B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1670/2011 U r t e i l v o m 1 0 . A u g u s t 2 0 1 2 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Bendicht Tellenbach; Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren […], Kongo (Kinshasa), vertreten durch (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 16. Februar 2011 / N […]. D-1670/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge verliess d ie Beschwerdeführerin ihren Hei- matstaat am 15. August 2008 und gelangte nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Uganda am 28. April 2009 in die Schweiz, wo sie gleichen- tags ein Asylgesuch stellte. Dazu wurde sie am 8. Mai 2009 summarisch befragt. Am 16. und 25. Juni 2009 führte das BFM die Anhörung durch. A.b Die Beschwerdeführerin machte geltend, aus B._______ zu stammen und dort gelebt zu haben. Nach dem Tod ihres Mannes habe sie als selb- ständige Verkäuferin gearbeitet. Sie sei 2006 Mitglied der oppositionellen Organisation Bundu Dia Kongo (BDK) gew orden. 2008 seien viele BDK - Mitglieder umgebracht worden. Sie sei eine Beziehung zu einem Solda - ten eingegangen. Dieser habe ihr erzählt, er müsse den Vorsteher der BDK umbringen, damit dieser vor der UNO nichts Ungünstiges über die aktuelle Regierung aussage. Er habe sie aufgefordert, das Verbrechen an seiner Stelle zu begehen, und ihr ein hohes Entgelt in Aussicht gestellt. Sie habe sich Bedenkzeit ausbedungen und schliesslich eingewil ligt. Ihr sei ein Teil des vereinbarten E ntgelts ausbezahlt worden. Sie habe indes an einer BDK -Sitzung den Vorgesetzten über den gegen ihn geplan ten Mord informiert. An der Sitzung habe auch der erwähnte Soldat teilg e- nommen. Der Vorsteher habe die Anwesenden über den gegen ihn ge - planten Mord i nformiert und ohne Namensnennung dargelegt, eine Per - son habe ihn über das geplante Verbrechen in Kenntnis gesetzt. Diese Person werde er der UNO als Beweis für die Machenschaften der Re - gierung zuführen. Sie sei in der Folge nicht mehr nach Hause gegan gen und wegen ihr drohender Verfolgung durch die Regierung an einen ge - schützten Ort gebracht worden. Durch ihren Bruder habe sie erfahren, dass man nach ihr suche. Der Bruder habe ein Versteck in einem Haus in C._______ bei einem Bekannten organisiert. Via D._______ und E._______ sei sie in der Nacht zusammen mit drei Kindern dorthin g e- flüchtet. Nach etwa vierzehn Tagen seien Bewaffnete ins Haus eing e- drungen. Eines ihrer Kinder, welches geschrien habe, sei mit einer Waffe geschlagen worden. Der erwähnte Bekannte, der sich für das Kind habe einsetzen wollen, sei tödlich verletzt worden . Die Soldaten hätten sich ausgezogen und die Kinder zu Oralsex genötigt. Sie habe sich dage gen gewehrt und sei geschlagen worden. Mehrere Soldaten hätten sie verg e- waltigt. Sie habe das Bewusst sein verloren und sei erst im Spital von C._______ aus der Ohnmacht erwacht. Sie sei gepflegt worden und habe nach den Kindern su chen lassen. Diese seie n aber nicht gefunden wo r-D-1670/2011 Seite 3 den. Die Lage in C._______ sei sehr angespannt gewesen. Der Chef des Spitals habe ihr schliess lich ermöglicht, Zuflucht in einer Flüchtlingsei n- richtung in Uganda zu finden. Dort habe sie wiederum unter prekären Le- bensumständen gelitten. Ihre Kinder habe sie auch dort nicht gefunden. Der Leiter der Ein richtung habe ihr in der Folge – mit Unterstützung von UNO-Angehörigen und gegen Entgelt – zur Ausreise aus Uganda und zur Flucht in die Schweiz verholfen. Im Falle der Rückkehr bef ürchte sie Re- pressalien durch ihre Verfolger. A.c Als Beweismittel gab die Beschwerdeführerin eine Verlustbestätigung für die Identitätskarte, ein Schreiben eines ugandischen Flüchtlingszent- rums und einen entsprechenden Ausweis sowie eine Mitg liedschaftskarte der BDK zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 1 6. Februar 2011 – eröffnet am 18. Februar 2011 – stellte das BFM fest, d ie Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Die Vorin - stanz begründete ih ren Entscheid mit der fehlenden Glaubhaftigkeit der angeblichen Verfolgung. Die Beschwerdeführerin habe angegeben, im Jahre 2006 Mitglied der BDK geworden zu sein und ihren entsprechen- den Ausweis erhalten zu haben. Gemäss gesicherten Erkenntnissen des BFM seien im Jahre 2006 indes keine solchen Ausweise durch die BDK ausgestellt worden. Zudem sei die Art und Weise, wie sie in den Besitz des Dokuments gekommen sei, nic ht glaubhaft, da dessen Erhalt mit g e- wissen Bedingungen verbunden sei. Demzufolge müsse ausgeschlos sen werden, dass sie im genannten Zeitpunkt Mitglied der BDK geworden sei. Die Vorbringen im Zusammenhang mit der BDK seien mithin unglaubhaft. Im Weitere n seien auch ihre Aussagen zu den Geschehnis sen in C._______ ungereimt ausgefallen. So habe sie das Eindringen der Solda- ten in das dortige Haus anlässlich der Befragungen nicht übereinsti m- mend geschildert. Ausserdem habe sie bei der Summarbefragung geltend gemacht, ein Kind sei angeschossen worden. Bei der An hörung habe sie hingegen vorgebracht, ein Kind sei mit einer Waffe ge schlagen worden. Im Weiteren sei sie nicht in der Lage gewesen, das in C._______ angeb- lich Erlebte hinreichend konkret, detailli ert und differen ziert darzulegen. Ihre Aussagen zu den Soldaten, welche sie vergewaltigt und die Kinder malträtiert hätten, seien vage und stereotyp. Von einer Per son, die ta t- sächlich vergewaltigt und Zeugin der sexuellen Übergriffe an den eigenen Kindern geworden sei, hätten substanziiertere Angaben zu diesen Bela n-D-1670/2011 Seite 4 gen erwartet werden können. Es sei deshalb ausgeschlos sen, dass sie das Geschilderte selber und im geltend gemach ten Kontext erlebt haben könne. Ihre Vorbringen seien als blosses Konstrukt zu werten. Das einge- reichte Schreiben des ugandischen Flüchtlings zentrums sei als Gefälli g- keitsschreiben zu werten beziehungs weise dessen Ausstellung müsse in einem anderen als dem vorgebrachten Zusammenhang erfolgt sein. Den Vollzug der Wegweisung in das Heimatland der Beschwerdeführerin erachtete das BFM für zulässig, zumutbar und möglich. In der Demokrati- schen Republik Kongo herrsche trotz Krisenherden keine landesweite S i- tuation allgemeiner Gewalt. Die Beschwerdeführerin stamme aus B._______, einer Stadt in F._______. Der Ort verfüge nebst einem Flu g- hafen auch über eine Eisenbahnlinie und eine gute Strassenverbindung nach D._______. Die Beschwerdeführerin sei seit 2006 im Rahmen ihrer Arbeit als Kleiderhändlerin sehr oft in D._______ gewesen. Mit dem Erlös ihres Geschäfts habe sie ein wirtschaftliches Auskommen für sich und die Kinder gehabt. Im Weiteren verfüge sie vor Ort über ein Beziehungsnetz. Ihr Bruder lebe in B._______; ihre Eltern und ihre Schwester hielten sich in G._______ – einer Ortschaft in F._______ – auf. Zudem stehe ihr offen, individuelle Rückkehrhilfe zu beantragen. C. Mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung vom 17. März 2011 beantragte die Be- schwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung des vor- instanzlichen E ntscheides, die Feststellung ih rer Flüchtlingseigenschaft verbunden mit der Asylgewährung, eventuali ter das Absehen vom We g- weisungsvollzug und die Gewährung der vorläufi gen Aufnahme in der Schweiz, die Bestätigung der aufschiebenden Wirkung der Be schwerde sowie für den Fall des Unterliegens die un entgeltliche Rechts pflege (Art. 65 Abs. 1 des Ver waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) samt Entbindung von der Vor schusspflicht. Zur Begründung brachte sie vor, die geltend gemachten Ereignisse in ih- rem Heimatland tatsächlich so erlebt zu haben. Dafür habe sie Bewei s- mittel beigebracht. Im Falle der Rückkehr habe sie begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen. Der BDK -Ausweis belege ihre Mitglied schaft bei dieser Gruppierung. Das BFM gehe zu Unrecht und gestützt auf nicht haltbare Erwägungen von der Unglaubhaftigkeit der Asylgründe aus und habe den Sachverhalt nicht hinreichend abgeklärt. Es falle auf, dass Per- sonen aus dem Heimatland der Beschwer deführerin, welche im schwe i- zerischen Asylverfahren einen Ablehnungsentscheid erhalten hät ten, in anderen, über die Situation vor Ort besser informierten Ländern in der D-1670/2011 Seite 5 Folge einen positiven Entscheid bekämen. Allfällige Ungereimtheiten in ihren Aussagen seien auf eine Traumatisierung zurückzuführen. Sie sei Opfer sexueller Gewalt. Schliesslich gehe das BFM in Anbetracht der tat- sächlichen Lage in ihrem Heimatland verbunden mit einer konkreten G e- fährdung auch zu Unrecht von der Zulässigkeit und Zumutbark eit des Vollzugs aus. D. Mit Zwischenverfügung vom 23. März 2011 stellte das Bundesver wal- tungsgericht die aufschiebende Wirkung der Beschwerde fest, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und hiess das Gesuch ge - mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gut. E. Mit Vernehmlassung vom 28. März 2011 beantragte das BFM die Ab wei- sung der Beschwerde. Die vorinstanzliche Stellungnahme wurde der Be - schwerdeführerin am 1. April 2011 zur Kenntnis gebracht. F. Mit Eingabe vom 4. April 2011 (Datum der Postaufgabe) machte die Be - schwerdeführerin unter Hinweis auf die beigelegten Schreiben kantonaler und gemeindlicher Stellen geltend, nicht adäquat untergebracht und ver - sorgt zu sein. Gleichzeitig beantragte sie die Fortsetzung des Verfahrens in französischer Sprache. Let zteres wurde vom Bundesverwaltungsge - richt am 6. April 2011 abgewiesen. Das Gericht hielt dabei fest, die Vorak- ten seien in deutscher Sprache erstellt worden und die Beschwerdeführe- rin sei einem deutschsprachigen Kanton zugewiesen worden. G. Mit Eingabe v om 4. Mai 2011 an das BFM liess die Beschwerdeführerin ein Gesuch um Wechsel des Aufenthaltskantons stellen. Darin wurde un- ter anderem geltend gemacht, die Beschwerdeführerin er warte ein Kind von einer in H._______ wohnhaften Person. H. Mit Verfügung vom 12. August 2011 wies das BFM das Gesuch ab. Der Entscheid erwuchs den Akten zufolge unangefochten in Rechtskraft. D-1670/2011 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sin ne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei nes Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor wel chem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]); Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungs- gericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Die von der Beschwerdeführerin gerügten Gehörsverletzungen können den vor liegenden Akten nicht entnommen werden. Das BFM hat die mehrstündige Anhörung der Beschwerdeführerin vom 16. Juni 2012 aus zeitlichen Gründen abgebrochen und am 25. Juni 2012 fortgesetzt. Auch an diesem Datum hatte sie ausführlich Gelegenheit, ihre Asylgründe zu Protokoll zu geben. Am Schluss erklärte sie, alle s Wichtige gesagt zu ha-D-1670/2011 Seite 7 ben (A 11/16 Antwort 125). Im Übrigen hat das BFM sowohl im Asyl - wie auch im Vollzugspunkt der Herkunft de r Beschwerdeführerin und ihrem geltend gemachten Aufenthalt in I._______ in insgesamt zutreffenden und nachvollziehbaren Erwägungen Rechnung getragen und die Glaubhaftig - keit einer asylrelevant erfolgten oder drohenden Verfol gung beziehungs- weise eine konkrete Gefährdung bei der Rückkehr in ausführlichen Erwä- gungen verneint. Dass es dabei spezifische Ver folgungsmuster vor Ort oder die persönliche Situation der Beschwerdeführerin nicht adäquat b e- rücksichtigt hätte, geht aus der Verfügung entgegen den Beschwerdevor - bringen nicht hervor. Es mag zwar zutreffen, d ass psychische Beschwer- den ihr Aussageverhalten in einem gewissen Ausmass beeinflussten. Da sie aber durchaus in der Lage war, während mehrstündigen Anhörungen spontane Schilderungen zu machen und gewisse Nachfra gen zu bean t- worten, drängten sich auch diesbezüglich keine weite ren Abklärungen auf. Im Weiteren kann die Beschwerdeführerin aus dem Umstand, w o- nach in der S chweiz abgewiesene Asylsuchende in an dern Asylländern aufgenommen worden seien, offensichtlich nichts zu ihren Gunsten able i- ten. Nach dem Ge sagten liegt weder eine unzureichende Fest stellung oder falsche Würdigung des entscheidrelevanten Sachverhalts noch eine Verletzung der Begründungspflicht seitens der Vorinstanz vor. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund - sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli - chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver - fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-1670/2011 Seite 8 5. Das Bundesverwaltungsgericht kommt in Abwägung sämtlicher Aussagen zum Schluss, dass das BFM im Ergebnis zu Recht von der fehlen den Flüchtlingseigenschaft beziehungsweise fehlender Verfolgungsfurcht so - wohl im Zeitpunkt der Ausreise wie auch dem aktuellen ausging. 5.1 Vorab drängt sich zwar eine gewisse Differenzier ung der Vorbringen der Beschwerdeführerin auf. So hat sie offensichtlich Mühe, über ihre Kin- der zu sprechen, und macht geltend, sie seien sexuell missbraucht wor - den. Drei ihrer Töchter seien nach wie vor unbekannten Aufenthalts. Es ist nicht auszuschlies sen, dass Kinder der Beschwerdeführerin tatsäch - lich Opfer von Gewalt wurden beziehungsweise teilweise unbekannten Aufenthalts sind und sie als Mutter darunter lei det. Hingegen ist gemäss nachfolgenden Erwägungen nicht davon auszu gehen, dass diese Gewal t im Zusammenhang mit dem angeblichen Mordauftrag stand beziehung s- weise dass die (drei) Kinder tatsächlich un ter den dargelegten Umstä n- den in C._______ zu Schaden kamen und seit her unbekannten Aufen t- halts sind. Dies deshalb, weil das Engagement der Besch werdeführerin für die BDK, der ihr erteilte Mordauftrag und die Flucht in den I._______ wegen der angeblichen Verfolgung vom BFM zu Recht für unglaubhaft erachtet wurden. 5.2 Es mag zwar zutreffen, dass die Beschwerdeführerin im Heimatland ein gewisses Intere sse für die BDK bekundete und allenfalls sogar Kon- takte zu solchen Mitgliedern hatte. Andererseits war sie nicht in der Lage, anlässlich der Anhörungen den Eindruck eines bei ihr tatsächlich best e- henden politischen Profils zu entwickeln. Ihr Wissen zu Belangen der BDK ist als bescheiden zu werten. Ihre Schilderung der Umstände, wie sie in den Besitz des Ausweises gelangt sei, wirken sehr stereotyp (vgl. BFM-Akte A 11/16 Antworten 8 ff.). Vor diesem Hintergrund erscheint eine eigentliche Mitgliedschaft b ei der BDK nicht als glaubhaft. Zudem ver - weist das BFM auf seine "gesicherten Erkenntnisse", gemäss welchen im angeblich relevanten Zeitpunkt von der BDK gar keine solchen Aus weise ausgestellt worden sein sollen. Im Weiteren schilderte sie die BDK -Sit- zung, bei der sie sich als gedungene Mörderin outete, in keiner Weise substanziiert und gab spekulativ anmutende Gründe für ihre Erkürung als Täterin zu Protokoll (A 11/16 Antworten 26 ff. und 56 ff.). Die Aufbewah- rung des bereits erhaltenen Geldes schilderte sie wiederum realitätsfremd (A 11/16 Antworten 48 ff.). Auch anlässlich der Anhörung vom 16. Juni 2011 legte sie die Auftragserteilung, UNO -Belange und die (geplanten) Abläufe sehr stereotyp dar und vermittelte den Eindruck eines blossen D-1670/2011 Seite 9 Sachverhaltskonstrukts (A 9/16 Antworten 84 ff.) . Da stichhaltige B e- schwerdeargumente für eine andere Sichtweise fehlen, ist weder das En- gagement der Beschwerdeführerin für die BDK in der geltend gemach ten Form noch der angeblich erfolgte Auftrag glaubhaft. Es ist demnach nicht einzusehen, weshalb ausgerechnet sie von ihrem damaligen Gelieb ten dazu beauftragt worden sein sollte, den BDK-Chef im Rahmen eines Gift- mordes umzubringen, da hierfür zweifellos ein – bei der Beschwerdefüh- rerin fehlender – Bezug zum inneren Machtzirkel der Organisation als Ba- sis hätte vorhanden sein müssen. 5.3 Entsprechend ist nicht glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin wegen der ihr angeblich drohenden Verfolgung B._______ verlassen musste. Überdies wäre eine Flucht ausgerechnet nach C._______ schon insofern kaum nachvollziehbar, als es sich dabei um eine Krisenregion handelt, wo sich immer wieder Gewaltakte ereignen (vgl. A 11/16 Antworten 92 ff.). Sie war zwar in der Lage, realitätsbezogene und allgemein bekannte A n- gaben zur Situation vor Ort zu machen. Nicht auszuschliessen ist ferner, dass sie – möglicherweise als Geschäftsfrau – tatsächlich einmal in der Region war (vgl. A 11/16 Antwort 87). Die ihr in einem Haus in C._______ angeblich wi derfahrene Verfolgung erscheint ab er nicht nur wegen der obenstehenden Erwägungen, sondern auch wegen weiterer Ungereim t- heiten als unglaubhaft. So war sie beispielsweise nicht in der Lage, die Anzahl der miss handelnden Soldaten anzugeben und individuelle Mer k- male der Täter zu beschreiben (A 11/16 Antworten 99 f. und 126 ff.). Ihre Wiederholung der Aussage, wonach sie während der Vergewaltigungen (wieder) ohnmächtig geworden und erst im Spital wieder zu sich geko m- men sei, vermittelt nicht den Eindruck einer diesbezüglichen Traumatisie- rung, sondern einer Schilderung ohne Bezug zu dort tatsächlich Vorgefal- lenem (A 9/16 Antworten 87 f.; A 11/16 Antworten 97 f. und 106). Eine Traumatisierung wurde im Übrigen auch auf Beschwerdeebene nicht mit einem Arztzeugnis unter mauert. Einzuräumen is t zwar wie bereits e r- wähnt, dass die Schilderungen zu den Übergriffen gegen die Kinder g e- wisse Realkennzeichen aufweisen, allein diese vermögen jedoch letztlich die gewichtigen Ungereimtheiten nicht in einem anderen Licht erscheinen zu lassen , zumal substa nziierte Be schwerdevorbringen für eine andere Sichtweise wiederum fehlen. 5.4 Zudem fällt auf, dass sie den angeblichen Aufenthalt im ugan dischen Flüchtlingszentrum sehr fragmentarisch schilderte (A 11/16 Antwort 117). Abgesehen davon ist im Sinne vorstehend er Erwägungen davon aus zu- gehen, dass für sie gar kein Anlass bestand, sich dorthin zu bege ben. Im D-1670/2011 Seite 10 eingereichten Bestätigungsschreiben ist sodann die Rede von fünf geki d- nappten Kindern und einem Freund, deren Aufenthalt immer noch unb e- kannt sei. Diese Schilderungen decken sich nicht mit den Anga ben der Beschwerdeführerin, wonach die i n C._______ mit ihr woh nende Person erschossen worden sei und nur drei ihrer Kinder unbekannten Aufenthalts sein sollen. Im Sinne der Erwägung des BFM muss das Schrei ben (und der Flüchtlingsausweis) mithin als Gefälligkeitsschreiben qualifiziert we r- den. Schliesslich wirken die Schilderungen der Ausreiseum stände ve r- bunden mit der UNO-Unterstützung wiederum konstruiert beziehungswei- se ausgesprochen stereotyp (vgl. u.a. A 2/10 S. 6; A 9/16 Antworten 68 ff.), was die Glaubhaftigkeit der angeblichen Flucht gründe – so auch mangels stringenter Beschwerdeargumente – zusätzlich beeinträchtigt. 6. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass die Be - schwerdeführerin k eine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Die Vorinstanz hat die Flüchtlingseigen schaft demnach zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt. An dieser Einschätzung vermögen weder die weiteren, überwiegend die allgemeine Lage vor Ort thematisierenden Beschwerdevorbringen nichts zu ändern, weshalb es sich erübrigt, darauf näher einzugehen. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und or dnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol - chen. Ein solcher ergibt sich aus den Akten auch nicht aufgrund des im Gesuch um Wechsel des Aufenthaltskantons dargelegten Sachverhalts. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 8. 8.1 Ist der V ollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgese tzes vom D-1670/2011 Seite 11 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungs vollzugshindernissen gilt gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vorgängerorganisation ARK der gleic he Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Au s- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkom- mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un - menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigen der Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prin zip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Be- schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfah ren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. D-1670/2011 Seite 12 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei - ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand - lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nac h- weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Fol- ter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die all gemei- ne Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegwei sungsvoll- zug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren. 8.4.1 Hinsichtlich der Beurteilung der allgemeinen Lage in Kongo ( Kin- shasa) ist auf die ausführliche Analyse in EMARK 2004 Nr. 33 sowie das Urteil BVGE 2010/57, welches eine detaillierte Analyse zur politischen Si- tuation (E. 4.1.1) und zur allgemeinen Menschenrechtslage (E. 4.1.2) ent- hält, zu verweisen. Diese Lageanalysen treffen grundsätzlich auch heute nach den Präsidentschafts - und Parlamentswahlen im Nove mber des vergangenen Jahres noch zu, obwohl es sowohl im Vorfeld als auch wäh- rend sowie im Nachgang der Wahlen zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen den Sicherheitskräften und den Oppositionel len gekommen ist. So hätten laut der Menschenrechtsorganisa tion Human Rights Watch (HWR) Sicherheitskräfte seit der Bekanntgabe der umstritte nen Wieder- wahl von Staatschef Joseph Kabila am 9. Dezember 2011 min destens 24 Personen getötet und Dutzende von Menschen seien wahllos festg e- nommen worden. Die Si cherheitskräfte hätten gemäss HWR immer wi e- der das Feuer auf Men schenversammlungen eröffnet, womit offenbar Proteste gegen den Aus gang der Wahl vom 28. November 2011 hätten verhindert werden sollen. Kabila hatte bei der Wahl laut offiziellem Ergeb- nis knapp 49 Pr ozent der Stimmen erhalten. Sein wichtigster Herausfo r-D-1670/2011 Seite 13 derer Etienne Tshisekedi er hielt 32 Prozent; er anerkannte das Wahle r- gebnis aber nicht. Bereits wäh rend des Wahlkampfes hatte es gemäss Angaben von HRW gewaltsame Ausschreitungen gegeben, bei denen mindestens 18 Personen getötet wor den seien. Diese jüngsten Au s- schreitungen und die Eskalation der Ge walt müssen indessen im Kontext der Wahlen im letzten Jahr verstan den werden, d.h. sie sind klarerweise diesen zuzuschreiben, weshalb im heutigen Zeitpunk t in Kongo ( Kinsha- sa) nach wie vor nicht generell von Krieg, Bürgerkrieg oder von einer S i- tuation allgemeiner Gewalt gespro chen werden kann (vgl. zum Ganzen auch BVGE E -12/2008 vom 15. Mai 2012 und die dort angegebenen Quellen). 8.4.2 Die Beschwerdeführerin sta mmt aus B._______. Der Ort verfügt über einen Flughafen. Bezüglich der Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrer Familie und dem sozialen Umfeld bestehen Unklarheiten. Bereits die Aussagen zum Verbleib der Kinder sind widersprüchlich ausgefallen (A 2/10 S. 2 f.; A 9/16 Antworten 42 ff.). Auch ihre Aussagen zu weiteren Angehörigen und Verwandten vor Ort sind in keiner Weise nachvollzie h- bar. So legte sie einerseits dar, zu Angehörigen ein gutes Verhältnis g e- habt zu haben. Anderseits behauptete sie, keinen Kon takt mehr zu ihnen zu ha ben. Diese Angaben vermögen in keiner Weise zu überzeugen. Namentlich auch das Vorbringen, auch zum Bruder in B._______ keinen Kontakt zu ha ben, weil sie die Telefonnummer vergessen habe, ist nicht nachvollziehbar (A 9/16 Antwort en 48 ff.; A 11/16 Antwort 123) . So en t- steht der Verdacht, sie lasse die Asylbehörden über ihre tatsächli che so- ziale Situation vor Ort letztlich im Dunkeln. Bei dieser Sachlage können die genauen Verhältnisse nicht geklärt werden und sind vom Bundesver- waltungsgericht praxisgemäss auch nicht weiter abzuklären, da die U n- tersuchungspflicht nach Treu und Glau ben ihre Grenzen an der Mitwi r- kungspflicht der be schwerdeführenden Person findet (Art. 8 AsylG), die auch die Substan ziierungslast trägt (Art. 7 AsylG). Vielmehr ist im Sinne der ausführlichen vo rinstanzlichen Erwägungen und entgegen den B e- schwerdevorbringen grundsätzlich davon auszugehen, dass die B e- schwerdeführerin vor Ort über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügt. Ausserdem vermochte sie vor der Ausreise ein genügen des Einkommen zu erzielen, sie ist erwerbsfähig und leidet gemäss den Akten nicht an Krankheiten, die im Heimatland nicht behandelt werden könnten. 8.4.3 Unbesehen der nicht genau feststehenden re spektive von der Be - schwerdeinstanz zu eruierenden sozialen Verhält nisse vor Ort erweist D-1670/2011 Seite 14 sich der Vollzug der Wegweisung mit hin insgesamt auch als zumutbar (vgl. dazu EMARK 2004 Nr. 33). 8.5 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde- führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). In Anbetracht der am 23. März 2011 e rfolgten Gutheissung des Gesu chs im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erfolgt indes keine Kostenauflage, zumal sich ihre finanziel- len Verhältnisse offenbar nicht verändert haben. (Dispositiv nächste Seite) D-1670/2011 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustän - dige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber Versand: