Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 31. Juli 2014 (725 14 15 / 181) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Leistungseinstellung rechtmässig; Die Behandlung des verunfallten Knies ist abge- schlossen Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Vijitha Schniepper- Muthuthamby Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Monica Armesto , Adv o- katin, indemnis, Spalenberg 20, 4001 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Die 1971 geborene A.____ bezog seit 22. Septembe r 2009 Arbeitslosenentschädigung und war durch die Öffentliche Arbeitslosenkasse Bas elland bei der Schweizerischen Unfallver- sicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Fo lgen von Unfällen versichert. Gemäss den Angaben in der "Bagatellunfall-Meldung UVG für arbe itslose Personen" war die Versicherte am 3. April 2011 (recte: 26. April 2011) mit dem Fuss eingeknickt als sie auf den Bus hatte springen wollen. Dabei hatte sie sich am Knie verletzt. Anlä sslich der ärztlichen Erstbehandlung vom Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 27. April 2011 diagnostizierte Dr. med. B.____, Inner e Medizin FMH, mit Arztzeugnis vom 11. Juli 2011 eine Kniegelenkdistorsion links bei Fehltr itt. Anschliessend folgten Untersuchun- gen in der Klinik C.____ sowie eine MRI-Abklärung im I nstitut D.____. Das MRI zeigte eine ausgedehnte trianguläre Rissbildung des lateralen Men iskus auf. Am 15. Juni 2011 fand in der Klinik C.____ eine Knie-Arthroskopie links mit lateraler Teilmeniscektomie statt. Nachdem die SUVA in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Heilkoste n, Taggelder) für die Folgen dieses Unfalls erbracht hatte, stellte sie mit Verfügung vom 20 . September 2013 die Heilkosten per 30. Juni 2013 und die Taggelder per 30. September 20 13 ein. Dies begründete die SUVA da- mit, dass die Behandlung des linken Kniegelenkes per En de Juni 2013 abgeschlossen sei und dass keine Funktionseinschränkungen mehr bestehen würden. Die geklagten Rückenbe- schwerden stünden in keinem Zusammenhang mit dem Unfal l vom 26. April 2011 und es be- stehe keine adäquate Kausalität zwischen dem Unfall und d en psychogenen Störungen. Daran hielt die SUVA auch auf Einsprache der Versicherten h in mit Entscheid vom 26. November 2013 fest. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin M onica Armesto, am 15. Januar 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, A bteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, in Aufhebung d es angefochtenen Einspracheentscheids sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr ab dem Einstellungsdatum die gesetzlichen Leistungen zu erbringen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung mi t Advokatin Armesto als unentgeltliche Rechtsvertreterin. C. Mit Schreiben vom 21. Januar 2014 reichte die Besch werdeführerin dem Kantonsgericht eine Verfügung der Sozialhilfebehörde E.____ vom 29. November 2013 ein. D. Die SUVA beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 3. März 2014 die Abweisung der Beschwerde. E. Mit Eingabe vom 25. März 2014 reichte die Beschwerd eführerin einen Bericht des Spi- tals F.____ vom 17. März 2014 ein. Gestützt darauf beantragte die Beschwerdeführerin die Sis- tierung des Verfahrens, um die bildgebenden Befunde u nd das weitere Vorgehen durch das Spital F.____ abzuwarten. F. Das Kantonsgericht wies den Sistierungsantrag mit V erfügung vom 3. Juni 2014 ab, da einerseits die SUVA mit dem Sistierungsantrag nicht ei nverstanden sei und andererseits keine zwingenden Gründe für eine Sistierung vorliegen würden. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in E.____, weshalb die ö rtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die form- und fristgerecht erhobe- ne Beschwerde vom 15. Januar 2014 ist somit einzutreten. 2. Materiell strittig und zu prüfen ist die Frage, ob die Versicherte über den 1. Juli 2013 bzw. 1. Oktober 2013 hinaus Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversiche- rung hat. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheides vom 26. November 2013 entwickelt ha t. Dieser Zeitpunkt bildet recht- sprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Übe rprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre- chend gekürzt (Art. 17 Abs. 1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod de r versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Inva lidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist. Der Rentenanspru ch entsteht, wenn von der Fortset- zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver- sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfälli ge Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Ren tenbeginn fallen die Heilbehand- lung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung d er körperlichen, geistigen oder psychi- schen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Ans pruch auf eine angemessene Integri- tätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente f estgesetzt oder, falls kein Rentenan- spruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Inva- lidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ei n adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne de s natürlichen Kausalzusammenhangs Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahu ng des natürlichen Kausalzusam- menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allein ige oder unmittelbare Ursache gesund- heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende E reignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität de r versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werde n kann, ohne dass auch die eingetre- tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen ei- nem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen S törung ein natürlicher Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechts anwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr ob liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin- den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genü gt für die Begründung eines Leis- tungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der e rforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicher ers erst, wenn der Unfall nicht die natür- liche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt , wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Die s trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach d em schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder sp äter eingestellt hätte (Status quo si- ne), erreicht ist (Kranken- und Unfallversicherung - Re chtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenh ang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines G esundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad d er überwiegenden Wahrscheinlich- keit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewi esen sein. Die blosse Möglichkeit nun- mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfa lles genügt nicht. Da es sich hier- bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, lie gt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (So zialversicherungsrecht – Recht- sprechung [SVR] 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Bewe is des Wegfalls des Kausalzusammen- hangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Bewei s zu verlangen, dass kein Gesund- heitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nu n bei voller Gesundheit sei. Ent- scheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeu- tung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil d es Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 4. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Be urteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bereich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewie- sen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügun g zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismi ttel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterl agen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf e s bei einander widersprechen- den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf di e eine und nicht auf die andere medi- zinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eine s Arztberichtes ist demnach ent- scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinische n Zusammenhänge und in der Beur- teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5. Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Beschwerde fest , dass sie stets unter Beschwerden am linken Knie leide. Wie bereits nach den ersten beide n Arthroskopien hätten sich die Be- schwerden zunächst verbessert und anschliessend wieder versch lechtert. Die Behandlung im Spital G.____ habe sich aufgrund der überlagerten Rück enbeschwerden und den psychischen Beschwerden auf den Rücken und die Psyche konzentriert, obwohl sie die Ärzte auf die nach wie vor bestehenden Kniebeschwerden links hingewiesen hab e. Der Hausarzt Dr. med. H.____ habe der SUVA telefonisch mitgeteilt, dass sie noch über Beschwerden am linken Knie klage. Es sei weder eine kreisärztliche Untersuchung durchgeführt noch anderweitig die geklagten Kniebeschwerden abgeklärt worden. Die SUVA habe sich le diglich darauf abgestützt, dass die Behandlung bei Dr. med. I.____ zwischenzeitlich abgeschlo ssen sei. Zu Dr. I.____ sei sie nicht mehr gegangen, da die stationäre Rehabilitation im Spital G.____ vorgesehen gewesen und sie deshalb davon ausgegangen sei, dass sie dort interdiszipl inär behandelt werde. Im Dezember 2013 sei ein neues MRI des linken Knies vorgenommen word en. Die entsprechenden Bilder werde sie mit dem Hausarzt im Januar 2014 besprechen. Die Befunde lägen ihr aber noch nicht vor. Nach wie vor habe sie Beschwerden am linken Knie, w elche zwar durch die unfallfremden Rückenbeschwerden und psychischen Beschwerden überlagert sei en, jedoch klar abgrenzbar seien und zu einer Arbeitsunfähigkeit sowie Behandlungs bedürftigkeit führen würden. Der Fall- abschluss durch die SUVA sei deshalb zu früh erfolgt. S ie hätte nochmals kreisärztlich unter- sucht werden müssen. Mit Ihrer Eingabe vom 25. März 2014 reicht die Beschwerdeführerin ei- nen Bericht des Spitals F.____ vom 17. März 2014 ein. Da raus könne entnommen werden, dass sie noch immer unter behandlungs- und abklärungsbed ürftigen Beschwerden am linken Knie leide und dass eine MRI-Untersuchung sowie weiter e Röntgenuntersuchungen durchge- führt worden seien. 6. Vorweg ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde die Leis- tungspflicht der SUVA damit begründet, dass nach wie vor Kniebeschwerden links bestünden. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sie anerkennt, dass die Rückenbeschwerden und die psychische n Beschwerden unfallfremd sind. Gestützt darauf ist nachfolgend ein Leistungsanspru ch lediglich im Zusammenhang mit dem linken Knie zu prüfen. 7.1 Dr. I.____ von der Klinik J.____ führte sechs Wochen nach einer dritten Arthroskopie vom 7. Mai 2013 eine Kontrolle durch. Er hielt im Ber icht vom 20. Juni 2013 einen sehr erfreuli- chen Heilungsverlauf des linken Kniegelenkes fest. Es lieg e ein reizloses Knie vor, ohne Er- guss, mit vollständiger Normalisierung der Bewegungsaussc hläge und ohne Meniskuszeichen medial und lateral bei guter Gelenksstabilität. Zudem hielt Dr. I.____ fest, dass eine weitere Kontrolle des Knies durch ihn nicht mehr vorgesehen sei. 7.2 Dr. med. K.____ des Spitals G.____ legte seinem S chreiben vom 2. September 2013 einen Austrittsbericht der Versicherten vom 15. August 20 13 bei und hielt fest, dass der Spital- aufenthalt vom 25. Juli 2013 bis 10. August 2013 nich t als Rehabilitation durchgeführt worden sei. Es habe sich beim Aufenthalt um eine akute Spitalbe dürftigkeit gehandelt. Dies sei auf- grund kombinierter Beschwerden gemäss den Diagnosen 1 u nd 2 des Austrittsberichts erfolgt. Als Diagnosen 1 und 2 wurden im Austrittsbericht ein ch ronisches lumboradikuläres Reizsyn- drom L5 rechts sowie eine mittelgradige bis schwere depr essive Episode genannt. Als dritte Diagnose wurde ein Status nach Kniedistorsion festgehalten. 7.3 Auf die Berichte von Dr. I.____ und Dr. K.____ st ützte sich der Kreisarzt Dr. med. L.____, Facharzt für Chirurgie. In seinem Bericht vom 5. November 2013 hielt Dr. L.____ fest, dass die Behandlung des linken Kniegelenkes aus medizinisch er Sicht abgeschlossen sei und eine weitere Behandlung aktuell keine Verbesserung me hr bringe. Deutlich im Vordergrund stünden die unfallfremden lumbalgieformen Beschwerden sowie die psychiatrische Symptoma- tik. 7.4 Die SUVA stützte sich im angefochtenen Einspracheents cheid vom 26. November 2013 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes der Versich erten auf die Beurteilung des Kreis- arztes Dr. L.____ und hielt an ihrer Leistungseinstellung fest. 8.1 Gemäss Bericht von Dr. I.____ vom 20. Juni 2013 ha t sich das Kniegelenk gut erholt und die Behandlung war diesbezüglich abgeschlossen. Eine weitere Kontrolle war nicht mehr vorgesehen gewesen. Der Aufenthalt im Spital G.____ erfolgte gemäss Schreiben von Dr. K.____ vom 2. September 2013 nicht aufgrund des Kn ies, sondern aufgrund der Rücken- problematik sowie aufgrund des psychischen Zustandes. Im ent sprechenden Austrittsbericht vom 15. August 2013 wurde der Status nach Kniedistorsion als Nebendiagnose aufgeführt, aber in den Ausführungen wurde kein Bezug mehr zum Knie g enommen. Gestützt darauf sowie ge- stützt auf den Bericht von Dr. L.____ vom 5. November 2013 ist nicht zu beanstanden, dass die SUVA die Behandlung des linken Kniegelenks per Ende Juni 2013 als abgeschlossen erachtet und demzufolge ihre Leistungen eingestellt hat. Im Ze itpunkt der Einstellung per 1. Juli 2013 (Heilkosten) bzw. 1. Oktober 2013 (Taggelder) sind keine Hinweise vorhanden, dass weitere medizinische Massnahmen erforderlich gewesen wären. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Nichts zu ihren Gunsten ableiten kann die Beschwerdef ührerin dem Bericht des Spitals G.____ vom 26. November 2013. Diesem Bericht ist zu en tnehmen, dass am 25. November 2013, einen Tag vor Erlass des Einspracheentscheides, bei der Beschwerdeführerin eine MRI- Untersuchung durchgeführt wurde. Beim Kniegelenk recht s bestünden unauffällige Verhältnis- se. Beim Kniegelenk links bestehe eine Restergussbildung b ei Zustand nach Meniskektornie lateral im Intermetier- und Hinterhornbereich sowie eine geringe Aufrauhung des Knorpels im medialen Kompartiment mit weitgehend erhaltener Kno rpeldicke. Dieses MRI wurde zuhanden des Hausarztes erstellt, welcher jedoch keine Stellung da zu nahm. Der Kreisarzt Dr. L.____ hielt in seiner Beurteilung vom 11. Februar 2014 fest, dass dieses MRI keine neuen Erkenntnis- se liefere. Der beschriebene Resterguss erfordere keine spe zielle Behandlung, sodass nach wie vor die Behandlung des linken Kniegelenkes am 30. Juni 2013 als abgeschlossen gelte. 8.3 In der Beschwerde hielt die Beschwerdeführerin fest , dass im Dezember 2013 ein neues MRI des linken Knies erstellt wurde. Den entsprechenden Bericht wollte die Beschwerdeführerin nach Erhalt dem Kantonsgericht weiterleiten. Dies ist bis heute jedoch nicht erfolgt. Vielmehr reichte die Beschwerdeführerin am 25. März 2014 einen Bericht des Spitals F.____ vom 17. März 2014 ein. Darin wird Bezug zur orthopädischen Behandlung vom 13. Februar 2014 genommen. Die Versicherte klage über Dauerschmerzen im linken Knie. Vom klinischen Befund her würden sich reizlose Narbenverhältnisse nach mehrmaliger Arthroskopie zeigen. Im Bereich des Kniegelenkes finde sich eine ubiquitäre Druckdolenz mit Punctum maximum anterolateral im Bereich des Kniegelenkspaltes. Die Meniskuszeichen seien fraglich. Das vordere und das hintere Kreuzband würden stabil wirken. Das Spital F._ ___ geht davon aus, dass der aktuell klinische Befund allenfalls einen Zusammenhang mit dem U nfall vom 26. April 2011 haben könnte. Es werde eine weitere Röntgenuntersuchung sowi e eine erneute MRI-Untersuchung in die Wege geleitet. Deshalb könne im Moment noch nicht ausgesagt werden, ob eine erneute Operation stattfinden werde. Dieser Bericht des Spital s F.____ nimmt Bezug auf eine Behand- lung vom 12. Februar 2014 und beurteilt somit die gesu ndheitlichen Verhältnisse nach Erlass des Einspracheentscheides vom 26. November 2013. Der Zeit punkt des Einspracheentschei- des bildet die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. E. 2 hiervor), sodass der Bericht des Spitals F.____ vom 17. März 2014 vorliegend nicht berücksichtigt werden kann. Ohnehin sind die Ausführungen im Bericht sehr allgeme in gehalten, weshalb sie nicht geeignet sind, die durch die SUVA verfügte Leistungseinstellung in Zweifel zu ziehen. 9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die SUVA berecht igt war, die für die Folgen des Unfallereignisses vom 26. April 2011 erbrachten Leist ungen per 1. Juli 2013 bzw. 1. Oktober 2013 einzustellen. Die gegen den betreffe nden Einspracheentscheid vom 26. November 2013 erhobene Beschwerde ist demnach als unbegründet abzuweisen. Bei allfäl- lig neu auftretenden Beschwerden hat die Beschwerdefüh rerin die Möglichkeit, diese als Rück- fallbeschwerden anzumelden. 10. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegend e Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11.1 Die Beschwerdeführerin beantragte die Bewilligu ng der unentgeltlichen Verbeistän- dung mit Advokatin Armesto als unentgeltliche Rechtsvertr eterin. Gemäss Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG wird der Beschwerde führenden Person, wo die Ver hältnisse es rechtfertigen, ein unent- geltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Gemäss Rechtsprechung ist die unentgeltliche Verbeistän- dung im kantonalen Beschwerdeverfahren zu bewilligen, we nn der Prozess nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und die anw altliche Verbeiständung notwendig oder doch geboten ist (vgl. Urteil des EVG vom 7. Juli 2003, U 356/02, E. 3.1; R UMO -JUNGO , a.a.O., S. 451 mit Hinweisen auf BGE 100 V 62 E. 3 und 98 V 117 E. 2; vgl. auch UELI KIESER , ATSG- Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 61 Rz. 104). Der am 21. Januar 2014 ein- gereichten Verfügung der Sozialhilfebehörde E.____ zu folge wird die Beschwerdeführerin seit 1. November 2013 durch die Sozialhilfe unterstützt. Der en Bedürftigkeit ist damit für das vorlie- gende Verfahren ohne Weiteres nachgewiesen, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Verbei- ständung zu bewilligen ist. Demzufolge ist die Rechtsver treterin für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarif ordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 (in der bis Ende 20 13 anwendbaren Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 18 0.-- pro Stunde bzw. Fr. 200.-- pro Stun- de (gemäss der seit Januar 2014 anwendbaren Fassung). Di e Rechtsvertreterin der Beschwer- deführerin hat in ihrer Honorarnote vom 3. Juli 201 4 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 15 Stunden und 20 Minuten (inkl . Studium des Urteils und Nachbespre- chung mit Klientin, welche zu entschädigen ist; vgl. dazu: Urteil des Kantonsgerichts [KGSV] vom 31. Januar 2013, 720 11 192) sowie Auslagen von 109 .90 ausgewiesen. Dieser Aufwand erweist sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen innerhalb des Rahmens des Angemessenen, wenn auch am ob eren Rand. Der Rechtsvertrete- rin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'391.10 (1 Stunde und 50 Minuten à Fr. 180.-- + 13 Stunden und 30 Minuten à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 109.90 zuzüglich 8% Mehrwert- steuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.2 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2011 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird gu tgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘391.10 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.