Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. Mai 2019 (720 18 396 / 111) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision einer IV-Rente: Verneinung des Vorliegens einer anspruchserheblichen Ände- rung des Gesundheitszustands Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Markus Mattle, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Neslihan Kalayci Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch D aniel Altermatt, Rechts- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Aufgrund einer hyperkinetischen Störung des Sozialver haltens und einer erheblichen sekundären Neurotisierung im Sinne einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzissti- schen und dissozialen Anteilen wurde dem 1982 geborenen A.____ mit Verfügung vom 21. Ja- nuar 2010 rückwirkend ab 1. November 2000 eine Viertel srente der Invalidenversicherung (IV) zugesprochen. Diese Rente wurde in den darauffolgenden Revisionen jeweils bestätigt, zuletzt mit Verfügung vom 12. November 2018. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 12. Dezemb er 2018 Beschwerde beim Kan- tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsg ericht). Er beantragte, die angefoch- tene Verfügung vom 12. November 2018 sei aufzuheben, u nd es seien ihm die gesetzlich ge- schuldeten Leistungen, mindestens aber eine halbe Invali denrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme medizinischer Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. Weiter sei ihm die unentgeltliche Prozessführung mit Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands vor liege. Seine psychische Ge- sundheitssituation verunmögliche ihm seit Jahren, den üblichen Anforderungen an einen Arbeit- nehmer gerecht zu werden. C. Mit Verfügung vom 8. Januar 2019 wurden dem Besch werdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mi t Rechtsanwalt Daniel Altermatt als Rechtsvertreter bewilligt. D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 9. Januar 2019 auf Abweisung der Be- schwerde. E. In seiner Replik (datiert vom 19. Dezember 2018, ei ngegangen beim Kantonsgericht am 18. März 2019) hielt der Beschwerdeführer an seiner Beschwerde fest. F. Mit Eingabe vom 20. März 2019 teilte die IV-Stell e mit, dass sie auf eine Duplik verzichte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und fo rmgerecht erhobene Beschwerde vom 12. Dezember 2018 ist einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf diese s Jahres zu mindestens 40 % invalid sind Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vo rliegens der Erwerbsunfähigkeit sind nach dem mit der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliess- lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbs- unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psy chischen Gesundheitsbeeinträchtigung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkann- ten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu beto- nen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psy- chosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein inva- lidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit we- sentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und in wiefern, allenfalls bei geeigneter therapeu- tischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet wer- den kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen ( BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbs- unfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Pe rson nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial- praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Un- tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 6 1 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Ab- klärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die se Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver- waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterla gen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei- len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beur- teilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus- geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer-weise noch ver- richtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät- zung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen d er Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa- rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinisch e These abstellt. Hinsichtlich des Be- weiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die g eklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten beg ründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.1 Die RAD (Regionale ärztliche Dienste) stehen den I V-Stellen zur Beurteilung der medi- zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Inva- lidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der versicher- ten Person fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Inva- lidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV]). RAD-Ber ichte sind versicherungsinterne Doku- mente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vor- gesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einho lung von RAD-Berichten keine Wirkung (BGE 135 V 254 E. 3.4 S. 258; Urteil 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me- dizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde- rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist hinsicht- lich des Beweiswerts zu differenzieren: Stützt sich der an gefochtene Entscheid ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen – zu den en die RAD-Berichte gehören –, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen . In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergän- zende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 1 35 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; zum Ganzen auch: Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2015, 9C_627/2015, E. 2 mit weite- ren Hinweisen). 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente unter anderem revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üb- lichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verän- dert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen; vgl. auch: BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; RUDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grund -figur na- mentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dau- erleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 16 f.). Hingegen führt die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wesentl ichen unveränderten tatsächlichen Verhältnissen nicht zu einer materiellen Revision. 5.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einko mmensvergleichs beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 7 ff. E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Beschwer- deführer mit Verfügung vom 21. Januar 2010, rückwirke nd ab 1. November 2000, eine Viertels- rente zu. Diese wurde mit Verfügung vom 12. November 2 018 bestätigt. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine revisionsrechtlich relevante Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen einge- treten ist, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen (auf einer vollständigen materiellen Anspruchsprüfung beruhenden) Rentenverfügung vom 21. Januar 2010 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorlie gend angefochtenen Verfügung vom 12. November 2018. Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob und inwiefern sich der Gesundheitszu- stand und – damit einhergehend – der Grad der Arbeit sunfähigkeit des Beschwerdeführers seit der letzten Rentenzusprache am 21. Januar 2010 wie von ihm vorgebracht in anspruchserhebli- cher Weise verschlechtert hat. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Da die zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung ei ner anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades die letzte rechtskräftige Verfügun g bildet (vgl. E. 5.2 hiervor), werden im Folgenden zunächst diejenigen Gutachten und Berichte w iedergegeben, welche der Verfügung vom 21. Januar 2010 zu Grunde lagen. 6.1.1 Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führt in seinem Gutachten vom 30. Januar 2007 einleitend aus, dass der Versicherte den ersten Untersuchungstermin nicht ein- gehalten habe. Zur zweiten Untersuchung sei er jedoch pünktlich erschienen. Als Diagnosen führt er eine hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F90.1) mit erheblicher sekundärer Neurotisierung im Sinne einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und disso- zialen Anteilen (ID-10 F61.3) auf. Aufgrund der hyper kinetischen Störung sei der Beschwerde- führer mit den Anforderungen der freien Marktwirtschaft überfordert. Angezeigt sei eine Anlehre bzw. eine Lehre im geschützten Rahmen mit einem Pensum von 50 %. Es bestehe beim Explo- randen eine weit grössere Motivation als noch in den vergangenen Jahren. Eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation sei durch die bisheri ge Behandlung nicht erreicht worden. Die Gründe dafür seien in der geringen Compliance und einer unzureichenden Krankheitseinsicht zu suchen. 6.1.2 Dr. med. C.____, RAD, FMH Psychiatrie und Psychot herapie, führt in seiner Beurteilung vom 26. Februar 2008 als Diagnosen mit Einfluss auf di e Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Per- sönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Zügen (ICD-10 F61) und eine hy- perkinetische Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F90.1) auf. Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hält er Probleme in Verbindung mit der sozialen Umgebung (langjährige Ar- beitskarenz, ICD-10 Z60, Z56) fest. Er führt aus, dass d er Beschwerdeführer aufgrund seiner psychiatrischen Störung eingeschränkt sei. Die Persönlichkeitsstörung führe zu qualitativen Ein- schränkungen. Er sei wegen seiner verminderten Sozialkomp etenz für Teamarbeiten nicht ge- eignet und benötige eine Tätigkeit mit klar definiert en Zielen und Instruktionen sowie eine Be- schäftigung ohne höhere Anforderungen an Aufmerksamkeit und Konzentration. Die qualitativen Einschränkungen würden sich auf gesamthaft 40 % belaufen. Mit der Persönlichkeitsstörung liege zwar ein bedeutendes psychiatrisches Problem vor. Dieses behindere den Versicherten aber nicht derart schwer, dass eine Tätigkeit an einer angepa ssten Arbeitsstelle nicht mehr möglich wäre. Dem Versicherten sei eine grössere Willensanspannung zuzumuten. 6.1.3 Aus dem Bericht von Dr. med. D.____, FMH Psychiat rie und Psychotherapie, vom 7. Mai 2008 geht hervor, dass der Versicherte eine weitere Ch ance für eine berufliche Eingliederung erhalten habe. Jedoch sei ihm wegen häufiger Fehlzeiten gekündigt worden. 6.1.4 In einem weiteren Bericht hält Dr. C.____ am 2 9. April 2009 fest, dass jahrelange erfolg- lose Bemühungen nicht als Beweis für das Vorliegen eines Gesundheitsschadens mit vollständi- ger Arbeitsunfähigkeit dienen könnten. Vielmehr bedürfe es medizinischer Befunde. Diese lägen mit der kombinierten Persönlichkeitsstörung und der hyperkinetischen Störung des Sozialverhal- tens vor. Dieser Gesundheitsschaden sei von einem Ausmass , der eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 40 % erklären könne. Ein Teil des Scheiterns sei invaliditätsfremden Faktoren zuzu- ordnen. Was die Regelverletzungen anbelange, so sei dem Versicherten dezidiert ein höheres Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mass an Willensanstrengung zumutbar, sich an Regeln zu halten. Auch könne ein höheres Mass an Mitwirkung erwartet werden. Er sei keinesfalls unfähig, die Folgen seines Handelns abzusehen und sei auch nicht den Symptomen seiner Störung ausgeliefert. 6.2 Für die Bestätigung der Viertelsrente in der Verf ügung vom 12. November 2018 waren folgende Berichte von Relevanz: 6.2.1 Am 28. Dezember 2015 berichtet Dr. med. E.___ _, FMH Psychiatrie und Psychothera- pie, der Beschwerdeführer habe ein Praktikum im Sozialbereich nach vier erfolgreichen Monaten abgebrochen. Der Grund dafür sei gewesen, dass er nach einem Teamwechsel wenig Unterstüt- zung erfahren habe. Er sei jedoch weiterhin motiviert, eine Wiedereingliederung im Sozialbereich zu erreichen. Die diesbezügliche Prognose sei nicht ungün stig. Für den primären Arbeitsmarkt sei er bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei vier Stunden pro Tag möglich. Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. Erhöhung der Einsatzfähigkeit im Umfang von 50 % könne gerechnet we rden. Die IV-Stelle solle dem Be- schwerdeführer bei der Stellensuche als Praktikant mit A ussicht auf eine Lehre als „Fachmann Betreuung“ behilflich sein. 6.2.2 Dr. C.____ stellt in seinem Bericht vom 15. Mä rz 2017 fest, dass an der diagnostischen Beurteilung sowie an der Einschätzung der Arbeitsfäh igkeit – im Vergleich zur RAD- Untersuchung vom 26. Februar 2008 – keine Veränderun gen vorlägen. 6.2.3 Am 7. Mai 2018 führt Dr. E.____ aus, dass auch das zweite Praktikum im Sozialbereich als Fachmann Betreuung gescheitert sei. Der Versicherte sei mit den Anforderungen überfordert gewesen. Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit sei sehr un günstig. Für den primären Arbeitsmarkt sei er nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig. Eine de m Leiden angepasste Tätigkeit sei ihm für die Dauer von zwei bis drei Stunden pro Tag zumutbar. 6.2.4 In seiner Beurteilung vom 29. August 2018 hält D r. C.____ erneut fest, dass sich am Gesundheitszustand sowie an der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nichts verändert habe. Die qualitativen und quantitativen Einschränkungen bestünden weiterhin im gleichen Umfang. 7. Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des vorliegend strittigen medi- zinischen Sachverhalts auf die Ergebnisse, zu denen Dr. C .____ in seinen Beurteilungen vom 15. März 2017 und 29. August 2018 gelangt ist. Sie gin g demzufolge davon aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht verändert habe. Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass sein dauerndes Scheitern in beruflichen Belangen krankheitsbedingt sei und diesem daher bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ein eigentlicher Symptomwert zuzuerkennen sei. Insofern liege eine Verschlechterung des Gesundheitszustands vor. Wie bereits ausgeführt (vgl. oben E. 4.2), darf ein medizinischer Sachverhalt ohne Weiteres auch gestützt auf einen RAD-Bericht beurteilt werden, solange keine – auch nur geringen – Zwei- fel an der Richtigkeit seiner Schlussfolgerungen bestehe n (BGE 135 V 471 E. 4.7). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtigkeit der Einschätzung des RAD-Arztes zu zweifeln. Dieser Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht verfügt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen, um die Auswirkungen der diagnostizier- ten Gesundheitsbeeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Januar 2010, 9C_736/2009, E. 2.1). Seine Berichte vom 15. März 2017 und 29. August 2018 erfüllen sodann alle Voraussetzungen an eine taugliche medizinische Beurteilungsgrundlage: Sie weisen insgesamt weder for male noch inhaltliche Mängel auf und sind – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird – für di e streitigen Belange umfassend. So be- rücksichtigen sie alle Beschwerden des Versicherten und setzen sich hinreichend mit den übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen ause inander. Die vorinstanzliche medizini- sche Abklärung entspricht somit durchwegs den von der bund esgerichtlichen Rechtsprechung formulierten Anforderungen. Daran vermögen die Vorbr ingen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. 8.1 Der Beschwerdeführer wendet zunächst ein, dass sein em beruflichen Scheitern bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu Unrecht kein Symptomwert zuerkannt worden ist. Die psychi- atrische Gesundheitssituation verunmögliche es ihm weitge hend, sich an soziale Normen wie Pünktlichkeit sowie Zuverlässigkeit in der Wahrnehmung v on Terminen und der Befolgung von Abmachungen zu halten. Er scheitere krankheitsbedingt vollständig und bereits langjährig daran, den üblichen Anforderungen an einen Arbeitnehmer gerecht zu werden. Dass der Beschwerde- führer seit Jahren Mühe hat, sich an die von ihm geltend gemachten sozialen Normen zu halten, war der IV-Stelle indessen bereits vor der erstmaligen Rentenzusprache am 21. Januar 2010 bekannt. Die fehlende Bereitschaft des Versicherten bei der Mitwirkung wurde denn auch bereits im Gutachten vom 30. Januar 2007 erwähnt und gewürdigt. Nachdem während Jahren mehrere berufliche Eingliederungsmassnahmen gescheitert waren, musste eine weitere Eingliederung aufgrund der sich häufenden Fehlzeiten schliesslich bereits in der weiter zurückliegenden Ver- gangenheit abgebrochen werden. Nach der Rentenzuspra che verbesserte sich das Verhalten des Versicherten sodann kaum. So beendete er ebenfalls vor zeitig ein Praktikum in seinem Wunschgebiet als Fachmann Betreuung. Schliesslich hat er auch ein zweites Praktikum in seiner von ihm gewünschten Tätigkeit abgebrochen. In Kenntnis d ieser Umstände hielt Dr. C.____ in seinen Beurteilungen vom 26. Februar 2008 und 29. April 2009 – auf welche sich die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 21. Januar 2010 nebst dem Gutachten vom 30. Januar 2007 stützte – fest, dass die Probleme im Zusammenhang mit der sozialen Umge bung (langjährige Arbeitskarenz) keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers haben. Die IV-Stelle hatte die Problematik bezüglich des Sozialverhaltens somit bereit s zu diesem Zeitpunkt ausreichend er- kannt und bei der Quantifizierung der dem Versicherten verbleibenden Arbeitsfähigkeit entspre- chend auch berücksichtigt. Im nunmehr vorliegenden Verfah ren existieren nun aber keine Be- richte, die eine abweichende oder gar gegenteilige Aussage enthalten würden. Insofern leuchtet entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers auch nic ht ein, weshalb – bei offensichtlich gleich gebliebenen Diagnosen – das berufliche Scheitern nunmehr anders zu bewerten wäre, nur weil die ursprüngliche Rentenzusprache mittlerweile lä nger zurückliegt, währenddessen die be- rufliche Eingliederung des Beschwerdeführers weiterhin stets erfolglos geblieben ist. 8.2 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist dem Bericht von Dr. E.____ vom 28. Dezember 2015 in diesem Zusammenhang keineswegs zu entnehmen, dass zur medizini- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen Symptomatik des psychiatrischen Leidens des Beschwerdefü hrers auch dessen berufli- ches Scheitern zählt (vgl. oben E. 7.2.1). Unter Punkt 1.4 berichtet Dr. E.____ einzig, dass der Beschwerdeführer weiterhin motiviert sei, eine berufli che Eingliederung im sozialen Bereich zu erreichen. Damit bringt er zum Ausdruck, dass dessen berufliche Eingliederung von seiner Moti- vation abhängt. Die Aussage, dass der Versicherte beispielsweise in der Lage ist, sich selbst um einen Praktikumsplatz zu bemühen (vgl. Beschwerde vom 12. Dezember 2018, S. 8, Ziffer 18) oder selbst Termine wahrzunehmen, bestätigen dies denn a uch weitgehend. Indes hat der Be- schwerdeführer im Rahmen der Untersuchung vom 26. Februar 2008 durch Dr. C.____ aber an- gegeben, dass seine Motivation, eine Arbeit zu suchen, minimal sei. Damit aber liegen deutliche Hinweise dafür vor, dass das Scheitern in beruflichen Belangen auf den fehlenden Willen und die mangelhafte Motivation des Beschwerdeführers und daher nicht auf pathologische Umstände in- validisierender Natur zurückzuführen ist. 8.3 Der Beschwerdeführer wendet weiter ein, es liege eine Verschlechterung des Gesund- heitszustandes vor, da Dr. E.____ in seinem Bericht vom 2 8. Dezember 2015 zum Schluss ge- kommen sei, dass dem Beschwerdeführer in einer leidensang epassten Tätigkeit eine tägliche Beschäftigungsdauer von vier Stunden mit üblichem Bela stungsprofil zumutbar gewesen sei. In seinem Bericht vom 7. Mai 2018 habe er die leidensange passte Tätigkeit nunmehr auf zwei bis drei Stunden pro Tag reduziert. Diesem Vorbringen ist zunächst entgegen zu halten, dass der Beschwerdeführer für den Vergleich des Gesundheitszusta ndes nicht die richtige zeitliche Ver- gleichsbasis heranzieht (vgl. oben E. 5.2). Weiter ist f estzuhalten, dass Dr. E.____ die Pensen- reduktion kaum begründet. Er hält in seinen Beurteilungen einzig fest, dass der Beschwerdefüh- rer für den primären Arbeitsmarkt zu 100 % arbeitsunfä hig sei. Zugleich aber ersucht er die IV- Stelle, dem Beschwerdeführer bei der Verwirklichung seiner Wunschtätigkeit im Sozialbereich als Fachmann Betreuung behilflich zu sein. Betreffend das Anforderungsprofil an eine leidensange- passte Tätigkeit äussert er sich überhaupt nicht. Seine B eurteilungen sind daher widerspruchs- behaftet und insgesamt nicht nachvollziehbar, weshalb d arauf letztlich nicht abgestellt werden kann. 8.4 Sodann macht der Beschwerdeführer geltend, die B eschwerdegegnerin scheine zu ei- nem nicht unwesentlichen Teil von Überwindbarkeitsgedanken geleitet zu sein. Dies gelte insbe- sondere im Zusammenhang mit dem Untersuchungsbericht d es RAD-Arztes vom 26. Februar 2008, auf welchen sich dessen seither ergangenen Beri chte sowie in der Konsequenz auch die angefochtene Verfügung stützen würden. Diesbezüglich ist jedoch festzuhalten, dass die Verfü- gung vom 21. Januar 2010, welche auf dem Bericht von Dr. C.____ vom 26. Februar 2008 beruht, in Rechtskraft erwachsen ist. In seinen weiteren Beurteilungen bestätigt Dr. C.____ – zu Recht – , dass keine Veränderung des Gesundheitszustandes vorliegt . Es besteht deshalb kein Grund, weshalb sich die IV-Stelle – bei offensichtlich gleich g ebliebenem medizinischen Sachverhalt – nicht auf ihre frühere Beurteilung hätte stützen dürfen. 8.5 Laut Beschwerdeführer komme die Beschwerdegegnerin in ihrem Abschlussbericht vom 20. März 2017 selbst zum Schluss, dass der Beschwerdeführer behinderungsbedingt nicht in der Lage sei, allgemeinen und grundlegenden Anforderungen an einen Arbeitnehmer gerecht zu wer- den. Wie der Beschwerdeführer richtig erkannt hat, best reitet die IV-Stelle nicht, dass bei ihm Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Behinderung vorliegt. Diese besteht jedoch darin, dass er nach wie vor Probleme in sozialer Hinsicht hat, was aber eben gerade nicht eine medizinisc he Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit darstellt (vgl. oben E. 7.1.3). Schl iesslich kann der Beschwerdeführer auch aus dem Einwand, der RAD-Arzt habe am vorliegenden Fall ein persönliches Interesse, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dieser teilt der IV-Stelle in seinen Berichten lediglich mit, am weiteren Verlauf des Falles interessiert zu sein. Daraus kann nicht auf ein persönliches Interesse am Aus- gang des Verfahrens geschlossen werden. Auch geht aus seine n Berichten hervor, dass die Durchführung einer neutralen Begutachtung für ihn wichtig ist. 9. Zusammenfassend resultiert, dass die Vorbringen des B eschwerdeführers nicht geeig- net sind, zumindest geringe Zweifel an der Beweiskraft der regionalärztlichen Einschätzungen von Dr. C.____ vom 15. März 2017 und vom 29. August 2018 zu wecken. Bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts kann deshalb vollumfänglic h auf deren Ergebnisse abgestellt werden. Damit ist zugleich gesagt, dass die vorliegenden medizinischen Unterlagen einen genü- genden Aufschluss über die gesundheitliche Verfassung des B eschwerdeführers ermöglichen und eine zuverlässige Beurteilung seiner verbleibenden A rbeitsfähigkeit zulassen. Insgesamt liegt ein umfassendes und widerspruchfreies Bild eines letztlich gleich gebliebenen Gesundheits- zustandes des Beschwerdeführers vor. Deshalb kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auch auf allfäll ige zusätzliche Abklärungen verzichtet werden. Insgesamt ergibt sich in medizinischer Hinsicht, dass keine Hinweise auf eine anspruchs- relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Be schwerdeführers bestehen. Die IV-Stelle hat daher zu Recht festgestellt, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf die bisher ausgerichtete Viertelsrente hat. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 10. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes- senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdefüh rer unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Ihm ist allerdings mit Verfügung vom 8. Januar 2019 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. A us diesem Grund werden die Verfahrens- kosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 11. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 8. Januar 2019 die unentgeltliche Verbei- ständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist , ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 15. April 2019 für das vorliegende Verfahren einen Z eitaufwand von 10,5 Stunden geltend ge- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht macht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemes- sen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 89.--. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘357.55 (10,5 Stunden à Fr. 200.-- und Auslagen von Fr. 89.--, zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteu er) aus der Gerichtskasse auszurich- ten. 12. Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufm erksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver- fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘357.55 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge-richts- kasse ausgerichtet.