<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wurden Glyphosatrückstände im Futter von Nutztieren gefunden? Wenn ja, in welchem Ausmass?</p><p>2. Wurden Glyphosatrückstände im Urin und im Gewebe von Nutztieren gefunden, welche das untersuchte Futter gefressen haben?</p><p>3. Wurden Glyphosatrückstände in repräsentativen Urinproben der Land- wie auch der Stadtbevölkerung während und nach der Pflanzenbehandlung mit Glyphosatprodukten gefunden? Wenn ja, in welchem Ausmass?</p><p>4. Können Sie uns bitte einen Überblick über den privaten und gewerblichen Absatz und Einsatz von Glyphosat in der Schweiz geben?</p><p>5. Kennen Sie allfällige Möglichkeiten, das Unkraut mit anderen Mitteln als mit Glyphosat zu bekämpfen? Wenn ja, welche?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat in seinem Bericht zur Erfüllung des Postulates 15.4084 (Studie über die Auswirkungen von Glyphosat in der Schweiz, publiziert am 9. Mai 2018, www.blv.admin.ch &gt; Lebensmittel und Ernährung &gt; Lebensmittelsicherheit &gt; Stoffe im Fokus &gt; Glyphosat) aufgezeigt, dass die Glyphosatrückstände in Lebensmitteln extrem tief sind und um ein Vielfaches unter den gesetzlichen Höchstwerten liegen. Die Gesundheit von Mensch und Tier ist nicht gefährdet.</p><p>1. Agroscope führt im Rahmen der Futtermittelkontrollen regelmässig Analysen auf Pflanzenschutzmittelrückstände durch. Die Kontrollen werden ausgehend vom Rückstandsrisiko vorgenommen. Bei den zwischen 2017 und 2018 durchgeführten Analysen wiesen 82 Prozent der Proben keine Glyphosatspuren auf. Der gemessene Höchstgehalt belief sich auf 0,75 Milligramm pro Kilogramm. Das ist 27-mal weniger als der zulässige Grenzwert von 20 Milligramm pro Kilogramm. Es ist zu beachten, dass in der Schweiz Pflanzen, die als Lebens- oder Futtermittel verwendet werden, direkt vor der Ernte nicht mehr behandelt werden dürfen. Diese Einschränkung hat zur Folge, dass die Rückstandsgehalte in der Schweiz bis zu 100-mal tiefer sind als in Ländern wie den USA, die Glyphosat sehr intensiv einsetzen.</p><p>2. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat kürzlich einen Bericht über die Auswirkungen von Glyphosatrückständen im Futter auf die Gesundheit von Tieren publiziert. Sie kam zum Schluss, dass sogar Glyphosatkonzentrationen in der Höhe von einigen hundert Milligramm pro Kilogramm Futter keinen Einfluss auf die Gesundheit der Tiere haben (Evaluation of the impact of glyphosate and its residues in feed on animal health, EFSA journal 2018; 16 (5):5283). Bei Rindern wird Glyphosat nicht metabolisiert: Ein grosser Teil davon wird über den Kot (61 Prozent) oder indirekt über den Urin (8 Prozent) ausgeschieden. Der Rest wird von der mikrobiellen Flora des Pansens abgebaut. Die Efsa ist der Ansicht, dass die nachgewiesenen Höchstkonzentrationen keine Gefahr für die Gesundheit der Tiere darstellen. In 77 Prozent der in der Schweiz analysierten Fleischerzeugnisse ist kein Glyphosat nachweisbar. Die verbleibenden Proben weisen eine durchschnittliche Konzentration von weniger als 0,001 Milligramm pro Kilogramm auf. In der Milch sind ebenfalls keine Glyphosatspuren nachweisbar.</p><p>3. In mehreren publizierten Studien wurde die Glyphosatkonzentration in Urinproben der Stadt- und Landbevölkerung in Europa oder Nordamerika bestimmt. Die Konzentrationen waren jeweils tief (zwischen 0,0005 und 0,0015 Milligramm pro Liter) und lassen auf gesundheitlich unbedenkliche Expositionen über die Ernährung oder Anwendung schliessen. Im obengenannten Bericht in Erfüllung des Postulates 15.4084 konnte dargelegt werden, dass für die Schweiz ähnliche Werte zu erwarten sind. Zudem hat das Bundesamt für Gesundheit im Rahmen eines Humanbiomonitoring-Projekts zur Exposition gegenüber chemischen Stoffen 2017 eine Pilotstudie begonnen, welche auch Glyphosat im Urin misst. Die Resultate sollen 2020 vorliegen und werden anschliessend veröffentlicht.</p><p>4. Die Daten zu den in der Schweiz vertriebenen Glyphosatmengen erlauben keine Aussagen über den Einsatzbereich dieses Produkts. Im Jahr 2016 wurden 204 Tonnen verkauft, was im Vergleich zu 2013 mit 308 Tonnen ein deutlicher Rückgang ist. Im Rahmen des Aktionsplans Pflanzenschutzmittel wird 2018 eine Liste der Produkte für nichtberufsmässige Verwender erstellt. Auf der Grundlage der Daten über den Verkauf dieser Produkte (die sich von jenen für den berufsmässigen Einsatz unterscheiden) wird es möglich sein, den Anteil der nichtberufsmässig verwendeten Produkte auszuscheiden.</p><p>5. Der Bundesrat hat die Annahme des Postulates Thorens Goumaz 17.4059 beantragt, mit dem er aufgefordert wird, im Dialog mit den betroffenen Kreisen zu prüfen, inwiefern ein schrittweiser Ausstieg aus der Verwendung von Glyphosat zweckmässig wäre. Das Postulat verlangt ausserdem, Chancen, Risiken und Alternativen zur Verwendung von Glyphosat im Hinblick auf ihr Potenzial und ihre technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen aufzuzeigen.</p>  Antwort des Bundesrates.