STEUERREKURSKOMMISSION I DES KANTONS ZÜRICH 1 ST.2010.187 1 DB.2010.137 Entscheid 20. September 2010 Mitwirkend : Einzelrichter Anton Tobler und Sekretärin Nadja Obreschkow In Sachen 1. A, 2. B, Rekurrenten/ Beschwerdeführer, gegen 1. S t a a t Z ü r i c h , Rekursgegner, 2. S c h w e iz e r i s c h e E i d g e n o s s e n s c h a f t , Beschwerdegegnerin, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Konsum, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007 - 2 - 1 ST.2010.187 1 DB.2010.137 hat sich ergeben: A. Am 1. April 2008 reichten A und B (nachfolgend der bzw. die Pflichtige, zusammen die Pflichtigen) die Steuererklärung 2007 ein. Darin deklarierten sie bei den Abzügen Kosten für die Verwaltung des beweglichen Privatvermögens in der Höhe von Fr. 11'519.-. Gemäss separater Aufstellung handelte es sich dabei insbesondere um Gebühren für die Vermögensverwaltung durch die C sowie um Spesen der D und der E von insgesamt Fr. 15'359.-, wovon die Pflichtigen drei Viertel als abzugsfähige Ver- mögensverwaltungskosten geltend machten. Mit Einschätzungs - und Veranlagungsvorschlag vom 2 8. August 2009 stellte der Steuerkommissär den Pflichtigen eine Herabsetzung des Abzugs für Vermögens- verwaltungskosten auf Fr. 3'000.- in Aussicht mit der Be gründung, dass bei ihnen l e- diglich rund Fr. 932'000.- von Dritten verwaltet würden, wovon pauschal 3 ‰ als Ver- mögensverwaltungskosten abzugsfähig seien. Für den Fall, dass Pflichtigen mit dem Vorschlag nicht einverstanden seien, bitte er sie um Einreichung einer detaillierten Auf- stellung mit Belegen sämtlicher Kosten – aufgeteilt in abzugsfähige und nicht abzug s- fähige – für die Vermögensverwaltung pro 2007 und der Gebührenreglemente der en t- sprechenden Banken sowie um den Nachweis der Abzugsfähigkeit der bea ntragten Vermögensverwaltungskosten. Darauf hin liessen die Pflichtigen mit Schreiben vom 16. September 2008 (recte: 2009) verlauten, sie seien mit der vorgeschlagenen Schä t- zung der Vermögensverwaltungskosten nicht einverstanden, da es sich bei den g e- samten ausgewiesenen Kosten um abzugsfähige Kosten der Verwaltung des bewegl i- chen Privatvermögens durch Dritte handle. Zudem erklärten sie, falls nur eine Schätzung der abzugsfähigen Vermögensverwa ltungskosten möglich sei, würden sie sich im Sinn eines Kompromi sses mit einem Abzug in der Höhe von zwei Dritteln der geltend gemachten effektiven Kosten, also Fr. 10'239.30, einverstanden erklären. Mit Auflage vom 2 2. September 2009 forderte der Steuerkommissär die Pflichtigen erneut zur Einreichung der erwähnten Unterlagen auf. Darauf antworteten sie am 9. Oktober 2009 im Wesentlichen, der Nachweis der Abzugsfähigkeit der ausgewiesenen Verm ö- gensverwaltungskosten erübrige sich, da sie weder den Pauschalabzug von 3 ‰ noch effektive nicht abzugsfähige Kosten, sondern lediglich die gemäss Weisung des kant o- nalen Steueramts vom 8. August 2002 abzugsfähigen Kosten von Banken und g e- werbsmässigen Vermögensverwaltern geltend machten . Zudem gaben sie an, die D - 3 - 1 ST.2010.187 1 DB.2010.137 und die E hätten ihre Gebührenreglemente mit der Steuerbehörde abgest immt, womit davon auszugehen sei, dass die im Steuerverzeichnis der Banken veranschlagten a b- zugsfähigen Kosten vom kantonalen Steueramt genehmigt worden seien. Weitere U n- terlagen reichten die Pflichtigen nicht ein. Am 23. November 2009 fand eine Besprech ung zwischen dem Steuerko m- missär und dem Pflichtigen sowie dessen Vermögensverwa lter statt. Die Besprechung blieb jedoch ohne Erfolg, da beide Parteien auf ihren Positionen beharrten . Der Steu- erkommissär setzte daher den Pflichtigen eine Nachfrist zur Einr eichung der mit Aufla- ge vom 22. September 2009 eingeforderten Unterlagen bis 10. Dezember 2009 an. Mit E-mail vom 25. November 2009 legte der Vermögensverwalter der Pflichtigen erneut deren Standpunkt dar, ohne jedoch weitere Belege einzureichen. A m 10. Dezember 2009 mahnte der Steuerkommissär die Auflage, worauf die Pflichtigen am 18. Dezem- ber 2009, unter Beilage einer Kopie des E -mails vom 25. November 2009, im Wesent- lichen erklärten, alle erforderlichen Nachweise seien bereits erbracht. Mit Entscheiden vom 6. Januar 2010 eröffnete das kantonale Steueramt den Pflichtigen die Einschätzung für die Staats - und Gemeindesteuern 2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 66'900.- sowie einem steuerbaren Vermögen von Fr. 1'859'000.- und stellte ihnen für die direkte Bundessteuer 2007 die Veranlagung mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 69'300.- in Aussicht. Dabei schätzte es die ab- zugsfähigen Vermögensverwaltungskosten mangels hinreichender Belege nach pflichtgemässem Ermessen auf Fr. 4'000.-. Die Veranl agung der direkten Bundessteuer 2007 wurde den Pflichtigen mit Verfügung (Steuerrechnung) der Dienstabteilung Bundessteuer de s kantonalen Ste u- eramts vom 22. Januar 2010 formell eröffnet. B. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 2. Februar 2010 Einsprache und beantragten sinngemäss, die von ihnen geltend gemachten Vermögensverwaltung s- kosten seien zum Abzug zuzulassen ; falls nur eine Schätzung gewährt werden könne, sei der Abzug auf z wei Drittel der ausgewiesenen effektiven Ko sten von Fr. 15'359.-, also auf Fr. 10'239.30, festzusetzen. Mit Entscheiden vom 2 7. Mai 2010 wies das ka n-- 4 - 1 ST.2010.187 1 DB.2010.137 tonale Steueramt die Ei nsprachen ab mit der Begrün dung, dass die Abzugsfähigkeit der geltend gemachten Kosten nach wie vor nicht nachgewiesen sei. C. Mit Rekurs bzw. Beschwerde vom 25. Juni 2010 wiederholten die Pflicht i- gen ihren Einspracheantrag. Neben anderen, in den Akten des kantonalen Steueramts bereits vorhandenen Unter lagen reichten sie mit dem Rekurs erstmals eine Kopie des Vermögensverwaltungsauftrags der C sowie Preislis ten der D und der E für Verm ö- gensverwaltungsaufträge ein. Das kantonale Steueramt schloss am 2 8. Juli 2010 auf kostenfällige Abwe i- sung der Rechtsmittel. Auf das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung im Einschätzungs - und Einspra- cheverfahren und die Vorb ringen der Parteien wird – soweit rechtserheblich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 1. a) Bei beweglichem Privatvermögen können die Kosten der Verwaltung durch Dritte (vom Reineinkommen) abgezogen wer den ( § 30 Abs. 1 des Steuerge - setzes vom 8. Juni 1997 [StG] sowie Art. 32 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die d i- rekte Bunde ssteuer vom 1 4. Dezember 1990 [DBG]). Nicht abzugsfähig sind Kosten und Aufwendungen für die Anschaffung, Herstellung oder Wertvermehr ung von Ve r- mögensgegenständen (§ 33 lit. d StG und Art. 34 lit. d DBG). b) Der steuerrechtliche Begriff der Vermögensverwaltung ist enger als der Begriff des allgemeinen Sprachgebrauchs. Unter ihn fallen alle tatsächlichen oder rechtlichen, nicht als Unt erhalt zu qualifizierenden Handlungen, die im Rahmen der Bewirtschaftung von Vermögensgegenständen erforderlich sind und der Sicherung und Erhaltung des ertragbringenden Vermögens dienen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher S teuergesetz, 2. A., 2006, § 30 N 14 StG mit - 5 - 1 ST.2010.187 1 DB.2010.137 Hinweisen, auch zum Folgenden sowie Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 32 N 17 DBG). Abziehbar sind demnach insbesondere Depot -, Schrankfach- und Safege- bühren, Kosten für die Erstellung von Wertschrifte nverzeichnissen (Steuerverzeichnis) sowie von Rückforderungs - und Anrechnungsanträgen für ausländische Quellenste u- ern und Inkassospesen (vgl. auch ASA 67, 477). Dag egen sind Kosten für Finanz - und Anlageberatung, für Vermögensumlagerung, Finanzierungskosten, E ntschädigungen für Treuhandanlagen und Provisionen für den Erwerb oder die Veräusserung von Ve r- mögenswerten nicht als Vermögensverwaltungskosten abzie hbar (vgl. dazu auch lit. C der Weisung des kantonalen Steueramt s über die Abzugsfähigkeit der Kosten für die Verwaltung von Wertschriften des Privatvermögens vom 8. August 2002 [ZStB I Nr. 18/701], nachfolgend Weisung). Kosten der Anlageberatung im Besonderen di e- nen – wie das Bundesgericht in ständiger Pr axis erkannt hat (ASA 71, 44 = StR 2000, 515) – dem Erw erb bzw. der Veräusserung von Vermögensgegenständen und nicht primär der Werterhaltung, sondern der Wer tvermehrung. Solche Aufwendungen sind nach § 33 lit. d StG bzw. Art. 34 lit. d DBG nicht abzugsf ähig. Aber auch wenn mit der Vermögensberatung keine Wert vermehrung b ezweckt wird, können die Kosten der Anlageberatung nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, sofern die Ber a- tung zur Hauptsache auf Erwerb bzw. Verkauf und nicht auf das Halten des Verm ö- gens, das den steuerbaren Ertrag generiert, ausgeri chtet ist (Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 32 N 11). Denn diesfalls liegen Aufwendungen für die A n- schaffung und Veräusserung von Verm ögensgegenständen vor, die nach § 33 lit. d StG bzw. Art. 34 lit. d DBG nicht abzugsfähig sind. Abziehbar sind sodann lediglich Auslagen, die dem Steuerpflichtigen aus der Besorgung der Verwaltung durch Dritte wie beispielsweise Banken, Treuhä nder oder sonstige Vermögensverwalter erwachsen. Wenn der Steuerpflichtige die Verwaltung seines Vermögens selber besorgt, kann er keinen Abzug beanspruchen (Ric h- ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 30 N 15 StG bzw. Art. 32 N 13 f. DBG). c) Vermögensverwaltungskosten sind als steuermindernde Umstände vom Steuerpflichtigen darzutun und nachzuweisen (RB 1987 Nr. 35, auch zum Folgenden). Der Steuerpflichtige hat somit nicht bloss die Kosten als solche, sondern auch die für die Abzugsfähigkeit aufgrund der genannten Voraussetzungen sprechenden Tats a- chen zu beweisen. Dazu hat er spätestens im Rekurs -/Beschwerdeverfahren die A b-- 6 - 1 ST.2010.187 1 DB.2010.137 züge durch eine substanziierte Sachdarstellung zu behaupten und hierfür beweiskräft i- ge Unterlagen einzureichen oder zumindest entsprechende Beweismittel anzubieten. Kann der Steuerpflichtige zwar nachweisen, dass ihm Kosten für die Verm ö- gensverwaltung dur ch Dritte entstanden sind, umfassen die Tätigkeiten des Dritten aber auch betraglich nicht ausgeschiedene Handlungen, die über die allgemeine Ve r- waltungstätigkeit hinausgehen, kann er gemäss langjähriger, heute in der Weisung festgeschriebener Praxis für die durch Dritte verwalteten Wertschriften (nicht jedoch für Darlehen oder Bankguthaben aller Art wie Sparhefte, Bankkonten oder Festgeldanl a- gen) einen Pauschalabzug in der Höhe von 3 ‰ des Steuerwerts dieser Wertschriften, maximal jedoch Fr. 6'000.- (entsprechend einem Depotwert von Fr. 2'000'000.-), bean- spruchen. Macht der Steuerpflichtige höhere Abzüge geltend, hat er aufgrund der e r- wähnten Beweislastverteilung sowohl die tatsächlich bezahlten Kosten für die Verm ö- gensverwaltung als auch deren Zugehörigkei t zur Kategorie der abzugsfäh igen Kosten im Sinn von § 30 Abs. 1 StG bzw. Art. 32 Abs. 1 DBG nachzuweisen. Hat er bei Lei s- tung des entsprechenden Nachweises praktische Schwierigkeiten, indem er z.B. w e- gen der mit dem Vermögensverwalter vereinbarten Pauscha labgeltung die auf die A n- lagetätigkeit entfallenden Kosten nicht beziffern kann, hat er dies selber zu ve rtreten (StRK III, 18. Mai 1995 = StE 1996 B 24.7 Nr. 1; StRK IV, 1 4. Dezember 1994 = ZStP 1995; StRK I, 1 9. April 1994, I 7/1994; vgl. zum Ganzen auch Richner/Frei/Kaufmann/ Meuter, § 30 N 21 StG mit Hinweisen). Die Weisung gilt zwar nur für die Staats - und Gemeindesteuern, s ie wird je- doch in der Einschätzungspraxis – mangels entsprechender Weisung der Eidgenöss i- schen Steuerverwaltung – auch bei der direkten Bundessteuer angewandt. 2. a) Vorliegend weisen die Pflichtigen für die Steuerperiode 2007 Verm ö- gensverwaltungskosten von insgesamt Fr. 15'359.- aus, von denen sie grundsätzlich mindestens drei Viertel als abzugsfähig erachten . Bei den Kosten handelt es sich in s- besondere um Gebühren für die Vermögensverwaltung durch die C (insgesamt Fr. 11'784.20) sowie um Kontospesen der D und der E (letztere sind mit Fr. 24.40 i n- des vernachlässigbar ). Die Pflichtigen vertreten die Ansicht, die se Kosten seien alle- samt abzugsfähig, da die bezahlten Dienstleistungen im Rahmen der Bewir tschaftung von Vermögensgegenständen erforderlich seien und der Sicherung und E rhaltung des - 7 - 1 ST.2010.187 1 DB.2010.137 Kapitals dienten . Die Vermögenserträge , deren Höhe (ca. 2%) im Übrigen unterstre i- che, das s keine Wertvermehrung angestrebt wurde, seien ihnen zur Bestreitung des Lebensunterhalts periodisch überwiesen worden . Somit würden keine Kosten geltend gemacht, die gemäss Weisung nicht abzugsfähig seien. Diese Aussagen wurden indes weder im Einschätz ungs- und Einsprachever- fahren noch vor der Rekurskommission mit entsprechenden Belegen untermauert. Die Rechnungen der C geben lediglich Aufschlu ss über die Höhe der bezahlten Verwa l- tungsgebühren, wobei der mit Rekurs bzw. Beschwerde erstmals eingereichte Vermö- gensverwaltungsauftrag verdeutlicht, dass diese Gebühren pauschal, unter Berüc k- sichtigung der verwalteten Vermögenswerte, festgelegt werden. Es lässt sich somit nicht feststellen, für welche Dienstleistungen der C die Gebühren im Einzelnen entric h- tet wurden. Genauso verhält es sich auch mit den Vermögensverwaltungsgebühren der D. Die Pflichtigen halten dafür, sie hätten mit ihren schriftlichen und mündlichen Erkl ä- rungen im Einschätzungs - und Einspracheverfahren ausreichend begrü ndet, dass es sich bei d en geltend gemachten Kosten um abzugsfähige Aufwendungen handle und diese Kosten insbesondere mit den eingereichten Rechnungen der C belegt. D abei verkennen sie jedoch, dass sie gemäss obigen Ausführungen sowohl die tatsäc hlich bezahlten Kosten für die Vermögensverwaltung durch Dritte als auch deren Zugehöri g- keit zur Kategorie der abzugsfähigen Kosten zu beweisen haben. Da aber sowohl die C als auch die D gemäss den eingereichten Verwaltungsaufträgen an sich auch Leis- tungen erbringen, deren Kosten steuerlich nicht abzugsfähig sind und diese Leistungen zusammen mit den Vermögensverwaltungshandlungen pauschal vergütet we rden, ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die von den Pflichtigen bezahlten G ebühren ebenso abzugsfähige wie auch nicht abzugsfähige Kosten beinhalten. Mithin hätten die Pflichtigen die Abzugsfähigkeit der geltend gemachten Kosten anhand einer detaillier- ten Aufstellung der erbrachten Leistungen und der dafür bezah lten Gebühren sowie entsprechender Belege nachweisen müssen. Dies haben sie indes bis jetzt nicht getan. Insbesondere enthalten die Quartalsrechnungen der C keine Darstellung der erbrac h- ten Leistungen und kann aufgrund des darin verwendeten Tarifs (0,7% p.a.) nicht ei n- fach geschlossen werden, die fakturierten Gebühren seien vollumfä nglich abzugsfähig. Mithin ist nach wie vor unklar, in welchem Umfang die ausgewiesenen Kosten tatsäc h- lich abzugsfähig sind. Dass der geforderte Nachweis aufgrund der vereinbarten Pa u- schalabgeltungen allenfalls praktische Schwierigkeiten bereit et, haben di e Pflichtigen im Übrigen selber zu vertreten. - 8 - 1 ST.2010.187 1 DB.2010.137 Schliesslich bleibt anzumerken, dass die Pflichtigen auch ihre weitere B e- hauptung, die Banken hätten die Abzugsfähigkeit ihrer in den Steuer - bzw. Depotver- zeichnissen aufgeführten Kosten vom kantonalen Steuera mt genehmigen lassen, nicht nachgewiesen haben. b) Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Pflichtigen den Beweis für die A b- zugsfähigkeit der geltend gemachten effektiven Vermögensverwaltungskosten nicht erbracht habe n. Erwiesen ist lediglich, dass ihnen tatsächlich Kosten für die Verm ö- gensverwaltung durch Dritte erwachsen sind, womit ihnen grundsätzlich der Pauscha l- abzug von 3 ‰ des Steuerwerts der durch Dritte verwalteten Wertschriften zusteht. Da sie gemäss den Akten in der Steuerperiode 2007 über Wer tschriften im Wert von rund Fr. 932'500.- (Total von Fr. 1'527'031.- gemäss Wertschriften- und Guthabenverzeich- nis abzüglich Bankkonti und Festgeldanlagen im Wert von Fr. 594'502.-) ve rfügten, beläuft sich dieser Pauschalabzug auf rund Fr. 2'800.-. Indes bleibt zu prüfen, ob sich vorliegend ausnahmsweise ein höherer Abzug im Sinn einer Schätzung nach pflich t- gemässem Ermessen rechtfertigt. 3. a) Hat ein Steuerpflichtiger trotz Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht erfüllt oder können die Steuerfaktoren m angels zuverlässiger Unterlagen nicht ei n- wandfrei ermittelt werden, so nimmt die Steuerbehörde gemäss § 139 Abs. 2 Satz 1 StG bzw. Art. 130 Abs. 2 Satz 1 DBG d ie Einschätzung bzw. die Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor . Diese Bestimmungen setzen einen Untersuchung s- notstand voraus, der im Regelfall dadurch verursacht wird, dass der Steuerpflichtige trotz formgült iger Mahnung seinen Mitwirkungspflichten mit Bezug auf die Ermittlung der für die Einschätzung massgeblichen Tatsachen nicht oder nur unv ollständig nach- gekommen ist. Eine Verfahrenspflichtverletzung gemäss § 139 Abs. 2 StG bzw. Art. 130 Abs. 2 DBG liegt namentlich vor, wenn der Steuerpflichtige seine bedeutend s- te Mitwirkungspflicht, nämlich diejenige zur Einreichung der Steuererklärung (Dek lara- tionspflicht), nicht erfüllt, wenn er trotz entsprechender Aufforderung Tatsachen gar nicht oder nur mangelhaft substanziiert behauptet oder den vom Gesetz vorgesehenen Beweisleistungspflichten nicht nachkommt. Ein diesbezügliches Verschulden ist nicht vorausgesetzt. - 9 - 1 ST.2010.187 1 DB.2010.137 Die Nichterfüllung von Mitwirkungspflichten hinsichtlich steuermindernder Tat- sachen – z. B. bei einem vom Steuerpflichtigen geltend gemachten Abzug – führt im Normalfall nicht zu einer Ermessenseinschätzung sondern dazu, dass zuungunsten des beweisbelasteten Steuerpflichtigen angenommen wird, diese Tatsachen hätten sich nicht verwirk licht und gestützt darauf der in Frage stehende Abzug nicht berüc k- sichtigt wird ( Martin Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 46 N 30 StHG mit Hinweisen, auch zum Folgenden; Rich- ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 139 N 61 ff StG bzw. Art. 130 N 42 ff DBG mit Hinweisen, je auch zum Folgenden). Ausnahmsweise ist jedoch auch bezüglich steuermindernder Tatsachen eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Dies in s- besondere dann, wenn das Bestehen einer steuermindernden Tatsache erwiesen, aber deren Höhe ungewiss ist. In einem solchen Fall wäre es sachwidrig und willkürlich, den entsprechenden Abzug mangels genügender Substanziierung gänzlich zu verweigern ; vielmehr muss dessen Höhe nach pflichtgemässem Ermessen geschätzt werden. b) Eine zu Recht ergangene Ermessenseinschätzung bzw. -veranlagung kann der Steuerpflichtige laut § 140 Abs. 2 StG bzw. Art. 132 Abs. 3 DBG einzig wegen o f- fensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Diese Norm beinhaltet eine Kognitionsbeschrä n- kung der Prüfungsinstanzen. Letztere können eine zu Recht getroffene Ermessensei n- schätzung bzw. -veranlagung nur aufheben, wenn sie sich als offensichtl ich falsch erweist (so im Ergebnis Martin Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steue r- recht, Band I/2b, 2. A., 2008, Art. 130 N 33 DBG). 4. a) Vorliegend haben die Pflichtigen trotz entsprechender Aufl age/Mahnung des Steuerkommissärs vom 22. September/10. Dezember 2009 die A bzugsfähigkeit der geltend gemachten Vermögensverwaltungskosten nicht durch geeignete Belege nachgewiesen, wodurch sie ihrer Mitwirkungspflicht im Einschätzungsverfahren nicht nachgekommen sind. Da es sich aber um den Nachweis ei ner steuermindernden Ta t- sache handelte, hätte diese Verfahrenspflichtverletzung grundsätzlich nicht eine (par- tielle) Ermessenseinschätzung , sondern die Nichtberücksichtigung der in Frage st e- henden Tatsache zur Folge, vorliegend also eine Beschränkung des A bzugs für Vermögensverwaltungskosten auf den Pauschalabzug von 3 ‰. Indes hatten die Pflichtigen mit den eingereichten Unterlagen immerhin nachgewiesen, dass ihnen aus der Vermögensverwaltung durch Dritte tatsächlich Kosten in der Höhe von insgesamt - 10 - 1 ST.2010.187 1 DB.2010.137 Fr. 15'359.- entstanden sind , und davon auszug ehen war, dass der en abzugsfähiger Teil den Pauschalabzug von vorliegend rund Fr. 2'800.- übersteigt. Unter diesen U m- ständen rechtfertigte es sich , ihnen diesen Abzug zu gewäh ren, und dessen Höhe nach pflichtgemässem Ermessen zu schätzen. Dies hat denn das kantonale Steueramt auch getan, indem es den Abzug für Vermögensverwaltungskosten auf Fr. 4'000.- schätzte. Bei diesem Betrag handelt es sich nämlich nicht – wie die Pflichtigen offenbar annehmen – um den Pauschalabzug, sondern eben um den nach Ermessen geschätz- ten abzugsfähigen Teil der effektiven Vermögensverwaltungskosten. Damit stellt sich vorliegend einzig noch die Frage, ob sich diese Schätzung als offensichtlich unrichtig erweist. b) Nachdem die Pflichtigen in der Steuererklärung einen Abzug von drei Vier- teln der gesamten ausgewiesenen Vermögensverwaltungskosten (= Fr. 11'519.22) geltend gemacht hatten , erklärten sie im anschliessenden Einschätzungsverfahren, falls nur eine Schä tzung der abzugsfähigen Vermög ensverwaltungskosten gewährt werden könne, würden sie sich mit einem Kompromiss von zwei Dritteln der effektiven Kosten von Fr. 15'359.-, entsprechend Fr. 10'239.30 einverstanden erklären. Daran hielten sie im Laufe des Einschätzungsverfahrens sowie auch in der Einsprache und im Rekurs bzw. in der Beschwerde fest. Eine derartige Schätzung entbehrt indes jeglicher Grundlage . Wie bereits e r- wähnt, ist aus den vorhandenen Unterlagen nicht ersichtlich, für welche konkreten Leistungen die ausgewiesenen Ko sten von Fr. 15'359.- angefallen sind, sodass davon auszugehen ist, dass in diesem Betrag neben abzugsfähigen Vermögensverwaltung s- kosten insbesondere auch nicht abzugsfähige Aufwendungen wie Entschädigungen für Finanz- und Anlageberatung, Transaktionskosten, Em missionsabgaben, Vermögen s- umlagerungskosten etc. enthalten sind. Dies umso mehr, als bei den Pflichtigen g e- mäss Steuerauszügen der D im Jahr 2007 zahlreiche Wertschriftentransaktionen stat t- gefunden haben, die eben solche Kosten verursachen. Dass diese nicht abzugsfähigen Aufwendungen lediglich einen Drittel der gesamten ausgewiesenen Kosten ausmachen sollen, während die restlichen zwei Drittel – nota bene rund 1.1 % des Steuerwerts der durch Dritte verwalteten Wertschriften – abzugsfähige Vermögensverwaltun gskosten darstellen, scheint fragwürdig . Demgegenüber hat das kantonale Steueramt die ab- zugsfähigen Aufwendungen auf gut einen Viertel der gesamten ausgewiesenen Kosten und rund 4.3 ‰ des Steuerwerts der durch Dritte ve rwalteten Wertschriften geschätzt , - 11 - 1 ST.2010.187 1 DB.2010.137 was unter den gegebenen Umständen durchaus vertretbar erscheint. Immerhin haben es die Pflichtigen selbst zu verantworten, dass sie den Nachweis der Abzugsfähigkeit der geltend gemachten Kosten nicht erbracht h aben, weshalb der ihnen gewährte, den Pauschalabzug um mehr als einen Drittel überste igende Abzug im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Auf jeden Fall erweist sich die Schätzung des kantonalen Steueramts nicht als offensichtlich unrichtig. Mithin muss es beim Abzug von Fr. 4'000.- für Vermögensverwaltungskosten sein Bewenden haben. 5. Nach alledem sind die Einspracheentscheide des kantonalen Steu eramts zu bestätigen, was zur Abweisung des Rekurses und der Beschwerde führt. Die Ve r- fahrenskosten sind ausgangsgemäs s den Pflichtigen aufzuerl egen (§ 151 Abs. 1 StG und Art. 144 Abs. 1 DBG). Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 1. Der Rekurs wird abgewiesen. 2. Die Beschwerde wird abgewiesen. […]