<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00269</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221605&amp;W10_KEY=13013470&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00269</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.09.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 17.02.2022 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Der Beschwerdegegner verweigerte der Beschwerdeführerin 1 mit Verfügung vom 31. März 2020 die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für den Kanton Zürich im Wesentlichen wegen erheblichen Fürsorgebezugs und nicht absehbarer Ablösung von der Sozialhilfe. Die Beschwerdeführerin 1 ersuchte am 31. August 2020 um Wiedererwägung und machte geltend, sie verfüge über eine Arbeitszusicherung für eine Vollzeitanstellung als Serviceangestellte. Der Beschwerdegegner trat auf das Wiedererwägungsgesuch nicht ein.] Die Beschwerdeführerin 1 war in der Schweiz kaum bzw. in den letzten Jahren gar nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt erwerbstätig und verfügt über entsprechend wenig Berufserfahrung. Die absolvierten beruflichen Integrationsmassnahmen liegen ebenfalls lange zurück, und in jüngerer Zeit erbrachte Bemühungen um Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder Verbesserung der diesbezüglichen Chancen sind nicht dargetan. Die fragliche Arbeitszusicherung vermag deshalb die negative Prognose weiterer Sozialhilfeabhängigkeit nicht entscheidend zu beeinflussen. Auch im zwischenzeitlich erfolgten Übertritt der Beschwerdeführerin 2 von der ersten in die zweite Klasse der Primarstufe ist keine wesentliche Änderung des Sachverhalts zu erblicken, welche den Beschwerdegegner dazu verpflichtet hätte, auf seine Verfügung vom 31. März 2020 zurückzukommen (zum Ganzen E. 3). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANSPRUCH AUF NEUBEURTEILUNG">ANSPRUCH AUF NEUBEURTEILUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WESENTLICHE ÃNDERUNG DER SACHLAGE">WESENTLICHE ÃNDERUNG DER SACHLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERERWÃGUNG">WIEDERERWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERERWÃGUNGSGESUCH">WIEDERERWÃGUNGSGESUCH</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=53404" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00269</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">16. September 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Eva Heierle. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoBodyText">beide vertreten durch RA C,</p> <p class="MsoBodyText"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerinnen, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Aufenthaltsbewilligung</span></b><b>,</b></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, eine 1976 geborene StaatsangehÃ¶rige Brasiliens, verweilte ab 2001 wiederholt im Rahmen von Kurzaufenthalten in der Schweiz. Nach Heirat eines 1963 geborenen Schweizers im Juni 2004 erteilte ihr das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich eine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich. Mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 3. Juli 2007 wurde die Ehe geschieden.</p> <p class="Urteilstext">Am 4. Juli 2008 ging A eine zweite Ehe mit einem 1973 geborenen Schweizer ein. Aus der Beziehung gingen die Kinder D (geboren 2006) und B (geboren 2012) hervor. Die Ehegatten lebten wiederholt getrennt. Das Migrationsamt bewilligte den weiteren Aufenthalt von A im Kanton ZÃ¼rich gestÃ¼tzt auf die Bestimmungen zum Ehegattennachzug bzw. nachehelichen Aufenthalt zuletzt bis 4. Juli 2016. Wegen Sozialhilfebezugs ermahnte es sie mit Schreiben vom 19. Dezember 2013 und 27. Januar 2015. Ende August 2016 zog A mit ihren Kindern in den Kanton Aargau zum bereits dort ansÃ¤ssigen Ehemann; die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden bewilligten ihren dortigen Aufenthalt bis 31. Juli 2017. </p> <p class="Urteilstext">Nach definitiver Aufgabe der ehelichen Gemeinschaft zog A Mitte September 2018 mit ihrer Tochter zurÃ¼ck in den Kanton ZÃ¼rich, wÃ¤hrend ihr Sohn und ihr Ehegatte im Kanton Aargau verblieben. Am 21. Dezember 2018 ersuchte sie das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich um (Wieder-)Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich. Mit VerfÃ¼gung vom 31. MÃ¤rz 2020 verweigerte das Migrationsamt die (Wieder-)Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung und setzte A eine Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 30. Juni 2020. Die VerfÃ¼gung wurde nach Ablauf der Abholfrist mit dem Vermerk "nicht abgeholt" an das Migrationsamt retourniert. Am 23. Juni 2020 teilte A dem Migrationsamt mit, sie habe weder die VerfÃ¼gung vom 31. MÃ¤rz 2020 noch eine Abholungseinladung erhalten; gleichentags wurde ihr unter anderem eine Kopie der VerfÃ¼gung sowie des retournierten Couverts ausgehÃ¤ndigt.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Rechtsanwalt C zeigte dem Migrationsamt am 30. Juni 2020 das VertretungsverhÃ¤ltnis an und gab bekannt, er werde nach Einsicht in die Akten ein WiedererwÃ¤gungsgesuch stellen; am 31. August 2020 ersuchte er um wiedererwÃ¤gungsweise Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 31. MÃ¤rz 2020 und Wiedererteilung einer Aufenthaltsbewilligung an A. Mit VerfÃ¼gung vom 3. September 2020 trat das Migrationsamt auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch nicht ein.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 11. September 2020 rekurrierten A und B an die Sicherheitsdirektion und beantragten im Wesentlichen, unter EntschÃ¤digungsfolge sowie in Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 3. September 2020 sei das Migrationsamt anzuweisen, das WiedererwÃ¤gungsersuchen materiell zu behandeln. Die Sicherheitsdirektion wies den Rekurs sowie das Armenrechtsgesuch mit Entscheid vom 16. MÃ¤rz 2021 ab und verweigerte die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A und B fÃ¼hrten am 19. April 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragten im Wesentlichen, unter EntschÃ¤digungsfolge und in Aufhebung des Rekursentscheids sei das Migrationsamt anzuweisen, erneut materiell Ã¼ber die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an A zu entscheiden; in prozessualer Hinsicht ersuchten sie um GewÃ¤hrung unentgeltlicher ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in der Person ihres Rechtsvertreters. Sodann seien A wÃ¤hrend des Beschwerdeverfahrens die Anwesenheit sowie die AusÃ¼bung einer ErwerbstÃ¤tigkeit zu gestatten. Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 26. April 2021 auf Vernehmlassung. A und B reichten am 21. Mai 2021 eine weitere Unterlage ein. Vom Migrationsamt ging keine Beschwerdeantwort ein. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Vorinstanz betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Dem Gesuch um einstweiligen Rechtsschutz wurde bereits insofern entsprochen, als der Beschwerdegegner mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 22. April 2021 angewiesen wurde, bis auf Weiteres auf eine Wegweisungsvollstreckung zu verzichten. Im Ãbrigen wird das Gesuch mit dem heutigen Endentscheid gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Eine auslÃ¤ndische Person kann grundsÃ¤tzlich jederzeit ein neues Bewilligungsgesuch bei der ersten Instanz einreichen, ausser dies erweise sich als trÃ¶lerisch. Wird das Gesuch bewilligt, so lebt damit nicht eine frÃ¼here Bewilligung wieder auf, sondern es handelt sich um eine neue Bewilligung, fÃ¼r deren Erteilung die im betreffenden Zeitpunkt geltenden Voraussetzungen erfÃ¼llt sein mÃ¼ssen. Es wird daher auch als Gesuch um WiedererwÃ¤gung im weiteren Sinn bzw. um "Quasi‑Anpassung" bezeichnet, weil beantragt wird, auf eine negative, in die Zukunft wirkende VerfÃ¼gung zurÃ¼ckzukommen, und die Regeln Ã¼ber die Anpassung formell rechtskrÃ¤ftiger DauerverfÃ¼gungen oder anderer in die Zukunft wirkender VerfÃ¼gungen zur Anwendung gelangen. UnabhÃ¤ngig von der Bezeichnung dÃ¼rfen neue Gesuche nicht dazu dienen, rechtskrÃ¤ftige Entscheide immer wieder infrage zu stellen; die VerwaltungsbehÃ¶rde ist deshalb nur verpflichtet, auf ein neues Gesuch einzutreten, wenn sich die Rechtslage oder die tatsÃ¤chlichen UmstÃ¤nde seit dem ersten Entscheid wesentlich geÃ¤ndert haben. Ob eine massgebliche Ãnderung der VerhÃ¤ltnisse vorliegt, ist dabei â vor der ersten Instanz â eine Eintretensfrage. Entscheidend ist eine Gesamtbetrachtung. Wesentlich ist eine VerÃ¤nderung der Sachlage dann, wenn sich im rechtserheblichen Sachverhalt die Gewichte seit dem letzten Entscheid derart verschoben haben, dass im konkreten Fall ein anderer Ausgang realistischerweise in Betracht kommt (zum Ganzen VGr, 3. MÃ¤rz 2021, VB.2020.00768, E. 2.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGr, 8. Mai 2020, 2C_13/2020, E. 5.2.1, und 18. September 2019, 2C_393/2019, E. 3 [jeweils mit Hinweisen]). </p> <p class="MsoNormal"><span>Vermag die auslÃ¤ndische Person erhebliche Tatsachen und Beweismittel namhaft zu machen, die ihr im frÃ¼heren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen fÃ¼r sie rechtlich oder tatsÃ¤chlich unmÃ¶glich war oder keine Veranlassung bestand, kann sie zudem gemÃ¤ss §§ 86a ff. VRG bei derjenigen Instanz, welche die Sache zuletzt materiell beurteilt hat, eine Revision des rechtskrÃ¤ftigen Entscheids Ã¼ber ihr frÃ¼heres Anwesenheitsrecht verlangen (vgl. § 86a Abs. 1 lit. b VRG; Martin Bertschi, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 86b N. 8 ff.). Die Gutheissung dieses Gesuchs fÃ¼hrte dazu, dass ihre frÃ¼here Bewilligung wieder auflebte (vgl. BGr, 6. Juni 2018, 2C_977/2017, E. 2.1 ff.; zum Ganzen auch VGr, 24. September 2020, VB.2020.00332, E. 4.2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der Beschwerdegegner begrÃ¼ndete die Abweisung des Gesuchs um (erneute) Bewilligung des Aufenthalts der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 im Kanton ZÃ¼rich im Wesentlichen wie folgt: Die der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 von den MigrationsbehÃ¶rden des Kantons Aargau erteilte Aufenthaltsbewilligung sei mit Ablauf der GÃ¼ltigkeitsdauer am 31. Juli 2017 erloschen. Erst 15 Monate spÃ¤ter habe die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 um eine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich ersucht. Die Bewilligung eines Kantonswechsels komme unter diesen UmstÃ¤nden bzw. aufgrund der fehlenden Aufenthaltsbewilligung im "Vorkanton" nicht in Betracht. </p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 mÃ¼sse mit ihrer Familie seit 2007 â mit UnterbrÃ¼chen â von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden. Die zwischen Oktober 2018 und Januar 2020 ausgerichteten UnterstÃ¼tzungsbetrÃ¤ge beliefen sich auf Fr. 69'381.60. Insgesamt seien bisher FÃ¼rsorgeleistungen im Umfang von Fr. 249'602.55 ausgerichtet worden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 erfÃ¼lle daher den Widerrufsgrund des Art. 62 Abs. 1 lit. e des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20). Sie habe im Rahmen einer polizeilichen Befragung vom 19. Dezember 2019 ausgefÃ¼hrt, lediglich in den Jahren 2010 und 2013/2014 gearbeitet zu haben; im Januar 2020 nehme sie eine TÃ¤tigkeit auf dem zweiten Arbeitsmarkt auf. AnlÃ¤sslich der Befragung vom 19. Dezember 2019 habe sie angegeben, sich um Arbeit zu bemÃ¼hen, dies aber in der Folge ebenso wenig belegt wie den Stellenantritt im zweiten Arbeitsmarkt. WÃ¤hrend ihres 17-jÃ¤hrigen Aufenthalts in der Schweiz sei sie nur sporadisch einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachgegangen. Aufgrund der fehlenden Berufserfahrung in der Schweiz und dem nicht erkennbaren bzw. lediglich behaupteten Willen zur Aufnahme einer ErwerbstÃ¤tigkeit sei eine AblÃ¶sung von der Sozialhilfe nicht absehbar. Der Sozialhilfebezug sei vielmehr als dauerhaft zu qualifizieren. </p> <p class="Urteilstext">Auch unter BerÃ¼cksichtigung der Betreuungsaufgaben der immer wieder alleinerziehenden BeschwerdefÃ¼hrerin 1 wÃ¤re Letzterer in den Jahren 2009 bis 2012 sowie ab Sommer 2015 die Aufnahme einer TeilzeiterwerbstÃ¤tigkeit zumutbar gewesen. Dass sie sich seit der definitiven Trennung von ihrem Ehegatten im Jahr 2018 um eine TeilzeiterwerbstÃ¤tigkeit im ersten Arbeitsmarkt bemÃ¼ht habe, sei weder belegt noch substanziiert dargetan. Die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit sei der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 vorwerfbar. Ihr selbst sei unter BerÃ¼cksichtigung der konkreten UmstÃ¤nde â namentlich der fehlenden beruflichen sowie mangelnden sozialen Integration und der in Brasilien verfÃ¼gbaren familiÃ¤ren Bande â trotz der langen Anwesenheit in der Schweiz eine RÃ¼ckkehr ins Heimatland zumutbar. Mit Bezug auf die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 sei anzunehmen, dass diese des Portugiesischen mÃ¤chtig und mit den kulturellen Gepflogenheiten des mÃ¼tterlichen Heimatlands vertraut sei, weshalb ihr eine allfÃ¤llige Ausreise dorthin zusammen mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 zumutbar sei. Mangels gegenteiliger Hinweise sei auch ein Verbleib in der Schweiz bei Vater und Bruder mÃ¶glich. Die Beziehung zu ihrem Sohn kÃ¶nne die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 in zumutbarer Weise auch von Brasilien her aufrechterhalten. Insgesamt erweise sich die Beendigung ihres Aufenthalts als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die wirksame ErÃ¶ffnung bzw. Rechtskraft der VerfÃ¼gung vom 31. MÃ¤rz 2020 wurde und wird von den anwaltlich vertretenen BeschwerdefÃ¼hrerinnen nicht infrage gestellt; wiewohl sie geltend mach(t)en, keine Abholungseinladung erhalten zu haben, haben sie zu keinem Zeitpunkt eine Wiederherstellung der Rekursfrist verlangt, sondern bewusst und einzig um WiedererwÃ¤gung der VerfÃ¼gung vom 31. MÃ¤rz 2020 ersucht. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Ihr WiedererwÃ¤gungsgesuch begrÃ¼ndeten sie damit, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 eine Arbeitsstelle bzw. Arbeitszusicherung fÃ¼r eine Vollzeitanstellung als Serviceangestellte im Restaurant E von F erhalten habe. Im verwaltungsgerichtlichen Verfahren reichten sie eine E-Mail des GeschÃ¤ftsfÃ¼hrers von F vom 17. Mai 2021 zu den Akten, worin dieser bestÃ¤tigt, die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 kÃ¶nne ab 1. Juli 2021 in einem 100 %-Pensum als Serviceangestellte zu arbeiten beginnen, sofern eine gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung vorliege. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Es ist der Vorinstanz darin beizupflichten, dass in dieser Arbeitszusicherung â unabhÃ¤ngig vom ihr zuzumessenden Beweiswert â keine massgebliche Ãnderung der tatsÃ¤chlichen UmstÃ¤nde zu erblicken ist, welche den Beschwerdegegner dazu verpflichtete, auf seine VerfÃ¼gung vom 31. MÃ¤rz 2020 zurÃ¼ckzukommen: Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 war in der Schweiz kaum bzw. in den letzten Jahren gar nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt erwerbstÃ¤tig und verfÃ¼gt Ã¼ber entsprechend wenig Berufserfahrung. Die von ihr absolvierten beruflichen Integrationsmassnahmen liegen ebenfalls lange zurÃ¼ck. Dass sie sich nach der letzten Trennung von ihrem Ehemann um eine (Teilzeit-)ErwerbstÃ¤tigkeit bemÃ¼ht hÃ¤tte, ist ebenso wenig dargetan wie entsprechende BemÃ¼hungen um Verbesserung ihrer diesbezÃ¼glichen Chancen. Die erst nach der Wegweisung ergangene Arbeitszusicherung vermag deshalb die sozialhilferechtliche (negative) Prognose nicht entscheidend zu beeinflussen. Der zwischenzeitlich erfolgte Ãbertritt der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 von der ersten in die zweite Klasse der Primarstufe stellt sodann entgegen der Beschwerde ebenfalls keine wesentliche Ãnderung des Sachverhalts dar. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Die Weigerung des Beschwerdegegners, mangels einer massgeblichen Ãnderung der tatsÃ¤chlichen UmstÃ¤nde auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch der BeschwerdefÃ¼hrerinnen einzutreten, ist nach dem Gesagten nicht rechtsverletzend. Damit bleibt fÃ¼r eine materielle ÃberprÃ¼fung der VerfÃ¼gung vom 31. MÃ¤rz 2020 kein Raum. Es erÃ¼brigt sich deshalb, auf die Vorbringen der Beschwerde einzugehen, welche sich gegen die vom Beschwerdegegner darin vorgenommene InteressenabwÃ¤gung richten. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen ersuchten im Rekursverfahren um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und RechtsverbeistÃ¤ndung. Die Vorinstanz wies das Armenrechtsgesuch mit der BegrÃ¼ndung, die Rekursbegehren seien offensichtlich aussichtslos, ab. Dies ist entgegen der Beschwerde nicht zu beanstanden: </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG). Offenkundig aussichtslos sind Begehren, deren Chancen auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 16 N. 46). Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichtskosten aus seinem Einkommen â nach Abzug der Lebenshaltungskosten â innert angemessener Frist zu bezahlen (PlÃ¼ss, § 16 N. 20).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Bereits das Rekursverfahren beschrÃ¤nkte sich auf die Frage, ob eine wesentliche Ãnderung des Sachverhalts vorliegt, welche ein RÃ¼ckkommen auf die VerfÃ¼gung vom 31. MÃ¤rz 2020 rechtfertigt bzw. gebietet. Angesichts der langjÃ¤hrigen SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit sowie der marginalen Berufserfahrung und -qualifikation der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 vermag die hier interessierende Arbeitszusicherung die Prognose bezÃ¼glich kÃ¼nftig weiter oder erneut drohender SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit nicht massgeblich zu beeinflussen und konnten die BeschwerdefÃ¼hrerinnen nicht ernsthaft mit einer Gutheissung ihres Rechtsmittels rechnen. Die Verweigerung unentgeltlicher Rechtspflege fÃ¼r das Rekursverfahren ist deshalb nicht rechtsverletzend. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde ist abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung ist den BeschwerdefÃ¼hrerinnen nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). Ihr Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und -verbeistÃ¤ndung ist aus den bereits dargelegten GrÃ¼nden (oben E. 3.5 und 4.3) wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachfolgenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (siehe Art. 83 lit. c Ziff. 2 e contrario und Ziff. 4 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gung 7 Beschwerde erhoben werden. Sie ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>