Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 26. März 2013 (810 13 63) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Kanto nsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Peter Tobler, Gerichts- schreiber Markus Pachlatko Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Andreas Bernoulli , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und We gweisung (RRB Nr. 96 vom 22. Januar 2013) A. Der 1988 geborene A.____, Bürger der Republik Bos nien-Herzegowina, kam am 30. November 1994 zusammen mit seiner Mutter und seine m Bruder in die Schweiz, wo ihnen am 1. März 1995 Asyl gewährt wurde. A.____ erhielt am 20. Januar 2000 die Niederlassungs- bewilligung und schloss im August 2006 eine Anlehre als Heizungsmonteur ab. Seit dem Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 22. Juni 2011 arbeitet er als Aushilfe im Werkhof der Gemeinde B.____; seit dem 1. Dezember 2012 im Rahmen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses. B. Als Jugendlicher wurde A.____ in den Jahren 2000 bi s 2007 unter anderem wegen mehrfachem Raub, mehrfachem versuchten Raub, Diebstahl, Hehlerei, Tätlichkeit, Hausfrie- densbruch, Sachbeschädigung, Widerhandlungen gegen das B etäubungsmittelgesetz sowie diversen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz verurteilt. Im Erwachsenenalter erfolgte am 11. November 2011 ein e Verurteilung durch das Strafgericht des Kantons Basel-Landschaft zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten, davon 9 Monate unbe- dingt, bei einer Probezeit von drei Jahren für den bedingten Teil der Strafe und einer Busse von Fr. 300.-- wegen gewerbsmässigem Diebstahl, mehrfachem betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, Hehlerei, Sachentziehung, me hrfacher Sachbeschädigung, mehrfa- chem Hausfriedensbruch, Angriff, einfacher Körperverletzu ng, Raufhandel, mehrfacher Dro- hung sowie mehrfachem Konsum von Betäubungsmittel (beg angen zwischen Juni 2008 und September 2009). Wegen eines Vorfalles vom 19. Februar 2010 wurde bei d er Kantonspolizei Basel-Stadt eine Strafanzeige gegen A.____ wegen eventueller Körperver letzung eingereicht. Am 13. Februar 2012 wurde bei der Jugendanwaltschaft Basel-Stadt gege n A.____ zudem Anzeige wegen ei- nes Vorfalls vom 28. Januar 2012, bei welchem der Anzei gende tätlich angegriffen worden sei, erstattet. Am 31. Mai 2013 wurde A.____ als Beschuldigter betreffend die Vorfälle vom 19. Feb- ruar 2010 und 28. Januar 2013 von der Staatsanwaltscha ft Basel-Stadt im Strafverfahren Ak- tenzeichen V100222 013 (Körperverletzung, Angriff und Widerhandlung gegen das Waffenge- setz) einvernommen. C. Das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (A fM) teilte am 13. April 2012 A.____ mit, dass es erwäge, dessen Niederlassungsbewilligung zu widerrufen. Gleichzeitig gab das AfM A.____ die Gelegenheit, hierzu Stellung zu neh men. Von dieser Möglichkeit machte A.____ mit Schreiben vom 2. Mai 2012 Gebrauch. D. Am 13. Juli 2012 verfügte das AfM unter Berufung auf die ergangenen strafrechtlichen Urteile den Widerruf der Niederlassungsbewilligung von A.____ und wies diesen aus der Schweiz weg. E. Der Regierungsrat wies mit Beschluss Nr. 0096 vom 22 . Januar 2013 die von A.____ gegen die Verfügung des AfM vom 13. Juli 2012 erhobene Beschwerde ab. F. A.____ (Beschwerdeführer), vertreten durch Dr. And reas Bernoulli, Advokat, reichte mit Eingabe vom 4. Februar 2013 gegen den Regierungsrats beschluss vom 22. Januar 2013 Be- schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), ein. Er beantragte, der angefochtene Entscheid sei a ufzuheben, es sei dem Beschwerdeführer die Niederlassungsbewilligung zu belassen und es sei von der Wegweisung aus der Schweiz abzusehen. Dies alles unter o/e Kostenfolge. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. In seiner Vernehmlassung vom 13. Mai 2013 beantrag te der Regierungsrat, die Be- schwerde sei unter o/e-Kostenfolge abzuweisen. H. Mit präsidialer Verfügung vom 3. Juni 2013 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und verfügt, dass beim Betreibungsamt C.____ ein Betreibungsregisterauszug be- treffend den Beschwerdeführer angefordert und eine a mtliche Erkundigung bei der Staatsan- waltschaft Basel-Stadt betreffend die Verfahrensstellun g des Beschwerdeführers und den Ver- fahrensstand in den Fällen Nr. SW 2010 2 727 und W 2012 1 1540 eingeholt werde. I. Das Betreibungsamt C.____ reichte den angeforderten Betreibungsregisterauszug am 4. Juni 2013 ein. J. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt reichte die ange forderten Akten am 11. Juli 2013 in Kopie auf CD ein. K. Die Präsidentin des Kantonsgerichts, Abteilung Verfa ssungs- und Verwaltungsrecht, verfügte am 29. Juli 2013 unter Hinweis auf die von d er Staatsanwaltschaft Basel-Stadt auf CD eingereichten Kopien der Strafakten, dass das Verfahre n ohne schriftlichen Gegenbericht der Parteien bis 12. August 2013 sistiert werde bis zur rech tskräftigen Erledigung des von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt unter dem Aktenzeichen V100222 013 gegen den Beschwerde- führer wegen Körperverletzung, Angriff und Widerhandl ung gegen das Waffengesetz geführten Strafverfahrens. L. Am 12. August 2013 teilte der Regierungsrat schriftl ich mit, dass er mit der Sistierung nicht einverstanden sei. M. Auf die Sistierung des Verfahrens wurde mit präsidia ler Verfügung vom 16. August 2013 verzichtet. N. Der Beschwerdegegner reichte mit Schreiben vom 30. Okt ober 2013 die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt betreffe nd das Strafverfahren Aktenzeichen V100222 013 ein. O. Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 31. O ktober 2013 eine Mitgliedschafts- bestätigung der Feuerwehr B.____ vom 25. Oktober 2013 ein. Gleichzeitig beantragte der Be- schwerdeführer, es seien D.____, Leiter Unterhalt Stras sen der Einwohnergemeinde B.____ und Vorgesetzter des Beschwerdeführers, sowie E.____ vom Jugendsozialwerk F.____ als Auskunftspersonen vorzuladen. P. Mit präsidialer Verfügung vom 1. November 2013 wur de der Antrag des Beschwerde- führers, es seien D.____, Leiter Unterhalt Strassen der Einwohnergemeinde B.____ und Vorge- setzter des Beschwerdeführers, sowie E.____ vom Jugendsozia lwerk F.____ als Auskunftsper- sonen vorzuladen, abgewiesen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Q. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 6. November 2 013 wurde das Verfahren mit präsidialer Verfügung vom 6. November 2013 bis zum rech tskräftigen Abschluss des beim Strafgericht Basel-Stadt hängigen Strafverfahrens Aktenzeichen V100222 013 sistiert. R. Der Beschwerdeführer reichte am 15. Januar 2014 d as rechtskräftige Urteil des Straf- gerichts Basel-Stadt betreffend das Strafverfahren Akten zeichen V100222 013 vom 19. Dezember 2013 ein. Gemäss diesem Urteil wurde der Beschwerdeführer von der Anklage der einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand und der versuchten Nöti- gung (ev. der versuchten Anstiftung zu falschem Zeugnis) kostenlos freigesprochen. S. Mit präsidialer Verfügung vom 20. Januar 2014 wur de das Verfahren fortgesetzt, der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und zur Pa rteiverhandlung zusätzlich D.____, Lei- ter Unterhalt Strassen der Einwohnergemeinde B.____ u nd Vorgesetzter des Beschwerdefüh- rers, sowie E.____ vom Jugendsozialwerk F.____ als Auskunf tspersonen geladen. Zudem wur- de verfügt, dass der Beschwerdeführer an der Parteiverh andlung persönlich zu erscheinen ha- be. T. Am 17. März 2014 reichte der Beschwerdeführer eine Teilnahmebestätigung betreffend den Feuerwehr-Ausbildungskurs "Basiswissen" vom 3.-7. Februar 2014 ein. U. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wurden D .____ von der Einwohnergemein- de B.____ sowie E.____ vom Jugendsozialwerk F.____ als Au skunftspersonen einvernommen. Die Parteien hielten an ihren Anträgen und Begründu ngen fest. Auf diese sowie auf die Aussa- gen der Auskunftspersonen wird – soweit erforderlich – in den folgenden Erwägungen einge- gangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verf assungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Be schwerdeführer Adressat des ange- fochtenen Entscheides ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat, die üb- rigen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl di e örtliche wie auch die sachliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsg erichtlichen Beschwerde ist die Kog- nition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den ange- fochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehle rhaft ausgeübt hat. Im Weiteren Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unri chtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Ka ntonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und die damit einhergehende Wegweisung zu Recht erfolgten. 3.2 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinne n und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zustän dige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG - im Rahmen der gesetzl ichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland - nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Ertei lung einer Aufenthaltsbewilligung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 189 E. 2.3 ; P ETER UEBERSAX , in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg. ], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 4.1 Vorliegend ist zunächst festzuhalten, dass zwischen de r Schweiz und Bosnien- Herzegowina keine staatsvertragliche Vereinbarung beste ht, welche dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz zu vermitteln vermöchte. 4.2 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schut ze der Menschenrechte und Grund- freiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 sowie dem inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverf assung der Schweizerischen Eidgenos- senschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienle- bens können ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufent- halt oder Verbleib in einem andern Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitgliedern führt (vgl. A NDREAS ZÜND /T HOMAS HUGI YAR , Aufent- haltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrec ht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, EuGRZ 2013, S. 1 0 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien können somit dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familien- angehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit unt ersagt und damit das gemeinsame Fa- milienleben vereitelt wird. Gemäss ständiger bundesgeri chtlicher Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK müssen die sich hierzulande aufhaltenden Angehöri gen über ein gefestigtes Anwesen- heitsrecht verfügen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruh t. Zudem müssen diese Personen zur Kernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt leben de, minderjährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsächliche und intakte Beziehung zu ih nen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1, 130 II 281 E. 3.1 und 127 II 60 E. 1d/aa). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 An der heutigen Verhandlung äusserte sich der Beschw erdeführer dahingehend, dass er keine Partnerin habe. Er wohne bei seiner Mutter, zu welcher er eine gute Beziehung habe. Auch zu seinem Bruder habe er einen guten Kontakt. Auss erdem würden in B.____ die Eltern und der Bruder der Mutter wohnen. In seinen Rechtsschriften bringt er zudem vor, die verfügten ausländerrechtlichen Massnahmen würden die Mutter existen ziell bedrohen. Fraglich ist, ob sich der Beschwerdeführer auf eine entsprechende Bezieh ung zu einer Person, welche zur Kernfamilie gehört, berufen kann. Aus der Beziehung zwi schen volljährigen Kindern und ihren Eltern, die als solche in den Schutzbereich von Art. 8 E MRK fällt, lässt sich regelmässig kein Anspruch auf Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewi lligung ableiten. Dies ist nur bei Vorlie- gen besonderer Umstände der Fall, wenn geradezu ein A bhängigkeitsverhältnis unter diesen Verwandten besteht, welches über die normalen affektiven Beziehungen hinausgeht (BGE 137 I 154 E. 3.4.2, 129 II 11 E. 2 und 115 Ib 1 E. 2; Urt eil des EGMR Ezzouhdi gegen Frankreich [47160/99] vom 13. Februar 2011 § 34). Dieses besond ere Abhängigkeitsverhältnis muss im Ergebnis eine Anwesenheit in der Schweiz erfordern ode r wenigstens nahe legen (U EBERSAX , a.a.O., Rz. 7.125). Es kann unabhängig vom Alter dan n gegeben sein, wenn die verwandte Person nicht über die erforderliche Selbständigkeit ver fügt, um für sich selber zu sorgen. Erfor- derlich dazu ist eine fortdauernde eigentliche Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit oder eine schwerwiegende Krankheit (Urteil des Bundesgerichts [BG er] 2C_760/2012 vom 16. August 2012 E. 2.2 mit Hinweisen). Ein solches Abhängigkeitsve rhältnis macht der Beschwerdeführer weder geltend, noch ist ein entsprechendes Verhältnis aufgrund der Akten ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer aus dem Grundrecht auf Achtung des Privat- und Familienlebens keinen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz ableiten kann. Es sind entsprechend die Bestimmungen des AuG anwendbar. 5. Gemäss Art. 34 Abs. 1 AuG verleiht die Niederlassun gsbewilligung einen zeitlich unbe- fristeten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz. Es ist somit von einem grundsätzlichen gesetzlichen Anspruch des Beschwerdeführer s auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. Der von der Niederlassungsbewilligung grund sätzlich eingeräumte gesetzliche Anspruch auf Anwesenheit gilt indes nicht absolut. Be i Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 AuG kann die Niederlassungsbewilligung entzogen werden. 6.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 li t. b AuG kann die Niederlassungsbe- willigung widerrufen werden, wenn die Ausländerin od er der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Das Bundesgericht hat das Kriterium der Längerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahingehend konkretisiert, dass es einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere unterjährige St rafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden dürfen (BGE 137 II 297 E. 2 und 135 II 377 E . 4.2). Keine Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wur de (Urteil des BGer 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Ein Widerruf ist auch möglich, wenn die ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefährdet hat (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Die Praxis geht hiervon aus, wenn er durch sein Handeln besonders hochwertige Rechtsgüter verletzt oder in Gefahr gebracht hat, sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht be eindrucken lässt und sich im Rah- men einer Gesamtbetrachtung zeigt, dass er auch künftig weder gewillt noch fähig erscheint, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 297 E. 3; Urteil des BGer 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2). 6.2 Mit der Verurteilung zu einer teilbedingten Frei heitsstrafe von 28 Monaten durch das Strafgericht des Kantons Basel-Landschaft am 11. November 2011 ist vorliegend eine länger- fristige Freiheitsstrafe ausgesprochen worden und der Wid errufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 lit. b AuG gegeben, was vom Beschw erdeführer zu Recht nicht in Frage ge- stellt wird. Ob sein Verhalten zugleich als schwerwiegend er Verstoss gegen die öffentliche Si- cherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist, wie es die Vorinstanz angenommen hat, bedarf keiner näheren Betrachtung, w eil dieser Widerrufsgrund nur dann zur Anwendung kommt, wenn es an den Voraussetzungen für ei nen Widerruf aufgrund der Verur- teilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe fehlt (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2; Urteile des BGer 2C_888/2012 vom 13. März 2013 E. 3 und 2C_1029/2011 vo m 10. April 2012 E. 3.1). In der vorliegenden Konstellation kommt ihm somit nur subsidiäre und damit keine entscheidwesentli- che Bedeutung zu. 7.1 Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 A uG führt nicht zwingend zum Entzug der Niederlassungsbewilligung. Vielmehr rechtfe rtigt sich der Widerruf und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) n ach Art. 96 Abs. 1 AuG nur dann, wenn diese Massnahme im Einzelfall verhältnismässig erscheint. Die Verhältnismässigkeitsprü- fung wird klassischerweise in die drei Teilgehalte der Ei gnung, der Erforderlichkeit sowie der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne unterteilt (siehe anstelle vieler U LRICH HÄFELIN / GEORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, N 586 ff.). Zunächst kann festgehalten werden, dass mit der Wegweisung des Beschwerdeführers die mit dem AuG verfolgten fremdenpolizeilichen Intere ssen verwirklicht werden können; die Massnahme ist zwecktauglich, womit das Eignungserfordernis erfüllt ist. 7.2 Im Weiteren ist zu prüfen, ob unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des vor- liegenden Falles die öffentlichen Interessen am Widerru f der Niederlassungsbewilligung die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verble ib in der Schweiz überwiegen. Da- bei sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und die öffentlichen und privaten Inte- ressen sorgfältig gegeneinander abzuwägen (M ARTINA CARONI , in: Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über di e Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 51 Rz. 3; A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Rz. 8.48). Zur Beurteilung der Verhältnismässigkeit im engeren Sin- ne sind namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausländers w ährend diesem, der Grad seiner In- tegration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohen- den Nachteile zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3 ). Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll zwar nur mit besonderer Zurückhal- tung widerrufen werden, doch ist dies bei wiederholt er bzw. schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land ver- bracht hat (vgl. Urteil des BGer 2C_562/2011 vom 21. N ovember 2011 E. 3.3 [Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines hier geborenen, wiede rholt straffällig gewordenen 43-jährigen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Türken]). Bei schweren Straftaten, Rückfall und wieder holter Delinquenz, insbesondere bei Ge- walt- und Betäubungsmitteldelikten, besteht ein wesentl iches öffentliches Interesse, zur Auf- rechterhaltung der Ordnung bzw. Verhütung von (weiter en) Straftaten die Anwesenheit des Ausländers zu beenden (BGE 139 I 31 E. 2.3.1 und 137 I I 233 [nicht publ.] E. 3.1). Was das Fernhalteinteresse anbetrifft, so muss gemäss der bundesger ichtlichen Rechtsprechung bei schweren Straftaten - wozu auch gravierende Delikte gegen Leib und Leben gehören - selbst ein geringes Restrisiko weiterer Delinquenz nicht in Kau f genommen werden (BGE 139 I 31 E. 2.3.2 und 130 II 176 E. 4.2-4.4 mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang ist auch auf die Bestimmungen von Art. 121 Abs. 3-6 BV hinzuweisen. Gemäss diesen Bestimmungen verlieren Ausländerinnen und Ausländer unabhängig von ihrem auslä nderrechtlichen Status ihr Aufent- haltsrecht sowie alle Rechtsansprüche auf Aufenthalt in der Schweiz, wenn sie unter anderem wegen eines "Gewaltdelikts" rechtskräftig verurteilt worden sind (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV). Zwar sind diese Verfassungsbestimmungen gemäss der bundesgerich tlichen Rechtsprechung nicht direkt anwendbar, das Bundesgericht hat aber festgehalte n, der vom Verfassungsgeber zum Ausdruck gebrachten Wertung sei insoweit Rechnung zu tra gen, als dies zu keinem Wider- spruch zu übergeordnetem Recht bzw. zu keinen Konflikten mit dem Beurteilungsspielraum führe, den der EGMR den einzelnen Konventionsstaaten b ei der Umsetzung ihrer Migrations- und Ausländerpolitik zugestehe (BGE 139 I 31 E. 2.3.2 und 139 I 16 E. 5.3). 7.3 Ausgangspunkt für die Schwere des Verschuldens und die vorzunehmende ausländer- rechtliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht ve rhängte Strafe (Urteil des BGer 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 8.4.1). Der Besch werdeführer wurde mit rechtskräftigem Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel-Landschaft vom 1 1. November 2011 wegen ge- werbsmässigem Diebstahl, mehrfachem betrügerischem Missbrauch einer Datenverarbeitungs- anlage, Hehlerei, Sachentziehung, Mehrfacher Sachbeschä digung, mehrfachem Hausfriedens- bruch, Angriff, einfacher Körperverletzung, Raufhande l, mehrfacher Drohung sowie mehrfa- chem Konsum von Betäubungsmittel zu einer teilbedingt vol lziehbaren Freiheitsstrafe von 28 Monaten verurteilt. Das Strafgericht kam zum Schluss, dass das Verschulden des Beschwerde- führers als schwer einzustufen sei. Er habe eine grosse Zahl an Delikten in einer hohen Kadenz und von teilweise erheblicher Schwere begangen. Er hab e dabei eine besonders grosse krimi- nelle Energie sowie eine hohe Gewaltbereitschaft gez eigt. Das strafrechtlich relevante Verhal- ten des Beschwerdeführers belastet sein Ansehen auch in au sländerrechtlicher Hinsicht in schwerem Ausmass, zumal mit dem Strafgericht von einem erheblichem Verschulden auszuge- hen ist, was auch in der Höhe der verhängten Strafe von 28 Monaten Freiheitsentzug zum Aus- druck kommt. Aus dieser Verurteilung aufgrund von Vermö gens- und Gewaltdelikten lässt sich auf eine ausgeprägte Geringschätzung und Gleichgültigkei t gegenüber den elementaren Rechtsgütern anderer schliessen. Dieser Eindruck wird verst ärkt durch eine einschlägige Vor- strafe aus dem Jahr 2007, als er wegen Diebstahl und Hau sfriedensbruch zu einer bedingt voll- ziehbaren Geldstrafe von 14 Tagessätzen zu je Fr. 80.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren, verurteilt wurde. Nicht ausser Acht zu lassen ist auch die Tatsache, dass er bereits als Jugend- licher namentlich wegen Diebstahl- und Raubtaten mit d em Gesetz in Konflikt geraten ist. Trotz Vorstrafen und laufenden Probezeiten delinquierte er jeweils unverdrossen weiter, was von ei- ner ausserordentlichen Uneinsichtigkeit und Unbelehrb arkeit sowie einer Geringschätzung der schweizerischen Rechtsordnung insgesamt zeugt. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführer unter anderem wegen eines Gewaltdelikts im Sinne von Art. 121 Abs. 3 lit. a BV rechtskräftig verurteilt wurde. Aufgrund des Angefü hrten ist sowohl von schweren Delikten, als auch von einem schweren Verschulden des Beschwerdefüh rers auszugehen, woraus sich ein gewichtiges Interesse am Widerruf der Niederlassungsb ewilligung und der Wegeweisung des Beschwerdeführers ergibt. 7.4 Dem genannten öffentlichen Interesse sind die priva ten Interessen des Beschwerde- führers am Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Zunächst ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer seit 2009 nicht mehr straffällig ge worden ist und sich gemäss Urteil des Strafgerichts vom 11. November 2011 anlässlich des Strafver fahrens kooperativ, einsichtig und reuig gezeigt habe. Das Strafgericht hielt dabei fest, dass der Beschwerdeführer den Schritt aus einer Phase der Adoleszenzkriminalität gemacht habe und die Prognose im Urteilszeitpunkt insgesamt nicht negativ sei. Zugunsten des Beschwerdeführers fällt zudem ins Gewicht, dass er sich seit Februar 2010 – aus eigenem Antrieb und ehrena mtlich – regelmässig beim Jugendso- zialwerk F.____ in Gewaltpräventionsprojekten sowie sei t August 2013 bei der Feuerwehr B.____ engagiert. Wie E.____, Mitarbeiter des Jugend sozialwerks F.____, heute anlässlich der Parteiverhandlung bestätigte, habe der Beschwerdeführ er in den vergangenen Jahren extreme Fortschritte gemacht. Der Beschwerdeführer sei selbstkritisch und nehme ihnen im Jugendsozi- alwerk viel Arbeit ab. Unter anderem arbeite er einen neuen Arbeitnehmer ein und wirke bei Gewaltpräventionsprojekten mit. Pro Jahr leiste der Be schwerdeführer rund 30-40 Stunden Ar- beit für das Jugendsozialwerk F.____. D.____, Vorgesetzter des Beschwerdeführers bei dessen Arbeitgeber, äusserte sich an der heutigen Verhandlung dahingehend, dass der Beschwerde- führer ein ruhiger und gewissenhafter Arbeiter sei, d er sich ohne Probleme ins Team einfügen könne. Er sei zuverlässig und habe zudem ein Interesse an Weiterbildung, was vom Arbeitge- ber unterstützt werde. Es gebe insgesamt nichts Negati ves zu sagen über den Beschwerdefüh- rer. Im Lichte dieser Aussagen erscheinen die sehr posit iven Berichte verschiedener Stellen (Verein G.____, Sozialberatung B.____, Vollzugsstelle E lectronic Monitoring und Kompetenz- zentrum H.____) betreffend den Beschwerdeführer – entg egen der Ansicht des Regierungsra- tes – weder einseitig noch an Objektivität mangelnd. V ielmehr erscheint aufgrund der genann- ten Umstände der vom Beschwerdeführer geltend gemacht e Gesinnungswandel als glaubwür- dig – dies auch in Berücksichtigung des Umstandes, wonach die strafrechtliche Probezeit für die mit Urteil 11. November 2011 ausgesprochene beding te Strafe noch bis November 2014 läuft. Die Bemühungen des Beschwerdeführers, ein gereg eltes und konfliktfreies Leben zu füh- ren, sind mithin als ernsthaft und erfolgreich zu bezeic hnen. Auch wenn in fremdenpolizeilicher Hinsicht mit Blick auf das im Vordergrund stehende Intere sse der öffentlichen Ordnung und Si- cherheit ein strengerer Beurteilungsmassstab zum Tragen kommt als im strafrechtlichen Sank- tionenrecht (Urteil des BGer 2C_218/2011 E. 3.3.1; B GE 120 Ib 129 E. 5b), ist aufgrund der genannten Umstände vorliegend – entgegen der Ansicht de s Regierungsrates – von einer aus- sergewöhnlich positiven Legalprognose auszugehen. Dieser L egalprognose kommt zwar aus- serhalb des Geltungsbereichs des Freizügigkeitsabkommen s keine zentrale Bedeutung zu (Ur- teile des BGer 2C_331/2010 vom 16. September 2010 E . 3.3 und 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 3.3.1; vgl. auch BGE 130 II 176 E. 4.2), sie ist aber auch in Fällen von Drittstaatsange- hörigen im Rahmen der Interessenabwägung mitzuberücksichti gen (vgl. Urteil des BGer 2C_296/2011 vom 25. August 2011 E. 3.3). Dabei ist zu beachten, dass eine günstige Legal- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht prognose bei einem schweren Verschulden der ausländischen Person regelmässig nur geringe Auswirkungen auf die Interessenabwägung hat, da im Zusam menhang mit Gewaltdelikten selbst ein relativ geringes Restrisiko nicht hingenommen werden muss (Urteile des BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5 und 2C_477/2008 vom 24. Februar 2009 E. 2.3, mit Hinweis). Im vorliegenden Fall ist jedoch von einem äuss erst geringen Restrisiko auszugehen, muss dem Beschwerdeführer doch aufgrund des Angeführten eine aussergewöhnlich gute Prognose attestiert werden. Dieser Umstand rechtfertigt es, nach Ansicht der Mehrheit der Kan- tonsrichter, der Legalprognose im Rahmen der Interessen abwägung grosses Gewicht beizu- messen. 7.5 Dem Beschwerdeführer ist weiter darin beizupflichte n, dass die Niederlassungsbewilli- gung aufgrund seiner langen Aufenthaltsdauer nur mit Zurückhaltung widerrufen werden soll. Auch wenn es sich bei ihm nicht um einen Ausländer der zw eiten Generation handelt, so gilt es trotzdem zu berücksichtigen, dass er sich seit rund 19 Jahre n in der Schweiz aufhält, wobei er die prägenden Kindes- und Jugendjahre grossmehrheitlich hier verbracht hat. In Bezug auf sei- ne Person ist schon alleine aufgrund der langen Aufe nthaltsdauer von gewichtigen privaten In- teressen an einem Verbleib in der Schweiz auszugehen. S eine Integration in der Schweiz kann sodann trotz der bis ins Jahr 2009 wiederholten Delinq uenz als gelungen bezeichnet werden. Hierzu ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer fliessen d deutsch spricht, beruflich bestens integriert ist, auch wenn er keine Tätigkeit ausübt, d ie aus wirtschaftlicher oder arbeitsmarktli- cher Sicht einen Aufenthalt rechtfertigt, und sich im Rahmen von Gewaltpräventionsprojekten in erheblichem Masse ehrenamtlich und aus eigenem Antrieb engagiert (vgl. E. 7.4). 7.6 Ebenfalls zugunsten des Beschwerdeführers ist beachte n, dass für ihn eine Rückkehr nach Bosnien-Herzegowina mit beträchtlichen Nachteilen verbunden wäre. Dies aber nicht des- halb, weil – wie der Beschwerdeführer geltend machte – eine Rückkehr nach Bosnien- Herzegowina zu einem Wiederaufleben der im Rahmen de r Flucht aus seinem Heimatland er- lebten Traumatisierung führen könnte oder weil er sich vor Übergriffen seitens früherer Gegner seines Vaters – welcher im Bosnien-Krieg getötet worden sei – und dessen Familie fürchtet. Dem Beschwerdeführer ist diesbezüglich nämlich entgege n zu halten, dass er in den letzten Jahren regelmässig seine Ferien im Heimatland verbracht e und er sich dabei offensichtlich we- der traumatisiert noch bedroht fühlte. Dementsprechend bestätigte der Beschwerdeführer an- lässlich der Verhandlung vom 6. November 2013, dass er in seinem Heimatland noch nie konk- ret bedroht worden sei. Beträchtliche Nachteile einer R ückkehr nach Bosnien-Herzegowina ergäben sich demgegenüber insbesondere aus dem Umstand, wonach sich der Lebensmittel- punkt des Beschwerdeführers nach einem Aufenthalt von ru nd 19 Jahren eindeutig in der Schweiz befindet. Auch hat er seit seiner Einreise viele soziale Beziehungen zur Schweiz ge- knüpft, die er im Falle eine Wegweisung verlieren wür de. Seine Mutter, ein Bruder sowie weite- re Verwandte leben hier. In Bosnien-Herzegowina wohn t demgegenüber bloss noch seine be- tagte Grossmutter. Die Schweiz und das hiesige familiäre Umfeld verlassen zu müssen, würde ihn und sein familiäres Umfeld hart treffen. Ebenso von Belang ist der Umstand, dass er über eine feste Arbeitsstelle verfügt, die ihm neben einem gesicherten Einkommen auch berufliche Entwicklungsperspektiven bietet, welche er bei einer Wegweisung verlieren würde. Zusammen- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht fassend ist von einem sehr gewichtigen privaten Interess e des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz auszugehen. 7.7 Gestützt auf die vorstehenden Überlegungen überwie gt im vorliegenden Fall – nach überwiegender Meinung des Kantonsgerichts – das privat e Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz das öffentliche Inter esse am Widerruf der Niederlassungsbe- willigung und der Wegweisung des Beschwerdeführers, wob ei insbesondere die lange Aufent- haltszeit und die gute Integration des Beschwerdeführer s in der Schweiz sowie die ausserge- wöhnlich gute Legalprognose ins Gewicht fallen. Ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen damit verbundene Wegwei sung wären demnach unver- hältnismässig. Die Frage, ob es eine mildere Massnahme a ls die verfügte gegeben hätte, kann demnach offen gelassen werden und die Beschwerde ist gutzuheissen. 8.1 Im Folgenden ist noch über die Kosten zu entsche iden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichts- gebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der un- terliegenden Partei auferlegt. Den Vorinstanzen bzw. kantonalen Behörden oder Gemeinden werden gemäss § 20 Abs. 3 VPO – abgesehen vom hier nicht interessierenden Ausnahmefall von § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auferlegt. Da vorliegend der Regierungsrat un- terlegen ist, werden folglich keine Verfahrenskosten er hoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzubezahlen. Was im Übrigen die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens anbelangt, so ist die Angelegenheit zu deren Neuverle- gung an den Regierungsrat zurückzuweisen. 8.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der obsiegenden Partei fü r den Beizug eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zugesprochen werden. Ge stützt darauf hat der Re- gierungsrat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor K antonsgericht – basierend auf der Honorarnote des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 18. Februar 2014 – eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 10'121.25 (inkl. Auslagen und 8% MWSt) zu bezahlen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Koste n des vorinstanzli- chen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-La ndschaft zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der gele istete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- wird dem Beschwerdef ührer zurück- bezahlt. 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat de m Beschwerde- führer für das Verfahren vor Kantonsgericht eine Partei entschädigung in der Höhe von Fr. 10'121.25 (inkl. Auslagen und 8% MWSt) zu bezahlen. Vizepräsident Gerichtsschreiber Vermerk eines allfälligen Weiterzugs