Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. August 2014 (720 18 80 / 212) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beweiswürdigung; kein Anlass, an einem verwaltungsexternen Gutachten konkret zu zweifeln und das Fehlen einer psychiatrischen Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits- fähigkeit in Frage zu stellen. Auf ein strukturiertes Beweisverfahren kann verzichtet wer- den, weil den gegenteiligen Einschätzungen der behandelnden Ärzte kein Beweiswert beigemessen werden kann. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____, Beschwerdeführer , vertreten durch Erich Züblin , Advokat , Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1965 geborene A.____ ist seit dem 1. April 1 984 bei der B.____ angestellt. Seit dem 30. November 2015 ist ihm eine vollständige Arbeits unfähigkeit attestiert worden. In der Folge hat er entsprechende Krankentaggelder bezogen. Am 1 5. April 2016 hat er sich unter Hinweis Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf Depressionen, Nacken- und Schulterschmerzen, Atemprob leme, eine Energielosigkeit, chronische Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen sowie Knieprobleme bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. A m 29. November 2016 teilte ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit, dass kei ne Eingliederungsmassnahmen möglich seien und der Anspruch auf eine IV-Rente geprüft werde. Im Dezember 2016 hat der Versicher- te bei der B.____ wieder ein reduziertes Pensum aufgen ommen. Nach Abklärung der erwerbli- chen und gesundheitlichen Verhältnisse, namentlich nach Ei nholung eines bidisziplinären Gut- achtachtens der Dres. C.____ und D.____ vom 13. bzw. 14. März 2017, sowie nach Durchfüh- rung des Vorbescheidverfahrens hat die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. Februar 2018 den Ren- tenanspruch mit der Begründung abgelehnt, dass der V ersicherte im Wartejahr zwar aus psy- chiatrischer Sicht vollständig arbeitsunfähig, anschliessend aber in der angestammten Tätigkeit wieder vollständig arbeitsfähig gewesen sei. B. Hiergegen hat der Versicherte, vertreten durch Advok at Erich Züblin, am 5. März 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landsch aft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde erheben lassen. Er hat beantragt, es sei ihm in Auf- hebung der angefochtenen Verfügung ab 1. Dezember 2 016 mindestens eine Viertelsrente der IV auszurichten. Ferner sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Mit verfahrenslei- tender Verfügung vom 19. April 2018 hat das Kantonsg ericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mangels Bedürftigkeit abgewiesen. C. Die IV-Stelle hat mit Vernehmlassung vom 19. Apri l 2018 auf Abweisung der Beschwer- de geschlossen. Auf die Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen einzu- gehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 kann gegen Verfügungen der kantonal en IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsgericht ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 örtlich und sachlich zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formge recht eingereichte Beschwerde ist dem- nach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% ar beitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3. Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine IV-Rente besitzt. Strittig ist insbesondere, in welchem Ausmass und seit wann der Versiche rte aufgrund seiner gesundheit- lichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 3.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleib t folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesund heitlichen Beeinträchtigung handelt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwort ung die Verwaltung und die Gerichte ebenso wie für die Feststellung der medizinischen Verhä ltnisse generell auf Unterlagen ange- wiesen sind, die von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozial- versicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswü rdigung (Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bind ung an förmliche Beweisregeln, sowie um- fassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass d as Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stamme n, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf das Geri cht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizini- sche These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärzt lichen Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, au f allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussf olgerungen der Expertin oder des Ex- perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswe rt ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der ei ngereichten oder in Auftrag gegebe- nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Nichts desto trotz ist den im Rahmen de s Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3.3 Die Annahme insbesondere einer allenfalls invalidisi erenden psychischen Gesundheits- beeinträchtigung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gest ellte Diagnose nach einem wissen- schaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmä ssig abzugeltenden psychischen Lei- den belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokultu rellen Umständen allerdings kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundhei tsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt deshalb in j edem Fall ein medizinisches