Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 21. August 2019 (810 19 30/31) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Prüfung Schlussberichte Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Marku s Clausen, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschreiberin i.V. Alessia Jeker Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Prof. Dr. Jonas Schweighauser, Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Prüfung der Schlussberichte für die Zeit vom 01.07.2015 bis 30.06.2017 und vom 01.07.2017 bis 30.06.2018 (Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 5. Dezember 2018) A. Mit Verfügung vom 5. Juni 2007 errichtete das Bezir ksgericht C.____ für D.____ (geb. XX.XX.2004) eine Beistandschaft zur Überwachung des Besuchsrechts. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Entscheid vom 17. September 2013 ernannte die K indes- und Erwachsenen- schutzbehörde B.____ (KESB) neu E.____ zum Beistand von D.____ mit dem Auftrag, das Be- suchs- und Ferienrecht zu begleiten und die Eltern in ihrer Sorge um das Kind zu unterstützen. C. Die KESB genehmigte mit Entscheid vom 25. Mai 2016 den Bericht von E.____ über dessen Mandatsführung für die Zeit vom 18. September 2013 bis zum 30. Juni 2015. Der Auf- wand des Beistands belief sich dabei auf Fr. 261.25. Auf das Zusprechen einer Mandatsent- schädigung sowie auf das Erheben von Verfahrenskosten v erzichtete die KESB. Zur Begrün- dung führte sie an, der Beistand gehöre einem Sozialdi enst an und es wäre im vorliegenden Fall unbillig und stossend, den Kindseltern eine Entschädigung für die Mandatsführung und Ver- fahrenskosten aufzuerlegen. D. Mit Entscheid vom 5. Dezember 2018 genehmigte die K ESB den vom Beistand erstell- ten Bericht über den Zeitraum vom 1. Juli 2015 bis zum 3 0. Juni 2017. Der Aufwand des Bei- stands belief sich auf Fr. 6'982.50. Die Verfahrenskosten für die Prüfung und Genehmigung der Rechnung und des Berichts setzte die KESB auf Fr. 230.-- fest. Sowohl die Entschädigung für die Mandatsführung als auch die Verfahrenskosten wurde n je zur Hälfte den Kindseltern aufer- legt. E. Ebenfalls mit Entscheid vom 5. Dezember 2018 genehmi gte die KESB den Schlussbe- richt und die Schlussrechnung vom 16. November 2018 für die Zeit vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2018 und entliess den Beistand aus seinem Am t. Dem Beistand wurde für seine Man- datsführung eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 2`185.-- zugesprochen. Die Entschädigung für die Mandatsführung und die Verfahrenskosten in de r Höhe von Fr. 335.-- auferlegte die KESB je zur Hälfte den Kindseltern. F. Am 7. Februar 2019 erhob die Mutter von D.____, A.____, vertreten durch Jonas Schweighauser, Advokat, mit zwei separaten Schreiben B eschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verw altungsrecht (Kantonsgericht). Mit diesen beantragt sie – unter o/e Kostenfolge – die Auf hebung der Entscheide vom 5. Dezember 2018 in jenen Punkten, welche die Kosten betreffen, und die Rückweisung der Sache zur Neu- beurteilung an die Vorinstanz. In verfahrensrechtlicher Hinsicht verlangt die Beschwerdeführerin die Vereinigung der beiden Beschwerdeverfahren, da sie denselben Streitgegenstand behan- deln würden. Zur Begründung führt sie an, ihr rechtl iches Gehör sei verletzt worden, indem sie nicht über die Rechnungsstellung des Beistandes informiert und ihr keine Gelegenheit gegeben worden sei, sich zur beabsichtigten Auferlegung der Koste n sowie zur Höhe und zur Verteilung der geltend gemachten Entschädigung zu äussern. Dies in sbesondere in Anbetracht der Tatsa- che, dass die KESB in ihrem früheren Entscheid vom 25. M ai 2016 auf die Erhebung von Ver- fahrens- und Entschädigungskosten mit der Begründung ver zichtet habe, es sei stossend und unbillig den Eltern die Mandatsentschädigung aufzuer legen, da der Mandatsträger einem So- zialdienst angehöre. Da der Beistand noch immer bei ein em Sozialdienst einer Gemeinde an- gestellt sei, sei nicht nachvollziehbar, weshalb von der Auffassung, die Auferlegung von Verfah- rens- und Entschädigungskosten sei stossend und unbillig, a bgewichen worden sei. Die Um- stände, dass die Behörde eine Fristerstreckung von über ein em Jahr gewährt habe, ohne die Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführerin darüber zu informieren, und die Ko sten für die Mandatsführung im Ver- gleich zur ersten Berichtsperiode ausserdem geradezu explodiert seien, lasse eine vollständige Auferlegung der Kosten zulasten der Kindseltern umso stossender und unbilliger erscheinen. G. Mit Präsidialverfügung vom 14. Februar 2019 wurden die beiden Beschwerdeverfahren 810 19 30 und 810 19 31 antragsgemäss vereinigt. H. In ihrer Vernehmlassung vom 21. März 2019 beantragt die KESB die Abweisung der Beschwerde unter o/e Kostenfolge. Zur Begründung führ t sie aus, dass sie es in ihrem Ent- scheid vom 25. Mai 2016 deshalb als unbillig und stossen d erachtet habe, eine Mandatsträger- entschädigung den Kindseltern aufzuerlegen, da der Be istand in der betreffenden Berichtsperi- ode im Zusammenhang mit diesem Mandat nur wenig Aufw and zur Umsetzung seiner Aufga- ben betrieben habe, was jedoch nicht alleine an der Ar t der Mandatsführung des Beistandes gelegen habe. Die höhere Mandatsträgerentschädigung f ür die Periode vom 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2017 als auch für jene vom 1. Juli 2017 bi s zum 30. Juni 2018 sei dadurch zu er- klären, dass der Beistand seinen Mandatsaufgaben effekti v nachgekommen sei. Des Weiteren sei die Auferlegung der Kosten zulasten der Kindseltern im Entscheid vom 25. Mai 2016 nicht aus dem Grund als stossend und unbillig angesehen worde n, weil der Mandatsträger einem Sozialdienst angehöre. Vielmehr handle es sich dabei um eine aufzählende Aussage. Die An- gehörigkeit des Beistands zu einem kommunalen Sozialdie nst sei demnach kein Grund für den Verzicht auf die Zusprechung einer Mandatsträgerentschädigung. Die Beschwerdeführerin kön- ne sich ausserdem nicht im Sinne des Vertrauensschutzes da rauf berufen, dass bei einem ein- maligen Verzicht auf Auferlegung der Kosten zulasten d er Kindseltern auch künftig ein solcher Verzicht erfolgen werde, zumal die Kindseltern vor Ano rdnung der Massnahme darauf hinge- wiesen worden seien, dass diese kostenpflichtig sei und die Kosten als Bestandteil des Kindes- unterhalts zulasten der Kindseltern gehen würden. Den Kindseltern müsse somit bewusst ge- wesen sein, dass ein hoher Aufwand des Beistands auch hohe Kosten mit sich bringe, insbe- sondere weil die Kindseltern den Beistand selbst in hoh em Masse beansprucht hätten. Zudem hätten die Eltern vorgängig die Möglichkeit gehabt, ih r Akteneinsichtsrecht wahrzunehmen und sich somit einen Überblick über den angefallenen Aufwand zu verschaffen. Zuletzt hält die KESB fest, dass es sich bei einem Rechenschaftsbericht um ei n Kontrollinstrument der KESB gegenüber den Beiständen handle. Seine Genehmigung b etreffe die Kindseltern lediglich in peripherer Weise. Aus diesem Grund stelle der Verzicht a uf eine vorgängige Anhörung keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Die Höhe der V erfahrensgebühren sei zudem in der Gebührenverordnung einsehbar, weshalb im Einzelfall a uch keine vorgängige Anhörung statt- finde. I. Der Fall wurde mit Verfügung vom 3. April 2019 de r Kammer zur Beurteilung im Rah- men einer Urteilsberatung überwiesen. J. Am 11. April 2019 reichte der Rechtsvertreter der B eschwerdeführerin seine Honorar- note ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgeset zbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann ge gen Entscheide der Kindesschutzbe- hörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werd en. Nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist das Kantons- gericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für die Beurteilung der vorliegenden An- gelegenheit zuständig. Das Verfahren richtet sich nach Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Üb- rigen sind die Bestimmungen des Gesetzes über die Verfassu ngs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 anwendbar (§ 66 A bs. 2 EG ZGB). Die Beschwerde- führerin ist als Mutter des Verbeiständeten als am Verfa hren beteiligte Person von den ange- fochtenen Entscheiden betroffen und somit gemäss Art. 45 0 Abs. 2 ZGB zur Beschwerde be- fugt. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutre- ten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Streitgegenstand bildet zum einen die Frage, ob di e KESB das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt hat, indem sie die beiden E ntscheide vom 5. Dezember 2018 er- liess, ohne der Beschwerdeführerin zuvor die Möglichkeit zu geben, sich zur Kostenauferlegung zu äussern. Zum anderen ist fraglich, ob die Kostenaufer legung zu Lasten der Eltern zu Recht erfolgte und ob die Höhe der auferlegten Kosten rechtmässig ist. 4. Gemäss Art. 276 Abs. 2 ZGB sorgen die Eltern gemein sam für den gebührenden Unter- halt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen. § 73 Abs. 1 EG ZGB hält fest, dass die Einwohnergemeinden die Kosten für die Entschädigung und den Spesenersatz der M andatsträgerinnen und Mandatsträ- ger zu tragen haben, wenn diese nicht aus dem Vermöge n der betroffenen Person oder von allfällig unterhalts- oder unterstützungspflichtigen Pe rsonen derselben bezahlt werden können. Auch § 18 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren zu m Zivilrecht des Kantons Basel- Landschaft (GebV) vom 8. Januar 1991 hält fest, dass di e Mandatsträgerinnen und Mandats- träger Anspruch auf Entschädigung und Spesenersatz haben ; diese werden von der betroffe- nen Person oder von allfällig unterhalts- oder unterst ützungspflichtigen Personen derselben bezahlt. Bei Bedürftigkeit richtet die KESB die Entsch ädigung und den Spesenersatz aus. § 18 Abs. 2 GebV hält weiter fest, dass sich die Entschädigung für Mandatsträgerinnen und Man- datsträger nach dem Aufwand bemisst, den ihre Amtsführ ung notwendigerweise verursacht, sowie nach der Komplexität der wahrgenommenen Aufgaben . Bei berufsmässiger Mandatsfüh- rung beträgt die Entschädigung Fr. 95.-- pro Stunde. Für die Prüfung und die Genehmigung des Berichts und der Rechnung sowie des Schlussberichts und der Schlussrechnung des Beistands kann die KESB eine Gebühr in der Höhe von Fr. 200.-- bis Fr. 1'800.-- berechnen (§ 17 lit. c Ziff. 3 GebV). Gemäss § 17a Abs. 2 GebV ist diese Gebühr zu reduzieren, wenn sie in einem offensichtlichen Missverhältnis zum getätigten Aufwand steh t. Abs. 3 derselben Bestimmung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sieht des Weiteren vor, dass auf die Geltendmachung einer Gebühr verzichtet werden kann, sofern deren Erhebung unter Würdigung der gesamten Um stände unbillig oder stossend er- scheint. 5.1 In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin die Verletzung des rechtlichen Ge- hörs. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen gelte nd, sie sei nicht über die Rech- nungsstellung des Beistands orientiert worden und es sei ihr auch keine Gelegenheit gegeben worden, sich zur beabsichtigten Auferlegung der Kosten o der zur Höhe und der Verteilung der geltend gemachten Entschädigung zu äussern. Ausserdem se i den Entscheiden vom 5. De- zember 2018 auch keine Begründung zu entnehmen, weshalb von der Auffassung, die Auferle- gung von Verfahrens- und Entschädigungskosten sei stossend und unbillig im Sinne von § 17a Abs. 3 GebV, abgewichen worden sei. Dadurch sei das re chtliche Gehör der Beschwerdeführe- rin in schwerwiegender Weise verletzt worden. 5.2 Die Vorinstanz hält dagegen, dass es sich bei einem Rechenschaftsbericht um ein Kontrollinstrument der KESB gegenüber den Beiständinnen und Beiständen handle und dessen Genehmigung durch die Behörde die betroffene Person b zw. die Kindseltern lediglich in peri- pherer Weise betreffe. Aus diesem Grund stelle der Ver zicht auf eine vorgängige Anhörung keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör dar. Hinzu komme, dass sich der durch die vorgängige Anhörung zusätzlich generierte Aufwand wiederum in erhöhten Verfahrensge- bühren niederschlagen würde. 5.3 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schwei zerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch au f rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, wel cher in die Rechtsstellung des Einzel- nen eingreift (vgl. G EROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg. ], Die Schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommenta r, Zürich/Basel/St. Gallen 2014, N 42 zu Art. 29 BV). Dazu gehört insbesondere das Re cht des Betroffenen, sich vor Erlass ei- nes solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen g ehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zuminde st zum Beweisergebnis zu äus- sern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinfl ussen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_146/2014 vom 26. Juni 2014 E. 4.3.2). Im Einzelnen lässt sich nicht generell, sondern unter Würdigung der konkreten Interessenlage, beurteilen, wi e weit das Äusserungsrecht geht. Weg- leitend muss der Gedanke sein, einer Partei zu ermöglich en, ihren Standpunkt wirksam zu ver- treten. 5.4 Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, sie se i weder über die Rechnungs- stellung des Beistands orientiert worden, noch habe ma n ihr die Gelegenheit gegeben, sich zur beabsichtigten Auferlegung der Kosten oder zur Höhe u nd der Verteilung der geltend gemach- ten Entschädigung zu äussern. Wie den Akten zu entnehme n ist, erliess die KESB seit Errich- tung der Beistandschaft für D.____ regelmässig Entscheide , welche der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht wurden. Sowohl im Entscheid vom 17. September 2013 als auch in je- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nem vom 25. Mai 2016 wird festgehalten, dass die Tätig keit der KESB gebührenpflichtig ist. Im Entscheid vom 25. Mai 2016 wird zudem auch ausdrücklich ausgeführt, dass die Mandatsper- sonen für ihre Amtsführung Anspruch auf Entschädigung und Spesenersatz haben. Auch ist diesen Entscheiden zu entnehmen, dass die KESB für die Prüfung und Genehmigung der Rechnung und des Berichts des Beistands Verfahrenskoste n nach § 17 lit. c Ziff. 3 GebV er- hebt. Gestützt auf diese Entscheide musste die Beschwerdeführerin davon ausgehen, dass sie, solange die Beistandschaft für ihren Sohn besteht, wei terhin regelmässig einen Entscheid be- treffend Genehmigung des Berichts des Beistandes und di e Kosten für dessen Aufwand erhal- ten würde. Für eine vorgängige Information über die Rechnungsstellung bestand kein Anlass, zumal sie informiert worden war, dass die Kosten im Zu sammenhang mit einer Beistandschaft, die zum Wohle des Kindes errichtet wurde, zum Kindesunt erhalt gehören und somit von den Kindseltern zu tragen sind (siehe E. 5). Die Beschwerd eführerin konnte sich aufgrund des Kon- takts zum Beistand ein ungefähres Bild über den vom Be istand getätigten Aufwand machen. Zudem hatte sie ein Akteneinsichtsrecht. Damit hätte sie sich vorgängig jederzeit einen Über- blick über den genau angefallenen Aufwand verschaffen können. Unter diesen Umständen hat die KESB auch keine Verletzung des Gehörsanspruchs be gangen, indem sie die Beschwerde- führerin nicht über die Höhe der Kosten informiert hat. 5.5 Ausserdem rügt die Beschwerdeführerin, den Entschei den vom 5. Dezember 2018 sei keine Begründung zu entnehmen, weshalb von der Auffass ung, die Auferlegung von Verfah- rens- und Entschädigungskosten wäre stossend und unbillig i m Sinne von § 17a Abs. 3 GebV, abgewichen werde. Die Begründungspflicht der Behörden ist Bestandteil des in Art. 29 Abs. 2 der BV verankerten Anspruchs auf rechtliches Gehör und ist auch ausdrücklich in § 9 Abs. 3 der Kantonsverfassung des Kantons Basel-Landschaft (KV) vom 1 7. Mai 1984 und auf Gesetzes- stufe in § 18 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 festgehalten. Die Begründung einer Verfügung entspricht den Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV, wenn die Betroffenen dadurch in die Lage versetzt werden, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in voller Kenntnis der Umstände an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Im streitigen Verwaltungsverfahren muss d ie Begründung dabei sorgfältiger sein als im nichtstreitigen Verwaltungsverfahren (U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER/F ELIX UHL - MANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1071 f.). 5.6 Der Entscheid der KESB vom 25. Mai 2016, mit welche m von der Zusprechung einer Mandatsentschädigung sowie der Erhebung von Verfahrensk osten abgesehen wurde, stellt eine Ausnahme des Grundsatzes, dass die Eltern die Kosten für die Kindesschutzmassnahmen zu tragen haben, dar. Die KESB befand, es sei unbillig und stossend, den Kindseltern die Ent- schädigung des Beistandes aufzuerlegen, da dieser seiner Ar beit in der betreffenden Berichts- periode nicht nachkommen konnte. Wird auf die Auferl egung der Mandatsentschädigung zulas- ten der Kindseltern aufgrund von Unbilligkeit verzichte t, geht diese in der Regel zulasten der betroffenen Gemeinde. Da die Gemeinde im vorliegende n Fall als Arbeitgeberin des Beistands zugleich Empfängerin der Mandatsentschädigung ist, hätt e die Zusprechung der Mandatsent- schädigung zulasten der Gemeinde zu einem unnötigen Rech nungslauf geführt, weshalb auf eine solche verzichtet wurde. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist die Angehö- rigkeit des Beistands zu einem kommunalen Sozialdienst folglich kein Grund für den Verzicht Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf die Zusprechung einer Mandatsträgerentschädigung. Da die Auferlegung der Kosten zulas- ten der Eltern die gesetzliche Regel darstellt, bedarf es keiner weiteren Begründung, weshalb die Eltern für die Kosten im Zusammenhang mit der Beistandschaft aufzukommen haben. Somit hat die KESB das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin nicht verletzt. 6.1 Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, sie hätte aufgrund des mit Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 25. Mai 2016 erfolgten Ver zichts auf die Auferlegung einer Man- datsentschädigung und von Verfahrenskosten davon ausgehen können, sie müsse solche auch in Zukunft nicht bezahlen. Sie habe insbesondere nicht damit rechnen müssen, für einen solch hohen Betrag ersatzpflichtig zu werden. Fraglich ist, ob die Beschwerdeführerin im Sinne des Vertrauensschutzes davon ausgehen durfte, dass sie auch i n Zukunft die Kosten für die Bei- standschaft ihres Sohnes nicht zu tragen habe. 6.2 Nach Art. 9 BV haben die Privaten Anspruch darauf, in ihrem berechtigten Vertrauen in behördliche Zusicherungen oder in anderes, bestimmte E rwartungen begründendes Verhalten der Behörden geschützt zu werden. In Zusammenhang mit d em Grundsatz des Vertrauens- schutzes steht auch das Verbot des widersprüchlichen Verhal tens der Verwaltungsbehörden gegenüber den Privaten (HÄFELIN /M ÜLLER /U HLMANN , a.a.O., Rz. 627). Die Beschwerdegegnerin verfügte in ihrem Entscheid vom 25. Mai 2016, dass sie au f die Erhebung einer Mandatsent- schädigung und von Verfahrenskosten verzichte. Mit der Fo rmulierung "verzichten" betont sie, dass, obwohl in der Regel Verfahrenskosten und eine Man datsentschädigung erhoben würden, sie im konkreten Fall davon Abstand genommen habe. Demzufolge kann die Beschwerdeführe- rin gerade nicht zu ihren Gunsten ableiten, dies werde auch weiterhin der Fall sein. Insbesonde- re da die Situation im Zeitpunkt des Entscheids vom 25. Mai 2016 eine weitgehend andere war als im Zeitpunkt des Erlasses der Entscheide vom 5. Dezembe r 2018. Dem Bericht des Bei- stands für die Berichtsperiode vom 17. September 2013 bis zum 30. Juni 2015 ist zu entneh- men, dass der Kindsvater im Herbst 2013 mehrmals kontakti ert wurde, dieser aber darauf nicht reagierte. Der erste Kontakt mit dem Kindsvater konnte erst am 13. Juli 2015, also nach der betreffenden Berichtsperiode, hergestellt werden. Der Beistand konnte seine Tätigkeit, nämlich die Eltern in der Regelung des persönlichen Verkehrs zu unterstützen, somit in der genannten Berichtsperiode nicht wahrnehmen. Aufgrund dessen sind auch nur sehr geringe Kosten (Fr. 261.25) im Zusammenhang mit der Beistandschaft e ntstanden. Diese wurden den Kindsel- tern deshalb nicht auferlegt, da eine Auferlegung der Kosten bei Untätigkeit des Beistands als unbillig erschien. In solch einem Fall wären die Koste n für das Mandat des Beistands der Ge- meinde aufzuerlegen. Da diese als Arbeitgeberin des B eistands ohnehin Empfängerin der Ent- schädigung ist, wurde auf die Kostenauferlegung zulasten der Gemeinde verzichtet. Da sich die Aufgabe der KESB auf die Prüfung des Berichts des Beistands beschränkt und dieser sehr kurz ausfiel, wurde auch auf die Erhebung von Gebühren v erzichtet. In der darauffolgenden Be- richtsperiode vom 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2017 konn te der Beistand seine Tätigkeit wie vorgesehen aufnehmen. Dem entsprechenden Bericht ist zu entnehmen, dass persönliche Tref- fen sowie reger telefonischer und schriftlicher Kontakt zwischen dem Beistand, dem Verbei- ständeten und den Kindseltern stattfanden. Aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen den Eltern wurden die Dienste des Beistands auch häufig in Anspruch genommen. Diesbezüglich kann die Beschwerdeführerin nicht unwissend gewesen sein, da den Akten zu entnehmen ist, dass auch Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sie den Beistand mehrmals kontaktiert hat. Die Beschwerdef ührerin macht indes nicht geltend, sie könne für die Entschädigung des Beistands und die Ve rfahrenskosten der KESB nicht auf- kommen, und ficht weder die Höhe der Entschädigung des Beistands noch seinen getätigten Aufwand an. Im Hinblick darauf, dass der Aufwand des Be istands unbestritten ist, ist ihr Argu- ment, dass sie nicht davon habe ausgehen können, für e inen derart hohen Betrag ersatzpflich- tig zu werden, nicht stichhaltig. Wie soeben aufgezeigt, durfte sie nicht von der Annahme aus- gehen, ihr würden in Zukunft jegliche Kosten in Verbindung mit der Beistandschaft ihres Sohnes erlassen werden. 7. Die Beschwerdeführerin rügt weiter die Verletzung vo n Art. 17a Abs. 2 und Abs. 3 GebV, begründet diese aber nicht weiter. Es ist weder ersichtlich, wieso im vorliegenden Fall die Geltendmachung von Verfahrenskosten unbillig oder sto ssend sein sollte, noch nachvoll- ziehbar, weshalb die erhobenen Gebühren in einem offe nsichtlichen Missverhältnis zum getä- tigten Aufwand stehen sollten. 8. Die Beschwerdeführerin rügt ausserdem die Verletzun g von § 74 Abs. 3 EG ZGB, wo- nach der Beistand die Rechnung und den Bericht inner t drei Monaten seit Ablauf der Berichts- periode der KESB vorzulegen hat. Der Beistand reichte den Rechenschaftsbericht über die Pe- riode vom 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2017 am 6. September 2018 ein. Der Beschwerdeführe- rin ist dahingehend zuzustimmen, dass der Beistand den Be richt über die persönlichen Verhält- nisse mit der Einreichung am 6. September 2018 beinah e ein Jahr zu spät eingereicht hat. Dennoch vermag die Beschwerdeführerin von der verspätete n Einreichung des Berichts des Beistands nichts zu ihren Gunsten abzuleiten und die vers pätete Einreichung des Berichts än- dert nichts an der Tatsache, dass die Kosten für die Bei standschaft der Beschwerdeführerin zu Recht auferlegt wurden. 9. Zusammenfassend erweisen sich die vorliegenden Beschwe rden somit als unbegrün- det und sind daher abzuweisen. 10. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahren s sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- der unterlegenen Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleiste- ten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen. Die Parteikosten sind gemäss § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerden werden abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V.