<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2015-03-11-9C_44-2015.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9C_44/2015 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 11. März 2015</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. sozialrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Glanzmann, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichter Meyer, Bundesrichterin Moser-Szeless, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Dormann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Leistungen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Ergänzungsleistung zur AHV/IV, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Januar 2015. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Nach Einsicht</b> </div> <div class="para">in den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Januar 2015 betreffend Ergänzungsleistungen für B.________, mit dem es die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Ausgleichskasse des Kantons Bern vom 31. Oktober 2014 abwies, soweit es darauf eintrat, </div> <div class="para">in die vom Vater der B.________, A.________, dagegen erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und die entsprechende Stellungnahme der Ausgleichskasse, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>in Erwägung,</b> </div> <div class="para">dass ein Rechtsmittel gemäss <span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref> unter anderem die Begehren und deren Begründung zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, </div> <div class="para">dass bei der vorinstanzlichen Streitwertberechnung - entsprechend dem Anfechtungsgegenstand - der Ergänzungsleistungsanspruch nicht für ein ganzes Jahr, sondern lediglich für die Monate September bis Dezember 2014 berücksichtigt wurde, </div> <div class="para">dass der Beschwerdeführer weder dieses Vorgehen noch die daraus abgeleitete Zuständigkeit des Einzelrichters (vgl. Art. 57 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]) substanziiert bestreitet, </div> <div class="para">dass die Vorinstanz (unter Verweis auf <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=29&amp;from_date=04.03.2015&amp;to_date=23.03.2015&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-V-263%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page263">BGE 130 V 263</a> E. 5.3 S. 268 und 127 V 10 E. 6c S. 17 f.) dargelegt hat, dass die Person mit Anspruch auf Ergänzungsleistung, mithin <i>die Tochter</i>, nicht rechtlich verpflichtet ist, ihre Eltern zu unterstützen und aufzunehmen, weshalb ein Absehen von der gleichmässigen Aufteilung des Mietzinses unter den drei Nutzern der gemeinsamen Wohnung (vgl. <span class="artref">Art. 16c Abs. 2 ELV</span>) eine unzulässige indirekte Mitfinanzierung der Eltern bedeuten würde, </div> <div class="para">dass die Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend die durch die Eltern erbrachte Pflege, Hilfe und Betreuung daran vorbeizielen, zumal insbesondere nicht vorgebracht wurde resp. wird, dass den Eltern ohne ihre Unterstützung keine oder geringere Wohnkosten entstanden wären, </div> <div class="para">dass die vorinstanzlich beantragte "EL für zwei Personen" einzig mit der Notwendigkeit des gemeinsamen Wohnens begründet wurde, welche das kantonale Gericht in seinen Erwägungen zu den anrechenbaren Mietkosten berücksichtigt hat, und der Beschwerdeführer nicht substanziiert darlegt, inwiefern es darauf hätte weiter eingehen müssen, </div> <div class="para">dass die Beschwerde insoweit den inhaltlichen Mindestanforderungen offensichtlich nicht genügt (<span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG</span>), </div> <div class="para">dass der Beschwerdeführer indessen darüber hinaus sinngemäss eine Verletzung der - aus <span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> sowie <span class="artref">Art. 61 lit. h ATSG</span> (SR 830.1) und <span class="artref">Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG</span> abgeleiteten - Prüfungs- und Begründungspflicht (vgl. Urteil 9C_648/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 3.1) rügt, </div> <div class="para">dass der Beschwerdeführer bereits im Schreiben an die Ausgleichskasse vom 26. September 2014 wie auch mit dem vorinstanzlichen Rechtsmittel geltend machte, dass im September 2014 aufgrund eines Wohnungswechsels Mietzins für zwei Wohnungen aufgebracht werden musste, </div> <div class="para">dass das kantonale Gericht darauf mit keinem Wort eingegangen ist, obwohl die angerechneten Mietkosten (monatlich Fr. 500.-) den Grenzbetrag von Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 ELG (SR 831.30; monatlich Fr. 1'100.-) nicht erreichen, </div> <div class="para">dass die Beschwerde in diesem Punkt offensichtlich begründet ist (<span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. b BGG</span>), </div> <div class="para">dass sich in Bezug auf die frühere Wohnung weder ein Mietvertrag noch ein Kündigungsschreiben bei den vorinstanzlichen Akten befindet, weshalb die Vorinstanz in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (<span class="artref">Art. 61 lit. c ATSG</span>) diesbezüglich Abklärungen zu treffen und über die auf September 2014 entfallende Ergänzungsleistung neu zu befinden haben wird, </div> <div class="para">dass die Gerichtskosten den Parteien entsprechend dem Ausgang des Verfahrens aufzuerlegen sind (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>), </div> <div class="para">dass, soweit dadurch nicht gegenstandslos geworden, dem Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege entsprochen werden kann (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/64/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/64/1" type="start"></artref>Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/64/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=29&amp;from_date=04.03.2015&amp;to_date=23.03.2015&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-I-129%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page129">BGE 129 I 129</a> E. 2.3.1 S. 135, 128 I 225 E. 2.5.3 S. 235), er indessen ausdrücklich auf <span class="artref">Art. 64 Abs. 4 BGG</span> aufmerksam gemacht wird, wonach die begünstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie später dazu im Stande ist, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Januar 2015 wird aufgehoben, soweit er den Ergänzungsleistungsanspruch der B.________ für September 2014 betrifft. Die Sache wird diesbezüglich zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Dem Beschwerdeführer wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden zu Fr. 250.- dem Beschwerdeführer und zu Fr. 250.- der Beschwerdegegnerin auferlegt. Der Anteil des Beschwerdeführers wird vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 11. März 2015 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Glanzmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Dormann </div> </div></body></html>