<html> <head> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="Content-Type"/> <meta content="Microsoft Word 12 (filtered)" name="Generator"/> <title>VVGE 2011/13 Anhang 2</title> </head> <body lang="DE"> <div class="WordSection1"> <p class="OFArtikel"><span lang="DE-CH">VVGE 2011/13 - ANHANG 2</span></p> <p class="MsoNormal"><b><u><span lang="DE-CH"><span> </span></span></u></b></p> <p class="MsoNormal"><b><u><span lang="DE-CH"><span> </span></span></u></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span lang="DE-CH">Erlassgenehmigung: Aufgabenabgrenzung bei der Erschliessung</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Grundlagenpapier des Amts fÃ¼r Justiz vom 14. September 2012.</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Das Grundlagenpapier ist im Rahmen einer ErlassvorprÃ¼fung entstanden. Das Amt fÃ¼r Justiz war schon verschiedentlich mit der Frage konfrontiert, welche Aufgaben den an der Erschliessung beteiligten Organisationen zukommen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">GeprÃ¼ft wurde das Wasserversorgungsreglement eines Versorgungswerkes (unselbststÃ¤ndige Anstalt), das zu einer althergebrachten Einrichtung des Ã¶ffentlichen Rechts im Sinne von Art. 107 ff. der Verfassung des Kantons Obwalden (Kantonsverfassung) vom 19. Mai 1968 (KV; GDB 101.0; KÃ¶rperschaft) gehÃ¶rt. Die Einrichtung des Ã¶ffentlichen Rechts hat das Versorgungswerk vom ElektrizitÃ¤tswerk Obwalden vor mehreren Jahrzehnten durch Vertrag Ã¼bernommen. </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Im konkreten Fall konnte festgestellt werden, dass das Versorgungswerk an Stelle der Einwohnergemeinde, aber gemÃ¤ss deren Erschliessungsprogramm die Wasserversorgung planen, bauen und anschliessend betreiben darf. Das Versorgungswerk trifft daher eine Pflicht zur Koordination mit der Erschliessungsplanung und insbesondere dem Erschliessungsprogramm der Einwohnergemeinde. In diesem Umfang besitzt die KÃ¶rperschaft, zu der das Versorgungswerk gehÃ¶rt, die gesetzgeberische Kompetenz zur Schaffung des notwendigen Erschliessungsrechts. In den gesetzlichen Grundlagen ist auch die ÃberwÃ¤lzung der Erschliessungskosten zu regeln. </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span lang="DE-CH">1. Erschliessung des Baugebiets</span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span lang="DE-CH">1.1 Bauvoraussetzung</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die Erschliessung stellt eine Voraussetzung der Baubewilligung dar (Art. 22 Abs. 2 lit. b </span><span>Bundesgesetz Ã¼ber die Raumplanung [Raumplanungsgesetz, RPG] vom 22. Juni 1979 [SR 700]</span><span lang="DE-CH">). Erschlossen ist ein GrundstÃ¼ck, wenn eine fÃ¼r die vorgesehene Nutzung hinreichende Zufahrt besteht und die erforderlichen Wasser-, Energie- sowie Abwasserleitungen so nahe herangefÃ¼hrt sind, dass ein Anschluss ohne erheblichen Aufwand mÃ¶glich ist (Art. 19 Abs. 1 RPG).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span lang="DE-CH">1.2 Erschliessungspflichten</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Bauzonen werden durch das Gemeinwesen innerhalb der im Erschliessungsprogramm vorgesehenen Fristen erschlossen (Art. 19 Abs. 2 RPG). </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Das kantonale Recht konkretisiert den Begriff des" Gemeinwesens". Danach sind die Gemeinden fÃ¼r die Erschliessung zustÃ¤ndig. Da es â mit einer hier nicht relevanten Ausnahme (vgl. nachstehend) â keine Bezirksgemeinden mehr gibt, kommen nur die Einwohnergemeinden in Frage (vgl. auch Art. 91 Abs. 2 KV). </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die Erschliessungspflicht der Einwohnergemeinden umfasst die Erstellung des Erschliessungsprogramms (Art. 30 Abs. 1 Baugesetz vom 12. Juni 1994 [BauG; GDB 710.1]) und die Groberschliessung des Baugebiets (Art. 28 Abs. 1 Satz 1 BauG). </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die Feinerschliessung obliegt grundsÃ¤tzlich dem GrundeigentÃ¼mer (Art. 28 Abs. 3 BauG).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span lang="DE-CH">1.3 Erschliessungsprogramm und Umsetzung</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die Aufgabe der Erstellung des Erschliessungsprogramms ist nach dem Wortlaut des Gesetzes nicht abtret- oder delegierbar (Art. 30 Abs. 1 BauG). DafÃ¼r sprechen auch praktische GrÃ¼nde. Dem Erschliessungsprogramm muss eine Gesamtsicht zugrunde liegen, aus der eine einheitliche Planung fÃ¼r alle Erschliessungsbereiche (Zufahrt, Wasser, Energie und Abwasser) hervorgeht. Eine solche Gesamtsicht besitzt lediglich die Einwohnergemeinde.</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Das Erschliessungsprogramm legt die Fristen fÃ¼r die Fertigstellung der erforderlichen Erschliessungsanlagen fest. Insbesondere sind dies folgende Anlagen: </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">·<span> </span></span><span lang="DE-CH">Obligatorische Anlagen von Bundesrechts wegen:</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">o<span> </span></span><span lang="DE-CH">Strassen</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">o<span> </span></span><span lang="DE-CH">Wasserversorgung</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">o<span> </span></span><span lang="DE-CH">Abwasseranlagen</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">o<span> </span></span><span lang="DE-CH">Energieversorgung<br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">·<span> </span></span><span lang="DE-CH">Obligatorische Anlagen nach kantonalem Recht, wie</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">o<span> </span></span><span lang="DE-CH">Gas</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">o<span> </span></span><span lang="DE-CH">Fern-/NahwÃ¤rme </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Es hat die Fristen fÃ¼r sÃ¤mtliche Massnahmen anzugeben, die notwendig sind, bis das ganze Baugebiet als erschlossen gelten kann. Das Erschliessungsprogramm umfasst die Grob- und die Feinerschliessung (vgl. zum Ganzen: Urs Eymann, Erschliessungsrecht und Erschliessungsprogramm, Bundesamt fÃ¼r Raumplanung, EidgenÃ¶ssisches Justiz- und Polizeidepartement, Bern 1999, S. 17 ff.):</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Das Gemeinwesen stellt in einer fÃ¼r jedermann einsehbaren Ãbersicht regelmÃ¤ssig den Stand der Umsetzung des Erschliessungsprogramms fest ("Erschliessungsnachweis"). Die Ãbersicht zeigt die Teile der Bauzone, die auf Grund abgeschlossener Planung und Erschliessung baureif sind oder bei zielstrebiger WeiterfÃ¼hrung der bisher erbrachten Leistungen voraussichtlich innert fÃ¼nf Jahren baureif gemacht werden kÃ¶nnen. Die kantonale BehÃ¶rde Ã¼berwacht die Einhaltung des Erschliessungsprogramms und trifft nÃ¶tigenfalls Massnahmen (vgl. Art. 31 f. Raumplanungsverordnung [RPV] vom 28. Juni 2000 [SR 700.1]).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Von der Erstellung des Erschliessungsprogramms zu trennen ist die eigentliche Grob- oder Feinerschliessung. Darunter wird die Umsetzung des Erschliessungsprogramms verstanden (Art. 4 Wohnbau- und EigentumsfÃ¶rderungsgesetz [WEG] vom 4. Oktober 1974 [SR 843]).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span lang="DE-CH">1.4 Umsetzung durch Dritte</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die Groberschliessung braucht nicht durch die Einwohnergemeinden umgesetzt zu werden, sondern kann auch durch Dritte erfolgen (vgl. dazu Art. 5 Abs. 2 WEG; Art. 703 Abs. 1 und 3 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 [ZGB; SR 210]; hier ohne BerÃ¼cksichtigung der privaten EigentÃ¼mer im Sinne von Art. 28 Abs. 2 bis 5 BauG):</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">·<span> </span></span><span lang="DE-CH">Die Groberschliessung kann â per Gesetz, Vertrag oder Konzession (vgl. ErlÃ¤uterungen zum BauG und BauV, S. 52 f.) â Ã¶ffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen (VVGE 1991 und 1992, Band X, Nr. 22) <u>Versorgungswerken</u> abgetreten werden (Art. 28 Abs. 1 Satz 2 BauG). </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Der Begriff der Versorgungswerke ist nicht definiert. Unter Versorgungswerken versteht man aber gemeinhin die kommunalen oder kantonalen Anstalten, welche die Versorgung der BevÃ¶lkerung mit Wasser und Energie bezwecken.</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">·<span> </span></span><span lang="DE-CH">Die Groberschliessung kann durch <u>Flurgenossenschaften</u> erfolgen (Art. 28 Abs. 6 BauG i.V.m. Art. 114 ff. Gesetz betreffend die EinfÃ¼hrung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 30. April 1911 [EG ZGB; GDB 210.1]).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Verschiedene Flurgenossenschaften bezwecken aber auch nur die Umsetzung der Feinerschliessung. Oder sie setzen zusÃ¤tzlich zur Groberschliessung ganz oder teilweise die Feinerschliessung um. Diesfalls Ã¼bernimmt die Flurgenossenschaft die Feinerschliessungspflicht der einzelnen GrundeigentÃ¼mer, die sich in der Flurgenossenschaft zusammengeschlossen haben (Art. 28 Abs. 3 BauG).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">·<span> </span></span><span lang="DE-CH">Die Groberschliessung kann â analog der Einwohnergemeinde und im Sinne eines Spezialfalles â durch die <u>Bezirksgemeinde</u> "Wasserversorgung Sachseln" erfolgen (Art. 95 Abs. 1 KV). </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Der Zweck der Bezirksgemeinde ist die Wasserversorgung. Die anderen Erschliessungsbereiche fallen nicht in den Aufgabenbereich der Bezirksgemeinde. Das Erschliessungsprogramm und die Kontrolle der Einhaltung fallen daher zwingend in den Aufgabenbereich der Einwohnergemeinde, welche die Gesamtsicht inne hat.</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Mithin also mÃ¼ssen Grob- und Feinerschliessung nicht ausschliesslich durch die Einwohnergemeinden und die GrundeigentÃ¼mer vorgenommen werden. Grob- und Feinerschliessung kÃ¶nnen auch durch Dritte umgesetzt werden. Doch kÃ¶nnen die Erschliessungsprojekte dann stets nur gemÃ¤ss dem Erschliessungsprogramm der Einwohnergemeinde erfolgen. Die Umsetzungsfortschritte im Bereich der Erschliessung, auch wenn diese von Dritten ausgefÃ¼hrt wird, mÃ¼ssen von der Einwohnergemeinde regelmÃ¤ssig in einer "Ãbersicht Ã¼ber den Stand der Erschliessung" festgehalten und der zustÃ¤ndigen kantonalen BehÃ¶rde zur Kontrolle eingereicht werden ("Erschliessungsnachweis").</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span lang="DE-CH">2. Erschliessung des Nichtbaugebiets</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die Erschliessungspflicht des Gemeinwesens (Erschliessungsprogramm und dessen Umsetzung) beschrÃ¤nkt sich auf die "Bauzonen" (Art. 19 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. Art. 15 RPG). </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Damit werden insbesondere die Landwirtschaftszone und andere Nichtbauzonen nicht von der Erschliessungspflicht im obgenannten Sinne erfasst (vgl. auch HÃ¤nni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, Bern 2008, S. 277 FN 118; Urs Eymann, Erschliessungsrecht und Erschliessungsprogramm, Bundesamt fÃ¼r Raumplanung, EidgenÃ¶ssisches Justiz- und Polizeidepartement, Bern 1999, S. 10).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">FÃ¼r das Nichtbaugebiet braucht daher hinsichtlich der Erschliessungsaufgaben die Abgrenzung zwischen der Einwohnergemeinde und Dritten nicht geprÃ¼ft zu werden (BerÃ¼hrungspunkte ergeben sich nur, wenn z.B. die Ã¶ffentliche Kanalisation in die NÃ¤he von potentiell anschlusspflichtigen GrundstÃ¼cken zu liegen kommt [Art. 10 f. Bundesgesetz Ã¼ber den Schutz der GewÃ¤sser [GewÃ¤sserschutzgesetz, GSchG] vom 24. Januar 1991 [SR 814.20]). In der Regel erfolgt die Erschliessung im Nichtbaugebiet durch interessierte GrundeigentÃ¼mer oder durch deren Zusammenschluss zu einer Flurgenossenschaft.</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span lang="DE-CH">3. Kostentragung</span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span lang="DE-CH">3.1 Beitragserhebung</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die Einwohnergemeinden erheben angemessene BeitrÃ¤ge an die Kosten der Groberschliessung von jenen GrundeigentÃ¼mern, denen durch die Groberschliessung ein wirtschaftlicher Sondervorteil erwÃ¤chst (Art. 19 Abs. 2 Satz 2 RPG und Art. 6 Abs. 1 WEG i.V.m. Art. 29 Abs. 1 BauG) </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die Kosten der Feinerschliessung gehen in der Regel voll zu Lasten der GrundeigentÃ¼mer (ausgenommen, wenn die Anlage teilweise auch dem Gemeinwesen dient; Art. 29 Abs. 2 BauG).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Wird das Erschliessungsprogramm von Dritten umgesetzt, erheben diese die entsprechenden BeitrÃ¤ge (vgl. dazu Art. 29 Abs. 5 BauG betreffend Sicherung des Anspruchs durch Grundpfandrechte).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span lang="DE-CH">3.2 LegalitÃ¤tsprinzip im Abgaberecht</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Kausalabgaben bedÃ¼rfen einer Grundlage im formellen Gesetz. Im Allgemeinen muss das Gesetz mindestens den Kreis der Abgabepflichtigen, den Gegenstand der Abgabe sowie die HÃ¶he der Abgabe in den GrundzÃ¼gen enthalten (vgl. RRB vom 29. August 2006 [Nr. 114]; ErlÃ¤uterungen zum BauG und BauV, S. 56 und 59 f.; HÃ¤felin MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Auflage, ZÃ¼rich 2002, N 2695).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die fÃ¼r die Umsetzung des Erschliessungsprogramms zustÃ¤ndigen Organisationen, seien es Gemeinwesen, Versorgungswerke oder Flurgenossenschaften, sind deshalb aufgefordert, die entsprechenden abgaberechtlichen Grundlagen gesetzlich zu regeln (Art. 30 BauG, Art. 22 Abs. 3 Verordnung zum Baugesetz vom 7. Juli 1994 [BauV; GDB 710.11]; z.B. in Erschliessungsreglementen). </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">FÃ¼r die Flurgenossenschaften hat der kantonale Gesetzgeber schon weitgehend ein Kosten- und Beitragsrecht vorgesehen (vgl. Art. 116 ff. und Art. 120 EG ZGB). Insbesondere wird fÃ¼r die GrÃ¼ndung der Flurgenossenschaft vorausgesetzt, dass die Statuten Bestimmungen Ã¼ber die Deckung der Erstellungs- und Unterhaltskosten enthalten mÃ¼ssen (Art. 16 Ziff. 3 EG ZGB). In diesem Sinne obliegt den Flurgenossenschaften â anders als den Ã¼brigen Organisationen â eine geringere "gesetzgeberische Selbstverantwortung". </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">VerfÃ¼gen die zustÃ¤ndigen Organisationen Ã¼ber keine weiteren Vorschriften im Abgabebereich, so kÃ¶nnen auch die eidgenÃ¶ssischen und kantonalen Bestimmungen (z.B. Art. 31 BauG i.V.m. Art. 21 f. BauV) die fehlende Substantiierung nicht heilen, da diese Bestimmungen keine genÃ¼gende gesetzliche Grundlage fÃ¼r die Erhebung von BeitrÃ¤gen darstellen. Mithin also wÃ¼rde es fÃ¼r die Einforderung von Erschliessungskosten an einer genÃ¼genden gesetzlichen Grundlage fehlen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span lang="DE-CH">3.3 ErschliessungsbeitrÃ¤ge</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Erlassen die zustÃ¤ndigen Organisationen gesetzliche Grundlagen fÃ¼r die Beitragserhebung, so hat die Gesamtheit der GrundeigentÃ¼mer wenigstens zu tragen:</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">1.<span> </span></span><span lang="DE-CH">von den Kosten fÃ¼r Anlagen der Groberschliessung: 30 Prozent (Art. 1 Verordnung zum Wohnbau- und EigentumsfÃ¶rderungsgesetz [VWEG] vom 30. November 1981 [SR 843.1]);</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">2.<span> </span></span><span lang="DE-CH">von den Kosten fÃ¼r Anlagen der Feinerschliessung: 100 Prozent (Art. 29 Abs. 2 BauG).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Dienen Anlagen gleichzeitig der Grob- und der Feinerschliessung, so sind die Kostenanteile nach dem VerhÃ¤ltnis der Erschliessungsfunktionen zu berechnen (Art. 1 Abs. 2 VWEG).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die Kostenaufteilung der Erschliessungskosten pro EigentÃ¼mer erfolgt nach Art. 21 f. BauV; massgeblicher SchlÃ¼ssel bei der Groberschliessung ist der wirtschaftliche Sondervorteil bzw. der Nutzen (Art. 29 Abs. 1 Teilsatz 2 BauG; fÃ¼r Flurgenossenschaften vgl. Art. 120 und 127 Abs. 2 EG ZGB).</span></p> <p class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"> </span></p> </div> </body> </html>