B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5009/2015 U r t e i l v o m 2 3 . F e b r u a r 2 0 1 7 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Daniel Willisegger, Gerichtsschreiberin Denise Eschler. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch Ass. iur. Christian Hoffs, HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende SG/AI/AR, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flüchtlingseigenschaft und Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); Verfügung des SEM vom 16. Juli 2015 / N (…). E-5009/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland Eritrea eigenen Angaben zufolge etwa Mitte Dezember 2013 und reiste am 14. Mai 2014 in die Schweiz ein, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 5. Juni 2013 wurde er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ zur Per- son und den Ausreisegründen befragt. Eine vertiefte Anhörung zu den Asyl- gründen folgte am 17. März 2015. Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch im Wesentlichen da- mit, dass er in seinem Heimatstaat zum Militärdienst einberufen worden sei, obwohl er im Rahmen des eritreischen National Service bereits dem Bildungsministerium zugeteilt gewesen sei und entsprechenden Zivildienst als Lehrer geleistet habe. Anlässlich einer Versammlung im militärischen Trainingscamp in Sawa sei es zu einem Aufruhr gekommen, wobei er als Auslöser beziehungsweise Anstifter hierfür verantwortlich gemacht worden sei. Als Folge davon sei er vierzehn Tage inhaftiert und während der Haft geschlagen worden. Nach seiner Haftentlassung sei ihm die Flucht aus dem Camp sodann nach einem dreitägigen Fussmarsch der (illegale) Grenzübertritt in den Sudan gelungen. Für die weiteren Aussagen wird auf die Befragungsprotokolle in den Akten verwiesen. Zwecks Nachweises des geleisteten Militärdienstes reichte der Beschwer- deführer eine Fotografie, welche ihn in Militäruniform zeigt, und zum Nach- weis seiner Identität einen Geburtsschein und eine Identitätskarte ein. B. Mit Verfügung vom 16. Ju li 2015 – eröffnet am 20. Juli 2015 – verneinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Gleich- zeitig wurde der Wegweisungsvollzug i nfolge Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Auf nahme aufgeschoben. Die Ablehnung des Asylge- suchs begründete das SEM damit, die Vorbringen würden den Anforderun- gen an die Glaubhaftigkeit der Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten. C. Mit Eingabe vom 17. August 2015 erhob die Rechtsvertretung des Be- schwerdeführers Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen den E-5009/2015 Seite 3 Entscheid des SEM und beantragte die Anerkennung der Flüchtlingseigen- schaft des Beschwerdeführers und die Asylgewährung. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vor- instanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht wurde die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, die Beiordnung des Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand sowie der Verzicht auf die Erhebung des Kos- tenvorschusses beantragt. Auf die Begründung der Beschwerde wird, so- weit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 20. August 2015 wurde das Gesuch um Ge- währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen und auf die Erhebung des Kostenvorschusses ver- zichtet. Der Entscheid betreffend Gewährung der unentgeltlichen Rechts- verbeiständung gemäss Art. 110a AsylG sowie die amtliche Beiordnung der Rechtsvertretung wurde zwecks Einholens einer Stellungna hme des Rechtsvertreters auf einen späteren Zeitpunkt des Instruktionsverfahrens verschoben. E. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wurde mit Zwischenverfügung vom 28. August 2015 gutgeheissen und der vom Beschwerdeführer mandati erte Rechtsvertreter, Christian Hoffs , als amtlicher Rechtsbeistand eingesetzt. F. In der Vernehmlassung vom 21. September 2015 hielt die Vorinstanz an ihrer Einschätzung der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerde- führers fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. G. Mit Eingabe vom 12. Oktober 2015 nahm der Beschwerdeführer die Mög- lichkeit zur Replik wahr und äusserte sich zur Vernehmlassung der Vor - instanz. H. Mit Eingabe vom 25. August 2016 erkundigte sich der Beschwerdeführer nach dem Verfahrensstand. Die Anfrage wurde mit Schreiben vom 29. Au- gust 2016 beantwortet. E-5009/2015 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nati onali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). E-5009/2015 Seite 5 3.2 Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung oder Desertion ernst haften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhal- tung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 3 AsylG). 3.3 Keine Flüchtlinge sind Personen, die Gründe geltend machen, die wegen ihres Verhaltens nach der Aus reise entstanden sind und weder Ausdruck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat - oder Herkunftsstaat bestehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, wobei die Einhaltung der FK vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 4 AsylG). 3.4 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substantiiert, in si ch schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen und sie dürfen nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren. Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig er- scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbrin- gen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (Art. 7 Abs. 3 AsylG), wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt , im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nach- schiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwir- kung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und läss t durchaus Raum für ge- wisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwie- gende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstell ung spre- chen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. die von der ARK begründete Rech tsprechung in Entscheidungen und Mittei- lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f. mit weiteren Hinweisen, welche vom Bundesverwaltungs- gericht weitergeführt wird). E-5009/2015 Seite 6 4.1 Was die Asylvorbringen des Beschwerdeführers anbelangt, ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob die sogenannten Vorfluchtgründe (angebliche Inhaftnahme und Flucht aus dem Militärcamp) eine asylrelevante Verfol- gung für ihn zu begründen vermögen, beziehungsweise ob er die behaup- tete Furcht vor künftiger Verfolgung wegen Desertion aus dem Militärdienst in der von ihm geschilderten Weise glaubhaft darzulegen vermochte. 4.2 Mit Blick auf die von der ARK begründete Rechtsprechung, welche vom Bundesverwaltungsgericht fortgeführt wird, ist zunächst festzustellen, dass Dienstverweigerung und Desertion in Eritrea unverhältnismässig streng bestraft werden; die Bestrafung ist als politisch motiviert einzustufen (ab- soluter Malus). Demzufolge sind Personen, die begründete Furcht haben, einer solchen Bestrafung ausgesetzt z u sein, als Flüchtlinge anzuerken- nen. Die Furcht vor einer Bestrafung wegen Dienstverweigerung oder De- sertion ist dann begründet, wenn die betroffene Person in einem konkreten Kontakt zu den Militärbehörden stand. Ein solcher Kontakt ist regelmässig anzunehmen, wenn die betroffene Person im aktiven Dienst stand und de- sertierte (vgl. dazu EMARK 2006 Nr. 3). 