A bteilung IV D -5765/2007 law /krc {T 0/2} U rte il v o m 7 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichter W alter Lang (Vorsitz), R ichter Vito Valenti, R ichter Fulvio H aefeli, G erichtsschreiberin C orinne Krüger. X._______, geboren _______, Indien, _______, vertreten durch lic. iur. Kathrin Stutz, Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende, _______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verfügung vom 20. August 2007 i.S. N ichteintreten auf Asylgesuch und W egw eisung / N _______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandD -5765/2007 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer, ein Sikh und Angehöriger der Ethnie Pun- jabi aus A._______, D istrikt B._______, Provinz Jam m u und Kashm ir, eigenen Angaben zufolge sein H eim atland Ende 2003 verliess, dass er sich von Januar 2004 bis April 2005 in einem Zim m er in M oskau (R ussland) und anschliessend zw ei M onate (bis Juli 2005) in Kiew (U kraine) aufhielt, dass er am 21. N ovem ber 2005 in die Schw eiz einreiste und gleichen- tags im Em pfangs- und Verfahrenszentrum C ._______ um Asyl ersuchte, dass er am 23. N ovem ber 2005 in das D ._______ transferiert w urde, dass dort am 7. D ezem ber 2005 die Personalien des Beschw erdefüh- rers erhoben w urden und er sum m arisch zum R eisew eg und zu den G ründen für das Verlassen der H eim at befragt w urde, dass er von der Vorinstanz am 19. D ezem ber 2005 zu seinen Asyl- gründen angehört w urde, dass er dabei im W esentlichen geltend m achte, am 20. M ärz 2000 etw a um 20 U hr abends seien 35 bis 40 Terroristen in sein D orf ge- kom m en, hätten alle Sikh-M änner aus den Q uartieren herausgeholt, in einen Sikhtem pel gebracht und dort erschossen, dass dabei auch sein Vater getötet w orden sei, dass er sich selber jedoch zu diesem Zeitpunkt bei einem Freund auf- gehalten habe, dass seine M utter zw ei Tage später an einem H erzinfarkt gestorben sei, dass er etw a 15 Tage später nach einem Besuch bei seinem Freund auf dem N achhausew eg von Angehörigen der A rm ee auf der Strasse angehalten, beschim pft und geschlagen w orden sei, S eite 2D -5765/2007 dass er aus Angst vor w eiteren Ü bergriffen durch die A rm ee tags darauf einen Schlepper organisiert habe, der ihn nach D elhi gebracht habe, dass er von April 2000 bis Ende 2003 in D elhi in einem Esslokal gear- beitet habe, um den Schlepper bezahlen zu können, dass im D ezem ber 2003 in diesem Lokal eine R azzia durchgeführt w orden sei und er - nachdem die Polizisten erfahren hätten, dass er aus Kashm ir stam m e - von diesen beschim pft, geschlagen und ange- w iesen w orden sei, nicht m ehr dort zu arbeiten, dass sein C hef nach diesem Vorfall seinen Schlepper kontaktiert habe und er schliesslich nach etw a einem M onat nach M oskau geflogen sei, dass er sich w eder politisch engagiert noch - ausser den angegeben Vorfällen - jem als Problem e m it der Polizei, der A rm ee oder den Behörden gehabt habe, dass die Vorinstanz m it Verfügung vom 20. August 2007 in Anw endung von A rt. 34 AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat und die W egw ei- sung aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug anordnete, dass die Vorinstanz zur Begründung im W esentlichen anführte, der Beschw erdeführer stam m e aus einem so genannten "Safe C ountry" und es lägen keine H inw eise auf Verfolgung vor, die nicht offensichtlich haltlos seien, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 29. August 2007 (Post- stem pel) durch seine R echtsvertreterin gegen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde erheben und beantragen liess, der N ichteintretensentscheid der Vorinstanz vom 20. August 2007 sei aufzuheben und die Sache sei zw ecks neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuw eisen, dass er zudem in verfahrensrechtlicher H insicht beantragen liess, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung zu gew ähren, dass die vorinstanzlichen Akten am 30. August 2007 beim Bundesver- w altungsgericht eintrafen (A rt. 109 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]), S eite 3D -5765/2007 und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden ge- gen Verfügungen (A rt. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) des BFM ent- scheidet (A rt. 105 AsylG i.V.m . A rt. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.119]), dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (A rt. 108a AsylG sow ie A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilungszuständigkeit von Beschw erden gegen N ichtein- tretensentscheide praxisgem äss auf die Ü berprüfung der Frage be- schränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht ein- getreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it darauf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die ange- fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (Entscheidungen und M ittei- lungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2004 N r. 34, Erw . 2.1., S. 240 f.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungs- gericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeent- scheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (A rt. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass die Vorinstanz den vorliegend angefochtenen N ichteintretensent- scheid auf der G rundlage von A rt. 34 AsylG getroffen hat, S eite 4D -5765/2007 dass gem äss Absatz 2 dieser Bestim m ung auf G esuche oder Beschw erden von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten nicht eingetreten w ird, ausser es gebe H inw eise auf eine Verfolgung, dass gem äss A rt. 34 Abs. 1 AsylG der Bundesrat Staaten bezeichnen kann, in w elchen nach seiner Feststellung Sicherheit vor Verfolgung besteht ("Safe C ountries"), w obei er entsprechende Beschlüsse perio- disch überprüft, dass der Bundesrat Indien m it Beschluss vom 18. M ärz 1991 als ver- folgungssicheren Staat bezeichnet hat und seither im R ahm en der pe- riodischen Prüfung nicht auf diese Einschätzung zurückgekom m en ist, dass som it vorliegend die form elle Bedingung für den Erlass eines N ichteintretensentscheides auf der G rundlage von A rt. 34 AsylG erfüllt ist, dass gem äss Praxis der Begriff der Verfolgung in A rt. 34 Abs. 2 AsylG w ie in A rt. 18, A rt. 23 Abs. 3 und A rt. 33 Abs. 3 Bst. b AsylG w eit zu verstehen ist (vgl. EM AR K 2004 N r. 35 E. 4.3. S. 247), dass jener so genannte w eite Verfolgungsbegriff über die ernsthaften N achteile im Sinne von A rt. 3 AsylG hinaus reicht und auch W egw ei- sungshindernisse im Sinne von A rt. 44 Abs. 2 AsylG und A rt. 14a des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20), insbesondere eine von A rt. 3 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfrei- heiten (EM R K, SR 0.101) oder A rt. 3 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) er- fasste m enschenrechtsw idrige Behandlung einschliesst, dass der in diesem Sinne w eit gefasste Begriff der Verfolgung ein- schränkend insow eit zu präzisieren ist, als darunter nicht säm tliche W egw eisungsvollzugshindernisse fallen, sondern nur solche erlittene oder befürchtete N achteile, w elche von M enschenhand zugefügt w er- den (vgl. EM AR K 2004 N r. 35 E. 4.3. S. 247; N r. 5 E. 4c.aa S. 35 f.; 2003 N r. 18 E. 4 und 5 S. 111 ff.), dass auch bei einem Asylsuchenden aus einem verfolgungssicheren Staat auf das Asylgesuch einzutreten ist und das Erfüllen der Flücht- lingseigenschaft geprüft w erden m uss, sobald in den Akten H inw eise auf Verfolgung zu verzeichnen sind, deren U nglaubhaftigkeit nicht S eite 5D -5765/2007 schon auf den ersten Blick erkannt w erden kann (EM AR K 2005 N r. 2 E. 4.3. S. 16 f.; 2004 N r. 35 E. 4.3. S. 247 f.; N r. 5 E. 4c.bb S. 36), dass die Vorinstanz zutreffend und m it hinreichender Begründung das Vorliegen von H inw eisen auf Verfolgung verneint hat, dass sie dazu ausgeführt hat, der N am e des Vaters des Beschw erde- führers figuriere nicht auf der Liste der beim Attentat vom 20. M ärz 2000 in A._______ getöteten Sikhs, dass auch die Behauptung, seine M utter sei kurz nach dem Attentat an den Folgen eines H erzinfarktes gestorben, nicht zutreffe, da der N am e der Frau, die dam als einem H erzinfarkt erlegen sei, nicht iden- tisch m it dem jenigen seiner M utter sei, dass die verstorbene Frau zudem beim Attentat ihren Sohn und nicht - w ie vom Beschw erdeführer angegeben - ihren Ehem ann verloren habe, dass sich der Beschw erdeführer ausserdem in seiner angeblichen H eim atregion offensichtlich nicht auskenne, dass zudem die Identität des Beschw erdeführers bis heute nicht fest- steht und dadurch auch seine persönliche G laubw ürdigkeit in Frage gestellt ist, dass - w ie bereits die Vorinstanz zu R echt festgestellt hat - der Beschw erdeführer seine eigenen Vorbringen auf offensichtlich allge- m ein bekannten Ereignissen aufzubauen scheint und der Inform ations- gehalt seiner diesbezüglichen Ausführungen nicht über denjenigen einer durch die M assenm edien m ässig inform ierten Person hinaus geht, dass im Ü brigen zur Verm eidung von W iederholungen auf die zutref- fenden Erw ägungen der Vorinstanz zu verw eisen ist (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 109 Abs. 3 BG G ), dass der Beschw erdeführer in seiner R echtsm itteleingabe geltend m acht, er sei ein Sikh, kleide sich auch traditionell als Sikh und habe Kontakt m it der Sikh-G em einschaft in der Schw eiz, S eite 6D -5765/2007 dass er nur fünf Jahre Schule besucht und danach in der Landw irt- schaft gearbeitet habe, dass er nach dem M assaker an den Sikhs in _______ nach D elhi gegangen sei, dass er ausserhalb seines D orfes nicht viel gesehen habe, dass er bereits anlässlich der Anhörung durch die Vorinstanz die unge- fähre Prozentzahl der Bevölkerungsgruppen von gesam tem Indien angegeben habe, dass seine Vorbringen klar, detailliert und plausibel und deshalb nicht haltlos seien, dass der Beschw erdeführer allein m it diesen unsubstanziierten und allgem einen Erklärungen aber nicht ansatzw eise darzulegen verm ag, inw iefern die Erw ägungen der Vorinstanz zur H altlosigkeit seiner Vor- bringen unzutreffend sein sollen und w eshalb er in Indien gefährdet sein sollte, dass nach dem G esagten keine H inw eise auf eine Verfolgung des Beschw erdeführers vorliegen und die Vorinstanz dem nach zu R echt gestützt auf A rt. 34 AsylG auf sein Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw ei- sung aus der Schw eiz zur Folge hat, vorliegend der Beschw erdeführer w eder eine Aufenthaltsbew illigung besitzt noch einen Anspruch auf E rteilung einer solchen hat, w eshalb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht (A rt. 44 Abs. 1 AsylG , A rt. 32 Bst. a AsylV 1; vgl. EM AR K 2001 N r. 21), dass zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw ei- sung entgegenstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Vollzugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlas- sung der Ausländer (AN AG ; SR 142.20) über die vorläufige Aufnahm e zu regeln ist (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ), dass der Vollzug der W egw eisung in Beachtung der m assgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestim m ungen als zulässig und zum ut- bar zu bezeichnen ist, da die Feststellung, dass keine H inw eise auf S eite 7D -5765/2007 Verfolgung vorliegen, bereits im pliziert, dass dem Beschw erdeführer keine m enschenrechtsw idrige Behandlung droht und auch eine G efährdung aufgrund der allgem einen Lage in Indien oder seiner indi- viduellen Situation ausgeschlossen w erden kann, dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine H inw eise auf das Vor- liegen technischer Vollzugshindernisse ergeben, w eshalb der Vollzug auch als m öglich erscheint (A rt. 14a Abs. 2 AN AG ), dass bei dieser Sachlage die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e des Beschw erdeführers in der Schw eiz ausser Betracht fällt, und der von der Vorinstanz verfügte Vollzug der W egw eisung aus der Schw eiz in Einklang m it den m assgeblichen gesetzlichen Bestim m ungen steht, dass es dem Beschw erdeführer dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (A rt. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde ab- zuw eisen ist, dass die Beschw erdebegehren aus den dargelegten G ründen von vornherein aussichtslos w aren, w eshalb das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss A rt. 65 Abs. 1 Vw VG abzu- w eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (A rt. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . A rt. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen sind (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite) S eite 8D -5765/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege w ird ab- gew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. 4. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin des Beschw erdeführers (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - _______ ad _______ D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: W alter Lang C orinne Krüger Versand: S eite 9