B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-898/2014 U r t e i l v o m 2 3 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richterin Regula Schenker Senn, Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. Parteien A._______, Pakistan, vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 1. Mai 2013 / N (…) E-898/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der aus B._______ (C._______, Provinz Pashtunchua) stammende Be- schwerdeführer verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Angaben am (…) Februar 2010 und stellte am 11. Februar 2010 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) ein erstes Asylgesuch. Am 15. Februar 2010 verliess er das EVZ und war daraufhin unbekannten Aufenthalts. In der Folge schrieb das BFM das Asylgesuch mit Verfügung vom 15. März 2010 als gegenstandslos geworden ab. Der Beschwerdeführer stellte am 12. Mai 2010 in Deutschland ein Asy l- gesuch. Gestützt auf das Dubliner -Abkommen hiess die Schweiz mit Schreiben vom 17. Februar 2011 ein Rücknahmeersuchen dieses Nach- barstaates, datierend vom 15. Februar 2011 , gut. Nach der Wiedereinre i- se des Beschwerdeführers nahm das Bundesamt mit Verfügung vom 27. Mai 2011 das Asylverfahren wieder auf und führte dieses weiter. B. Die Befragung zur Person (BzP) und summarisch zu den Fluchtgründen fand am 27. Mai 2011 im EVZ B asel statt . In der Folge wurde der B e- schwerdeführer gestützt auf Art. 29 Abs. 1 und Art. 41 Abs. 1 AsylG (SR 142.21) am 16. Januar 2012 und am 25. März 2013 eingehend zu seinen Asylgründen angehört. Zur Begründung gab er dabei im Wesentlichen an, er sei wie die ganze Familie im Handel tätig respektive in der politischen Administration der Region C._______ angestellt gewesen. Im Jahr 2006 sei er von seiner normalen staatlichen Arbeitsstelle zum (…) transferiert und dort als (…) eingesetzt worden, wo er bis zum (…) 2010 in der Funktion eines (…) tä- tig gewesen sei. Er habe in dieser Funktion die Bestimmungen und Fo r- derungen des pakistanischen Staates im Gebiet C._______ bekannt ma- chen und für deren Umsetzung sorgen müssen. Am (…) habe eine amerikanische Drohne das Haus des Beschwerdefü h- rers zerstört und dabei (…) Menschen getötet. Dieser Angriff habe einen Aufstand der Taliban und der Al Kaida provoziert. Er sei dabei vom (…) zur Teilnahme an einer militärischen Operation aufgefordert worden. Erst unter Druck der zuständigen beiden Militäroffiziere habe er diese am (…) in ein seit Generationen seiner Sippschaft gehörendes Berggebiet g e- führt, von wo aus diese die strategischen Stellungen der Taliban und Al Kaida hätten beobachten können. Als sie dort gewesen seien, habe eine E-898/2014 Seite 3 Helikoptereinheit der pakistanischen Armee das Berggebiet bom bardiert. Die betroffenen Dorfbewohner hätten ihn gesehen und in der Folge den Taliban gemeldet, dass er mit zwei "Gästen" dort gewesen sei. Am (…) 2008 hätten das pakistanische Militär und amerikanische Dro h- nen in derselben Region eine (…) beschossen; (…) seien dabei getötet worden. Bei deren Beerdigung hätten zwei Führer der Taliban und Al Kai- da neben der pakistanischen Regierung auch den Beschwerdeführer n a- mentlich als Schuldigen genannt. In der Bevölkerung habe dies keine konkreten Reaktionen hervorgerufe n. Drei Tage später habe er von den Taliban eine Vorladung erhalten, die er aber nicht befo lgt habe. In der Folge seien die Geschäfte seiner Sippschaft auf dem Basar mit Bomben beworfen und ein Cousin sei respektive insgesamt vier Cousins seien ge- tötet worden. Danach habe die eigene Sippe ihn und seine Familie isoliert und ebenfalls mit dem Tod bedroht. Am (…) 2009 habe es in der Gegend von B._______ erneut einen Droh- nenangriff mit Todesopfern gegeben. Der Beschwerdeführer und drei an- dere Personen – darunter sein Bruder – seien von den Taliban der Spio- nage beschuldigt worden. Die vier Verdächtigten hätten am (…) 2009 ei- ne Vorladung der Taliban erhalten. Er und sein Bruder hätten dieser keine Folge geleistet, die beiden anderen hätten sich gestellt und seien hing e- richtet worden. Er (Beschwerdeführer) stehe