<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00279</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203801&amp;W10_KEY=4467143&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00279</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 05.11.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ersatzpflicht für Gebäudeschaden</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Gebäudeversicherung deckt indirekte Hagelschäden. Rückweisung zur Abklärung, ob die Versicherungsdeckung wegen Baumängeln entfällt.<br/>Die Deckung für Hagelschäden durch die Elementarschadenversicherung bezieht sich nicht nur auf Schäden durch direkte Einwirkungen auf die Gebäudehülle, sondern - aufgrund des adäquaten Kausalzusammenhangs - auch auf den Schaden durch Wassereintritt infolge Verstopfung von Abläufen (hier: einer Terrasse) durch Hagelkörner (E. 2a).<br/>Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des Schadens sind miteinander verbundene, kumulative Voraussetzungen des Deckungsausschlusses (E. 2b/aa-bb).<br/>Keine Aufklärungspflicht der Gebäudeversicherung, selbst wenn die Erstellung von Notüberlauf und Schwelle in der Terrassentür zumutbare Massnahmen zur Schadenabwehr gewesen wären (E. 2b/cc).<br/>Ob Konstruktionsmängel vorliegen, kann aufgrund der Akten nicht beurteilt werden (E. 2c/dd).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABLAUF">ABLAUF</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ADÃQUANZ">ADÃQUANZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFKLÃRUNGSPFLICHT">AUFKLÃRUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUAUSFÃHRUNG">BAUAUSFÃHRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DECKUNGSAUSSCHLUSS">DECKUNGSAUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELEMENTAREREIGNIS">ELEMENTAREREIGNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELEMENTARSCHADEN">ELEMENTARSCHADEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: FEUERPOLIZEI UND GEBÃUDEVERSICHERUNG">FEUERPOLIZEI UND GEBÃUDEVERSICHERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBÃUDEVERSICHERUNG">GEBÃUDEVERSICHERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HAGEL">HAGEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAUSALZUSAMMENHANG">KAUSALZUSAMMENHANG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTÃBERLAUF">NOTÃBERLAUF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHWELLE">SCHWELLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TERRASSE">TERRASSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TERRASSENTÃR">TERRASSENTÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TÃRSCHWELLE">TÃRSCHWELLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERMEIDBARKEIT">VERMEIDBARKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORAUSSEHBARKEIT">VORAUSSEHBARKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 19 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="ungerade">§ 19 Ziff. 2 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="gerade">§ 20 Ziff. 1 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="ungerade">§ 20 Ziff. 3 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="gerade">§ 25 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="ungerade">§ 39 GebÃ¤uderversG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2003 Nr. 69 S. 159</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 6. Juni 2002 entstand an der Parterrewohnung an der L-Strasse der MiteigentÃ¼mer A, B und C zufolge starker NiederschlÃ¤ge mit Hagel ein Parkettschaden in der HÃ¶he von Fr. 1'641.65. Mit VerfÃ¼gung vom 21. Juni 2002 und Einspracheentscheid vom 8. August 2002 lehnte die GebÃ¤udeversicherung des Kantons ZÃ¼rich die Schadensdeckung ab mit der BegrÃ¼ndung, das Wasser sei infolge einer durch Hagel verursachten Verstopfung eines Ablaufs Ã¼ber die Terrasse in das GebÃ¤ude eingedrungen. Dieses Ereignis sei aber bei der GebÃ¤udeversicherung nicht versichert, da gemÃ¤ss § 19 des Gesetzes Ã¼ber die GebÃ¤udeversicherung vom 2. MÃ¤rz 1975 (GebÃ¤udeversG, LS 862.1) nur SchÃ¤den gedeckt seien, die auf ein Elementarereignis, das heis­se ein aussergewÃ¶hnliches, mit plÃ¶tzlicher Naturgewalt hereinbrechendes, unvorhergesehenes und unabwendbares Ereignis zurÃ¼ckzufÃ¼hren seien. Mittelbare SchÃ¤den als indirekte FolgeschÃ¤den des Elementarereignisses wie das Eindringen von Wasser "wegen eines durch Hagel verstopften Ablaufrohrs" gÃ¤lten nicht mehr als ElementarschÃ¤den. Ausserdem hÃ¤tte der Schaden im Sinn von § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG durch zumutbare Massnahmen verhindert werden kÃ¶nnen, wenn bei der TÃ¼r eine Schwelle und ein NotÃ¼berlauf angebracht worden wÃ¤ren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Eingabe vom 13. September 2002 (verbessert mit Eingabe vom 1. Oktober 2002) gelangten die MiteigentÃ¼mer an die Rekurskommission der GebÃ¤udeversicherung und beantragten, die GebÃ¤udeversicherung sei zur Ãbernahme des Schadens in der HÃ¶he von Fr. 1'641.65 zu verpflichten. Sie stellten sich auf den Standpunkt, der Schaden sei durch Hagel verursacht worden und daher gemÃ¤ss § 19 GebÃ¤udeversG von der GebÃ¤udeversicherung zu Ã¼bernehmen. Beim Terrassenteil der Wohnung handle es sich zudem um eine absolut Ã¼bliche, intakte Konstruktion mit Schwelle. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die GebÃ¤udeversicherung hielt weiterhin an ihren Standpunkten fest.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach erfolgtem zweiten Schriftenwechsel wies die Rekurskommission mit Beschluss vom 17. Juli 2003 den Rekurs ab, was sie im Wesentlichen damit begrÃ¼ndete, dass indirekte HagelschÃ¤den nicht als ElementarschÃ¤den gÃ¤lten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen den Beschluss der Rekurskommission reichten die MiteigentÃ¼mer A, B und C Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein mit den AntrÃ¤gen, es sei die GebÃ¤udeversicherung des Kantons ZÃ¼rich zu verpflichten, den Schaden in HÃ¶he von Fr. 1'641.65 zu Ã¼bernehmen. Kosten seien von den BeschwerdefÃ¼hrern keine zu erheben, insbesondere auch nicht im Fall des Unterliegens, da es um eine Frage grundsÃ¤tzlicher Natur gehe, welche vom Verwaltungsgericht, soweit ersichtlich, noch nicht beurteilt worden sei. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Rekurskommission verzichtete gemÃ¤ss ihrem Schreiben vom 10. September 2003 auf eine Vernehmlassung. Die GebÃ¤udeversicherung beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 18. September 2003 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrenden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Einzelrichterin zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Nach § 78 GebÃ¤udeversG ist das Verwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zustÃ¤ndig (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 34). Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da der Streitwert nicht Ã¼ber 20'000 Franken liegt, fÃ¤llt der Entscheid in die einzelrichterliche Kompetenz (§ 38 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. </span><span>Mai 1959 [VRG], LS 175.2).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Der hier zu beurteilende Schaden wurde dadurch verursacht, dass wÃ¤hrend eines Gewitters HagelkÃ¶rner den Ablauf der Terrasse der betreffenden Hochparterrewohnung verstopften und Wasser durch die BalkontÃ¼re in das GebÃ¤ude drang. Umstritten ist primÃ¤r, ob dieser "indirekte Hagelschaden" als Elementarschaden im Sinn von § 19 GebÃ¤udeversG zu gelten hat und demnach grundsÃ¤tzlich von der Beschwerdegegnerin zu tragen ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht hat kÃ¼rzlich zu dieser Frage Stellung genommen (VGr, 3. </span><span>Sep­tember 2003, VB.2003.00134, www.vgrzh.ch/rechtsprechung). </span><span>Jenem Entscheid lag ein Ã¤hnlicher Sachverhalt zugrunde, war doch der zu beurteilende Schaden dadurch entstanden, dass wÃ¤hrend eines Gewitters HagelkÃ¶rner und Laub die DachwasserablÃ¤ufe verstopft hatten, weshalb Regenwasser in das GebÃ¤udeinnere drang. Im Folgenden sind daher die entsprechenden ErwÃ¤gungen zusammengefasst wiederzugeben: </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Im genannten Entscheid wurde festgehalten, es stelle sich die Frage, ob indirekte HagelschÃ¤den auch dann ElementarschÃ¤den darstellten, wen sie nicht auf den eigentlichen Hagelschlag (also den Impuls der fallenden HagelkÃ¶rner) zurÃ¼ckzufÃ¼hren seien. Die massgebende Rechtsgrundlage finde sich in §§ 19 f. GebÃ¤udeversG. Nach § 19 Ziff. 2 GebÃ¤udeversG gehÃ¶rten zu den ElementarschÃ¤den, gegen welche die GebÃ¤ude versichert seien, unter anderem durch Hagel entstandene SchÃ¤den (E. 2a mit Hinweisen). Nach § 20 Ziff. 1 GebÃ¤udeversG seien "SchÃ¤den, ... die nicht durch plÃ¶tzliche Einwirkung von Naturgewalten entstanden sind, wie Feuchtigkeitseinwirkungen, Bodensetzungen, FrostschÃ¤den" keine ElementarschÃ¤den. Beim Begriff der "ElementarschÃ¤den" gemÃ¤ss dem Marginale zu § 19 GebÃ¤udeversG sowie dessen negativer ErlÃ¤uterung durch den Ausschluss von SchÃ¤den, "die nicht durch plÃ¶tzliche Einwirkung von Naturgewalten entstanden sind", handle es sich um auslegungsbedÃ¼rftige Rechtsbegriffe (E. 2c mit Hinweisen). Die Frage, ob indirekte HagelschÃ¤den unter die versicherten ElementarschÃ¤den zu subsumieren seien, sei in Lehre und Rechtsprechung umstritten. Anhand des Wortlauts von §§ 19 f. GebÃ¤udeversG lasse sich die betreffende Frage nicht beantworten (E. 3a). Auch die Gesetzesmaterialien gÃ¤ben keine schlÃ¼ssigen Hinweise (E. 3b mit Hinweisen). Schliesslich hielt das Verwaltungsgericht fest, der adÃ¤quate Kausalzusammenhang sei das in diesem Zusammenhang massgebliche Kriterium. Demnach liege grundsÃ¤tzlich ein versicherter Elementarschaden vor, sei doch der Hagel direkt die Ursache fÃ¼r die Verstopfung des Dachwasserablaufs (E. 4b mit Hinweisen). Da ausserdem kein gesetzlicher Spielraum zur BeschrÃ¤nkung der Versicherungsdeckung auf BeschÃ¤digungen der GebÃ¤udehÃ¼lle durch direkte SchlÃ¤ge (und deren Folgen) bestehe, handle es sich beim indirekten Hagelschaden aufgrund des engen adÃ¤quaten Kausalzusammenhangs zum Wirken einer Naturgewalt grundsÃ¤tzlich um einen Elementarschaden gemÃ¤ss §§ 19 f. GebÃ¤udeversG (E. 4d+e mit Hinweisen). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Aufgrund der genannten Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ergibt sich somit, dass der Argumentation der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin, wonach vorliegend kein Hagelschaden im Sinn von § 19 Ziff. 2 GebÃ¤udeversG gegeben sei, nicht gefolgt werden kann. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Umstritten ist sodann, ob ein Deckungsausschluss wegen Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des Schadens im Sinn von § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG anzunehmen ist. Diese Norm schliesst die Versicherungsdeckung aus fÃ¼r SchÃ¤den, "die voraussehbar waren und deren Entstehung durch zumutbare Massnahmen hÃ¤tte verhindert werden kÃ¶nnen, wie SchÃ¤den zufolge schlechten Baugrundes, unfachgemÃ¤sser oder unsolider BauausfÃ¼hrung oder Abdichtung, mangelhaften GebÃ¤udeunterhalts".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Das Verwaltungsgericht hat im erwÃ¤hnten Entscheid vom 3. Sep­tember 2003 seine Praxis prÃ¤zisiert (VB.2003.00134, www.vgrzh.ch/rechtsprechung). Danach sind Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit nach § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG im Einklang mit dem Gesetzeswortlaut hauptsÃ¤chlich auf den Schaden zu beziehen und als kumulative (nicht alternative), miteinander verknÃ¼pfte Voraussetzungen des Deckungsausschlusses aufzufassen (vgl. BGE 100 Ia 32 E. 3b). § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG sehe â entsprechend der Interpretation durch das Bundesgericht â eine VergÃ¼tung vor, "wenn der EigentÃ¼mer bzw. Bauunternehmer im Hinblick auf ein Elementarereignis, mit dem zu rechnen war, die Vorsichtsmassregeln getroffen hat, die von einem sorgfÃ¤ltigen EigentÃ¼mer und Unternehmer zu erwarten und ihm zuzumuten sind" (BGE 100 Ia 32 E. 3c S. 36). Voraussehbarkeit meine Voraussehbarkeit des schadenstiftenden Ereignisses und gegebenenfalls seines Aus­masses â insofern bestehe tatsÃ¤chlich ein Bezug zu § 19 GebÃ¤udeversG â als auch Voraussehbarkeit des eingetretenen Schadens als Folge dieses Ereignisses (VGr, 3. September 2003, VB.2003.00134, insbes. E. 6b/dd, www.vgrzh.ch/rechtsprechung). Somit sei zu fragen, ob sowohl das Elementarereignis im konkreten Ausmass als auch der eingetretene Schaden als dessen Folge voraussehbar gewesen seien, woraus sich erst die Obliegenheit zum Ergreifen von Gegenmassnahmen habe ergeben kÃ¶nnen. WÃ¤hrend die Versicherungsnehmenden die Beweislast fÃ¼r das Eintreten des Schadenereignisses und des Schadens trÃ¼gen, liege die Beweislast fÃ¼r das Vorliegen der behaupteten AusschlÃ¼sse bei der GebÃ¤udeversicherung (E. 6b/ee). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Ersteres, nÃ¤mlich die Voraussehbarkeit des Elementarereignisses im konkreten Ausmass als auch des eingetretenen Schadens als Folge davon, dÃ¼rfte vorliegend â soweit aus den Akten ersichtlich â zu keinen weiteren Diskussionen Anlass geben. Hingegen hat sich die Vorinstanz zur weiteren Voraussetzung, ob der Schaden durch zumutbare Massnahmen im Sinn von § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG hÃ¤tte verhindert werden kÃ¶nnen, nicht geÃ¤ussert, da sie den Rekurs bereits aus anderen GrÃ¼nden abwies. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Die BeschwerdefÃ¼hrenden stellen sich auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin habe keinen Vorbehalt gemÃ¤ss § 12 GebÃ¤udeversG angebracht. Auch seien nach der letzten SchÃ¤tzung keine baulichen VerÃ¤nderungen vorgenommen worden. Es wÃ¼rde gegen Treu und Glauben verstossen, wenn die Beschwerdegegnerin nun im Widerspruch zu ihrem frÃ¼heren Verhalten (Unterlassen eines Vorbehalts) aus diesem Grund von der Begleichung des Schadens befreit wÃ¼rde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Laut Entscheiden des Verwaltungsgerichts trifft die GebÃ¤udeversicherung aufgrund ihrer Monopolstellung und Sachkunde nach Treu und Glauben eine AufklÃ¤rungspflicht. Zumindest bei hÃ¤ufigeren Schadenereignissen sei es ihr zuzumuten, die Anforderungen an Baumaterialien nÃ¤her zu umschreiben bzw. von ihr fÃ¼r mangelhaft erachtete Baustoffe zu bezeichnen und dies den Versicherten bekannt zu geben. In diesem Sinn bejahte das Gericht eine AufklÃ¤rungspflicht in Bezug auf die UnzulÃ¤nglichkeit der Baumaterialien fÃ¼r eine neu erstellte Pergola bzw. einen neu erstellten Wintergarten (VGr, 8. April 1994, VK 93/0009+0010, teilweise verÃ¶ffentlicht in RB 1994 Nr. 97). Doch muss sich anderseits eine SchÃ¤tzung auf das GrundsÃ¤tzliche beschrÃ¤nken, da es sich bei der GebÃ¤udeversicherung um Massenverwaltung handelt, die mÃ¶glichst zeit- und personalÃ¶konomisch abzuwi­ckeln ist. Die KreisschÃ¤tzer mÃ¼ssen sich daher in aller Regel nicht zur SoliditÃ¤t von Baumaterialien und QualitÃ¤t der BauausfÃ¼hrung Ã¤ussern. Die Beschwerdegegnerin trifft keine gesetzliche Pflicht, die Versicherten prÃ¤ventiv und individuell zu informieren (RB 1994 Nr. 97). Das Gesetz Ã¼berbÃ¼rdet die Verantwortung fÃ¼r Fehler bei der BauausfÃ¼hrung in § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG grundsÃ¤tzlich den Versicherten, wie es diese auch direkt in die Pflicht nimmt, fÃ¼r einen genÃ¼genden GebÃ¤udeunterhalt zu sorgen (§ 39 GebÃ¤udeversG) oder aber allfÃ¤llige GefahrerhÃ¶hungen zu melden (§ 38 GebÃ¤udeversG). Umgekehrt dient die SchÃ¤tzung der Feststellung des Versicherungswerts (§ 25 GebÃ¤udeversG) und entspricht somit nicht einer Baukontrolle, wenn auch â im Hinblick auf einen allfÃ¤lligen Ausschluss von der Versicherung â zu prÃ¼fen ist, ob ein GebÃ¤ude infolge Standorts, Konstruktion, Zustands oder BenÃ¼tzung einer besonderen Feuer- oder Explosionsgefahr oder einer besonderen GefÃ¤hrdung durch Elementarereignisse ausgesetzt ist (§ 12 Abs. 1 GebÃ¤udeversG). Eine flÃ¤chendeckende AufklÃ¤rungspflicht lÃ¤sst sich deshalb mit der Systematik des GebÃ¤udeversicherungsgesetzes nicht vereinbaren und ist abzulehnen (VGr, 5. Februar 2003, VB.2002.00345, E. 4c). Infolgedessen verneinte das Verwaltungsgericht eine AufklÃ¤rungspflicht in Bezug auf den Zustand eines rund 30-jÃ¤hrigen Flachdachs, dessen Lebensdauer bereits abgelaufen war und das demzufolge ohnehin hÃ¤tte ersetzt werden mÃ¼ssen (VGr, 20. August 1996, VK.1996.00001, E. 3c; zum Ganzen siehe VGr, 3. </span><span>September 2003, VB.2003.00134, E. 6d/aa, www.vgrzh.ch/rechtsprechung).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die BeschwerdefÃ¼hrenden Ã¼ber einen allfÃ¤lligen Konstruktionsmangel hÃ¤tte aufklÃ¤ren mÃ¼ssen, liesse sich grundsÃ¤tzlich erst zweck­mÃ¤s­sig beantworten, wenn das Vorliegen und das Ausmass des angeblichen Mangels feststÃ¼nden, was sich aber aus den Akten bzw. den im Recht liegenden Fotografien nicht rechtsgenÃ¼gend eruieren lÃ¤sst. Es kann aber vorweggenommen werden, dass eine AufklÃ¤rungspflicht â vor allem in Bezug auf den behaupteten Mangel des Fehlens eines NotÃ¼berlaufs â mit den GrundsÃ¤tzen des GebÃ¤udeversicherungsrechts nicht vereinbar wÃ¤re, da die MÃ¤ngel zu wenig offensichtlich scheinen, als dass von der Beschwerdegegnerin ihre Feststellung bei der SchÃ¤tzung erwartet werden dÃ¼rfte. Zudem war hier eine AufklÃ¤rungspflicht der Beschwerdegegnerin nur schon deshalb ausgeschlossen, weil sie gemÃ¤ss ihrer stÃ¤ndigen â von der Rekurskommission geschÃ¼tzten â Praxis davon ausging, fÃ¼r den vorliegenden Schaden von vornherein nicht haften zu mÃ¼ssen (VGr, 3. September 2003, VB.2003.00134 E. 6d/bb am Ende, www.vgrzh.ch/rechtsprechung).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Somit bleibt noch die von der Vorinstanz nicht beantwortete Frage relevant, nÃ¤mlich ob die Erstellung einer SIA-konformen Schwelle und eines NotÃ¼berlaufs zumutbare Massnahmen zur Vermeidung des Schadens gewesen wÃ¤ren. Sollte dies bejaht werden, so lÃ¤ge ein Ausschlussgrund im Sinn von § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG vor.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die bisher getÃ¤tigten SachverhaltsabklÃ¤rungen erlauben keine Beantwortung dieses Punkts. Der angefochtene Beschluss ist daher aufzuheben und die Sache zur weiteren Sachverhaltsermittlung und zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen (§ 64 Abs. 1 VRG). Eine RÃ¼ckweisung drÃ¤ngt sich umso mehr auf, als der Rekurskommission Baufachleute angehÃ¶ren (§ 1 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber die Rekurskommission der GebÃ¤udeversicherung vom 1. MÃ¤rz 2000, LS 862.12) und sie deshalb im Gegensatz zum Verwaltungsgericht Ã¼ber die notwendige Sachkunde verfÃ¼gt (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 64 N. 5; VGr, 3. </span><span>September 2003, VB.2003.00134, E. 7, www.vgrzh.ch/rechtsprechung).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens je zur HÃ¤lfte den Parteien aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Dem Begehren der BeschwerdefÃ¼hrenden, es seien ihnen auch im Fall eines Unterliegens keine Kosten aufzuerlegen, da es vorliegend um eine Frage grundsÃ¤tzlicher Natur gehe, kann nicht gefolgt werden, sieht doch das Gesetz fÃ¼r solche FÃ¤lle keine Kostenbefreiung vor (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 12).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Einzelrichterin:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschluss der Rekurskommission der GebÃ¤udeversicherung vom 17. Juli 2003 wird aufgehoben, und die Sache wird zur ergÃ¤nzenden SachverhaltsabklÃ¤rung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Vorinstanz zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 300.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 360.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden zu je einem Sechstel unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander und der Beschwerdegegnerin zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>4. â¦</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>