<h2>SubmittedText<h2><p>Autobahnen und auch Bahnlinien bilden für viele wildlebende Tiere unüberwindliche Barrieren und engen ihren Lebensraum stark ein.</p><p>Aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen ist heute bekannt, welche Anzahl Passagen notwendig ist und wie breit sie sein müssen, damit Wildtiere auch im Mittelland überleben können. Durch Leichtbauweise (insbesondere unter Verwendung von Holz) wäre es auch möglich, im Vergleich zur bisherigen Bauweise in Beton, kostengünstigere Wildtierbrücken zu realisieren.</p><p>1. Welches Konzept verfolgt der Bundesrat für Wildtierbrücken? Inwieweit besteht eine Abstimmung mit den europäischen Bemühungen (Infra Eco Network Europe, IENE; Cost)?</p><p>2. Ist der Bundesrat bereit, die Zahl und Breite der Wildtierbrücken den wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen und für die Realisierung kostengünstige Bauverfahren einzusetzen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Schweiz ist Durchgangsgebiet für gefährdete europäische Arten und spielt deshalb eine wichtige Rolle bei der internationalen Vernetzung von Lebensräumen. Ebenso müssen die Lebensräume bedrohter einheimischer Arten vernetzt bzw. wiederhergestellt werden.</p><p>Der 1998 erschienene "Umweltprüfbericht Schweiz" der OECD sieht in diesem Bereich deutliche Verbesserungsmöglichkeiten und empfiehlt u. a., ein ökologisches Netzwerk zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität aufzubauen. Wildtierkorridore mit entsprechenden Wildbrücken über Verkehrswege sind ein wichtiges Instrument zur Erfüllung dieser Empfehlungen.</p><p>1. Der Bundesrat ist bereit, Massnahmen für die Verbesserung der Migration der Fauna zu prüfen, welche sich auf die neusten wissenschaftlichen Kenntnisse abstützen. Auf den bereits vorhandenen Grundlagen erarbeitet das UVEK ein Konzept zur Erhaltung und Sanierung von Wildtierkorridoren in der Schweiz. Im Rahmen dieses Konzeptes wird die Notwendigkeit von Wildtierbrücken, die Teil eines Wildtierkorridors sind, beurteilt werden.</p><p>Die schweizerischen Bestrebungen sind Bestandteil internationaler Aktivitäten. Die Schweiz ist zusammen mit sechs weiteren europäischen Ländern an der Cost-Aktion 341 "Lebensraum-Fragmentierung durch Transportinfrastuktur" beteiligt. Ziel ist die Publikation eines "state of the art"-Reports und einer europäischen Wegleitung für Ingenieure zum Thema. Ausserdem beteiligt sich die Schweiz massgeblich im Expertengremium IENE, das dem internationalen Erfahrungsaustausch und der Forschungskoordination dient.</p><p>2. Der Bundesrat ist selbstverständlich an kostengünstigen Bauweisen interessiert, um die finanziellen Ressourcen zu schonen. Ob Holz ein geeignetes Material für Wildtierbrücken ist, muss noch weiter abgeklärt werden.</p><p>Grundsätzlich ist der Bundesrat bereit, eine Anpassung der Anzahl und Breite von Wildtierpassagen an die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse zu prüfen. Aufgrund der gemischten Finanzierungsform der Nationalstrassen ist eine Zusammenarbeit mit den Kantonen erforderlich.</p>  Antwort des Bundesrates.