Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. Februar 2012 (720 11 253 / 47) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente (Prüfung der Anspruchsberechtigung bei umstrittenem medizinischem Sach- verhalt) Besetzung Präsidentin Eva Meuli Ziegler, Kantonsrichter Yves Thommen, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Elisabeth Joller Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 28, 4143 Dornach 1 gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1956 geborene A.____ arbeitete von 1988 bis 2 004 zu 100% als Automechaniker in ei- ner Garage in X.____. Seit 2007 ist er selbständig in einer Autowerkstatt tätig. Am 10. Oktober 2006 meldete er sich unter Hinweis auf eine Depression sowie Rücken- und Gelenksschmerzen seit Dezember 2004 bei der Eidgenössischen Invalidenversic herung (IV) zum Leistungsbezug an. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle ) den medizinischen und erwerblichen Sachverhalt abgeklärt hatte, ermittelte sie beim Versich erten in Anwendung der allgemeinen Einkommensvergleichsmethode einen Invaliditätsgrad von 20%. Gestützt auf dieses Ergebnis und nach Durchführung des Vorbescheidsverfahrens wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 21. Seite 2 Mai 2008 einen Anspruch von A.____ auf eine Invalidenrente ab. Hiergegen erhob A.____, ver- treten durch Daniel Altermatt, Advokat in Dornach, a m 23. Juni 2008 Beschwerde beim Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht). Die Be- schwerde wurde im Wesentlichen damit begründet, dass das i nterdisziplinäre Gutachten von Dr. med. B.____, Facharzt FMH für Rheumatologie und I nnere Medizin, und Dr. med. C.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 29. Mai 2007 mangelhaft und deshalb als Entscheidungsgrundlage nicht geeignet sei. Mit Urte il vom 21. November 2008 hiess das Kantonsgericht die Beschwerde in dem Sinne gut, als die Verfügung vom 21. Mai 2008 aufge- hoben wurde und die Sache zur erneuten Abklärung an d ie IV-Stelle zurückgewiesen wurde. Zur Begründung führte das Kantonsgericht aus, die Beur teilung Dr. C____'s habe relevante Fragen offen gelassen und enthalte insbesondere keine umfassende Prüfung der Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD). Die IV-Stelle gab daraufhin ein neues psy- chiatrisches Gutachten bei Dr. med. D.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag. Im Gutachten vom 10. Januar 2009 (recte: 2010) kam Dr. D.____ zum Schluss, dass bei A.____ keine PTSD vorliege. Er diagnostizierte ein e anhaltende somatoforme Schmerzstö- rung sowie eine leichtgradig ausgeprägte rezidivierende depressive Störung und attestierte ihm unter den Bedingungen der freien Wirtschaft eine Arb eitsfähigkeit von 80%. Gestützt darauf ermittelte die IV-Stelle bei A.____ einen Invalidit ätsgrad von 24% und wies einen Rentenan- spruch nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 6. Juni 2011 ab. B. Hiergegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokat Altermatt, am 11. Juli 2011 Be- schwerde beim Kantonsgericht. Er beantragte unter o/e Kostenfolge, die Verfügung vom 6. Juni 2011 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzu weisen, neuerliche medizinische Abklärungen vorzunehmen. Die Beschwerde wurde damit be gründet, dass das Gutachten von Dr. D.____ in mehrerer Hinsicht Mängel aufweise. In fo rmeller Hinsicht gehe es nicht an, dass Dr. D.____ sein Gutachten erst ein halbes Jahr nach der Untersuchung verfasst habe. Sodann müsse die Einschätzung von Dr. D.____, wonach beim Beschw erdeführer lediglich eine leichtgradige depressive Störung bestehen solle, in ve rschiedener Hinsicht kritisiert werden. Schliesslich sei auch die von Dr. D.____ diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung nicht nachvollziehbar, da dies im Widerspruch zu den Diagnosen stünde, die der Hausarzt, Dr. med. E.____, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, erhoben habe. Angesichts der vom Hausarzt gestellten somatischen Diagnosen dränge sich eine neuerliche somatische Begutach- tung des Beschwerdeführers auf. Auf das rheumatologische Gutachten von Dr. B.____ aus dem Jahr 2007 könne nicht mehr abgestellt werden. C. Die IV-Stelle liess sich am 20. Dezember 2012 vernehme n und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Sie habe sich in ihrer Verfügung vom 6 . Juni 2011 vollumfänglich auf das rheumatologische Gutachten von Dr. B.____ vom 29. Mai 2007 sowie auf das psychiatrische Gutachten von Dr. D.____ vom 10. Januar 2010 gestützt. Die beiden erwähnten Gutachten sei- en in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und enthielten begrün- dete Schlussfolgerungen. Auf das Gutachten von Dr. B.____ könne weiterhin abgestellt werden, da die im Bericht von Dr. E.____ erwähnten Diagnosen d amals bereits alle gewürdigt worden seien und somit keine neuen somatischen Sachverhalte hin zugekommen seien. Die IV-Stelle wies zudem sämtliche Einwände gegen das Gutachten von Dr. D.____ ab. Die vorgebrachten Gründe seien nicht geeignet, von der psychiatrischen Beurteilung abzuweichen. Seite 3 D. Am 17. Januar 2012 liess der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht einen Bericht von Dr. med. F.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho therapie, vom 15. Juli 2011 zu den Akten reichen. Aus den Ausführungen von Dr. F.____ erge be sich, dass nicht länger auf die Beurteilung von Dr. D.____ abgestellt werden können. Es sei daher eine neue interdisziplinäre Begutachtung durchzuführen, welche mit Blick auf die ne ue Rechtsprechung des Bundesge- richts (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2011, 9C_ 243/2010) durch das Gericht anzuord- nen sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über di e Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Ste llen direkt vor dem Versicherungsge- richt am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfec htungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 5 4 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist demnach einzutreten. 2.1 Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person An spruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertel srente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder län- gere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfäh igkeit. Die Invalidität wird durch eine Be- einträchtigung der körperlichen, der geistigen oder d er psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Kran kheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwal- tung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen a ngewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist e s, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungn ahmen eine wichtige Grundlage für die Be- urteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche an deren Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invalidi- Seite 4 tätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversi- cherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro- zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. A rt. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte F ormen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustel len (vgl. die ausführlichen Zusammen- stellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spreche n (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weite- ren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 3.4 In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens- stellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patien ten aussagen (M EYER -BLASER ULRICH , Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Auf lage, Zürich 2010, S. 353; BGE 125 V 353, BGE 122 V 162 E. 1c, 120 V 367 E. 3b). Im Hin blick auf einen möglichen Ziel- und Inte- ressenkonflikt zwischen Behandlung und Begutachtung kann - namentlich in umstrittenen Fäl- len - auch nicht unbesehen auf die Angaben des behande lnden Spezialisten abgestellt werden (Urteil des EVG vom 5. April 2004, I 814/03, E. 2.4. 2). Dies gilt allerdings nicht im Sinne einer Beweisformel, wonach Berichte behandelnder Ärzte in d er Regel von vornherein weniger Be- weiswert hätten, sondern sie sind unvoreingenommen auf ihre Beweiskraft zu prüfen. Zu beach- ten und bei der Entscheidfindung zu gewichten ist in d iesem Zusammenhang, dass Hausärzte in der Regel die einzigen Medizinalpersonen sind, die über eine Langzeitbeobachtung berichten können (L OCHER THOMAS , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 452). Sind keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich, d ie die Glaubwürdigkeit ärztlicher At- Seite 5 teste zu erschüttern vermögen, ist es unzulässig, die Angaben behandelnder Ärzte bei der Be- weiswürdigung unter Hinweis auf ihre Vertrauensstellun g und unter Berufung auf die fachliche Kompetenz der Ärzte beispielsweise einer Universitätskl inik ausser Acht zu lassen (L OCHER , a.a.O., S. 453). 4. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind di e folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen (vgl. hierzu auch das im vorgängigen Beschwe rdeverfahren ergangene Urteil des Kantonsgerichts vom 21. November 2008, E. 5.1 ff.): 4.1 Nach der Anmeldung des Versicherten zum Leistungsbezug holte die IV-Stelle zunächst die Unterlagen der zuständigen Krankentaggeldversicherung (S WICA) und einen Bericht des Hausarztes des Versicherten, Dr. E.____, ein. Am 25./29. Januar 2007 diagnostizierte er mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Lumbovertebral- und Thorakovertebralsyndrom bei post- traumatischer Belastungsstörung (PTSD) mit somatogener Sch merzstörung und depressiven Episoden. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfsme chaniker bestehe vom 15. Februar 2004 bis 30. Juni 2005 eine vollständige und ab 1. Juli 2005 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Wegen den Schmerzen und der schnellen Ermüdbarkeit sei dem Versicherten aktuell eine an- gepasste Tätigkeit von 4 bis 4,5 Sunden pro Tag zumutbar . Sobald sich der psychische Ge- sundheitszustand verbessert habe, sei eine Erhöhung der Arbeitszeit anzustreben. 4.2 Die IV-Stelle beauftragte Dr. B.____ und Dr. C. ____ mit einer interdisziplinären Begutach- tung. Im Bericht vom 29. Mai 2007 konnte der Rheumat ologe Dr. B.____ keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen. Klini sch finde sich eine Rückenfehlform mit Rundrücken, eine vor allem schmerzbedingte leichte Einschr änkung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule (HWS), die Brustwirbelsäule (BWS) sei a ltersentsprechend bei Rundrücken leicht eingeschränkt, aber schmerzfrei beweglich, die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule (LWS) sei endphasig schmerzhaft und zeige eine Einschränk ung von knapp einem Drittel. Es würden sich keine radikulären Zeichen an den oberen und unteren Extremitäten zeigen. Kraft, Sensibilität und Reflexbild seien unauffällig. Aus rh eumatologischer Sicht bestehe keine Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht d iagnostizierte Dr. C.____ eine leichtgradige depressive Störung (ICD-10: F32.0) und eine somatoforme Schmerzstörung (ICD- 10: F45.4). Der Explorand scheine bis zur Kündigung des Arbeitsvertrages durch den Arbeitge- ber im Jahr 2004 psychisch keine relevanten Probleme g ehabt zu haben. Die Kündigung habe bei ihm eine erhebliche Kränkung ausgelöst und eine d epressive Störung hervorgerufen. Der Explorand zeige eine psychomotorische Angespanntheit, eine gewisse Ängstlichkeit und Affekt- verarmung, wirke in der Untersuchung etwas bedrückt und ni edergeschlagen im Sinne einer leichtgradigen depressiven Störung. Andererseits zeige er eine unauffällige Sprachmotorik und ein unauffälliges Denken. Hinweise für eine Affektverf lachung oder eine Affektlabilität würden fehlen. Nach Angaben des Versicherten sei die depressive Grundstimmung vor allem durch die Schmerzen mitgetragen bzw. begründet. Es sei deshalb ein e Komorbidität zwischen einer leichtgradigen depressiven Störung und einer somatoform en Schmerzstörung zu bejahen. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte um 20% in der Arb eitsfähigkeit eingeschränkt. Aus gesamtmedizinischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80%, wobei nur die psychiatrische Einschränkung massgebend sei. Seite 6 4.3 Am 6. März 2008 nahmen Dr. B.____ und Dr. C.____ im Rahmen des Vorbescheidverfah- rens zu den Einwänden des Versicherten in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt Stellung. Sie führten aus, dass an der Beurteilung im Gutachten vom 29. Mai 2007 festgehalten werde. In rheumatologischer Hinsicht habe das Cervico- und Lumbovert ebralsyndrom keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. In der klinischen Untersuchung habe zudem keine Skoliose imponiert, son- dern vielmehr ein Rundrücken mit verstärkter BWS-Kyphose, ein Zustand, welcher bei 30% der Bevölkerung vorkomme und durchaus normal sei. Selbst ein e leichte Skoliose würde per se keine Reduktion der Belastbarkeit der Wirbelsäule impli zieren. Im Übrigen habe die Untersu- chung den Verdacht auf eine Facettengelenksymptomatik n icht bestätigt. Die angegebenen lumbalen Beschwerden seien vielmehr auf eine psychogene S chmerzreaktion zurückzuführen. Aus psychiatrischer Sicht seien die Kriterien für die Dia gnose einer somatoformen Schmerzstö- rung klar erfüllt. In Bezug auf die von Dr. E.____ am 25. Januar 2007 gestellte Diag-nose der PTSD sei anzumerken, dass keinerlei Hinweise auf eine kli nisch manifeste, regelrechte Angst- störung bestehen würden. Es gebe aus der gesamten Anamn ese der vergangenen Jahre kei- nerlei Hinweise dafür, dass das Verhalten des Explorande n in irgendeiner Weise durch diese Foltererfahrungen beeinträchtigt gewesen wäre. Sollt en Auswirkungen im Sinne einer PTSD noch so viele Jahre danach nachhaltig Wirkung zeigen, so w äre dies nur im Rahmen einer ent- sprechenden Persönlichkeitsveränderung zu erklären. Eine sol che würde beim Exploranden aber in keiner Weise vorliegen. Bei einer PTSD sei es nicht so, dass sich eine Persönlichkeits- veränderung nach Jahren manifestiere, ohne dass zwischenzei tlich irgendwelche andere Sym- ptome dieser Störung aufgetreten wären. Alpträume a lleine würden nicht genügen, um eine einzelne psychiatrische Diagnose stellen zu können. Eine PTS D könne beim Exploranden nicht ansatzweise diagnostiziert werden. 4.4 Am 14. Mai 2008 führte Dr. E.____ im Wesentlichen aus, dass der Versicherte seit den Fol- tererfahrungen in der Türkei oft unruhig, angespannt, verstimmt, ängstlich reizbar sei und an Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie an Nacken-, K opf- und Kreuzschmerzen leide. Seit der Kündigung seiner Arbeitsstelle habe sich sein Gesund heitszustand verschlechtert. Er sei schnell verspannt und müde, arbeite jedoch so viel er könne, d.h. 50% in 6 bis 8 Stunden. 4.5 Im konsiliarischen Untersuchungsbericht vom 25. Oktober 2008 führte Dr. F.____ aus, dass der Versicherte das Vollbild einer PTSD mit den klassische n vier clusterartigen Symptomgrup- pen (Intrusionen, Vermeidungsverhalten, Schreckhaftigke it und Numbing) zeige. Die Symp- tomdauer betrage mehr als 20 Jahre. Die Schilderungen des Versicherten seien glaubhaft und er aggraviere seine Beschwerden nicht. Die Schmerzproblem atik könne im Sinne einer Fibro- myalgie im Rahmen einer chronischen PTSD gesehen werde n. Die Arbeitsfähigkeit werde in erster Linie durch die Symptomatik der chronischen PTSD bestimmt. In einer angepassten Tä- tigkeit sei der Versicherte höchstens zu 50% arbeitsfähig . Die bisherigen psychiatrischen Beur- teilungen würden die Bedeutung der traumatischen Erf ahrungen des Versicherten für das Krankheitsgeschehen verkennen. Wenn ein Arzt nicht spezifi sch nach den Krankheitssympto- men frage, werde er die Diagnose nicht stellen und wen n zudem die traumatischen Ereignisse längere Zeit zurücklägen, werde das Krankheitsbild durch komorbide Störungsbilder überlagert und dominiert, so dass die ursprüngliche Kausalität übersehen werden könne. 4.6 Das Kantonsgericht befand in seinem Urteil vom 21. November 2008 die rheumatologischen Beschwerden durch das Gutachten von Dr. B.____ für hin reichend abgeklärt. Hingegen erach- Seite 7 tete es die Beurteilung von Dr. C.____ als unvollständig, dies insbesondere, weil das Gutachten keine Hinweise auf eine umfassende Prüfung einer posttr aumatischen Belastungsstörung ent- halte und sich zudem aus den aktenkundigen fachärztlichen Berichten erhebliche Diskrepanzen ergäben. Das Kantonsgericht wies die Sache daher zur ern euten Abklärung an die IV-Stelle zurück. 4.7 Die IV-Stelle beauftragte daraufhin Dr. D.____ mit der Erstellung eines psychiatrischen Fachgutachtens. In seinem Gutachten vom 10. Januar 2010 d iagnostizierte er eine rezidivie- rende, zum Untersuchungszeitpunkt leichtgradig ausgepräg te depressive Störung. Als Diagno- se ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. D.____ eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Diese Diagnosen würden gestützt durch di e vorhandenen Arztberichte, die Eigenangaben des Beschwerdeführers sowie den aktuellen p sychopathologischen und psy- chometrischen Untersuchungsbefund. Der Beschwerdeführer b eschreibe Schulterschmerzen, lumbale Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schmerzen in den K nien sowie an den Fusssoh- len. Für diese Beschwerden liege keine hinreichende orga nische Begründung vor. Als Belas- tungsfaktoren seien Foltererfahrungen, eine erschwerte Immigration und die Familienzerrüttung durch Trennung zu nennen. Gesamthaft seien die Kriteri en einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung hinreichend erfüllt. Objektiv habe sich in der Untersuchungssituation ein leich- tes depressives Syndrom gezeigt. Die Grundstimmung sei l eicht gedrückt, nicht labil, die affek- tive Modulationsfähigkeit leicht vermindert gewesen. De r Antrieb sei leicht vermindert, Mimik und Gestik leicht eingebunden gewesen. Im formalen Ge dankengang habe sich der Beschwer- deführer geordnet, nicht verlangsamt, dabei leicht ei ngeengt auf die erlebten Beschwerden ge- zeigt. Psychometrisch habe sich auf den beiden Fremdbeurte ilungsskalen (Hamilton, Montgo- mery Asberg) ein leichtgradig ausgeprägtes depressives Synd rom abgebildet. Bezüglich einer posttraumatischen Belastungsstörung hielt Dr. D.____ fest , eine solche habe zum Untersu- chungszeitpunkt allenfalls in einer subsyndromalen Auspr ägung bestanden. Der Beschwerde- führer habe gelegentliche Erinnerungen an das Trauma beschrieben, Zeichen eines Hypera- rousals im engeren Sinne seien jedoch nicht vorhanden g ewesen. Vielmehr habe ein Bild leich- ter depressiver Hemmung imponiert. Ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten im Rahmen einer posttraumatischen Genese sei aus den Schilderungen de s Beschwerdeführers nicht ableitbar. Zeichen eines gravierenden sozialen Rückzugs seien angesichts vorhandener Aussenkontakte und regelmässiger Arbeitstätigkeit nicht feststellbar. Eine emotionale Taubheit sei dementspre- chend ebenfalls nicht gegeben. Es bestehe eine leichte In teresse- und Antriebsminderung, die aber zwanglos im Rahmen der depressiven Störung erklärt werden könne. Auch in den Vorbe- richten und gutachterlichen Stellungnahmen, welche bis i ns Jahr 1995 zurückreichten, sei ein syndromales Ausmass einer posttraumatischen Belastungsstörung n icht belegt. Lediglich Dr. F.____ habe im Rahmen einer konsiliarischen Untersu chung die Diagnose einer posttrau- matischen Belastungsstörung gestellt. Hierzu sei allerdings festzuhalten, dass der Beschwerde- führer ca. drei Wochen zuvor eine Polizeiaktion über sich habe ergehen lassen müssen, was seine Schreckhaftigkeit in Bezug auf Polizisten auch mit jüngsten Ereignissen erklärbar mache; denkbar sei auch die Reaktivierung einer früherer posttr aumatischen Belastungsstörung. Ge- samthaft sei aus psychiatrischer Sicht nicht vom Vorliegen einer syndromalen posttraumati- schen Belastungsstörung auszugehen. Hinsichtlich der Arbei tsfähigkeit des Beschwerdeführers führte Dr. D.____ aus, die leichtgradig ausgeprägte und zur Chronifizierung tendierende de- pressive Symptomatik sei als eine relevante, mitwirkende, p sychisch ausgewiesene Komorbidi- tät zur somatoformen Schmerzstörung zu beurteilen, die d em Beschwerdeführer eine Willens- Seite 8 anstrengung zur Beschwerdeüberwindung zwar leicht erschwer e, jedoch keineswegs verun- mögliche. Ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr an gehbarer innerseelischer Verlauf der Konfliktbewältigung liege nicht vor und es bestehe kein relevanter sozialer Rückzug. Es bestehe aufgrund der somatoformen und zum Untersuchungszeitpunkt leichtgradig ausgeprägten de- pressiven Störung eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähi gkeit von 20% unter den Bedingungen der freien Wirtschaft bei einem 100%igen Pensum und e iner 20%igen Leistungsminderung für jedwede den Fähigkeiten und körperlichen Möglichkeiten d es Beschwerdeführers entsprechen- de Arbeitstätigkeit. Die Behandlungsoptionen seien n och nicht ausgeschöpft, wobei eine psy- chotherapeutische Behandlung bei dieser Art von Störun g als sinnvolle Therapieoption anzuse- hen sei und die Etablierung einer medikamentös-antidepressiven Behandlung zu erwägen sei. 4.8 In der Zwischenzeit hatte sich der Rechtsvertreter d es Beschwerdeführers mit Schreiben vom 22. Juli 2009 an die IV-Stelle gewandt und sie dar über informiert, dass bei seinem Man- danten ein Tumorleiden entdeckt worden sei. Die IV-St elle holte daraufhin einen weiteren Be- richt bei Dr. E.____ ein. Am 13. Oktober 2009 gab Dr . E.____ ein chronisches cervikal-, dorsal- und Lumbovertebralsyndrom bei Hyperkyphose nach Morbus Sche uermann seit 1987, eine Periarthropathia humero-scapularis beidseits sowie eine reaktive Depression und somatoforme Schmerzstörung bei Anpassungsstörungen seit 2005 als Ursache n für die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers an. Aktuell leide der Beschwerdefü hrer an chronischen Schmerzen im Nacken, Rücken, Kreuz und in den Schultern, wenn schwere Lasten (15-20kg) getragen wür- den. Er habe oft Kopfweh, Schmerzen in den Knien und im linken Ellenbogen. Er beklage sich, unruhig, nervös, angespannt und leicht ängstlich zu se in und schlafe schlecht mit Albträumen. Er wohne getrennt von seiner Frau und habe wenig Kont akt zu seinen Kindern. Er sei rasch ermüdbar und müsse nach ungefähr einer Stunde eine P ause machen. Seine bisherige Tätig- keit sei ihm im Rahmen von vier Stunden pro Tag zumutba r. Ein Tumorleiden wurde im Bericht nicht erwähnt. 4.9 Mit Eingabe an das Kantonsgericht vom 17. Januar 20 12 reichte der Rechtsvertreter einen Bericht von Dr. F.____ vom 15. Juli 2011 ein. Dr. F._ ___ hielt darin an seiner Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung fest, wenn sich die S ymptomatik gegenüber der Vorun- tersuchung von 2008 auch leicht abgeschwächt habe. Der Be schwerdeführer weiche belasten- den Situationen instinktiv aus und könne sich nur durch di e Arbeit ablenken. Sein Verhalten zeige Zeichen eines hochgradigen sozialen Rückzugs. Er sei a ufgrund seines psychischen Be- findens sowie seiner Schmerzsymptomatik bleibend zu 50% in se iner Arbeits- und Erwerbsfä- higkeit eingeschränkt. Die Prognose sei ernst, da die medizinischen Massnahmen ausgeschöpft seien und davon auszugehen sei, dass das Krankheitsbild chr onisch weiter bestehen werde. Dr. F.____ führte weiter aus, er könne die diagnostisch e Einschätzung und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. D.____ nicht teilen. D r. D.____ verkenne die soziale Rückzugs- tendenz als Folge der traumatischen Lebenserfahrungen. Zudem könnten auch länger zurück- liegende Ereignisse bei Betroffenen zu nachhaltigen E inschränkungen führen. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit sei der Beschwerdeführer auf eine s elbständige Tätigkeit angewiesen, da kein Arbeitgeber die erforderlichen Pausen tolerieren würde. Zudem drücke Dr. D.____ ja selbst indi- rekt aus, dass das Störungsbild gravierend sei, indem er de m Beschwerdeführer zu einer psy- chotherapeutischen Behandlung rate. Dr. F.____ legte seinem Bericht einen Artikel von Dr. med. THOMAS MOEHLECKE , Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, bei, in dem die- ser kritisiert, die psychiatrischen Begutachtungen im Berei ch der Psychotraumatologie entsprä- Seite 9 chen häufig nicht dem neusten Stand der Wissenschaft. Insbesondere die häufige Argumentati- on, eine Latenzzeit von mehreren Jahren zwischen dem Erei gnis und der Erkrankung schliesse eine posttraumatische Belastungsstörung aus, entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage. Auch sei eine vollständige Anamnese durch neutrale Guta chter oft schwierig, da das Sprechen über die erlittenen traumatischen Erfahrungen eine V ertrauensgrundlage voraussetze, die oft erst nach Jahren therapeutischer Behandlung aufgebaut werden könne. Viel aussagekräftiger als eine neutrale Begutachtung sei daher der Gesamtein druck, der sich durch das Einholen aller Arztberichte der involvierten Therapeuten ergebe. Schliesslich sei entgegen der Praxis von Abklärungszentren nicht das objektive Ereignis an sich, sonde rn die subjektive Wertigkeit für das Opfer von entscheidender Bedeutung für die Frage, o b dieses Ereignis traumatisierenden Charakter habe oder nicht (M OEHLECKE THOMAS , Die Problematik psychiatrischer Begutachtun- gen im Bereiche der Psychotraumatologie, Schweizerische Ärztezeitschrift 2009 (34), S. 1304 ff.). 5.1 Der Beschwerdeführer rügt, das Gutachten von Dr. D .____ weise in mehrerer Hinsicht Mängel auf. So gehe es zunächst in formeller Hinsicht nicht an, dass der Gutachter erst ein hal- bes Jahr nach der Untersuchung sein Gutachten verfasst hab e. Dr. D.____ habe deshalb dar- zulegen, anhand welcher Unterlagen es ihm sechs Monate nach der Untersuchung noch mög- lich gewesen sei, ein Gutachten zu verfassen, und er sei e ntsprechend aufzufordern, dem Ge- richt seine Unterlagen zu edieren. Dem Beschwerdeführer ist insofern recht zu geben, als der Ablauf von sechs Monaten zwischen der Untersuchung eines E xploranden und der Verfassung des Gutachtens etwas lang erscheint. Zwar ist eine Expl oration ohne umfassende schriftliche Aufzeichnungen gar nicht möglich; selbst wenn die Niede rschrift des Gutachtens unmittelbar nach der Untersuchung erfolgt, stützt sich der Gutachte r aufgrund der Menge der zu verarbei- tenden Informationen zwangsläufig in erster Linie auf seine schriftlichen Aufzeichnungen. Trotzdem finden kaum alle Gedanken und Eindrücke des Ar ztes während der Untersuchung Eingang in die schriftlichen Unterlagen; je mehr Zeit zwischen der Untersuchung und der Nie- derschrift eines Gutachtens abläuft, desto weniger ist dav on auszugehen, dass einem Gutach- ter solche Gedanken und Eindrücke noch präsent sind. Ein e raschere Abwicklung wäre daher im Hinblick auf die Qualitätssicherung von ärztlichen Gutachten wünschenswert. Hingegen kann daraus im vorliegenden Einzelfall noch nicht geschlossen werden, dass auf das Gutachten von Dr. D.____ nicht abgestellt werden kann. Das Gutachte n erweist sich vielmehr als vollständig und detailliert; die Befunderhebung und die Anamnes e wurde sorgfältig durchgeführt und deckt sich weitgehend mit den übrigen psychiatrischen Berichten und Gutachten. So hält auch Dr. F.____ in seinem Bericht vom 15. Juli 2011 fest, die Anamnese und die Schilderung der Beschwerden im Gutachten D.____ seien überwiegend deckun gsgleich mit den Angaben, die der Beschwerdeführer bei ihm gemacht habe. Aus dem Gu tachten ergeben sich keine Anhalts- punkte, die darauf schliessen lassen, dass etwas vergessen oder falsch wiedergegeben wurde. Der Beschwerdeführer nennt denn auch keine konkreten Män gel, die auf den langen Zeitablauf zwischen der Exploration und der Niederschrift des Gutachtens zurückzuführen wären. Insofern besteht vorliegend kein Anlass, an der Sorgfalt von Dr . D.____ zu zweifeln. Unter diesen Um- ständen erweist es sich nicht als sachdienlich, Dr. D.____ zur Edition seiner Aufzeichnungen aufzufordern. 5.2.1 Sodann kritisiert der Beschwerdeführer die Einschät zung von Dr. D.____, wonach ledig- lich eine leichtgradige depressive Störung bestehen sol le, in verschiedener Hinsicht. Zunächst Seite 10 beziehe sich diese Einschätzung nur auf den Untersuchungsze itpunkt und sage nichts darüber aus, wie es dem Beschwerdeführer gegenwärtig gehe. Wie Dr. D.____ zu seiner Einschätzung gelange, sei zudem nicht nachvollziehbar, da die Unte rsuchungsaufzeichnungen zu den zwei Fremdbeurteilungsskalen, auf die er sich berufe, aus dem Gutachten nicht ersichtlich seien. Diese seien dem Gericht daher zu edieren. Des Weiteren verneine Dr. D.____ das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung, ohne mit Dr. F .____, der diese Diagnose gestellt habe, Rücksprache genommen zu haben. 5.2.2 Dem ist im Hinblick auf den Vorwurf, die Diagnos e einer leichtgradigen depressiven Stö- rung beziehe sich nur auf den Untersuchungszeitpunkt, zu e ntgegnen, dass lediglich im Bericht der Externen Psychiatrischen Dienste (EPD) vom 9. Juni 2005 von einer mittelgradigen depres- siven Episode die Rede ist. Ansonsten wurde von den psychi atrischen Fachärzten stets eine leichtgradige depressive Störung diagnostiziert, wie au s dem Bericht der EPD vom 2. März 2005, dem Gutachten von Dr. med. G.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 16. Dezember 2005, und dem Gutachten von Dr. C .____ vom 29. Mai 2007 hervor- geht. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers h andelt es sich bei der Diagnose von Dr. D.____ somit nicht lediglich um eine Momentaufnahme, sondern sie gibt einen seit Jah- ren mehr oder weniger konstanten Gesundheitszustand wi eder. Sodann ist dem Beschwerde- führer in Bezug auf dessen Begehren, Dr. D.____ habe die Fremdbeurteilungsskalen zu edie- ren, entgegenzuhalten, dass sich Dr. D.____ bei der Di agnosestellung nicht allein auf die psy- chometrischen Testergebnisse abstützte. Die Diagnose ein er leichtgradig ausgeprägten de- pressiven Störung beruht vielmehr auf einer Gesamtschau d er Anamnese, der erhobenen Be- funde und der entsprechenden psychometrischen Skalen. Den Testergebnissen geht im Kapitel zu den Untersuchungsbefunden eine sehr sorgfältige objekt ive und semiobjektive Befunderhe- bung voraus; die Diagnose einer leichtgradigen depressiven Störung wird hauptsächlich mit der leicht gedrückten Grundstimmung, der leicht verminderten affektiven Modulationsfähigkeit und dem leicht verminderten Antrieb sowie der leicht eingeb undenen Mimik und Gestik begründet. Aus dem Gutachten ist somit klar ersichtlich, dass das Erge bnis der psychometrischen Tests sowohl bei der Befunderhebung wie auch bei der Beurte ilung eine untergeordnete und ergän- zende Rolle einnahm. Die erzielten Scores auf den Frem dbeurteilungsskalen stehen zudem nicht im Widerspruch zu den anderweitig erhobenen Befunden, sondern bestätigen Dr. D.____'s übrige Feststellungen. Die Edition der von Dr. D.____ verwendeten Fremdbeurteilungsskalen erscheint somit vorliegend überflüssig. Anzufügen bleibt, dass die erhobenen psychometrischen Testresultate ohnehin nicht im Nachhinein als richtig oder falsch beurteilt werden können; inso- fern erweist sich die Edition im Hinblick auf die Prüfung durch einen dritten Psychiater als wenig sinnvoll. 5.2.3 Zum Vorwurf des Beschwerdeführers, Dr. D.____ h abe hinsichtlich der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht mit Dr. F.____ Rücksprache genommen, ist der IV- Stelle beizupflichten, wenn sie festhält, dass ein Guta chter bei Differenzen mit anderen ärztli- chen Berichten nicht darauf zu verpflichten ist, mit de n jeweiligen ärztlichen Fachpersonen Rücksprache zu nehmen. Dr. D.____ hat sich im Gutachten mi t der abweichenden Meinung Dr. F.____'s auseinandergesetzt und mit Bezug auf die von ihm erhobenen Befunde begründet, weshalb seines Erachtens keine posttraumatische Belastungss törung vorliege. So führte Dr. D.____ aus, der Beschwerdeführer beschreibe zwar ge legentliche Erinnerungen an das Trauma, Zeichen eines Hyperarousals im engeren Sinne sei en jedoch nicht vorhanden. Es be- Seite 11 stehe kein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten und Zeich en eines gravierenden sozialen Rückzugs seien angesichts vorhandener Aussenkontakte und der r egelmässigen Arbeitstätig- keit nicht feststellbar. Die Schreckhaftigkeit in Bezug auf Polizisten erklärt Dr. D.____ mit einer Polizeiaktion, die der Beschwerdeführer kurz vor der Unt ersuchung durch Dr. F.____ vom 25. Oktober 2008 über sich habe ergehen lassen müssen. Es sei zwar eine Reaktivierung einer früheren posttraumatischen Störung denkbar; allerding s müsse festgehalten werden, dass in einem Untersuchungszeitraum von zwölf Jahren in keinem Ber icht die definitive Diagnose einer posttraumatischen Störung erhoben worden sei. Dr. D.____ kam daher zum Schluss, dass eine posttraumatische Störung allenfalls in einer subsyndromalen Ausprägung vorliege. 5.2.4 Dr. D.____'s Meinung, wonach eine posttraumatische Belastungsstörung beim Beschwer- deführer nicht oder allenfalls in subsyndromaler Ausprä gung vorliegt, ist schlüssig begründet und einleuchtend. Demgegenüber vermag der Bericht von Dr. F.____ vom 15. Juli 2011 nicht zu überzeugen, da er verschiedentlich nicht nachvollziehb are Aussagen enthält. So gibt Dr. F.____ an, dass die medizinischen Massnahmen ausgeschöpft seien, obwohl sich der Be- schwerdeführer keinen psychotherapeutischen Massnahmen unterzieht und gemäss Dr. D.____ auch keine adäquate medikamentöse antidepressive Behandl ung besteht. Nicht nachvollzieh- bar sind auch Dr. F.____'s Ausführungen in Bezug auf d ie Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh- rers: Einerseits attestiert er dem Beschwerdeführer ein e Arbeitsfähigkeit von 50%, andererseits sieht er für den Beschwerdeführer mit der Begründung, dass kein Arbeitgeber seinen erhöhten Pausenbedarf tolerieren würde, keinerlei Beschäftigung smöglichkeiten auf dem freien Arbeits- markt. Befremdlich erscheint sodann die Aussage Dr. F.___ _s, dass sich eine Psychotherapie bei einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von ledi glich 20% nicht lohnen würde, da die Be- schwerden kein deutliches Mass angenommen hätten. Diese Äusserung erstaunt, ist doch ge- rade bei psychischen Erkrankungen häufig bereits ein beträ chtlicher Leidensdruck vorhanden, bevor es überhaupt zu einer Reduktion der Arbeitsfähig keit kommt, und kann somit bei einer 20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von einem nur geringen Mass der Beschwerden in dem Sinne, dass sich eine Therapie nicht lohnen würde, n icht die Rede sein. Die Aussage Dr. F.____'s, dass eine hochgradige soziale Rückzugstenden z bestehe, ist zwar insofern nach- vollziehbar, als der Beschwerdeführer von seiner Ehefrau getrennt lebt und offenbar nur wenig Kontakt mit seinen Kindern hat. Andererseits führt der Beschwerdeführer jedoch zusammen mit einem Kollegen eine Autowerkstatt, ist im Fussballclub X.____ aktiv, indem er manchmal mithilft oder sich Spiele ansieht, wird von seiner Nachbarin bei der Hausarbeit unterstützt und hat nach eigenen Aussagen einen intakten Freundeskreis. Insofern ist Dr. D.____ zuzustimmen, wenn er einen gravierenden sozialen Rückzug verneint. 5.2.5 Hinsichtlich des Artikels von Dr. M OEHLECKE ist festzuhalten, dass Dr. D.____ seine An- sicht, wonach beim Beschwerdeführer keine posttraumatisch e Belastungsstörung vorliegt, an- ders als noch Dr. C.____ in seiner Stellungnahme vom 6. März 2008 nicht mit der Tatsache, dass die traumatischen Ereignisse schon mehr als 25 Jahre zu rückliegen, sondern mit einem Mangel an einschlägigen psychopathologischen Befunden beg ründet hat. Der Kritikpunkt Dr. MOEHLECKES , das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung werde häufig we- gen einer langen Latenzzeit zu Unrecht verneint, trif ft hier somit nicht zu. Die Problematik, wo- nach es traumatisierten Personen schwer fällt, ihre Erl ebnisse einem neutralen Gutachter zu schildern und deswegen häufig Fehldiagnosen getroffen werden, ist vorliegend offensichtlich ebenso wenig gegeben, war doch der Beschwerdeführer g egenüber allen involvierten psychiat- Seite 12 rischen Fachärzten in der Lage, seine Foltererfahrungen in der Türkei zu schildern. Auch Dr. D.____ hat seine Diagnose in Kenntnis des vom Besch werdeführer Erlebten gestellt, wie aus der Anamnese im Gutachten hervorgeht. Eine Gesamtschau der Arztberichte aller involvier- ten Therapeuten, wie sie laut Dr. M OEHLECKE im Bereich der Psychotraumatologie wünschens- wert ist, um ein akkurates Bild der Beschwerden zu erhal ten, führt schliesslich zu keinen ande- ren Schlussfolgerungen. Zum aktuellen Zeitpunkt unterzie ht sich der Beschwerdeführer keiner Psychotherapie. Im EPD Liestal, wo der Beschwerdeführer nach dem Verlust seiner Arbeitstelle im Jahr 2005 in Behandlung war, wurde anfangs der Verdacht auf eine posttraumatische Belas- tungsstörung geäussert, im weiteren Verlauf jedoch nich t bestätigt. Im Übrigen ist anzumerken, dass es sich auch bei Dr. F.____ nicht um einen Therapeuten des Beschwerdeführers handelt. 5.3.1 Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, auch die von Dr. D.____ diagnostizierte somato- forme Schmerzstörung sei nicht nachvollziehbar, da dies i m Widerspruch zu den Diagnosen stünde, die der Hausarzt erhoben habe. Dr. E.____ hab e in seinem Bericht vom 13. Oktober 2009 ein chronisches Cervical-, Dorsal- und Lumbovertebral syndrom bei Hyperkyphose und linkskonvexer Torsionsskoliose nach Morbus Scheuermann seit 1987 diagnostiziert. Angesichts dieser somatischen Diagnosen dränge sich eine somatische Begutachtung des Beschwerdefüh- rers auf. Auf das rheumatologische Gutachten von Dr. B. ____ aus dem Jahr 2007 könne nicht mehr abgestellt werden. Der Beschwerdeführer bestritt zudem die grundsätzliche Verwertbar- keit des Gutachtens von Dr. B.____ und verwies diesbezügl ich auf seine Beschwerde vom 23. Juni 2008 im vorgängigen Beschwerdeverfahren. Dort hat te er insbesondere geltend gemacht, Dr. B.____ habe die Schulterbeschwerden des Beschwerdef ührers nicht berücksichtigt und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei widersprüchlich. 5.3.2 Dem ist zunächst zu entgegnen, dass sich Dr. B.____ im rheumatologischen Fachgutach- ten vom 29. Mai 2007 und in seinen ergänzenden Ausführungen vom 6. März 2008 mit den von Dr. E.____ gestellten Diagnosen bereits auseinandergesetzt hat und sich aus dem Bericht vom 13. Oktober 2009 somit keine wesentlichen neuen Eleme nte ergeben. Dr. B.____ stellte unter anderem ein chronisches Zervikal- und Lumbovertebralsyndrom mit Rundrücken bei erheblicher psychogener Mitkomponente der Beschwerden fest, verneinte jedoch einen Einfluss dieser Be- schwerden auf die Arbeitsfähigkeit. Eine BWS-Kyphose, w ie sie beim Beschwerdeführer vorlie- ge, komme bei 30% der Bevölkerung vor und sei durchaus normal. Eine Skoliose habe nicht imponiert. In der Gesamtbeurteilung des Gutachtens legte Dr. B.____ glaubwürdig dar, weshalb er von einer psychogenen Schmerzgenese ausging. So habe de r Beschwerdeführer eine er- hebliche Schmerzintensität bereits in Ruhe angegeben, ob wohl sich als einziger Befund eine Rückenfehlform mit Rundrücken finde. Befunde wie Verspa nnungen oder Myogelosen würden fehlen, radikuläre Zeichen lägen nicht vor. Auch der vom Beschwerdeführer beschriebene Schmerzcharakter mit dauernd bestehenden Schmerzen auch i n Ruhe lasse auf eine psycho- gene Schmerzgenese schliessen. Des Weiteren seien alle Wadde ll-Zeichen lumbal positiv. Festzuhalten ist zudem, dass das Kantonsspital Bruderholz be reits im Jahr 1995 eine somato- forme Schmerzstörung diagnostizierte (vgl. Bericht des Kantonsspitals Bruderholz vom 22. Feb- ruar 2005) und diese Diagnose immer wieder bestätigt w urde, so auch von Dr. E.____ in sei- nem Bericht vom 29. Januar 2007. Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung ist somit entgegen der Annahme des Beschwerdeführers hinreichend nachgewiesen und belegt. Dem Vorwurf des Beschwerdeführers, Dr. B.____ habe nicht zu der von Dr. E.____ diagnostizierten Periarthropathia humero-scapularis (PHS) Stellung genommen, ist zu entgegnen, dass es sich Seite 13 bei der PHS um eine nicht präzise Sammelbezeichnung fü r verschiedene degenerative Prozes- se im Bereich des Schultergelenks handelt, die zu einer schmerzhaften Schulterversteifung füh- ren, und deren Ursache sowohl mechanisch-traumatischer wi e auch zum Beispiel psychischer Natur sein kann (vgl. Artikel zur PHS in: Pschyrembel, K linisches Wörterbuch, 261. Auflage, Berlin 2007). Zwar wäre es wünschenswert gewesen, wenn sich Dr. B.____ zum Vorliegen ei- ner PHS geäussert hätte, zumal diese erstmals bereits 199 4 diagnostiziert worden war und in den Akten mehrmals erwähnt wird. Aus der Befunderheb ung wird jedoch deutlich, dass keine entsprechenden Einschränkungen bestanden ("Schultern f rei, Nacken- und Schürzengriff nor- mal"), so dass allein aufgrund der Tatsache, dass sich Dr. B.____ nicht zu einer allfälligen PHS geäussert hat, nicht auf die Unverwertbarkeit seiner B eurteilung geschlossen werden kann, be- sonders da die Schmerzen des Beschwerdeführers eindeutig in erster Linie psychischer Gene- se und somit durch die Diagnose einer somatoformen Sc hmerzstörung hinreichend erklärt sind. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer behaupteten Widersp rüche in der Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit sei auf die Ausführungen Dr. B.____'s vom 6. März 2008 verwiesen, wo dieser seine Einschätzungen auf nachvollziehbare Weise erläuter t. Schliesslich ist festzuhalten, dass sich aus den medizinischen Akten keine Hinweise auf eine Ve rschlechterung des rheumatologi- schen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der E xploration durch Dr. B.____ entnehmen lassen. Eine solche Verschlechterung wird vom Be schwerdeführer denn auch gar nicht behauptet. Es besteht daher kein Anlass, ein weit eres rheumatologisches Gutachten ein- zuholen, zumal Dr. B.____'s Ausführungen nach dem Gesag ten schlüssig begründet und nach- vollziehbar sind. 5.4 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des medizi- nischen Sachverhalts zu Recht auf das Gutachten von Dr. D._ ___ abstützte. Das Gutachten ist umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen und einer sorgfältigen Anamnese, ist schlüs- sig begründet und leuchtet in der Beurteilung der me dizinischen Situation ein. Vom Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung ist nicht auszuge hen. Eine erneute rheumatologi- sche Begutachtung erweist sich als nicht sachdienlich. 5.5 Dr. D.____ attestierte dem Beschwerdeführer eine A rbeitsfähigkeit von 80%. Er führte aus, eine entsprechende Willensanstrengung zur Beschwerdeüberwindung sei dem Beschwerdefüh- rer leicht erschwert, aber keineswegs verunmöglicht. Aufgru nd der somatoformen und zum Un- tersuchungszeitpunkt leichtgradig ausgeprägten depressiven Störung bestehe für jedwede sei- nen Fähigkeiten und körperlichen Möglichkeiten entsprechende Arbeitstätigkeit eine Beeinträch- tigung der Arbeitsfähigkeit von 20% unter den Beding ungen der freien Wirtschaft, im Sinne ei- ner Leistungsminderung von 20% bei einem Pensum von 100% . Hierzu ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen eigenen Angaben ber eits heute täglich von 8 bis 17 Uhr arbeitet. Dazwischen legt er Pausen von insgesamt zweie inhalb Stunden ein, so dass sich eine tägliche Arbeitsleistung von sechs Stunden ergibt. Gemesse n an einer 42-Stunden Woche ent- spricht dies bereits einem Pensum von mehr als 70%. Unte r Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben zuwei len auch bis um 21 Uhr in der Werkstatt bleibt, leistet er wahrscheinlich ein Arbeitspe nsum, das dem von Dr. D.____ als zu- mutbar bezeichneten 80%-Pensum sehr nahe kommt. Die von Dr. D.____ attestierte medizi- nisch-theoretische Arbeitsfähigkeit entspricht somit wei tgehend der tatsächlichen Arbeitsleis- tung des Beschwerdeführers. Es fällt auch auf, dass der Be schwerdeführer selbst der Meinung ist, dass ihm die Arbeit gut tut. Aus dem Bericht Dr. F.____'s vom 15. Juli 2011 geht hervor, Seite 14 dass der Beschwerdeführer seine Ängste und seine Schmerze n vergessen könne, während er arbeite und die Arbeit als Mittel sehe, um gesund zu bl eiben. Umso unverständlicher ist es, dass ihm Dr. F.____ eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% attestiert. Zwar benötigt der Be- schwerdeführer aufgrund seiner psychischen Beeinträchtigun gen vermehrt Pausen; diesem Umstand trug Dr. D.____ mit einer Leistungsreduktion von 20% Rechnung. Eine nur 50%ige Arbeitsfähigkeit liegt jedoch mit Sicherheit nicht vo r, erbringt der Beschwerdeführer doch tat- sächlich eine Arbeitsleistung entsprechend einem Pensum von fast 80%. 6.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inv aliditätsgrad bei erwerbstätigen Versi- cherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkom- men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalid ität und nach Durchführung der medizi- nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein- ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (vgl. BGE 104 V 136, E. 2a). 6.2 Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 6. Juni 2011 den erforderlichen Einkommensver- gleich vorgenommen. Dabei hat sie anhand der Gegenübe rstellung von Validen- und zumutba- rem Invalideneinkommen einen IV-Grad von 24 % ermitte lt. Die konkrete Berechnung, die vom Versicherten in der vorliegenden Beschwerde nicht beansta ndet worden ist, erweist sich als rechtens. Es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die e ntsprechenden Ausführungen der IV- Stelle in der Verfügung vom 6. Juni 2011 verwiesen werden. 6.3 Der von der IV-Stelle ermittelte IV-Grad von 24 % liegt unter dem für einen Rentenanspruch mindestens erforderlichen IV-Grad von 40 %. Die IV-Stelle hat demnach einen Rentenanspruch des Versicherten zu Recht abgelehnt. Die gegen die be treffende Verfügung vom 6. Juni 2011 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilli- gung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos- tenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensauf wand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest, welche mit dem am 20. Juli 2011 eingegangenen Kostenvo rschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zu verrechnen sind. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Verfahrensausgang gemäss wettzuschlagen. Seite 15 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht