<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2012.00008</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=211956&amp;W10_KEY=4467115&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2012.00008</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.06.2012</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Steuererlass (Direkte Bundessteuer)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Steuererlass: Einbezug des Ehegatten in das Steuererlassverfahren und Novenrecht <br/><br/>Besteht im Zeitpunkt des Erlassentscheids keine Gemeinschaftlichkeit der Mittel zwischen den Ehegatten mehr, so beispielsweise wenn die Ehegatten zwischenzeitlich geschieden sind oder getrennt leben, ist eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung der Ehegatten unzulässig. Die Steuererlassgründe sind vielmehr bei jedem Ehegatten einzeln und individuell zu prüfen und kann nur demjenigen Ehegatten ein Erlass gewährt werden, bei dem der geltend gemachte Erlassgrund erfüllt ist. Mit anderen Worten hat die Gewährung eines Steuererlasses zugunsten eines getrennt lebenden Ehegatten nur subjektive Wirkung und gilt nicht für den anderen Ehegatten (E. 2.1). <br/><br/>Vorliegend waren die Eheleute im Zeitpunkt ihres Gesuches um Steuererlass noch zusammen, haben sich dann aber in der Folge getrennt. Das kantonale Steueramt hat nach Kenntnisnahme von der Trennung der gesuchstellenden Ehegatten in seinem Erlassentscheid richtigerweise die Voraussetzungen für einen Steuererlass für beide Ehegatten separat geprüft und ist zum Schluss gekommen, dass bei keinem der Gesuchsteller Erlassgründe gegeben sind. Wegen der subjektiven Wirkung dieses Erlassentscheids und weil der Ehegatte der Gesuchstellerin selber keine Beschwerde erhoben hat, ist allein die Gesuchstellerin Partei des vorliegenden Verfahrens. Der Gesuchsteller ist in das Verfahren vor Verwaltungsgericht nicht einzubeziehen. Für ihn ist der Erlassentscheid vielmehr infolge unbenutzten Fristablaufs bereits in Rechtskraft erwachsen (E. 2.2). <br/><br/>Anders als bei der Beschwerde gegen Entscheide des Steuerrekursgerichts besteht bei der Beschwerde gegen Entscheide des kantonalen Steueramts kein Novenausschluss, weil das Verwaltungsgericht hier als einziges Gericht amtet. Infolgedessen sind bis zum Ablauf der Beschwerde neue tatsächliche Behauptungen und Beweismittel zulässig (E. 1.2). Die von der Gesuchstellerin im Beschwerdeverfahren eingereichten Belege sinddeshalb vom kantonalen Steueramt zu Recht nachträglich berücksichtigt worden (E. 3.2). Gleichwohl ist das kantonale Steueramt in seiner Beschwerdeantwort zu dem Schluss gelangt, dass sich die Beschwerdeführerin in keiner Notlage befände. Dieser Auffassung muss zugestimmt werden, da der Beschwerdeführerin ein Überschuss resultiert, der es ihr erlaubt, die Steuerschuld in zumutbarer Weise in ein paar Monaten zu begleichen (E. 3.2). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHEGATTENBESTEUERUNG">EHEGATTENBESTEUERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHEGATTENHAFTUNG">EHEGATTENHAFTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOVENRECHT">NOVENRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERERLASS">STEUERERLASS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 13 Abs. 1 DBG</span><br/><span class="gerade">Art. 113 Abs. 1 DBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 113 Abs. 3 DBG</span><br/><span class="gerade">Art. 140 Abs. 3 DBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 167 Abs. 1 DBG</span><br/><span class="gerade">Art. 1 Abs. 1 EV</span><br/><span class="ungerade">Art. 2 Abs. 1 EV</span><br/><span class="gerade">Art. 2 Abs. 2 EV</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 Abs. 1 EV</span><br/><span class="gerade">Art. 3 Abs. 2 EV</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 Abs. 3 EV</span><br/><span class="gerade">Art. 9 Abs. 1 EV</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 Abs. 2 EV</span><br/><span class="gerade">Art. 24 Abs. 1 EV</span><br/><span class="ungerade">Art. 93 SchKG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=17336" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">SB.2012.00008</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">27. Juni 2012</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Martin Zweifel, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Ewa Surdyka. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch das kantonale Steueramt, Dienstabteilung Direkte Bundessteuer,<a id="BT_Z_PLZ_N"></a></span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Steuererlass<br/> (Direkte Bundessteuer),</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Eheleute A und B ersuchten am 29. Juli 2009 um Erlass der direkten Bundessteuer 2007 im Betrag von Fr. â¦ (richtig: Fr. â¦). Zur BegrÃ¼ndung machten sie einen krankheitsbedingten Erwerbsausfall des Ehemannes geltend. In der Folge verlangte das kantonale Steueramt, Dienstabteilung Bundessteuer, von den Gesuchstellenden Belege und Angaben zu ihren aktuellen Einkommens- und VermÃ¶gensverhÃ¤ltnissen. Dieser Aufforderung kam der Gesuchsteller mit Eingaben vom 16. Mai 2011 und 8. Juni 2011 nur unvollstÃ¤ndig nach, indem er dem kantonalen Steueramt mitteilte, sich in der Zwischenzeit von seiner Ehefrau getrennt zu haben und nunmehr alleinstehend zu sein. Ferner verfÃ¼ge er mangels AnstellungsverhÃ¤ltnisses und Wohnung weder Ã¼ber einen Lohnausweis noch Ã¼ber einen Mietvertrag. Seinem Schreiben beigelegt war einzig eine PrÃ¤mienrechnung seiner Krankenkasse. Mit separater Eingabe vom 12. November 2011 bestÃ¤tigte die Gesuchstellerin die zwischenzeitlich erfolgte Trennung von ihrem Ehemann und erteilte die verlangten AuskÃ¼nfte Ã¼ber ihre wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnisse, die sie teilweise auch mit entsprechenden Unterlagen belegte. </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Entscheid vom 4. Januar 2012 wies das kantonale Steueramt das Erlassgesuch ab. Es stellte sich auf den Standpunkt, dass bei keinem der Gesuchstellenden eine Notlage, die einen Steuererlass gemÃ¤ss Art. 167 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die direkten Bundessteuern (DBG) rechtfertige, ausreichend erstellt worden sei. WÃ¤hrend der Ehemann es unterlassen habe, hinreichend Unterlagen Ã¼ber seine finanziellen VerhÃ¤ltnisse einzureichen und so seine Notlage substanziiert darzustellen, Ã¼bersteige das Einkommen der Ehefrau, das gemÃ¤ss ihren eigenen Angaben Fr. â¦ betrage, das auf sie entfallende betreibungsrechtliche Existenzminimum von Fr. â¦ monatlich im Betrag von Fr. â¦, sodass die ausstehende Steuerschuld innerhalb eines Zeitraums von mindestens drei Monaten beglichen werden kÃ¶nne. An dieser Feststellung Ã¤ndere auch die von der Gesuchstellerin geltend gemachte Ãberschuldung nichts. Denn gemÃ¤ss Art. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 der Steuererlassverordnung des EidgenÃ¶ssischen Finanzdepartements vom 19. Dezember 1994 (EV) solle ein Steuererlass in erster Linie der gesuchstellenden Person zugutekommen und nicht anderen GlÃ¤ubigern. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 3. Februar 2012 beantragte die Gesuchstellerin dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des angefochtenen Entscheids mit der BegrÃ¼ndung, dass ihr, entgegen der Ansicht des kantonalen Steueramts, kein EinnahmenÃ¼berschuss resultiere und es ihr deshalb nicht mÃ¶glich sei, die Steuerschuld ratenweise zurÃ¼ckzubezahlen. Zum Nachweis reichte sie zahlreiche Belege ein, insbesondere Ã¼ber bezahlte und zu bezahlende AHV-BeitrÃ¤ge fÃ¼r SelbstÃ¤ndigerwerbende, die PrÃ¤mien fÃ¼r Hausrat-, Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung, die monatlichen Leasingraten fÃ¼r das zur AusÃ¼bung der selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit notwendige Automobil und die damit zusammenhÃ¤ngenden Ã¼brigen Kosten sowie die unter die Jahresfranchise fallenden und von der Gesuchstellerin tatsÃ¤chlich zu bezahlenden Gesundheitskosten. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das kantonale Steueramt schloss nach Anpassung der Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums an die nunmehr vorliegenden Zahlen der Gesuchstellerin auf Abweisung der Beschwerde, da selbst bei BerÃ¼cksichtigung der erst im Beschwerdeverfahren nachgewiesenen Ausgaben der Gesuchstellerin noch ausreichend finanzielle Mittel zur VerfÃ¼gung stÃ¼nden, den Steuerausstand in HÃ¶he von Fr. â¦ ratenweise in mindestens neun Monaten zu begleichen. Ãberdies seien der beschwerdefÃ¼hrenden Gesuchstellerin die Kosten des Beschwerdeverfahrens unabhÃ¤ngig von dessen Ausgang aufzuerlegen, da sie sÃ¤mtliche im Beschwerdeverfahren nachgereichten Unterlagen bereits im Vorverfahren hÃ¤tte einreichen kÃ¶nnen und das Beschwerdeverfahren so hÃ¤tte vermieden werden kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen nach Art. 140 Abs. 3 DBG alle MÃ¤ngel des angefochtenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens gerÃ¼gt werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Ob bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen entsprechend dem klaren Wortlaut von Art. 2 Abs. 1 Satz 1 EV ein Anspruch auf Steuererlass besteht (zustimmend Martin Zweifel/Hugo Casanova, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, ZÃ¼rich 2008, § 31 N. 3 und 8; verneinend BGr, 27. Juni 2008, 2D_63/2008, E. 1.2; BGE 122 I 373 E. 1; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann/Hans Ulrich Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., ZÃ¼rich 2009, Art. 167 DBG N. 4), kann letztlich offengelassen werden. Denn die ErlassbehÃ¶rde muss bei der Beurteilung, ob die Erlassvoraussetzungen im Einzelfall erfÃ¼llt sind, ohnehin der Natur der Sache entsprechend Ã¼ber ein (pflichtgemÃ¤ss auszuÃ¼bendes) Ermessen verfÃ¼gen (vgl. Ernst Blumenstein/Peter Locher, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. A., ZÃ¼rich 2002, S. 348; Michael Beusch in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2b, 2. A., Basel 2008, Art. 167 DBG N. 8).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dementsprechend hat sich das Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren bei Anfechtung eines Erlassentscheids auf die PrÃ¼fung zu beschrÃ¤nken, ob das kantonale Steueramt das ihm zustehende Ermessen rechtsverletzend ausgeÃ¼bt hat.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Anders als bei der Beschwerde gegen Entscheide des Steuerrekursgerichts besteht bei der Beschwerde gegen Entscheide des kantonalen Steueramts kein Novenausschluss, weil das Verwaltungsgericht hier als einziges Gericht amtet. Infolgedessen sind bis zum Ablauf der Beschwerde neue tatsÃ¤chliche Behauptungen und Beweismittel zulÃ¤ssig.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Ehegatten, die in rechtlich und tatsÃ¤chlich ungetrennter Ehe leben, haften gemÃ¤ss Art. 13 Abs. 1 DBG solidarisch fÃ¼r die Gesamtsteuer. SteuersolidaritÃ¤t bedeutet, dass die gesamte Steuerschuld von jedem Ehegatten einzeln eingefordert werden kann. Wegen der Solidarhaftung der Ehegatten wirkt sich ein Steuererlass zugunsten beider Ehegatten aus. Konsequenterweise muss die ErlassbehÃ¶rde bei der Beurteilung der Frage, ob die Steuerschuld ganz oder teilweise zu erlassen ist, auf die gesamte wirtschaftliche Lage beider Ehegatten abstellen, mithin unter BerÃ¼cksichtigung der VerhÃ¤ltnisse beider Ehegatten entscheiden (Zweifel/Casanova, § 31 N. 7). Reichen die finanziellen Mittel beider Ehegatten zusammen fÃ¼r die Bestreitung des Lebensunterhalts aus, so liegt keine finanzielle Notlage des gesuchstellenden Ehegatten vor. Anders ist dagegen vorzugehen, wenn im Zeitpunkt des Erlassentscheids keine Gemeinschaftlichkeit der Mittel zwischen den Ehegatten mehr besteht, so beispielsweise wenn die Ehegatten zwischenzeitlich geschieden sind oder getrennt leben. In diesen FÃ¤llen ist eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung der Ehegatten unzulÃ¤ssig. Die SteuererlassgrÃ¼nde sind vielmehr bei jedem Ehegatten einzeln und individuell zu prÃ¼fen, und es kann nur demjenigen Ehegatten ein Erlass gewÃ¤hrt werden, bei dem der geltend gemachte Erlassgrund erfÃ¼llt ist. Mit anderen Worten hat die GewÃ¤hrung eines Steuererlasses zugunsten eines getrennt lebenden Ehegatten nur subjektive Wirkung und gilt nicht fÃ¼r den anderen Ehegatten (Rolf Hartl, Die verfahrensrechtliche Stellung der gemeinsam steuerpflichtigen Ehegatten und ihre Haftung, Diss. ZÃ¼rich 1989, S. 187). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Laut Art. 113 Abs. 1 DBG Ã¼ben Ehegatten, die in rechtlich und tatsÃ¤chlich ungetrennter Ehe leben, die nach diesem Gesetz dem Steuerpflichtigen zukommenden Verfahrensrechte und -pflichten gemeinsam aus. Ein im Steuerveranlagungsverfahren durch einen Ehegatten erhobenes Rechtsmittel entfaltet auch Rechtswirkung gegenÃ¼ber dem nicht handelnden Gatten (vgl. Art. 113 Abs. 3 DBG). Handelt bloss ein Ehegatte, vermutet also das Gesetz, dass der nichthandelnde bzw. sÃ¤umige Ehegatte durch den handelnden Gatten vertreten wird (vgl. RB 1989 Nr. 32; VGr, 10. September 2003, SB.2002.00092, E. 3). Diese gesetzliche Vertretungsvermutung folgt aus dem materiellen Recht, das wegen der IdentitÃ¤t und Unteilbarkeit des Steuerobjekts eine einheitliche Veranlagung der Eheleute erfordert (Martin Zweifel in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2b, 2. A., Basel 2008, Art. 113 N. 3). Sie greift mithin nur bei gemeinsamer Veranlagung der Ehegatten und innerhalb des Veranlagungsverfahrens. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Das kantonale Steueramt hat nach Kenntnisnahme von der Trennung der gesuchstellenden Ehegatten in seinem Erlassentscheid vom 4. Januar 2012 richtigerweise die Voraussetzungen fÃ¼r einen Steuererlass fÃ¼r beide Ehegatten separat geprÃ¼ft und ist zum Schluss gekommen, dass bei keinem der Gesuchsteller ErlassgrÃ¼nde gegeben sind. Wegen der subjektiven Wirkung dieses Erlassentscheids und weil der Ehegatte der Gesuchstellerin selber keine Beschwerde erhoben hat, ist allein die Gesuchstellerin Partei des vorliegenden Verfahrens. Der Gesuchsteller ist in das Verfahren vor Verwaltungsgericht nicht einzubeziehen. FÃ¼r ihn ist der Erlassentscheid vom 4. Januar 2012 vielmehr infolge unbenutzten Fristablaufs bereits in Rechtskraft erwachsen. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Dem Steuerpflichtigen, fÃ¼r den infolge einer Notlage die Bezahlung der Steuer, eines Zinses oder einer Busse wegen Ãbertretung eine grosse HÃ¤rte bedeuten wÃ¼rde, kÃ¶nnen gemÃ¤ss Art. 167 Abs. 1 DBG die geschuldeten BetrÃ¤ge ganz oder teilweise erlassen werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Eine "grosse HÃ¤rte" ist insbesondere bei einer Notlage gegeben (Beusch, Art. 167 DBG N. 18). Eine solche liegt nach Art. 9 Abs. 1 EV vor, wenn der ganze geschuldete Betrag in einem MissverhÃ¤ltnis zur finanziellen LeistungsfÃ¤higkeit der steuerpflichtigen Person steht. Bei natÃ¼rlichen Personen ist ein MissverhÃ¤ltnis insbesondere dann gegeben, wenn die Steuerschuld trotz EinschrÃ¤nkung der Lebenshaltungskosten auf das Existenzminimum in absehbarer Zeit nicht vollumfÃ¤nglich beglichen werden kann. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die ErlassbehÃ¶rde berÃ¼cksichtigt gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 1 EV bei ihrem Entscheid die gesamten wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnisse der steuerpflichtigen Person (Satz 1). Massgebend sind dabei in erster Linie die Situation im Zeitpunkt des Entscheids, daneben auch die Entwicklung seit der Veranlagung, auf die sich das Erlassbegehren bezieht, sowie die Aussichten fÃ¼r die Zukunft (Satz 2). Die BehÃ¶rde prÃ¼ft nach Art. 3 Abs. 2 EV Ã¼berdies, ob fÃ¼r die steuerpflichtige Person EinschrÃ¤nkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar sind oder gewesen wÃ¤ren. EinschrÃ¤nkungen gelten grundsÃ¤tzlich als zumutbar, wenn die Auslagen die nach den AnsÃ¤tzen fÃ¼r die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Art. 93 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 Ã¼ber Schuldbetreibung und Konkurs) sich ergebenden Lebenshaltungskosten Ã¼bersteigen. Schliesslich ist im Erlassentscheid zu berÃ¼cksichtigen, ob der steuerpflichtigen Person im Zeitpunkt der FÃ¤lligkeit eine fristgerechte Zahlung mÃ¶glich gewesen wÃ¤re (Art. 3 Abs. 3 EV).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Steuererlass soll zu einer langfristigen und dauernden Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen Person beitragen. Er hat dabei bestimmungsgemÃ¤ss der steuerpflichtigen Person selbst und nicht ihren GlÃ¤ubigern zugute zu kommen (Art.1 Abs. 1 EV).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>GrundsÃ¤tzlich ist nach Art. 2 Abs. 2 EV unerheblich, aus welchem Grund die steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist. In Art. 10 Abs. 1 EV sind als Ursachen, die zu einer Notlage fÃ¼hren, beispielhaft verschiedene GrÃ¼nde aufgezÃ¤hlt. Art. 10 Abs. 2 EV enthÃ¤lt eine EinschrÃ¤nkung zu Art. 2 Abs. 2 EV. Der Bund kann demnach nicht zugunsten anderer GlÃ¤ubiger auf seine gesetzlichen AnsprÃ¼che verzichten, wenn fÃ¼r die Ãberschuldung GrÃ¼nde wie z. B. berufliche Misserfolge, BÃ¼rgschaftsverpflichtungen, hohe Grundpfandschulden und Kleinkreditschulden als Folge eines Ã¼berhÃ¶hten Lebensstandards vorliegen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Die von der Gesuchstellerin im Beschwerdeverfahren eingereichten Belege sind infolge des in diesem Verfahren geltenden Novenrechts vom kantonalen Steueramt zu Recht nachtrÃ¤glich berÃ¼cksichtigt worden. Gleichwohl ist das kantonale Steueramt in seiner Beschwerdeantwort zu dem Schluss gelangt, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin in keiner Notlage befÃ¤nde. Denn auch nach Neuberechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums Ã¼bersteige ihr Einkommen ihre gemÃ¤ss den Richtlinien der Verwaltungskommission des Obergerichts ZÃ¼rich fÃ¼r die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September 2009 zu berÃ¼cksichtigenden Auslagen, sodass ein Ãberschuss resultiere, der es ihr erlaube, ihre Steuerschulden innert mindestens neun Monaten zu begleichen. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>GemÃ¤ss einer im Beschwerdeverfahren eingereichten eigenen Aufstellung betrÃ¤gt das Monatseinkommen der BeschwerdefÃ¼hrerin Fr. â¦ und setzt sich aus einem Lohnanteil von Fr. â¦ und einem mehr oder weniger variablen Einkommen aus selbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit in durchschnittlicher HÃ¶he von Fr. â¦ zusammen. Dem stellt die BeschwerdefÃ¼hrerin monatliche Auslagen in HÃ¶he von Fr. â¦ gegenÃ¼ber, verkennt dabei aber, dass die geltend gemachten Steuerschulden von mindestens Fr. â¦ bei der Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums nicht berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnen (BGE 95 III 39 E. 3; BGE 126 III 89 E. 3 lit. b; BGr, 17. November 2003, 7B.221/2003). Auch sind die in HÃ¶he von Fr. â¦ geltend gemachten ElektrizitÃ¤tskosten wie sÃ¤mtliche Energiekosten (ausser Heizenergie) aus dem Grundbetrag zu bezahlen. Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht keine solche Position in die Bedarfsberechnung aufgenommen. Ebenso verhÃ¤lt es sich mit den ausgewiesenen Telefon- und Internetkosten von insgesamt Fr. â¦ und den EmpfangsgebÃ¼hren fÃ¼r Radio und Fernsehen von Fr. â¦. Bei den AHV-BeitrÃ¤gen fÃ¼r SelbstÃ¤ndigerwerbende kann allein der monatliche Betrag von Fr. â¦ in Abzug gebracht werden. Nachzahlungen fÃ¼r vergangene Jahre kÃ¶nnen hingegen mangels Nachweises nicht berÃ¼cksichtigt werden. Zudem fÃ¼hrt die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrer Beschwerdeschrift selber aus, dass der Jahresbeitrag fÃ¼r 2012 erhÃ¶ht worden sei, um noch anstehende RestbetrÃ¤ge aus frÃ¼heren Beitragsperioden zu begleichen. Bei den PrÃ¤mien fÃ¼r Hausrat-, Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung ist der BeschwerdefÃ¼hrerin ein Rechnungsfehler unterlaufen. So betragen die PrÃ¤mien total Fr. â¦ und nicht wie von ihr aufgefÃ¼hrt Fr. â¦ (JahresprÃ¤mie fÃ¼r Motorfahrzeugversicherung von Fr. â¦, JahresprÃ¤mie fÃ¼r Haushalt- und Privathaftpflichtversicherung von Fr. â¦ und JahresprÃ¤mie fÃ¼r Rechtsschutzversicherung von Fr. â¦, ergibt jÃ¤hrlich Versicherungskosten von Fr. â¦ und damit monatliche Auslagen in HÃ¶he von Fr. â¦). In der Summe ergibt dies, einschliesslich des Grundbetrags, der effektiven Wohnungskosten und der KrankenkassenprÃ¤mie sowie der Leasingraten und der Ã¼brigen Kosten fÃ¼r das Auto, der Selbstbehalte und der Zahnarztkosten, Lebenshaltungskosten in HÃ¶he von Fr. â¦ und damit einen EinkommensÃ¼berschuss von Fr. â¦. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dem kantonalen Steueramt ist deshalb zuzustimmen, wenn es in seiner Beschwerdeantwort darauf hinweist, dass selbst bei BerÃ¼cksichtigung der im Vorverfahren noch nicht nachgewiesenen Auslagen immer noch eine Ãberdeckung des Existenzminimums vorlÃ¤ge, sodass die Steuerschuld in zumutbarer Weise in ein paar Monaten beglichen werden kÃ¶nne. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>Auch wenn es der BeschwerdefÃ¼hrerin bei pflichtgemÃ¤ssem Verhalten (vgl. Art. 167 Abs. 2) schon im Erlassverfahren vor dem kantonalen Steueramt mÃ¶glich gewesen wÃ¤re, die Belege Ã¼ber ihre tatsÃ¤chlichen Auslagen zu den Akten zu reichen, ist praxisgemÃ¤ss gestÃ¼tzt auf Art. 24 Abs. 1 EV in Verbindung mit Art. 144 Abs. 3 von einer Kostenauflage an die unterliegende BeschwerdefÃ¼hrerin abzusehen. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>Die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht ist in SteuererlassfÃ¤llen ausdrÃ¼cklich ausgeschlossen (Art. 83 lit. m BGG). Da das Gesetz nach Ansicht des Bundesgerichts keinen unbedingten Rechtsanspruch auf Erlass der Steuer gewÃ¤hrt, steht auch die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nicht zur VerfÃ¼gung (BGr, 27. Juni 2008, 2D_63/2008), es sei denn, es werde die Verletzung verfassungsrechtlicher Verfahrensgarantien gerÃ¼gt. </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 80.- Zustellkosten,<br/> Fr. 580.- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Mitteilung anâ¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>