<h2>SubmittedText<h2><p>Ist der Bundesrat bereit, in Zusammenarbeit mit den Kantonen die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, damit die Zahl der jährlich in der Schweiz in Gastroenterologie ausgebildeten Personen verdoppelt, d. h. von 9 auf 18 erhöht werden kann; dies, um dem programmgemässen Anstieg der Nachfrage in dieser Fachdisziplin zu begegnen, der sich insbesondere im Zusammenhang mit der Früherkennung von Dickdarmkrebs ergibt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat mehrfach auf die Bedeutung der Früherkennung von Dickdarmkrebs hingewiesen - namentlich in seiner Stellungnahme auf die Motion Fridez 14.3173, "Dickdarmkrebs. Systematische Früherkennung durch Darmspiegelung in der Schweiz" -, und das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) hat 2013 entschieden, dass bestimmte Untersuchungen von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen werden.</p><p>In der Schweiz verfügten Mitte Mai 2014 insgesamt 393 Ärztinnen und Ärzte über eine Berufsausübungsbewilligung als Gastroenterologen (326 aufgrund eines eidgenössischen Weiterbildungstitels, 67 Personen aufgrund eines anerkannten ausländischen Weiterbildungstitels). Im Jahr 2013 wurden 11 eidgenössische Weiterbildungstitel erteilt und 21 ausländische Weiterbildungstitel anerkannt. Der in der Interpellation angesprochene Bedarf kann damit gedeckt werden. Ausserdem kann man nicht einfach von einem Mangel an Ausbildungsplätzen sprechen, da 2012 18 eidgenössische Weiterbildungstitel erteilt wurden.</p><p>Ausgehend von der empfohlenen Häufigkeit der Früherkennungskoloskopie (alle zehn Jahre bei Personen zwischen 50 und 70 Jahren) sowie ausländischen Erfahrungswerten in Bezug auf die Beteiligung der Bevölkerung (25 bis 30 Prozent) ist neu mit 60 bis 80 Untersuchungen pro Jahr und Gastroenterologe zu rechnen. Im Jahr 2005, also vor Einführung der Kostenübernahme, unterzogen sich rund 8 Prozent der Bevölkerung im betreffenden Alter einer Früherkennungskoloskopie. Dies entsprach rund 20 Untersuchungen pro Jahr und Gastroenterologe. Effektiv sind somit etwa 40 bis 60 zusätzliche Untersuchungen pro Jahr und Gastroenterologe zu erwarten. Das bedeutet für jeden Gastroenterologen eine Untersuchung mehr pro Woche. Dies wird entsprechend einer Untersuchung von den Gastroenterologen als verkraftbar eingeschätzt.</p><p>Gemäss Artikel 25 Absätze 1 und 3 des Medizinalberufegesetzes (SR 811.11) ist das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung der FMH (SIWF) für die ärztliche Weiterbildung verantwortlich. Der Bund hat keine Möglichkeit, den Fachgesellschaften zur Zahl der Weiterzubildenden Vorgaben zu erteilen. Allerdings bemüht sich der Bund, in Absprache mit dem SIWF und den Kantonen die Problematik anzugehen und gemeinsame Lösungen zu suchen. Im Rahmen der Plattform "Zukunft ärztliche Bildung" hat das EDI/BAG ausserdem das Büro Bass beauftragt, die Steuerung der Weiterbildung in der Schweiz zu analysieren.</p>  Antwort des Bundesrates.