Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. August 2019 (720 19 71 / 193) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Ablehnung einer gutachterlich vorgenommenen Standardindikatorenprüfung durch den RAD. Bestätigung des Verwaltungsgutachtens. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan- tonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Stephan Müller, Advo- kat, c/o Procap Schweiz, Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1969 geborene A.____ absolvierte in ihrer Hei mat eine Ausbildung zur Kranken- schwester und reiste im Jahre 2006 in die Schweiz ein. Zuletzt arbeitete sie als Pflegeassistentin in einer Alterssiedlung. Mitte Mai 2014 erlitt sie einen Zusammenbruch und war in der Folge voll- ständig arbeitsunfähig. Am 23. September 2014 meldet e sie sich aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom bei der IV-St elle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlich en und erwerblichen Verhältnisse, namentlich nach Einholung eines rheumatologisch-psychiatrischen Gutachtens der Dres. B.____ Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht und C._____ vom 5. Februar 2017, wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren nach durchgeführ- tem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 24. Januar 2019 ab. B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Advokat Stephan Müller, am 1. März 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei ihr mit Wirkung ab 1. Mai 2015 eine halbe IV-Rente zuzusprechen. Zur Begründung brachte sie zusammenfassend vor, dass für die Invali- ditätsbemessung uneingeschränkt auf die im Gutachten de r Dres. B.____ und C._____ attes- tierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % abzustellen sei. Im Rahmen der rechtsprechungsgemäss vor- zunehmenden Indikatorenprüfung seien keine Anhaltspunkte ersichtlich, die gegen die Massge- blichkeit dieser Beurteilung sprechen würden. C. Mit Vernehmlassung vom 20. Mai 2019 schloss die IV-S telle insbesondere unter Hinweis auf eine Stellungnahme ihres regionalärztlichen Dienste s (RAD) vom 28. August 2018 auf Ab- weisung der Beschwerde. Ein invalidisierender Gesundhei tsschaden in Form einer versiche- rungsmedizinisch ausgewiesenen und einer langandauernde n Arbeitsunfähigkeit sei zu Recht verneint worden. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan- tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte – Be- schwerde vom 1. März 2019 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 24. Januar 2019 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterli- chen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge- wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.3 Geht es um psychische Erkrankungen wie beispielsweise e ine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches L eiden (vgl. BGE 140 V 13 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409 und 418), sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systemat isierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfa ktoren einerseits und Kompensati- onspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, d as tatsächlich erreichbare Leistungsver- mögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2 S. 285 ff., E. 3.4-3.6 und 4.1 S. 291 ff.). Die Prüfung der Standardindikatoren bleibt indessen entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärzt- licher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbarer Weise verneint wird, und allfällig ge- genteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (vgl. BGE 143 V 417 E . 4.5.3; 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 2. August 2018, 8C_309/2018, E. 3.2 und vom 16. Januar 2018, 9C_580/2017, E. 3.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Akten- lage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgrad igen depressiven Störung auszuge- hen ist, die nicht schon als chronifiziert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, ist in aller Regel kein strukturiertes Beweisverfahren erforderlich (Urteile des Bundesgerichts vom 2. August 2018, 8C_309/2018, E. 3.2 und vom 16. Januar 2018, 9C_580/2017, E. 3.1mit Hinweis auf BGE 143 V 417 E. 4.5.3). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalidi tätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein- tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi nischen Behandlung und allfälliger Einglie- derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit be i ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens- vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein- kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einan der gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein- kommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in w elchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa- rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinisch e These abstellt. Hinsichtlich des Be- weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, o b dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Expert en begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Ausschlaggeben d für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt- linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahre ns eingeholten Gutachten externer Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs- sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper tise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass die se mitunter im Hinblick auf ihre auf- tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Pati- enten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des damaligen Eid- genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärung en zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbeh alten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be handelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – A spekte benennen, die im Rahmen der Be- gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind ( Urteil des EVG vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialver sicherungsprozess sind vom Un- tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von A mtes wegen für die richtige und voll- ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa- chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des EVG vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6. Im Zentrum der medizinischen Aktenlage stehen einers eits das bidisziplinäre Verwal- tungs-Gutachten der Dres. B.____ und C.____ vom 2. Februar 2017 und andererseits insbeson- dere die Stellungnahme des RAD vom 28. August 2018. 6.1 Nebst diversen Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbe itsfähigkeit diagnostiziert Dr. med. B._____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, in se inem rheumatologischen Teilgutachten vom 14. Dezember 2016 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten ein Widespread Pain Syndrom bzw. eine Fibromyalgie. Aus rein rheumatologischer Sicht bestehe eine Arbeitsfä- higkeit von 70-80 %, wobei insbesondere nur noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ausgeübt werden könnten. Schwere Tätigkeiten sowie Tätigkeiten in einer nasskalten Umgebung sowie in lärmigen oder rauchigen Räumen seien nicht ideal. Monotone Tätigkeiten würden die Beschwer- den möglicherweise verstärken. Insgesamt bestehe aufgrund der Schmerzen und dem daraus resultierenden Erholungs- und Pausenbedarf eine Einschränkung der Arbeits- bzw. Leistungsfä- higkeit im Umfang von 30 %. Dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. C._____ vom 16. Dezember 2016 ist zu entnehmen, dass die Explorandin im Jahre 2006 in die Schweiz gezoge n sei und in einem Restaurant einen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Servicejob im Umfang von 100 % angenommen habe, bis sie erstmals zusammengebrochen sei. 2013 sei es ihr gelungen, eine Arbeit im Umfang von 5 0 % als Pflegeassistentin aufzunehmen und parallel dazu eine Weiterbildung zu durchlaufen. Sie habe zwei Söhne. Der 1998 geborene Sohn leide an einer schweren Sprachstörung sowie an einer Form des Autismus und wohne bei ihr. Regelmässige soziale Kontakte unterhalte sie vor allem telefonisch praktisch täglich mit ihrer Mutter und mit ihrer Schwester. Auch mit dem zweiten Sohn telefoniere sie ab und zu. Kontakt zu Freundinnen habe sie hier in der Schweiz keine. Die B eziehung zu ihrem Partner sei aktuell gut. Hobbies habe sie keine; sie gehe auch nicht spazieren. Die letzten Ferien habe sie im Som- mer 2015 während drei Wochen im Wohnmobil mit ihrem Partner und mit dem jüngeren Sohn verbracht. Sie stehe täglich um halb sieben Uhr morgens auf, kümmere sich um ihren Sohn, lege sich aber wieder ins Bett, sobald dieser das Haus verlassen habe und bleibe dann schlafend bis elf oder zwölf Uhr im Bett. Der Haushalt werde von i hr und ihrem Partner gemeinsam erledigt. Dieser erledige die Einkäufe allerdings alleine. An den Wochenenden unternehme sie nichts An- deres als unter der Woche. Ein bis zweimal gehe sie son ntags jedoch in eine kirchliche Messe. Sie gehe davon aus, dass sie im Umfang von 50 % als Kra nkenpflegerin arbeiten könne, wenn sie keine schwere körperliche Arbeit verrichten müsse. De n gutachterlichen Untersuchungsbe- funden zufolge seien Gedächtnis und Konzentration reduzie rt. Affektiv wirke sie deutlich depri- miert und zeige Schuld- und Insuffizienzgefühle. Es bestünden Zukunftsängste und Suizidgedan- ken. Auch ihr Antrieb und ihre Interessen seien deutlic h reduziert. Es bestehe eine erhöhte Er- müdbarkeit. Ein sozialer Rückzug fände nur teilweise statt . Der durchgeführte Hamilton-Test spreche für das Vorliegen einer mittelgradig depressiven Episode. Beim Mini-ICF-APP-Rating hätten sich mittelgradige Beeinträchtigungen unter anderem in den Bereichen der Anpassung an Regeln und Routinen, der Durchhaltefähigkeit und bei den Spontanaktivitäten gezeigt. Mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine zurzeit mittelgradig rezidivierende depressive Störung sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung zu diag nostizieren. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ängstlich-vermeidende und akzentuierte Persönlichkeitszüge. Der psychiatrischen Beurteilung zufolge zeige sich die rezidivierende depressive Störung im Zeitpunkt der Untersuchung durch eine deutliche Anhedonie, eine Reduktion des Antriebs sowie der Inte- ressen. Das Ausmass der Störung werde zusätzlich durch den durchgeführten Hamilton-Test be- stätigt. Die Ausprägung der depressiven Episode sei deutlich objektivierbar. Sie führe dazu, dass die Versicherte in ihrer Leistungsfähigkeit unter ande rem aufgrund der Reduktion des Antriebs sowie der Interessen deutlich eingeschränkt sei und bei bereits normalen Tagesabläufen deutlich reduziert funktionsfähig sei. Invaliditätsfremde Faktoren seien nebst der zusätzlichen Belastung durch das Zusammenleben mit dem behinderten Sohn aktuell nicht vorhanden. Hinweise auf eine Aggravation oder andere Diskrepanzen seien keine vorhande n. Als Ressource könne gewertet werden, dass die Explorandin immer wieder neue Anläufe auf sich nehme, indem sie die dysfunk- tionalen Beziehungsmuster nach Jahren durchbrechen könne und einen Neuanfang wage. Es könne von einer weitreichenden Therapie-Kooperation ausgegangen werden. Eine teilstationäre psychiatrische Behandlung könnte infolge ihrer Mühe, die Tagesstruktur aufrecht zu erhalten, aber indiziert sein. Die von der Explorandin geltend g emachten Einschränkungen bei der Arbeit würden sich im Alltag zeigen. Sie sei nur mit Hilfe ihres Partners in der Lage, die Haushaltführung zu bewältigen, unterhalte keine Hobbies und pflege nur wenige telefonische Kontakte. Die Tage verbringe sie weitgehend strukturlos zu Hause. Seit 201 2 lägen diverse psychiatrische Berichte Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht vor, welche praktisch durchgängig eine mittel- bis schwerg radig depressive Symptomatik be- schreiben würden. Insofern würden sich bezüglich den Diagnosen keine wesentlichen Diskrepan- zen ergeben. Die Arbeitsunfähigkeit sei durch die behandelnde Psychiaterin in der Vergangenheit allerdings deutlich höher eingestuft worden. Aktuell müsse davon ausgegangen werden, dass die Explorandin für sämtliche Tätigkeiten ab mindestens Ma i 2014 im Umfang von sicherlich 50 % arbeitsunfähig sei. Für die Gesamtbeurteilung sei di e psychiatrische Einschränkung massge- bend. 6.2 Der RAD-Stellungnahme von D.____, FMH Orthopädi sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 11. Juli 2017 ist zu entnehmen, dass das rheumatologische Teil- gutachten von Dr. B.____ weder formale noch inhaltliche Mängel aufweise und in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleuchte (IV-Dok 127). 6.3 Der am 19. Juni 2017 ergangenen RAD-Stellungnah me von Dr. E.____, FMH Psychiat- rie und Psychotherapie, zufolge beruhe das psychiatrische Teilgutachten von Dr. C.____ auf ei- nem umfassenden Aktenstudium und einer eigenen fachärztlichen Untersuchung. Die Diagnosen würden darin plausibel begründet. Der Gutachter habe die Standardindikatoren ausführlich und plausibel Punkt für Punkt erläutert. Unter anderem wür den die noch vorhandenen Ressourcen beschrieben und in einen medizinischen Gesamtzusammenhang gestellt. Auf eine Wiederholung könne deshalb verzichtet werden. Auf das psychiatrische Teilgutachten von Dr. C.____ sei abzu- stellen. Eine eigenständige Einschätzung der Arbeitsfä higkeit der Versicherten ist dieser RAD- Stellungnahme nicht zu entnehmen (IV-Dok 123). 6.4 Dem RAD-Bericht von Dr. E.____ vom 5. Juni 2018 i st zu entnehmen, dass die behan- delnde Psychiaterin der Versicherten für die von ihr postulierte Verschlechterung der Depression keine konkreten und beobachtbaren Befunde aufführe, di e eine Verschlechterung der Verhält- nisse seit dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. C.____ belegen würden. Für die geltend gemachte Therapieresistenz würden konkrete Hinweise fehlen. Zusammenfassend seien die von der behandelnden Psychiaterin vorgetragenen Einwände gegen das psychiatrische Teilgutachten von Dr. C.____ nicht geeignet, die bisherigen Diagnosen und die daraus abgeleitete Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Frage zu stellen (IV-Dok 157). 6.5 Gemäss RAD-Stellungnahme von Dr. D.____ vom 19. Se ptember 2018 ergebe sich aus der wieder exazerbierten, vordergründig somatisch gefä rbten Schulterschmerzproblematik bis auf weiteres keine versicherungsmedizinische Konsequenz. In psychiatrischer Hinsicht habe der RAD bereits am 28. August 2018 ausführlich Stellung b ezogen. Zusammenfassend seien die objektiven Befunde als mittelgradig einzustufen. Bei genauer Betrachtung seien massgebliche Ressourcen nachvollziehbar, wobei insbesondere ein sozialer Rückzug in keiner Weise vorliege (IV-Dok 161). 6.6 Dem RAD-Bericht vom 28. August 2018 ist eine Stellu ngnahme des RAD-Arztes Dr. E.____ zum psychiatrischen Teilgutachten von Dr. C._ ___ und der darin vorgenommenen Standardindikatorenprüfung zu entnehmen. Der RAD-Arzt geht davon aus, dass die objektiven Befunde aus psychiatrischer Sicht mittelgradig ausgeprägt seien. Ressourcen seien vorhanden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht So lebe die Versicherte in einer stabilen Paarbeziehung in einem Eigentumshaus und pflege ei- nen innigen Kontakt zu ihrem Sohn. Die Beziehung zu ihrem Ehemann sei gut, sie habe täglichen Kontakt mit ihren Verwandten und auch einen Umgang sowie Kontakte mit Freunden und Nach- barn. Das bestehende soziale Umfeld stütze die Versicherte und gebe ihr Rückhalt. Ein sozialer Rückzug liege in keiner Weise vor. Unter anderem untern ehme die Versicherte im Wohnmobil ihres Partners Reisen, besuche regelmässig die polnische Messe und kümmere sich um ihren Sohn. Der gutachterlich beschriebene Alltagsverlauf zeige ein gutes Aktivitätsniveau mit verschie- denen Interessen und Aktivitäten im und ausser Haus einschliesslich einer ausgedehnten Reise- tätigkeit. Diskrepanzen im engeren Sinne würden keine vorliegen. Es bestehe jedoch eine Diffe- renz zwischen der bisweilen erhöhten subjektiven Behinderungseinschätzung und den mittelgra- dig ausgeprägten psychiatrischen Befunden. Eine Übereinstimmung bestehe allerdings zwischen dem guten Aktivitätsniveau und dem erhaltenen Funktionsprofil im Alltag sowie den mässig aus- geprägten medizinischen Befunden. Die Arbeitsfähigkeit richte sich nach den bisherigen Stellung- nahmen des RAD (IV-Dok 162). 7.1 Die IV-Stelle hat ihre leistungsablehnende Verfü gung vom 24. Januar 2019 im Wesent- lichen damit begründet, dass mit Blick auf eine systematisi erte Prüfung der rechtsprechungsge- mäss vorzunehmenden Standardindikatoren (BGE 143 V 409 und BGE 141 V 281) keine Hin- weise für eine Therapieresistenz vorlägen. Entgegen der von ihr damit vertretenen Auffassung steht die Therapierbarkeit eines psychiatrischen Leidens dem Eintritt einer rentenbegründenden Invalidität jedoch nicht absolut entgegen (Urteil des B undesgerichts vom 2. April 2019, 8C_592/2018, E. 4.2). Eine ausgewiesene Therapieresiste nz alleine ist daher keine zwingende Anspruchsvoraussetzung für einen allfälligen Rentenanspr uch (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2019, 9C_724/2018, E. 8.2). Die Indikatorenp rüfung der IV-Stelle und mit ihr die vor- instanzliche Begründung, dass das Leistungsvermögen der Versicherten in psychiatrischer Hin- sicht mangels Therapieresistenz nicht eingeschränkt sei, e rweist sich deshalb von vorne herein als unvollständig. 7.2 Ins Auge sticht sodann ein weiterer Mangel in der vorinstanzlichen Beweiswürdigung: Es fällt auf, dass der RAD-Arzt Dr. E.____ in der ersten Phase seiner Beurteilung der psychiatri- schen Verhältnisse auf die Indikatorenprüfung im psychiatri schen Teilgutachten von Dr. C.____ verwiesen und explizit ein Abstellen auf dessen Beurteilung empfohlen hat, ohne sich selbst zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu äussern (IV-Dok 123, oben, Erwägung 6.3 hiervor). Nachdem der RAD zuvor bereits auch die teilgutachterlichen Schlussfolgerungen in rheumatologischer Hin- sicht als einleuchtend bezeichnet hatte, nahm er im Zusammenhang mit einem nachträglich ein- gegangenen Bericht der behandelnden Psychiaterin in einer zweiten Runde zu einer möglichen Verschlechterung der psychiatrischen Verhältnisse Stellung. Dabei verwies er auf die bisherige Diagnostik sowie auf die von Dr. C.____ vorgenommene Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit von 50 % und kam erneut zum Schluss, dass an den bisherigen Diagnosen und an der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. C.____ festzuhalten sei (IV-Dok 157). Nachdem der RAD die gutachterlichen Schlussfolgerungen der Dres. B.____ und C.____ mithin wiederholt als schlüssig und massgebend bezeichnet hat, nahm der RAD-Arzt in sein er dritten Stellungnahme vom 28. August 2018 nun plötzlich eine eigenständige Prüfung de r Standardindikatoren vor, welche von jener von Dr. C.____ offensichtlich abweicht (IV-Dok 162). Diese abweichende Einschätzung ist Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht alleine schon deshalb nicht nachvollziehbar, weil dersel be RAD-Arzt rund 14 Monate zuvor die entsprechenden Erwägungen des psychiatrischen Teilgutachters noch als schlüssig und mass- gebend qualifiziert hatte. Wenn Dr. E.____ in seiner Stellungnahme vom 28. August 2018 darauf hinweist, dass sich die Arbeitsfähigkeit nach den bisherigen Stellungnahmen des RAD richte, ist ausserdem festzustellen, dass sich gerade keine solche eigenständige Einschätzung der Restar- beitsfähigkeit in seinen vorangegangenen RAD-Akten fin den lässt (IV-Dok 123, 157). Der RAD und mit ihm die IV-Stelle unterliegen mithin einem Irrtum, wenn sie davon ausgehen, dass die im Zusammenhang mit einer Verschlechterung der psychiatrischen Verhältnisse zu Recht vertretene Argumentation unbesehen auch für die gutachterlich er hobene Einschätzung durch die Dres. B.____ und C.____ Geltung beanspruchen kann. Solches widerspräche jedenfalls klar den zuvor ergangenen RAD-Stellungnahmen vom 19. Juni und 11. Juli 2017 sowie vom 5. Juni 2018. 7.3 Nicht nachvollziehbar ist vor allem aber auch die d urch den RAD nachträglich vorgenom- mene Interpretation des Aktivitätsniveaus der Versicherten. Gestützt auf eine umfassende Anam- nese ist Dr. C.____ in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 16. Dezember 2016 davon aus- gegangen, dass die Versicherte den Tag weitgehend strukturlos zu Hause verbringe. Sie sei nur mit Hilfe ihres Partners in der Lage, die Haushaltführung zu bewältigen, unterhalte keine Hobbies und pflege nur wenige telefonische Kontakte. Die damit verbundene standardisierte Ressourcen- prüfung durch den Gutachter, wonach der Versicherten eine Restarbeitsfähigkeit von noch 50 % zuzumuten sei, erweist sich unter diesen Umständen als schlüssig. Demgegenüber stellt die vom RAD zuletzt vertretene Auffassung letztlich eine Uminter pretation der gutachterlich erhobenen Angaben dar. Angesichts der Pflegebedürftigkeit ihres behinderten Sohnes kann beispielsweise nicht von einem innigen, Ressourcen bildenden Verhältnis mit der Versicherten gesprochen wer- den. Vielmehr ist von einer damit verbundenen, zusätzlich en Belastung im Alltag auszugehen (IV-Dok 117, S. 63 unten sowie S. 66, ad Frage 4). We nn der RAD ausserdem davon ausgeht, dass die Versicherte über ein erhaltenes Funktionsprofil im Alltag verfüge, widerspricht dies den vor Ort erhobenen Verhältnissen, wonach der Haushalt in praktisch allen Lebensbereichen nur dank einer umfassenden Mithilfe des Partners überhaupt e rledigt werden kann (IV-Dok 136). Aber auch die Darstellung des RAD, wonach die Versicherte mit dem Wohnmobil ihres Partners auf Reisen gehe, zeichnet ein unzutreffendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse: Angesichts ei- ner letztmals im Sommer 2015 singulären Ferienreise davon ausgehen zu wollen, dass die Ver- sicherte eine ausgedehnte Reisetätigkeit pflege, ist ni cht angebracht. Dies gilt umso mehr, weil den Akten an anderer Stelle zu entnehmen ist, dass die Versicherte auch in den letzten Jahren zuvor lediglich ein einziges Mal mit ihrem Partner wand ern war und bereits seit Langem nichts mehr unternehme (IV-Dok 81, S. 12). Nicht anders verhält es sich mit dem vom RAD vorgebrach- ten Argument, dass in keiner Weise ein sozialer Rückzug vorliege, weil die Versicherte regelmäs- sig die kirchliche Messe besuche. Dem Gutachten von Dr. C.____ ist im Gegenteil zu entnehmen, dass die Versicherte bis auf einzelne Messebesuche ihr Woche nende letztlich passiv, teils gar schlafend, zu Hause verbringt. Bereits aus dem Gutachten von Dr. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 25. November 2015 geht hervor, dass die Versicherte «total» zurückgezo- gen lebt (IV-Dok 81, S. 11). Aus diesen unwidersprochen gebliebenen Erhebungen nachträglich ein Aktivitäts- und Funktionsniveau ableiten zu wollen, welches für eine vollständig erhaltene Ar- beitsfähigkeit sprechen würde, verbietet sich. Nicht and ers verhält es sich schliesslich in Bezug Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf die vom RAD vertretene Auffassung, die Versicherte pflege einen guten Kontakt mit Freun- den: Den gutachterlichen Erhebungen zufolge hat die Beschwerdeführerin, welche offenbar we- der irgendwelche Hobbies pflegt noch spazieren geht, ke ine Freundinnen. An diesem Umstand vermag auch ein regelmässiger, nur telefonischer Kontakt zu nahen Verwandten nichts zu än- dern. Insgesamt verfügt sie über nur wenige mobilisierende Kontakte (IV-Dok 117, S. 66). Schlicht falsch ist schliesslich auch die Behauptung des RAD, wonach eine Differenz zwischen der bis- weilen erhöhten subjektiven Behinderungseinschätzung und der objektiv zumutbaren Leistungs- fähigkeit bestünde: Die Selbsteinschätzung der Versicherten, gerne 50 % zu arbeiten, entspricht nämlich sehr wohl genau dem gutachterlich attestierten Pensum. 7.4 Zusammenfassend rechtfertigen die auf den offensichtl ichen und nicht nachvollziehba- ren Fehleinschätzungen des RAD beruhenden Einwände der IV-Stelle kein Abweichen vom rheu- matologisch-psychiatrischen Gutachten der Dres. B.____ und C.____. Deren bidisziplinäres Ver- waltungsgutachten erfüllt im Gegenteil alle praxisgemäss erforderlichen Kriterien an eine schlüs- sige und zuverlässige medizinische Expertise, so dass darauf abzustellen und ab Mai 2014 von einer hälftigen Arbeitsfähigkeit der Versicherten in sämtlichen Tätigkeiten auszugehen ist. Damit ist zugleich gesagt, dass auf eine Rückweisung an die Vorinstanz zur ergänzenden Sachverhalts- abklärung in medizinischer Hinsicht verzichtet werden kann. 8.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen di eser gesundheitlichen Einschrän- kung. Auszugehen ist davon, dass die Versicherte bei guter Gesundheit aus finanziellen Gründen vollzeitlich einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre (IV-Dok 136, S. 3). Der Invaliditätsgrad ist daher grundsätzlich anhand der all gemeinen Methode des Einkommensver- gleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG, oben, Erwägung 3.2 ). Zu ergänzen ist, dass auch der so- genannte Prozentvergleich eine zulässige Variante des Einko mmensvergleichs darstellt (SVR 2014 UV Nr. 1 S. 1, 8C_211/2013 E. 4.1). Dabei ist das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen mit 100 % zu bewerten, während das I nvalideneinkommen auf einen ent- sprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass si ch aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (BGE 114 V 310 E. 3a). Der Prozentvergleich bietet sich namentlich dann an, wenn Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn (LSE) zu be- rechnen sind. Ob diese Voraussetzungen im vorliegenden Fa ll gegeben sind, und ob auf eine genaue Ermittlung der beiden Vergleichseinkommen verzichtet werden kann (Urteil des Bundes- gerichts vom 4. Februar 2015, 9C_888/2014, E. 2; M EYER / REICHMUTH , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014, N 35 f. zu Art. 28a), lässt sich aufgrund der vorhandenen Aktenlage nicht beantworten. Dies wird vielmehr Gegens tand einer vorinstanzlichen Abklärung bilden, weil die IV-Stelle hierüber bisher keine eigenen Erhebungen getätigt hat (oben, Erwägung 5). 8.2 Nach Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG haben Versiche rte, die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind, Ansp ruch auf eine Rente, sofern ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert werden kann (oben, E. 2.1). Der Rentena nspruch entsteht frühestens nach Ab- lauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungs anspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gemäss dem schlüssigen Verwaltungsgutachten der Dres. B.____ und C.____ (oben, Erwägung 7.4) war die Versicherte in sämtlichen Tätigkeiten mi ndestens seit Mai 2014 im Umfang von 50 % arbeitsunfähig (oben, Erwägung 7.4). Die einjährige Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG endete somit Ende April 2015. Dass es zuvor zu einer Un terbrechung des Wartejahres gekom- men wäre (Art. 29 ter IVV), oder dass die Versicherte seither infolge Wiederer langung einer voll- ständigen Arbeitsfähigkeit zeitweise gar von einem Re ntenanspruch ausgeschlossen wäre, ist der medizinischen Aktenlage nicht zu entnehmen. Nachdem sich die Versicherte bereits am 23. September 2014 zum Leistungsbezug angemeldet hat, sind für die nachfolgende Zeit deshalb alle nach dem eintretenden Versicherungsverlauf in Betracht fallenden Rentenansprüche gewahrt (Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 20 13, E. 4.2). Damit ist ein Rentenan- spruch ab 1. Mai 2015 ausgewiesen. Die gegen die angef ochtene Verfügung der IV-Stelle vom 24. Januar 2019 gerichtete Beschwerde ist bei diesem Ergebnis demnach gutzuheissen, und die Angelegenheit ist zur Festsetzung des auf der Basis einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit sowie nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs z u bemessenden Rentenanspruchs der Versicherten ab 1. Mai 2015 an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückzuweisen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens ein heitlich auf Fr. 800.-- fest. Ge- mäss § 20 Abs. 3 VPO sind die ordentlichen Kosten auch de n unterliegenden Vorinstanzen zu auferlegen. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegen de Partei. Die ordentlichen Kosten von Fr. 800.-- werden somit ihr auferlegt, und der am 3. Mai 2019 beim Gericht eingegangene Kos- tenvorschuss ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 9.2 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO steht der obsiegenden Beschwe rdeführerin eine Parteient- schädigung zu. Der Honorarnote vom 28. Juni 2019 zufol ge beläuft sich der geltend gemachte Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf i nsgesamt 11 Stunden und 21 Minuten. Dieser Aufwand erweist sich angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen und ist praxisgemäss zu einem Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entgelten. Grund- sätzlich nicht zu beanstanden sind die geltend gemachten Auslagen. Es ergibt sich demnach eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin in der Höhe von insgesamt Fr. 3'114.70 (11 Stunden und 21 Minuten à Fr. 250.-- und Auslagen in der Höhe von Fr. 35.50 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer). 10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesg ericht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge- gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständig keit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil be wirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort e inen Endentscheid herbeiführen und Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er- sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid , sondern um einen Zwischenent- scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch f ür einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset- zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 A bs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesg ericht. Die nachstehende Rechtsmittel- belehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Angelege nheit zur Festsetzung des auf der Basis einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit so wie nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu bemessenden Rentenanspruchs der Versicherten ab 1. Mai 2015 an di e IV-Stelle Ba- sel-Landschaft zurückgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird der Be- schwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdefü hrerin eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3‘114.70 (inkl. Ausl agen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.