<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00387</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224880&amp;W10_KEY=13045527&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00387</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.04.2025</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist am Bundesgericht noch hÃ¤ngig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (Wiedererwägung)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Nach einer rechtskräftigen Verfügung des Migrationsamts betreffend die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers trat das Migrationsamt auf ein zweites Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers nicht ein.] Mit vom Bundesgericht am 15. Januar 2015 geschützter Verfügung vom 14. August 2013 wies das Migrationsamt das Gesuch des Beschwerdeführers um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab. Auf ein erstes Wiedererwägungsgesuch vom 14. Januar 2020 trat das Migrationsamt nicht ein. Eine erneute Überprüfung kommt nur bei einer wesentlichen Veränderung der Sach- oder Rechtslage in Betracht (E. 2). In seinem zweiten Wiedererwägungsgesuch beruft sich der Beschwerdeführer erneut auf die familiären Verhältnisse, namentlich auf seine Schweizer Ehefrau und die vier gemeinsamen Kinder, und macht damit keine solche Änderung geltend (E. 3). Abweisung. Abweichende Meinung einer Kammerminderheit und des Gerichtsschreibers.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HÃRTEFALLGESUCH">HÃRTEFALLGESUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEUE TATSACHEN">NEUE TATSACHEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTEINTRETEN">NICHTEINTRETEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=70513" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00387</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">10. April 2025</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle (Vorsitz), Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, Ersatzrichter Mischa Morgenbesser, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Michael Spring. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A,<b> </b></span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,</span><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (WiedererwÃ¤gung),</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, ein 1984 geborener StaatsangehÃ¶riger aus Guinea, reiste im April 2000 in die Schweiz ein und ersuchte vergeblich um Asyl. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 5. Juli 2005 heiratete A eine Schweizer StaatsangehÃ¶rige, worauf ihm das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau erteilte. Da die eheliche Gemeinschaft am 26. Oktober 2007 wieder aufgegeben worden war, wies das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 18. MÃ¤rz 2009 ein Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ab und setzte A zum Verlassen der Schweiz eine Frist bis zum 31. Mai 2009 an. Mit Urteil vom 10. Februar 2010 wurde die Ehe geschieden.</p> <p class="Sachverhalt2">Am 23. April 2010 heiratete A erneut eine Schweizer StaatsangehÃ¶rige, worauf ihm das Migrationsamt erneut eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau erteilte. Aus dieser Ehe gingen zwischen 2009 und 2020 vier Kinder hervor. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Zwischen September 2000 und April 2010 erwirkte A sieben rechtskrÃ¤ftige Straferkenntnisse, wobei gegen ihn jeweils geringfÃ¼gige Haft- und GefÃ¤ngnisstrafen bzw. eine Busse ausgefÃ¤llt wurde. Mit rechtskrÃ¤ftigem Urteil vom 8. MÃ¤rz 2012 befand das Tribunal Correctionnel C ihn der Verbrechen im Sinn des BetÃ¤ubungsmittelgesetzes (BetmG) schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren, wobei deren Vollzug im Umfang von zwei Jahren bei einer dreijÃ¤hrigen Probezeit bedingt aufgeschoben wurde.</p> <p class="Sachverhalt2">Mit VerfÃ¼gung vom 14. August 2013 ordnete das Migrationsamt an, dass die Aufenthaltsbewilligung nicht verlÃ¤ngert werde, und wies A aus der Schweiz weg. Die dagegen erhobenen Rechtsmittel wurden von allen Instanzen, letztmals mit Urteil 2C_519/2014 des Bundesgerichts vom 15. Januar 2015, abgewiesen. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Das Bezirksgericht D erkannte A mit rechtskrÃ¤ftigem Urteil vom 21. April 2016 der mehrfachen Widerhandlung gegen das BetmG schuldig und bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten. Am 20. Mai 2017 wurde A aus dem Strafvollzug entlassen und aufgefordert, die Schweiz unverzÃ¼glich zu verlassen.</p> <p class="Sachverhalt2">A ersuchte in der Folge mit Schreiben vom 22. August 2017 das Migrationsamt, beim Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM) seine vorlÃ¤ufige Aufnahme zu beantragen. Dieses Gesuch wies das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 26. September 2017 ab. Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 15. Januar 2018 ab. </p> <p class="Urteilstext">Mit rechtskrÃ¤ftiger VerfÃ¼gung vom 3. MÃ¤rz 2020 trat das Migrationsamt auf ein sinngemÃ¤ss gestelltes Gesuch von A vom 14. Januar 2020 um wiedererwÃ¤gungsweise Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nicht ein.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>E. </b>Das Einzelgericht in Strafsachen des Bezirksgerichts E befand A mit Urteil vom 12. MÃ¤rz 2020 des rechtswidrigen Aufenthalts schuldig und ahndete dies mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von vier Monaten. Nachdem das Bundesgericht in letzter Instanz eine in dieser Sache erhobene Beschwerde mit Urteil 6B_543/2021 vom 12. Mai 2022 teilweise gutgeheissen hatte, erkannte das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich ihn mit rechtskrÃ¤ftigem Urteil vom 4. November 2022 des rechtswidrigen Aufenthalts schuldig und verurteilte ihn zu einer unbedingten Geldstrafe von 120 TagessÃ¤tzen zu je Fr. 10.-.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>F. </b>Am 22. Januar 2024 stellte A erneut ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung.</p> <p class="Urteilstext"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 21. Februar 2024 trat das Migrationsamt auf das Gesuch von </span>A<span> vom 22. Januar 2024 nicht ein und lehnte es ab, die VerfÃ¼gung vom 14. August 2013 in WiedererwÃ¤gung zu ziehen. Es stellte fest, dass sich A nach wie vor widerrechtlich in der Schweiz aufhalte, und hielt ihn an, die Schweiz und den Schengenraum unverzÃ¼glich zu verlassen. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Entscheid vom 12. Juni 2024 wies die Sicherheitsdirektion den hiergegen erhobenen Rekurs von A ab (Dispositiv-Ziff. I) und auferlegte ihm die Kosten des Rekursverfahrens in HÃ¶he von Fr. 1'005.- (Dispositiv-Ziff. II).</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>Mit Beschwerde vom 2. Juli 2024 beantragte </span><span>A</span><span>, dass der vorinstanzliche Entscheid aufgehoben und die Sache zur materiellen PrÃ¼fung an das Migrationsamt zurÃ¼ckgewiesen werde, unter EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Migrationsamts. </span></p> <p class="MsoNormal"><span>WÃ¤hrend die Sicherheitsdirektion am 5. Juli 2024 auf eine<span> Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen.</span></span></p> <p class="MsoNormal"><span>Eine ihm auferlegte Kaution leistete </span><span>A fristgerecht.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><a id="_Hlk195273142"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Auf die Beschwerde ist demzufolge einzutreten.</span></a></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 14. August 2013 ordnete das Migrationsamt an, dass die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers nicht verlÃ¤ngert werde, und wies ihn aus der Schweiz weg. Diese Wegweisung wurde mit Bundesgerichtsurteil 2C_519/2014 vom 15. Januar 2015 rechtskrÃ¤ftig. Auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch des BeschwerdefÃ¼hrers vom 14. Januar 2020 trat das Migrationsamt mit rechtskrÃ¤ftiger VerfÃ¼gung vom 3. MÃ¤rz 2020 nicht ein. </p> <p class="Urteilstext">Ebenso trat das Migrationsamt auf das vorliegende WiedererwÃ¤gungsgesuch vom 22. Januar 2024 nicht ein. <span>Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist somit ein </span>WiedererwÃ¤gungsgesuch<span>, nachdem das VerlÃ¤ngerungsgesuch des BeschwerdefÃ¼hrers und ein erstes WiedererwÃ¤gungsgesuch rechtskrÃ¤ftig abgewiesen wurden. </span></p> <p class="Urteilstext">Die rechtskrÃ¤ftige NichtverlÃ¤ngerung einer Aufenthaltsbewilligung beendet eine bisher bestehende Aufenthaltsberechtigung, indem ab der Rechtskraft des Entscheids die Bewilligung nicht mehr besteht und damit (abgesehen von einem bewilligungsfreien Aufenthalt gemÃ¤ss Art. 10 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes [AIG]) der Aufenthalt in der Schweiz nicht mehr zulÃ¤ssig ist. In der Folge kann grundsÃ¤tzlich jederzeit ein neues Bewilligungsgesuch eingereicht werden. Wird dieses bewilligt, so lebt damit indessen nicht die frÃ¼here, rechtskrÃ¤ftig aufgehobene Bewilligung wieder auf, sondern es handelt sich um eine neue Bewilligung, die voraussetzt, dass im Zeitpunkt ihrer Erteilung die dannzumal geltenden Bewilligungsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind. Das Stellen eines neuen Gesuchs darf jedoch nicht dazu dienen, rechtskrÃ¤ftige Entscheide immer wieder infrage zu stellen. Die VerwaltungsbehÃ¶rde ist von Verfassungs wegen nur verpflichtet, auf ein neues Gesuch einzutreten, wenn die UmstÃ¤nde sich seit dem ersten Entscheid wesentlich geÃ¤ndert haben oder wenn der Gesuchsteller erhebliche Tatsachen und Beweismittel namhaft macht, die ihm im frÃ¼heren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen fÃ¼r ihn rechtlich oder tatsÃ¤chlich unmÃ¶glich war oder keine Veranlassung bestand (vgl. BGE 146 I 185 E. 4.1; 136 II 177 E. 2.1; VGr, 13. Juni 2024, VB.2024.00263, E. 2.2 â 17. April 2024, VB.2023.00747, E. 3.1 â 4. Juni 2014, VB.2014.00230, E. 4.1).</p> <p class="Urteilstext"><span>Wer einer rechtskrÃ¤ftigen Ausreiseanordnung â wie der BeschwerdefÃ¼hrer â nicht nachkommt, sondern im Land verbleibt und einfach ein neues Gesuch stellt, kann praxisgemÃ¤ss nur ausnahmsweise einen Anspruch auf neue Beurteilung geltend machen. Neue SachumstÃ¤nde, die sich nur dadurch ergeben haben, dass die bzw. der Betroffene einer rechtskrÃ¤ftigen Wegweisung nicht Folge geleistet hat, haben entsprechend reduzierteres Gewicht als neue anspruchsbegrÃ¼ndende Tatsachen. Dies gilt namentlich auch fÃ¼r eine Intensivierung familiÃ¤rer Beziehungen, die sich nur dadurch ergeben hat, dass die betroffene Person der rechtskrÃ¤ftigen Wegweisungsanordnung nicht nachgekommen ist. Denn andernfalls wÃ¼rde derjenige, der sich Ã¼ber rechtskrÃ¤ftige Entscheide hinwegsetzt, bevorzugt gegenÃ¼ber denjenigen, die sich daran halten, was rechtsstaatlich nicht angeht (zum Ganzen BGr, 25. November 2021, 2C_826/2021, E. 4.3 mit Hinweisen; ferner 27. Juli 2021, 2D_22/2021, E. 3.2.2).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Ãber die auslÃ¤nderrechtliche Situation des BeschwerdefÃ¼hrers wurde letztmals vor fÃ¼nf Jahren entschieden. Es handelte sich dabei zwar um einen Nichteintretensentscheid; doch fÃ¼hrte das Migrationsamt aus, aus welchen GrÃ¼nden es nicht auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch eintrat. Bereits im damaligen WiedererwÃ¤gungsverfahren machte der BeschwerdefÃ¼hrer geltend, dass er bereits seit fast 20 Jahren in der Schweiz lebe und eine Schweizer Ehefrau und vier Kinder habe. Das Nichteintreten auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch begrÃ¼ndete das Migrationsamt am 3. MÃ¤rz 2020 damit, dass die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung aufgrund eines schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefalls bereits mit VerfÃ¼gung vom 14. August 2013 abgewiesen worden sei. Das Eingehen einer Ehe, die Geburt von zwei weiteren Kindern seit der VerfÃ¼gung vom 14. August 2013 sowie die rechtskrÃ¤ftige Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers infolge StraffÃ¤lligkeit hÃ¤tten den BeschwerdefÃ¼hrer nicht von der Begehung weiterer Delikte abgehalten. So sei der BeschwerdefÃ¼hrer erneut mit Urteil vom Bezirksgericht vom 21. April 2016 verurteilt worden.</span></p> <p class="Urteilstext">Seit dem Nichteintretensentscheid vom 3. MÃ¤rz 2020 ist mit rechtskrÃ¤ftigem Urteil vom 4. <span>November</span> 2022 des Obergerichts, mit welchem der BeschwerdefÃ¼hrer des rechtswidrigen Aufenthalts schuldig gesprochen und verurteilt wurde, eine weitere Strafe fÃ¼r deliktisches Verhalten dazugekommen. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer begrÃ¼ndet seinen Anspruch auf Beurteilung des WiedererwÃ¤gungsgesuch im Wesentlichen damit, dass er mit einer Schweizer StaatsbÃ¼rgerin verheiratet sei, mit welcher er eine intakte Beziehung fÃ¼hre. Er sei Vater von vier Kindern, welche ebenfalls Ã¼ber die Schweizer StaatsbÃ¼rgerschaft verfÃ¼gten und zu welchen er als Hauptbetreuungsperson eine sehr enge Beziehung pflege. Er sei fÃ¼r die Kinderbetreuung und den Haushalt zustÃ¤ndig, sodass die Ehefrau ein Einkommen fÃ¼r den Lebensunterhalt der Familie erwirtschaften kÃ¶nne. Damit leiste er auch einen (wirtschaftlichen) Beitrag zum Familienunterhalt. Angesichts der Distanz sowie der knappen finanziellen VerhÃ¤ltnisse der Familie kÃ¶nnte diese Beziehung bei einem Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers in Guinea kaum kindeswohlgerecht aufrechterhalten werden. Der BeschwerdefÃ¼hrer lebe zudem selbst bereits seit Jugendjahren und seit rund 20 Jahren in der Schweiz, sein gesamtes soziales Umfeld befinde sich hier, nicht nur seine Kernfamilie. Dass er keiner ErwerbstÃ¤tigkeit nachgehe, liege an seinem Aufenthaltsstatus, bei der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung habe er nachweislich Aussicht auf eine Anstellung. Es sei ausserdem davon auszugehen, dass die Mutter mit den vier Kindern bei Wegfall der UnterstÃ¼tzung und Betreuung durch den Vater den Lebensunterhalt in der Schweiz nicht mehr bestreiten kÃ¶nnte, weshalb eine Legalisierung auch im Ã¶ffentlichen (finanziellen) Interesse sei.</p> <p class="Urteilstext">Wie vorstehend ausgefÃ¼hrt, muss die <span>VerwaltungsbehÃ¶rde nur dann auf ein Gesuch eintreten, wenn die UmstÃ¤nde sich seit dem ersten Entscheid â oder wie vorliegend seit dem letzten Entscheid â wesentlich geÃ¤ndert haben oder wenn der Gesuchsteller erhebliche Tatsachen und Beweismittel namhaft macht, die ihm im frÃ¼heren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen fÃ¼r ihn rechtlich oder tatsÃ¤chlich unmÃ¶glich war oder keine Veranlassung bestand.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat sich bereits bei seinem WiedererwÃ¤gungsgesuch von 2020 auf die familiÃ¤ren VerhÃ¤ltnisse berufen. Wenn er sich nun erneut auf die familiÃ¤ren VerhÃ¤ltnisse beruft, macht er keine wesentliche Ãnderung der UmstÃ¤nde geltend. Hinzu kommt eine weitere strafrechtliche Verurteilung, die zwar â wie der BeschwerdefÃ¼hrer geltend macht â nicht schwer wiegt, aber dennoch nicht zur Folge hat, dass eine wesentliche Ãnderung der UmstÃ¤nde zugunsten des BeschwerdefÃ¼hrers vorliegt. Ferner ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass zum Zeitpunkt des WiedererwÃ¤gungsgesuchs vom 22. Januar 2024 ein weiteres, am 23. Dezember 2023 erÃ¶ffnetes Strafverfahren wegen Hehlerei (Art. 160 des Strafgesetzbuches [StGB]) hÃ¤ngig war, was erhebliche Zweifel an der IntegrationsfÃ¤higkeit des BeschwerdefÃ¼hrers erweckt. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Ergebnis ist somit festzustellen, dass das Migrationsamt zu Recht â mangels wesentlicher Ãnderung der UmstÃ¤nde â auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch des BeschwerdefÃ¼hrers nicht eingetreten ist. Demzufolge erweist sich der vorinstanzliche Abweisungsentscheid gegen den Nichteintretensentscheid des Beschwerdegegners als rechtens, und die hiergegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG) und steht ihm mangels Obsiegens keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. <span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.-</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'570.-</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. <span>Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. <span>Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen</span>.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) <span>die Sicherheitsdirektion;</span><br/> c) <span>das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></span></p> <p class="urteilstext0"><u><span>Abweichende Meinung einer Minderheit der Kammer und des Gerichtsschreibers:</span></u></p> <p class="Urteilstext">(§ 71 VRG in Verbindung mit § 124 des Gesetzes Ã¼ber die Gerichts- und BehÃ¶rdenorganisation im Zivil- und Strafprozess vom 10. Mai 2010 [LS 211.1])</p> <p class="Urteilstext">Aus den nachfolgenden GrÃ¼nden ist die Beschwerde nach Auffassung einer Kammerminderheit und des Gerichtsschreibers gutzuheissen und die Sache zur materiellen PrÃ¼fung des Gesuchs an das Migrationsamt zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Urteilstext">Die auslÃ¤nderrechtliche Situation des BeschwerdefÃ¼hrers wurde letztmals vor Ã¼ber zehn Jahren vertieft bzw. materiell Ã¼berprÃ¼ft. Abzustellen ist insofern auf das Bundesgerichtsurteil vom 15. Januar 2015 und nicht auf den Nichteintretensentscheid des Migrationsamts vom 3. MÃ¤rz 2020, selbst wenn dieser vereinzelt und summarisch auf materielle Aspekte eingeht. Eine InteressenabwÃ¤gung wird darin gerade nicht vorgenommen. Es ist gerade auch das Ziel von Gesuchen wie dem vorliegenden zu beurteilen, ob der langjÃ¤hrige illegale Aufenthalt einer auslÃ¤ndischen Person zu legalisieren ist. So muss es einer solchen Person mÃ¶glich sein, nach Ablauf einer angemessenen Zeitdauer erneut eine materielle PrÃ¼fung der Frage zu verlangen, ob bei ihr ein HÃ¤rtefall gegeben bzw. eine Neubeurteilung des Familiennachzugs nach Art. 42 AIG angezeigt sei (siehe VGr, 30. September 2021, VB.2021.00410, E. 2.3, und 3. MÃ¤rz 2022, VB.2021.00580, E. 2.3). Von den beiden seit der Wegweisung gegen den BeschwerdefÃ¼hrer ergangenen Strafurteilen betrifft eines seinen illegalen Aufenthalt und das andere Delikte, die er vor der Wegweisung begangen hat. Diese StraffÃ¤lligkeit ist erst bei der InteressenabwÃ¤gung zu berÃ¼cksichtigen und fÃ¼hrt nicht schon vorab zu einem Nichteintreten auf das Gesuch. Das aktuell gegen den BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤ngige Strafverfahren kann ein Nichteintreten mit der BegrÃ¼ndung der NichtbewÃ¤hrung (bzw. der fortbestehenden RÃ¼ckfallgefahr) sodann schon deshalb nicht rechtfertigen, weil die dem BeschwerdefÃ¼hrer vorgeworfenen Delikte zurzeit weder unbestritten sind noch aufgrund der Akten schon vor einer rechtskrÃ¤ftigen Verurteilung als feststehend betrachtet werden kÃ¶nnten (vgl. BGE 130 II 176 E. 4.3.3).</p> <p class="Urteilstext"> FÃ¼r richtiges Protokoll,</p> <p class="Urteilstext"> Der Gerichtsschreiber:</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>