<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00372</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204203&amp;W10_KEY=4467141&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00372</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 05.05.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nutzungsänderung: Umnutzung von Wohnräumen in Massagesalon<br/><br/>Zielsetzung der Sonderregelung von § 52 Abs. 1 PBG, wonach unter bestimmten Umständen der Wohnnutzung auch Arbeitsräume zugerechnet werden können (E. 1).<br/><br/>Ein Massagesalon ist ein in der Wohnzone W2/30 von Birmensdorf unzulässiger Betrieb. Die Voraussetzungen zur Zurechnung der entsprechenden Arbeitsräume zur Wohnnutzung gemäss § 52 Abs. 1 PBG sind nicht erfüllt, da aufgrund der Akten davon auszugehen ist, dass im Salon mehrere Prostituierte tätig sind und keine von ihnen in der betreffenden Liegenschaft wohnt (E. 2)</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETRIEB">BETRIEB</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MASSAGESALON">MASSAGESALON</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NUTZUNGSÃNDERUNG">NUTZUNGSÃNDERUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 52 Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Am 10. Februar 2003 verweigerte der Gemeinderat X den Eheleuten A und B die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die bereits vollzogene Umnutzung des Eltern- und des Kinderzimmers im ersten Obergeschoss des Wohnhauses L-Strasse (Kat.-Nr. 01) in zwei MassagerÃ¤ume und ordnete die Schliessung des Erotikbetriebs an.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Baurekurskommission am 5. September 2003 ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 13. Oktober 2003 liessen A und B dem Verwaltungsgericht beantragen, Bewilligungsverweigerung und Rekursentscheid aufzuheben und den Gemeinderat zur Bewilligungserteilung anzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz am 21. Oktober und der Gemeinderat X am 19. Dezember 2003 beantragten Abweisung der Beschwerde, letzterer zudem die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Replik und Duplik vom 1. MÃ¤rz bzw. 5. April 2004 hielten die Parteien an ihren AntrÃ¤gen fest. </span></p> <p class="MsoNormal">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die streitbetroffene Einfamilienhaus-Liegenschaft befindet sich in der Wohnzone W2/30% gemÃ¤ss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X vom 24. September 1993 (BZO). Die in Wohnzonen zulÃ¤ssige Nutzweise regelt die Bauordnung wie folgt:</span></p> <p class="EinzugZitat">"Art. 17</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">Mit Ausnahme der Zonen W1/20% und W2/30% sind in allen Zonen ausser Wohnungen auch Betriebe und andere Nutzungen zulÃ¤ssig, sofern diese</p> <p class="EinzugZitat"><span>-<span> </span></span>ihrem Wesen nach</p> <p class="EinzugZitat"><span>-<span> </span></span>von der Funktion her</p> <p class="EinzugZitat"><span>-<span> </span></span>in der MassstÃ¤blichkeit der baulichen Erscheinung</p> <p class="EinzugZitat"><span>-<span> </span></span>von den Auswirkungen auf die Nutzungsordnung und die Umwelt</p> <p class="EinzugZitat">in die entsprechende Zone passen und nur beschrÃ¤nkte Immissionen aufweisen.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> Art. 18</p> <p class="EinzugZitat">In den Wohnzonen sind lediglich nichtstÃ¶rende Betriebe und Nutzungen gestattet.</p> <p class="EinzugZitat">In den Wohnzonen mit Gewerbeerleichterungen sind mÃ¤ssig stÃ¶rende Betriebe zulÃ¤ssig."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Urteilstext"><span>Aus diesen Bestimmungen und ihrem Zusammenhang ergibt sich, wie die Baurekurskommission zutreffend erkannt hat, dass in den Wohnzonen W1/20% und W2/30% keine Betriebe, sondern ausschliesslich Wohnbauten zulÃ¤ssig sind. Dieser Nutzung sind aber gemÃ¤ss § 52 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) auch ArbeitsrÃ¤ume zuzurechnen, die mit einer Wohnung zusammenhÃ¤ngen und in einem angemessenen VerhÃ¤ltnis zur eigentlichen WohnflÃ¤che stehen. Diese Bestimmung wurde geschaffen, um freiberuflich TÃ¤tigen die AusÃ¼bung ihres Berufs im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung zu ermÃ¶glichen, wobei der Gesetzgeber nicht in erster Linie an Prostituierte, sondern an Ãrzte, Architekten, AnwÃ¤lte, Grafiker und dergleichen dachte (vgl. Protokoll der Kommission des Kantonsrats fÃ¼r das Planungs- und Baugesetz, 1975, S. 214; Antrag des Regierungsrats zu einem Gesetz Ã¼ber die Neuordnung des Planungs- und Baurechts, Amtsblatt 1973, Textteil, S. 1818). Es handelt sich um eine Sonderregelung, die entsprechend ihrer Zielsetzung nur eingreift, wenn der oder die Freiberufliche am Ort, wo die VergÃ¼nstigung beansprucht wird, auch tatsÃ¤chlich wohnt und dort den Mittelpunkt der Lebensbeziehungen hat (VGr, 23. April 1981, BEZ 1981 Nr. 3).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Unter den Begriff des Betriebs fÃ¤llt die Zusammenfassung personeller und sachlicher Mittel fÃ¼r einen wirtschaftlichen Zweck (Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, Ziff. 11.2.2.2); insbesondere gehÃ¶ren dazu auch Dienstleistungsbetriebe und die so genannten freien Berufe wie Ãrzte, RechtsanwÃ¤lte und dergleichen (VGr, 9. Dezember 1998, BEZ 1999 Nr. 1; Robert Wolf/Erich Kull, Das revidierte Planungs- und Baugesetz (PBG) des Kantons ZÃ¼rich, Bern 1992, Rz. 160).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ein Massagesalon ist ungeachtet der Zahl der BeschÃ¤ftigten ein Betrieb im Sinn des Planungs- und Baurechts und deshalb in der Zone W2/30% der Gemeinde X unzulÃ¤ssig. Dass die jeweils zwei selbstÃ¤ndig arbeitenden Masseusen bisher nicht negativ aufgefallen sein sollen und sich ihre Kunden "ruhig und anstÃ¤ndig" verhalten, ist insofern nicht von Bedeutung.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Es kann sich deshalb nur fragen, ob die grundsÃ¤tzlich zonenwidrige Nutzung gestÃ¼tzt auf § 52 Abs. 1 PBG zulÃ¤ssig ist. Die Vorinstanz hat dies verneint. GemÃ¤ss den von der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde eingereichten Unterlagen hÃ¤tten in der streitbetroffenen Liegenschaft sechs verschiedene Frauen ihre Dienste angeboten, die offenkundig nicht alle dort wohnen und arbeiten kÃ¶nnten. Aber auch wenn entsprechend den Angaben in der Rekursschrift dort nur jeweils zwei Masseusen ihre Dienstleistungen anbieten wÃ¼rden, sei nicht ersichtlich, dass diese an der L-Strasse ihren Wohnsitz hÃ¤tten; im Telefonbuch finde sich unter dieser Adresse nur der Eintrag "Gesundheitspraxis G".</span></p> <p class="Urteilstext"><span> Die BeschwerdefÃ¼hrenden wiederholen ihre bereits im Rekursverfahren vorgebrachte Sachdarstellung, dass an der L-Strasse lediglich zwei Masseusen ihrem Gewerbe nachgingen, die dort auch wohnen wÃ¼rden und in X angemeldet seien.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Diese in keiner Weise belegten Behauptungen lassen die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts durch die Vorinstanz weder als falsch noch als unvollstÃ¤ndig erscheinen. Abgesehen davon, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden im ganzen bisherigen Verfahren die beiden Masseusen, die in der streitbetroffenen Liegenschaft wohnen und den Mittelpunkt ihrer Lebensbeziehungen haben sollen, noch nie namentlich genannt haben, stehen diese Behauptungen auch im Widerspruch zu den von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort dargelegten und von den BeschwerdefÃ¼hrenden nicht bestrittenen MeldeverhÃ¤ltnissen. GemÃ¤ss Abfrage vom 17. Dezember 2003 sind an der L-Strasse in X nur E und F angemeldet.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde erweist sich damit als offensichtlich unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Verfahrens, bei dem es bekanntermassen um betrÃ¤chtliche wirtschaftliche Interessen geht, den BeschwerdefÃ¼hrenden zu gleichen Teilen und unter solidarischer Haftung aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Sie sind Ã¼berdies zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (einschliesslich MwSt.) an die Gegenpartei zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. b VRG).</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 140.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'140.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zur HÃ¤lfte unter solidarischer Haftung fÃ¼r den Gesamtbetrag auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Die BeschwerdefÃ¼hrenden werden unter solidarischer Haftung zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (inkl. MwSt.) an die Beschwerdegegnerin verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen von der Rechtskraft des Entscheids an gerechnet.</p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>