nun unter Druck seitens der Taliban sowie des (…), die von ihm die Teilnahme an verschiedenen Ope- rationen, (…), verlangt habe, was er verweigert habe. (…) 2009 sei er mit seinem Geländewagen ins Spital zu einer Unters u- chung gefahren; während diese s Termins sei sein Wagen in die Luft g e- sprengt worden. Er vermute den pakistanische n Geheimdienst als Verur- sacher, zumal dieser den Vorfall als Selbstmordattentat der Taliban be- zeichnet habe, was letztere jedoch nicht bestätigt hätten. Nach dem Verlassen der Heimat h ätten die Taliban seinen alten Vater mitgenommen und unter Druck gesetzt. Auf Veranlassung der Ältesten - versammlung der Taliban sei der Vater freigekommen. Zum Beleg reichte der Beschwerdeführer folgende Beweismittel zu den Akten: Nationale Identitätskarte, Identity Card der D._______ Chamber of Commerce & Industry, Kopien von vier Drohbriefen der Taliban datierend vom (…) und (…) 2009 sowie vom (…) und (…) 2011 (je mit deutscher Übersetzung), Ausdruck einer Online-Zeitung vom (…) 2010, verschiede-E-898/2014 Seite 4 ne Berichterstattungen und Fotos, Bestätigungsschreiben eines Member of National Assembly vom (…) 2011 und (…) 2012 sowie eines Senators vom (…) 2011, zwei Arbeitsbestätigungen ([…] 1999 und […] 2009) sei- nes Engagements zwischen (…) und (…), Bestätigungen für die Tätigkeit als Geschäftsmann in D._______, Leumundszeugnis vom (…) 2000 (Farbkopie). C. Mit Verfügung vom 1. Mai 2013 – eröffnet am 4. Mai 2013 – stellte das BFM fest, dem Beschwerdeführer sei es nicht gelungen, seine Asylgrü n- de glaubhaft darzulegen, mithin erfülle er die Flüchtlingseigenschaft nicht. Die Vorinstanz lehnte als Folge davon sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. D. Mit Eingabe vom 3. Juni 2013 an das Bundesverwaltungsgericht liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertr eter die vorinstanzliche Ve r- fügung vom 1. Mai 2013 anfechten. In materieller Hinsicht beantragte er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flücht- lingseigenschaft und die Gewährung des Asyls, eventualiter die Anor d- nung der vorläufig en Aufnahme zufolge Unzulässigkeit oder mindestens wegen Unzumutbarkeit. In verfahrensrechtlicher Hin sicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeistä n- dung sowie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Zum Beleg reichte er je eine Fotografie eines zerstörten Hauses und e i- nes "Shops", ein Schreiben der Leitu ng des E._______ Spitals vom (…) 2013 (Kopie), den Ausschnitt aus einem Bericht von Amnesty Internati o- nal ("The Hands of Cruelty – Abuses by Armed Forces and Taliban in Pa- kistan's Tribal Area") sowie eine Fürsorgebestätigung zu den Akten. E. Mit Zwischenverfügung vom 20. Juni 2013 stellte der Instruktionsrichter fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens – geführt unter der Dossiernumm er E-3154/2013 – in der Schweiz abwarten. Den Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Recht s- pflege im Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG verwies der Instruktionsrichter auf einen späteren Verfahrenszeitpunkt, das Gesuch um Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsvertreters wies er ab. Auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses wurde verzichtet. Gleichzeitig überwies der Instruktion s- richter die Beschwerde der Vorinstanz zur Stellungnahme. E-898/2014 Seite 5 F. Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 24. Juni 2013 voll umfäng- lich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der B e- schwerde. Die vorinstanzliche Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am 26. Juni 2013 zur Kenntnis gebracht. G. Am 24. September 2013 ( Poststempel) reichte der Beschwerdeführer kommentarlos das Bestätigungsschreiben der Leitung des E._______ Spitals vom (…) 2013 (Farbkopie mit zusätzlichen Stempeln und Unte r- schriften zur Beglaubigung) zu den Akten. Am 10. November 2013 reichte er eine leicht verkleinerte Kopie des gleichen Dokuments erneut ins Recht. H. Gestützt auf eine Mitteilung der Flughafenpolizei Zürich -Kloten vom 26. November 2013, wonach der Beschwerdeführer nach F._______ ab- geflogen sei, ersuchte der Instrukt ionsrichter dessen Rechtsvertreter mit Zwischenverfügung vom 12. Dezember 2013 um Auskunft darüber, wo sich sein Mandant aktuell aufhalte, sowie um Einreichung einer Erklärung desselben, aus welcher ein fort bestehendes Rechtsschutzinteresse he r- vorgehe. Mit Eingabe vom 27. Dezember 2013 teilte der Rechtsvertrete r mit, sein Mandant habe sich im Besitz eines – mit Hilfe der (…) und offenbar unter Zustimmung des BFM ausgestellten – Reisedokuments für zwei Monate nach F._______ zu seiner schwerkranken Mutter begeben. Er habe dabei seinen Willen auf Rückkehr und Weiterführung des Asylverfahrens kun d- getan. Sobald er (Rechtsvertreter) weitere Unterlagen habe, werde er das Gericht umgehend informieren. Am 6. Januar 2014 reichte der Rechtsvertreter die seine Angaben im Schreiben vom 27. Dezember 2013 bestätigenden Unterlagen zu den Ak- ten. Aus diesen gehe hervor, dass der Beschwerdeführer ein bis Mitte Februar 2014 gültiges Rückreisevisum erhalten habe. Am 8. Januar 2014 reichte der Rechtsanwalt eine E-Mail seines Mandan- ten nach, aus we lcher hervorgehe, dass der Beschwerdeführer an der Fortsetzung des Asylverfahrens interessiert sei. E-898/2014 Seite 6 I. Am 18. Februar 2014 klärte das Gericht beim zuständigen Migrationsamt ab, ob der Beschwerdeführer sich beim zugewiesenen Aufenthaltskanton zurückgemeldet habe, was verneint wurde. Daraufhin schrieb der Einzelrichter des Bundesverwaltungsgerichts das Beschwerdeverfahren E-3154/2013 mit Beschluss vom 19. Februar 2014 als gegenstandslos geworden ab. J. Mit Eingabe vom 20. Februar 2014 (vorweg per Fax, am 21. Feb ruar 2014 postalisch) ersuchte der Rechtsvertreter um Wiederaufnahme des Beschwerdeverfahrens. Er begründete sein Gesuch namentlich damit, dass die Auskunft des zuständigen Migrationsamts nicht korrekt gewesen sei. Der Beschwerdeführer sei am 12. Februar 2 014 über den Flughafen Zürich-Kloten in die Schweiz zurückgekehrt, habe am 14. Februar 2014 eine Besprechung mit der für ihn zuständigen Mitarbeiterin der (…) ge- habt; dabei sei ihm seine Sozialhilfe ausbezahlt und es sei ein Gesuch für ihn um Teilnahme an einem Deutschkurs gestellt worden. Zum Beleg reichte er die Originalunterlagen der Flugtickets und -belege, die Kopie Reiseausweis für ausländische Personen, die Anmeldung zum Deutsc h- kurs und den Auszahlungsbeleg der Sozialhilfe zu den Akten. K. Im Rahmen eines mit dem zuständigen Migrationsamt durchgeführten Schriftenwechsels konnte der im Gesuch um Wiederaufnahme dargelegte Sachverhalt verifiziert werden, woraufhin der Instruktionsrichter mit B e- schluss vom 6. März 20 14 den Abschreibungs entscheid E-3154/2013 vom 19. Februar 2014 aufhob und das Verfahren – aus archivtechnischen Gründen unter der neuen Verfahrensnummer E-898/2014 – weiterführte. E-898/2014 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsger icht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesve rwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinn von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung aus den in Art. 106 Abs. 1 AsylG vorgesehenen Gründen. 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nach teilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, E-898/2014 Seite 8 die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in we sentli- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM führte zur Begründung seines Entscheids aus, angesichts dessen, dass der Be schwerdeführer in einer bedeutungsvollen Position als (…) zwischen pakistanischem Staat und den in seiner Heimatregion C._______ ansässigen Taliban im Einsatz gewesen sein wolle, seien sei- ne diesbezüglichen Angaben in wesentlic hen Teilen äusserst vage und teils ausweichend ausgefallen. 4.1.1 So habe er bezüglich der behaupteten Bedrohungssituation seitens des pakistanischen Staats keine konkreten Angaben machen können; er habe von einigen Verfolgungsmassnahmen zwischen 2008 und 2009 g e- sprochen, jedoch deren Verursacher nicht benennen können. Weiter habe er zwar genaue Angaben zu Luftangriffen nennen können, nicht aber zum jüngsten Ereignis – als sein A uto vor dem Spital in die Luft gesprengt worden sein solle. Da er diesen Vorfall weder dokumentieren noch genau datieren habe können, sei dieser als zweifelhaft zu beurteilen. 4.1.2 Auch seine Angaben der angeblichen Suche nach ihm Ende 2009 im Haus seines Bruders in Peschawar sei en nicht nachvollziehbar, zumal er in diesem Zeitraum bei sich zu Hause und als Staatsangestellter tätig gewesen sein wolle. Sodann seien die Angaben bezüglich seiner Anstel- lung beim Geheimdienst widersprüchlich ausgefallen. 4.1.3 Vom Beschwerdeführer hätten fundierte Angaben über Politik, Akt i- vitäten und Forderungen der Taliban in dieser Region erwartet werden können; der Beschwerdeführer habe hierzu jedoch nur oberflächliche, al l- gemeinzugängliche Aussagen machen können. Diese behauptete berufli- che Tätigkeit erscheine daher nicht glaubhaft. Was die Bedrohungen durch die T aliban betreffe, habe er teils unterschiedliche Angaben g e- macht, weshalb auch dieses Vorbringen mit Zweifeln behaftet sei. E-898/2014 Seite 9 4.1.4 Letztlich sei en seine Schilderungen über den Verbleib der nahen Familienangehörigen äusserst vage und wirkten ausweichend, was n a- mentlich vor dem Hintergrund des Umstands, dass er im Heimatland über eine Kontaktperson zur Familie verfüge, nicht glaubhaft sei. 4.1.5 Ungeachtet der Frage der Glaubhaftigkeit der Bedrohung durch die Taliban – die dazu eingereichten Drohschreiben seien nicht zum Beweis geeignet, zumal sie leicht gefälscht werden könnten – wäre diese ma n- gels Intensität nicht asylrelevant, zumal sich aus diesen Drohungen zw i- schen (…) 2008 und (…) 2009 gemäss Akten offenbar keine konkrete Verfolgung ergeben habe und der Beschwerdefü hrer bis (…) 2009 oder (…) 2010 weiterhin im Staatsdienst gearbeitet und am gewohnten Woh n- sitz gelebt habe. Zudem sei die letzte Droh ung der Taliban fast ein Jahr vor der Ausreise erfolgt und könne daher nicht als fluchtauslösend beu r- teilt werden. Die weiteren Beweismittel, Fotos und Bestätigungsschreiben und Arbeits- bestätigungen könnten keine konkrete Verfolgungssituation belegen r e- spektive hätten diese teilweise keinen Zusammenhang zu den Asylvo r- bringen. 4.2 In der Beschwerde werden vorweg der Sachverhalt so wie die en t- sprechenden Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfügung erneut da r- gelegt (Beschwerde S. 2 bis 8). 4.2.1 In der Sache wird im Wesentlichen auf den geltend gemachten Vor- fall von (…) 2009 hingewiesen, bei dem sein vor dem Spital parkiertes Auto in die L uft gesprengt worden sei. Der Beschwerdeführer habe dies- bezüglich nie von einem "Selbstmordattentat" gesprochen; vielmehr habe er ausgesagt, das Auto sei mittels einer ferngesteuerten Bombe zur Ex p- losion gebracht worden. Da die Taliban nicht über die entsp rechende Technik verfügen würden, habe er dieses Attentat dem pakistanischen Geheimdienst zugeschrieben, der den Vorfall dann als Selbstmordattentat dargestellt habe. Da es keine polizeiliche Ermittlung gegeben habe, seien auch keine Unterlagen greifbar. Z udem sei ja er da s eigentliche Ziel die- ses Attentats gewesen. Dafür spreche auch, dass er an diesem Tag "zu- fällig" seinen Major im Spital angetroffen habe. Bei der Hausdurchs u- chung im Mietshaus des Bruders sei nach dem Beschwerdeführer gefragt worden, weshalb er vermute, dass er vom Geheimdienst gesucht worden sei. Die Angaben zur Anstellung beim (…) seien ebenfalls stimmig: Er sei E-898/2014 Seite 10 bis (…) 2010 angestellt, nach dem Vorfall von (…) 2009 jedoch nicht mehr operativ tätig gewesen. 4.2.2 Zu den konkreten Zielen der Taliban könne er nicht mehr wissen, als allgemein zugänglich sei; es sei nicht nachvollziehbar, weshalb er die s- bezüglich spezielle Informationen haben sollte. Es könne hieraus jeden- falls nicht seine diesbezügliche Tätigkeit in Frage gestellt werden. Er h a- be als (…) die verschiedenen Informationen zusammengetragen und wei- tergegeben. Es werde beantragt, diesbezüglich entsprechende Abklärun- gen über die schweizerische Vertretung in Pakistan zu tätigen. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz stelle zudem die Bedrohung durch die Tali- ban eine asylrechtlich relevante Gefahr dar. Dies gelte namentlich vor dem Hintergrund der allgemeinen Lage in Pakistan, wie sie auch aus den Ausführungen des eidgenössischen Departements für auswärtige Ang e- legenheiten auf seiner Website hervorgingen. In seiner Heimatregion – Grenzgebiet zu Afghanistan – sei die Lage unsicher ; diese gelte als Rückzugsgebiet afghanischer Talibankämpfer. Der Beschwerdeführer werde von den Taliban als Spion betrachtet, weshalb er befürchten mü s- se, in einem "Gerichtsverfahren", welches jeglicher internationaler Sta n- dards spotte, zum Tode verurteilt zu werden. 4.2.3 Insgesamt sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers nachgewiesen, zumindest aber glaubhaft gemacht, weshalb ihm diese zuzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren sei. 5. Das Bundesverwaltungsgericht kommt in Würdigung aller massgeblichen aktenkundigen Unterlagen zu folgenden Schlussfolgerungen: 5.1 Mit der Vorinstanz ist fes tzustellen, dass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als (…) im Auftrag (…) zwar wortreich dargelegt hat. Indessen ist trotz dieser ausführlichen Darstellung festzuhalten, dass die Vorbrin- gen in ihrer Gesamtheit mit Bezug auf die individuelle Situation de s Be- schwerdeführers wenig substan ziiert sind. Die mit verschiedenen Inter- netausdrücken und öffentlich zugängliche n Quellen dokumentierten Luf t- angriffe und anderen Schwierigkeiten in der Grenzregion Pakistans zu Af- ghanistan, der Heimatregion des Beschwerdef ührers, sind unbestritten . Von diesen Vorfällen sind alle Bewohner dieser Region betroffen. Dabei ist mit Bezug auf den Beschwerdeführer festzuhalten, dass ihm – auch angesichts der Bestätigungsschreiben von offizieller Seite, so eines M it- glieds der National Assembly und eines Senators – zweifellos die Mög-E-898/2014 Seite 11 lichkeit offen gestanden wäre, dieser allgemeinen Gefährungssituation mit Hilfe seines persönlichen Netzwerks innerstaatlich auszuweichen. 5.2 Ungeachtet dessen ist weiter Folgendes festzustellen: 5.2.1 Vorweg fällt auf, dass der Beschwerdeführer bei der Beschreibung seiner beruflichen Tätigkeiten in der BzP die Tätigkeit eines (…) auch an- deutungsweise mit keinem Wort erwähnt hat. Er führte hier nur an, er sei von Beruf Kaufmann, im (…)handel tätig und dabei al s Handelsreisender in verschiedenen Ländern unterwegs gewesen (vgl. Protokoll EVZ S. 2, 5, 6, 7). Allein vor diesem Hintergrund sind an diesem Engagement im Dienst des (…) klare Zweifel anzumelden. Diese werden dadurch erhärtet, dass der Beschwerdeführer i n der aus- führlichen Anhörung einerseits darlegte, als (…) habe er Informationen über die Taliban und Al Kaida sammeln und diese den zuständigen pakis- tanischen Stellen weitergeben müssen. Er habe mit den Taliban auch d i- rekten Kontakt gehabt, sei als (…) in den Besitz geheimer Informationen gelangt und habe viele vertrauliche Papiere und Nachrichten bei sich g e- habt (vgl. Protokoll Bundesamt 25. März 2013 S. 4 und 6). Vor diesem Hintergrund ist jedoch die Feststellung der Vorinstanz nicht zu beansta n- den, dass sowohl seine Angaben zu den Taliban als auch zu seinen Akti- vitäten insgesamt als nicht fundi ert und vage zu beurteilen sind. In der Beschwerde (vgl. S. 10) wird eingewendet, er könne mit Bezug auf die Taliban nicht mehr wissen, als allgemein zugäng lich sei. Diese Aussage lässt sich jedoch nicht mit de r Aussage vereinbaren, er sei durchaus im Besitz geheimer Informationen gewesen. Insgesamt sind diese geschilderten (…)arbeiten daher nicht glaubhaft gemacht. 5.2.2 Soweit der Beschwerdeführer Bedrohungen durch die Taliban gel- tend gemacht hat, hat er dazu auf zwei Drohbriefe Bezug genommen und erwähnt, er habe auch gemerkt, zwischen 2008 und 2009 verfolgt respek- tive beschattet worden zu sein. Er vermute, dies seien die Taliban gew e- sen, zumal er zu jenem Zeitpunkt mit den pakistanischen Behörden noch keine Probleme gehabt habe (vgl. Protokoll der Anhörung vom 16. Januar 2011 S. 10 f.). Später gab er an, er sei zwischen (…) 2008 und (…) 2010 viermal von den Taliban attackiert worden; er habe Glück gehabt (vgl. Protokoll Bundesamt 25. März 2013 S. 6 : "Allah hat mein Leben gere t- tet"). Gemäss diesen Aussagen wären die Verfolgungsmassnahmen E-898/2014 Seite 12 demnach offensichtlich und aggressiv – mithin nicht nur im Sinn einer Be- schattung – erfolgt; ausserdem hätte er die Attacken bei dieser Befragung zweifelsfrei den Taliban zugeordnet. Hinsichtlich der Drohungen führte er aus, die erste sei bei der Beerdigung am (…) 2008 erfolgt, drei Tage spä- ter habe er eine schriftliche Vorladung der Taliban erhalten. Der letzte Drohbrief datiere vom (…) 2009; dieser sei im Anschluss an den Angriff vom (…) 2009 ergangen. Die Datierungen der zu den Akten gereichten angeblichen Drohbriefe stimmen indessen mit diesen Aussagen nicht überein; die Dokumente sind auf den (…) und (…) 2009 datiert. Da der Beschwerdeführer die jeweiligen Angriffsaktionen und die darauf erhalt e- nen Drohbriefe klar zeitlich einordnete, kann auch sein Erklärungsve r- such, er könne sich nicht an alle Daten erinnern, hier nicht überzeugen. Sofern in diesem Zusammenhang in der Beschwerde (vgl. dort S. 10) ge- rügt wird, bei diesen beiden Drohbriefen handle es sich nicht um die e r- wähnten Vorladungen, ist nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdefüh- rer dies nicht bereits im Rahmen des rechtlichen Gehörs bei der Anh ö- rung vorgebracht hat. Sodann liegen die Dokumente nur in Form von leicht fälschbaren Kopien vor, weshalb ihnen entsprechend geringer Be- weiswert zukommt. Nicht zuletzt ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer erwähnt hat, die Taliban hätten nicht nur ihm und seiner Familie, sondern allgemein in sei- ner Region Drohbriefe verschic kt (vgl. Protokoll Anhörung 16. Januar 2011 S. 9 f.) ; demnach wäre anzunehmen, solche Schreiben hätten al l- gemein als Druckmittel der Taliban die Bevölkerung in der Region in Schach halten, nicht aber kon kret den Beschwerdeführer treffen sollen. Dies gilt um so mehr, als es den Taliban, hätten diese tatsächlich ein be- sonderes individuell gegen den Beschwerdeführer gerichtetes Interesse gehabt, aufgrund ihrer guten lokalen Vernetzung mit hoher Wahrschei n- lichkeit gelungen wäre, des Beschwerdeführers vor seiner Ausreise im Februar 2010 habhaft zu werden. Auch diese Ausführungen der Vori n- stanz sind nicht zu beanstanden. 5.2.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, auch ins Visier der pakistanischen Behörden geraten zu s ein. Diese Verfolgung habe sich namentlich im Vorfall manifestiert, als sein vor dem Spital parkiertes Auto in die Luft g e- sprengt worden sei. Als Beweis hierzu reichte er mit der Beschwerde vom 3. Juni 2013 eine Bestätigung der Leitung des E._______ Spitals vom (…) 2013 in Kopie zu den Akten. Dasselbe Bestätigung s- schreiben reichte er am 24. September 2013 (Farbkopie nunmehr mit z u- sätzlichen Stempeln und Unterschriften als Beglaubigung) und am E-898/2014 Seite 13 10. November 2013 (Farbkopie) zu den Akten (vgl. auch oben Bst n. D und G). Bei diesen auf den ersten Blick identisch scheinen den Schreiben fällt auf, dass beim zuerst eingereichten Dokument auf einen Vorfall "bomb blast on (…)" Bezug genommen wird. Die beiden nachfolgend ein- gereichten Dokumente weisen einerseits einen identischen Kopf – mit Bezeichnung des Spitals und offensichtlich identischen handschriftlichen Angaben einer Fallnummer (…) (?), des Datums und der Telefonnummer – auf. Andererseits ist die inhaltliche Mitteilung " TO WHOM IT MAY CONCERN" in einem anderen Schriftbild und mit der Formulierung "on (…)" (statt "on […]") verfasst. Zumindest bei den beiden nachträglich ei n- gereichten Dokumenten handelt es sich mithin um offensichtlich ve r- fälschte Beweismittel (Collagen). Diese sind offensichtlich nicht geeignet, die Angaben des Beschwerdeführers zu belegen, wonach sein Auto ze r- stört worden sei. Im Übrigen wäre schwer nachvollziehbar, wieso die Lei- tung eines Spitals eine Bestätigung betreffend den Besitzer eines vor dem Spitalgebäude parkierten Autos verfassen sollte. Nach dem Gesa g- ten ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass dieser angeblich die Verfo l- gung durch den pakistanischen Staat beweisende Vorfall nicht geglaubt werden kann. 5.2.4 Eine konkret gegen den Beschwerdeführer gerichtete Verfolgung durch die paki stanischen Behörden kann auch aus der beim Bruder e r- folgten Hausdurchsuchung (…) 2009 nicht gefolgert werden, zumal der Beschwerdeführer hierzu selber angab, er habe angenommen, der G e- heimdienst habe nach ihm gesucht . Diese vermutungsweise geäusserte Befürchtung genügt indessen nicht zur Annahme einer tatsächlich erfol g- ten behördlichen Verfolgungsmassnahme . Ausserdem wäre in jenem Zeitpunkt für die Behörden naheliegender gewesen, den Beschwerdefü h- rer an seinem Wohnsitz oder an der Arbeit zu suchen; so will er bis zur Ausreise bei sich zu Hause gewesen sein (vgl. Protokoll EVZ S. 1) und bis (…) 2009 (vgl. Protokoll Anhörung 25. März 2013 S. 7) respektive bis (…) 2010 (vgl. Protokoll Anhörung 16. Januar 2012 S. 8) seiner Arbeit als (…) nachgegangen sein. 5.2.5 Schliesslich finden sich weitere zahlreiche Ungereimtheiten in den Aussagen des Beschwerdeführers: 5.2.5.1 So hat er den Drohnenangriff auf eine islamische Schule in der BzP auf den (…) 2008 datiert (vgl. Protokoll EVZ S. 5), während dem er nachfolgend vom (…) 2008 sprach (vgl. etwa Protokoll 16. Januar 2012 S. 5). E-898/2014 Seite 14 5.2.5.2 Sodann hat er im EVZ erklärt, es sei ein Verwandter namens G._______ getötet worden (vgl. Protokoll EVZ S. 5); später sprach er da- von, es seien vier Cousins, darunter G._______, umgekommen (vgl. Pro- tokoll Bundesamt 16. Januar 2012 S. 12). 5.2.5.3 Weiter wird im Bestätigungsschreiben vom 11. November 201 1 eines Member s National Assembly festgehalten, der Bruder H._______ sei gefangengenommen worden und erst gegen Lösegeldzahlung freig e- kommen. Der Beschwerdeführer hat seinen Bruder H._______ mehrmals, dessen Gefangennahme jedoch nicht erwähnt ; was er hingegen themati- siert hatte, ist, dass der Vater einmal von den Taliban mitgenommen, i n- des mittels Lösegeld freigekommen sei (vgl. Protokol l Anhörung 16. J a- nuar 2012 S. 7 f.). 5.2.5.4 Auch fällt auf, dass der Beschwerdeführer bei der BzP bei der Frage nach Angehörigen im Heimatland neben den Eltern nur die Namen (…) Schwestern nannte und aussagte, H._______ sei sein einziger Bru- der (vgl. Protokoll E VZ S. 3) ; später gab er jedoch an, er habe (…) Brü- der, und konnte den Widerspruch auf Vorhalt hin nicht überzeugend au s- räumen (vgl. Protokoll Anhörung 16. Januar 2012 S. 15 f.). 5.2.6 Die weiteren eingereichten Unterlagen zur Situation und den Vorfä l- len in der Heimatregion des Beschwerdeführers, Arbeitsbestätigungen (Tätigkeiten für die " (…) Organisation" betreffend, die er bei der mündl i- chen Befragung nicht weiter erwähnte ), Leumundszeugnis, Fotografien zerstörter Gebäude und von Menschenansamml ungen ve r- mögen keine Beweiskraft hinsichtlich der geltend gemachten Asylvorbrin- gen zu entfal ten. Namentlich sind die Fotografien nicht in der vom Be- schwerdeführer genannten Weise eindeutig zuzuordnen. 5.3 In Würdigung der gesamten Aktenlage kommt das Bundesver wal- tungsgericht vorliegend z um Schluss, dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Der Sachverhalt ist genügend erstellt; es erübrigen sich weitere Abkl ä- rungen vor Ort (vgl. Beschwerde S. 10). Der diesbez ügliche Antrag ist abzuweisen. 5.4 Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers nach dem Gesagten zu Recht abgelehnt. E-898/2014 Seite 15 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfall s wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat en tgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Au sreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder e r- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. E-898/2014 Seite 16 7.2.2 Die V orinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh- rers nach Pakistan ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 7.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Be schwerde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschei n- lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen G e- richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti- Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschen- rechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heuti- gen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. 7.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinn der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.1 Mit dem BFM ist einigzugehen, dass in Pakistan zur Zeit weder Krieg oder Bürgerkrieg herrscht noch eine Situation allgemeiner Gewalt vorliegt, weshalb von der generellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zugs ausgegangen werden kann. 7.3.2 Aufgrund der Akten ist sodann auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer E-898/2014 Seite 17 oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. So hat er dargelegt, er stamme aus einer wohlhabenden und ei n- flussreichen Sippe und Familie, sei selber namentlich als Kaufmann tätig gewesen. Ausserdem se i er gemäss Bestätigungsschreiben für die "(…) Organisation" aktiv gewesen und habe in Staatsdiensten gestanden – wobei letztere in der geschilderten Form als nicht glaubhaft beurteilt werden (vgl. oben). Insgesamt ist jedoch mit Bezug auf den Beschwerd e- führer davon auszugehen, dass er aufgrund seiner mannigfachen berufl i- chen Erfahrungen und seines offenbar breit abgestützten Beziehungsne t- zes – er erwähnte auch Freunde ausserhalb von C._______ (vgl. Proto- koll Anhörung 16. Januar 2012 S. 4) – im Heimatstaat bei einer Rückkehr seine Existenz wieder wird aufbauen können. Ausserdem halten sich se i- ne Familienangehörigen in Pakistan auf und es dürfte ihm möglich sein, diese wieder ausfindig zu machen. 7.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vg l. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig fest stellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). Die Beschwerde i st abzuweisen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens wären dessen Kos- ten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da er gemäss Akten in der Schweiz keiner Erwerbstätigkeit nachgeht und die Beschwerde nicht als aussichtslos im Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG beur- teilt werden musste, ist in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der E-898/2014 Seite 18 unentgeltlichen Rechtspflege vorliegend von einer Kostenauflage abz u- sehen. 9.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG kann der obsiegenden Partei von A m- tes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erwachse- nen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten zugespr ochen werden (vgl. für die Grundsätze der Bemessung der Parteientschädigung ausserdem Art. 7 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigu n- gen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). In der Hauptsache stellt sich d ie Frage einer Parteien t- schädigung angesichts der Abweisung der Beschwerde nicht. Hingegen erscheint es aufgrund der Verfahrensumstände als gerechtfertigt , dem Beschwerdeführer eine Entschädigung für die notwendigen Vertretung s- kosten im Zusammenhang mit de m am 6. März 2014 gutgeheissene n Gesuch um Wiederaufnahme des Beschwerdeverfahrens zuzusprechen. Seitens der Rechtsvertretung ist keine Kostennote eingereicht worden, weshalb der notwendige Vertretungsaufwand aufgrund der Akten festz u- setzen ist (Art. 14 Ab s. 2 VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehe n- den Bemessungsfaktoren ist die partielle Parteientschädigung aufgrund der Akten auf Fr. 500.– (inkl. sämtlicher Auslagen und Nebenkosten) fest- zusetzen. Dieser Betrag ist dem Beschwerdeführer durch das Geri cht zu entrichten. (Dispositiv nächste Seite) E-898/2014 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gut- geheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Für das Wiederaufnahmeverfahren wird dem Beschwerdeführer durch das Bundesverwaltungsgericht eine partielle Parteientschädigung von insgesamt Fr. 500.– ausgerichtet. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Markus König Eveline Chastonay Versand: