Heure des questions 1198 N 12 juin 1995 #ST# Sechste Sitzung - Sixième séance Montag, 12. Juni 1995, Nachmittag Lundi 12 juin 1995, après-midi 14.30 h Vorsitz - Présidence: Frey Claude (R, NE) Fragestunde Heure des questions 95.5083 Frage Reimann Maximilian Führung der Eidgenössischen Versicherungskasse Question Reimann Maximilian Gestion de la Caisse fédérale d'assurance Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 1. Trifft es zu, dass der Bundesrat den Direktionsposten der EVK insofern doppelt besetzen liess, als die eine - auf dem «Günstlingsprinzip» beruhende - Besetzung den Rang und den Namen zugewiesen erhielt, die andere - auf dem Fähig- keitsprinzip beruhende - die Arbeit? 2. War der Bundesrat nicht in der Lage, den Posten einer ein- zigen Person zu übertragen, die «in einem GUSS» dem ge- samten Anforderungsprofil entsprochen hätte? Texte de la question du 12 juin 1995 1. Est-il vrai que le Conseil fédéral a dédoublé la direction de la CFA, une personne recevant le rang et le titre de directeur, par favoritisme, et l'autre se voyant attribuer le travail, en vertu de ses capacités? 2. Le Conseil fédéral n'était-il donc pas en mesure de confier le poste à une seule personne en laquelle se serait trouvées réunies toutes les qualités nécessaires? Stich Otto, Bundesrat: Zur ersten Frage: Der Bundesrat hat die bisherige Vizedirektorin gewählt, die sich als Abteilungs- leiterin der Pensionskasse des Bundes bereits in diese Auf- gabe eingearbeitet hatte. Würde der Bundesrat das Prinzip der Günstlingswirtschaft kennen und anwenden, hätte er für den Posten der Direktion der EVK niemals einen Günstling und noch weniger das weibliche Gegenstück dazu gewählt, denn dieser Posten ist wenig attraktiv, aber dafür mit sehr viel Arbeit und Verantwortung verbunden. Zur zweiten Frage: Der Bundesrat hat Frau Baumann allein die volle Verantwortung übertragen. Er hat aber gleichzeitig einen externen Spezialisten mit Controllingaufgaben betraut. Dieser steht dem Bundesrat und natürlich auch den parla- mentarischen Kommissionen für Auskünfte ebenfalls zur Verfügung. 95.5091 Frage Wittenwiler Illegaler Fleischimport Question Wittenwiler Importations illégales de viande Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 1. Was gedenkt der Bundesrat gegen illegale Fleischimporte aus der EU, vor allem im Hinblick auf die im Gatt-Abkommen vorgesehenen Schutzinstrumente, zu tun? 2. Warum werden die Namen dieser «Organisationen» nicht veröffentlicht? Texte de la question du 12 juin 1995 1. Qu'est-ce que le Conseil fédéral entend faire pour lutter contre les importations illégales de viande en provenance de l'Union européenne, compte tenu notamment des moyens de protection prévus par l'Accord du Gatt? 2. Pour quelles raisons les noms des «organisations» en question ne sont-ils pas révélés? Stich Otto, Bundesrat: Die Eidgenössische Zollverwaltung ist sich bewusst, dass beim Vieh- und Fleischschmuggel grosse Abgabebeträge auf dem Spiel stehen und wesentli- che Konkurrenznachteile zu Lasten der korrekt handelnden Importeure und der Inlandproduzenten entstehen. Sie ste- hen aber in keinem Verhältnis zu den legalen Importen. Trotzdem hat die Eidgenössische Zollverwaltung die Risiko- analysen überprüft, und sie passt die Kontrollen nach Mög- lichkeit entsprechend an. Zudem wird sie zusammen mit an- deren Behörden aus dem Lebensmittel- und Veterinärwesen usw. und den Branchenverbänden prüfen, mit welchen zu- sätzlichen Mitteln gemeinsam gegen den Vieh- und Fleisch- schmuggel vorgegangen werden soll. Insbesondere geht es um den gegenseitigen Austausch von Informationen über Feststellungen bei Betriebskontrollen im Inland. Weil die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist - sie wird noch einige Zeit beanspruchen, denn es handelt sich um einen grossen Schmuggelfall, der weitverzweigte Ermittlun- gen nötig macht -, können wir hierüber noch nichts Definiti- ves sagen. Das Untersuchungsverfahren ist von Gesetzes wegen nichtöffentlich. Öffentlich ist nur das Verfahren vor Gericht. Bis dahin profitieren Beschuldigte vom Amtsgeheim- nis. Auch die Zollverwaltung ist daran gebunden. 95.5100 Frage Miesch Kantonalbankenstatut Question Miesch Statut des banques cantonales Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Wie erklärt der Bundesrat die Tatsache, dass innert zwei Mo- naten der Bundesrat und die Kartellkommission zu vollkom- men gegensätzlichen Schlüssen in bezug auf die künftige Ausgestaltung des Kantonalbankenstatuts kamen? Texte de la question du 12 juin 1995 Comment le Conseil fédéral explique-t-il qu'en l'espace de deux mois, lui et la Commission des cartels sont arrivés à des conclusions totalement opposées sur le futur statut des ban- ques cantonales? Stich Otto, Bundesrat: Die beiden Berichte legen die Ge- wichte zwar etwas anders, kommen aber keineswegs zu völ-12. Juni 1995 N 1199 Fragestunde lig entgegengesetzten Schlüssen. Die andere Gewichtung ergibt sich aus dem unterschiedlichen Blickwinkel. Der Bundesrat untersucht in seinem Bericht in erster Linie, ob sich eine unmittelbare Änderung der Bundesgesetzge- bung über die Banken aufdrängt, und verneint dies. Die Kar- tellkommission empfiehlt den Kantonen aus Sicht des Wett- bewerbs, in letzter Konsequenz die Sonderstellung der Kan- tonalbanken in allen Belangen langfristig zu überprüfen und aufzuheben. Dies würde die Umwandlung der Kantonalban- ken in grössere Regionalbanken bedeuten. Das Bankenge- setz lässt eine solche Lösung bereits heute ohne weiteres zu. Zur Vermeidung einer Täuschung des Publikums darf eine solche Bank ohne Staatsgarantie aber die Firma «Kan- tonalbank» nicht mehr gebrauchen. Ob die Kantone und das Publikum wirklich eine Regionalbank statt einer Kantonal- bank wollen, bleibt abzuwarten. Jedenfalls ist es ein kantona- ler Entscheid. In anderen Punkten stimmen Bundesrat und Kartellkommis- sion völlig überein, z. B. bei der Empfehlung, die Kantone sollten die Kantonalbanken der Aufsicht der EBK unterstel- len. Sie werden dies, auch aus eigenem Interesse, ohne Ob- ligatorium tun. 95.5106 Frage Gonseth Unkritische Vorreiterrolle der Schweiz bei der Registrierung des Gentech-Tollwutimpfstoffes Raboral? Question Gonseth Enregistrement du vaccin antirabique Raboral. La Suisse aurait-elle agi à la légère? Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 1. Wurden vor dem Entscheid des BVET, in der Schweiz als erstem Land den Tollwutimpfstoff Raboral zu registrieren, die Stellungnahmen anderer betroffener Bundesämter, wie Bu- wal und BAG, eingeholt? 2. Ist der Bundesrat bereit, umgehend eine transparente In- formation der Öffentlichkeit herzustellen und die Entschei- dungsgrundlagen offenzulegen? Kann der Bundesrat bestä- tigen, dass alle Bedenken betreffend Gesundheitsgefähr- dungen für den Menschen und die Entstehungsgefahr neuer Viren ausgeräumt werden konnten? Texte de la question du 12 juin 1995 1. L'OVF a-t-il consulté d'autres offices fédéraux concernés, comme l'Ofefp et l'OFSP, avant de prendre la décision par la- quelle la Suisse devient le premier pays à enregistrer le vac- cin antirabique Raboral? 2. Le Conseil fédéral est-il disposé à informer dûment le pu- blic et à faire connaître les motifs de ladite décision? Peut-il confirmer que tout danger pour la santé de l'homme et tout risque de voir se former de nouveaux virus ont pu être écar- tés? Delamuraz Jean-Pascal, conseiller fédéral: En me voyant, comment pourrait-on imaginer que la Suisse ait agi à la lé- gère? Je crois pouvoir répondre à vos deux questions, Madame Gonseth, de la manière suivante: 1. A plusieurs reprises, au cours de la procédure d'enregis- trement, l'Office vétérinaire fédéral, qui est l'office fédéral compétent, a discuté la question du Raboral avec l'Office fé- déral de la santé publique, avec l'Office fédéral de l'environ- nement, des forêts et du paysage, et avec l'Office fédéral de l'agriculture. Une fois clarifiées un certain nombre de ques- tions qui étaient posées, les offices n'ont fait aucune objec- tion à l'utilisation de ce vaccin pour la vaccination des renar- deaux. L'enregistrement est sous la responsabilité de l'Office vétérinaire fédéral. 2. Je peux vous dire qu'une information approfondie du pu- blic est prévue, parce qu'elle est indispensable, naturelle- ment. Elle devrait intervenir à temps, avant la campagne de vaccination des renardeaux, et cette campagne, Madame Gonseth, aura lieu à l'été 1996. C'est dire qu'il nous reste en- core une année pour, peu à peu, faire cette information pu- blique et prévenir l'ensemble de nos concitoyens. Lorsque l'on a évalué - vous connaissez ce sujet bien mieux que moi, naturellement - les risques et les avantages de l'opération, les dangers pour la santé publique et les risques de voir apparaître de nouveaux virus ont finalement, summa summarum, été estimés plus faibles, et même beaucoup plus faibles que l'utilité de ce vaccin pour lutter contre la rage. C'est ce calcul global qui, finalement, a déterminé l'autorité à autoriser le virus radical, pardon: Raboral! Gonseth Ruth (G, BL): Herr Bundesrat, ich bin natürlich mit Ihrer Antwort nicht zufrieden. Erstens einmal wegen der In- formation. Ich wollte vom BVET sofort Informationen dar- über, auf welchen Grundlagen Sie nun die Zulassungsbewil- ligung erteilt haben. Ich habe als erstes die Antwort erhalten, dass diese Grundlagen eigentlich geheim sind. Erst in zwei- ter Linie, nachdem im «Tages-Anzeiger» ein Artikel erschie- nen ist, hat mir Herr Direktor Kihm vom BVET telefonisch mit- geteilt, er gebe mir Informationen. Ich meine, dass solche In- formationen wirklich an die Öffentlichkeit gehören. Das Zweite: Sie können die Gefahren nicht ausräumen. Das Deutsche Bundesamt für Gesundheitswesen hat ja erwirkt, dass dieser Impfstoff in der EU nicht zugelassen wurde, weil diese Gefahren nicht ausgeräumt werden konnten. Ich habe inzwischen auch Ihre Antwort auf meine Interpella- tion erhalten. Darin schreibt der Bundesrat selber: «Bei ei- nem allfälligen Kontakt von Menschen mit dem Impfstoff kann der Ausbruch von Pocken mit grosser Wahrscheinlich- keit ausgeschlossen werden.» Aber es heisst nicht: «Es be- steht keine Gefahr mehr.» Das gleiche besagt auch die Aussage, es sei kaum zu erwar- ten, dass aus dem Impfvirus ein für Mensch oder Tier gefähr- licher Virus entstehen könnte. Sie haben die Gefahren nicht ausgeschlossen, aber den Impfstoff trotzdem zugelassen, obwohl wir unser Umweltschutzgesetz noch nicht verab- schiedet haben. Herr Bundesrat, ich möchte Sie einfach fragen, ob Sie nicht bereit sind, auf diesen Entscheid zurückzukommen. Le président: La petite question de Mme Gonseth était «ra- dicalement» longue! La parole est à M. Delamuraz, con- seiller fédéral. Delamuraz Jean-Pascal, conseiller fédéral: Je serai «rabo- ralement» court. Madame Gonseth, sur le plan de l'informa- tion, ce qui vous a été répondu se situait sans doute dans la phase où un certain secret de délibération était nécessaire, mais dès maintenant, si je ne suis pas votre conseil, qui se- rait de revenir sur l'autorisation, et si véritablement à l'été 1996 on utilise ce vaccin, l'information doit être totale. Il ne peut pas y avoir autre chose que de la transparence si l'on veut pouvoir être crédible et si l'on veut éviter que germent dans l'esprit de nos concitoyens toute une série de craintes, de dangers ou de suspicions. J'en prends l'engagement: l'in- formation doit être totale. Quant à votre deuxième question complémentaire, je cons- tate que le Raboral est utilisé par deux Etats de l'Union euro- péenne dans le cadre de la directive ad hoc de la Commu- nauté européenne, c'est-à-dire d'une dissémination expéri- mentale et, pour cette raison, le Raboral n'est pas enre- gistré. Nous pensons qu'il est tout à fait convenable qu'au vu des résultats des vaccinations entreprises en Belgique, en France - pour citer ces deux pays -, mais aussi aux Etats- Unis où ont été distribuées 6 millions de doses, que des essais supplémentaires dans notre pays ne s'imposent pas. Il n'est pas prévu de procéder au largage dans la nature du vaccin en Suisse. Il est prévu de le placer de manière sélec-Heure des questions 1200 N 12 juin 1995 tive à la sortie des terriers. Nous avons, je crois, vraiment mis toutes les chances de notre côté, et je le répète, summa summarum, la calculation du danger et du risque nous conduit à un bilan positif. Voilà la raison pour laquelle il a été introduit et autorisé pour l'été 1996. Mais je crois que nous avons encore du temps, et je mettrai à profit les compé- tences scientifiques qui sont les vôtres pour réexaminer le problème, moi, le pauvre économiste et le pauvre politique qui ne sait rien du tout. 95.5087 Frage Gadient Ungenügende Bahnverbindungen nach Graubünden Question Gadient Liaisons ferroviaires insuffisantes à destination des Grisons Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Ich frage den Bundesrat: 1. Wie rechtfertigt er die - mit Blick auf die Bedeutung des Tourismus und des touristischen Reiseverkehrs für unser ganzes Land - unverständlichen und unverantwortlichen Verschlechterungen der Bahnverbindungen nach Graubün- den mit dem neuen SBB-Fahrplan? (Abbau der direkten in- ternationalen Verbindungen, in der Regel nur noch Schnell- züge mit Vorortscharakter zwischen Zürich und Chur, weiter- hin nur eine umsteigefreie Direktverbindung nach Zürich- Flughafen und keine umsteigefreien Verbindungen in die Westschweiz.) 2. Was gedenkt er zur sofortigen Verbesserung dieser un- haltbaren Situation zu unternehmen, um so mehr als sich Graubünden seit Jahren bemüht, den qualitativen Tourismus zu fördern, und in diesem Zusammenhang insbesondere auch versucht, die Feriengäste zur Anreise per Bahn zu mo- tivieren? Texte de la question du 12 juin 1995 Je pose deux questions au Conseil fédéral: 1. Vu l'importance pour notre pays du tourisme et du trafic ferroviaire afférent, comment justifie-t-il la détérioration - aussi stupide qu'incompréhensible - des liaisons CFF à des- tination du canton des Grisons depuis la parution du nouvel indicateur des chemins de fer (réduction du nombre des li- gnes internationales directes; quasi-totalité des trains directs entre Zurich et Coire composés de voitures de type RER; toujours qu'une seule liaison directe par jour à destination de l'aéroport de Zurich; pas de liaison directe en direction de la Suisse romande)? 2. Qu'entend-il entreprendre pour remédier immédiatement à cette situation intolérable, d'autant plus que le canton des Grisons s'efforce depuis des années de développer un tou- risme de qualité et tente aussi d'inciter les touristes à se ren- dre aux Grisons en train? Ogi Adolf, Bundesrat: Zwei Fragen, zwei Antworten: Zur ersten Frage: Auf der Strecke Zürich-Chur verkehren stündlich Schnellzüge. Sie bedienen sieben Zwischenstatio- nen. Je nach tageszeitlicher und saisonaler Nachfrage wer- den zusätzliche IC-Züge Zürich-Chur ohne Halt zwischen Zürich und Landquart geführt. Neue Schnellverbindungen Chur-Zürich-Basel sind geschaffen, und eine Spätverbin- äung Zürich-Chur-Zürich ab 23.10 Uhr, Chur an 00.48 Uhr - ist wieder eingeführt worden. Schliesslich wurde der Stun- dentakt mit Schnellzügen bzw. beschleunigten Regionalzü- gen St. Gallen-Sargans-Landquart-Chur eingeführt. Im Laufe des Fahrplanverfahrens, Frau Gadient, sind die SBB den Wünschen des Kantons Graubünden weitgehend entgegengekommen. Im Rahmen dieses Verfahrens hat der Kanton Graubünden dem Bundesamt für Verkehr keine strit- tigen Begehren zum Entscheid vorgelegt. Die SBB müssen den Schnellzugsverkehr nach marktwirt- schaftlichen Grundsätzen gestalten. Er hat sich demnach nach der Nachfrage zu richten. Noch eine kurze Antwort zu Ihrer zweiten Frage: Der Bun- desrat sieht keine Veranlassung, in den unternehmerischen Bereich der SBB einzugreifen. 95.5093 Frage Pini Südliche Gotthardlinie. Ankündigung der Stationen Question Pini Tronçon méridional du Gothard. Affichage des arrêts des trains Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Bekanntlich gibt es nur wenige Schnellzüge von Luzern nach Chiasso, welche ausser in Airolo auch in Faido und Biasca halten. In den wenigsten Fällen wird bekanntgegeben, an welchen Bahnhöfen die Schnellzüge vor Bellinzona halten. Dies ist für die Fahrgäste sehr lästig. Sie müssen vom Zug- personal entsprechende Informationen verlangen. Könnte der Bundesrat die SBB nicht dazu bewegen, die Sta- tionen auf der südlichen Gotthardlinie besser anzukündigen? Texte de la question du 12 juin 1995 Rares sont, on le sait, les trains directs de Lucerne à Chiasso qui s'arrêtent, en plus d'Airolo, aussi à Faido et à Biasca. En outre, les arrêts des convois ferroviaires directs du trafic voyageurs avant Bellinzone sont rarement indiqués, au grand embarras des passagers qui doivent demander des précisions au personnel du train. Le Conseil fédéral pourrait-il suggérer à l'administration des CFF d'améliorer les informations relatives aux arrêts des trains au sud du Gothard? Ogi Adolf, Bundesrat: Die heute eingesetzten Perronanzei- ger der SBB können nicht beliebig viele Informationen anzei- gen. Grenzen setzen vor allem die Lesbarkeit sowie die Ka- pazität der Anlagen. Die SBB sind jedoch bestrebt, Herr Pini, das technische Informationssystem kundenorientiert zu opti- mieren. Auch hier geht es um den unternehmerischen Be- reich der SBB. 95.5095 Frage Iten Joseph Reparaturarbeiten im Gotthard-Strassentunnel Question Iten Joseph Travaux dans le tunnel routier du Gothard Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Besteht im EVED bereits ein Konzept, wie der Nord-Süd-Ver- kehr auf der N 2 zu regeln und bewältigen wäre, wenn die im- mer wahrscheinlicher werdenden Reparaturarbeiten im Gott- hard-Strassentunnel in den Monaten, wo der Gotthardpass geschlossen ist, durchgeführt werden müssten? Wenn ja, wie lautet dieses Konzept? Texte de la question du 12 juin 1995 Le DFTCE a-t-il prévu la façon de régler et maîtriser le trafic nord-sud sur la N 2 si les travaux dans le tunnel routier du Gothard, qui paraissent de plus en plus probables, devaient12. Juni 1995 N 1201 Fragestunde être effectués au cours des mois pendant lesquels le col du Gothard est fermé? Dans l'affirmative, quels sont ces pro- jets? Ogi Adolf, Bundesrat: Herr Iten, ein solches Konzept besteht. Bereits in den Jahren 1988 und 1989 wurde die lang- und mittelfristige Unterhaltsplanung für den Gotthardtunnel in Auftrag gegeben. Seit 1990 liegt diese Planung, genannt «Gotthard 2000», vor. Sie umfasst alle geplanten Unterhalts- arbeiten bis ins Jahr 2010. Dabei ist es möglich, die Arbeiten zu verkehrsschwachen Zeiten in den Monaten Juni, September und Oktober durch- zuführen. In Zeiten, wo der Pass geschlossen ist, sind nur während einzelnen Nächten Baustellen notwendig. Der Tun- nel wird dann im Einspurverkehr mit einer Lichtsignalanlage betrieben. 95.5098 Frage Dünki Telecom PTT. Schweige- oder Schmiergelder Question Dünki Télécom PTT. Pots-de-vin Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Stimmen die in einer grossen Tageszeitung gegen die Tele- com PTT erhobenen schweren Vorwürfe wegen Bezahlung von Schweige- oder Schmiergeldern (Hochhausprojekt Win- terthur)? Wie hoch sind allenfalls die an Rekurrenten ausbe- zahlten Summen, und wie beurteilt der Bundesrat die uner- freuliche Situation? Texte de la question du 12 juin 1995 Les graves reproches formulés par un important quotidien à rencontre de l'entreprise Télécom PTT, soupçonnée d'avoir versé des pots-de-vin (projet de gratte-ciel à Winterthour) sont-ils fondés? A combien se montent les sommes éven- tuellement versées aux opposants? Que pense le Conseil fé- déral de cette fâcheuse situation? Ogi Adolf, Bundesrat: Die Bauherrschaft, Herr Dünki, besteht beim strittigen Projekt aus der Telecom PTT und vier weite- ren Partnern. Es trifft zu, dass zwischen der Bauherrschaft und den wich- tigsten Rekurrenten Entschädigungen vereinbart worden sind, die vom Baubeginn des Hochhauses abhängig sind. Bei diesen Zahlungen handelt es sich ausschliesslich um Ab- findungen für vereinbarte nachbarrechtliche Regelungen, wie Näherbaurechte, Wegrechte, Grenzbereinigungen sowie nachgewiesene Wertminderungen. Darüber hinaus wurden keine Zugeständnisse gemacht. Die Telecom PTT verwahrt sich insbesondere gegen den Vorwurf der Schweige- und Schmiergeldzahlung. Aus Rücksicht auf die noch hängigen Verfahren haben sich die PTT gegenüber den Mitbauherren verpflichtet, bis zum Abschluss des Verfahrens mit Detailinformationen über den genauen Inhalt der Vereinbarungen zuzuwarten. 