A bteilung IV D -4618/2007 law /rep {T 0/2} U rteil vom 13. Juli 2007 M itw irkung: R ichter W alter Lang, H ans Schürch, Fulvio H aefeli G erichtsschreiber Philipp R eim ann A ._______, geboren (...), Serbien, vertreten durch M artin Ilg, R echtsberatung, (...), Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 16. A pril 2007 i.S. A syl und W egw eisung / N (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer - ein Serbe aus dem Kosovo m it letztem W ohnsitz in B._______, G em einde C ._______ - verliess seine H eim at eigenen Angaben zufolge letztm als am 14. April 2007 und gelangte via ihm unbekannte Länder am 16. April 2007 illegal in die Schw eiz. N och selbentags stellte er im Em pfangs- und Verfahrenszentrum D ._______ ein Asylgesuch. Am 25. April 2007 w urden dort die Personalien des Beschw erdeführers erhoben und dieser über seinen R eisew eg, seine Fam ilienangehörigen und - sum m arisch - seine Ausreisegründe befragt. Am 8. M ai 2007 hörte ihn das BFM direkt zu seinen Asylgründen an. D abei m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, er habe das W irtschaftsgym nasium im Jahre 2002 beziehungsw eise 2003 nur desw egen abschliessen können, w eil ihn die KFO R ("Kosovo Forces") jew eils in die Schule begleitet hätten. G enerell habe er Angst vor den Albanern im Kosovo, w eil die Sicherheit im Kosovo nicht gew ähr- leistet sei. So habe er sich nie frei bew egen können und sein H eim atdorf B._______ als grosses G efängnis em pfunden. Seine Fam ilie habe grössere Einkäufe jew eils in Serbien tätigen und hierzu längere R eisew ege in Kauf nehm en m üssen, w eil es für sie viel zu gefährlich gew esen sei, in der von Albanern bew ohnten N achbarstadt C ._______ einkaufen zu gehen. O ftm als sei das Fahrzeug seiner Fam ilie unterw egs m it Steinen bew orfen w orden. Im Jahre 2002 seien sein Vater sow ie ein O nkel väterlicherseits von Angehörigen der U C K ("N ationale Befreiungsarm ee") entführt und geschlagen w orden. Im Jahre 2004 sei sein H eim atdorf m it M inen beschossen w orden, w obei die M inen auch im H of seines Elternhauses niedergegangen seien. Im W eiteren seien in den letzten Jahren in der U m gebung seines D orfes auch m ehrere Serben entführt und erm ordet w orden. Im H erbst 2006 hätten unbekannte Personen auf ihn und seine Eltern geschossen, w ährend sie auf ihren Feldern gearbeitet hätten. Seit jenem Vorfall sei es für sie nicht m ehr m öglich gew esen, in der Landw irtschaft zu arbeiten, w as um so gravierender gew esen sei, als diese Arbeit die einzige ge- w esen sei, die ihnen offengestanden habe. D ie Polizei habe gegen die albani- schen Ü bergriffe auf die Serben nie etw as unternom m en. Seine Eltern w ürden heute von 50 Euro Sozialhilfe pro M onat leben. Er selber sei seit dem Jahre 2005 insgesam t dreim al m it einem Touristenvisum längere Zeit in der Schw eiz gew esen - letztm als vom 26. D ezem ber 2006 bis am 19. M ärz 2007. An besagtem Tag sei er zusam m en m it einem Freund im Auto in die H eim at zurückgekehrt, w obei er am 24. M ärz in seinem H eim atdorf B._______ angekom m en sei. Am 10. April 2007 habe er sein D orf aberm als verlassen und sei am 16. April 2007 m it H ilfe von Schleppern illegal in die Schw eiz eingereist. B. Am 26. April 2007 sandte die Schw eizer Vertretung in Belgrad dem BFM auf ent- sprechenden Antrag hin per Telefax Visum sunterlagen betreffend den Beschw er- deführer zu. C . M it Verfügung vom 5. Juni 2007 - eröffnet am 6. Juni 2007 - lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab und ordnete gleichzeitig dessen W egw ei-3 sung aus der Schw eiz an. Zur Begründung w urde ausgeführt, die Vorbringen des Beschw erdeführers genügten den Anforderungen von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31] an die Flüchtlingseigenschaft nicht. Ausserdem sei der Vollzug der W egw eisung als zulässig, zum utbar und m öglich zu erachten. D . M it Eingabe vom 20. Juni 2007 (Poststem pel: 6. Juli 2007) beantragte der Be- schw erdeführer durch seinen R echtsvertreter, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben. Es sei ihm Asyl in der Schw eiz zu gew ähren. Eventuell sei ihm w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren. Subeventuell sei ihm im Sinne einer vorsorglichen M assnahm e der Aufenthalt in der Schw eiz bis zum Beschw erdeentscheid zu erlauben und die Ausländerbehörde des Aufnahm ekantons anzuw eisen, von Vollzugsm assnahm en abzusehen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesver- w altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 2. D ie Beschw erde hat aufschiebende W irkung (vgl. Art. 55 Abs. 1 Vw VG ) und in der angefochtenen Verfügung w ird einer allfälligen Beschw erde die aufschiebende W irkung nicht entzogen (vgl. Art. 55 Abs. 2 Vw VG ). D ie angefochtene Verfügung enthält ferner keine Anordnung betreffend vorsorgliche W egw eisung in einen D ritt- staat (vgl. Art. 42 Abs. 2 und 3 AsylG ), w eshalb der Beschw erdeführer berechtigt ist, den Ausgang des Beschw erdeverfahrens in der Schw eiz abzuw arten (Art. 42 Abs. 1 AsylG ). U nter diesen U m ständen ist auf die R echtsbegehren, es sei im Sin- ne einer vorsorglichen M assnahm e der Aufenthalt des Beschw erdeführers in der Schw eiz bis zum Beschw erdeentscheid zu erlauben und die Ausländerbehörde des Aufnahm ekantons anzuw eisen, von Vollzugsm assnahm en abzusehen, m an- gels R echtsschutzinteresses nicht einzutreten (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Bst. c Vw VG ). H insichtlich der w eiteren R echtsbegehren ist der Beschw erdeführer legi- tim iert, w eshalb auf die im Ü brigen frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). 3. 3.1 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ).4 3.2 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden w ird in einem vereinfachten Ver- fahren entschieden. W ie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ). 4. 4.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 4.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 5. 5.1 D ie Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Asylentscheid im W esentlichen m it der Begründung, die vom Beschw erdeführer geltend gem achten erlittenen bezie- hungsw eise befürchteten Ü bergriffe durch Albaner seien nicht asylrelevant, w eil vom Schutzw illen und der w eitgehenden Schutzfähigkeit der nationalen und inter- nationalen Sicherheitskräfte im Kosovo auszugehen sei. D arüber hinaus seien die vom Beschw erdeführer erw ähnten schlechten Lebensbedingungen, nam entlich fehlende Arbeitsm öglichkeiten, ungenügende Einkaufsm öglichkeiten im O rt bezie- hungsw eise in der N ähe sow ie W asserm angel und Strom ausfälle Ausdruck der herrschenden allgem einen Lage und beträfen nebst ethnischen M inderheiten auch w eite Teile der albanischen Bevölkerungsm ehrheit im Kosovo, w eshalb sie m an- gels G ezieltheit nicht asylbeachtlich seien. 5.2 In der Beschw erde w ird dem gegenüber eingew endet, die vom Beschw erdeführer glaubhaft geschilderten Ü bergriffe in der Vergangenheit könnten nicht m it dem H inw eis unter den Teppich gew ischt w erden, die Einheiten der KFO R und der U N - M IK ("U nited N ations Interim Adm inistration M ission in Kosovo") hätten die Lage im G riff. Zw ar habe Serbien zw ecks Anerkennung nationaler M inderheiten das Bundesgesetz zum Schutz und zur Freiheit der N ationalen M inoritäten erlassen, das am 7. M ärz 2002 in Kraft getreten sei. D ies bedeute indessen noch nicht, dass die M inderheiten im Alltag einfach toleriert w ürden. Serbien könne gerade in Be- zug auf den U m gang m it ethnischen M inderheiten noch nicht als R echtsstaat m it- teleuropäischer Prägung betrachtet w erden. Ethnische M inderheiten w ürden dort 5 w eiterhin diskrim iniert. Ausserhalb des Kosovo m üsse der Beschw erdeführer m it Anfeindungen seitens der Serben rechnen, da er aufgrund seiner H erkunft aus dem Kosovo als "Albanerfreund" und "Kollaborateur" gelte. Zusam m enfassend sei hinsichtlich der Situation des Beschw erdeführers festzustellen, dass dieser sow ohl im Kosovo als auch im restlichen Serbien einer fortgesetzten unerträglich schikanösen Behandlung ausgesetzt gew esen sei beziehungsw eise w eiterhin ausgesetzt w äre, w as zur G ew ährung von Asyl führen m üsse. 5.3 Es trifft zu, dass im Kosovo Ü bergriffe durch albanischstäm m ige Personen auf Serben sow ie Angehörige anderer ethnischer M inderheiten stattfinden. Trotz An- w esenheit von U N M IK und KFO R ist es nam entlich im Frühling 2004 im Kosovo zu schw eren U nruhen gekom m en. Angesichts der akzentuierten politisch-ethnischen Spannungen bekräftigte die internationale M ission ihr Engagem ent im Kosovo. D ie Protektoratsm ächte haben diese Vorfälle zum Anlass genom m en, die KFO R -Trup- pen m assiv zu verstärken, deren Aufgaben und Befugnisse zu erw eitern und das U N M IK-Personal aufzustocken. Von einer system atischen Verfolgung von M inder- heiten im Allgem einen und Serben im Speziellen kann dennoch nicht gesprochen w erden. G leichzeitig ist im Einklang m it der R echtsprechung der früheren Schw ei- zerischen Asylrekurskom m ission (vgl. etw a Entscheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 2002 N r. 22, E. 4.d.aa. S. 180) davon auszugehen, dass die KFO R und die U N M IK w illens und grundsätzlich fähig sind, Angehörigen ethnischer M in- derheiten im Kosovo w irksam en Schutz vor G efährdung zu gew ähren; auch w enn sie nicht jeden erdenklichen Ü bergriff präventiv verhindern können, w erden Ü ber- griffe auf entsprechende Anzeige hin konsequent untersucht und geahndet. D es- halb kann entgegen der Annahm e in der Beschw erde nicht von einem m angelnden Schutzw illen und ungenügender Schutzfähigkeit ausgegangen w erden. D ie vom Beschw erdeführer geltend gem achten Vorbringen sind unter diesen U m ständen nicht geeignet, einen Asylanspruch zu begründen. 5.4 Zusam m enfassend ist daher festzustellen, dass die Vorinstanz zu R echt die Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers verneint und dessen Asylgesuch abgelehnt hat. Es erübrigt sich, auf w eitere Vorbringen in der Beschw erde einzu- gehen, da diese am Ergebnis nichts ändern können. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG ; SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er 6 Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 7. 7.1 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbe- w illigung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 7.2 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Be- schw erdeführers nach Serbien ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 7.3 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16, S. 122, m it w eiteren H inw eisen). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in Serbien lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 7.4 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati-7 on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer nicht durchführbaren, aber notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 7.4.1 D as Bundesverw altungsgericht beobachtet und beurteilt die allgem eine Lage der M inderheiten im Kosovo laufend (BVG E E-5823/2006 vom 23. April 2007 E. 5). G em äss dessen Einschätzung können Angehörige der serbischen Ethnie aufgrund des tiefen M isstrauens seitens der albanischen Bevölkerung m assiven Behelligun- gen und D iskrim inierungen ausgesetzt sein. Vor diesem H intergrund und ange- sichts der teilw eise schw ierigen ökonom ischen und sozialen Situation der M inder- heiten im Kosovo erachtet das Bundesverw altungsgericht den Vollzug der W eg- w eisung von Serben aus dem Kosovo als grundsätzlich nicht zum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG , es sei denn, sie hätten ihren letzten W ohnsitz im N or- den gehabt. Im U nterschied zu Angehörigen anderer ethnischer M inderheiten (BVG E E-5823/2006 vom 23. April 2007 E. 5.5 am Ende) besteht für Serben aus dem Kosovo jedoch im Einzelfall eine zum utbare innerstaatliche Aufenthaltsalter- native (EM AR K 1996 N r. 20 E. 8b S. 201; 1996 N r. 2 E. 6bb S. 14 f.) auf dem rest- lichen G ebiet der R epublik Serbien. 7.4.2 D er Beschw erdeführer stam m t aus B._______ (C ._______), w o er seit der G eburt bis zu seiner letztm aligen Ausreise im April 2007 gelebt hat. Eine R ückkehr dorthin fällt aufgrund einer nicht auszuschliessenden konkreten G efährdung w egen seiner ethnischen Zugehörigkeit indes nicht in Betracht. Es kann jedoch davon ausgegan- gen w erden, dass es dem Beschw erdeführer ohne w eiteres m öglich ist, sich allen- falls im N orden des Kosovo und insbesondere im übrigen Serbien eine Existenz- grundlage aufzubauen. D er Beschw erdeführer ist 25 Jahre alt und hat keine ge- sundheitlichen Problem e. Er verfügt über eine M atura und er hat gem äss den von der Schw eizer Botschaft überm ittelten Visum sunterlagen vor seiner dritten Ausrei- se in die Schw eiz m it Touristenvisum im D ezem ber 2006 als Fahrer bei der priva- ten E._______ von B._______ gearbeitet, w obei er dort einer Vollzeitbeschäfti- gung nachgegangen ist. Letztere Feststellung lässt einerseits zum indest daran zw eifeln, dass sich die persönliche Lebenssituation des Beschw erdeführers in sei- nem H eim atdorf tatsächlich derart desolat und ausw eglos dargestellt hat, w ie der Beschw erdeführer gegenüber den Schw eizer Asylbehörden behauptet. Anderer- seits w ird dadurch deutlich, dass es ihm aufgrund seiner guten Ausbildung und seiner Berufserfahrung sehr w ohl m öglich sein dürfte, eine Arbeitsstelle zu finden oder eine selbstständige Tätigkeit aufzunehm en, die es ihm erlaubt, eine w irt- schaftliche Existenz aufzubauen. D arüber hinaus hat der Beschw erdeführer zw ei in der Schw eiz w ohnhafte Brüder (vgl. act. A1 S. 3 Ziff. 12 und act. A12 S. 3), w el- che ihn zw eifelsohne (zum indest w ährend einer Ü bergangszeit) finanziell unter- stützen können. Ferner leben nach Angaben des Beschw erdeführers auch eine Tante und deren Tochter in Serbien ausserhalb des Kosovo (vgl. act. A12 S. 7). Schliesslich verfügt der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge in Belgrad über Freunde, bei denen er zeitw eise gelebt hat (vgl. act. A12 S. 3) und die ihn folglich ebenfalls dabei unterstützen dürften, sich in seiner H eim at eine neue Exis- tenz aufzubauen. U nter diesen U m ständen ist der Vollzug der W egw eisung nicht als unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu bezeichnen. 7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, bei der zuständigen Vertretung sei-8 nes H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente erhältlich zu m achen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 7.6 Zusam m enfassend ergibt sich, dass das BFM den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet hat. D ie Anordnung der vorläu- figen Aufnahm e fällt som it nicht in Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 8. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist dem nach abzuw ei- sen, sow eit darauf einzutreten ist. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver- w altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE]). (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ...) - (...) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang Philipp R eim ann Versand am :