B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1267/2013 law/joc/sps U r t e i l v o m 2 0 . M ä r z 2 0 1 3 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), mit Zustimmung von Richter Jean-Pierre Monnet; Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), und deren gemeinsame Kinder C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), F._______, geboren am (…), G._______, geboren am (…), H._______, geboren am (…), Russland, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 4. März 2013 / N (…). D-1267/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass das BFM mit Verfügung vom 11. November 2004 feststellte, A._______, seine Ehefrau B._______ sowie deren gemei nsame Kinder C._______, D._______, E._______ und F._______ würden die Flüch t- lingseigenschaft nicht erfüllen, ihre Asylgesuche vom 20. Februar 2004 ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte , indessen deren Vollzug infolge Unzumutbarkeit zu Gunsten e iner vorläufigen Aufnahme aufschob, dass das BFM A._______ und B._______ mit Verfügung vom 11. August 2008 mitteilte, es beabsichtige, die vorläufige Aufnahme aufzuheben, mit Verfügung vom 31. Oktober 2008 jedoch von der beabsichtigen Aufh e- bung absah, dass das BFM mit Schreiben an das zuständige kantonale Migrationsamt vom 14. September 2009 feststel lte, die vorläufige Aufnahme von A._______ und B._______ sowie ihren Kindern sei erloschen, da sie seit dem 20. Oktober 2008 unbekannten Aufenthaltes waren, dass die Beschwerdeführenden am 31. Januar 2013 von Österreich he r- kommend in die Schweiz einreisten, wo sie am gleichen Tag um Asyl nachsuchten, dass das BFM mit Verfügung vom 4. März 2013 – eröffnet am 7. März 2013 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst . d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerd e- führenden nicht eintrat, die Wegweisung nach Österreich verfügte, die Beschwerdeführenden – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unte r- lassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, feststellte, der Kanton I._______ sei verpflichtet, die Wegweisungsverfügung zu vollziehen, den Beschwerd e- führenden die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis au s- händigte, und feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen die vorliege n- de Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 11. März 2013 gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erh eben und beantragen, die Verfügung des BFM sei aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu gewähren, es sei fes t- zustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und die vorläufige Aufnahme anzuordnen, D-1267/2013 Seite 3 dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen, es sei die unent- geltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten sowie es sei eventuell die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wie derherzu- stellen, dass sie ferner beantragen, es sei die zuständige Behörde vorsorglich an- zuweisen, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat- oder Her- kunftsstaats sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen und sie seien eventualiter bei einer bereits erfolgten Datenweitergabe mit- tels separater Verfügung darüber zu informieren, dass die vorinstanzlichen Akten am 13. März 2013 beim Bundesverwa l- tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwa ltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass die Beschwerdeführenden durch die angefochtene Verfügung b e- sonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf hebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der B e- schwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit – unter Vorbehalt nachfolgender Einschränkung – auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), D-1267/2013 Seite 4 dass die Verfügung als Anfechtungsgegenstand in der Bundesverwa l- tungsrechtspflege den äusseren Rahmen bildet, innerhalb welchem die Parteien der Rechtsmittelinstanz ein Rechtsverhältnis zur Beurteilung u n- terbreiten können, dass der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand nicht über den Anfechtungsgegenstand hinaus reichen darf, Gegenstand des Be - schwerdeverfahrens somit grundsätzlich nur sein kann, was Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger Gesetzesausle - gung hätte sein sollen (vgl. ANDRÉ MOSER, in: Auer/Müller/Schindler (Hrsg.), Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich 20 08, Rz. 3 zu Art. 52, CHRISTOPH AUER, Streitgegen s- tand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der verwaltungsrechtlichen Pr o- zessmaximen, Bern 1997, S. 63; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Ver - waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zü- rich 1998, S. 149), dass die angefochtene Verfügung keine Regelung betreffend Flüchtling s- eigenschaft und Gewährung von Asyl enthält, dass mit den Begehren, es se i die Flüchtlingseigenschaft der Beschwer- deführenden festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren, der Streitgegen - stand in unzulässiger Weise über den in der angefochtenen Verfügung geregelten Anfechtungsgegenstand hinaus erweitert wird (vgl. A UER, a.a.O., S. 63; BGE 110 V 51 E. 3c), weshalb auf diese Begehren nicht einzutreten ist, dass es sich beim Dublin-Verfahren um ein Überstellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständigen Staat handelt, weshalb das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen regelmässig bereits Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des ge stützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG erfolgenden Nicht eintretensentscheides ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645), dass mithin allfällige völkerrechtliche und humanitäre Vollzugshindernisse im Rahmen der eventuellen Anwendung der sogenannten Souveränit äts- klausel (Art. 3 Abs. 2 der Verordnung Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur B e- stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drit t- staatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zu - ständig ist [Dublin-II-VO] i.V.m. Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 über D-1267/2013 Seite 5 Verfahrensfragen vom 11. August 1999 [AsylV 1], SR 142.311) zu prüfen sind, dass folglich kein Raum für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Ar t. 83 Abs. 1 -4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) besteht, dass daher auch auf die Anträge, es sei infolge Unzulässigkeit, Unzumu t- barkeit und Unmöglichkeit des Vollzuges der Wegweisung der Beschwer- deführenden die vorläufige Aufnahme anzuordnen, nicht einzutreten ist, dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren mithin einzig zu prüfen ist, ob das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden zu Recht nicht e ingetreten ist und infolgedessen die Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters respektive einer zweiten Richterin entschiede n wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der B e- schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ve r- zichtet wurde, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Un- angemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass diesbezüglich das Dublin-Assoziierungsabkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäi- schen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder D-1267/2013 Seite 6 in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin -Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]) zur Anwendung gelangt, dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 DAA i.V.m. Art. 29a Abs. 1 AsylV 1 die Prüfung der staatsvertraglichen Zustän- digkeit zur (materiellen) Behandlung eines Asylgesuches nach den Krit e- rien der Dublin-II-VO, zu erfolgen hat, dass Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG im Weiteren voraussetzt, dass der staats- vertraglich zuständige Staat einer Übernahme der asylsuchenden Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV 1), dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-II-VO die Mitgliedstaaten jeden Asylan- trag prüfen, den ein Drittstaatsangehöriger an der Grenze oder im H o- heitsgebiet eines Mitgliedstaates stellt, wobei der Antrag von einem einzi- gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III Dublin-II-VO als zuständiger Staat bestimmt wird, dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein- geleitet wird, sobald ein Asylantrag erstmals in einem Mitgliedstaat g e- stellt wurde (Art. 4 Abs. 1 Dublin-II-VO), dass dabei – im Falle eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) – die Kriterien der in Kapitel III der Dublin -II-VO genannten Rangfolge anzuwenden sind (vgl. Art. 5-14 Dublin-II-VO) und von der S i- tuation zum Zeitpunkt, in dem der Asylbewerber erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, aus zugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin -II- VO), dass im Rahmen eines Wiederaufnah meverfahrens (engl.: take back) demgegenüber keine – neuerliche – Zuständigkeitsprüfung nach Kap i- tel III Dublin-II-VO stattfindet, sondern ein solches insbesondere auf den materiellen Zuständigkeitsbestimmungen von Art. 16 Bst. c, d und e Du b- lin-II-VO gründet (vgl. CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin II - Verordnung: Das Europäische Asylzuständigkeitssystem, 3. Aufl., Wien - Graz 2012, Art. 16 K5 S. 129), dass in Abweichung von den erwähnten Zuständigkeitskriterien respekt i- ve Zuständigkeitsbestimmungen nach Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-VO die Schweiz ein Asylgesuch materiell prüfen kann, auch wenn nach den in der Verordnung vorgesehenen Kriterien ein anderer Staat zuständig ist (sog. Selbsteintrittsrecht), wobei diese Bestimmung nicht direkt anwen d-D-1267/2013 Seite 7 bar ist, sondern nur in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder internationalen Rechts angerufen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5 S. 635 f.), dass Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 sodann vorsieht, dass das BFM auch aus humanitären Gründen ein Gesuch behandel n kann, auch wenn nach den Kriterien der Dublin-II-VO ein anderer Staat zuständig ist, wobei diese Be- stimmung den Behörden einen gewissen Ermessensspielraum läss t und restriktiv auszulegen ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 4.1 S. 114 f., BVGE 2010/45 E. 8.2.2 S. 643 f.), dass hingegen bei drohendem Verstoss gegen Normen des Völkerrechts, wie insbesondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement -Verbot nach Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), die Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II, SR 0.103.2) oder das Übereinkommen vom 10. De- zember 1984 gegen Folter und andere grau same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105), ein einklagbarer Anspruch auf Ausübung des Selbsteintrittsrechts besteht (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2 S. 636 f.; FILZWIESER/SPRUNG, a.a.O., Art. 3 K8 K11 S. 74), dass die Beschwerdeführenden dem BFM gegenüber zu Protokoll gaben, sie seien im Oktober 2008 von der Schweiz aus nach Österreich gereist und hätten dort um Asyl ersucht, woraufhin die österreichischen Behö r- den sie in die Schweiz hätt en ausschaffen wollen, sie hätten dann jedoch bleiben dürfen (vgl. act. C10/14 S. 8 f., C12/10 S. 6 f., C14/10 S. 6), dass Österreich ihre Asylgesuche im Jahre 2009 abgelehnt habe und ein dagegen erhobener Rekurs im Januar 2013 abgewiesen worde n sei und sie Österreich bis am 28. Januar 2013 hätten verlassen müssen (vgl. act. C10/14 S. 8) dass den Akten entnommen werden kann, dass die Beschwerde - führende n erstmals in J._______ (Österreich) am 1 4. April 2003 sowie am 1. Juli 2003 in K._______ (Belgien) und – nebst der Asyl - gesuchstellung vom 20. Februar 2 004 in der Schweiz (vgl. act. A26/8 S. 1) – am 13. Oktober 2008 in L._______ (Österreich) ein Asylgesuch D-1267/2013 Seite 8 stellten und entsprechend in der EURO DAC-Datenbank erfasst worden sind (vgl. act. C7/4, C8/2 ), dass aufgrund dieser Sachlage das BFM zu Recht unter Anrufung von Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin -II-VO die österreichischen Behörden am 19. Februar 2013 um Wiederaufnahme der – am 31. Januar 2013 illegal in die Schweiz eingereisten (vgl. act. C10/14 S. 9, act. C12/10 S. 6, C14/10 S. 6) – Beschwerdeführenden ersuchte (vgl. act C20/5, C22/5, C24/4), dass die österreichischen Behörden mit Antwort vom 27. Februar 2013 einer Überstellung der Beschwerdeführenden zwecks Durchführung de- ren Asylverfahren durch Österreich zustimmten (vgl. act. C27/2), dass demzufolge das BFM in der angef ochtenen Verfügung zu Recht grundsätzlich Österreich als für die Durchführun g der Asylverfahren zu- ständig erachtet hat, dass es im Weiteren zutreffend gefolgert hat, einer Überstellung nach Ös- terreich stehe auch das von den Beschwerdeführenden erwähnte, in Ö s- terreich abgeschlossene Asyl - und Wegweisungsverfahren nicht entg e- gen, da aus der Zustimmung Österreich zu schliessen ist, dass nach A b- lehnung des Asylantrages der Beschwerdeführenden in Österreich dort noch keine konkreten Vollzugsvorkehrungen im Sinne von Art. 16 Abs. 4 Dublin-II-VO getroffen worden sind, dass sich diese Folgerung auch aus dem Umstand bestätigen lässt, dass gemäss der mit der Besc hwerde eingereichten Mitteilung der M._______ vom 21. Januar 2013 den Beschwerdeführenden eine sogenannte "Rot - Weiss-Rot-Karte plus" erteilt worden ist, welche gemäss Kenntnis des Gerichts zur zeitlich befristeten Niederlassung und zum unbeschränkten Arbeitsmarktzugang in Österreich berechtigt, dass die Beschwerdeführenden die grundsätzliche Zuständigkeit Öste r- reichs weder im Rahmen des ihnen durch das BFM gewährte rechtliche Gehör noch auf Beschwerdeebene explizit bestreiten, dass sie dem BFM gegenüber al lerdings erklärten, Österreich würde sich seit zehn Jahren weigern, ihnen Asyl zu erteilen, sie würden lieber in der Schweiz bleiben und in Österreich würden sie über keine Wohnung mehr verfügen, da man sie aus der Unterkunft rausgeworfen habe (vgl. act. C10/14 S. 11 f., act. C12/10 S. 7), D-1267/2013 Seite 9 dass in der Beschwerde zudem geltend gemacht wird, wie aus der Mittei- lung der M._______ vom 21. Januar 2013 ersichtlich sei, seien sie zwar im Besitze einer "Rot -Weiss-Rot-Karte plus", sie seien indessen per 28. Januar 2013 aus der Grundversorgung entlassen worden und der Be- schwerdeführer habe trotz Bemühungen weder eine Arbeitsstelle noch eine Wohnung finden können, dass zudem argumentiert wird, im Falle einer Rückschaffung nach Öste r- reich wären sie der Gefahr ausge setzt, nach Tschetschenien ausgewie- sen zu werden, dass diese Einwände indes nicht geeignet sind, an der Zuständigkeit Ö s- terreichs zur Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens etwas zu ändern respektive einen Anspruch auf Selbsteintritt (Art. 3 Abs. 2 ers- ter Satz Dublin-II-VO) durch die Schweiz zu begründen, dass dazu festzuhalten ist, dass Österreich unter anderem Signatarstaat der FK und der EMRK ist, die FoK ratifiziert hat und keine konkreten Hin - weise dafür bestehen, Österreich würde sich nich t an die daraus resulti e- renden Verpflichtungen halten, dass bei der Überstellung in den zuständigen Mitgliedstaat von der Pr ä- misse ausgegangen werden kann, dass dieser kraft seiner Mitgliedschaft den Verpflichtungen aus der Richtlinie 2005/85/EG des Rates vom 1. Dezember 2005 über Mindestnormen für Verfahren in den Mitgliedstaa- ten zur Zuerkennung und Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie auch jener aus der Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerbern in Mitgliedstaaten (sog. Aufnahmerichtl i- nie), darunter auch dem Non -Refoulement-Gebot, nachkommt (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4.2 S. 638), dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, die darauf hin- deuten, die Beschwerdeführenden würden im Falle einer Überstellung nach Österreich dort kein faires Asylverfahren durchlaufen respektive o h- ne Anhörung ihrer Asylgründe nach Russland abgeschoben oder aber etwa in eine existenzielle Notlage geraten, dass die "Rot-Weiss-Rot-Karte plus" nach Kenntnis des Gerichts grun d- sätzlich unter den allgemeinen Voraussetzungen, welche auch für andere Aufenthaltstitel in Österreich gelten, erteilt wird , und diese unter anderem D-1267/2013 Seite 10 beinhalten, dass der Ausländer über regelm ässige Einkünfte verfügt und Anspruch auf eine Unterkunft hat, dass demnach nicht nachvollziehbar ist, dass die Beschwerdeführenden aufgrund erwähnter Entlassung aus der Grundversorgung ihren Angaben zufolge in Österreich ohne Wohnung und ohne finanzielle Mittel leben mussten, dass mit Erfüllung erwähnter Voraussetzungen respektive Erteilung der "Rot-Weiss-Rot-Karte plus" die Bedingungen zum Erhalt von Hilfeleistu n- gen aus der Grundversorgung nicht mehr erfüllt gewesen sein dürften, weshalb die von der M._______ mit Mitteilung vom 21. Januar 2013 aus- gesprochen Entlassung aus der Grundversorgung die folgerichtige Mas s- nahme gewesen sein dürfte, andernfalls es den Beschwerdeführenden frei stehen würde, gegen die Mitteilung rechtliche Schritte einzuleiten, dass, sollten die Beschwerdeführenden infolge ihrer Ausreise aus Öste r- reich mithin erwähnte Bedingungen für die Beibehaltung einer "Rot - Weiss-Rot-Karte plus" zwischenzeitlich nicht mehr erfüllen respektive e r- neut auf soziale Hilfeleistungen durch die öster reichischen Behörden an- gewiesen sein, festzuhalten ist, dass Österreich grundsätzlich den Ve r- pflichtungen der Aufnahmerichtlinie nachkommt, wie auch etwa das in der Mitteilung vom 21. Januar 2013 erwähnte (…) Betreuungsgesetz, wonach unter anderem Asylsuch enden eine angemessene Unterkunft und Ve r- pflegung sowie auch medizinische Hilfe zu gewährleisten sind, zeigt, dass im Übrigen darauf hinzuweisen ist, dass ein Bruder des Beschwe r- deführers seit sechs Jahren in Österreich als anerkannter Flüchtling lebt (vgl. act. C10/14 S. 5, C14/10 S. 5), und sich die Beschwerdeführenden zusätzlich auch an diesen wenden könnten, dass aufgrund des Gesagten keine Hindernisse und auch keine human i- tären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 einer Überstellung der Beschwerdeführenden nach Österreich entgegenstehen, dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu Recht auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist und, da die Beschwerdeführenden nicht im Besitz einer gültigen Au f- enthalts- oder Niederlassungsbewilligung sind und auch keinen Anspruch darauf geltend machen können, ebenfalls zu Recht in Anwendung von Art. 44 Abs. 1 AsylG die Überstellung nach Öster reich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), D-1267/2013 Seite 11 dass im Rahmen des Dublin -Verfahrens – wie bereits erwähnt – system- bedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 AuG, dass eine entsprechende Prüfung s oweit notwendig vielmehr bereits im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss, dass das BFM in diesem Sinne den Vollzug der Wegweisung nach Öster- reich zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n- gemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, soweit auf diese einzutre- ten ist, dass aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache die Gesuche um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden sind, dass auch der Antrag, die zuständige Behörde sei vorsorglich – vorsorgli- che Massnahmen durch das Bundesverwaltungsgericht können als so l- che nur für die Dauer des Beschwerdeverfahrens Wirkung entfalten – an- zuweisen, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat- oder Her- kunftsstaates sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterla s- sen, infolge des direkten Entscheides in der Hauptsache gegenstandslos geworden ist, dass der diesbezügliche Antrag im Übrigen ohnehin unsinnig erscheint, da vorliegend einzig di e Rückübe rstellung der Beschwerdeführenden nach Österreich Gegenstand des Verfahrens bildet, dass den Akten denn auch nicht entnommen werden kann, dass das BFM mit den Behörden Russlands Kontakt aufgenommen oder diesen Daten der Beschwerdeführenden weitergeleitet hätte, dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge - mäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu be -D-1267/2013 Seite 12 zeichnen sind, weshalb die kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht vorliegen, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem B undesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-1267/2013 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg Versand: