<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 34 S.133</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">133</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>34 Geschäftsmässig nicht begründete Aufwendungen (verdeckte</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Gewinnausschüttung).</b></span><br/> <span class="ft1"><b>- Grundsätze der Beurteilung der geschäftsmässigen Begründetheit</b></span><br/> <span class="ft1"><b>(Erw. 2/a,b).</b></span><br/> <span class="ft1"><b>- Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung (Erw. 2/c).</b></span><br/> <br/> <span class="ft2">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 25. August 2004 in</span><br/> <span class="ft2">Sachen M. AG gegen Steuerrekursgericht.</span><br/> <br/> <span class="ft3"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft4">2. a) Steuerlich anerkannt sind nur die geschäftsmässig begrün-</span><br/> <span class="ft4">deten Aufwendungen. Sie finden sich im Gesetz nicht definiert. Hin-</span><br/> <span class="ft4">gegen hält § 8 VAStG in beispielhafter Aufzählung fest, was als</span><br/> <span class="ft4">offene oder verdeckte Gewinnausschüttung bzw. geschäftsmässig</span><br/> <span class="ft4">nicht begründete Aufwendung zur Aufrechnung gelangt. Die ge-</span><br/> <span class="ft4">schäftsmässige Begründetheit eines Aufwands ist im Einzelfall, unter</span><br/> <span class="ft4">Würdigung der gesamten Umstände, zu ermitteln. Generell ist nur</span><br/> <span class="ft4">jener Aufwand abzugsfähig, welcher dem geschäftlichen Zweck des</span><br/> <span class="ft4">Unternehmens zu dienen vermag. Zwischen Aufwendung und Ge-</span><br/> <span class="ft4">schäftsbetrieb hat ein objektiver, sachlicher (Kausal-) Zusammen-</span><br/> <span class="ft4">hang zu bestehen. Ob die Aufwendungen im konkreten Fall wirklich</span><br/> <span class="ft4">notwendig bzw. von wirtschaftlichem Nutzen waren, ist dagegen</span><br/> <span class="ft4">nicht entscheidend. Es geht nicht darum, die Zweckmässigkeit und</span><br/> <span class="ft4">Angemessenheit geschäftlicher Ausgaben zu überprüfen und</span><br/> <span class="ft4">ungünstige geschäftliche Dispositionen steuerlich zu "sanktionieren".</span><br/> <span class="ft4">Die Steuerbehörde darf bei ihrer Beurteilung nicht in die unter-</span><br/> <span class="ft4">nehmerische Entscheidungsfreiheit eingreifen und ihr eigenes Er-</span><br/> <span class="ft4">messen an die Stelle desjenigen der Geschäftsführung stellen</span><br/> <span class="ft4">(StE 2003, B 72.14.2 Nr. 31; AGVE 1978, S. 351; VGE II/48 vom</span><br/> <span class="ft4">2. Juli 2003 [BE.2002.00277] in Sachen D. AG, S. 5; Urs Mühle-</span><br/> <span class="ft4">bach/Heini Bürgi, Kommentar zum aargauischen Aktiensteuergesetz,</span><br/> <span class="ft4">Brugg 1982, § 10 N 32.7; Philip Funk, in: Kommentar zum Aargauer</span><br/> <span class="ft4">Steuergesetz, Band 1, 2. Auflage, Muri/Bern 2004, § 36 N 5; Peter</span><br/> <span class="ft4">Brülisauer/Stephan Kuhn, in: Kommentar zum schweizerischen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">134</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">Steuerrecht, Bd.</span> <span class="ft4">I/2a [DBG], Basel/Genf/München 2000,</span><br/> <span class="ft4">Art. 58 N 55 ff., je mit Hinweisen).</span><br/> <span class="ft4">b) Eine Aufwendung ist nicht geschäftsmässig begründet, son-</span><br/> <span class="ft4">dern als sog. verdeckte Gewinnausschüttung zu qualifizieren, wenn</span><br/> <span class="ft4">eine Leistung ausgerichtet wird, der keine oder keine angemessene</span><br/> <span class="ft4">Gegenleistung gegenübersteht, mit der Leistung ein Anteilsinhaber</span><br/> <span class="ft4">(oder eine ihm nahestehende Person) begünstigt wird und das Miss-</span><br/> <span class="ft4">verhältnis von Leistung und Gegenleistung für die handelnden Or-</span><br/> <span class="ft4">gane erkennbar war (erwähnter VGE vom 2. Juli 2003, S. 5 f.;</span><br/> <span class="ft4">StE 2002, B 24.4 Nr. 64; Brülisauer/Kuhn, a.a.O., Art. 58 N 104;</span><br/> <span class="ft4">Mühlebach/Bürgi, a.a.O., § 10 N 32.6, je mit Hinweisen). Unter</span><br/> <span class="ft4">diesen Voraussetzungen ist davon auszugehen, dass die Begünsti-</span><br/> <span class="ft4">gung beabsichtigt war. Der Gewinn wird diesfalls nicht bei der</span><br/> <span class="ft4">Gesellschaft ausgewiesen, wo er erwirtschaftet wurde, sondern bei</span><br/> <span class="ft4">der mit dieser verbundenen oder ihr nahestehenden Person. Der</span><br/> <span class="ft4">Grund der Zuwendung findet sich im gesellschaftsrechtlichen</span><br/> <span class="ft4">Beteiligungsverhältnis. Sie ist verdeckt, weil sie hinter einer</span><br/> <span class="ft4">schuldrechtlichen Vereinbarung versteckt wird (Brülisauer/Kuhn,</span><br/> <span class="ft4">a.a.O., Art. 58 N 103).</span><br/> <span class="ft4">c) Stehen den fraglichen Leistungen der steuerpflichtigen Ge-</span><br/> <span class="ft4">sellschaft bestimmte Verpflichtungen des Empfängers gegenüber,</span><br/> <span class="ft4">liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung nur vor, wenn zwischen</span><br/> <span class="ft4">Leistung und Gegenleistung ein wesentliches, offensichtliches Miss-</span><br/> <span class="ft4">verhältnis besteht; eine bloss geringfügige Differenz genügt nicht.</span><br/> <span class="ft4">Die Frage der (Un-)Angemessenheit von Leistung und Gegenleis-</span><br/> <span class="ft4">tung beurteilt sich nach Marktverhältnissen. Abzustellen ist auf einen</span><br/> <span class="ft4">objektiven Massstab, auf den Preis, den die Gesellschaft für ihre</span><br/> <span class="ft4">Leistung mit einem unabhängigen Dritten vereinbart hätte (StE 2003,</span><br/> <span class="ft4">B 72.14.2 Nr. 31; Ernst Blumenstein/Peter Locher, System des</span><br/> <span class="ft4">schweizerischen Steuerrechts, 6. Auflage, Zürich 2002, S. 274 f.;</span><br/> <span class="ft4">Brülisauer/Kuhn, a.a.O., Art. 58 N 109 ff.). Wenn streitig ist, ob</span><br/> <span class="ft4">zwischen den gegenseitigen Leistungen ein offensichtliches Miss-</span><br/> <span class="ft4">verhältnis besteht, ist es Sache der Steuerbehörden, das offensichtli-</span><br/> <span class="ft4">che Missverhältnis bzw. die verdeckte Gewinnausschüttung zu be-</span><br/> <span class="ft4">weisen (erwähnter VGE vom 2. Juli 2003, S. 6 f.; StE 1999,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">135</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">B 72.14.2 Nr. 23; Brülisauer/Kuhn, a.a.O., Art. 58 N 101, je mit</span><br/> <span class="ft4">Hinweisen).</span><br/> <span class="ft4">d) Vorliegend ist demnach zu prüfen, ob in der zwischen der</span><br/> <span class="ft4">Beschwerdeführerin und ihrem Aktionär getroffenen Mietvereinba-</span><br/> <span class="ft4">rung ein offensichtliches Missverhältnis zwischen Leistung und Ge-</span><br/> <span class="ft4">genleistung besteht.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>