<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, den eidgenössischen Räten eine Änderung des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG) zu unterbreiten mit dem Ziel, die relevanten Bestimmungen über den Schutz der Hecken und Feldgehölze den heutigen Bedürfnissen der Landwirtschaft anzupassen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat bereits bei der Beantwortung der nahezu identischen Motion Oehrli (01.3064, Schutz von Hecken und Feldgehölzen. Anpassung an die Bedürfnisse der Landwirtschaft) vom 13. März 2001 Gelegenheit gehabt, sich zum Anliegen des Motionärs zu äussern. Er hat die Motion damals zur Ablehnung beantragt. Die dafür ausschlaggebenden Gründe sind auch heute noch gültig und lassen sich folgendermassen zusammenfassen:</p><p>Es ist nicht der Sinn einer multifunktionalen, zukunftsgerichteten Landwirtschaft, die ökologisch erwünschte Aufwertung im Talgebiet durch eine Verarmung im Berggebiet zu kompensieren. Die laufenden Anstrengungen zur Stärkung des ökologischen Ausgleiches in der Landwirtschaft dürfen nicht durch eine Beseitigung der ökologischen und landwirtschaftlichen Strukturen im Berggebiet unterlaufen werden. Hecken und Feldgehölze als bestehende Strukturen haben nämlich zahlreiche positive Wirkungen: Sie schützen vor Erosion und Wind und dienen im Sommer als Schattenspender für die Weidetiere. Nicht zuletzt sind sie visueller Leistungsausweis für eine Landwirtschaft, welche der biologischen und landschaftlichen Vielfalt verpflichtet ist.</p><p>Durch die Gewährung von Ökobeiträgen an die freiwillige Schaffung und Pflege von Hecken und Feldgehölzen unterstreicht der Bund deren grosse Bedeutung für die einheimische Flora und Fauna sowie für Landschaftsbild und -gestaltung. Hecken und Feldgehölze, die sich durch besondere Qualität auszeichnen oder - als klassische Vernetzungselemente - Bestandteile regionaler Vernetzungskonzepte bilden, werden von Bund und Kantonen noch mit zusätzlichen Beiträgen unterstützt.</p><p>Schliesslich sieht das bestehende Recht bereits heute eine gewisse Flexibilität vor und nimmt sowohl auf die Interessen der Bewirtschafter als auch auf die Bedürfnisse von Natur und Landschaft angemessen Rücksicht. Die Kantone können nämlich mittels Vereinbarungen mit den Grundeigentümern und Bewirtschaftern (Art. 18c Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz, NHG) den Schutz von Hecken und Feldgehölzen situationsgerecht umsetzen. Auch Schutz, Wiederherstellung und Ersatz bei technischen Eingriffen (Art. 18 Abs. 1ter NHG) sowie die Ausnahmen von der strafrechtlich unzulässigen Beseitigung von Hecken (Art. 18 Abs. 1 Bst. g des Jagdgesetzes vom 20. Juni 1986; SR 922.0) liegen in der Kompetenz der Kantone. Eine Änderung des NHG mit dem Ziel, den Schutz der Hecken und Feldgehölze im Berggebiet zu lockern, ist deshalb unnötig.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.