<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 218/99 Ge </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>IV. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger; </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Kopp Käch </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 27. März 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle des Kantons Thurgau, St. Gallerstrasse 13, </div> <div class="para">Frauenfeld, Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">P.________, 1967, Beschwerdegegnerin, vertreten durch </div> <div class="para">Rechtsanwalt S.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">AHV/IV-Rekurskommission des Kantons Thurgau, Weinfelden </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Die 1967 geborene P.________ ist gelernte Coif- </div> <div class="para">feuse und betreibt zusammen mit ihrem Ehemann ein Coiffeur- </div> <div class="para">geschäft. Sie meldete sich am 18. September 1996 wegen </div> <div class="para">Rückenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leis- </div> <div class="para">tungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Thurgau zog die </div> <div class="para">Buchhaltungsabschlüsse des Geschäfts für die Jahre 1992 bis </div> <div class="para">1995 sowie die Beitragsverfügungen der AHV-Ausgleichskasse </div> <div class="para">Coiffeure ab 1. Juni 1991 bis 31. Dezember 1995 bei. Zudem </div> <div class="para">holte sie Arztberichte des Dr. med. G.________ vom </div> <div class="para">16. Januar 1997 sowie des Dr. med. H.________ vom </div> <div class="para">23. Januar 1997 ein. Schliesslich liess sie P.________ </div> <div class="para">durch Dr. med. W.________, Oberarzt der Klinik für </div> <div class="para">Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen, </div> <div class="para">medizinisch begutachten (Bericht vom 6. Juni 1997) und </div> <div class="para">deren Eingliederungsmöglichkeiten durch die Berufsberaterin </div> <div class="para">abklären (Berichte vom 22. September 1997 und 31. März </div> <div class="para">1998). Gestützt darauf ermittelte die IV-Stelle einen </div> <div class="para">Invaliditätsgrad von 37 % und wies das Leistungsbegehren </div> <div class="para">mit Verfügung vom 3. Juni 1998 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Hiegegen liess P.________ Beschwerde führen und </div> <div class="para">die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 15. Dezember </div> <div class="para">1995, eventuell die Zusprechung einer halben Rente ab </div> <div class="para">15. Dezember 1995, subeventuell die Anweisung der IV-Stelle </div> <div class="para">zur Finanzierung medizinischer Massnahmen beantragen. Die </div> <div class="para">AHV/IV-Rekurskommission des Kantons Thurgau hiess die Be- </div> <div class="para">schwerde, soweit sie darauf eintreten konnte, in dem Sinne </div> <div class="para">teilweise gut, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben </div> <div class="para">und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit </div> <div class="para">diese P.________ ab dem frühest möglichen Zeitpunkt eine </div> <div class="para">halbe Rente zuspreche (Entscheid nicht datiert; Versand am </div> <div class="para">9. März 1999). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die </div> <div class="para">IV-Stelle die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids, </div> <div class="para">eventualiter die Feststellung, dass P.________ lediglich </div> <div class="para">Anspruch auf eine Viertelsrente habe. </div> <div class="para"> P.________ lässt auf Abweisung der Verwaltungsgerich- </div> <div class="para">tsbeschwerde schliessen. Das Bundesamt für Sozialversi- </div> <div class="para">cherung hat sich nicht vernehmen lassen. </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Die Vorinstanz hat die massgebenden gesetzlichen </div> <div class="para">Bestimmungen über den Umfang (<span class="artref"><artref id="CH/831.20/28/1^bis" type="start"></artref><artref id="CH/831.20/28/1" type="start"></artref>Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG</span><artref id="CH/831.20/28/1^bis" type="end"></artref><artref id="CH/831.20/1^bis" type="end"></artref>) </div> <div class="para">und Beginn (<span class="artref">Art. 29 IVG</span>) des Rentenanspruchs sowie die In- </div> <div class="para">validitätsbemessung bei Erwerbstätigen nach der Einkommens- </div> <div class="para">vergleichsmethode (<span class="artref">Art. 28 Abs. 2 IVG</span>) zutreffend darge- </div> <div class="para">legt. Richtig sind auch die Ausführungen über die Bedeutung </div> <div class="para">ärztlicher Auskünfte im Rahmen der Invaliditätsschätzung </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-256%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page261">BGE 125 V 261</a> Erw. 4 mit Hinweisen) und über die Änderung </div> <div class="para">des Anspruchs bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähig- </div> <div class="para">keit (<span class="artref">Art. 88a Abs. 2 IVV</span>). Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Unstreitig und durch die medizinischen Abklärungen </div> <div class="para">belegt ist, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdegegne- </div> <div class="para">rin im massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (BGE </div> <div class="para">121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen) in ihrer bisherigen Tätig- </div> <div class="para">keit als Coiffeuse nur noch 20 % beträgt, wohingegen ihr </div> <div class="para">bei einer körperlich leichten, rückenschonenden Tätigkeit </div> <div class="para">mit der Möglichkeit zu regelmässigem Positionswechsel </div> <div class="para">zwischen Stehen, Sitzen und Gehen, ohne vorgeneigte </div> <div class="para">Tätigkeiten und ohne regelmässiges Tragen und Heben von Ge- </div> <div class="para">wichten über 5 kg eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert </div> <div class="para">werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Bei der Beurteilung der erwerblichen Auswirkungen </div> <div class="para">der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist die IV-Stelle für </div> <div class="para">die Jahre 1996 und 1997 - bei einem Valideneinkommen von </div> <div class="para">Fr. 32'312.- - von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % für kör- </div> <div class="para">perlich leichte Arbeiten und einem daraus resultierenden </div> <div class="para">Invalideneinkommen von 20'316.- ausgegangen, was einen In- </div> <div class="para">validitätsgrad von 37 % ergab. Die AHV/IV-Rekurskommission </div> <div class="para">hat das Valideneinkommen bestätigt, das Invalideneinkommen </div> <div class="para">für eine 50%ige Arbeitstätigkeit indessen auf Fr. 15'322.- </div> <div class="para">reduziert, woraus ein Invaliditätsgrad von 52,6 % resul- </div> <div class="para">tierte. </div> <div class="para"> a) Das der Invaliditätsbemessung zu Grunde gelegte </div> <div class="para">Valideneinkommen von Fr. 32'312.- basiert auf dem in den </div> <div class="para">Jahren 1992 bis 1994 durchschnittlich erzielten AHV-bei- </div> <div class="para">tragspflichtigen Einkommen. Diese Festlegung des hypothe- </div> <div class="para">tischen Einkommens ohne Invalidität lässt sich entgegen der </div> <div class="para">Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht beanstanden. Für </div> <div class="para">ihre Behauptung, sie sei bereits in den Jahren 1993 und vor </div> <div class="para">allem 1994 in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewe- </div> <div class="para">sen, finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte. Es kann </div> <div class="para">sodann auch nicht auf den Gesamtarbeitsvertrag für das </div> <div class="para">Schweizerische Coiffeurgewerbe abgestellt werden, garan- </div> <div class="para">tiert dieser doch einem Betrieb nicht ein bestimmtes Min- </div> <div class="para">desteinkommen. Vielmehr hängt das Jahresergebnis eines </div> <div class="para">Geschäfts ausser von der Konjunkturlage massgeblich auch </div> <div class="para">von Einsatz und Fähigkeiten der Inhaberin oder des Inhabers </div> <div class="para">ab, was selbst bei gleich gearteten Betrieben zu sehr </div> <div class="para">unterschiedlichen Zahlen führen kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) aa) Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädi- </div> <div class="para">gung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens hat die </div> <div class="para">Verwaltung die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für </div> <div class="para">Statistik (LSE) des Jahres 1994 beigezogen und auf den </div> <div class="para">Zentralwert (Median) der Nordostschweiz, Region 13 (AI, AR, </div> <div class="para">GL, TG), für einfache und repetitive Tätigkeiten für Frauen </div> <div class="para">abgestellt. Diesen Ansatz hat die IV-Stelle von einer 40- </div> <div class="para">auf eine 42-Stundenwoche umgerechnet und entsprechend der </div> <div class="para">Nominallohnentwicklung auf das Jahr 1997 hochgerechnet. </div> <div class="para"> Die AHV/IV-Rekurskommission bestätigte grundsätzlich </div> <div class="para">das Abstellen auf die Durchschnittslöhne gemäss Lohnstruk- </div> <div class="para">turerhebung. Sie rechnete den massgebenden Wert auf eine </div> <div class="para">41,9-Stundenwoche um und passte ihn ebenfalls der Nominal- </div> <div class="para">lohnentwicklung an. In Berücksichtigung der Umstände, dass </div> <div class="para">die Beschwerdegegnerin auch bei einer 50%igen Tätigkeit </div> <div class="para">weitere behinderungsbedingte Einschränkungen aufweise, dass </div> <div class="para">das Lohnniveau mit abnehmendem Beschäftigungsgrad konti- </div> <div class="para">nuierlich zurückgehe und dass das durchschnittliche Einkom- </div> <div class="para">men von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ausländischer </div> <div class="para">Nationalität bei vergleichbarem Anforderungsniveau tiefer </div> <div class="para">liege, reduzierte sie den statistischen Durchschnittswert </div> <div class="para">um 25 %. </div> <div class="para"> Die IV-Stelle kritisiert in ihrer Verwaltungsgerichts- </div> <div class="para">beschwerde die Reduktion des Tabellenlohnes. Sie verneint </div> <div class="para">das Vorliegen der Voraussetzungen für einen Abzug wegen </div> <div class="para">weiterer behinderungsbedingten Einschränkungen, wegen </div> <div class="para">Teilzeitbeschäftigung oder wegen der ausländischen Nati- </div> <div class="para">onalität und verweist auf das Einkommen, das die Beschwer- </div> <div class="para">degegnerin als Museumsaufsicht, einer Tätigkeit, die die </div> <div class="para">Berufsberaterin als geeignet bezeichnet habe, erzielen </div> <div class="para">könnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Für die Ermittlung des Invalideneinkommens können </div> <div class="para">nach der Rechtsprechung - wie dies IV-Stelle und Vorinstanz </div> <div class="para">getan haben - Tabellenlöhne beigezogen werden, dies vor al- </div> <div class="para">lem dann, wenn die versicherte Person nach Eintritt des Ge- </div> <div class="para">sundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich </div> <div class="para">zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat (BGE 124 V </div> <div class="para">322 Erw. 3b/aa; ZAK 1991 S. 321 Erw. 3c, 1989 S. 458 Erw. </div> <div class="para">3b; Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum </div> <div class="para">IVG, Zürich 1997, S. 209). Die zu diesem Zweck praxisgemäss </div> <div class="para">beigezogene Schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundes- </div> <div class="para">amtes für Statistik erfasst die individuellen Löhne der Ar- </div> <div class="para">beitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Der Tabellenteil im An- </div> <div class="para">hang der LSE enthält neben der Statistik der Lohnbeträge </div> <div class="para">(effektive Nettolöhne, Gruppe B) im Rahmen der Tabellen- </div> <div class="para">gruppe A eine Statistik der Lohnsätze, d.h. der standardi- </div> <div class="para">sierten Bruttolöhne. Auf Letztere ist für den Verwendungs- </div> <div class="para">zweck des Einkommensvergleichs abzustellen, wobei, wie dies </div> <div class="para">Verwaltung und Vorinstanz getan haben, jeweils vom Zentral- </div> <div class="para">wert (Median) auszugehen ist, der bei der Lohnverteilung in </div> <div class="para">der Regel tiefer liegt als das arithmetische Mittel </div> <div class="para">("Durchschnittslohn") und im Vergleich dazu gegenüber dem </div> <div class="para">Einbezug von Extremwerten (sehr tiefe oder hohe Lohnanga- </div> <div class="para">ben) relativ robust ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page323">BGE 124 V 323</a> Erw. 3b/aa). Bei der </div> <div class="para">Anwendung der Tabellengruppe A gilt es gemäss Rechtspre- </div> <div class="para">chung zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeits- </div> <div class="para">zeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, welcher Wert </div> <div class="para">etwas tiefer ist als die betriebsübliche durchschnittliche </div> <div class="para">Arbeitszeit von 41,9 Stunden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page323">BGE 124 V 323</a> Erw. 3b/aa mit </div> <div class="para">Hinweis auf LSE 1994 S. 42; Die Volkswirtschaft, 1999 Heft </div> <div class="para">12, Anhang S. 27, Tabelle B 9.2). Je nach Zeitpunkt, für </div> <div class="para">welchen der Einkommensvergleich vorgenommen wird, ist so- </div> <div class="para">dann eine Anpassung entsprechend der Nominallohnentwicklung </div> <div class="para">erforderlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> cc) Dem Umstand, dass gesundheitlich beeinträchtigte </div> <div class="para">Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten </div> <div class="para">behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und </div> <div class="para">entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh- </div> <div class="para">mern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel </div> <div class="para">mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen, </div> <div class="para">wird gemäss Rechtsprechung des Eidgenössischen Versiche- </div> <div class="para">rungsgerichts durch einen Abzug von bis zu 25 % vom Median- </div> <div class="para">wert des herangezogenen Tabellenlohnes Rechnung getragen </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page323">BGE 124 V 323</a> Erw. 3b/bb; nicht publizierte Erw. 4b des </div> <div class="para">Urteils <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-310%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page310">BGE 114 V 310</a>; AHI 1999 S. 241 Erw. 4b, 1998 S. 177 </div> <div class="para">Erw. 3a). Dabei kommt der Abzug von 25 % nicht generell und </div> <div class="para">in jedem Fall zur Anwendung. Vielmehr ist anhand der gesam- </div> <div class="para">ten Umstände des konkreten Einzelfalles zu prüfen, ob und </div> <div class="para">in welchem Ausmass das hypothetische Einkommen als invalide </div> <div class="para">Person zusätzlich reduziert werden muss (AHI 1999 S. 241 </div> <div class="para">Erw. 4b, 1998 S. 177 Erw. 3a). In diesem Zusammenhang ist </div> <div class="para">auch zu berücksichtigen, dass Teilzeitbeschäftigte in der </div> <div class="para">Regel überproportional weniger verdienen als Vollzeitange- </div> <div class="para">stellte (LSE 1994, Tabelle 13*; AHI 1998 S. 292 Erw. 3b, </div> <div class="para">178 Erw. 4b). So beträgt beispielsweise die Lohneinbusse </div> <div class="para">für Arbeiten im niedrigsten Anforderungsprofil zwischen </div> <div class="para">einem Beschäftigungsgrad von mehr als 90 % (Fr. 3951.-) und </div> <div class="para">einem solchen von 25 % bis 50 % (Fr. 3467.-) 12,2 %. Nicht </div> <div class="para">ausser Acht zu lassen ist in diesem Rahmen schliesslich </div> <div class="para">auch, dass Ausländerinnen und Ausländer nicht immer gleich </div> <div class="para">viel verdienen wie der Durchschnitt aller, d.h. schweizeri- </div> <div class="para">schen und ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer </div> <div class="para">(AHI 2000 S. 79). Der Unterschied beim niedrigsten Anforde- </div> <div class="para">rungsprofil von Frauen mit der Niederlassungsbewilligung C </div> <div class="para">wie die Beschwerdegegnerin (Fr. 3422.-) zu Schweizerinnen </div> <div class="para">(Fr. 3750.-) beispielsweise beträgt 8,75 % (vgl. LSE 1996, </div> <div class="para">TA 12). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Zu Recht haben Verwaltung und Vorinstanz die Gruppe </div> <div class="para">der Hilfsarbeitertätigkeiten, nicht nur die von der Berufs- </div> <div class="para">beraterin empfohlene Stelle als Museumsaufsicht, ins Auge </div> <div class="para">gefasst und auf die entsprechenden statistischen Durch- </div> <div class="para">schnittslöhne abgestellt. Ausgangspunkt für die Bestimmung </div> <div class="para">des Invalideneinkommens ist - wie dies Verwaltung und Vor- </div> <div class="para">instanz korrekt dargelegt haben - der Medianwert des monat- </div> <div class="para">lichen Bruttolohnes (Zentralwert) für Frauen in einfachen </div> <div class="para">und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4). Dabei </div> <div class="para">spricht nichts dagegen, anstatt auf die gesamtschweizeri- </div> <div class="para">schen auf die regionalen Werte abzustellen. Die mit dem </div> <div class="para">angefochtenen Entscheid aufgehobene Verfügung datiert vom </div> <div class="para">3. Juni 1998, sodass im Rahmen der gerichtlichen Prüfung </div> <div class="para">die zwischenzeitlich erschienene Schweizerische Lohnstruk- </div> <div class="para">turerhebung 1996 des Bundesamtes für Statistik als Grund- </div> <div class="para">lage beigezogen werden kann. Für die Ostschweiz betrug der </div> <div class="para">massgebende Medianwert 1996 Fr. 3370.- pro Monat (LSE 1996, </div> <div class="para">TA 13), was auf der Basis einer Durchschnittswochenarbeits- </div> <div class="para">zeit von 41,9 Stunden Fr. 3530.- und unter Berücksichtigung </div> <div class="para">der Nominallohnerhöhung von 0,5 % von 1996 auf 1997 (Die </div> <div class="para">Volkswirtschaft, 1999 Heft 12, Anhang S. 28, Tabelle B </div> <div class="para">10.2) Fr. 3547.-, im Jahr somit Fr. 42'564.- bzw. bei 50%- </div> <div class="para">iger Arbeitstätigkeit Fr. 21'282.- ergibt. Da die Beschwer- </div> <div class="para">degegnerin in der Schweiz geboren ist, erscheint es - wie </div> <div class="para">die Beschwerdeführerin zu Recht einwendet - zumindest frag- </div> <div class="para">lich, ob ihre ausländische Staatsangehörigkeit lohnwirksam </div> <div class="para">ist. Dies kann aber offen gelassen werden, da bereits unter </div> <div class="para">Berücksichtigung der überproportionalen Verdiensteinbusse </div> <div class="para">zufolge Teilzeitarbeit und der verminderten Einsetzbarkeit </div> <div class="para">auch für leichte Hilfsarbeiten, die sich aus den im Gutach- </div> <div class="para">ten des Dr. med. W.________ vom 6. Juni 1997 erwähnten </div> <div class="para">Einschränkungen ergibt, der von der Vorinstanz gemachte </div> <div class="para">Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 25 % entgegen der </div> <div class="para">Auffassung der IV-Stelle als angemessen erscheint. Daraus </div> <div class="para">resultiert ein jährliches hypothetisches Invalideneinkommen </div> <div class="para">von Fr. 15'961.-. Stellt man das so ermittelte </div> <div class="para">Invalideneinkommen dem auf das Jahr 1997 hochgerechneten </div> <div class="para">Valideneinkommen von Fr. 32'312.- gegenüber, erreicht die </div> <div class="para">Erwerbseinbusse aufgerundet 51 %, was Anspruch auf eine </div> <div class="para">halbe Invalidenrente gibt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Das Verfahren ist kostenlos (<span class="artref">Art. 134 OG</span>). Dem </div> <div class="para">Prozessausgang entsprechend steht der Beschwerdegegnerin </div> <div class="para">eine Parteientschädigung zu (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung </div> <div class="para">mit <span class="artref">Art. 135 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>III. Die IV-Stelle des Kantons Thurgau hat der Beschwerde-</i> </div> <div class="para"> gegnerin eine Parteientschädigung von Fr. 1000.- zu </div> <div class="para"> bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>IV. Dieses Urteil wird den Parteien, der AHV/IV-Rekurskom-</i> </div> <div class="para"> mission des Kantons Thurgau, der Ausgleichskasse </div> <div class="para"> X.________ und dem Bundesamt für Sozialversicherung </div> <div class="para"> zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 27. März 2000 </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der IV. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>