BRKE II Nr. 83/2001 vom 17. April 2001 in BEZ 2001 Nr. 29 4. a) Gemäss § 265 Abs. 1 PB G haben oberirdische Gebäude beim Fehlen von Baulinien an öffentlichen und privaten Strassen einen Abstand von 6 m g egenüber Strassen und Plätzen bzw. einen Abstand von 3,5 m gegenüber W egen einzuhalten. Diese Regelung steht unter dem Vorbehalt, dass die B au- und Zonenordnung keine a n- deren, namentlich keine geringeren Abstände vorschreibt. Letzteres ist nicht der Fall. Art. 29 BauO bestimmt vielmehr, dass oberirdische G e- bäude einen der Regelung von § 265 PBG entsprechenden Strassen- bzw. Wegabstand zu beachten hätten. Die Vorinstanz macht zu Recht auch nicht etwa geltend, dass g e- genüber der Strasse L. -halde lediglich der W egabstand einzuhalten sei. Es liegt klare r- weise eine Zufahrtsstrasse im Sinne der Normalien über die Anforderungen an Z ugänge (Zugangsnormalien) vor, weshalb der höhere der vorgenannten beiden Abstände zur Anwendung kommt. Dies unabhängig davon, ob - was nicht aktenkundig ist - die au f- grund einer Vereinbarung unter den betroffenen Grundeigentümern erstellte Strasse L. - halde in das Eigentum d er Gemeinde überführt worden oder im Privateigentum verbli e- ben ist. Die Abstandsregelung von § 265 PBG gilt ausdrücklich auch für private Stra s- sen. b) Zum Begriff der Strasse äussert sich das Planungs - und Baugesetz in § 267. Nach dieser Norm ist unter Str asse das "ganze Strassengebiet einschliesslich der Tro t- toire und Schutzstreifen" zu verstehen. Im Anhang der vom Regierungsrat gestützt auf § 237 Abs. 2 PBG erlassenen Zugangsnormalien wird bestimmt, dass ein genügender Ausbau bei säm tlichen Zufahrtstypen im Falle der Ausgestaltung als Stichstrasse eine Kehrmöglichkeit bzw. einen Kehrplatz erfordere. Sind derartige Anlagen mithin notwe n- diger Teil der je nach ihrer Funktion als Zufahrts -, Erschliessungs - oder gar Samme l- strasse zu qualifizierenden Ve rkehrsanlagen, so ist auch klar, dass diese Kehrplätze dem Strassengebiet zuzurec hnen sind bzw. unter den Begriff der Strasse im Sinne von § 265 bzw. 267 PBG fallen. (Anders verhält es sich nur hinsichtlich von rechtlich ges i- cherten Kehrmöglichkeiten auf Privatgrun d wie Garagenvorplätzen etc.). Gleiches ergibt sich auch aus § 3 des Strassengesetzes, wonach zur Strasse sämtliche Flächen für den fliessenden und ruhenden Verkehr gehören. Zählen Kehrplätze mithin zum Strassengebiet, kommt es für die Frage des erforde r- lichen Strassenabstandes gleich wie bei der Fahrbahn grundsätzlich (zur Ausnahme vgl. § 267 Abs. 2 PBG) nicht darauf an, ob diese künftig ausgebaut werden müssen. c) Die gegenteilige Auffassung der Vorinstanz erweist sich mithin als unzutre ffend. Dass die Vo raussetzungen für eine Ausnahmebewilligung gegeben w ären, wird nicht geltend gemacht. Es ist auch nicht ersichtlich, worin die hierfür notwendigen b esonde- ren Verhältnisse liegen sollten.