<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">4P.250/1999/rnd </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> I. Z I V I L A B T E I L U N G</i> </div> <div class="para"> ******************************* </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Sitzung vom 11. April 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichterinnen und Bundesrichter Walter, </div> <div class="para">Präsident, Corboz, Klett, Rottenberg Liatowitsch, Nyffeler </div> <div class="para">und Gerichtsschreiber Herren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Roland S t r a u b</u>, Artherstrasse 12, 6300 Zug, Beschwerde- </div> <div class="para">führer, vertreten durch Rechtsanwalt Stephan Huber, Post- </div> <div class="para">platz/Schanz 4, 6301 Zug, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Christian Reichsgraf Eckbrecht v o n D ü r c k h e i m - </div> <div class="para"> <u>Montmartin</u>, Freiherr von Ketelhodt, Entraching, Hartmanns- </div> <div class="para">hausen, D-86923 Finning, Beschwerdegegner, vertreten durch </div> <div class="para">Rechtsanwalt Dr. Urs Jordi, Löwenstrasse 1, 8001 Zürich, </div> <div class="para"> <u>Obergericht des Kantons Z u g</u>, Zivilrechtliche Abteilung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 4 aBV</span> </div> <div class="para"> (Zivilprozess; willkürliche Beweiswürdigung), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para">Christian Reichsgraf Eckbrecht von Dürckheim-Mont- </div> <div class="para">martin, Freiherr von Ketelhodt (nachfolgend Beschwerdegeg- </div> <div class="para">ner), war zusammen mit seiner Schwester Elisabeth von Dehn </div> <div class="para">und weiteren Personen Kommanditist der in der Medizinalbran- </div> <div class="para">che tätigen PHE Elastomere GmbH &amp; Co. KG (nachfolgend PHE </div> <div class="para">KG), einer Gesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in Simme- </div> <div class="para">rath. Der Beschwerdegegner und seine Schwester waren ferner </div> <div class="para">auch an der PHE Elastomere GmbH (nachfolgend PHE GmbH) be- </div> <div class="para">teiligt, welche ebenfalls Sitz in Simmerath hatte. Ab Früh- </div> <div class="para">jahr 1989 verhandelte der Beschwerdegegner mit Roland Straub </div> <div class="para">(nachfolgend Beschwerdeführer) und Guido Schwerzmann, die zu </div> <div class="para">jener Zeit gemeinsam eine Anwaltskanzlei in Zug betrieben, </div> <div class="para">über eine Übernahme der PHE-Gruppe. Am 29. September 1989 </div> <div class="para">unterbreitete Guido Schwerzmann dem Beschwerdegegner eine </div> <div class="para">"Absichtserklärung im Sinne einer Rahmenvereinbarung", deren </div> <div class="para">Ziffer 5 wie folgt lautete: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> "Dienstleistungsvereinbarung </div> <div class="para"> -Dauer: rund 3 Jahre / Ende 1992 </div> <div class="para"> -Betrag: max. DM 935'000 </div> <div class="para"> -Projektbezogene Beratung und Mitwirkung gemäss </div> <div class="para"> Absprache </div> <div class="para"> -Einzelheiten gemäss Absprache i.V.m. einzelnen </div> <div class="para"> Projekten [...]" </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Am 5. Oktober 1989 übernahm die neu gegründete </div> <div class="para">Innopharm Holding AG mit Sitz in Zug sämtliche Anteile der </div> <div class="para">PHE GmbH. Für die Innopharm Holding AG handelten der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer und Guido Schwerzmann als einzelzeichnungsbe- </div> <div class="para">rechtigte Verwaltungsräte. Gleichentags erwarb die PHE GmbH - </div> <div class="para">nunmehr durch Guido Schwerzmann handelnd - von den Kommandi- </div> <div class="para">tisten der PHE KG deren Anteile. Die Verkäufer verzichteten </div> <div class="para">dabei gleichzeitig auf Ansprüche aus einem Darlehen an die </div> <div class="para">Gesellschaft im Umfang von DM 935'000.--. </div> <div class="para"> Im Dezember 1989 wurde eine erste Zahlung in der </div> <div class="para">Höhe von DM 312'000.-- auf das vom Beschwerdegegner bezeich- </div> <div class="para">nete Konto "Graf Dürckheim Erben" überwiesen, am 27. Dezember </div> <div class="para">1990 erfolgte eine weitere Zahlung über DM 300'000.--. Die </div> <div class="para">Bezahlung einer dritten Jahresrate über DM 323'000.-- blieb </div> <div class="para">aus. Der Beschwerdegegner und seine Schwester belangten in </div> <div class="para">der Folge Guido Schwerzmann beim Landgericht Aachen (Deutsch- </div> <div class="para">land), zogen die Klage jedoch zurück, nachdem der Beklagte </div> <div class="para">die Einrede der örtlichen Unzuständigkeit erhoben hatte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 14. September 1995 belangte der Be- </div> <div class="para">schwerdegegner den Beschwerdeführer beim Kantonsgericht des </div> <div class="para">Kantons Zug auf Bezahlung von DM 323'000.--, eventuell von </div> <div class="para">Fr. 267'928.50, nebst Zins sowie eines etwaigen Verspätungs- </div> <div class="para">schadens infolge Kursverlustes. Er stützte seine Forderung </div> <div class="para">auf Ziff. 5 der Absichtserklärung vom 29. September 1989 und </div> <div class="para">machte geltend, mit der als Dienstleistungsvereinbarung be- </div> <div class="para">zeichneten Abrede hätten die Parteien in Wirklichkeit beab- </div> <div class="para">sichtigt, ein Darlehen in der Höhe von DM 935'000.--, welches </div> <div class="para">die Erbengemeinschaft Dürckheim der veräusserten Gesellschaft </div> <div class="para">gewährt hatte, an die Darlehensgeber zurückzuführen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Kantonsgericht hiess die Klage mit Urteil vom </div> <div class="para">30. Oktober 1997 gut und verpflichtete den Beschwerdeführer, </div> <div class="para">dem Beschwerdegegner DM 323'000.-- nebst Zins zu 4 % seit </div> <div class="para">1. Januar 1993 zu bezahlen, unter solidarischer Mitver- </div> <div class="para">pflichtung von Guido Schwerzmann. Mit Urteil vom selben Tag </div> <div class="para">verpflichtete das Kantonsgericht auch Guido Schwerzmann zur </div> <div class="para">Bezahlung desselben Betrages, unter solidarischer Mitver- </div> <div class="para">pflichtung des Beschwerdeführers. Die kantonale Berufung des </div> <div class="para">Beschwerdeführers wies das Obergericht des Kantons Zug mit </div> <div class="para">Urteil vom 31. August 1999 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>C.- </u> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer gelangt sowohl mit eidgenössi- </div> <div class="para">scher Berufung als auch mit staatsrechtlicher Beschwerde ans </div> <div class="para">Bundesgericht. Mit Letzterer beantragt er, das Urteil des </div> <div class="para">Obergerichts aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zu- </div> <div class="para">rückzuweisen. Der Beschwerdegegner beantragt, auf die Be- </div> <div class="para">schwerde nicht einzutreten, eventuell sie abzuweisen. Das </div> <div class="para">Obergericht hat auf Gegenbemerkungen verzichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para">Am 1. Januar 2000 ist die revidierte Bundesverfas- </div> <div class="para">sung vom 18. April 1999 in Kraft getreten. Da das Urteil des </div> <div class="para">Obergerichts noch vorher ergangen und im staatsrechtlichen </div> <div class="para">Beschwerdeverfahren zu prüfen ist, ob sich der angefochtene </div> <div class="para">Entscheid im Zeitpunkt seiner Fällung als verfassungskonform </div> <div class="para">erweist, sind im vorliegenden Fall die Bestimmungen der Bun- </div> <div class="para">desverfassung vom 29. Mai 1874, wie sie bis zum 31. Dezember </div> <div class="para">1999 in Kraft stand (nachfolgend aBV), anzuwenden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para">a) Bereits im Verfahren vor erster Instanz bestritt </div> <div class="para">der Beschwerdeführer die Aktivlegitimation des Beschwerdegeg- </div> <div class="para">ners und machte geltend, Partei der fraglichen "Dienstleis- </div> <div class="para">tungsvereinbarung" sei die Erbengemeinschaft Dürckheim. Der </div> <div class="para">Beschwerdegegner legte hierauf zusammen mit der Replik pro- </div> <div class="para">zessual rechtzeitig eine Abtretungserklärung ins Recht, wo- </div> <div class="para">nach ihm die Erbengemeinschaft Dürckheim, bestehend aus dem </div> <div class="para">Beschwerdegegner selbst und seiner Schwester, sämtliche ihr </div> <div class="para">zustehenden Rechte gegen den Beschwerdeführer, insbesondere </div> <div class="para">aber die Restforderung von DM 323'000.-- zediere. In der Dup- </div> <div class="para">lik wandte der Beschwerdeführer hiergegen ein, der Beschwer- </div> <div class="para">degegner habe keine Erbenbescheinigung vorgelegt und damit </div> <div class="para">die Zusammensetzung der Erbengemeinschaft Dürckheim nicht </div> <div class="para">nachgewiesen. Dennoch erachtete das Kantonsgericht es als </div> <div class="para">erstellt, dass die Erbengemeinschaft nur aus dem Beschwerde- </div> <div class="para">gegner und dessen Schwester bestehe. Der Beschwerdeführer </div> <div class="para">habe keine weiteren Erben genannt und damit die Darstellung </div> <div class="para">des Beschwerdegegners nicht substanziiert bestritten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Im kantonalen Berufungsverfahren stellte sich der </div> <div class="para">Beschwerdegegner erstmals auf den Standpunkt, bei der "Dürck- </div> <div class="para">heim Erbengemeinschaft" handle es sich nicht um eine Erbenge- </div> <div class="para">meinschaft im zivilrechtlichen Sinne, sondern um eine bürger- </div> <div class="para">liche Gemeinschaft im Sinne des deutschen BGB, welche der </div> <div class="para">einfachen Gesellschaft gemäss <span class="artref">Art. 530 ff. OR</span> entspreche. Zum </div> <div class="para">Nachweis der Zusammensetzung dieser Gemeinschaft reichte er </div> <div class="para">eine Bescheinigung des Finanzamtes Bayern ein. Das Oberge- </div> <div class="para">richt hielt im angefochtenen Urteil indessen fest, welche </div> <div class="para">Rechtsform die fragliche Gemeinschaft habe, sei letztlich un- </div> <div class="para">erheblich, sofern deren Mitglieder ihren Anspruch an den Be- </div> <div class="para">schwerdegegner rechtsgültig abgetreten hätten. Das neu einge- </div> <div class="para">reichte Beweismittel wies es unter Hinweis auf das Novenver- </div> <div class="para">bot gemäss <span class="artref">§ 205 ZPO</span>/ZG aus dem Recht. Es hielt aber dennoch </div> <div class="para">dafür, der bloss formale Hinweis des Beschwerdeführers, es </div> <div class="para">fehle eine amtliche Bescheinigung bezüglich Zusammensetzung </div> <div class="para">der Erbengemeinschaft, genüge nicht, um die Überzeugung des </div> <div class="para">Gerichts umzustossen, dass die Erbengemeinschaft nur aus dem </div> <div class="para">Beschwerdegegner und seiner Schwester bestehe. In den gesam- </div> <div class="para">ten Akten finde sich kein Hinweis darauf, dass noch andere </div> <div class="para">Personen der "Erbengemeinschaft Graf Dürckheim" angehören </div> <div class="para">könnten. Ferner seien auch in der zunächst beim Landgericht </div> <div class="para">Aachen eingereichten Klage der Beschwerdegegner und seine </div> <div class="para">Schwester als Kläger genannt worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer wirft dem Obergericht eine Ver- </div> <div class="para">letzung von <span class="artref">Art. 4 aBV</span> vor. Er macht zunächst geltend, der </div> <div class="para">Beschwerdegegner bringe im kantonalen Rechtsmittelverfahren </div> <div class="para">neu vor, Anspruchsberechtigte aus der "Dienstleistungsver- </div> <div class="para">einbarung" sei eine bürgerliche Gemeinschaft und nicht eine </div> <div class="para">Gemeinschaft im Sinne des Erbrechts. Das Obergericht habe </div> <div class="para">jedoch willkürlich ausser Acht gelassen, dass sich der Be- </div> <div class="para">schwerdegegner nur die Ansprüche der Erbengemeinschaft, nicht </div> <div class="para">auch der angeblichen bürgerlichen Gemeinschaft habe abtreten </div> <div class="para">lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Parteien stimmen darin überein, dass der vom Be- </div> <div class="para">schwerdegegner eingeklagte Anspruch jedenfalls ursprünglich </div> <div class="para">nicht ihm alleine zustand, sondern einer als "Erbengemein- </div> <div class="para">schaft Graf Dürckheim" bezeichneten Personenmehrheit. Ob es </div> <div class="para">sich dabei um eine Erbengemeinschaft im Sinne des Erbrechts </div> <div class="para">oder um eine bürgerliche Gemeinschaft im Sinne des deutschen </div> <div class="para">BGB handelt, ist, wie das Obergericht zu Recht festgehalten </div> <div class="para">hat, für die Frage der Aktivlegitimation im vorliegenden Fall </div> <div class="para">nicht von Belang. Der Beschwerdegegner hat sich zur Rechts- </div> <div class="para">form der "Erbengemeinschaft Graf Dürckheim" zwar erstmals im </div> <div class="para">kantonalen Berufungsverfahren ausdrücklich geäussert. Nament- </div> <div class="para">lich geht aus der Abtretungserklärung nicht hervor, ob es </div> <div class="para">sich bei der Zedentin um eine erbrechtliche oder bürgerliche </div> <div class="para">Gemeinschaft handle. Das ändert jedoch nichts daran, dass es </div> <div class="para">nach der klägerischen Darstellung stets ein und dieselbe Ge- </div> <div class="para">meinschaft war, welche als Partei der "Dienstleistungsverein- </div> <div class="para">barung" zu betrachten ist und ihre Ansprüche dem Beschwerde- </div> <div class="para">gegner abgetreten hat. Entgegen der Auffassung des Beschwer- </div> <div class="para">deführers war somit nie von zwei verschiedenen Gemeinschaften </div> <div class="para">- einer erbrechtlichen und einer bürgerlichen - die Rede. Der </div> <div class="para">Vorwurf, das Obergericht habe willkürlich missachtet, dass </div> <div class="para">dem Beschwerdegegner nur die Ansprüche der Erbengemeinschaft, </div> <div class="para">nicht aber der bürgerlichen Gemeinschaft abgetreten worden </div> <div class="para">seien, zielt mithin an der Sache vorbei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para">Weiter rügt der Beschwerdeführer, das Obergericht </div> <div class="para">sei willkürlich davon ausgegangen, die "Erbengemeinschaft </div> <div class="para">Graf Dürckheim" bestehe einzig aus dem Beschwerdegegner und </div> <div class="para">dessen Schwester. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Zu Recht hat das Obergericht die rechtliche Qua- </div> <div class="para">lifikation der "Erbengemeinschaft Graf Dürckheim" - bei der </div> <div class="para">es sich unbestrittenermassen um eine Gemeinschaft deutschen </div> <div class="para">Rechts handelt - offen gelassen und als entscheidend erach- </div> <div class="para">tet, dass deren Mitglieder gesamthaft ihren Anspruch an den </div> <div class="para">Beschwerdegegner rechtsgültig abgetreten haben. Die Mitglie- </div> <div class="para">der sowohl einer Erbengemeinschaft nach §§ 2032 ff. BGB als </div> <div class="para">auch einer Gemeinschaft im Sinne von §§ 741 ff. BGB können </div> <div class="para">das gemeinsame Recht gegenüber Dritten in der Regel nur ge- </div> <div class="para">meinschaftlich ausüben (vgl. § 2038 Abs. 1 BGB und <u>Palandt/</u> - </div> <div class="para"> <u>Edenhofer</u>, Bürgerliches Gesetzbuch, 58. Aufl., München 1999, </div> <div class="para">Rz 1 zu § 2038 BGB, sowie § 747 zweiter Satz BGB und </div> <div class="para"> <u>Palandt/Sprau</u>, a.a.O., Rz 4 zu § 747 BGB). Der Beschwerde- </div> <div class="para">gegner stützt seine Aktivlegitimation auf eine Abtretungs- </div> <div class="para">erklärung der "Erbengemeinschaft Graf Dürckheim", welche als </div> <div class="para">Zedenten lediglich den Beschwerdegegner selbst sowie dessen </div> <div class="para">Schwester aufführt. Umstritten ist, ob die betreffende Ge- </div> <div class="para">meinschaft allein aus diesen oder noch aus anderen Mitglie- </div> <div class="para">dern besteht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das Obergericht hat im angefochtenen Urteil erwo- </div> <div class="para">gen, es könne nicht Sache des Beschwerdeführers sein, die </div> <div class="para">Zusammensetzung der "Erbengemeinschaft Graf Dürckheim" he- </div> <div class="para">rauszufinden. Auch habe der Beschwerdeführer die entsprechen- </div> <div class="para">de Behauptung des Beschwerdegegners rechtzeitig bestritten. </div> <div class="para">Dennoch habe das erstinstanzliche Gericht die Darstellung des </div> <div class="para">Beschwerdegegners aufgrund einer Würdigung der gesamten Ak- </div> <div class="para">tenlage zu Recht für glaubwürdig erachtet: Der bloss formale </div> <div class="para">Hinweis des Beschwerdeführers, dass eine amtliche Bescheini- </div> <div class="para">gung bezüglich der Zusammensetzung der Gemeinschaft fehle, </div> <div class="para">reiche nicht aus, um die Überzeugung des Obergerichts umzu- </div> <div class="para">stossen, wonach neben dem Beschwerdegegner und seiner Schwes- </div> <div class="para">ter keine weiteren Personen der "Erbengemeinschaft Graf </div> <div class="para">Dürckheim" angehörten. In den gesamten Akten finde sich kein </div> <div class="para">Hinweis auf weitere Mitglieder, und auch die Klage vor dem </div> <div class="para">Landgericht Aachen sei einzig von dem Beschwerdegegner und </div> <div class="para">seiner Schwester eingereicht worden. Dieser Schluss des </div> <div class="para">Obergerichts beruht auf Beweiswürdigung und kann im Rahmen </div> <div class="para">der staatsrechtlichen Beschwerde auf Willkür hin überprüft </div> <div class="para">werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Willkür liegt nach ständiger Rechtsprechung nicht </div> <div class="para">schon dann vor, wenn eine andere als die vom kantonalen Ge- </div> <div class="para">richt gewählte Lösung ebenfalls vertretbar oder gar vorzuzie- </div> <div class="para">hen wäre. Willkürlich ist ein Entscheid vielmehr erst, wenn </div> <div class="para">er offensichtlich unhaltbar ist, insbesondere mit der tat- </div> <div class="para">sächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm </div> <div class="para">oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder </div> <div class="para">in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=11.04.2000&amp;to_date=30.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-III-130%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page130">BGE 122 III 130</a> E. 2a S. 131<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=11.04.2000&amp;to_date=30.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-I-61%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page61">122 I 61</a></span> E. 3a S. 66 f., je </div> <div class="para">mit Hinweisen). Geht es um Beweiswürdigung, ist überdies zu </div> <div class="para">beachten, dass dem Sachgericht darin nach konstanter Recht- </div> <div class="para">sprechung ein weiter Ermessensspielraum zukommt (BGE 120 Ia </div> <div class="para">31 E. 4b S. 40). Das Bundesgericht greift nur ein, wenn das </div> <div class="para">kantonale Gericht sein Ermessen missbraucht hat, namentlich </div> <div class="para">zu völlig unhaltbaren Schlüssen gelangt ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=11.04.2000&amp;to_date=30.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F101-IA-298%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page298">BGE 101 Ia 298</a> </div> <div class="para">E. 5 S. 306; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=11.04.2000&amp;to_date=30.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F98-IA-140%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page140">98 Ia 140</a> E. 3a S. 142, mit Hinweisen), erhebli- </div> <div class="para">che Beweise übersehen oder willkürlich nicht berücksichtigt </div> <div class="para">hat (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=11.04.2000&amp;to_date=30.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IA-28%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page28">BGE 118 Ia 28</a> E. 1b S. 30; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=11.04.2000&amp;to_date=30.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F112-IA-369%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page369">112 Ia 369</a> E. 3 S. 371; 100 </div> <div class="para">Ia 119 E. 127). Dabei rechtfertigt sich die Aufhebung eines </div> <div class="para">Entscheides nur, wenn er nicht nur in einzelnen Punkten der </div> <div class="para">Begründung, sondern auch im Ergebnis willkürlich ist (BGE 122 </div> <div class="para">I 61 E. 3a S. 67; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=11.04.2000&amp;to_date=30.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-III-130%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page130">122 III 130</a> E. 2a S. 131, je mit Hinwei- </div> <div class="para">sen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Was der Beschwerdeführer gegen die Erwägungen des </div> <div class="para">Obergerichts einwendet, vermag eine willkürliche Beweiswürdi- </div> <div class="para">gung nicht aufzuzeigen. Wohl kann im Umstand allein, dass der </div> <div class="para">Beschwerdegegner und seine Schwester bereits vor dem Landge- </div> <div class="para">richt Aachen als Kläger aufgetreten waren, noch kein Nachweis </div> <div class="para">für die Aktivlegitimation im vorliegenden Verfahren erblickt </div> <div class="para">werden, zumal das dortige Gericht auf die Klage mangels ört- </div> <div class="para">licher Zuständigkeit gar nicht eingetreten war. Hingegen </div> <div class="para">lassen es die Gesamtheit der Akten und die übrigen Umstände </div> <div class="para">als zumindest wahrscheinlich erscheinen, dass der fraglichen </div> <div class="para">Gemeinschaft kein Dritter angehörte: Zunächst ist festzuhal- </div> <div class="para">ten, dass es sich dabei nicht um eine Erbengemeinschaft zu </div> <div class="para">handeln braucht. Vielmehr geht es um die ursprüngliche </div> <div class="para">Rechtszuständigkeit an einem Darlehen, das von einzelnen </div> <div class="para">Gesellschaftern der PHE KG gewährt worden war und nach dem </div> <div class="para">Verkauf der PHE-Gruppe - simuliert als Dienstleistungsverein- </div> <div class="para">barung - wieder zurückgeführt werden sollte. Da es sich um </div> <div class="para">ein Gesellschafterdarlehen handelt, kämen als zusätzliche </div> <div class="para">Darlehensgeber allenfalls andere Anteilseigner in Frage. Der </div> <div class="para">Beschwerdeführer macht indessen nicht geltend, dass sich un- </div> <div class="para">ter den übrigen Gesellschaftern, die in dem von einem deut- </div> <div class="para">schen Notar verurkundeten Kaufvertrag aufgeführt worden sind, </div> <div class="para">weitere Darlehensgeber befinden. Hinzu kommt, dass zwei Raten </div> <div class="para">des Gesamtbetrages von DM 935'000.-- auf das Konto "Graf </div> <div class="para">Dürckheim Erben" bezahlt wurden, ohne dass der Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rer irgendwelche Zweifel an der Berechtigung des Kontoinha- </div> <div class="para">bers geäussert hätte. Vor diesem Hintergrund erscheint es </div> <div class="para">jedenfalls nicht willkürlich, wenn das Obergericht den blos- </div> <div class="para">sen Hinweis des Beschwerdeführers auf das Fehlen eines Erb- </div> <div class="para">scheins als ungenügend erachtete, um die im Beweisverfahren </div> <div class="para">gewonnene Überzeugung umzustossen, als Darlehensgeber seien </div> <div class="para">ursprünglich einzig der Beschwerdegegner und seine Schwester </div> <div class="para">aufgetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Bundesgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para">Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para">Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird dem Be- </div> <div class="para">schwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegner für </div> <div class="para">das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 7'000.-- zu entschä- </div> <div class="para">digen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht </div> <div class="para">(Zivilrechtliche Abteilung) des Kantons Zug schriftlich mit- </div> <div class="para">geteilt. </div> <div class="para">_____________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 11. April 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. Zivilabteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>