<h2>SubmittedText<h2><p>Es herrscht ein Mangel an Fachkräften, gerade in sicherheitsrelevanten Bereichen wie der Sensor-, Kommunikations- und Informationstechnologien sowie der Cybersecurity. Diese Bereiche sind von den technologischen Megatrends wie Künstliche Intelligenz (KI), autonome Systeme, Robotik, Vernetzung und mixed Reality besonders betroffen. Dies trifft für den Privatsektor wie die öffentliche Verwaltung zu.</p><p>Das Eidgenössische Personalamt (EPA) hat 2022 das Innovation Fellowship ins Leben gerufen. Dieses ermöglicht Expertinnen und Experten, ein Jahr an einem Innovationsprojekt im Bund zu arbeiten. Bis anhin wirkte das Programm eher im Bereich der Verwaltung. </p><p>Das Innovation Fellowship könnte in Bereichen der sicherheitsrelevanten Technologien einen zusätzlichen Mehrwert schaffen. Es könnten spezifische Kompetenzen und Innovationen z.B mit Institutionen beim VBS (armasuisse und Armee) aufgebaut werden. Speziell die Informationstechnologie, die Robotik sowie die Cybersicherheit wären zu stärken. Diese Bereiche beeinflussen die Prosperität und Sicherheit der Schweiz in zunehmendem Ausmass. Andere Länder wie die USA setzen solche Programme - insbesondere im Technologie-Bereich - bereits erfolgreich um.</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat, die nachfolgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Plant der Bund einen Ausbau des Innovation Fellowship in den sicherheitsrelevanten Bereichen wie der Informationstechnologie (inklusive Künstliche Intelligenz), der Robotik und der Cybersicherheit?</p><p>2. Kann das EPA in den kommenden Jahren weiterhin 50 Prozent der Finanzierung der Innovation Fellowships übernehmen, um dem Programm in der Aufbauphase den nötigen Schub zu verleihen? </p><p>3. Welche anderen Strategien und Programme setzt der Bund gegen den Fachkräftemangel in sicherheitsrelevanten Bereichen um?</p><p>4. Gibt es Zahlenmaterial zur Entwicklung des Fachkräftemangels beim Bund in den letzten Jahren, insbesondere in den sicherheitsrelevanten Bereichen?</p><p>5. Wie hoch (in Zahlen und Prozent) fällt der Abgang an Fachpersonen beim Bund infolge Pensionierung in den kommenden Jahren in den sicherheitsrelevanten Bereichen aus? </p><p>6. Welche Chancen und Risiken erkennt der Bund durch die Abgänge infolge Pensionierungen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das Pilotprojekt, welches die Bundesverwaltung 2022/2023 durchführt, soll Grundsatzfragen klären, um eine Grundlage für die Weiterführung oder allfällige Erweiterung oder Fokussierung des Innovation Fellowship Programms zu schaffen. Ziel des Programms ist die Innovationsförderung und Vernetzung in der Bundesverwaltung und mit der Privatwirtschaft. Das Programm soll nicht als Rekrutierungsinstrument dienen.</p><p>2. Die Gespräche mit den Verwaltungseinheiten vor dem Start des Pilotprojektes und die aktuellen Erfahrungen zeigen, dass die finanzielle Beteiligung des EPA wichtig ist. Ob und wie eine Mitfinanzierung bei einer Weiterführung ausfallen kann, ist von den Ergebnissen des Evaluationsberichts und der Anzahl Projekte abhängig.</p><p>3. Die Bundesverwaltung ist mit einem professionellen Arbeitgeberauftritt und zeitgemässen Arbeitsbedingungen auf dem Arbeitsmarkt präsent. Dies gilt selbstverständlich auch für den sicherheitsrelevanten Bereich. Die Arbeitsgeberin Bundesverwaltung nutzt verschiedenste Rekrutierungskanäle. Neben der klassischen Stellenausschreibung auf dem Stellenportal Bund und weiteren Stellenplattformen, werden Stellen auch auf Social-Media ausgeschrieben oder Active Sourcing genutzt. Zudem bilden Verwaltungseinheiten auch bestehende Mitarbeitende für Funktionen aus bzw. weiter, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Für spezifische Zielgruppen wurden zusätzliche Marketingmassnahmen umgesetzt, beispielsweise eine Landingpage für IT-Jobs in der Bundesverwaltung. Die Gruppe Verteidigung entwickelte einen spezifischen ICT Warrior Lehrgang für die Anwerbung und Ausbildung von Nachwuchskräften. Armasuisse arbeitet zur Sensibilisierung für die sicherheitsrelevanten Bereiche verstärkt mit Hochschulen zusammen (z.B. Robotik, ARCHE SummerSchool, und Cyber, CYD Fellowships). Grundsätzlich investiert die Arbeitgeberin Bundesverwaltung in das Hochschulmarketing und ist an Hochschulen und Messen präsent. Sie ist auch am HackZürich, dem grössten Hackathon Europas, mit einem Stand, Challenges und Präsentationen vertreten, um jungen Tech-Talenten einen praxisbezogenen Einblick in die Tätigkeiten der Bundesverwaltung zu geben.</p><p>4. Dazu liegt kein spezifisches Zahlenmaterial vor. Indes ist festzustellen, dass Zweitausschreibungen bei Stellenbesetzungen häufiger vorkommen und Stellen generell länger ausgeschrieben werden müssen als noch vor einigen Jahren.</p><p>5. Die klassischen Sicherheitsbereiche (Verteidigung, NDB, BAZG und Fedpol) umfassen rund 15'500 Mitarbeitende der Bundesverwaltung. In diesen Bereichen werden in den nächsten fünf Jahren etwa 15 Prozent und in den nächsten zehn Jahren etwa 30 Prozent der Mitarbeitenden das ordentliche Pensionsalter erreichen.</p><p>6. In den nächsten 15 Jahren dürften altersbedingt etwa 45 Prozent der Mitarbeitenden aus der Bundesverwaltung austreten. Dieser Prozentwert könnte durch nicht altersbedingte Austritte noch höher ausfallen. Diese absehbare, grosse Welle von Abgängen wirft Fragen betreffend Wissenserhalt und -transfer sowie Nachrekrutierung auf. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung verändern sich zudem Arbeitsprozesse und führen dazu, dass neben organisatorischen Anpassungen auch andere Berufsprofile, Fähigkeiten und Kompetenzen gefragt sind. Diese Entwicklungen eröffnen der Bundesverwaltung auch eine Chance. Bei entsprechender vorausschauender Planung kann der grosse personelle Abgang für eine Umgestaltung des Personalkörpers genutzt werden. Der Bundesrat hat daher das EFD (EPA) beauftragt, gemeinsam mit der Bundeskanzlei und den Departementen Massnahmen zur Bewältigung dieser Herausforderungen zu erarbeiten.</p>  Antwort des Bundesrates.