Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 14. Januar 2015 (810 14 154) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Erschliessungsprojekt / Kanalisation Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl , Beat Walther Gerichtsschreiber i.V. Sebastian Rieger Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Alexander Heinzelmann , Advokat gegen B.____ , Beschwerdegegnerin Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Strassenbau X.____weg und Kanalisation X.__ __weg/Y.____strasse (RRB Nr. 817 vom 3. Juni 2014) A. A.____ ist Grundeigentümerin der bereits überbau ten Parzelle Nr. 637 Grundbuch B.____. Im Rahmen der Baulandumlegung “C.____“ wurd e ihr zudem am 2. April 2009 die un- bebaute Parzelle Nr. 1405 Grundbuch B.____ zugewiesen. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Die Gemeindeversammlung der Einwohnergemeinde B._ ___ genehmigte am 19. Sep- tember 2012 unter anderem das Projekt und den Investit ionskredit für die Erschliessung "X.____weg/Y.____strasse". Dabei bewilligte sie für da s Teilprojekt “Kanalisation Y.____strasse/X.____weg“ sowohl das vorgelegte, konkrete Projekt des Ingenieurbüros D.____ AG, als auch den hierfür erforderlichen Investitionskredit in der Höhe von Fr. 875‘000.--. Auch genehmigte die Gemeindeversammlung das Teilprojekt “St rassenbau X.____weg“ und den da- zugehörenden Investitionskredit über Fr. 435'000.--. C. Am 27. September 2012 reichte A.____, vertreten d urch Alexander Heinzelmann, Ad- vokat in Liestal, beim Regierungsrat des Kantons Basel-Lan dschaft Beschwerde gegen den Beschluss der Gemeindeversammlung vom 19. September 2012 ein. Im Wesentlichen machte sie geltend, die Parzelle Nr. 1405 werde als einzige nicht mit einer Schmutz- und Regenwasser- leitung erschlossen, weshalb nicht sichergestellt sei, dass e ine Erschliessung ohne erheblichen Mehraufwand möglich sei. D. Die Einwohnergemeinde führte bezüglich der beide n Projekte “Strassenbau X.____weg und “Kanalisation Y.____strasse/X.____weg“ vom 1. bis zum 30. November 2012 ein öffentliches Planauflageverfahren durch. Dagegen liess A.____ am 29. November 2012 beim Gemeinderat B.____ Einsprache erheben. In der F olge fanden zwischen den Parteien Einigungsversuche statt, die gescheitert sind. E. Der Regierungsrat wies mit Entscheid vom 3. Juni 2 014 (RRB Nr. 817) sowohl die Be- schwerde vom 27. September 2012 wie auch die gleichla utende, bis dato von der Einwoh- nergemeinde nicht entschiedene, Einsprache vom 29. November 2012 ab. F. Am 16. Juni 2014 erhob A.____, nach wie vor vert reten durch Alexander Heinzelmann, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilu ng Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht), und beantragte, der regierung srätliche Entscheid vom 3. Juni 2014 (RRB Nr. 817) sei aufzuheben. Zudem seien die Beschlüsse der Einwohnergemeinde B.____ vom 19. September 2012 betreffend “Strassenbau X.____w eg“ und “Kanalisation Y.____strasse/X.____weg“ aufzuheben und im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu- rückzuweisen mit der Weisung, die Gemeinde B.____ anzuhal ten, die erweiterte Kanalisations- variante 3 mit einer Verlängerung von mindestens zehn M etern gegen Norden zu realisieren und vollumfänglich über die Abwasserkasse der Gemeinde zu finanzieren sowie für die nötigen Durchleitungsrechte zu sorgen und im X.____weg einen zu sätzlichen Einlaufschacht einzubau- en. Zudem sei explizit die aufschiebende Wirkung der Besch werde festzustellen und sämtliche Bauarbeiten seien dementsprechend zu unterlassen. G. Am 7. Juli 2014 wies das Kantonsgericht die Beschwerdeg egnerin an, während des hängigen Beschwerdeverfahrens vor Kantonsgericht keine Ba uarbeiten am unteren Teil des X.____wegs (gemäss Plan in der Stellungnahme des Ingeni eurbüros D.____ AG vom 26. Juni 2014) vorzunehmen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Mit Vernehmlassungen vom 20. Oktober 2014 beantragte n sowohl der Regierungsrat, vertreten durch die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) , als auch die Einwohnergemeinde B.____, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, unter o/e-Kostenfolge. I. An der heutigen Verhandlung wurde ein Augenschein in B.____ durchgeführt. Im Rahmen der anschliessenden Parteiverhandlung hielten di e Parteien an ihren gestellten Anträ- gen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Das Kantonsgericht prüft seine Zuständigkeit von Amte s wegen und untersucht von Am- tes wegen, ob und inwiefern auf eine Beschwerde eingetreten werden kann, d.h. es prüft, ob die formellen Voraussetzungen erfüllt sind (§ 16 Abs. 2 de s Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993) . Da sämtliche formellen Voraus- setzungen erfüllt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 1.2 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochte nen Rechtsaktes ist dem Kantonsge- richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO, e contrario). 2. Vorab ist festzuhalten, dass die während der vorinstanzl ichen Verfahren geführten Eini- gungsversuche gescheitert sind. Ausgangspunkt des vorliege nden Beschwerdeverfahrens sind demzufolge nicht die damals aufgeworfenen, möglichen anderen Erschliessungsvarianten, son- dern einzig die Frage, ob das von der Beschwerdeführeri n angefochtene kommunale Erschlies- sungsprojekt ungenügend und rechtswidrig ist. 2.1 Die Beschwerdeführerin macht in der Beschwerdebegrü ndung im Wesentlichen geltend, eine Weigerung der Beschwerdegegnerin, die von ihr gewünschte Variante zu bauen und ledig- lich die von der Gemeindeversammlung B.____ beschlossene Kanalisationsleitungsführung zu realisieren und damit das Grundstück Nr. 1405 als erschlosse n zu qualifizieren, würde darauf hinauslaufen, dass die Beschwerdeführerin verpflichtet w äre, mit erheblichem Aufwand eine überlange private Kanalisationsleitung auf öffentlichem Grund zu erstellen, was Bundesrecht (Art. 19 des Bundesgesetzes über die Raumplanung [RPG] vom 22. Juni 1979) und kantonales Recht (§ 83 des Raumplanungs- und Baugesetzes [RBG] vom 8. Januar 1998) verletze. Zudem liege ein eklatanter Verstoss gegen die Rechtsgleichheit vor und die ihr entstehenden Mehrkos- ten von Fr. 9'500.-- seien unverhältnismässig. Eine Erschliessung über die Nachbarparzelle sei, infolge der Weigerung durch die benachbarten Grundeig entümer, eine entsprechende Dienst- barkeit einzuräumen, ebenfalls nicht möglich. Nach dem Gesagten sei somit erwiesen, dass die Parzelle der Beschwerdeführerin im Sinne der gesetzlichen Anforderungen nicht genügend er- schlossen sei. Die Beschwerde sei daher gutzuheissen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zur Untermauerung ihrer Ansicht reichte die Beschwerdef ührerin eine Fachbeurteilung von der E.____ AG vom 1. Februar 2013 ein. Darin wird im Wes entlichen ausgeführt, dass die geplan- ten Leitungen um zehn Meter zu kurz seien, um eine gute und zweckmässige Entwässerung der Parzelle Nr. 637 (die ebenfalls im Eigentum der B eschwerdeführerin steht) zu bewerkstelli- gen. Die zusätzlichen Kontrollschächte seien aufgrund de r abgeknickten Leitungsführung erfor- derlich. Weiter würden die Leitungen über 20 Meter im Strassenkörper des X.____wegs parallel zu den übrigen öffentlichen Werkleitungen verlaufen. D iese aufwendige Leitungsführung koste Fr. 19‘500.--. Um diese zu realisieren, bedürfe es en tsprechender grundbuchrechtlicher Dienst- barkeiten, welche auf den Parzellen Nrn. 633 und 1210 (Grundbuch B.____) zu errichten seien. Dies selber auszuhandeln, sei der Beschwerdeführerin unzu mutbar. Mit Blick auf den Verlauf der Leitungen im öffentlichen Strassenkörper und mit Blick auf die erforderliche Errichtung von Grunddienstbarkeiten, sei offensichtlich, dass Variante 3 als öffentliche Kanalisation von der Gemeinde gebaut und demzufolge auch über die Abwasserkasse finanziert werden solle. 2.2 Die Beschwerdegegner entgegnen der Beschwerdeführ erin in ihren Vernehmlassungen vom 20. Oktober 2014, die Baulandumlegung “C.____“ h abe – entgegen der Ausführungen der Beschwerdeführerin – nicht die absolut gleiche Erschliessu ng sämtlicher Parzellen zum Ziel gehabt, sondern lediglich die vollständige Zuführung aller Parzellen zur Baureife. Auch verglei- che die Beschwerdeführerin ihre Parzelle fälschlicherweise mit den an den X.____weg anstos- senden Grundstücken. Da alle Grundstücke südlich der Y.____st rasse ihr Abwasser hinauf- pumpen müssten, liege keine Ungleichbehandlung vor. Der Unterschied liege zum einen in der Länge der zu erstellenden Anschlussleitung, wobei diese für die Parzelle der Beschwerdeführe- rin ungefähr 30 Meter betrage, während es sich bei de n anderen Parzellen um eine Leitungs- länge von ungefähr 11 bis 18 Metern handeln würde. Di e Beschwerdeführerin erwähne zu Recht, dass sowohl die bundesrechtliche wie auch die kanton ale Regelung (Art. 19 RPG und § 83 RBG) den Gemeinden einen erheblichen Ermessensspi elraum einräume, weshalb nur in krassen Ausnahmefällen von einer fehlenden Erschliessung ge sprochen werden könne. Ein solcher sei aber klarerweise nicht gegeben. Zudem bestehe kein Anspruch auf eine Anschluss- möglichkeit direkt vor der Haustüre. Sofern die Behaupt ungen der Beschwerdeführerin zutref- fend und die Anschlussleitungen nur mit unverhältnismässi gen Kosten realisierbar wären, so stünde ihr ein Anspruch auf ein Durchleitungsrecht zu , weshalb eine Dienstbarkeit auch von ihr und nicht nur von der Gemeinde erzwungen werden könnte. Auch gingen die Ausführungen der Beschwerdeführerin bezüglich der Verhältnismässigkeit fehl, da für die Beurteilung der Verhält- nismässigkeit nicht die Höhe der Gesamtkosten ausschlaggeben d sei. Aus diesen Gründen sei die Beschwerde abzuweisen. 2.3.1 Voraussetzung einer Baubewilligung ist, dass das La nd erschlossen ist (Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG). Dies ist der Fall, wenn die für die betr effende Nutzung hinreichende Zufahrt besteht und die erforderlichen Wasser-, Energie- sowie Abwasserle itungen so nahe heranführen, dass ein Anschluss ohne erheblichen Aufwand möglich ist (Art. 19 Abs. 1 RPG), bzw. wenn die Ablei- tung der Abwässer nach Massgabe der gewässerschutzpolizeilich en Vorschriften gewährleistet ist (Urteil des Bundesgerichts [1C_165/2010] vom 18. No vember 2010 E. 2.4). Art. 19 Abs. 1 RPG will mit dem Erfordernis der ausreichenden Erschlie ssung vor allem polizeiwidrige Zustän- de verhindern (Eidgenössisches Justiz- und Polizeideparteme nt [EJPD]/Bundesamt für Raum- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht planung [BRP], Erläuterungen zum Bundesgesetz über di e Raumplanung, Bern 1981, Art. 19 N 6). Es soll sichergestellt sein, dass keine Bauten entst ehen, die wegen fehlender Zufahrten sowie Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen feuer- u nd gesundheitspolizeiliche Gefah- ren bieten oder sonstige öffentliche Interessen gefährd en (BERNHARD WALDMANN /P ETER HÄNNI , Handkommentar RPG, Bern 2006, Art. 19 N 12). 2.3.2 Nach Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Sch utz der Gewässer (GSchG) vom 24. Januar 1991 ist verschmutztes Abwasser zu behandeln und in ein Gewässer einzuleiten oder zu versickern. Die Versickerung von verschmutztem Abwasser kommt gemäss Art. 8 der Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998 nu r in Ausnahmefällen in Frage. Nicht verschmutztes Abwasser hingegen ist in erster Linie zu versickern und nur dann in ein Gewässer einzuleiten, wenn die örtlichen Verhältnisse e ine Versickerung nicht erlauben. Dabei sind nach Möglichkeit Rückhaltemassnahmen zu ergreifen, da mit das Wasser bei grossem An- fall gleichmässig abfliessen kann (Art. 7 Abs. 2 GSchG). Die Kantone sorgen gemäss Art. 10 GSchG für die Erstellung öffentlicher Kanalisationen u nd zentraler Anlagen zur Reinigung von verschmutztem Abwasser aus Bauzonen und unter bestimmten Vor aussetzungen aus beste- henden Gebäudegruppen ausserhalb von Bauzonen. Das versch mutzte Abwasser muss im Bereich öffentlicher Kanalisationen in diese eingeleit et werden (Art. 11 GSchG). In materieller Hinsicht muss die Ableitung von Abwasser den Anforderung en der Gewässerschutzgesetzge- bung entsprechen. Verschmutztes und nicht verschmutztes Abwa sser sind in der Regel ge- trennt zu entsorgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts [1C_8 7/2012] vom 27. November 2012 E. 4.2 f.). Die Anforderungen an die Erschliessung sind je nach der beanspruchten Nutzung und nach den massgeblichen Umständen im Einzelfall verschieden . Die Erschliessung für eine In- dustriezone hat andere Voraussetzungen zu erfüllen als f ür eine Wohnzone. Ein Bauvorhaben muss spätestens im Zeitpunkt der Realisierung über die fü r den ordnungsgemässen Betrieb erforderliche Erschliessung verfügen, ansonsten die Baubew illigung nicht erteilt werden kann (vgl. BGE 127 I 103 E. 6.d). Weiter können die Anford erungen an die Erschliessung auch von der Ausgestaltung des kantonalen und kommunalen Rechts abhängen. Weder das RBG, wel- ches die bundesrechtliche Formulierung in § 83 Abs. 3 l it. a RGB übernimmt, noch die Verord- nung zum RBG (RBV) vom 27.Oktober 1998, noch die kom munalen Reglemente stellen für die hier umstrittene Nutzungszone jedoch konkretere Anforderungen an die Erschliessung von Bau- land. 2.3.3 Die Erschliessung muss genügend sein. Dieses Erforde rnis betrifft die technische Ge- staltung der Anlagen, den Zeitpunkt, in dem sie verfügb ar sein müssen, sowie die Sicherstel- lung ihrer Erstellung und ihres Bestandes. Dass eine Ersc hliessung nicht einer Idealvorstellung entspricht, sondern in Einzelfällen gewisse Probleme aufweisen mag, macht sie nicht ohne wei- teres ungenügend im Sinne von Art. 19 Abs. 1 RPG (vgl . Urteil des Bundesgerichts [1C_237/2007] vom 13. Februar 2008 E. 4.3). Art. 19 Abs. 1 RPG vermittelt – wie bereits die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat – keinen Anspruch a uf eine bestimmte Erschliessungs- variante. Ist eine Erschliessung insgesamt jedoch als ung enügend zu qualifizieren, ist die be- troffene Parzelle nicht baureif und eine Baubewilligung könnte nicht erteilt werden. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3.4 Hausanschlüsse verbinden ein Grundstück (bzw. Haus) m it der Anlage der Feiner- schliessung. Sie gehören deshalb nicht zur Erschliessung im Sinne von Art. 19 RPG. Vielmehr handelt es sich bei den Hausanschlüssen um private Anlagen, denen bloss eine untergeordnete Erschliessungsfunktion zukommt. Die Kosten für die Erstel lung, den Betrieb und den Unterhalt der privaten Abwasseranlagen sowie für deren fachgerecht en Anschluss an die Abwas- seranlagen der Gemeinde trägt gemäss § 12 Abs. 2 des Abw asserreglements der Gemeinde B.____ vom 18. Juni 2009 der Grundeigentümer bzw. die Grundeigentümerin. Im Einzelfall kann die Unterscheidung zwischen Hausanschluss und Feinerschliessung, welche in der Regel von der Gemeinde zu erstellen ist, schwierig sein, was vor a llem dann der Fall ist, wenn ein Hausanschluss über ein Grundstück führt, welches im Eigentu m eines Dritten steht (vgl. dazu CHRISTIAN HÄUPTLI , in: Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, Bern 2013, § 32 Rz. 19, mit Verweis auf BGE 121 I 65). 3. Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob mit dem umstritte nen Projekt eine hinreichende Er- schliessung gegeben ist. 3.1 Unbestritten ist, dass die Parzelle Nr. 1405 aufgru nd ihrer Lage – im Unterschied zu den anderen Parzellen südlich der Y.____strasse – nicht direkt an eine Gemeindestrasse angrenzt, in welcher sich kommunale Kanalisationserschliessungsleitung en befinden. Demgemäss wird die Beschwerdeführerin als Eigentümerin des Grundstücks Nr . 1405 für die Erstellung des Ka- nalisationsanschlusses ein Durchleitungsrecht im Sinne von Art. 691 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) vom 10. Dezember 1907 benötigen, w elches sie im Falle der Über- bauung bei der Zivilrichterin oder beim Zivilrichter ge ltend machen kann. Zudem wird die Be- schwerdeführerin aufgrund der – im Rahmen einer Baula ndumlegung festgelegten – Parzellen- lage eine längere private Anschlussleitung als andere Grundeigentümerinnen oder Grundeigen- tümer erstellen müssen. Diese Umstände vermögen die Rec htmässigkeit des umstrittenen Pro- jekts indes nicht in Frage zu stellen, zumal auch eine Er schliessung, die in Einzelfällen gewisse Schwierigkeiten mit sich bringt, genügend im Sinne vo n Art. 19 Abs. 1 und Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG sein kann. Bereits aufgrund der relativ geringen Di stanzen vom Grundstück Nr. 1405 zu den bereits bestehenden bzw. vorgesehenen öffentlichen Kanalisationsanlagen auf der Parzelle Nr. 1210 und in der Y.____strasse ergibt sich, dass es sich bei der noch zu erstellenden Kanali- sationsleitung zur bzw. auf der Parzelle Nr. 1405 nich t um einen Teil der Feinerschliessung handelt, sondern um einen von der Beschwerdeführerin zu erstellenden Hausanschluss. Dabei kann auch in Betracht gezogen werden, dass die Eigentüm er der bereits überbauten Parzelle Nr. 1370 für ihren Hausanschluss ebenfalls ein Durchleit ungsrecht zu Lasten der Parzelle Nr. 1210 benötigt hatten. Dazu kommt, dass, wie die Be schwerdeführerin am heutigen Augen- schein bestätigte, weder ein konkretes Bauprojekt für ihre Parzelle vorliegt noch ein Baugesuch beim Bauinspektorat eingereicht wurde. Demnach ist d er genaue Verlauf der privaten Entwäs- serungsleitungen für die Parzelle Nr. 1405 (noch) unkla r. Die Beschwerdeführerin kann ihre Entwässerungsleitung entweder in bestehende öffentliche Kanäle auf der (in Privateigentum stehenden) Parzelle Nr. 1210 oder in der Y.____strasse einführen. Damit steht auch noch nicht fest, mit welchen exakten Kosten die Beschwerdeführerin für die Erstellung ihrer Hausan- schlussleitungen zu rechnen hat. Die Beschwerdeführerin ve rmochte denn auch nicht nachzu- weisen, dass ihr ein Anschluss an die öffentliche Kanalisati on an diesen Orten nur mit erhebli- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht chem Aufwand möglich wäre. Ein solcher ist aufgrund der gegebenen Situation (insbesondere der Lage und der ungefähren Längen der Anschlussleitun gen) auch nicht ersichtlich. Vielmehr ist in Übereinstimmung mit der Gemeinde B.____ und de m Regierungsrat von einer genügen- den Erschliessung der Parzelle Nr. 1405 der Beschwerdef ührerin auszugehen. Damit erweisen sich die Rügen der mangelnden tatsächlichen Erschliessung so wie der Verletzung der Rechts- gleichheit und des Verhältnismässigkeitsprinzips als unbegründet. 3.2 Daran vermag auch die von der Beschwerdeführerin ei ngereichte Fachbeurteilung nichts zu ändern. Diese Fachbeurteilung zeigt zwar auf, dass we itere mögliche, aus Sicht der Be- schwerdeführerin auch bessere, Erschliessungsvarianten best ehen. Weder das Bundesrecht noch das kantonale Recht vermitteln jedoch einen Anspr uch auf eine bestimmte Erschlies- sungsvariante. Das Kantonsgericht kann sein Ermessen nicht an die Stelle desjenigen der Ge- meinde setzen und eine von der Gemeinde aus sachlich nac hvollziehbaren Gründen getroffene Planungsmassnahme durch eine andere, möglicherweise eb enfalls vertretbare Anordnung er- setzen (siehe vorne E. 1.2). Dem Fachbericht lässt sich fe rner nicht entnehmen, dass das kom- munale Erschliessungsprojekt aus technischer oder fachliche r Hinsicht in irgendeiner Weise mangelhaft wäre. Soweit sich der Fachbericht zur Rechtsf rage äussert, ob die umstrittene Er- schliessung den Anforderungen gemäss Art. 19 Abs. 1 RPG u nd § 83 Abs. 3 lit. a RBG ent- spricht, kann daraus nichts zu Gunsten der Beschwerdeführ erin abgeleitet werden, da mit Gut- achten gestützt auf besondere Sachkenntnis Berichte über die Sachverhaltsprüfung und -würdi- gung erstattet werden; dem Sachverständigen sind jedoch bloss Sach- und keine Rechtsfragen zu unterbreiten, da die Beantwortung Letzterer zwingen d dem Gericht obliegt (vgl. BGE 130 I 337 E. 5.4.1, Urteil des Bundesgerichts [2A.315/2001] vom 26. November 2001, E. 2c/aa). 4. Zusammenfassend ist das von der Beschwerdeführerin angef ochtene kommunale Er- schliessungsprojekt somit nicht zu beanstanden und die Besch werde ist nach dem Gesagten vollumfänglich abzuweisen. 5. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahre ns zu befinden. 5.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Verfahrenskost en in der Höhe von Fr. 2‘200.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 5.2 Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 V PO). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2‘200.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- verrechnet. Die Beschwerdeführerin hat demzufolge noch Verfahrensko sten in der Höhe von Fr. 800.-- zu bezahlen. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V.