<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00107</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221309&amp;W10_KEY=13013474&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00107</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 26.05.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Die Aufenthaltsbewilligung des aus Nordmazedonienen stammenden Beschwerdeführers wurde widerrufen, nachdem er und seine Schweizer Ehegattin sich getrennt haben.] Nach der Trennung von seiner schweizerischen Ehefrau kann der Beschwerdeführer seinen derzeitigen Aufenthalt weder auf einen ehelichen Aufenthaltsanspruch noch auf das konventions- und verfassungsmässig geschützte Recht auf Familienleben stützen (E. 2). Die Ehe hat keine drei Jahre gedauert, weshalb der Beschwerdeführer keinen nachehelichen Aufenthaltsanspruch aufgrund des Erfüllens der Integrationskriterien geltend machen kann (E. 3). Es lässt sich auch kein nachehelicher Härtefall oder ein allgemeiner Härtefall ausmachen (E. 4). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DREIJAHRESFRIST">DREIJAHRESFRIST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHEHELICHER HÃRTEFALL">NACHEHELICHER HÃRTEFALL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=52641" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00107</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">26. Mai 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A,<b> </b>vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <b><span><br/> </span></b> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Der nordmazedonische StaatsangehÃ¶rige A, geboren im Jahr 1994, reiste am 8. MÃ¤rz 2018 in die Schweiz ein und heiratete am 11. April 2018 die Schweizerin C (geboren 1996). Im Rahmen des Familiennachzugs erhielt er am 15. Mai 2018 eine Aufenthaltsbewilligung, die letztmals bis am 10. April 2021 verlÃ¤ngert wurde. Die Ehegatten leben seit dem 15. Mai 2020 getrennt. Mit VerfÃ¼gung vom 2. November 2020 widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung von A, wies ihn aus der Schweiz weg und setzte ihm Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 2. Januar 2021. Im Falle der Nichtbeachtung der Ausreisefrist wurden ihm Zwangsmassnahmen in Aussicht gestellt. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen hiergegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion am 7. Januar 2021 ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden war, und setzte A Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 7. MÃ¤rz 2021. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 8. Februar 2021 beantragte A dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 7. Januar 2021. Es sei ihm die bis am 10. April 2021 erteilte Aufenthaltsbewilligung zu belassen und ihm der weitere Aufenthalt in der Schweiz zu bewilligen. Eventualiter seien weitere SachverhaltsabklÃ¤rungen vorzunehmen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei die ihm angesetzte Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 7. MÃ¤rz 2021 aufzuheben und den Vorinstanzen vorsorglich zu verbieten, ihn aus der Schweiz wegzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, sofern ihr diese nicht schon von Gesetzes wegen zukomme, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Sachverhalt1">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 9. Februar 2021 hielt der AbteilungsprÃ¤sident fest, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt und antragsgemÃ¤ss anzumerken sei, dass wÃ¤hrend des Verfahrens alle Vollziehungsvorkehrungen zu unterbleiben haben. </p> <p class="Sachverhalt1">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 15. MÃ¤rz 2021 auf eine Vernehmlassung. Eine Beschwerdeantwort ging nicht ein. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessenÃ¼berschreitung oder Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden (§ 20 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der auslÃ¤ndische Ehegatte einer Schweizer BÃ¼rgerin hat Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn dieser mit ihr zusammenwohnt (Art. 42 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 [AIG]). Entscheidend ist damit nicht allein das formelle Eheband zwischen den Beteiligten, sondern der Bestand einer gelebten Wohn- und Ehegemeinschaft (BGE 136 II 113 E. 3.2). Bei intakter und gelebter Ehe lÃ¤sst sich ein entsprechender Aufenthaltsanspruch zudem auch auf das in Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) festgehaltene Recht auf Familienleben stÃ¼tzen.</p> <p class="Erwgung1">Eine auslÃ¤nderrechtlich relevante Ehegemeinschaft besteht solange, als die eheliche Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewille vorhanden ist, ansonsten sie infolge ZweckerfÃ¼llung im Sinn von Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG widerrufen werden kann. Dabei ist hauptsÃ¤chlich auf die nach aussen wahrnehmbare eheliche Wohngemeinschaft abzustellen (BGE 138 II 229 E. 2; BGE 137 II 345 E. 3.1.2). Getrennte Wohnorte schliessen bei fortbestehender Familien- respektive Ehegemeinschaft einen entsprechenden Bewilligungsanspruch nicht aus, wenn hierfÃ¼r wichtige GrÃ¼nde geltend gemacht werden kÃ¶nnen, so, wenn berufliche Verpflichtungen oder erhebliche familiÃ¤re Probleme eine <i>vorÃ¼bergehende</i> Trennung erfordern (Art. 49 AIG in Verbindung mit Art. 76 der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 [VZAE]).</p> <p class="Erwgung1">FÃ¼hren die geltend gemachten TrennungsgrÃ¼nde zu einer <i>dauerhaften</i> Trennung, liegt hingegen unabhÃ¤ngig vom Willen der Ehegatten und den geltend gemachten GrÃ¼nden kein wichtiger Grund fÃ¼r getrennte Wohnorte im Sinn von Art. 49 AIG und Art. 76 VZAE vor. PraxisgemÃ¤ss ermÃ¶glicht Art. 49 AIG in Krisensituationen nur kurze, vorÃ¼bergehende UnterbrÃ¼che der Wohn- und Lebensgemeinschaft (BGr, 16. Februar 2011, 2C_781/2010, E. 2.1.3). Die Anforderungen an den Nachweis des Fortbestands des Ehewillens und der ehelichen Gemeinschaft sind bei lÃ¤ngerfristigem Getrenntleben der Ehegatten besonders streng, da die Ausnahmebestimmungen von Art. 49 AIG und Art. 76 VZAE nicht den Sinn haben, den Ehepartnern von Schweizer BÃ¼rgern das Aufenthaltsrecht zu sichern, bis feststeht, dass die Ehe endgÃ¼ltig gescheitert ist. Bei einer Trennung von mehr als sechs bis zwÃ¶lf Monaten ist in der Regel unabhÃ¤ngig von den geltend gemachten GrÃ¼nden von einer definitiven Trennung und AuflÃ¶sung der bewilligungsrelevanten Ehegemeinschaft auszugehen und die Ehe ist spÃ¤testens mit dem Auszug eines Ehepartners aus der ehelichen Wohnung als aufgehoben zu betrachten (vgl. BGr, 18. Juli 2013, 2C_596/2013, E. 3.1; VGr, 27. Januar 2016, VB.2015.00769, E. 2.1; VGr, 9. Dezember 2013, VB.2013.00385, E. 2.2.2; vgl. auch BGE 136 II 113 E. 3.2 zur Massgeblichkeit einer "retrospektiven Berechnung" der Dauer der ehelichen Gemeinschaft).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, die Ehe sei noch nicht definitiv gescheitert. Er sei Ã¼berzeugt, dass er seine Ehe noch retten kÃ¶nne. Es treffe zu, dass seine Ehefrau dem Migrationsamt mit Mail vom 17. Juli 2020 und mit Schreiben vom 31. Oktober 2020 mitgeteilt habe, dass mit der Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft nicht zu rechnen sei. Weiter habe sie auch gesagt, dass sie sich definitiv scheiden lassen wolle und dafÃ¼r einen Anwalt engagiert habe. Die Ehefrau habe aber bis heute weder ein Scheidungs- noch ein Trennungsverfahren eingeleitet. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe sie sogar kontaktiert und angeboten, in ein gemeinsames Scheidungsbegehren einzuwilligen. Die Ehefrau habe aber bisher nicht auf dieses Angebot reagiert. Er sei Ã¼berzeugt, dass die bisherigen Ãusserungen zu einem Zeitpunkt erfolgt seien, als sie besonders wÃ¼tend auf ihn gewesen sei. Sie wolle sich doch nicht von ihm scheiden lassen, ansonsten sie schnell in ein gemeinsames Scheidungsbegehren eingewilligt hÃ¤tte. Es mÃ¼sse ihm daher die Zeit gegeben werden, seine Ehe zu retten.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer reiste am 8. MÃ¤rz 2018 in die Schweiz ein und heiratete am 11. April 2018 seine Schweizer Ehefrau. Die Ehegatten leben seit dem 15. Mai 2020 getrennt. Dass die Scheidung noch nicht vollzogen ist, Ã¤ndert nichts an dem Umstand, dass die Ehegatten seit einem Jahr getrennt leben. Der BeschwerdefÃ¼hrer hatte seither genÃ¼gend Zeit, seine Ehe wieder zu retten. Bei dieser Trennungsdauer ist unabhÃ¤ngig vom Ehewillen des BeschwerdefÃ¼hrers von einer definitiven Trennung auszugehen. </span>Es besteht nach dem Gesagten keine Aussicht auf Wiedervereinigung. Der BeschwerdefÃ¼hrer kann seinen derzeitigen Aufenthalt deshalb weder auf einen ehelichen Aufenthaltsanspruch noch auf das konventions- und verfassungsmÃ¤ssig geschÃ¼tzte Recht auf Familienleben stÃ¼tzen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Nach AuflÃ¶sung der Ehegemeinschaft besteht der Aufenthaltsanspruch fort, wenn die in der Schweiz gelebte Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und kumulativ die neu auf Gesetzesstufe verankerten Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt sind (Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG [vor dem 1. Januar 2019 in der VZAE und in der Verordnung Ã¼ber die Integration von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder in der Fassung vom 24. Oktober 2007, VIntA, geregelt]). Von einer Ehegemeinschaft im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG ist auszugehen, solange eine tatsÃ¤chlich gelebte eheliche Beziehung und ein gegenseitiger Ehewille vorliegen. Die Dreijahresfrist von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG gilt zudem gemÃ¤ss konstanter und gefestigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung aus GrÃ¼nden der Rechtssicherheit absolut, ohne dass hierin ein Ã¼berspitzter Formalismus auszumachen ist (vgl. zum Beispiel BGr, 26. MÃ¤rz 2018, 2C_281/2017, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Es ist unbestritten, dass die Ehe keine drei Jahre gedauert hat. Der BeschwerdefÃ¼hrer kann deshalb aus Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG keinen Anwesenheitsanspruch geltend machen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Auch wenn die Ehegemeinschaft in der Schweiz keine drei Jahre gedauert hat (und/oder die Integration nicht erfolgreich verlaufen ist), kann sich ein Aufenthaltsanspruch ergeben, wenn wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde einen weiteren Landesaufenthalt erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG, der sogenannte nacheheliche HÃ¤rtefall). Hierbei wird aufgrund der gesamten UmstÃ¤nde des Einzelfalls eine erhebliche IntensitÃ¤t der Konsequenzen fÃ¼r das Privat- und Familienleben vorausgesetzt, was namentlich vorliegen kann, wenn die betroffene auslÃ¤ndische Person Opfer ehelicher Gewalt wurde, die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefÃ¤hrdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AIG). Der nacheheliche HÃ¤rtefall muss sodann in KontinuitÃ¤t bzw. KausalitÃ¤t zur gescheiterten Ehegemeinschaft und dem damit verbundenen (abgeleiteten) Aufenthalt stehen (BGE 137 II 345 E. 3.2.3; VGr, 2. Oktober 2013, VB.2013.00349, E. 2.3.1). </p> <p class="Erwgung2">Im Ãbrigen gilt es, bei der Beurteilung der wichtigen persÃ¶nlichen GrÃ¼nde nach Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG sÃ¤mtliche Aspekte des Einzelfalls mitzuberÃ¼cksichtigen, wozu auch die UmstÃ¤nde, die zur AuflÃ¶sung der Gemeinschaft gefÃ¼hrt haben, gehÃ¶ren. Hat der Aufenthalt nur kÃ¼rzere Zeit gedauert und wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknÃ¼pft, lÃ¤sst sich ein Anspruch auf weiteren Verbleib nicht begrÃ¼nden, wenn die erneute Integration im Herkunftsland keine besonderen Probleme stellt. Entscheidend ist, ob die persÃ¶nliche, berufliche und familiÃ¤re Wiedereingliederung als stark gefÃ¤hrdet zu gelten hat und nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher wÃ¤re. Ein persÃ¶nlicher, nachehelicher HÃ¤rtefall setzt aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde eine erhebliche IntensitÃ¤t der Konsequenzen fÃ¼r das Privat- und Familienleben der auslÃ¤ndischen Person voraus, die mit ihrer Lebenssituation nach dem Dahinfallen der gestÃ¼tzt auf Art. 42 Abs. 1 bzw. Art. 43 Abs. 1 AIG abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung verbunden sind (BGE 138 II 229 E. 3.1, mit Hinweisen, unter anderem auf BGE 137 II 345 E. 3.2.1, 3.2.3). Insgesamt ist eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen (BGE 138 II 229 E. 3.2.1 f. mit zahlreichen Hinweisen; BGr, 11. April 2019, 2C_133/2019, E. 3.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, seine soziale Wiedereingliederung in seinem Heimatland sei stark gefÃ¤hrdet, da es aufgrund der in seinem Heimatland herrschenden MentalitÃ¤t nicht akzeptiert werde, wenn er alleine zurÃ¼ckkehre, obwohl er noch verheiratet sei. Er wÃ¼rde deshalb in seinem Heimatland ausgelacht werden und habe auch keine MÃ¶glichkeit, dort eine Familie zu grÃ¼nden. Es mÃ¼sse ihm daher mindestens die Zeit gegeben werden, sich in der Schweiz scheiden zu lassen. Er habe sich in der Schweiz innert kÃ¼rzester Zeit besonders gut integriert, was seine Wiedereingliederung im Heimatland zusÃ¤tzlich erschwere. Er habe stets die Rechtsordnung beachtet, die Werte der Schweizerischen Bundesverfassung respektiert, spreche gut Deutsch und habe hier viele Freunde. Er identifiziere sich betreffend Regeln und GebrÃ¤uchen mehr mit der Schweiz als mit Nordmazedonien. Bei der derzeit schwierigen Lage aufgrund der Corona-Pandemie und der hohen Arbeitslosigkeit in Nordmazedonien sei er im Falle einer baldigen RÃ¼ckkehr ohne Einkommen und ohne Arbeit. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>Entgegen der Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers lÃ¤sst sich ein nachehelicher HÃ¤rtefall im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Art. 50 Abs. 2 nicht ausmachen. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist erst im Alter von 24 Jahren in die Schweiz gekommen und lebt hier erst seit gut drei Jahren. Er ist mit der Sprache und den Gepflogenheiten seines Heimatlandes zweifellos nach wie vor bestens vertraut. DemgegenÃ¼ber ist er in der Schweiz noch nicht derart verwurzelt, dass ihm die Reintegration in seinem Heimatland nicht mehr zuzumuten wÃ¤re, wo er den Ã¼berwiegenden Teil seines Lebens verbracht hat. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, werden die vertieften sozialen Beziehungen zur hiesigen BevÃ¶lkerung nur behauptet, sind jedoch weder nachgewiesen noch angesichts der relativ kurzen Aufenthaltsdauer zu erwarten. Ebenso hat der BeschwerdefÃ¼hrer keinerlei Belege fÃ¼r die geltend gemachten guten Deutschkenntnisse eingereicht. Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass seine sprachliche, soziale und wirtschaftliche Integration nicht Ã¼ber Ã¼bliche Integrationserwartungen hinausgeht. Wie bereits dargelegt, ist eine erfolgreiche Integration bzw. die ErfÃ¼llung der Integrationskriterien nach Art. 58a AIG gemÃ¤ss Art. 50 Abs. 1 AIG kumulativ zu einem mindestens dreijÃ¤hrigen ehelichen Zusammenleben gefordert, weshalb die ErfÃ¼llung der Integrationskriterien und ein tadelloses Verhalten nicht ausreichen, einen nachehelichen HÃ¤rtefall im Sinn von Art. 50 Abs. 2 AIG zu begrÃ¼nden.</p> <p class="Urteilstext">Auch die geltend gemachten sozialen Wiedereingliederungsprobleme vermÃ¶gen keinen nachehelichen HÃ¤rtefall zu begrÃ¼nden. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat Ã¼ber die pauschale Behauptung hinaus, er wÃ¼rde ausgelacht werden, wenn er als verheirateter Mann alleine in sein Heimatland zurÃ¼ckkehre, keine konkreten UmstÃ¤nde seines Einzelfalles geschildert, weshalb er nach seiner RÃ¼ckkehr mit besonderen Problemen zu rechnen hÃ¤tte, und hat insbesondere keine Beweismittel eingereicht, welche eine solche Tatsachendarstellung stÃ¼tzen wÃ¼rden (vgl. BGr, 13. August 2015, 2C_2/2015, E. 2.4.2). Der BeschwerdefÃ¼hrer kann seinen weiteren Aufenthalt auch nicht darauf stÃ¼tzen, dass das Scheidungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist. <span>FÃ¼r die Erteilung einer zweckbedingten, zeitlich begrenzten Aufenthaltsbewilligung besteht kein Anlass, da Beginn und Dauer des Scheidungsverfahrens unklar sind und der BeschwerdefÃ¼hrer nach Abschluss des Verfahrens die Schweiz ohnehin verlassen mÃ¼sste. Soweit seine Anwesenheit fÃ¼r das Scheidungsverfahren erforderlich sein sollte, kann er besuchsweise in die Schweiz einreisen. </span></p> <p class="Erwgung1">Der Einwand des BeschwerdefÃ¼hrers, er kÃ¶nne wegen der globalen Covid-19-Pandemie nicht in seine Heimat zurÃ¼ckkehren, da er dort keine Arbeit finden werde, Ã¼berzeugt ebenfalls nicht: Der BeschwerdefÃ¼hrer befindet sich noch nicht sehr lange in der Schweiz; er ist mit den heimatlichen Gegebenheiten nach wie vor vertraut. Es ist ihm als jungem und gesundem Mann mÃ¶glich, in der Heimat wieder eine Existenz aufzubauen. Der blosse Umstand, dass die Wirtschaftslage in der Schweiz besser ist als im Heimatstaat, bildet keinen wichtigen persÃ¶nlichen Grund fÃ¼r einen Verbleib in der Schweiz. Die Covid-19-Pandemie und deren Auswirkungen stehen Ã¼berdies in keinerlei relevante Konnex zur frÃ¼heren Ehegemeinschaft des BeschwerdefÃ¼hrers in der Schweiz und betreffen diesen nicht stÃ¤rker als seine Landsleute in Nordmazedonien. Die wirtschaftlichen Auswirkungen und gesundheitlichen Risiken der Pandemie betreffen Ã¼berdies nicht nur Nordmazedonien, sondern auch die Schweiz. Es ist sodann weder ersichtlich noch wird geltend gemacht, dass der BeschwerdefÃ¼hrer einer durch das Virus besonders gefÃ¤hrdeten Risikogruppe angehÃ¶ren wÃ¼rde. Der Covid-19-Pandemie und den entsprechenden EinschrÃ¤nkungen wird damit lediglich bei der Ansetzung der Ausreisefrist Rechnung zu tragen sein, ohne dass sich hieraus ein HÃ¤rtefall oder ein dauerndes Vollzugshindernis im Sinn von Art. 83 AIG ergibt (vgl. auch BGr, 8. Juni 2020, 2C_301/2020, E. 4.2.3). </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b>Aufgrund der kinderlos gebliebenen, gescheiterten Ehe, des Integrationsstands des BeschwerdefÃ¼hrers und seines noch relativ kurzen Aufenthalts sind in der Schweiz auch keine in den Schutzbereich des Rechts auf Privat- und Familienleben fallenden Beziehungen zu erwarten (vgl. Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV; BGE 144 I 266 E. 3.9; BGr, 17. September 2018, 2C_441/2018, E. 1.3.1; BGr, 20. Juli 2018, 2C_1035/2017, E. 5.1 f.).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.3 </b>Ausserhalb des Anspruchsbereichs entscheiden die kantonalen MigrationsbehÃ¶rden nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen Ã¼ber die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Die Praxis des Migrationsamts, wonach eine Aufenthaltsbewilligung bei einer ehelichen Gemeinschaft, die weniger als drei Jahre in der Schweiz gelebt wurde, in der Regel nur dann im freien Ermessen (Art. 96 AuG) erneuert wird, wenn besondere individuelle UmstÃ¤nde einer Wegweisung entgegenstehen, hÃ¤lt vor dem Gesetz stand (VGr, 12. September 2012, VB.2012.00394, E. 3.2). Sodann besteht auch kein gewichtiges Ã¶ffentliches Interesse an seinem weiteren Aufenthalt in der Schweiz. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist bei der D AG als â¦ angestellt und gehÃ¶rt damit keiner besonders qualifizierten und schwer zu ersetzenden Berufsgruppe an. Es finden sich vorliegend keine Hinweise darauf, dass das Migrationsamt sein Ermessen in qualifizierter Form unrichtig ausgeÃ¼bt hÃ¤tte und sich dabei insbesondere von sachfremden Motiven hÃ¤tte leiten lassen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.4 </b>Sodann erscheinen weitere SachverhaltsabklÃ¤rungen nicht erforderlich und ist in antizipierter BeweiswÃ¼rdigung von einer persÃ¶nlichen Befragung des BeschwerdefÃ¼hrers sowie den weiteren beantragten Beweisabnahmen abzusehen. </p> <p class="Erwgung1"><span>Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen und steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG sowie § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung1">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit hinsichtlich des Aufenthalts ein Bewilligungsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. BGG zu erheben (vgl. BGr, 18. Juni 2007, 2D_3/2007 bzw. 2C_126/2007, E. 2.2; vgl. Art. 83 lit. c Ziffer 2 BGG). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.-</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.-</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann <span>im Sinn der ErwÃ¤gungen</span> Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>