95.5101 Frage Bührer Gerold Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe im Alleingang? Question Bührer Gerold Mise en place, sans concertation avec les pays limitrophes, d'une redevance sur le trafic des poids lourds liée aux prestations? Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 1. Ich frage den Bundesrat an, ob die Berichte zutreffen, ge- mäss denen die Einführung einer leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe im Alleingang geplant ist, obwohl daraus erhebliche Mehrkosten und weitere verkehrspoliti- sche Belastungen im Verhältnis zu unseren Nachbarländern resultieren dürften. 2. Wie verhält sich ein solches Vorgehen mit den Aussagen des Bundesrates anlässlich der Volksabstimmung vom 20. Februar 1994 über die Weiterführung der pauschalen Schwerverkehrsabgabe und über die verfassungsmässige Grundlage für die Einführung einer leistungsabhängigen Ab- gabe, wonach der angestrebte Systemwechsel in Koordina- tion mit der EU vorgenommen werde und diese auch im Ab- stimmungsbüchlein enthaltene Schlüsselaussage den Ab- stimmungskampf wesentlich geprägt habe? Texte de la question du 12 juin 1995 J'adresse au Conseil fédéral les questions suivantes: 1. Est-il exact, comme l'indiquent plusieurs rapports, que la Suisse envisage d'instituer une redevance sur le trafic des poids lourds liée aux prestations sans concertation avec les pays qui l'entourent, alors que cette mesure risque d'entraî- ner une augmentation substantielle des frais et d'alourdir en- core le contentieux qui l'oppose à ces pays au sujet de la po- litique des transports? 2. Cette démarche va-t-elle dans le sens des déclarations faites par le Conseil fédéral en vue de la votation populaire du 20 février 1994 sur la reconduction de la redevance forfai- taire sur le trafic des poids lourds et sur l'intégration, dans la constitution, d'un article permettant d'instituer une redevance sur le trafic des poids lourds liée aux prestations, déclara- tions dans lesquelles le Conseil fédéral indiquait que le chan- gement de système envisagé se ferait en concertation avec l'Union européenne (UE), un argument clé qui est repris dans la brochure explicative publiée en vue de la votation et qui a été une des idées-force de la campagne? Ogi Adolf, Bundesrat: Herr Bührer Gerold hat zwei Fragen gestellt, die ich wie folgt beantworten möchte: Zur Frage 1: Am 20. Februar 1994 sind die Verfassungsarti- kel über die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe und den Alpenschutz angenommen worden. In der Annahme dieser Bestimmungen sieht der Bundesrat einen Auftrag, mit der Kostenwahrheit und der Verlagerung des Schwerver- kehrs ernst zu machen. Die Vorlage über die leistungsab- hängige Schwerverkehrsabgabe bildet einen wichtigen Schritt in Richtung Kostenwahrheit. Die Spiesse zwischen Schiene und Strasse sind nicht gleich lang. Mit der Kosten- wahrheit können wir dieses Ungleichgewicht schrittweise abbauen. Der Bundesrat hält an seiner Absicht fest, den Entwurf über die modernisierte, leistungsabhängige Schwerverkehrsab- gabe diesen Sommer in die Vernehmlassung zu geben, und er hält auch an der Absicht fest, die modernisierte, leistungs- abhängige Schwerverkehrsabgabe am I.Januar 1998 in Kraft zu setzen. Die Europäische Union ist über diese Absicht informiert. Auch in den bilateralen Verhandlungen wird über die Kosten- wahrheit gesprochen. Die Kostenwahrheit ist nämlich nicht nur ein Anliegen der Schweiz, sondern auch ein Anliegen der Europäischen Union. An der Konferenz der europäischenHeure des questions 1202 N 12 juin 1995 Verkehrsminister vom 677. Juni 1995 in Wien wurde die Ko- stenwahrheit als wichtige Voraussetzung für die Förderung des kombinierten Verkehrs Schiene-Strasse-Wasser-Luft er- achtet. Dabei gab es eine breite Übereinstimmung, dass der kombinierte Verkehr das sinnvollste und effizienteste Trans- portmittel für den Güterfernverkehr und deshalb europaweit zu fördern ist. Mit der Verwirklichung der Kostenwahrheit können wir aber nicht auf die Europäische Union warten. Im Verhältnis zu den Nachbarstaaten sind uns keine Schwierigkeiten bekannt. Auch mit den Nachbarstaaten sind wir in einem ständigen Dialog. Die Konferenz in Wien hat auch gezeigt, dass wir selbstverständlich gut koordinieren müssen. Und nun noch eine Antwort zu Ihrer zweiten Frage: Im Ab- stimmungsbüchlein stand: «Die modernisierte Abgabe soll aber nach Möglichkeit in Koordination mit der EG eingeführt werden.» Die Koordination hat sich von Anfang an insbeson- dere auf das Erhebungssystem bezogen. Zu diesem Zweck stehen wir in einem ständigen Kontakt mit der EU. Wir sind auch in EU-Gremien vertreten, welche sich mit Fragen der Erhebungstechnik befassen. Zudem wurde beim Wettbe- werb für das Erfasssungsgerät speziell auf den Aspekt der Kompatibilität bzw. Interoperabilität geachtet. Es ist uns be- wusst, dass die internationale Koordination beim Erfas- sungssystem ein wichtiges Anliegen ist. Bührer Gerald (R, SH): Ich möchte mich zunächst bei Herrn Bundesrat Ogi für die Anwort bedanken. Es ging und geht mir nicht darum zu bezweifeln, ob die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe besser ist. Ich bin immer dazu ge- standen und stehe auch heute noch dazu. Aber es geht mir um eine Frage von Treu und Glauben. Wir als Parlamentarier sind - aufgrund Ihrer Aussagen und des Abstimmungsbüch- leins, wo es wortwörtlich heisst: «Die pauschale Abgabe ist bis 2004 befristet. Sie soll in Koordination mit der EG durch eine leistungs- oder verbrauchsabhängige Schwerverkehrs- abgabe ersetzt werden.» - davon ausgegangen, dass dies im Gleichschritt mit der EU getan wird. Befürchtet der Bundesrat nicht, dass er durch ein solches Vorgehen einmal mehr die Akzeptanz der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in finanzpolitischen Fragen schwer bela- stet? Ogi Adolf, Bundesrat: Zunächst möchte ich Ihnen in Erinne- rung rufen, dass Sie einer parlamentarischen Initiative be- züglich der Kostenwahrheit Folge gegeben haben. Zweitens möchte ich festhalten, dass wir diese Arbeiten in enger Koor- dination mit der EU vornehmen. Drittens möchte ich mittei- len, dass wir auch in bezug auf die Umsetzung der Alpen-In- itiative, die uns übrigens mehr Sorgen bereitet, die EU genau orientieren. Viertens möchte ich festhalten, dass wir nicht ge- gen Treu und Glauben verstossen: Wir haben die EU immer orientiert, und wir versuchen, zusammen mit der EU diese nicht einfache Umsetzung vorzunehmen. Ich möchte ferner festhalten, dass diese Koordination mit den EU-Staaten gut läuft. Aber ich kann Ihnen nicht garantie- ren, Herr Bührer, dass wir warten werden, bis die EU bereit ist. Die EU besteht heute aus 15 Ländern. In Wien, an der CEMT-Tagung, haben letzte Woche alle von der Kosten- wahrheit, von ihrer Notwendigkeit gesprochen. Wir sind über- zeugt, dass die europäischen Länder - vielleicht in einer er- sten Priorität Deutschland, Österreich und dann die anderen - diese Kostenwahrheit auch anstreben werden. Um dies zu erreichen, braucht es eine leistungsabhängige Schwerver- kehrsabgabe oder ein ähnliches Vorgehen, wie es in Deutschland vorgesehen ist, wo die Lastwagen ebenfalls neu taxiert und neue Steuerabgaben für sie in Kauf genom- men werden müssen. Wir sind uns der schwierigen Aufgabe bewusst. Wir werden alles tun, um Schwierigkeiten zu vermeiden. 95.5103 Frage Giezendanner Deutschland. Transportbewilligungen Question Giezendanner Autorisations de transport accordées à l'Allemagne Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 1. Wie viele Schweizer Transportbewilligungen wurden von Deutschland im Jahre 1994 benutzt? 2. Wie ist der Stand des Kontingents für Deutschland zur- zeit? Texte de la question du 12 juin 1995 1. Combien d'autorisations de transport suisses accordées à l'Allemagne ont été utilisées en 1994? 2. A quel niveau s'établit actuellement le contingent d'autori- sations attribué à l'Allemagne? Ogi Adolf, Bundesrat: Bevor ich die beiden Fragen von Herrn Giezendanner beantworte, möchte ich eine Vorbemerkung anbringen. Zwischen der Schweiz und Deutschland findet ein reger Güteraustausch statt, Sie wissen das sehr gut. Das Jahreskontingent für Fahrten des gewerbsmässigen interna- tionalen Gütertransportes durch in der Schweiz immatriku- lierte Fahrzeuge nach Deutschland umfasst 250 000 Bewilli- gungen. Die deutschen Behörden verfügen über ein ebenso hohes Kontingent für solche Fahrten von in Deutschland im- matrikulierten Fahrzeugen in der Schweiz. Nun zu Ihren beiden Fragen: 1.1m Jahre 1994 haben Schweizer Transporteure insgesamt 149006 Transportbewilligungen für Fahrten des gewerbs- mässigen Gütertransportes nach Deutschland erhalten. Da- von waren 146486 Einzelbewilligungen und 36 Zeitbewilli- gungen mit je 70 Fahrten. Die deutschen Behörden haben letztes Jahr um die 185 000 Transportbewilligungen für Fahr- ten in die Schweiz erteilt. 2. Das Jahreskontingent bleibt 1995 sowohl für Deutschland als auch für die Schweiz konstant. Es sind die 250 000 Be- willigungen je Land. 95.5105 Frage Keller Rudolf SBB-Waldrodungen im Räume Pratteln und in anderen Regionen des Landes Question Keller Rudolf Défrichements entrepris par les CFF dans la région bâloise Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Ich frage den Bundesrat, aus welchen Überlegungen die SBB entlang der SBB-Linie Waldrodungen veranlasst haben und wo für diese gerodeten Stellen - wie gemäss Waldge- setz verlangt - Waldersatz geschaffen werden soll. Texte de la question du 12 juin 1995 Le Conseil fédéral peut-il dire quelles sont les considérations qui ont poussé les CFF à entreprendre des défrichements le long de leur ligne. En outre, où les CFF envisagent-ils de compenser les défrichements effectués, comme le prévoit la loi sur les forêts? Ogi Adolf, Bundesrat: Beim Raum Pratteln handelt es sich nicht um eine Rodung, sondern um einen Holzschlag, d. h. um eine Auslichtung des Waldes im Sicherheitsstreifen ent- lang der Bahn. Die Flächen werden nicht gerodet, sondern12. Juni 1995 N 1203 Fragestunde bleiben bewaldet. Insofern sind auch keine Ersatzaufforstun- gen an anderen Stellen notwendig. An vielen Orten entlang den Bahnlinien sind die alten Bäume geschwächt, insbeson- dere im Wurzelbereich. Stürme führen deshalb oft zu schwerwiegenden Unterbrüchen, beispielsweise wenn Alt- holz auf die Fahrleitung fällt. Dies war insbesondere in Prat- teln der Fall. An solchen Orten muss aus Sicherheitsüberle- gungen ein Verjüngungsschlag erfolgen können. 95.5108 Frage Bircher Peter Telecom-Werbung Question Bircher Peter Campagne publicitaire en faveur de Télécom Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Warum und wofür «verbuttert» die Telecom in einer aufwen- digen Werbekampagne mit ganzseitigen farbigen Inseraten und auch im Fernsehen Werbemillionen, obwohl sich die Te- lecom im Inland auf dem freien Markt nicht behaupten muss? Texte de la question du 12 juin 1995 Pourquoi l'entreprise Télécom dilapide-t-elle des millions de francs dans une campagne publicitaire dispendieuse, alliant annonces pleines pages en couleur et publicité télévisée, alors qu'en Suisse Télécom n'a pas à affronter la concur- rence? Ogi Adolf, Bundesrat: Die Telecom PTT ist seit der Inkraft- setzung des Fernmeldegesetzes im Jahre 1992 nicht mehr in einer Monopolstellung. Sie verfügt nur noch über eine solche bei den Fernmeldenetzen und beim Telefondienst. Im Bereich der Datenübertragung und bei den Endgeräten herrscht freier Wettbewerb. Eine Revision des Fernmeldege- setzes, welche eine vollständige Liberalisierung der Tele- kommunikationsnetze und -dienste vorsieht, ist, wie Sie wis- sen, in Vorbereitung. Verschiedene international tätige Telekommunikationsunter- nehmungen sind bereits auf dem schweizerischen Markt ak- tiv und betreiben offensive Werbung. Das gleiche Recht muss deshalb auch der Telecom PTT zugestanden werden. 95.5086 Frage Keller Rudolf Keine «Renovation» des Schweizerwappens Question Keller Rudolf Pas de modification des armoiries de la Confédération Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Ich frage den Bundesrat, ob es ihm wirklich ernst ist mit der «Renovation» des Schweizerwappens, das der Bund in sei- nen Briefen und Schriften bisher gebraucht hat, und, wenn ja, warum dies nötig ist und ob es nicht gescheiter wäre, auf eine so umstrittene Sache zu verzichten und das Geld zu sparen. Texte de la question du 12 juin 1995 Je demande au Conseil fédéral s'il envisage sérieusement de modifier les armoiries de la Confédération qui ornent jusqu'à présent tous les documents officiels. Si oui, pourquoi estime-t-il que cela est nécessaire? Ne serait-il pas plus judi- cieux de renoncer à un projet aussi contesté et donc d'éco- nomiser de l'argent? Couchepin François, chancelier de la Confédération: Mon- sieur Keller Rudolf, votre question aborde l'une des 30 recommandations faites au Conseil fédéral par un groupe de travail dans le but d'améliorer les relations publiques de la Confédération. Dans le cas d'espèce, il s'agira non pas d'abandonner un symbole connu, mais éventuellement de l'actualiser selon les techniques dont disposent aujourd'hui les graphistes et les imprimeurs. Mais je puis vous assurer que la mise en oeuvre de cette recommandation n'a, aux yeux du Conseil fédéral, nul caractère prioritaire. Il reste en- core à voir si d'autres propositions ne rempliraient pas mieux les objectifs envisagés. 95.5089 Frage Jori Tempo 80. Entscheid Question Jori Limitation de vitesse à 80 km/h. Décision Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Bis heute liegt mangels Begründung kein rechtsgültiger Ent- scheid des Bundesrates zur Beschwerde gegen die Tempo- limite 80 km/h auf der N 2 im Raum Luzern vor. Bis wann kann mit dem Vorliegen der Begründung respektive des rechtsgültigen Entscheides gerechnet werden? Texte de la question du 12 juin 1995 A ce jour, le Conseil fédéral n'a toujours pas rendu, faute de motifs, de décision juridiquement valable sur le recours formé contre la limitation de vitesse à 80 km/h imposée sur la N 2 dans l'agglomération lucernoise. Dans quel délai peut- on compter pouvoir disposer de l'exposé des motifs, c'est-à- dire d'une décision juridiquement valable? Couchepin François, chancelier de la Confédération: Le Conseil fédéral est actuellement saisi du projet de motivation concernant sa décision, décision qu'il prendra avant la fin du mois de juin. Jori Werner (S, LU): Hat sich der Bundesrat auch gefragt, wie hoch die Ausgaben für Lärmschutzmassnahmen ausfal- len werden, die zusätzlich getätigt werden müssen, wenn die Tempo-80-Limite aufgehoben wird? Im Fall von Luzern sind die Zahlen bekannt; bei Aufhebung von Tempo 80 müssten Beträge in zweistelliger Millionenhöhe mehr in den Lärm- schutz investiert werden. Hat sich der Bundesrat auch über- legt, woher er dieses Geld für die Mehraufwendungen des Lärmschutzes nehmen will? Oder ist der Bundesrat bereit, auch die Ziele des Lärmschutzes zu opfern, wie er das jetzt bei den Zielen der Luftreinhalte-Verordnung zu tun gedenkt, welche zur reinen Makulatur zu werden drohen? Couchepin François, chancelier de la Confédération: Mon- sieur Jori, je ne peux pas vous dire que le Conseil fédéral a déjà pris en considération quoi que ce soit puisque, précisé- ment, il n'a pas encore définitivement arrêté les arguments. Mais je puis vous certifier que dans le projet qui lui est sou- mis, l'ensemble des éléments qui doivent être pris en consi- dération, aussi bien dans le domaine de la protection contre le bruit que dans celui des coûts, sont examinés.Heure des questions 1204 N 12 juin 1995 95.5110 Frage Cincera Veröffentlichung von internen Bundesratsdokumenten im Magazin «Facts» vom 1. Juni 1995 Question Cincera Publication dans le magazine «Facts», numéro du 1er juin 1995, de documents internes émanant du Conseil fédéral Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Da ich davon ausgehe, dass der Bundesrat diese Doku- mente dem betreffenden Magazin nicht zur Verfügung ge- stellt hat, bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Wie beurteilt der Bundesrat diese Veröffentlichung? 2. Weiss der Bundesrat, wer für diese Indiskretion verant- wortlich ist? Texte de la question du 12 juin 1995 Partant du principe que le Conseil fédéral n'a pas fourni au magazine «Facts» les documents que ce dernier a publiés dans son édition du 1er juin 1995, je pose les questions sui- vantes: 1. Que pense le Conseil fédéral de la publication de ces do- cuments? 2. Sait-il qui est responsable de cette indiscrétion? Couchepin François, chancelier de la Confédération: 1. Le Conseil fédéral, tout comme vous, déplore et condamne des indiscrétions du type de celles que vous avez évoquées. Ces indiscrétions - la présentation de divergences qui sont natu- relles, exprimées dans la procédure de corapport comme étant le fruit d'une opposition personnelle entre les membres du Conseil fédéral - faussent la réalité et sont un obstacle au bon fonctionnement de la procédure de prise de décision à l'intérieur du collège. 2. Malheureusement, je dois vous dire que le Conseil fédéral ne connaît pas l'auteur de cette indiscrétion, ni d'autres indis- crétions d'ailleurs, et que, s'il le connaissait, il prendrait tou- tes les sanctions qui s'imposent, car il considère qu'il est inadmissible que des personnes soumises au secret de fonc- tion livrent aux médias des informations ou des documents confidentiels. 95.5082 Frage Reimann Maximilian Bezahlte EDA private Reisekosten nach Ex-Jugoslawien? Question Reimann Maximilian DFAE. Prise en charge de déplacements privés en ex-Yougoslavie? Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 1. Trifft es zu, dass das EDA nachträglich die Reisekosten ei- ner vierköpfigen, von einer SP-Nationalrätin im März 1994 angeführten privaten Gruppe namens «Kulturbrücke Schweiz-Sarajewo» nach Ex-Jugoslawien bezahlt hat? 2. Trifft es zu, dass der EDA-Vorsteher dabei massgebend auf Druck eines journalistisch tätigen Bundeshaus-Lobby- isten gehandelt hat? Texte de la question du 12 juin 1995 1. Est-il exact que le DFAE a payé après coup les frais de dé- placement d'un groupe privé de quatre personnes qui s'est rendu en ex-Yougoslavie en mars 1994, conduit par une con- seillère nationale du PS, sous le nom «Kulturbrücke Schweiz-Sarajewo»? 2. Est-il exact que le chef du DFAE a agi ainsi principalement sous la pression d'une personne appartenant aux milieux journalistiques, membre d'un lobby actif au Palais fédéral? Cotti Flavio, Bundesrat: Zur ersten Frage: Es trifft zu, Herr Reimann Maximilian, dass das EDA einen Beitrag an die er- wähnte Reise geleistet hat. Die Reisegruppe bestand aus sechs Personen. Ich habe die «Kulturbrücke Schweiz-Sara- jewo» erstmals am 14. Februar 1995 empfangen und ihr be- reits damals zugesichert, dass das EDA sie im Rahmen ihrer allgemeinen Zielsetzung unterstützen werde. Diese Zielset- zung besteht bekanntlich darin, mittels internationaler Kon- takte die geistige und kulturelle Isolation der Bevölkerung von Sarajewo zu durchbrechen und das multikulturelle Zu- sammenleben zu fördern. Dass diese Zielsetzung für eine mögliche Lösung des dramatischen Konflikts mehr denn je ausschlaggebend sein könnte, wird heute noch deutlicher als damals. Wir haben uns im Zusammenhang mit der Geiselnahme der beiden Schweizer in Sarajewo verschiedentlich auch mit Ver- tretern derselben «Kulturbrücke» und der Gesellschaft Schweiz-Bosnien getroffen. Nach der glücklichen Rückkehr der beiden Schweizer wurde die Bereitschaft des Departe- mentes bekräftigt, den erwähnten Organisationen im Sinne ihrer Zielsetzung weiterhin Unterstützung zu gewähren. Zur zweiten Frage: Die geleistete Unterstützung und eine mögliche zukünftige fussen auf rein objektiven Kriterien, un- abhängig von Empfehlungen von aussen, die immer wieder - wie Sie auch wissen - in diesem Departement und in ande- ren vorkommen können. Reimann Maximilian (V, AG): Herr Bundesrat, Sie können es drehen und wenden, wie Sie wollen, aber ein solcher Vorfall, der mit nachträglich ausbezahlten Spesen zusammenhängt, muss einen schalen Nachgeschmack hinterlassen. Erlauben Sie mir deshalb, in generalpräventiver Hinsicht, folgende Zu- satzfrage: Nach welchen Kriterien hat man Anspruch darauf, für private humanitäre Auslandeinsätze nachträglich vom EDA oder von einer anderen Stelle des Bundes subventio- niert zu werden? Cotti Flavio, Bundesrat: Den negativen Beigeschmack mö- gen Sie haben, Herr Reimann, der Sie wahrscheinlich gar kein Verständnis dafür haben, was es bedeutet, dort kulturel- les Zusammenleben zu fördern, wo dramatische Ereignisse beweisen, wie Kulturen auseinanderbrechen können. Die Kriterien habe ich Ihnen in meiner Antwort klar dargelegt. 95.5088 Frage Vollmer Türkeireise eines Berner Polizisten Question Vollmer Voyage en Turquie d'un policier bernois Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 1. Ich frage den Bundesrat, ob er im Falle einer frühzeitigen Kenntnisnahme der Geschenkofferte der Türkei an einen Berner Polizisten nicht politisch - gegenüber der Türkei und den Stadtbehörden - hätte reagieren müssen. 2. Sieht der Bundesrat keine Probleme, wenn die in seinem Auftrage botschaftsbewachenden Polizisten derartige Ge- schenke (notabene als Wiedergutmachung deklariert) ein- zelner Regierungen annehmen? 3. Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass - trotz der mit der Türkei wiederhergestellten sogenannten «normalen Be- ziehungen» - diese einseitige «Wiedergutmachung» ange-12. Juni 1995 N 1205 Fragestunde sichts der ungesühnten Diplomatenverbrechen gegen in der Schweiz lebende Kurden politisch zu missbilligen ist? Texte de la question du 12 juin 1995 1. Le Conseil fédéral, si tant est qu'il ait eu connaissance as- sez tôt de l'offre de vacances gratuites faite par la Turquie à un policier bernois, n'aurait-il pas dû réagir auprès de la Tur- quie et des autorités de la Ville de Berne? 2. Le Conseil fédéral ne trouve-t-il rien à redire au fait que des policiers chargés par ses soins de surveiller une ambas- sade acceptent d'un gouvernement étranger ce type de ca- deau (accordé à titre de «réparation» selon l'intéressé lui- même)? 3. Le Conseil fédéral n'est-il pas d'avis que cette «répara- tion» partiale est politiquement condamnable même si notre pays a rétabli des «relations diplomatiques normales» avec la Turquie, étant donné qu'un crime non sanctionné a été commis par un diplomate contre des Kurdes vivant en Suisse? Cotti Flavio, Bundesrat: Der Bundesrat war über die Offerte der Türkei an Wachtmeister Balli nicht orientiert. Es ist des- halb müssig, sich zu fragen, wie der Bundesrat reagiert hätte, wenn er davon gewusst hätte. Aus den Antworten zu den zwei weiteren Fragen werden Sie noch Weiteres entnehmen können. Wachtmeister Balli untersteht der Stadtpolizei Bern. Indem er eine Reise in die Türkei gleichsam als Wiedergutmachung akzeptierte, ist, mindestens laut den Aussagen seines An- walts, bernisches Personalrecht nicht verletzt worden. Es ist nicht Sache des Bundesrates, die privaten Handlungen eines stadtbernischen Beamten zu beurteilen. Sie unterstehen der Beurteilung seiner Vorgesetzten. Im übrigen sind die seit Dezember 1994 normalisierten Be- ziehungen zur Türkei nicht frei von substantiellen, auch oft kritisierten, dennoch bitter nötigen öffentlich dargelegten Meinungsverschiedenheiten, insbesondere bezüglich der Menschenrechtslage. In dieser Sache ist der Standpunkt des Bundesrates wohlbekannt. Korrekte bilaterale Beziehungen hindern uns nicht daran und werden uns nicht daran hindern, diesen Standpunkt immer wieder, auch öffentlich, klar zum Ausdruck zu bringen. Vollmer Peter (S, BE): Ich nehme Ihre Antwort zur Kenntnis, vor allem auch, dass Sie keine Kenntnis hatten und deshalb heute verständlicherweise keine Auskunft geben können oder möchten, wie Sie sich in Kenntnis davon verhalten hät- ten. Diese doch grosse Unbedarftheit der Berner Stadtbehör- den, des Polizeidirektors, führt jetzt aber doch zur Frage, ob es für den Bundesrat nicht angezeigt wäre, angesichts der Aufgabe, welche die Stadtpolizei mit der Bewachung der Bot- schaften für den Bund ausübt, zu signalisieren, dass zukünf- tig derartige Vorhaben auch auf die politische Dimension hin überprüft werden müssen. Diese Reise hat einen politischen Beigeschmack, es ist eine Wiedergutmachung an einem Polizisten; aber an den ande- ren Opfern, an den türkischen oder kurdischen Demonstran- ten, an den Toten und Verletzten, geschieht keine Wieder- gutmachung. Insofern glaube ich, dass eben hier auch die politische Dimension für den Bund eine Rolle spielen müsste. Cotti Flavio, Bundesrat: Wir wollen die Frage prüfen. Ich kann aber diesem Vorfall keine grosse politische Bedeutung beimessen. Von politischer Bedeutung ist die Bewertung der Menschenrechtslage in der Türkei, und darüber haben wir uns klar ausgedrückt. 95.5084 Frage Ruf Interpellation 94.3440 (Zahnfüllungsmaterial Amalgam) vom 6. Oktober 1994. Beantwortung Question Ruf Interpellation 94.3440 (Plombages dentaires. Amalgame) du 6 octobre 1994. Réponse Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Angesichts der noch gestiegenen Aktualität der gestellten Fragen besteht ein erhebliches - auch öffentliches - Inter- esse an einer baldigen Stellungnahme des Bundesrates, weshalb ich frage, wann mit einer Beantwortung des Vor- stosses zu rechnen ist. Texte de la question du 12 juin 1995 Le sujet étant toujours plus actuel, il serait extrêmement im- portant - pour le public entre autres - que le Conseil fédéral réponde rapidement à cette interpellation. Quand puis-je es- compter une réponse? Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Le Conseil fédéral arrê- tera sa réponse au plus tard lors de sa première séance après les vacances d'été. Il est vrai, vous avez tout à fait raison de le souligner, que le sujet est d'actualité. Mais il est tout aussi vrai que les organes de la santé publique de différents pays se penchent sur cette question, ce qui rend une concertation opportune et néces- saire. Aussi nous a-t-il paru indispensable, en Suisse, d'ap- profondir le sujet pour pouvoir donner une réponse bien fon- dée. Le Conseil fédéral peut vous assurer que le sujet est pris très au sérieux et qu'il est étudié de manière approfondie. J'ajoute à cela que nous sommes en train d'examiner les étu- des qui sont faites dans d'autres pays et les effets des mesu- res qu'ils ont prises. 95.5090 Frage von Feiten Ratifizierung der Uno-Konvention über die Beseitigung aller Formen von Diskriminierung gegenüber Frauen Question von Feiten Ratification de la Convention de l'ONU sur l'élimination de toutes les formes de discrimination à l'égard des femmes Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Der Bundesrat hat mehrmals zugesichert, dass die Ratifizie- rung der Uno-Konvention über die Beseitigung aller Formen von Diskriminierung gegenüber Frauen vor der 4. Uno-Welt- frauenkonferenz in Peking erfolgen werde. Dieses Verspre- chen konnte offensichtlich nicht eingehalten werden. Wes- halb die Verzögerung? Texte de la question du 12 juin 1995 Le Conseil fédéral a assuré à maintes reprises que la ratifi- cation de la Convention de l'ONU sur l'élimination de toutes les formes de discrimination à l'égard des femmes serait ra- tifiée avant la 4e Conférence mondiale de l'ONU sur la femme, qui doit avoir lieu à Pékin. De toute évidence, cette promesse n'a pas été tenue. Quelle est la cause de ce re- tard?Heure des questions 1206 N 12 juin 1995 Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Madame von Feiten, comme indiqué le 4 octobre 1993 dans la réponse à votre question 93.5170, le Conseil fédéral entend soumettre au Parlement son message encore avant la fin de la législature, c'est-à-dire à la session d'automne 1995. Le Conseil fédéral a estimé que les conditions de ratification sont remplies, du fait que des adaptations importantes de notre droit sont inter- venues récemment. Cependant, priorité avait été accordée à la ratification des deux pactes de l'ONU sur les droits de l'homme, ainsi qu'à la ratification de la Convention sur les droits de l'enfant. L'admi- nistration fédérale ne dispose pas des moyens lui permettant de préparer la ratification de tous les instruments internatio- naux en même temps. 95.5099 Frage Steinemann Frauenkonferenz 1995 in Peking Question Steinemann Conférence sur la femme 1995 à Pékin Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Wie hoch ist der Aufwand zu Lasten der Bundeskasse bzw. des Steuerzahlers für diesen Anlass in Peking? Texte de la question du 12 juin 1995 Quelles conséquences cette manifestation qui se tiendra à Pékin aura-t-elle pour les finances fédérales et le contribua- ble? Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Les préparatifs de la 4e Conférence mondiale de l'ONU sur la femme, qui se tien- dra à Pékin, sont en train depuis 1993, et leurs coûts se si- tuent dans les limites de la contribution habituelle de la Suisse aux conférences internationales d'importance. Pour être plus précis, la participation de la Suisse se répartit de la manière suivante: 1. Pour les conférences préparatoires: 25 000 francs; pour la conférence proprement dite: 50 000 francs. A cela s'ajoutent les frais de participation de la délégation aux différentes ma- nifestations, dont les montants font l'objet d'un décompte in- terne à l'administration. 2. Pour le financement de la participation des délégations et des représentantes des organisations non gouvernementa- les venant de pays pauvres - de pays en développement: une contribution unique de 200 000 francs. 3. Pour les préparatifs au niveau national, les mandats con- fiés aux experts et les projets des organisations non gouver- nementales: 91 200 francs. Steinemann Walter (A, SG): Danke, Frau Bundesrätin, für die Antwort. Aber ich muss mich schon fragen, was dem Schweizer Steuerzahler unter dem Titel «Uno» noch alles zugemutet wird, obwohl die Schweizer gewünscht haben, nicht dabei zu sein. Jetzt bitte ich Sie noch um eine zusätzliche Antwort: War diese Beteiligung nötig, und ist dies unter dem Aspekt der vorerwähnten Feststellung überhaupt zu verantworten? Zweitens: Welche und wie viele Teilnehmerinnen werden nach welchen Kriterien ausgewählt? Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: De l'avis du Conseil fé- déral, il était nécessaire de participer aux séances prépara- toires, comme il sera nécessaire de participer à la confé- rence de Pékin. Chaque participation à chaque moment de cette préparation est décidée par le Conseil fédéral. Il ne s'agit donc pas d'une décision globale appliquée ensuite par l'administration, mais de décisions qui sont prises de cas en cas pour chacune des étapes de la préparation. La nécessité de l'appréciation du Conseil fédéral est donnée. Le choix des membres des différentes délégations repose d'abord sur le caractère complexe de la conférence. Celle-ci est à la fois une conférence sur l'égalité entre hommes et femmes dans la mesure où elle nous concerne en tant que pays industrialisé, et sur le développement, c'est-à-dire sur le rôle des femmes dans le développement, c'est pourquoi dif- férents départements et différents offices participent à ces séances de préparation et participeront à la conférence elle- même. De plus, le Conseil fédéral est persuadé que, dans ce do- maine, une représentation limitée d'organisations non gou- vernementales est absolument nécessaire. 95.5102 Frage Bär Uno-Frauenkonferenz in Peking und Diskriminierung von NGO Question Bär Pékin. Conférence de l'ONU sur la femme et discrimination des ONG Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 1. Auf welche Weise wird der Bundesrat gegen die von der chinesischen Regierung geplanten Diskriminierungen und Ausgrenzungen der NGO (Zuweisung eines Tagungsortes ausserhalb Pekings) und von Frauengruppen, die Minderhei- ten vertreten, Stellung beziehen? 2. Wird er bei anderen Ländern, die ebenfalls offizielle Dele- gationen nach Peking entsenden, ein gemeinsames Vorge- hen initiieren? Texte de la question du 12 juin 1995 1. Quelle position le Conseil fédéral adoptera-t-il face au gouvernement chinois qui entend discriminer et tenir à l'écart les ONG (assignation d'un lieu de réunion en dehors de Pé- kin) et les groupes de femmes qui représentent des minori- tés? 2. Compte-t-il inciter d'autres pays, qui enverront aussi des délégations officielles à Pékin, à engager une action com- mune? Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: 1. Le gouvernement a déjà eu l'occasion de faire part aux autorités chinoises de son profond souci concernant les conséquences négatives du déplacement du lieu du forum des organisations non gou- vernementales en dehors de Pékin. Il examine actuellement par quels moyens il pourrait faire connaître sa volonté de voir l'accès des ONG au forum ainsi qu'à la conférence garanti de façon non discriminatoire. Lors de la 39e session de la Com- mission de l'ONU pour la condition de la femme, il avait déjà demandé au secrétariat de la 4e Conférence mondiale de l'ONU sur la femme de garantir l'application aux ONG des mêmes critères pour être accréditées à la conférence. Le dé- bat sur ce sujet sera repris lors de la session de l'Ecosoc, du 26 juin au 28 juillet 1995. 2. Le gouvernement étudie actuellement la possibilité de s'associer à d'autres Etats pour exprimer une volonté com- mune.12. Juni 1995 1207 Fragestunde 95.5094 Frage Iten Joseph Verbreitung von Krankheiten und Infektionen durch Zecken Question Iten Joseph Maladies et infections transmises par les tiques Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Sind Bundesrat und/oder Bundesamt für Gesundheitswesen informiert, dass sich in den letzten Jahren entlang von Wan- derwegen und Waldrändern die Zecken stark vermehrt und ausgebreitet haben? Wenn ja, erachten es die Gesundheits- behörden des Bundes nicht als zweckmässig, noch rechtzei- tig eine Abwehrstrategie aufzubauen und insbesondere den betroffenen Gemeinden und den Wanderwegorganisationen im Kampf gegen diese Überträger von schweren Krankheiten und lebensgefährlichen Infektionen durch Rat und Tat behilf- lich zu sein? Texte de la question du 12 juin 1995 Le Conseil fédéral et l'Office fédéral de la santé publique sa- vent-ils que, ces dernières années, les tiques ont proliféré le long des sentiers pédestres et à la lisière des forêts? Les autorités sanitaires de la Confédération n'estiment-elles pas judicieux d'élaborer rapidement une stratégie afin d'enrayer ce phénomène et surtout de prodiguer aide et assistance aux communes touchées, ainsi qu'aux organismes de tourisme pédestre, dans leur lutte contre ces vecteurs de maladies et d'infections graves, voire mortelles? Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: L'Office fédéral de la santé publique suit de manière attentive la situation épidé- miologique des maladies dues au virus de l'encéphalite à ti- ques, et ceci depuis 1984. Au cours des 11 dernières années, 40 cas en moyenne ont été déclarés par année à l'Office fédéral de la santé publique, ainsi que deux décès au total. Les chiffres sont en légère augmentation. Parmi les personnes malades, environ 20 pour cent ne présentaient pas de symptômes neurologi- ques. La majorité des cas sont apparus dans les régions d'endémies connues depuis les années quatre-vingt. Ces ré- gions ne présentent qu'une très légère tendance à s'étendre. En ce qui concerne la boréliose, qui est la deuxième maladie transmise par les tiques en Suisse, nous manquons de don- nées précises sur sa fréquence. Les déclarations des labora- toires ne présentent, elles aussi, qu'une très légère tendance à la hausse. L'Office fédéral de la santé publique, comme les cantons tou- chés par l'endémie, informent régulièrement le corps médical et la population sur la situation épidémiologique et sur les possibilités de se protéger - un article à ce sujet est notam- ment prévu cet été dans le bulletin de l'Office fédéral de la santé publique. Celui-ci n'estime donc pas nécessaire de orendre des mesures olus étendues oour le moment. 95.5096 Frage Kern Versuche mit Drogenabgabe an Süchtige nach 1996? Question Kern Essais de remise de drogue aux toxicomanes après 1996? Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Am Mittwoch, 24. Mai 1995, äusserte sich Frau Bundesrätin Dreifuss in der Sendung «10 vor 10» des Deutschschweizer Fernsehens zu den Heroinabgabeversuchen wie folgt: «Die Zahl der Süchtigen für die Versuche wird von 500 auf 800 erhöht. Wenn 1996 die Versuche abgeschlossen sind, bleiben die Strukturen erhalten. Es wäre nicht zu verantwor- ten, die Therapie dann aufzulösen.» Verstösst dieses Vorgehen nicht ganz klar gegen das Betäu- bungsmittelgesetz, da es nach 1996 keine Versuche mehr sind? (Frau Bundesrätin Dreifuss hat obenstehende Aussagen auf deutsch gemacht, daher möchte ich die Antworten auch auf deutsch erhalten.) Texte de la question du 12 juin 1995 Mercredi 24 mai 1995, Mme Dreifuss, conseillère fédérale, a déclaré au cours de l'émission «10 vor 10» de la télévision alémanique que le nombre de toxicomanes participant aux essais de remise de drogue serait porté de 500 à 800. Elle a ajouté que les structures mises sur pied seraient maintenues après la conclusion des essais en 1996, car il serait irrespon- sable selon elle d'abandonner alors les mesures thérapeuti- ques. Question: cette manière de procéder n'est-elle pas manifes- tement contraire à la loi sur les stupéfiants, étant donné qu'après 1996, il ne s'agira plus d'essais? (Mme Dreifuss, conseillère fédérale, s'étant exprimée en alle- mand à cette occasion, je souhaite recevoir une réponse dans cette langue.) Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: La citation de M. Kern ne correspond pas exactement aux déclarations faites en suisse allemand par la cheffe du Département fédéral de l'in- térieur. Elle a été notamment raccourcie. La loi fédérale du 3 octobre 1951 sur les stupéfiants permet la prescription mé- dicale d'héroïne sur autorisation spéciale de l'Office fédéral de la santé publique si l'héroïne est utilisée à des fins scien- tifiques ou destinée à une application médicale limitée. Je me réfère ici à l'article 8 alinéa 5 de la loi. L'ordonnance du 21 octobre 1992 sur l'évaluation de projets visant à prévenir la toxicomanie et à améliorer les conditions de vie des toxicomanes, qui fixe les conditions-cadres aux essais actuellement en cours, sera en vigueur jusqu'au 31 décembre 1996, selon son article 15. Le Conseil fédéral n'envisage pas de poursuivre les essais au-delà de cette date. Il respectera la limite dans le temps que lui impose l'or- donnance. Nous examinons actuellement quelles modifications légales il y aura lieu d'introduire au cas où les résultats seraient po- sitifs et au cas où ils seraient négatifs, et quelles mesures transitoires éventuelles devront être prises pour la période entre la fin des essais et la mise en place de nouvelles dis- positions légales. Il va de soi que ces dispositions transitoires devront être conformes à la loi fédérale sur les stupéfiants. C'est dans cet esprit que doivent être interprétées les décla- rations de Mme Dreifuss, conseillère fédérale, telles qu'elle les a faites le 24 mai 1995. Kern Armin (A, ZH): Frau Bundesrätin, vielen Dank für die Antwort. Ich möchte aber noch eine Zusatzfrage stellen. Wir haben in Winterthur am 25. Juni eine Abstimmung über die Heroinversuche, wie sie in Zürich jetzt schon laufen. WirdHeure des questions 1208 N 12 juin 1995 der Stimmbürger dann nicht getäuscht, wenn die Strukturen nach Ende 1996 beibehalten werden und die Therapie - nach Ihren Aussagen - weiterläuft? Jeder Stimmbürger, der zustimmt, rechnet doch damit, dass die Versuche Ende 1996 abgeschlossen sind und dass nachher kein Heroin mehr ab- gegeben wird. Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Dans le cadre de la loi fédérale sur les stupéfiants, l'utilisation d'héroïne n'est possi- ble qu'à des fins scientifiques ou pour une application médi- cale limitée. L'ordonnance susmentionnée, comme je viens de le dire, n'est en vigueur que jusqu'au 31 décembre 1996. Il est évident que des solutions devront être trouvées, notam- ment pour les personnes qui seront, à ce moment-là, placées devant une situation modifiée. Nous ne pourrons pas, pour des raisons thérapeutiques, demander de licencier ces gens et de les renvoyer dans la rue à partir du 1er janvier 1997. C'est à de telles solutions que je faisais allusion dans cette émission de télévision. 95.5104 Frage Gonseth Moratorium auf Exporte von genetisch manipulierten Organismen Question Gonseth Exportation d'organismes manipulés génétiquement. Moratoire Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Im Hinblick auf die Debatte im Nationalrat über die Revision des Umweltschutzgesetzes frage ich den Bundesrat, ob er bereit ist, ein Moratorium auf Exporte von gentechnisch ma- nipulierten Organismen zu erlassen, solange bis dafür in der Schweiz und/oder international (Biosafety Protokoll) genü- gend rechtliche Bestimmungen bestehen (beispielsweise analog wie heute Exportbewilligungen für andere gefährliche Stoffe, z. B. Giftmüll, geregelt sind). Texte de la question du 12 juin 1995 Dans la perspective du débat au Conseil national sur la révi- sion de la loi sur la protection de l'environnement, je de- mande au Conseil fédéral s'il est disposé à prononcer un mo- ratoire sur les exportations d'organismes génétiquement mo- difiés, tant que n'existeront, ni en Suisse ni sur le plan inter- national (par exemple, dans le cadre du protocole sur la biosécurité), des normes juridiques suffisantes, analogues par exemple à celles qui existent en matière d'autorisation d'exporter des substances dangereuses, telles que les dé- chets toxiques. Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Le Conseil fédéral est d'avis qu'un moratoire sur l'exportation d'organismes généti- quement modifiés n'est pas nécessaire pour deux raisons: 1. Le nombre de cas est pour l'instant limité. A notre connais- sance, il y a deux cas. A chaque fois, le principe de l'accord préalable donné en connaissance de cause, tel qu'il est en- visagé dans la Convention sur la diversité biologique, a été appliqué de manière volontaire. 2. Pour garantir cette pratique jusqu'à l'entrée en vigueur des dispositions de la loi sur la protection de l'environnement, des contacts ont été pris avec la Commission suisse de la sé- curité biologique, afin qu'elle modifie rapidement ses directi- ves de manière à englober l'exportation et le principe de l'ac- cord préalable donné en connaissance de cause. Il faut rap- peler ici que tant l'industrie que les universités se sont d'ores et déjà engagées à appliquer ces directives. 95.5109 Frage Bircher Peter Volkszählung Question Bircher Peter Recensement de la population Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Kann dem kostensparenden Begehren der Schweizerischen Konferenz der Stadt- und Gemeindeschreiber (SKSG) ent- sprochen werden, sich bei der Durchführung der Volkszäh- lung auf die Register der Kantone und Gemeinden abzustüt- zen? Sollte nicht das aufwendige System der Direkterhebung ver- lassen werden, nachdem die Registrierung in Kantonen und Gemeinden in den letzten Jahren (Datenerfassung) grosse Fortschritte gemacht hat? Texte de la question du 12 juin 1995 Est-il possible d'accéder à la demande de la Conférence suisse des secrétaires municipaux, laquelle souhaite que le recensement de la population s'effectue désormais à l'aide des registres dont disposent les communes et les cantons? Le moment n'est-il pas venu d'abandonner le système ô combien coûteux du relevé direct, sachant que l'informatique a, ces dernières années, fait une entrée en force dans les ad- ministrations cantonales et communales? Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Monsieur Bircher Peter, le Conseil fédéral met tout en oeuvre pour adapter aux con- ditions actuelles le mode de collecte des données utilisées lors du recensement de la population. Il sait toutefois aussi que les registres communaux et cantonaux ne contiennent qu'une petite partie des informations qui sont demandées dans le cadre de ce dernier. L'harmonisation des registres communaux et cantonaux ne peut toutefois être garantie par la Confédération que par le biais d'une modification de la Constitution fédérale. C'est pourquoi il a décidé, le 23 janvier de cette année, d'effectuer le prochain recensement de la population sous la forme d'un «relevé direct avec consulta- tion des registres administratifs». Conformément au souhait exprimé par la Conférence suisse des secrétaires munici- paux, on utilisera le plus possible les données de ces regis- tres afin de réduire le travail des administrations communa- les. La Conférence suisse des secrétaires municipaux et d'autres associations communales sont par ailleurs repré- sentées au sein d'un groupe de travail qui prépare le recen- sement de l'an 2000 en collaboration avec l'Office fédéral de la statistique. 95.5085 Frage Keller Rudolf Bundesgesetz über den Missbrauch im Kleinkreditwesen Question Keller Rudolf Abus dans le secteur du petit crédit. Loi fédérale Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Wegen den zahlreichen Missbräuchen und Problemen rund um das Kleinkreditwesen hat der Bundesrat versprochen, noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz zur Miss- brauchsbekämpfung vorzulegen. Ich frage deshalb der Bun- desrat: Warum wurde dieses Gesetz bisher nicht vorgelegt, und was sind die Gründe dafür?12. Juni 1995 N 1209 Fragestunde Texte de la question du 12 juin 1995 En raison des nombreux abus commis dans le secteur du pe- tit crédit et des problèmes qu'ils entraînent, le Conseil fédéral avait promis de soumettre aux Chambres, avant la fin de la présente législature, un projet de loi sur la lutte contre ces abus. Pourquoi ne l'a-t-il pas encore fait? Quelles en sont les raisons? 95.5092 Frage Goll Überschuldung durch Konsumkredite Question Goll Crédit à la consommation. Surendettement Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Ich frage den Bundesrat an, weshalb eine neue Gesetzes- vorlage gegen Missbräuche im Konsumkreditgeschäft, ob- wohl für die laufende Legislaturperiode versprochen, bisher verzögert wurde und nach welchem Zeitplan ein griffiges In- strumentarium zur Verhinderung von Überschuldung durch Konsumkredite geschaffen wird. Texte de la question du 12 juin 1995 Le Conseil fédéral peut-il expliquer pourquoi le nouveau pro- jet de loi contre les abus dans le domaine du crédit à la con- sommation, pourtant promis pour la législature en cours, a été retardé jusqu'ici. En outre, quand des moyens d'action ef- ficaces pour éviter le surendettement dû au crédit à la con- sommation seront-ils disponibles? Koller Arnold, Bundesrat: Zu den Fragen 95.5085 und 95.5092: Die laufende Legislaturperiode endet bekanntlich erst Anfang der Wintersession. Bis zu diesem Zeitpunkt wird der Bundesrat den versprochenen Gesetzentwurf vorlegen. Es wird sich dabei um einen Vorentwurf handeln, der den in- teressierten Stellen - Kantonen, Parteien und Verbänden - zur Vernehmlassung unterbreitet werden wird. Im übrigen darf ich Sie daran erinnern, dass seit dem 1. April 1994 das Bundesgesetz über den Konsumkredit gilt. Es sieht vor, dass die Konsumkreditnehmerin bzw. der Konsumkre- ditnehmer umfassend über das ins Auge gefasste vertragli- che Engagement zu unterrichten ist. So muss der Vertrag insbesondere den effektiven Jahreszins und die Höhe der einzelnen Raten enthalten. Fehlt eine der vorgeschriebenen Angaben, dann verliert die Kreditgeberin ihren Zinsanspruch. Zudem hat der Kreditnehmer die Möglichkeit, den Vertrag je- derzeit zu beenden. Soweit die Kreditgeberin missbräuchlich handelt, versagt ihr Artikel 2 Absatz 2 ZGB nach der bundes- gerichtlichen Rechtsprechung schon heute jeglichen Schutz. Goll Christine (S, ZH): Herr Bundesrat Koller, vielen Dank für Ihre Antwort. Ich möchte Ihnen eine Zusatzfrage stellen. Ich möchte wissen, ob im Zusammenhang mit der Ausarbeitung eines neuen Bundesgesetzes auch vorgesehen ist, soziale Schutzbestimmungen nicht nur für die Aufnahme von Kon- sumkrediten einzuführen, sondern auch für Leasingge- schäfte, für Kreditkarten und vor allem für das Problem von Überziehungslimiten bei Bankkonten. Koller Arnold, Bundesrat: Nachdem dieser Gesetzentwurf zurzeit erst in der Verwaltung in Erarbeitung ist, kann ich hier selbstverständlich keine präjudizierenden Stellungnahmen über dessen genauen Inhalt machen. Ich kann Sie hingegen noch einmal versichern, dass wir diesen Gesetzentwurf noch vor Ende dieser Legislatur in die Vernehmlassung geben werden. 95.5097 Frage Dettling Schlussbericht der Groupe de réflexion "Gesellschaftsrecht» Question Oettling Rapport final du groupe de réflexion «Droit des sociétés» Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 Ich frage das EJPD an, welcher Zeitplan für die Realisierung dieses Massnahmenkataloges aus heutiger Sicht vorgese- hen ist. Wann ist insbesondere mit der Schaffung geeigneter Rechts- formen für mittlere und kleinere Unternehmungen und na- mentlich mit einer Revision des Rechts der GmbH und der Kommanditaktiengesellschaft zu rechnen? Texte de la question du 12 juin 1995 J'adresse les questions suivantes au DFJP: Quel calendrier prévoit-il désormais pour la mise en oeuvre du train de mesures proposé dans le rapport du Groupe de réflexion «Droit des sociétés»? Quand les petites et moyennes entreprises disposeront-elles de formes juridiques appropriées et quand peut-on escomp- ter une révision de la législation sur les sociétés à responsa- bilité limitée et sur les sociétés en commandite par actions? Koller Arnold, Bundesrat: Seit dem Inkrafttreten des revidier- ten Aktienrechts wählen kleinere Unternehmungen vermehrt die Rechtsform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Die gesetzliche Regelung erweist sich jedoch als überarbeitungsbedürftig. Wenn auch eine Revision verschie- dener anderer Gesellschaftsformen ebenfalls wünschens- wert wäre, so ist nach Meinung des Bundesrates eine Re- form des Rechts der GmbH prioritär. Wir erachten es deshalb als richtig, vorerst eine Überarbei- tung dieser Gesellschaftsform anzugehen. Mein Departe- ment wird voraussichtlich noch dieses Jahr einen Experten oder eine kleine Expertengruppe mit der Ausarbeitung eines Vorentwurfes zu einem revidierten GmbH-Recht beauftra- gen. Dettling Toni (R, SZ): Die Übergangsbestimmungen zum re- vidierten Aktienrecht treten auf den 1. Juli 1997 in Kraft. Meine Zusatzfrage: Ist es möglich, bis zu diesem Zeitpunkt die ge- setzlichen Bestimmungen über die GmbH zu revidieren? Koller Arnold, Bundesrat: Herr Dettling, solche Voraussagen sind natürlich sehr riskant, zumal der Fahrplan für die Ge- setzgebung ja nur in der ersten Phase in unseren eigenen Händen liegt. Wir werden unser Möglichstes tun, um Ihnen bald einen entsprechenden Gesetzentwurf in der Vernehm- lassung zu unterbreiten. 95.5107 Frage Giger Asylanten ohne Ausweispapiere Question Giger Demandeurs d'asile dépourvus de papiers d'identité Wortlaut der Frage vom 12. Juni 1995 1. Hat die Zahl der Asylsuchenden ohne Ausweispapiere weiter zugenommen, und wie hoch ist diese Zahl heute? 2. Welche Erfahrungen wurden seit dem Bundesgerichtsent- scheid von Ende April 1995 gemacht, wonach nun auch einLoi sur la circulation routière. Modification 1210 N 12 juin 1995 Asylverfahren eröffnet werden muss, wenn der Gesuchstel- ler keine Ausweispapiere vorlegen kann? 3. Was gedenkt der Bundesrat vorzukehren, um dieser uner- freulichen, die Asylantenfrage belastende Entwicklung ent- gegenzutreten? Texte de la question du 12 juin 1995 1. Le nombre des demandeurs d'asile dépourvus de papiers d'identité a-t-il continué de s'accroître et à combien se chif- fre-t-il aujourd'hui? 2. Quelles expériences ont été faites depuis l'arrêt du Tribu- nal fédéral de fin avril 1995 établissant qu'il faut également ouvrir une procédure d'asile lorsque le demandeur n'a pas de papiers à présenter? 3. Que pense entreprendre le Conseil fédéral pour contrer cette évolution peu réjouissante, qui complique le problème de l'asile? Koller Arnold, Bundesrat: Einleitend ist festzuhalten, dass je- der Asylsuchende bereits während der Geltung der Weisung über die Abgabe von Identitätspapieren in den Empfangs- stellen Zugang zum Asylverfahren hatte. Die Weisung hatte lediglich zum Ziel, die Asylsuchenden im Rahmen ihrer Mit- wirkungspflicht nachhaltig dazu anzuhalten, die Papiere bei- zubringen und entsprechend die undokumentierten Asylsu- chenden nicht auf Anhieb in die Empfangsstelle aufzuneh- men. Zu den einzelnen Fragen: Der Prozentsatz von Asylbewer- bern ohne Ausweispapiere ist seit der Aufhebung der Wei- sung am 3. Mai dieses Jahres von ungefähr 28 Prozent auf etwa 35 Prozent angestiegen. Ob und wie stark dieser Pro- zentsatz in den nächsten Monaten ansteigen wird, ist schwer voraussehbar. Längerfristig dürfte aber ein Anstieg des An- teils undokumentierter Asylbewerber wahrscheinlich sein. In den ersten Tagen nach der Aufhebung der Weisung wur- den rund 250 Ausländer ohne Ausweispapiere in den Emp- fangsstellen aufgenommen, welche vorher wegen fehlender Ausweispapiere zurückgewiesen worden wären. Die Zahl der Asylgesuche hat sich aber nach der Aufhebung der Wei- sung bis heute gegenüber der vergleichbaren Periode des Vorjahres nicht signifikant verändert. Es sind plus 4 Prozent. Die Expertenkommission für die Revision des Asylgesetzes wird prüfen, ob es rechtlich möglich und sinnvoll ist, eine ge- setzliche Grundlage für die aufgehobene Weisung zu schaf- fen. Giger Titus (R, SG): Danke, Herr Bundesrat Koller, für die Beantwortung meiner Frage. Immerhin ist ja die Zunahme der Asylanten ohne Ausweispapiere aufgrund des Entschei- des des Bundesgerichtes entstanden, und ich möchte den Bundesrat fragen, ob dies nicht ein Fehlentscheid des Bun- desgerichtes ist. Meine Frage: Wie und wann will nun der Bundesrat das - Herr Koller sagte zwar: auf Gesetzesstufe - realisieren? Wäre es überhaupt möglich, auf Gesetzesstufe die entspre- chenden Grundlagen zu schaffen? Koller Arnold, Bundesrat: Herr Giger, wir leben bekanntlich in einem gewaltenteilenden Staat. Das verbietet es mir, mich zu diesem Entscheid des Bundesgerichtes zu äussern. Was die Auswirkungen dieses Bundesgerichtsentscheides anbetrifft, werden wir die Entwicklung der Dinge natürlich sehr aufmerksam verfolgen. Wenn er tatsächlich in grösse- rem Ausmass nachteilige Auswirkungen haben sollte, dann werden wir die entsprechenden, adäquaten Massnahmen rechtzeitig treffen. #ST# 94.088 Strassenyerkeh rsgesetz und Versicherungsaufsichtsgesetz. Änderung Loi sur la circulation routière et loi sur la surveillance des assurances. Modification Botschaft und Gesetzentwürfe vom 19. Oktober 1994 (BBI 1995 l 49) Message et projets de loi du 19 octobre 1994 (FF 1995 l 49) Beschluss des Ständerates vom 23. März 1995 Décision du Conseil des Etats du 23 mars 1995 Kategorie IV/III, Art. 68 GRN - Catégorie IV/III, art. 68 RCN Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière Vollmer Peter (S, BE), Berichterstatter: Die vorliegende Ge- setzesänderung ist ganz bescheiden und wenig umstritten gestartet und hat sich nun plötzlich zum heiss umstrittenen Thema gemausert. Worum geht es? Es ist eine Gesetzesvorlage, die ganz in die Reihe derjenigen Gesetzesänderungen passt, die wir letzte Woche bereits beraten haben. Es geht in erster Linie um die Anpassung der Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung an Europa. Es geht vor allem um die Liberalisierung dieses Sek- tors. Wir wissen: Der Sektor der Motorfahrzeug-Haftpflicht- versicherung ist bisher in der Schweiz einer der am stärksten regulierten Sektoren gewesen. Der Markt hat sehr wenig spielen können. Die Höhe der Prämien wurde für alle Versi- cherungsgesellschaften einheitlich vom Bund festgelegt. Ein Wettbewerb hat auf dieser Ebene nicht gespielt. Mit dieser Gesetzesänderung wollen wir nun diesen Versi- cherungssektor den anderen, bereits liberalisierten Versi- cherungszweigen gleichstellen. Selbstverständlich soll damit die Zielsetzung dieses Gesetzgebungsbereiches, nämlich der Schutz der Geschädigten, nicht in Frage gestellt werden. Im Gegenteil: Mit verschiedenen Anpassungen in diesem Gesetzgebungsbereich soll dieser Schutz sogar noch erhöht werden. Neu werden von den Versicherern die Bildung und der Betrieb eines nationalen Versicherungsbüros und eines Garantiefonds verlangt, anstelle der vom Bund festgelegten Vorschriften über die Höhe der Prämien und der Rückstellun- gen. Dieser Gesetzgebungsbereich soll, wie gesagt, auch mit dem EU-Recht kompatibel gemacht werden. Das ist auch deshalb wichtig, damit die Voraussetzungen dafür geschaf- fen werden, dass auch in Zukunft die Weiterführung des grenzüberschreitenden Systems der Versicherungsdeckung möglich ist. Mit der Abkehr von den bisherigen starren Einheitsregelun- gen kann davon ausgegangen werden, dass sich die Prämi- engestaltung zukünftig verstärkt am Risiko orientieren wird. Die Prämienunterschiede zwischen schadenverursachen- den Personen und anderen werden wahrscheinlich bedeu- tend grösser werden, als wir das heute im alten sogenannten Bonus-Malus-System haben. Schadenverursacher können also vermehrt zur Kasse gebeten werden. Wir meinen, dass das verkehrspolitisch Sinn macht. Man kann feststellen, dass diese Vorlage auch konsumen- tenpolitisch von grösser Bedeutung ist; entsprechend wird sie von diesen Organisationen sehr begrüsst. Es sollen nicht mehr länger staatlich verordnete Kartellrenten in die Taschen einzelner Versicherungsgesellschaften fliessen. In den letzten Wochen haben die umstrittenen Fragen der Übergangsregelungen für einigen Medienwirbel gesorgt. Ab wann soll der Versicherte, also der Konsument, von diesen neuen Regelungen profitieren können? Das hat dazu ge- führt, dass eifrige Lobbyisten der Versicherungsgesellschaf-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Fragestunde Heure des questions In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer --- Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 12.06.1995 - 14:30 Date Data Seite 1198-1210 Page Pagina Ref. No 20 025 731 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. 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