A bteilung IV D -1891/2007 {T 0/2} U rteil vom 20. M ärz 2007 M itw irkung: R ichter D aniel Schm id (Vorsitz), W alter Lang, Vito Valenti; G erichtsschreiberin Iringo H ockley A ._______, G eorgien, alias B._______, w ohnhaft X._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 8. M ärz 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisungs- vollzug B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer am 5. M ärz 2006 erstm als in der Schw eiz ein Asylgesuch einreichte, dass er dabei unter den Personalien B._______ im W esentlichen geltend m achte, er sei russischer Staatsangehöriger und stam m e aus Y._______, dass sein Vater ein Agent des KG B gew esen und - nachdem er sich am 14. Februar 2006 zur Arbeit begeben habe - nie m ehr zurückgekehrt sei, dass drei Tage nach dessen Verschw inden vier Personen den Vater gesucht und ihn sow ie seine M utter geschlagen hätten, w orauf er gleichentags untergetaucht sei, dass eine am 13. M ärz 2006 durchgeführte H andw urzelknochenanalyse ergab, dass der Beschw erdeführer in diesem Zeitpunkt m indestens 19 Jahre alt gew esen sei, dass ferner eine am 17. M ärz 2006 durchgeführte landeskundlich-kulturelle und linguis- tische LIN G U A-Analyse ergab, der Beschw erdeführer stam m e eindeutig nicht aus N ordossetien (Y._______), beziehungsw eise aus einem russischsprachigen oder osse- tischem M ilieu, dass indessen die H auptsozialisation sehr w ahrscheinlich in G eorgien stattgefunden habe, dass das BFM m it Verfügung vom 30. M ärz 2006 auf das Asylgesuch des Beschw erde- führers in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31; Fassung vom 6. April 2004) nicht eintrat und dessen sofortige W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug derselben anordnete, dass die dam als zuständige Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) die gegen den N ichteintretensentscheid des BFM erhobene Beschw erde vom 31. M ärz 2006 m it U rteil vom 11. April 2006 abw ies, w om it die Verfügung der Vorinstanz vom 30. M ärz 2006 in R echtskraft erw uchs, dass der Beschw erdeführer am 13. April 2006 das Em pfangszentrum C hiasso verlassen hatte und seither unbekannten Aufenthaltes w ar, dass sich der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge seit M itte April 2006 illegal in Barcelona aufhielt, am 7. D ezem ber 2006 w ieder in die Schw eiz einreiste und am 11. D ezem ber 2006 unter den Personalien A._______, G eorgien, ein zw eites Asylgesuch stellte, dass er - im R ahm en der Kurzbefragung vom 22. D ezem ber 2006 sow ie des im H inblick auf den in Aussicht gestellten N ichteintretensentscheid nach Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG gew ährten rechtlichen G ehörs - unter anderem angab, zw ischen seinem ersten und zw eiten Asylgesuch nicht in seinen H erkunftsstaat zurückgekehrt zu sein (vgl. A9/2 und 3), dass er ferner vorbrachte, die Angaben im R ahm en seines ersten Asylgesuchs w ürden nicht der W ahrheit entsprechen (vgl. A1/6 und 7), dass er indessen im W esentlichen geltend m achte, seine tschetschenische Freundin 3 habe sich am 10. Januar 2006 das Leben genom m en, w orauf er von deren Bruder m it dem Tod bedroht und beschuldigt w orden sei, für deren Suizid verantw ortlich zu sein, dass der Bruder der Verstorbenen eine "kleine H andgranate" in den H of seiner Fam ilie gew orfen habe, dass ihn sein Vater Ende Februar 2006 m it dem Auto nach Z._______ gefahren habe, von w o er in einem LKW via ihm unbekannte Länder in die Schw eiz gereist sei, dass das BFM m it am 13. M ärz 2007 eröffneter Verfügung vom 8. M ärz 2007 in Anw en- dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das zw eite Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eintrat und dessen W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug anordnete, dass die Vorinstanz zur Begründung ihres Entscheides im W esentlichen ausführte, der Beschw erdeführer habe in der Schw eiz bereits ein rechtskräftig abgeschlossenes Asyl- verfahren erfolglos durchlaufen und es lägen keine H inw eise vor, w onach in der Zw i- schenzeit Ereignisse eingetreten seien, die geeignet w ären, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen oder die für die G ew ährung vorübergehenden Schutzes relevant seien, dass die im R ahm en des zw eiten Asylverfahrens geltend gem achten Vorbringen jegli- cher Substanz entbehren w ürden und bezüglich den Angaben anlässlich des ersten Asylgesuches grob w idersprüchlich seien, dass im W eiteren G eorgien keine Schutzunfähigkeit oder Schutzunw ille vorgew orfen w erden könne, zum al der Beschw erdeführer keinen staatlichen Schutz angefordert habe, dass die W egw eisung die R egelfolge eines N ichteintretensentscheides darstelle und der W egw eisungsvollzug m angels gegenteiliger Anhaltspunkte zulässig, zum utbar und m ög- lich sei, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 13. M ärz 2007 beim Bundesverw altungs- gericht Beschw erde gegen diese Verfügung einreichte und vorbrachte, in seinem H ei- m atstaat sei sein Leben gefährdet, w eil der Bruder seiner verstorbenen Freundin ihn su- che und ihn töten w olle, dass es ferner für ihn in seiner dam aligen Lage keinen Sinn ergeben habe, sich an die Polizei oder den georgischen Staat zu w enden, dass er alles daran setzen w erde, Bew eise bezüglich seiner geltend gem achten Pro- blem e und seiner Identität einzureichen, dass die vorinstanzlichen Akten am 15. M ärz 2007 beim Bundesverw altungsgericht ein- trafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG ), und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [VG G , SR 173.32]; 4 Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G , SR 173.110]), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundes- recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass der Beschw erdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung hat und da- her zur Einreichung der Beschw erde legitim iert ist, dass som it auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (vgl. Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art 48 und 50 ff. Vw VG ), dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid im vereinfachten Verfahren lediglich sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ), dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz bei N ichteintretensentschei- den des BFM nach Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG darauf beschränkt ist, im Fall der Begrün- detheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2004 N r. 34, E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungsgericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass gem äss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf ein Asylgesuch nicht eingetreten w ird, w enn die Asyl suchende Person in der Schw eiz bereits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen oder ihr G esuch zurückgezogen hat oder w ährend des hängigen Asylver- fahrens in den H eim at- oder H erkunftsstaat zurückgekehrt ist, ausser die Anhörung er- gebe H inw eise, in der Zw ischenzeit seien Ereignisse eingetreten, die geeignet seien, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen oder die für die G ew ährung vorübergehenden Schutzes relevant seien, dass das Bundesam t m it Verfügung vom 30. M ärz 2006 auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers vom 5. M ärz 2006 nicht eintrat und dam it im plizit vom Fehlen der Flüchtlingseigenschaft ausging (vgl. EM AR K 1998 N r. 1 E. 5b S. 9), dass diese Verfügung m it Erlass des abw eisenden Beschw erdeentscheids der AR K vom 11. April 2006 in R echtskraft erw uchs, dass dam it das in Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG statuierte form elle Erfordernis in Form der ersten Tatbestandsvariante des in der Schw eiz erfolglos durchlaufenen Asylverfahrens als gegeben betrachtet w erden kann, dass bei der Prüfung der H inw eise auf zw ischenzeitliche relevante Ereignisse nicht derselbe w eite Verfolgungsbegriff w ie in Art. 18, Art. 23 Abs. 3, Art. 33 Abs. 3 Bst. b und Art. 34 AsylG zur Anw endung gelangt (vgl. dazu EM AR K 2004 N r. 5 E. 3c.aa S. 35 f., 2004 N r. 35 E. 4.3. S. 247), sondern lediglich H inw eisen auf Ereignisse Bedeutung zukom m t, die zur Begründung der Flüchtlingseigenschaft geeignet sind,5 dass m it anderen W orten ein engerer Verfolgungsbegriff angew andt w erden m uss und auf das Asylgesuch nicht einzutreten ist, w enn eines der Elem ente der Flüchtlingsbe- griffs von Art. 3 AsylG offensichtlich nicht erfüllt ist (vgl. EM AR K 2005 N r. 2 E. 4.5. S. 18), dass innerhalb des so gesteckten R ahm ens bei der Prüfung des N ichteintretensgrundes von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG ein gegenüber der G laubhaftm achung nochm als redu- zierter Bew eism assstab anzuw enden ist, dass grundsätzlich, sobald in den Akten H inw eise auf flüchtlingsrechtlich oder für die G ew ährung vorübergehenden Schutzes bedeutsam e Ereignisse seit dem Abschluss des vorangegangenen Verfahrens zu verzeichnen sind, deren U nglaubhaftigkeit nicht schon bei erstem H insehen festgestellt w erden kann, unabhängig von der Tatsache, dass derselben ausländischen Person in der Vergangenheit schon (m indestens) einm al in der Schw eiz die Anerkennung als Flüchtling versagt blieb, auf das Asylgesuch einzutreten ist (vgl. EM AR K 2005 N r. 2 E. 4.3. S. 16 f.), dass das Bundesam t grundsätzlich zu R echt ausgeführt hat, die Ereignisse, w elche der Beschw erdeführer für den Zeitraum nach dem Abschluss des ersten Asylverfahrens geltend gem acht habe, seien w eder geeignet, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, noch für die G ew ährung vorübergehenden Schutzes relevant, dass der Beschw erdeführer zum Einen gar keine zw ischenzeitlich neu eingetretene – sondern bereits vorbestandene – Ereignisse geltend m acht und zum Anderen die "neuen Vorbringen" – w ie das Bundesam t zutreffend ausführt – offensichtlich nicht geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen (Erklärungen des Beschw erdeführers im Zusam m enhang m it den fehlenden Identitätspapieren; kein U m - Schutz-N achsuchen bei den Behörden), dass das vorliegende Verfahren sodann auch unter revisionsrechtlichen Ü berlegungen ("neue Tatsachen") nicht zu einer erneuten Ü berprüfung des ersten, rechtskräftig abgeschlossenen Asylgesuchs zu führen verm öchte, dass näm lich die neuen Vorbringen als offensichtlich verspätet im Sinne von Art. 66 Abs. 3 Vw VG respektive Art. 123 Abs. 2 Bst. a BG G zu bezeichnen sind und hierfür ebenso offensichtlich keine entschuldbaren G ründe vorliegen, dass sodann die Einw ände in der Beschw erdeschrift – w elche sich ausschliesslich auf eine W iederholung der anlässlich der Kurzbefragung vom 22. D ezem ber 2006 und der G ew ährung des rechtlichen G ehörs vom 1. Februar 2006 gem achten Angaben be- schränken – nicht geeignet sind, die im Ergebnis zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz zu w iderlegen, dass es bei dieser Sachlage auch nicht die geringste Veranlassung gibt, dem Beschw er- deführer eine Frist für die in der Beschw erde in Aussicht gestellten Bew eism ittel in Be- zug auf seine Identität und die geltend gem achten Problem e anzusetzen, dass das BFM nach dem G esagten zu R echt gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das zw eite Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten ist, dass, befindet sich die Asyl suchende Person nicht im Besitz einer frem denpolizeilichen Aufenthaltsbew illigung und kann sie auch nicht einen Anspruch auf eine solche geltend m achen, die Anordnung einer W egw eisung die gesetzliche R egelfolge des N ichteintre- tens auf ein Asylgesuch ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG , Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 6 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311], EM AR K 2001 N r. 21), dass der Beschw erdeführer w eder über eine derartige Bew illigung verfügt noch einen Anspruch auf eine solche geltend m achen kann, w eshalb die von der Vorinstanz ausge- sprochene W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist, dass zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entgegen- stehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Vollzugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG ; SR 142.20) über die vorläufige Aufnahm e zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ), dass der Vollzug der W egw eisung in Beachtung der m assgeblichen völker- und landes- rechtlichen Bestim m ungen zulässig ist, w eil keine Anhaltspunkte für eine m enschen- rechtsw idrige Behandlung ersichtlich sind, die dem Beschw erdeführer in seinem H eim at- oder H erkunftsstaat droht (Art. 14a Abs. 3 AN AG ), dass die allgem eine Lage in G eorgien nicht gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungs- vollzugs spricht und sich aus den Akten keinerlei Anhaltspunkte ergeben, aufgrund derer geschlossen w erden m üsste, der junge, gesunde Beschw erdeführer gerate im Falle der R ückkehr dorthin in eine existenzbedrohende Situation, dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine H inw eise auf das Vorliegen technischer Vollzugshindernisse ergeben, w eshalb der Vollzug auch als m öglich erscheint (Art. 14a Abs. 2 AN AG ), dass die angefochtene Verfügung, da diese w eder Bundesrecht verletzt noch unange- m essen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von der Vorinstanz richtig und vollstän- dig festgestellt w urde (vgl. Art. 106 AsylG ), zu bestätigen und die Beschw erde daher ab- zuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten in der H öhe von Fr. 600-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, vorab per Telefax - M igrationsam t des Kantons W ._______ (per Telefax) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: D aniel Schm id Iringo H ockley Versand am :