<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt:</p><p>- geeignete Massnahmen zur Schaffung von Biodiversitäts-Vorranggebieten mit angepassten Konzepten und Anreizsystemen zu ergreifen, um grosse, extensiv genutzte Kulturlandschaften mit ihrer typischen Arten- und Lebensraumvielfalt zu erhalten. Dazu sind in einem ersten Schritt die für die Artenvielfalt national bedeutendsten Kulturlandschaften zu bezeichnen;</p><p>- die wichtigsten zu fördernden Arten und die dazu notwendigen Massnahmen (qualitativ und quantitativ) zu bestimmen und die Umsetzung zielorientiert mit Anreizbeiträgen zu unterstützen. Insbesondere ist die Einführung von Prämien für Brutpaare von besonders gefährdeten Arten zu prüfen, welche Landwirte auf ihrem Land betreuen und dazu besondere Leistungen erbringen;</p><p>- die Lebensraumentwicklung aufgrund von Zielartenkonzepten zu überwachen. Über die Wirksamkeit der Massnahmen ist in einem Abstand von drei Jahren Bericht zu erstatten;</p><p>- bei mangelhafter Wirkung der getroffenen Massnahmen zusätzliche Massnahmen zu ergreifen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Motion möchte die Erhaltung der Biodiversität über die angepasste Nutzung der Lebensräume in Vorranggebieten - namentlich in grossräumigen, extensiv genutzten Kulturlandschaften - sicherstellen. Sie schlägt zu diesem Zweck vor, die bedeutendsten Vorranggebiete zu inventarisieren, Zielarten zu bezeichnen und Umsetzungsinstrumente in Form von Anreizen einzuführen. Die Lebensraumentwicklung soll mit Leitartenkonzepten überwacht und Gegenstand einer Berichterstattung werden.</p><p>Der Bundesrat unterstützt die inhaltliche Stossrichtung der Motion. Er ist aber der Auffassung, dass das verfolgte Ziel mit den bestehenden rechtlichen Grundlagen und Instrumenten sowie einem konsequenten Vollzug erreicht werden kann.</p><p>Zu den geeigneten Instrumenten zur Sicherung der Biodiversität zählen beispielsweise die aufgrund des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG; Art. 18a und 23b) erstellten Lebensrauminventare oder das nationale ökologische Netzwerk. Auch das im Aufbau begriffene Smaragd-Netzwerk, welches Schutzgebiete von europäischer Bedeutung ausscheidet, wirkt sich positiv auf die Artenvielfalt aus. Die regelmässigen Erfolgskontrollen der Bundesinventare einerseits und das Biodiversitätsmonitoring andererseits ermöglichen es, den Erfolg dieser Massnahmen zu überprüfen.</p><p>Die Schaffung weiterer Inventare stellt nach Ansicht des Bundesrates nicht den richtigen Ansatz dar, um die Biodiversität in der Schweiz langfristig zu erhalten. Erfolg verspricht vielmehr die Umsetzung einer nachhaltigen Landnutzung, wie sie eine der Multifunktionalität verpflichtete Landwirtschaftspolitik, eine moderne Waldpolitik und das NHG anstreben.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.