<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">1P.766/1999/mks </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG</i> </div> <div class="para"> ********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>10. April 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Aemisegger, Präsident der </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter Nay,</i> </div> <div class="para">Bundesrichter Aeschlimann und Gerichtsschreiber Störi. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Robert S t r a u b</u>, Limmattalstrasse 58, Zürich, </div> <div class="para"> <u>Claudia S t r a u b - Bundi</u>, Limmattalstrasse 58, Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Rainer </div> <div class="para">Metzger, Alexanderstrasse 38, Chur, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Annamarie F r i s c h k n e c h t</u>, Chur, </div> <div class="para"> <u>Arthur H o f m a n n</u>, Flims Dorf, </div> <div class="para"> <u>Peter S c h u b i g e r</u>, Flims Dorf, </div> <div class="para"> <u>Gemeinde S a g o g n</u>, </div> <div class="para">Beschwerdegegner, alle vertreten durch Rechtsanwalt Martin </div> <div class="para">Buchli, Masanserstrasse 35, Chur, </div> <div class="para"> <u>Verwaltungsgericht des Kantons G r a u b ü n d e n</u>, </div> <div class="para">(4. Kammer), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"> Eigentumsgarantie und Willkürverbot </div> <div class="para"> (Quartiergestaltungsplan Fri), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para"> Annamarie Frischknecht, Arthur Hofmann und Peter </div> <div class="para">Schubiger sind Eigentümer der in Sagogn zwischen den beiden </div> <div class="para">Dorfteilen Vitg Dadens und Vitg Dado gelegenen Parzelle </div> <div class="para">Nr. 226 ("Fri"). Die 14'767 m2 grosse Parzelle war nach dem </div> <div class="para">Zonenplan 1982 der Bauzone W2a zugeteilt, wobei mit Rück- </div> <div class="para">sicht auf ihre zentrale Lage und ihre Bedeutung für das </div> <div class="para">Ortsbild und die Siedlungsstruktur ein erheblicher Teil </div> <div class="para">durch eine Baulinie als Freihaltefläche ausgeschieden war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Am 28. April 1995 beschloss die Gemeindeversammlung </div> <div class="para">von Sagogn eine Teilrevision der Ortsplanung. Der Zonenplan </div> <div class="para">Baugebiet 1:2000 (teilweise inkl. Generellem Gestaltungs- </div> <div class="para">plan) vom 28. April 1995 weist die Parzelle Nr. 226 mit </div> <div class="para">folgendem Vermerk der Kernzone (K) zu: "minimaler Freihalte- </div> <div class="para">bereich von 5800 m2 zur Trennung der Ortsteile". Zudem wird </div> <div class="para">die Parzelle mit folgender Legende der Gestaltungsplan- und </div> <div class="para">Wettbewerbspflicht unterstellt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> "Gestaltungs- und Wettbewerbspflicht (Gestaltung, </div> <div class="para"> Überbauung und Freihaltung) zulässige BGF = </div> <div class="para"> 4500 m2 / minimaler zusammenhängender Freihalte- </div> <div class="para"> bereich von 5800 m2. Die Gestaltungsplanpflicht </div> <div class="para"> bezweckt geeignet die Trennung der historischen </div> <div class="para"> Ortsteile sowie die Integration der neuen Bau- </div> <div class="para"> substanz zur Bildung eines verbindenden Kern- </div> <div class="para"> bereichs" </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der neu ins kommunale Baugesetz vom 12. März 1982 (BauG) </div> <div class="para">aufgenommene Artikel 48bis bestimmt für die Kernzone (K) : </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> "Die Kernzone ist für Wohnbauten, Hotels, Gaststät- </div> <div class="para"> ten, Verkaufslokale, Sport- und Erholungsbetriebe </div> <div class="para"> sowie für alle der Erholung und für Dienstleistun- </div> <div class="para"> gen dienenden Bauten und Anlagen bestimmt. Der </div> <div class="para"> Wohnanteil darf maximal 60 % betragen. Die ört- </div> <div class="para"> liche Festlegung ist im Gestaltungsplan zu regeln." </div> <div class="para">Die Bauvorschriften für die Kernzone werden durch eine Er- </div> <div class="para">gänzung von Art. 59 BauG wie folgt geregelt: maximale Aus- </div> <div class="para">nützung "gemäss Zonenplan"; maximale Gebäudehöhe, Firsthöhe, </div> <div class="para">Gebäudebreite und Gebäudelänge "frei im Rahmen der Wettbe- </div> <div class="para">werbs- und Gestaltungsplanpflicht"; Grenzabstände gross </div> <div class="para">und klein je 3 m sowie die Immissionen "mässig störend". </div> <div class="para">Im Planungs- und Mitwirkungsbericht des Ingenieurbüros </div> <div class="para">Cavigelli und Partner vom 29. Sept. 1994/18. Jan. 1995/ </div> <div class="para">11. April 1995/1. Mai 1995 werden die planerischen Fest- </div> <div class="para">legungen für die Parzelle Nr. 226 wie folgt begründet: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> "Fri </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die grosse Parzelle zwischen den Dorfteilen Vitg </div> <div class="para"> Dadens und Vitg Dado war im Rahmen der Quartier- </div> <div class="para"> planung Fanaus teilweise mit einem Hochbauverbot </div> <div class="para"> mit Nutzungstransport belegt worden. Eine bleibende </div> <div class="para"> Beibehaltung eines Trennbereichs zwischen den bei- </div> <div class="para"> den Ortskernen ist für die Siedlungsstruktur und </div> <div class="para"> das Ortsbild von zentraler Bedeutung und konnte mit </div> <div class="para"> diesem Hochbauverbot im Rahmen der Quartierplanung </div> <div class="para"> nur unbefriedigend erreicht werden. Mit dem neuen </div> <div class="para"> Entwurf wird hier deshalb eine andere Lösung vorge- </div> <div class="para"> schlagen. Für die Parzelle wird eine Wettbewerbs- </div> <div class="para"> pflicht vorgesehen. Der in etwa freizuhaltende Be- </div> <div class="para"> reich wird bezeichnet, aber nicht parzellenscharf </div> <div class="para"> abgegrenzt, da die beste Lösung bezüglich Überbau- </div> <div class="para"> ung und Freihaltung im Rahmen des Wettbewerbs er- </div> <div class="para"> mittelt werden soll. Anstelle der zonengemässen </div> <div class="para"> Ausnützung wird die im Quartierplanverfahren dem </div> <div class="para"> Kostenverteiler zugrunde gelegte zulässige Brutto- </div> <div class="para"> geschossfläche im Zonenplan festgehalten. Diese </div> <div class="para"> gestaltungsplanerische Massnahme ist an dieser </div> <div class="para"> zentralen und bedeutungsvollen Stelle angemessen." </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Teilrevision der Ortsplanung der Gemeinde Sagogn vom </div> <div class="para">28. April 1995 wurde, soweit sie hier interessiert, von der </div> <div class="para">Regierung des Kantons Graubünden am 12. Dezember 1995 ge- </div> <div class="para">nehmigt. </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para"> Annamarie Frischknecht, Arthur Hofmann und Peter </div> <div class="para">Schubiger schrieben im Juni 1997 einen Ideenwettbewerb für </div> <div class="para">die Überbauung der Parzelle Nr. 226 aus. Die vier eingegan- </div> <div class="para">genen Projekte wurden am 24. September 1997 vom Preisge- </div> <div class="para">richt, welches aus einer Vertreterin des Ingenieurbüros </div> <div class="para">Cavigelli und Partner sowie je zwei Vertretern der Gemeinde </div> <div class="para">Sagogn und der Grundeigentümer bestand, bewertet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Auf Antrag der Eigentümer wurde in der Folge für </div> <div class="para">das Gebiet Fri das Quartiergestaltungsplanverfahren einge- </div> <div class="para">leitet; der Einleitungsbeschluss wurde am 9. Januar 1998 im </div> <div class="para">kantonalen Amtsblatt publiziert und blieb unangefochten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Hofmann Bauherrenbetreuungs AG arbeitete im </div> <div class="para">Auftrag der Eigentümer einen Quartiergestaltungsplan für die </div> <div class="para">Parzelle Nr. 226 aus, welcher im Nord-Teil der Parzelle </div> <div class="para">(Baufenster C) Bauten mit Firsthöhen bis zu 13.5 m und Ge- </div> <div class="para">bäudehöhen bis zu 10 m zuliess. Er wurde vom 26. Juni 1998 </div> <div class="para">bis zum 27. Juli 1998 öffentlich aufgelegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Robert und Claudia Straub-Bundi, Miteigentümer der </div> <div class="para">im Norden an das Quartierplangebiet angrenzenden Parzelle </div> <div class="para">Nr. 189, erhoben am 25. Juli 1998 Einsprache, mit welcher </div> <div class="para">sie unter anderem die im Baufenster C vorgesehenen massiven </div> <div class="para">Wohnblöcke mit Gebäude- und Firsthöhen von bis zu 10 bzw. </div> <div class="para">13.5 m, daneben aber auch allgemein die fehlende Einordnung </div> <div class="para">der geplanten Überbauung in den Charakter des Quartiers </div> <div class="para">kritisierten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Nach einer Aussprache mit den Einsprechern wurde </div> <div class="para">der Quartiergestaltungsplan überarbeitet, wobei insbesondere </div> <div class="para">die First- und Gebäudehöhen reduziert wurden, im Baufenster </div> <div class="para">C beispielsweise von 13,5 m auf 12 m bzw. von 10 m auf 9 m. </div> <div class="para">Robert und Claudia Straub-Bundi beantragten, den abgeänder- </div> <div class="para">ten Quartiergestaltungsplan nicht zu genehmigen. </div> <div class="para"> Mit Beschluss vom 17. Mai 1999 genehmigte der Ge- </div> <div class="para">meindevorstand Sagogn den abgeänderten Quartiergestaltungs- </div> <div class="para">plan Fri und wies die Einsprache von Robert und Claudia </div> <div class="para">Straub-Bundi ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Robert und Claudia Straub-Bundi rekurrierten gegen </div> <div class="para">diesen Beschluss des Gemeindevorstandes Sagogn ans Verwal- </div> <div class="para">tungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Antrag, ihn </div> <div class="para">aufzuheben und die Genehmigung des Quartierplanes Fri zu </div> <div class="para">verweigern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit Urteil vom 26. Oktober 1999, welches es den </div> <div class="para">Parteien am 12. November 1999 zustellte, trat das Verwal- </div> <div class="para">tungsgericht auf den Rekurs nicht ein, soweit die Rekurren- </div> <div class="para">ten die Zulässigkeit der Quartierplanung als solche bestrit- </div> <div class="para">ten, da nach Art. 101 Abs. 3 BauG derartige Einwände gegen </div> <div class="para">die Einleitung des Verfahrens hätten erhoben werden müssen </div> <div class="para">und daher im Plangenehmigungsverfahren nicht mehr zulässig </div> <div class="para">seien. Die übrigen Einwände hielt es für unbegründet, wes- </div> <div class="para">halb es den Rekurs abwies, soweit es darauf eintrat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>C.- </u> </div> <div class="para"> Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 9. Dezember </div> <div class="para">1999 wegen Verletzung der Eigentumsgarantie von Art. 22ter </div> <div class="para">aBV (Art. 26 der neuen Bundesverfassung vom 18. April 1999, </div> <div class="para">BV) und des Willkürverbotes von <span class="artref">Art. 4 aBV</span> (<span class="artref">Art. 9 BV</span>) bean- </div> <div class="para">tragen Robert und Claudia Straub-Bundi, den Entscheid des </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtes vom 26. Oktober 1999 aufzuheben. Aus- </div> <div class="para">serdem ersuchen sie, der Beschwerde aufschiebende Wirkung </div> <div class="para">beizulegen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>D.- </u> </div> <div class="para"> Der Präsident der I. öffentlichrechtlichen Abtei- </div> <div class="para">lung des Bundesgerichts erkannte der Beschwerde mit Verfü- </div> <div class="para">gung vom 25. Januar 2000 aufschiebende Wirkung zu. </div> <div class="para"> <u>E.- </u> </div> <div class="para"> Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ver- </div> <div class="para">weist in seiner Vernehmlassung auf den angefochtenen Ent- </div> <div class="para">scheid und beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit </div> <div class="para">darauf eingetreten werden könne. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Annamarie Frischknecht, Arthur Hofmann und Peter </div> <div class="para">Schubiger einerseits sowie die Gemeinde Sagogn anderseits </div> <div class="para">beantragen mit gemeinsamer Vernehmlassung, die Beschwerde </div> <div class="para">abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> a) Angefochten ist ein gestützt auf die Art. 83 ff. </div> <div class="para">BauG und den Zonenplan Baugebiet 1:2000 (teilweise inkl. </div> <div class="para">Generellem Gestaltungsplan) vom 28. April 1995 erlassener </div> <div class="para">Quartierplan. Nach <span class="artref">Art. 88 OG</span> sind die Eigentümer benach- </div> <div class="para">barter Liegenschaften befugt, sich mit staatsrechtlicher </div> <div class="para">Beschwerde gegen solche Planfestsetzungen zur Wehr zu set- </div> <div class="para">zen, soweit sie geltend machen, diese verletzten sie in </div> <div class="para">ihren verfassungsmässigen Rechten, weil dadurch Normen, die </div> <div class="para">auch ihrem Schutz dienten, nicht mehr oder in geänderter </div> <div class="para">Form gelten würden oder weil sie die Nutzung ihrer Liegen- </div> <div class="para">schaft beschränkten. In beiden Fällen reicht die Anfech- </div> <div class="para">tungsbefugnis nur so weit, als die Auswirkungen des um- </div> <div class="para">strittenen Plans auf das eigene Grundstück in Frage stehen </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-440%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page440">BGE 125 II 440</a> E. 1c; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IA-227%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page227">120 Ia 227</a> E. 2d; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IA-362%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page362">119 Ia 362</a> E. 1b; </div> <div class="para">116 Ia 193 E. 1b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Als Nachbarn sind die Beschwerdeführer somit </div> <div class="para">befugt, sich gegen die das unmittelbar an ihr Grundstück </div> <div class="para">angrenzende Baufenster C betreffenden Vorschriften über die </div> <div class="para">Gebäude- und Firsthöhen sowie die zulässige Ausnützung zur </div> <div class="para">Wehr zu setzen, da diese nach der Rechtsprechung auch nach- </div> <div class="para">barschützenden Charakter haben. Die Baufenster B und D hin- </div> <div class="para">gegen haben keinen unmittelbaren Anstoss an die Parzelle der </div> <div class="para">Beschwerdeführer, sie liegen vielmehr an der Südwest- bzw. </div> <div class="para">Ost-Ecke der grossen Parzelle Nr. 226 in einer Entfernung </div> <div class="para">von rund 100 m bzw. 75 m. Es ist nicht ersichtlich und wird </div> <div class="para">auch nicht dargetan, inwiefern die Realisierung der nach dem </div> <div class="para">umstrittenen Quartierplan zulässigen Überbauung der Bau- </div> <div class="para">fenster B und D besondere nachteilige Auswirkungen auf die </div> <div class="para">Parzelle der Beschwerdeführer hat; sie sind daher nicht </div> <div class="para">befugt, ihn in Bezug auf diese Baufenster anzufechten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Nicht befugt sind die Beschwerdeführer zur Gel- </div> <div class="para">tendmachung öffentlicher Interessen. Auf ihre Rüge der man- </div> <div class="para">gelnden ästhetischen Einordnung der nach dem Quartierplan </div> <div class="para">zulässigen Bauten und Anlagen in das bestehende Quartierbild </div> <div class="para">ist daher nicht einzutreten, da diese Vorschriften öffentli- </div> <div class="para">chen Interessen dienen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IA-232%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page232">BGE 118 Ia 232</a> E. 1a und 1b mit Hin- </div> <div class="para">weisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Ebenfalls ausschliesslich öffentliche Interessen </div> <div class="para">ohne nachbarschützende Nebenzwecke verfolgt die Genehmi- </div> <div class="para">gungspflicht von <span class="artref">Art. 26 RPG</span>. Zur Rüge, die im angefochtenen </div> <div class="para">Quartiergestaltungsplan enthaltenen Festlegungen hätten in </div> <div class="para">einem Generellen Gestaltungsplan getroffen werden müssen, </div> <div class="para">weil sie sonst der von <span class="artref">Art. 26 RPG</span> vorgeschriebenen Geneh- </div> <div class="para">migungspflicht durch eine kantonale Behörde entzogen seien, </div> <div class="para">sind die Beschwerdeführer daher nicht befugt. Darauf könnte </div> <div class="para">auch dann nicht eingetreten werden, wenn diese Rüge recht- </div> <div class="para">zeitig, was hier nicht der Fall ist (vgl. unten E. 2), und </div> <div class="para">in einer den Anforderungen von <span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span> </div> <div class="para">genügenden Weise als Verletzung der derogatorischen Kraft </div> <div class="para">des Bundesrechts im Sinne von <span class="artref">Art. 2 ÜbBest. aBV</span> (<span class="artref">Art. 49 </span></div> <div class="para">Abs. 1 BV) vorgebracht würde. </div> <div class="para"> d) Die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen geben zu </div> <div class="para">keinen Bemerkungen Anlass, sodass auf die Beschwerde, unter </div> <div class="para">Vorbehalt der nachfolgenden E. 2 und gehörig begründeter </div> <div class="para">Rügen (<span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-I-71%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page71">BGE 125 I 71</a> E. 1c<span class="artref">; 122 I </span></div> <div class="para">70 E. 1c<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-I-334%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page334">121 I 334</a></span> E. 1c), einzutreten ist. Soweit im Fol- </div> <div class="para">genden auf einzelne Ausführungen der Beschwerdeschrift nicht </div> <div class="para">eingegangen wird, genügen sie diesen Anforderungen nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> a) Das Verwaltungsgericht ist im angefochtenen Ent- </div> <div class="para">scheid auf die Einwände der Beschwerdeführer gegen das Quar- </div> <div class="para">tierplanverfahren als solches wegen Verspätung nicht einge- </div> <div class="para">treten. Im Folgenden hat es sich in einer alternativen Be- </div> <div class="para">gründung trotzdem damit auseinander gesetzt und ist zum </div> <div class="para">Schluss gekommen, sie seien auch materiell unbegründet. Um </div> <div class="para">mit ihren Rügen gegen das Quartierplanverfahren als solches </div> <div class="para">durchzudringen, müssen die Beschwerdeführer daher beide </div> <div class="para">Begründungen erfolgreich als verfassungswidrig anfechten. </div> <div class="para">Hält der Nichteintretens-Entscheid des Verwaltungsgerichts </div> <div class="para">der von den Beschwerdeführern erhobenen Willkürrüge stand, </div> <div class="para">hat es damit sein Bewenden, ohne dass weiter zu prüfen wäre, </div> <div class="para">ob auch die Ausführungen des Verwaltungsgerichts zur mate- </div> <div class="para">riellen Zulässigkeit des Quartierplanverfahrens haltbar </div> <div class="para">sind. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Willkürlich ist ein Entscheid, der mit der tat- </div> <div class="para">sächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm </div> <div class="para">oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt </div> <div class="para">oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider- </div> <div class="para">läuft. Dabei genügt es nicht, dass die Begründung unhaltbar </div> <div class="para">ist, der Entscheid muss sich vielmehr im Ergebnis als will- </div> <div class="para">kürlich erweisen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-247%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page247">BGE 124 I 247</a> E. 5 S. 250; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-137%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page137">124 V 137</a> E. 2b </div> <div class="para">S. 139 je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> c) Nach Art. 101 Abs. 3 BauG sind "Rekurse gegen </div> <div class="para">die Durchführung der Quartierplanung (...) bei der Einlei- </div> <div class="para">tung des Verfahrens zu erheben und können im nachfolgenden </div> <div class="para">Plangenehmigungsverfahren nicht mehr erhoben werden". Ge- </div> <div class="para">stützt auf diese Bestimmung ist das Verwaltungsgericht auf </div> <div class="para">den Rekurs der Beschwerdeführer gegen die Plangenehmigung </div> <div class="para">nicht eingetreten, soweit er sich gegen die Zulässigkeit des </div> <div class="para">Quartierplanverfahrens wandte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführer rügen dies zwar als willkür- </div> <div class="para">lich. Sie führen indessen selber aus, es ergebe sich "be- </div> <div class="para">reits aus den einschlägigen Vorschriften des kantonalen </div> <div class="para">Rechts (Art. 24, 38 und 40 des Raumplanungsgesetzes für </div> <div class="para">den Kantons Graubünden vom 20. Mai 1973, KRG) sowie des </div> <div class="para">Baugesetzes (Art. 84 und 86 BauG) klar, dass sich die in </div> <div class="para">Art. 59 BauG statuierte Wettbewerbs- und Gestaltungsplan- </div> <div class="para">pflicht nur über einen Gestaltungsplan auf Stufe der Grund- </div> <div class="para">ordnung, mithin über einen Generellen Gestaltungsplan und </div> <div class="para">nicht über einen Quartiergestaltungsplan erfüllen lässt" </div> <div class="para">(staatsrechtliche Beschwerde Ziff. C.2 S. 9 oben). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Nach diesem Parteistandpunkt der Beschwerdeführer </div> <div class="para">war somit die Durchführung eines Quartiergestaltungsplanver- </div> <div class="para">fahrens für die Parzelle Nr. 226 der Beschwerdegegner von </div> <div class="para">vornherein unzulässig. Das hätten sie nach der insoweit </div> <div class="para">klaren Bestimmung vom Art. 101 Abs. 3 BauG mit einem Rekurs </div> <div class="para">gegen den am 9. Januar 1998 publizierten Einleitungsbe- </div> <div class="para">schluss vorbringen müssen. Es ist jedenfalls nicht nach- </div> <div class="para">vollziehbar, inwiefern das Verwaltungsgericht mit dieser </div> <div class="para">Auslegung von Art. 101 Abs. 3 BauG in Willkür verfallen </div> <div class="para">sein sollte. Sein Nichteintretensentscheid in diesem Punkt </div> <div class="para">ist keineswegs verfassungswidrig. </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> a) Als Verletzung ihrer Eigentumsgarantie rügen die </div> <div class="para">Beschwerdeführer, der Gestaltungsplan sei zu unbestimmt, </div> <div class="para">weil er die Lage der Baukuben nicht festlege und den Be- </div> <div class="para">schwerdegegnern die Möglichkeit lasse, im Baubewilligungs- </div> <div class="para">verfahren 1'100 m2 Bruttogeschossfläche (BGF) nach ihrem </div> <div class="para">Gutdünken auf die Baufenster A - D zu verteilen, was zu </div> <div class="para">einem erhebliche Massengefälle unter ihnen führen könne. </div> <div class="para">Aus <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-I-117%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page122">BGE 121 I 122</a> ergebe sich, dass Gestaltungspläne um so </div> <div class="para">bestimmter sein müssten, je stärker sie von der zonenmäs- </div> <div class="para">sigen Nutzung abwichen. Das müsse auch gelten, wenn, wie </div> <div class="para">im vorliegenden Fall, die Gebäudedimensionen direkt im </div> <div class="para">Gestaltungsplan festgelegt würden. Ein Quartiergestaltungs- </div> <div class="para">plan habe nach Art. 85 Abs. 1 BauG die Einordnung neuer </div> <div class="para">Quartiere in die Siedlung und die Landschaft zu gewährleis- </div> <div class="para">ten. Nach Art. 86 Abs. 1 BauG seien zudem von der Grundord- </div> <div class="para">nung abweichende Vorschriften nur zulässig, wenn der Quar- </div> <div class="para">tiergestaltungsplan Gewähr für eine architektonisch und </div> <div class="para">siedlungsbaulich vorzügliche Überbauung mit guter Gestal- </div> <div class="para">tung, differenzierter Bauweise und ausgewogener Umgebungs- </div> <div class="para">gestaltung biete. Eine solche Gewähr könne von vornherein </div> <div class="para">nur ein Gestaltungsplan bieten, der die künftige Situierung </div> <div class="para">und Gestaltung der einzelnen Bauten vorschreibe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Eigentumsbeschränkungen halten vor <span class="artref">Art. 22ter </span></div> <div class="para">aBV (<span class="artref">Art. 26 BV</span>) stand, wenn sie auf einer gesetzlichen </div> <div class="para">Grundlage beruhen, ein öffentliches Interesse verfolgen, </div> <div class="para">welches einen Eingriff ins Privateigentum zu rechtfertigen </div> <div class="para">vermag, und verhältnismässig sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-129%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page129">BGE 125 II 129</a> E. 8<span class="artref">; 121 </span></div> <div class="para">I 117 E. 3b; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IA-348%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page348">119 Ia 348</a> E. 2a mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Nach Art. 85 Abs. 1 BauG bildet der Quartier- </div> <div class="para">gestaltungsplan "die Grundlage für die Entstehung zonenge- </div> <div class="para">mässer, gesunder und wohnlicher Quartiere. Er gewährleistet </div> <div class="para">die Einordnung neuer Quartiere in die gewachsene Siedlung </div> <div class="para">und die Landschaft und schafft für die bestehenden Quartiere </div> <div class="para">die Voraussetzung für ihre Erneuerung und Verbesserung". </div> <div class="para">Nach Art. 86 Abs. 1 BauG "kann die Baubehörde gestatten, </div> <div class="para">dass die Gebäude- und Grenzabstände und die Gebäudelängen </div> <div class="para">nach architektonischen Kriterien frei bestimmt werden", </div> <div class="para">sofern "der Quartiergestaltungsplan Gewähr für eine archi- </div> <div class="para">tektonisch und siedlungsbaulich vorzügliche Überbauung mit </div> <div class="para">guter Gestaltung, differenzierter Bauweise und ausgewogener </div> <div class="para">Umgebungsgestaltung" bietet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass mit dem </div> <div class="para">Quartiergestaltungsplan Fri eine architektonisch und sied- </div> <div class="para">lungsbaulich vorzügliche Überbauung im Sinne von Art. 86 </div> <div class="para">Abs. 1 BauG realisiert werden muss. Das ergibt sich schon </div> <div class="para">aus der Legende zum Zonenplan 1:2000 vom 28. April 1995, </div> <div class="para">wonach die die Gestaltungsplanpflicht "die Trennung der </div> <div class="para">historischen Ortsteile sowie die Integration der neuen </div> <div class="para">Bausubstanz zur Bildung eines verbindenden Kernbereichs" </div> <div class="para">bezweckt. Dementsprechend sind denn nach Art. 59 BauG auch </div> <div class="para">verschiedene zentrale Bauvorschriften - die Gebäude- und die </div> <div class="para">Firsthöhe sowie die Gebäudelänge und -breite - nicht in der </div> <div class="para">baulichen Grundordnung, sondern im Quartiergestaltungsplan </div> <div class="para">selber zu regeln. Das ist nur unter der Voraussetzung zuläs- </div> <div class="para">sig, dass dieser die von Art. 86 Abs. 1 BauG verlangten </div> <div class="para">besonderen architektonischen und siedlungsplanerischen Qua- </div> <div class="para">litäten aufweist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Der Quartiergestaltungsplan Fri räumt der Bau- </div> <div class="para">herrschaft einen grossen Spielraum in Bezug auf die Vertei- </div> <div class="para">lung und Plazierung der Bauten ein: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> So sind einmal die Baufenster teilweise sehr gross </div> <div class="para">(A - 3'250 m2; B - 845 m2; C - 2'890 m2; D - 1'982 m2). Die </div> <div class="para">Bauherrschaft hat zudem die Möglichkeit, 1'100 m2 BGF nach </div> <div class="para">Gutdünken auf die einzelnen Fenster zu verteilen (bei den im </div> <div class="para">Gestaltungsplan den einzelnen Fenstern zugewiesenen Brutto- </div> <div class="para">geschossflächen von 1'400 m2, 700 m2, 1'700 m2 und 1'800 m2 </div> <div class="para">handelt es sich um Maximalwerte, die die zulässige Ausnüt- </div> <div class="para">zung der Gesamtparzelle von 4'500 m2 BGF um 1'100 m2 über- </div> <div class="para">steigen). Nach der Bestimmung 08.2 des Quartiergestaltungs- </div> <div class="para">plans kann die Bauherrschaft überdies die Grenz- und Ge- </div> <div class="para">bäudeabstände innerhalb des Plangebietes frei wählen und </div> <div class="para">die Gebäude auf die Grenze zum Freihaltebereich stellen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführer bringen zu Recht vor, dass es </div> <div class="para">schlechterdings nicht möglich ist, die geforderte architek- </div> <div class="para">tonische und siedlungsplanerische Qualität der künftigen </div> <div class="para">Überbauung zu beurteilen, wenn die Lage der einzelnen Bau- </div> <div class="para">kuben nicht wenigstens in groben Zügen festgelegt ist. Dies </div> <div class="para">ist umso weniger der Fall, als auch deren äussere Abmessun- </div> <div class="para">gen sehr weitgehend ins Belieben der Bauherrschaft gestellt </div> <div class="para">sind, weil diese die Möglichkeit hat, immerhin 1'100 m2 </div> <div class="para">BGF frei zwischen den Fenstern zu verteilen. In Bezug auf </div> <div class="para">das Baufenster C bedeutet dies beispielsweise, dass die </div> <div class="para">Ausnützungsziffer zwischen 0,21 (600 m2 :2890 m2) und 0,59 </div> <div class="para">(1700 m2 :2890 m2) schwanken kann, was selbstredend auch die </div> <div class="para">äusseren Abmessungen der Bauten ganz erheblich beeinflusst. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> e) Es steht somit nicht fest, dass der Quartierge- </div> <div class="para">staltungsplan Fri Gewähr dafür bietet, dass die von Art. 85 </div> <div class="para">Abs. 1 und Art. 86 Abs. 1 BauG geforderte Qualität der Über- </div> <div class="para">bauung erreicht wird, weil ihm mit der Bestimmung der Situ- </div> <div class="para">ierung der Baukuben ein wesentliches Element fehlt und seine </div> <div class="para">(zu) grosse Unbestimmtheit in Bezug auf die Verteilung der </div> <div class="para">Ausnützung zu einem starken, einer harmonischen Überbauung </div> <div class="para">des Quartierplangebietes abträglichen Massengefälle führen </div> <div class="para">kann. Keiner weiteren Ausführungen bedarf, dass diese plane- </div> <div class="para">rischen Entscheidungen im Quartiergestaltungsplan selber </div> <div class="para">getroffen werden müssen und nicht auf die künftigen Baube- </div> <div class="para">willigungsverfahren, in denen ausschliesslich die Bewil- </div> <div class="para">ligungsfähigkeit der einzelnen Bauten ohne Rücksicht auf </div> <div class="para">die übergeordneten siedlungsplanerischen Aspekte der Über- </div> <div class="para">bauung der Gesamtparzelle zu beurteilen ist, verschoben </div> <div class="para">werden können. </div> <div class="para"> Der angefochtene Quartiergestaltungsplan entspricht </div> <div class="para">daher den Anforderungen des Baugesetzes offensichtlich </div> <div class="para">nicht, und in dieser Form ist er auch nicht geeignet, die </div> <div class="para">Durchsetzung der Vorgaben des Zonenplans Baugebiet 1:2000 </div> <div class="para">(teilweise inkl. Generellem Gestaltungsplan) vom 28. April </div> <div class="para">1995 sicherzustellen. Die Genehmigung des Quartierplanes Fri </div> <div class="para">durch den Gemeindevorstand bzw. die Bestätigung dieses Ent- </div> <div class="para">scheides durch das Verwaltungsgericht ist daher willkürlich </div> <div class="para">und verletzt die Eigentumsgarantie der Beschwerdeführer, </div> <div class="para">jedenfalls soweit die Überbauung des Baufensters C zur Dis- </div> <div class="para">kussion steht. Die Rüge ist begründet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen, </div> <div class="para">soweit darauf einzutreten ist, und der angefochtene Ent- </div> <div class="para">scheid aufzuheben. Unter diesen Umständen brauchen die wei- </div> <div class="para">teren Rügen nicht geprüft zu werden. Das rechtfertigt sich, </div> <div class="para">da sie Fragen aufwerfen, die sich bei der Überarbeitung des </div> <div class="para">Quartiergestaltungsplans "Fri" gemäss E. 3 neu in anderer </div> <div class="para">Form stellen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die priva- </div> <div class="para">ten Beschwerdegegner die Kosten zu tragen (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 </span></div> <div class="para">OG) und den obsiegenden Beschwerdeführern ausserdem gesamt- </div> <div class="para">haft eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen </div> <div class="para">(<span class="artref"><artref id="CH/173.110/159/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/159/1" type="start"></artref>Art. 159 Abs. 1 und 2 OG</span><artref id="CH/173.110/159/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Bundesgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf </div> <div class="para">einzutreten ist, und der angefochtene Entscheid des Verwal- </div> <div class="para">tungsgerichts des Kantons Graubünden vom 26. Oktober 1999 </div> <div class="para">aufgehoben. </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird den priva- </div> <div class="para">ten Beschwerdegegnern unter solidarischer Haftung auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Die privaten Beschwerdegegner haben den Beschwerde- </div> <div class="para">führern für das bundesgerichtliche Verfahren unter solidari- </div> <div class="para">scher Haftung eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- zu </div> <div class="para">bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwal- </div> <div class="para">tungsgericht des Kantons Graubünden, 4. Kammer, schriftlich </div> <div class="para">mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 10. April 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>