<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00252</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203757&amp;W10_KEY=13013571&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00252</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.11.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verkehrsabgaben</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Erlass der Verkehrsabgaben für ein Fahrzeug Laut § 43 Abs. 1 lit. e VRG ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde unzulässig gegen Anordnungen über Erlass und Stundung von Abgaben. Bei der zürcherischen Verkehrsabgabe handelt es sich um eine Steuer, welche gewisse Elemente einer Gebühr in sich schliesst. Es handelt sich dabei um eine Abgabe. § 27 Abs. 1 der Verkehrsabgabeverordnung stellt den Erlass der Verkehrsabgabe nicht voraussetzungslos dem pflichtgemässen Ermessen der Behörde anheim, sondern von einer gesetzlich formulierten Voraussetzung (Vorliegen eines Gebrechens, dessentwegen der Gesuchsteller auf die Benützung eines Motorfahrzeuges angewiesen ist). Obwohl § 43 Abs. 1 lit. e VRG zu jenen Tatbeständen gehört, die einer gerichtlichen Kontrolle deshalb entzogen bleiben sollen, weil den Behörden beim Entscheid der betreffenden Angelegenheit in der Regel ein weiter Ermessensspielraum zusteht, lässt sich nicht ableiten, dass die Beschwerde nur in denjenigen Fällen ausgeschlossen sein soll, in denen der Erlass von Abgaben nicht durch eine gesetzliche Umschreibung der Erlassvoraussetzungen geregelt wird (E. 1a). Nichteintreten auf die Beschwerde (E. 1b). Kostenfolge (E. 2). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABGABEN">ABGABEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERLASS">ERLASS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: GEBÃHREN">GEBÃHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSABGABEN">VERKEHRSABGABEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 1 VAG</span><br/><span class="gerade">§ 27 Abs. 1 VAV</span><br/><span class="ungerade">§ 41 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 43 Abs. 1 lit. e VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2003 Nr. 17 S. 62</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Mit VerfÃ¼gung vom 14. Januar 2000 wies die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit ein (erstmals bereits am 3. Dezember 1998 gestelltes) Gesuch von A um Erlass der Verkehrsabgaben fÃ¼r das Fahrzeug ZH 01 ab.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Den dagegen am 12. Februar 2000 erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat nach verschiedenen SachverhaltsabklÃ¤rungen am 25. Juni 2003 ab.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Mit Beschwerde vom 18. Juli 2003 beantragte A dem Verwaltungsgericht, den Rekursentscheid des Regierungsrats aufzuheben und seinem Antrag "auf Erlass von Strassenverkehrsabgabe mit Parkkarte" stattzugeben; ferner ersuchte er um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit verzichtete auf Vernehmlassung. Der Regierungsrat beantragte die Abweisung der Beschwerde. A reichte am 28. Juli 2003 unaufgefordert eine weitere Eingabe ein, die im Wesentlichen die gleichen AusfÃ¼hrungen wie die Beschwerdeschrift enthÃ¤lt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. GemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen letztinstanzliche Anordnungen von VerwaltungsbehÃ¶rden, soweit nicht dieses oder ein anderes Gesetz eine abweichende ZustÃ¤ndigkeit vorsieht oder eine Anordnung als endgÃ¼ltig bezeichnet. Laut § 43 Abs. 1 lit. e VRG ist die Beschwerde unzulÃ¤ssig gegen Anordnungen Ã¼ber Erlass und Stundung von Abgaben. Mit Abgaben sind in erster Linie Kausalabgaben (insbesondere GebÃ¼hren) und Steuern gemeint.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) GemÃ¤ss § 1 des kantonalen Verkehrsabgabengesetzes vom 11. September 1966 wird fÃ¼r Motorfahrzeuge und AnhÃ¤nger, die mit zÃ¼rcherischen Kontrollschildern verkehrsberechtigt sind oder mit Standort im Kantons ZÃ¼rich im Verkehr stehen, vom Halter eine Verkehrsabgabe erhoben. Laut § 27 Abs. 1 der Verkehrsabgabenverordnung vom 23. November 1983 (in der Fassung vom 5. Dezember 1990) wird Personen, die wegen ihres Gebrechens zur Fortbewegung auf die BenÃ¼tzung eines Motorfahrzeuges angewiesen sind, die Verkehrsabgabe auf Gesuch hin erlassen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die zÃ¼rcherische Verkehrsabgabe ist eine Steuer, welche gewisse Elemente einer GebÃ¼hr in sich schliesst (VGr, 28. Februar 2002, VB.2001.00390, E. 2a, www.vgrzh.ch; Entscheid teilweise publiziert in RB 2002 Nr. 39). Es handelt sich damit um eine "Abgabe" im Sinn von § 43 Abs. 1 lit. e VRG. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der angefochtene Entscheid betrifft sodann einen "Erlass" im Sinn von § 43 Abs. 1 lit. e VRG. Daran Ã¤ndert nichts, dass § 27 Abs. 1 der Verkehrsabgabeverordnung, dessen Anwendung und Auslegung hier streitig ist, den Erlass der Verkehrsabgabe nicht voraussetzungslos dem pflichtgemÃ¤ssen Ermessen der BehÃ¶rde anheim stellt, sondern von einer gesetzlich formulierten Voraussetzung (Vorliegen eines Gebrechens, dessentwegen der Gesuchsteller auf die BenÃ¼tzung eines Motorfahrzeuges angewiesen ist) abhÃ¤ngig macht. Zwar gehÃ¶rt § 43 Abs. 1 lit. e VRG zu jenen TatbestÃ¤nden, die einer gerichtlichen Kontrolle deshalb entzogen bleiben sollen, weil den BehÃ¶rden beim Entscheid der betreffenden Angelegenheiten in der Regel ein weiter Ermessensspielraum zusteht (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 43 N. 1 und 14). Aus diesem allgemeinen Gedanken, der auch zahlreichen anderen Prozessgesetzen zu Grunde liegt, welche den Zugang zur gerichtlichen ÃberprÃ¼fung ebenfalls aufgrund einer Generalklausel in Verbindung mit einem Ausnahmekatalog regeln (Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 861 und 866), lÃ¤sst sich jedoch nicht ableiten, dass die Beschwerde nach § 43 Abs. 1 lit. e VRG nur in denjenigen FÃ¤llen ausgeschlossen sein soll, in denen der Erlass von Abgaben nicht durch eine gesetzliche Umschreibung der Erlassvoraussetzungen geregelt wird. Dazu mÃ¼ssten sich aus dem Wortlaut der Bestimmung oder zumindest aus deren Entstehungsgeschichte zusÃ¤tzliche Anhaltspunkte ergeben. Beides trifft bezÃ¼glich § 43 Abs. 1 lit. e VRG nicht zu, lassen sich doch weder dem Wortlaut der Bestimmung noch den Gesetzesmaterialien konkrete Hinweise entnehmen, die fÃ¼r eine derart einschrÃ¤nkende Auslegung sprechen wÃ¼rden. HÃ¤tte der Gesetzgeber dies gewollt, so hÃ¤tte es nahe gelegen, in § 43 Abs. 1 lit. e VRG einen ausdrÃ¼cklichen Vorbehalt anzubringen, wonach die Beschwerde gleichwohl zulÃ¤ssig sei, sofern das Gesetz (durch Formulierung bestimmter Erlassvoraussetzungen) einen Rechtsanspruch auf Erlass einrÃ¤ume (vgl. in diesem Sinn die AusnahmetatbestÃ¤nde von § 43 Abs. 1 lit. c und l VRG). Im Ãbrigen belÃ¤sst die in § 27 Abs. 1 der Verkehrsabgabenverordnung getroffene Formulierung der Erlassvoraussetzung den rechtsanwendenden BehÃ¶rden gleichwohl einen Ermessensspielraum, und dieser ist durchaus vergleichbar mit dem Ermessensspielraum, der den BehÃ¶rden bei der â ebenfalls nicht der verwaltungsgerichtlichen ÃberprÃ¼fung unterliegenden â Anwendung von Bestimmungen zusteht, welche den Erlass von Abgaben fÃ¼r Abgabenpflichtige mit durch besondere UmstÃ¤nde beeintrÃ¤chtigter LeistungsfÃ¤higkeit vorsehen (vgl. etwa §§ 183 ff. des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG]; dazu KÃ¶lz/ Bosshart/RÃ¶hl, § 72 N. 5; vgl. auch BGE 122 I 373, wo das Bundesgericht mit Bezug auf den Erlasstatbestand von § 183 StG einen Rechtsanspruch verneint hat und dementsprechend auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht eingetreten ist).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Demnach ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, soweit damit der Erlass der Strassenverkehrsabgabe verlangt wird. UnzulÃ¤ssig ist die Beschwerde aber auch insoweit, als der BeschwerdefÃ¼hrer die Ausstellung einer so genannten "Parkkarte" fÃ¼r Behinderte verlangt. Aus den vorliegenden Akten ergibt sich zwar, dass die Ausstellung einer solchen Karte ebenfalls ein Anliegen des BeschwerdefÃ¼hrers ist. Dieses bildet aber nicht Gegen­stand des angefochtenen Entscheids (vgl. act. 9/21) und kann daher auch nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden, so erweist sie sich von vornherein als offensichtlich aussichtslos im Sinn von § 16 Abs. 1 VRG, weshalb dem Begehren um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands nicht zu entsprechen ist. Indessen sind die Gerichtskosten abweichend von der Regel gemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG nicht dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen, sondern auf die Gerichtskasse zu nehmen, weil der angefochtene Rekursentscheid die Beschwerde an das Verwaltungsgericht â nach dem Gesagten zu Unrecht â als zulÃ¤ssig erklÃ¤rt hat. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">2. Das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 560.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">4. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">5. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>