<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 84 S.386</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">386</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>84</b></span> <span class="ft2"><b>Jahressteuer; Kapitalzahlung aus beruflicher Vorsorge 2. Säule; Tarif</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(§ 45 Abs. 2 StG).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Bei Kapitalzahlungen sind für die Bestimmung des anwendbaren Ta-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>rifs die Verhältnisse im Zeitpunkt der Auszahlung massgebend.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">25. August 2005 in Sachen H.F., RV.2005.50136/K 0085</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2. Der Rekurrent hat am 21. Februar 2003 von der P. BVG-</span><br/> <span class="ft1">Sammelstiftung für Industrie, Handel und Gewerbe aus 2. Säule</span><br/> <span class="ft1">zwecks Wohneigentumsförderung eine Kapitalleistung von</span><br/> <span class="ft1">Fr. 112'000.-- erhalten. Die Steuerkommission Z. hat darauf mit</span><br/> <span class="ft1">Verfügung vom 24. Juni 2004 eine Jahressteuer gemäss § 45 StG zu</span><br/> <span class="ft1">40 % des Tarifs A erhoben. Der Vertreter des Rekurrenten beantragt,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">387</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">die Besteuerung habe gestützt auf § 45 Abs. 2 StG zum Tarif B zu er-</span><br/> <span class="ft1">folgen, weil der Rekurrent im Zeitpunkt der Auszahlung verheiratet</span><br/> <span class="ft1">gewesen sei und in rechtlich ungetrennter Ehe gelebt habe. Die</span><br/> <span class="ft1">Vorinstanz hat den Tarif A angewendet, weil sich das Ehepaar F. im</span><br/> <span class="ft1">Herbst 2003 getrennt hat und für das Steuerjahr 2003 die Verhält-</span><br/> <span class="ft1">nisse am 31. Dezember 2003 massgebend seien. Sie stützt sich dabei</span><br/> <span class="ft1">auf das Merkblatt "Kapitalleistungen (zeitliche Bemessung und</span><br/> <span class="ft1">mehrfache Kapitalleistungen)" des KStA vom 30. September 2001.</span><br/> <span class="ft1">3. Die Frage des anwendbaren Tarifs bei einer getrennt vom</span><br/> <span class="ft1">übrigen Einkommen berechneten Jahressteuer wird im § 45 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">Satz 2 StG wie folgt geregelt:</span><br/> <span class="ft5">"Der Tarif wird nach den Verhältnissen im Zeitpunkt des Ereignisses</span><br/> <span class="ft5">bestimmt, das die steuerbare Leistung auslöst."</span><br/> <span class="ft1">Der Gehalt dieser Bestimmung ist somit auszulegen.</span><br/> <span class="ft1">4. a) Ziel der Auslegung ist es, den Sinn eines Rechtssatzes zu</span><br/> <span class="ft1">ergründen, wobei grundsätzlich jede Norm auslegungsbedürftig ist.</span><br/> <span class="ft1">Ausgangspunkt der Auslegung ist der Wortlaut der Bestimmung.</span><br/> <span class="ft1">Vom Wortlaut darf und muss jedoch abgewichen werden, wenn er</span><br/> <span class="ft1">nicht den wahren Sinn einer gesetzlichen Bestimmung wiedergibt</span><br/> <span class="ft1">bzw. wenn die dem Wortlaut entsprechende Auslegung zu Ergebnis-</span><br/> <span class="ft1">sen führt, die der Gesetzgeber nicht gewollt haben kann und die ge-</span><br/> <span class="ft1">gen das Gerechtigkeitsgefühl und den Grundsatz der rechtsgleichen</span><br/> <span class="ft1">Behandlung verstossen. Die Auslegung stützt sich auf verschiedene</span><br/> <span class="ft1">Auslegungselemente. Lehre und Rechtsprechung unterscheiden das</span><br/> <span class="ft1">grammatische, historische, systematische, teleologische und realisti-</span><br/> <span class="ft1">sche Element. Dabei muss ein Gesetz in erster Linie aus sich selbst</span><br/> <span class="ft1">heraus, d.h. nach Wortlaut, Sinn und Zweck unter den ihm zugrunde</span><br/> <span class="ft1">liegenden Wertungen sowie nach seiner Systematik ausgelegt wer-</span><br/> <span class="ft1">den. Die Gesetzesmaterialien fallen vor allem bei neueren Gesetzen</span><br/> <span class="ft1">und dann ins Gewicht, wenn sie angesichts einer unklaren gesetzli-</span><br/> <span class="ft1">chen Bestimmung eine klare(re) Antwort geben (VGE vom 14. Mai</span><br/> <span class="ft1">2004 in Sachen G. + C. P. = StE 2005 B 65.4 Nr. 18).</span><br/> <span class="ft1">b) Das KStA geht im erwähnten Merkblatt (S. 8) davon aus,</span><br/> <span class="ft1">dass § 45 Abs. 2 Satz 2 StG missverständlich formuliert sei. Diese</span><br/> <span class="ft1">Auffassung ist abzulehnen. Der Wortlaut dieser Bestimmung ist klar:</span><br/> <span class="ft1">massgebend für die Bestimmung des Tarifs sind die Verhältnisse im</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">388</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Zeitpunkt des Ereignisses, das die steuerbare Leistung auslöst. Der</span><br/> <span class="ft1">Wortlaut spricht eindeutig für die Auffassung des Vertreters des</span><br/> <span class="ft1">Rekurrenten. Es sind aber dennoch die übrigen Auslegungselemente</span><br/> <span class="ft1">zu berücksichtigen (VGE vom 27. März 2001 in Sachen R. + E.R.).</span><br/> <span class="ft1">c) aa) Für die historische Betrachtungsweise von Bedeutung</span><br/> <span class="ft1">sind im besonderen die Gesetzesmaterialien (Botschaften, Ratsproto-</span><br/> <span class="ft1">kolle etc.), in denen der Wille des historischen Gesetzgebers zum</span><br/> <span class="ft1">Ausdruck kommt. Die Beachtung des Willens und der Absicht des</span><br/> <span class="ft1">Gesetzgebers ist namentlich bei jüngeren Erlassen angezeigt, wenn</span><br/> <span class="ft1">sich die vom Gesetzgeber beachteten Realien und Wertungen noch</span><br/> <span class="ft1">nicht wesentlich verändert haben. Auf den Willen des Gesetzgebers</span><br/> <span class="ft1">darf jedoch grundsätzlich nur abgestellt werden, wenn er im</span><br/> <span class="ft1">Gesetzeswortlaut einen Niederschlag gefunden hat (StE 1997 B</span><br/> <span class="ft1">71.62 Nr. 6).</span><br/> <span class="ft1">bb) Der Regierungsrat des Kantons Aargau hat im Entwurf vom</span><br/> <span class="ft1">31. Januar 2001 zum Dekret über die Teilrevision des Steuergesetzes</span><br/> <span class="ft1">in Bezug auf § 45 Abs. 2 Satz 2 die folgende Änderung vorgeschla-</span><br/> <span class="ft1">gen:</span><br/> <span class="ft5">"Der Tarif wird nach den Verhältnissen am Ende der Steuerperiode</span><br/> <span class="ft5">oder der Steuerpflicht festgelegt."</span><br/> <span class="ft1">cc) Diese Version wurde in der nicht ständigen Kommission</span><br/> <span class="ft1">Nr. 07 "Steuergesetz" an der Sitzung vom 26. Februar 2001 ausführ-</span><br/> <span class="ft1">lich diskutiert. Dem Protokoll kann folgendes entnommen werden</span><br/> <span class="ft1">(S. 5):</span><br/> <span class="ft5">"Weiterer Regelungsbedarf besteht bei der Tarifanwendung bei den</span><br/> <span class="ft5">Kapitalzahlungen aus Vorsorge in § 45 StG. Auch hier soll konsequen-</span><br/> <span class="ft5">terweise der Tarif auf den Stichtag Ende der Steuerperiode ausgerich-</span><br/> <span class="ft5">tet werden. Im heutigen § 45 StG richtet sich der Tarif nach den Ver-</span><br/> <span class="ft5">hältnissen, wie sie im Zeitpunkt des Ereignisses gelten. Damit kom-</span><br/> <span class="ft5">men unter Umständen zwei Tarife zur Anwendung. Anhand eines Bei-</span><br/> <span class="ft5">spiels (Kapitalzahlung an einen ledigen Steuerpflichtigen im Frühjahr:</span><br/> <span class="ft5">Jahressteuer gemäss Tarif A; Heirat zwei Monate später; Kapitalzah-</span><br/> <span class="ft5">lung an Ehefrau im Oktober: Jahressteuer gemäss Tarif B; ordentliche</span><br/> <span class="ft5">Steuern gemäss Tarif B) veranschaulicht der Votant die Problematik.</span><br/> <span class="ft5">Da für die Berechnung der Jahressteuer sämtliche, während eines</span><br/> <span class="ft5">Kalenderjahres ausgerichteten Kapitalzahlungen zum Gesamtsatz zu</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">389</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">versteuern sind, ist die Situation für die Steuerpflichtigen sehr schwer</span><br/> <span class="ft5">verständlich."</span><br/> <span class="ft1">und (S. 9):</span><br/> <span class="ft5">"Der Regierungsrat beantragt eine Änderung, die nicht durch das</span><br/> <span class="ft5">StHG vorgeschrieben wird."</span><br/> <span class="ft1">und (S. 10):</span><br/> <span class="ft5">"Die Besteuerung der Kapitalzahlungen mit Vorsorgecharakter wurde</span><br/> <span class="ft5">als Ausnahme geregelt. Der Grosse Rat sollte daraus nicht eine Aus-</span><br/> <span class="ft5">nahme der Ausnahme beschliessen. So kann nicht einerseits der Stich-</span><br/> <span class="ft5">tag für die Kapitalzahlung massgebend sein - beispielsweise bei Weg-</span><br/> <span class="ft5">zug in einen Kanton mit zweijähriger Vergangenheitsbemessung -, an-</span><br/> <span class="ft5">derseits aber die Tarifbestimmung erst Ende Jahr vorgenommen wer-</span><br/> <span class="ft5">den."</span><br/> <span class="ft1">und (S. 12):</span><br/> <span class="ft5">"Die Kommission lehnt den regierungsrätlichen Antrag auf Änderung</span><br/> <span class="ft5">von § 45 Abs. 2 Satz 2 StG gegenüber der Regelung im geltenden</span><br/> <span class="ft5">Steuergesetz mit 3 : 7 Stimmen ab."</span><br/> <span class="ft1">dd) An der Sitzung des Grossen Rates vom 13. März 2001</span><br/> <span class="ft1">führte der Vorsitzende der Kommission, Dr. Rudolf Rohr, u.a. folgen-</span><br/> <span class="ft1">des aus:</span><br/> <span class="ft5">"Die Kommission beantragt deshalb mit 8 (recte wohl 7) zu 3 Stim-</span><br/> <span class="ft5">men, § 45 des Steuergesetzes unverändert zu belassen und damit auch</span><br/> <span class="ft5">den vom Rechtsdienst des Regierungsrates geäusserten Bedenken</span><br/> <span class="ft5">[Änderung des Gesetzes auf dem Dekretsweg] zu folgen. Der Regie-</span><br/> <span class="ft5">rungsrat hat sich nunmehr diesen Überlegungen angeschlossen."</span><br/> <span class="ft1">Der Grosse Rat hat diesem Antrag zugestimmt, d.h. die vom</span><br/> <span class="ft1">Regierungsrat vorgeschlagene Gesetzesänderung abgelehnt. Der</span><br/> <span class="ft1">Grosse Rat wollte also für die Jahressteuer nicht die bei der ordentli-</span><br/> <span class="ft1">chen Einkommenssteuer geltende Regelung, wonach der Tarif nach</span><br/> <span class="ft1">den Verhältnissen am Ende der Steuerperiode oder der Steuerpflicht</span><br/> <span class="ft1">festgelegt wird (§ 43 Abs. 4 StG), übernehmen. Weil das StHG keine</span><br/> <span class="ft1">Tarifvorschriften enthält, gilt für die Jahressteuer daher die im § 45</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 StG statuierte Ausnahme vom Stichtagsprinzip per Ende Steu-</span><br/> <span class="ft1">erperiode oder Steuerpflicht. Der Gesetzgeber hat bewusst in Kauf</span><br/> <span class="ft1">genommen, dass in derselben Steuerperiode in gewissen Konstel-</span><br/> <span class="ft1">lationen verschiedene Tarife zur Anwendung kommen, d.h. die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">390</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Tarifbestimmung bei der ordentlichen Einkommenssteuer und bei der</span><br/> <span class="ft1">separaten Jahressteuer nicht übereinstimmt. Das ist zu respektieren.</span><br/> <span class="ft1">Es besteht unter den vorliegenden Umständen (klarer Gesetzestext;</span><br/> <span class="ft1">klare, mit dem Gesetzestext übereinstimmende Willensbekundung in</span><br/> <span class="ft1">den Gesetzesberatungen) kein Auslegungsspielraum im Sinne der</span><br/> <span class="ft1">Ausführungen des KStA im erwähnten Merkblatt, auch wenn der</span><br/> <span class="ft1">Gesetzgeber möglicherweise nicht alle denkbaren Konstellationen in</span><br/> <span class="ft1">seine Überlegungen einbezogen hat bzw. teilweise von falschen</span><br/> <span class="ft1">Annahmen ausgegangen sein sollte. Die vom Gesetzgeber (bewusst)</span><br/> <span class="ft1">gewählte Regelung steht im übrigen im Einklang mit § 20 Abs. 3</span><br/> <span class="ft1">StG, wonach Kapitalzahlungen gemäss § 45 Abs. 1 lit. a, b und d im</span><br/> <span class="ft1">Kanton steuerbar sind, wenn die steuerpflichtige Person im Zeitpunkt</span><br/> <span class="ft1">der Fälligkeit hier ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt</span><br/> <span class="ft1">hat. Auch die systematische Auslegung (Auslegung nach dem</span><br/> <span class="ft1">Bedeutungszusammenhang innerhalb des Gesetzes und der gesamten</span><br/> <span class="ft1">Rechtsordnung) spricht somit für die Auffassung des Vertreters des</span><br/> <span class="ft1">Rekurrenten. Dabei schliesst auch § 45 Abs. 2 Satz 3 StG, wonach</span><br/> <span class="ft1">sämtliche im gleichen Jahr ausgerichteten Kapitalzahlungen an allein</span><br/> <span class="ft1">stehende oder gemeinsam steuerpflichtige Personen nach Absatz 1</span><br/> <span class="ft1">lit. a, b und d sowie nach Absatz 4 zusammen zu versteuern sind, die</span><br/> <span class="ft1">Tarifbestimmung nach den Verhältnissen im Zeitpunkt des</span><br/> <span class="ft1">Ereignisses nicht aus (satzbestimmende Berücksichtigung bei mehre-</span><br/> <span class="ft1">ren Kapitalzahlungen). Dass es dadurch bei gewissen Konstellatio-</span><br/> <span class="ft1">nen vorkommen kann, dass in derselben Steuerperiode verschiedene</span><br/> <span class="ft1">Tarife zur Anwendung kommen, war dem Gesetzgeber erläutert wor-</span><br/> <span class="ft1">den (vgl. Stellungnahme des KStA im Bereinigten Bericht vom</span><br/> <span class="ft1">19. Januar 2001 zum Botschaftsentwurf betreffend Dekret über die</span><br/> <span class="ft1">Teilrevision des Steuergesetzes) und wurde von diesem somit aus-</span><br/> <span class="ft1">drücklich in Kauf genommen. Der Gesetzgeber hat wissentlich und</span><br/> <span class="ft1">willentlich an der Ausnahme vom Stichtagsprinzip per Ende</span><br/> <span class="ft1">Steuerperiode oder Steuerpflicht festgehalten; er wollte keine Aus-</span><br/> <span class="ft1">nahme der Ausnahme (teleologisches Element). Ob die vom Regie-</span><br/> <span class="ft1">rungsrat in § 31 StGV getroffene Regelung betreffend Jahressteuer</span><br/> <span class="ft1">bei Tod eines Eheteils in Einklang mit dem geltenden § 45 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">Satz 2 StG steht, kann vorliegend offen gelassen werden.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">391</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">d)</span> <span class="ft1">Abschliessend sei darauf hingewiesen, dass auch im</span><br/> <span class="ft1">Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft auf Kapitalleistungen</span><br/> <span class="ft1">aus Vorsorge eine separate Jahressteuer erhoben wird, wobei als</span><br/> <span class="ft1">Steuersatz derjenige Tarif (Tarif A oder B gemäss § 34) gilt, wie er</span><br/> <span class="ft1">für die Einkommenssteuer im Zeitpunkt der Anspruchsberechtigung</span><br/> <span class="ft1">(dieser ist in der Regel identisch mit dem Auszahlungszeitpunkt) der</span><br/> <span class="ft1">Kapitalleistung zur Anwendung kommt (§ 36 Abs. 3 StG BL;</span><br/> <span class="ft1">P. Nefzger/M. Simonek/T. Wenk, Kommentar zum Steuergesetz des</span><br/> <span class="ft1">Kantons Basel-Landschaft, Basel 2004, § 36 N 11), obwohl auch hier</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich für die Anwendung von Tarif A oder B die Verhältnisse</span><br/> <span class="ft1">am Ende der Steuerperiode beziehungsweise der Steuerpflicht</span><br/> <span class="ft1">massgebend sind (§ 34 Abs. 3 StG BL). Es besteht zwar insofern ein</span><br/> <span class="ft1">Unterschied, als im Kanton BL gesetzlich keine Zusammenrechnung</span><br/> <span class="ft1">analog § 45 Abs. 2 Satz 3 StG vorgesehen ist. Die Zusammenrech-</span><br/> <span class="ft1">nung hat aber auf die Frage des anwendbaren Tarifs keinen direkten</span><br/> <span class="ft1">Einfluss.</span><br/> <span class="ft1">e) In Gutheissung des Rekurses ist folglich auf der Kapital-</span><br/> <span class="ft1">leistung von Fr. 112'000.-- eine Jahressteuer zu 40 % des Tarifs B zu</span><br/> <span class="ft1">erheben.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>