<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00449</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204738&amp;W10_KEY=13013567&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00449</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 12.01.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Einordnung zweier bereits aufgestellter Skulpturen (geflügelte Löwen) in einer Arealüberbauung. Der Bauherr ist in der künstlerisch-architektonischen Gestaltung seiner Baute und deren Umschwung grundsätzlich frei. Selbst in einer Arealüberbauung, für die nach § 71 Abs. 1 PBG erhöhte ästhetische Anforderungen gelten, muss dem Bauherrn für die übliche und naturgemäss individuelle Ausstattung des Gartens, soweit sie volumenmässig nicht ins Gewicht fällt, ein nicht zu enger Gestaltungsspielraum belassen werden (E. 3.5). Im vorliegenden Fall stehen auch die massgeblichen Gestaltungsplanvorschriften, die dem Eigentümer für seinen individuellen Gartenbereich Gestaltungsfreiheit gewähren, den beiden Skulpturen nicht entgegen. Zudem wird die von der örtlichen Baubehörde bemängelte Silhouettenwirkung der Skulpturen durch andere Faktoren tatsächlicher Natur gebrochen (E. 3.6). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AREALÃBERBAUUNG">AREALÃBERBAUUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESTALTUNGSFREIHEIT">GESTALTUNGSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESTALTUNGSPLAN">GESTALTUNGSPLAN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESTALTUNGSVORSCHRIFT">GESTALTUNGSVORSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SKULPTUR">SKULPTUR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMGEBUNGSGESTALTUNG">UMGEBUNGSGESTALTUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 71 Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2005 Nr. 19 S. 15</span><br/><span class="gerade">RB 2005 Nr. 63 S. 158</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>Aufgrund einer Anzeige stellte die Planungs- und Baukommission Erlenbach fest, dass A im Bereich einer Sitzkanzel aus Natursteinen in der westlichen Ecke seines GrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 1 an der L-Strasse in Erlenbach zwei geflÃ¼gelte LÃ¶wen aus Gips mit einer HÃ¶he von 1,4 m, einer LÃ¤nge von 1,25 m und einer Breite von 0,5 m aufgestellt hatte, welche in den PlÃ¤nen, die dem Bewilligungsbeschluss vom 14. Mai 2002 fÃ¼r die Ãnderung der Gartengestaltung zu Grunde lagen, nicht enthalten waren. Mit Beschluss vom 12. August 2003 wurde A aufgefordert, fÃ¼r diese ProjektÃ¤nderung ein nachtrÃ¤gliches Baugesuch einzureichen.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Mit Beschluss vom 13. April 2004 lehnte die Planungs- und Baukommission Erlenbach das nachtrÃ¤gliche Gesuch vom 1. MÃ¤rz 2004 fÃ¼r die beiden Skulpturen am vorgesehenen Standort ab und ordnete in Dispositivziffer 1.1 deren Umplatzierung an einen weniger erhÃ¶hten bzw. exponierten Standort an.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Sowohl gegen den Beschluss vom 12. August 2003 (R2.2003.00232) als auch gegen den Beschluss vom 13. April 2004 (R2.2004.00106) gelangte A an die Baurekurskommission II, welche am 27. Januar 2004 einen Delegationsaugenschein durchfÃ¼hrte. Mit Entscheid vom 14. September 2004 wurden die beiden Verfahren vereinigt: Das Rekursverfahren R2.2003.00232 wurde nach Einreichung des nachtrÃ¤glichen Baugesuchs als gegenstandslos geworden abgeschrieben, der Rekurs im Verfahren R2.2004.00106 wurde gutgeheissen und demgemÃ¤ss Dispositivziffer 1.1 des Beschlusses vom 13. April 2004 ersatzlos aufgehoben.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diesen Entscheid erhob die Bau- und Planungskommission Erlenbach namens der Gemeinde am 15. Oktober 2004 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und verlangte dessen Aufhebung â sinngemÃ¤ss nur soweit, als damit der Rekurs im Verfahren R2.2004.00106 gutgeheissen wurde â sowie die vollumfÃ¤ngliche BestÃ¤tigung ihres Beschlusses vom 13. April 2004 unter Kostenfolgen zulasten des Beschwerdegegners. Die Baurekurskommission II beantragte am 2. November 2004 ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. A liess am 25. November 2004 den gleichen Antrag unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin stellen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>In formeller Hinsicht beantragen beide Parteien, der Beschwerdegegner lediglich eventualiter, die DurchfÃ¼hrung eines verwaltungsgerichtlichen Augenscheins.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die ErwÃ¤gungen des angefochtenen Entscheids sowie die Vorbringen der Parteien werden, soweit erforderlich, in den nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Parteien ersuchen um DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins. Im vorliegenden Fall hat bereits die Baurekurskommission einen Delegationsaugenschein durchgefÃ¼hrt. Auf die bei dieser Gelegenheit gewonnenen Erkenntnisse, die im Protokoll des Rekursverfahrens festgehalten sind, darf auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren abgestellt werden <span class="UrteilstextChar">(RB 1981 Nr. 2)</span>. Da sich der massgebliche Sachverhalt aufgrund dieses Augenscheins sowie der bei den Akten liegenden Fotografien und PlÃ¤ne mit hinreichender Deutlichkeit ergibt, kann auf die DurchfÃ¼hrung eines verwaltungsgerichtlichen Augenscheins verzichtet werden (RB 1995 Nr. 12 = BEZ 1995 Nr. 32, mit Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid erwogen, dass die umstrittenen geflÃ¼gelten LÃ¶wen von ihrer Dimension her von Ã¼blichen Vergleichsobjekten abweichen wÃ¼rden und zudem aufgrund ihrer Platzierung von der Ã¶ffentlichen Strasse gut wahrgenommen werden kÃ¶nnten. Hinsichtlich des Materials und der Farbe beurteilte sie die Skulpturen als wenig auffÃ¤llig. Ihre Dimensionen wÃ¼rden keine baurechtlich relevanten StÃ¶rwirkungen erzeugen. Es liege nicht im Ã¶ffentlichen Interesse, das Aufstellen von Skulpturen in GÃ¤rten, die Ausdruck individueller Vorlieben seien, unter rigoroser Anwendung von generell-abstrakten Ãsthetikbestimmungen zu unterbinden. Dies mÃ¼sse selbst bei ArealÃ¼berbauungen gelten, die grundsÃ¤tzlich erhÃ¶hte Anforderungen an die Gestaltung des Umschwungs stellen wÃ¼rden. Es sei nicht Aufgabe der BaubehÃ¶rde, sich bis ins kleinste Detail um die Ausgestaltung von GÃ¤rten zu kÃ¼mmern. Auch falle in Betracht, dass die hochstÃ¤mmige Linde unterhalb der Sitzkanzel die Silhouettenwirkung der Skulpturen mit der Zeit vermindern wÃ¼rde. Die Skulpturen stÃ¼nden auf der bewilligten Sitzkanzel und stellten die in den Gestaltungsplanvorschriften enthaltene Umgebungsgestaltung, insbesondere das BegrÃ¼nungskonzept, nicht in Frage. Mit ihrem abschlÃ¤gigen Entscheid habe die kommunale BewilligungsbehÃ¶rde das ihr in Einordnungsfragen zukommende Ermessen Ã¼berschritten, weshalb die Auflage betreffend die Verschiebung der Skulpturen aufzuheben sei.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht dagegen im Wesentlichen geltend, dass die Baurekurskommission nur dann in einen kommunalen Einordnungsentscheid eingreifen dÃ¼rfe, wenn die BaubehÃ¶rde das ihr zustehende Ermessen nicht mehr in vertretbarer Weise ausgeÃ¼bt habe. StÃ¼nden bei unterschiedlicher Gewichtung der in Frage stehenden Interessen mehrere rechtmÃ¤ssige Reaktionen zur VerfÃ¼gung, sei es nicht Sache der Baurekurskommission, die Wahl zu treffen. â Aufgrund ihrer exponierten Lage an der aufgeschÃ¼tteten BÃ¶schungskante seien die umstrittenen Skulpturen vom Ã¶ffentlichen Raum aus sehr gut einsehbar. Der fragliche Bereich bilde zudem optisch wie auch erschliessungstechnisch den Zugang zur ArealÃ¼berbauung "C". GemÃ¤ss § 71 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) mÃ¼ssten nicht nur die Bauten und Anlagen einer ArealÃ¼berbauung, sondern auch deren Umschwung besonders gut gestaltet sein. So enthalte der private Gestaltungsplan klare und detaillierte Vorschriften zur Umgebungsgestaltung. Mit den dominant platzierten LÃ¶wen am Eingang der ArealÃ¼berbauung werde ein optisch beherrschender Akzent gesetzt, der sich mit dem durch die Gestaltungsplanvorschriften geschÃ¼tzten architektonischen Charakter der GesamtÃ¼berbauung nicht mehr vertrage. In einem solchen Fall sei es Pflicht der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde, dafÃ¼r zu sorgen, dass sich solche "Profilierungen" an die durch das Einordnungsgebot gesetzten Grenzen halten wÃ¼rden. Darauf hÃ¤tten auch die Ã¼brigen GrundeigentÃ¼mer innerhalb des Gestaltungsplanperimeters Anspruch. Dies verkenne die Vorinstanz und sie habe zu Unrecht in den Ermessensspielraum der kommunalen BaubehÃ¶rde eingegriffen. Die BaubehÃ¶rde habe verhÃ¤ltnismÃ¤ssig gehandelt, indem sie nicht das Aufstellen der Skulpturen an sich verweigert, sondern nur eine Umplatzierung angeordnet habe.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Dem hÃ¤lt der Beschwerdegegner zusammengefasst entgegen, dass die geflÃ¼gelten LÃ¶wen nicht als Teil der architektonischen Gestaltung der ArealÃ¼berbauung wahrgenommen wÃ¼rden, sondern als privater Ausdruck seiner Lebensweise. Es sei nicht Sache des Baurechts, auf die Befindlichkeit der Nachbarn, die sich durch ideelle Immissionen belÃ¤stigt fÃ¼hlten, einzugehen. Vielmehr habe das Baurecht die PrivatsphÃ¤re und individuelle Ausdrucksweisen zu respektieren. Das Aufstellen von Kunstobjekten und das AusschmÃ¼cken privater GÃ¤rten mit Plastiken werde nicht von der Ãsthetikklausel des § 238 Abs. 1 PBG und schon gar nicht von § 71 Abs. 1 PBG, welcher die Anforderungen an die Gestaltung von ArealÃ¼berbauungen umschreibe, erfasst. Mit § 238 Abs. 1 PBG habe der Gesetzgeber fÃ¼r Wohn- und andere Zweckbauten gewisse minimale Gestaltungsvorschriften, nicht jedoch einen Gestaltungsmassstab fÃ¼r Kunstobjekte aufstellen wollen. â Die Gestaltungsplanvorschriften enthielten bauliche Festlegungen und Bestimmungen zur Umgebungsgestaltung und regelten nicht das Aufstellen von SichtschutzwÃ¤nden, Gartenkisten oder auch von Skulpturen, die Ausdruck der privaten Lebensgestaltung der jeweiligen Bewohner seien. Selbst wenn § 238 Abs. 1 PBG zur Anwendung gelangen sollte, wÃ¼rde eine ÃberprÃ¼fung zeigen, dass die LÃ¶wen den gestalterischen Charakter der Ãberbauung nicht beeintrÃ¤chtigten. Der einheitliche Charakter der ArealÃ¼berbauung stehe einer individuellen Gartengestaltung nicht entgegen. Hinzu komme, dass die gepflanzten BÃ¼sche und BÃ¤ume die Bauten weit gehend abdecken wÃ¼rden, wie die Vorinstanz zu Recht erwogen habe. â Schliesslich macht der Beschwerdegegner geltend, der Beschluss vom 13. April 2004 verletze seine verfassungsmÃ¤ssigen Rechte (Eigentumsfreiheit, persÃ¶nliche Freiheit sowie Kunstfreiheit).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die ErwÃ¤gungen der BewilligungsbehÃ¶rde im angefochtenen Beschluss sowie die AusfÃ¼hrungen in der Vernehmlassung vom 24. Juni 2004 im Rekursverfahren R2.2004.00106 machen deutlich, dass es ihr einzig um die Positionierung der Skulpturen, nicht jedoch um deren kÃ¼nstlerische Gestaltung an sich und somit auch nicht um deren kÃ¼nstlerische QualitÃ¤ten geht. Demnach ist vorliegend einzig zu Ã¼berprÃ¼fen, ob die Vorinstanz die im Beschluss vom 13. April 2004 angeordnete Verschiebung der Skulpturen aus gestalterischen GrÃ¼nden zu Unrecht aufgehoben hat.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Das GrundstÃ¼ck, auf dem die streitbetroffenen geflÃ¼gelten LÃ¶wen stehen, gehÃ¶rt gemÃ¤ss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Erlenbach vom 25. September 1995 zu einer Wohnzone W2A/20 %, fÃ¼r die am 30. MÃ¤rz 1998 der private Gestaltungsplan "C" mit zugehÃ¶rigen Vorschriften nach § 85 PBG festgesetzt wurde. Soweit diese Gestaltungsplanvorschriften (GPV) keine besondere Regelung vorsehen, wird auf die Vorschriften der Bau- und Zonenordnung unter Einschluss der Bestimmungen Ã¼ber die ArealÃ¼berbauung verwiesen (Art. 2 GPV). GemÃ¤ss Art. 9 Ziff. 1 GPV sind die Bauten und Anlagen sowie deren Umgebung so zu gestalten, dass eine gute Gesamtwirkung entsteht; sie haben auch sonst den Anforderungen von ArealÃ¼berbauungen zu genÃ¼gen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Art. 9 Ziff. 1 GPV verlangt zwar nach dem Wortlaut des ersten Halbsatzes lediglich eine "gute Gesamtwirkung", die ErgÃ¤nzung im zweiten Halbsatz, wonach die Bauten, Anlagen und Umgebung "auch sonst den Anforderungen von ArealÃ¼berbauungen zu genÃ¼gen" haben, macht jedoch deutlich, dass sich der Massstab fÃ¼r die Gestaltung nach § 71 Abs. 1 PBG richtet, der eine <i>besonders</i> gute Gestaltung fordert. Als nachtrÃ¤glich hinzugefÃ¼gte Bestandteile der bereits mit Beschluss vom 14. Mai 2002 bezÃ¼glich Einordnung und<br/> Gestaltung Ã¼berprÃ¼ften und schliesslich bewilligten Sitzkanzel hat die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde die beiden Skulpturen zu Recht unter Anwendung dieser Bestimmung geprÃ¼ft. Der diesbezÃ¼gliche Einwand des Beschwerdegegners, die Ãsthetikbestimmungen von § 71 Abs. 1 bzw. § 238 Abs. 1 PBG kÃ¤men in diesem Fall nicht zur Anwendung, geht fehl.</span></p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar"><b><span>3.3 </span></b></span><span>Nach § 71 Abs. 1 PBG mÃ¼ssen ArealÃ¼berbauungen besonders gut gestaltet sowie zweckmÃ¤ssig ausgestattet und ausgerÃ¼stet sein. Laut Absatz 2 der genannten Bestimmung ist bei dieser Beurteilung insbesondere auch <span class="UrteilstextChar">die Gestaltung der FreiflÃ¤chen zu beachten.</span></span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der kommunalen BaubehÃ¶rde steht bei der Anwendung von § 71 PBG wie auch bei der allgemeinen Gestaltungsvorschrift von § 238 Abs. 1 PBG ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Trotz umfassender Kognition (§ 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]) hat sich die Baurekurskommission bei der ÃberprÃ¼fung solcher Ermessensentscheide ZurÃ¼ckhaltung aufzuerlegen. Ist der Einordnungsentscheid einer kommunalen BaubehÃ¶rde nachvollziehbar, das heisst auf einer vertretbaren WÃ¼rdigung der massgebenden SachumstÃ¤nde beruhend, so hat sie diesen zu respektieren und darf sie nicht ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der kommunalen BehÃ¶rde setzen. Die Rekursinstanz darf erst dann eingreifen, wenn sich die vorinstanzliche ErmessensausÃ¼bung als offensichtlich unvertretbar erweist (RB 1981 Nr. 20; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 20 N. 19). Das Verwaltungsgericht seinerseits kann gemÃ¤ss § 50 VRG lediglich rechtsverletzende Ermessensfehler korrigieren (KÃ¶lz/ Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 78).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Die Planungs- und Baukommission Erlenbach hat ihren Beschluss eingehend begrÃ¼ndet. Sie hat damit die ihr durch das kantonale Recht eingerÃ¤umte Entscheidungsfreiheit beansprucht und muss sich einen Eingriff durch die RechtsmittelbehÃ¶rden nur gefallen lassen, soweit ihre WÃ¼rdigung als nicht mehr vertretbar erscheint. Damit unterscheidet sich der vorliegende Fall von jenen FÃ¤llen, in denen die Rekursinstanz den kommunalen Entscheidungsspielraum nicht zu beachten braucht, weil die Gemeinde selber davon keinen in ihren ErwÃ¤gungen erkennbaren Gebrauch gemacht hat (vgl. RB 1991 Nr. 2; VGr, 19. April 2002, BEZ 2002 Nr. 18, E. 5a).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>Der Bauherr ist grundsÃ¤tzlich in der kÃ¼nstlerisch-architektonischen Gestaltung seiner Baute und deren Umschwung frei. § 71 PBG stellt jedoch an Bauten, Anlagen und Umschwung erhÃ¶hte Ã¤sthetische Anforderungen. Ob ein Vorhaben diese Anforderungen erfÃ¼llt, ist nach objektiven und grundsÃ¤tzlichen Kriterien zu beurteilen, wobei es weder auf den Eindruck Ã¤sthetisch besonders empfindlicher Personen noch auf das Volksempfinden ankommt (vgl. RB 1974 Nr. 90; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Bd. I, 3. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 654). Dennoch muss dem Bauherrn insbesondere fÃ¼r die Ã¼bliche und naturgemÃ¤ss individuelle Ausstattung seines Gartens mit Gartenzwergen, GartenmÃ¶beln, SpielgerÃ¤ten und Ã¤hnlichen Artefakten, die volumenmÃ¤ssig nicht ins Gewicht fallen, ein nicht zu enger Gestaltungsspielraum belassen werden. Die ihm kraft der Eigentumsgarantie zustehende Freiheit ist â im Rahmen der gesetzlichen Schranken von § 71 PBG â zu achten. Die BaubehÃ¶rde darf nicht lediglich deshalb eine Baubewilligung verweigern, weil sie die Gestaltung eines Bauvorhabens nicht fÃ¼r optimal hÃ¤lt. Sie muss entsprechend dem in Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 verankerten VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip alle in der Sache erheblichen Interessen berÃ¼cksichtigen und sorgfÃ¤ltig gegeneinander abwÃ¤gen (Yvo Hangartner in: St. Galler Kommentar zur Bundesverfassung, Lachen/ZÃ¼rich 2002, Art. 36 N. 21 ff. sowie Art. 5 N. 33 ff.). Nur ein hinreichendes Ã¶ffentliches Interesse, das die privaten Interessen des Bauherrn Ã¼berwiegt, rechtfertigt einen Eingriff in dessen gestalterischen Freiraum und damit eine Bauverweigerung gestÃ¼tzt auf § 71 Abs. 1 PBG (vgl. dazu VGr, 27. September 1988, BEZ 1988 Nr. 48).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.6 </span></b><span>Aufgrund der Lage des GrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 1 an der Strassenverzweigung M-Strasse/N-Strasse und wegen der gegen den Strassenraum abfallenden BÃ¶schung kÃ¶nnen die geflÃ¼gelten LÃ¶wen heute vom Ã¶ffentlichen Grund aus relativ gut wahrgenommen werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Verfehlt ist in diesem Zusammenhang der Hinweis der BeschwerdefÃ¼hrerin auf den kÃ¼rzlich ergangenen Entscheid des Verwaltungsgerichts im Verfahren VB.2003.00404/417, in welchem eine grossvolumige Villa mit dreizehn Zimmern an einer Hangkante, das heisst an einer ausgeprÃ¤gten natÃ¼rlichen GelÃ¤ndestufe, zur Beurteilung stand, wÃ¤hrend es hier um zwei Skulpturen an einer kÃ¼nstlich aufgeschÃ¼tteten BÃ¶schungskante einer eher kleinrÃ¤umigen Umgebungsgestaltung geht. Aus dem genannten Entscheid lÃ¤sst sich fÃ¼r dieses Verfahren nichts ableiten.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin weist zu Recht darauf hin, dass die Gestaltungsplanvorschriften ziemlich detaillierte Vorschriften zur Umgebungsgestaltung enthalten. Diese betreffen insbesondere die Bepflanzung und die Terraingestaltung (vgl. Art. 12 GPV). Laut Art. 12 Ziff. 4 GPV dÃ¼rfen jedoch die Gestaltung und Bepflanzung der individuellen Gartenbereiche ausser in den Grenzbereichen frei gewÃ¤hlt werden. Die Gestaltungsplanvorschriften selbst erÃ¶ffnen also dem GrundeigentÃ¼mer fÃ¼r seinen individuellen Bereich einen Gestaltungsspielraum. Dass die Skulpturen ausserhalb dieses individuellen Bereichs stehen wÃ¼rden, macht die BeschwerdefÃ¼hrerin zu Recht nicht geltend. Auch wenn sich ein GrundeigentÃ¼mer beim Erwerb eines Objekts in einer ArealÃ¼berbauung der weit gehenden Gestaltungsvorschriften bewusst sein muss, kann es nicht sein, dass er damit auf jede individuelle Gestaltung â selbst wenn diese vom Ã¶ffentlichen Raum aus wahrnehmbar sein sollte â verzichtet. Eine ArealÃ¼berbauung ist kein bis in die allerletzten Details durchkomponiertes Gesamtkunstwerk, das fÃ¼r den Ausdruck individueller Vorlieben keinen Raum mehr lÃ¤sst. Die Gestaltungsplanvorschriften, die wohl den architektonischen Charakter prÃ¤gen und die besonders gute Gestaltung gemÃ¤ss § 71 Abs. 1 PBG sichern, sind fÃ¼r diese Detailbetrachtung im Gartenbereich nicht mit der gleichen Strenge massgeblich.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der von der BeschwerdefÃ¼hrerin bemÃ¤ngelte optisch beherrschende Akzent, den die LÃ¶wen wegen ihrer Positionierung setzen sollen, und der fÃ¼r die Auflage entscheidwesentlich war, ist zu relativieren. Die Silhouettenwirkung, die gerade die kritisierte Dominanz ausmachen und deshalb mittels der von der BewilligungsbehÃ¶rde angeordneten Verschiebung gebrochen werden soll, besteht nur aus gewissen Perspektiven. Von der Strassenverzweigung her gesehen steht in westlicher Blickrichtung das Haus des Beschwerdegegners im Hintergrund. Die Fassade Ã¼berragt die Skulpturen deutlich und lÃ¤sst diese in ihrer Wirkung verblassen. Aus nordÃ¶stlicher Sicht verdeckt die fast gleich hohe Ligusterhecke den einen LÃ¶wen schon jetzt partiell, und aus sÃ¼dlicher Blickrichtung dÃ¼rften sich zum Teil die Stelen der bewilligten Tessiner-Pergola im sÃ¼dwestlichen Bereich des GrundstÃ¼cks vor die LÃ¶wen schieben; so wird deren Silhouettenwirkung erheblich gemindert. Schon bald wird zudem der gemÃ¤ss Gestaltungsplan vorgesehene Lindenbaum dafÃ¼r sorgen, dass die bemÃ¤ngelte Silhouettenwirkung der LÃ¶wen vollends gebrochen wird.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.7 </span></b><span>Ein Ã¶ffentliches Interesse daran, die Skulpturen im angeordneten Umfang zu verschieben, lÃ¤sst sich unter diesen UmstÃ¤nden nicht erkennen. Dass die BewilligungsbehÃ¶rde eine andere â ihrer Meinung nach bessere â als die vom Beschwerdegegner verwirklichte Positionierung vorziehen wÃ¼rde, vermag ein solches Interesse nicht zu begrÃ¼nden. § 71 Abs. 1 PBG gestattet Eingriffe in die Freiheitsrechte des BÃ¼rgers nur im Rahmen der verfassungsmÃ¤ssig ausgelegten gesetzlichen Grundlage und unter Beachtung des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsgrundsatzes. Die Baurekurskommission hat daher den Verweigerungsentscheid der Planungs- und Baukommission vom 13. April 2004 aufheben dÃ¼rfen, ohne damit eine vertretbare ErmessensausÃ¼bung dieser BehÃ¶rde zu missachten. Die Beschwerde erweist sich als unbegrÃ¼ndet.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 VRG). Sie hat Ã¼berdies dem Beschwerdegegner eine ParteientschÃ¤digung zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 VRG). Als angemessen erweisen sich im vorliegenden Fall Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen).</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an den privaten Beschwerdegegner verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Entscheids.</p> <p class="Einzug2">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>