<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00179</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105572&amp;W10_KEY=4467150&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00179</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.07.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 03.11.2000 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Vollzug der Landesverweisung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>.<br/>Verknüpfung der bedingten Entlassung mit dem Vollzug der Landesverweisung.<br/><br/>Zulässigkeit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht; Zuständigkeit des Einzelrichters (E. 1). Die Verknüpfung der bedingten Entlassung mit dem Vollzug der Landesverweisung ist zulässig, wenn die Resozialisierungschancen des Verurteilten im Ausland besser sind und für den Verbleib in der Schweiz eine ungünstige Prognose zu stellen ist. Das Prinzip des Non-Refoulement ist bei der Beurteilung dieser Fragen nicht massgeblich (E. 2). Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands (E. 3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDINGTE ENTLASSUNG">BEDINGTE ENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LANDESVERWEISUNG">LANDESVERWEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROBEWEISER AUFSCHUB">PROBEWEISER AUFSCHUB</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROGNOSE">PROGNOSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RESOZIALISIERUNG">RESOZIALISIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Ãbrige Rechtsgebiete UR: Straf- und Strafprozessrecht ST: STRAFRECHT, ALLGEMEINER TEIL">STRAFRECHT, ALLGEMEINER TEIL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFVOLLZUG">STRAFVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKNÃPFUNG">VERKNÃPFUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 38 lit. I StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 55 lit. II StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. <b>A</b>, geboren 1979, reiste am 27. April 1997 mit gefÃ¤lschten Papieren in die Schweiz ein, wo er unverzÃ¼glich ein Asylgesuch stellte. Der Untersuchungsrichter des Kantons Schaffhausen belegte ihn fÃ¼r die rechtswidrige Einreise mit einer bedingten Ge­fÃ¤ngnisstrafe von 14 Tagen. Das Bezirksgericht ZÃ¼rich verurteilte ihn sodann am 17. De-zember 1998 wegen Vergewaltigung und sexueller NÃ¶tigung zu drei Jahren Zuchthaus ab­zÃ¼glich 303 Tage Untersuchungs‑ und Sicherheitshaft, begangen am 13./14. Februar 1998. Als Nebenstrafe verhÃ¤ngte das Gericht eine unbedingte Landesverweisung von zehn Jahren und ordnete ausserdem den Vollzug der bedingten GefÃ¤ngnisstrafe von 14 Tagen an. Das Strafende fÃ¤llt auf den 1. MÃ¤rz 2001. Mit VerfÃ¼gung des Bundesamts fÃ¼r FlÃ¼chtlinge vom 10. November 1999 wurde das Asylgesuch abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nachdem <b>A</b> ein Gesuch um bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug ge­stellt hatte, entsprach das Amt fÃ¼r Justizvollzug, Abteilung Strafvollzugsdienst, mit Ver­fÃ¼gung vom 23. Dezember 1999 diesem Antrag insoweit, als es unter dem Vorbehalt wei­teren Wohlverhaltens die be­dingte Entlassung aus dem Strafvollzug nach zwei Dritteln per 24. Februar 2000 gewÃ¤hrte, jedoch erst auf den Zeitpunkt, in wel­chem die gerichtliche Lan­desverweisung vollzogen werden kÃ¶nne. Der Vollzug der ge­richt­lichen Landesver­wei­sung wurde mit gleicher VerfÃ¼gung nicht aufgeschoben und die Kantonspolizei ZÃ¼rich ersucht, die Landesverweisung zu vollstrecken.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. <b>A</b> rekurrierte gegen diese VerfÃ¼gung zunÃ¤chst persÃ¶nlich und liess so­dann am 31. Januar 2000 durch den beigezogenen Rechtsvertreter ein WiedererwÃ¤gungsge­such stellen und gleichzeitig Rekurs einlegen mit dem Antrag, ihn per 24. Februar 2000 bedingt aus dem Strafvollzug zu entlassen und den Vollzug der Landesverweisung probe­weise aufzuschieben. Das Amt fÃ¼r Justizvollzug lehnte eine WiedererwÃ¤gung seines Ent­scheids ab. Am 7. April 2000 wurde der Rekurs durch die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich ebenso abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen die VerfÃ¼gung der Direktion erhob <b>A</b> mit Eingabe vom 11. Mai 2000 fristgerecht Beschwerde an das Verwaltungs­ge­richt. Er beantragte, ihn unabhÃ¤ngig von der Vollziehbarkeit der Landesverweisung mit sofortiger Wirkung bedingt aus dem Strafvollzug zu entlassen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Amt fÃ¼r Justizvollzug verzichtete mit Schreiben vom 24. Mai 2000 auf eine Beantwortung. Die Vorinstanz beantragte am 30. Mai/2. Juni 2000 die Abweisung der Beschwerde und orientierte Ã¼ber den Verlust der Vorakten, welcher jedoch durch eine weitgehende Wiederherstellung habe aufgefangen werden kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) § 43 Abs. 1 lit. g in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegeset­zes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) lÃ¤sst die Beschwerde gegen Anordnungen in Straf‑ und Polizeistrafsachen, einschliesslich Vollzug von Strafen und Massnahmen, inso­weit zu, als die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (vgl. auch § 27 Abs. 2 des kantonalen Straf‑ und Vollzugsgesetzes vom 30. Juni 1974 [StVG]).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Bundesgericht bejaht seine ZustÃ¤ndigkeit sowohl betreffend bedingte Entlas­sung aus dem Strafvollzug nach Art. 38 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB) wie auch betreffend Vollzug der Landesver­weisung bei bedingter Entlassung gemÃ¤ss Art. 55 Abs. 2 StGB (BGE 105 IV 167, 118 IV 221 E. 1a sowie 122 IV 56; vgl. auch Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwal­tungs­rechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 43 N. 23 f.; JÃ¶rg Reh­berg, Strafrecht II, 6. A., ZÃ¼rich 1994, S. 132). Somit ist auch die ZustÃ¤ndigkeit des Ver­wal­tungs­gerichts in vorliegender Sache gegeben und auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) FÃ¼r die Behandlung der Beschwerde ist gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 lit. b VRG der Ein­zelrichter zustÃ¤ndig, da es um Anordnungen aufgrund der §§ 16, 17 Satz 1 und 21 StVG in Verbindung mit den §§ 1 f. der Strafvollzugsverordnung vom 12. Januar 1994 geht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen gemÃ¤ss den §§ 50 f. VRG Rechtsverletzungen (einschliesslich des Ermessensmissbrauchs und der Ermessens­Ã¼berschreitung) sowie die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts ge­rÃ¼gt werden. Im Bereich des Ermessens, das den VerwaltungsbehÃ¶rden in vorliegender Sache zusteht (vgl. etwa BGE 105 IV 167 E. 2, 116 IV 283 E. 2a, 119 IV 5 E. 2; Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetz­buch, Kurzkommentar, 2. A., ZÃ¼rich 1997, Art. 38 N. 9), kommt dem Verwaltungsgericht keine freie NachprÃ¼fung zu (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 81 und N. 91 S. 677).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Hat der Verurteilte zwei Drittel der Strafe verbÃ¼sst, so kann ihn die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde bedingt entlassen, wenn sein Verhalten wÃ¤hrend des Strafvollzugs nicht dagegen spricht und anzunehmen ist, er werde sich in der Freiheit bewÃ¤hren (Art. 38 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Im Fall der bedingten Entlassung entscheidet die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde, ob und unter welchen Bedingungen der Vollzug einer verhÃ¤ngten Landesverweisung probeweise aufge­schoben werden soll (Art. 55 Abs. 2 StGB). FÃ¼r letzteren Entscheid ist massgebend, ob fÃ¼r den Verurteilten in der Schweiz oder im Ausland die besseren Chancen fÃ¼r die Resoziali­sierung bestehen (BGE 122 IV 56 E. 3a mit Hinweisen). Zu berÃ¼cksichtigen sind dabei namentlich die persÃ¶nli­chen VerhÃ¤ltnisse, die Beziehung zur Schweiz, die Familienver­hÃ¤ltnisse, die ArbeitsmÃ¶g­lichkeiten und die soziale Integration (vgl. Trechsel, Art. 55 N. 6 mit Hinweisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Vorinstanz hat die BewÃ¤hrungsaussichten und Resozialisierungschancen des BeschwerdefÃ¼hrers in der Schweiz mit Recht als ungÃ¼nstig bezeichnet. Sie verwies zum einen auf die konstante Uneinsichtigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers in das begangenen Un­recht. Zum anderen nannte sie jegliches Fehlen relevanter Bindungen zu Schweiz: Er sei auf seiner Flucht aus dem Irak am 27. April 1997 nur zufÃ¤llig in die Schweiz gelangt, wo er insgesamt rund sechs Monate in Empfangs- und FlÃ¼chtlingsheimen gewohnt habe. Ende 1997 habe er schliesslich in ZÃ¼rich eine Wohnung bezogen, sei jedoch Mitte Februar 1998 nach Begehung der Anlasstat inhaftiert worden. Der BeschwerdefÃ¼hrer verfÃ¼ge auch weder Ã¼ber eine abgeschlossene Berufsausbildung noch Berufserfahrung. Vor diesem Hintergrund liege es auf der Hand, dass er trotz der Wirkung des bisherigen Strafvollzugs versucht sein kÃ¶nnte, seinen Lebensunterhalt mit illegalen GeschÃ¤ften zu bestreiten. In seiner Heimat sei er jedenfalls eher verankert als hier.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese ErwÃ¤gungen sind nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz konnte dem Be­schwerdefÃ¼hrer ohne Verletzung des ihr zustehenden Ermessens fÃ¼r den Fall des Verblei­bens in der Schweiz eine ungÃ¼nstigere Prognose stellen als bei einer RÃ¼ckkehr in die Hei­mat und somit den Vollzug der Landesverweisung anordnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>TatsÃ¤chlich richtet sich die Beschwerde denn auch nicht eigentlich gegen den Voll­zug der ge­richtlich angeordneten Landesverweisung; es wird diesbezÃ¼glich auf eine An­tragstellung ausdrÃ¼cklich verzichtet (Beschwerde S. 9) und im Ãbrigen eingerÃ¤umt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in der Schweiz nicht integriert sei (Beschwerde S. 5). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) aa) Ein Kernpunkt der Beschwerde ist hingegen der Vorwurf, die Vorinstanz habe die bedingte Entlassung in unzulÃ¤ssiger Weise mit dem tatsÃ¤chlichen Vollzug der ge­richtlichen Landesverweisung verknÃ¼pft (Beschwerde S. 5). Zutreffend ist hierbei der Hin-weis des BeschwerdefÃ¼hrers auf den Kommentar Trechsel, wonach die be­ding­te Entlas-sung nicht verweigert werden darf, "nur weil die Landesverweisung noch nicht voll­zogen werden kann" (vgl. Trechsel, Art. 38 N. 9). Dieser Ansicht Trechsels ist grund­sÃ¤tz­lich zu folgen, wobei die Rechtslage jedoch wie folgt zu prÃ¤zisieren ist: Im Rahmen des Ent­scheids Ã¼ber den Vollzug der Landesverweisung nach Art. 55 Abs. 2 StGB ist wie dar­ge­legt nur zu prÃ¼fen, ob die Resozialisierungschancen in der Schweiz oder im Ausland bes­ser sind; sind die Chancen im Ausland besser, so ist die Landesverweisung selbst dann zu vollziehen, wenn dem Verurteilten auch bei einem Verbleiben in der Schweiz noch eine gÃ¼n­stige Prognose gestellt werden kÃ¶nnte. Sind die BewÃ¤hrungsaussichten eines Ver­ur­teil­ten in dieser Weise sowohl in der Schweiz wie im Ausland grundsÃ¤tzlich gÃ¼nstig, so kann die bedingte Entlassung nicht vom Vollzug der Landesverweisung abhÃ¤ngig gemacht wer­den. Um einen solchen Fall handelte es sich denn auch in der bei Trechsel angefÃ¼hrten Be­legstelle: Wie sich aus den ErwÃ¤gungen ergibt, war dem Verurteilten eine "grund­sÃ¤tz­lich positive Prognose" gestellt worden (vgl. AGVE 1987 Nr. 38 S. 221 f.). Eine solche Kon­stellation lÃ¤sst es in Anwendung von Art. 38 Ziffer 1 Abs. 1 StGB nicht zu, den Ver­ur­teil­ten bis zum Vollzug der Landesverweisung im GefÃ¤ngnis zu belassen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>HÃ¤tte die Vorinstanz dem BeschwerdefÃ¼hrer in diesem Sinn grundsÃ¤tzlich ‑ also un­ab­hÃ¤ngig von seinem kÃ¼nftigen Aufenthaltsort ‑ eine gÃ¼nstige Prognose gestellt, so lÃ¤ge dem­nach in der einstweilen nicht gewÃ¤hrten Entlassung eine Rechtsverletzung. Bestehen fÃ¼r den Fall des Verbleibens in der Schweiz aber ungÃ¼nstige BewÃ¤hrungsaussichten, so steht die einstweilige Verweigerung der bedingten Entlassung bis zum Vollzug der Lan­des­verweisung grundsÃ¤tzlich in Ãbereinstimmung mit Art. 38 StGB. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Es ist bereits dargelegt worden, dass die Vorinstanz dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r den Verbleib in der Schweiz ohne Missachtung des ihr zustehenden Ermessens eine ungÃ¼n­stige Prognose hat stellen kÃ¶nnen. Davon ausgehend stellt es keine Rechtsverletzung dar, die bedingte Ent­lassung mit dem Vollzug der Landesverweisung zu verbinden (vgl. auch BGr, 8. Juni 1998. 6A.28/1998, E. 2b). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Der Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer derzeit allenfalls nicht ausgeschafft werden kann, Ã¤ndert entgegen der Meinung in der Beschwerdeschrift (S. 6 ff.) nichts an der massgeblichen Rechtslage. Wohl dÃ¼rfte es zutreffen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bei einem Verbleib in der Schweiz auch nach VerbÃ¼ssung der gesamten Strafe eine Gefahr fÃ¼r die Ãffentlichkeit darstellen wird. Indes kann aus dieser Erkenntnis nicht ein Anspruch auf Freilassung nach VerbÃ¼ssung der Zweidrittelstrafe abgeleitet werden. Es liegt in der Natur des schweizerischen Strafrechts, dass jede Freiheitsstrafe ihr Ende findet und deshalb ein Verurteilter auch im Fall einer ungÃ¼nstigen Prognose bei Strafvollendung zu entlassen ist. Die Argumentation des BeschwerdefÃ¼hrers, wonach sich die Prognose bei einer bedingten Entlassung infolge der MÃ¶glichkeit begleitender Massnahmen allenfalls verbessern wÃ¼rde, vermag im hier zu beurteilenden Fall nicht durchzudringen. Die bedingte Entlassung kann zwar bereits dann erfolgen, wenn Aussicht darauf besteht, dass Auflagen oder Schutzauf­sicht eher zu einer Resozialisierung des TÃ¤ters fÃ¼hren als die VollverbÃ¼ssung der Strafe (BGE 124 IV 193). Mit Recht und ohne Widerspruch von Seiten des BeschwerdefÃ¼hrers hat die Vorinstanz indes darauf hingewiesen, dass ein legaler Arbeitserwerb in der Schweiz einstweilen ausgeschlossen ist. Abgesehen von den rechtlichen Schranken fÃ¤llt ins Ge­wicht, dass der BeschwerdefÃ¼hrer weder Ã¼ber eine abgeschlossene Berufsbildung noch Ã¼ber Berufserfahrung verfÃ¼gt und inzwischen wegen Vergewaltigung vorbestraft ist. Zu­dem hat der BeschwerdefÃ¼hrer hier kein persÃ¶nliches Beziehungsnetz, geschweige denn Familie oder Verwandte. Vor diesem persÃ¶nlichen Hintergrund erscheinen die MÃ¶glich­keiten fÃ¼r eine Resozialisierung des BeschwerdefÃ¼hrers in der Schweiz auch bei Anord­nung einer Schutzaufsicht gering. Im Ãbrigen ist nicht ersichtlich und vom Beschwerde­fÃ¼hrer auch in keiner Weise dargetan, welche konkreten Massnahmen oder Weisungen sei­ner Resozialisierung fÃ¶rderlich wÃ¤ren. Allein der in der Beschwerde angesprochene Um­stand, dass ihm bei der bedingten Entlassung im Fall neuer Delinquenz neben der neuen Strafe zusÃ¤tzlich der Widerruf des Strafrests droht, kann fÃ¼r die Gutheissung seines Begeh­rens nicht ausreichen. Wenn die Vorinstanz bei der gegebenen Sachlage nicht annimmt, der BeschwerdefÃ¼hrer werde sich hier in Freiheit bewÃ¤hren, und ihm deshalb die vorbehaltlose bedingte Entlassung verweigert hat, kann ihr jedenfalls keine rechtsverlet­zende BetÃ¤tigung ihres Ermessens vorgeworfen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Wie die Vorinstanz weiter zu Recht festgehalten hat, ist im vorliegenden Verfah­ren das Prinzip des Non-Refoulement bzw. die Frage nach der Vollstreckbarkeit der Lan­desverweisung unmassgeblich (vgl. BGE 116 IV 105). Es ist somit hier nicht zu prÃ¼fen, ob die Ausschaffung des Beschwerde­fÃ¼hrers in seine Heimat mÃ¶glich, zulÃ¤ssig und zumutbar ist (vgl. Beschwerde S. 5). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Nicht durchzudringen vermag der BeschwerdefÃ¼hrer schliesslich mit dem Hin­weis auf die bereits erfolgte bedingte Entlassung eines Tatbeteiligten (Beschwerde S. 8 f.). Die Prognosestellung als Ausgangspunkt fÃ¼r die Anwendung von Art. 38 Ziff. 1 Abs. 1 StGB bezieht sich immer auf die konkreten persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse, beinhaltet dement­sprechendes behÃ¶rdliches Ermessen und schliesst darum eine Berufung auf den Gleichbe­handlungsgrundsatz regelmÃ¤ssig aus. WÃ¤re der angesprochene MittÃ¤ter entlassen worden, obwohl - wie hier - eine ungÃ¼nstige Prognose und fehlende Aussicht auf Resozialisierung vorlagen, so wÃ¤re die dortige Entscheidung nicht in Ãbereinstimmung mit den gesetzlichen Grundlagen erfolgt. Ein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht besteht aber grund­sÃ¤tzlich nicht (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungs­rechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, S. 102 N. 412), weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer auch aus einer unberechtigten Entlassung des MittÃ¤ters nichts zu seinen Gunsten ableiten kÃ¶nnte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Beschwerde in keinem Punkt durch­zudringen vermag und somit abzuweisen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer ersucht um Bewilligung der unentgeltlichen Prozess­fÃ¼hrung und um Bestellung seines Anwalts als unentgeltlichen Rechtsvertreter.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Privaten kann gestÃ¼tzt auf § 16 Abs. 1 VRG die Bezahlung von Verfahrenskosten er­las­sen werden, wenn ihnen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensicht­lich aus­sichts­los erscheint. Als aussichtslos sind Begehren anzusehen, bei denen die Aus­sich­ten auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernst­haft bezeichnet werden kÃ¶nnen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 32). DarÃ¼ber hinaus hat die Partei unter den gleichen Voraussetzungen Anspruch auf die Bestellung ei­nes unentgeltlichen Rechtsbeistands, sofern sie nicht in der Lage ist, ihre Rechte im Ver­fahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG; RB 1994 Nr. 4; BGE 119 Ia 264 E. 3b; RenÃ© Rhinow/Heinrich Kol­ler/Chri­sti­na Kiss, Ãffentliches Pro­zessrecht und Justizver­fas­sungs­recht des Bundes, Basel und Frankfurt a.M. 1996, Rz. 1181; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 39).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der BeschwerdefÃ¼hrer ist offenkundig mittellos und nicht rechtskundig. Zudem wirft die Streitsache nicht bloss einfache Fragen auf und kann die Beschwerde auch nicht als offensichtlich aussichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch ist daher zu bewilligen. Die Kosten sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. Dem unentgeltlichen Rechtsbeistand wird der notwendi­ge Zeitaufwand nach den AnsÃ¤tzen des Obergerichts entschÃ¤digt. Reicht der Vertreter - wie hier - keine Zusammenstellung ein, so wird die EntschÃ¤digung von Amts wegen und nach Ermessen festgesetzt (vgl. § 13 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwal­tungsgerichts vom 26. Juni 1997).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss verfÃ¼gt der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung bewilligt und Rechts­anwalt <b>B</b> als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Rechtsanwalt <b>B</b> wird aus der Gerichtskasse mit Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) entschÃ¤digt;</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2.<span> </span></span><span>... </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>