13. Dezember 1991 2499 Postulat Hafner Rudolf #ST# 91.3342 Postulat (Eisenring-)Baumberger Förderung der MS-Forschung Sclérose en plaques. Aide à la recherche Wortlaut des Postulates vom 3. Oktober 1991 Der Bundesrat wird eingeladen, im Rahmen der für die wissen- schaftliche Forschung der Zukunft wesentlich erhöhten Mittel die unerlässlichen Vorkehren zu treffen, um die Forschung auf dem Gebiete der Multiple Sklerose (MS) sowie der Entwick- lung und Verbesserung der für die Betroffenen geeigneten Therapien - in enger Zusammenarbeit mit den in diesem Sek- tor bereits tätigen Institutionen und Persönlichkeiten - zügig voranzubringen. Texte du postulat du 3 octobre 1991 Les crédits accordés à la recherche scientifique de demain ont été considérablement augmentés. Le Conseil fédéral est invité à prendre, en étroite collaboration avec les personnalités et les institutions déjà actives dans le domaine de la sclérose en pla- ques (SEP), les mesures qui s'imposent pour encourager la recherche sur cette maladie ainsi que pour développer et amé- liorer rapidement les thérapies indiquées. Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Basler, Bircher Peter, Blocher, Columberg, David, Feigenwinter, Fischer-Sur- see, Graf, Günter, Mari, Hess Peter, Hösli, Jung, Keller Anton, Kühne, Neuenschwander, Reichling, Ruckstuhl, Schmidhal- ter, Segmüller, Seiler Hanspeter, Spoerry, Stamm Judith, Wel- lauer.WyssPaul.Zölch (27) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Kaum eine Krankheit bzw. Krankheitserscheinung erweist sich hinsichtlich der Ursachenforschung als derart schwierig wie die Multiple Sklerose. So vielfältig in den letzten Jahren und Jahrzehnten auch die Anstrengungen waren, von einem Durchbruch scheint man weit entfernt zu sein. Die Zahl der in unserem Land von MS betroffenen Menschen ist auf 10 000 zu schätzen. Erwiesen ist, dass jeden Tag ein neuer Betroffener-sei es ein Kind oder ein Erwachsener-ge- zählt werden muss. Heimtückisch und oft wie angeworfen schlägt die MS zu. Die dadurch für den Betroffenen und seine Familie ausgelösten Probleme sind vielfältig, ja sehr oft er- schütternd. Zahlreiche soziale Institutionen, vorab die IV, haben Erleichte- rungen gebracht. Aber die Probleme für die Betroffenen sind damit in keiner Weise gelöst. Die Betroffenen selbst haben im Rahmen einer Umfrage der Schweizerischen Multiple Skle- rose Gesellschaft denn auch als ihren ersten Wunsch die Un- erlässlichkeit der Forschungsförderung genannt - wohl wis- send, dass sie von den Forschungsergebnissen der Zukunft persönlich wohl nur noch in Ausnahmefällen werden profitie- ren können. Die hier ihren Ausdruck findende Solidarität auf die künftig Betroffenen hin erscheint einzigartig. Der Eindruck dürfte schwer oder gar nicht zu widerlegen sein, dass in anderen Bereichen gesundheitlicher Schäden heute der Einsatz der Forschungsförderung viel grösser ist als für die MS. Hervorragende Wissenschafter sind da und dort zwar tä- tig, insbesondere auch zusammengefasst im ärztlichen Beirat der Schweizerischen MS-Gesellschaft. Dieser Beirat wird von einem jungen, international anerkannten Forscher, Dr. med. M. Kesselring, präsidiert. Dieser Beirat sieht nebst eigener Forschungstätigkeit eine wei- tere Aufgabe darin, vermehrt Mittel zu beschaffen, um die For- schung in der Zukunft endlich viel breiter abstützen zu kön- nen. Da es sich hier um Grundlagenforschung handelt, ist es in erster Linie auch Aufgabe des Bundes, aufgrund der nun als Rahmenkredit beschlossenen und wesentlich erhöhten Mittel grosszügig die MS-Forschung voranzubringen, wobei dann auch die Therapie einzubeziehen wäre. Wenn die MS-Forschung analog grosszügig derjenigen in an- deren Sektoren wie Krebs, Aids usw. gefördert würde, wäre dies indirekt auch eine Anerkennung für jene gegen 1000 stän- digen Helferinnen und Helfer, die ehrenamtlich MS-Betroffene unentwegt und oft unter Einsatz aller Kräfte betreuen und da- mit eine Aufgabe erfüllen, die die Aufgabe aller sein sollte. Die Zeit zeichnet sich leider allerdings ab, da bei der Ausweitung der MS die privaten Hilfeleistungen nicht mehr mithalten kön- nen und sich auch hier mutmasslich die Notwendigkeit zusätz- licher öffentlicher Beihilfen stellen könnte. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist das Forschungsproblem zu sehen. Wir ersuchen den Bundesrat- bei Verdankung der bisherigen Beihilfen -, das hier zusammenfassend aufgezeigte Problem in seiner ganzen Breite konzis und grosszügig anzugehen. Der Schweizer Forschung sollte auch in diesem Bereich - in Nutzung der Chancen der internationalen Zusammenarbeit - endlich der Durchbruch gelingen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 6. November 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 6 novembre 1991 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 91.3372 Postulat Hafner Rudolf Krankenversicherung. Frei wählbare Jahresfranchise Assurance-maladie. Franchise «à la carte» Wortlaut des Postulates vom 4. Oktober 1991 Der Bundesrat wird ersucht: 1. eine Aenderung der Verordnung 5 zum KVG vorzunehmen, womit eine erhöhte Eigenverantwortung in der Form einer hö- heren frei wählbaren Jahresfranchise (z. B. 5000 Franken) möglich wird; 2. diese Erhöhung der frei wählbaren Jahresfranchise allen- falls als zeitlich beschränkten Versuch mit wissenschaftlicher Begleitung durchzuführen; 3. mit eventuellen Begleitmassnahmen (zum Beispiel längere Kündigungsfrist) dafür zu sorgen, dass die Solidarität auf- rechterhalten bleibt Texfe du postulat du 4 octobre 1991 Le Conseil fédéral est invité à prendre les mesures suivantes: 1. modifier l'ordonnances sur l'assurance-maladie afin de permettre aux assurés d'assumer davantage leur propre res- ponsabilité en choisissant s'ils le désirent une franchise an- nuelle plus élevée (p. ex 5000 francs); 2. le cas échéant, fixer une limite dans le temps pour la mesure précédente et donner mandat d'une analyse scientifique des résultats; 3. arrêter éventuellement des mesures d'accompagnement (par ex. prolongation des délais de résiliation) dans le but de maintenir le principe de la solidarité. Mitunterzeichner-Cosignataires: Allenspach, Basler, Blocher, Cavadini Adriano, Dietrich, Eggenberger Georges, Eisenring, Gardiol, Günter, Hari, Hess Peter, Iten Joseph, Jung, Kühn, Meier Hans, Meier Samuel, Müller-Meilen, Nabholz, Neuen- schwander, Paccolat, Rebeaud, Salvioni, Scheidegger, Schmid Peter, Spalti, Thür, Weder Hansjürg, Zölch, Züger, Zwygart (30)Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat (Eisenring-)Baumberger Förderung der MS-Forschung Postulat (Eisenring-)Baumberger Sclérose en plaques. Aide à la recherche In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 91.3342 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 13.12.1991 - 08:00 Date Data Seite 2499-2499 Page Pagina Ref. No 20 020 740 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.