<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2016.00379</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=216984&amp;W10_KEY=13013508&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2016.00379</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.02.2017</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Scheinehe Die Beschwerdeführerin stellte innert 2 Jahren 4 Gesuche zur Vorbereitung der Heirat mit 4 verschiedenen Männern. Den letzten Mann, einen hier niedergelassenen Landsmann, heiratete sie noch am selben Tag ihrer Wiedereinreise in die Schweiz. Aufgrund der in kurzer Zeit gestellten Gesuche und der schnellen Heirat bestanden zu Beginn der Ehe gewichtige Indizien für eine Scheinehe, ebenso aufgrund der Umstände des Kennenlernens. Indessen zeugen die geschilderten Eheprobleme im Zusammenhang mit dem Alkoholismus des Ehemanns von einer echten Ehe, die im Rahmen des Möglichen gelebt und durch das Alkoholproblem stark belastet wurde. Für die dreimonatige Trennung lagen wichtige Gründe im Sinn von Art. 49 AuG vor. Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALKOHOLABHÃNGIGKEIT">ALKOHOLABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALKOHOLSUCHT">ALKOHOLSUCHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GETRENNTLEBEN">GETRENNTLEBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WICHTIGE GRÃNDE">WICHTIGE GRÃNDE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 43 Abs. I AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 49 AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 51 Abs. II lit. a AuG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=32936" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2016.00379</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. Februar 2017</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Leana Isler, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1968, aus der Dominikanischen Republik, reiste am 21. September 2007 mit einem Visum in die Schweiz und ersuchte um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat mit einem hier aufenthaltsberechtigten Peruaner (C; geboren 1953). Nachdem sie die Schweiz am 16. Dezember 2007 wieder verlassen hatte, reiste sie am 30. Januar 2008 erneut ein, diesmal ohne Visum und zum Zweck der Vorbereitung der Heirat mit einem niedergelassenen Italiener (D; geboren 1949). Im Februar 2008 reiste A aus, um am 30. MÃ¤rz 2008 wieder ohne Visum in die Schweiz zu gelangen. Um die Heirat mit einem niedergelassenen Brasilianer (E; geboren 1954) vorzubereiten, stellte sie ein neues Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung. Schliesslich verliess sie abermals die Schweiz und kam â ohne Visum â am 16. Juli 2009 zurÃ¼ck, um F (geboren 1972) zu heiraten, einen hier niedergelassenen dominikanischen Landsmann. Am 22. November 2009 meldete sich A ins Ausland ab, nachdem ihr das Migrationsamt am 28. Oktober 2009 mitgeteilt hatte, dass sie zur Ausreise verpflichtet sei, da ihr bewilligungsfreier Aufenthalt in der Schweiz abgelaufen sei. Am 25. November 2009 stellte sie ein neues Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Ehevorbereitung mit F. Mit Blick auf die bevorstehende Heirat liess das Migrationsamt die Stadtpolizei ZÃ¼rich wegen Scheinehe ermitteln und den kÃ¼nftigen Ehemann einvernehmen. Als A am 22. Januar 2010 wieder in die Schweiz einreiste, heiratete sie noch am gleichen Tag F. Am 16. MÃ¤rz 2010 wurde ihr eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehegatten erteilt. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Aus ihrer ersten Ehe mit G stammt der Sohn H, geboren 1991. Aus einer frÃ¼heren Beziehung stammt sodann I, geboren 2000 in Lausanne. Die beiden SÃ¶hne leben bei der Grossmutter mÃ¼tterlicherseits in der Dominikanischen Republik. Am 21. Juni 2013 stellte A ein Nachzugsgesuch fÃ¼r I. Das Verfahren ist weiterhin beim Migrationsamt hÃ¤ngig.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Im Juli 2012, Juni 2014, August 2014 und Oktober 2014 fanden an der jeweiligen WohnstÃ¤tte des Ehepaars A/F polizeiliche Kontrollen statt; zudem wurden die Ehegatten mehrmals zur Ehe und den WohnverhÃ¤ltnissen befragt. </p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 23. Januar 2015 wies das Migrationsamt das Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A ab und setzte ihr eine Frist bis 30. April 2015, um die Schweiz zu verlassen. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 30. Mai 2016 ab, wobei sie A eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis 31. Juli 2016 ansetzte.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 30. Juni 2016 beantragte A (nachfolgend: die BeschwerdefÃ¼hrerin) dem Verwaltungsgericht, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und der Beschwerdegegner sei anzuweisen, ihr die Niederlassungsbewilligung zu erteilen; eventualiter sei ihr die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Staatskasse.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, verzichtete das Migrationsamt auf Erstattung einer Beschwerdeantwort.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen, einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung und Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach Art. 43 Abs. 1 des AuslÃ¤ndergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG) haben auslÃ¤ndische Ehegatten von in der Schweiz niedergelassenen Personen Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Entscheidend ist nicht das formelle Eheband zwischen den Beteiligten, sondern der Bestand einer gelebten Wohn- und Ehegemeinschaft (BGE 136 II 113 E. 3.2). Nach einem ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren haben Ehegatten Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Art. 43 Abs. 2 AuG). Die AnsprÃ¼che nach Art. 43 AuG erlÃ¶schen, wenn sie rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschriften des AuslÃ¤ndergesetzes Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (Art. 51 Abs. 2 lit. a AuG). Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn sich nachtrÃ¤glich Indizien ergeben, welche die Ehe, auf die sich der AuslÃ¤nder fÃ¼r die Aufenthaltsbewilligung berufen hat, als Scheinehe oder bloss aus fremdenpolizeilichen GrÃ¼nden aufrechterhaltene Ehe erscheinen lassen (BGr, 16. Juli 2010, 2C_205/2010, E. 3.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>GemÃ¤ss Art. 90 AuG und § 7 Abs. 2 VRG sind der gesuchstellende AuslÃ¤nder und verfahrensbeteiligte Dritte verpflichtet, bei der Erstellung des bewilligungswesentlichen Sachverhalts mitzuwirken. Das Vorliegen einer Scheinehe oder einer nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven aufrechterhaltenen Ehe entzieht sich hierbei in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere VorgÃ¤nge handelt, die der BehÃ¶rde nicht bekannt oder schwierig zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (vgl. BGE 122 II 289 E. 2b; BGr, 15. August 2012, 2C_3/2012, E. 4.1). Dabei liegt in der Natur des Indizienbeweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãberzeugung vermitteln kÃ¶nnen. Zwar obliegt der Beweis fÃ¼r die Tatsachen, welche einen Entzug einer Bewilligung nach sich ziehen, grundsÃ¤tzlich der BehÃ¶rde. Weisen die Indizien indessen mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine Scheinehe hin, obliegt der Gegenbeweis dem betroffenen AuslÃ¤nder (VGr, 22. Januar 2014, VB.2013.00586, E. 3.2; vgl. auch Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 7 N. 28).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Als Indiz fÃ¼r die Annahme einer Scheinehe gelten namentlich das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten und die UmstÃ¤nde des Kennen­lernens und der Beziehung, wie beispielsweise eine Heirat nach einer nur kurzen Bekanntschaft sowie geringe Kenntnisse Ã¼ber den Ehegatten. Auch der Umstand, dass der Ehegatte ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤tte erlangen kÃ¶nnen, kann zumindest zu­sammen mit weiteren Indizien auf eine Scheinehe hinweisen (BGr, 29. August 2013, 2C_75/2013, E. 3.3). Weiter kÃ¶nnen widersprÃ¼chliche Aussagen der Beteiligten deren Glaubhaftigkeit herabsetzen und eine AuslÃ¤nderrechtsehe nahelegen (vgl. BGr, 16. Juli 2010, 2C_205/2010, E. 3.2). Zu berÃ¼cksichtigen sind auch die konkreten WohnverhÃ¤ltnisse, namentlich wenn die Ehegatten nicht zusammenwohnen oder eine fÃ¼r das eheliche Zusammenwohnen ungeeignete Wohnung bezogen haben (VGr, 3. September 2014, VB.2014.00358, E. 3.1.4 sowie 3.2.5; vgl. auch BGr, 4. Juli 2002, 2A.324/2002, E. 2.2). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, die Ehe A/F sei nur zum Schein eingegangen worden. Den Ehegatten habe der Willen gefehlt, eine auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft im Sinn einer affektiven, sexuellen und seelisch-geistigen Gemeinschaft zu begrÃ¼nden bzw. zu fÃ¼hren. Vielmehr sei in der Ehe ein weiterer Versuch der BeschwerdefÃ¼hrerin zu erblicken, sich die Anwesenheit in der Schweiz zu sichern, namentlich auch in Bezug auf den anbegehrten Familiennachzug ihres Sohns I. Vor der Heirat mit F habe sie als DrittstaatsangehÃ¶rige versucht, innerhalb von zehn Monaten drei verschiedene, im Kanton ZÃ¼rich anwesenheitsberechtigte AuslÃ¤nder zu heiraten. Der Eheschluss mit F sei nach einer sehr kurzen und oberflÃ¤chlichen Bekanntschaft erfolgt. Einzig durch die Heirat mit einem hier Niedergelassenen habe sich die MÃ¶glichkeit der erstmaligen Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung erÃ¶ffnet. Der Ehemann falle sodann in die Gruppe der Personen, die von AuslÃ¤nderinnen bevorzugt fÃ¼r die Eingehung einer Scheinehe ausgesucht wÃ¼rden: Der geschiedene F sei in der Vergangenheit straffÃ¤llig geworden und sei mit Sozialhilfegeldern unterstÃ¼tzt worden. Im Zeitpunkt der Heirat sei er erwerbslos gewesen und habe Arbeitslosentaggelder bezogen; seinen finanziellen Verpflichtungen sei er mit MÃ¼he nachgekommen. Zu den UmstÃ¤nden des Kennenlernens seiner Ehefrau bestehe ein unauflÃ¶sbarer Widerspruch zwischen den frÃ¼heren und spÃ¤teren Angaben von F. Auch die Angaben der Ehegatten anlÃ¤sslich der Einvernahmen vom Juli 2012 hierzu seien widersprÃ¼chlich. Trotz der damals seit mehr als zweieinhalb Jahre langen formell bestehenden und in dieser Zeit angeblich gelebten bestehenden Wohn- und Lebensgemeinschaft hÃ¤tten sie auffallend wenig zu den persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnissen des Ehepartners zu berichten gewusst und insbesondere keine nÃ¤here Kenntnisse Ã¼ber die FamilienverhÃ¤ltnisse und das Vorleben des Ehepartners gehabt. Bis zu diesem Zeitpunkt hÃ¤tten sie noch nie gemeinsame Ferien verbracht und die Dominikanische Republik jeweils getrennt voneinander besucht. Ungeachtet des Zusammenlebens wÃ¼rden diese Indizien deutlich darauf hinweisen, dass sie effektiv keine echte Ehe fÃ¼hrten, sondern eine Zweckgemeinschaft bildeten, wovon beide in finanzieller (bezÃ¼glich Teilung der Lebenshaltungskosten) und die BeschwerdefÃ¼hrerin in auslÃ¤nderrechtlicher Hinsicht profitierten. </p> <p class="Erwgung2">Die polizeilichen Kontrollen hÃ¤tten sodann Folgendes ergeben: Als die Kantonspolizei ZÃ¼rich am 28. Juni 2014 an der Mietwohnung des Ehepaars an der K-Strasse 01 in L einen Besuch abgestattet habe, sei nur die BeschwerdefÃ¼hrerin angetroffen worden. Der Augenschein habe keine Hinweise darauf ergeben, dass sie dort gemeinsam mit einer anderen Person bzw. einem Mann zusammenwohne. An der Einvernahme vom 4. Juli 2014 habe sie angegeben, dass schon seit Langem ein eheliches Problem bestehe, da der Ehemann zu viel trinke. Bevor sie im April 2014 in ihre Heimat gereist sei, sei der Ehemann aus der ehelichen Wohnung ausgezogen und habe seine Sachen aus der Wohnung geholt. Die Kosten fÃ¼r die Wohnung wÃ¼rden weiterhin geteilt. Ihr Mann sei Alkoholiker. AnlÃ¤sslich eines weiteren Besuchs der Kantonspolizei ZÃ¼rich am 20. August 2014 sei ebenfalls nur die BeschwerdefÃ¼hrerin zugegen gewesen. Allerdings hÃ¤tten sich Kleider und Effekten des Ehemanns in der Wohnung befunden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe den Polizisten mitgeteilt, dass der Ehemann seit einem Monat wieder mit ihr zusammenlebe. HÃ¤ufig komme er jedoch betrunken in den Morgenstunden nach Hause. Der Ehemann habe an seiner Befragung vom 22. August 2014 ausgefÃ¼hrt, er habe "das Problem mit dem Alkohol". Wegen der Schulden trinke er "jeden Tag vier bis sieben Halbliter Bier, am Wochenende mehr"; er trinke nur nach der Arbeit. Der Alkoholkonsum habe ihn vergesslich gemacht. Im April 2014 sei er aus der ehelichen Wohnung ausgezogen und von Mai bis Juli 2014 hÃ¤tten sie getrennt gelebt. Als die Polizei am 28. Oktober 2014 das Ehepaar erneut besucht habe, habe die Polizei den Ehemann betrunken vor dem Fernseher vorgefunden. Die Ehefrau habe angegeben, die eheliche Wohn- und Lebensgemeinschaft bestehe weiterhin. Da der Ehemann meistens oder hÃ¤ufig betrunken sei und schnarche, mÃ¼sse er im GÃ¤stezimmer Ã¼bernachten. Er komme lediglich zu ihr ins Schlafzimmer, um geschlechtlich mit ihr zu verkehren. Nach dem Gesagten bestÃ¼nden erhebliche Zweifel daran, dass die Eheleute gemeinsam an die K-Strasse 01 in L gezogen seien. Folglich sei es im FrÃ¼hjahr 2014 auch nicht zu einer kurzen Aufhebung der ehelichen Wohngemeinschaft gekommen. Offenkundig hÃ¤tten die Ehegatten Vorkehrungen getroffen, um der Polizei den Anschein einer tatsÃ¤chlich gelebten ehelichen Wohn- und Lebensgemeinschaft zu vermitteln. Die eingereichten Fotos seien zudem nicht geeignet, um das von der BeschwerdefÃ¼hrerin geltend gemachte Alkoholproblem ihres Ehemanns zu belegen oder zumindest glaubhaft zu machen. Daran Ã¤ndere auch der Zahlungsbefehl betreffend eine Forderung der Zentralen AusnÃ¼chterungsstelle nichts. Es kÃ¶nne somit lediglich davon ausgegangen werden, dass der Ehemann gelegentlich Ã¼bermÃ¤ssig dem Alkohol zugesprochen habe, was das Vorhandensein eines der medizinischen Behandlung bedÃ¼rftigen Alkoholproblems ausschliesse. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe sich im Rahmen der ehelichen Beistandspflicht offenbar nicht ernsthaft um das Wohl des Ehegatten gekÃ¼mmert und ihn auf dem Weg aus der angeblichen Sucht nicht in zumutbarer und mÃ¶glicher Art und Weise unterstÃ¼tzt und begleitet. Dass die Ehefrau ihrem Ehemann wÃ¤hrend dessen Aufenthalten in der Dominikanischen Republik mehrfach GeldbetrÃ¤ge von insgesamt Fr. 4'958.- Ã¼berwiesen habe, erscheine weniger als Ausfluss der ehelichen UnterstÃ¼tzung, sondern eher als Teil der (mutmasslich regelmÃ¤ssig geleisteten) Abgeltung fÃ¼r die Eingehung einer Scheinehe. Insgesamt liessen all diese Indizien auf eine Scheinehe schliessen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, nach wie vor mit ihrem Ehemann in intakter ehelicher Gemeinschaft zusammenzuwohnen. Sie lebe nun schon seit rund sechseinhalb Jahren mit ihrem Ehemann zusammen und bilde mit ihm eine monogame, auf Dauer angelegte, wirtschaftliche und spirituelle Lebensgemeinschaft. Daran vermÃ¶chten auch die UmstÃ¤nde der Eheschliessung nichts Ã¤ndern; insbesondere kÃ¶nne aufgrund der anschliessend tatsÃ¤chlich gelebten VerhÃ¤ltnisse nicht mehr von einer Scheinehe ausgegangen werden. Wohl habe sie innert kurzer Zeit mehrere Gesuche zwecks Vorbereitung der Ehe eingereicht. Indessen sei nicht berÃ¼cksichtigt worden, dass sie alle Gesuche selber und freiwillig zurÃ¼ckgezogen habe, was zeige, dass sie keine Scheinehe mit den jeweiligen MÃ¤nnern habe eingehen wollen. Dass ihr Ehemann aufgrund seines vorehelichen Verhaltens zur bevorzugten Gruppe von Personen fÃ¼r Scheinehen zÃ¤hle und von ihr in finanzieller oder sonstiger Art fÃ¼r die Ehe entschÃ¤digt worden sein soll, sei vollkommen unzutreffend. WÃ¤hrend der Ehe sei er stets erwerbstÃ¤tig gewesen und arbeite nun seit sechs Jahren ununterbrochen fÃ¼r denselben Arbeitgeber. Seine Schulden habe er bis Ende 2014 vollumfÃ¤nglich abzahlen kÃ¶nnen. Dass sie allenfalls indirekt dazu einen Beitrag leistete, kÃ¶nne ihr nicht zum Vorwurf gereichen, da dies Ausfluss ihrer ehelichen Beistandspflicht sei und zeige, dass sie und ihr Ehemann eine wirtschaftliche Einheit darstellen. Auch sei der Ehemann seit der Eheschliessung nicht mehr straffÃ¤llig geworden, habe keine Drogen mehr konsumiert, habe keine Sozialhilfe mehr beziehen mÃ¼ssen und seine Schulden via LohnpfÃ¤ndung abbezahlt. Einzig den massiven Alkoholkonsum habe er noch nicht in den Griff bekommen. Gegen eine Scheinehe spreche auch der Altersunterschied von lediglich vier Jahren und dass sie und ihr Ehemann aus dem gleichen Herkunftsland kÃ¤men und dieselbe Muttersprache sprÃ¤chen. UnberÃ¼cksichtigt sei auch geblieben, dass sie seit sechseinhalb Jahren eine eheliche Gemeinschaft bildeten, mit Ausnahme eines begrÃ¼ndeten Unterbruchs von drei Monaten. Auch seien keine ausserehelichen Beziehungen gefÃ¼hrt worden. Sodann hÃ¤tten die polizeilichen AbklÃ¤rungen keine klaren Hinweise fÃ¼r eine Scheinehe hervorgebracht: Die Polizisten, welche am 3. Juli 2012 an der N-Strasse 02 in O eine Kontrolle durchgefÃ¼hrt hÃ¤tten, seien zum Schluss gekommen, dass sie und ihr Ehemann dort tatsÃ¤chlich zusammenwohnen wÃ¼rden. In Bezug auf die Befragung des Ehemanns am 9. Juli 2012 lasse der Beschwerdegegner unberÃ¼cksichtigt, dass er aufgrund seines massiven und aktenkundigen Alkoholproblems ErinnerungslÃ¼cken habe und nicht nur den Namen der Trauzeugen vergessen habe, sondern das Alter seiner eigenen Eltern nicht mehr gekannt habe. Dass bei Ã¼bermÃ¤ssigem Alkoholkonsum Ã¼ber mehrere Jahre ErinnerungslÃ¼cken entstÃ¼nden, sei eine logische Folge davon. Er habe Schwierigkeiten, sich an Gegebenheiten aus seinem Leben oder Namen zu erinnern. Sodann kÃ¶nne nicht per se davon ausgegangen werden, dass Ehepaare vertiefte Kenntnisse Ã¼ber das Vorleben des Partners haben mÃ¼ssten, zumal wenn â wie hier â die frÃ¼heren Beziehungen oder die Vergangenheit nicht gerade erfreulich seien. Sodann sei die fehlende Anwesenheit des Ehemanns anlÃ¤sslich der Kontrolle vom Juni 2014 von beiden Eheleuten Ã¼bereinstimmend damit erklÃ¤rt worden, dass der Ehemann wegen seines Alkoholproblems von April bis Juli 2014 vorÃ¼bergehend aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen sei. Sie habe ihrem Ehemann wegen des Alkoholproblems ein Ultimatum gestellt. Schon vor dem vorÃ¼bergehenden Auszug aus der ehelichen Wohnung sei sein Zustand hÃ¶chst prekÃ¤r gewesen: Er habe sich tage- und nÃ¤chtelang in der Stadt ZÃ¼rich und Umgebung herumgetrieben, ohne dass sie gewusst hÃ¤tte, wo er war oder wie es ihm ging. GemÃ¤ss Auszug aus dem Polis-Register der Stadtpolizei ZÃ¼rich vom 5. Februar 2015 habe der Ehemann damals sogar wegen Trunkenheit festgenommen werden und einige Zeit in der zentralen AusnÃ¼chterungsstelle zubringen mÃ¼ssen. Wenn der Ehemann Ã¼berhaupt nach Hause gekommen sei, so habe er auf dem Sofa gelegen und Ã¼bermÃ¤ssig Alkohol konsumiert. In jener Zeit habe sie ihn nicht mehr ins Schlafzimmer gelassen. Ãberdies habe sie sich psychologische UnterstÃ¼tzung geholt, um die Eheprobleme zu behandeln. Der Ehemann schlafe heute noch auf dem Sofa oder im GÃ¤stezimmer, wenn er stark alkoholisiert sei. FÃ¼r das vorÃ¼bergehende Getrenntleben hÃ¤tten also wichtige GrÃ¼nde bestanden. Dass alkoholisierte und schnarchende EhemÃ¤nner auf das Sofa verbannt wÃ¼rden, sei auch in Schweizer Ehen verbreitet und Ã¼blich. Ab Juli 2014 habe der Ehemann wieder zuhause gelebt; entsprechend habe man anlÃ¤sslich der Kontrolle am 20. August 2014 mÃ¤nnliche Kleider und Effekten vorgefunden. An der letzten Kontrolle vom 28. Oktober 2014 habe die Polizei den Ehemann betrunken vor dem Fernseher angetroffen. Die Echtheit der Ehe kÃ¶nnten mehrere Freunde und Kollegen sowie Nachbarn als Zeugen bestÃ¤tigen. Schliesslich seien die Ã¼berwiesenen GeldbetrÃ¤ge an den Ehemann wÃ¤hrend dessen Ferien Ausdruck der ehelichen Beistandspflicht. Insgesamt liege keine klare Indizienlage vor, die fÃ¼r eine Scheinehe spreche.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Vorab ist auf die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und die Heirat des Ehepaars A/F einzugehen: </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat innert zwei Jahren vier Gesuche zur Vorbereitung der Heirat mit vier verschiedenen MÃ¤nnern gestellt. Den Letzten, F, hat sie noch am Tag ihrer Wiedereinreise in die Schweiz geheiratet. Mit der Ehe zum hier niedergelassenen Landsmann konnte sich die BeschwerdefÃ¼hrerin ein Anwesenheitsrecht sichern. Aufgrund der in kurzer Zeit gestellten Gesuche und der schnellen Heirat lag im Zeitpunkt der Heirat ein gewichtiges Indiz fÃ¼r eine Scheinehe vor. In Bezug auf das Kennenlernen bestehen ebenfalls Ungereimtheiten: An der Befragung vom 19. Januar 2010 fÃ¼hrte der kÃ¼nftige Ehemann aus, die BeschwerdefÃ¼hrerin vor zwei oder zweieinhalb Jahren in ihrer Heimat kennengelernt zu haben. Etwa zwei Jahre spÃ¤ter sei sie in die Schweiz gekommen und habe sich bei ihm gemeldet. Vor vier Monaten hÃ¤tten sie sich zur Heirat entschlossen. Ãber den Treffpunkt und den Ablauf der drei Tage spÃ¤ter stattfindenden Hochzeit oder die Trauzeugen konnte er keine Auskunft geben. Ebenso nicht Ã¼ber den Aufenthaltsort seiner kÃ¼nftigen Ehefrau. Als er am 9. Juli 2012 erneut befragt wurde, gab der Ehemann an, seine Frau im Jahr 2008 in der P-Bar am Q-Platz in ZÃ¼rich kennengelernt zu haben. In der gleichen Befragung fÃ¼hrte er aus, die Zeit des Kennenlernens sei fÃ¼r die Heirat ausreichend gewesen, da sie sich schon zwei Jahre gekannt hÃ¤tten. Auch nach zweieinhalb Jahren Ehe konnte der Ehemann nicht sagen, wie alt die Kinder der BeschwerdefÃ¼hrerin sind und ob sie schon einmal verheiratet gewesen ist. Den Namen seines Untervermieters an der N-Strasse 02 in O, der mit seiner Ehefrau und ihm in der gleichen Wohnung lebte, konnte er ebenfalls nicht nennen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ihrerseits gab an, ihren Ehemann im Jahr 2008 in ZÃ¼rich beim Bahnhof kennengelernt zu haben. Dort seien sie miteinander ins GesprÃ¤ch gekommen. Als gemeinsame Bekannte gab sie das Ehepaar R/T an, das Ehepaar, bei welchem sie an der N-Strasse 02 zur Untermiete wohnten. Im Gegensatz zu ihrem Ehemann, welcher angab, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin einen Cousin namens S in der Schweiz habe, erklÃ¤rte die BeschwerdefÃ¼hrerin, sie habe keine Verwandte in der Schweiz. Der Ehemann wiederum gab sowohl am 9. Juli 2012 als auch am 22. August 2014 zu Protokoll, die Trauzeugen seien S und seine Frau gewesen; auf Vorhalt des Namens der Frau, erklÃ¤rte er, dies sei wohl die Frau von S. Auffallend an den Aussagen ist, dass der Ehemann sich zwar an gewisse Namen erinnern kann, diese dann in den einzelnen Befragungen jedoch in falschen Bezug setzt ("S": einmal der Trauzeuge, einmal der Cousin der BeschwerdefÃ¼hrerin). Unklar bleibt, ob sich die Eheleute ursprÃ¼nglich in der Dominikanischen Republik kennengelernt haben oder ob sie sich â wie spÃ¤ter beide angeben â im Jahr 2008 in ZÃ¼rich kennenlernten. UnerklÃ¤rlich erscheint, warum der Ehemann den Namen seines Untervermieters nicht nennen konnte, obwohl er mit ihm sechs Monate zusammenlebte. Trotz der Ungereimtheiten finden sich auch verschiedene Ãbereinstimmungen in den Aussagen der Ehepartner: z.<span> </span>B. Traufeier in einem Restaurant am Q-Platz bzw. in einem Restaurant neben der P-Bar; keine gemeinsamen Ferien; Freizeit (Fernsehen); monatlicher Mietzins N-Strasse 02 von Fr. 500.-; Schulden/Betreibungen des Ehemanns; Trinkverhalten; Namen der Schwiegereltern; Namen der Kinder der BeschwerdefÃ¼hrerin (Ehemann); Beruf des Ehepartners; Regelung der finanziellen VerhÃ¤ltnisse; finanzielle UnterstÃ¼tzung der Familie im Heimatland. Auch wenn in den Befragungen vom 19. Januar 2010 und vom 9. Juli 2012 teils widersprÃ¼chliche Aussagen gemacht wurden und der Ehemann verschiedene ErinnerungslÃ¼cken aufweist, so sind doch viele Antworten der Eheleute stimmig. Die oben zusammengefassten Aussagen lassen daher keinen Schluss auf eine Scheinehe zu. </p> <p class="Urteilstext">Auch die erste Wohnungskontrolle an der N-Strasse 02 in O am 3. Juli 2012 deutet nicht auf eine Scheinehe hin: Zwar konnte der Ehemann nicht angetroffen werden. Jedoch gab der Untervermieter T an, die Eheleute wÃ¼rden im Sinn einer ÃbergangslÃ¶sung seit ca. sechs Monaten bei ihnen wohnen. Zum Ehemann habe er keinen grossen Kontakt, da dieser viel arbeite. Die Polizisten stellten sodann fest, dass sich im Zimmer des Ehepaars ein Doppelbett befunden habe und diverse Kartonschachteln mit Effekten des Ehepaars gefÃ¼llt gewesen seien. Die Ehefrau habe an den Ehemann adressierte Briefpost vorweisen kÃ¶nnen sowie gemeinsame Fotos und KÃ¶rperpflegeartikel des Ehemanns. Dies spricht fÃ¼r eine gelebte Ehe.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.1 </b>An der Wohnungskontrolle vom 28. Juni 2014 konnte nur die Ehefrau angetroffen werden. An der polizeilichen Befragung vom 4. Juli 2014 gab die Ehefrau an, der Ehemann habe aufgrund seiner Alkoholprobleme den gemeinsamen Haushalt im April 2014 verlassen. Sie kÃ¶nne nicht sagen, wo er sich gerade befinde. Den Kontakt mit ihm habe sie aufrechterhalten: Zuletzt habe sie ihn am letzten Montag gesehen; danach hÃ¤tten sie telefoniert. Bevor er allerdings wieder nach Hause komme, mÃ¼sse sie ihm eine Lektion erteilen. Es sei so, dass er Alkoholiker sei. Er mÃ¼sse sich mÃ¤ssigen kÃ¶nnen. Sie habe Angst vor ihm, wenn er betrunken sei. Auf die Zukunft angesprochen, fÃ¼hrte sie aus, sie hoffe, dass sich ihr Ehemann Ã¤ndere und sich Hilfe hole. Wenn er wolle, dass sie wie eine Familie leben und das Kind hierherkomme, mÃ¼sse er mit dem Trinken aufhÃ¶ren. Er liebe sie und sie ihn auch. Am 22. August 2014 wurde auch der Ehemann befragt. Er rÃ¤umte ein, Alkohol zu konsumieren. Er trinke jeden Tag vier bis sieben Halbliter Bier, am Wochenende mehr. Die Schulden hÃ¤tten dazu gefÃ¼hrt, dass er ein Problem mit Alkohol habe. Bald seien die Schulden abbezahlt. Seit einem Monat sei er wieder zuhause an der K-Strasse 01 in L. Zuvor habe er Probleme mit seiner Ehefrau gehabt und sei nach ZÃ¼rich gegangen. Er sei von Mai bis Juli 2014 weg gewesen. Wenn er trinke, schlafe er vor dem Fernseher. Er schlafe praktisch immer vor dem Fernseher. Manchmal schlafe er auch bei der BeschwerdefÃ¼hrerin. Meistens lasse er sie schlafen. Sie wÃ¼rden versuchen, dass ihre Beziehung wieder besser klappe und wÃ¼rden auch Ã¶fters zusammen schlafen. Die Zukunft stelle er sich gemeinsam mit seiner Frau in L vor. Er mÃ¼sse seinen Alkoholkonsum kontrollieren. An der letzten polizeilichen Kontrolle vom 28. Oktober 2014 konnte der Ehemann alkoholisiert vor dem Fernseher angetroffen werden. Die Ehefrau erwÃ¤hnte gegenÃ¼ber der Polizei, er mÃ¼sse im Zimmer nebenan nÃ¤chtigen, weil er hÃ¤ufig betrunken sei und schnarche. Er komme nur zum Vollzug des Geschlechtsverkehrs zu ihr hinÃ¼ber.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.2 </b>Die Ehefrau schilderte lebensnah, weshalb es aufgrund des Alkoholismus des Ehemanns zu einer vorÃ¼bergehenden Trennung gekommen ist. Auch der Ehemann bestÃ¤tigte, der eheliche Haushalt sei fÃ¼r ca. drei bis vier Monate bzw. von Mai bis Juli 2014 aufgegeben worden. Aus den Akten geht augenscheinlich hervor, dass der Ehemann nicht bloss "gelegentlich Ã¼bermÃ¤ssig dem Alkohol zugesprochen hat, was das Vorhandensein eines der medizinischen Behandlung bedÃ¼rftigen Alkoholproblems ausschliesst", wie die Vorinstanz ausfÃ¼hrte. Am 11. Juni 2014 wurde dem Ehemann Rechnung von der Zentralen AusnÃ¼chterungsstelle gestellt. FÃ¼r die Forderung musste er schliesslich betrieben werden. Die Vor­instanz verharmloste den Alkoholkonsum des Ehemanns der BeschwerdefÃ¼hrerin, welcher sein Alkoholproblem bis heute nicht im Griff hat. Im Weiteren erscheint es nicht gerechtfertigt, der BeschwerdefÃ¼hrerin vorzuwerfen, sich im Rahmen der ehelichen Beistandspflicht nicht ernsthaft um das Suchtproblem ihres Ehemanns gekÃ¼mmert zu haben. Das Verhalten ihres Ehemanns hat die BeschwerdefÃ¼hrerin, welche bereits an der ersten Befragung vom 9. Juli 2012 ausfÃ¼hrte, sie mÃ¶ge es nicht, dass ihr Mann trinke, nicht zu verantworten. Im Zusammenhang mit Eheproblemen, u.<span> </span>a. im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum des Ehemanns, hat die BeschwerdefÃ¼hrerin sodann im Oktober und November 2014 eine Psychotherapeutin aufgesucht. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe die Behandlung beendet, als sich der Alkoholkonsum verringert habe und sich die Beziehung verbessert habe, erklÃ¤rte die betreuende Psychologin U in ihren Schreiben vom 27. Juni 2016. FÃ¼r die vorÃ¼bergehende Trennung lagen somit wichtige GrÃ¼nde im Sinn von Art. 49 AuG vor. Entgegen der Schlussfolgerung der Vorinstanz liegen denn auch nicht genÃ¼gend Indizien fÃ¼r eine Scheinehe vor: Im Gegenteil zeugen die geschilderten Eheprobleme wegen des Alkoholismus des Ehemanns von einer echten Ehe, welche durch das Alkoholproblem stark belastet wurde. WÃ¤re die Ehe nicht gelebt worden, so hÃ¤tte die BeschwerdefÃ¼hrerin dem Ehemann auch kein Ultimatum zur Verbesserung ansetzen mÃ¼ssen. Unter diesen UmstÃ¤nden erscheint es auch nachvollziehbar, dass die Eheleute in getrennten Zimmern nÃ¤chtigten. FÃ¼r eine echte Ehe spricht sodann auch, dass die Eheleute in finanzieller Hinsicht eine Wirtschaftsgemeinschaft bildeten, indem sie fÃ¼r die Aufwendungen gemeinsam aufkamen. Dass die BeschwerdefÃ¼hrerin an den Ehemann wÃ¤hrend dessen Aufenthalt in der Dominikanischen Republik im Jahr 2012 und 2014 GeldbetrÃ¤ge Ã¼berwies, erscheint nicht aussergewÃ¶hnlich und kann nicht als â spÃ¤te â Zahlungen fÃ¼r eine Scheinehe interpretiert werden. Nach dem Gesagten lagen zwar zu Beginn der Ehe durchaus Indizien fÃ¼r das Eingehen einer Scheinehe vor; dass die Ehe im Rahmen des MÃ¶glichen gelebt wurde, wird gerade durch die Probleme im Zusammenhang mit dem Alkoholismus des Ehemanns deutlich. Bei dieser Sachlage ist die Beschwerde im Hinblick auf die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung gutzuheissen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin beantragt vor Verwaltungsgericht erstmals die Erteilung der Niederlassungsbewilligung. </p> <p class="Erwgung2">Streitgegenstand ist die im Rechtsmittelbegehren enthaltene Rechtsfolgebehauptung im Rahmen des Umfangs der angefochtenen VerfÃ¼gung. Prozessthema kann nur sein, was auch Gegenstand der vorinstanzlichen VerfÃ¼gung war beziehungsweise nach richtiger Gesetzesauslegung hÃ¤tte sein sollen (VGr, 3. Dezember 2015, VB.2015.00335, E. 3.2 ff.; 26. August 2015, VB.2015.00325, E. 2.1;<span> 2. Oktober 2013, VB.2013.00335, E. 1.1.1; 12. September 2012, VB.2012.00394, E. 1.2)</span>. Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens war einzig die Frage, ob der BeschwerdefÃ¼hrerin die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern sei. Auf das Begehren der BeschwerdefÃ¼hrerin, es sei ihr die Niederlassungsbewilligung zu erteilen, ist daher nicht einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Somit wird das Migrationsamt angewiesen, der BeschwerdefÃ¼hrerin die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Hat das Migrationsamt erneut Ã¼ber die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf die Ehe der BeschwerdefÃ¼hrerin mit F zu befinden, rechtfertigt es sich, die EheverhÃ¤ltnisse nochmals einer eingehenden PrÃ¼fung zu unterziehen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin obsiegt sowohl im Rekursverfahren als auch im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungs­gericht, weshalb die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens ausgangsgemÃ¤ss dem Beschwerdegegner aufzuerlegen sind (§ 13 Abs. 2 Satz 1 VRG, teilweise in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). Desgleichen hat der Beschwerdegegner fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). </p> <p class="Urteilstext"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 30. Mai 2016 wird aufgehoben. Das Migrationsamt wird angewiesen, die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 3'000.- (inkl. MWST) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>