<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00448</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205052&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00448</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.05.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht ist auf eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 22.11.2005 nicht eingetreten.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bewilligung des Kantonswechsels von Niedergelassenen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die aus der Ukraine stammende Beschwerdeführerin besitzt die Niederlassungsbewilligung eines andern Kantons und beantragt Bewilligung der Wohnsitznahme im Kanton Zürich. Kann sie sich auf den Niederlassungs- und Handelsvertrag mit Russland aus dem Jahr 1873 berufen?<br/>Niederlassungsverträge verleihen nach Art. 14 Abs. 4 Satz 1 ANAV grundsätzlich einen Anspruch auf Bewilligung des Kantonswechsels (E. 2.1). Dass der Niederlassungs- und Handelsvertrag mit Russland aus dem Jahr 1873 weder in der Systematischen Sammlung des Bundesrechts publiziert ist noch es vormals in der Bereinigten Sammlung war, steht seiner Geltung nicht entgegen (E. 2.1.2).<br/>Die Ukraine ist ein Nachfolgestaat der früheren Sowjetunion und damit des alten Russlands: Nach der bundesgerichtlichen Praxis gelten völkerrechtliche Verträge zwischen der Schweiz und dem vormaligen Staat nicht automatisch auch für den (neuen) Nachfolgestaat. Vielmehr bedarf es, wie das Bundesgericht gerade mit Bezug auf die Vertragsnachfolge der GUS-Staaten festhielt, durch diese einer speziellen Annahme der Verträge; das trifft für die Ukraine nicht zu (E. 2.1.3 f.).<br/>Nichteintreten (E. 2.2).<br/>Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KANTONSWECHSEL">KANTONSWECHSEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NIEDERLASSUNGSVERTRAG">NIEDERLASSUNGSVERTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSKRAFT">RECHTSKRAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STAATENNACHFOLGE">STAATENNACHFOLGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT">ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VÃLKERRECHT">VÃLKERRECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 14 Abs. IV ANAV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Ukrainerin A heiratete einen in der Schweiz lebenden TÃ¼rken. Der Ehe entsprang der Sohn B, der in die Niederlassungsbewilligung des Vaters fÃ¼r den Kanton X einbezogen wurde und die StaatsangehÃ¶rigkeit der Mutter erhielt. A bekam spÃ¤ter ebenso die Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton X.</p> <p class="Urteilstext">Kurz darauf suchte A vor dem Gatten Zuflucht bei ZÃ¼rcher FrauenhÃ¤usern. Der Sohn wurde eheschutzrichterlich unter ihre Obhut gestellt. Mit VerfÃ¼gung vom 29. MÃ¤rz 2004 lehnte es die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich ab, A sowie dem Sohn B hier die Niederlassungsbewilligung zu erteilen, und setzte den beiden Frist bis Ende des folgenden Monats â spÃ¤ter hinausgeschoben bis 23. Oktober 2004 â, um das Kantonsgebiet zu verlassen; zur BegrÃ¼ndung hiess es, A habe keine Arbeit und sei der Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorge zur Last gefallen. Ein WiedererwÃ¤gungsgesuch blieb erfolglos.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 28. April 2004 hatten A sowie B gegen die VerfÃ¼gung vom 29. des Vormonats rekurrieren und um Befreiung von Verfahrenskosten ersuchen lassen, unter EntschÃ¤digungsfolge. Der Regierungsrat wies das Rechtsmittel in der Sache mit Be­schluss vom 8. September 2004 kostenfÃ¤llig ab. Am 14. jenes Monats wurde der Entscheid der Vertretung der Rekurrierenden zugestellt.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A und B liessen beim Verwaltungsgericht am 14. Oktober 2004 Beschwerde fÃ¼hren sowie beantragen, ihnen den Kantonswechsel zu bewilligen, unter EntschÃ¤digungsfolge; zudem ersuchten sie darum, ihnen umfassendes Armenrecht zu gewÃ¤hren und zu gestatten, wÃ¤hrend des Verfahrens im Kanton ZÃ¼rich zu bleiben. Letzteres wurde mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 21. jenes Monats verweigert.</p> <p class="Urteilstext">Am 8. November 2004 liess sich die Staatskanzlei im Auftrag des Regierungsrats mit dem Schluss vernehmen, auf das Rechtsmittel sei nicht einzutreten. DemgegenÃ¼ber verzichtete die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit stillschweigend darauf, die Beschwerde zu beantworten.</p> <p class="Urteilstext">Wegen eines ZustÃ¤ndigkeitsproblems wurde anfangs Dezember 2004 an das damalige Bundesamt fÃ¼r Zuwanderung, Integration und Auswanderung eine Anfrage gerichtet, welche das neue Bundesamt fÃ¼r Migration unter dem 20. Januar 2005 beantwortete. Die allen Verfahrensbeteiligten anschliessend erÃ¶ffnete MÃ¶glichkeit, sich hierzu zu Ã¤ussern, nahmen mit Eingabe vom 27. jenes Monats bloss die BeschwerdefÃ¼hrenden wahr.</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der Regierungsrat hat als Vorinstanz gewaltet. Schon darum ist die Beschwerde kraft § 38 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) gerichtsintern in Dreierbesetzung zu erledigen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts als solches gilt es nach § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 VRG von Amts wegen zu prÃ¼fen. § 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 VRG gestattet die Beschwerde beim Verwaltungsgericht auf dem vorliegenden Gebiet der Fremdenpolizei nur, soweit sich anschliessend mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht gelangen lÃ¤sst. Das trifft zu fÃ¼r Entscheide Ã¼ber Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen, welche auslÃ¤ndische Personen bundesrechtlich oder staatsvertraglich beanspruchen dÃ¼rfen<span> </span>(Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 f. des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 [SR 173.110], e contrario; BGE 130 II 388 E. 1.1).</p> <p class="Erwgung2">Laut Art. 14 Abs. 4 Satz 1 der Vollziehungsverordnung vom 1. MÃ¤rz 1949 zum Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAV, SR 142.201) kann "[d]em AuslÃ¤nder mit Niederlassung, der heimatliche Ausweispapiere eines Staates besitzt, mit dem ein Niederlassungsvertrag besteht, â¦ bei Wechsel des Kantons die neue Bewilligung nur aus den GrÃ¼nden von Artikel 9 Absatz 3 oder 4 des Gesetzes verweigert werden". Bei Letzteren fallen vor allem AusweisungsgrÃ¼nde in Betracht; ein derartiger Niederlassungsvertrag verleiht aber prinzipiell Anspruch auf eine solche (Niederlassungs-)Bewilligung (BGE 127 II 177, insbesondere E. 2b; Peter Uebersax, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax et al., AuslÃ¤nderrecht, Basel etc. 2002, Rz. 5.50+171; Bundesamt fÃ¼r Zuwanderung, Integration und Auswanderung, Weisungen und ErlÃ¤uterungen Ã¼ber Einreise, Aufenthalt und Arbeitsmarkt [ANAG-Weisungen], 2. A., Bern 2004, Ziff. 021.21 â je mit Zitaten).</p> <p class="Erwgung2">Hinsichtlich der Eintretensfrage zu Recht einzig strittig und sogleich zu prÃ¼fen ist, ob sich die BeschwerdefÃ¼hrenden in diesem Sinn auf einen Niederlassungsvertrag zu berufen vermÃ¶gen. Was sie ausserdem vortragen, um daraus einen Anspruch auf Anwesenheit im Kanton ZÃ¼rich abzuleiten, verfÃ¤ngt nicht.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.1 </b>Im Dezember 1872 schlossen die Schweiz und Russland einen Niederlassungs- und Handelsvertrag, welcher der Bundesversammlung mit Botschaft vom 10. Juli 1873 zur Ge­nehmigung unterbreitet wurde und der nebst anderem Folgendes bestimmt (BBl 25/1873 III 85-97):</p> <p class="EinzugZitat">"â¦</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">Artikel 1</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">â¦; ebenso dÃ¼rfen die Unterthanen Seiner MajestÃ¤t des Kaisers aller ReuÃen sich in jedem schweizerischen Kanton unter den nÃ¤mlichen Bedin­gungen und auf dem nÃ¤mlichen FuÃe aufhalten wie die BÃ¼rger der andern schweizerischen Kantone.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">Infolge dessen kÃ¶nnen die BÃ¼rger und die Unterthanen jedes der beiden kontrahirenden Staaten, sowie ihre Familien, wenn sie den Gesezen des Landes nachkommen, in jedem Theile des Staatsgebietes des Andern â¦ sich niederlassen. â¦</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">Dabei bleibt indessen verstanden, daÃ die vorstehenden Bestimmungen den in jedem der beiden Staaten bestehenden Gesezen â¦ Ã¼ber â¦ Poli­zei, die auf alle Fremden Ã¼berhaupt ihre Anwendung finden, keinen Eintrag thun.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">Artikel 2</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">Die BÃ¼rger oder die Unterthanen des einen der beiden kontrahirenden Staaten, welche im Gebiete des andern â¦ niedergelassen sind und die wieder in ihre Heimat zurÃ¼kkehren wollen oder die durch gerichtliches Urtheil, gesezliche PolizeimaÃnahmen oder gemÃ¤Ã den Gesezen Ã¼ber die Armen- oder Sittenpolizei in dieselbe zurÃ¼kgeschikt werden, sollen sammt ihren Familien jederzeit und unter allen UmstÃ¤nden in ihrem Heimatland wieder aufgenommen werden, vorausgesezt, daÃ sie nach den dortigen Gesezen ihre Heimatrechte beibehalten haben.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">â¦</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">Artikel 12</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">Der gegenwÃ¤rtige Vertrag bleibt zehn Jahre lang in Kraft, vom Tage des Austausches der Ratifikationen an gerechnet.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">WÃ¼rde eine der beiden hohen paciscirenden Parteien nicht zwÃ¶lf Monate vor Ablauf der genannten Periode von zehn Jahren ihre Absicht, denselben aufzuheben, kundgeben, so wÃ¼rde er bis zum Ablauf eines Jahres vom Tage an, an dem der eine oder der andere Theil ihn kÃ¼ndigen wÃ¼rde, in Kraft bestehen.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">Der gegenwÃ¤rtige Vertrag soll ratifizirt und die Ratifikationen sobald als mÃ¶glich in Bern ausgewechselt werden.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">â¦"</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Erwgung3">Dieser Vertrag wurde durch den eidgenÃ¶ssischen Zweitrat am 29. Heumonat 1873 genehmigt, welches Datum er denn auch erhielt; die Schweiz sowie Russland ratifizierten ihn am 1. bzw. 11. August 1873, und die Auswechslung der Ratifikationen erfolgte am 30. Oktober jenes Jahres (AS XI 375-393). Weitere einschlÃ¤gige Abkommen â etwa spÃ¤tere mit der Sowjetunion â sind nicht ersichtlich.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.2 </b>Die Systematische Sammlung des Bundesrechts (SR) enthÃ¤lt den Niederlassungs- und Handelsvertrag mit Russland vom 29. Heumonat 1873 nicht, wie die Vorinstanz zutreffend bemerkt. Die SR verlor indes die negative Rechtskraft mit dem Publikationsgesetz vom 21. MÃ¤rz 1986 (AS 1987, 600 ff.) â hieran hat das seit anfangs 2005 geltende Publikationsgesetz vom 18. Juni 2004 (SR 170.512) nichts geÃ¤ndert â bzw. besass eine solche hinsichtlich StaatsvertrÃ¤gen gar nie; Letzteres galt zuvor schon fÃ¼r die Bereinigte Sammlung (BS) der Bundesgesetze und Verordnungen 1848-1947 (Bundesamt fÃ¼r Justiz, Gesetzgebungsleitfaden, Bern 1995, S. 354; Botschaft zu einem Bundesgesetz Ã¼ber die Gesetzessammlungen und das Bundesblatt, BBl 1983 III 429 ff., 433+435+444; AS 1967, 17 f.; Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung Ã¼ber die VerÃ¶ffentlichung einer neuen Bereinigten Sammlung der Gesetze und Verordnungen des Bundes, BBl 1965 I 313 ff., 320 f.; BS 1 S. V f. sowie 11 S. VII f).</p> <p class="Erwgung3">Insofern besagt auch nichts, wenn der (Bundesbeschluss betreffend den) Niederlassungs- und Handelsvertrag mit Russland vom 29. Juli 1873 im Registerband der BS zwar erwÃ¤hnt, der Vertrag(stext) selbst â weil offenkundig als nicht mehr geltend angesehen â in der BS jedoch nicht abgedruckt wurde (BS 15, 3+103). Noch weniger kommt entgegen der Vorinstanz darauf an, was das Bundesamt fÃ¼r Migration oder dessen VorgÃ¤nger nach Art. 14 Abs. 4 Satz 2 ANAV den Kantonen bezÃ¼glich Staaten mitgeteilt haben, mit denen Anspruch auf Kantonswechsel begrÃ¼ndende NiederlassungsvertrÃ¤ge im Sinn von Satz 1 der genannten Vorschrift bestehen sollen. Es schadet deshalb nichts, dass die ANAG-Weisun­gen den fraglichen Vertrag mit Russland nicht auffÃ¼hren (Ziff. 021.2 sowie AnhÃ¤nge 0/1 f.; vgl. ferner Peter Kottusch, Die Niederlassungsbewilligung gemÃ¤ss Art. 6 ANAG, ZBl 87/1986, S. 513 ff., 536 f.+553 f.; BGE 105 Ib 286 E. 2b).</p> <p class="Erwgung3">Endlich meint die Vorinstanz irrtÃ¼mlich, der Vertrag habe keine Publikation in der Gesetzessammlung erfahren (siehe AS XI 375-393). Abgesehen davon wÃ¼rde auch fehlende VerÃ¶ffentlichung nicht hindern, dass ein Erlass wie der hier interessierende Wirkungen im Sinn der BegrÃ¼ndung von Rechten entfalten kÃ¶nne (Botschaft zum Bundesgesetz Ã¼ber die Sammlungen des Bundesrechts und das Bundesblatt, BBl 2003, 7711 ff., 7729; Botschaft zu einem Bundesgesetz Ã¼ber die Gesetzessammlungen und das Bundesblatt, BBl 1983 III 429 ff., 441-443; BGE 100 Ib 341 E. 1b S. 343). Das dÃ¼rfte Ã¼brigens selbst fÃ¼r Vereinbarungen gelten, die AnsprÃ¼che einrÃ¤umen und welche der Bundesrat ohne eigentlich erforderliche Genehmigung der Bundesversammlung abgeschlossen hat (Uebersax, Rz. 5.49, mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.3 </b>Die Vorinstanz moniert an sich richtig, NiederlassungsvertrÃ¤ge aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, welche die FreizÃ¼gigkeit auslÃ¤ndischer Personen und deren Behandlung gleich InlÃ¤ndern vorsÃ¤hen, lege konstante Praxis in stillschweigendem gegenseitigem EinverstÃ¤ndnis der beteiligten Staaten restriktiv aus. Dabei verkennt sie allerdings, dass diese VertrÃ¤ge immerhin noch auf jene AngehÃ¶rigen der Partnerstaaten Anwen­dung finden, die bereits eine Niederlassungsbewilligung besitzen (Uebersax, Rz. 5.50).</p> <p class="Erwgung3">Der hier strittige Vertrag mit Russland ist, soweit ersichtlich, nie gemÃ¤ss seinem Art. 12 Abs. 2 gekÃ¼ndigt worden. GÃ¤lte er auch sonst weiter, verliehe er den unter ihn Fallenden im Sinn von Art. 14 Abs. 4 Satz 1 ANAV zweifelsohne Anspruch auf Kantonswechsel.</p> <p class="Erwgung3">Nicht anzunehmen ist, dieser Vertrag habe sich allein mit der revolutionÃ¤ren Wandlung des Zarenreichs zur Sowjetunion erledigt (hierzu Karl Doehring, VÃ¶lkerrecht, Heidelberg 1999, S. 66 f.+69 f.; JÃ¶rg Paul MÃ¼ller/Luzius Wildhaber, Praxis des VÃ¶lkerrechts, 3. A., Bern 2001, S. 251+255 f.). Freilich dÃ¼rfte er hernach beidseitig kaum mehr zum Tragen gekommen sein. Wie sich sogleich zeigt, kann offen bleiben, ob er deshalb erlosch (vgl. Georges Perrin, Droit international public, ZÃ¼rich 1999, S. 282 ff.). Eine dahin gehende Ãberzeugung der Schweiz dÃ¼rfte sich jedenfalls darin gezeigt haben, dass ihn bereits die BS nicht mehr abdruckte, und zwar im Gegensatz etwa zum ebenso aus dem Jahr 1873 stammenden Auslieferungsvertrag mit Russland (BS 12, 251 ff.; siehe oben 2.1.2 Abs. 1 f.).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.4 </b>Die Ukraine ist ein Nachfolgestaat der frÃ¼heren Sowjetunion und damit des alten Russlands, welche ihrerseits durch das heutige fortgesetzt wird (MÃ¼ller/Wildhaber, S. 251 f.+254 ff.+259 ff.; BGr, 3. Mai 2000, 1A.54/2000, E. 6f+h, www.bger.ch; Doehring, S. 66 f.+69 f.+73 ff.; BGE 123 II 511 E. 5d [alles auch zum Folgenden]). Gerade in solcher Lage bleibt insbesondere umstritten, ob bilaterale VertrÃ¤ge der hier interessierenden Art mit dem vormaligen Staat von selbst einstweilen auch fÃ¼r einen neuen gelten (act. 11 Blatt 2); verneint man das â so die bundesgerichtliche Praxis â, kÃ¶nnen immerhin der neue Staat und die Gegenpartei ausdrÃ¼cklich oder konkludent Ã¼bereinkommen, den Vertrag aufrechtzuerhalten (Walter KÃ¤lin/Astrid Epiney, VÃ¶lkerrecht, Bern 2003, S. 45-49; Stefan Heimgartner, Auslieferungsrecht, ZÃ¼rich etc. 2002, S. 26 f.; BGE 105 Ib 286 E. 1c).</p> <p class="Erwgung3">Weissrussland, die Ukraine sowie Russland erklÃ¤rten am 8. Dezember 1991 zur Bildung der Gemeinschaft UnabhÃ¤ngiger Staaten (GUS), deren Teilnehmer wÃ¼rden das Einhalten der internationalen Verpflichtungen gewÃ¤hrleisten, die fÃ¼r sie aus den VertrÃ¤gen der frÃ¼heren Sowjetunion flÃ¶ssen (MÃ¼ller/Wildhaber, S. 259 f., auch zum Weiteren). Die GUS-GrÃ¼ndungsdeklaration vom 21. gleichen Monats unter anderem mit Kasachstan ergÃ¤nzte diese ErklÃ¤rung um den Passus "in Ãbereinstimmung mit ihren Verfassungsprozeduren". Am 20. MÃ¤rz 1992 anerkannten die Staatschefs der GUS ausser jenem Turkmenistans ferner, deren Mitglieder seien Rechte- sowie Pflichtennachfolger der ehemaligen Sowjetunion, und setzten eine Kommission zwecks DurchfÃ¼hrung von Verhandlungen sowie Vorbereitung von VorschlÃ¤gen ein, um Fragen der Rechtsnachfolge zu entscheiden. Aus alledem schliesst das Bundesgericht nicht auf eine automatische Vertragsnachfolge der einzelnen GUS-LÃ¤nder; vielmehr bedÃ¼rfe es "einer speziellen Annahme der VertrÃ¤ge â¦ nach Einholung der verfassungsrechtlich notwendigen Zustimmung â¦ (â¦; so auch BGE 123 II 511 E. 5d â¦ betr. Kazachstan)" (zum Ganzen BGr, 3. Mai 2000, 1A.54/2000, E. 6f/bb, www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung3">Hat aber die Ukraine den Niederlassungsvertrag mit Russland â wenn er denn Ã¼berhaupt noch besteht â nicht sonst wie ausdrÃ¼cklich oder stillschweigend Ã¼bernehmen wollen, kommt auf die Haltung der Schweiz hierzu nichts mehr an. Also ermangeln die BeschwerdefÃ¼hrenden einer Anspruchsbasis fÃ¼r den Kantonswechsel und bleibt unerheblich, ob die zudem nÃ¶tigen Ausweispapiere der Heimat vorliegen. Wie angemerkt werden mag, spielt wegen des Prinzips der beweglichen Vertragsgrenzen entgegen der Vorinstanz keine Rolle, "dass das Territorium der heutigen Ukraine 1873 teilweise zum Gebiet des damaligen zaristischen Russlands sowie zum Gebiet der kaiserlichen und kÃ¶niglichen Monarchie Ãsterreich-Un­garn gehÃ¶rte" (act. 11 Blatt 2; KÃ¤lin/Epiney, S. 46; MÃ¼ller/Wildhaber, S. 254; Doehring, S. 74+77).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Mithin lÃ¤sst sich die Beschwerde nicht an die Hand nehmen, obwohl die Ã¼brigen Eintretensvoraussetzungen ohne weiteres erfÃ¼llt wÃ¤ren.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Nicht mehr zu prÃ¼fen ist daher die materielle Frage, ob die BeschwerdefÃ¼hrenden den Aus­weisungsgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. d des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (SR 142.20) erfÃ¼llen, das heisst der Ã¶ffentlichen WohltÃ¤tigkeit fortgesetzt und erheblich zur Last fallen wÃ¼rden (vgl. BGE 122 II 1 E. 3c, 123 II 145 E. 3 sowie 529 E. 4; Uebersax, Rz. 5.108; wider dieses Erfordernis bei Anspruch auf Kantonswechsel erneut Spescha/StrÃ¤uli, S. 51). Sie legen jedenfalls dar, dass solches bei ihnen nicht zutrÃ¤fe.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">AusgangsgemÃ¤ss wÃ¼rden die BeschwerdefÃ¼hrenden kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Sie kÃ¶nnen aber hiervon befreit werden, wenn sie als mittellos und ihre Begehren nicht als offenkundig aussichtslos erscheinen (§ 70 in Verbindung mit § 16 Abs. 1 VRG). Beide Bedingungen sind hier erfÃ¼llt, weil die BeschwerdefÃ¼hrenden bislang FÃ¼rsorgegelder beziehen mussten und ihr Rechtsmittel nach dem Gesagten sich nicht als chancenlos bezeichnen lÃ¤sst (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 16 N. 24 ff). Entsprechend gilt es, die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen.</p> <p class="Erwgung2">Mangels Obsiegens kÃ¶nnen die BeschwerdefÃ¼hrenden keine ParteientschÃ¤digung erhalten (§ 17 Abs. 2 VRG). Weil sie aber ihre Rechte vor Verwaltungsgericht klarerweise nicht selbst zu wahren vermochten, ist ihr Vertreter fÃ¼r das Rechtsmittelverfahren zum unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bestellen (§ 70 in Verbindung mit § 16 Abs. 2 VRG; vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 39 ff.). Diesem muss in Anwendung von § 13 Abs. 2 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997 (LS 175.252) Gelegenheit gegeben werden, seinen Aufwand zu spezifizieren.</p> <p class="Erwgung2">Indem die Kammer keinen Anwesenheitsanspruch der BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich angenommen hat, hat sie bereits die Frage verneint, ob sich eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erheben lasse. Die Verletzung eines behaupteten Anspruchs mÃ¼sste trotzdem im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde moniert werden (BGE 127 II 161 E. 1b; siehe ferner E. 3b hinsichtlich der RÃ¼ge, der vorangegangene kantonale Sachentscheid habe Verfahrensgarantien missachtet).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die BeschwerdefÃ¼hrenden werden im verwaltungsgerichtlichen Verfahren von der Bezahlung der Kosten befreit.</p> <p class="Einzug2">2. Rechtsanwalt C wird den BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren als unentgeltlicher Rechtsbeistand beigegeben. Dieser wird aufgefordert, dem Verwaltungsgericht binnen einer nicht erstreckbaren Frist von 30 Tagen ab Zustellung dieses Beschlusses eine detaillierte Zusammenstellung Ã¼ber den Zeitaufwand und die Barauslagen einzureichen, ansonsten die EntschÃ¤digung nach Ermessen festgesetzt wÃ¼rde.</p> <p class="Einzug2">3. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</p> <p class="Einzug2">4. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'600.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">5. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</p> <p class="Einzug2">6. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">7. Im Sinn der ErwÃ¤gungen kann gegen diesen Beschluss innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2">8. Mitteilung an: â¦..</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>