B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2482/2014 U r t e i l v o m 2 6 . M a i 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiberin Christa Grünig. Parteien A._______, geboren (…), sowie dessen Bruder B._______, geboren (…), Syrien, beide vertreten durch ass. iur. Urs Jehle, Caritas Schweiz, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 29. April 2014 / N (…). D-2482/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführer verliessen ihren Heimatstaat eigenen Angaben zu- folge Ende 2012 und gelangten über C._______, D._______, E._______ und Italien am 25. Juli 2013 zusammen mit ihrem Onkel sowie den Cou- sins und Cousine in die Schweiz, wo sie am selben Tag um Asyl nac h- suchten. Am 31. Juli 2013 wurden sie im Empfangs - und Verfahrenszent- rum F._______ zur Person (BzP) befragt und am 13. August 2013 wurde ihnen – aufgrund ihrer Minderjährigkeit unter Beigabe einer Vertrauen s- person (lic. iur. G._______) – das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit von Italien zur Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens gewährt. Die Beschwerdeführer machten im Wesentlichen geltend, mit ihrem Onkel sowie ihren C ousins und der Cousine in die Schweiz gereist zu sein. Ihr Vater sei in H._______ und ihre Mutter im I._______. In Italien seien die Bedingungen für A usländer jedoch schwierig und es g ebe keine Hilfe bzw. keine Möglichkeiten, dort zu studieren. Falls der O nkel und dessen Kinder jedoch nach Italien zurückkehren müssten, würden sie diesen trotzdem dorthin folgen, um zusammenbleiben zu können. B. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck -Datenbank (Zentralein- heit Eurodac) ergab, dass die Beschwerdeführe r am 20. Juli 2013 z u- sammen mit ihrem Onkel sowie den Cousins und der Cousine in Italien i l- legal in das Hoheitsgebiet der Dublin -Staaten eingereist waren. Mit Schreiben vom 19. September 2013 erklärte sich der Onkel bereit, die Beschwerdeführer bei einer al lfälligen Rückkehr nach Italien mitzuneh- men. C. Mit Eingaben vom 19. September 2013 und 4. November 2013 machte die mandatierte Rechtsvertretung unter Berufung auf verschiedene B e- richte im Wesentlichen geltend, es müsse davon ausgegangen werden, dass das ita lienische Asylaufnahmesystem schwerwiegende systemat i- sche Mängel aufweise und die Beschwerdeführe r in Italien obdachlos oder von ihrem Onkel getrennt würden. Auch sei es wahrscheinlich, dass sie in Italien eine unmenschliche Behandlung erfahren würden. Es müsse damit gerechnet werden, dass sie in Italien weder eine sichere noch eine kindergerechte Unterkunft oder adäquate psychologische Betreuung e r- halten würden, weshalb die Wegweisung nach Italien Art. 3 der Konventi- on vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grund-D-2482/2014 Seite 3 freiheiten (EMRK, SR 0.101) und Art. 3 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (SR 0.107) verletze und ein Selbsteintritt vorzunehmen sei . Für weitere Einzelheiten wird auf die Akten verwiesen. D. Mit Entscheid vom 11. Dezember 2013 wurde für die Beschwerdeführer von der Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde Kreis K._______ eine Vertretungsbeistandschaft gemäss Art. 306 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 ( ZGB, SR 210) angeordnet. Im Entscheid wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Eltern ihre I n- teressen für die beiden minderjährigen jugendliche n Söhne nicht wah r- nehmen könnten, da der Vater unbekannten Aufenthalts sei und sich die Mutter in Syrien befinde. E. Am 8. Oktober 2013 stellte das BFM ein Übernahmegesuch an die itali e- nischen Behörden. Diese liessen das Gesuc h unbeantwortet. Am 1. April 2014 teilten die italienischen Behörden dem BFM mit, dass die B e- schwerdeführer zusammen mit ihrem Onkel sowie seinen Kindern im Aufnahmeprojekt "Icaro" in Venedig aufgenommen würden. F. Mit Verfügung vom 29. April 2014 – eröffnet am 5. Mai 2014 – trat das BFM auf die Asylgesuche nicht ein, verfügte die Wegweisung nach Italien und forderte die Beschwerdeführer auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Überdies verpflichtete sie den zustä n- digen Kanton zum Vollzug der Wegweisung, teilte mit , dass einer allfäll i- gen Beschwerde gegen die Verfügung keine aufschiebende Wirkung z u- komme, und händigte de n Beschwerdeführern die editionspflichtigen Ak- ten gemäss Aktenverzeichnis aus. G. Mit Eingabe vom 8. Mai 2014 liessen die Beschwerdeführer beim Bu n- desverwaltungsgericht Beschwerde einreichen und beantragen, der a n- gefochtene Entscheid sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass die Schweiz für ihre Asylverfahren zuständig sei, eventualiter sei die Sache zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen und es sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen , wobei die Vorinstanz im Rahmen von vorsorglichen Massahmen unverzüglich anzuweisen sei, bis zum Entscheid über die Wiederherstellung der au f-D-2482/2014 Seite 4 schiebenden Wirkung der Beschwerde von jeglichen Vollzugshandlungen abzusehen. In prozessualer Hinsicht sei die une ntgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten . Auf die Begrü n- dung der Beschwerde sowie die ei ngereichten Beweismittel wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. H. Die vorinstanzlichen Akten gingen am 12. Mai 2014 beim Gericht ein. I. Mit Verfügung vom 20. Mai 2014 wurde der Vollzug der Überstellung vor- sorglich ausgesetzt. J. Mit Eingabe vom 22. Mai 2014 reichten die Beschwerdeführer eine Fü r- sorgebestätigung ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsg ericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und en t- scheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Ju- ni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Die Beschwerdeführer haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei- se Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG). D-2482/2014 Seite 5 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung im Asylbereich aus den in Art. 106 Abs. 1 AsylG vorgesehenen Gründen. 2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über prüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG bzw. aArt. 32 –35a AsylG), ist die Beurteilung s- kompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage b e- schränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetr e- ten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5). Die Fragen de r Anerkennung der Flüch t- lingseigenschaft und der Gewährung von Asyl bilden demgegenüber nicht Gegenstand des angefochtenen Nichteintretensentscheides. 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung ei nes zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schri f- tenwechsel verzichtet. 4. 4.1 Nach Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG bzw. aArt. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG tritt das BFM auf ein Asylgesuch in der Regel nicht ein, wenn Asyls u- chende in einen Drittsta at ausreisen können, welcher für die Durchfü h- rung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist. Diesbezüglich gelangt das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zw i- schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des z u- ständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Antrages ([DAA] Dublin -Assoziierungsabkommen, SR 0.142.392.68) zur Anwendung, und die Zuständigkeitsfrage is t g e- stützt auf die Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehör i- gen in einem Mitgliedstaat gestellten Asyla ntrags zuständig ist (Dublin -II- VO) zu prüfen. D-2482/2014 Seite 6 4.2 Die Dublin-II-VO ist durch die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Eu- ropäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zustä n- dig ist (Dublin -III-VO), abgelöst worden, welche seit dem 1. Januar 2014 in allen Staaten der Europäischen Union a nwendbar ist. Im Notenaus- tausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und der Europä i- schen Union betreffend die Übernahme der Dublin -III-VO (Weiterentwick- lung des Dublin/EURODAC -Besitzstands) teilte der Bundesrat der Eur o- päischen Union mit, dass die Sch weiz den Inhalt dieses Rechtsakts a k- zeptiere und in ihre innerstaatliche Rechtsordnung umsetzen werde. Mit Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 wurde festgehalten, der Notenaustausch werde ab dem 1. Januar 2014 vorläufig angewendet, mit Ausnahme von Art. 18 Abs. 2, Art. 27 Abs. 3 und Art. 28 Dublin-III-VO. 4.3 Aus Art. 49 Dublin-III-VO geht hervor, dass die Verordnung nicht a n- wendbar ist, wenn sowohl der Antrag auf internationalen Schutz als auch das Gesuch um Aufnahme oder Wiederaufnahme vor dem 1. Januar 2014 gestellt wurden. Die Beschwerdeführer suchten am 25. Juli 2013 in der Schweiz um Asyl nach. Das Übernahmeersuchen des Bundesamtes an die italienischen Behörden erfolgte am 8. Oktober 2013. Vorliegend bleibt daher die Du b- lin-II-VO anwendbar und der fü r die Prüfung ihres Asylgesuches zustän- dige Staat ist nach den dortigen Kriterien zu ermitteln (vgl. Art. 49 Dublin- III-VO). 5. 5.1 Gemäss Art. 5 i.V.m. Art. 6 bis 13 Dublin -II-VO ist unter anderem n a- mentlich derjenige Mitgliedstaat zuständig, welcher einem Fami lienange- hörigen das Recht auf Aufenthalt in seiner Eigenschaft als Flüchtling g e- währt hat, welcher dem Asylbewerber einen gültigen Aufenthaltstitel oder ein gültiges Visum ausgestellt hat, dessen Land -, See - oder Luftgrenze der Asylbewerber aus einem Dritt staat kommend legal oder illegal übe r- schritten hat, oder in welchem der erste Asylantrag gestellt wurde. S o- dann wird in Abweichung von den vorgenannten Zuständigkeitskriterien jedem Mitgliedstaat die Möglichkeit zur Prüfung eines Asylgesuches ei n- geräumt (Art. 3 Abs. 2 und Art. 15 Dublin-II-VO). D-2482/2014 Seite 7 Bei einem Aufnahmeverfahren sind die Kriterien in der in Kapitel III der Dublin-II-VO genannten Rangfolge anzuwenden (vgl. Art. 5–14 Dublin-II- VO), und es ist von der Situation zum Zeitpunkt, in dem der Asylbewerber erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, auszugehen (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin-II-VO). 5.2 Nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO kann die Schweiz ein Asylgesuch ma- teriell prüfen, auch wenn nach den in der Verordnung vorgesehenen Kr i- terien ein anderer St aat zuständig ist (Selbsteintrittsrecht). Diese B e- stimmung ist nicht direkt anwendbar, sondern kann nur in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder internationalen Rechts anger u- fen werden (vgl. BVGE 2010/45 E. 5). Art. 29a Abs. 3 der Asylveror d- nung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]) sieht vor, dass das BFM aus humanitären Gründen ein Gesuch behandeln kann, auch wenn nach den Kriterien der Dublin-II-VO ein anderer Staat zuständig ist. Diese Kann-Bestimmung gibt den Behörden einen gewis sen Ermessensspie l- raum und ist restriktiv auszulegen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.2.2.). Droht hingegen ein Verstoss gegen übergeordnetes Recht, zum Beispiel gegen eine Norm des Völkerrechts, so besteht ein einklagbarer Anspruch auf Ausübung des Selbsteintritts rechts (a.a.O. E. 7.2.; CHRISTIAN FILZWIE- SER/ANDREA SPRUNG, Dublin II-Verordnung: Das Europäische Asylzustän- digkeitssystem, 3. Aufl., Wien und Graz 2012, K8 zu Art. 3). In Frage kommen insbesondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot nach Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und menschenrechtliche Garantien der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des Internationalen Paktes ü ber bürgerliche und politische Rechte (UNO -Pakt II, SR 0.103.2) und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105). 6. 6.1 Das BFM erwog in der angefochtenen Verf ügung im Wesentlichen, die Beschwerdeführer seien gemäss Abgleich der Fingerabdrücke mit der Zentraleinheit Eurodac am 20. Juli 2013 in Italien illegal in das Hoheit s- gebiet der Dublin -Staaten eingereist. Die italienischen Behörden hätten innerhalb der festgelegten Frist zum Übernahmeersuchen des BFM keine Stellung genommen. Somit sei gemäss DAA und unter Anwendung von Art. 18 Abs. 7 Dublin -II-VO die Zuständigkeit, die Asyl - und Wegwe i- sungsverfahren durchzuführen, am 9. Dezember 2013 an Italien überg e-D-2482/2014 Seite 8 gangen. Das BFM habe von den italienischen Behörden die Zusage e r- halten, dass sie im Projekt "Icaro" in Venedig zusammen mit ihrem Onkel sowie dessen Kindern aufgenommen würden. Es gelte anzumerken, dass es grundsätzlich nicht Sache der asylsuchenden Person sei, den für ihr Asylverfahren zuständigen Staat selber zu bestimmen. Sie seien am 20. Juli 2013 in Italien illegal in das Hoheitsgebiet der Dublin - Staaten einge- reist, ohne dort ein Asylgesuch gestellt zu haben. Die geltend gemachten Einwände gegen eine Überst ellung nach Italien würden sich alleine auf Annahmen und Befürchtungen stützen, wobei sie nicht darzulegen ve r- möchten, inwiefern sie konkret von den Einwänden betroffen sei en. Sie hätten die Möglichkeit, nach einer Überstellung in Italien ein Asylgesuch zu stellen und damit in die asylrechtlichen Strukturen aufgenommen zu werden, wobei auch das geltend gemachte Anliegen bezüglich Studium bei den zuständig en italienischen Behörden geltend gemacht werden könne. Bezug nehmend auf die von der Rechtsvertretung g emachten Eingaben vom 19. September 2013 bzw. 4. November 2013 gelte es fest- zuhalten, dass das Kindeswohl massgeblich dadurch geprägt werde, dass ein Verbleib im familiären Kontext gewährleistet bleibe. Dies sei vor- liegend der Fall, da sie mit ihrem Onkel und dessen Kinder n verbleiben würden, mit welchen sie in einer familienähnlichen Gemeinschaft z u- sammenlebten und die Reise Europa gemeinsam unternommen hätte n. Im Weiteren gelte es festzuhalten, dass die Aufenthaltsbedingungen für Asylsuchende in Italien teilweise als verbesserungswürdig erscheinen, sie jedoch keinen Grund zur allgemeinen Annahme ergäben, dass Personen, welche sich im Rahmen eines Asylverfahrens in Italien aufhielten, au f- grund der dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existentielle Notlag e versetzt, obdachlos oder unmenschlich behandelt würden . Auch sei nicht erstellt, dass Italien gegen die Bestimmungen der Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerbern in den Mitglie dstaaten (Aufnahmericht- linie) systematisch verstosse. Der Einwand dass sie von ihrem Onkel g e- trennt würden, basiere lediglich auf einer Annahme und sei insofern nicht relevant, als sie mit ihrem Onkel sowie seinen Kindern nach Venedig überstellt würden und dort im Aufnahmeprogramm "Icaro", welches vom Europäischen Flüchtlingsfond und italienischen Roten Kreuz betrieben werde, betreut w ürden. Dieses garantiere für vulnerable Personen , wie sie es seien , eine adäquate Unterkunft und Betreuung. Das BFM info r- miere ausserdem in Fällen wie die sen im Voraus die italienischen Behör- den. Es sei daher weder eine Verletzung von Art. 3 EMRK noch von Art. 3 KRK feststellbar und es bestünden keine Gründe für einen Selbsteintritt durch die Schweiz. D-2482/2014 Seite 9 6.2 In der Rechtsmitteleingabe wird vorab geltend gemacht, bei den B e- schwerdeführern handle es sich um unbegleitete minderjährige Asyls u- chende. Der Onkel, mit dem sie in die Schweiz eingereist seien, sei kein Familienangehöriger im Sinne von Art. 2 Bst. i Dubl in-II-VO. Sie möchten zwar bei ihrem Onkel bleiben, dies bedeute jedoch nicht, dass sie einer Überstellung nach Italien zustimmen würden. Selbst wenn bei der G e- währung des rechtlichen Gehörs einer Rückführung nach Italien zug e- stimmt worden sein sollte, wär e dies durch die späteren Eingaben ihrer Rechtsvertretung widerrufen worden. Unter Hinweis auf nationale und i n- ternationale Publikationen wird die prekäre Situation der Flüchtlinge in Ita- lien skizziert. Gestützt auf Art. 3 Abs. 2 und 15 Dublin -II-VO müsse die Schweiz in diesem Falle einen Selbsteintritt ausüben, da durch diverse seriöse und wissenschaftliche Quellen übereinstimmend belegt werde, dass die Unterbringungsmöglichkeiten in Italien "prekär bis desaströs" seien. Diesbezüglich werde im Weiteren auf ein Urteil des Verwaltungsge- richts Frankfurt verwiesen, welches eine Überstellung nach Italien als Verletzung von Art. 3 EMRK und damit als unzulässig gewertet habe. D a- vor hätten etliche weitere Gerichte eine Überstellung nach Italien g e- stoppt. Im Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) Mohammed Hussein vs. the Netherlands and Italy, Nr. 27725/10, vom 18. April 2013, seien die unzureichenden Bedingungen für Asyls u- chende in Italien klar aufgezeigt worden. Dass es in diesem Fall zu keiner Verletzung von Art. 3 EMRK gekommen sei, liege denn auch im spezif i- schen Sachverhalt, insbesondere im Umstand, dass die Beschwerdefü h- rerin falsche Tatsachen geltend gemacht habe. Es müsse daher davon ausgegangen werden, dass das Asylaufnahmesystem in Italien schwer- wiegende systematische Mängel aufweise, wonach eine unmenschliche Behandlung von Asylsuchenden als wahrscheinlich gewertet werden müsse. Bezugnehmend auf die Beschwerdeführer wird nach Ausführu n- gen zur Flucht in die Schweiz im Wesentlichen au sgeführt, dass die Rechtswidrigkeit bei einer allfälligen Wegweisung umso stossender wäre, da vorliegend sechs Kinder (neben den Beschwerdeführern auch noch deren Cousins/Cousine) betroffen seien, die mit grösster Wahrscheinlic h- keit mehrfach und schwer tra umatisiert seien und deshalb dringend ein stabiles Umfeld benötigen würden. Bei einer Wegweisung nach Italien sei Art. 3 KRK betroffen, da damit gerechnet werden müsse, dass keine ki n- dergerechte Unterkunft bzw. adäquate psychologische Betreuung erhäl t- lich sei. Eine Nachfrage über die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) habe überdies ergeben, dass sämtliche Dublin Projekte in Venedig Ende Juni 2014 schliessen würden, darunter auch das Projekt "Icaro". Es sei unklar, ob die Beschwerdeführer auch in einem de r neuen Projekte Platz D-2482/2014 Seite 10 bekommen würden. Dies sei jedoch für deren stabile Lage von zentraler Bedeutung und ein erneuter Wechsel in ein anderes Projekt sei eine zu- sätzliche Belastung. Im Weiteren sei auch aus humani tären Gründen ge- stützt auf Art. 29a Abs. 3 AsylV1 i.V.m. Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-VO ein Selbsteintritt der Schweiz angezeigt. Bezug nehmend auf den Fall sei insbesondere auf die gesundheitlichen Folgen, die eine Wegweisung auf die psychische Verfassung der asylsuchenden Person haben könnte, hin- zuweisen. Eine kinderpsychologische Betreuung könne nur in der Schweiz erfolgen, da selbst im Projekt "Icaro" dem subjektiven Siche r- heitsbedürfnis der Kinder nicht gerecht werden könne, weil sie in Italien menschenunwürdige Behandlung erfahren hätten, dadurch traumatisiert seien und sich vor einer Rückkehr dorthin fürchten würden. Wie gross die Angst der Kinder vor einer Überstellung nach Italien sei, habe der nervli- che Zusammenbruch der Cousine der Beschwerdeführer gezeigt. Im Wei- teren würden sich die Soziala rbeitenden in der Schweiz intensiv um die Beschwerdeführer und ihre Angehörigen kümmern, was zu einer Stabil i- sation geführt habe. Die Beschwerdeführe r sprächen bereits sehr gutes Deutsch, so dass die Verständigung in der Rechtsberatung gar auf Deutsch habe erfolgen können. Ausserdem unterstützten die Beschwe r- deführer den überforderten Onkel, was sie in ihrem Kindsein sehr ei n- schränke. Ein H erausreissen aus der nunmehr gefestigten Situation in der Schweiz würde sie in eine hilflose Lage bringen und die gemac hten Fortschritte zunichtemachen. 7. 7.1 Was die Beschwerdeführer gegen ihre Überstellung nach Italien vo r- bringen, ist nicht geeignet, die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zu widerlegen, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen wird. Die Beschwerdeführer gaben am 13. August 2013 in Anwesenheit ihrer Vertrauensperson unbeeinflusst zu Protokoll, sie seien zusammen mit i h- rem Onkel und dessen Kindern zusammen gereist und möchten sich nicht von diesen trennen. Falls diese nach Italien zurückkeh ren müssten, würden sie ihnen dorthin folgen (vgl. A14/2 und A15/2). Der Onkel führte in seiner Eingabe vom 19. September 2013 aus, er sei nicht Inhaber der elterlichen Sorge und deshalb nicht berechtigt zu entscheiden, ob seine Neffen mit ihm zurückkehren sollen. Sollte er wider Erwarten mit seinen Kindern nach Italien überstellt werden, wäre er bereit, seine Neffen mi t- zunehmen. Auch wenn keine gesetzliche Verpflichtung des Onkels b e- steht, seine Neffen zu betreuen, ergibt sich aus den jeweiligen Aussagen, dass der Onkel und die Beschwerdeführer gewillt sind, zusammen nach D-2482/2014 Seite 11 Italien zurückzukehren, falls die Beschwerden abgewiesen würden. Mit Urteilen heutigen Datums wird die Beschwerde des Onkels (vgl. Verfa h- ren D-2507/2014) und diejenige der Beschwerdeführer – wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt – abgewiesen. Dem geltend gemach- ten vorrangigen Wohl des Kindes wird dadurch Rechnung getragen. Dem in der Rechtsmitteleingabe erhobenen Einwand der "prekären bis desaströsen" Situation in Italien ist mit dem BFM zu entgegnen, dass Ita- lien die Aufnahmerichtlinie umgesetzt hat. Diese beinhaltet zahlreiche Mindestnormen für die Aufnahme und Betreuung von Asylsuchenden. Zwar steht das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende in gewissen Punkten in der Kritik (vgl. namentlich Bericht der SFH, Italien: Aufnahme- bedingungen, Aktuelle Situation von Asylsuchenden und Schutzberechtig- ten, insbesondere Dublin-Rückkehrenden, Bern, Oktober 2013; vgl. auch UNHCR, Recommendations on Important Aspects of Refugee Protect ion in Italy, Juli 2013, Ziffer 5: "Reception conditions for asylum -seekers"). Nach den Erkenntnissen sowohl der Vorinstanz als auch des Bundesve r- waltungsgerichts werden aber Dublin -Rückkehrende sowie verletzliche Personen, zu welchen die beiden minderjährigen Beschwerdeführer zu zählen sind, von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgericht s E-1691/2012vom 3. April 2012). Bezüglich Unterbringung der genannten Personengruppe existieren b e- sondere Strukturen. Alleine rziehende und minderjährige Kinder haben Anspruch auf eine spezialisierte Unterkunft sowie medizinische Verso r- gung und Schulbildung. Zudem nehmen sich auch zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von verletzlichen Personen und Du b- lin-Rückkehrenden an. Vorliegend wurde den Beschwerdeführe rn seitens der italienischen Behörde den Einbezug in das Projekt "Icaro" in Ve nedig zugesprochen. Dem Hinweis, das Projekt laufe Ende Juni 2014 aus, und der Befürchtung, es sei nicht gesichert, dass sie in ein n eues Projekt ein- bezogen würden, ist zu entgegnen, dass dem durch die Rechtsvertretung eingereichten Mailverkehr vom 7. Mai 2014 zu entnehmen ist, die italieni- schen Behörden hätten ausgeführt, zuvor hätten Probleme bestanden, neu seien aber 40 Plätze seitens des Staates zugesprochen worden und diese seien nun ausgeschrieben. Nur aufgrund der Tatsache, dass das Projekt "Icaro" im Juni 2014 ausläuft , kann nicht der Umkehrschluss g e- zogen werden, es habe in den neuen Projekten keinen Platz f ür die B e- schwerdeführer. Diese haben die Möglichkeit, nach einer Überstellung in Italien ein Asylgesuch zu stellen und damit in die asylrechtlichen Strukt u- ren aufgenommen zu werden. Das BFM bezeichnet e ausserdem die Be- schwerdeführer als verletzliche Personen, weshalb ihnen gemäss obigen D-2482/2014 Seite 12 Ausführungen eine spezialisierte Unt erbringung zur Verfügung steht und dies bereits auch mit Schreiben vom 1. April 2014 seitens der italien i- schen Behörden verdeutlicht wurde. 7.2 Italien ist Signatarstaat der EMRK, der FK und d er FoK. In seiner neueren Rechtsprechung hat der EGMR festgestellt, dass in Italien kein systematischer Mangel an Unterstützung und Einrichtungen für Asyls u- chende bestehe, obwohl die allgemeine Situation und insbesondere die Lebensumstände von Asylsuchenden, anerkannten Flüchtlingen und Per- sonen mit einem subsidiären Schutzstatus in Italien gewisse Mängel au f- weisen würden (vgl. EGMR: Entscheidung Mohammed Hussein und a n- dere vs. Niederlande und Italien [Beschwerde Nr. 27725/10] vom 2. April 2013). Diese Eins chätzung wurde jüngst erneut ausdrücklich bestätigt in der EGMR-Entscheidung Hussein Diirshi und andere vs. Niederlande und Italien [Beschwerde Nr. 2314/10] vom 10. September 2013. Den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe kann daher nicht gefolgt werden, zumal der EGMR im erwähnten Urteil Nr. 27725/10, Rz. 70 f., ausdrücklich festgehalten hat, dass Art. 3 EMRK keine allgemeine Pflicht enthalte, Flüchtlingen finanzielle Unterstützung zu bieten, um ihnen einen bestimmten Lebensstandard zu ermöglichen. Ausl ändern, die von einer Wegweisung betroffen seien, gewähre die Konvention grundsätzlich ke i- nen Anspruch mit dem Ziel, im Hoheitsgebiet des Vertrags staates zu verbleiben, um dort weiterhin von medizinischer, sozialer oder anderwe i- tiger Unterstützung oder Lei stungen zu profitieren, die vom wegweisen- den Staat zur Verfügung gestellt w ürden. Wenn keine aussergewöhnl i- chen zwingenden humanitären Gründe vorlägen, die gegen eine Weg- weisung sprächen, sei allein die Tatsache, dass die wirtschaftlichen und sozialen Lebensverhältnisse des Antragstellers bedeutend geschmälert würden, falls er oder sie weggewiesen würde, nicht ausreichend, einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK zu begründen. Der Ausgang des derzeit vor der Grossen Kammer des EGMR hängige n Verfahrens i.S. Tarakhel gegen die Schweiz, in welchem die vorgebrac h- ten Mängel des italienischen Asylverfahrens einer eingehenden Prüfung unterzogen werden sollen, ist nach wie vor noch offen. Es ist somit we i- terhin von der bisherigen Rechtsprechung des EGMR auszugehen, we l- che in dieser Hinsicht festhält, dass Italien kein systematischer Mangel an Unterstützung und Einrichtungen für Asylsuchende (als besonders ve r- letzliche Personengruppe) bestehe, trotz der Feststellung gewisser Mä n- gel. D-2482/2014 Seite 13 7.3 Es liegen somit keine Anhaltspunkte vor, dass Italien seine staatsve r- traglichen Verpflichtungen missa chten und die Beschwerdeführer unter Verletzung von Art. 3 EMRK einer menschenunwürdigen oder erniedr i- genden Behandlung ausgesetzt wären oder dass das flüchtlingsrechtliche Non-refoulement-Gebot verletzt würde. Für einen Selbsteintritt der Schweiz besteht demnach keine Veranlassung. An d ieser Einschätzung vermögen auch das eingereichte Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt am Main vom 9. Juli 2013 sowie die eingereichte Zusammenstellung von RA Klaus Walliczek, Minden, Deutschland, mit Verweisen auf ähnliche Ur- teile sowie zahlreich e Beschlüsse aus den Jahren 2010 bis Juli 2013 nichts ändern. Anzumerken bleibt, dass in der deutschen Rechtsprechung das zitierte Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt am Main vom Ober- verwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen mit Urteil vom 7. März 2014 so- wie vom Verwaltungsgericht Ansbach mit Beschluss vom 18. September 2013 kritisiert wurde. Zu keinem anderen Ergebnis führen die durch die Rechtsvertretung zitierten Urteile des Bundesverwaltungsgerichts, da diese andere Sachver halte bzw. Konstellationen und teilweise andere Länder ( Griechenland und Polen) betref fen. Die Rechtsprechung de s EGMR, wonach kein systematischer Mangel an Unterstützung für Asylsu- chende (als besonders verletzliche Personengruppe) bestehe, hat – auch wenn es sich bei den Asylsuchenden um Familien mit Kindern handelt – nach wie vor Gültigk eit (vgl. etwa die Urteile E-5918/2013 vom 23. April 2014, D-1694/2014 vom 4. April 2014, E-1476/2014 vom 27. März 2014 , E-1372/2014 vom 21. März 2014, D -538/2014 vom 14. Februar 2014, E-6838/2013 vom 27. Dezember 2013 oder D -5957/2013 vom 3. Dezember 2013). Es ist somit davon auszugehen, dass die Beschwer- deführer in Italien Zugang zu einem fairen Asylverfahren haben werden und nicht unmenschlicher Behandlung ausgesetzt werden. 7.4 Sodann hat die Vorinstanz auch mit Bezug auf den Einwand, die Überstellung der Beschwerdeführer nach Italien würde diese von ihrem Onkel trennen und eine kindergerechte Unterkunft sei nicht zu erwarten, weshalb Art. 3 KRK verletzt werde, zutreffend festgestellt, dass diese Be- fürchtung auf reinen Annahmen beruhe und sich der Bericht der SFH auf Mailand bez iehe. Die Beschwerdeführe r werden jedoch nach Venedig überstellt. Was die Sicherheitsbedenken betrifft, i nformiert das BFM die italienischen Behörden bei vulnerablen Personen wie den Beschwerd e- führern im Voraus über die Besonderheiten des Falles. Ein Selbsteintritt aus humanitären Gründen gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 ist nicht angezeigt. Die geltend gemachte Tra u- matisierung, steht einer Überstellung nach Italien nicht im Wege, zumal D-2482/2014 Seite 14 Italien als Mitgliedstaat den Antragste llern die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder- liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich machen muss (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie) und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche mediz i- nische oder sonstige Hilfe (einschliesslich gegebenenfalls einer geeign e- ten psychologischen Betreuung) zu gewähren hat (Art. 19 Abs. 2 Au f- nahmerichtlinie). Ebenso stellt der Umstand, dass die Be schwerdeführer bereits sehr gut Deutsch gelernt hätten und durch die Betreuung in der Schweiz eine gewisse Stabilisierung habe erzielt werden können, einer Überstellung nicht im Wege, zeigt dies doch vielmehr auf, dass sie sich in fremden Ländern sprachlich schnell zurecht zufinden vermögen und dies auch in Italien zutreffen dürfte. Zudem bestehen in Italien für verletzliche Personen, wie bereits ausgeführt, ebenfalls spezielle Einrichtungen und Betreuungsmöglichkeiten. 7.5 Ferner ist vollständigkeitsha lber anzumerken, dass der in der Rechtsmitteleingabe geforderte Selbsteintritt der Schweiz gestützt auf Art. 15 Dublin -II-VO bereits mangels Vorliegens eines unter diese Be- stimmung zu subsumierenden Sachverhalts ausgeschlossen ist. Die B e- schwerdeführer befinden sich mit ihrem Onkel in der Schweiz, die Eltern befinden sich eigenen Angaben zufolge in Syrien bzw. E._______ bzw. der Vater sei unbekannten Aufenthaltes . Somit ist weder der Tatbestand einer Zusammenführung von Familienmitgliedern und deren unbegle ite- ten Minderjährigen, Schwangerschaft, schwere Krankheit oder dergle i- chen tangiert. Wie bereits erwähnt, wird die Beschwerde des Onkels s o- wie dessen Kinder ebenfalls abgewiesen (vgl. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts D -2507/2014). Damit sind diese zusa mmen mit den B e- schwerdeführern nach Italien zu überstellen. Es erübrigt sich, auf die wei- teren Ausführungen und eingereichten Beweismittel einzugehen, da diese zu keiner anderen Einschätzung zu führen vermögen. Der Rückwe i- sungsantrag ist bei dieser Sachlage abzuweisen. 8. 8.1 Zusammenfassend ist aufgrund der gemachten Ausführungen festz u- halten, dass aus der Überstellung der heute (…)- und (…)-jährigen Be- schwerdeführer nach Italien weder eine Verletzung aus Art. 3 EMRK noch eine Verletzung von Art. 3 KRK resultiert und das B FM zu Recht festge- stellt hat, dass weder die in Italien herrschende Situation noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung nach Italien sprechen. Nach dem Gesagten besteht für die schweizerischen Asylbehörden in s-D-2482/2014 Seite 15 gesamt keine Veranlassung, in Abweichung von der festgestellten Z u- ständigkeitsordnung vom Selbsteintritt gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Gebrauch zu machen. 8.2 Italien ist somit für die Prüfung de r Asylgesuche der Beschwerdefüh- rer gemäss der Dublin-II-VO zuständig und entsprechend verpflichtet, sie gemäss Art. 17 bis Art. 19 Dublin -II-VO aufzunehmen. Das BFM ist in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG zu Recht auf die Asylgesu- che der Beschwerdeführer nicht eingetreten und hat, da sie nicht im B e- sitz einer gültigen Aufenthalts - oder Niederlassungsbewilligung sind, ebenfalls zu Recht in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1). 8.3 Unter diesen Umständen sind allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nicht mehr zu pr ü- fen, da das Fehlen von We gweisungsvollzugshindernissen bereits Vo r- aussetzung des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10 S. 645). 9. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bu n- desrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Mit vorliegendem Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlossen. D ie Anträge, es sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederhe r- zustellen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzic h- ten, erweisen sich somit als gegenstandslos. 11. 11.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG ist abzuweisen, da die Beschwerde als aussichtslos zu bezeichnen ist. 11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer- deführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltun gsge- richt [VGKE, SR 173.320.2]). D-2482/2014 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sin- ne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführern auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Christa Grünig Versand: