Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. Oktober 2016 (720 16 102 / 266) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente / Bemessung des Invalideneinkommens anhand der LSE: Ein Abstellen auf Ta- belle TA7 der LSE 2010 ist vorliegend nicht zu bean standen / Prüfung der Frage, von welchem Anforderungsniveau auszugehen ist Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Christoph Vettiger, Rechtsanwalt, Austrasse 37, 4051 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1962 geborene A.____ hatte im April 1999 ein en Hirninfarkt mit bleibenden Folgen erlitten. Nachdem er sich im November 2001 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet hatte, sprach ih m die damals zuständige IV-Stelle Basel- Stadt mit Verfügung vom 17. November 2003 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % rückwirkend ab 1. September 2002 eine halbe IV-Rent e zu. Im September 2005 leitete die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht nunmehr zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft von Amtes wegen eine Überprüfung des lau- fenden Rentenanspruchs des Versicherten ein. Dieses Verfa hren endete mit der Mitteilung an A.____, dass man keine rentenbeeinflussende Änderung d es Invaliditätsgrades festgestellt ha- be (Mitteilung vom 24. November 2005). Nachdem der Arbeitgeber von A.____ der IV-Stelle Ende Juli 2010 eine 100 %-ige Arbeitsunfä- higkeit des Versicherten seit 4. Mai 2010 gemeldet hatt e, klärte die IV-Stelle die gesundheitli- chen und die erwerblichen Verhältnisse des Versicherten a b, wobei sie ab 4. Mai 2010 einen Invaliditätsgrad von 100 %, ab 19. September 2010 ei nen solchen von 77 % und ab 1. Januar 2011 einen Invaliditätsgrad von 66 % ermittelte. Gest ützt auf diese Ergebnisse sprach sie A.____ mit Verfügungen vom 4. April 2012 für den Zei traum vom 1. Dezember 2010 bis 31. März 2011 eine befristete ganze Rente und mit Wir kung ab 1. April 2011 eine unbefristete Dreiviertelsrente zu. Die von A.____, vertreten durch Re chtsanwalt Christoph Vettiger, gegen diese Verfügungen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsger icht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 22. August 20 13 in dem Sinne gut, als es die ange- fochtenen Verfügungen aufhob und feststellte, dass der Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 1. August 2010 bis 31. März 2011 Anspruch auf eine ganze Rente hat. In Bezug auf den Rentenanspruch ab 1. April 2011 wies es die Angelegen heit hingegen zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück. In Nachachtung dieses Urteils holte die IV-Stelle bei d en Dres. med. B.____, Neurologie FMH, und C.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein bidi sziplinäres (neurologisches/psychi- atrisches) Gutachten ein. Gestützt auf dessen Ergebnisse erm ittelte sie ab 1. August 2010 ei- nen Invaliditätsgrad von 100 % und ab 1. Januar 2011 einen solchen von 66 %, worauf sie A.____ - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 24. Februar 2016 für den Zeitraum vom 1. August 2010 bis 31. März 2011 ein e befristete ganze Rente und mit Wir- kung ab 1. April 2011 eine unbefristete Dreiviertelsrente zusprach. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, weiterhin ver treten durch Rechtsanwalt Chris- toph Vettiger, am 4. April 2016 Beschwerde beim Kanto nsgericht. Darin beantragte er, es sei ihm ab 1. April 2011 eine Rente aufgrund eines Invali ditätsgrades von mindestens 70 % zuzu- sprechen, nebst Zins zu 5 %; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 3. Juni 2016 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. In ihren Ausführungen wies sei darauf hin , dass der Invaliditätsgrad des Versi- cherten bei korrekter Berechnung lediglich 64 % betrag en würde. Die angefochtene Verfügung, in welcher man einen Invaliditätsgrad von 66 % ermitte lt habe, wäre deshalb dahingehend zu korrigieren. Da sich diese Veränderung des Invaliditätsg rades aber nicht auf den Rentenan- spruch des Versicherten auswirke, sei man der Auffassung, dass an der Verfügung vom 24. Februar 2016 festgehalten werden könne. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt der B eschwerdeführer in seiner Replik vom 1. Juli 2016 an den in der Beschwerde gestellten R echtsbegehren und den wesentlichen bisherigen Vorbringen fest. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Duplik vom 15. Juli 2016 nach wie Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht vor die Abweisung der Beschwerde. Am 27. Juli 2016 li ess der Beschwerdeführer dem Kan- tonsgericht noch eine „ergänzende Bemerkung“ zu einem A spekt des Einkommensvergleichs zukommen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 4. April 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Im ersten, den Rentenanspruch des Beschwerdeführers b etreffenden Urteil vom 22. August 2013 hat das Kantonsgericht die damals angef ochtenen Verfügungen vom 4. April 2012 aufgehoben und festgestellt, dass der Beschwerdefü hrer für den Zeitraum vom 1. August 2010 bis 31. März 2011 Anspruch auf eine ganze Rente hat. In Bezug auf den Rentenanspruch ab 1. April 2011 hat es die Angelegenheit zur weite ren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück gewiesen. Im Nachgang zu die- sem Entscheid hat die IV-Stelle den medizinischen Sachve rhalt durch ein bidisziplinäres Gut- achten abklären lassen. Gestützt auf die Ergebnisse, zu de nen die beiden beauftragten Fach- ärzte gelangt sind, hat sie dem Versicherten in der neue n Rentenverfügung vom 24. Februar 2016 für die Zeit ab 1. April 2011 eine unbefristete Dreiviertelsrente zugesprochen. Mit der vor- liegenden Beschwerde beanstandet der Versicherte diese Verfügung dahingehend, dass ihm ab 1. April 2011 nicht eine Dreiviertelsrente, sondern eine ganze Rente auszurichten sei. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Heute nicht mehr zur Beurteilung steht hingegen der Rentenanspruch für den Zeitraum vom 1. August 2010 bis 31. März 2011. Für diese Periode hat das Kantonsgericht dem Versi- cherten im ersten in dieser Angelegenheit ergangenen Urteil vom 22. August 2013, welches unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist, eine befristet e ganze Rente zugesprochen. In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 24. Februar 20 16 hat die IV-Stelle dem Versicherten für den genannten Zeitraum vom 1. August 2010 bis 31. März 2011 zwar nochmals eine ganze Rente zugesprochen, obwohl diesbezüglich bereits ein recht skräftiger Kantonsgerichtsent- scheid vorliegt. Dabei ging es nun allerdings nicht um e ine erneute - und insofern unnötige - Festsetzung des IV-rechtlichen Rentenanspruchs an sich (“ga nze Rente“), sondern darum, den dem Versicherten monatlich zustehenden konkreten Rentenbe trag frankenmässig zu beziffern und verfügungsweise festzusetzen. 5.1 Streitig und im Folgenden zu prüfen ist somit einzi g, ob der Beschwerdeführer ab 1. April 2011 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente oder aber auf eine ganze Rente hat. In diesem Zusammenhang gilt es als erstes zu prüfen, in welchem Ausma ss der Versicherte aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 In Nachachtung des Rückweisungsentscheids des Kantonsger ichts vom 22. August 2013 gab die IV-Stelle - wie eingangs erwähnt - bei den Dres. B.____ und C.____ ein bidiszipli- näres (neurologisches/psychiatrisches) Gutachten in Auftrag, welches am 10. Februar 2014 erstattet wurde. Darin erhoben die beiden Fachärzte a ls neurologische Diagnosen ein Zustand nach cerebellärem Infarkt rechts im Versorgungsgebiet d er A. Cerebelli superior und in gerin- gem Masse auch der A. Cerebelli posterior mit in der F olge armbetonter ataktischer Hemipare- se rechts, Dysarthrie, leichter Gangataxie und leicht ausgep rägten kognitiven Störungen. Als psychiatrische Diagnosen wurden eine rezidivierende depressi ve Störung, gegenwärtig remit- tiert (ICD-10: F33.4 bei Status nach Hirninfarkt 1999 ), und ein Verdacht auf eine organisch be- dingte leichte Persönlichkeitsstörung (ID-10: F07.0) angeführt. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielten die beiden Fachärzte in ihrem Gutachten vom 1 0. Februar 2014 und in einer kurzen er- gänzenden Stellungnahme vom 7. Oktober 2014 im Wesentl ichen fest, dass der Versicherte aus rein psychiatrischer Sicht in seiner Arbeits- und Leist ungsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. Die Symptomatik, die zum Verdacht auf eine leichte, organisch bedingte Persönlichkeitsstörung geführt habe, wirke sich nicht auf die Arbeits- und Lei stungsfähigkeit aus. Sie sei lediglich in Bezug auf die Integration in einem Team relevant. Seit Beginn des Jahres 2011 sei es zu keiner weiteren depressiven Symptomatik gekommen. Somit seien nur die organisch bedingten kogni- tiven Beeinträchtigungen für die Einschränkung der Arb eitsfähigkeit massgebend. Aus neurolo- gischer Sicht wird festgehalten, dass seit über zehn Jah ren eine 50 %-ige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestehe, welche sich zwischenzeitlich nie verändert habe. Die im Jahr 2010 eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes se i Folge eines zusätzlichen seeli- schen Leidens gewesen. Die depressive Symptomatik, die sich damals manifestiert habe, sei seit Ende 2010 remittiert. Seither sei es bis zum Untersu chungszeitpunkt weder zu einer we- sentlichen Verschlechterung noch zu einer erheblichen V erbesserung der gesundheitlichen Si- tuation gekommen. Bezüglich der Anforderungen, die a n den Arbeitsplatz zu stellen sind, lässt sich dem Gutachten entnehmen, dass sich der Versicherte au s rein psychiatrischer Sicht an Regeln und Routinen anpassen könne, dass er aber dara uf angewiesen sei, eine vertraute Routinetätigkeit auszuüben. Seine derzeitige Arbeit sei sicher differenziert, sie würde für ihn aber doch wenig Neues beinhalten. Der Versicherte sei wenig flexibel und umstellungsfähig, die Anwendung der fachlichen Kompetenzen sei aber möglich . Aus rein neurologischer Sicht be- stehe, wie erwähnt, seit über zehn Jahren eine 50 %- ige Arbeitsunfähigkeit, welche sich zwi- schenzeitlich nie verändert habe. 6.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 24. Februar 2016 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits fähigkeit des Versicherten vollum- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht fänglich auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. B.__ __ und C.____ vom 10. Februar 2014 (samt ergänzender Stellungnahme vom 7. Oktober 2014). Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführer seit anfangs 2011 in einer kaufmänn ischen Tätigkeit (wieder) zu 50 % arbeits- und leistungsfähig sei. Diese vorinstanzliche Be weiswürdigung ist nicht zu beanstan- den. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ä rzte, die aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine v or. Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. B.____ und C.____ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.3 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es be- ruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt d ie geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zu- sammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und es vermag in den Schlussfolgerungen zu überzeugen. 6.3 Der Beschwerdeführer wendet gegen die gutachterl iche Beurteilung seiner Arbeitsfä- higkeit hauptsächlich ein, dass er nicht mehr in der Lage sei, in einem grösseren Umfang als im aktuell ausgeübten 25 %-Pensum erwerbstätig zu sein. Die ser Betrachtungsweise kann jedoch nicht beigepflichtet werden. Sie beruht ausschliesslich au f der persönlichen Einschätzung des Versicherten selber und nicht auf entsprechenden (fach- )ärztlichen Feststellungen. Sie ist des- halb nicht geeignet, die sorgfältig begründete gutach terliche Beurteilung der medizinisch- theoretischen (Rest-) Arbeitsfähigkeit in Zweifel zu ziehen. 7. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist gem äss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. 7.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad d er überwiegenden Wahrschein- lichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. D ie Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend war der Be- schwerdeführer vor Eintritt der gesundheitlichen Beein trächtigungen als Buchhalter und Appli- kationsbetreuer bei D.____ tätig. Laut den Berechnung en der IV-Stelle hätte er im vorliegend massgebenden Jahr 2011 in dieser Tätigkeit ein Validen einkommen von 101‘509.-- erzielt. Die- ser Betrag ist nicht zu beanstanden und er wird denn a uch vom Beschwerdeführer nicht in Fra- ge gestellt. 7.2.1 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch reali- sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von d er beruflich-erwerblichen Situati- on auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret st eht. Übt diese nach Eintritt der In- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht validität eine Erwerbstätigkeit aus, ist der tatsächlich erzielte Verdienst dem Invalideneinkom- men gleichzusetzen, wenn - kumulativ - besonders stabile Ar beitsverhältnisse gegeben sind, die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird und die Entlöhnung der Leistung angemessen ist, folglich nicht ein Sozialloh n zur Auszahlung gelangt (vgl. BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 76 E. 3b/aa mit Hinweisen). Wie den Akten entnommen werden kann, ist der Beschwerdeführer als kaufmännischer Sachbea rbeiter “Back-Office“ in einem Pensum von 25 % bei D.____ tätig, wo er in diesem Pe nsum ein monatliches Einkommen von Fr. 1‘740.-- erzielt. Dies entspricht - bei 13 Monatslöhnen - einem Jahresgehalt von Fr. 22‘260.-. 7.2.2 Wie die IV-Stelle zutreffend festhält, sind im v orliegenden Fall die geschilderten Vo- raussetzungen, die es erlauben würden, bei der Bemessung des Invalideneinkommens auf den tatsächlich erzielten Lohn abzustellen, klarerweise nicht gegeben. Es kann zwar von einem stabilen Arbeitsverhältnis gesprochen werden, entscheide nd ist aber, dass der Versicherte die ihm von den Gutachtern attestierte Restarbeitsfähigkeit von 50 % mit seinem derzeitigen Ar- beitspensum von 25 % nicht voll ausschöpft. Zu beachten ist sodann, dass sich vorliegend auch eine Hochrechnung des effektiv erzielten Lohnes (Fr. 2 2‘260.--) auf das zumutbare Pensum - der Versicherte würde bei seinem jetzigen Arbeitgeber i n einem Pensum von 50 % ein Jahres- gehalt von Fr. 45‘240.-- (Fr. 22‘260.-- x 2) erzielen - nicht vornehmen lässt. Laut Schreiben von D.____ vom 12. Mai 2015 lässt sich eine Anstellung des Beschwerdeführers mit einem Pensum von 50 % nicht realisieren. Die entsprechende Möglichkei t und die Bereitschaft der bisherigen Arbeitgeberin, das effektiv ausgeübte Arbeitspensum (h ier: 25 %) auf das ärztlicherseits als zumutbar erachtete Pensum (hier: 50 %) zu erhöhen, wär e aber notwendige Voraussetzung, um das Invalideneinkommen mittels Hochrechnung des tat sächlich erzielten Lohnes bemessen zu können. Kann bereits aus den genannten Gründen nicht auf den vom Versicherten effektiv erzielten Verdienst abgestellt werden, muss auf die wei tere Frage, ob die Entlöhnung des Ver- sicherten seiner Leistung angemessen ist oder ob ihm, wi e er geltend macht, ein Soziallohn ausbezahlt wird, nicht mehr eingegangen werden. 7.2.3 Zu beachten ist sodann, dass nach der Rechtsprechung im Gebiet der Invalidenversi- cherung ganz allgemein der Grundsatz gilt, dass die inval ide Person, bevor sie Leistungen ver- langt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu mildern; deshalb besteht kein Rentenanspruch, wenn d ie versicherte Person selbst ohne Ein- gliederungsmassnahmen zumutbarerweise in der Lage wäre , ein rentenausschliessendes Er- werbseinkommen zu erzielen (BGE 113 V 28 E. 4a mit Hinw eisen). Bei der Beurteilung der Er- werbsunfähigkeit spielt mit anderen Worten die sog. S chadenminderungspflicht (vgl. dazu BGE 123 V 233 E. 3c, 117 V 278 E. 2b, je mit Hinweisen) in dem Sinne eine erhebliche Rolle, als von der versicherten Person im Rahmen des Zumutbaren verla ngt wird, eine andere als die ange- stammte Tätigkeit auszuüben, sofern sich dadurch die verbl eibende Arbeitsfähigkeit finanziell besser verwerten lässt (BGE 130 V 99 E. 3.2). Eine solch e Konstellation liegt hier vor: Dem Versicherten wäre gemäss den massgebenden medizinischen Ein schätzungen nicht nur die Ausübung des derzeitigen Arbeitspensums von 25 %, sonde rn die Verrichtung eines Pensums von 50 % - oder gemäss Stellungnahme der Gutachter vom 7 . Oktober 2014 - eines Pensums von 70 % mit einem Rendement von 50 % zumutbar (vgl. E. 6.3 hiervor). Dies hat zur Folge, dass der Versicherte sich im Einkommensvergleich ein Invalid eneinkommen anrechnen lassen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht muss, das er erzielen würde, wenn er die die gutachterli ch attestierte 50 %-ige Arbeitsfähigkeit voll ausschöpfen würde. 7.2.4 Da der Beschwerdeführer nach dem Gesagten seine (Rest-) Arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpft, muss sein (hypothetisches) Invalideneinkommen unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bunde samtes für Statistik ermittelt wer- den (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Die IV-Stelle hat denn auch in der angefochtenen Verfügung vom 24. Febru ar 2016 eine entsprechende Ein- kommensermittlung anhand der LSE-Tabellenlöhne vorge nommen. Dabei ist sie in ihrer Be- rechnung allerdings fälschlicherweise von den statistischen Lohnangaben für das Jahr 2013 (LSE 2012 zuzüglich Nominallohnentwicklung bis 2013) au sgegangen. Vorliegend steht jedoch der Rentenanspruch des Versicherten ab 1. April 2011 zur Beurteilung, weshalb von den mass- gebenden LSE-Daten im genannten Zeitpunkt (LSE 2010 zuzüglich Nominallohnentwicklung bis 2011) auszugehen ist. Dieser Betrachtungsweise hat sich mit tlerweile auch die IV-Stelle ange- schlossen, hat sich doch in ihrer Vernehmlassung vom 3. Jun i 2016 einen korrigierten Einkom- mensvergleich auf der Basis der LSE-Werte für das Jahr 2 011 (LSE 2010 zuzüglich Nominal- lohnentwicklung bis 2011) vorgenommen. 7.2.5 Die IV-Stelle ist bei ihrer Berechnung von den Lohnzahlen der Tabelle TA7 (“Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen“) und ni cht von denjenigen der Tabelle TA1 (“Privater Sektor“) ausgegangen, was vorliegend - entgeg en der Auffassung des Beschwerde- führers - nicht zu beanstanden ist. Nach der Rechtsprechung ist beim Einkommensvergleich auf Grund der LSE-Tabellenlöhne von der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszu- gehen (BGE 124 V 323 E. 3b/aa), es besteht jedoch kein Grundsatz, wonach stets auf Tabelle TA1 abzustellen ist. Welche Tabelle zur Anwendung zu bri ngen ist, bestimmt sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls. Dabei kann es sich du rchaus rechtfertigen, statt auf den Durchschnittslohn innerhalb eines bestimmten Wirtschaftszweig es oder eines Teils hievon (Ta- belle TA1) auf denjenigen für eine bestimmte Tätigke it (Tabelle TA7) abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaub t. Zu beachten ist allerdings, dass die Tabelle TA7 nur Lohnangaben für den privaten un d öffentlichen Sektor zusammen enthält. Die entsprechenden Zahlen können daher nur zur Anwendung gelangen, wenn der versicherten Person auch der öffentliche Sektor offen steht (Kranken - und Unfallversicherung - Rechtspre- chung und Verwaltungspraxis [RKUV] 2000 Nr. U 405 S. 4 00). Vorliegend sind die Vorausset- zungen für ein Abstellen auf die Lohndaten der Tabell e TA7 gegeben: Aus medizinischer Sicht ist dem Versicherten die Ausübung einer kaufmännischen Tä tigkeit oder einer anderweitigen administrativen Aufgabe weiterhin zumutbar und es stehen ihm sowohl Stellen im privaten wie auch im öffentlichen Sektor offen. Ein Abstellen auf d ie Tabelle TA7 erweist sich deshalb unter den konkreten Umständen des vorliegenden Falles durchaus als sachgerecht. 7.2.6 Wie die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung zu Re cht geltend macht, ist in Anbetracht der gutachterlichen Zumutbarkeitsbeurteilung einerseits und der konkreten beruflichen Situation des Versicherten (Ausbildung, bis anhin ausgeübte Tätig keiten) andererseits innerhalb der Ta- belle TA7 auf die Lohnzahlen der Position 23 (“Ander e kaufmännisch-administrative Tätigkei- ten“) abzustellen. Näherer Prüfung bedarf jedoch die Frage, von welchem Anforderungsniveau Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht innerhalb der anwendbaren Tabelle TA7 auszugehen ist. In den Tabellenlöhnen der LSE wer- den je nach persönlicher Qualifikation der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers vier Anforde- rungsniveaus des Arbeitsplatzes unterschieden. Bei der F rage, auf welchen Wert der LSE ab- zustellen ist, sind die Ausbildung, die Berufserfahrung und der berufliche Werdegang der versi- cherten Person zu berücksichtigen. Die IV-Stelle ist der Auffassung, dass für den Versicherten das Anforderungsniveau 3 der LSE 2010 zur Anwendung g elangen soll, in welchem “Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt“ sind. Dem hält der Besch werdeführer entgegen, dass er lediglich einfache Kontrolltätigkeiten ausübe, weshalb vom untersten Anforderungsniveau der LSE - also in Bezug auf die hier zur Anwendung gelang ende LSE 2010 vom Anforderungsni- veau 4 (“einfache und repetitive Tätigkeiten“) - auszugeh en sei. Dieser Betrachtungsweise des Versicherten kann nicht beigepflichtet werden. Der Besch werdeführer kann auf seine Ausbil- dung und seine Berufserfahrungen im kaufmännischen Ber eich zurückgreifen und er kann laut gutachterlicher Beurteilung in einem 50 %-Pensum in e iner kaufmännischen Tätigkeit einge- setzt werden. Zudem übersieht er, dass bei ihm im Gesund heitsfall mindestens vom Anforde- rungsniveau 2 ausgegangen werden müsste. Indem die IV-S telle beim Invalideneinkommen nunmehr auf das tiefere Anforderungsniveau 3 abgestellt hat, hat sie den gesundheitlichen Ein- schränkungen des Versicherten Rechnung getragen. Darüber hinaus hat sie die von den Gut- achtern zusätzlich beschriebenen Beeinträchtigungen in d er Konzentration und in der Teamfä- higkeit zu Recht durch die Gewährung eines 15 %-igen leidensbedingten Abzugs vom Tabellen- lohn (mit-)berücksichtigt (vgl. dazu E. 7.3 hiernach). 7.3 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von st atistischen Durchschnittswer- ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche u nd berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe ha ben können (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsf ähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits- markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwert en kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht falle nden Merkmale auf das Invalidenein- kommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ges amthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2; vgl. zum Gan- zen auch BGE 126 V 80 E. 5b/bb und cc). Vorliegend hat die IV-Stelle dem Versicherten einen Abzug vom Tabellenlohn von 15 % gewährt. Dadurch hat sie sowohl den gesundheitlich beding- ten Einschränkungen seiner Leistungsfähigkeit als auch de n von den Gutachtern zusätzlich beschriebenen Beeinträchtigungen in der Konzentration und in der Teamfähigkeit in angemes- sener Weise Rechnung getragen. Entgegen der - allerd ings nicht näher substantiierten - Auf- fassung des Versicherten, wonach „ein Abzug von mindesten s 20 %“ vorzunehmen sei, sind hier keine hinreichenden Gründe ersichtlich, die einen höheren als den gewährten 15 %-igen Abzug vom LSE-Tabellenlohn als angezeigt erscheinen liessen. 7.4 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die IV-St elle bei der Ermittlung des (hypothetischen) Invalideneinkommens des Versicherten zu Rech t von den Durchschnittslöh- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen der LSE-Tabelle TA7 ausgegangen ist. Nicht zu bea nstanden ist sodann, dass sie inner- halb dieser Tabelle auf die Lohnzahlen der Position 23 (“Andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten“) und des Anforderungsniveaus 3 abgestellt hat und dass sie dem Versicherten ei- nen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn von 15 % gewährt hat. Auf diesen Grundlagen hat die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung für den Ve rsicherten für das vorliegend interessieren- de Jahr 2011 ein massgebendes Invalideneinkommen von F r. 36‘247.-- ermittelt, das dieser erzielen könnte, wenn er die ihm verbleibende (Rest-) A rbeitsfähigkeit von 50 % voll ausschöp- fen würde. Die konkrete Berechnung erweist sich als recht ens, weshalb diesbezüglich vollum- fänglich auf die Ausführungen der IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung vom 3. Juni 2016 verwie- sen werden kann. 7.5 Setzt man das vorstehend ermittelte Invalideneinkom men von Fr. 36‘247.-- im Ein- kommensvergleich dem für das Jahr 2011 zu berücksichtigende n Valideneinkommen von Fr. 101‘509.-- gegenüber, so resultiert daraus eine E rwerbseinbusse von Fr. 65’363.--, was ei- nen Invaliditätsgrad des Versicherten von 64,29 % bzw. ger undet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 64 % ergibt. 7.6 Sowohl der von der IV-Stelle in der Verfügung vo m 24. Februar 2016 fälschlicherweise aufgrund der Lohnstatistiken des Jahres 2013 ermittelte Invaliditätsgrad von 66 % als auch der von ihr in der Vernehmlassung vom 3. Juni 2016 nunmehr richtigerweise anhand der Lohndaten des Jahres 2011 berechnete Invaliditätsgrad von 64 % e rgeben einen Anspruch des Versicher- ten auf eine Dreiviertelsrente. Die angefochtene Verf ügung, mit welcher die IV-Stelle dem Ver- sicherten ab 1. April 2011 eine unbefristete Dreivierte lsrente zugesprochen hat, ist somit im Ergebnis nicht zu beanstanden, weshalb die dagegen erhob ene Beschwerde abgewiesen wer- den muss. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 15. Dezember 2016 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_852/2016 ). http://www.bl.ch/kantonsgericht