B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-987/2023 U r t e i l v o m 3 0 . M ä r z 2 0 2 3 Besetzung Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, mit Zustimmung von Richter William Waeber; Gerichtsschreiber Matthias Schmutz. Parteien A._______, geboren am (…), Afghanistan, vertreten durch MLaw Emélie Dunn, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des SEM vom 13. Februar 2023 / N (…). D-987/2023 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer suchte am (…) in der Schweiz um Asyl nach. Auf dem Personalienblatt gab er an, er sei am (…) geboren. A.b Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck -Datenbank (Euro- dac) ergab, dass er am (…) in Bulgarien und am (…) in Österreich um Asyl ersucht hatte. A.c Am 2. Dezember 2022 ersuchte das SEM die österreichischen und die bulgarischen Behörden um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers ge- mäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europä- ischen Parlaments und d es Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü- fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zustä ndig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). Die bulgarischen Behörden hiessen das Er- suchen am 14. Dezember 2022 gut, während die österreichischen Behör- den das Ersuchen mit Schreiben vom 16. Dezember 2022 ablehnten. A.d Am 2. Dezember 2022 führte das SEM eine Erstbefragung (Erstbefra- gung unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender [EB UMA]) durch. Dabei hielt der Beschwerdeführer an seinem bisher angeführten Geburtsdatum vom (…) fest. A.e Er reichte am 6. Dezember 2022 eine Tazkira und eine Geburtsur- kunde (je ein Foto und eine Kopie) zu den Akten. A.f Das am (…) am Institut für Rechtsmedizin der Universität B._______ erstellte Altersgutachten (körperliche, radiologische und zahnärztliche Un- tersuchung/Beurteilung) zur Altersbestimmung ergab zum Zeitpunkt der Untersuchung ([…]) ein Mindestalter des Beschwerdeführers von (…) Jah- ren. Das vom Beschwerdeführer angegebene Alter von (…) Jahren und (…) Monaten sei mit den erhobenen Befunden nicht zu vereinbaren. Er habe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das 18. Lebensjahr vollendet und die Volljährigkeit erreicht. A.g Am 7. Januar 2023 gewährte das SEM dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zum Ergebnis des Altersgutachtens, zu Zweifeln an seiner vorgebrachten Identität und zur beabsichtigten Anpassung des Geburtsda-D-987/2023 Seite 3 tums auf den (…) im Zentralen Migrationsinformationssystems (ZEMIS) so- wie zu einer allfälligen Zuständigkeit Bulgariens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens und zu einer allfälligen Wegweisung nach Bulgarien. A.h In der Stellungnahme vom 16. Januar 2023 hielt der Beschwerdeführer am Geburtsdatum vom (…) fest und machte geltend, er habe – angesichts seiner Umstände – schlüssige Angaben zu Geburtsdatum und Alter ge- macht. Zudem werde im Altersgutachten festgehalten, dass sich die Voll- endung des 18. Lebensjahres nicht mit der notwendigen Sicherheit bele- gen lasse, das Vorliegen der Minderjährigkeit hingegen möglich sei. Ohne- hin sei die Altersschätzung lediglich als Schätzung zu behandeln. Insge- samt sei das Altersgutachten nicht als Indiz für eine Volljährigkeit zu wer- ten. Zudem habe er sein angegebenes Alter mit Fotos seiner Tazkira sowie seiner Geburtsurkunde belegen können. Zu einer allfälligen Wegweisung nach Bulgarien machte der Beschwerdeführer geltend, er habe mehrmals versucht, von der Türkei nach Bulgarien zu gelangen. Bei jedem geschei- terten Versuch sei er durch die bulgarische Grenzpolizei misshandelt wor- den, davon trage er überall Narben am Körper. In Bulgarien sei er wie ein Tier behandelt worden, habe nichts zu essen bekommen und sei andau- ernd geschlagen worden. Es erstaune, dass die Narben, die klar ersichtlich seien, im IRM-Bericht nicht erwähnt worden seien. A.i Am 9. Februar 2023 wurde das Mutationsformular für eine neue Haupti- dentität des Beschwerdeführers im ZEMIS mit dem Geburtsdatum (…) (mit einem Bestreitungsvermerk) erfasst. A.j Gleichentags informierte das SEM den Beschwerdeführer, dass das Geburtsdatum mit einem Bestreitungsvermerk im ZEMIS angepasst wor- den sei, seine bisherigen Identitätsangaben als Zweitidentität aufgeführt würden, er für die nächsten Verfahrensschritte, namentlich das Dublin-Ver- fahren, als volljährige Person behandelt werde und eine beschwerdefähige Verfügung zur Altersanpassung folgen werde. A.k Mit E -Mail vom (…) informierte die Pflege des Bundesasylzentrums (BAZ) B._______ die Vorinstanz, es seien ihnen keine gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers bekannt und dieser – abgesehen von einem Besuch wegen einer Erkältung – keinen Kontakt zu ihnen aufge- nommen habe. D-987/2023 Seite 4 B. Mit Verfügung vom 13. Februar 2023 trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Be- schwerdeführers nicht ein, ordnete die Wegweisung aus der Schweiz nach Bulgarien an, forderte den Beschwerdeführer auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen , und beauftragte den Kanton C._______ mit dem Vollzug der Wegweisung. Zudem stellte es fest, der (…) sei mit Bestreitungsvermerk als Geburtsdatum des Be- schwerdeführers im ZEMIS registriert worden. Schliesslich stellte es fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschie- bende Wirkung zu und verfügte die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis. C. Der Beschwerdeführer focht die Verfügung des SEM vom 13. Februar 2023 mit Beschwerde vom 20. Februar 2023 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er beantragt, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) anzu- passen. Zudem sei die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzu- treten und in der S chweiz ein materielles Asylverfahren durchzuführen . Eventualiter sei die Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In formeller Hin- sicht beantragt er, im Sinne einer superprovisorischen Massnahme sei die Vorinstanz anzuweisen, bis zur Rechtskraft der Verfügung seine Persona- lien im ZEMIS gemäss seinen Angaben festzuhalten und ihn für die Zeit des hängigen Beschwerdeverfahrens in den Strukturen für UMA unterzu- bringen. Der Beschwerde sei die aufschie bende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörde sei superprovisorisch anzuweisen, bis zur Erteilung der aufschiebenden Wirkung von einer Überstellung nach Bulgarien abzu- sehen. Zudem sei d ie unentgeltliche Prozessführung zu gewähren ( inklu- sive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses). Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung und die Vollmacht vom (…) (beides in Kopie) bei. D. Am 21. Februar 2023 setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der Über- stellung per sofort einstweilen aus. D-987/2023 Seite 5 E. Mit Zwischenverfügung vom 28. Februar 2023 forderte die Instruktionsrich- terin die rubrizierte Rechtsvertreterin auf, den Aufenthaltsort des seit (…) als verschwunden geltenden Beschwerdeführers innert gesetzter Frist be- kanntzugeben und eine aktuelle, von ihm unterzeichnete Erklärung einzu- reichen, aus welcher ein aktuelles Rechtsschutzinteresse hervorgehe. F. Mit Schreiben vom 15. März 2023 hielt der Beschwerdeführer innert er- streckter Frist an seiner Beschwerde fest und teilte seinen Aufenthaltsort mit. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der R egel – und so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh- rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. Über das Begehren auf Änderung des im ZEMIS vermerkten G eburtsda- tums auf den (…) ist nicht im vorliegenden Dublin -Verfahren zu entschei- den. Es ist im Nachgang ein separates Verfahren unter der Geschäfts-Nr. D-1009/2023 zu führen (vgl. Urteil des BVGer D-2765/2021 vom 21. Juni 2021 E. 2). D-987/2023 Seite 6 3. 3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs- weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt wird, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Be gründetheit hin zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer- deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 5. 5.1 Der Beschwerdeführer erhebt in seiner Beschwerde formelle Rügen, die vorab zu prüfen sind, da sie allenfalls dazu geeignet sein könnten, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2). 5.2 Der Beschwerdeführer rügt Verletzungen der Untersuchungspflicht so- wie der Begründungspflicht und damit den Anspruch auf rechtliches Gehör durch die Vorinstanz. So habe sich das SEM mit textbausteinartigen Aus- führungen und ohne eine individuelle Prüfung vorzunehmen auf den Stand- punkt gestellt, dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gebe, dass das Asyl- und Aufnahmeverfahren in Bulgarien Schwachstellen auf- weise oder dass er bei einer Überstellung gravierenden Menschenrechts- verletzungen ausgesetzt würde. Seine Vorbringen, dass er Push-Backs er- lebt habe, von der Polizei geschlagen worden sei und Narben davongetra- gen habe, dass er mangelhaft verpflegt worden und weder nach seinem Alter befragt worden sei noch in irgendeiner Form eine Rechtsbelehrung stattgefunden habe, seien weder geprüft noch gehört worden. Weiter habe D-987/2023 Seite 7 sich das SEM nicht mit den aktuellen Berichterstattungen über die Situation in Bulgarien, den aktuellen Bundesverwaltungsgerichts - und EuGH -Ent- scheiden und auch nicht mit der Lage in Bulgarien in Bezug auf den Ukrai- nekrieg auseinandergesetzt. 5.3 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieser Anspruch umfasst als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Stand- punkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung an- gemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begrün- dung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.H.). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach- verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver- haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach- verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Ver- waltungsverfahren und Verwaltungsrechtsp flege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 5.4 Das SEM hat in seiner Verfügung nachvollziehbar und in Einklang mit der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Hin- weis in der angefochtenen Verfügung auf das Urteil F -4005/2022 vom 1. November 2022), die sich einlässlich mit der aktuellen Berichterstattung und mit der Lage in Bulgarien in Bezug auf den Ukrainekrieg auseinander- setzt (vgl. unten E. 8.2), begründet, aus welchen Überlegungen es auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist. Der Umstand, dass es die Lage in Bulgarien anders einschätzt als vom Beschwerdeführer vertreten, spricht nicht für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung oder eine Verletzung der Begründungspflicht. Anlässlich der Begründung ist es – zumindest im Wesentlichen – auf die Aussagen des Beschwerde- führers zu seinen Erlebnissen in Bulgarien eingegangen (vgl. angefoch- tene Verfügung vom 13. Februar 2023 Ziff. II). Der Umstand, dass die Vo- rinstanz nicht jedes Detail der Vorbringen bei der Begründ ung des Ent-D-987/2023 Seite 8 scheids ausdrücklich erwähnt respektive die geltend gemachten Vorbrin- gen anders gewichtet hat als der Beschwerdeführer, ist nicht als Verletzung des rechtlichen Gehörs zu werten. Die Kritik des Beschwerdeführers tan- giert denn auch im Wesentlichen materielle und nicht formelle Aspekte. 5.5 Dem Gesagten zufolge erweisen sich die formellen Rügen als unbe- gründet. Der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung ist abzuweisen. 6. 6.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG). 6.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu- ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, s obald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre Anknüpfungs- punkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 2 Dublin - III-VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf internationa- len Schutz gestellt hat. Unbegleitete Minderjährige sind vom Wiederauf- nahmeverfahren ausgenommen (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, Dublin-III-VO, Wien 2014, Kap. 15 f. zu Art. 8). 7. 7.1 Ein Abgleich mit de r europäischen Fingerabdruck -Datenbank (Euro- dac) ergab, dass der Beschwer deführer am (…) in Bulgarien um Asyl er- sucht hatte. Das SEM ersuchte deshalb die bulgarischen Behörden am 2. Dezember 2022 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers. Nachdem die bulgarischen Behörden das Ersuchen am 14. Dezember 2022 akzep- tiert haben, ist die staatsvertragliche Zuständigkeit Bulgariens grundsätz- lich gegeben. 7.2 7.2.1 Nachdem unbegleitete Minderjährige vom Wiederaufnahmeverfah- ren ausgenommen sind (vgl. E. 6.2 hiervor), bestünde bei Minderjährigkeit des Beschwerdeführers eine der grundsätzlichen Wiederaufnahmezustän- digkeit Bulgariens vorrangige Zuständigkeit der Schweiz. Es ist deshalb zu D-987/2023 Seite 9 prüfen, ob das SEM die dargelegte Minderjährigkeit des Beschwerdefüh- rers zutreffend verneint hat. 7.2.2 Eine geltend gemachte Minderjährigkeit ist von der asylsuchenden Person zu beweisen, soweit ihr ein Beweis möglich ist, und andernfalls we- nigstens glaubhaft zu machen, da sie die Beweislast trägt, auch wenn das SEM die entscheidrelevanten Sachverhalts momente von Amtes wegen festzustellen hat (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.3 m.w.H.; Urteil E-319/2023 vom 24. Januar 2023 E. 5.2.2). 7.2.3 Gemäss BVGE 2018 VI/3 sind von den in der Schweiz angewandten Methoden der medizinischen Altersabklärung nur die Schlüsselbein - res- pektive Skelettaltersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung (nicht je- doch die Handknochenaltersanalyse und die ärztliche körperliche Untersu- chung) zum Beweis der Minder- beziehungsweise Volljährigkeit einer Per- son geeignet. Relevant für die Beurtei lung sind mithin die Ergebnisse be- treffend das festgestellte Mindestalter der Schlüsselbeinanalyse sowie der zahnärztlichen Untersuchung. Medizinische Altersabklärungen stellen – je nach Ergebnis – unterschiedlich zu gewichtende Indizien für das Vorliegen der Minder- respektive Volljährigkeit einer Person dar. Ein starkes Indiz für die Volljährigkeit liegt vor, wenn das Mindestalter bei der Schlüsselbein - respektive Skelettaltersanalyse oder der zahnärztlichen Untersuchung über 18 Jahren liegt und die sich anhand der beiden Analysen ergebenden Altersspannen überlappen (vgl. a.a.O. E. 4. 2.2). Diese Voraussetzungen sind hier erfüllt. Gemäss rechtsmedizinischem Gutachten vom (…) liegt das Mindestalter des Beschwerdeführers bei der Schlüsselbeinanalyse je nach Referenzstudie bei (…) beziehungsweise (…) Jahren und damit über 18 Jahren. Die zahnärztliche Untersuchung ergab ein Mindestalter unter 18 Jahren, wobei d as Gutachten festhält, dass an den Weisheitszähnen ein Mineralisationsstadium zwischen «G» und „H“ festgestellt werden konnte, was einem vollständigen Abschluss des Wurzelwachstums ent- spreche. Es könne daher nur noch ein Mindestalter von (…) respektive (…) Jahren angegeben werden (vgl. act. SEM 1200110-26/6 S. 5). Während bei der Schlüsselbeinanalyse eine mittlere Alterspanne zwischen (…) und (…) Jahren vorliegt, wurde im Rahmen der zahnärztlichen Untersuchung keine konkrete Altersspanne angegeben, weil aufgrund des vollständigen Wurzelwachstums nur noch ein Mindestalter angegeben werden konnte . Aufgrund des Mindestalters im Zusammenhang mit dem vollständigen Wurzelwachstum ist allerdings ersichtlich, dass die Spanne der möglichen Alter (…) respektive (…) Jahre und darüber ist. Die Ergebnisse der beiden Untersuchungen stehen folglich nicht im Widerspruch zueinander und die D-987/2023 Seite 10 beiden Spannen der möglichen Alter überlappen sich (vgl. dazu Urteile des BVGer D-1569/2022 vom 26. Juli 2022 E. 5.5.3 und E -2591/2021 vom 3. August 2021 E. 7.3.5). Damit stellt das Altersgutachten vom (…) ein starkes Indiz für die Volljäh- rigkeit des Beschwerdeführers dar. 7.2.4 Den vom Beschwerdeführer zum Beleg seines Alters eingereichten Dokumenten (Foto und Kopie einer Tazkira sowie Foto und Kopie einer Geburtsurkunde) kann praxisgemäss nur ein geringer Beweiswert beige- messen werden. Dieser wird vorliegend weiter dadurch geschmälert, dass die beiden Dokumente nicht im Original eingereicht wurden. Die beiden Dokumente enthalten keine Sicherheitsmerkmale und können deshalb ein- fach gefälscht werden. Selbst bei Annahme der Echtheit besteht nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts die Möglichkeit, dass die darin enthaltenen zeitlichen Angaben über das Geburtsdatum nicht dem wirklichen Alter entsprechen (vgl. Urtei le des BVGer D-1720/2022 vom 21. April 2022 E. 8.3 und E -3252/2021 vom 2. September 2021 E. 7.4.3). Betreffend die Tazkira ist zudem darauf hinzuweisen, dass die Geburtsda- ten je nach Ausstellungsort unterschiedlich eingetragen werden und die Angabe oft auf einer Einschätzung des Alters aufgrund des Aussehens der Person im Zeitpunkt der Ausstellung basiert (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.2, bestätigt u.a. im Urteil des BVGer D-60/2020 vom 8. Februar 2021 E. 4.3.2). Letzteres ist auch hier der Fall: bei der eingereichten Tazkira er- folgte die Altersangabe aufgrund einer blossen Schätzung anhand des Er- scheinungsbildes des Beschwerdeführers («Er wurde gemäss seinem Aus- sehen […] als (…)jährig geschätzt»; vgl. act. SEM 1200110-19/1). Vor die- sem Hintergrund kommen der Tazkira und der Geburtsurkunde nur geringe Beweiskraft zu. 7.2.5 Entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung ver- mag auch das Aussageverhalten des Beschwerdeführers das Gericht nicht von seiner Minderjährigkeit zu überzeugen. Seinen vagen Ausführungen zufolge – insbesondere konnte der Beschwerdeführer seine Biografiean- gaben nicht in einen zeitlichen Kontext bringen (vgl. act. SEM 1200110 - 18/12) – fehlt der Detaillierungsgrad, welcher die Aussagen überprüfbar und glaubhaft machen würde. D-987/2023 Seite 11 7.2.6 Die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Alter und die einge- reichten Beweismittel sind somit nicht geeignet, die Resultate aus dem Al- tersgutachten, welches ein starkes Indiz für seine Volljährigkeit darstellt, umzustossen. 7.2.7 Schliesslich haben auch die bulgarischen Behörden das Übernahme- ersuchen des SEM am 14. Dezember 2022 akzeptiert und somit die Ein- schätzung des SEM zur Volljährigkeit des Beschwerdeführers geteilt. Sel- biges gilt für die österreichische Behörde, welche mit Schreiben vom 16. Dezember 2022 festhielt, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben in Österreich als volljährig gelte. 7.2.8 Insgesamt gelangt das Gericht in Übereinstimmung mit dem SEM zum Schluss, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist , die gel- tend gemachte Minderjährigkeit glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich, auf die weiteren diesbezüglichen Argumente in der angefochtenen Verfügung und die entsprechenden Entgegnungen in der Beschwerdeschrift einzuge- hen, da sie nicht geeignet sind, eine Änderung dieser Einschätzung zu be- wirken. 7.3 Das SEM ist somit mit einem ordnungsgemässen Wiederaufnahmeer- suchen an die bulgarischen Behörden gelangt. 8. 8.1 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu- ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei- sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand- lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin- gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitglied- staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 8.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Referenzurteil F-7195/2018 vom 11. Februar 2020 ausführlich mit dem bu lgarischen Asylsystem und der Situation asylsuchender Personen in diesem Land auseinanderge- setzt. Es hat festgehalten, dass das dortige Asylverfahren sowie die Auf- nahmebedingungen zwar gewisse Mängel aufweisen würden, diese aber D-987/2023 Seite 12 nicht systemischer Natur seien, weshalb von Überstellungen nach Bulga- rien grundsätzlich nicht abzusehen sei. Korrekte Asylverfahren seien nicht systembedingt unmöglich. Die tiefe Anerkennungsquote gegenüber Staatsangehörigen gewisser Länder rechtfertige es nicht, keine Überstel- lungen mehr vorzunehmen. Betroffene Personen könnten gegen einen ne- gativen Asylentscheid ein wirksames Rechtsmittel einlegen. Zudem seien die Bedingungen in den Aufnahme- und Haftzentren zwar prekär, könnten jedoch nicht als unmenschlich oder entwürdigend quali fiziert werden (vgl. Referenzurteil F-7195/2018 E. 6.6.1 und 6.6.7). Auch heute geht das Bundesverwaltungsgericht – trotz der aktuellen Belastung Bulgariens durch ukrainische Kriegsflüchtlinge und der Auffassung der Schweizeri- schen Flüchtlingshilfe (SFH), wonach sich eine Überstellung nach Bulga- rien grundsätzlich als unzulässig und unzumutbar erweise – praxisgemäss nicht von systemischen Mängeln im bulgarischen Asylverfahren aus (vgl. Urteile des BVGer E -1049/2023 vom 1. März 2023 E. 6.3 m.w.H. und F-651/2023 vom 17. Februar 2023 E. 7.1 [Urteil des Folgeverfahrens zu F-2707/2022 vom 12. Oktober 2022 , auf welches der Beschwerdeführer verweist]). 8.3 Für eine Änderung der Rechtsprechung besteht auch in Würdigung der vom Beschwerdeführer gemachten Äusserungen zu seiner Behandlung in Bulgarien keine Veranlassung und auch die Beschwerdevorbringen vermö- gen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht angezeigt. 9. 9.1 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 D ublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa- tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü- fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin -III-VO). Dieses soge- nannte Selbsteintrittsrecht wird durch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert. Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch aus humanitären Gründen auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche Überstellungshinder- nisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 9.2 Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Bulgarien sei- nen völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen nachkommt und D-987/2023 Seite 13 insbesondere die Rechte respektiert und schützt, die sich für schutzsu- chende Personen aus den Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung de s internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29. Juni 2013) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per- sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29. Juni 2013) ergeben (vgl. Referenzurteil F-7195/2018 E. 6.1; ferner statt vieler Urteil des BVGer F -651/2023 vom 17. Fe bruar 2023 E. 8.2). Diese Vermutung kann zwar im Einzelfall widerlegt werden. Hierfür bedarf es aber konkreter und ernsthafter H inweise, die vom Be- troffenen glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.). 9.3 Der Beschwerdeführer hat kein konkretes und ernsthaftes Risiko dar- getan, die bulgarischen Behörden würden sich weigern, ihn wieder aufzu- nehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Den Akten sind denn auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen, Bulgarien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Es gibt auch keinen Grund zur Annahme, die Überstell ung des Beschwerde- führers nach Bulgarien würde zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK führen oder Bulgarien würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten. 9.4 Angesichts der anerkannterweise teils schwi erigen Bedingungen in Bulgarien, kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer dort bei seiner Ankunft auf schwierige Umstände traf, auch wenn er seine entsprechenden Vorbringen nicht substanziiert dargelegt hat. Nach seiner Rücküberstellung wird er indessen – nachdem sein Asylverfahren dort hän- gig ist und die bulgarischen Behörden seiner Übernahme ausdrücklich zu- gestimmt haben – nicht mehr als Neuankömmling behandelt, sondern in die Asylstrukturen integriert, wo er alle ihm zustehenden Rechte wahrneh- men kann. Gegebenenfalls kann er sich an die zuständigen bulgarischen Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern (Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Dies gilt auch für den Fall, dass er Gewalt durch Behörden erfahren respektive befürchten sollte. Es steht ihm ebenfalls offen, sich an die vor Ort tätigen karitativen Organisationen zu wenden. D-987/2023 Seite 14 9.5 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vorinstanz bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessenspiel- raum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtene Verfügung ist auch un- ter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden. 9.6 Nach dem Gesagten liegen weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse vor, welche die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch Rechtsfehler bei der Ermessenbetätigung. Es liegt folglich kein Grund für einen Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Verbin- dung mit Art. 17 Dublin-III-VO vor. Bulgarien bleibt somit zuständiger Mit- gliedstaat gemäss Dublin-III-VO und ist verpflichtet, den Beschwerdeführer wiederaufzunehmen. 10. Die Vorinstanz ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31 a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat die Überstellung des Beschwerdefüh rers nach Bulgarien verfügt. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. 11.1 Der am 21. Februar 2023 verfügte Vollzugsstopp fällt mit dem vorlie- genden Urteil dahin. 11.2 Mit dem Entscheid in der Hauptsache sind die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses sowie um Unterbringung in den Strukturen für UMA wäh- rend des Verfahrens gegenstandlos geworden. 11.3 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist abzuweisen, da sich die Beschwe rdebegehren entsprechend den vorstehenden Erwägungen von vornherein als aus- sichtslos erwiesen haben. 11.4 Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1 –3 des Reg- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-987/2023 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde – was das Dublin-Verfahren betrifft – wird abgewiesen. 2. Über das Begehren, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers sei im ZEMIS auf den (…) anzupassen, wird im separaten Verfahren D - 1009/2023 entschieden. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 4. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Jeannine Scherrer-Bänziger Matthias Schmutz Versand: