Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. Januar 2016 (725 14 163) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Erlassvoraussetzung des guten Glaubens verneint. De r Versicherte, der gleichzeitig al- leiniger Gesellschafter seiner Arbeitgeberin ist, k ann sich nicht darauf berufen, beim Be- zug zu hoch ausgerichteter Taggeldleistungen gutglä ubig gewesen zu sein, nachdem er der Versicherung im Namen der Arbeitgeberin in der Schadenmeldung zunächst einen zu hohen Verdienst und erst nachträglich einen tieferen Lohn gemeldet hat. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Jan Herrmann , Recht s- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Rückforderung / Erlass A. Der 1972 geborene A.____ war alleiniger Gesellsc hafter und zugleich Angestellter der B.____ GmbH. In dieser Eigenschaft war er bei der S chweizerischen Unfallversicherungsge- sellschaft (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er sich Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht am 12. Juni 2006 bei der Arbeit den linken Arm verlet zte. Die SUVA erbrachte in der Folge ihre Versicherungsleistungen. B. Am 3. Juni 2011 liess der Versicherte einen Rückfall zu seinem Unfall vom 12. Juli 2006 melden. Die SUVA erbrachte für die aus diesem Rückfal l resultierende Arbeitsunfähigkeit des Versicherten in der Zeit von Juni 2011 bis November 2012 Taggelder auf der Basis eines Tag- geldansatzes von CHF 215.70. Nachdem die SUVA aufgru nd einer von ihr im November 2012 durchgeführten Betriebsrevision festgestellt hatte, dass d er bisherige Taggeldansatz auf der Basis eines zu hohen Jahresverdienstes berechnet worden wa r, forderte sie vom Versicherten mit Verfügung vom 14. Januar 2013 den Betrag von CHF 12‘180.90 zurück. Eine hiergegen erhobene Einsprache des Versicherten hiess sie mit Einsprach eentscheid vom 28. März 2013 in dem Sinne teilweise gut, als die Rückforderung auf CHF 12‘060.30 reduziert wurde. Dieser Einspracheentscheid erwuchs in der Folge in Rechtskraft. C. Bereits zusammen mit seiner Einsprache vom 13. Febr uar 2013 gegen die Rückforde- rungsverfügung der SUVA vom 14. Januar 2013 hatte der Versicherte um Erlass der Rücker- stattung der zu Unrecht an ihn ausgerichteten Leistung ersucht. Als Begründung hatte er im Wesentlichen vorgebracht, aus finanziellen Gründen nicht in der Lage zu sein, die Rückforde- rung der SUVA begleichen zu können. Mit Verfügung vom 24. Juni 2013 wies die SUVA das Erlassgesuch des Versicherten mit der Begründung ab, dass er bei zumutbarer Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die monatlichen Taggeldzahlun gen der SUVA zu hoch ausgefal- len seien. Das für einen Erlass kumulativ vorausgesetzte Kr iterium des guten Glaubens sei da- her zu verneinen. Eine dagegen erhobene Einsprache des Versicherten vom 16. Juli 2013 wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 25. April 2014 ab. D. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Jan Hermann, Advokat, mit Eingabe vom 28. Mai 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kan tons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragt e, der angefochtene Einspracheent- scheid sei aufzuheben. Es sei festzustellen, dass der von de r SUVA geltend gemachte Rück- forderungsanspruch erloschen sei. Eventualiter sei festzus tellen, dass der Beschwerdeführer gutgläubig gewesen sei, und die Angelegenheit sei zwecks Prüfung des Kriteriums der grossen Härte an die SUVA zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher H insicht sei eine Parteiverhand- lung durchzuführen. E. Die SUVA schloss mit Vernehmlassung vom 29. Juli 2014 auf Abweisung der Be- schwerde, soweit darauf einzutreten sei. Mit Eingabe vom 29. August 2014 beantragte der Be- schwerdeführer die Sistierung des Beschwerdeverfahrens, bis die SUVA einspracheweise über sein mittlerweile am 29. Mai 2014 bei der SUVA einge reichtes Revisionsgesuch entschieden habe. Gleichzeitig verzichtete er auf die Durchführung einer Parteiverhandlung. Mit verfahrens- leitender Verfügung vom 20. Oktober 2014 wurde das Be schwerdeverfahren entsprechend bis auf weiteres sistiert. Nachdem die SUVA bereits mit V erfügung vom 23. September 2014 auf das Revisionsgesuch des Versicherten nicht eingetreten war, wies sie eine dagegen gerichtete Einsprache mit Entscheid vom 23. Juni 2015 ab. Mit verf ahrensleitender Verfügung vom 15. September 2015 hob das Gericht die Verfahrenssistier ung im rubrizierten Beschwerdever- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht fahren deshalb wieder auf und überwies die Angelegen heit zusammen mit dem Parallelverfah- ren 725 15 268 betreffend Revision zur Beurteilung. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist soweit n otwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Ab s. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) v om 20. März 1981 kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen ka ntonalen Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG das Versi- cherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versichert e Person zur Zeit der Beschwerde- erhebung ihren Wohnsitz hat. Dieser liegt im vorliegen den Fall in C.____. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspra cheentscheide der Versiche- rungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit sachlich und örtlich für die Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind g rundsätzlich nur Rechtsver- hältnisse zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwal tungsbehörde vorgängig verbindlich Stellung genommen hat. Insoweit bestimmen Verfügung oder Einspracheentscheid den be- schwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Str eitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhä ltnis, das Gegenstand der ange- fochtenen Verfügung bildet, und zwar in dem Ausmass, al s die Regelung des Rechtsverhältnis- ses nach den Parteianträgen des Beschwerdeverfahrens noch streitig ist (FRITZ GYGI , Bundes- verwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 46). Bezieht sich die Beschwerde auf ein nicht durch die Verfügung oder den Einspracheentscheid bestimmtes Rechtsverhältnis, gehören die beanstandeten Aspekte weder zum Anfechtungs-, noch zum Streitgegenstand (BGE 125 V 414 f. E. 1b). Diesfalls steht den Betrof fenen keine Befugnis zu, verfügungs- oder einspracheweise (noch) nicht geregelte Rechtsverhältnisse durch eine Beschwerde richter- lich überprüfen zu lassen (BGE 118 V 313 f. E. 3b mit Hinweisen; U LRICH MEYER , Die Rechts- pflege in der Sozialversicherung, in: Basler Juristische Mi tteilungen [BJM] 1989 S. 25) und das Gericht kann auf die entsprechende Beschwerde nicht eintreten. 