Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. März 2022 (725 21 278 / 50) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Bemessung der Invalidität Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Michael Blattner, Advo- kat, Advokatur Sissach, Bischofsteinweg 15, Postfach 182, 4450 Sissach gegen Suva , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1967 geborene A.____ war seit Februar 2007 b ei der B.____AG als Magaziner an- gestellt und durch die Arbeitgeberin bei der Schweize rischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert . Am 1. Februar 2016 kündigte die B.____AG das Arbeitsverhältnis per 31. Mai 2016. Am 27. Mai 2016 fiel A.____ beim Fussball- spielen auf die linke Schulter (Schaden Nr. XX.XXXXX.X X.X). Nachdem sich der Gesundheits- zustand stabilisiert hatte und der Versicherte ab 19. Ju li 2016 wieder arbeitsfähig war, schloss Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Suva den Fall ab. Am 25. Juni 2016 zog sich A.____ bei einem Sturz eine laterale Malleolar- fraktur Typ Weber B mit ossärem Ausriss der vorderen Synde smose (Le-Fort-Fragment) und Ruptur des tiefen Ligamentum deltoideum zu (Schaden N r. YY.YYYYY.YY.Y). Die Suva aner- kannte für die Folgen dieses Ereignisses ihre Leistungspfl icht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heilbehandlung). Die Verletzu ng wurde am 28. Juni 2016, am 21. September 2016 und am 10. Mai 2017 operativ versorgt. Am 29. Juni 2020 teilte sie A.____ mit, dass die Leistungen per 31. Juli 2020 eingestellt würden, da er ab dem 1. August 2020 wieder voll arbeitsfähig sei. Mit Verfügung vom 29. M ärz 2021 verneinte sie bei einem Invalidi- tätsgrad von 8,94 % einen Anspruch auf eine Invalidenr ente. Die hiergegen erhobene Einspra- che wies sie ab (Einspracheentscheid vom 9. Juli 2021). B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durch Advokat Michael Blattner, am 13. September 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, in Gutheissung der Besc hwerde sei der Einspracheentscheid vom 9. Juli 2021 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin z u verpflichten, die gesetzlichen Leistungen, namentlich eine Invalidenrente auf der Ba sis eines Invaliditätsgrads von 62 % zu erbringen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung füh rte er im Wesentlichen aus, dass die Be- messung der Invalidität nicht korrekt sei. C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 27. September 2021 auf Abweisung der Beschwerde. D. Mit Instruktionsverfügung vom 4. Oktober 2021 wurde d ie Angelegenheit der Dreier- kammer zur Beurteilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die ö rtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Au f die im Übrigen frist- und formge- recht erhobene Beschwerde vom 13. September 2021 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vo m 25. September 2015 revidierten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Laut Abs. 1 de r Übergangsbestimmungen zur Ände- rung des UVG vom 25. September 2015 werden jedoch Versi cherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestim mungen zugetragen haben, und für Be- rufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind , nach bisherigem Recht gewährt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Versiche rten auf eine Invalidenrente. Mass- gebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Er lass des angefochtenen Einsprache- entscheids vom 9. Juli 2021 entwickelt hat. Dieser Zeitpu nkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behan dlung der Unfallfolgen (Heilbe- handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfall es voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeits- unfähigkeit 80 % des versicherten Verdiensts. Bei teilwe iser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre- chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit- ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wie dererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versi cherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteh t, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund heitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingl iederungsmassnahmen der Invalidenver- sicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 3.2 Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitssch aden nur insoweit, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (vgl. BGE 129 V 177, E. 3). Dabei spielt die Adäqua nz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate mit der natürlichen Kausalität deckt (vgl. BGE 134 V 109, E. 2). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbe sondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arzte s oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hin- weisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Be- lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen ber uht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgeg eben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilun g der medizinischen Situation ein- leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin ode r des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So kommt bei spielsweise Berichten und Gutachten ver- sicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachperson en. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein V ersicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen au ch nur geringe Zweifel an der Zu- verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen är ztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Ur- teil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil de s Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt sowei t zu ermitteln, dass über den Leis- tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwie genden Wahrscheinlichkeit ent- schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Die Suva liess den Versicherten kreisärztlich untersuchen . In den Berichten vom 2. Mai 2018 und 9. Oktober 2018 diagnostizierte die Kreisärzti n Dr. med. C.____, Fachärztin für Chi- rurgie, einen Status nach lateraler Malleolarfraktur Weber B links mit ossärem Ausriss der vor- deren Syndesmose und Ruptur des tiefen Ligamentum delt oideum am 25. Juni 2016. Es zeige sich eine nahezu seitengleiche OSG-Beweglichkeit in Dor sal- und Plantarflexion. Persistierend seien belastungsabhängige Beschwerden sowie eine Beweg ungseinschränkung in Eversion und Inversion. Der medizinische Endzustand sei erreicht. A ufgrund der unfallbedingten Restfol- gen sei dem Versicherten die gelernte Tätigkeit als Maur er nicht mehr möglich. Auch die Tätig- keit als Magaziner sei ihm nicht mehr vollumfänglich zumu tbar. Leichte bis mittelschwere wech- selbelastende Tätigkeiten, ohne die Notwendigkeit, übe r unebenes Gelände oder Schrägen laufen zu müssen sowie ohne Besteigen von Treppen und Leitern seien aber ganztags möglich. Nach einer weiteren Untersuchung hielt die Kreisärztin am Zumutbarkeitsprofil vom 2. Mai 2018 fest (Kreisarztbericht vom 9. Oktober 2018). 6.2 Die Suva stützte sich im angefochtenen Einspracheents cheid vom 9. Juli 2021 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Leistungsfäh igkeit des Versicherten auf die Be- urteilungen der Kreisärztin Dr. med. C.____ vom 2. M ai 2018 und 9. Oktober 2018. Sie ging demgemäss davon aus, dass dem Versicherten angepasste Verw eistätigkeiten ganztags zu- mutbar seien. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist n icht zu beanstanden und wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht in Frage gestellt. Wie b ereits ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu st ellen, wenn sich der angefochtene Entscheid ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen stützt. Bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigk eit der ärztlichen Feststellungen sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Vorliegend ergibt sich indes nichts, was Zweifel an der Stichhaltigkeit der Angaben von Dr. C.____ wecken würd e. Die von der Beschwerdegegnerin übernommenen Schlüsse der kreisärztlichen Erkenntnisse beru hen auf persönliche Untersu- chungen des Versicherten und auf einem sorgfältigen Stud ium der vorhandenen medizinischen Akten. Die Beurteilungen erweisen sich sowohl in der D arlegung der medizinischen Zusam- menhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlu ssfolgerungen als überzeugend, weshalb vollumfänglich darauf abgestellt werden kann. Demnach ist mit der Beschwerdegegne- rin davon auszugehen, dass der medizinische Endzustand err eicht ist und dem Versicherten angepasste Verweistätigkeiten ganztags zumutbar sind. 7.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 18 Abs. 2 UVG). Danach ist der Invalidit ätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, d as die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (lnvalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invalidit ätsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 7.2.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist entsc heidend, was die versicherte Per- son im massgebenden Zeitpunkt des frühestmöglichen Renten beginns (hier: 1. August 2020) aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persö nlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne Gesundheitssch aden tatsächlich verdient hätte. Das Valideneinkommen ist so konkret wie möglich festzusetze n. Da nach empirischer Erfah- rung in der Regel ohne gesundheitliche Beeinträchtigu ng die bisherige Tätigkeit weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung de s Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt e, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl. B GE 134 V 322 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2020, 9C_109/2020, E. 2.2.2). Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. BGE 139 V 28 E. 3.3.2 mit Hinweisen). Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar oder hätte die ver sicherte Person ihre bisherige Stelle auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung verloren, so kön nen die Zahlen der Lohnstrukturerhe- bung (LSE) des Bundesamts für Statistik (BfS) herangezo gen werden (vgl. Urteile des Bundes- gerichts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1 un d vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015, E. 5.4). 7.2.2 Im angefochtenen Einspracheentscheid bestimmte d ie Suva das Valideneinkommen aufgrund der Tabellenlöhne (LSE 2018, TA1, Wirtschaft szweige 41-43 [Baugewerbe], Männer, Kompetenzniveau 2) und ermittelte für das Jahr 2021 einen an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit und an die Nominallohnentwicklung angepasste n Lohn von Fr. 75'580.75 (Fr. 5'962.--: 40 x 41,3 x 12 x 101 % [2019] x 100,8 % [2020] x 100,5 % [2021]). Dem hält der Beschwerdeführer entgegnen, zum Zeitpunkt des Unfallere ignisses nicht arbeitslos im Sinne von Art. 10 Abs. 1 ATSG gewesen zu sein. Es sei davon a uszugehen, dass er seine ange- stammte Tätigkeit ohne Eintritt des Gesundheitsschadens fortgeführt hätte, weshalb sich das Valideneinkommen aufgrund des letzten vor Eintritt d er Gesundheitsschädigung erzielten Ver- diensts bei der B.____AG bestimme und mit Fr. 91'000.-- zu beziffern sei. 7.2.3 Der Argumentation des Beschwerdeführers kann nicht gefolgt werden. Entgegen seiner Annahme ist bei der Ermittlung des Valideneinkommens n icht von Bedeutung, ob er im Zeit- punkt des Unfallereignisses am 25. Juni 2016 (noch) in e inem Arbeitsverhältnis stand. Ent- scheidend ist, was er im massgebenden Zeitpunkt des frühe stmöglichen Rentenbeginns (hier: 1. August 2020) nach dem Beweisgrad der überw iegenden Wahrscheinlichkeit ohne Ge- sundheitsschaden tatsächlich verdient hätte. Aus den Akten ergibt sich und ist unbestritten, dass die ehemalige Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis a m 1. Februar 2016 per 31. Mai 2016 aufgelöst hatte. Da der Stellenverlust bei der B.____ AG vor dem Unfallereignis vom 25. Juni 2016 aus unfallfremden Gründen erfolgte und sich somit nicht abschliessend beantworten lässt, wie sich die berufliche Laufbahn im Gesundheitsfall we iterentwickelt hätte, ist der Validenlohn nicht aufgrund des zuletzt bei der B.____AG verdienten E inkommens, sondern rechtspre- chungsgemäss anhand von Durchschnittswerten zu bestimmen. D aran ändert nichts, dass die Kündigungsfrist wegen der Unfälle vom 27. Mai 2016 u nd 25. Juni 2016 verlängert wurde. So- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht weit der Beschwerdeführer geltend macht, in Abstimmung mit der Invalidenversicherung sei das Valideneinkommen aufgrund seines Verdiensts als Magazin er mit Fr. 91'000.-- zu veranschla- gen, ist darauf hinzuweisen, dass die Invaliditätsschätzung d er Invalidenversicherung gegen- über dem Unfallversicherer keine Bindungswirkung entfal tet (vgl. BGE 131 V 362 E. 2.2). Viel- mehr haben die IV-Stellen und die Unfallversicherer di e Invaliditätsbemessung in jedem einzel- nen Fall selbstständig vorzunehmen. Folglich ist die Un fallversicherung (bzw. das Gericht im Unfallversicherungsverfahren) auch nicht an die von der IV -Stelle vorgenommene Schätzung des Valideneinkommens gebunden, sondern hat aufgrund der konkreten im Zusammenhang mit dem Unfall stehenden Umstände nach pflichtgemässe m Ermessen eine eigene Schätzung durchzuführen. Vor diesem Hintergrund ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, das Vali- deneinkommen anhand von Tabellenlöhnen zu bestimmen, nicht zu beanstanden. Da der frü- hestmögliche Rentenbeginn auf den 1. August 2020 fäll t, ist die Nominallohnentwicklung aber nur bis ins Jahr 2020 zu berücksichtigen, woraus – bei anso nsten unveränderter Übernahme der vorinstanzlich ermittelten statistischen Werte – ein m assgebendes Valideneinkommen von Fr. 75'204.75 resultiert (Fr. 5'962.-- : 40 x 41,3 x 12 x 101 % [2019] x 100,8 % [2020]). 7.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist n ach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in we lcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – beson- ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzun ehmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Sozia llohn, gilt grundsätzlich der tatsäch- lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom- men gegeben, namentlich weil die versicherte Person nac h Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue E rwerbstätigkeit aufgenommen hat, so sind für die Bemessung des Invalideneinkommen die Tabe llenlöhne heranzuziehen (vgl. BGE 143 V 295 E. 2.2). 7.3.2 Die Parteien stimmen darin überein, dass das Inva lideneinkommen des Beschwerdefüh- rers aufgrund der Tabellenlöhne zu ermitteln ist. Die Suva ging bei der Berechnung des Invali- deneinkommens innerhalb der TA1 der LSE 2018 vom "Tot al" der Männerlöhne im Kompetenz- niveau 2 (praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Dat enverarbeitung und Administrati- on/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sich erheitsdienst/Fahrdienst) und somit von einem Monatslohn von Fr. 5'649.-- aus. Begrün dend hielt sie fest, es sei davon aus- zugehen, dass eine versicherte Person mit Berufsabschluss grundsätzlich in der Lage sein soll- te, ihre Kenntnisse unbesehen der erlernten Berufsgat tung, in Tätigkeiten gemäss Kompetenz- niveau 2 zu verwerten. Vorliegend verfüge der Versicherte über eine 3-jährige Lehre als Mau- rer. Er habe zudem den Vorarbeiterkurs, eine Ausbildun g zum Kranfahrer, einen Kurs für An- schlag- und Hebeprodukte sowie eine Weiterbildung als Auszubildender absolviert und als Ma- gaziner, Maurerpolier sowie in anderen Tätigkeiten (Iso leur, SikaBau-Spezialist, Chauffeur, Hilfszimmermann, etc.) gearbeitet. Es sei anzunehmen, dass er aus den früher ausgeübten Tätigkeiten Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringe, die er auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verwerten könne. Da er demnach in der Lage sei, nicht nur einfache Arbeiten körperlicher oder handwerklicher Art auszuüben, komme das Kompetenznivea u 2 zur Anwendung. Dem hält der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführer im Wesentlichen entgegen, dass er nicht über besondere Fähigkeiten und Kenntnisse verfüge, die eine solche Einstufung rechtferti gen würden. Das Invalideneinkommen sei daher zwingend aufgrund des Kompetenzniveaus 1 zu bemessen. 7.3.3 Den kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilungen vom 2. Mai 2018 und 9. Oktober 2018 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der unfallbedingten Restfolgen sowohl die gelernte Tätigkeit als Maurer als auch die zuletzt ausgeübte Arbeit als Magaziner nicht mehr (vollumfänglich) ausüben kann (vgl. E. 6.1 hiervor). Wen n die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität – wie hier – nicht auf den angestamm ten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung von LSE-Kompetenzniveau 2 praxisgemäss nur dann, wenn sie über be- sondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (vgl. Urte il des Bundesgerichts vom 26. März 2019, 8C_732/2018, E. 8.2.1). Unbestritten ist, dass de r Beschwerdeführer nach dem Lehrab- schluss als Maurer den Vorarbeiterkurs, eine Ausbildung zum Kranfahrer, einen Basiskurs für Outlook und Excel sowie einen Kurs als Sachverständiger fü r Anschlag- und Hebeprodukte ab- solvierte. Ob er die betriebliche Ausbildung als „Auszubi ldender“ erfolgreich abschloss ergibt sich aus den vorliegenden Akten nicht. Dem Lebenslauf des Versicherten ist weiter zu entneh- men, dass er in den 90-er Jahren in verschiedenen Firmen diverse Tätigkeiten ausübte. So war er etwa als Hilfszimmermann, Chauffeur, Maurer, Fassade n- und Stahlbauer, Magaziner und Spezialist für Bau-Chemie erwerbstätig. Hernach arbeit ete er von 1999 bis 2004 als Polier. Nach verschiedenen Temporäreinsätzen wurde er im Jahr 200 7 bei der B.____AG als Magazi- ner eingestellt. Dort übernahm er – gemäss Arbeitszeugni s vom 29. Februar 2016 – die Leitung des Magazins und trug Verantwortung für den Gesamteinka uf, die Disposition, die Materialbe- stellung und die Baustellenorganisation. Die Beschwerde gegnerin nimmt nun diesem Hinter- grund an, der Beschwerdeführer verfüge über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse, die eine Einstufung in das Kompetenzniveau 2 rechtfertigen würd en. Dieser Auffassung kann ihr nicht beigepflichtet werden. Zwar ist mit ihr davon auszugeh en, dass das von Dr. C.____ definierte Anforderungsprofil, welches auch mittelschwere Tätigkei ten umfasst, mannigfaltige Beschäfti- gungen erlaubt. Vorliegend fällt aber ins Gewicht, d ass der Beschwerdeführer im Wesentlichen über bauspezifische Kenntnisse verfügt, die er sich insbesond ere während seiner langjährigen Tätigkeit bei der B.____AG aneignen konnte. Eine solide Grund- und Weiterbildung oder vertief- te Vorkenntnisse ausserhalb der vertrauten Betriebsorgan isation bei der B.____AG resp. der Baubranche hat er nicht. Seine Erfahrungen in andere n Berufen dauerten jeweils nur relativ kurze Zeit und liegen zudem mehrere Jahre zurück. Soweit si ch die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stellt, der Versicherte sei in der Lage , administrative oder beratende Aufgaben auszuüben, ist ihr entgegenzuhalten, dass dieser weder ü ber eine kaufmännische Grundausbil- dung noch eine solche im Verkauf verfügt noch erfolgre ich eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübte. Zudem dauerte seine Tätigkeit als Chauffeu r (Kategorie B) lediglich zweieinhalb Mo- nate und sie lag im Zeitpunkt des Einspracheentscheids üb er 30 Jahre zurück. Insgesamt ist nicht hinreichend belegt, dass der Beschwerdeführer sein e beruflichen Erfahrungen gewinn- bringend in verschiedene Tätigkeitsgebiete einzuarbeite n vermag, was ein Abstellen auf das Kompetenzniveau 2 rechtfertigen würde. Im Gegenteil s pricht die Kündigung der Stelle als Ver- käufer von Bauprodukten bei der D.____AG in der Prob ezeit (vgl. Suva-act. 274 ff.) gegen be- sondere Fähigkeiten. Im Übrigen sind Überwachungs- und Kontrollaufgaben klarerweise dem Kompetenzniveau 1 der LSE-Tabelle TA1 zuzuordnen. Bei dieser Sachlage ist nicht erstellt, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass der Beschwerdeführer über besondere Fähigkeiten und Kenntnisse verfügt, die zu einem höheren Verdienst als dem Kompetenzniveau 1 führen wür den. Demnach ist bei der Bemes- sung des Invalideneinkommens auf das Kompetenzniveau 1 ab zustellen. Der in der LSE 2018 in TA1 unter Totalwert für im Kompetenzniveau 1 tätige Männer ausgewiesene Monatsverdienst beträgt Fr. 5'417.--. Angepasst an die Wochenarbeitszei t von 41,7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, T 03.02.03.01.04.01 [Total Wirtschaftszweig e 1-96]) und an die Lohnentwicklung bis 2020 (vgl. Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex, Total, T1.15) ergibt dies ein Invalidenein- kommen von jährlich Fr. 68'923.60 ([12 x Fr. 5'417.--: 40 x 41,7 x 100,9 % [2019] x 100,8 % [2020]). 7.3.4 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage d er LSE ermittelt, kann der entspre- chende Ausgangswert allenfalls gekürzt werden. Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist de r Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen (leidensbedingte Einschränkung, Al ter, Dienstjahre, Nationali- tät/Aufenthalts-kategorie und Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. De r Abzug darf 25 % nicht überstei- gen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2). Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrol- lierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stell e der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurteilen, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Er- messen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen . Soll in die Ermessensbetätigung der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich die richter liche Behörde demnach auf Gegeben- heiten abstützen können, die eine abweichende Ermessen sausübung als näher liegend er- scheinen lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis; Urt eil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 7.3.5 Vorliegend hat die Suva im angefochtenen Einsp racheentscheid bei der Bemessung des Invalideneinkommens aus dem Umstand, dass der Beschwerde führer wegen seiner körperli- chen Einschränkungen auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zu gesunden Personen sowie auf- grund des leicht fortgeschrittenen Alters mit zusätzlichen Schwierigkeiten rechnen muss einen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn von 5 % vorgen ommen. Diese Beurteilung erscheint aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer in ein er angepassten Tätigkeit weiterhin vollständig arbeitsfähig ist und im Zeitpunkt des Einspr acheentscheids 54 Jahre alt war zwar eher grosszügig. Er liegt aber dennoch innerhalb des Er messensspielraums, welcher der Be- schwerdegegnerin offen stand. Daher besteht für das Geri cht kein Anlass, in ihr Ermessen ein- zugreifen, selbst wenn entgegen der Auffassung der Vor instanz das Kompetenzniveau 1 der LSE anzuwenden ist. Wird das vorstehend ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 68'923.60 um 5 % gekürzt, resultiert daraus ein massgebendes Invalide neinkommen von Fr. 65'477.40 (Fr. 68'923.60 x 95 %). 7.4 Stellt man im Einkommensvergleich das Invalideneinko mmen von Fr. 65'477.40 dem oben (vgl. E. 7.2.3 hiervor) ermittelten Valideneinko mmen von Fr. 75'204.75 gegenüber, so re- sultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 9'727.35, w as einen Invaliditätsgrad von 12,93 % Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht bzw. gerundet von 13 % ergibt (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.). Da dieser Wert die gesetzliche Erheblichkeitsgrenze von 10 % (Art. 18 Abs. 1 UVG) übersteigt, hat der Be- schwerdeführer Anspruch auf eine auf einem Erwerbsunfäh igkeitsgrad von 13 % basierende Invalidenrente der Beschwerdegegnerin. Nachdem diese di e Taggeldzahlungen per 31. Juli 2020 eingestellt hatte (Schreiben der Suva vom 29. Juni 2020; act. 232), ist dem Beschwerde- führer die ihm nach dem Gesagten zustehende Invalidenente ab 1. August 2020 zuzusprechen. Beschwerde ist in dem Sinne teilweise gutzuheissen. 8.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinde n. Gemäss Art. 61 lit. f bis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten pflichtig, wenn dies im jeweiligen Ein- zelgesetz vorgesehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kos tenpflicht vor, kann das Gericht ei- ner Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhä lt, Gerichtskosten auferlegen. Da das UVG keine Kostenpflicht vorsieht und sich die Parteien weder mutwillig noch leichtsinnig verhalten haben, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Fraglich ist, ob die Partei entschädigung allenfalls wegen bloss teil- weisen Obsiegens zu reduzieren ist. In diesem Zusammenhang ist vorab klarzustellen, dass es bundesrechtswidrig wäre, die Parteientschädigung ausschlie sslich nach dem anteilsmässigen Prozesserfolg zu bemessen. Mit einem solchen Vorgehen würde in unzulässiger Weise von den bundesrechtlichen Bemessungskriterien der „Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses“ (Art. 61 lit. g Satz 2 ATSG) abgewichen ( vgl. BGE 117 V 407 E. 2c). Gegen eine Reduktion der Parteientschädigung wegen bloss tei lweisen Obsiegens sprechen zudem folgende Überlegungen: Der Beschwerdeführer hätte sich damit begnügen können, in seinem Rechtsbegehren die Zusprechung einer höheren Rente zu verlangen (vgl. BGE 101 V 223 E. 4). In diesem Fall wäre der Prozesserfolg nicht an teilsmässig quantifizierbar und dem Be- schwerdeführer würde wegen Obsiegens eine volle Parteie ntschädigung zugesprochen (vgl. BGE 117 V 406 E. 2b). Zu beachten ist sodann, dass praxi sgemäss selbst dann eine volle Par- teientschädigung ausgerichtet wird, wenn das kantonale G ericht in einem Rentenverfahren kei- nen materiellen Entscheid trifft, sondern die Sache zu ergänzender Abklärung und anschlies- sender Neubeurteilung an den Versicherungsträger zurückw eist (vgl. BGE 117 V 406 f. E. 2b mit Hinweisen). Berücksichtigt man diese Überlegungen, so rechtfertigt es sich, dem Be- schwerdeführer für das vorliegende Verfahren eine vol le und nicht eine wegen bloss teilweisen Obsiegens reduzierte Parteientschädigung zu Lasten der Be schwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner H onorarnote vom 18. Oktober 2021 einen Zeitaufwand von 11,75 Stunden geltend gemacht, was umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu b eanstanden ist. Die zeitlichen Bemü- hungen sind zu dem seit dem 1. Januar 2004 in Sozialversicherungsprozessen für durchschnitt- liche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz vo n Fr. 250.-- zu entschädigen. Hinzu kommen die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen v on Fr. 75.60. Somit ist dem Be- schwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren e ine Parteientschädigung in der Hö- he von Fr. 3'245.10 (11,75 Stunden à Fr. 250.-- sow ie Auslagen von Fr. 75.60 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gu tgeheissen, als der Ein- spracheentscheid der Suva vom 9. Juli 2021 aufgehoben und festge- stellt wird, dass der Beschwerdeführer ab 1. August 2020 Anspruch auf eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 13 % hat. 2. Die Angelegenheit wird zur Feststellung des versich erten Verdiensts und betragsmässigen Berechnung der Rente an die Suva zurü ckge- wiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientsc hädigung in der Höhe von Fr. 3'245.10 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrw ertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht