<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">H 147/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>II. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari; </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Riedi </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 31. Januar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">S.________, Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Ausgleichskasse des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, </div> <div class="para">Zürich, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- S.________ ist seit 1. Dezember 1991 als </div> <div class="para">Selbstständigerwerbender der Ausgleichskasse des Kantons </div> <div class="para">Zürich angeschlossen. Seine persönlichen Beiträge wurden </div> <div class="para">vorerst auf Grund seiner eigenen Angaben festgesetzt. Ge- </div> <div class="para">stützt auf die Steuermeldungen vom 30. Oktober 1996 mit den </div> <div class="para">Einkommen der Jahre 1991 bis 1994 setzte die Ausgleichs- </div> <div class="para">kasse mit Verfügungen vom 14. November 1996 die persön- </div> <div class="para">lichen Beiträge von S.________ für Dezember 1991 und für </div> <div class="para">die Jahre 1992 bis 1995 auf Grund des jeweiligen bei- </div> <div class="para">tragspflichtigen Jahreseinkommens von Fr. 38'700.- (1991), </div> <div class="para">Fr. 37'400.- (1992), Fr. 83'500.- (1993), Fr. 60'800.- </div> <div class="para">(1994) und Fr. 71'900.- (1995; Durchschnittseinkommen der </div> <div class="para">Jahre 1993/94) neu fest. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Beschwerdeweise beantragte S.________, die </div> <div class="para">Beitragsverfügungen für die Jahre 1993 bis 1995 seien auf- </div> <div class="para">zuheben und die Beiträge auf Grund des durchschnittlichen </div> <div class="para">Einkommens der Jahre 1991 und 1992 neu festzusetzen. </div> <div class="para"> Mit Entscheid vom 29. März 1999 wies das Sozialver- </div> <div class="para">sicherungsgericht des Kantons Zürich die Beschwerde ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde erneuert </div> <div class="para">S.________ sein vorinstanzlich gestelltes Rechtsbegehren. </div> <div class="para"> Während die Ausgleichskasse auf eine Stellungnahme </div> <div class="para">verzichtet, lässt sich das Bundesamt für Sozialversicherung </div> <div class="para">nicht vernehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Da keine Versicherungsleistungen streitig sind, </div> <div class="para">hat das Eidgenössische Versicherungsgericht nur zu prüfen, </div> <div class="para">ob der vorinstanzliche Entscheid Bundesrecht verletzt, ein- </div> <div class="para">schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, </div> <div class="para">oder ob der rechtserhebliche Sachverhalt offensichtlich </div> <div class="para">unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher </div> <div class="para">Verfahrensbestimmungen festgestellt worden ist (Art. 132 in </div> <div class="para">Verbindung mit Art. 104 lit. a und b sowie <span class="artref">Art. 105 Abs. 2 </span></div> <div class="para">OG). </div> <div class="para"> Ferner ist <span class="artref">Art. 114 Abs. 1 OG</span> zu beachten, wonach das </div> <div class="para">Eidgenössische Versicherungsgericht in Abgabestreitigkeiten </div> <div class="para">an die Parteibegehren nicht gebunden ist, wenn es im Pro- </div> <div class="para">zess um die Verletzung von Bundesrecht oder um die unrich- </div> <div class="para">tige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts </div> <div class="para">geht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid die für die </div> <div class="para">Beitragsfestsetzung bei selbstständig erwerbstätigen Per- </div> <div class="para">sonen massgebenden Bestimmungen, insbesondere jene zur </div> <div class="para">Beitrags- und Berechnungsperiode im ordentlichen Verfahren </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 22 AHVV</span>), zur Ermittlung des Einkommens und des </div> <div class="para">Eigenkapitals (<span class="artref">Art. 23 AHVV</span>) sowie zur Anwendung des aus- </div> <div class="para">serordentlichen Beitragsfestsetzungsverfahrens bei Aufnahme </div> <div class="para">einer selbstständigen Erwerbstätigkeit (<span class="artref">Art. 25 AHVV</span> in der </div> <div class="para">hier massgebenden, bis 31. Dezember 1994 gültig gewesenen </div> <div class="para">Fassung) und die hiezu ergangene Rechtsprechung (BGE 120 V </div> <div class="para">162 f. Erw. 4) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen </div> <div class="para">werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Im vorliegenden Fall ist die Beitragsfestsetzung </div> <div class="para">für die Jahre 1993 bis 1995 streitig. Dabei stellt sich die </div> <div class="para">Frage, ob eine Ausdehnung des ausserordentlichen Beitrags- </div> <div class="para">bemessungsverfahrens bis und mit dem Beitragsjahr 1995, </div> <div class="para">d.h. bis zum Vorjahr der übernächsten ordentlichen Bei- </div> <div class="para">tragsperiode 1996/1997, zulässig ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- a) Das kantonale Gericht hiess die Anwendung des </div> <div class="para">ausserordentlichen Beitragsfestsetzungsverfahrens bis zur </div> <div class="para">übernächsten ordentlichen Beitragsperiode (1996/97) gut, da </div> <div class="para">das Einkommen des ersten Geschäftsjahres um mehr als 25 % </div> <div class="para">von jenem der beiden folgenden Jahre abweiche und zwar un- </div> <div class="para">abhängig davon, ob man 1991 oder 1992 als erstes Geschäfts- </div> <div class="para">jahr betrachte. </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, dass </div> <div class="para">nicht das erste Geschäftsjahr von den folgenden, sondern </div> <div class="para">das zweite Geschäftsjahr (1993) von den übrigen abweiche. </div> <div class="para">Die mehrmalige Zugrundelegung dieses ausserordentlichen </div> <div class="para">Geschäftsergebnisses für die Beitragsfestsetzung trage den </div> <div class="para">wirtschaftlichen Verhältnissen keine Rechnung und führe für </div> <div class="para">ihn zu einer unannehmbaren Härte. Seine persönlichen Bei- </div> <div class="para">träge seien deshalb für die Jahre 1993 bis 1995 auf dem </div> <div class="para">Einkommen der Jahre 1991/92 festzusetzen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Massgebend für die Anwendung von <span class="artref">Art. 25 Abs. 4 </span></div> <div class="para">AHVV ist einzig, dass eine "unverhältnismässig starke" Ab- </div> <div class="para">weichung des im ersten Geschäftsjahr erzielten Einkommens </div> <div class="para">im Vergleich zu den folgenden Jahren besteht, was bei einer </div> <div class="para">Einkommensveränderung von 25 % der Fall ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-161%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page162">BGE 120 V 162</a> </div> <div class="para">f. Erw. 4). Diese bemisst sich durch Vergleich des im ers- </div> <div class="para">ten Geschäftsjahr erzielten Einkommens mit dem Durch- </div> <div class="para">schnittseinkommen der beiden folgenden Jahre; die späteren </div> <div class="para">Beitragsjahre fallen nicht mehr in Betracht (SVR 1994 AHV </div> <div class="para">Nr. 16 S. 40 Erw. 4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Vorliegend weicht das beitragspflichtige Einkommen </div> <div class="para">des ersten Geschäftsjahres (Dezember 1991 bis Dezember </div> <div class="para">1992, auf ein Jahr umgerechnet) vom durchschnittlichen Ein- </div> <div class="para">kommen der beiden folgenden Jahre (1993 und 1994) um mehr </div> <div class="para">als 25 % ab. Somit ist die Voraussetzung für die Anwendung </div> <div class="para">von <span class="artref">Art. 25 Abs. 4 AHVV</span> gegeben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 5.- Ausgleichskasse und Vorinstanz haben <span class="artref">Art. 25 </span></div> <div class="para">Abs. 4 AHVV richtig angewendet. Der Umstand, dass das hohe </div> <div class="para">Einkommen des Jahres 1993 mehrmals der Beitragsbemessung </div> <div class="para">zugrunde gelegt wird, mag für den Beschwerdeführer zwar </div> <div class="para">eine Härte darstellen, ist jedoch die Folge davon, dass bei </div> <div class="para">der Beitragsfestsetzung für das Jahr 1995 auf das System </div> <div class="para">der Vergangenheitsbemessung übergegangen wird. Die Praxis </div> <div class="para">hat hinlänglich gezeigt, dass - je nach Interessenlage - </div> <div class="para">das Bedürfnis nach Beibehaltung oder Preisgabe des ausser- </div> <div class="para">ordentlichen Bemessungsverfahrens besteht (AHI 1994 S. 144 </div> <div class="para">Erw. 8). Diesem Bedürfnis kann die Rechtsprechung nicht </div> <div class="para">begegnen, indem sie im Einzelfall nach Billigkeitsgesichts- </div> <div class="para">punkten in die vom Verordnungsgeber im Rahmen eines weiten </div> <div class="para">Gestaltungsspielraumes getroffene Regelung des Nebeneinan- </div> <div class="para">ders der beiden Beitragsbemessungsverfahren normberichti- </div> <div class="para">gend eingreift. </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Die Gerichtskosten von Fr. 900.- werden dem Beschwer- </div> <div class="para"> deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvor- </div> <div class="para"> schuss verrechnet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversiche- </div> <div class="para"> rungsgericht des Kantons Zürich und dem Bundesamt für </div> <div class="para"> Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 31. Januar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der II. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>