Substrat vo- raus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich b eeinträchtigt. Ist eine psychische Stö- rung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weit eren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeu tischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann , zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähig keit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entsc heidend ist vielmehr, ob anzuneh- men ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 127 V 294 E. 4c in fine). Zu den psychischen Gesundheitsschäden gehören nebe n den eigentlichen Geisteskrank- heiten auch seelische Abwegigkeiten mit Krankheitswert. Nicht als Auswirkungen einer krank- haften seelischen Verfassung und damit invalidenversicherun gsrechtlich nicht als relevant gel- ten indessen jene Beeinträchtigungen der Erwerbsfähi gkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, Arbeit in ausreichend em Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend ob jektiv bestimmt werden muss (BGE 131 V 50 f. E. 1.2, 130 V 353 E. 2.2.1; je mit Hinweisen). 3.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozialversiche- rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge setz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforde rungen nicht. Das Gericht hat viel- mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Ein An- spruch auf Leistungen besteht demnach nur, wenn auch dess en Voraussetzungen mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 3.5 Nach ständiger Rechtsprechung hat das Sozialversicherung sgericht die Gesetz- mässigkeit angefochtener Verwaltungsverfügungen in der R egel nach dem Sachverhalt zu be- urteilen, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorg elegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Daraus folgt, dass für die Beurteilung der künftig massgeben- den Verhältnisse grundsätzlich jener medizinische Sachverh alt massgebend ist, wie er im Zeit- punkt des Erlasses der vorliegend angefochtenen Verfügung der IV-Stelle vom 2. Februar 2018 vorgelegen hat. 4.1 Im Zentrum der medizinischen Aktenlage steht das rheu matologisch-psychiatrische Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 13. bzw. 14 . März 2017. In seinem Gutachten vom 13. März 2017 erhob Dr. med. C.____, FMH Rheumato logie und Innere Medizin, in rheu- matologischer Hinsicht keine Diagnosen mit Auswirkung au f die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswir- kung seien eine Periarthropathie humeroscapularis (PHS ) rechts mit leichtem Impingement so- wie ein leichtes Zervikovertebralsyndrom bei Fehlform in Form eines Rundrückens mit Kopf- propulsion und altersentsprechenden degenerativen Ver änderungen zu erheben. Die klinische Untersuchung zeige einen Patienten, der sich ohne Beei nträchtigung das Oberteil über den Kopf ausziehe. Eine Schulterbeeinträchtigung sei nicht sichtbar. Auch die Hosen würden ohne Beeinträchtigung im Stehen ausgezogen. Kraft, Sensibi lität und Reflexbild an den oberen und unteren Extremitäten seien unauffällig. Der Explorand zeige für einen Rechtshänder ein gutes Umfangplus am rechten Arm. Der periphere Gelenkstatus im Bereich der Hände und Ellenbo- gen falle unauffällig aus. Rechts werde die Schulter schm erzbedingt etwas weniger als links abduziert. In der Flexion sei eine seitengleiche Bewegl ichkeit festzustellen gewesen. Beim Jo- be-Test habe der Explorand auf der rechten Seite leich te Schmerzen angegeben. Die Rotato- renmanschetten-Testungen seien hingegen normal und kräft ig ausgefallen. Es bestehe eine Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht diffuse, nicht eindeutig zuzuordnende Druckdolenz im Bere ich der ganzen rechten Schulter. Rein formal könne man die Problematik als PHS mit leich tem Impingement bezeichnen. Eine passive Einschränkung gegenüber der linken Seite bestehe nicht. Zusammengefasst fielen die Befunde bescheiden aus. Der übrige Gelenkstatus sei alt ersentsprechend und normal. Insbe- sondere die linke Schulter, an welcher der Patient sei t Kurzem ebenfalls Schmerzen angebe, sei völlig unauffällig. Die konventionellen Röntgenbilder der rechten Schulter und die hausärztli- chen Laborergebnisse seien ebenfalls unauffällig. In der bisherigen Tätigkeit als Zustellbeamter bei der B.____ bestehe bezogen auf ein Ganztagespensum eine volle Arbeitsfähigkeit. In Be- zug auf eine Verweistätigkeit sei es rein theoretisch sich erlich ungünstig, wenn der Explorand repetitiv im körperlich schweren Bereich mit dem rechten A rm Arbeiten über Schulterhöhe ver- richten müsse. Derartige Bewegungen hätten bei seinem T ätigkeitsprofil anamnestisch aber nicht erhoben werden können. Die Arbeitsunfähigkeit ab Ende November 2015 sei aus psychi- atrischen Gründen attestiert worden. Rein somatisch habe nie eine Arbeitsunfähigkeit bestan- den, die Arbeitsfähigkeit sei in somatischer Hinsicht je derzeit voll vorhanden gewesen. Der Ex- plorand gebe an, dass er eine Korrelation der Schulter beschwerden mit seinem psychischen Zustand bemerkt habe. Immer wenn er psychisch unter Druck gestanden sei, hätten sich seine Schulterbeschwerden verstärkt. Dies dokumentiere klar, dass die Beschwerden nicht rein me- chanischer Natur, sondern zu einem grossen Teil ein somatischer Ausdruck seiner psychischen Befindlichkeit seien. Somatisch wäre es sinnvoll, wenn d er Explorand seine Arbeitsfähigkeit auf sein übliches Pensum steigern würde. Dies sei ihm zumutbar. In psychiatrischer Hinsicht erhob Dr. med. D.____ in seine m Gutachten vom 14. März 2017 ebenfalls keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits fähigkeit. Ohne Einfluss auf die Ar- beitsfähigkeit seien eine rezidivierende depressive Störun g gegenwärtig remittiert sowie eine Schmerzverarbeitungsstörung zu diagnostizieren. Den anam nestischen Angaben des Versi- cherten könne entnommen werden, dass dieser eigentlich seit fünfzehn Jahren unter Depressi- onen leide. Im Herbst 2015 sei er zunehmend in eine E rschöpfung geraten, weil der Arbeits- druck zugenommen habe. Seither befinde er sich bei seiner Psychiaterin in Behandlung, die er einmal im Monat sehe. Er leide unter Schulterbeschwe rden rechts, die zum Teil auch in die lin- ke Schulter ausstrahlen würden. Regelmässig nehme er jed och keine Schmerzmittel ein. 2016 sei er während fünf Wochen in der psychiatrischen Klinik E. ____ behandelt worden. Nach die- sem Aufenthalt sei es ihm deutlich besser gegangen. Er l eiste aktuell nur Innendienst, diese Arbeit sei weniger belastend. Er hoffe, später wieder mehr Kraft zu haben, um wenigstens teil- weise wieder im Aussendienst arbeiten zu können. Zu den Eltern und seiner Schwester habe er immer eine gute Beziehung gehabt. Mit seiner Mutter u nd der Schwester pflege er einen regel- mässigen Kontakt; den getrennt im Ausland lebenden Vater besuche er einmal im Jahr. Im Jah- re 2009 habe er einen Überfall erlebt. Er habe etwa neun Monate gebraucht, um diesen Überfall zu verkraften. Mit seinem Chef verstehe er sich sehr gut. Dieser sei verständnisvoll und nehme Rücksicht. Finanzielle Probleme habe er keine. Er fühle si ch alleine wohl. Er könne sehr gut schlafen und habe keinerlei Probleme aufzustehen. Aktuel l arbeite er von sechs bis halb zehn Uhr morgens, suche dann meist in Begleitung eines Arbe itskollegen ein Café auf oder besuche einen Kollegen auf einem Bauernhof. Zurück zu Hause küm mere er sich um den Haushalt, den er selbständig führe. Regelmässig trainiere er auf dem Hometrainer und gehe spazieren. Wenn er Zeit habe, male er. Das Malen habe er während des Klinikaufenthalts für sich neu entdeckt. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mit Kollegen und Kolleginnen gehe er gerne auswärts essen und mache mit ihnen regelmässig Spaziergänge. Abends lese er, interessiere sich für frem de Kulturen, sehe fern. Er sei kein ängstlicher Typ. Einzig während seiner Krise im Jahre 20 15 habe er manchmal Zukunftsängste verspürt. Davon habe er sich völlig erholt. Dem psychopat hologischen Befund zufolge sei der Explorand freundlich und kooperativ gewesen. Seine Sti mmung sei ausgeglichen, die Psycho- motorik lebhaft gewesen. Der Antrieb sei nicht vermind ert, die Stimmung ausgeglichen, der af- fektive Kontakt gut. Der Explorand habe einen wachen E indruck gemacht und sei bewusst- seinsklar gewesen. Während der Untersuchung habe er nie Zeichen einer Konzentrations- schwäche gezeigt. Die Merkfähigkeit und Gedächtnisleist ungen seien intakt gewesen. Er habe einen klaren und guten Bezug zur Realität und zu sein er Person aufgewiesen und weder über Ängste noch über Phobien berichtet. Aus seinen Schilder ungen hätten sich keine Hinweise auf Veränderungen der Stimmung und des Antriebs im Tagesver lauf ergeben. Der psychiatrischen Beurteilung zufolge könne keine Angststörung festgeste llt werden. Diagnostisch handle es sich um eine rezidivierende, gegenwärtig remittierte depressive Störung. Der Umstand, wonach sich der Explorand aufgrund der Schmerzen auch in seiner A rbeitsfähigkeit beeinträchtigt fühle, las- se sich durch die somatischen Befunde nicht objektivieren. Diese Beschwerden seien gering- gradig überlagert und es könne eine Schmerzverarbeitung sstörung diagnostiziert werden. Der Explorand leide weder unter psychosozialen Belastungen no ch unter schweren quälenden Schmerzen. Es würden auch keine Therapien durchgeführt, der Explorand nehme nur gelegent- lich Schmerzmittel ein. Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne somit nicht gestellt werden. Er sei weder im Alltag noch in der Umsetzung seiner Ressourcen durch eine psychiatrische Störung beeinträchtigt. Sowohl in der bisherigen als auch in jeder anderen beruflichen Tätigkeit bestehe seit Dezember 2 016 aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit. Von November 2015 bis November 2016 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestanden. Da aus rheumatologischer Sicht keine E inschränkung in der Arbeitsfähigkeit bestehe, gelte in polydisziplinärer Hinsicht das psychiatrische Gutachten als Gesamtbeurtei- lung. 4.2 Der strittigen Angelegenheit liegen sodann diverse weitere ärztliche Unterlagen zu Grunde. 4.2.1 Gemäss Arztbericht von Dr. med. F.____, FMH Allg emeine Medizin, vom 26. April 2016 sei mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine re zidivierende depressive Störung gegenwär- tig mittelgradige Episode zu diagnostizieren. Ohne Ausw irkung auf die Arbeitsfähigkeit sei ein Verdacht auf eine generalisierte Angststörung, differen tialdiagnostisch eine Somatisierungsstö- rung, zu erheben. Der Patient sei total ausgelaugt, unruhig, nervös und gestresst. Er klage über Schmerzen im Nacken, welche sich nach zweimaliger Physiothe rapiesitzung gebessert hätten, aber noch nicht ausgeklungen seien. Er fühle sich am Arbeitsplatz gestresst und sei rasch über- fordert. Das Procedere sei eine Physiotherapie für Nacken verspannungen. Empfohlen werde ein Aufenthalt in der Klinik E.____. Die Arbeitsfähi gkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit be- trage seit Ende November 2015 vorerst 100%. Physisch best ünden keine Einschränkungen. Psychisch sei der Patient nicht belastbar. Seine Konzentration sei vermindert. Mit einer Wieder- aufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. einer Erhöhun g der Einsatzfähigkeit könne aber ge- rechnet werden (IV-Dok 16). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2.2 Dem Austrittsbericht der E.____ vom 17. Juni 2016 ist zu entnehmen, dass hauptdiag- nostisch eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärt ig mittelgradige Episode, zu erhe- ben sei. Als Nebendiagnosen werden in diesem Bericht eine generalisierte Angststörung, eine belastete Familienanamnese sowie ein Zervikobrachial- Syndrom rechts aufgeführt. Der Patient sei am 27. April 2016 in die Klinik eingetreten, weil sich sein Gesundheitszustand trotz intensi- ver medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung nur leicht gebessert habe. Beim Eintritt sei er wach, bewusstseinsklar und allseits orien tiert, im Denken jedoch leicht verlang- samt gewesen. Es habe eine mittelgradige Störung der Vitalgefühle festgestellt werden können. Zu Beginn der Therapie sei eine deutliche depressive Sym ptomatik vorhanden gewesen. Beim Austritt habe er mehr Vertrauen in sich selbst gewonnen. Dies habe zur Folge gehabt, dass er sich auch am Wochenende privat mit einem früheren Kollegen getroffen habe und sein soziales Netzwerk wieder aufgebaut habe. Aufgefallen seien in s omatischer Hinsicht Myogelosen über beiden Schultern und eine schmerzhafte Beweglichkeit im rechten Schultergelenk. Die Be- schwerden an der rechten Schulter hätten sich trotz geziel ter Behandlungen nicht verbessert. Bis zum 12. Juni 2016 sei eine vollständige Arbeitsunfähi gkeit attestiert worden. Für die Zeit danach erfolge die Beurteilung durch die weiterbehandelnden Ärzte (IV-Dok 18). 4.2.3 Gemäss Arztbericht von Dr. med. G.____, FMH Psychia trie und Psychotherapie, vom 7. September 2016 seien aktuell mit Einfluss auf die A rbeitsfähigkeit eine leichte bis mittel- schwere depressive Episode bei rezidivierend depressiver Störu ng, eine generalisierte Angst- störung bzw. differentialdiagnostisch eine ängstlich-vermei dende Persönlichkeitsstörung zu di- agnostizieren. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe ein rechtsseitiges Zervikobrachial- Syndrom. Der Patient lebe alleine und verbringe das W ochenende meist bei seiner Schwester. Zudem besuche er oft auch seine Mutter. Ausser mit Arb eitskollegen pflege er keine weiteren Sozialkontakte. Aufgrund der psychischen Situation sei es i hm nicht mehr zumutbar, in seinem langjährigen Beruf weiter zu arbeiten. An einer and eren Arbeitsstelle, wie beispielsweise im Büro, könnte jedoch wieder eine Arbeitsfähigkeit aufgebaut werden. Daher werde eine Umschu- lung beantragt. Der Patient sei wach und allseits ori entiert. Er wirke aber unbeholfen, unsicher und Hilfe suchend. Mimik und Gestik seien reduziert. Ausser der Familie pflege er kaum soziale Kontakte. Das Denken wirke verlangsamt, sei jedoch logi sch, kohärent und ohne Anzeichen eines psychotischen Erlebens. Eine Suizidalität bestehe ni cht. Dem Patienten sei es aus psy- chiatrischen Gründen nicht mehr zumutbar, vollumfänglich bei seinem bisherigen Arbeitgeber zu arbeiten. Es bestünden Versagensängste, Minderwertigkeitsgefühle, eine Unsicherheit, sozi- ale Ängste, eine innere Unruhe und Anspannung, ein so zialer Rückzug, eine Kraftlosigkeit so- wie eine fehlende Lebensfreude. Diese Einschränkungen wirkten sich bei der Arbeit in Form einer geringen Stresstoleranz sowie einer Gefahr eine r erneuten Depression mit Suizidgedan- ken aus. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Die Einschränkungen liessen sich durch medizinische Massnahmen jedoch verhindern. Durch eine Umschulung in einen Beruf mit leichterer Arbeit, welche weniger Sozialkontakte nötig machen würde, liessen sich die Ein- schränkungen verhindern. Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden (IV-Dok 20). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2.4 Dem Arztbericht von Dr. med. H.____, FMH Rheuma tologie, vom 8. Dezember 2016 kann entnommen werden, dass der Patient seit 6. November 2015 vermutlich wegen eines Burnout-Syndroms arbeitsunfähig sei und sich in psychiatrisc her Betreuung befinde. Es liege ein begleitendes, leichtes Impingement-Syndrom der re chten Schulter vor. Diesbezüglich sollte unter Physiotherapie bald eine Besserung eintreten. Med ikamente seien in somatischer Hin- sicht keine abgegeben worden. Die Arbeitsunfähigkeit sei durch die psychische Erkrankung begründet, welche jedoch nicht beurteilt werden könne. Im Moment sei der Patient vorüberge- hend durch die Schulterproblematik etwas behindert. Tät igkeiten bis Tischhöhe seien jedoch ohne Behinderung durchführbar. Bis auf Überkopfarbeite n und das Besteigen von Leitern und Gerüsten seien im Zusammenhang mit der rechten Schulte r ausser einem zusätzlichen Tragli- mit von drei bis vier Kilogramm keine Einschränkungen zu attestieren (IV-Dok 34, S. 2 ff.). Die- sem Arztbericht beigelegt ist ein Bericht über ein rheum atologisches Konsilium von Dr. H.____ vom 26. Oktober 2016. Daraus geht hervor, dass an der r echten Schulter ein chronifiziertes Impingement der Supraspinatussehne vorliege. Seit Jahre sbeginn habe der Patient Mühe mit Tätigkeiten über Kopf, bei der seitlichen Elevation sowie beim Liegen auf der Schulter. Die erst sieben Mal durchgeführte Physiotherapie habe noch keine r elevante Besserung, eine Trigger- punkt-Therapie jedoch eine vorübergehende Linderung der Beschwerden gebracht. Eine Physi- otherapie sei angezeigt. Derart chronifizierte Schult ern seien in der Behandlung meist hartnä- ckig und langwierig. Sie würden nicht selten bis drei Mal eine physiotherapeutische Behandlung benötigen (IV-Dok 34, S. 6 f.). 4.2.5 Gemäss Zeugnis von Dr. G.____ vom 7. August 201 7 seien eine rezidivierende de- pressive Störung gegenwärtig remittiert, eine Dysthymie b zw. differentialdiagnostisch eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung, sodann eine Pa nikstörung und eine beginnende Somatisierungsstörung bei chronifiziertem Impingement d er rechten Supraspinatussehne zu diagnostizieren. Panikattacken bei der Arbeit seien ke ine mehr aufgetreten, jedoch fühle sich der Patient weiterhin nicht ganz wohl, sondern müde, angeschlagen und wenig belastbar. Er habe zudem grosse Angst, bei der Arbeit wieder Panikatt acken zu erleben und zu versagen. Sein sozialer Rückzug und die sehr wenigen engen Bezugspersonen sowie das Vermeiden von Konflikten und die interaktionellen Schwierigkeiten würden auf eine Beziehungs- bzw. Persön- lichkeitsstörung hindeuten. Bei zunehmendem Druck reagiere der Patient mit stärkerer Ausprä- gung der depressiven Symptome und völligem Rückzug. Seine F lexibilität und Durchhaltefähig- keit sei deutlich reduziert. Zudem arbeite er langsam und brauche für die gleiche Arbeit deutlich mehr Zeit als seine Arbeitskollegen. Ein erster Arbeitsv ersuch habe im Dezember 2016 begon- nen. Im Verlauf sei es gelungen, wieder mit kürzeren S trecken im Aussendienst zu arbeiten. Seit 7. August 2017 bestehe wieder eine Arbeitsfähig keit im Umfang von 40%. Eventuell könne eine 50 bis 55%-ige Arbeitsfähigkeit erreicht werden. Eine vollständige Arbeitsfähigkeit werde aufgrund der beschriebenen Problematik jedoch kaum erreichbar sein (IV-Dok 57). 4.2.6 Gemäss Bericht von Dr. med. I.____, FMH Psychiatri e und Psychotherapie, regional- ärztlicher Dienst der IV-Stelle (RAD), vom 18. August 2 017 präsentiere die behandelnde Psy- chiaterin Dr. H.____ keine Diagnosen, die unter versicher ungsmedizinischen Kriterien eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen könnten. Besch rieben würden ein zwar unsicher und unbeholfen wirkender Patient, der jedoch auch wach und mnestisch unauffällig sei und dessen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Denken als logisch und kohärent eingestuft werde. Annäh ernd gleich lautende psychopatholo- gische Eckpunkte habe auch Dr. D.____ erheben können. Übereinstimmend bestätige auch Dr. H.____ weiterhin eine remittierte depressive Störung u nd nenne eine Dysthymie. Wie die zuge- hörigen psychopathologischen Befunde belegen würden, sei damit aus versicherungsmedizini- scher Sicht allerdings keine Arbeitsunfähigkeit begründb ar. Konkrete kognitive Einschränkun- gen, die den Versicherten bei seiner Tätigkeit massgebli ch limitieren könnten, würden nicht ge- nannt und seien trotz der geschilderten Wesenszüge nicht nachvollziehbar. Bei genauer Be- trachtung handle es sich bei der abweichenden Beurteilu ng der Arbeitsfähigkeit durch die be- handelnde Psychiaterin um eine primär klinisch ausgerichte te Berücksichtigung subjektiver Be- schwerdeangaben. Es würden entsprechende medizinische Bef unde fehlen, um die geltend gemachte 60%-ige Arbeitsunfähigkeit begründen zu können (IV-Dok 60). 5.1 Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D .____ ergibt ein insgesamt schlüssiges Bild betreffend die gesundheitliche Verfassung d es Beschwerdeführers. Es erfüllt alle rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an ein bew eiskräftiges Verwaltungsgutach- ten. Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 3.2 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsver- fahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange keine konkreten Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier kei ne vor. Das polydisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ ist – wie dies vom Bundesge richt verlangt wird – für die streitigen Belange umfassend. Es beruht auf allseitigen Untersuchun gen, berücksichtigt alle geklagten Beschwerden des Versicherten und ist in Kenntnis der im Zeitpunkt der Exploration bekannten, relevanten Vorakten abgegeben worden. Die beiden Teil gutachten basieren ausserdem beide auf einer sorgfältigen Anamnese. Der Umstand alleine, dass der psychiatrische Gutachter keine fremdanamnestischen Angaben eingeholt hat, vermag dar an entgegen den Vorbringen in der Beschwerdebegründung nichts zu ändern. Eine Fremdanamn ese mag zwar wünschenswert sein, ist jedoch nicht zwingend erforderlich (Urteil 8 C_847/2013 vom 14. Februar 2014, E. 5.1.2). Besondere Gründe, weshalb im vorliegenden F all fremdanamnestische Auskünfte einzuholen gewesen wären, sind aufgrund der Akten nic ht gegeben. Die in diesem Zusammen- hang kritisierte Unterlassung im Zusammenhang mit dem L eistungsvermögen des Versicherten lassen sich bereits den übrigen Akten entnehmen. So stand den Gutachtern ein detaillierter Bericht der behandelnden Psychiaterin vom 7. September 2016 zur Verfügung (IV-Dok 20), der seinerseits auf dem kurz zuvor stattgefundenen Assessment-Ge spräch vom 25. August 2016 basiert (IV-Dok 21). Erweiterte Informationen über di e Persönlichkeit und das Verhalten des Versicherten im Rahmen seiner beruflichen Integration bedurften unter diesen Umständen nicht zwingend einer fremdanamnestischen Ergänzung (Urteil 8C_808/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 3.3.3). Entsprechend ergänzende Erhebungen durften deshalb unterbleiben, ohne dass das Gutachten der Dres. C.____ und D.____ nunmehr als unvol lständig oder gar untauglich zu be- trachten wäre. Die Beurteilungen in den beiden Teilg utachten sind sodann nachvollziehbar her- geleitet und leuchten damit auch in der Darlegung de r medizinischen Zusammenhänge bzw. in der Beurteilung der medizinischen Gesamtsituation ein. B eide Gutachter setzen sich mit den früheren ärztlichen Einschätzungen auseinander. Damit e rweisen sich auch ihre Schlussfolge- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungen als überzeugend. Sie nehmen eine nachvollziehba re Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. Die Gutachter kommen dabei auf der Basis einer bidisziplinären Kon- sensbesprechung nachvollziehbar zum Schluss, dass in psychiatr ischer und gesamtmedizini- scher Hinsicht sowohl in der angestammten Tätigkeit als au ch in einer Verweistätigkeit von ei- ner vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist. 5.2 Der Beschwerdeführer bestreitet den Beweiswert und mit ihm die Verwertbarkeit des bidisziplinären Gutachtens der Dres. C.____ und D.____. Unter Hinweis auf die bundesgericht- liche Rechtsprechung lässt er geltend machen, dass mangels ei ner tauglichen Gesamtbeurtei- lung die bei ihm erhobene Dysthymie im Rahmen der versi cherungsmedizinischen Auseinan- dersetzung zu Unrecht keine Berücksichtigung gefunden habe. Er bringt insbesondere vor, dass sich der psychiatrische Gutachter in diesem Zusammenhang nicht mit den rechtspre- chungsgemäss zu prüfenden Indikatoren auseinandergesetzt habe. 5.2.1 Das Bundesgericht hat im Leiturteil BGE 141 V 2 81 ff. seine Rechtsprechung zur invali- disierenden Wirkung von somatoformen Schmerzstörungen (B GE 130 V 352) und damit ver- gleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 140 V 13 f. E. 2.2.1.3) revidiert. Demnach kann eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit auch weiter hin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist. Der Rentenanspruch wird jedoch anhand eines normativen Prü frasters beurteilt, und es braucht eine medizinische Evidenz, dass die Erwerbsunfähigkeit aus ob jektiver Sicht eingeschränkt ist. Anstelle des bisherigen Regel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturiertes, normatives Prüfraster. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistung svermögen ergebnisoffen und sym- metrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Bel astungsfaktoren wie den vorhande- nen Ressourcen Rechnung getragen wird (Urteil des Bund esgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Die die sbezüglichen Anforderungen hat das Bundesgericht dahingehend konkretisiert, dass aus den medi zinischen Unterlagen genauer als bisher ersichtlich sein muss, welche funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versi- cherten Gesundheitsschäden resultieren. Die Diagnosestellung und – in der Folge – die Invalidi- tätsbemessung haben somit stärker als bis anhin die entsp rechenden Auswirkungen der diag- noserelevanten Befunde zu berücksichtigen. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwie- fern sich aus den funktionellen Ausfällen bei objektivierter Zumutbarkeitsbeurteilung anhand der Standardindikatoren eine Einschränkung der Arbeitsfäh igkeit ergibt. Wo dies nicht mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, trägt w eiterhin die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und vergleichba- re Leiden können somit eine Invalidität begründen, sofe rn funktionelle Auswirkungen der medi- zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standar- dindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit zumindest überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem anspruchserheblichen Ausmass nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6). 5.2.2 In BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418 hat das Bun desgericht eine weitere Rechtspre- chungsänderung vorgenommen und festgestellt, dass sämtlic he psychische Erkrankungen – namentlich auch depressive Störungen leicht- bis mittel gradiger Natur – dem strukturierten Be- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dem Beschwerdeführer ist daher grundsätzlich zuzustimmen, dass das Vorliegen einer Dysthymie die Vornahme einer Indikato- renprüfung nicht grundsätzlich ausschliesst. Nichts desto tr otz bleibt ein strukturiertes Beweis- verfahren dann entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswerti ger fachärztlicher Berichte (BGE 125 V 351) eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arb eitsunfähigkeit in nachvollziehbar be- gründeter Art und Weise verneint wird und allfällige n gegenteiligen Einschätzungen kein Be- weiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409, E. 4.5). So verhält es sich auch hier. Vor- liegend konnten die Gutachter weder in somatischer noch in psychiatrischer Hinsicht eine Diag- nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben. Was zunächst die somatischen Verhält- nisse betrifft, ist zwischen den Parteien zu Recht unbestri tten geblieben, dass nebst einem nur leichten Impingement an der rechten Schulter grundsätzl ich altersentsprechende Befunde vor- liegen. Die an den Schultern geklagten Beschwerden sind im Wesentlichen nicht mechanischer Natur, sondern stellen vielmehr einen somatischen Ausdruck der psychischen Befindlichkeit des Versicherten dar. Diese Auffassung entspricht der von Dr. H.____ diagnostizierten, beginnen- den Somatisierungsstörung (IV-Dok 57) und deckt sich mit der Einschätzung des behandelnden Rheumatologen vom 8. Dezember 2016 (IV-Dok 34, S. 2 ff.). Sie ist schliesslich angesichts mangelnder, relevanter klinischer Befunde sowie mit Bli ck auf das anlässlich der rheumatologi- schen Untersuchung festgestellte Fehlen von Beeinträchtigungen an den Schultern ohne Weite- res auch nachvollziehbar. Unbesehen dessen ist in psychiatrisch er Hinsicht aber weder die Symptomatik für eine depressive Störung erfüllt, noch l iegt eine sonstige psychiatrische Diag- nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. 5.2.3 Noch während des Aufenthalts des Versicherten in de r Klinik E.____ hat sich seine psy- chische Verfassung deutlich stabilisiert. Im Zeitpunkt des Au stritts am Ende der ersten Juni- Woche 2016 hatte er bereits mehr Vertrauen in sich se lbst gewonnen und sein soziales Netz- werk wieder aufgebaut (IV-Dok 18). Seither hat sich sein e psychische Verfassung weiter ver- bessert. Die behandelnde Psychiaterin teilt diese Auffassu ng. Übereinstimmend mit dem psy- chiatrischen Gutachten von Dr. D.____ geht sie in ihrem neuesten Zeugnis vom 7. August 2017 ebenfalls von einer Remission der depressiven Störung aus (IV-Dok 57). In diesem Zeugnis hat sie allerdings zusätzlich eine Dysthymie, differentialdiagn ostisch eine ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung sowie neu eine Panikstörung diagnostiziert. Dies vermag jedoch nicht zu überzeugen. Dr. H.____ selber verneint das Vorhandensei n von Panikattacken. Die von ihr er- wähnte Angst des Versicherten, im Aussendienst Panikattacke n zu erleiden, und die in diesem Zusammenhang von ihr differential erhobene Diagnose ei ner ängstlich-vermeidenden Persön- lichkeitsstörung, widersprechen zudem der von Dr. D.____ r und sechs Monate zuvor detailliert explorierten Anamnese und den dabei erhobenen Befunde n. So hatte der Versicherte dazumal berichtet, sich vollständig von den im Jahr 2015 manchmal noch vorhandenen Zukunftsängsten erholt zu haben und generell kein ängstlicher Typ zu sei n. Ebenfalls hat er angegeben, den im Jahr 2009 erlebten Überfall verkraftet zu haben. Befü rchtungen betreffend künftige Ängste bei der Verrichtung von Aussendienstarbeiten hat der Versich erte keine angegeben, sondern viel- mehr die Hoffnung formuliert, künftig wieder mehr K raft zu haben, um wenigstens teilweise im Aussendienst zu arbeiten. Diese anamnestischen Angaben decken sich mit den von Dr. D.____ erhobenen Befunden, wonach eine lebhafte Psychomotori k bei unvermindertem Antrieb sowie eine stabil ausgeglichene Stimmungslage vorhanden waren. Diese psychopathologischen Be- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht funde wiederum belegen, dass die von Dr. H.____ diagno stizierten Störungen keine Arbeitsun- fähigkeit von versicherungsmedizinischer Relevanz begründen können. Es liegen insbesondere keine kognitiven Einschränkungen vor, die den Versicherte n in seiner Tätigkeit als Mitarbeiter bei der B.____ massgeblich limitieren würden. Daran ä ndern auch die von Dr. H.____ geschil- derten Wesenszüge des Versicherten nichts. Zumal der Versich erte schon in jungen Jahren alleine gelebt und angegeben hat, sich alleine wohl zu fühlen (psychiatrisches Teilgutachten von Dr. D.____ vom 14. März 2017, IV-Dok 42, S. 7), kann weder aus dem Umstand nur weni- ger enger Bezugspersonen noch aus der Tatsache des Vermei dens von Konflikten alleine auf eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung geschlosse n werden. Dies gilt umso mehr, weil allfällige Aussendienstarbeiten notorisch eher we niger Sozialkontakte mit sich bringen als Arbeiten im Innendienst. Zumal Dr. H.____ ihre Diagn ose einer ängstlich-vermeidenden Per- sönlichkeitsstörung nur als differentialdiagnostische Möglichkeit in Erwägung gezogen hat, kann ihr umso weniger gefolgt werden, weil den eigenen An gaben des Versicherten zufolge kein ei- gentlicher sozialer Rückzug festgestellt werden kann. Auch wenn sich seine Bezugspersonen auf enge Familienmitglieder und wenige Arbeitskolleg en beschränken, unternimmt er diverse Aktivitäten mit seinem Umfeld. Eine ängstlich-vermeidend e Haltung mit konkreten Auswirkun- gen auf eine medizinisch-theoretisch zumutbare Arbeitsfähigkeit kann bei dieser Sachlage nicht nachvollzogen werden. Dies zeigt sich übrigens auch dara n, dass sich der Versicherte anläss- lich des Aufenthalts in der Klinik E.____ offenbar rasch und gut auf das therapeutische Setting einlassen konnte, sich dabei wohlgefühlt und sich auch aktiv eingebracht hat (IV-Dok 18, S. 3). 5.2.4 Parallel zur Differentialdiagnose einer ängst lich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung hat die behandelnde Psychiaterin in ihrem Zeugnis vom 7 . August 2017 zusätzlich eine Dys- thymie diagnostiziert. Dabei hat sie sich – entgegen den rund sechs Monaten durch Dr. D.____ festgestellten Befunden – offenbar auf den mehr als e in Jahr zuvor erfolgten Aufenthalt in der Klinik E.____ bezogen. Ohne weiterführende Erläuterun gen hält sie fest, dass im Austrittsbe- richt der Klinik E.____ eine Dysthymie diagnostiziert word en sei. Diese Aussage aber ist unzu- treffend. Dem entsprechenden Austrittsbericht vom 17. Ju ni 2016 (IV-Dok 18) können weder eine solche Diagnose noch allfällige Hinweise auf ei n dysthymisches Verhalten entnommen werden. Es mag zwar zutreffen, dass entsprechende Verhal tensweisen beim Eintritt des Versi- cherten in die Klinik noch vorhanden waren. Entgegen de n dazumal erhobenen Befunden zeig- te sich anlässlich der Exploration durch Dr. D.____ vom 23. Februar 2017 jedoch ein deutlich verbesserter Psychostatus: Weder konnte eine Antriebsarmu t noch ein gehemmter affektiver Kontakt festgestellt werden. Abweichend zu den noch be im Eintritt in die Klinik E.____ erhobe- ne Schwierigkeit, morgens aufzustehen, hielt der Versich erte nunmehr fest, keinerlei Probleme mehr zu haben, aufzustehen und sich – zurück von der morge ndlichen Arbeit – um den eigenen Haushalt zu kümmern. Wenn Dr. H.____ in ihrem neueste n Bericht vom 17. August 2017 von einer Dysthymie ausgeht, scheint sie mit anderen Worten die seit dem Klinikaufenthalt eingetre- tene Verbesserung der psychiatrischen Verhältnisse zu neg ieren. Bei diesem Ergebnis kann deshalb auch nicht gesagt werden, die von Dr. H.____ di agnostizierte Dysthymie habe im Rahmen der versicherungsmedizinischen Auseinandersetzung fä lschlicherweise keine Berück- sichtigung gefunden. Beim Fehlen relevanter somatischer B efunde kann auch nicht davon aus- gegangen werden, das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ enthalte keine Gesamtbeurteilung. Insgesamt liegen bei dieser Sachla ge jedenfalls keine konkreten Zweifel Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht vor, wie sie rechtsprechungsgemäss vorausgesetzt wären, um die Ergebnisse der psychiatri- schen Begutachtung durch Dr. D.____ und mit ihnen insbe sondere das Fehlen einer psychiatri- schen Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit d es Versicherten in Frage zu stellen. Auf ein strukturiertes Beweisverfahren, wie es der Beschw erdeführer fordert, kann demnach verzichtet werden. Ein solches erweist sich mit Blick auf das in allen Belangen überzeugende Gutachten der Dres. C.____ und D.____ als entbehrlich, weil den gegenteiligen Einschätzun- gen der behandelnden Psychiaterin kein Beweiswert beig emessen werden kann (BGE 143 V 409, E. 4.5). Eine Indikatorenprüfung bei remittierter depressiver Störung und Schmerzverarbei- tungsstörung ohne weitere Diagnosen muss bei diesem Erge bnis somit nicht nachgeholt wer- den (BGE 143 V 409, E. 4.5). Auf die Diskussion im Zusammenhang mit allfälligen Interaktionen bidisziplinärer Natur kann vielmehr verzichtet werden. 5.3 Der Beschwerdeführer bringt abschliessend vor, die ihm von den Gutachtern Dres. C.____ und D.____ attestierte volle Restarbeitsfä higkeit stehe im Widerspruch eines sich in die Arbeitswelt zurückkämpfenden Versicherten. In die sem Zusammenhang ist festzustellen, dass er entgegen den vorgängigen Prognosen seiner behan delnden Psychiaterin (IV-Dok 20) sein Pensum seit August 2017 mittlerweile auf 40% gest eigert hat. Bei prognostisch weiterer und zumutbarer Steigerung seines Pensums kann jedoch n icht ausgeschlossen werden, dass die vorerst nicht mehr vorhandenen Ängste den Versicherte n bei seiner Arbeitsintegration nicht doch wieder zurückwerfen könnten, falls er – wie von seine r behandelnden Ärztin befürchtet – bei zunehmendem Druck übermässig belastet würde (IV-Dok 5 7). Die IV-Stelle ist daher darauf hinzuweisen, dass eine Mithilfe im Rahmen der Eingliede rung des Versicherten am bisherigen Arbeitsplatz bereits heute sinnvoll und angebracht ist. Dabei gilt es insbesondere zu vermeiden, dass der Beschwerdeführer seine Stelle im gewohnten Umfeld verliert. Zu berücksichtigen wäre dabei gemäss medizinischen Erfahrungswerten, dass die Persönlichkeitsstruktur des Versicher- ten eine Eingliederung mit Vorteil am bisherigen Arb eitsplatz nahe legen würde. Anpassungen wären dabei insbesondere bezüglich der Art der Tätigkeit (Aussen- und Innendienst, Kontakt zu Kunden, etc.) und der Beibehaltung gewohnter Tätigk eiten (fixe Touren beim Ausliefern) zu fa- vorisieren. Die entsprechenden Eingliederungsbemühunge n der IV-Stelle würden somit der Vermeidung einer drohenden Invalidität dienen. 5.4 Liegt jedoch mit Blick auf die aktuell massgebende S achlage sowohl in der ange- stammten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit gesamtmedizinisch seit November 2016 in tatsächlicher Hinsicht eine uneingeschränkte Arbeitsfähi gkeit vor, kann eine detaillierte Ausei- nandersetzung hinsichtlich der für die Bemessung eines R entenanspruchs massgebenden Ver- gleichseinkommen unterbleiben, weil der Versicherte ein Renten ausschliessendes Einkommen zu erzielen in der Lage ist. Jedenfalls bleibt es dabei bei einem IV-Grad unter 40%. Die Vor- instanz hat den Rentenanspruch des Versicherten im Ergebn is somit zu Recht verneint, wes- halb die hiergegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 6. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der R egel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nachdem dessen Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit verfahrensleitender Verfügung vom 19. April 2018 abgewiesen worden ist, sind die Ver fahrenskosten, welche praxisgemäss auf Fr. 800.— festzusetzen sind, ihm aufzuerlegen und mi t dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Die ausserordentlichen Koste n sind entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.— wer den dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.— verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.