<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 12 S.57</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Zivilprozessrecht</span> <span class="page_no">57</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>12</b></span> <span class="ft2"><b>133 Abs. 1 ZPO.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Im Nachzahlungsverfahren findet - im Unterschied zum entsprechenden</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Kriterium im Bewilligungsverfahren betreffend die unentgeltliche</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">58</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft2"><b>Rechtspflege - keine zeitliche Begrenzung der Rückzahlung auf ein oder</b></span><br/> <span class="ft2"><b>zwei Jahre statt. Der Betroffene hat so lange ihm mögliche Zahlungen zu</b></span><br/> <span class="ft2"><b>leisten, bis die Schuld getilgt ist.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Die zeitliche Begrenzung im Rahmen der Bewilligung der unentgeltlichen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Rechtspflege ist ein Anhaltspunkt für die Leistungsfähigkeit. Ist der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Rechtsstreit erledigt, hat dieses Kriterium keine Bedeutung mehr. Der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>von Verfassungs wegen garantierte Zugang zum Gericht wurde gewährt</b></span><br/> <span class="ft2"><b>und diesem Anspruch muss im Rahmen des Nachzahlungsverfahrens kei-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>ne Rechnung mehr getragen werden.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Obergerichts, 4. Zivilkammer, vom 19. Februar</span><br/> <span class="ft3">2004 in Sachen M. R.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2. a) (...)</span><br/> <span class="ft1">Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers in der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerde hat der Zeitfaktor, der bei der Gewährung der unentgeltli-</span><br/> <span class="ft1">chen Rechtspflege praxisgemäss berücksichtigt wird, indem es dem</span><br/> <span class="ft1">Betroffenen möglich sein soll, bei kleineren Verfahren die mutmass-</span><br/> <span class="ft1">lichen Prozesskosten innert einem Jahr und bei aufwändigeren Ver-</span><br/> <span class="ft1">fahren innert zwei Jahren zu bezahlen, im Nachzahlungsverfahren</span><br/> <span class="ft1">keine Bedeutung. Die Berücksichtigung würde zu einem stossenden</span><br/> <span class="ft1">und dem Zweck der ganzen oder teilweisen Begleichung der dem</span><br/> <span class="ft1">Staat gegenüber bestehenden Schuld zuwiderlaufenden Ergebnis</span><br/> <span class="ft1">führen. Sie hätte nämlich in der Konsequenz zur Folge, dass je grös-</span><br/> <span class="ft1">ser die Schuld ist, desto weniger der Schuldner zur Nachzahlung</span><br/> <span class="ft1">angehalten werden könnte, selbst wenn seine Verhältnisse eine zu-</span><br/> <span class="ft1">mindest teilweise Rückzahlung zulassen würden. Dies widerspricht</span><br/> <span class="ft1">selbstredend dem Sinn der Bestimmung. Im Gegenteil hat der</span><br/> <span class="ft1">Schuldner bei Vorliegen günstiger Verhältnisse im Sinne des Ge-</span><br/> <span class="ft1">setzes so lange ihm mögliche Zahlungen zu leisten, bis die Schuld</span><br/> <span class="ft1">getilgt ist.</span><br/></div> </div> </body> </html>