<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, sich mit einem namhaften Betrag an der globalen Bildungsoffensive zu beteiligen, die an der G-8-Konferenz in Köln am 19. Juni 1999 beschlossen worden ist ("Charta von Köln: Ziele und Bestrebungen für lebenslanges Lernen"). </p><p>Dieser Betrag soll insbesondere eingesetzt werden, damit Entwicklungsländer die Ziele der Charta namentlich in der Bildung von Frauen und Mädchen erreichen können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Bildung der Mädchen und Frauen ist eine Priorität der schweizerischen Entwicklungspolitik auf dem Gebiet der Basisausbildung, da festgestellt wurde, dass 60 Prozent der Kinder ohne Schulbildung und zwei Drittel der erwachsenen analphabetischen Bevölkerung der Welt Mädchen bzw. Frauen sind.</p><p>Für die Schweiz liegt die wirkliche Bedeutung eines besseren Zugangs der Frauen zu Bildung, Ausbildung und Information, abgesehen vom Grundrecht auf Bildung, in den Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung. Denn gut abgesicherte Studien zeigen mannigfaltige Korrelationen zwischen einem höheren Bildungsniveau der Frauen und einer verbesserten Gesundheit der Bevölkerung, einer gesteigerten wirtschaftlichen Produktivität, niedrigeren Fruchtbarkeitsraten sowie einer vermehrten Teilnahme am politischen Leben.</p><p>Die Schweiz ist nicht Mitglied der G-8-Staaten. Im Sinne der "Kölner Charta" legt sie jedoch künftig mehr Gewicht auf die Unterstützung von Partnern, die Aktionen oder Programme initiieren, welche den Zugang von Mädchen und Frauen zu formellen oder nicht formellen Bildungssystemen verbessern. Sie trägt so dazu bei, dass Frauen vermehrt ihr Schicksal und die damit verbundenen Herausforderungen auf wirtschaftlicher, juristischer und politischer Ebene in ihre eigenen Hände nehmen können. Dies ist das eigentliche Wesen des Grundsatzes vom "Empowerment".</p><p>In den letzten Jahren hat die Eidgenossenschaft über die Direktion für Entwicklungszusammenarbeit verschiedene Initiativen zugunsten der Bildung von Mädchen und Frauen politisch und finanziell unterstützt, handle es sich nun um die Initiative der Vereinten Nationen zugunsten der Ausbildung von Mädchen, um finanzielle und personelle Beiträge an die Unicef (die Ausbildung der Mädchen ist eines der fünf vorrangigen Ziele dieser Organisation) oder an Unifem, und um bilaterale Programme (mit Burkina Faso, Benin, den Kapverden, Pakistan, Bangladesch, Tschad usw.).</p><p>Afghanistan ist heute kein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. Die gegenwärtige Notlage hat jedoch dazu geführt, dass es zu einem prioritären Land für die humanitäre Hilfe wurde. Die  von der Schweiz finanzierten Programme betreffen z. B. Gesundheitsprogramme, Initiativen für die gemeinschaftliche Entwicklung, welche viele Frauengruppen einschliessen, Bäckereien, welche von afghanischen Frauen aus den ärmsten Schichten geführt werden, usw. Diese Programme werden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern wie dem Welternährungsprogramm, dem UNDP, dem IKRK, TdH Lausanne, MSF Schweiz und Belgien sowie dem UNHCR durchgeführt; sie umfassen wichtige Ausbildungs- und Bildungsteile für die betroffenen Mädchen und Frauen.</p><p>Was die Zukunft betrifft, so ist die Schweiz Mitglied der Afghanistan Support Group. Sie wird an den Diskussionen über die Zukunft des Landes teilnehmen. Diese Diskussionen werden den von den neuen Behörden des Landes zusammen mit ihren bilateralen und multilateralen Partner-Entwicklungsagenturen definierten Prioritäten Rechnung tragen, aber auch den komparativen Vorteilen jeder Organisation, die Partner Afghanistans ist. Für den Bundesrat ist die Unterstützung gemeinschaftlicher Gruppen und der Landwirtschaft vorrangig. Die Landwirtschaft ist die wirtschaftliche Basis des Landes, sie ruht zudem vor allem auf den Schultern der Frauen. In diesem Zusammenhang werden auch Aktionen für die Bildung der Mädchen und der Frauen Rechnung getragen, und zwar unter dem Gesichtspunkt eines globalen und holistischen Ansatzes, gemäss der Strategie der sozialen Entwicklung im Rahmen der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.