A bteilung IV D -3339/2006 zom /m ak {T 0/2} U rteil vom 24. Juli 2007 M itw irkung: R ichter M artin Zoller, R ichterin M arianne Teuscher, R ichter Bendicht Tellenbach G erichtsschreiberin Kathrin M angold H orni A ._______, Burundi, w ohnhaft (Adresse), vertreten durch die Beratungsstelle für Asylsuchende der R egion Basel, Astrid G eistert, (Adresse), Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 16. D ezem ber 2003 i.S. A ufhebung der vorläufigen A ufnahm e / N 401 062 B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: I. A. a) D er Beschw erdeführer stellte am 24. O ktober 2000 in der Schw eiz ein Asylgesuch, zu dem er in der Em pfangsstelle (heute Em pfangszentrum ) Basel am 2. N ovem ber 2000 sum m arisch befragt w urde. Für den Aufenthalt w ährend der D auer des Asylverfahrens w urde er dem Kanton Aargau zugew iesen. D ie zuständige kantonale Behörde hörte ihn am 22. N ovem ber 2000 eingehend zu seinen Asylgründen an. b) Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, er sei burundischer Staatsangehöriger und als Kind eines der Ethnie der Tutsi angehörigen Vaters und einer den H utu zugehörigen M utter in einem überw iegend von Tutsi bew ohnten Q uartier in der H auptstadt Bujum bura aufgew achsen. W egen seiner gem ischt-ethnischen H erkunft sei er seit 1994 w iederholt von Angehörigen der H utu und auch der Tutsi angegriffen und belästigt w orden. Im August 1999 sei er w egen Verletzung der Ausgangssperre von der Polizei für kurze Zeit festgenom m en und geschlagen w orden. In der Folge habe er sich vor einer w eiteren Festnahm e gefürchtet und es auch nicht m ehr gew agt, Fam ilienangehörige im Landesinnern zu besuchen. Ü berdies habe er auch keinen M ilitärdienst leisten w ollen; w er aber den einjährigen M ilitärdienst nicht absolviert habe, w erde nicht zum Studium an der U niversität zugelassen. Aus diesen G ründen habe er sich Ende August 2000 einen burundischen R eisepass besorgt und am 19. Septem ber 2000 auf dem Schw eizer Konsulat in Bujum bura ein Visum ausstellen lassen. Am 27. Septem ber 2000 habe er Burundi auf dem Luftw eg verlassen und sei via N airobi (Kenia) und Am sterdam nach G enf gereist. Bis zur Stellung seines Asylgesuches habe er bei Freunden in Lausanne gew ohnt. Seinen R eisepass habe er am 14. oder 15. O ktober 2000 in Lausanne verloren. B. M it Verfügung des BFF vom 5. Juni 2001 - eröffnet am 13. Juni 2001 - w urde die Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers verneint, dessen Asylgesuch abgelehnt und die W egw eisung angeordnet. G leichzeitig w urde der Beschw erdeführer w egen U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung nach Burundi vorläufig aufgenom m en. D iese Verfügung erw uchs unangefochten in R echtskraft. 3 II. C . a) Im H inblick auf eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e gew ährte das BFF dem Beschw erdeführer m it Schreiben vom 10. O ktober 2003 das rechtliche G ehör. Zur Begründung w urde im W esentlichen ausgeführt, im R ahm en einer generellen Ü berprüfung aller bestehenden vorläufigen Aufnahm en sei festgestellt w orden, dass der Beschw erdeführer die Asylbehörden m assiv getäuscht beziehungsw iese m it falschen Angaben irregeführt habe. G em äss Auskunft des Schw eizer Konsuls in Burundi sei der Vater des Beschw erdeführers ein angesehener G eschäftsm ann in Burundi und Besitzer eines grossen Transportunternehm ens; die Fam ilie sei sehr w ohlhabend und habe nie Problem e m it den heim atlichen Behörden gehabt. D as Schw eizer Konsulat in Burundi habe das Einreisevisum denn auch aufgrund einer schriftlichen Erklärung des Vaters des Beschw erdeführers ausgestellt, w onach sich sein Sohn in der Schw eiz Kenntnisse im O ccasions-Pneuhandel aneignen beziehungsw eise Bezugsquellen für das väterliche G eschäft in Burundi auskundschaften solle. Ausserdem sei der Beschw erdeführer im Juni 2001 m it einem gefälschten kanadischen R eisepass in Frankfurt festgenom m en und nach Abklärung der deutschen Behörden in die Schw eiz zurückgew iesen w orden. b) In seiner Stellungnahm e vom 8. N ovem ber 2003 führte der Beschw erdeführer aus, in seiner H eim at herrschten nach w ie vor ethnische Konflikte zw ischen den H utu und den Tutsi. Als Sohn eines Tutsi-Vaters und einer H utu-M utter sei er in Burundi gefährdet. G leichzeitig w ies er auf die allgem ein schw ierigen w irtschaftlichen Verhältnisse in seiner H eim at hin und gab ein auf den 5. O ktober 2003 datiertes, m it einer französischen Ü bersetzung versehenes Schreiben seiner M utter, w onach der Beschw erdeführer aufgrund der ethnischen Spannungen in seiner H eim at gefährdet w äre, zu den Akten. D . M it Verfügung vom 16. D ezem ber 2003 - eröffnet am 17. D ezem ber 2003 - hob das BFM die m it Verfügung vom 5. Juni 2001 angeordnete vorläufige Aufnahm e des Beschw erdeführers auf und ordnete den W egw eisungsvollzug nach Burundi an. Zur Begründung w urde erneut darauf hingew iesen, das der Beschw erdeführer aus einer angesehenen und reichen burundischen Fam ilie stam m e. G em äss den Erkenntnissen des Bundesam tes stellten Kinder aus gem ischt-ethnischen Fam ilien keine gefährdete G ruppe dar. Sodann könne auch aus den allgem ein schw ierigen w irtschaftlichen Verhältnissen in Burundi keine individuelle Verfolgungssituation abgeleitet w erden, w elche den Vollzug der W egw eisung als unzum utbar erscheinen liesse. Eine R eintergration in die heim atlichen Verhältnisse erscheine ohne W eiteres realisier- und zum utbar. Schliesslich m üsse das Schreiben der M utter des Beschw erdeführers als reines G efälligkeitsschreiben gew ertet w erden. N ach dem G esagten erscheine der Vollzug der W egw eisung als zulässig, 4 zum utbar und m öglich. E. a) D er Beschw erdeführer beantragte bei der dam als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) m it Eingabe vom 13. Januar 2004 (Poststem pel: 14. Januar 2004) die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die w eitere Zuerkennung der vorläufigen Aufnahm e. In prozessrechtlicher H insicht sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bew illigen. Zur U nterm auerung der in der R echtsm itteleingabe gestellten Anträge - für deren ausführliche Begründung, sow eit für den Entscheid w esentlich, in den nachfolgen Erw ägungen eingegangen w ird - reichte der Beschw erdeführer gleichzeitig fünf dem Internet entnom m ene Berichte zu den Akten. b) Am 20. Januar 2004 ging bei der AR K eine am 14. Januar 2004 von der "AB Betreuungsservice AG " ausgestellte, den Beschw erdeführer betreffende Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung ein. F. M it Zw ischenverfügung vom 23. Januar 2004 teilte die AR K dem Beschw erdeführer m it, sein Sicherheitskonto w eise eine ausreichende D eckung auf, w eshalb auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet w erde; über das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege w erde zu einem späteren Zeitpunkt befunden. G . Am 12. Septem ber 2004 (Poststem pel: 14. Septem ber 2004) reichte der Beschw erdeführer zw ei am 20. Januar 2000 ausgestellte Suchbefehle zu den Akten. D iese beiden Bew eism ittel w ürden belegen, dass er vom burundischen Staat politisch verfolgt w erde und im Falle seiner R ückkehr in seine H eim at einer G efährdung ausgesetzt w äre. H . a) D ie Vorinstanz schloss m it Vernehm lassung vom 9. O ktober 2006 auf Abw ei- sung der Beschw erde. So habe insbesondere die Prüfung der eingereichten D okum ente ergeben, dass es sich um Totalfälschungen handle. Ü berdies sei seit 2004 in Burundi eine deutliche Verbesserung der politischen und gesellschaftlichen Situation festzustellen. b) D ie Vernehm lassung vom 9. O ktober 2006 w urde dem Beschw erdeführer am 18. O ktober 2006 zugestellt. G leichzeitig w urde ihm der Inhalt einer gleichentags vom BFM erstellten, in der besagten Vernehm lassung erw ähnten 5 D okum entenanalyse (dort als "Aktennotiz" bezeichnet) in zusam m engefasster Form offengelegt, und zur Einreichung einer Stellungnahm e eine Frist bis zum 2. N ovem ber 2006 angesetzt. c) M it Schreiben vom 30. O ktober 2006 ersuchte der Beschw erdeführer durch Frau G eistert von der Beratungsstelle für Asylsuchende der R egion Basel um Erstreckung der m it Zw ischenverfügung angesetzten R eplikfrist. Zur Begründung w urde insbesondere ausgeführt, der Beschw erdeführer habe m it einem Anw alt in Burundi Kontakt aufgenom m en, w elcher sich insbesondere zum Vorw urf der Totalfälschung der beiden D okum ente äussern w erde. d) D ie AR K forderte den Beschw erdeführer beziehungsw eise Frau G eistert von der Beratungsstelle für Asylsuchende der R egion Basel m it einer w eiteren Zw ischenverfügung vom 1. N ovem ber 2006 zur Einreichung einer schriftlichen Vollm acht bis zum 16. N ovem ber 2006 auf und erstreckte gleichzeitig bis zum selbigen D atum die Frist zur Einreichung einer Stellungnahm e zur Vernehm lassung der Vorinstanz. e) Am 16. N ovem ber 2006 reichte der Beschw erdeführer nebst der eingeforderten Vollm acht ein per Faxkopie überm itteltes, auf den 8. N ovem ber 2006 datiertes Schreiben eines Anw altes aus Burundi sow ie - jew eils in Kopie - ein Arbeitszeugnis sow ie fünf Bestätigungen und Zeugnisse für in der Schw eiz besuchte Kurse und Ausbildungen ein. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. Zu den Verfügungen nach Art. 5 Vw VG gehören solche des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31), insbesondere auch Entscheide betreffend die Aufhebung einer nach Art. 44 Abs. 2 AsylG angeordneten vorläufigen Aufnahm e; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]).6 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der vorm aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschw erdeverfahrens bildet die Verfügung des Bundesam tes vom 16. D ezem ber 2003 bezüglich Aufhebung der am 5. Juni 2001 angeordneten vorläufigen Aufnahm e des Beschw erdeverfahrens w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs. 4. 4.1 D ie vorläufige Aufnahm e ist aufzuheben, w enn der Vollzug der rechtskräftig angeordneten W egw eisung zulässig und es der ausländischen Person m öglich und zum utbar ist, sich rechtm ässig in ihren H eim atstaat, in einen D rittstaat oder in das Land zu begeben, in dem sie zuletzt w ohnte. Sie erlischt, w enn die ausländische Person freiw illig ausreist oder eine Aufenthaltsbew illigung erhält (Art. 14b Abs. 2 AN AG ). 4.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn die ausländische Person w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ).7 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5. Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die vorläufige Aufnahm e des Beschw erdeführers zu R echt aufgehoben hat. 5.1 M it Verfügung vom 5. Juni 2001 stellte das Bundesam t fest, dass der Beschw erdeführer m angels G laubhaftigkeit der Asylvorbringen die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, und lehnte dem zufolge das Asylgesuch ab. D iese Verfügung erw uchs m angels Anfechtung desselben in R echtskraft. D a es dem Beschw erdeführer som it nicht gelungen ist, eine asylrelevante G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers nach Burundi erscheint daher unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG als rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Burundi dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss der Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti- Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr (sog. "real risk") nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohten (vgl. dazu Entscheide und M itteilungen der AR K, EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m .w .H .; N r. 17 S. 130 f.). In seiner Stellungnahm e an das BFF vom 8. N ovem ber 2003 w ies der Beschw erdeführer auf die ethnischen Konflikte in seiner H eim at hin, w elche Zehntausende von Todesopfern gefordert und H underttausende von M enschen zur Flucht veranlasst hätten, und m achte im W eiteren geltend, aufgrund seiner gem ischt-ethnischen Abstam m ung könne er nicht nach Burundi zurückkehren. Ausserdem sei die w irtschaftliche Situation schlecht. D ie M utter des Beschw erdeführers verw ies in ihrem gleichzeitig eingereichten Brief ebenfalls auf die ethnischen Konflikte und die m issliche w irtschaftliche Lage im Land und m achte geltend, die der Ethnie der Tutsi angehörigen Verw andten ihres Ehem annes versuchten, sie, eine H utu, zu töten, dam it ihr M ann eine Frau gleicher Ethnie heiraten könne. In der R echtsm itteleingabe vom 13. Januar 2004 (Poststem pel: 14. Januar 2004) bestätigte der Beschw erdeführer die Ergebnisse 8 der vom Schw eizer Konsulat in Burundi getätigten Abklärungen betreffend seine H erkunft und betreffend die w irtschaftlichen Verhältnisse seiner Fam ilie; daraus sei ersichtlich, dass er kein W irtschaftsflüchtling sei. D es W eiteren erklärte er, anfangs Juni 2001 habe er noch keine Kenntnis von der vom Bundesam t verfügten vorläufigen Aufnahm e gehabt; aufgrund der unsicheren Situation habe er m öglichst w eit w eg von seiner H eim at und den dort herrschenden ethnischen Problem en sein w ollen und daher versucht, m ittels eines gefälschten kanadischen Passes via Frankfurt nach Kanada w eiterzureisen. M it diesen D arlegungen verm ag der Beschw erdeführer indessen das Bestehen eines "real risk" ebenso w enig glaubhaft zu m achen w ie m it den verschiedenen eingereichten U nterlagen und Bew eism ittel. D as Schreiben der M utter m uss - w ie bereits in der vorinstanzlichen Verfügung zutreffend bem erkt w urde - als G efälligkeitsschreiben qualifiziert w erden. In den dem Internet entnom m enen, zusam m en m it der R echtsm itteleingabe am 13. Januar 2004 zu den Akten gegebenen M eldungen w ird über die allgem eine Lage und einzelne Zw ischenfälle im Land berichtet, ohne dass ein konkreter Zusam m enhang m it den Vorbringen des Beschw erdeführers ersichtlich w äre. Bezüglich der am 12. Septem ber 2004 zu den Akten gegebenen Suchbefehle hielt das Bundesam t in seiner Vernehm lassung vom 9. O ktober 2006 fest, die Prüfung der beiden D okum ente habe ergeben, dass es sich um Totalfälschungen handle. Abgesehen davon, dass es sich bei den Suchbefehlen um strikt nur für den internen G ebrauch bestim m te D okum ente, w elche den G esuchten grundsätzlich nicht - und er erst recht nicht im O riginal - ausgehändigt w ürden, w ürden darin auch falsche G esetzesartikel zitiert. Sodann sei das "Bureau spécial de recherche" in W irklichkeit nicht dem "M inistère de la Justice" unterstellt, w obei der auf diesem Schreiben angebrachte Stem pel zudem orthographische Fehler aufw eise, und die korrekte Bezeichnung der auf dem anderen D okum ent erw ähnte Behörde nicht "C om m issariat de Police", sondern "C om m issariat général de Police" laute; im W eiteren falle auf, dass die beiden - angeblich von verschiedenen Behörden ausgestellten - D okum ente am gleichen Tag von der gleichen Person ausgestellt w orden seien und der Beschw erdeführer anlässlich der Befragungen auch nie geltend gem acht habe, sich an einem Aufstand ("m ouvem ent insurrectionnel") beteiligt zu haben. D iesen Ausführungen kann vollum fänglich beigepflichtet w erden. Es ist insbesondere in keiner W eise einsehbar, w ieso der Beschw erdeführer, w elcher im bisherigen Verlaufe des Verfahrens nie behauptet hatte, sich politisch betätigt beziehungsw eise sich an einem Aufstand beteiligt zu haben, sondern lediglich Problem e w egen seiner gem ischt-ethnischen H erkunft und eine kurzzeitige Festnahm e durch eine Polizeipatrouille w egen Verletzung der Ausgangssperre im August 1999 vorbrachte (Vorbringen, w elche im Ü brigen von der Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 5. Juni 2001 als nicht glaubhaft erachtet w urden), plötzlich eine derartige polizeiliche Suche geltend m acht. D iese U nstim m igkeiten lassen sich w eder m it den D arlegungen in der R eplik vom 16. N ovem ber 2006 (etw a m it der Behauptung, ein im "M inistère de la Justice" arbeitender Bekannter der Fam ilie habe die beiden Suchbefehle gesehen und sie gleich m itgenom m en) noch m it dem als Faxkopie eingereichten Schreiben eines Anw altes in Bujum bura vom 8. N ovem ber 2006 (w elches sich im W esentlichen auf Ausführungen zur O rganisation beziehungsw eise zur U nterstellung der Polizeieinheiten und auf das Zitieren des 9 Artikels 424 des burundischen Strafgesetzbuches beschränkt) beseitigen. D er U m stand, dass der Beschw erdeführer zw ar tatsächlich erw ähnte, w ie die anderen Jugendlichen Barrikaden errichtet zu haben (vgl. R eplik, S. 1, und Protokoll Kurzbefragung, A1, S. 5), verm ag daran nichts zu ändern, zum al er anlässlich der Kurzbefragung ausdrücklich erklärte, desw egen keine Problem e gehabt zu haben. D ie fraglichen zw ei Suchbefehle w urden dem nach von der Vorinstanz zu R echt als Fälschungen bezeichnet. Sie sind daher in Anw endung von Art. 10 Abs. 4 AsylG einzuziehen. Schliesslich kann auch der Auffassung der Vorinstanz, Kinder aus gem ischt- ethnischen Fam ilien stellten keine in Burundi gefährdete G ruppe dar, gefolgt w erden, zum al der Beschw erdeführer im Verlaufe des Asylverfahrens w eder seine gem ischt-ethnische H erkunft belegen noch Schw ierigkeiten, die sich daraus ergeben haben sollen, glaubhaft m achen konnte. N ach dem G esagten erw eist sich der Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.2 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise der N icht-Erhältlichkeit einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Für die allgem eine Lage in Burundi kann zunächst auf das in EM AR K 2006 N r. 5 publizierte U rteil verw iesen w erden, w elches eine detaillierte Lageanalyse insbesondere für die Jahre 1993 bis 2005 enthält. D em zufolge hat sich insbesondere seit der U nterzeichnung eines Friedensabkom m ens zw ischen der burundischen R egierung und der w ichtigsten bew affneten H utu-Bew egung "C entre N ational de D éfense de la D ém ocratie-Forces de D éfense de de la D ém ocratie" (C N D D -FD D ) am 8. M ärz 2003 in Pretoria (Südafrika), in w elchem auch die M achtbeteiligung der H utu sow ie die Integration der R ebellenverbände in die Arm ee und in das politische Leben des Landes vereinbart w urde, die Lage in Burundi deutlich verbessert. D ie neue Verfassung vom 1. N ovem ber 2004 w urde durch eine Volksabstim m ung vom 28. Februar 2005 bestätigt. Lediglich die "Front N ational de Libération" (FN L) setzte in der Folge - trotz dem am 15. M ai 2005 vereinbarten W affenstillstandsabkom m en - ihren Kam pf gegen die R egierung fort, doch beschränken sich die zeitw eiligen Aktivitäten der FN L im W esentlichen auf die Provinz Bujum bura-rural. Aufgrund der Tatsache, dass seit Ergehen des erw ähnten U rteils keine grundlegende Veränderung der Lage in Burundi eingetreten ist, hat die darin festgehaltene Praxis der AR K bis auf W eiteres auch für das Bundesverw altungsgericht seine G ültigkeit. D em nach kann bezüglich 10 Burundi - und inbesondere auch bezüglich der H auptstadt Bujum bura ("Bujum bura-m airie"), w o der Beschw erdeführer bis zu seiner Ausreise gelebt hat und w o auch seine nächsten Fam ilienangehörigen (Eltern und G eschw ister) w ohnen - nicht von Krieg, Bürgerkrieg oder einer von einer Situation allgem einer G ew alt, w elche für den Beschw erdeführer eine konkrete G efahr darstellen w ürde, gesprochen w erden. Sodann sind auch keine anderen, individuellen G ründe ersichtlich, w elche den Vollzug der W egw eisung als unzum utbar erscheinen lassen könnten. D er noch junge, sow eit aktenkundig gesunde Beschw erdeführer verfügt über eine abgeschlossene 13-jährige Schulbildung und spricht nebst seiner M uttersprache Kirundi sehr gut Französisch. W ie aus den eingereichten Kurs- und Arbeitsbestätigungen hervorgeht, konnte sich der Beschw erdeführer w ährend seines Aufenthaltes in der Schw eiz auch gute w ichtige Kenntnisse in der Krankenpflege aneignen. Schliesslich leben seine Eltern und G eschw ister - w ie bereits vorstehend (vgl. Buchstabe D des Sachverhalts und Ziff. 5.1. der Erw ägungen) erw ähnt - in w irtschaftlich sehr guten Verhältnissen in Bujum bura und können ihm bei der R eintegration in der H eim at behilflich sein. U nter diesen U m ständen bestehen keine H inw eise, dass der Beschw erdeführer bei seiner R ückkehr nach Burundi in eine konkrete, seine Existenz bedrohende Situation geraten könnte. An dieser Feststellung verm ögen auch die auf Beschw erdeebene eingereichten, dem Internet entnom m enen Berichte und M eldungen nichts zu ändern, zum al diese M eldungen bereits m ehrere Jahre alt sind und es som it an der notw endigen Aktualität fehlt. Bei dieser Sachlage kann der Vollzug der W egw eisung - entgegen der in R echts- m itteleingabe vertretenen Auffassung - zum heutigen Zeitpunkt auch als zum utbar bezeichnet w erden. 5.3 D ie bisherigen Bestim m ungen betreffend vorläufige Aufnahm e infolge einer schw erw iegenden persönlichen N otlage (Art. 14a Abs. 4bis AN AG i.V.m . Art. 44 Abs. 3-5 AsylG ) w urden m it der Änderung des Asylgesetzes vom 16. D ezem ber 2005 aufgehoben. G leichzeitig m it der Aufhebung der Bestim m ungen über die vor- läufige Aufnahm e im Falle einer schw erw iegenden persönlichen N otlage trat auf den 1. Januar 2007 eine neue H ärtefallregelung in Kraft. G em äss Art. 14 Abs. 2 AsylG haben neu die Kantone - unabhängig vom Stand eines Asylverfahrens - die M öglichkeit, bei "Vorliegen eines schw erw iegenden persönlichen H ärtefalles" unter bestim m ten w eiteren Voraussetzungen eine Aufenthaltsbew illigung zu erteilen. Im vorliegenden Fall ergeben sich aus den Akten jedoch keinerlei H inw eise, dass der Kanton von dieser M öglichkeit G ebrauch m achen m öchte (vgl. dazu auch Art. 14 Abs. 3 AsylG ). 5.4 Schliesslich ist der Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers auch als m öglich im Sinne von Art. 14a Abs. 2 AN AG zu bezeichnen, da keine praktischen H indernisse erkennbar sind, die einer R ückkehr nach Burundi entgegenstehen könnten, und er verpflichtet ist, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atlandes um die Ausstellung gültiger R eisepapiere zu bem ühen (Art. 8 Abs. 4 11 AsylG ). 6. Zusam m enfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Vollzug der W egw eisung nach Burundi zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich im Sinne von Art. 14a Abs. 1-4 AN AG erachtet hat. D ie vom BFM verfügte Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e ist daher zu bestätigen 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten (vgl. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). N achdem sich die Beschw erde jedoch nicht als zum Vornherein aussichtslos erw iesen hat und der Beschw erdeführer m it Ausnahm e eines siebenm onatigen Praktikum s in einem Alters- und Pflegeheim in der Schw eiz keiner Erw erbstätigkeit nachgegangen ist (und daher von seiner Bedürftigkeit ausgegangen w erden m uss), ist das in der R echtsm itteleingabe vom 13. Januar 2004 (Poststem pel: 14. Januar 2004) gestellte G esucht um unentgeltliche Prozessführung (Art.65 Abs. 1 Vw VG ) zu bew illigen und auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten. (D ispositiv nächste Seite)12 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie beiden eingereichten Suchbefehle ("Avis de recherche") w erden in Anw endung von Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen. 3. In G utheissung des G esuches um unentgeltliche R echtspflege (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Vertreterin des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: angefochtene Verfügung im O riginal) - der Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N 401 062) - (kantonale Behörde) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M artin Zoller Kathrin M angold H orni Versand am :13 Einschreiben Beratungssstelle für Asylsuchende der R egion Basel Frau Astrid G eistert (Adresse)