13. Juni 1983 N 714 Bundesverfassung (Schweizer Bürgerrecht) #ST# 82.019 Bundesverfassung (Schweizer Bürgerrecht) Constitution fédérale (nationalité suisse) Siehe Seite 44 hiervon - Voir page 44 ci-devant Beschluss des Ständerates vom 16. März 1983 Décision du Conseil des Etats du 16 mars 1983 Differenzen - Divergences Bundesbeschluss B - Arrêté fédéral B Art. 44bis Antrag der Kommission Festhalten Antrag Jeanneret Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Art. 44"* Proposition de la commission Maintenir Proposition Jeanneret Adhérer à la décision du Conseil des Etats M. Zbinden, rapporteur: II subsiste une divergence à pro- pos de l'arrêté fédéral portant revision du droit de nationa- lité dans la constitution fédérale. Les deux Chambres ont adopté l'arrêté A modifiant 'article 44 de la constitution qui règle l'acquisition du droit de cité par filiation, par mariage et par adoption, ainsi que la natura- lisation ordinaire. Il y a également convergence entre les textes des deux Chambres à l'article 54, 2e alinéa, concer- nant l'interdiction d'expulser un Suisse, de même qu'il y a accord entre elles quant à l'abrogation de l'article 54, 4° ali- néa. L'arrêté B vise l'introduction dans la constitution d'un nou- vel article 44t»s, relatif à la naturalisation facilitée des jeunes étrangers élevés en Suisse, des réfugiés et des apatrides. Jusque-là, il n'y a maintenant plus de divergence entre les textes proposés par le Conseil national et par le Conseil des Etats. La commission de votre conseil, à la quasi-unanimité, avait proposé l'adjonction d'une condition particulière à la natu- ralisation facilitée des jeunes étrangers élevés en Suisse, des réfugiés et des apatrides: ces requérants doivent être adaptés au mode de vie suisse. Cette adjonction a donné lieu à une longue discussion au sein de la commission, qui est arrivée à la conclusion que cette précision s'imposait. Votre conseil avait suivi la com- mission essentiellement pour des raisons politiques et afin d'accroître les chances de succès de ces arrêtés en vota- tion populaire, à laquelle les deux arrêtés doivent être sou- mis. Le Conseil des Etats, par un vote qui a été pour nous une surprise mais qui est l'expression d'une volonté assez nette, pusque'elle s'est exprimée par 27 voix contre 2, a maintenu sa première version et refusé l'adjonction de la disposition concernant l'adaptation au mode de vie suisse que notre conseil avait votée. Il a estimé que cette adjonc- tion était superflue puisque, selon lui, c'est une évidence que seuls peuvent bénéficier de la procédure de la naturali- sation facilitée ceux qui se sont adaptés à notre pays. Même si cela était vrai, votre commission, à l'unanimité, vous propose de maintenir cette adjonction. Nous sommes tous et toutes d'avis qu'elle est nécessaire si nous voulons faire comprendre au peuple le sens et l'esprit de cette dis- position constitutionnelle relative à la naturalisation facilitée. C'est ainsi que nous pourrons, et c'est là notre conviction, accroître les chances d'adoption de ces deux projets en votation populaire. Müller-Aargau, Berichterstatter: Wir haben uns heute leider mit einer weiteren Differenz zum Ständerat in Sachen Schweizer Bürgerrecht zu befassen. Ich mochte die Vorge- schichte in Erinnerung rufen: Die Probleme, die sich bei der Weitergabe des Bürgerrechtes durch die im Ausland lebende Schweizerin, die mit einem Ausländer verheiratet ist, ergeben, müssen ausgeräumt werden. Der heutige Text von Artikel 44 BV, der zum Teil aus der Zeit stammt, als die mit einem Ausländer verheiratete Schweizerin ihr Bürger- recht nicht behalten und es daher auch nicht ihren Kindern vermitteln konnte, sieht immer noch vor, dass nur in der Schweiz geborene Kinder einer Schweizerin das Schweizer Bürgerrecht erwerben können. Diese Ungerechtigkeit, die sogar dazu führen kann, dass eine Schweizerin Kinder ver- schiedener Nationalität hat, sollte möglichst rasch eliminiert werden. Der Nationalrat sah deshalb eine kleine Teilrevision von Artikel 44 vor. Der Ständerat hingegen wollte - zusam- men mit dem Bundesrat - den ganzen Artikel 44 revidieren und damit die Fragen um die erleichterte Einbürgerung jun- ger, in der Schweiz geborener Ausländer wie auch von Flüchtlingen und Staatenlosen miteinbeziehen. Um die Sache zu beschleunigen, behandelte der Ständerat diese grosse Revision gleich als Erstrat und teilte die Vor- lage aus abstimmungstaktischen und politischen Gründen in zwei Teilvorlagen auf, Artikel 44 und Artikel 44bis, die nachher - in der Verfassung - zu einem Artikel 44 vereinigt werden sollten. Die Dringlichkeit der ursprünglichen Frage um die Kinder der im Ausland lebenden Schweizerin ver- langte diese Rücksichtnahme. Die erleichterte Einbürgerung von jungen, in der Schweiz aufgewachsenen oder geborenen Ausländern sowie von Flüchtlingen und Staatenlosen wird sicher auf bedeutend mehr und härteren Widerstand stossen als die erste Frage. Die nationalrätliche Kommission hat versucht, diese takti- schen Überlegungen des Ständerates weiterzuführen, und wollte dann die erleichterte Einbürgerung von Flüchtlingen und Staatenlosen herauslösen und auf später verschieben. Der Nationalrat ist am 2. Februar 1983, in der Sonderses- sion, der Mehrheit der Kommission nicht gefolgt, sondern hat einem Kompromissvorschlag von Kollege Weber-Arbon den Vorzug gegeben, der, immer noch aus abstimmungs- technischen und politischen Gründen, den Bundesbe- schluss B folgendermassen ergänzte: «Der Bund kann die Einbürgerung junger, in der Schweiz aufgewachsener Aus- länder sowie von Flüchtlingen und Staatenlosen erleichtern, sofern sie sich in die schweizerischen Verhältnisse einge- lebt haben.» Dieser Zusatz bezieht sich sowohl auf die jun- gen Ausländer wie auch auf die Flüchtlinge und Staatenlo- sen. Begrüssung - Bienvenue Präsident: Ich darf auf der Tribüne den Bundesminister für Post und Fernmeldewesen der Bundesrepublik Deutsch- land, Herrn Dr. Christian Schwarz-Schilling, begrüssen. (Beifall) Müller-Aargau, Berichterstatter: Ich fahre fort: Dieser Zusatz von Kollege Weber-Arbon bezieht sich auf die jun- gen Ausländer wie auf die Flüchtlinge und Staatenlosen. Für die ersteren ist diese Bedingung belanglos. Für die letzte- ren dagegen von etlicher Bedeutung. Mit dieser Version glaubte unser Rat, die vordringlichere Einbürgerung von unechten Ausländern durch die emotional belastete erleich- terte Einbürgerung von Flüchtlingen und Staatenlosen weniger zu gefährden.Constitution fédérale (nationalité suisse) 715 N 13 juin 1983 Nun hat der Ständerat am 16. März Festhalten an seiner Formulierung beschlossen. Zwar hat der Kommissionsprä- sident den Überlegungen des Nationalrates nicht jede Berechtigung abgesprochen, aber die ständerätliche Kom- mission war einhellig der Meinung, dass solche Einzelheiten ins Gesetz gehören und für den Verfassungsartikel über- flüssig seien. Obwohl Herr Ständerat Dreyer, der Kommis- sionspräsident, von einem zu erwartenden starken Wider- stand bei der Volksabstimmung sprach, hat der Ständerat dem Vorschlag seiner Kommission ohne jede Diskussion zugestimmt. Damit bleibt eine Differenz zum Nationalrat. Es geht hier nicht um Prestige; es geht um die Sache. Unsere Befürchtungen sind in der nationalrätlichen Debatte vielfach ausgeführt und eingehend besprochen worden. Dies alles ist heute noch gültig. Herr Bundesrat Friedrich hat sich im Ständerat für den nationalrätlichen Zusatz ausgesprochen, auch wenn er ihn nicht besonders elegant findet. Trotz Gegensatz zum Bundesrat hat der Ständerat - wie gesagt - ohne jede Diskussion mit 27 zu 2 Stimmen abgelehnt. Mir scheint, hier habe der Ständerat etwas allzu kurzen Prozess gemacht. Schliesslich liegen unserem Vorgehen die genau gleichen Überlegungen zugrunde, wie sie uns vom Ständerat bezüg- lich der Aufteilung der Vorlage in Bundesbeschluss A und B vorexerziert worden sind. Wir haben das abstimmungstakti- sche Vorgehen als berechtigt und als fair eingestuft. Wenn bezüglich Flüchtlingen und Staatenlosen bei den Stimmbür- gern Misstrauen herrscht, so gilt es, diesem Misstrauen mit einer zusätzlichen Klärung im Verfassungstext zu begeg- nen. Der Hinweis auf die dazugehörigen kommenden Gesetzesbestimmungen gelten gern und oft als Ausrede oder leeres Versprechen. Das lässt sich im Vorfeld der Abstimmung nicht wegräumen. In der Zwischenzeit ist die Stimmung bezüglich Flüchtlingen in der breiten Bevölkerung noch bedeutend schlechter geworden. Es weht momentan ein harscher Wind. Das wird auch dem Ständerat nicht verborgen geblieben sein. So wie die Vorlage nach Version Ständerat jetzt aussieht, können wir ihr seitens der Kommission in der Volksabstimmung wenig Chancen einräumen. Daher gilt es, dem Ständerat Gelegenheit zu geben, diese Frage doch noch gründlicher zu behandeln und vor allem die heutige Lage noch besser miteinzubeziehen. Ich beantrage Ihnen namens der einstimmigen Kommission Festhalten am Antrag des Nationalrates. M. Jeanneret: Nous voudrions expliquer brièvement les motifs pour lesquels le groupe libéral vous propose d'en rester à la décision du Conseil des Etats du 16 mars 1983, qui suggère de ne pas ajouter le membre de phrase: «à condition qu'ils se soient adaptés au mode de vie suisse». En effet, il nous apparaît qu'il convient de ne pas poursuivre cette partie de ping-pong entre les deux Chambres et qu'il est indispensable de se fixer enfin sur un texte cohérent et crédible. Comme le président et le rapporteur l'ont rappelé, le dossier est devenu si lourd et si complexe qu'il est pres- que nécessaire, chaque fois qu'on l'ouvre à nouveau, de refaire l'historique des divers projets, afin d'être bien com- pris. Le Conseil des Etats a proposé en premier lieu de scinder la question du statut de l'enfant né du mariage d'une Suis- sesse avec un étranger, de celle des jeunes étrangers éle- vés en Suisse. Comme l'on y a ensuite ajouté la question des réfugiés et des apatrides, la commission, puis le plé- num du Conseil national, ont hésité et ont suggéré deux formules, soit ne pas introduire dans la loi le problème des réfugiés et apatrides, soit le maintenir dans le texte mais 'conjointement avec le membre de phrase qui est. aujourd'hui en discussion. Cette deuxième solution l'a emporté de très peu, lors de notre session de février 1983, et elle a été transmise au Conseil des Etats. Ce dernier en est resté à sa première proposition, qui est un terme inter- médiaire entre les deux solutions qui avaient été envisa- gées par le Conseil national. Restons-en donc là et cessons de procéder à des navettes car toutes ces divergences ne vont pas aider à résoudre une question déjà hypersensibili- sante. Nous sommes d'autant plus à l'aise pour soutenir cette position que nous avions voté en février en faveur du texte ne prévoyant pas cette adjonction. En outre, comme cela a été rappelé au Conseil des Etats, notamment par le président de la commission, M. Pierre Dreyer, nous sommes en droit constitutionnel. Il est donc indispensable de présenter au peuple et aux cantons des solutions simples, compréhensibles et objectives. Le texte retenu par le Conseil des Etats satisfait à toutes ces exi- gences et est de nature à poser le problème de manière défendable devant l'électoral, quoi que chacun puisse libre- ment penser du fond. Une telle phrase est admissible au maximum au niveau de la législation et n'a pas à figurer dans un texte constitutionnel. D'ailleurs, comme cela a été rappelé devant le Conseil des Etats, une telle exigence est superfétatoire: «Cette condition est exigée de la part de ceux qui requièrent la naturalisation par la voie de la procé- dure ordinaire et elle s'ajoute aux conditions d'ordre formel, telles que la durée du séjour en Suisse.» Notre troisième motif concerne le fond. Certes, la démarche de la majorité du Conseil national du mois de février part de bons sentiments; elle a un aspect d'ordre psychologique et politique, vous l'avez entendu tout à l'heure. En outre, nous savons que c'est un soi-disant garde-fou vis-à-vis du constituant au moment où beaucoup de Suisses sont de nouveau sensibilisés au problème des étrangers. Cependant, cet argument ne tient pas sur le plan de la solidité des textes, de la clarté et de l'honnêteté. Nous irons même plus loin en affirmant que c'est un acte discri- minatoire et déplaisant que d'imposer, sur le plan de la Charte fondamentale d'un pays, une telle condition, aussi subjective, aussi floue et finalement aussi arbitraire que cette phrase, à des réfugiés et à des apatrides qui méritent compréhension mais aussi clarté. Le Conseil des Etats a eu raison de maintenir sa version, il défend un texte de qualité. Nous sommes persuadés, pour avoir encore interrogé le président de la commission, qu'il ne reviendra pas en arrière; la navette ne doit pas de poursuivre, le Conseil national serait bien avisé de se ranger à l'avis du Conseil des Etats, d'en rester là et de suivre notre proposition. Bundesrat Friedrich: Ich bitte Sie meinerseits, den Antrag Ihrer Kommission zu unterstützen und an Ihrem Beschluss festzuhalten. Man kann selbstverständlich sagen, dass die- ser Zusatz, rein verfassungsrechtlich gesehen, eigentlich nicht nötig sei. Voraussetzung für eine Einbürgerung ist ohnehin, dass der Bewerber sich in unsere schweizeri- schen Verhältnisse eingelebt hat. Wir wissen das; aber für den Stimmberechtigten hat der Zusatz effektiv eine politi- sche Bedeutung. Wir sagen deutlich, dass die erleichterte Einbürgerung nicht irgendwie wahllos erfolgen darf, son- dern nur, wenn die Betreffenden sich in die schweizeri- schen Verhältnisse eingelebt haben. Dieser Zusatz macht die Bestimmung auch nicht kompliziert, wie vorhin dargetan worden ist. Wir haben in jüngster Zeit sehr viel komplizier- tere Verfassungsartikel erlassen. Es wird keine leichte Abstimmung sein. Die Sprecher der Kommission haben mit Recht darauf hingewiesen, und wir haben allen Grund, die Voraussetzungen für diese Abstim- mung so gut wie möglich zu gestalten. Es geht also nicht einfach um ein Pingpongspiel mit dem Ständerat, sondern es geht um einen wesentlichen Entscheid, der in der poli- tisch-psychologischen Sphäre anzusiedeln ist. Ich bitte um Unterstützung des Kommissionsantrages. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission 95 Stimmen Für den Antrag Jeanneret 14 Stimmen An den Ständerat - Au Conseil des EtatsSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Bundesverfassung (Schweizer Bürgerrecht) Constitution fédérale (nationalité suisse) In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1983 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 05 Séance Seduta Geschäftsnummer 82.019 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 13.06.1983 - 14:30 Date Data Seite 714-715 Page Pagina Ref. No 20 011 462 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.