1.3 Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahre ns bildet der Einspracheent- scheid der SUVA vom 25. April 2014, worin diese den f ür einen Erlass der Rückforderung des Versicherten vorausgesetzten guten Glauben verneint und ihre diesbezügliche Verfügung vom 24. Juni 2013 bestätigt hat. Weder die Verfügung vom 24. Juni 2013 noch der angefochtene Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einspracheentscheid befassen sich materiell-rechtlich mit de r von der SUVA mit Einsprache- entscheid vom 28. März 2013 festgesetzten Rückforderung. Die Rückforderung bildet daher nicht Streitgegenstand des vorstehenden Beschwerdeverfahrens. Daran ändert nichts, dass die Verwirkung grundsätzlich von Amtes wegen zu berücksichtigen ist, soweit diese Frage eine materiell-rechtliche Frage der Rückforderung beschlägt. Eine erneute Überprüfung der Rückfor- derung wäre in materieller Hinsicht einzig unter den V oraussetzung einer Revision des Ein- spracheentscheids der SUVA vom 28. März 2013 (SUVA-Akt 12 9) möglich. Nachdem das Kan- tonsgericht die entsprechende Beschwerde des Versichert en im Parallelverfahren 725 15 268 jedoch abgewiesen und festgestellt hat, dass der Versich erte diesbezüglich weder eine neue Tatsache noch ein neues Beweismittel geltend zu machen in der Lage ist, ist die Rückforderung der SUVA einer erneuten gerichtlichen Überprüfung nic ht mehr zugänglich. Soweit der Be- schwerdeführer in seiner Beschwerdebegründung vom 28. Mai 2014 beantragt, es sei festzu- stellen, dass der Rückforderungsanspruch der SUVA infolge Verwirkung untergegangen sei, geht sein Begehren mithin über das im Anfechtungsobj ekt geregelte Rechtsverhältnis hinaus, weshalb darauf nicht eingetreten werden kann. Prozessth ema bildet einzig die Frage, ob die SUVA das Erlassgesuch des Versicherten zu Recht mangels Vorl iegens des guten Glaubens abgewiesen hat. 2.1 Gemäss Art. 25 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über d en Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 sind u nrechtmässig bezogene Leis- tungen zurückzuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glaub en empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Satz 2). Die beiden materiellen Vorausset- zungen für den Erlass einer Rückforderung (Gutgläubigkei t und grosse Härte) müssen kumula- tiv erfüllt sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. März 2008, 8C_594/2007, E. 4.2). 2.2 Nach der Rechtsprechung liegt guter Glaube nicht schon bei Unkenntnis des Rechts- mangels vor. Vielmehr dürfen sich Leistungsempfänger ni cht nur keiner böswilligen Absicht, sondern auch keiner groben Nachlässigkeit schuldig gemacht haben. Der gute Glaube entfällt somit von vornherein, wenn die zu Unrecht erfolgte Lei stungsausrichtung auf eine arglistige oder grobfahrlässige Melde- oder Auskunftspflichtverletzu ng zurückzuführen ist. Beim Bezug der Leistung liegt deshalb bereits dann kein guter Gla ube vor, wenn die unrechtmässige Aus- zahlung der Leistung auf grobfahrlässiges Verhalten des R ückerstattungspflichtigen zurück- zuführen ist, wenn also bei der Anmeldung und bei der Abklärung der Verhältnisse grobfahrläs- sig Tatsachen verschwiegen oder unrichtige Angaben gemach t wurden. Anderseits kann sich die rückerstattungspflichtige Person auf den guten Glau ben berufen, wenn ihr fehlerhaftes Ver- halten nur leicht fahrlässig war (BGE 112 V 103 E. 2c, 138 V 221 E. 4). Ein grobfahrlässiger Bezug ist somit gegeben, wenn der Leistungsempfänger n icht das Mindestmass an Aufmerk- samkeit aufwendet, das von einem verständigen Menschen in der gleichen Lage unter den glei- chen Umständen verlangt werden muss (BGE 110 V 180 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts vom 9. April 2014, 9C_720/2013, E. 4.2; je mit weiteren Hinweisen). Wie in anderen Bereichen beur- teilt sich die erforderliche Sorgfalt somit nach einem objektiven Massstab, wobei aber das den Betroffenen subjektiv Mögliche und Zumutbare (Urteilsfähigkeit, Gesundheitszustand, Bildungs- grad usw.) nicht ausgeblendet werden darf (BGE 138 V 221 E. 4; Urteil des Bundesgerichts vom 19. August 2014, 8C_870/2013, E. 2.2.1; je mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Praxisgemäss ist zu unterscheiden zwischen dem guten Glau ben als fehlendem Un- rechtsbewusstsein und der Frage, ob sich jemand unter de n gegebenen Umständen auf den guten Glauben berufen kann oder ob er bei zumutbare r Aufmerksamkeit den bestehenden Rechtsmangel hätte erkennen müssen. Die Frage nach dem U nrechtsbewusstsein gehört zum inneren Tatbestand und ist daher eine Tatfrage; demge genüber gilt die Frage nach der gebote- nen Aufmerksamkeit als Rechtsfrage, soweit es darum geht , festzustellen, ob sich jemand an- gesichts der jeweiligen tatsächlichen Verhältnisse auf d en guten Glauben berufen kann (BGE 122 V 223 E. 3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesge richts vom 19. August 2014, 8C_870/2013, E. 2.2.2). 3.1 Der massgebende Sachverhalt stellt sich wie folgt da r: Die vom Beschwerdeführer be- herrschte B.____ GmbH liess mit Schadenmeldung UVG vom 3. Juni 2011 der SUVA einen Rückfall des Versicherten melden. Darin deklarierte sie den massgebenden Jahresverdienst des Versicherten mit CHF 7‘200.— zuzüglich monatliche Zu lagen in der Höhe von CHF 1‘600.— (Kinder- und Familienzulagen von CHF 400. —, Ferien- und Feiertagsentschädi- gungen von CHF 600.— sowie Gratifikation / 13. Monatsl ohn von CHF 600.—; vgl. SUVA-Akt 10). Daraus resultierte ein Jahresverdienst des Versichert en in der Höhe von CHF 105‘600.— (12 x CHF 7‘200.— zuzüglich Zulagen à total CHF 1‘600.—) . Nach Abklärung der gesundheitli- chen Verhältnisse anerkannte die SUVA mit Schreiben v om 19. August 2011 ihre Leistungs- pflicht für den geltend gemachten Rückfall ab 1. Juni 2011 und bemass das Taggeld des Versi- cherten auf der Basis des von ihm in der Rückfallmeldun g deklarierten Jahreslohns von insge- samt CHF 105‘600.— mit CHF 215.70 (vgl. SUVA-Akt 17). M it Schreiben vom 5. Dezember 2011 teilte der Versicherte der SUVA im Namen seiner A rbeitgeberin mit, ab 1. Juni 2011 wür- den keine AHV- und SUVA-pflichtigen Arbeitnehmer mehr beschäftigt. Die AHV-Lohnsumme belaufe sich für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Mai 201 1 auf CHF 32‘500.—. Es werde darum gebeten, die Akonto-Zahlungen ab 1. Juni 2011 zu annul lieren und eine definitive Abrechnung zuzustellen (vgl. Beilage 3 zur Beschwerdebegründung vom 28. Mai 2014). Nachdem der Ver- sicherte aus der von ihm zuvor beherrschten B.____ GmbH a usgeschieden war (vgl. Schreiben der B.____ GmbH vom 2. Mai 2012, Beilage 2 zur Einga be der SUVA vom 29. Juli 2014), wur- de im November 2012 eine Betriebsrevision durch die SUV A in die Wege geleitet. Dabei stellte sich heraus, dass der massgebende Jahreslohn des Versicherten lediglich CHF 78‘000.— be- tragen hatte und dass das an den Versicherten seit Juni 2011 ausgerichtete Taggeld in Folge somit um CHF 34.20 zu hoch bemessen worden war (vgl. Beilage 3 zur Eingabe der SUVA vom 29. Juli 2014). Die SUVA forderte deshalb in der Fol ge die zu Unrecht ausgerichteten Taggeld- leistungen mit Verfügung vom 14. Januar 2013 im Umfang von CHF 12‘180.90 zurück. Eine hiergegen erhobene Einsprache des Versicherten hiess sie mit Einspracheentscheid vom 28. März 2013 in dem Sinne teilweise gut, als die Rückf orderung auf CHF 12‘060.30 reduziert wurde, indem die geleisteten Betriebsvergütungen im Umfang von CHF 120.60 von den für Juni 2011 bis November 2012 an den Versicherten ausgerichteten Taggeldleistungen in Abzug ge- bracht wurden (vgl. Einspracheentscheid der SUVA vom 28. März 2013, SUVA-Akt 129). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Der Beschwerdeführer vertritt in seiner Beschwerdebe gründung die Auffassung, dass er gegenüber der SUVA seine Lohnverhältnisse stets offen de klariert habe. Es sei zwar nicht von der Hand zu weisen, dass sich bei seiner Lohnangabe auf de r Schadenmeldung vom 3. Juni 2011 ein Fehler eingeschlichen habe. Dabei handle es si ch jedoch um ein einfaches Versehen. Ausserdem hätten die monatlichen Taggeldzahlungen sein zutreffendes Monatssalär von CHF 6‘500.— nicht überstiegen. Somit habe ihm beim Er halt der Taggeldzahlungen auch nicht ins Auge springen können, dass zu hohe Leistungen ausgerich tet worden seien. Der gute Glaube sei deshalb zu bejahen. Die SUVA stellt sich dem gegenüber auf den Standpunk, dass nicht mehr von einem einfachen Versehen gesprochen werde n könne, welches sich der Versi- cherte als die B.____ GmbH beherrschender Gesellschafter habe zu Schulden kommen lassen. Seine Gutgläubigkeit sei deshalb zu verneinen. 3.3 Vorliegend ist unbestritten, dass dem Beschwerdefüh rer bei der Lohndeklaration auf der Schadenmeldung vom 3. Juni 2011 ein Fehler unte rlaufen ist, indem er seinen bei der B.____ GmbH erzielten Jahresverdienst mit CHF 105‘600.— beziffert hat (vgl. Ziffer 31 der Be- schwerdebegründung vom 28. Mai 2014). Das tatsächlich er zielte und für die Bemessung sei- ner Taggelder massgebende Jahressalär betrug hingegen l ediglich CHF 78‘000.—. Entgegen der von ihm vertretenen Auffassung handelt es sich bei dieser Falschdeklaration um kein nur einfaches Versehen. Auch wenn ihm kein arglistiges Verhalt en vorgeworfen werden kann (vgl. Besprechungsprotokoll der SUVA vom 14. Januar 201 3, SUVA-Akt 104), wiegt der Fehler des Beschwerdeführers schwer. Aus den Akten geht hervor, dass die von ihm beherrschte B.____ GmbH noch Ende Februar 2011 einen Jahresverdie nst des Versicherten im Umfang von lediglich CHF 78‘000.— deklariert hatte (vgl. Lohn ausweis des Beschwerdeführers vom 21. Februar 2011, Beilage 3 zur Beschwerdebegründung). Nachdem der SUVA zwecks Be- rechnung der definitiven Prämien zudem Ende März 2011 e in massgebender Jahresverdienst des Versicherten im Umfang von ebenfalls nur CHF 78‘00 0.— gemeldet worden war (vgl. Lohnerklärung der B.____ GmbH vom 29. März 2011, Beilage 3 zur Beschwerdebegrün- dung), hätte der Versicherte beim Ausfüllen der Schad enmeldung vom 3. Juni 2011 ohne Wei- teres in der Lage sein müssen, den von ihm bei der B._ ___ GmbH tatsächlich erzielten Ver- dienst im Umfang von CHF 78‘000.— anzugeben. Es darf a ls offensichtlich bezeichnet werden, dass beim Ausfüllen einer Schadenmeldung generell ein besonderes Mass an Sorgfalt anzu- wenden ist, da gerade die darin gemachten Lohnangaben von massgebender Bedeutung sind. Dieser Umstand hätte dem Versicherten umso mehr bewusst s ein müssen, nachdem die von ihm beherrschte Arbeitgeberfirma der SUVA noch zwei Mo nate zuvor einen für 2010 massge- benden Jahresverdienst des Versicherten von CHF 78‘000.— g emeldet hatte. Insbesondere aber hätte der Beschwerdeführer aufgrund seines eigenen Lohnausweises 2010 vom 21. Feb- ruar 2011 ohne Weiteres erkennen müssen, dass das von i hm in der Schadenmeldung vom 3. Juni 2011 deklarierte Einkommen von letztlich CHF 10 5‘600.— offensichtlich nicht korrekt sein konnte. Daran ändert auch nichts, dass sich die Loh ndeklaration vom 29. März 2011 noch auf das Jahr 2010 bezogen hat. Eine derart hohe Diffe renz im Umfang von CHF 27‘600.— ist zu gross, als dass der Beschwerdeführer aufgrund der kurz zu vor ergangenen Lohndeklaration an die SUVA nicht um entsprechende Verifizierung hätte besorgt sein müssen. Es tritt hinzu, dass der Versicherte auch in den Jahren 2008 und 2009 ni e einen derart hohen Jahresver- dienst erzielt hatte, welcher die augenfällige Grenze von CHF 100‘000.— auch nur annähernd Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht überschritten hätte (vgl. tabellarische Zusammenfassung der anlässlich der Betriebsrevision der SUVA, Separat-Beilage 3 zur Vernehmlassung der SUVA vom 29. Juli 2014). 3.4 Dem Versicherten hätte ohne Weiteres bewusst sein müss en, dass die auf dieser fal- schen Lohnbasis in der Folge ausgerichteten Taggeldleistungen zu hoch ausgefallen sind. Dies gilt umso mehr, da er während des Taggeldbezugs in der Folge für die Zeit noch von Januar bis Mai 2011 ein Salär im Umfang von CHF 32‘500.—, mithi n einen Monatslohn von lediglich CHF 6‘500.— bzw. bei zwölf Monatslöhnen einen Jahresverdi enst von CHF 78‘000.— angege- ben hat, wie er der SUVA bereits Ende März 2011 für d as Jahr 2010 gemeldet worden war (vgl. Beilage 3 zur Beschwerdebegründung vom 28. Mai 2014). Spätestens in diesem Zeitpunkt hätte der Versicherte erkennen müssen, dass seine Taggelde r auf der ursprünglichen Angabe einer zu hohen Lohnsumme basiert haben. Stattdessen wen dete der Versicherte nach einer Besprechung mit der SUVA am 14. Januar 2013 und nach Erlass der die Rückforderungsverfü- gung der SUVA im Februar 2013 ein, die Jahreslohnsumme habe auf der Basis von 13 Monats- löhnen im Jahr 2011 CHF 89‘300.— betragen (SUVA-Akt 11 4). Diese Behauptung widersprach nicht nur der eigenen Deklaration vom 5. Dezember 2011, sondern insbesondere offensichtlich auch dem ohne Aufwand verifizierbaren Jahresverdienst in seinem eigenen Lohnausweis per 2010 (vgl. Lohnausweis des Beschwerdeführers vom 21. Feb ruar 2011, Beilage 3 zur Be- schwerdebegründung). Der Versicherte beharrte somit sowoh l hinsichtlich der Anzahl ausge- richteter Monatslöhne als auch in Bezug auf sein Jahressa lär wider besseren Wissens auf ei- nem falschen Standpunkt. Ein gutgläubiger Bezug der zu hoch ausgerichteten Taggeldleistun- gen ist bei dieser Sachlage offensichtlich zu verneinen . Daran vermag auch der Einwand des Beschwerdeführer nichts zu ändern, dass die monatlichen Taggeldzahlungen das tatsächlich ausgerichtete Monatssalär von CHF 6‘500.— nicht übersti egen hätten. Das dem Versicherten fälschlicherweise ausgerichtete Taggeld im Umfang von C HF 215.70 überstieg den Betrag von CHF 78‘000.— pro Jahr. Der Versicherte erzielte somit e in höheres Ersatzeinkommen als jenes Salär, das er seiner eigenen Lohndeklaration vom 5. Dezember 2011 zufolge noch vor der Rückfallmeldung erzielt hatte. Bereits diese Überentschä digung alleine hätte daher Zweifel am rechtmässigen Bezug der ihm ausgerichteten Leistungen der SUVA aufkommen lassen müs- sen. Eine Berufung auf den guten Glauben ist unter diesen Umständen ausgeschlossen. 4. Zusammengefasst liegt in Bezug auf die Lohndeklarati on des Beschwerdeführers in der Schadenmeldung UVG vom 3. Juni 2011 eine nicht lei cht wiegende und damit grobfährläs- sige Pflichtverletzung vor. Der Beschwerdeführer kann sich nach der eingangs zitierten Recht- sprechung deshalb nicht auf den guten Glauben berufen. Bei dieser Sach- und Rechtslage muss das Vorliegen einer grossen Härte nicht gesondert gep rüft werden, da das Scheitern an der kumulativ erforderlichen Erlassvoraussetzung des guten Glaubens genügt, um den Ein- spracheentscheid der SUVA vom 25. April 2014 als rechtmä ssig zu qualifizieren. Die Be- schwerde erweist sich im Ergebnis als unbegründet und ist deshalb abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 5. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.