A bteilung III C -2456/2006 {T 0/2} U rteil vom 23. A pril 2007 M itw irkung: R ichter: Alberto M euli (Abteilungspräsident) R ichter: Eduard Acherm ann (Vorsitz) R ichterin: Elena Avenati-C arpani G erichtsschreiber: D aniel Stufetti L_______A G , Beschw erdeführerin, gegen Stiftung A uffangeinrichtung B VG , Zw eigstelle D eutschschw eiz, Binzstrasse 15, Postfach 2855, 8022 Zürich, Vorinstanz, betreffend Zw angsanschluss an die Stiftung A uffangeinrichtung B VG . B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 10. O ktober 2006 m eldete die Beschw erdeführerin ihren Betrieb der Stiftung Auffangeinrichtung BVG (nachfolgend Vorinstanz) zum Anschluss an und reichte gleichzeitig Austrittsm eldungen von drei Arbeitnehm ern per 30. Septem ber 2005, 30. N ovem ber 2005 und 30. Juni 2006 ein. M it Schreiben vom 11. O ktober 2006 lehnte die Vorinstanz die Anm eldung ab m it der Begründung, aufgrund der bereits ausgetretenen Arbeitnehm er sei- en Leistungsfälle entstanden, w eshalb die Beschw erdeführerin nur noch zw angsw eise angeschlossen w erden könne. G leichzeitig w ies sie darauf hin, der Zw angsanschluss sei m it Verfügungskosten von Fr. 450.- und Spesen von Fr. 375.- sow ie Spesen für den rückw irkenden Anschluss von m indestens Fr. 200.- verbunden. B. Am 1. N ovem ber 2006 verfügte die Vorinstanz w ie angekündigt den rück- w irkenden Anschluss der Beschw erdeführerin per 1. Juli 2004 und aufer- legte ihr die angedrohten Kosten. Zur Begründung führte sie im W esentli- chen aus, aufgrund der eingereichten Anm eldeunterlagen sow ie der Jah- resabrechnungen der Jahre 2003 – 2005 der zuständigen Ausgleichskasse des Kantons Solothurn gehe hervor, dass die Beschw erdeführerin seit dem 1. Juli 2004 dem O bligatorium unterstellten Arbeitnehm ern Löhne ausge- richtet habe. Zudem sei bereits m it dem D ienstaustritt des Arbeitnehm ers V_______ L_______ per 30. N ovem ber 2005 der Zw angsanschluss unum - gänglich gew orden. C . G egen diese Verfügung erhob die Beschw erdeführerin am 3. N ovem ber 2006 Beschw erde bei der Eidgenössischen Beschw erdekom m ission der beruflichen Alters-, H interlassenen- und Invalidenvorsorge (nachfolgend Eidgenössische Beschw erdekom m ission BVG ). Sie beantragte sinnge- m äss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung unter Kostenfolge m it der Begründung, sie habe sich bereits am 10. O ktober 2006 freiw illig zum rückw irkenden Anschluss an die Vorinstanz angem eldet. D . M it ihrer Vernehm lassung vom 10. Januar 2007 beantragte die Vorinstanz die vollum fängliche Abw eisung der Beschw erde unter Kosten- und Ent- schädigungsfolge zu Lasten der Beschw erdeführerin. Sie hielt an ihrer Verfügung und deren Begründung fest. E. D en gem äss Verfügung des Bundesverw altungsgerichts vom 14. Februar 2007 erhobenen Kostenvorschuss von Fr. 800.- hat die Beschw erdeführe- rin fristgerecht eingezahlt. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Anfechtungsgegenstand im vorliegenden Verfahren ist die Verfügung der Vorinstanz vom 1. N ovem ber 2006, w elche gem äss Art. 60 Abs. 2bis des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, H interlas- senen- und Invalidenvorsorge (BVG , SR 831.40) eine Verfügung im Sinne 3 von Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) darstellt. 1.2 Beschw erden gegen Verfügungen der Auffangeinrichtung beurteilte bis zum 31. D ezem ber 2006 die Eidgenössische Beschw erdekom m ission BVG unter Anw endung der Verfahrensvorschriften des Vw VG (Art. 74 Abs. 2 Bst. c und Abs. 3 BVG in der zu diesem Zeitpunkt geltenden Fassung). Per 31. D ezem ber 2006 w urde die Eidgenössische Beschw erdekom m ission BVG als Beschw erdeinstanz durch das Bundesverw altungsgericht ersetzt, das seine Tätigkeit am 1. Januar 2007 aufgenom m en und gestützt auf Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw al- tungsgericht (VG G , SR 173.32) die Beurteilung der in diesem Zeitpunkt hängigen Beschw erden übernom m en hat. D ie Zuständigkeit des Bundes- verw altungsgerichts ergibt sich gem äss Art. 31 und 33 Bst. h VG G , sofern w ie hier keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. 1.3 D as Bundesverw altungsgericht beurteilt Verfügungen der Auffangeinrich- tung unter Anw endung der Verfahrensvorschriften des Vw VG (Art. 1 Abs. 1 und 2 Bst. e Vw VG , i. V. m . Art. 33 Bst. h VG G ). M angels eines ausdrücklichen Verw eises im BVG finden die Vorschriften des 2. Abschnitts über das Sozialversicherungsverfahren gem äss dem Bundesgesetz vom 6. O ktober 2000 über den Allgem einen Teil des Sozial- versicherungsrechts (ATSG , SR 830.1) keine Anw endung (Art. 2 ATSG ). 1.4 D ie Beschw erdeführerin hat gegen die Verfügung der Auffangeinrichtung form - und fristgerecht Beschw erde erhoben (Art. 50 und 52 Vw VG ). 1.5 D ie Beschw erdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom m en (Art. 48 Abs. 1 Bst. a Vw VG ), sie ist durch die angefochtene Verfügung be- rührt, und sie hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c Vw VG ). Sie ist daher zur Beschw erde legitim iert. 2. 2.1 O bligatorisch zu versichern ist jeder Arbeitnehm er, der das 17. Altersjahr vollendet hat und bei einem Arbeitgeber m ehr als den gesetzlichen Jahres- M indestlohn gem äss Art. 2 Abs. 1 BVG in Verbindung m it Art. 5 der Ver- ordnung vom 18. April 1984 über die berufliche Alters-, H interlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2, SR 831.441.1) erzielt und bei der AH V ver- sichert ist (Art. 5 Abs. 1 BVG ). Beschäftigt ein Arbeitgeber Arbeitnehm er, die obligatorisch zu versichern sind, m uss er sich gem äss Art. 11 BVG einer in das R egister für die beruf- liche Vorsorge eingetragenen Vorsorgeeinrichtung anschliessen oder eine solche errichten. D ie Beschw erdeführerin hat aufgrund ihrer Anm eldung für den Anschluss an die Vorinstanz sow ie ihrer jährlichen M eldungen an die Ausgleichskasse des Kantons Solothurn selbst eine Liste der von ihr beschäftigten Arbeitnehm ern ins R echt gelegt. D araus geht hervor, dass sie vom 1. Juli 2004 an Arbeitnehm er beschäftigt hat, die dem BVG -O bli- gatorium unterstanden, indem ihr Lohn, aufgerechnet auf 12 M onate, den gesetzlichen M indestlohn überstieg. U nter diesen U m ständen hätte die Be- schw erdeführerin für die Versicherung ihrer Arbeitnehm er nach BVG be-4 sorgt sein und m ithin bereits ab dem 1. Juli 2004 und nicht erst am 10. O k- tober 2006 der Pflicht, sich einer registrierten Vorsorgeeinrichtung anzu- schliessen, nachkom m en m üssen. 2.2 G em äss Art. 12 Abs. 1 BVG haben die Arbeitnehm er oder ihre H interlasse- nen Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen, auch w enn sich der Arbeit- geber noch keiner Vorsorgeeinrichtung angeschlossen hat. D iese w erden von der Auffangeinrichtung erbracht. Art. 2 der Verordnung vom 28. Au- gust 1985 über die Ansprüche der Auffangeinrichtung der beruflichen Vor- sorge (SR 831.434) sieht vor, dass der Arbeitgeber von G esetzes w egen für alle dem O bligatorium unterstellten Arbeitnehm er der Auffangeinrich- tung angeschlossen w ird, falls der gesetzliche Anspruch eines Arbeitneh- m ers auf eine Versicherungs- oder Freizügigkeitsleistung zu einem Zeit- punkt entsteht, an dem sein Arbeitgeber noch keiner Vorsorgeeinrichtung angeschlossen ist. D abei erfolgt der Anschluss rückw irkend (Art. 11 Abs. 3 BVG ). D iese Bestim m ung m uss im Zusam m enhang m it Art. 60 Abs. 2 Bst. d BVG betrachtet w erden, w onach die Auffangeinrichtung verpflichtet ist, die Leistungen nach Artikel 12 BVG auszurichten. Insofern regelt Art. 12 BVG einen Spezialfall gegenüber Art. 11 BVG (BG E 129 V 237 E. 5 m it H inw eisen). Aufgrund der genannten U nterlagen steht fest, dass die Ar- beitnehm er V_______ L_______ per 30. N ovem ber 2005, P_______ P_______ per 30. Septem ber 2005 und D _______ L_______ per 30. Juni 2006 den Betrieb verliessen und som it zu einem Zeitpunkt Freizügigkeits- fälle eingetreten sind, in w elchem die Beschw erdeführerin noch keiner re- gistrierten Vorsorgeeinrichtung angeschlossen w ar. In einem solchen Fall m usste sie von G esetzes w egen rückw irkend per 1. Juli 2004 an die Auf- fangeinrichtung angeschlossen w erden. In der Folge w ar der von der Be- schw erdeführerin am 10. O ktober 2006 beantragte freiw illige Anschluss, entgegen ihrer Behauptung, nicht m ehr m öglich. 2.3 W ird der Arbeitgeber zw angsw eise an die Auffangeinrichtung angeschlos- sen, m uss er ihr alle in diesem Zusam m enhang entstehenden Aufw endun- gen ersetzen (Art. 11 Abs. 3 BVG , Art. 3 Abs. 4 der Verordnung über die Ansprüche der Auffangeinrichtung der beruflichen Vorsorge). D ie Be- schw erdeführerin beruft sich deshalb zu U nrecht darauf, dass für die von der Vorinstanz m it der angefochtenen Verfügung in R echnung gestellten Kosten (D ispositivziffer 2) keine G rundlage bestehe. 2.4 Zusam m enfassend steht fest, dass die Vorinstanz die Beschw erdeführerin m it der angefochtenen Verfügung zu R echt von G esetzes w egen und rück- w irkend per 1. Juli 2004 angeschlossen hat. D ie von der Beschw erdeführe- rin dagegen erhobene Beschw erde erw eist sich deshalb als unbegründet und ist abzuw eisen. 3. D ieser Ausgang des Verfahrens hat zur Folge, dass die Beschw erdeführe- rin kostenpflichtig w ird (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrenskosten w er- den in Anw endung des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kos- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) auf Fr. 800.-- festgesetzt. D ie obsiegende Vorinstanz hat ge- m äss Art. 7 Abs. 3 VG KE keinen Anspruch auf Parteientschädigung.5 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 800.-- w erden der Beschw erdeführerin auf- erlegt und m it dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe verrech- net. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet (G erichtsurkunde): - der Beschw erdeführerin - der Vorinstanz (R ef-N r. scdl/3727) - dem Bundesam t für Sozialversicherungen D er Abteilungspräsident: D er G erichtsschreiber: Alberto M euli D aniel Stufetti R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlichrechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (vgl. Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :