<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00262</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106621&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00262</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.04.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Niederlassungsbewilligung (Familiennachzug)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Anhörung des Sohns nach Art. 12 UNO-KRK (E. 2);<br/>Aktenführungspflicht der Behörden (E. 3);<br/>Nach rund elfjähriger Trennung von der Mutter besteht die vorrangige familiäre Beziehung des fast volljährigen Sohns zur Grossmutter (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTENVERLUST">AKTENVERLUST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLOSIGKEIT">BEWEISLOSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELTERNTEIL">ELTERNTEIL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDERRECHTEKONVENTION">KINDERRECHTEKONVENTION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEHRABSCHLUSS">LEHRABSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERPRÃFUNG">ÃBERPRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSRECHT">VERFAHRENSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSVORSCHRIFT">VERFAHRENSVORSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSAMMENLEBEN">ZUSAMMENLEBEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 17 lit. II ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 29 lit. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 12 KRK</span><br/><span class="gerade">§ 13 lit. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die auslÃ¤ndische StaatsangehÃ¶rige L. reiste 1974 in die Schweiz ein. Sie hÃ¤lt sich seither hier auf und ist im Besitz einer Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich. Am 25. November 1982 gebar sie in ZÃ¼rich den Sohn M. Mit Urteil vom 2. April 1985 stellte das Bezirksgericht ZÃ¼rich fest, dass der in der Schweiz niedergelassene N., StaatsangehÃ¶riger von O., Vater dieses Kinds ist. Die ersten sechs Jahre verbrachte M. bei seiner Mutter in ZÃ¼rich. Ende Februar 1989 verliess er die Schweiz und lebt seitdem bei seinen Grosseltern bzw. bei seiner Grossmutter in P.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit wies das Gesuch von L. vom 28. MÃ¤rz 2000 um Einreisebewilligung fÃ¼r ihren Sohn mit der BegrÃ¼ndung ab, die Voraussetzungen fÃ¼r dessen Zulassung im Rahmen der Bestimmungen Ã¼ber den Familiennachzug seien nicht erfÃ¼llt. M. sei seit seinem siebten Lebensjahr in P. aufgewachsen und habe dort sÃ¤mtliche Schulen besucht. Seine Mutter, welche bereits seit 1974 in der Schweiz lebe, kÃ¶nne keine enge Beziehung zu ihrem Sohn nachweisen</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den dagegen erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat am 13. Juni 2001 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 29. August 2001 liess L. dem Verwaltungsgericht beantragen, ihr sei gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) der Nachzug ihres Sohns M. zu bewilligen. Ausserdem verlangte sie eine ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit liess sich nicht vernehmen. Im Auftrag des Regierungsrats beantragte die Staatskanzlei Abweisung der Beschwerde und teilte dem Verwaltungsgericht gleichzeitig mit, dass die Akten des Rekursverfahrens in Verstoss geraten seien.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 21. September 2001 wurden die Parteien und die Vor­instanz aufgefordert, alle sich in ihrem Besitz befindlichen Akten oder Kopien derselben einzureichen. Am 24. September bzw. 23. Oktober 2001 reichten der Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin und die Staatskanzlei die noch in ihrem Besitz befindlichen Akten(kopien) ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 13. Februar 2002 wurde dem Sohn M. die Gelegenheit gegeben, sich zum Familiennachzug zu Ã¤ussern. Mit Eingabe vom 9. April 2002 liess sich dieser vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Im Einklang mit den zutreffenden ErwÃ¤gungen des Regierungsrats, auf die gemÃ¤ss § 28 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) verwiesen werden kann, ist davon auszugehen, dass ein Anspruch auf Familiennachzug fÃ¼r den Sohn gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich ist. Dagegen ist ein solcher gestÃ¼tzt auf Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 ausgeschlossen, weil der nachzuziehende Sohn bereits am 25. November 2000 volljÃ¤hrig wurde und fÃ¼r auf die EMRK abgestÃ¼tzten AnsprÃ¼che auf die VerhÃ¤ltnisse im Urteilszeitpunkt abzustellen ist. Demzufolge hat das Verwaltungsgericht kraft § 43 Abs. 2 VRG in Verbindung mit Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Organisation der Bundesrechtspflege vom 16. Dezember 1943 auf die Beschwerde einzutreten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangte die AnhÃ¶rung ihres Sohns gestÃ¼tzt auf Art. 12 des Ãbereinkommens Ã¼ber die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 (UNO-Kinder­rechte-Konvention; UNO-KRK). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Art. 12 UNO-KRK ist eine unmittelbar anwendbare Verfahrensvorschrift (BGE 124 II </span>361 E. 3c). Sie verlangt, dass dem Kind das Recht zugestanden wird, seine eigene Meinung in Angelegenheiten, die es berÃ¼hren, frei zu Ã¤ussern (Abs. 1). In Gerichts- oder Verwaltungsverfahren, von denen es betroffen ist, soll ihm Gelegenheit gegeben werden, entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehÃ¶rt zu werden (Abs. 2). Die AnhÃ¶rung hat in angemessener Weise zu erfolgen und kann somit je nach den UmstÃ¤nden auch schriftlich oder Ã¼ber einen Vertreter stattfinden. Eine mÃ¼ndliche bzw. persÃ¶nliche AnhÃ¶rung des Kindes ist nicht zwingend.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Auch wenn â wie der Regierungsrat angenommen hat â davon ausgegangen werden kann, dass das Kind das von den Eltern oder einem Elternteil gestellte Gesuch um Familiennachzug in der Regel befÃ¼rwortet, verankert Art. 12 UNO-KRK das formelle Recht des Kinds, angehÃ¶rt zu werden. Entsprechend dem fremdenpolizeilichen Bewilligungsverfahren, das weitgehend ein schriftliches ist, genÃ¼gt es zu diesem Zweck, wenn das Kind seine Meinung in schriftlicher Form â sei es eigenhÃ¤ndig oder Ã¼ber einen Vertreter â Ã¤us­sern kann. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nachdem im vorliegenden Fall der nachzuziehende Sohn der BeschwerdefÃ¼hrerin in den vorinstanzlichen Verfahren keine Gelegenheit erhalten hatte, sich zum geplanten Fa­miliennachzug zu Ã¤ussern, gewÃ¤hrte das Verwaltungsgericht ihm die MÃ¶glichkeit zur Stel­lungnahme. Damit erweisen sich die Anforderungen von Art. 12 UNO-KRK als erfÃ¼llt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) Die AktenfÃ¼hrungspflicht von Verwaltung und BehÃ¶rden ist das GegenstÃ¼ck des aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 fliessenden Akteneinsichts- und BeweisfÃ¼hrungsrechts. Danach hat eine BehÃ¶rde alles in den Akten festzuhalten, was zur Sache gehÃ¶rt, <span>und ihren Entscheid ausschliesslich gestÃ¼tzt auf diese Unterlagen zu treffen und zu begrÃ¼nden</span> (BGE 124 V 389 E. 3a)<span>. Wird der AktenfÃ¼hrungspflicht nicht nachgelebt, </span>so stellt dies eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs dar, welche sich in dem Sinn auswirkt, dass allfÃ¤llige aus der Beweislosigkeit resultierende Nachteile als nicht vom Privaten verschuldet gelten kÃ¶nnen und von diesem nicht zu tragen sind (BGE 124 V 372 E. 3b). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AktenfÃ¼hrungspflicht bildet wesentliche Voraussetzung fÃ¼r die Wahrnehmung des Ãusserungsrechts der betroffenen privaten Person und gestattet â auch den Rechtsmittelinstanzen â, Anordnungen auf ihre RationalitÃ¤t und die Nachvollziehbarkeit ihrer BegrÃ¼ndung zu Ã¼berprÃ¼fen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 8 N. 60). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Vorliegend wurden die Akten zwar korrekt gefÃ¼hrt, sie sind allerdings beim Regierungsrat in Verstoss geraten. Ohne Akten kann das Verwaltungsgericht nicht Ã¼berprÃ¼fen, ob der Entscheid der Vorinstanz gesetzesgemÃ¤ss ausgefallen ist. Da der BeschwerdefÃ¼hrerin aus dem Fehlen der Akten kein Nachteil erwachsen darf, wÃ¤re die Sache zur erneuten Untersuchung an das Migrationsamt zurÃ¼ckzuweisen; denn auch das Fehlen der Akten hat nicht die Erteilung der Niederlassungsbewilligung an den Sohn zur Folge. Die Durchsicht der dem Verwaltungsgericht auf Aufforderung hin von den Parteien bzw. deren Vertreter eingereichten Akten(kopien) hat indes ergeben, dass diejenigen AktenstÃ¼cke, auf welche die Vorinstanz ihren Entscheid abgestellt hat, dem Verwaltungsgericht vorliegen. Somit kann der Regierungsratsbeschluss auf seine RechtmÃ¤ssigkeit Ã¼berprÃ¼ft werden und die Sache ist materiell zu behandeln. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ob der mÃ¶gliche Rechtsanspruch aus Art. 17 Abs. 2 ANAG aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde verwirklicht ist, ist Gegenstand der nachfolgenden materiellen ErwÃ¤gungen (vgl. BGE 122 II 289 E. 1d S. 294).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4.</span><span> </span><span>a) Zweck des Familiennachzugs ist es, das familiÃ¤re Zusammenleben zu ermÃ¶glichen. Der Wortlaut von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG verdeutlicht, dass das Zusammenleben der Gesamtfamilie rechtlich abgesichert werden soll; das Gesetz verlangt ausdrÃ¼cklich, dass die Kinder mit ihren Eltern zusammenleben werden. Die Nachzugsregelung ist daher auf den Fall zugeschnitten, da die eheliche Beziehung der gemeinsamen Eltern intakt ist. Waren die Eltern jedoch gar nie miteinander verheiratet oder sind voneinander getrennt oder geschieden, und hÃ¤lt sich der eine Elternteil in der Schweiz, der andere aber im Ausland (oder an einem anderen Ort in der Schweiz) auf, kann es gar nicht um eine ZusammenfÃ¼hrung der Gesamtfamilie gehen. In solchen Situationen entspricht es dem Gesetzeszweck nicht, einen bedingungslosen Anspruch auf Nachzug der Kinder anzunehmen. Ein Nachzugsrecht setzt vielmehr voraus, dass das Kind zum in der Schweiz lebenden Elternteil die vorrangige familiÃ¤re Beziehung unterhÃ¤lt. Dabei kommt es nicht nur auf die bisherigen VerhÃ¤ltnisse an, sondern es kÃ¶nnen auch nachtrÃ¤glich eingetretene oder gar kÃ¼nftige UmstÃ¤nde wesentlich werden. Namentlich kann nicht entscheidend sein, in welchem Land das Kind bisher seinen Lebensmittelpunkt hatte, bliebe doch sonst ein Nachzugsrecht prak­tisch immer wirkungslos. Zu berÃ¼cksichtigen ist aber, bei wem das Kind bisher gelebt hat, beziehungsweise wem bei einer erfolgten Scheidung das Sorgerecht zugesprochen worden ist; sollte sich das Kindesinteresse in der Zwischenzeit geÃ¤ndert haben, wÃ¤re fÃ¼r eine Anpassung der familiÃ¤ren VerhÃ¤ltnisse in der Regel der privatrechtliche Weg zu beschreiten. Vorbehalten bleiben FÃ¤lle, in denen klare Anhaltspunkte fÃ¼r neue familiÃ¤re AbhÃ¤ngigkeiten - zum Beispiel beim Tod des sorgeberechtigten Elternteils oder bei neu sich abzeichnenden PflegebedÃ¼rfnissen - oder fÃ¼r eine wesentliche Verlagerung der BeziehungsintensitÃ¤ten be­stehen (BGE 125 II 585 E. 2a S. 586 f., mit Hinweisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Es kommt nicht selten vor, dass Kinder von AuslÃ¤ndern, die ohne ihre Familie in die Schweiz Ã¼bersiedelt sind, im Herkunftsland nicht oder nicht hauptsÃ¤chlich vom andern Elternteil weiter betreut und aufgezogen werden, sondern dass stattdessen andere AngehÃ¶­rige der mÃ¼tterlichen oder vÃ¤terlichen Verwandtschaft diese Versorgungs- und Erziehungs­aufgaben wahrnehmen. Wird die Elternrolle von anderen Personen als den Eltern Ã¼bernom­men, verlagern sich regelmÃ¤ssig auch die BeziehungsintensitÃ¤ten. Die Frage nach der vor­rangigen Beziehung stellt sich daher nicht zwangslÃ¤ufig nur hinsichtlich des hier ansÃ¤ssi­gen und des mit den Kindern im Ausland verbliebenen anderen Elternteils. Gegeneinander abzuwÃ¤gen sind vielmehr die Beziehungen, die das Kind einerseits mit dem nachzugsbe­rechtigten Elternteil und andererseits mit der oder den Personen verbindet, welche im Aus­land die Elternrolle Ã¼bernehmen, seien dies nun einer oder mehrere AngehÃ¶rige der Ver­wandtschaft oder gar ein ganzer Verwandtschaftsverband (BGE 125 II 585 E. 2c S. 588 f.; BGE 124 II 361 E. 3a S. 366). Letztlich geht es um die Frage, wo das nachzuziehende Kind seine vorrangigen familiÃ¤ren Bindungen hat. Der Kindesnachzug ist nur dann zu be­willigen, wenn die WÃ¼rdigung der gesamten UmstÃ¤nde zum Schluss fÃ¼hrt, dass das nach­zuziehende Kind zum hier lebenden Elternteil in engerer Beziehung steht (BGE 125 II 633 E. 3a S. 640, RB 1998 Nr. 54).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Entgegen der Ansicht der BeschwerdefÃ¼hrerin geht nach der gesetzlichen Ordnung die familiÃ¤re Beziehung zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und ihrem Sohn derjenigen zwischen Grossmutter und Enkel nicht vor. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Im Bereich des Familiennachzugs bei nachtrÃ¤glicher Umgestaltung der BetreuungsverhÃ¤ltnisse verfolgt das Bundesgericht grundsÃ¤tzlich eine strenge Praxis. Es anerkennt andererseits aber auch, dass es gute GrÃ¼nde geben kann, die Familiengemeinschaft in der Schweiz erst nach Jahren herzustellen; solche GrÃ¼nde mÃ¼ssten sich jedoch aus den Um­stÃ¤nden des Einzelfalls ergeben (BGE 125 II 585 E. 2a S. 587, mit Hinweisen). Ernsthaft kÃ¶nne sich die Frage des nachtrÃ¤glichen Familiennachzugs darum in der Regel nur bei Kin­dern stellen, die zwar wÃ¤hrend mehrerer Jahre im Ausland von anderen FamilienangehÃ¶rigen (anderer Elternteil, Grosseltern usw.) betreut worden seien, zum Zeitpunkt der Gesuchstellung aber noch lÃ¤ngst nicht 18 Jahre alt seien und wenn GewÃ¤hr geboten sei, dass sie sich unter FÃ¼hrung des hier lebenden Elternteils in der Schweiz angemessen integrieren kÃ¶nnten. Ebenfalls zu beachten seien schliesslich die UmstÃ¤nde der Gesuchstellung (BGr, 29. Oktober 1998, 2A.92/1998).</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. a) Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, dass die vorrangige familiÃ¤re Beziehung zu ihr bestehe, weil der nachzuziehende Sohn bis zu seinem siebten Lebensjahr mit ihr zusammen (in der Schweiz) gelebt habe. Erst als es der BeschwerdefÃ¼hrerin wegen ihrer BerufstÃ¤tigkeit nicht mehr mÃ¶glich gewesen sei, in ausreichendem Mass fÃ¼r ihren Sohn zu sorgen, habe sie ihn nach P. zu ihren Eltern verbracht, wo er â nach dem Tod des Grossvaters im Jahr 1990 bei der Grossmutter â aufgewachsen sei. Zwischen Mutter und Kind hÃ¤tte ein enger Kontakt bestanden. Nebst regelmÃ¤ssigen telefonischen Kontakten habe die BeschwerdefÃ¼hrerin ihren Sohn mehrmals jÃ¤hrlich in P. besucht, desgleichen sei es wiederholt zu Besuchsaufenthalten des Sohns bei der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Schweiz gekommen. Die Beziehung zur Mutter sei zumindest gleichwertig zu derjenigen zur Grossmutter gewesen. Die mittlerweile 80-jÃ¤hrige Grossmutter habe ernste gesundheitliche Probleme, welche ihr die weitere Betreuung des Sohns der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht mehr erlaubten. Es sei lÃ¤nger mit dem Nachzugsgesuch zugewartet worden, als es der Gesundheitszustand der Grossmutter an sich erlaubt hÃ¤tte, einzig damit der Sohn die in P. begonnene Ausbildung noch abschliessen kÃ¶nne. Das Zuwarten mit der Gesuchseinreichung sei damit einzig aus GrÃ¼nden des Kindeswohls erfolgt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Zutreffend hat die Vorinstanz ausgefÃ¼hrt, dass und weshalb der nachzuziehende Sohn die vorrangige familiÃ¤re Beziehung zu seiner in P. lebenden Grossmutter hatte, wo er seit seinem siebten Lebensjahr lebte und von der er nach dem Tod des Grossvaters ausschliesslich betreut wurde. Ebenfalls richtig hat die Vorinstanz festgestellt, dass keine aus­serordentlichen UmstÃ¤nde dafÃ¼r geltend gemacht werden kÃ¶nnten, dass die in der Schweiz lebende BeschwerdefÃ¼hrerin, die ihr Nachzugsgesuch erst am 28. MÃ¤rz 2000 stellte, als ihr Sohn 17 Jahre und vier Monate alt war, zu der FamilienzusammenfÃ¼hrung nicht frÃ¼her in der Lage gewesen wÃ¤re. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat ihren damals im siebten Altersjahr stehenden Sohn zu den Grosseltern in die Heimat verbracht und die nÃ¤chsten elf Jahre von ihrem Sohn getrennt gelebt. <span>Er verlebte somit einen wesentlichen und prÃ¤genden Teil seiner Jugend getrennt von seiner Mutter. </span>WÃ¤hrend dieser Zeit war die Grossmutter die vorrangige Bezugsperson des Sohns. Daran vermochten auch der telefonische Kontakt und die gegenseitigen Besuchsaufenthalte nichts zu Ã¤ndern. Dass eine vorÃ¼bergehende Trennung der BeschwerdefÃ¼hrerin von ihrem Sohn wegen ihrer beruflichen Situation notwendig gewesen war, wird vom Verwaltungsgericht durchaus anerkannt; nur hÃ¤tte die BeschwerdefÃ¼hrerin, wenn ihr an einem familiÃ¤ren Zusammenleben gelegen wÃ¤re, ihre LebensumstÃ¤nde so einrichten mÃ¼ssen, dass sie ihren Sohn nach einer bestimmten Zeit wieder hÃ¤tte zu sich nehmen kÃ¶nnen. Durch den langen Zeitablauf, wÃ¤hrend dessen der Sohn von der Mutter getrennt lebte, hat sich die vorrangige Beziehung eindeutig auf die Grossmutter verlagert. <span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat denn auch ihren Sohn trotz der gesundheitlichen Probleme ihrer Mutter bei dieser belassen, damit er seine Lehre abschliessen kÃ¶nne. Offensichtlich war es der Grossmutter mÃ¶glich, ihren Enkel weiterhin im Rahmen seiner altersgerechten BedÃ¼rfnisse zu betreuen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wollte, dass ihr Sohn sich in der Schweiz zunÃ¤chst weiterbildete, um sich dann eine Arbeit zu suchen. Nach MÃ¶glichkeit sollte er einen Lehrabschluss aus der Heimat mitbringen. Aufgrund der vorliegenden UmstÃ¤nde erscheint es, dass das Zusammenleben in der Familie hinter der Berufsausbildung des Sohns zurÃ¼ckstehen musste. Es entspricht jedoch nicht dem Sinn und Zweck des Familiennachzugs </span>von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG<span>, seinem Kind bessere ErwerbsmÃ¶glichkeiten in der Schweiz zu ermÃ¶glichen. </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach dem Gesagten liegen keine ganz besonderen UmstÃ¤nde vor, welche trotz fehlender vorrangiger familiÃ¤rer Beziehungen des hauptsÃ¤chlich bei seiner Grossmutter aufge­wachsenen, im Zeitpunkt des Gesuchs fast 17 ½-jÃ¤hrigen Knaben zu seiner in der Schweiz lebenden Mutter einen Nachzug zu dieser gebieten wÃ¼rden. Die Voraussetzungen fÃ¼r den anbegehrten Familiennachzug sind nicht gegeben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Damit ist die Beschwerde abzuweisen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. ...</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>