<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.1999.00352</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105275&amp;W10_KEY=4467151&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.1999.00352</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 04.02.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 11.07.2000 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Massnahmenvollzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Aufhebung des Massnahmenvollzugs, d.h. hier der die Strafverbüssung begleitenden therapeutischen Behandlung, ist angesichts der festgestellten Behandlungsunfähigkeit des Verurteilten rechtmässig.<br/><br/>Bejahung der Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1). Ermessensbetätigung der die Aufhebung anordnenden Instanz und Beurteilung durch die Rekursinstanz (E. 2a). Bestätigung der vorinstanzlichen Würdigung des Therapieverlaufs; zum Anschein der Befangenheit eines Gutachters; rechtliches Gehör bei der Bestellung des Gutachters und der Erstellung des Fragenkatalogs (E. 2b). Zur Ablehnung des Gesuchs um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands durch die Vorinstanz (E. 3). Ablehnung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit der Beschwerde (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: AUSSTAND">AUSSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFANGENHEIT">BEFANGENHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEHANDLUNGSFÃHIGKEIT">BEHANDLUNGSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MASSNAHMEFÃHIGKEIT">MASSNAHMEFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHOTHERAPIE">PSYCHOTHERAPIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: THERAPIE">THERAPIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWAHRUNG">VERWAHRUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 43 lit. III StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. A. B., geboren 1957, wurde mit Urteil des Ge­schworenengerichts des Kantons ZÃ¼rich vom 16. Dezember 1994 wegen vorsÃ¤tzlicher TÃ¶­tung zu zehn Jahren Zuchthaus als Zusatzstrafe zum Urteil des Einzelrichters in Strafsa­chen des Bezirks Winterthur vom 12. Februar 1992 von 60 Tagen (und einer Busse von Fr. 1'000.‑) wegen falscher Anschul­di­gung etc. verurteilt. Zudem wurde eine ambulante Behandlung wÃ¤hrend des Strafvollzugs im Sinn von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 des Schweizeri­schen Strafgesetzbuchs (StGB) an­ge­ord­net. Ausserdem war A. B. mit Urteil der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons ZÃ¼rich vom 21. September 1993 wegen Vergewaltigung zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt worden, welches Urteil aber am 16. Dezember 1994 noch nicht in Rechtskraft erwachsen war.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 9. Januar 1995 regelte das Amt fÃ¼r Straf‑ und Massnahmen­vollzug des Kantons ZÃ¼rich (ASMV, heute Amt fÃ¼r Justizvollzug, BewÃ¤hrungs‑ und Voll­zugsdienste) den Vollzug der angeordneten Massnahme. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass die Massnahme von unbestimmter Dauer sei und aufgehoben werde, wenn sie nicht mehr nÃ¶tig sei. Mit der DurchfÃ¼hrung der Massnahme wurde der Psychiatrisch-Psycholo­gische Dienst der Justizdirektion beauftragt. Am 18. Juni 1996 erstattete Dr.med. E. F. dem ASMV Bericht. Darin wurde festgehalten, dass A. B., nachdem er am 17. Januar 1995 in die Strafanstalt Regensdorf eingetreten sei, am 25. Januar 1995 zu ei­nem ersten GesprÃ¤ch habe aufgeboten werden kÃ¶nnen. Die GesprÃ¤che seien insgesamt we­nig ergiebig verlaufen, und von einem eigentlichen therapeutischen Effekt kÃ¶nne wohl nicht gesprochen werden. Am 6. Februar 1996 wurde A. B. in die Kantonale Strafanstalt Lenzburg versetzt. Am 14. Oktober 1996 erstattete Dr.med. G. H. von den Psychiatrischen Diensten des Kantons Aar­gau dem ASMV Bericht, in welchem die Pro­gnose als "eher vorsichtig" beurteilt wur­de. Es wurde vermerkt, dass der Patient meist mit grosser VerspÃ¤tung zur Sprechstunde erscheine. WÃ¤hrend den Stunden sei er jedoch koope­rativ. Die IntrospektionsfÃ¤higkeit und die Be­reit­schaft, Probleme anzugehen, die seine Per­son betreffen, seien aber eher gering. Am 3. April 1997 wurde A. B. wie­der­um in die Strafanstalt PÃ¶schwies in Regensdorf versetzt. Mit Schreiben an das ASMV vom 17. Juni 1997 hielt der Psychiatrisch-Psychologische Dienst fest, die Massnahme er­scheine aufgrund des Verhaltens des Verurteilten zum jet­zi­gen Zeitpunkt als nicht durch­fÃ¼hrbar. Am 9. Dezember 1997 erstattete der Psychiatrisch-Psychologische Dienst dem ASMV er­neut Bericht, aus welchem hervorging, dass nach ei­nem Behandlungsunterbruch von drei Monaten ein neuer Therapieversuch gestartet wurde. Der Patient weise eine leicht er­reg­ba­re, emotional instabile PersÃ¶nlichkeitsstruktur auf. Er erwecke den Eindruck, sich an­dau­ernd in einer chronisch existenziellen Krise zu befinden. Diese Krisenhaftigkeit finde ihren Ausdruck in einer emotionalen Ãberbelastung, einer ten­denziell wenig gesteuerten Af­fek­ti­vi­tÃ¤t, in querulatorischer Umtriebigkeit betreffend Justiz, Strafvollzug und Rechts­anwÃ¤lte und in letzter Zeit in paranoidoformen Episoden, in denen er sich von der Aussen­welt be­droht fÃ¼hlte. In der therapeutischen Behandlung stellten sich Probleme ein. Einer­seits wen­de sich der Patient hilfesuchend an den Therapeuten, an­der­seits mÃ¼sse er ihn im­mer wieder auch ablehnen, notorisch hinterfragen und verbal-aggres­siv angehen. Schon hier zeigten sich klare Grenzen in der Behandelbarkeit von A. B.. Ob­wohl davon aus­ge­gan­gen werde, dass der Patient nicht behandelbar sei, wÃ¼rden zwecks FÃ¶rde­rung der Kri­sen­bewÃ¤ltigung die therapeutischen BemÃ¼hungen aufrecht erhalten. Es kÃ¶nne jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass diese Interventionen therapeutische Fort­schritte im Sinn einer positiven PersÃ¶nlichkeitsverÃ¤nderung zeitigen wÃ¼rden. Am 7. Mai 1998 erstattete der Psychiatrisch-Psychologische Dienst dem ASMV wiederum Be­richt mit dem Vorschlag, die ausgesprochene Massnahme als undurchfÃ¼hrbar zurÃ¼ckzu­wei­sen. An der leicht er­reg­ba­ren, emotional instabilen PersÃ¶nlichkeitsstruktur des Verurteilten habe sich nichts ver­Ã¤n­dert. Insbesondere sei auch der behandelnde Therapeut immer wieder Ziel von An­schul­di­gung, Beleidigungen und paranoidoformen Bemerkungen geworden. Es sei unmÃ¶glich, ei­ne vertrauensvolle therapeutische Beziehung aufzubauen, was die Grund­la­ge fÃ¼r eine The­ra­pie darstelle. Am 18. Mai 1998 wurde A. B. in die Strafanstalt Thorberg ver­setzt. Mit Schreiben vom 5. August 1998 wurde seitens der Strafanstalt Thor­berg mit­geteilt, der Verurteilte habe nicht in den Normalvollzug integriert werden kÃ¶nnen. Am 11. Au­gust 1998 wurde er in die Kantonale Strafanstalt PÃ¶schwies zurÃ¼ckversetzt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Schreiben an das ASMV vom 14. Januar 1999 und 3. Februar 1999 hielt der Psychiatrisch-Psychologische Dienst erneut fest, dass die ambulante Massnahme aufzuhe­ben sei. In der Folge ordnete das ASMV am 17. Februar 1999 bei Dr.med. I. J. die Er­stel­lung eines ErgÃ¤nzungsgutachtens an. Am 25. Februar 1999 wurde der Verurteilte in die Strafanstalt Lenzburg versetzt. Nachdem der Verurteilte die Begutachtung durch Dr.med. J. abgelehnt hatte, beauftragte das ASMV mit Schreiben vom 8. April 1999 med.pract. K. L. vom Kantonsspital Winterthur mit der Begutachtung. Das psych­iatrische Gutachten vom 2. Juni 1999 ging am 7. Juni 1999 beim ASMV ein. Der Gut­ach­ter diagnostizierte bei A. B. eine "emotional instabile PersÃ¶nlichkeit, im­pul­si­ver Typus (ICD-10 F60.30)" (Gutachten S. 15) und verneinte dessen Massnahme­fÃ¤higkeit.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit VerfÃ¼gung vom 16. Juni 1999 stellte das ASMV den Vollzug der ambulan­ten Massnahme ein und beantragte bei der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons ZÃ¼rich die Aufhebung der angeordneten ambulanten Massnahme und die Verwahrung des Verurteilten. Am 11. Oktober 1999 wies die Direktion der Justiz und des Innern des Kan­tons ZÃ¼rich den hiergegen erhobenen Rekurs vom 15. Juli 1999 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 15./17. November 1999 gegen den Rekursentscheid vom 11. Oktober 1999 liess A. B. dem Verwaltungsgericht beantragen:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Die VerfÃ¼gung der Vorinstanz sei aufzuheben und es sei die Be­schwerdegegnerin anzuweisen, die vom Geschworenengericht des Kantons ZÃ¼rich mit Urteil vom 16. Dezember 1994 angeordnete am­bulante Massnahme gemÃ¤ss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB fortzufÃ¼hren.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 2. Das psychiatrische Gutachten des Kantonsspitals Winterthur, med.pract. K. L. sei aus dem Recht zu weisen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 3. Evt. sei ein Obergutachten in Auftrag zu geben, unter Wahrung der Parteirechte sowohl in Auswahl des Gutachters wie in der Fragestel­lung an ihn.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 4, Es sei ein Ã¤rztlicher Bericht von Dr. M. N., leitender Arzt Forensik, Klinik KÃ¶nigsfelden, einzuholen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 5. Dem BeschwerdefÃ¼hrer sei die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und ProzessverbeistÃ¤ndung unter Einsetzung des unerzeichneten Rechts­anwalts als unentgeltlicher Vertreter zu gewÃ¤hren.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 6. Unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolge."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vorinstanz verzichtete auf Vernehmlassung, und das Amt fÃ¼r Justizvollzug liess sich nicht vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Einzelrichterin zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Nach § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) prÃ¼ft das Verwaltungsgericht seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen. § 43 Abs. 1 lit. g VRG schliesst die Beschwerde gegen Anordnungen betreffend den Vollzug von Strafen und Massnahmen zwar grundsÃ¤tzlich aus; Abs. 2 der Bestimmung lÃ¤sst sie jedoch unter anderem dann zu, wenn die Verwaltungsgerichtsbe­schwerde an das Bundesgericht offensteht. Dies trifft zu fÃ¼r Entscheide Ã¼ber die Frage, ob sich eine ambulante Massnahme als im Sinn von Art. 43 Ziff. 3 Abs. 2 StGB erfolglos oder unzweckmÃ¤ssig erwiesen habe (BGE 117 IV 398, 119 IV 190, 121 IV 303 E. 3, 122 IV 8 E. 1; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflege­gesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 43 N. 23 f.). Das Bundesgericht hat fest­gehalten, dass die Bestimmungen von Art. 43 Ziff. 2 und 3 StGB systematisch zusammen­hÃ¤ngen und Art. 43 Ziff. 3 StGB nicht bloss auf den Fall der ambulanten Behandlung unter Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe beschrÃ¤nkt sein kÃ¶nne. Es bestÃ¼nden deshalb verschiedene HandlungsmÃ¶glichkeiten, wenn das ambulante Massnahmenziel im Vollzug oder in der Freiheit nicht erreicht werde. Das Bundesrecht ermÃ¶gliche somit auf der einen Seite, zunÃ¤chst die ambulante Massnahme anzuordnen und die Strafe aufzuschieben, wenn der TÃ¤ter fÃ¼r Dritte nicht gefÃ¤hrlich erscheine (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB), und ihn nachtrÃ¤glich im Fall der Verschlechterung seines Zustands gestÃ¼tzt auf Art. 43 Ziff. 3 StGB zu verwahren. Auf der anderen Seite hindere die Verbindung der am­bulanten Massnahme mit dem Strafvollzug den Richter nicht, die Massnahme nachtrÃ¤glich zu Ã¤ndern und dem Verurteilten die nÃ¶tige Psychotherapie zu verschaffen bzw. ihn nÃ¶tigen­falls zu verwahren (Art. 43 Ziff. 3 StGB) (BGE 123 IV 100 E. 3). Dies bedeutet somit, dass vorliegend analog den FÃ¤llen, bei denen es um die Aufhebung einer unter Strafaufschub an­geordneten ambulanten Massnahme unbestimmter Dauer geht, auf die Verwaltungsge­richtsbeschwerde einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) FÃ¼r die Behandlung ist gerichtsintern der Einzelrichter oder die Einzelrichterin zustÃ¤ndig, denn es geht hier im Sinn von § 38 Abs. 2 lit. b VRG grundsÃ¤tzlich um eine Voll­zugsanordnung aufgrund der §§ 16 ff. des Gesetzes Ã¼ber das kantonale Strafrecht und den Vollzug von Strafen und Massnahmen vom 30. Juni 1974 in Verbindung mit §§ 1‑3 und 10 der Strafvollzugsverodnung vom 12. Januar 1994 (vgl. Antrag des Regierungsrats vom 3. Mai 1995 zur VRG-Revision, ABl 1995 II 1536; ferner Bea Rotach Tomschin, Die Revision des ZÃ¼rcher Verwaltungsrechtspflegegesetzes, ZBl 98/1997, S. 433 ff., 448 un­ten).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde beschliesst die Aufhebung der ambulanten Behandlung auch im negativen Fall, das heisst wenn sie sich "als unzweckmÃ¤ssig oder fÃ¼r andere ge­fÃ¤hrlich" erweist (Art. 43 Ziff. 3 Abs. 2 Satz 1 StGB; GÃ¼nter Stratenwerth, Schweizeri­sches Strafrecht, Allgemeiner Teil II: Strafen und Massnahmen, Bern 1989, § 11 N. 110).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Den fÃ¼r den Massnahmenvollzug zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden kommt bei der Beurteilung dieser Problematik Ermessen zu. Dessen fehlerhafte AusÃ¼bung kann im verwaltungsge­richt­lichen Beschwerdeverfahren nur in FÃ¤llen des Ermessensmissbrauchs und der Ermes­sensÃ¼berschreitung als Rechtsverletzung geltend gemacht werden (§ 50 Abs. 1 und 2 lit. c VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Das ASMV hatte in der EinstellungsverfÃ¼gung vom 16. Juni 1999 festgehalten, die AusfÃ¼hrungen im psychiatrischen Gutachten von med.pract. L., wonach der Pa­tient weder reflektions‑ und dialogfÃ¤hig noch eine Einsicht in seine persÃ¶nliche Proble­ma­tik vorhanden sei, seien Ã¼berzeugend. Mangels MassnahmefÃ¤higkeit und mangels Durch­fÃ¼hr­barkeit der Massnahme sei daher der Vollzug als gescheitert einzustellen. Da eine schwer­wiegende GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit nicht ausgeschlossen werden kÃ¶n­ne, sei dem Strafgericht stattdessen die Anordnung einer Verwahrung nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zu beantragen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Schon im Rekursverfahren hatte A. B. beantragen lassen, es sei das psychiatrische Gutachten von med.pract. K. L. vom 2. Juni 1999 aus dem Recht zu weisen. Zwischen dem 23. August 1991 und dem 17. September 1991 sei A. B. (ein zweites Mal) in der Psych­ia­tri­schen Klinik Rheinau behandelt worden, wobei sich med.pract. L. mit ihm befasst habe. Er sei schon vorher in der Klinik behandelt worden und habe nur wenige Stunden nach der Entlassung am 17. August 1991 das TÃ¶­tungs­delikt begangen, was beim Gutachter eine nach­haltige Betroffenheit habe auslÃ¶sen mÃ¼ssen, selbst wenn er fÃ¼r ihn, A. B., im Rahmen des ersten Klinikaufent­halts nicht zustÃ¤ndig gewesen sei. Med.pract. K. L. sei damals in je­ner Klinik be­ruflich tÃ¤tig gewesen. In dieser Funktion habe er sodann der Bezirksan­walt­schaft und dem Geschworenengericht Bericht erstattet, weshalb er heute als vorbefasst zu gelten habe. Aus­serdem enthalte der Gutachtensauftrag unter Ziff. 6 eine Suggestivfrage. Zudem sei das rechtliche GehÃ¶r des Verurteilten verletzt worden, weil ihm keine Ge­le­gen­heit gegeben wor­den sei, dem Gutachter ErgÃ¤nzungsfragen zu stellen bzw. bei dessen Aus­wahl mitzu­wirken. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diesen Einwendungen hielt die Vorinstanz entgegen, med.pract. L. sei fÃ¼r den Ent­scheid, A. B. im Jahr 1991 aus der Klinik Rheinau zu entlassen, nicht zustÃ¤ndig gewesen. Die AuskÃ¼nfte, welche med.pract. L. der Bezirksanwaltschaft und dem Geschworenen­ge­richt erteilt habe, habe er bloss in Stellvertretung der damals zu­stÃ¤ndigen, inzwischen weg­ge­zogenen OberÃ¤rztin erteilt. Auch die nachgehende Be­hand­lung des Rekurrenten durch den Gutachter anlÃ¤sslich des zweiten Klinikaufenthalts kÃ¶nne keine Vorbefasstheit be­grÃ¼n­den. Med.pract. K. L. habe sich bei der Entge­gen­nah­me des Gutachtensauftrags nicht ein­mal an den Namen des Verurteilten erinnern kÃ¶nnen. Ausserdem kÃ¶nne eine rund acht Jah­re zurÃ¼ckliegende, nur knapp einen Monat dauernde Behandlung nicht von vornherein eine Vorbefasstheit bilden. Auch kÃ¶nne die behauptete Suggestion in der vom ASMV for­mu­lier­ten Frage 6 nicht fÃ¼r eine Vorbefasst­heit des Gut­achters sprechen, sei doch dem Gut­ach­ter die nÃ¶tige Distanz zu dieser Formu­lierung ohne weiteres zuzumuten. BezÃ¼glich der RÃ¼ge der Verletzung des rechtlichen Ge­hÃ¶rs sei aus­zu­fÃ¼hren, dass im Rahmen eines ver­wal­tungsrechtlichen Verfahrens kein An­spruch darauf be­stehe, einem beigezogenen Gut­ach­ter ErgÃ¤nzungsfragen zu stellen. Aus­serdem wÃ¤re der Rekurs auch ohne Beizug des Gut­achters abzuweisen. Die verschiedenen Berichte des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes der Justizdirektion des Kantons ZÃ¼­rich sowie des Psychiatrischen Dienstes des Kantons Aargau, welche eine Zeitspanne von vier Jahren ab­deckten, liessen keinen Zweifel mehr offen, dass die ambulante Massnahme als gescheitert zu betrachten sei. In keiner Pha­se der Behandlung habe zwischen der thera­pierenden Per­son und dem Rekurrenten ein Ver­trauensverhÃ¤ltnis aufgebaut werden kÃ¶n­nen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass allein schon die verschie­denen Berichte des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes der Justizdirektion und der Be­richt des Psychiatrischen Dienstes des Kantons Aargau genÃ¼gend Grundlage bilden, um die Auffassung, wonach die ambulante Massnahme als gescheitert zu beurteilen sei, zu be­le­gen. In den Berichten kamen immer wieder skeptische oder negative Ãusserungen be­zÃ¼g­lich der Frage, ob die ambulante Massnahme doch noch erfolgreich verlaufen kÃ¶nnte, zum Ausdruck, allem voran aufgrund des ablehnenden und uneinsichtigen Verhaltens des Ver­ur­teilten gegenÃ¼ber den Therapeuten bzw. betreffend die vorgesehene Aufarbeitung im Zu­sammenhang mit dem begangenen TÃ¶tungsdelikt. Aus den Akten ergibt sich mit aller Deut­lichkeit, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nicht oder kaum bereit war, die ambulante Mass­nahme durch die zustÃ¤ndige Fachkraft leiten zu lassen, geschweige denn, die jeweilige Fach­kraft zu akzeptieren. Anders lÃ¤sst sich nicht erklÃ¤ren, dass er zu den Therapiesitzungen meist mit grosser VerspÃ¤tung erschienen ist, wie aus dem Bericht der Psychiatrischen Diens­te des Kantons Aargau hervorgeht, oder dass der Therapeut immer wieder Ziel von Anschuldigungen und Beleidigungen gewesen ist, wie der Bericht des Psychiatrisch-Psy­chologischen Dienstes vom 7. Mai 1998 festhÃ¤lt. Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer ausfÃ¼hren lÃ¤sst, bereits eineinhalb Jahre nach Regelung des Massnahmenvollzugs sei im Bericht des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes der Justizdirektion vom 18. Juni 1996 an der Voll­ziehbarkeit der Massnahme gezweifelt worden, so ist dem entgegenzuhalten, dass einein­halb Jahre doch einen erheblichen Zeitraum darstellen, um eine Ãusserung darÃ¼ber tÃ¤tigen zu kÃ¶nnen. Abgesehen davon hat das ASMV erst drei Jahre spÃ¤ter, im Juni 1999, die am­bulante Massnahme eingestellt. WÃ¤hrend dieser Zeit gingen diverse Berichte ein, welche sich unbestrittenermassen negativ hinsichtlich der DurchfÃ¼hrbarkeit der Massnahme Ã¤us­ser­ten. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht nun geltend, es entstehe beim Vorgehen des Be­schwer­degegners der Eindruck, man sei einzig an schnell vorliegenden Ergebnissen inter­essiert. Dies gehe aus der Tatsache hervor, dass die jeweiligen Therapeuten die Massnahme nach kurzer Zeit als undurchfÃ¼hrbar bezeichnet hÃ¤tten. Die Ã¤usserst kurzfristigen Versuche kÃ¶nnten jedoch den Erfordernissen einer ambulanten Massnahme nicht entsprechen. Dazu ist jedoch zu bemerken, dass vorliegend bei der Entscheidfindung nicht isoliert auf die ein­zelnen Berichte abgestellt worden ist. Vielmehr hat deren Gesamtheit dazu gefÃ¼hrt, dass die Massnahme schliesslich eingestellt worden ist. Nachdem wÃ¤hrend mehreren Jahren und unter Beizug von diversen Therapeuten die Berichte betreffend den Verlauf der Mass­nah­me immer wieder negativ ausgefallen sind, kann der Umstand, dass die Vorinstanz zum Schluss gekommen ist, die Aufhebung der ambulanten Massnahme sei zu Recht erfolgt, nicht dahingehend gedeutet werden, es sei Ermessen missbraucht oder Ã¼berschritten wor­den. Gerade die Vielzahl von Berichten, welche von unterschiedlichen Personen verfasst worden sind, allesamt aber zum selben Resultat gelangen, belegen, dass die Massnahme zu Recht eingestellt worden ist. Es erÃ¼brigt sich daher auch, auf Details, wie zum Beispiel, ob zum Teil nur jede zweite Woche eine Therapie von maximal 30 Minuten stattgefunden oder ob ein Therapieunterbruch fÃ¼nf und nicht drei Monate gedauert habe, einzugehen. Mass­gebend ist, dass die Gesamtheit der Berichte ohne weiteres die Schlussfolgerung er­laubt, die ambulante Massnahme sei undurchfÃ¼hrbar und daher aufzuheben. Dieses Ergeb­nis wird zudem durch den Umstand bekrÃ¤ftigt, dass der Verurteilte mehrmals auf eigenen Wunsch hin in eine andere Strafanstalt versetzt worden ist. Auch deswegen waren die je­wei­ligen Therapien von kÃ¼rzerer Dauer.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Der VollstÃ¤ndigkeit halber ist auf die Frage einzugehen, ob das psychiatrische Gutachten von med.pract. L. vom 2. Juni 1999 aus dem Recht zu weisen sei. Ge­mÃ¤ss § 5a VRG haben Personen, die eine Anordnung zu treffen, dabei mitzuwirken oder sie vor­zu­be­reiten haben, in den Ausstand zu treten, wenn sie in der Sache persÃ¶nlich be­fangen er­schei­nen. Im Licht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vermÃ¶gen namentlich Vorbe­fas­sung, Eigeninteresse, enge Beziehung und Interessenbindung den Anschein von Be­fan­gen­heit zu erwecken. Die Vorbefassung steht dabei vielfach im Zusammenhang mit den or­ga­ni­satorischen und funktionellen VerhÃ¤ltnissen. Vorbefasst und somit aus­stands­pflich­tig sind insbesondere Personen, die am vorinstanzlichen Verfahren mitgewirkt haben und da­bei auf das Zustandekommen der Anordnung Einfluss nehmen konnten. Im Ãbrigen be­grÃ¼n­det jedoch der Umstand, dass ein BehÃ¶rdenmitglied sich bereits frÃ¼her mit einer be­stimmten Angelegenheit befasst hat, nicht in jedem Fall eine Ausstandspflicht. In erster Li­nie ist darauf abzustellen, ob es im Rahmen der Vorbefassung eine Ã¤hnliche oder qualitiativ gleiche Frage geprÃ¼ft hat. Dies ist solange nicht zu beanstanden, als ein Verfah­ren in Be­zug auf den konkreten Sachverhalt und die konkret zu beurteilenden Fragen trotz­dem als offen und nicht vorbestimmt erscheint. Dabei sind der zur VerfÃ¼gung stehende Ent­schei­dungs­spielraum sowie die Bedeutung des frÃ¼heren und des anstehenden Ent­scheids im Hin­blick auf den Fortgang des Verfahrens zu berÃ¼cksichtigen und fÃ¤llt in Be­tracht, welche Fragen in den betreffenden Verfahrensabschnitten zu entscheiden waren bzw. sind und wie diese miteinander zusammenhÃ¤ngen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 5a N. 12 mit Hinweisen). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Med.pract. L. hatte vor der Bezirksanwaltschaft und im Rahmen des ge­schworenen­ge­richtlichen Verfahrens als Zeuge ausgesagt. Der Verurteilte war vom 5. bis 17. August 1991 aufgrund eines Ã¤rztlichen Zeugnisses als freiwilliger Eintritt zum Dro­gen­entzug und zur AbklÃ¤rung einer allfÃ¤lligen Selbstmordgefahr in der Klinik Rheinau auf­ge­nom­men wor­den. BezÃ¼glich dieses ersten Klinikeintritts stÃ¼tzte med.pract. L. seine Aussagen als Zeu­ge auf die Klinikunterlagen, da er A. B. damals nicht selber gesehen hatte. Der Verur­teil­te wurde nach dem TÃ¶tungsdelikt vom 17. August 1991 durch Dr.med. O. am 23. Au­gust 1991 erneut in die Klinik Rheinau eingewiesen, wo er bis zum 17. September 1991 verblieb. Lediglich bezÃ¼glich des zweiten Klinikaufent­halts stÃ¼tzte sich med.pract. L. bei der Zeugenbefragung auf seine direkten Wahr­neh­mun­gen. Im geschworenengerichtlichen Verfahren wurde med.pract. L. denn auch nicht als "sachverstÃ¤ndiger" Zeuge befragt. Das Geschworenengericht stÃ¼tzte sich be­zÃ¼g­lich der Beurteilung des PersÃ¶nlichkeitsprofils des Angeklagten auf das psychiatri­sche Gut­achten von Dr.med. J. sowie auf ein psychiatrisches Gutachten von Dr.med. P., wel­ches dieser im Rahmen eines anderen strafrechtlichen Ver­fah­rens erstellt hatte. Zudem wurde Dr.med. O. als sachverstÃ¤ndiger Zeuge einvernommen. Unter die­sen Um­stÃ¤n­den lÃ¤sst sich nicht die Schlussfolgerung ziehen, med.pract. L. sei "vor­befasst" gewesen, da er weder im ausgefÃ¼hrten Sinn am vorinstanzlichen Verfahren mit­gewirkt noch Einfluss auf die getroffenen Anordnungen genommen hat. Seine Aus­sa­gen be­schrÃ¤nk­ten sich lediglich auf die Wiedergabe der in den Klinikunterlagen fest­ge­hal­te­nen Eintragungen sowie das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers anlÃ¤sslich des zweiten Kli­nik­auf­enthalts. Von der Beurteilung einer Ã¤hnlichen oder qualitativ gleichen Frage in seiner spÃ¤teren Funktion als SachverstÃ¤ndiger im Jahr 1999 im Vergleich zu seiner frÃ¼­he­ren Stel­lung als Zeuge kann somit nicht die Rede sein. Im weiteren ist zu beachten, dass med.pract. L. mit dem Verurteilten letztmals im Jahr 1991 zu tun hatte, bevor er ihm zwecks Er­stellung des Gutachtens im Jahr 1999 wieder begegnete. Auch der zeitlich be­ding­te Ab­stand belegt vorliegend, dass nicht von einer Vorbefassung seitens des Gut­ach­ters aus­zu­ge­hen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Das ASMV hatte dem Gutachter unter Ziff. 6 folgende Frage gestellt: "GenÃ¼gt die gegenwÃ¤rtige Form des Strafvollzuges ‑ unter BerÃ¼cksichtigung, dass die vollzugsbe­gleitende ambulante psychotherapeutische Behandlung nicht durchfÃ¼hrbar ist ‑ um ihn von der Begehung weiterer Delikte abzuhalten?" Wie ausgefÃ¼hrt, beanstandet der Beschwerde­fÃ¼hrer, dass es sich dabei um eine Suggestivfrage handle, weshalb ein neues Gutachten zu erstellen sei. Ausserdem werde vom ASMV zu Unrecht suggeriert, dass alternative Mass­nahmen angeordnet werden kÃ¶nnten, was aber nicht der Fall sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorab ist festzuhalten, dass vorliegend lediglich darÃ¼ber zu befinden ist, ob seitens der VollzugsbehÃ¶rde der Vollzug der Massnahme zu Recht eingestellt worden ist oder nicht. Hingegen bleibt es dem Strafrichter entgegen der Auffassung des BeschwerdefÃ¼hrers unbenommen, gegebenenfalls nochmals eine gleichartige Massnahme zu verschaffen (BGE 123 IV 100 E. 3; vgl. auch Stratenwerth, § 11 N. 65 und N. 120). Somit ist im Rahmen die­ses Verfahrens nicht darÃ¼ber zu befinden, ob und was fÃ¼r eine Massnahme gegebenen­falls nochmals zu ergreifen ist. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer beanstandete Frage Ziff. 6 zielt aber auf die Prognose, welche dem BeschwerdefÃ¼hrer attestiert werden kann, und interes­siert hauptsÃ¤chlich den Strafrichter. Es geht nicht an, dass in diesem Verfahren dem Ent­scheid des Strafrichters vorgegriffen wird. Insoweit erÃ¼brigt es sich darÃ¼ber zu befinden, ob die Frage Ziff. 6 suggestiv sei oder nicht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer gestÃ¼tzt auf den Kommentar KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 26, geltend macht, ihm sei nicht Gelegenheit zur Stellung von ErgÃ¤nzungsfragen ge­geben worden, weshalb das rechtliche GehÃ¶r verletzt worden sei, so ist dem entgegenzu­halten, dass die VerwaltungsbehÃ¶rden nicht gehalten sind, vorab den Fragenkatalog zwecks Anbringung von ErgÃ¤nzungsfragen bekanntzugeben. Die Betroffenen sollen lediglich die MÃ¶glichkeit haben, ErgÃ¤nzungsfragen abzugeben oder begrÃ¼ndete Einwendungen gegen den Gutachter vorzubringen, wobei dies auch zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt erfolgen kann. Es bedarf keiner fÃ¶rmlichen Aufforderung zur Stellung von ErgÃ¤nzungsfragen. Diese sind zuzulassen, soweit sie der SachabklÃ¤rung dienen. Einwendungen gegen den SachverstÃ¤ndi­gen sind nur bei deren BegrÃ¼ndetheit zu hÃ¶ren. Der Betroffene hat keinen allgemeinen An­spruch darauf, bei der Auswahl des SachverstÃ¤ndigen mitzuwirken.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorliegend geht weder aus der Rekurs‑ noch aus der Beschwerdeschrift hervor, wel­che ErgÃ¤nzungsfragen A. B. hÃ¤tte stellen wollen. Er beanstandet lediglich pauschal, dass ihm nicht Gelegenheit zur Stellung von ErgÃ¤nzungsfragen gegeben worden sei, was aber ‑ wie ausgefÃ¼hrt ‑ fÃ¼r sich allein keine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs dar­stellt. Ausserdem war dem Verurteilten mit Schreiben des ASMV vom 17. Februar 1999 mit­ge­teilt worden, dass ein Gutachten in Auftrag gegeben wÃ¼rde. SpÃ¤testens im Rahmen des Rekursverfahrens war ihm auch der Inhalt des Gutachtens bekannt, und es wÃ¤re ihm un­benommen gewesen, die ErgÃ¤nzungsfragen zu formulieren. Jedenfalls kann aufgrund des Umstands, dass dem Verurteilten nicht von vornherein der Fragenkatalog zugestellt wor­den und er fÃ¶rmlich zur Stellung von ErgÃ¤nzungsfragen eingeladen worden ist, nicht eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs abgeleitet werden. Ebensowenig stellt der Umstand, dass er an der Auswahl des Gutachters nicht mitgewirkt hat, eine Verletzung des recht­li­chen GehÃ¶rs dar. Die gegen den Gutachter schliesslich vorgebrachten Einwendungen sind ausserdem aus den dargelegten GrÃ¼nden nicht stichhaltig. Ausserdem hat der Verur­teilte dem Gutachter gegenÃ¼ber keinerlei Vorbehalte angebracht. Vielmehr war er zur Zu­sam­men­arbeit bereit (siehe Gutachten von med.pract. L. vom 2. Juni 1999, S. 8).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Zusammenfassend ergibt sich somit, dass vorliegend kein Anlass dafÃ¼r besteht, das Gutachten von med.pract. L. aus dem Recht zu weisen. Ebenso ist es nicht not­wendig, ein Obergutachten in Auftrag zu geben oder einen Bericht von Dr. N. von der Klinik KÃ¶­nigs­felden einzuholen, wie dies der BeschwerdefÃ¼hrer beantragen lÃ¤sst. Es ver­steht sich von selbst, dass es dem Strafrichter unbenommen ist, diesbezÃ¼glich weitere Ex­pertisen oder Berichte einzuholen. Wenn aber die Vorinstanz fÃ¼r die hier zu beurteilende Frage auf Weiterungen verzichtet hat, so stellt dies weder einen Ermessensmissbrauch noch eine Er­messensÃ¼berschreitung dar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die Vorinstanz hatte das Gesuch von A. B. um Bestellung eines unent­gelt­li­chen Rechtsbeistands mit der BegrÃ¼ndung abgewiesen, schwierige Probleme rechtlicher oder tatsÃ¤chlicher Natur wÃ¼rden sich nicht stellen, gehe es doch im wesentli­chen um die WÃ¼rdigung der therapeutischen Verlaufsberichte im Hinblick auf die Frage, ob die Be­hand­lung als erfolgreich oder als erfolglos zu qualifizieren sei. Auch wenn A. B. arabischer Muttersprache sei, sei ihm die deutsche Sprache mindestens soweit gelÃ¤ufig, dass er Akten lesen, interpretieren und ordnen kÃ¶nne. Auch sei er in der Lage, sei­ne Interessen im Voll­zugsalltag wirksam geltend zu machen und durchzusetzen. Er wÃ¤re da­her auch in der Lage gewesen, diese Angelegenheit von beschrÃ¤nkter KomplexitÃ¤t selber vorzutragen. Dem­ge­gen­Ã¼ber macht der BeschwerdefÃ¼hrer geltend, es kÃ¶nne nicht angehen, dass die Vorinstanz ausfÃ¼hre, es wÃ¼rden sich keine schwierigen Probleme gerichtlicher oder tatsÃ¤chlicher Natur stellen, sei ihm doch eindeutig das rechtliche GehÃ¶r verweigert wor­den. Ausserdem knÃ¼pfe der Beschwerdegegner an den Abbruch der Massnahme die Fra­ge der Verwahrung an. Auch wÃ¼rde ihm seitens der diversen Gutachter attestiert, dass er psychische Probleme habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die von der Vorinstanz vorgenommene Beurteilung ist jedoch nicht zu beanstan­den. Insbesondere ist nicht davon auszugehen, dem BeschwerdefÃ¼hrer sei das rechtliche Ge­hÃ¶r verweigert worden. Der Umstand, dass der Beschwerdegegner beim Strafgericht die Verwahrung beantragt hat, Ã¤ndert nichts daran, dass im Rekursverfahren im wesentlichen gestÃ¼tzt auf die therapeutischen Verlaufsberichte darÃ¼ber zu befinden war, ob der Be­schwer­degegner zu Recht oder zu Unrecht die Massnahme eingestellt hatte. Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer nicht bestreitet, der deutschen Sprache in dem Sinn mÃ¤chtig zu sein, wie es die Vorinstanz ausgefÃ¼hrt hat, kann davon ausgegangen werden, dass er selber in der La­ge gewesen wÃ¤re, seine Interessen vor der Vorinstanz wahrzunehmen. Daran Ã¤ndert auch nichts, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer psychische Probleme attestiert worden sind, zumal er nicht geltend macht, inwieweit diese ihn bei der Wahrnehmung seiner Interessen beein­trÃ¤ch­tigt hÃ¤tten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerde ist daher abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der BeschwerdefÃ¼hrer kostenpflich­tig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einschliesslich Bestellung eines un­entgeltlichen Rechtsbeistands scheitert an der offensichtlichen Aussichtslosigkeit der Be­schwerde gemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 16 VRG. Vorliegend war lediglich darÃ¼ber zu befinden, ob der Beschwerdegegner den Vollzug der Massnahme zu Recht eingestellt hat oder nicht bzw. ob die Vorinstanz Ermessen missbraucht oder Ã¼berschritten hat. Bezogen darauf war die Be­schwer­de von vornherein aussichtslos. Ob der Strafrichter gegebenenfalls gestÃ¼tzt auf weitergehende AbklÃ¤rungen und die neueste Entwicklung im gegenwÃ¤rtigen Therapiever­lauf nochmals eine ambulante Massnahme anordnen wird oder nicht, liegt al­lein in dessen Kogni­tion und tangiert die vorliegende Beschwerde bzw. die Frage der Aus­sichtslosigkeit nicht weiter. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss verfÃ¼gt die Einzelrichterin:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> Das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands wird abgewiesen;</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>