Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. Januar 2019 (725 18 173 / 06) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Festlegung des versicherten Verdienstes; Höhe der Integritätsentschädigung; Würdi- gung der Arztberichte Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Beat Hersberger, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Daniel Altermatt , Recht s- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen Suva , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1965 geborene A.____ erlitt im Jahr 1996 ein en Unfall und bezog seit dem 1. Mai 2000 von der Suva eine Rente gestützt auf einen IV-Grad von 25 % und seit 1. November 2003 gestützt auf einen IV-Grad von 19 %. Mit Verfügung vom 4. November 2014 wurde ihm zudem eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 10 % zugesprochen. Nach zahl- reichen operativen Eingriffen wurde A.____ am 28. Mai 2015 schliesslich eine Knietotalprothese implantiert und am 22. Januar 2016 erfolgte aufgrun d persistierender Knieinstabilität eine Pro- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht thesenanpassung. Mit Verfügung vom 7. Juni 2017 erhöhte die Suva die Invalidenrente auf 30 % und sprach dem Versicherten eine zusätzliche Integ ritätsentschädigung von 10 % zu. Ei- ne dagegen erhobene Einsprache hiess die Suva mit Entsch eid vom 18. April 2018 teilweise gut und erhöhte den IV-Grad rückwirkend ab 1. Juli 201 7 auf 34 %. Im Übrigen wurde die Ein- sprache abgewiesen. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertr eten durch Rechtsanwalt Da- niel Altermatt, mit Schreiben vom 19. Mai 2018 Beschwe rde am Kantonsgericht, Abteilung So- zialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, der angefochtene Einspracheent- scheid sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Versicherungsleis- tungen aus dem Unfallereignis vom 2. Oktober 1996 auszur ichten. Ausserdem sei dem Be- schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. C. Mit Verfügung vom 26. Juni 2018 wurde dem Beschwe rdeführer die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwalt Daniel Altermatt als Rechtsvertreter bewilligt. D. In ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Juli 2018 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde. E. Die Parteien hielten mit Replik vom 11. Oktober 20 18 und Duplik vom 8. November 2018 an ihren jeweiligen Anträgen und Begründungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetz es über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die ö rtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit . a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 199 3 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Au f die – im Übrigen form- und frist- gerecht erhobene – Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob die B eschwerdegegnerin die dem Be- schwerdeführer gestützt auf einen IV-Grad von 19 % au sgerichtete Rente zu Recht ab 1. Juli 2017 auf eine Rente gestützt auf einen IV-Grad von 3 4 % erhöht und eine Integritätsentschädi- gung im Umfang von 20 % zugesprochen hat. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig- keit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbe itsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes- tens 10 Prozent invalid ist. Der Rentenanspruch entst eht, wenn von der Fortsetzung der ärztli- chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundhe itszustandes der versicherten Per- son mehr erwartet werden kann und allfällige Einglie derungsmassnahmen der Invalidenversi- cherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn f allen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, g eistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine a ngemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, fa lls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichti ge Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät- zung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialver sicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Die Rechtsprechung erachtet es mit dem Grundsatz de r freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol ten Gutachten externer Spezialärz- tinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei de r Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise s prechen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Im Rahmen der frei en Beweiswürdigung ist es auch ohne weiteres zulässig, dass Verwaltung und Gerichte ihren Ent scheid in erster Linie auf versiche- rungsinterne Entscheidungsgrundlagen abstützen (vgl. BGE 123 V 334 E. 1c). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet jeweils die Frage, in wel- chem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Gemäss der Legaldefini- tion von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch e ine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leiste n (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Für die Beurteilung der gesundheitlichen Situation so wie der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde- führers stehen umfangreiche Akten zur Verfügung. Entschei drelevant sind insbesondere die folgenden medizinischen Unterlagen: 4.1 Am 8. Februar 2017 erstattet Dr. med. B.____, C hefarzt Orthopädie Spital C.____, ein orthopädisches Gutachten zu Handen der Suva, wobei es inhaltlich darum ging, die Frage eines allfälligen ärztlichen Behandlungsfehlers zu klären. Aus dem Gutachten bzw. aus den darin auf- geführten Angaben des Beschwerdeführers ergibt sich, dass der Versicherte immer noch Schmerzen im rechten Knie habe, welche vor allem am Morgen am schlimmsten seien und sich in Form von Anlaufschmerzen äusserten. Ausserdem kämen je tzt noch ab und zu Rücken- und Schulterschmerzen beidseits dazu. Seit dem Rehabilitati onsaufenthalt in D.____ trage er eine Otto Bock-Schiene, ohne die das Knie zu instabil wäre. An zwei Stöcken könne er 200-300 Me- ter gehen. Nur zu Hause lasse er die Stöcke weg und kön ne hierbei nur weniger als 50 Meter gehen. Jeden Tag habe er zwanzig Treppen zu steigen, wobei treppab gehen mehr Schmerzen bereite als treppauf. Es bestehe eine leichte Schwellne igung des rechten Knies. Schmerzmittel würden 2-3 mal täglich eingenommen. Weiter führt Dr. B.____ aus, der vorliegende Dauerscha- den sei so ausgeprägt, dass in Anlehnung an die UVG Su va-Tabelle eine Pangonarthrose mit einer schlecht funktionierenden Knietotalprothese vorliege (40 %), die mit der zusätzlich persis- tierenden mindestens zweidimensionalen Instabilität (10 %) bei insgesamt 40-50 % einge- schätzt werden müsse. Eine spätere Verschlechterung sei nicht ausgeschlossen. 4.2 Mit Bericht vom 21. April 2017 führt der Kreisarzt Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, als Diagnosen einen Status nach Lei- tersturz am 2.10.1996 aus 3 Meter Höhe mit Ruptur des vorderen Kreuzbandes, medialer Band- insuffizienz und Meniskusläsion medial am rechten Kniegel enk sowie einen Status nach 14- maliger Knieoperation rechts, letztmalig am 22.01.201 6 (Inlay-Wechsel bei Totalendoprothese rechtes Kniegelenk), an. Aktuell bestehe eine Instabilit ät des rechten Kniegelenks vor allem seitlich, belastungsindizierte Beschwerden, Streck- und Beu gehemmung des rechten Kniege- lenks sowie ein Muskeldefizit am rechten Bein. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit bzw. der Zumut- barkeit von Verweistätigkeiten führt Dr. E.____ aus, i n Würdigung der klinischen Untersu- chungsergebnisse, in Kenntnis des gesamten Dossiers und der Bildgebung erachte er folgen- des Profil als zumutbar: Leichte, streng selbstbestimmt we chselbelastende Tätigkeiten vorwie- gend sitzend, kein Klettern auf Leitern und Gerüsten, ke ine Tätigkeiten im Knien oder in der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hocke, Treppensteigen nur kurzzeitig und ausnahmsweise, k eine Übertragung von Vibrationen auf das rechte Bein. Es sei zu beachten, dass aufgrund de r verminderten Mobilität der Arbeits- weg gegebenenfalls problematisch sein könne. Bei Einhal tung dieses Tätigkeitsprofils sehe er eine ganztägige Arbeit als möglich. Allerdings sei ein vermehrter Pausenbedarf zur Erholung angezeigt. Die erbrachte Leistung werde deshalb mit 80 % und somit etwas eingeschränkt ge- schätzt. 4.3 Mit separatem Bericht vom gleichen Tag führt Dr. E. ____ zur Begründung seiner Schätzung des Integritätsschadens aus, auf den letzten Bildern vor der Implantation der Knieto- talprothese am rechten Bein stelle sich eine mässige fem orotibiale Gonarthrose rechts im mitt- leren Bereich dar. Zusammen mit der noch klinisch vorhandenen Instabilität am rechten Kniege- lenk sehe er in Analogie zu Tabelle 5 der Suva einen Zustand, wie er bei einer schweren Arth- rose femorotibial im unteren Bereich gegeben wäre. De r Integritätsschaden werde deshalb mit 20 % geschätzt. Der Zustand sei bei implantierter Kniet otalendoprothese als dauerhaft und er- heblich zu klassifizieren. 4.4 Mit Bericht vom 9. Juli 2018 nimmt PD Dr. med. F._ ___, FMH Orthopädische Chirurgie, G.____-Kompetenzzentrum, Stellung zur Frage der Höhe der Integritätsentschädigung. Vorweg hält er gestützt auf die Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) fest, d ass bei Endoprothesen auf den unkorri- gierten Zustand abzustellen sei, d.h. auf den Schweregrad der Arthrose vor Prothesenimplanta- tion. Bei Prothesen, die direkt nach dem Unfall einge setzt würden, würden die Spalten 5 und 6 der UVG Suva-Tabelle 5 (Endoprothesen guter bzw. schlec hter Erfolg) zur Anwendung gelan- gen. Bei dem Versicherten sei erst elf Jahre nach dem in itialen Ereignis, und nachdem zahlrei- che gelenkerhaltende Eingriffe zur Behandlung von Unfal lfolgen vorgenommen worden seien, ein chirurgischer Gelenksersatz durchgeführt worden. Di e in Tabelle 5 angegebenen Spalten fünf und sechs, würden somit nicht zur Anwendung gelange n und die Begründung im Gutach- ten von Dr. B.____, es liege eine „schlecht funktionie rende Knietotalprothese“ vor, sei somit für die Schätzung eines Integritätsschadens unzutreffend. Zu r Feststellung des unkorrigierten Zu- stands des Kniegelenks verweist PD Dr. F.____ auf die jün gsten vorliegenden Röntgenaufnah- men vom 27.05.2015 vor Implantation hin. Darauf sei ei ne medial betonte, mässig ausgeprägte Pangonarthrose ersichtlich. Nach Verwendung des Lig. Pa tellae als das Kreuzband ersetzen- des Transplantat, sei auch der femoropatellare Anteil, also nicht nur femorotibial, zu berücksich- tigen. Tabelle 5 nenne für die mässige Form 10-30 %. Bei Instabilitäten werde gemäss Tabelle 6 maximal eine Integritätseinbusse von 8 % berücksichtigt . Gemäss Tabelle 5 sei aber bei Vor- liegen von Arthrose und Instabilität derjenige Zustand für die Integritätsentschädigung massge- bend, der die höhere Schätzung aufweise. Der bildgebend durch die Pangonarthrose dokumen- tierte Integritätsschaden sei mit 20 % einzuschätzen. Da die Instabilität gemäss Tabelle 6 selbst in maximaler Ausprägung einen 20%igen Integritätsschad en nicht zu überschreiten vermöge, bleibe es bei einem Integritätsschaden von 20 %. 5.1 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin zur Beurtei lung der Arbeitsfähigkeit bzw. der Zumutbarkeit auf die Beurteilung von Dr. E.____ abgest ellt. Der Beschwerdeführer bringt dage- gen vor, es seien lediglich die Beschwerden am Knie berü cksichtigt worden. Er leide jedoch Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht infolge des Gehens mit Gehstöcken unter Rücken- und Schult erbeschwerden. Diese Be- schwerden seien anlässlich der Untersuchung durch das Spital C.____ dokumentiert worden. Die Beschwerdegegnerin weist diesbezüglich zu Recht darauf hin, dass im Gutachten von Dr. B.____ lediglich festgehalten wurde, dass der Beschw erdeführer angegeben habe, ab und zu unter Rücken- und Schulterschmerzen zu leiden. Es sei ke ine diesbezügliche Untersuchung oder Einschätzung dieser Beschwerden als unfallkausal od er auch nur die Arbeitsfähigkeit ein- schränkend erfolgt. Zudem liegen auch keine medizinischen Berichte vor, welche zu einer an- deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bzw. des Zumutba rkeitsprofils führen könnten. Dr. E.____ hat den Beschwerdeführer bereits im Juni 20 14 und nun anlässlich der kreisärztli- chen Untersuchung im April 2017 erneut untersucht. Wie die Suva zu Recht ausgeführt hat, ist der von Dr. E.____ am 21. April 2017 verfasste Bericht b zw. das erstellte Zumutbarkeitsprofil sorgfältig begründet, nachvollziehbar und stellt die E inschränkungen des Beschwerdeführers vollumfänglich dar. Es sind keine Indizien ersichtlich, d ie auch nur geringe Zweifel an der Beur- teilung durch Dr. E.____ aufkommen lassen würden. Auf das erstellte Zumutbarkeitsprofil (vgl. oben E. 4.2) kann demzufolge abgestellt werden und e s kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer für eine solche Tätigkeit im Umfang von 80 % arbeitsfähig ist. 5.2 Des Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, der versicherte Verdienst sei von der Beschwerdegegnerin falsch festgelegt worden. Dieser sei in Analogie zu Art. 24 Abs. 2 UVV auf den Zeitpunkt der Rentenerhöhung neu festzusetzen. Gemäss Art. 15 Abs. 2 UVG gilt als versicherter Verdienst f ür die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn. G estützt auf Art. 15 Abs. 3 UVG hat der Bundesrat in Art. 24 UVV ergänzende Vorschriften erlass en. Nach Abs. 2 dieser Bestimmung ist, falls die Rente mehr als fünf Jahre nach dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit beginnt, der Lohn massgebend, den der Versicherte ohn e den Unfall oder die Berufskrankheit im Jahre vor dem Rentenbeginn bezogen hätte, sofern er höher ist als der letzte vor dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit erzielte Lohn. Vo rliegend findet diese Bestimmung kei- ne Anwendung da der Beschwerdeführer seine Rente bere its rund drei Jahre nach dem Unfall- ereignis bezog. Mit Verfügung vom 10. Mai 2000 wurde der versicherte Verdienst gemäss Art. 15 Abs. 2 UVG auf Fr. 52‘891.-- festgelegt. Eine dagegen erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 7. Juli 2000 abgewiesen. Dieser Einsprach eentscheid ist in Rechtskraft erwach- sen. Folglich findet Art. 24 UVV vorliegend keine Anwendung. Somit ist die Beschwerdeführerin korrekterweise von einem versicherten Verdienst von Fr. 52‘8 91.-- ausgegangen. Ein Anwen- dungsfall von Art. 24 UVV liegt nicht vor. 5.3 Vom Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet wur de die von der IV-Stelle vorge- nommene Berechnung des Validen- und Invalideneinkomme ns, weshalb darauf abgestellt wer- den kann. Insbesondere kann festgehalten werden, dass di e im Einspracheentscheid der Suva gegenüber ihrer Verfügung – zu Gunsten des Beschwerdefü hrers – erfolgte Erhöhung des lei- densbedingten Abzugs bei der Berechnung des Invalidenei nkommens von 10 % auf 15 % nicht zu beanstanden ist. Die Suva hat zu Recht einen zusätzli chen Abzug von 5 % für die einge- schränkte Mobilität des Beschwerdeführers vorgenommen. Ein leidensbedingter Abzug von Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht insgesamt 15 % erweist sich als angemessen. Folglich ist mit der Suva von einem Validenein- kommen von Fr. 69‘390.-- sowie einem Invalideneinkomme n von Fr. 45‘915.-- auszugehen, woraus ein IV-Grad von – gerundet – 34 % resultiert. 6.1 Weiter beanstandet der Beschwerdeführer die Festse tzung der Integritätseinbusse auf 20 %. 6.2 Nach Art. 24 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine angemessene Integritätsent- schädigung, wenn er durch den Unfall bzw. die Berufskrank heit (vgl. Art. 9 Abs. 3 UVG) eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder g eistigen Integrität erleidet. Nach Art. 36 UVV gilt ein Integritätsschaden dann als dauern d, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträch- tigt wird. Die Höhe der Integritätsentschädigung wird nach Art. 25 UVG entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft; der Bundesrat erhält die Kompetenz zur Regelung der Bemessung der Entschädigung. Dementsprechend wurden Richtlinien in Anhang 3 der UVV erlassen. Die SUVA hat in Weiterentwicklung der bundesrä tlichen Skala weitere Bemessungs- grundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese sin d, soweit sie Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährl eistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 ff.). 6.3 Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt den ärztlichen Sachverstän- digen. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabell en offengelassenen Bemessungs- spielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt (RKUV 19 98 Nr. U 296 S. 235 E. 2d; vgl. auch Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 191/00 vom 13. Januar 2002, E. 2c, wonach es sich bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundheitlichen Beein- trächtigung um eine Tatfrage handelt, für deren Bean twortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche Mithilfe angewiesen sind, da von einem medi zinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann). 6.4 Die Beschwerdegegnerin hat die Integritätsentschädi gung gestützt auf die Schätzun- gen bzw. Beurteilungen durch Dr. E.____ sowie Dr. F.__ __ auf 20 % festgesetzt. Der Be- schwerdeführer beruft sich dagegen auf das Gutachten von Dr. B.____ vom 8. Februar 2017, wonach der vorliegende Dauerschaden so ausgeprägt sei, d ass in Anlehnung an die UVG Suva-Tabelle eine Pangonarthrose mit einer schlecht funktionierenden Knietotalprothese vorlie- ge (40 %), die mit der zusätzlich persistierenden mindest ens zweidimensionalen Instabilität (10 %) bei insgesamt 40-50 % eingeschätzt werden müsse. Dr. F.____ hat in seinem Bericht vom 9. Juli 2018 ausführlich und überzeugend dargelegt, weshalb nicht auf die Einschätzung von Dr. B.____ abgestellt werden kann. Insbesondere ist mit Dr. F.____ davon auszugehen, dass gemäss Suva-Tabelle 5 bei Endoprothesen für die Sch ätzung der Integritätseinbusse von einem unkorrigierten Zustand auszugehen ist und Dr. B .____ für seine Schätzung den Zustand mit Endoprothese berücksichtigt hat. Ebenfalls hat Dr. F .____ zutreffend dargelegt, dass bei gleichzeitigem Bestehen einer Arthrose (Suva-Tabelle 5 ) wie auch einer Gelenksinstabilität Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Suva-Tabelle 6) derjenige Zustand massgebend ist, welc her die höhere Schätzung aufweist. Vorliegend ist dies der Integritätsschaden, welcher sich au s der – wie Dr. F.____ nachvollzieh- bar begründet – mässig ausgeprägten Pangonarthrose ergi bt, welche von ihm auf 20 % bezif- fert wird (vgl. dazu oben E. 4.4). Im Gegensatz dazu hat Dr. B.____ fälschlicherweise eine Addi- tion der durch die beiden Gesundheitsbeeinträchtigungen entstandenen Integritätsschäden vor- genommen. Insgesamt erscheint mit Dr. F.____ und Dr. E.____ eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine Integritätseinbusse von 20 % als angemessen. 7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Suva zu Recht die Invalidenrente des Be- schwerdeführers ab 1. Juli 2017 gestützt auf einen In validitätsgrad von 34 % und ausgehend von einem versicherten Verdienst von Fr. 52‘891.-- und den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 20 % festgesetzt hat. Demzufolge ist die vorliegende Beschwerde abzuweisen. 8.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 8.2 Dem Prozessausgang entsprechend wird dem Beschwerdefü hrer keine Parteientschä- digung zugesprochen. Da dem Beschwerdeführer jedoch mi t Verfügung vom 26. Juni 2018 die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertret er bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Ge mäss § 3 Abs. 2 der Tariford- nung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. Novembe r 2003 beträgt das Honorar bei unent- geltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 13. Dezember 2018 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 7,42 Stunden geltend gemacht. Dieser Aufwa nd erweist sich angesichts der sich stellenden Rechtsfragen als angemessen. Nicht zu beanstanden sind auch die geltend gemach- ten Auslagen von Fr. 76.--. Dem Rechtsvertreter ist somi t ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘680.10 (7,42 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 76.-- + 7,7 % Mehrwertsteu- er) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 au fmerksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘680.10 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht