Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2024 214 Entscheid vom 28. März 2025 Besetzung lic.iur. Thomas Rentsch, Vizepräsident lic.iur. Karl Gasser, Richter Irene Thalmann, Richterin MLaw Marco Lacher, Gerichtsschreiber Parteien A.________ c/o B.________, Beschwerdeführer, gegen Verkehrsamt, Schlagstrasse 82, Postfach 3214, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Strassenverkehrsrecht (vorsorglicher Sicherungsentzug)2 Sachverhalt: A.Mit Verfügung vom 26. April 2018 entzog das kantonale Verkehrsamt A.________ (geb. 19__) den Führerausweis für sämtliche Kategorien, Unterka- tegorien und Spezialkategorien auf unbestimmte Zeit, unter Anordnung von Auf- lagen. Mit Verfügung vom 30. August 2018 erfolgte die Wiedererteilung des Füh- rerausweises der Spezialkategorien G und M ohne Auflagen. Die restlichen Ka- tegorien, Unterkategorien sowie die Spezialkategorien F und G40 blieben entzo- gen (vgl. Vi-act. 2; Vi-act. 6, S. 2). B.Mit Verfügung vom 7. Februar 2019 ordnete das kantonale Verkehrsamt gegenüber A.________ einen vorsorglichen Sicherungsentzug des Führeraus- weises der Spezialkategorien G und M an. Mit Verfügung vom 18. Dezember 2019 erteilte es ihm den Führerausweises für die Spezialkategorien G und M un- ter Auflagen wieder resp. ordnete es mit separater Verfügung einen Warnungs- entzug des Führerausweises der Spezialkategorien G und M an. Alle Kategorien, Unterkategorien sowie die Spezialkategorien F und G40 blieben nach wie vor entzogen bzw. wurden nicht wieder erteilt (vgl. Vi-act. 2; Vi-act. 6, S. 2). C.1Mit Verfügung vom 27. September 2024 entzog das kantonale Verkehrsamt A.________ in Anwendung von Art. 16c Abs. 1 lit. f und Abs. 2 lit. a SVG und Art. 33 Abs. 2 VZV den Führerausweis für die Dauer von drei Monaten (gesetzliche Mindestentzugsdauer) und untersagte ihm das Führen von Motorfahrzeugen der Spezialkategorien G und M während der Dauer des Entzuges (Vi-act. 2). C.2Gegen diese Entzugsverfügung erhob A.________ am 8. Oktober 2024 fristgerecht beim Verwaltungsgericht Beschwerde. Mit Eingabe vom 17. Oktober 2024 zog er seine Beschwerde wieder zurück, weshalb das Beschwerdeverfah- ren mit Entscheid vom 18. Oktober 2024 als gegenstandslos am Protokoll abge- schrieben wurde (vgl. VGE III 2024 160). D.Mit Verfügung vom 19. Dezember 2024 hat das kantonale Verkehrsamt gegenüber A.________ einen vorsorglichen Sicherungsentzug des Führeraus- weises angeordnet und die Wiedererteilung des Führerausweises vom Ergebnis eines verkehrsmedizinischen Untersuchs bei einem Verkehrsmediziner SGRM (gemäss einer abgegebenen Liste) abhängig gemacht (Vi-act. 6). Zur Begrün- dung dieser Massnahme führte das Verkehrsamt Folgendes aus: Gemäss Arztbericht vom 17.12.2024 von Frau Dr. med. C.________, bestehen aus medizinischer Sicht ernsthafte Zweifel an Ihrer Fahreignung, da Sie Ende No- vember 2024 ein Schädelhirntrauma mit Subarachnoidalblutung erlitten haben.3 E.Gegen diese Verfügung erhebt A.________ mit Eingabe vom 26. Dezem- ber 2024 (Postaufgabe 27.12.2024) fristgerecht beim Verwaltungsgericht Be- schwerde und stellt folgenden Antrag: Der Entzug des Führerausweises ist aufzuheben und auch das Führen von Motor- fahrzeugen, für die kein Fahrausweis nötig sind. F.Mit Vernehmlassung vom 20. Januar 2025 beantragt das Verkehrsamt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit auf diese einzutreten sei, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers. Mit Eingabe vom 10. Februar 2025 lässt der Beschwerdeführer (durch seine Schwester) zur vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung nehmen und weitere medizinische Berichte einreichen. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Motorfahrzeugführer müssen über Fahreignung und Fahrkompetenz verfü- gen (Art. 14 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes [SVG; SR 741.01] vom 19.12.1958). Über Fahreignung verfügt, wer nach Art. 14 Abs. 2 SVG: a. das Mindestalter erreicht hat; b. die erforderliche körperliche und psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von Motorfahrzeugen hat; c. frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen von Motorfahrzeugen beein- trächtigt; und d. nach seinem bisherigen Verhalten Gewähr bietet, als Motorfahrzeugführer die Vorschriften zu beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht zu nehmen. Die Fahreignung ist eine Grundvoraussetzung für die Erteilung des Führeraus- weises. Mit diesem Begriff umschreiben alle betroffenen wissenschaftlichen Dis- ziplinen (insbesondere Medizin, Psychologie und Jurisprudenz) die körperlichen und geistigen Voraussetzungen des Individuums, ein Fahrzeug im Strassenver- kehr sicher lenken zu können. Die Fahreignung muss grundsätzlich dauernd vor- liegen (vgl. Urteil BGer 1C_79/2007 vom 6.9.2007 E. 3.1 mit Verweis auf die bundesrätliche Botschaft vom 31.3.1999 zur Änderung des Strassenverkehrsge- setzes, in deren Rahmen Art. 16d SVG erlassen wurde; BBl 1999, S. 4462 ff., 4483 f.). 1.2Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr be- stehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Art. 16d Abs. 1 SVG bestimmt überdies, dass der Führerausweis einer Person auf unbestimmte Zeit entzogen wird, wenn ihre kör- perliche und geistige Leistungsfähigkeit nicht oder nicht mehr ausreicht, ein Mo- torfahrzeug sicher zu führen (lit. a), sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreig-4 nung ausschliesst (lit. b) oder sie auf Grund ihres bisherigen Verhaltens nicht Gewähr bietet, dass sie künftig beim Führen eines Motorfahrzeuges die Vor- schriften beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen wird (lit. c). 1.3 Angesichts des in Art. 16 Abs. 1 SVG verankerten Grundsatzes muss ein Sicherungsentzug in jedem Fall angeordnet werden, bei dem die Fahreignung nicht mehr gegeben ist. Die einzelnen Tatbestände des Katalogs von Art. 16d Abs. 1 SVG dürfen weder eng noch streng ausgelegt werden; geboten ist eine Gesamtbetrachtung des Einzelfalls im Hinblick auf die Fahreignung (BGE 133 II 384 E. 3.1). 1.4.1Wecken konkrete Anhaltspunkte ernsthafte Zweifel an der Fahreignung ei- ner Person, ist eine Fahreignungsuntersuchung anzuordnen (Art. 15d Abs. 1 SVG, Art. 28a Abs. 1 der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr [Verkehrszulassungsverordnung, VZV; SR 741.51] vom 27.10.1976). Ernsthafte Zweifel an der Fahreignung einer Person bestehen namentlich bei Vorliegen der in der nicht abschliessenden Aufzählung von Beispielen in Art. 15d Abs. 1 lit. a bis e SVG genannten Gegebenheiten. Dies ist unter anderem der Fall bei einer Meldung eines Arztes, dass eine Person we- gen einer körperlichen oder psychischen Krankheit Motorfahrzeuge nicht sicher führen kann (Art. 15d Abs. 1 lit. e SVG). 1.4.2In den Fällen von Art. 15d Abs. 1 lit. a bis e SVG ist grundsätzlich zwingend und ohne weitere Einzelfallprüfung eine Fahreignungsuntersuchung anzuordnen, selbst wenn Zweifel an der Fahreignung im konkreten Fall noch nicht erhärtet oder nur abstrakter Natur sind. Für die Anordnung einer Fahreignungsuntersu- chung genügen hinreichende Anhaltspunkte, welche die Fahreignung in Frage stellen (vgl. BGE 150 II 537 E. 4.1 m.H.). 1.5Wird eine verkehrsmedizinische Abklärung angeordnet, so ist der Füh- rerausweis nach Art. 30 VZV im Prinzip vorsorglich zu entziehen, bis aufgrund der Abklärung feststeht, dass die Fahreignung - allenfalls mit Auflagen - bejaht werden kann oder andernfalls der Sicherungsentzug angeordnet wird (vgl. Urteil BGer 1C_403/2019 vom 22.11.2019 E. 2 m.H.). Denn steht die Fahreignung des Betroffenen ernsthaft in Frage, ist es unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssi- cherheit grundsätzlich nicht zu verantworten, ihm den Führerausweis bis zum Vorliegen des Untersuchungsergebnisses zu belassen. Gemäss bundesgerichtli- cher Rechtsprechung ist für den vorsorglichen Führerausweisentzug nach Art. 30 VZV kein strikter Beweis erforderlich. Hierfür genügen vielmehr bereits konkrete Anhaltspunkte, dass die Fahreignung zu verneinen ist (vgl. Urteil BGer 1C_285/2018 vom 10.12.2018 E. 3.2 mit Verweis auf BGE 125 II 493 E. 2b).5 2.Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet grundsätzlich die Fragestellung, ob die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu Recht den Füh- rerausweis aller Kategorien, Unterkategorien und Spezialkategorien (d.h. der Spezialkategorien G und M) vorsorglich entzogen hat und ihm das Führen von Motorfahrzeugen, für die kein Führerausweis erforderlich ist, vorsorglich unter- sagt hat. Dies gilt es nachfolgend zu prüfen. 2.1.1 Mit am 17. Dezember 2024 ausgefülltem Formular "Zeugnis: Fahreignung allgemein", teilte die Hausärztin des Beschwerdeführers der Vorinstanz mit, dass dieser Ende November 2024 ein Schädelhirntrauma mit Subarachnoidalblutung erlitten habe und er sich aktuell in einer Neurorehabiliation in der Klinik D.________ befinde. Weiter führte sie aus, es sei noch zu früh, die Fahreignung zu beurteilen. Sie gab an, es seien weitergehende Abklärungen - namentliche kognitive Leistungsdiagnostik - aufgrund des Status nach Hirnblutung notwendig. Weiter kam sie zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer ernsthafte Zweifel an der Fahreignung bestünden, sodass zunächst kein Fahrzeug gelenkt werden sollte, bis weitere Abklärungen getroffen worden seien (vgl. Vi-act. 5). Damit liegt eine Meldung eines Arztes im Sinne von Art. 15d Abs. 1 lit. e SVG vor. Eine Abklärung ist daher grundsätzlich obligatorisch (vgl. oben E. 1.4). Es ist davon auszugehen, dass die Hausärztin die Meldung nicht vorgenommen hätte, wenn sie nicht befürchten würde, die Fahreignung des Beschwerdeführers sei zum jetzigen Zeitpunkt tatsächlich nicht mehr gegeben. Hausärzte, die über ein besonderes Vertrauensverhältnis zu ihren Patienten verfügen, nehmen Meldun- gen im Sinne von Art. 15d Abs. 1 lit. e SVG in der Regel zurückhaltend vor, na- mentlich wenn eine Person nicht einsichtig ist oder sein kann (vgl. Urteil BGer 1C_232/2018 vom 13.8.2018 E. 3.3 mit Verweis auf Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, Art. 15d N 95; siehe auch Urteil BGer 1C_319/2020 vom 18.2.2021 E. 3.3). Es kommt hinzu, dass auch dem vom Beschwerdeführer eingereichten, aktuelle- ren ärztlichen Kurzbericht des Abteilungsarztes der Klinik D.________ vom 17. Januar 2025 keine davon abweichende Einschätzung zu entnehmen ist. Im Gegenteil; im Bericht wird unter "Fahrtauglichkeit" (S. 5) folgendes festgehalten: Der Pat. fährt Fahrzeuge mit Maximalgeschwindigkeit 30km/h (Elektrofahrzeug, blombierter Traktor). Sein Fahrausweis sei aktuell beim zuständigen Strassenver- kehrsamt. Aufgrund oben genannten Auffälligkeiten in verkehrsrelevanten Funkti- onsbereichen (Aufmerksamkeit) ist aus neuropsychologischer Sicht die Fahreig- nung zum Austrittszeitpunkt als noch nicht gegeben zu beurteilen. Es wird eine Fahrkarenz bis zu mindestens März 2025 mit anschliessender Konsultation und Re-Evaluation durch die Hausärztin empfohlen. Im Zweifelsfall könnte noch eine ambulante neuropsychologische Verlaufskontrolle (zur Objektivierung der Verbes-6 serung) oder ggf. eine Beurteilung durch den verkehrsmedizinischen Dienst des zuständigen Strassenverkehrsamt erwägt werden. Daran ändert auch die beschwerdeführerische Darstellung in der Replik nichts, wonach es ihm nach der Reha viel besser gehe und er weiterhin die Physio- und Ergotherapie besuchen werde. 2.1.2Des Weiteren ergibt sich aus dem Leitfaden Fahreignung (Expertengruppe Verkehrssicherheit, Leitfaden Fahreignung, genehmigt durch die Mitgliederver- sammlung der Vereinigung der Strassenverkehrsämter [asa] am 27. November 2020, S. 20 Ziff. [D] 4), dass das erlittene Schädelhirntrauma hinsichtlich hirnor- ganischer Erkrankungen ein Indiz bildet, das eine Fahreignungsabklärung nahe- legt, wie sie beim Beschwerdegegner aktenkundig ist. 2.1.3Bei dieser Ausgangslage liegen klare Anhaltspunkte vor, die an der Fahr- eignung des Beschwerdeführers zweifeln lassen. Folglich ist die Vorinstanz zu Recht von ernsthaften Zweifeln an der Fahreignung des Beschwerdeführers aus- gegangen. Es ist kein Umstand ersichtlich, warum ausnahmsweise auf eine Fahreignungsuntersuchung verzichtet werden könnte. Soweit der Beschwerdeführer daher die Wiedererlangung des Führerausweises für die Spezialkategorien G und M anstrebt (vgl. Bf-Vernehmlassung), hat er zunächst im Sinne von Dispositiv-Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung im Rah- men des verkehrsmedizinischen Untersuchs den Nachweis zu erbringen, dass gegebenenfalls seine Fahreignung wieder bejaht werden könnte. 2.2Wird wie hier eine verkehrsmedizinische Untersuchung zur Frage der Fahreignung angeordnet, ist der Führerausweis nach Art. 30 VZV im Grundsatz vorsorglich zu entziehen (vgl. oben E. 1.5). Zwar kann in begründeten Fällen da- von abgewichen werden, nämlich wenn die Zweifel an der fehlenden Fahreig- nung zwar begründet, aber nicht geradezu ernsthafter Natur sind (vgl. Urteil BGer 1C_260/2024 vom 29.1.2025 E. 4.2 m.H.). Der Beschwerdeführer zeigt je- doch keine Gründe auf, die es rechtfertigen würden, ihm den Ausweis aus- nahmsweise zu belassen. Solche sind vorliegend auch nicht ersichtlich. Nament- lich spricht auch die ärztliche Kurzeinschätzung vom 17. Januar 2025, mit wel- cher die Fahreignung auch für Fahrzeuge mit einer Maximalgeschwindigkeit von 30 km/h aus neuropsychologischer Sicht vorläufig verneint wurde, klar dagegen, dem Beschwerdeführer den Führerausweis ausnahmsweise zu belassen. 2.3Was der Beschwerdeführer gegen den Sicherungsentzug vorbringt, ist un- begründet. Dass er zur Ausübung seines Berufes als selbstständiger Landwirt sowie für den drei Kilometer langen Arbeitsweg zwischen Wohnort und Landwirt-7 schaftsbetrieb auf (landwirtschaftliche) Fahrzeuge angewiesen sei, ist - wie die Vorinstanz vernehmlassend zu Recht vorbringt - für die Entscheidung der Frage, ob ein Sicherungsentzug anzuordnen ist, unerheblich. Bei einem Sicherungsent- zug kann eine berufliche Notwendigkeit von vornherein nicht berücksichtigt wer- den (vgl. Urteil BGer 6A.23/2004 vom 11.6.2004 E. 2.2; VGE III 2024 132 vom 27.11.2024 E. 6.2). Eine Bewilligung für berufliche Fahrten im Sinne von Art. 33 Abs. 5 VZV kommt nicht in Betracht für Personen, denen der Führerausweis - wie im vorliegenden Fall - aus Sicherungsgründen auf unbestimmte Zeit oder für im- mer entzogen wird (vgl. Erläuterungen vom 22. Juni 2022 des ASTRA zur Ände- rung der Verkehrszulassungsverordnung, der Strassenverkehrskontrollverord- nung und der Fahrlehrerverordnung, S. 4). 2.4Unter den dargelegten Umständen ist das Vorgehen der Vorinstanz nicht zu beanstanden, welche einen vorsorglichen Sicherungsentzug angeordnet und die Wiederaushändigung des Führerausweises vom Ergebnis einer verkehrsme- dizinischen Untersuchung abhängig gemacht hat. 3.Zu prüfen bleibt der (sinngemässe) Antrag des Beschwerdeführers, wo- nach auch das Fahrverbot für Motorfahrzeuge ohne Führerausweiserfordernis aufzuheben sei. 3.1Nach Art. 36 Abs. 1 VZV hat die Verwaltungsbehörde des Wohnsitzkantons Personen das Führen von Motorfahrzeugen, für die ein Führerausweis nicht er- forderlich ist, zu untersagen, wenn diese infolge körperlicher oder geistiger Krankheiten oder Gebrechen, wegen Trunksucht oder anderer Süchte oder aus anderen Gründen dazu nicht geeignet sind (sog. "Ausdehnung nach unten"; vgl. René Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III: Die Administrativmassnahmen, Bern 1995, Rz. 2206 f.). Angesprochen wird damit die notwendige Fahreignung, welche im Sinne einer Grundvorausset- zung dauernd vorliegen muss (vgl. BGE 133 II 384 E. 3.1). Es handelt sich bei dieser Vorschrift um eine Massnahme, die der Sicherung des Strassenverkehrs vor ungeeigneten Motorfahrzeugführern dient und die auf unbestimmte Zeit aus- gesprochen wird, da im Zeitpunkt der Verfügung nicht voraussehbar ist, ob und allenfalls wann der Eignungsmangel behoben ist (vgl. BGE 104 Ib 179 E. 1a). Die Voraussetzungen für einen vorsorglichen Sicherungsentzug im Sinne von Art. 30 VZV (vgl. oben E. 1.5) gelten analog auch für ein vorsorgliches Fahrverbot für Motorfahrzeuge, für die ein Führerausweis nicht erforderlich ist (vgl. VGE III 2024 49 vom 13.8.2024 E. 3.2 mit Verweis auf KG FR 603 2019 54 vom 21.5.2019 E. 4.2). Ein Fahrverbot für nicht ausweispflichtige Motorfahrzeuge ist bei gege-8 benen Voraussetzungen zwingend auszusprechen (vgl. Rütsche/D'Amico, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 2014, Art. 16d N 12). 3.2Vorab gilt es anzumerken, dass der Umfang des Entzugs nicht näher zu begründen ist, soweit der Sicherungsentzug von Gesetzes wegen bestimmte Führerausweiskategorien umfasst. Hingegen ist eine Begründung erforderlich, wenn der Sicherungsentzug auch den Führerausweisentzug für Spezialkategori- en oder das Verbot umfasst, Motorfahrzeuge zu führen, für die kein Führeraus- weis erforderlich ist (vgl. VGE III 2024 132 vom 27.11.2024 E. 5.3; VGE III 2024 49 vom 13.8.2024 E. 4.3; je mit Hinweisen). Der angefochtenen Verfügung ist eine solche, konkrete Begründung nicht zu entnehmen. Allerdings hat sich die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zum Fahrverbot für Fahrzeuge ohne Führerausweispflicht geäussert und auf die Mit- teilung der Hausärztin des Beschwerdeführers verwiesen, wonach infolge des er- littenen Schädelhirntraumas mit Subarachnoidalblutung ernsthafte Zweifel an der Fahreignung bestünden und von ihm kein Fahrzeug gelenkt werden sollte, bis weitere Abklärungen getroffen werden. Gemäss Vorinstanz sei zusammenfas- send festzuhalten, dass aufgrund der erheblichen Zweifel an der Fahrfähigkeit (recte wohl: Fahreignung) des Beschwerdeführers ein vorsorglicher Sicherungs- entzug angezeigt und ihm auch das Lenken von Fahrzeugen, für die kein Füh- rerausweis notwendig sei, zu untersagen sei. Zurzeit sei es schlicht nicht zu ver- antworten, dass der Beschwerdeführer Fahrzeuge (mit oder ohne Führerauswei- serfordernis) lenke (vgl. Vi-Vernehmlassung Ziff. 3 und 3.3). Mit diesen Äusse- rungen hat die Vorinstanz im Beschwerdeverfahren vor dem über umfassende Kognition verfügenden Verwaltungsgericht eine hinreichende Begründung ange- geben, weshalb eine Verletzung der Begründungspflicht im vorinstanzlichen Ver- fahren als geheilt gelten kann. Dies wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht gerügt. 3.3Der Beschwerdeführer seinerseits begründet den diesbezüglichen Antrag - abgesehen von seinem generellen Hinweis auf die berufliche Notwendigkeit (vgl. oben E. 2.3) - nicht weiter. Aufgrund des erlittenen Schädelhirntraumas mit Sub- arachnoidalblutung sowie der ärztlich festgestellten Aufmerksamkeitsdefizite (bei leicht-mittelschwerer neuropsychologischer Funktionsstörung, vgl. Arztbericht vom 17.1.2025 S. 3) liegen ernsthafte Zweifel vor, ob der Beschwerdeführer ak- tuell geeignet ist, ein Motorfahrzeug zu führen, für das ein Führerausweis nicht erforderlich ist. Mithin hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 i.V.m. Art. 30 VZV zu Recht auch vorsorglich das Führen von Mo- torfahrzeugen, für die kein Führerausweis erforderlich ist, untersagt.9 4. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. Diesem Ergebnis entsprechend sind die Verfahrenskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 10 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) werden auf Fr. 900.-- festgelegt und dem Beschwerdeführer auferlegt. Er hat einen Kostenvorschuss in gleicher Höhe bezahlt, sodass die Rechnung ausgeglichen ist. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau- sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: - den Beschwerdeführer (R) - die Vorinstanz (EB) - und das Bundesamt für Strassen ASTRA, Sekretariat Administrativ- massnahmen, 3003 Bern (A). Schwyz, 28. März 2025 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Der Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 7. April 2025