B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2363/2017 U r t e i l v o m 2 . A p r i l 2 0 2 0 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter David R. Wenger, Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner, Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch lic. iur. Okan Manav, Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA), (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 22. März 2017. E-2363/2017 Seite 2 Sachverhalt: I. A. Der Beschwerdeführer verliess gemäss eigenen Angaben sein Heimatland im Juni 2014 und reiste über Äthiopien, den Sudan, Libyen sowie Italien am 15. Juni 2015 in die Schweiz ein, wo er gleichentags ein Asylgesuch stellte. B. Anlässlich einer am 25. Juni 2015 im Regionalspital B._______ durchge- führten Knoch enaltersanalyse wurde beim Beschwerdeführer ein Kno- chenalter von 16 Jahren gemäss Greulich und Pyle festgestellt. C. Anlässlich seiner Kurzbefragung im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ vom 6. Juli 2015 sowie der einlässlichen Anhörung vom 18. November 2015 (in Anwesenheit einer Vertrauensperson) äusserte sich der damals minderjährige Beschwerdeführer zu seinen Asyl- und Aus- reisegründen. Dabei gab er an, am (…) beziehungsweise am (…) geboren und mithin noch minderjährig zu sein. Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte er im Wesentlichen vor, er habe seine Schulausbildung abbrechen müssen, weil er seine Familie habe unterstützen müssen. Zudem habe er im Juni 2014 ein Militäraufgebot erhalten, wonach er in Wia hätte einrücken müssen. Nach Erhalt dieses Einrückungsbefehls habe er noch am gleichen Abend Eritrea verlassen. D. Mit Schreiben vom 14. August 2015 teilte D._______, dem SEM mit, dass die (…) für die gesetzliche Vertretung aller unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden im Kanton E._______ zuständig sei. Das SEM wurde da- rum ersucht, sämtliche Befragungstermine mit der (…) abzusprechen , vor der Fällung eines negativen Entscheids dieser vorgängig die Akten zur Ein- sichtnahme zu eröffnen und eine Frist zur Stellungnahme anzusetzen. E. Mit Verfügung vom 29. Februar 2016 verneinte das SEM das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte – unter gleichzeitiger Anordnung des Wegweisungsvollzugs – seine Wegweisung aus der Schweiz. E-2363/2017 Seite 3 Zur Begründung führte das SEM insbesondere aus, die Asylvorbringen hielten den Anforderungen an die Glaubhaftmachung beziehungsweise an die Flüchtlingseigenschaft nicht stand, und erachtete den Vollzug der Weg- weisung als zulässig, zumutbar und möglich. Es sei dem Beschwerdeführer nicht gelungen, den Sachverhalt zu r wirt- schaftlichen Situation seiner Familie, zum Schulabbruch und zum Erhalt eines militärischen Aufgebotes zu substanziieren. Er habe insbesondere nicht anzugeben vermocht, wann er in Wia hätte einrücken müssen. Seine Erklärung, das diesbezügliche Aufgebot nicht richtig gelesen zu haben, so- wie die fehlenden Bemühungen seiner Familie, das Aufgebot angesichts der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers zu annullieren, seien nicht nachvollziehbar. Es sei ihm insgesamt nicht gelungen, seine Fluchtgründe und das illegale Verlassen seines Heimatlandes glaubhaft darzulegen. Der Wegweisungsvollzug sei insgesamt durchführbar: der Beschwerdeführer verfüge über ein familiäres Beziehungsnetz, eine gesicherte Wohnsituation sowie über Finanzquellen in seinem Umfeld in Eritrea. F. Mit Eingabe seines damaligen Rechtsvertreters vom 30. März 2016 erhob der Beschwerdeführers beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte dabei die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Aner- kennung seiner Flüchtlingseigenschaft, die Gewährung von Asyl und (eventualiter) die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme infolge Anerken- nung der Flüchtlingseigenschaft beziehungsweise (subeventualiter) die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme infolge Unzulässigkeit, Unzumut- barkeit sowie Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs. In prozessualer Hinsicht wurde um die Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung ersucht. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, der Beschwerdefüh- rer sei im Zeitpunkt der Bundesanhörung (…)jährig gewesen. Er habe grosse Mühe bekundet, die ihm gestellten Fragen in ihrem Kontext zu ver- stehen und sich präzise auszudrücken, was zahlreiche protokollierten Ant- worten und Rückfragen des Beschwerdeführers belegen würden. Zudem weise er einen tendenziell unterdurchschnittlichen Reifegrad auf. Es sei bei der Befragung immer wieder zu Missverständnissen gekommen. E-2363/2017 Seite 4 Es treffe nicht zu, dass er unglaubhafte Angaben zu seinem Schulabbruch gemacht habe und nicht habe darlegen können, wie seine Eltern ihren Le- bensunterhalt bestritten hätten. Es bleibe schleierhaft, was die Vorinstanz an konkreteren und detaillierteren Aussagen von einem Jugendlichen zur wirtschaftlichen Situation seiner Familie erwartet habe. Es seien hierzu keine entsprechenden Nachfragen gestellt worden. Auch die Angaben zum militärischen Aufgebot seien angesichts der in Erit- rea herrschenden Begebenheiten nachvollziehbar und übereinstimmend ausgefallen. Zahlreiche internationale Organisationen würden bestätigen, dass minderjährige Schulabbrecher für den Militärdienst rekrutiert würden. Es sei plausib el, dass der Beschwerdeführer den Rekrutierungsbefehl nicht genauer gelesen habe, da er diesem ohnehin nicht habe Folge leisten wollen respektive keine Chancen gehabt habe, diesen zu annullieren. Er habe auch seine illegale Ausreise aus Eritrea mit Angabe von Ortschaften und weiteren Detailangaben glaubhaft zu schildern vermocht, wobei sein Alter und sein Reifegrad mitzuberücksichtigen seien. Im Falle einer Rück- kehr nach Eritrea drohe ihm in doppelter Hinsicht eine drakonische Bestra- fung: einerseits weil er sich der militärischen Aufforderung widersetzt habe und andererseits weil er illegal ausgereist sei. Schliesslich sei vorliegend bei der Prüfung des Wegweisungsvollzugs das Kindeswohl zu berücksich- tigen. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer einen Tauf- schein in Kopie, eine schriftliche Auskunft der Schweizerischen Flüchtlings- hilfe (SFH): «Eritrea: Rekrutierung von Minderjährigen» vom 21. Januar 2015, einen Auszug aus dem Bericht des Human Rights Council: «Report of the detailed findings of the Commission of Inquiry on Human Rights in Eritrea”, A/HRC/29/CRP .1, vom 5. Juni 2015 sowie einen Internet auszug der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), Bericht von Markus Häfliger: «Somma- ruga verteidigt Eritreer» vom 6. August 2015, ein. G. Mit Eingabe vom 18. April 2016 wurde ein weiteres Beweismittel – eine Bestätigung des UNHCR ( United Nations High Commissioner for Refu- gees), Büro Schweiz und Liechtenstein, vom 12. April 2016 betreffend Re- gistrierung des Beschwerdeführers F._______ in Äthiopien – ins Recht ge- legt. E-2363/2017 Seite 5 H. In seiner Vernehmlassung vom 17. Mai 2016 hielt das SEM an seinem bis- herigen Standpunkt fest. Ergänzend führte es aus, die behauptete Ein- schränkung in den kognitiven Fähigkeiten des Beschwerdeführers sei we- der belegt worden, noch habe die bei der Anhörung anwesende Vertrau- ensperson eine entsprechende Anmerkung gemacht. Die eingereichte Bestätigung des UNHCR, gemäss welcher der Beschwer- deführer am 3. Juli 2014 F._______ in Äthiopien registriert worden sei, lasse kaum Rückschlüsse auf eine zuvor erfolgte illegale Ausreise und de- ren Zeitpunkt zu. Bekanntlich halte sich eine grosse Anzahl von Personen eritreischer Abstammung seit längerer Zeit in den Nachbarstaaten Eritreas auf. Diesen Menschen stehe eine Registrierung durch das UNHCR eben- falls offen. Darüber hinaus würden angesichts der Umstände in den äthio- pischen Flüchtlingslagern eritreisch-stämmige Personen bei ihrer Regist- rierung kaum abschliessend auf eine tatsächliche Verfolgungssituation hin überprüft, worauf auch die Formulierung «Diese Registrierung b einhaltet eine prima -facie Anerkennung als Flüchtling unter dem Mandat von UNHCR» in der eingereichten Bestätigung hindeute und wozu auf das Ur- teil des Bundesverwaltungsgerichts E -161/2016, S. 5, verwiesen werde. Ähnlich wie im zitierten Urteil scheine au ch im vorliegenden Fall der Zeit- punkt der Registrierung für die Glaubhaftigkeit dieses Vorbringen zu spre- chen. Doch handle es sich um das einzige konkrete Glaubhaftigkeitsindiz, welches angesichts der zahlreichen Unglaubhaftigkeitselemente nicht aus- reiche, um von der Glaubhaftigkeit der illegalen Ausreise auszugehen. Zu- dem erstaune, dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner Anhörung an- gegeben habe, sich G._______ im Sudan registriert zu haben, ohne die Registrierung F._______ in Äthiopien zu erwähnen. Schliesslich vermöge auch die eingereichte, schlecht lesbare Kopie eines kirchlichen Taufschei- nes nicht für die Glaubhaftigkeit der Asylgesuchsgründe zu sprechen. I. Mit Replikeingabe vom 15. Juni 2016 liess der Beschwerdeführer aus füh- ren, er habe nie behauptet, eine kognitive Störung im Sinne einer psycho- logischen Indikation zu haben. Er habe jedoch dargelegt, sehr jung auszu- sehen und einen seinem Alter entsprechenden tendenziell unterdurch- schnittlichen Reifegrad aufzuweisen. Das SEM sei in der Vernehmlassung nicht auf die konkret in der Beschwerde genannten Beispiele für seine Mühe, die ihm gestellten Fragen in ihrem Kontext richtig zu verstehen, ein- gegangen. Vorliegend sei den bei der Anhörung von Minderjährigen zu be- achtenden Aspekten nicht Rechnung getragen worden. Das SEM habe die E-2363/2017 Seite 6 eingereichte Bestätigung des UNHCR als konkretes Glaubhaftigkeitsindiz anerkannt, weshalb zu berücksichtigen sei, dass diese sowohl den Aussa- gen des Beschwerdeführers in Bezug auf die ang egebene Örtlich keit F._______ und das angegebene Datum (illegale Ausreise Ende Juni [2014]), als auch betreffend weitere biographische Angaben entspreche. J. Mit Urteil E-2002/2016 vom 15. Dezember 2016 hiess das Bundesverwal- tungsgericht die Beschwerde vom 30. März 2016 gut, hob die SEM-Verfü- gung vom 29. Februar 2016 auf und wies die Sache zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur neuen Be- urteilung an die Vorinstanz zurück. Zur Begründung erwog das Gericht, das SEM habe die Minde rjährigkeit des Beschwerdeführers nicht in Frage gestellt. Das SEM habe vor der Aus- schaffung eines unbegleiteten Minderjährigen sicherzustellen, dass dieser im Rückkehrstaat einem Familienmitglied, einem Vormund oder einer Auf- nahmeeinrichtung übergeben werden könne, welche den Schutz des Kin- des gewährleiste. Vor der Anordnung eines Wegweisungsvollzugs sei die Vorinstanz zu spezifischen Abklärungen verpflichtet. V orliegend habe die Vorinstanz die einschlägige Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Anordnung des Wegweisungsvollzuges von unbegleiteten Minderjährigen gemäss BVGE 2009/51 E. 5.6 und BVGE 2009/28 E. 9.3.2 nicht herange- zogen und berücksichtigt und sei offenkundig nicht sämtlichen für das Kin- deswohl relevante n Kriterien gerecht geworden. Der Beschwerdeführer müsse als unbegleiteter Minderjähriger behandelt werden, selbst wenn er die Volljährigkeit bald erreichen sollte. Das SEM müsse zusätzliche Abklä- rungen vornehmen und werde vor dem Hintergrund der Abklärungsergeb- nisse auch über die Flüchtlingseigenschaft neu zu befinden haben. II. K. Mit Schreiben vom 8. Februar 2017 wurde der damalige Rechtsvertreter vom SEM eingeladen, allfällige, seit dem Urteil des Bundesverwaltungsge- richts vom 15. Dezember 2016 eingetretene relevante Veränderungen des Sachverhalts – möglichst gut dokumentiert – nachzureichen. L. In seiner Eingabe vom 14. Februar 2017 führte der damalige Rechtsvertre-E-2363/2017 Seite 7 ter aus, es habe seit dem Urteil des Gerichts keine relevanten Veränderun- gen gegeben. Es werde jedoch vollumfänglich an den Vorbringen der Be- schwerde vom 30. März 2016 und der Replikeingabe vom 15. Juni 2016 festgehalten. Aufgrund des Eintritts der Volljährigkeit sei weiter zu beachten, dass sich der Beschwerdeführer nun im rekrutierungsfähigen Alter befinde. Im Wei- teren wurde auf die Integrationsbemühungen des Beschwerdeführers ver- wiesen. M. Mit elektronischer Mitteilung vom 14. März 2017 teilte der bisherige Rechts- vertreter auf entsprechende Anfrage des SEM der Vorinstanz mit, er ver- trete aufgrund der besonderen Umstände des vorliegenden Falles den Be- schwerdeführer über dessen Volljährigkeit hinaus, bis zu r Eröffnung des neuen Asylentscheids. N. Mit Verfügung vom 22. März 2017 – dem damaligen Rechtsvertreter am 24. März 2017 eröffnet – verneinte das SEM wiederum das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte und – unter gleichzeitiger Anordnung des Wegweisungsvoll- zugs – seine Wegweisung aus der Schweiz. Zur Begründung führte das SEM insbesondere aus, dem Beschwerdefüh- rer sei es nicht gelungen, schlüssige und nachvollziehbare Angaben über seine wirtschaftliche Situation zu machen. Angesichts dessen, dass er be- reits während seiner Schulzeit seine Familie unterstützt habe, wäre von ihm zu erwarten gewesen, dass er konkret au fgezeigt hätte, weshalb und wie genau sich die wirtschaftliche Situation seiner Familie verändert habe, weshalb er schliesslich die Schule habe abbrechen müssen. Seine diesbe- züglichen Vorbringen vermittelten insgesamt nicht den Eindruck, dass er von seinem tatsächlichen respektive persönlichen Leben in Eritrea berich- tet habe. Es sei ihm auch nicht gelungen, den Sachverhalt im Hinblick auf den Erhalt eines militärischen Aufgebotes glaubhaft zu schildern. Er habe insbesondere nicht anzugeben vermocht, wann er in Wia hätte einrücken sollen. Seine Erklärung, das Militäraufgebot nicht gelesen zu haben, sei angesichts des Umstands, dass es sich für ihn um das fluchtauslösende Ereignis gehandelt habe, nicht nachvollziehbar. Es sei auch nicht plausibel, dass weder er noch seine Mutter sich gegenüber den Behörden eingesetzt E-2363/2017 Seite 8 und seine Minderjährigkeit belegt hätten, um das Militäraufgebot zu annul- lieren. Die entsprechenden Vorbringen seien deshalb unglaubhaft. Die unsubstanziierten und lebensfremden Schilderungen der angeblich il- legal erfolgten Ausreise des Beschwerdeführers vermittelten ebenfalls nicht den Eindruck, als hätte er das Geschilderte persönlich erlebt. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer während seiner Anhörung zum besseren Verständnis der ihm gestellten Fragen gelegentlich Rückfragen gestellt habe, deute auf ein kognitiv reifes Profil hin. Ausserdem sei der behauptete, angeblich unterdurchschnittliche Reifegrad des Beschwerde- führers durch nichts belegt. Gemäss Koordinationsurteil (publiziert als Referenzurteil) des Bundesver- waltungsgerichts D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 sei nicht davon aus- zugehen, dass sich eritreische Staatsangehörige aufgrund ihrer illegalen Ausreise mit asylbeachtlichen Sanktionen ihres Heimatstaates konfrontiert sehen würden. Andere Anknüpfungspunkte, welche den Beschwerdeführer in den Augen des eritreischen Regimes als missliebige Personen erschei- nen liessen, seien nicht ersichtlich. Die geltend gemachte Wehrdienstver- weigerung und die illegale Ausreise seien unglaubhaft. Die geltend ge- machte illegale Ausreise begründe für sich alleine keine Furcht vor künfti- ger asylrelevanter Verfolgung. Die eingereichten Beweismittel vermöchten an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Nachdem sich die Rechtspr e- chung zur illegalen Ausreise mit dem zitierten Urteil vom 30. Januar 2017 geändert habe, seien UNHCR-Bestätigungen als Beleg für die illegale Aus- reise hinfällig geworden. Der Wegweisungsvollzug sei schliesslich zulässig, zumutbar und möglich, wozu auf das familiäre Netz (Mutter, Geschwister und Grosseltern) und die gesicherte Wohnsituation des Beschwerdeführers in Eritrea verwiesen wurde. O. Mit Eingabe seines neu mandatierten Rechtsvertreters, lic. iur. Okan Manav, Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende, vom 24. April 2017 er- hob der Beschwerdeführers beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte dabei die Aufhebung der SEM -Verfügung vom 22. März 2017, die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, subeventualiter die Unzumutbarkeit der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. E-2363/2017 Seite 9 In prozessualer Hinsicht wurde um die Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung inklusive unentgeltliche Rechtsverbeiständung ersucht. Zur Begründung wurde ausgeführt, das SEM habe festgehalten, dass das vorliegende Asylgesuch, nicht mehr unter dem Aspekt der Minderjährigkeit, neu beurteilt werde. Die Vorinstanz habe sich in ihrem neuen Entscheid jedoch erneut auf Aussagen gestützt, die d er Beschwerdeführer gemacht habe, als er noch minderjährig gewesen sei. Trotz den Anregungen des Bundesverwaltungsgerichts hätten seitens der Vorinstanz keine weiteren Sachverhaltsabklärungen und Untersuchungsmassnahmen stattgefunden. Insbesondere sei der Beschwerdeführer nicht zu einer weiteren Anhörung vorgeladen worden, obwohl das Gericht eine korrekte Sachverhaltsermitt- lung gefordert habe. Im Weiteren habe die Vorinstanz vom Beschwerdeführer erwartet, dass sich dieser als damals (…)-Jähriger aus eigenen Kräften bei den eritrei- schen Militärbehörden hätte melden müssen, um die Vorladung zum Nati- onaldienst annullieren zu lassen. Es sei jedoch bekannt, dass gerade auch Minderjährige und vor allem Schulabbrecher in die Ausbildungscamps ge- rufen würden, die erst während der laufenden Ausbildung die Volljährigkeit erreichten. Der Beschwerdeführer habe detailliert und genau über die Ereignisse in Eritrea berichtet und dabei Ortschaften und involvierte Personen genannt. Er habe auch seine Gefühl e und Eindrücke se hr glaubhaft dargelegt und habe überzeugend geschildert, was in Eritrea passiert sei. Es sei davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr nach Eritrea asylrelevanten Nach- teilen ausgesetzt würde. Die Ausgestaltung des Militärdienstes in Eritrea stelle eine Verletzung von Art. 3 und 4 EMRK dar, wie dies vom englischen Gerichtshof (Upper Tribunal) im Entscheid «T and others [national service – risk categories] Eritrea CG [2016] UKUT 443 [IAC]) festgehalten worden sei. P. Mit Instruktionsverfügungen vom 1. und 22. Mai 2017 hiess das Bundes- verwaltungsgericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege inklusive -verbeiständung gut und setzte den vom Beschwer- deführer mandatierten Rechtsvertreter als amtlichen Rechtsbeistand ein. E-2363/2017 Seite 10 Q. In seiner Vernehmlassung vom 6. Juni 2017 hielt das SEM ohne ergänzen- den Ausführungen an seinen bisherigen Erwägungen fest. Diese Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 7. Juni 2017 zur Kenntnis gebracht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG, Art. 6 AsylG). 1.3 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei- lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie- gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil E-2002/2016 die erste SEM-Verfügung vom 29. Februar 2016 aufgehoben, nachdem das SEM die für die Behandlung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden E-2363/2017 Seite 11 massgebliche Rechtsprechung nicht eingehalten hatte (vgl. Sachverhalt oben, Bst. J). Dieses Urteil erging am 15. Dezember 2016 und somit (…) vor Eintritt der Volljährigkeit des Beschwerdeführers. Das Gericht hielt da- bei explizit fest, der – damals (…) alte – Beschwerdeführer müsse vom SEM, was die Anordnung des Wegweisungsvollzugs betreffe, als unbeglei- teter Minderjähriger behandelt werden, auch wenn dieser die Volljährigkeit bald erreichen werde (vgl. S. 7,5. Lemma). 3.2 In der im ersten Asylverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ein- gereichten Beschwerdeeingabe vom 30. März 2016 war vorgetragen wor- den, angesichts der «teilweise offensichtlich unbedarften, aber nicht wider- sprüchlichen» Antworten des Beschwerdeführers wären bei einer jugend- gerechten Anhörung entsprechende Präzisierungsfragen notwendig gewe- sen; die damals zuständige Befragerin des SEM habe kaum detaillierte Rückfragen zu den Antworten des Beschwerdeführers gestellt. Der Um- stand, dass auf präzisierende Rückfragen verzichtet worden sei, dürfe nicht zu Lasten des bei der Anhöru ng (…)-jährigen Beschwerdeführers ausge- legt werden (vgl. Beschwerde, Ziffer 4.4.3). In der Rechtsmitteleingabe vom 30. März 2016 lieferte der damalige Rechtsvertreter ergänzende In- formationen nach und machte weiter geltend, bezüglich des Wegweisungs- vollzuges von unbegleiteten Minderjährigen seien von Amtes wegen zu- sätzliche Abklärungen seitens des SEM vorzunehmen . Vorliegend seien insbesondere Abklärungen zur persönlichen Situation des Beschwerdefüh- rers erforderlich (vgl. Beschwerde vom 30. März 2016, Ziffe r 4.4.4, 7.3.3 und 7.3.5). 3.3 In der Beschwerdeeingabe vom 24. April 2017 wurde vorgetragen, das SEM habe sich bei seinem zweiten Entscheid vom 22. März 2017, welcher (…) nach Eintritt der Volljährigkeit des Beschwerdeführers (…) gefällt wor- den sei, erneut auf die Aussagen des damals minderjährigen Beschwerde- führers abgestützt. Trotz den Anregungen des Bundesverwaltungsgerichts im Urteil vom 15. Dezember 2016 habe das SEM keine weiteren Sachver- haltsabklärungen vorgenommen. Insbesondere sei der Beschwerdeführer nicht zu einer weiteren Anhörung vorgeladen worden, obwohl das Gericht eine korrekte Sachverhaltsermittlung gefordert habe (vgl. Beschwerde vom 24. April 2017, Ziffer III/1, S. 3). Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss, das SEM sei in seinem neuen Entscheid vom 22. März 2017 den vom Bundesverwaltungsgericht in sei- nem Urteil vom 15. Dezember 2016 auferlegten Anforderungen zur Vervoll-E-2363/2017 Seite 12 ständigung des rechtserheblichen Sachverhalts nicht in genügendem Um- fang nachgekommen. Konkret wird bemängelt, dass keine erneute Anhö- rung des – inzwischen volljährig gewordenen – Beschwerdeführers durch- geführt worden sei. 3.4 Hierzu ist das Folgende festzuhalten: 3.4.1 In seinem Urteil vom 15. Dezember 2016 hielt das Bundesverwal- tungsgericht explizit fest, das SEM habe mit seiner ersten Verfügung vom 29. Februar 2016 die einschlägige Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Anordnung des Wegweisungsvollzugs von unbegleiteten Minderjähri- gen nicht herangezogen. (vgl. S. 5, 4. Lemma). Dabei wurde auf die für die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzuges von unbegleiteten Minder- jährigen massgeblichen Prüfungsfaktoren eingegangen ( Sicherstellung, dass der Minderjährige bei der Rückkehr ins Heimatland einem Familien- mitglied, einem Vormund oder einer Aufnahmeeinrichtung übergeben wer- den kann; allfällige Übernahmezusicherungen einer geeigneten eritrei- schen Institution vor Erlass einer wegweisenden Verfügung ; vgl. S. 5, 5. Lemma sowie S. 6, 2. Lemma), welche die Vorinstanz beim minderjährigen Beschwerdeführer vorliegend nicht angewendet habe. Bei diesen Erwägungen des Gerichts ging es eindeutig und unmissver- ständlich einzig um die Frage der Durchführbarkeit des Wegweisungsvoll- zugs beim damals noch minderjährigen und unbegleiteten Beschwerdefüh- rers. Das Bundesverwaltungsgericht hielt in seinem Urteil mit Verweis auf die geltende Rechtspraxis fest, dass das SEM seinen damaligen Entscheid vom 29. Februar 2016 ohne Vornahme der entsprechenden Abklärungen gefällt hatte und dass diese Vorgehensweise die von der langjährigen Rechtspraxis vorgegebenen Untersuchungspflichten bei minderjährigen Asylsuchenden verletzt hat. Eine identische Vorgehensweise würde auch im heutigen Zeitpunkt eine gravierende Verletzung der Verfahrensgaran- tien für unbegleitete minderjährige Asylsuchende darstellen und würde zur Kassation des vorinstanzlichen Entscheides führen. An der diesbezügli- chen, langjährigen Praxis hat sich nichts geändert. 3.4.2 Für die Beurteilung des zweiten SEM -Entscheides vom 22. März 2017 ist indessen massgeblich, dass dieser Entscheid zu einem Zeitpunkt erging, als der Beschwerdeführer bereits volljährig war. Nach dem Kassa- tionsentscheid vom 15. Dezember 2016 hat das SEM tatsächlich keine wei- teren Abklärungen vorgenommen in Bezug auf die Existenz eines tragfähi- gen familiären Beziehungsnetzes oder hinsichtlich des Vorliegens einer E-2363/2017 Seite 13 konkret für die weitere Betreuung des Beschwerdeführers nach dessen Rückkehr nach Eritrea zuständige vormundschaftliche Institution. Zu ent- sprechenden Abklärungen war das SEM jedoch auch nicht mehr verpflich- tet, nachdem es sich vorliegend nicht (mehr) um den Wegweisungsvollzug eines Minderjährigen handelt. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass nach dem Kassationsent- scheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Dezember 2016 (…) der Beschwerdeführer die Volljährigkeit erreichte; (…) war das SEM nicht mehr dazu gekommen, Abklärungen vorzunehmen (vgl. Aktennotiz SEM in A35/1). Wie die Sachlage in einem Verfahren zu beurteilen wäre, in dem das SEM nach einem Kassationsentscheid eine längere Zeitspanne unbe- nutzt verstreichen lassen und ohne Vornahme von Abklärungen das Ein- treten der Volljährigkeit des Betreffenden abwarten würde, kann an dieser Stelle offenbleiben. 3.4.3 Die vorgetragene Rüge, das SEM habe keine erneute Anhörung des (inzwischen volljährig gewordenen) Beschwerdeführers durchgeführt und habe alleine auf die damaligen Angaben des minderjährigen Beschwerde- führers abgestellt, stösst ins Leere. Einerseits ist festzustellen, dass die Angaben des Beschwerdeführers in seiner BzP und in der einlässlichen Anhörung durchaus klar und unmiss- verständlich ausgefallen sind. Er war in der Lage, konkrete Angaben zu Daten, Ortschaften und zu einzelnen Erlebnissen vorzutragen. Es wurden weder seitens der anwesenden Vertrauensperson noch seitens der Hilfs- werksvertretung irgendwelche Beanstandungen an der Durchführung und Ausgestaltung der Anhörung gemacht (vgl. A20, S. 19 und 20). Es ist des- halb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer für die Schilderungen seiner Asylvorbringen urteilsfähig war und die ihm gestellten Fragen inhalt- lich verstanden hat. Es bestand daher für das SEM keine Veranlassung, in seinem zweiten Entscheid vom 23. März 2017 nicht auf diese protokollier- ten Angaben des Beschwerdeführers abzustellen. Andererseits ist festzustellen, dass das SEM mit Schreiben vom 8. Februar 2017 an seinen damaligen Rechtsvertreter dem Beschwerdeführer explizit Gelegenheit eingeräumt hat, allfällige relevante Veränderungen seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bekanntzugeben und ents pre- chende Sachverhaltsergänzungen nachzureichen. Mit Schreiben vom 14. Februar 2017 liess sich der Beschwerdeführer dahingehend verneh-E-2363/2017 Seite 14 men, es habe seit dem Urteil des Gerichts «keine relevanten Veränderun- gen» gegeben; es werde an den Vorbringen in der Besc hwerde vom 30. März 2016 und in der Replik vom 15. Juni 2016 festgehalten. 3.4.4 Bei dieser Sachlage bestand für das SEM keine zwingende Veran- lassung, den zwischenzeitlich volljährig gewordenen Beschwerdeführer zu einer erneuten Anhörung zu den Asyl gründen oder zu Wegweisungshin- dernissen vorzuladen. Die vom SEM vorliegend eingeschlagene Vorge- hensweise ist daher nicht zu beanstanden. Der Sachverhalt ist sowohl im Asyl - als auch im Wegweisungspunkt als hinreichend erstellt zu betrachten. Es besteht daher keine Veranlassung, die vorinstanzliche Verfügung vom 22. März 2017 aufzuheben und die Sa- che zur Vornahme weiterer Abklärungen des Sachverhalts ans SEM zu- rückzuweisen. In einem weiteren Schritt ist im Folgenden der Frage nachzugehen, ob es dem Beschwerdeführer gelungen ist, glaubhaft dazutun, dass er im Zeit- punkt seiner Ausreise asylbeachtlichen Nachteilen ausgesetzt war. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachtei len ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. Nach Durchsicht der Akten kommt das Gericht zum Schluss, dass die E-2363/2017 Seite 15 Vorinstanz die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Fluchtgründe zu Recht und mit zutreffender Begründung als teilweise nicht glaubhaft bezie- hungsweise teilweise als nicht asylrelevant befunden hat. 5.1 Zutreffend ist zunächst, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, schlüssige und nachvollziehbare Angaben über die wirtschaftliche Situ- ation seiner Familie zu machen. Insbesondere vermochte er nicht anzuge- ben, wovon seine Eltern ihren Lebensunterha lt verdient hätten. Nachdem er gemäss eigenen Angaben während seiner Schulzeit seine Familie selbst finanziell unterstützt, seine Mutter betreut und seine Schulbildung abgebro- chen haben will, um seine Familie zu unterstützen (vgl. Akte 20, Antworten 81 ff.) vermögen seine bloss oberflächlichen Angaben zu diesem Punkt nicht zu überzeugen und es kommen bereits erste Zweifel am Wahrheits- gehalt des geltend gemachten Sachverhaltsvortrags auf. 5.2 Auch das Kernvorbringen seines Asylgesuches, den angeblichen Er- halt eines militärischen Aufgebotes, vermochte der Beschwerdeführer nicht auf glaubhafte Weise darzulegen. Einerseits ist festzuhalten, dass der Be- schwerdeführer keinerlei Beweismittel eingereicht hat, die sein Vorbringen, er habe ein Militäraufgebot erhalten und hätte in Wia einrücken müssen , stützen würden. Andererseits zog das SEM diesbezüglich zutreffend in Er- wägung, der Beschwerdeführer habe zwar angegeben, er hätte in Wia ein- rücken müssen (vgl. A20, Antwort 97), habe jedoch auf konkrete Nachfrage hin vorgetragen, das Militäraufgebot nicht richtig durchgelesen zu haben (vgl. A20, Antworten 94 und 98). Dieses Verhalten muss als sehr befrem- dend eingeschätzt werden angesichts des Umstandes, dass es sic h bei diesem Einrückungsbefehl angeblich um das für den Beschwerdeführer ausreiseauslösende Ereignis gehandelt haben soll . Insbesondere bleibt nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer nicht zumindest den im Dokument mutmasslich festgelegten Einrück ungstermin in Erfahrung ge- bracht haben, sondern überstürzt und ohne seine Mutter zu orientieren, noch am gleichen Abend ausgereist sein will (vgl. A20, Antworten 98, 110, 118 und 128). Zudem lässt sich seine Angabe, er habe Eritrea verlassen, ohne seine Mitter zu informieren, inhaltlich nicht mit seinem weiteren Vor- bringen vereinbaren, seine Mutter habe seine Ausreise finanziert (vgl. A20, Antworten 157 ff.), auch wenn er im späteren Verlauf der Anhörung zu Pro- tokoll gab, er habe mit seiner Mutter vom Sudan aus telefoniert (vgl. Ant- wort 175). E-2363/2017 Seite 16 5.3 Auch die weiteren Schilderungen des Beschwerdeführers, wonach we- der er noch seine Mutter auf das Militäraufgebot reagiert und den Einrü- ckungsbefehl wegen der offensichtlichen Minderjährigkeit des Beschwer- deführers zu annullieren versucht hätten (vgl. A20, Antworten 99, 103 und 116), erscheinen realitätsfremd. Wenn der Erhalt des Militäraufgebotes den jugendlichen Beschwerdeführer zur unmittelbaren Ausreise aus seinem Heimatland ohne Begleitung von Familienangehörigen v eranlasst haben soll, ist nicht plausibel, dass er oder seine Mutter nicht alles unternommen haben sollen, um diesen Einrückungsbefehl zu verschieben oder zu annul- lieren. Die diesbezüglichen Erwägungen des SEM vom 22. März 2017 (Zif- fer II/Ziffer 1.1) können vollumfänglich bestätigt werden. 5.4 Schliesslich ist es dem Beschwerdeführer auch nicht gelungen, seine vorgetragene illegale Ausreise aus Eritrea glaubhaft zu schildern. Das SEM hat hierzu zutreffenderweise festgestellt, dass die diesbezüglichen Vorbrin- gen nicht den Eindruck vermitteln, als hätte der Beschwerdeführer das von ihm Geschilderte persönlich erlebt. Er vermochte keine konkreten , erleb- nisgeprägten Angaben zur angeblich zweieinhalb Tage lang dauernde n Reise bis zur äthiopischen Grenze zu machen, konnte nicht schildern, wo- ran sie sich bei ihrer Reise orientiert hätten, wie das passierte Gelände ausgesehen habe oder wie seine spontan beschlossene Reise organsiert worden sei (vgl. A20, insbesondere Antwort 133 ff. und 157 ff.). 5.5 Nach dem Gesagten hat das SEM zutreffend die Schlussfolgerung ge- zogen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, seine Flucht- gründe – namentlich den Schulabbruch, die wirtschaftliche Situation seiner Familie, den Erhalt eines Militäraufgebotes und das illegale Verlassen des Heimatstaates – glaubhaft darzutun. In der Beschwerdeeingabe wird nichts Stichhaltiges vorgetragen, was an dieser Einschätzung etwas zu ändern vermag. Es ist dem Beschwerdeführer daher nicht gelungen, eine im Zeitpunkt sei- ner Ausreise aus dem Heimatstaat konkret bevorstehende Einberufung in den Militärdienst glaubhaft darzutun. Es ist folglich nicht davon auszuge- hen, dass er zu diesem Zeitpunkt konkrete Kontakte zu den eritreischen Militärbehörden im Zusammenhang mit einer Rekrutierung in den National Service im Sinne der Rechtsprechung (vgl. Entscheidungen und Mitteilun- gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 3 E. 4.7 und 4.10) gestanden hat. Es ist daher auch nicht davon auszugehen, dass er wegen Regimefeindlichkeit (Refraktion) ins Visier der eritreischen E-2363/2017 Seite 17 Behörden geraten sei und eine diesbezüglich begründete Furcht vor flücht- lingsrechtlich relevanten Bestrafung habe. Im Zusammenhang mit der geltend gemachten illegalen Ausreise aus Erit- rea ist zudem (ungeachtet der fehlenden Glaubhaftigkeit des Vorbringens) auf das Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts D -7898/2015 vom 30. Januar 2017 zu verweisen. Das Gericht geht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass sich eritreische Staatsangehörige auf- grund einer illegalen Ausreise mit Sanktionen ihres Heimatstaates konfron- tiert sehen, welche bezüglich ihrer Intensität und der politischen Motivation des Staates ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes darstellen (vgl. D-7898/2015, a.a.O. E. 5.1). Nach dieser Rechtsprechung ist nur dann von einer begründeten Furcht vor intensiven und flüchtlingsrechtlich be- gründeten Nachteilen auszugehen, wenn zur illegalen Ausreise weitere Faktoren hinzukommen, welche die asylsuchende Person in den Augen der eritreischen Behörden als missliebige Person erscheinen lassen (vgl. a.a.O., E. 5.1, letzter Absatz). Entsprechende zusätzliche Anknüpfungs- punkte im Sinne einer Profilschärfung sind beim Beschwerdeführer zu ver- neinen, zumal sich die vorgetragene Rekrutierung als nicht glaubhaft ge- macht erwiesen hat und in der Beschwerdeeingabe auch keine solche An- knüpfungspunkte spezifiziert werden. Die eingereichte UNHCR-Bestätigung, welche die illegale Ausreise des Be- schwerdeführers belegen soll, vermag für sich alleine ebenfalls keine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung darzutun. Hierzu kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen vom 22. März 2017 (Ziffer II/3) verwiesen werden. 5.6 Nach dem Gesagten hat das SEM mit zutreffender Begründung zu Recht festgestellt, dass der Bes chwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt. Die Abweisung des Asylgesuchs ist demnach zu Recht erfolgt. 6. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintrit t. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent- haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demzufolge zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4). E-2363/2017 Seite 18 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisu ng nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 7.1.1 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. Vorliegend erfüllt der Beschwerdeführer die Flüchtlingsei- genschaft nicht (vgl. oben, E. 5.6). Das flüchtlingsrechtliche Rückschie- bungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist da- her nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 7.1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 FoK und Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behand- lung unterworfen werden. 7.1.3 Angesichts des Alters des Beschwerdeführers ist es durchaus mög- lich, dass er bei einer Rückkehr in sein Heimatland in den Nationaldienst eingezogen würde. Dass eine solche Einziehung flüchtlingsrechtlich nicht von Relevanz ist, bedeutet noch nicht, dass auch der Vollzug der Wegwei- sung zulässig ist. 7.1.4 Im publizierten Urteil BVGE 2018 VI/4 klärte das Bundesverwaltungs- gericht diese Frage der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bei drohen- der Einziehung in den eritreischen Nationaldienst unter den Aspekten des Zwangsarbeitsverbots (Art. 4 Abs. 2 EMRK), des Folterverbots und der un- menschlichen und erniedrigenden Behandlung (Art. 3 EMRK). Es stellte fest, die Bemessung der Dienstdauer und die Gewährung von Urlauben im eritreischen Nationaldienst seien für die Einzelperson kaum vorhersehbar. Die durchschnittliche Dienstdauer lasse sich nicht genau beziffern, auszu- gehen sei jedoch davon, dass sie zwischen fünf und zehn Jahre betrage und in Einzelfällen darüber hinausgehen könne. Die Lebensbedingungen gestalteten sich sowohl in der Grundausbildung als auch im militärischen und im zivilen Nationaldienst schwierig; der Nationaldienstsold reiche E-2363/2017 Seite 19 kaum aus, um den Lebensunterhalt zu decken. Darüber hinaus komme es im eritreischen Nationaldienst – insbesondere in der Grundausbildung und im militärischen Nationaldienst – zu Misshandlungen und sexuellen Über- griffen. Die Bedingungen im Nationaldienst seien folglich grundsätzlich als Zwangsarbeit im Sinn von Art. 4 Abs. 2 EMRK zu qualifizieren. Für die An- nahme der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs reiche diese Ein- schätzung jedoch nicht aus. Vielmehr wäre hierfür erforderlich, dass durch die Einziehung in den eritreischen Nationaldienst das ernsthafte Risiko ei- ner schwerwiegenden Verletzung von Art. 4 Abs. 2 EMRK bestünde, mithin der Kerngehalt dieser Bestimmung verletzt würde. Eine solche Situation liege indessen nicht vor. Nicht erstellt sei zudem, dass die berichteten Miss- handlungen und sexuellen Übergriffe derart systematisch stattfänden, dass jede Nationaldienstleistende und jeder Nationaldienstleistende dem ernst- haften Risiko ausgeset zt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden (vgl. a.a.O. E. 6.1, insbes. 6.1.5). 7.1.5 Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) müsste der Beschwerdeführer mit Blick auf Art. 3 EMRK eine kon- krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Nr. 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Im Grundsatzur- teil BVGE 2018 VI/4 (E. 6.1.6) wurde diesbezüglich ausgeführt, es existier- ten keine hinreichenden Belege dafür, dass Misshandlungen und sexuelle Übergriffe im Nationaldienst derart flächendeckend stattfinden würden, dass jede Dienstleistende und jeder Dienstleistende dem erns thaften Ri- siko ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden. Auch im Falle des Beschwerdeführers kann daher kein ernsthaftes Risiko einer Verlet- zung von Art. 3 EMRK im Falle einer Einziehung in den eritreischen Natio- naldienst bejaht werden. 7.1.6 Aus den Akten ergeben sich keine weiteren Gründe für die Annahme der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs im Falle einer freiwilligen Rückkehr des Beschwerdeführers; er macht selbst keine weiteren Gründe geltend. Der Wegweisungsvollzug ist folglich vorliegend als zulässig zu be- trachten. 7.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. E-2363/2017 Seite 20 7.2.1 Gemäss aktueller Rechtsprechung kann in Eritrea nicht von einem Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungs- weise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausge- gangen werden. In jüngster Zeit haben sich die Lebensbedingungen in ei- nigen Bereichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor schwierig. Die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssituation, der Zugang zu Wasser und zur Bildung haben sich aber stabilisiert. Der Krieg ist seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse Kon- flikte sind nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch die umfangreichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil der Bevölkerung profitiert. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage des Landes muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenz- bedrohung ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. Anders als noch unter der früheren Rechtsprechung sind begünstigende individuelle Faktoren jedoch nicht mehr zwingende Voraussetzung für die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 16 f.). 7.2.2 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen Mann, wel- cher die Schule zumindest bis z ur neunten Klasse besucht hat (vgl. A20, Antwort 40). In seiner Heimat verfügt er über ein familiäres Beziehungsnetz (Mutter, Geschwister, Grosseltern und weitere Verwandte). Vor seiner Aus- reise lebte er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern zusammen in H._______. Seine Familie ist in der Landwirtschaft tätig (vgl. A8, Ziffer 3.01 und A20, Antworten 11 ff. und 30). Es ist davon auszugehen, dass der Be- schwerdeführer bei einer Rückkehr wieder bei seiner Familie wohnen kann und die Familie ihn bei seiner sozialen und wirtschaftlichen Wiedereinglie- derung unterstützen wird. Medizinische Probleme, die den Wegweisungs- vollzug unter Umständen als unzumutbar erscheinen lassen könnten, er- geben sich aus den Akten nicht. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 7.3 Schliesslich obliegt es de m Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 7.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). E-2363/2017 Seite 21 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Ein mit der Beschwerde ge- stelltes G esuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde jedoch mit Instruktionsverfügung vom 1. Mai 201 7 gutgeheissen. Folglich sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 9.2 Es ist sodann für das vorliegende Verfahren ein amtliches Honorar zu- zusprechen. Bei amtlicher Vertretung geht das Gericht in der Regel von einem Stundenansatz von Fr. 100.− bis Fr. 150.− für nicht-anwaltliche Ver- treterinnen und Vertreter aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Regle- ments über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs- gericht vom 21. Februar 2008 [VGKE]), wobei nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Der mit Zwischenverfügung vom 22. Mai 2017 eingesetzte amtliche Rechtsbeistand lic. iur. Okan Manav hat keine Kostennote eingereicht (der Eingabe vom 16. Mai 2017 lag lediglich eine Unterstützungsbestätigung bei). Aufgrund der Akten ist es jedoch ohne Weiteres möglich, den entstan- denen Aufwand von Amtes wegen zu schätzen, so dass darauf verzichtet werden kann, den amtlichen Rechtsbeistand zur Nachreichung einer Kos- tennote aufzufordern. Der Aufwand für die Ausarbeitung der 8-seitigen Be- schwerdeschrift und der 1-seitigen Eingabe vom 16. Mai 2017 ist auf ins- gesamt 4,5 Stunden zu veranschlagen. Dem amtlichen Rechtsbeistand ist somit ein amtliches Honorar von insgesamt Fr. 700.- (inkl. Auslagen) zuzu- sprechen. (Dispositiv nächste Seite) E-2363/2017 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dem amtlichen Rechtsbeistand wird zulasten der Gerichtskasse eine amt- liche Entschädigung in der Höhe von Fr. 700.- ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Sandra Bodenmann Versand: