14. Dezember 1984 N 1915 Motion Allenspach mentes missbräuchlich, trölerisch anwenden, dann glaube ich, werden sie sich nach kurzer Zeit durch dieses Verhalten selbst qualifizieren, und die Öffentlichkeit wird davon Kennt- nis nehmen. Sie haben übrigens selbst feststellen können, dass es immer wieder Anhäufungen von Namensaufrufen gibt und diese wieder abflauen. Namensaufrufe werden uninteressant, wenn auch die Gegenseite dieses Mittel an- wendet. Wir beantragen Ihnen, am bisherigen Modus festzuhalten. Ott: Ich habe mir mit meinem Sitznachbarn zusammen die Mühe genommen, den zeitlichen Aufwand der letzten namentlichen Abstimmungen mit der Stoppuhr zu messen. Wenn im Saal Ruhe herrscht, braucht es im Durchschnitt neun Minuten. Es gibt manches unnötig lange Votum in diesem Saal, das die Verhandlungen bedeutend mehr ver- längert als dieses Instrument des Namensaufrufes. Der von einer Minderheit verlangte, in nur seltenen, wichtigen Fällen angewendete Namensaufruf erhöht die Transparenz im Rat und in der Öffentlichkeit sehr. Übrigens zeigt ein Vergleich mit anderen parlamentarischen Systemen, dass auch diese einen - zum Teil sogar stärkeren - Schutz der Minderheiten im fraglichen Bereich kennen. Im österreichischen Nationalrat hat es 183 Abgeordnete, weni- ger als bei uns, und 25 Abgeordnete können einen Namens- aufruf verlangen. Im Deutschen Bundestag, der mit 496 Abgeordneten mehr als doppelt so gross wie unser Parla- ment ist, genügen bereits 26 Unterschriften, um die nament- liche Abstimmung zu verlangen. Im Namen der sozialdemokratischen Fraktion möchte ich Sie sehr bitten, den Antrag von Herrn Rüttimann abzu- lehnen. Abstimmung - Vote Für die Überweisung der Motion 40 Stimmen Dagegen 104 Stimmen #ST# 84.506 Postulat Deneys Parlamentarische Gruppen. Finanzen Clubs parlementaires. Publication des comptes Wortlaut des Postulates vom 19. September 1984 Das Büro des Nationalrates wird gebeten, jedes Jahr die genaue Jahresrechnung der parlamentarischen Gruppen zu veröffentlichen, die namentlich über deren Finanzquellen Auskunft gibt. Texte du postulat du 19 septembre 1984 Le Bureau du Conseil national est invité à faire publier chaque année les comptes précis des groupements et clubs parlementaires. On devra en particulier y voir apparaître toutes leurs sources de financement. Schriftliche Stellungnahme des Büros Rapport écrit du Bureau Depuis la révision de la loi sur les rapports entre les conseils du 23 mars 1984, les groupements de parlementaires (clubs) sont consacrés dans la loi. L'article 8sepliM dispose: «Les groupements de membres de l'un ou l'autre conseil qui se constituent en fonction de leurs intérêts ou points de vue peuvent bénéficier, dans la mesure du possible, de facilités administratives et de salles de séance pour leurs activités s'ils sont ouverts à tous les parlementaires en tout temps. Ils doivent annoncer au secrétariat général qu'ils se sont cons- titués comme tels, communiquer les noms de leur président, de leur secrétaire, la liste de leurs membres, et les dates de leurs réunions. La liste des membres est publique.» Si un groupement renonce aux facilités administratives, il n'est dès lors pas tenu de fournir les renseignements mentionnés. La liberté de constituer des groupements a été délibérément sauvegardée. L'article 8seplies ne traite pas des finances de ces groupements. Il serait, par conséquent difficile, sans modifi- cation de la loi, d'exiger de connaître les sources de finance- ment pour autant que cela soit nécessaire. Une telle exi- gence serait bien davantage de nature à inciter des groupe- ments à renoncer à des avantages avec pour effet qu'une disposition légale ou réglementaire resterait lettre morte. En raison d'un défaut de base légale, il ne peut être donné suite à la requête qui, de surcroît, aurait dû être présentée sous forme d'une motion. Antrag des Büros - Proposition du Bureau Le Bureau propose de rejeter le postulat. Mme Deneys: Dans la vie quotidienne, j'appartiens à un certain nombre de sociétés, d'associations ou de groupe- ments divers. Je verse des cotisations ou des contributions, ce qui me donne le droit d'être renseignée sur les comptes et le financement de leurs activités. Au Parlement, on n'a guère - semble-t-il - envie d'en savoir autant, pas plus d'ailleurs qu'on ne tient à savoir qui vote quoi. Cela renforce l'idée qu'ici tout s'achète: la parole et le silence, le savoir et l'ignorance, ou la volonté d'ignorer. Je voudrais inviter les groupements et clubs parlementaires qui n'ont rien à cacher à leurs membres d'indiquer brièvement, lors d'une pro- chaine invitation à une séance, ce que coûte leur fonction- nement et qui le paie. Selon le résultat, je me réserve de revenir sur ce problème et je retire mon postulat. Präsident: Mme Deneys zieht ihr Postulat zurück. #ST# 84.496 Motion Allenspach Sammelstiftungen und Sicherheitsfonds Fondations collectives et fonds de garantie Wortlaut der Motion vom 18. September 1984 Der Bundesrat wird beauftragt festzulegen, dass Versicherte einer Sammelstiftung bezüglich der Deckung des Insolvenz- risikos nicht stärker belastet werden als Versicherte einer betriebseigenen Stiftung, oder eine Ergänzung von Arti- kel 49 BVG zu unterbreiten, die den Bundesrat ermächtigt, bei Vorsorgeeinrichtungen, denen mehrere Arbeitgeber angeschlossen sind, zu bestimmen, welche Vorschriften des Gesetzes für das Personal jedes einzelnen Arbeitgebers getrennt anzuwenden sind. Texte de la motion du 18 septembre 1984 Le Conseil fédéral est chargé de disposer que les assurés auprès d'une fondation collective ne seront pas grevés plus lourdement, en ce qui concerne la couverture des risques d'insolvabilité, que les assurés affiliés à une fondation d'en- treprise, ou de présenter un projet de complément à l'arti- cle 49 de la loi sur la prévoyance professionnelle (LPP RS 831.40) conférant au gouvernement central la compétence de décider des dispositions de la LPP applicables séparé- ment au personnel de chaque entreprise lorsque plusieurs d'entre elles sont affiliées à une seule et même institution de prévoyance (fondation collective). Mitunterzeichner - Cosignataires: Aliesch, Ammann-Bern, Aregger, Auer, Basler, Bonnard, Bremi, Cevey, Cincera, Cou- tau, Eppenberger-Nesslau, Fischer-Hägglingen, Flubacher,Motion Allenspach 1916 N 14 décembre 1984 Früh, Graf, Hofmann, Houmard, Hunziker, Kopp, Künzi, Loretan, Lüchinger, Mühlemann, Müller-Wiliberg, Neuen- schwander, Pfund, Reichling, Rime, Röthlin, Sager, Schärli, Schule, Spalti, Spoerry, Stucky, Tschuppert, Villiger, Wan- ner, Weber-Schwyz, Wyss, Zwingli (41) Schriftliche Begründung - Développement par écrit In der Pensionskassenstatistik wurden im Jahre 1978 insge- samt 17 060 Vorsorgeeinrichtungen gezählt. In Wirklichkeit gab es aber schon damals Zehntausende von Firmen, die ebenfalls eine eigene Vorsorgeeinrichtung unterhielten, mit eigenen Versicherungsplänen sowie selbständiger Finanzie- rung und Abrechnung, die aber einfachheitshalber, um der Rechtsform der Stiftung zu genügen, hre Vorsorgeeinrich- tung einer Gemeinschafts- oder Sammelstiftung ange- schlossen haben. Eine Erhebung der schweizerischen Lebensversicherungs-Gesellschaften hat ergeben, dass per 31. Dezember 1978 64 Gemeinschaftsstiftungen 22 615 und per 31. Dezember 1981 69 Gemeinschaftsstiftungen 34 049 Firmen angeschlossen waren; seither dürfte sich die Zahl der Firmen noch beträchtlich erhöht haben. Zudem sind zahlreiche Betriebe Gemeinschaftsstiftungen von Banken angeschlossen, und weitere Zehntausende von Firmen haben die berufliche Vorsorge im Rahmen verbandlicher Versicherungskassen gelöst. Insbesondere Klein- und Mit- telbetriebe sind auf Gemeinschafts- oder Sammelstiftungen angewiesen. Diese Organisationsform hat sich bewährt; sie allein ermög- lichte es auch den Stiftungsaufsichtsbehörden, ihre Aufga- ben zu erfüllen. Ohne gewaltige personelle Erweiterungen wären sie gar nicht in der Lage, ihrer Kontrolltätigkeit genü- gend nachzukommen, wenn jede einzelne Firma über eine eigene Vorsorgestiftung verfügen müsste. Das reibungslose Funktionieren der Sammelstiftungen war wohl mit ein Grund, dass deren spezifische Organisations- struktur im BVG keinen Niederschlag fand, ihre spezielle Situation nicht gewürdigt wurde. Das hat zur Folge, dass zahlreiche Fragen offen blieben, zum Teil sind sie auf dem Verordnungsweg geklärt worden. Unter den ungelösten Fragen ist eine von besonderer Wich- tigkeit und Dringlichkeit: Werden Leistungen des Sicher- heitsfonds gemäss Artikel 56 Absatz 1 Buchstabe b BVG ausgelöst bei Insolvenz eines einzelnen Arbeitgebers oder erst bei Zahlungsunfähigkeit der Sammelstiftung? Dringlichkeit und Notwendigkeit einer Regelung werden belegt durch die Tatsache, dass in der Schweiz im Jahre 1983 gegen 2000 Konkursverfahren eingeleitet wurden; in sehr vielen Fällen wurden dabei auch Alterskapitalien der Arbeitnehmer betroffen. Durch Verordnungsrecht oder anschliessend an die vorge- schlagene Ergänzung des Gesetzes soll der Bundesrat klar festlegen, dass der Sicherheitsfonds bereits dann Leistun- gen erbringen muss, wenn ein einzelner Arbeitgeber zah- lungsunfähig wird; derart wird jeder Arbeitgeber bei Insol- venz gleich behandelt, egal ob er eine eigene Vorsorgestif- tung gegründet oder sich einer Sammelstiftung angeschlos- sen hat. Dies entspringt der Logik und auch der wirtschaftli- chen Vernunft. Nach der heutigen Auslegung des Bundesamtes für Sozial- versicherung müssten die Versicherten, deren Altersvor- sorge durch eine Sammelstiftung sichergestellt wird, Bei- träge an den Sicherheitsfonds zur Insolvenzdeckung abfüh- ren, müssten aber zusätzlich innerhalb der Sammelstiftung zusätzliche Beiträge aufbringen, um die Insolvenz eines der Sammelstiftung angeschlossenen Arbeitgebers abzudek- ken. Die in Sammelstiftungen zusammengeschlossenen Klein- und Mittelbetriebe müssten also zweimal für die Dek- kung des Insolvenzrisikos bezahlen und damit Solidaritäts- leistungen zugunsten jener Unternehmen erbringen, die betriebseigene, autonome Pensionskassen und Stiftungen aufbauen konnten. Das gleiche Problem stellt sich auch bezüglich der Auffang- einrichtung. Es ist ausserordentlich stossend, dass auch die Auffangeinrichtung diese doppelte Belastung tragen soll. Es geht wirklich nicht an, dass den zwangsweise angeschlosse- nen Arbeitgebern noch zusätzliche Solidaritäten auferlegt werden. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 21. November 1984 Rapport écrit du Conseil fédéral du 21 novembre 1984 1. Der Sicherheitsfonds stellt unter anderem die gesetzli- chen Leistungen zahlungsunfähig gewordener Vorsorgeein- richtungen sicher (Art. 56 Abs. 1 Bst. b BVG). Als Vorsorge- einrichtungen gelten die Stiftungen, Genossenschaften und Einrichtungen des öffentlichen Rechts (Art. 48 Abs. 2 BVG). Sammelstiftungen sind rechtlich Stiftungen im Sinne von Artikel 80 ff. ZGB. In tatsächlicher Hinsicht ist jedoch zu beachten, dass der Kreis der an diesen Vorsorgeeinrichtun- gen Beteiligten in aller Regel grösser ist als derjenige bei Einzelstiftungen. Der Sammelstiftung schliessen sich zur Hauptsache diejenigen Arbeitgeber an, die für die berufliche Vorsorge ihres Personals keine eigene Vorsorgeeinrichtung errichten. 2. Die Konzeption des BVG hat für die Sammelstiftungen zur Folge, dass nur im Falle ihrer eigenen Zahlungsunfähig- keit, nicht jedoch bereits bei derjenigen der ihr angeschlos- senen Arbeitgeber (Vorsorgewerke) der Sicherheitsfonds in Erscheinung tritt. Der Motionär erachtet diese Konsequenz aus wirtschaftli- cher Sicht als untragbar. Er ist insbesondere der Ansicht, dass damit die einer Sammelstiftung angeschlossenen Arbeitgeber zusätzlich mit Solidaritätsbeiträgen belastet würden. Diese Vorsorgewerke dürfen seiner Ansicht nach nicht schlechter gestellt werden als die übrigen Vorsorge- einrichtungen. Dem Anliegen des Motionärs kann eine gewisse Berechti- gung nicht abgesprochen werden. Doch die Art und Weise wie er sein Anliegen verwirklichen möchte, liegt nicht in der Kompetenz des Bundesrates. 3. Um dem Anliegen des Motionärs Rechnung zu tragen, könnte - gleich der Regelung bezüglich der Zuschüsse des Sicherheitsfonds bei ungünstigen Altersstrukturen (Art. 58 BVG) - eine Differenzierung zwischen Einzelstiftungen und Sammelstiftungen insofern vorgenommen werden, als bei Vorsorgeeinrichtungen, denen mehrere Arbeitgeber ange- hören (also z. B. bei Sammelstiftungen), das einzelne Vor- sorgewerk fürdie Beurteilung der Zahlungsunfähigkeit, ana- log Artikel 56 Absatz 1 Buchstabe b BVG, in Betracht fällt. Diese Änderung des BVG, das auf den I.Januar 1985 in Kraft tritt, wird die auf den gleichen Zeitpunkt einzusetzende BVG-Kommission eingehend zu beraten und insbesondere die entsprechenden Konsequenzen in organisatorischer und finanzieller Hinsicht abzuklären haben. Sollte diese Kommission zum Ergebnis kommen, dass eine Gesetzesän- derung im Sinne des Motionärs sich aufdränge, so wird sie dem Bundesrat einen entsprechenden Antrag unterbreiten. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulatSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Allenspach Sammelstiftungen und Sicherheitsfonds Motion Allenspach Fondations collectives et fonds de garantie In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1984 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 84.496 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 14.12.1984 - 08:00 Date Data Seite 1915-1916 Page Pagina Ref. No 20 012 991 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.