Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. Oktober 2014 (720 14 268 / 254) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rückweisung der Angelegenheit an die IV-Stelle wegen unvollständiger Abklärung des massgebenden medizinischen Sachverhaltes Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Elisabeth Maier, Advoka- tin, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1966 geborene A.____ war seit 2. Mai 2007 al s LKW-Fahrer bei der B.____ AG tätig und durch die Arbeitgeberin bei der Schweizer ischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Ber ufskrankheiten versichert. Am 4. Juni 2007 stürzte A.___ beim Ausladen des LKW rückwärts von d er Laderampe, wobei er sich eine Frak- tur des Processus coronoideus am rechten Ellbogen m it leichter Dislokation nach ulnar, Fraktu- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren der Querfortsätze LWK1-2 rechts und eine Schulterkon tusion rechts zuzog. Nachdem die SUVA nach Eingang der Unfallmeldung für die Heilung skosten aufgekommen war und Tag- geldzahlungen entsprechend der ausgewiesenen Arbeitsu nfähigkeit geleistet hatte, sprach sie A.____ mit Verfügung vom 24. Juni 2009 für die im B ereich des rechten Ellbogens verbleiben- den Unfallfolgen eine Invalidenrente auf der Basis ein er Erwerbsunfähigkeit von 10 % und eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 5 % des Höchstb etrages des versicherten Jahresver- dienstes zu. Gleichzeitig hielt die SUVA fest, die Er werbsfähigkeit des Versicherten würde zu- sätzlich durch weitere, „zunehmend psychogen bedingte Beschw erden“ beeinträchtigt. Für die- se entfalle jedoch eine Leistungspflicht, da sie nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 4. Juni 2007 stünden. Eine von A.____ gegen diese Verfügung er- hobene Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentsche id vom 21. Januar 2010 ab. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ Beschwerde beim Kantonsg ericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Das betreffende Beschwerdever fahren (Nr. 725 10 44) wurde in der Folge jedoch mit Präsidialbeschluss vom 14. Dezember 2 010 zufolge Beschwerderückzu- ges abgeschrieben. Am 25. März 2008 hatte sich A.____ unter Hinweis auf di e Folgen dieses Unfalls zusätzlich auch bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zu m Bezug von Leistungen angemel- det. Die IV-Stelle Basel-Landschaft klärte daraufhin di e gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse des Versicherten ab, wobei sie ab 4. Juni 2 008 (Ablauf des Wartejahres) einen Invaliditätsgrad von 100 % und ab 23. Januar 2012 ein en solchen von 52 % ermittelte. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach Durchführung des Vorbescheidverfah- rens mit Verfügung vom 16. Juli 2014 für den Zeitraum vom 1. Juni 2008 bis 30. April 2012 eine befristete ganze Rente und mit Wirkung ab 1. Mai 2012 eine unbefristete halbe Rente zu. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokatin Elisabeth Maier, am 10. September 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht. Dar in beantragte er, es sei die ange- fochtene Verfügung aufzuheben und es seien ihm die ge setzlichen Leistungen, d.h. auch ab dem 1. Mai 2012 eine ganze Rente zuzusprechen. Eventu aliter sei zur weiteren Abklärung des Sachverhalts ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Subeventualiter sei die Angelegenheit - in Aufhebung der angefochtenen Verfügung - zu weit eren Abklärungen an die Beschwerde- gegnerin zurückzuweisen. Im Weiteren seien ihm die unen tgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertreterin zu bewilligen; unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Verfügung vom 15. September 2014 bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwer- deführer gestützt auf die eingereichten Unterlagen fü r das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltli che Verbeiständung mit Advokatin Elisa- beth Maier als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 22. September 2014 bea ntragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobenen - Beschwerden des Versicherten vom 10. September 2014 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Die IV-Stelle gab zur Abklärung des medizinischen Sa chverhaltes bei der Begutach- tungsstelle C.