<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2021-11-18-2C_513-2021.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_513/2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 18. November 2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Seiler, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Beusch, Hartmann, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Seiler. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para">handelnd durch B.________, </div> <div class="para">und dieser vertreten durch Rechtsanwältin Katja Ammann, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Migrationsamt des Kantons Zürich, </div> <div class="para">Berninastrasse 45, 8090 Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdegegner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, </div> <div class="para">Neumühlequai 10, 8090 Zürich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 2. Abteilung, vom 21. April 2021 (VB.2021.00149). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">A.________ (brasilianische Staatsangehörige, geboren 2010) reiste am 11. Dezember 2019 in Begleitung ihrer Mutter, C.________ (brasilianische Staatsangehörige, geboren 1972), von Kolumbien herkommend zu ihrem in der Schweiz lebenden Vater B.________ (kolumbianischer Staatsangehöriger, geboren 1977). B.________ verfügt aufgrund der eingetragenen Partnerschaft mit dem Schweizer Staatsangehörigen D.________ (geboren 1974) über eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz. Am 26. Januar 2020 ersuchte B.________ um Nachzug von A.________. Am 4. Februar 2020 reiste C.________ ohne ihre Tochter in ihr Heimatland Brasilien zurück. </div> <div class="para">Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich B.________ darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ihm und damit auch seiner Tochter nur dann ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz eingeräumt werden könne, wenn er mit seinem eingetragenen Partner zusammenwohne, bezogen er, D.________ und A.________ per 4. Juni 2020 eine gemeinsame Wohnung in U.________. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 27. Oktober 2020 wies das Migrationsamt des Kantons Zürich das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib von A.________ bei ihrem Vater ab, wies A.________ aus der Schweiz weg und setzte ihr Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 31. Dezember 2020. Die dagegen erhobenen kantonalen Rechtsmittel blieben erfolglos (Rekursentscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich vom 20. Januar 2021; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 21. April 2021). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und Verfassungsbeschwerde vom 25. Juni 2021 beantragt A.________, dass das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 21. April 2021 aufzuheben und das Migrationsamt des Kantons Zürich einzuladen sei, ihr die Aufenthaltsbewilligung zwecks Verbleibs bei ihrem Vater zu erteilen. Zudem beantragt A.________, dass ihr im Sinne einer vorsorglichen Massnahme zu gestatten sei, das bundesgerichtliche "Verfahren in der Schweiz abzuwarten". Ihr sei für die bisherigen und das vorliegende Verfahren eine angemessene Entschädigung zuzüglich Mehrwertsteuer zu gewähren. Ferner beantragt sie für den Fall des Unterliegens, dass ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und Rechtsanwältin Katja Ammann als unentgeltliche Rechtsvertreterin beizugeben sei. </div> <div class="para">Die Vorinstanz beantragt die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 28. Juni 2021 gestattete das Bundesgericht der Beschwerdeführerin, den Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens in der Schweiz abzuwarten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Auf dem Gebiet des Ausländerrechts ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten im Zusammenhang mit Bewilligungen ausgeschlossen, auf die weder das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch einräumen (<span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG</span>). Ob die jeweiligen Bewilligungsvoraussetzungen erfüllt sind, ist eine Frage der materiellen Beurteilung; für das Eintreten genügt, dass ein entsprechender Anwesenheitsanspruch in vertretbarer Weise geltend gemacht wird (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-330%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page330">BGE 139 I 330</a> E. 1.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-177%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page177">136 II 177</a> E. 1.1). </div> <div class="para">Die Vorschrift von Art. 44 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (AIG; SR 142.20), auf die sich die Beschwerdeführerin beruft, verschafft für sich alleine genommen keinen Anspruch im Sinne von <span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-330%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page330">BGE 139 I 330</a> E. 1.2<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-I-284%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page284">137 I 284</a></span> E. 1.2). Die Beschwerdeführerin beruft sich allerdings zusätzlich in vertretbarer Weise auf einen Anspruch aus <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> sowie auf <span class="artref">Art. 13 BV</span>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wurde unter Einhaltung der gesetzlichen Frist (<span class="artref">Art. 100 Abs. 1 BGG</span>) und Form (<span class="artref">Art. 42 BGG</span>) eingereicht und richtet sich gegen einen Endentscheid einer letzten, oberen kantonalen Instanz (<span class="artref">Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 BGG</span>). Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde legitimiert (<span class="artref">Art. 89 Abs. 1 BGG</span>). Auf die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist einzutreten. Da die Anträge der Beschwerdeführerin der ordentlichen Beschwerde zugänglich sind, ist auf ihre subsidiäre Verfassungsbeschwerde nicht einzutreten (<span class="artref">Art. 113 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruht (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 BGG</span>). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willkürlich" (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-241%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page241">BGE 143 IV 241</a> E. 2.3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">140 III 115</a> E. 2). Die beschwerdeführende Partei kann die Feststellung des Sachverhalts unter den gleichen Voraussetzungen beanstanden, wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>). Sie hat deshalb substanziiert darzulegen, weswegen diese Voraussetzungen gegeben sein sollen; wird sie dieser Anforderung nicht gerecht, bleibt es beim vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-16%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page16">BGE 140 III 16</a> E. 1.3.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann unter anderem eine Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG gerügt werden. In Bezug auf die Verletzung der verfassungsmässigen Rechte gilt nach <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span> eine gesteigerte Rüge- und Substanziierungspflicht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-II-283%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page283">BGE 143 II 283</a> E. 1.2.2<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-229%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page229">139 I 229</a></span> E. 2.2<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-I-274%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page274">138 I 274</a></span> E. 1.6). Im Übrigen wendet das Bundesgericht das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Vorinstanz zu Unrecht einen Aufenthaltsanspruch aus <span class="artref">Art. 8 EMRK</span>, <span class="artref">Art. 13 BV</span> und Art. 44 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 47 Abs. 1 AIG</span> verneint habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> <span class="artref">Art. 44 Abs. 1 AIG</span> regelt den Familiennachzug für Personen, die weder über die Schweizer Staatsangehörigkeit noch über eine Niederlassungsbewilligung verfügen. Danach kann ausländischen minderjährigen und ledigen Kindern von Personen mit Aufenthaltsbewilligung unter gewissen Voraussetzungen eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden. Hierbei handelt es sich zwar grundsätzlich um eine Ermessensbewilligung, auf die kein Anspruch besteht. Allerdings anerkennt die Praxis bei Personen, die selbst einen gefestigten Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz haben, gestützt auf <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> und <span class="artref">Art. 13 BV</span> einen Anspruch auf den Nachzug von Familienmitgliedern (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-I-185%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page185">BGE 146 I 185</a> E. 6.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-I-284%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page284">137 I 284</a></span> E. 2.6). Vorauszusetzen ist aber immerhin, dass die Anforderungen von <span class="artref">Art. 44 AIG</span> erfüllt sind, zumal diese mit <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> kompatibel sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-I-185%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page185">BGE 146 I 185</a> E. 6.2<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-330%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page330">139 I 330</a></span> E. 2.4.1; Urteil 2C_914/2020 vom 11. März 2021 E. 5.10). Zudem müssen die Nachzugsfristen von <span class="artref">Art. 47 Abs. 1 AIG</span> in Verbindung mit Art. 73 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) eingehalten sein, sofern nicht wichtige familiäre Gründe für einen nachträglichen Familiennachzug gemäss <span class="artref">Art. 47 Abs. 4 AIG</span> geltend gemacht werden können (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-I-185%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page185">BGE 146 I 185</a> E. 6.2<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-I-284%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page284">137 I 284</a></span> E. 2.6). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Die Vorinstanz hat einen Anspruch auf Familiennachzug verneint, weil die Nachzugsfrist nach <span class="artref">Art. 47 Abs. 1 AIG</span> abgelaufen sei und sie keine wichtigen familiäre Gründe erkennen konnte, die einen nachträglichen Familiennachzug nach <span class="artref">Art. 47 Abs. 4 AIG</span> hätten rechtfertigen können. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass die Nachzugsfrist gemäss <span class="artref">Art. 47 Abs. 1 AIG</span> fünf Jahre nach Eintragung der Partnerschaft des Vaters der Beschwerdeführerin am 23. Dezember 2019 ablief und ihr Gesuch um eine Aufenthaltsbewilligung vom 26. Januar 2020 somit verspätet war. Sie ist jedoch der Auffassung, dass diese Frist in ihrem Fall den Bewilligungsanspruch nicht ausschliesse bzw. die Frist wiederherzustellen sei, zumal sie bereits vor Fristablauf in die Schweiz eingereist sei. Ausserdem beruft sie sich auf wichtige familiäre Gründe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.1.</b> Die Fristen von <span class="artref">Art. 47 Abs. 1 AIG</span> gelten gleichermassen für die Kinder wie für den Ehegatten der nachziehenden Person (Urteile 2C_784/2019 vom 10. März 2020 E. 2.3; 2C_323/2018 vom 21. September 2018 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Mit diesen Nachzugsfristen bezweckt der Gesetzgeber, dass der Familiennachzug möglichst zeitnah geschieht, um den nachgezogenen Personen die Integration zu erleichtern (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-II-105%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page105">BGE 145 II 105</a> E. 3.6; Urteil 2C_784/2019 vom 10. März 2020 E. 2.3, je mit Hinweisen). Daneben dienen diese Fristen aber auch dazu, die Einwanderung zu beschränken. Wenn eine Familie freiwillig jahrelang getrennt gelebt hat, dann dokumentiert sie damit, dass ihr an einem gemeinsamen Familienleben nicht sehr viel liegt, so dass das Interesse an der Einwanderungsbeschränkung regelmässig überwiegt, solange nicht wichtige familiäre Gründe etwas anderes nahelegen (Urteile 2C_784/2019 vom 10. März 2020 E. 2.3; 2C_481/2018 vom 11. Juli 2019 E. 6.2; 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.2.</b> Vor diesem Hintergrund ist nicht einzusehen, weswegen die Fristen von <span class="artref">Art. 47 Abs. 1 AIG</span> für die Beschwerdeführerin nicht gelten oder wiederhergestellt werden sollen und das Beharren auf diesen Fristen einen überspitzten Formalismus darstellen soll, wie die Beschwerdeführerin behauptet. Zwar trifft für jede gesetzliche Frist zu, dass das Verpassen der Frist um eine relativ kurze Zeit den gesetzlichen Zweck der Frist nicht ohne Weiteres vereiteln würde. Trotzdem kann im Interesse der Rechtssicherheit nicht ohne zureichenden Grund von einer Frist abgewichen werden; dementsprechend streng sind die Voraussetzungen für eine Wiederherstellung von Fristen (vgl. Urteile 2C_176/2015 vom 27. August 2015 E. 4.2; 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 6.3 mit Hinweis). Der Umstand, dass die frühere familiäre Situation der Beschwerdeführerin (Betreuung durch die Mutter in Brasilien und Kolumbien) aus ihrer bzw. aus der Sicht ihres Vaters einem früheren Familiennachzugsgesuch entgegenstand, kann deshalb für sich allein kein Grund sein, um trotz Fristversäumnis den Familiennachzug zu bewilligen. Unbehelflich ist der Beschwerdeführerin auch, dass sie bereits vor Ablauf der Nachzugsfrist in die Schweiz eingereist war. Wohl ist mit der rechtzeitigen Einreise der ausländischen Person dem Integrationszweck der Nachzugsfrist gedient. Davon unberührt bleibt jedoch der Zweck der Einwanderungsbeschränkung, der ein rechtzeitiges Gesuch verlangt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.4.1.</b> Wichtige familiäre Gründe gemäss <span class="artref">Art. 47 Abs. 4 AIG</span> sind gegeben, wenn das Kindswohl nur durch einen Nachzug in die Schweiz sachgerecht gewahrt werden kann (<span class="artref">Art. 75 VZAE</span>). Dabei ist jedem Einzelfall angemessen Rechnung zu tragen (vgl. unter anderem auch zum Kindeswohl Art. 3 der UNO-Kinderrechtskonvention vom 20. November 1989 [KRK; SR 0.107]). Für den Nachzug eines Kindes in die Schweiz ist regelmässig erforderlich, dass die Beziehung zum Kind intakt und bereits bisher sachgerecht gelebt worden ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-I-284%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page284">BGE 137 I 284</a> E. 2.3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-497%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page497">136 II 497</a> E. 4.3). Auch wird grundsätzlich verlangt, dass die Betreuung des Kindes in der Schweiz als sichergestellt gelten kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-I-284%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page284">BGE 137 I 284</a> E. 2.3.1). Entgegen dem Wortlaut von <span class="artref">Art. 75 VZAE</span> ist allerdings nicht ausschliesslich auf das Kindswohl abzustellen; es bedarf vielmehr einer Gesamtschau unter Berücksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall. Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen hat nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben; dabei ist <span class="artref">Art. 47 Abs. 4 AIG</span> (bzw. <span class="artref">Art. 75 VZAE</span>) praxisgemäss jeweils aber dennoch so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> bzw. <span class="artref">Art. 13 BV</span> nicht verletzt wird (Urteile 2C_347/2020 vom 5. August 2020 E. 3.4; 2C_325/2019 vom 3. Februar 2020 E. 3.3; 2C_259/2018 vom 9. November 2018 E. 4.1). Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn die notwendige Betreuung der Kinder im Herkunftsland beispielsweise wegen des Todes oder einer Krankheit der betreuenden Person nicht mehr gewährleistet ist und keine sinnvolle andere Alternative in der Heimat gefunden werden kann (vgl. etwa Urteil 2C_347/2020 vom 5. August 2020 E. 3.5 und 3.6). Für den Nachweis der fehlenden Betreuungsmöglichkeit im Heimatland bestehen umso höhere Anforderungen, je älter das nachzuziehende Kind ist und je grösser die Integrationsschwierigkeiten erscheinen, die ihm in der Schweiz drohen. Es obliegt im Rahmen ihrer Mitwirkungspflichten der nachzugswilligen Person, die entsprechenden Umstände nicht nur zu behaupten, sondern auch zu belegen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-I-284%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page284">BGE 137 I 284</a> E. 2.3.1 und 2.2; Urteile 2C_493/2020 vom 22. Februar 2021 E. 2.5.2; 2C_347/2020 vom 5. August 2020 E. 3.4; 2C_555/2019 vom 12. November 2019 E. 6.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.4.2.</b> Die Vorinstanz hat aufgrund von Angaben des Vaters der Beschwerdeführerin festgestellt, dass die Mutter der Beschwerdeführerin in Brasilien nicht mit ihren Eltern, ihrer Grossmutter und ihrer erwachsenen Tochter in ein und derselben Wohnung zusammenlebe. Ohnehin sei die aktuelle Wohnsituation der Mutter aber nicht ausschlaggebend, könne die Mutter doch in einer anderen Wohnung Wohnsitz nehmen. Wenn die Mutter sich eine neue Wohnung nicht leisten könne und auch nicht in der Lage sei, ihr anvertrautes Geld zu verwalten, könne der Vater der Beschwerdeführerin auf andere Weise sicherstellen, dass die Unterstützung seiner Tochter zugutekomme, indem er beispielsweise seine Zahlungen an die Eltern der Mutter überweise oder die Miete direkt bezahle. Es sei nicht ersichtlich, weshalb die Mutter nicht wie bereits in den Jahren zuvor, allenfalls mit Unterstützung ihrer Eltern oder weiteren Verwandten, die Beschwerdeführerin betreuen könne. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.4.3.</b> Die Beschwerdeführerin begegnet den Feststellungen der Vorinstanz mit einer sehr ausführlichen eigenen Darstellung des Sachverhalts, allerdings ohne darzulegen, inwiefern die Feststellungen der Vorinstanz offensichtlich unrichtig sein sollen. Insbesondere zeigt sie nicht auf, dass der Mutter der Beschwerdeführerin zwischenzeitlich die Eignung zur Betreuung der Beschwerdeführerin abhanden gekommen wäre. Soweit die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Akten zu belegen sucht, dass ihre Mutter nicht mit Geld umgehen könne und ihre aktuellen Wohnverhältnisse in Brasilien nicht genügten (vgl. Beschwerde Ziff. 2.3.3), ist ihr entgegen zu halten, dass die Vorinstanz diese Umstände gar nicht für relevant gehalten hat, weil diese Hindernisse mit geeigneten Vorkehrungen aus dem Weg geräumt werden können (vgl. oben E. 3.4.2). Damit erweisen sich die Feststellungen der Vorinstanz als für das Bundesgericht verbindlich (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/105/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/105/1" type="start"></artref>Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/105/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>) und ist mit dieser davon auszugehen, dass die Mutter die Beschwerdeführerin weiterhin betreuen kann und der Beschwerdeführerin die Rückkehr zur Mutter zumutbar ist. </div> <div class="para">Offensichtlich unbegründet sind sodann die in diesem Zusammenhang erhobenen Rügen einer Verletzung des rechtlichen Gehörs (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>). Die von der Beschwerdeführerin angebotenen und von der Vorinstanz abgelehnten Beweismittel (Video über die aktuellen Wohnverhältnisse in Brasilien und Befragung der Mutter) waren von vornherein nicht geeignet zu widerlegen, dass die Mutter der Beschwerdeführerin adäquate Wohnverhältnisse finden und der Vater der Beschwerdeführerin sie unterstützen kann, ohne der Mutter direkt Geld geben zu müssen. Folglich hat die Vorinstanz das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin nicht verletzt, indem sie die Abnahme dieser Beweismittel abgelehnt hat. Ebensowenig bedeutet es eine Gehörsverletzung, dass die Vorinstanz in ihrem Entscheid auf eine Überlegung der Unterinstanz verwiesen hat (vgl. angefochtenes Urteil E. 5.3). Die betreffende Stelle des Entscheids der Unterinstanz war für die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin problemlos auffindbar (vgl. Entscheid der Unterinstanz E. 14.4). Zudem hat die Vorinstanz die Erwägung der Unterinstanz, soweit wesentlich, im anschliessenden Satz wiedergegeben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.4.4.</b> Nicht zu beanstanden ist auch, dass die Vorinstanz die Einreise der Beschwerdeführerin vor der Gesuchsstellung (und vor Ablauf der Nachzugsfrist) und ihre seitherige Anwesenheit in der Schweiz nicht zum Vorteil der Beschwerdeführerin gewertet hat. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, kann eine Änderung der Betreuungsverhältnisse nicht durch Sachumstände belegt werden, welche allein Folge einer vorweggenommenen, eigenmächtigen Verlagerung des Lebensmittelpunktes eines Kindes in die Schweiz sind. Die Erforderlichkeit des Nachzugs hat sich vielmehr im Ungenügen der bisherigen Betreuungssituation im Heimatland zu offenbaren, ansonsten die Behörden vor vollendete Tatsachen gestellt werden könnten und der sich rechtskonform verhaltende Bürger benachteiligt würde (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-6%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page6">BGE 133 II 6</a> E. 6.3.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-II-249%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page249">129 II 249</a> E. 2; Urteil 2C_781/2015 vom 1. April 2016 E. 4.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.5.</b> Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz keinen wichtigen familiären Grund gemäss <span class="artref">Art. 47 Abs. 4 AIG</span> erkennen konnte, der einen nachträglichen Familiennachzug rechtfertigen könnte. Sind die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Familiennachzug gemäss <span class="artref"><artref id="CH/142.20/44" type="start"></artref>Art. 44 und 47 AIG</span><artref id="CH/142.20/47" type="end"></artref> nicht gegeben, ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass das öffentliche Interesse an einer restriktiven Einwanderungspolitik die privaten Interessen an einem Aufenthalt beim Vater in der Schweiz überwiegt (vgl. oben E. 3.1). Das Urteil der Vorinstanz verletzt <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> und <span class="artref">Art. 13 BV</span> folglich nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, ihr Vater sei nie über die Nachzugsfristen informiert worden. Die Behörden seien damit ihrer Informationspflicht gemäss <span class="artref">Art. 57 AIG</span> nicht nachgekommen und ihr Vater sei im Vergleich mit Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Ausländern in verfassungswidriger Weise (<span class="artref">Art. 8 Abs. 1 BV</span>) ungleich behandelt worden. Zudem habe die Vorinstanz ihren Anspruch auf rechtliches Gehör (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>) verletzt, weil sie die Ungleichbehandlung nicht sachlich begründet habe. Auch diese