Seite 1 Entscheid vom 20. Februar 2015 (510 14 85) __________________________________________________ ___________________ Liegenschaftsunterhaltskosten / Architektenhonorar Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader, Gerich tsschreiberin i.V. S. Affolter Parteien A.____, vertreten durch BDO AG, Gestadeckp latz 2, 4410 Liestal Rekurrenten gegen Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 33 , 4410 Liestal, Rekursgegnerin betreffend Staatssteuer 2012 Seite 2 Sachverhalt 1. Mit Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2012 vom 11. Dezember 2013 reduzierte die Steuerverwaltung die geltend gemachten Liegenschaft sunterhaltskosten von Fr. 20‘270.-- auf Fr. 6‘253.-- mit der Begründung, Architekten- un d Ingenieurshonorare könnten nur im Zu- sammenhang mit einer Renovation abgezogen werden. Der Nachweis sei von der steuerpflich- tigen Person in geeigneter Form zu erbringen. 2. Mit Schreiben vom 20. Dezember 2013 erhob die Ver treterin Einsprache gegen diese Veranlagung mit dem Begehren, die geltend gemachten Liegenschaftsunterhaltskosten von Fr. 20‘270.-- seien gemäss Selbstdeklaration zuzulassen. Zur Begründung führte sie aus, es hand- le sich dabei um Unterhaltskosten am bestehenden Gebäude . Innerhalb der erstreckten Frist wurde mit Schreiben vom 25. Juni 2014 ausgeführt, ge mäss beiliegender Bauabrechnung des zuständigen Architekten seien bisher Kosten von insgesamt Fr. 1‘385‘450.-- angefallen, wovon Fr. 467‘322.-- auf werterhaltende Liegenschaftsunterha ltskosten entfielen (33.73%). Daher sei entgegen der eingereichten Einsprache statt Fr. 15'000 .-- der Betrag von Fr. 10‘119.-- zusätz- lich als Liegenschaftsunterhaltskosten zum Abzug zuzulassen. 3. Mit Einsprache-Entscheid vom 20. Oktober 2014 wies di e Steuerverwaltung die Einspra- che betreffend die geltend gemachten Unterhaltskosten ab. Zur Begründung führte sie u.a. aus, sowohl die Aufwendungen für die Instandstellung eines Grundstückes, welche einer eigentli- chen Neueinrichtung gleichkomme, als auch die Kosten für Neu- und Anbauten seien wertver- mehrender Natur. Das alte Wohnhaus sei bis zum Untergesch oss abgebrochen und stattdes- sen ein Neubau erstellt worden, der in begrifflicher H insicht keinen Unterhalt an einem unterge- gangenen Gebäude beinhalten könne. Der Abbruch sei ein e Voraussetzung für die Errichtung des neuen Anbaus gewesen. Die entsprechenden Kosten dienten somit nicht der Erhaltung des alten Gebäudes. Der auf Fr. 6'253.-- festgesetzte Pauschalabzug bleibe bestehen. 4. a) Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhob die Ver treterin mit Schreiben vom 12. November 2014 Rekurs mit dem Begehren, der Einsprache-En tscheid vom 20. Oktober 2014 sei aufzuheben und die im Veranlagungsverfahren berücksich tigten Liegenschaftsunterhalts- kosten seien um Fr. 8‘640.-- zu erhöhen. Eventualiter sei das Verfahren zur Neubeurteilung an Seite 3 die kantonale Steuerverwaltung zurückzuweisen. Zur Begrün dung führte sie aus, Umbauten, Anbauten oder Neubauten würden in der Regel auch de n bestehenden Teil eines Gebäudes betreffen, weshalb damit im Zusammenhang stehende Arch itektenhonorare als Unterhaltskos- ten anteilsmässig gewährt werden könnten. Das umgesetz te Bauvorhaben habe den teilweisen Rückbau mit teilweisem Abbruch des alten Einfamilienha uses und dessen Ersatz sowie die Aufstockung auf dem bisherigen Anbau und auf dem Sockelgeschoss des alten Einfamilienhau- ses umfasst. Am stehen gebliebenen Sockelgeschoss und Verbi ndungstrakt zum bestehenden Anbau seien werterhaltende Renovations- und Sanierung smassnahmen durchgeführt worden. Gemäss provisorischer Bauabrechnung (Stand Juni 2014) betrage der werterhaltende Anteil Fr. 467'322.-- von den Gesamtkosten über Fr. 1'397'042.-- (33.45%). Nach Abzug der Umge- bungskosten würden die werterhaltenden Liegenschaftsunt erhaltskosten Fr. 402‘322.-- (28.80%) betragen. Vom Architektenhonorar über Fr. 30 '000.-- seien somit Fr. 8'640.-- abzugs- fähige Liegenschaftsunterhaltskosten. b) Mit Schreiben vom 11. Dezember 2014 wurde dem Ste uergericht durch die Ver- treterin eine E-Mail der Bau- und Umweltschutzdirektion an die Steuerverwaltung (datiert 9. De- zember 2014) zugestellt, wonach das Untergeschoss des im Jahr 1946 erbauten Gebäudes im Bestand erhalten geblieben und saniert worden sei. Au ch der linke Teil (Anbau) des Gebäudes inkl. Untergeschoss sei erhalten geblieben. Das Ehepaar A. ____ habe etliche Renovationsar- beiten im Innern vorgenommen und die komplette Fassade erneuert. 5. Mit Vernehmlassung vom 22. Dezember 2014 beantragt e die Steuerverwaltung die Ab- weisung des Rekurses. Zur Begründung führte sie aus, das Gebäude sei bis zum Unterge- schoss abgebrochen worden. Deshalb verbleibe kein Raum meh r für Unterhaltsarbeiten, d.h. solche Kosten könnten in ihrer Gesamtheit nicht vom steue rbaren Einkommen in Abzug ge- bracht werden. 6. Mit Schreiben vom 17. Februar 2015 reichte die Ve rtreterin eine aktualisierte provisori- sche Bauabrechnung (Stand Februar 2015) ein und führt e aus, gemäss dieser Abrechnung ha- be sich das Verhältnis der werterhaltenden Liegenschaftsunterhaltskosten zu den nicht abzugs- fähigen Investitionskosten verändert. Somit betrage der steuerlich als Liegenschaftsunterhalt abzugsberechtigte Anteil neu 27.54% (Fr. 421‘438.-- von Fr. 1‘530‘121.--). Seite 4 7. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Pa rteien an ihren Anträgen fest. Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung: 1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu- ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurt eilung des vorliegenden Rekurses zu- ständig. Gemäss § 129 Abs. 1 StG werden Rekurse, deren u mstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 2'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuerge- richts als Einzelrichter beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stell enden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten. 2. Im vorliegenden Fall unterliegt der Beurteilung, in welcher Höhe das von der Ver- treterin geltend gemachte Architektenhonorar als Liege nschaftsunterhaltskosten zum Abzug zuzulassen ist. a) Nach § 29 Abs. 1 lit. e StG werden die notwendig en Kosten für die Verwaltung des Vermögens, dazu bei Liegenschaften die Aufwendungen für den Unterhalt, von den steuer- baren Einkünften abgezogen. Die Kosten des Unterhalts u nd der Verwaltung von Grund und Boden können in ihrem tatsächlichen Umfang, jene von G ebäuden, sofern sie nicht zum Ge- schäftsvermögen gehören, nach der Wahl des Steuerpflichti gen für jede Veranlagungsperiode entweder in ihrem tatsächlichen Umfang oder in Form einer Pauschale abgezogen werden. Der Pauschalabzug beträgt bei über zehnjährigen Gebäuden 30 % und bei bis zu zehnjährigen Ge- bäuden 25% des Mietwerts für selbstgenutzte Liegenschaften oder des Bruttomietertrages (vgl. § 29 Abs. 2 StG). Werden sie in ihrem tatsächlichen Umfa ng geltend gemacht, sind sie als steuermindernde Tatsachen vom Steuerpflichtigen durch substantiierte Sachdarstellung zu be- weisen (Entscheid des Steuergerichts [StGE] vom 5. Dezemb er 2014, 510 14 64, E. 2a; StGE vom 7. November 2014, 510 14 38, E. 2a; StGE vom 29. Juni 2007, 510 06 66, E. 2b, www.bl.ch/steuergericht ; vgl. Der Steuerentscheid [StE] 1991 B 25.6 Nr. 21). Seite 5 b) Als Aufwendungen für den Unterhalt von Liegenscha ften gelten gemäss § 6 des Dekrets zum Steuergesetz vom 19. Februar 2009 (nachfolge nd: Dekret) insbesondere die Re- paratur- und Erneuerungskosten (lit. a), die Prämien für Sachversicherungen, soweit sie sich auf das Gebäude oder seine Umgebung beziehen (Brand-, Haushaftpflicht-, Wasserschaden-, Glasschadenversicherung usw.) (lit. b) und die Verwaltungskosten (lit. c). c) Zur Beurteilung, ob Liegenschaftsunterhaltskosten ab zugsfähig sind und ob sie als wertvermehrend oder werterhaltend zu qualifizieren sind, stellt das Steuergericht nach kon- stanter Praxis auf das Merkblatt "Liegenschaftsunterhalt, Energiesparmassnahmen, Umwelt- und Lärmschutzmassnahmen, Denkmalpflege" des Kantons Basel -Landschaft (nachfolgend: Merkblatt) ab (StGE vom 7. November 2014, 510 14 38, E . 3a; StGE vom 12. April 2013, 510 12 91; StGE vom 26. Februar 2010, 510 09 66, E. 4c). Gemäss Ziffer 10.3 des Merkblatts ist bei Honoraren von Ingenieuren und Architekten zu unterscheiden, ob sich diese auf abzugsfähigen Unterhalt oder nicht abzugsfähige Investitionen beziehe n. Honorare, welche sowohl An- oder Umbauten als auch Renovationen betreffen, können im U mfang der werterhaltenden Mass- nahmen anteilsmässig gewährt werden. 3. a) Eine Totalsanierung, die praktisch einem Neubau gleichkommt, stellt aus steuer- licher Sicht eine Herstellung dar, weshalb die damit verbundenen Kosten einkommenssteuerlich nicht absetzbar sind (Entscheid des Bundesgerichts [BGE] 2C_ 153/2014 vom 4. September 2014, E. 2.2; BGE 2C_666/2012 vom 18. Dezember 2012, E. 2.1; BGE 2C_63/2010 vom 6. Juli 2010, E. 2.1). Auch ein völliger Um- oder Ausbau einer Liegenschaft kommt wirtschaftlich einem Neubau gleich. Wird eine Liegenschaft umgebaut und ne uen Zwecken zugeführt, liegt Herstel- lung vor, wenn die Renovation umfangmässig einem Neuba u gleichkommt (BGE 2C_153/2014 vom 4. September 2014, E. 2.3; BGE 2C_233/2011 vom 28 . Juli 2011, E. 3.2). Steuerlich als (Teil-) Neubau zu betrachten ist auch der Ausbau von Geb äuden oder Gebäudeteilen, wenn damit in erster Linie eine Wohnraumerweiterung bezweckt wird. Ein solcher Ausbau mit Wohn- raumerweiterung kommt wirtschaftlich betrachtet dem An - oder Aufbau zusätzlicher Wohnräu- me gleich. Als Herstellung zu gelten haben dabei alle Massnahmen, die den Ausbau mit Wohn- raumerweiterung erst ermöglichen bzw. alle anfallenden Kosten, die durch den Ausbau unmit- telbar veranlasst werden (BGE 2C_153/2014 vom 4. September 2014, E. 2.4). b) Gemäss den dem Steuergericht vorliegenden Bauplän en wurde das alte Einfami- lienhaus bis zum Erdgeschoss abgebrochen und ein Ersatzbau hergestellt. Neu liegt anstelle Seite 6 der vorherigen zwei Geschosse ein eingeschossiger Kubus vor. Im Untergeschoss wurden neue Wände errichtet. Das Unter- und das Erdgeschoss des A nbaus wurden saniert. Beim ausgeführten Bauprojekt blieb etwa die Hälfte des Li egenschaftsvolumens erhalten. Im Unter- schied zu BGE 2C_153/2014 vom 4. September 2014 erfolg te im vorliegenden Fall weder eine Umnutzung noch eine flächenmässige Erweiterung des Wohnr aumes. Damit stellt das umge- setzte Bauvorhaben weder praktisch noch wirtschaftlich eine n (Total-) Neubau dar. Die getätig- ten Arbeiten lassen sich nicht vollumfänglich als werterha ltende oder wertvermehrende Mass- nahmen qualifizieren und müssen differenziert werden. B eim Teilabbruch und -neubau handelt es sich um wertvermehrende Massnahmen. Die Kosten für die Sanierung der erhaltenen Ge- bäudeteile enthalten sowohl Anteile wertvermehrender als auch werterhaltender Natur. 4. a) Im vorliegenden Fall ist die Honorarrechnung de s Architekten über Fr. 30‘000.-- für im Jahre 2012 geleistete Aufwendungen zu beurteilen. Das Honorar bezieht sich sowohl auf wertvermehrende als auch werterhaltende Massnahmen, wobe i nur das Honorar für werterhal- tende Arbeiten berücksichtigt werden kann. b) Die Abgrenzung zwischen Werterhaltung und Wertvermeh rung erfolgt nach ob- jektiv-technischen Kriterien. Alle Aufwendungen, welche ein Grundstück in einen besseren Zu- stand versetzen, daher z.B. ein Haus in den Rang eines be sser ausgestatteten, wertvolleren Gebäudes aufrücken lassen, haben wertvermehrenden Char akter. Die Aufwendungen für die Instandstellung oder Modernisierung eines Grundstückes, welche einer eigentlichen Neueinrich- tung gleichkommen, sind daher nicht als Unterhaltskosten abzugsfähig (StGE vom 6. März 2015, 510 14 68, E. 8c; vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Me uter, Kommentar zum Zürcher Steuer- gesetz, 3. A. Zürich 2013, § 30 N 48 ff.). c) Häufig kann eine einzelne bauliche Massnahme oder An schaffung nicht als Gan- zes entweder dem Aufwand oder den wertvermehrenden Auf wendungen zugeteilt werden, da sie Elemente beider Kategorien umfasst. In diesen Fäll en müssen die Kosten in abzugsfähigen Aufwand und wertvermehrende Aufwendungen zerlegt we rden (StGE vom 6. März 2015, 510 14 68, E. 8d; StGE vom 5. Dezember 2014, 510 14 64, E. 2e; StGE vom 7. November 2014, 510 14 38, E. 2e; Höhn/Waldburger, Steuerrecht, Band II, 9. Auflage, Bern 2002, § 41 N 84). d) Bei den Unterhaltskosten handelt es sich um Aufwendu ngen, welche die Erhal- tung bisheriger Werte bezwecken und die nach längeren oder kürzeren Zeitabschnitten erneut Seite 7 zu tätigen sind. Mit anderen Worten sind Unterhaltsarbeiten Aufwendungen, welche ein Gebäu- de in seiner Gestaltung, Form und Zweckbestimmung unverä ndert weiterbestehen lassen; es werden einzig die mangelhaften Teile ersetzt oder insta nd gestellt (vgl. StGE vom 5. Dezember 2014, 510 14 64, E. 2b; StGE vom 7. November 2014, 510 14 38, E. 2b; StGE vom 2. Juli 2010, 510 10 11, E. 4b; StGE vom 26. Februar 2010, 510 09 66, E. 3b; StGE Nr. 145/2006 vom 10. November 2006, E. 2b, www.bl.ch/steuergericht ). Nicht abzugsfähig sind indessen die Aufwen- dungen für die Anschaffung und die Verbesserung von Ver mögensgegenständen (§ 29 Abs. 3 StG), also diejenigen Aufwendungen, welche zur Wert vermehrung eines Grundstückes führen. Zur Abgrenzung der abzugsfähigen Unterhaltskosten von den wertvermehrenden Aufwendun- gen stützt sich die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft auf das Merkblatt. e) Die dem Steuergericht vorliegende provisorische Ba uabrechnung (Stand Februar 2015) wird im vorliegenden Fall hilfsweise beigezogen, um den abzugsfähigen Anteil des Archi- tektenhonorars zu bestimmen. In dieser erfolgte eine Au sscheidung der Kosten nach den Krite- rien Unterhalt/Investition. Von den bisher angefallen en Gesamtkosten über Fr. 1‘530‘121.37 wurden Fr. 421‘348.23 als nicht wertvermehrend ausgew iesen. Ob es sich bei diesen Positio- nen bzw. deren ausgewiesenen Anteil tatsächlich um wer terhaltende Aufwendungen handelt, wird die Steuerverwaltung im Zeitpunkt der konkreten G eltendmachung durch die Pflichtigen im Detail untersuchen müssen. Nach summarischer Prüfung wurde unter Berücksichtigung des Merkblatts der Unterhaltskostenabzug wie folgt angepasst: Position effektive Kosten (in Fr.) Ausscheidung Werterhaltung (in Fr.) Merkblatt Abzug als Unterhalt (in Fr.) 211.0 Beton- und Maurer- arbeiten 64‘804.20 6‘480.42 Neubau -- .-- 224.1 Plastische u. elasti- sche Dichtungsbelä- ge (Flachdächer) 55‘788.60 11‘157.72 Neubau -- .-- 271.1 Spezielle Gipserar- beiten 10'800.-- 8‘100.-- 1/3 (Ziff. 3.1.1 lit. b) 3'600. -- 272.2 Allgemeine Metall- bauarbeiten (Schlos- serarbeiten): Stützenertüchtigung im EG 5‘000.-- 2‘450.-- Neubau -- .-- 291 Honorar Architekt 160‘000.-- 60‘000.-- Ziff. 10.3 lit. a 40‘000. -- Seite 8 373 Spezielle Einrich- tungsmöbel 50‘000.-- 10‘000.-- Neubau -- .-- 421 Gärtnerarbeiten 110‘000.-- 61‘823.-- Ziff. 8.1.1 -- .-- 524 Vervielfältigungen, Plankopien 4‘000.-- 2‘000.-- Ziff. 10.4.1 -- .-- 531 Bauzeitversicherun- gen 800.-- 400.-- Ziff. 9.2.2 lit. a -- .-- 532 Spezialversicherun- gen 3‘000.-- 1‘500.-- Ziff. 9.2.2 -- .-- 91 Beleuchtungskörper 25‘000.-- 7‘500.-- Neubau -- .-- Total 171‘411.14 43‘600. -- Von den bisher für das Bauvorhaben angefallenen Gesam tkosten über Fr. 1‘530‘121.37 werden anstatt den in der provisorischen Bauabrechnung a usgewiesenen Fr. 421‘348.23 neu Fr. 293‘537.09 als werterhaltene Unterhaltskosten akzeptiert. Die Berechnung gestaltet sich wie folgt: als Unterhalt geltend gemachte Kosten Fr. 171‘411.14 von Steuergericht als Unterhalt akzeptierte Kosten Fr. - 43‘600.00 von Steuergericht nicht als Unterhalt akzeptierte Kosten Fr. 127‘811.14 Total Unterhaltskosten gemäss Bauabrechnung vom Februar 2015 Fr. 421‘348.23 von Steuergericht nicht als Unterhalt akzeptierte Kosten Fr. - 127‘811.14 Total Unterhaltskosten neu Fr. 293‘537.09 Fr. 293‘537.09 = 19 % der Gesamtkosten über Fr. 1‘530‘121.37 Folglich sind rund 20% am Haus der Pflichtigen getätigten Arbeiten werterhaltender Natur. Vom Architektenhonorar über Fr. 30‘000.-- kann somit Fr. 6‘000.-- (20% von Fr. 30‘000.--) als ab- zugsfähiger Unterhalt gewährt werden. 5. Die Rekurrenten machen gemäss folgender Aufstellun g zusätzlich Fr. 3‘621.-- als Liegen- schaftsunterhaltskosten geltend, die von der Steuerverwaltung nicht bestritten worden sind: Seite 9 09.01.2012 Unterhalt Sicherheitssystem Fr. 551.-- 17.02.2012 Reparatur Heizung Fr. 294.-- 02.03.2012 Prämie Gebäudeversicherung Fr. 493.-- 03.04.2012 Wartung Sonnensegel Fr. 467.-- 16.07.2012 Unterhalt Sicherheitssystem Fr. 551.-- 04.10.2012 Servicearbeiten Storen Fr. 268.-- 26.10.2012 Glasreparatur Fr. 118.-- 15.10.2012 Wartung Heizung Fr. 879.-- Total Fr. 3‘621. -- Gemäss § 29 Abs. 2 StG und § 6 lit. a und b des Dekret s sind sämtliche Positionen als werter- haltende Aufwendungen zu qualifizieren und zum Abzug zuzulassen. Zusammenfassend ergibt sich, dass sowohl anteilsmässige Archite ktenkosten über Fr. 6‘000.-- als auch diverse Aufwendungen über Fr. 3‘621.-- als Liegenschaftsunterhaltskosten zu betrach- ten sind. Damit beläuft sich der als effektiver Liegenscha ftsunterhalt abziehbare Betrag auf Fr. 9‘621.-- (= Fr. 6‘000.-- + Fr. 3‘621.--). Der Rekurs ist aufgrund all dieser Erwägungen teilwei se gutzuheissen und anstelle des Pau- schalabzugs von Fr. 6'253.-- effektive Liegenschaftsunterhaltskosten von Fr. 9‘621.-- zu gewäh- ren. 6. Es bleibt über die Kosten des Rekursverfahrens zu bef inden. a) Entsprechend dem teilweisen Obsiegen im Umfang vo n rund 50% sind den Re- kurrenten anteilsmässige Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 200.-- aufzuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 16. Dezember 19 93 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO]). Seite 10 b) Nach § 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3 VPO kann bei Be schwerden in Steuersachen der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei zug eines Vertreters eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesproche n werden. Für die beiden Parallel- verfahren Staats- und direkte Bundessteuer 2012 machte die Vertreterin der Pflichtigen gemäss ihrer Honorarnote vom 28. Januar 2015 einen Zeitauf wand von 12.25 Stunden zu einem Stun- densatz von Fr. 270.-- sowie einen Zeitaufwand von 2.25 Stunden zu einem Stundensatz von Fr. 255.-- geltend, was Fr. 3‘881.25 (exkl. Mehrwertsteuer [MWSt]) und folglich ein Honorar von insgesamt Fr. 4‘191.75 (inkl. MWSt) ergibt. Der gericht lich anerkannte Stundensatz für nichtan- waltliche Vertretungen vor Gericht beträgt Fr. 150.-- (StGE vom 18. Oktober 2013, 510 13 27, E. 8b; vgl. Entscheid des Kantonsgericht des Kantons Basel -Landschaft vom 17. Juni 2009, in: Basellandschaftliche und baselstädtische Steuerpraxis [BSt Pra], Bd. XIX, S. 559 ff.). Demnach ist das Honorar auf Fr. 2'175.-- (= 14.5 h x Fr. 150.- -) zu reduzieren und unter Berücksichtigung der MWSt auf Fr. 2‘349.-- festzulegen. Für das Verfa hren der Staatssteuer 2012 ergibt dies so- mit ein Honorar (inkl. MWSt) von Fr. 1‘174.50 (= Fr. 2‘349.-- : 2). Entsprechend dem hälftigen Obsiegen wird den Pflichtigen eine reduzierte Parteie ntschädigung in Höhe von Fr. 587.25 (= Fr. 1‘174,5 : 2) zu Lasten der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft zugesprochen. Seite 11 Demgemäss w i r d e r k a n n t : ://: 1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. 2. Die Steuerverwaltung wird angewiesen, anstelle d es pauschalen Gebäudeunterhalts- abzuges von Fr. 6‘253.-- gemäss Einsprache-Entscheid vom 2 0.10.2014 im Sinne der Erwägungen einen effektiven Liegenschaftsunterhaltsabz ug von Fr. 9‘621.-- zum Ab- zug zuzulassen. 3. Die Rekurrenten haben gemäss § 130 StG i.V.m. § 2 0 VPO reduzierte Verfahrenskos- ten in der Höhe von Fr. 200.-- (inkl. Auslagen von pauschal Fr. 50.--) zu bezahlen, wel- che mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet w erden. Der zu viel be- zahlte Kostenvorschuss von Fr. 200.-- wird den Rekurrenten zurückerstattet. 4. Die Steuerverwaltung hat den Rekurrenten eine re duzierte Parteientschädigung in Hö- he von Fr. 587.25 (inklusive MWSt) zu bezahlen. 5. Mitteilung an die Vertreterin, für sich und zhd. der Rekurrenten (2), die Gemeinde B.___ (1) und die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (3).