B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5867/2013 U r t e i l v o m 1 6 . M a i 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Markus König, Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), Staat unbekannt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 12. September 2013 / N (…). D-5867/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, eigenen Angaben gemäss ein Tibeter mit letz- tem Wohnsitz in B._______ (Tibet), gab an, die Volksrepublik China am 13. März 2013 verlassen zu haben. Er gelangte am 3. Juni 2013 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. A.b Bei der Befragung zur Person (BzP) im Empfangs - und Verfahrens- zentrum Basel vom 20. Juni 2013 gab der Beschwerdeführer an, er habe sich politisch betätigt. Am 9. März 2013 ha be er zusammen mit drei Freunden in C._______ Plakate aufgehängt, wobei si e von Geheimpoli- zisten überrascht worden seien. Sie seien weggerannt und er habe sich zu seinem Onkel begeben ; einer seiner Freunde sei erwischt worden . Seine Mutter und sein Bruder seien auch dorthin gekommen und hätten berichtet, die Geheimpolizisten seien gekommen und hätten ihn gesucht. Sein Bruder habe ihn nach D._______ gebracht, da er habe fliehen mü s- sen. A.c Am 12. August 2013 führte ein e vom BFM beauftragte Alltagsspezia- listin ein Telefongespräch mit dem Beschwerdeführer, mit dem Ziel, sein Alltagswissen über die geltend gemachte Herkunftsregion zu evaluieren. Sie gelan gte in ihrem Beric ht vom 22. August 2 013 zum Schluss, au f- grund des Gesprächs bzw. der Angaben des Beschwerdeführe rs sei die Wahrscheinlichkeit, dass er im behaupteten geographischen Raum gelebt haben könnte, klein. A.d Der Beschwerdeführer wurde vom BFM am 10. September 2013 zu seinen Asylgründen angehört. Einleitend wurden ihm die Qualifikation der Alltagsspezialistin und deren Schlussfolgerung bekannt gegeben. Der Beschwerdeführer bekräftigte, er sei in B._______ geboren und habe die ihm gestellten Fragen richtig beantwortet. Er habe sich vor seiner Reise in die Schweiz zwar in Nepal aufgehalten, sei aber nicht dort au fgewach- sen. Am 9. März 2013 hätten ihn seine Freunde gefragt, ob er mit ihnen in C._______ Flugblätter ankleben wolle. Als die Polizei gekommen sei, sei- en alle in eine andere Richtung geflohen. Auf de m Nachhauseweg habe er einen der Freunde angetroffen. Er sei zu seinem Onkel gegangen und habe von seiner Mutter erfahren, dass die Polizei einen der Freund e fest- genommen habe. Sie habe gesagt, die Polizei sei bei ihr gewesen und es wäre besser, wenn er weggehe. Sein Bruder habe ihn nach D._______ gebracht und einem Nepalesen übergeben, der ihn nach Nepal gebracht D-5867/2013 Seite 3 habe. Ein dort lebender Onkel habe ihn abgeholt und dafür gesorgt, dass er habe weiterreisen können. B. Mit Verfügung vom 12. September 2013 – eröffnet am 15. September 2013 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüch t- lingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Zugleich wies ihn das BFM aus der Schweiz weg und ordnete den Vollzug an. C. Der Beschwerdeführer beantragte mit Eingabe an das Bundesverwa l- tungsgericht vom 14. Oktober 2013, die angefochtene Verfügung sei au f- zuheben und in der Sache neu zu beurteilen. Die Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und es sei Asyl zu gewähren. Eventuell sei festzuste l- len, dass bei ihm subjektive Nachfluchtgründe vorlägen und es sei ihm in- folge unzulässiger Wegweisung eine unbefristete vorläufige Aufnahme als Flüchtling zu gewähren. Eventuell sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzumutbar und unmöglich sei , und die vorläufige Aufna h- me anzuordnen. Es sei ihm die unentgeltliche Re chtspflege und der B e- schwerde aufschiebende Wirkung zu gewähren. Des Weiteren beantragte er, die zuständige Behörde sei vorsorglich anzuweisen, die Kontaktau f- nahme mit den Behörden des Heimat - oder Herkunftsstaats sowie jegl i- che Datenweitergabe an dieselbe n zu unterlassen. Eventuell sei er bei bereits erfolgter Datenweitergabe in einer separaten Verfügung zu info r- mieren. Der Beschwerde lagen mehrere Beweismittel bei (vgl. S. 12 f. der Eingabe). D. Der Instruktionsrichter trat mit Zwischenverfügung vom 21. Okt ober 2013 auf den Antrag, es sei der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu g e- währen, nicht ein. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG hiess er gut. Er wies die Vol l- zugsbehörden an, die Kontaktaufnahme mit den Beh örden des Heima t- staats sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen. Das BFM wurde angewiesen, dem Beschwerdeführer bereits weiter gegebene Personendaten offen zu legen. Die Akten wurden zur Vernehmlassung an das BFM übermittelt. E. Das BFM bea ntragte in seiner Vernehmlassung vom 29. Oktober 2013 (Eingang Bundesverwaltungsgericht: 4. November 2013) die Abweisung D-5867/2013 Seite 4 der Beschwerde. Der Instruktionsrichter brachte die Vernehmlassung dem Beschwerdeführer am 6. November 2013 zur Kenntnis. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen ei- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverw altungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an de ren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. 2.1 Gemäss Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylgesetzes gilt für die im Zeitpunkt des Inkraf t- tretens der Änderung vom 14. Dezember 2012 dieses Gesetzes hängigen Verfahren mit Ausnahme der Absätze 2–4 das neue Recht. 2.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). D-5867/2013 Seite 5 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträgli chen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbe sondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM begründete seinen Entscheid damit, dass die Abklärungen in Bezug auf die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Herkunft dre i- stufig durchgeführt worden sei en. Nachdem bei der BzP unter anderem wegen fehlender Chinesisch-Kenntnisse erste Zweifel aufgekommen se i- en, se i sein A lltagswissen durch eine Spezialistin evaluiert worden. A n- lässlich der Anhörung seien seine Angaben zum Reiseweg sowie zu den Asylgründen einer genauen Prüfung unterzogen worden. 4.1.1 Auf die Frage der Spezialistin, ob es in B._______ Wald gebe, habe er geantwortet, es gebe nicht sehr dichten Wald dort und die Berge seien weit weg, was unzutreffend sei. Auch seine Angaben zur Feldarbeit seien teilweise nicht korrekt gewesen. Von einer Person, die ihr Leben lang auf dem Feld gearbeitet habe, dürfe ein fundiertes W issen erwartet werden. Auf die Frage, wie er seinen Lebensunterhalt verdient habe, habe er a n- gegeben, kein Geld verdient und vom Geld seines längst verstorbenen Vaters gelebt zu haben. Er habe im Gespräch mit de r Spezialistin Wörter und Begriffe verwendet, die gemäss d eren Kenntnissen oft von Tibetern in Indien gebraucht und in Tibet teilweise nicht verstanden würden. Des Weiteren verfüge er über keinerlei Chinesisch -Kenntnisse, was im Hi n- blick auf die Lage seines angeblichen Herkunftsorts verblüffe. Die St el-D-5867/2013 Seite 6 lungnahme, die er in der Anhörung abgegeben habe, vermöge die an sei- ner Herkunft entstandenen Zweifel nicht zu entkräften. 4.1.2 Die Angaben des Beschwerdeführers zum Reiseweg seien äusserst dürftig ausgefallen und erweckten nicht den Eindruck, als habe er die Reise tatsächlich unternommen. Aussagen wie, es habe schon einzelne Dörfer gegeben und die Gegend sei zwischendurch öde und leer gew e- sen, überzeugten genauso wenig wie der Erklärungsversuch, er habe Angst gehabt und nicht auf die Landschaft achten können. Die Annahme, er sei nicht in B._______ sozialisiert worden, erhärte sich vielmehr. 4.1.3 Die Vorbringen des Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen se i- en unsubstanziiert, widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. Er b e- schränke sich bei der Erzählung des Kerng eschehens auf einige, wenige Sätze. Seine Angaben seien auch nicht widerspruchsfrei. So habe er e i- nerseits gesagt, einer seiner Onkel lebe in C._______, anderseits habe er erklärt, er habe nur zwei Onkel, einer lebe in Nepal, der andere in B._______. Weite r habe er gesagt, mit dem Auto benötige man von B._______ nach C._______ zirka fünf Stunden. Zu Fuss seien es etwas zehn Stunden. Dennoch habe er geltend gem acht, gegen Abend mit dem Auto von B._______ nach C._______ gefahren zu sein und dort Flugblät- ter aufgehängt zu h aben. Er sei zu Fuss nach Hause zurückgekehrt, wo er zwischen acht und neun Uhr morgens eingetro ffen sei. Da die Reis e- zeit etwa 15 Stunden dauern würde, überzeugten diese Aussagen nicht. Darauf angesprochen, habe er gemeint, er habe schon bei der ersten Be- fragung gesagt, dass er nicht genau wisse, wie lange es daure, wenn man die ganze Nacht unterwegs sei. Dies überzeuge nicht und er sei auch nicht in der Lage, plausibel darzulegen, weshalb er gerade am 9. März 2013 diese einmalige Aktion mitgemacht habe. 4.1.4 Zusammenfassend sei festzuhalten, dass aufgrund der mangelha f- ten Länderkenntnisse, der fehlenden Chinesisch -Kenntnisse, der fehle n- den Identitätspapiere, des unglaubhaften Reisewegs und der unglaubhaf- ten Asylgründe auszuschliessen sei, dass der Beschwerdeführer in der von ihm genannten Region sozialisiert worden sei. Folglich handle es sich bei ihm nicht um einen Staatsangehörigen der Volksrepublik China. Dies habe zur Folge, dass sein Asylgesuch abgelehnt werde und seine Staatsangehörigkeit von China auf "unbekannt" geändert werde. D-5867/2013 Seite 7 4.2 4.2.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, es sei dem Beschwerd e- führer nicht möglich gewesen, gültige Papiere einzureichen. Es sei für T i- beter allgemein schwierig, Papiere zu organisieren, was der Auskunft der Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 4. März 2013 und den Berichten von Radio Free Asia vom 20 Januar 2013 sowie The Washington Post vom 23. Januar 2013 zu entnehmen sei. Da er in den Augen der chinesischen Regierung ein Staatsfeind sei, könne er sei- ne Familie nicht kontaktieren, da sie in Gefahr geriete, des Kontakts mit Separatisten verdächtigt zu werden. In Tibet würden die Telefonverbi n- dungen abgehört und man könne nicht frei sprechen. 4.2.2 Während des Telefongesprächs mit einer t ibetisch sprechenden Frau habe er sich unter Druck gesetzt und zu verschiedenen Aussagen gedrängt gefühlt. Bei der Interviewerin handle es sich um eine Person aus der Provinz E._______, die einen entsprechenden Dialekt spreche. Er stamme aus der Provinz F._______, wo ein anderer Dialekt gespr o- chen werde. D ie Alltagsspezialistin kenne sich in seiner Region und in den dortigen Bräuchen nicht aus, da sie nie dort gelebt habe. In Tibet ge- be es nicht dieselbe Infrastruktur wie in der Schweiz, weshalb die Mobil i- tät einge schränkt sei. Es sei eine Mutmassung, dass seine Kenntnisse zur Umgebung seiner Region nicht zutreffend seien. Da er ermahnt wo r- den sei, ausschliesslich auf die Fragen zu antworten und keine Details zu erzählen, habe er sich bemüht, möglichst kurz und bünd ig zu antworten. Deshalb habe er gesagt, dass es keine wichtigen Berge und grossen Wälder in der näheren Umgebung gebe. Über den Tod seines Vaters kenne er nur die Geschichten, die ihm seine Mutter erzählt habe. Er emp- finde es nicht als ungewöhnlich, dass seine Mutter bei so alten Geschich- ten sein genaues Alter nicht habe angeben können. In seiner Kultur sei eine exakte Angabe des Alters nicht relevant. Ausserdem habe er nie g e- sagt, dass er bis vor einigen Monaten vom Geld seines Vaters gelebt h a- be. Er habe erzählt, dass sein Bruder und sein Onkel als Händler unte r- wegs gewesen seien, sie hätten den Lebensunterhalt vom Geld, dass die beiden verdient hätten, bestreiten können. Da ihr Dorf abgelegen sei, nicht viele Chinesen in der Umgebung lebten und er nicht zur Schule ge- gangen sei, habe er nie Chinesisch lernen müssen. 4.2.3 Hinsichtlich der Reise nach Nepal sei zu sagen, dass sein Bruder ihm geraten habe, sich während der Fahrt zu verstecken und nicht aus dem Fenster zu schauen. Da er ängstlich und nervös gewesen sei, sei ihm die Landschaft nicht besonders in Erinnerung geblieben. Die Situat i-D-5867/2013 Seite 8 on sei für ihn emotional dermassen belastend gewesen, dass er sich nur schlecht an Details erinnern könne. 4.2.4 Er habe gesagt, sie hätten in C._______ Flugblätter aufgehängt; er habe nicht gesagt, dort lebe einer seiner beiden Onkel. Er sei vehement aufgefordert worden, zu den Reisezeiten eine genaue Angabe zu m a- chen. Obwohl er gesagt habe, er könne keine genaue Reisezeit nennen, habe man ihn aufgefordert, unbedingt eine Angabe zu machen, da sonst das Interview nicht abgeschlossen werden könne. Dies sei aber schwi e- rig, wenn man keine Uhr besitze. Sie seien am Nachmittag nach C._______ abgefahren, es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass die Zei t- angabe wichtiger sei als die Erwähnung des Reiseziels und des Vehikels. 4.2.5 Zusammenfassend sei zu sagen, dass seine Aussagen konstant und widerspruchsfrei seien. Die Argumentation des BFM erschöpfe sich hauptsächlich darin, ihm zu unterstellen, er stamme nicht aus Tibet. Unter Berücksichtigung sei ner Nervosität und der psychischen Unsicherheit nach der langen Flucht sowie der Möglichkeit einer nicht exakten Übe r- setzung seien seine Aussagen äusserst glaubhaft. 4.2.6 Durch seine Flucht aus China sei er gemäss dem in Entscheidu n- gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006/1 publizierten Entscheid zum Flüchtling geworden. In di e- sem Entscheid sei festgelegt worden, dass aufgrund der Offizialmaxime bei einem tibetischen Flüchtling zu prüfen sei, ob er " allenfalls durch die illegale Ausreise aus Tibet bzw. China und die Asylgesuchseinreichung im Ausland einen Grund für zukünftige Verfolgung durch die chinesischen Behörden gesetzt habe und damit die Flüchtlingseigenschaft wegen su b- jektiver Nachfluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG erfülle". Art. 322 des ch i- nesischen Strafgesetzbuches sehe für Personen, die unter Verletzung der Gesetze und Vorschriften die Staatsgrenze heimlich überschritten, bei Vorliegen schwerwiegender Umstände eine Bestrafung mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, Gewahrsam oder Überwachung und zugleich Busse vor. Gemäss einer von der ARK in Auftrag gegebenen Expertise hätten Personen tibetischer Ethnie, die ohne die erforderlichen Papiere ausg e- reist seien, bei ihrer Rückkehr nach China in jedem Fall Probleme mit den chinesischen Behörden. Haftstrafen von einigen Wochen bis zu sechs Monaten würden ohne Gerichtsverhandlung verhängt. Während der Haft seien die Gefangenen entwürdigenden Handlungen unterworfen. Nach der Freilassung werde eine Gerichtsverhandlung durchgeführt, wobei das Strafsystem uneinheitlich sei. Auch die wenigen Personen, die nach einer D-5867/2013 Seite 9 Rückkehr nicht bestraft worden seien, lebten in der ständigen Angst, dass ihr "Verbrechen" noch Jahre später Konsequenzen haben könnte. G e- mäss dieser Einschätzung hätten Asylsuchende tibetischer Ethnie, die sich illegal nach Nepal oder Indien begeben hätten, ohne sich dort länger aufgehalten zu haben, die anschliessend in der Schweiz um Asyl nac h- gesucht und über eine längere Zeit dort verblieben seien, im Falle einer Rückkehr nach China dort mit flüchtlingsrelevanter Verfolgung zu rec h- nen. Der Beschwerdeführer habe China illegal verlassen und sei in die Schweiz weitergereist. Damit habe er eine begründete Furcht vor Verfo l- gung im Sinne von Art. 3 AsylG. Das Bundesverwaltungsgericht habe die Praxis der ARK in einem Urteil vom 7. Oktober 2009 bestätigt und e r- kannt, dass keine längere Aufenthaltsdauer ausserhalb Tibets erforderlich sei, um den genannten subjektiven Nachfluchtgrund zu verwirklichen. 5. 5.1 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich dann, wenn sie genügend substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesen t- lichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbeh- ren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung wide r- sprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gef älschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbri n- gen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, o b im Rahmen einer Gesam t- würdigung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Asylsuchenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; BVGE 2010/57 E. 2.3 S. 826 f.). 5.2 5.2.1 Einleitend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer rund zwe i- einhalb Wochen nach seiner Einreise in die Schweiz zu seinen Person a- lien, zum Reiseweg und summarisch zu seinen Asylgründen befragt wu r- de. Sechs Monate später wurde er vom BFM einlässlich zu seinen Asy l- gründen befragt. Angesichts dieses Zeitablaufs vermag sein Hinweis auf D-5867/2013 Seite 10 die Nervosität und die psychische Unsicherheit nach der langen Flucht nicht zu überzeugen, da er genügend Zeit hatte, sich von den allfälligen Strapazen der Reise zu erholen und mit den hiesigen Gegebenheiten ver- traut zu machen. Im Sinne der Ausführungen des Beschwer deführers kann zwar nicht von de r Hand gewiesen werden, dass die von den Do l- metschern vorgenommenen Übersetzungen nicht immer exakt sind, i n- dessen beruhen die Schlussfolgerungen des BFM, der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft machen können, kurz vor seiner Reise in die Schweiz aus China geflohen zu sein, nicht hauptsächlich auf Ungereim t- heiten, die aufgrund einer fehlerhaften Übersetzung entstanden sein könnten. Zudem gab der Beschwerdeführer sowohl bei der BzP als auch bei der Anhörung an, er habe die dolmetschende Person gut verstanden. Zudem bestätigte er nach erfolgter Rückübersetzung unterschriftlich, die Protokolle entsprächen seinen Aussagen bzw. seien vollständig, worauf er grundsätzlich zu behaften ist (vgl. act. A5/11 S. 9 und A12/9 S. 8). 5.2.2 Der Beschwerdeführer wendet hinsichtlich der Evaluation des Al l- tagswissens ein, die Person, die ihn am Telefon befragt habe, habe einen anderen Dialekt als er gesprochen. Dies ist der befragenden Person nicht entgangen, die in ihrem Bericht vom 22. August 2013 darauf hingewiesen hat, sie und der Proband hätten nicht das gleiche Tibetisch gesprochen. Sie habe ihn aber gut verstanden und sich seiner Sprechweise angepasst und es habe nur wenige sprachliche Missverständnisse gegeben. Aus der Qualifikation der Alltagsspezialistin (vgl. act. A8/1) ergibt sich, dass sie 27 Jahre im tibetisch-chinesischen Gebiet von E._______ gelebt habe. Kon- takte zur in Tibet lebe nden Familie erlaubten zusätzliche Erkenntnisse über die Verhältnisse vor Ort. Aufgrund der vorliegenden Informationen bestehen an der Qualifikation der Alltagsspezialistin keine nennenswerten Zweifel. 5.3 Der Beschwerdeführer gab bis zum heutigen Zeitpunkt ke inerlei Rei- se- oder Identitätspapiere zu den Akten, die es erlauben würden, verbind- liche Rückschlüsse über seine Identität zu geben. Es liegen auch keine weiteren Dokumente vor, die zumindest Hinweise auf seine wahre Ident i- tät geben könnten. Gemäss Art. 8 AsylG obliegt es den Asylsuchenden im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht unter anderem, ihre Identität offen zu l e- gen und Reisepapiere und Identitätsausweise abzugeben. Die in der B e- schwerde abgegebene Erklärung, der Beschwerdeführer gelte in den A u- gen der chinesischen Regierung als Staatsfeind und könne deshalb seine Familie nicht kontaktieren, da diese ansonsten gefährdet werden könnte, vermag aus mehreren Gründen nicht zu überzeugen. Einerseits gab der D-5867/2013 Seite 11 Beschwerdeführer an, einer seiner beiden Onkel lebe in Nepal (vgl. act. A12/9 S. 4) , anderseits machte er geltend, sein in B._______ lebender Onkel und sein Bruder seien öfters als Händler unterwegs, sodass es ihm bei entsprechenden Bemühungen hätte möglich sein müssen, über seine Verwandten an aussagekräftige Dokumente zu gelangen. Diese Feststel- lung gilt umso mehr, als sein in B._______ lebender Onkel zwischen Tibet und Nepal Handel betreibe (vgl. act. A5/11 S. 6). Da sich die Identitätskar- te des Beschwerdeführers seinen Aussagen gemäss bei seiner ebenfalls in B._______ lebenden Mutter befinde (vgl. act. A5/11 S. 7) , wären der Beschaffung von Dokumenten keine unüberwindbaren Hindernisse en t- gegengestanden. Aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers, der sich offenbar nicht um die Beschaffung von Identitätsdokumenten bemüh- te, bestehen gewichtige Zweifel an seiner Identität und damit am von ihm geltend gemachten Lebenslauf. Daran vermag der Hinweis in der B e- schwerde, es sei für Tibeter allgemein schwierig, Papiere zu organisieren, was der Auskunft der Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 4. März 2013 und den Berichten von Radio Free Asia vom 20. Januar 2013 sowie The Washington Post vom 23. Januar 2013 zu entnehmen sei, nichts zu ändern , da es vorliegend nicht um das Ausste l- lenlassen von Identitätspapieren, sondern um das Beschaffen respektive Beibringen solcher geht. 5.4 Die Alltagsspezialistin wies in ihrem Bericht vom 22. Oktober 2013 auf verschiedene Punkte hin, die weitere Zweifel an der Sachverhaltsdarstel- lung des Beschwerdeführers, er habe bis kurz vor seiner Reise in die Schweiz in Tibet gelebt, erwecken. So machte er nicht mit den tatsächl i- chen Gegebenheiten übereinstimmende Angaben zur Umgebung seines Heimatdorfes, zur landwirtschaftlichen Arbeit, die er verrichtet habe, zur in Tibet gebräuchlichen Währung und zur Ausstellung von Personalauswe i- sen. Da er sich eigenen Aussagen gemäss einen Personalausweis au s- stellen liess (vgl. act. A5/11 S. 6) , ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass er mit den tatsächl ichen Gegebenheiten in Tibet nicht vertraut ist. Die Spezialistin erachtete die Tatsache, dass er kein Chinesisch versteht und spricht als ungewöhnlich und bemerkte, dass der Beschwerdeführer Ausdrücke, die in Indien lebende Tibeter verwendeten, verstand u nd selbst gebrauchte. Diese (und weitere) Feststellungen im Bericht ergeben ein abgerundetes und in sich stimmiges Bild über das in wesentlichen Tei- len fehlende Wissen des Beschwerdeführers über die alltäglichen Geg e- benheiten in Tibet. D-5867/2013 Seite 12 5.5 5.5.1 Der Beschwerdeführer gab bei der BzP unmissverständlich an, er habe sein abgelegenes Heimatdorf nie verlassen und sei nicht einmal in der Bezirksortschaft gewesen (vgl. act. A9/11 S. 4 f.). Dass der eigenen Angaben gemäss bislang politisch nicht aktive und immobile Mann sic h vor diesem Hintergrund im Alter von (…) Jahren entschloss, beim ersten Mal, als er sein Dorf verliess, an einem ihm gänzlich unbekannten Ort Plakate anzukleben, erstaunt einigermassen. Sein Erklärungsversuch, er sei von drei gebildeten Freunden, die ihn im Dorf öfters besucht hätten, dazu ermutigt worden, vermag nicht zu überzeugen. Einerseits erscheint es aus Sicht der gebildeten Freunde unvorsichtig, eine politisch unbedarf- te Person zu einer Aktion mitzunehmen, die durchaus Risiken mit sich bringt, da der Beschwerdeführer für solche Aktionen nicht vorbereitet war und sich im Ort, in dem die Plakate angebracht worden seien, überhaupt nicht auskannte. Anderseits erstaunt, dass er, der sein Heimatdorf angeb- lich nie verlassen habe und kaum über Geographieken ntnisse verfüge, den Weg zurück zu diesem offenbar ohne grössere Probleme gefunden hat. Nicht nachvollziehbar ist auch der Umstand, dass die Fahrt nach C._______ zirka fünf Stunden gedauert habe, er den Rückweg nach B._______ zu Fuss aber in "nur" zehn Stunden habe bewältigen können. Schliesslich sprach der Beschwerdeführer bei der BzP davon, sie seien in C._______ von Geheimpolizisten überrascht worden, die ihn später auch zu Hause gesucht hätten (vgl. act. A5/11 S. 8), während er bei der Anh ö- rung geltend machte, in C._______ habe jemand geschrien, die Polizei komme. Seine Mutter habe ihm später erzählt, die Polizei sei bei ihr g e- wesen (vgl. act. A12/9 S. 4). Entgegen den Ausführungen in der B e- schwerde gab der Beschwerdeführer bei der Anhörung an, er sei nicht zu seiner Mutter gegangen, als er geflohen sei, sondern zu seinem Onkel, der in C._______ lebe (vgl. act. A12/9 S. 4). Diese Angabe steht indessen im Widerspruch zur Aussage bei der BzP , wonach der Beschwerdeführer in Tibet nur einen Onkel habe, der in B._______ lebe (vgl. act. A5/11 S. 6). 5.5.2 Angesichts der vorstehend nicht abschliessend genannten Ung e- reimtheiten und Widersprüche in den Aussagen des Beschwerdeführers, ist der Schluss zu ziehen, dass es ihm auch nicht gelungen ist, die ihm seitens der chinesischen Sicherheitskräfte drohende Verfolgung aufgrund der Teilnahme an einer politisch motivierten Plakatklebeaktion glaubhaft zu machen. D-5867/2013 Seite 13 5.6 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet die vom BFM geäusserten Zweifel an der Sachverhaltsdarstellung d es Beschwerdeführers, er habe bis im März 2013 in Tibet gelebt, in Anbetracht der vorstehenden Erw ä- gungen als begründet. Damit ist es ihm nicht gelungen, eine ihm in Tibet unmittelbar drohende Verfolgungsgefahr glaubhaft zu machen. Es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der B e- schwerdeführer seine wahre Herkunft verschweigt, um eine Rückscha f- fung in sein tatsächliches Herkunftsland zu erschweren bzw. zu verhi n- dern. 5.7 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer zufolge subjektiver Nac h- fluchtgründe eine Verfolgung im Sinn von Art 3 AsylG zu befürchten hat. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist davon au s- zugehen, dass illegal ausgereiste Asylsuchende tibetischer Ethnie bei e i- ner Rückkehr in die Volksrepublik China oppositioneller politisch-religiöser Anschauungen verdächtigt werden und aus diesem Grund mit flüchtling s- rechtlich relevanter Verfolgung zu rechnen haben (vgl. BVGE 2009/29 E. 6.5). Dies gilt auch für legal ausgereiste Asylsuchende, sofern sie ihren (länger als e rlaubten) Auslandaufenthalt voraussichtlich nicht überze u- gend erklären respektive den chinesischen Behörden nicht glaubhaft da r- legen können, keine Kontakte zu Dalai -Lama-loyalen exiltibetischen Krei- sen gehabt zu haben (vgl. a.a.O. E. 6.6). Vorliegend ist a ufgrund der ge- samten Aktenlage zu schliessen, der Beschwerdeführer habe vor seiner Einreise in die Schweiz in einem Land ausserhalb der Volksrepublik Ch i- na gelebt, weshalb vorliegend weder von einer illegalen noch von einer legalen Ausreise aus der Volksrepublik China ausgegangen werden kann. Somit sind die in BVGE 2009/29 gemachten Ausführungen und Schlus s- folgerungen auf den vorliegenden Fall nicht anwendbar. Es ist mithin nicht vom Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe auszugehen. 5.8 Zusammenfassend ist dem nach festzuhalten, dass der Beschwerd e- führer keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachweisen oder z u- mindest glaubhaft zu machen vermag und deshalb nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingse i- genschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). D-5867/2013 Seite 14 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2011/24 E. 10.1 S. 502). 7. 7.1 Bezüglich des Wegweisungsvollzugs stellt sich das BFM auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer habe die geltend gemachte Staats - angehörigkeit nicht glaubhaft machen können, weshalb diese als "unb e- kannt" zu gelten habe. Das Bundesverwaltungsgericht erachtet diese A r- gumentation als überzeugend. 7.2 Die Fragen der Zulässigkeit, der Zumutbarkeit und der Möglichkeit e i- nes Wegweisungsvollzugs sind zwar von Amtes wegen zu prüfen, die Un- tersuchungspflicht findet ihre Grenzen aber an der Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers. Es ist in der Tat nicht Sache der Behörden, bei fe h- lenden – oder wie vorliegend gar vorenthaltenen – Hinweisen nach e t- waigen Weg weisungsvollzugshindernissen in hypothetischen Herkunft s- ländern zu forschen. Vermutungsweise ist davon auszugehen, einer Wegweisung stünden keine Vollzugshindernisse im gesetzlichen Sinne entgegen. 7.3 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich die für eine Rückkeh r allen- falls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist. 7.4 Das BFM hat den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich b ezeichnet; nach dem Gesagten fällt die Anor d- nung einer vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 7.5 Da der Beschwerdeführer unbestrittenermassen tibetischer Ethnie ist und dadurch auch die Möglichkeit nicht auszuschliessen ist, dass er die chinesische Staatsangehörigkeit besitzt, ist vorliegend der Wegweisungs- vollzug nach China auszuschliessen, da ihm dort gegebenenfalls eine Refoulement-Verletzung droht. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Es erüb- rigt sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde und die einge-D-5867/2013 Seite 15 reichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen, da sie a n der Würdigung des vorliegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Die B e- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm mit Zwischenverf ü- gung vom 21. Oktober 2013 die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und sich an den entsprechenden Voraussetzungen nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten au f- zuerlegen. D-5867/2013 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Ein Wegweisungsvollzug nach China wird ausgeschlossen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Christoph Basler Versand: