A bteilung I A -7507/2006 {T 0/2} U rteil vom 2. Juli 2007 M itw irkung: R ichter André M oser (Vorsitz); R ichter D aniel R iedo; R ichter M arkus M etz; G erichtsschreiberin M ichelle Eichenberger. A._______, Beschw erdeführer, vertreten durch Frau R echtsanw ältin Karin Bürki, gegen K anton St. G allen, A m t für M ilitär und Zivilschutz, Vorinstanz, betreffend B efreiung von der Schutzraum pflicht und Ersatzbeitrag. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 29. April 1996 erteilte die politische G em einde O berriet der Bauherr- schaft C ._______ selig die Bew illigung für einen eigenständigen W ohnhausanbau am Standort D ._______. B. A._______ hat am 11. Januar 2002 die Liegenschaft von der Erbenge- m einschaft C ._______ käuflich erw orben. C . D as Am t für M ilitär und Zivilschutz des Kantons St. G allen erliess am 27. N ovem ber 2006 eine Verfügung betreffend Befreiung von der Schutz- raum baupflicht und Ersatzbeitrag. D arin befreite es die Bauherrschaft C ._______ selig resp. deren R echtsnachfolger und H auseigentüm er A._______ für den eigenständigen W ohnhausanbau am Standort D ._______ nachträglich von der Pflicht, einen Schutzraum zu erstellen (Ziff. 1). Es setzte jedoch einen Ersatzbeitrag von Fr. 5'820.- fest, der durch A._______ innert 30 Tagen nach R echtskraft der Verfügung zu bezahlen sei (Ziff. 2). D es W eiteren erhob es für den Erlass seiner Verfügung eine G ebühr von Fr. 250.- (Ziff. 3). D a sich die Erteilung der Baubew illigung abschliessend unter altem R echt ereignet habe und für die R ückw irkung des neuen R echts die R echtsgrundlage fehle, kom m e vorliegend das alte R echt zur Anw endung. D er betroffene W ohnhausanbau m it 3 Zim m ern benötige gem äss den m assgeblichen gesetzlichen Bestim m ungen grundsätzlich einen Schutzplatz pro Zim m er, m ithin 3 Schutzplätze. D ie Bauherrschaft bzw . dessen R echtsnachfolger und H aus- eigentüm er habe entsprechend einen Ersatzbeitrag gem äss Tabelle 1996 für 3 Schutzplätze zu entrichten, ausm achend Fr. 5'820.-. D . M it Eingabe vom 22. D ezem ber 2006 führt A._______ (Beschw erdeführer) gegen die Verfügung des Am ts für M ilitär und Zivilschutz des Kantons St. G allen (Vorinstanz) vom 27. N ovem ber 2006 bei der Eidgenössischen R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten Beschw erde. Er bean- tragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Zur Begründung führt er aus, die Pflicht zur Bezahlung des Ersatzbeitrags sei w eder m ittels G e- setz noch m ittels Kaufvertrag vom 11. Januar 2002 an ihn übergegangen. Es habe jener H auseigentüm er den Ersatzbeitrag zu leisten, der das Bau- gesuch eingereicht habe resp. w elchem die Baubew illigung erteilt w orden sei. D es W eiteren verjähre nach bundesgerichtlicher R echtsprechung das R echt zur Erhebung von Ersatzbeiträgen nach 10 Jahren. D ie Verjäh- rungsfrist habe m it der Erteilung der Baubew illigung am 29. April 1996 zu laufen begonnen. D ie Forderung sei folglich verjährt. E. Per 1. Januar 2007 übernahm das Bundesverw altungsgericht das bei der Eidgenössischen R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten an- hängig gem achte Verfahren. F. D ie Vorinstanz beantragt m it Vernehm lassung vom 13. April 2007 die Ab- w eisung der Beschw erde. Sie führt aus, anlässlich ihrer am 3. D ezem ber 2004 vorgenom m enen Ü berprüfung der G em eindestelle für baulichen Zivil- schutz der G em einde O berriet, über w elche sie die Aufsicht inne habe, sei 3 festgestellt w orden, dass ihr nicht alle Abklärungsfälle betreffend Schutz- raum baupflicht und Ersatzbeitrag zugestellt w orden seien. D ies sei in der Folge in rund 120 Fällen zw ecks nachträglicher Verfügung von Ersatzbei- trägen nachgeholt w orden. In der Zw ischenzeit seien jedoch einige Liegen- schaften veräussert und die Verfügungen seien auf die R echtsnachfolger als heutige Besitzer der Liegenschaften ausgestellt w orden. D a vorliegend die Baubew illigung am 29. April 1996 erteilt und das Bauvorhaben anschliessend realisiert w orden sei, habe sie für die Beurteilung der Schutzraum baupflicht und des Ersatzbeitrags die dam aligen G esetzes- grundlagen angew andt. D en genauen Baubeginn habe sie nicht erm itteln können. D as anw endbare R echt regle die Frage der Verjährung nicht. Sie verw eise jedoch auf einen Entscheid der Eidgenössischen R ekurskom m is- sion für Zivilschutzangelegenheiten, w elche zum Schluss gekom m en sei, der Anspruch auf Ersatzbeiträge unterliege einer relativen Verjährungsfrist von 10 Jahren. D iese könne m it jeder H andlung, m it w elcher der Anspruch in geeigneter Form geltend gem acht w erde, unterbrochen w erden und be- ginne in der Folge jew eils neu zu laufen. G em äss anw endbarem R echt löse der N eubau des Einfam ilienhauses des Beschw erdeführers eine Schutzraum baupflicht für 3 Schutzplätze aus. Aus bautechnischen G rün- den w erde auf die Erstellung von Schutzplätzen verzichtet. Jedoch habe der H auseigentüm er gem äss den gesetzlichen Bestim m ungen einen Er- satzbeitrag zu entrichten. D er Ersatzbeitrag für 3 Schutzplätze betrage ge- m äss Tabelle 1996 Fr. 5'820.-. Ihre Verfügung richte sie an den Beschw er- deführer als R echtsnachfolger und aktuellen Eigentüm er der Liegenschaft. G . D er Beschw erdeführer hält m it Schlussbem erkungen vom 14. M ai 2007 an seinem Begehren fest. H . Auf w eitere Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten befindli- chen Schriftstücke w ird, sow eit erforderlich, in den nachfolgenden Erw ä- gungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D ie Eidgenössische R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten w urde per 31. D ezem ber 2006 aufgelöst und durch das Bundesverw al- tungsgericht ersetzt. G em äss Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) über- nim m t das Bundesverw altungsgericht, sofern es zuständig ist, die Beurtei- lung der am 1. Januar 2007 bei der R ekurskom m ission für Zivilschutzange- legenheiten hängigen R echtsm ittel. D as Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das VG G nichts anderes bestim m t (Art. 37 VG G ). N ach Art. 33 Bst. i VG G ist gegen Verfügungen kantonaler Instanzen die Beschw erde an das Bundesverw al- tungsgericht (nur) zulässig, sow eit ein Bundesgesetz dies vorsieht. 2. Vorliegend ist sow ohl hinsichtlich der Zuständigkeit als auch hinsichtlich der Schutzraum baupflicht und des Ersatzbeitrags von Bedeutung, ob altes 4 oder neues R echt anw endbar ist. Folglich ist in einem ersten Schritt das anw endbare R echt zu bestim m en (vgl. hierzu auch U rteil des Bundesver- w altungsgerichts vom 2. Juli 2007 A-7510/2006 E. 3 ff.). 3. D as Bundesgesetz vom 4. O ktober 1963 über die baulichen M assnahm en im Zivilschutz (Schutzbautengesetz, aBM G , AS 1994 2667) sow ie die darauf basierende Verordnung vom 27. N ovem ber 1978 über die baulichen M assnahm en im Zivilschutz (Schutzbautenverordnung, aBM V, AS 1994 2671) w urden durch das neue Bundesgesetz vom 4. O ktober 2002 über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz (Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetz, BZG , SR 520.1) aufgehoben. Zu prüfen ist, ob das aBM G in seiner bis Ende 2003 geltenden Fassung oder aber das am 1. Januar 2004 in Kraft getretene BZG anw endbar ist, som it die Frage nach der intertem poralrechtlichen Anw endbarkeit der neuen G esetzesbestim m ung. 3.1 G rundsätzlich sind jene N orm en anw endbar, die im Zeitpunkt der Verw irkli- chung des rechtlich zu ordnenden oder zu R echtsfolgen führenden Tatbe- standes in Kraft w aren. Anders ausgedrückt sind Erlasse auf jene Sach- verhalte anw endbar, die zw ischen Inkraftsetzung und Ausserkraftsetzung entstanden sind (vgl. R EN É R H IN O W / BEAT KR ÄH EN M AN N , Schw eizerische Ver- w altungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel und Frankfurt a.M . 1990, N r. 15 B I; PIER R E TSC H AN N EN / U LR IC H ZIM M ER LI, Allgem eines Verw altungs- recht, 2. Auflage, Bern 2005, § 24 R z. 9). Ausschlaggebend für die Schutz- raum baupflicht bzw . die Entrichtung eines Ersatzbeitrags ist sow ohl ge- m äss Art. 2 aBM G als auch nach Art. 46 f. BZG die Erstellung eines N eu- baus. W ird ein solcher errichtet, entsteht die Pflicht, entw eder Schutzräum e zu erstellen oder aber bei Befreiung von dieser Pflicht einen gleichw ertigen Ersatzbeitrag zu leisten. In diesem Sinne statuiert denn auch Art. 6 Abs. 3 aBM V, die Festsetzung des Ersatzbeitrags erfolge in der Baubew illigung und w erde vor Baubeginn der G em einde entrichtet. D er m assgebende Sachverhalt ist som it vorliegend die Erteilung der Bau- bew illigung am 2. Septem ber 1997. Zu diesem Zeitpunk w ar noch das alte R echt, m ithin das aBM G und die aBM V anw endbar, w elches folglich für die Beurteilung der sich stellenden R echtsfragen m assgebend ist. D aran än- dert der Verfügungserlass betreffend Schutzraum baupflicht und Ersatzbei- trag zum Zeitpunkt, als bereits das BZG in Kraft w ar, nichts. D enn die Ver- fügung bezieht sich auf einen Sachverhalt, der sich abschliessend unter der G eltung des aBM G ereignet hat. 3.2 Auch die Frage, ob dem BZG R ückw irkung zukom m t ist zu verneinen: Bei der Anw endung von neuem R echt auf Sachverhalte, die sich unter altem R echt ereignet haben, ist zw ischen echter und unechter R ückw irkung zu unterschieden. D a sich vorliegend der m assgebliche Sachverhalt, m ithin die Bew illigungserteilung, abschliessend vor Inkrafttreten des neuen R echts verw irklicht hat, steht vorliegend jedoch nur die echte R ückw irkung zur D iskussion. H ierbei gilt der G rundsatz, dass die echte R ückw irkung un- zulässig ist, da niem andem Verpflichtungen auferlegt w erden sollen, w el- che sich aus N orm en ergeben, die zum Zeitpunkt der Sachverhaltsverw irk- lichung nicht bekannt sein konnten, m it w elchen also w eder gerechnet 5 w erden konnte noch m usste. Ausnahm sw eise ist jedoch von der Zulässig- keit der echten R ückw irkung auszugehen (vgl. hierzu und zum Folgenden: U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLE R / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungs- recht, 5. Auflage, Zürich 2006, § 6 R z. 329 ff.; TSC H AN N EN /ZIM M ER LI, a.a.O ., § 24 R z. 24 ff.). 3.2.1 Bei einer echten R ückw irkung, w elche sich belastend ausw irkt, sind für de- ren Zulässigkeit folgende Voraussetzungen kum ulativ erforderlich: D ie R ückw irkung m uss ausdrücklich angeordnet oder nach dem Sinn des Er- lasses klar gew ollt sein. Sie m uss zeitlich m ässig sein und ist nur zulässig, w enn sie durch triftige G ründe gerechtfertigt ist. Schliesslich darf die R ück- w irkung keine stossenden R echtsungleichheiten bew irken und keinen Ein- griff in w ohlerw orbene R echte darstellen. Eine ausdrückliche gesetzliche Anordnung für eine echte R ückw irkung fehlt in den konkreten Ü bergangs- bzw . Schlussbestim m ungen des BZG . Eine solche intertem porale R egelung besteht vorliegend gerade nicht. Auch sind w eder Anzeichen ersichtlich, die darauf schliessen liessen, dass eine solche gew ollt w äre, noch w erden solche von den Beschw erdeführen- den geltend gem acht. Som it erübrigt sich eine diesbezügliche w eitere Prü- fung. 3.2.2 Einer echten R ückw irkung begünstigender Erlasse, d.h. solcher, die den Privaten nur Vorteile bringen, steht grundsätzlich nichts entgegen, sofern sie nicht zu einer R echtsungleichheit führt oder R echte D ritter beeinträch- tigt. Jedoch darf aus der Zulässigkeit der R ückw irkung begünstigender Er- lasse nicht auf einen Anspruch auf R ückw irkung solcher Erlasse geschlos- sen w erden (vgl. H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., § 6 R z. 335 m it H inw ei- sen). D enn ein solcher Anspruch besteht nur, w enn er vom G esetz vorge- sehen ist, w as vorliegend eben gerade nicht der Fall ist. 3.3 Zusam m enfassend ergibt sich som it, dass vorliegend eine echte R ückw ir- kung des neuen R echts, m ithin des BZG , auf den Sachverhalt, der sich ab- schliessend unter dem alten R echt, dem aBM G und der aBM V, ereignet hat, nicht zulässig ist. Für die Beurteilung sow ohl der Zuständigkeit als auch der Schutzraum baupflicht und des Ersatzbeitrags sind folglich das aBM G und die aBM V anw endbar. 4. H insichtlich der Zuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts zur Behand- lung der vorliegenden Beschw erde ergibt sich aus der Anw endbarkeit des alten R echts, m ithin nam entlich des aBM G , folgendes: Art. 14 und 15 aBM G legen die Zuständigkeiten klar fest. D em nach können Verfügun- gen nicht verm ögensrechtlicher N atur der kantonalen Behörden an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent w eitergezogen w erden, w elches endgültig entscheidet (Art. 14 Abs. 2 aBM G ). D em gegenüber un- terliegen Entscheide der zuständigen kantonalen Behörde über verm ö- gensrechtliche Ansprüche der Beschw erde an die Eidgenössische R ekurs- kom m ission für Zivilschutzangelegenheiten und letztinstanzlich ans Bun- desgericht (Art. 15 Abs. 3 aBM G ). Schliesslich sieht Art. 14 Abs. 3 aBM G vor, dass sich der Beschw erdew eg nach Art. 15 Abs. 3 aBM G bestim m t, w enn Baueigentüm er ihre Baupflicht und, im gleichen Verfahren, ihre Ver-6 pflichtung bestreiten, Ersatzbeiträge zu leisten. Bei der vorliegend ange- fochtenen Verfügung betreffend Befreiung von der Schutzraum baupflicht und Ersatzbeitrag geht es um einen solchen Anw endungsfall. D er Anhang zum VG G m it den Änderungen bisherigen R echts enthält in Ziff. 47 eine Änderung von Art. 66 BZG in dem Sinn, dass in Streitigkeiten nicht verm ö- gensrechtlicher N atur gegen die vom G esetz nicht als endgültig bezeich- neten Entscheide der letzten kantonalen Behörde der W eg an das Bundes- verw altungsgericht geöffnet w ird (vgl. M IC H EL D AU M , N eue Bundesrechts- pflege - Fragen des Ü bergangsrechts in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten aus Sicht der Kantone, in Bernische Verw altungsrechtsprechung [BVR ] 2007, 12). D ass der W eg an das Bundesverw altungsgericht auch bei teils nicht verm ögensrechtlichen und teils verm ögensrechtlichen Strei- tigkeiten offen stehen m uss, ergibt sich zum indest aus dem Sachzusam - m enhang (Kom petenzattraktion), auch w enn die Anfechtbarkeit von Verfü- gungen kantonaler Instanzen betreffend verm ögensrechtliche Ansprüche w eder m it Bezug auf Art. 15 aBM G noch m it Bezug auf Art. 67 BZG aus- drücklich erw ähnt w ird. Ein Auseinanderfallen der sachlichen Zuständigkeit in Fällen w ie dem vorliegenden, in denen die Fragen nicht verm ögens- rechtlicher N atur und jene verm ögensrechtlicher Art eng zusam m enhän- gen, liesse sich durch nichts rechtfertigen. D as Bundesverw altungsgericht als N achfolgeorganisation der Eidgenössischen R ekurskom m ission für Zi- vilschutzangelegenheiten ist dem nach als zuständig zu erachten zur Beur- teilung der vorliegenden Beschw erde. 5. Zur Beschw erde ist nach Art. 48 Abs. 1 Vw VG berechtigt, w er vor der Vor- instanz am Verfahren teilgenom m en hat, durch die angefochtene Verfü- gung berührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. D er Beschw erdeführer erfüllt als Adressat der ange- fochtenen, ihn belastenden Verfügung diese Voraussetzungen. 6. D a Eingabeform und -frist sow ie die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen gew ahrt sind (Art. 11, 50 und 52 Abs. 1 Vw VG ), ist auf die Beschw erde einzutreten. 7. D as Bundesverw altungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf R echtsverletzungen - einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und R echtsfehler bei der Aus- übung des Erm essens - sow ie Angem essenheit hin (Art. 49 Vw VG ). 8. D ie Vorinstanz zeigte in ihrer angefochtenen Verfügung eingehend auf, dass der Beschw erdeführer nach altem R echt, d.h. gem äss aBM G und aBM V, für den N eubau seines Einfam ilienhauses nachträglich aus bau- technischen G ründen von der Pflicht, einen Schutzraum zu erstellen, zu befreien ist, hingegen für 3 Schutzräum e einen gleichw ertigen Ersatzbei- trag gem äss Tabelle 1996, ausm achend Fr. 5'820.-, zu leisten hat. D ies bestätigt sie auch m ittels Vernehm lassung im vorliegenden Verfahren. D er Beschw erdeführer bestreitet die auf dem alten R echt basierenden Ausfüh- rungen der Vorinstanz betreffend Schutzraum baupflicht und Ersatzbeitrag grundsätzlich nicht. 9. D er Beschw erdeführer m acht hingegen geltend, gem äss Art. 6 Abs. 4 BM V 7 sei der Ersatzbeitrag in der Baubew illigung festzusetzen. D em nach habe jener H auseigentüm er den Ersatzbeitrag zu leisten, der das Baugesuch eingereicht habe resp. w elchem die Baubew illigung erteilt w orden sei. Ein gesetzliches G rundpfandrecht für Ersatzbeiträge von Schutzbauten kenne das G esetz nicht. Auch sei er w eder im Kaufvertrag vom 11. Januar 2002 noch durch den Verkäufer auf den ausstehenden Ersatzbeitrag hingew ie- sen w orden. Zudem habe er nicht dam it rechnen m üssen, dass die G e- m einde O berriet rund sechs Jahre nach dem U m bau noch nicht alle Forde- rungen gestellt habe. Som it sei die Forderung betreffend die Ersatzabgabe nicht auf ihn als Käufer der Liegenschaft übergegangen. D ie Forderung sei nicht dinglich m it dem G rundstück verbunden, vielm ehr bestim m e sich das R echtsverhältnis durch die Baubew illigung. Schliesslich habe die zehnjäh- rige Verjährungsfrist m it der Erteilung der Baubew illigung am 29. April 1996 zu laufen begonnen. D ie Forderung sei folglich ohnehin verjährt. 10. Art. 2 aBM G sieht vor, dass der H auseigentüm er bei der Befreiung von der Schutzraum baupflicht einen Ersatzbeitrag zu leisten hat. G em äss Art. 6 Abs. 3 aBM V ist der Ersatzbeitrag in der Baubew illigung festzuset- zen und vor Baubeginn der G em einde zu entrichten. D er Ersatzbeitrag ge- m äss aBM G i.V.m . der aBM V ist som it vom H auseigentüm er im Zeitpunkt des Baubeginns zu entrichten, also vom Bauherrn. W eder das aBM G noch die aBM V sehen vor, dass im Falle eines Verkaufs der Liegenschaft der spätere Eigentüm er für den Ersatzbeitrag belangt w erden kann. D a auch der Kaufvertrag vom 11. Januar 2002 keine solche Ü bertragung der Pflicht zur Bezahlung des Ersatzbeitrags vorsieht, bestim m en sich auch vorlie- gend die rechtlichen Voraussetzungen für die Erhebung des Ersatzbeitrags als öffentlich-rechtliche G eldforderung nach dem Zeitpunkt des Baube- ginns. D ie Beitragspflicht trifft som it den Bauherrn, w eil er den R echts- grund für die Entstehung der Abgabe setzt (vgl. zur Entstehung des Er- satzbeitrags auch E. 3.1. hiervor). Sobald die gesetzlichen Voraussetzun- gen für den Ersatzbeitrag erfüllt sind, d.h. sobald m it dem Bau begonnen w ird, entsteht die Abgabepflicht (zum G anzen: BG E 103 Ia 26 E. 2 m it H in- w eisen und BG E 107 Ib 376 E. 3). D ass die Veranlagung von der Vorins- tanz erst am 27. N ovem ber 2006 vorgenom m en w urde, ändert daran nichts. D as Bundesgericht hielt in diesem Zusam m enhang fest, die Veran- lagung bringe lediglich eine bereits bestehende gesetzliche Verpflichtung zu konkreter G eltung. D er Erlass der Veranlagungsverfügung sow ie die R echnungsstellung seien bloss M ittel zur G eltendm achung des Ersatzbei- trags. H ieraus könne keinesw egs die rechtliche Folgerung gezogen w er- den, dass die Veranlagungsverfügung gegenüber jem and anderem zu er- gehen hätte, als gegen denjenigen, der den Abgabesachverhalt begründet habe. N och w eniger sei der rechtliche Schluss zulässig, es trete ein Schuldnerw echsel ein, w enn zw ischen der Entstehung der Abgabepflicht und ihrer Veranlagung ein Eigentüm erw echsel stattfinde. Es handle sich vielm ehr um eine persönliche Schuld dessen, der den Abgabetatbestand gesetzt hat. Eine Abgabesukzession dieser Art w ürde einer klaren gesetzli- chen G rundlage bedürfen, zum al die Bestim m ung des Abgabesubjekts zu den w esentlichen Elem enten gehöre, w elche im G rundlageerlass enthalten 8 sein m üssten (BG E 103 Ia 26 E. 2 m it H inw eisen). Vorliegend fehlt eine klare gesetzliche G rundlage, die zur Einführung der Abgabesukzession erforderlich w äre. Auch ist nicht ersichtlich, dass diesbezüglich das aBM G bzw . die aBM V lückenhaft sind. D ies w ird denn von der Vorinstanz auch nicht behauptet. 11. Zusam m enfassend ist som it festzuhalten, dass die Pflicht zur Leistung des Ersatzbeitrags grundsätzlich den Bauherrn bzw . den Eigentüm er im Zeitpunkt des Baubeginns trifft. D er Eigentüm er im Zeitpunkt der Veranlagung und R echnungsstellung kann nur belangt w erden, w enn für die Abgabesukzession eine entsprechende klare gesetzliche G rundlage besteht. D a vorliegend eine solche nicht vorhanden ist, kann der Ersatzbeitrag vom Beschw erdeführer nicht verlangt w erden. D ie Beschw erde ist som it gutzuheissen und Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung der Vorinstanz vom 27. N ovem ber 2006 aufzuheben. Ebenfalls aufzuheben ist Ziff. 3 der angefochtenen Verfügung, die dem Beschw erdeführer eine G ebühr von Fr. 250.- für die kantonale Verfügung auferlegt. Eine w eitere Prüfung der R echtm ässigkeit des Ersatzbeitrags unter dem G esichtspunkt der Verjährung erübrigt sich. 12. Im Ergebnis gilt vorliegend der Beschw erdeführer als obsiegend, w eshalb er keine Verfahrenskosten zu tragen hat (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D er ge- leistete Kostenvorschuss von Fr. 1'400.- ist ihm zurückzuerstatten. D er un- terliegenden Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten zu überbinden (Art. 63 Abs. 2 Vw VG ). 13. D er ganz oder teilw eise obsiegenden Partei ist von Am tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erw achsene notw endige und verhält- nism ässig hohe Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 7 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). Er- hebt eine Partei Anspruch auf Parteientschädigung, hat sie dem G ericht vor dem Entscheid eine detaillierte Kostennote einzureichen (Art. 14 Abs. 1 VG KE). D ie R echtsvertreterin des Beschw erdeführers hat am 20. Juni 2007 eine H onorarnote in der H öhe von Fr. 1'230.95 eingereicht. D arin enthalten sind das Anw altshonorar von Fr. 1'100.- (5.5 Std.), Spesen von Fr. 44.- sow ie die M ehrw ertsteuer von Fr. 86.95. Vorliegend erscheint das geltend ge- m achte H onorar als angem essen. D aher hat die Vorinstanz dem Beschw erdeführer eine Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 1'230.95 zu entrichten (Art. 64 Vw VG i.V.m . Art. 7 ff. VG KE).9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, und die Ziff. 2 und 3 der angefochte- nen Verfügung der Vorinstanz vom 27. N ovem ber 2006 w erden aufgeho- ben. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. D em Beschw erdeführer w ird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'400.- zurückerstattet. H ierzu hat er dem Bundesverw altungsgericht seine Kontonum m er anzugeben. 4. D ie Vorinstanz hat dem Beschw erdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 1'230.95 zu entrichten. 5. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben) - der Vorinstanz (R ef-N r. R ef-N r. 26/ 158-2) (G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: André M oser M ichelle Eichenberger Versand am :