Postulat Jaggi 2044 N 19 décembre 1986 Schriftliche Begründung - Développement par écrit 1. Die kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigen häu- fig keine Hochschulabsolventen und können auch keine Beziehungen zu den Hochschulen pflegen. Die Mitarbeiter sind vom Tagesgeschäft oft derart beansprucht, dass sie sich zu wenig mit den langfristigen Innovationsproblemen beschäftigen können und deshalb zu wenig Möglichkeiten für die Realisierung neuer Ideen erkennen. Deshalb ist ihr Ueberblick über das vorhandene technische Know-how nur unvollständig, und viele Ergebnisse staatlicher Forschungs- anstrengungen sind ihnen nahezu unbekannt. Obwohl sie häufig originelle Ideen haben, den Markt und seine Möglich- keiten hautnah kennen und auch über finanzielle Mittel verfügen, können sie häufig Forschungs- und Entwicklungs- projekte nicht qualifiziert durchführen. Die Innovationsrisikogarantie wollte das Problem durch staatliche Garantie lösen, welche den Unternehmern einen Grossteil des finanziellen Risikos abgenommen hätten. Die- ses Verfahren hat sich im Ausland nicht bewährt, weil es das Problem am falschen Ende anpackt. Zudem wurde diese Lösung vom Volk verworfen. Es bestehen indessen ord- nungspolitisch unbedenkliche Möglichkeiten für den Ein- satz der staatlichen Forschungs-, Entwicklungs- und Ausbil- dungsinstitutionen zur Verbesserung des Technologietrans- fers. Von diesen Möglichkeiten profitieren nicht nur die Unternehmen durch Gewinnung von Know-How und Grund- lagenwissen, sondern auch die staatlichen Institutionen durch stärkeren Praxisbezug. 2. Die Aargauische Industrie- und Handelskammer hat in Zusammenarbeit mit der HTL Brugg-Windisch das soge- nannte FITT-Prograrnm (FITT = Forschung und Entwick- lungs-institution für Technologie-Transfer) geschaffen, wel- ches sich bisher bewährt hat. Die HTL stellt einen geeigne- ten Fachmann als Berater, Koordinator und gewissermas- sen als Katalysator frei. Die Unternehmen melden ihre Pro- jekte (oder auch nur Problemstellungen) der Industrie- und Handelskammer, welche ein Gespräch mit dem Fachmann gegen Verrechnung eines Tarifes vermittelt. Meist kann die- ser Fachmann sofort erste Impulse vermitteln. Er kann nun der Firma auf verschiedene Weise weiterhelfen, etwa durch -Weiterempfehlung an einen Professor der eigenen HTL, der das Projekt gegen Bezahlung mit seinen Studenten oder Assistenten in Zusammenarbeit mit dem interessierten Unternehmen weiterbearbeitet - Oeffnung des Zugangs zu einer Fachstelle an einer Hoch- schule - Empfehlung privater Firmen, die dem interessierten Unter- nehmen weiterhelfen können -suchen von anderen Unternehmen, welche an einer Ko- operation zur Weiterbearbeitung des Projektes interessiert sein könnten. Die HTL stellt also qualifiziertes Personal und vorhandene Infrastruktur gegen Entschädigung zur Verfügung, während die Verbände als Organisatoren der Zusammenarbeit einbe- zogen sind. Ein solches Modell könnte selbstverständlich auch auf andere Institutionen in geeigneter Weise übertra- gen werden. 3. Im Bereich der Energietechnik sind sehr viele kleinere und mittlere Unternehmen tätig. Auf diese treffen die oben geschilderten Probleme zu. Sehr viel schon vorhandenes Wissen etwa über das Energiesparen, Energiesteuerungen, erneuerbare Energien usw. ist an den staatlichen Institutio- nen schon vorhanden, aber es wird in der Praxis noch zu wenig genutzt. Das geschilderte Technologietransfer- Modell würde sich auch für diesen Bereich eignen. Es könn- ten damit folgende Ziele erreicht werden: -energietechnisches Grundlagenwissen und Know-how würden für kleine und mittlere Firmen nutzbar (Technologie- transfer) - Forschungs- und Entwicklungsprojekte könnten durch Kooperation der staatlichen Institution und des privaten Unternehmens qualifiziert durchgezogen werden (da sich das Unternehmen keine eigene Forschungs- und Entwick- lungsinfrastruktur leisten kann, greift es gegen Bezahlung auf die staatliche Infrastruktur zurück) -Vermittlung von Kontakten zu einschlägigen Privatfirmen -gegebenenfalls Gruppierung verschiedener Unterneh- mungen zu einer Interessengemeinschaft, welche gemein- sam ein Projekt realisieren kann. Es ist denkbar, bei geeigneten Projekten auch Institutionen wie den NEFF einzubeziehen. 4. Es gibt eine ganze Reihe staatlicher Forschungs- und Entwicklungsinstitutionen, welche zur Mitarbeit in einem solchen energietechnischen Technologietransfer-Modell geeignet wären. Es sind dies die auf energietechnische Fragen spezialisierten höheren technischen Lehranstalten (beispielsweise Luzern und Muttenz), geeignete Institute an den Technischen Hochschulen sowie das Eidgenössische Institut für Reaktorforschung in Würenlingen. Gerade das EIR dürfte besonders geeignet sein. Es leistet in dieser Beziehung schon seit Jahren im Rahmen seiner Mög- lichkeiten eine erhebliche Arbeit, die auch in der Praxis positive Wirkungen gezeitigt hat (Sonnenenergie, Kollektor- prüfung, Wasserstoffauto, kleiner Heizreaktor usw.). Es erscheint sinnvoll, diese vorhandenen Strukturen vermehrt zu nutzen. Gleichzeitig würde damit die immer wieder gefor- derte Verlagerung der Bundesforschung von der nuklearen zur alternativen Forschung gefördert. Die gegenwärtig zur Diskussion stehende Strukturänderung im Bereich EIR/SIN sollten deshalb genutzt werden, um die Energieforschung am EIR zu verstärken. 5. Im kantonalen Bereich ist der Bund nicht zuständig. Die kantonalen höheren technischen Lehranstalten sind zusam- men mit den Verbänden durchaus selber in der Lage, entsprechende Modelle zu realisieren. Vielleicht könnte aber der Bund im Rahmen der Energiedirektoren-Konferenz und der Erziehungsdirektoren gewisse Impulse vermitteln. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 26. November 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 26 novembre 1986 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Er weist darauf hin, dass der Vorstoss wie eine Motion formuliert, allerdings in die Form eines Postulats gekleidet ist. Er wird deshalb in diesem Sinne, d. h. als Prüfungsauf- trag, verstanden. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.962 Postulat Jaggi Aktive Bevölkerung und Beschäftigung. Harmonisierung der Statistiken Population active et emploi. Harmonisation des statistiques fédérales Wortlaut des Postulates vom 10. Oktober 1986 Der Bundesrat wird eingeladen, über die Revision der ver- schiedenen eidgenössischen Statistiken über die erwerbstä- tige Bevölkerung und die Beschäftigung, welche dio Berechnungsgrundlagen für die auf diesem Gebiet veröf- fentlichten Zahlen aufeinander abstimmen soll, Bericht zu erstatten. Texte du postulat du 10 octobre 1986 Le Conseil fédéral est invité à faire rapport sur le réexamen des différentes séries statistiques fédérales relatives à la population active et à l'emploi, en vue d'harmoniser les bases de calcul des données chiffrée publiées en la matière. Mitunterzeichner- Cosignataires: Brélaz, Carobbio, Clivaz, Darbellay, Deneys, Fankhauser, Friedli, Leuenberger-Solo-19. Dezember 1986 N 2045 Postulat Robbiani thurn, Longet, Magnin, Pitteloud, Rebeaud, Reimànn, Renschier, Robbiani, Ruffy, Seiler, Stamm Walter, Uchten- hagen, Vannay (20) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Actuellement, les séries statistiques relatives à la population active et à l'emploi qui font l'objet d'une publication sont les suivantes: 1. Recensement fédéral de la population: Effectué tous les 10 ans, la dernière fois en décembre 1980; population active résidante (donc sans les frontaliers) 2. Recensement fédéral des entreprises: Effectué tous les 10 ans, la dernière fois en septembre 1985; personnes occu- pées dans les établissements situés sur territoire suisse (donc sans les chômeurs) 3. Statistique de la population active: Population active occupée, effectif à la fin de chaque trimestre et calcul de la moyenne annuelle. 4. Indice de l'emploi: Calculé sur la base du nombre des personnes occupées dans les entreprises répondant volon- tairement à une enquête trimestrielle. Les séries 1, 2 et 3 émanent de l'Office fédéral de la statisti- que, tandis que l'indice de l'emploi est (encore) calculé par l'OFIAMT. Les séries 1, 2 et 4 paraissent (éventuellement sous forme abrégée) dans La Vie économique, publication mensuele du DFEP, tandis qu'on trouve la statistique 3 dans les Reflets de l'économie suisse, édités par l'OFS. La base en partie différente de ces quatre séries rend toute comparaison hasardeuse, si bien qu'elles donnent lieu à des interprétations fâcheusement divergentes. Ainsi, d'un recen- sement des entreprises à l'autre, soit entre 1975 et 1985, la population active aurait augmenté de 200 000 personnes (soit de +8 pour cent), alors que l'indice de l'emploi reflétait la situation de crise ou de stagnation particulière à la décen- nie sous revue, et signalait une baisse de 0,4 pour cent. Il ne suffit pas que le Conseil fédéral explique ces différences, comme cela a été fait dans la publication sans doute peu connue de l'OFS («Contributions à la statistique suisse», 62e fascicule, Berne 1980). Il faut en outre qu'on harmonise les bases de calcul, afin de permettre les nécessaires com- paraisons entre les différentes séries, et, pour chacune d'entre elles, d'une période à l'autre. Nul doute qu'un pas décisif dans la bonne direction sera fait le 1er juillet 1987 avec la mise en oeuvre de la récente modification, du 20 août 1986, apportée à l'ordonnance, du 25 août 1982, réglant l'observation de la conjoncture et l'exécution d'enquêtes sur la conjoncture. Le regroupement à l'OFS de toutes les enquêtes et statistiques relatives à l'emploi et à la marche de l'économie va sans doute favori- ser l'harmonisation souhaitée, mais cette mesure ne saurait dispenser le Conseil fédéral de faire rapport sur le réexamen des bases des séries statistiques relatives à la population active et à l'emploi. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 26. November 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 26 novembre 1986 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.957 Postulat Robbiani Bundesverwaltung. Bericht über Personalstopp Postulato Robbiani Rapporto sul contingentamento degli effettivi del personale (Personalstopp) Postulat Robbiani Administration fédérale. Rapport sur le blocage des effectifs Wortlaut des Postulates vom 10. Oktober 1986 12 Jahre nach der Einführung der Massnahmen ersuchen wir den Bundesrat, dem Parlament - wenn möglich im Rahmen des Geschäftsberichts 1986 - einen Bericht vorzu- legen, der über die Erfahrungen und die Auswirkungen des Personalstopps in der Bundesverwaltung, in den PTT- Betrieben und bei den SBB Auskunft gibt. Der Bericht soll anhand konkreter Beispiele und statistischer Daten die posi- tiven und negativen Folgen für die Verwaltung sowie die Vor- und Nachteile für die vom Bund angebotenen Leistun- gen und Dienste darstellen. Testo del postulato del 10 ottobre 1986 A 12 anni dall'introduzione della misura, si chiede al Consi- glio federale un rapporto all'attenzione del parlamento, pos- sibilmente in occasione del rapporto di gestione '86, sulle esperienze e le conseguenze contingentamento degli effet- tivi del personale presso l'amministrazione federale e le aziende delle PTT e delle FFS. Il rapporto dovrebbe elen- care, con esempi concreti e dati statistici, gli effetti positivi e quelli negativi per l'amministrazione, i vantaggi e gli svan- taggi per le prestazioni e i servizi offerti dalla confedera- zione. Texte du postulat du 10 octobre 1986 Douze ans après l'institution de cette mesure, je demande au Conseil fédéral de présenter un rapport à l'intention du Parlement, si possible à l'occasion du rapport de gestion 1986, sur les conséquences que le blocage des effectifs du personnel a eues dans l'administration fédérale, aux PTT et aux CFF, et sur les expériences faites dans ce domaine. Le texte en question devrait énumérer, en citant des exemples précis et en fournissant des données statistiques, les effets favorables et défavorables pour l'administration, ainsi que les avantages et les inconvénients pour les prestations et les services offerts par la Confédération. Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Am man n- St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Borei, Braunschweig, Bundi, Carobbio, Chopard, Christinat, Clivaz, Cotti Flavio, Deneys, Eggenberg-Thun, Eggli-Winterthur, Euler, Fankhauser, Fehr, Fetz, Friedli, Giudici, Gloor, Grassi, Grendelmeier, Gurtner, Hubacher, Jaeger, Jaggi, Lanz, Leuenberger-Solo- thurn, Leuenberger Moritz, Longet, Magnin, Martin, Mauch, Morf, Nauer, Neukomm, Petitpierre, Pini, Pitteloud, Rei- mann, Renschier, Rubi, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Salvioni, Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Vannay, Wagner, Weber-Arbon (52) Schriftliche Begründung - Motivazione senta Développement par écrit II blocco del personale (Personalstopp, blocage du person- nel) o il contingentamento degli effettivi (Stellenplafonie- rung, plafonnement des effectifs) è stato introdotto nel 1974 quale misura di gestione finanziaria (risanamento delle finanze federali ed equilibrio budgetario). La legge federale del 1974 (valevole fino al 1979), che prevedeva un aumento annuo degli effettivi dell'amministrazione e delle FFS e PTTSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Jaggi Aktive Bevölkerung und Beschäftigung. Harmonisierung der Statistiken Postulat Jaggi Population active et emploi. Harmonisation des statistiques fédérales In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1986 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 13 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.962 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.12.1986 - 08:00 Date Data Seite 2044-2045 Page Pagina Ref. No 20 015 040 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.