<h2>SubmittedText<h2><p>Kann das Hannover-Modell als mögliches zusätzliches oder alternatives Einsatzmodell in der Schweiz (z. B. bei Fussballmatches) Ausschreitungen verhindern? </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Wahrung von Sicherheit und Ordnung und somit auch die Bekämpfung von Gewalt an Sportveranstaltungen sind ein wesentlicher Aufgabenbereich der kantonalen Polizeihoheit. Der Bund verfügt auf diesem Gebiet nur über fragmentarische, unterstützende und koordinierende Kompetenzen (vgl. Motion der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates 12.3018, "Bekämpfung der Gewalt bei Sportanlässen", und Motion Ribaux 12.4014, "Für eine effiziente und einheitliche Bekämpfung von Hooliganismus").</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass es somit in erster Linie Sache der Kantone, Städte und der Gemeinden ist, in diesem Bereich die nötigen Massnahmen zu ergreifen. Diese umfassen auch den Dialog mit den Fans durch spezielle Konfliktmanager, wie dies nun vorgeschlagen wird. In seinem Bericht in Erfüllung des Postulates Glanzmann 11.3875, "Gewalt an Sportveranstaltungen" vom 13. September 2013 hält der Bundesrat fest, dass die Schweiz mit ihrem Massnahmenpaket insgesamt auf dem richtigen Weg ist. Im Vergleich zu Ländern, die länger und stärker vom Gewaltphänomen betroffen sind, wurden in der Schweiz in relativ kurzer Zeit grosse Fortschritte erreicht.</p><p>So setzen einige Kantone bereits seit mehreren Jahren spezielle Dialogteams im Rahmen ähnlicher Konzepte wie dem Hannover-Modell erfolgreich ein, dies insbesondere aufgrund der positiven Erfahrungen, welche an der Uefa Euro 2008 mit diesem Konzept gemacht werden konnten. Ergänzend dazu werden in fast allen Kantonen und Städten, in welchen Sportvereine in den oberen beiden Ligen spielen, professionelle polizeiliche Szenekenner eingesetzt, welche ebenfalls im Bereich des Dialogs und der Deeskalation tätig sind.</p><p>Das revidierte Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen vom 2. Februar 2012 zeigt also in einigen Kantonen erste positive Auswirkungen. Auf lokaler Ebene haben runde Tische und Gesprächsplattformen mit Einbezug aller Akteure Einzug gehalten. Dabei steht der Dialog im Zentrum einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Der Bundesrat kam in seinem Bericht zum Postulat Glanzmann zum Schluss, dass es nicht angezeigt sei, die bestehenden gesetzlichen Instrumente zu verschärfen oder zu erweitern, sondern dass sie konsequent anzuwenden und umzusetzen seien. Diese Aussage gilt auch für weitere Massnahmen, wie eben zum Beispiel das Hannover-Modell.</p><p>Der Bundesrat begrüsst die bisherigen Anstrengungen der beteiligten Stellen zur Führung eines Dialogs mit den Fans. Die zuständigen Stellen in den Kantonen, Städten und Gemeinden haben schon heute die Möglichkeit, vergleichbare Konzepte auf lokaler Ebene umzusetzen, ohne dass hierzu das Konkordat revidiert werden müsste.</p>  Antwort des Bundesrates.