<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2004.00098</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205701&amp;W10_KEY=13013562&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2004.00098</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.03.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 17.10.2007 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzung 2001 (direkte Bundessteuer)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Besteuerung einer nicht klassischen transparenten nicht überwiegend einmalverzinslichen Optionsanleihe Zuflusszeitpunkt des (hypothetischen) Emissionsdisagios Der im Kreisschreiben Nr. 4 der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 12.4.1999 für die Besteuerung derartiger Finanzinstrumente vorgesehene Zeitpunkt (Rückzahlung der Kapitalschuld; Diskontheorie) erweist sich als gesetzmässig.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLEGUNG">AUSLEGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DERIVATIVES FINANZINSTRUMENT">DERIVATIVES FINANZINSTRUMENT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DIFFERENZBESTEUERUNGSMETHODE">DIFFERENZBESTEUERUNGSMETHODE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISAGIO">DISAGIO</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISKONT">DISKONT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISKONT-OBLIGATIONEN">DISKONT-OBLIGATIONEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISKONTTHEORIE">DISKONTTHEORIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINKOMMENSSTEUER">EINKOMMENSSTEUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINMALVERZINSUNG">EINMALVERZINSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSCHLAG">EINSCHLAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EMISSIONSDISAGIO">EMISSIONSDISAGIO</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KREISSCHREIBEN">KREISSCHREIBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSFÃHIGKEITSPRINZIP">LEISTUNGSFÃHIGKEITSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: OPTIONSANLEIHE">OPTIONSANLEIHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERMÃGENSERTRAG">VERMÃGENSERTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWALTUNGSVERORDNUNG">VERWALTUNGSVERORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WARRANTS">WARRANTS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZINSCOUPON">ZINSCOUPON</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUFLUSS">ZUFLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUFLUSSZEITPUNKT">ZUFLUSSZEITPUNKT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 20 Abs. I lit. a DBG</span><br/><span class="gerade">Art. 20 Abs. I lit. b DBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2006 Nr. 78</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die mit A verheiratete B deklarierte als Mitglied der Erbengemeinschaft C fÃ¼r die Steuerperiode 2001 unter anderem den â ihrer Quote an der Erbengemeinschaft entsprechenden â aus einer Anleihe der D fliessenden Anteil am VermÃ¶gensertrag im Betrag von Fr. 2'994.- (ein Drittel des Zinsertrags von Fr. 8'982.-). Beim zinstragenden Titel handelte es sich um eine von D am 16. Mai 1991 emittierte, mit einem Zinscoupon von 3½% versehene Anleihe, die am 16. Mai 2001 zur RÃ¼ckzahlung gelangte. Zusammen mit der Anleihe waren von der D so genannt Bull Spread Warrants ausgegeben worden. Diese gaben den Inhabern das Recht, gegen Hingabe von 100 Warrants unter bestimmten Voraussetzungen am 16. Mai 1994 von der Emittentin Fr. 7'000.- zu erhalten. Die verstorbene C hatte am 21. September 1998 nominell USD 200'000.- der 3½% D zum Preis von USD 196'907.58 erworben. Im Zeitpunkt der RÃ¼ckzahlung befanden sich noch Titel im Nennwert von USD 150'000.- im Eigentum der Erbengemeinschaft, deren anteiliger Erwerbspreis sich somit auf USD 147'680.68 belief. </p> <p class="Urteilstext">In der Veranlagung fÃ¼r die direkte Bundessteuer 2001 rechnete das kantonale Steueramt den Pflichtigen einen Betrag von Fr. 29'657.- auf, der als steuerbares Emissionsdisagio bezeichnet wurde. Im Einspracheentscheid hielt die VeranlagungsbehÃ¶rde an dieser Aufrechnung fest.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Steuerrekurskommission II wies die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde der Pflichtigen am 27. Oktober 2004 ab. Sie stellte fest, dass es sich um eine so genannte transparente nichtklassische Optionsanleihe im Sinne des Kreisschreibens Nr. 4 der EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung vom 12. April 1999 betreffend Obligationen und derivative Finanzinstrumente als Gegenstand der direkten Bundessteuer, der Verrechnungssteuer sowie der Stempelabgaben (KS Nr. 4; ASA 68 [1999/2000] 21) handelte, die mit einem im RÃ¼ckzahlungszeitpunkt steuerbaren Emissionsdisago ausgegeben worden war. Sie ermittelte ein Emissionsdisagio von Fr. 30'896.95 (35,75% statt wie die Vorinstanz 34,315%; R-act. 20), was eine entsprechende HÃ¶herschÃ¤tzung zur Folge hatte.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit am 30. November 2004 erhobener Beschwerde beantragten die Pflichtigen Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Veranlagung mit einem steuerbaren Reineinkommen von Fr. â¦ (fÃ¤lschlicherweise von einer wieder in Abzug gebrachten Einkommensaufrechnung der Vorinstanz von Fr. 30'957.- statt Fr. 30'896.95 ausgehend); even­tualiter "sei die Sache zurÃ¼ckzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin". Die Pflichtigen rÃ¼gten zunÃ¤chst eine unrichtige bzw. unvollstÃ¤ndige Sachverhaltsfeststellung und machten sodann auch eine Verletzung von Art. 20 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die direkte Bundessteuer (DBG) und des verfassungsmÃ¤ssigen LeistungsfÃ¤higkeitsprinzips geltend.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Steuerrekurskommission II auf Vernehmlassung verzichtete, beantragten das kantonale Steueramt ZÃ¼rich und die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Verrechnungssteuer, Stempelabgaben, kostenfÃ¤llige Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Urteilstext">Der Einzelrichter Ã¼berwies die Akten der 2. Kammer zur Beurteilung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>FÃ¼r die Beschwerde an das Verwaltungsgericht als weitere verwaltungsunabhÃ¤ngige kantonale Instanz im Bereich der direkten Bundessteuer gelten laut Art. 145 Abs. 2 DBG die Vorschriften von Art. 140 bis 144 DBG Ã¼ber das Beschwerdeverfahren vor der kantonalen Rekurskommission "sinngemÃ¤ss". </p> <p class="Urteilstext">Die nur sinngemÃ¤sse Anwendung der Bestimmungen Ã¼ber das Verfahren vor der Rekurskommission gestattet unterschiedliche Regelungen, die sich aus der Natur eines zweistufigen gerichtlichen Instanzenzugs ergeben. Bei einem solchen System liegt eine Verengung der Kognition mit BeschrÃ¤nkung des Novenrechts fÃ¼r die zweite Instanz aber nahe. Sie liegt im Interesse der VerfahrensÃ¶konomie und ist geeignet, einer missbrÃ¤uchlichen ProzessfÃ¼hrung entgegenzuwirken (BGE 131 II 548 E. 2.2.2). </p> <p class="Urteilstext">Soll die erstinstanzliche Beschwerde die allseitige, hinsichtlich Rechts- und Ermessenskontrolle unbeschrÃ¤nkte gerichtliche ÃberprÃ¼fung der Einspracheentscheide der VeranlagungsbehÃ¶rde auf alle MÃ¤ngel des Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens hin (Art. 140 Abs. 3 DBG) ermÃ¶glichen, muss sich die Aufgabe der zweitinstanzlichen Beschwerde, welche die ÃberprÃ¼fung der Entscheidung eines Gerichts und nicht diejenige einer VerwaltungsbehÃ¶rde zum Gegenstand hat, sinnvollerweise auf die Rechtskontrolle beschrÃ¤nken (BGE 131 II 548 E. 2.5). </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Demnach kÃ¶nnen mit der (zweitinstanzlichen) Beschwerde an das Verwaltungsgericht alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden.</p> <p class="Urteilstext">Das <span class="UrteilstextCharChar">Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Rekurskommission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekurskommission zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich</span> somit lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessensÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch (vgl. RB 1999 Nr. 147).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Streit dreht sich um die Frage, ob im Zeitpunkt der RÃ¼ckzahlung der 3½% D ein Emissionsdisagio zur Besteuerung kommt und wie hoch das steuerbare Betreffnis gegebenenfalls ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 20 Abs. 1 DBG steuerbar sind die ErtrÃ¤ge aus beweglichem VermÃ¶gen, insbesondere Zinsen aus Guthaben (lit. a) und EinkÃ¼nfte aus der VerÃ¤usserung oder RÃ¼ckzahlung von Obligationen mit Ã¼berwiegender Einmalverzinsung (globalverzinsliche Obligationen, Diskont-Obligationen), die dem Inhaber anfallen (lit. b). Die weiteren, in Art. 20 Abs. 1 lit. c-f DBG erwÃ¤hnten VermÃ¶gensertragskategorien treffen auf den vorliegenden Sachverhalt nicht zu.</p> <p class="Urteilstext">Es ist unbestritten, dass es sich bei der 3½% D um eine nicht Ã¼berwiegend einmalverzinsliche Anleihe handelte, die aus einem durch Schuldtitel (Bonds) reprÃ¤sentierten Obligationenteil sowie â im Zeitpunkt der Emission â einem in Optionsscheinen (Warrants) verbrieften Optionsteil bestand. Es handelte sich somit um eine in Wertpapierform verbriefte Schuldverschreibung, die mit einem Warrant ergÃ¤nzt war, der dem Inhaber ein Optionsrecht verlieh. Charakteristisch fÃ¼r solche so genannten Optionsanleihen ist, dass der Optionsschein von der Obligation getrennt und als eigenstÃ¤ndiges Wertpapier gehandelt werden kann, woraus sich an der BÃ¶rse drei Notierungsvarianten ergeben: Obligation mit Optionsschein (cum warrant), Obligation ohne Optionsschein (ex warrant) und Optionsschein separat (warrant; vgl. Thomas Gugler, Wandel- und Optionsanleihen nach schweizerischem Recht, Diss. ZÃ¼rich 1991, S. 33). Die Optionsanleihe dient der Emittentin zur Beschaffung von mittel- und langfristigem Fremdkapital zu gÃ¼nstigen Zinskonditionen. Der im Vergleich zu klassischen Anleihen tiefere Zinssatz wird mit der GewÃ¤hrung des Optionsrechts abgegolten (Gugler, S. 38). Das Optionsrecht kann entweder das Recht auf Bezug von Aktien der Emittentin oder einer mit ihr verbundenen Gesellschaft geben oder in einem anderen vermÃ¶genswerten Gestaltungsrecht bestehen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>FÃ¼r nicht Ã¼berwiegend einmalverzinsliche Obligationen richtet sich die Besteuerung nach Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG. Danach sind als VermÃ¶gensertrag steuerbar sÃ¤mtliche geldwerten Leistungen des Schuldners an den GlÃ¤ubiger, die nicht zur RÃ¼ckzahlung des Kapitals fÃ¼hren und somit Entgelt fÃ¼r die Ãberlassung des Kapitals darstellen (Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, Therwil/Basel 2001, Art 20 DBG N. 21). Bei Obligationen mit nicht Ã¼berwiegender Einmalverzinslichkeit kann dieses Entgelt entweder ausschliesslich in Form eines periodischen Zinses oder in kombinierter Form mit periodischem Zins und einer zusÃ¤tzlichen EinmalentschÃ¤digung geleistet werden (Markus Reich in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Teil I/Band 2a, Bundesgesetz Ã¼ber die direkte Bundessteuer [DBG], Basel etc. 2000, Art. 20 DBG N. 14).</p> <p class="Urteilstext">Der im vorliegenden Fall wesentliche Begriff des Emissionsdisagios steht im Zusammenhang mit so genannten Diskontobligationen, die mit einem Einschlag (Emissionsdisagio) unter dem Nennwert ausgegeben werden (KS Nr. 4 Ziff. 2.1.2). Der Ersterwerber erhÃ¤lt gegen seine um das Disagio reduzierte Kapitalzahlung eine Forderung auf RÃ¼ckzahlung des hÃ¶heren gesamten Nennwerts. Im Gegenwert des sich aus den Emissionsbedingungen ergebenden Originaldiskonts liegt ein â vom Schuldner stammendes â Entgelt fÃ¼r die Ãberlassung des Kapitals vor, das steuerbaren VermÃ¶gensertrag und nicht Kapitalgewinn darstellt (RB 1988 Nr. 24). Es stellt sich lediglich die Frage, in welchem Zeitpunkt der aus dem Emissionsdisagio resultierende VermÃ¶gensertrag zur Besteuerung kommt. Abgesehen von der in <a id="OLE_LINK1">Art. 20 Abs. 1 lit. b DBG </a>fÃ¼r Ã¼berwiegend einmalverzinsliche Titel vorgesehenen Methode findet der steuerrelevante Einkommenszufluss entweder im Zeitpunkt des Rechtserwerbs (Emissionszeitpunkt mit EinrÃ¤umung des Anspruchs auf RÃ¼ckzahlung des gesamten Nennwerts) oder im Zeitpunkt der ErfÃ¼llung der Schuldverpflichtung (RÃ¼ckzahlung der Obligation) statt (Ferdinand Zuppinger/Walter von Escher, Zur Besteuerung der ErtrÃ¤ge von Discount-Bonds und globalverzinslichen Wertpapieren unter besonderer BerÃ¼cksichtigung des zÃ¼rcherischen Steuerrechts, ASA 51 [1982/83] 451 ff.). Gegen die Besteuerung im Emissionszeitpunkt wird insbesondere eingewendet, bei langfristigen Laufzeiten werde der Steuerpflichtige damit in einem Zeitpunkt besteuert, in welchem er noch kein Einkommen realisiert habe und wo unsicher sei, ob die Forderung dereinst Ã¼berhaupt erfÃ¼llt werde (Locher, Art. 20 DBG N. 24; Zuppinger/von Escher, 453; StE 1989 B 24.3 Nr. 3 E. 3). Weil Forderungserwerb und effektiver Wertzufluss weit auseinander liegen, wird gemÃ¤ss gefestigter Verwaltungspraxis bei Diskontobligationen darauf verzichtet, bereits den Forderungserwerb als einkommensbildend zu bezeichnen (so schon Kreisschreiben der EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung vom 16. Juli 1982 betreffend Obligationen mit Einmalverzinsung, ASA 51 [1982/83] 210 ff.). Eine â als Emissionsdisagio oder RÃ¼ckzahlungsagio als Differenz zwischen Ausgabe- und RÃ¼ckkaufswert realisierte â EinmalentschÃ¤digung wird erst im Zeitpunkt der RÃ¼ckzahlung der Kapitalschuld besteuert (KS Nr. 4 Ziff. 3.1.; Locher, Art 20 DBG N. 24; Walter Jeck, Neueste Entwicklungen bei der Besteuerung moderner Finanzinstrumente, ASA 68 [1999/2000] 188). Die GesetzmÃ¤ssigkeit dieser Praxis fÃ¼r Diskontobligationen als solche ist im vorliegenden Verfahren nicht umstritten. Mit der EinfÃ¼hrung der besonderen Besteuerungsregelung in Art. 20 Abs. 1 lit. b DBG fÃ¼r Ã¼berwiegend einmalverzinsliche Obligationen hat sich Ã¼berdies an der bisherigen Besteuerungspraxis fÃ¼r nicht Ã¼berwiegend einmalverzinsliche Diskontobligationen nichts geÃ¤ndert (Kreisschreiben Nr. 6 der EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung vom 15. Dezember 1992 zur Besteuerung von Obligationen mit Ã¼berwiegender Einmalverzinsung gemÃ¤ss Art. 20 Abs. 1 Buchstabe b DBG, ASA 61 [1992/93] 714 Ziff. 1 [KS Nr. 6]).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Im Unterschied zur Diskontobligation erwirbt der Ersterwerber einer Optionsanleihe seinen Anspruch auf RÃ¼ckzahlung eines hÃ¶heren Nennwerts nicht gegen Einzahlung eines um ein Emissionsdisagio reduzierten Kapitalbetrags, sondern er hat der Emittentin grundsÃ¤tzlich den vollen Nennwert der Kapitalschuld zu entrichten und erhÃ¤lt dafÃ¼r neben dem RÃ¼ckzahlungsanspruch einen Optionsschein als weitere Gegenleistung. Zivilrechtlich und wirtschaftlich erwirbt er somit mit seiner Leistung einerseits einen Schuldtitel (Bond) und anderseits einen Optionsschein (Warrant). Im Schuldtitel ist die Kapitalschuld verbrieft und mit dem Optionsschein wird der Anleger dafÃ¼r entschÃ¤digt, dass er wÃ¤hrend der Laufzeit eine (im Emissionszeitpunkt) nicht marktkonforme periodische Verzinsung in Kauf nimmt. Ohne Optionsschein hÃ¤tte die Obligation mit gleichem Zinscoupon nur mit einem entsprechenden Diskont auf den Markt gebracht werden kÃ¶nnen. Daraus lÃ¤sst sich die als Diskonttheorie bezeichnete These ableiten, der Ersterwerber habe den Obligationenteil des kombinierten Produkts mit einem Diskont zu einem Preis erworben, der dem BÃ¶rsenkurs des Titels ex warrant entspricht (Conrad Stockar, Einige Fragen im Zusammenhang mit Optionsanleihen, Festschrift Ferdinand Zuppinger, Bern 1989, S. 303). Der Differenzbetrag wird demnach nicht als Teil des der Emittentin als Darlehen zur VerfÃ¼gung gestellten Kapitals betrachtet, sondern als Erwerbspreis fÃ¼r den Optionsschein qualifiziert. Die Obligation wird nach dieser â im KS Nr. 4 wiedergegebenen â Theorie steuerlich wie eine Diskontobligation behandelt, die tatsÃ¤chlich mit einem Emissionsdisagio ausgegeben wurde.</p> <p class="Urteilstext">Der Diskonttheorie wird von einem Teil der Lehre entgegengehalten, die Optionsanleihe dÃ¼rfe nicht in eine Anleihens- und eine Warrant-Quote zerlegt werden, sondern sei als Ganzes zu betrachten. Es sei charakteristisches Merkmal der Optionsanleihe, dass die relativ tiefe Verzinsung mit dem Optionsschein abgegolten werde; der Optionsschein selber sei somit die EntschÃ¤digung fÃ¼r den geringeren Zins (Gubler, S. 167; Stockar, S. 303). Diese Betrachtungsweise trÃ¤gt â im Gegensatz zur Diskonttheorie â der Entscheidungssituation des Ersterwerbers Rechnung, der nicht die Wahl hat, ob er einen Schuldtitel oder eine Option erwerben will: er kann nur das Gesamtprodukt erwerben und muss anschliessend die allenfalls unerwÃ¼nschte Komponente wieder verÃ¤ussern. Aus dieser Theorie lÃ¤sst sich indessen keine BeschrÃ¤nkung der Einkommenssteuer auf die periodischen Zinszahlungen ableiten, denn der wesentliche Unterschied zur Diskonttheorie besteht lediglich darin, dass hier die EinmalentschÃ¤digung fÃ¼r die KapitalÃ¼berlassung nicht als eine Art Emissionsdisagio, sondern unmittelbar in Form des Optionsscheins geleistet wird. Auch in diesem Fall liegt bei so genannten nichtklassischen Optionsanleihen grundsÃ¤tzlich steuerbarer VermÃ¶gensertrag vor und ist die Frage zu beantworten, in welchem Zeitpunkt der steuerrelevante Zufluss erfolgt.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.1 </b>GemÃ¤ss Art. 20 Abs. 1 lit. b DBG wird fÃ¼r Ã¼berwiegend einmalverzinsliche Diskontobligationen sowie fÃ¼r transparente nichtklassische Options- und Wandelanleihen die bei VerÃ¤usserung oder RÃ¼ckzahlung auf dem Obligationenteil erzielte Differenz zwischen Anschaffungsbetrag und Verkaufs- bzw. RÃ¼ckzahlungsbetrag nach der so genannten reinen Differenzbesteuerungsmethode als VermÃ¶gensertrag besteuert (KS Nr. 4 Ziff. 3.2 und 3.4.1). Mit dieser Methode ist grundsÃ¤tzlich gewÃ¤hrleistet, dass die steuerbare Komponente bei VerÃ¤usserungen bei den jeweiligen Inhabern der Obligationen im Zeitpunkt der Realisation besteuert wird (VGr, 24. August 2005, SB.2004.00077, www.vgrzh.ch). FÃ¼r nicht Ã¼berwiegend einmalverzinsliche Diskontobligationen kann hingegen ein auf das Emissionsdisagio zurÃ¼ckzufÃ¼hrender Wertzuwachs mangels entsprechender gesetzlicher Regelung nicht im VerÃ¤usserungszeitpunkt, sondern gemÃ¤ss Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG erst bei RÃ¼ckzahlung besteuert werden, sofern der steuerrelevante Zufluss nicht bereits im Zeitpunkt des Rechtserwerbs stattfindet.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.2 </b>FÃ¼r Optionsanleihen, bei denen der Ersterwerber â wie im vorliegenden Fall â grundsÃ¤tzlich den vollen Nennwert der Kapitalschuld einzuzahlen hat, stellt sich die Frage, ob die fÃ¼r Diskontobligationen geltenden BesteuerungsgrundsÃ¤tze analog gelten sollen. Nichts zur Beantwortung dieser Frage lÃ¤sst sich dabei aus dem Wortlaut von Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG ableiten (vgl. hinten ErwÃ¤gung Ziffer 2.6). Konkretisiert wird die gesetzliche Regelung indessen durch das KS Nr. 4, gemÃ¤ss dem fÃ¼r Optionsanleihen, die mit einem separat handelbaren Warrant versehen sind (so genannt transparente Produkte), zwischen Anlage- und OptionsgeschÃ¤ft zu unterscheiden ist. Der Obligationenteil wird beim Investor nach den fÃ¼r Diskontpapiere geltenden Regeln besteuert (KS Nr. 4 Ziff. 3.4.1). Die Differenz zwischen Nominalwert der Obligation und erstem Schlusskurs der Obligation ex warrant wird als "Emissionsdisagio" qualifiziert, das fÃ¼r nicht einmalverzinsliche Titel bei der RÃ¼ckzahlung der Anleihe zur Besteuerung kommt. Die geltende Verwaltungspraxis folgt somit diesbezÃ¼glich der Diskonttheorie. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.3 </b>Sofern der private Ersterwerber einer Optionsanleihe diese bis zur RÃ¼ckzahlung behÃ¤lt, wird bei ihm bei Fortbestand der Steuerpflicht in jedem Fall das gesamte, fÃ¼r die KapitalÃ¼berlassung geleistete Entgelt mit der Einkommenssteuer erfasst. Das Schicksal des Optionsscheins ist einkommenssteuerlich irrelevant; der Investor kann damit einen steuerfreien Kapitalgewinn oder einen nicht abzugsfÃ¤higen Kapitalverlust erzielen (vgl. KS Nr. 4 Ziff. 3.4.1). Die Anwendung der Diskonttheorie auf FÃ¤lle hingegen, in welchen die Obligation verkauft wird und im RÃ¼ckzahlungszeitpunkt ein â nicht dem Buchwertprinzip unterstehender â Anleger den Nennwert zurÃ¼ckbezahlt erhÃ¤lt, fÃ¼hrt zwangslÃ¤ufig dazu, dass nicht der EmpfÃ¤nger des Optionsscheins von den Einkommenssteuerfolgen betroffen wird. Der private Letzterwerber hat nach geltender Verwaltungspraxis so einen VermÃ¶gensertrag zu versteuern, den er nicht erzielt hat und auch nicht hÃ¤tte erzielen kÃ¶nnen. Die aus der Zuteilung der Option als EntschÃ¤digung fÃ¼r die zu tiefe periodische Verzinsung resultierenden Einkommenssteuerfolgen treffen somit nicht den VorteilsempfÃ¤nger, was im Licht des LeistungsfÃ¤higkeitsprinzips auf den ersten Blick als nicht unproblematisch erscheint. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Das KS Nr. 4 stellt eine Verwaltungsverordnung dar, welches eine einheitliche, gleichmÃ¤ssige und sachrichtige Praxis des Gesetzesvollzugs sicherstellen soll, und ist als solches fÃ¼r die als eigentliche Adressaten der Kreisschreiben figurierenden Verwaltungsbe­hÃ¶rden verbindlich, wenn es nicht klarerweise verfassungs- oder gesetzeswidrig ist (Michael Beusch, in Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Teil I/Band 2b, Bundesgesetz Ã¼ber die direkte Bundessteuer [DBG], Basel etc. 2000, Art. 102 DBG N. 15 ff.). Nicht verbindlich ist das Kreisschreiben, das keine von der gesetzlichen Ordnung abweichenden Bestimmungen enthalten darf, dagegen fÃ¼r die JustizbehÃ¶rden, deren Aufgabe es ist, die Einhaltung von Verfassung und Gesetz im Einzelfall zu Ã¼berprÃ¼fen. Die GerichtsbehÃ¶rden sollen Verwaltungsverord­nungen bei ihrer Entscheidung allerdings mitberÃ¼cksichtigen, sofern diese eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestim­mungen zulassen. Dies gilt um so mehr, als es nicht ihre Aufgabe ist, als Zweit­interpreten des der Verwaltungsverordnung zugrunde liegenden Erlasses eigene Zweck­mÃ¤ssigkeitsÃ¼berlegungen an die Stelle des Vollzugskonzepts der politisch verantwortlichen Exekutive zu setzen (Michael Beusch, Was Kreisschreiben dÃ¼rfen und was nicht, ST 2005 613 ff. mit weiteren Hinweisen). Im Rahmen dieser Vorgaben gilt es abzuklÃ¤ren, ob die im KS Nr. 4 vorgesehene Behandlung der Optionsanleihen mit nicht Ã¼berwiegender Einmalverzinsung vor Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG standhÃ¤lt.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b>Aus dem Wortlaut von Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG lÃ¤sst sich nicht ableiten, zu welchem Zeitpunkt bei nicht Ã¼berwiegend einmalverzinslichen transparenten nichtklassischen Optionsanleihen die Besteuerung der Einmalzinskomponente stattzufinden hat, und auch den Materialien kann nichts EinschlÃ¤giges entnommen werden (BBl 1983 III 163 f.). Eine systematische Auslegung sprÃ¤che eher fÃ¼r eine steuerliche Erfassung derartiger Produkte bei RÃ¼ckzahlung, hat sich doch der Gesetzgeber nur und ausschliesslich fÃ¼r die Ã¼berwiegend einmalverzinslichen Obligationen entschieden, der RealitÃ¤t des Einkommens Vorrang einzurÃ¤umen (vgl. KS Nr. 6 Ziff. 4). FÃ¼r dieses Ergebnis stritte auch die bei langfristigen Laufzeiten immer bestehende Unsicherheit der dereinstigen ErfÃ¼llung der Obligation (Locher, Art. 20 DBG N. 24; Zuppinger/von Escher, 453; StE 1989 B 24.3 Nr. 3 E. 3). Diese LÃ¶sung wÃ¤re denn durchaus auch im Sinn des in der Verfassung verankerten LeistungsfÃ¤higkeitsprinzips, wÃ¼rde doch bei einer Besteuerung des Emissionsdisagios im Emissionszeitpunkt in einem Moment besteuert, in welchem der Steuerpflichtige noch kein Einkommen realisiert hat (vgl. vorn ErwÃ¤gung 2.2). Umgekehrt kÃ¶nnte fÃ¼r FÃ¤lle wie den vorliegenden, bei denen die Obligation zur RÃ¼ckzahlung gelangt, aus dem LeistungsfÃ¤higkeitsprinzip gefolgert werden, bei nicht Ã¼berwiegend einmalverzinslichen Diskontobligationen sei der auf das Emissionsdisagio zurÃ¼ckzufÃ¼hrende Wertzuwachs bereits im Zeitpunkt des Rechtserwerbs, und nicht erst bei RÃ¼ckzahlung zu besteuern (vgl. vorn ErwÃ¤gung 2.4.3). Hierzu ist allerdings zu bemerken, dass der Erwerber eines derartigen Produktes die aufgrund der publizierten Verwaltungspraxis zu erwartenden Steuerfolgen bei seinem Kaufentscheid mitberÃ¼cksichtigen kann. So kann es trotz mÃ¶glicher Steuerfolgen gute GrÃ¼nde fÃ¼r den Kauf eines solchen Produktes geben (Kurs des Produktes zum Zeitpunkt des Kaufs, BonitÃ¤t des Schuldners, Diversifikation des eigenen Portefeuilles, bei nicht auf LandeswÃ¤hrung lautenden Produkten zudem Devisenkurs sowie die diesbezÃ¼glich erwarteten beziehungsweise erhofften Entwicklungen etc.). Daran Ã¤ndert nichts, dass sich wegen ArbitragemÃ¶glichkeiten nur einzelne Anlegergruppen treffende Steuerfolgen in der Regel nicht unmittelbar im BÃ¶rsenkurs niederschlagen und solche Titel erwerbende Private unter UmstÃ¤nden einen Erwerbspreis zu bezahlen haben, welcher die latenten Steuern nicht berÃ¼cksichtigt. Irrelevant fÃ¼r die rechtliche Beurteilung ist dagegen, dass steuerplanerische Massnahmen unter UmstÃ¤nden zur Vermeidung einer Besteuerung hÃ¤tten beitragen kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung2">Angesichts dieser durch Auslegung nicht restlos zu klÃ¤renden Sachlage bewegt sich die von der EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung im KS Nr. 4 fÃ¼r Produkte wie das vorliegend zu beurteilende vorgesehene Diskonttheorie (vgl. vorn ErwÃ¤gung 2.4.2) im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe von Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG und ist es nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts, anderen unter UmstÃ¤nden auch vertretbaren Auslegungsergebnissen zum Durchbruch zu verhelfen (vgl. vorn ErwÃ¤gung 2.5). Dies gilt um so mehr, als diese von der EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung im KS Nr. 4 vorgezeichneten LÃ¶sung sich mit der verrechnungsteuerrechtlichen Praxis deckt (Marco Duss/Julia von Ah in: Martin Zweifel/Peter Athanas/Maja Bauer-Balmelli [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Teil II/Band 2, Bundesgesetz Ã¼ber die Verrechnungssteuer [VStG], Basel etc. 2005, Art. 4 VStG N. 106 f. [zustimmend]) und ihr auch in der Lehre keine Kritik erwachsen ist (Jeck, 200 f.; Locher, Art. 20 DBG N. 52; Fritz MÃ¼ller, Die Besteuerung der EinkÃ¼nfte aus derivativen, strukturierten und synthetischen Finanzinstrumenten im PrivatvermÃ¶gen, StR 54 [1999] 304 f.; Reich, Art. 20 DBG N. 117; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Handkommentar zum DBG, ZÃ¼rich 2003, Art. 20 DBG N. 62; Andreas Risi/Alfred Preisig, GeÃ¤nderte Besteuerung der Obligationen und derivativen Finanzinstrumente, ST 1999 606).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der Ausgabepreis fÃ¼r das streitbetroffene kombinierte Produkt â bestehend aus Obligation (Bonds) und Optionsschein (Warrants) â betrug nach den unbestrittenen Feststellungen der Rekurskommission gemÃ¤ss Emissionsprospekt 100% des Nennwerts der Bonds. Bonds und Warrants waren nach der Emission separat handelbar. Der Ersterwerber des Titels 3½% D erwarb somit im Ausgabejahr 1991 als Gegenleistung fÃ¼r die Einzahlung des Nominalwerts der Obligation den in Bonds verbrieften RÃ¼ckzahlungsanspruch. Die RechtsvorgÃ¤ngerin der Pflichtigen erwarb sodann unbestrittenermassen am 21. September 1998 Bonds (ex warrants) der 3½% D. Was die Pflichtigen vor diesem Hintergrund aus ihrer Aussage ableiten wollen, es kÃ¶nne keine Rolle spielen, was fÃ¼r Optionen 1991-1994 einmal bestanden hÃ¤tten, bleibt unklar.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> Zum Zeitpunkt der Ausgabe des streitbetroffenen kombinierten Produkts lag das allgemeine Zinsniveau deutlich Ã¼ber der periodischen Verzinsung von 3½%. Die EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung macht geltend, der marktkonforme Zins fÃ¼r gewÃ¶hnliche Obligationen in US-Dollar habe damals 8,76% betragen und ermittelt aufgrund der im KS Nr. 4 (Ziff. 3.4) vorgesehenen analytischen Berechnungsmethode ein (theoretisches) Emissionsdisagio von 34,315%. Die Rekurskommission dagegen gelangt nach DurchfÃ¼hrung einer Untersuchung zu einem Emissionsdisagio von 35,75%. Die Pflichtigen schliesslich richten sich grundsÃ¤tzlich gegen das Bestehen eines solchen Emissionsdisagios und bestreiten insbesondere den von der Rekurskommission ermittelten Ausgabekurs von 64,25%. </p> <p class="Erwgung2">Ausser Frage steht beim Ganzen, dass der periodische Zins von 3½% zum Ausgabezeitpunkt deutlich unter dem marktkonformen Niveau lag. Dies wird ohne weiteres durch die Kursliste der EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung per 1. Januar 1992 bestÃ¤tigt, gemÃ¤ss welcher z.B. eine 1991 von der Weltbank emittierte zehnjÃ¤hrige Anleihe einen Zinscoupon von 7% auswies und eine von der Stadt ZÃ¼rich im gleichen Jahr ausgegebene zehnjÃ¤hrige Frankenanleihe ebenfalls mit 7% verzinst wurden. Zu klÃ¤ren bleibt mithin die HÃ¶he des Emissionsdisagios.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Wie das Verwaltungsgericht unlÃ¤ngst festgehalten hat, obliegt es gerade bei den FÃ¤llen der Bestimmung des theoretischen Emissionsdisagios angesichts der komplexen finanzmathematischen Berechnungen, welche weder von den meisten Steuerpflichtigen noch von den SteuerjustizbehÃ¶rden aufgrund eigener Fachkenntnis Ã¼berprÃ¼ft werden kÃ¶nnen, grundsÃ¤tzlich der VeranlagungsbehÃ¶rde, ihre Berechnungen und deren Grundlagen im Einzelfall ausreichend zu substanziieren und gegebenenfalls â zum Beispiel durch die Vorlage eines SachverstÃ¤ndigengutachtens â den Nachweis zu leisten, dass das Berechnungsprogramm die ihm zugedachte Aufgabe in allen FÃ¤llen erfÃ¼llen kann. Insoweit ihr dies nicht gelingt, lÃ¤uft sie Gefahr, den geltend gemachten steuerbaren VermÃ¶gensertrag nicht rechtsgenÃ¼gend nachweisen zu kÃ¶nnen (VGr, 24. August 2005, SB.2004.00077, www.vgrzh.ch). Ob das von der EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung zur VerfÃ¼gung gestellte Berechnungsprogramm dabei in jedem Fall dazu geeignet ist, den VermÃ¶gensertrag in rechtsgenÃ¼gender Weise zu berechnen, kann indessen auch hier offen bleiben. </p> <p class="Urteilstext">Die Rekurskommission hat nÃ¤mlich die tatsÃ¤chlich gehandelten Kurse ermittelt und in ihrem Entscheid nachvollziehbar dargelegt, weshalb auf diese abzustellen sei und die von den Pflichtigen im Rekursverfahren gemachten Einwendungen nicht stichhaltig seien (Rekursentscheid ErwÃ¤gung 1d/bb). Mit diesen ErwÃ¤gungen setzen sich die Pflichtigen indessen nicht substanziiert auseinander, sondern pochen lediglich auf die WidersprÃ¼chlichkeit der Angaben der Telekurs. Unter diesen UmstÃ¤nden kann bezÃ¼glich der massgebenden HÃ¶he des Emissionsdisagios auf die AusfÃ¼hrungen der Rekurskommission verwiesen werden (§ 161 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976). Eine RÃ¼ckweisung zur KlÃ¤rung des massgebenden Kurses ist damit nicht erforderlich. Gleiches gilt auch bezÃ¼glich der RÃ¼ge, es sei unklar, wie der aufgerechnete "angebliche Einkommensbetrag von Fr. 30'957.-" zustande gekommen sein soll. Zwar hat die Rekurskommission in der Tat diesen Betrag nicht ausdrÃ¼cklich erklÃ¤rt. Aus dem Entscheid wird aber hinreichend klar, dass dieser Betrag auf die ErhÃ¶hung des Emissionsdisagios von 34,315% (Fr. 29'657.-) auf 35,75% (Fr. 30'957.-) zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist. Wie endlich der Betrag von Fr. 29'657.- zustande gekommen ist, ergibt sich ohne weiteres aus den Akten und der auch den Pflichtigen bekannten Korrespondenz zwischen ihnen und dem kantonalen Steueramt. Der angefochtene Entscheid erweist sich denn auch durchaus als ausreichend begrÃ¼ndet.</p> <p class="Urteilstext">Die in diesem Zusammenhang gemachten weiteren AusfÃ¼hrungen der Pflichtigen wenden sich in der Sache gegen die Besteuerung des Emissionsdisagios als solche, welche indessen wie dargelegt zulÃ¤ssig ist (vgl. vorn ErwÃ¤gung 2.6).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Was die Ã¼brigen Vorbringen der Pflichtigen betrifft, so erweisen sich diese ebenfalls als nicht stichhaltig. Ins Leere zielen im Lichte der Massgeblichkeit des vom ErstkÃ¤ufer erworbenen Produkts insbesondere die AusfÃ¼hrung, man habe keine Obligationen mit Optionen erworben. Hinzunehmen ist nach dem Dargelegten auch, dass in FÃ¤llen wie dem vorliegenden der wirtschaftlichen LeistungsfÃ¤higkeit nicht vollumfÃ¤nglich Rechnung getragen werden kann (vgl. vorn ErwÃ¤gung 2.6). FÃ¼r eine Anwendung der so genannten Differenzbesteuerungsmethode schliesslich, die von den Pflichtigen "notfalls akzeptiert werden kÃ¶nnte", bleibt kein Raum, da es sich vorliegend eben gerade nicht um einen Fall von Art. 20 Abs. 1 lit. b DBG handelt (vgl. vorn ErwÃ¤gung 2.2).</p> <p class="Urteilstext">Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Urteilstext"><b>4.</b></p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind den BeschwerdefÃ¼hrenden die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG) und ist keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 Ã¼ber das Verwaltungsverfahren in Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 und Art. 145 Abs. 2 DBG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'100.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zur HÃ¤lfte auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼r die gesamten Kosten</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>