B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5848/2008 U r t e i l v o m 2 8 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Vito Valenti, Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger. Parteien A._______, Z._______, vertreten durch Dr. iur. Volker Pribnow, Rechtsanwalt, Y.________, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, X.________, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenrente (Revision); Verfügung der IVSTA vom 14. Juli 2008. C-5848/2008 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______, spanische Staatsangehörige, geboren am (…) 1982 (nac h- folgend: Versicherte oder Beschwerdeführerin), ist in der Schweiz aufg e- wachsen. Sie war nach dem Schulabschluss als Angestellte im Verkauf arbeitstätig und obligatorisch bei der schweizerischen Alters -, Hinterla s- senen- und Invalidenversicherung versichert. Sie ist verheiratet und Mu t- ter zweier Söhne (geboren 2003 und 2006). Im Dezember 2005 wanderte die Familie nach Spanien aus (vgl. act. IV/ 157 – 159, 161 – 163 [Akten der IV-Stellen], act. UV-Z/113 [Akten der Unfallversicherung]). Am 1. Feb- ruar 2012 teilte die Beschwerdeführerin mit, sie wohne wieder in der Schweiz (act. 30). Am 8. November 2000 erlitt sie bei ei nem Arbeitsunfall eine Kontusion s- verletzung des linken Fusses, indem ihr ein defekter voller Milch -Roll- container auf den linken Fuss fiel (act. IV/2). Es konnten radiologisch ke i- ne Frakturen und auch keine Verletzungen der Fussnerven nachgewi e- sen werden. Es entwickelte sich jedoch eine Pseudoparalyse sowie ein Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS, Morbus Sudeck) des linken Fusses sowie eine Schmerzverarbeitungsstörung . Die Versicherte blieb dauerhaft zu 100% arbeitsunfähig (act. IV/150 S. 1 f.). B. B.a Die B._______-Versicherung als obligatorischer Unfallversicherer (nachfolgend: Unfallversicherung) kam für die Kosten der Heilbehandlu n- gen sowie für Taggelder auf. Am 22. und 23. April 2004 wurde die Versi- cherte im Institut C._______, W._______ (nachfolgend: MEDAS) umfas- send interdisziplinär begutachte t (Gutachten vom 10. Juni 2004, act. IV/150). Am 3. November 2004 nahm der beratende Arzt Stellung ( act. UV-ZU/52a). In der Folge schlossen die Parteien am 24. Februar bzw. 2. März 2005 einen Vergleich, wonach ein Anspruch der Versicherten auf Taggelder im Umfang von 60% festgelegt wurde. Weiter wurde vereinbart, dass dieses Taggeld bis zum Erreichen des Endzustandes ausgerichtet werde und die Frage des Endzustandes von jeder Partei ab Juni 2006 gu- tachterlich abgeklärt werden könne (act. UV-Z/111). B.b Am 8. und 9. Oktober 2007 erfolgte unter Rücksprache mit der Invali- denversicherung eine zweite MEDAS-Begutachtung beim selben Institut (Gutachten vom 3. Dezember 2007; act. IV/200). C-5848/2008 Seite 3 B.c Mit Verfügung vom 14. April 2 008 stellte die Unfallversicherung die Taggeld- und Heilungskosten per Ende September 2007 ein und sprach der Versicherten eine Unfall-Invaliditätsrente von 20% sowie eine Integri- tätsentschädigung von 15% zu (act. IV/212). B.d Die Beschwerdeführerin focht die se Verfügung an. Mit Urteil vom 5. September 2011 bestätigte das Bundesgericht die Verfügung letztin- stanzlich und wies die Beschwerde gegen das Urteil des Sozialversich e- rungsgerichts des Kantons V._______ vom 18. Februar 2011 ab (vgl. act. 17.1, 21.1). C. C.a Am 13. Februar 2002 meldete sich die Versicherte bei der Sozialver- sicherungsanstalt V._______, IV -Stelle (nachfolgend SVA), mit Verweis auf die Fussverletzung zum Leistungsbezug an (act. IV/1). C.b Mit Verfügung en vom 5. Januar 2005 und vom 18. Februar 2005 sprach die SVA der Versicherten eine ganze Rente bei einem Invaliditäts- grad von 80% ab Dezember 2001 nebst einer Zusatzrente für den Eh e- mann (ab 1. August 2003) und einer Kinderrente (ab 1. Dezember 2003) zu (act. IV/159, 160). Am 8. Dezember 2005 übermittelte die SVA infolge Wohnsitzwechsels der Beschwerdeführerin nach Spanien die Akten an die IV-Stelle für Vers i- cherte im Ausland IVSTA (Vorinstanz; act. IV/162 f.). D. D.a Am 27. März 2006 leitete die IVSTA ein Revision sverfahren ein (act. IV/164 ff. ). In Koordination mit der Unfallversicherung wurde die Vers i- cherte nochmals polydisziplinär begutachtet (oben Bst. B.b; act. IV/189 – 192, act. IV/197 – 200). Am 29. Januar 2008 nahm der ärztliche Dienst der IVSTA Stellung (act. IV/204). D.b In ihrem Vorbescheid vom 20. Februar 2008 teilte die Vorinstanz der Versicherten mit, gestützt auf neue Dokumente ergebe sich, dass sie mit einer leichteren, besser an ihren Gesundheitszustand angepassten Tätig- keit mehr als 60% des Einkommens erzielen könne, welches sie ohne I n- validität erreichen würde. Sie beabsichtige daher, die Invalidenrente au f- zuheben (act. IV/206). C-5848/2008 Seite 4 D.c Die Versicherte erhob am 5. März 2008 einen Einwand. Sie begrün- dete diesen im Wesentlichen damit, dass das MEDAS -Gutachten vom 3. Dezember 2007 in einem nicht na chvollziehbaren Widerspruch zum ersten Gutachten aus dem Jahr 2004 stehe, soweit dieses die Beurte i- lung ihrer Arbeitsfähigkeit betreffe, insbesondere seien die nunmehr a b- weichenden Beurteilungen nicht oder ungenügend begründet. Gleichze i- tig beantragte sie, die von der Unfallversicherung noch einzuholenden Ergänzungen zum Gutachten für die abschliessende Beurteilung abz u- warten (act. IV/209). In der Folge teilte sie der IVSTA mit, sie fechte die ergangene Verfügung der Unfallversicherung vom 14. April 2008 (oben Bst. B.d) an. Zudem übermittelte sie die zwei ergänzenden Berichte der MEDAS (act. IV/213, 218 f.) sowie die weiteren an die Unfallversicherung eingereichten Eingaben und aktuelle Beurteilungen behandelnder Ärzte in Spanien (act. IV/214 – 217, 222 – 226, 230 f.). D.d Der medizinische Dienst der IVSTA nahm am 5. und am 23. Juni 2008 nochmals Stellung (act. IV/221, 228). Mit Verfügung vom 14. Juli 2008 hob die IVSTA den Anspruch der B e- schwerdeführerin auf eine Invalidenrente per 1. September 2008 auf (vgl. IV/233, act. 1.1 ). Sie ergänzte ihre Ausführungen im Vorbescheid inso- weit, als dass die im Anhörungsverfahren eingereichten medizinischen Akten den bereits bekannten Gesundheitsschaden bestätigen und keine neuen Erkenntnisse erbringen würden. E. E.a Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführer in am 12. Sep- tember 2008 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht – unter Beila- ge eines Arztberichts ihres spanischen Psychiaters (act. 1.2) . Sie bean- tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen, insbesondere durch Beizug der vol l- ständigen Akten des beteiligten obligatorischen Unfallversicherers. Sie beantragte ausserdem die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Bei ordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als unentgeltliche n Rechtsbeistand – alles unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der B e- schwerdegegnerin (act. 1) Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, zwischen den beiden Gutachten der MEDAS vom 10. Juni 2004 und vom 3. Dezember 2007 bestehe ein unüberbrückbarer Widerspruch, da bei wesentlich gleich g e- bliebenen subjektiven Beschwerden und nur wenig veränderten objekt i-C-5848/2008 Seite 5 ven Befunden die Schätzung der Arbeitsunfähigkeit von 80 – 90% im Jahr 2004 auf eine solche von nur noch 20% im Jahr 2007 nicht erklärbar sei. Es handle sich hier lediglich um eine andere Beurteilung desselben Sach- verhalts, was die Vorinstanz nicht dazu berechtige, von der bisherigen Beurteilung abzuweichen. E ntsprechend bestehe keine ausreichende Grundlage für die Aufhebung ihrer Rente. Die Vorinstanz habe zudem i h- re Abklärungspflicht verletzt, weil sie nicht alle bis zur Verfügung eing e- reichten Unterlagen und auch nicht die Abklärungen der obligatorischen Unfallversicherung abgewartet und berücksichtigt habe. Ausserdem habe sie sich nicht mit den im Vorbescheidverfahren vorgebrachten Einwänden auseinandergesetzt. Im Übrigen sei die Verfügung ungenügend begrü n- det worden. Insgesamt habe die Vorinstanz ihr rechtliches Gehör verletzt. Am 25. September 2008 reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Arztbericht vom 16. September 2008 zu den Akten (act. 3, 3.1). E.b In ihrer Vernehmlassung vom 15. Dezember 2008 erklärte die Vorin- stanz, sie beantrage aufgrund der vorl iegenden medizinischen Unterl a- gen die Abweisung der Beschwerde (act. 7). Da indes im unfallversiche- rungsrechtlichen und im IV -rechtlichen Verfahren die gleichen Leiden zu beurteilen seien und gewisse neue medizinischen Unterlagen der Gegen- partei nur der U nfallversicherung vorlägen, rechtfertige es sich, im vorli e- genden Verfahren den Ausgang des unfallversicherungsrechtlichen Rechtsmittelverfahrens abzuwarten. Sie schlug deshalb vor, das Verfah- ren bis zum Vorliegen der rechtskräftigen Entscheidung im unfallversiche- rungsrechtlichen Verfahren zu sistieren und ihr danach noc hmals Gel e- genheit zur Stellungnahme zu geben. E.c Mit Replik vom 12. Januar 2009 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Begehren und Ausführungen fest. Sie ging mit der IVSTA einig, dass im unfallversicherungsrechtlichen und im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren die gleichen Leiden zu beurteilen seien und es sich anbiete, vor dem Entscheid im vorliegenden Verfahren den Ausgang des unfal l- versicherungsrechtlichen Rechtsmittelverfahre ns abzuwarten. Entspre- chend schloss sie sich dem Begehren der IVSTA an, das Verfahren bis zum Vorliegen des rechtskräftigen Entscheids im unfallversicherung s- rechtlichen Verfahren zu sistieren (act. 9). E.d Am 19. Januar 2009 sistier te das Bundesverwaltungsgericht das IV- rechtliche Verfahren (act. 10). C-5848/2008 Seite 6 In der Folge übermittelte die Beschwerdeführerin dem Bundesverwa l- tungsgericht ihre Eingaben im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren sowie die in diesem Verfahren ergangenen Urtei le des Sozialversich e- rungsgerichts V._______ und des Bundesgerichts zu den Akten . Mit der Einreichung einer Kopie des Urteils des Bundesgerichts vom 5. Septem- ber 2011 ersuchte sie am 20. September 2011 um Weiterführung des IV- Verfahrens. Sie führte weiter aus, ergänzend zur unfallversicherung s- rechtlichen Beurteilung des Bundesgerichts sei zu berücksichtigen, dass auch die über die unfallbedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen hinausgehenden krankheitsbedingten Einschränkungen zu beachten se i- en und verwies auf die im Rahmen des Verwaltungs - und des Beschwer- deverfahrens eingereichten medizinischen Akten (act. 11, 16, 17, 21). E.e Am 23. September 2011 nahm das Bundesverwaltungsgericht das sistierte IV-Verfahren wieder auf und übermittelte die während der Si stie- rung eingereichten Akten der Vorinstanz zur ergänzenden Stellungnahme bzw. Duplik (act. 22). E.f Mit ergänzender Stellungnahme vom 28. September 2011 hielt die IVSTA an ihren Anträgen fest (act. 23). E.g Am 11. Oktober 2011 reichte die Unfallversicherung aufforderungs- gemäss ihre Akten des Unfallversicherungsverfahrens ein (act. 26). E.h Am 24. Februar 2012 reichte die Beschwerdeführerin aufforderungs- gemäss das ausgefüllte Formular " Gesuch um unentgeltliche Rechtspfle- ge" inkl. Beilagen zu den Akten (act. 31). E.i Mit Verfügung vom 1. März 2012 wurde der Beschwerdeführerin die ergänzende Stellungnahme der Vorinstanz vom 28. September 2011 z u- gestellt und der Schriftenwechsel abgeschlossen (act. 32). F. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akte n wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C-5848/2008 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwa l- tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge - nommen; sie ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 des Bundes - gesetzes über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 [ATSG, SR 830.1]; entsprechend: Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie ist daher zur Beschwerde legitimiert. 1.3. Da die Beschwe rde im Übrigen fris t- und formgerecht eingereicht wurde (Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG), ist darauf einzutreten. 2. 2.1. Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal - tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwen- dung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Inval i- denversicherung (Art. 1a – 26bis und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 2.2. Die Beschwerdeführerin ist spanische Staatsangehörige und lebte während des vorinstanzlichen Abklärungsverfahrens in Spanien. Daher ist vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getreten e Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft eine r- seits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten a n- dererseits über die Freizügigkeit (nachfolgend: FZA, SR 0.142.112.681), insbesondere dessen Anhang II betre ffend die Koordinierung der Syst e- me der sozialen Sicherheit, anzuwenden (Art. 80a IVG). Soweit das FZA bzw. die auf dieser Grundlage anwendbaren gemeinschaftsrechtlichen C-5848/2008 Seite 8 Rechtsakte keine abweichenden Bestimmungen vorsehen, richtet sich die Ausgestaltung de s Verfahrens sowie die Prüfung der Anspruchsvorau s- setzungen einer schweizerischen Invali denrente grundsätzlich nach der innerstaatlichen Recht sordnung (BGE 130 V 253 E. 2.4), insbesondere nach dem IVG sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 831.210). 2.3. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner die Gerichte im Bereich der Sozialversicherung bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes, hier der Verfügung vom 14. Juli 2008, eingetretenen Sachverhalt abstellen (BGE 130 V 329, BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen), werden im Folgenden die ab 1. Januar 2008 anwendbaren Bestimmungen des ATSG, des IVG (5. IVG-Revision, in Kraft seit 1. Januar 2008, AS 2007 5129) und der IVV zi- tiert. Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Recht s- wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den ne u- en Normen zu prüfen (pro rata temporis, vgl. BGE 130 V 445 E. 1). Da das für das vorliegende Verfahren relevante Revisionsverfahren im März 2006 eingeleitet wurde (act. IV/164) , sind bis zum 31. Dezember 2007 das IVG und das ATSG in der Fassung vom 21. März 2003 und die IVV in der Fassung vom 21. Mai 2003 (4. IV -Revision, AS 2003 3837 be- ziehungsweise AS 2003 3859, in Kraft vom 1. Januar 2004 bis 31. D e- zember 2007) anwendbar. Soweit sich der Rentenanspruch auf die Zei t nach dem 1. Januar 2008 bezieht, sind die Bestimmungen der erwähnten Erlasse in der seit diesem Datum geltenden Fassung anwendbar. Eben- falls noch keine Anwendung findet vorliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Massnahmenpaket der 6. IV -Revision (IVG in der Fassung vom 16. März 2011 [AS 2011 5659]). 2.4. 2.4.1. Die Zuständigkeit der IV -Stellen ist in Art. 55 IVG und Art. 40 IVV geregelt. Zuständig ist in der Regel die IV -Stelle, in deren Kantonsgebiet der Versicherte im Zeitpunkt der Anmeldung seinen Wohnsitz hat. Der Bundesrat ordnet die Zuständigkeit in Sonderfällen (Art. 55 Abs. 1 IVG). Nach Art. 40 Abs. 1 IVV ist zur Entgegennahme und Prüfung der Anme l- dungen die IV-Stelle zuständig, in deren Tätigkeitsgebiet die Versicherten ihren Wohnsitz haben (Bst. a) oder für im Ausland wohnende Versicherte die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (Bst. b). Laut Art. 40 Abs. 3 IVV C-5848/2008 Seite 9 bleibt die einmal begründete Zuständigkeit der IV -Stelle im Verlauf des Verfahrens erhalten (perpetuatio fori). 2.4.2. In der höchstrichter lichen Praxis wurde die Erhaltung der einmal begründeten Zuständigkeit einer IV -Stelle immer wieder bestätigt. Im Grundsatz gilt dies auch für Fälle, in denen der Beschwerdeführer seinen Wohnsitz nach Einleitung des IV -Verwaltungsverfahrens ins Ausland ver- legt hat (vgl. Urteil C-2564/2008 vom 17. Mai 2010 E. 4.4 mit Hinweisen auf die höchstrichterliche Praxis). 2.4.3. Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin per Dezember 2005 – nach Abschluss des ersten IV-Verfahrens (oben Bst. A) – nach Spanien au sgewandert ist. Die für im Ausland wohnende Vers i- cherte zuständige IVSTA leitete am 27. März 2006 ein Revisionsverfahren ein (act. IV/164), dessen Ergebnis vorliegend Streitgegenstand ist. Am 1. Februar 2012 – vor Abschluss des noch laufenden Verfahrens – teilte die Beschwerdeführerin mit, sie habe ihren Wohnsitz wieder in die Schweiz verlegt (act. 30). 2.4.4. Demnach ist gestützt auf Art. 40 Abs. 3 IVV und die oben dargeleg- te Praxis festzustellen, dass die IVSTA vorliegend zu Recht das Revis i- onsverfahren eingeleitet, das Abklärungsverfahren durchgeführt und über den Anspruch der Beschwerdeführerin verfügt hat. Bis zum Abschluss des vorliegenden Verfahrens bleibt sie die zuständige IV-Stelle. 2.5. 2.5.1. Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht unbeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen). 2.5.2. Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich- keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrschein - lichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). C-5848/2008 Seite 10 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwa l- tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Bewei swürdigung zur Übe r- zeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme we i- terer Beweise zu verzichten (anti zipierte Beweiswürdigung; UELI KIESER, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 212, Rz. 450; vgl. auch BGE 122 V 157 E. 1d, 122 II 464 E. 4a, 120 Ib 224 E. 2b). 3. Die Beschwerdeführerin macht beschwerdeweise geltend, die Vorinstanz habe sich in der angefochtenen Verfügung nicht mit ihren Vorbringen zum zweiten Gutachten der MEDAS auseinandergesetzt und sich auch nicht dazu geäussert, auf welche "neu erhaltenen Unterlagen" sie abgestellt habe. Zudem habe die Vorinstanz nicht alle vor Verfügungserlass eing e- reichten medizinischen Akten berücksichtigt (act. 1 S. 3 f.). 3.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesver - fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101], Art. 42 ATSG) gewährleistet der vom Entscheid in ihrer Recht s- stellung betroffenen Person insbesondere das Re cht, sich vor Erlass des Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Ei n- sicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwi r- ken oder sich zumindest zu m Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1). Der Gehörsanspruch verpflichtet die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen, weshalb sie ihren Entscheid zu begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Pflicht der Behörde, ihre Verfügungen – sofern sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG) – zu begründen, bezweckt insbesondere, die betroffene Person in die Lage zu versetzen, eine Verfügung gegebenenfalls sachgerecht a n- fechten zu können (BGE 124 V 180 E. 1a, vgl. auch BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen). Gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG hat die IV-Stelle der versicherten Person den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren mittels Vorb e- scheid mitzuteilen und ihr das rechtliche Gehör zu gewähren. Weiter hat C-5848/2008 Seite 11 sie sich in ihrer Verfügung mit den im Vorbescheidverfahren vorgebrac h- ten, relevanten Einwänden auseinanderzusetzen (Art. 74 Abs. 2 IVV). 3.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Deshalb führt dessen Verletzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung (BGE 127 V 431 E. 3d/aa, BGE 126 I 19 E. 2d/bb). Nach der Rechtsprechung kann jedoch eine Verletzung des Gehörsanspruchs dann geheilt werden, wenn die unterbliebene Gewährung des rechtliche n Gehörs in einem Recht s- mittelverfahren nachgeholt wird, in dem die Beschwerdeinstanz mit der gleichen Prüfungsbefugnis entscheidet wie die untere Instanz. Die He i- lung ist aber ausgeschlossen, wenn es sich um eine besonders schwe r- wiegende Verletzung der Pa rteirechte handelt. Zudem darf den B e- schwerdeführenden kein Nachteil erwachsen und die Heilung soll die Ausnahme bleiben (BGE 129 I 129 E. 2.2.3, BGE 126 V 130 E. 2b, BGE 126 I 68 E. 2). Bei Verstössen gegen die Begründungspflicht wird der Mangel als behoben erachtet, wenn die Rechtsmittelbehörde eine hinre i- chende Begründung liefert oder wenn die unterinstan zliche Behörde im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eine genügende Begründung nac h- schiebt. Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtl i- chen Gehörs an die Verwaltung ist jedoch im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwiegenden V erletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderl i- chen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären ( BGE 116 V 182 E. 3d; zum Ganzen ausführlich Urteil des Eidgenössischen Versich e- rungsgerichts vom 14. Juli 2006, I 193/04, sowie Urteil des Bundesver- waltungsgerichts C-2714/2008 vom 16. August 2010 E. 4.2 f.). 3.3. 3.3.1. Vorliegend ist festzustellen, dass der Vorbescheid vom 20. Februar 2008 der Beschwerdeführerin zugestellt wurde, ohne dass die "neuen e r- haltenen Dokumente", worauf die Vorinstanz sich stützte, offengelegt wur- den. Der Verfügung war weder das massgebliche neue MEDAS -Gutach- ten, noch der Bericht des ärztlichen Dienstes vom 29. Januar 2008 noch der neue Erwerbsvergleich vom 19. Februar 2008 beigelegt (vgl. act. 197 ff., 204 ff.). Die Beschwerdeführerin stützte ihren Einwand sowie die we i- teren Eingaben auf das von der Unfallversicherung erhaltene MEDAS - Gutachten, dessen Ergänzungen und die weiteren eingebrachten Arztb e- richte (act. IV/207 – 209, 212 – 219, 222 – 226, 230 f.). Akteneinsicht hat C-5848/2008 Seite 12 sie bei der Vorinstanz jedoch nicht verlangt. In der Verfügung vom 14. Juli 2008 findet sich sinngemäss dieselbe Be- gründung wie im Vorbescheid, wobei die Vorinstanz sich darin nicht mehr zu den aus ihrer Sicht der Beschwerdeführerin zumutbaren Verweistätig- keiten äussert. Ergänzend stellt die Vorinstanz fest, die im Vorbeschei d- verfahren eingereichten medizinischen Akten (Ergänzungen der MEDAS und von Dr. D._______) würden den bereits bekannten Gesundheit s- schaden bestätigen und keine n euen Erkenntnisse erbringen. Ausser der Rechtsmittelbelehrung enthält die Verfügung keine Beilagen. 3.3.2. Wie die Beschwerdeführerin ausführt, war sie – da sie aufgrund des Rechtsmittelverfahrens bei der Unfallversicherung über die auch im vorliegenden Verfahren wesentliche medizinische Akte (MEDAS-Gutach- ten vom 3. Dezember 2007) verfügte, in der Lage, am 5. März 2008 einen sachgerecht begründeten Einwand einzurei chen. Indessen hat die Vori n- stanz – wie die Beschwerdeführerin zu Recht rügt – in ihrer am 14. Juli 2008 datierten Begründung der Verfügung nicht ansatzweise ausgeführt, worauf sie ihre Erkenntnisse stützte und weshalb die vorgebrachten A r- gumente und die eingereichten Akten aus ihrer Sicht an der bereits im Vorbescheid in Aussicht gestellten Aufhebung der ganzen Rente nichts zu ändern vermöchten. Auch hat sie die im Nachgang zum Einwand eing e- holten Berichte des medizinischen Dienstes vom 5. und vom 23. Juni 2008 (act. IV/ 221, 228 ) der Verfügung nicht beige legt, weshalb die B e- schwerdeführerin nicht in der Lage war, die Schlussfolgerungen der Vo r- instanz, welche zum Verfügungserlass geführt haben, nachzuvollziehen. Somit hat die Vorinstanz das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt. 3.3.3. Im Rahmen der Vernehmlassung hat die Vorinstanz – unter Bezug- nahme auf die aktenkundigen medizinischen Beurteilungen – ihren Standpunkt begründet (act. 7). Der Beschwerdeführerin wurden zudem mit der Vernehmlassung sämtliche medizinischen Akten inkl. MEDAS - Gutachten und die Stellungnahmen des medizinischen Dienstes zur Ein- sicht zugestellt (act. 8). Damit hatte die Beschwerdeführerin Gelegenheit, in Kenntnis des vollständigen medizinischen D ossiers der Vorinstanz Stellung zu nehmen (vgl. act. 9). Zudem prüft das Bundesverwaltungsge- richt die Beschwerde mit voller Kognition. Auch wenn der Beschwerdefüh- rerin der Erwerbs vergleich der IVSTA vom 19. Februar 2008 bisher nicht bekannt gemacht wurde (ermittelter IV -Grad: 32.47%; act. IV/205 , siehe unten E. 5.3.2), würde bei der vorliegenden Konstellation eine Rückwe i-C-5848/2008 Seite 13 sung zu einem Verfahrensleerlauf zu Ungunsten der Beschwerdeführerin führen, weshalb die vorliegend e Gehörsverletzung zu heilen und die S a- che abschliessend materiell zu beurteilen ist. 4. Im vorliegenden Verfahren ist in der Hauptsache streitig und vom Bu n- desverwaltungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz die ganze Invalide n- rente der Beschwerdeführerin zu Recht aufgehoben hat. Zunächst sind die für die Beurteilung des Anspruchsbeginns massgebe n- den gesetzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwicke l- ten Grundsätze dazulegen. 4.1. Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 14. Juli 2008 ) eingetretenen Sachverhalt ab ( BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Tats a- chen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Die im Beschwerdeverfahren eingereichten neuen medizinischen Akten ab August 2008 (vgl. Bericht Dr. E._______, Psychiater, undatiert, und Dr. F._______ vom 16. September 2008; act. 1.2, 3.1) sind deshalb im vorliegenden Verfahren grundsätzlich nicht zu beurteilen. 4.2. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauer n- de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die In- validität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom- menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Arbeitsunfä- higkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Auf gabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Be- ruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 4.3. Nach der bis Ende Dezember 2007 in Kraft gestandenen Fassung des Art. 29 Abs. 1 IVG entst eht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend C-5848/2008 Seite 14 erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist (Bst. a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (Bst. b). Der im Regelfall anwendbare Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG (vgl. BGE 119 V 98 E. 4a mit Hi n- weisen) setzt voraus, dass sowohl eine Arbeitsunfähigkeit als auch eine Erwerbsunfähigkeit in anspruchserheblichem Umfang vorliegen (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/cc). 4.4. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertel srente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung], Art. 28 Abs. 1 IVG [in der ab 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung]). 4.5. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist di e Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den G e- sundheitszustand zu beurteilen und daz u Stellung zu nehmen, in we l- chem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinwei- sen). Es sind demnach nicht nur die Erwerbsmöglichkeiten im ang e- stammten Beruf, sondern auch in zumutbaren Verweisungstätigkeiten zu prüfen. Die – arbeitsmedizinische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen b e- steht darin, sich dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in i h- ren körperlichen oder geistigen Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. Die Frage, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der medizinischen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkei- ten der versicherten Person in Frage kommen, ist demgegenüber nicht von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung bzw. von der Berufsberatung zu beantworten (vgl. Ur teil des Eidgenössischen Vers i- cherungsgerichts I 457/04 vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV Nr. 10, E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 17 E. 2b). 4.6. Aufgrund des im gesamten Sozialversicherungsrecht geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht ist ein in seinem bisherigen Tätigkeitsbereich dauernd arbeitsunfähiger Versicherter gehalten, innert nützlicher Frist Arbeit in einem anderen Berufs - oder Erwerbszweig zu C-5848/2008 Seite 15 suchen und anzunehmen, soweit sie möglich u nd zumutbar erscheint (BGE 113 V 28 E. 4a, BGE 111 V 239 E. 2a). Deshalb ist es am beha n- delnden Arzt bzw. am Vertrauensarzt einer IV -Stelle zu entscheiden, in welchem Ausmass ein Versicherter seine verbliebene Arbeitsfähigkeit bei zumutbarer Tätigkeit und zumutbarem Einsatz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten kann. Diese sogenannte Verweisungstätigkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu lassen ( leidensangepasste Verwe i- sungstätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.). 4.7. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah- ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach hab en Versi- cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unte r- suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darl e- gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen S i- tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund- sätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeic h- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder als Gutachten . In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausär z- te mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wide r- spruchsfrei sind und keine konkreten Indizien gegen ihre Zuverlässi gkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anste l- lungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und 3b, 122 V 160 E. 1c, 123 V 178 E. 3.4 sowie U. KIESER, ATSG-Kommentar, Art. 43 Rz. 35). 4.8. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Re ntenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft ent- sprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). C-5848/2008 Seite 16 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflus - sende Änderung fü r die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung d rei Mo- nate angedauert hat und voraussichtlich weiter andauern wird (Art. 88 a Abs. 1 IVV). 4.8.1. Ein Revisionsgrund ergibt sich aus jeder wesentlichen Änderung der tatsächlichen Verhältnisse, die geeignet sind, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 E. 3.5, mit weiteren Hinweisen, SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E. 2). Keine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse bedeuten eine unterschiedliche Beur - teilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts (zum Beispiel eine andere Einschätzung der zumutbaren Arbeitsleistung, vgl. SVR 2004 IV 5, E. 3.3; 1996 IV Nr. 70 E. 3a). 4.8.2. Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserhebli - chen Änderung bildet die letzte der versicherten Person eröffnete rechts - kräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Renten - anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten e i- ner Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu - standes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4). Eine materielle Abklärung findet sich vorliegend anlässlich der Rentenzu - sprache mit Mitteilung des Beschlusses vom 30. Oktober 2004 und Ver- fügung vom 5. Januar 2005 (act. IV158 f.). Es ist somit als Vergleichszeit- punkt au f den Sachverhalt zwischen Oktober 2004 (Mitteilung des B e- schlusses) und 14. Juli 2008 (angefochtene Verfügung) abzustellen. 5. Die Beschwerdeführerin rügt in der Hauptsache, ihr Gesundheitszustand habe sich entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht wesentlich ver- ändert, weshalb die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht korrekt sei. Nach Abschluss des unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens hat sie ergänzt, vorliegend seien die krankheitsbedingten – über die Unfallfolgen hinau s- gehenden – gesundheitlichen Einschränkungen zu berücksichtigen. Nachfolgend ist demnach auf die Beweiskraft des von der Beschwerd e- führerin als nicht genügend erachteten MEDAS -Gutachtens vom 3. D e-C-5848/2008 Seite 17 zember 2007 einzugehen (E. 5.1). Weiter ist zu prüfen, ob im massgebl i- chen Zeitpunkt vom 14. Juli 2008 (Verfügung, act. IV/233) unfallfremde, aber für die obligatorische Invalidenversicherung relevante krankheitsbe- dingte gesundheitliche Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestanden (E. 5.2). 5.1. 5.1.1. Das Bundesgericht hat sich ausführlich daz u geäussert, weshalb dem Gutachten der MEDAS vom 3. Dezember 2007 der volle Beweiswert zukommt, insbesondere zur Frage, weshalb daraus schlüssig ein deutlich verbesserter Gesundheitszustand hervorgeht, und von einer erhöhte n Arbeitsfähigkeit auszugehen is t im Vergleich zur ersten Beurteilung im April 2004 – dies auch bezüglich der im Unfallversicherungsverfahren letztinstanzlich vorgebrachten Einwendungen zur Situation der lumbalen Wirbelsäule und zum psychischen Gesundheitszustand (Urteil des Bu n- desgerichts 8C_273/2007 vom 5. September 2011 E. 4, act. 21.1). 5.1.2. Soweit die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren dem MEDAS-Gutachten vom 3. Dezember 2007 den Beweiswert abspricht, ist auf die letztinstanzliche Beurteilung des Bundesgerichtes zu verweisen und festzustellen, dass die Beschwerdeführerin diesbezüglich auch im vorliegenden Verfahren nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. Somit er- gibt sich per Oktober 2007 (Untersuchungszeitpunkt) eine deutliche Ver- besserung ihres Gesundheitszustands im Vergleich zur Situation im Sommer 2004 (act. IV/157 S. 4) bzw. Januar 2005 (Verfügung SVA, act. IV/159) und damit eine klar belegte Erhöhung ihrer Arbeitsfähigkeit ge- mäss den Feststellungen der Gutachter. 5.1.3. Zu ergänzen bleibt, dass die Unfallversicherung im Nachgang zum ersten MEDAS-Gutachten vom 10. Juni 2004 auf Anraten ihres beraten- den Arztes die Einholung eine r Oberbegutachtung zur Ermittlung der A r- beitsfähigkeit der Versicherten in Erwägung zog. Die Beschwerdeführerin akzeptierte stattdessen vergleichsweise die Ausrichtung eines reduzierten Taggeldes von 60% (vgl. Einspracheentscheid der Unfallversicherung vom 15. März 2005, UV-Z/113 E. 6 S. 5). I m vorliegenden Verfahren hat die Beschwerdeführerin beschwerdeweise ausgeführt, ihre gesundheitl i- chen Einschränkungen würden sich gleichwohl auf das unfallversich e- rungs- wie auf das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren beziehen (act. 1). In Berücksichtigung der damaligen Vereinbarung mit der Unfal l- versicherung ist demnach festzustellen, dass sie selbst schon ab März 2005 von einer weniger einschränkenden Arbeitsunfähigkeit ausging als C-5848/2008 Seite 18 die SVA im Januar 2005 verfügungsweise angenommen hatte (vgl. act. IV/157 S. 4, 159). Somit ergibt sich unter diesem Aspekt – Arbeitsunfä- higkeit im März 2005 von tatsächlich ca. 60% gegenüber einer am 3. Dezember 2008 festgestellten 20% -igen Leistungseinschränkung für Verweistätigkeiten – eine weniger markante Differenz der Arbeitsunfähig- keit als die Beschwerdeführerin darlegt. 5.2. Die Beschwerdeführerin reichte im Lauf des Revisions - und des B e- schwerdeverfahrens folgende medizinischen Berichte zu den Akten.  Dr. E._______, Rezept für Medikamente, vom 7. Mai 2008 (act. IV/222a);  Dr. D.________, Neurologe, vom 8. Mai 2008 (act. IV/222);  Dr. G.________, Rheumatologe (undatiert, act. IV/223);  Dr. H.________, Hausarzt, vom 22. Mai 2008, (act. IV/224);  Dr. G.________, Rheumatologe, vom 15. Juni 2008 (act. IV/230);  Dr. E.________, Psychiater, vom 14. August 2008 (act. 1.2);  Dr. F.________, Spezialisierung unbekannt, vom 16. September 2008 (act. 3.1). 5.2.1. Aus den kurzen Berichten der behandelnden Ärzte vom Mai und Juni 2008 geht die Unfallgeschichte vom 8. November 2000 und die Diag- nostik CRPS Grad II – III entsprechend dem zweiten Gutachten der MEDAS hervor, sowie die Beha ndlung mit dem Medikament Lyrica und die Notwendigkeit der Durchführung von Physiotherapie . Der Rheumat o- loge spricht der Patientin aufgrund ihrer Einschränkungen eine Arbeitsf ä- higkeit ab (act. IV/223) . Der Neurolo ge gibt eine physiotherapeutische Behandlung im Jahr 2005 an und persistierende Schmerzen, welche die Aufnahme gewisser Arbeitstätigkeiten verhindern würden. Ausserdem wird der Beschwerdeführerin am 7. Mai 2008 ein Antidepressivum und ein Tranquilizer vers chrieben. Der Hausarzt beschreibt ein früher psychia t- risch behandeltes ängstlich -depressives Syndrom. Aufgrund der ver- schlimmerten Schmerzen des linken Fusses im Stehen und nachts könne die Patientin keine Arbeitstätigkeit ausüben . Zudem würden sich der ängstlich-depressive Zustand und die Fusssituation gegenseitig beei n- flussen. Er bestätigt die medikamentöse Behandlung. 5.2.2. Soweit diese Berichte lesbar und zeitlich einzuordnen sind, ist mit dem medizinischen Dienst der IVSTA (act. IV/221, 228) – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – festzustellen, dass diese Berichte im Nachgang zum hier wesentlichen MEDAS-Gutachten keine relevanten C-5848/2008 Seite 19 neuen Erkenntnisse erbringen. Alle Berichte stammen von behandelnden Ärzten und sind nicht oder kaum begründet, weshalb sie gegenüber dem MEDAS-Gutachten nur über einen beschränkten Beweiswert verfügen (siehe oben E. 4.7). Soweit die Beschwerdeführerin gestützt auf die Akten der behandelnden Ärzte eine Gesundheitsverschlechterung aus psych i- scher Sicht zu begründen scheint, ist einzig aus der Tatsache, dass ihr im Mai 2008 wiederum Psychopharmaka verschrieben wurden – entgegen ihrer eigenen Darstellung bei der MEDAS im Oktober 2007 , wonach sie nicht psychisch krank sei (act. IV/200 S. 21 und act. 21.1 E. 4.1 in fine), – keine wesentliche Veränderung ersichtlich. Geklärt bleibt gestützt auf das MEDAS-Gutachten ohnehin, dass der Beschwerdeführerin nur noch b e- schwerdeadaptierte, vorwiegend sitzende mit gelegentlich wechselbela s- tenden Verweistätigkeiten ohne lange Gehstrecken zumutbar sind (act. IV/220 S. 29 f.). Die darüber hinausgehenden – nicht weiter begründeten – Angaben des Hausarztes und des Rheumatologen ändern daran nichts. Ergänzend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin auch aus den nach dem Verfügungszeitpunkt (oben E. 4.1) eingereichten medizinischen Akten vom 14. August 2008 (Psychiater) und vom 16. September 2008 nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. Die Berichte sind kaum begründet, stammen ebenfalls von behandelnden Ärzten und enthalten keine abwei- chenden Beurteilungen zum Gutachten der MEDAS bezüglich Diagnostik, Gesundheitszustand und Notwendigkeit einer Rehabilitation. 5.2.3. Da sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin unter die- sen Umständen im zu beurteilenden Zeitpunkt als geklärt erweist, ergibt sich auch keine Notwendigkeit, weitere medizinische Abklärungen zu ver- anlassen (vgl. act. 1 Ziff. 14) . Der diesbezügliche Beschwerdeantrag ist deshalb abzuweisen. 5.3. Zusammenfassend ist im vorliegenden Verfahren eine klare Verbes- serung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin seit der Beur- teilung durch die SVA im Herbst/Winter 2004/2005 festzustellen . Der Be- schwerdeführerin sind beschwerdeadaptierte, vorwiegend sitzende Ve r- weistätigkeiten mit intermittierender Wechselbelastung zu 80% zumutbar. Keine Arbeitsfähigkeit besteht mehr für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfsverkäuferin (vorwiegend stehend und gehend ; act. IV/200 S. 29 Ziff. 7.4). Somit bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz den weiteren Rentena n- spruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint hat. C-5848/2008 Seite 20 5.3.1. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons V._______ ermittelte einen Invaliditätsgrad von 19.3%, welche es zu Gunsten der Beschwerde- führerin auf 20% rundete (vgl. act. 16.1 S. 10 f. ). Das Bundesgericht hat diese Berechnung des Invaliditätsgrads nicht beanstandet (vgl. act. 21 S. 7 E. 5). 5.3.2. Die Vorinstanz hat das Valideneinkommen zu Gunsten der B e- schwerdeführerin, statt auf den – für das Jahr 2006 indexierten – letzten Lohn im Jahr 2002 von Fr. 3'592.34 , gestützt auf den Tabellenlohn des Jahres 2006 (TA1 des Bundesamtes für Statistik BFS, Monatlicher Brutto- lohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, des Arbeitsplatzes und G e- schlecht, Privater Sektor , Frauen, Anforderungsniveau 4 [einfache und repetitive Tätigkeiten], Ziff . 52, Detailhandel und Reparatur) für das Jahr 2006 ermittelt und einen Monatslohn von Fr. 4'103.84 (41.6 Std./Woche , vgl. Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen des BFS) errechnet (act. IV/205). Für das Invalideneinkommen stützte die IVSTA sich gemäss den Angaben des medizinischen Dienstes (unqualifizierte leichte bis mittelschwere sit- zende Tätigkeiten mit Positionswechsel in der Industrie, leichte sitzende Tätigkeiten im Detailhandel, mit oder ohne Positionswechsel wie Kassie- rin oder Billettverkäuferin, einfache unqualifizierte Administrativtätigkeiten wie Registratur, Archivierung, Empfang, Telefonistin; vgl. act. IV/204 S. 3 ) auf die Tabellenlöhne für die Herstellung von Nahrungsmitteln und G e- tränken, Textilindustrie, Herstellung von Bekleidung und Pelzwaren (Ziff . 15, 17, 18), Detailhandel und Reparatur (Ziff. 52), sowie Dienstleistungen für Unternehmen (Ziff. 74); je einfache und repetitive Tätigkeiten, Frauen, was für die im Jahr 2006 übliche durchschnittliche Arbeitszeit (Totalwert [Berücksichtigung von Industrie- und Dienstleistungstätigkeiten]) von 41.7 Stunden pro Woche einen Durchschnittswert von Fr. 3'848.91 ergibt. In Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10% errechnete die Vorin- stanz bei einer zumutbaren Tätigkeit von 80% ein Invalideneinkommen von Fr. 2'771.22 und somit einen Invaliditätsgrad von 32.47%. 5.3.3. Gestützt auf das festgelegte Leistungsprofil (oben E. 5.3) sowie die Ausführungen des Bundesgerichts im vorliegend parallelen Unfallvers i- cherungsfall (oben E. 5.3.1) ist diese Berechnung mit der Berücksicht i- gung von explizit tiefen Tabellenlöhnen der Industrie – auch bezüglich des von der Vorinstanz berücksichtigten Leidensabzugs – nicht zu beanstan- den. Festzustellen ist im Übrigen, dass sich – wenn von indexierten Löh- nen für das Jahr 200 7 (Untersuchungszeitpunkt bei der MEDAS) ausge-C-5848/2008 Seite 21 gangen wird und die Tätigkeiten im Detailhandel nicht berücksichtigt we r- den, da die Beschwerdeführerin nicht mehr als Hilfsverkäuferin arbeiten kann – ein Invaliditätsgrad von 34% ergibt (Berechnung: siehe hienach), welcher nicht mehr zu einem Rentenbezug berechtigt. Indexiert auf das Jahr 2007 und unter Festlegung der der Beschwerd e- führerin zumutbaren Lohnkategorien wird das Invalideneinkommen wie folgt berechnet: Tabellenlöhne 2006, Frauen, Kategorie 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten): Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken: 3'794, Textilgewerbe: 3'628, Herstellung von Bekleidung und Pelzwaren: Fr. 3'247, Dienstleistungen für Unternehmen: Fr. 3'845, Durchschnitt s- wert: Fr. 3'628.50 (vgl. Urteil I 655/02 des Eidgenössischen Versich e- rungsgerichts vom 16. Juli 2003 ). Die Tabellenlöhne beziehen sich auf eine 40-Stundenwoche. Die übliche mittlere Wochenarbeitszeit bei einer 100%-Beschäftigung betrug in den Jahren 2006 und 2007 41.7 Std./Wo. (vgl. BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, in Stunden pro Woche, 2004 – 2010). Somit ergibt sich ein Durchschnitt s- lohn von Fr. 3'782.71 für das Jahr 2006 und indexiert für das Jahr 2007 ein Durchschnittslohn von Fr. 3'840.62 ( Index der Nominallöhne der Frauen von 2417 im Jahr 200 6 auf den Index von 2454 im Jahr 200 7 [Beurteilungszeitpunkt der MEDAS im Oktober 2007; Basis: 1939 = 100, vgl. BFS, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne 1976 – 2010]). Abzüglich des Leidensabzugs von 10% beträgt das Invalideneinkommen für ein Pensum von 80% im Jahr 200 7 Fr. 2'765.25 ([3'840.62 – 10%] x 0.8). Das Valideneinkommen 2007 errechnet sich wie folgt: Der Listenlohn Frauen, Anforderungsniveau 4, Detailhandel, betrug im Jahr 2006 Fr. 3'946 (40 Std./Wo.) und bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit im D e- tailhandel von 41.6 Stunden pro Woche Fr. 4'103.84; indexiert für das Jahr 2007 ergab sich somit ein Validenlohn von Fr. 4'166.66 (Fr. 4'103.84 / 2 417 x 2454 [Index siehe hievor]). In Anwendung dieser Werte ergibt sich ein Invaliditätsgrad von gerundet 34% ([{4'166.66 – 2'765.25} x 100] / 4'166.66 = 33.63%). 5.4. Die Beschwerdeführerin machte beschwerdeweise geltend, sie habe zwei betreuungsbedürftige Kleinkinder zu versorgen, sie könne deshalb kein Erwerbseinkommen erzielen (act. 1 Rz. 16). Diese Aussage steht im Widerspruch zur Feststellung der SVA vom 29. September 2004, die Ver- sicherte sei trotz der Versorgung des neunmonatigen Babys als zu 100% erwerbstätig zu betrachten (act. IV /157 und 152 S. 2). Vorliegend kann C-5848/2008 Seite 22 jedoch in Abwesenheit eines diesbezüglichen Beschwerdeantrages offen bleiben, ob zur Festlegung ihres IV-Grades ein Statuswechsel der B e- schwerdeführerin zu berücksichtigen gewesen wäre. 5.5. Unter diesen Umständen ergibt sich, dass die Vorinstanz die ganze Invalidenrente der Beschwerdeführerin zu Recht per 1. September 2008 (vgl. Art. 88bis Abs. 2 Bst. a IVV, sowie oben E. 4.8) aufgehoben hat. 6. Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei - entschädigung sowie das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewäh- rung der unentgeltlichen Rechtspflege. 6.1. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver - weigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht kosten - pflichtig und sind die Verfahrenskosten ausgangsgemäss der unterli e- genden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG ). Diese sind – unter Beachtung der zusätzlichen Aufwendungen des Gerichts während des Verfahrens (vgl. Bst. E.d – E.g) – auf Fr. 500.- festzulegen. 6.2. Die Beschwerdeführerin beantragt die Gewährung der unentgeltli- chen Rechtspflege. 6.2.1. Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG befreit die Beschwerdeinstanz, ihr Vorsitzender oder der Instruktionsrichter eine Partei, die nicht über die er- forderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahren s- kosten, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Massgebend für die Bestimmung der Bedürftigkeit ist die gesamte wirtschaftliche Situation des Gesuchstellers zur Zei t der Einreichung des Gesuches (BGE 120 Ia 179 E. 3a JdT 1995 I 283). Einer Partei, die bedürftig ist, deren Begehren nicht als aussichtslos erscheinen und die nicht imstande ist, ihre Sache selbst zu vertreten, kann zudem ein Anwalt bestellt werden (Art. 65 Abs. 2 VwVG). Die erwähnten Bedingungen müssen kumulativ erfüllt sein (vgl. BGE 122 I 51 E. 2c/bb). 6.2.2. Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 20. September 2011 im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren festgestellt, dass aufgrund der ihm vorliegenden Unterlagen eine ausgewiesene Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin vorliege (act. IV/21.1 S. 8). C-5848/2008 Seite 23 6.2.3. Aufgrund der eingereichten aktuellen Unterlagen ("Gesuch um u n- entgeltliche Rechtspflege" inkl. Beilagen; act. 31), ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann ihren Wohnsitz per Ende 2011/Anfang 2012 von Spanien zurück in die Schweiz verlegt haben. Der Ehemann arbeitet seit Oktober 2011 im Stundenlohn für eine T emporär- firma (vgl. act. 31.1.2, 31.1.7 ff.). Die Beschwerdeführerin ist seit dem 26. Januar 2012 wieder in der Schweiz angemeldet und arbeitet seit dem 7. Februar 2012 zu 80% (act. 31.1, 31.1.3, 31.1.5). 6.2.4. Die Beschwerdeführerin hat das Gesuch um Gewährung der u n- entgeltlichen Rechtspflege im Rahmen ihrer Beschwerde vom 12. Se p- tember 2008 gestellt. Zu diesem Zeitpunkt verfügte sie seit dem 1. Sep- tember 2008 nicht mehr über das Einkommen durch die Schweizer Inv a- lidenversicherung (siehe oben Bst. D.d) und bezog auch von der obligato- rischen Unfallversicherung nur noch ein stark verringertes Einkommen (oben Bst. B). Da die Beschwerdeerhebung und die Aufwendungen ihres Rechtsvertreters im Verfahren sich hier im Wesentlichen auf den Zeitraum vom September 2008 bis zum Entscheid des Bundesgerichts vom 20. September 2011 bezog, kann hier auf die Erhebungen des Bundesge- richts abgestellt und von einer verfahrensrechtlichen Bedürftigkeit ausge- gangen werden. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin seit Februar 2012 zusätzlich zum geringen Einkommen ihres Ehemannes ein eigenes kleines Einkommen erzielt. Da die Beschwerde sich im Übrigen nicht als von vornherein aussichtslos und die Vertretung d urch einen Rechtsanwalt angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechts- fragen im Revisionsverfahren als geboten erweist, ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltliche n Rechtspflege vollumfänglich gutzuheis- sen und der Beschwerdeführerin ihr Rechtsvertreter Volker Pribnow als gerichtlich bestellter Anwalt beizuordnen. Somit sind der Beschwerdefüh- rerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen und ist dem Rechtsvertreter eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zuzusprechen. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass gemäss Art. 65 Abs. 4 VwVG die bedürftige Partei, wenn sie später zu hinreichenden Mitteln gelangt, ve r- pflichtet ist, Honorar und K osten des Anwalts an die Körper schaft oder autonome Anstalt zu vergüten, die sie bezahlt hat. 6.2.5. Die Entschädigung des Rechtsvertreters wird mangels Einreichung einer Kostennote unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenkund i- gen Aufwands auf Fr. 2' 500.- zuzüglich Fr. 20. - MWST (siehe hienach) festgelegt (Art. 65 Abs. 5 VwVG in Verbindung mit Art. 16 A bs. 1 Bst. a VGG und Art. 14 Abs. 2 VGKE). Die Mehrwertsteuer ist nur für Dienstleis-C-5848/2008 Seite 24 tungen geschuldet, die im Inland gegen Entgelt erbracht werden . Keine Mehrwertsteuer ist demnach zu leisten, soweit der Rechtsvertreter seine Dienstleistung erbracht hat, als die Beschwerdeführerin ihren Wohnsitz im Ausland hatte (vgl. Art. 1 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 8 und 18 Abs. 1 des Mehrwertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009 [MWSTG, SR 641.20]). Seitdem die Beschwerdeführerin wiederum in der Schweiz lebt, ist die Dienstleistung ihres Rechtsvertreters mehrwertsteuerpflichtig (vgl. act. 29 – 31). Bei einem Stundenansatz von Fr. 250.- und einem Aufwand von einer Stunde seit Februar 2012 ergibt sich somit eine zusätzlich zum An- waltshonorar geschuldete Mehrwertsteuer v on Fr. 20.- (8% von Fr. 250.- = Fr. 20.-). 6.3. Die obsiegende Vorinstanz hat keinen Anspruch auf eine Parteien t- schädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Begehren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gut- geheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dem Rechtsvertreter wird zulasten der Gerichtskasse eine Entschädi - gung von Fr. 2'500.- zuzüglich Fr. 20.- MWST zugesprochen. C-5848/2008 Seite 25 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: act. IV/205) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – die B._______ -Versicherung, (Ref.-Nr. […]; Einschreiben ; Beilagen: Original-Unfallakten) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Beat Weber Susanne Flückiger Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 600 4 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: