<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 103 S.450</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">450</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>103 Gebietsbeschränkung; Voraussetzungen für die Anordnung einer Aus-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>grenzung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Die gegen den Beschwerdeführer angeordnete Ausgrenzung ist unverhält-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nismässig und zumindest teilweise nicht geeignet, die durch ihn verur-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>sachte Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu verhindern</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(Erw. II/2-4).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Entscheid des Präsidenten des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom</span><br/> <span class="ft3">5. September 2005 in Sachen V.K. gegen den Entscheid des Migrationsamts</span><br/> <span class="ft3">des Kantons Aargau betreffend Ausgrenzung (GB.2005.00004).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">II. 2. a) Gemäss Art. 13e Abs. 1 ANAG kann die zuständige</span><br/> <span class="ft1">kantonale Behörde einem Ausländer, der keine Aufenthalts- oder</span><br/> <span class="ft1">Niederlassungsbewilligung besitzt und der die öffentliche Sicherheit</span><br/> <span class="ft1">und Ordnung stört oder gefährdet, insbesondere zur Bekämpfung des</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">451</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">widerrechtlichen Betäubungsmittelhandels, die Auflage machen, ein</span><br/> <span class="ft1">ihm zugewiesenes Gebiet nicht zu verlassen oder ein bestimmtes Ge-</span><br/> <span class="ft1">biet nicht zu betreten.</span><br/> <span class="ft1">b) Der Beschwerdeführer ist nicht im Besitze einer Aufenthalts-</span><br/> <span class="ft1">oder Niederlassungsbewilligung. Die diesbezügliche Voraussetzung</span><br/> <span class="ft1">für die Anordnung einer Gebietsbeschränkung ist damit erfüllt.</span><br/> <span class="ft1">c) aa) Das Migrationsamt begründet die Ausgrenzung damit,</span><br/> <span class="ft1">dass der Beschwerdeführer die öffentliche Ordnung gestört oder ge-</span><br/> <span class="ft1">fährdet habe, indem er illegal eingereist sei, sich illegal in der</span><br/> <span class="ft1">Schweiz aufgehalten, einen Personenwagen ohne gültigen Ausweis</span><br/> <span class="ft1">geführt und eine Stelle ohne Bewilligung angetreten habe.</span><br/> <span class="ft1">bb) Das Bundesgericht führt zu den Voraussetzung, unter denen</span><br/> <span class="ft1">eine Rayonauflage angeordnet werden kann, Folgendes aus (BGE</span><br/> <span class="ft1">2A.408/2005 vom 8. Juli 2005, E. 2.1):</span><br/> <span class="ft1">"Einem Ausländer, der keine Aufenthalts- und Niederlassungs-</span><br/> <span class="ft1">bewilligung besitzt und der die öffentliche Sicherheit und Ordnung</span><br/> <span class="ft1">stört oder gefährdet, darf - insbesondere zur Bekämpfung des wider-</span><br/> <span class="ft1">rechtlichen Betäubungsmittelhandels - die Auflage gemacht werden,</span><br/> <span class="ft1">ein ihm zugewiesenes Gebiet nicht zu verlassen oder ein bestimmtes</span><br/> <span class="ft1">Gebiet nicht zu betreten (Art. 13e ANAG; SR 142.20). Die Voraus-</span><br/> <span class="ft1">setzungen, unter denen diese Massnahme angeordnet werden kann,</span><br/> <span class="ft1">sind praxisgemäss nicht sehr streng, da für den Betroffenen damit</span><br/> <span class="ft1">nur ein relativ geringer Eingriff in seine persönliche Freiheit verbun-</span><br/> <span class="ft1">den ist. Es ist im Rahmen von Art. 13e ANAG von einem weiten Be-</span><br/> <span class="ft1">griff des Polizeigüterschutzes auszugehen (Urteil 2A.347/2003 vom</span><br/> <span class="ft1">24. November 2003, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Eine Ein- oder</span><br/> <span class="ft1">Ausgrenzung rechtfertigt sich nicht nur bei einem erstellten delikti-</span><br/> <span class="ft1">schen Verhalten; vielmehr genügt, wenn konkrete Anhaltspunkte für</span><br/> <span class="ft1">den Verdacht auf (künftige) strafbare Handlungen bestehen oder der</span><br/> <span class="ft1">Betroffene in grober Weise gegen ungeschriebene Regeln des sozia-</span><br/> <span class="ft1">len Zusammenlebens verstösst bzw. wiederholt und schwerwiegend</span><br/> <span class="ft1">fremdenpolizeiliche Vorschriften und Anordnungen missachtet (BBl</span><br/> <span class="ft1">1994 I 327; Urteile 2A.347/2003 vom 24. November 2003, E. 2, und</span><br/> <span class="ft1">2A.148/2003 vom 30. Mai 2003, E. 2.3 mit weiteren Hinweisen;</span><br/> <span class="ft1">Hugi Yar, Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, in: Uebersax/</span><br/> <span class="ft1">Münch/Geiser/Arnold, Ausländerrecht, Basel/Genf/München 2002,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">452</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Rz. 7.123 ff.). Die Ein- oder Ausgrenzung muss geeignet und</span><br/> <span class="ft1">erforderlich sein, die Störung oder Gefährdung der öffentlichen</span><br/> <span class="ft1">Sicherheit und Ordnung zu beseitigen bzw. zu begrenzen; überdies</span><br/> <span class="ft1">haben Zweck und Mittel in einem vernünftigen Verhältnis zueinander</span><br/> <span class="ft1">zu stehen, was insbesondere bei der Festlegung der Grösse des</span><br/> <span class="ft1">Rayons und der Dauer der Massnahme zu beachten ist (Urteile</span><br/> <span class="ft1">2A.347/2003 vom 24. November 2003, E. 2.1, 2A.148/2003 vom</span><br/> <span class="ft1">30. Mai 2003, E. 2.4, und 2A.583/2000 vom 6. April 2001, E. 2c;</span><br/> <span class="ft1">Hugi Yar, a.a.O., Rz. 7.125)."</span><br/> <span class="ft1">cc) Zunächst ist festzuhalten, dass jede fremdenpolizeiliche</span><br/> <span class="ft1">Massnahme verhältnismässig sein muss. Bezüglich der angeordneten</span><br/> <span class="ft1">Ausgrenzung bedeutet dies, dass sie geeignet sein muss, die Störung</span><br/> <span class="ft1">oder Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu beseiti-</span><br/> <span class="ft1">gen. Der Beschwerdeführer hatte gemäss eigenen Angaben im Kan-</span><br/> <span class="ft1">ton Zug ohne Bewilligung eine Stelle angetreten. Es liegen keine An-</span><br/> <span class="ft1">haltspunkte dafür vor, dass er auch im Kanton Aargau ohne Bewilli-</span><br/> <span class="ft1">gung gearbeitet hatte. Nachdem mit der angeordneten Ausgrenzung</span><br/> <span class="ft1">nicht verhindert werden kann, dass der Beschwerdeführer weiterhin</span><br/> <span class="ft1">im Kanton Zug ohne Bewilligung arbeitet, kann die im Kanton Zug</span><br/> <span class="ft1">ohne Bewilligung angetretene Stelle nicht als Grundlage für eine</span><br/> <span class="ft1">Ausweisung aus dem Kanton Aargau dienen.</span><br/> <span class="ft1">dd) Zu den Verstössen gegen fremdenpolizeiliche Vorschriften</span><br/> <span class="ft1">hielt das Bundesgericht Folgendes fest (BGE 2A.148/2003 vom</span><br/> <span class="ft1">30. Mai 2003):</span><br/> <span class="ft1">"Der Gesetzgeber hatte zwar für die Massnahme der Ein- und</span><br/> <span class="ft1">Ausgrenzung in erster Linie die Betäubungsmitteldelinquenz im</span><br/> <span class="ft1">Auge, was im Gesetzestext zum Ausdruck kommt. Das schliesst aber</span><br/> <span class="ft1">nicht aus, auch andere Verstösse gegen Sicherheit und Ordnung zu</span><br/> <span class="ft1">erfassen, zumal die Bestimmung offen, im Sinne einer Generalklau-</span><br/> <span class="ft1">sel, formuliert ist. Die fremdenpolizeilichen Vorschriften gehören zur</span><br/> <span class="ft1">öffentlichen Ordnung der Schweiz. Auch wenn einzelne Verstösse</span><br/> <span class="ft1">dagegen jeweils für sich genommen noch nicht die Ein- oder Aus-</span><br/> <span class="ft1">grenzung zu rechtfertigen vermöchten, kann eine solche Zwangs-</span><br/> <span class="ft1">massnahme in Frage kommen, wenn sich der Ausländer in der</span><br/> <span class="ft1">Vergangenheit behördlichen Anordnungen wiederholt und beharrlich</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">453</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">widersetzt und sich ihnen entzogen hat (Urteile 2A.583/2000 vom</span><br/> <span class="ft1">6. April 2001 E. 3a und 2A.193/1995 vom 13. Juli 1995 E. 2b)."</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer ist gemäss eigenen Angaben erst kurze</span><br/> <span class="ft1">Zeit vor seiner Verhaftung am 26. Juli 2005 via Italien, wieder in die</span><br/> <span class="ft1">Schweiz eingereist und gab anlässlich seiner Einvernahme zu Proto-</span><br/> <span class="ft1">koll, er sei wieder in die Schweiz gekommen, um hier erneut ein</span><br/> <span class="ft1">Asylgesuch zu stellen. Es ist den Akten nichts zu entnehmen, was</span><br/> <span class="ft1">gegen eine Ausreise des Beschwerdeführers aus der Schweiz spre-</span><br/> <span class="ft1">chen würde und die Vorinstanz macht auch nicht geltend, der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer habe die Schweiz nicht verlassen. Im Gegenteil</span><br/> <span class="ft1">stützt sich die Vorinstanz ausdrücklich auf die illegale Einreise des</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführers. Mit seiner Aussage, er wolle erneut ein Asylge-</span><br/> <span class="ft1">such stellen, wurde ein neues Asylverfahren eröffnet (Art. 18 des</span><br/> <span class="ft1">Asylgesetzes [AsylG] vom 26. Juni 1998). Zwar liegt auf der Hand,</span><br/> <span class="ft1">dass das neuerliche Asylgesuch des Beschwerdeführers aussichtslos</span><br/> <span class="ft1">sein dürfte. Trotzdem und auch wenn das Verfahren noch nicht an die</span><br/> <span class="ft1">Hand genommen worden sein sollte, ist der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">berechtigt, sich während des Asylverfahrens in der Schweiz aufzu-</span><br/> <span class="ft1">halten (Art. 42 AsylG), womit ihm auch nicht vorgeworfen werden</span><br/> <span class="ft1">kann, er halte sich illegal in der Schweiz auf. Damit bleibt als Ver-</span><br/> <span class="ft1">stoss gegen fremdenpolizeiliche Vorschriften lediglich die illegale</span><br/> <span class="ft1">Einreise in die Schweiz. Abgesehen davon, dass einzelne Verstösse</span><br/> <span class="ft1">gegen fremdenpolizeiliche Vorschriften gemäss bundesgerichtlicher</span><br/> <span class="ft1">Rechtsprechung eine Rayonauflage nicht zu rechtfertigen vermögen</span><br/> <span class="ft1">und die illegale Einreise von Italien her erfolgte und das Gebiet des</span><br/> <span class="ft1">Kantons Aargau somit nicht tangiert wurde, ist festzuhalten, dass die</span><br/> <span class="ft1">Ausgrenzung des Beschwerdeführers aus dem Kanton Aargau nicht</span><br/> <span class="ft1">geeignet ist, eine erneute illegale Einreise zu verhindern.</span><br/> <span class="ft1">ee) Damit bleibt zu prüfen, ob das Führen eines Personenwa-</span><br/> <span class="ft1">gens ohne gültigen Führerausweis die Ausgrenzung des Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führers aus dem Kanton Aargau rechtfertigen kann.</span><br/> <span class="ft1">Zweifellos stellt die begangene Widerhandlung gegen das Stras-</span><br/> <span class="ft1">senverkehrsgesetz einen Verstoss gegen die öffentliche Ordnung dar.</span><br/> <span class="ft1">Diese Voraussetzung für die Anordnung einer Ausgrenzung ist damit</span><br/> <span class="ft1">erfüllt. Fraglich ist, wie gross im konkreten Fall das damit verbun-</span><br/> <span class="ft1">dene öffentliche Interesse an der Ausgrenzung zu veranschlagen ist.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">454</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Der vorinstanzlichen Verfügung ist diesbezüglich nichts zu entneh-</span><br/> <span class="ft1">men.</span><br/> <span class="ft1">Führt ein Betroffener einen Personenwagens ohne gültigen Füh-</span><br/> <span class="ft1">rerausweis, ist zwar grundsätzlich von einer Gefährdung anderer Ver-</span><br/> <span class="ft1">kehrsteilnehmer und damit von einem nicht unerheblichen öffentli-</span><br/> <span class="ft1">chen Interesse an der Beseitigung der Störung auszugehen. Auf der</span><br/> <span class="ft1">anderen Seite wurde der Beschwerdeführer offenbar nicht wegen sei-</span><br/> <span class="ft1">ner Fahrweise oder gar wegen eines Unfalles polizeilich kontrolliert.</span><br/> <span class="ft1">Insofern ist nicht erstellt, dass der Beschwerdeführer eine konkrete</span><br/> <span class="ft1">Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellte. Es sind den Akten über-</span><br/> <span class="ft1">dies auch keine Hinweise zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">weiterhin ohne gültigen Ausweis im Kanton Aargau ein Fahrzeug</span><br/> <span class="ft1">lenken würde. Nachdem der Beschwerdeführer bislang nur einmal</span><br/> <span class="ft1">einen Personenwagen ohne gültigen Ausweis fuhr und sonst im Kan-</span><br/> <span class="ft1">ton Aargau offenbar nichts gegen ihn vorliegt, das für eine Ausgren-</span><br/> <span class="ft1">zung sprechen würde, ist insgesamt lediglich von einem kleinen öf-</span><br/> <span class="ft1">fentlichen Interesse an der Ausgrenzung des Beschwerdeführers aus</span><br/> <span class="ft1">dem Kanton Aargau auszugehen.</span><br/> <span class="ft1">d) Fraglich ist, ob und wenn ja welche privaten Interessen der</span><br/> <span class="ft1">Anordnung einer Ausgrenzung entgegenstehen. Der Begründung der</span><br/> <span class="ft1">Ausgrenzungsverfügung ist nicht zu entnehmen, von welchen priva-</span><br/> <span class="ft1">ten Interessen die Vorinstanz ausgeht. Die Vorinstanz führt lediglich</span><br/> <span class="ft1">aus, das öffentliche Interesse an der Ausgrenzung überwiege. Dass</span><br/> <span class="ft1">die Vorinstanz damit ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen</span><br/> <span class="ft1">ist, liegt auf der Hand.</span><br/> <span class="ft1">Bei genauer Betrachtung hat der Beschwerdeführer erhebliche</span><br/> <span class="ft1">private Interessen, das Gebiet des Kantons Aargau weiterhin betreten</span><br/> <span class="ft1">zu können. Immerhin lebt sein Bruder hier und der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rer pflegt offenbar intensiven Kontakt zu ihm. Am Interesse des Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführers, seinen Bruder im Kanton Aargau weiterhin besu-</span><br/> <span class="ft1">chen zu können, ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer nicht</span><br/> <span class="ft1">berechtigt war, im Kanton Aargau Wohnsitz zu nehmen, sondern of-</span><br/> <span class="ft1">fenbar als Asylbewerber dem Kanton Genf zugewiesen worden war.</span><br/> <span class="ft1">3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Führen eines</span><br/> <span class="ft1">Personenwagens ohne gültigen Ausweis eine Störung der öffentli-</span><br/> <span class="ft1">chen Ordnung darstellt. Nachdem der Verstoss gegen das Strassen-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">455</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">verkehrsgesetz im Kanton Aargau festgestellt wurde, kann er grund-</span><br/> <span class="ft1">sätzlich auch als Grundlage für die Anordnung einer Ausgrenzung</span><br/> <span class="ft1">dienen. Da jedoch keine konkrete Gefährdung anderer Verkehrsteil-</span><br/> <span class="ft1">nehmer vorlag und keine Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, dass</span><br/> <span class="ft1">der Beschwerdeführer erneut einen Personenwagen ohne Führeraus-</span><br/> <span class="ft1">weis lenken wird, und weil zudem keine weiteren Störungen der öf-</span><br/> <span class="ft1">fentlichen Sicherheit und Ordnung vorliegen, ist insgesamt lediglich</span><br/> <span class="ft1">von einem kleinen öffentlichen Interesse an der Ausgrenzung aus</span><br/> <span class="ft1">dem Gebiet des Kantons Aargau auszugehen. Dem stehen gewichti-</span><br/> <span class="ft1">gere private Interessen entgegen, die das öffentliche Interesse</span><br/> <span class="ft1">überwiegen. Unter diesen Umständen ist die Beschwerde gutzuheis-</span><br/> <span class="ft1">sen und die Anordnung der Ausgrenzung aufzuheben.</span><br/> <span class="ft1">4. Festzuhalten bleibt, dass der Beschwerdeführer, der sich im</span><br/> <span class="ft1">Moment in Ausschaffungshaft befindet, nach seiner Ausschaffung</span><br/> <span class="ft1">nicht berechtigt ist, aufgrund des vorliegenden Entscheides in die</span><br/> <span class="ft1">Schweiz einzureisen. Der Entscheid bedeutet nur, dass es ihm, bei ei-</span><br/> <span class="ft1">nem späteren legalen Aufenthalt in der Schweiz, nicht verwehrt ist,</span><br/> <span class="ft1">das Gebiet des Kantons Aargau zu betreten. Sollte er später wieder</span><br/> <span class="ft1">gegen die Rechtsordnung verstossen, bleibt es dem Migrationsamt</span><br/> <span class="ft1">unbenommen, die Anordnung fremdenpolizeilicher Massnahmen er-</span><br/> <span class="ft1">neut zu prüfen.</span><br/></div> </div> </body> </html>