<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, eine Strategie für ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem zu erarbeiten und damit die Ergebnisse des Nationale Forschungsprogramms 69 ("Gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion") umzusetzen. Anders als die bisherige "Schweizer Ernährungsstrategie" soll sich die neue Strategie nicht auf die Förderung einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung beschränken, sondern die nachhaltige Produktion, Verarbeitung, den Handel und Konsum von Nahrungsmitteln entlang der gesamten Wertschöpfungskette in den Mittelpunkt stellen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat sieht den Bedarf, die Politikkohärenz im Bereich Ernährung zu verbessern, betrachtet aber einen zusätzlichen Strategieprozess zum jetzigen Zeitpunkt nicht als zielführend. Er unternimmt nämlich bereits heute in verschiedenen Bereichen Anstrengungen für die Unterstützung einer Transformation hin zu nachhaltigeren Ernährungssystemen.</p><p>So sieht der Bundesrat vor, in der kommenden Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 (SNE 2030) die Thematik der nachhaltigen Ernährungssysteme zu verankern. Diese Thematik beinhaltet zentrale Aspekte von Ernährungssystemen, wie die gesunde Ernährung, Lebensmittelverluste, die nachhaltige landwirtschaftliche Produktion und die Reduktion von Treibhausgasen entlang der Lebensmittelwertschöpfungsketten. Auf dieser Grundlage sollen die Sektorpolitiken aufeinander abgestimmt werden und so einen gemeinsamen Rahmen erhalten.</p><p>Die Arbeiten des NFP69 wurden innerhalb der Verwaltung aufmerksam verfolgt und die Erkenntnisse und Empfehlungen werden gegebenenfalls bei der Weiterentwicklung der Sektorpolitiken berücksichtigt.</p><p>Mit der Aktualisierung der Schweizer Ernährungsstrategie berücksichtigt der Bundesrat regelmässig die aktuellen Herausforderungen unter Einbezug der veränderten gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Rahmenbedingungen. So wird mit der aktuellen Ernährungsstrategie im Zeitraum 2017-2024 der gesundheitspolitischen Relevanz der Ernährung in Bezug auf die nicht übertragbaren Krankheiten besser Rechnung getragen; dies auch unter Berücksichtigung der Ziele 2 (Kein Hunger) und 3 (Gute Gesundheit und Wohlbefinden) der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Agenda 2030). Bei der Entwicklung von Massnahmen zur Umsetzung der Ernährungsstrategie wird zudem das veränderte Konsum- und Informationsverhalten berücksichtigt. Dabei ist die Beteiligung der Konsumentinnen und Konsumenten ein zentrales Element. Mit der Umsetzung der Schweizer Ernährungsempfehlungen gemäss Schweizer Lebensmittelpyramide könnten der Treibhausgas-Fussabdruck der Ernährung mehr als halbiert und weitere negative Umweltwirkungen reduziert werden. Dies zeigt die bestehende Synergie zwischen gesundheitlichen und ökologischen Aspekten des Ernährungssystems. Bei der Aktualisierung der Schweizer Ernährungsstrategie ab 2025 ist vorgesehen, der Umsetzung der Schweizer Ernährungsempfehlungen denn auch besondere Beachtung zu schenken. Zudem ist geplant, Nachhaltigkeitsaspekte bei der Aktualisierung der Schweizer Ernährungsstrategie stärker zu berücksichtigen und in Projekten wie der gesundheitsfördernden Gemeinschaftsgastronomie, besser zu verankern.</p><p>Gemäss Ziel 12 (Konsum und Produktion) der Agenda 2030 gilt es, bis 2030 alle Lebensmittelverluste zu halbieren. Am 5. März 2019 hat der Nationalrat das Postulat Chevalley 18.3829 "Aktionsplan gegen die Lebensmittelverschwendung" an den Bundesrat überwiesen. Der Bundesrat ist damit beauftragt, einen Aktionsplan zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen auszuarbeiten. Der Bundesrat wird den Aktionsplan voraussichtlich im Herbst 2021 verabschieden. Zudem wird zurzeit die nationale Sensibilisierungskampagne "SAVE FOOD, FIGHT WASTE" der Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz (PUSCH) durch den Bund mitfinanziert. PUSCH wird von einer breiten Allianz aus Unternehmen, Verbänden, öffentlicher Körperschaften und Nichtregierungsorganisationen getragen.</p><p>Der Bundesrat überprüft regelmässig seine Strategie zur längerfristigen Ausrichtung der Agrarpolitik und richtet diese auf die zukünftigen Herausforderungen aus. Wichtige Einflussfaktoren sind dabei die für die Land- und Ernährungswirtschaft relevanten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklungen. Mit der Botschaft zur Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) hat der Bundesrat seine strategischen Stossrichtungen für die Weiterentwicklung der Agrarpolitik dargelegt (vgl. Ziffer 4 der Botschaft) und darauf basierend dem Parlament Massnahmen für die Zeitperiode 2022 bis 2025 vorgeschlagen, welche die Transformation hin zu nachhaltigen Ernährungssystemen (insbesondere die nachhaltige Produktion) stärken.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.