<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SR.2004.00009</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204401&amp;W10_KEY=13013568&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SR.2004.00009</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.08.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 07.01.2005 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erbschaftssteuer</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Auslegung des Stiefkindbegriffs im ESchG Die Begründung eines Stiefkindverhältnisses zum Ehegatten des leiblichen Elternteils setzt ein rechtliches Kindsverhältnis im Sinn von Art. 252 ff. ZGB zwischen dem Kind und dem leiblichen Elternteil voraus, wohingegen die rein biologische Abstammung nicht genügt. Da zwischen der Pflichtigen als ausserehelichem Kind und ihrem Vater lediglich eine altrechtliche Zahlvaterschaft ohne Standesfolge bestand, welche kein rechtliches Kindsverhältnis begründete, und es aufgrund des Alters der Pflichtigen bei Inkrafttreten des neuen Kindsrechts nicht möglich war, die Zahlvaterschaft in ein neurechtliches Kindsverhältnis umzuwandeln, kann sie nicht als Stiefkind der Ehefrau ihres Vaters (Erblasserin) betrachtet werden und finden die entsprechenden Vorzugsbestimmungen des ESchG keine Anwendung. Abweisung des Rekurses.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLEGUNG">AUSLEGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSEREHELICH">AUSSEREHELICH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRIFF">BEGRIFF</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BIOLOGISCHE ABSTAMMUNG">BIOLOGISCHE ABSTAMMUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BLUTSVERWANDTSCHAFT">BLUTSVERWANDTSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERBLASSER/-IN">ERBLASSER/-IN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERBSCHAFTSSTEUER">ERBSCHAFTSSTEUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FISKALISCHE PRIVILEGIERUNG">FISKALISCHE PRIVILEGIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDESRECHT">KINDESRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDESVERHÃLTNIS">KINDESVERHÃLTNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHWÃGERSCHAFT">SCHWÃGERSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STANDESFOLGE">STANDESFOLGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Erbschafts- und Schenkungssteuer ST: STEUERBEMESSUNG">STEUERBEMESSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STIEFKIND/-ER">STIEFKIND/-ER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERGANGSRECHT">ÃBERGANGSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWANDTSCHAFT">VERWANDTSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZAHLVATERSCHAFT">ZAHLVATERSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZIVILRECHTLICHE BEGRIFFE">ZIVILRECHTLICHE BEGRIFFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 21 Abs. I lit. d ESchG</span><br/><span class="gerade">§ 23 Abs. I lit. b ESchG</span><br/><span class="ungerade">Art. 20 ZGB</span><br/><span class="gerade">Art. 21 ZGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 252 ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2004 Nr. 112 S. 214</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Am 5. MÃ¤rz 2001 starb C, geboren 1921, wohnhaft gewesen in X. Ihr vorverstorbener Ehemann, D, ist Vater des ausserehelichen Kindes A, geboren 1961, wobei zwischen Vater und Tochter eine Zahlvaterschaft nach altem Recht bestand. Mit EinschÃ¤tzungs- und Einspracheentscheid vom 13. MÃ¤rz 2003 bzw. 2. Juni 2004 auferlegte die Finanzdirektion des Kantons ZÃ¼rich (Abteilung Erbschafts- und Schenkungssteuer des kantonalen Steueramts) der als Alleinerbin eingesetzten A eine Erbschaftssteuer von Fr. -.-.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Hiergegen erhob die Pflichtige am 11. Juni 2004 Rekurs an das Verwaltungsgericht mit dem Antrag, den vorinstanzlichen Entscheid aufzuheben und die Erbschaftssteuer auf Fr. -.- herabzusetzen, da sie als Stiefkind der Erblasserin nach § 23 Abs. 1 lit. b des Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes vom 28. September 1986 (ESchG) zu besteuern sei und zudem Anspruch auf den Freibetrag von Fr. 15'000.- nach § 21 Abs. 1 lit. d ESchG habe. Gleichzeitig verlangte sie eine ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Die Finanzdirektion schloss auf Abweisung des Rekurses.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>GemÃ¤ss § 3 Abs. 1 ESchG unterliegen der Erbschaftssteuer alle VermÃ¶gensÃ¼bergÃ¤nge kraft gesetzlichen Erbrechts oder aufgrund einer VerfÃ¼gung von Todes wegen. Der Steuersatz bemisst sich aufgrund eines progressiv ausgestalteten Grundtarifs (§ 22 ESchG) und einem Zuschlag, dessen HÃ¶he sich nach dem verwandtschaftlichen VerhÃ¤ltnis zwischen Erblasser und Erbe richtet (§ 23 ESchG). Stiefkinder schulden von der nach § 22 Abs. 1 ESchG berechneten Steuer den doppelten Betrag (§ 23 Abs. 1 lit. b ESchG) und kÃ¶nnen von den steuerbaren VermÃ¶gensÃ¼bergÃ¤ngen Fr. 15'000.- abziehen (§ 21 Abs. 1 lit. d ESchG). </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Nachdem die Pflichtige sowohl die Ermittlung des steuerbaren Nachlasses als auch dessen Besteuerung zu 94.58% im Kanton ZÃ¼rich ausdrÃ¼cklich anerkannt hat, ist vorliegend einzig umstritten, ob sie als Stiefkind der Erblasserin im Sinn von § 21 Abs. 1 lit. d und § 23 Abs. 1 lit. b ESchG zu betrachten ist und die entsprechenden Vorzugsbestimmungen Anwendung finden.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, der zivilrechtliche Begriff des Kinds sei auch fÃ¼r das Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz massgebend. Ob eine Person als Kind des Erblassers zu betrachten sei, hÃ¤nge einzig vom rechtlichen VerwandtschaftsverhÃ¤ltnis ab, was ein rechtliches KindsverhÃ¤ltnis im Sinn von Art. 252 ff. des Zivilgesetzbuchs (ZGB) voraussetze, wohingegen die biologische Abstammung allein nicht genÃ¼ge. Es bestehe kein sachlicher Grund, beim Stiefkind von einem anderen Kindsbegriff auszugehen. Zwar stelle das StiefkindverhÃ¤ltnis eine besondere Art der SchwÃ¤gerschaft dar, indessen handle es sich dabei um ein zivilrechtliches VerwandtschaftsverhÃ¤ltnis. Die GewÃ¤hrung des privilegierten Steuersatzes fÃ¼r Stiefkinder sei eine rein fiskalische Wohltat, welche keinesfalls als zwingend erscheine, sodass es richtig sei, diese Ausnahmebestimmung eng auszulegen und auf die rechtlichen StiefkindverhÃ¤ltnisse zu beschrÃ¤nken. Da die Beziehung zwischen der ausserehelich gezeugten Pflichtigen und dem vorverstorbenen Ehemann der Erblasserin nicht auf einem rechtlichen VerwandtschaftsverhÃ¤ltnis beruhe, kÃ¶nne die Pflichtige nicht als Stiefkind im Sinn des Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes gelten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>DemgegenÃ¼ber bringt die Pflichtige vor, aufgrund des zur Zeit ihrer Geburt im Jahr 1961 geltenden Rechts habe zwischen ihr und ihrem leiblichen Vater lediglich eine Zahl­vaterschaft ohne Anerkennung mit Standesfolgen bestanden, wobei das KindsverhÃ¤ltnis nach Inkrafttreten des neuen Kindsrechts im Jahr 1978 nicht mehr dem neuen Recht habe unterstellt werden kÃ¶nnen, da sie zu jenem Zeitpunkt das zehnte Altersjahr bereits erreicht habe. Indem sich die Vorinstanz bei der Auslegung des Begriffs "Stiefkind" auf das zivilrechtliche KindsverhÃ¤ltnis nach Art. 252 ff. ZGB beziehe, Ã¼bersehe sie, dass der Begriff des Stiefkindes dort gar nicht enthalten sei. Ausserdem gehe es bei der Umschreibung dieses Begriffs nicht um das KindsverhÃ¤ltnis selbst, sondern um eine tatsÃ¤chliche Beziehung zwischen einem Ehegatten und dem Kind des anderen Ehegatten. In Art. 21 ZGB werde nicht die Verwandtschaft, sondern die SchwÃ¤gerschaft umschrieben. Die Beziehung von Stiefeltern und Stiefkindern sei eine besondere Art der SchwÃ¤gerschaft, bei welcher es sich lediglich um eine tatsÃ¤chliche und nicht um eine verwandtschaftliche Beziehung handle. Die SchwÃ¤gerschaft beziehe sich immer auf Personen, die in gerader Linie mit dem anderen Ehegatten blutsverwandt seien, wobei es keine Rolle spiele, ob jene Blutsverwandtschaft ehelich oder ausserehelich sei. Massgebend sei allein das Vorhandensein einer tatsÃ¤chlichen Verwandtschaft, welche entgegen der Ansicht der Vorinstanz keines KindsverhÃ¤ltnisses im formellen Sinn bedÃ¼rfe, sondern nur eine tatsÃ¤chliche Abstammung durch die Zeugung erfordere.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.1 </span></b><span>Wenn der Gesetzgeber in einer Steuerrechtsnorm zivilrechtliche Begriffe verwendet, ist deren zivilrechtliche Bedeutung grundsÃ¤tzlich auch fÃ¼r das Steuerrecht massgebend. So ist beispielsweise der im Erbschaftssteuerrecht verwendete Begriff der "Nachkommen" mit demjenigen im Zivilrecht identisch. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sÃ¤mtliche zivilrechtlichen Begriffe im Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz auch im zivilrechtlichen Sinn zu verstehen seien; vielmehr ist die Bedeutung eines solchen Begriffs im Einzelfall durch Auslegung zu ermitteln. Allgemein gilt, dass auch dem Zivilrecht entnommene Begriffe aus dem steuerrechtlichen Bedeutungszusammenhang heraus verstanden werden mÃ¼ssen (RB 1982 Nr. 64; Felix Richner/Walter Frei, Kommentar zum ZÃ¼rcher Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz, ZÃ¼rich 1996, § 1 N. 165 ff., § 23 N. 6).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.2 </span></b><span>Der Begriff des "Stiefkindes" wird weder in zivilrechtlichen Gesetzen noch im Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz definiert. Unbestritten ist jedoch, dass es sich beim StiefkindverhÃ¤ltnis um eine besondere Art der SchwÃ¤gerschaft handelt. Die BegrÃ¼ndung dieses VerhÃ¤ltnisses setzt zweierlei voraus: einerseits das Bestehen einer Gemeinschaft eines Elternteils mit seinem Kind, andererseits die Eingehung einer Ehe dieses Elternteils mit einer Drittperson. Die Beziehungen zwischen Elternteil und Kind sowie zwischen Ehegatte und Kind sind strikt auseinander zu halten. FÃ¼r die Beurteilung der Frage, ob die Voraussetzungen fÃ¼r die BegrÃ¼ndung eines StiefkindverhÃ¤ltnisses zu einem ausserehelichen Kind des Ehegatten erfÃ¼llt sind, ist folglich insbesondere massgebend, inwiefern eine Gemeinschaft zwischen dem Kind und dem leiblichen Elternteil besteht (vgl. Ruth Speiser, Die RechtsverhÃ¤ltnisse der Stiefeltern und Stiefkinder nach schweizerischem Recht, ZSR 46/1927, 83 ff.). </span></p> <p class="Erwgung3"><span>Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, ist der zivilrechtliche Begriff des "Kindes" auch fÃ¼r das Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz massgebend. Es sind keine sachlichen GrÃ¼nde fÃ¼r eine abweichende Auslegung dieses Begriffs ersichtlich. Entscheidend fÃ¼r die Frage, ob jemand rechtlich als Kind einer anderen Person zu gelten hat, ist das Bestehen eines formellen KindsverhÃ¤ltnisses zu dieser Person im Sinn von Art. 252 ff. ZGB, welches zum Vater durch Ehe mit der Mutter, Adoption, Anerkennung oder richterliches Urteil entstehen kann. Das KindsverhÃ¤ltnis bezeichnet die rechtliche Beziehung zwischen den Eltern und dem Kind und ist von der biologischen Tatsache der Abstammung zu unterscheiden. Ein entsprechendes VerhÃ¤ltnis ist Grundlage fÃ¼r alle rechtlichen Wirkungen der Eltern-Kind-Beziehung und begrÃ¼ndet die Verwandtschaft und SchwÃ¤gerschaft im Sinn von Art. 20 f. ZGB. Folgerichtig setzt auch â bereits begriffsnotwendig â die BegrÃ¼ndung eines StiefkindverhÃ¤ltnisses ein KindsverhÃ¤ltnis zum leiblichen Elternteil voraus. Anders zu entscheiden wÃ¼rde, wie die Vorinstanz richtig ausgefÃ¼hrt hat, zu einer nicht gerecht­fertigten Besserstellung des Stiefkindes gegenÃ¼ber einem "normalen" Kind fÃ¼hren, erfordert doch auch die steuerliche Privilegierung von direkten Nachkommen eines Erblassers gemÃ¤ss § 11 ESchG ein rechtliches Kinds- bzw. VerwandtschaftsverhÃ¤ltnis, da â wie schon erwÃ¤hnt â der Begriff der "Nachkommen" im Erbschaftssteuerrecht identisch ist mit demjenigen im Zivilrecht, wo die Erbberechtigung eines Kindes nur bei Vorliegen eines Kinds­verhÃ¤ltnisses zum Erblasser im Sinn von Art. 252 ff. ZGB gegeben ist (Ingeborg Schwenzer in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Zivilgesetzbuch I, 2. A., Basel etc. 2002, Art. 252 N. 2 f.; Cyril Hegnauer, Grundriss des Kindesrechts und des Ã¼brigen Verwandtschaftsrechts, 5. A., Bern 1999, § 2 N. 2.02 und 2.10; Peter Tuor/Bernhard Schnyder/JÃ¶rg Schmid, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 11. A., ZÃ¼rich 1995, S. 443).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.3 </span></b><span>Eigenen Angaben der 1961 ausserehelich geborenen Pflichtigen zufolge bestand zwischen ihr und ihrem leiblichen Vater lediglich eine altrechtliche Zahlvaterschaft. FÃ¼r das alte Kindsrecht (bis 1. Januar 1978) war die Unterscheidung des ehelichen und des ausserehelichen KindsverhÃ¤ltnisses zentral, wobei das VerhÃ¤ltnis zum Vater unterteilt wurde in die Vaterschaft mit Standesfolge und die blosse Zahlvaterschaft. Durch Ehebruch gezeugte Kinder konnten nicht mit Standesfolge anerkannt werden, sodass ihnen nur die Zahlvaterschaft blieb. Diese war von bloss unterhaltsmÃ¤ssiger Natur und erschÃ¶pfte sich in der Verpflichtung des Erzeugers zu VermÃ¶gensleistungen, ohne zwischen ihm und dem Kind eine familiÃ¤re Bindung zu schaffen. Insbesondere liess sie weder ein VerwandtschaftsverhÃ¤ltnis noch ein rechtliches KindsverhÃ¤ltnis entstehen und versagte dem Kind eine Erbberechtigung als Nachkomme. Bereits unter der Herrschaft des alten Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes vom 26. April 1936 musste ein solches aussereheliches Kind, welches seinem Vater im Stand nicht folgte, in die Gruppe der Nichtverwandten eingereiht werden. Erst mit der Revision des Kindsrechts per 1. Januar 1978 ergab sich die MÃ¶glichkeit, eine Zahlvaterschaft in ein (neurechtliches) KindsverhÃ¤ltnis umzuwandeln. Voraussetzung hierfÃ¼r war allerdings gemÃ¤ss Art. 13a Abs. 1 SchlT ZGB, dass das Kind beim Inkrafttreten des neuen Rechts das zehnte Altersjahr noch nicht vollendet hatte. Soweit eine altrechtliche Zahlvaterschaft dem neuen Recht nicht unterstellt wurde, blieb sie von der Revision des Kindsrechts unberÃ¼hrt und begrÃ¼ndete weiterhin kein rechtliches KindsverhÃ¤ltnis zwischen dem Vater und dem Kind (vgl. BGE 124 III 1 E. 2 = Pra 87 [1998] Nr. 137; Peter Breitschmid in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Zivilgesetzbuch II, 2. A., Basel etc. 2003, Art. 12 SchlT N. 1 f.; Thomas Koller in: BSK ZGB I, Art. 328/329 N. 7; Philipp Schneider, Das zÃ¼rcherische Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht, ZÃ¼rich 1939, S. 214).</span></p> <p class="Erwgung3"><span>Da die Pflichtige 1961 geboren ist und somit bei Inkrafttreten des revidierten Kindsrechts das zehnte Altersjahr bereits vollendet hatte, stand ihr die Ã¼bergangsrechtliche MÃ¶glichkeit der Unterstellung der altrechtlichen Zahlvaterschaft unter das neue Kindsrecht gar nicht zur VerfÃ¼gung. Dass dies von der Pflichtigen als stossend empfunden wird, ist durchaus nachvollziehbar, Ã¤ndert jedoch nichts an der Tatsache, dass in der Folge wiederum kein rechtliches KindsverhÃ¤ltnis zu ihrem leiblichen Vater entstehen konnte, sondern die Beziehung zu ihm auf die natÃ¼rliche Abstammung beschrÃ¤nkt blieb. Entsprechend vermochte diese auch kein StiefkindverhÃ¤ltnis zur Ehefrau des Vaters zu begrÃ¼nden. Diesfalls aber kann die Pflichtige nicht als "Stiefkind" der Erblasserin im Sinn von § 23 Abs. 1 lit. b bzw. § 21 Abs. 1 lit. d ESchG betrachtet werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Dieses Ergebnis vermÃ¶gen auch die Ã¼brigen AusfÃ¼hrungen der Pflichtigen nicht zu erschÃ¼ttern. Wenn sie geltend macht, die SchwÃ¤gerschaft beziehe sich immer auf Personen, die in gerader Linie mit dem anderen Ehegatten blutsverwandt seien, wobei es keine Rolle spiele, ob die Blutsverwandtschaft ehelich oder ausserehelich sei, verkennt sie, dass erst die durch das KindsverhÃ¤ltnis vermittelte rechtliche Verwandtschaft zwischen dem Elternteil und dem Kind auch die SchwÃ¤gerschaft im Sinn von Art. 21 Abs. 1 ZGB begrÃ¼ndet. Dabei ist in diesem Zusammenhang nicht relevant, ob das SchwÃ¤gerschaftsverhÃ¤ltnis als solches eine rein tatsÃ¤chliche oder eine verwandtschaftliche Beziehung darstellt (vgl. Cyril Hegnauer, Berner Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Band II: Das Familienrecht, 2. Abteilung: Die Verwandtschaft, 1. Teilband: Die Entstehung des KindsverhÃ¤lt­nisses, 4. A., Bern 1984, Art. 252 N. 28 ff.). Der von Ernst GÃ¶tz noch unter der Herrschaft des alten Kindsrechts vertretenen Ansicht, das Ehehindernis der SchwÃ¤gerschaft beziehe sich sowohl auf die Stiefelternschaft zu ehelichen wie auch ausserehelichen Kindern des Ehegatten, ist entgegen zu halten, dass diesem Eheverbot eine spezifische Schutzfunktion zukommt, indem dadurch die GefÃ¤hrdung des Familienfriedens ausgeschlossen werden soll, sodass es dort angebracht erscheint, allein auf die biologische Abstammung abzustellen. Hingegen verfolgen § 23 Abs. 1 lit. b und § 21 Abs. 1 lit. d ESchG einzig den Zweck einer fiskalischen Privilegierung der Stiefkinder, ohne diese Vorzugsbehandlung auch in den Ã¼brigen SchwÃ¤gerschaftsverhÃ¤ltnissen zu gewÃ¤hren, weshalb sich bereits aus diesem Grund eine restriktive Auslegung des Stiefkindbegriffs rechtfertigt. Schliesslich lÃ¤sst sich aus der von der Pflichtigen zitierten Weisung des Regierungsrats und dem von ihr angefÃ¼hrten Verwaltungsgerichtsentscheid (RB 1997 Nr. 58) nichts zu ihren Gunsten ableiten. Letzterer spricht vielmehr fÃ¼r eine enge Auslegung dieses Begriffs, indem aufgezeigt wird, das Steuerrecht gewÃ¤hre Stiefkindern und Stiefeltern mildere SteuersÃ¤tze, obschon das Erbrecht die entsprechenden Beziehungen nicht privilegiere, daher solle nur das engste StiefverwandtschaftsverhÃ¤ltnis eine Vorzugsstellung einnehmen.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Demzufolge ist der Rekurs abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der Rekurrentin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG] in Verbindung mit § 43 Abs. 4 ESchG) und steht dieser keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 des Ver­waltungs­rechts­pflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Ver­bin­dung mit § 43 Abs. 4 ESchG und § 152 StG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Der Rekurs wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 15'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 15'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der Rekurrentin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>