<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-05-02-2C_220-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_220/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 2. Mai 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Aubry Girardin, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichter Donzallaz, </div> <div class="para">Bundesrichterin Ryter, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Quinto. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para">vertreten durch B.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Departement des Innern des Kantons Solothurn, Migrationsamt, </div> <div class="para">Ambassadorenhof, 4509 Solothurn. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung / Wegweisung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn </div> <div class="para">vom 3. März 2023 (VWBES.2022.218). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">A.________ (geb. 2000), Staatsangehörige der Republik Kosovo, heiratete am 21. Februar 2019 in ihrem Heimatland den in der Schweiz niederlassungsberechtigten kosovarischen Staatsangehörigen C.________ (geb. 1997). Sie reiste am 17. Mai 2019 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein, nahm Wohnsitz bei ihrem Ehemann in S.________/SO und erhielt am 6. Juni 2019 eine Aufenthaltsbewilligung mit Gültigkeitsdauer bis 31. Mai 2020. Das Ehepaar trennte sich am 1. Juli 2019. Danach war zunächst unbekannt, wo sich A.________ aufhielt. Ende August 2019 nahm sie Wohnsitz in T.________/SO. Die kinderlos gebliebene Ehe wurde am 30. Oktober 2019 geschieden. </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 27. Mai 2022 verweigerte das Departement des Innern des Kantons Solothurn, vertreten durch das Migrationsamt, die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von A.________ und wies sie an, die Schweiz bis am 31. August 2022 zu verlassen. Die dagegen gerichtete Beschwerde wurde vom Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn mit Urteil vom 3. März 2023 abgewiesen, wobei die Ausreisefrist neu auf zwei Monate ab Rechtskraft dieses Urteils festgesetzt wurde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 20. April 2023 beantragt A.________ (Beschwerdeführerin) dem Bundesgericht, die Beschwerde "zuzulassen". Das vorinstanzliche Urteil sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessular Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin die aufschiebende Wirkung ihres Rechtsmittels. </div> <div class="para">Nachdem die Vorinstanz entschieden hat, die Ausreisefrist werde neu auf zwei Monate ab Rechtskraft ihres Urteils festgesetzt und somit keine Gefahr bestand, dass die Beschwerdeführerin während dem bundesgerichtlichen Verfahren weggewiesen wird, wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung - ohne vorgängige Verfügung - infolge Abweisung der Beschwerde im vereinfachten Verfahren (<span class="artref">Art. 109 BGG</span>) als gegenstandslos abgeschrieben. </div> <div class="para">Von einem Schriftenwechsel und weiteren Instruktionsmassnahmen wurde abgesehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Aufgrund der Scheidung kann die Beschwerdeführerin keinen Aufenthaltsanspruch mehr aus <span class="artref">Art. 43 Abs. 1 AIG</span> ableiten. Unbestritten ist zudem, dass die eheliche Gemeinschaft vorliegend nur rund eineinhalb Monate (von der Einreise in die Schweiz bis zur Trennung, vgl. E. 1 oben) gedauert hat bzw. keine drei Jahre Bestand hatte, weshalb die Beschwerdeführerin auch nicht über einen Aufenthaltsanspruch gemäss <span class="artref">Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG</span> verfügt. Auch verfügt die Beschwerdeführerin weder über Kinder noch sonstige Familienangehörige in der Schweiz, weshalb sie sich auch nicht auf den Schutz des Familienlebens (<span class="artref">Art. 8 Ziff. 1 EMRK</span>) berufen kann; ebenso wenig fällt vorliegend angesichts der kurzen Anwesenheitsdauer eine Berufung auf den Schutz des Privatlebens (<span class="artref">Art. 8 Ziff. 1 EMRK</span>) in Betracht (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=35&amp;from_date=01.05.2023&amp;to_date=20.05.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-I-266%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page266">BGE 144 I 266</a> E. 3.9). Die Beschwerdeführerin beruft sich jedoch auf das Vorliegen eines nachehelichen Härtefalls wegen starker Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland im Sinne von <span class="artref">Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG</span>. Diese Bestimmung vermittelt grundsätzlich einen Aufenthaltsanspruch. Da nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann, dass die Bedingungen von <span class="artref">Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG</span> erfüllt sind, wird die vorliegende Beschwerde nicht von der Regelung bezüglich Unzulässigkeit bzw. Nichteintreten gemäss <span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG</span> erfasst (vgl. Urteil 2C_298/2022 vom 4. Mai 2022 E. 3.1). Ob vorliegend effektiv ein Aufenthaltsrecht besteht, ist eine Frage der materiellen Prüfung und keine Eintretensfrage (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=35&amp;from_date=01.05.2023&amp;to_date=20.05.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-330%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page330">BGE 139 I 330</a> E. 1.1). Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten steht demnach vorliegend offen. Da die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 42, Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2, <span class="artref">Art. 89 Abs. 1, <artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90 und <artref id="CH/173.110/100/1" type="start"></artref>Art. 100 Abs. 1 BGG</span><artref id="CH/173.110/90" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/89/1" type="end"></artref>), ist auf die Beschwerde einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Das Bundesgericht stellt auf den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt ab (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Letzterer wird von der Beschwerdeführerin ausdrücklich als zutreffend anerkennt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von <span class="artref">Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG</span>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.1.</b> Vorliegend hat die Vorinstanz in korrekter Weise die anwendbaren rechtlichen Grundlagen und die Rechtsprechung, aufgrund derer ein nachehelicher Härtefall im Sinne der starken Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland bestehen würde, dargestellt (<span class="artref">Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=35&amp;from_date=01.05.2023&amp;to_date=20.05.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-II-229%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page229">BGE 138 II 229</a> E. 3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=35&amp;from_date=01.05.2023&amp;to_date=20.05.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-345%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page345">137 II 345</a> E. 3.2). Diesbezüglich kann deshalb auf den angefochtenen Entscheid verwiesen werden (<span class="artref">Art. 109 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.2.</b> Die Vorinstanz hat im Wesentlichen und zu Recht erwogen, dass der Umstand, wonach die Beschwerdeführerin in der Schweiz eine Stelle gefunden, sich in der Schweiz klaglos verhalten und keine Sozialhilfe bezogen hat und sich hier wohl fühlt und soziale Kontakte geknüpft hat, nicht dazu führt, dass ihre soziale Wiedereingliederung im Kosovo als stark gefährdet erscheint. Auch hat die Vorinstanz zutreffend erwogen, dass die Beschwerdeführerin erst mit 18 Jahren in die Schweiz eingereist ist, mit den Gepflogenheiten ihres Herkunftslandes noch bestens vertraut ist, ihr die in der Schweiz erworbenen beruflichen Kenntnisse im Kosovo zugute kommen werden und keine Hindernisse für eine erfolgreiche Reintegration im Kosovo ersichtlich sind. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.3.</b> Wenn die Beschwerdeführerin im Übrigen in <i>pauschaler</i> Weise und ohne jeden Hinweis auf eine <i>konkrete</i> Gefährdung vorbringt, im Kosovo werde eine Scheidung schlecht aufgenommen, als junge, kinderlose Frau werde sie im Kosovo sozial marginalisiert werden und die Beschäftigungsmöglichkeiten im Kosovo seien sehr begrenzt, begründet dies keinen nachehelichen Härtefall im Sinne von <span class="artref">Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG</span>. Eine <i>konkrete</i>, starke Gefährdung bzw. konkrete erhebliche Konsequenzen im Falle ihrer Rückkehr in den Kosovo legt die Beschwerdeführerin damit nicht dar. Zudem ist aufgrund des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin nur wenige Wochen mit ihrem Ehemann zusammen gelebt und die Ehe nur wenige Monate gedauert hat, offensichtlich, dass der behauptete Härtefall in keinem Zusammenhang mit dieser Ehe steht. Vielmehr erscheint klar, dass die Beschwerdeführerin deshalb einen Härtefall geltend macht, weil sie die wirtschaftlich vorteilhafteren Rahmenbedingungen in der Schweiz in Anspruch nehmen möchte. Letzteres begründet jedoch keinen Härtefall im Sinne der genannten Bestimmungen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=35&amp;from_date=01.05.2023&amp;to_date=20.05.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-II-229%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page229">BGE 138 II 229</a> E. 3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=35&amp;from_date=01.05.2023&amp;to_date=20.05.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-345%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page345">137 II 345</a> E. 3.2; Urteil 2C_376/2021 vom 9. Dezember 2021 E. 5.2 f.). Gesundheitliche Probleme, welche einer Rückkehr in den Kosovo im Wege stehen würden, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.4.</b> Aufgrund des Gesagten hat die Vorinstanz <span class="artref">Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG</span> bundesrechtskonform angewendet und die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin sowie die daraus folgende Wegweisung aus der Schweiz zu Recht bestätigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist demnach in Anwendung des vereinfachten Verfahrens im Sinne von <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG</span> abzuweisen. </div> <div class="para">Die unterliegende Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten zu tragen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Eine Parteientschädigung ist nicht geschuldet (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten im Betrag von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn und dem Staatssekretariat für Migration mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 2. Mai 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: F. Aubry Girardin </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: C. Quinto </div> </div></body></html>