<h2>SubmittedText<h2><p>Verschiedene Presseartikel und Fernsehsendungen der letzter Zeit haben die Frage möglicher Gesundheitsrisiken durch den Gebrauch von Mobiltelefonen aufgeworfen.</p><p>Tatsächlich strahlen diese an sich nützlichen Geräte Ultrakurzwellen aus, deren Frequenz bei ungefähr 2 Milliarden Hertz liegt. Die Leistung der Geräte ist mit 2 Watt allerdings eher gering.</p><p>Diese Umstände veranlassten Wissenschaftler aus mehreren Ländern, sich mit der Frage zu befassen, ob Mobiltelefone, die in unmittelbarer Nähe zum Kopf verwendet werden, ein Gesundheitsrisiko für die Benutzerinnen und Benutzer darstellen. Es scheint, dass die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich (ETHZ) Untersuchungen über die verschiedenen von der TELECOM anerkannten Gerätetypen anstellt, beziehungsweise bereits angestellt hat</p><p>Auch wenn wir die Angelegenheit nicht dramatisieren wollen, stellen wir folgende Fragen an den Bundesrat:</p><p>1. Hat der Bundesrat Kenntnis von den Studien der ETHZ?</p><p>2. Wenn ja, welches sind die Schlussfolgerungen der besagten Studien?</p><p>3. Wenn diese Studien zeigen, dass die Benutzung von Mobiltelefonen ein Gesunheitsrisiko darstellt, welche Massnahmen zum Schutze der Gesundheit sieht der Bundesrat vor.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1.Die von der Gruppe um Prof. Niels Kuster an der ETH Zürich durchgeführten Studien hatten einerseits zum Ziel, eine Methode zur Messung der thermischen Belastung durch von Mobiltelefonen ausgehender Strahlung zu entwickeln und andererseits zu prüfen, ob bei den auf dem europäischen und amerikanischen Markt anzutreffenden Apparaten die von der ICNIRP (International Commission on Non-ionizing Radiation Protection ) vorgeschlagenen und der WHO übernommenen Grenzwerte eingehalten werden. Der entsprechende Grenzwert beträgt 2 W/kg, gemittelt über 10 g Gewebe, und entspricht der absorbierten Leistung in Watt (W) pro Kilogramm Körpergewicht. Die Wissenschaftler der ETH Zürich verwenden das Modell eines Kopfes und messen in Ohrnähe  die Absorption der von den verschiedenen Mobiltelefon-Typen emittierte und in Wärme umgewandelte Energie.</p><p></p><p>2.Die Gruppe um Prof. Kuster konnte mit solchen Messungen aufzeigen, dass gewisse Apparate auf dem Weltmarkt die genannten Grenzwerte nicht einhalten. Zur Zeit werden systematische Messungen an verschiedenen Typen von der Swisscom zugelassener Mobiltelefone durchgeführt; eine Zusammenfassung der ersten Untersuchungsresultate wurde im K-tip Nr. 17 vom 22. Oktober 1997 publiziert. Sie zeigt, dass alle getesteten Geräte den empfohlenen Grenzwert von 2 W/kg einhalten.</p><p></p><p>Seit einiger Zeit unternehmen die Hersteller grosse Anstrengungen, die Mobiltelefone technisch so zu verbessern, dass die thermische Belastung durch neue Apparate geringer wird.</p><p></p><p>3.Im Einvernehmen mit der WHO erachtet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) aufgrund des heutigen Standes der wissenschaftlichen Erkenntnisse den Schutz der Bevölkerung als genügend, wenn die oben erwähnten Grenzwerte eingehalten werden. Um die Bevölkerung über eventuelle gesundheitliche Gefahren der Mobiltelefone zu informieren, hat das BAG im Bulletin Nr. 22 (1993) einen Artikel unter dem Titel "Gefährdet das moderne drahtlose Telefonieren die Gesundheit?" publiziert. Dieser Artikel enthält Empfehlungen für den sicheren Gebrauch von Mobiltelefonen. Auch das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat Empfehlungen veröffentlicht (1995), die im wesentlichen denen des BAG entsprechen. Angesichts des sprunghaften Anstiegs der Mobiltelefon-Benutzer sieht das BAG vor, im Frühling 1998 ein separates Informationsblatt mit Empfehlungen zu publizieren.</p><p></p><p>In den europäischen Gremien wird zur Zeit unter aktiver Teilnahme der Schweiz ein Normentwurf diskutiert, der sich der Messung von Werten thermischer Belastung durch hochfrequente Strahlung annimmt. Für thermische Auswirkungen sind die Modelle recht klar, und deshalb sind die Grenzwerte verhältnismässig einfach festzusetzen und zu messen. Die athermischen Effekte hingegen sind noch zu wenig erforscht und sind derzeit Gegenstand zusätzlicher internationaler Untersuchungen.</p><p></p><p>Der Bundesrat wird die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschungen laufend verfolgen und seine aktive Informationspolitik weiterführen. Falls es sich zeigen würde, dass die Benutzung von Mobiltelefonen ein reales Gesundheitsrisiko darstellt, wird der Bundesrat weitere erforderliche Massnahmen treffen.</p>  Antwort des Bundesrates.