B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3059/2020 U r t e i l v o m 2 8 . O k t o b e r 2 0 2 0 Besetzung Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), Richterin Contessina Theis, Richter Walter Lang, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren am (...), Sri Lanka, vertreten durch Matthias Rysler, (...), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 12. Mai 2020 / N_______. D-3059/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer ersuchte am (...) um Asyl in der Schweiz. Am 5. März 2019 fand die Befragung zur Person (BzP) statt. Am 13. August 2019 wurde der Beschwerdeführer zu seinen Asylgründen angehört. A.b Im Wesentlichen machte der aus B._______ stammende Beschwer- deführer tamilischer Ethnie geltend, nach (Nennung Schulabschluss und anschliessende berufliche Tätigkeit) beschäftigt gewesen. Im (...) habe er zusammen mit einem Arbeitskollegen den Ort eines künftigen Arbeitsein- satzes besichtigt, wobei sie mit dem Motorrad unterwegs gewesen seien. Nach der Besichtigung seien sie auf der Rückfahrt von unbekannten be- waffneten Personen respektive von Angehörigen der C._______ angehal- ten worden. Er habe ihnen sein Telefon aushändigen müssen und die Män- ner hätten ihm gesagt, dass sein Motorrad, welches seinem Arbeitgeber gehört habe, gebraucht und bald zurückgebracht werde. Er und se in Ar- beitskollege seien bei einem Tempel abgesetzt und aufgefordert worden, dort zu warten. Da in der Folge während mehreren Stunden nichts mehr geschehen sei, seien er und sein Kollege zu einem Haus gegangen, von wo sie ihre Firma telefonisch über den Vor fall informiert hätten. Danach hätten sie beim Tempeleingang gewartet und kurze Zeit später Schüsse und eine Explosion gehört. Sie seien dann in den Tempel gerannt, hätten ihre Helme bei einem Priester deponiert und seien schliesslich zur Polizei gegangen, um den Diebstahl des Motorrads anzuzeigen. Innerhalb weni- ger Zeit sei das Motorrad – welches Schussspuren aufgewiesen habe – aufgefunden und auf den Polizeiposten gebracht worden . Er sei beschul- digt worden, den in die Kampfhandlungen verwickelten Dieben das Motor- rad absichtlich überlassen zu haben. Nach längerer Befragung habe die Polizei ihn und seinen Kollegen gehen lassen. Später seien zwei Personen, welche die Polizei als die beiden Motorraddiebe vermutet habe, ums Leben gekommen. Daraufhin sei er aufgeboten worden, die Toten in Anwesenheit eines Richters zu identifizieren. Bei der Leichenschau habe er erkannt, dass es sich nicht um die beiden Motorraddiebe gehandelt habe. Sowohl eine Woche danach als auch nochmals einen Monat später habe ihn das Criminal Investigation Department (CID) jeweils zu Befragungen betreffend diesen Vorfall mitgenommen, wobei er anlässlich der zweiten Befragung auch geschlagen und bedroht worden sei. Dabei habe er eine Verletzung im (Nennung Körperteil) erlitten, die habe genäht werden müssen. Auf An- raten seines Vaters und aus Furcht vor weiteren Behelligungen sei er im D-3059/2020 Seite 3 (...) mit Hilfe eines Schleppers nach D._______ ausgereist, wobei die Be- hörden in der Folge noch zwei bis dreimal bei seiner Familie nach ihm ge- fragt hätten. Im (...) sei er mit einem One-Way-Passport der sri-lankischen Botschaft über die offizielle Grenzkontrolle wieder in seine Heimat zu sei- nen Eltern zurückgekehrt, wobei man ihn am Flughafen kurz und im (...) während längerer Zeit zu seinem Aufenthalt in D._______ befragt habe. Aus Angst vor einer erneuten Befragung habe er seine Heimat im (...) wie- derum mit Hilfe eines Schleppers illegal verlassen. Nach seiner Ausreise hätten die Behörden seine Eltern aufgesucht und nach ihm gefragt. A.c Der Beschwerdeführer reicht e (Aufzählung Beweismittel) zu den Ak- ten. B. Mit Verfügung vom 12. Mai 2020 stellte das SEM fest, der Beschwerdefüh- rer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, ver- fügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. C. Der Beschwerdeführer erhob gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom 12. Juni 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, es sei der Entscheid des SEM aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts un d zur Neu- beurteilung an die Vor instanz zurückzuweisen, subeventualiter sei er in- folge Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit in der Schweiz vorläufig aufzu- nehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei ihm die un- entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren. Der Beschwerde beigelegt waren (Nennung Beweismittel). D. Die Instruktionsrichterein wies mit Zwischenverfügung vom 1. Juli 2020 die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bei- ordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands ab und forderte den Be- schwerdeführer zur Bezahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 750.– bis zum 16. Juli 2020 auf. Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht geleistet. E. Mit Eingabe vom 1. Juli 2020 reichte der Beschwerdeführer (Nennung Be- weismittel) zu den Akten. D-3059/2020 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. 1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 4. 4.1 In der Beschwerde w ird in formeller Hinsicht eine Verletzung des An- spruchs auf rechtliches Gehör (Untersuchungsgrundsatz; Gebot der objek- tiven und umfassenden Würdigung des rechtserheblichen Sachverhalts; Begründungspflicht) gerügt. Diese Rüge ist vorab zu beurteilen, da sie al- lenfalls geeignet wäre, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer D-3059/2020 Seite 5 Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be- hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung muss so abgefasst sei n, dass sie eine sachgerechte Anfechtung ermöglicht. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk- ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück- lich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach- verhalts bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Un- richtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, w enn nicht alle für den Ent- scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts- pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 4.3 Die Vorinstanz kam hinsichtlich der Vorfluchtgründe des Beschwerde- führers zum Schluss, diese seien nicht asylrelevant und demnach nicht ge- eignet, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen. Es prüfte die angeführten Ereignisse des Jahres (...) und hielt fest, es bestehe zwischen diesen und der Ausreise im Jahr 2019 kein ausreichend enger Kausalzusammenhang. Ebenso würdigte das SEM die Schilderungen bezüglich der beiden Befra- gungen im Jahr (...) und namentlich auch die damit angeblich einhergehen- den verbalen Einschüchterungen sowie die gegenüber dem Beschwerde- führer ausgesprochen Drohungen explizit und kam zum Schluss, es fehle diesen Vorkommnissen an der nötigen Intensität, um Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG darzustellen . Weiter lägen keine begründeten Anhalts- punkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asyl- relevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt w ürde. Das SEM hat nachvollziehbar und hinreichend differenziert aufgezeigt, von welchen Überlegungen es sich vorliegend leiten liess und sich auch mit sämtlichen zentralen Vorbringen des Beschwerdeführers – so auch mit der behördli- chen Nachfrage bei den Eltern im Nachgang zu r Ausreise 2019 – ausei- nandergesetzt. Dabei musste sich das SEM nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinan- dersetzen, sondern durfte sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte be-D-3059/2020 Seite 6 schränken. Der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer die Auffas- sung und Schlussfolgerungen des SEM nicht teilt, ist keine Verletzung der Begründungspflicht, sondern eine materielle Frage. Sodann zeigt die aus- führliche Beschwerdeeingabe deutlich auf, dass eine sachgerechte An- fechtung ohne weiteres möglich war. Der Umstand, dass die Vorinstanz in ihrer Länderpraxis zu Sri Lanka einer anderen Linie folgt als vom Be- schwerdeführer vertreten, und sie aus sachlichen Gründen zu einer ande- ren Würdigung der Vorbringen (inklusive Risikoanalyse) gelangt als vom Beschwerdeführer verlangt, stellt überdies keine ungenügende Sachver- haltsfeststellung dar. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt insge- samt nicht vor. 4.4 Zusammenfassend erweist sich die formelle Rüge als unbegründet . Der Antrag auf Rückweisung der Sache ist abzuweisen. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihre r politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freihei t sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungs- gericht hat. Die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da- rauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verwei- sen). 6. 6.1 Das SEM kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vor- bringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Flücht- lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Die Vorfälle im Jahr (...) stünden nicht im engen sachlichen Kausalzusammenhang zur letzten Aus- reise im (...). Es lägen keine Hinweise vor, dass der Beschwerdeführer des- wegen nochmals aufgesucht oder befragt worden wäre. Seinen Schilde-D-3059/2020 Seite 7 rungen zufolge seien die beiden Befragungen im Jahr (...) im Zusammen- hang mit seinem Aufenthalt in D._______ erfolgt, weshalb es sich dabei um allgemein beka nnte Kontrollbefragungen bei sri -lankischen Rückkeh- rern gehandelt habe. Die Ausstellung eines Passes für die Rückkehr aus D._______, die legale Einreise und sein weiterer Aufenthalt am Heimatort würden ebenfalls dafür sprechen, dass er zum Zeitpunkt seiner Rückkehr im Jahr (...) nicht im Fokus der heimatlichen Behörden gestanden sei. Auch wenn das Vorgehen der sri-lankischen Behörden bei den Befragungen zu seiner langen Abwesenheit eine belastende Situation dargestellt haben möge, fehle es d en dabei erlitte nen Nachteilen, namentlich verbale Ein- schüchterungen und Drohungen, an der nötigen Intensität, weshalb sie nicht asylrelevant seien. Es seien ferner keine Anhaltspunkte zu erkennen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beacht- licher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevante Verfol- gungsmassnahmen befürchten müsste. Die Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 vermöge diese Einschätzung – in Ermangelung eines persönlichen Bezugs des Beschwerdeführers zu diesem Erei gnis respek- tive dessen Folgen – nicht umzustossen. Die eingereichten Beweismittel vermöchten daran nichts zu ändern, da sie entweder keinen persönlichen Bezug zum Beschwerdeführer aufweisen würden oder – wie insbesondere die (Nennung Beweismittel) – als blosse Gefälligkeitsschreiben zu qualifi- zieren seien oder lediglich den Diebstahl des Motorrads oder die Meldun- gen des Beschwerdeführers beim (Nennung Institutionen) belegen wür- den. 6.2 Nebst einlässlichen Ausführungen zur aktuellen Situation der Men- schenrechte in Sri Lanka und der damit verbundenen erhöhten Gefährdung für tamilische Rückkehrer entgegnete d er Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe, der Umstand, dass er nach seiner Rückkehr aus D._______ bis zur erneuten Ausreise allenfalls keine asylrelevanten Nach- teile erlitten habe, bedeute nicht, dass die sri -lankischen Behörden kein Interesse an seiner Person gehabt hätten. Ein solches Interesse sei ange- sichts des glaubhaft geschilderten Sachverhalts als erstellt zu erachten. Die vorinstanzliche Beurte ilung der von ihm eingereichten Beweismittel stehe teilweise im Widerspruch zu seinem Vorbringen, wonach er im (Nen- nung Zeitpunkt) seinen Eltern gegenüber beschuldigt worden sei, mit auf- gefundenen Waffen zu tun zu haben , auch wenn einzu räumen sei, dass die von ihm eingereichten (Nennung Beweismittel) nicht geeignet seien, eine unmittelbare Verfolgung zu beweisen, und deshalb nicht als zentrale Beweismittel für seine Gefährdung dienen könnten. Ferner dürfte das Inte- resse der sri -lankischen Behörden an seiner Person weniger durch den D-3059/2020 Seite 8 beantragten (Nennung Dokument) ausgelöst worden sein, als durch eine Meldung der Sicherheitsdienste am Flughafen an lokale oder regionale Be- hörden in seinem Wohndistrikt. Er befürchte, dass die sri -lankischen Be- hörden ihre im Jahr (...) ausgesprochenen Drohungen wahrmachen könn- ten und er bei einer Rückkehr Misshandlung und Folter ausgesetzt würde. Dies erscheine auch vor dem Hintergrund der aktuellen Menschenrechts- lage in seiner Heimat und der gängigen Praxis gegenüber Personen, de- nen Verbindungen zu den C._______ nachgesagt würden, als objektiv nachvollziehbar. In Berücksichtigung der relevanten Risikofaktoren läge n in seinem Fall aufgrund früherer Mitnahmen zu Befragungen starke Hin- weise dafür vor, dass er auf einer "Stop -List" ei ngetragen sei. Der vor - instanzliche Vorhalt, das Ausstellen von Dokumenten spreche gegen eine Verfolgungsgefahr, sei ebenso wenig stichhaltig wie der Einwand des SEM, er habe Sri Lanka legal verlassen, was gegen eine Verfolgungsgefahr spre- che, bestehe doc h die Möglichkeit, das Land mit Hilfe von sogenannten "Agents" über den Flughafen Colombo – selbst im Besitz des eigenen Rei- sepasses – zu verlassen. 7. 7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum Schluss, dass die Vorinstanz das Asylg esuch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat. Im Wesentlichen kann auf die Erwägungen in der an- gefochtenen Verfügung verwiesen werden. Die Ausführungen auf Be- schwerdeebene sind nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung zu ge- langen. 7.2 Zunächst ist anzuführen, dass der Beschwerdeführer aus seinem Vor- bringen, seine Schilderungen der Vorfälle im Jahr (...) seien als glaubhaft zu erachten, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag. In Ermangelung eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen diesen Vorfällen und seiner Ausreise im Jahr 2019 ändert dieser Hinweis an deren Asylirrele- vanz nichts. So lassen die Schilderungen des Beschwerdeführers zu den Befragungen im Jahr (...) keinen Zusammenhang mit seinen ursprüngli- chen Ausreisegründen im Jahr (...) erkennen, sondern weisen ausschliess- lich einen solchen zu seiner langjährigen Landesabwesenheit auf (vgl. act. A15/24, F125 und F129). Sodann stellen d ie angeführten Kontrollmass- nahmen im Jahr (...) und die mit der Befragung im (...) verbundenen verba- len Einschüchterungen und Drohungen – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht – weder eine ernsthafte Verletzung psychischer Natur dar, die ein asylrelevantes Ausmass angenommen hätte, noch kann in die-D-3059/2020 Seite 9 sem Zusammenhang von einem unerträglichen psychischen Druck ausge- gangen werden. Nach den geschilderten Umständen befand sich der Be- schwerdeführer weder in einer derartigen Zwangssituation noch in einem solchen Gewissenskonflikt, dass ihm der Verbleib im Heimatstaat verun- möglicht worden wäre. So war es ih m im Anschluss an die Befragung im (...) weiterhin möglich, bei seinen Eltern zu leben und (Nennung Tätigkeit) wie auch weitere persönliche Pläne zu schmieden (vgl. act. A15/24, F58, F60 und F165). Es sind vorliegend keine Hinweise ersichtlich, dass allfäl- lige weitere Befragungen des Beschwerdeführers unter anderen Umstän- den als denjenigen im Gespräch vom (...) stattfinden würden und er ernst- hafte Nachteile erleiden müsste. So wurde er in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man ihn allenfalls erneut befragen wolle (vgl. act. A15/24, F130). 7.3 Die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel sind – wie der Beschwerdeführer selber eingesteht – nicht geeignet, die behaup- tete Verfolgungssituation wegen vermuteter Verbindungen zu den C._______ zu stützen. Auch das auf Beschwerdeebene nachgereichte Be- weismittel (Nennung Dokument) vermag daran nichts zu ändern. So sollen sich gemäss dieser (Nennung Beweismittel) im (...) und im (...) unbekannte Personen beim (Nennung Person) nach dem Aufenthaltsort des Beschwer- deführers erkundigt haben, da man den Beschwerdeführer über seine Ak- tivitäten mit den C._______ befragen wolle. Aus dieser Bestätigung wird jedoch nicht ersichtlich, durch welche Personen der Beschwerdeführer ge- sucht worden sein soll, zumal es sich bei den diesbezüglichen Ausführun- gen im Begleitschreiben vom 1. Juli 2020 um blosse Mutmassungen han- delt. Sodann ist nicht einsichtig, weshalb man ihn nicht bei seinen Eltern gesucht habe, sondern bei einer Drittperson, welcher seine persönlichen Verhältnisse und sein Aufenthaltsort offensichtlich nicht bekannt waren, nachgefragt haben will. Ausserdem ist nicht glaubhaft, dass man ihn mehr als (...) Jahre nach dem Vorfall im (...), als er der Unterstützung der C._______ bezichtigt und wiederholt verhört worden sei, zu seinen angeb- lichen Aktivitäten mit den C._______ befragen sollte. Dies umso mehr, als er angeblich nach seiner Rückkehr aus D._______ im Jahr (...) bereits zweimal von den sri-lankischen Behörden befragt worden war, ohne dass man ihn – was beim Vorliegen eines effektiven Verdachts naheliegend ge- wesen wäre – zu seinen ursprünglichen Ausreisegründen im Jahr (...) oder zu irgendwelchen Aktivitäten zugunsten der C._______ befragt hätte. Auch erscheint nicht plausibel, dass ihn seine Eltern über die angeblichen Nach- forschungen zu seiner Person (Nennung Dauer) im Ungewissen gelassen hätten und er sich selber erst im Rahmen der Beschwerdevorbereitung D-3059/2020 Seite 10 nach derartigen Vorkommnissen bei seinen Angehörigen erkundigt haben will, obwohl er seit seiner Ankunft in der Schweiz in ständigem Kontakt mit diesen stehe (vgl. SEM act. A15/24, F26 ff.; Beschwerdeschrift S. 5, 2. Ab- satz). Der (Nennung Beweismittel) kommt demnach keine Beweiskraft zum Nachweis einer behördlichen Suche zu. 7.4 Im Weiteren hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, es bestehe aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers kein begründeter Anlass zur An- nahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit oder in absehbarer Zukunft asylrelevan ten Verfolgungs- massnahmen ausgesetzt sein werde. Der – weder in Sri Lanka noch in der Schweiz politisch aktive – Beschwerdeführer weist keine Risikofaktoren im Sinne des Referenzurteils E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 auf, aufgrund derer davon auszugehen wäre, dass er bei einer Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt wäre. Nach Ansicht des Gerichts hat der Beschwerdeführer vorliegend keine Massnahmen zu befürchten, die über einen sogenannten Back- ground Check (Befragungen, Überprüfung von Auslandsaufenthalten und Tätigkeiten in Sri Lanka und im Ausland) hinausgehen. Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass er wegen vermuteter Verbindungen zu den C._______ ins Visier der heimatlichen Behörden geraten ist . Zwar wurde er nach seiner Rückkehr aus D._______ im (...) am Flughafen kurz und im (...) in einem Camp von zwei Angehörigen der Sicherheitskräfte eingehend zu seinem langjährigen Aufenthalt in D._______ befragt. Dabei wurde er anlässlich der zweiten Befragung eingeschüchtert und es wurden ihm auch Fragen dergestalt gestellt , ob er (Nennung Inhalt der Frage) (vgl. act. A15/24, F125). Dieser Umstand für sich lässt aber noch nicht den Schluss zu, dass er zu jener Gruppe zu zählen wäre, die bei einer Rückkehr m it beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Wie vorstehend ausgeführt, hat der Beschwerdeführer nicht glaubhaft dargelegt, im Zeit- punkt der Ausreise flüchtlingsrechtlich relevant gefährdet gewesen zu sein. Der Beschwerdeführer lebte und arbeitete nach seiner Rückkehr aus D._______ im (...) noch (Nennung Dauer) respektive nach der zweiten Be- fragung im (...) weitere (Nennung Dauer) in Sri Lanka und dessen Wohnort war den sri-lankischen Behörden offensichtlich bekannt, weshalb Letztere bei einem allfälligen Verfolgungsinteresse ausreichend Zeit gehabt hätten, um seiner habhaft zu werden. Würden die sri -lankischen Behörden de m Beschwerdeführer tatsächlich ein Interesse am Wiederaufflammen des ta- milischen Separatismus unterstellen, hätten sie ihn nicht ohne Weiteres nach der Befragung im (...) mit dem Hinweis, man werde ihn abermals zur D-3059/2020 Seite 11 Befragung rufen, "wenn etwas ist" (vgl. act. A15/24, F130), wieder gehen lassen. Dieser Umstand lässt vielmehr den Schluss zu, dass die Behörden den Beschwerdeführer nicht ernsthaft verdächtigten, in massgeblicher Weise in Verbindung mit den C._______ gestanden zu sein oder Kontakt zu Kaderleuten der Organisation gehabt zu haben, zumal ih m auch keine konkreten Vorhaltungen in diese Richtung gemacht wurden. Es besteht vor diesem Hintergrund kein Grund zur Annahme, dass der Beschwerdeführer auf der „Watch“- oder der „Stop“-Liste eingetragen ist. Was seine Narbe im (Nennung Körperteil) anbelangt, hatte er diese bereits bei seiner Einreise im Jahr (...) und zudem handelt es sich dabei lediglich um einen schwachen Risikofaktor. Aus temporären Reisepapieren vermag er ebenfalls keine Ge- fährdung abzuleiten (vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-1109/2016 vom 29. März 2018 E. 7.5). Diese Einschätzung gilt auch unter Berücksichti- gung der aktuellen politischen Lage in Sri Lanka. Die Präsidentschaftswah- len von November 2019 und daran anknüpfende Ereignisse vermögen diese Einschätzung nicht in Frage zu stellen (vgl. dazu im Einzelnen: Urteil des BVGer E-1156/2020 vom 20. März 2020 E. 6.2). Diesbezüglich ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Perso- nen zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Folgen besteht. Für den Beschwerdeführer ist das nicht der Fall. 7.5 Die Vorinstanz hat demnach zu Recht festgestellt, dass der Beschwer- deführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und sein Asylgesuch ent- sprechend abgelehnt. 8. Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine aus- länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs- vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts D-3059/2020 Seite 12 der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseig en- schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 9.2 9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an- dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund vo n Situationen wie Krieg, Bürger- krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausrei- sen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG). 9.2.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender Begründung erkannt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine Anwendung findet und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin- dernisse erkennbar sind. Gemäss R echtsprechung des Bundesverwal- tungsgerichts lassen weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungs- vollzug als unzulässig erscheinen (vgl. E-1866/2015 E. 12.2 f.). An der La- geeinschätzung in E-1866/2015 ist weiterhin festzuhalten. Auch der Euro- päische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wiederholt festge- stellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine R isikoeinschät- zung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37). Weder aus den Vorbringen des Beschwerdeführers noch in anderweitiger Hinsicht er- geben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er im Falle einer Ausschaf- fung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer gemäss der EMRK oder der FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt D-3059/2020 Seite 13 wäre. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Präsident- schaftswahlen von November 2019 und des diplomatischen Konflikts zwi- schen der Schweizer Botschaft und den sri-lankischen Behörden. Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der flüchtlings- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9.3 9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.3.2 Das SEM hat sich eingehend mit der Frage der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung des aus B._______ stammenden Beschwerde- führers befasst und die Zumutbarkeit bejaht. Diesen zu bestätigenden Er- wägungen ist grundsätzlich nichts beizufügen. Der Beschwerdeführer setzt diesen Feststellungen nichts entgegen. Er verfügt an seinem Herkunftsort über ein familiäres Beziehungsnetz und eine ges icherte Wohnsituation Überdies besitzt er eine solide schulische Ausbildung sowie diverse Be- rufserfahrungen (vgl. im Einzelnen act. A7, S. 3 ff.). Es ist somit davon aus- zugehen, dass sich der grundsätzlich gesunde Beschwerdeführer in seiner Heimat beruflich wieder integrieren und auf ein tragfähiges Beziehungs- netz zurückgreifen kann, welches ihn nach einer Rückkehr im Bedarfsfall unterstützen kann. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). D-3059/2020 Seite 14 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh- rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der am 16. Juli 2020 in der gleichen Höhe geleis- tete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwen- den. (Dispositiv nächste Seite) D-3059/2020 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Be- zahlung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Jeannine Scherrer-Bänziger Stefan Weber