Interpellation Humbel 456 N 18 mars 1988 im Unterschied zu anderen Genossenschaften und zu Kapi- talgesellschaften, geldwerte Vorteilszuwendungen an ihre Mitglieder steuerlich generell freizustellen, würde den ein- gangs erwähnten Besteuerungsgrundsätzen widersprechen und verstiesse wohl auch gegen das Gleichbehandlungsge- bot von Artikel 4 BV. Jedenfalls wurde in den bisherigen parlamentarischen Beratungen des Gesetzentwurfs über die direkte Bundessteuer kein dahingehender Antrag gestellt. Der Bundesrat gedenkt deshalb, in dieser Sache nichts Weiteres vorzukehren. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt. #ST# 87.959 Interpellation Humbel Arbeitslose Aerzte Médecins au chômage Wortlaut der Interpellation vom 14. Dezember 1987 Einem Bericht in einem Wochen-Print-Medium entnehme ich, dass wir in unserem Land mehr als 70 arbeitslose Aerzte haben. Anderseits ist bekannt, dass das Rote Kreuz für den Einsatz von Aerzten im Ausland, insbesondere in Entwick- lungsländern und auch in mit Kriegen belasteten Regionen, ein geringes Interesse der Aerzte, insbesondere von arbeits- losen Aerzten, feststellen muss. Vom Volk wird nicht ver- standen, wenn ALV-Gelder ausbezahlt werden, wenn man für Aerzte genügend Einsatzmöglichkeiten hat. Aus diesen Gründen bitte ich den Bundesrat, folgende Fra- gen zu beantworten: 1a. Wieviele arbeitslose Aerzte haben wir in unserem Land nach der letzten Statistik? Wie ist die Tendenz für die nächsten paar Jahre? 1 b. Wieviele Aerzte benötigt das Rote Kreuz (SRK und IKRK) gegenwärtig für den Einsatz in den verschiedensten Aktio- nen? Wieviele in den nächsten Jahren? 2. Welche Hilfeleistung kann der Bundesrat dem Roten Kreuz (SRK und IKRK) für die Anstellung und den Einsatz von Aerzten gewähren? Wie kann allenfalls die Sanitätsdirektorenkonferenz für ein Engagement zu Hilfe gezogen werden? 3. Besteht die Möglichkeit, durch die zuständigen Organe der Arbeitslosenversicherung arbeitslose Aerzte für den Ein- satz zugunsten des Roten Kreuzes (SRK und IKRK) anzuhal- ten und zu gewinnen? 4. Was gedenkt der Bundesrat insgesamt zu tun, damit arbeitslose Aerzte Stellen erhalten oder irgendwo engagiert werden und zum Einsatz kommen können (im In- und Aus- land)? Besteht hier ein Konzept? Texte de l'interpellation du 14 décembre 1987 J'ai pu lire dans un magazine hebdomadaire qu'il y a plus de 70 médecins au chômage dans notre pays. Or, on sait que la Croix-Rouge ne trouve que difficilement des médecins, sur- tout des médecins au chômage, qui acceptent de partir à l'étranger, dans des pays en développement ou dans des contrées ravagées par la guerre. Le peuple ne comprend pas que des allocations de chômage soient versées alors qu'il existe suffisamment de possibilités d'emplois pour ces mé- decins. Vu ce qui précède, je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes: 1a. D'après les dernières statistiques, quel est le nombre de médecins au chômage dans notre pays? Quelles sont les prévisions pour les années à venir? 1b. De combien de médecins la Croix-Rouge (Croix-Rouge Suisse et Comité international de la Croix-Rouge) a-t-elle besoin pour ses différentes actions, aujourd'hui et dans les années à venir? 2. Quelle aide le Conseil fédéral peut-il accorder à la Croix- Rouge (CRS et CICR) pour le recrutement des médecins dont elle a besoin? Comment la conférence des directeurs cantonaux des affai- res sanitaires peut-elle, le cas échéant, contribuer à ce recrutement? 3. Est-il possible de trouver des médecins au chômage prêts à s'engager à la Croix-Rouge en s'adressant aux organes compétents de l'assurance-chômage? 4. Que pense faire le Conseil fédéral en général afin que les médecins au chômage obtiennent des emplois ou soient engagés quelque part (en Suisse ou à l'étranger)? Existe-t-il un projet dans ce domaine? Mitunterzeichner- Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. Februar 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 février 1988 1a. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern arbeitslos gemelde- ten Aerzte halbierte sich von etwa 150 im Frühjahr 1986 auf etwas über 70 im Oktober 1987. Sie umfasst sowohl schwei- zerische als auch ausländische Arbeitskräfte, wobei es sich mehrheitlich um jüngere Aerzte ohne Berufserfahrung han- delt. Die Zahl der Studienanfänger für Humanmedizin ging seit 1981 ebenfalls um über einen Viertel zurück und entspricht derzeit dem Angebot an klinischen Studienplät- zen an allen fünf medizinischen Fakultäten der Schweiz. Daher zeigt sich nach einer überdurchschnittlichen Zunahme an ausgebildeten Aerzten in den vergangenen Jahren heute wieder ein ausgeglicheneres Verhältnis auf dem Arbeitsmarkt. 1b. Die verschiedenen Aktivitäten des Roten Kreuzes erfor- dern den Einsatz zahlreicher Mitarbeiter; ihre Zahl lässt sich jedoch zum voraus nur schwer bestimmen. Im Jahresdurch- schnitt werden beim IKRK 75 Aerzte benötigt. 2. Bund, Kantone und Gemeinden unterstützen dieHilfspro- gramme und Aufbauprojekte des Roten Kreuzes seit Jahren mit Millionenbeiträgen. Die Rekrutierung der Aerzte für die verschiedenen Einsätze stösst jedoch auf zunehmende Schwierigkeiten. Die wegen erschwerten Lebens- und Arbeitsbedingungen hohen Anforderungen beruflicher und persönlicher Natur können von den arbeitslos gemeldeten Aerzten nur selten erfüllt werden. Auf Anregung der Schweizerischen Sanitätsdirektorenkon- ferenz sollen in Zukunft die Universitätsspitäler interessier- ten Aerzten befristete Einsätze beim Roten Kreuz sowie die Wiederanstellung nach ihrer Rückkehr erleichtern helfen. 3. Nach geltendem Recht muss ein Arbeitsloser eine vom Arbeitsamt vermittelte Stelle annehmen, wenn sie zumutbar ist, d. h. den orts- und berufsüblichen Bedingungen entspricht und den persönlichen Verhältnissen Rechnung trägt. Der Lohn darf nicht geringer als die Arbeitslosenent- schädigung ausfallen. Wenn dem Versicherten am Arbeits- ort eine angemessene Unterkunft zur Verfügung steht, ist auch eine ausserwohnörtliche Arbeit zumutbar. In diesem Rahmen können die Arbeitsämter arbeitslosen Aerzten in Grenzfällen eine Tätigkeit beim Roten Kreuz zuweisen. Das Problem der Arbeitslosigkeit lässt sich aber nicht generell durch Einsätze in der Entwicklungszusammenarbeit lösen. Solche Auslandeinsätze bieten besonders jüngeren Aerzten keine hinreichende Sicherheit für ihre berufliche Weiterent- wicklung. 4. Die Dienste der öffentlichen Arbeitsvermittlung stehen jedem Stellensuchenden zur Verfügung. Die Arbeitsmarkt- behörden unternehmen grosse Anstrengungen, um die Effi- zienz ihres Leistungsangebots zu steigern. Interessenten18. März 1988 N 457 Interpellation Longet stehen via Arbeitsamt und Biga auch Informationen über Arbeitsmöglichkeiten im Ausland zur Verfügung. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt. #ST# 87.969 Interpellation Longet Berufliche Weiterbildung Formation professionnelle en cours d'emploi Wortlaut der Interpellation vom 16. Dezember 1987 Kann der Bundesrat eine erste Vollzugsbilanz zu den Bestimmungen über die berufliche Weiterbildung vorlegen und insbesondere folgende Fragen beantworten: a. In welcher Beziehung steht Artikel 41 des BBG seiner Ansicht nach zu den anderen Weiterbildungswegen (Abend- technikum, Abendgymnasium) einerseits und zur Umschu- lung von Arbeitslosen andererseits, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Chancengleichheit? b. Hält er es nicht für notwendig, gesetzlich vorzusehen, dass der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer, welcher sich auf einem der unter a. aufgeführten Bildungswege weiterbilden möchte, ein Minimum an Arbeitszeiterleichterungen zuge- stehen muss, ohne jedoch bis zum bezahlten Bildungsur- laub zu gehen? c. Beabsichtigt er, die Frage des Bildungsurlaubs den Räten im Verlauf dieser Legislaturperiode noch einmal vorzu- legen? d. Betrachtet er die Tatsache, dass es in der Regel nicht möglich ist, eine «Berufslehre .... in Etappen zu absolvieren» (Antwort des Bundesrates auf meine Anfrage 84.690) nicht als Hindernis, das den Erwerb von Titeln auf dem Weiterbil- dungsweg erschwert? e. Ist er nicht der Ansicht, dass die strenge Abgrenzung zwischen Gymnasium und Berufslehre im Bereich der beruf- lichen Grundausbildung dem Inhalt von Artikel 6 des BBG («Die berufliche Grundausbildung bildet.... die Grundlage zur fachlichen und allgemeinen Weiterbildung») in dem Sinne entgegenwirkt, als gemeinsamer Unterricht, ein gemeinsamer Schulsack, die spätere Weiterbildung erheb- lich erleichtern würde? Im übrigen ist ja in letzter Zeit empfohlen worden, den Mittelschulunterricht praxisbezoge- ner zu gestalten. Die Verbindung einer solchen Annäherung an die Praxis liesse sich am besten mit den fakultativen Kursen herstellen. Texte de l'interpellation du 16 décembre 1987 Le Conseil fédéral peut-il présenter un premier bilan de l'application des dispositions relatives à la formation profes- sionnelle en cours d'emploi? En particulier: a. Comment évalue-t-il l'articulation entre les dispositions de l'article 41 LFPr avec d'une part les autres voies de forma- tion en cours d'emploi (études techniques et gymnasiales du soir), le recyclage de personnes ayant perdu leur emploi d'autre part, notamment sous l'angle de l'égalisation des conditions? b. N'estime-t-il pas nécessaire que la loi prévoie que l'em- ployeur doive accorder au salarié désireux de se perfection- ner par les voies de formations visées sous a. un minimum d'assouplissement des horaires de travail, sans aller jus- qu'au congé-formation rémunéré? c. Envisage-t-il de reposer aux Chambres la question du congé-formation au cours de la législature? d. Ne considère-t-il pas comme un obstacle à l'acquisition de titres en cours d'emploi le fait qu'il n'est en règle géné- rale pas possible «d'accomplir un apprentissage en plu- sieurs étapes» (réponse à ma question 84.690)? e. Ne considère-t-il pas que la séparation radicale opérée su r le plan de la formation initiale entre études gymnasiales et apprentissage contrecarre le contenu de l'article 6 LFPr («la formation professionnelle .... constitue .... le fondement du perfectionnement des connaissances») en ce sens que des cours communs, un bagage commun amélioreraient nota- blement les possibilités ultérieures de perfectionnement? Par ailleurs, les dernières thèses relatives à la révision de l'ORM prônent une ouverture plus grande des études gym- nasiales vers la pratique. Les cours facultatifs seraient en particulier des moyens de permettre ce lien. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Bodenmann, Borei, Braunschweig, Brügger, Carobbio, Danuser, Euler, Fank- hauser, Hafner Ursula, Haller, Lanz, Ledergerber, Matthey, Mauch Ursula, Morf, Ott, Pitteloud, Rechsteiner, Ruffy, Uch- tenhagen, Ulrich, Zbinden Hans, Züger (27) Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 29. Februar 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 29 février 1988 Le Conseil fédéral publie dans le rapport annuel de gestion un compte rendu détaillé sur l'application des mesures relatives au perfectionnement professionnel. Par ailleurs, les offices fédéraux confrontés à ce problème en font de même dans leurs publications périodiques («La vie économique», «Actualité statistique», «Statistique officielle de la Suisse» etc.). Un bilan de nature générale dépasserait le cadre de la réponse à cette interpellation. Le Conseil fédéral ne se prononce donc que sur les questions concrètes: a. L'article 41, 1er alinéa, de la loi fédérale sur la formation professionnelle (LFPr) donne aux personnes majeures qui n'ont pas appris la profession selon ladite loi la possibilité de subir ultérieurement l'examen de fin d'apprentissage. Il s'agit d'une mesure qui relève de la formation profession- nelle de base. L'acquisition du certificat fédéral de capacité est la condition sine qua non pour accéder à un perfection- nement professionnel tel que l'examen professionnel, l'exa- men professionnel supérieur (maîtrise) ou l'école technique supérieure (école d'ingénieurs). L'article 41 LFPr ne peut s'appliquer aux mesures de recyclage des chômeurs, car une expérience pratique relativement longue, variant de trois à six ans selon la durée de formation de la profession, est exigée pour être admis à l'examen de fin d'apprentis- sage. b./c. Le Conseil fédéral est d'avis que les salariés désireux de se perfectionner doivent disposer du temps nécessaire. Il accueille favorablement les conventions allant dans ce sens, aussi bien celles passées entre partenaires sociaux que celles liées à un contrat de travail individuel. En ce qui concerne le congé-formation, il se prononcera au cours de la présente législature, en réponse à une motion déposée par un conseiller national. d. L'absence d'une possibilité de qualification profession- nelle «en plusieurs étapes» ne fait pas obstacle à une promotion professionnelle. Les élèves qui ont achevé des études gymnasiales avec succès peuvent, par le biais d'un apprentissage réduit ou d'une pratique dirigée, fréquenter des cours ou des écoles qui leur permettront de faire car- rière dans la profession de leur choix. e. L'objectif de la formation professionnelle de base, tel que décrit à l'article 6 LFPr porte sur l'apprentissage, la forma- tion élémentaire et les écoles de commerce. L'acquisition de l'habileté et des connaissances requises pour l'exercice d'une profession est mise au premier plan. Le fait que l'enseignement de la culture générale dans le cadre de la formation professionnelle n'ait, par raport à celui dispensé dans les écoles préparant à la maturité, qu'une fonctionSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Humbel Arbeitslose Aerzte Interpellation Humbel Médecins au chômage In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1988 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.959 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 18.03.1988 - 08:00 Date Data Seite 456-457 Page Pagina Ref. No 20 016 244 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.