<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2017-08-10-6B_797-2017.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para"> <b>6B_797/2017 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 10. August 2017</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Denys, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Oberholzer, Rüedi, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Held. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, 3011 Bern, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Nichtanhandnahme (Sachbeschädigung); Verletzung des rechtlichen Gehörs, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 29. Mai 2017. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Am 1. Oktober 2016 stellte A.________ Strafantrag gegen die Stadt Biel (respektive unbekannte Mitarbeiter), Amt für öffentliche Sicherheit, wegen Sachbeschädigung, die im Rahmen einer richterlich angeordneten Räumung ihrer Geschäftsräumlichkeiten respektive durch die Lagerung von Gegenständen entstanden sein soll. Die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland verfügte am 9. Januar 2017 die Nichtanhandnahme des Verfahrens. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Dagegen erhob A.________ Beschwerde ans Obergericht des Kantons Bern. Die Verfahrensleitung wies das Gesuch von A.________ um unentgeltliche Rechtspflege am 28. Februar 2017 ab. Auf eine hiergegen von A.________ erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht am 19. April 2017 nicht ein. Nach Eröffnung des bundesgerichtlichen Entscheids setzte die Verfahrensleitung des Obergerichts A.________ zum dritten Mal eine Frist, eine Sicherheit von Fr. 600.- zu leisten. Das angeblich am letzten Tag der Frist eingereichte Gesuch um Fristerstreckung wies die Verfahrensleitung am 29. Mai 2017 ab. Mit Beschluss vom selben Tag trat das Obergericht auf die Beschwerde von A.________ gegen die Nichtanhandnahmeverfügung nicht ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">A.________ führt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, der Beschluss des Obergerichts sei aufzuheben, da die Nichtanhandnahme aufgrund einer Lüge erfolgt sei. Zudem begründe die Vorinstanz nicht, warum sie das Fristerstreckungsgesuch abgewiesen habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Gemäss den Angaben der Post (service.post.ch/EasyTrack) endete die Frist für die Abholung des angefochtenen Beschlusses am 6. Juni 2017, womit die 30-tägige Rechtsmittelfrist am 6. Juli 2017 auslief (vgl. <span class="artref">Art. 44 Abs. 2, <artref id="CH/173.110/100/1" type="start"></artref>Art. 100 Abs. 1 BGG</span><artref id="CH/173.110/44/2" type="end"></artref>). Die Beschwerde ans Bundesgericht wurde erst am 7. Juli 2017, mithin nach Ablauf der Rechtsmittelfrist, abgestempelt. Auf der Rückseite des Umschlags findet sich eine von der Beschwerdeführerin unterzeichnete Notiz, dass sie die Eingabe (fristgerecht) am 6. Juli 2017 in einen Briefkasten geworfen habe. Darunter figurieren die unleserlichen Namen, Adressen und Unterschriften zweier "Zeugen". Der Beschwerdeführerin ist bereits aus dem bundesgerichtlichen Verfahren 1B_147/2017 bekannt, dass nicht überprüfbare Angaben der aufgeführten "Zeugen" grundsätzlich nicht geeignet sind, den rechtzeitigen Einwurf der Beschwerde in einen Briefkasten zu beweisen. Die Frage der Fristwahrung kann vorliegend jedoch offen bleiben, da die Beschwerde sich als unbegründet erweist, soweit darauf eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Gemäss Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG ist die Privatklägerschaft zur Beschwerde in Strafsachen nur berechtigt, wenn der angefochtene Entscheid sich auf die Beurteilung ihrer Zivilansprüche auswirken kann. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Als Zivilansprüche im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG gelten solche, die ihren Grund im Zivilrecht haben und deshalb ordentlicherweise vor dem Zivilgericht durchgesetzt werden müssen. Öffentlich-rechtliche Ansprüche, auch solche aus Staatshaftungsrecht, können hingegen nicht adhäsionsweise im Strafprozess geltend gemacht werden (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=31.07.2017&amp;to_date=19.08.2017&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 141 IV 1</a> E. 1.1 S. 4; Urteil vom 1. März 2017 E. 2 mit Hinweis). Für Schäden, die Angestellte von Kantons- oder Gemeindebehörden in Ausübung amtlicher Verrichtungen einem Dritten widerrechtlich zufügen, haften gemäss Art. 100 Abs. 1 des Personalgesetzes (PG, BSG 153.01) und Art. 84 Abs. 1 des Gemeindegesetzes (GG, BSG 170.11) des Kantons Bern der Kanton respektive die betroffene Gemeinde. Die verantwortlichen Personen können von Dritten nicht belangt werden (<span class="artref">Art. 102 Abs. 1 PG</span> [i.V.m. Art. 84 Abs. 1 GG]). Allfällige Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche der Beschwerdeführerin beurteilen sich ausschliesslich nach dem PG/BE und sind demnach öffentlich-rechtlicher Natur. Eine Zivilforderung, die die Beschwerdeführerin adhäsionsweise im Strafverfahren geltend machen könnte, besteht nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Ungeachtet ihrer Legitimation in der Sache kann die Privatklägerschaft mit Beschwerde in Strafsachen eine Verletzung ihrer Parteirechte rügen, die ihr nach dem Verfahrensrecht, der Bundesverfassung oder der EMRK zustehen und deren Missachtung auf eine formelle Rechtsverweigerung hinausläuft. Zulässig sind Rügen, die nicht auf eine materielle Überprüfung des angefochtenen Entscheides hinauslaufen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=31.07.2017&amp;to_date=19.08.2017&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 141 IV 1</a> E. 1.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=31.07.2017&amp;to_date=19.08.2017&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-IV-78%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page78">138 IV 78</a> E. 1.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Vorwurf, die Vorinstanz begründe nicht, warum sie das Gesuch, die Frist zur Leistung der Prozesssicherheit zu verlängern, abgewiesen hat, ist unzutreffend. Die Beschwerdeführerin scheint zu übersehen, dass das Fristerstreckungsgesuch mit separat begründeter Verfügung vom gleichen Tag durch die Verfahrensleitung abgewiesen wurde (vgl. <span class="artref">Art. 62 Abs. 2 StPO</span>) und nicht mehr Gegenstand des angefochtenen Entscheids war. Dass sie die Verfügung nicht erhalten habe oder deren Begründung unzureichend sei, behauptet die Beschwerdeführerin nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde ist im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 BGG</span> abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der Beschwerdeführerin sind angesichts ihrer finanziellen Verhältnisse reduzierte Gerichtskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 i.V.m. <span class="artref">Art. 65 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'200.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 10. August 2017 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Denys </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Held </div> </div></body></html>