Vorbringen sind unbegründet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Nach dem im achten Kapitel des Gesetzes unter dem Titel "Integrationsförderung" niedergelegten <span class="artref"><artref id="CH/142.20/57/2" type="start"></artref><artref id="CH/142.20/57/1" type="start"></artref>Art. 57 Abs. 1 und 2 AIG</span><artref id="CH/142.20/57/2" type="end"></artref><artref id="CH/142.20/2" type="end"></artref> informieren und beraten Bund, Kantone und Gemeinden die Ausländerinnen und Ausländer über die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Schweiz, insbesondere über ihre Rechte und Pflichten, und weisen sie auf Angebote zur Integrationsförderung hin. Nach der bundesgerichtlichen Praxis hat der Gesetzgeber hiermit bzw. mit der Vorgängerbestimmung von Art. 56 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; in der Fassung vom 16. Dezember 2005; in Kraft bis am 31. Dezember 2018) nicht eine umfassende Informationspflicht der Migrationsbehörden statuieren wollen, die diese verpflichten würde, alle ausländischen Personen über sämtliche sie betreffenden Fristen aktiv zu informieren (Urteile 2C_948/2019 vom 27. April 2020 E. 2.3.5; 2C_323/2018 vom 21. September 2018 E. 7.2.1; 2C_97/2013 vom 26. August 2013 E. 4.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Aus der vorstehenden Erwägung ergibt sich, dass den Behörden nicht vorgeworfen werden kann, eine gesetzliche Informationspflicht gegenüber dem Vater der Beschwerdeführerin verletzt zu haben. Auch die Rüge der Verletzung der Rechtsgleichheit (<span class="artref">Art. 8 Abs. 1 BV</span>) ist unbegründet, soweit sie überhaupt rechtsgenüglich substanziiert ist (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). Von einer potenziell verfassungswidrigen Ungleichbehandlung könnte von vornherein nur die Rede sein, wenn sie vom selben Gemeinwesen ausginge (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-II-87%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page87">BGE 143 II 87</a> E. 6.3.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=07.11.2021&amp;to_date=26.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-I-265%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page265">138 I 265</a></span> E. 5.1). Urheberin der von der Beschwerdeführerin angerufenen Kurzinformationsbroschüre für Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Ausländer scheint aber eine Bundesbehörde - nämlich das Staatssekretariat für Migration SEM - zu sein, während für die Information und Beratung des über eine Aufenthaltsbewilligung verfügenden Vaters der Beschwerdeführerin primär der Wohnsitzkanton zuständig war. Ohnehin liesse sich aber sachlich begründen, dass nur an Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Ausländer Kurzinformationsbroschüren verteilt werden, die über die Nachzugsfristen aufklären. Denn erstens stehen die Behörden mit diesen Personen typischerweise im Rahmen des Asylverfahrens bereits in laufendem Kontakt, sodass die Abgabe einer solchen Broschüre logistisch vergleichsweise einfach umgesetzt werden kann. Zweitens ist das Interesse von Flüchtlingen an Information über den Familiennachzug oft grösser als jenes der regulär einreisenden ausländischen Personen, zumal bei einer Flucht aus dem Herkunftsstaat erfahrungsgemäss oft Familienmitglieder zurückbleiben, deren Nachzug anschliessend angestrebt wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.3.</b> Auch eine Gehörsverletzung durch die Vorinstanz ist nicht auszumachen. Die Vorinstanz hat sich mit der Verfassungsrüge der Beschwerdeführerin in verfassungskonformer Weise auseinandergesetzt (vgl. angefochtenes Urteil E. 4.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde ist nicht einzutreten. Da das Rechtsmittel als aussichtslos gelten muss, ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung abzuweisen. Dasselbe gilt für ihr eventualiter gestelltes Gesuch um "unentgeltliche Prozessführung und Prozessverbeiständung für das bisherige Verfahren". Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>), wobei sie mangels Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde vor dem Entscheid über die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege um die Hälfte zu reduzieren sind. Es ist keine Parteientschädigung geschuldet (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die reduzierten Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 2. Abteilung, und dem Staatssekretariat für Migration schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 18. November 2021 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Seiler </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Seiler </div> </div></body></html>