BRKE III Nr. 0162/2006 vom 6. Dezember 2006 in BEZ 2007 Nr. 27 (Bestätigt mit VB.2007.00064 vom 18. April 2007) 3. Normalerweise gelangen Baubewilligungen innert nützlicher Frist nach d eren Rechtskraft zur Ausführung. Bleibt eine Realisierung indessen aus, ist die Baubewi l- ligung nicht unbeschränkt, sondern gemäss § 322 Abs. 1 PBG nur drei Jahre gültig. Baubewilligungen auf Vorrat sind demgemäss nicht möglich, sondern im Interesse der Klarheit der Rechtslage soll sich ein Bauh err innerhalb dreier Ja hre entscheiden, ob er bauen will oder nicht. Diese gesetzliche Frist stellt eine Verwirkung sfrist dar (vgl. A. Kölz/J. Boss- hart/M. Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., 1999, § 12 Rz. 4 und 5) und ist eingehalten, wenn vor ihrem Ablauf mit dem Bau begonnen wird; als Baubeginn gilt bei Neubauten der Aushub, oder, wo er vorausg e- setzt ist, der Abbruch einer bestehenden Baute. Für den Fristbeginn ist nicht die E r- teilung, sondern die Rechtskraft der Baubewilligung (nach Ablauf der Rekursfrist) massgebend. Sind für ein Projekt mehrere baurechtliche Bewilligungen nötig, beginnt die Dreijahresfrist erst mit der Rechtkraft der letzten Bewill igung (§ 322 Abs. 2 PBG). Als derartige baurechtliche Bewilligun gen gelten alle Bewilligungen und Genehm i- gungen, die nach dem Planungs - und Baugesetz Vo raussetzung für den Baubeginn sind (§ 20 Abs. 1 Bauverfahrensve rordnung vom 3. Dezember 1997, BVV), also die baurechtlichen Entscheide im engeren Sinne sowie die koordinationspflichtigen Beur- teilungen gemäss Anhang BVV, wobei letztere nach den für sie massgeblichen Vo r- schriften ohnehin gleichzeitig mit dem B eschluss der örtlichen Behörde zuzustellen sind (§ 12 BVV). Ergeht im Anzeigeverfahren innert der Behandlungsfrist keine An- ordnung, gilt der letzte Tag dieser Frist als Datum der Bewilligung (§ 20 Abs. 2 BVV). Ist eine Bewilligung angefochten worden, beginnt die Frist erst, wenn der letzti n- stanz liche öffentlich- oder zivilrechtliche Entscheid rechtskräftig ist, das hei sst nach Ablauf der letzten ungenutzten Anfechtungsfrist (§ 322 Abs. 3 PBG). Seit Inkrafttr e- ten der neuen Fassung von § 322 Abs. 3 PBG am 1. Februar 1992 halten sodann auch rein privatrechtli che Streitigkeiten den Fristenlauf auf. Hingegen beeinflussen Nebenbestimmungen zur Baubewilligung den Fristenlauf nicht (§ 322 Abs. 4 PBG). Dasselbe gilt für Projektänderungen (vgl. RB 1996 Nr. 86). Werden innerhalb der dreijährigen Verwirkungsfrist die Bauarbeiten nicht in An- griff genommen, erlöschen die entsprechend en Baubewilligungen. Eine Verläng e- rung der gesetzlichen Frist ist nicht möglich. Will ein Bauherr doch noch bauen, muss er ein neues Baugesuch einreichen, das vollumfänglich neu beurteilt wird (vgl. zum - 2 - Ganzen Ch. Fritzsche/P. Bösch, Zürcher Pl anungs- und Baurecht, 3. A., 2003, 21-31 und 21-32). 4. Die baurechtliche Bewilligung für die Erweiterung und den Umbau des strei t- betroffenen Gebäudes ist mit den notwendigen Entscheiden kantonaler Stellen koo r- diniert eröffnet und am 13. Februar 2003 versandt worden; nach unbenütztem Ablauf der dreissi gtägigen Rechtsmittelfrist sind die Entscheide in Rechtskraft erwachsen. Die Rekurrentin macht selbst nicht geltend, dass innert dreier Jahre ab diesem Zei t- punkt mit den Baua rbeiten begonnen worden ist. Dementsprechend i st die Gültigkeit der diesbezüglichen baurechtlichen Bewill igungen gemäss § 322 PBG erloschen. Daran vermögen nach dem Gesagten weder die Einreichung von Projektänderungen noch das Gesuch um eine entspr echende Fristverlängerung etwas zu ändern. Wäre das Da tum der jeweils letzten Projektänderung massgebend, hätte das zur Folge, dass die Bauarbeiten praktisch beliebig lang hinausgeschoben werden könnten, i n- dem immer wieder um die Bewilligung für Änderu ngen nachgesucht werden könnte. Auf diese Weise könnte § 3 22 PBG umgangen und letztlich seines Sinnes beraubt werden. Einer Verlängerung der Frist steht sodann, wie bereits erwähnt, deren g e- setzlicher, einer Erstreckung entgegenstehende Charakter zum vornherein im W ege. Zu Recht hat die Vorinstanz es demgemäss ab gelehnt, die Frist zu verlängern, und ist sie mit Bezug auf die nachgereichten Planunterlagen von einem neuen Baug e- such ausgegangen. Dementsprechend erweist sich der Rekurs als unbegründet und ist abzuweisen.