Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 14. Oktober 2020 (810 20 120) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Verlustverrechnung Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Hans Furer, Daniel Häring, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiber Martin Michel Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch PricewaterhouseCoopers AG gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Beschwerdegegner Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Beschwerdegegnerin Einwohnergemeinde B.____ , Beigeladene Betreff Staats- und Gemeindesteuer 2013 (Urteil des Steuer- und Enteignungsgerichts, Abteilung Steuergericht vom 1. November 2019) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die am 27. März 2007 in das Handelsregister des Kant ons Basel-Landschaft eingetra- gene A.____ hat ihren statutarischen Sitz in B.____ un d ist Teil einer multinationalen Gruppe mit Hauptsitz in den USA. Sie bezweckt die Herstellung, d en Handel und Vertrieb von pharma- zeutischen Produkten aller Art. Die A.____ befand sich von 2007 bis 2012 in einer wirtschaftlich schwierigen Lage und wies in den Steuererklärungen folgende Ergebnisse aus: B. Aufgrund des schlechten Geschäftsgangs und des Bedarfs an liquiden Mitteln veräus- serte die A.____ im Jahr 2011 die Parzelle Nr. XX, Gr undbuch [GB] B.____, und im Jahr 2012 die Parzelle Nr. YY, GB B.____, als "Sale-and-lease-ba ck-Geschäfte". Mit Grundstückgewinn- steuerveranlagung vom 30. Januar 2012 resultierte in Be zug auf den Verkauf der Parzelle Nr. XX aufgrund des von der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft herangezogenen "Verkehrswerts vor zwanzig Jahren" kein Grundstückgewinn (bzw. ein Verlust in der Höhe von Fr. -7'172'585.--) und somit eine Nullveranlagung. B etreffend den Verkauf der Parzelle Nr. YY veranlagte die Steuerverwaltung Basel-Landschaft mit V erfügung vom 10. Dezember 2012 ebenfalls einen Grundstückgewinn von Fr. 0.--. C. Am 14. April 2014 erliess die Steuerverwaltung in B ezug auf die zwei erwähnten Grundstückverkäufe zwei neue Grundstückgewinnsteuerveranlagungen, die die Veranlagungen vom 30. Januar 2012 und vom 10. Dezember 2012 ersetzen sollten. Dabei wurde in Bezug auf den Verkauf der Parzelle Nr. XX zum aus dem Verkauf resu ltierenden Verlust in der Höhe von Fr. -7'172'585.-- der Betriebsverlust des Geschäftsjahres 2011 in der Höhe von Fr. -6'892'400.-- angerechnet. In Bezug auf den Verkauf der Parzelle N r. YY wurde neu der Betriebsverlust des Geschäftsjahres 2012 in der Höhe von Fr. -4'403'507.-- angerechnet. Diese am 14. April 2014 erlassenen Verfügungen hob das Steuer- und Enteignungs gericht, Abteilung Steuergericht (Steuergericht), auf Rekurs der A.____ hin mit Urteil vom 2. Dezember 2016 (Verfahrens- nummer 510 16 58) auf. D. Im Rahmen dieses Rekursverfahrens erkannte die Steuer verwaltung, dass beide Grundstückgewinnsteuerveranlagungen vom 30. Januar 2012 u nd vom 10. Dezember 2012 – Staats- und Gemeindesteuer DBG Geschäftsjahr 2007 -1'822'972.00 -1'822'972.00 Geschäftsjahr 2008 -2'026'266.00 -2'026'266.00 Geschäftsjahr 2009 -2'368'367.00 -2'368'367.00 Geschäftsjahr 2010 -5'035'235.00 -5'035'235.00 Geschäftsjahr 2011 -7'526'506.00 -634'106.00 Geschäftsjahr 2012 5'028'918.00 9'858'646.00 Summe Vorjahresverluste -13'750'428.00 -2'028'300.00 (Steuererklärung 2013) Geschäftsjahr 2013 2'148'383.00 2'148'383.00 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu Gunsten der A.____ – fehlerhaft gewesen waren. In Bezug auf die Parzelle Nr. XX hatte die Steuerverwaltung bei der Bestimmung des Erwerbspreises – in der irrtümlichen Annahme, der Erwerb der Liegenschaft sei mehr als 20 Jahre zurückgele gen – gestützt auf § 77 Abs. 3 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (StG) vom 7. Februar 1974 auf den Verkehrs- wert vor 20 Jahren abgestellt, obwohl die A.____ die Parzelle erst am 22. Juni 2007 erworben hatte. Im Fall der Parzelle YY hatte die Steuerverwa ltung den Erwerbspreis von drei Parzellen eingesetzt, obwohl nur eine Parzelle verkauft worden wa r. Daher wurden anstelle von Grund- stückgewinnen Verluste ausgewiesen. E. Am 28. März 2019 veranlagte die Steuerverwaltung d es Kantons Basel-Landschaft die A.____ für die Staats- und Gemeindesteuer 2013 unter Anrechnung von Vorjahresverlusten in der Höhe von Fr. -2'028'300.-- zu einem steuerbaren E rtrag von Fr. 120'083.--. In der Begrün- dung führte die Steuerverwaltung aus, die Verlustverre chnung bei der Staats- und Gemeinde- steuer entspreche der Verlustverrechnung bei der direkten Bundessteuer. F. Die von der A.____, vertreten durch die Pricewaterho useCoopers AG, dagegen erho- bene Einsprache blieb erfolglos (Einspracheentscheid der Steuerverwaltung vom 7. Juni 2019). G. Den von der Steuerpflichtigen gegen den Einsprach eentscheid vom 7. Juni 2019 er- hobenen Rekurs wies das Steuergericht mit Urteil vom 1. November 2019 ab, soweit es darauf eintrat. H. Mit Eingabe vom 16. April 2020 erhebt die A.____ , weiterhin vertreten durch die Price- waterhouseCoopers AG, Beschwerde beim Kantonsgericht, Ab teilung Verfassungs- und Ver- waltungsrecht (Kantonsgericht), mit den Anträgen, es s ei festzustellen, dass die Verluste von insgesamt Fr. -11'295'970.-- in der Sphäre der Gewinn steuern verbleiben, es sei der per 1. Januar 2013 verrechenbare Verlustvortrag für Staat s- und Gemeindesteuerzwecke 2013 auf Fr. -13'324'270.-- festzulegen und sie sei per 31. Deze mber 2013 mit einem satzbestimmenden Ertrag bzw. im Kanton Basel-Landschaft steuerbaren Ert rag von Fr. -11'175'887.-- (Verlust) resp. (wenn die Höhe der Verluste nicht veranlagt wer den sollte) mit einem Steuerbetrag von Fr. 0.-- (und einer Feststellung von verrechenbaren Ver lusten von Fr. -11'175'887.--) zu veran- lagen. Eventualiter sei die Steuerverwaltung im Falle einer Beschwerdeabweisung anzuweisen, den satzbestimmenden Ertrag und im Kanton Basel-Landsch aft steuerbaren Ertrag von Fr. 120'083.-- um die darauf geschuldete Steuer zu reduzieren. Analog sei das steuerbare Kapi- tal entsprechend zu kürzen. I. Mit Vernehmlassung vom 14. Mai 2020 schliesst die Ste uerverwaltung auf Abweisung der Beschwerde. J. Das Steuergericht schliesst mit Vernehmlassung vom 27. Ma i 2020 unter Verweis auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil auf Abweisung der Beschwerde. K. Die Gemeinde B.____ beantragt mit Vernehmlassung v om 28. Mai 2020, die Be- schwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 131 Abs. 1 StG können Entscheide des Steuer gerichts mit der verwaltungs- gerichtlichen Beschwerde beim Kantonsgericht angefocht en werden. Dem Begehren der Be- schwerdeführerin um Aufhebung der Gewinnsteuerveranlagu ng wurde im vorinstanzlichen Ur- teil nicht entsprochen, weshalb sie insoweit ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung hat (§ 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993) und zur Beschwerdeführung legiti miert ist. Da auch die weiteren for- mellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist – unter Vorbe halt der nachfolgenden Erwägungen – auf die Beschwerde einzutreten. 1.2 Die Beschwerdeführerin beantragt zusätzlich, es sei festzustellen, dass die Verluste von gesamthaft Fr. -11'295'970.-- in der Sphäre der Gewinnsteuer verbleiben, und es sei der per 1. Januar 2013 verrechenbare Verlustvortrag für Staats- und Gemeindesteuerzwecke auf Fr. -13'324'270.-- festzulegen/festzustellen. Sie macht geltend, das bisherige langwierige Ver- fahren zeige auf, dass sie ein grosses Feststellungsintere sse daran habe, die beantragten Ver- luste/Verlustvorträge klar zu bestimmen, sodass die weiter en Veranlagungen ohne diesbe- zügliche Unsicherheiten zügig vorgenommen werden könnten. 1.3 Feststellungsverfügungen/-entscheide werden im Recht der direkten Steuern nur aus- nahmsweise zugelassen, wenn die subjektive Steuerpflicht oder der Veranlagungsort umstritten ist (vgl. BGE 126 II 514 E. 3d; BGE 121 II 473 E. 2d). Demgegenüber fehlt es einer steuerpflich- tigen Person im Falle einer Nullveranlagung praxisgemäss an einem Feststellungs- oder einem andersartigen Rechtsschutzinteresse (BGE 140 I 114 E. 2. 4.1 mit Hinweisen; M ADELEINE SIMONEK , Unternehmenssteuerrecht, 2019, S. 255 f.). Das gilt selbst dann, wenn sich eine Null- veranlagung beim Reingewinn aufgrund einer Verlustver rechnung ergibt und sich der Steuer- pflichtige gegen die Berechnung des Verlustvortrages w endet, wie das Bundesgericht wieder- holt erkannt hat (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 2C _253/2014 vom 11. Dezember 2014 E. 3.2; 2C_91/2012 vom 17. August 2012 E. 1.3.3, in: SteuerRevue [StR] 68/2013 S. 158; 2C_645/2011 vom 12. März 2012 E. 3.4, in: Der Steuer entscheid [StE] 2012 B 72.19 Nr. 15; je mit weiteren Hinweisen). 1.4 Die Legitimation zur verwaltungsgerichtlichen Beschw erde setzt ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefoc htenen Entscheids voraus (§ 47 Abs. 1 lit. a VPO). Ergibt sich aufgrund der Verlustverrechnun g nach Art. 25 Abs. 2 des Bundesge- setzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) vom 14. Dezember 1990 bzw. § 57 Abs. 1 StG eine Nullveranl agung, fehlt es der steuerpflichtigen Person der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung en tsprechend auch vor den kantona- len Gerichten an einem Feststellungs- oder einem ande rsartigen Rechtsschutzinteresse, wel- ches sie zur Anfechtung des Entscheids berechtigen könnte. D ie Höhe des für die Nachfolge- periode massgebenden verbleibenden Verlustvortrags wär e in der Nachfolgeperiode zu prüfen (BGE 140 I 114 E. 2.4.1 mit Hinweisen). Soweit die Beschwerdeführerin somit über die Gewinn-Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht veranlagung mit Null hinaus die Feststellung eines verr echenbaren Verlustvortrags beantragt, kann auf die Beschwerde mangels eines schutzwürdigen Interesses nicht eingetreten werden. 2. Mit der Beschwerde in Steuersachen können alle Mäng el des angefochtenen Ent- scheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden (§ 45 Abs. 2 VPO). 3.1 Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid au s, sie habe in ihrem Urteil vom 2. Dezember 2016 (vgl. vorne Sachverhalt lit. C) die um die Betriebsverluste ergänzten Grund- stückgewinnsteuerveranlagungen vom 14. April 2014 aufge hoben. Die ursprünglichen Grund- stückgewinnsteuerveranlagungen vom 30. Januar 2012 bzw. 1 0. Dezember 2012 seien jedoch weiterhin materiell fehlerhaft. Diese Veranlagungsfehler dürften bei der Festlegung der Gewinn- steuern nicht perpetuiert werden. Soweit die Beschwerde führerin die Anpassung der Veran- lagung gemäss dem Urteil vom 2. Dezember 2016 verlange, sei darauf hinzuweisen, dass sich die Rechtslage aufgrund des Urteils des Bundesgerichts 2C _230/2017 vom 26. Januar 2018 (publ. in: StE 2018 B 44.13.7 Nr. 29 und StR 73/201 8 S. 606) verändert habe. Weiter führte die Vorinstanz aus, sie habe sich im damaligen Urteil ledigl ich mit den rektifizierten Veranlagungen aus dem Jahre 2014 auseinandergesetzt und diese aufgehoben. Nicht Gegenstand des damali- gen Urteils seien die ursprünglichen (fehlerhaften) Ver anlagungen aus dem Jahre 2012 gewe- sen. 3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, es liege i n der vorliegend strittigen Frage eine abgeurteilte Sache ("res iudicata") vor. Materielle R echtskraft liege vor, wenn der streitige An- spruch mit einem schon rechtskräftig beurteilten Anspruch identisch sei. Dies treffe zu, falls der Anspruch dem Richter aus demselben Rechtsgrund und gestützt auf denselben Sachverhalt zur Beurteilung unterbreitet werde. Im Grundstückgewinnst euerverfahren sei es um die unrecht- mässige Betriebsverlustverrechnung bei der Grundstückgewinns teuer gegangen. Die Vorin- stanz habe mit Urteil vom 2. Dezember 2016 festgestellt , dass kein Rechtsgrund gegeben ge- wesen sei, um auf die rechtskräftigen Grundstückgewinnsteue rveranlagungen aus dem Jahr 2012 zurückzukommen, und dementsprechend die operativen Verluste nicht an die Grundstück- gewinnsteuer anzurechnen seien. Daraus folge, dass die op erativen Verluste – wie sie in der Steuererklärung 2012 deklariert worden seien – nur be i der Gewinnsteuer hätten verbleiben können. Andernfalls würden die Verluste ins "Leere" fa llen. Diese Verluste seien aufgrund der im Steuerrecht geltenden Verlustverrechnungsregeln auf die nachfolgende Steuerperiode vor- zutragen, und zwar im vom Steuergericht rechtskräftig ent schiedenen Umfang. Weiter sei darauf hinzuweisen, dass bei einem Gerichtsentscheid das U rteilsdispositiv in Rechtskraft er- wachse. Da im Urteil des Steuergerichts vom 2. Dezember 2016 unter Ziff. 1 festgehalten wor- den sei, "Der Rekurs wird im Sinne der Erwägungen gutg eheissen…", sei auch die Erwägung, in der über den Verbleib der operativen Verluste bei der Gewinnsteuer geurteilt worden sei, in Rechtskraft erwachsen. 3.3 Sobald eine Veranlagung nicht mehr mit einem or dentlichen Rechtsmittel angefochten werden kann, erwächst sie in Rechtskraft. Mit der formel len Rechtskraft (Unanfechtbarkeit) tritt auch die materielle Rechtskraft (Rechtsbeständigkeit) ein . Damit wird die Veranlagung der ge- schuldeten Steuer sowohl für den Steuerpflichtigen als auch das Gemeinwesen verbindlich, und Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zwar unabhängig davon, ob sie materiell richtig ist od er nicht. Dies ist ein Gebot der Rechts- sicherheit (M ARTIN ZWEIFEL /H UGO CASANOVA /M ICHAEL BEUSCH /S ILVIA HUNZIKER , Schweizeri- sches Steuerverfahrensrecht Direkte Steuern, 2. Auflage, 2018, S. 407). Zu beachten ist indes- sen, dass sich bei periodisch erhobenen direkten Steuern die Rechtsbeständigkeit der Veranla- gungsverfügungen resp. die materielle Rechtskraft der E ntscheide nur auf das Dispositiv, nicht aber auf dessen Begründung erstrecken kann. Bei einem Ve ranlagungsentscheid wird dem- nach nur die im Dispositiv vorgenommene Festsetzung der S teuerfaktoren rechtskräftig (BGE 140 I 114 E. 2.4.2 f.; Urteil des Bundesgerichts 2C_514 /2017 vom 13. Dezember 2017 E. 2.3.1. ff.; MARTIN E. LOOSER , in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizer ischen Steuerrecht, Band I/1, StHG, 3. Auflage, 2017, Vor Art. 51-53a StHG N 3). Die Erwägungen, worauf die Festsetzungen beruhen, und die der Veranlagungsverfügung resp. den Rechtsmittel- entscheiden zugrundeliegende Tatsachen- oder Rechtslage h aben lediglich die Bedeutung von Motiven (BGE 140 I 114 E. 2.4.3). Diese nehmen an de r materiellen Rechtskraft der Entschei- dung für sich allein grundsätzlich nicht teil. Sowohl die tatsächliche als auch die rechtliche Aus- gangslage können im Rahmen der Beurteilung eines ander en Steuerjahrs vollumfänglich über- prüft und – sofern erforderlich – abweichend gewürdig t werden (BGE 140 I 114 E. 2.4.2 und 2.4.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 2C_973/ 2012 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2, in: StR 69/2014 S. 65; ZWEIFEL /C ASANOVA /B EUSCH /H UNZIKER , a.a.O., S. 408; M ARTIN ZWEIFEL /S ILVIA HUNZIKER , in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuer- recht, Band I/1, StHG, 3. Auflage, 2017, Art. 46 StH G N 4). Hat eine juristische Person in der Bemessungsperiode einen Verlust erlitten, so lautet die entsprechende Veranlagung auf 0 Fran- ken. In Rechtskraft erwächst somit bloss diese Zahl 0. Dag egen wird die Festsetzung des vor- tragbaren Verlustes von der Rechtskraft nicht erfasst un d kann dementsprechend in den nach- folgenden Veranlagungen erneut überprüft werden (L OOSER , a.a.O., Vor Art. 51-53a StHG N 3; HUBERTUS LUDWIG , in: Nefzger/Simonek/Wenk [Hrsg.], Kommentar zum Steuergesetz des Kan- tons Basel-Landschaft, 2004, § 57 StG N 2). Lediglich ausnahmsweise können die Erwägungen an der Rechtskraft teilhaben, wenn sich das Dispositiv ex plizit darauf bezieht (Z WEIFEL /C ASA - NOVA /B EUSCH /H UNZIKER , a.a.O., S. 408). Dies ist etwa bei Rückweisungsentsche iden der Fall, in denen der unteren Instanz unter Verweis auf die Er wägungen konkrete Anweisungen erteilt werden. Diesfalls nehmen die Erwägungen insoweit an d er (möglichen) Rechtskraft des Dispo- sitivs teil, als darin auf sie verwiesen wird (vgl. Urtei l des Bundesgerichts 2C_1236/2012 vom 20. Juni 2013 E. 1.2 mit Hinweisen). 3.4 In Bezug auf die Grundstückgewinnsteuerveranlagunge n betreffend die Verkäufe der Parzellen Nr. XX und YY, GB B.____, ist entscheidend, dass die Steuerverwaltung bei den Veranlagungen zum Schluss gekommen war, die Beschwerdeführerin habe keinen steuerbaren Grundstückgewinn realisiert und müsse dementsprechend kei ne Grundstückgewinnsteuern in den Jahren 2011 und 2012 bezahlen. Dies führte unbest rittenermassen jeweils zu Nullveranla- gungen. Bei den Grundstückgewinnsteuerveranlagungen ist somit bloss die Zahl 0 in Rechts- kraft erwachsen. Daran vermag auch die vom Steuergericht im Dispositiv des Urteils vom 2. De- zember 2016 verwendete Formulierung "Der Rekurs wird i m Sinne der Erwägungen gutge- heissen…" nichts zu ändern, zumal damit offensichtlich kein e verbindlichen Anweisungen erteilt wurden bzw. werden konnten. Der Argumentation der Besch werdeführerin, das Steuergericht Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe im Urteil vom 2. Dezember 2016 rechtskräftig über den Verbleib der operativen Verluste bei der Gewinnsteuer geurteilt, kann daher nicht gefolgt werden. 4.1 Strittig ist weiter, ob die Vorinstanzen zu Recht d avon ausgegangen sind, dass im vor- liegenden Fall – gleich wie im vom Bundesgericht im U rteil 2C_230/2017 vom 26. Januar 2018, in: StE 2018 B 44.13.7 Nr. 29 und StR 73/2018 S. 60 6, entschiedenen Fall – eine Berücksichti- gung des aus den Grundstückgewinnsteuerveranlagungen resul tierenden "Verlustes" bei der Gewinnsteuer 2013 unzulässig sei. 4.2 Die Vorinstanz kam diesbezüglich zum Schluss, dass im vorliegenden Fall gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die geltend gemachte n Verluste von Fr. -11'295'970.-- nicht mit dem Betriebsgewinn verrechnet werden könnten resp. eine Rückübertragung (aus der Sphäre der Grundstückgewinnsteuer in jene der Gewinnste uer) der nicht verrechneten Ver- lustvorträge nicht möglich sei. Wie im damals vom Bundes gericht entschiedenen Fall stelle der verbleibende Restbetrag unter Zugrundelegung des Massg eblichkeitsprinzips keinen Verlust (bzw. einen künstlichen Verlust) dar. Im Rahmen der Ge winnsteuer müsse vom nach den für die Gewinnsteuer massgeblichen Regeln ermittelten Grun dstückgewinn ausgegangen werden und nicht vom Verlust, der auf dem im Rahmen der Grundstückgewinnsteuerberechnung heran- gezogenen Ersatzwert vor 20 Jahren basiere. Das schliess e eine Verrechnung des bei der Grundstückgewinnsteuer noch nicht berücksichtigten Restbetrags aus. 4.3 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, vorlie gend gehe es um operative Verlust- vorträge in der Höhe von Fr. -11'295'970.--. Dieser Betrag entspreche der Differenz zwischen dem in der Steuererklärung deklarierten Verlustvortrag von Fr. -13'324'270.-- und den in der Ge- winnsteuerveranlagung 2013 berücksichtigten Vorjahresverl usten von Fr. -2'028'300.--, was zu einem steuerbaren Betriebsgewinn betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2013 von Fr. 120'083.-- geführt habe. Die Vorinstanzen würden sich in ihren Entscheiden auf das Urteil des Bundesgerichts 2C_230/2017 vom 26. Januar 2018 b eziehen. Vor dem Hintergrund der vorliegenden Prozessgeschichte könne dieser Entscheid jedoch nicht präjudiziell sein. Auch sei die Sachlage mit dem vorliegenden Verfahren nicht ve rgleichbar, da die Grundstückgewinn- steuerveranlagungen basierend auf dem Urteil des Steuer gerichts vom 2. Dezember 2016 for- mell und materiell rechtskräftig geworden seien. Folgl ich müsse ein operativer Verlust, der bei der Grundstückgewinnsteuer aufgrund formeller und mater ieller Rechtskraft nicht angerechnet werden könne – da er nicht ins "Leere" fallen könne – zwingend bei der Gewinnsteuer verblei- ben. Da die Grundstückgewinnsteuer und die Gewinnsteuer betreffend die strittige Verlustver- rechnung eng zusammenhängen würden, sei keine andere Lösung plausibel und sachgerecht. 4.4 Die Steuerverwaltung hält dem entgegen, die Besch werdeführerin wolle einen theo- retisch noch nicht verrechneten, künstlich herbeigeschaffenen Verlust von Fr. -11'295'970.-- aus der damaligen – leider offensichtlich fehlerhaften – G rundstückgewinnsteuerveranlagung in die ordentliche Gewinnsteuerveranlagung übertragen. Dies würde gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in seiner Konsequenz Bundesrecht verletze n und sei demzufolge nicht mög- lich; sei dies nun aufgrund eines hypothetischen Ersatzwert es (Verkehrswert vor 20 Jahren) oder aber – wie im vorliegenden Fall – wegen einer v ollends irrtümlichen Berechnung der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gestehungskosten bei der Grundstückgewinnsteuer. Ein solcher Verlustrücktrag eines entwe- der künstlich kreierten oder eines fehlerbedingten Verl usts in die ordentliche Gewinnsteuer einer juristischen Person widerspreche dem Massgeblichkeit sprinzip der Handelsbilanz im Steuerrecht und damit offensichtlich auch der Besteuer ung nach der wirtschaftlichen Leis- tungsfähigkeit. 4.5.1 Gemäss Art. 12 Abs. 1 StHG unterliegen Gewinne, die sich bei der Veräusserung eines Grundstücks des Privatvermögens oder eines land- ode r forstwirtschaftlichen Grund- stücks sowie Anteilen daran ergeben, soweit der Erlös di e Anlagekosten (Erwerbspreis oder Ersatzwert zuzüglich Aufwendungen) übersteigt, der Grun dstückgewinnsteuer. Aufgrund von Art. 2 Abs. 1 lit. d und Art. 12 StHG sind die Kanton e verpflichtet, eine Grundstückgewinnsteuer zu erheben und somit Mehrwerte, die bei einer Veräusse rung von Grundstücken realisiert wer- den (Kapitalgewinne), zu besteuern. Es ist den Kanton en aber freigestellt, ob sie die Grund- stückgewinne nach dem sog. dualistischen oder St. Galler-S ystem oder nach dem sog. monis- tischen oder Zürcher-System besteuern wollen (vgl. F ELIX RICHNER /W ALTER FREI /S TEFAN KAUFMANN /H ANS ULRICH MEUTER , Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Auflage, 201 3, Vorbemerkungen zu §§ 216-226a N 1 ff.; BGE 131 II 72 2 E. 2.1 mit Hinweisen). Die Besteue- rung der Grundstückgewinne ist in den Kantonen daher ni cht einheitlich: Entweder werden die- se Gewinne alle mit einer besonderen Wertzuwachs- od er Grundstückgewinnsteuer erfasst (als Objektsteuer); dabei wird nicht unterschieden, ob das veräusserte Grundstück dem Privat- oder dem Geschäftsvermögen des Veräusserers zugehört (monistisch es System). Oder dann unterliegen nur Grundstückgewinne des Privatvermögens dieser Steuer, solche des Geschäfts- vermögens werden der ordentlichen Einkommens- oder Gewi nnsteuer unterstellt (als Subjekt- steuer; dualistisches System). Das StHG folgt in seinem Gru ndsatz dem dualistischen System, es erlaubt aber auch, dass nach dem monistischen System g eschäftliche und private Grund- stückgewinne einer Grundstückgewinnsteuer unterworfen we rden (Art. 12 Abs. 4 StHG; BGE 131 II 722 E. 2.1 mit Hinweisen). Das StHG führt die massgeblichen Rechtsbegriffe – "Erlös", "Anlagekosten" und "Ersatzwert" – nicht näher aus und üb erlässt daher den Kantonen insofern bei der Umschreibung des steuerbaren Gewinns einen, wenn auch eingeschränkten Gestal- tungsspielraum (BGE 143 II 382 E. 3.1 mit Hinweisen). Ebenso enthält das StHG keine spezifi- schen Normen betreffend allfällige Verlustverrechnungen (vgl. B ERNHARD ZWAHLEN /N ATALIE NYFFENEGGER , in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizeri schen Steuerrecht, Band I/1, StHG, 3. Auflage, 2017, Art. 12 StHG N 2). Die Kantone haben aber nach der bundes- gerichtlichen Rechtsprechung bei der Umschreibung des St euerobjekts und dessen Bemes- sung den harmonisierungsrechtlichen Rahmen zu beachten. Entsprechend wird der Gestal- tungsspielraum eingeschränkt, besonders mit Blick darauf, dass Grundstückgewinn- und Einkommens- beziehungsweise Gewinnsteuer eng miteinander verbunden sind (vgl. BGE 143 II 382 E. 4.1 mit Hinweisen). 4.5.2 Die Grundstückgewinnsteuer des Kantons Basel-Lan dschaft folgt dem monistischen System; es handelt sich um eine direkte Steuer auf eine m Teil des Einkommens (Spezialein- kommenssteuer), welche grundsätzlich als Objektsteuer ausgestaltet ist (vgl. THOMAS B. WENK , in: Nefzger/Simonek/Wenk [Hrsg.], Kommentar zum Steuerg esetz des Kantons Basel-Land- schaft, Basel 2004, § 71 StG N 2 ff.). Die basellandsch aftliche Grundstückgewinnsteuer Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht (§§ 71 ff. StG) erfasst einheitlich sowohl private als au ch geschäftliche Grundstückgewinne. Sie nimmt die bei der Veräusserung von Geschäftsvermögen erzie lten Grundstückgewinne von der Einkommens- bzw. Gewinnsteuer aus (vgl. Urteil des Bunde sgerichts 2C_230/2017 vom 26. Januar 2018 E. 2.1.2, in: StE 2018 B 44.13.7 Nr. 29 und StR 73/2018 S. 606). Der Grund- stückgewinn ist der Betrag, um den der Veräusserungserlö s die Gestehungskosten (Erwerbs- preis und wertvermehrende Aufwendungen) übersteigt (§ 75 Abs. 1 StG). Gemäss § 77 Abs. 1 StG gilt als Erwerbspreis der Kaufpreis mit Einschluss aller weiteren Leistungen des Erwerbers. Ist der Erwerbspreis nicht feststellbar, so gilt als solch er der Verkehrswert im Zeitpunkt des Erwerbs (Abs. 2). Liegt der Erwerb mehr als 20 Jahre zu rück, so bestimmt sich der Erwerbs- preis nach dem Verkehrswert des Grundstücks vor 20 Jahren, sofern kein höherer Erwerbspreis nachweisbar ist (Abs. 3). Grundstückgewinne und -verluste , die sich innerhalb eines Jahres ergeben, werden zusammengerechnet (§ 79 Abs. 1 StG). Gewinne, die aufgrund einer durchge- führten Enteignung oder aus Veräusserung wegen drohend er Enteignung erzielt werden, sind hiervon ausgenommen (§ 79 Abs. 2 StG). Schliesst das Gesch äftsjahr einer steuerpflichtigen Person in der Steuerperiode, in der ein Grundstückgewin n auf einem zum Geschäftsvermögen gehörenden Grundstück erzielt wurde, mit einem Verlus t ab, so kann dieser vom betreffenden steuerbaren Grundstückgewinn abgezogen werden (§ 79 Abs. 3 StG). Die Bestimmungen über die Verlustverrechnung bei der Einkommens- und Ertragsst euer (§§ 89 und 57 StG) sind gemäss § 79 Abs. 4 StG sinngemäss anwendbar. 4.5.3 In seiner neueren Praxis hat das Bundesgericht mehr fach den Freiraum der kantonalen Gesetzgebung in freier Kognition auf die horizontale u nd vertikale Harmonisierungsfunktion des StHG hin überprüft und dadurch eine höchstrichterliche materielle Harmonisierung eingeleitet (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_198/2016 vom 20. Ju li 2016 E. 3.2 f. und 2C_583/2014 vom 9. Februar 2015 E. 1.2 je mit Hinweisen; BGE 130 II 202 E. 1 ff. mit Hinweisen). Damit haben die kantonalen Gesetzgebungskompetenzen im Rahmen der direkten Steuern Ein- schränkungen resp. Leitlinien erhalten (vgl. Z WAHLEN /N YFFENEGGER , a.a.O., Art. 12 StHG N 2a). Mit Urteil 2C_230/2017 vom 26. Januar 2018 hielt das Bundesgericht fest, dass der Kan- ton Basel-Landschaft bei der Bestimmung des Grundstückg ewinns als Differenz zwischen dem Veräusserungserlös und den Anlagekosten (Erwerbspreis ode r Ersatzwert zuzüglich Aufwendungen) bei einem mehr als 20 Jahre zurückliegen den Erwerb anstelle des Erwerbs- preises als Ersatzwert auf den Verkehrswert vor 20 Jahren a bstellt, sofern kein höherer Erwerbspreis nachweisbar ist (§ 77 Abs. 2 StG), und dass sich diese Regelung zugunsten der steuerpflichtigen Person auswirkt, da der Verkehrswert vor 20 Jahren in der Regel höher als der tatsächliche Erwerbspreis ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_230/2017 vom 26. Januar 2018 E. 2.2.3, in: StE 2018 B 44.13.7 Nr. 29 und StR 73/ 2018 S. 606; W ENK , a.a.O., § 77 N 7). Weiter ergibt sich aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass die Verrechnung von Ge- schäftsverlusten mit dem Grundstückgewinn dem Wesen der Gr undstückgewinnsteuer als Objektsteuer grundsätzlich fremd ist (Urteil des Bundesge richts 2C_230/2017 vom 26. Januar 2018 E. 2.3, in: StE 2018 B 44.13.7 Nr. 29 und StR 73/2018 S. 606, mit Verweis auf BGE 139 II 373 E. 3.5) und es deswegen nicht sachgerecht ist , im Rahmen einer allfälligen Rück- übertragung des noch nicht vollumfänglich konsumierten Verlustvortrags in die Sphäre der Gewinnsteuer darauf abzustellen, wie die Berechnung be i der Grundstückgewinnsteuer vorge- nommen worden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_230/201 7 vom 26. Januar 2018 E. 2.4 in: Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht StE 2018 B 44.13.7 Nr. 29 und StR 73/2018 S. 606). Vielmehr ist, da gemäss Art. 24 Abs. 1 StHG der gesamte Reingewinn der Gewinnsteuer unterlie gt und diese Bestimmung als Grund- lage somit auf das Ergebnis der handelsrechtlichen Erfolgsrechnung (mit steuerrechtlichen Kor- rekturen) abstellt, im Fall der Rückübertragung bei de m nach den Regeln des Handelsrechts ermittelten Grundstückgewinn anzusetzen (Urteil des Bun desgerichts 2C_230/2017 vom 26. Januar 2018 E. 2.4.1, in: StE 2018 B 44.13.7 Nr. 29 und StR 73/2018 S. 606). 4.6 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die e rwähnte bundesgerichtliche Recht- sprechung sei im vorliegenden Fall nicht einschlägig, k ann ihr nicht gefolgt werden. Vielmehr haben im vorliegenden Fall die fehlerbehafteten Gru ndstückgewinnsteuerveranlagungen zu einem "künstlichen kreierten" bzw. "fehlerbedingen" Ve rlust geführt, der unter Zugrundelegung des Massgeblichkeitsprinzips keinen Verlust darstellt und d emgemäss nach der bundesgericht- lichen Rechtsprechung nicht zur Verrechnung zugelassen wer den kann. Demgemäss ist nicht zu beanstanden, dass die Steuerverwaltung die Gewinnber echnung bzw. Verlustverrechnung bei der Staats- und Gemeindesteuer entsprechend derjen igen bei der direkten Bundessteuer vorgenommen hat. Der veranlagte Gewinn deckt sich somit – wie die Steuerverwaltung in ihrer Vernehmlassung zutreffend ausführt – mit demjenigen b ei der direkten Bundessteuer, womit gewährleistet ist, dass das bei der Gewinnsteuer geltend e Massgeblichkeitsprinzip der Han- delsbilanz eingehalten wird. Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt als unbegründet abzu- weisen. 5.1 Für den Fall der Abweisung der Beschwerde macht di e Beschwerdeführerin even- tualiter geltend, dass sie für die Steuerperioden 2013 bis 2018 keine Steuerrückstellungen für die kantonalen und kommunalen Gewinnsteuern verbucht ha be, da sie aufgrund des vortrag- baren Verlustes von Fr. -11'295'970.-- nicht damit ha be rechnen müssen, überhaupt eine Steuerlast tragen zu müssen. Sollte sie im vorliegend en Verfahren unterliegen, so sei die Steuerverwaltung anzuweisen, ihr die im Gesetz vorgesehe nen Abzüge zu gewähren und den satzbestimmenden bzw. steuerbaren Ertrag von Fr. 120'083. -- um den darauf anfallenden Steuerbetrag zu reduzieren. Analog sei das steuerbare Kapital entsprechend zu kürzen. 5.2 Juristische Personen können entrichtete eidgenössische, ka ntonale und kommunale Steuern als geschäftsmässig begründeten Aufwand von ihrem steuerbaren Gewinn in Abzug bringen (Art. 25 Abs. 1 lit. a StHG; § 54 Abs. 1 lit. a StG). Soweit die entsprechenden Steuern in einem Geschäftsjahr noch nicht entrichtet wurden, sind Rü ckstellungen zu bilden (S IMONEK , a.a.O., S. 197). Rückstellungen sind Fremdkapitalposten , die der Deckung von künftigen, gegenleistungslosen Geld-, Güter- oder Leistungsabgänge n dienen, die zwar bereits verur- sacht, aber betragsmässig noch nicht genau bekannt sind. Mit einer Rückstellung wird der laufenden Geschäftsperiode also ein tatsächlich oder zumindest wahrscheinlich verursachter, in seiner Höhe aber noch nicht genau bekannter Aufwand od er Verlust, der erst in einer späteren Periode geldmässig verwirklicht wird, gewinnmindernd an gerechnet. Rückstellungen sind beispielsweise zu tätigen für Garantieleistungen, Bürgsc haftsverpflichtungen oder Prozessrisi- ken. Rückstellungen sind jährlich den erwarteten Risiken a nzupassen; soweit sie nicht mehr geschäftsmässig begründet sind, müssen sie erfolgswirksam auf gelöst werden. Andernfalls entstehen stille Reserven; Rückstellungen, mit deren Beanspruchung nicht ernstlich zu rechnen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist, kommt materiell Reservencharakter zu (M ARKUS REICH , Steuerrecht, 3. Auflage, 2020, S. 398). Betriebswirtschaftlich und handelsrechtlich allgemein anerkannt ist, dass für geschulde- te Steuern schon vor der Veranlagung Rückstellungen oder passive Rechnungsabgrenzungs- posten gebildet werden müssen. Je nach Wahrscheinlichkeit ist am Tag der Bilanzerstellung die Höhe der erforderlichen Rückstellung abzuschätzen (BGE 1 41 II 83 E. 5.1). Die Steuerrückstel- lung muss im Rahmen des Veranlagungsverfahrens angepasst werden, wenn sich zeigt, dass diese aufgrund der von den Steuerbehörden vorgenommene n steuerrechtlichen Korrekturen, bspw. wegen eines korrigierten geschäftsmässig nicht begrü ndeten Aufwandes, zu niedrig be- messen ist. Die Anpassung der Steuerrückstellung stützt sich in diesem Fall unmittelbar auf die von den Steuerbehörden herangezogenen steuerrechtlichen Korrekturvorschriften und ist von den Steuerbehörden von Amtes wegen vorzunehmen (BGE 14 1 II 83 E. 5.3 ff.; S IMONEK , a.a.O., S. 198). 5.3 Der Beilage "Balance Sheet" zur Steuererklärung 2 013 ist zu entnehmen, dass die Be- schwerdeführerin unter dem Titel "accrued tax liabilitie s" per 31. Dezember 2013 eine Steuer- rückstellung in Höhe von Fr. 65'018.-- gebildet hat. Di e direkte Bundessteuer für die Steuer- periode 2013 beläuft sich auf Fr. 10'207.05, die vera nlagte Staats- und Gemeindesteuer 2013 auf Fr. 17'065.70 und die Kirchensteuer auf Fr. 853.30. Der Gesamtbetrag für die vorgenannten direkten Steuern beläuft sich folglich auf Fr. 28'126.0 5. Die Steuerrückstellung in der Höhe von Fr. 65'018.-- deckt die vorgenannten Steuerforderungen ohne weiteres ab, weshalb keine zusätzliche Steuerrückstellung erforderlich ist. Folglich ist auch das Eventualbegehren abzu- weisen. 6. Dies führt zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerd e, soweit darauf eingetreten werden kann. 7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 A bs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlie genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind d ie Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- der unterlegenen Beschwerdeführerin aufzu erlegen und mit dem geleisteten Kos- tenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- zu verrechnen. Ausgangsgemäss sind die Partei- kosten wettzuschlagen (§ 21 VPO). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- werden der Beschwer- deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvo rschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiber