Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 7. Juli 2016 (720 16 105 / 174) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beruht auf einem beweiskräftigen Gutachten, wes- halb die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf abgestellt hat. Zudem ist die Restarbeits- fähigkeit des Beschwerdeführers verwertbar. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Markus Mattle, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin i.V. Isabella Schibli Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advoka- tin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____ war zuletzt von Februar 2012 bis Juli 201 3 als Lagerist bei der B.____ AG tätig. Ende Mai 2013 musste er seine Arbeit aus gesundheit lichen Gründen aufgeben. Am 21. Oktober 2013 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Gelenksentzündung in Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Hand bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und der erwerbliche n Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 100 %. Gestützt auf dieses Er gebnis sprach die IV-Stelle dem Versi- cherten – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – mi t Verfügung vom 30. März 2016 eine befristete ganze Invalidenrente vom 1. Juni 2014 bis 31 . März 2015 zu. Für den Zeitraum ab 31. März 2015 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advokatin, am 7. April 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landsch aft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, die Verfügu ng der IV-Stelle vom 30. März 2016 sei aufzuheben und es sei ihm auch nach dem 31. März 2015 eine ganze Invalidenrente auszurich- ten; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde zu sammenfassend geltend gemacht, dass dem Gutachten vom 11. November 2015, worauf sich die IV-Stelle bei ihrem Entscheid abge- stützt hatte, die Beweiskraft fehle. Des Weiteren sei die Verwertbarkeit der verbliebenen Ar- beitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verneinen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 20. Mai 2016 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % a rbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.6 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist di e anspruchsbeeinflussende Ände- rung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichti- gen, in welchem angenommen werden kann, dass sie vorau ssichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiter andau ern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verord- nung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähi g ist. Darüber hinaus bilden die ärztli- chen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die B eurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zulet zt ausgeübte Berufsarbeit von der versi- cherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnis- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise no ch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in : Schaffhau- ser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in d er Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4. Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des Ge sundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf das e xterne rheumatologische Gutachten vom 11. November 2015, welches bei Dr. med. C.____, F MH Rheumatologie, physikalische Medizin und Rehabiliation, in Autrag gegeben wurde. Basierend auf der darin vorgenommenen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten befri stete sie die Invalidenrente gemäss Art. 88a IVV (vgl. E. 2.6) bis zum 31. März 2015. Unter den Parteien unbestritten geblieben sind vorliegend die Einstufung und Berechnung der Validen - und Invalideneinkommen und der dar- aus berechnete Invaliditätsgrad für den Zeitraum der verfügten Rente. Uneinigkeit zwischen den Parteien herrscht in Bezug auf die Beweiskraft des Gutach tens und dessen Einschätzung der noch verbleibenden Restarbeitsfähigkeit des Versicherten . Zu prüfen ist, ob der Versicherte auch nach dem 31. März 2015 Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Anlässlich der Exploration vom 21. Oktober 2015 stel lte Gutachter Dr. C.____ beim Ver- sicherten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbe itsfähigkeit: Eine oligoartikuläre Arth- ritis mit Nachweis einer Chondrokalzinose im rechten Hand gelenk und im Knorpel des linken Knies sowie einen Nachweis von Calcium-Pyrophosphatkristallen im Ellenbogenpunktat. Zudem diagnostizierte er beim Versicherten eine Psoriasis-Art hritis und abgelaufene entzündliche hu- morale Aktivitäten. In seiner Beurteilung stellte Dr. C.____ jedoch fest, dass bei der Untersu- chung kein Befund auszumachen sei, welcher eine relevan te Einschränkung oder Behinderung ausweisen könne. Der Versicherte habe lediglich bei Druck auf Höhe des Os lunatum beidseits und bei einer forcierten Extension des Handgelenks diskret e Schmerzen angegeben. Diese Beurteilung habe auch mit dem subjektiven Empfinden d es Versicherten übereingestimmt, wo- bei der Versicherte in der Untersuchung angab, dass er u nter Belastung Schmerzen in beiden Handgelenken habe. Das linke Hüftgelenk habe seit der Behandlung und Infiltration keine Ver- schlechterung gezeigt. Zum Teil würden auch Schmerzen i m Rückenbereich auftreten. Bezüg- lich der Arbeitsfähigkeit stellte Dr. C.____ in seinem Gutachten fest, dass im angestammten Beruf eine Leistungsminderung von max. 20 % vorhanden sei. Insbesondere sei der Versicher- te vom Heben von Gewichten von mehr als 25 kg zu dispe nsieren, und er solle repetitive ma- nuelle Tätigkeiten mit Heben oder Drehen der Handgel enke vermeiden. In einer adaptierten Verweistätigkeit sei jedoch keine Leistungsminderung bzw. eine volle Arbeitsfähigkeit festzu- stellen, sofern der Versicherte eine wechselbelastende T ätigkeit mit Heben bis 15 kg unter Vermeidung von repetitiven Torsionsbewegungen der Han dgelenke ausübe. Diese Einschät- zung gelte ab Januar 2015. 4.2 Im Zeitpunkt der Exploration durch Dr. C.____ stan d der Versicherte aufgrund seiner Arthritis an Handgelenken, Ellenbogen und Hüftgelenken in der Klinik D.____ in Behandlung. Im Rahmen einer Untersuchung vom 18. März 2015 (und somit vor derjenigen von Dr. C.____) bestätigte Dr. med. E.____, FMH allgemeine und entzün dliche Rheumatologie, dass der Versi- cherte bezüglich der coxogenen Problematik und auch be züglich des lumboradikulären Reizsyndroms rechts beschwerdearm sei. Es sei jedoch nicht a uszuschliessen, dass es bei akuten Schüben zu arthritisbedingten Zustandsverschlechte rungen kommen könne. In diesem Sinne konstatierte Dr. E.____, dass sich der Versicherte schon im März 2015 in einem stabilen Zustand befunden hat. 5.1 Das Gutachten vom 11. November 2015 erweist sich – wie dies vom Bundesgericht ver- langt wird (vgl. 3.2 hiervor) – unter diesen Umstände n für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten redigiert worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zu- sammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situa tion ein, es setzt sich mit den vor- handenen ärztlichen Einschätzungen auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen über- zeugend. Insbesondere nimmt Dr. C.____ auch eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit vor. Zu diesem Schluss kam auch Dr. med. F.____, Ärztin der Regiona- len ärztlichen Dienste, in ihren Berichten vom 17. Nove mber 2015 sowie vom 10. Mai 2016. Auch wenn das Gutachten gewisse sprachliche Mängel aufwe ist (vgl. S. 10 Zeile 3, S. 17 Zeile 16, S. 18 Zeile 14) kann nicht von einem unsorgfältige n Gutachten gesprochen werden, bei Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem auch eine inhaltliche Unzuverlässigkeit anzunehmen wäre. Das Gutachten erfüllt die bun- desgerichtlichen Kriterien an eine beweiskräftige ärztliche Entscheidgrundlage. 5.2 Der Beschwerdeführer bestreitet die Beweiskraft des Gutachtens und stellt sich auf den Standpunkt, die bestehende Arthritis in der Hüfte und im Rücken seien im Gutachten vollständig vernachlässigt worden. Dieser Behauptung kann nicht gef olgt werden. Dr. C.____ bestätigt in Übereinstimmung mit den Aussagen des Beschwerdeführers wä hrend der Untersuchung und unter Berücksichtigung der Konsultation durch Dr. E.___ _ vom 18. März 2015, dass der Be- schwerdeführer bezüglich der coxogenen Problematik beschwer dearm sei. Ab und zu würden den Beschwerdeführer Schmerzen im Rückenbereich plagen, generell seien jedoch keine Be- wegungseinschränkungen zu erkennen. Das Gutachten setzt sich neben den Beschwerden in den Handgelenken somit auch mit dem aktuellen Gesundhe itszustand in Hüfte und Rücken auseinander. 5.3 Ausschlaggebend für die Berechnung des Invaliditätsg rades ist mit Blick auf das Invali- deneinkommen das Einkommen, welches die versicherte Per son nach Eintritt der Invalidität durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (vgl. E. 2.4 hiervor). Für die rechtsanwendende Behörde ist bei der Anspruchsprüfung von Inva- lidenrenten folglich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der Verweistätigkeit ausschlaggebend (vgl. E. 3.1 hiervor). Diesbezüglich bringt der Beschwerdeführer keine Argumente vor. 5.4 Die Argumente des Beschwerdeführers betreffen vielm ehr die Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit in der angestammten Tätigkeit. Er macht gelte nd, dass die Einschätzung der Arbeitsfä- higkeit in der angestammten Tätigkeit sowohl den Akten widerspricht wie auch in sich wider- sprüchlich sei. Im Zusammenhang mit der Gewichtsbegrenzun g von maximal 15 kg innerhalb der Verweistätigkeit moniert der Beschwerdeführer, da ss deutlich werde, dass ihm das Heben von mehr als 15 kg nicht zumutbar sei und dies auch in d er angestammten Tätigkeit hätte be- rücksichtigt werden müssen. Zudem würde auch das Be- und Entladen der Lastwagen eine repetitive Belastung des Handgelenks darstellen, welche g emäss Gutachten zu vermeiden sei. Die Leistungsminderung von lediglich 20 % sei somit i nsgesamt nicht nachvollziehbar. Entge- gen der Ansicht des Beschwerdeführers lässt sich in der Ei nschätzung der zumutbaren Arbeits- tätigkeiten und der Differenzierung der unterschiedlich en Hebegewichte in der angestammten und adaptierten Tätigkeit jedoch kein Widerspruch erke nnen. Bei einer vollständigen Dispens vom Heben von Gewichten von mehr als 25 kg und dem Meid en von repetitiven Bewegungen der Handgelenke ist eine Leistungsminderung in der ang estammten Tätigkeit von max. 20 % nachvollziehbar und nicht widersprüchlich; die Leistung sminderung ergibt sich eben daraus, dass die angestammte Tätigkeit in diesem Umfang nicht m ehr zumutbar ist. Soweit der Be- schwerdeführer im Übrigen vorbringt, dass aus den Akten kl ar hervorgehe, dass er sehr häufig Lasten bis 25 kg habe heben müssen, ist ihm entgegenzuha lten, dass dies gemäss Arbeitge- berprotokoll vom 5. November 2013 nur sehr selten (d. h. 1 – 5 % der Arbeitszeit) der Fall ge- wesen sei. Wie vor der Vorinstanz wurde auch im vorliege nden Verfahren nicht nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer tatsächlich sehr häufig Lasten über 25 kg hätte heben müssen. Die Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich der fehlenden Beweiskraft des Gutachtens von Dr. C.____ sind deshalb insgesamt unbegründet. Es ist so mit festzustellen, dass der gutachter- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht lichen Einschätzung zu folgen ist und der Beschwerdeführ er in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. 6. Der Beschwerdeführer bestreitet sodann die Verwert barkeit der ihm noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit. Er stellt sich insbesondere auch m it Blick auf sein Alter auf den Stand- punkt, es könne nicht davon ausgegangen werden, dass ihm bei seiner Ausbildung und seinen Gesundheitsbeeinträchtigungen noch eine Anstellung angeboten werden könnte. 6.1 Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzu stellen, ob ein Invalider unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann , sondern einzig darauf, ob er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen kön nte, wenn die verfügbaren Arbeits- plätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würd en (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4; Urteil des EVG vo m 16. Juni 2004, I 824/02, E. 2.2.1 zu Art. 28 Abs. 2 aIVG). Gemäss der oben (vgl. Erwägung 2. 4 hiervor) zitierten Bestimmung von Art. 16 ATSG ist bei der Bestimmung des Invaliditätsg rades deshalb von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage auszugehen. Der Begriff umfasst einerse its ein gewisses Gleichgewicht zwi- schen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen; ande rerseits bezeichnet er einen Ar- beitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer versch iedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen u nd intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diese n Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu ver- werten (BGE 110 V 276 E. 4b; Zeitschrift für die Aus gleichskassen [ZAK] 1991 S. 318 E. 3b). Das restliche erwerbliche Leistungsvermögen hat sich somit in einem fiktiven Arbeitsmarkt zu bewähren, der definitionsgemäss unter anderem konjunktu rell ausgeglichen ist (Urteil des EVG vom 17. Dezember 2002, I 601/01, E. 4.3; R UDOLF RÜEDI , Im Spannungsfeld zwischen Scha- denminderungspflicht und Zumutbarkeitsgrundsatz bei der Invaliditätsbemessung nach einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, in: Schaffhauser/Schlauri [H rsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 35). Bei de r Prüfung der wirtschaftlichen Verwert- barkeit der Restarbeitsfähigkeit darf allerdings nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen und insbesondere dort nicht von einer Arb eitsgelegenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgegli- chene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unt er nicht realistischem Entgegen- kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entspre- chenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlosse n erscheint (Urteil des Bundesge- richts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4.1 mit Hinweisen). 6.2 Die Rechtsprechung hat insbesondere auch das fortge schrittene Alter, obgleich ein an sich invaliditätsfremder Faktor (AHI-Praxis 1999 S. 240 u nten sowie Urteil des EVG vom 29. August 2002, I 97/00, E. 1.4 mit Hinweisen), als K riterium anerkannt, welches zusammen mit den weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenh eiten dazu führen kann, dass die der versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ih r deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Ist die Resterwerbsfähigkeit in die- sem Sinne wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, liegt vo llständige Erwerbsunfähigkeit vor, die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zum Anspruch auf eine ganze Invalidenrente führt (Urt eil des EVG vom 5. August 2005, I 376/05, E. 4.1 mit Hinweisen). Der Einfluss des Lebe nsalters auf die Möglichkeit, das verblie- bene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmar kt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen. Die Bedeutung des fortgeschrittenen Alters für die Besetzung entsprechender Stellen ergibt sich vielmehr aus den Einzelfallumständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweistätigkeiten mass gebend erscheinen. Zu denken ist zu- nächst an die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsscha dens und seiner Folgen, angesichts der beschränkten Dauer verbleibender Aktivität sodann nam entlich auch an den absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand, dessen Ausmass wi ederum anhand von Kriterien wie der Persönlichkeitsstruktur, vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung und beruf- lichem Werdegang sowie der Anwendbarkeit von Berufserfa hrung aus dem angestammten Be- reich abzuschätzen ist (Urteile des EVG vom 5. August 2 005, I 376/05, E. 4.1 und vom 23. Ok- tober 2003, I 392/02, E. 3.1). 6.3 Wie das Bundesgericht im Urteil vom 10. September 2 013, 8C_345/2013, aufzeigt, hatte es sich schon verschiedentlich mit Fällen von Versicherten zu b efassen, in denen sich die Fra- ge stellte, ob diese angesichts ihres fortgeschrittenen A lters in einem als ausgeglichen unter- stellten Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gelten und di e ihr verbliebene Leistungsfähigkeit er- werblich verwerten konnten. So hatte laut der vom Bund esgericht im genannten Urteil in E. 4.3.2 wiedergegebenen Kasuistik das damalige EVG einen 60-jährigen Versicherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war, als zwar nicht leicht vermittelbar erachtet. Es sah aber mit Bezug auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt gleichwohl Möglichkei- ten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten auf de m hypothetischen, ausgeglichenen Ar- beitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt we rden, und der Versicherte zwar ein- geschränkt (weiterhin zumutbar waren leichte und mitt elschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), aber immer noch im Rahmen eines Vollpensums ar- beitsfähig war (Urteil des Bundesgerichts vom 5. August 2005, I 376/05, insbesondere E. 4.2). Bejaht hat das Eidgenössische Versicherungsgericht auch d ie Verwertbarkeit der Restarbeits- fähigkeit eines (ebenfalls) 60-jährigen Versicherten mit einer aufgrund verschiedener psychi- scher und physischer Limitierungen (es bestanden u.a. rheum atologische und kardiale Proble- me) um 30 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2007, I 304/06, E. 4.1 und 4.2). Schliesslich erachtete das Bundesgericht die Chancen eines 60 Jahre alten Versicherten auf eine Anstellung als int akt, der in Bezug auf körperlich leichte Arbeiten, die abwechslungsweise sitzend oder stehend aus geführt werden können, ohne re- gelmässiges Heben oder Tragen von Gewichten über 10 kg, ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen und ohne regelmässige Kraftanwendung des l inken Arms bei voller Stundenprä- senz im Umfang von 80 % arbeitsfähig war (Urteil des Bu ndesgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.3). 6.4 Der Beschwerdeführer war im massgebenden Zeitpunkt des Feststehens der medizini- schen Zumutbarkeit seiner Erwerbstätigkeit (BGE 138 V 45 7 ff.) bzw. im Zeitpunkt der Gutach- tenserstellung 60 Jahre alt. Auch wenn er in diesem A lter sicherlich nicht mehr leicht vermittel- bar ist, bestehen für ihn entsprechend der bundesgericht lichen Rechtsprechung aber dennoch Möglichkeiten, eine Stelle zu finden. Einerseits werden Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 28 Abs. 2 IVG) grunds ätzlich altersunabhängig nachgefragt (vgl. E. 6.3 hiervor; Urteil des EVG vom 20. Juli 2004, I 39/04). Andererseits ist der Versicherte in einer leidensadaptierten Tätigkeit nach wie vor zu 100 % arbeitsfähig (Urteil des Bundesge- richts vom 22. Januar 2007, I 304/06, E. 4.2). Für die Verwertbarkeit seiner Arbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt spricht zudem das verglei chsweise weite Spektrum an zu- mutbaren (Hilfs-) Tätigkeiten (Urteil des Bundesgericht s vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.3). Obwohl der Beschwerdeführer über keine abgesch lossene Berufsausbildung verfügt, weist er eine grosse Berufserfahrung in diversen Arbeit stätigkeiten aus. Er war unter anderem als Hilfsarbeiter bei der Firma G.____, als Hilfschauff eur bei H.____, als Lagermitarbeiter bei I.____ und im Kurierdienst tätig. Am längsten arbeite te er von 1979 – 2009 als Allrounder bei der J.____ AG. In den 1½ Jahren vor Eintritt seiner i nvalidisierenden Gesundheitsbeeinträchti- gung war er zuletzt als Lagerist bei der B.____ AG an gestellt. Im Lichte dieser Tätigkeiten er- wies sich der Beschwerdeführer mithin auch immer wieder als beruflich anpassungsfähig. Das dem Versicherten noch zumutbare Tätigkeitsfeld unterli egt deshalb nicht derart vielen Ein- schränkungen, dass eine Anstellung künftig nicht mehr als r ealistisch zu bezeichnen wäre. Zu denken ist, wie Dr. C.____ in seinem Gutachten festgestellt hat, beispielswese an eine Tätigkeit an einer Rezeption, als Portier oder als Kontrolleur . Auch in einer, wie vom Beschwerdeführer gegenüber Dr. C.____ erwähnten Tätigkeit als Chauffeu r oder im Transport von kleinem Mate- rial, ist eine Anstellung unter Berücksichtigung der gesun dheitlichen Einschränkungen auf ei- nem ausgeglichenen Markt durchaus realistisch. Unter diesen Umständen ist die IV-Stelle vor- liegend im Lichte der relativ hohen Hürden, die das B undesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat, z u Recht von der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen. 7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfü gung vom 30. März 2016 nicht zu beanstanden ist. Die IV-Stelle hat die Rente des Beschwerdeführers in Übereinstim- mung mit Art. 88a IVV zu Recht bis zum 31. März 2015 be fristet. Die Beschwerde vom 7. April 2016 ist deshalb abzuweisen. 8. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kanto- nalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahren skosten werden nach dem Verfah- rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festge- legt. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassung s- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegen- de Partei, weshalb er die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- zu tragen hat. Diese werden mit dem vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Proze ssausgang entsprechend wettzu- schlagen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs