B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-771/2013/sps U r t e i l v o m 7 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiberin Regula Frey. Parteien A._______, geboren B._______, Togo, vertreten durch Melanie Aebli, Freiplatzaktion Zürich, C._______, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 10. Januar 2013 / N _______. D-771/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die aus Togo stammende Beschwerdeführerin eigenen Angaben zu- folge ihr Heimatland ungefähr Mitte August 2011 Richtung D._______ ver- liess, ihre Reise nach einem etwa dreimonatigen Aufenthalt fortsetzte, auf dem Luftweg via ihr unbekannte Länder nach E._______ einreiste und auf dem Landweg am 13. November 2011 illegal in die Schweiz gelangte, wo sie gleichentags um Asyl ersuchte, dass sie anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrenszent- rum (EVZ) F._______ vom 22. November 2011 sowie der Anhörung vom 6. November 2012 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, im Jahr M._______ habe sie anlässlich einer Wahlka m- pagne von G._______ als I._______ teilgenommen, dass eines Tages vier Männer an ihre Tür geklopft und sich nach ihrem Bruder erkundigt hätten, der sich politisch engagiert habe, dass sie sodann von den Männern mitgenommen und an einen ihr unb e- kannten Ort gebracht worden sei, wo man sie mehrmals zu ihrem Bruder befragt und geschlagen habe, dass ihr einer der Männer aus Mitleid die Flucht ermöglicht habe, dass er ihr geraten habe, nicht nach Hause zurückkehren, weshalb sie nach D._______ zu einer Freundin geflüchtet sei, dass sie in D._______ einen Mann kennengelernt und von diesem ein Kind erwartet ha be, worauf sie im Jahr H._______ gemeinsam mit ihm nach Togo zurückgekehrt sei, dass sie nach ihrer Rückkehr in Togo zunächst auf dem Markt und später wieder als I._______ gearbeitet und an Wettbewerben teilgenommen h a- be, dass sie eines Tages, vermutlich im Jahr 2011, auf dem Markt erfahren habe, dass Sicherheitskräfte zu Hause nach ihr gesucht hätten, worauf sie erneut nach D._______ geflüchtet und nach einem ungefähr dreim o- natigen Aufenthalt in die Schweiz weitergereist sei, D-771/2013 Seite 3 dass ihr Bruder ebenfalls in der Schweiz sei, sie dies jedoch nicht g e- wusst und erst nach ihrer Ankunft in der Schweiz in Erfahrung gebracht habe, dass das BFM gestützt auf Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit Verf ü- gung vom 10. Januar 2013 – eröffnet am 15. Januar 2013 – ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Beschwer- deführerin habe sich in zahlreiche Ungereimtheiten verstrickt, dass sie sowohl anlässlich der Kurzbefragung als auch bei der einlässl i- chen Anhörung erfahrungswidrige Aussagen zu ihrer Ausreise gemacht habe, indem sie beispielsweise behauptet habe, auf der Flugreise nicht persönlich kontrolliert worden zu sein, und nicht sagen könne, wo die Zwischenlandung stattgefunden habe, wo genau sie angekommen sei und wer ihre Reise finanziert habe, dass sodann erfahrungswidrig sei, die togolesischen Behörden würden sie heute verfolgen, nur weil sie {…….}, dass dies umso unwahrscheinlicher sei, als sie in den letzten Jahren u n- behelligt in Togo gelebt und gearbeitet habe und ihr im Jahr 2008 pro b- lemlos ein Identitätsausweis ausgestellt worden sei, dass die Behauptung, wonach sie auch in Anwese nheit der Polizei ihren J._______ Aktivitäten ohne Probleme habe nachgehen können, weil sie vorsichtig gewesen sei und sich jeweils rasch nach Hause begeben habe, keinen Sinn ergebe, dass nämlich die togolesischen Behörden, hätten sie sie tatsächlich fes t- nehmen wollen, die Möglichkeit dazu gehabt und sich zuletzt wohl kaum damit zufrieden gegeben hätten, sie ausgerechnet in ihrer Abwesenheit allein zu Hause zu suchen, dass sie bezeichnenderweise auc h nicht in der Lage gewesen sei an- zugeben, welcher Partei G ._______ angehört habe, für den sie sich im Jahr M._______ engagiert haben wolle, und auch nichts von den anderen Wahlkandidaten gewusst habe, D-771/2013 Seite 4 dass sie sich sodann widersprochen habe, indem sie im EVZ angegeben habe, bezüglich der Suche nach ihr vor ihrer Ausreise von einem K._______ auf dem Markt gewarnt worden zu sein, während sie bei der Anhörung von einer L._______ aus ihrem Quartier gesprochen habe, dass sodann erstaunlich sei, dass sie bei der Anhörung weder den Zeit- punkt ihres dreimonatigen Aufenthal ts in D._______ noch ihre Wohnad- resse habe angeben können, dass die Vorbringen nach dem Gesagten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhielten, so dass deren Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse, dass demzufolge die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, weshalb das Asylgesuch abzulehnen sei, dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und technisch s o- wie praktisch durchführbar sei, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 14. Februar 2013 (Post- stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungs gericht B e- schwerde erhob und dabei beantragte, die angefochtene Ver fügung sei aufzuheben, es sei ihr Asyl zu gewähren, eventualiter sei ihr infolge U n- zumutbarkeit des Wegweisungsvollzug s die vorläufige Aufnahme zu ge- währen, dass sie in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, dass sie gleichzeitig {…….} sowie drei Fotoausdrucke als Beweismittel zu den Akten reichte, dass mit Eingabe vom 20. März 2013 ein aktuelles {…….} eingereicht wurde, dass auf die Begründung der Beschwerde, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, D-771/2013 Seite 5 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ä n- derung hat und dah er zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Abteilungen des Bundesv erwaltungsgerichts in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen entscheiden (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG), dass gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif ten- wechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nati o- nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind D-771/2013 Seite 6 oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass als ernsthafte Nachteile namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken, gelten, und den frauenspezifischen Flucht- gründen Rechnung zu tragen ist (Art. 3 Abs. 2 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in w e- sentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massge blich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass das BFM die Verfolgungsvorbringen der Beschwerdeführerin zu Recht als unglaubhaft bezeichnet hat, dass die Beschwerdeführerin zunächst unglaubhafte Reiseschilderungen machte, indem sie beispielsweise angab, während der ganzen Reise (Flugreise von D._______ nach E._______ mit zwei Zwischenlandungen) keine Dokumente auf sich getragen und nicht gewusst zu haben, unter welchem Namen sie gereist sei, dass sie ihre Unkenntnis damit begründete, ihr Begleiter habe am Flugha- fen sämtliche Formalitäten erledigt, dass das von der Beschwerdeführerin behauptete Vorgehen in Anbe - tracht der zahlreichen und strengen Kontrollen a n Flughäfen erfahrungs- gemäss nicht möglich ist und sodann als re alitätsfremd zu werten ist, die Beschwerdeführerin habe anlässlich der für sie bedeutenden und au f- grund der behaupteten Verfolgungssituation mit zahlreichen Risiken b e- hafteten Ausreise nicht zumindest in Erfahrung bringen wollen, auf we l- chen Namen die für sie ausgestellten Dokumente gelautet haben (vgl. A 16/14, S. 2 f.), D-771/2013 Seite 7 dass sodann ihre Behauptung, nicht zu wissen, wer für die Kosten der Reise aufgekommen sei, als unglaubhaft zu qualif izieren ist (vgl. A 16/14, S. 3), dass sie bezeichnenderweise auch kein e Angaben über die Zwische n- destinationen – gemäss eigenen Angaben seien sie zwei Mal zwische n- gelandet, wobei sie einmal das Flugzeug gewechselt hätten – machen konnte (vgl. A 3/11, S. 6), dass der pauschale und unsubstanziierte Einwand in der Beschwerde, wonach sie entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen in nachvollzieh- barer Weise ihre Ausreise beschrieben habe, nicht ansatzweise geeignet ist, zu einer anderen Betrachtungsweise zu führen, insbesondere da es die Beschwerdeführerin vollständig unterlässt, s ich mit den diesbezügl i- chen Erwägungen der Vorinstanz auseinanderzusetzen, dass sich damit der Verdacht erhärtet, die Beschwerdeführerin wolle die Schweizer Asylbehörden über die wahren Umstände und den wahren Grund ihrer Ausreise täuschen, was bereits zu erheblichen Zweifeln an ih- rer persönlichen Glaubwürdigkeit führt, dass das BFM sodann zu Recht erwog, die Beschwerdeführerin habe w i- dersprüchliche und erfahrungswidrige Angaben gemacht, weshalb die behauptete Verfolgungssituation nicht geglaubt werden könne, dass in Übereinstimmung mit der Vorinstanz nicht nachvollziehbar e r- scheint, die togolesischen Behörden würden aufgrund ihrer Teilnahme als I._______ bei einer Wahlveranstaltung im Jahr 2005 zum heutigen Zei t- punkt immer noch nach ihr suchen, dass die B eschwerdeführerin in diesem Zusammenhang dem BFM vo r- wirft, es habe die {…….} nicht gewürdigt, dass die Ereignisse im Jahre M._______ nicht als kausal für die Ausreise im Jahre 2011 zu erachten sind, weshalb das Bundesamt nicht weiter auf die dabei geltend gemachten Vorbringen einzugehen hatte, dass umso weniger Anlass zu einer Würdigung dieser Vorbringen b e- stand, als die Beschwerdeführerin nach ihrer Ausreise aus Togo im Jahre M._______ im folgenden Jahr in ihr Heimatland zurückkehrte, was sie nicht getan hätte, wenn sie dort eine Verfolgung befürchtet hätte, D-771/2013 Seite 8 dass es zudem, hätten die togolesischen Behörden tatsächlich seit de m Jahr M._______ nach ihr gesucht, realitätsfremd erscheint, dass sie sich im Jahr 2008 problemlos einen Identitätsausweis ausstellen lassen k onn- te, dass der Einwand in der Beschwerde, wonach sie den Sicherheitskräften nicht aufgefallen sei, weil sie nach ihrer Rückkehr aus D._______ ihren Wohnort gewechselt habe , und damit sinngemäss eine vorsichtige und identitätsschützende Verhaltensweise geltend macht, nicht mit dem Um- stand zu vereinbaren ist, dass sie sich im Jahr 2008 eine Identitätskarte ausstellen liess und damit den togolesischen Behörden ihre Identifikation problemlos ermöglichte, dass sodann die Erklärung in der Beschwerde, wonach ihr die Gefäh r- dungssituation erst später wieder bewusst geworden sei, nämlich als ihr zugetragen worden sei , dass sie erneut von Si cherheitskräften gesucht werde, realitätsfremd und als Schutzbehauptung zu werten ist, dass sie bezeichnenderweise zu den von der Vorinstanz diesbezüglich festgestellten Ungereimtheiten – anlässlich der Kurzbefragung habe si e erklärt, von einem K._______ auf dem Markt gewarnt worden zu sein, während sie bei der Anhörung von einer Frau aus ihrem Quartier, welche als L._______ arbeite, gesprochen habe – nicht Stellung nimmt, dass nach dem Gesagten die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen insgesamt als unglaubhaft zu werten sind, dass an dieser Einschätzung weder die weiteren Vorbringen in der B e- schwerde noch die ins Recht gelegten Beweismittel (drei zeitlich nicht zu- zuordnende Fotoprints), welche die Beschwerdeführerin zeigen, etwas zu ändern vermögen, dass auch nicht von einer Reflexverfolgung wegen des Verhaltens ihres in der Schweiz lebenden Bruders auszugehen ist, zumal sie nicht weiter konkretisiert, inwiefern sie deswegen eine Verfolgung zu befürchten hätte, dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelingt, die Flüchtlingseige n- schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asy lgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat D-771/2013 Seite 9 (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mitte i- lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzl i- chen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht ang e- ordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass gemäss dem eingereichten ärztlichen Bericht {…….}, dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht - liche Verpflichtu ngen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge - zwungen werden darf, in dem ihr L eib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 übe r die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker - und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da die Beschwerdeführer in die Flüchtlingseigenschaft nicht erfül lt und auch kei ne An haltspunkte für eine menschenrechtswidrige B e- handlung im Sin ne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die ih r in Togo droht, dass gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men - schenrechte (EGMR) der Vollzug der Wegweisung eines abgewie se- nen Asylsuchenden mit gesundheitlichen Problemen im Einzelfall ei - nen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann, hierfür jedoch ganz D-771/2013 Seite 10 aussergewöhnliche Umstände vorausgesetzt sind (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 211 f., mit einer Zusammenfassung der Recht spre- chung des EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 -127, mit weiteren Hinweisen), dass vorliegend solche ganz aussergewöhnlichen Umstände („very e x- ceptional circumstances“), wie sie der EGMR in seinem Urteil vom 2. Mai 1997 i.S. D. gegen Grossbritannien feststellte, wo neben einer kurzen Lebenserwartung aufseiten des an AI DS erkrankten Aus zuwei- senden erschwerend die Gefahr eines Todes unter extremen phy - sischen und psychischen Leide n hinzukam (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.1.3), bei einer Rückkehr de r Beschwerdeführer in nach Togo hin- länglich ausgeschlossen werden können, dass sich die Beschwerdeführer in, welche gemäss den eingereichten Beweismitteln aufgrund einer {…….}, zwar in einer schwierigen Situ a- tion befinde t, dass die Behandlung der gesundheitlichen Probleme de r Beschwerd e- führerin aber auch in Togo als möglich erachtet wird, da beispielsweise in Lomé eine {…….} besteht, dass vor dem Hintergrund der möglichen Behandelbarkeit der diag nos- tizierten gesundheitlichen Probleme in Togo , insbesondere auch der massgeblichen Rechtsprechung des EGMR, keine Verpflichtung be - steht, von einer zu vollziehenden Weg - oder Ausweisung Abstand zu nehmen, wenn die betroffene Person mit Suizid droht, dies aber vor - aussetzt, dass der ausschaffende Staat geeignete Massnahmen e r- greift, um die Umsetzung der Suiziddrohung im Zusammenhang mit der Ausschaffung zu verhindern (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 212, mit dem Hinweis auf den Unzulässigkeitsentscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. Dragan et al. gegen Deutschland [Nr. 33743/03]), dass es de r Beschwerdeführer in sodann zuzumuten ist, si ch – falls notwendig – in Zusammenarbeit mit Ärzten im Rahmen von thera peuti- schen Sitzungen sowie ge gebenenfalls unter Zuhilfenahme von ent - sprechenden Medikamenten adäquat auf eine Rückkehr nach Togo vorzubereiten, D-771/2013 Seite 11 dass sich der Vollzug der Weg weisung nach Togo in Berücksichtigung gesundheitlicher Aspekte somit als zulässig darstellt, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut - bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufg rund von Si - tuationen wie Krieg, Bürger krieg, allgemeiner Gewalt und me dizini- scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass aufgrund einer medizinischen Notlage nur dann auf Unzumutba r- keit des Wegweisungsvollzuges geschlossen werden kann, wenn eine notwendige medizinische B ehandlung im Heimatland nicht zur Verf ü- gung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährde n- den Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Pe r- son führt (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3 S. 1003 f.), dass weder die allgemeine Lage in Togo noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass die geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden nicht g e- gen die Zumutbarkeit des Wegweisung svollzugs sprechen, da deren Behandelbarkeit auch in ihrem Heimatland als möglich erachtet wird , dass im ärztlichen Bericht {…….}, indessen nicht konkret dargelegt wird, inwiefern eine Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Togo zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesun d- heitszustandes führen würde, dass zudem von einem familiären und sozialen Beziehungsnetz der Beschwerdeführerin in Togo auszugehen ist, das ihr nach der Rüc k- kehr behilflich sein kann, dass der Vollzug der Wegwe isung der Beschwerdeführer in in den Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be - stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es de r Beschwerdeführer in obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, D-771/2013 Seite 12 dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, in- wiefern die angefochten e Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtse r- heblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unange - messen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgesch lossen ist, weshalb sich der Antrag auf Verzicht der Erhebung eines Kostenvo r- schusses als gegenstandslos erweist, dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der u n- entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abz u- weisen ist, da die in Aussicht gestellte Fürsorgebestätigung nicht eing e- reicht wurde, weshalb die kumulativen Voraussetzungen für die Gewä h- rung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-771/2013 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona- le Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Regula Frey Versand: