B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5506/2014 U r t e i l v o m 2 0 . N o v e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichterin Esther Karpathakis, mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli; Gerichtsschreiberin Sibylle Dischler. Parteien A._______, geboren (…), China (Volksrepublik), (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 2. September 2014 / N (…). E-5506/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge seinen Heimat- staat am 3. Oktober 2012 und gelangte nach Nepal, wo er sich während rund eines halben Jahres aufgehalten habe, bevor er über ihm unbekann- te Länder auf dem Flugweg weiter- und am 26. März 2013 mit dem Zug in die Schweiz ein gereist sei. Am gleichen Tag suchte er um Asyl nach. Im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen wurde er am 15. April 2013 zu seiner Person (BzP , Protokoll in den BFM-Akten: A6/12) befragt. Die einlässliche Anhörung zu seinen Ausreise - und Asylgründen (Protokoll in den BFM-Akten: A18/13) fand am 22. August 2014 statt. Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch im Wesentlichen wie folgt: er sei chinesischer Staatsangehöriger tibetischer Ethnie und im Dorf B._______ geboren und aufgewachsen, wo er bis zu seiner Ausreise als (…) gearbeitet habe. Eines Tages seien auf seiner Weide vier Personen vorbeigekommen und hätten ihn nach dem Weg nach Nepal gefragt. Er habe sich mit ihnen unterhalten und den Weg erklärt. Später habe ihn ein anderer (…) gefragt, was die Leu te von ihm gewollt hätten , und er habe ihm vom Anliegen der Personen erzählt. Als er am Abend seinem Vater davon berichtet habe, sei dieser der Meinung gewesen, der Beschwerde- führer sei nun in Ge fahr und verlasse das Land besser , da der andere (…) ihn bei den Chinesen verraten könnte. D eshalb sei er am nächsten Tag zu seinem Onkel nach Nepal geflohen und von d ort aus ein halbes Jahr später in die Schweiz weitergereist. B. Im Auftrag des BFM wurde am 13. Mai 2013 durch eine externe sachve r- ständige Person mitt els eines Telefon-Interviews eine Evaluation des All- tagswissens (vgl. Protokoll in den BFM -Akten: A15/3) durchgeführt. Die sachverständige Person kam dabei im Bericht vom 23. Mai 2013 zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, wonach der Beschwerdeführer im behaupteten geographischen Raum gelebt haben könnte, klein sei. C. Anlässlich der Anhörung vom 22. August 2014 gewährte das BFM dem Beschwerdeführer zum Abklärungsergebnis dieser Evaluation des Al l- tagswissens das rechtliche Gehör. Der Beschwerdeführer hielt dabei an seinen Aussagen fest, in Tibet geboren und aufgewachsen zu sein. E-5506/2014 Seite 3 D. Mit Verfügung vom 2. September 2014 stellte das BFM fest, der B e- schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sei n Asyl- gesuch ab, wies ihn aus der Schweiz weg, schloss den Vollzug der We g- weisung nach China aus und beauftragte den Kanton Wallis mit dem Voll- zug der Wegweisung. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, die seitens des B e- schwerdeführers geltend gemac hten Vorbringen hielten den Anforderu n- gen an die Glaubhaftigkeit nicht stand. Obwohl er unbestrittenermassen tibetischer Ethnie sei, würden die mangelhaften Länder - bzw. Regional- kenntnisse, die fehlende Kenntnis der chinesischen Sprache, die fehle n- den Iden titätspapiere sowie die unglaubhaft vorgetragenen Asylgründe nahelegen, dass er nicht in der von ihm angegebenen Region sozialisiert worden sei. Vielmehr sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er in der exiltibetischen Diaspora gel ebt habe. Da er aber keine konkreten, glaubhaften Hinweise auf einen längeren Aufen t- halt in einem Drittstaat geliefert habe, komme das BFM zum Schluss, dass keine flüchtlings - oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen e i- ne Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort bestünden. Zusammenfas- send sei es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine asylrelevante Verfolgung nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Da au f- grund seiner tibetischen Ethnie nicht auszuschliessen sei, dass er die chinesische Staatsangehörigkeit besitze, sei der Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China ausgeschlossen. Da der Beschwerdeführer durch die falschen Angaben zu seiner Herkunft seine Mitwirkungspflicht verletzt habe, sei vermutungsweise davon auszugehen, einer Wegwe i- sung an seinen bisherigen Aufenthaltsort stünde nichts entgegen. E. Gegen die Verfügung des BFM erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. September 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (in der Folge: Gericht) und beantragte die Aufhebung der ang efochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylg e- währung sowie eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme we- gen Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegwe i- sungsvollzugs. In prozessualer Hinsicht ersu chte er unter anderem um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Ferner beantragte er, die zuständige Behörde sei E-5506/2014 Seite 4 vorsorglich anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit den heimatlichen B e- hörden sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen und eine bereits erfolgte Datenweitergabe sei ihm mittels separater Verfügung mitzuteilen. Der Beschwerdeführer behauptete in seiner Eingabe, sehr wohl in Tibet geboren und aufgewachsen sei . Die unkorre kten geographischen Anga- ben im Rahme der Evaluation des Alltagswissens hätten sich unter ande- rem deshalb ergeben, weil er sich nicht anhand der Himmelsrichtungen, sondern anhand von Fixpunkten orientiere. Bei ihnen sei es im Übrigen üblich, dass sich der V ater um den Alltag der Familie – unter anderem den Einkauf von Kleidern, Nahrungsmittel n und Zigaretten – kümmere, weshalb keine Beziehung zu Geld habe. Die Ungereimtheiten in seinen Aussagen seien aber auch auf seine Nervosität und den grossen psychi- schen Druck, unter welchem er gestanden habe, zurückzuführen. Bei e i- ner Rückkehr nach China drohe ihm Folter sowie unmenschliche Behand- lung bzw. Strafe. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsge richt Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorins tanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet be treffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegen den Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. E-5506/2014 Seite 5 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts im Asylbereich und die z u- lässigen Rügen richten sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschied en (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vo r- liegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summ a- risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchf üh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache obsolet. 4.2 Aufgrund der dem Gericht vorliegenden Ak ten deutet derzeit nichts auf eine konkrete Gefäh rdung des Beschwerdeführers durch eine allfäll i- ge Bekanntgabe der in Art. 97 Abs. 3 Bstn. a –c AsylG erwähnten Pers o- nendaten gegenüber der zu ständigen ausländischen Behörde hin und den Akten ist auch keine Datenbekanntgabe an die heimatlichen Behö r- den zu entnehmen. Die entsprechenden Anträge sind abzuweisen, soweit darauf überhaupt einzutreten ist. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund - sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heima tstaat oder in einem Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, s ol- chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtli ngseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flücht - lingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor -E-5506/2014 Seite 6 bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich w i- dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung e ines Verfol- gungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substan tiier- te, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der da r- gelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer ta t- sächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Or i- ginalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 m.w.H.). 6. 6.1 Das G ericht kommt nach Prüfung der Aktenlage zum Schluss, dass das BFM die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Asyl - und Aus- reisegründe zu Recht als unglaubhaft qualifiziert hat. 6.1.1 Einerseits fallen die Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er fremden Personen den Weg nach Nepal erklärt, dies einem anderen (…) berichtet und auf Anraten seines Vaters hin umgehend das Land verlas- sen habe äusserst unsubstantiiert und, wie das BFM richtigerweise auf- zeigt, realitätsfremd aus . Andererseits finden sich in den Aussagen des Beschwerdeführers auch mehrere, zum Teil massive, Widersprüche. So weist das BFM etwa zu Recht daraufhin, da ss die Aussage des B e- schwerdeführers in der BzP , wonach er den (…), der ihn während dem Erklären des Weges nach Nepal beobachtet habe, nicht gekannt habe (vgl. A6/12 S. 9), der Behauptung in der Anhörung, dies sei ein Freund gewesen, wobei er ihn sogar namentlich benennen konnte (vgl. A18/13 S. 4 f.), diametral entgegenstehe. Sodann widerspricht er sich in Bezug auf die Angabe, von wo aus dieser (…) ihn beobachtet haben soll. Zunächst hatte er nämlich ausgeführt, dieser sei auf einem anderen Berg gewesen (vgl. A6/12 S. 9; A18/13 S. 4) und später antwortete er auf die Frage der Hilfswerksvertreterin, das habe er nicht gesagt , sondern die Weide des Freundes habe sich in der Nähe seiner eigenen Weide befunden (vgl. A18/13 S. 8). Gewichtige Ungereimtheiten findet das Gericht auch in B e- zug auf die vorgebrachte Ausreise aus Tibet. In der BzP hatte der B e- schwerdeführer nämlich angegeben, beim LKW-Fahrer, der ihn am 3. Ok- tober 2012 frühmorgens weggefahren habe, habe es sich um einen Schlepper gehandelt (vgl. A6/12 S. 6). In der Anhörung dagegen führte er dann aus, der Fahrer sei ein Freund des Vaters gewesen (vgl. A18/13 S. E-5506/2014 Seite 7 9). Auch die Aussagen, dieser habe ihn nach einer Pause in einem Hotel in C._______ einer zweiten Person zur Weiterreise übergeben , diese zweite Person habe – als sie bei einem Fluss angekommen seien – ei- nem weiteren Freund angerufen (vgl. A18/13 ebd.) stimmt nicht mit den Angaben in der BzP überein, wonach der Beschwerdeführer die ganze Reise bis zur Flussüberquerung mit dem Schlepp er gemacht und erst dort eine weitere Person zur Hilfe gerufen habe (vgl. A6/12 S. 6). Schliesslich hat das BFM zu Recht auf d en ungewöhnlich reibungs- und komplikationslos geschilderten Reiseweg als Unglaubhaftigkeitselement hingewiesen, zumal vor dem Hin tergrund einer angeblich derart übe r- stürzten Flucht. Diesen Vorhalten hält der Beschwerdeführer auf Rechtsmittelebene b e- zeichnenderweise nichts Entscheidendes entgegen und mit dem pau- schalen Hinweis im Verlaufe der Anhörung und in der Beschwerde, die Flucht und insbesondere die Trennung von seiner Familie seien für ihn sehr belastend und wenn er heute etwas sage, sei dies morgen wieder vergessen vermag er die aufgezeigten Ungereimtheiten offensichtlich nicht zu erklären. 6.1.2 Die aus der vorgenommenen Evaluation des Alltagswissens ge- wonnenen Erkenntnisse fügen sich in die bisher als unglaubhaft erachtete Sachverhaltsdarstellung ein. Die beauftragte sachverständige Person kam darin zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der B e- schwerdeführer im behaupteten geographischen Raum gelebt haben könnte, als gering einzuschätzen sei. Aufgrund der sorgfältigen, ausführli- chen un d ausgewogenen Begründung in dem hier zur Diskussion st e- henden Bericht gibt es keinen Grund, an den daraus gewonnenen E r- kenntnissen zu zweifeln, zumal auch die fachliche Qualifikation der sac h- verständigen Person nicht in Frage steht (vgl. das zur Publikation vorg e- sehene Urteil BVGE E-2981/2012 vom 20. Mai 2014 E. 4.2.1 m.w.H.). Das BFM kam in der angefochtenen Verfügung auch zu Recht zum Schluss, dem Beschwerdeführer sei es im Rahmen des rechtlichen G e- hörs nicht gelungen, die Feststellungen der sachverständigen Person in Frage zu stellen und auf die entsprechende Begründung kann verwiesen werden. Dies gelingt ihm aber auch auf Beschwerdeebene nicht. Mit dem Hinweis etwa, es sei an seinem Herkunftsort üblich, dass sich der Vater um den Alltag der Familie kümmere, weshalb er keine Beziehung zum Geld habe, es auch kaum Einkaufsmöglichkeiten gäbe, vermag er jedenfalls nicht E-5506/2014 Seite 8 schlüssig zu erklären, weshalb er als Raucher nicht die geringste Idee zum Preis von Zigaretten habe. Gänzlich fehl schlägt auch die Erklärung, der Grund für die unkorrekten geographischen Angaben lägen darin, dass er sich nicht anhand von Himmelsrichtung en, sondern von Fixpunkten orientiere, zumal es ihm einerseits offenstand, wie er beschreiben wollte, wo sich di e D._______-Gebirgskette befinde und andererseits zweifellos gerade die Nordflanke des D._______ als wesentlicher solcher Fixpunkt in Betracht g efallen wäre, zumal für einen (…), der sich etwa im Zusa m- menhang mit Wetterphänomenen am Gebirge zu orientieren hat. 6.1.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die tibetische Ethnie des B e- schwerdeführers zwar nicht bezweifelt wird , seine geltend gemachten Vorbringen hinsichtlich des Ortes seiner hauptsächlichen Sozialisation, der illegalen Ausreise aus Tibet im Oktober 2012 und der ihm drohenden Verfolgung aufgrund des Erklärens des Weg es nach Nepal , die den ch i- nesischen Behörden zu Ohren zu kommen drohe, aber als u nglaubhaft erweisen. 6.2 6.2.1 Im bereits erwähnten Urteil BVGE E-2981/2012 vom 20. Mai 2014 präzisierte das Gericht seine bisherige Praxis bezüglich Tibet (basierend auf Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekur s- kommission [EMARK] 2005 Nr. 1) dahingehend, dass bei Personen tibeti- scher Ethnie, die ihre wahre Herkunft verschleierten oder verheimlichten, vermutungsweise davon auszugehen sei, dass keine flüchtlings - oder wegweisungsvollzugsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort sprächen. Denn die Abklärungspflicht der Asy l- behörden finde ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person. Verunmögliche ein e tibetische asylsuchende Person durch die Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht die Abklärung zu ihrem effektiven Sta- tus in Nepal respektive in Indien, könne namentlich keine Drittstaatena b- klärung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden. Überdies werde durch die Verheimlichung und Verschleierung der wahren Herkunft auch die Prüfung der F lüchtlingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmöglicht (vgl. E. 5.8-5.10). 6.2.2 Das BFM ist in der angefochtenen Verfügung zu Recht zum Schluss gelangt, der Beschwerdeführer habe seine Mitwirkungspflicht verletzt, in- dem er keine konkreten und glaubhaften Hinweise auf einen längeren Aufenthalt in einem Drittstaat geliefert habe, nachdem es ihm nicht g e- lungen sei, seine Hauptsozialisierung in der VR China sowie seine Asy l-E-5506/2014 Seite 9 gründe glaubhaft darzutun. Durch die unglaubhaften Angaben des B e- schwerdeführers zu seiner Sozialisation, zu seiner Herkunft und zu se i- nen bisherigen Aufenthaltsorten vor der Einreise in die Schweiz , verhin- dert der Beschwerdeführer insbesondere, dass eruiert werden kann, we l- chen effektiven Status er im vermuteten Herkunftsstaat Nepal oder Indien innehat, womit namentlich keine Drittstaatenabklärung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden kann. Durch die Verheimlichung und Verschleierung der wahren Herkunft wird auch die Prüfung der Flüch t- lingseigenschaft in Bezug auf sein effektives Heimatland verunmöglicht. Die Folgen dieser Mitwirkungspflichtsverletzung hat er insofern zu tragen, als seitens der Asylbehörden der Schluss gezogen werden muss, es sprächen keine flüchtlings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an seinen bisherigen Aufenthaltsort. 6.3 Zusammenfassend vermag der Beschwerdeführer keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 7. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Bundesamt in der Regel die Wegwe i- sung aus der Schweiz und ordnet den Wegweisungsvollzug an, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Besch werdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (Art. 44 AsylG; BVGE 2011/24 E. 10.1 m.w.H.). Die Wegweisung ist mithin zu Recht verfügt worden. 8. 8.1 Zulässigkeit, Zumutbarkei t und Möglichkeit eines Wegweisungsvol l- zugs sind zwar von Amtes wegen zu prüfen, aber die Untersuchung s- pflicht findet ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht des Beschwerdefü h- rers. Es ist nicht Sache der Behörden, bei fehlenden, womöglich gezielt vorenthaltenen Hinweisen nach etwaigen Wegweisungsvollzugshinde r- nissen in hypothetischen Herkunftsländern zu forschen. Der Beschwerdeführer hat durch die Verheimlichung respektive Ve r- schleierung seiner wahren Herkunft , wie erwähnt, seine Mitwirkung s- pflicht verletzt. Er hat die Folgen dieser Pflichtverletzung insoweit zu tr a- gen, als seitens der Asylbehörden der Schluss zu ziehen ist, es spreche nichts gegen eine Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort, da er keine E-5506/2014 Seite 10 konkreten glaubhaften Hinweise geliefert hat, die g egen eine solche Rückkehr sprechen. Es ist deshalb davon auszugehen, einer Wegwe i- sung stünden keine Vollzugshindernisse entgegen, was insbesondere für Nepal und Indien gilt, welche als mögliche Herkunftsstaaten in Frage kommen. Der Vollzug ist somit sowohl zulässig als auch zumutbar, wobei das BFM zu Recht einschränkend festgestellt hat, der Vollzug der We g- weisung in die VR China werde aufgrund der unbestrittenen tibetischen Ethnie des Beschwerdeführers ausgeschlossen, da ihm dort allenfalls unmenschliche B ehandlung oder Folter drohen würde (vgl. Urteil E - 2981/2012, a.a.O., E. 5.11). 8.2 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich die für eine Rückkehr alle n- falls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollz ug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist. 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be schwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). Es verbleibt die Beurteilung seines Ges u- ches um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Dieses ist unabhängig von der belegten Bedürftigkeit ab- zuweisen, da sich die Beschwerde begehren bereits im Zeitpunkt der Ein- reichung des Gesuches als aussichtslos im Sinne des Gesetzes erwiesen haben, zumal der Beschwerdeführer der ausführlichen Begründung in der angefochtenen Verfügung, wonach seine Vorbringen und der geltend g e- machte Ort seiner hauptsächlichen Sozialisation unglaubhaft seien, o f- fensichtlich nichts Gewichtiges entgegenhielt. Die Verfahrenskosten sind demzufolge vom Beschwerdeführer zu tragen. (Dispositiv nächste Seite) E-5506/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird a b- gewiesen. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerde- führer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Esther Karpathakis Sibylle Dischler Versand: