Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission Geschäfts-Nr.: VV090049-O/U Mitwirkend: Vizepräsident lic. iur. R. Naef, die Oberrichter lic. iur. M. Burger und Dr. J. Zürcher sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu-Zweifel Beschluss vom 22. Februar 2012 in Sachen 1) A._____ SA, 2) B._____ Ltd., Gesuchstellerinnen 1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, gegen 1) C._____ S.p.A., 2) D._____ Ltd. Gesuchsgegnerinnen 1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, betreffend Ablehnung eines Schiedsrichters Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 21. Oktober 2009 liessen die A._____ SA und die B._____ Ltd. (nachfolgend: Gesuchstellerinnen) durch ihren Rechtsvertreter beim Obergericht des Kantons Zürich ein Gesuch um Ablehnung eines Schied s-- 2 - richters einreichen betreffend einem zwischen ihr und der C._____ S.p.A. sowie der D._____ Ltd. (nachfolgend: Gesuchsgegnerinnen) hängi gen Schiedsverfahren. Die Gesuchstellerinnen liessen folgenden Antrag stellen (act. 1): "Es sei die von den Gesuchsgegnerinnen erfolgte Nominierung von Dr. Z._____ als Schiedsrichter aufzuheben; Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gesuchsgegne- rinnen." 2. Mit Verfügung der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich vom 3. November 2009 wurden die Gesuchstellerinnen aufgefordert, eine Prozes skaution gemäss § 73 Ziff. 1 ZPO/ZH in der Höhe von Fr. 15'000.- zu leisten (act. 3). Diese ist bei der Obergerichtskasse am 12. November 2009 eingegangen (act. 5). Am 16. November 2009 wurde den Gesuchsgegnerinnen und dem abgelehnten Schiedsrichter Dr. Z._____ sodann Frist zur freigestellten Stellungnahme zum Ablehnungsbegehren a n- gesetzt (act. 6). Nach einmaliger Fristerstreckung (act. 9) beantragte der ab- gelehnte Schiedsrichter am 10. Dezember 2009 die Abweisung des Ableh- nungsbegehrens (act. 13). Ebenfalls mit Eingaben vom 10. Dezember 2009 liessen die Gesuchstellerinnen einen Antrag auf Sistierung des Verfahrens bis 8. Januar 2010 stellen (act. 14) und die Gesuchsgegnerinnen ihre Z u- stimmung zum Sisti erungsantrag mitteilen (act. 15). Den Ersuchen auf Si s- tierung des Verfahrens gab die Verwaltung skommission mit Beschluss vom 16. Dezember 2009 statt und sistierte das Verfahren eins tweilen bis zum 8. Januar 2010 (act. 16). 3. In der Folge wurde die Sistier ung auf gemeinsamen Antrag der Parteien hin mit Beschluss vom 18. Januar 2010 bis zum 20. April 2010 verlängert (act. 21). Mit Verfügung vom 3. August 2010 nahm die Verwaltungskommi s- sion das Verfahren wieder auf und setzte den Gesuchstellerinnen sowie den Gesuchsgegnerinnen Frist an zur freigestellten Stellungnahme zur Ei ngabe des abgelehnten Schiedsrichters. Sodann wurde den Gesuchsgegne rinnen Frist zur Stellungnahme zum Ablehnungsbegehren angesetzt (act. 22). Mit Eingabe vom 14. September 2010 bzw. 16. September 2010 beantragten - 3 - die Parteien (act. 26 und 27) erneut eine Sistierung des Verfah rens, welche mit Beschluss vom 20. September 2010 von der Verwaltungskommission bis zum 15. Januar 2011 gewährt wurde (act. 28). Nach weiteren gemeinsamen Sistierungsanträgen der Parteien sistierte die Ver waltungskommission das Verfahren sodann bis zum 15. April 2011 (act. 31), in der Folge bis zum 15. Juli 2011 (act. 34) und schliesslich bis zum 30. Dezember 2011 (act. 37). Mit Eingabe vom 4. Januar 2012 zogen die G esuchstellerinnen das Gesuch um Ablehnung von Dr. Z._____ als Schiedsrichter zurück (act. 39). Demzu- folge ist das Verfahren als durch Rückzug erledigt abzuschreiben. 4. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens auf Fr. 8'000.- festzuset- zen und den Gesuchstellerinnen je zur Hälfte unter solidarischer Haftung ei- ner jeden für den gesamten Betrag aufzuerlegen. Im Mehrbetrag ist der Kos- tenvorschuss den Gesuchstellerinnen zurückzuerstatten. Prozessentschädi- gungen sind entsprechend den Parteianträgen keine auszurichten (act. 39 und act. 41). 5. Der Entscheid des staatlichen Richters über die Ablehnung eines Schieds- richters gestützt auf Art. 180 IPRG ist endgültig (Art. 180 Abs. 3 IPRG). Auf- grund des Willen des Gesetzgebers, die Anfechtungsmöglichkei ten in Schiedsgerichtsverfahren zu beschränken, anerkennt das Bundesge richt ein bundesrechtliches Rechtsmittel nicht (BGE 122 I 370 S. 372). Gemäss der bundesgerichtlichen Praxis soll sich die Endgültigkeit auch auf die kantona- len Rechtsmittel beziehen (Entscheid des Bundesgerichts vom 9. Februar 1998, Bull ASA 1998, 634; BGE 128 III 330, E. 2; Vischer in: Zürcher Kom- mentar zum IPRG, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2004, Art. 180 N 23; vgl. zum Ganzen auch BSK IPRG -Peter/Besson, Art. 180 N 34). Dies gilt auch im Falle eines Rückzugs, weshalb gegen diesen Entscheid kein Rechtsmittel gegeben ist. - 4 - Es wird beschlossen: 1. Das Verfahren wird wieder aufgenommen. 2. Das Verfahren wird als durch Rückzug erledigt abgeschrieben. 3. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 8'000.- festgesetzt, den Gesuchstellerinnen je zur Hälfte unter solidarischer Haftung jeder einzelnen Gesuchstellerin für den gesamten Betrag auferlegt und mit der bereits geleisteten Prozesskauti- on verrechnet. 4. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, den abgelehnten Schiedsrichter und die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein, die Gesuchstellerinnen und den abgelehnten Schiedsrichter unter Beilage je einer Kopie von act. 41. Zürich, 22. Februar 2012 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. A. Leu-Zweifel versandt am: