Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 17. Juli 2014 (720 14 109 / 170) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Ermittlung des Valideneinkommens bei Selbstständigerwerbenden; keine Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs mit IK-Auszügen, wenn das Be- triebsergebnis durch invaliditätsfremde Faktoren beeinflusst wurde; gewichteter Betäti- gungsvergleich auch anhand der Tabellenlöhne möglich Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin i.V. Bettina Brodbeck Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Marco Chevalier, Rechtsanwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.6675.4270.52) A. Der 1964 geborene A.____ war seit 1993 als selbs tständiger Carrosserie-Sattler tätig. Am 19. Januar 2012 meldete er sich unter Hinweis au f einen Nervenzusammenbruch und eine Depression bei der Eidgenössischen Invalidenversich erung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Ver hältnisse sowie nach Durchführung eines Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorbescheidverfahrens wies die IV-Stelle Basel-Landschaf t das Leistungsbegehren mit Verfü- gung vom 5. März 2014 ab. B. Gegen die ablehnende Verfügung erhob A.____, ver treten durch Advokat Marco Chevalier, am 9. April 2014 Beschwerde beim Kantonsge richt Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, es sei ihm in Aufhebung der Verfü- gung vom 5. März 2014 eine ganze Invalidenrente zuzuspr echen; unter o/e Kostenfolge. Zur Begründung machte er geltend, die IV-Stelle habe zu Unrecht auf das Gutachten von Dr. med. B.____, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) beider Basel abgestellt. Dieser sei nicht auf die Berichte der behandelnden Psychiater eingegangen. Entgegen dem RAD-Bericht müsse davon ausge gangen werden, dass zum Zeit- punkt der Verfügung keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr bestanden habe, so dass der Invaliditätsgrad 100 % betrage. Im Weiteren habe die IV-Stelle das Valideneinkommen falsch bemessen, indem sie zu Unrecht auf die Auszüge des individuellen Kontos (IK) abgestellt habe. Im vorliegenden Fall lasse sich anhand der allgemeinen M ethode des Einkommensvergleichs kein zuverlässiger IV-Grad ermitteln. Somit sei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die ausserordentliche Methode heranzuziehen. Sofern dazu keine zuverlässige Schätzung der frag- lichen Erwerbseinkommen möglich ist, sei ein Betätigungsvergleich anzustellen. C. Mit Vernehmlassung vom 26. Mai 2014 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Be- schwerde. Sie führte dazu aus, die psychiatrische Einschätzu ng von Dr. B.____ vom 19. März 2013 sei schlüssig und stehe in Übereinstimmung mit dem B ericht des behandelnden Psychia- ters. Weiter führte sie aus, dass die Berechnung des Valideneinkommens nicht zu beanstanden sei. Vielmehr habe sich der Beschwerdeführer über Jahre h inweg aus freien Stücken mit einem bescheidenen Einkommen begnügt. Der Einkommensvergleic h sei somit korrekt angewendet worden. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 9. April 2014 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist im Folgenden der Renten anspruch des Beschwerdeführers. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vor aussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vo r, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psyc hischen Gesundheits- beeinträchtigung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gest ellte Diagnose nach einem wissen- schaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastende psychosozia- len Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankh eitswert zukommt. Ein invalidisie- render Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, da s die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachz ugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). 3. Ausgangspunkt der Ermittlung eines Rentenanspruchs bi ldet somit die Frage, in wel- chem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesund heitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 3.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 51 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zu m 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 343 E. 3.1.1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialver sicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). 3.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozia lversicherungsgericht alle Beweis- mittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu pr üfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist demnach ent scheidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c je mit Hinweisen). 3.5 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Stützt sich der angefochtene Entscheid hingegen ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlag en, sind an die Beweiswürdi- gung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fäl len sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Festste llungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weite- ren Hinweisen). 4. Zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Beschwerd eführers sind die folgenden me- dizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 4.1 Am 13. Januar 2012 wurde der Beschwerdeführer im C.____-Zentrum psychiatrisch untersucht. Dabei wurde eine mittelgradige depressive E pisode im Rahmen einer rezidivieren- den depressiven Störung diagnostiziert. Der Versicherte sei gegenwärtig zu 50 % arbeitsfähig, wobei davon ausgegangen werden könne, dass ab 1. Februar 2012 wieder eine volle Arbeitsfä- higkeit bestehen werde. 4.2 Am 1. Dezember 2012 hielt Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, fest, der Versicherte leide seit dem Jahre 2008 unter z unehmenden Konzentrationsproblemen. Er habe sodann im Juli 2011 eine manifeste Erschöpfung sdepression und im August 2011 ei- nen Nervenzusammenbruch erlitten. Vom 4. August 2011 b is 17. Oktober 2011 sei er deswe- gen zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Danach habe eine langsame Steigerung der Arbeitsfä- higkeit auf 50 % stattgefunden. Im Monat März des Jahres 2012 sei der Versicherte aufgrund eines Ekzemes wiederum zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Momentan leide er unter einer mittelgradigen depressiven Episode. Diese äussere sich in einer verminderten psychophysi- schen Leistungsfähigkeit. Aufgrund dessen bestehe seit dem 1. April 2012 bis auf weiteres eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. 4.3 Mit Bericht vom 3. März 2013 hielt Dr. med. E.____ , Facharzt für Psychiatrie und Psy- chotherapie, fest, der Versicherte leide unter einer a kuten Belastungsreaktion sowie einer An- passungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen. Weiter bestehe der Verdacht auf eine gegenwärtige Nikotinabhängigkeit unt er Stress sowie auf eine multiple Per- sönlichkeit, welche im Erwachsenenalter entstanden sei. Auch eine Borderline- Persönlichkeitsstruktur sei nicht ganz ausgeschlossen, würde j edoch durch Untersuchungen verifiziert werden müssen. Ein psychosomatisches/psychisches Leid ensbild mit Krankheitswert liege seit etwa zwei Jahren vor. Die Arbeitsfähigkeit betrage zirka 30 – 60 %. Zeitlich leiste der Versicherte immer 100 %, wobei der Umfang seiner Leist ung von vielen von ihm unabhängigen Faktoren bestimmt werde. 4.4 Am 19. März 2013 wurde der Versicherte vom RAD durch Dr. B.____ persönlich unter- sucht. Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielt dieser eine kombinierte Persön- lichkeitsstörung, ängstlich und dependent von mittleren bis zeitweise starken Grades, sowie eine gegenwärtig mittelschwere bis schwere rezidivierend e depressive Störung ohne psychoti- sche Symptome fest. Auch bestehe der Verdacht auf Panikat tacken. Ohne Einfluss auf die Ar- beitsfähigkeit würden Schwierigkeiten bei der kulturel len Eingewöhnung sowie in wirtschaftli- chen Verhältnissen und in der Partnerschaft bestehen. Dr. B.____ bestätigte sodann die volle Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsunfähigkeit zwischen August und Oktober 2011. Ab November 2011 bis Frühling 2012 sei der Versicherte zu 50 – 60 % arbeitsunfähig gewesen. Anschliessend habe bis im Sommer 2012 wieder eine volle Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Für die restliche Zeit bis März 2013 kön- ne von einer Teilarbeitsfähigkeit von 50 % ausgegangen werden. Ab März 2013 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit im Rahmen von 70 – 80 % auf alle Tätigkeiten bezogen. 4.5 Am 30. April 2013 attestierte Dr. med. F.____, F MH Psychiatrie und Psychotherapie, dem Beschwerdeführer eine rezidivierende depressive Störung, seit mehreren Monaten in einer mittelgradigen Episode. Weiter äusserte er den Verdach t auf eine, seit dem Jugendalter be- stehende, emotional instabile Persönlichkeitsstörung. Die zeitliche Arbeitsfähigkeit in der bishe- rigen Tätigkeit sei schwer zu definieren, da diese insbe sondere von der Auftragslage abhängen würde und somit für den Versicherten nicht steuerbar sei. Eine Präsenzzeit von sechs bis acht Stunden am Tag wäre jedoch zumutbar. Der Versicherte se i in seiner Arbeitsleistung stark ein- geschränkt. Er bräuchte in der Planung und Einteilung der Arbeit externe Unterstützung, um seine Restarbeitsfähigkeit sinnvoll einsetzen zu können. Aktuell bestehe eine Leistungsfähigkeit von 50 %. 5. Die IV-Stelle stützte sich in ihrer Verfügung vom 5 . März 2014 auf den Bericht des RAD-Arztes Dr. B.____. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte zwischen August und Oktober 2011 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei. Nach einer 50 – 60 %igen Arbeits- unfähigkeit zwischen November 2011 und Frühling 2012 hab e im Sommer 2012 erneut eine volle Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Danach sei der Be schwerdeführer bis März 2013 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Seither sei aufgrund der är ztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von 20 – 30 % von einer Arbeitsfähigkeit von 25 % auszugehen 5.1 Wie in Erwägung 3.5 hiervor ausgeführt, sind an ver sicherungsinterne Beurteilungen, wie den vorliegenden Bericht des RAD-Arztes Dr. B.____, strenge Anforderungen zu stellen und bereits bei geringen Zweifeln an deren Zuverlässig- und Schlüssigkeit ergänzende Abklä- rungen vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Jul i 2009, 8C_113/2009, E. 3.2). Sol- che bestehen vorliegend entgegen der Ansicht des Beschwerd eführers jedoch nicht. Der Be- richt von Dr. B.____ weist weder formale noch inhaltli che Mängel auf und ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.4 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigt die ge klagten Beschwerden. Weiter wurden die Befunde in Kenntnis der Vorakten abgegeben und le uchten in der Darlegung der medizini- schen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und sind in den Schlussfolgerungen überzeugend. Das Gutachten genügt damit den bundesgerichtlichen An- forderungen an die Beweistauglichkeit, so dass die IV-Stelle darauf abstellen durfte. 5.2 An der Beweiskraft des Gutachtens vermögen auch die V orbringen des Beschwerde- führers keine Zweifel erwecken. Entgegen dessen Auffassung setzte sich Dr. B.____ aus- führlich mit den Vorakten und den Einschätzungen der behandelnden Ärzte auseinander. Dabei deckt sich die von Dr. B.____ gestellte Diagnose der rezi divierenden depressiven Störung mit den Einschätzungen von Dr. D.____ und Dr. F.____. Dr. B.____ bestätigte auch die von Dr. F.____ geäusserte Verdachtsdiagnose einer Persönlic hkeitsstörung. Hinsichtlich der Zu- mutbarkeitsbeurteilung geht Dr. B.____ sodann für den Zeitraum ab Untersuchungsdatum Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht (13. März 2013) sogar von einer tendenziell höheren A rbeitsunfähigkeit aus als der aktuell be- handelnde Psychiater Dr. F.____. Im Sinne eines Zwischen ergebnisses ist somit festzustellen, dass die IV-Stelle zu Recht von einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50 % nach Ablauf des Wartejahres bzw. von einer Arbeitsfähigkeit von 20 – 30 % ab 19. März 2013 aus- gegangen ist. 6. Strittig und zu prüfen ist weiter die Bemessung d es Invaliditätsgrades. 6.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades auf das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eint ritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbe itsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein- kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen E rwerbseinkommen ziffernmässig mög- lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Me thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). 6.2 Namentlich bei Selbständigerwerbenden kann sich eine zuverlässige Ermittlung der beiden hypothetischen Vergleichseinkommen als schwierig o der unmöglich erweisen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuve rlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für nicht erwerbstätige Versicherte (Art. 28a Abs. 2 IVG) ein Betätigungsvergleich anzustellen und d er Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähi gkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied de s ausserordentlichen Bemessungs- verfahrens zur spezifischen Methode gemäss Art. 28a Abs. 2 IVG besteht darin, dass die Inva- lidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsv ergleichs als solchem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs d ie leidensbedingte Behinderung fest- zustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre er werbliche Auswirkungen besonders zu gewichten (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1 mit Hinweisen). Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen eines Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise, eine Erwerbseinb usse gleichen Umfangs zur Folge zu haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf d as Ergebnis des Betätigungsver- gleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verl etzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfä higkeit zu bestimmen ist. Um die erforderliche erwerbliche Gewichtung der verschiedenen, b ei einer selbständigen Erwerbstätig- keit anfallenden Betätigungen vornehmen zu können, ist deren wirtschaftlicher Wert im Verhält- nis zueinander festzustellen und mit der Einschränkung i m jeweiligen Tätigkeitsbereich in Be- ziehung zu setzen. Ausgangspunkt bildet die Festlegung der zeitlichen Anteile der Betätigungs- felder an der Gesamttätigkeit (BGE 128 V 32 E. 3b; AHI 1998 S. 123 E. 3). 6.3 Bei Selbstständigerwerbenden, welche allein oder zu sammen mit Familienmitgliedern einen Betrieb bewirtschaften, ist das für die Invaliditä tsbemessung massgebende Erwerbsein- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht kommen einzig auf Grund ihrer eigenen Mitarbeit im Be trieb zu bestimmen. Abzustellen ist ein- zig auf jene Einkünfte, welche die versicherte Person selb er durch ihr eigenes Leistungsvermö- gen zumutbarerweise realisieren kann (Art. 25 Abs. 2 d er Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV]). Die Gegenüberstel lung der vor und nach Eintritt eines invalidenversicherungsrechtlichen Versicherungsfalles in ei nem Gewerbebetrieb realisierten Geschäftsergebnisse nach Massgabe der Einkommensvergleichsmet hode lässt daher zuver- lässige Schlüsse auf die invaliditätsbedingte Erwerbseinbu sse nur dort zu, wo mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass die Betriebsergebnisse durch inva- liditätsfremde Faktoren beeinflusst worden sind. Tatsä chlich sind aber für die jeweiligen Ge- schäftsergebnisse eines Gewerbebetriebes häufig zahlreiche schwer überblickbare Komponen- ten wie etwa die Konjunkturlage, die Konkurrenzsituat ion, der kompensatorische Einsatz von Familienangehörigen, Unternehmensbeteiligten oder Mi tarbeiterinnen und Mitarbeitern von massgeblicher Bedeutung. Eine verlässliche Ausscheidung der auf solche (invaliditätsfremde) Faktoren zurückzuführenden Einkommensanteile einerseits und der auf dem eigenen Leis- tungsvermögen der versicherten Person beruhenden Einkommensschöpfung andererseits ist in solchen Fällen in der Regel auf Grund der Buchhaltungsu nterlagen nicht möglich, sodass die Invaliditätsbemessung nach der Methode des ausserordentli chen Bemessungsverfahrens zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2007, I 70/06, E. 4.3 mit Hinweisen). 7. Die Parteien gehen übereinstimmend und zu Recht da von aus, dass der Versicherte als Selbstständigerwerbender zu betrachten sei. Die Besch werdegegnerin nahm diesbezüglich im Rahmen der Prüfung der erwerblichen Verhältnisse ei ne Abklärung vor Ort vor. Der zustän- dige Abklärungsdienst hielt in seinem Bericht für Selbsts tändigerwerbende vom 4. November 2013 fest, dass der Beschwerdeführer in einem reduzierten Rahmen arbeite, durchschnittlich zu ca. 30 %. Die Arbeitstätigkeit sei jedoch abhängig von der Tagesform; es gebe auch Tage, an denen er nicht arbeiten gehe. Die Ehefrau des Beschw erdeführers habe angegeben, dass – soweit sie das abschätzen könne – Aufträge vorhanden wä ren. Der Abklärungsdienst kam sodann zum Schluss, dass keine verwertbaren Geschäftsunter lagen vorlägen, weshalb sich weder ein Betätigungs- noch ein Einkommensvergleich bewe rkstelligen liessen. In der ange- fochtenen Verfügung ermittelte die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad dennoch nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs. Sie vert rat dabei die Auffassung, dass die Ermittlung des Valideneinkommens gestützt auf die bund esgerichtliche Rechtsprechung an- hand der Auszüge des individuellen Kontos des Versicherten zu erfolgen habe. Der Beschwer- deführer vertritt hingegen die Ansicht, dass das Durchschn ittseinkommen gemäss den IK- Auszügen aufgrund verschiedener invaliditätsbedingter u nd invaliditätsfremder Faktoren nicht dem bei guter Gesundheit tatsächlich erzielbaren Einkommen entspreche, so dass für das Vali- deneinkommen nicht darauf abgestellt werden dürfe. Di e Frage erübrige sich indessen, da oh- nehin keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr bestehe. 7.1. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die behandelnden Ärzte würden ihm kei- ne verwertbare Arbeitsfähigkeit attestieren, kann ihm nicht gefolgt werden. Weder der Beurtei- lung von Dr. F.____ noch derjenigen des behandelnden Psychiaters Dr. D.____ ist eine Beurtei- lung über die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu entnehmen. Einzig Dr. E.____ hielt mit Bericht vom 3. März 2013 fest, dass der Versicherte im Fal le einer Geschäftsaufgabe kaum mehr vermittelbar sei und möglicherweise zum Sozialfall würde. Aufgrund verschiedener sach- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht fremder Bemerkungen erscheint die Qualität des Bericht s von Dr. E.____ jedoch eher zweifel- haft. Dies kann im Folgenden jedoch offen gelassen werd en, weil es sich bei der Bestimmung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ohnehin um eine Rechtsfrage handelt. 7.1.1 Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf ab zustellen, ob eine invalide Person un- ter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werd en kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich n utzen könnte, wenn die verfügbaren Ar- beitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4; Urteil des E VG vom 16. Juni 2004, I 824/02, E. 2.2.1 zu Art. 28 Abs. 2 a IVG). Gemäss der oben (vg l. E. 8.1 hiervor) zitierten Bestimmung von Art. 16 ATSG ist bei der Bestimmung des Invalidität sgrades deshalb von einer ausgegli- chenen Arbeitsmarktlage auszugehen. Der Begriff umfasst einerseits ein gewisses Gleichge- wicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stell en; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer ve rschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflic hen und intellektuellen Voraussetzun- gen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob es der invaliden Person möglich ist, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu ver- werten (BGE 110 V 273 E. 4b; Zeitschrift für die Ausgleichskassen [ZAK] 1991 S. 318 E. 3b). 7.1.2 Diesen Vorgaben entsprechend bestehen unter Berü cksichtigung der gesamten objek- tiven und subjektiven Gegebenheiten für den Versicherten durchaus eine Vielzahl von Möglich- keiten für eine Stelle auf dem ausgeglichenen Arbeitsma rkt. Der Beschwerdeführer ist erst 50 Jahre alt, so dass das Alter als Kriterium für eine fehlende Verwertbarkeit der Restarbeits- fähigkeit ausser Betracht fällt. Im Weiteren fehlt es au ch an einem einschränkenden Belas- tungsprofil. Vielmehr sind dem Beschwerdeführer sowohl seine angestammte als auch alle übrigen Verweistätigkeiten grundsätzlich zumutbar und möglich. Einzig der Umfang der Rest- arbeitsfähigkeit von 20 – 30 % erschwert die Verwertba rkeit. Auf dem ausgeglichenen Arbeits- markt sind Teilzeitstellen in geringem Pensum jedoch dur chaus vorhanden. Ausserdem kann der Beschwerdeführer seine selbstständige Tätigkeit al s Carrosserie-Sattler auch in einem Pensum von 20 – 30 % weiterhin ausüben. Vorliegend ka nn somit nicht von einer fehlenden Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werden. 7.2 Die IV-Stelle wies betreffend der Bestimmung des Valideneinkommen anhand der IK-Auszüge zutreffend auf die diesbezügliche bundesger ichtliche Rechtsprechung hin und hielt richtigerweise fest, dass angesichts der in Art. 25 Abs. 1 IVV vorgeschriebenen Parallelisierung der invalidenversicherungsrechtlich massgebenden hypothetisch en Vergleichseinkommen mit den AHV-rechtlichen beitragspflichtigen Erwerbseinkomme n das Valideneinkommen von Selbstständigerwerbenden grundsätzlich aufgrund der IK- Auszüge bestimmt wird (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai 2009, 9C_799/200 8, E. 3.4 mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang ist jedoch anzuführen, dass letztlich die e ffektiven Verhältnisse massgebend sind. Die im IK eingetragenen Zahlen können daher ni cht als unabänderliche Grössen verstan- den werden, die keinem Gegenbeweis zugängliche Tatsachenvermutung schaffen würde (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Januar 2007, I 705/05, E. 3.2 in fine). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2.1 Der Beschwerdeführer bestreitet die zuverlässige Er mittlung des Valideneinkommens anhand der IK-Auszüge. Vorliegend wendet er ein, er h abe sein privates Haus sowie diverse weitere Ausgaben in der Geschäftsbilanz aufgeführt. Der Versicherte hat sein Geschäftslokal offensichtlich in der gleichen Liegenschaft, in der er auch privat wohnt und die in seinem Eigen- tum steht. Eine klare Trennung zwischen Geschäftsräumen un d Wohnraum ist damit nicht ein- fach. Es ist durchaus denkbar, dass das Geschäftsergebnis durc h die Aufführung der Liegen- schaft in der Geschäftsbilanz geschmälert wurde. Weiter wies Dr. F.____ am 30. April 2013 darauf hin, dass gemäss den Angaben des Versicherten das G eschäft bereits seit dem Jahre 2008 schlechter laufe. Durch die Öffnung des Ostmarktes sowie durch die Bezugsquellen im Internet bestehe eine grosse Konkurrenz, sodass der Besch werdeführer schon mehrfach das Geschäft habe verkleinern müssen. Eine Reduzierung des Ei nkommens aufgrund dieser invali- ditätsfremden Faktoren muss durchaus in Betracht gezoge n werden. Weiter hielt Dr. F.____ in demselben Bericht fest, dass die (psychische) Krise bereits 19 93 begonnen habe. Schon da- mals sei der Versicherte mit einem Antidepressivum behande lt worden. Dass der Versicherte bereits vor dem Nervenzusammenbruch im Jahre 2011 in s einer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt war, kann somit auch ohne weitere explizite Dokumentat ion einer psychiatrischen Behandlung nicht vollends ausgeschlossen werden. In diesem Fall würd e das anhand der IK-Auszüge er- mittelte Valideneinkommen nicht dem Verdienst entspre chen, den der Versicherte bei voller Gesundheit tatsächlich erwirtschaften könnte. Ausserdem wi rd vorgebracht, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers unentgeltlich im Betrieb mitarbei te. Erfahrungsgemäss arbeiten Ehe- partner in Kleinbetrieben häufig teilzeitlich mit. Vo rliegend ist die Ehefrau als Arztgehilfin in ei- nem Pensum von 60 % tätig, womit eine (zusätzliche) Mita rbeit im Betrieb durchaus auch zeit- lich möglich wäre. Somit kann nicht ausgeschlossen werden , dass durch die in den Geschäfts- ergebnissen nicht aufgeführte unentgeltliche Mitarbeit der Ehepartnerin das Valideneinkommen – allerdings zu Ungunsten des Beschwerdeführers – verfäl scht wurde (vgl. E. 6.3). 7.2.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass d ie erzielten Mieterträge Schwan- kungen unterworfen seien, übersieht er, dass diese bei de m vorliegenden Einkommensschnitt von über 10 Jahren ausgeglichen sein sollten. Auch das V orbringen, er habe in seinem Drei- familienhaus als Hauswart gearbeitet und dafür anstelle eines Entgeltes seine Privatwohnung subventioniert, ist nicht stichhaltig. Die Entschädigung d es Hauswartes erfolgt grundsätzlich über die Mietnebenkosten. Vorliegend hat der Beschwer deführer weder eine Reduktion der Mietnebenkosten noch Ausgaben für einen externen Hausw art geltend gemacht. Insofern scheint eine Schmälerung des Valideneinkommens aus diesem Grund nicht plausibel. 7.3 Nach dem Ausgeführten kann jedoch festgehalten werd en, dass nicht mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass inval iditätsfremde Faktoren das Betriebsergebnis beeinflusst haben. In Bezug auf das Ei nkommen, welches der Versicherte als gesunde Person verdienen würde, kann deshalb nicht auf die IK-Auszüge abgestellt werden. Damit besteht keine Möglichkeit, das Valideneinkommen zu verlässig zu ermitteln. Nach bun- desgerichtlicher Rechtsprechung hat folglich bei der Be messung des IV-Grads das ausseror- dentliche Bemessungsverfahren zur Anwendung zu gelangen (BGE 128 V 29 E. 1). 8.1 Wie bereits in Erwägung 7. erwähnt, kam der Abklär ungsdienst der Beschwerdegegne- rin in seinem Bericht vom 4. November 2013 zum Schluss, dass sich ein Betätigungsvergleich Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufgrund der unverwertbaren Geschäftsunterlagen nicht bewerkstelligen liesse. Der Abklä- rungsdienst hat es folglich unterlassen, die einzelnen Tätigkeitsbereiche im Betrieb des Be- schwerdeführers sowie die jeweiligen Einschränkungen fe stzulegen und zu gewichten. Ein ge- wichteter Betätigungsvergleich wäre indessen auch unter B eizug eines hypothetischen, statisti- schen Einkommens, beispielsweise anhand der Tabellenlöhn e der Schweizerischen Lohnstruk- turerhebung (LSE) möglich (BGE 128 V 29 E. 4). Die Beschwerdegegnerin hätte somit, wie in Erwägung 6.2 hiervor ausgeführt, zunächst die einzelne n Tätigkeitsbereiche (Administration, Geschäftsführung, Sattlerei, gegebenenfalls Vermieter tätigkeit) prozentual festzulegen. An- schliessend wären die gesundheitlichen Einschränkungen in den jeweiligen Bereichen zu ermit- teln. Hier ist anzumerken, dass aufgrund der festgeste llten Arbeitsfähigkeit von 20 – 30 % in den verschiedenen Tätigkeiten unterschiedliche Einschränkun gen möglich sein können. An- hand von statistischen Löhnen – die für jeden Tätigkeit sbereich gesondert festzulegen sind – wären die Einschränkungen schliesslich wirtschaftlich zu gewichten. 8.2 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdegeg nerin zu Recht auf den Bericht von Dr. B.____ vom 19. März 2013 abgestellt hat und von einer Arbeitsfähigkeit von 20 – 30 % ausgegangen ist. Die Berechnung des IV-Grad es mittels Einkommensvergleich lässt zuverlässige Schlüsse auf die invaliditätsbedingte Erwerb seinbusse indessen nur dort zu, wo mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass die Betriebsergeb- nisse durch invaliditätsfremde Faktoren beeinflusst worden sind. Vorliegend ist anhand der IK-Auszüge die zuverlässige Feststellung des Valideneinkomm ens jedoch nicht möglich. Der Invaliditätsgrad ist folglich anhand der ausserordentli chen Methode zu ermitteln. Da der Abklä- rungsbericht vom 4. November 2013 unvollständig ist b zw. ein Betätigungsvergleich nicht durchgeführt wurde, ist die Angelegenheit zur erneute n Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese verfügt über die geeigneten Dienste, um einen Betätigungsvergleich vorzunehmen. Allfällige unterschiedlich starke gesundheitl iche Einschränkungen in den einzel- nen Tätigkeitsbereichen sind dabei zu berücksichtigen. Di ese sind sodann wirtschaftlich zu ge- wichten, gegebenenfalls anhand von statistischen Löhnen. I m Anschluss daran ist der Invalidi- tätsgrad neu zu ermitteln und über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu zu verfü- gen. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 9.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. D ie Verfahrenskosten werden ge- stützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als u nterliegende Partei grundsätzlich die Verfah- renskosten zu tragen. In diesem Zusammenhang ist allerdin gs zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des h ier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Aufgru nd dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahre nskosten aufzukommen. Es ist somit auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. Der gel eistete Kostenvorschuss ist dem Be- schwerdeführer zurückzuerstatten. 9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Der eingereichten Honorarnote vom 25. Juni 2014 zufolge beläuft sich Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht der geltend gemachte Aufwand für das vorliegende Verfa hren auf 11.5 Stunden. Dieser Auf- wand ist angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen zu qualifizieren und gemäss § 3 Abs. 1 der Tarifordnung fü r Anwältinnen und Anwälte im Umfang von Fr. 250.-- pro Stunde zu entgelten. Ebenfalls nich t zu beanstanden sind die geltend ge- machten Auslagen im Umfang von Fr. 28.50. Es ergibt sich demnach eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 3‘135.75 (11.5 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen in der Höhe von Fr. 28.50 und 8 % Mehrwertsteuer). 10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiell- rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vor- liegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffen tlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BG G genannten Voraussetzungen zuläs- sig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgerich t. Die nachstehende Rechtsmittelbeleh- rung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 5. März 20 14 aufgeho- ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3‘135.75 (inkl. Ausla gen und 8 % Mehrwertsteuer) auszurichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht