<h2>SubmittedText<h2><p>Folgende Fragen stellen sich:</p><p>1. Wieso wurden die Daten erst jetzt publiziert, obwohl sie seit 2021 vorliegen? Wie gestaltete sich der Datenaustausch mit den Kantonen?</p><p>2. Um zu beurteilen, ob ein belasteter Standort gemäss Altlastenverordnung (AltlV) saniert werden muss, wird derzeit ein (toxikologisch gewichteter) Konzentrationswert von 0.05 µg/l für die Summe von 9 PFAS angewendet. Wie viele der Grundwasserfassungen müssten mit diesem Wert als sanierungsbedürftig klassiert werden?&nbsp;<br>3.&nbsp; Die Trinkwassergrenzwerte sind für einzelne PFAS-Substanzen (mit 0.3/0.5 ug/L) aktuell gut 10x höher als der "Sanierungswert" (Konzentrationswert von 0.05ug/L). Somit können Sanierungsbedürftige Standorte weiterhin für Trinkwasser benutzt werden. Gedenkt das BAFU diesen Missstand mit der Umsetzung der Motion Maret (22.3929) zu beheben? Gibt es für andere Stoffe die gleiche Problematik?&nbsp;</p><p>4. Teilt der Bundesrat die Meinung, dass die aktuellen Trinkwassergrenzwerte toxikologisch völlig überholt sind und tiefer liegen sollten? Ist der Bundesart für eine Anpassung bereit?</p><p>&nbsp;</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">1. 2021 wurden die Grundwasser-Proben im Auftrag des BAFU entnommen und anschliessend von einem Auftragslabor analysiert. Auf Grundlage der ersten Ergebnisse und einer Prüfung der NAQUA-Daten durch die kantonalen Fachstellen fanden vertiefte Abklärungen zur Analytik statt, um die Ergebnisse abzusichern. Nachdem Vergleichsanalysen verschiedener unabhängiger Labors die NAQUA-Daten bestätigt hatten, wurden diese im Herbst 2023 publiziert. Die NAQUA-Partner in den kantonalen Fachstellen waren jederzeit über den Stand der Arbeiten informiert.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">2. Die Beurteilung, ob ein belasteter Standort gemäss Altlasten-Verordnung (AltlV, SR 814.680) saniert werden muss, erfolgt derzeit für jeden Standort separat anhand eines PFAS-Konzentrationswerts, ausgedrückt als toxizitätsgewichtete Summe von mindestens 9 PFAS-Einzelsubstanzen. Dieser Summenwert beträgt 0.025 µg TEQ/l innerhalb des Gewässerschutzbereichs A</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">u</span><span style="font-family:Arial"> beziehungsweise 0.1 µg TEQ/l ausserhalb des A</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">u</span><span style="font-family:Arial">.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><a name="_Hlk155595878"><span style="font-family:Arial">Der Wert von 0.025 µg TEQ/l wird an rund 8 Prozent der Grundwasser-Messstellen der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA überschritten. </span></a><span style="font-family:Arial">Die kantonalen Fachstellen sind zurzeit dabei, die Ursachen abzuklären und mit PFAS belastete Standorte im Einzugsgebiet der NAQUA-Messstellen zu identifizieren. Ob ein belasteter Betriebs-, Unfall- oder Ablagerungsstandort saniert werden muss, entscheidet die kantonale Fachstelle. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">3.</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial"> Durch die geplante Anpassung der Höchstwerte für PFAS in der Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV, SR 817.022.11) (vgl. Antwort auf Frage 4) wird der Trinkwasserhöchstwert annähernd dem heute fallspezifisch angewandten Konzentrationswert nach AltlV entsprechen. Im Rahmen der Umsetzung der Motion Maret (22.3929) wird unter anderem der im Anhang der AltlV festzulegende Konzentrationswert überprüft werden. Bei den anderen in der AltlV aufgeführten Schadstoffen sind die Werte im Vergleich zur TBDV identisch oder in der gleichen Grössenordnung.</span><span style="font-family:Arial; -aw-import:spaces">&#xa0; </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">4. Die TBDV hat für drei PFAS-Einzelsubstanzen Höchstwerte festgelegt. Gemäss Anhang 2 TBDV liegen die Höchstwerte bei 0,3 µg/l für PFOS sowie PFHxS und bei 0,5 µg/l für PFOA. Aufgrund neuer Anforderungen bezüglich PFAS in der EU-Trinkwasserrichtlinie überprüft das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen die Höchstwerte fürs Trinkwasser. Diese sollen analog zur EU durch einen Höchstwert von 0,1 µg/l für die Summe von 20 ausgewählten PFAS ersetzt werden. Der neue Höchstwert soll in der Schweiz im Einklang mit der Umsetzung in der EU ab 2026 gelten.</span></p></div>