Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Juni 2014 (725 11 205 / 143) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Gestützt auf das medizinische Gerichtsgutachten wird der natürliche Kausalzusammen- hang zwischen den als Rückfall gemeldeten Beschwerden und dem Unfall verneint, da er nicht im erforderlichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____, Beschwerdeführer , vertreten durch Janine Teissl , juristische Mitarbeiterin impressum, die Schweizer JournalistInnen, Grand- Places 14 A, Case postale, 1701 Fribourg gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. A.____ war als Fotograf bei der Zeitung B.____ A G angestellt und aufgrund dieses An- stellungsverhältnisses bei der Schweizerischen Unfa llversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versiche rt. Gemäss Unfallmeldung vom 28. Januar 2010 verletzte er sich am 28. Januar 2010 während e ines Basketballspiels am Sprunggelenk. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Am 10. Dezember 2010 liess er einen Rückfall melden. M it Verfügung vom 14. März 2011 stell- te die SUVA fest, dass gemäss Beurteilung des kreisärztlichen Dienstes kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall v om 28. Januar 2010 und den aktuellen Beschwerden am linken Fuss bestünden. Aus diese m Grund sei sie nicht leistungs- pflichtig. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einspr ache wies die SUVA mit Einsprache- entscheid vom 2. Mai 2011 ab. Gestützt auf die medizi nischen Berichte sei ein natürlicher Kau- salzusammenhang zwischen den als Rückfall gemeldeten Besch werden und dem Unfall vom 28. Januar 2010 nicht im erforderlichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Dies ergebe sich insbesondere aus der Stellungn ahme von Kreisarzt Dr. med. C.____, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 3. März 2011. Dieser habe festgestellt, dass damals durch de n Unfall und heute beim vermeintli- chen Rückfall ganz andere Strukturen betroffen gewesen se ien, weshalb ein natürlicher Kau- salzusammenhang ohne weiteres auszuschliessen sei. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Dr. Beatrice Gurzeler, Rechtsanwältin und Rechtskonsulentin bei impressum, Die Schweizer JournalistInnen, am 3. Juni 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozial versicherungsrecht (Kantonsgericht) und liess die Aufhebung des angefochtenen Einspracheent scheids sowie die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, die Leistungen seit dem 28. Januar 2010 zu erbringen, beantragen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abkläru ngen an die Beschwerdegegnerin zu- rückzuweisen; alles unter o/e-Kostenfolge. In der Begrün dung wurde zusammenfassend vorge- bracht, dass der Beschwerdeführer von Mitte November 2009 bis Ende November 2010 in ärzt- lich verordneter Physiotherapie gewesen sei, weshalb kei n Grund zur Annahme bestehe, der Fall bezüglich der Beschwerden am linken Fuss sei bereits a m 1. Februar 2010 abgeschlossen worden. Die Beschwerden seien entgegen der Auffassung d er Beschwerdegegnerin nie abge- klungen. Der Beurteilung des Kreisarztes komme kein Bewe iswert zu, da dieser wesentliche Fakten ausser Acht gelassen, den Beschwerdeführer nicht s elber untersucht und den MRT- Bericht nicht selber analysiert habe und zudem den gekla gten Beschwerden nicht auf den Grund gegangen sei. C. In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. August 2011 beant ragte die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer-Münch, Advokat, die Ab weisung der Beschwerde und die Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids. D. Im Rahmen einer amtlichen Erkundigung holte die i nstruierende Präsidentin der Abtei- lung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts bei der be handelnden Physiotherapeutin weitere Auskünfte ein. E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels liessen sich d er Beschwerdeführer mit Replik vom 27. Oktober 2011 und die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom 27. Januar 2012 zur Angelegenheit vernehmen. F. Mit Beschluss vom 12. April 2012 gelangte das Kantonsg ericht anlässlich der Urteilsbe- ratung zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilun g der Angelegenheit gestützt auf Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht die medizinische Aktenlage nicht möglich sei, weshalb ein Gerichtsgutachten anzuordnen sei. Die Parteien erhielten in der Folge Frist, um dem Ge richt einen gemeinsamen Gutachtervor- schlag zu unterbreiten und zum Fragekatalog Stellung zu nehmen. G. Mit Eingabe vom 7. Juni 2012 teilte die Beschwerde gegnerin und mit Eingabe vom 8. Juni 2012 der Beschwerdeführer mit, dass sie sich auf Prof. Dr. med. und Dr. phil. D.____, Chefarzt Orthopädische Klinik, Behandlungszentrum Beweg ungsapparat, Spital Z.____, als Gutachter geeinigt hätten. Der Beschwerdeführer sodann hielt fest, dass Präzisierungen in Be- zug auf den Fragekatalog angebracht seien. H. Mit Verfügung vom 5. September 2012 wurde Prof. D.____ als Gutachter bestimmt. Zu- dem wurde der Fragekatalog angepasst. Prof. D.____ erstattete sein orthopädisches Gutachten am 22. November 2013 (Gutachten vom 20. September 2013). I. Mit Stellungnahme vom 24. Januar 2014 äusserte sich d er Beschwerdeführer, neu ver- treten durch MLaw Janine Teissl, juristische Mitarbeiterin Zentralsekretariat, impressum, Die Schweizer JournalistInnen, und mit Stellungnahme vom 31 . Januar 2014 die Beschwerdegeg- nerin zum Gutachten von Prof. D.____. Auf die Vorbringen der Parteien in den Schriften und die Unterlagen wird – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim örtlich und sac hlich zuständigen Gericht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Über- nahme von weiteren Versicherungsleistungen im Zusammenhan g mit dem Unfallereignis vom 28. Januar 2010 zu Recht abgelehnt hat. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfall versicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per- son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfo lgen (Heilbehandlung). Dabei hat der Unfallversicherer die Pflegeleistungen so lange zu erbringen, als davon eine namhafte Bes- serung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art . 19 Abs.1 Satz 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilwei se arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses b eträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Anspruch auf eine Invalidenren- te (Art. 18 Abs. 1 UVG) hat die versicherte Person, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10 % invalid ist. Zudem besteht gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Integrität bewirkt worden ist. 2.2 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozial- versicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000 die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigen- de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper. 2.3 Für alle diese Leistungen hat der Unfallversichere r nur unter der Voraussetzung aufzu- kommen, dass zwischen den geltend gemachten Beschwerden u nd der seinerzeit beim versi- cherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein nat ürlicher Kausalzusammenhang besteht (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umst ände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder ni cht als in der gleichen Weise beziehungs- weise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei- bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenh angs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis im Sinne einer Teilursache zusam men mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 337 E. 1 mit weiteren Hinweisen). 2.4 Nach Art. 11 der Verordnung über die Unfallversich erung (UVV) vom 20. Dezember 1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbe stände dar. Bei einem Rückfall han- delt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Ve ränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfäll e und Spätfolgen schliessen somit be- grifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entspre chend können sie eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erne ut geltend gemachten Beschwer- den und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlitte nen Gesundheitsschädigung ein natürli- cher und ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. In diesem Zusammenhang gilt es klarzustellen, dass der Unfallversicherer in Bezug auf den geltend gemachten Rückfall nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhangs beim Grundfall behaftet werden kann, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. 3.1 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer g esundheitlichen Störung ein na- türlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage , über welche die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Geri cht – im Rahmen der ihr obliegenden Be- weiswürdigung zu befinden hat. Dabei hat sie ihren Ent scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. dazu BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen weiter en Hinweisen). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanford erungen nicht. Es ist vielmehr jener Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen mögli chen Geschehensabläufen als die wahr- scheinlichste gewürdigt wird (vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a und 208 E. 6b). Bei Vorliegen eines Rückfalles oder von Spätfolgen ist d as Vorliegen eines natürlichen Kausal- zusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem U nfall ebenfalls mit dem Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuwei sen. Je grösser der zeitliche Ab- stand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundhe itlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsb eweis des natürlichen Kausalzu- sammenhangs zu stellen. Bei Beweislosigkeit fällt der Ent scheid zu Lasten der versicherten Person aus. Werden durch einen Unfall Beschwerden verur sacht, übernimmt die Unfallversi- cherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden , spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben si nd (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2010, 8C_113/2010, E. 2.3 mit Hinweis). 3.2 Der Sozialversicherungsprozess wird vom Untersuchungsgrun dsatz beherrscht (Art. 61 lit. c ATSG). Das Sozialversicherungsgericht hat danach von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt nicht uneingeschränkt. Er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a; 121 V 210 E. 6c je mit Hinweisen). Im Übr igen schliesst der Untersuchungsgrund- satz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begri ffsnotwendig aus. Im Sozialversiche- rungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zuungunsten der Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (U LRICH MEYER -BLASER , Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, in: Basler Juristische Mitteilungen [BJM ] 1989, S. 32). Diese Beweisregel greift Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahme n des Untersuchungsgrundsatzes auf dem Weg der Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwie- gende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit z u entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b; ULRICH MEYER -BLASER , a.a.O., S. 32). 3.3 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 12 2 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversiche- rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdig ung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas- send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass d as Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlich en Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, au f allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussf olgerungen der Expertin oder des Ex- perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswe rt ist grundsätzlich somit weder die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der ei ngereichten oder in Auftrag gegebe- nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). Widersprechen sich medizinische Berichte, darf das Gericht den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdige n und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th ese abstellt (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Fo rmen medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen . So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzun- gen des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufgabe e s ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen be stimmten Sachverhalt medizinisch zu er- fassen (vgl. BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom G ericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelan gt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungs äusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigke it des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass er die Überprüfung durch einen Ob erexperten für angezeigt hält, sei es, dass er ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutach tens abweichende Schlussfolge- rungen zieht (BGE 118 V 290 E. 1b). 4.1 Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesen tlichen wie folgt: 4.2 Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Medizin, diagnost iziert am 1. Februar 2010 eine OSG-Distorsion mit Zerrung des Lig. Tibiofibulare ant. und eine USG-Distorsion mit Schmerzen im Bereich der Lisfrancschen Linie (vgl. Arztzeugnis UVG vom 25. Januar 2011). Als Befund erhebt er eine mässige Schwellung im Bereich des lat. O SG links, kein sicheres Hämatom sichtbar, Druckdolent im Bereich des Lig. Fibulotalare an t. Die Frage, ob ausschliesslich Unfall- folgen vorliegen würden, beantwortet er mit „ja“. Ei ne Arbeitsunfähigkeit habe nicht bestanden. Der Behandlungsabschluss habe am 1. Februar 2010 stattgefunden. 4.3 Anlässlich der Konsultation vom 23. November 2010 d iagnostiziert Dr. E.____ den Ver- dacht auf Tendinopathie des M. hallucis longus links als Folge einer Fehlbelastung (vgl. Arzt- zeugnis UVG (Rückfall) vom 25. Januar 2011). Es liege e in Rückfall zum Unfall vom 28. Januar 2010 vor. Der Patient habe nach dem OSG resp. USG D istorsionstrauma im September 2010 mit der Physiotherapie aufgehört. Er habe aber jeweil s noch medial aufsteigende Schmerzen bei Belastung gespürt, keinen Nachtschmerz, eher belastun gsabhängige Schmerzen abhängig vom Schuhwerk und der Belastungsintensität. Als Befund erhebt Dr. E.____ Schmerzen im Vor- fuss links plantar vor allem retrokapital. Es würden ausschl iesslich Unfallfolgen vorliegen. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht. 4.4 Mit MRI-Bericht vom 5. Januar 2011 hält Dr. med. F.____, IMAMED, fest, dass eine leichtgradige Tendinose der Flexor hallucis longus Sehne auf Höhe des Metatarsus bestehe. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die übrigen Sehnen- und Bandstrukturen seien regelrecht, auch die knöchernen Strukturen sei- en unauffällig. 4.5 Mit Aktennotiz vom 3. März 2011 hält Dr. C.____ fest , dass der Rückfall zusammen- hangslos zur OSG Distorsion sei. Dr. E.____ habe den Ve rsicherten am 23. November 2010 erneut behandelt, nachdem der Versicherte im Januar 201 0 ein OSG-Distorsionstrauma erlitten habe. Damals sei eine Zerrung des Ligamentum fibulota lare anterior und eine USG-Distorison mit Schmerzen im Bereich der Lisfranc-Linie diagnostiziert worden. Neu ab November 2010 und nach Abschluss dieser Beschwerden werde der Verdacht auf e ine Tendinopathie des Musculus hallucis longus als Folge der Fehlbelastung genannt. Ein e MRT-Untersuchung des linken Fus- ses vom 5. Januar 2011 habe in OSG- und USG-Höhe intakt e Bandstrukturen ohne traumati- schen Schaden gezeigt. Die leichtgradige Tendinose des Flexor hallucis longus auf Höhe Meta- tarsale sei keinesfalls unfallkausal, da im Grundfall ni cht betroffen und keine indirekte Trauma- folge. Da alle übrigen Sehnen und Bandstrukturen regelrecht seien, könne mit Sicherheit gesagt werden, dass keine strukturell objektivierbaren Unfallsch äden am linken Fuss/Rückfuss vorlie- gen würden. Somit liege auch kein Rückfall vor. 5.1 Mit Beschluss vom 12. September 2012 gelangte das Kan tonsgericht anlässlich der Ur- teilsberatung zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Die B eschwerdegegnerin stütze sich in ihrem Entscheid bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts auf die ärztliche Beurteilung des Kreisarztes Dr. C.____ vom 3. März 2011. Er sei der Auff assung, dass die leichtgradige Tendi- nose der flexor hallucis longus Sehne nicht kausal zum Unfallereignis vom 28. Januar 2010 sei, da diese Strukturen im Grundfall nicht betroffen gewe sen seien und auch keine indirekte Traumafolge bestehe. Dagegen erachte Dr. E.____ die Tendinose der flexor hallucis longus Sehne als Folge der Fehlbelastung des Fusses nach dem Un fallereignis vom 28. Januar 2010. Aufgrund der unterschiedlichen fachärztlichen Beurteilu ng der Unfallkausalität sei zur Klärung der medizinischen Sachlage ein orthopädisches Gerichtsgut achten zu bestellen. Hintergrund dieses Gerichtsgutachtens bildet das Grundsatzurteil des Bun desgerichts, wonach ein An- spruch auf ein Gerichtsgutachten bestehe und es sich aufdr änge, dass die Beschwerdeinstanz im Regelfall selbst ein gerichtliches Gutachten einhole, wenn sie einen im Verwaltungsverfah- ren anderweitig erhobenen medizinischen Sachverhalt für gutachterlich abklärungsbedürftig halte oder wenn eine bereits eingeholte Expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht aus- reichend beweiskräftig sei (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). 5.2 In seinem orthopädischen Gutachten vom 20. Septemb er 2013 hält Prof. D.____ fest, dass beim Exploranden ein Status nach OSG-Supinationstra uma im Rahmen eines Basketball- spiels bestehe. In der Folge sei es zu Schmerzen im OSG-B ereich und im distalen Anteil der Wade gekommen. Anlässlich der Exploration seien initiale Schmerzen im Bereich des Mittelfus- ses/Vorfusses verneint worden. Nach drei Tagen sei bei per sistierenden Schmerzen die Vor- stellung bei Dr. E.____ erfolgt. Prof. D.____ führt aus, dass die Diagnose von Dr. E.____, dass eine OSG-Distorsion vorgelegen habe, zu den vom Explora nden geschilderten Beschwerden passe. Hingegen erscheine die Diagnose von Dr. E.____, dass eine USG-Distorsion mit Schmerzen im Bereich der Lisfrancschen Gelenklinie vorli ege, nicht als pausibel. Zum einen, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht weil der Explorand verneine, in den Tagen nach dem U nfall Schmerzen in diesem Bereich ge- habt zu haben und zum anderen, weil das untere USG u nd die Lisfranc-Linie zwei morpholo- gisch unterschiedliche und klinisch sehr einfach zu untersche idende Areale des Fusses seien, sodass bei einer USG-Distorsion keine Schmerzen in der Lis franc-Linie bestünden und Schmerzen in der Lisfranc-Linie auf eine Distorsion de rselben und nicht auf eine USG- Distorsion hinweisen würden. Insgesamt sei aufgrund der Schilderungen des Exploranden von einem gewöhnlichen Supinationstrauma des OSG auszugehe n. Der ärztliche Behandlungsab- schluss bei als unauffällig zu erwartendem Verlauf einer leichten Verletzung in Abwesenheit einer Krankschreibung, jedoch vor Abschluss von beispiel sweise Schienenbehandlung, ent- spreche durchaus gängiger Praxis und helfe unnötige Konsu ltationen zu vermeiden. Bei uner- warteter Beschwerdepersistenz könne sich der Patient jederzeit wieder melden. Gemäss Akten- lage und auch gemäss Schilderung des Exploranden sei es in der Zeit zwischen der Erstkonsul- tation und derjenigen Konsultation, welche zur Rückfal lmeldung geführt habe, zu keinen weite- ren ärztlichen Kontrollen gekommen. Die vom Beschwerdefü hrer angeführte Physiotherapie sei erst aufgrund einer Meniskus-Operation und später wegen eines Auffahrunfalles verordnet wor- den und die Therapeutin habe wohl von sich aus den Fuss mitbehandelt. Eine spezifische Ver- ordnung für Physiotherapie im Zusammenhang mit der Verletzung des linken Fusses lasse sich im fraglichen Zeitraum in den Akten nicht finden. Die vom Beschwerdeführer angeführte Argu- mentation, die Behandlung sei nicht beendet gewesen, sei daher nicht nachvollziehbar und wi- derspreche der ärztlichen Dokumentation. Die Frage, ob die Symptome zwischen der Erstkon- sultation und dem Rückfall jemals ganz verschwunden gewese n seien, lasse sich anhand der fehlenden ärztlichen Dokumentation und des Umstands, da ss sich der Explorand nicht genau erinnere, nicht entscheiden. Auf jeden Fall gebe der Explorand an, dass die zum Rückfall füh- renden Vorfussbeschwerden erst nach etwa vier bis fünf Mon aten nach dem Unfall aufgetreten seien. Sollten aber ausgeprägtere residuelle Beschwerde während des gesamten Zeitraums bestanden haben, so wäre der Abstand zwischen den beiden Konsultationen doch auffällig lang. Wenn die Physiotherapeutin nachträglich einen and eren Verlauf mit persistierenden, the- rapieresistenten Beschwerden während und über das Ende der Physiotherapiebehandlung hin- aus schildere, so sei es fragwürdig, weshalb sie den P atienten bei hartnäckigen Beschwerden nicht nach einigen Monaten an den Arzt zur weiteren Diagnostik zurückgewiesen habe, sondern über insgesamt rund neun Monate den linken Fuss ohne e ntsprechende spezifische Diagnose und Verordnung mitbehandelt habe. Zudem gebe der Exp lorand an, dass die Vorfussbe- schwerden zeitlich mit der Intensivierung des Basketballtra inings korreliert hätten. Er müsse somit in der Lage gewesen sein, das Training wieder au fzunehmen. Dies spreche gegen rele- vante Restbeschwerden am OSG vor der Rückfallmeldung. Prof. D.____ führt weiter aus, dass in Abwesenheit ein es ausgedehnten Hämatoms und einer Belastungsunfähigkeit von einer leichten Distorsion au szugehen sei. Dabei seien in der Regel die lateralen Bandstrukturen lediglich gezerrt oder an gerissen. Folgeschäden seien sehr un- wahrscheinlich und würden sich in der Regel auf eine persistierende chronische Instabilität oder übersehene ossäre und kartilaginäre Läsionen beziehen. Ob zum Unfallzeitpunkt weitere Ver- letzungen vorgelegen hätten, insbesondere im Mittelf ussbereich, könne nicht festgestellt wer- den, da genaue klinische Angaben und radiologische Doku mente fehlen würden. Die Tatsache aber, dass – abgesehen von einer Tendinose des M. flexo r hallucis longus – das MRI rund Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht neun Monate nach dem Trauma vollständig unauffällig ausgefallen sei, spreche stark gegen relevante und initial nicht diagnostizierte Läsionen, da man dann zumindest posttraumatische Veränderungen im Sinne von Narbenzonen erwarten wür de. In der Literatur fänden sich keine Berichte, welche evidenzbasiert dafür sprechen würden, da ss eine Tendinose des M. flexor hallucis longus eine zu erwartende Folge einer Distorsion des OSG darstelle. Im Gegenteil, eine Sehnenpathologie des M. flexor hallucis longus als Folge einer Distorsion in einer Normalpopu- lation werde als selten bezeichnet. Weiter hält Prof. D.____ fest, dass der Zusammenhang zwi schen OSG-Distorsion und der durch die Tendinose aufgetretenen Vorfussbeschwerden r und vier bis fünf Monate nach dem Trauma demzufolge zwar chronologisch, aber noch lange ni cht kausal sei. In der Literatur fän- den sich keine Hinweise darauf, dass derartige Läsionen g ehäuft nach OSG-Distorsionen auf- treten würden. Zudem sei der patho-anatomische Zusam menhang auch nicht augenfällig. Die Beschwerden als fehlbelastungsbedingt zu interpretieren , möge zwar richtig sein, jedoch stelle auch dies noch keinen kausalen Zusammenhang zum Unfall d ar. Zum einen leide der Explo- rand an einem leichten Pes planovalgus (Knick-Senk-Fuss, Pla ttfuss), was für Schmerzen im Vorfussbereich prädisponieren könne. Zum anderen gebe er an, dass er im zeitlichen Umfeld dieser Schmerzentstehung das Basketballtraining nach den Ferien intensiviert habe, was eben- falls Überlastungsbeschwerden verursachen könne. Insbesond ere beim Basketball werde die Sehne des M. flexor hallucis longus durch das häufige kräft ige Abspringen stark beansprucht. Ein relevanter unfallbedingter Schongang im Alltag bei gleichzeitigen sportlichen Aktivitäten sei unwahrscheinlich. Eine Tendinose der M. Flexor hallucis l ongus Sehne sei insgesamt selten, werde jedoch klassischerweise bei Ballettänzern beschrieb en. Auch andere Sportarten, bei de- nen es häufig zu Push-off Bewegungen komme, würden in der Literatur genannt. Der Kontext zum Basketball sei somit möglich. Insgesamt sei ein Zusamm enhang mit dem Unfall zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, jedoch sei er nicht mit überwie gender Wahrscheinlichkeit zu bewei- sen. Die natürliche Kausalität könne damit nicht als zwanglos gegeben betrachtet werden. 5.3.1 Das vom Kantonsgericht in Auftrag gegebene Gutach ten von Prof. D.____ erfüllt sämtli- che rechtsprechungsgemässe Voraussetzungen an ein Gutachten. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bund esgericht verlangt wird (vgl. Erwägung 2.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizi- nischen Situation ein und ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Das Gutachten weist sodann keine Widersprüche auf. Es enthält eine ausführ liche Darlegung und eingehende Wür- digung der medizinischen Aktenlage. Prof. D.____ legt in nachvollziehbarer Weise und unter Offenlegung seiner Beurteilungskriterien und der medizinischen Fachliteratur dar, dass die Vor- fussbeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein e – auch nicht teilweise – direkte oder indirekte Folge des Unfallereignisses vom 28. Januar 2010 sind. In Bezug auf die abwei- chende ärztliche Einschätzung von Dr. E.____ legt Prof. D.____ unter eingehender Würdigung dieser Auffassung schlüssig dar, weshalb ihr nicht gefolgt werden kann. Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprächen, gibt es somit keine. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.2 Der Beschwerdeführer stellt in seiner Stellungna hme vom 24. Januar 2014 einzelne Aussagen, die er gegenüber dem Gutachter gemacht hat, richtig und führt aus, dass der Gut- achter teilweise von falschen Tatsachen ausgegangen sei. Insbesondere stellt der Beschwerde- führer richtig, dass zu keinem Zeitpunkt zwischen Unfall und Rückfallmeldung eine vollständige Beschwerdefreiheit bestanden habe. Diesbezüglich lässt si ch feststellen, dass Prof. D.____ lediglich festhält, dass sich nicht mehr genau eruieren lasse, ob vollständige Beschwerdefreiheit bestanden habe. Aufgrund einer lückenlosen und transpa renten Indizienkette führt er aber überzeugend aus, dass die Vorfussbeschwerden zeitlich mit d er Wiederaufnahme des Basket- balltrainings aufgetreten sind. Zudem erscheint es als nachvollziehbar, wenn er ausführt, dass es bei intensiven Beschwerden wohl zu einer weiteren ärztlichen Konsultation gekommen wäre, was aber auch von der Physiotherapeutin nicht angeregt worden ist. Insgesamt sprechen somit alle Umstände dagegen, dass im Vorfuss relevante Beschwerden zwischen dem Unfallzeitpunkt und dem Rückfall bestanden haben. Auch die weiteren An merkungen, die der Beschwerdefüh- rer in seiner Stellungnahme vom 24. Januar 2014 macht, vermögen die Schlussfolgerungen von Prof. D.____ nicht zu entkräften. Dem Gutachten von Pr of. D.____ kommt somit volle Beweis- kraft zu, weshalb es bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage massgebend ist. 6. Die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin setzt vor aus, dass zwischen dem Unfall- ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ge- stützt auf das orthopädische Gutachten von Prof. D.____ ist mit überwiegender Wahrschein- lichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerden am linken Fuss keine direkte oder indirekte Folge des Unfallereignisses vom 28. Januar 2010 sind. Der Kausalzusammenhang muss daher verneint werden. Da es an einer Anspruchsvoraussetzung feh lt, hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht abgelehnt. Der angefocht ene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 li t. a ATSG bestimmt, dass das Be- schwerdeverfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 7.2.1 Im Zusammenhang mit der Verlegung der Kosten de s Gerichtsgutachtens hat das Bun- desgericht in BGE 137 V 210 erwogen, dass bei festgeste llter Abklärungsbedürftigkeit das an- gerufene kantonale Versicherungsgericht (bzw. das Bunde sverwaltungsgericht) grundsätzlich selber eine medizinische Begutachtung anzuordnen habe. Di e Kosten einer gerichtlich ange- ordneten MEDAS-Begutachtung könnten der IV auferlegt werden, was mit Art. 45 Abs. 1 ATSG vereinbar sei. Mit BGE 139 V 225 E. 4.3 hat das Bund esgericht alsdann erkannt, diese Erwä- gungen gälten sinngemäss auch für Gerichtsgutachten, welche das kantonale Gericht bei fest- gestellter Abklärungsbedürftigkeit in einem Verfahren d er Unfallversicherung anstelle einer Rückweisung selber einhole, seien doch sowohl im Abklärung sverfahren der Invalidenversiche- rung wie auch in demjenigen der Unfallversicherung gru ndsätzlich die selben Verfahrensbe- stimmungen, namentlich Art. 43-49 ATSG massgebend. Die Kosten eines Gerichtsgutachtens könnten somit dem Unfallversicherer auferlegt werden, w enn die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig seien, zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachtet en Beweismassnahme an sich eine Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick au f die Wahrung der Verfahrens- fairness entfalle. Mit BGE 139 V 496 E. 4.4 hat das B undesgericht für den Bereich der Invali- denversicherung zudem Kriterien aufgestellt, die bei de r Beurteilung der Frage zu berücksichti- gen sind, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der V erwaltung auferlegt werden können. Es erwog, dass ein Zusammenhang zwischen dem Untersuchungsman gel seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuord nen, bestehen müsse. Dies sei nament- lich in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Widerspruch zwischen den ver- schiedenen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4; siehe auch BGE 139 V 225 E. 4 und Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2013, 8C_71/2013, E. 2); wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwor- tet gelassen oder auf eine Expertise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine medizi- nische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (BGE 125 V 351 E. 3a). Wenn die Verwaltung dage- gen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffa ssung auf objektive konvergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rechtsgenügl ichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Gerichtsguta chtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispi el aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens). In einem unlä ngst ergangenen Entscheid hielt das Bundesgericht fest, dass diese Kriterien auch um Bereich der Unfallversicherung anzuwenden seien (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts vom 24. F ebruar 2014, 8C_469/2013, E. 6.2). 7.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich sein er Urteilsberatung vom 12. April 2012 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf d ie damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Hintergrund bildete der Umstand, da ss die kreisärztliche Aktenbeurteilung und die Einschätzung des behandelnden Arztes sich in Bezug auf die Kausalität der Beschwer- den widersprachen. Bestehen auch nur geringe Zweifel a n der Zuverlässigkeit und Schlüssig- keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, si nd rechtsprechungsgemäss aber ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bund esgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. au ch: BGE 135 V 471 E. 4.7). Solche Zweifel lagen aufgrund der Einwendungen des Beschwerdeführers und der Einschätzung des behan- delnden Arztes ohne weiteres vor. Daran ändert nichts, dass das eingeholte Gerichtsgutachten letztlich zur gleichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit wie der kreisärztliche Bericht kam. Hinzu kommt, dass nicht erst während des Beschwerdeverfahrens neu e ärztliche Berichte eingereicht worden sind, die die Begutachtung erforderlich gemacht haben. Die im Anschluss an die Ur- teilsberatung vom 12. April 2012 in Auftrag gegebene gerichtliche Begutachtung war somit an- gezeigt. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlich en Rechtsprechung sind die resultieren- den Kosten, welche sich gemäss Honorarrechnung des Spitals Z.____ vom 21. Dezember 2013 auf Fr. 2‘171.50 belaufen, demnach der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 7.3.1 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende be schwerdeführende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Angesichts der Tatsache, dass zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückwe isung in Frage gekommen wäre, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung d er Verfahrensfairness entfallen und ein Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht gerichtliches Gutachten angeordnet worden ist (vgl. BG E 137 V 210 ff.), gilt der Beschwerde- führer als obsiegende Partei. Entsprechend der bis zum Entscheid BGE 137 V 210 ff. geltenden Praxis, wonach die Rückweisung der Sache an den Versicherun gsträger zur weiteren Abklä- rung und zum Erlass einer neuen Verfügung grundsätzlich als Obsiegen im Sinne der genann- ten Bestimmung galt (vgl. BGE 137 V 61 f. E. 2.1 un d 132 V 235 E. 6.2, je mit weiteren Hinwei- sen), besitzt der Beschwerdeführer mithin auch im vorliege nden Fall Anspruch auf eine Partei- entschädigung. Wurde im Verfahren ein Gerichtsgutachten eingeholt, ist der beschwerdefüh- renden Partei in der Regel eine volle Parteientschä digung zuzusprechen, selbst wenn sie letzt- lich in der Sache unterliegt und die Beschwerde abgewi esen wird. Vorbehalten bleibt indessen in diesen Fällen ein übermässiger Aufwand des Rechtsvertr eters nach Vorliegen des Gerichts- gutachtens. 7.3.2 Gemäss Honorarnote vom 5. März 2014 machen die bei den Vertreterinnen des Be- schwerdeführers insgesamt 9.5 Stunden sowie Auslagen von Fr . 30.-- geltend, was sich um- fangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts - und Rechtsfragen als angemessen erweist. Ein übermässiger Aufwand nach Vorliegen des Ge richtsgutachtens liegt nicht vor. Die Bemühungen sind zum in Sozialversicherungsprozessen praxisge mäss zur Anwendung gelan- genden Stundenansatz von Fr. 250.-- für angestellte An wältinnen und Anwälte von gemeinnüt- zigen Organisationen (7.5 Stunden von Rechtsanwältin Beatrice Gurzeler) und von Fr. 150.-- für Verbandsangestellte von gemeinnützigen Organisationen ( 2 Stunden von MLaw Janine Teissl) zu entschädigen. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘205.-- (7.5 Stunden à Fr. 250.-- plus 2 Stunde n à Fr. 150.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 30.--) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 2‘171.50 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. 4. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2‘205.-- (inkl. Auslagen) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdegegnerin Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahrens-Nr. 8C_719/2014 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht