B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6098/2012 U r t e i l v o m 1 5 . F e b r u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richter Fulvio Haefeli, Gerichtsschreiberin Sandra Sturzenegger. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA), (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Oktober 2012 / N (…). D-6098/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamil i- scher Ethnie aus B.______ (Distrikt Mullaitivu) – verliess seinen Heima t- staat eigenen Angaben zufolge am 5. Dezember 2010 und gelangte am 17. November 2011 in die Schweiz, wo er gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum C.______ um Asyl nachsuchte. Am 9. Dezember 2011 fand die Befragung zur Person (BzP) und am 8. August 2012 die Anhö- rung zu den Asylgründen statt. A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs macht e der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er habe sich im Mai 2009 bei der Armee gemel- det, nachdem er wegen den Kriegsaktivitäten aus seinem Wohn ort habe fliehen müssen. Die Armee habe ihn nach Omanthai gebracht, wo sämtl i- che Vertriebenen in verschiedene Gruppen eingeteilt und auf verschied e- nen Flüchtlingscamps verteilt worden seien. Er sei in das D.______- Camp bei E.______ (Distrikt Vavuniya) eingeteilt worden. Im Camp sei er vom Militär misshandelt worden. Dank einer Geldzahlung eines Onkels in der Höhe von 5 Lakh Rupien sei er am 24. November 2010 von der Wa- che des Camps freigelassen worden. In der Folge habe das Militär nach ihm gesucht. A.c Der Beschwerdeführer reichte im vorinstanzlichen Verfahren eine be- glaubigte Kopie einer Geburtsurkunde (Geburtsort F.______, Distrikt Jaff- na) sowie – zur Bestätigung seiner Identität und seines letzten Wohnortes – ein fremdsprachiges Schreiben eines Friedensrichters vom 7. Mai 2012 und ein fremdsprachiges Schreiben eines Dorfvorstehers zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 25. Oktober 2012 – eröffnet am 29. Oktober 2012 – stellte das BFM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseige n- schaft nicht erfülle und lehnte sein Asylgesu ch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug. C. Gegen die Verfügung des BFM liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. November 2012 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben. In materieller Hinsicht beantragte er, die angefochtene Verf ü- gung sei aufzuheben und es sei ihm Asyl zu gewähren oder jedenfalls die Flüchtlingseigenschaft festzustellen, eventualiter sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme a n-D-6098/2012 Seite 3 zuordnen. In pr ozessualer Hinsicht beantragte er, es sei die unentgeltl i- che Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses zu verzichten. Der Beschw erde lag unter anderem eine Fürsorgebestätigung der G e- meinde G.______ vom 21. November 2012 bei. D. Mit Zwischenverfügung vom 3. Dezember 2012 hielt der Instruktionsric h- ter fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig verfügte er, dass über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) im Endentscheid befunden und auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses verzichtet werde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die D-6098/2012 Seite 4 angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Die Abteilungen des Bundesv erwaltungsgerichts entscheiden in der R e- gel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Gericht kann – wie vorliegend – auch in solchen Fällen auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf g efälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-6098/2012 Seite 5 5. 5.1 Zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheids führt e das BFM im Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden d i- verse Ungereimtheiten aufweisen und seien im Allgemeinen zu wenig substanziiert. So habe der Beschwerdeführer bezüglich seines Aufen t- halts im Camp bei E.______ unterschiedliche Angaben gemacht. An der BzP habe er angegeben, sich von März 2009 bis Dezember 2010 we gen der Kriegsaktivitäten an verschi edenen Orten und während elf Monaten im Camp aufgehalten zu haben ( Akten BFM A 5 S. 4). An der Anhörung habe er hingegen angeführt, achtzehn Monate im Camp verbracht zu h a- ben. Als Erklärung für seinen Widerspruch habe er vorgebracht, an der BzP falsche Daten angegeben zu haben (A 11 S. 10). Hinsichtlich der er- littenen Misshandlungen habe er an der BzP an geführt, die ersten drei Monate in unterschiedlichen Frequenzen (mal täglich, mal wöchentlich) misshandelt worden zu sein. Danach habe es drei Monate Pause gege- ben, anschliessend sei er wieder für weitere drei Monate in der Art wie zu Beginn misshandelt worden. Danach habe es keine Misshandlungen mehr gegeben (A 5 S. 8). An der Anhörung habe er demgegenüber z u- nächst vorgebracht, zu Beginn einmal pro Woche und nachher vielleicht alle drei Monate oder so misshandelt worden zu sein. Auf die unter- schiedlichen Angaben angesprochen, habe er erläutert, am Anfang alle zwei Wochen misshandelt worden zu sein, anschliessend drei Monate Pause gehabt zu ha ben und dann wieder misshandelt worden zu sein (A 11 S. 10). An der BzP habe er als Grund für die Misshandlungen ange- führt, man habe ihm nicht geglaubt, dass er Mit glied (recte: kein Mitglied) der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen sei ( A 5 S. 8). An der Anhörung habe er demgegenüber gesagt, er sei wegen seiner tamil i- schen Volkszugehörigkeit misshandelt worden ( A 11 S. 10). Ausserdem habe er zu Beginn der Anhörung angegeben, die Armee habe alle jungen Leute in diesem Camp töten w ollen. Demgegenüber habe er später in derselben Anhörung erklärt, im Camp deshalb nicht durchwegs missha n- delt worden zu sein, weil die Armee Angst um die Leben der Insassen gehabt habe und sie nicht h abe töten wollen (A 11 S. 5 und 10). Der Be- schwerdeführer habe zudem angegeben, er sei mit Hilfe des Onkels, wel- cher die Wache mit Geld bestochen habe, am (…) aus dem Camp g e- flüchtet (A 5 S. 9). Gemäss öffentlichen Berichten sei das Camp aber am (…) offiziell geschlossen worden. Davon habe der Beschwerdeführer je- doch nichts gewusst ( A 11 S. 7). Seine Ausführungen, wie es zur Tre n- nung von seinen Familienangehörigen gekommen sei, seien oberflächlich und vage ausgefallen. Er habe hierzu lediglich gesagt, er sei in eine Rich- tung gegangen, seine Eltern in eine ander e. Das erwecke aber nicht den D-6098/2012 Seite 6 Eindruck, als habe der Beschwerdeführer dies tatsächlich erlebt ( A 11 S. 3 und 8). Auf Grund dieser Unge reimtheiten und unsubstanz iierten Aussagen würden erhebliche Zweifel am Wahr heitsgehalt seiner Asylvor- bringen bestehen, weswegen der Eindruck entstehe, dass es sich um e i- ne konstruierte Geschichte handle, die er nicht selbst erlebt habe. Ihm sei es somit nicht gelungen, die geltend gemachten Fluchtgründe überze u- gend und glaubhaft darzulegen. Im Übrigen sei im Asylverfahren d ie Feststellung der Identität ein wesentlicher Bestandteil der Sachverhalt s- ermittlung. Vorliegend habe der Beschwerdeführer den schweizerischen Asylbehörden keine rechtsgenügliche Ausweisschrift übergeben, wodurch weder seine Herkunft, noch seine Iden tität, noch die Reisemodalitäten feststehen würden. Die Erklärung, sei ne nationale Identitätskarte habe immer seine Mutter auf sich getra gen, sei angesichts der in Sri Lanka herrschenden Ausweispflicht und angesichts seiner Volljährigkeit nicht nachvollziehbar und als unglaubhaft zu beurteilen ( A 5 S. 6 und A 11 S. 4). Auf Grund der fehlenden Identitätsdokumente würden auch unter diesem Blickwinkel erhebliche Zweifel an seinen Asylvorbringen best e- hen, zumal dadurch ein gewisser Verdacht bestehe, dass der Besc hwer- deführer den schweizerischen Behörden relevante Informationen zu se i- ner Identität und Herkunft verschweige, welche seine Fluchtgründe mu t- masslich in ein anderes Licht stellen könnten. An dieser Einschätzung würden auch die eingereichten Beweismittel ni chts zu ändern vermögen. Das Schreiben des Friedensrichters genüge den Anforderungen an ein rechtsgenügliches Identitätsdokument nicht, da es nicht von einer staatl i- chen Behörde ausgestellt worden sei und keine Fotografie der fraglichen Person enthalte (vg l. Art. 1a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Das Schreiben der eh e- maligen Vermieterin, welches durch den Dorfvorsteher bestätigt worden sei, vermöge als Beweis für die Herkunft aus B.______ nicht zu genügen, da einem Beweismittel, welches von privaten Dritten angefertigt w erde, wegen des Gefälligkeitscharakters kein Beweiswert zu geschrieben we r- den könne. 5.2 In der Beschwerde wird im Wesentlichen vorgebracht, die vom BFM aufgezeigten Ungereimtheiten in den Aussagen des Beschwerdefü hrers seien nicht geeignet, dessen Unglaubwürdigkeit zu begründen, sofern sie sich auf Aussagen in den verschiedenen Anhörungen beziehen würden. Praxisgemäss komme nämlich den Aussagen anlässlich der BzP nur ein beschränkter Beweiswert zu und es müsse zudem auch die Dauer zw i- schen den beiden Anhörungen berücksichtigt werden. Des Weiteren wird zu den einzelnen Ungereimtheiten konkret Stellung genommen und ge l-D-6098/2012 Seite 7 tend gemacht, die Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich der Folter im Flüchtlingslager seien mit allgemeinen Berichten vereinbar und detai l- liert sowie mit Realkennzeichen versehen ausgefallen. Ferner wird vorge- bracht, dass die fehlende Tiefe und Dichte des Anhörungsprotokolls nicht alleine dem Beschwerdeführer zum Vorwurf gema cht werden könne, und es wird in diesem Zusammenhang die Vorgehensweise der befragenden Person anlässlich der Anhörung kritisiert. Schliesslich werden die Ausfüh- rungen des BFM bezüglich des nicht gegebenen Beweiswerts der eing e- reichten Beweismittel beanstandet und wird generell gefolgert, dass "sich die angefochtene Verfügung als nur sehr dürftig begründet " erweise und daher zu Gunsten des Beschwerdeführers von seiner Glaubwürdigkeit auszugehen sei. 6. 6.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – festzustellen, dass die Vorbringen des Beschwerd e- führers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten vermögen, weshalb vorab auf die zutreffenden vor - instanzlichen Erwägungen zu verweisen ist (vgl. E. 5.1 vorstehend). Die Beschwerdevorbringen sind nicht geeignet, die vom BFM aufgezeigten Widersprüche in den Vorbringen des Beschwerdeführers aufzulösen r e- spektive plausibel zu erklären. Es trifft zwar zu, dass den Aussagen a n- lässlich der BzP angesichts deren summarischen Charakters nur ein b e- schränkter Bewei swert zukommt und auch der Zeitraum zwischen der BzP und der Anhörung berücksichtigt werden muss. Allerdings beziehen sich die vom BFM aufgezählten Widersprüche zwischen den Aussagen an der BzP und der Anhörung auf derart wesentliche Punk te in der Asyl- begründung des Beschwerdeführers (im Camp verbrachte Dauer, Grund der behaupteten Folter sowie deren Frequenz), dass weder der Zeitablauf zwischen den beiden Befragungen noch der summarische Charakter der BzP die unterschiedlichen Angaben zu rechtfertigen vermögen, zumal die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der BzP in diesen Punkten klar gewesen sind (vgl. dazu Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1993 Nr. 3). Im Übr i- gen hat der Beschwerdeführer die Protokolle unterschriftlich genehmigt und muss sich dabei behaften lassen. Es erübrigt sich an dieser Stelle auf die einzelnen vom BFM aufgezählten Ungereimtheiten und vor allem die konkreten Entgegnungen in der Beschwerde einzugehen, da das Ge- richt insbesondere aufgrund folgender Er wägungen von der Unglaubha f- tigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers ausgeht. D-6098/2012 Seite 8 6.2 Das Gericht schliesst nicht aus, dass der Beschwerdeführer – wie zahlreiche andere Tamilen – in der Schlussphase beziehungsweise nach Beendigung des Bürgerkrieges für gewisse Zeit in ein C amp verbracht wurde. Allerdings erachtet es insbesondere die Vorbringen des B e- schwerdeführers bezüglich der behaupteten Misshandlungen im Camp als unglaubhaft. So gab er auf die Frage, wie er im Camp gefoltert wo r- den sei, folgende Antwort: "Also die haben uns kopfüber aufgehängt. Und meine beiden Daumen waren zusammengebunden. Und unten habe sie in das Feuer die Paprika geworfen. Dieser Rauch war un erträglich. Und nachher mussten wir auf den Knien sitzen auf einem Steinboden. Wenn die Sonne schien war das sehr unangenehm. Und die Knie waren g e- schwollen. Wir hatten kein Wasser, wenn wir Durst hatten. Und dann h a- ben sie auch Nadeln in den Finger reinge steckt, unter den Nagel" (A 11 S. 11). Diese Antwort erweist sich als eine abgehackte Aufzählung von Foltermethoden ohne Hinweis auf eine persönliche Betroffenheit. Der Be- schwerdeführer beschränkte sich darauf, die Folter als "unerträglich" und "sehr unangenehm" zu beschreiben, unterliess es aber (von sich aus) von den – bei den erwähnten Foltermethoden sicher vorhandenen – Schmer- zen und Langzeitfolgen zu sprechen und diesbezüglich entsprechende Arztzeugnisse einzureichen , obwohl er hierauf vom BFM ausdrücklich hingewiesen wurde (A 11 S. 11). Auffällig ist auch, dass er von "uns" und "wir" anstatt von sich selbst sprach. Die zitierte Schilderung der angeblich erlittenen Folter weist folglich – entgegen dem entsprechenden B e- schwerdevorbringen – keine Realkennzeichen auf und ist somit nicht glaubhaft. Der Kritik an der Vorgehensweise der befragenden Person a n- lässlich der Anhörung ist entgegenzuhalten, dass es im Interesse des Be- schwerdeführers sein mu ss, seine Asylgründe und Empfindungen detai l- liert zu nennen und sich nicht darauf zu verlassen, dass die befragende Person alle möglichen Gründe flächendeckend anspricht. Die Behau p- tung in der Beschwerde, wonach die Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich Folter mit allgemeinen Berichten vereinbar seien, und die Ta t- sache, da ss der Beschwerdeführer – wie von der Hilfswerksvertreterin festgehalten – anlässlich dieser Aussagen weinte, ändern zudem nichts an der Unglaubhaftigkeit der geltend gemachten Foltervorbringen. 6.3 Des Weiteren sind auch die Vorbringen des Beschwerdeführers b e- züglich seiner Freilassung al s unglaubhaft zu qualifizieren. Sollte der Be- schwerdeführer von den sri lankischen Behörden im Zusammenhang mit einer allfälligen LTTE -Mitgliedschaft fest gehalten worden sein (und nur dann macht es überhaupt Sinn, dass er nach seiner Freilassung vom Mili- tär gesucht wurde [vgl. A 11 S. 5]), wäre er sicher nicht auf die geschilder-D-6098/2012 Seite 9 te Art aus dem Camp freigelassen worden, da die Leute , die ihn entkom- men liessen, mit sehr harten Strafen hätten rechnen müssen. Abgesehen davon war – gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers – das D.______-Camp ein Flüchtlings - und kein Rehabilitationscamp für Ex - LTTE-Angehörige. 6.4 Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer sich in weiteren – nicht in der angefochtenen Verfügung erwähnten – Punkten widersprochen hat. So erklärte er beispielsweise anlässlich der Anhörung zunächst, dass sich die Toilette ausserhalb des Gebäudes befunden h a- be, in welchem er inhaftiert ge wesen sei (A 11 S. 9). Etwas später gab er demgegenüber zu Protokoll, dass sich die Toilette in der Ecke des G e- bäudes befunden habe, nachdem er vorbrachte, dass er das Gebäude nur für die Folterungen habe verlassen können ( A 11 S. 12). In der BzP brachte er zudem vor, dass er von Colombo nach Dubai unter dem N a- men H.______ gereist sei (A 5 S. 5), dagegen erklärte er anlässlich der Anhörung, von Colombo nach Dubai unter dem Namen I.______ gereist zu sein (A 11 S. 4). Schliesslich ist festzuhalten, dass die R eiseschilde- rungen des Beschwerdeführers insgesamt unglaubhaft ausgefallen sind. Es ist erfahrungswidrig, dass sich der Beschwerdeführer die Personalien in den übrigen gefälschten Reisepapieren nicht eingeprägt haben will und die Namen aller benutzen Fluggesellschaften sowie den Ort, der von L o- mé (Togo) her angeflogen wurde, nicht wissen will (A 5 S. 5 und A 11 S. 4). Dazu ist festzuhalten, dass Ungereimtheiten bezüglich der Art der Reise und der dabei verwendeten Reisepapiere Rückschlüsse auf die Glaubhaftigkeit einer geltend gemachten Verfolgung zulassen (vgl. EMARK 1998 Nr. 17 E. 4b). Aufgrund des soeben Aus geführten ist zu schliessen, der Beschwerdeführer habe lediglich versucht, seine Vorbri n- gen in allgemein bekannte Ums tände in Sri Lanka einzubetten, ohne selbst im behaupteten Umfang davon betroffen gewesen zu sein. 6.5 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass es dem Beschwerd e- führer nicht gelungen ist, nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, dass er in Sri Lanka ernstha fte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG erlitten hat, so l- che bei der Ausreise zu befürchten hatte oder im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka befürchten müsste. Er erfüllt somit die Voraussetzungen zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb die Vorinstanz sein Asylbegehren zu Recht abgelehnt hat. Nach dem Gesagten erübrigt es sich, auf die Beschwerdevorbringen weiter einzugehen, da sie an ob i- ger Erkenntnis nichts zu ändern vermögen. D-6098/2012 Seite 10 7. 7.1 Lehnt das BFM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit Hinweis auf EMARK 2001 Nr. 21). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [Au G, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis mög lich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.2 8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkom- mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un- menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) D-6098/2012 Seite 11 und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher o der erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfü llen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh- rers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des E uropäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK wid rige Behand- lung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. NA. v. United Kin g- dom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008 P .K. v. Den- mark, Application no. 54705/08, Ent scheid vom 20. Januar 2011 T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Der Gerichtshof unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Grün de für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be- fragung ein Interesse. Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht hat, dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heima t-D-6098/2012 Seite 12 land die Aufmerksamkeit der sri -lankischen Be hörden in einem flüch t- lingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch ke i- ne Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine me n- schenrechtswidrige Behandlung im Heimatland drohen. Auch die allg e- meine Menschenrechtssituation in Sr i Lanka lässt den Wegweisungsvol l- zug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.3 8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann de r Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat in BVGE 2011/24 angesichts der veränderten Situation nach dem Ende des sri-lankischen Bürgerkriegs am 19. Mai 2009 eine aktualisierte, auch heute noch zutreffende Lagebeurtei- lung vorgenommen. Dabei hat es den Wegweisungsvollzug nur bezüglich des sogenannten "Vanni -Gebietes" als generell unzumutbar eingestuft. Bei Personen, die aus diesem Gebiet stammen, ist zu prüfen, ob eine zu - mutbare Aufenthaltsalternative existiert. Im Sri Lanka -Kontext erfordert die Annahme einer zumutbaren innerstaatlichen Aufenthaltsalternative das Vorliegen besonders begünstigender Faktoren, insbesondere die Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes so- wie die Aussichten auf eine gesicherte Einkommens - und Wohnsituation (BVGE a.a.O. E. 13.2.2.3). 8.3.3 Der Beschwerdeführer lebte gemäss eigenen Angaben in B.______ (Distrikt Mullaitivu) und somit im "Vanni -Gebiet", was er allerdings nicht belegen kann. Die eingereichten Bestätigungen des Friedensrichters und des Dorfvorstehers stellen – mangels Feststehens der Identität des Be- schwerdeführers – keine Beweismittel für seine Herkunft aus B.______ dar. Aufgrund der generellen Unglaubhaftigkeit de r Beschwerdevorbri n- gen ist zudem vom Bundesverwaltungsgericht nicht weiter abzuklären, ob der Beschwerdeführer bei eine r Rückkehr nach Sri Lanka aus in dividuel- len Gründen in eine existenzbedrohende Situation geraten würde, da die Untersuchungspflicht nach Treu und Glauben ihre Grenzen an der Mitwir- kungspflicht der beschwerdeführenden Person findet (Art. 8 AsylG). Die D-6098/2012 Seite 13 Fragen, ob der Beschwerdeführer tatsächlich aus dem "Vanni -Gebiet" stammt und keinen Kontakt mehr zu nahen Verwandten hat beziehungs- weise übe r kein tragfähiges soziales Netz in Sri Lanka verfügt, können folglich offengelassen werden. Insofern ist der Einwand in der Beschwer- de, wonach das BFM dem Beschwerdeführer konkretere Fragen bezü g- lich seiner Herkunft aus dem "Vanni -Gebiet" hätte stellen mü ssen, unbe- gründet. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zus tändi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergi bt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer - deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Dieser ersuchte jedoch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Danach kann die Beschwerdeinstanz eine bedürftige Partei, d e- ren Begehren nicht aussichtslos erscheinen, auf Gesuch davon befreien, Verfahrenskosten zu bezahlen. Vorliegend kann dem Beschwerdeführer nicht vorgehalten werden, seiner Beschwerde habe es im Zeitpunkt der Beantragung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Blick auf die Erfolgsaussichten an der nötigen Ernstha f- tigkeit gefehlt (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275). Zudem wird seine pr o- zessuale Bedürftigkeit durch die eingereichte Fürsorgebestäti gung vom 21. November 2012 hinreichend belegt. Damit sind beide kumulativ erfor- derlichen Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG erfüllt. Das Gesuch D-6098/2012 Seite 14 um Gewährung der unentgeltlichen Rechts pflege ist somit gutzuheissen, weshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. (Dispositiv nächste Seite) D-6098/2012 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gu t- geheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Robert Galliker Sandra Sturzenegger Versand: