<h2>SubmittedText<h2><p>In der Armee der Zukunft sollen die Wiederholungskurse nur noch zwei Wochen dauern. Vor allem die Einheiten mit den schweren Mitteln werden damit ein Zeitproblem haben. Deshalb stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Wie können Truppen mit schweren Mitteln eine erfolgreiche Ausbildung betreiben, wenn für das Einrücken und das Abgeben bei einem zweiwöchigen Wiederholungskurs ein grosser Teil der Zeit beansprucht wird?</p><p>2. Das Volk hat am 22. September 2013 ein deutliches Zeichen für die Armee und das bisherige Wehrmodel abgegeben. Ist er nicht auch der Meinung, dass damit die nötige Zeit für die Ausbildung in der Armee auch von der Wirtschaft mitgetragen werden müsste?</p><p>3. Können mit den heutigen modernen Führungsmitteln in der Armeeausbildung wie Simug und Simkiug die Ausbildungszeiten wirklich so stark reduziert werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Vernehmlassung der Revision der Rechtsgrundlagen für die Weiterentwicklung der Armee im Herbst 2013 gingen verschiedene kritische Antworten zur beabsichtigten Verkürzung der Wiederholungskurse auf zwei Wochen ein. Gestützt darauf wird das Ausbildungskonzept gegenwärtig geprüft. Die Resultate wird der Bundesrat den eidgenössischen Räten in naher Zukunft in der Botschaft zur Revision der Rechtsgrundlagen für die Weiterentwicklung der Armee unterbreiten.</p><p>1./3. Für die Wiederholungskurse der Panzer- und Artillerieverbände ist es entscheidend, dass die zur Verfügung stehende Zeit optimal genutzt wird. Ein Mittel dazu ist der Einsatz von Simulatoren wie Simug und Simkiug für mechanisierte Verbände und Infanterieformationen in den Gefechtsausbildungszentren in Bure und in Walenstadt/St. Luzisteig. Mit der Unterstützung durch das dort verfügbare Berufspersonal kann die Ausbildung intensiv gestaltet werden. Pro Tag lassen sich mit einer verstärkten Kompanie zwei bis drei Übungen durchführen. Für die Schiessausbildung von Artillerieverbänden stehen - neben dem Waffenplatz auf dem Simplon für das Training im "scharfen Schuss" - im Artillerieausbildungszentrum Bière ein moderner Schiesssimulator für die kampfwertgesteigerte Panzerhaubitze (Saph Kawest) und weitere Simulatoren zur Verfügung. Dank computer- und bildunterstützter Auswertung ist der Lerneffekt bei Truppe und Kader besonders hoch. Verschiedene weitere Massnahmen erlauben es, die Wiederholungskurse zu verkürzen: die Materialfassung im Kadervorkurs, die Entlassung am Samstag, standardisierte Ausbildungsmodule und Übungen usw. Die Materialabgabe dauert in der Regel zwei Tage. Zudem ist geplant, dass auch der Samstag zwischen den beiden Wiederholungskurswochen für die Ausbildung genutzt wird. Netto kann somit an rund neun Tagen ausgebildet werden. In den beiden Gefechtsausbildungszentren ist der Aufwand bei der Materialfassung geringer als in einem Armeelogistikcenter, weil das Material mehrheitlich vor Ort eingelagert ist und so von der Truppe einfacher übernommen werden kann. Dasselbe gilt für die Artillerieverbände: Auch hier sind die Geschütze in unmittelbarer Nähe zu den entsprechenden Schiess- und Übungsplätzen eingelagert. Alle paar Jahre sollen darüber hinaus Volltruppenübungen durchgeführt werden, um die Verbandsausbildung auf einem angemessenen Niveau zu erhalten. Dazu sind - unter Anrechnung der Diensttage - auch dreiwöchige Wiederholungskurse vorgesehen. Alle Massnahmen zusammen erlauben es der Armee, eine angemessene Bereitschaft aufrechtzuerhalten.</p><p>2. Mit der Ablehnung der eidgenössischen Volksinitiative "Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht" haben sich Volk und Stände deutlich dagegen ausgesprochen, die Militärdienstpflicht abzuschaffen und die gegenwärtige Armee durch eine kleinere Freiwilligenmiliz abzulösen. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Militärdienstpflicht laufend an die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realitäten angepasst werden muss. Mit der Verkürzung der Wiederholungskurse werden die Armeeangehörigen, aber auch die Wirtschaft wesentlich von militärdienstbedingten Abwesenheiten entlastet. Die Armee ist zwingend auf eine genügende Anzahl geeigneter Kader angewiesen. Vierwöchige Abwesenheiten am Stück werden von Arbeitgebern je länger, je weniger akzeptiert. Dies umso mehr, wenn es sich um leitende Mitarbeitende handelt, die auch in der Armee häufig eine Kaderfunktion ausüben. Entsprechend steigt der Druck, den Militärdienst zu verschieben, und sinkt die Bereitschaft der Mitarbeitenden, in der Armee eine Kaderfunktion zu übernehmen.</p>  Antwort des Bundesrates.