<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2020-04-02-5A_241-2020.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_241/2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 2. April 2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. B.________, </div> <div class="para">2. C.________, </div> <div class="para">beide vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Forrer, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Kostenverlegung (Persönlichkeitsverletzung), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, vom 16. März 2020 (LB190071-O/U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">Im Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz am 3. August 2011 erhoben zwei beteiligte Polizisten gegen A.________ Klage wegen Persönlichkeitsverletzung, nachdem diese Schilderungen des Einsatzes und Kommentare darüber ins Internet gestellt hatte; sie verlangten, dass diese Schilderungen und Kommentare nur in anonymisierter Form veröffentlicht werden düften. </div> <div class="para">Mit Urteil vom 26. September 2019 befahl das Bezirksgericht Zürich A.________ und weiteren Beteiligten, in ihren Äusserungen im Internet und in anderen Medien die Kläger vollständig zu anonymisieren. Ferner wies es die auf Schadenersatz gerichtete Widerklage ab. </div> <div class="para">Berufungsweise verlangte A.________, die Anordnung sei so zu ergänzen, dass sie die Anonymisierung erst innert 30 Tagen ab Entlassung aus der Untersuchungshaft umzusetzen habe. Sie begründete dies damit, dass sie im Gefängnis keinen Zugang zum Internet habe. Sodann verlangte sie, dass die ihr auferlegten Parteikosten der Gegenseite von Fr. 3'600.-- auf die Staatskasse zu nehmen seien. </div> <div class="para">In seinem Urteil vom 16. März 2020 trat das Obergericht des Kantons Zürich auf den Antrag um Verlängerung der Frist zur Anonymisierung nicht ein mit der Begründung, Erkundigungen hätten ergeben, dass sie am 10. Februar 2020 aus dem Gefängnis U.________ in die psychiatrische Universitätsklinik entlassen und von dort am 12. Februar 2020 nach Hause entlassen worden sei, weshalb sie am betreffenden Antrag kein Rechtsschutzinteresse mehr habe. In Bezug auf die Auferlegung von Gerichtskosten für die Widerklage und der Parteikosten der Gegenseite wies es die Berufung mit Hinweis auf Art. 95 Abs. 1 und 3 lit. a und b sowie <span class="artref">Art. 106 Abs. 1 ZPO</span> ab. Ferner erwog es, an den gesetzlichen Grundsätzen zur Kostenverlegung bzw. zur definitiven Kostentragung ändere nichts, dass die Polizisten seitens des Verbandes Schweizerischer Polizei-Beamter die Kosten vorgeschossen erhalten hätten bzw. über den Verband Rechtsschutz genössen. </div> <div class="para">Mit Beschwerde vom 28. März 2020 wendet sich A.________ an das Bundesgericht mit den Anträgen, die Urteile der Vorinstanzen seien aufzuheben und der Sachverhalt vom 3. August 2011 sei im Zivilprozess zu erstellen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Rechtsbegehren sowie der Grossteil der Begründung, in welcher eine Vielzahl verfassungsmässiger Rechte angerufen wird, zielen darauf, den Prozess neu aufzurollen und darzustellen, dass sich die Ereignisse am 3. August 2011 anders abgespielt hätten als vom Gericht angenommen. Indes hat die Beschwerdeführerin die Berufung auf die Frage der Frist für die Anonymisierung und auf die Kostenfrage beschränkt. Sie kann den Streitgegenstand im weiteren Rechtsmittelverfahren nicht wieder ausdehnen. Soweit mehr oder anderes verlangt wird, als vom Obergericht beurteilt wurde, kann auf die Beschwerde von vornherein nicht eingetreten werden (<span class="artref">Art. 99 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=17.03.2020&amp;to_date=05.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-457%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page457">BGE 136 II 457</a> E. 4.2 S. 462 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=17.03.2020&amp;to_date=05.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-V-362%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page362">136 V 362</a> E. 3.4.2 S. 365<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=17.03.2020&amp;to_date=05.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-I-155%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page155">142 I 155</a></span> E. 4.4.2 S. 156). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Im Übrigen hat die Beschwerde ein konkretes Rechtsbegehren und eine Begründung zu enthalten (<span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span>), in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>), was eine sachbezogene Auseinandersetzung mit dessen Begründung erfordert (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=17.03.2020&amp;to_date=05.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">BGE 140 III 115</a> E. 2 S. 116; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=17.03.2020&amp;to_date=05.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">142 III 364</a> E. 2.4 S. 368). </div> <div class="para">Im Zusammenhang mit der Kostenverlegung mangelt es an einem konkreten Rechtsbegehren; schon daran scheitert die restliche Beschwerde. </div> <div class="para">Sodann fehlt es in Bezug auf die Kostenverlegung auch an einer hinreichenden Auseinandersetzung mit den Erwägungen des obergerichtlichen Entscheides. Sinngemäss wird eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips dahingehend geltend gemacht, dass sie den Polizisten ein Taschengeld von Fr. 3'600.-- geben müsse, obwohl diese aus Rachsucht gehandelt hätten und ihnen bislang gar keine Kosten entstanden seien, während sie durch den Polizeieinsatz lebenslänglich geschädigt sei. Damit wird keinerlei Bezug genommen auf die Kernerwägung des angefochtenen Entscheides, wonach sich die Kostenverlegung im Zivilverfahren nach dem Prozessausgang richtet (vgl. <span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>) und wonach zu den Parteikosten, welche durch die unterliegende Partei zu tragen sind, auch die Kosten der anwaltlichen Vertretung gehören (vgl. Art. 95 Abs. 1 lit. b und Abs. 3 lit. b ZPO). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich nicht hinreichend begründet, weshalb auf sie nicht eingetreten werden kann und der Präsident im vereinfachten Verfahren entscheidet (<span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 2. April 2020 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>