<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00178</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106745&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00178</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.07.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 27.11.2002 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Führerausweisentzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Unzulässiger vorsorglicher Führerausweisentzug infolge Haschischkonsums<br/><br/>Voraussetzungen für einen Sicherungsentzug wegen Drogenkonsums (E. 2). Wer während dem Fahren Cannabis konsumiert, muss sich die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung der Fahreignung gefallen lassen (E. 4). Unverhältnismässigkeit des vorsorglichen Ausweisentzugs, da in casu die Wahrscheinlichkeit gering erscheint, dass der Beschwerdeführer eine besondere Gefahr für andere Strassenbenützer darstellt (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: CANNABIS">CANNABIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGENKONSUM">DROGENKONSUM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGENSUCHT">DROGENSUCHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAHREIGNUNG">FAHREIGNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HASCHISCH">HASCHISCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STRASSENVERKEHRSRECHT">STRASSENVERKEHRSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUCHT">SUCHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGLICHER ENTZUG">VORSORGLICHER ENTZUG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 14 lit. IIc SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 16 lit. I SVG</span><br/><span class="ungerade">§ 50 lit. IIc VRG</span><br/><span class="gerade">Art. 30 lit. I VZV</span><br/><span class="ungerade">Art. 35 lit. III VZV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2002 Nr. 55</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 5. Februar 2002, ca. 08.50 Uhr, wurde A als Lenker des Personen­wagens <br/> ZH --- von der Polizei an der Z-strasse in ZÃ¼rich angehalten, weil er wÃ¤hrend des Fahrens ohne Freisprechanlage telefonierte. Nachdem die Polizei im Wagen den Geruch von Haschisch, im Aschenbecher mehrere angerauchte Joints und auf der Mittelkonsole 0,4 Gramm Haschisch festgestellt hatte, rÃ¤umte A ein, wÃ¤hrend der Fahrt einen Joint geraucht zu haben. Daraufhin wurde ihm zuhanden der zustÃ¤ndigen EntzugsbehÃ¶rde der FÃ¼hrerausweis abgenommen und beim Institut fÃ¼r Rechtsmedizin der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich (IRM) eine Ã¤rztliche Untersuchung durchgefÃ¼hrt. Dort sowie in der polizeilichen Einvernahme gab er an, tÃ¤glich 2 â 3 Joints zu rauchen; laut EinschÃ¤tzung der untersuchenden Ãrztin wurde keine merkbare BeeintrÃ¤chtigung der FahrfÃ¤higkeit festgestellt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GestÃ¼tzt auf diesen Sachverhalt entzog die Direktion fÃ¼r Sicherheit und Soziales A am 27. Februar 2002 den FÃ¼hrerausweis, und zwar vorsorglich und auf unbestimmte Zeit bis zur AbklÃ¤rung von AusschlussgrÃ¼nden (Dispositiv Ziffer 1). Sodann wurde eine verkehrsmedizinische Untersuchung seiner Fahreignung beim IRM angeordnet, welche insbesondere Auskunft darÃ¼ber geben sollte, ob eine DrogenabhÃ¤ngigkeit bzw. ein gewohnheitsmÃ¤ssiger Drogenkonsum bestehe, durch welche der Proband mehr als jede andere Person gefÃ¤hrdet sei, ein Motorfahrzeug unter Drogeneinfluss zu lenken, und ob die Fahreignung bejaht werde kÃ¶nne bzw. welche Auflagen gegebenenfalls notwendig seien. Einem allfÃ¤lligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den gegen diese VerfÃ¼gung am 12. MÃ¤rz 2002 erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat am 30. April 2002 ab, soweit er nicht (bezÃ¼glich der beantragten Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung) gegenstandslos geworden war; einer allfÃ¤lligen Beschwerde entzog er die aufschiebende Wirkung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 22. Mai 2002 beantragte A dem Verwaltungsgericht, den angefochtenen Regierungsratsbeschluss und den vorsorglichen Ausweisentzug unter Kos­ten- und EntschÃ¤digungsfolgen aufzuheben. Zudem beantragte er die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Regierungsrat liess am 27. Mai 2002 Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung beantragen. Gleichentags stellte auch die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit den Antrag auf Abweisung des Begehrens um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 31. Mai 2002 stellte der PrÃ¤sident der zustÃ¤ndigen 1. Ab­­teilung des Verwaltungsgerichts die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wieder her und wies die EntzugsbehÃ¶rde an, dem BeschwerdefÃ¼hrer den FÃ¼hrerausweis nach Eintritt der Rechtskraft der VerfÃ¼gung wieder auszuhÃ¤ndigen. Diese VerfÃ¼gung blieb unangefochten und der Ausweis wurde mit VerfÃ¼gung vom 14. Juni 2002 dem BeschwerdefÃ¼hrer provisorisch wieder ausgehÃ¤ndigt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung von Beschwerden ge­gen administrative Massnahmen im Strassenverkehr findet ihre Grundlage in § 41 des Ver­waltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG). Die Be­­handlung ent­sprechender Beschwerden erfolgt gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 lit. a VRG durch den Einzelrichter. Nach § 38 Abs. 3 Satz 2 VRG ist die einzelrichterliche Beurteilung indessen ausgeschlossen, wenn ein Entscheid des Regierungsrats ange­fochten ist, wie dies hier zutrifft. Die GeschÃ¤ftserledigung hat demnach in Dreierbesetzung zu erfolgen (vgl. § 38 Abs. 1 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) GemÃ¤ss Art. 14 Abs. 2 lit. c des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG) darf der FÃ¼hrerausweis nicht erteilt werden, wenn der Bewerber dem Trunke oder anderen die FahrfÃ¤higkeit herabsetzenden SÃ¼chten ergeben ist. Wird nachtrÃ¤glich fest­gestellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen, ist der FÃ¼hrerausweis nach Art. 16 Abs. 1 SVG zu entziehen. Ein solcher Sicherungsentzug dient gemÃ¤ss Art. 30 Abs. 1 der Verordnung vom 27. Oktober 1976 Ã¼ber die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV) der Sicherung des Verkehrs von FÃ¼hrern, die aus medizinischen oder charakterlichen GrÃ¼n­den, wegen Trunksucht oder anderen SÃ¼chten oder wegen einer anderen UnfÃ¤higkeit zum FÃ¼hren von Motorfahrzeugen nicht geeignet sind. In solchen FÃ¤llen wird der FÃ¼hrerausweis gemÃ¤ss Art. 17 Abs. 1bis SVG auf unbestimmte Zeit entzogen und der Entzug mit einer Probezeit von min­destens einem Jahr verbunden. Nach Ablauf der Probezeit kann der Aus­weis bedingt und unter angemessenen Auflagen wieder erteilt werden; in der Regel wird hierfÃ¼r der Nach­weis der Heilung durch eine mindestens einjÃ¤hrige kontrollierte Abstinenz verlangt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Voraussetzung fÃ¼r einen Sicherungsentzug gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG ist das Vorliegen einer Sucht. BezÃ¼glich der AbhÃ¤ngigkeit von Drogen hat das Bundesgericht in BGE 124 II 559 E. 2b ausgefÃ¼hrt, diese mÃ¼sse derart sein, dass der Betroffene mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt sei, sich ans Steuer eines Fahrzeugs in einem â dauernden oder zeitweiligen â Zustand zu setzen, der das sichere FÃ¼hren nicht mehr gewÃ¤hrleistet. Der Sicherungsentzug setzt den Nachweis einer derartigen AbhÃ¤ngigkeit voraus; der Verdacht einer Drogensucht rechtfertigt lediglich die vorsorgliche Aberkennung des FÃ¼hrerausweises wÃ¤hrend der AbklÃ¤rungen (Art. 35 Abs. 3 VZV; vgl. BGE 120 Ib 305 E. 5a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach der Rechtsprechung erlaubt ein regelmÃ¤ssiger, aber kontrollierter und mÃ¤ssiger Haschischkonsum fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf eine fehlende Fahreignung (BGE 124 II 559 E. 4d und e). Ob diese gegeben ist, kann ohne Angaben Ã¼ber HÃ¤ufigkeit, Menge und UmstÃ¤nde des Cannabiskonsums und des allfÃ¤lligen Konsums weiterer BetÃ¤ubungsmittel und/oder Alkohol, sowie zu seiner PersÃ¶nlichkeit, insbesondere hinsichtlich Drogenmissbrauch und Strassenverkehr, nicht beurteilt werden. Hingegen kann ein die FahrfÃ¤higkeit beeintrÃ¤chtigender Cannabiskonsum Anlass bieten, die generelle Fahreignung des Betroffenen durch ein Fachgutachten nÃ¤her abklÃ¤ren zu lassen (BGE 124 II 559 E. 4e und 5a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der vorsorgliche Entzug des FÃ¼hrerausweises wÃ¤hrend der AbklÃ¤rungen einer die Fahreignung ausschliessenden Sucht gemÃ¤ss Art. 35 Abs. 3 VZV stellt einen Zwischen­entscheid dar (BGE 122 II 359 E. 1a), der gemÃ¤ss § 48 Abs. 2 VRG nur mit Beschwerde an­gefochten werden kann, wenn er fÃ¼r den Betroffenen einen Nachteil zur Folge hat, der sich spÃ¤ter voraussichtlich nicht mehr beheben lÃ¤sst. Beim vorsorglichen Entzug des FÃ¼hrerausweises ist diese Voraussetzung ohne weiteres erfÃ¼llt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) WÃ¤hrend Entscheide Ã¼ber FÃ¼hrerausweisentzÃ¼ge zu Warnzwecken Entscheide Ã¼ber die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage im Sinn von Art. 6 Abs. 1 der Euro­pÃ¤ischen Menschenrechtskonvention sind und von daher eine gerichtliche Ermessenskon­trolle erfordern (vgl. BGE 121 II 219), werden SicherungsentzÃ¼ge allein aus GrÃ¼nden der Verkehrssicherheit und unabhÃ¤ngig vom Verschulden des fehlbaren Lenkers angeordnet. Daher Ã¼berprÃ¼ft das Verwaltungsgericht in Anwendung von § 50 Abs. 2 lit. c VRG die verfÃ¼gten Siche­rungs­entzÃ¼ge ‑ im Gegensatz zu den WarnungsentzÃ¼gen ‑ lediglich in Bezug auf Ermes­sensmissbrauch und ErmessensÃ¼berschreitung (vgl. auch § 50 Abs. 3 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist unbestrittenermassen regelmÃ¤ssiger Cannabiskonsument und hat unmittelbar vor der polizeilichen Kontrolle am 5. Februar 2002 wÃ¤hrend des Fahrens einen Joint geraucht. Bei der unmittelbar anschliessend durchgefÃ¼hrten Untersuchung beim IRM konnte laut EinschÃ¤tzung der untersuchenden Ãrztin keine merkbare BeeintrÃ¤chtigung der FahrfÃ¤higkeit festgestellt werden, wobei - soweit aufgrund der Akten ersichtlich â keine Untersuchung des Blutes auf den Cannabis-Wirkstoff Tetrahydrocan­na­binol (THC), sondern (mit negativem Ergebnis) lediglich eine chemische Bestimmung der Blutalkoholkonzentration durchgefÃ¼hrt wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wenn die Beschwerdegegnerin unter diesen UmstÃ¤nden eine verkehrsmedizinische Untersuchung der Fahreignung des BeschwerdefÃ¼hrers angeordnet hat, so kann ihr keine Rechtsverletzung vorgeworfen werden. Die unbestrittene Tatsache, dass der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend des Fahrens Cannabis konsumiert hat, vermag den Verdacht, dass er Drogenkonsum und Strassenverkehr nicht ausreichend zu trennen vermag, hinlÃ¤nglich zu begrÃ¼nden und rechtfertigt eine entsprechende AbklÃ¤rung (BGE 127 II 122 E. 4b; BGr, 30. Mai 2001, 6A.33/2001 bzw. 6A.35/2001/viz). Immerhin kann man sich fragen, ob es nicht jedenfalls bei Cannabiskonsumenten zweckmÃ¤ssiger wÃ¤re, in FÃ¤llen, wo keine drogenbedingten Fahrfehler Anlass zur Untersuchung gegeben haben, eine ÃberprÃ¼fung der Fahr­eignung nur dann anzuordnen, wenn die Blutuntersuchung mindestens eine der 0,8 (bzw. 0,5) Promillegrenze entsprechende THC-Konzentration ergeben hat (vgl. Stephan Quensel, Drogen im Strassenverkehr: Eine AnhÃ¶rung oder: Empirische Argumente in der Kriminalpolitik, <span class="MsoHyperlink"><span>http://www.bisdro.uni-bremen.de/quensel/Bundestag.htm</span></span>, S. 11 ff.). Denn es ist immerhin zu bedenken, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei Alkoholkonsumenten, die wÃ¤hrend der letzten fÃ¼nf Jahre vor der aktuellen Trunkenheitsfahrt keine einschlÃ¤gige Widerhandlung begangen haben, eine Fahreignungsuntersuchung erst vorzunehmen ist, wenn die Blutalkoholkonzentration 2,5 und mehr Promille betrÃ¤gt (BGE 126 II 185, E. 2e). Die an geringere Voraussetzungen geknÃ¼pfte Anordnung einer Untersuchung bei Konsumenten von Cannabis kann zwar angesichts der besonderen Schwierigkeiten des Nachweises sowohl des die FahrfÃ¤higkeit beeintrÃ¤chtigenden Konsums (Quensel, S. 10) als auch der AbhÃ¤ngigkeit von Cannabis (vgl. BGE 124 II 559 E. 3c und d) noch begrÃ¼ndet werden; andererseits wird einhergehend mit der Verbesserung der UntersuchungsmÃ¶glichkeiten (Quensel, S. 10) unter dem Gesichtswinkel der Rechtsgleichheit dem Umstand Rechnung zu tragen sein, dass nicht jeder Cannabiskonsum zwingend die FahrfÃ¤higkeit be­eintrÃ¤chtigt und Cannabiskonsumenten ebenso wie solche von Alkohol in der Lage sein kÃ¶nnen, die GefÃ¤hrlichkeit der Droge im Strassenverkehr zu erkennen und nach einem die FahrfÃ¤higkeit beeintrÃ¤chtigenden Konsum auf das Autofahren zu verzichten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist gemÃ¤ss Art. 35 Abs. 3 VZV der vorsorgliche Entzug des FÃ¼hrerausweises gerechtfertigt, wenn Anzeichen dafÃ¼r bestehen, dass ein Fahrer eine besondere Gefahr fÃ¼r die anderen StrassenbenÃ¼tzer darstellt und dass seine FÃ¤higkeit, ein Fahrzeug zu lenken, ernsthaft bezweifelt werden muss. Das ist unter anderem dann der Fall, wenn Ã¤rztliche Untersuchungen oder auch das Verhalten des FahrzeugfÃ¼hrers insgesamt konkrete Hinweise fÃ¼r eine Sucht ergeben (BGE 122 II 359 E. 3a; 125 II 396 E. 3 = Pra 2000 Nr. 88 S. 533). Wenn dabei laut Art. 35 Abs. 3 VZV bis zur AbklÃ¤rung von AusschlussgrÃ¼nden der FÃ¼hrerausweis entzogen werden <i>kann</i>, so ist die EntzugsbehÃ¶rde auf ihr Ermessen verwiesen und hat sie ungeachtet, dass der vorsorgliche Entzug in solchen FÃ¤llen die Regel bildet (BGE 125 II 396 E. 3), summarisch eine AbwÃ¤gung der massgeblichen Interessen vorzunehmen und mindestens die Dringlichkeit des Entzugs zu begrÃ¼nden (vgl. BGE 127 II 122 E. 5, am Ende).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer VerfÃ¼gung vom 27. Februar 2002 die Dring­lichkeit des angeordneten vorsorglichen Entzugs in keiner Weise begrÃ¼ndet, und auch der Regierungsrat im angefochtenen Rekursentscheid vom 30. April 2002 hat lediglich erwogen, die Aussagen des BeschwerdefÃ¼hrers in der polizeilichen Einvernahme und seine Einstellung zum Cannabiskonsum begrÃ¼ndeten ernsthafte Zweifel an seiner Fahreignung. Auf UmstÃ¤nde, welche auch bei einer summarischen PrÃ¼fung der fÃ¼r den sofortigen Entzug vorausgesetzten GefÃ¤hrlichkeit des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r den Strassenverkehr mitzuberÃ¼ck­sichtigen sind, nÃ¤mlich dass der BeschwerdefÃ¼hrer noch nie als Drogenkonsument akten­kundig geworden ist, er unbestrittenermassen Ã¼ber einen weitgehend ungetrÃ¼bten automobilistischen Leumund verfÃ¼gt, sein Fahrverhalten bei der polizeilichen Kontrolle unauffÃ¤llig war und sich bei der Ã¤rztlichen Untersuchung keine merkbare BeeintrÃ¤chtigung der FahrfÃ¤higkeit feststellen liess, ist der Regierungsrat mit keinem Wort eingegangen. Die EntzugsverfÃ¼gung sowie der angefochtene Rekursentscheid erweisen sich insoweit schon mangels hinreichender BegrÃ¼ndung als rechtsverletzend.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Treffen die Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers zu seinem Cannabiskonsum zu, so ist mit einer BeeintrÃ¤chtigung seiner FahrfÃ¤higkeit nur unmittelbar nach dem jeweiligen Konsum zu rechnen (vgl. BGE 124 II 559 E. 4d-e); selbst dann ist es fraglich, ob bei der vom BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend der Fahrt konsumierten Menge die akute BeeintrÃ¤chtigung stÃ¤rker ist als bei einer Blutalkoholkonzentration von weniger als 0,8 Promillen. Vor diesem Hintergrund und angesichts des Umstands, dass auch bei der Ã¤rztlichen Untersuchung im IRM keine BeeintrÃ¤chtigung der FahrfÃ¤higkeit merkbar war, erscheint die Wahrscheinlichkeit, dass der BeschwerdefÃ¼hrer eine besondere Gefahr fÃ¼r die anderen StrassenbenÃ¼tzer darstellt, als gering. Diese Feststellung wird durch sein unauffÃ¤lliges Fahrverhalten bei der Kontrolle und seinen automobilistischen Leumund bestÃ¤tigt. Sodann ist aufgrund der Ã¤rztlichen Untersuchung erwiesen, dass er neben dem Cannabis keinen Alkohol konsumiert hat (was bereits bei geringeren Mengen zu relevanten Ausfallerscheinungen fÃ¼hren kann; vgl. BGE 124 II 559 E. 4b, mit Hinweisen), und es bestehen auch keine Hinweise auf den Konsum so genannter harter Drogen. Dieser insgesamt als gering erscheinenden Wahrscheinlichkeit einer besonderen GefÃ¤hrdung des Strassenverkehrs steht der Entzug des FÃ¼hrerausweises gegenÃ¼ber, der, auch wenn er bloss provisorisch erfolgt, einen nicht unerheblichen Eingriff in den PersÃ¶nlichkeitsbereich des Betroffenen darstellt, dessen unmittelbare Folgen weit einschneidender sind als die angeordnete AbklÃ¤rung von AusschlussgrÃ¼n­den. Da zudem diese AbklÃ¤rung erfahrungsgemÃ¤ss lÃ¤ngere Zeit beansprucht (vgl. die Empfehlung in Absatz 4 der BegrÃ¼ndung der VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 27. Feb­ruar 2002), erweist sich der vorsorgliche Entzug des FÃ¼hrerausweises unter den hier gegebenen UmstÃ¤nden als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Damit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der vorsorgliche FÃ¼hrerausweisentzug gemÃ¤ss Dispositiv Ziffer 1 der VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 27. Februar 2002 aufzuheben. Im Ãbrigen ist die Beschwerde abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss <a id="Text4">entscheidet</a> die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und Dispositiv Ziffer 1 der VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 27. Februar 2002 aufgehoben. Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>