22. Juni 1990 N 1267 Postulat Eggenberg-Thun Empfehlungen bezüglich der Eindämmung des Fluglärms, der Reduktion der Nachtflüge und der Ueberflugverbote aus Sicherheitsgründen abgibt. In der unabhängigen Kontroll- stelle sollen neben den betroffenen Kantonen (Basel-Stadt und Baselland) insbesondere die flughafennahen schweizeri- schen und französischen Gemeinden, Umweltschutzorgani- sationen und der Schutzverband der Bevölkerung vertreten sein. Texte du postulat du 8 février 1990 Le Conseil fédéral est invité à user de son influence pour obte- nir que l'on crée, pour l'aéroport de Baie-Mulhouse, un organe de contrôle indépendant de cet aéroport; cet organe serait no- tamment chargé de contrôler les nuisances (bruit, pollution de l'air) provenant de l'aéroport et affectant la région avoisinante, d'étudier les réclamations concernant le bruit des avions et de faire des recommandations relatives à la lutte contre ce bruit, à la réduction des vols de nuit et à l'interdiction de survol pour des raisons de sécurité. Au sein de l'organe de contrôle se- raient représentées, outre les demi-cantons intéressés de Baie-Ville et de Baie-Campagne, les communes suisses et françaises proches de l'aérodrome, des organisations de pro- tection de l'environnement et l'association de protection de la population (Schutzverband der Bevölkerung). Mitunterzeichner-Cosignataires: Baerlocher, Bär, Diener, Eu- ler, Fankhauser, Fierz, Günter, Hafner Rudolf, Herczog, Meier-Glattfelden, Ott, Schmid, Stocker, Thür, Vollmer, We- der-Basel, Wiederkehr (17) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Flughafen Basel-Mülhausen stellt aufgrund seiner Zwei- staatlichkeit (Frankreich, Schweiz) besondere Kontrollpro- bleme. Der Schutz der betroffenen Bevölkerung wird nur un- genügend wahrgenommen. Im Falle von Beschwerden - z. B. wegen Lärmimmissionen oder Tiefflügen - ist unklar, wer zu deren Abklärung letztlich verantwortlich ist. Heute werden die Beschwerden von der Flughafenverwaltung selbst beantwor- tet. Verantwortlichkeiten werden zwischen der Schweiz und Frankreich hin- und hergeschoben. Zum Schutz der betroffe- nen Bevölkerung ist es deshalb dringend nötig, dass für den Flughafen Basel-Mülhausen eine flughafenunabhängige Kon- trollinstanz geschaffen wird, in der insbesondere auch die be- troffenen Gemeinden, der Schutzverband der Bevölkerung und die Umweltverbände vertreten sind. Die bestehende paritätische Kommission zur Fluglärmbe- kämpfung ist für die Wahrnehmung einer umfassenden Kon- trollaufgabe ungenügend. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 4. Aprili 990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du4avril1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 90.390 Postulat Vollmer Attraktivierung des Personenverkehrs vor «Bahn 2000» und Neat Mesures propres à rendre le trafic des voyageurs plus attrayant Wortlaut des Postulates vom 7. März 1990 Der Bundesrat wird eingeladen, den Einsatz sogenannter Pen- dolino-Kompositionen insbesondere im Fern- und internatio- nalen Reiseverkehr im Sinne einer mittelfristig wirksamen At- traktivierung des Schienenverkehrs vorzusehen. Texte du postulat du 7 mars 1990 Le Conseil fédéral est invité à prévoir l'utilisation de rames «Pendolino», notamment sur les longs trajets et dans le trafic international des voyageurs, afin de rendre les chemins de fer plus attrayants à plus ou moins longue échéance. Mitunterzeichner- Cosignataires: Aguet, Bäumlin Ursula, Da- nuser, Euler, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Ledergerber, Lon- get, Neukomm, Ott, Rechsteiner, Reimann Fritz, Zbinden Hans, Züger (15) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Analog der vorzeitigen Kapazitätsverbesserungen für den Gü- terverkehr bestünden heute auch im Personenverkehr Mög- lichkeiten, mit dem Einsatz sogenannter Pendolino-Komposi- tionen wesentliche Fahrzeitverkürzungen im Fern- und inter- nationalen Verkehr zu erreichen. Damit könnten mittelfristig, das heisst noch deutlich vor einer gesamtnetzwirksamen «Bahn 2000»-Konzep,tion und der Verwirklichung einer Neat, bedeutende Attraktivierungen des Schienenverkehrs erzielt werden. Im Bereich des Nord-Süd-Verkehrs über den Lötsch- berg sollen bereits erste Markt-, Technik- und Machbarkeits- studien existieren. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 16. Mai 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 16 mai 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 90.424 Postulat Eggenberg-Thun Investitionsbeiträge an den kombinierten Verkehr Postulat Eggenberg-Thoune Trafic combiné. Subventions aux investissements Wortlaut des Postulates vom 15. März 1990 Der Bundesrat wird eingeladen, Investitionsbeiträge gestützt auf das Treibstoffzollgesetz auch für den kombinierten Ver- kehr mit Abrollcontainern vorzusehen. Insbesondere sollen die für den Umlad Schiene-Strasse notwendigen Spezialein- richtungen beim Lastwagen (Wechselgerät) und beim Bahn- wagen (Drehrahmen) unter die beitragsberechtigten Investi- tionen fallen. Gegebenenfalls ist dem Parlament eine RevisionPostulat Bürgi 1268 N 22 juin 1990 des Treibstoffzollgesetzes vorzulegen, damit auch Beiträge von weniger als 30 000 Franken ausgerichtet werden können, wie dies aufgrund von Artikel 6 dieses Gesetzes für Beiträge an Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzmassnahmen schon heute möglich ist. Texte du postulat du 15 mars 1990 Le Conseil fédéral est invité à prévoir, en vertu de la loi fédérale concernant l'utilisation du produit des droits d'entrée sur les carburants, des subventions pour le trafic combiné avec con- teneurs intermodaux. Les équipements spéciaux nécessaires pour le transbordement rail-route dans le cas des camions (ca- dre pivotant) et des wagons de chemin de fer (caisse mobile) devraient notamment être considérés comme des investisse- ments donnant droit à des subventions. Le cas échéant, il con- viendrait de soumettre au Parlement une révision de la loi fédérale concernant l'utilisation du produit des droits d'entrée sur les carburants, afin qu'il soit aussi possible de verser des contributions inférieures à 30 000 francs, ce qui est déjà prévu, à l'article 6 de la loi précitée, pour les contributions aux frais de protection de l'environnement, de la nature et du paysage. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Béguelin, Boden- mann, Borei, Bundi, Danuser, Fehr, Haering Binder, Haller, Jeanprêtre, Lanz, Ledergerber, Leuenberger-Solothurn, Matthey, Mauch Ursula, Neukomm, Ott, Rechsteiner, Stap- pung, Uchtenhagen, Ulrich, Vollmer, Züger (23) Schriftliche Begründung - Développement par écrit National- und Ständerat haben am 10. Juni 1987 im Zusam- menhang mit dem Luftreinhalte-Konzept eine Motion über- wiesen, mit welcher unter anderem Massnahmen zur Förde- rung des kombinierten Verkehrs gefordert wurden (Zu 86.047, Kommission für Gesundheit und Umwelt). Mit verschiedenen Postulaten haben der Nationalrat und der Ständerat zudem den Bundesrat eingeladen, den kombinier- ten Verkehr entscheidend zu fördern und dabei alle finanziel- len Kompetenzen, die Artikel 21 und 22 des Treibstoffzollge- setzes bieten, auszuschöpfen oder allenfalls eine Gesetzes- revision vorzulegen (Motion Béguelin, am 9. März 1989 als Po- stulat überwiesen; Motion Uhlmann, am 15. Dezember 1988 vom SR als Postulat überwiesen; Motion Wellauer, am 16. De- zember 1988 als Postulat überwiesen). Eine zwangsweise Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene ist schwierig, weil sehr oft kein An- schlussgeleise vorhanden ist und der Umlad vom Lastwagen auf die Bahn und umgekehrt unwirtschaftlich und oft umwelt- gefährlich ist. In der Schweiz sind nur etwa ein Viertel der Indu- striebetriebe an das Bahnnetz angeschlossen. Mit mehr An- schlussgeleisen könnten mehr Betriebe direkt auf die Bahn verladen. Wichtiger ist aber, dass auch ein dezentraler kombinierter Ver- kehr Schiene-Strasse innerhalb der Schweiz eingeführt wird. Damit könnten auch die vielen Industriebetriebe, die heute ihre Transporte mit Lastwagen ausführen müssen, weil sie kei- nen Geleiseanschluss haben, auf die «Bahn umsteigen». Der ganze Lastwagenaufbau oder ein Grosscontainer wird im Be- trieb beladen und bei einem zweckmässigen Anschlussge- leise in der Nähe oder bei einem Bahnhof auf einen Eisen- bahn-Flachwagen verladen. Der grosse Teil der Strecke würde mit der Bahn zurückgelegt. Der Umlad Bahn/Lastwa- gen und umgekehrt muss einfach sein und ohne Krananlagen vom Lastwagenfahrer allein vorgenommen werden können. Entsprechende Systeme bestehen schon: In der Schweiz der sogenannte Abrollcontainer, und in Japan und England wer- den ähnliche Techniken eingeführt. Die SBB erhoffen 20 Mil- lionen Tonnen Mehrverkehr pro Jahr dank diesem System. Die entsprechende Ausrüstung der Lastwagen mit einem Wechselgerät (z. B. «Kettengerät», «Hakenabroller») ist relativ teuer (etwa 70000 Franken). Um dem Strassentransportge- werbe den Einstieg in den kombinierten Verkehr aufgrund die- ser Systeme zu erleichtern, sollen Beiträge aus Treibstoffgel- dern ausgerichtet werden. Solche Beiträge sind verfassungs- konform, die Gesetzesgrundlage besteht ebenfalls. Die Forde- rung des dezentralen kombinierten Verkehrs liegt auch im In- teresse des gesamten Strassenverkehrs, weil damit die Stras- sen vom Schwerverkehr entlastet werden. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 9. Mai 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 9 mai 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 90.434 Postulat Bürgi SBB-Gruppenreisen von Invaliden und Rollstuhlbenützern CFF. Voyages collectifs d'infirmes Wortlaut des Postulates vom 20. März 1990 Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, ob die rechtlichen Regelungen derart geändert werden können, dass inskünftig für Gruppenreisen mit den speziellen Invalidenwagen der SBB kein zusätzlicher Pauschalpreis mehr entrichtet werden muss bzw. dass dieser Zuschlag vom Bund respektive von der IV übernommen wird. Texte du postulat du 20 mars 1990 Le Conseil fédéral est invité à examiner s'il ne serait pas possi- ble de modifier le règlement prévoyant que les groupes de handicapés désireux de voyager dans les voitures des CFF spécialement équipées à cet effet doivent s'acquitter d'un supplément. Ce supplément pourrait être pris en charge par la Confédération ou, plus précisément, par l'Ai. Mitunterzeichner - Cosignataires: Basler, Blatter, Bühler, Da- nuser, David, Déglise, Dietrich, Dormann, Eggenberg-Thun, Engler, Fehr, Hänggi, Hess Peter, Hildbrand, Jung, Kühn, Kühne, Mauch Rolf, Müller-Wiliberg, Neukomm, Nussbaumer, Ott, Paccolat, Portmann, Reimann Fritz, Ruckstuhl, Rüttimann, Savary-Fribourg, Schmidhalter, Schnider, Schwab, Seiler Rolf, Stamm, Stappung, Vollmer, Widrig, Wyss William, Zbin- den Hans, Züger, Zwygart (40) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Bei Gruppenreisen von Invaliden mit den SBB werden diesen von den Bundesbahnen spezielle Invalidenwagen zur Verfü- gung gestellt. Dass die SBB über solche Spezialwagen verfü- gen und diese einsetzen, ist sehr erfreulich. Weniger erfreulich ist allerdings, dass die Invaliden für diese Dienstleistung zu- sätzlich - und zwar beträchtlich - zur Kasse gebeten werden. Die SBB verlangen dafür nämlich zusätzlich zu den Fahrschei- nen noch einen Pauschalpreis pro Wagen und gefahrenen Ki- lometer. Dieser Betrag kann sich ohne weiteres in der Höhe von 1000 Franken bewegen. Auch wenn der Leistungsauftrag des Bundes an die SBB anerkannt wird, kann ein solcher Zu- stand absolut nicht befriedigen. Hier müssen dringend Aende- rungen vorgenommen werden. Sollten die SBB auf eine Ver- rechnung des Spezialpreises angewiesen sein, wird der Bun- desrat gebeten zu prüfen, ob künftig dieser Betrag nicht von der IV oder sonst von der öffentlichen Hand übernommen wer- den könnte. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 23. Mai 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 23 mai 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - TransmisSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Eggenberg-Thun Investitionsbeiträge an den kombinierten Verkehr Postulat Eggenberg-Thoune Trafic combiné. Subventions aux investissements In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.424 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 22.06.1990 - 08:00 Date Data Seite 1267-1268 Page Pagina Ref. No 20 018 751 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.