Kassationsgericht des Kantons Zürich Kass.-Nr. AA100113-P/U/ys Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz K uhn, Präsident, Andreas Donatsch, die Kassationsrichterinnen Sylvia Frei, Yvona Griesser und der Kassationsrichter Reinhard Oertli sowie der juristische Sekretär Markus Nietlispach Zirkulationsbeschluss vom 1. Juni 2011 in Sachen X. , ..., Kläger, Rekurrent und Beschwerdeführer gegen Y. AG , ..., Beklagte, Rekursgegnerin und Beschwerdegegnerin betreffend unentgeltliche Prozessführung / Prozesskaution Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Beschluss der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 8. September 2010 (LN100040/U) - 2 - Das Gericht hat in Erwägung gezogen: 1.a) Mit Verfügung vom 15. April 2010 erte ilte die Einzelrichterin im summa- rischen Verfahren des Bezirkes Q. der Beschwerdegegnerin (Aberkennungsbe- klagte und Rekursgegnerin) in der gegen den Beschwerdeführer (Aberkennungs- kläger und Rekurrent) erhobenen Betreibu ng Nr. 13322 des Betreibungsamts A. (Zahlungsbefehl vom 7. Dezember 2009) pr ovisorische Rechtsöffnung für die Be- träge von Fr. 250'000.-- nebst Zins und Fr. 150'000.-- nebst Zins sowie für weitere Kosten (BG act. 2 = BG act. 4/6). Dar aufhin klagte der Beschwerdeführer mit Ein- gabe vom 5. Mai 2010 beim Bezirksgericht Q. (Erstinstanz) auf Aberkennung der in Betreibung gesetzten Forderung (B G act. 1). Im Rahmen des damit angehobe- nen Verfahrens stellte er sodann ein Ge such um Bewilligu ng der unentgeltlichen Prozessführung (BG act. 10), welches mi t erstinstanzlichem Beschluss vom 26. Juli 2010 wegen mangelnder Mitwirkung bei der Darlegung seiner finanziellen Verhältnisse bzw. mangels rechtsgenügend en Nachweises der Mittellosigkeit ab- gewiesen wurde; zugleich wurde dem Beschwerdeführer in Anwendung von § 73 Ziff. 3 ZPO/ZH eine zwanzigtägige Frist zur Leistung einer Prozesskaution von Fr. 55'000.-- angesetzt (BG act. 16 = OG act. 3). b) Den bezirksgerichtlichen Entscheid focht der Beschwerdeführer rechtzei- tig mit Rekurs an (OG act. 2). Am 8. S eptember 2010 beschloss die I. Zivilkam- mer des Obergerichts des Kantons Zürich (Vorinstanz), den Rekurs in Bestäti- gung des erstinstanzlichen Zwischenbeschlu sses unter Kostenfolgen zulasten des Beschwerdeführers sowie unter Neuan setzung der Kautionsfrist abzuweisen. Ferner wies sie auch das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung für das Rekursverfahren ab (OG act. 10 = KG act. 2). c) Gegen diesen den Parteien am 10. September 2010 zugestellten (OG act. 11/1-2) obergerichtlichen Beschluss richtet sich die vorliegende Nichtigkeitsbe- schwerde vom 9. Oktober 2010 (KG act. 1). Darin beantragt der Beschwerdefüh- rer die vollumfängliche Aufhebung des ang efochtenen Entscheids und – im Sinne - 3 - eines neuen Sachentscheids – die Gewä hrung der unentgeltlic hen Prozessfüh- rung. Mit Präsidialverfügung vom 11. Oktober 2010 wurden die vorinstanzlichen Akten beigezogen (s.a. KG act. 4 und 7) un d der Beschwerde (von Amtes wegen) aufschiebende Wirkung verliehen (KG act. 5). Die Vorinstanz hat ausdrücklich auf Vernehmlassung und die Beschwerdegegnerin auf Beantwortung der Beschwerde verzichtet (KG act. 9 und 10). 2. Seit dem 1. Januar 2011 steht die Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO) in Kraft. Für Verfahren, die bei deren Inkrafttreten bereits rechtshängig sind, gilt gemäss Ar t. 404 Abs. 1 ZPO das bisherige Verfah- rensrecht bis zum Abschluss vor der bet reffenden Instanz weiter. Für das vorlie- gende Beschwerdeverfahren gelangen daher die Bestimmungen der (auf den 31. Dezember 2010 aufgehobe nen) zürcherischen ZPO vom 13. Juni 1976 (ZPO/ZH) wie auch des Gerichtsverfa ssungsgesetzes vom 13. Juni 1976 (GVG) weiterhin zur Anwendung. Ebenso ist mit Bezug auf die Beurteilung der erhobe- nen Rügen das bisherige Prozessrecht heranzuziehen, weil im Beschwerdever- fahren zu prüfen ist, ob der angefochtene Entscheid im Zeitpunkt der Fällung mit einem der in § 281 ZPO/ZH bezeichneten Nichtigkeitsgründe behaftet war. Und schliesslich richten sich auch die Nebenfolgen des Kassationsverfahrens (insbe- sondere die Gerichtsgebühr) betragsmässi g nach dem bisherigen Recht, d.h. nach der obergerichtlichen Verordnung über die Gerichtsgebühren vom 4. April 2007 (aGGebV) (vgl. § 23 der Gebührenver ordnung des Obergerichts [GebV OG] vom 8. September 2010). 3. Beim angefochtenen Beschluss handel t es sich um einen Rekursent- scheid, der zufolge Anfechtung eines prozessleitenden Entscheids der Erstinstanz ergangen ist (vgl. § 271 Abs. 1 Ziff. 4 ZPO/ZH). Als solcher fällt er unter die in § 281 ZPO/ZH erwähnten "Rekursentschei de", womit seine Beschwerdefähigkeit ohne Weiteres zu bejahen ist (Frank/Sträu li/Messmer, Kommentar zur zürcheri- schen Zivilprozessordnung, 3. A., Zürich 1997, N 10 zu § 281; von Rechenberg, Die Nichtigkeitsbeschwerde in Zivil- und Strafsachen nach zürcherischem Recht, 2. A., Zürich 1986, S. 5; S pühler/Vock, Rechtsmittel in Zivilsachen im Kanton Zü-- 4 - rich und im Bund, 1. A., Zürich 1999, S. 62). Auch liegt kein Ausschlussgrund ge- mäss § 284 ZPO/ZH vor, und die Beschwerde wurde innert gebotener Frist einge- reicht (vgl. § 287 ZPO/ZH und §§ 191-193 GV G). Im Übrigen hat der Beschwer- deführer für das Kassationsverfahren keine Kaution zu leisten, nachdem er gel- tend macht, es sei ihm zu Unrecht die une ntgeltliche Prozessführung verweigert worden (vgl. § 75 Abs. 1 und 2 ZPO/ZH). 4. Der Beschwerdeführer ersucht (zumindest sinngemäss) auch für das Kas- sationsverfahren um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (KG act. 1 S. 3). a) Gemäss § 84 Abs. 1 ZPO/ZH (sowie nach Art. 29 Abs. 3 Satz 1 BV) wird einer Partei, der die Mitte l fehlen, um neben dem Lebens unterhalt für sich und ihre Familie die Gerichtskosten aufzubringen, in einem für sie nicht aussichtslosen Zivilprozess die unentgeltliche Prozessführ ung bewilligt. Der Anspruch auf unent- geltliche Prozessführung unterliegt somit zwei kumulativen Voraussetzungen: Mit- tellosigkeit der gesuchstellenden Partei und Nichtaussichtslosigkeit des von ihr angestrengten Prozesses bzw. Rechtsmittelverfahrens. b) Aus den nachstehend (Erw. 6-7) im Einzelnen darzulegenden Gründen muss die vorliegende Beschwerde (KG ac t. 1) schon aufgrund einer summari- schen Vorabbeurteilung als von Anfang an au ssichtslos im Sinne von § 84 Abs. 1 ZPO/ZH und Art. 29 Abs. 3 BV betrachte t werden (vgl. dazu Frank/Sträuli/Mess- mer, a.a.O., N 21a zu § 84; Meichssner , Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 BV], Base l 2008, S. 99 ff.; BGE 129 I 135 f.; 128 I 236; 125 II 275 m.w.Hinw.; Pra 2006 Nr. 102, Er w. 2.1; 2009 Nr. 30, Erw. 2.1; ZR 101 Nr. 14, Erw. 3; 69 Nr. 29; s.a. RB 1997 Nr. 76; BGer 1P.345/2004 vom 1.10.2004, Erw. 4.3; 4P.300/ 2005 vom 15.12.2005, Erw. 3. 1). Damit fehlt es be- züglich des Kassationsverfahrens aber an einer der beiden Voraussetzungen für die Gewährung des prozessualen Armenr echts. Dem Gesuch kann folglich – un- abhängig von der finanz iellen Situation des Beschwe rdeführers, deren nähere Prüfung sich daher erübrigt – schon mangels hinreichender Erfolgsaussichten der Beschwerde nicht entsprochen werden. - 5 - 5. Die Vorinstanz verwies in ihrer Entscheidbegründung zunächst in Anwen- dung von § 161 GVG auf die Ausführungen der Erstinstanz zu den Voraussetzun- gen der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Ergänzend dazu begründe- te sie, weshalb sie nicht gehalten sei, dem Beschwerdeführer (nochmals) Gele- genheit zur vollständigen Darl egung seiner finanziellen Verhältnisse zu geben (KG act. 2 S. 3, Erw. II/1). Alsdann gab sie die Argumente wieder, mit denen die Erstinstanz dem Beschwerdeführer vorhiel t, seine finanzielle Situation nur unge- nügend dargelegt und mit seinen Ausf ührungen nicht glaubhaft gemacht zu ha- ben, dass er mittellos sei (KG act. 2 S. 3 f., Erw. II/2). Im Anschluss daran setzte sich die Vorinstanz mit den rekursweise erhobe- nen Einwänden des Beschwerd eführers auseinander. Dabei hielt sie dem Be- schwerdeführer vor, mit Ausnahme der Behauptung, er könne keinen Kredit bean- tragen, mit keinem Wort auf die Erwägungen der Erstinstanz einzugehen. Zudem reiche er auch im Rekur sverfahren die gewünschten Be lege nicht nach, obschon aus dem erstinstanzlichen Entscheid deutlich hervorgehe, inwiefern die Darlegung seiner finanziellen Verhältnisse der Klärung bedürfe. Auch nehme der Beschwer- deführer keine Stellung zu den erstinstanzlichen Erwägungen betreffend Neben- einkommen und Eigenkapital. Er mache zwar geltend, aus den vor Erstinstanz eingereichten Belegen gehe hervor, dass er Schulden über Fr. 1'800'000.-- habe. Welche Belege er allerdings meine, se i unklar. Aus der Steuererklärung 2008 gehe hervor, dass der Beschwerdeführer Schulden in der Höhe von rund Fr. 1'600'000.-- habe. Allerdings fehle das Schuldenverzeichnis und der Be- schwerdeführer tue nicht dar, woher dies e Schulden rührten und ob bzw. in wel- cher Höhe er regelmässige Abzahlungen leiste. Gemäss Bilanz per 31. Dezember 2008 stünden den Schulden Aktiven von Fr . 1'733'912.21 gegenüber. Inwiefern der neu eingereichte Darlehensvertrag zwischen der Beschwerdegegnerin und der Z. AG vom 5. Mai 2005 (OG act. 4) zu r Darlegung seiner finanziellen Verhält- nisse von Belang sein solle, sei ebenfalls nicht klar. Überdies mache der Be- schwerdeführer sinngemäss geltend, da ss dieses Darlehen gar nie ausbezahlt worden sei und damit auch, dass diesbezüg lich keine Schuld bestehe. Dass er aber dennoch am 4. Dezember 2007 eine Schuldanerkennung über Fr. 400'000.-- unterschrieben habe, mit der er bestätigt habe, für Schulden zwischen der Be-- 6 - schwerdegegnerin und der Z. AG solidarisch zu haften, sei widersprüchlich. Ob es sich beim Konto der Post Finance um das einzige klä gerische Konto handle, sei ebenfalls unklar, da das Wertschriftenver zeichnis den eingerei chten Steuererklä- rungen nicht beiliege. Mangels nachvollzi ehbarer Darlegung de r finanziellen Ver- hältnisse weder vor Erstinstanz nach en tsprechender detaillie rter Aufforderung noch im Rekursverfahren sei das kläger ische Gesuch um Gewährung der unent- geltlichen Prozessführung wege n Verletzung der Mitwirkungspflicht abzuweisen (KG act. 2 S. 4 f., Erw. II/3.1-3.2). Hinsichtlich der Kautionshöhe stellte di e Vorinstanz fest, dass diese vom Beschwerdeführer nicht beanstandet wer de. Aufgrund des Streitwerts von Fr. 400'000.-- erscheine sie auch nicht al s offensichtlich unangemessen. Der Re- kurs sei somit vollumfänglich abzuweis en, wobei die Kost en des Rekursverfah- rens ausgangsgemäss dem Beschwerdef ührer aufzuerlegen und dessen sinnge- mässes Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung für das Re- kursverfahren zufolge Aussichtslosigkeit des Rekurses abzuweisen seien (KG act. 2 S. 5 f., Erw. II/3.3 und III). 6. Angesichts der Ausgestaltung se iner hiegegen gerichteten Beschwerde ist der Beschwerdeführer auf die besondere Natur des Kassationsverfahrens (als ausserordentliches Rechtsmittelverfahren) hi nzuweisen. Dieses stellt keine (hier: drittinstanzliche) Fortsetzung des Verfahren s vor dem Sachrichter dar. Insbeson- dere hat die Kassationsinstanz keine umfassende Prüfungsbefu gnis und -pflicht bezüglich des gesamten Prozessstoffes sow ohl in rechtlicher wie auch tatsächli- cher Hinsicht. Sie hat vielmehr allein zu prüfen, ob der angefochtene Entscheid aufgrund des bei der Vorins tanz gegebenen Aktenstandes an einem besonderen Mangel, nämlich einem Nichtigkeitsgrund im Sinne von § 281 Ziff. 1-3 ZPO/ZH leidet. Letzteren muss der Nichtigkeitskläger in der Beschwerdeschrift selbst nachweisen (§ 288 Abs. 1 Ziff. 3 ZPO/Z H). Gemäss § 290 ZPO/ZH werden ledig- lich die geltend gemachten Nichtigkeitsgründe überprüft (sog. Rügeprinzip). Um den ihm obliegenden Nachweis eines Nichtigkeitsgrundes zu erbringen, hat sich der Nichtigkeitskläger konkret mit dem angefochtenen (hier: obergerichtli- chen Rekurs-)Entscheid und den ihn tragenden Erwägungen auseinanderzuset-- 7 - zen und hierbei darzulegen, inwiefern diese mit einem Mangel im Sinne von § 281 ZPO/ZH behaftet seien. Die blosse Verweisung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen hi efür nicht. Ebenso wenig lässt sich ein Nichtig- keitsgrund rechtsgenügend dartun, indem in appellatorischer Weise bloss die Richtigkeit der vorinstanzlichen Auffassung in Abrede gestellt und dieser (allen- falls) die eigene, abweichende Ansicht entgegengestellt oder allgemeine Kritik am Verfahren oder Entscheid der Vorinstanz geübt wird. Vielmehr sind in der Be- schwerdebegründung die angefochtenen Stellen des vorinstanzlichen Entscheids genau zu bezeichnen und diejenigen Stellen in den vorinstanzlichen Akten, aus denen sich ein Nichtigkeitsgrund ergeben soll, im Einzelnen anzugeben. So muss beispielsweise, wer die vorinstanzliche Beweiswürdigung als wi llkürlich im Sinne von § 281 Ziff. 2 ZPO/ZH rügt, in der Be schwerde genau darlegen, welche wo (in den vorinstanzlichen Erwägungen) getro ffenen tatsächlichen Annahmen des an- gefochtenen Entscheids aufgrund welcher (präzis zu nennenden) Aktenstellen willkürlich sein sollen. Wird Aktenwidrigkeit einer tatsächlichen Annahme behaup- tet, so sind neben der bem ängelten Stelle im angefochtenen Entscheid ebenfalls die Bestandteile der Akten, die nicht oder nicht in ihrer wahren Gestalt in die Be- weiswürdigung einbezogen worden sein sollen, genau anzugeben. Ebenso muss, wer einwendet, bestimmte Vorbringen seien zu Unrecht nicht berücksichtigt oder behandelt worden, sagen, wo (Aktenstelle) er diese vorgetragen hat. Schliesslich ist bei Berufung auf § 281 Ziff. 1 ZPO/ZH hi nreichend präzis aufzuzeigen, inwie- fern welcher wesentliche Verfahrensgrundsatz verletzt worden bzw. worin ein ver- fahrensrechtlicher Mangel zu erblicken sei. Es ist mithin nicht Sache der Kassati- onsinstanz, in den vorinstanzlichen Akten nach den Grundlagen des geltend ge- machten (oder gar eines anderen möglichen ) Nichtigkeitsgrundes zu suchen (vgl. zu den formellen Anforderungen an ei ne Beschwerdebegründung auch von Re- chenberg, a.a.O., S. 16 ff.; Spühler/Vock, a. a.O., S. 56 f., 72 f.; s.a. Frank/Sträuli/ Messmer, a.a.O., N 4 zu § 288). Erfüllt die Beschwerde (als Ganzes) oder einzel- ne der darin erhobenen Rügen diese (als Rechtsmittelvoraussetzung von Amtes wegen zu prüfenden) Begründungsanforderungen nicht, kann auf die Beschwerde oder die entsprechenden Vorbringen nicht eingetreten werden. - 8 - Aus dem Wesen der Nichtigkeitsbeschwerde folgt, dass neue tatsächliche Behauptungen, Einreden, Bestreitungen und Beweise, di e eine Vervollständigung des Prozessstoffes bezwecken, über den der erkennende (Sach -)Richter zu ent- scheiden hatte, im Beschwerdeverfahren ni cht zulässig sind (sog. Novenverbot; vgl. Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 4a zu § 288 [und N 7b zu § 115]; Spüh- ler/Vock, a.a.O., S. 75; von Rechenberg, a.a.O., S. 17/18; Walder-Richli/ Grob-Andermacher, Zivilprozessrecht, 5. A. , Zürich/Basel/Genf 2009, § 39 Rz 65; ZR 76 Nr. 26; RB 1996 Nr . 121). Deshalb geht es bei der Anfechtung von Ent- scheiden, mit denen der be schwerdeführenden Partei die unentgeltliche Prozess- führung wegen Verletzung der Mitwirkungs pflicht bzw. mangels Glaubhaftma- chung der Mittellosigkeit verweigert wurde, auch nicht an, die Vorbringen zu den finanziellen Verhältnissen im Kassation sverfahren zu vervollständigen und ent- sprechende Belege nachzureichen. Die Beschwerde ist vielmehr aufgrund des Aktenstandes zu beurteilen, wie er vor Vorinstanz bestand. 7. Die vorliegende Eingabe (KG act. 1) vermag den eben skizzierten gesetz- lichen Anforderungen an die Begründung einer Nichtigke itsbeschwerde, welche zumindest in ihren wesentlichen Grundzügen auch von einer rechtsunkundigen Partei zu beachten sind, nicht zu genügen: a) Zwar macht der Beschwerdeführer sinngemäss geltend, die Vorinstanz habe ihm die unentgeltliche Prozessf ührung in Missachtung von § 84 ZPO/ZH und Art. 29 Abs. 3 BV verweigert und ihm insbesondere zu Unrecht vorgeworfen, er sei seiner Mitwirkungspflicht nicht genügend nachgekommen. Damit rügt er die Verletzung eines wesentlichen Verfahrensgrundsatzes im Sinne von § 281 Ziff. 1 ZPO/ZH (vgl. von Rechenberg, a.a.O., S. 27; Spühler/Vock, a.a.O., S. 67; Frank/ Sträuli/Messmer, a.a.O., N 24 zu § 281). In der Beschwerdeschrift fehlen aber konkrete Hinweise auf bestimmte Er wägungen im angefochtenen Beschluss oder auf andere Stellen in den vorinstanzlichen Akten, aus denen sich der behauptete Nichtigkeitsgrund ergeben soll. Das hat zur Folge, dass unklar bleibt, welche Er- wägungen der Vorinstanz der Beschwe rdeführer überhaupt be anstandet bzw. wogegen sich die Beschwerde im Einzel nen richtet. Zudem lassen seine Ausfüh- rungen – von einer Ausnahme abgesehen (dazu nachstehende lit. b) – auch in in-- 9 - haltlicher Hinsicht jedwelche argumentative Auseinandersetzung mit der von der Vorinstanz gegebenen Begründung für die Verweigerung der unentgeltlichen Pro- zessführung vermissen; darauf geht die Beschwerde nicht näher ein. b) Einen gewissen inhaltlichen Bezug zur vorinstanzlichen Begründung lässt einzig der Einwand erk ennen, wonach der Beschwerdef ührer die Buchhaltungen und Steuererklärungen 2007 und 2008 eingereicht ha be und aus seiner landwirt- schaftlichen Buchhaltung das "ganze Gesc häft" inklusive Nebenerwerb, Privat- verbrauch, Versicherungs- und Krankenkassenprämien etc. ersichtlich sei (KG act. 1 S. 2, Ziff. 1). Dabei legt der Beschwerdeführer aber nicht rechtsgenügend dar, welchen vorinstanzlichen Vorhalt er mit dieser Rüge entkr äften will, wo (kon- krete Aktenstellen) er welche von der Vo rinstanz zu Unrecht nicht zur Kenntnis genommenen Einkommens- und Bedarfspositionen vorgetragen und wo er zu de- ren Untermauerung welche Belege eingereich t habe (vgl. BG act. 16 S. 2 in Ver- bindung mit KG act. 2 S. 4/5). Damit erschöpft sich seine insoweit zu pauschal gehaltene Rüge der Sache nach in rein appel latorischer Kritik am Vorwurf, er ha- be seine Mitwirkungspflicht bezüglich der schlüssigen Darlegung seiner finanziel- len Verhältnisse verletzt, ohne dass dieser Vorwurf in einer den formellen Anfor- derungen von § 288 ZPO/ZH genügenden Weise widerlegt würde. c) Statt sich konkret mit den ent scheidrelevanten Argum enten der Vorin- stanz (d.h. mit dem Vorwurf, er habe di e ihm obliegende Mitwirkungspflicht ver- letzt) auseinanderzusetzen und diese unter Verweisung auf konkrete Aktenstellen zu widerlegen, erklärt der Beschwerdeführ er in seinen übri gen Ausführungen einerseits, dass eine "Prozessentschädigung " (gemeint wohl: Pflicht zur Leistung einer Prozesskaution) zu einer Neuv erschuldung und damit zu einer unzumutba- ren Härte für seine Familie führen würde (KG act. 1 S. 2, Ziff. 2). Andererseits wiederholt er im Wesentlichen seinen Standpunkt, wonach die in Betreibung ge- setzte Darlehensschuld gar nicht bestehe und die sie verbriefenden Dokumente "nur Verträge ohne realen Hintergrund" darstellten. Die zur Untermauerung dieser Behauptung neu eingerei chten Belege (KG act. 3/1-9) fallen allerdings unter das Novenverbot und sind für die Beurteilung der Beschwerde deshalb von vornherein unbeachtlich. Zudem weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass zurzeit ein - 10 - (weiterer) Prozess gegen seine Ehefrau geführt werde, in dem es ebenfalls darum gehe, ob ein Vertrag echt sei oder nicht. Fa lls in diesem Prozess seine Argumen- tation geschützt werde, sei "die Vor aussetzung geschaffen, dass mit anderen sol- chen Dokumenten ebenso verfahren" werde. Seines Erachtens müsse deshalb zunächst der Entscheid in jenem Verfahren abgewartet werden (KG act. 1 S. 2, Ziff. 3-5). Und schliesslich sei der Be schwerdeführer mangels Vermögens und hinreichenden Einkommens nicht in der L age, ein fiktives Darlehen, das er nie- mals empfangen habe, zurückzuzahlen (KG act. 1 S. 2 unten). Mit diesen Ausführungen, di e sich primär zur materiellen Rechtslage und zu den Prozessaussichten äussern, lässt sich jedoch kein Nicht igkeitsgrund nach- weisen. Denn die Vorinstanz hat (neben der in der Beschwerdeschrift nicht bean- standeten Kautionshöhe) nur die Frage der Mittellosigkeit geprüft. Die in der Be- schwerde thematisierten Erfolgschancen der Klage wurden demgegenüber (man- gels Entscheidrelevanz) nicht beurteilt. Folglich können sie auch nicht zum Ge- genstand des Kassationsverfahrens gemacht werden. Insoweit zielen die Vorbrin- gen des Beschwerdeführers an der Sache vorbei. 8. Mangels rechtsgenügender Begründung kann somit nicht auf die Be- schwerde eingetreten werden (§ 288 ZPO/ZH) . Damit entfällt die ihr verliehene aufschiebende Wirkung, und dem Beschwerdef ührer ist die von der Vorinstanz angesetzte, durch den Suspensiveffekt j edoch in ihrem Lauf gehemmte Frist zur Bezahlung der Prozesskaution für das erst instanzliche Verfahren neu zu eröffnen (vgl. von Castelberg, Zur aufschiebenden Wirkung bei der Zürcher Kassationsbe- schwerde, in: Recht und Rechtsdurchsetz ung, Festschrift für Hans Ulrich Walder zum 65. Geburtstag, Zürich 1994, S. 295/296; s.a. von Rechenberg, a.a.O., S. 22; Spühler/Vock, a.a.O., S. 78; Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 2a zu § 291). 9.a) Gemäss der allgemeinen Regel v on § 64 Abs. 2 ZPO/ZH, die auch im Rechtsmittelverfahren gilt, werden die Gerichtskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Sie bestehen in einer sämt liche Kosten abdeckenden Gerichtsgebühr (§ 2 Abs. 3 aGGebV), die, ausgehend von einem (V erfahrens-)Streitwert von Fr. 400'000.--, nach § 4 Abs. 1 aGGebV zu bemessen und gemäss § 4 Abs. 2, § 10 Abs. 1 (analog) sowie – praxisgemäs s – § 7 aGGebV erheblich zu reduzie-- 11 - ren ist (s.a. § 13 Abs. 1 und 2 aGGebV). Als unterliegende Partei ist auch der (Rechtsmittel-)Kläger zu behandeln, auf dessen Klage (resp. Rechtsmittel) nicht eingetreten wird (Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. A., Zürich 1979, S. 406, Anm. 6/a; Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 18 zu § 64). Da der Be- schwerdeführer mit seiner Nichtigkeitsbeschwerde in diesem Sinne unterliegt, hat er die Kosten des Kassationsverfahrens zu tragen. b) Der Beschwerdegegnerin, welche di e Beschwerde nicht beantwortet hat (vgl. KG act. 10), sind vor Kassationsgericht keine entschädigungspflichtigen Kos- ten und Umtriebe im Sinne von § 68 Abs. 1 ZPO/ZH entstanden. Es ist ihr des- halb keine Prozessentschädigung zuzusprechen. 10. Der vorliegende Beschluss schliesst den Prozess (als solchen) nicht ab. Es handelt sich (in der Terminologie des BGG) somit um einen Zwischenent- scheid im Sinne von Art. 93 BGG in einer vermögensrechtlichen Zivilsache, deren (Rechtsmittel-)Streitwert Fr. 400'000.-- beträgt (Art. 51 Abs. 1 lit. c BGG). Damit – und weil der (bundesrechtliche) Rechts weg gegen Zwischenentscheide dem in der Hauptsache zulässigen Rechtsmittel fo lgt (vgl. BGer 5A_85/2007 vom 17.4. 2007, Erw. 1.2; 5A_464/ 2007 vom 25.10.2007, Erw. 1. 2; 5A_531/2007 vom 9.11. 2007, Erw. 1.2; s.a. BGE 133 III 647 f., Erw. 2.2) – unterliegt der kassationsge- richtliche Beschluss aus den in Art. 95 ff. BGG genannten (Rüge-)Gründen der Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. BGG an das Bu ndesgericht (s.a. Art. 74 Abs. 1 BGG). Seine selbstständige Anfechtbarkeit setzt jedoch voraus, dass er einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG). Das bejaht die höchstrichterliche Pr axis in Fällen der vorliegenden Art (Verweigerung der unentgeltlichen Proze ssführung, Kautionierung mit der Andro- hung, im Säumnisfall auf die Klage nicht einzutreten) zwar regelmässig (vgl. statt vieler BGer 2D_1/2007 vom 2.4.2007, Erw. 3 m.w.Hinw.; 5A_708/2007 vom 7.2. 2008, Erw. 1; 5A_55/2008 vom 22.4.2008, Erw. 1) , wäre letztlich aber vom Bun- desgericht zu entscheiden. Ferner beginnt mit der Zustellung des Beschlusses des Kassationsgerichts (als ausserordentlicher Rechtsmittelinstanz) grundsätzlich auch die dreissigtägige Frist zur allfälligen (direkten) Anfech tung des obergerichtlichen Rekursentscheids - 12 - mittels (ordentlicher) Beschwerde ans Bundesgericht (neu) zu laufen (Art. 100 aAbs. 6 BGG; s.a. KG act. 2 S. 7, Dis p.-Ziff. 8 Abs. 2 a.E.; BGE 135 III 339 f., Erw. 1.3; BGer 4A_216/ 2008 vom 20.8.2008, Erw. 1.2; 4A_398/2008 vom 18.12. 2008, Erw. 1.3; 4A_141/2008 vo m 8.12.2009, Erw. 13.1), soweit eine solche im vorliegenden Fall unter dem Aspekt des Erfordernisses der (kantonalen) Letztin- stanzlichkeit (Art. 75 Abs. 1 BGG) über haupt möglich ist (vgl. BGer 5A_708/2007 vom 7.2.2008, Erw. 1; 4A_58/2009 vom 14.4.2009, Erw. 1.1; 5A_505/2010 vom 19.10.2010, Erw. 1.2). Das Gericht beschliesst: 1. Das Gesuch des Beschwerdeführ ers um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung wird abgewiesen, soweit es sich sinngemäss auch auf das Kassationsverfahren bezieht. 2. Auf die Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht eingetreten. Damit entfällt die der Beschwerde verliehene aufschiebende Wirkung. 3. Dem Beschwerdeführer wird eine Frist von 20 Tagen ab Zustellung dieses Beschlusses angesetzt, um bei der Bezirksgerichtskasse Q. (Postkonto 80- XXXX-6) eine Prozesskaution von Fr. 55'000.-- zu leisten. Im Einzelnen gelten die im bezirksgerichtlichen Beschluss vom 26. Juli 2010 aufgeführten Bedingungen und Androhungen. 4. Die Gerichtsgebühr für das Kassationsverfahren wird festgesetzt auf Fr. 1'000.--. 5. Die Gerichtsgebühr wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 6. Für das Kassationsverfahren wer den keine Prozessentschädigungen zuge- sprochen. - 13 - 7. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. Der Streitwert beträgt Fr. 400'000.--. Sodann läuft die Frist von 30 Tagen zur Anfechtung des Beschlusses des Obergerichts vom 8. September 2010 mit Beschwerde an das Bundesge- richt neu ab Empfang des vorliegenden Entscheids (Art. 100 Abs. 1 und aAbs. 6 BGG). Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. 8. Schriftliche Mitteilung an die Partei en, die I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich und das Bezirksgericht Q. (Proz.-Nr. CG100011), je ge- gen Empfangsschein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der juristische Sekretär: