<h2>SubmittedText<h2><p>Wir wissen, dass die letzten Urwälder der Erde durch Holzschlag und Brandrodung bedroht sind. Täglich werden enorme Flächen zerstört. Einzigartiger Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen mit Bäumen, die zum Teil mehr als tausend Jahre alt sind, verschwindet unwiederbringbar.</p><p>Dies gilt u. a. auch für den Lebensraum der Penan in Sarawak, Malaysia. Gemäss Informationen des Bruno-Manser-Fonds geht der Raubbau in dieser Region unvermindert weiter. Die Rechte der Ureinwohner auf einen intakten Lebensraum werden verletzt.</p><p>Eine der Möglichkeiten, wenigstens Teile dieser wertvollen Waldgebiete zu retten und der Urbevölkerung und der Nachwelt zu erhalten, ist die Schaffung von Biosphärenreservaten. Es ist bekannt, dass die Schweiz in der Vergangenheit versucht hat, die Schaffung solcher Reservate zu unterstützen. Konkrete Erfolge blieben aber bisher aus.</p><p>Wir bitten den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Ist der Bundesrat bereit, mit den verantwortlichen Behörden von Sarawak Gespräche betreffend die gemeinsame Schaffung eines Biosphärenreservates im Lebensraum der Penan aufzunehmen?</p><p>2. Zieht der Bundesrat die Möglichkeit in Betracht, den Verantwortlichen von Sarawak einen finanziellen Beitrag an die Kosten eines Biosphärenreservates zu leisten?</p><p>3. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, finanzielle Mittel bereitzustellen, um die Schaffung eines solchen Biosphärenreservates abzugelten?</p><p>4. Kann sich der Bundesrat vorstellen, gemeinsam mit anderen Staaten partnerschaftlich ein solches Biosphärenreservat in Sarawak zu realisieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die in der vorliegenden Interpellation geäusserten Sorgen um die fortschreitende Zerstörung der Urwälder der Erde, die einen einzigartigen Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen darstellen. Er teilt die Betroffenheit über die Zerstörung des Lebensraumes der Penan in Sarawak, Malaysia. Der Bundesrat setzt sich deshalb namentlich im Rahmen der Internationalen Tropenholz-Organisation (Itto) für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Tropenwälder ein. Daneben unterstützt er in verschiedenen Ländern, mit welchen er im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit Programme durchführt, Projekte zum Schutze der Biodiversität und zur nachhaltigen Nutzung der Wälder. Ferner prüft er die Unterstützung multilateraler Projekte im Bereich des Schutzes der Biodiversität und der nachhaltigen Nutzung von Tropenwäldern in Zusammenarbeit mit multilateralen Ausführungsinstitutionen wie beispielsweise der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), der Weltbank, der Weltwirtschaftskonferenz (Unctad), der Uno-Organisation für industrielle Entwicklung (Unido) und dem Internationalen Handelszentrum (ITC).</p><p>1. Der Bundesrat hat diesbezüglich bereits Schritte unternommen und der Regierung Malaysias die Bereitschaft signalisiert, im Rahmen der Itto Bestrebungen zum Schutze der Biosphäre auf Sarawak finanziell und technisch zu unterstützen. Bis heute hat es die Regierung Malaysias aber unterlassen, einen entsprechenden Projektvorschlag vorzubereiten und den Geberländern zur Finanzierung zu unterbreiten.</p><p>2. Der Bundesrat unterstützt im Rahmen der Itto bereits ein Projekt auf Sarawak, das die Waldzone "Lanjak-Entimau" an der Grenze zu Indonesien unter totalen Schutz stellt und gleichzeitig Inventare der dort lebenden Flora und Fauna erstellt. Um eine grössere zusammenhängende Schutzzone zu realisieren, werden in Kalimantan, auf der anderen Seite der Grenze, die Schaffung des Nationalparks "Bentuang Karimun" und die Untersuchung der dortigen Biodiversität unterstützt. Der Bundesrat ist - wie bereits erwähnt - bereit, im Rahmen der Itto weitere Projekte auf Sarawak zum Schutze der Biosphäre zu unterstützen, unter der Voraussetzung, dass sie den Qualitätsanforderungen der Schweiz für die Entwicklungszusammenarbeit gerecht werden.</p><p>3. Der Bundesrat unterstützt Projekte im Bereich Schutz der Biodiversität bzw. der Tropenwälder mit Geldern der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit, welche zu einem Teil für die Finanzierung von Projekten internationaler Organisationen vorgesehen sind.</p><p>Der Bundesrat ist ferner bereit abzuklären, inwieweit innerhalb der bestehenden Kredite andere Mittel für diesen Zweck bereitgestellt werden können.</p><p>4. Für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit verfolgt der Bundesrat eine Politik der geografischen Konzentration seiner Programme, um Synergien auszuschöpfen und um langfristige Partnerschaften aufzubauen. Dies schliesst eine direkte Beteiligung der Schweiz an einem bilateralen Programm in Malaysia aus.</p><p>Im Rahmen internationaler Organisationen, namentlich der Itto, kann es sich der Bundesrat aber vorstellen, gemeinsam mit anderen Staaten die Realisierung eines solchen Biosphärenreservates in Sarawak zu unterstützen. Das zur Beantwortung der zweiten Frage angeführte Projekt wurde beispielsweise von der Regierung Japans mitfinanziert.</p>  Antwort des Bundesrates.