<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">1E.19/1999/bol </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG</i> </div> <div class="para"> ********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4. April 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Aemisegger, Präsident der </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter</i> </div> <div class="para">Aeschlimann, Bundesrichter Catenazzi und Gerichtsschreiberin </div> <div class="para">Schilling. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Arbeitsgruppe autobahnfreies Knonauer Amt</u>, Affoltern am </div> <div class="para">Albis, Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Kanton Z ü r i c h</u>, vertreten durch den Regierungsrat, </div> <div class="para">dieser vertreten durch die Baudirektion, </div> <div class="para"> <u>Verwaltungsgericht des Kantons Z ü r i c h</u>, 1. Abteilung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para">Nationalstrassen-Ausführungsprojekte N 4.1.6 und N 4.1.7 </div> <div class="para">(Üetlibergtunnel-Knonau-Cham als Nationalstrasse 1. Klasse), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit Beschluss vom 28. Januar 1998 stimmte der Re- </div> <div class="para">gierungsrat des Kantons Zürich den bereinigten Ausführungs- </div> <div class="para">projekten für die Nationalstrassenabschnitte N 4.1.6 (Knonau </div> <div class="para">bis Dreieck Zürich West/Filderen) und N 4.1.7 (Kantonsgrenze </div> <div class="para">Zug bis Knonau) zu. Gleichzeitig entschied er über die gegen </div> <div class="para">die Projekte gerichteten Einsprachen und trat unter anderem </div> <div class="para">auf die beiden Einsprachen der Arbeitsgruppe autobahnfreies </div> <div class="para">Knonauer Amt nicht ein, da es dieser an der Einsprachelegi- </div> <div class="para">timation fehle. Gegen den Nichteintretensentscheid erhob die </div> <div class="para">Arbeitsgruppe Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons </div> <div class="para">Zürich. Dieses verneinte seinerseits die Beschwerdelegiti- </div> <div class="para">mation der Vereinigung, weil sie weder eine spezialgesetz- </div> <div class="para">lich zur Beschwerde ermächtigte Organisation sei, noch be- </div> <div class="para">legt habe, dass die Grosszahl ihrer Mitglieder selbst zur </div> <div class="para">Beschwerde legitimiert wären. Das Verwaltungsgericht wies </div> <div class="para">deshalb mit Urteil vom 23. Juni 1999 die Beschwerde ab, so- </div> <div class="para">weit darauf eingetreten werden konnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Arbeitsgruppe autobahnfreies Knonauer Amt hat </div> <div class="para">gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichtes des Kantons </div> <div class="para">Zürich eidgenössische Verwaltungsgerichtsbeschwerde einge- </div> <div class="para">reicht. Sie beantragt im Wesentlichen, dass der angefochtene </div> <div class="para">Entscheid aufzuheben und die Sache zur formellen und mate- </div> <div class="para">riellen Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei, </div> <div class="para">wobei der Beschwerdeführerin die Einsprache- und Beschwerde- </div> <div class="para">legitimation zuzugestehen sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich ersucht </div> <div class="para">das Bundesgericht, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf </div> <div class="para">einzutreten sei. Gemäss Antrag der Zürcher Baudirektion ist </div> <div class="para">auf die Beschwerde nicht einzutreten und sind die Verfah- </div> <div class="para">renskosten dem beschwerdeführenden Verein zu überbinden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Der Kanton Zürich stellt Antrag auf Nichteintreten </div> <div class="para">auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde, weil die Beschwerde- </div> <div class="para">führerin zur Teilnahme am nationalstrassenrechtlichen Ein- </div> <div class="para">sprache- und Beschwerdeverfahren nicht berechtigt sei. Die </div> <div class="para">beschwerdeführende Vereinigung ist jedoch unabhängig von </div> <div class="para">ihrer Legitimation in der Sache selbst befugt, vor Bundes- </div> <div class="para">gericht geltend zu machen, sie sei zu Unrecht vom Verfahren </div> <div class="para">ausgeschlossen worden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F104-IB-307%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page307">BGE 104 Ib 307</a> E. 3a S. 317; BGE 118 </div> <div class="para">Ib 381 E. 2b/bb, 124 II 499 E. 1b, je mit zahlreichen Hin- </div> <div class="para">weisen). Auf die Beschwerde ist insoweit einzutreten. Dage- </div> <div class="para">gen kann auf die weiteren Vorbringen, welche die materielle </div> <div class="para">Beurteilung betreffen, nicht eingegangen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Das Verwaltungsgericht hat im angefochtenen Ent- </div> <div class="para">scheid festgestellt, dass die Arbeitsgruppe autobahnfreies </div> <div class="para">Knonauer Amt nicht zu den gesamtschweizerischen Organisatio- </div> <div class="para">nen gehöre, die vom Bundesrat als berechtigt bezeichnet wor- </div> <div class="para">den sind, in Umwelt-, Natur- oder Heimatschutz-Belangen Be- </div> <div class="para">schwerde zu führen. Sie wäre daher nur zur Beschwerde be- </div> <div class="para">fugt, wenn sie statutengemäss im Interesse ihrer Mitglieder </div> <div class="para">handelte und diese selbst in ihrer Mehrheit zur Beschwerde </div> <div class="para">legitimiert wären. Letzteres wäre gemäss dem materiell mit </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 103 lit. a OG</span> übereinstimmenden kantonalen Verfahrens- </div> <div class="para">recht nur dann der Fall, wenn die Vereinsmitglieder durch </div> <div class="para">die angefochtene Verfügung stärker als jedermann betroffen </div> <div class="para">würden und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Be- </div> <div class="para">ziehung zur Streitsache stünden. Nun habe die beschwerdefüh- </div> <div class="para">rende Vereinigung nicht dargelegt, inwiefern ihre Mitglieder </div> <div class="para">durch den Bau der Nationalstrasse konkret berührt würden. </div> <div class="para">Die in der Beschwerdeschrift dargestellten umfangreichen po- </div> <div class="para">litischen Aktivitäten der Arbeitsgruppe und ihrer Mitglieder </div> <div class="para">im Zusammenhang mit dem Nationalstrassenbau im Knonauer Amt </div> <div class="para">vermöchten keine Betroffenheit im Sinne der Rechtsprechung </div> <div class="para">zu begründen. Sei aber nicht dargetan, dass die Mitglieder </div> <div class="para">der Vereinigung selber zur Beschwerde befugt wären, bestehe </div> <div class="para">nach dem Gesagten auch keine Legitimation der Vereinigung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Was die Beschwerdeführerin gegen diese Erwägungen </div> <div class="para">vorbringt, lässt den angefochtenen Entscheid nicht als un- </div> <div class="para">rechtmässig erscheinen. Soweit die Vereinigung in der eid- </div> <div class="para">genössischen Verwaltungsgerichtsbeschwerde erneut auf das </div> <div class="para">politische Engagement ihrer Mitglieder hinweist, gilt das </div> <div class="para">bereits vom Verwaltungsgericht Gesagte. Die Bemerkung, es </div> <div class="para">bestehe kein Anlass, die Beschwerdelegitimation so eng aus- </div> <div class="para">zulegen, wie dies der Zürcher Regierungsrat und das Zürcher </div> <div class="para">Verwaltungsgericht getan hätten, ist nicht geeignet, irgend- </div> <div class="para">eine Rechtswidrigkeit aufzuzeigen. Die Vereinigung behauptet </div> <div class="para">im Übrigen selbst nicht, dass sie die nahe Beziehung ihrer </div> <div class="para">Mitglieder zu den angefochtenen Projekten, welche nach bun- </div> <div class="para">desgerichtlicher Rechtsprechung vor allem in <u>räumlicher</u> Hin- </div> <div class="para">sicht gegeben sein muss (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IB-59%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page59">BGE 120 Ib 59</a> E. 1c mit Hin- </div> <div class="para">weis), im kantonalen Verfahren nachgewiesen hätte. Es wäre </div> <div class="para">jedoch ihre Sache gewesen, diese Beziehung in ihrer Ein- </div> <div class="para">sprache darzutun, da sich die Pflicht zur Begründung von </div> <div class="para">Einwendungen jedenfalls in Verfahren, in denen es um Gross- </div> <div class="para">projekte mit weitem Betroffenenkreis geht, auch auf die </div> <div class="para">Frage der Legitimation erstreckt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IB-431%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page431">BGE 120 Ib 431</a> E. 1 mit </div> <div class="para">Hinweis). Es hilft der Beschwerdeführerin deshalb nicht, </div> <div class="para">dass sie sich vor Bundesgericht bereit erklärt, eine Mit- </div> <div class="para">gliederliste nachzureichen, die allerdings vertraulich be- </div> <div class="para">handelt werden müsste und nicht zu den Akten gegeben werden </div> <div class="para">dürfte: Einerseits hätte diese Liste wie erwähnt bereits im </div> <div class="para">Einspracheverfahren vorgelegt werden müssen und andererseits </div> <div class="para">verstiesse es gegen die Parteirechte, wenn der Gegenseite </div> <div class="para">die Einsicht in diese Liste verweigert würde. </div> <div class="para"> Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher als un- </div> <div class="para">begründet abzuweisen, soweit überhaupt auf sie einzutreten </div> <div class="para">ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Der Kanton Zürich beanstandet in seiner Beschwerde- </div> <div class="para">antwort, dass das Verwaltungsgericht in Anwendung des eidge- </div> <div class="para">nössischen Enteignungsrechts über die Verfahrenskosten ent- </div> <div class="para">schieden habe, obschon die beschwerdeführende Vereinigung </div> <div class="para">nicht zu den Enteigneten zähle. Es trifft zu, dass die ent- </div> <div class="para">eignungsrechtlichen Spezialvorschriften über die Kosten- und </div> <div class="para">Entschädigungsfolgen nur zum Zuge kommen können, wenn dem </div> <div class="para">Einsprecher oder Beschwerdeführer selbst eine Enteignung </div> <div class="para">droht oder ihm gemäss Art. 55 Abs. 2 des Bundesgesetzes über </div> <div class="para">den Umweltschutz oder Art. 12 des Bundesgesetzes über den </div> <div class="para">Natur- und Heimatschutz das Recht zusteht, Einsprachen im </div> <div class="para">Sinne von Art. 7 bis 10 des Bundesgesetzes über die Enteig- </div> <div class="para">nung zu erheben. Können dagegen die Teilnehmer an enteig- </div> <div class="para">nungsrechtlichen Einsprache- und Plangenehmigungs-Verfahren </div> <div class="para">nur tatsächliche Interessen geltend machen und keinerlei </div> <div class="para">enteignungsrechtliche Einwendungen erheben, so gelten die </div> <div class="para">allgemeinen Kostenregeln (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=5&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F111-IB-32%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page32">BGE 111 Ib 32</a>, insbesondere </div> <div class="para">E. 2d). Demgemäss sind die Kosten des bundesgerichtlichen </div> <div class="para">Verfahrens im vorliegenden Fall in Anwendung von <span class="artref">Art. 156 </span></div> <div class="para">Abs. 1 OG der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, wobei die </div> <div class="para">Gerichtsgebühr allerdings niedrig gehalten werden kann. Eine </div> <div class="para">Parteientschädigung ist dem Kanton Zürich gemäss <span class="artref">Art. 159 </span></div> <div class="para">Abs. 2 OG nicht zuzusprechen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Bundesgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, </div> <div class="para">soweit auf sie eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird der Be- </div> <div class="para">schwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, dem </div> <div class="para">Kanton Zürich (Baudirektion) und dem Verwaltungsgericht des </div> <div class="para">Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">_____________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 4. April 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>