Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. Juli 2012 (725 11 424) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Leistungen Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin i.V. Patricia Bäckert Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch D r. Daniel Riner, Advokat gegen SUVA , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer- Münch, Advokat Betreff Leistungen A. Der 1968 geborene A.____ war seit dem 17. Septemb er 2001 als Gipser bei der B.____GmbH tätig und aufgrund dieses Arbeitsverhältni sses bei der Schweizerischen Unfall- versicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankhei- ten versichert. Am 16. Dezember 2002 stürzte A.____ von e inem Baugerüst aus drei Metern Höhe auf die rechte Schulter. Bei der Erstbehandlung am 3. Januar 2003 diagnostizierte das C.____-Spital eine Kontusion der rechten Schulter, i nfolge dessen A.____ zu 100% arbeitsun- fähig war. Das MRI vom 24. Februar 2003 zeigte eine l eichte Einengung des Akromiohumeral- raumes im Sinne eines Impingement-Syndroms jedoch ohne Läsion der Rotatorenmanchette. Die Behandlung erfolgte konservativ mit Physiotherapie. Nach zwei gescheiterten Arbeitsversu- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen im Mai 2003 und im September 2003, fand während der Zeit vom 8. Oktober 2003 bis 19. November 2003 eine stationäre Behandlung in der D.____-Klinik statt, welche nur eine mässige Besserung der Schulterbeschwerden bewirkte. Nach w eiteren medizinischen Abklä- rungen in der E.____-Klinik wurde A.____ am 28. Mai 2004 an der rechten Schulter operiert. Aufgrund des ungünstigen Heilungsverlaufs und des Verdachts auf einen Low-grade Infekt fand am 26. Januar 2005 eine erneute Schulterarthroskopie statt. Die Heilung verlief weiterhin schlecht, bei persistierendem Low-grade Infekt, weshalb am 25. August 2005 eine nochmalige Schulter-arthroskopie durchgeführt werden musste. Bei n ach wie vor bestehendem Verdacht auf einen Low-grade Infekt erfolgte am 6. Dezember 20 06 abermals eine Schulterarthroskopie, jedoch mit negativen bakteriologischen Untersuchungen und ohne Nachweis eines Low-grade Infektes. Am 9. Mai 2007 erfolgte schliesslich die kreisär ztliche Abschlussuntersuchung durch Dr. F.____, FMH Chirurgie, welcher aufgrund abgeschlosse ner ärztlicher Behandlung den Fall- abschluss empfahl. B. Die beruflichen Abklärungen sowie die beruflichen Massnahmen der Invalidenversiche- rung im Transportbereich / Kurierdienst (GAW-Abklärung vom 13. August 2007 bis 12. Novem- ber 2007 und BEFAS-Abklärung vom 24. September 2007 für 4-6 Wochen) mussten trotz Re- duktion des Arbeitspensums eingestellt werden, da die gewünschte Leistungsfähigkeit nicht erbracht werden konnte. Zur abschliessenden Beurteilung der Zumutbarkeit wurde am 7. Mai 2008 ein medizinisches Gutachten im G.____-Spital in Auf trag gegeben, welches jedoch erst mit Datum vom 15. März 2011 bei der SUVA eintraf. Au fgrund der langen Zeitspanne fand am 2. Mai 2011 eine erneute kreisärztliche Untersuchung von A.____ statt. C. Mit Schreiben vom 26. Mai 2011 stellte die SUVA di e Heilungskosten- und Taggeldleis- tungen per 30. Juni 2011 ein, da eine Behandlung grundsätzlich nicht mehr notwendig sei. D. Mit Verfügung vom 28. Juni 2011 sprach die SUVA A .____ gestützt auf das Gutachten des G.____-Spitals vom 15. März 2011 und der kreisärztliche Untersuchung vom 2. Mai 2011 für die unfallbedingten Erwerbsbeeinträchtigungen e ine Invalidenrente von 28 % ab dem 1. Juli 2011 zu. Im Weiteren wurde für die verbleibe nden Unfallrestfolgen eine Integritätsent- schädigung von 25% (Fr. 26'000.--) ausgerichtet. E. Die von A.____, vertreten durch Advokat Dr. Daniel Riner, erhobene Einsprache, mit welcher er die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen au s der Unfallversicherung beantragte, wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2011 ab. F. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 2 5. November 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialve rsicherungsrecht (Kantonsgericht). Der Beschwerdeführer beantragt, es sei der angefochten e Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2011 und damit die Verfügung vom 28. Juni 2011 aufzuheben und es sei die Be- schwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Leistu ngen aus der Unfallversicherung zu erbringen. Eventualiter seien weitere medizinische Abklär ungen vorzunehmen. Zudem sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen; unter o/e-Kostenfolge. In der Beschwerdebe- gründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht die SU VA habe sich zu Unrecht auf das Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gutachten des G.____-Spitals vom 15. März 2011 gestützt. Dieses würde nicht den aktuellen Gesundheitszustand wiedergeben und die zumutbare Arbeit sfähigkeit sei falsch beurteilt wor- den. Ferner sei bei der Ermittlung des Invalideneinkomm ens auf Tätigkeiten abgestellt worden, die er nicht ausführen könne. G. In ihrer Vernehmlassung vom 1. März 2011 beantragt d ie SUVA, vertreten durch Advo- kat, Andrea Tarnutzer-Münch, die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 AT SG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in Liestal, weshal b die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs . 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Ar t. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vo m 25. November 2011 ist dem- nach einzutreten. 2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente , wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Mit dem Rentenbegin n fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Als Inval idität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ga nze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese wiederum entspricht dem durch Beeinträchtigung de r körperlichen oder geistigen Ge- sundheit verursachten und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 3.1 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbe itsunfähigkeit die durch eine Be- einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundh eit bedingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumu tbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Aufgabe der Ä rztin bzw. des Arztes ist es, den Ge- sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehm en, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits unfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hin- weisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellung nahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invalidi- tätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversi- cherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.1 Mit Verfügung vom 28. Juni 2011, bestätigt mit E inspracheentscheid vom 24. Okto- ber 2011, sprach die SUVA dem Versicherten per 1. Juli 2011 eine auf einer Erwerbsunfähigkeit von 28% basierende Invalidenrente sowie eine Integritä tsentschädigung von 25% zu. Die vom Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde richtet sich primär gegen die Höhe der Invaliden- rente. Dabei stützte sich die SUVA auf das Gutachten des G.____-Spitals von Dr. med. H.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe gungsapparates, vom 15. März 2011 sowie auf das Gutachten des Kreisarztes, Dr. F.____ , vom 2. Mai 2011. Zu beurteilen ist demnach, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer unfallbedingt arbeitsfähig ist. Im Hinblick auf diese Frage sind die Folgenden medizinischen Dokumente zu berücksichtigen. 4.2 In der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 9. Mai 2 007 diagnostizierte Dr. F.____, FMH Chirurgie, einen Zustand nach Schulter kontusion rechts mit einer AC- Gelenksproblematik und subacromialem Impingement, Status nach mehreren arthroskopischen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Eingriffen mit Low-grade Infekt der rechten Schulter mit Propionibacterium acnes. Die Beweg- lichkeit der rechten dominanten Schulter sei erheblich eingeschränkt, aktiv werde die Horizonta- le weder bei der Elevation noch bei der Abduktion erreicht, passiv könne die Horizontale bei der Elevation erreicht werden. Die rohe Kraft sei in der r echten Schulter deutlich reduziert. Zusam- mengefasst liege eine schwere Periarthrosis humeroscapularis vor. An der rechten Schulter sei ein Endzustand eingetreten. Diesbezüglich legte Dr. F.__ __ anlässlich seiner Abschlussunter- suchung im Gutachten vom 9. Mai 2007 fest, dass dem Beschwe rdeführer leichte Tätigkeiten unterhalb der Horizontalen zumutbar seien, wobei der r echte Arm überwiegend auf einer Tisch- platte abgestützt oder aber am Körper gehalten werden sollte. Zu vermeiden seien repetitive Vibrations- oder Schlagbelastungen für den rechten Ar m. Auch körperferne Belastungen der rechten oberen Extremität, Überkopfarbeiten mit dem re chten Arm sowie repetitives Anheben von Gewichten mit beiden Händen auf Schulterhöhe seien zu vermeiden. Nicht mehr zumutbar seien Tätigkeiten auf Leitern, Gerüsten oder anderen abstürzgefährdeten Positionen wegen eingeschränkter Haltefunktion der rechten oberen Extremität. Mit den erwähnten Einschränkun- gen sei ein ganztägiger Arbeitseinsatz zumutbar. Die In tegritätsentschädigung schätzte er auf 25 %. 4.3 Im Arztbericht vom 4. September 2007 stellte PD Dr . med. I.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, f est, der Beschwerdeführer könne auf- grund der starken Schulter- sowie Nackenschmerzen keine g anztägigen Arbeiten verrichten, wie dies Dr. F.____ in seinem Gutachten vom 9. Mai 2007 beschrieben habe. Es gäbe Tage, an denen es dem Beschwerdeführer gut ginge und da könne e r gut arbeiten, aber es gäbe Tage, an denen es ihm sehr schlecht ginge. Er könne nicht dauerh aft die gleiche Arbeit machen. Er sei jedoch motiviert und wolle arbeiten. Ideal sei eine Tätigkeit, bei welcher der Beschwerdefüh- rer seine Arbeitszeit selbst einteilen könne. Am 21. N ovember 2007 führte PD Dr. I.____ aus, der Beschwerdeführer sei kaum vermittelbar. Nichtbelasten de Tätigkeiten könne er allenfalls noch teilweise durchführen, aber eine ganztägige Arbe it sei auszuschliessen. Es sei mindes- tens von einem 50%-igen Rentenanspruch auszugehen. Im Be richt vom 28. Mai 2008 hält PD Dr. I.____ fest der Zustand des Beschwerdeführers sei un verändert. Zumutbar seien nur noch Tätigkeiten halbtags. 4.4 Aufgrund dieser Diskrepanzen in der Zumutbarkeitsbeur teilung gab die SUVA am 7. Mai 2008 ein externes Gutachten beim G.____-Spital in Auftrag. Im Gutachten vom 15. März 2011 diagnostizierte Dr. H.____, einen Status nach Schu lterkontusion (16. Dezember 2002), einen Status nach Schulterarthroskopie, Akromioplastik und AC-Resektion (28. Mai 2004), Sta- tus nach Schulterarthroskopie, Bizepstenotomie, subtotal er Synovektomie, Biopsie, Reakromi- oplastik und AC-Gelenknachresektion (26. Januar 2005) b ei Low-grade Infekt mit Propioni ac- nes, Status nach Schulterarthroskopie, subtotaler Synovekt omie, subakromialer Bursektomie und Gelenkbiopsien (25. August 2005) bei Low-grade In fekt mit Propioni acnes, Status nach Schulterarthroskopie, subtotaler Synovektomie subakromioal und glenohumeral und Biopsie (6. Dezember 2006) bei Low-grade Infekt mit Propioni acne s. Aufgrund der Gewebeproben sei da- von auszugehen, dass kein Low-grade Infekt mehr bestehe. D ie Rotatorenmanschette sei ge- mäss allen MRI Aufnahmen und Inspektionen des Gelenks int akt. Der Gelenkknorpel zeige kei- ne Alterationen. Entsprechend gäbe es keine strukturelle n Veränderungen mehr, welche die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden des Beschwerdeführers erklären würden. Der B ewegungsumfang der Schulter rechts sei in allen Bewegungsrichtungen schmerzbedingt eing eschränkt. Aufgrund der Abklä- rungen seien dem Beschwerdeführer alle Arbeiten, bei d enen die rechte Hand nicht eingesetzt würde oder nicht belastet werden muss, ganztätig und ohn e vermehrte Pausen möglich. Beide Beine und der linke Arm seien normal beweglich und belastbar. Leichte Arbeiten mit der rechten Hand seien ganztags möglich, wenn der Arm am Körper geh alten oder abgestützt werden kön- ne. Zumutbar sei gelegentliches Anheben der rechten Ha nd ohne Gewichte bis auf Schulterni- veau. Nicht zumutbar seien Arbeiten auf einem Gerüst od er auf einem Dach, Überkopfarbeiten mit der rechten Hand sowie Arbeiten, bei denen Lasten mit dem rechten Arm über Schulterni- veau gehoben werden müssen. 4.5 Da das Gutachten des G.____-Spitals erst 2 Jahre n ach deren Untersuchung vom 15. Januar 2009 verfasst wurde, hat die SUVA eine wei tere kreisärztliche Untersuchung ange- ordnet. Darin hielt Dr. F.____ am 2. Mai 2011 fest, seine Untersuchung zeige keine grundle- gende Abweichung von den Befunden der letzten kreisärztl ichen Untersuchung vom 9. Mai 2007 sowie der gutachterlichen Untersuchung des G.____-S pitals vom 15. Januar 2009. Somit könne klar von einem stabilen Endzustand ausgegangen wer den. Es bestehe nach wie vor ein Zustand nach Schulterkontusion rechts mit einer AC-Gelen ksproblematik und subacromialem Impingement, Status nach mehreren arthroskopischen Eingriffen mit Low-grade Infekt der rech- ten Schulter mit Propionibacterium acnes. Somit ändere auch nichts an der gutachterlichen Be- urteilung von Dr. H.____ bezüglich der Zumutbarkeit. 5.1 Der Beschwerdeführer rügt, dass die SUVA sich bei der Rentenverfügung für die Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit zu Unrecht auf das Gutach ten des G.____-Spitals von Dr. H.____ vom 15. März 2011 stützte. Die gutachterliche Untersuchung des G.____-Spitals sei am 15. Ja- nuar 2009 erfolgt, das Gutachten selbst sei erst am 15 . März 2011 verfasst worden. Dieses Gutachten würde somit nicht seinen aktuellen Gesundheit szustand wiedergeben. Demgegen- über führt die Beschwerdegegnerin aus, der im Gutachte n festgehaltene Gesundheitszustand entspräche auch demjenigen, der vom Kreisarzt Dr. F.__ __ in seinem Bericht vom 2. Mai 2011 festgehalten worden sei. Die vom G.____-Spital im Gu tachten dokumentierten medizinischen Befunde an der rechten Schulter vom 15. Januar 2009 seien vom Kreisarzt Dr. F.____ bestätigt worden. Dieser habe anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 2. Mai 2011 keine erheb- lichen Veränderungen der medizinischen Befunde im Vergl eich zu den anlässlich der Untersu- chung vom 15. Januar 2009 im G.____-Spital beschriebenen Befunden feststellen können. 5.2 Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers und in Übereinstimmung mit den Ausführungen der Beschwerdegegnerin ist festzustellen, dass durch diese ungewöhnlich lange Dauer die Qualität des Gutachtens nicht beeinträchti gt worden ist. Schliesslich nennt der Be- schwerdeführer dafür keine konkreten Anhaltspunkte und ma cht auch keine Verschlechterung seines Zustands geltend. Ferner wurden die Befunde des G utachtens des G.____-Spitals von Dr. F.____ bestätigt. 5.3 Des Weiteren beanstandet der Beschwerdeführer, de m Gutachter des G.____-Spitals seien nicht alle medizinischen Berichte und Abklärungser gebnisse vorgelegt worden, insbeson- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht dere nicht der Abklärungsbericht des J.____-Spitals vom 19 . Dezember 2007, der Bericht von Dr. med. K.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 2 1. August 2008 und die Berichte von PD Dr. I.____ vom 30. Mai 2008 und 14. Januar 2009. Z udem seien bis zur Verfassung des Gutachtens des G.____-Spitals noch weitere Berichte dazu gekommen, insbesondere der Arzt- bericht von PD Dr. I.____ vom 16. Dezember 2010 und de r Bericht vom PD Dr. med. L.____, FMH Neurologie, vom 26. Januar 2009, welche ebenfalls nicht berücksichtigt worden seien. Ferner sei davon auszugehen, dass noch Berichte der D.___ _-Klinik vorliegen würden. Dazu führt die Beschwerdegegnerin aus, dass in diesen Berichte n keine von den übrigen Berichten abweichenden Diagnosen aufgeführt worden seien. Unte r den Ärzten sei der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers sowie das Vorliegen eines Endzustandes unbestritten. 5.4 Mit der Beschwerdegegnerin ist festzustellen, dass d er Gutachter für die Beurteilung des Gesundheitszustandes alle wesentlichen Unterlagen berü cksichtigt hat. Die vom Be- schwerdeführer vorgebrachten nicht berücksichtigen medizini schen Berichte, bringen keine er- heblichen Veränderungen der medizinischen Befunde vor. D er Abklärungsbericht des J.____- Spitals vom 19. Dezember 2007 hält fest, dass keine Diskrepanzen zu früheren ärztlichen Beur- teilungen bestünden, mit Ausnahme einer Abweichung zw ischen der ärztlichen und subjektiven Einschätzung des Beschwerdeführers. Dr. K.____ hält in s einem Bericht vom 21. August 2008 fest, der Zustand des Beschwerdeführers habe sich seit der Abklärung des J.____-Spitals vom 19. Dezember 2007 nicht verändert. Die in den Berichte n von PD Dr. I.____ vom 14. Januar 2009 und von PD Dr. L.____ vom 26. Januar 2009 diag nostizierte sensomotorische Läsion des Nervus ulnaris im Sulcusabschnitt, habe gemäss Beurteilun g von Dr. F.____ vom 31. März 2009 nichts mit der Unfallverletzung der rechten Schult er zu tun. Auch die weiteren Berichte von PD Dr. I.____ gehen von einem unveränderten Gesundheitszustand aus (vgl. 6.2 hiernach). Ferner sind keine weiteren Befunde der D.____-Klinik den Akten zu entnehmen. 6. Weiter beanstandet der Beschwerdeführer, dass die Arbeitsfähigkeit falsch beurteilt worden sei, insbesondere die Gebrauchsfähigkeit des rechten Arms. 6.1 Bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gehen sowohl das Gutachten des G.____-Spitals vom 15. März 2011 als auch diejenigen des Kreisarztes vom 9. Mai 2007 und 2. Mai 2011 davon aus, dass dem Beschwerdeführer aufgrun d der unfallbedingten Restfolgen an der rechten Schulter leichte Arbeiten mit der rechte n Hand ganztags möglich seien, wenn der Arm am Körper gehalten oder abgestützt werden könn e. Gelegentliches Anheben der rech- ten Hand ohne Gewichte bis auf Schulterniveau sei zumutbar. Dies entspricht auch der Beurtei- lung der D.____-Klinik vom 16. November 2003, die an lässlich eines stationären Aufenthalts des Beschwerdeführers vom 8. Oktober 2003 bis 19. November 2003 vorgenommen wurde. Dagegen beruft sich der Beschwerdeführer auf die Beur teilung des behandelnden Spezialisten PD Dr. I.____, der eine völlige Gebrauchsunfähigkeit des rechten Armes attestierte. Sämtliche handwerkliche Tätigkeiten, inklusive feinmotorische Tät igkeiten mit dem rechten Arm seien nicht mehr möglich. Zumutbar seien hingegen sämtliche T ätigkeiten, welche den rechten Arm nicht erfordern, dies allerdings nur halbtags. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Dazu ist festzuhalten, dass PD Dr. I.____ seine Beurt eilung nicht näher begründet und insbesondere nicht zu der abweichenden Auffassung der kr eisärztlichen Untersuchung Stellung nimmt. Das massive Schonverhalten des rechten Armes bzw. da s beklagte Beschwerdebild lässt sich nicht alleine durch die somatischen Befunde erklär en, zumal Trophik, Tonus und Kraftentfaltung an beiden oberen Extremitäten symmetr isch und am rechten Oberarm keine muskulären Schonungszeichen - im Vergleich zum linken Ar m - nachweisbar waren. Zudem erachtete PD Dr. I.____ in seinem Bericht vom 28. März 2 007 Tätigkeiten auf Bauchhöhe oder bestimmte Tätigkeiten wie zum Beispiel Kurierdienste noc h als möglich und er erwähnte, dass der Beschwerdeführer noch recht gut Auto fahren könne . Der Zustand der rechten Schulter hat sich seit dieser Beurteilung nicht verschlechtert, so dass se ine anderslautende Beurteilung in seinen Berichten vom 4. September 2007, 21. November 2 007 und 30. Mai 2008 nicht nach- vollziehbar ist. Die abweichende Beurteilung ist wohl ge stützt auf die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers vorgenommen worden, denn nur so ist es verständlich, dass der Be- schwerdeführer wegen der Schmerzen auch eine den rechte n Arm nicht belastende Tätigkeit nur halbtags ausführen könne. Die subjektive Einschätzun g ist jedoch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht relevant. 6.3 Nach pflichtgemässer Würdigung der erwähnten Berich te ist zusammenfassend fest- zuhalten, dass das Gutachten des G.____-Spitals vom 15. März 2011 sowie das Gutachten des Kreisarztes vom 2. Mai 2011 klar strukturiert sind. Ferne r sind die darin enthaltenen Aussagen nachvollziehbar. Sie sind umfassend, berücksichtigen die ge klagten Beschwerden und sind in Kenntnis der Vorakten ergangen. Zudem sind die Bericht e in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen sin d begründet. Die Gutachten vermögen somit zu überzeugen und erfüllen insbesondere die von der Rechsprechung im Hinblick auf den Beweiswert ärztlicher Gutachten entwickelten Anforderung en. Bei dieser Ausgangslage kann auf die Zumutbarkeitsbeurteilung des Kreisarztes sowie die von Dr. H.____ abgestellt werden. Möglich ist dem Beschwerdeführer somit eine ganztägige l eichte Tätigkeit unterhalb der Hori- zontalen, wobei der rechte Arm überwiegend auf einer Tischplatte abgestützt oder aber am Kör- per gehalten werden sollte. 7.1 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einsp racheentscheid einen Invalidi- tätsgrad von 28% ermittelt. Nach Art. 16 ATSG wird fü r die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eint ritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbe itsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein- kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er werbseinkommen ziffernmässig mög- lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom- mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). 7.2 Bei der Bemessung des hypothetischen Einkommens ohne G esundheitsschaden (Va- lideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der über- wiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächli ch verdienen würde. Die Einkom- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht mensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheit sschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil I. des damaligen Eidgenössischen Versicherungsger ichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 26. Novem ber 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend ist ohne Weiteres da von auszugehen, dass der Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen nach wie vor sei ner Tätigkeit als Gipser nachgehen würde. Gestützt auf die Angaben der SUVA vom 25. Mai 2 011 könnte der Beschwerdeführer gestützt auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE ), in der Tätigkeit als Gipser ein mutmassliches Jahreseinkommen von Fr. 74'970.-- erzielen. (LSE 2008/ TA1/ Nordwest- schweiz/ Baugewerbe/ Niveau 3/ Männer). Dieser Betrag i st deshalb im Einkommensvergleich als Validenlohn zu berücksichtigen. 7.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Geht diese nach Eintritt des Gesundheitsschadens kei ner oder jedenfalls keiner ihr zu- mutbaren Erwerbstätigkeit mehr nach, ist im Einkommensve rgleich von einem hypothetischen Invalideneinkommen auszugehen. Um dieses zu ermitteln, kö nnen nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die sogenannten DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen). 7.4 Im Entscheid BGE 129 V 472 ff. befasste sich das Bu ndesgericht ausführlich mit der Invaliditätsbemessung aufgrund von Arbeitsplatzbeschrei bungen aus der von der SUVA ge- schaffenen DAP und stellte fest, dass die für die Invalid itätsbemessung herangezogenen DAP- Profile im konkreten Einzelfall repräsentativ sein müssen. Es genügt daher nicht, wenn lediglich ein einziger oder einige wenige zumutbare Arbeitsplätze angegeben werden, weil es sich dabei sowohl hinsichtlich der Tätigkeit als auch des bezahlten Lohnes um Sonder- oder Ausnahmefäl- le handeln kann. Vielmehr muss der Unfallversicherer m indestens fünf DAP-Blätter auflegen, damit die Repräsentativität der DAP-Profile als gegebe n betrachtet werden kann. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der auf Grun d der gegebenen Behinderung der versicherten Person in Frage kommenden dokumentierten Ar beitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs- profil entsprechenden Gruppe. Dadurch wird eine hinr eichende Überprüfung des dem Unfall- versicherer bei der Auswahl der DAP-Blätter zustehenden E rmessens ermöglicht. Sind die er- wähnten verfahrensmässigen Anforderungen nicht erfüllt, kann nicht auf den DAP- Lohnvergleich abgestellt werden (vgl. zitiertes Urteil , E. 4.2.2; vgl. auch die Urteile des EVG vom 14. Oktober 2003, U 347/00, E. 2.3.1 und vom 20. Oktober 2003, U 392/00, E. 5.2.2). 7.5 Vorliegend ermittelte die SUVA das Invalideneinko mmen aufgrund von Lohnangaben aus der DAP und bezog sich dabei insbesondere auf insg esamt fünf DAP-Blätter. Gestützt auf die darin enthaltenen Lohnangaben bezifferte sie das massgebende Jahreseinkommen mit Fr. 53'827.--. Darüber hinaus machte sie Angaben über die Gesamtzahl der auf Grund der ge- gebenen Behinderung des Beschwerdeführers in Frage komme nden, dokumentierten Arbeits- plätze (insgesamt 120 DAP), über den dabei erzielbare n Höchstlohn (Fr. 80’850.--), über den Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tiefstlohn (Fr. 45’110.--) sowie über den Durchschnittslo hn der dem verwendeten Behinde- rungsprofil entsprechenden Gruppe (Fr. 58’092.--). Der Beschwerdeführer beanstandete die Ermittlung des Invalideneinkommens insofern, als die ausg ewählten Verweistätigkeiten ein beidhändiges Arbeiten und feinmotorisches Hantieren mi t Gegenständen beinhalten würden, deren Ausführung dem Beschwerdeführer gemäss Beurteilu ng von PD Dr. I.____ nicht mehr zumutbar sei. Die Beschwerdegegnerin führt dazu aus, dass es sich bei den ausgewählten Ar- beitsplätzen um manuell leichte Beschäftigungen ohne Arbeiten über Schulterhöhe handle. Zu- dem könne die rechte Hand durchaus für leichte Verricht ungen eingesetzt werden. Der rechte Arm sei nicht funktionslos zu bezeichnen, weshalb nicht au sschliesslich eine einhändig zu ver- richtende Tätigkeit in Frage komme. 7.6 Die Betrachtung der von der SUVA ausgewählten DAP- Blätter (Zusammensetzen von Spritzen, die Prüfung von Schaltkreisen, die Produktion von kleinen elektronischen Präzisions- teilen, das Verpacken von Uhren und die Bedienung einer Schlauchbeutelmaschine) zeigt, dass eine Arbeitsfähigkeitseinschätzung im vorliegenden Fa ll schwierig ist, da einzelne Arbeitsplatz- beschreibungen Lücken aufweisen und somit nicht ermittelt werden kann, wie stark die verletzte Extremität eingesetzt würde. Bei der durch das DAP-Bl att Nr. 6574 beschriebenen Tätigkeit „Bedienung einer Schlauchbeutelmaschine“ müsse jede hal be Stunde eine ca. 40 Kilogramm schwere Rolle mit einem Kran gewechselt werden. Dabei handelt es sich zweifellos um eine Aufgabe, welche der Beschwerdeführer infolge seiner Schu lterverletzung nicht ausführen könn- te. Somit sind die Anforderungen, die das Bundesgericht an die DAP-Methode stellt (Auflage von mindestens fünf zumutbaren DAP-Profilen) nicht gege ben. Demnach ist bei der Festset- zung des Invalideneinkommens des Beschwerdeführers auf die Tabellenlöhne der LSE abzu- stützen. 8.1 Praxisgemäss ist bei der Ermittlung des Invalideneinko mmens in der Regel von Tabelle TA1 (privater Sektor) der LSE-Tabellenlöhne auszugehen (BGE 129 V 484 E. 4.3.2 mit Hinweis; vgl. auch Urteile des EVG vom 18. März 2004, U 203/03, E. 2, und vom 12. September 2005, I 153/05, E. 3.4.2). Laut LSE 2010 belief sich der Ze ntralwert für die mit einfachen und repetiti- ven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männ er im privaten Sektor im Jahre 2010 auf Fr. 4'901.--. Dabei ist zu beachten, dass dieser Tab ellenlohn auf einer einheitlichen Arbeits- zeit von 40 Wochenstunden beruht und auf die für das Ja hr 2011 geltende durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden (vgl. BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab- teilungen 1990-2011) umzurechnen ist, was einen Betrag von jährlich Fr. 61'164.50 ergibt. Wird dieser Betrag an die bis 2011 erfolgte Nominallohnent wicklung für Männer von 1.6 % ange- passt, so ist als Basis von einem Invalideneinkommen von Fr. 62’143.-- pro Jahr auszugehen. 8.2 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen Wer t sind praxisgemäss verschie- dene Abzüge zulässig. In BGE 126 V 75 ff. entwickelte das Bundesgericht seine Rechtspre- chung zu den Abzügen vom Tabellenlohn weiter. Dabei be tonte es, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und berufli- chen Umständen des konkreten Einzelfalles abhängt (leide nsbedingte Einschränkung, Lebens- alter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskat egorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statis- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht tischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betra cht fallenden Merkmale, letztlich aber auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Vorliegend ist der Be- schwerdeführer gesundheitsbedingt in seiner Leistungsfäh igkeit eingeschränkt. Dennoch steht ihm eine Vielzahl von Arbeiten zur Auswahl. Ein Abzug aufgrund seines Alters (Jahrgang 1968) ist nicht angezeigt. Ebenso wenig ist die ausländische Na tionalität beim Abzug einzubeziehen, da diese durch das Anforderungsniveau 4 bereits angeme ssen berücksichtigt ist. In Anbetracht der persönlichen, gesundheitlichen und beruflichen Si tuation des Beschwerdeführers ist ein Abzug von 15 % vom ermittelten Tabellenlohn angemesse n. Unbeachtlich ist zudem die prog- nostizierte Konjunkturlage, weil die Invaliditätsbemessung auf der Fiktion eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes beruht (BGE 110 V 276 E. 4b; AHI 1998 S. 291 E. 3b). Nimmt man eine ent- sprechende Kürzung des Tabellenlohnes vor, so ergibt sich be i einem leidensbedingten Abzug von maximal 15 % ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 52'822.-- (Fr. 62’143.-- x 85 %). 8.3 Aus der Gegenüberstellung des Invalideneinkommens von Fr. 52’822.-- und des Vali- deneinkommens von Fr. 74’970.-- resultiert im Einkommensvergleich eine Erwerbseinbusse von Fr. 22’148.--, was einen Invaliditätsgrad von 30% ergibt. 9. Zu beurteilen bleibt die Höhe des Integritätsschad ens. 9.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes- sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfal l eine dauernde erhebliche Schädi- gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integri tät erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraus sichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfä higkeit, augenfällig oder stark beein- trächtigt wird (Satz 2). Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird di e Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt (Art. 36 Abs. 3 Satz 1 UVV). 9.2 Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentsch ädigung in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integ ritätsschadens abgestuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jah resverdienstes nicht übersteigen darf. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gel- ten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig anerkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 219 E. 2a; RKUV 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mi t Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. 9.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritä tsschäden entspricht die Entschädi- gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höch stbetrages des versicherten Ver- dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für speziel le oder nicht aufgeführte Integritätsschä- den wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert ab geleitet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In die- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sem Zusammenhang erarbeitete die SUVA in Weiterentwi cklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form. Diese in den Mitteilungen der medi- zinischen Abteilung der SUVA Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewä hrleistet werden soll, mit dem An- hang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hinweis). 9.4 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundh eitlichen Beeinträchtigung han- delt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztli- che Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht m öglich, die Beurteilung auf Grund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem medizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht er wartet werden kann. Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt somit den är ztlichen Sachverständigen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 9.5 Die SUVA stützte sich bei der Beurteilung des Inte gritätsschadens auf die Einschät- zung des Kreisarztes Dr. F.____ vom 9. Mai 2007, wonach beim Beschwerdeführer eine schwe- re posttraumatische Periarthrosis humeroscapularis rechtsdom inant bei Status nach mehreren Arthroskopien und Low-grade Infekt bestehe. Die Funkt ionseinschränkung betreffe die rechte Schulter, aktiv werde weder bei der Elevation noch bei d er Abduktion die Horizontale erreicht. Dr. F.____ bezifferte den Integritätsschaden mit 25%. Dabei stützte er sich auf die Tabelle 1.2 (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten) und führte dazu aus, dass für eine schwere Form der Periarthrosis humeroscapula ris ein Wert von 25% gelte. Im Untersuchungsbericht vom 2. Mai 2011 bestätigt der Kreisa rzt Dr. F.____ schliesslich seine ursprüngliche Einschätzung des Integritätsschadens und verw eist darauf, der unfallbedingte Befund habe sich seit der Untersuchung vom 9. Mai 2007 nicht verändert. Auf diese Beurteilung kann zweifelsfrei abgestellt werden, zumal der Beschwerdeführer weder in der Einsprache noch in der Beschwerde die Höhe der Integritätsentschädigu ng substantiiert bestreitet. Somit ist die Integritätsentschädigung von 25% zu bestätigen. 10. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit Wir- kung ab 1. Juli 2011 Anspruch auf eine dem Invaliditä tsgrad von 30% entsprechende Invaliden- rente hat. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 24 . Oktober 2011, mit welchem ihm in- folge seiner Erwerbseinbusse eine Invalidenrente in d er Höhe von 28% zugesprochen wurde, ist demnach in teilweiser Gutheissung der Beschwerde in diesem Punkt abzuändern. Die Höhe der Integritätsentschädigung hingegen ist nicht zu bean standen, weshalb die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist. 10.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens ent sprechend ist dem Beschwerdefüh- rer deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschw erdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 4. Mai 2012 für das vor- liegende Verfahren einen Zeitaufwand von 4,5 Stunden geltend gemacht, was umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfra gen in keiner Weise zu beanstan- den ist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherun gsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stund enansatz von Fr. 250.-- zu entschä- digen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honor arnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 100.50. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Part eientschädigung in der Höhe von Fr. 1'323.55 (4,5 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 100.50 zuzüglich 8 % Mehrwertsteu- er) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird de r Einspracheent- scheid der Beschwerdegegnerin vom 24. Oktober 2011 inso weit geän- dert, als festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer mi t Wirkung ab 1. Juli 2011 Anspruch auf eine Invalidenrente hat, di e auf einem Invali- ditätsgrad von 30 % beruht. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1'323.55 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V.