Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 1. Februar 2018 (720 17 293 / 44) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rückforderung einer IV-Kinderrente für ein Stiefkind. Der Beginn der einjährigen Verwir- kungsfrist ist auf jenen Zeitpunkt festzusetzen, in welchem die Verwaltung ihre Kenntnis der unrechtmässigen Ausrichtung mit zumutbarem Aufwand hätte ergänzen können. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Bea t Hersberger, Kantonsrich- ter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Susanne Ackermann Fioroni, Advokatin, Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff Kinderrente / Rückforderung für B.____ A. Der 1970 geborene A.____ bezieht eine Viertelren te der Invalidenversicherung. Zusätz- lich richtete ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (I V-Stelle) erstmals mit Verfügung vom 2. Juli 2007 ab 1. Mai 2007 eine IV-Kinderrente für seinen Stiefsohn B.____ aus. Nachdem die IV- Stelle im Juni 2008 Kenntnis davon erhalten hatte, dass die Kinderalimente für B.____ durch dessen leiblichen Vater seit Ende März 2008 wieder gesichert gewesen waren, forderte sie mit Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfügung vom 24. Juni 2008 die vom 1. April 2008 b is Juni 2008 für B.____ zu viel ausgerich- tete Kinderrente von A.____ zurück. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. B. Nachdem der leibliche Vater von B.____ die geschulde ten Unterhaltsbeiträge für B.____ in der Folge jedoch nicht mehr überwiesen und die Mu tter von B.____ und Ehefrau des Versi- cherten im Juli 2010 erneut die Inkassohilfe beantragt hatte, richtete die IV-Stelle dem Versi- cherten mit Wirkung ab 1. Juli 2010 wieder eine IV-Kinderrente für sein Stiefkind B.____ aus. C. Im Nachgang zur Anmeldung zum Bezug von Kinderzulage n für den leiblichen Sohn des Versicherten stellte die Ausgleichskasse Arbeitgeber Basel (Kasse) am 11. Juli 2017 jedoch fest, dass der leibliche Vater von B.____ die geschuldete n Unterhaltsbeiträge lückenlos bezahlt hatte. Mit Verfügung vom 20. Juli 2016 (recte: 2017) ve rfügte sie gegenüber A.____ die Rück- forderung der in der Bezugsperiode vom 1. Juli 2012 bi s 31. Juli 2017 zu Unrecht ausgerichte- ten IV-Kinderrenten im Umfang von Fr. 14‘293.—. Zur Begründung hielt sie fest, dass anlässlich einer Überprüfung der Unterhaltsbeiträge festgestel lt worden sei, dass der leibliche Vater von B.____ seit 1. Oktober 2010 die Unterhaltsbeiträge b ezahlt habe, und diese mehr als einen Viertel der tatsächlichen Unterhaltskosten abdecken würde n. Folglich habe der Versicherte seit dem 1. Oktober 2010 keinen Anspruch auf die entsprechend e IV-Kinderrente für seinen Stief- sohn. Die zu viel ausbezahlten Leistungen während den vergangenen fünf Jahren seien somit zurückzufordern. D. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Ad vokatin Susanne Ackermann Fioro- ni, am 14. September 2017 Beschwerde beim Kantonsger icht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, die angefochtene Verfü- gung sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass keine Rü ckerstattungspflicht bestehe, unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung liess er im Wesentlich en geltend machen, dass die Rückfor- derung der IV-Stelle verwirkt sei. Gemäss der massgebenden Wegleitung habe sich die Kasse jährlich zu vergewissern, ob und in welchem Umfang ein Pflegekind von den leiblichen Eltern unterhalten werde. Dies sei in casu während der Dauer von mehr als sieben Jahren offensicht- lich aber unterlassen worden. Wäre die in der Wegleitu ng vorgeschriebene Kontrolle durchge- führt worden, so hätte die Kasse bereits im Jahre 2011 erkannt, dass der leibliche Vater von B.____ die monatlichen Unterhaltsbeiträge von Fr. 65 5.— bezahlt habe. Für den Beginn der einjährigen Verwirkungsfrist reiche es aus, dass der Rücke rstattungsanspruch bei Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeit erkannt worden wäre. E. Die IV-Stelle verwies für die Vernehmlassung mit E ingabe vom 31. Oktober 2017 auf die Vernehmlassung der Kasse vom 24. Oktober 2017, da es sich bei der vorliegenden Streitigkeit um eine ausschliesslich AHV-rechtliche Streitigkeit hand le. Daraus gehe hervor, dass die Be- schwerde abzuweisen sei. F. Nachdem die Angelegenheit mit verfahrensleitender V erfügung vom 6. November 2017 dem Gericht zur Beurteilung überwiesen worden war, reichte der Beschwerdeführer am 27. No- vember 2017 zusammen mit der Honorarnote seiner Rechtsve rtreterin eine weitere Stellung- nahme zur Sache ein. Diese wurde in der Folge der IV-Stelle zur Kenntnis zugestellt. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auf die Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen einzu- gehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschw erde ist einzutreten. 2. Personen, denen eine Invalidenrente zusteht, haben für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der AHV beanspruchen könnte, An spruch auf eine IV-Kinderrente (Art. 35 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invaliden versicherung [IVG] vom 19. Juni 1959). Für Pflegekinder, die erst nach Eintritt der Invalidit ät in Pflege aufgenommen werden, besteht kein Anspruch auf Kinderrente, es sei denn, es handle sich um Kinder des anderen Ehegatten (Art. 35 Abs. 3 IVG). Dabei handelt es sich um einen im Verhältnis zur Haupt- oder Stammrente akzessorischen Anspruch (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Jul i 2013, 8C_625/2012, E. 3.3). Die Regelung der Waisenrente für Pflegekinder wurde gestützt auf Art. 25 Abs. 3 des Bundes- gesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 in Art. 49 der Verordnung über die Alters- und Hinterla ssenenversicherung (AHVV) vom 31. Okto- ber 1947 vorgenommen. Nach ständiger Rechtsprechung zu Art. 49 AHVV gilt als Pflegekind im Sinne dieser Bestimmung ein Kind, das sich in einer Pfl egefamilie in der Lage eines ehelichen Kindes befindet und dessen Pflegeeltern die Verantwort ung für Unterhalt und Erziehung wie gegenüber dem eigenen Kind wahrnehmen. Das sozialversich erungsrechtliche Element des Pflegekindverhältnisses liegt in der tatsächlichen Übertragung der Lasten und Aufgaben auf die Pflegeeltern, die gewöhnlich den leiblichen Eltern zu fallen. Auf den Grund dieser Übertragung kommt es hingegen nicht an (ZAK 1992 S. 122), weshalb a uch der Stiefvater, der das Stiefkind in Pflege genommen hat, als Pflegevater des Kindes betr achtet wird (ZAK 1967 S. 230 E. 1). Stiefeltern, die ein Stiefkind in die Hausgemeinschaft aufgenommen haben, gelten deshalb ebenfalls als Pflegeeltern, sobald ein eigentliches Pfl egeverhältnis besteht. Unentgeltlich im Sinne des Gesetzes ist das Pflegeverhältnis, wenn die an die Pflegeeltern für das Kind von drit- ter Seite erbrachten Leistungen wie Unterhaltsbeiträ ge der Eltern oder Alimentenbevorschus- sung, weniger als einen Viertel der tatsächlichen Unte rhaltskosten decken (ZAK 1958 S. 335; ZAK 1973 S. 573). Nicht als Entgelt zu betrachten sind dabei das eigene Erwerbseinkommen des Kindes, die den Pflegeeltern oder Eltern ausgerich teten Familien- und Kinderzulagen, Ge- legenheitsgeschenke und Stipendien (Rz. 3212 der Wegle itung über die Renten, RWL, in der Eidgenössischen Alters, Hinterlassenen- und Invalidenver sicherung, gültig in der ab 1. Januar 2017 geltenden Fassung). Der Anspruch auf eine IV-Ki nderrente für Pflegekinder erlischt mit Ablauf jenes Monats, in dem das Pflegekind zu einem Elt ernteil zurückkehrt oder von diesem unterhalten wird (Art. 49 Abs. 3 AHVV; Rz. 3354 RWL). 3. Strittig ist, ob die IV-Stelle bereits ausgerichtet e Kinderrentenbeträge in der Höhe von insgesamt Fr. 14‘293.— zu Recht zurückgefordert hat. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherun gsrechts kann die Ver- waltung eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, in Wiedererwägung ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig und ihre Be- richtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 127 V 4 69 Erw. 2c mit Hinweisen). Die Frage nach der zweifellosen Unrichtigkeit ist gemäss ständiger Praxis nach der Sach- und Rechtslage zu beurteilen, welche bestand, als die ursprüngliche Re ntenverfügung erging (BGE 125 V 389 E. 3 mit Hinweisen). Bei der Wiedererwägung einer f ormell rechtskräftigen Verfügung gilt es grundsätzlich, mit Wirkung ex nunc et pro futuro einen r echtskonformen Zustand herzustellen (vgl. Art. 85 Abs. 2 IVV; BGE 110 V 291 E. 3; Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2007, 9C_655/2007, E. 6.1). Für Rentenleistungen der Invali denversicherung gilt allerdings Art. 88 bis Abs. 2 IVV. Sofern die Überprüfung invaliditätsspezifischer Anspruchsvoraussetzungen ergibt, dass eine Rente aufzuheben ist, erfolgt die Aufhebung entweder mit Wirkung des ersten Tages des zweiten der Zustellung der Aufhebungsverfügung folgenden Monats ex nunc (Art. 85 Abs. 2 IVV in Verbindung mit Art. 88 bis Abs. 2 lit. a IVV) oder aber rückwirkend, sofern der Be züger die Rentenleistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihm nach Artikel 77 IVV zumutbaren Melde- pflicht nicht nachgekommen ist (Art. 88 bis Abs. 2 lit. b IVV). 3.2 Nebst den in Art. 88 bis Abs. 2 lit. b IVV genannten Tatbeständen der Meldep flichtverlet- zung oder des unrechtmässigen Erwirkens der Leistung kann die Aufhebung einer Invalidenren- te bzw. deren akzessorischen Kinderrente im Rahmen einer Wiedererwägung überdies auch dann rückwirkend erfolgen und damit eine Rückerstattung nach sich ziehen, wenn der zur Wie- dererwägung führende Fehler der Verwaltung einen AHV-analogen Gesichtspunkt (z.B. Versi- cherteneigenschaft, massgebendes durchschnittliches Jahresein kommen; vgl. nicht veröffent- lichtes Urteil des ehemaligen eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2008 Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen] vom 17. Ja nuar 2001, I 73/00, E. 1a mit weiteren Hinweisen) betroffen hat. Im Zusammenhang mit der Prü fung einer allfälligen Rückforderungs- verfügung der IV-Stelle stellt sich deshalb stets die Fra ge, worauf sich der von der Verwaltung begangene Fehler bezogen hat. Unerheblich ist dabei, welche Verwaltungsbehörde (Aus- gleichskasse oder IV-Stelle) den Fehler begangen hat. Entscheidend ist allein die materielle Seite des unterlaufenen Fehlers (BGE 107 V 36). Kein spezifisch IV-rechtlicher Sachverhalt, sondern ein AHV-spezifischer Gesichtspunkt wurde beispielsw eise angenommen, als in der Mitteilung eines IV-Beschlusses an die auszahlende Ausgleichskasse versehentlich ein IV-Grad von 100% statt 50% eingetragen wurde und die Ausgleich skasse in der Folge eine ganze statt eine halbe IV-Rente zusprach; desgleichen, als die Mitt eilung des IV-Beschlusses zwar den zutreffenden IV-Grad von 50% wiedergab, die IV-Stelle indessen irrtümlicherweise eine ganze Rente gewährte (BGE 110 V 298 E. 2b). Ebenfalls um A HV-analoge Gesichtspunkte handelt es sich beim Fehlen der Versicherteneigenschaft oder bei ein er falschen Rentenfestsetzung (nicht veröffentlichtes Urteil des ehemaligen eidgenössischen Ver sicherungsgerichts [EVG] I 73/00 vom 17. Januar 2001, E. 1a mit weiteren Hinweisen). Gleiches gilt bei einer falschen Rentenbe- rechnung infolge geänderten Zivilstands (Urteil des Kant onsgerichts vom 30. Oktober 2002, 2002/284 Nr. 326, E. 2c). Mit der Beschwerdegegnerin (vgl. Stellungnahme vom 31. Oktober 2017) ist ein IV-spezifischer Gesichtspunkt auch im vorlieg enden Fall zu verneinen. Der zur angefochtenen Rückerstattungsverfügung führende Fehler u nterlief beim Umsetzen der der Kasse obliegenden Auszahlung der Kinderrente und nich t etwa bei der Frage eines spezifisch Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht IV-rechtlichen Gesichtspunktes wie beispielsweise der Ermit tlung der gesundheitlichen Verhält- nisse des Versicherten. Der Fehler beschlug die Festsetzung der zur IV-Rente akzessorisch ausgerichteten Kinderrente, was auch kraft ausdrücklicher Bestimmung bzw. Verweises ge- mäss Art. 60 Abs. 1 lit. b IVG bzw. Art. 36 Abs. 2 IVG einen ausschliesslich AHV-rechtlichen Tatbestand darstellt. Die Rückforderung richtet sich dahe r nach dem in Art. 25 ATSG enthalte- nen Grundsatz und nicht nach der Ausnahmebestimmung des Art. 85 Abs. 2 IVV. 4. Was zunächst die zweifellose Unrichtigkeit als materie lle Voraussetzung für die strittige Rückforderung betrifft, ergibt sich aus den Akten und wird vom Beschwerdeführer nicht in Abre- de gestellt , dass der Versicherte ab jenem Moment keinen Anspruch mehr auf die strittige Kin- derrente für seinen Stiefsohn B.____ hatte, in dem d essen leiblicher Vater seiner Unterhalts- pflicht wieder nachgekommen und die entsprechenden Al imente bezahlt hatte (Beschwerdebe- gründung Ziffer 3, 2. Absatz, S. 3). Den vorliegende n Unterlagen lässt sich hierzu entnehmen, dass dem Versicherten mit Verfügung der IV-Stelle vom 9. November 2010 ab Juli 2010 eine Kinderrente für seinen Stiefsohn B.____ ausgerichtet w orden ist (Beilagen 7 und 8 zur Ver- nehmlassung der Kasse vom 24. Oktober 2017), dies nachdem dessen leiblicher Vater ab Juli 2010 offenbar zunächst keine Alimente mehr bezahlt und die Mutter von B.____ in der Folge um Vollstreckungshilfe für die entsprechenden Unterha ltsansprüche ersucht hatte (Beilage 6 zur Vernehmlassung der Kasse vom 24. Oktober 2017). Im Rahmen ihrer Abklärungen erlangte die Kasse im Juli 2017 jedoch Kenntnis davon, dass der leibliche Vater seine Unterhaltsbeiträge für B.____ seit Oktober 2010 alle bezahlt hatte (Beil age 10 zur Vernehmlassung der Kasse). Nachdem der leibliche Vater von B.____ seiner Unterhaltspflicht ab Oktober 2010 mithin wieder vollständig nachgekommen ist, ist der Anspruch auf die zuv or ausgerichtete IV-Kinderrente ge- mäss Art. 49 Abs. 3 AHVV seither offensichtlich erloschen . Ob der Beschwerdeführer darum wusste, dass mit dem Beginn bzw. der Wiederaufnahme der Unterhaltszahlungen durch den leiblichen Vater der Anspruch auf eine Kinderrente en tfällt, kann an dieser Stelle ebenso offen bleiben wie die Frage, ob er in diesem Zusammenhang se ine Meldepflicht verletzt hat. Tatsa- che ist, dass der Beschwerdeführer ab Oktober 2010 eine I V-Kinderrente für seinen Stiefsohn ausbezahlt erhalten hat, obschon dessen leiblicher Vate r parallel Alimente für B.____ bezahlt hat. Die auf der irrtümlich gegenteiligen Auffassung beruhende Ausrichtung der Kinderrente für den Stiefsohn des Versicherten erweist sich daher seit Okto ber 2010 so oder anders als geset- zeswidrig und damit als offensichtlich unrichtig (BGE 126 V 401 E. 2b/bb). Deren nachträgliche Berichtigung ist angesichts der Höhe der zu Unrecht gewä hrten Leistungen von erheblicher Bedeutung, sodass die Voraussetzungen für ein wiedererwä gungsweises Zurückkommen auf die seither erfolgte Leistungsausrichtung insgesamt erfül lt sind. Als Zwischenergebnis ist dem- nach festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 20. Juli 2017, mit wel- cher die zwischen 1. Juli 2012 und 31. Juli 2017 ausgericht ete IV-Kinderrente wiedererwä- gungsweise abgesprochen worden ist, nicht zu beanstanden ist. 5. Nachdem sich die vorliegend angefochtene Rückerstattu ngsverfügung auf die Periode von Juli 2012 bis Juli 2017 bezieht, ist die absolute Verwirkungsfrist von fünf Jahren eingehalten worden. Es ist demnach einzig zu prüfen, ob die IV-Stell e die seit Juli 2012 zu Unrecht ausge- richteten IV-Kinderrenten fristgerecht innerhalb der einjährigen Verwirkungsfrist gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG geltend gemacht hat. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Gemäss Art. 25 des Bundesgesetzes über den Allgem einen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 sind unrechtmässig be zogene Leistungen zurückzu- erstatten. Art. 25 Abs. 2 Satz 1 ATSG bestimmt, dass der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtu ng davon Kenntnis erhalten hat, spä- testens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der En trichtung der einzelnen Leistung, er- lischt. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafb aren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist massgebend (vgl. Art. 25 Abs. 2 letzter Satz ATSG). Die Fristen von Art. 25 Abs. 2 ATSG sind gewahrt, wenn vor Ablauf der massgebenden Frist eine Rückerstattungsverfügung erge ht und der rückerstattungspflichti- gen Person zugestellt wird (BGE 119 V 434). Durch den Begriff des "Erlöschens" bringt der Ge- setzgeber zum Ausdruck, dass nicht eine unterbrechbare Verjä hrungsfrist, sondern eine Ver- wirkungsfrist besteht, was der Weiterführung der bisheri gen Rechtsprechung gleichkommt (BGE 133 V 582, 119 V 433). 5.2 Art. 25 Abs. 2 ATSG entspricht dem bisherigen Rech t von aArt. 47 Abs. 2 AHVG und Art. 82 Abs. 1 aAHVV. Nach der vormals zu diesen Bestim mungen entwickelten Rechtspre- chung beginnt die einjährige Verwirkungsfrist in dem Zeitpunkt zu laufen, in dem die zuständige Verwaltungsstelle bei Beachtung der ihr zumutbaren Aufm erksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung bestehe n (Urteil des EVG vom 17. November 2005, C 245/05, E. 4.1). Unter dem Ausdruck " Kenntnis erhalten hat" ist gemäss der hierzu entwickelten Rechtsprechung jener Zeitpunkt zu verstehen, in welchem die Verwal- tung bei Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit hä tte erkennen müssen, dass die Vo- raussetzungen für eine Rückerstattung bestehen (BGE 112 V 181 E. 4a). Das EVG liess hierfür jedoch nicht bereits das erstmalige unrichtige Handeln der Verwaltung als Frist auslösend ge- nügen. Vielmehr stellte es auf jenen Tag ab, an dem sich die Amtsstelle später - beispielsweise anlässlich einer Rechnungskontrolle - unter Anwendung de r ihr zumutbaren Aufmerksamkeit über ihren Fehler hätte Rechenschaft geben müssen (BGE 110 V 306 f. E. 2b in fine; Urteil des EVG vom 30. Mai 2001, I 678/00). 5.3.1 Um die Voraussetzungen für eine Rückerstattung b eurteilen zu können, müssen der Verwaltung alle im konkreten Einzelfall erheblichen Umst ände zugänglich sein, aus deren Kenntnis sich der Rückforderungsanspruch dem Grundsatz nach und in seinem Ausmass ge- genüber einem bestimmten Rückerstattungspflichtigen erg ibt (BGE 108 V 50, ZAK 1983 S. 113). Für die Beurteilung des Rückforderungsanspru chs genügt es nicht, dass der Verwal- tung bloss Umstände bekannt wurden, die möglicherweise zu einem Rückerstattungsanspruch führen können, oder dass dieser Anspruch bloss dem Grund satz nach, nicht aber in masslicher Hinsicht feststeht (BGE 111 V 16 E. 3). Vor Erlass der R ückerstattungsverfügung muss viel- mehr die Gesamtsumme der unrechtmässig ausbezahlten Lei stungen feststellbar sein (BGE 111 V 19 E. 5). Die mit BGE 110 V 304 begründe te Praxis, wonach der Beginn der ein- jährigen Verwirkungsfrist unter dem Gesichtspunkt der von der Verwaltung geforderten Auf- merksamkeit zu bestimmen ist, hat nicht nur bei der Bea ntwortung der Frage zu gelten, ob die von einem Dritten erstattete Meldung die erforderliche Kenntnis der Verwaltung auszulösen vermag. Sie ist sinngemäss auch auf die von der Verwaltu ng in der Folge zu treffenden Abklä- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungen auszudehnen. Die Verwaltung hat die ihr zumutbare Aufmerksamkeit deshalb insbeson- dere auch bei den sich allenfalls aufdrängenden Erhebun gen anzuwenden, damit ihre noch un- genügende Kenntnis so vervollständigt wird, dass der Rü ckforderungsanspruch die nötige Be- stimmtheit erlangt. Wenn die Verwaltung nicht die erf orderlichen Anstrengungen unternimmt, um sich über ihre noch ungenügend bestimmte Forderung innert absehbarer Zeit ein klares Bild zu verschaffen, darf sich diese Säumnis nicht zu ihren Gu nsten und zu Ungunsten der Versi- cherten auswirken. In einem solchen Fall ist der Beginn der Verwirkungsfrist vielmehr auf jenen Zeitpunkt festzusetzen, in welchem die Verwaltung ih re unvollständige Kenntnis mit dem erfor- derlichen und zumutbaren Einsatz so hätte ergänzen kön nen, dass der Rückforderungsan- spruch die nötige Bestimmtheit erhält und der Erlass ein er Verfügung möglich wird (BGE 122 V 270, 112 V 181 E. 4a/b, 110 V 306 f. E. 2b in fine; SVR 2001 IV Nr. 30). Diese Grundsätze sind auch in Anwendung von Art. 25 Abs. 2 ATSG zu beachten. 5.3.2 Ist für die Leistungsfestsetzung das Zusammenwirken mehrerer Behörden notwendig, genügt es, dass die nach der Rechtsprechung erforderli che Kenntnis bei einer der zuständigen Verwaltungsstellen vorhanden ist (BGE 124 V 383, 119 V 433 E. 3a, 112 V 183 E. 4c). So führ- te das Bundesgericht in BGE 112 V 183 aus: "Wo die Ursache des unrechtmässigen Leistungs- bezugs den Aufgabenbereich mehrerer Verwaltungsstellen betrifft und deren Zusammenwirken somit für die Ermittlung des Rückforderungsanspruchs e rforderlich ist, kann für den Beginn des Fristenlaufs nicht allein die Kenntnis der Ausgleichskasse a usschlaggebend sein. In solchen Fällen muss die einjährige Verwirkungsfrist für die zu ständigen Verwaltungsstellen zusammen Geltung besitzen. Falls zwei Verwaltungsstellen mit getei lten Kompetenzen (…) für die Durch- führung zuständig sind, genügt es für den Beginn des F ristenlaufs, dass die nach der Praxis erforderliche Kenntnis bei einer der zuständigen Verwa ltungsstellen vorliegt." Weil die Kasse bei der Abklärung der versicherungsmässigen Voraussetzungen mitzuwirken hat (vgl. Art. 60 Abs. 1 lit. a IVG) und zusammen mit der IV-Stelle zu d er für den Vollzug zuständig bestimmten Behörde gehört, muss sich die IV-Stelle eine allfällig e zumutbare Kenntnis der Kasse im Zu- sammenhang mit den seit Oktober 2010 durch den leibli chen Vater von B.____ beglichenen Alimenten im vorliegenden Fall daher anrechnen lassen. 5.4.1 Mit Verweis auf die RWL bringt der Beschwerdefü hrer diesbezüglich vor, dass sich die Kasse jährlich hätte vergewissern müssen, ob sein Pflegeki nd nicht von den leiblichen Eltern unterhalten worden sei. Dieser Verpflichtung sei sie i n casu offensichtlich aber während mehr als sieben Jahre nie nachgekommen. Wäre die in der Weg leitung vorgeschriebene jährliche Kontrolle erfolgt, so hätte die Kasse bereits im Jahr 20 11 erkannt, dass der leibliche Vater von B.____ seine Unterhaltsbeiträge bezahlt habe. Die Besc hwerdegegnerin hätte somit seit 2011 darüber Kenntnis haben müssen, dass der leibliche Vater von B.____ seine Unterhaltsbeiträge bezahlt habe. Die Beachtung einer Weisung des zuständig en Bundesamtes müsse als zumut- bare Aufmerksamkeit qualifiziert werden. Dass die vorgesch riebenen Kontrollen offensichtlich unterlassen worden seien, sei indes unbeachtlich, weil e s genüge, dass der Rückerstattungs- anspruch bei der Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeit erkannt worden wäre. Die IV- Stelle verweist ihrerseits auf die Vernehmlassung der Kasse vom 24. Oktober 2017, wonach es unbestritten sei, dass die Kasse sich im Falle von Pflegekin dern zu vergewissern habe, ob die Pflegekinderbewilligung noch bestehe. Vorliegend gehe es jedoch um ein Stiefkindverhältnis, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht und es könne davon ausgegangen werden, dass dieses solang e Bestand habe, solange die Mutter und der Stiefvater miteinander verheiratet sei en. Änderungen im Zivilstand würden je- doch nie periodisch nachgefragt, weshalb auch im vorlie genden Fall keine entsprechenden An- fragen gestellt worden seien. Entsprechende Änderungen seien vielmehr von den Versicherten im Rahmen der ihnen obliegenden Meldepflicht mitzute ilen. Die vom Beschwerdeführer vorge- brachte Überwachungspflicht der Kasse entbinde diesen k eineswegs von seiner Meldepflicht. Von einer Verwirkung der Rückerstattungsforderung könne deshalb keine Rede sein. 5.4.2 Dem Beschwerdeführer ist zunächst beizupflichten, dass sich die Kasse bei Renten für Pflegekinder grundsätzlich jedes Jahr zu vergewissern hat, ob die Pflegekinderbewilligung noch besteht, ob das Pflegeverhältnis vom überlebenden Pflege elternteil fortgeführt wird und ob das Pflegekind nicht ganz oder teilweise von den leiblichen Eltern unterhalten wird (Rz. 11119 RWL). Wenn sich die Kasse in ihrer Vernehmlassung vom 24 . Oktober 2017 auf den Stand- punkt stellt, dass sie sich lediglich hätte vergewissern müsse n, ob noch eine Pflegekinderbewil- ligung besteht, greift ihre Sichtweise mithin zu kurz. D er massgebenden Weisung zufolge hätte sie nämlich auch zu klären gehabt, ob das Pflegekind nicht (wieder) von den leiblichen Eltern bzw. einem Elternteil unterhalten wird. Wenn die Kasse sodann darauf hinweist, dass keine Veranlassung zu einer Überprüfung bestanden habe, wei l vorliegend ein Stiefkindsverhältnis und nicht ein Pflegekindsverhältnis zur Diskussion steht, ist i hr ausserdem entgegen zu halten, dass auch der Stiefvater, der ein Stiefkind in Pflege ge nommen hat, als Pflegevater des Kindes zu betrachten ist (oben, Erwägung 2). Trotz dieser Pr äzisierungen vermag der Beschwerdefüh- rer mit Blick auf die massgebende Frage des Zeitpunkts der zumutbaren Kenntnis der Kasse aber nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Der massgebend en Wegleitung zufolge hat sich die zuständige Ausgleichskasse lediglich in der Regel jährlich zu vergewissern, ob das Pflegekind nicht (wieder) von den leiblichen Eltern unterstützt wi rd. Aus dieser nur allgemein formulierten Weisung alleine kann mit anderen Worten keine zwingend e Obliegenheit abgeleitet werden, wonach der Kasse im Falle einer unterlassenen Abklärung auch eine hypothetische Kenntnis- nahme hinsichtlich der ihr (noch) nicht bekannten Unterstützung des Stiefkinds anzurechnen ist. Für eine solche Rechtsfolge erweist sich die zitierte We isung schlicht als zu offen und als nicht verbindlich genug. 5.4.3 Dem Gesagten zufolge ist der Beginn der Verwi rkungsfrist auf jenen Zeitpunkt festzu- setzen, in welchem die Kasse ihre Kenntnis mit einem ohne Weiteres zumutbaren Aufwand hätte ergänzen können (oben, Erwägung 5.2). Hierfür ist vorausgesetzt, dass die Verwaltung mindestens in Form eines Anhaltspunktes bzw. eines Anfang sverdachts Veranlassung hatte, ihre bisher fehlerhafte Disposition zu hinterfragen un d anschliessend innert nützlicher Zeit zu korrigieren. Ein solcher Anhaltspunkt lässt sich dem soeben Gesagten zufolge aber weder aus der zitierten Wegleitung ableiten, noch bestehen hierfür in den Akten allfällige Indizien. Für eine (potentielle) Beurteilung des Rückforderungsanspruchs und damit für die Auslösung der einjäh- rigen Verwirkungsfrist genügt es nicht, dass der Verwaltu ng Umstände bekannt sein müssten, die möglicherweise zu einem Rückerstattungsanspruch führen könnten (oben, Erwägung 5.1 f.). Erforderlich ist vielmehr, dass sie hierzu konkret Anlass ha tte. Im vorliegenden Fall ist den Ak- ten zwar zu entnehmen, dass es die Kasse im Zusammenhang mi t der an den Beschwerdefüh- rer ausgerichteten Kinderrente offenbar unterlassen ha t, zwecks periodischer Prüfung der An- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht spruchsvoraussetzungen eine manuelle Pendenz zu erfassen (Bei lage 11 zur Vernehmlassung der Kasse vom 24. Oktober 2017). Dieser Fehler allein genügt aber nicht, um eine allfällige Verwirkungsfrist auszulösen. Er ist lediglich sachlogische Voraussetzung dafür, um in der Folge Kenntnis über die Fehlerhaftigkeit einer ursprünglichen Verfügung erlangen zu können. Wenn die Kasse erst anlässlich ihrer Nachfrage vom 11. Juli 201 7 den Hinweis erhalten hat, dass der leibliche Vater von B.____ seine Unterhaltsbeiträge lä ngst wieder entrichtet hat, kann ihr des- halb auch nicht angelastet werden, bis zu diesem Zeitpu nkt noch keine (ergänzenden) Abklä- rungen getätigt zu haben, um die für eine allfällige Rückforderung notwendigen Umstände ge- samthaft zu erhellen. Den (ersten) Anhaltspunkt für die vorliegend strittige Rückforderung vom 20. Juli 2017 bildete mit anderen Worten die telefon ische Auskunft des kantonalen Sozialamts vom 11. Juli 2017 (Beilage 11 zur Vernehmlassung der Kas se vom 24. Oktober 2017). Erst ab diesem Zeitpunkt war die Kasse in der Lage, sich detail lierte Klarheit über die Unterhaltssituati- on betreffend B.____ verschaffen zu können. Bis dahin aber war die massgebende Revisions- grundlage – nicht zuletzt auch mangels Mitwirkung des Besc hwerdeführers selbst – nicht nur ungewiss, sondern schlicht unbekannt. Entgegen der von i hm vertretenen Auffassung kann deshalb auch nicht davon gesprochen werden, allfällige Anhaltspunkte hätten der Kasse bereits zuvor ein genügend klares Bild über ihre Rückforderung v erschafft. Erst mit der noch gleichen- tags eingeholten Bestätigung des kantonalen Sozialamts vo m 11. Juli 2017 (Beilage 10 zur Vernehmlassung der Kasse vom 24. Oktober 2017) hat sich ergeben, dass der Beschwerdefüh- rer infolge der bereits seit Oktober 2010 bezahlten A limente keinen Anspruch auf eine IV- Kinderrente besessen hat. Daran vermag auch nichts zu änder n, dass die Kasse anlässlich der von der IV-Stelle im Jahr 2015 eingeleiteten Rentenr evisionen (Verfügung der IV-Stelle vom 21. Oktober 2015, IV-Dok 76; Mitteilung der IV-Stelle vom 25. September 2015, IV-Dok 74) eine Überprüfung der versicherungsmässigen Berechnungsparamete r vorgenommen hat (Acor- Berechnungsblatt vom 20. Oktober 2015, Akten der Kasse, Separat-Beilage zur Vernehmlas- sung der Kasse vom 24. Oktober 2017) und dabei zum Schluss gekommen ist, die strittige Kin- derrente unverändert weiter auszurichten (a.a.O., S. 4 von 6). Es ist daran zu erinnern, dass die rechtsprechungsgemäss erforderliche zumutbare Kenntnis ste ts voraussetzt, dass die Kasse mindestens über einen Anhaltspunkt betreffend die Bez ahlung der Alimente durch den leibli- chen Vater verfügt hätte. Solches aber geht auch aus d em erwähnten Acor-Berechnungsblatt gerade nicht hervor. Für die Auslösung der einjährigen Verwirkungsfrist ist mithin nicht etwa jener Zeitpunkt massgebend ist, in welchem die Kasse u nd mit ihr zusammen die IV-Stelle (oben, Erwägung 5.3.2) die Möglichkeit gehabt hätte, sich erstmals einen Anhaltspunkt betref- fend die Alimenten-Begleichung des leiblichen Vaters von B.____ zu verschaffen, sondern vielmehr, ab wann sie tatsächlich in die Lage versetzt wo rden ist, ihre bisher ungenügende Kenntnis weiter zu vertiefen. 5.5 Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Kasse und mit ihr auch die IV-Stelle (oben, Erwägung 5.3.2) erst anlässlich ihrer erstmaligen Nachfrage beim kantonalen Sozialamt vom 11. Juli 2017 die seit Juli 2010 offensichtlich feh lerhafte Ausrichtung der Kinderrente an den Beschwerdeführer hätte erkennen müssen. Für den Beg inn des einjährigen Fristenlaufs gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG ist somit auf den 11. Juli 20 17 abzustellen, weshalb im Zeitpunkt, in dem die IV-Stelle die Rückerstattungsforderung vom 20. Juli 2017 verfügt hat, die einjährige Verwirkungsfrist noch nicht abgelaufen war. Damit resu ltiert, dass die IV-Stelle die in der Zeit Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Juli 2012 bis Juli 2017 zu Unrecht ausgerichtete Ki nderrente für den Stiefsohn des Be- schwerdeführers im Umfang von Fr. 14‘293.— zu Recht zurückge fordert hat. Zumal vom Be- schwerdeführer zu Recht keine Einwendungen gegen die Rü ckerstattungsforderung in massli- cher Hinsicht vorgebracht worden sind, ist die Beschwerde bei diesem Ergebnis abzuweisen. 6. Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Art . 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitig- keiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von I V-Leistungen vor dem kantonalen Versi- cherungsgericht kostenpflichtig. Der Streit um die Rück forderung von Rentenleistungen der In- validenversicherung betrifft allerdings nicht die Bewill igung oder die Verweigerung von IV- Leistungen (Urteil des Kantonsgerichts vom 28. April 20 08 [720 07 189/139], E. 6.1), weshalb auch in solchen Fällen von der Erhebung von Gerichtskoste n abzusehen ist. Für den vorliegen- den Prozess sind demnach keine Verfahrenskosten zu erheben . Der von ihm geleistete Kos- tenvorschuss von Fr. 800.— ist dem Beschwerdeführer demnach zurückzuerstatten. Die aus- serordentlichen Kosten sind dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.