____ eine polydisziplinäre Begutachtung de s Versicherten mit fachärztlichen Un- tersuchungen in den Bereichen Innere Medizin, Orthopä die, Neurologie und Psychosomatik in Auftrag. In ihrem ausführlichen Gutachten, welches sie am 8. Oktober 2010 erstatteten, erhe- ben die beteiligten Ärzte folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: (1) eine posttraumatische Arthrose mit schmerzhafter Funktionsstö rung des rechten Ellbogens (ICD-10 M19.12) bei (1.1) Status nach Fraktur des Processus corono ideus und der Trochlea humeri rechter Ellbogen nach Sturz am 04.06.2007 und (1.2) St atus nach arthroskopischer Arthrolyse des rechten Ellbogens mit Resektion einer Gelenkmaus (Mär z 2008), (2) chronisch intermittie- rende Spannungskopfschmerzen mit Analgetika induzierter Komponente (ICD-10 G544.2/G44.4), (3) ein schweres Karpaltunnelsyndrom re chts (ICD-10 G56.0) und (4) ein leichtgradiges Sulcus-ulnaris-Syndrom rechts (ICD-10 G56. 2). Eine neuropsychologische Un- tersuchung sei nicht durchgeführt worden, da aufgrund der eingenommenen starken Psycho- pharmaka keine Aussage darüber getroffen werden könnte, ob beim Exploranden eine kognitive Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beeinträchtigung vorliege. In den erhobenen Explora tionen habe eine solche nicht festgestellt werden können, abgesehen davon, dass der Versicherte bei g ewissen Fragen etwas ratlos ge- wirkt habe. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit gelangen die Gutachter zur Auffassung, dass der Explorand aus somatischer Sicht mit Haupteinschränkung dur ch die Kopfscherzen in einem Umfang von 80 % arbeitsfähig sei. Vermieden werden so llten repetitive mittelschwere bis schwere Tätigkeiten aufgrund des nachgewiesenen Karpaltu nnelsyndroms rechts und der Af- fektion des Nervus ulnaris im Sulcusbereich. Prinzipiell sei das Karpaltunnelsyndrom einer Ope- ration gut zugänglich, so dass postoperativ eine Reevalu ation indiziert sei. Im Übrigen sei auf- grund der anamnestischen und diagnostischen Unklarheiten eine präzise Aussage zur psychiat- risch-psychosomatischen Diagnose und der daraus resultierend en Arbeitsunfähigkeit nicht zu treffen. Man empfehle diesbezüglich einen diagnostische n Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik für die Dauer von vier bis sechs Wochen. Wichtig sc heine insbesondere, nebst einer Me- dikamentenreduktion, die psychische Verfassung des Explorand en ausserhalb des familiären Umfeldes zu beobachten, um eine mögliche Aggravation ausschliessen zu können. 5.2 Nachdem der Versicherte vom 4. November 2010 bis 17. Dezember 2010 stationär in der psychiatrischen Klinik D.____ behandelt worden war, gab die IV-Stelle zur weiteren Klärung des psychischen Gesundheitszustandes und der Frage, wie sich dieser auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt, eine psychiatrische Begutachtung des Versicherten durch die Klinik E.____ in Auftrag. In diesem Gutachten, welches in der Folge am 27. Juni 2012 (Versanddatum) erstattet wurde, werden als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits fähigkeit eine leichte depressive Episo- de unter Medikation, chronifiziert (ICD-10 F32.0), ein Status nach anamnestischer posttraumati- scher Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie ein narzissti sch und histrionisch geprägter Per- sönlichkeitsstil (ICD-10 Z73.1) genannt. Zudem werden a ls Belastungsfaktoren Probleme mit Bezug auf die Ausbildung sowie das Lese-/ und Schreibver mögen (ICD-10 Z 55) angeführt. Als psychiatrische Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig keit wird eine anhaltende somato- forme Schmerzstörung, anamnestisch, derzeit subsyndromal unter Medikation (ICD-10 F45.4), erhoben. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hält das G utachten fest, aus rein psychiatrischer Sicht sei dem Exploranden die bisherige Tätigkeit als LKW-Fahrer nicht mehr zumutbar. In einer an das kognitive Leistungsniveau angepassten Tätigkeit in einem einfachen, klar strukturierten Umfeld sei der Explorand hingegen zu 50 % (ca. fünf Stu nden täglich) arbeitsfähig. In qualitati- ver Hinsicht sollten zusätzliche starke externe Stressoren w ie z.B. starker Zeit- oder Termin- druck, hochfrequenter bzw. anspruchsvoller Kundenkontakt sow ie Arbeiten spätabends oder nachts vermieden werden. Abschliessend wird in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit explizit darauf hingewiesen, dass eine Gewichtung zwischen den ungünstigen Persönlichkeits- merkmalen des Exploranden auf der einen und den Hinweisen auf eine unsichere Beschwerde- validität (Diskrepanzen, Inkonsistenzen) auf der anderen Seite schwer falle. Aus gutachterlicher Sicht sei die jetzt festgestellte Arbeitsfähigkeit derzeit am ehesten zutreffend, es erscheine aber nicht unmöglich, dass die Arbeitsfähigkeit des Exploranden unterschätzt werde. Für umso wich- tiger halte man deshalb eine baldige Reevaluation in zwölf bis 18 Monaten. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des G esundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse des polydisziplinären Gutach- tens der Begutachtungsstelle C.____ vom 8. Oktober 2010 und des psychiatrischen Gutachtens Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Klinik E.____ vom 27. Juni 2012. Sie ging demzufol ge davon aus, dass der Versicherte ab Ablauf des Wartejahres bis 23. Januar 2012, dem Zeitpun kt der Begutachtung durch die Klinik E.____, für sämtliche Tätigkeiten vollständig arbeitsunf ähig gewesen sei. Für die Zeit danach, d.h. ab 23. Januar 2012, sei dem Beschwerdeführer au s gesamtmedizinischer Sicht eine adap- tierte Tätigkeit im Umfang von 50 % zumutbar. 6.2 Der Beschwerdeführer bemängelt vorab, dass das psychia trische Gutachten der Klinik E.____ nicht durch eine Fachärztin oder einen Facharzt f ür Psychiatrie und Psychotherapie verfasst worden sei. Referentin des Gutachtens sei eine Assistenzärztin gewesen, die über den Facharzttitel Neurologie FMH verfüge. Die Oberärztin, w elche das Gutachten ebenfalls unter- zeichnet habe, sei zwar Fachärztin für Psychiatrie und Psyc hotherapie, sie sei aber nicht Refe- rentin des Gutachtens gewesen und sie habe dieses auch nicht verfasst, sondern die Begutach- tung „nur am Rande begleitet.“ Das Gutachten der Klin ik E.____ entspreche demnach nicht den rechtsprechungsgemässen Kriterien an ein Fachgutachten und es könne bereits aus diesem Grund nicht darauf abgestellt werden. Die IV-Stelle hält diesem Einwand entgegen, bei der Oberärztin, welche das Gutachten unterzeichnet habe, han dle es sich um eine Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie habe den Versicherten an beiden Untersuchungsterminen mitbegutachtet und das Gutachten in ihrer Verantwortun g abgegeben. Zudem würden auch die Qualitätsleitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie für die Erstellung psychiatrischer IV-Gutachten besagen, dass bei e iner Begutachtung in institutionel- lem Rahmen Teilaufgaben an eine in psychiatrisch-psychothe rapeutischer Weiterbildung be- findliche Assistenzarztperson delegiert werden könnten. D ies bedinge allerdings, dass die Fachärztin bzw. der Facharzt Teile der Exploration selbst durchführe, sowie die weitere Erstel- lung des Gutachtens begleite und das Gutachten mit seine r bzw. ihrer Unterschrift finalisiere und verantworte. Diese Voraussetzungen seien vorliegend durch das Mitwirken der über den Facharzttitel verfügenden Oberärztin erfüllt, so dass es si ch bei der Expertise der Klinik E.____ um ein beweisrechtlich verwertbares Fachgutachten handle . Es spricht einiges für die Richtig- keit dieser vorinstanzlichen Auffassung und Ausführungen, hat doch die Oberärztin - soweit ersichtlich - in beiden Explorationen mitgewirkt. Wie es sich damit verhält, kann letztlich aber offen bleiben, da dem Gutachten der Klinik E.____, w ie nachfolgend zu zeigen sein wird, aus anderen Gründen keine ausschlaggebende Beweiskraft beigemessen werden kann. 6.3 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist de n im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier nun all erdings vor, denn das Gutachten wirft insbesondere in Bezug auf die Beurteilung der Arbeits fähigkeit des Versicherten Fragen auf, weshalb ihm letztlich - entgegen der Sichtweise der I V-Stelle - keine ausschlaggebende Be- weiskraft beigemessen werden kann. So wird die gutachte rliche Einschätzung, wonach der Ex- plorand in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 50 % (ca. fünf Stunden täglich) arbeitsfähig sei, im Gutachten selber wieder relativiert, wird doch explizit darauf hingewiesen, dass eine Gewich- tung zwischen den ungünstigen Persönlichkeitsmerkmalen des E xploranden auf der einen und Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Hinweisen auf eine unsichere Beschwerdevalidität (Di skrepanzen, Inkonsistenzen) auf der anderen Seite schwer falle. Aus gutachterlicher Sicht sei die jetzt festgestellte Arbeitsfähigkeit zwar derzeit am ehesten zutreffend, es erscheine aber ni cht unmöglich, dass die Arbeitsfähig- keit des Exploranden unterschätzt werde. Für umso wichtiger halte man deshalb eine baldige Reevaluation in zwölf bis 18 Monaten. Trotz dieser kl aren Hinweise hat die IV-Stelle jedoch vor Verfügungserlass von einer solchen Reevaluation abgeseh en, was sich als umso problemati- scher erweist, als zwischen der Begutachtung der Klinik E._ ___ und dem Verfügungserlass eine Zeitspanne von mehr als zwei Jahren liegt. In Anbetracht der geschilderten gutachterlichen “Vorbehalte“ muss es deshalb als fraglich bezeichnet werde n, ob die Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit im Gutachten der Klinik E.____ der aktuellen Situation des Versicherten entspricht. Ge- gen die beweisrechtliche Verwertbarkeit der von der IV- Stelle eingeholten Gutachten spricht sodann, dass vorliegend zwischen den Gutachtern der Begut achtungsstelle C.____, auf deren Ergebnisse die IV-Stelle hinsichtlich der Feststellung un d Beurteilung der somatischen Leiden abstellt, und den psychiatrischen Fachärztinnen der Klinik E .____ keine Konsensbeurteilung stattgefunden hat. Die IV-Stelle hält diesem zutreffenden Einwand des Beschwerdeführers zwar entgegen, dass die somatischen Beeinträchtigungen im Gu tachten der Klinik E.____ berück- sichtigt worden seien, dies lässt sich den Ausführungen i m Gutachten der Klinik E.____ selber aber nicht entnehmen. In diesem Zusammenhang ist immerh in darauf hinzuweisen, dass dem Exploranden im Gutachten der Begutachtungsstelle C.___ _ aus orthopädischer Sicht eine 10 %-ige und aus neurologischer Sicht eine 20 %-ige A rbeitsunfähigkeit attestiert worden war. Somit wären aber eine eigentliche Konsensbesprechung ode r aber zumindest schlüssige und nachvollziehbare Ausführungen der psychiatrischen Gutachterinnen zur Frage, ob und gegebe- nenfalls weshalb sich die somatischen Beeinträchtigungen n icht zusätzlich auf die aus ihrer fachärztlichen Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit auswi rken, angezeigt gewesen. Aus den ge- schilderten Gründen kann somit - entgegen der Auffassun g der IV-Stelle - bei der Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhaltes nicht auf die Ergebnisse des polydisziplinären Gutachtens der Begutachtungsstelle C.____ vom 8. Oktober 2010 und des psychiatrischen Gutachtens der Klinik E.____ vom 27. Juni 2012 abgestell t werden. Da die übrigen bei den Ak- ten liegenden medizinischen Berichte ebenfalls keine verl ässliche Entscheidgrundlage bilden, erweisen sich die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltung sverfahren als nicht ausreichend beweiskräftig. 6.4 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die vor handenen medizinischen Un- terlagen keine abschliessende Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und insbeson- dere der im massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasse s bestehenden Arbeitsunfähigkeit des Versicherten zulassen. Die Angelegenheit bedarf insoweit ergänzender Abklärungen. 6.5 Im Entscheid 137 V 210 ff. hat das Bundesgericht die bisherige ständige Rechtspre- chung, wonach das kantonale Gericht prinzipiell die frei e Wahl hatte, bei festgestellter Abklä- rungsbedürftigkeit die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen oder aber selber zur Herstellung der Spruchreife zu schreiten, geändert. Es h at erkannt, dass die Beschwer- deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten einzuhole n hat und eine Rückweisung an die IV- Stelle nur noch in Ausnahmefällen erfolgen soll. Da es Aufgabe der Verwaltung und nicht der Beschwerdeinstanz ist, für eine erstmalige vollständige Erhebung des massgebenden Sachver- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht haltes besorgt zu sein, liegt ein solcher Ausnahmefall et wa vor, wenn relevante Aspekte des medizinischen Sachverhaltes durch die Verwaltung nicht a bgeklärt worden sind. Gleiches gilt, wenn sich die Verwaltung auf ein Gutachten stützt, wel ches auf Grund der zwischenzeitlichen Entwicklung nicht mehr die aktuelle medizinische Situati on der versicherten Person wiedergibt. Vorliegend muss sich die IV-Stelle diesbezüglich insbesonde re vorhalten lassen, dass sie trotz des Umstandes, dass zwischen der Begutachtung der Klinik E.____ und dem Verfügungserlass mehr als zwei Jahre verstrichen waren, von der im psychiatrischen Gutachten der Klinik E.____ als wichtig bezeichneten „baldigen Reevaluation in zwölf bis 18 Monaten“ abgesehen und statt- dessen vollumfänglich auf die mehr als zwei Jahre alten E rgebnisse des Gutachtens der Klinik E.____ abgestellt hat. Zudem unterblieb, wie geschild ert, eine interdisziplinäre Konsensbeurtei- lung der Frage, wie sich die in den einzelnen Fachbere ichen festgestellten Einschränkungen insgesamt auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswi rken. Vor diesem Hintergrund erweist sich aber eine Rückweisung an die IV-Stelle trotz der ge änderten bundesgerichtlichen Recht- sprechung als zulässig. 7. Bevor die vorliegende Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung an die IV- Stelle zurückgewiesen werden kann, gilt es noch, den na chfolgenden verfahrensrechtlichen Aspekt zu beachten. 7.1 Laut der vom Bundesgericht mit BGE 137 V 314 ff. zur Problematik einer möglichen reformatio in peius bei Rückweisungsentscheiden in IV-Ren tenstreitigkeiten vorgenommenen Praxisänderung ist der Beschwerde führenden Partei auch dann Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde zu geben, wenn eine rentenzusprechende Verf ügung (z.B. halbe IV-Rente) aufge- hoben und die Sache zu weiterer Abklärung und neuer E ntscheidung an die IV-Stelle zurück- gewiesen werden soll (BGE 137 V 314, Regeste). Das Bu ndesgericht begründet diese Praxis- änderung im Wesentlichen mit der ansonsten bestehenden U ngleichbehandlung gegenüber Beschwerde führenden Versicherten, bei denen das kantona le Versicherungsgericht die verfü- gungsweise zugesprochene Rente herabsetzt oder sogar auf hebt. Diese Personen hätten, so das Bundesgericht, die Möglichkeit, die Beschwerde zurückz uziehen und so der drohenden Verschlechterung ihrer Rechtsposition zu entgehen. Lasse ab er Art. 61. lit. d ATSG den Rück- zug der Beschwerde gegen eine als rechtsfehlerhaft erkan nte Verfügung zu, müsse dies umso mehr gelten, wenn das erstinstanzliche Gericht den Sach verhalt als unvollständig abgeklärt erachte und die Sache zu weiterer Abklärung und zu neuer Entscheidung an die IV-Stelle zu- rückweise, weil damit die Rente nicht herabgesetzt oder aufgehoben werde, vielmehr Bestehen und Umfang des Anspruchs (weiterhin) offen seien. Die Rentenzusprechung könnte korrekt sein oder aber auch zu Ungunsten der versicherten Person fehle rhaft. Die Tatsache allein, dass die Herabsetzung oder Aufhebung der verfügungsweise zugespr ochenen Rente in einem reforma- torischen Entscheid erfolge, stelle keinen Grund für eine Ungleichbehandlung dar, und zwar umso weniger, als auch im erstinstanzlichen Beschwerdeverfah ren der Untersuchungsgrund- satz gelte (BGE 137 V 319 E. 3.2.3). 7.2 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdever fahrens bildet die Verfügung vom 16. Juli 2014, in welcher die IV-Stelle dem Versicherten für den Zeitraum vom 1. Juni 2008 bis 30. April 2012 eine befristete ganze Rente und mit Wirkung ab 1. Mai 2012 eine unbefristete Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht halbe Rente zugesprochen hat. Da das Kantonsgericht in dieser Angelegenheit nunmehr eine Aufhebung dieser rentenzusprechenden Verfügung und eine Rückweisung der Sache zu weite- rer Abklärung und neuer Entscheidung an die IV-Stelle in Betracht zieht, wäre dem Beschwer- deführer nach dem vorstehend Gesagten grundsätzlich vor e inem entsprechenden Entscheid des Gerichts Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde zu gebe n. In diesem Zusammenhang gilt es nun allerdings zu beachten, dass der Versicherte in seiner Beschwerde vom 10. Sep- tember 2014 - als Eventualbegehren - ausdrücklich beant ragt hat, es sei die Angelegenheit in Aufhebung der angefochtenen Verfügung zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Mit diesem Antrag bringt der Versicherte bereits hinreichend zum Ausdruck, dass er sich mit einem entsprechenden Vorgehen einversta nden erklären kann und er die Ab- sicht hat, auch dann an der Beschwerde festzuhalten, wen n das Kantonsgericht einen entspre- chenden Rückweisungsentscheid ins Auge fassen sollte. Bei di eser Ausgangslage kann des- halb davon abgesehen werden, den Fall heute auszustelle n und dem Beschwerdeführer vor Erlass des Rückweisungsentscheides (noch) Gelegenheit zum Rü ckzug der Beschwerde zu geben. 8. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die a ngefochtene Verfügung vom 16. Juli 2014 aufzuheben und die Angelegenheit an die IV-Stelle zurückzuweisen ist. Diese wird den aktuellen Gesundheitszustand und insbesondere die Frage der Arbeitsfähigkeit des Versicherten im Rahmen eines polydisziplinären Gutachten s abklären zu lassen haben. Ge- stützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird die IV- Stelle anschliessend über den Ren- tenanspruch des Beschwerdeführers neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 9. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beur- teilung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Par- tei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als u nterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Re chtsvertreterin des Beschwerdefüh- rers hat in ihrer Honorarnote vom 2. Oktober 2014 für das vorliegende Verfahren einen Zeitauf- wand von 9 Stunden und 50 Minuten geltend gemacht. D ieser Aufwand erweist sich umfang- mässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxi sgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgew iesenen Auslagen von Fr. 63.--. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘723.-- (9 Stunden und 50 Minuten à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 63.-- + 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 16. Juli 2014 aufgeho- ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die I V-Stelle Basel- Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2‘723.-- (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht