A. Verwaltungsentscheide 1489 10 Art. 7 oder 8 ArG handelt es sich um einen nicht -industriellen Betrieb (gewerblichen Betrieb). Bei gewerblichen Betrieben wird g estützt auf Art. 60 der Verordnung über die Unfallverhütung (VUV; SR 832.30) eine Planbegutachtung vorgenommen und festgehalte n, welche A n- forderungen bezüglich Arbeitssicherheit bei Neu - und Umbauten oder Anlagen berücksichtigt werden müssen. Die Planbegutachtung hat keinen Verfügungscharakter, der Bauherr ist aber durch Art. 82 UVG verpflichtet, diese Vorgaben zu befolgen. Damit rechtfertigt es sich, auch die Planbegutachtung zum integralen Bestandteil der Baubewi l- ligung zu machen, womit sie auch anfechtbar wird. c) Beim vorliegenden Wohn - und Geschäftshaus mit dem gepla n- ten Gesundheitszentrum im Erdgeschoss handelt es sich um e inen nicht-industriellen Betrieb, womit er dem Planbegutachtungsverfahren und nicht dem Plangenehmigungsverfahren unterliegt. Folglich ist zu Recht eine Planbegutachtung vorgenommen worden, welche nicht als Verfügung ausgestaltet worden ist. Damit ist das Vorgehen des A r- beitsinspektorats nicht zu beanstanden. Departement Bau und Umwelt, 27.09.2010 1489 Baubewilligungsverfahren: Gestaltungsanforderungen für ein Pult- dach innerhalb der Bauzone. Wenn die Vori nstanz in ihrem Entscheid nicht ausführt, weshalb da s Pultdach nicht bewilligungsfähig ist und auch keine Interessensabwägung bezüglich der Wiederherstellung vornimmt, verletzt sie ihre Begründungspflicht. 2 a) Gegenstand des Rekurses bildet der Bauentscheid der V o- rinstanz vom 14. Juli 2010, mit welchem ei n Pultdach eines Unte r- stands, welcher an die Wohnbaute Assek. Nr. X angebaut ist, verwe i- gert wurde. Dem Rekurrent ist mit Baubewilligung vom 19. Januar 2010 ein Unterstand mit einem Flachdach bewilligt worden. Gemäss Zonenplan der Gemeinde H. soll das Bauv orhaben in der Wohn- und Gewerbezone WG2 zu liegen kommen. b) Begründet wird der Rekurs damit, dass das ursprüngliche abg e- brannte Gebäude bereits über einen Unterstand mit Pultdach verfü g- te. Der Wiederaufbau sei gemäss Art. 94 Abs. 3 BauG im früh eren A. Verwaltungsentscheide 1489 11 Umfang zulässig, sofern dadurch nicht wesentliche öffentliche oder nachbarliche Interessen verletzt würden, was vorliegend nicht der Fall sei. Der neue Lagerunterstand sei ansprechender als der Alte. Der Unterstand werde vorwiegend als Holzlager für die Sägerei und das Hobelwerk genutzt. Dafür müsse er mit einem kleinen Transporter z u- gänglich sein. Daher sei zugunsten einer höheren Dachkante auf ein Pultdach gewechselt worden. Zudem komme ein Flachdach teurer als ein Pultdach zu stehen. Schliesslich liege der Ne ubau in der Gewe r- bezone, wo der ästhetische Aspekt weniger hoch gewichtet werde als in der Wohnzone. 3. Der Rekurrent bringt unter anderem vor, dass ein Wiederaufbau nach Art. 94 Abs. 3 BauG im früheren Umfang zulässig sei. Gemäss Art. 94 Abs. 1 BauG bleib t der Weiterbestand, der Unterhalt und die zeitgemässe Erneuerung bestehender Bauten, die der Nutzungsor d- nung oder den Bauvorschriften nicht entsprechen, gewährleistet. Der Wiederaufbau im früheren Umfang von Bauten gemäss Abs. 1, die durch Elementargewalt, Feuer oder Explosion zerstört wurden, ist i n- nert fünf Jahren seit dem zerstörenden Ereignis zulässig, wenn dadurch nicht wesentliche öffentliche oder nachbarliche Interessen verletzt werden (Art. 94 Abs. 3 BauG). Es wird nicht vorgebracht bzw. ist nicht ersichtlich, dass das abgebrannte Haus resp. der abgebr o- chene Unterstand nicht der Nutzungsordnung oder den Bauvorschri f- ten entsprochen hätte, weshalb diese Regelung vorliegend von A n- fang an nicht anwendbar ist. 4.a) Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Baureglements (BauR) richten sich die allgemeinen Gestaltungsanforderungen nach Art. 112 BauG. E r- höhte Anforderungen an die Gestaltung von Bauten und Anlagen und deren Umgebung gelten in Ort sbildschutzzonen kommunal (lit. a); im Sichtbereich von architektonisch oder geschichtlich wertvollen Stätten, Bauten und Bauteilen (lit. b); in den im Richtplan bezeichneten lan d- schaftlich besonders empfindlichen Baugebieten (lit. c); bei Bauten und Anlagen, die das Orts -, Landschafts - oder Strassenbild beso n- ders prägen (lit. d) (Ar t. 28 Abs. 2 BauR). Gemäss Art. 29 Abs. 1 BauR sind nur Schrägdächer mit ortstypischer Dachneigung zugela s- sen. Ausnahmsweise können andere Dachformen in Gebieten mit Quartierplanpflicht und bei Klein - oder Gewerbebauten bewilligt we r- den, sofern das Orts-, Landschafts- und Strassenbild nicht beeinträch- tigt wird (Art. 29 Abs. 2 BauR). Nach Art. 112 Abs. 1 BauG haben sich A. Verwaltungsentscheide 1489 12 Bauten und Anlagen so in ihre bauliche und landschaftliche Umg e- bung einzufügen, dass eine gute Gesamtwirkung entsteht. b) Die Vorinstanz hat das Pultdach aus gestalterischen Gründen verweigert. Im Entscheid vom 14. Juli 2010 führt die Vorinstanz aus, dass die eingereichte Projektänderung eine Verschlechterung des bewilligten Projekts bedeute. Das Pult -/Schrägdach wirke als Frem d- körper. In der Stellungnahme vom 6. September 2010 wird dazu nichts weiter ausgeführt. c) Das Bauvorhaben liegt in der Wohn- und Gewerbezone. Der Un- terstand befindet sich nicht an einer Stelle, wo g emäss Art. 28 Abs. 2 BauR erhöhte Anforderungen an die Gestaltung als Art . 112 BauG gestellt werden. Das Bauvorhaben befindet sich auch nicht au s- serhalb der Bauzone, wo gemäss Art. 112 Abs. 2 BauG strengere An- forderung als innerhalb der Bauzone gelten würden. Die Vorinstanz hat ein Flachdach verfügt, obwohl gemäss Art. 29 Abs. 1 BauR grund- sätzlich nur Schrägdächer mit ortstypischer Dachneigung zugela ssen sind. Ein Flachdach stellt gemäss Art. 29 Abs. 2 BauR eine Ausnahme dar, kann aber bei Klein- und Gewerbebauten bewilligt werden, s ofern das Orts-, Landschafts- und Strassenbild nicht beeinträchtigt wird. Bei einem Pultdach handelt es sich, wie die Vorinstanz selber ausführt, um ein Schrägdach, wenn auch nicht um ein ortstypisches. Vor dem Hintergrund, dass grundsätzlich nur ortstypische Schrägdächer zug e- lassen sind und dass Ausn ahmen davon insbesondere bei Klein - und Gewerbebauten vorliegender Art möglich sind, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht vorgebracht, inwi efern ein Pultdach nicht zulässig sein soll, ein Flachdach jedoch schon. Es wird auch nicht genauer vorg e- bracht, inwiefern sich das Pultdach in der Wohn - und Gewerbezone nicht in die bauliche und landschaftliche Umgebung einfügt, so dass keine gute Gesamtwirkung entstehen würde. Somit kann das Pultdach bewilligt werden. Da der Rekurrent den Unterstand gewer blich nutzen will und der überragende Dachvorsprung betriebswirtschaftlich und technisch notwendig ist, kann auch dieser bewilligt werden. Dem Dachvorsprung stehen auch Art. 28 Abs. 1 BauR und Art. 112 BauG nicht entgegen. Damit kann die Projektänderung bewilligt w erden und der Rekurs ist gut zu heissen. 5 a) Die Vorinstanz führt in ihrem Entscheid vom 14. Juli 2010 we- der gesetzliche Grundlagen für die Verweigerung des Bauvorh abens an, noch führt sie genau aus, weshalb ein Pultdach nicht bewilligt werden kann. Der Anspruch auf rechtliches Gehör wird in A. Verwaltungsentscheide 1489 13 Art. 12 und 13 VRPG und Art. 29 Abs. 2 BV festgehalten. Als Ausfluss dieses Verfahrensgrundsatzes gilt unter anderem auch die Begrü n- dungspflicht der verfügenden Behörde. Die Begründung der Verf ü- gung entspricht den Anf orderungen von Art. 29 Abs. 2 BV, wenn die Betroffenen dadurch in die Lage versetzt werden, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in voller Kenntnis der Umstände an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist aber nicht verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von welchen Überlegungen sich die Behörde leiten liess ( Häfelin/Müller/Uhlmann, Allge meines Verwa l- tungsrecht, Zürich 2010, N 1706). Indem die Vorinstanz in ihrem En t- scheid weder gesetzliche Grundlagen anführt, noch genau ausführt, weswegen ein Pultdach nicht bewilligungsfähig ist, verletzt sie ihre Begründungspflicht. Da der Rekurs jedoch gut zu heissen ist, wird nicht weiter darauf eingegangen. b) Der Unterstand mit Pultdach war bei der Verweigerung der Pr o- jektänderung bereits beinahe fertig e rstellt. Aus diesem Grund hat die Vorinstanz verfügt, dass das ursprünglich bewilligte Projekt erstellt werden soll oder der Rekurrent eine Projektänderung für eine wesen t- lich bessere Lösung einzureichen hat. Damit hat die Vorinstanz sin n- gemäss den Rückbau des Pultdachs angeordnet. Kann eine erstellte Baute oder Anlage nicht nachträglich bewilligt werden, ist deren En t- fernung oder Abänderung sowie die Wiederherstellung des ursprün g- lichen, rechtmässigen Zustandes zu verfügen (Art. 108 Abs. 1 BauG). Dabei sind der Grundsatz der Verhältnismässigkeit und des Gutgla u- bensschutzes zu berücksichtigen (Art. 108 Abs. 2 BauG). Dies bedeu- tet insbesondere, dass ein Abbruch unterbleiben kann, we nn die A b- weichung vom E rlaubten nur unbedeutend ist oder der Abbruch nicht im öffentlichen Interesse liegt, ebenso wenn der Bauherr in gutem Glauben angenommen hat, er sei zur Ba uausführung ermächtigt, und wenn der Beibehaltung des ungesetzlichen Zustands nicht schwe r- wiegende öffentliche Interessen entgegenstehen (BGE 111 Ib 213 E. 6; BGE 108 Ia 216 E. 4 je mit Hinweisen). Die verfügende Behö rde hat die Interessen zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurech t- lichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederhe rstellung des geset z- mässigen Zustands und die dem Bauherrn allenfalls erwachsenden Nachteile wie die Wiederherstellungskosten gegeneinander abzuw ä- gen. Dabei ist auch ein Baustopp in die Interessenabwägung einz u- beziehen (Urteil BGer 1P.708/2006). Die Vorins tanz hat weder einen A. Verwaltungsentscheide 1490 14 Baustopp verfügt, noch hat sie eine Verhältnismässigkeitsprüfung b e- züglich der Wiederherstellung vorgenommen, noch hat sie den Gu t- glaubensschutz berücksichtigt. Damit hat sie auch in diesem Bereich ihre Begründungspflicht verletzt. Da der Rekurs jedoch gut zu heissen ist, ist nicht weiter darauf einzugehen. Department Bau und Umwelt, 15.11.2010 1490 Bauen ausserhalb der Bauzone: Art. 24 dbis RPG, hobbymässige Tierhaltung. Voraussetzungen für die Bewilligung eines Reit - und Aus- laufplatzes. Nach dem Grundsatz der Trennung von Bau - und Nicht- baugebiet können nur jene Anlagen bewilligt werden, die den in Art. 61 Abs. 2 TschV vorgesehenen Mindestmassen entsprechen. 3 a) Gemäss Art. 24d Abs. 1bis RPG können bei hobbymässiger Tierhaltung neue Aussenanlagen, wie Ausläufe, zugelassen werden, soweit sie für eine tiergerechte Haltung notwendig sind und der Tie r- schutzgesetzgebung entsprechen. Unter Aussenanlagen sind offene, nicht überdachte Anlagen zu verstehen. Die Tierschutzverordnung (TSchV; SR 455.1) definiert die Auslauffläche als Weide oder als für den täglichen Auslauf wettertauglich eingerichtetes Gehege (Art. 2 Abs. 3 Bst. f TSchV). Gemäss Art. 61 Abs. 1 TSchV muss Pferden ausreichend Bewegung und täglicher Auslauf gewährt werden ( Dupré, Kommentar zum Bundesg esetz über die Raumplanung, 2. A., Zürich 2010, Art. 24d N 31). Es geht darum, den Pferden einen Aufenthalt im Freien und ein gewisses Mass an freier Bewegung zu erlauben, nicht aber um Plätze, die pr imär der menschlichen Beschäftigung m it dem Pferd dienen. Der ideale Auslauf ist die Weide. Um die Grasnarbe zu schonen, muss aber zeitweise auf den Weidegang verzichtet werden (Botschaft zu einer Teilrevision des Raumplanungsgesetzes vom 2. Dezember 2005, BBl 2005 7097, S. 7115). Gemäss Art. 61 Abs. 2 TSchV muss die Auslauffläche die Mindestabmessungen nach A n- hang 1 Tabelle 7 Ziff. 3 aufweisen, d.h. 36 m2 pro Pferd für eine nicht an den Stall angrenzende Auslauffläche. Wenn möglich sind die Fl ä- chen nach Anhang 1 Tabelle 7 Ziff. 4 TSchV von 150 m2 pro Pferd zur Verfügung zu stellen (Botschaft, a.a.O., S. 7115; Dupré, a.a.O.,