Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 14. August 2019 (460 2019 2) ____________________________________________________________________ Strafrecht Raub etc. Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Markus Mattle (Ref.), Richterin Susanne Afheldt, Richter Dominique Steiner, Richter Daniel Häring; Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft , Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde Privatklägerschaft , gegen A.____ , vertreten durch Advokat Patrick Frey, Lindenhofstrasse 32, Postfach 2110, 4002 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Raub etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 18. Oktober 2018 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft (nachfolgend Strafgericht) vom 18. Oktober 2018 wurde A.____ des Raubes, der Sachbeschädigung, de s Hausfriedensbruchs sowie der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebra uch schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren, unter Anrechnung der vo m 10. November 2017 bis zum 18. Oktober 2018 in Untersuchungshaft sowie im vorzeiti gen Strafvollzug verbrachten Zeit von insgesamt 343 Tagen, verurteilt (Ziff. 1). Vom Vorwur f der Widerhandlung gegen das Waffen- gesetz evtl. vom Vorwurf der Gehilfenschaft dazu sowie vo n den Vorwürfen des Diebstahls, der unrechtmässigen Aneignung evtl. der Sachentziehung sowie vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu diesen Taten wurde A.____ freigesprochen (Ziff. 2). Des Weiteren wurden die Zivilforderungen auf den Zivilweg verwiesen (Ziff. 3). Das Honorar des amtlichen Verteidigers in der Höhe von Fr. 21‘404.25 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) gin g zu Lasten des Staates (Ziff. 4). Schliesslich wurde der Beschuldigte in Anwendung von Art . 426 StPO zur Tragung der Verfah- renskosten von insgesamt Fr. 54‘584.--, bestehend aus de n Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von Fr. 38‘034.--, den Kosten des Zwangsmassnahmeng erichts von Fr. 4‘550.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 12‘000.--, verurteilt. Die rest lichen Kosten in der Höhe von Fr. 21‘000.-- gingen zu Lasten des Staates (Ziff. 5). B. Mit Eingabe an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abt eilung Strafrecht (nachfolgend Kantonsgericht) vom 16. Januar 2019 bezog sich A.____ ( nachfolgend Berufungskläger), ver- treten durch Advokat Patrick Frey, auf die bereits erfo lgte Berufungsanmeldung vom 24. Okto- ber 2018 und stellte folgende Anträge: Es sei das Urteil des Strafgerichts vom 18. Oktober 2018 bzgl. den Ziff. 1, 3 und 5 vollumfänglich aufzuheben (Ziff. 1). Der Berufungskläger sei vollum- fänglich freizusprechen (Ziff. 2), es seien sämtliche gel tend gemachten Zivilforderungen abzu- weisen (Ziff. 3), und das DNA-Profil des Berufungskläger s sowie weitere über ihn vorhandene Daten seien unverzüglich zu löschen (Ziff. 4). Auch für das Berufungsverfahren sei dem Beru- fungskläger die amtliche Verteidigung mit Advokat Patrick Frey als Rechtsvertreter zu bewilligen (Ziff. 5). Die o/e-Kosten aus dem erst- und zweitinstanzl ichen Verfahren seien vollumfänglich dem Staat aufzuerlegen. Dem Berufungskläger sei demge mäss sowohl für das erst- als auch für das zweitinstanzliche Verfahren eine angemessene Parte ientschädigung auszurichten (Ziff. 6). Für die unrechtmässig erlittene Haft seien dem Berufungskläger sowohl eine Entschä- digung als auch eine Genugtuung zuzusprechen. Die Bezif ferung derselben erfolge zu einem späteren Zeitpunkt (Ziff. 7). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Die Staatsanwaltschaft teilte am 11. Februar 2019 mit , dass sie weder einen Antrag auf Nichteintreten stelle noch die Anschlussberufung erkläre. D. Am 12. April 2019 reichte der Berufungskläger die Ber ufungsbegründung ein und hielt im Wesentlichen an seinen bisherigen Anträgen fest. Ziff. 6 präzisierte er dahingehend, als dem Berufungskläger für das erstinstanzliche Verfahren eine E ntschädigung in der Höhe von Fr. 21‘404.-- und für das Berufungsverfahren eine Ent schädigung gemäss der noch einzu- reichenden Honorarnote auszurichten sei. In Ziff. 7 be gehrte er, es sei ihm für die unrechtmäs- sig erlittene Haft sowohl eine Entschädigung in der H öhe von mind. Fr. 200.-- pro Hafttag als auch eine Genugtuung von mind. Fr. 30‘000.-- zuzusprechen. E. Die Staatsanwaltschaft reichte ihre Berufungsantwort a m 14. Mai 2019 ein und begehr- te, die Anträge des Beschuldigten seien vollumfänglich abzuweisen, und das Urteil des Strafge- richts vom 18. Oktober 2018 sei in sämtlichen Punkten zu bestätigen. F. Mit Verfügung vom 16. Mai 2019 schloss das Kantonsgericht den Schriftenwechsel und bewilligte dem Beschuldigten die amtliche Verteidigung mit Advokat Patrick Frey für das Beru- fungsverfahren. G. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung vom 12. August 2019 er- schienen der Beschuldigte mit seinem amtlichen Verteidiger sowie die Staatsanwaltschaft. Auf die Eingaben und Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Erwägungen I. Formelles 1.1 Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerisch en Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rech tsverletzungen, die unvollstän- dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefoch tenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsger icht innert 20 Tagen seit der Zustel- lung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufung serklärung einzureichen. Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtl ich geschütztes Interesse an der Aufhe- bung oder Änderung eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen. 1.2 Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts vom 18. O ktober 2018 angefochten, wel- ches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Mit Ein gaben vom 24. Oktober 2018 (Beru- fungsanmeldung) respektive vom 16. Januar 2019 (Beruf ungserklärung) hat der Beschuldigte die Rechtsmittelfrist gewahrt und ist seiner Erklärungspf licht nachgekommen. Die Zuständigkeit der Fünferkammer des Kantonsgerichts als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sow ie aus § 15 Abs. 1 lit. b des Einführungs- gesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO , SGS 250). Die Berufung des Beschuldigten erfüllt somit sämtliche Formalien, weshalb auf diese einzutreten ist. 2. Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgeri cht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Aufgrund der Tatsach e, wonach im vorliegenden Fall nur der Beschuldigte Berufung erklärt hat, darf das Kantonsg ericht in Anbetracht des Verbots der "reformatio in peius" das vorinstanzliche Urteil nur ent weder bestätigen oder zu Gunsten des Beschuldigten mildern, hingegen nicht verschärfen (Art. 391 Abs. 2 StPO). Konkret beanstandet der Beschuldigte die Schuldsprüche wegen Raubes, Sachbe schädigung, Hausfriedensbruchs sowie mehrfacher Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch (Ziff. 1 des angefochte- nen Urteils), die Verweisung der Zivilforderungen auf den Zivilweg (Ziff. 3 des angefochtenen Urteils) sowie die Kostentragungspflicht (Ziff. 5 des a ngefochtenen Urteils). Gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO bilden im vorliegenden Berufung sverfahren nur noch die vorgängig ge- nannten Punkte Gegenstand der richterlichen Überprüfung . Hingegen sind die Freisprüche in Ziff. 2 sowie das Honorar des amtlichen Verteidigers i n Ziff. 4 des vorinstanzlichen Urteils be- reits in Rechtskraft erwachsen (vgl. Art. 437 Abs. 1 lit. a und Art. 437 Abs. 2 StPO). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht II. Materielles 1. Allgemeines 1.1 Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Ab s. 4 StPO den Rechtsmitte- linstanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittel- verfahren vorgetragen werden (D ANIELA BRÜSCHWEILER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 82 N 9). 1.2 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 1 0 Abs. 2 StPO) hat das urtei- lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon- nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft se in Urteil unabhängig von der Anzahl der Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprec hen, und ohne Rücksicht auf die Art des Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Bew eise. Massgebend ist allein deren Stichhaltigkeit (C HRISTOF RIEDO /G ERHARD FIOLKA /M ARCEL ALEXANDER NIGGLI , Strafprozess- recht, 2011, Rz. 234; T HOMAS HOFER , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 41 ff.). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 1 01) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte un d Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Bes chuldigte unschuldig ist. Als Beweis- würdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrich ter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erkl ären darf, wenn bei objektiver Be- trachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungs- regel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer mög- lich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werde n kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um so lche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 87, E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Dem Sachgericht steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher E rmessensspielraum zu (BGE 134 IV 132, E. 4.2; BGE 129 IV 6, E. 6.1). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.3 Auch indirekte, mittelbare Beweise, sog. Anzeichen oder Indizien, können einen für die Beweisführung bedeutsamen Schluss erlauben. Indizien sind Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen . Beim Indizienbeweis wird vermutet, dass eine nicht bewiesene Tatsache gegeben ist, weil sich d iese Schlussfolgerung aus bewie- senen Tatsachen (Indizien) nach der Lebenserfahrung auf drängt. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig. Da ein Indiz jedoch imme r nur mit einer gewissen Wahrschein- lichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt es, einzeln betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen. Es ist jedoch zulässig, aus der Ge samtheit der verschiedenen Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewi ssen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimm- te Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zwe ifel offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter zu schliessen (BGer 6B_890/2009 vom 22. April 2010 E. 6.1; 6B_332/2009 vom 4. August 2009 E. 2.3 mit Hinweisen). 1.4 Bei der Würdigung von Aussagen ist insbesondere zwische n der Glaubwürdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden. Während die Glaubwürdigkeit einer Person von ihrer Persönlichkeit, ihren Motiven u nd der Aussagesituation abhängt und damit das Mass der Zutrauenswürdigkeit einer bestimmten Person umschreibt, beurteilt sich die Glaubhaftigkeit einer Aussage nach ihrem Inhalt und b ezieht sich daher auf die Überzeugungs- kraft, Beschaffenheit und den Gehalt einer Aussage. Na ch Literatur und Rechtsprechung steht weder die allgemeine Glaubwürdigkeit einer Person noc h ihre prozessuale Stellung, sondern vielmehr die Glaubhaftigkeit ihrer konkreten Aussagen im Vordergrund (BGE 133 I 33 E. 4.3; BGer. 6B_938/2014 vom 18. Februar 2015 E. 2.3). Im Rahmen der Beweiswürdigung sind Aus- sagen auf Glaubhaftigkeitsmerkmale bzw. Lügensignale hin zu analysieren. Aussagen sind ge- stützt auf eine Vielzahl von inhaltlichen Realkennzeichen zu beurteilen, wobei zwischen inhaltli- chen Merkmalen (Aussagedetails, Individualität, Verflech tung), strukturellen Merkmalen (Struk- turgleichheit, Nichtsteuerung, Widerspruchsfreiheit b zw. Homogenität) sowie Wiederholungs- merkmalen (Konstanz, Erweiterung) unterschieden wird. D as Vorliegen von Realitätskriterien bedeutet, dass die betreffende Person mit hoher Wahrsch einlichkeit über erlebnisfundierte Ge- schehnisse berichtet. Zwar besitzt jedes Realitätskriterium für sich allein betrachtet meist nur eine geringe Validität, die Gesamtschau aller Indikatoren kann jedoch einen wesentlich höheren Indizwert für die Glaubhaftigkeit der Aussage haben, w obei sie in der Regel in solchen mit rea- lem Erlebnishintergrund signifikanter und ausgeprägter vorkommen als in solchen ohne (MARTIN HUSSELS , Von Wahrheiten und Lügen – Eine Darstellung der Gl aubhaftigkeitskriterien Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht anhand der Rechtsprechung, forumpoenale 6/2012, S. 3 69 f.; A NDREAS DONATSCH , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 162 N 15). 2. Vorbringen der Parteien 2.1 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten mit Ankla geschrift vom 4. Mai 2018 zu- sammengefasst Folgendes vor: Der Beschuldigte habe wäh rend eines nicht näher bekannten Zeitraumes zusammen mit B.____, C.____ und D.____ sow ie einer nicht bekannten Anzahl weiterer Hintermänner an nicht näher bekannten Örtlichkeiten, mutmasslich in Serbien, wissent- lich und willentlich den Entschluss gefasst, in die Schwe iz resp. nach Y.____ zu reisen, um in gleich massgeblichem, arbeitsteiligen Vorgehen einen Rau b zum Nachteil der E.____ GmbH in X.____ (BL) zu begehen. Weiter habe der Beschuldigte zusammen mit diesen Männern die Modalitäten zur Reise in die Schweiz bzw. nach Y.____, insbesondere die Verkehrsmittel, die Reiserouten, die Unterkunft usw. besprochen. Zur Vorber eitung des Raubes bzw. zur Besor- gung einer Unterkunft habe der Beschuldigte Kontakt zu F.____, ursprünglich aus Serbien, wohnhaft in Y.____, gesucht und ihn zur Beherbergung von Kollegen überzeugt. Weiter habe der Beschuldigte die beiden Fahrzeuge für die Reisen na ch Y.____ organisiert. Zunächst habe der Beschuldigte, in Begleitung von G.____, B.____ und C.____ von Serbien aus nach Y.____ gebracht. Spätestens am 15. November 2011 seien die Männ er bei F.____ eingetroffen. Die folgende Nacht habe der Beschuldigte mit G.____ in e inem Hostel in Y.____ verbracht. Am nächsten Morgen habe der Beschuldigte G.____ zurück nach Serbien gefahren, und sodann D.____ abgeholt und mit einem anderen Fahrzeug ebenf alls nach Y.____ zu F.____ gebracht. Zwischen dem 15. und dem 24. November 2011 habe der B eschuldigte zusammen mit B.____, C.____ und D.____ vor Ort, insbesondere auch in X.__ __ (BL), weitere Vorbereitungshandlun- gen und Feinplanungen getroffen. Am 24. November 201 1, um ca. 11.00 Uhr, hätten B.____, C.____ und D.____ vereinbarungsgemäss und mit Wissen und Willen des Beschuldigten, der als Bindeglied fungiert habe und mit F.____ in dessen Wohnung geblieben sei, den gemeinsam geplanten Raub zum Nachteil der E.____ GmbH in X.____ (BL) begangen. Dazu seien sie maskiert und mit einem vorgängig entwendeten Audi A3 vor das Geschäft gefahren, hätten den Wagen dort stehen lassen und die Bijouterie betreten. Ein Mittäter habe die Verkäuferin im Na- cken gepackt, sie gegen den Boden gedrückt und mit einer auf sie gerichteten Waffe und den Worten "down down" angewiesen, sich auf den Boden zu legen. Gleichzeitig hätten die anderen beiden Männer die Vitrinen eingeschlagen und aus dies en in unrechtmässiger Bereicherungs- absicht diverse Uhren mit einem Gesamtwert von Fr. 238 '768.-- entwendet. Dabei hätten sie Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen Sachschaden von mindestens Fr. 300.-- angerichtet. Nach dem Raub hätten sie sich zum Audi A3 begeben und seien mit diesem zu dem in unmitte lbarer Nähe geparkten, ebenfalls vor- gängig entwendeten VW Passat gefahren, in diesen umge stiegen und hätten die Flucht fortge- setzt. Spätestens am nächsten Morgen sei der Beschuldigte mit B.____, C.____ und F.____ mit dem VW wieder zurück nach Serbien gefahren (vgl. zum Gan zen die Anklageschrift der Staats- anwaltschaft vom 4. Mai 2018, Akten S. S1 ff.). Das Strafgericht hat sowohl das in der Anklageschrift ge schilderte Tatgeschehen als auch die Täterschaft von C.____, B.____ und D.____ sowie die T äterschaft des Beschuldigten als er- stellt erachtet, und ihn mit Urteil vom 18. Oktober 2018 des Raubes, der Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs sowie der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Ge- brauch schuldig erklärt. 2.2 Der Beschuldigte führt mit Eingabe vom 12. April 2019 zur Begründung seiner Berufung im Wesentlichen aus, dass es sich vorliegend um einen reinen Indizienprozess handle und nicht annähernd ein Beweis für seine Täterschaft oder Teilnahme an der vorgeworfenen Raubtat vor- liege. Ebenso wenig könne von einer "geschlossenen Ind izienkette" ausgegangen werden. Es lägen erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel vo r, dass er an den Taten in irgendeiner Weise beteiligt gewesen sei. Erstellt sei einzig, dass si ch D.____ zu einem unbekannten Zeit- punkt in einem der Fluchtfahrzeuge befunden haben müsse. Er sei durch die Vorinstanz in der vollständigen Tatschilderung des Raubes nicht mit einem Wort erwähnt worden. Vielmehr gehe die Vorinstanz selber von drei anderen Tätern aus und v ersuche ihm die Taten mittels einer konstruierten Mittäterschaft anzulasten. Seit seiner Ankunft in Y.____ habe er sich völlig normal verhalten und auch die Ortschaft X.____ (BL), den Ort des Raubes, nicht besucht. Weiter habe F.____ bei seiner Einvernahme zu Protokoll gegeben, dass an einem Tag, am Tag des Raubes am 24. November 2011, die drei anderen Männer (C.__ __, B.____ und D.____) wortlos die Wohnung von F.____ verlassen hätten, und er in der Wo hnung zurückgeblieben sei. Aus ver- schiedenen Gründen sei auch die Glaubhaftigkeit der A ussagen von F.____ – entgegen der Auffassung der Vorderrichter – teilweise fraglich. De mgegenüber seien seine Aussagen als glaubhaft einzustufen. Zwischen der angeblichen Tatbet eiligung und seiner Hafteröffnungsein- vernahme seien ausserdem beinahe sechs Jahre vergangen. S pätere Einvernahmen hätten sogar sieben Jahre nach dem Überfall stattgefunden. Ber ücksichtige man diesen zeitlichen As- pekt, seien seine Aussagen durchaus kongruent. Im Kern se ien sie zudem deckungsgleich mit denjenigen von F.____. So sei er in die Schweiz ein gereist, habe den überwiegenden Teil der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zeit mit F.____ verbracht und sei zum gesamten Tatzeitpu nkt ebenfalls mit diesem zusammen in seiner Wohnung gewesen. Es sei nicht einzusehen, wie e s ihm hätte möglich sein sollen, beim Raubüberfall eine Koordinations- und Führungsfu nktion einzunehmen, wenn er 90% der Zeit mit einem unbeteiligten Dritten und nicht mit den drei Tätern verbracht habe. Anlässlich des Parteivortrages an der kantonsgerichtlichen B erufungsverhandlung vom 12. August 2019 verweist die Verteidigung im Wesentlich en auf die Berufungsbegründung vom 12. April 2019 und führt weiter aus, dass der Beschuldigte für drei Bekannte, welche womöglich einen Raub begangen hätten, eine Schlaf- und Transpo rtmöglichkeit organisiert habe. Für den hypothetischen Fall, dass der Beschuldigte an der Raubta t beteiligt gewesen sei, ergebe sich augenscheinlich, dass die Tat sicherlich nicht von ihm abh ängig gewesen sei. Er sei beliebig austauschbar gewesen, und selbst ein unbescholtener Bürge r hätte innert zehn Minuten eine Unterkunft und ein Fahrzeug besorgen können. 2.3 In ihrer Berufungsantwort vom 14. Mai 2019 verweist die Staatsanwaltschaft vollumfäng- lich auf das erstinstanzliche Urteil und verzichtet auf wei tere Ausführungen. Anlässlich ihres Parteivortrages führt die Staatsanwaltschaft aus, dass die Aussagen des Beschuldigten zu sei- nen Beweggründen für seine Reisen in die Schweiz in An betracht der erstellten Akten- und Sachlage in ihrer Gesamtheit schlicht als Schutzbehaupt ungen zu werten seien. Dies gelte um- so mehr, als er in Deutschland wegen zwei gleichgelagerter Straftaten rechtskräftig zu mehrjäh- rigen, erheblichen Freiheitsstrafen verurteilt worden sei. Wie auch im begründeten erstinstanzli- chen Urteil erwähnt, bestünden eine Reihe von Beweisen, Indizien und Belastungen gegen den Beschuldigten. Diese seien im Urteil des Strafgerichts gu t dargelegt, nachvollziehbar, schlüssig und korrekt gewürdigt. Zwar führe die Vorinstanz aus, dass dem Beschuldigten die unmittelbare Teilnahme an der Ausübung der vorliegend angeklagten T aten weder durch die objektiven Be- weise und Indizien noch durch die Aussagen von F.____ n achgewiesen werden könnten. In- dessen zeige die Vorinstanz richtigerweise auf, dass die zentralen Behauptungen des Beschul- digten durch die Aussagen von F.____ in mehrfacher Hinsi cht widerlegt werden. Des Weiteren erscheine das Aussageverhalten des Beschuldigten gesamthaft gesehen schlicht als konstru- iert. Er passe sich offensichtlich an die jeweils vorliege nden und ihm anlässlich seiner Verneh- mungen mitgeteilten Untersuchungserkenntnisse an. Alles in allem lägen keine erheblichen und nicht zu unterdrückenden Zweifel an der Tatbeteiligung des Beschuldigten als Mittäter vor. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Tatsächliches Das Strafgericht ist zu Recht zur Erkenntnis gelangt, da ss es sich bei C.____, B.____ und D.____ um die Personen handelt, die den Raubüberfal l vom 24. November 2011 in der E.____ GmbH in X.____ (BL) ausgeübt und zu diesem Zweck im Voraus gemeinsam oder einzeln auch die beiden Fahrzeuge als Fluchtfahrzeuge entwendet h aben, weshalb diesbezüglich in Anwen- dung von Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich auf das Ur teil des Strafgerichts vom 18. Oktober 2018 zu verweisen ist (vgl. Urteil des Strafgerichts vom 18 . Oktober 2018, E. I., insbesondere E. 4.7.2). Auch gelangt das Kantonsgericht hinsichtlich der im vorliegenden Berufungsverfahren sich stellenden Frage, ob sich der Beschuldigte an diesem am 24. November 2011 begangenen Raubüberfall als Mittäter beteiligt hat, zur Überzeugung, dass die Vorderrichter die Beweise und Indizien korrekt gewürdigt haben. Infolgedessen werden nachfolgend lediglich einige gewichtige Indizien hervorgehoben, welche auf die Beteiligung de s Beschuldigten als Mittäter schliessen lassen, und im Übrigen auf die Begründung der Vorinstanz verwiesen. 3.1 Objektive Sachverhaltsfeststellungen Gemäss den Berichten über die Grenzübertritte steht fest, dass der Beschuldigte am 16. November 2011 in Begleitung von G.____ von Slow enien nach Kroatien gefahren ist. Sie haben am 17. November 2011, um 01.47 Uhr, die Grenze in Zupanja (HRV) nach Serbien pas- siert. Am 18. November 2011, um 02.26 Uhr, hat D.___ _ mit dem Fahrzeug (xxxxxx/Serbien) die Grenze in Bajakovo (HRV) von Serbien nach Kroatien überquert. Im Fahrzeug hat sich auch der Beschuldigte befunden. Sie sind am gleichen Tag, um 09.07 Uhr, bei der Ausreise beim Grenzübergang Bregana (HRV) kontrolliert worden. Am 26. November 2011 ist der Beschuldig- te zusammen mit B.____, C.____ und F.____ von Kroatie n nach Serbien gefahren (Akten S. 3900.1, 3991). 3.2 Würdigung der Aussagen des Beschuldigten und vo n F.____ 3.2.1 Anlässlich der Einvernahme von F.____ vom 17. September 2013 ist der Name des Be- schuldigten erstmals im Zusammenhang mit dem Raub vom 24. November 2011 in X.____ (BL) gefallen. F.____ hat ausgesagt, dass er den Beschuldigt en über Fussballspiele kennengelernt habe. Dieser sei – wie er auch – Fan des Fussballvereins H.____. Im Jahr 2011 habe der Be- schuldigte ihn angerufen und ihm gesagt, dass sich zwei ode r drei Kollegen von ihm auf der Durchreise in der Schweiz befänden. Der Beschuldigte hätte ihnen von ihm erzählt, und dass er ihnen eventuell Unterschlupf bieten könnte (Einvernahme vom 17. September 2013, Akten Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht S. 5579). Zudem hat F.____ ausgeführt, dass der Beschul digte und ein Verwandter von ihm in der ersten Nacht in einem Hostel übernachtet hätten. Er (F.____), B.____ und C.____ seien zu ihm nach Hause gegangen. Am folgenden Tag seien sie (F.____, B.____ und C.____) wieder zum Hostel gegangen, und hätten wissen wollen, wie es w eitergehe. F.____ habe den Be- schuldigten gefragt, was seine Pläne seien. Der Beschuldigte habe ihm gesagt, dass er mit sei- nem Verwandten zurück nach Serbien fahren würde. Der Beschuldigte sei sodann mit "diesem …" (wohl gemeint G.____) wieder zurück nach Serbien ge gangen. Er sei umgehend wieder zurückgekommen und zwar mit "einem …" (wohl gemeint D._ ___). Zu jenem Zeitpunkt seien B.____ und C.____ bereits etwa zwei Tage bei ihm gewe sen. Von diesem Zeitpunkt an seien sie dann zu fünft bei ihm (F.____) gewesen (Einvernah me vom 17. September 2013, Akten S. 5581 f.). Im Rahmen der Einvernahme vom 17. September 2013 hat F.____ im Weiteren ausgesagt, dass er seinen Bekannten – das heisst den Beschuldigten – gefragt habe, was los sei, weil die Stimmung unter den Männern in seiner Wohnung geladen gewesen sei und seine Gäste immer wieder in die Küche gegangen seien, um dort in seine r Abwesenheit Gespräche zu führen. Der Beschuldigte habe ihm darauf mitgeteilt, dass sie ein P roblem mit einem Albaner hätten, wel- cher ihnen viel Geld schulde und sich in X.____ (BL) auf halten solle (Einvernahme vom 17. September 2013, Akten S. 5571). Weiter hat F.__ __ angegeben, dass der Beschuldigte am Tag des Raubes am 24. November 2011 mit ihm in der Woh nung zurückgeblieben sei, aber nervös gewirkt habe. Er kaue zwar allgemein Nägel, abe r zu jenem Zeitpunkt sei es sehr inten- siv gewesen. Er habe auch immer wieder aus dem Fenster geschaut, was er sonst nicht ge- macht habe (Einvernahme vom 25. September 2013, Akten S . 5657). Am Tag des Raubüber- falls, mithin am 24. November 2011, seien ausserdem nur zwei der drei anderen Männer in sei- ne Wohnung zurückgekehrt. Der Dritte habe sich bereits zu rück auf den Weg nach Belgrad ge- macht (Einvernahme vom 17. September 2013, Akten S. 5 573; Einvernahme vom 25. September 2013; Akten S. 5653). Ferner hat F.___ _ berichtet, dass es am gleichen Abend, ca. eine Stunde nach der Rückkehr der beiden Männer in seine Wohnung, plötzlich geheissen habe: „Planänderung, wir gehen sofort nach Hause.“ Di es sei ihm komisch vorgekommen, da sie bis vor kurzem noch beabsichtigt hätten, ein paar Tag e bei ihm zu bleiben. Kurz danach seien sie zu viert (F.____, der Beschuldigte, C.____ und B.____) mit dem Fahrzeug aus Serbi- en über Deutschland und Österreich nach Belgrad gefahr en (Einvernahme vom 17. September 2013, Akten S. 5579). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht F.____ hat sodann die Frage, ob jemand der vier Männer die Führungsperson gewesen sei, wie folgt beantwortet: "Also man kann sagen, dass alles über A.____ lief. Er war auf jeden Fall die bestimmende Person." Anlässlich der Konfrontationseinve rnahme mit dem Beschuldigten vom 30. November 2017 hat F.____ diese Aussage relativier t. Es stimme, dass der Beschuldigte zu einem grossen Teil der Zeit mit ihm zusammen gewesen sei. Dass er der Leader resp. Führer gewesen sei, das würde er aktuell so nicht mehr sagen (Kon frontationseinvernahme vom 30. November 2017, Akten S. 5863). 3.2.2 Der Beschuldigte hat im Rahmen der in Deutschland re chtshilfeweise durchgeführten Einvernahme vom 24. April 2014 zunächst ausgesagt, dass e r D.____ 100%-ig nicht kenne (Einvernahme vom 24. April 2014, Akten S. 5723). Erst im weiteren Verlauf des Verfahrens hat er zugegeben, diesen doch zu kennen und hierher (in die Schweiz) gefahren zu haben. Auch in Bezug auf B.____ hat der Beschuldigte widersprüchliche Depositionen gemacht. Zuerst hat er angegeben, ihn nicht zu kennen (Einvernahme vom 24. Ap ril 2014, Akten S. 5727), um später jedoch darzulegen, diesen seit seiner Kindheit zu kennen. In Bezug auf die Person, welche ihn angefragt hat, ob er Freunde von ihm in die Schweiz fah- ren könnte, widerspricht sich der Beschuldigte ebenso, i ndem die Anfrage resp. der Auftrag zunächst von I.____ (Einvernahme vom 24. April 2014, A kten S. 5719), später von "J.____" (Einvernahme vom 11. November 2017, Akten S. 299 und Einvernahme vom 6. April 2018, Ak- ten S. 5773) und schliesslich wieder von I.____ gekommen sein soll (Protokoll der Berufungs- verhandlung vom 12. August 2019, S. 5). Anders als F.____ behauptet der Beschuldigte auch, dass am 24. November 2011 alle drei Männer in die Wohnung zurückgekehrt seien. Es ist eindeut ig, dass der Beschuldigte diesbe- züglich die Unwahrheit sagt. Derjenige, der nicht zur ück in die Wohnung gekommen ist, ist D.____. Von diesem ist eine DNA-Spur im für den Raub benutzten Fluchtauto festgestellt wor- den. Daher ist davon auszugehen, dass D.____ nach dem R aubüberfall mit der Beute separat in Richtung Heimat geflohen ist. Der Beschuldigte hat sodann ausgesagt, dass man von ihm ke ine DNA in einem gestohlenen Auto oder sonst irgendwo finden werde. Zu jenem Zeitp unkt hätte der Beschuldigte, will man seinen Beteuerungen glauben, aber nichts von einem gest ohlenen Fahrzeug wissen können. Auf die Frage hin, wie er auf ein gestohlenes Auto ko mme, hat der Beschuldigte geantwortet: Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht "Nein, ich habe nicht gestohlenes Auto gemeint. Ich mei nte in irgendeinem Auto oder Laden." (Einvernahme vom 24. April 2014, Akten S. 5723). Bis zum Schluss des Verfahrens hat der Beschuldigte sodann k eine plausible Erklärung für sei- ne Reise bzw. seinen Aufenthalt in der Schweiz nennen können. Unklar bleibt insbesondere, wieso er und seine drei Kumpanen sich bei F.____ und so mit zu fünft in solch einer kleinen Wohnung – einer 1 ½-Zimmerwohnung gemäss Einvernahme von F.____ vom 17. September 2013 (Akten S. 5603) – in Y.____ aufgehalten haben. Anlässlich der Einvernahme in Deutsch- land hat der Beschuldigte angegeben, dass er erst ein ha lbes Jahr nach seiner Rückkehr von C.____ erfahren habe, aus welchem Grund sich diese Person en im Zeitpunkt der inkriminierten Raubtat in der Schweiz aufgehalten hätten. C.____ hab e ihm nichts Konkretes gesagt. Er habe lediglich zu ihm gesagt, dass er kein gutes Verhältni s zu seiner Frau habe und ein teures Ge- schenk für sie kaufen müsse, um sich mit ihr zu versöhnen. C._ ___ lebe in Belgrad und seine Frau in Uzice. Der Beschuldigte habe ihn daraufhin gefr agt, woher er das Geld habe, da habe er ihm von "der Sache" in Y.____ erzählt. Er habe ih m gesagt, dass sie dort etwas in einem Juwelierladen gestohlen hätten, aber nicht wieviel und was (Einvernahme vom 24. April 2014, Akten S. 5723). Im Rahmen der Hafteröffnungseinvernah me vom 11. November 2017 hat der Beschuldigte angegeben, sein Freund "J.____" habe ihn gefragt, ob er frei sei und Zeit hätte, zwei Freunde von ihm in die Schweiz zu fahren. Sie hät ten irgendwelche Schulden bei einem Albaner einzuziehen. Er könne bei dieser Gelegenheit auch ein paar Tage bei seiner Verlobten in Z.____ verbringen (Einvernahme vom 11. November 20 17, Akten S. 299). Er sei mit seinem Freund B.____, mit seinem Freund G.____ und C.____, den er einen oder vielleicht zwei Tage vorher kennengelernt habe, in die Schweiz eingereist. E r habe B.____ und G.____ gefragt, ob sie ihm Gesellschaft leisten würden. Das seien seine Fre unde aus Ljubovija. Sie würden sich schon seit 30 Jahren kennen. C.____ sei wegen dieser Sc huld in die Schweiz gekommen (Ein- vernahme vom 11. November 2017, Akten S. 301). Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschuldigte während des gemeinsamen Aufenthaltes in Y.____ mit seinen Freunden mit G.____ wieder zurück nach Serbien gefahren und sodan n mit "…" (D.____) nach Y.____ zu- rückgekehrt ist, ergibt diese Erklärung des Beschuldigten ke inerlei Sinn. Wenn seine Freunde ihm auf der Reise in die Schweiz Gesellschaft hätten leist en wollen, erscheint es äusserst unlo- gisch, dass der Beschuldigte diese alleine bei einem fern en Bekannten in Y.____ zurücklässt und in der Zwischenzeit nach Serbien fährt, um dort ei ne Person abzuladen und eine andere sodann wieder mit in die Schweiz zu bringen. Auch die E rklärung, wonach sie in X.____ (BL) bei einem Albaner Geld hätten eintreiben wollen, ist eine reine Schutzbehauptung. Im Rahmen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht seiner ersten Einvernahme in Deutschland hat der Beschuld igte überdies noch nichts von ei- nem Albaner gewusst (Einvernahme vom 24. April 2014, Akten S. 5729). Schliesslich sind auch die Aussagen des Beschuldigten in Bezug auf seine Verl obte in Z.____ nicht glaubhaft, zumal F.____ zwar bestätigt hat, dass die Verlobte des Beschul digten zum fraglichen Zeitraum in Z.____ gewesen sei und der Beschuldigte in Y.____ ein e Prepaidkarte gekauft habe. Es stim- me aber nicht, dass er mit dem Beschuldigten nach Z.___ _ gefahren sei. Der Beschuldigte sei mit dem Fahrzeug, mit dem sie angereist seien, mit ser bischen Kontrollschildern, nur kurz nach Z.____ gefahren, und zwar alleine (Konfrontationseinvernahme vom 30. November 2017, Akten S. 5853). 3.2.3 Mit der Vorinstanz erachtet das Berufungsgericht die A ussagen von F.____ als glaub- haft. F.____ war diejenige Person, die das erste Mal d en Namen des Beschuldigten im Zu- sammenhang mit den Ereignissen im Jahre 2011 erwähnt un d das vorliegende Verfahren ins Rollen gebracht hat. Zur ersten Befragung von ihm ist es erst am 17. September 2013 und so- mit ca. zwei Jahre nach dem vorliegend zu behandelnden Vorfall gekommen. Er hat dabei die Ereignisse in einem in sich geschlossenen Ablauf und in ei nem plausiblen Kontext wiedergege- ben. Seine Schilderungen sind hinsichtlich der Realkennz eichen detailreich, plastisch und nachvollziehbar. Dabei hat er offengelegt, wenn er sich an etwas nicht bzw. nicht genau erin- nern konnte. Seine Aussagen weisen insbesondere im Kernb ereich keine Widersprüche auf und stimmen dort, wo objektive Beweise und Indizien bzw. Aussagen der unabhängigen Perso- nen vorliegen, auch mit diesen überein. Es gibt keinerlei Hinweise auf Falschaussagen. Dass er bei der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten seine früheren Angaben fast in allen Punkten bestätigt und diese lediglich in Bezug auf sein en persönlichen Eindruck über die Rolle des Beschuldigten präzisiert hat, zeigt, dass er ernsthaft bemüht war, die Ereignisse genau und wahrheitstreu wiederzugeben (so auch zu Recht die Vorinstanz: E. I/4.7.1. a). Demgegenüber sind die Aussagen des Beschuldigten – wie soeben beispielhaft dargestellt – widersprüchlich und unglaubhaft. Auch wenn er seine Un schuld beteuert und stets wiederholt hat, dass er weder mit dem Raubüberfall und mit den weiteren Taten zu tun gehabt noch ge- wusst habe, was die anderen während ihres Aufenthalts in Y.____ gemacht hätten, sind seine Aussagen völlig unstimmig. Dies, weil er im Verlaufe de s Verfahrens taktisch vorgegangen ist, indem er seine Schilderung über die zentralen Aspekte der Ereignisse immer wieder geändert und diese dem jeweiligen Verfahrensstand bzw. der Bewei slage, vor allem aber den Angaben von F.____ anpasst hat. Insgesamt hat der Beschuldigte sei ne Aussagen stets dem Ermitt- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht lungsstand angepasst und gewisse Aussagen auch widerrufen. Insgesamt erscheinen die De- positionen des Beschuldigten jedenfalls unglaubhaft, en thalten zahlreiche Widersprüche und Inkonsistenzen, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. 3.3 Würdigung des modus operandi Der Beschuldigte wurde am 8. April 2014 rechtskräftig vo m Landgericht Wiesbaden wegen ver- suchten gemeinschaftlichen schweren Raubes in Tateinheit mit Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 3 Monaten verurteilt. Aus der Begründung dieses Urteils wird ersichtlich, dass der Beschuldigte als Bindeglied zu den sich in Serbien befindenden Hinter- männern fungierte. Der Beschuldigte hat sich per SMS m it den Hintermännern verständigt und die Anweisungen sodann an die Mittäter weitergegeben. Ihnen sei er unter seinem Spitznamen "…" bekannt und unter diesem Namen als Kontaktperson im H andy abgespeichert. Während des Raubüberfalls auf ein Juweliergeschäft sei der Besc huldigte auf der Autobahn gewesen und habe wiederum per SMS mit den Hintermännern kommuniziert (vgl. zum Ganzen das Urteil des Landgerichts Wiesbaden vom 8. April 2014, Akten S. 49 ff.). Des Weiteren ist der Beschul- digte am 23. September 2016 rechtskräftig vom Landgeri cht Wiesbaden wegen gemeinschaftli- chen schweren Raubes in Tateinheit mit Sachbeschädigung unter Einbeziehung der gegen ihn in dem Urteil des Landgerichts Wiesbaden vom 8. April 2014 verhängten Freiheitsstrafe zu ei- ner Gesamtfreiheitsstrafe von 8 Jahren und 6 Monaten verurteilt worden. Auch aus diesem Ur- teil geht hervor, dass der Beschuldigte als Bindeglied zwischen den Hintermännern und den Personen, die das eigentliche Tatgeschehen ausgeführt hä tten, fungiert habe. Der Angeklagte habe das zur Tat benötigte Fahrzeug nach Deutschland eingeführt. Zudem habe er dafür Sorge getragen, dass weitere Mittäter nach Deutschland hätten gebracht werden können. Am Vor- abend der Tat sei er gemeinsam mit dem Hintermann C. ____ nach Wiesbaden gefahren, damit dort die unmittelbar zur Tatausführung angeworbenen Personen über den Tatablauf hätten in- struiert werden können. Am Tattag habe er die das eig entliche Tatgeschehen ausführenden Personen nach Wiesbaden gefahren und ihnen Anweisunge n gegeben. Nach der Tat habe er das Fluchtfahrzeug gesteuert und für die Beutesicherung g esorgt (vgl. zum Ganzen das Urteil des Landgerichts Wiesbaden vom 23. September 2016, Akten S. 79 ff.). Vergleicht man die Raubüberfälle, für die der Beschuld igte in Deutschland rechtskräftig verur- teilt worden ist, mit dem vorliegend zu beurteilende n Raubüberfall vom 24. November 2011 in X.____ (BL), wird aus den Akten ersichtlich, dass die Tä ter exakt das gleiche Tatmuster (sog. "modus operandi") hatten, und der Beschuldigte auch a nlässlich der Taten in Deutschland eine Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art "Mittelsmann" bzw. Organisator war, welcher eine zentrale Kontroll- und Koordinationsfunk- tion innehatte. Sowohl in Deutschland als auch hier in der Schweiz war der Beschuldigte für die Organisation der Fahrzeuge resp. der Fahrten zuständig . Weiter ist er hier wie dort nicht unmit- telbarer Täter gewesen, sondern hat den Überfall aus sicherer Distanz organisiert und kontrol- liert. Ferner geht aus dem Urteil des Landgerichts Wie sbaden vom 23. September 2016 hervor, dass das Vorgehen anlässlich des Raubüberfalls diverse Pa rallelen zum vorliegenden Fall auf- weist. Beispielsweise ist der Raubüberfall sowohl hie r als auch dort kurz vor der Mittagspause durchgeführt worden. Ausserdem ist die Juwelierangestel lte beide Male mit einer nicht funkti- onsfähigen Pistole und den Worten "down down" bedroh t worden. Zudem sind beim Überfall in Wiesbaden neben dem Beschuldigten auch weitere im vorl iegenden Fall involvierte Mittäter im Urteil namentlich erwähnt; dabei handelt es sich insbesondere um C.____, K.____ und B.____. 3.4 Aus den objektiven Sachverhaltsfeststellungen und den gl aubhaften Aussagen von F.____ im Lichte des übereinstimmenden "modus operandi" aus den rechtskräftigen Verurtei- lungen in Deutschland ergibt sich, dass der Beschuldigte sehr wohl um die Raubtat vom 24. November 2011 wusste und auch daran beteiligt war. Zusammengefasst erachtet das Beru- fungsgericht Folgendes, das für die Beteiligung des Besc huldigten an der Tat spricht, als zent- ral: Die Reisedaten, die Organisation der Fahrt(en) in die Schweiz und der Unterkunft in der Schweiz durch den Beschuldigten, das widersprüchliche Aussag everhalten des Beschuldigten, das Verhalten des Beschuldigten am Tattag, der überstür zte Aufbruch am Tattag sowie der "modus operandi" gleichartiger Taten in Deutschland ( 2013), an denen der Beschuldigte betei- ligt war. Mit dem Strafgericht ist somit festzuhalten, dass eine R eihe von Beweisen, Indizien und Belas- tungen gegen den Beschuldigten bestehen. Diese sind i m Urteil der Vorinstanz korrekt darge- legt, nachvollziehbar, schlüssig und richtig gewürdigt. In sgesamt hat das Strafgericht zulässi- gerweise aus der Gesamtheit der verschiedenen Anzeichen auf den vollen rechtsgenügenden Beweis der Beteiligung des Beschuldigten geschlossen. Das Berufungsgericht hat keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte sowohl bei der Vorbereitun g und Planung, insbesondere durch die Organisation der Reise(n) nach sowie der Unterkunft in Y.____, als auch bei der Ausführung des Raubüberfalls vom 24. November 2011 auf die E.____ GmbH in X.____ (BL) als Bindeglied zwischen den unmittelbaren Tätern vor Ort und den Hintermännern in Serbien in massgeblicher Weise beteiligt war. Demzufolge ist die Schlussfolgeru ng des Strafgerichts, wonach die Mitwir- kung des Beschuldigten beim Raubüberfall als erstellt zu erachten ist, zu bestätigen. Die Ent- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht wendung von zwei Motorfahrzeugen zum Gebrauch ist ein Te il des geplanten Raubs gewesen und entsprechend als Begleitdelikt begangen worden. Da her ist auch dieser Sachverhalt dem Beschuldigten zuzurechnen. 4. Rechtliches In Bezug auf das Rechtliche kann zur Vermeidung von W iederholungen ebenso auf das Urteil der Vorinstanz verwiesen werden, welches sich sowohl hinsi chtlich der rechtlichen Ausführun- gen zu den massgeblichen Straftatbeständen des Raubs, des Hausfriedensbruchs, der Sach- beschädigung und der Entwendung eines Motorfahrzeugs z um Gebrauch als auch zur Mittäter- schaft und zur Gehilfenschaft vollumfänglich als zutreffend erweist und keiner Ergänzung bedarf (vgl. Urteil der Vorinstanz vom 18. Oktober 2018, E. I I, 1.1 und 1.2). Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung des erstellten Sachverhalts ist mit der Vorinst anz festzuhalten, dass sich diese als unproblematisch erweist und sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht zu keinen wei- teren Bemerkungen Anlass gibt. C.____, B.____ und D.__ __ haben mit Gewalt und Nötigung L.____ widerstandsunfähig gemacht und den Diebstahl begangen. Somit ist der Tatbestand des Raubs erfüllt. Die dem gemeinsamen Tatplan entsprechende und arbeitsteilige Vorgehensweise des Beschuldigten sowie von C.____, B.____ und D.____ ist als Mittäterschaft zu qualifizieren. Es ist ersichtlich, dass der Beschuldigte aufgrund seiner Kontroll- und Koordinationsfunktion gegenüber anderen Tatbeteiligten offensichtlich besser gestellt war und eine leitende Funktion innehatte, auch wenn ihm nicht nachgewiesen werden konnte, dass er irgendwelche eigentliche Tathandlungen ausgeführt hat. Er stand mit den Hinte rmännern in direktem Kontakt und hat in der Schweiz wesentliche Koordinations- und Überwachungsau fgaben übernommen. Es steht jedenfalls fest, dass er alleine durch seine festgestellten logistischen Handlungen einen wesent- lichen Beitrag geleistet hat, sodass die anderen Mittäter nur deshalb in der Lage waren, die Tat in der Schweiz wie geplant auszuführen. Seine Beiträg e im Sinne einer Organisation der ver- schiedenen gestaffelten Anreisen, der Täterschaft, der un auffälligen Unterkunft (nicht in einem Hotel, wo man sich ausweisen und registrieren muss) und d er Mitwirkung bei der sofortigen Abreise sind genügend wesentlich, um seine Mittäterschaf t zu bejahen. Mit seinem Beitrag stand und fiel die Tat. Der Beschuldigte hat nicht nu r die Unterkunft bei F.____, sondern auch die Fahrzeuge für die zahlreichen Hin- und Herfahrten zwischen Serbien und der Schweiz or- ganisiert. Ohne diesen Tatbeitrag wären die Täter nicht hier in der Schweiz resp. in X.____ (BL) gewesen, und der Raub wäre so nicht verübt worden. Der Beschuldigte hatte eine wichtige or- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht ganisatorische und leitende Rolle inne und übte vor allem in der Schweiz kraft seiner Beziehung zu F.____ und den Ausführenden einen tragenden Einfl uss auf Letztere aus. Dies hat zur Fol- ge, dass sich jeder Mittäter und somit auch der Beschuldigte, die planmässigen Handlungen der anderen Mittäter, welche koordiniert und arbeitsteilig ausgeführt worden sind, zurechnen lassen muss. Im Rahmen der vorliegenden Mitwirkung ist die Anna hme einer Gehilfenschaft ausge- schlossen. Demzufolge sind die Tatbestände des Raubs und der zweifachen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch erfüllt. In Bezug auf die rechtliche Würdigung des Sachverhalts betreffend die Antragsdelikte des Hausfriedensbruchs und der Sachbeschädigung ist wiederum vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (vgl. Urteil der Vorinstanz vom 18. Oktober 2018, E. II, 1.3). 5. Zwischenergebnis Aus dem bisher Gesagten folgt zusammenfassend, dass das Strafgericht den Beschuldigten mit Urteil vom 18. Oktober 2018 zu Recht des Raubs, der Sach beschädigung, des Hausfriedens- bruchs und der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeug s zum Gebrauch schuldig ge- sprochen hat. 6. Strafzumessung 6.1.1 Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach de m Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhä ltnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird n ach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Be- weggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inne- ren und äusseren Umständen in der Lage gewesen ist, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). Hat der Täter durch eine oder mehr ere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurtei lt ihn das Gericht zu der Strafe der schwers- ten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch d as Höchstmass der angedrohten Stra- fe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist an da s gesetzliche Höchstmass der Strafart ge- bunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). 6.1.2 Grundsätzlich kann das Gericht nur auf eine Gesamtfrei heitsstrafe erkennen, wenn es für jede Tat eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (konkrete Methode, BGE 138 IV 120 E. 5.2, mit Hinweisen). Das Bundesgericht (vgl. zum Ganzen BGer 6B_5 23/2018 vom 23. August 2018 Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 1.2.2) hält in seinem Entscheid 6B_483/2016 vom 3 0. April 2018 unter Hinweis auf den Ge- setzgeber auch nach der Änderung des Sanktionenrechts aus drücklich am Prinzip der Zuläs- sigkeit einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Straf en unter Anwendung der konkreten Me- thode fest (E. 3.3.4 und E. 3.5.4). Weiter bekräftigt das Bundesgericht die Ungleichartigkeit von Freiheitsstrafe und Geldstrafe (E. 3.3.3). Zum metho dischen Vorgehen präzisiert das Bundes- gericht, dass in einem ersten Schritt die Einzelstrafen für die konkreten Delikte festzulegen sind und anschliessend geprüft werden muss, aus welchen Einzelst rafen Gesamtstrafen zu bilden sind. Im Rahmen der Gesamtstrafenbildung ist auch dem Verhältnis der einzelnen Taten unter- einander, ihrem Zusammenhang, ihrer grösseren oder ge ringeren Selbständigkeit sowie der Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehensweisen Rechnung zu tragen. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Gesamtschuld beitrag des einzelnen Delikts geringer zu veranschlagen ist, wenn Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammen- hang stehen (BGer 6B_483/2016 vom 30. April 2018 E. 3 .5.4, E. 4.1 und E. 4.3). Gleichzeitig bestätigt das Bundesgericht im Urteil 6B_483/2016 grund sätzlich die Zulässigkeit von Ausnah- men von der konkreten Methode im Einzelfall gemäss seiner jüngeren Rechtsprechung (E. 2.4 mit Hinweisen und E. 4.3), so wenn – unter Beachtung d es Verhältnismässigkeitsprinzips im Rahmen von Art. 41 StGB – bei der Bildung einer Ges amtstrafe als Einsatzstrafe für die schwerste Straftat eine Freiheitsstrafe festgesetzt und de ren Dauer für die weiteren Delikte an- gemessen erhöht wird (BGer 6B_849/2016 vom 9. Dezembe r 2016 E. 1.3.2; 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.3), oder wenn verschiedene Straf taten zeitlich und sachlich derart eng mit- einander verknüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auftr ennen und für sich allein beurteilen lassen (BGer 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 4.4). 6.2.1 Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung fordert die Staatsanwaltschaft die vollum- fängliche Abweisung der Berufung des Beschuldigten sowi e die vollumfängliche Bestätigung des strafgerichtlichen Urteils vom 18. Oktober 2018, mithin eine Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren. Demgegenüber führt der Beschuldigte im Wesentlichen au s, sollte das Kantonsgericht wider Erwarten von einer Tatbeteiligung ausgehen, sei höch stens von einer Gehilfenschaft auszuge- hen, womit das Strafmass deutlich zu mindern und eine be dingt vollziehbare Strafe auszuspre- chen wäre. Das Verschulden sei im unteren Rahmen anzuse tzen. Selbst wenn das Berufungs- gericht wider Erwarten von einer Mittäterschaft ausgehe n sollte, könne ihm die erfolgte Tataus- führung nicht vollends angerechnet werden. Insbesondere könne das Verhalten der drei Täter während des Raubes nicht als rücksichtsloser bezeichnet werde n, als es beim Tatbestand des Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Raubes ohnehin inhärent sei. Beim Beschuldigten sei zudem von einer hohen Strafempfindlich- keit auszugehen. Weiter sei die enorm und unnötig lan ge Verfahrensdauer sehr belastend ge- wesen. Im Hinblick auf das Beschleunigungsgebot anerbiet e sich eine Strafmilderung von min- destens einem Jahr. Gemäss Art. 408 StPO fällt die Berufungsinstanz ein neu es Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt. Dabei hat sie die Strafe nach ihrem eigenen E rmessen festzusetzen und muss sich nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die ein zelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet hat (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6.2 ). Im vorliegenden Fall ist der Beschul- digte gestützt auf das Urteil des Strafgerichts vom 18. Oktober 2018 und das vorliegende Urteil des Raubes nach aArt. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Sach beschädigung nach Art. 144 Abs. 1 StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sowi e der mehrfachen Entwendung ei- nes Motorfahrzeuges zum Gebrauch nach aArt. 94 Ziff. 1 S VG schuldig zu erklären. Der Straf- rahmen des schwersten Delikts, des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB, umfasst Freiheitsstra- fe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren. Der Raub wurde zur T atzeit mit einer Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen g eahndet (aArt. 140 Ziff. 1 StGB). So- mit ist das alte Recht als milderes Recht anzuwenden (sog. "lex mitior"; Art. 2 Abs. 2 StGB). Die Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB führt zwar ni cht zu einer Erhöhung des Strafrah- mens, ist aber innerhalb des ordentlichen Rahmens strafschärfend zu gewichten. 6.2.2 Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Kantons gericht für die Bildung einer Gesamtstrafe nunmehr in einem ersten Schritt den Straf rahmen – ausgehend von der abstrak- ten Strafandrohung – für die schwerste Straftat zu be stimmen und sodann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und str afmindernden Umstände, innerhalb die- ses Strafrahmens festzusetzen. In casu weist wie bereits da rgelegt der Tatbestand des Raubes nach aArt. 140 Ziff. 1 StGB die höchste Strafdrohung auf, weshalb dieses Delikt die schwerste Straftat darstellt. Dabei liegt der ordentliche Straf rahmen in Anwendung von aArt. 140 Ziff. 1 StGB zwischen einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen und e iner Freiheitsstrafe von zehn Jah- ren. In Bezug auf die Raubtat ist auf der Seite der objekti ven Tatkomponenten zu würdigen, dass der erbeutete Deliktsbetrag in der Höhe von mindesten s Fr. 238'768.-- beachtlich ist. Gewichtig verschuldenserhöhend hat sodann auch ins Gewicht zu fallen , dass eine Tätermehrheit gehan- delt hat, welche äusserst professionell vorgegangen ist. Diese Täter hat der Beschuldigte in die Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schweiz gebracht, untergebracht und zurückgebracht. Die Täterschaft vor Ort hat den Raub- überfall innert lediglich drei Minuten ausgeführt. V erschuldenserhöhend zu würdigen ist auch der Umstand, dass es zum Tatplan gehörte, eine Spielzeugpistole zu verwenden, um das Opfer in Angst und Schrecken zu versetzen. Das Opfer hat diese f ür echt gehalten (Akten S. 4263). Zudem ist ein Sachschaden in der Höhe von mindestens Fr. 300.-- entstanden. Der Beschuldig- te ist eigens zum Zwecke des Delinquierens aus Serbien i n die Schweiz angereist, was eine gewisse Planung und Vorbereitung voraussetzt und damit ein gehöriges Mass an krimineller Energie erkennen lässt. Der Beschuldigte war dafür zuständig, hoch spezialisiertes Personal für die Raubtat zu rekrutieren, in die Schweiz zu fahren un d für deren Unterkunft zu sorgen. Im Rahmen der Organisation und Kontrolle hat der Beschuldigte eine zentrale Rolle innegehabt. Bei der Bewertung der subjektiven Tatschwere ist festzust ellen, dass dem Beschuldigten hin- sichtlich des inkriminierten Tatbestandes eine direktvorsätzl iche Willensrichtung anzulasten ist. Der Beschuldigte hat aus rein egoistischen Motiven resp. a us finanziellen Beweggründen ge- handelt, wobei kein entschuldbarer Grund ersichtlich ist. In Würdigung aller tatbezogenen Umstände erachtet da s Kantonsgericht im Ergebnis das Ver- schulden in Bezug auf den Tatbestand des Raubes als mittelschwer. Dies hat in Anbetracht des abstrakten Strafrahmens zur Folge, dass dem vorgängig de finierten Verschulden entsprechend im Sinne eines Zwischenergebnisses eine angemessene Einsatzst rafe von vier Jahren Frei- heitsstrafe festzusetzen ist. 6.2.3 Sodann ist in einem weiteren Schritt die zwischenzeit lich festgelegte hypothetische Stra- fe unter Einbezug der weiteren Straftaten zu einer G esamtstrafe zu erhöhen. Bei der Sachbe- schädigung (Art. 144 StGB) und dem Hausfriedensbruch ( Art. 186 StGB) handelt es sich um sogenannte Begleittaten, welche zwecks Ausübung des Raubs be gangen worden sind. Diese Delikte sind im Sinne einer Voraussetzung für die Begehung des Raubüberfalls unrechtsmässig bereits insofern in diesen Tatbeständen enthalten, als es sich in casu nicht rechtfertigt, hierfür die Strafe wesentlich zu erhöhen. Hinzu kommt indes die mehrfache Entwendung eines Motor- fahrzeuges zum Gebrauch, welche mit dem Raubüberfall keine eigentliche Handlungseinheit bildet. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich eine Straferhöhung im Umfang von ¼ Jahr Frei- heitsstrafe (Ausnahme von der konkreten Methode, vgl. E. 6.1.2 hiervor), woraus gestützt auf das Tatverschulden hinsichtlich aller inkriminierten Deli kte eine Gesamtstrafe von 4 ¼ Jahren Freiheitsstrafe resultiert. Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.4 Diese Gesamtstrafe von 4 ¼ Jahren Freiheitsstrafe ist grundsätzlich in einem letzten Schritt aufgrund der besonderen Täterkomponenten, wel che in casu für alle Straftaten gleich- ermassen gelten, anzupassen. Vorliegend ist festzustellen, dass die Faktoren Vorleben, per- sönliche Verhältnisse, Vorstrafen, Nachtatverhalten und V erhalten im Strafverfahren allesamt als neutral zu werten sind. Aus den Akten sind keinerlei besondere Auffälligkeiten ersichtlich. Ebenso wenig ist eine besondere Strafempfindlichkeit des Beschuldigten zu erkennen. Weiter ist die Verjährung lediglich bei den Nebendelikten res p. den Begleittaten ein Thema. Die zum Zeitpunkt der Tatbegehung geltende mildere Verjähru ngsfrist für die Sachbeschädigung, den Hausfriedensbruch sowie die mehrfache Entwendung eines Motorfahrzeugs beträgt gemäss aArt. 97 Abs. 1 lit. c StGB 7 Jahre. Ferner ist keine Verletzung des Beschleunigungsgebots na ch Art. 5 StPO ersichtlich. Im vorlie- genden Verfahren ist der Name des Beschuldigten erstmal s anlässlich der Einvernahme von F.____ vom 17. September 2013 im Zusammenhang mit dem Raub vom 24. November 2011 in X.____ BL gefallen. Die erste Befragung des Beschuldigt en hat am 24. April 2014 rechtshilfe- weise in Deutschland stattgefunden. Der Beschuldigte, de r sich seit dem 6. August 2013 in Deutschland im Gefängnis befunden hat, ist auf das Ausl ieferungsgesuch der Staatsanwalt- schaft Basel-Landschaft vom 25. November 2015 hin am 10. November 2017 von Deutschland den Schweizer Behörden übergeben worden (Akten S. 81 , 213 ff., 285 ff.). Aufgrund der Er- kenntnisse im vorliegenden Verfahren erhob die Staatsan waltschaft am 4. Mai 2018 bei der Dreierkammer des Strafgerichts Anklage gegen den Beschul digten. Unter diesen Umständen kann die Verfahrensdauer in casu nicht als übermässig lang bezeichnet werden. Ebenfalls nicht anwendbar ist schliesslich der Strafmilderungsgrund gemäss A rt. 48 lit. e StGB, wonach das Gericht die Strafe mildert, wenn das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich vermindert ist, und der Täter sich in dieser Zeit wohl verhalten hat. Die Straftaten in Deutschland sind im Jahr 2013 und somit zeitlich nach der im vorliegenden Berufungsverfahren zu beurteilenden Tat verübt worden, weshalb nicht gesagt werden kann, dass sich der Beschul- digte "in dieser Zeit wohl verhalten" hat. Insofern d rängt sich aufgrund der besonderen Täter- komponenten keine weitere Anpassung der tatbezogenen Ge samtstrafe auf. Im Ergebnis ist somit eine tat- und täterangemessene Strafe von 4 ¼ Jahr en Freiheitsstrafe festzusetzen. Da jedoch die Staatsanwaltschaft keine Anschlussberufung erhoben hat, und damit das Verbot der "reformatio in peius" zur Anwendung gelangt, bleibt e s bei den vom Strafgericht festgesetzten 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe. Bei diesem Strafmass ist de r bedingte Strafvollzug bereits aus for- mellen Gründen ausgeschlossen. Einer Anrechnung der ausg estandenen Auslieferungs- und Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht Untersuchungshaft bzw. des vorzeitigen Strafvollzugs steht nach Art. 51 StGB hingegen nichts im Wege. 7. Ergebnis Aus den vorangehenden Erwägungen folgt zusammenfassend, dass der Beschuldigte in Ab- weisung seiner Berufung des Raubes (aArt. 140 Ziff. 1 A bs. 1 StGB), der Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB), des Hausfriedensbruchs (Art. 18 6 StGB) sowie der mehrfachen Ent- wendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch (aArt. 94 Ziff. 1 SVG) schuldig zu erklären und – unter Anrechnung der vom 10. November 2017 bis zum 14. August 2019 in Auslieferungs- und Untersuchungshaft sowie im vorzeitigen Strafvollzug verbrachten Zeit von insgesamt 643 Tagen – zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren zu verurteilen ist. III. Zivilforderungen Die Vorinstanz hat zu Recht festgestellt, dass die von der Privatklägerschaft gegen den Be- schuldigten adhäsionsweise geltend gemachten Forderungen unbeziffert resp. unbelegt und somit nicht hinreichend substantiiert sind: ‒ Die von der E.____ GmbH für den Selbstbehalt geltend gemachte Forderung von in Höhe von Fr. 500.-- ist nicht belegt (Akten S. 605); ‒ Die Forderung von L.____ ist weder belegt noch beziffert (Akten S. 621); ‒ Die Forderung von M.___ und N.____ ist ebenfalls wed er belegt noch beziffert. Auch wenn der Beschuldigte in Ziff. 3 der Anklageschrift in strafrechtlicher Hinsicht freige- sprochen wird, wird die diesbezügliche Forderung der Pr ivatklägerschaft im Hinblick auf eine allfällige zivilrechtliche Verantwortung des B eschuldigten auf den Zivilweg verwiesen (Akten S. 625, 629); ‒ Die Forderung von O.____ ist weder beziffert noch be legt (Akten S. 636.1). Da die Berufung des Beschuldigten vorliegend abzuweise n und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen ist, erübrigen sich weitere Ausführungen zu d en Zivilforderungen, zumal der Be- schuldigte diese in Abhängigkeit zu dem von ihm geforderten Freispruch angefochten hat. Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht IV. Kosten vor Strafgericht Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wen n sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Im vorliegenden Fall wurde der Beschuldigte von der Vorinstanz verurteilt . Da der Schuldspruch im Berufungs- verfahren nicht aufgehoben wurde, rechtfertigt es sich nicht, die Kostenregelung des erstin- stanzlichen Verfahrens zu ändern; sie ist vielmehr zu bestä tigen (vgl. Urteil des Strafgerichts vom 18. Oktober 2018 E. VI sowie Dispositiv Ziffer 5). V. Kosten vor Kantonsgericht 1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die K osten des Rechtsmittelverfah- rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht. Entspre- chend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens, mithin der Abweisung der Berufung des Be- schuldigten, gehen die Verfahrenskosten des Kantonsgeric hts in der Höhe von Fr. 12'000.--, bestehend aus eine Gerichtsgebühr von Fr. 11'875.-- (§ 12 Abs. 2 der Verordnung über die Ge- bühren der Gerichte, GebT, SGS 170.31) sowie Auslagen von Fr. 125.--, zu Lasten des Be- schuldigten. 2. Mit verfahrensleitender Verfügung des Präsidenten des Ka ntonsgerichts, Abteilung Strafrecht, vom 16. Mai 2019 wurde dem Beschuldigten für das Rechtsmittelverfahren die amtli- che Verteidigung bewilligt. Folglich ist dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für seine Bemühungen im Rechtsmittelverfahren eine Parteientschäd igung aus der Gerichtskasse zu entrichten. Der amtliche Verteidiger weist gemäss Honor arnote vom 9. August 2019 einen Zeit- aufwand von insgesamt 23 Stunden und 30 Minuten aus . Zunächst ist festzuhalten, dass die Bemühungen erst ab der Berufungsanmeldung datierend vo m 24. Oktober 2018 zu entschädi- gen sind. Somit sind die Bemühungen vom 17., 18., 19. und vom 22. Oktober 2018 nicht zu vergüten resp. in Abzug zu bringen. Ausserdem ist darauf h inzuweisen, dass der amtliche Ver- teidiger für seine Bemühungen im Rahmen der Berufun gsbegründung einen Zeitaufwand von 12 Stunden und 45 Minuten verrechnet hat, was als etwa s zu hoch erscheint. Angemessen er- scheint ein Zeitaufwand von 10 Stunden. Hingegen ist zu den geltend gemachten Bemühungen Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein Zeitaufwand von 5 Stunden und 30 Minuten hinzuzu rechnen; dies für die Teilnahme an der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung sowie an der Urte ilseröffnung. Insgesamt ergibt sich aus dem bisher Dargelegten, dass dem amtlichen Vertei diger ein Zeitaufwand von 23 Stunden und 45 Minuten zu entschädigen ist. Dem amtlichen Vert eidiger, Advokat Patrick Frey, ist für das Berufungsverfahren ein Honorar in der Höhe von Fr. 4'813.25 (inkl. Auslagen) zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer von Fr. 370.60, somit insgesamt Fr. 5'183.85, aus der Gerichtskasse aus- zurichten. Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädigung de r amtlichen Verteidigung an den Kanton sowie zur Erstattung der Differenz zwischen der a mtlichen Entschädigung und dem vol- len Honorar an die Verteidigung verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse er- lauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a und b StPO). Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht Es wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vo m 18. Oktober 2018, aus- zugsweise lautend: "1. A.____ wird des Raubs, der Sachbeschädigung, des Hausfrie- densbruchs sowie der mehrfachen Entwendung eines Moto rfahr- zeugs zum Gebrauch schuldig erklärt und zu einer Freiheitstrafe von 3 ½ Jahren verurteilt, unter Anrechnung der vom 10. November 2017 bis zum 18. Oktober 2018 in Untersuchungshaft sowie im vorzei tigen Strafvollzug verbrachten Zeit von insgesamt 343 Tagen, in Anwendung von aArt. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, aArt. 94 Ziff. 1 SVG, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB und Art. 51 StGB. 2. A.____ wird wie folgt freigesprochen: - in Ziff. 1 der Anklageschrift vom Vorwurf der Widerha nd- lung gegen das Waffengesetz evtl. vom Vorwurf der Gehi lfen- schaft dazu - in Ziff. 3 der Anklageschrift von den Vorwürfen des Di eb- stahls, der unrechtmässigen Aneignung evtl. der Sachent ziehung sowie vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu diesen Taten. 3. Folgende Zivilforderungen werden auf den Zivilw eg verwiesen: - Forderung der E.____ GmbH (Anklageschrift Ziff. 1) - Forderung von L.____ (Anklageschrift Ziff. 1) - Forderung von M.____ und N.____ (Anklageschrift Ziff . 2 und 3) - Forderung von O.____ (Anklageschrift Ziff. 4). 4. Das Honorar des amtlichen Verteidigers in Höhe von Fr. 21‘404.25 (inkl. Auslagen und MWST) geht zu Lasten des Staates. Davon sind nach Abzug der bereits von der Staats - anwaltschaft bezahlten Summe von Fr. 5‘105.-- noch Fr. 16‘299.25 offen. Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Beschuldigte ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verh ältnis- se erlauben, verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Ver- teidigung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigun g die Dif- ferenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vol len Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). 5. Der Beschuldigte trägt in Anwendung von Art. 42 6 StPO die Ver- fahrenskosten von insgesamt Fr. 54‘584.--, bestehend a us den Kosten des Vorverfahrens in Höhe von Fr. 38‘034.--, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 4‘550.-- und der Ge - richtsgebühr von Fr. 12‘000.--. Die restlichen Kosten i n Höhe von Fr. 21‘000.-- gehen zu Lasten des Staates.“ wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten bestätigt und in Ziffer 1 hinsichtlich der ausgestandenen Haft wie folgt aktualisiert: 1. A.____ wird des Raubs, der Sachbeschädigung, des Ha usfriedens- bruchs sowie der mehrfachen Entwendung eines Motorfahr zeugs zum Ge- brauch schuldig erklärt und zu einer Freiheitstrafe von 3 ½ Jahren verurteilt, unter Anrechnung der vom 10. November 2017 bis zum 14. August 2019 in Auslieferungs- und Untersuchungshaft sowie im vorzeitigen Strafvollzug ver- brachten Zeit von insgesamt 643 Tagen , in Anwendung von aArt. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, aArt. 94 Ziff. 1 SVG, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB und Art. 51 StGB. II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von Fr. 12‘000.--, beinhaltend eine Urteilsgebühr von Fr . 11‘875.-- sowie Ausla- gen von Fr. 125.--, gehen zu Lasten des Beschuldigten. Dem amtlichen Verteidiger, Advokat Patrick Frey, wird f ür das Berufungsver- fahren ein Honorar in der Höhe von Fr. 4‘813.25 (in kl. Auslagen) zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer (Fr. 370.60), somit insgesamt Fr. 5‘183.85, aus der Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gerichtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung an den Kanton sowie zur Erstattung der D ifferenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar an die Verteidigung ver- pflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse e rlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a und b StPO). III. Mitteilungen (…) Präsident Enrico Rosa Gerichtsschreiberin Olivia Reber Dieser Entscheid ist rechtskräftig.