A bteilung IV D -4310/2006 spn/w er {T 0/2} U rteil vom 30. A pril 2007 M itw irkung: R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter G ysi, R ichterin H irsig-Vouilloz G erichtsschreiber W eber X._______, geboren _______, Iran, vertreten durch lic. iur. Isabelle A. M üller, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 6. O ktober 2005 i.S. A syl und W egw eisung / _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer verliess seinen H eim atstaat nach eigenen Angaben im Juli 2003 und gelangte am 21. August 2003 von der Türkei und ihm unbekannten Län- dern her kom m end in die Schw eiz, w o er gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 26. August 2003 w urde er im Em pfangs- und Verfahrenszentrum _______ sum - m arisch befragt. Am 16. Septem ber 2003 führte die kantonale Behörde eine Anhö- rung durch. B. Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen gel- tend, im Jahre 1979 Sym pathisant der politischen Bew egung "Tschrek-H ae-Fadi- an-C halq" gew esen zu sein. Er habe deren Flugblätter verteilt und sei desw egen für drei M onate inhaftiert w orden. D ie H aft habe er im G efängnis von _______ ver- büsst. Als Lehrer habe er W irtschaftsgeografie am G ym nasium unterrichtet. Auf- grund des verw endeten offiziellen Lehrm ittels sei die w irtschaftliche Entw icklung der U SA im Vergleich zu derjenigen des Irans zur Sprache gekom m en. D abei habe er am 9. M ärz 1987 die w irtschaftlichen Perspektiven des H eim atlandes anhand eines bildlichen Vergleichs kritisch hinterfragt. Zw ei Tage später sei er durch die Etalaat-Behörde in der Schule festgenom m en w orden. M an habe ihm die Augen verbunden und ihn an einen unbekannten O rt gebracht, w o er in Einzelhaft gehal- ten und im m er w ieder geschlagen w orden sei. Es sei ihm zur Last gelegt w orden, ein Agent der U SA respektive Israels zu sein. N ach drei M onaten sei er ins Sepah- G efängnis von _______ verlegt w orden. D ort habe ihn sein Vater besuchen können. D er Beschw erdeführer habe ihn gebeten, das oben erw ähnte offizielle Lehrbuch einer einflussreichen Stelle zu überm itteln als Bew eis dafür, dass er zu U nrecht inhaftiert w orden sei. D araufhin sei seine Freilassung am 16. Septem ber 1987 erfolgt. Er habe seine bisherige Stelle als Lehrer w ieder übernehm en kön- nen. D as besagte Lehrm ittel sei entfernt w orden. N ebst seiner Lehrtätigkeit habe er auch G edichte geschrieben und sei in den D ichterverein seiner Stadt aufgenom - m en w orden. Im Som m er 1996 hätten ihm die Behörden die beantragte Verlänge- rung der G ültigkeit seines R eisepasses verw eigert. M an habe ihm zu verstehen gegeben, dass gegen ihn ein Ausreiseverbot bestehe. Im R ahm en eines geplanten Buchprojekts m it G edichten seiner Schüler sei er am 7. Juli 1999 nach _______ gereist, um eine entsprechende Bew illigung zur Veröffentlichung zu erhalten. D ie- se sei indes nicht erteilt w orden. In _______ habe er einen Studenten - einen sei- ner ehem aligen Schüler - getroffen. Auf dessen Einladung hin habe er sich am 9. Juli 1999 im dortigen Studentenheim eingefunden. Zusam m en m it w eiteren ehe- m aligen Schülern habe er über die politische Entw icklung und nam entlich die Pro- teste der Studierenden diskutiert. Ein solcher friedlicher Protest sei in der an- schliessenden N acht durch die Sicherheitskräfte gew altsam unterbunden w orden. D er Beschw erdeführer sei aus dem Studentenheim geflohen und habe erfahren, dass einer seiner ehem aligen Schüler im R ahm en der Studentenunruhen festge- nom m en und m utm asslich getötet w orden sei. In Begleitung von zw ei w eiteren ehem aligen Schülern sei er in Anbetracht der Situation vor O rt nach _______ zurückgereist. Tags darauf hätten sie am R adio erfahren, dass der festgenom - m ene Student tatsächlich getötet w orden sei. Sie hätten an dessen Beerdigung teilgenom m en. D rei M onate später seien auch die beiden vorerw ähnten ehem a- ligen Schüler des Beschw erdeführers respektive Studenten festgenom m en w or-3 den. U ngefähr zu Beginn des Jahres 2000 sei der Beschw erdeführer einer täg- lichen M eldepflicht bei der Erziehungsbehörde in _______ unterw orfen w orden. D iese M assnahm e sei w egen seiner Beteiligung an den Studentenunruhen in _______ angeordnet w orden. Im Frühjahr 2000 habe er an einer D ichterlesung teilgenom m en und ein regim ekritisches G edicht vorgetragen. D ies sei den Behörden zu O hren gekom m en, w eshalb er am 21. April 2000 an seiner Schule erneut festgenom m en w orden sei. Zw ei Tage später sei sein H aus durchsucht w orden. D abei seien D okum ente und w eiteres Belastungsm aterial sichergestellt w orden. N ach einem respektive knapp zw ei M onaten H aft in _______ sei er ins _______-G efängnis von _______ verlegt w orden. Einen respektive zw ei M onate später sei er nach erfolgtem G eständnis w ieder in dasjenige von _______ zurückgebracht w orden. W ährend der H aft sei er gefoltert w orden. D urch regim ekritische Äusserungen w ährend der H aftzeit habe er sich zusätzlich exponiert. Anlässlich eines vom 22. respektive 25. April 2003 durch Bestechung bew illigten H afturlaubs sei er am 26. April 2003 untergetaucht und in der Folge ins Ausland geflohen. D araufhin sei sein H aus w iederholt durchsucht w orden. W egen der Flucht aus dem H afturlaub w erde im Iran nach ihm gefahndet. Ferner sei sein H aus, w elches für den H afturlaub als Kaution deklariert w orden sei, durch die Behörden m ittlerw eile konfisziert w orden. Als Bew eism ittel gab der Beschw erdeführer ein D okum ent aus seinem H eim atland (M itgliedschaftsausw eis des Kulturvereins für Lehrer) zu den Akten. C . M it Eingabe vom 10. D ezem ber 2003 zeigte die Vertretung des Beschw erdefüh- rers dem Bundesam t ihre M andatsübernahm e an und ersuchte um Akteneinsicht vor Entscheidfällung sow ie um Zustellung von Fotokopien bereits eingereichter frem dsprachiger D okum ente ihres M andanten. Bezüglich dieser D okum ente w urde eine Ü bersetzung von Am tes w egen beantragt. D . Am 10. Februar 2004 ersuchte die Vertretung des Beschw erdeführers das Bun- desam t im Sinne ihrer Eingabe vom 10. D ezem ber 2003 erneut um Zusendung von Kopien der zu den Akten gegebenen D okum ente. G leichzeitig w urde die ID - Karte respektive ein M ilitärausw eis des Beschw erdeführers im O riginal eingereicht. E. M it Eingabe vom 29. M ärz 2004 erneuerte die Vertretung des Beschw erdeführers beim BFM ihr G esuch um Zustellung von Fotokopien bereits eingereichter frem d- sprachiger D okum ente ihres M andanten. G leichzeitig w urde geltend gem acht, dass der iranische G eheim dienst seinetw egen sow ohl bei seiner Ehefrau w ie auch seiner M utter vorgesprochen habe. D er vor O rt anw esenden Tochter des Be- schw erdeführers sei dabei das N asenbein gebrochen w orden. Anstelle des Be- schw erdeführers sei dessen Bruder für einige Zeit inhaftiert w orden. W ährend der H aft sei er im m er w ieder nach dem Aufenthaltsort des Beschw erdeführers gefragt w orden. In Anbetracht dieser Entw icklung ersuchte der Beschw erdeführer das Bundesam t um eine prioritäre Behandlung seines Asylgesuchs. F. M it Zw ischenverfügung vom 14. April 2004 forderte die Vorinstanz den Beschw er- deführer im Zusam m enhang m it der geltend gem achten Konfiszierung seines W ohnhauses auf, innert Frist D urchsuchungsprotokolle, den Beschlagnahm ungs- beschluss und den Auszug aus dem G rundbuchregister m it dem Verm erk über die Beschlagnahm ung beizubringen. Ferner stellte das Bundesam t fest, der Be-4 schw erdeführer habe bisher einzig einen "M itgliederausw eis des Kulturvereins für Lehrer" eingereicht, und überm ittelte ihm eine Kopie dieses D okum ents. G . Am 10. M ai 2004 gab der Beschw erdeführer Bew eism ittel zu den Akten. Besagte D okum ente seien zw ar nicht die vom BFM am 14. April 2004 angeforderten, viel- m ehr handle es sich um die Beschreibung eines W arenlagers des Beschw erdefüh- rers, w elches durch die Behörden beschlagnahm t w orden sei, eine Kopie der G e- richtsbeschw erde gegen die erfolgte Beschlagnahm ung des Lagers, das O riginal der Bestätigung für die Lehrertätigkeit des Beschw erdeführers, den Lehrerausw eis im O riginal, einen Auszug aus dem G rundbuchregister (dam aliger Kauf des H auses respektive der W ohnung durch den Beschw erdeführer), eine Beschw erde der Ehefrau des Beschw erdeführers gegen die W ohnungs- respektive H ausbe- schlagnahm ung an das G ericht in _______ und ein Schreiben von sechs Zeugen. D ie Bew eism ittel bestätigten die Vorbringen des Beschw erdeführers. G leichzeitig räum te er ein, die von ihm in den Eingaben seiner Vertretung angegebenen Kalenderdaten zu relevanten Ereignissen seien m angels professioneller Ü berset- zung eventuell ungenau, w eshalb ein Fehler aufgetreten sei und keine absolute G ew ähr für die Verlässlichkeit der datum sm ässigen Angaben bestehe. Allfällige U ngereim theiten seien von Am tes w egen zu klären. H . M it Eingabe vom 3. N ovem ber 2004 ersuchte der Beschw erdeführer die Vorin- stanz um einen baldigen Entscheid. Im Zusam m enhang m it seinem Anliegen er- w ähnte er insbesondere den schlechten G esundheitszustand der im Iran zurück- gebliebenen Ehefrau. I. M it Eingabe vom 17. M ärz 2005 m achte der Beschw erdeführer geltend, seine Ehe- frau habe sich im Iran an den N ieren operieren lassen m üssen. D er Eingriff sei zw ar zufriedenstellend verlaufen; ihre psychischen Problem e bestünden aber nach w ie vor. Ferner w ies der Beschw erdeführer darauf hin, dass sein Schw ager, w el- cher im Iran aus politischen G ründen eine H aftstrafe verbüsst habe, gem äss Aus- sagen der oben erw ähnten Ehefrau im G efängnis um s Leben gekom m en bezie- hungsw eise um gebracht w orden sei. Im W eiteren ersuchte der Beschw erdeführer erneut um einen baldigen Entscheid. J. M it Zw ischenverfügung vom 13. Septem ber 2005 gew ährte das Bundesam t der Vertretung des Beschw erdeführers die am 10. D ezem ber 2003 beantragte Akten- einsicht vor Entscheidfällung. K. M it Verfügung vom 6. O ktober 2005 - eröffnet am 7. O ktober 2005 - stellte das Bundesam t fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung des Be- schw erdeführers aus der Schw eiz. D ie Vorinstanz begründete ihren Entscheid im W esentlichen dam it, dass die angebliche Verfolgung aus politischen G ründen nicht glaubhaft sei. Es könne nicht nachvollzogen w erden, w eshalb der Beschw erdefüh- rer aus der angeblichen H aft in _______ nach _______ ins _______-G efängnis hätte verlegt w erden sollen, zum al auch die Justizbehörden in _______ für politische D elikte zuständig seien. Ferner habe er den Zeitpunkt respektive die D auer der angeblichen H aft im _______-G efängnis anlässlich der Befragungen nicht übereinstim m end geschildert. Im W eiteren w iesen die eingereichten Bew eism ittel U nstim m igkeiten auf. D as D okum ent N r. 6 (Akte A 16) sei eine Beschw erde an das öffentliche G ericht in _______ betreffend eine Kaution für den 5 Beschw erdeführer im Zusam m enhang m it dem D ossier eines R evolutionsgerichts. W enn aber tatsächlich das R evolutionsgericht in der Kautionssache entschieden hätte, w äre die Beschw erde an die R ekursinstanz des R evolutionsgerichts und nicht an das öffentliche G ericht zu richten gew esen. Ausserdem sei gem äss dem Bew eism ittel N r. 2 (Akte A 16; Beschlagnahm ung des Lagers) eine Kaution beim öffentlichen G ericht hinterlegt w orden. Sollte indes die Angelegenheit, in w elcher eine Kaution hinterlegt w orden sei, tatsächlich w ie geltend gem acht einen politischen H intergrund gehabt haben, so w äre sie durch ein R evolutionsgericht und nicht durch ein öffentliches G ericht behandelt w orden. Entsprechend w äre die Kaution dann auch beim R evolutionsgericht zu hinterlegen gew esen. Aufgrund der aufgezeigten U ngereim theiten seien diese Bew eism ittel nicht geeignet, ein politisch m otiviertes Strafverfahren zu belegen. In Anbetracht der überw iegenden Zw eifel am angeblichen politischen Verfahren kom m e auch der eingereichten Zeugenbestätigung, w elche als solche ohnehin kaum bew eistauglich sei, kein Bew eisw ert zu. Aus den ferner eingereichten D okum enten könne keine Verfolgungssituation abgeleitet w erden. D ie dem Beschw erdeführer zu Beginn des Jahres 2000 auferlegte tägliche M eldepflicht stelle sodann keinen ernsthaften N achteil im Sinne des Asylgesetzes dar. Schliesslich sei die für das Jahr 1987 geltend gem achte H aft im Zeitpunkt der Ausreise 16 Jahre zurückgelegen; entsprechend könne sich nicht als in zeitlicher und sachlicher H insicht kausal für die Flucht angesehen w erden. D en Vollzug der W egw eisung erachtete das Bundesam t für zulässig, zum utbar und m öglich. L. M it Beschw erde vom 4. N ovem ber 2005 (D atum des Poststem pels) beantragte der Beschw erdeführer bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) durch seine Vertretung die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung seiner Flüchtlingseigenschaft und die Asylgew ährung. Eventualiter sei die U nzu- lässigkeit und die U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren. Zur Begründung w urde unter H inw eis auf den vom Beschw erdeführer dargelegten Sachverhalt vorab dessen G esundheitszu- stand them atisiert. G em äss den beigelegten Arztberichten (_______ und _______) leide er unter einer posttraum atischen Belastungsstörung, an einer som atoform en Schm erzstörung als Folge von körperlicher M isshandlung und an einer m ittelgradigen depressiven Episode m it som atischem Syndrom . Zur Zeit sei er in stationärer Behandlung im Kantonsspital _______. D ie Vorinstanz habe bei der Prüfung des Asylgesuchs den herabgesetzen Anforderungen an die G laubhaftm achung gem äss Art. 7 AsylG nicht hinreichend R echnung getragen. Zu bem ängeln sei dabei auch die Tatsache, dass das Bundesam t die Problem e seiner Fam ilie, w elche nach seiner Ausreise entstanden seien, im vorliegenden Entscheid unberücksichtigt gelassen habe. D ie Feststellung der Vorinstanz, die vorübergehende Verlegung des Beschw erdeführers ins _______-G efängnis von _______ sei nicht nachvollziehbar, m üsse sodann als blosse Behauptung ohne plausible Begründung bezeichnet w erden. D ie Verlegung sei erfolgt, w eil es den Behörden in _______ nicht gelungen sei, einen konkreten Bezug des Be- schw erdeführers zum vorliegenden Belastungsm aterial (handgeschriebenes G e- dicht und Tonbandkassette) herzustellen. Erst im _______-G efängnis sei dies aufgrund der dortigen technischen Infrastruktur m öglich gew esen. Ausserdem sei er in diesem G efängnis durch einen Zeugen belastet w orden. In der Folge habe er 6 im _______-G efängnis ein G eständnis abgelegt. Im Ü brigen w ürden gem äss Berichten von M enschenrechtsorganisationen Verlegungen ins _______- G efängnis routinem ässig erfolgen. Im W eiteren treffe zu, dass der Beschw erdeführer den Zeitpunkt der Verlegung ins _______-G efängnis und die D auer des dortigen Aufenthalts anlässlich der Befragungen nicht übereinstim m end geschildert habe. D iese U ngenauigkeiten seien aber in Anbetracht des beschränkten Aussagew erts der Erstbefragung und im m er w ieder auftretender Fehler auch bei guten Ü bersetzungen nicht überzubew erten. N icht geteilt w erden könne die W ürdigung der beiden G erichtsbeschw erden durch die Vorinstanz als untaugliche Bew eism ittel für ein politisches Strafverfahren. So verkenne die vorinstanzliche Argum entation zum einen die Tatsache, dass R evolutionsgerichte im Iran nicht über eine R ekursinstanz verfügten. Zum anderen behandelten öffentliche G erichte nachw eislich auch Angelegenheiten m it politischem H intergrund. D ies gehe aus dem ebenfalls beigelegten Abklärungsbericht (SFH - Länderanalyse) vom 31. O ktober 2005 hervor. D essen w eitere Kernaussagen seien m it den geltend gem achten Vorbringen des Beschw erdeführers ebenfalls vereinbar. So sei H afturlaub auch für politische G efangene eine gängige Praxis und m it Kautionszahlungen verbunden. D avon profitierten selbst Personen, die ohne Verfahren und Anklage inhaftiert seien. D ie Praxis der iranischen Straf- vollzugsbehörden sei im m er w ieder durch w illkürliche, nicht dokum entierte und nicht veröffentlichte Entscheidungen gekennzeichnet. Ein grosses Problem sei die m onatelange Inhaftierung von Personen ohne Anklage und Verfahren. Ferner w ür- den in der Praxis Fälle zw ischen öffentlichen und R evolutionsgerichten hin- und hergeschoben. G esetzlich vorgesehene Verfahrensregeln bei der Anklage w ürden oftm als m issachtet. D er Beschw erdeführer habe geltend gem acht, nie offiziell ge- richtlich verurteilt zu sein. D as Strafverfahren des Beschw erdeführers sei durch das R evolutionsgericht geführt w orden. D a dieses aber über keine R ekursinstanz verfüge, sei die Beschw erde gegen den Einzug der Kaution naheliegenderw eise durch ein öffentliches G ericht zu beurteilen, und die anderslautende vorin- stanzliche Argum entation verm öge erneut nicht zu überzeugen. D asselbe treffe für die Erw ägungen des Bundesam tes hinsichtlich der eingereichten Zeugenbestäti- gung zu. D eren Bew eisw ert sei von der Vorinstanz m it nicht nachvollziehbarer Be- gründung verneint w orden. Im Ergebnis habe das BFM der Prüfung der G laubhaf- tigkeit der Aussagen einen falschen M assstab zugrunde gelegt, den Sachverhalt nicht genügend abgeklärt beziehungsw eise Vorbringen, w elche für die G laubhaf- tigkeit sprächen, falsch oder nicht gew ürdigt und so zu U nrecht die U nglaubhaftig- keit der Vorbringen festgestellt. D er Beschw erdeführer habe asylrelevante Verfol- gung erlitten und begründete Furcht vor w eiteren ernsthaften N achteilen im Iran. Asylausschlussgründe lägen keine vor. Schliesslich w ürde nach dem G esagten ein allfälliger Vollzug der W egw eisung gegen die relevanten gesetzlichen Bestim - m ungen verstossen. D er Eingabe lagen die erw ähnten Bew eism ittel bei. Bezüglich der allfälligen Einreichung eine Kostennote w urde um Fristeinräum ung im gege- benen Zeitpunkt ersucht. M . M it Zw ischenverfügung vom 10. N ovem ber 2005 verzichtete die AR K in Anbetracht des vorhandenen Sicherheitskontos m it hinreichendem D eckungsgrad auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses. N . M it Vernehm lassung vom 27. Januar 2006 hielt das Bundesam t an seiner Verfü-7 gung vollum fänglich fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. Allein aus dem U m stand, w onach gem äss der vom Beschw erdeführer zitierten Q uelle Verlegungen ins _______-G efängnis von _______ häufig erfolgten, könne nicht geschlossen w erden, dass dies auch in seinem Fall geschehen sei. Bei der Argum entation in der Beschw erdeschrift hinsichtlich der angeblichen Verlegung falle ferner auf, dass nebst vielen H inw eisen auf W illkür und Folterpraktiken der iranischen Justizbehörden in einem gew issen W iderspruch dazu auch auf deren rechtsstaatliche Verpflichtungen hingew iesen w erde. D avon abgesehen habe der Beschw erdeführer anlässlich der kantonalen Anhörung geltend gem acht, er habe nach w iederholter Folterung und nicht nach einer technischen Analyse ein G eständnis abgelegt. Im Ü brigen seien die geschilderten Folterungen landesw eit verbreitet, w eshalb auch in diesem Lichte besehen keine Verlegung ins _______- G efängnis hätte erfolgen m üssen. Ferner sei die Verw endung des Begriffs "R ekursinstanzen" in den Entscheiderw ägungen m öglicherw eise m issverständlich. G erade aus der vom Beschw erdeführer eingereichten SFH -Stellungnahm e vom 31. O ktober 2005 gehe aber hervor, dass Berufungen ans R evolutionsgericht m öglich seien. Schliesslich rechtfertige auch die gesundheitliche Situation des Beschw erdeführers keine Änderung des angefochtenen Entscheids. O . M it R eplik vom 16. Februar 2006 hielt der Beschw erdeführer an seinen bisherigen D arlegungen fest. D ie Argum entation des Bundesam tes, w onach die Verlegung ins _______-G efängnis nicht geglaubt w erden könne, sei nicht stichhaltig. Zudem habe der Beschw erdeführer den Ablauf der H aftzeit im dortigen G efängnis plausi- bel geschildert; der angebliche W iderspruch in seinen Aussagen anlässlich der kantonalen Anhörung (G eständnis nach Ü berführung m ittels technischer Analyse beziehungsw eise nach Folter) bestehe bei korrekter Interpretation der entspre- chenden Protokollstellen nicht. Auch die w eiteren Erörterungen der Vorinstanz auf Vernehm lassungsebene verm öchten die Beschw erdeargum ente nicht zu entkräf- ten. Im Ü brigen stehe der Beschw erdeführer w egen seines G esundheitszustandes in regelm ässiger Behandlung (_______). Schliesslich kom m e hinzu, dass sich der Beschw erdeführer seit dem Jahre 2004 exilpolitisch betätige. Er sei M itglied der D em okratischen Vereinigung für Flüchtlinge (D VF). In letzter Zeit habe er an diversen politischen Aktionen in m ehreren Schw eizer Städten teilgenom m en. Zudem habe er im Internet ein selbstverfasstes G edicht publiziert. D er Eingabe lagen Term inbestätigungen (_______) und Belege im Zusam m enhang m it dem exilpolitischen Engagem ent (G edicht und Bildm aterial aus dem Internet) bei. P. Am 6. April 2006 gab der Beschw erdeführer w eitere U nterlagen im Zusam m en- hang m it dem geltend gem achten exilpolitischen Engagem ent zu den Akten. Es handelte sich hierbei um ein Schreiben des Präsidenten der D VF vom 28. M ärz 2006, die Kopie eines D VF-M itgliedschaftsausw eises, Internetbilder einer D e- m onstration vom 10. M ärz 2006 und einen Internetartikel des Beschw erdeführers sow ie ein G edicht. Im W eiteren w urde eine H onorarnote (Zw ischenabrechnung für den bisherigen Aufw and) sam t Beilagen eingereicht. Es w urde um die M öglichkeit, vor Entscheidfällung eine aktualisierte Kostennote nachzureichen, ersucht. Ein Entscheid sei nicht zuletzt in Anbetracht der gesundheitlichen Situation des Be- schw erdeführers baldm öglichst zu fällen. Ferner m achte der Beschw erdeführer geltend, seine Ehefrau und sein Sohn seien bei einem Erdbeben im Iran verletzt w orden. Ausserdem hätten Angehörige des G eheim dienstes seinetw egen zuhause 8 vorgesprochen. Q . M it Eingabe vom 31. M ai 2006 überm ittelte der Beschw erdeführer der AR K eine SFH -Länderanalyse vom 4. April 2006 (Iran: R ückkehrgefährdung für AktivistInnen und M itglieder exilpolitischer O rganisationen - Inform ationsgew innung iranischer Behörden) und Internetbilder als Beleg für seine Teilnahm e an einer Veranstaltung vom 1. M ai 2006. R . Am 12. Juni 2006 ging bei der AR K ein den Beschw erdeführer betreffender Arzt- bericht vom 7. Juni 2006 (_______) ein. D arin w urden unter anderem eine schw ere posttraum atische Belastungsstörung nach Folter und G efängnisaufenthalt, eine som atoform e Schm erzstörung und eine gem ischte Angst- und depressive Störung diagnostiziert. D ie eingeleitete Behandlung dürfte noch längere Zeit andauern. S. M it Eingabe vom 11. O ktober 2006 gab der Beschw erdeführer Bew eism ittel (Inter- netbilder; G edicht und w eitere Belege) für seine Teilnahm e an einer Veranstaltung vom 26. August 2006 zu den Akten und ersuchte erneut um einen baldigen Ent- scheid. T. M it Eingabe vom 15. M ärz 2007 w iederholte der Beschw erdeführer sein G esuch um prioritäre Behandlung seines R ekurses. Sein G esundheitszustand habe sich w ieder verschlechtert. Seine Ehefrau im Iran sei durch einen benachbarten M ili- tärangehörigen aus H izbollah-Kreisen seinetw egen ernsthaft behelligt w orden und seither unbekannten Aufenthalts. D ie Polizei vor O rt habe ihr nicht geholfen. D er Eingabe lagen w eitere U nterlagen (Internetbilder; G edicht) im Zusam m enhang m it den geltend gem achten exilpolitischen Tätigkeiten für die D VF bei. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ).9 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer poli- tischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D er Beschw erdeführer beantragt keine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung. Andererseits m acht er geltend, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht genü- gend abgeklärt beziehungsw eise Vorbringen, w elche für die G laubhaftigkeit spre- chen, nicht gew ürdigt. Ausserdem sei die Begründungspflicht verletzt w orden. 4.2 Es stellt sich dem zufolge vorab die Frage, ob die Vorinstanz eine nicht heilbare G ehörsverletzung begangen hat. In diesem Zusam m enhang ist aber festzuhalten, dass die kantonale Anhörung vom 18. Septem ber 2003 relativ ausführlich w ar und der Beschw erdeführer sow ohl im R ahm en von Spontanschilderungen w ie auch bei R ückfragen G elegenheit hatte, die Verfolgungssituation aus seiner Sicht um fas- send zu schildern. D ie Vorinstanz durfte entsprechend gestützt auf die vorhan- denen Akten zu R echt vom genügend erstellten Sachverhalt ausgehen. Auch der Vorw urf der Verletzung der Begründungspflicht trifft ins Leere. D ie Argum entation des Bundesam tes im Zusam m enhang m it der vom Beschw erdeführer geltend ge- m achten Verlegung ins _______-G efängnis ist im m erhin so ausgefallen, dass es seiner Vertretung auf Beschw erdeebene m öglich w ar, die vorinstanzliche Verfügung sachgerecht anzufechten. O b diese und w eitere Erw ägungen der Vorinstanz tatsächlich geeignet sind, die U nglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschw erdeführers zu begründen, ist aber untenstehend bei der eigentlichen Prüfung der Frage, ob die D arlegungen des Beschw erdeführers den Anforderungen von Art. 7 AsylG zu genügen verm ögen, vornzunehm en. Ferner hat die Vorinstanz die vom Beschw erdeführer eingereichte Zeugenbestätigung nicht - w ie geltend gem acht - "aus dem R echt gew iesen", sondern lediglich für nicht bew eistauglich erachtet. Schliesslich trifft zu, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers im Zeitraum nach der Anhörung bis zur Entscheidfindung - insbesondere die geltend gem achten Ü bergriffe gegen Fam ilienangehörige - in der angefochtenen Verfügung keine Berücksichtigung gefunden haben. O b dies 10 angesichts der vom BFM als unglaubhaft erachteten fluchtauslösenden Ereignisse im Sinne einer im pliziten W ürdigung unterbleiben durfte oder ob diese Vorbringen zum indest im Sachverhalt hätten Erw ähnung finden m üssen und deshalb von einer allenfalls heilbaren G ehörsverletzung auszugehen ist, kann angesichts der nachfolgenden Erw ägungen offen bleiben. 5. 5.1 Vorbringen sind dann glaubhaft, w enn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in w esentlichen Punkten nicht w idersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgem einen Erfahrung w i- dersprechen. D arüber hinaus m uss die asylsuchende Person persönlich glaubw ür- dig erscheinen, w as insbesondere dann nicht der Fall ist, w enn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG ), aber auch dann, w enn sie w ichtige Tatsachen unterdrückt oder bew usst falsch dar- stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen ausw echselt oder unbegründet nach- schiebt, m angelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige M itw irkung ver- w eigert. G laubhaftm achung bedeutet ferner - im G egensatz zum strikten Bew eis - ein reduziertes Bew eism ass und lässt durchaus R aum für gew isse Einw ände und Zw eifel an den Vorbringen des Beschw erdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gem acht, w enn der R ichter von ihrer W ahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überw iegend für w ahr hält, obw ohl nicht alle Zw eifel beseitigt sind. Für die G laubhaftm achung reicht es dem gegenüber nicht aus, w enn der Inhalt der Vor- bringen zw ar m öglich ist, aber in W ürdigung der gesam ten Aspekte w esentliche und überw iegende U m stände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer G esam tw ürdigung, ob die G ründe, die für die R ichtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überw iegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtw eise abzustellen (vgl. Entscheide und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1994 N r. 5 E. 3c S. 43 f.; 1996 N r. 28 E. 3a S. 270; 2005 N r. 21 E. 6.1. S. 190 f.). An den ge- nannten Kriterien ist nach w ie vor festzuhalten, zum al die R echtslage diesbezüg- lich keine Änderung erfahren hat. 5.2 D as BFM hat im angefochtenen Entscheid die Festnahm e des Beschw erdeführers beziehungsw eise seine Inhaftierung aus politischen G ründen vom April 2000 für unglaubhaft erachtet. D em gegenüber erachtete es die w eiteren Vorbringen offen- bar für glaubhaft und bezeichnete sie gleichzeitig als nicht asylrelevant. D ie gel- tend gem achte H aft des Jahres 1979 hat w eder Eingang in den Sachverhalt noch in die Erw ägungen des vorinstanzlichen Entscheids gefunden. Aufgrund des Zeit- ablaufs erscheint dies als vertretbar, zum al eine entsprechende R üge auf Be- schw erdeebene fehlt. M it dem BFM und in Anbetracht der überw iegend substanzi- ierten Aussagen des Beschw erdeführers kann m ithin davon ausgegangen w erden, dass er im M ärz 1987 festgenom m en und für ein halbes Jahr inhaftiert w urde. N achdem die Vorinstanz in ihrer Vernehm lassung vom 27. Januar 2006 von lan- desw eit verbreiteten Folterungen im Iran ausgeht, dürfte auch unbestritten sein, dass er bereits dam als m isshandelt w urde. Ferner bezw eifelt das BFM auch die dem Beschw erdeführer zu Beginn des Jahres 2000 auferlegte M eldepflicht nicht. H insichtlich der bereits erw ähnten längeren Inhaftierung des Beschw erdeführers vor der Ausreise w ird unter den Erw ägungen 1 und 2 des angefochtenen 11 Entscheids bezw eifelt, dass jene aus politischen G ründen erfolgt sei. G em äss Erw ägung 3 sind sodann auch die Bew eism ittel nicht geeignet, ein politisches Strafverfahren zu belegen. D iese Form ulierungen sind an sich insofern nicht ganz schlüssig, als dam it der Eindruck entstehen könnte, die Vorinstanz bezw eifle nicht die geltend gem achte H aft sam t Folter, sondern lediglich die vorgebrachten staatlichen M otive für das Erlebte. Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob sow ohl die besagte H aft w ie auch die vorgebrachte M otivation der staatlichen Verfolgung den oben stehend zitierten Anforderungen an die G laubhaftm achung zu genügen verm ögen. 5.3 5.3.1 Bei einer D urchsicht des kantonalen Befragungsprotokolls fällt vorab auf, dass der Beschw erdeführer in der Lage w ar, den iranischen Ü berw achungsstaat und unter- schiedlich intensive Verfolgungsm echanism en relativ anschaulich zu schildern, seine Tätigkeit als Lehrer und D ichter überzeugend darzustellen und auch im Ü brigen glaubw ürdig w irkt (vgl. A 8/30, S. 10 ff.). D er Beschw erdeführer verm ochte insgesam t glaubhaft darzustellen, dass er sich als Lehrer und staatskritisch eingestellter D ichter exponierte und ein entsprechendes politisches Profil entw ickelt hatte. Vor diesem H intergrund erstaunt nicht, dass es in der Folge aus den von ihm genannten G ründen im Jahre 1987 zu einer - vorliegend unbestrittenen - Inhaftierung gekom m en sein soll. Auch seine Kenntnisse über Belange der Studentenunruhen in _______ vom Juli 1999 erhärten die Verm utung, dass er dam als und dort - w enn auch m ehr zufällig - in einem gew issen Ausm ass involviert w ar. D ie entsprechenden Ereignisse konnten vom Beschw erdeführer auch substanziiert und anschaulich dargestellt w erden. D ie ihm zu Beginn des Jahres 2000 auferlegte M eldepflicht soll im Ü brigen w egen der ihm unterstellten Teilnahm e an besagten U nruhen veranlasst w orden sein (A 8/30, S. 17). D ie G laubhaftigkeit der M eldepflicht w urde denn auch von der Vorinstanz nicht w eiter in Frage gestellt. Auch aufgrund der seinerzeit rigorosen Verfolgung der Verdächtigen vor O rt besteht kein Anlass, diese Aussage des Beschw erdeführers für konstruiert zu erachten. Bezüglich der erneuten Festnahm e vom April 2000 im Anschluss an ein von ihm präsentiertes G edicht ist anzum erken, dass er diese auffallend substanziiert und m it zahlreichen R ealkennzeichen versehen schilderte. Auch die dargelegten Folterungen sow ie das geschilderte Verhältnis zu M itgefangenen w irken authentisch (A 8/30, S. 18 und 20 f.). D as Argum ent der Vorinstanz, die anschliessende H aftverlegung ins _______-G efängnis könne nicht nachvollzogen w erden, w eshalb die H aft aus politischen G ründen nicht glaubhaft sei, m utet dem gegenüber eher spekulativ an. Vielm ehr dürfte es aus der O ptik der Behörden durchaus Sinn gem acht haben, beim Beschw erdeführer, w elcher ja der Teilnahm e an den U nruhen verdächtig w orden w ar, auch Verfolgungsbehörden _______ einzuschalten. Abgesehen davon hat sich der Beschw erdeführer den Akten zufolge bereits als Student w ährend Jahren in _______ aufgehalten (A 8/30, S. 9). N icht zu bezw eifeln ist sodann, dass solche G efangenenverlegungen im Sinne der in der Beschw erdeschrift auf S. 8 zitierten Q uelle keine Einzelfälle w aren respektive nach w ie vor sind. O b die Verlegung im Falle des Beschw erdeführers w irklich w egen der besseren "technischen Infrastruktur" des _______-G efängnisses erfolgt sein soll, ist dem gegenüber in der geltend gem achten Form nicht ganz überzeugend, und gew isse U ngereim theiten bei der 12 Angabe der jew eiligen H aftzeiten bleiben - w enn auch noch im R ahm en der unter Ziff. 5.1. erw ähnten zulässigen "Einw ände und Zw eifel" - bestehen. Schliesslich ist dem Beschw erdeführer beizupflichten, dass die ihm in der Vernehm lassung des Bundesam tes vorgehaltenenen U nstim m igkeiten beim erfolgten G eständnis (nach technischer Analyse respektive nach Folter) m it den relevanten Protokollstellen kaum zu vereinbaren sind und die auf R eplikebene gem achten Erklärungen m ehr zu überzeugen verm ögen als die vorinstanzliche Sichtw eise (vgl. A 8/30, S. 19 f.). 5.3.2 D ie eingereichten Bew eism ittel 2 und 6 gem äss Auflistung im Verzeichnis A 16 der vorinstanzlichen Akten sind laut Bundesam t nicht geeignet, ein politisches Strafverfahren im Iran zu belegen. U nbesehen der Frage, ob sie denn geeignet w ären, ein gem einrechtliches Strafverfahren zu belegen, ist dem Beschw erdefüh- rer insofern R echt zu geben, als an sich teilw eise vorgegebene rechtsstaatliche M assstäbe bei G erichtsverfahren im Sinne der D arlegungen im eingereichten SFH -D okum ent vom 31. O ktober 2005, w elches sich seinerseits auf ein breites Spektrum von Q uellen abstützt, W illkürakten zum O pfer fallen. D ie Vorinstanz, w elche in ihrer R eplik ebenfalls aus diesem D okum ent zitiert und es m ithin für ein taugliches Bew eism ittel erachtet, hält zw ar zu R echt fest, dass entgegen den Be- schw erdevorbringen eine Beschw erdem öglichkeit bei R evolutionsgerichten be- steht. D em zufolge w äre die Einreichung einer Beschw erde in einer vom R evoluti- onsgericht beurteilten Kautionssache m öglicherw eise tatsächlich an die R ekursin- stanz des R evolutionsgerichts zu richten gew esen. D em gegenüber ist zu beach- ten, dass auch im schw eizerischen G erichtsw esen m itunter nicht klar ist, w elche Instanz für die Beurteilung eines R echtsm ittels zuständig ist; im Verw altungsver- fahren kom m t in diesem Zusam m enhang Art. 8 Vw VG zur Anw endung. Aus der Tatsache, dass die Ehefrau des Beschw erdeführers ihre Beschw erde m öglicher- w eise an eine unzuständige Instanz gerichtet hat, kann m ithin noch nicht geschlos- sen w erden, besagtes Bew eism ittel spreche gegen ein bestehendes Strafverfah- ren aus politischen G ründen. Letztlich ist auch nicht einzusehen, w eshalb eine Ab- urteilung des Beschw erdeführers durch ein öffentliches G ericht nicht in Frage ge- kom m en w äre. G em äss dem zitierten SFH -D okum ent kom m en dort Anklagepunkte w ie "Beschim pfung des Führers der istlam ischen R evolution und Propaganda ge- gen das islam ische System ", "Veröffentlichung von Beschim pfungen und falschen Berichten in studentischen Publikationen", "Verbreitung von Lügenm ärchen und Schreiben eines Buches über die Tragödie der D em okratie im Iran", "Verzerrung der öffentlichen M einung", "Beschim pfung und Publikation reiner Lügen", "Verzer- rung der öffentlichen M einung, "Beleidigung hochrangiger Beam ter", "Verbreitung unhaltbarer G erüchte" sow ie "Veröffentlichung reiner Lügen und von Artikeln ge- gen das islam ische System " zur Verhandlung. Zum Bew eism ittel N r. 2 ist sodann festzuhalten, dass der Beschw erdeführer bei der Einreichung am 10. M ai 2004 ein- räum te, er habe gew isse, nicht aber die vom Bundesam t angeforderten Belege be- schaffen können. Besagtes D okum ent belege die Beschlagnahm ung eines Lagers, w elches zur Zeit von der R evolutionsgarde benützt w erde. O b auch dieses Bew eism ittel im Zusam m enhang m it den bisherigen Vorbringen des Beschw erde- führers (oder einem blossen "apolitischen", bisher nicht them atisierten enteig- nungsrechtlichen Vorgang der R evolutionsgarde, w elche m ehr R aum benötigte) steht, ist m ithin fraglich, zum al er jew eils die Beschlagnahm ung der W ohnung be- ziehungsw eise des H auses, nicht aber diejenige eines Lagers erw ähnt hatte. Zu-13 sam m en m it der w eiteren Feststellung im bereits zitierten SFH -D okum ent, dem zu- folge Straffälle zw ischen öffentlichen G erichten und R evolutionsgerichten hin und her geschoben w ürden, besteht jedenfalls kein "innerer W iderspruch" bei den beiden D okum enten, w elcher die G laubhaftigkeit eines eingeleiteten oder noch drohenden Verfahrens aus politischen G ründen entscheidend zu beeinträchtigen verm öchte. D er Beschw erdeführer w ar aufgrund der ergangenen Verfügung im Ü brigen durchaus gehalten, nebst H inw eisen auf M issstände im iranischen G erichtsw esen auch rechtsstaatlich zu argum entieren, da er ja im ihn betreffenden Entscheid m it verfahrensrechtlichen Fragen der iranischen Justizbehörden konfrontiert w orden w ar. Vor diesem H intergrund erw eist sich die diesbezügliche im plizite Kritik in der Vernehm lassung der Vorinstanz als unbegründet, und das Vorbringen des Beschw erdeführers, w egen seiner Flucht aus dem H afturlaub sei die Kaution verfallen, erscheint im Ergebnis als überw iegend glaubhaft. 5.3.3 D er Beschw erdeführer hat im Verlaufe des Asylverfahrens drei Arztberichte zu den Akten gereicht (vgl. Bst. L. und R . vorstehend). D arin w ird unter anderem fest- gehalten, aufgrund des Erlittenen liege bei ihm eine (schw ere) posttraum atische Belastungsstörung vor. D ie eigentliche U rsache der psychischen Leiden kann durch Arztberichte indes kaum je schlüssig beantw ortet w erden. D ie Tatsache, dass in den beiden Berichten _______ jew eils nach längerer Behandlung und von verschiedenen Fachkräften nam entlich erlittene Folter als U rsache der Beschw erden angeben w erden, kann aber in Anbetracht der G esam tum stände des Falles und der im Iran herrschenden Situation in den Verhörzentren und G efängnissen durchaus als Indiz für den W ahrheitsgehalt zentraler Vorbringen des Beschw erdeführers angesehen w erden. 5.4 N ach dem G esagten hat der Beschw erdeführer entgegen der vorinstanzlichen Ein- schätzung glaubhaft dargelegt, im Anschluss an eine Lesung im April 2000 w egen eines regim efeindlichen G edichts inhaftiert und gefoltert w orden zu sein. Im R ahm en eines gew ährten H afturlaubs gelang ihm die Flucht aus dem H eim atland. In Anbetracht dieser glaubhaften Vorbringen ist ferner nachvollziehbar, dass in der Folge auch seine Angehörigen seinetw egen behelligt w urden. 6. 6.1 Bei diesen vom Beschw erdeführer erlebten N achteilen handelt es sich sodann um ernsthafte im Sinne des Asylgesetzes, zum al die H aft fast drei Jahre gedauert hat und er auch schw erw iegenden physischen Ü bergriffen ausgesetzt gew esen ist. D ie Verfolgungshandlungen m üssen auch als gezielt bezeichnet w erden, richteten sie sich doch gegen den Beschw erdeführer als regim ekritischer Lehrer und D ichter. Schliesslich geht daraus auch die asylrechtlich relevante M otivation der Verfolgungshandlungen hervor. N icht zuletzt m uss auch die Voraussetzung der w eiterhin bestehenden Aktualität der Verfolgung als erfüllt betrachtet w erden. G em äss den Erw ägungen unter Ziff. 5. vorstehend ist davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer zw ar kein herausragendes politisches Profil aufw eist, sich aber w egen gew isser Vorfälle in seinem U nterricht im Jahre 1987, w egen (des Verdachts der) Teilnahm e an den Studentenunruhen vom Juli 1999 und dem Vortragen eines regim efeindlichen G edichts exponiert hat und m it den Behörden seines Landes in Konflikt geriet. Im April 2000 w urde er erneut inhaftiert und gefoltert. W ährend eines im April 2003 gew ährten H afturlaubs ergriff er die Flucht 14 und kehrte nicht m ehr in die H aftanstalt zurück. Vor diesem H intergrund ist anzunehm en, dass der Beschw erdeführer im Falle seiner R ückkehr in den Iran erneut m it Verfolgung zu rechnen hätte. In W ürdigung der G esam tum stände er- achtet das Bundesverw altungsgericht die Furcht des Beschw erdeführers vor künftiger Verfolgung im Falle einer R ückkehr in den Iran als begründet. So m üsste er aufgrund seines m ehrjährigen Aufenthaltes in der Schw eiz dam it rechnen, bei der Einreise von den iranischen Behörden eingehend kontrolliert zu w erden. Sein unerlaubtes Absetzen aus dem H afturlaub ins Ausland bliebe dabei kaum verborgen. Insgesam t hätte er dem nach m it erheblicher W ahrscheinlichkeit eine erneute Inhaftierung von einer gew issen D auer zu gew ärtigen. D abei w ürde er riskieren, insbesondere w egen seiner Flucht aus dem H afturlaub schikaniert oder sogar erneut gefoltert zu w erden. D ass der Beschw erdeführer als Folteropfer vor der Ausreise bloss als engagierter, nicht aber exponierter Kritiker des R egim es behördlich bekannt w ar, fällt in Anbetracht der erw ähnten Fallum stände nicht m ehr entscheidend ins G ew icht. 6.2 Aufgrund obenstehender Erw ägungen ist festzustellen, dass der Beschw erdeführer im Zeitpunkt der Ausreise O pfer von asylrechtlich relevanter Verfolgung w ar, und es ist davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer bei einer R ückkehr in den Iran m it erheblicher W ahrscheinlichkeit erneut ernsthaften N achteilen im Sinne von Art. 3 AsylG seitens des Staates ausgesetzt w äre. Er erfüllt dam it die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft. Asylausschluss- gründe gem äss Art. 54 AsylG sind nicht ersichtlich. D ie Vorinstanz hat das Asylge- such des Beschw erdeführers zu U nrecht abgew iesen; die Beschw erde ist daher gutzuheissen. Es erübrigt sich som it, auf w eitere Beschw erdevorbringen und -an- träge sow ie die Beilagen (exilpolitisches Engagem ent des Beschw erdeführers) de- taillierter einzugehen. 6.3 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Voraussetzungen von Art. 3 und 7 AsylG erfüllt sind. D ie Verfügung der Vorinstanz ist aufzuheben und dem Beschw erdefüh- rer Asyl zu gew ähren. 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 Vw VG ). 7.2 O bsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erw achsenen notw endigen Kosten (Art. 7 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem - ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsge- richt [VG KE, SR 173.320.2]). D ie Parteientschädigung ist vorliegend unter Berück- sichtigung der am 6. April 2006 eingereichten und in Bezug auf den Zeitaufw and als angem essen erscheinenden Kostennote - es ist allerdings von einem Stundenansatz von Fr. 100.-- auszugehen, zum al die Praxis der ehem aligen AR K vorderhand G ültigkeit behält (vgl. M itteilungen EM AR K 2000/1) - sow ie unter Berücksichtigung des später angefallenen Aufw andes, w elcher zuverlässig abgeschätzt w erden kann, gerundet auf insgesam t Fr. 2'450.-- (inkl. Auslagen und M ehrw ertsteuer) festzusetzen.15 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. 2. D as BFM w ird angew iesen, dem Beschw erdeführer Asyl zu erteilen. 3. Es w erden keine Kosten erhoben. 4. D as BFM hat dem Beschw erdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht eine Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 2'450.-- zu entrichten. 5. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer durch Verm ittlung seiner Vertretung, 2 Expl. (einges- chrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (Kopie; R ef.-N r. _______) - _______ D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Patrick W eber Versand am :