<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, mit dem Gewicht des Geldgebers den Zielen von Open Access und Open Archives eine stärkere Unterstützung zu geben und die konsequente Umsetzung anzustreben. Die dafür notwendigen Regelungen sind zu evaluieren und die Entscheide aktiv zu vertreten. Datensicherheit, freie Zugänglichkeit und Suche im Internet sind im Sinne von Open Access und Open Archives zu regeln.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Unter dem Stichwort Open Access wird das freie und kostenlose Verfügbarmachen von Publikationen namentlich aus öffentlich finanzierter wissenschaftlicher Forschung verstanden. Herkömmlich wurden die exklusiven und unbefristeten Publikationsrechte an einen Verlag übertragen, der seinerseits die aufwendigen Prüfungsverfahren durchführt und dafür durch die Einnahmen aus den Abonnementen entschädigt wird.</p><p>Ausgangslage</p><p>Da auf die Qualitätskontrolle der publizierten Forschungsresultate trotz steigender Abonnementskosten nicht verzichtet werden kann, hat eine Bewegung mit Beteiligung aller europäischer Forschungsförderungsorganisationen unter dem Stichwort Open Access zwei alternative Vorgehen aufgezeigt:</p><p>1. Beim "grünen Weg" werden bei der Publikation die Rechte nicht mehr exklusiv und unbefristet einem Verlag übertragen. Stattdessen sollen die Resultate zusätzlich in institutionellen oder fachspezifischen, für jedermann offenen digitalen Archiven unentgeltlich zur Verfügung stehen. Diese Archive sollen durch einheitliche Daten- und Zugriffstandards übergreifende Suchen ermöglichen. Die Definition solcher Standards erfolgt unter der Leitung der Open-Archive-Initiative, worin beispielsweise das in der Motion genannte OpenAIRE eine technische Umsetzung in Europa plant. Zusätzlich können auch private Anbieter diese standardisierten Daten übernehmen (z. B. Google Scholar).</p><p>2. Beim "goldenen Weg" werden die Forschungsresultate direkt in kostenlos zugänglichen Open-Access-Zeitschriften publiziert. Die Entschädigung für die unverzichtbare Qualitätskontrolle wird von den Publizierenden über eine Gebühr bezahlt.</p><p>Stand der Umsetzung von Open Access in der Schweiz</p><p>Der Bund hat den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) beauftragt, die Entwicklung im Bereich Open Access zu verfolgen und geeignete Massnahmen zu ergreifen. Der SNF hat dazu verbindliche Bestimmungen erlassen, welche die Open-Access-Publikation zumindest auf dem "grünen Weg" verlangen. Den Forschenden ist es freigestellt, den "goldenen Weg" zu wählen, erhalten vom SNF bisher jedoch keinen Kostenbeitrag.</p><p>In seinem Mehrjahresprogramm 2012-2016 schlägt der SNF vor, dass Kosten für Open-Access-Publikationen auf dem "goldenen Weg" mittelfristig den normalen Forschungskosten in der Projekt- und Personenförderung angerechnet werden können. Würde diese Lösung umgesetzt, käme es zu einer Kostenverlagerung von den Hochschulbibliotheken (Abonnementskosten) zur Forschungsförderung (Projektkosten), was einen fundamentalen Wechsel in der wissenschaftlichen Publikationspraxis bedeuten würde.</p><p>Der eigentliche Aufbau und die Pflege der Archive erfolgen in der Verantwortung der Hochschulen. Eine Duplizierung der bestehenden Datenablagen beim SNF ist weder sachlich angezeigt noch effizient und hätte erhebliche Mehrkosten zur Folge. Bei der Langzeitarchivierung stellt sich die Frage nach der sichersten und kostengünstigsten Realisierung. Diesbezüglich klärt das Bundesarchiv zurzeit ab, in welcher Form es Hochschulen und Forschungsinstitutionen Dienstleistungen über die Archivierung hinaus für die langfristige Erhaltung wissenschaftlicher Publikationen (inkl. forschungsgenerierter Daten) anbieten kann. Ein solches Angebot würde im Rahmen gesetzlicher Regelungen den freien Zugang und Austausch dieser Daten einschliessen. Es müsste sich dabei um ein Dienstleistungsangebot (allenfalls unterstützt durch Informatikleistungen des Bundesamtes für Informatik und Telekommunikation) handeln, d. h., die entstehenden Kosten müssten im Grundsatz von den Hochschulen abgegolten werden.</p><p>Insgesamt werden nach Einschätzung des Bundesrates die Arbeiten im Bereich Open Access von den verantwortlichen Akteuren zielführend und effizient angegangen. Für den Bundesrat sind somit die Anliegen der Motion erfüllt, und es besteht zum jetzigen Zeitpunkt kein zusätzlicher Handlungs- und Regelungsbedarf im Sinne der Motion.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.