<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00515</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205668&amp;W10_KEY=4467136&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00515</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.02.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verweigerung eines Megaposters an einer mehrheitlich geschlossenen Gebäudefassade in Zürich.<br/><br/>Kognitionsbeschränkung der Baurekurskommission. Die von der Baurekurskommission geübte Zurückhaltung bei der Überprüfung der kommunalen Ermessensausübung erweist sich als rechtens (E. 2).<br/>Begründung der Verweigerung in Verfügung und Rekursvernehmlassung (E. 4.1).<br/>Sachverhaltsfeststellung und Würdigung durch die Baurekurskommission (E. 4.2).<br/>Der Beschwerdeführer bringt insbesondere durch seine Bildvergleiche nichts vor, was die Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanzen als unrichtig oder die Würdigung der Einordnungsfrage als rechtsverletzend erscheinen lässt. Was die vorinstanzliche Überprüfung der ästhetischen Würdigung durch die Bewilligungsbehörde betrifft, vermag er nicht darzutun, inwieweit diese unhaltbar wäre. Die Ansicht der Baubehörde, der geschlossene Fassadenteil bilde in architektonischer Hinsicht ein bewusstes optisches Gegengewicht zur mit Balkonen und Fenstern gegliederten Gebäudeseite, ist vertretbar (E. 5.2).<br/>Die Baurekurskommission weist zu Recht darauf hin, dass eine Überprüfung der Reklameanlage im Hinblick auf die Verkehrssicherheit ebenfalls angebracht gewesen wäre (E. 6).<br/><br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BRANDMAUER">BRANDMAUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FASSADE">FASSADE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FASSADENGESTALTUNG">FASSADENGESTALTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEGAPOSTER">MEGAPOSTER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLAKATWERBESTELLE">PLAKATWERBESTELLE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSSICHERHEIT">VERKEHRSSICHERHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 238 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 238 Abs. II PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 22. Februar 2005 verweigerte das Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich (Reklameanlagen) der C AG die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Errichtung einer dem stadteinwÃ¤rts fliessenden Verkehr zugewandten, unbeleuchteten Plakatwerbestelle mit wechselnder Fremdwerbung mit den Massen 7 m x 9 m (Megaposter mit 63 m<sup>2</sup>) auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der Ecke L-Strasse/M-Strasse 02.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den am 29. MÃ¤rz 2005 gegen die Bauverweigerung erhobenen Rekurs von A, EigentÃ¼mer des BaugrundstÃ¼cks, wies die Baurekurskommission I nach DurchfÃ¼hrung eines Referentenaugenscheins mit Entscheid vom 16. September 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 24. Oktober 2005 gelangte A an das Verwaltungsgericht und liess diesem in materieller Hinsicht beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, und die nachgesuchte baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Werbestelle sei zu erteilen, eventualiter sei das Reklamegesuch zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners. In prozessualer Hinsicht ersucht A um DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission I beantragte am 1. November 2005 ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Das Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich schloss am 23. November 2005 auf Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des BeschwerdefÃ¼hrers.</p> <p class="Urteilstext">Die ErwÃ¤gungen des angefochtenen Entscheids sowie die Vorbringen der Parteien werden, soweit erforderlich, im Folgenden wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>EigentÃ¼mer der Liegenschaft M-Strasse 02 in ZÃ¼rich ist A in X. Die Vollmacht des Rechtsvertreters ist von A unterzeichnet. Rekurs und Beschwerde sind daher namens von A erhoben worden. Anstelle der nicht parteifÃ¤higen Einzelfirma "D Liegenschaftenverwaltung" ist deshalb A als BeschwerdefÃ¼hrer ins Rubrum aufzunehmen und dieses entsprechend zu berichtigen.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>GemÃ¤ss § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) bzw. § 21 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) ist zum Rekurs berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Ãnderung hat. Vorliegend hat jedoch nicht die C AG, welche das Reklamegesuch eingereicht hat, sondern der EigentÃ¼mer der Liegenschaft Kat.-Nr. 01, auf welcher die Plakatwerbestelle zu stehen kommen soll, das Rechtsmittel ergriffen. Es stellt sich mithin die Frage, ob unter diesen UmstÃ¤nden das Interesse an der Ergreifung des Rechtsmittels als schutzwÃ¼rdig im Sinn von § 338a Abs. 1 PBG bezeichnet werden kann. Diese Frage kann indessen vorliegend offen bleiben, weil die Beschwerde aus den nachfolgenden ErwÃ¤gungen abzuweisen ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 VRG fÃ¼r die Behandlung von Beschwerden gegen Entscheide der Baurekurskommissionen zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ersucht um DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins. â Im vorliegenden Fall hat bereits die Baurekurskommission am 18. August 2005 einen Augenschein durchgefÃ¼hrt. Auf die bei dieser Gelegenheit gewonnenen Erkenntnisse, die im Protokoll des Rekursverfahrens festgehalten sind, darf auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren abgestellt werden (RB 1981 Nr. 2). Da der massgebliche Sachverhalt aufgrund des vor­instanzlichen Augenscheins sowie des bei den Akten liegenden Baugesuchs und den Fotografien mit hinreichender Deutlichkeit dokumentiert ist, kann auf die DurchfÃ¼hrung eines verwaltungsgerichtlichen Augenscheins verzichtet werden (RB 1995 Nr. 12 = BEZ 1995 Nr. 32, mit Hinweisen).</p> <p class="MsoNormal"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Streitig ist vor Verwaltungsgericht die Frage der Einordnung des Megaposters im Sinn von § 238 PBG. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, die Vorinstanz habe seinen Anspruch auf eine sachliche ÃberprÃ¼fung des Bewilligungsentscheids verletzt, indem sie es unterlassen habe, eine ÃberprÃ¼fung der ErmessensausÃ¼bung des Beschwerdegegners vorzunehmen.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission ist, wie jede Rechtsmittelinstanz, nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, ihre ÃberprÃ¼fungsbefugnis voll auszuschÃ¶pfen. Bei unzulÃ¤ssiger KognitionsbeschrÃ¤nkung verletzt sie den Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r und begeht damit eine formelle Rechtsverweigerung (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 20 Nr. 3). Bei der Kontrolle von kommunalen Entscheiden zur Einordnung von Bauten, Anlagen und Umschwung hat sich die RekursbehÃ¶rde aber, obwohl ihr gemÃ¤ss § 20 Abs. 1 VRG an sich freie ÃberprÃ¼fungsbefugnis zusteht, ZurÃ¼ckhaltung aufzuerlegen. Die Kontrolle der ErmessensausÃ¼bung erfÃ¤hrt hier EinschrÃ¤nkungen durch die Gemeindeautonomie. Besteht in einem Bereich Gemeindeautonomie, so kommt den Rekursinstanzen allgemein nur beschrÃ¤nkte ÃberprÃ¼fungsbefugnis zu. Die KognitionsbeschrÃ¤nkung gilt auch dort, wo das kantonale Recht den Gemeinden bei der Anwendung kantonaler Bestimmungen eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit belÃ¤sst (RB 1979 Nr. 10; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 20 Nr. 19). Dies ist bei der EinordnungsprÃ¼fung im Sinn von § 238 PBG der Fall. Die Baurekurskommission Ã¼berprÃ¼ft daher zwar neben der RechtmÃ¤ssigkeit auch die ZweckmÃ¤ssigkeit des kommunalen Entscheids. Beruht dieser auf einer vertretbaren WÃ¼rdigung der massgebenden SachumstÃ¤nde, so hat die Rechtsmittelinstanz ihn zu respektieren und darf nicht ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde setzen. Die Rekursinstanz darf erst dann eingreifen, wenn sich die vorinstanzliche ErmessensausÃ¼bung als offensichtlich unvertretbar erweist (RB 1991 Nr. 2, 1981 Nr. 20; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 20 Nr. 19). Die von der Baurekurskommission geÃ¼bte ZurÃ¼ckhaltung bei der ÃberprÃ¼fung der kommunalen ErmessensausÃ¼bung erweist sich damit als rechtens.</p> <p class="MsoNormal"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Nach § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung fÃ¼r sich und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch fÃ¼r Materialien und Farben. Auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes ist besonders RÃ¼cksicht zu nehmen (Abs. 2). Die Baurekurskommission hat die dazu entwickelte Praxis grundsÃ¤tzlich zutreffend dargestellt (Rekursentscheid, E. 4.1), sodass auf diese AusfÃ¼hrungen verwiesen werden kann (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG).</p> <p class="Urteilstext">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen im Sinn von § 50 Abs. 2 VRG sowie gemÃ¤ss § 51 VRG eine fÃ¼r den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden. Hat die Baurekurskommission einen Einordnungsentscheid der kommunalen BehÃ¶rde bestÃ¤tigt, so kann vor Verwaltungsgericht nur geltend gemacht werden, die Rekursinstanz sei zu Unrecht zum Ergebnis gelangt, der erstinstanzliche Entscheid bewege sich im Rahmen des der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde zustehenden Ermessensspielraums. Das Verwaltungsgericht Ã¼berprÃ¼ft dann lediglich, ob die Rekursinstanz die Ã¤sthetische WÃ¼rdigung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde als vertretbar hat beurteilen dÃ¼rfen; nimmt es statt dessen eine eigene umfassende Beurteilung der Gestaltung und der Einordnung des Bauvorhabens vor, so Ã¼berschreitet es in willkÃ¼rlicher Weise seine eigene Kognition und verletzt damit gleichzeitig die Gemeindeautonomie (BGr, 21. Juni 2005, 1P.678/2004, www.bger.ch).</p> <p class="Urteilstext">Vorliegend geht es somit einzig um die Frage, ob die Baurekurskommission die vor­instanzliche Ã¤sthetische WÃ¼rdigung der streitigen Plakatwerbestelle, die zur Verweigerung der Bewilligung fÃ¼hrte, zu Recht fÃ¼r vertretbar halten durfte; eine eigene umfassende Beurteilung der Einordnung hat das Verwaltungsgericht nicht vorzunehmen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die stÃ¤dtische BaubehÃ¶rde hat die Verweigerung mit der besonderen architektonischen Gestaltung des Wohnhauses M-Strasse 02 begrÃ¼ndet. Dieses sei gegen die M-Strasse mit einer mehrheitlich geschlossenen Fassade abgegrenzt, welche in Kontrast stehe zur fein gegliederten Fassadenstruktur mit Fenstern und Balkonen zur L-Strasse hin. Die aussen liegenden Balkone seien so angeordnet, dass die GebÃ¤udeecke akzentuiert werde. Die Besetzung des geschlossenen Fassadenteils mit dem nachgesuchten Megaposter entspreche weder der Nutzung des Wohnhauses noch dessen architektonischer Konzeption bzw. der vorherrschenden MassstÃ¤blichkeit. In der gleichen Flucht liege an der L-Strasse 03 das Kirchgemeindehaus von Y, welches mit seinem Turmbau die Situation dominiere. Dieses stÃ¤dtebauliche Zeichen werde mit dem schlanken, runden Erker am hohen GebÃ¤udeteil noch unterstrichen. Diese stÃ¤dtebauliche Hierarchie wÃ¼rde durch das Megaposter konkurrenziert, da Poster und turmartiges GebÃ¤ude gleichzeitig ins Gesichtsfeld treten wÃ¼rden. Das Kirchgemeindehaus, gleichzeitig auch Post und Bibliothek â ein Ã¶ffentliches GebÃ¤ude an prominenter Lage â sei im Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung aufgenommen.</p> <p class="Urteilstext">In der Rekursvernehmlassung vom 13. Mai 2005 und anlÃ¤sslich des Augenscheins ergÃ¤nzte die BehÃ¶rde ihre Argumentation dahingehend, dass der die Liegenschaft M-Strasse 02 umgebende Raum an der L-Strasse von fÃ¼r die Architektur der 1930er-Jahre charakteristischen HÃ¤usern geprÃ¤gt werde, die gleichzeitig entstanden seien. Der betont kubische Aufbau des GebÃ¤udevolumens werde bestimmt durch ein Sockelgeschoss mit kommerzieller Nutzung, vier Vollgeschossen mit auskragenden Balkonen, welche die GebÃ¤ude strukturieren, und das rÃ¼ckversetzte Attikageschoss mit Walmdach. Der Einfluss der Moderne lasse sich insbesondere beim oberen Abschluss, in der sehr flÃ¤chig gestalteten Strassenfassade sowie der geschlossenen Seitenwand erkennen, die nicht als Brandmauer geplant worden sei, was die eine Fensterreihe und die ums Eck greifenden Balkone zeigten, sondern architektonisch ein optisches Gegengewicht zur Vorderseite setze. Die Motive der Megaposter wÃ¼rde die Wahrnehmung dieser Konzeption verhindern, da sie "die Mauer optisch auflÃ¶sen" wÃ¼rden. Ein Vergleich mit den zwei bestehenden Plakatwerbestellen im Format F12 sei schon wegen des offensichtlichen GrÃ¶ssenunterschieds nicht angebracht, da neben diesen beiden Plakatwerbestellen genÃ¼gend WandflÃ¤che frei bleibe und somit die FlÃ¤chigkeit und Geschlossenheit der seitlichen Fassade immer noch wahrgenommen werden kÃ¶nne. Mit einem Megaposter wÃ¼rde diese Fassade vollstÃ¤ndig verdeckt, was dazu fÃ¼hrte, dass das Haus seine Seitenfassade verlieren bzw. sich diese in Motive und Bilder auflÃ¶sen wÃ¼rde. Eine Belebung des Stadtbilds durch die vom Megaposter ausgehende Wirkung sei nicht erforderlich, weil der Raum durch die Strasse und Sockelgeschosse belebt und durch die Architektur strukturiert und als stÃ¤dtischer Raum erkannt werde. Megaposter sollten in grossrÃ¤umig Ã¼berbaute Gebiete zu stehen kommen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Zum baulichen Umfeld der geplanten Plakatwerbestellen hat die Baurekurskommission festgehalten, dass dieses vor allem durch die stark befahrene L-Strasse geprÃ¤gt werde, welche von Wohnbauten mit teils in den Sockelgeschossen befindlichen GewerberÃ¤umlichkeiten geprÃ¤gt ist, zu denen auch die Wohn- und GeschÃ¤ftsliegenschaft auf dem BaugrundstÃ¼ck zu zÃ¤hlen sei. Das geplante Megaposter solle an der fensterlosen quer zur L-Strasse liegenden Nordfassade des GebÃ¤udes angebracht werden und diese fast vollstÃ¤ndig abdecken. Ausgerichtet auf die stadteinwÃ¤rts fahrenden Verkehrsteilnehmer wÃ¼rde es, zunÃ¤chst verdeckt durch eine andere Liegenschaft, etwa ab 80 m vor seinem Standort in deren Blickfeld rÃ¼cken.</p> <p class="Urteilstext">Der Augenschein habe ergeben, dass der geplante WerbetrÃ¤ger sowohl an der TrÃ¤gerfassade als auch in der Umgebung einen stÃ¶renden Akzent setzen wÃ¼rde. Das fÃ¼nf Vollgeschosse aufweisende GebÃ¤ude werde strassenseitig durch seine mit Balkonen durchsetzte Fensterfronten und die GewerberÃ¤umlichkeiten im Sockelgeschoss geprÃ¤gt. Die seitliche Fassade sei demgegenÃ¼ber, abgesehen von einem Fensterband im ersten Geschoss, geschlossen. In dieses Konzept der Verbindung von Abschirmung und Ãffnung fÃ¼ge sich auch das allseitig zurÃ¼ckversetzte Dachgeschoss mit seiner durchgehenden Dachterrasse und Walmdach ein, welche die Liegenschaft nach oben harmonisch abschliesse. Die blanke Nordfassade stelle somit nicht einfach eine Ã¶de Mauer dar, sondern bilde einen wesentlichen Teil des architektonischen Konzepts. Das geplante Megaposter nehme darauf keine RÃ¼cksicht, weil es die Nordfassade fast vollstÃ¤ndig abdecke, womit der Eindruck der Geschlossenheit verloren ginge. Auch im Gesamterscheinungsbild des Strassenzugs, der im fraglichen Abschnitt mit eng oder sogar geschlossen aneinander gereihten Fassaden gleicher Art gesÃ¤umt sei, wÃ¼rde das grossformatige Werbeplakat als stÃ¶render FremdkÃ¶rper wirken. Megaposter erforderten aufgrund ihrer Dimensionen ein grobes Ãberbauungsmuster mit grossen Bauvolumina, grossflÃ¤chigen Fassaden und insbesondere einem weitrÃ¤umigen Umfeld. Diese Faktoren seien am vorliegenden Standort nicht erfÃ¼llt, obwohl die L-Strasse als verkehrsreiche und breite Ein-/Ausfallachse das Siedlungsgebiet durchschneide. Ein Megaposter wÃ¼rde einen dominanten und mit der Umgebung nicht korrespondierenden Akzent setzen. Auch sei der Einwand der Vorinstanz, das Megaposter wÃ¼rde das Erscheinungsbild des inventarisierten Kirchgemeindehauses beeintrÃ¤chtigen, nicht von der Hand zu weisen, welches mit seiner HÃ¶he und seinem Ã¼ber das Dach hinausragenden Erkerturm gerade durch seine Dominanz wirke. Die Ansicht der Vorinstanz, die geplante Werbestelle ordne sich ungenÃ¼gend ein, sei somit nachvollziehbar, ihr Ermessensspielraum sei nicht Ã¼berschritten.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Vorab sind mehrere der RÃ¼gen des BeschwerdefÃ¼hrers von vornherein nicht zu hÃ¶ren, weil sie erstmals vor Verwaltungsgericht vorgebracht werden. Dies betrifft in erster Linie die AusfÃ¼hrungen dazu, dass die Vorinstanz seine wirtschaftlichen Interessen mit keinem Wort gewÃ¼rdigt habe. Was der BeschwerdefÃ¼hrer ziemlich summarisch und wenig substanziiert zum Einfluss der Immissionen auf die WohnqualitÃ¤t bzw. die erzielbaren Mietzinseinnahmen und dem durch den Strassenverkehr hervorgebrachten hÃ¶heren Unterhaltsbedarf vorbringt, kann nicht berÃ¼cksichtigt werden (§ 52 Abs. 2 VRG). Das Gleiche gilt fÃ¼r seine Ãusserungen bezÃ¼glich des angeblichen Interesses der Ãffentlichkeit an Werbung. Dieser Aspekt wÃ¤re aber bezÃ¼glich der Frage der Einordnung ohnehin ohne Relevanz. Der Vorinstanz kann sodann auch nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass sie eine Dosierung der Akzentsetzung durch eine GrÃ¶ssenanpassung des Posters nicht geprÃ¼ft habe. Ein solcher Vorschlag findet sich nicht in den Akten und lÃ¤sst sich auch nicht aus dem nicht weiter begrÃ¼ndeten RÃ¼ckweisungsantrag vor Vorinstanz herauslesen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt der Sachverhaltsfeststellung der Baurekurskommission eigene und durch Fotos belegte Feststellungen gegenÃ¼ber. Er rÃ¼gt mithin eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz. Was er jedoch zur Untermauerung seines Standpunkts vortrÃ¤gt, vermag die durch den Augenschein gestÃ¼tzte WÃ¼rdigung der Baurekurskommission nicht zu widerlegen.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz hat die ErwÃ¤gung des Beschwerdegegners geschÃ¼tzt, dass die geschlossene, der M-Strasse zugewandte Fassadenseite Bestandteil der architektonischen Konzeption der streitbetroffenen Liegenschaft sei, welche als optisches Gegengewicht â und nicht als Brandmauer â zur fein gegliederten Fassadenstruktur mit Fenstern und Balkonen zur L-Strasse hin geplant worden sei. In dieses Konzept der Verbindung von Abschirmung und Ãffnung bzw. von Offenheit und PrivatsphÃ¤re fÃ¼ge sich auch das allseitig zurÃ¼ckversetzte Dachgeschoss mit durchgehender Dachterrasse und Walmdach ein. Diesen AusfÃ¼hrungen weiss der BeschwerdefÃ¼hrer nichts entgegenzusetzen. Eine nur mit Fotos bzw. Fotomontagen der Fassadenansicht mit und ohne Megaposter veranschaulichte andere Sichtweise von einem willkÃ¼rlich gewÃ¤hlten Standort aus reicht nicht, um das nÃ¤her begrÃ¼ndete Ermessen der BaubehÃ¶rde bzw. die ErwÃ¤gungen der Vorinstanz in Frage zu stellen. Der BaubehÃ¶rde kann auch kein Ermessensfehler vorgeworfen werden, wenn sie den zweifelsohne desolaten Zustand der Liegenschaft ignoriert bzw. eine Bewilligung gerade aus dem Grund nicht erteilt, damit der "verwahrloste Eindruck" nur abgedeckt, aber gerade nicht behoben wird. Der vom BeschwerdefÃ¼hrer als Argument angefÃ¼hrte "Ã¶de" Zustand ist hier allein auf mangelhaften Unterhalt zurÃ¼ckzufÃ¼hren und braucht â soweit der BeschwerdefÃ¼hrer aus seiner Unterlassung einen Vorteil zu ziehen erhofft â bei der EinordnungsprÃ¼fung nicht berÃ¼cksichtigt zu werden. Ebenfalls nicht in Zweifel ziehen lassen sich die ErwÃ¤gungen der stÃ¤dtischen BaubehÃ¶rde bzw. der Baurekurskommission zum Gesamterscheinungsbild des Strassenzugs mit seiner geschlossenen Fassadenreihe von aus den 1930er-Jahren stammenden Wohn- und Gewerbebauten. Es genÃ¼gt nicht, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer bloss einen Bildvergleich mit von einem Standort aufgenommenen Fotos anstellt, auf welchen aber immerhin noch die Fassadenfolge zu erkennen ist. Erst recht problematisch erweist sich der vom BeschwerdefÃ¼hrer angestellte Bildvergleich, aus welchem sich ergeben soll, dass das schÃ¼tzenswerte Erscheinungsbild des Kirchgemeindehauses fÃ¼r den Betrachter gar nicht oder nur minim gleichzeitig mit dem vorgesehenen Standort des Megaposters sichtbar sei. Bei den Akten finden sich genÃ¼gend Aufnahmen, welche belegen, dass die geplante grossflÃ¤chige Werbestelle wegen ihrer GrÃ¶sse das im Inventar der kunst- und kulturhistorischen Objekte von kommunaler Bedeutung aufgenommene Kirchgemeindehaus mit seiner speziellen Architektur konkurrenziert, weshalb die Vorinstanzen dem Megaposter die genÃ¼gende Einordnung zu Recht auch gestÃ¼tzt auf § 238 Abs. 2 PBG absprachen. Schliesslich ist auch die ErwÃ¤gung der BaubehÃ¶rde, dass Megaposter "in grossrÃ¤umig Ã¼berbaute Gebiete" zu stehen kommen sollen, nicht mit dem Hinweis beizukommen, dass das Erscheinungsbild der L-Strasse nicht dem eines geschÃ¼tzten Wohnquartiers, sondern einer stark frequentierten Verkehrsachse entspreche, die AktivitÃ¤t und MobilitÃ¤t versinnbildliche. Die NÃ¤he zu verkehrsintensiven StrassenrÃ¤umen lÃ¤sst sich nicht ohne weiteres mit grossrÃ¤umiger UrbanitÃ¤t gleichsetzen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die BaubehÃ¶rde im Rahmen des ihr vom Gesetz vorgegebenen Rahmens gehandelt hat, wenn sie mangels Einordnung einen Bauabschlag erteilte. Die Vorinstanz hat den Standpunkt des Beschwerdegegners auch keineswegs "unbesehen" zu ihrem eigenen gemacht, sondern vielmehr eine sorgfÃ¤ltige Wertung vorgenommen. Ist der Entscheid somit rechtens, so entfallen damit auch die VorwÃ¼rfe der WillkÃ¼r und der Verletzung der Eigentumsgarantie und Wirtschaftsfreiheit. Ebenso wenig ist der nicht nÃ¤her begrÃ¼ndete RÃ¼ckweisungsantrag zu prÃ¼fen.</p> <p class="MsoNormal"><span>Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde als unbegrÃ¼ndet, weshalb sie abzuweisen ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission wies zu Recht darauf hin, dass eine ÃberprÃ¼fung der Reklameanlage im Hinblick auf die Verkehrssicherheit ebenfalls angebracht gewesen wÃ¤re. Die L-Strasse gehÃ¶rt unbestrittenermassen zu den verkehrsreichsten Achsen der Stadt ZÃ¼rich. Nach den Feststellungen der Baurekurskommission wÃ¼rde das Megaposter ab etwa 80 m vor dessen Standort in den Blickwinkel des stadteinwÃ¤rts fahrenden Verkehrs rÃ¼cken. Da das Megaposter von den Verkehrsteilnehmern auf der L-Strasse wahrgenommen werden kann, handelt es sich zweifelsohne um eine Strassenreklame im Bereich Ã¶ffentlicher Strassen (Art. 95 Abs. 2 der Signalisationsverordnung vom 5. September 1979 [SSV]). Ein Megaposter ist mÃ¶glicherweise schon wegen seiner GrÃ¶sse mehr als gewÃ¶hnliche Plakatwerbestellen geeignet, die Verkehrsteilnehmer abzulenken. Zudem ist die Botschaft auf eine lÃ¤ngere Distanz wahrnehmbar, womit sich auch die Frage der Ablenkung wÃ¤hrend eines lÃ¤ngeren Zeitabschnitts stellt. Art. 96 Abs. 5 SSV verbietet denn auch ausdrÃ¼cklich Ã¼bermÃ¤ssig grosse bzw. sonst aussergewÃ¶hnlich auffallende Strassenreklamen. Eine Bewilligung des Megaposters erscheint somit auch unter diesem Aspekt als fraglich.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang wird der BeschwerdefÃ¼hrer kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihm von vornherein nicht zu; die Voraussetzungen fÃ¼r die Zusprechung einer UmtriebsentschÃ¤digung an den nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner sind nicht erfÃ¼llt. Die Beantwortung des vorliegenden Rechtsmittels erforderte keinen besonderen Aufwand (vgl. § 17 Abs. 2 lit. a VRG).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="MsoNormal"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>