<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">UV.2007.00536</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">II. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender</font> <p><font size="4">Sozialversicherungsrichter Walser</font> </p><p><font size="4">Sozialversicherungsrichter Hurst</font> </p><p><font size="4">Gerichtssekretärin Fehr</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 23. März 2009</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">A.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Werner Caviezel &amp; Christian Thöny, Rechtsanwälte</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">Schweizerische Unfallversicherungsanstalt</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Rechtsabteilung</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Postfach 4358, 6002 Luzern</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Sachverhalt:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1. A.___, geboren 1980, war seit dem 1. April 2001 bei der B.___ AG als C.___ beschäftigt und über diese bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) versichert, als sie sich am 19. August 2001 bei einem Auffahrunfall eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) zuzog (Urk. 10/I/1-2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die SUVA stellte die von ihr erbrachten Leistungen (Heilbehandlungskosten, Taggeld) per 31. Mai 2005 ein, dies zuerst mit Schreiben vom 30. Mai 2005 (Urk. 10/I/79) und sodann mit Verfügung vom 1. Februar 2007 (Urk. 10/I/113).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Dagegen erhoben der zuständige Krankenversicherer am 6. Februar und 6. März 2007 (Urk. 10/I/117, Urk. 10/I/121) und die Versicherte am 27. Februar 2007 (Urk. 10/I/119) Einsprache.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die SUVA wies die Einsprachen mit Einspracheentscheid vom 12. November 2007 ab (Urk. 10/I/127 = Urk. 2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2. Gegen den Einspracheentscheid vom 12. November 2007 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 11. Dezember 2007 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen auch nach dem 31. Mai 2005 zu erbringen (Urk. 1 S. 2 oben).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Mit Beschwerdeantwort vom 17. April 2008 beantragte die SUVA die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Mit Gerichtsverfügung vom 29. Juli 2008 wurde der Schriftenwechsel geschlossen (Urk. 13).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht zieht in Erwägung:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.1 Die massgebenden rechtlichen Grundlagen betreffend die Leistungspflicht gemäss dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG), insbesondere betreffend den natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang, sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 3 Erw. 1, S. 4 f. Erw. 3a). Darauf kann, mit den nachstehenden Ergänzungen, verwiesen werden.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.2 Das Bundesgericht hat in BGE 134 V 109 seine mit BGE 117 V 359 begründete Rechtsprechung betreffend die Adäquanzprüfung (nach von ihm als Schleudertrauma bezeichneter HWS-Distorsionsverletzung) präzisiert. Nunmehr sind bei Unfallereignissen im mittleren Bereich die folgenden, abschliessend aufgezählten Kriterien massgebend (BGE 134 V 130 Erw. 10.3): </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">erhebliche Beschwerden; </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.3 Das seinerzeitige Eidgenössische Versicherungsgericht stufte Auffahrkollisionen vor einem Fussgängerstreifen oder einem Lichtsignal regelmässig als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis ein; in einzelnen Fällen hat es auch einen lediglich leichten Unfall angenommen (RKUV 2003 Nr. U 489 357 Erw. 4.2, S. 360, mit zahlreichen Hinweisen). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.1 Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass das Unfallereignis als mittelschwer an der Grenze zu leicht einzustufen sei und dass die gemäss der einschlägigen Rechtsprechung zu prüfende Adäquanz von im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (Mai 2005) noch vorhandenen Beschwerden zu verneinen sei (Urk. 2 S. 5 Erw. 3b). Die Folgen eines zweiten, am 22. Juli 2006 erlittenen Auffahrunfalls (vgl. Urk. 10/II/1) seien vorliegend nicht zu berücksichtigen (Urk. 9 S. 4 Ziff. 5.2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.2 Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, es sei der Sachverhalt zur Zeit des angefochtenen Entscheides massgebend, weshalb die Entwicklung bis zum 12. November 2007 zu berücksichtigen sei (Urk. 1 S. 7 Ziff. 4), es handle sich um einen mittelschweren Unfall (Urk. 1 S. 7 f. Ziff. 5) und vier - einzeln genannte - Kriterien seien erfüllt (Urk. 1 S. 8 f. Ziff. 6 ff.).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.3 Im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund des Unfalls vom 19. August 2001 auch nach dem 31. Mai 2005 eine Leistungspflicht trifft. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Sollte dies der Fall sein, so wären Sachverhaltsänderungen bis zum Datum des vorliegend angefochtenen Entscheids in die Prüfung miteinzubeziehen; dass dafür nur die Folgen des Unfalls von 2001 in Frage kommen, ergibt sich schon daraus, dass die Beschwerdegegnerin über ihre Leistungspflicht aus dem Unfall von 2006 nicht im angefochtenen Entscheid befunden hat (vgl. die mit Schreiben vom 23. November 2007 auf Ende 2007 angekündigte Leistungseinstellung bezüglich des zweiten Unfalls; Urk. 10/II/179). Sollte sich hingegen ergeben, dass bereits nach dem 31. Mai 2005 keine Leistungspflicht mehr besteht, sind Sachverhaltsänderungen in der nachfolgenden Zeit nicht mehr relevant.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.1 Die Beschwerdeführerin schilderte den Hergang des Unfalls vom 19. August 2001 wie folgt: Beim Anhalten vor dem roten Lichtsignal fuhr das hinter mir fahrende Auto auf das Heck meines PWs auf (Urk. 10/I/1 Ziff. 6). Gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung lag die Geschwindigkeitsänderung innerhalb oder oberhalb eines Bereiches von 10-15 km/h (Urk. 10/I/73 S. 3 Mitte).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die Erstbehandlung fand am Folgetag im Spital D.___ statt, wo Druckdolenzen über den Processi spinosi und ein paravertebraler Hartspann erhoben und eine HWS-Distorsion diagnostiziert wurden (Urk. 10/I/2 Ziff. 1 und 4-5). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.2 Dr. med. E.___, Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 26. September 2001 über Restbeschwerden mit Nackenverspannungen und Nackenbeschwerden bei intensiver Arbeitsbelastung (Urk. 10/I/4 Ziff. 2). Es finde Physiotherapie statt; bis am 28. August 2001 habe unfallbedingt und vom 29. August bis 30. September 2001 wegen Krankheit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden; seit 22. September 2001 bestehe eine erneute unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit (Urk. 10/I/4 Ziff. 3a und 4a).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Am 4. Dezember 2001 teilte Dr. E.___ mit, die Behandlung bei ihm sei abgeschlossen; die Beschwerdeführerin befinde sich zur Zeit in chiropraktischer Behandlung (Urk. 10/I/6). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Dr. F.___, Chiropraktor, berichtete am 12. Februar, 23. April und 11. Juni 2002 über einen guten Verlauf und den bei erreichter Schmerzfreiheit am 10. Mai 2002 erfolgten Behandlungsabschluss (Urk. 10/I/11, Urk. 10/I/15, Urk. 10/I/17 = Urk. 3/3).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Am 11. Juni 2002 erhielt die Beschwerdeführerin nach bestandener Prüfung den Ausweis Vorarbeiter SMGV (Urk. 3/1). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.3 Am 12. Februar 2003 reichte die (neue) Arbeitgeberin die den 19. August 2001 betreffende Unfallmeldung noch einmal ein (Urk. 10/I/18) und am 24. März 2003 reichte Dr. med. G.___, Facharzt FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumatologie, ein Arztzeugnis ein (Urk. 10/I/19 = Urk. 3/4). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> In seinem Zeugnis gab Dr. G.___ an, dass er die Beschwerdeführerin seit dem 18. Dezember 2002 behandle (Ziff. 1; vgl. auch Urk. 3/18 S. 1 Ziff. 1) und nannte als Angaben der Beschwerdeführerin posttraumatische Kopf-/Nackenschmerzen belastungsabhängig seit Unfall (Ziff. 2). Als Befund nannte er vor allem bei HWS-Extension auftretende tiefsitzende Nackenschmerzen, eine freie Rotation, Triggerpoints, myofasziales Syndrom (Ziff. 4) und als Diagnose ein posttraumatisches cervico-cephales Syndrom (Ziff. 5). Als Therapie habe er eine medizinische Kräftigungstherapie veranlasst (Ziff. 7a), und er schlage vor, möglichst die Arbeitsbelastung anzupassen (Ziff. 7b). Ferner nannte er, in Klammern gesetzt, eine Arbeitsunfähigkeit von 20-30 %, dies verbunden mit dem Hinweis, er habe diese bisher nicht attestiert, die Beschwerdeführerin sei aber am Limit (Ziff. 8).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> In seinem Zwischenbericht vom 11. August 2003 (Urk. 10/I/35 = Urk. 3/11) nannte Dr. G.___ als gegenwärtige Behandlung lockernde Massagen, Chirotherapie und selbständiges Training (Ziff. 3a). Die Arbeitsfähigkeit betrage seit dem 7. April 2003 und bis auf weiteres 75 %, eventuell 100 % ab September/Oktober 2003 (Ziff. 4a).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Im Zwischenbericht vom 8. Dezember 2003 nannte Dr. G.___ weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 75 % seit 7. April 2003 und bemerkte, die Arbeitsfähigkeitssteigerung als Flachmalerin sei fraglich (Urk. 10/I/41 Ziff. 4a und 5).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.4 Am 9. März 2004 berichtete Kreisarzt Dr. med. H.___, Facharzt für Chirurgie FMH, über seine Untersuchung der Beschwerdeführerin (Urk. 10/I/46). Er führte aus, aufgrund der Untersuchung sei die Arbeitsunfähigkeit der letzten Monate von 25 % nicht mehr gerechtfertigt; es werde ab dem 15. März 2004 eine volle Arbeitsfähigkeit bestätigt (S. 3 oben). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Als Restfolgen des Unfalls von 2001 nannte Dr. H.___ ein minimales cervicovertebrales und leichtes cervicocephales Syndrom mit muskulären Verspannungen und bildgebend unauffälligen HWS-Verhältnissen ausser leichten degenerativen Veränderungen im Bereich C4/5 und C5/6 (S. 3 unten). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Eine vollständige Beschwerdefreiheit nach dem Unfallereignis sei nicht erreicht, eine leicht modifizierte Tätigkeit in der angestammten Tätigkeit unter Berücksichtigung der Berufsausbildung sei vollzeitlich und vollschichtig denkbar (S. 4 oben).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Am 11./12. Mai 2004 fand in der Rehaklinik I.___ eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) statt, worüber am 7. Juni 2004 berichtet wurde (Urk. 10/I/53 = Urk. 3/5). Die angestammte Tätigkeit als Flachmalerin wie auch leichte bis mittelschwere Arbeit sei während 6 Stunden pro Tag zumutbar. Alternativ dazu sollte in Betracht gezogen werden, das Verhältnis zwischen der Arbeit als Flachmalerin und als Vorarbeiterin so zu ändern, dass es zirka 2:1 betrage, womit die körperlichen Belastungssituationen reduziert und das Beschwerdebild positiv beeinflusst werden könnten (S. 3).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Am 26. November 2004 berichtete Dr. H.___ über eine erneute kreisärztliche Untersuchung (Urk. 10/I/62). Er hielt fest, die Leistungseinbusse von 25 % in der angestammten Tätigkeit habe nie andauernd aufgehoben werden können, was aufgrund der rein somatischen Befunde nicht ganz nachvollziehbar sei. Die Beschwerdeführerin gebe aber typische (administrativ bezüglich Adäquanz zu prüfende) HWS-Distorsions-Symptome an, die allenfalls für die Leistungsminderung verantwortlich seien (S. 3 Mitte). Zur Zeit fände keine Behandlung statt. Die Beschwerdeführerin benötige täglich Schmerzmittel, mit diesen sei sie kompensiert (S. 3 unten). Es sei ein Gleichgewichtszustand erreicht, der mit medizinischen Massnahmen kaum verändert werden könne (S. 4 oben). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.5 Am 19. April 2005 berichtete Dr. med. J.___, FMH Neurologie, an Dr. G.___ über ihre Untersuchung der Beschwerdeführerin (Urk. 10/I/77). Als Diagnose nannte sie chronifizierte Kopfschmerzen bei Status nach Distorsionstrauma am 19. August 2001 (S. 1 oben). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Der Neurostatus sei unauffällig. Aus neurologischer Sicht drängten sich keine weiteren Untersuchungen auf, die reduzierte Arbeitsfähigkeit beruhe lediglich auf muskuloskelettalen Beschwerden (S. 2 Mitte). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Am 8. Juni 2005 erteilte Dr. G.___ die telefonische Auskunft, die Beschwerdeführerin habe ihn im Januar 2005 und erneut am 27. Mai 2005 konsultiert und er habe wegen der belastungsbedingt stärker gewordenen Schmerzen die Arbeitsunfähigkeit auf 50 % erhöht (Urk. 10/I/81 = Urk. 3/12).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Gemäss Bericht vom 14. Februar 2006 (Urk. 3/7) ergab eine neuropsychologische Untersuchung ein leicht verlangsamtes Arbeitstempo und eine diskret verminderte verbale kognitive Flexibilität. Diese Befunde seien ätiologisch unspezifisch und am ehesten durch Schmerzinterferenz bedingt (S. 2 oben). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Am 13. Januar 2006 beantwortete Dr. G.___ Fragen der damaligen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Urk. 3/13); am 27. Januar 2006 berichtete er der Invalidenversicherung (Urk. 3/14) und am 7. November 2006 einer weiteren Versicherung (Urk. 3/15). Am 30. Januar 2007 beantwortete er Fragen der Beschwerdegegnerin betreffend Behandlungen vor dem Unfall vom 22. Juli 2006 (Urk. 10/II/108/2). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Dr. J.___ berichtete am 22. Mai 2007 an Dr. G.___ (Urk. 10/II/138 = Urk. 3/9) und führte dabei aus, der Neurostatus sei erneut unauffällig (S. 2 oben). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4.1 Aufgrund der medizinischen Berichte ist davon auszugehen, dass sich die Beschwerdeführerin beim Auffahrunfall von 2001 eine HWS-Distorsion zugezogen hat. Zwar fehlen in den Akten Hinweise auf die entsprechenden klassischen Leitsymptome, jedoch ist die Diagnosestellung derart eindeutig und übereinstimmend, dass sie nicht in Zweifel zu ziehen ist.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4.2 Nach dem Unfall wurde die Beschwerdeführerin während einer gewissen, eher kurzen, Zeit konventionell medizinisch von Dr. E.___ betreut, der im September 2001 - aus von ihm genannten Gründen - noch keine konklusiven Angaben zur unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit machen konnte. Daran schloss sich eine chiropraktische Behandlung an, die im Mai 2002 erfolgreich abgeschlossen wurde. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Rund 7 Monate später - im Dezember 2002 - erfolgte die erste Konsultation bei Dr. G.___, der eine medizinische Kräftigungstherapie und später lockernde Massagen, Chirotherapie und Selbsttraining verordnete. Ab diesem Zeitpunkt wurde eine Arbeitsunfähigkeit in der Grössenordnung von 25 % angenommen, bis Kreisarzt Dr. H.___ im März 2004 eine volle Arbeitsfähigkeit festhielt. Im November 2004 konstatierte Dr. H.___, dass die Leistungseinbusse von 25 % nie dauerhaft habe behoben werden können, rein somatisch nicht ganz nachvollziehbar und möglicherweise mit der erlittenen HWS-Distorsion erklärbar sei.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4.3 Für die Folgen einer erlittenen HWS-Distorsion besteht, wenn für diese wie vorliegend kein organisches Korrelat objektivierbar ist, eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur dann, wenn die Adäquanz des Kausalzusammenhangs im Sinne von BGE 117 V 359 und 134 V 109 zu bejahen ist. Dies ist somit zu prüfen, und zwar bezogen auf den Zeitpunkt der strittigen Leistungseinstellung (Mai 2005).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4.4 Der Unfall vom 19. August 2001 gehört klarerweise in die Kategorie der mittleren Unfallereignisse an der Grenze zu den leichten (vgl. vorstehend Erw. 1.3).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit sind ebenso zu verneinen wie eine nennenswerte Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die dokumentierte Behandlung bestand primär in Chiropraktik sowie medizinischer Kräftigungstherapie und lockernden Massagen. Dies kann nicht als fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung qualifiziert werden.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> An Beschwerden dokumentiert sind vorerst ausgesprochen belastungsabhängige Nackenbeschwerden und später als chronifiziert bezeichnete Kopfschmerzen. Diese wurden, obwohl in der Bevölkerung auch unabhängig von erlittenen Unfällen weit verbreitet, aus medizinischer Sicht dem Unfall zugeordnet, so dass anzunehmen ist, dass das Kriterium erhebliche Beschwerden - wenn auch grenzwertig - erfüllt ist.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Andererseits gibt es weder Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung noch auf einen schwierigen, komplikationsbehafteten Heilungsverlauf.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Im Anschluss an den Unfall wurde für einige Wochen eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. Von Oktober 2001 bis Februar 2003 sind sodann keine attestierten Arbeitsunfähigkeiten aktenkundig. Ab Februar 2003 attestierte der behandelnde Dr. G.___ eine Arbeitsunfähigkeit von 25 %, welche Kreisarzt Dr. H.___ ab März 2004 nicht mehr gelten liess. Was offensichtlich und unbestritten ist, sind die ausgewiesenen und achtenswerten Anstrengungen der Beschwerdeführerin, von der übereinstimmend berichtet wird, dass sie bestrebt sei, ihr Erwerbspotential zu realisieren. Jedoch kann angesichts der Phase von mehr als einem Jahr ohne Arbeitsunfähigkeit und anschliessend dem Umfang von lediglich 25 % nicht von einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit gesprochen werden. Somit kann das entsprechende Kriterium nicht als erfüllt gelten.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Zusammenfassend ergibt sich, dass von den massgebenden Kriterien höchstens eines, und dies nicht in auffälliger Weise, erfüllt ist. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4.5 Die vorstehende Prüfung der massgebenden Kriterien führt zum Schluss, dass die im Mai 2005 noch vorhandenen Beschwerden nicht mehr in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem 2001 erlittenen Unfall gestanden haben.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Somit fehlte ein rechtsgenüglicher Kausalzusammenhang und es bestand ab diesem Zeitpunkt auch keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mehr.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Der angefochtene Entscheid erweist sich mithin als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht erkennt:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Das Verfahren ist kostenlos.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Schweizerische Unfallversicherungsanstalt</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Gesundheit</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p></div></body></html>