B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Abteilung II B-253/2012 U r t e i l v o m 8 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richter Ronald Flury, Richter Frank Seethaler, Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann. Parteien Sarasin Investmentfonds AG, Basel, vertreten durch Rechtsanwälte Dr. iur. Paul Bürgi, LL.M. und PD Dr. iur. Urs Schenker, beide Zürich, Beschwerdeführerin, gegen 1. Quadrant AG, Lenzburg, vertreten durch Rechtsanwälte Dr. iur. Dieter Dubs und Dr. iur. Mariel Hoch Classen, beide Zürich, 2. Aquamit B.V., Amsterdam, vertreten durch Rechtsanwälte Dr. iur. Rudolf Tschäni und Tino Gaberthüel, beide Zürich, Beschwerdegegnerinnen, Eidg. Finanzmarktaufsicht FINMA, Bern, Vorinstanz, Übernahmekommission (UEK), Zürich, Erstinstanz. Gegenstand Mandatierung einer Prüfstelle. B-253/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Voranmeldung vom 4. Mai 2009 und Publikation vom 2. Juni 2009 un- terbreitete Aquamit B.V., Amsterdam (nachfolgend: Aquamit oder B e- schwerdegegnerin 2) ein öffentliches Kaufangebot für alle sich im Publ i- kum befindlichen Namenaktien der Quadrant AG, Lenzburg (nachfolgend: Quadrant oder Beschwerdegegnerin 1) zum Preis von CHF 86.-. Mit Verfügung Nr. 410/01 vom 29. Mai 2009 stellte die Übernahmekom- mission (nachfolgend auch: Erstinstanz) fest, dass das Angebot den g e- setzlichen Bestimmungen über die öffentlichen Kaufangebote entspreche. Die Sarasin Investmentfonds AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) e r- hob Einsprache gegen diese Verfügung und beantragte die Erhöhung des Angebotspreises. Nach Abweisung ihrer Einsprache durch die Erstinstanz erhob die Beschwerdeführerin vergeblich Beschwerde bei der Eidgenö s- sischen Finanzmarktaufsicht FINMA (nachfolgend auch: Vorinstanz) . Ge- gen den Beschwerdee ntscheid der Vorinstanz erhob die Beschwerdefü h- rerin Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Das Bundesverwaltungsgericht hiess die Beschwerde mit Urteil B-5272/2009 vom 30. November 2010 teilweise gut und wies die Sache an die Erstinstanz zurück, damit diese unter Berücksichtigung der im U r- teil beanstandeten sowie der noch offenen Punkte den angebotenen Preis erneut auf seine Angemessenheit überprüfe bzw. überprüfen lasse. B. B.a Mit Eingabe vom 17. Dezember 2010 erklärte die bisherige Prüfstelle Deloitte AG, dass sie für die gemäss dem Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts vorzunehmenden Prüfungshandlungen nicht zur Verfügung st e- he. B.b Mit verfahrensleitender Verfügung vom 17. Januar 2011 legte die Erstinstanz das weitere Vorgehen fest und forderte Aquamit auf, eine Prüfstelle zu mandatieren, damit diese die durchzuführenden Prüfungshan d- lungen vornehme. B.c Am 3. Februar 2011 mandatierte Aquamit die KPMG AG ( nachfol- gend: KPMG) als neue Prüfstelle. In der Folge bestritt die Beschwerd e- führerin die Unabhängigkeit von KPMG und beantragte, dieser sei das Mandat zu entziehen. Die Erstinstanz wies den Antrag der Beschwerd e-B-253/2012 Seite 3 führerin mit Verfügung vom 6. April 2011 ab, wogegen die Beschwerd e- führerin Beschwerde bei der Vorinstanz erhob. Am 4. Mai 2011 teilte Aquamit mit, dass sie den Mandatsvertrag mit KPMG beendet habe. B.d Am 25. Mai 2011 teilte Aquamit mit, dass die Provida Wirtschaftspr ü- fungs AG (nachfolgend: Provida) unter Umständen bereit sei, das Mandat als Prüfstelle zu übernehmen . Sie verfüge aber noch über kei ne Zulas- sung, sondern habe diese erst beantragt. In der Folge bestritt die B e- schwerdeführerin sowohl die Eignung als auch die Unabhängigkeit der Provida. B.e Mit Eingabe vom 14. Juni 2011 teilte Aquamit mit, sie habe seit der Beendigung des Mandats der KPMG fünfzehn der bedeutendsten schweizerischen Effektenhändler angefragt, die aber alle abgesagt bzw. kein Interesse an einer Mandatsübernahme bekundet hätten. B.f Anlässlich der Einigungsverhandlung vom 20. Juni 2011 gab Aquamit bekannt, dass sie davon absehe, Prov ida als Prüfstelle zu beauftragen, und schlug stattdessen die Skandinaviska Enskilda Banken AB, Zwei g- niederlassung Frankfurt ( nachfolgend: SEB Frankfurt) vor. Mit Verfügung vom 5. Juli 2011 bejahte die Erstinstanz die Eignung von SEB Frankfurt und bestätigte, dass es Sache der Anbieterin sei, SEB Frankfurt als Prü f- stelle zu mandatieren. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdefü h- rerin mit Eingabe vom 12. Juli 2011 bei der FINMA Beschwerde. Am 26. Juli 2011 teilte SEB Frankfurt mit, dass sie das Mandat per sofort nie- derlege. B.g Mit verfahrensleitender Verfügung vom 5. August 2011 forderte die Erstinstanz Aquamit und die Beschwerdeführerin auf, geeignete Kandid a- ten zu bezeichnen. Daraufhin schlug Aquamit folgende Kandidaten vor: Swiss Capital Alternative Investments AG, Zürich, in Zusammenarbeit mit Swiss Capital Corporate Finance AG, Zürich (zusammen nachfolgend auch: Swiss Capital ), Kepler Capital Markets SA, Nyon ( nachfolgend: Kepler) und Mazars Coresa SA, Genf ( nachfolgend: Mazars). Die B e- schwerdeführerin schlug BDO AG, Zürich ( nachfolgend: BDO) vor. In der Folge bestritt die Beschwerdeführerin die Eignung und Unabhängigkeit sämtlicher von Aquamit vorgeschlagenen Kandidaten und Aquamit me l- dete Vorbehalte gegen BDO an. B.h Mit Schreiben vom 14. September 2011 st ellte die Erstinstanz BDO, Ma- zars und KPMG ergänzende Fragen zur Eignung und Unabhängigkeit. M a-B-253/2012 Seite 4 zars und KPMG beantworteten die Fragen; BDO teilte mit, dass sie nicht mehr als Kandidatin zur Verfügung stehe. Aquamit leitete die Fragen der Erstinstanz auch Swiss Capital und Kepler weiter und reichte deren Antwo r- ten ein. B.i Mit Verfügung vom 4. Oktober 2011 gab die Erstinstanz bekannt, sie beabsichtige, eine der verbliebenen vier Kandidat innen als Sachverstän- dige im Sinne von Art. 12 Bst. e VwVG einzusetzen. Die Parteien nahmen hierzu mit Eingaben vom 14. Oktober 2011 Stellung. B.j Mit Verfügung 410/04 vom 14. November 2011 entschied die Ersti n- stanz unter anderem: "1. Es wird festgestellt, dass Swiss Capital Alternative Investment s AG (zu- sammen mit Swiss Capita l Corporate Finance AG), Kepler Capital Markets SA als auch Mazars Coresa SA unabhängig und geeignet sind, die gemäss Urteil B-5272/2009 des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. November 2010 durchzuführenden Prüfungshandlungen vorzunehmen. 2. Aquamit B.V. ernennt bis spätestens 5. Dezember 2011 eine Prüfstelle im Sinne der Erwägung 1 der vorliegenden Verfügung für die ergänzenden Pr ü- fungshandlungen." Zur Begründung führt die Erstinstanz aus, die Ereignisse seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hätten gezeigt, dass es für Aquamit schwierig sei, eine geeignete und von sämtlichen Parteien unabhängige Prüfstelle zu finden. Die allermeisten Effektenhändler, die gemäss Art. 25 Abs. 1 BEHG grundsätzlich zur Prüfung zugelassen wären, böten keine Corporate Finance Dienstleistungen an und verfügten deshalb nicht über ein entsprechend qualifiziertes Team, wodurch der Kreis der möglichen Prüfstellen nochmals eingeschränkt werde. Es überrasche nicht, dass u n- ter anderem fünfzehn der von der Anbieterin angefragten be deutendsten schweizerischen Effektenhändler abgesagt bzw. kein Interesse an einer Mandatsübernahme bekundet hätten. Gleichwohl bestehe nach wie vor die Möglichkeit, dass die gemäss Bundesverwaltungsgericht durchzufü h- renden Prüfungshandlungen nach Massgabe von und durch eine Prü f- stelle nach Art. 25 BEHG bewertet werden könnten. Eine Änderung des gesetzlich vorgesehenen Verfahrens in der Form der Einsetzung eines Sachverständigen durch die Erstinstanz selbst sei zumindest im gege n- wärtigen Verfahrensstadium ni cht angezeigt. Swiss Capital, Kepler und Mazars seien grundsätzlich unabhängig und geeignet, um im vorliege n- den Verfahren als Prüfstelle zu agieren und die gemäss Bundesverwa l- tungsgericht durchzuführenden Prüfungshandlungen vorzunehmen. B-253/2012 Seite 5 KPMG sei zwar geeignet und gegenüber allen Parteien unabhängig, wäre aber nur dann bereit sei, ein Prüfstellenmandat anzunehmen, wenn alle Parteien damit einverstanden seien. B.k Mit Eingabe vom 21. November 2011 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen diese Verfügung bei der FINMA und beantragte, Dispositivziffern 1 und 2 seien aufzuheben und es sei festzustellen, dass Swiss Capital, Kepler und Mazars nicht unabhängig , nicht geeignet sowie nicht zugelassen seien, die gemäss Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts B -5272/2009 vom 30. November 2010 durchzuführenden Pr ü- fungshandlungen als Prüfstelle im Sinne von Art. 25 BEHG vorzunehmen. B.l Die Vorinstanz wies die Beschwerde mit Verfügung (recte: Beschwer- deentscheid) vom 21. Dezember 2011 ab und verpflichtete Aquamit, bis spätestens 13. Januar 2012 eine Prüfstelle im Sinne der Dispositivziffer 2 der Verfügung 410/04 der Erstinstanz vom 14. November 2011 für die e r- gänzenden Prüfungshandlungen zu ernennen. C. Gegen diesen Entscheid erhebt die Beschwerdeführerin am 12. Januar 2012 Besc hwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt, die angefochtene Verfügung vom 21. Dezember 2011 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass Swiss Capital, Kepler und Mazars nicht unabhä n- gig, nicht geeignet sowie nicht zugelassen seien, die gemäss dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-5272/2009 vom 30. November 2010 durchzuführenden Prüfungshandlungen als Prüfstelle im Sinne von Art. 25 BEHG vorzunehmen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und das Verfahren zur Feststellung des Sachverhalts und zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. D. Mit Verfügung vom 17. Januar 2012 beschränkte die Instruktionsrichterin den Schriftenwechsel vorab auf die Eintretensfrage und stellte der B e- schwerdeführerin frei, ihr Beschwerde insbesondere auch in Bezug auf die Frage der Zulässigkeit zu ergänzen. E. Mit Eingabe vom 20. Januar 2012 beantragt die Beschwerdeführerin, es sei auf die Beschwerde einzutreten und die Beschränkung des Schrifte n- wechsels auf die Eintretensfrage sei wiedererwägungsweise aufzuheben. B-253/2012 Seite 6 F. Mit Verfügung vom 20. Januar 2012 wies die Instruktionsrichterin das Wiederwägungsgesuch der Beschwerdeführerin zur Zeit ab. G. Mit Eingabe vom 26. Januar 2012 verzichtet die Vorinstanz auf eine Ste l- lungnahme zur Eintretensfrage. H. Am 27. Januar 2012 lässt s ich die Erstinstanz vernehmen. Sie betont die Wichtigkeit eines möglichst raschen Entscheids des Bundesverwaltung s- gerichts über die aufgeworfenen Fragen, stellt aber keinen konkreten A n- trag hinsichtlich der Eintretensfrage. I. Die Beschwerdegegnerinnen bean tragen je mit Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2012, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. J. Mit Verfügung vom 30. Januar 2012 stellt e die Instruktionsrichterin den Beschwerdegegnerinnen, der Vorinstanz und der Erstinstanz frei, ihre Beschwerdeantwort bzw. Vernehmlassung vorerst auf die Ausstandsth e- matik zu beschränken. Mit Verfügung vom 1. Februar 2012 erläuterte sie die Verfügung dahin gehend, dass unter "Ausstandsthematik" die Vo r- bringen zur Unabhängigkeit gemäss dem zweiten Abschnitt der materie l- len Ausführungen der Beschwerdeschrift zu verstehen seien. K. Mit Noveneingabe vom 6. Februar 2012 bringt die Beschwerdeführerin weitere Argumente vor. L. Mit Schreiben vom 8. Februar 2012 verzichtet die Vorinstanz auf eine Stellungnahme zur Noveneingabe der Beschwerdeführerin. M. Mit Eingabe vom 14. Februar 2012 verzichtet die Vorinstanz auf eine Ver- nehmlassung und verweist auf den angefochtenen Beschwerdeentscheid. N. Mit auf die Ausstandsthematik beschränkter Beschwerdeantwort vom B-253/2012 Seite 7 15. Februar 2012 hält Aquamit an ihrem Antrag auf Nichteintreten fest. Eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen. O. Die Erstinstanz lässt sich am 15. Februar 2012 vernehmen und beantragt die Abweisung der Beschwerde. P. Mit auf die Ausstandsthematik beschränkter Beschwerdeantwort vom 15. Februar 2012 beantragt Quadrant, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen. Q. Am 24. Februar 2012 reicht die Beschwerdeführerin eine unaufgeforderte Replik ein. R. Die Beschwerdegegnerinnen reichen am 6. März 2012 je eine Duplik ein. Die Erstinstanz verzichtet auf eine Stellungnahme. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und auf eine Be- schwerde einzutreten ist (vgl. Art. 7 des Bundesgesetzes über das Ve r- waltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]). 1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide der Eidgenössischen Finanzmarktau f- sicht FINMA in Übernahmesachen (Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [Verwaltungsgerichtsg e- setz, VGG, SR 173.32] i.V.m. Art. 5 Abs. 2 VwVG und Art. 33 Bst. e VGG i.V.m. Art. 33d Abs. 1 des Börsengesetzes vom 24. März 1995 [BEHG, SR 954.1]). Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG ist nicht ersich t- lich. 1.2. Zur Beschwerde ist legitimiert, wer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung beson ders berührt ist und ein schutzwürd i- ges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 VwVG). B-253/2012 Seite 8 1.2.1. Die Beschwerdeführerin ist Adressatin der angefochtenen Verf ü- gung und hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen; formell ist sie daher offensichtlich zur Beschwerde legitimiert. 1.2.2. Die Beschwerdegegnerin 1 macht geltend , Aquamit habe am 13. Januar 2012 mit Kepler eine Prüfstelle mandatiert. Mazars komme nicht mehr in Frage, da sie nur bereit gewesen wäre, das Mandat von der Übernahmekommission entgegen zu nehmen, nicht von Aquamit . Bezüg- lich der Frage der Eignung und Unabhängigkeit von Swiss Capital und Mazars sei daher ein aktuelles und schutzwürdiges Interesse der B e- schwerdeführerin von vornherein entfallen. Die Beschwerdeführerin ihrerseits bestreitet dies. Sie macht geltend, s o- lange Dispositivziffer 1 der Verfügung der Erstinstanz im Raum stehe und das Verfahren nicht rechtskräftig abgeschlossen sei, hätte Aquamit es in der Hand, das Mandatsverhältnis mit Kepler zu beenden und Kepler durch ein e der anderen beiden Gesellschaften auszuwechseln. Auch könnte Kepler das Mandat von sich aus niederlegen. Die Beschwerdefü h- rerin habe daher nach wie vor ein aktuelles Interesse an der Aufhebung der Verfügung der Erstinstanz. Die von der Vorinstanz bestätigte Verfügung der Erstinstanz vom 14. N o- vember 2011 stellt ausdrücklich fest, dass Swiss Capital, Kepler und M a- zars die Voraussetzungen hinsichtlich Unabhängigkeit und Eignung erfül l- ten. Die Beschwerdeführerin ihrerseits bestreitet die Unabhängigkei t und Eignung aller drei Kandidatinnen. Aufgrund der Mandatierung von Kepler und dem Verzicht von Aquamit auf die Mandatierung von Mazars ist zwar ein späteres Mandat an eine der anderen Kandidatinnen zur Zeit nicht konkret absehbar. Insbesondere a ufgrund des bisherigen Verfahrensa b- laufs kann aber auch nicht völlig ausgeschlossen werden, dass sich die Frage doch noch stellen könnte , und sei es auch nur in Bezug auf ein Teilmandat für allfällige Ergänzungsprüfungen. Selbständig eröffnete Zwi- schenverfügungen über Ausstandsbegehren können mit Beschwerde a n- gefochten werden; wird keine Beschwerde erhoben, so können diese Ver- fügungen später nicht mehr angefochten werden (vgl. Art. 45 VwVG). Soweit die durch den angefochtenen Beschwerdeentscheid bestätigte Verfügung der Erstinstanz als Zwischenverfügung über ein Ausstandsb e- gehren im Sinne von Art. 45 VwVG zu qualifizieren ist, wäre sie einer spä- teren rechtsmittelweisen Überprüfung daher nicht mehr zugänglich , s o- fern die Beschwerdeführerin sie nicht jetzt angefochten hätte. Die B e- schwerdeführerin hat daher ein vorsorgliches Interesse daran, dass diese B-253/2012 Seite 9 Verwirkung nicht eintritt, solange der Hauptentscheid noch nicht rechts- kräftig entschieden ist. Dieses Interesse ist genügend aktuell und pra k- tisch, um auch nach der Man datierung von Kepler noch als schutzwürdig zu erscheinen. 1.3. Die Beschwerde wurde innerhalb der gesetzlichen Frist eingereicht und der Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet (Art. 33d Abs. 2 BEHG i.V.m. Art. 22a Abs. 1 Bst. b VwVG bzw. Art. 63 Abs. 4 VwVG). 2. Nach ständiger Rechtsprechung prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen nicht nur die Prozessvoraussetzungen in Bezug auf ein Sachurteil des Bundesverwaltungsgerichts, sondern auch, ob die Vorin s- tanz zu Recht auf die bei ihr eingereichte Bes chwerde eingetreten ist. Hat die Vorinstanz übersehen, dass es an einer Prozessvoraussetzung fehlte, und hat sie materiell entschieden, ist dies im Rechtsmittelverfahren von Amtes wegen zu berücksichtigen , mit der Folge, dass der angefochtene Entscheid aufzuheben ist (vgl. BGE 132 V 93 E. 1.2). Im vorliegenden Fall stellt sich diesbezüglich insbesondere die Frage, ob es sich bei der Verfügung der Erstinstanz um eine End - oder Teilverfü- gung oder aber nur um eine Zwischenverfügung handelt, da Zwische n- verfügungen nur unter bestimmten Voraussetzungen selbständig a n- fechtbar sind (vgl. Art. 45 Abs. 1 VwVG und Art. 46 Abs. 1 VwVG). 2.1. Die Vorinstanz vertrat in der angefochtenen Verfügung vom 21. D e- zember 2011 die Meinung, dass die Verfügung der Erstinstanz einerseits in Dispositivziffer 1 Aspekte einer Teilverfügung aufweise, weil die Vori n- stanz abschliessend über die Eignung und Befähigung einzelner ausg e- wählter Prüfstellenkandidaten entschieden habe, und andererseits in den weiteren Dispositivziffern Elemente eines prozessualen Zwischenen t- scheids aufweise, weil detaillierte Anordnungen betreffend den weiteren Verfahrensablauf getroffen worden seien. Dispositivziffer 1 der Verfügung könne aufgrund ihres Teilverfügungscharakters wie eine Endverfügung nach Art. 44 VwVG angefochten werden. Dispositivziffer 2 könne nicht isoliert betrachtet werden und müsse im Zusammenhang mit Dispositivzif- fer 1 gesehen werden. Die Beschwerdeführerin macht geltend, mit dem angefochtenen B e- schwerdeentscheid vom 21. Dezember 2011 habe die Vorinstanz eine Feststellungsverfügung der Erstinstanz bestätigt. Diese Feststellungsve r-B-253/2012 Seite 10 fügung stelle einen Teilentsc heid dar, mit dem die Erstinstanz einzelne Grundsatzfragen habe verbindlich entscheiden wollen, nämlich, ob die von der Beschwerdegegnerin 2 vorgeschlagenen Gesellschaften übe r- haupt als Prüfstellen im Sinne von Art. 25 BEHG agieren dürften. Daher sei Dispo sitivziffer 1 der Verfügung der Erstinstanz vom 14. November 2011 als Teilverfügung zu qualifizieren, welche wie eine Endverfügung habe angefochten werden können. Die Beschwerdegegnerinnen stellen sich demgegenüber auf den Stan d- punkt, die Verfügung der Er stinstanz vom 14. November 2011 bilde eine Zwischenverfügung und nicht eine Teilverfügung. 2.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist ein Teilentscheid im Sinn e von Art. 91 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) eine Variante des Endentscheids. Mit ihm wird über eines oder einige von mehreren Rechtsbegehren abschliessend befu n- den. Es handelt sich dabei nicht um verschiedene materiellrechtliche Tei l- fragen eines Rechtsbegehrens, sondern um verschiedene Rechtsbege h- ren. Vor- und Zwischenentscheide sind alle Entscheide, die das Verfahren nicht abschliessen und daher weder End - noch Teilentscheide sind; sie können formell- oder materiellrechtlicher Natur sein. Formeller Natur sind die zwingend selbstständig anzufechtenden Entscheide ü ber Zuständi g- keit und Ausstand, aber auch weitere prozessuale Anordnungen. Materiellrechtliche Grundsatzentscheide, die einen Teilaspekt einer Streit- sache (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausse t- zungen) beantworten und bisher in der verwaltungsrechtlichen Praxis des Bundesgerichts als (Teil -)Endentscheide betrachtet wurden, gelten nach der Systematik des BGG nicht als Teil -, sondern als materiellrechtliche Zwischenentscheide (BGE 133 V 477 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Anlässlich der Totalrevision der Bundesrechtspflege wurden das revidierte Verwaltungsverfahrensgesetz und das neue Bundesgerichtsgesetz auf einander abgestimmt (vgl. Botschaft des Bundesrates vom 28. Februar 2001 über die Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 4403). Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Abgrenzung von Teil - und Zwi- schenentscheiden gemäss Art. 91 ff. BGG ist daher auch für die Abgre n- zung von Verfügungen und Zwischenverfügungen im Sinn e von Art. 44 ff. VwVG massgebend (vgl. zur Veröffentlichung bestimmtes Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts B-2050/2007 vom 24. Februar 2010 E. 1.1.2). B-253/2012 Seite 11 2.3. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist die formale Gestaltung einer Verfügung als Gestaltungs - oder als Feststellungsverf ü- gung für ihre Qualifikati on als End -, Teil- oder Zwischenverfügung nicht relevant. Relevant ist einzig, ob mit der Verfügung über eines oder me h- rere der für die Definition des Streitgegenstands massgeblichen materie l- len Rechtsbegehren entschieden wurde. 2.4. Streitgegenstand des vor de r Erstinstanz anhängigen Verfahrens ist die Höhe des Angebotspreises des öffentlichen Kaufangebotes von Aquamit für Aktien der Quadrant, soweit die Beschwerdeführerin selbst durch dieses Angebot betroffen ist und das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil B -5272/2009 vom 30. November 2010 die Sache zu neuem En t- scheid an die Erstinstanz zurückgewiesen hatte. Die Verfügung der Ers t- instanz vom 14. November 2011 äussert sich nicht zur Höhe dieses A n- gebotspreises. In Bezug auf diesen Streitgegenstand stellt die Ve rfügung der Erstinstanz daher lediglich eine Zwischenverfügung dar. 2.5. In der Folge ist daher zu prüfen, ob bzw. inwieweit die Vorinstanz un- ter Berücksichtigung von Art. 45 und 46 VwVG auf die Beschwerde gegen die Verfügung der Erstinstanz hätte eintreten sollen. Soweit sie die Eintre- tensvoraussetzungen zu Unrecht bejaht haben sollte, wäre ihr Beschwer- deentscheid von Amtes wegen aufzuheben und die diese Punkte betre f- fenden Rügen der Beschwerdeführerin wären auch durch das Bunde s- verwaltungsgericht nicht materiell zu beurteilen. 3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die von ihr im erst - und v o- rinstanzlichen Verfahren vorgetragenen Einwendungen seien als Au s- standsbegehren im Sinne von Art. 45 VwVG zu qualifizieren. Die Beschwerdegegnerinnen bestreiten dies. Ein Ausstandsbegehren i m Sinne von Art. 45 VwVG könne sich nur gegen an der Entscheidfindung beteiligte Personen richten. Im vorliegenden Fall werde der Entscheid in der Sache aber letztlich durch die Erstinstanz gefällt. Swiss Capital, Kep- ler oder Mazars seien dagegen nicht an der Entscheidfindung beteiligt, da sie weder Amtsträger noch von einer Behörde eingesetzte externe Sac h- verständige oder Experten seien. Quadrant argumentiert, d ie Prüfstelle sei privatrechtlich durch die Anbieterin, nicht durch die Erstinstanz ma n- datiert. Sie sei daher weder eine Behörde noch eine Gerichtsperson oder B-253/2012 Seite 12 Sachverständige im Sinne von Art. 12 VwVG. Demzufolge seien weder die Ausstandsbestimmungen von Art. 10 VwVG noch von Art. 58 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP, SR 273) anwendbar. Das Bundesverwaltungsgericht habe in se i- nem Urteil die Stellung der Prüfstelle mit derjenigen der bankengesetzl i- chen Revisionsstelle verglichen. Die Unabhängigkeitsanforderungen an die bankengesetzliche Revisionsstelle seien spezialgesetzlich geregelt. Diese privatrechtlich mandatierten Revisionsstellen seien weder Gutac h- ter noch Behördenmitglieder. Ein Entscheid, mit dem die Unabhängigkeit einer spezialgesetzlichen Revisionsstell e bestätigt werde, könne daher auch nicht gestützt auf Art. 45 VwVG durch die Geltendmachung eines 'Ausstandsgrundes' angefochten werden. Ebensowenig könne die Verle t- zung von übernahmerechtlichen Bestimmungen über die Unabhängigkeit einer Prüfstelle mit ei nem Ausstandsbegehren geltend gemacht werden. Ein Entscheid über die Unabhängigkeit einer Prüfstelle könne daher nicht selbständig, sondern erst zusammen mit dem Endentscheid angefochten werden. 3.1. Der Anspruch auf unbefangene Entscheidträger der Verwaltung er- gibt sich aus Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101). Danach hat jede Person in Verfahren vor Gerichts - und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie auf Beu rteilung innert ang e- messener Frist. In Analogie zu Art. 30 Abs. 1 BV, welcher besondere A n- forderungen an den gesetzlichen Richter und dessen Unabhängigkeit, Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit stellt, gewährleistet Art. 29 Abs. 1 BV den Anspruch auf richtige Zusammensetzung der erstinstanz- lich verfügenden B ehörde gemäss dem anwendbaren Verfahrensrecht und verlangt ein bestimmtes Mass an Unvoreingenommenheit der En t- scheidbehörde sowie der das Geschäft vorbereitenden Behördenmitgli e- der. Der Gehalt von A rt. 30 Abs. 1 BV kann aber nicht unbesehen auf nichtrichterliche Behörden übertragen werden, es gilt vielmehr, dem sp e- zifischen Umfeld und Aufgabenbereich der betroffenen Behörde bzw. des Behördenmitglieds Rechnung zu tragen . Im verwaltungsinternen Verfa h- ren bejaht das Bundesgericht eine Ausstandspflicht in der Regel nur dann, wenn das betreffende Behördenmitglied oder der Beamte ein pe r- sönliches Interesse an dem zu behandelnden Geschäft hat ( vgl. BGE 127 I 196 E. 2b; BGE 125 I 119 E. 3d mit Hinweisen; GEROLD STEINMANN, in: Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2008, N. 18 zu Art. 29 BV). B-253/2012 Seite 13 Art. 29 Abs. 1 BV wird durch Art. 10 Abs. 1 VwVG weiter konkretisiert. Art. 10 Abs. 1 VwVG hält fest, dass Personen, die in einem Verwaltungs- verfahren Entscheidungen über Rechte und Pflichten zu treffen oder vo r- zubereiten haben, in den Ausstand treten, wenn sie in der Sache ein pe r- sönliches Interesse haben oder aus anderen Gründen in der Sache b e- fangen sein könnten. Anwendbar sind die se Ausstandsvorschriften nicht nur auf Personen, welche einen Entscheid allein oder zusammen mit a n- deren fällen, sondern auf alle Amtsträger, welche an einem Entscheid in irgend einer Form mitwirken und auf den Ausgang des Verfahrens Ei n- fluss nehmen können, sei es beratend ode r instruierend. Denn auch Pe r- sonen, welche nicht über Entscheidkompetenz im eigentlichen Sinn ver- fügen, können unter Umständen auf die Entscheidfindung in erheblichem Umfang einwirken. Dies gilt insbesondere für Sekretäre, Sachbearbeiter, Protokollführer, Staats- oder Gemeindeschreiber (vgl. BENJAMIN SCHIND- LER, Die Befangenheit der Verwaltung, Zürich 2002, S. 74 mit Hinweisen). An von der Verwaltung beigezogene Experten oder Sachverständige werden allerdings d ieselben Anforderungen betreffend Unbefangenheit gestellt, wie sie für Richter vorgesehen sind, sofern ihr Gutachten die Grundlage für die verfügungsweise Entscheidung über einen geltend g e- machten Rechtsanspruch bildet, und erst recht, wenn es im anschlie s- senden Rechtsmittelverfahren als Basis gerichtli cher Beurteilung verwen- det wird (vgl. BGE 137 V 210 E. 2.1.3; SCHINDLER, a.a.O., S. 75 mit Hi n- weisen). 3.2. Die Prüfstelle im Übernahmeverfahren ist zwar weder eine gerichtlich beigezogene Sachverständige noch eine Administrativgutachterin, denn sie wird weder von einem Gericht n och von der Ü bernahmekommission mandatiert, sondern von der Anbieterin, und auch von dieser bezahlt . Wie das Bundesverwaltungsgericht bereits in seinem Urteil B -5272/2009 vom 30. November 2010 ausführte, übt die Prüfstelle bei Übernahme angebo- ten eine Art behördliche Funktion aus , denn die Übernahmekommission muss nicht alle Sachverhaltsabklärungen selbst vornehmen, sondern darf sich auch auf die entsprechende Prüfung des Angebots durch die Prü f- stelle abstützen. Die Prüfstelle wird daher auch als "verlängerter Arm" der Übernahmekommission bezeichnet (vgl. Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts B-5272/2009 vom 30. November 2010 E. 2.2 mit Hinweisen; DIE- TER GERICKE/KARIN WIEDMER, Kommentar Übernahmeverordnung [UEV] , Zürich/Basel/Genf 2011, N. 10 zu Art. 26 UEV; URS SCHENKER, Schweize- risches Übernahmerecht, Bern 2009, S. 240; DANIEL LENGNAUER, Die Rol- le der Prüfstelle bei öffentlichen Übernahmeangeboten, in: Tschäni [Hrsg.], Mergers & Acquisitions IV, Zürich 2002, S. 21 f.; HANS-PETER B-253/2012 Seite 14 WYSS/OLIVER WUNDERLE, Prüfung von öffentlichen Kaufangeboten. Au s- wirkungen der revidierten Übernahmeverordnung, Der Schweizer Tre u- händer 3/2009, S. 134; MYRIAM SENN, Die Übernahmekommission nach dem Börsengesetz. Entstehung – Rechtsnatur – Organisation – Ausblick, AJP 9/97 S. 1182). 3.3. Aufgrund dieser Funktion der Prüfstelle im Übernahmeverfahren sind wesentliche Gemeinsamkeiten zwischen einer Prüfstelle und einem von der verfügenden Behörde beigezogenen Sachverständigen festzustellen, auch wenn ihre Funktion nicht in a llen Punkten mit derjenigen eines A d- ministrativgutachters identisch ist. Eine derartige wesentliche Gemei n- samkeit ist, dass auch der Bericht der Prüfstelle durch die Erstinstanz und vor allem im Rechtsmittelverfahren mit Blick auf die fachfremde Materie faktisch nur beschränkt überprüfbar ist. Wie ein Administrativgutachten bildet auch der Bericht der Prüfstelle die Grundlage für die verfügung s- weise Entscheidung über einen Rechtsanspruch, nämlich für die Feststel- lung der Übernahmekommission, dass der Angebotspreis den gesetzl i- chen Bestimmungen entspricht. Auch in den anschliessenden Rechtsmit- telverfahren wird der Bericht als Basis für die Beurteilung durch die FINMA und durch das Bundesverwaltungsgericht verwendet. Aufgrund d ieser Gemeinsamkeiten ist davon auszugehen, dass die in Art. 10 VwVG konkretisierte elementare rechtsstaatliche Anforderung, wonach Personen, die Entscheidungen über Rechte und Pflichten zu tre f- fen oder vorzubereiten haben, in den Ausstand treten, wenn sie in der Sache ein persönl iches Interesse haben oder aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnten, im Grundsatz auch für die Prüfstelle in einem Übernahmeverfahren gilt. 3.4. Die bereits vor der Erstinstanz erhobenen Einwendungen der B e- schwerdeführerin, die drei Prüfstellenka ndidatinnen erfüllten die Una b- hängigkeitsvorschriften nicht, sind daher als Ausstandsbegehren im Sinne von Art. 45 VwVG zu qualifizieren. In diesem Punkt ist die Vorinstanz daher zu Recht auf die Beschwerde eingetreten. 4. In Bezug auf diese Ausstandsthematik macht die Beschwerdeführerin in der Sache geltend, bezüglich der Frage der Unabhängigkeit seien die gleichen Anforderungen massgebend, wie sie an Richter gestellt würden. B-253/2012 Seite 15 Die Beschwerdeführerin habe Anspruch auf den Mindestpreis, der 25 % unter dem von der Anbieterin in den letzten zwölf Monaten vor dem A n- gebot bezahlten Preis liege, und nicht dort, wo ihn die Anbieterin auf- grund einer Angemessenheitsprüfung durch eine von ihr ausgewählte Prüfstelle festlege. Der Mindestpreis sei ein verfa hrensmässig durch Art. 6 der EMRK geschützter zivilrechtlicher Anspruch. Entsprechend se i- en die Verfahrensvorschriften auszulegen. Der Gesetzgeber habe der Prüfstelle die Funktion eines Revisors zugedacht, der im Vorfeld des A n- gebots die Seriosität des Ang ebots gewährleiste. Hingegen sei sie nicht dafür konzipiert worden, einem Gerichtsexperten gleich an einem En t- scheid der Erstinstanz mitzuwirken bzw. eigentliche fachtechnische Sachverhaltserhebungen durchzuführen, denn sonst hätte der Gesetzg e- ber nicht vo rgesehen, dass die Prüfstelle vom Anbieter ausgewählt und mandatiert werde. Die Erstinstanz übernehme aber jeweils unkritisch die Beurteilung der Prüfstelle, obwohl die Abklärung des Sachverhalts durch die Prüfstelle den Anforderungen an ein ordentliches V erfahren nicht ge- nüge. Im MEDAS -Entscheid (BGE 137 V 210) habe das Bundesgericht festgestellt, es bestehe eine besondere Gefahr der Ergebnissteuerung, wenn gutachterliche Zweifels - und Ermessensbereiche vorlägen. Diese Gefahr bestehe in gleicher Weise bei den Prüfstellen nach Art. 25 BEHG, da die Vorinstanz und die Erstinstanz davon ausgingen, dass der Abkl ä- rung bzw. Bewertung durch die Prüfstelle die gleiche Bedeutung zuko m- me wie dem Gutachten eines Gerichtsexperten. Aus dem MEDAS - Entscheid ergebe sich, da ss die vom Bundesverwaltungsgericht verfügte Rückweisung an die Verwaltungsbehörden unzulässig gewesen sei und das Bundesverwaltungsgericht vielmehr selbst, mit Hilfe eines von ihm angeordneten gerichtlichen Gutachtens , hätte entscheiden müssen. Zur Untermauerung ihrer Argumente legt die Beschwerdeführerin ein Rechts- gutachten von Prof. Christoph Grabenwarter, Universitätsprofessor für Öf- fentliches Recht, Wirtschaftsrecht und Völkerrecht an der Wirtschaftsun i- versität Wien, ins Recht. Weiter führt die Beschwerdeführerin im Einze l- nen aus, warum die drei Prüfstellenkandidatinnen nicht unabhängig se i- en. Aquamit macht dagegen geltend, die generelle Kritik der Beschwerdefü h- rerin an der Institution der Prüfstelle sei eine Anregung de lege ferenda, aber für die Beurteilung des vorliegenden Falles unbeachtlich. Art. 25 Abs. 1 BEHG sehe ausdrücklich eine von der Vorinstanz zugelassene Prüfgesellschaft oder einen Effektenhändler als Prüfstelle vor, keinen g e- richtlichen Gutachter. Das Bundesverwaltungsgericht habe mit Urteil vom 30. November 2010 rechtskräftig entschieden, dass die ergänzenden B-253/2012 Seite 16 Prüfungshandlungen durch eine von Aquamit zu mandatierende Prüfstelle vorzunehmen seien. Die beiden Vorinstanzen seien beim Erlass der a n- gefochtenen Entscheide an das Ur teil des Bundesverwaltungsgerichts gebunden gewesen. Dies gelte auch für das Bundesverwaltungsgericht. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin betreffend die Einsetzung e i- nes Sachverständigen oder die Einsetzung einer Prüfstelle durch die Erstinstanz sei demnach im jetzigen Verfahrensstadium unbeachtlich. Die Prüfstelle sei ein Institut sui generis: Als private Revisionsgesellschaft oder Effektenhändlerin werde sie vom Anbieter auf der Basis eines priva t- rechtlichen Auftrags hinzugezogen. Andererseits handle sie bei ihrer g e- setzlich vorgesehenen Prüfungstätigkeit trotzdem als verlängerter Arm der Erstinstanz und nehme dabei öffentlich -rechtliche Aufgaben wahr. Die Prüfstelle sei der Erstinstanz verpflichtet und müsse deren Weisungen entgegennehmen. Das gesetz liche Unabhängigkeitserfordernis sei daher im Licht dieses besonderen Instituts der Prüfstelle zu beurteilen, nicht u n- ter Gleichsetzung mit der richterlichen Unabhängigkeit. Quadrant macht geltend, die Prüfstelle werde zwar als "verlängerter Arm" der Vorinstanz bezeichnet, sie übe aber keine hoheitliche Tätigkeit aus. Dies ergebe sich auch daraus, dass sie weder Verfügungskompetenz h a- be noch Zwang anordnen könne. Die für Prüfstellen geltenden Unabhä n- gigkeitskriterien seien durch besondere übernahmerechtlic he Besti m- mungen abschliessend geregelt. Neben diesen Regeln bleibe kein Raum für die Anwendung des für Behörden, Gerichtspersonen und gerichtliche Sachverständige geltenden Unabhängigkeitsregimes. Die verwaltung s- rechtlichen Ausstandsbestimmungen richteten sich überdies an natürliche Personen und seien daher nicht auf Prüfstellenmandate zugeschnitten 4.1. Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich in ständiger Praxis eine gewisse Zurückhaltung bei der Beurteilung von ausgesprochenen Fac h- fragen, zu deren Beantwor tung die sachnäheren Vorinstanzen besser qualifiziert sind, und gesteht diesen bei der Prüfung des Einzelfalls einen gewissen Beurteilungsspielraum zu. Verfahrensfragen prüft es indessen stets mit voller Kognition (vgl. zur Veröffentlichung bestimmtes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -2050/2007 vom 24 . Februar 2010 E. 5.6.5.5 ff.). 4.2. Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil B -5272/2009 vom 30. November 2010 die Erstinstanz angewiesen, unter Berücksichtigung der im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts beanstandeten sowie der noch offenen Punkte den angebotenen Preis erneut auf seine Angeme s-B-253/2012 Seite 17 senheit zu überprüfen bzw. überprüfen zu lassen. Das Bundesverwa l- tungsgericht hat der Erstinstanz dabei die Entscheid ung überlassen, ob sie von der Anbieterin verlan gen wolle, mit der entsprechenden ergä n- zenden Beurteilung eine andere, mit der Sache bisher nicht befasste Prüfstelle zu beauftragen, oder ob die bisherige Prüfstelle ihre Beurte i- lung ergänzen solle (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -5272/2009 vom 30. November 2010 E. 13). Aufgrund des im Dispositiv des Urteils enthaltenen Verweises auf die Erwägungen hat diese Passage Disposi- tivcharakter. Bezüglich der Frage, ob die Erstinstanz ein – auch formell – unabhängiges Sachverständigengutachten in Auftrag zu geben hatte oder ob sie die Mandatierung einer Prüfstelle erneut Aquamit überlassen dur f- te, liegt somit eine res iudicata vor. Nicht nur die Vorinstanzen, sondern auch das Bundesverwaltungsgericht ist – unter Vorbehalt eigentlicher Revisionsgründe – an die entspreche n- den Vorgaben in seinem eigenen Urteil gebunden. Selbst wenn mit dem von der Beschwerdeführerin angeführte n Leitentscheid (BGE 137 V 210) nicht die invalidenversicherungsrechtliche, sondern die ganze verwa l- tungsgerichtliche Rechtsprechung geändert worden wäre, würde dies in- dessen keinen Revisionsgrund darstellen (vgl. Art. 121 ff. BGG i.V.m. Art. 45 VGG). Es besteht dah er auch für das Bundesverwaltungsgericht kein Anlass, jene Weisung in seinem eigenen Urteil vom 30. November 2010 zu hinterfragen oder sie zu nochmals zu begründen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin sind daher im vorli e- genden Fall nicht die U nabhängigkeits- und Unbefangenheitsmassstäbe anwendbar, die an einen gerichtlichen oder an einen von der Behörde beauftragten Gutachter angelegt werden, sondern diejenigen, die für eine im Hinblick auf ein Übernahmeverfahren von der Anbieterin mandatierte Prüfstelle gelten. 4.3. Wie dargelegt, ist die in Art. 10 VwVG konkretisierte elementare rechtsstaatliche Anforderung, dass Personen, die Entscheidungen über Rechte und Pflichten zu treffen oder vorzubereiten haben, in den Au s- stand treten, wenn sie in der Sach e ein persönliches Interesse haben oder aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnten, im Grundsatz auch für die Prüfstelle in einem Übernahmeverfahren anwen d- bar. Bei der Konkretisierung des Begriffs "befangen" sind indessen die sich aus der geset zlichen Ordnung des Übernahmeverfahrens, seines Ablaufs und der darin vorgesehenen Funktion einer Prüfstelle ergebe n- den Besonderheiten zu berücksichtigen. Neben derartigen spezialgesetz-B-253/2012 Seite 18 lichen Regelungen kommt Art. 10 VwVG lediglich – aber immerhin – subsidiäre Bedeutung zu. Die Prüfstelle muss vom Anbieter, der Zielgesellschaft und den mit diesen in gemeinsamer Absprache handelnden Personen unabhängig sein (Art. 26 Abs. 2 der Übernahmeverordnung vom 21. August 2008 [ UEV, SR 954.195.1]). Nach der Praxis der Ü bernahmekommission sind die für Wirtschaftsprüfer angewendeten Unabhängigkeitskriterien analog auch auf Prüfstellen anzuwenden (vgl. die Richtlinien zur Unabhängigkeit der Treuhand-Kammer 2007 vom 12. Dezember 2006 ). Gefordert wird eine r- seits eine Unabhängigkeit in tatsächlicher Hinsicht (innere Unabhängi g- keit), also eine tatsächliche Freiheit in der Urteilsbildung. Die Prüfstelle muss fähig sein, frei und unbeeinflusst zu handeln, und ihr Urteil unparte i- isch und ausschliesslich von sachlichen Gesichtspunkt en geleitet zu bi l- den. Die Unabhängigkeitsanforderungen beinhalten andererseits aber auch eine Unabhängigkeit dem Anschein nach (äussere Unabhängigkeit). Wer als Prüfstelle fungiert und ein Angebot auf dessen Gesetzeskonfo r- mität prüft, muss auch gegen auss en als unabhängig erscheinen. Ein B e- ratungsmandat in Bezug auf die gleiche Transaktion für die Anbieterin bzw. für eine mit dieser in gemeinsamer Absprache handelnde Person oder die Verfassung der Fairness Opinion für die Zielgesellschaft sind mit diesen Anforderungen nicht vereinbar (vgl. Empfehlung der UEK 0249/07 in Sachen Saia-Burgess Electronics Holding AG vom 8. September 2005 E. 8.1 ff.; GERICKE/WIEDMER, a.a.O., N. 17 ff. zu Art. 26 UEV; SCHENKER, a.a.O., S. 240 f .; JAKOB HÖHN/CHRISTOPH G. LANG/SEVERIN ROELLI, Öf- fentliche Übernahmen, Basel 2011, S. 409 f.). 4.4. Wie die Erstinstanz in ihrer Vernehmlassung ausführt, hat der Anbi e- ter gemäss der gesetzlichen Konzeption von Art. 25 BEHG das Recht und die Pflicht, eine Prüfstelle auszuwählen, zu mandatier en und zu en t- lohnen. Sämtliche im Zusammenhang mit diesen Handlungen notwend i- gerweise einhergehenden Kontakte zwischen dem Anbieter und der Prü f- stelle, insbesondere die Instruktion über das Prüfstellenmandat und die Honorarzahlung, schaden der Unabhängigke it der Prüfstelle von vornhe r- ein nicht. Andernfalls würde die gesetzliche Konzeption selbst in Frage gestellt. Dieser Auffassung ist uneingeschränkt zuzustimmen. Die Rügen der Beschwerdeführerin, soweit sie aus derartigen Kontakten von Aquamit mit den einz elnen Prüfstellenkandidatinnen eine Befange n- heit der betreffenden Kandidatin ableiten will, sind daher von vornherein unbegründet. B-253/2012 Seite 19 Das von der Erstinstanz mit Schreiben vom 14. September 2011 und Ve r- fügung vom 14. November 2011 ausgesprochene teilweise Kontaktverbot bezweckte, die Prüfstelle nach der Mandatsannahme vor dem Vorwurf der Beschwerdeführerin zu schützen, sie werde beeinflusst. Dieses Ko n- taktverbot mag in der konkreten Situation zweckmässig gewesen sein; einen relevanten Massstab für die Frage , ob eine Prüfstellenkandidatin als befangen anzusehen ist, stellt es dagegen nicht dar. 4.5. Aus der gesetzlichen Konzeption ergibt sich weiter, dass auch der Einwand der Beschwerdeführerin, die beiden verbleibenden Kandidati n- nen Kepler und Swiss Capital seie n beide keine Prüfgesellschaften, so n- dern Corporate Finance Dienstleister , die als solche nicht Prüfungen im Interesse Dritter vornähmen, sondern Parteivertreter seien, unbehelflich ist. Art. 25 Abs. 1 BEHG sieht ausdrücklich vor, dass nicht nur von der FINMA zugelassene Prüfgesellschaften, sondern auch Effektenhändler als Prüfstelle mandatiert werden dürfen. Der Umstand allein, dass eine Prüfstellenkandidatin keine Prüfgesellschaft ist, kann sie daher nicht als befangen erscheinen lassen. 4.6. Zu d en normalen, unter den Umständen ohne Weiteres zulässigen Kontakten gehört beispielsweise, dass Aquamit die Fragen der Ersti n- stanz vom 14. September 2011 auch an Swiss Capital und Kepler weite r- geleitet und deren Antworten der Erstinstanz zugestellt hat. Auch dass Aquamit Kepler und Mazars eine Textvorlage für die Bestätigung von d e- ren Unabhängigkeit zur Verfügung gestellt hat, überschreitet den Umfang der normalen und zulässigen Kontakte zwischen der Anbieterin und einer potentiellen Prüfstelle nicht. 4.7. Unbegründet ist ferner der Vorwurf, die drei Prüfstellenkandidatinnen seien befangen, weil Aquamit sie instruiert habe , denn auch die Instrukti- on der Prüfstelle gehört grundsätzlich zu den normalen und zulässigen Kontakten zwischen der Anbieterin und der von ihr mandatierten Prüfstel- le. Näher zu prüfen ist jedoch die Rüge der Beschwerdeführerin, Aquamit habe die drei Prüfstellen kandidatinnen nicht nur instruiert, sondern im ei- genen Interesse falsch und rechtswidrig instruiert. Die Beschwerdeführe- rin macht diesbez üglich geltend, die drei Kandidatinnen hätte n diese rechtswidrige Instruktion akzeptiert und seien daher befangen. B-253/2012 Seite 20 Die Beschwerdeführerin begründet diesen Verdacht damit, dass Swiss Capital und Mazars auf ihren Folien den Prüfauftrag zu eng umschrieben hätten. So habe Swiss Capital auf ihren Folien die Befragung von Pers o- nen erwähnt, welche die Position der Anbieterin vertreten, aber keinen Einbezug der Eingaben der Beschwerdeführerin , und lediglich eine A n- gemessenheitsprüfung der Bewertung vorgesehen . Auf den Folien von Mazars seien keine weiteren Zusatzleistungen von Mitsubishi – ausser der Finanzierung – zur Prüfung vorgesehen gewesen. Auch die Mandats- vereinbarung mit Kepler enthalte rechtswidrige Instruktionen. Das Prü f- mandat von Kepler sei darin abweichend vom Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts und von den in der Verfügung der Erstinstanz vom 14. N o- vember 2011 enthaltenen Anweisungen umschrieben worden. Auch en t- halte die Mandatsvereinbarung eine Haftungsbeschränkungs- und Schad- loshaltungsklausel, welc he der Absicherung dieser rechtswidrigen I n- struktionen diene. Das Interesse der Beschwerdeführerin daran, dass die Prüfstelle auch weitere Zusatzleistungen von Mitsubishi bewerte , dass sie nicht nur die Angemessenheit der Bewertung überprüfe und dass sie bei der Prüfung auch die Eingaben der Beschwerdeführerin berücksichtige, ist zwar ver- ständlich. Andererseits ist nachvollziehbar, dass Swiss Capital und M a- zars dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nicht entnommen haben, dass dies Teil des Prüf mandats sei. Konkrete Anhaltspunkt e für eine rechtswidrige Instruktion durch Aquamit können in dieser Auffassung über das Prüfmandat jedenfalls nicht gesehen werden. Auch an der mit Noveneingabe vom 6. Februar 2012 gerügten Mandat s- vereinbarung kann kein konkreter Anhaltspunkt für eine Befangenheit von Kepler erblickt werden. Die relativ kurze , englische Definition des Pr ü- fungsauftrags in der Mandatsvereinbarung entspricht zwar nicht wörtlich der detaillierteren, deutschen Formulierung in der Verfügung der Über- nahmekommission. Ein klarer Widerspruch zum Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts ist indessen nicht erkennbar. Dies insbesondere auch d es- halb n icht, weil in der gleichen Passage ausdrücklich darauf verwiesen wird, dass Thema und Umfang der Prüfung durc h die massgeblichen rechtlichen Bestimmungen, das Urteil des Bundesverwaltungsgericht s und die Verfügung der Übernahmekommission vorgegeben seien. Inwi e- fern Kepler unter diesen Umständen durch Details der Formulierung hätte beeinflusst werden können oder s ollen, ihre Prüfung nicht entsprechend den Vorgaben im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts oder der Verf ü- gung der Übernahmekommission vorzunehmen, ist daher nicht nachvol l-B-253/2012 Seite 21 ziehbar. Haftungsbeschränkungen und Schadloshaltungsklauseln sind nach Darstellung d er Beschwerdegegnerinnen und der Erstinstanz ein üblicher Bestandteil von Mandatsverträgen mit Prüfstellen. Auch die B e- schwerdeführerin hat nichts Gegenteiliges behauptet. Insofern ist nicht nachvollziehbar, warum Kepler als befangen erscheinen sollte, wen n sie auf einer derartigen, für Prüfstellen üblichen Klausel bestand. 4.8. Die Beschwerdeführerin rügt weiter eine fehlende wirtschaftliche U n- abhängigkeit von Swiss Capital und Kepler von der Anbieterin. D as zu erwartende Honorar betrage rund CHF 1 Mio. Damit m ache das Mandat gegen oder mehr als 10 % des Honorarvolumens der Corporate Finance Abteilung von Kepler und der Swiss Capital Corporate Finance AG aus. Aus diesem Grund sei die Unabhängigkeitsvorschrift von Art. 9 Abs. 1 der Finanzmarktprüfverordnung vom 15. Oktober 2008 ( FINMA-PV, SR 956.161) i.V.m. Art. 11 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revis o- rinnen und Revisoren (RAG, SR 221.302) verletzt . Die Höhe der zu e r- wartenden Honorare zeige auch, dass es sich um einen bedeutenden Auftrag handle, bei dem es sich für die Prüfstelle auch im Hinblick auf z u- künftige Aufträge lohne, die Arbeit im Interesse des Auftraggebers zu e r- ledigen. Die von der Beschwerdeführerin angegebenen Zahlen werden von Aquamit bestritten und sind nicht belegt. Die Frage, ob diese Grenze überschritten ist oder nicht, kann aber offen gelassen werden. Die Unabhängigkeitsvorschriften von Art. 9 Abs. 1 FINMA -PV i.V.m. Art. 11 Abs. 1 Bst. a RAG sehen vor, dass die jährlichen Honorare aus Revi- sions- und anderen Dienstleistungen für eine einzelne Gesellschaft und die mit ihr durch einheitliche Leitung verbundenen Gesellschaften 10 Prozent ihrer gesamten Honorarsumme nicht übersteigen dürfen. Di e- se Bestimmungen beziehen sich indessen ausdrücklich auf die Unabhän- gigkeitsanforderungen an eine Revisionsstelle, nicht auf die Unabhängi g- keit als Prüfstelle in einem Übernahmeverfahren. Revisionsmandate we r- den typischerweise während mehreren Jahren immer wieder der gleichen Revisionsgesellschaft erteilt. Ein zu hoher Anteil eines einzelnen Kunden an den gesamten Honorareinnahmen kann daher die Freiheit im Pr ü- fungsurteil, insbesondere die Freiheit, zu einem dem Mandanten nicht genehmen Ergebnis zu gelangen, beeinträchtigen (vgl. PETER BÖCKLI, Schweizer Aktienrecht, 4. A ufl., Zürich 2009, § 15 Rz. 591). Übernimmt eine Prüfstelle aber, wie im vorliegenden Fall, nur gerade dieses eine B-253/2012 Seite 22 Prüfmandat für die Anbieterin oder eine der mit dieser in gemeinsamer Absprache handelnden Personen, so besteht kei ne vergleichbare Erwa r- tung künftiger Mandate, welche bei einer bestimmten Höhe eine wir t- schaftliche Abhängigkeit begründen könnte. Die 10 %-Grenze findet da- her auf einen derartigen Fall keine Anwendung. 4.9. Die Beschwerdeführerin rügt weiter, Swiss Capital habe die Hiestand AG anlässlich der Übernahme durch die IAWS beraten. Das Austausc h- verhältnis sei zur Zeit gerichtlich umstritten, und sie sei als ehemalige Ak- tionärin der Hiestand AG vom Ausgang dieses Ver fahrens betroffen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung könne ein Richter als be- fangen erscheinen, wenn er in einem anderen Verfahren als Vertreter der Gegenpartei aufgetreten sei. Diese Rechtsprechung sei auch auf die vo r- liegende Konstellation anzu wenden und Swiss Capital sei als befangen anzusehen. Es trifft zwar zu, dass das Bundesgericht zum Schluss gekommen ist, dass ein nebenamtlicher Schiedsobmann in den Ausstand zu treten habe, weil er in einem anderen, noch hängigen Verfahren die Gegenparte i als Anwalt vertrete. Es führte dabei aus, es sei eine Erfahrungstatsache, dass eine Prozesspartei ihre negativen Gefühle gegenüber der Gege n- partei oft auf deren anwaltlichen Vertreter übertrage und deshalb für viele Parteien der Anwalt der Gegenpartei eb enso als Gegner gelte wie die Gegenpartei selbst (BGE 135 I 14 E. 4.3). Diese Überlegungen mögen auf Parteien zutreffen, die juristische Laien sind. In Bezug auf Parteien in einem Übernahmeverfahren, wie insbesondere die Beschwerdeführerin, erscheint eine derartige Annahme aber als ziemlich realitätsfern. Hinzu kommt, dass im vorliegenden Fall offenbar weder die Beschwerdeführerin noch die Swiss Capital direkt Partei oder Parteivertreterin in jenem and e- ren hängigen Verfahren sind und kein Zusammenhang zwisc hen dem vorliegenden und jenem anderen Verfahren geltend gemacht wurde. 4.10. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, Swiss Capital stehe in einem engen Vertrauensverhältnis zu den Rechtsvertretern von Qua d- rant. Dies ergebe sich daraus, dass einer dieser Re chtsvertreter Swiss Capital kürzlich vor der Erstinstanz vertreten habe, damit diese die Z u- lassung als Fairness -Opinion-Provider habe erlangen können. Auch hä t- ten sie zahlreiche Mandate zusammen geführt, darunter die Vertretung von Implenia gegen Laxey Pa rtners Ltd. Das Management -Team von Quadrant, das zur Hälfte an der Anbieterin beteiligt sei, sei ein langjähri-B-253/2012 Seite 23 ger Klient der Rechtsvertreter von Quadrant und von diesen bei der vo r- liegenden Transaktion beraten worden. Quadrant bestreitet, dass ein derart iges enges Vertrauensverhältnis zw i- schen ihren Rechtsvertretern und Swiss Capital bestehe. Auf einem Markt, der sowohl auf der rechtlichen als auch auf der finanzielle n Seite relativ wenige aktive Teilnehmer zähle, würden sich Anwälte und Finan z- berater reg elmässig bei Transaktionen treffen, alternierend für gleiche Klienten und auf der Gegenseite. So seien Dieter Dubs und Swiss Capital beispielsweise im Fall sia Abrasives Holding AG auf unterschiedlichen Seiten gestanden. Dieter Dubs und Rolf Watter arbeite ten regelmässig mit verschiedenen bedeutenden Schweizer Corporate Finance -Beratern zusammen. Dieser Umstand könne nicht zu einer Abhängigkeit einer möglichen Prüfstelle von einer der Parteien führen. Eine Dauerbeziehung zu Swiss Capital bestehe nicht. Die Vorinstanz führt e zu dieser Frage aus, frühere Kontakte anlässlich anderer Transaktionen zwischen den Rechtsvertretern von Quadrant und Swiss Capital gefährdeten deren Unabhängigkeit nicht . Würde dies a n- ders angesehen, so wäre es insbesondere den grossen P rüfgesellschaf- ten nicht mehr möglich, übernahmerechtliche Prüfstellenmandate anz u- nehmen, da sie mit den auf Übernahmerecht spezialisierten Kanzleien häufig Kontakt hätten und immer wieder zusammenarbeiteten. Dieser Auffassung ist grundsätzlich beizupflich ten. Einzelne, abgeschlo s- sene Mandate in der Vergangenheit sind selbst nach der bundesgerichtl i- chen Rechtsprechung bezüglich der Unabhängigkeit von Richtern nicht notwendigerweise als Befangenheitsgrund anzusehen, solange die Art und Anzahl der Mandate nic ht den Eindruck einer Art Dauerbeziehung und damit einer wirtschaftlichen Abhängigkeit erwecken (vgl. BGE 135 I 14 E. 4.1). Für die Prüfstelle in einem Übernahmeverfahren gelten diesbezüglich noch weniger strenge Bestimmungen . So ist in Lehre und Praxis allge- mein anerkannt, dass ein Anbieter sogar die eigene oder die Revision s- stelle der Zielgesellschaft mandatieren darf, solange die Prüfstelle da- durch nicht in die Situation gerät, teilweise eigene Handlungen prüfen zu müssen (vgl. GERICKE/WIEDMER, a.a.O., N. 17 ff. zu Art. 26 UEV; SCHEN- KER, a.a.O., S. 240 f .; HÖHN/LANG/ROELLI, a.a.O., S. 409 f.). Die persönli- che Bekanntschaft und fachliche Wertschätzung, die sich aus einzelnen Mandaten für den gleichen Klienten in der Vergangenheit ergeben kann, B-253/2012 Seite 24 ist daher für sich allein kein Grund zur Annahme, dass sich eine derart enge Freundschaft zwischen den betroffenen Personen entwickelt hätte, dass die Unabhängigkeit von Swiss Capital als Prüfstelle in Frage gestellt wäre. 4.11. Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei s ämtliche Korrespondenz zwischen der Anbieterin und weiteren Personen, die mit ihr in gemeins a- mer Absprache handeln, sowie ihren Rechtsvertretern einerseits sowie den Prüfstellenkandidatinnen andererseits zu edieren und verschiedene Personen als Zeugen zu b efragen. Sie rügt, die Vorinstanzen hätten die von ihr beantragten Beweise zu Unrecht nicht abgenommen. Die Wahrung des rechtlichen Gehörs verlangt zwar grundsätzlich, die a n- gebotenen Beweise abzunehmen. Davon darf im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung abgewichen werden, wenn aufgrund bereits abg e- nommener Beweise der rechtlich erhebliche Sachverhalt für genügend geklärt erachtet wird und ohne Willkür vorweg die Annahme getroffen werden kann, die rechtliche Überzeugung würde durch weitere Beweise r- hebungen nicht geändert (vgl. BGE 131 I 153 E. 3 mit Hinweisen). Diverse Kontakte zwischen der Anbieterin und den drei Prüfstellenkand i- datinnen sind unbestritten und aktenmässig erstellt, weshalb in antizipie r- ter Beweiswürdigung auf weitere Sachverhaltsabklärungen zu verzichten ist. Nach dem Gesagten sind diese Kontakte zwischen der Anbieterin und den drei Prüfstellenkandidatinnen nicht zu beanstanden. Soweit die Beschwerdeführerin mit ihren Beweisanträgen über diese Kon- takte hinausgehende Beeinflussungsversuche seitens der Anbieterin b e- weisen möchte, sind ihre Anträge indessen als ein reines Beweisausfo r- schungsbegehren ("fishing expedition") einzustufen, das weder auf ko n- kreten Anhaltspunkten noch auf hinreiche nd substantiierten Sachve r- haltsvorbringen basiert. Die Korrespondenz zwischen der Anbieterin bzw. ihren Rechtsvertretern und der von ihr mandatierten Prüfstelle muss grundsätzlich vor den übrigen Parteien des Verfahrens nicht offen gelegt werden. Könnte di e Beschwerdeführerin allein mit ihren pauschalen und nicht weiter fundierten Verdächtigungen eine Edition dieser Korrespo n- denz erwirken, würde dies letztlich zu einer Umkehr der Behauptungs - und Beweislast führen. Die Vorinstanzen haben d iesen Beweisanträg en daher zu Recht nicht stattgegeben. B-253/2012 Seite 25 4.12. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die drei Prüfstelle n- kandidatinnen seien befangen bzw. sie erfüllten die Unabhängigkeitsv o- raussetzungen nicht, erweisen sich ihre Rügen daher als unbegründet. 5. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, der Begriff "Ausstand" g e- mäss Art. 45 Abs. 1 VwVG sei in einem weiten Sinn zu verstehen, d.h. es fielen auch alle "Organmängel" im Sinn e von Art. 29 BV darunter. Die Frage, ob eine Gesellschaft überhaupt die gesetzlichen Vor aussetzungen erfülle, um in einem Übernahmeverfahren als Prüfstelle tätig zu werden, betreffe einen derartigen Organmangel. Daraus ergebe sich, dass auch alle Einwendungen, die sich gegen die Qualifikation der vorgeschlagenen Gesellschaften als Prüfstellen richteten, im vorliegenden Beschwerdeve r- fahren beurteilt werden müssten. 5.1. Tatsächlich wird in der Lehre vereinzelt vertreten, unter den Begriff "Ausstand" im Sinn e von Art. 45 Abs. 1 VwVG auch weitere "Organmä n- gel" zu subsumieren, die sich mit gerichtsorga nisatorischen Fragen, wie z.B. der zahlenmässigen Besetzung einer Behörde auseinandersetzen (vgl. FELIX UHLMANN, in: Niggli/Übersax/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl., Basel 2011, N. 10 zu Art. 92 BGG; FELIX UHLMANN/SIMONE WÄLLE-BÄR, in: Waldmann/Weissenberger (Hrsg.), Praxiskommentar VwVG, Zürich/Basel/Genf 2009, N. 20 zu Art. 45 VwVG). 5.2. Diesen Meinungen kann indessen nicht gefolgt werden. Das Anfech- tungsrecht gemäss Art. 45 Abs. 1 VwVG wirkt zwar auf den ersten Blick für die betroffene Partei günstiger als dasjenige gestützt auf Art. 46 Abs. 1 VwVG, weil ersteres keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil vo r- aussetzt. Tatsächlich hat die Subsumtion unter Art. 45 VwVG aber auch den erheblichen Nachteil, dass das Anfechtung srecht gemäss Art. 45 Abs. 2 VwVG verwirkt, wenn es nicht unverzüglich ausgeübt wird. Eine derartige Verwirkungsfolge sollte aber auf einer klaren, unzweideutige n Grundlage im Gesetzestext selbst basieren. Eine extensive Auslegung über den eigentlichen Wortlaut von Art. 45 i.V.m. Art. 10 VwVG hinaus ist daher abzulehnen und die sofortige Anfechtung eines Zwischenen t- scheids wegen anderer "Organmängel" ist nur unter den Voraussetzu n- gen von Art. 46 Abs. 1 VwVG zuzulassen. Ob die Rechtsmittelinstanz im jeweiligen Einzelfall zum Schluss kommen wird, dass ein nicht wiedergut- zumachender Nachteil droht oder die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand B-253/2012 Seite 26 an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde, ist zwar nicht immer sicher voraussehbar. Andererseits wird die Unsicher- heit, die mit der Auslegung dieser unbestimmten Rechtsbegriffe verbu n- den ist, dadurch kompensiert, dass das Anfechtu ngsrecht nicht verwirkt, wenn es nicht unverzüglich ausgeübt wird. 5.3. Diese Auffassung entspricht im Ergebnis auch der bundesgerichtl i- chen Rechtsprechung. Danach wird der Begriff " Ausstand" in Bezug auf Verwaltungsverfahren des Bundes in Art. 10 VwVG geregelt (vgl. BGE 132 II 485 E. 4. 2). In Bezug auf die verschiedenen Gründe, die von einer Partei für die Ablehnung eines Sachverständigen angeführt werden kö n- nen, differenziert das Bundesgericht ausdrücklich zwischen Einwendu n- gen formeller und materieller Natur (BGE 137 V 210 E. 3.4.1.2 , BGE 132 V 93 E. 6). Die gesetzlichen Ausstandsgründe im Sinne von Art. 10 VwVG zählen demnach zu den Einwendungen formeller Natur, weil sie geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Sachverständigen zu erw e- cken. Über derartige Einwendungen ist mittels einer selbständig anfech t- baren Zwischenverfügung ( Art. 45 Abs. 1 VwVG) zu entscheiden. Ei n- wendungen materieller Natur betreffen dagegen nicht die Unparteilichkeit der Gutachterperson; sie sind von der Sorge getragen, das Gutachten könnte mangelhaft ausfallen oder jedenfalls nicht im Sinne der zu begu t- achtenden Person. Solche Einwendungen – insbesondere etwa betre f- fend fehlende Sachkunde – sind in der Regel mit dem Entscheid in der Sache im Rahmen der Beweiswürdigung zu behandeln (BGE 137 V 210 E. 3.4.1.2, BGE 132 V 93 E. 6). Wird über derartige materielle Einwe n- dungen im Rahmen einer selbständigen Zwischenverfügung befunden, so ist diese Zwischenverfügung nur dann selbständig anfechtbar, wenn ein nicht wiedergutzumachender Nachteil im Sinne von Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG bejaht wird. 5.4. In den erwähnten Literaturstellen, welche die Auffassung vertre ten, dass unter den Begriff "Ausstand" im Sinn e von Art. 45 Abs. 1 VwVG auch weitere "Organmängel" zu subsumieren seien, werden zwar einige Bundesgerichtsentscheide angeführt. Tatsächlich belegt aber keines di e- ser Urteile eine entsprechende Praxis des Bund esgerichts. Vielmehr ist das Bundesgericht auch in jenen Urteilen auf Beschwerden wegen "we i- teren Organmängeln", welche keine Ausstandsfragen im Sinn e von Art. 10 VwVG zum Gegenstand hatten, nur eingetreten, wenn es gleichzeitig einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bejaht hat. B-253/2012 Seite 27 5.5. Die vor der Erstinstanz erhobenen Einwendungen der Beschwerd e- führerin, die drei Prüfstellenkandidatinnen erfüllten die gesetzlichen Ei g- nungsvoraussetzungen nicht, sind daher nicht als Ausstandsbegehren im Sinne von Art. 45 VwVG zu qualifizieren. 6. Die Beschwerdeführerin macht eventualiter geltend, im vorliegenden Fall sei ein nicht wiedergutzumachender Nachteil im Sinne von Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG zu bejahen . Sie beruft sich diesbezüglich auf den Leiten t- scheid BGE 137 V 210 (MEDAS-Entscheid) und macht geltend, die in je- nem Entscheid durch das Bundesgericht festgestellten Defizite bezüglich Verfahrensfairness und Waffengleichheit im Sinne von Art. 29 BV und von Art. 6 Ziff. 1 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) seien im vorli e- genden Verfahren in gleicher Weise vorhanden, aber noch viel stärker ausgeprägt. So sei die Prüfstelle strukturell abhängig von der Anbieterin, sie verfüge über einen breiten Beurteilungss pielraum, keine Beurteilungs- richtlinien und keine vernünftigen Mittel zur Sachverhaltsermittlung, und eine Überprüfung ihres Berichts durch die Vorinstanz unterbliebe faktisch vollständig. Der MEDAS -Entscheid sei daher auch für das vorliegende Verfahren präjudizierend und die Eintretensvoraussetzung des nicht wi e- der gutzumachenden Nachteils sei zu bejahen. Die Beschwerdegegnerinnen erachten diesen Leitentscheid nicht als a n- wendbar und weisen auf verschiedene Unterschiede zwischen dem Sachverhalt, der jenem Urteil zugrunde lag, und dem vorliegenden Fall hin. 6.1. Richtig ist, dass das Bundesgericht im Leitentscheid BGE 137 V 210 zum Schluss kam, die Anordnung einer medizinischen Begutachtung durch eine Medizinische Abklärungstelle (MEDAS) stelle eine prozessu a- le Zwischenverfügung dar, welche selbständig anfechtbar sei, sofern ein nicht wieder gutzumachende r Nachteil zu bejahen sei . Diese Vorausset- zung erachtete das Bundesgericht in jenem Fall als gegeben. Das Sach- verständigengutachten sei wegen der fachfremden Materie im Rechtsmit- telverfahren faktisch nur beschränkt überprüfbar. Deshalb komme es en t- scheidend darauf an, dass qualitätsbezogene Rahmenbedingungen, be i- spielsweise hinsichtlich der gutachterlichen Fachkompetenz, von Beginn an durchgesetzt werden könn ten. Falls die Mitwirkungsrechte erst nac h- träglich, bei der Beweiswürdigung im Verwaltungs - und Beschwerdeve r- fahren, griffen, könne hieraus ein nicht wieder gutzumachender Nachteil B-253/2012 Seite 28 entstehen, zumal im Anfechtungsstreitverfahren kein Anspruch auf Einh o- lung von Gerichtsgutachten bestehe (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7). 6.2. Das Bundesgericht zieht diesen Schluss indessen nicht in einer g e- neralisierenden Weise, welche eine Anwendung auf alle Administrativgut- achten oder vergleichbaren Sachverständigenberichte erwart en lassen würde. Anlass für diesen Leitentscheid waren spezifische Probleme b e- züglich der medizinischen Begutachtung in der Invalidenversicherung . Das Urteil markiert eine offizielle Änderung der diesbezüglichen Recht- sprechung, an der nur die beiden sozialrechtlichen Abteilungen des Bu n- desgerichts Anteil hatten. Die übrigen Abteilungen waren nicht einbez o- gen worden, weshalb grundsätzlich davon auszugehen ist, dass die al l- gemeine verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung von dieser Änderung nicht betroffen ist. Der Bericht der Prüfstelle in einem Übernahmeverfahren ist zwar durch- aus mit einem Administrativgutachten vergleichbar, insbesondere bezü g- lich der beschränkten Überprüf barkeit im Rechtsmittelverfahren. Anderer- seits gibt es aber wesentliche Unterschiede zwischen der Stellung eines Minderheitsaktionärs der Zielgesellschaft in einem Übernahmeverfahren und derjenigen eines Sozialversicherten, der im Kontext der Abklärung seiner Anspruchsberechtigung medizinisch begutachtet werden soll. Ent- scheidend erscheint diesbezüglich vor allem folgender Gesichtspunkt: Der gesetzlichen Regelung der öffentlichen Kaufangebote liegen ve r- schiedene und teilweise gegenläufige Schutzziele zugrunde. Geschützt werden einmal die Minderheitsaktionäre der Zielgesellschaft in ihrem Inte- resse, bei einem Kontrollwechsel ihre Aktien zu einem garantierten Mi n- destpreis verkaufen zu können. Zu diesem Zweck sieht das Gesetz die Bestimmungen über die Angebotspflicht und den Mindestpreis vor. Ge- schützt wird aber auch die Zielgesellschaft in ihrem Interesse an der Vermeidung einer unzumutbaren Beeinträchtigung ihrer Geschäftstäti g- keit durch eine zu lange Ungewissheit über Erfolg oder Nichterfolg der geplanten Transaktion. Aus diesem Grund sieht das Gesetz ein beso n- ders rasches Verfahren vor. Geschützt wird aber auch der Anbieter in sei- nem Interesse, seine Angebotspläne so lange wie möglich geheim zu hal- ten, da das vorzeitige Bekanntwerden der Transaktion ansonsten zu ei- nem spekulativen Anstieg des Börsenkurses der Z ielgesellschaft – und damit des Mindestpreises – führen könnte. Die gesetzliche Ordnung sieht daher vor, dass der Anbieter das Angebot bereits vor der Veröffentlichung einer Prüfstelle zur Prüfung unterbreitet (vgl. Art. 25 BEHG). Die Übe r-B-253/2012 Seite 29 nahmeverordnung r äumt dem Anbieter zusätzlich die Möglichkeit ein, durch eine Voranmeldung das Risiko derartiger Spekulationen zu begre n- zen, doch muss der Bericht der Prüfstelle spätestens innerhalb von sechs Wochen nach der Voranmeldung im Angebotsprospekt veröffentlicht wer- den (vgl. Art. 7 UEV). In diesem zeitlichen Ablauf ist für Mitwirkungsrechte der Minderheitsaktionäre vor der Bestimmung der Prüfstelle bzw. die S u- che nach einer "einvernehmlichen Gutachtenseinholung", wie sie das Bundesgericht im angeführten Leitentsch eid für den von der medizin i- schen Begutachtung betroffenen Versicherten vorsieht (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.6. f.), offensichtlich kein Platz. Dass der Gesetzgeber aufgrund de s dargelegten Beschleunigungsanli e- gens bewusst erhebliche Abstriche bei den Mitwirkungsrechten der Mi n- derheitsaktionäre der Zielgesellschaft in Kauf genommen hat, geht bei- spielsweise auch daraus hervor, dass Minderheitsaktionären mit einem Anteil von weniger als zwei Prozent der Stimmrechte gemäss der geset z- lichen Ordnung im Verfahren vor der Übernahmekommission und vor der FINMA überhaupt keine Parteistellung zukommt (vgl. Art. 33b Abs. 3 BEHG), obwohl sie in ihren "civil rights" im Sinne von Art. 6 EMRK nicht weniger betroffen sind als ein Aktionär mit einem grösseren Stimmr echts- anteil. 6.3. Bei der Überprüfung, ob die Mitwirkungsrechte einer Partei dieser verfahrensbezogenen Garantie eines fairen Verfahrens im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BV genügen, ist der Rechtssinn der massgebenden Verfa h- rensbestimmungen im Sinne der Verfassungsbestimmung auszulegen . Dabei darf die anvisierte Auslegung dem Wortlaut des Gesetzes und den weiteren normunmittelbaren Auslegungselementen aber nicht klar wide r- sprechen, denn Bundesgesetze sind für die rechtsanwendenden Behö r- den massgebend (vgl. Art. 190 BV). Im vorliegenden Fall ergibt sich – wie dargelegt – aus dem Gesetz selbst, dass der Ablauf der Übernahmeve r- fahren so angelegt ist, dass für Mitwirkungsrechte der Minderheitsakti o- näre vor bzw. anlässlich der Bestimmung der Prüfstelle kein Ra um ist. Diese gesetzliche Konzeption ist für das Bundesverwaltungsgericht bi n- dend. 6.4. Gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jede Person ein Recht darauf, dass über Streitigkeiten in Bezug auf ihre zivilrechtlichen Ansprüche und Ve r- pflichtungen von einem unabhängigen und unparteiischen, auf Gesetz beruhenden Gericht in einem fairen Verfahren verhandelt wird. Die G a- rantie eines fairen Verfahrens ist ein Partizipationsrecht. Der Beteiligte B-253/2012 Seite 30 soll nicht Objekt, sondern Subjekt in einem gerichtlichen Verfahren sein und angemessene Mitwirkungsrechte haben (vgl. JENS MEYER-LADEWIG, EMRK, Europäische Menschenrechtskonvention, Handkommentar, 3. Aufl., Baden -Baden 2011, Rz. 90 zu Art. 6 EMRK). Zum Fairnes s- grundsatz gehören Teilgewährleistungen wie das Recht auf Akteneinsicht, der Anspruch auf rechtliches Gehör, das Recht auf Begründung von En t- scheidungen sowie der Grundsatz der Waffengleichheit (vgl. CHRISTOPH GRABENWARTER/KATHARINA PABEL, Europäische Menschenrechts konven- tion, 5. Aufl., München 2012, § 24 Rz. 60; ULRICH KARPENSTEIN/FRANZ C. MAYER, EMRK-Kommentar, München 2012, Rz. 99 zu Art. 6 EMRK). Der Grundsatz der prozessualen Chancengleichheit ("Waffengleichheit") b e- inhaltet, dass jede Prozesspartei angemessene Gelegenheit zum Sac h- vortrag erhalten muss, und zwar unter Bedingungen, die eine Benachte i- ligung gegenüber der anderen Partei ausschliessen (vgl. JOCHEN ABR. FROWEIN/ WOLFGANG PEUKERT, Europäische Menschenrechtskonvention: EMRK-Kommentar, 3. Aufl. 2009, Rz. 147 zu Art. 6 EMRK mit Hinweis auf Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR], Kress gegen Frankreich, Urteil vom 7. Juni 2001, Recueil des arrêts et décisions [Recueil] 2001 -VI, § 72; RENÉ WIEDERKEHR, Fairness als Verfassung s- grundsatz, Bern 2006, S. 25 ff.). Dieses formale Prinzip ist schon dann verletzt, wenn eine Partei bevorteilt wird; nicht notwendig ist, dass die Gegenpartei dadurch tatsächlich einen Nachteil erleidet (Urteil des Bun- desgerichts 1P.14/2005 vom 28. Februar 2005 E. 3.4, mit Hinw eis auf MARK VILLIGER, Handbuch der EMRK, 2. Aufl. 1999, Rz. 480; BGE 137 V 201 E. 2.1.2.1). Der Gewährung gleicher Rechte für die Verfahrensbete i- ligten bedarf es indes nicht; ihrer gerade im Anwendungsbereich von Art. 6 EMRK häufigen Rollendisparität darf Rechnung getragen werden ( KAR- PENSTEIN/MAYER, a.a.O., Rz. 115 zu Art. 6 EMRK). Die Garantien der Verfahrensfairness und der Waffengleichheit sind i n- dessen nicht absolut gewährleistet. Die Anwendung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK im Zusammenhang mit zivilrechtlichen Ansprüchen setzt voraus, dass das in Frage stehende Recht innerstaatlich gewährt wird (vgl. EGMR, Roche gegen Vereinigtes Königreich , Urteil vom 19. Oktober 2005, Recueil 2005 -X, § 117; GRABENWARTER/PABEL, Europäische Men- schenrechtskonvention, a.a.O., § 24 Rz. 5 ). Denn nur wenn und soweit Rechtsmittel gegeben sind, müssen im Rechtsmittelverfahren die Gara n- tien der genannten Bestimmung nach Massgabe der Besonderheiten di e- ses Verfahrens beachtet werden (vgl. FROWEIN/PEUKERT, a.a.O., Rz. 68 zu Art. 6 EMRK). Selbst innerhalb des Schutzbereichs von Art. 6 Abs. 1 EMRK sind innerstaatliche Beschränkungen zulässig, solange sie ein l e-B-253/2012 Seite 31 gitimes Ziel verfolgen und ein vernünftiges Verhältnis zwisc hen diesem Ziel und der Beschränkung besteht. Die Beschränkung muss einem leg i- timen Ziel dienen, die Verhältnismässigkeit zwischen eingesetztem Mittel und Ziel wahren und den Wesensgehalt ("very essence") des Rechts als Schranken-Schranke unangetastet lass en (EGMR, Urteil Ashingdane ge- gen Vereinigtes Königreich vom 28. Mai 1985, Serie A Nr. 93, § 57; Urteil Lithgow gegen Vereinigtes Königreich vom 8. Juli 1986, Serie A Nr. 102, § 194; GRABENWARTER/PABEL, Europäische Menschenrechtskonvention, a.a.O., § 24 Rz . 49; MEYER-LADEWIG, a.a.O., Rz. 36 ff. zu Art. 6 EMRK; PIETER VAN DIJK/FRIED VAN HOOF/ARJEN VAN RIJN/LEO ZWAAK, Theory and Practice of the European Convention on Human Rights, Antwe r- pen/Oxford 2006, Rz. 10.4.6; CHRISTOPH GRABENWARTER/KATHARINA PA- BEL, Der Grundsatz des fairen Verfahrens, in: Grote/Marauhn [Hrsg.], EMRK/GG, Konkordanzkommentar zum europäischen und deutschen Grundrechtsschutz, Tübingen 2006, Kap. 14, Rz. 71; ANNE PETERS, Ein- führung in die Europäische Menschenrechtskonvention, München 200 3, S. 116). Die Voraussetzung des legitimen Ziels ist abhängig von gesel l- schaftlichen Entwicklungen und nationalen Bedürfnissen und schwankt mit der Zeit und relativ nach Konventionsstaaten ( EGMR, Urteil Golder gegen Vereinigtes Königreich vom 21. Februar 1975, Serie A Nr. 18, § 38). Auch reine Praktikabilitätserwägungen können durchgreifen (EGMR, F.E. gegen Frankreich , Urteil vom 30. Oktober 1998, Recueil 1998-VIII, § 44 ff. ; KARPENSTEIN/MAYER, a.a.O., Rz. 53 zu Art. 6 EMRK). Diese Grundsätze wurden in der Rechtsprechung primär in Bezug auf das Recht auf Zugang zu einem Gericht entwickelt, doch haben sich der Verhältnismässigkeitsgrundsatz und mit ihm Abwägungsvorgänge z u- nehmend auch in Bezug auf die Grundsätze der Waffengleichheit und der Fairness des Verfahrens durchgesetzt. Die Abwägung erfolgt gestützt auf einzelfallbezogene Kriterien wie die Interessen des Beschwerdeführers, öffentliche Interessen und gegebenenfalls Interessen anderer am Verfa h- ren Beteiligter. Der Spielraum der Nationalstaaten schwankt nach Verfah- rensphase und -art (vgl. GRABENWARTER/PABEL, Europäische Menschen- rechtskonvention, a.a.O., § 18 Rz. 31; KARPENSTEIN/MAYER, a.a.O., Rz. 119 zu Art. 6 EMRK). Wie dargelegt, hat der Schweizerische Gesetzgeber bei der Regelung des Übernahmeverfahrens die Mitwirkungsrechte der Minderheitsaktion ä- re aufgrund einer derartigen Abwägung zwischen den verschiedenen, l e- gitimen Interessen eingeschränkt. Anhaltspunkte dafür, dass diese durch den Gesetzgeber vorgenommene Interessenabwägung nicht konvent i- onskonform wäre, sind nicht ersichtlich. B-253/2012 Seite 32 Gegenteils ist eher davon auszugehen, dass innerstaatliche Beschrä n- kungen in Bezug auf allfällige Parteirechte der Minderheitsaktionäre einer Zielgesellschaft in einem Übernahmeverfahren relativ weit gehen dürfen . Dies ergibt sich rechtsvergleichend etwa aus der Richtlinie 2004/25/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. April 2004 betre f- fend Übernahmeangebote, welche es den Mitgliedstaaten überlässt fes t- zulegen, ob und unter welchen Voraussetzungen die Mind erheitsaktionä- re Rechte in einem Verwaltungs - oder Gerichtsverfahren geltend machen können (vgl. Art. 4 Abs. 6 Richtlinie 2004/25/EG ; PETRA POHLMANN, Rechtsschutz der Aktionäre der Zielgesellschaft im Wertpapiererwerbs - und Übernahmeverfahren, ZGR 2007, S. 5). Als Zwischenergebnis ist daher davon auszugehen, dass der Ausschluss jeglicher Mitwirkungsrechte der Minderheitsaktionäre vor der Bestimmung der Prüfstelle, wie er sich aus der gesetzlichen Ordnung des Übernahm e- rechts ergibt, nicht gegen die Europäis che Menschenrechtskonvention verstösst. 6.5. Im vorliegenden Verfahren geht es zwar nicht um die erstmalige B e- stimmung einer Prüfstelle zum Zeitpunkt vor der Publikation eines öffen t- lichen Kaufangebots. Insofern besteht in der hier in Frage stehenden Ver- fahrensphase nicht mehr der für eine Übernahmeverfahren typische Zeit- druck, da die Übernahme bereits vollzogen ist . Auch steht nur mehr die Beschwerdeführerin – und nicht mehr eine Vielzahl von weiteren Minder- heitsaktionären der Zielgesellschaft – der Anbieterin als Mitwirkungsrech- te heischende Gegenpartei gegenüber. Indessen erscheint es grundsät z- lich als unzulässig, der Beschwerdeführerin nach der Rückweisung durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts mehr Mitwirkungsrechte zuz u- sprechen, als ihr im ursprünglichen Verfahren vor der Übern ahmekom- mission zustanden. Ziel und Zweck eines Rechtsmittelverfahrens ist es, allfällige Fehler der Entscheidbehörde zu korrigieren, nicht jedoch eine Verbesserung der Recht sposition der beschwerdeführenden Partei über das hinaus, was diese bei korrektem Verfahren und Entscheid der Ersti n- stanz hätte erhalten sollen. 6.6. Eine analoge Anwendung der spezifisch sozialversicherungsrechtl i- chen Überlegungen im MEDAS- Urteil (vgl. BGE 1 37 V 210 E. 3.4.2.7 ) auf den vorliegenden Sachverhalt ist daher abzulehnen . Stattdessen ist an der ständigen verwaltungsgerichtlichen Praxis festzuhalten, wonach zwar die Abweis ung von Ausstandsbegehren sofort anfechtbar ist , die Einwendung dagegen, es fehle den vorgesehenen Sachverständigen an B-253/2012 Seite 33 der fachlichen Eignung, in der Regel erst mit dem Entscheid in der Sache im Rahmen der Beweiswürdigung zu behandeln ist. 6.7. In Bezug auf die Frage, ob die drei Prüfstellenkandidatinnen die g e- setzlichen Eignungs kriterien erfüllten oder nicht, ist ein nicht wiedergu t- zumachender Nachteil der Beschwerdeführerin somit nicht dargetan. Die Vorinstanz hätte deshalb in diesem Punkt auf die Beschwerde gar nicht eintreten dürfen. Der angefochtene Beschwerdeentscheid der V orinstanz ist daher in die- sem Punkt von Amtes wegen aufzuheben und die Rügen der Beschwe r- deführerin, die drei Prüfstellenkandidatinnen erfüllten die gesetzlichen Eignungskriterien nicht, sind nicht materiell zu behandeln. 7. Soweit die Beschwerdeführerin gel tend macht, die drei Prüfstellenkand i- datinnen seien befangen bzw. sie erfüllten die Unabhängigkeitsvorau s- setzungen nicht, erweisen sich ihre Rügen insgesamt als unbegründet, weshalb die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist. In Bezug auf die Frage, ob die drei Prüfstellenkandidatinnen die gesetzl i- chen Eignungskriterien erfüllten oder nicht, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten und der angefochtene Beschwerdeentscheid der Vorinstanz ist von Amtes wegen aufzuheben. Da der Vorinstanz ein Ermessensspiel- raum bezüglich der Festlegung der Höhe ihrer Verfahrenskosten zusteht , ist es nicht Sache des Bundesverwaltungsgerichts, darüber zu entsche i- den, ob bzw. gegebenenfalls in welchem Umfang der Ausgang des vo r- liegenden Verfahrens zu einer anderen Spruchgebühr für das Beschwe r- deverfahren vor der Vorinstanz hätte führen sollen. Der angefochtene Be- schwerdeentscheid ist daher auch im Verfahrenskostenpunkt aufzuheben und die Sache ist diesbezüglich zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Ve r- fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Spruchgebühr richtet sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessfü h- rung und finanzieller Lage der P arteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG und Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und En t- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass es sich um B-253/2012 Seite 34 eine Streitigkeit m it Vermögensinteresse handelt, auch wenn der Strei t- wert nicht klar zu beziffern ist. Die Gerichtsgebühr ist daher auf CHF 10'000.− festzulegen. Der Beschwerdegegnerin 1 wird für die Anfertigung von 220 Kopien eine Verwaltungsgebühr von CHF 110.− auferlegt (vgl. Art. 4 Abs. 1 Bst. a des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Verwaltungsgebühren des Bundesverwaltungsgerichts [GebR-BVGer, SR 173.320.3]). 9. Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfäll i- ge weitere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Die Beschwer- degegnerinnen waren im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht anwaltlich vertreten, haben indessen keine Kostennoten eingereicht, weshalb die ihnen zuzusprechenden Parteientschädigungen aufgrund der Akten festzusetzen ist (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Der für Parteien t- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht anrechenbare Stu n- denansatz für Anwälte beträgt höchstens CHF 400.– zuzüglich Meh r- wertsteuer (vgl. Art. 10 Abs. 2 VGKE). 10. Entscheide auf dem Gebie t der öffentlichen Kaufangebote können nicht mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Schwe i- zerische Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 82 i.V.m. Art. 83 Bst. u BGG). Das vorliegende Urteil ist daher endgültig. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Dispositivziffer 1 des Beschwerdeentscheids der Vorinstanz vom 21. D e- zember 2011 wird aufgehoben, soweit sie sich auf die Frage der Eignung von Swiss Capital Alternative Investment AG (zusammen mit Swiss Cap i- tal Corporate Finance AG), Kepler Capital Markets SA oder Mazars Cor e- sa SA bezieht. Dispositivziffer 3 des Beschwerdeentscheids der Vorinstanz wird aufg e- hoben und die Sache wird zur Neuregelung der Verfahr enskosten an die Vorinstanz zurückgewiesen. B-253/2012 Seite 35 3. Die Verfahrenskosten von CHF 10'000.– werden der Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 5'000.– ver- rechnet. Der Restbetrag ist innert 30 Tagen zu Gunsten der Gerichtska s- se zu überweisen. 4. Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerinnen für das Verfa h- ren vor dem Bundesverwaltungsgericht mit je CHF 10'000.– zu entschä- digen. 5. Der Beschwerdegegnerin 1 wird eine Verwaltungsgebühr von CHF 110.− auferlegt. 6. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (vorab in elektronischer Form; Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein; Akten retour [erfolgen mit sep. Post]) – die Beschwerdegegnerin 1 (vorab in elektronischer Form; Einschre i- ben; Beilage: Einzahlungsschein) – die Be schwerdegegnerin 2 (vorab in elektronischer Form; Einschre i- ben) – die Vorinstanz (vorab in elektronischer Form; Einschreiben; Akten r e- tour [erfolgen mit sep. Post]) – die Erstinstanz (vorab in elektronischer Form; Einschreiben; Akten r e- tour [erfolgen mit sep. Post]) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann