B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-665/2011 U r t e i l v o m 2 7 . M a i 2 0 1 3 Besetzung Richter Daniel Willisegger (Vorsitz), Richter Francesco Parrino, Richterin Elena Avenati-Carpani; Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher Parteien A_______, vertreten durch Claudia Starkl, Rechtsanwältin, B_______, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz Gegenstand Invalidenrente, Revision (Verfügung vom 21. Dezember 2010). C-665/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin erhielt ab dem 1. April 1998 eine ganze Rente der schweizerischen Invalidenversicherung. Die zuständige IV -Stelle C._______ erachtete die Voraussetzungen für eine ganze IV -Rente nach durchgeführten Rentenrevisionen mit Verfügung vom 18. März 2001 (act. 10), vom 18. März 2002 (act. 13) und vom 2. August 2004 (act. 18) je- weils als gegeben. B. Im August 2004 siedelte die Beschwerdeführerin nach Spanien über und die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) wurde zuständig , um die kommende Rentenrevision durchzuführen. Im Juli 2006 liess die IVSTA verschiedene ärztliche Unterlagen über die spanische Verbindungsstelle einholen, was rund ein Jahr dauerte (act. 23 bis 45). Aufgrund der Beu r- teilung des internen ärztlichen Dienst es vom 27. August 2007 und vom 8. Oktober 2007 (act. 49 und 52) teilte die IVSTA der Beschwerdeführerin mit, dass kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente bestehe, da sich ihr Gesundheitszustand verbessert habe, was ihr ermögliche, eine rente n- ausschliessende Verweisungstätigkeit aufzunehmen (act. 55). C. In der Folge reichte die Beschwerdeführerin weitere ärztliche Gutachten zu den Akten (act. 56 bis 72). Mit Verfügung vom 11. Februar 2008 stellte die IVSTA gestützt auf den Befund der Ärztin vom 22. Januar 2008 fest, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1. April 2008 keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr habe (act. 76). Dagegen erhob die Beschwerde- führerin am 10. März 2008 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Mit Urteil vom 6. Februar 2009 hiess d as Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde teilweise gut, hob die Verfügung vom 11. Februar 2008 auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die Vo r- instanz zurück (act. 84). D. Die Vorinstanz holte in der Folge bei der medizinischen Ab klärungsstelle (MEDAS Zentralschweiz) ein polydisziplinäres Gesamtgutachten (Fallfüh- rung durch Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie, psychiatr i- sches, rheumatologisches und pneumologisches Teilgutachten) ein. G e- stützt auf das Gesamtgutachten vom 1 7. November 2009 und die Ste l- lungnahme des internen ärztlichen Dienstes vom 10. Dezember 2009 (act. 128) teilte sie der Beschwerdeführerin mit Vorbescheid vom 10. Feb-C-665/2011 Seite 3 ruar 2010 im Wesentlichen mit, dass sie beabsichtige, die Rentenzahlung einzustellen, da die Beschwerdeführerin ab dem 23. Oktober 2009 die zu- letzt ausgeübte Tätigkeit wieder ausüben könne (act. 130). Dagegen e r- hob die Beschwerdeführerin am 22. März 2010 Einwand und reichte gleichzeitig weitere ärztliche Berichte zu den Akten. Der interne ärztl iche Dienst nahm dazu am 29. April 2010 Stellung. Gestützt darauf stellte die IVSTA mit Verfügung vom 4. Mai 2010 fest, dass ab dem 1. Juli 2010 kein Anspruch mehr auf eine Rente der Invalidenversicherung bestehe. E. Nachdem die Beschwerdeführerin auf einen Fehler in der Verfügung hi n- gewiesen hatte, verfügte die Vorinstanz am 17. Mai 2010 erneut und stell- te fest, dass ab dem 1. April 2008 kein Anspruch mehr auf eine Rente be- stehe. F. In der Folge wies die Beschwerdeführerin erneut darauf hin, dass auch diese Verfügung auf einem fehlerhaften Entscheid beruhe und reichte weitere ärztliche Berichte zu den Akten. Am 28. Juni 2010 nahm der i n- terne ärztliche Dienst dazu Stellung. Gestützt darauf erliess die Vori n- stanz am 25. August 2010 einen Vorbescheid und hielt darin fest, dass sie beabsichtige die Rentenzahlung einzustellen, da die Beschwerdefü h- rerin ab 1. November 2009 die zuletzt ausgeübte Tätigkeit zu 70% und eine leichte andere Tätigkeit zu 100% ausüben könne. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 23. Sept ember 2010 Einwand und reichte e i- nen ärztlichen Bericht ein. Am 15. Oktober 2010 nahm der interne ärztl i- che Dienst dazu Stellung. Mit Verfügung vom 21. Dezember 2010 stellte die IVSTA fest, dass ab dem 1. November 2009 keinen Anspruch mehr auf eine Invalidenrente bestehe. G. Gegen die Verfügung vom 21. Dezember 2010 reichte die Beschwerde- führerin mit Eingabe vom 24. Januar 2011 (Poststempel) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und beantragte, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben und auch nach dem 31. Oktober 2009 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur umfassenden Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Weiter sei der Beschwerdeführerin das Replikrecht einzuräumen. C-665/2011 Seite 4 H. Mit Zwischenverfügung vom 27. Januar 2010 erhob das Bundesverwa l- tungsgericht einen Kostenvorschuss, welcher am 23. Februar 2011 ei n- ging. Mit Zwischenverfügung vom 1. März 2011 ersuchte das Bundesve r- waltungsgericht die Vorinstanz um Vernehmlassung, welche am 27. April 2011 beim Bundesverwaltungsgericht einging und der Beschwerdeführ e- rin am 29. April 2011 zur Replik zugestellt wurde. I. Am 23. Mai 2011 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik ein, welche der Vorinstanz am 25. Mai 2011 zur Vernehmlassung zugestellt wurde. Die Ver nehmlassung der Vorinstanz vom 27. Mai 2011 wurde der B e- schwerdeführerin am 3. Juni 2011 zur Kenntnisnahme zugestellt. Am 13. Juni 2013 stellte die Vorinstanz dem Bundesverwaltungsgericht das Schreiben vom 8. Juni 2012 der Beschwerdeführerin an die IVSTA zu. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche rung vom 19. Juni 1959 [ IVG, SR 831.20]) zuständig. Als Verfügungsadress a- tin ist die Beschwerdeführerin zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 59 ATSG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu- treten (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 des Verwaltungsverfa h- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021VwVG). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Ü berschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts s o- wie Unangemessenheit des Entscheids gerügt werden (Art. 49 VwVG). 3. 3.1 Die Beschwerdeführerin besitzt die spanische Staatsbürgerschaft und wohnt in Spanien, womit das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abko m- men zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und C-665/2011 Seite 5 der Europäischen Gemeinschaft andererseits über die Freizügigkeit vom 21. Ju ni 1999 (Freizügigkeitsabkommen [ FZA, SR 0.142.112.68 1]) a n- wendbar ist (Art. 80a IVG in der Fassung gemäss Ziff. I 4 des Bundesg e- setzes vom 14. Dezember 2001 betreffend die Bestimmungen über die Personenfreizügigkeit im Abkommen zur Änderung des Übereinkommens zur Errichtung der EFTA, in Kraft seit 1. Juni 2 002). Der Invaliditätsgrad richtet sich auch nach Inkrafttreten des FZA ausschliesslich nach schwei- zerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4). Noch keine Anwendung finden vorliegend die am 1. April 2012 in Kraft ge- tretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Eu ropäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der so- zialen Sicherheit sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Ve rordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koord i- nierung der Systeme der sozialen Sicherheit. 3.2 Grundsätzlich sind diejenigen Rechtssätze anwendbar, die bei der Er- füllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben. Das Bundesverwaltungsgericht stellt auf den Sachverhalt ab, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 21. Dezember 2010) verwirklicht hat (BGE 131 V 242 E. 1.1 S. 243 m.w.H.). Vorliegend sind die ab 1. Januar 2008 anw endbaren Bestimmungen des ATSG und des IVG (5. IVG-Revision, in Kraft seit 1. Januar 2008, AS 2007 5129) anwendbar. 3.3 Gemäss Art. 17 ATSG wird die Rente, wenn sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich ändert, von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zuku nft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zur Rentenrevision gibt jede w e- sentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des G e- sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die e r- werblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu- standes erheblich verändert ha ben (BGE 130 V 343 E. 3.5 m.w.H). Da- gegen stellt eine bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen e i- nes im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar ( vgl. BGE 112 V 371 E. 2b S. 372; Urteil BGer 9C_552/2007 vom 17. Januar 2008 E. 3.1.2 m.w.H.). C-665/2011 Seite 6 4. 4.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, dass nach dem 1. April 2008 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente b e- stehe; ab dem 1. November 2009 bestehe kein Rentenanspruch meh r. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich dank gut a n- gepasster Behandlung erheblich verbessert. Dabei stützt sich die Vori n- stanz auf das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 17. November 2009. Eine körperlich leichte bis mittelschwere Erwerbstätigkeit in einer Umgebung ohne inhalative Noxen in Form von Stäuben, Gasen oder Dämpfen, in Wechselposition, ohne Heben von mehr als 10kg ab Boden und von mehr als 15kg ab Hüfte und ohne La texkontakt sei a b dem 23. September 2009 wieder zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit in der bisheri- gen Tätigkeit ( Pflegehelferin) betrage 70%. In leichten Tätigkeiten in der Industrie oder in einem Büro (Versandverkauf, Billetverkauf, interne Post- verteilung, Rezeptionistin, Dat enerfassung/scannage) bestehe eine A r- beitsfähigkeit von 100%. 4.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass eine Verbesserung ihres Ge- sundheitszustandes eingetreten sei. Die Diagnose eines polyallergischen Asthma bronchiale sowie die rezidivierenden Zerv iko- und Lumbalgien seien unverändert vorhanden. Sie sei nach wie vor nicht in der Lage, e i- ner Arbeitstätigkeit nachzugehen , und der medizinische Sachverhalt sei durch das MEDAS -Gutachten ungenügend abgeklärt. Nach einer erne u- ten Abklärung werde sich ergeben, dass sie Anspruch auf eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100% habe. 4.3 Ausser Streit steht der anspruchsbestätigende Bestandteil der Verfü- gung sowie die Rentenberechnung bis zum 31. Oktober 2009; einzig die Frage, ob eine anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgrades vor- liegt, ist streitig. Dabei richtet sich die Beschwerde ausschliesslich gegen die vorinstanzliche Beweiswürdigung und die Sachverhaltsfeststellung, was auch insoweit zutrifft, als die aufgrund medizini scher Untersuchun- gen festgestellte Arbeitsfähigkeit und die zumutbare Arbeit bestritten wird (vgl. BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 398). Die Vorbringen der Beschwerdefü h- rerin beschränken sich auf eine Kritik am MEDAS-Gutachten. 5. 5.1 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 17. November 2009 (act. 125) ist für die streitigen Belange umfassend. Das Gesamtgutachten C-665/2011 Seite 7 diagnostiziert in pneumologischer Hinsicht eine atopische Diathese mit in- termittierendem Asthma bronchiale, saisonaler Rhinoconjunctivitis allerg i- ca sowie polyvalenter Sensibilisierung auf multiple Baum- und Gräserpol- len, Hausstaubmilden, Tierepithelien und Alternaria alternata, ohne akt u- ellen Nachweis einer Latexallergie im Pricktest diagnostiziert. In rheum a- tologischer Hinsicht wird ein Reizknie links mit unklarer Ätiologie konst a- tiert, wobei eine möglich e Gonarthritis denkbar sei , daneben ein lu m- bospondylogenes Syndrom mit beidseitiger myofaszialer Irritation lubo - pelvi-trochantär, leichter Fehlstatik und Chondrose L5/S1. In psychiatr i- scher Hinsicht wird eine Disstress-Symptomatik im Rahmen einer leichten depressiven Anpassungsstörung (ICD-F 43.21) bei exogenen Belastungs- faktoren diagnostiziert (act. 125 S. 17/18). Nach dem Gutachten ergibt sich eine wesentliche Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nur durch das chronische lumbo pondylogenen Syn drom und das Reizknie. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Pflegehilfe im Spital , ohne Heben von mehr als 10kg ab Boden und mehr als 15kg ab Hufthöhe sowie ohne Latexkontakt, betrage 70%, wobei die rheumatologischen Be- funde die Grenzen setzten. Für alle körperlichen leichten und mitte l- schweren beruflichen Tätigkeiten in Wechselposition, ohne inhalative n Noven (Staub, Gase oder Dämp fe) und mit den genannten Gewichtslim i- ten sowie die Arbeit als Hausfrau und Mutter betrage 100%. 5.2 Die Vorinstanz hat das MEDAS-Gutachten, das in den medizinischen Zusammenhängen einleuchtet und zu schlüssigen Ergebnissen kommt, zutreffend gewürdigt. Es beruht auf allseitigen Untersuchungen, berüc k- sichtigt die geklagte n Beschwerden und ist in Kenntnis der vorhandenen Vorakten (Anamnese) erstellt worden. Die Beweiswürdigung entspricht den bundesrechtlichen Vorgaben (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 m.H.). We i- ter setzt sich die Vorinstanz mit einem Arztbericht auseinander und st ellt gestützt auf die gutachterlichen Schlussfolgerungen fest, dass – unter Be- rücksichtigung der Einschränkungen und in angepasster Verweistätigkeit – eine intakte Arbeitsfähigkeit besteht, was nicht zu beanstanden ist. 5.3 Was in der Beschwerde dagegen vorgebracht wird, ist nicht geeignet, das MEDAS-Gutachten in Frage zu stellen, eine unvollständige Sachver- haltsfeststellung oder eine Verletzung von Bundesrecht darzutun: 5.3.1 Die Beschwerdeführerin erachtet das pneumologische Teilgutachten als widersprüchlich, da eine persistierende bronchiale Hyperreagibilität s- symptomatik anerkannt werde, dies aber ohne Einfluss auf die Arbeitsf ä- higkeit sein soll. Sie verkennt, dass Dr. med. D._______ in seinem Gu t-C-665/2011 Seite 8 achten vom 7. Oktober 2009 von einer "leichten bronchialen Hyperre agi- bilität" spricht, die sich im Vergleich zu den Voruntersuchungen im Jahre 2000 "signifikant gebessert" habe; zudem liege eine "optimale Asthm a- kontrolle" vor. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu 100% erfolgte unter dem Vorhalt, dass nur eine "leichte bis mittelschwere Tätigkeit in einer Umgebung ohne inhalative Noxen in Form von Stäuben, Gasen oder Dämpfen" in Frage komme (act. 124). Nachdem die Befunde eine klare und eindeutige Verbesserung der Gesamtsymptomatik ergeben haben und die Arbeitsfähigkeit mit einer Einschränkung beurteilt wird, lässt sich kein Widerspruch annehmen. 5.3.2 Sodann macht d ie Beschwerdeführerin geltend, der Gesundheit s- zustand sei in rheumatologischer Hinsicht nicht umfassend abgeklärt. Die Knieproblematik sei nach wie vor unklar. Die Reizknieproblematik wird im rheumatologischen Teilgutachten vom 3. August 2008 jedoch ausführlich thematisiert. Dr. med. E._______ empfahl aufgrund der unklaren Ätiologie weitere Abklärungen, kam aber unter Berücksichtigung der gesamten Be- schwerden zum S chluss, dass eine "volle Arbeitsfähigkeit" bestehe und "jegliche körperlich mitteschwere und leichte Arbeit in wechselnden Kö r- perpositionen zugemutet werden" kann (act. 122). Da weitere Abkläru n- gen einzig der Ursachenfindung dienen könnten, bestand für die Vorin- stanz kein Anlass, weitere Abklärungen zu veranlassen. Der rechtserheb- liche Sachverhalt ist auch mit Blick auf die rheumatologischen Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit vollständig abgeklärt (vgl. BGE 117 V 282 E. 4a mit Hinweis). 5.3.3 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, das psychiatrische Teil- gutachten beruhe auf falschen Grundlagen und sei nicht schlüssig. Es sei nicht nachvollziehbar, wie der Gutachter annehme könne, dass sie bis zum Jahr 2006/2007 unter keinerlei psychischen Beeinträ chtigung gelit- ten habe. Dem Gutachten vom 25. August 2009 lässt sich solches nicht entnehmen. Vielmehr hat Dr. med. F._______ festgestellt, gestützt auf die Akten und der Exploration sei davon auszugehen, dass der psychische Zustand der Explorandin bis zu diesem Zeitpunkt stabil gewesen sei und sich keine Anhaltspunkte fänden, dass sie unter einer psychiatrischen Störung oder Persönlichkeitsstörung von Krankheitswert mit konsekutiver Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit gelitten habe ( act. 123 S. 7). Die Feststellung, dass keine invaliditätsrelevante Beeinträchtigung vorbe- standen habe, beruht ausserdem auf den eigenen Angaben der B e- schwerdeführerin selbst (act. 123 S. 5). Der Gutachter äussert sich aus- führlich und kommt zum Schluss, dass die verminderte Be lastbarkeit an-C-665/2011 Seite 9 gesichts der guten psychischen Ressourcen keinen andauernden G e- sundheitsschaden mit konsekutiver Arbeitsunfähigkeit begründe (act. 123 S. 7). Das Beschwerdevorbringen, es sei fraglich, ob noch von einer A n- passungsstörung gesprochen werden könne, vermindert die Schlüssigkeit des Gutachtens nicht; es stellt kein konkretes Indiz dar, das gegen die Zuverlässigkeit des psychiatrischen Gutachtens als Entscheidungsgrun d- lage spräche (BGE 125 V 351 E. 3a/bb S. 353). 5.3.4 Schliesslich ändert der Medikamentenbedarf der Beschwerdeführe- rin nichts, zumal er in das Gutachten eingegangen war (z.B. act. 123 S. 14) und in der Beschwerde weder darlegt noch ersichtlich ist, inwiefern die Einnahme von Schmerzmittel sie in der Arbeitsfähigkeit einschränken soll. Das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 8. Juni 2012 an die Vor- instanz mit dem Ersuchen, die Arztberichte vom 5. Juni 2012, 1. Februar 2012 und 30. September 2011 dem internen ärztlichen Dienst zur Prüfung zu unterbreiten, hat unberücksichtigt zu bleiben. Die gerichtliche Überprü- fung ist zeitlich auf das Datum der angefochtenen Verfügung (vom 21. Dezember 2010) beschränkt. Sachverhaltsänderungen, die nach dem Erlass der streitigen Verfügung eintraten, sind im Beschwerdeverfahren nicht zu berücksichtigen (vgl. BGE 130 V 329 mit Hinweisen). 5.3.5 Zusammenfassend ist zum rechtserheblichen Sachverhalt festz u- halten, dass die Vorinstanz die medizinischen Gutachten als Entsche i- dungsgrundlagen zutreffend gewürdigt hat. Damit steht in tatsächlicher Hinsicht fest, dass sich de r Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin erheblich verbessert hat und ihr bei angepasster Verweisungstätigkeit e i- ne Arbeit zu 100% zumutbar ist. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, e i- nen Vergleich mit der letzten rechtskräftigen Verfügung zum Rentena n- spruch (vom 2. August 2004) anzustellen (dazu BGE 133 V 108 E. 5.4), auf die Invaliditätsbemessung einzugehen (vgl. BGE 132 V 393 E. 3.3) oder die (vollständige) Erwerbstätigkeit (vgl. Art. 7 ATSG) zu erörtern. Die rechtliche Subsumption der Rentenaufhebun g wird von der Beschwerd e- führerin nicht beanstandet. Die Beschwerdeinstanz ist jedoch an die B e- gründung der Begehren in keinem Fall gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). 6. 6.1 Gemäss Art. 88bis Abs. 2 Bst. a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversic herung (IVV, SR 831.201) erfolgt die Herabse t- zung oder Aufhebung der Renten frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung an. Nach der Rechtsprechung bezieht sich C-665/2011 Seite 10 die Verfügung im Gesetzestext auf jene Verwaltungsverfügung, mit we l- cher die Herabsetzung oder Aufhebung erstmals verfügt wurde (BGE 106 V 18 E. 3), es sei denn, dass die Leistung erst im Rahmen eines Rechts- mittelverfahrens durch das Gericht herabgesetzt oder aufgehoben (reformatio in peius) werde (BGE 107 V 17 E. 3 S. 22). Wird – wie hier – die erste Revisionsverfügung in einem Beschwerdeverfahren durch das Gericht aufgehoben und die Sache zur neuer Sachverhaltsabklärung und Verfügung an die Vorinstanz zurückgewiesen, ist massgeblich, ob die e r- neuten medizinischen Abklärungen die medizinischen Feststellungen im Rahmen der ersten Abklärungen in zeitlicher Hinsicht (Beginn der zumu t- baren Arbeitsfähigkeit) bestätigen oder nic ht (Urteil BGer 8C_451/2010 vom 11. November 2010 E. 4.2). Wird der medizinische Sachverhalt be s- tätigt kann für den Beginn der Frist von Art. 88bis Abs. 2 Bst. a IVV auf die aufgehobene Verfügung abgestellt werden, andernfalls ist die neue Ve r- fügung massgebend. Mit anderen Worten: Eine Rentenaufhebung oder – herabsetzung kann nicht rückwirkend verfügt, wohl aber rückwirkend bes- tätigt werden (Urteil BGer 8C_451/2010, a.a.O., E. 4.2.3). 6.2 Das Bundesverwaltungsgericht hatte die ursprüngliche Revisionsve r- fügung vom 11. Februar 2011 (Rentenaufhebung mit Wirkung ab 1. April 2008) mit Urteil 6. Februar 2009 auf gehoben und die Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurück gewiesen. Die nun- mehr angefochtene Verfügung vom 21. Dezember 2010 hebt die Rente der Beschwerdeführerin auf, und zwar mit Wirkung ab dem 1. November 2009. Aufgrund der Akten lässt sich jedoch nicht annehmen, dass eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bzw. der zumutbaren Arbeit s- fähigkeit bereits vor Erlass der ursprünglichen Verfügung (vom 11. Febru- ar 2011) eingetreten ist. Vielmehr lässt sich eine Verbesserung erst g e- stützt auf das MEDAS-Gutachten vom 17. November 2009 feststellen. Für den Beginn der Frist nach Art. 88bis Abs. 2 Bst. a IVV ist deshalb die neue Revisionsverfügung massgebend, womit die Aufhebung der Rente frühestens ab dem 1. Februar 2011 wirken kann. 6.3 Die Vorinstanz hat demnach die Rentenaufhebung rückwirkend ve r- fügt, was Bundesrecht verletzt. Die Beschwerde ist teilweise gutzuheis- sen, soweit sie sich gegen den Zeitpunkt der Rentenaufhebung richtet; im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. C-665/2011 Seite 11 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der teilweise un- terliegenden Beschwerdeführerin nur anteilmässig (Art. 63 Abs. 1 VwVG), zu auferlegen. Der Kostenanteil ist auf Fr. 200.– festzulegen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsg ericht [VGKE], SR 173.320.2), mit dem Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.– zu verrechnen und der Recht nach Eintritt der Rechtskraft der Beschwerdeführerin auf ein von ihr bekannt zu gebendes Konto zurückzuerstatten. Der teilweise unterliegen- den Vorinstanz sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 7.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz o der teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 VGKE]). Die Parte i- entschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Da die anwaltlich vertr e- tene Beschwerdeführerin keine Kostennote eingereicht hat, ist die Parte i- entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 VGKE ). Der Beschwerdeführern ist zu Lasten der Vorinstanz e ine reduzierte Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 1'250.– zuzusprechen. Der teilweise obsiegenden Vorinstanz ist als Bundesbehörde keine Parteientschäd i- gung zuzusprechen. (Dispositiv nächste Seite) C-665/2011 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen , soweit sie sich gegen den Zeitpunkt der Rentenaufhebung richtet; im Übrigen wird sie abgewiesen. 2. Die Verfügung vom 21. Dezember 2011 wird insoweit abgeändert, als die ab dem 1. April 1998 zugesprochene Rente bis am 31. Januar 2011 we i- ter gilt. Die Rente der Beschwerdeführerin wird mit Wirkung ab 1. Februar 2011 aufgehoben. 3. Die reduzierten Verfahrenskosten von Fr. 200.– werden der Beschwerde- führerin auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvors chuss in der Höhe von Fr. 400.– verrechnet. Der Restbetrag wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 4. Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'250.-- zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Willisegger Linda Rindlisbacher C-665/2011 Seite 13 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Bew eismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: