<h2>SubmittedText<h2><p>Im staatlichen amerikanischen Bericht "Country Reports on Human Rights Practices - 2005; released by the Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor" vom 8. März 2006 wird unser Land kritisiert, weil die Antirassismus-Strafnorm aus offizieller US-Sicht das Recht auf freie Meinungsäusserung verletzt.</p><p>"The penal code criminalizes racist or anti-Semitic expression, whether in public speech or in printed material."</p><p>Wie gedenkt der Bundesrat auf diese US-Kritik an der Beschneidung der Meinungsäusserungsfreiheit zu reagieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Seit 1961 ist das State Department der US-Regierung gesetzlich verpflichtet, den Kongress jährlich über die weltweite Menschenrechtssituation zu informieren. Zu diesem Zweck werden zu allen Staaten der Welt die "Country Reports on Human Rights Practices" verfasst.</p><p>Im Länderbericht zur Schweiz werden zu Beginn alle aus der Sicht der USA bestehenden Probleme ("the following human rights problems were reported") in der schweizerischen Menschenrechtspraxis zusammengestellt. In dieser Aufzählung wird die Antirassismus-Strafnorm weder explizit noch implizit erwähnt.</p><p>Der vom Interpellanten zitierte Satz findet sich weiter hinten im Abschnitt über Meinungs- und Pressefreiheit ("Freedom of Speech and Press"), und zwar in folgendem Kontext:</p><p>Section 2 Respect for Civil Liberties, Including:</p><p>a. Freedom of Speech and Press</p><p>"The law provides for freedom of speech and of the press, and the government generally respected these rights in practice and did not restrict academic freedom or the Internet. An independent press, an effective judiciary, and a functioning democratic political system combined to ensure freedom of speech and of the press.</p><p>The penal code criminalizes racist or anti-Semitic expression, whether in public speech or in printed material."</p><p>Der Bericht hält demnach fest, dass in der Öffentlichkeit gemachte rassistische oder antisemitische Äusserungen in der Schweiz unter Strafe gestellt sind. Aus diesem Kontext ergibt sich, dass es sich um eine rein faktische, nicht wertende Feststellung handelt. Der Bundesrat sieht daher keinen Handlungsbedarf.</p>  Antwort des Bundesrates.