<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Normal Heading1"><span id="_GoBack"></span><span class="Normal Heading1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Normal Heading1"><span class="Normal Heading1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Normal Heading1"></p></td></tr></table><p><span>MV.2016.00006</span></p><p><br/></p><p><br/></p><p>III. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender<br/>Sozialversicherungsrichterin Annaheim<br/>Sozialversicherungsrichterin Fehr<br/>Gerichtsschreiber Sonderegger</p><p class="Normal Heading2"><span class="Normal Heading2">Urteil vom 12. Juli 2018</span></p><p class="Normal StandardEinzug"><span class="Normal StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführer</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">vertreten durch Rechtsanwalt Michele Santucci</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Zentralstrasse 55a, Postfach 1150, 5610 Wohlen AG</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">Suva, Abteilung Militärversicherung</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Laupenstrasse 11, Postfach, 3001 Bern</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">X.___, geboren 1974, erlitt am 2. Oktober 1995 während der Re</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">krutenschule als Mitfahrer in einem Pinzgauer einen Verkehrsunfall. Dabei zog er sich eine Schlüsselbeinfraktur rechts, eine Vorderarmfraktur links sowie eine Nasenbeinfraktur zu (Urk. 7/5). Aufgrund der in</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">folge der Nasenverletzung aufge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tretene</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">n</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Anosmie (Verlust des Geruchssinns)</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> sprach ihm die Militärversicherung mit Verfügung vom 27. August 1999 eine Integritätsschadensrente von 5 % zu, welche per 1. Oktober 1999 ausgekauft wurde (Urk. 7/148, Urk. 7/156).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Am 3. Oktober 2001 meldete Dr. med. Y.___, Facharzt für Psychiatrie und Psy</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chotherapie, dass der Versicherte an unkontrollierten zerstörerischen Wutausbrü</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chen leide (Urk. 7/161). Mit Schreiben vom 11. Oktober 2001 teilte die Militär</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">versicherung Dr. Y.___ mit, dass kein Zusammenhang zwischen den Wutausbrü</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chen und der militärversicherten Gesundheitsschädigung bestehe, und lehnte eine weitere Leistungspflicht ab (Urk. 7/162). Eine Kopie dieses Schreibens ging an den Versicherten (Urk. 7/162).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der Versicherte ersuchte am 1. September 2009 um Kostengutsprache für eine psychologische Therapie (Urk. 7/163). Dem Gesuch war ein Bericht der Hausärztin Dr. med. Z.___, Fachärztin für Innere Medizin, vom 15. August 2009 beigelegt. Darin führte sie aus, dass beim Versicherten nach dem Militärunfall im Oktober 1995 psychische Probleme aufgetreten seien. Nach einer Behandlung seien diese zunächst grösstenteils verschwunden, nun würden sie sich aber seit einigen Jah</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ren wieder manifestierten (Urk. 7/163.2). Mit Schreiben vom 1. Oktober 2009 (und einer Kopie an Dr. med. Z.___) teilte die Militärversicherung dem Versi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">cherten mit, dass bezüglich der psychischen Beschwerden keine Haftung ihrerseits bestehe und sie Leistungen in diesem Zusammenhang ablehne. Als Begründung verwies sie auf das Schreiben vom 11. Oktober 2001, welches sie in Kopie beilegte (Urk. 7/164). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Bericht vom 4. November 2013 informierte Dr. med. A.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, über aggressive Ausbrüche und bat um Zustel</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lung der Akten (Urk. 7/165). In der Folge überwies er den Versicherten an das B.___, Klinik für Neurologie. Die Klinikärzte gingen hinsicht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lich der Wutanfälle am ehesten von einer organisch bedingten postkontusionellen Impulskontrollstörung (ICD-10 F63) aus (Bericht vom 25. April 2014, Urk. 7/167.1 S. 5). Dr. A.___ selber diagnostizierte eine Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns (ICD-10 F07). Am 13. Juni 2014 meldete er den Versicherten bei der Militärversicherung erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/167). Daraufhin er</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">klärte diese mit Schreiben vom 19. Juni 2014, die Haftung für die psychischen Beschwerden seien mit Schreiben vom 11. Oktober 2001 und 11. Oktober 2009 rechtskräftig abgelehnt worden. Auf die Wiederanmeldung werde deshalb nicht eingetreten (Urk. 7/168). In diesem Sinne verfügte sie am 8. Dezember 2014 (Urk. 7/172). Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 7. Oktober 2016 fest (Urk. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dagegen liess der Versicherte am 9. November 2016 Beschwerde erheben und beantragen, die Militärversicherung sei anzuweisen, auf die Wiederanmeldung vom 13. Juni 2014 einzutreten und nach abgeschlossenem Abklärungsverfahren über sämtliche Leistungen (Heilbehandlung etc.) eine anfechtbare Verfügung zu erlassen (Urk. 1 S. 2). Die Militärversicherung schloss in der Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6 S. 2), was dem Versicherten zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht zieht in Erwägung:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit de</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträger schriftlich Verfügungen zu erlassen (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">49 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> ATSG). Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">49 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1 ATSG fallen, können in einem formlosen Verfahren behandelt werden (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">51 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1 ATSG). Die betroffene Per</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">son kann den Erlass einer Verfügung verlangen (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">51 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2 ATSG). Hat der Versicherer die (ganze oder teilweise) Verweigerung von Leistungen zu Unrecht nicht in Verfügungsform, sondern formlos mitgeteilt und ist die betroffene Person damit nicht einverstanden, hat sie dies grundsätzlich innerhalb eines Jahres zu erklären. Diesfalls hat der Versicherer eine Verfügung zu erlassen, gegen welche Einsprache erhoben werden kann</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">. Ohne fristgerechte Intervention erlangt der Entscheid rechtliche Wirksamkeit, wie wenn er zulässigerweise im Rahmen von Art. 51 Abs. 1 ATSG ergangen wäre</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> (BGE 134 V 145 E. 5.3.2).</span></p><p></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide müssen in Revi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sion gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffin</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">det, deren Beibringung zuvor nicht möglich war</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> (Art. 53 Abs. 1 ATSG, sog. pro</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zessuale Revision).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Streitig zwischen den Parteien ist primär, ob der Haftungsablehnung vom 11. Ok</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tober 2001 respektive derjenigen vom 1. Oktober 2009 rechtliche Wirksamkeit zukommt.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Anmeldungen zum Leistungsbezug vom 3. Oktober 2001, 15. August 2009 und 4. November 2013 erfolgten stets wegen der aggressiven Wutausbrüche. Die Mitteilungen vom 11. Oktober 2001 und 1. Oktober 2009 ergingen nicht in Ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">fügungsform und sind daher dem formlosen Verfahren zuzuordnen. Beide Male lehnte die Militärversicherung eine Leistungspflicht im Zusammenhang mit den Wutausbrüchen klar und unmissverständlich ab. Der Beschwerdeführer reagierte auf keinen der beiden Bescheide. Die Haftungsablehnung erlangte damit nach Ablauf eines Jahres nach Erhalt der Mitteilung vom 11. Oktober 2001 Rechts</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">wirksamkeit (BGE 134 V 145 E. 5, E. 1.1 hiervor); spätestens aber nach Ablauf eines Jahres nach Erhalt der Mitteilung vom 1. Oktober 2009, sofern man die Mitteilung vom 11. Oktober 2001 nicht genügen lassen wollte, weil sie dem Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwerdeführer lediglich mit Orientierungskopie zur Kenntnis gebracht wurde. Anzufügen ist, dass dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden kann, soweit er geltend macht, eine formlose Mitteilung bedürfe zu ihrer Gültigkeit stets eines Hinweises auf die Möglichkeit, eine Verfügung zu verlangen (Urk. 1 S. 7). Solches entspricht nicht der einschlägigen, zitierten Rechtsprechung (BGE 134 V 145 E. 5, E. 1.1 hiervor).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">In Frage steht dagegen, ob die Militärversicherung die Anmeldung vom 13. Juni 2014 als Gesuch um prozessuale Revision hätte behandeln müssen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Im - der Anmeldung beiliegenden - Bericht des B.___, Klinik für Neurologie, vom 25. April 2014 wird der Verdacht auf Impulskontrollstörung und ein chronisches posttraumatisches Syndrom nach schwerem Schädelhirn</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">trauma am 2. Oktober 1995 diagnostiziert. Festgehalten wird, das Langzeit-EEG habe einen unauffälligen Befund ergeben. Auch das cMRI habe keine Hinweise auf postkontusionelle oder epileptogene strukturelle Läsionen gezeigt. Auf dieser Grundlage sei eine epileptische Genese der Wutanfälle auszuschliessen. Differen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tialdiagnostisch liege am ehesten eine organisch bedingte, postkontusionelle Im</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">pulskontrollstörung beziehungsweise eine «intermittent explosive disorder» vor. Auf dem Boden dieser Evidenz seien die Anfälle im syndromalen Kontext eines chronischen posttraumatischen Syndroms respektive eines posttraumatischen hirnorganischen Psychosyndroms zu sehen. Dies leite sich aus den weiteren traumassoziierten Beschwerden ab, wie regelmässige holozephale Kopfschmer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. Trotz des unauffälligen cMRI liege dem Beschwerdebild sicherlich eine organisch-strukturelle Störung zu Grunde, worauf auch die persistierende Hyposmie als Zeichen einer frontal gele</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">genen Hirnnervenläsion hindeute, die in einer Riechtestung nachweisbar gewesen sei (Urk. 7/167.1 S. 5).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Ob ein (prozessualer) Revisionsgrund vorliegt, bestimmt sich danach, ob die Mi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">litärversicherung bei Kenntnis des Berichts vom 25. April 2014 schon im Rahmen der formlosen Leistungsverweigerung mit Schreiben vom 11. Oktober 2001 zu einem anderen Ergebnis hätte gelangen müssen (BGE 110 V 138, 118 II 199 E. 5; ferner Bundesgerichtsurteil 8C_900/2012 vom 7. Mai 2013 E. 6.1).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">In der (leistungsverneinenden) Mitteilung vom 11. Oktober 2001 wies die Mili</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tärversicherung darauf hin, dass sie mit dem Ärztlichen Dienst der MV-Sektion 5 Rücksprache genommen habe (Urk. 7/162). Eine entsprechende Notiz oder ein ärztlicher Bericht dazu findet sich indes nicht in den Akten. Bei der Zusprache der Integritätsschadenrente mit Verfügung vom 27. August 1999 waren psychi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sche Probleme beziehungsweise ein allfällig damit zusammenhängender organi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">scher Hirnschaden kein Thema (Urk. 7/156, 7/148, 7/146).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Auch wenn, wie hier, im</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Hauptverfahren (also bei der Zusprache der Integritäts</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schadenrente respektive der leistungsverneinenden Mitteilung vom 11. Oktober 2001</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">) g</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">estützt auf die</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> medizinische</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">n</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Unterlagen keine Hinweise auf die geltend gemachten organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen bestanden hatten, er</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">achtete das </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Bundesgericht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> anlässlich von späteren MRI-Untersuchungen ent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">deckte pathologische Veränderungen als geeignet, die tatbeständliche Grundlage des Urteils im Hauptverfahren zu verändern (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">erwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_900/2012 E. 6.2 mit Hinweisen)</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">. Das Gericht </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">liess</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> die Aufnahme eines Revi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sionsverfahrens zu und es ordnete diesbezügliche weitere Abklärungen an </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">(vgl. auch die nicht Verletzungen der Halswirbelsäule betreffenden Fälle RKUV 1991 Nr. K 855 S. 15 und Urteil</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> des vormaligen Eidg. Versicherungsgerichts</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">U 395/</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">20</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">04 vom 1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">September 2006).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.6</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Im vorliegenden Fall ergab das cMRI des Kopfes unauffällige Befunde. Jedoch liegt nach Meinung der Ärzte des B.___, Klinik für Neurolo</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gie, den Wutanfällen mit Sicherheit eine organisch-strukturelle Störung zu Grunde (Urk. 7/167.1 S. 5). Massgebend ist, ob die Militärversicherung zu einer anderen Auffassung gelangt wäre beziehungsweise hätte gelangen müssen, wenn ihr der Bericht des B.___ mit dem Befund einer hirnorgani</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schen Schädigung vorgelegen hätte. Diese Frage lässt sich ohne ärztliches Fach</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">wissen nicht beurteilen und hätte daher ergänzender medizinischer Abklärungen bedurft.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.7</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die bestehende Aktenlage lässt keinen Entscheid darüber zu, ob und inwieweit der Einschätzung der Ärzte des B.___ zu folgen und ob von einer relevanten organischen Hirnschädigung auszugehen ist, die kausal zu den Wutanfällen steht. Weitere Voraussetzung für eine Revision wäre überdies, dass der mit Bericht vom 25. April 2014 erwähnte Befund bereits zum Zeitpunkt der allenfalls zu revidierenden (leistungsverneinenden) Mitteilung vom 3. Oktober 2001 bestanden hatte (vgl. dazu auch erwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_900/2012 E. 6.4).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.8</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 7. Oktober 2016 ist daher in dem Sinne gutzuheissen, dass die Militärversicherung verpflichtet wird, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">die An</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">meldung vom 1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Juni 2014 als Gesuch um prozessuale Revision </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zu </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">behand</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">eln</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">und darüber nach Einholung der unabdingbaren ärztlichen Stellungnahme zu entscheiden.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">4.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zur Bezahlung e</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">iner Prozessent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schädigung an den</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> anwaltlich vertretene</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">n Beschwerdeführer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zu verpflichten. Die Entschädigung ist ohne Rücksicht auf den Streitwert ausgehend von der Bedeu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozess</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">es auf rund Fr. 2'100.--</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> festzusetzen (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer [MWSt]; </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">61 lit. g ATSG in Verbindung mit </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">§ </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">34 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">cherungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gericht [GSVGer]).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Das Gericht erkennt:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Die </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid der Suva, Abteilung Militärversicherung, vom 7. Oktober 2016 aufgehoben und die Sache an diese zurückgewiesen wird, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Das Verfahren ist kostenlos.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Die Beschwerdegegnerin wird </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">verpflichtet, </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">dem Beschwerdeführer </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">eine Prozessentschä</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">digung von </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Fr. 2’100</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">4.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Rechtsanwalt Michele Santucci</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Suva, Abteilung Militärversicherung</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Bundesamt für Gesundheit, Aufsicht Militärversicherung</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">5.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">stellen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>GräubSonderegger</p><p></p></div> </div></body></html>