Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. Dezember 2018 (720 18 324 / 349) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Prüfung des Rentenanspruch einer versicherten Person mit Ganzkörperschmerzsyn- drom; Beweiswert von Berichten von Eingliederungsfachleuten Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Bea t Hersberger, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Renate Jäggi , Advok a- tin, Steinentorstrasse 35, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1966 geborene A.____ war vom 5. März 2001 b is 31. Oktober 2003 als Kranken- pflegerin im B.____ in einem Pensum von 80 % tätig gewesen. Am 26. Juli 2002 meldete sie sich unter Hinweis auf Schmerzen im Rücken, in den Gelenken und in den Muskeln bei der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von L eistungen an. Nach erfolglos durchgeführten Umschulungsmassnahmen sowie nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Ba sel-Landschaft (IV-Stelle) in Anwendung der allgemeinen Bemessungsmethode einen Invaliditätsgra d von 41 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 10. September 2007 rückwir- kend ab 1. Oktober 2002 eine Viertelsrente zu. Diese Ver fügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. B. Am 19. August 2009 machte der behandelnde Arzt, Dr. med. C.____, FMH Innere Me- dizin, namens der Versicherten eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend. Nachdem die IV-Stelle die gesundheitliche und erwerbl iche Sachlage geprüft hatte, hob sie am 12. Dezember 2012 nunmehr in Anwendung der gemischten Bemessungsmethode mit den An- teilen Erwerb 80 % und Haushalt 20 % die Viertelsrent e gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 32 % wiedererwägungsweise per 31. Januar 2013 auf. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde der Versicherten hiess das Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 11. Juli 2013 gut. Es st ellte fest, dass die Versicherte über den 31. Januar 2013 hinaus Anspruch auf eine Viertelsrente habe. Mit Verfügung vom 9. Oktober 2013 sprach die IV-Stelle der Versicherten sodann in Anwendung der gemischten Methode eine Viertelsrente ab 1. Februar 2013 zu. C. Aufgrund einer von der Versicherten geltend gemachte n Verschlechterung des Gesund- heitszustandes leitete die IV-Stelle im Mai 2015 ein R entenrevisionsverfahren ein. In der Folge klärte sie den medizinischen und erwerblichen Sachverhal t erneut ab. Dabei kam die IV-Stelle zum Schluss, dass die Berechnung des Invaliditätsgrades ab 1. Januar 2016 nach der allge- meinen Methode zu ermitteln sei. Gestützt auf einen na ch der gemischten Bemessungsmetho- de ermittelten Invaliditätsgrad von 42 % bis 31. Dezem ber 2015 und einen solchen in Anwen- dung der allgemeinen Bemessungsmethode von 45 % ab 1. J anuar 2016 lehnte sie das Ge- such um Erhöhung der laufenden Viertelsrente mit Verfügung vom 29. August 2018 ab. D. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertr eten durch Advokatin Renate Jäggi, am 1. Oktober 2018 Beschwerde ans Kantonsgericht. Darin b eantragte sie, es sei die ange- fochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr eine ganz e Rente auszurichten. Eventualiter seien ergänzende Abklärungen vorzunehmen; unter o/e Kost enfolge. In der Begründung bean- standete sie im Wesentlichen die von der IV-Stelle vorge nommene Beurteilung der medizini- schen Aktenlage und den Einkommensvergleich. Zudem machte sie eine nicht verwertbare Restarbeitsfähigkeit geltend. Ferner sei die von der I V-Stelle ermittelte 11,65%ige Einschrän- kung im Haushalt zu tief angesetzt. E. In ihrer Vernehmlassung vom 1. November 2018 bean tragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über di e Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 1. Oktober 2018 ist demnach einzutreten. 2.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde t die Frage, ob die IV-Stelle das Gesuch der Versicherten, wonach ihre laufende Viertelsrente auf eine ganze Rente zu erhöhen sei, zu Recht abgewiesen hat. 2.2 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Kran kheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidenre nten für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditä tsgrad in einer für den Anspruch er- heblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt j ede wesentliche Änderung in den tat- sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditä tsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesund- heitszustandes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustan- des erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 3.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer an spruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend hob das Kantonsge- richt die rentenaufhebende Verfügung der IV-Stelle vom 12. Dezember 2012 auf und sprach der Versicherten nach eingehender Würdigung der medizinisch en Aktenlage eine Viertelsrente ab 1. Februar 2013 zu. Die der Anordnung des Kantonsgeri chts folgende Verfügung erliess die IV- Stelle am 9. Oktober 2013. Das Gesuch der Versicherten um Erhöhung ihrer Rente wies sie sodann mit Verfügung vom 29. August 2018 ab. Demgemä ss beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetrete n ist, die eine revisionsweise Erhöhung der laufenden Viertelsrente rechtfertigt, durch Vergl eich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt des Urteils des Kantonsgerichts vom 11. Juli 2013 bzw. der Verfügung der IV-Stelle vom 9. Ok- tober 2013 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt des Erlasses der vorliegend angefoch- tenen Verfügung vom 29. August 2018. 4.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstä tigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k önnte, in Beziehung gesetzt zum Er- werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht inva lid geworden wäre. Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 313 E. 3 a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werde n kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abge stellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Ab s. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me- thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 20 E. 3.2). 4.3.1 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig si nd oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatte n oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Inval iditätsgrad in beiden Bereichen zu be- messen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Met hode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 V 20 f. E. 3.2 mit Hinweisen). Ist bei diesen Ver sicherten anzunehmen, dass sie im Zeit- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht punkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschade n ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach d en Grundsätzen für Erwerbstäti- ge zu bemessen (Art. 27 bis Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 1 7. Januar 1961 in der bis 31. Dezember 2017 gültig gewesenen F assung). Seit dem 1. Januar 2018 be- stimmt Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV, dass sich die Berechnung des Invalidi tätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, nach Art. 16 ATSG richtet, wobe i das Erwerbseinkommen, das die versi- cherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen k önnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird. 4.3.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zei tweilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti gung bestünde (BGE 141 V 20 E. 3.1). Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sond ern in welchem Pensum sie hypo- thetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen). Bei im Haushalt tätigen Ver- sicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiäre n, sozialen und erwerblichen Verhält- nisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Bega- bungen zu berücksichtigen (BGE 125 V 150 E. 2c). Die St atusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verf ügung (hier: 29. August 2018) ent- wickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme eine r im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 20 E. 3.1 mit Hinweisen). 4.3.3 Vorliegend bemass die IV-Stelle den Invaliditäts grad der Versicherten bis zum 31. De- zember 2015 nach der gemischten Methode. Dabei setzte sie den Anteil der Erwerbstätigkeit auf 80 % und jenen der Haushalttätigkeit auf 20 % fest. Für die Zeit danach ging sie davon aus, dass die Versicherte als gesunde Person ihren Beruf vollzei tlich ausüben würde. Die Aufteilung der Anteile Erwerbs- und Haushaltstätigkeit (80 : 20) wird von der Versicherten nicht in Frage gestellt. Ebenso wenig bestreitet sie in ihrem Einwan dschreiben vom 13. September 2017 und in ihrer Beschwerde vom 1. Oktober 2018 den Zeitpunkt, ab welchem sie als gesunde Person einer Vollzeittätigkeit nachgegangen wäre. Demgemäss i st dem Statuswechsel von Teil- auf Vollzeittätigkeit per 1. Januar 2016 beim Einkommensverg leich (nachfolgende Erwägung 11.1 f.) Rechnung zu tragen. 5.1 Für die Beurteilung der strittigen Frage, ob sich der Gesundheitszustand bzw. das Ausmass der (Rest-) Arbeitsfähigkeit der Versicherten seit der Zusprechung der laufenden Vier- telsrente in einer für den Anspruch erheblichen Weise ve rschlechtert hat, ist die rechtsanwen- dende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, d ie ihr vorab von Ärztinnen und Ärz- ten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen e ine wichtige Grundlage für die Beurtei- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus- geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invalidi- tätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversi- cherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach d em für den Sozialversicherungspro- zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B eweisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicher ungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen un d danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung d es streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial z u würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere m edizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfal lversicherung entwickelten Grundsätze fin- den für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendun g (Urteil des damaligen Eidgenös- sischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 5.4 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me- dizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde- rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfüg t (BGE 137 V 210 E. 1.2.1 S. 219). Auf das Ergebnis von RAD-Berichten kann nicht abgestellt werde n, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. und E. 4.7 S. 471). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Die Rentenverfügung der IV-Stelle vom 9. Oktobe r 2013 beruht auf dem Urteil des Kantonsgerichts vom 11. Juli 2013. In diesem Urteil stüt zte sich das Kantonsgericht bei der Be- urteilung des medizinischen Sachverhaltes vollumfänglich au f die Gutachten der Ärztlichen Be- gutachtungsinstitut GmbH (ABI) vom 1. November 2010 und 24. April 2012. Demzufolge ging es davon aus, dass die Versicherte aufgrund eines chronischen panvertebralen Schmerzsyn- droms ohne radikuläre Symptomatik in ihrer angestammten und in jeder anderen körperlich mit- telschweren bis schweren Tätigkeit nicht mehr arbeitsfä hig sei. In einer körperlich leichten adaptierten Tätigkeit bestehe dagegen eine 80%ige Arb eits- und Leistungsfähigkeit bei ganztä- gigem Pensum mit erhöhtem Pausenbedarf. Dabei seien d as Heben und Tragen von Lasten über 10 kg zu vermeiden. Gleichzeitig hielt es fest, dass d ie psychischen Beeinträchtigungen (anhaltende somatoforme Schmerzstörung und die Somatisi erungsstörung) gemäss ABI- Gutachten keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hä tten, da der Versicherten trotz der geklagten Beschwerden zugemutet werden könne, die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu kö nnen (vgl. Erwägungen 4.5.2 ff. des Urteils vom 11. Juli 2013). 6.2.1 Nach Erlass des kantonsgerichtlichen Urteils folgte n zahlreiche weitere medizinische Abklärungen mit entsprechenden Berichten. Am 1. Februar 2013 stellte Dr. med. D.____, Ober- ärztin der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten (HNO) des Spitals E.____ fest, dass die ausgeprägten Kiefergelenkschmerzen einem myofaszialen Schmerzsyndrom zuzuordnen seien. Ausserdem bestehe seit dem im Jahr 2006 erlittene n Sturz eine Mittel- und Aussenohr- entzündung rechts und eine mittelgradige kombinierte Schwerhörigkeit links bei geringgradiger Innenohrschwerhörigkeit rechts (vgl. auch Bericht vom 27. Januar 2014). Die Fachpsychologin für Neuropsychologie, Dr. phil. F.____, diagnostizierte am 27. Mai 2013 ein seit 2001 bestehen- des chronisches Ganzkörperschmerzsyndrom mit somatischen und p sychischen Anteilen. Die behandelnden Ärzte der Klinik G.____ hielten aufgrund ihrer Abklärungen während der Hospita- lisation der Versicherten vom 29. Juli 2013 bis 10. Augu st 2013 am 12. August 2013 als Diag- nosen (1) ein chronisches generalisiertes Weichteil-Schmerzsyndrom mit somatischen und psy- chischen Faktoren bei depressiver Episode, bei chronischem intermittierendem lumbospondy- logenem Schmerzsyndrom mit Dysfunktion des Iliosakralgel enks (ISG), bei Status nach einem Sturz auf das Lavabo und auf den Boden des Badezimmers 20 06 mit Commotio Cerebri und Schmerzexazerbation sowie bei allgemeiner Dekonditioni erung, (2) ein sensibles Sulcus- Ulnaris-Syndrom rechts und (3) intermittierende tempor ale Dysrhythmien im EGG vom 6. Au- gust 2013 unklarer Signifikanz fest. Das fehlende Ansprec hen auf Therapien und die fehlende Schmerzmodulation lasse eine somatoforme Schmerzkrankheit vermuten. Dr. C.____ schrieb die Versicherte bis 31. August 2013 zu 100 % und ab 1. September 2013 zu 70 % arbeitsunfä- hig. Ab 15. Februar 2014 bestehe eine 50%ige Arbeits fähigkeit für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten. Das Tragen von Gewichten über 10 – 15 kg, langandauernde stehende Tätigkeiten sowie das Knien/Kauern seien dabei zu vermeiden (vgl. Arztzeugnisse vom 28. August 2013 und 30. Januar 2014). Anlässlich des Konsiliums vom 24. Februar 2014 stellte Dr. med. H.____, FMH Neurologie, generalisierte, somatoforme Schmerzen, ein myofasziales Schmerzsyndrom links nach Sturz 2006, panvertebrale Schmerzen ohne radik uläre Irritations- und Ausfallsymp- tomatik sowie eine mittelgradige kombinierte Schwerhör igkeit links seit 2006 fest. Das generali- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sierte Schmerzsyndrom zeige sich vor allem im Gesicht und im S chultergürtelbereich und neu- erdings auch ischialgiform am linken Bein. Da diese Schme rzen seit bald 10 Jahren persistier- ten, könne sowohl eine relevante Wurzelkompression als au ch eine prozesshafte Erkrankung ausgeschlossen werden. Weiter liege ein myofasziales Sch merzsyndrom vor, welches aber die generalisierten komplexen Schmerzen im Schultergürtelb ereich und an der Wirbelsäule nicht erklären könne. Die Exazerbation der Lumboischialgie li nks sei nicht radikulären Ursprungs. Dr. med. I.____, FMH Innere Medizin und FMH Gastroenterologie, konnte anlässlich seiner Un- tersuchung einen Morbus Crohn ausschliessen (vgl. Bericht vom 3. Juni 2014). Am 18. September 2014 stellte Dr. med. J.____, FMH Inner e Medizin und FMH Rheumatologie, aufgrund erheblichen Druckdolenzen fast des gesamten Muskelsys tems die Diagnose einer Fibromyalgie. Am 23. Dezember 2014 berichtete Dr. phil . F.____, dass die Versicherte derart auf ihre Schmerzproblematik fokussiert sei, dass eine fo rmale neuropsychologische Untersu- chung nicht habe durchgeführt werden können. Es sei ihr d eshalb nicht möglich gewesen, die geklagten Hirnleistungsstörungen zu objektivieren. 6.2.2 Am 4. April 2015 stürzte die Versicherte auf ihr en Kopf und auf ihr rechtes Handgelenk und zog sich dabei einen Nasenbeinbruch sowie eine rad iokarpale Kapsulitis an der rechten Hand zu, die sich verzögert zurückbildete (vgl. MRT-Bericht vom 7. Juli 2015; Bericht des Spi- tals K.____ vom 2. September 2015). Eine Fraktur des r echten Handgelenks konnte mit MRT vom 9. April 2015 nicht nachgewiesen werden. Aufgrund d er beim Sturz erlittenen Kopfkontusi- onen wurde am 9. April 2015 eine CT durchgeführt; sie ergab keine auffälligen Befunde. 6.2.3 Dr. C.____ führte in seinem Bericht vom 8. Mai 2 015 aus, dass sich der somatische Gesundheitszustand der Versicherten aufgrund zunehmender Rücken- und anderer muskulos- kelettaler Schmerzen verschlechtert habe. Es sei ihr inzwischen kaum mehr möglich, länger als 30 Minuten ruhig zu sitzen und eine über 30 Minuten d auernde stehende Tätigkeiten auszu- üben. Eine Wechselbelastung sei nach 1 Stunde nicht mehr tolerierbar. Er habe sich von diesen Einschränkungen anlässlich eines Praktikums der Versicherten in seiner Praxis überzeugen können. Am 5. Juni 2015 hielt er fest, dass seit Juli 2011 neue Erkrankungen wie eine genitale Furunkulose, rezidivierende Blockaden des ISG, ein chro nischer Blutverlust im Dünndarm und ein Fibromyalgie-Syndrom hinzugekommen seien. Aufgrund dieser neuen Leiden habe sich der Gesundheitszustand der Versicherten verschlechtert. Sie ha be Mühe, am Alltagsleben teilzu- nehmen. Schmerzbedingt habe sie nicht alle Prüfungen eines von ihr besuchten Sekretariats- kurses absolvieren können. Er gehe davon aus, dass ihre Leist ungen bei der Ausführung einer leichten, wechselbelastendenden Tätigkeit mit vielen Pa usen wahrscheinlich ca. 30 % betrage (vgl. auch ärztliches Attest vom 27. Februar 2015). 6.2.4 Dr. med. L.____, FMH Innere Medizin, Regionale r ärztlicher Dienst (RAD), führte am 19. Juni 2015 an, dass die von Dr. D.____ am 1. Februa r 2013 gestellten HNO-Diagnosen auf- grund vorgängiger HNO-Untersuchungen bereits bekannt und daher von den ABI-Gutachtern in ihrem Gutachten vom 24. April 2012 berücksichtigt worde n seien. Die von der Ärzteschaft der G.____ am 27. Mai 2013 und 12. August 2013 erhobenen somatischen Diagnosen entsprächen weitgehend denjenigen der ABI-Gutachter. Die im EGG beschriebenen Auffälligkeiten (mittel- schwerer Herdbefund, Zeichen einer cerebralen Überregba rkeit) hätten sich bereits in den Jah- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren 2006 und 2010 gezeigt und seien im Rahmen einer Abklärung in der neurologisch- neurochirurgischen Poliklinik des Spitals M.____ beurteilt worden (vgl. dazu Bericht vom 16. Mai 2006). Der Neurologe Dr. H.____ bestätige a m 24. Februar 2014 das Vorliegen eines seit 2006 bestehenden, generalisierten Schmerzsyndroms, we shalb daraus keine neuen Er- kenntnisse gewonnen werden könnten. Die gastroenterolog ische Untersuchung durch Dr. I.____ vom 26. Mai 2014 habe keine Hinweise auf einen aktiven Morbus Crohn ergeben. Dr. J.____ stelle die Diagnose einer Fibromyalgie, gehe ab er davon aus, dass ihr keine psychische Störung zugrunde liege. Die CT des Schädels und der r echten Schulter vom 9. April 2015 hät- ten bis auf die Impressionsfraktur des Nasenbeins normale Befunde gezeigt. Der Bruch des Nasenbeins führe nicht zu einer dauerhaften Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Damit lägen keine neuen Befunde vor, welche auf eine Verschlechteru ng des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit schliessen lassen würden. 6.2.5 Auf Zuweisung von Dr. C.____ untersuchte PD Dr . med. N.____, FMH Neurologie, die Versicherte. Er diagnostizierte am 13. August 2015 ein chronisches Schmerzsyndrom links be- tont. Die linkseitigen Gesichtsschmerzen liessen in erster Li nie eine Myoarthropathie des Kie- fergelenks vermuten, was bereits in früheren Abklärunge n diskutiert worden sei. Die geklagten Konzentrationsstörungen seien auf die Schmerzsymptomatik zurückzuführen. In der Gesamt- schau habe er den Eindruck, dass keine relevante neurologi sche Grunderkrankung vorliege, sondern vielmehr von einem chronifizierten Schmerzsyndrom m it mehreren Komponenten (my- ofasziales Schmerzsyndrom, Fibromyalgie-Syndrom, Panverteb ral-Syndrom) auszugehen sei. Dr. med. O.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilit ation sowie FMH Rheumatologie, hielt in seinem Bericht vom 14. September 2015 als Diag nose eine Fibromyalgie fest. Möglich- erweise stellte die Fibromyalgie eine sekundäre Erkranku ng dar, welche auf eine Systemer- krankung wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Morbus Whipple oder eine Tropenkrankheit beru- he. Eine Abklärung im Schweizerischen Tropen- und Publi c Health-Institut ergab jedoch keine Hinweise auf eine Parasiteninfektion oder auf einen Mo rbus Whipple (vgl. Bericht vom 19. Ok- tober 2015). Am 14. September 2015 berichtete der be handelnde Arzt des Spital K.____ von anhaltenden Belastungsschmerzen am rechten Handgelenk bei freier Beweglichkeit. Nach einer Infiltration der Gelenkkapsel hätten die Schmerzen deut lich reduziert werden können. Es seien jedoch in der Folge Schmerzen im Bereich des 1. Strecksehn enfaches, teils auch im Musculus flexor carpi radialis (FCR) aufgetreten (vgl. auch Berich t vom 11. Januar 2016). Während der Hospitalisation vom 23. Oktober 2015 bis 5. November 2015 in der Klinik P.____ konnten keine wesentlichen neuen Diagnosen gestellt werden (vgl. Kurza ustrittsbericht vom 4. November 2015 und Bericht vom 22. Dezember 2015). Die behandel nden Ärzte des Spitals K.____ diag- nostizierten am 1. April 2016 und 5. April 2016 eine Kettentendinose der oberen Extremität rechts aktuell mit Schulterbeschwerden, Epicondylitis medi alis und Strecksehnentendinitis rechts sowie eine Brachialgie. Die von der Versicherten geklagten Armbeschwerden seien diffe- renzialdiagnostisch möglicherweise einer Fibromyalgie zuzu ordnen Der von ihnen geäusserte Verdacht auf ein Karpaltunnel- und ein Sulcus-Ulnaris-S yndrom konnte aufgrund der nachfol- genden elektrophysiologischen Untersuchung nicht erhärtet werden (vgl. Berichte vom 5. April 2016 und 13. April 2016). Da alle Behandlungsmassnahmen erfolglos waren, wurde eine statio- näre Schmerzbehandlung empfohlen (vgl. auch Bericht vom 30. Mai 2016), welche vom 30. Mai 2016 bis 18. Juni 2016 in der Klinik für Schmerztherapie im Spital Q.____ erfolgte. Im Bericht Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Spitals Q.____ vom 24. Juni 2016 wurden als Diagnose n (1) eine chronische Schmerzstö- rung mit somatischen und psychischen Faktoren bei Ganzkörper schmerzsyndrom, chronifizier- ten Lumbothorakalgien, eine Facettengelenks-Arthrose un d chronifizierten belastungsabhängi- gen Handgelenksschmerzen, (2) eine aktuell leichtgradige depressive Episode und (3) ein Ver- dacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, än gstlich-vermeidend und nosophobisch akzentuiert, aufgeführt. Auf dem Hintergrund des jahrze hntelangen Leidensgeschehens habe sich bei der Versicherten eine deutliche Passivität mit Sel bstlimitierung als Schmerzvermei- dungsstrategie entwickelt. Es sei der Versicherten möglich, nach der Hospitalisation eine zu Beginn leichtere wechselbelastende Tätigkeit stufenwei se aufzunehmen. Gemäss Bericht des Spitals R.____ vom 2. Juni 2017 konnte eine geringe I SG-Arthrose bildgebend objektiviert wer- den. Eine MRT-Untersuchung des rechten Knies vom 22. Juni 2017 ergab eine ausgedehnte Degeneration des Aussenmeniskusvorderhorns mit horizonta ler und teilweise bis zur Unterflä- che verlaufender Läsion, eine leichte mukoide Degenerat ion des Innenmeniskushinterhorns, eine Chondropathie Grad II der retropatellären Gele nksfacette und der femoralen Trochlea, ei- nen Gelenkserguss und Synovitiszeichen. 6.2.6 Dr. L.____ konnte anhand der neuen medizinische n Berichte keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes feststellen (vgl. Stellungnahme v om 23. Juni 2017). Der RAD-Arzt Dr. med. S.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Tra umatologie des Bewegungsapparates, nahm am 14. Juli 2017 Stellung zu den Handbeschwerde n Er kam zum Schluss, dass die aus- sergewöhnlich protrahierte Schmerzsymptomatik mangels konkre ter Strukturpathologien und fehlender degenerativer Veränderungen maximal für die Dauer von 3 Monaten nachvollziehbar sei. Danach sei – bis auf die Hospitalisationen in der S pital Q.____ und der Klinik P.____ – wie- der diejenige Arbeitsunfähigkeit massgebend, wie sie vor dem Sturz vom 4. April 2015 bestan- den habe. Insgesamt müsse die anhaltende, rein schmerzg eprägte Beschwerdesymptomatik dem seit 2001 bestehenden schweren Ganzkörperschmerzsyndrom zugeordnet werden. Dafür spreche auch die Tatsache, dass alle bis dahin erfolgten Behandlungsversuche auffällig erfolg- los verlaufen seien und die Versicherte 6 Monate nach d em Sturz ein unverändertes Schmerz- niveau angegeben habe. Die somatisch imponierenden Be schwerden des Bewegungsappara- tes könnten bei genauer Betrachtung keinem konkreten stru kturellen Korrelat zugeordnet wer- den. Zeitweise fassbare Diagnosen, wie z.B. das Karpalt unnelsyndrom, hätten sich nach weite- ren Abklärungen nicht als zutreffend erwiesen. Letztlich kreisten die Behandlungsansätze im- mer wieder um die subjektiven Beschwerden der Versicherte n. Damit sei eine versicherungs- medizinisch massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszust andes aus orthopädischer Sicht nicht nachgewiesen. 6.2.7 Am 7. Juli 2017 wurde die Versicherte im Spital R.____ psychiatrisch-psychosomatisch abgeklärt. Dr. med. S.____, leitende Ärztin der Klin ik für Psychiatrie und Psychosomatik, führte in ihrem Bericht vom 8. August 2017 eine chronische Schm erzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren auf. Der Psychostatus der Versicherten se i unauffällig. Die diagnosti- schen Kriterien für eine depressive Störung seien nicht e rfüllt. Die körperlichen Beschwerden seien angesichts der bisherigen Behandlungsversuche als ther apieresistent einzustufen. So- lange die Versicherte der Ansicht sei, durch ihre Erkrank ung eine höhere Rente erhalten zu können, sei auch eine psychotherapeutische Therapie aktuel l nicht indiziert. Die Versicherte Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht verfüge über einige Ressourcen (Glauben, intaktes familiä res Umfeld, Unterstützung durch die Spitex, Eigenheim), welche sie vor der Entwicklung einer klinisch relevanten depressiven Stö- rung schütze. In seinem Bericht vom 11. August 2017 best ätigte Dr. C.____, dass aus orthopä- discher Sicht kein klares pathomorphologisches Korrelat fü r die geklagten Beschwerden vorlie- ge. Am 16. August 2017 hielt Dr. med. U.____, FMH Rheumatologie und FMH Allgemeine Inne- re Medizin, Klinik R.____, als Diagnosen eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, eine Gonarthrose rechts, ein chronisc hes Panvertebralsyndrom, eine rezidivierende Hämatochezie (Rektalblutung), einen Vita min-D- und einen Folsäurenmangel, Knick-Senkfüsse und chronische Schmerzen radiokarpal rechts, eine Refluxkrankheit und einen Status nach Synkope mit Commotio cerebri 2006 fest. In der Beurteilung führte er aus, dass die Versicherte nebst der bekannten generalisierten Schmerzsymp tomatik bei wiederkehrend diag- nostizierter chronischer Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren neu an einer aktvierten beginnenden Gonarthrose rechtsseitig leide. Die von Dr. I.____ durchgeführte Panendoskopie vom 16. August 2017 ergab eine Hiatusher nie (Zwerchfellbruch) und eine Car- diainsuffizienz (ungenügender Verschluss des Mageneingang s). Aufgrund einer Calprotectin- Bestimmung könne ein aktiver Morbus Crohn und eine aktive Colitis ulcerosa ausgeschlossen werden. Dr. I.____ verordnete der Versicherten entspr echende Medikamente (Bericht vom 18. August 2017). Für die Beurteilung der Knieproble matik wurde vom Spital M.____ eine Zweitmeinung eingeholt. Im entsprechenden Bericht vom 19. Januar 2018 wurden eine Verkür- zung des Hamstrings sowie eine Unterflächenläsion des me dialen Meniskus rechts diagnosti- ziert. Als Behandlung wurden eine Physiotherapie und ein Faszientraining vorgeschlagen. 6.2.8 Am 12. März 2018 führte Dr. L.____ aus, dass dem Bericht von Dr. T.____ kein eigen- ständiges psychiatrisches Leiden mit Einfluss auf die Arbei tsfähigkeit zu entnehmen sei. Die Befunde der umfassenden rheumatologischen Untersuchung durch Dr. U.____ bestätigten die bekannten Leiden und Befunde. Aus gastroenterologischer Sicht liessen sich Hinweise auf eine Refluxkrankheit finden, die aber keinen Einfluss auf di e Arbeitsfähigkeit habe und gut behan- delbar sei. Neu könne nur eine Gonarthrose rechts nach gewiesen werden, weshalb das Belas- tungsprofil für eine leidensangepasste Tätigkeit in qua litativer Hinsicht angepasst werden müs- se. Der Versicherten sei es nun nicht mehr zumutbar, län gere Strecken und auf Treppen zu gehen sowie auf Leitern oder Gerüsten zu steigen. Ansonsten sei nach wie vor davon auszuge- hen, dass die Versicherte in der angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig und in einer leichten, wechselbelastenden Verweistätigkeit zu 80 % arbeitsfähig sei. 6.2.9 Wegen anhaltender Schulterschmerzen untersuchte Dr . med. V.____, FMH Orthopädi- sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates , W.____ AG, die Versicherte (vgl. Bericht vom 22. Januar 2018). Aufgrund der Arthro-MRT des linken Schultergelenks vom 23. Januar 2018 diagnostizierte er eine adhäsive Kapsuli tis und eine Fibromyalgie. Am 25. Ja- nuar 2018 stellte er anhand der von der Versicherten m itgebrachten MRT-Bilder des rechten Knies eine degenerative Aussenmeniskus-Vorderhornläsion f est. Am 15. März 2018 kam er zum Schluss, dass die Versicherte eine Mischproblematik aus man ifester adhäsiver Kapsulitis und Fibromyalgie aufweise. Vermutlich bestehe auch ei ne gewisse Schmerzverarbeitungsstö- rung. Dr. C.____ fasste am 31. März 2018 die Krankenge schichte der Versicherten zusammen. Danach leide die Versicherte an linksseitigen Gesichtsschmer zen. Die fachärztlichen und bild- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht gebenden Untersuchungen hätten keine neuen Aspekte ergeben. Der im Mai 2014 festgestellte leicht erhöhte Calprotectin-Wert im Stuhl weise auf eine unterschwellige chronische Darment- zündung hin, welche bereits im Jahr 2010 dokumentiert wo rden sei. Damals seien die festge- stellten Verletzungen als Folge der Schmerzmitteleinna hme interpretiert worden. Die Entzün- dungswerte hätten jedoch unter Schmerzmittelkarenz nic ht abgenommen. In Bezug auf die rechte Hand seien immer noch entzündliche Vorgänge dar stellbar. Die Kniearthrose spreche auf herkömmliche Behandlung nicht an. Anfang 2018 sei e ine Kapsulitis an der linken Schulter diagnostiziert worden. Er gehe davon aus, dass die Schulterschmerzen weniger auf die Kapsuli- tis als auf die linksseitigen Hals- und Kopfschmerzen zurü ckzuführen seien. Eine fachpsychiat- rische Abklärung habe keine Auffälligkeiten ergeben. Damit seien als Entitäten neu die Überlas- tungssituation im rechten Handgelenk, die Kniearthrose rechts und - soweit überhaupt vorhan- den - die Schulterkapsulitis zu nennen. Eine weitere U ntersuchung des Knies im Spital M.____ ergab eine Fibromyalgie mit generalisiertem myofasziale m Schmerzsyndrom bei einer Unterflä- chenläsion des medialen Meniskus rechts. Die geklagten Besc hwerden seien wahrscheinlich nicht durch die Meniskusläsion, sondern eher durch das Fibr omyalgiesyndrom bedingt (vgl. Be- richt vom 27. Juli 2018). 6.2.10 Zur Knieproblematik nahm Dr. S.____ vom 23. A ugust 2018 erneut Stellung. Im Vor- dergrund stehe die chronische Schmerzstörung mit klinischem Ganzkörperschmerzsyndrom bei Fibromyalgie. Orthopädisch lasse sich beim rechten Knie ei ne mechanische Komponente mit objektiver Ergussbildung als Ausdruck einer Synovitis festste llen, welche intraartikulären dege- nerativen Veränderungen zuzuordnen sei. Dr. U.____ äuss ere zudem einen Verdacht auf eine initiale Gonarthrose, stelle aber die mechanisch mögliche Schmerzkomponente auch in Kontext mit der übergeordneten Schmerzstörung. Diese Auffassung sei einleuchtend, denn bei genauer Betrachtung der einzelnen Befunde sei die mechanische - gemessen an der generellen - Schmerzkomponente als nachrangig einzustufen. Als einziges Korrelat der Kniebeschwerden lasse sich nur ein intraartikulärer Reizerguss objektiviere n. Arthrosezeichen liessen sich bildge- bend nicht finden. Die Chondromalazie Grad II entsprech e keinem bedeutenden Knorpelscha- den. Auch die Veränderungen im Bereich des Innen- und Aussenmeniskus seien mangels gesi- cherter, funktionell relevanter Rissbildung eher unspezif isch. Der von Dr. L.____ aufgrund der Kniebeschwerden angepassten Zumutbarkeitsbeurteilung vom 12. März 2018 schliesse er sich an. Am 23. Oktober 2018 nahm Dr. S.____ nochmals ausf ührlich zu den Einwänden der Versi- cherten und der medizinischen Aktenlage Stellung. Er hielt daran fest, dass sich keine wesentli- che Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der ABI-Begutachtung feststellen lasse. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 29. August 2018 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes der Versicherten au f die vorliegenden medizinischen Berichte und bei der Beurteilung der zumutbaren Arbe itsunfähigkeit auf die Stellungnahmen ihrer RAD-Ärzte vom 19. Juni 2015, 23. Juni 2017, 14. Juli 2017, 12. März 2018, 23. August 2018 und 23. Oktober 2018. Sie ging demzufolge davon aus, dass die von der Versicherten geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustand es nicht nachgewiesen sei und deshalb weiterhin eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in ei ner leidensadaptierten Verweistätigkeit ge- mäss Urteil des Kantonsgerichts vom 11. Juli 2013 bestehe. Diese Beurteilung ist nicht zu be- anstanden. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 In Würdigung der umfangreichen medizinischen Akten lage ist festzustellen, dass die Versicherte seit Jahren Schmerzen an verschiedenen Körperst ellen hat. Ihr Hausarzt, Dr. C.____, liess deswegen immer wieder verschiedene fachm edizinische Abklärungen durch- führen, mit welchen jedoch die Beschwerden nie im gekl agten Ausmass objektiviert werden konnten. So gab die Versicherte auch anlässlich der Untersu chung in der ABI an, an belas- tungsabhängigen Rücken-, Kopf- und Nackenschmerzen mit Au sstrahlungen bis in den Klein- finger und in die Füsse, krampfartigen Schmerzen im Arm- und Bauchbereich, Unverträglichkei- ten von Medikamenten und Nahrungsmitteln, Brechreiz, M agenbrennen, Blutungen im Stuhl und Konzentrationsstörungen zu leiden. Die klinischen und bildgebenden Untersuchungen des Kopfes, des Nackens, der Wirbelsäule, der Hüften, des IS G, der Füsse, der Hände, der Schul- tern und der Ellbogen ergaben keine wesentlichen pathologischen Befunde. Beim ISG links war bildgebend eine etwas erhöhte Aktivität zu beobachten, w elcher die Fachpersonen jedoch kei- nen Krankheitswert zumassen. Die ABI-Gutachter trugen der chronischen Schmerzsymptomatik aus orthopädischer Sicht insofern Rechnung, als sie der Versicherten aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs eine 20%ige Einschränkung der Leistungsfäh igkeit zugestanden (vgl. ABI- Gutachten vom 1. November 2010, S. 25 und 29). In Bez ug auf den Verdauungstrakt waren aufgrund einer Kapselendoskopie kleinste ulzeröse Veränderungen im Dünndarm nachweisbar. Gemäss dem Gutachterteam der ABI könne dieser Befund di e abdominale Problematik nicht erklären, so dass sie die Darmproblematik einem Reizdarmsyn drom zuordneten (vgl. ABI- Gutachten 1. November 2010, S. 29). Aufgrund der gekl agten rezidivierenden Abdominal- schmerzen, der Blutungen im Darm und der Laktoseintolera nz gingen sie davon aus, dass ein erhöhter Pausenbedarf bestehe. Sie attestierten desha lb eine Einschränkung der Arbeitsfähig- keit von 20 %. Eine additive Wirkung zu der orthopädisch f estgestellten Leistungseinschrän- kung verneinten sie (vgl. ABI-Gutachten vom 1. November 2010, S. 29). Der Psychiater der ABI ging aufgrund der Tatsache, dass das Ausmass der geklagten körperlichen Beschwerden nicht hinreichend objektiviert werden konnte, von einer psychi schen Überlagerung aus. Er konnte keine auffälligen Psychopathologien feststellen und ordn ete den ganzen Symptomenkomplex einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einer Somatisierungsstörung zu, welche aber zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führ ten. Die Versicherte habe eine gute Be- ziehung zu ihrem Ehemann und ihren drei Söhnen, unter nehme regelmässig Spaziergänge, lese gerne ein Buch, helfe den Kindern regelmässig bei den Hausaufgaben und pflege einige soziale Kontakte. Es könne ihr deshalb aufgrund der vorh andenen Ressourcen zugemutet wer- den, trotz der klagten Beschwerden die nötige Willensanst rengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können (ABI-Gutachten vom 1. November 2010, S. 19 und 22). 7.3 Nach der ABI-Begutachtung klagte die Versicherte üb er eine Zunahme der Schmerzen am ganzen Körper. Die medizinischen Abklärungen konnten die geltend gemachten Beschwer- den - bis auf eine Knieproblematik rechts – nicht obje ktivieren. Zwar waren aufgrund des Stur- zes vom 4. April 2015 und der dabei erlittenen Handgel enksverletzung und des Nasenbein- bruchs neue objektive pathologische Befunde vorhanden. W ie Dr. L.____ am 19. Juni 2015 jedoch einleuchtend dazu ausführte, ist nicht davon auszugehen, dass diese Verletzungen die Arbeitsfähigkeit der Versicherten dauerhaft einschränk en; zumal die MRT-Untersuchung des Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechten Handgelenks vom 7. Juli 2015 keine ossären Verletzungen zeigte. Der vom behandeln- den Arzt des Spitals K.____ am 1. April 2016 noch ge äusserte Verdacht auf ein Karpaltunnel- syndrom oder ein Sulcus-Ulnaris-Syndrom liess sich aufgrund einer elektrophysiologischen Un- tersuchung nicht bestätigen (vgl. Berichte des Spitals K. ____ vom 5. und 13. April 2016). Nach mehreren erfolglosen medizinischen Behandlungsmassnahmen wurden die anhaltend geklag- ten belastungsabhängigen Handgelenksbeschwerden mangel s objektivierbarer Befunde schliesslich einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren bzw. einer Fibromyalgie zugeordnet (vgl. Bericht des Spit als K.____ vom 24. Juni 2016). In Be- zug auf die Schulterbeschwerden konnte bildgebend eine adhäsive Kapsulitis (Frozen Shoul- der) festgestellt werden, welche der zuständige Arzt, Dr. V.____, aber vorwiegend als Teil einer Fibromyalgie ansah (Bericht vom 15. März 2018). Auch D r. C.____ gelangte in seinem Schrei- ben vom 31. März 2018 zum Schluss, dass diesem Schulterleid en kein wesentlicher Krank- heitswert zukomme. PD Dr. N.____ fand keine neurologischen pathologischen Hinweise auf die von der Ärzteschaft des Spitals K.____ am 23. Dezember 20 14 festgestellten stark ausgepräg- ten Konzentrationsstörungen (vgl. Bericht vom 13. August 2015). Weiter ist davon auszugehen, dass die mit der Panendoskopie vom 16. August 2017 nachge wiesenen Hiatushernie (Zwerch- fellbruch) und Cardiainsuffizienz (Insuffizienz des ersten Abschnitts des Magens) gut behandel- bar sind, verschrieb doch Dr. I.____ zur Behandlung diese r Leiden lediglich entsprechende Me- dikamente (vgl. Bericht vom 18. August 2017). Die von de n ABI-Gutachtern gestellte Differen- tialdiagnose eines Morbus Crohn konnte später aufgrund der Panendoskopie vom 16. August 2017 nicht bestätigt werden (vgl. Bericht von Dr. I.___ _ vom 18. August 2017). Im Übrigen ist aufgrund der im Jahr 2015 erfolgten Abklärung im X.__ __ auch ein Morbus Whipple oder eine anderweitige tropische Krankheit auszuschliessen (vgl. Bericht vom 19. Oktober 2015; vgl. auch E-Mail von Dr. C.____ vom 17. September 2015). Desglei chen änderte die aufgrund der aus- geprägten Kiefergelenksschmerzen veranlasste HNO-Untersuchu ng Anfang 2013 für Dr. D.____ nichts an der bisherigen HNO-Diagnose eine s myofaszialen Schmerzsyndroms, einer Schwerhörigkeit und einer Mittel- und Aussenohr entzündung (vgl. Berichte vom 15. De- zember 2006 und vom 1. Februar 2013). 7.4 Wie bereits die ABI-Gutachter ordneten einige Fa chärzte die Schmerzen am ganzen Körper im Wesentlichen einem chronischen Schmerzsyndrom zu (vgl. Berichte von Dr. F.____ vom 27. Mai 2013, der G.____ vom 12. August 2013, von Dr. H.____ vom 24. Februar 2014, des Spitals K.____ vom 23. Dezember 2014, von PD Dr. N. ____ vom 13. August 2015, des Spitals Q.____ vom 24. Juni 2016 und von Dr. U.____ vo m 16. August 2017). Gestützt auf ihre Beurteilungen ist hinsichtlich des Schmerzsyndroms von einer gleichgebliebenen gesundheitli- chen Situation auszugehen. In Bezug auf die von den übr igen Fachärzten diagnostizierte Fib- romyalgie (vgl. Berichte von Dr. J.____ vom 18. Septembe r 2014, von Dr. O.____ vom 14. September 2015, von Dr. V.____ vom 15. März 2018 u nd des Spitals M.____ vom 27. Juli 2018) ist darauf hinzuweisen, dass dieses Krankheitsbil d – wie die somatoforme Schmerzstö- rung bzw. Somatisierungsstörung – gemäss bundesgerichtliche r Rechtsprechung zu den pa- thogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebild ern gehört. Damit sind die ge- sundheitlichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nach der sog. Schmerzrechtsprechung zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Juni 2013, 8C_32/2013, E. 2 und vom 16. April 2018, 9C_445/2017, E. 4.3). Eine solche Prüfung nahm der Psychiater der ABI im Zusammen- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht hang mit der von ihm diagnostizierten anhaltenden soma toformen Schmerzstörung und der Somatisierungsstörung vor und kam zum Schluss, dass diese b eiden Erkrankungen keine Aus- wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten hätten. Zwar erfolgte diese Beurteilung noch unter der Praxis der dannzumal geltenden Schmerzrechtsprec hung nach BGE 130 V 352, wo- mit er sich nicht zu den Standardindikatoren gemäss der mi t BGE 141 V 281 geänderten Schmerzrechtsprechung äusserte. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis verliert aber ein gemäss altem Verfahrensstandard eingeholtes Gutachten nicht per se seinen Beweiswert. Aufgrund der nach der ABI-Begutachtung von den hier involvierten Fa chärzten mehrfach erwähnten subjekti- ven Krankheitsüberzeugung, der Tendenz zur Passivität, de r fehlenden erheblichen Komorbidi- täten und der günstigen persönlichen und sozialen Ressourcen der Versicherten ist ein invalidi- sierender Gesundheitsschaden aufgrund der somatoformen S chmerzstörung bzw. der Somati- sierungsstörung und damit auch der Fibromyalgie weiter hin - auch unter dem Blickwinkel des BGE 141 V 281 - zu verneinen. Bezüglich der psychischen Ko morbiditäten ist der Vollständig- keit halber hier anzuführen, dass es keine Anhaltspunkte für eine Veränderung des psychischen Gesundheitszustandes seit der ABI-Begutachtung gibt. So i st eine psychische Erkrankung der Versicherten mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit a ufgrund der überzeugenden Ausfüh- rungen von Dr. T.____ in ihrem Bericht vom 8. August 20 17 nach wie vor auszuschliessen. Sie fand keine Hinweise, welche den im Bericht vom Spital Q. ____ vom 24. Juni 2016 geäusserten Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung hä tten erhärten können. Desgleichen konnte sie die im Bericht vom Spital Q.____ vom 24. Juni 2016 festgehaltene Diagnose einer leichtgradigen depressiven Episode nicht (mehr) bestätigen. 7.5 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 7.1 hiervor), lässt sich einzig das rechtsseitige Knieleiden objektivieren. So berichtete Dr. U.____ am 16. August 2017 gestützt auf die MRT vom 22. Juni 2017 erstmals von einer beginnenden Gonarthrose rechts. Dieser neue Befund veranlasste Dr. L.____, das von den ABI-Gutachtern formulierte Z umutbarkeitsprofil (körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben und Tragen vo n Lasten über 10 kg) in qualitativer Hinsicht anzupassen. Aufgrund der Kniebeschwerden sei es der Versicherten nun auch nicht mehr zuzumuten, längere Strecken zu gehen, Treppen zu b enützen sowie Leitern und Gerüste zu besteigen (Stellungnahme vom 12. März 2018). Dieser Zumutbarkeitsbeurteilung folgte Dr. S.____ mit Stellungnahme vom 23. August 2018. 7.6 In Würdigung der langjährigen Krankengeschichte un d der zahlreichen Abklärungen der multiplen Beschwerden der Versicherten kamen die R AD-Ärzte Dr. L.____ und Dr. S.____ zum überzeugenden Schluss, dass - bis auf die Knieproblemat ik rechts - eine wesentliche Ver- schlechterung des Gesundheitszustandes mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seit der ABI-Begutachtung nicht nachgewiesen werden könne. Nach einer Würdigung der vorliegenden medizinischen Aktenlage bestehen keine – auch nur geri nge - Zweifel an der Richtigkeit ihrer Einschätzungen. Beide RAD-Ärzte verfügen über die notw endigen fachlichen Qualifikationen, um die Auswirkungen der diagnostizierten Gesundheitsbeein trächtigungen auf die Arbeitsfähig- keit der Versicherten zu beurteilen (vgl. zu diesem Erf ordernis: Urteil des Bundesgerichts vom 26. Januar 2010, 9C_736/2009, E. 2.1). Auch die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. L.____ vom 12. März 2018 ist einleuchtend. Es bestehen keine Gründe für die Annahme, dass die Versi- cherte aufgrund ihres Knieleidens rechts in einer leide nsangepassten Verweistätigkeit auch in Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht quantitativer Hinsicht, d.h. mehr als zu 20 % in der Ar beitsfähigkeit, eingeschränkt sein soll. Demgemäss ist auf die RAD-Beurteilungen abzustellen. 8.1 Die Vorbringen der Versicherten vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Was die von ihr geltend gemachte Gonarthrose nun auch am l inken Knie anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, dass Dr. U.____ lediglich einen Verdacht au f eine beginnende Gonarthrose links äusserte (vgl. Bericht vom 16. August 2017). Anlässlich der Untersuchung vom 19. Juli 2018 im Spital M.____ konnten die medizinischen Fachpersonen je doch keine pathologischen Befunde erheben, weshalb die Verdachtsdiagnose nicht bestätigt werden konnte. Es bestand daher auch kein Anlass für Dr. L.____ oder Dr. S.____, ihre Zumutbarkeitsbeurteilung wegen den geklagten Schmerzen am linken Knie zu ändern. 8.2 Auch der Einwand der Versicherten, wonach der Hau sarzt einen Verdacht auf ein Mor- bus Behçet geäussert habe, ist nicht geeignet, Zweifel an den RAD-Beurteilungen zu erwecken. Denn Dr. C.____ hat Dr. U.____ in seiner E-Mail vom 2 3. August 2017 lediglich gebeten, den Morbus Behçet als mögliche Ursache des Schmerzleidens der Versicherten in Betracht zu zie- hen. Da Dr. U.____ jedoch eine solche Erkrankung nicht diagnostiziert hatte, verzichtete Dr. C.____ auf weitergehende diesbezügliche Abklärungen . Gemäss seinen späteren Ausfüh- rungen in seinem Schreiben vom 31. März 2018 ist zudem d avon auszugehen, dass er dem Morbus Behçet als Ursache für die Schmerzen der Versicherten keine Bedeutung mehr zu- mass. Wie die Versicherte richtig darlegt, vertrat Dr. C. ____ in seinem Schreiben vom 4. Sep- tember 2017 noch den Standpunkt, dass ein Zusammenhang zwischen den aktuellen Knie- schwellungen und den Darmveränderungen im Sinne einer rheumatischen Erkrankung beste- hen könnte. Aufgrund seiner Formulierung ist jedoch da von auszugehen, dass es sich dabei lediglich um eine weitere mögliche Erklärung für die S chmerzsymptomatik handelt. Da ein sol- cher Zusammenhang bzw. eine solche Erkrankung von keiner Fachperson in den Raum gestellt wurde, erachtete er diese Auffassung wohl nicht mehr als wahrscheinlich. Jedenfalls griff er dieses Thema in seinem Schreiben vom 31. März 2018 nic ht mehr auf. Seine Berichte vom 28. August 2013, 30. Januar 2014 und 27. Februar 201 5, in welchen Dr. C.____ die zumutbare Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der Versicherten abweichen d von den RAD-Ärzten beurteilt, sind nicht beweistauglich. Er stützte seine Einschätzung vorwie gend auf die subjektiven Angaben seiner Patientin. Die Berichte enthalten keine wesentl ichen objektiven Befunde, welche eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 20 % rech tfertigen würden. Nichts anderes kann für sein Schreiben vom 8. Mai 2015 gelten, wonach er sich anlässlich eines Praktikums der Versicherten in seiner Praxis habe überzeugen können , dass die Versicherte schmerzbe- dingt nicht in der Lage sei, das von den RAD-Ärzten de finierte Zumutbarkeitsprofil zu erfüllen. Auch hier sind seine Ausführungen nicht mit objektiven B efunden begründet; sie beruhen viel- mehr auf Beobachtungen der von der Versicherten subjekti v erbrachten Arbeitsleistung. Zudem kommt die Erfahrungstatsache zum Tragen, dass Hausärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtli- che Stellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Pa tienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc). 8.3 In Bezug auf die von der Versicherten geltend gemach te Epilepsie ist darauf hinzuwei- sen, dass einzig im EEG vom 6. August 2013 bzw. im Bericht von Dr. med. Y.____, FMH Neu- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht rologie, vom 8. August 2013 von dieser Erkrankung als mö gliche Ursache der Schmerzsymp- tomatik die Rede und auch nur im Rahmen einer Differe ntialdiagnose ist. Da sich im weiteren Verlauf keine Anhaltspunkte für eine Epilepsie ergebe n haben, zog jedoch keiner der behan- delnden Ärzte, insbesondere auch nicht die Neurologen Dr. H.____ und PD Dr. N.____, eine solche Erkrankung in Betracht. Im Übrigen wurde bereits im Jahr 2006 gestützt auf das EEG vom 10. April 2006 das Vorliegen einer Epilepsie aus neurologischer Sicht verneint (vgl. Bericht des Spitals M.____ vom 16. Mai 2006). 8.4 Auch die weiteren Einwendungen der Versicherten si nd nicht stichhaltig. Es trifft zwar zu, dass Dr. O.____ in seinem Bericht vom 14. September 2015 von einer unklaren Situation in Bezug auf das ISG und die Brustwirbelsäule spricht. Am 31. März 2018 führte er jedoch aus, dass die nachfolgenden Untersuchungen keine auffälligen Befunde gezeigt hätten. Hinsichtlich des Hinweises der Versicherten auf die im zuvor erwähn ten Bericht vom 14. September 2015 festgestellten erhöhten Calprotectin-Werte ist zu bea chten, dass Dr. O.____ die erhöhten Cal- protectin-Werte nicht auf ein objektivierbares Leiden zu rückführt, weshalb die Versicherte dar- aus nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. 8.5 Zusammenfassend ist in medizinischer Hinsicht festzustel len, dass sämtliche Abklä- rungen – bis auf eine Gonarthrose am rechten Knie - ke ine Befunde mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ergaben. Die von Dr. L.____ neu we gen der Knieproblematik rechts vorge- nommene Zumutbarkeitsbeurteilung überzeugt. Demnach ist davon auszugehen, dass der Ver- sicherten die Ausübung von leichten, wechselbelastenden Tä tigkeiten im Umfang von 80 % zuzumuten ist, sofern diese kein Heben und Tragen von Gewi chten über 10 kg, kein längeres Gehen, kein Treppensteigen und kein Besteigen von Leite rn beinhalten. Vergleicht man den Sachverhalt, wie er im Zeitpunkt des Urteils des Kant onsgerichts vom 11. Juli 2013 bzw. der Rentenverfügung vom 9. Oktober 2013 bestanden hat, m it demjenigen im Zeitpunkt der vorlie- gend angefochtenen Verfügung vom 29. August 2018, so ist mit der IV-Stelle festzuhalten, dass keine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes der Versicherten eingetreten ist, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit 2013 nur in qualitativer, aber nicht in quanti- tativer Hinsicht verändert hat. Es ist daher weiterhin v on einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Verweistätigkeit auszugehen. 9.1 Mit dem Vorbringen der Versicherten, wonach der A ufwand der Spitex trotz Wegfalls der Reinigung der Kinderzimmer und für die Kleiderwäsche d er Söhne gleichgeblieben sei, kann auch keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nachg ewiesen werden. Wie dem Be- richt Haushalt vom 8. Februar 2011 zu entnehmen ist, hä tten der Ehemann und die drei Kinder schon damals im Haushalt mitgeholfen. So hätten die Kin der zusammen mit ihrem Vater insbe- sondere die Wäsche und das Staubsaugen ihrer Zimmer we itgehend selber erledigt. Die Versi- cherte habe bei diesen Arbeiten nur rudimentär und g elegentlich je nach gesundheitlichem Zu- stand mitgeholfen. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass sich daran etwas Wesentliches ver- ändert hat, wohnen doch ihre Kinder immer noch zu Ha use (vgl. Abklärungsbericht Haushalt vom 20. Juni 2018). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2.1 Entgegen der Ansicht der Versicherten sind auch die im Rahmen der beruflichen Massnahmen erstellten Beurteilungen nicht geeignet, die ausschlaggebende Beweiskraft der RAD-Beurteilungen anzuzweifeln (vgl. Berichte des Z.___ _ vom 16. Oktober 2014, 9. Februar 2015 und 12. Mai 2015). Die Frage nach den der Versicherten noch zumutbaren Tät igkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellb aren Gesundheitsschädigung ist durch die medizinischen Fachpersonen und nicht durch die Eingliederungsfachleute zu beantworten. Daher kommt den medizinischen Abklärungen g egenüber denjenigen der Fachleute der Berufsberatung und der beruflichen Ein gliederung grundsätzlich ein grösseres Gewicht zu. Denn diese beruhen in der Regel nicht auf vertieften medizinischen Untersuchun- gen, sondern auf berufspraktischen Beobachtungen, welch e in erster Linie die von ihnen erho- bene subjektive Arbeitsleistung der versicherten Person wiedergeben (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 18. Mai 2018, 9C_48/2018, E. 5). Indessen da rf Ergebnissen leistungsorientierter beruflicher Abklärungen nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abgesprochen werden. (Urteile des Bundesgerichts vom 2 7. Juni 2018, 8C_48/2018, E. 4.3.1, vom 17. September 2015, 8C_411/ 2015, E. 5.2 und vom 17. September 2012, 9C_148/2012, E. 2.3.2). Wenn eine medizinische Einschätzung der Leist ungsfähigkeit in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung steht, wie sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalten/-einsatz d er versicherten Person effektiv reali- siert und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begrün den (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Oktober 2012, 9C_737/2011, E. 3.3). 9.2.2 Aus dem Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahme n vom 22. Mai 2015 und den Berichten des Z.____ geht hervor, dass die Versicherte tr otz hoher Leistungsbereitschaft und Integrationsbemühungen nie ein höheres Arbeitspensum al s 50 % erreicht habe. Validierte Tests zu Erkennung von Funktionsstörungen wurden nicht vo rgenommen, stattdessen wurde auf die im Gange befindliche neuropsychologische Unters uchung im Spital K.____ verwiesen (Bericht des Z.____ vom 12. Mai 2015). Gemäss Bericht des Spitals K.____ vom 23. Dezember 2014 war jedoch eine objektive neuropsychologische Abklärung nicht möglich, da die Versicher- te zu fest auf ihre Schmerzproblematik fokussiert und dadurch abgelenkt gewesen sei. Rund ein Jahr nach Abschluss der Eingliederungsmassnahmen konnte das V erhalten der Versicherten während des stationären Aufenthalts im Spital Q.____ für eine längere Zeit beobachtet werden. Die psychosomatische Fachperson stellte dabei eine deutli che Selbstlimitierung fest (vgl. Be- richt vom 24. Juni 2016). Ähnliche Feststellungen sind r und 1 Jahr später dem Bericht von Dr. T.____ vom 8. August 2017 zu entnehmen. Bereits die ABI-Gutachter berichteten von er- heblichen Diskrepanzen zwischen den geklagten Schmerzen und den objektivierbaren Befun- den. Sie gingen davon aus, dass bei der Versicherten ein e ausgeprägte subjektive Krankheits- überzeugung bestehe und sie wenig Motivation zeige, sich a ktiv um ihre Genesung zu bemü- hen (vgl. ABI-Gutachten vom 24. April 2012, S. 22 un d 28). Aufgrund dieser Berichte wird deut- lich, dass die fehlende Steigerung des effektiven Arbeit spensums von höchstens 50 % auf das zumutbare von 80 % mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein selbstlimitierendes Verhal- ten der Versicherten zurückzuführen ist. Demnach vermögen die abweichenden Ergebnisse der beruflichen Massnahmen die medizinischen Beurteilungen, insbesondere diejenigen des RAD, nicht in Zweifel zu ziehen. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit durch die Abklärungspersonen der berufli- chen Eingliederung weniger Aussagekraft einräumte und der Beurteilung ihrer RAD-Ärzte folg- te. 9.3 Schliesslich besteht kein Anlass, gemäss dem Eventualan trag der Versicherten ergän- zende Abklärungen vorzunehmen. Der medizinische Sachverha lt ist umfassend und von ver- schiedenen Fachärzten beurteilt worden, so dass von weiter en medizinischen Beurteilungen keine neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind (sog. antizipierte Beweiswü r- digung; vgl. dazu BGE 132 V 393 E. 3.3, 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a). 10. Soweit die Versicherte die Auffassung vertritt, es b estehe keine verwertbare Arbeitsfä- higkeit mehr, weil sie die von einer potentiellen Arbe itgeberschaft erwarteten Leistungen nicht mehr erbringen könne, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Abgesehen davon, dass sie die- sen Einwand nicht weiter begründet hat, ist auch nicht e rsichtlich, weshalb eine Unverwertbar- keit der Restarbeitsfähigkeit vorliegen sollte. Die Versicherte ist mit ihren fast 53 Jahren zu jung und die Restarbeitsfähigkeit ist mit 80 % zu hoch, al s dass die strenge bundesgerichtliche Pra- xis den Schluss auf eine Unverwertbarkeit zulassen würde (vg l. Urteil des Bundesgerichts vom 23. August 2018, 8C_892/2017 mit weiteren Hinweisen). 11. Zu prüfen ist weiter die unter den Parteien umstr ittene Frage, in welchem Ausmass die Versicherte zufolge ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigu ngen im Haushalt eingeschränkt ist. Aufgrund der von der Versicherten glaubhaft geschildert en Gründe für eine Berufstätigkeit in einem Vollzeitpensum ab 1. Januar 2016 verzichtete die Ab klärungsperson anlässlich des Hausbesuchs vom 5. Juni 2018 zu Recht auf eine detail lierte Beschreibung der Einschränkun- gen im Haushalt (vgl. Abklärungsbericht Haushalt vom 20. Ju ni 2018). Dieses Vorgehen wird von der Versicherten auch nicht beanstandet. Für die Zei t bis 31. Dezember 2015 stützte sich die IV-Stelle für die Ermittlung der Einschränkungen im Haushalt auf den Abklärungsbericht vom 8. Februar 2011, wonach die Versicherte insgesamt zu 11,65 % in der Ausübung der Haushaltstätigkeiten eingeschränkt sei. Die Versicherte e rachtet 50 % als angemessen. Diese Auffassung vertrat sie bereits im vorangegangen Beschwerd everfahren. Sie bringt im vorlie- genden Verfahren keine neuen Aspekte vor, welche eine e rneute Überprüfung der Einschrän- kungen im Haushalt erfordern würde. Der Haushaltsberich t vom 8. Februar 2011 ist sehr aus- führlich und führte in jedem Aufgabenbereich detaill iert auf, welche Haushaltsarbeiten der Ver- sicherten noch zumutbar sind. Dabei berücksichtigte die Abklärungsperson zu Recht die Mithilfe des Ehemannes und ihrer damals noch schulpflichtigen Sö hne im Rahmen der Schadenminde- rungspflicht (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen) . Es sind keine besonderen Umstände gegeben, welche den Abklärungsbericht als mangelhaft od er ungeeignet erscheinen lassen würden, weshalb darauf abzustellen ist. 12.1 Wie eingangs ausgeführt (vgl. E. 4.3.3 hiervor), ist der Invaliditätsgrad für die Zeit bis 31. Dezember 2015 nach der gemischten Methode und ab 1. Januar 2016 nach der allgemei- nen Methode zu bestimmen. Die IV-Stelle ermittelte fü r die erste Berechnungsperiode in Be- rücksichtigung der zeitlichen Beanspruchung in den jewei ligen Bereichen (80 % im Erwerbs- und 20 % im Haushaltsbereich) bei einer Einschränkung im Haushaltsbereich von 2,33 % (0,2 x Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11,65 %) und einer solchen im Erwerbsbereich von 39, 91 % (0,8 x 49,89 %) einen Invaliditäts- grad von gerundet 42 %. Die Versicherte beanstandete diesen Invaliditätsgrad nicht, weshalb ohne weitere Erörterungen festzustellen ist, dass sie für die Zeit bis 31. Dezember 2015 weiter- hin einen Anspruch auf eine Viertelsrente hat. 12.2. Für die Zeit ab 1. Januar 2016 setzte die IV-Ste lle in der angefochtenen Verfügung vom 29. August 2018 den Invaliditätsgrad auf 45,44 % bei einem Valideneinkommen von Fr. 79'270.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 43'250.-- fest. Die IV-Stelle stützte sich bei der Ermittlung des Valideneinkommens ab 1. Januar 201 6 auf die Tabellenlöhne der vom Bun- desamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukture rhebung (LSE) 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor Gesundheits- und Sozialwe sen, Kompetenzniveau der Tätigkeit 3, Spalte Frauen, von monatlich Fr. 6'348.-- ab. Nach Anpassung an die bis 2015 erfolgte No- minallohnentwicklung von 0,3 % und Umrechnung auf die b etriebsübliche wöchentliche Arbeits- zeit von 41,5 Stunden ermittelte sie ein Einkommen von Fr. 79'270.--. Als Begründung für den Beizug der Tabellenlöhne der LSE führte die IV-Stell e an, es sei nicht erhärtet und nachträglich nicht überprüfbar, dass der ehemalige Arbeitgeber die Versicherte in einer Vollzeitbeschäfti- gung angestellt hätte. Die Versicherte macht demgegenü ber geltend, dass es für diese Ausfas- sung keine Hinweise gebe, weshalb auf das beim B.____ e rzielte effektive Einkommen abzu- stellen sei. 12.3.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist ent scheidend, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns ode r, wenn es wie vorliegend um eine Rentenrevision geht, im Zeitpunkt der Revisionsverfügung nach dem Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Ermittlung des im Gesundheitsfall von der versicherten Person erzielbar en Einkommens hat so konkret wie möglich zu geschehen (vgl. ULRICH MEYER /M ARCO REICHMUTH , Rechtsprechung des Bundesge- richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 28a N. 48 ff.). Dabei wi rd in der Regel am zuletzt erzielten, nöti- genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwi cklung angepassten Verdienst ange- knüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits- schaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit übe rwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 f. E. 4.1, 129 V 224 E. 4.3.1 je mit weiteren Hinweisen). Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar oder hätte die versicherte Person ihre bisherige Stelle auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung verloren, so können di e Zahlen der LSE herangezogen wer- den (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 8 C_728/2016, E. 3.1 und vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015, E. 5.4). 12.3.2 Vorliegend sind – wie die Versicherte zu Recht ge ltend macht - keine Gründe ersicht- lich, für die Ermittlung des Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen. Aus den Akten geht hervor, dass der Versicherten aus gesundhe itlichen Gründen per Ende 2003 gekündigt wurde. Es gibt auch keine Anhaltspunkte, dass die Versicherte im Gesundheitsfall ab 1. Januar 2016 nicht in einem Vollzeitpensum beim B.____ hätte arbeiten können. Unter diesen Umständen ist auf den zuletzt beim B.____ erzielten Verdienst abzustellen. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht 12.3.3 Gemäss Fragebogen für Arbeitgeber vom 10. Augu st 2002 hätte die Versicherte als gesunde Person im Jahr 2002 als Krankenpflegerin bei einem Pensum von 80 % ein Jahresein- kommen von Fr. 60'383.70 (13 x Fr. 4'644.90) verdienen können. Umgerechnet auf ein Vollzeit- pensum ergibt sich ein jährliches Einkommen von Fr. 75' 479.65 (Fr. 60'383.70 x 100 : 80). Da nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts für den Einko mmensvergleich grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruch s bzw. der Rentenanpassung massgebend sind (hier: 1. Januar 2016; BGE 129 V 222, 1 28 V 174), ist dieser Betrag der bis ins Jahr 2016 erfolgten Nominallohnentwicklung anzupassen ; was ein massgebendes Validen- einkommen von Fr. 86'911.-- ergibt (vgl. Bundesamt für Statistik [BFS}: T1.2.93, Nominallohnin- dex Frauen 2002 – 2010, Gesundheit und Sozialwesen, und T1.2.10, Nominallohnindex Frauen 2011 – 2017, Gesundheit, Heime und Sozialwesen: 2003: 2,1 %; 2004: 1,4 %; 2005; 0,9 %; 2006: 1,4 %; 2007: 1,4 %; 2008: 1,6 %; 2009: 1,9 %; 2010: 1,1 %; 2011: 0,7 %; 2012: 0,3 %; 2013: 0,4 %; 2014: 0,0 %; 2015: 0,3 %; 2016: 0,7 %). 12.4 Beim von der IV-Stelle ermittelten Invalidenei nkommen für das Jahr 2015 von Fr. 43'250.-- beanstandet die Versicherte einzig den vo n der IV-Stelle vorgenommenen lei- densbedingten Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 20 %. Sie macht geltend, dass auf- grund des erhöhten Pausenbedarfs und der Tatsache, dass si e nur wechselbelastende Tä- tigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne Gehen von längeren Stre- cken, ohne wiederholtem Treppensteigen und ohne Besteig en von Leitern und Gerüsten der Maximalabzug von 25 % gerechtfertigt sei. Bei dieser Argumentation übersieht sie, dass die ABI-Gutachter den erhöhten Pausenbedarf bereit s durch die Annahme eines um 20 % reduzierten Arbeitspensums berücksichtigt hatten. Ei ne zusätzliche Veranschlagung dieser Einschränkung unter dem Titel des leidensbedingte n Abzugs würde zu einer unzu- lässigen doppelten Anrechnung führen (vgl. BGE 126 V 7 5). Ob die anderen von der Versi- cherten angeführten Faktoren einen Abzug rechtfertigen , ist zweifelhaft. Da jedoch unter Berücksichtigung der genannten Faktoren ein Abzug von 20 % schon sehr hoch ist, besteht kein Anlass, der Versicherten den Maximalabzug von 25 % zu gewähren. Das von der IV- Stelle ermittelte Invalideneinkommen ist bis auf fehlende Anpassung an die bis 2016 erfolg- te Nominallohnentwicklung nicht zu beanstanden. Unter B erücksichtigung der Nominalloh- nentwicklung im Jahr 2016 von 0,8 % beläuft sich das Invalideneinkommen auf Fr. 43'596.-- ; BFS; T1.2.10, Nominallohnindex Frauen 2011 – 2017, Total). 12.5 Stellt man im Einkommensvergleich ein Validenein kommen von Fr. 86'911.-- dem Inva- lideneinkommen von Fr. 43'596.-- gegenüber, so resulti ert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 43'315.--, was einen Invaliditätsgrad von 49,84 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 50 % ergibt. Bei einem Invali ditätsgrad von 50 % hat die Versicherte ab 1. Januar 2016 Anspruch auf eine halbe Rente. Die B eschwerde ist demzufolge teilweise gut- zuheissen. 13.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeve rfahrens zu befinden. Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist die Versicherte obsiegende und die IV-Stelle unter- liegende Partei. Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht 13.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der R egel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO in der bis 31. D ezember 2018 gültig gewesenen Fas- sung den Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht inte ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess kei- ne Verfahrenskosten erhoben werden. Der Versicherten i st der geleistete Kostenvorschuss zu- rückzuerstatten. 13.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Versicherte obsiegende Par tei ist, hat sie Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle. Die Rechtsve rtreterin der Versicherten hat in ihrer Kostennote vom 26. November 2018 einen Stundenaufwan d für die Zeit vom 2. Juli 2015 bis 26. November 2018 von insgesamt 21 Stunden 50 Minuten geltend gemacht. Hiervon ist der für das vorinstanzliche Einspracheverfahren ausgewiesene Aufwand von 13 Stunden und 25 Minu- ten abzuziehen. Zudem befindet sich in der Honorarnote eine Bemühung im Umfang von 10 Minuten, welche auf den Kontakt der Rechtsvertreter in mit der Rechtsschutzversicherung der Versicherten vom 18. September 2018 zurückzuführen i st. Solche Aufwände würden im Falle einer nicht rechtsschutzversicherten Person nicht anfa llen und dürfen daher nicht berück- sichtigt werden. Nach Abzug von insgesamt 13 Stunden und 35 Minuten verbleibt ein Stunden- aufwand von 8 Stunden und 15 Minuten, welcher sich in Anbetracht der sich stellenden Sach- verhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Dieser Aufwand ist zum in Sozialversiche- rungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Zu kürzen sind desgleichen die ausgewiesenen Auslagen im Zu- sammenhang mit dem Einspracheverfahren. Die übrigen z u entschädigenden Auslagen betref- fen Kosten für 68 Kopien. Gemäss § 15 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwäl- te vom 17. November 2003 sind Fr. 1.50 pro Seite zu be rechnen. Der Versicherten ist somit eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'331.1 5 (8 Stunden und 15 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 102.-- [68 Kopien à Fr. 1.50] inkl . 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV- Stelle zuzusprechen. Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver- fügung vom 29. August 2018 aufgehoben und die IV-Ste lle Basel- Landschaft verpflichtet, der Beschwerdeführerin ab 1. Jan uar 2016 eine halbe Invalidenrente auszurichten. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2'331.15 (inkl. A uslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.