer gekün- digt. Dieses Vorgehen zeigt, dass dem Beschwerdeführer die Möglichkeit gegeben wurde, sich zur beabsichtigten Kündigung zu äussern, seine Argumente entgegengenommen wurden, das in Aussicht gestellte Arztzeugnis sowie ein Arbeitsversuch in der Länge von zwei Arbeitswo- chen abgewartet wurden und der Beschwerdegegner sich mi t den Ausführungen des Be- schwerdeführers auseinandergesetzt hat. Alsdann wurde na ch Prüfung und Würdigung der ge- samten Umstände die Kündigung ausgesprochen. Damit ist de r Beschwerdegegner grundsätz- lich seiner Pflicht zur Gewährung des rechtlichen Gehörs nachgekommen. 4.5.1. Der Beschwerdeführer moniert im Zusammenhang mit der geltend gemachten Verlet- zung des Anspruchs auf rechtliches Gehör jedoch primär, ihm sei die Kündigung mit der Be- gründung in Aussicht gestellt worden, dass "in absehbarer Zeit eine Rückkehr in das Berufsle- ben nicht möglich" sei. Dadurch, dass ihm eine sukzessiv zune hmende Arbeitsfähigkeit attes- tiert worden sei und er per 1. Oktober 2019 auch hab e 30 % arbeiten können, habe er den Nachweis erbracht, dass eine Rückkehr in das Berufsleben a bsehbar sei und ab 1. Oktober 2019 auch stattgefunden habe. Damit sei der im Schreib en vom 20. September 2020 genannte Kündigungsgrund vom Tisch gewesen und der Beschwerdegeg ner habe auf die Kündigung verzichtet. Ihm sei dann aber trotzdem gekündigt worden , obwohl er wieder teilweise arbeitsfä- hig gewesen sei und schon ab 1. Dezember 2020 eine 50 %ige, ab 1. Februar 2020 eine 80%ige und ab 1. April 2020 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in Aussicht gestellt worden sei. Zum Umstand, dass ihm gekündigt werden solle, obwohl er wi eder im Berufsleben eingestiegen und ihm eine volle Arbeitsfähigkeit in absehbarer Zeit at testiert worden sei, sei er nicht angehört worden, womit sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei. 4.5.2. Mit Schreiben vom 20. September 2019 wurde de m Beschwerdeführer die Kündigung gestützt auf den Kündigungsgrund der "längerfristigen oder dauernden Verhinderung an der Aufgabenerfüllung" in Aussicht gestellt. Die Verhinderu ng an der Aufgabenerfüllung liegt auch vor, wenn die Aufgabenerfüllung nicht im Rahmen des vertraglich Vereinbarten erbracht werden kann. Aus der Formulierung "in absehbarer Zeit eine R ückkehr in das Berufsleben nicht mög- lich" konnte der Beschwerdeführer nicht schliessen, dass m it dem Attest bezüglich teilweiser Arbeitsfähigkeit und vorgesehener vollständiger Arbeitsfähigkeit per 1. April 2020 die Kündigung vom Tisch sei und er vor der Kündigung nochmals hätte an gehört werden müssen. Damit liegt vorliegend keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1. Zu prüfen ist nachfolgend, ob die Kündigung rech tmässig ist. 5.2. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers macht anl ässlich der Parteiverhandlung geltend, die Sozialpartner hätten bei der Ausarbeitun g des GAV für die Arbeitnehmer einen besseren Schutz angestrebt als denjenigen, der im Bund esgesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obli gationenrecht, OR) vom 30. März 1911 vorgesehen sei, und die dauernde bzw. längerfristige Arbeitsunfähigkeit nicht bereits beim Ablauf der Sperrfrist als gegeben annehmen wollen. S ie verweist überdies auf Art. 6 des Bun- desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, welcher den Begriff der langen Dauer der Arbei tsunfähigkeit enthalte. Unter Verweis auf die Literatur (A NDREAS TRAUB , in: Frésard-Fellay/Klett/Leuzinger [Hrsg.], Basler Ko mmentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Basel 2020 , Rz 7 zu Art. 6 ATSG) führt sie aus, dass im Gesetzgebungsprozess davon die Rede gewesen se i, dass eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Art. 6 ATSG etwa na ch sechs Monaten beginnen solle. Dies habe sich jedoch in der Praxis nicht durchgesetzt. Vielmeh r müsse dies immer anhand der Um- stände des Einzelfalls beurteilt werden. Unabhängig davo n, wieviel Zeit seit dem Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung verstrichen sei, sei di ese Beurteilung vorzunehmen, sobald aufgrund von Natur und Verlauf der gesundheitlichen B eeinträchtigung deutlich werde, dass eine Rückkehr in die bisherige Tätigkeit nicht mehr mö glich sein werde. Vorliegend habe der Beschwerdeführer bei der Kündigung bereits zu einem P ensum von 30 % gearbeitet, ausser- dem habe der Beschwerdegegner aufgrund des Arztzeugnisses damit rechnen können, dass der Beschwerdeführer ab dem 1. April 2020 wieder voll arbeitsfähig sei. Aufgrund des jungen Alters des Beschwerdeführers (geboren 1978) und der Ta tsache, dass der Heilungsprozess bis zur Kündigung entsprechend den Erwartungen eingetreten sei, habe der Beschwerdegegner keine Anhaltspunkte dafür gehabt, dass der Beschwerdefü hrer nicht per 1. April 2020 wieder voll arbeitsfähig sein werde. Sei wie vorliegend im Kündigungszeitpunkt klar, dass die Rückkehr zur Arbeit möglich sei, liege keine langandauernde Ve rhinderung vor. Es habe somit im Zeit- punkt der Kündigung keine dauernde Arbeitsunfähigkeit und auch keine längerfristige Arbeits- unfähigkeit vorgelegen, womit die Kündigung rechtswidr ig sei. Vielmehr habe der Beschwerde- gegner die Gunst der Stunde ergriffen, um die schon vo r dem Unfall des Beschwerdeführers geplante Umstrukturierung vornehmen zu können. Wie die eingereichten Dienstpläne zeigen würden, erscheine die Stelle des Beschwerdeführers dort nicht. So werde seine Arbeit von je- nem Personal ausgeübt, das bereits vor seinem Unfall dort beschäftigt gewesen sei. 5.3.1. Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses wird in Z iff. 10.5 GAV geregelt. Der GAV ist öffentlich-rechtlicher Natur. Er stützt sich auf § 11 Spitalgesetz (Ziff. 4. Abs. 1 GAV). Das Spital- gesetz geht dem GAV vor. Können dem Spitalgesetz und d em GAV keine Vorschriften ent- nommen werden, so geltend sinngemäss die Bestimmungen de s OR und das Arbeitsgesetz (Ziff. 4 Abs. 2 GAV). 5.3.2. Ziff. 10.5 Abs. 4 lit. a GAV sieht vor, dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Probezeit kündigen kann, wenn wesentliche Gründe diese Massnahme rechtfertigen. Ein wesentlicher Grund liegt vor, wenn die Mitarbeite nden längerfristig oder dauernd an der Aufgabenerfüllung verhindert sind. Ziff. 10.11 Abs. 1 lit. b GAV regelt die Sperrfrist und statuiert, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass nach Ablauf der Probezeit der Arbeitgeber das Arbe itsverhältnis nicht kündigen darf, wäh- rend der Arbeitnehmer ohne eigenes Verschulden durch Krankheit oder durch Unfall ganz oder teilweise an der Arbeitsleistung verhindert ist, und zwar im ersten Dienstjahr während 90 Tagen, ab zweitem Dienstjahr während 180 Tagen. Ziff. 10.5 Abs. 4 lit. a GAV ist identisch mit § 19 Abs. 3 lit. a PersG, Ziff. 10.11 Abs. 1 lit. b GAV ent spricht § 26 PersG. Da diese Bestimmungen demzufolge aus dem Personalgesetz, welches vor dem Inkraf ttreten des GAV für die Arbeit- nehmer des Kantonsspitals anwendbar war, übernommen wurden, rechtfertigt sich ein Blick auf die Materialien zum Personalgesetz und die diesbezügliche Literatur. 5.3.3. In der Vorlage an den Landrat des Kantons Base l-Landschaft Nr. 96/177 zur Totalrevi- sion des Beamtengesetzes (Gesetz über die Arbeitsverhäl tnisse der Mitarbeiterinnen und Mit- arbeiter im Kanton; Personalgesetz) vom 3. September 1 996 wird zu § 19 Personalgesetz aus- geführt, dass der Begriff "langfristig" gemäss § 19 Ab s. 3 lit. a PersG unabhängig von den Sperrfristen gemäss § 26 PersG ausgelegt werden soll. Gemäss Literatur zum § 19 Abs. 3 lit. a Personalgesetz ist dabei insbesondere an Fälle langer K rankheit oder dauernder Invalidität zu denken. Ab wann ein Fall von längerfristiger oder dau ernder Verhinderung an der Aufgabener- füllung vorliegt, ist im Einzelfall zu klären (N OAH BIRKHÄUSER , Die Kündigung im öffentlichen Personalrecht des Kantons Basel-Landschaft, Basler Juristi sche Mitteilungen [BJM] 2009, S. 12 f.; NICOLE SCHULER LEBER , Das Personalrecht des Kantons Basel-Landschaft, in: Bia ggi- ni/Achermann/Mathis/Ott, Staats- und Verwaltungsrecht des Kantons Basel-Landschaft, 3. Band, 2007, S. 161 f.; KGE VV vom 27. September 2017 [810 16 349] E. 3.2). 5.3.4. Fest steht somit, dass weder das GAV noch das gle ichlautende PersG eine zeitliche Dauer für die Frage festlegen, ab wann ein Fall von längerfristiger oder dauernder Verhinderung an der Aufgabenerfüllung vorliegt. Vielmehr spricht sich die Literatur zum PersG dafür aus, dass im Einzelfall zu klären ist, ab wann ein Fall von länger fristiger oder dauernder Verhinderung an der Aufgabenerfüllung vorliegt, und dass die Dauer una bhängig von den krankheits- bzw. un- fallbedingten Sperrfristen festzulegen ist. 5.3.5. Auch ein Blick auf andere gesetzliche Regelungen , welche hier jedoch nicht anwend- bar sind, aber als Auslegungshilfen herangezogen werden könnten, geben, wie nachfolgend aufgezeigt wird, keinen Aufschluss darüber, ab wann eine längerfristige oder dauernde Verhin- derung an der Aufgabenerfüllung vorliegt. Das OR re gelt die Sperrfrist für die Kündigung nach Ablauf der Probezeit während der Arbeitnehmer ohne eigenes Verschulden durch Krankheit oder durch Unfall ganz oder teilweise an der Arbeitsl eistung verhindert ist in Art. 336c Abs. 1 lit. b OR. Diese beträgt im ersten Dienstjahr 30 Tage, ab zweitem bis und mit fünftem Dienstjahr 90 Tage und ab sechstem Dienstjahr 180 Tage. Im Anwend ungsbereich des OR ist nach dem Ende des zeitlichen Kündigungsschutzes eine Kündigung g rundsätzlich nicht missbräuchlich, auch wenn die Krankheit oder die Unfallfolgen andaue rn (W OLFGANG PORTMANN /ROGER RUDOLPH , in: Widmer Lüchinger/Oser [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht I, Art. 1 - 529 OR, 7. Aufl., Basel 2020, Rz 6 zu Art. 336c OR). Jedoch gilt zu berücksichtigen, dass bei einer Kündigung nach OR das Einhalten der S perrfrist ausreichend ist, da das OR für die Rechtmässigkeit der Kündigung nicht zusätzlich die Vora ussetzung der längerfristigen oder dauernden Verhinderung an der Aufgabenerfüllung ver langt. Art. 6 ATSG, welcher vom Be- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer herangezogen wurde, und das Bundespersona lgesetz (BPG) vom 24. März 2000 (siehe Art. 10 Abs. 3 lit. c BPG in der per 1. Ju li 2013 in Kraft getretenen Fassung, Art. 12 Abs. 1 BPG in der bis zum 30. Juni 2013 geltenden Fassu ng und H ARRY NÖTZLI , in: Port- mann/Uhlmann [Hrsg.], Handkommentar zum Bundespersonal gesetz, 2013, Rz 35 f. zu Art. 12 BPG) sehen auch keine gesetzliche Dauer vor (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-641/2019 vom 27. November 2019 E. 3.3 und A-5493/2017 vom 6. Dezember 2018 E. 4.3). 5.4. Als der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer mitte ilte, dass er die Kündigung in Erwägung zog, war der Beschwerdeführer seit fast 6 Mona ten 100 % arbeitsunfähig. Gemäss Arbeitsversuch ab 1. Oktober 2019 und Arbeitszeugnis vom 9. Oktober 2019 konnte der Be- schwerdegegner davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2019 zu 30 %, frühestens ab 1. Dezember 2019 zu 50 %, ab 1. Februar 2020 zu 80 % und ab 1. April 2020 zu 100 % arbeitsfähig sein werde. Unter der Annahme, da ss sich die sukzessive Steigerung der Arbeitsfähigkeit gemäss Arztzeugnis bewahrheiten würde, wäre der Beschwerdeführer damit nach dem Unfall sechs Monate zu 0 %, zwei Monate zu 30 %, zwei Monate zu 50 %, zwei Mo- nate zu 80 % und erst 12 Monate nach dem Unfall wied er zu 100 % arbeitsfähig gewesen. Da- bei konnte der Beschwerdegegner nicht mit Sicherheit da von ausgehen, dass sich die attestier- te Arbeitsfähigkeit auch bewahrheiten würde. Wie de r Beschwerdeführer anlässlich der heuti- gen Verhandlung ausgeführt hat, hat er bereits ab 1. April 2020 wieder zu 100 % gearbeitet, so dass sich das ursprüngliche Arztzeugnis, zumindest für die Fähigkeit wieder 100 % zu arbeiten, als richtig erwiesen hat. Das Kantonsgericht kommt zum Schluss, dass bei der Sachlage, wel- che im Kündigungszeitpunkt vorlag, und damit einer ges amthaft zu erwartenden einjährigen Dauer ab Unfall bzw. einer ab Kündigungszeitpunkt noch b evorstehende Zeitdauer von fünfein- halb Monaten, während der der Beschwerdeführer die A rbeitsleistung nicht im vertraglich ver- einbarten Rahmen würde erbringen können, der Kündigungsgrund der längerfristigen oder dau- ernden Verhinderung an der Aufgabenerfüllung nach Z iff. 10.5 Abs. 4 lit. a GAV als gegeben erachtet werden kann, so dass nicht zu beanstanden ist, da ss der Beschwerdegegner diesen Kündigungsgrund bejaht hat. 6.1. Liegt ein Kündigungsgrund vor, muss sich der Arbei tgeber darüber hinaus an den Grundsätzen staatlichen Handelns orientieren (N ÖTZLI , a.a.O., Rz 5 zu Art. 12 BPG). Als Eingriff in die Rechte der Betroffenen muss eine Kündigung ei nes öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhält- nisses damit insbesondere den Grundsatz der Verhältnismässi gkeit beachten (BGE 101 Ia 172 E. 3). Die Kündigung setzt demnach eine Interessenabwäg ung voraus und erweist sich dann als verhältnismässig, wenn sie zur Verwirklichung des im öff entlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig ist (U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Ver- waltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz 51 4 ff. und 2018). Damit ist eine Kündigung grundsätzlich sachlich begründet, wenn die Weiterbeschäfti gung des betreffenden Angestellten dem öffentlichen Interesse, insbesondere demjenigen ei ner gut funktionierenden Verwaltung widerspricht (P ETER HÄNNI , Das öffentliche Dienstrecht der Schweiz, 2. Aufl., Z ürich 2008, S. 549 und S. 558; KGE VV vom 18. November 2015 [810 15 18] E. 6.2). 6.2.1. Wie der Beschwerdeführer anlässlich der heutigen Verhandlung ausführt, hat er seit März 2020 eine 100%ige Anstellung als Konditor. Jedoch s ei diese mit beträchtlichen Einkom- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht menseinbussen verbunden. Des Weiteren erklärt er, dass er mehr als sechs Jahre im Kan- tonsspital gearbeitet habe und er davon ausgegangen s ei, bis zu seiner Pensionierung dort zu arbeiten. Ausserdem habe es im Kantonsspital einen gr ossen Mitarbeiterpool gegeben, was wesentlich für die Vereinbarkeit von Familie und Arbei t sei. Als Familienvater sei dies für ihn essenziell gewesen. Er habe dem Beschwerdegegner für di e Zeit ab März 2020 seine Arbeits- leistung zu 100% angeboten. Die Kündigung habe ihn in seinen Interessen schwer getroffen. Seine Arbeit werde von verschiedenen dort bereits angestellten Personen ausgeführt. Bereits in der Beschwerdebegründung hatte der Beschwerdeführer erklärt, sein Ausfall sei soweit möglich durch den ohnehin anwesenden Küchengehilfen kompensier t worden und der nicht selber pro- duzierbare Rest sei eingekauft worden. Es sei dem Beschwe rdegegner ohne Weiteres zumut- bar gewesen, seine absehbare Rückkehr abzuwarten. 6.2.2. Der Beschwerdegegner macht in seiner Vernehmla ssung geltend, die Ausfälle und Einschränkungen, welche durch den Ausfall des Beschwerd eführers eingetreten seien, seien durch eine interne Hilfskraft, Mitarbeitende aus anderen Teams und durch externen Einkauf von Waren abgedeckt worden. Bei der zum Ersatz des Beschwerdef ührers beigezogenen Hilfskraft habe es sich um einen Betriebsmitarbeiter gehandelt, de r für den Einsatz angelernt worden sei, aber selbstverständlich nicht dieselbe Leistung wie eine vo ll ausgebildete Person habe erbrin- gen können, worunter die Qualität des Arbeitsergebnisse s gelitten habe. Die Waren, die in die- ser Zeit aufgrund der fehlenden Kenntnisse nicht im Hau s hätten produziert werden können, seien zu höheren Kosten extern beschafft worden. Der am 1. Oktober 2019 gestartete Arbeits- versuch habe gezeigt, dass der Beschwerdeführer das Arbe itspensum von 30 % zwar zeitge- mäss habe leisten können, ihm jedoch viele Tätigkeiten wegen des zu niedrigen Pensums nicht hätten übertragen werden können. Aufgrund der Unsicher heit, ob der Beschwerdeführer ab dem 2. April 2020 seine Arbeit tatsächlich wieder voll hätte aufnehmen können, d.h. nicht nur im zeitlichen Umfang, sondern auch im Leistungsumfang, der durch den Ausfall angefallenen Zu- satzkosten im Betrieb und der nicht mehr tolerierbaren qualitativen Einbussen in der Produktion habe sich der Beschwerdegegner entschlossen, die Kündigu ng des Arbeitsverhältnisses aus- zusprechen. 6.3.1. Aus den an der heutigen Verhandlung vom Beschwe rdeführer eingereichten Einsatz- plänen ist ersichtlich, dass seine Stelle nicht durch eine neue Person besetzt worden ist. Viel- mehr werden die Aufgaben des Beschwerdeführers von ande ren Mitarbeitenden wahrgenom- men, die bereits vor dem Unfall des Beschwerdeführers be im Beschwerdegegner angestellt waren. Zum Teil wird die Arbeit vom ehemaligen Mitarbeiter des Beschwerdeführers ausgeführt, welchen Letztgenannter gemäss eigenen von der Gegenseite nicht bestrittenen Aussagen an- gelernt hatte. Zudem ist eine weitere Person aus der Küche für die Aufgaben des Beschwerde- führers abgezogen worden, welche eine Patisserieausbil dung hat. Zusätzlich übernehmen der Chef-Patissier und eine Mitarbeiterin der Ressortleitu ng Küche, Kantonsspital Bruderholz, zum Teil die vormaligen Aufgaben des Beschwerdeführers. 6.3.2. Aus den Ausführungen ergibt sich, dass diese Roch aden der Aufgabenübernahme auch durch die Umstrukturierung der 3 Kantonsspitäler bzw. die Schliessung des Kantonsspi- tals Laufen möglich waren, die Stelle des Beschwerdefüh rers nicht mehr in der gleichen Form Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht wie vor seiner Kündigung existiert sowie seine Arbeit, soweit sie nach der Neustrukturierung noch zu erbringen ist, von bereits dort angestellten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ausgeführt wird. Der Beschwerdegegner war nicht verpflichtet, die Stelle des Beschwerdeführers in der gleichen Form, wie sie in der Zeit der Aufgabenerfüll ung durch den Beschwerdeführer bestand, wieder zu besetzen. 6.3.3. Die Kündigung hat den Beschwerdeführer, wie d ie Ausführungen in der E. 6.2.1 hiervor zeigen, schwer in seinen privaten Interessen getroffen. Das Kantonsgericht kommt jedoch zum Schluss, dass die Interessen des Beschwerdegegners, nach dem Ausfall des Beschwerdefüh- rers eine definitive Lösung für seinen Ersatz zu suchen u nd nicht für weitere Monate wiederum eine vorübergehende Lösung ausarbeiten zu müssen, welch e durch den sukzessiven Wieder- einstieg des Beschwerdeführers immer wieder hätte angepasst werden müssen, um dann nach der vollen Rückkehr des Beschwerdeführers wiederum angep asst zu werden, im Hinblick auf einen funktionierenden Betrieb, welcher sich zumal noch in einer Umstrukturierungsphase be- fand, gewichtiger sind als die Interessen des Beschwerdefü hrers an der Beibehaltung der Ar- beitsstelle. Zudem wird die Härte, welche die Kündig ung für den in seiner Gesundheit beein- trächtigten Beschwerdeführer darstellt, durch die Anwend ung der vorliegend halbjährlichen Sperrfristen gemildert. Es ist zudem zu beachten, dass ein öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber grundsätzlich auch nicht a priori verpflichtet ist, seine Arbeitnehmer über die Dauer dieser Sperrfrist hinaus zu behalten und für einen nicht abs ehbaren Zeitraum auf ihre Arbeitskraft zu verzichten (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich PB. 2002.00001 vom 17. April 2002 E. 3 f/cc; KGE VV vom 18. November 2015 [810 15 18] E. 6.3). Es liegen auch keine Indizien dafür vor, dass die Kündigung rechtsmissbräuchlich wäre, w eil sie zur Zeit der laufenden Um- strukturierung ausgesprochen wurde. Vielmehr war es f ür den Arbeitgeber aufgrund der laufen- den Umstrukturierungen schwieriger, den Betrieb trotz de s Ausfalls des Beschwerdeführers zu organisieren und aufrechtzuerhalten, was im Rahmen der Interessenabwägung berücksichtigt werden darf. Damit erweist sich die Kündigung auch als verhältnismässig. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 7. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- dem unterlegenen Beschwerde- führer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenv orschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen. Der Beschwerdeführer hat somit noch restliche Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- zu bezahlen. Die Parteikosten sind gemäss § 21 VPO wettzuschlagen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. Der Beschwerdeführer hat somit noch restliche Verfahren skosten in der Höhe von Fr. 600.-- zu bezahlen. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 5. Februar 2021 Beschw erde beim Bundesgericht (8C_122/2021) erhoben.