B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1745/2012 U r t e i l v o m 8 . A u g u s t 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Daniel Willisegger; Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), und deren Sohn B._______, geboren (…), Russland, beide vertreten durch Karl Kümin, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Zwischenverfügung des BFM vom 8. März 2012 und Verfügung des BFM vom 20. März 2012 / N _______. D-1745/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die Beschwerdeführerin am 30. August 2011 zusammen mit ihrem Sohn im Empfa ngs- und Verfahrenszentrum C._______ um Asyl nac h- suchte, dass das BFM beabsichtigte, sie in der von anderen tschetschenischen Asylsuchenden erfahrungsgemäss sehr gut beherrschten russischen Sprache zu befragen, dass sie es jedoch mit der Begründung, sie spreche nur tschetschenisch, ablehnte, die ihr anl ässlich der Befragung zur Person in russischer Spr a- che gestellten Fragen auf Russisch zu beantworten, dass das BFM die Beschwerdeführerin m it der Absicht, vor der Bunde s- anhörung zunächst die nach wie vor fehlende Befragung zur Person nachzuholen, mit Schre iben vom 27. Januar 2012 auf den 14. Februar 2012 zu einer Anhörung vorlud, dass es dabei auf eine Durchführung in tschetschenischer Sprache ver- zichtete, zumal die Verpflichtung eines Übersetzers beziehungsweise e i- ner Übersetzerin lediglich im Ausland möglich und demnach mit beträcht- lichen organisatorischen Schwierigkeiten sowie mit erheblichen Kosten verbunden gewesen wäre, dass auch diese Anhörung abgebrochen werden musste, da die B e- schwerdeführerin sich nicht vernehmen liess und zu erkennen gab, die ihr in russischer Sprache gestellten Fragen nicht oder nur auf Tschetsch e- nisch beantworten zu wollen, dass sie dem BFM keine rechtsgenüglichen Identitätspapiere einreichte, dass das BFM mit Verfügung vom 20. März 2012 – eröffnet am 26. März 2012 – auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin vom 30. August 2011 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. c des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete, dass zur Begründung aus geführt wurde , aufgrund des Umstands, dass die Beschwerdeführerin weder einen Pass noch sonst einen rechtsg e- nüglichen Identitätsausweis zu den Akten gereicht habe, stünden weder D-1745/2012 Seite 3 ihre wahre Identität, das richtige Ausreisedatum noch die tatsächliche Reiseroute fest, dass vor dem Hintergrund der Länderkenntnisse und langjährigen Erfa h- rungen des BFM mit tschetschenischen Asylsuchenden die Aussage der Beschwerdeführerin, sie spreche nur tschetschenisch , mehr als unwah r- scheinlich anmute, dass sie im Jahr 1963 geboren sei und somit ihre ganze Jugend in der damaligen Sowjetunion verbracht habe, dass sie gemäss den Angaben ihrer jüngeren Schwester angeblich bis zur vierten Klasse in die Schule gegangen sei, dass zu jener Zeit Russisch in Tschetschenien die alleinige Unterrichts- und Amtssprache gewesen sei, dass der dortige Alltag damals – wie auch heute noch – weitgehend durch die russische Sprache geprägt gewesen sei, dass eine wie die Beschwerdeführerin in einer städtischen Gegend au f- gewachsene Person unwei gerlich in sämtlichen Belangen des Alltagl e- bens mit der russischen Sprache konfrontiert worden sei, weshalb mit Si- cherheit davon auszugehen sei, sie beherrsche – genauso wie ihre zwei Jahre jüngere und in der Schweiz ebenfalls als Asylsuchende weilende Schwester sowie andere tschetschenische Gesuchstellende – die russi- sche Sprache, zumindest um die in einer Befragung zur Person gestellten Fragen zu verstehen und beantworten zu können, dass insbesondere auszuschliessen sei, sie sei nicht einmal in der Lage gewesen, die einfachsten ihr anlässlich der Befragung gestellten Fragen nach ihren Personalien zu verstehen beziehungsweise zu beantworten, dass für die Beantwortung solcher einfacher Fragen zweifelsohne ihre in der Schule und im täglichen Umgang erworbene n und sicherlich auch heute noch vorhandenen Kenntnisse des Russischen genügen müssten, dass auch in den Akten keine nachvollziehbaren Hinweise ersichtlich se i- en, welche die totale Absenz jeglicher, selbst der rudimentärsten Ru s- sischkenntnisse begreiflich machen könnten, D-1745/2012 Seite 4 dass die von ihrer Schwester erwähnte Erkrankung die fehlenden Sprachkenntnisse der sich Zeit ihres Lebens im russisch g eprägten Sprachraum aufgehaltenen Beschwerdeführerin jedenfalls nicht zu erkl ä- ren vermöge, dass sie durch ihr durchwegs abweisendes Verhalten bereits bei der Feststellung ihrer Personalien jedoch mehr als deutlich manifestiert habe, dass sie nicht bereit sei, bei der Ermittlung des Sachverhalts mitzuwirken, dass ein solches unkooperatives Verhalten indessen keinesfalls mit dem Verhalten tatsächlich Verfolgter zu vereinbaren sei, welche erfahrung s- gemäss zumindest versuchten, bei der Feststellung der Personalien und des Sachverhalts so weit wie möglich aktiv mitzuwirken, ganz im Gegen- satz zur Beschwerdeführerin, welche von Anfang an nicht bereit gewesen sei, auch nur das Mindeste dafür zu tun, obwohl es ohne Zweifel, be i- spielsweise mittels schriftlicher Eingabe, durchaus möglich gewesen w ä- re, dass die Beschwerdeführerin dadurch die Durchführung einer Befragung zur Person bewuss t verhindert und somit ihre Mitwirkungspflicht schul d- haft in grober Weise verletzt habe, dass sie klar zu erkennen gegeben habe, dass sie an einer Fortsetzung des Asylverfahrens nicht interessiert sei, weshalb ihr auch das erforderl i- che Rechtsschutzinteresse abzusprechen sei, dass demnach gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten werde, dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 1. April 2012 gegen die angefochtenen Verfügungen beim Bundesverwaltungsgericht Beschwe r- de erheben und beantragen liessen, diese seien aufzuheben, dass auf ihr Asylgesuch einzutreten und die Angelegenheit zur Durchfü h- rung des Asylverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen sei, dass ev entualiter die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit der Wegwe i- sung festzustellen sei, D-1745/2012 Seite 5 dass ihnen Einsicht in die vorinstanzlichen Akten A1, A2, A4, A8, A9, A10 und A11 zu gewähren sei, dass ihnen die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in der Person des Unterzeichneten ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu e r- nennen sei, dass zur Untermauerung der Vorbringen ein Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 12. September 2011 mit der Überschrift "Nordkauk a- sus: Sicherheits - und Menschenrechtslage (T schetschenien, Dagestan und I nguschetien)", ein Schreiben einer gewissen D._______ vom 24. Februar 2012 im Original mit Briefumschlag, deutscher Übersetzung und Passkopie derselben Person, eine Passk opie der Beschwerdeführe- rin und Kopien der Zwischenverfügung des BFM vom 8. März 2012 betreffend Akteneinsichtsgesuch, des Aktenverzeichnisses sowie der Ver- fügung des BFM vom 20. März 2012 ins Recht gelegt wurden, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 4. April 2012 die in der Rechtsmitteleingabe in Aussic ht gestellte Fürsorgebestätig ung der (…) vom 4. April 2012 nachreichen und um Beizug der Beschwerdeakten b e- ziehungsweise vorinstanzlichen Akten der Schwester der Beschwerdefüh- rerin (Verfahren D-4595/2011, N _______) ersuchen liessen, dass der zuständige Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts den Beschwerdeführenden mit Zwischenverfügung vom 12. April 2012 mitteilte, sie dürften den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwa r- ten, den Antrag, es sei ihnen Einsicht in die vorinstanzlichen Akten A1 , A2, A4, A8, A9, A10 und A11 zu gewähren, teilweise guthiess und ihnen Gelegenheit einräumte, bis zum 23. April 2012 zu den Do kumenten A1, A2, A4, A11 und zur Aktennotiz des BFM vom 20. September 2011 Ste l- lung zu nehmen, dass er die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) abwies und die Beschwerd e- führenden unter Hinweis auf die Säumnisfolge aufforderte , bis zum 23. April 2012 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.- einzuzahlen, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 23. April 2012 fristg e- mäss eine entsprechende Stellungnahme zu den Akten reichen liessen, D-1745/2012 Seite 6 dass als Beilagen ein Beleg hinsichtlich des am 20. April 2012 einbezah l- ten Koste nvorschusses, ein Bericht einer gewissen E._______ vom 20. April 2012 betreffend eines am gleichen Tag durchgeführten Sprac h- tests und zwei Wikiped ia-Auszüge zur Stadt F._______ (Stand 10. Okto- ber 2011, besucht am 23. April 2012) und zur tschetschenischen Sprache (Stand 17. April 2012, besucht am 23. April 2012) eingereicht wurden, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 4. Mai 2012 folgende Beweismittel nachreichen liessen: – Eine angebliche Bestätigung d es Bezirkspsychiaters des (…) vom 11. Januar 2011, wonach die Beschwerdeführerin im (…) eingetragen ist (Originalkopie mit deutscher Übersetzung) und – eine angebliche Bestätigung der (…) vom 14. Januar 2011, aufgrund deren die Beschwerd eführerin im Alter von sechs Jahren an Meningitis erkrankte und noch h eute an den Folgen dieser Krankheit leidet, insbesondere an Kopfschmerzen mit Erbrechen, Schwindel, Schwäche und unregelmässigem Herzschlag (Originalkopie mit deutscher Übersetzung), dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vo m 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme in casu nicht vorliegt, weshalb das Bunde s- verwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene n Verfügungen besonders b e- rührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezi e- hungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde D-1745/2012 Seite 7 legitimiert sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 3 7 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32 – 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mat e- riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die S a- che zu neuer Entsche idung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entsc hieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend au f einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass auf Asylgesuche nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende ihre Mitwirkungspflicht schuldhaft auf andere Weise als nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a oder b AsylG grob verletzen (Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG), D-1745/2012 Seite 8 dass das BFM in der angefochtenen Verfügung vom 20. März 2012 übe r- zeugend darlegte, weshalb in casu die Voraussetzungen für einen Nich t- eintretensentscheid gestützt auf vorgenannte Bestimmung erfüllt sind, dass zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf die zutref- fenden Erwägungen jener Verfügung zu verweisen ist, dass weder der Beschwerdeschrift, den weiteren Eingaben noch den Be- weismitteln zu entnehmen ist, aus welchem Grund das Bundesverwa l- tungsgericht zu einer anderen Einschätzung gelangen sollte, dass in der Beschwerde im Wesentlichen geltend gemacht wurde, die Vorinstanz habe den massgebenden Sachverhalt in der angefochtenen Verfügung nicht vollständig erfasst, da sie zu Unrecht davon ausgega n- gen sei, die Beschwerdeführerin verstehe Russisch und h abe zur Einre i- chung von Ausweispapieren nicht alle zumutbaren Vorkehrungen getro f- fen, dass die Passkopie die Identität der Beschwerdeführerin zweifelsfrei aus - weise, dass der Wegweisungsvollzug der Beschwerdeführenden in ihre Heimat unzulässig und unzumutbar sei, dass es in casu einzig um die Frage geht, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist, weshalb die Frage, ob sie bei einer Rückkehr in ihr Heimatland einer asylreleva n- ten Verfolgung ausgesetzt wären, nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass es sich somit erübrigt, auf die in der Beschwerde und in der Ste l- lungnahme vom 23. April 2012 in diesem Zusammenhang geltend g e- machten Vorbringen einzugehen, dass das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde im Verfahren der Schwester der Beschwerdeführerin keiner materiellen Prüfung unterzog, sondern einzig aus formellem Grund (ungenügende Begründung der an- gefochtenen Verfügung) gut hiess, die Verfügung aufhob und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückwies (vgl. Urteil D-4595/2011 vom 11. November 2011), D-1745/2012 Seite 9 dass nicht festgestellt wurde, ob die Schwester die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt, weshalb darauf verzichtet werden kann, deren Verfahrensakten (D-4595/2011, N _______) zur Abklärung einer all- fälligen Reflexverfolgung der Beschwerdeführerin beizuziehen, dass das Gesuch um Beizug der entsprechenden A kten demzufolge ab- zuweisen ist, dass gemäss der Rechtsprechung Fotokopien im A sylverfahren grund- sätzlich keine genügende Beweiskraft beigemessen werden kann, da sie nicht als fälschungssicher bezeichnet werde n können (vgl. dazu BVGE 2007/7 E. 5.1), dass der Beweiswert des vorliegend in Kopie eingereichten russischen Passes angesichts dessen zu bezweifeln ist, dass sich im Weiteren die Rüge , wo nach die angefochtene Verfügung Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG verletze, als unbegründet erweist, da das BFM in casu gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG, nicht je doch in Anwen- dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch der Beschwe r- deführerin nicht eingetreten ist, dass die Beschwerdeführerin auf dem Personalienblatt vom 30. August 2011 angab, sie sei tschetschenischer Muttersprache und beherrsche keine anderen Sprachen (vgl. A1), dass sie jedoch anlässlich eines am 20. September 2011 unter Beizug ei- ner Dolmetscherin durchgeführten kurzen Sprachtests durchaus in der Lage war, alle ihr in Russisch gestellten Fragen zu beantworten (vgl. A k- tennotiz des BFM vom 20. September 2011), dass s ie darüber hinaus laut einer Eingabe der vormals zuständigen Rechtsvertreterin vom 4. Oktober 2011 in der Primarschule während zweier Jahre Russischunterricht hatte (vgl. A6), dass in Berücksichtigung dieser Umstände übereinstimmend mit dem BFM davon ausgegangen werden darf, die Beschwerdeführerin beherr- sche die russische Sprache gut genug, um zumindest die in einer Befr a- gung zur Person gestellten Fragen verstehen und beantworten zu kö n- nen, D-1745/2012 Seite 10 dass das BFM demnach nicht verpflichtet war, einen tschetschenischen Dolmetscher beizuziehen, dass bei dieser Sachlage auch darauf verzichtet werden kann, mit der Beschwerdeführerin zwecks Nachweis ihrer Sprach- und Geistesfähigkei- ten eine weitere Anhörung durchzuführen beziehungsweise ein Gutac h- ten einzuholen, weshalb dem entsprechenden Begehren in der Recht s- mitteleingabe nicht stattzugeben ist, dass es nach dem Gesagten für das Bundesverwaltungsgericht entgegen anderer Auffassung keinen Anlass gibt, an der Effizienz des am 20. Se p- tember 2011 mit der Beschwerdeführerin durchgeführten Sprachtests zu zweifeln, dass es sich bei der in der Empfangsstelle durchgeführten Befragung zur Person lediglich um eine Summarbefragung handelt (vgl. Art. 26 Abs. 2 AsylG), welche keine vertieften Sprachkenntnisse erfordert, dass die Beschwerdeführerin infolgedessen mit ihrer Argumentation, w o- nach sie alles, was über einfachste Fragen hinausgehe, nicht beantwo r- ten könne (vgl. Stellungnahme vom 23. April 2012, S. 3), nichts zu ihrem Vorteil abzuleiten vermag, dass ihr im Übrigen die mit Eingabe vom 4. Mai 2012 eingereichten, auf ihren Namen ausgestellten medizinischen Bestätigungen aufgrund des Umstands, wonach ihre Identität mangels Einreichung rechtsgenüglicher Identitätspapiere nicht eindeutig feststeht, nicht zweifels frei zugeordnet werden können, dass selbst bei Wahrunterstellung einer zweifelsfreien Zuordnung sich le- diglich ergeben würde, dass die Beschwerdeführerin früher eine Meningi- tis er litt, nicht aber medizinisch belegt wäre, sie verfüge wegen dieser Krankheit über keinerlei Verständnis des Russischen, dass sie ausserdem auf dem Personalienblatt keine medizinischen Prob- leme angab (vgl. A1), weshalb davon auszugehen ist, ihr im Asylverfah- ren festgestelltes unkooperatives Verhalten sei auf andere Ursachen als die erwähnte gesundheitliche Beeinträchtigung zurückzuführen, dass vor dem Hintergrund, wonach die Beschwerdeführerin die angeblich erlittene Meningitis im weiteren Verlauf des Asylverfahrens als Grund für ihre angeblich fehlenden Russischkenntnisse angibt, vielmehr zu erwar-D-1745/2012 Seite 11 ten gewesen wäre, sie hätte das BFM bereits im Per sonalienblatt darauf hingewiesen, dass bei dieser Sachlage darauf verzichtet werden kann , die in der Stel- lungnahme vom 23. April 2012 in Aussicht gestellten sozialversicherungs- rechtlichen Akten aus Tschetschenien abzuwarten, dass die Beschwerdeführerin auch aus den im Bericht von E._______ erwähnten körperlichen Beschwerden (Kopfschmerzen, starke Nervosität, inneres Zittern) , an denen s ie anlässlich der vom BFM durchgeführten Befragung gelitten haben soll, ebenso wenig zu ihren Gunsten ableiten kann, zumal die jener Befragung beiwohnende Hilfswerksvertreterin keine derartige Beobachtung machte (vgl. Befragungsprotokoll vom 14. Februar 2012, A13 S. 2), dass angesichts dessen die in der Stellungnahme vom 23. April 2012 ver- tretene Auffassung, die Beschwerdeführerin sei mit der Situation einer Befragung auf Russisch völlig überfordert (vgl. a.a.O., S. 5) , als unb e- helfliche Schutzbehauptung zu qualifizieren ist, dass die Beschwerdeführerin die Unterzeichnung des Protokolls ohne Angabe von Gründen verweigerte, dass das Bundesverwaltungsgericht g estützt auf die vorstehenden Erw ä- gungen insgesamt zum Schluss gelangt, die Beschwerdeführerin habe ih- re Mitwirkungspflicht grob verletzt, indem sie sich weigerte, an der Fes t- stellung des Sachverhalts mitzuwirken, dass das BFM aufgrund des unkooperativen Verhaltens der Beschwerde- führerin nicht gehalten war, den Sachverhalt eingehender abzuklären, weshalb sich die in der Beschwerde erhobene Rüge einer Verletzung von Art. 12 VwVG als ungerechtfertigt erweist, dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, auf alle weiteren Vorbringen und Beweismittel einzugehen, da dies zu keiner anderen Beurteilung füh- ren würde, dass das BFM angesichts der gesamten Umstände zu Recht in Anwe n- dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG auf das Asylgesuch der Beschwe r- deführerin nicht eingetreten ist, D-1745/2012 Seite 12 dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21), wes- halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den g esetzlichen Bestim- mungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wu r- de, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht z ulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungs vollzugshinder- nissen gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und se i- ner Vorgängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist und andernfalls wenigstens gla ubhaft zu m a- chen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Handbücher für die An- waltspraxis, Band VIII, 2. Aufl., Basel 2009, S. 568 Rz. 11.148), dass grundsätzlich von Amtes wegen zu p rüfen ist, ob der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG), diese Untersuchungspflicht jedoch nach Treu und Glauben ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden findet (Art. 8 AsylG), welche auch die Substanziierungslast tragen (Art. 7 AsylG), und es deshalb nicht Sache der Asylbehörden sein kann, nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen, wenn - wie vorliegend - die asyl- suchende Person durch grobe Verletzung der Mitwirkungspflicht eine ver- nünftige Prüfung der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzuges ve r- hindert, dass die Beschwerdeführerin die Folgen ihrer mangelhaften Mitwirkung zu tragen hat, indem vermutungsweise davon auszugehen ist, es würden einer Wegweisung in den Heimat staat keine landes - oder völkerrechtl i- chen Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2-4 AuG entgegenstehen (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2 S. 4 f.), D-1745/2012 Seite 13 dass infolgedessen das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlings- rechtlichen Non -Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwe n- dung findet, dass weder die allgemeine Lage i n Tschetschenien noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführenden im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, dass der geltenden Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts z u- folge in Tschetschenien keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht, wes- halb der Wegweisungsvollzug abgewiesener tschetschenischer Asyls u- chender in der Regel zumutbar ist (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.2.5), dass die geltend gemachte gesundheitliche Beeinträchtigung einer Rück- kehr ins Heimatland nicht entgegensteht, da sie nicht existenziell bedroh- lich ist, dass auch keine weiteren persönlichen Gründe ersichtlich sind, aufgrund derer unter Umständen geschlossen werden könnte, die Beschwerdefü h- renden gerieten im Falle der Rückkehr in eine existenzbedrohende Situ a- tion, weshalb der Wegweisungsvollzug mit dem BFM als zumutbar zu b e- zeichnen ist, dass der Vollzug der Wegweisung in den Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführenden obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepa- piere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), dass demnach der vom Bundesamt verfügte Wegweisungsvollzug insge- samt zu bestätigen ist und eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG), dass es den Beschwerdeführenden somit nicht gelungen ist darzutun, i n- wiefern die angefochtene Verfügung vom 20. März 2012 Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvolls tändig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die B e- schwerde abzuweisen ist, dass die Beschwerdeinstanz die Verfahrenskosten in der Regel der unter- liegenden Partei auferlegt, D-1745/2012 Seite 14 dass die Verfahrenskosten ermässigt werden, wenn die unterlie gende Partei nur teilweise unterliegt, dass sie ihr ausnahmsweise erlassen werden können (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG), dass die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwac h- sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen kann (Art. 64 Abs. 1 VwVG), dass die Beschwerdeführenden in casu hinsichtlich des Antrags, es sei ihnen Einsicht in die vorinstanzlichen Akten A1, A2, A4, A8, A9, A10 und A11 zu gewäh ren, teilweise obsiegt haben (vgl. Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. April 2012), hinsichtlich aller weit e- ren Anträge jedoch unterlegen sind, dass bei dieser Sachlage die Verfahrenskosten zu ermässigen wären und den rechtlich vertretenen Beschwerdef ührenden angesichts ihres teilwe i- sen Obsiegens zulasten der Vorinstanz eine reduzierte Parteientschäd i- gung für die ihnen notwendigerweise erwachsenen Kosten zuzusprechen wäre (Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 7 Abs. 2, Art. 8 und 9 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Ko s- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass indessen das im erstinstanzlichen Verfahren bei der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gezeigte Desinte resse der B e- schwerdeführerin beziehungsweise die Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht nicht zu honorieren ist, weshalb es sich vorliegend rechtfertigt, sowohl auf eine Ermässigung der Verfahrenskosten als auch eine Ausrichtung einer reduzierten Parteientschädigung zu verzichten, dass ausgangsgemäss die Verfahrensk osten den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), auf insgesamt Fr. 600. - fest- zusetzen (Art. 1 – 3 VGKE) und mit dem am 20. April 2012 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind. (Dispositiv nächste Seite) D-1745/2012 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag wird mit dem in gleicher Höhe geleisteten Ko s- tenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an die Besc hwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand: