Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2022 41 Entscheid vom 21. Juni 2022 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter lic.iur. Josef Mathis, Gerichtsschreiber Parteien A.________, Beschwerdeführer, gegen Ausgleichskasse Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Erwerbsersatzordnung (Covid-19; Erwerbsersatz)2 Sachverhalt: A.A.________ ist bei der Ausgleichskasse Schwyz als Selbständigerwerben- der angemeldet. Neben (…) betreibt er ein Geschäft mit der Vermietung von Ba- rwagen für Veranstaltungen und Anlässe wie Chilbi, Fasnacht, Vereinsanlässe etc. B.Am 20. Dezember 2021 reichte A.________ bei der Ausgleichskasse das 'Anmeldeformular für Selbständigerwerbende - Erhebliche Umsatzeinbusse' ein und machte Corona Erwerbsersatzentschädigung (CEE) geltend für die Monate September bis November 2021 mit der Begründung "Einschränkungen bei Ver- anstaltungen". Bei einem durchschnittlichen Monatsumsatz von Fr. 19'028 in den Jahren 2015 bis 2019 habe er im September und Oktober 2021 je Fr. 13'000 oder 31.68% weniger als in den Vergleichsmonaten erzielt, im November 2021 Fr. 12'500 oder 34.31% weniger (Vi-act. 1). Mit Verfügung vom 20. Dezember 2021 wurde der Antrag auf CEE für die An- spruchsperiode 13. September bis 30. November 2021 abgewiesen (Vi-act. 2). Für die Zeit vom 1. Juli 2021 bis 12. September 2021 wurde A.________ bei ei- nem Tagesansatz von Fr. 104.80 CEE von insgesamt Fr. 7'344.15 geleistet (Vi- act. 3). C.Gegen die Anspruchsverweigerung ab 13. September 2021 bis 30. No- vember 2021 erhob A.________ am 19. Januar 2022 Einsprache (Vi-act. 4), wel- che mit Einspracheentscheid vom 15. März 2022 abgewiesen wurde (Vi-act. 6). D.Am 27. April 2022 erhebt A.________ beim Verwaltungsgericht des Kan- tons Schwyz fristgerecht Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, es sei ihm CEE für die Zeit vom 13. September 2021 bis 30. November 2021 auszurichten. Mit Vernehmlassung vom 16. Mai 2022 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer für die Zeit vom 13. September 2021 bis 30. November 2021 Anspruch auf CEE hat. 1.1.1Gemäss den im massgeblichen Zeitraum geltenden Fassungen der Ver- ordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem Co- ronavirus vom 20. März 2020 (Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall, SR 830.31, 3 Stand 30.8.2021, 20.9.2021 und ebenso 28.10.2021; vgl. BGE 147 V 278 Erw. 2.1) können Selbständigerwerbende im Sinne von Art. 12 ATSG, die im Sinne des AHVG obligatorisch versichert sind, Anspruch auf CEE haben, wenn sie (Art. 2 Abs. 3 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall): a. ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie unterbrechen müssen; und b. einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden oder wenn (Art. 2 Abs. 3bis Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall): a. ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist; b. sie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; und c. sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen von mindestens 10 000 Franken erzielt haben; diese Voraussetzung gilt sinn- gemäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurde; wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Vor- aussetzung proportional zu deren Dauer. 1.1.2Vorliegend ist der Status des Beschwerdeführers als Selbständigererwer- bender nach Art. 12 ATSG ebenso unbestritten wie seine obligatorische Versi- cherung im Sinne des AHVG. Damit ist unbestritten, dass er im Falle der Erfül- lung der weiteren Voraussetzungen Anspruch auf CEE haben kann. 1.1.3Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, ihm sei die Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid- 19-Epidemie untersagt worden. Mithin fällt ein Anspruch aus Art. 2 Abs. 3 Covid- 19-Verordnung Erwerbsausfall ausser Betracht. Strittig ist, ob er die Vorausset- zung nach Art. 2 Abs. 3bis Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall erfüllt. 1.2Mit Erlass des Bundesgesetzes über die gesetzlichen Grundlagen für Ver- ordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie (Covid-19- Gesetz; SR 818.102) vom 25. September 2020 schuf das Parlament eine gesetz- liche Grundlage zur Ausrichtung von Entschädigungen des Erwerbsausfalls infol- ge Pandemiemassnamen (Art. 15 Abs. 1 Covid-19-Gesetz). Dies, nachdem der Bundesrat bereits am 20. März 2020 die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall zur Milderung der Erwerbsausfälle aufgrund der Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus erlassen hatte. Mit dem Covid-19-Gesetz wurde dem Bundesrat die Kompetenz eingeräumt, die Entschädigungen fortzuführen. In seinem Geset- zesentwurf beabsichtigte er, den Anspruch auf Selbständigerwerbende zu be- schränken, die ihre Erwerbstätigkeit massnahmebedingt unterbrechen mussten, also von einem direkten Verbot betroffen sind (vgl. BBl 2020 6612; auch BK 4 Thurnherr AB 2020 N 1341 ff.). Erst in der parlamentarischen Diskussion (und Differenzbereinigung) wurde der Anspruch erweitert auf Personen, die massnah- mebedingt massgeblich in ihrer Arbeit eingeschränkt sind (AB 2020 S 1013; AB 2020 N 1764). Dies führte zur (im strittigen Zeitraum gültigen) Formulierung, dass der Bundesrat die Ausrichtung von Entschädigungen des Erwerbsausfalls bei Personen vorsehen kann, die ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von Massnahmen im Zusammenhang mit der Bewältigung der Covid-19-Epidemie unterbrechen oder massgeblich einschränken müssen. Nur Personen mit einem Erwerbs- oder Lohnausfall, die in ihrer Unternehmung eine Umsatzeinbusse von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz in den Jahren 2015 - 2019 haben, gelten in ihrer Erwerbstätigkeit als massgeblich eingeschränkt (Art. 15 Abs. 1 Covid-19-Gesetz, Stand 2.9.2021 und 19.10.2021). 1.3Gestützt auf Art. 15 Abs. 1 Covid-19-Gesetz erliess der Bundesrat die An- spruchsgrundlage von Art. 2 Abs. 3 bis Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall. Der- gemäss können Selbständigerwerbende Anspruch auf CEE haben, wenn u.a. ih- re Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist, und sie da- durch einen Erwerbsausfall erlitten. Die Frage der Massgeblichkeit der Einschränkung ist vorliegend nicht strittig. Re- spektive wurde sie von der Vorinstanz nicht geprüft, weil sie den Anspruch aus anderem Grunde verneinte. In den Anmeldeformularen wurde die Umsatzeinbus- se auf 31.68% resp. 34.31% beziffert und damit auf mehr als 30% gemäss Art 15 Covid-19-Gesetz. Strittig ist allein, ob die Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers "aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie" eingeschränkt war, die Umsatzeinbusse von 31.68% resp. 34.31% auf die behördlichen Massnahmen zurückzuführen ist. 2.1Die Anmeldungen auf CEE vom 20. Dezember 2021 begründete der Be- schwerdeführer jeweils nur kurz mit "Einschränkungen bei Veranstaltungen" (vgl. Vi-act. 1). 2.2In der Ablehnungsverfügung vom 20. Dezember 2021 verwies die Vor- instanz auf die gesetzlichen Anspruchsgrundlagen (Vi-act. 2). Zudem führte sie aus, ab dem 13. September 2021 gelte an diversen Orten - wie in Gastronomie drinnen, Veranstaltungen drinnen oder Grossveranstaltungen - eine Zertifikats- pflicht. Ansonsten gebe es kaum noch behördliche Einschränkungen. Die Aus- gleichskassen müssten deshalb die Gründe, welche Versicherte für eine erhebli- che Einschränkung geltend machen würden, genau prüfen. Die Gründe müssten 5 in engem Zusammenhang mit den behördlichen Massnahmen zur Pandemie- bekämpfung stehen. Die Vorinstanz halte fest, dass für die Branche des Be- schwerdeführers - (…) und Barvermietungen - keine behördlich verordneten Massnahmen beschlossen worden seien, welche einen Umsatzeinbruch begrün- den würden. Da der Beschwerdeführer keine Begründung erläutere, aus welcher nachvollziehbar sei, auf welche Massnahme der Umsatzrückgang zurückzu- führen sei, könne ab dem 13. September 2021 keine CEE ausgerichtet werden. 2.3In der Einsprache vom 19. Januar 2022 äussert der Beschwerdeführer sein Unverständnis über die Ablehnungsverfügung, weil im Bereich Veranstaltungen und Anlässe mit der Zertifikatspflicht eine grosse Hürde geschaffen worden sei. Weil der Aufwand für Zertifikate und Tests und das Risiko zu gross sei, hätten die Veranstalter die Anlässe wie Chilbi, Vereinsanlässe etc., für welche er Barwagen vermiete, abgesagt. Es seien keine Barwagen mehr benötigt worden. Ab Mitte November sei mit der 2G+-Pflicht ein wirtschaftliches Betreiben eines Barwa- gens, welcher ein geschlossener Raum sei, verunmöglicht worden. Die Auflagen für Veranstaltungen ab Herbst 2021 seien sehr schwierig gewesen; entspre- chend sei er überzeugt, Anspruch auf CEE zu haben (Vi-act. 4). 2.4Im angefochtenen Einspracheentscheid bekräftigt die Vorinstanz ihre An- sicht, wonach die Umsatzeinbussen des Beschwerdeführers nicht auf bestehen- de behördliche Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie zurückzuführen seien. Ab dem 13. September 2021 habe die 3G-Zertifikatspflicht für Restau- rants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen und Veranstaltungen in Innenräumen ge- golten. Damit hätten Schliessungen verhindert werden sollen. Ab dem 20. De- zember 2021 sei die 2G-Zertifikatspflicht eingeführt worden. Unter Einhaltung dieser Vorgaben hätten Veranstaltungen durchgeführt werden können. Da die Pflicht die Veranstalter getroffen habe, seien davon diese und nicht der Be- schwerdeführer betroffen gewesen. Die Angst der Veranstalter betreffend ver- mehrtem Aufwand oder den Entzug der Bewilligung sei zwar verständlich, be- gründe für sich alleine jedoch keinen Anspruch auf CEE. Entsprechend vermöge der Beschwerdeführer nicht darzulegen, inwiefern und vor allem, welche behörd- lichen Massnahmen zum Umsatzrückgang ab 13. September 2021 geführt habe. 2.5Vor Verwaltungsgericht wiederholt der Beschwerdeführer, er sei mit der Vermietung von Barwagen - ähnlich wie die Zeltvermietung - durch die Corona- Massnahmen stark eingeschränkt worden. Als die Massnahmen beschlossen worden seien, sei betont worden, man unterstütze Betroffene finanziell unkompli- ziert. Die Ausweitung der CEE auf Selbständigerwerbende sei von den Stimm- bürgern gutgeheissen worden. Er könne nicht verstehen, weshalb sein CEE-6 Anspruch als Zulieferer für Veranstaltungen abgelehnt worden sei. Mit der Zertifi- katspflicht an Veranstaltungen habe es - bis zur Aufhebung der Massnahmen - keine Anlässe wie Kilbi, Herbstfeste, Messen, Turnerchränzli und später Fas- nachtsanlässe gegeben, die im gewohnten Rahmen mit Barwagen hätten durch- geführt werden können. Die Veranstalter und Mieter von Barwagen seien meist Vereine, die unter den Covid-Massnahmen keine wirtschaftliche und bewilli- gungsfähige Veranstaltung hätten durchführen können, weshalb sie abgesagt worden seien. Die Vermietung von Barwagen sei dadurch unmöglich gewesen. Der Beschwerdeführer verweist beispielhaft auf das Oktoberfest Einsiedeln, Tur- nerchränzli Schindellegi, Wangen, Hendschiken, Eschenbach, Winzerfest Döttin- gen, und diverse Kilbis. Die Vorinstanz verwies vernehmlassend auf die Ausführungen des angefochte- nen Einspracheentscheides. 3.1 Damit ein Anspruch auf CEE besteht, muss die Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epi- demie (massgeblich) eingeschränkt worden sein (Art. 2 Abs. 3 bis lit. a Covid-19- Verordnung Erwerbsersatz). Der Erwerbsausfall muss nachweislich aufgrund von behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Covid-19 entstanden sein. Gefordert ist ein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen den behördlichen Massnah- men zur Bekämpfung der Pandemie und dem Ertragsausfall (vgl. Art. 15. Abs. 1 Covid-19-Gesetz; Art. 2 Abs. 3 bis lit. a Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall). Es ist dies eine zwingende Voraussetzung der CEE. Denn Sinn und Zweck der Co- vid-19-Verordnung Erwerbsausfall ist das Kompensieren von Erwerbsausfällen, welche auf die behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Co- vid-19-Epidemie zurückzuführen sind. D.h. der Staat hat mit dem Covid-19-Ge- setz resp. der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall eine Grundlage geschaffen nur für Entschädigungen für Ausfälle, die letztlich behördlich verursacht sind. Aus diesem Grund verlangt der Gesetzgeber denn auch ausdrücklich, dass Perso- nen, die einen Anspruch aus Art. 2 Abs. 3 bis Covid-19-Verordnung Erwerbs- ausfall geltend machen, darlegen müssen, auf welche behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie die Umsatzeinbusse zurückzuführen ist (Art. 7 Abs. 1 bis lit. b Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall). Nicht entschädigt werden sollen demgegenüber Ausfälle, die wohl mit der Pan- demie zusammenhängen, aber nicht durch behördliche Massnahmen verursacht wurden. Hierfür wurden andere Instrumente geschaffen wie etwa Härtefallmass- nahmen für Unternehmen (vgl. Art. 12 Covid-19-Gesetz; RRB Nr. 931/2020 vom 7 15.12.2020; Ausgestaltung der Covid-19-Härtefallregelung im Kanton Schwyz und spätere Revisionen des Härtefallprogramms 1). 3.2 Was die behördlichen Massnahmen anbelangt, so werden diese vom Bund insbesondere in der Verordnung über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Verordnung besondere Lage; SR 818.101.26) vom 23. Juni 2021 geregelt, wobei vorliegend die Versionen Anwen- dung finden, welche im September bis November 2021 galten (Stand 13.9., 20.9., 4.10., 11.10., 25.10., 16.11.2021). Zusätzlich haben auch Kantone Mass- nahmen beschlossen (vgl. etwa Kanton Schwyz Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie, vom 14.10.2020; SRSZ 571.212). Art. 2 Abs. 3bis Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall spricht sodann von 'behördlichen Massnahmen', weshalb auch solche weiterer Behörden massgebend sein kön- nen (auch wenn im Kreisschreiben über die Entschädigung bei Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus - Corona-Erwerbsersatz [KS CE] Rz. 1041.2 nur von kantonalen Massnahmen und solchen des Bundes die Rede ist). Im strittigen Zeitraum (ab 13.9.2021) bestand kein Veranstaltungsverbot. Es galt für die Organisatoren von Veranstaltungen aber u.a. die Pflicht, ein Schutzkon- zept gemäss Bundesvorgaben zu erarbeiten und umzusetzen (Art. 10 Covid-19- Verordnung besondere Lage). Aufgrund der anhaltend angespannten Lage in den Spitälern wurde zudem per 13. September 2021 die Zertifikatspflicht einge- führt. Öffentlich zugängliche Einrichtungen und Betriebe in den Bereichen Kultur, Unterhaltung, Freizeit und Sport, in denen den Besucherinnen und Besuchern nicht ausschliesslich Aussenbereiche offenstanden, mussten bei Personen ab 16 Jahren den Zugang auf Personen mit einem Zertifikat beschränken (Art. 13 Abs. 2 Covid-19-Verordnung besondere Lage). Für Veranstaltungen im Freien galt die Zertifikatspflicht bei mehr als 1000 Personen (mit Sitzpflicht) resp. mehr als 500 Personen, die sich frei bewegen konnten (Art. 14 Covid-19-Verordnung besonde- re Lage). In Innenräumen galt die Pflicht bei Veranstaltungen ab 30 Personen (Art. 14a Covid-19-Verordnung besondere Lage). Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen benötigten zudem eine kantonale Bewilligung (Art. 16 Covid-19- Verordnung besondere Lage). Neben diesen Pflichten galten weiterhin die allge- meinen Empfehlungen wie Meidung von Kontakten, Arbeiten zu Hause, Beach- tung der Hygiene- und Abstandsregeln usw. 4.1Nach dem Ausgeführten besteht ein Anspruch auf CEE nur dann, wenn zwischen der Umsatzeinbusse und den behördlichen Massnahmen zur Eindäm- mung der Covid-19-Pandemie ein Kausalzusammenhang besteht. Dieser muss mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Mithin muss der Beschwerdefüh-8 rer den Nachweis erbringen, dass die von ihm für die Zeit ab dem 13. September 2021 geltend gemachte Unmöglichkeit der Vermietung von Barwagen überwie- gend wahrscheinlich auf behördliche Massnahmen zurückzuführen ist. Entgegen der Ausführung im angefochtenen Einspracheentscheid ist dieser Nachweis als erbracht zu beurteilen. 4.2Der Beschwerdeführer vermietet Barwagen an Veranstalter von Anlässen. Hinsichtlich massgeblicher Covid-Massnahmen ist dabei beachtlich, dass Veran- staltungen nicht grundsätzlich verboten waren, für Veranstaltungen im Innenbe- reich und namentlich für Gastrobetriebe im Innenbereich die Zertifikatspflicht galt. Ein Barwagen gilt dabei als Restaurationsbetrieb mit Innenbereich, wodurch für die Nutzung des Barwagens unabhängig der Art der Veranstaltung eine Zertifi- katspflicht galt. 4.3Aus dem Beschrieb des Geschäftsfeldes des Beschwerdeführers geht her- vor, dass seine Barwagen insbesondere an kleineren Veranstaltungen eingesetzt werden, respektive von Vereinen und nicht professionellen Veranstaltern gemie- tet werden. Wenn diese entscheiden, auf einen Anlass oder die Anmietung eines Barwagens wegen der hierzu umzusetzenden Zertifikatspflicht und weiteren Schutzvorkehrungen zu verzichten, so hängt die Umsatzeinbusse des Be- schwerdeführers unmittelbar mit der Zertifikatspflicht zusammen. Es spielt dabei keine Rolle, dass diese Massnahmen sich nicht direkt gegen die Barwagenver- mietung richten, sondern die Veranstaltung bzw. den Veranstalter. Denn damit der Beschwerdeführer Barwagen vermieten kann, ist er darauf angewiesen, dass seine Kunden in der Veranstaltung nicht durch Covid-Massnahmen gehindert sind. Insofern ist ein Kausalzusammenhang zu bejahen. 4.4Es trifft wohl zu, dass die ab 13. September 2021 geltenden Massnahmen, namentlich auch die Zertifikatspflicht, die Durchführung von Veranstaltungen grundsätzlich zugelassen haben, die Zertifikatspflicht u.a. gerade auch deshalb eingeführt wurde, damit Restaurants offenbleiben und Veranstaltungen abgehal- ten werden konnten. Dies ändert indes nichts daran, dass sich ein Verein als Veranstalter, der den Anlass in aller Regel nur dann durchführt, wenn im Ergeb- nis ein Beitrag an die Vereinskasse resultiert, genau überlegt, was die Zertifi- katspflicht und die weiteren Schutzvorkehrungen für die Veranstaltung bedeuten. Gelangt er dabei zur Überzeugung, dass die Massnahmen keinen erfolgverspre- chenden Anlass garantieren, so wird er auf den Anlass - namentlich wegen der Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie - verzichten. Damit aber besteht für den Beschwerdeführer auch keine Möglichkeit, seine Barwagen zu vermieten, was unweigerlich zu einer Umsatzeinbusse führt. In diesem Sinne können die 9 vom Beschwerdeführer aufgeführten (Vereins-)Anlässe als speziell bezeichnet werden. Auf sie wurde trotz fehlendem Veranstaltungsverbot verzichtet. Beispiel- haft sei auf die Mitteilung des STV Hendschikon bezüglich Absage des Turner- abends im Herbst 2021 verwiesen (vgl. www.stvhendschikon.ch; eingesehen am 1.6.2022): "Die Gesundheit der Theaterleute und allen Anwesenden in der Turn- halle hat für uns einen grossen und wichtigen Stellenwert. Wegen der immer noch andauernden Corona-Pandemie können Theaterproben nur reduziert nach Drehbuch und Regie durchgeführt werden. Kommen im Spätherbst 2021 wieder Besucher an eine Theateraufführung in die Turnhalle? Wollen die Theaterleute vor ev. bloss 100 Zuschauern spielen? Sponsorensuche ist ein schwieriges Un- terfangen. Wegen Corona bleibt die Unsicherheit und die Schutzvorkehrungen werden uns leider noch weiterhin beschäftigen". Natürlich wird in dieser Absage- begründung auch auf die noch grassierende Pandemie und die Angst bzw. Zurückhaltung der Bevölkerung verwiesen (was für sich keinen Anspruch auf CEE gibt). Aus der Mitteilung erhellt aber auch, dass insbesondere auch auf- grund der einzuhaltenden Schutzvorkehrungen, d.h. der behördlichen Massnah- men, eine Vorbereitung und Durchführung des Anlasses unmöglich war. Damit aber ist auch die Unmöglichkeit, einen Barwagen zu vermieten, auf die behördli- chen Massnahmen zurück zu führen. 5.Damit erweist sich die Beschwerde als begründet, weshalb sie gutzuheis- sen ist. Der Einspracheentscheid vom 15. März 2022 ist aufzuheben und die Sa- che zur Prüfung der weiteren Anspruchsvoraussetzungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 6.Es werden keine Kosten erhoben; Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht mangels anwaltschaftlicher Vertretung keiner (Art. 61 lit. g und fbis ATSG).10 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 15. März 2022 aufgehoben und die Sache zur Prüfung der weiteren An- spruchsvoraussetzungen und neuem Entscheid an die Vorinstanz zurück- gewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -den Beschwerdeführer (R) -die Vorinstanz (R) -und das Bundesamt für Sozialversicherung BSV, 3003 Bern (A). Schwyz, 21. Juni 2022 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Der Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 29. Juni 2022