Motion Uchtenhagen 990 N 19 juin 1987 rat im Lichte der verfügbaren Mittel und angesichts der Dringlichkeit weiterer Informationen entscheiden. Besondere Fragestellungen wie beispielsweise jene der aus- gesteuerten Arbeitslosen bedürfen nach Auffassung des Bundesrates nicht so sehr der kurzfristigen Darstellung mit- tels einiger weniger und einfacher Indikatoren, sondern der im Rahmen des vorhandenen Datenmaterials möglichen vertieften Behandlung. Der Bundesrat hat denn auch in diesem Sinne als Antwort auf mehrere parlamentarische Vorstösse seinen Bericht über die Langzeit- und Sockelar- beitslosigkeit vom 22. Dezember 1986 vorgelegt. Er hat darin auf die Notwendigkeit der Nuancierung in der Interpretation der von der Motionärin verlangten Angaben hingewiesen und die zurzeit laufenden Bestrebungen zum Ausbau und zur Verbesserung der gegebenen Datenlage dargestellt. Dabei hat es sich auch gezeigt, dass gegebenenfalls Infor- mationsquellen heranzuziehen sind, auf die nicht periodisch - und schon gar nicht in kurzen Intervallen - zurückgegrif- fen werden kann. Zu den Begehren der Motion im einzelnen ist somit folgen- des festzuhalten: -Angaben über die Zahl der in den Jahren 1984 und 1985 monatlich ausgesteuerten Arbeitslosen wurden im Bericht des Bundesrates über die Langzeit- und Sockelarbeitslosig- keit vom Dezember 1986 veröffentlicht. Dabei wurde betont, dass diese Zahlen für sich allein betrachtet mit grösster Vorsicht zu interpretieren sind, weil man über eine so entscheidende Frage, wie jene nach dem späteren Schicksal der Ausgesteuerten, nichts daraus ableiten kann. - Eine laufende Aufsummierung der Zahl der Ausgesteuer- ten ist sinnlos und lässt keine arbeitsmarktlich relevante Aussage zu, weil ein grosser Teil der betroffenen Personen früher oder später entweder wieder eine Stelle findet, ins Ausland abwandert, sich vom Erwerbsleben zurückzieht, usw. - Die Kantone sind - vorläufig - nicht in der Lage, die Zahl der Ausgesteuerten, die in einem bestimmten Zeitpunkt nach wie vor auf Stellensuche sind, regelmässig zu schätzen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen. Abgelehnt - Rejeté #ST# 87.313 Motion Uchtenhagen Ueberbetriebliche berufliche Weiterbildung Formation continue hors entreprise Wortlaut der Motion vom 4. März 1987 Um die durch die technologische Entwicklung nötige beruf- liche Höherqualifizierung zu ermöglichen, wird der Bundes- rat aufgefordert, in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ein Konzept zu erarbeiten, das die überbetriebliche berufliche Weiterbildung - insbesondere auch für Klein- und Mittelbe- triebe - sicherstellt. Texte de la mot/on du 4 mars 1987 Le développement de la technologie demande des qualifica- tions professionnelles toujours plus élevées. Afin qu'il soit possible de faire face à cette exigence, le Conseil fédéral est prié d'élaborer, d'entente avec les milieux économiques, un concept de formation continue hors entreprise accessible en particulier aux petites et moyennes entreprises. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Borei, Bundi, Christinat, Deneys, Eggenberg-Thun, Eggli-Winterthur, Euler, Fankhauser, Friedli, Hubacher, Jaggi, Lanz, Leuenberger Moritz, Longet, Mauch, Morf, Nauer, Ott, Pitteloud, Reimann, Renschler, Robbiani, Rubi, Ruffy, Stamm Walter, Stappung, Weber-Arbon, Zehnder (30) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die seit einigen Jahren feststellbare Modernisierung und Rationalisierung unseres Produktionsapparates bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Während die Rationalisierungsbemühungen insbesondere zur Freiset- zung von weniger qualifizierten Mitarbeitern führen, ensteht mit dem Einsatz neuer Technologien anderseits ein deutlich feststellbarer Druck auf Höherqualifizierung. Schon in sei- ner Analyse des Arbeitsmarktes in der «Volkswirtschaft» vom Januar 1986 stellt Dr. Klaus Hug, Direktor des Biga, ein Auseinanderklaffen zwischen der Qualifikationsstruktur des Arbeitskräftepotentials und der wirtschaftlich relevanten Arbeitskräftenachfrage fest. Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ist für ihn ein Engpass, der die unabdingbare Erneuerung der schweizerischen Wettbewerbskraft behin- dert. Auch in seiner Analyse vom Januar 1987 stellt er fest, dass trotz einer gewissen Verlangsamung des Konjunktur- aufschwungs der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften noch ausgeprägter in Erscheinung treten werde, und zieht folgende Schlussfolgerung: «Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, die beschleunigt steigenden Anforderungen an Erneuerung und Erweiterung des beruflichen Wissens und Könnens für weite Teile der Erwerbstätigen .... stellen eine neue, weitgespannte bildungs- und berufsbildungspoli- tische Herausforderung dar.» Im Zentrum dieser Herausforderung dürfte eine breitere berufliche Grundausbildung, insbesondere aber die heute nötige, ständige berufliche Weiterbildung stehen. Nur mit den allergrössten Anstrengungen im Bereich beruflicher Weiterbildung können wir verhindern, dass beruflich nicht ausreichend gerüstete Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz ver- lieren und dass anderseits für neu zu schaffende Arbeits- plätze genügend qualifizierte und hochqualifizierte Arbeits- kräfte zur Verfügung stehen. Während Grossbetriebe eher in der Lage sind, mit gezielten Schulungen und Weiterbildungskursen die Qualifikation ihrer Mitarbeiter zu steigern, ist dies für Klein- und Mittelbe- triebe schwieriger. Nun sind es aber nicht zuletzt die Klein- und Mittelbetriebe, welche oft besonders innovativ sind und die im Bereich der neuen Technologien Pionierarbeit lei- sten. Es erscheint deshalb sehr wichtig, die berufliche Wei- terbildung auf überbetrieblicher Basis zu verstärken, respektiv zusätzliche neue Möglichkeiten der gezielten überbetrieblichen Weiterbildung auf allen Stufen zu schaffen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 1. Juni 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 1er juin 1987 In Anbetracht dessen, dass die Motion eine enge Zusam- menarbeit mit der Wirtschaft anstrebt, ist der Bundesrat bereit, sie entgegenzunehmen. Ueberwiesen - TransmisSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Uchtenhagen Ueberbetriebliche berufliche Weiterbildung Motion Uchtenhagen Formation continue hors entreprise In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.313 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.06.1987 - 08:00 Date Data Seite 990-990 Page Pagina Ref. No 20 015 502 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.