<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00087</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106088&amp;W10_KEY=13013579&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00087</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.05.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 13.11.2001 gutgeheissen und den Entscheid des Verwaltungsgerichts aufgehoben. </td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der bedingten Entlassung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Massgebend für den Ablauf der absoluten Verjährungsfrist gemäss Art. 38 Ziff. 4 Abs. 6 StGB ist nicht der Zeitpunkt der Rechtskraft, sondern derjenige der Anordnung der Verfügung (E. 2). Ausnahmsweise Heilung der Verletzung des rechtlichen Gehörs hier zulässig, da der verfügenden Behörde kein Ermessen zustand und der Rekursinstanz keine engere Kognition zukommt (E. 3). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN">ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEILUNG">HEILUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOGNITION">KOGNITION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV">ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERJÃHRUNG">VERJÃHRUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 lit. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 38 lit. IV StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 38 lit. VI StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A, geboren 1949, wurde mit Urteil des Obergerichts des Kan­tons ZÃ¼rich vom 21. No­vember 1990 rechtskrÃ¤ftig zu 12 Monaten Zuchthaus abzÃ¼glich 31 Tage Untersu­chungshaft wegen wiederholter UrkundenfÃ¤lschung, betrÃ¼gerischen Kon­kurses etc. verur­teilt. Er trat am 15. Oktober 1991 seine Strafe an und wurde durch VerfÃ¼­gung der Direktion der Justiz des Kantons ZÃ¼rich vom 4. MÃ¤rz 1992 am 13. Mai 1992 be­dingt entlassen, unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Am 19. April 1999 verurteilte das Kantonsgericht St. Gallen A rechtskrÃ¤ftig we­gen Betrugs, Veruntreuung und UrkundenfÃ¤lschung zu einer GefÃ¤ngnis­strafe von 9 Mo­na­ten. SÃ¤mtliche Straftaten wurden innerhalb der Probezeit, welche im Zu­sammenhang mit der bedingten Entlassung ausgesprochen worden war, verÃ¼bt. Daraufhin widerrief das Ju­s­tizvollzugsamt des Kantons ZÃ¼rich, ohne vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung von A, mit VerfÃ¼gung vom 10. Mai 2000 die gewÃ¤hrte bedingte Entlassung und ord­nete den Vollzug des noch nicht ver­bÃ¼ssten Strafrestes von 123 Tagen Zuchthaus an.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>III. Gegen diese VerfÃ¼gung erhob A am 13. Juni 2000 unter ande­rem wegen Verlet­zung des rechtlichen GehÃ¶rs fristgerecht Rekurs, den die Justizdirektion mit VerfÃ¼gung vom 27. Juli 2000 abwies. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>IV. Mit Eingabe vom 30. August 2000 erhob A rechtzeitig Be­schwerde, die das Ver­waltungsgericht aufgrund der Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs mit Urteil vom 6. Ok­tober 2000 guthiess. Das Verwaltungsgericht hob den Beschluss der Vor­instanz auf und wies die Sache zur Wiederaufnahme des Rekursverfahrens an die Direktion der Justiz und des Innern zurÃ¼ck. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>V. Die Direktion der Justiz und des Innern setzte in Nachachtung der ErwÃ¤gungen des verwaltungsgerichtlichen Entscheides eine Nachfrist zur ErgÃ¤nzung der Rekursschrift an und stellte dem Vertreter von A die Akten zur Einsicht zu. Mit ergÃ¤nz­ter Eingabe vom 13. Dezember 2000 liess A innert erstreckter Frist erneut Rekurs gegen die VerfÃ¼gung vom 10. Mai 2000 erheben. Mit VerfÃ¼gung vom 31. Januar 2001 wies die Direktion der Justiz und des Innern den Rekurs ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>VI. Mit Eingabe vom 7. MÃ¤rz 2001 liess A fristgerecht dagegen Beschwerde am Verwaltungsgericht erheben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich verzichtete am 21./ 22. MÃ¤rz 2001 auf Vernehmlassung und verwies vollumfÃ¤nglich auf ihren Entscheid vom 31. Januar 2001. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Einzelrichterin zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. a) GemÃ¤ss § 43 Abs. 1 lit. g des Verwaltungsrechtspflegegesetzes in der Fassung vom 8. Juni 1997 (VRG) ist zwar die Beschwerde an das Verwaltungsgericht gegen Anord­nungen in Straf‑ und Polizeistrafsachen, einschliesslich Vollzug von Strafen und Massnah­men, grundsÃ¤tzlich unzulÃ¤ssig. Soweit jedoch die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offensteht, ist die Beschwerde gleichwohl zulÃ¤ssig (§ 43 Abs. 2 VRG; Art. 98a des Bundesrechtspflegegesetzes in der Fassung vom 4. Oktober 1991 [OG]).</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Die Frage des Widerrufs der bedingten Entlassung unterliegt der eidgenÃ¶ssischen Ver­waltungsgerichtsbeschwerde (vgl. Art. 97 ff. OG; GÃ¼nter Stratenwerth, Schweizeri­sches Strafrecht, Allgemeiner Teil II, Bern 1989, § 3 Rz. 90), woraus die ZulÃ¤ssigkeit der kantonalen Beschwerde folgt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>b) GestÃ¼tzt auf § 38 Abs. 2 lit. b VRG fÃ¤llt die Beurteilung dieser Streitsache in die einzelrichterliche Kompetenz.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>c) GemÃ¤ss § 55 VRG kommt der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <span><br/> </span> <p class="Einzug2"><span>2. a) Die Vorinstanz schÃ¼tzt in ihrem Entscheid den vom Amt fÃ¼r Justizvollzug an­geordneten Widerruf des bedingten Strafvollzugs unter Hinweis auf Art. 38 Ziff. 4 Abs. 1 Satz 1 StGB. Danach sei die RÃ¼ckversetzung des BeschwerdefÃ¼hrers in den Strafvollzug angesichts der verhÃ¤ngten und unbedingt zu vollziehenden Freiheitsstrafe von Ã¼ber drei Monaten fÃ¼r die wÃ¤hrend der Probezeit verÃ¼bten Taten zwingend. Der BeschwerdefÃ¼hrer wendet erneut dagegen ein, dass die VerfÃ¼gung innerhalb der VerjÃ¤hrungsfrist nach Art. 38 Ziff. 4 Abs. 6 StGB, insbesondere auch wegen der Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs, nicht rechtskrÃ¤ftig geworden und deshalb schon wegen VerjÃ¤hrung aufzuheben sei. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>b) Begeht die entlassene Person wÃ¤hrend der Probezeit eine strafbare Handlung, fÃ¼r die sie zu einer drei Monate Ã¼bersteigenden und unbedingt zu vollziehenden Freiheitsstrafe verurteilt wird, so ordnet die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde die RÃ¼ckversetzung an (Art. 38 Ziff. 4 Abs. 1 StGB). Nach Ziff. 4 Abs. 6 dieser Bestimmung ist der Vollzug der Reststrafe nicht mehr anzuordnen, wenn seit Ablauf der Probezeit 5 Jahre verstrichen sind.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Wie das Verwaltungsgericht bereits in seinem Entscheid vom 6. Oktober 2000 fest­stellte (VB.2000.00284, E. 2b) waren die Voraussetzungen fÃ¼r den Widerruf der beding­ten Entlassung gemÃ¤ss Art. 38 Ziff. 4 Abs. 1 StGB aufgrund der erneuten StraffÃ¤lligkeit des BeschwerdefÃ¼hrers wÃ¤hrend der Probezeit â welche zu einer Verurteilung von neun Monaten gefÃ¼hrt hat â erfÃ¼llt. Es ist unbestritten, dass das Amt fÃ¼r Justizvoll­zug am 10. Mai 2000, d.h. zwei Tage vor Fristablauf die RÃ¼ckversetzung des Be­schwerdefÃ¼hrers verfÃ¼gte. Streitig ist hingegen der massgebliche Zeitpunkt fÃ¼r die Einhaltung der VerjÃ¤h­rungsfrist nach Art. 38 Ziff. 4 Abs. 6 StGB. Der Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers vertritt die Auffassung, dass fÃ¼r die Einhaltung der absoluten VerjÃ¤hrungsfrist der Zeitpunkt der Rechtskraft der Anordnung massgebend ist. Der Beschwerde komme aufschiebende Wir­kung zu und es kÃ¶nne nicht angehen, dass diese im Einzelfall unbeachtet bleibe. Es wÃ¤re Sache des Gesetzgebers gewesen, etwas anderes anzuordnen und es kÃ¶nne nicht im Belie­ben der BehÃ¶rde stehen eine gesetzliche Bestimmung entgegen ihres Wortlauts auszulegen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Dem BeschwerdefÃ¼hrer kann hierin nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz folgt der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und dem Wortlaut des Gesetzes, wenn sie festhÃ¤lt, dass der Anordnungszeitpunkt und nicht der Zeitpunkt der rechtskrÃ¤ftigen Anordnung mass­­­gebend ist. Das Bundesgericht hielt in einem Entscheid ausdrÃ¼cklich fest, dass Art. 38 Ziff. 4 Abs. 6 StGB den besonderen Fall regle, in dem die RÃ¼ckversetzung infolge von Zeitablauf ânicht mehr <i>angeordnet</i> werdenâ kÃ¶nne (BGE 113 IV 49 E. 4b). Massgebend dafÃ¼r sei der RÃ¼ckversetzungsentscheid der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde (BGE 113 IV 49 E. 4b). Diese Meinung hat als einhellige Meinung von Lehre und Rechtsprechung zu gelten (Reto Andrea Surber, Das Recht der Straf­vollstreckung, Diss. ZÃ¼rich 1998, S. 347; JÃ¶rg Rehberg, Strafrecht II, 6.A., ZÃ¼rich 1994, S. 49; ders. Schweizerisches Strafgesetzbuch, 14. A., ZÃ¼­rich 1997, Art. 38 Ziff. 4 a.E.; Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurz­kom­mentar, 2. A., ZÃ¼rich 1997, Art. 38 N. 20). Wie das Verwaltungsgericht bereits in sei­nem Entscheid vom 6. Oktober 2000 (VB.2000.00284, E. 2b) festgehalten hat, muss sich lediglich der VerfÃ¼gungszeitpunkt innerhalb der FÃ¼nfjahresfrist befinden. Eine andere Aus­legung wÃ¼rde die vom Gesetzgeber festgelegte absolute Frist ungehÃ¶rig verkÃ¼rzen. Insbe­sondere Ã¤ndert auch die aufschiebende Wirkung nichts, an der durch das materielle Bun­des­recht bestimmten Massgeblichkeit des Anordnungszeitpunkts, sondern hindert le­diglich die Wirksamkeit der angefochtenen Anordnung bis zum Eintritt der Rechtskraft (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 25 N. 1). </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>AnzufÃ¼gen ist, dass die Expertenkommission in der Vorarbeit zur Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung zur Teilrevision des Schweizerischen Strafgesetz­buches vom 1. MÃ¤rz 1965 (BBl 1965 I 561) nur fÃ¼r den Artikel 41 StGB eine VerjÃ¤hrungs­bestimmung einfÃ¼gte. Der Bundesrat merkte jedoch an, dass eine analoge Regelung fÃ¼r Art. 38 StGB bedenkenswert sei. Die anschliessend auch in Art. 38 StGB ins Gesetz auf­genommene absolute VerjÃ¤hrungsfrist ist Ausdruck des Resozialisierungsgedankens schlechthin und berÃ¼cksichtigt, dass das Ã¶ffentliche Interesse an einer Ahndung nach einer gewissen Zeit weniger schwer wiegt als die persÃ¶nlichen Interessen des Privaten. Dies fin­det zudem Ausdruck darin, dass die Frist weder ruhen noch unterbrochen werden kann (Hans Schultz, EinfÃ¼hrung in den allgemeinen Teil des Strafgesetzbuches, Band II, 4. A., Bern 1982, S. 64). Infolgedessen wurde die Grenze auf fÃ¼nf Jahre festgelegt. Das Gericht verkennt nicht, dass die Anordnung der RÃ¼ckversetzung einen schweren Eingriff in die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse des BeschwerdefÃ¼hrers bedeuten und eine Anordnung kurz vor Ablauf der VerjÃ¤hrungsfrist als stossend empfunden werden kann. Es muss jedoch ange­fÃ¼gt werden, dass die Taten im Laufe der ihm angesetzten Probezeit begangen wurden und der BeschwerdefÃ¼hrer sich somit nicht bewÃ¤hrt hat. Auch wenn der BeschwerdefÃ¼hrer seit seiner letzten Verurteilung â gemÃ¤ss Akten â nicht mehr straffÃ¤llig geworden ist, entspricht die RÃ¼ckversetzung bei erneuter StraffÃ¤lligkeit innerhalb der Probezeit klar dem Willen des Gesetzgebers (Art. 38 Ziff. 4 StGB). Zudem entspricht â entgegen der Behauptung des Ver­­treters des BeschwerdefÃ¼hrers â die Anordnung der RÃ¼ckversetzung innert Frist auch eindeutig dem Wortlaut des Gesetzes. Art. 38 Ziff. 4 StGB bildet mithin eine genÃ¼gende gesetzliche Grundlage fÃ¼r den Eingriff in die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse des Beschwerde­fÃ¼hrers. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Der BeschwerdefÃ¼hrer lÃ¤sst weiter vorbringen, dass die VerjÃ¤hrungsfrist einge­treten wÃ¤re, hÃ¤tte die BehÃ¶rde nicht das rechtliche GehÃ¶r verweigert und somit eine RÃ¼ck­versetzung infolge Fristablaufs nicht mehr hÃ¤tte angeordnet werden kÃ¶nnen. Zu prÃ¼fen ist deshalb, ob auf Grund der Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs die Anordnung aufzuheben und damit die VerjÃ¤hrungsfrist eingetreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Das Verwaltungsgericht hat bereits in seinem Entscheid vom 6. Oktober 2000 eingehende ErwÃ¤gungen zur Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs und der ausnahmsweisen Heilung in diesem Fall vorgenommen (VB.2000.00284, E. 3). Zusammenfassend ist des­halb festzuhalten, dass ein Entscheid, welcher unter Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs zustande gekommen ist anfechtbar, jedoch nicht nichtig ist (BGE 120 V 362, Michele Al­bertini, Der ver­fassungsmÃ¤ssige Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Diss. Bern 2000, S. 450 ff.). Die Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs fÃ¼hrt grundsÃ¤tzlich zur Aufhebung des Entscheides, jedoch besteht nach bundesgerichtli­cher Rechtsprechung in AusnahmefÃ¤llen aufgrund der Beurteilung der konkreten Interes­senlage die MÃ¶glichkeit der Heilung des Mangels. Eine Heilung tritt insbesondere dann ein, wenn der Rekursinstanz dieselbe Kognition zukommt wie der verfÃ¼genden BehÃ¶rde und wenn der GehÃ¶rsanspruch in einem Punkt verletzt wurde, der auf den Ausgang des Verfahrens keinen Einfluss hat (BGE 124 II 132 E. 2d, 118 Ib 269 E. 3a, 117 Ib 481 E. 8a, 116 Ia 94 E. 2; RenÃ© Rhinow/Heinrich Koller/Christina Kiss, Ãffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel/Frankfurt a.M. 1996, N. 330; Albertini, S. 459, KÃ¶lz/Bosshart/ RÃ¶hl, § 8 N. 49; Arthur Haefliger, Alle Schweizer sind vor dem Gesetze gleich, Bern 1985, S. 146).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) In casu liegt ein solcher Ausnahmefall aufgrund der konkreten Interessenlage vor: Das Gesetz rÃ¤umt der verfÃ¼genden BehÃ¶rde kein Ermessen ein, sondern sieht die zwingende RÃ¼ckversetzung vor, falls die verhÃ¤ngte und unbedingt zu vollziehende Frei­heitsstrafe die Grenze von drei Monaten Ã¼bersteigt (Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. A., ZÃ¼rich 1997, Art. 38 N. 16, Strathenwerth, § 3 N. 82). Das Bundesgericht hat in einem Entscheid festgehalten, dass eine Stellungnahme des RÃ¼ckzuversetzenden trotz fehlenden Ermessens in jedem Fall erforderlich sei, um si­cherzustellen, dass GrÃ¼nde geltend gemacht werden kÃ¶nnen, die einer RÃ¼ckversetzung gleichwohl entgegenstehen kÃ¶nnten wie beispielsweise die Aufhebung oder Ãnderung des zugrundeliegenden Strafurteils, ein eingeleitetes Revisionsverfahren oder ein Irrtum in der Person (BGE 98 Ib 172 E. 2; vgl. auch Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. A., ZÃ¼rich 1997, Art. 38 N. 18, GÃ¼nter Stratenwerth, Schweizeri­sches Strafrecht, Allgemeiner Teil II, Bern 1989, § 3 N. 87). Das Bundesgericht hat jedoch die ausnahmslose AnhÃ¶rung im Falle der RÃ¼ckversetzung selber in einem Entscheid relativiert, in dem es festhielt, dass die Heilung der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r mÃ¶glich sei, wenn der Vorinstanz bei ihrem Entscheid kein Ermessen zustand und die Kog­nition der nachfolgenden Instanz nicht enger ist (BGE 106 IV 330 E. 3 S. 334). Hinzu kommt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer weder in der ergÃ¤nzten Rekursschrift noch in der Be­schwerdeschrift an das Verwaltungsgericht GrÃ¼nde vorbringt, die den vom Bundesgericht beispielhaft angefÃ¼gten entsprechen wÃ¼rden. Es wird einzig geltend gemacht, dass die RÃ¼ck­­versetzung in den Strafvollzug einen erheblichen Eingriff in die persÃ¶nlichen Ver­hÃ¤ltnisse des BeschwerdefÃ¼hrers bedeute und insoweit dem Resozialisierungsgedanken widerspreche. Wie bereits angefÃ¼gt verkennt das Verwaltungsgericht nicht, dass die RÃ¼ck­versetzung fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer einschneidende Konsequenzen haben wird. Da im Bereich der RÃ¼ckversetzung jedoch kein Ermessen besteht, bleibt kein Raum fÃ¼r die Be­rÃ¼cksichtigung solcher Vorbringen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der konkreten Interessenlage von der Heilung der GehÃ¶rsverletzung auszugehen ist. Somit ist die Anordnung der RÃ¼ckver­setzung des BeschwerdefÃ¼hrers rechtmÃ¤ssig und die Beschwerde dagegen abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Einzelrichterin:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>