<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00001</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205207&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00001</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.07.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verweigerung einer Bewilligung / Parteientschädigung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufhebung eines Rekursentscheids wegen unzureichend begründeter Verweigerung einer Parteientschädigung Wenn eine Rekursinstanz ein unvollständiges Dispositiv erläutert, ist gegen die Erläuterungsverfügung Beschwerde möglich (E. 1.2). Jedenfalls eindeutige Gehörsverletzungen sind von Amtes wegen zu beachten (E. 2.1). Verweigert die Behörde einer obsiegenden Partei eine Umtriebsentschädigung, bedarf dies besonderer Begründung. Fehlt eine solche, wie hier, ist der angefochtene Entscheid aufgrund der formellen Natur des Gehörsanspruchs aufzuheben (E. 2.2) und aus Gründen der Verfahrensbeschleunigung reformatorisch zu entscheiden (E. 2.3). Die Beschwerdeführerin wird für das Rekursverfahren eine Parteientschädigung zugesprochen, da sie dort obsiegte und Gründe für den Beizug eines Anwalts vorlagen (E. 3). Die Rekursinstanz kann zur Tragung der Kosten des Gerichtsverfahrens (E. 4.2) sowie zur Leistung einer Parteientschädigung (E. 4.3) verpflichtet werden, wenn der Mangel des angefochtenen Entscheids, wie hier, von keiner Verfahrenspartei zu vertreten ist. Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNG">BEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSPFLICHT">BEGRÃNDUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERLÃUTERUNG">ERLÃUTERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERLÃUTERUNGSVERFAHREN">ERLÃUTERUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMELLE NATUR">FORMELLE NATUR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEHÃRSANSPRUCH">GEHÃRSANSPRUCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEHÃRSVERWEIGERUNG">GEHÃRSVERWEIGERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GERICHTSKOSTEN">GERICHTSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEBENFOLGEN">NEBENFOLGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEBENFOLGENREGELUNG">NEBENFOLGENREGELUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIENTSCHÃDIGUNG">PARTEIENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REKURSINSTANZ">REKURSINSTANZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STAATSKASSE">STAATSKASSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV">ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNVOLLSTÃNDIGKEIT">UNVOLLSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSAUSGANG">VERFAHRENSAUSGANG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORINSTANZ">VORINSTANZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">§ 162 GVG</span><br/><span class="gerade">§ 10 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 13 Abs. II VRG</span><br/><span class="gerade">§ 17 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 66 Abs. II ZPO</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die A GmbH wollte in Dietlikon im MÃ¤rz 2004 ein Fussballturnier durchfÃ¼hren. Sie stellte deshalb bei der Gemeinde ein Gesuch um FÃ¼hrung eines vorÃ¼bergehenden Gastwirtschaftsbetriebs und Hinausschiebung der Schliessungsstunde. Die Gemeinde Dietlikon wies das Gesuch am 24. Februar 2004 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die A GmbH verlangte in einem dagegen erhobenen Rekurs die Aufhebung der Gesuchsabweisung sowie die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. Die Volkswirtschaftsdirektion hiess den Rekurs am 24. November 2004 gut, liess den EntschÃ¤digungsantrag aber unentschieden. Die A GmbH stellte deshalb ein ErlÃ¤uterungsgesuch. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2004 lehnte die Direktion den Antrag auf UmtriebsentschÃ¤digung ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 5. Januar 2005 erhob die A GmbH gegen die RekursverfÃ¼gung und das ErlÃ¤uterungsschreiben Beschwerde. Damit verlangte sie die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Rekurs- und im Ãbrigen auch fÃ¼r das Gerichtsverfahren. Die Gemeinde Dietlikon und die Volkswirtschaftsdirektion beantragten die Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Zwischentitel">Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2; Umkehrschluss aus § 43 Abs. 3 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Wenn in einem Rekursentscheid, wie hier, nicht Ã¼ber alle AntrÃ¤ge entschieden wurde, erweist sich dessen Dispositiv als unvollstÃ¤ndig. Die vorliegende Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Rekursentscheid als auch gegen das Schreiben, mit dem die Vorinstanz das ErlÃ¤uterungsbegehren behandelte. Damit fragt sich, was Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist.</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss dem Wortlaut von § 162 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976 (GVG, LS 211.1) sind nur unklare oder widersprÃ¼chliche Entscheide der ErlÃ¤uterung zugÃ¤nglich. Die Rechtsprechung wendet die Bestimmung allerdings auch auf unvollstÃ¤ndige Entscheiddispositive an (RB 1991 Nr. 15, 1973 Nr. 20; vgl. auch Robert Hauser/Er­hard Schweri, Kommentar zum zÃ¼rcherischen Gerichtsverfassungsgesetz, ZÃ¼rich 2002, § 162 N. 2, 11 und 16). Der vorliegend zu beurteilende Rekursentscheid war von daher erlÃ¤uterungsfÃ¤hig. Damit fragt sich, ob die Vorinstanz § 162 GVG Ã¼berhaupt zur Anwendung bringen durfte, da die Norm auf den ersten Blick â aufgrund des expliziten Verweises in § 71 VRG â nur fÃ¼r Urteile des Verwaltungsgerichts gilt (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/ Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 71 N. 4 f.). Die Frage ist zu bejahen. Verwaltungspraxis und Rechtsprechung wenden das Institut der ErlÃ¤uterung (§§ 162 ff. GVG) analog auch auf Akte von erstinstanzlich verfÃ¼genden BehÃ¶rden sowie Rekursentscheide an (VGr, 22. Januar 2004, VB.2003.00411 E. 2; vgl. auch RB 1975 Nr. 18; in Bezug auf SteuerbehÃ¶rden: VGr, 1. September 2004, SB.2004.00045, E. 2.1 Abs. 2, www.vgrzh.ch und RB 1982 Nr. 83). Fasst eine BehÃ¶rde oder eine verwaltungsinterne Beschwerdeinstanz ihren Entscheid auf Begehren hin neu bzw. anders, kommt der ErlÃ¤uterung VerfÃ¼gungscharakter zu (KÃ¶lz/ Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 68).</p> <p class="Urteilstext">Das vorinstanzliche ErlÃ¤uterungsschreiben enthÃ¤lt zwar eine Rechtsmittelbelehrung, nicht jedoch ein Dispositiv. Das Ã¤ndert jedoch nichts an seinem VerfÃ¼gungscharakter (vgl. Pierre Tschannen/Ulrich Zimmerli, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. A., Bern 2005, § 29 N. 3). Mangels eines Dispositivs geht aus der ErlÃ¤uterungsverfÃ¼gung zwar nicht wÃ¶rtlich hervor, wie der Rekursentscheid neu gefasst werden sollte (dass also etwa dessen Dispositiv eine neue Ziffer folgenden Inhalts hinzugefÃ¼gt wird: "Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen."). Die Vorinstanz entschied Ã¼ber diese ErgÃ¤nzung jedoch sinngemÃ¤ss, indem sie erwog, dass "die Voraussetzungen zur Anordnung einer ParteientschÃ¤digung nicht gegeben" seien. Damit fasste die Direktion ihren Rekursentscheid jedenfalls im Ergebnis neu, womit ihre ErlÃ¤uterungsverfÃ¼gung aufgrund einer analogen Anwendung von § 165 GVG eine neue Rechtsmittelfrist auslÃ¶ste (vgl. auch KÃ¶lz/ Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 21, § 22 N. 5). Damit handelt es sich nicht nur beim Rekursentscheid, sondern auch bei der ErlÃ¤uterungsverfÃ¼gung um ein eigenstÃ¤ndiges Anfechtungsobjekt. Die beiden VerfÃ¼gungen sind freilich aufeinander bezogen. Sie umreissen den Streitgegenstand insofern zusammen, als eine Gutheissung der Beschwerde bei einem reformatorischen Entscheid nicht nur die Aufhebung der ErlÃ¤uterungsverfÃ¼gung, sondern auch eine ErgÃ¤nzung des Rekursentscheids zur Folge hÃ¤tte.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Da auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Die Angelegenheit ist aufgrund ihres Streitwerts durch den Einzelrichter zu behandeln (§ 38 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin wendet sich zwar nicht explizit gegen die BegrÃ¼ndungsdichte der angefochtenen ErlÃ¤uterungsverfÃ¼gung. Der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (§ 7 Abs. 4 Satz 2 VRG) gilt jedoch mit EinschrÃ¤nkungen auch im Rechtsmittelverfahren (vgl. § 70 VRG). Wenn eine Frage von den Parteien nicht aufgeworfen wird, kann das Gericht aufgrund von Anhaltspunkten in den Akten zur KlÃ¤rung einer Rechtsfrage veranlasst sein (BGE 110 V 48 E. 4a S. 53; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 82). Dies hat zur Folge, dass jedenfalls eindeutige GehÃ¶rsverletzungen von Amtes wegen zu beachten sind (VGr, 11. Februar 2004, VB.2003.00400, E. 3 Abs. 2, www.vgrzh.ch; KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 8 N. 6; Thomas Merkli/Arthur Aeschlimann/Ruth Herzog, Kommentar zum Gesetz Ã¼ber die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Art. 21 N. 17; vgl. auch Art. 35 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999, BV). Eine Verletzung des verfassungsmÃ¤ssigen GehÃ¶rsanspruchs fÃ¼hrt sodann unabhÃ¤ngig von den Erfolgsaussichten in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 127 V 431 E. 3d/aa, 126 V 130 E. 2b S. 132; VGr, 16. Oktober 2003, VB.2003.00093, E. 2 am Anfang, www.vgrzh.ch; Benjamin Schindler, Die "formelle Natur" von Verfahrensgrundrechten, ZBl 106/2005, S. 169, 188 ff.; a. M. wohl HansjÃ¶rg Seiler, Abschied von der formellen Natur des rechtlichen GehÃ¶rs, SJZ 100/2004, S. 377, 381 ff., 385; vgl. auch VGr, 20. April 2005, VB.2005.00014, E. 6.3, www.vgrzh.ch, mit weiteren Hinweisen). Als Erstes ist deshalb zu prÃ¼fen, ob der vorinstanzliche Entscheid den Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV genÃ¼gt (BGE 117 Ia 5 E. 1a).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Aufgrund des GehÃ¶rsanspruchs hat die BehÃ¶rde ihre VerfÃ¼gung so zu begrÃ¼nden, dass die Parteien deren Tragweite beurteilen kÃ¶nnen. Die BegrÃ¼ndung muss dem Betroffenen die Entscheidung ermÃ¶glichen, ob er gegen den Verwaltungsakt vorgehen will, und wenn ja, mit welchen Argumenten. Macht er von seinem Anfechtungsrecht Gebrauch, weiss die Rechtsmittelinstanz wiederum, von welchen rechtlichen ErwÃ¤gungen sich die BehÃ¶rde leiten liess (BGE 129 I 232 E. 3.2). Der Umfang der BegrÃ¼ndungspflicht hÃ¤ngt von der KomplexitÃ¤t des Falles und dem Entscheidungsspielraum der BehÃ¶rde ab (BGE 112 Ia 107 E. 2b S. 110). Der Entscheid Ã¼ber Nebenfolgen bedarf dann keiner BegrÃ¼ndung, wenn diese dem Verfahrensausgang entsprechend angeordnet werden (BGE 111 Ia 1 E. 2a). Der Betroffene kann anhand des Ausgangs der Sache ohne weiteres erkennen, dass er der Gegenpartei eben deshalb eine EntschÃ¤digung zu entrichten hat, weil er verlor. Dass ihm seinerseits keine EntschÃ¤digung zusteht, ist ebenfalls logische Folge des Entscheids in der Hauptsache. Verweigert die BehÃ¶rde dagegen einer obsiegenden Partei eine EntschÃ¤digung, bedarf dies besonderer BegrÃ¼ndung (VGr, 16. Oktober 2003, VB.2003.00093, E. 2.1, www.vgrzh.ch; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 41).</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin obsiegte im Rekursverfahren vollumfÃ¤nglich. Gleichwohl wurde ihr eine ParteientschÃ¤digung auch in der ErlÃ¤uterungsverfÃ¼gung verweigert. Die Vorinstanz begrÃ¼ndete dies wie folgt:</p> <p class="EinzugZitat"><span>"Der vorliegende Fall stellt sich nicht als besonders kompliziert, schwierig oder offensichtlich unhaltbar dar â¦"</span></p> <p class="Urteilstext">Mit diesem Satz wiederholte die Vorinstanz sinngemÃ¤ss einzig die Tatbestandsvoraussetzungen, die bereits im Gesetz (§ 17 Abs. 2 lit. a und b VRG) enthalten sind. <i>Dass </i>die BehÃ¶rde diese Voraussetzungen fÃ¼r nicht erfÃ¼llt hielt, konnte die BeschwerdefÃ¼hrerin indessen bereits dem Ã¼brigen Inhalt des Schreibens entnehmen ("â¦ weshalb unseres Erachtens die Voraussetzungen zur Anordnung einer ParteientschÃ¤digung nicht gegeben sind"). In ihren ErwÃ¤gungen hÃ¤tte die Vorinstanz vielmehr begrÃ¼nden mÃ¼ssen, <i>weshalb </i>die Voraussetzungen von § 17 Abs. 2 lit. a und b VRG im vorliegenden Fall nicht erfÃ¼llt sind (VGr, 5. September 2003, VB.2003.00014, E. 2b, www.vgrzh.ch). Denn sind die Tatbestandsmerkmale von § 17 Abs. 2 VRG erst einmal gegeben, steht der obsie­genden Partei entgegen der Kann-For­mu­lierung in der genannten Vorschrift ein EntschÃ¤digungsanspruch zu; eine Verweigerung der EntschÃ¤digung rechtfertigt sich nur "bei Vorliegen besonderer UmstÃ¤nde" (VGr, 11. Juni 1991, BEZ 1991 Nr. 25 E. 1d Abs. 2). Solche UmstÃ¤nde hat die BehÃ¶rde in ihrem Entscheid dar­zutun. BeschrÃ¤nkt sie sich dagegen, wie hier, auf die Wiedergabe inhaltsleerer, formelhafter ErwÃ¤gungen sowie den Hinweis, dass sie "in der GewÃ¤hrung von ParteientschÃ¤digungen grundsÃ¤tzlich sehr zurÃ¼ckhaltend" sei, ist ihr Entscheid fÃ¼r den Betroffenen nicht nachvollziehbar. Er weiss nicht, mit welchen Argumenten er sich dagegen zur Wehr setzen soll; der Rechtsmittelinstanz wiederum bleibt aufgrund des angefochtenen Entscheids unklar, weshalb dieser so und nicht anders gefÃ¤llt wurde. Die ErlÃ¤uterungsverfÃ¼gung verstÃ¶sst damit gegen den verfassungsmÃ¤ssigen GehÃ¶rsanspruch und ist folglich aufzuheben (VGr, 16. Oktober 2003, VB.2003.00093, E. 2.2, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Hebt das Verwaltungsgericht die angefochtene Anordnung auf, entscheidet es in der Regel reformatorisch, das heisst in der Sache selbst (§ 63 Abs. 1 VRG). Ein kassatorischer Entscheid, also eine RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz (§ 64 Abs. 1 VRG), kann sich dagegen dann rechtfertigen, wenn fÃ¼r den zu treffenden Neuentscheid Ermessen auszuÃ¼ben ist (RB 1982 Nr. 42). Bei der Festsetzung der HÃ¶he der ParteientschÃ¤digung ("angemessene EntschÃ¤digung"; vgl. § 17 Abs. 2 VRG) verfÃ¼gt die Rekursinstanz Ã¼ber einen gewissen Spielraum. Schwierige Ermessensfragen sind vorliegend indessen nicht zu beurteilen. Aufgrund des Grundsatzes der Verfahrensbeschleunigung (§ 4a VRG; Art. 29 Abs. 1 BV) ist Ã¼ber die ParteientschÃ¤digung deshalb gleich in diesem Verfahren zu befinden (VGr, 16. Oktober 2003, VB.2003.00093, E. 2.3, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Wenn eine Partei, wie hier, einen EntschÃ¤digungsantrag stellte und alsdann obsiegte, steht ihr eine EntschÃ¤digung zu, wenn sie einen zureichenden Grund fÃ¼r den Beizug eines Rechtsbeistands hatte. Dies ist dann der Fall, wenn die rechtsgenÃ¼gende Darlegung schwieriger Rechtsfragen und komplizierter Sachverhalte besonderen Aufwand erforderte (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdegegnerin begrÃ¼ndete die Ablehnung des Gesuches um FÃ¼hrung eines vor­Ã¼bergehenden Gastwirtschaftsbetriebs zunÃ¤chst sinngemÃ¤ss damit, dass die BaubehÃ¶rde ein entsprechendes Baugesuch abgelehnt hÃ¤tte. FÃ¼r die Anfechtung des Entscheids war somit zunÃ¤chst erforderlich, den Zusammenhang zwischen dem baupolizeilichen sowie dem allgemein polizeirechtlichen Bewilligungsverfahren gemÃ¤ss §§ 6 ff., 13 f. und 16 des Gastgewerbegesetzes vom 1. Dezember 1996 (LS 935.11) zu erkennen. Weiter musste im Rekurs dargelegt werden, weshalb trotz Fehlen eines aktuellen Interesses darauf einzutreten sei. Schliesslich musste sich die BeschwerdefÃ¼hrerin mit der BegrÃ¼ndung der Beschwerdegegnerin auseinander setzen, dass die "eingeleitete Ortsplanungsrevision â¦ ihre Vorwirkung auch fÃ¼r temporÃ¤re Umnutzungen mit hoher Personalbelegung" zeige. Dabei hatte sie dieser (offenbar raumplanungsrechtlich motivierten) ErwÃ¤gung eine auf die relevanten Rechts- und Sachverhaltsfragen bezogene Argumentation entgegenzuhalten. Zur KlÃ¤rung all dieser Fragen mussten zunÃ¤chst die anwendbaren Normen ermittelt und diese sodann anhand der Ã¼blichen Auslegungsmethoden auf den vorliegenden Fall angewandt werden. Ein juristischer Laie wÃ¤re dazu nicht in der Lage gewesen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin kam deshalb nicht umhin, einen Anwalt beizuziehen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 27). Der Beizug eines Anwalts war hier umso mehr erforderlich, als die Gemeinde im Rekursverfahren aufgrund ihrer reichen Erfahrung in Bewilligungsverfahren sowohl materiell- als auch verfahrensrechtliche Argumente in differenzierter Art und Weise vorbringen konnte. Dem hÃ¤tte die BeschwerdefÃ¼hrerin ohne Anwalt wenig entgegensetzen kÃ¶nnen. Ohne Rechtsbeistand hÃ¤tte sie somit im Ergebnis die aus dem Fairnessanspruch (Art. 29 Abs. 1 BV) fliessenden Rechte (insbesondere jenes auf Waffengleichheit) nicht oder jedenfalls nicht in genÃ¼gender Weise wahrnehmen kÃ¶nnen (VGr, 16. Oktober 2003, VB.2003.00093, E. 3.1, www.vgrzh.ch, mit Hinweisen). Damit lag ein zureichender Grund fÃ¼r den Beizug eines Rechtsanwalts vor, womit die Beschwerdegegnerin die BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund von § 17 Abs. 2 lit. a VRG fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren zu entschÃ¤digen hat. Es kann folglich offen gelassen werden, ob auch die Voraussetzungen von lit. b der genannten Vorschrift erfÃ¼llt waren.</p> <p class="Urteilstext">Aufgrund der zu beantwortenden Rechts- und Sachverhaltsfragen, den Besonderheiten des Rekursverfahrens und der erheblichen wirtschaftlichen Bedeutung der Streitsache erweist sich fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 3'000.- als angemessen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 36 f.).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, die ErlÃ¤uterungsverfÃ¼gung aufzuheben und der Rekursentscheid mit der soeben erwÃ¤hnten Regelung Ã¼ber die EntschÃ¤digungsfolgen zu ergÃ¤nzen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Aufgrund von § 13 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit § 70 VRG kÃ¶nnen die Gerichtskosten jenem Beteiligten auferlegt werden, der sie verursacht hat. Die frÃ¼here Rechtsprechung sah Vorinstanzen nicht als Verfahrensbeteiligte im Sinne der genannten Bestimmung an, weshalb ihnen keine Gerichtskosten Ã¼berbunden wurden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 26; vgl. auch Isabelle HÃ¤ner, Die Beteiligten im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, ZÃ¼rich 2000, Rz. 290 ff.). Wenn der Mangel des vorinstanzlichen Entscheids von keinem der Verfahrensbeteiligten zu vertreten war, wurden die Gerichtskosten deshalb in analoger Anwendung von § 66 Abs. 2 der Zivilprozessordnung vom 13. Juni 1976 (LS 271) auf die Gerichtskasse genommen (VGr, 16. Oktober 2003, VB.2003.00093, E. 4, www.vgrzh.ch; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 27). In der jÃ¼ngeren Rechtsprechung wurde dagegen beim Entscheid Ã¼ber die Kostenfolgen darauf hingewiesen, dass beim analogen Fall der ParteientschÃ¤digungen Regelungen zulasten der Staatskasse getroffen werden kÃ¶nnen (VGr, 11. Feb­ruar 2004, VB.2003.00400, E. 4, www.vgrzh.ch mit Hinweis auf RB 1989 Nr. 4; vgl. auch KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 33). In einem Fall, in dem die Beschwerde wegen einer Verletzung des GehÃ¶rsanspruchs gutgeheissen wurde, wurde eine Vorinstanz deshalb nicht nur zur Leistung einer UmtriebsentschÃ¤digung verpflichtet, sondern auch zur Bezahlung der Gerichtskosten (VGr, 11. Februar 2004, VB.2003.00400, E. 4, www.vgrzh.ch; vgl. den entsprechenden Vorschlag von Schindler, S. 186). Dieselbe Regelung wurde sodann in einem Fall getroffen, in dem das Gerichtsverfahren durch die unzutreffende Rechtsmittelbelehrung einer Vorinstanz verursacht wurde (VGr, 7. Juli 2004, PB.2004.00013, E. 3, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Urteilstext">Die MÃ¤ngel von ErlÃ¤uterungsverfÃ¼gung und Rekursentscheid sind hier weder von der Beschwerdegegnerin noch der BeschwerdefÃ¼hrerin zu vertreten. Sie gehen vielmehr auf ein Versehen (so beim Rekursentscheid) bzw. eine unterlassene BegrÃ¼ndung (so bei der ErlÃ¤uterungsverfÃ¼gung) der Direktion zurÃ¼ck. Die zu beurteilende ErlÃ¤uterungsverfÃ¼gung wurde allein wegen eines Verstosses gegen den verfassungsmÃ¤ssigen GehÃ¶rsanspruch aufgehoben. Dass Nebenfolgen aufgrund dieses Anspruchs besonders zu begrÃ¼nden sind, wenn sie dem Verfahrensausgang widersprechend angeordnet werden, entspricht langjÃ¤hriger Gerichtspraxis (vorn 2.2). Besonders ins Gewicht fÃ¤llt sodann, dass die Vorinstanz in einem gesonderten Verfahren die MÃ¶glichkeit hatte, ihren unvollstÃ¤ndigen Entscheid zu ergÃ¤nzen. Dieses Verfahren hÃ¤tte Gelegenheit geboten, die Verweigerung einer ParteientschÃ¤digung ausreichend zu begrÃ¼nden. Angesichts der besonderen UmstÃ¤nde des vorliegend zu beurteilenden Einzelfalls rechtfertigt es sich deshalb, die Gerichtskosten zulasten der Staatskasse der Vorinstanz zu Ã¼berbinden.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Da die Parteikosten der BeschwerdefÃ¼hrerin ebenfalls auf die Verletzung des GehÃ¶rsanspruchs zurÃ¼ckzufÃ¼hren sind, ist die Vorinstanz zu einer EntschÃ¤digungsleistung zu verpflichten (VGr, 11. Februar 2004, VB.2003.00400, E. 4, www.vgrzh.ch; RB 1989 Nr. 4).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet der Einzelrichter:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die ErlÃ¤uterungsverfÃ¼gung der Volkswirtschaftsdirektion vom 15. Dezember 2004 aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die RekursverfÃ¼gung der Volkswirtschaftsdirektion vom 24. November 2004 wird dahingehend ergÃ¤nzt, dass die Beschwerde- und damalige Rekursgegnerin verpflichtet wird, der BeschwerdefÃ¼hrerin und damaligen Rekurrentin fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 3'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) auszurichten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden zulasten der Staatskasse der Volkswirtschaftsdirektion auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Volkswirtschaftsdirektion, wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin zulasten der Staatskasse fÃ¼r das Gerichtsverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 400.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) auszurichten.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>