<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: GB.2002.00006</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203825&amp;W10_KEY=13013571&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>GB.2002.00006</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.11.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Hinterziehungsbusse 1995 und 1996</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Anklagezulassung Leidet der zur Anklageschrift gewordene Strafbescheid des kantonalen Steueramts an nicht behebbaren Mängeln, so ist die Anklage definitiv nicht zuzulassen. Dies ist etwa dann der Fall, wenn das eingeklagte Verhalten gar nicht strafbar ist. Wird die Anklage definitiv nicht zugelassen, so entscheidet die Anklagebehörde über Kosten- und Entschädigungsfolgen. Einer zusätzlichen Einstellung durch diese bedarf es nicht.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANKLAGE">ANKLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANKLAGESCHRIFT">ANKLAGESCHRIFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTZULASSUNG DER ANKLAGE">NICHTZULASSUNG DER ANKLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERHINTERZIEHUNGSVERFAHREN">STEUERHINTERZIEHUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Nach- und Strafsteuern ST: STRAFSTEUER">STRAFSTEUER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 240 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 253 Abs. II lit. a StG</span><br/><span class="gerade">§ 258 StG</span><br/><span class="ungerade">Art. 72 Abs. I StHG</span><br/><span class="gerade">Art. 73 StHG</span><br/><span class="ungerade">§ 167 Ziff. 3 StPO</span><br/><span class="gerade">§ 169 Abs. II StPO</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2003 Nr. 100 S. 217</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><b><span>1.</span></b></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschluss vom 28. August 2002 hatte die Kammer die von der Spezialabteilung des kantonalen Steueramts gegen den Angeklagten und nunmehrigen Gesuchsteller und dessen Ehegattin B erhobene Anklage vom 5. September 2000 wegen Hinterziehung (unter anderem) von Staats- und Gemeindesteuern 1995 und 1996 einstweilen nicht zugelassen, sondern dieselbe zur Behebung der festgestellten MÃ¤ngel an die Untersu­chungsbehÃ¶rde zurÃ¼ckgewiesen (GB.2002.00001). </span></p> <p class="Einzug1">Am 6. November 2002 Ã¼bermittelte die Spezialabteilung (einzig) dem Gericht eine verbes­serte Anklageschrift, in welcher sie den Strafantrag gegen den Angeklagten zurÃ¼ckzog. Diese wurde dem Angeklagten durch das Gericht am 1. September 2003 zur gehÃ¶rs­wahr­enden Kenntnisnahme zugeleitet.</p> <p class="Einzug1"><b>2.</b></p> <p class="Einzug1"><b>2.1</b> <span>Verlangt der einer Steuerhinterziehung Angeschuldigte die gerichtliche Beurteilung des gegen ihn erlassenen Strafbescheids durch das Verwaltungsgericht, gilt der Strafbescheid als Anklage (§ 253 Abs. 2 lit. a des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG]). Das von den strafprozessualen Grundnormen abgeleitete Anklageprinzip verlangt dabei, dass die Ankla­geschrift den Sachverhalt umschreibt, welcher dem Angeklagten vorgeworfen wird (BGE 120 IV 348 E. 3 auch zum Folgenden; 116 Ia 455 E. 3cc). Die Anklage soll Grundlage fÃ¼r das Hauptverfahren und das Urteil bilden. Sie legt einerseits den Prozessgegenstand fest (Umgrenzungsfunktion) und vermittelt andererseits dem Angeklagten die fÃ¼r die Durch­fÃ¼hrung des Verfahrens und fÃ¼r seine Verteidigung notwendigen Informationen (Informa­tionsfunktion). Erweist sich die Anklageschrift als mangelhaft, so kann diese â wie im vorliegenden Fall geschehen â unter einstweiliger Nichtzulassung der Anklage zur Behe­bung der MÃ¤ngel an die UntersuchungsbehÃ¶rde zurÃ¼ckgewiesen werden (RB 2001 Nr. 101). Leidet die Anklage an nicht behebbaren MÃ¤ngeln, so ist die Anklagezulassung definitiv zu verweigern (vgl. § 167 Ziff. 3 der Strafprozessordnung vom 4. Mai 1919 [StPO]). Dies ist etwa dann der Fall, wenn das eingeklagte Verhalten gar nicht strafbar ist (vgl. Andreas Donatsch in: Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons ZÃ¼rich, ZÃ¼rich 1997, § 167 N 11). Wird die Anklage definitiv nicht zugelassen, so entscheidet die AnklagebehÃ¶rde Ã¼ber die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen (vgl. § 169 Abs. 2 StPO). Einer zusÃ¤tzlichen Einstellung durch die AnklagebehÃ¶rde bedarf es dabei nicht mehr (Donatsch, § 167 N 13).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2</span></b><span> </span><span>Ob</span><span> die Anklageschrift den Anforderungen genÃ¼gt, prÃ¼ft das Verwaltungsgericht nach Ãberweisung des Begehrens um gerichtliche Beurteilung. Im vorliegenden Fall hat das kantonale Steueramt die Anklage zurÃ¼ckgezogen mit der zutreffenden, an den Entscheid Ã¼ber die einstweilige Nichtzulassung der Kammer anlehnenden BegrÃ¼ndung, der Angeklagte habe keine Steuern hinterzogen, und fÃ¼r die Hinterziehung von EinkÃ¼nften seiner Ehefrau kÃ¶nne er steuerhinterziehungsrechtlich nicht verantwortlich gemacht werden (§ 240 Abs. 1 StG). Unter diesen UmstÃ¤nden fehlt es an einem strafbaren Verhalten und ist die Anklage definitiv nicht zuzulassen. Ãber Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen hat damit das kantonale Steueramt zu befinden.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.</span></b></p> <p class="Einzug1">Die Kosten des vorliegenden Verfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen (§ 151 Abs. 3 in Verbindung mit § 257 StG). FÃ¼r die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung bleibt im Verfahren vor Verwaltungsgericht angesichts des lediglich geringfÃ¼gigen Aufwands des Gesuchstellers kein Raum (§ 152 StG und § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit § 257 StG). </p> <p class="Einzug1"><b>4.</b></p> <p class="Urteilstext"><span>Im vorliegenden Entscheid geht es letztlich um die Beurteilung eines Verhaltens, das in die Zeit der in Art. 72 Abs. 1 des Steuerharmonisierungsgesetzes vom 14. Dezember 1990 (StHG) vorgesehenen achtjÃ¤hrigen, am 31. Dezember 2000 abgelaufenen Frist zur Anpassung der kantonalen Gesetzgebung an dieses fÃ¤llt. Sodann datiert der Strafbescheid bzw. die Anklage </span><span>vom 5. September 2000</span><span>. WÃ¤h­rend der Ãbergangsfrist sind die Vor­schriften des StHG nicht anwendbar, und zwar selbst dann, wenn der Kanton sein Steuerrecht bereits an das Gesetz angepasst hat (so schon BGE 123 II 588 E. 2d S. 592). Die in Art. 73 StHG gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide vorgesehene Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist somit an sich zur ÃberprÃ¼fung der Anwen­dung des kantonalen Steuerrechts selbst dann nicht fÃ¼r vor dem 31. Dezember 2000 stattgefundene Handlungen zulÃ¤ssig, wenn das kantonale Recht dem Steuerharmonisierungsgesetz bei dessen Inkraft­treten bereits entspricht oder diesem spÃ¤ter, jedoch vor dem 1. Januar 2001, angepasst wird (vgl. Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼r­cher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 282 N 4). WÃ¤hrend der Ãbergangsfrist sind bei der Rechtsanwendung somit einzig die Schranken der verfassungsmÃ¤ssigen Rechte zu be­achten, deren Verletzung mit staatsrechtlicher Beschwerde zu rÃ¼gen ist (Art. 84 Abs. 1 lit. a des Bun­desgesetzes Ã¼ber die Organisation der Bundesrechtspflege vom 16. Dezember 1943).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die vorliegende definitive Nichtzulassung der Anklage datiert allerdings vom 19. No­vember 2003. Unter den gegebenen besonderen UmstÃ¤nden kÃ¶nnte so vertreten werden, dass aus­nahmsweise die Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Sinn von Art. 73 StHG bzw. § 258 StG zulÃ¤ssig wÃ¤re. DarÃ¼ber hat aber das Bundesgericht zu befinden. Das Verwaltungs­gericht begnÃ¼gt sich deshalb mit dem vorliegenden Hinweis an die Parteien und verzichtet auf eine entsprechende Rechtsmittelbelehrung im nachfolgenden Entscheiddispositiv.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="LKK-Normal"><span> </span></p> <p class="LKK-Normal"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="LKK-Normal"><span> </span></p> <p class="LKK-Normal"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Zulassung der Anklage wird verweigert.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2.<span> </span></span><span>Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3.<span> </span></span><span>Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4.<span> </span></span><span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>