Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 12. Juli 2017 (810 17 26) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung / Sozialhilfeabhängigkeit Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Yves Thommen , Gerichtsschreiber i.V. Florian Jenal Beteiligte A. A.____ und B. A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Denis G. Giovannelli, Rechtsanwalt gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligun g und Wegweisung (RRB Nr. 0064 vom 17. Januar 2017) A. A.A.____, mazedonischer Staatsangehöriger, gebor en 1965, arbeitete von 1986 bis 1991 in der Schweiz als Saisonnier. Im August 1992 reisten seine Ehefrau, B.A.____, ebenfalls mazedonische Staatsangehörige, geboren 1969, und de r älteste gemeinsame Sohn C.A.____, geboren 1992, im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein. Die Ehegatten leben in B.____ und haben drei weitere gemeinsame Kinder: D. A. ____ , geboren 1993, E.A.____, gebo- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren 1994 und F.A.____, geboren 1996. Die drei jünge ren Kinder sind in der Schweiz zur Welt gekommen. B. Am 24. Juli 1992 erlitt A.A.____ einen Arbeitsunf all, welcher eine Kontusion der rech- ten Hand zur Folge hatte. Daraufhin gab er seine Erwerbstätigkeit zunächst teilweise und später ganz auf. C. Das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (Af M, damals Fremdenpolizei des Kantons Basel-Landschaft) forderte sodann zunächst am 22. Februar 1996 sowie am 19. November 1996 A.A.____ schriftlich dazu auf, sich e ine Arbeitsstelle zu suchen. Mit Schrei- ben vom 5. Juni 1998 verwarnte ihn das AfM ausländerre chtlich. Es führte aus, dass er vollum- fänglich von der Fürsorge unterstützt werde und wies i hn darauf hin, dass bei fortgesetzter und erheblicher finanzieller Unterstützung durch die Öffentlichkeit die Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung geprüft werden müsse. D. Mit Verfügung vom 17. April 2000 verweigerte das A fM die Verlängerung der Aufent- haltsbewilligungen und ordnete die Wegweisung der F amilie A. ____ an. Auf die dagegen erho- bene Beschwerde trat das Kantonsgericht, Abteilung Verf assungs- und Verwaltungsrecht (Kan- tonsgericht, damals Verwaltungsgericht), nicht ein (vgl. das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 20. Dezember 2000 [810 2000 307]). E. Am 17. Mai 2001 reichte A.A.____ daraufhin beim AfM ein Wiedererwägungsgesuch ein mit dem Begehren, dass die Wegweisungsverfügung vom 17. April 2000 aufzuheben und ihm sowie seiner Familie die Aufenthaltsbewilligung z u verlängern sei. Das AfM trat auf dieses Gesuch nicht ein (Verfügung des AfM vom 22. Mai 2001). D ie dagegen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Reg ierungsrat) mit Entscheid vom 21. August 2001 ab. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. F. Am 21. November 2001 stellte A.A.____, vertreten durch Dr. Peter Studer, Rechtsan- walt in Dornach, beim AfM wiederum ein Wiedererwägun gsgesuch mit den Begehren, die Auf- enthaltsbewilligungen der Familie A. ____ seien zu verlängern und es sei ihm vorläufig der Ste l- lenantritt bei der Firma C.____ AG zu bewilligen. Da s AfM trat auf dieses Wiedererwägungsge- such mit Verweis auf die bereits ergangenen rechtskräftige n Entscheide nicht ein. Das Kan- tonsgericht wies die dagegen erhobene Beschwerde mit U rteil vom 24. Juli 2002 ab (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltu ngsrecht [KGE VV], vom 24. Juli 2002 [810 2002 36]). G. Aufgrund der veränderten Einkommensverhältnisse verlä ngerte das AfM die Aufent- haltsbewilligungen der Familie A. ____ vorläufig bis Ende Juni 2003, unter der Bedingung, d ass sie sich klaglos verhalten werde. Das AfM verlängerte in der Folge die Aufenthaltsbewilligun- gen. H. Am 14. November 2006 erlitt A.A.____ einen Unfall, bei dem er sich eine Verletzung am linken Fussgelenk zuzog. In der Folge meldete er sic h am 9. November 2007 zur Arbeits- vermittlung bei der Sozialversicherungsanstalt Basel-Land schaft, IV-Stelle (IV-Stelle), an. Am Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11. Dezember 2007 gewährte die IV-Stelle A.A.____ Be ratung und Unterstützung bei der Stel- lensuche. In der Folge wurde er der IVB-Behindertense lbsthilfe beider Basel in D.____ zugewie- sen und erhielt von der IV-Stelle ein Taggeld. Seit dem 1. März 2008 wurde die Familie A. ____ ausserdem von der öffentlichen Hand unterstützt. I. Mit Schreiben vom 1. Oktober 2008 verwarnte das AfM die Familie A. ____ ausländer- rechtlich wegen der wieder eingetretenen Unterstützun gsbedürftigkeit. Es wies sie darauf hin, dass im April 2000 bereits eine Wegweisung verfügt, der en Vollzug aber wegen veränderter Einkommensverhältnisse ausgesetzt worden sei, wobei die Verlängerung der Aufenthaltsbewil- ligungen explizit unter dem Vorbehalt des klaglosen Ver haltens gestanden habe. Das AfM machte die Familie A. ____ ferner darauf aufmerksam, dass die Nichtverlängerung d er Aufent- haltsbewilligungen nach deren Ablauf geprüft werde, sollte die Familie zu diesem Zeitpunkt noch immer von der Sozialhilfebehörde unterstützt werden müssen. J. Vom 19. August 2008 bis zum 18. Februar 2009 begab sich A.A.____ in ein von der IV finanziertes Arbeitstraining. K. Mit Schreiben vom 23. Juli 2009 wurde A.A.____ und B.A.____ das rechtliche Gehör zur allfälligen Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligungen gewährt. L. A.A.____ beantragte daraufhin bei der IV-Stelle mit Schreiben vom 7. August 2009 die nochmalige Prüfung der Rentenfrage. Mit Verfügung vo m 6. November 2009 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 10 % ab. M. Mit Schreiben vom 30. Juli 2010 gewährte das AfM A.A .____ und B.A.____ erneut das rechtliche Gehör bezüglich der beabsichtigten Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligungen. N. Da die Familie A. ____ in der Zeit zwischen Juni 1995 und November 2001 Sozia lhilfe- leistungen in der Höhe von Fr. 115‘000.-- bzw. seit Mä rz 2008 bis Ende Juli 2010 weitere Leis- tungen in der Höhe von Fr. 88‘877.30 bezogen hatte, v erweigerte das AfM der Familie A. ____ mit Verfügung vom 15. Oktober 2010 die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligungen und ordne- te die Wegweisung aus der Schweiz an. Von der Nichtverlän gerung nicht betroffen war der Sohn C.A.____, da dieser inzwischen volljährig war und d eshalb einen eigenen Aufenthaltstitel besass. O. Gegen diese Verfügung erhob die Familie A. ____ am 25. Oktober 2010 Beschwerde beim Regierungsrat mit den Begehren, es sei die Verfü gung aufzuheben und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen sowie das Ver fahren bis zur rechtskräftigen Verfü- gung der IV-Stelle zu sistieren. P. Mit Schreiben vom 29. Juli 2011 teilte der Regieru ngsrat mit, dass das Verfahren bis zum rechtskräftigen Entscheid der IV-Stelle sistiert werde. Q. Gemäss Verfügung vom 4. März 2015 stellte die IV-Ste lle bei A.A.____ einen Invalidi- tätsgrad von 20 % fest und wies entsprechend das Gesuch u m Ausrichtung einer IV-Rente ab. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgeric ht, Abteilung Sozialversicherungs- recht, mit Urteil vom 23. Juli 2015 (720 15 142) ab. Auf die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 8C_693/2015 vom 9. Oktober 2015 nicht ein. R. Mit Verfügung vom 29. Februar 2016 zog das AfM die angefochtene Verfügung in Be- zug auf D.A.____ und E.A.____ zufolge Volljährigkeit so wie Loslösung von der Sozialhilfe in Wiedererwägung. S. Der Regierungsrat hiess die Beschwerde der Familie A. ____ vom 25. Oktober 2010 mit Entscheid Nr. 0064 vom 17. Januar 2017 teilweise gut und hob die Verfügung des AfM insoweit auf, als damit die Aufenthaltsbewilligung von F.A.___ _ nicht verlängert worden war. Im Übrigen wies der Regierungsrat die Beschwerde ab. T. Gegen den Entscheid des Regierungsrats erhoben A.A._ ___ und B.A.____, neu vertre- ten durch Denis G. Giovannelli, Rechtsanwalt in Zug u nd Basel, am 30. Januar 2017 Be- schwerde an das Kantonsgericht. In ihrer Beschwerde bea ntragen sie, dass der Entscheid des Regierungsrats vollumfänglich aufzuheben sei und ihre A ufenthaltsbewilligungen zu verlängern seien. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellen sie das Beg ehren, es seien die IV-Akten beizu- ziehen und es sei die unentgeltliche Rechtspflege mit unentgeltlicher Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Denis G. Giovannelli zu gewähren sowie das Verfahren bis zum Abschluss der hängigen Arbeitsvermittlung des Beschwerdeführers du rch die IV-Stelle zu sistieren. Zur Begründung führen sie an, es bestünde keine konkrete Gef ahr, dass sie auch zukünftig auf So- zialhilfe angewiesen sein würden, da sie einerseits nun nicht mehr von der Sozialhilfe unter- stützt würden und andererseits der Beschwerdeführer bei der IV-Stelle ein Gesuch um Arbeits- vermittlung gestellt habe. U. Mit präsidialer Verfügung vom 1. Februar 2017 wurd e das Gesuch um Verfahrenssis- tierung abgewiesen und zugleich das Gesuch um Beizug der IV-Akten gutgeheissen. V. Mit Schreiben vom 3. Februar 2017 reichten die Besch werdeführenden eine Bestäti- gung der Sozialberatung E.____ nach, welche festhielt , dass sie keine Sozialhilfe mehr bezie- hen würden. W. Mit Schreiben vom 20. Februar 2017 reichte der Be schwerdegegner seine Vernehm- lassung ein. Darin beantragt er die Abweisung der Besch werde unter o/e-Kostenfolge und hält vornehmlich an seinen Ausführungen im streitgegenständlichen Entscheid fest. X. Mit präsidialer Verfügung vom 17. März 2017 wurde die unentgeltliche Prozessführung für das vorliegende Verfahren bewilligt und der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele- genheit gegeben. Die Beschwerdeführenden sind als Adre ssaten des angefochtenen Ent- scheids berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weite- ren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Überprüfung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligungen der Beschwerdeführen den und die damit verbundene Weg- weisung zu Recht erfolgten. 3.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinne n und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zustän dige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG im Rahmen der gesetzlich en Vorschriften und Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbs- tätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung eine r Aufenthaltsbewilligung hat die ausländi- sche Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflich- tungen sehen dies vor (vgl. BGE 133 I 185 E. 2.3; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, N 7.84 ff.). 3.2 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass zw ischen der Schweiz und Maze- donien kein Staatsvertrag besteht, der den Beschwerdef ührenden einen Anspruch auf Anwe- senheit in der Schweiz gewähren würde. 3.3 In besonderen Fällen können ausländische Staatsange hörige indessen aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschen rechte und Grundfreiheiten (Europäi- sche Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 so wie dem inhaltlich gleich- wertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweize rischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens einen An- spruch auf Anwesenheit in der Schweiz ableiten. Vorlieg end ist aber mit dem Beschwerdegeg- ner festzuhalten, dass die Voraussetzungen für einen Ansp ruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens nicht gegeben sind. Ein solcher wird auc h nicht geltend gemacht. Insbesondere sind weder eine im Sinne der Rechtsprechung verlangt e besondere Integration der Beschwer- deführenden ersichtlich (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.1) noch haben sie hier minderjährige Kinder oder solche in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1). Ent- sprechend ist der Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV nicht eröffnet. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Gemäss Art. 33 Abs. 3 AuG ist die Aufenthaltsbewill igung befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. 4.1 Nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG kann eine Aufentha ltsbewilligung unter anderem widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer oder eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. Trotz des Wortlauts stellt aber nicht bereits jede geringfügige Sozialhilfeabhängigkeit einen Wide rrufsgrund dar. Vielmehr muss diese so- wohl bezüglich ihrer Höhe als auch ihrer Dauer eine ge wisse Erheblichkeit erreichen. Für den Widerruf einer Bewilligung wegen Sozialhilfeabhängig keit ist hinsichtlich der Dauer neben den bisherigen und den aktuellen Verhältnissen auch die wah rscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere Sicht abzuwägen. Ein Widerruf kommt in B etracht, wenn eine Person erhebliche finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird ( vgl. SILVIA HUNZIKER , in: Caroni/Gächter/ Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N 48 f. zu Art. 62 AuG mit Hinweisen; vgl. Ziff. 8.3.1 der Weisu ngen und Erläuterungen Ausländerbereich des Staatssekretariats für Migration, Bern 2013 [Stand: 3. Juli 2017, Weisungen AuG]; Urteile des Bundesgerichts 2C_958/2011 vom 18. Februar 2013 E. 2.3 und 2C_74/2010 vom 10. Juni 2010 E. 3.4). Das Kantonsgericht wendet die erhöhten A nforderungen an die Erheblichkeit für den Entzug einer Niederlassungsbewilligung von Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG auch im Rahmen von Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG auf den Widerruf von Aufent haltsbewilligungen an, obschon dies vom Gesetzeswortlaut nicht verlangt wäre (KGE VV vom 18. Nove mber 2009 [810 09 127], E. 6 ff.; BLKGE 2009 Nr. 52). Hinsichtlich der Höhe kann ein Sozi alhilfebezug bereits ab einem Betrag von Fr. 50‘000.-- als erheblich gelten (vgl. Urteile de s Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 10. November 2016, E. 3.1.3; 2C_1085/2015 vom 23. Mai 2016 E. 4.3). 4.2 Der Beschwerdegegner erwog im angefochtenen Entsc heid, die Beschwerdeführenden hätten gemäss Schreiben vom 24. Oktober 2016 der Sozialbe ratung E.____ seit März 2008 bis zum angefochtenen Entscheid zwischenzeitlich Leistungen vo n der Sozialhilfebehörde in der Höhe von rund Fr. 215‘000.-- bezogen. Ausserdem hätten sie bereits im Zeitraum zwischen Juni 1995 und November 2001 einen Betrag von rund Fr. 115‘000.-- bezogen. Die Beschwerde- führenden hätten damit allein mit dem Sozialhilfebezug der letzten neun Jahre die Schwelle der Erheblichkeit deutlich überschritten, weshalb der Wider rufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG erfüllt sei. 4.3 Die Beschwerdeführenden räumen ein, dass die Höhe der bezogenen Sozialhilfeleis- tungen die Schwelle der Erheblichkeit überschritten hab e. Hinsichtlich der Dauerhaftigkeit des Sozialhilfebezugs könne rückblickend zwar von einem solchen gesprochen werden. Doch sei in diesem Zusammenhang auch eine Zukunftsprognose anzustell en. Unter Berücksichtigung der Ablösung von der Sozialhilfebehörde per 1. März 2017 und der Arbeitsvermittlungsmassnahme seitens der IV-Stelle müsse die Zukunftsprognose hinsich tlich ihrer finanziellen Unabhängigkeit als positiv qualifiziert werden. Damit bestehe vorliegend keine Gefahr mehr, dass sie erneut von der Sozialhilfe abhängig würden. Entsprechend sei ihre Sozialhilfeabhängigkeit nicht als dauer- haft zu qualifizieren, womit auch der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG entfalle. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Hinsichtlich der bisherigen Verhältnisse ist festzuhal ten, dass die Beschwerdeführen- den zwischen Juni 1995 und November 2001 Sozialhilfeleis tungen in der Höhe von rund Fr. 115‘000.-- bezogen. Im April 2000 fand die Beschw erdeführerin eine Teilzeitanstellung bei der Gemeinde B.____ mit einem Pensum von ca. 7 Stund en pro Woche bei einem Bruttolohn von Fr. 21.05 pro Stunde (vgl. Arbeitsvertrag mit der Gemeinde B.____ vom 14. April 2000) und im November 2001 fand der Beschwerdeführer eine Anstel lung bei der Firma C.____ AG mit einem Bruttomonatslohn von Fr. 4‘100.-- (vgl. Arbeitsve rtrag mit der C.____ AG vom 21. No- vember 2001). Nach dem Verlust seiner Arbeitsstelle finanzierte die IV-Stelle dem Beschwerde- führer ab August 2008 eine Arbeitsvermittlungsmassnahme, welche im Februar 2009 erfolglos beendet werden musste. Von März 2008 bis zum vorliegend streitgegenständlichen Entscheid bezogen die Beschwerdeführenden Leistungen der Sozialh ilfebehörde in der Höhe von rund Fr. 215‘000.--. Am 1. März 2017 meldeten sich die Besch werdeführenden bei der Sozialhilfebe- hörde ab. Derzeit werden sie gemäss eigenen Angaben von ihren Kindern finanziell unterstützt (Beilage 5 des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege vo m 21. Februar 2017). Gestützt auf die Aktenlage muss entsprechend davon ausgegangen werde n, dass die Beschwerdeführen- den derzeit – mit Ausnahme der Unterstützungsleistungen durch die Kinder in unbekannter Hö- he – keine Einkommensquelle haben. Demzufolge vermöge n die Beschwerdeführenden, abge- sehen von einem Gesuch um Arbeitsvermittlung bei der IV -Stelle, keinerlei Pläne oder Vor- schläge vorzubringen, wie sie für die Zukunft ihre fina nzielle Situation verbessern könnten. Der Auffassung der Beschwerdeführenden, das Arbeitsvermittlungsgesuch würde die Zukunftsprog- nose bereits positiv ausfallen lassen, kann nicht gefolgt werden, musste doch bereits im Feb- ruar 2009 eine von der IV-Stelle finanzierte Arbeitsve rmittlungsmassnahme des Beschwerde- führers erfolglos beendet werden. Der Beschwerdeführer muss sich ausserdem entgegenhalten lassen, dass er während der laufenden Abklärungen durch d ie IV-Stelle seine (verbleibende) Arbeitsfähigkeit in keiner Weise eingesetzt hat. Dies fällt umso schwerer ins Gewicht, als er hierfür während des ausländerrechtlichen Verfahrens meh rere Jahre Zeit und Gelegenheit ge- habt hätte. Nicht besonders ins Gewicht fällt dabei vorl iegend, dass sich die Beschwerdefüh- renden per 1. März 2017 von der Sozialhilfe abgemeldet haben und seither ohne Unterstützung auskommen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_900/2014 vom 16. Juli 2015 E. 2.4.4). Soweit die Beschwerdeführenden vorbringen, sie würden derzeit von ihren Kindern finanziell unter- stützt, ist darauf hinzuweisen, dass diese Unterstützung m angels eines rechtswirksamen Bürg- schaftsvertrages oder ähnlicher vertraglicher Verpflichtunge n nicht durchsetzbar ist. Die finan- zielle Unterstützung durch die Kinder vermag die Sozialh ilfeabhängigkeit der Beschwerdefüh- renden somit nicht nachhaltig zu verhindern (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_900/2014 vom 16. Juli 2015 E. 2.4.4). Die Bedürftigkeit wird demnach voraussichtlich weiter andauern und fiele spätestens dann wieder auf die öffentliche Hand zurück, w enn die Kinder ihre Unterstützungs- leistungen einstellten. Der Beschwerdegegner bejahte daher zu Recht das Bestehen einer kon- kreten Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen Fürsor geabhängigkeit. Damit sind die Vo- raussetzungen des Widerrufsgrunds von Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG gegeben. 5. In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob die Ni chtverlängerung der Aufenthaltsbewil- ligung verhältnismässig ist, d.h. ob die öffentlichen Int eressen an der Nichtverlängerung der Bewilligung die privaten Interessen der Beschwerdeführe nden am Verbleib in der Schweiz ge- stützt auf eine umfassende Güterabwägung überwiegen (A rt. 96 AuG; BGE 139 I 16 E. 2.2.1; Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht SCHINDLER , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., N 10 ff. zu Art. 96). Infrage kommende öffentliche Interessen sind vorliegend das Durchsetzen der Einwanderungspolitik der Schweiz sowie der Schutz des Fiskus und der notwendigen Mittel fü r die Aufrechterhaltung des sozialen Netzes vor zukünftiger Belastung (KGE VV vom 18. November 2009 [810 09 127] E. 7.2). Bei den privaten Interessen stellt sich im Rahmen des Widerru fs oder der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG insbesondere die Frage des Selbstver- schuldens. Fälle unverschuldeter Notlage sollen nicht zum W iderruf wegen Sozialhilfeabhän- gigkeit führen (Urteil des Bundesgerichts 2C_74/2010 vom 10. Juni 2010 E. 4.1). 5.1 Die Beschwerdeführenden machen hinsichtlich der Frag e des Verschuldens geltend, dass zwischen den medizinischen Diagnosen der behandelnde n Ärzte des Beschwerdeführers und den im medizinischen Gutachten der Advanced Studies Insurance Medicine (Asim- Gutachten) vom 14. April 2014 gestellten Diagnosen ein e grosse Diskrepanz bestehe. Das Asim-Gutachten bildete zwar Grundlage für den Entscheid der IV-Stelle, es entspreche aber einer willkürlichen Sachverhaltsfeststellung, für die Fr age des Verschuldens einzig auf das Asim-Gutachten abzustellen. So hätten sämtliche den Besch werdeführer behandelnden Ärzte beim ihm eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Be schwerden festgestellt (vgl. den Ver- laufsbericht Dr. F.____ vom 5. August 2016 sowie den Be richt Dr. G.____ vom 25. August 2016). 5.2 Der Beschwerdegegner führt diesbezüglich aus, dass dem Beschwerdeführer rechts- kräftig eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bescheinigt worden sei, weswegen er sich auf diese Fest- stellung habe stützen dürfen. Trotz der festgestellten Arbeitsfähigkeit habe der Beschwerdefüh- rer es aber während zehn Jahren unterlassen, Anstrengun gen zu unternehmen, um seinen Le- bensunterhalt ohne Hilfe der öffentlichen Hand zu best reiten. Ausserdem treffe auch die Be- schwerdeführerin ein Verschulden, da sie es unterlassen ha be, Anstrengungen zu unterneh- men, ihr Arbeitspensum als Reinigungskraft zu erhöhen. Die Sozialhilfeabhängigkeit sei daher selbstverschuldet. 5.3 Im fraglichen Asim-Gutachten vom 14. April 2014 wu rde dem Beschwerdeführer ein chronisches Schmerzsyndrom im linken Bein, eine massive Adipositas sowie ein metabolisches Syndrom attestiert. Ausserdem wurden unter anderem ei n obstruktives Schlafapnoesyndrom, eine remittierte depressive Episode sowie die Vortäuschu ng einer psychischen Störung aus instrumentellen Gründen diagnostiziert. Das Gutachten ka m unter Berücksichtigung sämtlicher Beschwerden und Befunde zum Schluss, dass der Beschwerdefü hrer in angepassten Tätigkei- ten im Umfang von 80 % arbeitsfähig sei. Der Beschwerdeführer hat seine Rügen bezüglich der Widersprüche zwischen dem Asim-Gutachten und den Diagnos en seiner behandelnden Ärzte bereits in einem separaten früheren Verfahren vor d em Kantonsgericht, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht, vorgebracht (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht vom 23. Juli 2015 [720 15 142]). Dieses hat sich in se inem Entscheid eingehend mit den vom Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen auseinandergesetzt und festgehalten, dass diese nicht zu hören sind. Das Bundesgericht trat auf eine hiergegen erhobene Beschwerde nicht ein (Ur- teil des Bundesgerichts 8C_693/2015 vom 9. Oktober 201 5). Insbesondere sind den beiden ärztlichen Berichten aus dem Jahr 2016 der behandelnden Ärzte des Beschwerdeführers keine Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorbringen zu entnehmen, welche im erwähnten IV-Ver fahren nicht bereits berücksichtigt wor- den wären. Entsprechend ist die Rüge der Beschwerdefü hrenden nicht zu hören und mit dem Beschwerdegegner festzustellen, dass der Beschwerdeführe r trotz Arbeitsfähigkeit von 80 % keine Anstrengungen unternommen hat, seinen Lebensunt erhalt zumindest teilweise selber zu bestreiten. Damit hat er sich weder um Schadensminderun g gegenüber der öffentlichen Hand noch um Verbesserung seiner eigenen Situation für sich und seine Familie bemüht, obschon ihm dies möglich und zumutbar gewesen wäre. Hinsichtlich der Beschwerdeführerin ist akten- kundig, dass sie seit April 2000 mit einem Teilzeitpensum als Putzkraft bei der Gemeinde B.____ angestellt war. Derzeit verfügt sie über kein e Arbeitsstelle und es bestehen auch keine Indizien, dass sie sich um den Erhalt einer Arbeitsstelle b emüht hätte. Darüber hinaus kann aufgrund der bisherigen Teilzeitanstellung nicht davon ausgegangen werden, dass die Be- schwerdeführerin – selbst wenn sie einer entsprechenden (T eilzeit-)Anstellung nachgehen wür- de – die Ablösung von der Sozialhilfe zu bewirken verm ögen würde. Es ist damit mit dem Be- schwerdegegner festzuhalten, dass beide Beschwerdeführenden ein Verschulden trifft. 5.4 Weiterhin ist zu prüfen, ob sich die Wegweisung d er Beschwerdeführenden unter den weiteren Verhältnismässigkeitsaspekten als verhältnismässig erweist. Der Beschwerdeführer hält sich seit rund 30 Jahren und die Beschwerdeführer in seit rund 25 Jahren in der Schweiz auf. Dabei ist allerdings die lange Dauer des gedulde ten Aufenthalts wegen hängiger Rechts- mittelverfahren sowie der Aufenthalt des Beschwerdefüh rers als Saisonnier zu berücksichtigen. Beides relativiert die Aufenthaltsdauer der Beschwerdef ührenden. Weiterhin gilt es zu berück- sichtigen, dass der Beschwerdeführer mit 21 Jahren und di e Beschwerdeführerin mit 23 Jahren und somit beide erst im Erwachsenenalter in die Schweiz eingereist sind. Sie sind somit in Ma- zedonien geboren und aufgewachsen und entsprechend mit den dortigen kulturellen und ge- sellschaftlichen Gepflogenheiten vertraut. Hinsichtlich der persönlichen Beziehungen zu in der Schweiz lebenden Personen ist festzuhalten, dass ihre v olljährigen Kinder hier leben. Darüber hinausgehende persönliche Beziehungen, insbesondere zu Sch weizern, sind weder aus den Akten ersichtlich, noch wurden solche von den Beschwerdefüh renden geltend gemacht. In be- ruflicher Hinsicht kann festgehalten werden, dass die B eschwerdeführenden keine besonders qualifizierte Tätigkeit ausüben, die aus wirtschaftliche r oder arbeitsmarktlicher Sicht eine Ver- längerung der Aufenthaltsbewilligungen gebieten wür den. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführenden gemäss Auszug aus dem Betreibung sregister vom 14. Dezember 2016 Betreibungen in der Höhe von Fr. 23‘042.60 sowie offene Verlustscheine in der Höhe von Fr. 25‘962.40 aufwiesen. Nach dem Gesagten kann zusammenf assend festgestellt werden, dass die Beschwerdeführenden nicht nur beruflich, sonder n auch sozial wenig integriert sind. Es liegen ferner keine physischen oder psychischen Leiden vor, die nicht auch mit der medizini- schen Versorgung in Mazedonien behandelt werden könnten (vgl. Gutachten der SFH- Länderanalyse, Mazedonien: Medizinische Pflege und Krank enversicherung für körperlich Be- hinderte vom 23. August 2012 sowie Gutachten der SFH-Länderanalyse, Mazedonien: Behand- lung von schweren Depressionen vom 23. Dezember 2015). Die Beschwerdeführenden sind mit den kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten in ihrem Heimatland vertraut und auch die finanzielle Unterstützung durch ihre Kinder in ihre m Heimatland könnte weiterhin erfolgen und ihnen dort den Start erleichtern. Auch wenn eine Rückkehr der heute 52 und 48 Jahre alten Beschwerdeführenden nach Mazedonien für diese mit Schw ierigkeiten verbunden sein dürfte, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist ihnen nach dem Gesagten die Rückkehr nach Mazedonien zumutbar. Die privaten Interes- sen der Beschwerdeführenden an einem Verbleib in der Schweiz vermögen die öffentlichen Interessen an einer Wegweisung damit nicht zu überwie gen. Die Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung erweist sich demzufolge als verhältnismässig. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungs- gerichtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenp flichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden n ach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer legt. Vorliegend sind die Verfah- renskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- den unterliegen den Beschwerdeführenden aufzuerle- gen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführ ung gehen die Verfahrenskosten zu- lasten der Gerichtskasse. 6.2 Die Parteikosten sind wettzuschlagen. Zufolge Bewil ligung der unentgeltlichen Rechts- pflege ist dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden ein Honorar zulasten der Gerichts- kasse auszurichten. In seiner Honorarnote vom 29. März 2017 macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden einen Aufwand von 8.9 Stunden à Fr. 200.-- geltend, was nicht zu bean- standen ist (vgl. § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die A nwältinnen und Anwälte [TO] vom 17. November 2003). Somit beläuft sich das Honorar vorliegend auf Fr. 1‘946.70 (inkl. Auslagen in der Höhe von Fr. 22.50 und 8 % MWSt). 6.3 Die Beschwerdeführenden werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewillig ung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet sind, sobald si e dazu in der Lage sind (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [ Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden den Be- schwerdeführenden auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden ein Honorar von Fr. 1‘946.70 (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) aus der Ger ichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiber i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 6. November 2017 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 2C_949/2017) erhoben.