<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00767</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221202&amp;W10_KEY=13013475&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00767</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.04.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zufolge Scheinehe] Der Beschwerdeführer hat aufgrund der Ehe mit seiner hier niedergelassenen italienischen Ehefrau grundsätzlich einen Aufenthaltsanspruch. Dieser steht jedoch unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs, worunter unter anderem die Scheinehe fällt (E. 4.1 f.). Insbesondere aufgrund des grossen Altersunterschieds von 33 Jahren, der Unwissensheit des Beschwerdeführers über die Erwerbstätigkeit, die Kinder und die Enkelkinder seiner Ehefrau sowie aufgrund der zeitlichen Abläufe lässt die Indizienlage einzig den Schluss zu, dass der Beschwerdeführer die Ehe allein aus ausländerrechtlichen Motiven einging (E. 5.1 f.). Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag daran keine berechtigten Zweifel zu erwecken (E. 5.3). Der Widerruf erweist sich sodann als verhältnismässig (E. 6). Dem Beschwerdeführer ist ein Wegweisungsvollzug nach Kabul zumutbar, da er jung und gesund ist und seine Mutter dort über ein Haus verfügt, wo sie gemeinsam mit dem Bruder des Beschwerdeführers wohnt (E. 8.2). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AFGHANISTAN">AFGHANISTAN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALTERSUNTERSCHIED">ALTERSUNTERSCHIED</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHEVERDACHT">SCHEINEHEVERDACHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEGWEISUNGSVOLLZUG">WEGWEISUNGSVOLLZUG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 50 AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 83 Abs. 4 AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=51845" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00767</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">1. April 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber David Henseler.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</span></b><b>,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A ist ein 1986 geborener afghanischer StaatsangehÃ¶riger. Er reiste Anfang Juli 2009 in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Mit VerfÃ¼gung vom 8. MÃ¤rz 2010 trat das Bundesamt fÃ¼r Migration (BFM, heute Staatssekretariat fÃ¼r Migration [SEM]) nicht auf das Gesuch ein und wies ihn nach Griechenland weg. Aufgrund der "langanhaltend unbefriedigenden Situation im Asylbereich in Griechenland" nahm das BFM das Asylverfahren A's am 23. MÃ¤rz 2011 wieder auf. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 14. Dezember 2012 heiratete A in C die in der Schweiz niedergelassene italienische StaatsbÃ¼rgerin D, geboren 1952, woraufhin ihm eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zum Verbleib bei der Ehefrau erteilt wurde. In der Folge zog A sein Asylgesuch zurÃ¼ck. Die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA A's wurde zuletzt mit GÃ¼ltigkeit bis am 13. Dezember 2022 verlÃ¤ngert. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 27. September 2018 ersuchte A um Erteilung der Niederlassungsbewilligung. Im Rahmen des Gesuchsverfahrens gab er an, seit dem 22. MÃ¤rz 2018 getrennt von seiner Ehefrau zu leben. Aus diesem Grund traf das Migrationsamt weitere AbklÃ¤rungen; am 3. April 2019 wurden A und seine Ehefrau durch die Kantonspolizei ZÃ¼rich befragt. </p> <p class="Urteilstext">Nach GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs widerrief das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 20. Januar 2020 die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA A's, schrieb sein Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung als gegenstandslos geworden ab und wies ihn aus der Schweiz weg. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen liess A am 21. Februar 2020 Rekurs erheben; gleichentags zog er wieder zu seiner Ehefrau nach E. Die Sicherheitsdirektion wies das Rechtsmittel mit Entscheid vom 24. September 2020 ab, soweit es nicht gegenstandslos war (Dispositiv-Ziff. I), setzte A zum Verlassen der Schweiz eine neue Frist bis 31. Dezember 2020 an (Dispositiv-Ziff. II), auferlegte ihm die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'410.- (Dispositiv-Ziff. III) und richtete in Dispositiv-Ziff. IV keine ParteientschÃ¤digung aus.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 4. November 2020 an das Verwaltungsgericht liess A beantragen, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Entscheid der Sicherheitsdirektion aufzuheben und ihm die Aufenthaltsbewilligung zu belassen; eventualiter sei ihm eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, subeventualiter sei beim SEM die vorlÃ¤ufige Aufnahme zu beantragen. Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 12. November 2020 auf eine Vernehmlassung, das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt vor, die Vorinstanz habe sein rechtliches GehÃ¶r verletzt, indem sie auf die ErwÃ¤gungen in der VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners verwies und damit "sÃ¤mtliche AusfÃ¼hrungen gegen diese angeblich zutreffenden AusfÃ¼hrungen ignoriert[e]".</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) ist formeller Natur. Seine Verletzung fÃ¼hrt grundsÃ¤tzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Darauf ist deshalb vorweg einzugehen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Der Grundsatz des rechtlichen GehÃ¶rs verpflichtet die BehÃ¶rde, die Vorbringen der Parteien tatsÃ¤chlich zu hÃ¶ren, zu prÃ¼fen und in der Entscheidfindung zu berÃ¼cksichtigen (BGE 145 IV 99 E. 3.1; 142 II 218 [= Pra. 106/2017 Nr. 2] E. 2.3). Die BegrÃ¼ndung muss deshalb zumindest kurz die wesentlichen Ãberlegungen nennen, von denen sich die BehÃ¶rde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stÃ¼tzt. Dagegen wird nicht verlangt, dass sich die BegrÃ¼ndung mit allen Parteistandpunkten einlÃ¤sslich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrÃ¼cklich widerlegt (BGE 137 II 266 E. 3.2 mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b>Entgegen den Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers hat sich die Vorinstanz etwa mit dem Gesundheitszustand des BeschwerdefÃ¼hrers und dessen Folgen, dem Altersunterschied zwischen ihm und seiner Ehefrau sowie den (widersprÃ¼chlichen) Angaben bezÃ¼glich der FamilienangehÃ¶rigen befasst. Dass sie daraus im Rahmen der BeweiswÃ¼rdigung nicht die gleichen SchlÃ¼sse zog wie der BeschwerdefÃ¼hrer, stellt keine GehÃ¶rsverletzung dar. <span>Ãberdies ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz nicht auf jedes einzelne der im Rekurs enthaltenen Vorbringen eingeht und aus GrÃ¼nden der VerfahrensÃ¶konomie ergÃ¤nzend zu ihren eigenen ErwÃ¤gungen auf diejenigen des Beschwerdegegners verweist (§ 28 Abs. 1 Satz 2 VRG; vgl. VGr, </span>4. Dezember 2017, <span>VB.2017.00526, E. 2.2 [nicht publiziert]; Alain Griffel, in: derselbe [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VGR], § 28 N. 5). Eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs ist nicht auszumachen; ebenso ist die geltend gemachte WillkÃ¼r nicht ersichtlich (BGr, 17. Mai 2018, 2C_935/2018, E. 3.2.2). </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht im Weiteren eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach § 7 Abs. 1 VRG geltend; die Vorinstanz habe nicht, "wie beantragt und ausfÃ¼hrlich begrÃ¼ndet, den Gesundheitszustand [des BeschwerdefÃ¼hrers] bezÃ¼glich Traumatisierung, posttraumatischer BelastungsstÃ¶rung und GedÃ¤chtnisleistung abgeklÃ¤rt". </p> <p class="Erwgung2"><a id="_Ref68246165"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist verpflichtet, an der Feststellung des massgeblichen Sachverhalts mitzuwirken, indem er die erforderlichen Beweismittel unverzÃ¼glich einreicht oder diese beschafft (Art. 90 lit. b AIG; vgl. § 7 Abs. 2 VRG). Diese Mitwirkungspflicht kommt insbesondere bei der Ermittlung von Tatsachen zum Tragen, die eine Partei besser kennt als die BehÃ¶rden und die ohne ihre Mitwirkung nicht oder nicht mit vernÃ¼nftigem Aufwand erhoben werden kÃ¶nnen (BGE 124 II 361 E. 2b; BGr, 8. Oktober 2020, 2C_651/2020, E. 3.1). Gerade in FÃ¤llen wie dem vorliegenden, in welchem dem anwaltlich vertretenen BeschwerdefÃ¼hrer bewusst sein musste, dass gewichtige Argumente fÃ¼r einen Bewilligungswiderruf sprechen, kann und darf von ihm erwartet werden, dass er seiner Mitwirkungspflicht (vollumfÃ¤nglich) nachkommt (vgl. BGr, 16. September 2019, 2C_186/2019, E. 4.5 mit Hinweisen). Die im Rahmen des Rekursverfahrens eingereichte Ã¤rztliche Beurteilung vom 16. Juni 2011 ist wenig aussagekrÃ¤ftig, zumal diese Befundaufnahme beinahe zehn Jahre alt ist und der BeschwerdefÃ¼hrer anlÃ¤sslich der polizeilichen Befragung am 3. April 2019 zu Protokoll gab, keine gesundheitlichen Probleme zu haben. Ebensolches gab auch seine Ehefrau an. Ãberdies hatte der BeschwerdefÃ¼hrer den ihn damals untersuchenden Ãrzten gesagt, seine Symptome seien darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren, dass seine Eltern bei einem Raketenangriff auf deren Haus ums Leben gekommen seien. Dies trifft jedoch nicht zu, gaben doch sowohl der BeschwerdefÃ¼hrer als auch seine Ehefrau anlÃ¤sslich der Befragung durch die Kantonspolizei ZÃ¼rich an, dass die Mutter des BeschwerdefÃ¼hrers (gemeinsam mit dessen jÃ¼ngerem Bruder) in Kabul leben wÃ¼rde. BezÃ¼glich des Vaters sagte der BeschwerdefÃ¼hrer, dieser sei gestorben, als er noch ein Kind gewesen sei.</a> </p> <p class="Erwgung2">Nach dem Gesagten wÃ¤re es am BeschwerdefÃ¼hrer gelegen, (aktuelle) Arztberichte einzureichen, um seine (angeblichen) Beschwerden und deren Auswirkungen insbesondere auf seine "GedÃ¤chtnisleistung" zu belegen. Darauf wies der Beschwerdegegner in seiner vorinstanzlichen Vernehmlassung zu Recht bereits hin. Die RÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers, die Vorinstanz hÃ¤tte weitere AbklÃ¤rungen treffen mÃ¼ssen, geht demnach fehl. Im Ãbrigen hat es der BeschwerdefÃ¼hrer auch vor Verwaltungsgericht unterlassen, entsprechende aktuelle Belege beizubringen. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20 [in der bis Ende 2018 geltenden Fassung]) gilt dieses Gesetz fÃ¼r Staats-angehÃ¶rige eines Mitgliedstaats der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (heute EuropÃ¤ische Union [EU]) nur so weit, als das FreizÃ¼gigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. GestÃ¼tzt auf Art. 7 lit. d und e FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA haben Ehegatten von EU-StaatsangehÃ¶rigen mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz ungeachtet der eigenen StaatsangehÃ¶rigkeit das Recht, bei diesen Wohnung zu nehmen und eine ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben. Dieses abgeleitete Aufenthaltsrecht knÃ¼pft an den formellen Bestand der Ehe an und darf grundsÃ¤tzlich nicht vom Erfordernis des Zusammenlebens abhÃ¤ngig gemacht werden, sofern nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich zur blossen Aufenthaltssicherung an einer nur noch formell bestehenden Ehe festgehalten wird (vgl. BGE 130 II 113 [= Pra. 93/2004 Nr. 171] E. 8 f.; BGE 139 II 393 E. 2.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der abgeleitete Aufenthaltsanspruch steht jedoch unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs. Darunter fÃ¤llt auch die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe, welche die Ehegatten nur zur Erlangung des Aufenthaltsrechts eingehen, ohne eine echte eheliche Gemeinschaft zu beabsichtigen (BGr, 5. April 2011, 2C_820/2010, E. 3.1), sowie die Berufung auf eine nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft bestehende Ehe (BGE 128 II 145 E. 2.2). <span>Auf eine AuslÃ¤nderrechtsehe kann allerdings nicht schon dann geschlossen werden, wenn auslÃ¤nderrechtliche Motive fÃ¼r den Eheschluss mitentscheidend waren. Erforderlich ist, dass der Wille zur FÃ¼hrung der Lebensgemeinschaft im Sinn einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, kÃ¶rperlichen und spirituellen Verbindung zumindest bei einem der Ehepartner fehlt (BGr, 23. Februar 2021, 2C_860/2020, E. 4.4 â 26. Februar 2020, 2C_112/2019, E. 4.2 â 27. Januar 2020, 2C_950/2019, E. 3.2). </span></p> <p class="Erwgung2">Da bei Berufung auf eine Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe die Bewilligungsvoraussetzungen entfallen (Nichteinhalten einer mit der VerfÃ¼gung verbundenen Bedingung), kann sodann gestÃ¼tzt auf Art. 23 der Verordnung Ã¼ber die EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs vom 22. Mai 2002 (VEP, SR 142.203) und Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG die Aufenthaltsbewilligung widerrufen oder nicht (mehr) verlÃ¤ngert werden, da das FreizÃ¼gigkeitsabkommen diesbezÃ¼glich keine eigenen abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt (vgl. zum Ganzen BGE 144 II 1 E. 3.1, 139 II 393 E. 2.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Das Vorliegen einer Scheinehe oder einer nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven aufrechterhaltenen Ehe entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere VorgÃ¤nge handelt, die der BehÃ¶rde nicht bekannt oder schwierig zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (vgl. BGE 122 II 289 E. 2b; BGr, 15. August 2012, 2C_3/2012, E. 4.1). Dabei liegt in der Natur des Indizienbeweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãberzeugung vermitteln kÃ¶nnen. Als Indizien fÃ¼r die Annahme einer Scheinehe gelten namentlich das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten sowie die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung wie beispielsweise eine Heirat nach einer nur kurzen Bekanntschaft sowie geringe Kenntnisse Ã¼ber den Ehegatten. Auch der Umstand, dass der Ehegatte ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤tte erlangen kÃ¶nnen, kann zumindest zusammen mit weiteren Indizien auf eine Scheinehe hinweisen. Zu berÃ¼cksichtigen sind auch die konkreten WohnverhÃ¤ltnisse, namentlich wenn die Ehegatten nicht zusammenwohnen oder in getrennten Zimmern nÃ¤chtigen. Sodann kann ein unterschiedlicher kultureller und sprachlicher Hintergrund der Ehegatten einen bereits bestehenden Scheineheverdacht weiter erhÃ¤rten (vgl. BGr, 29. August 2013, 2C_75/2013, E. 3.3 â 15. August 2012, 2C_3/2012, E. 4.3 â 4. Juli 2002, 2A.324/2002, E. 2.2). Die vorliegenden Indizien sind im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu wÃ¼rdigen. Die VerwaltungsbehÃ¶rde kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen auf unbekannte zu schliessen. Dabei handelt es sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen werden. Spricht die Vermutung fÃ¼r eine vorhandene TÃ¤uschungsabsicht im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung, obliegt es dem zur Mitwirkung verpflichteten Betroffenen, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen (BGr, 27. Januar 2020, 2C_950/2019, E. 3.1 â 9. Juni 2008, 2C_60/2008, E. 2.2.2; BGE 130 II 482 E. 3.2 mit Hinweisen; VGr, 26. September 2019, VB.2019.00266, E. 3.1 Abs. 2).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Vorliegend bestehen zahlreiche gewichtige Indizien dafÃ¼r, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer der <span>Wille zur FÃ¼hrung einer Lebensgemeinschaft im Sinn einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, kÃ¶rperlichen und spirituellen Verbindung fehlte.</span><span> </span>Diese ergeben sich insbesondere aus der Befragung der <span>Ehegatten durch die Kantonspolizei ZÃ¼rich am 3. April 2019. </span></p> <p class="Erwgung3"><b>5.1.1 </b>Die Ehefrau ist 33 Jahre Ã¤lter als der BeschwerdefÃ¼hrer und war demnach im Zeitpunkt der Heirat mehr als doppelt so alt wie dieser. Sehr ungewÃ¶hnlich wirkt in diesem Zusammenhang, dass der BeschwerdefÃ¼hrer auch nach Ã¼ber sechs Ehejahren das Alter und das Geburtsdatum seiner Ehefrau nicht kannte bzw. ihm nicht bewusst gewesen sein will, dass ein solcher Altersunterschied vorlag. Daran Ã¤ndert auch der Umstand nichts, dass <span>D</span><span> </span>angab, der Jahrgang sei "kein Problem" gewesen und sie selbst fÃ¼hle sich jÃ¼nger. Denn aus dem Befragungsprotokoll geht ebenso hervor, dass sie aufgrund ihres Alters Ã¼ber zwei Jahre Ã¼berlegt hatte, ob sie den BeschwerdefÃ¼hrer heiraten wolle.</p> <p class="Erwgung3">Die in diesem Kontext gemachten AusfÃ¼hrungen in der Beschwerde sind nicht stichhaltig; insbesondere ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Mutter und der jÃ¼ngere Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers diesem "ihr Alter immer wieder eingetrichtert haben via SMS und Skype, wÃ¤hrend seine Ehefrau dies unterliess", weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer das Alter seiner Mutter und seines Bruders gekannt habe, nicht aber dasjenige seiner Ehefrau. <span>Ebenso sind die Spekulationen in der Beschwerde, der BeschwerdefÃ¼hrer sei "hÃ¶chst wahrscheinlich (â¦) wesentlich Ã¤lter (â¦) als auf dem Papier steht", nicht zu hÃ¶ren. Dieser gab seinen Jahrgang sowohl im Asylverfahren als auch anlÃ¤sslich der Befragung durch die Kantonspolizei ZÃ¼rich Ã¼bereinstimmend an; diese Angaben decken sich ausserdem mit denjenigen, die in seiner afghanischen IdentitÃ¤tskarte vermerkt sind. Soweit sich der BeschwerdefÃ¼hrer in diesem Zusammenhang auf seinen (angeblichen) </span>Analphabetismus beruft, ist ihm entgegenzuhalten, dass er gegenÃ¼ber dem Beschwerdegegner vorbrachte, er "verstehe und spreche sehr gut" Deutsch; schriftlich sei er bei einem "gut" und er anlÃ¤sslich der polizeilichen Befragung ausserdem angab, in Afghanistan acht Jahre die Schule besucht zu haben. </p> <p class="Erwgung3"><span>Mit Blick auf die Unwissenheit des BeschwerdefÃ¼hrers bezÃ¼glich des Alters seiner Ehefrau ist Ã¼berdies zu berÃ¼cksichtigen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer geltend machte, sich Kinder mit ihr gewÃ¼nscht zu haben, wÃ¤hrend seine Ehefrau "nicht unbedingt" einen entsprechenden Wunsch hatte. Vor diesem Hintergrund erscheint hÃ¶chst zweifelhaft, dass D's Alter</span><span> </span>zwischen den Eheleuten tatsÃ¤chlich nie thematisiert worden war. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.1.2 </b>Auch die gesamten UmstÃ¤nde der Trauung deuten auf eine Scheinehe hin. Zwar kann nicht zuungunsten der Eheleute berÃ¼cksichtigt werden, dass sie auf eine (grosse) Hochzeitsfeier verzichtet haben und im Anschluss an die zivile Trauung lediglich mit den beiden Trauzeugen essen gingen. Der BeschwerdefÃ¼hrer konnte jedoch nicht sagen, wer die Trauzeugen waren und wie seine Frau zu diesen stand. Dies wirkt sehr ungewÃ¶hnlich, zumal die Trauzeugen die langjÃ¤hrige Arbeitgeberin von D, F, sowie deren Sohn, H, waren. Als weiteres Indiz sind die Aussagen der Eheleute zu allfÃ¤lligen Hochzeitsfotos zu berÃ¼cksichtigen: Der BeschwerdefÃ¼hrer gab an, solche seien nicht gemacht worden. Seine Ehefrau gab dagegen an, sie seien an den Flughafen gegangen und hÃ¤tten Fotos gemacht; aber das Telefon des BeschwerdefÃ¼hrers sei kaputtgegangen und nun seien alle Fotos "weg". </p> <p class="Erwgung3"><b>5.1.3 </b>Des Weiteren wirkt sehr ungewÃ¶hnlich, dass der BeschwerdefÃ¼hrer zur langjÃ¤hrigen Anstellung seiner Ehefrau als HaushÃ¤lterin von F in I kaum Angaben machen konnte und ihre TÃ¤tigkeit als Anstellung "in einem BÃ¼ro" beschrieb; den "Namen der Firma" kenne er nicht. Dies Ã¼berrascht umso mehr, als die Arbeitgeberin seiner Ehefrau und deren Sohn â wie eben aufgezeigt â die Trauzeugen und ausserdem die einzigen GÃ¤ste der Eheleute an deren Hochzeit waren. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer in diesem Kontext anfÃ¼hrt, er habe gemeint, "'Haushalt' bedeute 'BÃ¼ro'", ist er damit nicht zu hÃ¶ren, zumal er selbst mehrfach angab, gut Deutsch zu sprechen und zu verstehen. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.1.4 </b>Schwer nachvollziehbar ist auch das Unwissen des BeschwerdefÃ¼hrers Ã¼ber die zwei SÃ¶hne und die beiden Enkelkinder seiner Ehefrau. Letztere gab an, dass sie eine "sehr gut[e]" Beziehung zu ihren Kindern und deren Familien habe. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer diese nie getroffen hat, ist unter diesen UmstÃ¤nden sehr ungewÃ¶hnlich; zudem wÃ¤re nach mehreren Ehejahren zu erwarten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer zumindest Ã¼ber die Existenz seiner StiefsÃ¶hne und deren Kinder Bescheid weiss. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.1.5 </b>Bei der Beschreibung des Aussehens seiner Ehefrau sind ebenfalls einige Unstimmigkeiten auszumachen, die darauf schliessen lassen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer kein grosses Interesse an seiner Ehegattin hatte. Insbesondere gab der BeschwerdefÃ¼hrer an, Letztere sei "ca. 160/165cm gross" und habe "SchuhgrÃ¶sse 32"; ihre Haarfarbe konnte er "nicht sagen". Sie selbst gab an, "ungefÃ¤hr 1m 52cm gross" zu sein und SchuhgrÃ¶sse 36 zu tragen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ihrerseits vermochte das Aussehen des BeschwerdefÃ¼hrers dagegen ziemlich genau zu beschreiben; insbesondere erwÃ¤hnte sie die beiden Tattoos des BeschwerdefÃ¼hrers auf seinen Oberarmen, wobei sie indes nicht wusste, was die Tattoos bedeuten.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.1.6 </b>Schliesslich ist auch in den zeitlichen AblÃ¤ufen ein gewichtiges Scheineheindiz zu erblicken bzw. sprechen diese fÃ¼r ein geplantes Vorgehen seitens des BeschwerdefÃ¼hrers. Dieser trennte sich um Weihnachten 2017 und damit nur kurze Zeit nach Ablauf der FÃ¼nfjahresfrist, welche fÃ¼r die Erteilung der Niederlassungsbewilligung gemÃ¤ss Art. 43 Abs. 5 AIG vorausgesetzt ist, von seiner Ehefrau. Letztere gab an, die Trennung sei "von heute auf Morgen" gekommen, ohne dass der BeschwerdefÃ¼hrer einen konkreten Grund dafÃ¼r genannt hÃ¤tte. Vor diesem Hintergrund ist die Behauptung des BeschwerdefÃ¼hrers, die Trennung sei wegen "Meinungsverschiedenheiten bezÃ¼glich Kinderwunsch" erfolgt, wenig glaubhaft. </p> <p class="Erwgung3">Sodann fÃ¼hrte der BeschwerdefÃ¼hrer in seinem Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung Folgendes aus: "Meines Wissens erfÃ¼lle ich dazu Ihre publizierten Auflagen im Internet". Zusammen mit der kurz davor erfolgten Trennung von seiner Ehefrau legt dieses Vorgehen den Schluss nahe, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber die auslÃ¤nderrechtlichen Vorschriften gut informiert war. Dass er sich kurz nach Erlass der AusgangverfÃ¼gung wieder bei seiner Ehefrau meldete und erneut bei ihr einzog, erscheint demnach (ebenfalls) zweckgerichtet erfolgt zu sein. Denn anlÃ¤sslich der Befragung durch die Kantonspolizei gab der BeschwerdefÃ¼hrer noch an, es sei "keine Liebe mehr vorhanden" und er glaube nicht, dass mit der Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft zu rechnen sei. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.1.7 </b>Am Verdacht einer Scheinehe vermÃ¶gen auch die anlÃ¤sslich der polizeilichen Befragung Ã¼bereinstimmend gemachten Angaben etwa betreffend das erste Kennenlernen am Bahnhof J und zur weiteren Entwicklung der Beziehung bis hin zum Heiratsantrag und zur zivilen Hochzeit sowie bezÃ¼glich der Hochzeitsgeschenke nichts zu Ã¤ndern. Ebenso verhÃ¤lt es sich mit dem Umstand, dass die Eheleute nach der Hochzeit bis zur Trennung Ende 2017 bzw. Anfang 2018 in einer gemeinsamen Wohnung wohnten und auch eine intime Beziehung unterhielten. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.1.8 </b>Sodann mag zwar zutreffen, dass die Eheleute gemeinsame Reisen ins benachbarte Ausland, vor allem nach Italien, unternommen haben und der BeschwerdefÃ¼hrer gelegentlich gemeinsam mit seiner Ehefrau seine Schwiegermutter im Altersheim besuchte. Mit Blick auf das vorangehend AusgefÃ¼hrte vermÃ¶gen diese Handlungen den Verdacht auf eine Scheinehe jedoch nicht zu entkrÃ¤ften. Vielmehr passen diese in das Gesamtbild: Der BeschwerdefÃ¼hrer tÃ¤uschte damit seine Ehefrau wÃ¤hrend der gesamten Dauer der Beziehung Ã¼ber die Echtheit derselben sowie bezÃ¼glich seines Ehewillens. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b>Zusammenfassend lÃ¤sst die Indizienlagen einzig den Schluss zu, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Ehe mit <span>D allein aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven einging. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Was der anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrer dagegen vorbringt, vermag <span>die Richtigkeit dieser Vermutung nicht umzustÃ¼rzen</span>. Insbesondere hat er es wÃ¤hrend der gesamten Verfahrensdauer unterlassen, Belege einzureichen, welche auf seinen tatsÃ¤chlichen <span>Willen zur FÃ¼hrung einer Lebensgemeinschaft mit D hindeuten wÃ¼rden. Dazu wÃ¤re er jedoch im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht (Art. 90 lit. b AIG; vgl. § 7 Abs. 2 VRG) gehalten gewesen. Somit vermochte der BeschwerdefÃ¼hrer den Gegenbeweis nicht zu erbringen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Nach dem Gesagten berief sich der BeschwerdefÃ¼hrer rechtsmissbrÃ¤uchlich auf die Ehe mit <span>D</span>, um eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu erlangen, und kann diese deshalb gestÃ¼tzt auf Art. <span>23 Abs. 1 VEP in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG widerrufen werden. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b><span>UnabhÃ¤ngig davon, ob auf die Erteilung bzw. VerlÃ¤ngerung einer Aufenthaltsbewilligung ein Anspruch besteht, setzt der Widerruf einer einmal erteilten Bewilligung neben einem Widerrufsgrund auch die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit desselben voraus.</span> Nach Art. 96 Abs. 1 AIG (in der bis 31. Dezember 2018 gÃ¼ltigen Fassung [AS 2007 5437 ff.]) sind dabei die Ã¶ffentlichen Interessen und die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse sowie der Grad der Integration der AuslÃ¤nderin oder des AuslÃ¤nders zu berÃ¼cksichtigen. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer war bei seiner Einreise in die Schweiz 23 Jahre alt und hÃ¤lt sich seit rund 11 Jahren hier auf, wobei sein Aufenthalt â wie aufgezeigt â zu einem grossen Teil auf eine TÃ¤uschung der BehÃ¶rden zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist. Ãber die Beziehung zu seiner Ehefrau und einem ebenfalls aus Afghanistan stammenden Kollegen hinausgehende vertiefte soziale Kontakte werden nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. BezÃ¼glich seiner beruflichen Integration geht aus den Akten hervor, dass er im Jahr 2014 als Office-Mitarbeiter auf Stundenlohnbasis angestellt war; in seinem VerlÃ¤ngerungsgesuch vom 4. Dezember 2017 gab der BeschwerdefÃ¼hrer an, auf Stellensuche zu sein. Im Mai 2018 trat er eine Stelle als Office-Mitarbeiter im Restaurant K an, wo er monatlich rund Fr. 3'000.- netto erwirtschaftete; aktuelle Lohnabrechnungen liegen dem Gericht allerdings nicht vor. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer nie Sozialhilfe bezog, keine Betreibungen gegen ihn registriert sind und er bisher nicht straffÃ¤llig wurde, fÃ¤llt nicht allzu stark ins Gewicht, da entsprechendes Verhalten grundsÃ¤tzlich erwartet werden kann. Ausserdem ist in diesem Zusammenhang zu berÃ¼cksichtigen, dass offenbar <span>D wÃ¤hrend der Dauer des Zusammenlebens einen Grossteil der Haushaltsausgaben Ã¼bernahm</span>. Die sprachliche Integration des BeschwerdefÃ¼hrers kann sodann nicht als Ã¼berdurchschnittlich bezeichnet werden, auch wenn er mittlerweile Schweizerdeutsch versteht. Insgesamt kann dem BeschwerdefÃ¼hrer keine besondere Integration in die hiesigen VerhÃ¤ltnisse attestiert werden. </p> <p class="Erwgung2">Vor seiner Einreise in die Schweiz lebte der BeschwerdefÃ¼hrer in Afghanistan, wo er die prÃ¤genden Kindheits- und Jugendjahre verbrachte und wÃ¤hrend acht Jahren die Schule besuchte. Ebenfalls leben zumindest seine Mutter und sein jÃ¼ngerer Bruder in seiner Heimat, wo er in den Jahren 2017 (einen Monat) und 2018 (drei Monate) auch Ferien verbrachte; bereits davor war er gemÃ¤ss eigenen Angaben jedes Jahr nach Kabul gereist, um seine Mutter zu besuchen. Mit den dortigen VerhÃ¤ltnissen dÃ¼rfte der BeschwerdefÃ¼hrer demnach noch immer vertraut sein. </p> <p class="Urteilstext">Insgesamt erweist sich der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA des BeschwerdefÃ¼hrers somit als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>7.1 </b>Da hier von einer Scheinehe auszugehen ist, lÃ¤sst sich ein Anwesenheitsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers nicht aus dem Recht auf Familienleben gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) bzw. Art. 13 Abs. 1 BV ableiten (vgl. BGr, 16. August 2019, 2C_691/2018, E. 5.1 â 11. Juli 2012, 2C_999/2011, E. 4.4.1 mit Hinweisen). Ebenso wenig lÃ¤sst sich ein solcher aus dem in denselben Bestimmungen geschÃ¼tzten Recht auf Achtung des Privatlebens ableiten, da es vorliegend an behaupteten und belegten besonders intensiven Beziehungen des BeschwerdefÃ¼hrers zur Schweiz fehlt (vgl. <span>BGr, 9. Dezember 2019, 2C_574/2019, E. 4.1 f.)</span>.</p> <p class="Erwgung2"><b>7.2 </b>Nach dem Gesagten bleibt auch kein Raum fÃ¼r die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen; insbesondere ist nicht von einem schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefall gemÃ¤ss Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG auszugehen. </p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>8.1 </b><span>Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AIG unzumutbar<i> </i>sein, wenn der AuslÃ¤nder oder die AuslÃ¤nderin im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, BÃ¼rgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefÃ¤hrdet sind. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>8.2 </b>Ein Wegweisungsvollzug in die afghanische Hauptstadt Kabul ist gemÃ¤ss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zumutbar, falls besonders begÃ¼nstigende Faktoren gegeben sind. Solche sind insbesondere bei alleinstehenden, gesunden MÃ¤nnern mit einem tragfÃ¤higen Beziehungsnetz, einer MÃ¶glichkeit zur Sicherung des Existenzminimums und einer gesicherten Wohnsituation anzunehmen (BVGr, 31. Oktober 2018, D-7129/2016, E. 7.3.4 â 13. Oktober 2017, D-5800/2016, E. 8.4.1 Abs. 2; vgl. VGr, 30. Mai 2018, VB.2018.00095, E. 5.4.3). Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss eigenen Angaben im Jahr 2017 fÃ¼r einen Monat und im Jahr 2018 fÃ¼r drei Monate in Kabul bei seiner Mutter und seinem jÃ¼ngeren Bruder weilte, welche dort Ã¼ber ein Haus verfÃ¼gen, ist ein tragfÃ¤higes soziales Netz zu bejahen. Ãberdies ist der BeschwerdefÃ¼hrer noch jung und gesund; seine geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden vermÃ¶gen an dieser EinschÃ¤tzung nichts zu Ã¤ndern (vgl. vorn, E. 3.2). Aufgrund der Anzahl und der Dauer seiner Aufenthalte in Kabul wÃ¤hrend der letzten Jahre ist auch nicht davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bei einer RÃ¼ckkehr in seine Heimat ernsthafte Nachteile im Sinn von Art. 3 Abs. 2 des Asylgesetzes <span>vom 26. Juni 1998 </span>(AsylG, SR 142.31) zu gewÃ¤rtigen hÃ¤tte. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus den (nachweislich unzutreffenden) Angaben, welche der BeschwerdefÃ¼hrer im Rahmen seines Asylverfahrens gegenÃ¼ber den Schweizer BehÃ¶rden gemacht hatte.</p> <p class="Erwgung2"><b>8.3 </b>Demnach ist der Wegweisungsvollzug nach Kabul vorliegend zumutbar. Weitere Wegweisungsvollzugshindernisse werden nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Es besteht deshalb kein Anlass, beim SEM die vorlÃ¤ufige Aufnahme des BeschwerdefÃ¼hrers zu beantragen. </p> <p class="Erwgung1"><b>9. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>9.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. </p> <p class="Erwgung2"><b>9.2 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG) und ist diesem keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung1"><b>10. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig; ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde an das Bundesgericht erhoben werden. Die Beschwerde ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>