Kantonsgericht Schwyz Verfügung vom 23. November 2021 BEK 2021 104 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin lic. iur. Daniela Pérez-Steiner, a.o. Gerichtsschreiberin MLaw Michelle Mettler. In Sachen A.________ AG, Beschwerdeführerin, gegen Betreibungsamt Höfe, Roosstrasse 3, 8832 Wollerau, Beschwerdegegnerin, betreffend SchKG-Beschwerde (Beschwerde gegen die Verfügung des Präsidenten am Bezirksgerichts Höfe vom 9. Juli 2021, APD 2021 9);- hat die Kantonsgerichtsvizepräsidentin als Vizepräsidentin der oberen kantonalen Aufsichtsbehörde in Schuldbetrei- bung und Konkurs (Beschwerdekammer),Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Am 27. Mai 2021 reichte die A.________ AG (nachfolgend: Beschwer- deführerin) beim Bezirksgericht Höfe als untere Aufsichtsbehörde SchKG ein als „DIREKTIONSBESCHWERDE MIT SCHADENERSATZFOLGE“ bezeich- netes, ausgedrucktes E-Mail ein (Vi-act. I). Sie verlangte darin, unter Beilage zweier Einzahlungsscheine, den „beweis der betreibungslöschung und zustel- lung abrechnung“ sowie Schadenersatz (Vi-act. I). a) Mit Verfügung vom 9. Juli 2021 wies der Gerichtspräsident am Bezirks- gericht Höfe die Beschwerde vom 27. Mai 2021 ab, soweit er darauf eintrat (KG-act. 2/1). Er führt aus, dass offenbleiben könne, ob die Beschwerdeführe- rin ihre nicht original unterzeichnete Beschwerde vom 27. Mai 2021 durch das wiederum nicht original unterzeichnete und nicht identische Schreiben vom 17. Juni 2021 genügend verbessert habe. Überdies sei die untere Aufsichts- behörde SchKG sachlich nicht zur Behandlung von Schadenersatzforderun- gen gegen das Betreibungsamt Höfe (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zuständig und die Beschwerde sei abzuweisen, soweit die Beschwerdeführe- rin den Beweis einer Betreibungslöschung verlangt, da sie nicht ausführe, welche Betreibung aus welchem Grund zu löschen sei. Letztlich sei auch kein widerrechtliches Handeln seitens der Beschwerdegegnerin ersichtlich, da die Beschwerdeführerin nicht ausführe, weshalb die Verbuchung der zwei Einzah- lungen für die Betreibung Nr. xx widerrechtlich sei (KG-act. 2/1). b) Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Postaufgabe vom 20. Juli 2021 Beschwerde an das Kantonsgericht als obere Aufsichts- behörde (KG-act. 2). Sie macht zusammenfassend geltend, dass sie an ihrer Beschwerde vom 27. Mai 2021 festhalte und dass die Verbuchung widerrecht- lich erfolgt sei, weil es nur eine Betreibung in der Höhe der Einzahlung gege- ben habe und das Betreibungsamt ohne Rücksprache den Betrag falsch ver- bucht und ihr keine Abrechnung zugestellt habe (KG-act. 2).Kantonsgericht Schwyz 3 2. Im Kanton Schwyz sind die Verfahrensbestimmungen der Schweizeri- schen Zivilprozessordnung als subsidiäres kantonales Recht auf das betrei- bungsrechtliche Beschwerdeverfahren anwendbar (Art. 20a Abs. 3 SchKG i.V.m. § 12 EGzSchKG und § 100 JG). Gemäss Art. 130 ZPO stellt die Origi- nalunterschrift eine Gültigkeitsvoraussetzung auf physischen Eingaben ans Gericht dar (vgl. Kramer/Erk in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], ZPO Schweizerische Zivilprozessordnung, DIKE-Kommentar, 2. A., Art. 130 ZPO N 2 m.H.; BGE 112 Ia 173 E. 1; vgl. Beschluss vom 25. Oktober 2018, BEK 2018 156). Die Beschwerde vom 27. Mai 2021 weist bloss eine fotoko- pierte Unterschrift auf und ist damit gemäss Art. 132 ZPO mangelhaft (Vi-act. 1). Die Beschwerdeführerin reichte keine identische, original unter- zeichnete Beschwerde ein, obwohl sie mittels Verfügung vom 4. Juni 2021 darauf hingewiesen bzw. dazu aufgefordert wurde (vgl. Vi-act. 1). Folglich gilt die Beschwerde vom 27. Mai 2021 als nicht erfolgt, sodass die untere wie auch die obere Aufsichtsbehörde SchKG nicht auf die Beschwerde einzutreten hatten bzw. haben (vgl. BGE 144 III 54 E. 4.1.3.5 i.f.= Pra 2018, Nr. 126; We- ber, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A., Art. 130-132 N 18). 3. Ausserdem ist auf die Beschwerde mangels Zuständigkeit nicht einzu- treten, soweit die Beschwerdeführerin Schadenersatzforderungen gegen das Betreibungsamt geltend macht, wie dies der Vorderrichter bereits zutreffend ausführte (vgl. Art. 5 SchKG i.V.m. § 67 Abs. 2 VRP). 4. a) Im Übrigen ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nicht schlüssig vorzutragen vermag, weshalb eine widerrechtliche Verbuchung vor- liegen soll, zumal der einbezahlte Gesamtbetrag von Fr. 362.60 für die exakt gleich hohe Betreibung Nr. xx verbucht und ihr dies mitgeteilt wurde (Vi-BB 1, S. 3). In ihrer Beschwerde führt die Beschwerdeführerin denn auch nicht aus, für welche andere Betreibung die Einzahlungen hätten verbucht werden sollen (KG-act. 2). Insofern ist auf die Beschwerde ausserdem mangels klarem An-Kantonsgericht Schwyz 4 trag bzw. verständlicher Begründung nicht einzutreten, da die Beschwerdefüh- rerin nicht aufzeigt, inwiefern der vorinstanzliche Entscheid falsch sein soll (vgl. Lorandi, Betreibungsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeit, 2000, Art. 20a N 120 ff.; vgl. Art. 320 f. ZPO; zum Ganzen: Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A., Art. 321 ZPO N 14 f. ; Staehelin/Staehe- lin/Grolimund, Zivilprozessrecht, 3. A., § 26 N 42; siehe bereits Beschluss vom 31. Mai 2021, BEK 2021 46). b) Letztlich ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nicht gehört wer- den kann, wenn sie erstmals in ihrer Beschwerde vor der oberen Aufsichts- behörde zahlreiche Betreibungen nennt, die bezahlt und deshalb zu löschen seien (KG-act. 2). Bei diesen Vorbringen handelt es sich um neue Anträge, die aufgrund der Novenschranke im Beschwerdeverfahren ausgeschlossen sind (Art. 326 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 20a Abs. 3 SchKG i.V.m. § 18 EGzSchKG und § 100 JG; vgl. auch BGer v. 27. September 2011, 5A_405/2011 E. 4.5.3; Beschluss vom 18. Juni 2015, BEK 2015 48 E. 3). Davon abgesehen wird darauf hingewiesen, dass eine Betreibung, die bezahlt wurde, nicht aus dem Betreibungsregister gelöscht wird (vgl. BGer vom 23. Juli 2021, 5A_701/2020 E. 3.4.1-3 m.w.H.). 5. Zusammenfassend wird auf die Beschwerde präsidial (§ 40 Abs. 2 i.V.m. § 41 Abs. 2 JG) nicht eingetreten. Das Beschwerdeverfahren ist grundsätzlich kostenlos; Parteientschädigungen dürfen keine gesprochen werden (Art. 20a Ziff. 5 SchKG, Art. 61 Abs. 2 lit. a und Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG);-Kantonsgericht Schwyz 5 verfügt: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Es werden keine Kosten erhoben und keine Entschädigung gesprochen. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Be- schwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 4. Zufertigung an die A.________ AG (1/R), das Betreibungsamt Höfe (1/R) und an die Vorinstanz (1/A vorab und 1/R, nach definitiver Erledi- gung mit den Akten). Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Die a.o. Gerichtsschreiberin Versand 23. November 2021 rfl