Vertrag vom 3. März 2023 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Panama über Rechtshilfe in Strafsachen <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2024/631/20241231/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2024/631/20241231"/><FRBRdate date="2023-03-03" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2024-12-31" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2024-12-31" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Vertrag vom 3. März 2023 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Panama über Rechtshilfe in Strafsachen" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Traité du 3 mars 2023 d’entraide judiciaire en matière pénale entre la Confédération suisse et la République du Panama" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Trattato del 3 marzo 2023 di assistenza giudiziaria in materia penale tra la Confederazione Svizzera e la Repubblica di Panama" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2024/631/20241231/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2024/631/20241231/de"/><FRBRdate date="2023-03-03" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2024-12-31" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2024-12-31" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2024/631/20241231/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2024/631/20241231/de/xml"/><FRBRdate date="2023-03-03" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2024-12-31" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2024-12-31" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.351.962.7</docNumber></p><p> AS <b>2024</b> 631; BBl <b>2023</b> 2123</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Übersetzung</p><p><docTitle>Vertrag <br/>zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Panama über Rechtshilfe in Strafsachen</docTitle></p><p>Abgeschlossen in Panama am 3. März 2023 <br/>Von der Bundesversammlung genehmigt am 15. März 2024<authorialNote><p>  <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2024/630" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>2024</b> 630</ref></p></authorialNote> <br/>In Kraft getreten durch Notenaustausch am 31. Dezember 2024</p><p> (Stand am 31. Dezember 2024)</p></preface><preamble><p>Die Schweizerische Eidgenossenschaft <br/>und <br/>die Republik Panama,</p><p>nachfolgend: die Vertragsparteien,</p><p>in Anbetracht der Bande der Freundschaft und der Zusammenarbeit, die sie verbinden,</p><p>in der Erkenntnis, dass der Kampf gegen das grenzüberschreitende Verbrechen eine gemeinsame Verantwortung der internationalen Gemeinschaft bildet,</p><p>im Bewusstsein, dass die justizielle Zusammenarbeit und insbesondere die Rechtshilfe gestärkt werden müssen, um die Zunahme verbrecherischer Tätigkeiten zu verhindern,</p><p>in dem Wunsche, einander gegenseitig ein Höchstmass an Rechtshilfe bei der Verbrechensbekämpfung zu leisten und die Wirksamkeit der Zusammenarbeit bei der Untersuchung, Verfolgung und Bestrafung von Verbrechen zu verbessern,</p><p>in Einhaltung ihrer jeweiligen Verfassung sowie ihrer Gesetze und Vorschriften sowie der Grundsätze des Völkerrechts, insbesondere der Souveränität, der territorialen Integrität, der Nichteinmischung und der Rechtsstaatlichkeit,</p><p>unter Achtung der Grundsätze, die in den internationalen Übereinkommen insbesondere im Bereich der Menschenrechte festgelegt sind,</p><p>haben Folgendes vereinbart:</p></preamble><body><chapter eId="chap_I"><num>Kapitel I: </num><heading>Allgemeine Bestimmungen</heading><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Verpflichtung zur Rechtshilfe in Strafsachen</heading><paragraph eId="art_1/para"><content><p>Die Vertragsparteien verpflichten sich, einander nach den Bestimmungen dieses Vertrags weitestgehende Rechtshilfe in Strafsachen zu leisten in allen Ermittlungen, Strafverfolgungen oder Verfahren hinsichtlich strafbarer Handlungen, deren Ahndung im Zeitpunkt, in dem um Rechtshilfe ersucht wird, in die Zuständigkeit der Justizbehörden des ersuchenden Staates fällt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Umfang der Rechtshilfe</heading><paragraph eId="art_2/para_1"><num>1</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_2/para_1/listintro"> Die Rechtshilfe umfasst folgende Massnahmen, die zur Unterstützung eines Strafverfahrens im ersuchenden Staat getroffen werden:</listIntroduction><item eId="art_2/para_1/lbl_a"><num>a. </num><p>die Entgegennahme von Zeugenaussagen oder anderen Aussagen;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_b"><num>b. </num><p>die Übermittlung von Gegenständen, Schriftstücken, Akten und Beweismitteln;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_c"><num>c. </num><p>die Herausgabe von Gegenständen und Vermögenswerten zur Einziehung oder Rückerstattung;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_d"><num>d. </num><p>der Austausch von Informationen;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_e"><num>e. </num><p>die Durchsuchung von Personen und die Hausdurchsuchung;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_f"><num>f. </num><p>das Auffinden und Identifizieren von Personen und Eigentum, einschliesslich der Untersuchung von Gegenständen und Örtlichkeiten;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_g"><num>g. </num><p>das Aufspüren, das Einfrieren, die Beschlagnahme und die Einziehung von Erträgen aus strafbaren Handlungen und von Tatwerkzeugen;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_h"><num>h. </num><p>die Zustellung von Schriftstücken;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_i"><num>i. </num><p>die Überführung inhaftierter Personen zum Zweck der Einvernahme;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_j"><num>j. </num><p>die Einladung an Zeuginnen, Zeugen und Sachverständige, im ersuchenden Staat zu erscheinen und auszusagen;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_k"><num>k. </num><p>alle anderen Massnahmen im Rahmen der Rechtshilfe, die mit den Zielen dieses Vertrags vereinbar sind und von den Vertragsparteien akzeptiert werden können, vorausgesetzt, sie sind nicht unvereinbar mit den Gesetzen des ersuchten Staates.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>2</num><content><p> Rechtshilfe darf nicht lediglich mit der Begründung verweigert werden, dass sie sich auf Handlungen bezieht, für die im Hoheitsgebiet des ersuchenden Staates eine juristische Person verantwortlich gemacht werden kann.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_3"><num>3</num><content><p> Die Vertragsparteien leisten einander nach ihrem jeweiligen innerstaatlichen Recht weitestgehende Rechtshilfe in Strafsachen mit Bezug auf fiskalische strafbare Handlungen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_4"><num>4</num><content><p> Dieser Vertrag ist auch anwendbar auf Ersuchen um Rechtshilfe im Zusammenhang mit strafbaren Handlungen oder Unterlassungen, die vor seinem Inkrafttreten begangen worden sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Unanwendbarkeit</heading><paragraph eId="art_3/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_3/para/listintro">Dieser Vertrag ist nicht anwendbar auf:</listIntroduction><item eId="art_3/para/lbl_a"><num>a. </num><p>die Verhaftung oder Inhaftierung strafrechtlich verfolgter oder verurteilter Personen oder die Fahndung nach ihnen zum Zweck ihrer Auslieferung;</p></item><item eId="art_3/para/lbl_b"><num>b. </num><p>die Vollstreckung von Strafurteilen;</p></item><item eId="art_3/para/lbl_c"><num>c. </num><p>die Überstellung verurteilter Personen zur Verbüssung ihrer Strafe;</p></item><item eId="art_3/para/lbl_d"><num>d. </num><p>die Übertragung der Strafverfolgung.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Gründe für die Ablehnung oder den Aufschub der Rechtshilfe</heading><paragraph eId="art_4/para_1"><num>1</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_4/para_1/listintro"> Die Rechtshilfe in Strafsachen kann abgelehnt werden, wenn:</listIntroduction><item eId="art_4/para_1/lbl_a"><num>a. </num><p>sich das Ersuchen auf eine strafbare Handlung bezieht, die vom ersuchten Staat als politische Straftat oder als mit einer politischen Straftat zusammenhängende strafbare Handlung angesehen wird;</p></item><item eId="art_4/para_1/lbl_b"><num>b. </num><p>sich das Ersuchen auf eine nach der Militärgesetzgebung strafbare Handlung bezieht, die nach gemeinem Recht keine strafbare Handlung darstellt;</p></item><item eId="art_4/para_1/lbl_c"><num>c. </num><p>der ersuchte Staat der Ansicht ist, dass die Ausführung des Ersuchens geeignet ist, die Souveränität, die Sicherheit, die öffentliche Ordnung oder andere wesentliche Landesinteressen zu beeinträchtigen;</p></item><item eId="art_4/para_1/lbl_d"><num>d. </num><p>das Ersuchen Handlungen betrifft, aufgrund deren eine strafrechtlich verfolgte Person im ersuchten Staat wegen einer im Wesentlichen entsprechenden strafbaren Handlung rechtskräftig freigesprochen, begnadigt oder verurteilt wurde, und sofern eine verhängte Sanktion noch vollzogen wird oder bereits vollzogen ist;</p></item><item eId="art_4/para_1/lbl_e"><num>e. </num><p>das Ersuchen verjährte Handlungen betrifft;</p></item><item eId="art_4/para_1/lbl_f"><num>f. </num><p>ernsthafte Gründe zur Annahme bestehen, dass das Rechtshilfeersuchen mit dem Ziel eingereicht wurde, eine Person wegen ihrer Rasse, ihres Geschlechts, ihrer Religion, ihrer Staatsangehörigkeit, ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder ihrer politischen Anschauungen zu verfolgen oder zu bestrafen oder dass eine Gutheissung des Ersuchens die Situation dieser Person aus einem der genannten Gründe verschlechtern würde;</p></item><item eId="art_4/para_1/lbl_g"><num>g. </num><p>ernsthafte Gründe zur Annahme bestehen, dass im Rahmen des Strafverfahrens gegen die strafrechtlich verfolgte Person die Garantien nicht berücksichtigt werden, die in den internationalen Instrumenten für den Schutz der Menschenrechte, wie beispielsweise im Internationalen Pakt vom 16. Dezember 1966<authorialNote><p>  <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1993/750_750_750" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.103.2</b></ref></p></authorialNote> über bürgerliche und politische Rechte oder in einem anderen, für die Vertragsparteien verbindlichen internationalen Instrument für den Schutz der Menschenrechte, festgehalten sind.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_2"><num>2</num><content><p> Der ersuchte Staat kann die Rechtshilfe aufschieben, wenn sich die Ausführung des Ersuchens nachteilig auf ein hängiges Strafverfahren im ersuchten Staat auswirken würde.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_3"><num>3</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_4/para_3/listintro"> Bevor der ersuchte Staat die Rechtshilfe nach diesem Artikel ablehnt oder aufschiebt:</listIntroduction><item eId="art_4/para_3/lbl_a"><num>a. </num><p>teilt er dem ersuchenden Staat umgehend die Gründe mit, die ihn veranlassen, die Ablehnung oder den Aufschub der Rechtshilfe in Betracht zu ziehen; und</p></item><item eId="art_4/para_3/lbl_b"><num>b. </num><p>prüft er, ob die Rechtshilfe unter den ihm erforderlich scheinenden Bedingungen gewährt werden kann. Akzeptiert der ersuchende Staat die Modalitäten und Bedingungen, so sind diese einzuhalten.</p></item></blockList></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_II"><num>Kapitel II: </num><heading>Rechtshilfeersuchen</heading><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Anwendbares Recht</heading><paragraph eId="art_5/para_1"><num>1</num><content><p> Das Ersuchen wird nach dem Recht des ersuchten Staates ausgeführt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_2"><num>2</num><content><p> Wünscht der ersuchende Staat, dass bei der Ausführung eines Rechtshilfeersuchens ein besonderes Verfahren angewendet wird, so hat er ausdrücklich darum zu ersuchen, und der ersuchte Staat kann dem Ersuchen stattgeben, sofern sein Recht dem nicht entgegensteht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Doppelte Strafbarkeit und Zwangsmassnahmen</heading><paragraph eId="art_6/para_1"><num>1</num><content><p> Ein Ersuchen, dessen Ausführung Zwangsmassnahmen erfordert, kann abgelehnt werden, wenn die zur Last gelegte Verhaltensweise gemäss dem Recht des ersuchten Staates keine Straftat darstellt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_2"><num>2</num><content><p> Bei der Beurteilung, ob die zur Last gelegte Verhaltensweise gemäss dem Recht beider Vertragsparteien eine Straftat darstellt, ist es unerheblich, ob das Recht beider Vertragsparteien diese Verhaltensweise derselben Kategorie von Straftaten zuordnet oder die Straftat gleich bezeichnet. Die im Ersuchen beschriebenen Handlungen müssen die objektiven Tatbestandsmerkmale einer nach dem Recht des ersuchten Staates strafbaren Handlung aufweisen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_3"><num>3</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_6/para_3/listintro"> Zwangsmassnahmen umfassen:</listIntroduction><item eId="art_6/para_3/lbl_a"><num>a. </num><p>die Durchsuchung von Personen und die Hausdurchsuchung;</p></item><item eId="art_6/para_3/lbl_b"><num>b. </num><p>die Beschlagnahme von Beweismitteln, einschliesslich der Tatwerkzeuge, mit denen eine strafbare Handlung begangen wurde, sowie der Gegenstände und Vermögenswerte, die aus einer strafbaren Handlung herrühren;</p></item><item eId="art_6/para_3/lbl_c"><num>c. </num><p>jede Massnahme, welche die Preisgabe von Geheimnissen bewirkt, die durch das Strafrecht des ersuchten Staates geschützt werden; und</p></item><item eId="art_6/para_3/lbl_d"><num>d. </num><p>jede andere Massnahme, die mit der Anwendung von Zwang verbunden und als solche im Verfahrensrecht des ersuchten Staates vorgesehen ist.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_4"><num>4</num><content><p> Die doppelte Strafbarkeit ist nur notwendig, wenn das Ersuchen Zwangsmassnahmen erfordert.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Vorläufige Massnahmen</heading><paragraph eId="art_7/para_1"><num>1</num><content><p> Auf ausdrückliches Verlangen des ersuchenden Staates ordnet die zuständige Behörde des ersuchten Staates zur Erhaltung des bestehenden Zustands, zur Wahrung bedrohter rechtlicher Interessen oder zur Sicherung gefährdeter Beweismittel unverzüglich vorläufige Massnahmen an, wenn das Verfahren, auf das sich das Ersuchen bezieht, nach dem Recht des ersuchten Staates nicht offensichtlich unzulässig oder unzweckmässig erscheint. Vorläufige Massnahmen können teilweise oder unter bestimmten Voraussetzungen gewährt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>2</num><content><p> Ist Gefahr im Verzug und liegen ausreichende Informationen zur Beurteilung der Voraussetzungen vor, so können diese Massnahmen vom ersuchten Staat auch angeordnet werden, sobald ein Ersuchen schriftlich angekündigt ist. Diese Massnahmen werden aufgehoben, wenn der ersuchende Staat nicht innert der gesetzten Frist das Ersuchen einreicht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Beschränkte Verwendung von Auskünften, Schriftstücken und Gegenständen</heading><paragraph eId="art_8/para_1"><num>1</num><content><p> Der ersuchende Staat darf die im Rahmen dieses Vertrags erhaltenen Auskünfte oder Beweismittel nicht ohne vorgängige Zustimmung der Zentralbehörde des ersuchten Staates für andere als die im Ersuchen aufgeführten Zwecke verwenden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_2"><num>2</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_8/para_2/listintro"> Diese Zustimmung ist nicht erforderlich, wenn:</listIntroduction><item eId="art_8/para_2/lbl_a"><num>a. </num><p>die Tat, auf die sich das Ersuchen bezieht, einen anderen Straftatbestand darstellt, für den Rechtshilfe zulässig wäre;</p></item><item eId="art_8/para_2/lbl_b"><num>b. </num><p>das Strafverfahren im ersuchenden Staat sich gegen andere Personen richtet, die an der strafbaren Handlung teilgenommen haben; oder</p></item><item eId="art_8/para_2/lbl_c"><num>c. </num><p>die Auskünfte, Schriftstücke und Gegenstände für eine Untersuchung oder ein Verfahren bezüglich der Leistung von Schadenersatz im Zusammenhang mit einem Verfahren verwendet werden, für das Rechtshilfe gewährt wurde.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>Vertraulichkeit</heading><paragraph eId="art_9/para"><content><p>Jede Vertragspartei wendet die Vertraulichkeitsbestimmungen ihres innerstaatlichen Rechts an.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Personenbezogene Daten</heading><paragraph eId="art_10/para_1"><num>1</num><content><p> Personenbezogene Daten, die auf der Grundlage dieses Vertrags übermittelt werden, dürfen ausschliesslich für die Zwecke verwendet werden, für die sie übermittelt wurden; ihre Verwendung untersteht den Bedingungen, die vom übermittelnden Staat formuliert werden. Unter Vorbehalt der Ausnahmen von Artikel 8 Absatz 2 Buchstaben a, b und c ist für die Verwendung zu anderen Zwecken die vorgängige Zustimmung des übermittelnden Staates erforderlich.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_2"><num>2</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_10/para_2/listintro"> Für die Übermittlung und die Verwendung personenbezogener Daten, die im Rahmen eines Ersuchens um Rechtshilfe nach diesem Vertrag übermittelt werden, gelten die folgenden Bestimmungen:</listIntroduction><item eId="art_10/para_2/lbl_a"><num>a. </num><p>Der zuständigen Behörde des ersuchenden Staates werden nur Daten übermittelt, die einen Bezug zum Ersuchen haben.</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_b"><num>b. </num><p>Auf Anfrage informiert die Vertragspartei, welche die Daten erhalten hat, den Staat, der die Daten übermittelt hat, über die Verwendung der Daten und die erzielten Ergebnisse.</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_c"><num>c. </num><p>Stellt der übermittelnde Staat fest, dass unrichtige Daten oder Daten, die nicht hätten übermittelt werden sollen, übermittelt wurden, so benachrichtigt dieser Staat unverzüglich den Staat, der die Daten erhalten hat, und ersucht ihn, je nach Einzelfall, um Berichtigung oder Rücksendung der erhaltenen Daten.</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_d"><num>d. </num><p>Die Vertragsparteien führen Aufzeichnungen in leicht abrufbarer Form betreffend die Übermittlung und den Erhalt der Daten.</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_e"><num>e. </num><p>Die Weiterübermittlung personenbezogener Daten ist ausschliesslich in Übereinstimmung mit dem innerstaatlichen Recht und mit vorgängiger Zustimmung des übermittelnden Staates gestattet.</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_f"><num>f. </num><p>Übermittelte Daten, die nicht länger für die nach diesem Vertrag zulässigen Zwecke benötigt werden, sind unverzüglich zu vernichten; gegebenenfalls sind andere nach innerstaatlichem Recht zulässige Massnahmen zu ergreifen, die den Rechten der betroffenen Person gleichermassen dienen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_3"><num>3</num><content><p> <span>Die Vertragsparteien schützen personenbezogene Daten vor zufälligem Verlust, zufälliger oder unbefugter Vernichtung oder Veränderung, unbefugtem Zugriff, unbefugter Nutzung oder Offenlegung oder anderem Missbrauch.</span></p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_4"><num>4</num><content><p> <span>Die Vertragsparteien gewährleisten die legitimen Rechte der von der Datenübermittlung nach diesem Vertrag betroffenen Person in Bezug auf Information und Auskunft über die sie betreffenden Daten, deren Berichtigung oder Rücksendung oder gegebenenfalls die Einschränkung ihrer Verarbeitung sowie in Bezug auf einen wirksamen gerichtlichen Rechtsbehelf im Zusammenhang mit der Übermittlung oder Nutzung der Informationen auf Ersuchen der betroffenen Person.</span></p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_5"><num>5</num><content><p> Jede Vertragspartei kann die Rechte der betroffenen Person auf Information und Auskunft über Daten, einschliesslich der Information über die Ablehnung der Berichtigung oder der Rücksendung personenbezogener Daten oder der Einschränkung ihrer Verarbeitung ganz oder teilweise beschränken, falls dies eine notwendige und verhältnismässige Massnahme darstellt, um berechtigte Interessen zu berücksichtigen und die öffentliche und nationale Sicherheit sowie die Rechte und Freiheiten anderer zu schützen und zu verhindern, dass gerichtliche Untersuchungen, Ermittlungen oder Verfahren behindert und die Verhütung, Aufdeckung, Ermittlung und Verfolgung von Straftaten oder die Strafvollstreckung beeinträchtigt werden.</p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_III"><num>Kapitel III: </num><heading>Rechtshilfe</heading><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Anwesenheit von Personen, die am Verfahren teilnehmen</heading><paragraph eId="art_11/para"><content><p>Auf ausdrückliches Verlangen des ersuchenden Staates informiert die Zentralbehörde des ersuchten Staates den ersuchenden Staat über Zeit und Ort der Ausführung des Ersuchens. Die beteiligten Behörden und Personen können bei der Ausführung anwesend sein, wenn der ersuchte Staat zustimmt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Zeugenaussagen im ersuchten Staat</heading><paragraph eId="art_12/para_1"><num>1</num><content><p> Zeuginnen und Zeugen werden nach dem Recht des ersuchten Staates einvernommen. Sie können jedoch auch die Aussage verweigern, wenn das Recht des ersuchenden Staates dies zulässt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>2</num><content><p> Sofern sich die Zeugnisverweigerung auf das Recht des ersuchenden Staates stützt, übermittelt der ersuchte Staat diesem die Akten zum Entscheid. Der Entscheid muss begründet werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_3"><num>3</num><content><p> Macht die Zeugin oder der Zeuge ein Zeugnisverweigerungsrecht geltend, so darf sie oder er deswegen im ersuchenden Staat keinerlei gesetzlichen Sanktionen ausgesetzt werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><heading>Erscheinen von Zeuginnen, Zeugen und Sachverständigen im ersuchenden Staat</heading><paragraph eId="art_13/para_1"><num>1</num><content><p> Hält der ersuchende Staat das persönliche Erscheinen einer Zeugin, eines Zeugen oder einer sachverständigen Person vor seinen Justizbehörden für notwendig, so erwähnt er dies im Ersuchen um Zustellung der Vorladung, und der ersuchte Staat fordert die betreffende Person auf, im Hoheitsgebiet des ersuchenden Staates zu erscheinen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_2"><num>2</num><content><p> Der ersuchte Staat teilt dem ersuchenden Staat die Entscheidung der Zeugin, des Zeugen oder der sachverständigen Person bezüglich der Aufforderung unverzüglich schriftlich mit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_3"><num>3</num><content><p> Entschädigungen, Reise- und Aufenthaltskosten werden vom ersuchenden Staat bezahlt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_4"><num>4</num><content><p> Zeuginnen, Zeugen oder Sachverständige werden über die Höhe der ihnen zustehenden Entschädigungen, Reise- und Aufenthaltskosten informiert. Sie können vom ersuchenden Staat einen Vorschuss für diese Entschädigungen, Reise- und Aufenthaltskosten verlangen. Die Entschädigungen, Reise- und Aufenthaltskosten werden vom Aufenthaltsort der Zeuginnen, Zeugen oder Sachverständigen an berechnet und nach Sätzen gewährt, die zumindest denjenigen entsprechen, die in den geltenden Tarifen und Bestimmungen des Staates vorgesehen sind, in dem das Verfahren stattfinden soll.</p></content></paragraph></article><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><heading>Nichterscheinen</heading><paragraph eId="art_14/para"><content><p>Zeuginnen, Zeugen oder Sachverständige, die einer Vorladung, um deren Zustellung ersucht worden ist, nicht Folge leisten, dürfen selbst dann, wenn die Vorladung Zwangsandrohungen enthält, keiner Strafe oder Zwangsmassnahme unterworfen werden, es sei denn, sie begeben sich später freiwillig in das Hoheitsgebiet des ersuchenden Staates und werden dort erneut ordnungsgemäss vorgeladen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_15"><num><b>Art. 15</b></num><heading>Garantien für die vorgeladene Person</heading><paragraph eId="art_15/para_1"><num>1</num><content><p> Zeuginnen, Zeugen oder Sachverständige, gleich welcher Staatsangehörigkeit, die auf Vorladung vor den Justizbehörden des ersuchenden Staates erscheinen, dürfen in dessen Hoheitsgebiet wegen Handlungen oder Verurteilungen aus der Zeit vor ihrer Abreise aus dem Hoheitsgebiet des ersuchten Staates weder verfolgt noch in Haft gehalten noch einer sonstigen Beschränkung ihrer persönlichen Freiheit unterworfen werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_2"><num>2</num><content><p> Eine Person, gleich welcher Staatsangehörigkeit, die vor die Justizbehörden des ersuchenden Staates vorgeladen wurde, um sich wegen einer ihr zur Last gelegten Handlung strafrechtlich zu verantworten, darf dort wegen nicht in der Vorladung aufgeführter Handlungen oder Verurteilungen aus der Zeit vor ihrer Abreise aus dem Hoheitsgebiet des ersuchten Staates weder verfolgt noch in Haft gehalten noch einer sonstigen Beschränkung ihrer persönlichen Freiheit unterworfen werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_3"><num>3</num><content><p> Ohne ihre schriftliche Zustimmung darf eine Person, auf die Absatz 1 oder 2 anwendbar ist, nicht dazu aufgefordert werden, im Rahmen eines anderen Verfahrens auszusagen als in jenem, auf das sich das Rechtshilfeersuchen bezieht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_4"><num>4</num><content><p> Die in diesem Artikel vorgesehenen Garantien enden, wenn die vorgeladene Person, welche die Möglichkeit zum Verlassen des Hoheitsgebiets des ersuchenden Staates gehabt hat, dieses nicht innerhalb von 15 Tagen, nachdem ihre Anwesenheit von den Justizbehörden nicht mehr verlangt wurde, verlassen hat oder wenn sie nach Verlassen dieses Gebiets dorthin zurückgekehrt ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_5"><num>5</num><content><p> Eine Person, die einwilligt, gemäss Artikel 13 oder 17 zu erscheinen, darf aufgrund ihrer Aussage keiner Verfolgung ausgesetzt werden, mit Ausnahme wegen Meineids.</p></content></paragraph></article><article eId="art_16"><num><b>Art. 16</b></num><heading>Umfang der Zeugenaussage im ersuchenden Staat</heading><paragraph eId="art_16/para_1"><num>1</num><content><p> Eine Person, die aufgrund einer Vorladung des ersuchten Staates im ersuchenden Staat erscheint, kann zu einer Zeugenaussage oder zur Herausgabe von Beweismitteln gezwungen werden, es sei denn, es steht ihr nach dem Recht einer der beiden Vertragsparteien ein Verweigerungsrecht zu.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_16/para_2"><num>2</num><content><p> Die Artikel 8 und Artikel 12 Absatz 2 und 3 gelten sinngemäss.</p></content></paragraph></article><article eId="art_17"><num><b>Art. 17</b></num><heading>Vorübergehende Überführung inhaftierter Personen</heading><paragraph eId="art_17/para_1"><num>1</num><content><p> Verlangt der ersuchende Staat das persönliche Erscheinen einer inhaftierten Person als Zeugin oder Zeuge, so wird sie vorübergehend an den Ort überführt, an dem das Verfahren stattfinden soll, vorausgesetzt, dass sie innerhalb der vom ersuchten Staat bestimmten Frist rücküberführt wird; vorbehalten bleiben die Bestimmungen von Artikel 15, soweit anwendbar.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_2"><num>2</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_17/para_2/listintro"> Die Überführung kann abgelehnt werden, wenn:</listIntroduction><item eId="art_17/para_2/lbl_a"><num>a. </num><p>die inhaftierte Person ihr nicht zustimmt;</p></item><item eId="art_17/para_2/lbl_b"><num>b. </num><p>die Anwesenheit der inhaftierten Person in einem im Hoheitsgebiet des ersuchten Staates hängigen Strafverfahren notwendig ist;</p></item><item eId="art_17/para_2/lbl_c"><num>c. </num><p>die Überführung der Person geeignet ist, ihre Haft zu verlängern; oder</p></item><item eId="art_17/para_2/lbl_d"><num>d. </num><p>andere überwiegende Gründe der Überführung der Person ins Hoheitsgebiet des ersuchenden Staates entgegenstehen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_3"><num>3</num><content><p> Die überführte Person muss im Hoheitsgebiet des ersuchenden Staates in Haft bleiben, es sei denn, der ersuchte Staat verlangt ihre Freilassung.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_4"><num>4</num><content><p> Der überführten Person wird die Dauer der ausserhalb des Hoheitsgebiets des ersuchten Staates verbüssten Haft an die ausgesprochene Strafe angerechnet.</p></content></paragraph></article><article eId="art_18"><num><b>Art. 18</b></num><heading>Einvernahme per Videokonferenz</heading><paragraph eId="art_18/para_1"><num>1</num><content><p> Befindet sich eine Person im Hoheitsgebiet einer Vertragspartei und soll diese Person als Zeugin, Zeuge oder sachverständige Person von den Justizbehörden der anderen Vertragspartei einvernommen werden, so kann Letztere, sofern das persönliche Erscheinen der einzuvernehmenden Person in ihrem Hoheitsgebiet nicht geeignet oder möglich ist, darum ersuchen, dass die Einvernahme nach Massgabe der Absätze 2 bis 6 per Videokonferenz erfolgt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_18/para_2"><num>2</num><content><p> Der ersuchte Staat bewilligt die Einvernahme per Videokonferenz, sofern deren Einsatz seinen Grundprinzipien nicht entgegensteht. Verfügt der ersuchte Staat nicht über die technischen Vorrichtungen für eine Videokonferenz, so können ihm diese vom ersuchenden Staat in gegenseitigem Einvernehmen zur Verfügung gestellt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_18/para_3"><num>3</num><content><p> Die Justizbehörde des ersuchten Staates lädt die betroffene Person in der in ihrem innerstaatlichen Recht vorgeschriebenen Form vor.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_18/para_4"><num>4</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_18/para_4/listintro"> Für die Einvernahme per Videokonferenz gelten folgende Regeln:</listIntroduction><item eId="art_18/para_4/lbl_a"><num>a. </num><p>Bei der Einvernahme ist eine Vertreterin oder ein Vertreter der zuständigen Behörde des ersuchten Staates anwesend, bei Bedarf unterstützt durch eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher. Diese Vertreterin oder dieser Vertreter ist auch für die Identifizierung der einzuvernehmenden Person und für die Einhaltung der Grundprinzipien der Rechtsordnung des ersuchten Staates verantwortlich. Werden nach Ansicht der Justizbehörde des ersuchten Staates bei der Einvernahme die Grundprinzipien der Rechtsordnung des ersuchten Staates verletzt, so trifft sie unverzüglich die erforderlichen Massnahmen, um die Einvernahme nach diesen Prinzipien fortführen zu können.</p></item><item eId="art_18/para_4/lbl_b"><num>b. </num><p>Die zuständigen Behörden des ersuchenden und des ersuchten Staates vereinbaren bei Bedarf Massnahmen zum Schutz der einzuvernehmenden Person.</p></item><item eId="art_18/para_4/lbl_c"><num>c. </num><p>Die Einvernahme wird unmittelbar von oder unter der Leitung der Justizbehörde des ersuchenden Staates nach dessen innerstaatlichen Rechtsvorschriften sowie im Einklang mit den im ersuchten Staat geltenden Grundprinzipien durchgeführt.</p></item><item eId="art_18/para_4/lbl_d"><num>d. </num><p>Auf Verlangen des ersuchenden Staates oder der einzuvernehmenden Person sorgt der ersuchte Staat dafür, dass die einzuvernehmende Person bei Bedarf von einer Dolmetscherin oder einem Dolmetscher unterstützt wird.</p></item><item eId="art_18/para_4/lbl_e"><num>e. </num><p>Die einzuvernehmende Person kann sich auf das Zeugnisverweigerungsrecht, das ihr nach dem Recht des ersuchten oder des ersuchenden Staates zusteht, berufen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_18/para_5"><num>5</num><content><p> Unbeschadet allfälliger zum Schutz von Personen vereinbarter Massnahmen erstellt die Justizbehörde des ersuchten Staates nach der Einvernahme ein Protokoll unter Angabe des Datums und Orts der Einvernahme, der Identität der einvernommenen Person, der Identität und der Funktion der übrigen Personen, die im ersuchten Staat an der Einvernahme teilgenommen haben, aller allfälligen Vereidigungen und der technischen Bedingungen, unter denen die Einvernahme stattgefunden hat. Dieses Dokument wird von der zuständigen Behörde des ersuchten Staates der zuständigen Behörde des ersuchenden Staates übermittelt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_18/para_6"><num>6</num><content><p> Jede Vertragspartei ergreift die erforderlichen Massnahmen, um sicherzustellen, dass in Fällen, in denen Zeuginnen, Zeugen oder Sachverständige nach diesem Artikel in ihrem Hoheitsgebiet einvernommen werden und trotz Aussagepflicht die Aussage verweigern oder falsch aussagen, ihr innerstaatliches Recht genauso angewendet wird, wie wenn die Einvernahme im Rahmen eines innerstaatlichen Verfahrens erfolgen würde.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_18/para_7"><num>7</num><content><p> Die Vertragsparteien können nach freiem Ermessen in Fällen, in denen dies angebracht erscheint, und mit Zustimmung ihrer zuständigen Justizbehörden die Bestimmungen dieses Artikels auch auf Einvernahmen per Videokonferenz anwenden, an denen eine beschuldigte oder verdächtigte Person teilnimmt. In diesem Fall ist die Entscheidung, ob und in welcher Form eine Videokonferenz durchgeführt werden soll, Gegenstand einer Vereinbarung zwischen den Vertragsparteien, die diese Entscheidung im Einklang mit ihrem innerstaatlichen Recht und den einschlägigen internationalen Übereinkünften, einschliesslich des Internationalen Paktes vom 16. Dezember 1966<authorialNote><p>  <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1993/750_750_750" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.103.2</b></ref></p></authorialNote> über bürgerliche und politische Rechte, treffen. Einvernahmen von beschuldigten Personen oder Verdächtigen dürfen nur mit deren Einwilligung stattfinden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_19"><num><b>Art. 19</b></num><heading>Übermittlung von Gegenständen, Schriftstücken, Akten oder Beweismitteln</heading><paragraph eId="art_19/para_1"><num>1</num><content><p> Der ersuchte Staat gibt dem ersuchenden Staat auf dessen Verlangen Gegenstände, Schriftstücke, Akten oder Beweismittel heraus.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_19/para_2"><num>2</num><content><p> Der ersuchte Staat kann Kopien der verlangten Schriftstücke, Akten oder Beweismittel übermitteln. Verlangt der ersuchende Staat ausdrücklich die Herausgabe der Originale der Schriftstücke, Akten oder Beweismittel, so gibt der ersuchte Staat dem Begehren so weit wie irgend möglich statt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_19/para_3"><num>3</num><content><p> Der ersuchende Staat ist gehalten, die herausgegebenen Gegenstände, Beweismittel und Originale möglichst rasch oder spätestens nach Abschluss des Verfahrens zurückzugeben, es sei denn, der ersuchte Staat verzichtet ausdrücklich auf die Rückgabe.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_19/para_4"><num>4</num><content><p> Von Dritten im ersuchten Staat geltend gemachte Rechte an Gegenständen, Schriftstücken, Akten oder Beweismitteln hindern deren Herausgabe an den ersuchenden Staat nicht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_20"><num><b>Art. 20</b></num><heading>Akten von Gerichten, Strafverfolgungs- oder Untersuchungsbehörden</heading><paragraph eId="art_20/para_1"><num>1</num><content><p> Auf Verlangen stellt der ersuchte Staat den Behörden des ersuchenden Staates seine Akten von Gerichten, Strafverfolgungs- oder Untersuchungsbehörden, einschliesslich Urteilen und Entscheiden, zur Verfügung, sofern diese Unterlagen für ein Gerichtsverfahren von Bedeutung sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_20/para_2"><num>2</num><content><p> Schriftstücke, Akten und andere Beweismittel werden nur herausgegeben, wenn sie sich auf ein abgeschlossenes Verfahren beziehen. Ist dies nicht der Fall, so entscheidet die zuständige Behörde des ersuchten Staates, ob die Herausgabe dennoch zulässig ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_21"><num><b>Art. 21</b></num><heading>Strafregister und Austausch von Strafnachrichten</heading><paragraph eId="art_21/para_1"><num>1</num><content><p> Der ersuchte Staat übermittelt Auszüge und Informationen aus dem Strafregister, die von den Justizbehörden des ersuchenden Staates verlangt werden und für eine Strafsache erforderlich sind, in dem gemäss seinem innerstaatlichen Recht zulässigen Umfang.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_2"><num>2</num><content><p> In anderen als den in Absatz 1 erwähnten Fällen wird einem solchen Ersuchen unter den Voraussetzungen stattgegeben, die in den gesetzlichen oder sonstigen Vorschriften oder in der Praxis des ersuchten Staates vorgesehen sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_3"><num>3</num><content><p> Die Vertragsparteien können einander in Übereinstimmung mit ihrem innerstaatlichen Recht über alle strafrechtlichen Verurteilungen und Folgemassnahmen, die die Staatsangehörigen der anderen Vertragspartei betreffen und die im Strafregister eingetragen sind, informieren.</p></content></paragraph></article><article eId="art_22"><num><b>Art. 22</b></num><heading>Herausgabe von Gegenständen und Vermögenswerten</heading><paragraph eId="art_22/para_1"><num>1</num><content><p> Zu Sicherungszwecken beschlagnahmte Gegenstände und Vermögenswerte, die das Erzeugnis einer vom ersuchenden Staat verfolgten strafbaren Handlung oder den entsprechenden Erlös darstellen, sowie zu Sicherungszwecken beschlagnahmte Instrumente, mit denen die strafbare Handlung begangen wurde, oder der entsprechende Ersatzwert werden möglichst rasch dem ersuchenden Staat zur Einziehung oder zur Rückgabe an die berechtigte Person oder an den berechtigten Staat herausgegeben, es sei denn, eine gutgläubige Drittperson erhebt Anspruch darauf.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_22/para_2"><num>2</num><content><p> Die Herausgabe kann in jedem Stadium des ausländischen Verfahrens erfolgen, in der Regel gestützt auf einen rechtskräftigen und vollstreckbaren Entscheid des ersuchenden Staates.</p></content></paragraph></article><article eId="art_23"><num><b>Art. 23</b></num><heading>Teilung eingezogener Vermögenswerte</heading><paragraph eId="art_23/para_1"><num>1</num><content><p> Die Vertragsparteien verpflichten sich zur weitestgehenden Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Teilung von Vermögenswerten gemäss ihrem innerstaatlichen Recht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_23/para_2"><num>2</num><content><p> Zur Teilung der von einer Vertragspartei mithilfe der anderen eingezogenen Vermögenswerte schliessen die Vertragsparteien für jeden Einzelfall eine spezifische Übereinkunft oder Vereinbarung ab, welche die besonderen Bedingungen des Einzelfalls wie etwa den Teilungsschlüssel oder die Bedingungen für die Überweisung der geteilten Vermögenswerte festlegt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_24"><num><b>Art. 24</b></num><heading>Zustellung von Verfahrensurkunden und Gerichtsentscheidungen</heading><paragraph eId="art_24/para_1"><num>1</num><content><p> Der ersuchte Staat bewirkt die Zustellung von Verfahrensurkunden und Gerichtsentscheidungen, die ihm zu diesem Zweck vom ersuchenden Staat übermittelt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_24/para_2"><num>2</num><content><p> Die Zustellung kann durch einfache Übergabe der Urkunde oder der Entscheidung durch den ersuchten Staat an die Empfängerin oder den Empfänger erfolgen. Auf ausdrückliches Verlangen des ersuchenden Staates bewirkt der ersuchte Staat die Zustellung in einer der Formen, die in seinem innerstaatlichen Recht für die Zustellung gleichartiger Schriftstücke vorgesehen sind, oder in einer besonderen Form, die mit diesem Recht vereinbar ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_24/para_3"><num>3</num><content><p> Die Zustellung wird durch eine datierte und von der Empfängerin oder vom Empfänger unterschriebene Empfangsbestätigung oder durch eine Erklärung des ersuchten Staates, welche die Tatsache, die Form und das Datum der Zustellung beurkundet, nachgewiesen. Das entsprechende Schriftstück wird dem ersuchenden Staat unverzüglich übermittelt. Auf Verlangen des ersuchenden Staates gibt der ersuchte Staat an, ob die Zustellung nach seinen Rechtsvorschriften erfolgt ist. Kann die Zustellung nicht vorgenommen werden, so teilt der ersuchte Staat dem ersuchenden Staat die Gründe unverzüglich schriftlich mit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_24/para_4"><num>4</num><content><p> Ersuchen um Zustellung einer Vorladung an eine strafrechtlich verfolgte Person, die sich im Hoheitsgebiet des ersuchten Staates befindet, müssen der Zentralbehörde dieses Staates spätestens 30 Tage vor dem für das Erscheinen festgesetzten Zeitpunkt zugehen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_25"><num><b>Art. 25</b></num><heading>Gemeinsame Ermittlungsgruppen</heading><paragraph eId="art_25/para_1"><num>1</num><content><p> Zur Erleichterung der Ermittlungen und Strafverfolgung können die zuständigen Behörden der Vertragsparteien im schriftlichen Einvernehmen die Einrichtung und den Einsatz gemeinsamer Ermittlungsgruppen (GEG) im jeweiligen Hoheitsgebiet für einen bestimmten Zweck und einen begrenzten Zeitraum ermöglichen, in Übereinstimmung mit den ratifizierten internationalen Abkommen und ihrem innerstaatlichen Recht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_25/para_2"><num>2</num><content><p> Die Verfahren und Bedingungen, unter denen eine GEG eingesetzt wird, beispielsweise in Bezug auf deren Zweck, Zusammensetzung, Aufgaben, Dauer, Einsatzort, Organisation, Beschaffung und Verwendung von Informationen oder Beweismitteln, und die Bedingungen für die Teilnahme von Gruppenmitgliedern einer Vertragspartei bei Untersuchungshandlungen im Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei werden von den zuständigen Behörden in einer spezifischen GEG-Vereinbarung festgelegt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_25/para_3"><num>3</num><content><p> Eine Kopie der GEG-Vereinbarung wird in der Schweiz an das Bundesamt für Justiz und in Panama an die Generalstaatsanwaltschaft übermittelt.</p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_IV"><num>Kapitel IV: </num><heading>Verfahren</heading><article eId="art_26"><num><b>Art. 26</b></num><heading>Zentralbehörde</heading><paragraph eId="art_26/para_1"><num>1</num><content><p> Zentralbehörde im Sinne dieses Vertrags ist für die Schweizerische Eidgenossenschaft das Bundesamt für Justiz des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements und für die Republik Panama das Amt für den Vollzug von Rechtshilfe und die internationale Zusammenarbeit in Strafsachen des Regierungsministeriums.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_26/para_2"><num>2</num><content><p> Die Zentralbehörden übermitteln die aufgrund dieses Vertrags gestellten Rechtshilfeersuchen in Strafsachen ihrer zuständigen Behörden und nehmen Ersuchen der anderen Vertragspartei entgegen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_26/para_3"><num>3</num><content><p> Die Zentralbehörde des ersuchten Staates bearbeitet die Rechtshilfeersuchen möglichst rasch und übermittelt sie gegebenenfalls zur Ausführung an die zuständigen Behörden. Die Zentralbehörde koordiniert die Ausführung dieser Ersuchen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_26/para_4"><num>4</num><content><p> Die Zentralbehörden der Vertragsparteien verkehren direkt miteinander.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_26/para_5"><num>5</num><content><p> Die Zentralbehörden der Vertragsparteien können auf Englisch miteinander kommunizieren.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_26/para_6"><num>6</num><content><p> Jede der beiden Vertragsparteien kann ihre Zentralbehörde ändern. Dies wird der anderen Vertragspartei auf diplomatischem Weg schriftlich mitgeteilt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_27"><num><b>Art. 27</b></num><heading>Form des Ersuchens und Übermittlungswege</heading><paragraph eId="art_27/para_1"><num>1</num><content><p> Rechtshilfeersuchen werden schriftlich oder in einer anderen Form, die einen schriftlichen Nachweis ermöglicht, unter Bedingungen, die den Vertragsparteien die Feststellung der Echtheit und der sicheren Übermittlung erlauben, abgefasst.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_27/para_2"><num>2</num><content><p> Die Zentralbehörden treffen eine schriftliche Vereinbarung über sichere Übermittlungswege und die Art der Feststellung der Echtheit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_27/para_3"><num>3</num><content><p> Sobald eine solche Vereinbarung zwischen den Zentralbehörden vorliegt, ist der Austausch von Rechtshilfeersuchen, beigefügten Unterlagen und zusätzlichen Informationen zwischen den Zentralbehörden auf elektronischem Weg vorzuziehen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_27/para_4"><num>4</num><content><p> In jedem Fall übersendet die betreffende Vertragspartei die Unterlagen auf Ersuchen und jederzeit im Original oder in beglaubigter Kopie.</p></content></paragraph></article><article eId="art_28"><num><b>Art. 28</b></num><heading>Inhalt des Ersuchens</heading><paragraph eId="art_28/para_1"><num>1</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_28/para_1/listintro"> Das Ersuchen muss Folgendes enthalten:</listIntroduction><item eId="art_28/para_1/lbl_a"><num>a. </num><p>die Bezeichnung der Behörde, welche die Ermittlung, die Strafverfolgung oder das Gerichtsverfahren durchführt, auf die oder das sich das Ersuchen bezieht;</p></item><item eId="art_28/para_1/lbl_b"><num>b. </num><p>den Gegenstand und den Grund des Ersuchens;</p></item><item eId="art_28/para_1/lbl_c"><num>c. </num><p>eine detaillierte Beschreibung der Beweismittel, der Auskünfte oder der Massnahmen, um die ersucht wird;</p></item><item eId="art_28/para_1/lbl_d"><num>d. </num><p>soweit möglich, den vollständigen Namen, den Geburtsort und das Geburtsdatum, die Staatsangehörigkeit und die aktuelle Adresse der Person, gegen die sich das Strafverfahren richtet;</p></item><item eId="art_28/para_1/lbl_e"><num>e. </num><p>den Hauptgrund, warum die Beweismittel oder Auskünfte verlangt werden, sowie eine kurze Darstellung des wesentlichen Sachverhalts (Zeitpunkt, Ort und Umstände der Tatbegehung), der im ersuchenden Staat Anlass zum Verfahren gibt, ausgenommen bei Zustellungsersuchen nach Artikel 24;</p></item><item eId="art_28/para_1/lbl_f"><num>f. </num><p>den Zusammenhang zwischen dem Sachverhalt, der im ersuchenden Staat untersucht wird, und den Massnahmen, die im ersuchten Staat ergriffen werden sollen;</p></item><item eId="art_28/para_1/lbl_g"><num>g. </num><p>den Wortlaut der Gesetzesbestimmungen oder, soweit dies nicht möglich ist, die Angabe des anwendbaren Rechts;</p></item><item eId="art_28/para_1/lbl_h"><num>h. </num><p>den gewünschten Vertraulichkeitsgrad sowie die Gründe dafür;</p></item><item eId="art_28/para_1/lbl_i"><num>i. </num><p>eine allfällige Frist, innert der die Ausführung des Ersuchens gewünscht wird; und</p></item><item eId="art_28/para_1/lbl_j"><num>j. </num><p>andere Informationen oder Handlungen, die gemäss dem innerstaatlichen Recht des ersuchenden Staates erforderlich sind oder die anderweitig für die ordnungsgemässe Ausführung des Ersuchens notwendig sind.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_28/para_2"><num>2</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_28/para_2/listintro"> Zusätzlich muss das Ersuchen enthalten:</listIntroduction><item eId="art_28/para_2/lbl_a"><num>a. </num><p>bei der Anwendung des Rechts der anderen Vertragspartei im Hinblick auf die Ausführung (Art. 5 Abs. 2): den Wortlaut der im ersuchenden Staat anwendbaren Gesetzesbestimmungen und den Grund für deren Anwendung;</p></item><item eId="art_28/para_2/lbl_b"><num>b. </num><p>bei der Teilnahme von Verfahrensbeteiligten (Art. 11): die Bezeichnung der Person, die bei der Ausführung des Ersuchens anwesend ist, und den Grund ihrer Anwesenheit;</p></item><item eId="art_28/para_2/lbl_c"><num>c. </num><p>den mutmasslichen Ort und eine Beschreibung der Gegenstände und Vermögenswerte, die das Erzeugnis einer strafbaren Handlung oder den entsprechenden Erlös darstellen, oder der Instrumente, mit denen die strafbare Handlung begangen wurde, und den Hauptgrund, warum diese Gegenstände und Vermögenswerte im Hoheitsgebiet des ersuchten Staates vermutet werden;</p></item><item eId="art_28/para_2/lbl_d"><num>d. </num><p>bei der Zustellung von Verfahrensurkunden, Gerichtsentscheidungen und Vorladungen (Art. 13 und 24): den Namen und die Adresse der Empfängerin oder des Empfängers;</p></item><item eId="art_28/para_2/lbl_e"><num>e. </num><p>bei einer Vorladung von Zeuginnen, Zeugen oder Sachverständigen (Art. 13): eine Erklärung, wonach der ersuchende Staat für Kosten und Entschädigungen aufkommt und auf Verlangen einen Kostenvorschuss leistet;</p></item><item eId="art_28/para_2/lbl_f"><num>f. </num><p>bei der vorübergehenden Überführung inhaftierter Personen (Art. 17): deren Namen, allenfalls die Angabe der Beamtinnen oder Beamten, in deren Gewahrsam sich die inhaftierte Person während der Überführung befindet, den Ort, wohin sie überführt werden soll, sowie den mutmasslichen Zeitpunkt ihrer Rücküberführung;</p></item><item eId="art_28/para_2/lbl_g"><num>g. </num><p>bei einer Einvernahme per Videokonferenz (Art. 18): den Grund, weshalb das persönliche Erscheinen der Zeugin, des Zeugen oder der sachverständigen Person nicht zweckmässig oder möglich ist, die Angabe der Justizbehörde und der Personen, welche die Einvernahme durchführen werden;</p></item><item eId="art_28/para_2/lbl_h"><num>h. </num><p>bei Zeugenaussagen (Art. 12, 13 und 17): den Gegenstand, zu dem die Person befragt werden soll, einschliesslich, falls notwendig, einer Liste mit den zu stellenden Fragen und eine Beschreibung der Schriftstücke, Akten oder Beweisstücke, die vorgelegt werden sollen;</p></item><item eId="art_28/para_2/lbl_i"><num>i. </num><p>bei der Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten zur Einziehung oder Rückgabe an die berechtigte Person oder an den berechtigten Staat (Art. 22): den rechtskräftigen Gerichtsentscheid, falls vorhanden, und eine Erklärung über den Status des Entscheids;</p></item><item eId="art_28/para_2/lbl_j"><num>j. </num><p>alle weiteren ergänzenden Informationen, Beweise oder Schriftstücke, die für die Ausführung des Ersuchens durch den ersuchten Staat notwendig oder nützlich sind.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_28/para_3"><num>3</num><content><p> Erachtet der ersuchte Staat die Informationen als ungenügend, um das Ersuchen auszuführen, so kann er zusätzliche Informationen verlangen, die es ermöglichen, das Ersuchen zu behandeln.</p></content></paragraph></article><article eId="art_29"><num><b>Art. 29</b></num><heading>Ausführung des Ersuchens</heading><paragraph eId="art_29/para_1"><num>1</num><content><p> Entspricht das Ersuchen nicht den Bestimmungen dieses Vertrags, so teilt die Zentralbehörde des ersuchten Staates dies der Zentralbehörde des ersuchenden Staates unverzüglich mit und verlangt die Änderung oder Ergänzung des Ersuchens; vorbehalten bleibt die Anordnung vorläufiger Massnahmen nach Artikel 7.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_29/para_2"><num>2</num><content><p> Erscheint das Ersuchen vertragskonform, so leitet die Zentralbehörde des ersuchten Staates dieses unmittelbar an die für die Ausführung zuständige Behörde weiter.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_29/para_3"><num>3</num><content><p> Nach der Ausführung des Ersuchens übermittelt die zuständige Behörde das Ersuchen sowie die gesammelten Informationen und Beweismittel der Zentralbehörde des ersuchten Staates. Die Zentralbehörde vergewissert sich, dass das Ersuchen vollständig und ordnungsgemäss ausgeführt ist, und teilt die Ergebnisse der Zentralbehörde des ersuchenden Staates mit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_29/para_4"><num>4</num><content><p> Absatz 3 dieses Artikels steht einer teilweisen Ausführung des Ersuchens nicht entgegen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_29/para_5"><num>5</num><content><p> Der ersuchte Staat informiert den ersuchenden Staat unverzüglich über seine Entscheidung, dem Ersuchen um Rechtshilfe ganz oder teilweise nicht zu entsprechen, oder über alle Umstände, die die Beantwortung des Ersuchens wesentlich verzögern könnten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_30"><num><b>Art. 30</b></num><heading>Befreiung von jeder Beglaubigung, Echtheitsbestätigung und anderen Formerfordernissen</heading><paragraph eId="art_30/para_1"><num>1</num><content><p> Schriftstücke, Akten, Aussagen und anderes Beweismaterial, die nach diesem Vertrag übermittelt werden, bedürfen keiner Beglaubigung, Echtheitsbestätigung oder anderen Formerfordernisse.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_30/para_2"><num>2</num><content><p> Schriftstücke, Akten, Aussagen und anderes Beweismaterial, die von der Zentralbehörde des ersuchten Staates übermittelt werden, werden ohne weitere Formerfordernisse oder Beglaubigungsnachweise als Beweismittel zugelassen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_31"><num><b>Art. 31</b></num><heading>Sprache</heading><paragraph eId="art_31/para_1"><num>1</num><content><p> Von der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Rahmen dieses Vertrags gestellte Ersuchen sowie die beigefügten Schriftstücke werden auf Spanisch übersetzt. Von der Republik Panama im Rahmen dieses Vertrags gestellte Ersuchen sowie die beigefügten Schriftstücke werden in eine der Amtssprachen der Schweizerischen Eidgenossenschaft (Französisch, Deutsch oder Italienisch) übersetzt, wie sie von der schweizerischen Zentralbehörde für jeden Einzelfall angegeben werden kann.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_31/para_2"><num>2</num><content><p> Die Übersetzung der Schriftstücke, die bei der Ausführung des Ersuchens erstellt oder erlangt werden, obliegt dem ersuchenden Staat.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_31/para_3"><num>3</num><content><p> Von den Vertragsparteien vorgenommene Übersetzungen haben amtlichen Charakter.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_31/para_4"><num>4</num><content><p> In dringenden Fällen und wenn zwischen den Zentralbehörden vereinbart, können Ersuchen und Begleitdokumente auf Englisch übermittelt werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_32"><num><b>Art. 32</b></num><heading>Ausführungskosten</heading><paragraph eId="art_32/para_1"><num>1</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_32/para_1/listintro"> Der ersuchende Staat vergütet auf Verlangen des ersuchten Staates nur folgende durch die Ausführung des Ersuchens entstandenen Kosten und Auslagen:</listIntroduction><item eId="art_32/para_1/lbl_a"><num>a. </num><p>Entschädigungen, Reise- und Aufenthaltskosten für Zeuginnen und Zeugen und gegebenenfalls deren Rechtsbeistände;</p></item><item eId="art_32/para_1/lbl_b"><num>b. </num><p>Kosten im Zusammenhang mit der Überführung inhaftierter Personen;</p></item><item eId="art_32/para_1/lbl_c"><num>c. </num><p>Honorare, Reise- und Aufenthaltskosten für Sachverständige;</p></item><item eId="art_32/para_1/lbl_d"><num>d. </num><p>sofern die Vertragsparteien keine andere Vereinbarung treffen, die Kosten im Zusammenhang mit der Einvernahme per Videokonferenz nach Artikel 18: die Kosten für die Herstellung der Videoverbindung im ersuchten Staat, die Vergütung der von diesem zur Verfügung gestellten Dolmetscherinnen und Dolmetscher und die Entschädigung von Zeuginnen, Zeugen und Sachverständigen sowie deren Reisekosten im ersuchten Staat;</p></item><item eId="art_32/para_1/lbl_e"><num>e. </num><p>sofern die Vertragsparteien keine andere Vereinbarung treffen, Kosten im Zusammenhang mit verdeckten Überwachungsmassnahmen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_32/para_2"><num>2</num><content><p> Verursacht die Ausführung des Ersuchens ausserordentliche Kosten, so benachrichtigt der ersuchte Staat den ersuchenden Staat darüber, um die Bedingungen festzusetzen, unter denen die verlangte Rechtshilfe geleistet werden kann.</p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_V"><num>Kapitel V: </num><heading>Unaufgeforderte Übermittlung und Anzeigen zum Zweck der Strafverfolgung oder Einziehung</heading><article eId="art_33"><num><b>Art. 33</b></num><heading>Unaufgeforderte Übermittlung von Informationen und Beweismitteln</heading><paragraph eId="art_33/para_1"><num>1</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_33/para_1/listintro"> Im Rahmen ihres innerstaatlichen Rechts kann eine zuständige Behörde einer Vertragspartei über ihre Zentralbehörde ohne vorheriges Ersuchen der Zentralbehörde der anderen Vertragspartei Informationen oder Beweismittel übermitteln, die sie im Verlauf ihrer eigenen Ermittlungen oder Strafverfolgung erlangt hat, wenn diese Übermittlung aus ihrer Sicht geeignet ist:</listIntroduction><item eId="art_33/para_1/lbl_a"><num>a. </num><p>die Einreichung eines Ersuchens nach diesem Vertrag zu ermöglichen;</p></item><item eId="art_33/para_1/lbl_b"><num>b. </num><p>ein Strafverfahren einzuleiten oder wenn der Staat, der die Informationen bereitstellt, nicht die Kompetenz hat, dem Sachverhalt nachzugehen und ihn zu beurteilen; oder</p></item><item eId="art_33/para_1/lbl_c"><num>c. </num><p>die Durchführung einer laufenden Strafuntersuchung zu erleichtern.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_33/para_2"><num>2</num><content><p> Die Behörde, die die Informationen übermittelt, kann gemäss ihrem innerstaatlichen Recht Bedingungen für die Verwendung dieser Informationen durch den empfangenden Staat festlegen. Der empfangende Staat ist an diese Bedingungen gebunden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_34"><num><b>Art. 34</b></num><heading>Anzeigen zum Zweck der Strafverfolgung oder der Einziehung</heading><paragraph eId="art_34/para_1"><num>1</num><content><p> Anzeigen einer Vertragspartei zum Zweck der Strafverfolgung durch die Gerichte der anderen Vertragspartei oder zum Zweck der Einziehung von Erträgen aus Straftaten sind Gegenstand des Schriftverkehrs zwischen den Zentralbehörden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_34/para_2"><num>2</num><content><p> Die Zentralbehörde des ersuchten Staates teilt dem ersuchenden Staat die aufgrund dieser Anzeige getroffenen Massnahmen mit und übermittelt gegebenenfalls eine Kopie der ergangenen Entscheidung.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_34/para_3"><num>3</num><content><p> Die Bestimmungen von Artikel 31 Absatz 1 finden bei Anzeigen gemäss Absatz 1 dieses Artikels Anwendung.</p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_VI"><num>Kapitel VI: </num><heading>Schlussbestimmungen</heading><article eId="art_35"><num><b>Art. 35</b></num><heading>Vereinbarkeit mit anderen Vereinbarungen und Formen der Zusammenarbeit</heading><paragraph eId="art_35/para"><content><p>Die Bestimmungen dieses Vertrags stehen einer weitergehenden Rechtshilfe nicht entgegen, welche die Vertragsparteien in anderen Vereinbarungen oder Abmachungen beschlossen haben oder beschliessen könnten oder welche sich aus ihrem innerstaatlichen Recht ergeben könnte.</p></content></paragraph></article><article eId="art_36"><num><b>Art. 36</b></num><heading>Meinungsaustausch</heading><paragraph eId="art_36/para"><content><p>Die Zentralbehörden tauschen ihre Meinungen über die Anwendung oder die Umsetzung dieses Vertrags im Allgemeinen oder in Bezug auf einen Einzelfall mündlich oder schriftlich aus, wann immer dies angezeigt ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_37"><num><b>Art. 37</b></num><heading>Beilegung von Streitigkeiten</heading><paragraph eId="art_37/para"><content><p>Streitigkeiten betreffend die Auslegung, Anwendung oder Umsetzung dieses Vertrags werden auf diplomatischem Weg gelöst, falls die Zentralbehörden sie nicht selber beilegen können.</p></content></paragraph></article><article eId="art_38"><num><b>Art. 38</b></num><heading>Vertragsänderung</heading><paragraph eId="art_38/para"><content><p>Dieser Vertrag kann jederzeit im gegenseitigen Einvernehmen der Vertragsparteien geändert werden. Eine solche Änderung tritt im gleichen Verfahren in Kraft, das für das Inkrafttreten des Vertrags gilt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_39"><num><b>Art. 39</b></num><heading>Inkrafttreten und Kündigung</heading><paragraph eId="art_39/para_1"><num>1</num><content><p> Die Vertragsparteien unterrichten sich gegenseitig schriftlich über die Erfüllung ihrer jeweiligen innerstaatlichen Voraussetzungen für das Inkrafttreten dieses Vertrags. Der Vertrag tritt am 60. Tag nach Erhalt der letzten Mitteilung in Kraft.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_39/para_2"><num>2</num><content><p> Jede der beiden Vertragsparteien kann diesen Vertrag jederzeit durch schriftliche Mitteilung an die andere Vertragspartei auf diplomatischem Weg kündigen. In diesem Fall tritt der Vertrag sechs Monate nach Erhalt dieser Mitteilung ausser Kraft. Auf laufende Rechtshilfeverfahren hat die Kündigung keine Auswirkungen.</p></content></paragraph></article></chapter><signature><p><i>Zu Urkund dessen</i> haben die von ihren Regierungen hierzu gehörig Bevollmächtigten diesen Vertrag unterzeichnet.</p><p>Geschehen in Panama, am 3. März 2023, in zwei Urschriften in englischer, spanischer und französischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist. Im Falle von sich widersprechenden Auslegungen ist die englische Fassung massgebend.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für die <br/>Schweizerische Eidgenossenschaft:</p><p>Gabriele Derighetti</p></td><td><p>Für die <br/>Republik Panama:</p><p>Janaina Tewaney Mencomo</p></td></tr></table></signature></body></act></akomaNtoso>