<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00282</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203769&amp;W10_KEY=13013571&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00282</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.11.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 21.07.2004 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einstellung einer stationären Massnahme/Zwangsmedikation</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zuständigkeit zur Anordnung einer Zwangsmedikation im stationären Massnahmevollzug; öffentliches Interesse und Verhältnismässigkeit im konkreten Fall. Gegen die Verfügung der Massnahmebehörde, eine stationäre Massnahme nicht einzustellen, bevor nicht eine Zwangsmedikation durchgeführt wurde, ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht gegeben (E. 1a). Übersicht über die Bundesgerichtspraxis zur Zwangsmedikation (E. 2). Die Anordnung der Zwangsmedikation ist nicht dem Strafgericht vorbehalten, sondern kann im Rahmen des Massnahmevollzugs von der Vollzugsbehörde getroffen werden (E. 3a-c). Sie muss auf den Heilungs- und Sicherungszweck im Einzelfall ausgerichtet sein (E. 3d). Eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung ist nicht zwingend erforderlich (E. 4b). Fremdgefährdung im vorliegenden Fall bejaht (E. 4c-g). Verhältnismässigkeit der Zwangsmedikation als des einzigen verbliebenen Mittels der Behandlung des (paranoid schizophrenen) Beschwerdeführers bejaht (E. 5). Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung mangels klarer Präjudizien betreffend die Zuständigkeit der Massnahmebehörde (E. 6). Abweisung, soweit auf die Beschwerde eingetreten wird. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSTELLUNG">EINSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREMDGEFÃHRDUNG">FREMDGEFÃHRDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEFÃHRLICHKEIT">GEFÃHRLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEISTESKRANKHEIT">GEISTESKRANKHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MASSNAHMENVOLLZUG">MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEDIKAMENTÃSE BEHANDLUNG">MEDIKAMENTÃSE BEHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHISCHE ERKRANKUNG">PSYCHISCHE ERKRANKUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHOSE">PSYCHOSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STATIONÃRE MASSNAHME">STATIONÃRE MASSNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFRICHTER">STRAFRICHTER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHE RECHTSPFLEGE (UP/URB)">UNENTGELTLICHE RECHTSPFLEGE (UP/URB)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)">UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWANGSMEDIKATION">ZWANGSMEDIKATION</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 10 Abs. III BV</span><br/><span class="gerade">Art. 3 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 43Ziff. 1 Abs. I StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 43Ziff. 1 Abs. III StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 43Ziff. 3 Abs. I StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 43Ziff. 3 Abs. II StGB</span><br/><span class="ungerade">§ 16 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 38 Abs. III VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 43 Abs. I lit. g VRG</span><br/><span class="gerade">§ 43 Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2003 Nr. 35 S. 112</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A. A, geboren 1974, beging im August und September 1998 ÃberfÃ¤lle auf insgesamt vier willkÃ¼rlich ausgesuchte Passanten, die er â teilweise mit einem Stein oder einer Gabel bewaffnet â persÃ¶nlich angriff, niederschlug, in drei FÃ¤llen bestahl oder beraubte und jeweils erheblich (in einem Fall schwer) verletzte. Das Ã¼ber A im Rahmen des Strafverfahrens erstellte psychiatrische Gutachten vom 30. MÃ¤rz 1999 diagnostizierte eine bipolare affektive StÃ¶rung und im Zeitpunkt der Delikte eine Manie mit psychotischen Symptomen als wahrscheinlich, wobei erst der weitere Verlauf der Krankheit eine definitive diagnostische KlÃ¤rung bringen kÃ¶nne. Mit Beschluss vom 3. Juni 1999 ordnete das Bezirksgericht X entsprechend dem Antrag im Bericht der Bezirksanwaltschaft nach § 285b der Strafprozessordnung vom 4. Mai 1919 unter anderem eine stationÃ¤re Massnahme im Sinn von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 des Strafgesetzbuches (StGB) fÃ¼r A an. Nach der (aus hier nicht interessierenden strafprozessualen GrÃ¼nden) erfolgten RÃ¼ckweisung durch das Obergericht bestÃ¤tigte das Bezirksgericht X diesen Entscheid mit Beschluss vom 29. MÃ¤rz 2000 erneut.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>B. Die kantonale psychiatrische Klinik K, wo sich A seit dem vorzeitigen Antritt der stationÃ¤ren Massnahme am 21. Dezember 1998 aufgehalten hatte, dia­gnostizierte aufgrund eigener AbklÃ¤rungen bei ihm eine paranoide Schizophrenie und behandelte ihn unter anderem mit Neuroleptika, worauf er sehr gut ansprach (Neuroleptika: Psychopharmaka mit unter anderem antipsychotischer Wirkung). Ab 8. November 1999 konnte er ein dreimonatiges Arbeitstraining in den WerkstÃ¤tten fÃ¼r Behinderte "L" in Y besuchen. Im Rahmen der jÃ¤hrlich vorzunehmenden ÃberprÃ¼fung einer Entlassung aus dem stationÃ¤ren Massnahmevollzug (Art. 45 Ziff. 1 Abs. 2 StGB) erstattete die Psychiatrische Klinik K am 29. Dezember 1999 einen zuversichtlich stimmenden Bericht Ã¼ber die Entwicklung von A und stellte den Ãbertritt in eine begleitete Wohngemeinschaft auf Anfang des Jahres 2000 in Aussicht. Am 18. Februar 2000 verfÃ¼gte der Sonderdienst des Justizvollzugs des Kantons ZÃ¼rich unter anderem die probeweise Entlassung von A aus dem Massnahmevollzug unter Auflagen. Am 1. MÃ¤rz 2000 trat A ins Wohnheim "L" ein; Schutzaufsicht und ambulante Nachbetreuung Ã¼bernahm das Amt fÃ¼r BewÃ¤hrungshilfe des Kantons W.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bereits vom 20. Oktober 2000 bis 26. Januar 2001 musste A im Rah­men einer Krisenintervention erneut in der Psychiatrischen Klinik K hospitalisiert werden, nachdem er seine Medikamente, die nicht mehr als Depotspritze, sondern in Tablettenform verabreicht wurden, nicht mehr eingenommen hatte und im Kanton Aargau von der Polizei aufgegriffen worden war. Die Medikation wurde neu eingestellt und wiederum ein Depot-Neuroleptikum installiert. Am 21. August 2001 Ã¤usserte der BewÃ¤hrungsdienst des Kantons W die Vermutung, dass A erneut seine Medikamente nicht einnehme. In der Folge stellte sich heraus, dass dieser das ihm nach Absetzung der Depotspritzen verschriebene zweimal tÃ¤glich einzunehmende PrÃ¤parat entgegen seinen anders lautenden Beteuerungen von Anfang an (etwa seit Mai oder Juni 2001) gar nie eingenommen hatte. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Daraufhin prÃ¼fte der Sonderdienst den Widerruf der probeweisen Entlassung von A aus der stationÃ¤ren Massnahme, wogegen sich dieser unter Beizug eines Vertreters wehrte. Da A die Medikamenteneinnahme beharrlich verweigerte, wurde er im Wohnbereich des "L" als Unsicherheitsfaktor betrachtet und sein sofortiger Auszug angeordnet. Am 27. September 2001 zog A aus dem Heim "L" aus.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>A nahm weiterhin keine Medikamente mehr ein. Seine Meinung, dass VerÃ¤nderungen in seinem Verhalten durch Fachpersonen beobachtet werden und deshalb vermehrte Sitzungen mit solchen die fehlende Medikation kompensieren kÃ¶nnten, fand bei den FachÃ¤rzten keine BestÃ¤tigung. Diese machten die WeiterfÃ¼hrung der Behandlung vielmehr von einer regelmÃ¤ssigen Medikamenteneinnahme abhÃ¤ngig. Dennoch fand A in der Person von Dr. med. C von der Klinik in U einen Arzt, der bereit war, ihn ohne Medikamente zu behandeln. Ab 31. Oktober 2001 sollen die Sitzungen bei Dr. C in "regelmÃ¤ssigen" AbstÃ¤nden begonnen haben (wohl alle 14 Tage, vgl. die vereinbarten Sitzungstermine vom 7. und 21. Januar 2002). Anfang Dezember 2001 gab A seine Arbeit im Heim "L" auf; danach soll er in der Marktforschung gearbeitet haben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 14. Januar 2002 meldete sich die Mutter von A und erklÃ¤rte, ihr Sohn habe die Arbeitsstelle verloren und sei unauffindbar. Dringenden Handlungsbedarf signalisierte am 21. und 23. Januar 2002 auch das Amt fÃ¼r BewÃ¤hrungshilfe, nachdem A seiner Mutter einen wirren Brief geschrieben und den Termin bei Dr. C vom 21. Januar 2002 unentschuldigt nicht wahrgenommen hatte. Aufgrund der geschilderten Sachlage kam auch Dr. C zur Einsicht, dass eine Medikation wieder nÃ¶tig sei, und empfahl die Einweisung von A in eine psychiatrische Klinik. Erneut erschien A nicht bei seinem Therapeuten, hielt den GesprÃ¤chstermin beim Amt fÃ¼r BewÃ¤hrungshilfe nicht ein und blieb fÃ¼r seinen Rechtsvertreter ebenso unerreichbar wie fÃ¼r seine Mutter, welche angab, dass er unverstÃ¤ndliche<br/> E-Mails in englischer Sprache an Kollegen gesandt habe, wonach jetzt die Rache kommen werde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>C. Mit VerfÃ¼gung vom 18. Februar 2002 widerrief der Sonderdienst aufgrund der geschilderten Entwicklung die probeweise Entlassung von A aus dem stationÃ¤ren Massnahmevollzug, verfÃ¼gte seine Einweisung in ein noch zu bestimmendes BezirksgefÃ¤ngnis und liess ihn zur Verhaftung ausschreiben. Am 21. April 2002 wurde A in der Berner Reithalle verhaftet und am 28. Mai 2002 in die Klinik I eingewiesen. Am 29. Mai 2002 wies die Direktion der Justiz und des Innern in teilweiser Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 18. Februar 2002 das Amt fÃ¼r Justizvollzug an, A zum Widerruf der probeweisen Entlassung anzuhÃ¶ren, was dieses am 27. Juni 2002 nachholte. Am 11. Juli 2002 verfÃ¼gte der Sonderdienst erneut den Widerruf der probeweisen Entlassung aus der stationÃ¤ren Massnahme und wies A rÃ¼ckwirkend per 21. April 2002 in den stationÃ¤ren Massnahmevollzug in der Klinik I ein. Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Direktion der Justiz und des Innern am 27. August 2002 ab. Die dagegen erhobene Beschwerde an das Verwaltungsgericht wies der Einzelrichter mit Entscheid vom 5. Februar 2003 ab. Ebenso verfuhr das Bundesgericht im Urteil vom 6. Juni 2003 mit der dagegen erhobenen Verwaltungsgerichtsbeschwerde, soweit es darauf eintrat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>D. Mit VerfÃ¼gung vom 17. April 2003 versetzte der BewÃ¤hrungsdienst des Justizvollzugs A per 23. April 2003 im BezirksgefÃ¤ngnis S in Sicher­heitshaft, nachdem dieser in der Klinik I jegliche Medikamenteneinnahme verweigert hatte, zweimal daraus entwichen war und eine Lernschwester, in die er sich verliebt hatte, besucht und mehrfach belÃ¤stigt hatte. Mit VerfÃ¼gung vom 15. Mai 2003 trat die Haftrichterin am Bezirksgericht X auf das von A am 7. Mai 2003 gestellte Haftentlassungsgesuch nicht ein und Ã¼berwies es zustÃ¤ndigkeitshalber der Direktion der Justiz und des Innern, worauf er dort Rekurs erheben liess. Mit VerfÃ¼gung vom 2. Juni 2003 wies die Rekursinstanz das Rechtsmittel ab. Mit Urteil vom 7. Juli 2003 wies das Bundesgericht die dagegen erhobene staatsrechtliche Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>E. Am 16. Juni 2003 liess A Ã¼ber seinen Vertreter beantragen, der Vollzug der stationÃ¤ren Massnahme sei mangels Bereitschaft, Medikamente einzunehmen, als erfolglos einzustellen und der Fall an das zustÃ¤ndige Gericht zu Ã¼berweisen. Das lehnte der BewÃ¤hrungsdienst in der VerfÃ¼gung vom 27. Juni 2003 mit folgenden Worten ab, wobei er einem allfÃ¤lligen Rekurs die aufschiebende Wirkung entzog: </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"I. Das Gesuch von A, vertreten durch B, vom 16.06.2003 um Einstellung des stationÃ¤ren Massnahmenvollzugs und RÃ¼ckgabe an das zustÃ¤ndige Gericht wird abgewiesen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>II. A wird zum weiteren Vollzug der stationÃ¤ren Massnahme nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB gemÃ¤ss BeschlÃ¼sse des Bezirksgerichtes X vom 03.06.1999 bzw. 29.03.2000 in die Kantonale, Psychiatrische Klinik I, Forensik, eingewiesen, sobald es die PlatzverhÃ¤ltnisse der Klinik erlauben.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>III. Die zur Verbesserung der Legalprognose notwendige Neuroleptika-Behandlung ist durchzufÃ¼hren, falls notwendig auch Ã¼ber einen lÃ¤ngeren Zeitraum und damit auch ausserhalb einer psychiatrischen Notfallsituation und gegen den Willen von A.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>[IV.-IX.]"</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Dagegen liess A am 3./11. Juli 2003 Rekurs erheben. Am 15. Juli 2003 erteilte die Direktion der Justiz und des Innern seinem Rekurs antragsgemÃ¤ss die aufschiebende Wirkung; in der Sache wies sie ihn jedoch mit VerfÃ¼gung vom 24. Juli 2003 ab, soweit sie darauf eintrat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Dagegen liess A am 25. August 2003 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben mit den AntrÃ¤gen, dass die VerfÃ¼gungen der Direktion vom 24. Juli 2003 und des Justizvollzugs (BewÃ¤hrungsdienst) vom 27. Juni 2003 aufzuheben seien, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Staatskasse; ausserdem verlangte er die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege fÃ¼r das Beschwerdeverfahren. Die Direktion der Justiz und des Innern liess sich am 4./8. September 2003 mit dem Begehren auf Abweisung des Rechtsmittels vernehmen. In der Beschwerdeantwort vom 16./18. September 2003 stellte das Amt fÃ¼r Justizvollzug den Antrag, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei; ebenso sei das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><a id="Text23"><span>Die Kammer </span></a><span>zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Vorliegend beantragte der BeschwerdefÃ¼hrer am 16. Juni 2003, es sei der Vollzug der stationÃ¤ren Massnahme einzustellen und der Fall dem zustÃ¤ndigen Gericht zu Ã¼berweisen, da er eine Medikamenteneinnahme nach wie vor verweigere. Er hielt deswegen dafÃ¼r, die angeordnete stationÃ¤re Massnahme sei als erfolglos einzustellen, was die Rekursinstanz im angefochtenen Entscheid ablehnte. Dies geschah unter Hinweis darauf, dass â wie vom Bundesgericht vorgegeben â die Erfolglosigkeit der Massnahme erst beurteilt werden kÃ¶nne, wenn eine allenfalls auch gegen den Willen des BeschwerdefÃ¼hrers durchgefÃ¼hrte medikamentÃ¶se Therapie nicht zum Ziel fÃ¼hre.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Entscheid, ob sich die Behandlung nach Art. 43 Ziff. 3 Abs. 2 StGB als unzweckmÃ¤ssig erweist, ist nicht vom Richter, sondern von der zustÃ¤ndigen VollzugsbehÃ¶rde in einer separaten VerfÃ¼gung zu treffen. Die Frage, ob sich eine Behandlung als erfolglos oder unzweckmÃ¤ssig erwiesen hat, ist eine typische Vollzugsentscheidung, die nach AusschÃ¶pfung der kantonalen Rechtsmittel mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde angefochten werden kann (BGE 121 IV 303 E. 3; BGE 119 IV 190 E. 1; dazu auch Beat Bigler, Probleme des heutigen Massnahmevollzugs, in: JÃ¶rg Schuh [Hrsg.], Aktuelle Probleme des Straf- und Massnahmenvollzugs, GrÃ¼sch 1987, S. 163 ff., 169; JÃ¶rg Rehberg, Strafrecht II, 7. A., ZÃ¼rich 2001, S. 143; GÃ¼nther Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II, Bern 1989, § 11 N. 65). Zwar bezieht sich Art. 43 Ziff. 3 Abs. 2 StGB auf die ambulante Behandlung von geistig Abnormen. Auch Art. 43 Ziff. 3 Abs. 1 StGB enthÃ¤lt aber die MÃ¶glichkeit, eine â hier stationÃ¤re â Massnahme als erfolglos einzustellen, was nach dem eben AusgefÃ¼hrten in gleicher Weise einer typischen Vollzugsentscheidung gleichkommt und wogegen die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zulÃ¤ssig sein muss.</span></p> <p class="Einzug1"><span>§ 43 Abs. 1 lit. g des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) schliesst die Beschwerde gegen Anordnungen betreffend den Vollzug von Strafen und Massnahmen grundsÃ¤tzlich aus. § 43 Abs. 2 VRG lÃ¤sst sie aber zu, wenn die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht. Das trifft wie dargelegt dann zu, wenn eine Massnahme als erfolglos eingestellt wird. Dasselbe muss aber auch im umgekehrten Fall gelten, wenn die Erfolglosigkeit einer Massnahme verneint wird. Dies gilt um­so eher, wenn mit dem Vollzug der Massnahme schwer wiegende Eingriffe in die PersÃ¶nlichkeit des Betroffenen verbunden sind, wie dies vorliegend mit der Medikation gegen den Willen des BeschwerdefÃ¼hrers vorgesehen ist. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) FÃ¼r die Behandlung der Streitsache wÃ¤re grundsÃ¤tzlich der Einzelrichter zustÃ¤ndig (§ 38 Abs. 2 lit. b VRG; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 38 N. 7, § 43 N. 23; BGr, 6. Juni 2003, 6A.24/2003, E. 2.3, www.bger.ch). Da dem Fall aber insofern grundsÃ¤tzliche Bedeutung zukommt, als der Entscheid Ã¼ber die Medikation gegen den Widerstand des BeschwerdefÃ¼hrers von grosser Tragweite fÃ¼r den Betroffenen ist, ist die Kammer zum Entscheid berufen (§ 38 Abs. 3 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 38 N. 8).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der BeschwerdefÃ¼hrer verlangt die Aufhebung des angefochtenen Rekursentscheids vom 24. Juli 2003. Darin wurde nicht nur die Einstellung der stationÃ¤ren Massnahme abgelehnt. Es wurden auch die Kosten des Verfahrens zwar dem dortigen Rekurrenten und heutigen BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt, jedoch zufolge UnerhÃ¤ltlichkeit unverzÃ¼glich abgeschrieben, sein Vertreter als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt und mit Fr. 1'000.- entschÃ¤digt. Der Beschwerdeschrift ist nicht zu entnehmen, mit welcher BegrÃ¼ndung der BeschwerdefÃ¼hrer diese Punkte anficht. DiesbezÃ¼glich erweist sich die Beschwerdeschrift als ungenÃ¼gend und fehlt es dem BeschwerdefÃ¼hrer sowohl an einem schutzwÃ¼rdigen Interesse am Erfolg der Beschwerde als auch an der materiellen Beschwer Ã¼berhaupt (dazu KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 21+23, § 54 N. 6-8), weshalb auf die Beschwerde, soweit sie Ã¼ber die Frage der Einstellung der stationÃ¤ren Massnahme hinausgeht, nicht einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Im Urteil vom 6. Juni 2003 betreffend Widerruf der probeweisen Entlassung aus der stationÃ¤ren Massnahme hielt das Bundesgericht zur Situation des BeschwerdefÃ¼hrers fest, nach einhelliger Meinung der medizinischen Fachpersonen seien die Gewaltdelikte des BeschwerdefÃ¼hrers direkte Folge seiner im Jahr 1998 aufgetretenen geistigen Erkrankung gewesen. Die Gutachterin weise denn auch darauf hin, der BeschwerdefÃ¼hrer sei in akut psychotischem Zustand gefÃ¤hrlich und es bestehe die Gefahr weiterer Straftaten, wenn er seine Medikamente nicht regelmÃ¤ssig einnehme und es, wie bei dieser Krankheit wahrscheinlich, zu RÃ¼ckfÃ¤llen komme. Weiter ging das Bundesgericht davon aus, dass die berufliche und private Wiedereingliederung des BeschwerdefÃ¼hrers solange gÃ¼nstig verlaufen sei, als er unter begleitender medikamentÃ¶ser Behandlung gestanden habe. Daraus und aus dem Umstand, dass die mit dem BeschwerdefÃ¼hrer befasste Klinik I eine medikamentÃ¶se Basistherapie als unabdingbar erachtete, schloss das Bundesgericht, dass die Gefahr eines RÃ¼ckfalls beim BeschwerdefÃ¼hrer nach wie vor bestehe, auch wenn sie sich bis anhin nicht verwirklicht habe. Auf diese AusfÃ¼hrungen ist vorweg zu verweisen. Zur Frage der schon damals behaupteten Erfolglosigkeit der Massnahme erklÃ¤rte das Bundesgericht, ob sich diese hier als erfolglos erweise, entscheide sich erst, wenn alle MÃ¶glichkeiten ausgeschÃ¶pft seien, das heisst gegebenenfalls auch eine gegen den Willen des BeschwerdefÃ¼hrers durchgefÃ¼hrte medikamentÃ¶se Therapie nicht zum Ziel fÃ¼hre. Unter welchen Voraussetzungen eine solche angezeigt und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sei, prÃ¼fte das Bundesgericht konkret nicht, verwies dazu aber auf verschiedene Entscheide (BGE 127 IV 154 E. 4c+d, BGr, 20. September 2002, 6P.91/2002, E. 4.4+4.5, www.bger.ch, sowie BGE 126 I 112 E. 4+5 S. 117 ff.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) In BGE 127 IV 154 hatte das Bundesgericht den Fall eines seit fast 30 Jahren an paranoider Schizophrenie leidenden Mannes zu beurteilen, der Ã¼ber 20 Mal wegen akut psychotischer ZustÃ¤nde hospitalisiert worden war und im Jahr 1993 Straftaten (unter anderem Beschimpfung, NÃ¶tigung, Drohung) begangen hatte. Anstelle der vom Strafgericht in erster Instanz verfÃ¼gten Verwahrung wurde â auf Berufung hin in zweiter Instanz â nach dem SubsidiaritÃ¤tsprinzip eine stationÃ¤re Massnahme mit allenfalls zwangsweise durchzufÃ¼hrender Neuroleptika-Behandlung angeordnet, womit die schwer wiegende FremdgefÃ¤hrdung verhindert werden sollte. FÃ¼r die nach den Regeln der Ã¤rztlichen Kunst und Ethik mit dem Heilungs- und Sicherungszweck im Einzelfall begrÃ¼ndeten Massnahmen erachtete das Bundesgericht Art. 43 StGB als genÃ¼gende gesetzliche Grundlage. Dies liess es auch fÃ¼r Ã¤rztliche Massnahmen gegen den Willen des Betroffenen und â nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft â fÃ¼r die Behandlung mit Psychopharmaka gelten (BGE 127 IV 154 E. 3d).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Im Urteil vom 20. September 2002 (6P.91/2002, www.bger.ch) hatte das Bundesgericht den Fall eines Mannes zu beurteilen, der in einem Hotel ein Zimmer bewohnte und nach einiger Zeit dafÃ¼r nicht mehr bezahlte. Bei der Ausweisung kam es zwischen ihm und Hotelangestellten sowie PolizeifunktionÃ¤ren zu Auseinandersetzungen, welche zu einer Strafuntersuchung unter anderem wegen mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Beamte fÃ¼hrten. Mit Urteil vom 3. Dezember 2001 sprach das Amtsgericht Luzern den TÃ¤ter zwar mangels ZurechnungsfÃ¤higkeit vom Vorwurf der mehrfachen Drohung und Zechprellerei frei, ordnete jedoch im Strafverfahren eine stationÃ¤re Massnahme im Sinn von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und eine â auf das wohlverstandene Interesse des TÃ¤ters beschrÃ¤nkte â Ã¤rztliche Zwangsbehandlung mit Neuroleptika an. Das Obergericht Luzern bestÃ¤tigte das Urteil. Das Bundesgericht hielt dazu fest, ob eine Massnahme angeordnet werde und welche, liege im Ermessen des Richters. Die Anordnung einer Massnahme sei als Eingriff in die PersÃ¶nlichkeitsrechte mit der Verfassung nur vereinbar, wenn sie einem Ã¼berwiegenden Ã¶f­fentlichen Interesse entspreche und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sei. Je schwerer die psychische Anomalie und je grÃ¶sser die GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit seien, desto schwerer kÃ¶nne der Eingriff in die persÃ¶nliche Freiheit sein, der sich dadurch rechtfertigen lasse. Dabei sei nicht die GefÃ¤hrlichkeit der (Anlass-)Tat, sondern die GefÃ¤hrlichkeit des Geisteszustandes fÃ¼r das Ausmass der GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit entscheidend. Die Anordnung einer Zwangsbehandlung gestÃ¼tzt auf Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB setze eine erhebliche FremdgefÃ¤hrdung voraus; ob eine solche anzunehmen sei, sei eine Rechtsfrage (E. 4.4).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) In BGE 126 I 112 hatte das Bundesgericht den Fall eines Mannes zu beurteilen, der an einer schizophrenen Psychose litt und fÃ¼r unbestimmte Zeit in einer psychiatrischen Klinik zurÃ¼ckbehalten wurde. Eines Tages entwich er von dort, kehrte aber nach drei Tagen aus eigenem Antrieb in die Klinik zurÃ¼ck, worauf er ins Isolierzimmer verlegt und zur Einnahme von Medikamenten gezwungen wurde. Dagegen wehrte er sich bis vor Bundesgericht. Dieses hielt im erwÃ¤hnten Urteil fest, eine Zwangsmedikation sei namentlich dann unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn eine ebenso geeignete mildere Anordnung fÃ¼r den angestrebten Erfolg ausreiche. Der Eingriff dÃ¼rfe in sachlicher, rÃ¤umlicher, zeitlicher und personeller Hinsicht nicht einschneidender sein als notwendig (E. 5b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zusammengefasst ergibt sich daraus:</span></p> <p class="Einzug1"><span>·<span> </span></span><span>Art. 43 StGB bietet eine genÃ¼gende gesetzliche Grundlage fÃ¼r die Anordnung einer Medikation gegen den Willen des Betroffenen und allgemein fÃ¼r die nach den Regeln der Ã¤rztlichen Kunst und Ethik mit dem Heilungs- und Sicherungszweck im Einzelfall begrÃ¼ndeten Massnahmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>·<span> </span></span><span>Die Anordnung einer (Zwangs-)Massnahme ist als Eingriff in die PersÃ¶nlichkeitsrechte mit der Verfassung nur vereinbar, wenn sie einem Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen Interesse entspricht und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist. Eine Zwangsmedikation ist namentlich dann unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn eine ebenso geeignete mildere Anordnung fÃ¼r den angestrebten Erfolg ausreicht. </span></p> <p class="Einzug1"><span>·<span> </span></span><span>Die Anordnung einer Zwangsbehandlung gestÃ¼tzt auf Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB setzt eine erhebliche FremdgefÃ¤hrdung voraus; ob eine solche anzunehmen ist, stellt eine Rechtsfrage dar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Vorweg ist zu klÃ¤ren, ob generell der Strafrichter Ã¼ber die Anordnung einer Medikation gegen den Willen des Betroffenen zu entscheiden hat. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Aus den erwÃ¤hnten Bundesgerichtsentscheiden geht dies so nicht hervor. Allerdings hatte das Bundesgericht dabei Strafurteile zu prÃ¼fen (vorn 2a+b), in denen das Gericht jeweils eine stationÃ¤re Massnahme und zugleich auch die Zwangsmedikation fÃ¼r den Bedarfsfall angeordnet hatte. Vorliegend ordnete das Bezirksgericht X die stationÃ¤re Massnahme fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer in seinem Beschluss vom 29. MÃ¤rz 2000 gestÃ¼tzt auf das Gutachten von Frau Dr. D vom 30. MÃ¤rz 1999 an. Grossen Raum beanspruchte dabei die Frage, wie zuverlÃ¤ssig der BeschwerdefÃ¼hrer die Medikamente einnehmen wÃ¼rde, da das Gutachten nicht nur eine stationÃ¤re Massnahme empfahl, sondern die â nach Besserung â mÃ¶gliche ambulante Betreuung von der zuverlÃ¤ssigen und dauernden Medikation abhÃ¤ngig machte. Der BeschwerdefÃ¼hrer sah aber damals die Notwendigkeit einer lÃ¤nger dauernden Medikation ein und sicherte die zuverlÃ¤ssige und lang dauernde Medikamenteneinnahme zu, was sein Vertreter im Strafverfahren an der Hauptverhandlung vom 2. Juni 1999 mit folgenden Worten bekrÃ¤ftigte:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"Der Angeklagte ist Ã¼berzeugt, dass er diese Medikamente braucht, eventuell sein ganzes Leben lang. Er ist sich auch bewusst, dass [er] diese erst absetzen kann, wenn ein Arzt dies bestÃ¤tigt.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Das Neuroleptikum, welches er mit der Depotspritze erhÃ¤lt, unterdrÃ¼ckt einen Prozess, der in seinem Gehirn stattfand und welcher letztlich zu den heute beurteilten Taten fÃ¼hrte. Diese Medikation ist indessen sichergestellt. Damit dieser Prozess in seinem Gehirn nicht noch einmal stattfindet, versichert der Angeklagte, dass er die Medikamente tatsÃ¤chlich einnimmt. Man kann deshalb davon ausgehen, dass er die Medikamente auch noch nimmt, wenn die ambulante Massnahme dann vorÃ¼ber ist. Er ist sich bewusst, dass er eine menschliche Zeitbombe ist."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit der Depot-Medikation, gegen welche sich der BeschwerdefÃ¼hrer damals nicht wehrte, schien die Einnahme der Medikamente sichergestellt zu sein. Das Strafgericht hatte daher anders als in den zitierten, vom Bundesgericht entschiedenen FÃ¤llen (vorn 2a+b) die Frage einer Zwangsmedikation gar nicht zu prÃ¼fen und konnte sich auf die "blosse" Anordnung einer stationÃ¤ren Massnahme beschrÃ¤nken â dies auch im Sinn der milderen Massnahme gegenÃ¼ber der Verwahrung, die im Strafurteil fÃ¼r den Fall des Scheiterns der stationÃ¤ren Massnahme ErwÃ¤hnung fand. Zwar wÃ¤re es nicht grundsÃ¤tzlich ausgeschlossen gewesen, fÃ¼r den Bedarfsfall auch die Zwangsmedikation bereits gerichtlich anzuordnen. Unter den gegebenen UmstÃ¤nden und in Beachtung des SubsidiaritÃ¤tsprinzips hatte das Gericht jedoch keinen Anlass, in dieser Art etwa "auf Vorrat" in die bereits laufenden TherapiebemÃ¼hungen einzugreifen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das Bundesgericht hielt im Entscheid vom 6. Juni 2003 fest, ob sich die angeordnete Massnahme im vorliegenden Fall als erfolglos erweise, kÃ¶nne erst entschieden werden, wenn alle MÃ¶glichkeiten ausgeschÃ¶pft seien, das heisst gegebenenfalls auch eine gegen den Willen des BeschwerdefÃ¼hrers durchgefÃ¼hrte medikamentÃ¶se Therapie nicht zum Ziel fÃ¼hre. Der Entscheid darÃ¼ber, ob eine Massnahme als erfolglos eingestellt werden muss, ist wie bereits dargelegt eine typische Vollzugsentscheidung, die von der zustÃ¤ndigen VollzugsbehÃ¶rde zu treffen ist (vorn 1a). Fehlt es wie vorliegend am Nachweis der Erfolglosigkeit der Massnahme, besteht kein Anlass, das Verfahren dem Strafrichter im Sinn von Art. 43 Ziff. 3 Abs. 1 und 3 StGB zu Ã¼berweisen, womit ihm die Anordnung der Zwangsmedikation entzogen bleibt. </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Damit stellt sich nur noch die Frage, ob die Anordnung einer Medikation gegen den Willen des Betroffenen <i>generell</i> durch den Strafrichter erfolgen muss, wovon der BeschwerdefÃ¼hrer auszugehen scheint. Nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3 StGB fÃ¤llt der Richter den Entscheid Ã¼ber die Einweisung in eine Heil- oder Pflegeanstalt auf Grund von Gutachten Ã¼ber den kÃ¶rperlichen und geistigen Zustand des TÃ¤ters und Ã¼ber die Verwahrungs-, Behandlungs- oder PflegebedÃ¼rftigkeit. Der Entscheid Ã¼ber die Anordnung, Ãnderung oder Aufhebung der in Art. 43 StGB vorgesehenen Massnahmen bleibt allein ihm vorbehalten (Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. A., ZÃ¼rich 1997, Art. 43 N. 1). In grobem Rahmen kann er â soweit notwendig â den Zweck der Massnahme nÃ¤her umschreiben (zum Beispiel DurchfÃ¼hrung eines Methadonprogramms). Es ist jedoch nicht Aufgabe des eine stationÃ¤re Massnahme anordnenden Strafgerichts, den mit dem Betroffenen befassten Fachleuten (zum Beispiel Ãrzten) genaue Vorschriften darÃ¼ber zu machen, welche TherapiemÃ¶glichkeiten und -massnahmen im Einzelnen zu ergreifen und wie diese je nach Notwendigkeit und auftretenden VerÃ¤nderungen anzupassen sind. Ein gewisser Freiraum fÃ¼r die behandelnden Fachpersonen muss vielmehr vorausgesetzt werden, um den Ãrzten oder auch anderen, fÃ¼r die besonderen BedÃ¼rfnisse einer betroffenen Person beigezogenen Fachleuten (vgl. BGE 124 IV 246 E. 3b+c) zu ermÃ¶glichen, die der jeweiligen gesundheitlichen Situation und dem Fortschreiten der Krankheit am besten angepasste Therapie zukommen zu lassen â verlaufen doch gerade psychische Erkrankungen in der Regel alles andere als linear.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Grenze dieses Freiraums bildet die vom Bundesgericht erwÃ¤hnte EinschrÃ¤nkung, dass die getroffenen Massnahmen im konkreten Fall den Regeln der Ã¤rztlichen Kunst und Ethik entsprechen und auf den <i>Heilungs- und</i> <i>Sicherungs</i>zweck im Einzelfall ausgerichtet sein mÃ¼ssen bzw. konkret, dass die zwangsweise Verabreichung von Psychopharmaka nur so weit gehen darf, als damit der Zweck der Massnahme noch erreicht werden kann (BGE 127 IV 154 E. 3d; Marianne Heer, Basler Kommentar, 2003, Art. 43 StGB N. 67). Dass einzelne solcher Anordnungen ausschliesslich vom Gericht erlassen werden kÃ¶nnten, geht weder aus den erwÃ¤hnten Bundesgerichtsentscheiden hervor noch drÃ¤ngte sich Entsprechendes nach dem eben AusgefÃ¼hrten auf, weshalb es entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers auch nicht an der ZustÃ¤ndigkeit des Beschwerdegegners zu deren Anordnung fehlte. Im Ãbrigen hat der BeschwerdefÃ¼hrer die MÃ¶glichkeit, diesen Entscheid gerichtlich Ã¼berprÃ¼fen zu lassen, wie das vorliegende Verfahren zeigt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Demnach bleibt nunmehr zu prÃ¼fen, ob vom BeschwerdefÃ¼hrer eine FremdgefÃ¤hrdung ausgeht und sich die Medikation gegen seinen Willen als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweist. Der BeschwerdefÃ¼hrer lÃ¤sst hierzu ausfÃ¼hren, nach der "lex artis" dÃ¼rfe eine Ã¤rztliche Behandlung gegen den deklarierten Willen oder gegen den Widerstand des Patienten nur "bei akuter Selbst- oder FremdgefÃ¤hrdung" erfolgen. Soweit keine akute Selbst- oder FremdgefÃ¤hrdung bestehe, hÃ¤lt er eine Medikation gegen den Widerstand des Betroffenen aber nur dort fÃ¼r zulÃ¤ssig und von Art. 43 Ziff. 1 StGB gedeckt, wo sie gerichtlich angeordnet worden sei, so wie im Fall, der in BGE 127 IV 154 zu beurteilen war. WÃ¤hrend des Klinikaufenthaltes und auch danach sei es gerade nicht um eine akute Selbst- oder FremdgefÃ¤hrdung gegangen. WÃ¤hrend der Zeit ohne Medikamenteneinnahme sei es auch nicht zum Ausbruch einer akuten Psychose gekommen. Vorliegend stehe somit lediglich eine Langzeitprophylaxe zwecks Vermeidung mÃ¶glicher RÃ¼ckfÃ¤lle zur Diskussion, was jedoch nicht zu den Aufgaben der Ã¤rztlichen Wissenschaft gehÃ¶re. Eine Zwangsbehandlung im Rahmen einer Langzeitprophylaxe entspreche damit nicht der lex artis Ã¤rztlicher Wissenschaft. Eine solche Art der Behandlung hÃ¤tte vielmehr in einem speziellen, auf die Frage der Zwangsmedikation bezogenen gerichtlichen Entscheid angeordnet werden mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Vorerst ist darauf hinzuweisen, dass sich in BGE 127 IV 154 die Frage, ob im Rahmen eines lÃ¤ngst laufenden Massnahmevollzugs die Medikation gegen den Willen des Betroffenen nur vom Gericht anzuordnen sei, gar nicht stellte (vorn 2a+3a).</span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der BeschwerdefÃ¼hrer beschrÃ¤nkt den Begriff der "lex artis" im vorliegenden Zusammenhang darauf, dass eine Zwangsmedikation nur bei akuter Selbst- oder FremdgefÃ¤hrdung zulÃ¤ssig sei. Das Bundesgericht fÃ¼hrte in BGE 127 IV 154 E. 4d aus, eine therapeutische Zwangsbehandlung (wie SonderernÃ¤hrung, antibiotische oder neuroleptische Behandlung) auf Grund der anerkannten Regeln der Medizin stelle keine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung im Sinne von Art. 3 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention respektive Art. 10 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 dar, jedenfalls wenn die Ã¤rztliche Notwendigkeit im Einzelfall (wie vorliegend) Ã¼berzeugend dargetan sei und nach Ã¤rztlichen Regeln durchgefÃ¼hrt werde (dazu auch BGE 127 I 6 E. 5c S. 15; BGr, 7. Oktober 1992, ZBl 94/1993, S. 504 E. 4c = EuGRZ 1993, S. 397). Die Ã¤rztliche Notwendigkeit einer medikamentÃ¶sen Zwangsbehandlung kann aber nicht nur unter dem Gesichtspunkt der FremdgefÃ¤hrdung, sondern auch im Hinblick auf die ZugÃ¤nglichkeit des Betroffenen zu ergÃ¤nzenden Therapien (Psychotherapie, GesprÃ¤chstherapie) und damit im Hinblick auf den Sicherungzweck der Massnahme gegeben sein, insbesondere als Basismedikation. Demnach erweist sich die Auslegung des Begriffs der Ã¤rztlichen "lex artis" durch den BeschwerdefÃ¼hrer als zu eng. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Im Ãbrigen bestreitet der BeschwerdefÃ¼hrer die von ihm ausgehende erhebliche FremdgefÃ¤hrdung zu Unrecht. Noch im Urteil vom 6. Juni 2003 und damit zu einem aktuellen Zeitpunkt bejahte das Bundesgericht eine solche. Es hielt insbesondere fest, aus dem Umstand, dass sich die RÃ¼ckfallgefahr bisher nicht verwirklicht habe, lasse sich nicht ableiten, dass sie nicht mehr vorhanden sei. Dass beim BeschwerdefÃ¼hrer die Gefahr eines RÃ¼ckfalls in die Krankheit, die ihrerseits die Gefahr erneut strafbarer Handlungen in sich berge, weiterhin bestehe, ergebe sich daraus, dass die Psychiatrische Klinik I, in welche der BeschwerdefÃ¼hrer nach seiner Verhaftung eingewiesen worden sei, eine medikamentÃ¶se Basistherapie zur FÃ¶rderung seiner sozialen Reintegration und zur Verhinderung einer massiven psychotischen Dekompensation und damit auch zur Verminderung einer RÃ¼ckfallgefahr nach wie vor fÃ¼r unabdingbar erachte. Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt nichts vor, was auf eine seitherige wesentliche VerÃ¤nderung der VerhÃ¤ltnisse zu seinen Gunsten schliessen liesse. Endlich bestÃ¤tigte das Bundesgericht im Urteil vom 7. Juli 2003 die Anordnung der Sicherheitshaft gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht zuletzt auch deswegen, weil es die Gefahr eines RÃ¼ckfalls bei weiterhin ausbleibender Medikamenteneinnahme wiederum als nicht gebannt betrachtete.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) FÃ¼r die Beurteilung der RÃ¼ckfallgefahr bzw. die Gefahr einer Fremd- oder DrittgefÃ¤hrdung ist die GefÃ¤hrlichkeit des Geisteszustandes und nicht der Anlasstat entscheidend (BGr, 20. September 2002, 6P.91/2002, E. 4.4, www.bger.ch). Bereits im Entscheid des Einzelrichters vom 5. Februar 2003 wurde ausfÃ¼hrlich beschrieben, wie der BeschwerdefÃ¼hrer mit der eigenmÃ¤chtigen Absetzung der Neuroleptika die Wohngelegenheit im Wohnheim "L" und seinen Arbeitsplatz verlor, den Sprung in die probeweise Entlassung nicht schaffte und letztlich sÃ¤mtliche StabilitÃ¤t vermittelnden Strukturen, die ihm eine gewisse SelbstÃ¤ndigkeit in der Lebenshaltung und BerufsausÃ¼bung hÃ¤tten ermÃ¶glichen kÃ¶nnen, preisgab. Als der BeschwerdefÃ¼hrer nach der Umstellung von einer Depotspritze zu einem oral einzunehmenden PrÃ¤parat, von dem keine schwer ertrÃ¤glichen Nebenwirkungen zu erwarten waren, seine Medikamente nicht mehr einnahm, wurden jedenfalls nach kurzer Zeit psychische VerÃ¤nderungen bei ihm festgestellt, die denn auch zur Aufdeckung der eigenmÃ¤chtigen Absetzung der Medikamente fÃ¼hrten: So wirkte und arbeitete er unter anderem unruhig und unkonzentriert, war affektiv angespannt, zeigte eine zunehmend misstrauische Grundhaltung und geringe KritikfÃ¤higkeit, die aus psychiatrischer Sicht FrÃ¼hwarnsymptome bei einem drohenden RÃ¼ckfall in ein psychotisches Erleben darstellen kÃ¶nnen. Im Juni 2002 erwies er sich sodann nach Meinung der Fachleute der Klinik I als im psychiatrischen Sinne behandlungsbedÃ¼rftig. Zudem ergibt sich, worauf auch das Bundesgericht hinwies, aus diversen Ã¤rztlichen Berichten insbesondere der psychiatrischen Kliniken K <i>und</i> I, denen entsprechende AbklÃ¤rungen zugrunde liegen, dass ohne Einnahme der Medikamente eine erhebliche Gefahr des RÃ¼ckfalls in einen psychotischen Zustand und damit eine akute FremdgefÃ¤hrdung besteht, worauf auch schon im Gutachten vom 30. MÃ¤rz 1999 hingewiesen wurde. Entsprechend betonten die Fachleute die Notwendigkeit der Medikation in der Therapie von Anfang an bis heute, und selbst Dr. C, zunÃ¤chst anderer Meinung, musste schliesslich die Wiederaufnahme der Medikation befÃ¼rworten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Aktuell hat sich an diesen UmstÃ¤nden nichts geÃ¤ndert (vorn c). Nach wie vor zeigt sich der BeschwerdefÃ¼hrer â krankheitstypisch â krankheitsuneinsichtig und jeglicher Medikation gegenÃ¼ber abweisend, womit er auch seine Behandlung mittels ergÃ¤nzender Therapien verunmÃ¶glicht. Zudem gelang es ihm zweimal (11.-13. Oktober 2002, 3. Januar 2003), aus der Anstalt zu entweichen, wobei er beide Male Alkohol und/oder Drogen konsumierte. Seit Ã¼ber einem Jahr belÃ¤stigt er zudem eine Psychiatrie-Lernschwester, in die er sich verliebt hat, indem er sich nicht an das ihm auferlegte Kontaktverbot hÃ¤lt. So besuchte er sie beim zweiten Abgang bei ihr zuhause â sie hatte an jenem Tag frei â, wobei sie ihn als bedrohlich empfand, umso mehr, als sie ihm mehrfach und offen klar gemacht hatte, keinen Kontakt zu ihm zu wÃ¼nschen. Dennoch sandte er ihr mehrere selber aufgenommene Musikkassetten, ein umfangreiches Lebensmittelpaket, verschiedene Liebesbriefe und Zeichnungen sowie eine Strickjacke, bezeichnete sie davon abweichend aber auch als dumm und jemand, der nicht begreife, worum es im Leben gehe. Auch telefonisch soll er sie schon mehrfach bedroht haben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Solche Verhaltensweisen kÃ¶nnen nicht einfach als "gewisse AuffÃ¤lligkeiten" ohne daraus resultierende FremdgefÃ¤hrdung bagatellisiert werden, zeigt sich doch der BeschwerdefÃ¼hrer gerade nicht in der Lage, nur schon den Wunsch der jungen Frau, keinen Kontakt zu ihr aufzunehmen, zu respektieren, und schreckte er offenbar auch vor Drohungen ihr gegenÃ¼ber nicht zurÃ¼ck. Vor dem Hintergrund fehlender Medikation und Krankheitseinsicht dÃ¼rfen solche Vorkommnisse nicht verharmlost werden. Der Drang zur Verharmlosung liess sich allerdings schon frÃ¼her beim BeschwerdefÃ¼hrer erkennen, wenn er sich beispielsweise Ã¼ber die mangelnde FlexibilitÃ¤t der massgebenden Betreuungspersonen am Arbeitsplatz im Heim "L" beklagte. TatsÃ¤chlich hatte der BeschwerdefÃ¼hrer nach dem Bericht des "L" (Bereich Informatik) aber grÃ¶sste MÃ¼he damit, interne Regelungen betreffend Arbeitszeiten, Pausenzeiten und BÃ¼roordnung einzuhalten, arbeitete am liebsten gerade das, was er im Kopf hatte, wollte nicht begreifen, musste alles hinterfragen und langatmig darÃ¼ber diskutieren und mochte am liebsten nur so arbeiten, wie es ihm passte. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Der BeschwerdefÃ¼hrer verweist erneut darauf, dass es trotz der langen Zeitdauer ohne Medikation nicht zum Ausbruch einer Psychose gekommen sei (was bereits das Bundesgericht als nicht massgebend erachtete [vorn c]) und er weder dem Klinik- noch dem GefÃ¤ngnispersonal gegenÃ¼ber gewalttÃ¤tig geworden sei. Die im angefochtenen Entscheid erwÃ¤hnten angeblichen E-Mails kÃ¶nnten nicht Anzeichen einer FremdgefÃ¤hrdung sein. Ausserdem sei er mehrfach als wacher, bewusstseinsklarer und voll orientierter Patient beschrieben worden. Dr. E von der Klinik I habe ebenfalls erklÃ¤rt, es gehe kein aggressives Potential von ihm aus. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer sandte anfangs 2002 einem Mitglied der Bibelgruppe, an deren Sitzungen er zeitweise teilgenommen hatte, ein E-Mail auf Englisch, das unter anderem von der Rache spricht und schwer verstÃ¤ndliche Inhalte aufweist (zum Beispiel "enemy describe: blind. called in old earth vocabulary: death."). Seine Interpretation, es handle sich hierbei um Verse philosophisch-religiÃ¶sen Inhalts, erklÃ¤rt der BeschwerdefÃ¼hrer nicht weiter. Immerhin erschien den Fachleuten dieses E-Mail unter anderem als Hinweis darauf, dass er Hilfe benÃ¶tigte, und auch sein Vertreter zeigte sich damals besorgt darÃ¼ber, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nicht auffindbar war. Bereits im Entscheid vom 5. Februar 2003 hatte der Einzelrichter sodann unter Hinweis auf das Gutachten vom 30. MÃ¤rz 1999 ausgefÃ¼hrt, das Verhalten eines psychotischen (geisteskranken) Menschen erscheine gegen aussen nicht ununterbrochen "verrÃ¼ckt", sondern sei gezeichnet durch ein Nebeneinander von gesunden und verÃ¤nderten Verhaltensweisen. Richtig ist, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r den Besuch der Augenklinik im Juli 2002 attestiert wurde, es gehe "derzeit" keine akute Selbst- oder FremdgefÃ¤hrdung von ihm aus. Die Beschreibung des Beschwer­defÃ¼hrers durch Dr. E von der Klinik I, der ihm kein aggressives Poten­tial zumass, erfolgte im Zusammenhang mit der ÃberfÃ¼hrung des BeschwerdefÃ¼hrers von der Klinik I in ein GefÃ¤ngnis. Beide Ereignisse lassen jedoch aufgrund ihrer rÃ¤umlichen und zeitlichen Begrenztheit den Schluss nicht zu, dass vom BeschwerdefÃ¼hrer generell keine Gefahr fÃ¼r die Ãffentlichkeit mehr ausgehe. Dr. E beschrieb ihn denn auch unter anderem als teilweise wirre PersÃ¶nlichkeit mit psychologisch-philoso­phischem Pseudo-Akademismus, Mangel an Konzentration und Ausdauer, als wegen fehlendem Rationalismus unzugÃ¤nglich fÃ¼r Psychotherapie, "zur Handhabung" allerdings einfache PersÃ¶nlichkeit, solange man nichts von ihm wolle. Daraus auf das Fehlen einer FremdgefÃ¤hrdung oder wenigstens einer erheblichen FremdgefÃ¤hrdung schliessen zu wollen, geht nicht an.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>g) Es trifft daher nicht zu, wie der BeschwerdefÃ¼hrer ausfÃ¼hren lÃ¤sst, dass es wÃ¤hrend seines Klinikaufenthaltes und danach gerade nicht um eine akute Selbst- oder FremdgefÃ¤hrdung gegangen und eine solche von keiner Seite behauptet worden sei. Dagegen spricht schon die angeordnete Sicherheitshaft. Ausserdem zeigt das hartnÃ¤ckige Festhalten der Ãrzte in der Klinik I (wie auch schon derjenigen der Klinik K) an einer medikamentÃ¶sen Basistherapie, dass fÃ¼r das Auftreten einer fÃ¼r die FremdgefÃ¤hrdung massgebenden Psychose nach wie vor ein erhebliche Risiko besteht). Dieses kann mit dem Hinweis des BeschwerdefÃ¼hrers darauf, dass eine RÃ¼ckfallfreiheitsquote von 10-25 % (bei Schizophrenie) und 17 % (bei bipolaren AffektstÃ¶rungen) bestehen soll, nicht beseitigt werden, denn es bestehen aus Ã¤rztlicher Sicht gerade keine gesicherten Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ohne Medikamenteneinnahme zu den rÃ¼ckfallfreien Patienten gehÃ¶rt. Vielmehr ist, wie dargelegt, bei anhaltender Verweigerung der Medikamenteneinnahme von einer akuten FremdgefÃ¤hrdung auszugehen. In einem solchen Fall ist Ã¼brigens selbst nach Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers keine gesonderte gerichtliche Anordnung der Zwangsmedikation erforderlich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Damit bleibt zu prÃ¼fen, ob die Medikation gegen den Willen des BeschwerdefÃ¼hrers dem Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit zu entsprechen vermag.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Wie bereits dargelegt, muss die Zwangsmedikation als zulÃ¤ssiger Eingriff in die PersÃ¶nlichkeitsrechte einem Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen Interesse entsprechen und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein. VerhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist diese Massnahme dann, wenn eine ebenso geeignete mildere Anordnung fÃ¼r den angestrebten Erfolg nicht ausreicht (vorn 2c). Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfÃ¼llt. Vorab ist hierzu auf die zutreffenden AusfÃ¼hrungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen (§ 28 Abs. 1 Satz 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Auf die ein Ã¼berwiegendes Ã¶ffentliches Interesse an der Zwangsmedikation rechtfertigende erhebliche FremdgefÃ¤hrdung durch den BeschwerdefÃ¼hrer bei weiterhin ausbleibender Medikamenteneinnahme wurde bereits hingewiesen (vorn 4). Am 24. Januar 2003 war ein letztes Mal â ultimativ â versucht worden, ihn zur Medikamenteneinnahme zu bewegen. Ende MÃ¤rz und Anfang April 2003 beschwerte sich die Klinik I beim Sonderdienst mehrfach darÃ¼ber, dass der BeschwerdefÃ¼hrer einen Platz in der Sicherheitsabteilung besetze, ohne jedoch einer Therapie zugÃ¤nglich zu sein, und verlangte dessen Unterbringung an einem geeigneten GefÃ¤ngnisplatz, was dann zur Verlegung des BeschwerdefÃ¼hrers in die Sicherheits­haft fÃ¼hrte. Nachdem das Bundesgericht in seinem Urteil vom 7. Juli 2003 nahegelegt hatte, den BeschwerdefÃ¼hrer noch einmal zu einer freiwilligen Medikamenteneinnahme aufzufordern, wurde am 5. August 2003 erneut ohne Erfolge ein solcher Versuch vorgenommen. Dies zeigt, dass die Ãrzte in der Klinik I mit ihren Therapieversuchen ohne Medikation des BeschwerdefÃ¼hrers, wozu insbesondere auch psychoedukative Massnahmen (Information Ã¼ber seine Erkrankung) zur FÃ¶rderung der Krankheits- und Behandlungseinsicht gehÃ¶rten, offensichtlich gescheitert sind. Die Zwangsmedikation erscheint daher als letzter Ausweg, um den BeschwerdefÃ¼hrer therapeutisch noch erreichen und behandeln zu kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei seinem Widerstand gegen die Medikamenteneinnahme Ã¼bersieht der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼brigens â krankheitstypisch â, dass es nicht darum geht, ihn mit der Medikation dem MÃ¼ssiggang in psychischem Vegetieren preiszugeben und ihm das Liebesleben durch Stoffe, welche die Dopamin- und Serotonin-Rezeptoren hemmen, zu verunmÃ¶glichen (Dopamin scheint unter anderem in der Entwicklung von Psychosen, Serotonin bei Depressionen eine entscheidende Rolle zu spielen; Pschyrembel, Klinisches WÃ¶rterbuch, 258. A., Berlin/New York 1998, S. 361+1455; Gerald C. Davison/John M. Neale/Martin Hautzinger [Hrsg.], Klinische Psychologie, 6. A., Weinheim 2002, S. 20+322 f.+374 ff.). Das Ziel der in Aussicht genommenen <i>Basis</i>medikation liegt vor allem darin, den BeschwerdefÃ¼hrer den ergÃ¤nzenden TherapiebemÃ¼hungen (zum Beispiel Psychotherapie, Sprachtherapie, psychoedukative Massnahmen) zugÃ¤nglich zu machen und damit langfristig eine Resozialisierung ebenso zu ermÃ¶glichen wie die Reduktion der FremdgefÃ¤hrdung. Unter diesen UmstÃ¤nden erweist sich die Medikation gegen den Willen des BeschwerdefÃ¼hrers als mit dem Sicherungs- und Heilungszweck vereinbar, letztlich auch in dessen Interesse und damit als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Alternativen zur Verhinderung des Wiederauftretens einer Psychose mit damit verbundener FremdgefÃ¤hrdung vermag der BeschwerdefÃ¼hrer keine aufzuzeigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) An sich zutreffend ist das Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers, wonach Neuroleptika teilweise gravierende Nebenwirkungen haben kÃ¶nnen. Indessen unterschlÃ¤gt er, dass im Mai 2001 gerade von der Depotmedikation auf ein oral einzunehmendes Medikament umgestellt worden war, weil dieses im Unterschied zur Depotform keine schwer ertrÃ¤glichen Nebenwirkungen verursachte. Der BeschwerdefÃ¼hrer nahm dieses PrÃ¤parat aber nie ein und verweigert seither jegliche Medikation. Er hat es daher seinem Verhalten zuzuschreiben, wenn nunmehr wiederum mit einer Depotmedikation operiert werden muss.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Schon das Bundesgericht wies im Urteil vom 6. Juni 2003 darauf hin, dass es auf die divergierenden Diagnosen der Gutachterin im Arztbericht vom 30. MÃ¤rz 1999 (bipolare affektive StÃ¶rung als noch nicht definitiv geklÃ¤rte Diagnose) und der Klinik K aufgrund eigener AbklÃ¤rungen (paranoide Schizophrenie) nicht ankomme. Die Klinik I pflegt nach Eintritt des Massnahme-Patienten abzuklÃ¤ren, ob dessen Krankheitsbild der Behandlung in der Klinik zugÃ¤nglich ist. Die Beurteilung der GefÃ¤hrlichkeit erfolgt aufgrund einer differenzierten EinschÃ¤tzung, wobei unter anderem das Delikt, die PersÃ¶nlichkeit, die Art der psychischen StÃ¶rung und die Art der Medikation Ã¤rztlich beurteilt werden (Philipp Maier/Frank Urbaniok, Die Anordnung und praktische DurchfÃ¼hrung von Freiheitsstrafen und Massnahmen, ZÃ¼rich 1998, S. 89). Dies entspricht einer eigenen intensiven AbklÃ¤rung des Krankheitsbildes und von dessen notwendiger Behandlung. Wenn die Klinik I in der Annahme einer paranoiden Schizophrenie mit der Diagnose der Klinik K Ã¼bereinstimmt, so kann ihr jedenfalls nicht vorgeworfen werden, dass ihre diagnostische EinschÃ¤tzung nicht begrÃ¼ndet wÃ¤re.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Gutachterin im Strafverfahren hielt die von der Klinik K damals vorgenommene Depotmedikation fÃ¼r eine adÃ¤quate RÃ¼ckfallsprophylaxe, schlug aber zusÃ¤tzlich vor, je nach Krankheitsverlauf eine Prophylaxe mit Lithium oder einem anderen stimmungsstabilisierenden Medikament in Betracht zu ziehen. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer daraus schliessen will, dass die Gutachterin auf Dauer nicht dieselbe Medikation vorsah wie die Kliniken K und I, trifft das nur bedingt zu. Die Gutachterin stÃ¼tzte sich auf eine noch provisorische Diagnose, weil erst der weitere Verlauf der Krankheit eine definitive diagnostische KlÃ¤rung bringen kÃ¶nne. Ausserdem machte sie die Therapie mit Lithium vom weiteren Krankheitsverlauf abhÃ¤ngig. DemgegenÃ¼ber stÃ¼tzten sich die Kliniken K und I auf eigene AbklÃ¤rungen des BeschwerdefÃ¼hrers mit der erwÃ¤hnten Diagnose. Die bereits beschriebene Entwicklung des BeschwerdefÃ¼hrers, der unter den verabreichten Neuroleptika eine gewisse SelbstÃ¤ndigkeit beinahe erreicht hÃ¤tte, zeigt aber, dass die Therapie mit Neuroleptika durchaus erfolgreich war. Es kann daher dahingestellt bleiben, welche Diagnose schlussendlich zutrifft, da der Behandlungserfolg dem Vorgehen der Klinik K Recht gibt und nur durch das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers (eigenmÃ¤chtiges Absetzen der Medikamente) zunichte gemacht wurde. Daran Ã¤ndert sich auch nichts dadurch, dass Dr. E angab, es bestehe keine Krankheitsdiagnose. Der Bericht der Klinik I vom 20. Juni 2002 geht demgegenÃ¼ber klar von einer paranoiden Schizophrenie aus.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Der BeschwerdefÃ¼hrer ist damit nicht in der Lage, Alternativen zur geplanten Medikation gegen seinen Willen aufzuzeigen. Unter den beschriebenen UmstÃ¤nden erweist sich diese Massnahme durchaus als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig und ist nicht erkennbar, welche andere oder mildere Massnahme mit derselben Wirkung anzuordnen wÃ¤re. Das Experiment mit der Behandlung durch Dr. C, der eine Medikation des BeschwerdefÃ¼hrers als entbehrlich erachtet hatte, ist jedenfalls klar gescheitert, damit ebenso die erneut aufgebrachte Idee, dass durch intensivierte Ã¤rztliche Beobachtung und Kontrolle ein allfÃ¤lliges erhÃ¶htes Risiko des Wiederauftretens einer Psychose frÃ¼h genug erfasst und einer solchen nÃ¶tigenfalls medikamentÃ¶s begegnet werden kÃ¶nnte. Der BeschwerdefÃ¼hrer hatte ja gerade die Chance, mit Dr. C diese Art von Kontrolle zu testen, daran scheitern lassen, dass er ihn nicht mehr aufsuchte. Einer neuerlichen Begutachtung des BeschwerdefÃ¼hrers bedarf es ferner nicht, da seitens der Klinik I eine klare Diagnose besteht und die erfolgte, der Diagnose entsprechende Behandlung des BeschwerdefÃ¼hrers mit Neuroleptika (damals noch durch die Klinik K) wie gezeigt erfolgreich war. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Wenn somit die Zwangsmedikation zulÃ¤ssig ist, so besteht noch kein Anlass, die stationÃ¤re Massnahme als erfolglos einzustellen. Demnach ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Bei diesem Ausgang wÃ¤ren die Kosten des Verfahrens dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Dieser verlangte indes im Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege, die gewÃ¤hrt werden kann, wenn der betreffenden Partei die nÃ¶tigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzungen besteht Ã¼berdies ein Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn die Partei nicht in der Lage ist, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG), insbesondere weil die sich stellenden Rechtsfragen nicht leicht zu beantworten sind und die gesuchstellende Partei nicht selber rechtskundig ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Von der Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers ist auszugehen. Seine Beschwerde war zudem insofern nicht aussichtslos, als bisher keine gesicherte Rechtsprechung zur Frage bestand, ob die VollzugsbehÃ¶rde (oder einzig das Strafgericht) zur Anordnung der Zwangsmedikation zustÃ¤ndig ist. Zwar hat das Bundesgericht in seinen Urteilen vom 6. Juni und vom 7. Juli 2003 ausgefÃ¼hrt, dass die Frage der Zwangsmedikation jetzt zu prÃ¼fen sein werde und dass Ã¼ber die Einstellung der Massnahme erst zu entscheiden sei, wenn die VollzugsbehÃ¶rde die Zwangsmedikation als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erachten sollte. Daraus lÃ¤sst sich schliessen, dass das Bundesgericht von der ZustÃ¤ndigkeit der VollzugsbehÃ¶rde zur Anordnung der Zwangsmedikation ausgeht. Doch handelt es sich bei diesen Bemerkungen um obiter dicta, hatte doch das Bundesgericht in diesen beiden Urteilen nicht Ã¼ber die hier entscheidende ZustÃ¤ndigkeitsfrage zu befinden. Diese konnte deshalb trotz den ErwÃ¤gungen in den beiden Bundesgerichtsurteilen nicht als definitiv geklÃ¤rt gelten. Schliesslich betraf das vorliegende Verfahren Rechtsfragen, die fÃ¼r einen juristischen Laien nicht einfach zu behandeln waren. Dem BeschwerdefÃ¼hrer ist daher die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren und insbesondere ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person von Rechtsanwalt B beizu­geben. Angesichts dessen, dass der Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r seine Eingabe in weiten Teilen auf seine Rekursschrift zurÃ¼ckgreifen konnte, ist eine EntschÃ¤digung von Fr. 1'500.- fÃ¼r das Beschwerdeverfahren (Mehrwertsteuer inbegriffen) angemessen (vgl. § 13 Abs. 2 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird die unentgeltliche Rechtspflege gewÃ¤hrt und in der Person von Rechtsanwalt B ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beigegeben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Rechtsanwalt B wird fÃ¼r seine BemÃ¼hungen im verwaltungsgerichtlichen Verfahren mit Fr. 1'500.- (MWSt inbegriffen) entschÃ¤digt;</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen <a id="Dropdown3">diesen</a> <a id="Dropdown2">Entscheid</a> kann innert <a id="Dropdown4">30</a> Tagen, von <a id="Dropdown1">der</a> Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>6. â¦</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>