4.3 Das SEM begründete die Ablehnung des Asylgesuchs mit der Unglaub- haftigkeit der geltend gemachten Vorfluchtgründe , namentlich aufgrund von Widersprüchlichkeit, Mangel an persönlicher Betroffenheit und fehlen- dem Detailreichtum der Schilderungen. Der Beschwerdeführer habe bei- spielsweise weder seinen dreiwöchigen Aufenthalt in Sawa noch den da- rauffolgenden Aufenthalt in der militärischen Einheit in Ruba Aday adäquat und kohärent beschreiben können. Die Umstände seiner Verhaftung seien oberflächlich geschildert worden und hätten sich in der Wiederholung er- schöpft, ihm sei vorgeworfen worden, anlässlich einer Versammlung einen Aufruhr angezettelt zu haben. Ferner habe er sich widersprüchlich zum Verhaftungszeitpunkt und dem Gefängnisort geäussert. Zudem habe er sich auf allgemeine Wesenszüge eines Gefängnisaufenthalts beschränkt. Die Vorinstanz stufte ausserdem die Aussagen zur Haftentlassung, zur Flucht aus dem Militärcamp in Nakfa und die Schilderungen zur illegalen Ausreise beziehungsweise zum dreitägigen Fussmarsch in den Sudan als unglaubhaft ein. 4.4 In seiner Rechtsmitteleingabe bringt der Beschwerdeführer ein, die an- gefochtene Verfügung stütze sich in Bezug auf die Unglaubhaftigkeit auf eine schwache Argumentation. Glaubhaftigkeitsmerkmale und deutliche Realkennzeichen würden unzureichend gewürdigt. Sofern die Vorinstanz E-5009/2015 Seite 7 unzureichenden Detailreichtum vorwerfe, werde verkannt, dass es der Er- zählweise des Beschwerdeführers entspreche, kurz und prägnant auf Fra- gen zu antworten und sich auf das aus seiner Sicht Wichtige und Wesent- liche zu beschränken. Die aufgeführten Widersprüche seien unwesentlich und insgesamt sei keine für die Glaubhaftigkeitsprüfung relevante Gesamt- würdigung vorgenommen worden. Mit der illegalen Ausreise aus Eritrea habe der Beschwerdeführer den Militärdienst aktiv verweigert und daher bei einer Rückkehr begründete Furcht vor einer Verfolgung. 4.5 In Ihrer Vernehmlassung vom 21. September 2015 hielt die Vorinstanz an ihrem Standpunkt betreffend die fehlende Glaubhaftigkeit fest . Weder die Vorbringen des Beschwerdeführers noch die Beschwerdeschrift ent- hielten konkrete Beispiele für vorhandene Realkennzeichen und Glaubhaf- tigkeitsmerkmale. 4.6 Der Beschwerdeführer führte in seiner Replik vom 12. Oktober 2015 aus, diverse Beispiele der Anhörung zeigten konkrete Glaubhaftigkeits- merkmale. So habe er unter anderem erwähnt, eine für eine Lehreranstel- lung beim Bildungsministerium eigentlich ungenügende Anzahl Prüfungs- punkte erreicht zu haben, was als Glaubhaftigkeitsmerkmal zu werten sei. Auch die Erwähnung des Spitznamens „ C._______“, welcher die Ver- sammlung in Sawa geleit et habe, zeuge davon, dass von tatsächlich Er- lebtem berichtet worden sei. Gleiches gelte für die Ausführungen, er habe in Haft einen Kanister voll mit Wasser tragen müssen. Diese nebensächlich erscheinenden Details zeigten auf, dass nicht eine Geschichte nacher- zählt, sondern von Erlebtem berichtet worden sei. 5.1 In materieller Hinsicht gelangt das Bundesverwaltungsgericht nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass das SEM die Vorbringen des Be- schwerdeführers im Zusammen hang mit der angeblichen Verfolgung zu Recht als nicht glaubhaft erachtet hat. Es ist dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine bestehende oder drohende, asylrechtlich relevante Gefähr- dung glaubhaft zu machen. Dies selbst unter Berücksichtigung des redu- zierten Beweismasses von Art. 7 AsylG. 5.2 Vorab ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer keinen Marschbe- fehl oder ein ähnlich aussagekräftiges Dokument zu den Akten gelegt hat, das ein Aufgebot zum eritreischen Militärdienst zweifelsfrei belegen würde. Aktenkundig ist einzig eine Fotografie, welche den Beschwerdeführer, zu-E-5009/2015 Seite 8 sammen mit einer weiteren männlichen Person in Militäruniform zeigt. Die- ses soll seinen eigenen Aussagen zufolge anlässlich der Abschlussfeier in Sawa im Jahre 2012 aufgenommen worden sein ( A21, F3). Selbst ohne besondere Kenntnisse in der Fotografie ist ersichtlich, dass es sich dabei um eine Art Collage beziehungsweise eine Studiofotographie handelt, wel- che nicht eine reale Szene festhält. Ob diese tatsächlich zum genannten Zeitpunkt und An lass aufgenommen wurde, kann nicht beurteilt werden. Die Frage kann jedoch aufgrund weiterer Merkmale, welche für die Un- glaubhaftigkeit der von ihm geschilderten Desertion aus dem Militärdienst sprechen, offenbleiben. 5.3 5.3.1 Anlässlich der Befragung zu den Gesuchsgründen (A4, Ziff. 7.01) gab der Beschwerdeführer an, nach Abschluss des obligatorischen Militär- dienstes dem Bildungsministerium zugeteilt worden zu sein und danach für ein Jahr als Lehrer gearbeitet zu haben. Am 20. September 2013 sei er aufgefordert worden, nach Sawa einzuziehen. Nach einem zweiwöchigen Aufenthalt in Sawa und einem langen Marsch an den Fluss Ruba Aday sei den Anwesenden anlässlich einer Versammlung mitgeteilt worden, sie wür- den den militärischen Einheiten zugeteilt. Der Beschwerdeführer habe in der Folge das Wort ergriffen und mitgeteilt, bereits dem Bildungsministe- rium zugeteilt zu sein und die dienstliche Pflicht im Rahmen des Zivildiens- tes zu erfüllen. Weil andere Teilnehmer durch Jubeln und Klatschen ihre Zustimmung gezeigt hätten, sei dem Beschwerdeführer vorgeworfen wor- den, diese zum Widerstand ermutigt zu haben. Er sei deshalb unmittelbar nach Beendigung der Versammlung für zwei Wochen inhaftiert und im Ge- fängnis geschlagen und bestraft worden (A4, Ziff. 7.01). Die Ausführungen konkretisierte er bei der Anhörung, anlässlich der Versammlung sei mitge- teilt worden, fortan dem Verteidigungsministerium zugeordnet zu sein. Er habe nach dem Grund für die Umteilung gefragt, da er nach der militäri- schen und akademischen Ausbildung dem Bildun gsministerium zugeteilt worden sei, worauf man ihm vorgeworfen habe, er habe zur Unruhe beige- tragen bzw. diese angezettelt (A21, F48 - F52). Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass weder die persönliche Motivation für die Wortergreifung an der angeblichen Versammlung noch die genauen Umstände des Aufruhrs ersichtlich und nachvollziehbar sind. Die Erwide- rungen in der Beschwerdeschrift, aus der Antwort des Beschwerdeführers liesse sich klar entnehmen, dass er weder Dienst als Soldat habe leisten wollen noch verstanden habe, weshalb er zum Verteidigungsministerium E-5009/2015 Seite 9 umgeteilt werden sollte, ist nur teilweise beizupflichten. Der Beschwerde- führer gab zwar an, gefragt zu haben, weshalb s ie als Soldaten dienen sollten (A21, F32/F48); daraus erschliesst sich indessen nicht, weshalb er in Eritrea keinen Militärdienst habe leisten wollen. Dass eine Versammlung stattgefunden hat und es anlässlich dieser zu einem Aufruhr gekommen ist, spielt für die Frage der Flüchtlingseigenschaft vorliegend nur eine un- tergeordnete Rolle. Auch der Hinweis auf den Spitznamen des Redners , welcher in der Beschwerde nachgeschoben wurde, ist kein Realkennzei- chen dafür, dass die Versammlung zum erwähnten Zeitpunkt und i m vor- getragenen Rahmen stattgefunden hat. 5.3.2 Nicht zu überzeugen vermögen sodann die Ausführungen bezüglich der Inhaftierung und der Haftumstände. Dem SEM ist beizupflichten, wenn dem Beschwerdeführer Oberflächlichkeit und Unsubstantiiertheit in den Schilderungen sowie fehlende Betroffenheit vorgehalten werden. 5.3.2.1 Hervorzuheben sind die sehr pauschalen Aussagen des Beschwer- deführers zu den Haftbedingungen und ihm angeblich zugefügten Untaten. Bei der Erstbefragung gab er ohne weitere Ausführungen an, während der Haft geschlagen und bestraft worden zu sein (A4, Ziff. 7.01). Die erforder- lichen Detailaussagen liess er dabei auch bei der Anhörung vermissen. So beschränkte er sich auf Aussagen, er sei unterirdisch untergebracht gewe- sen, geschlagen worden, habe Hunger und Durst leiden müssen , und es sei dreckig gewesen. Selbst auf konkrete Nachfrage hin fügte er lediglich an, er sei mit dem Stock geschlagen worden und hätte einen Kanister Was- ser tragen müssen. Der Frage, ob er in Einzelhaft gewesen sei, wich er aus, indem er mitteilte, das Gefängnis habe nur über einen Eingang, im Inneren aber über viele Teile verfügt. Es erstaunt zudem, dass er zum ei- nen angab, die Inhaftierten nicht verstanden zu haben, zum anderen aber doch wissen will, dass sie aus der Gegend stammten (A21, F62 – F66). Die Haft erscheint objektiv betrachtet nicht als persönlich erlebt und die Ausführungen des Beschwerdeführers gesamthaft als nicht glaubhaft. Es mangelt den Aussagen an persönlicher Betroffenheit und individuellen Schilderungen. Wäre dem Beschwerdeführer tatsächlich ein solch ein- schneidendes Erlebnis wie die behauptete Inhaftierung widerfahren, ihm „Untaten“ angetan worden und hätte er Bestrafungen erleiden müssen, würden diese erfahrungsgemäss substantiierter und aus eigenem Antrieb heraus beschrieben. Der Beschwerdeführer lässt hingegen jegliche Detail- aussagen, welche auf erlittene Verletzungen durch die Stockschläge oder andere (über die Stockhiebe hinausgehende) Misshandlungen hingewie- sen hätten , vermissen. Das Auftreten von Rü ckenschmerzen nach dem E-5009/2015 Seite 10 Tragen voller Wasserkanister mag grundsätzlich nachvollziehbar erschei- nen, ist in vorliegendem Fall jedoch kein Hinweis für eine wirklich erfolgte Inhaftierung oder schwere Misshandlung während einer Haft. Erscheint bereits die Haft als solche und damit ein wesentlicher Punkt der angeblichen Vorfluchtgründe als unglaubhaft, sind die Ausführungen zum Ort oder dem Zeitpunkt der Inhaftierung sowie zu den Umständen der Haft- entlassung unwesentlich. Die Frage, ob der Haftort anlässlich beider Be- fragungen kohärent und substantiiert geschildert wurde, ist aufgrund des unglaubhaften Vorbringens bezüglich der Inhaftierung unerheblich und kann offenbleiben. Gleiches gilt für die Verbleibdauer in der Einheit nach der angeblichen Haftentlassung. 5.3.2.2 Schliesslich erweisen sich auch die Schilderungen des Beschwer- deführers, er sei aus dem militärischen Camp in Nakfa geflüchtet, als nicht glaubhaft. So gab er an, nach dem Abendessen einen Toilettengang vor- getäuscht zu haben und anschliessend nicht mehr zurückgekehrt zu sein (A4, Ziff. 7.02). Auf die Aufforderung, die Flucht ausführlich zu beschreiben, gab der Beschwerdeführer bei der späteren Anhörung zu Protokoll, der an- wesende Wächter habe sich gleichzeitig mit den Soldaten verpflegt (A21, F73 ff.). Die Behauptung, der Beschwerdeführer habe einen Toilettengang vorgetäuscht und sei danach nicht zur Einheit zurückgekehrt beziehungs- weise, er habe fliehen können, weil ein Wächter gleichzeitig wie die Solda- ten zu Abend gegessen habe, entbehrt jeglicher Glaubhaftigkeit. Dass im Rahmen einer militärischen Einheit ein Wächter für die Beaufsichtigung sämtlicher Soldaten verantwortlich und während seiner Verpflegungspause nicht abgelöst worden sein soll, ist realitätsfremd. Dies umso mehr, als der Beschwerdeführer vorgängig als Unruhestifter inhaftiert gewesen sein soll, weshalb zu erwarten wäre, dass er speziell unter Aufsicht stand. 5.3.3 In besonderem Masse unglaubhaft sind die Vorbringen, der Be- schwerdeführer habe die Strecke von Nakfa beziehungsweise vom Fluss Ruba Aday bis zur grenznahen Stadt Kassala im Sudan – mithin eine Stre- cke von rund 260km Luftlinie – zu Fuss innerhalb von drei Tagen zurück- gelegt (A4, Ziff. 5.02; A21, F83). Die auf Beschwerdeebene vorgetragene Erklärung, er sei nicht die ganze Strecke zu Fuss gegangen, sondern sei für circa zwei bis drei Stunden mit einem LKW mitgefahren, erscheint als nachgeschoben, hat er doch weder anlässlich der Befragung noch der Auf- forderung an der Anhörung, detaillierte Angaben zum Reisewe g zu ma- chen, allfällig verwendete Verkehrsmittel bis zur Grenze genannt (A21, F83 f.), indes einen LKW erst ab Kassala erwähnt (A4, Ziff. 5.02). Den Marsch E-5009/2015 Seite 11 selbst oder die zurückgelegte Strecke beschrieb er oberflächlich und un- detailliert. So sei es streng und heiss gewesen oder die angetroffenen Hir- ten hätten ihm den Weg Richtung Westen gewiesen. Auch den Grenzüber- tritt in den Sudan schilderte der Beschwerdeführer nur in pauschaler Weise und äusserst knapp in dem er angab, es habe dort wohl Soldaten gehabt, er habe jedoch keine angetroffen (A21, F84 f.). Ein persönlich geprägtes Bild, wie der Fussmarsch und der Übertritt in den Sudan erlebt worden sein soll, lässt sich anhand der Aussagen nicht machen. Als Zwischenergebnis ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, Vorfluchtgründe im Sinne von Art. 3 AsylG, namentlich die Inhaftierung und die Desertion aus dem eritreischen Militärdienst als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit glaubhaft darzulegen. 6.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aufgrund seiner illegalen Ausreise befürchten muss, flüchtlingsrechtlich relevanten Nach- teilen ausgesetzt zu werden. Mithin werden in diesem Kontext sogenannte subjektive Nachfluchtgründe geltend gemacht. 6.2 Flüchtlingen wird kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Artikel 3 wurden (Art.54 AsylG). Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Au sreise aus dem Heimat- oder Herkunftsland eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl. Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Aus- schluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Das vom Gesetzgeber vorgesehene Kon- zept, wonach das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen die Ge- währung von Asyl ausschliesst, verbietet auch ein Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen, welche vor der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat entstanden sind und die für sich allein nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgewährung ausreic hen (vgl. E- MARK 1995 Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 ff.; EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f., mit weiteren Hinweisen). 6.3 Aufgrund der nachfolgenden Erwägungen ist – ungeachtet der Be- schwerdebegründung im Einzelnen – auf die Ausführungen bezüglich der E-5009/2015 Seite 12 illegalen Ausreise nicht weiter einzugehen. Diese sind im Ergebnis nicht geeignet, eine Änderung der angefochtenen Verfügung herbeizuführen. 6.4 6.4.1 Die bisherige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ging davon aus, dass ein legales Verlassen Eritreas lediglich mit einem gültigen Reisepass und einem zusätzlichen Ausreisevisum möglich war und dass Ausreisevisa bereits seit mehreren Jahren nur noch unter sehr restriktiven Bedingungen und gegen Bezahlung hoher Geldbeträge an wenige als loyal beurteilte Personen ausgestellt wurden, wobei Kinder ab elf Jahren, Män- ner bis zum Alter von 54 Jahren und Frauen bis 47 Jahre grundsätzlich von der Visumserteilung ausgeschlossen waren. Verschiedentlich gab es auch Zeiten, in denen überhaupt keine derartigen Dokumente mehr erhältlich waren, selbst bei Vorliegen eines gültigen Reisepasses. Wer versuchte, das Land ohne behördliche Erlaubnis zu verlassen, riskierte neben der ge- setzlich angedrohten Bestrafung sein Leben, da die Grenzschutztruppen gemäss übereinstimmenden Quellen den Befehl haben, Fluchtversuche mit gezielten Schüssen zu verhindern. Das erit reische Regime erachtete das illegale Verlassen des Landes als Zeichen politischer Opposition ge- gen den Staat und versuchte, mit drakonischen Massnahmen der sinken- den Wehrbereitschaft und der Massenfluchtbewegung in der Bevölkerung Herr zu werden. 6.4.2 Gemäss Rechtsprechung galt unter Hinweis auf die vorangehenden Ausführungen ferner von Gesetzes wegen, dass der Beschwerdeführer das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen beweisen oder zumin- dest glaubhaft machen musste, wovon er trotz der nur eingeschränkten legalen Ausreisemöglichkeiten aus Eritrea nicht entbunden wurde. Es fand auch im eritreischen Kontext hinsichtlich des Nachweises oder der Glaub- haftmachung von subjektiven Nachfluchtgründ en im Zusammenhang mit einer sogenannten Republikflucht keine Umkehr der gesetzlichen Beweis- beziehungsweise Substanziierungslast statt. Im publizierten Referenzurteil D -7898/2015 des Bundesverwaltungsge- richts vom 30. Januar 2017 wurde festgehalten, dass die bisherige Praxis, wonach eine illegale Ausreise aus Eritrea per se zur Flüchtlingseigenschaft führte, nicht mehr aufrecht erhalten werden könne. Das Gericht kam auf- grund einer eingehenden Analyse zum Schluss, dass Personen, welche Eritrea illegal verla ssen haben, relat iv problemlos in ihre Heimat zu rück- kehren können. Da nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus- zugehen sei, dass einer Person einzig aufgrund ihrer illegalen Ausreise aus E-5009/2015 Seite 13 Eritrea eine asylrelevante Verfolgung drohe, erscheine eine in diesem Zu- sammenhang geltend gemachte Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG nicht als objektiv begründet. Abschliessend kam das Gericht zum Schluss, dass im Kontext von Eritrea die illegale Ausreise al- lein zur Begründung der Flüc htlingseigenschaft nicht ausreiche, sondern es hierfür vielmehr zusätzlicher Anknüpfungspunkte bedürfe, welche zu ei- ner Schärfung des Profils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich relevan- ten Verfolgungsgefahr führen könne. Die Frage der Glaubhaftigkeit der illegalen Ausreise liess das Gericht mangels Asylrelevanz offen. Zur Ver- meidung von Wiederholungen respektive weitschweifender Erörterungen kann auf das oben zitierte Grundsatzurteil (a.a.O., E. 4.6 bis 5.3) verwiesen werden. 6.5 Das Vorliegen zusätzlicher Faktoren, welche im Falle einer Rückkehr nach Eritrea ein erhebliches Risiko einer Bestrafung bedeuten, ist zu ver- neinen. Aus den vorangegangen Erwägungen ergeht, dass der Beschwer- deführer nicht glaubhaft machen konnte, sich durc h Flucht dem National- dienst entzogen zu haben, so dass er nicht als Deserteur gelten kann. 6.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass vorliegend weder Vorfluchtgründe noch subjektive Nachfluchtgründe bestehen, die zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft hätten führen können. Die Vorinstanz hat das Asyl- gesuch des Beschwerdeführers daher zu Recht abgelehnt. Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesen- heitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmun gen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent- haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). E-5009/2015 Seite 14 Das SEM ordnete infolge Unzumutbarkeit der Wegweisung die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers an, welche von vorliegendem Ent- scheid unberührt bleibt. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfüg ung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab- zuweisen. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenverfügung vom 20. August 2015 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozess- führung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt . Eine Veränderung der fi- nanziellen Lage des Beschwerdeführers ist gemäss Kenntnissen des Ge- richts zwischenzeitlich nicht eingetreten. Es sind demnach keine Verfah- renskosten zu erheben. 10.2 Mit Zwischenverfügung vom 28. August 2015 wurde das Gesuch um amtliche Verbeiständung gutgeheissen und dem Beschwerdeführer Ass. iur. Christian Hoffs als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet. Demnach ist diesem ein amtliches Honorar für seine notwendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. Der Rechtsvertreter reichte am 12. Oktober 2015 eine Kostennote in der Höhe von Fr. 1150.- zu den Akten, welche als angemessen erscheint. Eine Erhöhung der Entschädigung auf- grund der am 25. August 2016 nachträglich erfolgten Kurzeingabe ist nicht angebracht. Das auszurichtende amtliche Honorar für den eingesetzten Rechtsvertreter beträgt so mit insgesamt Fr. 1150.- (inkl. Auslagen) und geht zulasten der Gerichtskasse des Bundesverwaltungsgerichts. (Dispositiv nächste Seite) E-5009/2015 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: Die Beschwerde wird abgewiesen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem amtlichen Rechtsbeistand wird zulasten der Gerichtskasse ein Honorar von Fr. 1150.- zugesprochen. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Denise Eschler Versand: