Obergericht des Kantons Bern 1. Strafkammer Cour suprême du canton de Berne 1re Chambre pénale Beschluss SK 19 367 Hochschulstrasse 17 Postfach 3001 Bern Telefon +41 31 635 48 08 Fax +41 31 634 50 54 obergericht-straf.bern@justice.be.ch www.justice.be.ch/obergericht Bern, 23. Juni 2020 Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Oberrichterin Falkner, Oberrichter Gerber Gerichtsschreiberin Gerber Verfahrensbeteiligte A.________ a.v.d. Rechtsanwalt B.________ Verurteilter/Beschwerdeführer gegen Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID), Generalsekreta- riat, Kramgasse 20, 3011 Bern und Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, Postfach, 3013 Bern Gegenstand Beschwerde gegen den Entscheid der Polizei- und Militärdirekti- on des Kantons Bern vom 22. August 2019 (2019.POMGS.417) 2 Erwägungen: I. Prozessgeschichte 1. Mit Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 31. Juli 2012 wurde A.________ (Verurteilter/Beschwerdeführer, nachfolgend Beschwerdeführer) wegen Mordes, Raubes, bandenmässig und unter Offenbarung besonderer Gefährlichkeit, banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, Diebstahls, mehrfacher Fälschung von Auswei- sen, Widerhandlung gegen das Ausländergesetz durch Förderung des rechtswidri- gen Aufenthaltes und Beschäftigung seiner Schwester in der Schweiz zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt, teilweise als Zusatzstrafe zu den Urteilen der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 16. Februar 2006, des Untersuchungsrich- teramtes I Berner Jura-Seeland vom 29. November 2007 und des Bezirksamtes Zofingen vom 3. September 2008 sowie unter Anrechnung von 1‘163 Tagen Unter- suchungs- und Sicherheitshaft (vgl. amtliche Akten der Bewährungs- und Vollzugs- dienste des Amts für Justizvollzug des Kantons Bern [nachfolgend BVD] pag. 165 f.). Auf die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde trat das Bundesge- richt mit Urteil vom 27. Mai 2013 nicht ein. Das gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 31. Juli 2012 gerichtete Revisionsgesuch des Beschwerde- führers vom 23. September 2016 (vgl. amtliche Akten BVD pag. 745 ff.) wies das Obergericht mit Beschluss vom 20. Dezember 2016 ab (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 466). Das Bundesgericht wies die gegen den Beschluss erhobene Be- schwerde mit Urteil vom 31. Mai 2017 ab, soweit es darauf eintrat (vgl. amtliche Ak- ten BVD, pag. 487). Am 24. Mai 2019 hatte der Beschwerdeführer zwei Drittel der auferlegten Freiheits- strafe verbüsst (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 809). 2. Mit Verfügung vom 21. Mai 2019 verweigerten die BVD die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers auf den Zweidritteltermin am 24. Mai 2019 (vgl. amtliche Akten der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern [nachfolgend SID; vormals Poli- zei- und Militärdirektion des Kantons Bern, POM], pag. 1 ff., 11 f.). 3. Gegen die Verfügung der BVD vom 21. Mai 2019 erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 17. Juni 2019 Beschwerde bei der SID (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 15 ff.). Er beantragte die Aufhebung der an- gefochtenen Verfügung und die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers aus dem Strafvollzug unter Anordnung einer angemessenen Probezeit. Eventualiter stellte er den Antrag auf bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug unter Anord- nung zusätzlicher Weisungen. Gestützt auf Art. 111 Abs. 1 und 2 Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) sowie Art. 29 Abs. 3 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) ersuchte er um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung seines Rechts- vertreters als amtlichen Rechtsbeistand (vgl. amtliche Akten SID, pag. 16). In der Vernehmlassung beantragten die BVD die vollumfängliche Abweisung der Be- schwerde vom 17. Juni 2019 (vgl. amtliche Akten SID, pag. 31). Mit Entscheid vom 22. August 2019 wies die Vorinstanz die Beschwerde und das Gesuch um Ge-3 währung der unentgeltlichen Rechtspflege ab. Dem Beschwerdeführer wurden die Verfahrenskosten von pauschal CHF 400.00 zur Bezahlung auferlegt, wobei keine Parteikosten gesprochen wurden (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 62). 4. Am 23. September 2019 erhob der Beschwerdeführer, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt B.________, beim Obergericht des Kantons Bern Beschwerde gegen den Entscheid der SID (nachfolgend Vorinstanz) vom 22. August 2019 und stellte folgende Anträge (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 3): 1. In Aufhebung des angefochtenen Entscheides und damit in Aufhebung der Verfügung der BVD vom 21. Mai 2019 sei der Beschwerdeführer bedingt und unter Auferlegung einer angemesse- nen Probezeit aus dem Strafvollzug zu entlassen. 2. Eventualiter sei der Beschwerdeführer unter zusätzlicher Anordnung von Weisungen bedingt aus dem Strafvollzug zu entlassen. 3. Dem Beschwerdeführer sei im Sinne von Art. 111 Abs. 1 und Abs. 2 VRPG sowie im Sinne von Art. 29 Abs. 3 BV sowohl für das vorinstanzliche als auch für das vorliegende Verfahren die un- entgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei ihm in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben. 4.1 Gestützt auf diese Eingabe eröffnete die 1. Strafkammer mit Verfügung vom 24. September 2019 das Beschwerdeverfahren. Sie forderte die Vorinstanz auf, in- nert Frist eine Stellungnahme sowie die Vollzugsakten des Beschwerdeführers ein- zureichen (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 99 f.). 4.2 Mit Schreiben vom 11. Oktober 2019 beantragte die Vorinstanz mit Verweis auf ihre Ausführungen im angefochtenen Entscheid die Abweisung der Beschwerde. Hinsichtlich des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege enthielt sie sich eines formellen Antrags. Sodann nahm sie Stellung zu den Ausführungen in der Beschwerde und reichte die Akten der BVD und ihre eigenen ein (vgl. amtli- che Akten SK 19 367, pag. 105 ff.). 4.3 Innert der mit Verfügung vom 16. Oktober 2019 (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 109 f.) gewährten Frist gelangte beim Obergericht des Kantons Bern die Stel- lungnahme der Generalstaatsanwaltschaft vom 23. Oktober 2019 ein. Darin bean- tragte sie die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei – unter Verweis auf die zutreffende vorinstanzliche Begründung. In Bezug auf das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege resp. Verbeiständung bemerkte sie, die Entscheidung werde ins Ermessen des Obergerichts gestellt (vgl. amtliche Ak- ten SK 19 367, pag. 115 f.). 4.4 Mit Verfügung vom 23. Oktober 2019 gab die Verfahrensleitung dem Beschwerde- führer Gelegenheit, fristgerecht zu replizieren (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 119 f.). Dieses Recht nahm er mit Eingabe vom 1. November 2019 wahr. Er hielt an den bereits gestellten Anträgen vollumfänglich fest (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 125 ff.). Zur Vervollständigung der Aktenlage reichte Rechtsanwalt B.________ namens und auftrags seines Mandanten den aktuellen Vollzugsver- laufsbericht der Justizvollzugsanstalt C.________ vom 28. Oktober 2019 (vgl. amt- liche Akten SK 19 367, pag. 153 f.), den Abklärungsauftrag der BVD an den Foren- sisch-Psychiatrischen Dienst der Universität Bern (nachfolgend FPD) vom 13. Sep-4 tember 2019 (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 157) sowie das entsprechende Schreiben vom 21. Oktober 2019, unterzeichnet von Dr. med. D.________, ein (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 159 f.). 4.5 Innerhalb der mit Verfügung vom 4. November 2019 gewährten Frist (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 165 f.) verzichtete die Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 11. November 2019 auf eine Duplik (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 173). Die Vorinstanz hingegen machte vom gewährten Recht Gebrauch und nahm mit Eingabe vom 19. November 2019 zum aktuellen Vollzugsverlaufsbericht wie auch zum Antwortschreiben des FPD Stellung (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 175 f.). 4.6 In der Folge verfügte die Verfahrensleitung am 20. November 2019 den Abschluss des Schriftenwechsels, gab die Kammerbesetzung bekannt und stellte den schriftli- chen Entscheid in Aussicht (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 177 f.). II. Formelles 5. Gemäss Art. 52 Abs. 1 des Gesetzes über den Justizvollzug (Justizvollzugsgesetz, JVG; BSG 341.1) i.V.m. Art. 29 Abs. 1 Bst. c des Organisationsreglements des Obergerichts (OrR OG; BSG 162.11) beurteilen die Strafkammern des Oberge- richts des Kantons Bern insbesondere Beschwerden gegen Beschwerdeentscheide der POM (heute SID) im Bereich des Justizvollzugs. Die 1. Strafkammer ist somit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Das Verfahren richtet sich gemäss Art. 53 JVG nach dem VRPG, soweit das JVG keine besonderen Bestim- mungen enthält. Namentlich finden Art. 79 und Art. 80 bis Art. 84a VRPG sinn- gemäss Anwendung (Art. 86 Abs. 2 VRPG). 6. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Entscheid der SID vom 22. August 2019 (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 44 ff.). Die Vorinstanz wies darin die Beschwerde ab und schützte damit die Verfügung der BVD, mit welcher diese die bedingte Entlas- sung zum Zweidritteltermin verweigerte. 7. Die Beschwerde wurde fristgerecht eingereicht (vgl. Art. 52 Abs. 1 JVG). Der Be- schwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist vom ange- fochtenen Entscheid direkt betroffen und als unterlegene Partei zur Beschwerde- führung legitimiert (Art. 79 VRPG). 8. Streitgegenstand ist jener Teil des Anfechtungsobjekts, den die beschwerde- führende Partei von der Rechtsmittelinstanz überprüfen lassen will (Dispositions- maxime). Auszugehen ist in erster Linie von den Rechtsbegehren der beschwerde- führenden Partei. Ergibt sich daraus nicht mit wünschbarer Klarheit, inwieweit das Anfechtungsobjekt überprüft werden soll, helfen meist die Beschwerdebegründung und die einzelnen darin enthaltenen Rügen weiter. In der Beschwerdebegründung muss der Beschwerdeführer darlegen, inwiefern der konkrete Entscheid falsch sein soll. Der Streitgegenstand kann nie über das Anfechtungsobjekt hinausgehen. Er kann sich im Laufe des Verfahrens jedoch insofern wandeln, als dass er sich ver-5 engen kann (MARKUS MÜLLER, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufla- ge 2011, S. 148 ff.). Streitgegenstand dieses Verfahrens bildet die Verweigerung der bedingten Entlas- sung aus dem Strafvollzug zum Zweidritteltermin. Der Beschwerdeführer rügt Ver- letzungen von Art. 86 Abs. 1 und 2 StGB (implizit), seines Anspruchs auf rechtli- ches Gehör sowie des Willkürverbots (vgl. Art. 9 BV; vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 1 ff., 41). Soweit der Beschwerdeführer nebst der Aufhebung des angefochtenen Entscheids auch die Aufhebung der Verfügung der BVD vom 21. Mai 2019 beantragt (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 3), verkennt er den im Beschwerdeverfahren geltenden Devolutiveffekt (vgl. BGE 136 II 539 E. 1.2 S. 543). Die Verfügung der BVD wurde bereits durch den vorinstanzlichen Ent- scheid vom 22. August 2019 ersetzt und gilt inhaltlich notwendigerweise als mitan- gefochten (BGE 136 II 539 E. 1.2 S. 543; Urteil des Bundesgerichts [nachfolgend BGer] 1C_270/2019 vom 27. Februar 2020 E. 1.1). 9. Für die Sachverhaltsermittlung gilt der Untersuchungsgrundsatz (Art. 18 Abs. 1 VRPG; MERKLI/ AESCHLIMANN/ HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, Bern 1997, N. 1 zu Art. 18 Abs. 1). Der Untersuchungsgrundsatz hat keinen Ein- fluss auf die Beweislast. Bleibt der Sachumstand unbewiesen, so muss die be- weisbelastete Partei die Folgen der Beweislosigkeit tragen (MERKLI/ AESCHLIMANN/ HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, Bern 1997, N. 6 zu Art. 18 Abs. 1). Wer aus einer beweisbedürftigen Tatsache etwas für seinen Rechtsstandpunkt ab- leiten will oder vom Gesetz als beweispflichtig bezeichnet wird, trägt die Beweis- last, d.h. die Folgen der Beweislosigkeit (vgl. BGE 121 V 204 E. 6 S. 208, MERKLI/ AESCHLIMANN/ HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, Bern 1997, N. 3 zu Art. 19 Abs. 1). Zur Beurteilung, welche Beweismittel die Behörde zulassen oder beiziehen will, muss sie eine vorläufige Bewertung der Beweise vornehmen (sog. antizipierte Beweiswürdigung). 10. Die Parteien dürfen solange neue Tatsachen und Beweismittel in das Verfahren einbringen, als weder verfügt noch entschieden noch mit prozessleitender Verfü- gung das Beweisverfahren förmlich abgeschlossen worden ist (Art. 25 VRPG). Neue Tatsachen sind neue Sachverhaltselemente. Darunter fallen Veränderungen des rechtserheblichen Sachverhalts während des Verfahrens. Derartige neue Ele- mente sind auch Sachumstände, die zwar nicht neu entstanden, aber bisher nicht vorgebracht worden sind (BGE 118 II 243 E. 3.b S. 246). Aus der Zulässigkeit neu- er Sachverhaltsvorbringen ergibt sich, dass der Sachverhalt im Zeitpunkt des Ent- scheides für die Beurteilung massgebend ist. Dieser Grundsatz gilt auch im Be- schwerdeverfahren (MERKLI/ AESCHLIMANN/ HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, Bern 1997, N. 2 zu Art. 25). Die Kammer schloss das Beweisverfahren mit Verfügung vom 20. November 2019 förmlich ab (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 177). Die vor diesem Zeitpunkt oberinstanzlich neu offerierten Nachweise des Beschwerdeführers bilden somit grundsätzlich Beurteilungsgrundlage dieses Beschlusses (Dokument der E.________ in Prishtina vom 13. August 2019 [vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 89], der F.________ in Prishtina vom 28. August 2019 [vgl. amtliche Akten 6 SK 19 367, pag. 91], der G.________ in Belgrad inkl. Übersetzung [vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 93 f.], Verlaufsbericht der Justizvollzugsanstalt C.________ vom 28. Oktober 2019 [vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 153 f.], Abklärungsauf- trag der BVD an den FPD der Universität Bern vom 13. September 2019 [vgl. amt- liche Akten SK 19 367, pag. 157] inkl. Antwort des FPD vom 21. Oktober 2019 [vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 159 f.]). 11. Parteieingaben sind in deutscher oder französischer Sprache bei der zuständigen Behörde einzureichen (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 VRPG). Eingaben an für den Kanton zuständige Behörden können in Deutsch oder Französisch eingereicht werden (Art. 6 Abs. 4 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]). Im Schriftverkehr mit kantonalen Behörden besteht insoweit für alle Beteiligten diese Wahlfreiheit, auch wenn ein Verfahren in der anderen Amtssprache angehoben worden ist und instruiert wird […]. Für den ganzen Kanton Bern zuständig ist u.a. das Obergericht (MERKLI/ AESCHLIMANN/ HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, Bern 1997, N. 6 zu Art. 32 Abs. 1). Vorliegend reichte der Beschwerdeführer die als Stellenzusage E.________ vom 13. August 2019, E.________(Fabrik) in Prishtina, sowie die als Stellenzusage F.________ vom 28. August 2019, F.________(Unternehmung) in Prishtina, be- zeichneten Unterlagen ein (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 87 ff.). Sie lauten in keiner anerkannten Amtssprache, womit sie grundsätzlich den Voraussetzungen nach Art. 32 VRPG nicht genügen. Die Kammer erachtet mit der Vorinstanz (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 107) die entsprechenden Dokumente in Kombina- tion mit den Ausführungen des Beschwerdeführers jedoch als hinreichend plausibel (siehe Ziff. IV.19), um als Nachweis für die zu erwartenden Lebensverhältnisse des Beschwerdeführers herangezogen zu werden. Vor diesem Hintergrund und aus pragmatischen Gründen verzichtete die Kammer auf deren Rückweisung zwecks Einholung einer entsprechenden Übersetzung (vgl. Art. 33 Abs. 1 und Art. 35 VRPG). 12. Auf die Beschwerde vom 23. September 2019 ist einzutreten, mit Ausnahme des Rechtsbegehrens um Aufhebung der Verfügung der BVD vom 21. Mai 2019, auf welches nicht einzutreten ist. Die Kognition der Strafkammer richtet sich nach Art. 53 JVG i.V.m. Art. 86 Abs. 2 und Art. 80 VRPG. Gerügt werden können die unrichtige oder unvollständige Fest- stellung des Sachverhalts sowie andere Rechtsverletzungen einschliesslich Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens. Die Angemessenheit des ange- fochtenen Entscheids wird hingegen nicht überprüft (Art. 80 Abs. 1 Bst. c VRPG e contrario). 7 III. Rechtliches Gehör 13. Der Beschwerdeführer hält der Verweigerung der bedingten Entlassung zum Zwei- dritteltermin Rügen formeller Natur entgegen, auf welche vorab einzugehen ist. 13.1 In der Beschwerde vom 23. September 2019 moniert der Beschwerdeführer, die BVD hätten die Verweigerung seiner bedingten Entlassung vor seiner Anhörung «quasi pfannenfertig formuliert» und den Entscheid in der Sache «bereits getrof- fen» gehabt (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 5). Weder die BVD noch die Vor- instanz hätten sich mit den seinerseits anlässlich der Anhörung geäusserten Argu- menten (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 818 ff.) sowie den schriftlichen Einga- ben vom 13. und 14. Mai 2019 (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 825 ff., 840 f.) hinreichend auseinandergesetzt. Dies komme einer Verletzung des rechtlichen Gehörs gleich (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 3 ff., 27). Dagegen wendet die Vorinstanz – jeweils mit der Generalstaatsanwaltschaft (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 115) – ein, sie habe die Vorbringen des Be- schwerdeführers zum rechtlichen Gehör in ihrem Entscheid, Erwägung 2c, «gehört» und sich ausreichend damit auseinandergesetzt (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 106). Der Anspruch auf rechtliches Gehör dient der Sachaufklärung und garantiert den betroffenen Personen ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht im Verfahren (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 21 ff. VRPG). Die Parteien haben insbesondere Anspruch auf Äusserung zur Sache vor Fällung des Entscheids, auf Abnahme der erhebli- chen, rechtzeitig und formrichtig angebotenen Beweise und auf Mitwirkung an der Erhebung von Beweisen oder zumindest auf Stellungnahme zum Beweisergebnis (Urteil des BGer 6B_777/2016 vom 2. November 2016 E. 2.3). Der Grundsatz ver- pflichtet das Gericht, Parteivorbringen tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen. Die Begründung muss deshalb zumindest kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich die urteilende Behör- de hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt vor, wenn die Behörde auf die Abnahme be- antragter Beweismittel verzichtet, weil sie aufgrund der bereits abgenommenen Beweise ihre Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener (antizipierter) Beweiswürdigung annehmen kann, dass ihre Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 141 I 60 E. 3.3. S. 64; Urteil des BGer 6B_356/2018 vom 4. Juni 2018 E. 1.4). Nicht verlangt ist, dass jeder Par- teistandpunkt einlässlich gewürdigt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi- derlegt wird (Urteil des BGer 6B_229/2017 vom 20. April 2017 E. 3.4.1.). Bei der Prüfung der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug muss der Verurteilte vor dem Entscheid über die bedingte Entlassung zwingend angehört werden (Art. 86 Abs. 2 Schweizerisches Strafgesetzbuch [StGB; SR 311.0]). Das rechtliche Gehör ist ihm in qualifizierter Weise «de visu et de auditu» zu gewähren. Eine schriftliche Anhörung reicht nicht (KOLLER, in: Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Auflage 2019, N. 28 zu Art. 86). Sofern Berichte der Vollzugsbehörden oder anderweitige Ab- klärungen dem Entscheid zugrunde gelegt werden, ist dem Verurteilten die Mög-8 lichkeit zur Stellungnahme einzuräumen (Urteil des BGer 6B_777/2016 vom 2. No- vember 2016 E. 2.4). Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann ausnahmsweise geheilt werden, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, soweit die Rückweisung zu einem formalisti- schen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache entgegenstünden (Urteil des BGer 6B_777/2016 vom 2. No- vember 2016 E. 2.3, BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197). Als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör wurde dem Beschwerdeführer am 17. April 2019 in der Justizvollzugsanstalt C.________ die Einsicht in die Voll- zugsakten der BVD, Band 1-2, pag. 1-807, gewährt (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 808). Bevor er zur bedingten Entlassung Stellung nahm, legten die BVD, ver- treten durch die Fallverantwortliche, H.________, ihre Vorabklärungen in Form ei- ner neunseitigen Gegenüberstellung «aller zur Verfügung stehenden Aspekte» (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 817) offen. Gleichzeitig informierten sie den Be- schwerdeführer, die Verweigerung der bedingten Entlassung auf den Zweidrittel- termin am 24. Mai 2019 zu beabsichtigen (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 809 ff., 817). Anschliessend nahm der Beschwerdeführer zu den einzelnen Kriterien der bedingten Entlassung Stellung, was handschriftlich festgehalten und zumindest seitens der BVD unterzeichnet wurde (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 818 ff., 820). Überdies reichte die Verteidigung namens des Beschwerdefüh- rers eine fünfseitige Stellungnahme, datierend vom 13. Mai 2019 (vgl. amtliche Ak- ten der BVD, pag. 825 ff.), sowie der Beschwerdeführer selbst ein Schreiben, datie- rend vom 14. Mai 2019 (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 840 f.), bei den BVD ein. Der Entscheid über die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug beurteilt sich nebst dem Verhalten im Strafvollzug insbesondere anhand des Vorlebens, der Täterpersönlichkeit, des deliktischen und sonstigen Verhaltens sowie den zu erwar- tenden Lebensverhältnissen (siehe Ziff. IV.14). Da sich einige Kriterien auf das ge- samte Leben eines Straftäters – resp. einen beträchtlichen Teil davon – beziehen, waren den BVD am 17. April 2019, rund einen Monat vor dem Zweidritteltermin, viele der entscheidrelevanten Aspekte bekannt. Die fortgeschrittene Meinungsbil- dung seitens der BVD lag mithin in der Natur der zu beurteilenden Sache. Indem die BVD am 17. April 2019 über die beabsichtigte Verweigerung der bedingten Ent- lassung detailliert und gestützt auf die eruierten Aspekte, mithin transparent orien- tierten (vgl. Urteil des BGer 9C_162/2019 vom 29. Mai 2019 E. 5.3.3.1), ermöglich- ten sie dem Beschwerdeführer geradezu, gezielt Stellung zu nehmen, Divergenzen zu erkennen und zu rügen. Mit der Vorinstanz erkennt die Kammer, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich rechtsgenüglich angehört wurde (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 46; vgl. auch amtliche Akten der SID, pag. 3 [Übersicht der Anhörungen anlässlich der Prüfung der bedingten Entlassung per 24. Mai 2019]). Die anlässlich der Anhörung vom 9 17. April 2019 resp. die in den beiden Stellungnahmen vom 13. und 14. Mai 2019 geäusserten Vorbringen des Beschwerdeführers legten die BVD im letzten Ab- schnitt ihrer Verfügung dar. Dabei griffen sie u.a. das «vorbildliche Vollzugsverhal- ten» des Beschwerdeführers auf und beurteilten, inwieweit dieses im Rahmen der Gesamtbetrachtung aller entscheidrelevanten Kriterien zu gewichten sei. Weiter äusserten sie sich zum Schuldbewusstsein, zur Bedeutung der Gutachten und ein- zelner Inhalte davon. Schliesslich legten sie dar, inwiefern ein Tatgeständnis für die Aufnahme von Therapiearbeit entbehrlich erscheine. Insgesamt prüften und wür- digten die BVD die einzelnen, entscheidrelevanten Argumente und Rügen ausrei- chend, wenngleich teilweise knapp, wie dies die Vorinstanz zutreffend ausführte (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 9 ff., 47). Demgegenüber würdigte die Vorinstanz die Vorbringen – insbesondere diejenigen der Beschwerde vom 17. Juni 2019 – im Entscheid vom 22. August 2019 ausführ- lich und umfassend (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 55 ff.). Namentlich griff sie die Kernthematik der Therapiemotivation und -eignung unter Einbezug der psychia- trischen Gutachten auf und setzte sich sorgfältig mit den für die bedingte Entlas- sung relevanten Persönlichkeitsmerkmalen des Beschwerdeführers auseinander (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 61 ff.). Sodann würdigte sie das positive Ver- halten des Beschwerdeführers im Strafvollzug und berücksichtigte seine (unverän- derte) Einstellung zur Anlasstat (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 69 ff.). Insge- samt prüfte die Vorinstanz die entscheidrelevanten Argumente und Rügen des Be- schwerdeführers mit voller Kognition (Art. 66 VRPG) und begründete ihre Ent- scheidfindung resp. die Gewichtung der Aspekte fundiert und stringent. Insofern wurde im vorinstanzlichen Entscheid dem Anspruch auf rechtliches Gehör hinrei- chend Rechnung getragen. Soweit die BVD auf die Vorbringen des Beschwerdeführers teilweise bloss knapp eingingen, genügen ihre dennoch vollständigen Ausführungen dem Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. dazu auch die Vorinstanz: amtliche Akten SID, pag. 46 f.). Darüber hinaus würde sodann auch der vorinstanzliche Entscheid vom 22. Au- gust 2019 die Heilungsvoraussetzungen durch die obere Instanz im Sinne der bun- desgerichtlichen Rechtsprechung erfüllen (vgl. amtliche Akten SID, pag. 47 ff.; Ur- teil des BGer 6B_777/2016 vom 2. November 2016 E. 2.3, BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197). 13.2 Der Beschwerdeführer kritisiert weiter, die mit E-Mail vom 6. September 2018 durch den damaligen Rechtsvertreter beantragten Zusatzfragen seien von den BVD gestützt auf eine unhaltbare Begründung verweigert worden. Das Vorgehen verstosse gegen das Prinzip der Waffengleichheit und verletze den Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 7, 27, 135). Im Rahmen der Vernehmlassung erwiderte die SID, die geltend gemachte Gehörs- verletzung anlässlich des Verfahrens auf Erstellung des Gutachtens sei vom Streit- gegenstand des vorliegenden Verfahrens nicht erfasst (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 106). In seiner Replik vom 1. November 2019 führt der Beschwerdeführer ins Feld, die Begutachtung sei ausschliesslich im Hinblick auf die Frage der bedingten Entlas-10 sung in Auftrag gegeben worden. Sie sei mit Verweis auf die zu stellende Prognose folglich vom Streitgegenstand erfasst (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 135). In der Duplik vom 19. November 2019 verweist die Vorinstanz auf ihre bisherigen Ausführungen zum rechtlichen Gehör (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 176). Gemäss Bundesgericht sind verfahrensrechtliche Einwendungen so früh als mög- lich, d.h. nach Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen. Hingegen verstösst gegen Treu und Glauben oder verhält sich rechtsmissbräuch- lich, wer Mängel dieser Art erst in einem späteren Verfahrensstadium oder in einem nachfolgenden Verfahren geltend macht, wenn der Einwand schon vorher hätte festgestellt und gerügt werden können. Dieser Grundsatz gilt auch für Private (Art. 5 Abs. 3 BV; BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69; Urteil des BGer 6B_32/2019 vom 28. Februar 2019 E. 2.9). Zum zeitlichen Horizont das Folgende: Nach Erhalt des Gutachtens vom 5. Ju- ni 2018, erstellt von med. pract. I.________, ersuchten die BVD mit Schreiben vom 30. August 2018 um konkretisierende Antworten (u.a. betreffend die legalprognos- tische Vertretbarkeit einer bedingten Entlassung des Beschwerdeführers zum Zweidritteltermin [vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 698 f.]). Mit E-Mail vom 6. Sep- tember 2018 ersuchte der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen damaligen Verteidiger, die BVD darum, dem Gutachter die vier von ihm genannten zusätzli- chen Fragen zu stellen (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 706). Per 28. Septem- ber 2018 wurde das Ergänzungsgutachten von med. pract. I.________ erstellt (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 717 ff.). Am 16. Oktober 2018 stellten die BVD dem damaligen Verteidiger des Beschwerdeführers das Ergänzungsgutachten zu. Im beiliegenden Schreiben informierten sie darüber, dass sie die von ihm beantragten Zusatzfragen als bereits beantwortet resp. als von ihren gestellten Fragen umfasst erachteten und diese nicht separat gestellt worden seien (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 727 ff.). Mit E-Mail vom 18. Oktober 2018 teilte der damalige Verteidiger des Beschwerdeführers den BVD mit, «die meisten meiner Fragen wurden durch das Gutachten indirekt beantwortet, so dass sich diesbezüglich keine weiteren Fra- gen an den Experten aufdrängen. Was hingegen die Frage der Unschuldsbeteue- rung meines Klienten betrifft, so sind wir uns nicht einig. […] Im Übrigen hat der kurze Bericht D.________ [gemeint: das Ergänzungsgutachten von Dr. med. D.________ vom 28. September 2018] die nötige Klarheit gebracht. Die- ser schätzt die Beteuerung der Unschuld meines Klienten als psychisch in jeder Hinsicht angemessen [ein]» (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 729). Wie von der Verteidigung ins Feld geführt (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 135), enthält das Ergänzungsgutachten vom 28. September 2018 grundsätz- lich wesentliche forensisch-psychiatrische Ausführungen zum vorliegenden Streit- gegenstand (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 723; siehe Ziff. II.8). Indem jedoch der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen damaligen Rechtsbeistand, zeitnah keine anderslautenden rechtlichen Schritte einlegte und gar seine Fragen explizit alles in allem als beantwortet erklärte, akzeptierte er die Vorgehensweise der BVD. Insgesamt beurteilt die Kammer die nachträgliche Rüge dieses angeblichen Man- gels als verspätet und als nicht vom Streitgegenstand erfasst. Sie verneint die be-11 hauptete Verkürzung des rechtlichen Gehörs wie auch eine Verletzung des Prin- zips der Waffengleichheit. 13.3 Im Ergebnis wurde im vorinstanzlichen Entscheid dem Anspruch auf rechtliches Gehör des Beschwerdeführers ausreichend Rechnung getragen. IV. Materielles 14. Hat der Gefangene zwei Drittel seiner Strafe, mindestens aber drei Monate ver- büsst, so ist er durch die zuständige Behörde bedingt zu entlassen, wenn es sein Verhalten im Strafvollzug rechtfertigt und nicht anzunehmen ist, er werde weitere Verbrechen oder Vergehen begehen (Art. 86 Abs. 1 StGB). Nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt die bedingte Entlas- sung die Regel, ihre Verweigerung die Ausnahme dar. In dieser letzten Stufe des Strafvollzugs soll der Entlassene den Umgang mit der Freiheit erlernen. Ob die mit einer bedingten Entlassung stets verbundene Gefahr neuer Delikte hinnehmbar ist, hängt nicht nur vom Wahrscheinlichkeitsgrad der Begehung einer neuen Straftat ab, sondern namentlich auch von der Bedeutung der bei einem Rückfall bedrohten Rechtsgüter. Je höherwertige Rechtsgüter in Gefahr sind, umso grösser ist das Si- cherheitsinteresse der Allgemeinheit und desto geringer darf das Risiko sein, wel- ches die bedingte Entlassung mit sich bringt ( BGE 133 IV 201 E. 2.3 S. 203; BGE 125 IV 113 E. 2a S. 115 f.; vgl. auch Urteile des BGer 6B_119/2018 vom 22. Mai 2018 E. 2 und 6B_441/2018 vom 23. Juli 2018 E. 2.1). Die Prognose über das künftige Verhalten ist in einer Gesamtwürdigung zu erstel- len, welche nebst dem Vorleben, der Persönlichkeit und dem Verhalten des Täters während des Strafvollzugs vor allem dessen neuere Einstellung zu seinen Taten, seine allfällige Besserung und die nach der Entlassung zu erwartenden Lebensver- hältnisse berücksichtigt ( BGE 133 IV 201 E. 2.3 S. 204; Urteile des BGer 6B_119/2018 vom 22. Mai 2018 E. 2 und 6B_229/2017 vom 20. April 2017 E. 3.1, je m.H.). Eine fehlende Tataufarbeitung ist prognoserelevant. Das Gesetz verpflichtet den Gefangenen, bei den Sozialisierungsbemühungen und den Entlassungsvorberei- tungen aktiv mitzuwirken (vgl. Art. 75 Abs. 4 StGB). Therapiearbeit liegt nicht im Belieben des Insassen, ist mithin keine Privatangelegenheit, sondern eine vollzugs- rechtliche Pflicht des Gefangenen der Allgemeinheit gegenüber (Urteil des BGer 6B_593/2012 vom 10. Juni 2013 E. 4.3). Die Konfrontation und Auseinander- setzung des Täters mit der Tat stellen im Hinblick auf den Veränderungsprozess in Richtung eines deliktfreien Lebens ein wesentliches Element dar. Die Weigerung, an den Resozialisierungsmassnahmen als Vollzugsziel aktiv mitzuwirken, kann da- her als negatives Prognoseelement gewürdigt werden (vgl. etwa Urteile des BGer 6B_664/2016 vom 22. September 2016 E. 1.4, 6B_1155/2017 vom 1. De- zember 2017 E. 2.5, 6B_755/2017 vom 10. August 2017 E. 1.3, 6B_240/2017 vom 6. Juni 2017 E. 1.5.4 und 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.6, je m.H.). Resozia- lisierungsmassnahmen setzen kein Schuldeingeständnis hinsichtlich der Anlasstat voraus. Vom Strafgefangenen darf indes eine Auseinandersetzung mit seinen tatre-12 levanten Persönlichkeitsmerkmalen verlangt werden (vgl. Urteil des BGer 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.6). Im Sinne einer Differenzialprognose sind die Vorzüge und Nachteile der Vollver- büssung der Strafe denjenigen einer Aussetzung eines Strafrestes gegenüberzu- stellen (BGE 124 IV 193 E. 4a S. 195 f. und E. 5b/bb S. 202; vgl. etwa Urteile des BGer 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 4.1 und 6B_102/2015 vom 24. Juni 2015 E. 3.2). Es ist zu fragen, ob die bedingte Entlassung, allenfalls begleitet von Be- währungshilfe und Weisungen, die Resozialisierung im Vergleich zur Vollverbüs- sung begünstigt. Bei der Würdigung der Bewährungsaussichten ist ein vernünftiges Mittelmass in dem Sinne zu halten, dass nicht jede noch so entfernte Gefahr neuer Straftaten eine Verweigerung der bedingten Entlassung zu begründen vermag, an- sonsten dieses Rechtsinstitut seines Sinnes beraubt würde (BGE 124 IV 193 E. 3 S. 195). Beim Entscheid über die bedingte Entlassung hat die zuständige Behörde einen Ermessensspielraum. Wie das Bundesgericht (vgl. Urteil 6B_441/2018 vom 23. Ju- li 2018 E. 2.1 m.H.) greift auch die Kammer – zufolge ihrer auf Rechtsverletzungen beschränkten Kognition gemäss Art. 53 JVG i.V.m. Art. 80 VRPG (siehe Ziff. II.12) – nur in die Beurteilung der Bewährungsaussichten ein, wenn die Vollzugsbehörde bzw. die mit voller Kognition entscheidende Vorinstanz ihr Ermessen über- oder un- terschritten oder missbraucht und damit Bundesrecht verletzt hat (vgl. Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern SK 18 193 vom 29. November 2018 E. III.6). Eine Begutachtung durch Sachverständige schreibt Art. 86 StGB nicht vor. Wurde ein Gutachten eingeholt und stellt die Behörde darauf ab, unterliegt es der freien richterlichen Beweiswürdigung (vgl. Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern SK 18 193 vom 29. November 2018, E. III.6, m.H.). Das Gericht hat dabei zu prü- fen, ob das Gutachten ordnungsgemäss erstellt wurde und in Aufbau und Inhalt vollständig, klar und schlüssig ist. Dabei kommt es insbesondere darauf an, ob die tatsächlichen Feststellungen mit den Akten übereinstimmen und die Schlussfolge- rungen gehörig und überzeugend begründet sind. Das Gericht darf in Fachfragen allerdings nur aus triftigen Gründen von einer solchen Expertise abweichen (vgl. Urteil des BGer 6B_441/2018 vom 23. Juli 2018 E. 2.1; BGE 141 IV 369 E. 6.1 S. 372 f.). 15. Die Vorinstanz erwog zutreffend, der Beschwerdeführer habe am 24. Mai 2019 zwei Drittel seiner Freiheitsstrafe verbüsst (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 48). Damit ist das erste, mithin das zeitliche Erfordernis von Art. 86 Abs. 1 StGB für eine bedingte Entlassung erfüllt. Im Grossen und Ganzen ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer sich im Straf- vollzug weitgehend wohl verhalten hat (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 153 f.; vgl. amtliche Akten der SID, pag. 56). Eingehend zu prüfen ist nachfolgend, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausging, dem Beschwerdeführer könne derzeit keine günstige Legalprognose gestellt wer- den und diese könne sich bis zum Strafende noch verbessern resp. sie werde sich mindestens nicht verschlechtern (Differenzialprognose), weshalb die bedingte Ent- lassung zu verweigern sei.13 Soweit der Beschwerdeführer in seinen Rügen zum Materiellen vom Streitgegen- stand nicht erfasste Ausführungen der BVD moniert, wird darauf nicht eingegangen (siehe Ziff. II.8). 16. Gemäss dem vorinstanzlichen Entscheid vom 22. August 2019 falle das Vorleben des Beschwerdeführers ungünstig ins Gewicht. Unbesehen der unauffälligen Kind- heit und Jugend habe er ein äusserst unstetes Leben mit ausserhalb seines Hei- matlandes auch prekärem Aufenthaltsstatus verlebt und vermöge insbesondere weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch eine stabile Integration in die Berufswelt vorzuweisen. Auch die sozialen/familiären Verhältnisse könnten nicht als stabil bezeichnet werden (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 49). Mit Beschwerde vom 23. September 2019 beanstandet der Beschwerdeführer, die Vorinstanz versuche unter der gesamten Ziff. 5 (S. 5-15) – und damit auch in ihren Erwägungen zu seinem Vorleben (vgl. amtliche Akten SID, pag. 48 f.) – ihn in «ständigen Wiederholungen und argumentativen Überschneidungen» als einen Menschen darzustellen, «der in einer eigentlichen Affinität zum kriminellen Milieu immer und immer delinquiert habe […]» (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 21). Insgesamt führte die Vorinstanz sowohl positiv (Kindheit, Jugend), neutral (Vorstra- fenlosigkeit) als auch negativ (Aufenthaltsstatus, unstetes Leben als Erwachsener, fehlende stabile berufliche Integration sowie instabile soziale und familiäre Verhält- nisse) zu gewichtende Aspekte des Vorlebens des Beschwerdeführers ins Feld. Es gelang ihr, sich auf die entscheidrelevanten Aspekte zu beschränken, diese sach- gemäss zu würdigen und nachvollziehbar zu gewichten (Kindheit, Herkunft, Fami- lie, Beziehungen, Einreise in die Schweiz, Aufenthaltsstatus, Beruf). Dass der Vor- instanz zufolge der behauptete Lebenswandel nach der Anlasstat nicht übermässig positiv ins Gewicht fällt, überzeugt. Schliesslich vermochte der Beschwerdeführer eine Abkehr vom Leben, welches durch Instabilität und Unstetigkeit geprägt war, weder hinreichend zu belegen noch entsprechend glaubhaft zu machen. Zudem zeigte die Vorinstanz selbst auf, aus dem Strafregister entfernte Daten dürften kei- nerlei Berücksichtigung bei der Legalprognose mehr finden (vgl. Art. 369 Abs. 7 StGB). Folgerichtig bewertete sie die Vorstrafenlosigkeit gestützt auf den ak- tuellen Strafregisterauszug neutral. Eine realitätsfremde resp. verzerrte Darstellung der kriminellen Vergangenheit lässt sich für die Kammer im vorinstanzlichen Ent- scheid nicht erkennen, womit die Rüge des Beschwerdeführers unbehelflich ist. Insgesamt hat die Kammer nichts zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das Vorle- ben des Beschwerdeführers negativ gewichtete (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 48 f.). 17. Die Vorinstanz wertete die Täterpersönlichkeit als stark negativ. Sie stützte sich dabei insbesondere auf das Gutachten vom 5. Juni 2018 von med. pract. I.________ sowie die Empfehlung der Konkordatlichen Fachkommissi- on zur Beurteilung der Gemeingefährlichkeit von Straftätern (KoFako) vom 9. Ja- nuar 2019 und berücksichtigte die Verweigerungshaltung des Beschwerdeführers in Bezug auf Therapiebemühungen (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 49 ff.). 17.1 Im Rahmen des Strafverfahrens wurde der Beschwerdeführer forensisch- psychiatrisch durch den FPD begutachtet. Im Gutachten vom 1. März 2010 wurden 14 u.a. eine ausgeprägte Ich-Bezogenheit, die Tendenz, die Verantwortung für pro- blematisches Verhalten zu externalisieren, dissoziale Persönlichkeitszüge sowie eine Affektivitätsstörung i.S. eines Mangels an Reue, Schuldbewusstsein und Em- pathie festgestellt. Weiter wurde ein auf Täuschung angelegtes zwischenmenschli- ches Verhalten mit oberflächlichem Charme, häufigem Lügen und Täuschen sowie übersteigertem Selbstwertgefühl diagnostiziert. Eine mit der Anlasstat zusammen- hängende psychische Störung von Krankheitswert wurde verneint (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 52 ff., 61 ff.). Auch nach dem Tötungsdelikt im Jahr 2003 ha- be der Beschwerdeführer weitere Straftaten (Verurteilungen wegen Urkundenfäl- schung, grober Verkehrsregelverletzung) begangen. Obschon es sich hierbei um weniger gravierende Delikte handle, würden sie dennoch anzeigen, dass nach wie vor eine dissoziale Verhaltensbereitschaft bestehe. Insgesamt schätzte Dr. med. J.________ das Rückfallrisiko für weitere Straftaten als hoch ein in Bezug auf Straftaten, mit denen der Beschwerdeführer in der Vergangenheit aufgefallen war, wobei sie die Rückfallgefahr auf seine Persönlichkeitsmerkmale zurückführte (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 64 ff.). Aus der umfassenden Risikobeurteilung des Bereiches Spezialdienst der Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug des Kantons Bern (ASMV) resp. der BVD (nachfol- gend BVD; vormals ASMV) vom 25. September 2013 ergeht zur Behandlungspro- gnose, dass die dissozialen Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers nur schwer und langwierig und die psychopathischen Züge kaum bzw. nur sehr schwie- rig und langwierig behandelbar seien. Die dissoziale Verhaltensweise werde vom Beschwerdeführer selbst weder als normabweichend noch als problematisch er- lebt. Hinzu kommt, dass er jede Beteiligung an Mord und Raub bestreite. Es sei in- folge der deliktrelevanten Persönlichkeitszüge sinnvoll, abzuklären, ob eine störungsspezifische und deliktorientierte Therapie angeordnet werden könnte bzw. sollte, um dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zu geben, an seiner ungünstigen Legalprognose bis zum Zweidritteltermin zu arbeiten. Ohne entsprechende Thera- pie sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer einen vertieften Ein- blick in das Funktionieren seiner Persönlichkeit erlangen könnte. Die Rückfallgefahr betreffend Anlassdelikt sowie anderer Delikte (u.a. Diebstahl, Urkundenfälschung, Hausfriedensbruch) liege im deutlichen Bereich. Kritisch sei auch seine fehlende Problemeinsicht. In der Vergangenheit sei der Beschwerdeführer nicht dazu ver- pflichtet worden, eine deliktorientierte Behandlung in Anspruch zu nehmen. Im Fal- le fehlender Therapiebereitschaft sei im Jahr 2015 ein solches Bestreben erneut zu prüfen (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 276 ff., 283 ff.). Der Empfehlung der Risikobeurteilung gemäss wurde der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 21. Oktober 2013 über das entsprechende Ergebnis (ungünstige Prognose) informiert und ihm im Hinblick auf den Zweidritteltermin geraten, sich beim FPD um eine ambulante delikt- und störungsspezifische Therapie zu bemühen. Im Falle einer Unterziehung und eines Zustandekommens würde eine solche Therapie vollzugsseitig angeordnet werden (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 292). Mit Schreiben vom 31. Oktober 2013 berichtete Dr. med. K.________ vom FPD der Fallverantwortlichen Spezialdienst der heutigen BVD vom Erstge- spräch zwecks Abklärung der Therapiebereitschaft: Der Beschwerdeführer streite die Anlasstat kategorisch ab und verneine vor diesem Hintergrund selbst jeglichen 15 Behandlungsbedarf sowie die Teilnahme an einer Therapie. Unter diesen Umstän- den sei eine Behandlungsindikation nicht gegeben, womit der FPD dem Beschwer- deführer weder eine Therapie anbiete noch ihn auf eine Warteliste setze (vgl. amt- liche Akten der BVD, pag. 315). Auf Anfrage der BVD vom 19. Juni 2014 hin (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 279) bestätigte Dr. med. K.________ am 25. Juni 2014, dass es nach dem besagten Erstgespräch zu keinen weiteren Kontakten zwischen Beschwerdeführer und FPD gekommen sei. Der Beschwerdeführer habe vom therapeutischen Ange- bot keinen Gebrauch gemacht (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 381). Auf Ersuchen der BVD vom 4. Dezember 2015 hin (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 440) erstattete Dr. med. D.________ vom FPD am 29. Dezember 2015 Be- richt, wonach der psychopathologisch unauffällige Beschwerdeführer anlässlich des ausführlichen Evaluationsgesprächs vom 17. Dezember 2015 seine bislang bekannte Haltung mit Nachdruck und Überzeugung vertreten habe. «Er gab an, dass er nie aufgehört habe, für seine Unschuld zu kämpfen und er weiter daran sei. Aus diesem Grunde sehe er [gemeint: der Beschwerdeführer] auch keine Notwen- digkeit für eine deliktsbezogene Therapie». Mangels einer erkennbaren psychi- schen Störung und angesichts eines auch gänzlich unauffälligen Vollzugsverlaufes könne vor diesem Hintergrund aus forensisch-psychiatrischer Sicht keine Indikation für eine deliktorientierte respektive legalprognostisch wirksame Therapie gestellt werden, wobei eine erneute neutrale Risikoeinschätzung im Hinblick auf eine allfäl- lige Entlassung zum Zweidritteltermin empfohlen wurde (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 441). Dem Vollzugsplan vom 8. Januar 2016 (Gültigkeit bis 6. Januar 2017) ist zu ent- nehmen, dass der Beschwerdeführer zwecks Aufrollung seines Falles einen neuen Anwalt habe. In den Anstalten C.________ habe er keine Ziele – er mache, was er müsse und kämpfe für seine Unschuld. Der Beschwerdeführer nutze weder Wei- terbildungs- noch Sportangebote. Zudem verweigere er sich Therapiegesprächen mit der Begründung, er sei unschuldig und es entsprechend keine Tat zu bearbei- ten gebe (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 444). Bezugnehmend auf das Evaluationsgespräch vom 15. Dezember 2016 (vgl. zum Abklärungsauftrag der BVD: amtliche Akten der BVD, pag. 450 f.) teilte Dr. med. D.________ den BVD am 19. Dezember 2016 schriftlich mit, die Situation sei zum Vorjahr unverändert. In der Folge verneinte der Gutachter eine Indikation für eine deliktorientierte resp. legalprognostisch wirksame Therapie aus forensisch- psychiatrischer Sicht. Er empfahl abermals eine erneute neutrale Risikoeinschät- zung im Zusammenhang mit einer allfälligen Entlassung zum Zweidritteltermin (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 452 f.). Gemäss Vollzugsplan vom 23. Februar 2017 (Gültigkeit bis 23. Februar 2018) ver- einbarten die zuständigen Personen der BVD mit dem Beschwerdeführer Vollzugs- ziele zu Wohnen/Soziales, Freizeit, Arbeit sowie Beziehungen zur Aussenwelt. Nicht festgelegt wurde hingegen die Aufnahme einer störungs- und deliktorientier- ten Therapie (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 469 ff.). 16 Im Vollzugsplan vom 14. Mai 2018 (Gültigkeit bis 14. Mai 2019) wurden zudem hin- sichtlich Betreuung/Sicherheit/Berechtigungen, Aus- und Weiterbildung, Gesund- heit und Finanzen Vollzugsziele vereinbart (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 557 ff.). Punkto störungs- und deliktorientierte Therapie wurde festgehalten, dass bisher weder ein Therapiegespräch noch psychiatrische Konsultationen statt- gefunden hätten. Ein entsprechendes Ziel wurde nicht definiert. Zur Deliktsaufarb- eitung, Tataufarbeitung, Wiedergutmachung wurde die Ausgangslage geschildert, dass mit Eingewiesenen, welche keine regelmässigen Therapiegespräche beim FPD absolvierten, Tatbearbeitungsgespräche in der JVA C.________ geführt wür- den. Anlässlich des Erstgesprächs im November 2014 habe der Beschwerdeführer gegenüber dem geschulten Berater beteuert, er verweigere eine Teilnahme nicht. Jedoch sei er unschuldig und könne/wolle entsprechend nicht über etwas spre- chen, was er nicht getan habe. Da er nicht zur Teilnahme an derartigen Tatbearbei- tungsgesprächen gezwungen werden könne, sei dies so zur Kenntnis genommen worden (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 565 f.). Im Auftrag der BVD (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 510 ff.) erstellte med. pract. I.________ im Hinblick auf eine allfällige Entlassung zum Zweidrittel- termin ein forensisch-psychiatrisches Verlaufsgutachten über den Beschwerdefüh- rer, datierend vom 5. Juni 2018 (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 594 ff.). Daraus geht im Kern hervor, dass beim Beschwerdeführer mehrere Hinweise auf dissoziale und psychopathische Persönlichkeitszüge vorliegen würden. Hingegen verneinte er Hinweise auf eine psychische Störung im engeren Sinn (vgl. amtliche Akten der BVD; pag. 644 f., 656). In Übereinstimmung mit der Vorgutachterin [zu den Aus- führungen von Dr. med. J.________: siehe Ziff. IV.17.1] würden beim Beschwerde- führer teilweise ein oberflächlicher Charme, ein moderat ausgeprägtes übersteiger- tes Selbstwertgefühl, teilweise Hinweise auf ein betrügerisch-manipulatives Verhal- ten und ein moderat ausgeprägter Empathiemangel vorliegen. Maximal ausgeprägt seien sein fehlendes Schuldbewusstsein sowie seine mangelnde Übernahme von Verantwortung für eigene Handlungen, wobei dies mit der Leugnung des Tötungs- delikts sowie der Beziehung zu zwei Frauen gleichzeitig begründet wird. Mit der Vorgutachterin werde von einer Akzentuierung dissozialer Persönlichkeitszüge ausgegangen. Zusammengefasst sei davon auszugehen, dass der Beschwerde- führer bei mangelhafter Internalisierung geltender Regeln und Normen, die sich im Lebenslauf wiederholt gezeigt habe, in der Tatnacht im Rahmen des geplanten Einbruchdiebstahls situativ bei unklarer interpersoneller Dynamik mit dem Mittäter eine Tötungsbereitschaft gezeigt habe, nachdem das geplante Vorhaben mutmass- lich durch den Geschädigten gestört worden und eskaliert sei. Er habe dabei die eigene Bedürfnisbefriedigung (Bereicherung, allenfalls auch Gesichtswahrung vor dem Mittäter) und die Ausführung der Tat höher gewertet, als das Leben des Ge- schädigten und habe zusammen mit dem Mittäter mit deutlich überproportionalisier- ter und kaltblütiger Gewaltbereitschaft reagiert (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 657 f.). Der Vollzugsverlauf sei gekennzeichnet durch Versuche des Be- schwerdeführers, sämtliche involvierten Personen des Justizsystems von seiner Unschuld zu überzeugen. Er scheine sich mit zunehmender Frustration und Unver- ständnis gegenüber den bisherigen fallspezifischen Einschätzungen und den damit einhergehenden Auswirkungen auf die Ausgestaltung des Vollzugs (u.a. Erhöhung 17 des Sicherheitsgrades) zunehmend auf diese Thematik und seinen «Kampf für die Gerechtigkeit« eingeengt zu haben, was mitunter dazu geführt habe, dass er An- gebote zur therapeutischen Auseinandersetzung mit den Anlasstaten konsequen- terweise zurückgewiesen habe. Es sei ihm dennoch durchgehend gelungen, sich an das Vollzugsregime anzupassen und ein unauffälliges Verhalten zu zeigen, was bei Personen mit dissozialen Persönlichkeitseigenschaften allerdings nicht selten sei, da problematische Verhaltensweisen eher unter zunehmenden Freiheitsgraden präsentiert würden. Der Beschwerdeführer zeige insgesamt eine hohe Selbstkon- trollfähigkeit, zumal es zu keinem Zeitpunkt zu aggressiven Durchbrüchen gekom- men sei. Er habe seine Frustration vielmehr mittels diverser Beschwerden gegenü- ber den involvierten Personen bekundet. Günstig sei aus legalprognostischer Sicht, dass weiterhin keine Hinweise auf eine persönlichkeitsimmanente Gewaltbereit- schaft bestünden. Der Vollzugsverlauf stütze alles in allem die diagnostische und legalprognostische Einschätzung (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 658 f.). Zur verweigernden Haltung bezüglich Therapiebemühungen hielt der Gutachter weiter fest, nebst der fehlenden Nachweisbarkeit der prognostischen Relevanz von Leug- nen würden verschiedene Ursachen für die fehlende Auseinandersetzungsbereit- schaft des Beschwerdeführers mit dem Delikt in Frage kommen. Es könne sich um eine Bedrohung des Selbstbildes oder Angst vor negativen extrinsischen Konse- quenzen und Effekten im Vollzug handeln, aber auch um Defizite in der Perspekti- venübernahme oder geringe Motivation zur Rückfallverhütung. Der Beschwerde- führer beteuere seine Unschuld allerdings so konsequent, dass der Eindruck ent- stehe, er sei von dieser wirklich überzeugt, was am ehesten auf eine ausgeprägte Verleugnung/Verdrängung zurückgeführt werden könne. Die gezeigte Verweige- rungshaltung, sich mit dem Mord in einem therapeutischen Kontext auseinanderzu- setzen, würde somit einerseits mit einer fehlenden Problemakzeptanz oder ausge- prägten kognitiven Verzerrungen zusammenhängen und sei eine Konsequenz dar- aus, dass er die Tat nicht eingestehe (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 659). Die beim Beschwerdeführer vorliegenden dissozialen Anteile der Persönlichkeit seien therapeutisch bekanntlich schwerer zu beeinflussen, als andere Persönlichkeitsdis- positionen. Die Affinität zu tötungsnahen Handlungen werde normalerweise über eine deliktorientierte Auseinandersetzung mit den entsprechenden Taten günstig verändert, was beim Beschwerdeführer infolge der fehlenden Geständigkeit aber nicht möglich sei (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 660). In Anbetracht der aktuellen Risikodisposition sei eine deliktpräventive psychothera- peutische Behandlung nicht zwingend notwendig. Der Gutachter unterstreicht je- doch mehrfach, dass eine solche dennoch wünschenswert sei (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 660 f.). Der Beschwerdeführer habe sich dazu bereit erklärt, sich im Rahmen einer deliktpräventiv ausgerichteten psychotherapeutischen Behandlung mit seiner Disposition und den begangenen Eigentumsdelikten sowie allgemeiner Delinquenz auseinanderzusetzen. Unter Berücksichtigung seiner bisherigen Hal- tung sei aber unwahrscheinlich, dass er sich bis zum Ende seiner Haftstrafe noch auf eine Bearbeitung des Tötungsdelikts einlassen werde (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 660). Eine deliktorientierte Intervention ohne die Bereitschaft, über das Tötungsdelikt zu sprechen, würde mangels anderweitiger bekannter gewalttätiger Vorfälle vorwiegend die dissozialen Denk- und Verhaltensmuster fokussieren, die in 18 der Gesamtschau beim Beschwerdeführer deutlich stärker handlungsanleitend sei- en und primär mit der Allgemeindelinquenz einhergehen würden. Diese Persönlich- keitsdisposition habe in der Vergangenheit auch einen problematischen Lebensstil begünstigt, in dessen Zusammenhang er sich tatzeitnah mehrmals mit dissozialen, gewaltbereiten Personen umgab und sich deren Vorhaben anschloss, was schliesslich für den Vorlauf des Tötungsdelikts von Relevanz gewesen sei. Insbe- sondere im Hinblick auf den Aufbau eines prosozialen Lebensstils wäre es dem- nach sinnvoll, dass sich der Beschwerdeführer im Rahmen einer forensischen The- rapie mit der Thematik auseinandersetze. Der Gutachter empfahl deshalb, einen erneuten Versuch zu unternehmen, dem Beschwerdeführer das Angebot zu unter- breiten, sich im Rahmen einer freiwilligen Therapie mit den dissozialen Denk- und Verhaltensmustern und dem damaligen delinquenznahen Umfeld auseinanderzu- setzen, auch ohne Einforderung eines Tatgeständnisses. Jedoch seien die Erwar- tungen aus legalprognostischer Perspektive auf einen merkbaren rückfallpräventi- ven Effekt in der verbleibenden Zeit und unter den gegebenen Voraussetzungen limitiert (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 661). Schliesslich schätzte der Gutach- ter die Rückfallgefahr für Tötungsdelikte/qualifizierten Raub im Falle einer beding- ten Entlassung als gering bis moderat ein, jene für Eigentumsdelikte sowie sonsti- ges bisher gezeigtes Verhalten (bspw. Strassenverkehrsdelikte) als moderat bis deutlich ein. Als risikorelevante Faktoren für eine Rückfälligkeit hinsichtlich Tötungsdelikte/qualifizierten Raub nannte der Gutachter eine erneute Kontaktfre- quenz mit gewaltbereiten dissozialen Personen, mit denen sich der Beschwerde- führer an Eigentumsdelikten beteiligen würde, im Falle einer Eskalation der Situati- on. Es bräuchte dazu eine interpersonelle Dynamik. Mit der dissozialen Verhal- tensbereitschaft liege eine generelle Tendenz vor, im Zuge der defizitären inneren Verankerung geltender Regeln und Normen delinquentes Verhalten im Sinne von Eigentums- und Strassenverkehrsdelikten zu zeigen (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 662 f.). Auf Ersuchen der BVD vom 24. August 2018 hin (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 695) teilte Dr. med. D.________ am 17. September 2018 nach der Durch- führung des Evaluationgsprächs mit, die Situation sei im Vergleich zu den Vorjah- ren unverändert. Er empfahl, den Beschwerdeführer in einem Jahr erneut abklären zu lassen (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 710 f.). Im Ergänzungsgutachten vom 28. September 2018 unterstreicht med. pract. I.________ die im Gutachten vom 5. Juni 2018 aufgezeigte Rückfallge- fahr bezüglich Tötungsdelikte/qualifizierten Raub sowie Eigentumsdelikte (vgl. amt- liche Akten der BVD, pag. 719 f.). Eine freiwillige deliktorientierte Therapie werde in der verbleibenden Zeit keine risikosenkenden Effekte auf das festgehaltene Rück- fallrisiko für schwere Gewaltdelikte geringer bis moderater, maximal moderater Ausprägung aufweisen (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 720). Obschon der Gut- achter I.________ ausführt, die Frage der Vertretbarkeit der bedingten Entlassung bei vorliegender Risikokonstellation sei gesellschaftspolitischer resp. juristischer – jedenfalls nicht medizinischer – Natur, legt er offen, er selbst erachte die Risikodis- position vorliegend als vertretbar, um den Beschwerdeführer zu entlassen. Da bei fehlender Geständigkeit von einer deliktorientierten Therapie in der verbleibenden Zeit keine spürbaren risikosenkenden Effekte zu erwarten wären, seien primär eine 19 sozialarbeiterische Unterstützung zum Aufbau einer geeigneten prosozialen Le- bensperspektive indiziert, um der Gefahr weiterer Delinquenz und einer illegalen Rückkehr in die Schweiz nach der Ausreise entgegenzuwirken (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 718 f.). Im Auftrag der BVD (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 780 ff.) erstellte die Kon- kordatliche Fachkommission zur Beurteilung der Gemeingefährlichkeit von Straf- tätern (KoFako) anlässlich der Sitzung vom 9. Januar 2019 eine Beurteilung (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 787 f., 797 ff.). Sie empfahl, den Beschwerdeführer nicht bedingt zu entlassen, da insbesondere keine legalprognostisch relevante Verbesserung festgestellt werden könne. Der Beschwerdeführer habe nach wie vor eine Bereitschaft zu dissozialen und deliktischen Verhaltensweisen gezeigt und zeige nach wie vor keine Auseinandersetzungsbereitschaft mit seinen Delikten und seiner Persönlichkeit. Die genannten Risikofaktoren würden nach Ansicht der Fachkommission in unveränderter Form weiterbestehen. Er habe mit seinen Ver- haltensweisen hohe Rechtsgüter verletzt und gefährdet. Eine Veränderung der diesbezüglichen Einstellung sei nach Ansicht der Fachkommission nicht erkennbar. Sie empfehle, infolge der nicht erfolgten Auseinandersetzung mit den Delikten, ins- besondere der Anlasstat, bzw. seiner Persönlichkeitsproblematik, dem Beschwer- deführer keine Vollzugsöffnung zu gewähren und die bedingte Entlassung zu ver- weigern (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 803). Auf Ersuchen der BVD hin (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 157) informierte Dr. med. D.________ am 21. Oktober 2019, der Beschwerdeführer sehe basierend auf der dokumentierten Begründung weiterhin keine Notwendigkeit für eine delikt- bezogene Therapie. Vor dem Hintergrund dieser Äusserungen, mangels erkennba- rer psychischer Störung und angesichts eines gänzlich unauffälligen Vollzugsver- laufes könne der Gutachter keine Indikation für eine deliktorientierte resp. legalpro- gnostisch wirksame Therapie stellen. Die Situation sei insofern wie jene im Vorjahr. Angesichts der konsequent und in sich konsistent vorgetragenen Haltung des Be- schwerdeführers, werde eine erneute Abklärung nun auch nicht mehr empfohlen werden. Bei einem Sinneswandel könne sich der Beschwerdeführer aber jederzeit an den FPD wenden (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 159 f.). 17.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe die bedingte Entlassung von der Absolvierung einer weder gerichtlich angeordneten noch gutachterlich indizierten Massnahme abhängig gemacht. Der damalige Strafrichter habe in Würdigung aller Umstände bewusst auf eine Massnahme verzichtet. Würde er nachträglich zu einer solchen Massnahme genötigt werden, würde die Beurteilung des Strafrichters missachtet (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 7 f., 17 f., 29, 31 f., 39 f.). Dies insbesondere vor dem Hintergrund, als sich im Verlauf des Strafvollzugs keinerlei neue Indizien für die Indikation einer solchen Massnahme ergeben hätten. Die Verweigerung der bedingten Entlassung sei mithin in Missachtung der gutachterli- chen Feststellungen vom 5. Juni 2018 sowie vom 28. September 2018 erfolgt, wo- bei das zweitgenannte Gutachten gar «formell ignoriert» worden sei (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 25 ff., 31 f., vgl. auch amtliche Akten SK 19 367, pag. 129 ff., 143 ff.). Immerhin sei im Gutachten vom 28. September 2018 «mit ei- ner selten gesehenen Deutlichkeit» und damit erneut dargelegt, dass aus gutach-20 terlicher resp. psychiatrischer Sicht die tatsächlichen Voraussetzungen für eine be- dingte Entlassung gegeben seien (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 27 f., 39). In ihrer Stellungnahme vom 11. Oktober 2019 bemerkt die Vorinstanz die vollzugs- begleitende ambulante Massnahme sei entgegen der Auffassung des Beschwerde- führers nicht eine ambulante Behandlung nach Art. 63 StGB, die einzig gerichtlich angeordnet werden könne. Zudem nehme der angefochtene Entscheid Bezug auf den Zusammenhang, in welchem die vom Beschwerdeführer angegebenen gutach- terlichen Feststellungen und Empfehlungen zu verstehen seien, was insbesondere auch für das Ergänzungsgutachten gelte. Seine gegenteilige Auffassung u.a. in Bezug auf die «selten gesehene Deutlichkeit» hinsichtlich der angeblichen Empfeh- lung der bedingten Entlassung vermöge daran nichts zu ändern (vgl. amtliche Ak- ten SK 19 367, pag. 106). In seiner Replik vom 1. November 2019 wendet der Beschwerdeführer ein, er zeige bezüglich der vollzugsbegleitenden ambulanten Therapie mittels Verweis auf eine entsprechende Analogie [gemeint: zu Art. 63 StGB] auf, dass es nicht statthaft sei, die Verweigerung einer bedingten Entlassung als Druckmittel zu verwenden, um den Beschwerdeführer dazu zu bringen, sich einer Therapie zu unterziehen, zumal faktisch keine entsprechende Indikation vorliege (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 135 f., 139 f.). 17.2.1 Art. 63 StGB regelt die von einem Gericht anzuordnende Sanktion der ambulanten Behandlung eines psychisch schwer gestörten Straftäters. Gesetzessystematisch gliedert sich die Bestimmung unter den Titel «Strafen und Massnahmen» resp. bil- det sie Teil des Kapitels «Massnahmen» (Art. 56 ff. StGB). Art. 74 ff. StGB ordnen sich in der Gesetzeschronologie unter den Titel «Vollzug von Freiheitsstrafen und freiheitsentziehenden Massnahmen». Damit gilt es, zwischen gerichtlich und voll- zugsrechtlich anzuordnenden Massnahmen zu differenzieren. Während beim Voll- zug gerichtlich angeordneter Massnahmen nach Art. 56 ff. StGB (Massnahmenvoll- zug) eine Therapieplanung mit Zielvorgaben zwingend im Vollzugsplan zu integrie- ren ist, sollte im Strafvollzug eine integrierte Therapieplanung immer auch dann er- folgen, wenn insbesondere die Vollzugsbehörde im Rahmen der Vollzugsplanung eine Therapieauflage verfügt hat (vgl. zum Vollzugsplan: Art. 35 der Verordnung über den Justizvollzug [Justizvollzugsverordnung, JVV; BSG 341.11]). Bedingung dafür ist eine enge Zusammenarbeit und ein damit einhergehender regelmässiger Informationsaustauch zwischen den forensisch tätigen Therapeuten und den Voll- zugsbehörden. Die Vollzugsplanung liegt letztlich ausschliesslich im Aufgaben- und Kompetenzbereich der Vollstreckungsbehörde (BRÄGGER, in: Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Aufl. 2019, N. 16c und N. 17 zu Art. 75). Besuchen Insassen während des Strafvollzugs sog. freiwillig therapeutische Be- handlungen, werden auch diese Therapien im Rahmen des sog. besonderen Rechtsverhältnisses eingegangen und richten sich deshalb nach der allgemeinen Zielsetzung des Strafvollzugs sowie des individuellen Vollzugsplans. Die Therapeu- ten sind dem für den Strafvollzug zuständigen Amt [den BVD, vgl. Art. 3 JVV] ge- genüber auch bei einer freiwilligen, deliktspräventiv ausgerichteten Therapie zur Berichterstattung und Information verpflichtet. Der Behandlungsvertrag stellt ein staatliches Angebot an den Gefangenen, mithin ein Institut des Strafvollzugs dar, 21 wobei der Kanton für die Kosten aufkommt. Als «freiwillig» wird dieser bezeichnet, weil die Behandlung keine gerichtlich angeordnete Massnahme darstellt. Dies macht jedoch die Therapiearbeit keineswegs zur Privatangelegenheit des Insassen (Urteil des BGer 6B_4/2011 vom 28. November 2011 E. 2.9.; BRÄGGER, in: Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Aufl. 2019, N. 17a zu Art. 75). Vorliegend befindet sich der Beschwerdeführer im Strafvollzug. Sein Freiheitsent- zug basiert – auch nach Erreichen des Zweidritteltermins – auf der gerichtlichen Verurteilung zur Tat bzw. seinem Verschulden angemessenen Strafe. Dass gericht- lich keine therapeutische Massnahme angeordnet wurde, schliesst die Anordnung einer freiwilligen therapeutischen Massnahme im Rahmen des Strafvollzugs nicht aus (Urteil des BGer 6B_4/2011 vom 28. November 2011 E. 2.9). Wie die Vor- instanz zu Recht darauf hinwies (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 55), betrifft die Therapiethematik eine auf Art. 75 Abs. 4 StGB zu stützende vollzugsbegleitende Massnahme. Mit anderen Worten kann eine sog. freiwillige therapeutische Behand- lung rechtmässig durch die Vollzugsbehörde, die BVD, angeordnet werden – ins- besondere auch wenn das Strafgericht vorliegend keine solche Massnahme vorsah (vgl. auch Urteil des BGer 6A.18/2005 vom 5. Juli 2005 E. 3.2.3 f.). Soweit der Beschwerdeführer wiederholt vorbringt, es sei keine gerichtliche Mass- nahme angeordnet worden, ist dies zwar zutreffend. Der Einwand ist aber unbehel- flich, da davon vorliegend zu keinem Zeitpunkt ausgegangen wurde und zudem vollzugsseitig bei festgestellter Therapiebedürftigkeit entsprechende Massnahmen angeordnet werden können (siehe Ziff. IV.17.2.2). Wie aufgezeigt ist eine solche Anordnung gesetzlich legitimiert. 17.2.2 Vorwegzunehmen ist, dass der Beschwerdeführer nicht etwa rügt, das Gutachten vom 5. Juni 2018 oder dessen Ergänzung vom 28. September 2018 seien nicht schlüssig (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 27 ff.). Vielmehr bemängelt er eine «formelle Ignorierung» des Ergänzungsgutachtens bzw. eine Missachtung der gut- achterlichen Kernaussagen durch die Vorinstanz (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 25, 27, 29, 31). Der Beurteilung der Kammer zufolge hat sich die Vorinstanz insbesondere einge- hend mit dem Gutachten vom 5. Juni 2018 auseinandergesetzt (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 51 ff.). Zum Ergänzungsgutachten vom 28. September 2018 zeigte sie überzeugend und nachvollziehbar auf, inwieweit sie diesem im Vergleich zum Erstgutachten vom 5. Juni 2018, eigenständige Bedeutung zugemessen hat (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 53). Insgesamt führte die Vorinstanz die entscheidre- levanten Gutachten und Beurteilungen in ihrem Entscheid chronologisch auf und berücksichtigte nachvollziehbar die prognoserelevanten Aspekte und Kernaussa- gen (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 50 ff.). Folglich dringt der Beschwerdeführer mit der behaupteten formellen Ignorierung des Ergänzungsgutachtens nicht durch. Für die Erfassung der Täterpersönlichkeit sind psychodiagnostische Abklärungen nicht obligatorisch, jedoch regelmässig sachgerecht und ein entsprechendes Gut- achten unentbehrlich (vgl. KOLLER, in: Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Aufla- ge 2019, N. 8 zu Art. 86). Ihre Relevanz ist jedoch auf den medizinisch- forensischen Beurteilungsraum beschränkt. 22 Auf die Frage der BVD hin, ob eine bedingte Entlassung aus forensisch- psychiatrischer Sicht zum Zweidritteltermin legalprognostisch vertretbar sei, machte Gutachter med. pract. I.________ im Ergänzungsgutachten vom 28. Septem- ber 2018 darauf aufmerksam, dass es sich dabei weder um eine forensisch- psychiatrische noch um eine medizinische Fragestellung handle. Sie sei vielmehr gesellschaftspolitischer resp. juristischer Natur und von der zuständigen Behörde zu beantworten. Nichtsdestotrotz liess er sich zu einer Einschätzung hinreissen. Er wies jedoch deutlich darauf hin, dass seine diesbezüglichen Ausführungen als «persönliche» Stellungnahme zu verstehen seien (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 718 f.). Diese persönliche Beurteilung des Gutachters entbindet das Gericht keineswegs, die eingangs genannte Rechtsfrage eigenständig zu beantworten. Die Vorinstanz stellte somit zu Recht nicht darauf ab (vgl. zudem amtliche Akten SK 19 367, pag. 106). Vor diesem Hintergrund verliert das vom Beschwerdeführer vorgebrachte Argument der «selten gesehenen Deutlichkeit» an Bedeutung (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 27 f.). Dr. med. J.________ vom FPD stufte im März 2010 das Rückfallrisiko des Beschwerdeführers als hoch ein in Bezug auf weitere Straftaten, mit welchen er in der Vergangenheit aufgefallen war und führte dieses auf seine Persönlichkeitsmerkmale zurück (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 65 f.; siehe Ziff. IV.17.2). Demgegenüber beurteilte med. pract. I.________ die Rückfallgefahr des Beschwerdeführers im Verlaufsgutachten vom 5. Juni 2018 in Bezug auf Tötungsdelikte/qualifizierten Raub im Falle einer bedingten Entlassung als gering bis moderat, jene für Eigentumsdelikte und sonstiges bisher gezeigtes Verhalten im moderaten bis deutlichen Bereich (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 662 f.; siehe Ziff. IV.24.2). Soweit kann grundsätzlich dem Beschwerdeführer Recht gegeben und eine gewisse Reduzierung der Rückfallgefahr erkannt werden. Demgegenüber bestehen insbesondere die mit der Persönlichkeit des Beschwerdeführers verbun- denen Defizite nach wie vor (siehe Ziff. IV.17.1 sowie IV.17.3 ff.), welche dazu führ- ten, dass insbesondere auch Gutachter med. pract. I.________ eine freiwillige The- rapie empfahl (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 662 f.). Dass die vorliegenden dissozialen Anteile der Persönlichkeit therapeutisch bekanntlich schwerer zu beein- flussen sind, als andere Persönlichkeitsdispositionen (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 660) und auch bei einer freiwilligen Therapie in der verbleibenden Zeit keine risikosenkenden Effekte auf das festgehaltene Rückfallrisiko für schwere Gewaltde- likte erwartet werden, ändert nichts an der Tatsache, dass dies derzeit als einziges Mittel gilt, die Legalprognose des Beschwerdeführers im Rahmen des Strafvollzugs allenfalls verbessern zu können (siehe auch Ziff. IV.17.3.2). 17.2.3 Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz kein Recht verletzt, soweit sie berücksichtigte, dass die Voraussetzungen für eine vollzugs- rechtliche mithin freiwillige Therapie grundsätzlich gegeben sind. 17.3 Weiter rügt der Beschwerdeführer, es sei nicht rechtens, wenn die bedingte Entlas- sung davon abhängig gemacht werde, dass er sich einer deliktorientierten oder sonst einer Therapie unterziehe. Dies sei entgegen der vorinstanzlichen Auffas- sung für seine bedingte Entlassung nicht Voraussetzung (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 9). Mithin liege der wahre Verweigerungsgrund hinsichtlich der 23 bedingten Entlassung darin, dass vom Beschwerdeführer verlangt werde, im Rah- men einer Therapie einen Tathergang im Detail aufzuarbeiten, den er nicht so aufa- rbeiten könne, wie dies erwartet würde, «weil er – was nicht auszuschliessen ist – in jener Tatnacht eben doch im Auto gewartet hatte» (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 9, 17, pag. 29 f., 39 f.). Gestützt auf den Bericht des FPD vom 21. Oktober 2019 könne mangels einer erkennbaren psychischen Störung und an- gesichts eines gänzlich unauffälligen Vollzugsverhaltens, keine Indikation für eine legalprognostisch wirksame Therapie gestellt werden. Der Gutachter, Dr. med. D.________, empfehle nicht mehr, den Beschwerdeführer im Folgejahr erneut abklären zu lassen. Damit sei gezeigt, dass ein Argument, welches zur Be- gründung der verweigerten bedingten Entlassung aufgeführt worden sei, wegfalle (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 129). Gemäss vorinstanzlicher Stellungnahme vom 11. Oktober 2019 dürfe entsprechend in die Bewertung einfliessen, dass sich der Beschwerdeführer weigere, an den di- versen diagnostizierten Störungen und Problembereichen – wenngleich keine schwere psychische Störung vorliege – zu arbeiten (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 106). Zudem habe der FPD eine wirksame Therapie jeweils verneint, da der Beschwerdeführer nach wie vor die Anlasstat bestreite und sich einer Therapie verweigere. Indem der FPD jedoch eine erneute Abklärung im Folgejahr empfohlen habe, sei nachvollziehbar dargelegt, dass er durchaus davon ausgegangen sei, der Beschwerdeführer würde im weiteren Vollzugsverlauf zur Einsicht in seine Anlass- tat kommen können (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 107). Mit Verweis auf den aktuellen Bericht des FPD wendet die Vorinstanz in ihrer Duplik vom 19. Novem- ber 2019 ein, der Beschwerdeführer verkenne nach wie vor, dass die fehlende Notwendigkeit einer deliktorientierten Therapie in der von ihm vertretenen Haltung zur Anlasstat gründe (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 175 f.). Die für den Vollzug von Freiheitsstrafen geltenden Grundsätze werden in Art. 75 StGB definiert. Als Vollzugsziel postuliert Art. 75 Abs. 1 StGB die Förderung des sozialen Verhaltens des Gefangenen. Insbesondere soll im Hinblick auf die Entlassung die Fähigkeit des Eingewiesenen verbessert werden, straffrei zu leben. Das Bundesgericht erachtet die Verbrechensverhütung, sog. Spezialprävention, als vordergründigstes Ziel des Strafrechts im Allgemeinen und die Resozialisierung als Hauptaufgabe des Strafvollzugs im Besonderen (BGE 124 IV 246 E. 2.b S. 247; BRÄGGER, in: Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Aufl. 2019, N. 1 zu Art. 75, m.H.). Therapiearbeit im Strafvollzug ist, wie bereits erwähnt (siehe Ziff. IV.14), keine Pri- vatangelegenheit und liegt nicht im Belieben des Insassen, sondern es ist seine Pflicht der Allgemeinheit gegenüber. Er hat bei den Sozialisierungsbemühungen und den Entlassungsvorbereitungen aktiv mitzuwirken (Art. 75 Abs. 4 StGB). So- dann setzen Resozialisierungsmassnahmen kein Schuldeingeständnis hinsichtlich der Anlasstat voraus (Urteil des BGer 6B_240/2017 vom 6. Juni 2017 E. 1.5.4; 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.6). Verweigert der Gefangene die aktive Mit- wirkung an Resozialisierungsmassnahmen als Vollzugsziel, kann dies als negati- ves Prognoseelement gewürdigt werden (vgl. Urteil des BGer 6B_842/2013 vom 31. März 2014 E. 3).24 17.3.1 Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, ist auch hinsichtlich des Mordes einzig und allein vom rechtskräftig festgestellten Sachverhalt auszugehen (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 54). Der Einwand des Beschwerdeführers über die nicht aus- zuschliessende andere Tatvariante ist unbehelflich. 17.3.2 Bereits im Oktober 2013 informierten die BVD den Beschwerdeführer eingehend über das Bestehen der ungünstigen Legalprognose. Sie zeigten dem Beschwerde- führer die Bedeutung einer sog. freiwilligen ambulanten delikt- und störungsspezifi- schen Therapie u.a. im Hinblick auf den Zweidritteltermin auf. Eine freiwillige deliktorientierte Therapie einzufordern, ist rechtlich zulässig und verstösst nicht gegen Bundesrecht (Urteil des BGer 6A.18/2005 vom 5. Juli 2005 E. 3.2.3, siehe Ziff. IV.17.2). Von Beginn weg stand fest, dass die Durchführung einer sog. freiwilligen Therapie von der entsprechenden Bereitschaft des Beschwerdeführers abhing. Trotz und in Kenntnis der diagnostizierten dissozialen Persönlichkeitszüge und seiner deliktre- levanten Defizite (eine ausgeprägte Ich-Bezogenheit, eine Tendenz, die Verantwor- tung für problematisches Verhalten zu externalisieren, eine Affektivitätsstörung i.S. eines Mangels an Reue, Schuldbewusstsein und Empathie, ein auf Täuschung ausgelegtes zwischenmenschliches Verhalten mit oberflächlichem Charme, häufi- gem Lügen und Täuschen sowie ein übersteigertes Selbstwertgefühl, siehe Ziff. IV.17.2) lehnte der Beschwerdeführer eine Therapierung vor dem Hintergrund seiner Unschuld in Bezug auf den Mord und der damit begründeten fehlenden Notwendigkeit kategorisch ab. Er verweigerte sich mithin nicht nur einer delikt- sondern auch einer störungsspezifischen resp. legalprognostisch wirksamen The- rapie, zumal sowohl im Oktober 2013 resp. Dezember 2015 eine auf diese ver- schiedenen Problembereiche ausgerichtete Behandlung zur Diskussion stand (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 292). Sodann zeigte med. pract. I.________ im Gutachten vom 5. Juni 2018 nachvoll- ziehbar auf, dass eine deliktorientierte Intervention ohne die Bereitschaft, über das Tötungsdelikt zu sprechen, mangels anderweitiger bekannter gewalttätiger Vorfälle vorwiegend die dissozialen Denk- und Verhaltensmustern fokussieren würde. Kon- kret empfahl er, dass sich der Beschwerdeführer im Rahmen einer freiwilligen The- rapie mit den dissozialen Denk- und Verhaltensmuster und dem damaligen delin- quenznahen Umfeld auseinandersetze. Unzweideutig hielt er fest, dass dies auch ohne Einforderung eines Tatgeständnisses möglich sei (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 661, siehe Ziff. IV.17.1). Dass sich der Beschwerdeführer gemäss Gutachten vom 5. Juni 2018 bereit erklärt haben soll, «sich im Rahmen einer deliktpräventiv ausgerichteten psychotherapeu- tischen Behandlung mit seiner dissozialen Disposition und den begangenen Eigen- tumsdelikten sowie allgemeiner Delinquenz auseinanderzusetzen, nimmt die Kammer zur Kenntnis (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 660, siehe Ziff. IV.17.1). Diese mündlich bekundete Bereitschaft hat sich jedoch bis heute nicht in einem entsprechenden Bestreben des Beschwerdeführers nach aussen hin erkennbar gemacht. Dies kommt einem Fehlen von Therapiebemühungen gleich. 25 Wie Dr. med. D.________ vom FPD im aktuellsten forensisch-psychiatrischen Befund vom 21. Oktober 2019 sinngemäss ausführte, wäre eine Indikation für eine deliktorientierte oder legalprognostisch wirksame Therapie nicht ausgeschlossen, würde der Beschwerdeführer eine entsprechende Behandlungsbereitschaft zeigen. Immerhin hält der Gutachter fest, bei einem Sinneswandel stehe es dem Beschwerdeführer jederzeit offen, sich an den FPD zu wenden (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 159). Der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz zufolge (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 175) wurde somit eine Indikation nicht generell, sondern vor dem Hintergrund der verweigernden Haltung des Beschwerdeführers verneint (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 53). Insgesamt scheiterte eine deliktorientierte resp. legalprognostische oder störungs- spezifische Behandlung an der fehlenden Therapiebereitschaft und -einsicht des Beschwerdeführers. Ein anderes Bild kann die Kammer aus den Akten nicht erken- nen. Alles in allem wurde somit nicht die Indikation für eine entsprechende Behand- lung an sich gutachterlich verneint, sondern lediglich eine Therapie vor dem Hinter- grund der Verweigerungshaltung und fehlenden Auseinandersetzungsbereitschaft des Beschwerdeführers als entbehrlich erkannt. Letztlich blieb deshalb eine Thera- pierung bis heute aus. Indem der Beschwerdeführer das sog. freiwillige therapeutische Angebot trotz fo- rensisch-psychiatrischer Aufforderung und Unterbreitung durch die BVD resp. den FPD kategorisch ablehnte, kam er seinen vollzugsrechtlichen Verpflichtungen i.S.v. Art. 75 Abs. 4 StGB nicht nach. Diesen Aspekt würdigte die Vorinstanz u.a. mit Verweis auf die obergerichtliche Rechtsprechung (Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern SK 18 193 vom 29. November 2018 E. III.6.) zu Recht als nega- tives Prognoseelement (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 55). 17.4 Sodann rügt der Beschwerdeführer mittels Beschwerde sinngemäss, dass ihm die Vorinstanz die positive Entwicklung in Persönlichkeit und Einstellung unzutreffen- derweise nicht zuerkannte. Er führt ins Feld, ihm sei bewusst, dass er, «wenn er – gemäss seiner Version tatsächlich im Wagen gewartet hat und somit nicht selbst am Opfer Hand angelegt hat, für dessen Tod und das Unglück, […] im schwersten Sinne mitverantwortlich ist. […] Dass er indessen im Rahmen des Strafverfahrens und der Rechtsmittel sich gegen den konkreten Vorwurf gewehrt hat, er sei selbst in der Wohnung ge- wesen und habe selbst Hand angelegt, ändert an seiner Einsicht nichts» (vgl. amt- liche Akten SK 19 367, pag. 7). Er sehe mit anderen Worten die Problematik seines damaligen Lebenswandels, welcher zur Teilnahme an der Anlasstat und schliess- lich zur langjährigen Verurteilung geführt habe, unabhängig seiner divergierenden Tatversion ein. Damit habe er sich in all den Jahren im Strafvollzug intensiv be- schäftigt und Lehren daraus gezogen (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 5 f.). Zudem würden die vom Beschwerdeführer nach der Anlasstat bis zur Verhaftung begangenen Delikte objektiv betrachtet nicht über die Bedeutung von «drei kleine- ren Verfehlungen» hinausreichen. Soweit ihm die Vorinstanz deshalb Bagatellisie- rungstendenzen vorwerfe und gestützt darauf seine bekundete Einsicht, Reue und eine Einstellungsänderung bezüglich der Anlasstat in Frage stelle, würde sie diese «Verfehlungen» unsachgemäss überbewerten, mithin die Fakten willkürlich würdi-26 gen (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 19, 21 ff.). Vielmehr habe der Beschwer- deführer in der besagten Zeit weder Delikte verübt, welche mit seinem früheren Le- benswandel zusammenhängen oder eine gewisse Schwere aufweisen würden noch habe er dabei Gewalt angewendet, sich unrechtmässig bereichert oder aus einem verwerflichen Motiv heraus gehandelt (vgl. dazu auch amtliche Akten SK 19 367, pag. 139). Sein Lebenswandel vor und nach der Anlasstat sei klar zu diffe- renzieren, zumal er entgegen der Vorinstanz nicht «erneut und erneut delinquiert» habe. Die inneren positiven Veränderungen seien zwar nicht beweisbar jedoch ausreichend glaubhaft dargetan und im nach der Tat geänderten Lebenswandel er- sichtlich (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 23 ff.). In ihrer Stellungnahme vom 11. Oktober 2019 unterstreicht die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer in der Zeit zwischen Anlasstat und Verurteilung – unbese- hen des Motivs resp. der Bedeutung der «Verfehlungen» – deliktisch tätig gewesen sei. Entgegen dem Vorwurf des Beschwerdeführers habe sie nicht versucht, mit gezielter Formulierung etwas zu suggerieren. Sie habe lediglich festgehalten, der Beschwerdeführer habe «erneut und erneut mehrfach» delinquiert (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 106). Er habe diese Aussage im angefochtenen Entscheid (Verweis auf Ziff. IV.16 der Beschwerde vom 23. September 2019; vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 23) inkorrekt zitiert (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 106). In seiner Replik vom 1. November 2019 untermauert der Beschwerdeführer, auf die «kleineren Verfehlungen» dürfe nicht abgestellt werden zwecks Begründung einer Schlechtprognose (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 137 ff.). Bei der Würdigung der Täterpersönlichkeit geht es in erster Linie um die Einstel- lung des Verurteilten zu seinen Straftaten. Es gilt darüber zu befinden, ob ein Wan- del zum Besseren stattgefunden (BGE 101 Ib 152 S. 153), inwieweit sich die innere Einstellung des Verurteilten verändert hat und ob dieser die Folgen seiner Tat ein- sieht (BGE 104 IV 281 E. 4 S. 284). Eine blosse Behauptung von Besserung resp. halbwegs glaubwürdige Reuebekundung wegen eines angeblich verwerflichen Fehlers oder gar Selbstmitleid infolge der Strafhaft widersprechen wirklicher Ein- sicht bzw. einer Abkehr von kriminellen Machenschaften (BGE 105 IV 167 E. 3 S. 168). Ob eine Reifung und Festigung der Persönlichkeit durch therapeutische Einwirkung oder anders erfolgte, hat in die Beurteilung einzufliessen (BGE 104 IV 281 E. 4 S. 284). Die fehlende Tataufarbeitung hingegen ist wie auch eine durch das psychische Störungsbild bedingte hochgradige Rückfallgefahr pro- gnoserelevant (Urteil des BGer 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.6, 6B_715/2014 vom 27. Januar 2015 E.8.5 sowie 6B_240/2017 vom 6. Juni 2017 E. 1.5.4). Auf Uneinsichtigkeit darf nicht ohne Weiteres geschlossen werden, wenn der Strafgefangene die Anlasstat leugnet oder kein Geständnis abgelegt hat. Dafür können unterschiedliche Motive verantwortlich sein, bspw. auch prognostisch indif- ferente Gründe. Schuldeinsicht ist mithin nicht notwendige Bedingung für ein künf- tiges Leben ohne Straftaten (BGE 124 IV 193 E. 5.b.ee S. 204). Einsichtslosigkeit des Gefangenen kann jedoch eine gefährliche Grundhaltung indizieren (Urteil des BGer 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.6 und 6B_1164/2013 vom 14. April 2014 E. 1.7 m.H.). Eine Auseinandersetzung des Strafgefangenen mit seinen übrigen 27 Straftaten und seinen Persönlichkeitsmerkmalen genügt, wobei einzig eine objektiv nachvollziehbare Auseinandersetzung mit der Tat unter Anerkennung rechtsstaatli- cher Prinzipien für den Vollzugsentscheid relevant sein kann. Ein bloss tadelloses Vollzugsverhalten hingegen reicht als Nachweis für eine Auseinandersetzung mit der deliktischen Vergangenheit durch den Gefangenen nicht aus (Urteil des BGer 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.6 und 6B_961/2009 vom 19. Januar 2010 E. 2.2.2). In der Kriminologie wird die Bedeutung einer vertieften Auseinanderset- zung des Verurteilten mit seiner Tat zunehmend erkannt (Urteil des BGer 6B_240/2017 vom 6. Juni 2017 E. 1.5.4; vgl. KOLLER, in: Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Auflage 2019, N. 9 zu Art. 86). Infolge Ablehnens des Therapieangebots und der fehlenden Bereitschaft, über das Anlassdelikt im Rahmen von Gesprächen mit Fachpersonen zu sprechen (siehe Ziff. IV.17.3), bestehen keine Nachweise, welche eine Einstellungsänderung oder den «Wandel zum Besseren» beim Beschwerdeführer detailliert dokumentieren und objektiv belegen würden (vgl. Ziff. IV.17.2.). Folglich gilt es anhand der zur Verfügung stehenden Gutachten und allgemeinen Informationen zum Beschwerdeführer, Veränderungen festzustellen. Dr. med. J.________ vom FPD stufte im März 2010 das Rückfallrisiko des Beschwerdeführers als hoch ein in Bezug auf weitere Straftaten, mit welchen er in der Vergangenheit aufgefallen war und führte dieses auf seine Persönlichkeitsmerkmale zurück (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 65 f.; siehe Ziff. IV.17.1). Demgegenüber beurteilte med. pract. I.________ seine Rückfallge- fahr im Verlaufsgutachten vom 5. Juni 2018 in Bezug auf Tötungsdelik- te/qualifizierten Raub im Falle einer bedingten Entlassung als gering bis moderat, jene für Eigentumsdelikts und sonstiges bisher gezeigtes Verhalten im moderaten bis deutlichen Bereich (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 662 f.; siehe Ziff. IV.17.1). Dies kann, wie bereits ausgeführt, grundsätzlich als Hinweis auf einen Wandel zum Besseren gewertet werden (siehe Ziff. IV.17.2.2). Bedeutsam in Bezug auf die behauptete Einsicht und Reue ist die umfassende Risikobeurteilung des Bereiches Spezialdienst der BVD vom 23. August 2013, wonach die dissozialen Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers nur schwer und langwierig und die psychopathischen Züge kaum bzw. nur sehr schwierig und langwierig behandelbar seien und ohne entsprechende Therapie nicht davon auszugehen sei, dass er einen vertieften Einblick in das Funktionieren seiner Persönlichkeit erlangen könnte (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 283 ff.; siehe Ziff. IV.17.1). Ähnliches konstatierte med. pract. I.________ im Verlaufsgutachten vom 5. Juni 2018, wonach die beim Beschwerdeführer vorliegenden dissozialen Anteile der Persönlichkeit therapeutisch bekanntlich schwerer zu beeinflussen sei- en als andere Persönlichkeitsdispositionen (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 660; siehe Ziff. IV.17.1). Vor diesem Hintergrund leuchtet nicht ein, wie sich der Be- schwerdeführer ohne fachgerechte therapeutische Hilfe in all den Jahren im Straf- vollzug legalprognostisch relevant mit «der Problematik seines damaligen Lebens- wandels» hat auseinandersetzen wollen (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 5 f.). Dagegen sprechen letztlich insbesondere auch die nach wie vor diagnostizierten und damit aktuell bestehenden dissozialen und psychopathischen Persönlichkeits-28 züge, das maximal ausgeprägte fehlende Schuldbewusstsein und die mangelnde Übernahme von Verantwortung – insbesondere auch in Bezug auf seine defizitären Persönlichkeitsanteile (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 657 f.; siehe Ziff. IV.17.1). Immerhin führte Dr. med. J.________ die Rückfallgefahr des Beschwerdeführers massgeblich auf seine Persönlichkeitsmerkmale zurück (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 64 ff.; siehe Ziff. IV.17.1). Sodann stellte der jeweils zuständige Gutachter des FPD anlässlich der jährlichen Evaluationsgespräche fest, dass sich der Beschwerdeführer nach wie vor als un- schuldig erachte und er die Notwendigkeit einer Therapie verneine. Von einer le- galprognostisch relevanten Änderung in Bezug auf seine Einstellung wurde nicht berichtet (siehe Ziff. IV.17.1). Schliesslich vermag der Beschwerdeführer den behaupteten Wandel zum Besse- ren in der Zeit nach der Anlasstat bis zur Verhaftung nicht glaubhaft zu machen. Entgegen seinen Vorbringen ist es nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz die nach der Anlasstat begangenen Straftaten (u.a. Verurteilung wegen Urkundenfälschung, grober Verletzung der Verkehrsregeln, vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 65) zur Beurteilung seines damaligen Lebenswandels heranzieht. Obschon die von der Vorinstanz im Entscheid aufgeführten Delikte in Bezug auf Bedeutung, Ausmass und Motivation nicht mit der gravierenden Anlasstat vergleichbar sind, ist mit dem «erneuten und erneut mehrfachen» Delinquieren dennoch gezeigt (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 54), dass geltende Regeln und Normen beim Beschwerdefüh- rer auch in der Zeit zwischen Anlasstat und Verurteilung nur defizitär verankert wa- ren (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 662 f.; siehe Ziff. IV.17.1). Diese Einschät- zung steht zudem im Einklang mit dem Gutachten von Dr. med. J.________, worin sie folgerte: Auch nach dem Tötungsdelikt im Jahr 2003 habe der Beschwerdefüh- rer weitere Straftaten (Verurteilungen wegen Urkundenfälschung, grober Verkehrs- regelverletzung) begangen. Obschon es sich hierbei um weniger gravierende Delik- te handle, würden sie dennoch anzeigen, dass nach wie vor eine dissoziale Verhal- tensbereitschaft bestehe (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 64 f.; siehe Ziff. IV.17.1). Weiter sei an dieser Stelle die gutachterliche Feststellung im Verlaufsgutachten vom 5. Juni 2018 vor Augen geführt, wonach es dem Beschwerdeführer zwar durchgehend gelungen sei, sich an das Vollzugsregime anzupassen und ein un- auffälliges Verhalten zu zeigen. Dies sei allerdings bei Personen mit dissozialen Persönlichkeitseigenschaften – wie dem Beschwerdeführer – die nicht zu reaktiv- impulsivem Verhalten tendieren und sich im hochstrukturierten Setting gut anpas- sen würden, nicht selten. Problematische Verhaltensweisen würden erst unter zu- nehmenden Freiheitsgraden präsentiert werden (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 658 f., 663; siehe Ziff. IV.17.1). Vor diesem Hintergrund kann anhand des Verhaltens des Beschwerdeführers im Strafvollzug lediglich äusserst begrenzt auf eine Einstellungsänderung geschlossen werden. Letztlich berücksichtigte die Vorinstanz auch die Beurteilung der Konkordatlichen Fachkommission zur Beurteilung der Gemeingefährlichkeit von Straftätern (KoFa- ko) vom 9. Januar 2019. Im Ergebnis verneinte die KoFako beim Beschwerdeführer eine legalprognostisch relevante Verbesserung und erachtete die Risikofaktoren 29 als in unveränderter Form fortbestehend (vgl. amtlichen Akten der BVD, pag. 787 f.). Insgesamt gelangte die Vorinstanz gestützt auf die im Entscheid aufgeführten, pro- gnoserelevanten Gründe rechtmässig zum Ergebnis, dass sich die vom Beschwer- deführer behauptete Einsicht, Reue und Einstellungsänderung in mündlichen Be- teuerungen erschöpft. Selbst zuzuschreiben hat sich der Beschwerdeführer, dass seine konsequente Ablehnung des Therapieangebots die Vollzugsbehörde der Möglichkeit beraubt, auch geringe positive Einstellungsänderungen u.a. zu den De- likten objektiv festzustellen und zu berücksichtigen (vgl. dazu: Urteil des BGer 6A.18/2005 vom 5. Juli 2005 E. 3.2.2 f.). Damit ist an der vorinstanzlichen Beurtei- lung rechtlich nichts auszusetzen. 17.5 Schliesslich kritisiert der Beschwerdeführer betreffend die Täterpersönlichkeit, die Vorinstanz habe die bedingte Entlassung insgeheim in Missachtung der höchstrich- terlichen Rechtsprechung von einem Tatgeständnis abhängig gemacht (vgl. amtli- che Akten SK 19 367, pag. 5, 9 f., 17 f., 39 f.). Dies stelle eine Ermessensüber- schreitung dar (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 17 f.). Während über die ge- samten Akten hinweg der Standpunkt vertreten werde, eine deliktorientierte Thera- pie bedinge die Geständigkeit des Beschwerdeführers, argumentiere die Vor- instanz im angefochtenen Entscheid groteskerweise, ein Geständnis sei für die Therapie entbehrlich (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 11 ff., 39 f., 141). Gemäss vorinstanzlicher Stellungnahme vom 11. Oktober 2019 werde die bedingte Entlassung nicht von einem Geständnis abhängig gemacht, sondern einzig das Festhalten an seiner Tatversion zulässigerweise mitbewertet (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 106). Aus fortdauerndem Leugnen der früheren Tat darf nicht in jedem Fall auf eine schlechte Prognose geschlossen werden. Daraus ergibt sich jedoch nicht, dass Uneinsichtigkeit und Leugnen der Tat nicht gegen eine günstige Prognose spre- chen können (Urteil des BGer 6A.18/2005 vom 5. Juli 2005 E. 3.3.3; BGE 124 IV 193 E. 5.b.ee S. 204; zu weiteren theoretischen Ausführungen: siehe Ziff. IV.17.4). Die Vorinstanz setzte sich in ihrem Entscheid mit der Tatsache auseinander, dass der Beschwerdeführer nach wie vor keine Einsicht in seine Hauptanlassdelikte zei- ge und er es unterlassen habe, sich mit diesen Delikten und/oder problematischen Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmalen auseinanderzusetzen. Diese Tat- sache würdigte sie wie dargelegt zu Recht als stark negativ (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 54 f.; siehe Ziff. IV.17.4). Weiter zeigte sie nachvollziehbar auf, dass der Beschwerdeführer nach wie vor an seiner von allen Instanzen verworfenen Sach- verhaltsvariante festhalte – er sich mit anderen Worten nicht mit der rechtskräftig festgestellten Schuld hinsichtlich des Mordes und damit der gravierenden Anlasstat auseinandergesetzt hat. Dass der Beschwerdeführer nach wie vor seine Unschuld in Bezug auf die Anlass- tat beteuert und gestützt darauf kategorisch eine Therapierung verweigert, zeugt für die Kammer von einem fehlenden Verständnis und (Verantwortungs-) Bewusst- sein für die problematischen Aspekte seiner Persönlichkeit, welche zur damaligen 30 Eskalation, mithin zur Anlasstat, führten (vgl. dazu folgende Ausführungen von med. pract. I.________ im Gutachten vom 5. Juni 2018: Als mögliche Ursachen zur verweigernden Haltung bezüglich der Therapiebemühungen erwog der Gutachter eine Bedrohung des Selbstbildes, Angst vor negativen extrinsischen Konsequen- zen und Effekten im Vollzug oder Defizite in der Perspektivenübernahme sowie ei- ne geringe Motivation zur Rückfallverhütung [vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 659; siehe Ziff. IV.17.1]). Vorliegend kann darauf verzichtet werden, auf die vom Beschwerdeführer gerügten Aktenquellen einzeln einzugehen (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 11 ff.). Alles in allen würdigte die Vorinstanz das mit der di- vergierenden Tatversion zusammenhängende fehlende Verantwortungsbewusst- sein des Beschwerdeführers im Rahmen ihres Ermessens und damit rechtmässig. 17.6 Zusammenfassend ist es entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers weder willkürlich noch rechtsverletzend, wenn die Vorinstanz seine Täterpersönlichkeit stark negativ gewichtete. 18. Das Kriterium des übrigen deliktischen und sonstigen Verhaltens würdigte die Vor- instanz als ungünstig, bestenfalls neutral. Sie hielt fest, dem problemlosen Voll- zugsverhalten sowie der guten resp. sehr guten Arbeit im Vollzug stehe eine erheb- liche Disziplinierung (Sanktion von 7 Tagen Zelleneinschluss) sowie ein äusserst ambivalentes Aussageverhalten im Strafverfahren gegenüber. Jedenfalls halte der Beschwerdeführer nach rechtskräftiger Verurteilung auch im vorliegenden Be- schwerdeverfahren an seiner letzten Sachverhaltsversion fest, welche von allen In- stanzen verworfen bzw. im Revisionsverfahren rechtskräftig abgelehnt worden sei (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 56 f.). 18.1 Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz eine resultatorientierte Argumentation vor und verweist dazu auf ihre «umschweifigen Ausführungen zur Prozessge- schichte des Strafverfahrens (Ziff. 5.c.aa)» (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 17). Weiter rügt er als bedenklich, dass die Vorinstanz seine damalige Vertei- digungsstrategie heranziehe, als Argument gegen eine bedingte Entlassung, wobei er sich erneut auf den strafrichterlichen Willen beruft (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 17, 19, 141). Die Vorinstanz weist in ihrer Stellungnahme vom 11. Oktober 2019 darauf hin, dass das Bestreiten der Taten während des Strafverfahrens grundsätzlich unter das Recht falle, sich nicht selbst belasten zu müssen. Die Art und Weise, wie der Be- schwerdeführer seine Taten bestritten habe, resp. sein gesamtes Aussageverhal- ten könne nicht mehr unter dieses Recht subsumiert und dürfe vorliegend entspre- chend gewertet werden (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 107). 18.1.1 Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz den Willen des Strafrichters nicht verkannt (siehe auch Ziff. IV.17.2), wenn dem Beschwerde- führer die bedingte Entlassung zum Zweidritteltermin unter Berücksichtigung der legalprognostisch relevanten Kriterien – und damit auch dem entsprechenden Ver- halten – verweigert wird. 18.1.2 Unter Ziff. 5.c.aa hat die Vorinstanz das widersprüchliche Aussageverhalten des Beschwerdeführers im Strafverfahren gewürdigt (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 55 f.). Der Grundsatz, wonach sich niemand selbst belasten muss (Art. 113 31 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]; sog. Grund- satz «nemo tenetur se ipsum accusare»), schützt kein ambivalentes Aussagever- halten, wie dies der Beschwerdeführer im Strafverfahren zeigte. Weiter ist sein Aussageverhalten insofern von Prognoserelevanz, als sich an seiner fehlenden Einsicht nichts verändert hat und er an der letztgenannten Tatversion festhält (sie- he Ziff. IV.17.4 und IV.17.5). Davon zeugt auch die fehlende Leistung von Wieder- gutmachung. Aus der Sicht der Kammer ist darin keineswegs eine resultatorientier- te Vorgehensweise zu erkennen. Die Vorinstanz wertete dieses Verhalten zu Recht als ambivalent und damit negativ (vgl. zum Ganzen: ENGLER, in: Basler Kommen- tar, StPO/JStPO, 2. Auflage 2014, N. 4, 5 und 7 zu Art. 113). 18.2 Weiter rügt der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe im Entscheid sein tadello- ses Verhalten im Vollzug, mithin seine sehr gute Arbeit und sein attestiertes Ver- antwortungsbewusstsein ergebnisorientiert zu relativieren versucht. Sie behaupte aktenwidrig, er verweigere sich dem Vollzugsplan sowie der Tataufarbeitung. Das aufgegriffene Argument der fehlenden Therapiebereitschaft habe jedoch bei der Beurteilung des Vollzugsverhaltens nichts zu suchen. Einzig zutreffend sei, dass der Beschwerdeführer seine Vollzugsziele nicht unterzeichne (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 19, 39). Sodann verweist er auf sein positives Verhalten gemäss dem neusten Vollzugsbericht vom 28. Oktober 2019 (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 127 f., 153 f.). In ihrer Duplik vom 19. November 2019 unterstreicht die Vorinstanz, dass der Be- schwerdeführer im Wesentlichen – bis auf die erhebliche Disziplinarsanktion von 7 Tagen Zelleneinschluss – ein problemloses Vollzugsverhalten mit guter resp. sehr guter Arbeit zeige. Allerdings lasse ein korrektes Vollzugsverhalten allein nicht auf eine günstige Prognose schliessen (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 175). Aus einem guten Verhalten im Vollzugsalltag allein lassen sich nicht automatisch prognoserelevante Veränderungen in Bezug auf seine Rückfallgefährdung ableiten. Als prognostisch relevant sind Erfahrung über das Verhalten in jenen Anstaltssitua- tionen einzustufen, die «dem normalen Leben ähnlich sind», wie vielfach das Ar- beitsverhalten (BGE 124 IV 193 E. 5.b.dd. S. 203). Die Vorinstanz hat durchaus berücksichtigt, dass die verschiedenen Führungsbe- richte der Regionalgefängnisse wie auch der JVA C.________ das Verhalten des Beschwerdeführers als problemlos, anständig sowie unauffällig und ihn als spediti- ven, zuverlässigen und selbständigen Arbeiter beschrieben haben (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 56., m.H.; vgl. zum Ganzen: amtliche Akten SK 19 367, pag. 155). Dies ist erfreulich, vermag jedoch der vorinstanzlichen Würdigung zufol- ge die Legalprognose nicht massgeblich zu verbessern. Es ist denn auch nicht auszuschliessen, dass ein solches Verhalten blosse Anpassung ist. Immerhin darf ein korrektes Vollzugsverhalten erwartet werden. Sodann gewichtet die Vorinstanz die im Entscheid erwähnte Disziplinierung – auch wenn sie diese mit Blick auf die Sanktion von 7 Tagen Zelleneinschluss als nicht unerheblich bezeichnet – nicht übermässig. Vielmehr stellte sie dieser die gute resp. sehr gute Arbeitsleistung des Beschwerdeführers gegenüber. Weiter hat die Vorinstanz die Thematik Therapie- aufarbeitung zutreffenderweise auch unter dem Kriterium des übrigen deliktischen und sonstigen Verhaltens aufgegriffen. Wie der Vollzugsplan vom 8. Januar 2016 32 zeigt, stand das mindestens anfänglich passive Vollzugsverhalten in Bezug auf Zielsetzungen sowie Nutzung des Anstaltsangebots nicht zuletzt im Zusammen- hang mit der von ihm beteuerten Unschuld und der verweigerten Tataufarbeitung resp. den verweigerten Therapiegesprächen (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 444; siehe Ziff. IV.17.1). Obschon gemäss den Vollzugsplänen 2017/2018 Ak- tivitäten etabliert werden konnten, blieben Anstrengungen zur Tataufarbeitung sei- tens des Beschwerdeführers aus (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 469 ff., 557 ff., 565 f.; siehe Ziff. IV.17.1). Diese Tatsache griff die Vorinstanz in ihrem Entscheid zu Recht auf. Hingegen ist nicht erkennbar, dass sie diesem Aspekt bei der Beur- teilung des übrigen deliktischen und sonstigen Verhaltens grosses Gewicht beige- messen hätte (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 56 f.). 18.3 Die vorinstanzliche Würdigung des deliktischen und sonstigen Verhaltens ist – je- denfalls im Ergebnis – nicht zu beanstanden. Damit hat die Vorinstanz dieses Krite- rium rechtens als ungünstig, bestenfalls neutral gewichtet. 19. Im Entscheid vom 22. August 2019 beurteilte die Vorinstanz die zu erwartenden Lebensverhältnisse des Beschwerdeführers in der Schweiz als äusserst ungünstig, infolge seiner hier fehlenden Aufenthalts- und Arbeitsberechtigung. Bei einem Ver- bleib würde er sich umgehend erneut strafbar machen (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 57). Die zu erwartenden Lebensverhältnisse in Serbien wertete sie im Ver- gleich dazu als deutlich besser, allerdings ebenfalls als nicht günstig (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 58). Nach Einreichung verschiedener «Stellenzusagen» vor oberer Instanz durch den Beschwerdeführer teilte die Vorinstanz am 11. Okto- ber 2019 mit, dies sei positiv zu werten, wobei das Kriterium in der Gesamtbetrach- tung dadurch bestenfalls neutral zu gewichten sei (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 107). 19.1 In der Beschwerde vom 23. September 2019 zeigte der Beschwerdeführer zum sozialen Empfangsraum auf, dass er nach einer Entlassung vorerst im Elternhaus in seiner Heimat Serbien, in L.________, zu wohnen gedenke. Dort verfüge er über ein intaktes Beziehungsnetz. Als selbst bezeichneter «Allrounder», handwerklich geschickter Arbeiter und ehemaliger Monteur bei der Firma M.________ reichte er als Nachweis oberinstanzlich neu «drei verbindliche Stellenangebote» ein. Eine dieser Stellen könnte er nach seiner Entlassung und Heimreise antreten (vgl. amtli- che Akten SK 19 367, pag. 33 f.; Stellenzusage der E.________(Fabrik) E.________ in Prishtina vom 13. August 2019 [vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 89], des F.________(Unternehmung) F.________ in Prishtina vom 28. Au- gust 2019 [vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 91] sowie der G.________(Firma) G.________ in Belgrad inkl. Übersetzung [vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 93 f.]). In der Replik vom 1. November 2019 wendete er ein, aufgrund der «verbindlichen Stellenangebote», der Wohngelegenheit im Elternhaus, mithin des familiären Empfangsraums, seien die zu erwartenden Lebensverhältnisse positiv zu werten (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 131 f., 143). Für die Beurteilung der prognostischen Bedeutung der nach der Entlassung aus dem Freiheitsentzug zu erwartenden Lebensverhältnisse ist – bezogen auf die konkrete Gefährdung weitere, bestimmte Straftaten zu begehen – namentlich die 33 künftige gesellschaftliche Integration des Verurteilten in die Familie oder familien- ähnliche Beziehungsnetze sowie in die Arbeitswelt zu prüfen. Dabei ist zu eruieren, ob der mutmassliche «soziale Empfangsraum» kriminogene Gefährdungen auf- weist oder umgekehrt protektive Wirkungen entfalten kann (KOLLER, in: Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Auflage 2019, N. 11 zu Art. 86). In der Praxis ist die le- galprognostische Beurteilung der künftigen Lebensverhältnisse naturbedingt mit ei- ner besonderen Unsicherheit belastet. Das gilt besonders bei illegal anwesenden ausländischen Staatsangehörigen (Kriminaltouristen), wie auch bei legal Anwesen- den, solange keine Sicherheit über ein Fortbestehen der Anwesenheitsberechti- gung existiert. Die Lebensumstände und die zu erwartenden (Re-) Integrationspro- bleme im Ausland können sich negativ auf die Legalprognose auswirken. Allgemein gilt jedoch, allzu präzise Zukunftspläne dürfen nicht erwartet werden. Zudem kön- nen auf das Ausland bezogene Zukunftspläne kaum überprüft werden. Deshalb bleibt letztlich nur eine Plausibilitätsprüfung (BGE 133 IV 201 E. 3.2 S. 206). Aus spezialpräventiven Überlegungen muss es denn auch möglich sein, die bedingte Entlassung an das Erfordernis des Vorhandenseins bestimmter Strukturen (wie ei- ne gefestigte Wohnstruktur, ein Therapieplatz etc.) zu knüpfen. Schliesslich ist zu beachten, dass im Falle einer Nichtbewährung ausserhalb der Schweiz ein Wider- ruf der bedingten Entlassung grundsätzlich nicht vollstreckbar wäre. Dies kann in Grenzfällen eine zurückhaltende Gewährung der bedingten Entlassung wohl recht- fertigen (ANDREA BAECHTOLD/JONAS WEBER/UELI HOSTETTLER, Strafvollzug, Straf- und Massnahmenvollzug an Erwachsenen in der Schweiz, in: Kriminalität, Justiz und Sanktionen [KJS], 3. Auflage 2016, S. 279 Rz. 28). 19.1.1 Die Vorinstanz hat die zu erwartenden Lebensverhältnisse in der Schweiz unter Berücksichtigung der fehlenden Aufenthalts- und Arbeitsberechtigung zu Recht als äusserst ungünstig eingestuft, zumal ein solcher Verbleib unmittelbar mit einer er- neuten Strafbarkeit verbunden wäre (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 57). 19.1.2 Wie ausgeführt bilden die «drei Stellenzusagen» grundsätzlich Beurteilungsgrund- lage, weswegen die zu erwartenden Lebensverhältnisse in Serbien unter Berück- sichtigung dieser oberinstanzlich neu offerierten Nachweise zu beurteilen sind (sie- he Ziff. II.10). Hinsichtlich der zu erwartenden Lebensverhältnisse ist mit der Vorinstanz grundsätzlich positiv zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer gemäss eige- ner Angaben nach seiner allfälligen Entlassung vorerst im Haus seiner resp. mit den Eltern in Serbien, L.________, zu leben gedenkt, wo er gemäss seiner «Stel- lenzusagen» auch Arbeit fände und ihn ein «intaktes Beziehungsnetz» resp. ein familiärer Empfangsraum erwarte. Relativierend darf jedoch gewürdigt werden, dass in Anbetracht einer Rückkehr des Beschwerdeführers in seine Heimat nach einer bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug die Anordnung einer Probezeit, von Bewährungshilfe und Weisungen nur bedingt protektive Wirkung entfalten wür- den (vgl. Art. 87 Abs. 2 StGB, vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 105). Eine stu- fenweise Entlassung des Beschwerdeführers in die Freiheit wäre nicht vorgesehen und dem Bedürfnis der Bevölkerung auf Rechtsgüterschutz, welcher keineswegs an Landesgrenzen gebunden ist, würde minder Rechnung getragen (vgl. Urteil des BGer 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.7, m.H.). Die Vorinstanz erwog zuguns-34 ten einer bedingten Entlassung zum Zweidritteltermin, dass diesfalls eine illegale Einreise in die Schweiz unwahrscheinlicher erscheinen würde, infolge der drohen- den Gefahr, die Reststrafe verbüssen zu müssen. Demgegenüber erachtet die Kammer als nachteilig, dass im Falle einer Nichtbewährung ausserhalb der Schweiz ein entsprechender Widerruf der bedingten Entlassung grundsätzlich nicht vollstreckbar wäre. Zumindest würde ein solcher Widerruf mindestens vom Beste- hen eines entsprechenden Strafübernahmeabkommens abhängen. Dies rechtfertigt eine gewisse Zurückhaltung. Allerdings zieht die Vorinstanz zu Recht in Zweifel, inwiefern der grundsätzlich plausibel vorgetragene Empfangsraum in Serbien (familiäres Umfeld, Beziehungs- netz, Arbeitsstelle) das künftige Verhalten des Beschwerdeführers positiv zu beein- flussen vermögen würde. Schliesslich konnten ihn diese Komponenten in der Ver- gangenheit weder von einer illegalen Einreise in die Schweiz noch vom Delinquie- ren abhalten (vgl. dazu: Urteil des BGer 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.7; vgl. amtliche Akten der SID, pag. 57). Eine Realität ist auch der vorinstanzlich erwoge- ne Aspekt, dass die prekären wirtschaftlichen Verhältnisse – welche den Be- schwerdeführer in der Vergangenheit zum Verlassen seines Heimatlandes geführt haben – zwischenzeitlich nicht diametral anders sind. Schliesslich ist mit einer Rückkehr nach Serbien infolge bedingter Entlassung die Trennung von seinen Kin- dern, welche ihn im Strafvollzug regelmässig besuchten, verbunden. Dies dürfte sich wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, nicht positiv auf den Beschwerdefüh- rer auswirken (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 58). Vor diesem Hintergrund kann auch in Bezug auf die zu erwartenden Lebensver- hältnisse in Serbien entgegen dem Beschwerdeführer keine positive Prognose ge- stellt werden. Mit der Vorinstanz ist dieses Kriterium in der Gesamtbetrachtung un- günstig bis maximal neutral zu gewichten. 19.2 Die vorinstanzliche Würdigung der zu erwartenden Lebensverhältnisse ist nicht zu beanstanden (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 57 f.). Sie hat dieses Kriterium zu Recht als äusserst bzw. ungünstig gewichtet und stuft jenes vor dem Hintergrund der neu eingereichten «Stellenzusagen» als bestenfalls neutral ein. 20. Gesamtwürdigung Im Rahmen der Gesamtwürdigung folgerte die Vorinstanz, es würden alle Kriterien ungünstig, wenn auch nicht gleich stark negativ, resp. bestenfalls neutral ins Ge- wicht fallen. Bei dieser Ausgangslage könne dem Beschwerdeführer offensichtlich keine günstige Prognose gestellt werden (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 58). Die für die Prognose massgebenden Kriterien sollen in eine Gesamtwürdigung ein- fliessen (BGE 133 IV 201 E. 2.3 S. 204; BGE 124 IV 193 E. 3 S. 194 f.). Wie die Auswahl, Feststellung sowie die Gewichtung der verschiedenen Prognosekriterien erfolgen soll, lässt der Gesetzgeber offen. Der zuständigen Behörde steht ein Er- messensspielraum zu (BGE 133 IV 201 E. 2.3 S. 204). Die Vorinstanz beschränkte sich bei der Gesamtwürdigung der Prognosekriterien auf die Folgerung, dass insgesamt offensichtlich keine günstige Prognose gestellt werden könne, unter Verweis auf ihre entsprechende Erwägung 5 (vgl. amtliche 35 Akten der SID, pag. 58). Da das Vorleben als ungünstig (siehe Ziff. IV.16), die Täterpersönlichkeit als stark negativ und damit ungünstig (siehe Ziff. IV.17), das deliktische und sonstige Verhalten als ungünstig, bestenfalls neutral (siehe Ziff. IV.18) sowie die zu erwartenden Lebensverhältnisse in der Schweiz als äus- serst ungünstig und jene in Serbien als ungünstig [resp. neu bis bestenfalls neutral] (siehe Ziff. IV.19) gewertet wurden, erscheint das Ergebnis der Vorinstanz rech- tens. Folglich ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz insgesamt zum Schluss gelangte, es könne dem Beschwerdeführer keine günstige Legalprognose gestellt werden (vgl. amtliche Akten der SID, 58 f.). 21. Die Vorinstanz hat alle für die Frage der bedingten Entlassung zu berücksichtigen- den prognoserelevanten Umstände in ihre Gesamtwürdigung mit einbezogen. Sie durfte ohne den ihr zustehenden weiten Ermessensspielraum zu überschreiten, zu unterschreiten oder zu missbrauchen, zur Auffassung gelangen, die Legalpro- gnose falle ungünstig aus. 22. Im Rahmen der Differenzialprognose erwog die Vorinstanz, bis zur Vollverbüssung könne zwar am statischen Kriterium des Vorlebens nichts mehr geändert werden. Allerdings bestehe eine realistische Chance, die Legalprognose zu verbessern. Insbesondere vorausgesetzt, der Beschwerdeführer setze sich im Rahmen einer freiwilligen Therapie mit seinen deliktrelevanten Persönlichkeitsmerkmalen ausein- ander, zeige weiterhin ein konstant gutes Arbeits- und Vollzugsverhalten, wobei auch die Rückkehr resp. ein Verbleib in Serbien besser vorbereitet werden könn- ten. Unterliesse er diese Anstrengungen in der verbleibenden Zeit im Strafvollzug, würden sich beide Entlassungsszenarien als gleichermassen negativ erweisen, was per se auch zur Verweigerung der bedingten Entlassung führte (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 59 f.). Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt, die Differenzialprognose fal- le zu Gunsten der bedingten Entlassung aus. Zur Begründung rügt er eine unrichtige bzw. willkürliche Faktenwürdigung durch die Vorinstanz unter Verweis auf BGE 124 IV 193 S. 198. Sodann erachtet er den Empfangsraum als «gegenwärtig noch einigermassen intakt» sowie das angebliche Beharren der Vorinstanz auf einer freiwilligen Therapieaufnahme als «apodiktisch». Auf eine bestehende Gefährlichkeit hindeutende Indizien und eine Aussicht auf Besserung bei Vollverbüssung verneint er. Er kritisiert, die Vorinstanz habe sich mit dem gutachterlichen Befund einer «gering bis moderaten» Rückfallgefahr nicht fundiert auseinandergesetzt. Unter Verweis auf S. 2 des Ergänzungsgutachtens (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 718) unterstreicht er, die Rückfallgefahr könnte mit einem über den Zweidritteltermin hinausreichenden Strafvollzug kaum gesenkt werden und eine Therapie sei stets lediglich auf freiwilliger Basis wünschenswert gewesen (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 27 f., 35 ff., 39 f.). In der Stellungnahme vom 11. Oktober 2019 unterstreicht die Vorinstanz, es sei fraglich, inwieweit der Vollzug der Reststrafe an der Einstellung des Beschwerde- führers noch etwas ändern werde und ob die Verweigerung der bedingten Entlas- sung die Begehung weiterer Straftaten nicht verhindere, sondern bloss aufschiebe. 36 Immerhin sei nicht davon auszugehen, dass der Vollzug der Reststrafe die Wahr- scheinlichkeit erneuter Delinquenz erhöhe. Umgekehrt würde eine bedingte Entlas- sung die Bewährungsaussichten im Vergleich zur Vollverbüssung der Strafe nicht begünstigen. Aufgrund der letztlich resultierenden zwei negativen Legalprognosen sei die bedingte Entlassung zu verweigern. Daran würden auch die pauschalen Vorbringen des Beschwerdeführers nichts ändern (vgl. amtliche Akten AK 19 367, pag. 107). In seiner Replik vom 1. November 2019 führt der Beschwerdeführer erneut die «nicht zu überbietende Deutlichkeit» hinsichtlich der erfüllten Voraussetzungen für eine bedingte Entlassung aus forensisch-psychiatrischer Sicht im Ergänzungsgut- achten von med. pract. I.________ ins Feld. Zudem sei die heutige Prognose we- sentlich besser als jene im Falle einer Vollverbüssung, zumal die Integration je län- ger die Dauer der Haft umso schwieriger sei. Dazu führt er insbesondere die beruf- liche und familiäre Ausgangslage vor Augen (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 143 ff.). Im Sinne der Differenzialprognose sind die Vorzüge und Nachteile einer Vollver- büssung der Strafe denjenigen einer Aussetzung des Strafrestes gegenüberzustel- len (BGE 124 IV 193 E. 4a S. 196 und E. 5b/bb S. 202; vgl. etwa Urteile des BGer 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 4.1 und 6B_102/2015 vom 24. Juni 2015 E. 3.2). Es ist zu fragen, ob die bedingte Entlassung, allenfalls begleitet von Bewährungs- hilfe und Weisungen, die Resozialisierung im Vergleich zur Vollverbüssung be- günstigt. Mit anderen Worten ist aufgrund zweier Gesamtprognosen, einerseits für den Fall der bedingten Entlassung wie andererseits bei der Vollverbüssung, eine Risikobeurteilung vorzunehmen (KOLLER, in: Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Auflage 2019, N. 16 zu Art. 86). Als Vorzüge der Vollverbüssung kommt etwa die Möglichkeit in Betracht, im Rahmen einer Therapie mit der Deliktaufarbeitung zu beginnen, sich mit seinen Persönlichkeitsmerkmalen auseinanderzusetzen und ei- nen Veränderungsprozess durchzumachen (Urteil des BGer 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.8). Dagegen scheiden die Ansetzung einer Probezeit (mit der Möglichkeit der Rückversetzung in den Strafvollzug) sowie sämtliche Formen der Nachbetreuung und Kontrolle (Bewährungshilfe oder Weisungen) aus. Eine gene- relle Benachteiligung von Ausländern infolge fehlender Kontrollmöglichkeiten ist hingegen untersagt. Fällt die Legalprognose im Rahmen der Differenzialprognose doppelt negativ aus, ist die bedingte Entlassung nicht vorzugswürdig (vgl. zumin- dest implizit – Urteil des BGer 6B_215/2017 vom 19. Juli 2017 E. 2.4, wonach es sich nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers auswirke, wenn es keinen Unter- schied mache, ob er weiterhin im Strafvollzug bleibe oder bedingt entlassen werde; vgl. Beschlüsse des Obergerichts des Kantons Bern SK 18 193 vom 29. Novem- ber 2018 E. III.6., SK 15 354 vom 1. Februar 2016 E. II.2 sowie SK 13 58 vom 11. April 2013 E. III. 4.9; vgl. KOLLER, in: Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Aufla- ge 2019, N. 16 zu Art. 86). Dies gilt insofern auch, wenn sich nicht mit Bestimmtheit klären lässt, ob die Gefahr mit der Vollverbüssung abnehmen, gleich bleiben oder zunehmen wird (Urteil des BGer 6B_229/2017 vom 20. April 2017 E. 3.5.3 mit Ver- weis auf BGE 124 IV 193 E. 5.b/bb S. 202) oder wenn für den Fall, dass es (wider Erwarten) nicht gelingen sollte, durch die Fortführung des Strafvollzugs die Rück- fallgefahr zu senken, zwei eindeutig negative Prognosen resultieren (Urteil des 37 BGer 6B_1164/2013 vom 14. April 2014 E. 1.9; vgl. zum Ganzen: KOLLER, in: Bas- ler Kommentar, StGB/JStG, 4. Auflage 2019, N. 16 zu Art. 86). Die Vorinstanz hat vorliegend nicht verkannt, dass die bedingte Entlassung nach dem gesetzgeberischen Willen die Regel und deren Verweigerung die Ausnahme darstellt (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 47). Insbesondere unter Berücksichtigung, dass die dissozialen Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers nur schwer und langwierig und die psychopathischen Züge kaum bzw. nur sehr schwierig und langwierig – mithin wenig aussichtsreich – be- handelbar seien (vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 283 ff.; siehe Ziff. IV.17.1), er- scheint eine Therapie derzeit doch als einziges Mittel, um die Legalprognose des Beschwerdeführers zu verbessern. Wie aufgezeigt (siehe Ziff. IV.17.2 f.) steht die Aufnahme einer freiwilligen Therapie, welche forensisch-gutachterlich empfohlen wird (siehe Ziff. IV.17.1), sodann nicht im Belieben des Insassen, sondern ist eine vollzugsrechtliche Pflicht (siehe Ziff. IV.17.3). Daran ändert nichts, dass der Be- schwerdeführer nicht zu einem Schuldbekenntnis gezwungen werden kann (siehe Ziff. IV.17.5). Die Auseinandersetzung mit seinen deliktrelevanten Persönlichkeits- merkmalen ist – jedenfalls in gewissem Masse – unabhängig davon möglich und darf vom Beschwerdeführer erwartet werden. Mit der Vorinstanz spricht dies grundsätzlich für eine Vollverbüssung der Reststrafe (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 59). Wie vorinstanzlich zum Vorleben aufgezeigt, hat eine stabile Integration in die Ar- beitswelt beim Beschwerdeführer nicht stattgefunden (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 49; siehe Ziff. IV.16). Offen gelassen werden muss, inwieweit das (fortschrei- tende) Alter des Beschwerdeführers – insbesondere im Zeitpunkt des Strafendes – den Erfolg seiner Integration in die Arbeitswelt mitbeeinflussen könnte. Relativie- rend ist vor Augen zu halten, dass dem Beschwerdeführer eine stabile Integration in die Arbeitswelt bereits in jungen Jahren nicht gelang, womit das Alter zumindest damals nicht das ausschlaggebende Kriterium war. Zudem vermochten ihm seine Eltern bzw. sein familiäres Umfeld in der Vergan- genheit nicht die nötige Stabilität zu geben, um ein straffreies Leben zu führen. In- sofern stellt auch der behauptete Halt durch ein Wohnen im Haus der und mit den Eltern keinen entscheidenden Vorteil im Falle einer bedingten Entlassung zum Zweidritteltermin dar. Ob sich am familiären Empfangsraum zwischen dem Zwei- dritteltermin und dem Zeitpunkt der Vollverbüssung überhaupt etwas ändern wird, wird sich zeigen. Überzeugend legte die Vorinstanz dar, dass eine Vollverbüssung zudem mit dem Vorteil verbunden ist, den Beschwerdeführer auf den Zeitpunkt der Entlassung vor- bereiten zu können. Dies steht denn auch im Einklang mit den Ausführungen von med. pract. I.________ im Ergänzungsgutachten vom 28. September 2018, wo- nach «die verbleibende Zeit zur Förderung des Problembewusstseins und der Ver- änderungsmotivation hinsichtlich des Aufbaus einer realistischen und prosozialen Lebensführung mit konkreter Planung zu nutzen [ist], um [den Beschwerdeführer] möglichst gut auf ein Leben nach der Entlassung vorzubereiten» (vgl. amtliche Ak- ten der BVD, pag. 721; siehe Ziff. IV.17.1).38 Für den Fall eines allfälligen Unterlassens legalprognostisch relevanter Anstren- gungen und eines Ausbleibens von Verbesserung zeigte die Vorinstanz treffend auf, dass sich beide Entlassungsszenarien als gleichermassen negativ erweisen würden (vgl. amtliche Akten der SID, pag. 60). Damit ist unter Verweis auf die zi- tierte Rechtsprechung des Bundesgerichts wie auch des Bernischen Obergerichts die bedingte Entlassung zu verweigern. Schliesslich äusserte sich die Vorinstanz zu den im Falle eines Rückfalls gefährde- ten Rechtsgütern. Zu Recht berücksichtigte sie nebst der von Vermögensdelikten (Rückfallgefahr für Eigentumsdelikte und sonstiges bisher gezeigtes Verhalten: moderat bis deutlich [vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 661 f., 720; siehe Ziff. IV.17.1]) ausgehenden Gefahr auch jene für das höchstrangige Rechtsgut der körperlichen Integrität (Rückfallgefahr für Tötungsdelikte/schwere Gewaltdelikte: gering bis moderat [vgl. amtliche Akten der BVD, pag. 661 f., 718 ff.; siehe Ziff. IV.17.1]). Letztlich ist entsprechend der vorinstanzlichen Stellungnahme auch nicht davon auszugehen, dass der Vollzug der Reststrafe die Wahrscheinlichkeit erneuter Delinquenz erhöhen würde (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 107). Alles in allem lässt sich für den Beschwerdeführer aus der von ihm genannten Rechtsprechung, BGE 124 IV 193, mit Verweis auf E. 5b/bb, S. 202 nichts ableiten, was vorliegend für eine günstige Differenzialprognose sprechen würde. Das vor- instanzliche Ergebnis ist nicht zu beanstanden. Die Differenzialprognose fällt zu Ungunsten der bedingten Entlassung aus. 23. Der Eventualantrag, wonach der Beschwerdeführer unter zusätzlicher Anordnung von Weisungen bedingt aus dem Strafvollzug zu entlassen sei (vgl. amtliche Akten in SK 19 367, pag. 3), wird abgewiesen. Zur Begründung weist die Kammer auf die mit einer bedingten Entlassung verbun- denen Ausreise des Beschwerdeführers aus der Schweiz hin, womit eine Anord- nung von Probezeit, Weisungen sowie Bewährungshilfe entsprechend der vor- instanzlichen Stellungnahme keine bis bedingt protektive Wirkung entfalten würde (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 105; siehe Ziff. IV.19). 24. Die Vorinstanz hat die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens zu Recht verweigert. Die Beschwerde vom 23. September 2019 ist insoweit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 39 V. Kosten und Entschädigung 25. Verfahren vor der SID 25.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens bleibt die vorinstanzliche Kostenverlegung gemäss Dispositivziff. 3 des Entscheids vom 22. August 2019 unberührt. Ein Par- teikostenersatz ist nicht geschuldet (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 3 VRPG; vgl. Dispositivziff. 4 des Entscheids vom 22. August 2019; vgl. amtliche Akten der SID, pag. 62). 25.2 Der Beschwerdeführer ersucht für das Beschwerdeverfahren vor der SID um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 3, 41 f.). 25.2.1 Gemäss Art. 111 Abs. 1 VRPG befreien die Verwaltungs- oder Verwaltungsjustiz- behörden eine Partei auf Gesuch hin von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder ein Anwalt beige- ordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti- gen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Als aussichtslos sind Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb austragen können, weil er sie nichts kostet (BVR 2016 S. 369 E. 3.1). 25.2.2 Der Beschwerdeführer befindet sich seit mehr als 10 Jahren im Strafvollzug. Es darf Mittellosigkeit angenommen werden. 25.2.3 Die an die Vorinstanz gerichteten Rechtsbegehren (Beschwerde vom 17. Ju- ni 2019, eingegangen am 24. Juni 2019 [vgl. amtliche Akten der SID, pag. 15 ff.]) waren nicht als von vornherein aussichtslos zu betrachten. Aufgrund der Komple- xität der Materie (Kenntnis der Rechtsprechung, Würdigung von Gutachten) und der Bedeutung der Sache für den Beschwerdeführer waren die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege erfüllt. Auch die Beiordnung des amtlichen Rechtsbeistandes erscheint unter den gegebenen Umständen als geboten. 25.2.4 Dem Beschwerdeführer ist deshalb für das Verfahren vor der SID die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es ist ihm rückwirkend auf den Zeitpunkt der Be- schwerdeeinreichung Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen. Die Beschwerde wird in diesem Umfang gutgeheissen. Das Dispositiv des angefochtenen Entscheids ist folgendermassen abzuändern bzw. zu ergänzen: 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutgeheis- sen und dem Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren vor der SID 40 rückwirkend per 17. Juni 2019 Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Rechts- beistand beigeordnet. 3. Die Verfahrenskosten, festgesetzt auf eine Pauschalgebühr von CHF 400.00, werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt und unter Vorbehalt von dessen Nachzahlungspflicht vorläufig vom Kanton Bern getragen. 25.2.5 Zufolge der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege sind die dem Beschwerdefüh- rer auferlegten Verfahrenskosten vorerst vom Kanton Bern zu tragen. Der Be- schwerdeführer wird nachzahlungspflichtig, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 53 JVG i.V.m. Art. 113 VRPG und Art. 123 Schweizerische Zivilprozessord- nung [ZPO; SR 272]). 25.2.6 Rechtsanwalt B.________ wird aufgefordert, die Kostennote für seine Aufwendun- gen im vorinstanzlichen Verfahren einzureichen. Das amtliche Honorar von Rechtsanwalt B.________ wird nach Eingang der Kostennote mit separatem Be- schluss bestimmt. 26. Beschwerdeverfahren vor Obergericht 26.1 Die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens werden auf CHF 2‘000.00 bestimmt (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 5 und Art. 28 Abs. 2 und Art. 51 Bst. a des Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 161.12]). Sie sind grundsätzlich vom unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen (Art. 53 Abs. 1 JVG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG). 26.2 Wenngleich sich die Kognition der Kammer im vorliegenden Verfahren auf Rechts- verletzungen beschränkte und der Vorinstanz bei den zu treffenden Prognoseent- scheiden ein weites Ermessen zustand, konnten die oberinstanzlich gestellten Rechtsbegehren (Beschwerde vom 23. September 2019, eingegangen am 24. September 2019 [vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 1 ff.]) nicht als von Vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Rechtsbeistand (vgl. amtliche Akten SK 19 367, pag. 3, 41 f.) für das obergerichtli- che Verfahren wird unter Verweis auf obgenannte Ausführungen gutgeheissen (siehe Ziff. V.25.2.3.). 26.3 Zufolge der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege sind die dem Beschwerdefüh- rer auferlegten Verfahrenskosten vorerst vom Kanton Bern zu tragen. Der Be- schwerdeführer wird nachzahlungspflichtig, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 53 JVG i.V.m. Art. 113 VRPG und Art. 123 ZPO). Nach den besonderen Bestimmungen der Anwaltsgesetzgebung bezahlt der Kan- ton Bern den amtlich bestellten Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Ent- schädigung, die sich nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht (Art. 112 Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 42 Kantonales Anwaltsgesetz [KAG; BSG 168.11]). Der Stundenansatz beträgt CHF 200.00 (Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 1 Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). 41 Rechtsanwalt B.________ wird aufgefordert, die Kostennote für seine Aufwendun- gen im oberinstanzlichen Verfahren einzureichen. Das amtliche Honorar von Rechtsanwalt B.________ wird nach Eingang der Kostennote mit separatem Be- schluss bestimmt. Für die Behandlung des Gesuchs sind keine Kosten zu erheben (Art. 112 Abs. 1 VRPG). 42 Die 1. Strafkammer beschliesst: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Dispositivziffern 2 und 3 des Entscheids der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 22. August 2019 (2019.POMGS.417) werden folgendermassen abgeändert: 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutgeheissen und dem Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren vor der Sicher- heitsdirektion des Kantons Bern (SID, vormals Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern [POM]) rückwirkend per 17. Juni 2019 Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet. 3. Die Verfahrenskosten, festgesetzt auf eine Pauschalgebühr von CHF 400.00, wer- den dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt und unter Vorbehalt von des- sen Nachzahlungspflicht vorläufig vom Kanton Bern getragen. 2. Soweit weitergehend, das heisst in Bezug auf die Frage der bedingten Entlassung, wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutgeheissen. Dem Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren vor Obergericht rückwir- kend Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet. Für den Entscheid über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor Obergericht, bestimmt auf CHF 2‘000.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt und unter Vorbehalt von dessen Nachzah- lungspflicht vorläufig vom Kanton Bern getragen. 5. Die Entschädigung des amtlichen Anwalts des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt B.________, für das Beschwerdeverfahren vor der SID sowie vor Obergericht wird nach Eingang der Kostennote bestimmt (mit separatem Beschluss). 6. Zu eröffnen: - dem Verurteilten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________ - der Generalstaatsanwaltschaft - der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID), Generalsekretariat Mitzuteilen: - dem Amt für Justizvollzug des Kantons Bern (AJV), Bewährungs- und Vollzugs- dienste (BVD)43 Bern, 23. Juni 2020 Im Namen der 1. Strafkammer Der Präsident: Oberrichter Vicari Die Gerichtsschreiberin: Gerber Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset- zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre- chen.