Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 8. Dezember 2015 (460 15 71) ____________________________________________________________________ Strafrecht Gefährdung des Lebens etc. Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref. ), Richterin Hele- na Hess; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabtei- lung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde A.____ , vertreten durch Advokat Dr. Christian von Wartburg, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen, Privatkläger und Berufungskläger gegen B.____ , vertreten durch Advokat Roman Felix, Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach, Beschuldigter Gegenstand Gefährdung des Lebens etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 21. November 2014 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachverhalt A. Mit Urteil vom 21. November 2014 erklärte die Drei erkammer des Strafgerichts Basel- Landschaft B.____ der versuchten schweren Körperver letzung, des Raufhandels, der Hinde- rung einer Amtshandlung, der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, der mehrfachen groben Verletzung von Verkehrsregeln, des Fahrens in fahru nfähigem Zustand, des Fahrens ohne Be- rechtigung sowie des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 22 Monaten, unter Anrechnung der ausgestan- denen Untersuchungshaft von insgesamt 3 Tagen, zu e iner bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je CHF 80. ‒, jeweils bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie z u einer Busse von CHF 3‘000. ‒. Zudem wurde B.____ der Beschimpfung schuldig erkl ärt; von einer Bestrafung wurde jedoch in Anwendung von Art. 177 A bs. 3 StGB abgesehen (Ziffer 1 des Ur- teilsdispositivs). Demgegenüber wurde B.____ von de r Anklage der Gefährdung des Lebens, der versuchten Nötigung sowie der versuchten Drohun g freigesprochen (Ziffer 2). Im Weiteren hoben die Vorderrichter die Beschlagnahme des Schla gstocks auf (Ziffer 3) und entschieden, die Schadenersatzforderung von A.____ in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 StPO auf den Zivil- weg zu verweisen sowie dessen Genugtuungsforderung abzuweisen (Ziffer 4). Hingegen wurde B.____ dazu verurteilt, in solidarischer Haftung mi t C.____, soweit und im Umfang, in welchem dieser ebenfalls haftet, A.____ gemäss Art. 433 Abs . 1 StPO eine Entschädigung in der Höhe von CHF 10‘446.05 zu bezahlen. Die Mehrforderung wu rde auf den Zivilweg verwiesen (Ziffer 5). Ferner legte die Vorinstanz fest, dass die Verf ahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 17‘638.50 und der Gerichtsgeb ühr von CHF 6‘000. ‒, dem Beurteilten auferlegt werden (Ziffer 6). Schliesslich wurde das Honorar der amtlichen Verteidigung im Be- trag von CHF 7‘999.55 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwe rtsteuer) unter Vorbehalt der Rückzah- lungsverpflichtung des Beurteilten nach Art. 135 Ab s. 4 StPO aus der Gerichtskasse entrichtet (Ziffer 7). B. Mit separatem Urteil der Dreierkammer des Strafger ichts Basel-Landschaft, ebenfalls vom 21. November 2014, wurde D.____ des Raufhandels schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je C HF 30. ‒ verurteilt, bei einer Probezeit von 2 Jahren; dies unter Anrechnung der vom 2. März 201 0 bis zum 3. März 2010 und am 30. Mai 2010 ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 3 Tagen (Ziffer 1 des Urteilsdisposi- tivs). Demgegenüber wurde D.____ von der Anklage de r versuchten schweren Körperverlet- zung sowie der Nötigung freigesprochen (Ziffer 2). Die Schadenersatz- und Genugtuungsforde- rung von A.____ wurde abgewiesen, ebenso wie dessen Entschädigungsforderung gemäss Art. 433 StPO (Ziffern 3–4). Überdies auferlegte di e Vorinstanz die Verfahrenskosten, beste- hend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 11'38 9.60 und der Gerichtsgebühr von CHF 4'000.‒, in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO je hälftig zu Lasten von D.____ sowie zu Lasten des Staates (Ziffer 5). Zu guter Letzt setzt e das Strafgericht die Kosten der amtlichen Verteidigung fest (Ziffer 6). Im Übrigen wird bezüg lich des Urteils gegen den Mitbeschuldigen D.____ vom 21. November 2014 sowie der gegen dieses Urteil erhobenen Rechtsmittel auf die Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfahrensakten sowie auf das betreffende Urteil de r strafrechtlichen Abteilung des Kantonsge- richts vom 8. Dezember 2015 (Verfahrensnummer 460 15 70) verwiesen. C. Gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 21. November 2014 betref- fend B.____ meldete der Privatkläger A.____, vertre ten durch Advokat Dr. Christian von Wart- burg, nach Eröffnung des Urteilsdispositivs die Ber ufung an. Mit Berufungserklärung vom 14. April 2015 stellte er folgende Anträge: "1. Es sei der Berufungsbeklagte B.____ in Gutheissung der Berufung und in Abände- rung des Urteils des Strafgerichts vom 21. November 2014 wegen versuchter Tö- tung (und nicht nur wegen versuchter schwerer Körpe rverletzung) schuldig zu spre- chen und zu bestrafen. 2. Es sei der Berufungsbeklagte B.____ in Gutheissung der Berufung und in Abände- rung des Urteils des Strafgerichts vom 21. November 2014 zu verurteilen, dem Pri- vatkläger in solidarischer Haftung mit D.____ und C .____ Schadenersatz in der Hö- he von 18'035.50 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 19. Oktober 2009 bezahlen. 3. Es sei der Berufungsbeklagte B.____ in Gutheissung der Berufung und in Abände- rung des Urteils des Strafgerichts vom 21. November 2014 zu verurteilen, dem Be- rufungs- und Privatkläger in solidarischer Haftung mit D.____ und C.____ eine Ge- nugtuung in der Höhe von CHF 25'000.-- zuzüglich Zins zu 5% seit dem 19. Oktober 2009 zu bezahlen. 4. Es sei der Berufungsbeklagte in Gutheissung der Ber ufung und in Abänderung des Urteils des Strafgerichts vom 21. November 2014 zu verurteilen, dem Berufungs- und Privatkläger in solidarischer Haftung mit D.___ _ und C.____ eine Parteient- schädigung für das erstinstanzliche Verfahren in de r Höhe von gesamthaft CHF 13'327.55 zu bezahlen. 5. Es sei dem Berufungs- und Privatkläger gestützt auf Art 436 StPO eine angemesse- ne Parteientschädigung für das Berufungsverfahren zuzusprechen. 6. Unter o/e Kostenfolge. " Zudem stellte der Privatkläger folgende Verfahrensanträge: "1. Es sei Herr C.____ als Auskunftsperson zu laden und zu befragen. 2. Es sei Frau E.____ als Zeugin zu laden und zu befragen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Es sei der Verteidigung gestützt auf Art. 403 Abs. 4 StPO eine angemessene Frist zur Begründung der Berufung zu gewähren." D. Demgegenüber liess die Staatsanwaltschaft Basel-Lan dschaft in ihrer Berufungsantwort vom 3. September 2015 beantragen, es sei das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 21. November 2014 zu bestätigen und der Beschuldigt e im Fall 1 wegen versuchter schwerer Körperverletzung zum Nachteil von A.____ zu verurteilen. E. Der Beschuldigte begehrte mit Berufungsantwort vom 7. Oktober 2015 Folgendes: "1. Es sei die Berufung des Privatklägers und Berufungs klägers vollumfänglich abzu- weisen und das Urteil des Strafgerichts Basel-Lands chaft vom 21. November 2014 in allen Teilen zu bestätigen. 2. Sämtliche Beweisanträge des Privat- und Berufungsklägers seien abzuweisen. 3. Es sei die Anordnung der amtlichen Verteidigung zu bestätigen. 4. Unter o/e Kostenfolge." F. Was die wesentlichen verfahrensleitenden Verfügunge n des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Strafrecht, betrifft, so wurde mit Verfügung vom 11. Mai 2015 festgestellt, dass die Staatsanwaltschaft und der Beschuldigte we der Berufung noch Anschlussberufung erhoben haben. Mit derselben Verfügung vom 11. Mai 2015 wurde entschieden, dass das Kan- tonsgericht die beiden Verfahren 300 13 385 und 300 13 345 (kantonsgerichtliche Verfahrens- nummern: 460 15 70 und 460 15 71) in der gleichen B erufungsverhandlung beurteilt. Schliess- lich wurden mit Verfügung vom 15. Oktober 2015 die Beweisanträge des Privatklägers, es seien C.____ als Auskunftsperson und E.____ als Zeugin vo r Kantonsgericht zu laden und zu befra- gen, abgewiesen. Des Weiteren wurde mit Verfügung vom 15. Oktober 2015 dem Beschuldigten B.____ die amtli- che Verteidigung mit Advokat Roman Felix für das zweitinstanzliche Verfahren bewilligt. G. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlun g vom 7./8. Dezember 2015 er- scheinen B.____ mit seinem amtlichen Verteidiger Ad vokat Roman Felix, D.____ mit seinem amtlichen Verteidiger Advokat Marco Albrecht, Advokat Dr. Christian von Wartburg als Vertreter des Privatklägers A.____ sowie S.____ als Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auf die Aussagen des zur Person und zur Sache einge hend befragten Beschuldigten sowie auf die Plädoyers des amtlichen Verteidigers und der St aatsanwaltschaft wird im Übrigen, soweit erforderlich, nachfolgend in den Erwägungen eingegangen. Die Parteien halten an den bereits gestellten Recht sbegehren fest, wobei der Privatkläger er- gänzend den Verfahrensantrag stellt, die Jacke, wel che der Privatkläger zum Tatzeit getragen habe, sei zu den Akten zu nehmen. Erwägungen I. Formelles Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgesch lossen worden ist. Es können Rechtsver- letzungen, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemes- senheit gerügt werden, wobei das Berufungsgericht d as Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinsta nzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Er- öffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzum elden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklä- rung einzureichen. Die Legitimation des Privatkläge rs zur Ergreifung des Rechtsmittels wird in Art. 382 Abs. 1 und Abs. 2 StPO normiert. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts Basel- Landschaft vom 21. November 2014 ange- fochten, welches ein taugliches Anfechtungsobjekt gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO darstellt. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgeric hts Basel-Landschaft, Abteilung Straf- recht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vor liegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Der Berufun gskläger hat fristgerecht die Berufung angemeldet. Das schriftlich begründete Urteil der V orinstanz wurde ihm in der Folge am 25. März 2015 zugestellt, woraufhin er mit Eingabe vom 14. April 2015 die Berufungserklärung rechtzeitig beim Kantonsgericht eingereicht hat. Da sämtliche formellen Voraussetzungen erfüllt sind, kann auf die Berufung des Privatklägers eingetreten werden. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht II. Materielles A. Allgemeines Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 8 2 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des i n Frage stehenden Sachverhalts auf die Be- gründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dies er beipflichten. Hingegen ist auf neue tat- sächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzu gehen, die erst im Rechtsmittelverfahren vorgetragen werden (D ANIELA BRÜSCHWEILER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 82 N 9). Der Einfachheit halber folgt das Kantonsgericht, wi e bereits die Berufungsbegründung, grund- sätzlich dem Aufbau des angefochtenen Urteils. Nach folgend werden die Einwände des Privat- klägers gegen das vorinstanzliche Urteil im Einzelnen beurteilt. Im Sinne einer einleitenden Bemerkung ist auf den G rundsatz der freien Beweiswürdigung hin- zuweisen, der in Art. 10 Abs. 2 StPO gesetzlich ver ankert ist. Danach würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Weder die Anzahl noch die Art der Beweismittel ist massgebend , sondern allein deren Stichhaltigkeit. Es besteht keine Rangfolge der Beweise (vgl. C HRISTOF RIEDO /G ERHARD FIOLKA /M ARCEL ALEXANDER NIGGLI , Strafprozessrecht sowie Rechtshilfe in Strafsache n, 2011, S. 37 N 234; WOLFGANG WOHLERS , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 25). B. Gegenstand des Berufungsverfahrens Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungs gericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Im vorliegenden Verfahre n hat ausschliesslich der Privatkläger Berufung erhoben, während die anderen Parteien (der Beschuldigte und die Staatsanwalt- schaft) weder Berufung noch Anschlussberufung erklärt haben. Aufgrund der seitens der Parteien eingereichten Rec htsschriften sowie der anlässlich der kan- tonsgerichtlichen Hauptverhandlung gehaltenen Parte ivorträge zeigt sich, dass folgende Teile des Urteils des Strafgerichts vom 21. November 2014 zur Disposition stehen: – Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverl etzung (Urteil der Vorinstanz sowie Antrag der Staatsanwaltschaft und des Beschuldigten ) versus Schuldspruch wegen ver- suchter vorsätzlicher Tötung (Antrag des Privatklägers) (Urteilsdispositiv-Ziffer 1 a); – damit verbunden das Strafmass (Urteilsdispositiv- Ziffer 1 a); Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht – Schadenersatzforderung des Privatklägers (Urteils dispositiv-Ziffer 4 a); – Genugtuungsforderung des Privatklägers (Urteilsdi spositiv-Ziffer 4 b); – Entschädigung des Privatklägers gemäss Art. 433 A bs. 1 StPO (Urteilsdispositiv-Ziffer 5). Dementsprechend ist davon Vormerk zu nehmen, dass d ie nachfolgenden Elemente des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sind: – Schuldsprüche wegen Raufhandels, Hinderung einer Amtshandlung, Widerhandlung gegen das Waffengesetz, mehrfacher grober Verletzung von Verkehrsregeln, Fahrens in fahrunfä- higem Zustand, Fahrens ohne Berechtigung sowie Miss brauchs von Ausweisen und Schil- dern (Urteilsdispositiv-Ziffer 1 a); – Schuldspruch wegen Beschimpfung und Absehen von e iner Bestrafung in Anwendung von Art. 177 Abs. 3 StGB (Urteilsdispositiv-Ziffer 1 b); – Freispruch von der Anklage der Gefährdung des Leb ens, der versuchten Nötigung und der versuchten Drohung (Urteilsdispositiv-Ziffer 2); – Entscheid über die Beschlagnahme des Schlagstocks (Urteilsdispositiv-Ziffer 3); – betragsmässige Festsetzung und Auferlegung der Ve rfahrenskosten zu Lasten des Be- schuldigten (Urteilsdispositiv-Ziffer 6); – Bestimmung des Honorars der amtlichen Verteidigun g unter Vorbehalt der Rück- zahlungsverpflichtung des Beschuldigten (Urteilsdispositiv-Ziffer 7). C. Beweisanträge 1. Art. 389 StPO bestimmt (unter dem Randtitel "Beweis ergänzungen") Folgendes: Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Abs. 1). Beweisabnahmen des erstinstanzlichen Gerichts werden nur wiederholt, wenn (lit. a) Beweisvorschri ften verletzt worden sind, (lit. b) die Beweis- erhebungen unvollständig waren, oder (lit. c) die A kten über die Beweiserhebungen unzuver- lässig erscheinen (Abs. 2). Die Rechtsmittelinstanz erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise (Abs. 3). 2. Der Privatkläger wiederholt vor den Schranken des K antonsgerichts seinen in der Beru- fungserklärung vom 14. April 2015 gestellten Antrag , wonach C.____ als Auskunftsperson zu Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht laden und zu befragen sei. Dieses Begehren ist abzu weisen, wobei zunächst auf die ausführli- che Begründung der verfahrensleitenden Verfügung vo m 15. Oktober 2015 verwiesen werden kann. Ergänzend gilt es festzuhalten, dass C.____ d erzeit unbekannten Aufenthaltes ist – ge- mäss den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft soll er sich irgendwo in Kurdistan aufhalten (vgl. Prot. S. 10) – und somit nicht greifbar ist. Der Antrag, die Jacke, welche der Privatkläger zur Tatzeit getragen habe, sei zu den Akten zu nehmen, wird demgegenüber in Nachachtung des Wahrhe its- und Untersuchungsgrundsatzes (Art. 6 i.V.m. Art. 389 Abs. 3 StPO) gutgeheissen. D. Die angefochtenen Punkte im Einzelnen 1. Versuchte schwere Körperverletzung 1.1 Die Vorinstanz qualifizierte das Verhalten des Be schuldigten als versuchte schwere Körperverletzung. Hinsichtlich einer versuchten vor sätzlichen Tötung erwog sie im Wesentli- chen, dass B.____ nicht nachgewiesen werden könne, dass er mit seiner Handlungsweise den Tod des Berufungsklägers gewollt oder auch nur in Kauf genommen habe. Er habe diesen zwar verletzen wollen, habe aber dabei die Möglichkeit des Eintritts des Todes des Berufungsklägers weder vorausgesehen, noch habe er den Tod des Opfers billigend in Kauf genommen. 1.2 Der Berufungskläger stellt sich demgegenüber auf d en Standpunkt, der Beschuldigte habe, entgegen der Auffassung der Vorinstanz und de r Staatsanwaltschaft, zusammen mit den beiden Mittätern mit den wiederholten Tritten in di e Bauchgegend und an seinen Kopf nicht nur eine schwere Verletzung, sondern auch seinen Tod in Kauf genommen und sich demzufolge mindestens eventualvorsätzlich der versuchten vorsä tzlichen Tötung schuldig gemacht. Zwar seien die Blessuren, die er aus der Schlägerei effe ktiv davongetragen habe, keine schweren gewesen. Gemäss Sachverhalt und Notfallbericht der Untersuchung vom 20. Oktober 2009 sei es aber lediglich dem Zufall zu verdanken, dass es zu keinen lebensgefährlichen Verletzungen gekommen sei. Wenn der Erfolgseintritt respektive d ie Vermeidung der Todesfolge lediglich vom Zufall abhänge, sei gemäss konstanter Rechtspre chung des Bundesgerichts eventualvor- sätzliche Tötung oder deren Versuch anzunehmen; die s insbesondere deshalb, weil der Be- schuldigte ihm in casu die Faust zweimal so heftig gegen seinen Kopf geschlagen habe, dass er zu Boden gegangen sei. Der in den Akten dokument ierte Fussabdruck an seiner Schläfe zei- ge zudem klar auf, dass ihm mit den Füssen ins Gesicht getreten worden sei. 1.3 Die Staatsanwaltschaft beantragt hingegen die Abwe isung der Berufung. Der Tatbe- stand der versuchten vorsätzlichen Tötung sei aufgr und der vorliegenden Beweislage zu ver- neinen. Namentlich das Verletzungsbild, die Vorgesc hichte sowie die daraus resultierenden Beweggründe für die Tat sprächen gegen einen Tötungsvorsatz. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.4 Ebenso führt der Beschuldigte zusammenfassend aus, die konkreten Verletzungshand- lungen würden sich vorliegend als nicht derart gefä hrlich erweisen, dass auf eine eventualvor- sätzliche Tötung geschlossen werden könne, weswegen die Berufung abzuweisen sei. Zwar habe sich der Berufungskläger nicht gegen die Schläge wehren können, er sei diesen jedoch zu keinem Zeitpunkt schutzlos ausgeliefert gewesen. Zu dem verkenne der Berufungskläger die Rechtslage. Selbst wenn ein oder mehrere Tritte geg en den Kopf in casu erstellt wären (was nota bene ohnehin nicht der Fall sei), so führe die s nicht automatisch zu einem Schuldspruch wegen versuchter vorsätzlicher Tötung. 1.5.1 Den Tatbestand der vorsätzlichen Tötung im Sinne v on Art. 111 StGB erfüllt, wer vor- sätzlich einen Menschen tötet. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualdo- lus ausreicht. Der Vorsatz muss sich auf die Herbei führung des Todes beziehen. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt oder wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB), aber dennoch handelt, weil er sich mit dem Erfolg abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1, E. 4.2.3 mit Hinweis). Der Eventualvorsatz auf Tötu ng unterscheidet sich vom Gefährdungsvor- satz dadurch, dass der Täter bei der Lebensgefährdu ng darauf vertraut, der Tod des Opfers werde nicht eintreten. Bleibt dem Zufall überlassen , ob die Gefahr sich verwirklicht oder nicht, liegt (versuchte) eventualvorsätzliche Tötung vor (BGer 6B_655/2012 vom 15. Februar 2013, E. 3.5 mit Hinweisen). Für den Nachweis des Vorsatzes darf der Richter vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich diesem die Ver wirklichung der Gefahr als so wahrschein- lich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Fol ge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1, E. 4.2.3 mit Hinweis). Je grös- ser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirkli chung ist und je schwerer die Rechtsguts- verletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolg erung, der Täter habe die Tatbestandsver- wirklichung in Kauf genommen (BGE 135 IV 12, E. 2.3 .2; 133 IV 222, E. 5.3). Allerdings kann nicht unbesehen vom Wissen des Täters um die Möglic hkeit des Erfolgseintritts auf dessen In- kaufnahme geschlossen werden. Sicheres Wissen um di e unmittelbare Lebensgefahr, also um die Möglichkeit des Todes, ist nicht identisch mit sicherem Wissen um den Erfolgseintritt und kann sowohl mit (eventuellem) Tötungsvorsatz als au ch bewusster Fahrlässigkeit bezüglich der Todesfolge einhergehen. Ein Tötungsvorsatz ist zu v erneinen, wenn der Täter trotz der erkann- ten möglichen Lebensgefahr handelt, aber darauf ver traut, die Todesgefahr werde sich nicht realisieren. Zur Annahme eines Tötungsvorsatzes müs sen zum Wissenselement weitere Um- stände hinzukommen (BGE 133 IV 9, E. 4.1; zur Verne inung des Eventualvorsatzes vgl. BGer 6B_775/2011 vom 4. Juni 2012, E. 2.4). Solche Umstä nde liegen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung namentlich vor, wenn der Täter das i hm bekannte Risiko in keiner Weise kal- kulieren und dosieren kann und der Geschädigte kein erlei Abwehrchancen hat (vgl. BGer 6B_754/2012 vom 18. Juli 2013, E. 3.2.3. f.; BGE 133 IV 1, E. 4.5). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.5.2 Bezüglich des Sachverhalts kann in casu auf die vo rinstanzlichen Feststellungen abge- stellt werden (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 30 ff .; Art. 82 Abs. 4 StPO). Demnach ist als erstellt zu erachten, dass der Privatkläger auf den Beschuld igten losgerannt ist, nachdem dieser zu- sammen mit C.____ beim McDonald's in Münchenstein e ingetroffen war. In der Folge kam es zunächst zu einer Auseinandersetzung zwischen dem P rivatkläger und dem Beschuldigten. In Würdigung der Aussagen der Beteiligten ist allerdings davon auszugehen, dass der Vorfall nicht sehr lange gedauert hat. Zu Gunsten des Beschuldigt en ist nämlich anzunehmen, dass er den Privatkläger lediglich zweimal mit der Faust gegen den Kopf geschlagen hat, bis dieser zu Bo- den gegangen ist. Als A.____ dann am Boden lag, wur de er vom Beschuldigten und von C.____ mehrmals mit der Faust geschlagen sowie mit den Füssen getreten. Schliesslich ver- passte der Beschuldigte dem Privatkläger noch einen Ellenbogenschlag ins Gesicht; danach war die körperliche Auseinandersetzung beendet (vgl . Urteil der Vorinstanz, S. 30 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Eigentliche Tritte gegen den Kopf sind nach Auffass ung der strafrechtlichen Abteilung des Kan- tonsgerichts – entgegen der Ansicht des Privatkläge rs – vorliegend nicht nachgewiesen. Bezüg- lich des fotographisch festgehaltenen Hämatoms im G esicht des Privatklägers (act. 307 ff.) er- scheint es als wahrscheinlich, dass dieses durch St ossen, eventuell durch eine Demütigungs- handlung, entstanden ist. Würde man dennoch von ein em allfälligen Tritt gegen den Kopf aus- gehen, so wäre er dosiert erfolgt, da ansonsten ein gänzlich anderes Verletzungsbild beim Pri- vatkläger festzustellen gewesen wäre. Die tatsächlich erlittenen Verletzungen des Privatklägers erscheinen objektiv betrachtet nicht als besonders gravierend. Gemäss vorläufigem Notfall- Bericht des Kantonsspitals Bruderholz vom 20. Oktober 2009 sind bei A.____ multiple Prellmar- ken und Hämatome im Gesicht, eine Kontusion der rec hten Flanke mit Mikrohämaturie [Blut im Urin, welches von blossem Auge nicht sichtbar ist] sowie posttraumatische Kopfschmerzen di- agnostiziert worden. Frakturen und intrakranielle B lutungen hätten hingegen ausgeschlossen werden können (vgl. act. 367, 369, 383, 1925 ff.). Unter Berücksichtigung dieses Verletzungs- bildes ist in casu nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte mit einer solchen Wucht zu- geschlagen hat, dass er das Risiko von gravierenden Verletzungen nicht mehr hätte kalkulieren können. Daneben sprechen eine Reihe weiterer Umstände indiz iell ebenfalls gegen einen Tötungsvor- satz des Beschuldigten. Zunächst ist festzustellen, dass der Beschuldigte g emäss dem Beweisergebnis nicht mehrfach anhaltend auf den Kopf des Privatklägers eingeschla gen hat. Überdies gilt es zu beachten, dass der Privatkläger zu Beginn der Auseinandersetz ung auf den Beschuldigten zurannte, was gegen eine Wehrlosigkeit – zumindest in der ersten Phase der Auseinandersetzung zwischen dem Privatkläger, C.____ und dem Beschuldigten – sp richt. Bezüglich der nachfolgenden Ge- schehnisse ist ebenfalls davon auszugehen, dass der Privatkläger nicht völlig wehrlos war, da er sich mit den Händen zumindest mehrheitlich vor S chlägen auf den Kopf schützen konnte. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zugunsten des Beschuldigten gilt es im Übrigen zu konstatieren, dass er von sich aus aufgehört hat, auf das Opfer einzuschlagen und einzutreten. S odann erscheint der Tatort beim Mc Do- nalds in Münchenstein als denkbar ungeeigneter Ort für ein Tötungsdelikt, da dieser gut fre- quentiert und beleuchtet ist. Schliesslich bestand zwischen dem Beschuldigten und dem Privat- kläger vor den Geschehnissen am 19. Oktober 2009 ei ne langjährige Kollegialität und es gab keinerlei vorbestehende Konflikte zwischen den beiden. Zusammenfassend ist aufgrund all dieser dargelegten Umstände ein Tötungsvorsatz des Be- schuldigten klarerweise zu verneinen, was in diesem Punkt zur Abweisung der Berufung führt. 2. Schadenersatzforderung des Privatklägers 2.1 Der Privatkläger macht eine Schadenersatzforderung in Höhe von insgesamt CHF 18'035.50 zuzüglich 5% Zins ab dem 19. Oktober 2009 geltend, welche sich aus Betreu- ungskosten seiner Schwester E.____ in Höhe von CHF 15'390. ‒ (insgesamt 162 Stunden zu einem Stundenansatz von CHF 95. ‒) sowie aus anlässlich des Vorfalls vom 19. Oktober 2009 beschädigten Kleidungsstücken im Wert von CHF 830. ‒ und seiner verloren gegangenen Gold- kette im Wert von CHF 1'000. ‒ zusammensetzt. 2.2 Die Vorinstanz verwies sämtliche Schadenspositione n in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg. Sie erwog bezü glich der Betreuungskosten der Schwester zunächst, dass E.____ keine Parteistellung zukomme. Insofern sei die Aktivlegitimation von A.____ zur Geltendmachung dieser Forderung gegenübe r dem Beurteilten fraglich, zumal da- von auszugehen sei, dass E.____ ihrem Bruder den Be treuungsaufwand nicht in Rechnung gestellt habe. Darüber hinaus sei die Forderung – w ie die übrigen Schadenspositionen – nicht bzw. ungenügend substantiiert. 2.3.1 Gestützt auf Art. 41 Abs. 1 OR wird zum Ersatz ver pflichtet, wer einem anderen wider- rechtlich Schaden zufügt, sei es aus Absicht oder a us Fahrlässigkeit. Gemäss Art. 42 Abs. 1 OR hat den Schaden zu beweisen, wer Schadenersatz beansprucht. Nach Art. 47 OR kann das Gericht bei Tötung eines Menschen oder Körperverlet zung unter Würdigung der besonderen Umstände dem Verletzten oder den Angehörigen des Ge töteten eine angemessene Geldsum- me als Genugtuung zusprechen. Der Begriff der Körpe rverletzung ist im weiten Sinne zu ver- stehen und umfasst sowohl physische als auch psychi sche Beeinträchtigungen. Das Gericht entscheidet nach Recht und Billigkeit über die Zusp rechung einer Genugtuung und deren Höhe (MARTIN A. KESSLER / Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 6. Auflage 2 015, Art. 47 OR N 1 ff., mit Hinweisen). Gemäss Art. 122 Abs. 1 StPO ka nn die geschädigte Person zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat als Privatklägerschaft a dhäsionsweise im Strafverfahren geltend machen. Seiner Natur nach ist der Adhäsionsprozess ein in den Strafprozess integrierter Zivil- prozess, für den aufgrund der Besonderheit in manch erlei Hinsicht spezifische Regeln gelten. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Adhäsionsprozess folgt zwar nach herrschender L ehre grundsätzlich zivilprozessualen Re- geln, doch bewirkt die Verbindung mit dem Strafverf ahren, dass er sich primär nach den ent- sprechenden Bestimmungen der StPO richtet. Nur sowe it Lücken bestehen, sind zivilpro- zessuale Regelungen und Grundsätze anwendbar. Die W ürdigung des Sachverhalts hat im Rahmen der zivilrechtlichen Tatbestandselemente, na mentlich von Art. 41 ff. OR, zu erfolgen. Ansprüche aus der Straftat sind insbesondere solche , welche sich auf deliktische Grundlagen stützen; in erster Linie sind es Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche aus unerlaubter Handlung gemäss Art. 41 ff. OR (A NNETTE DOLGE , Basler Kommentar, Schweizerische Straf- prozessordnung, 2. Aufl. 2014, N 9, N 32 und N 66 z u Art. 122 StPO, mit Hinweisen). In An- wendung von Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO entscheidet das Gericht über die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person schuldi g spricht. Nach Abs. 2 lit. b von Art. 126 StPO wird hingegen die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen, wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend begründet oder beziffert hat. 2.3.2 Im Zusammenhang mit den von seiner Schwester gelte nd gemachten Betreuungskos- ten reicht der Privatkläger anlässlich der kantonsg erichtlichen Hauptverhandlung ergänzende Unterlagen zu den Akten. Bezüglich dieses Schadenspostens stellt sich einleitend die generelle Frage, inwieweit reine innerfamiliäre Hilfeleistung en überhaupt als Schadensposten anerkannt werden können. Die strafrechtliche Abteilung des Ka ntonsgerichts erachtet es zwar als durch- aus verdienstvoll, dass sich nahe Verwandte nach de r Tat um das Opfer kümmern; allerdings erscheinen solche Aufwendungen – insbesondere alltä gliche Zureichungen wie beispielsweise Spaziergänge oder Begleitungen in den Ausgang – ber eits aus grundsätzlichen Überlegungen nicht als schadenersatzfähig. In casu ist jedoch oh nehin nicht nachgewiesen, dass die geltend gemachten Aufwendungen der Schwester durch die Körp erverletzungen verursacht worden sind und im Sinne des Schadenersatzrechts notwendig waren. Des Weiteren ist die betreffende Forderung (etwa mittels Fahrtenbuch oder Dokumentat ion der Betreuungszeiten) nicht genü- gend belegt, sodass folglich diese Schadensposition in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg zu verweisen ist. 2.3.3 Bezüglich der zur Tatzeit getragenen Hose sagte de r Privatkläger anlässlich der Ein- vernahme vom 14. Januar 2010 aus, diese sei inzwisc hen wieder sauber, er trage sie gerade (act. 355), sodass diese als Schadensposten nicht z u berücksichtigen ist. Betreffend der Win- terjacke, welche dem Gericht heute als Beweismittel eingereicht wurde, und der Schuhe ist ebenfalls nicht dargetan, dass diese zerstört oder unbrauchbar wären, sodass die betreffenden Forderungen auf den Zivilweg zu verweisen sind. 2.3.4 Was die Ersatzforderung für die verloren gegangene Goldkette im Wert von CHF 1'000. ‒ betrifft, ist zunächst festzustellen, dass diese a nlässlich des Vorfalls vom 19. Oktober 2009 von keinem der Beteiligten gesehen wurde und auch A.____ anlässlich der Anzeigeerstattung lediglich die Vermutung äusserte, er habe diese Kette anlässlich des Geran- gels verloren (vgl. act. 299). Überdies gab der Pri vatkläger den Wert der Goldkette anlässlich Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Anzeigeerstattung mit CHF 500. ‒ (vgl. act. 299) und in der Einvernahme vom 14. Jan uar 2010 mit CHF 200. ‒ bis CHF 400. ‒ an (act. 355, Antwort auf Frage 63). Zudem bleibt unklar, wofür die eingereichte Quittung ursprünglich ausgestellt wurde (act. 1937). In Anbetracht dieser widersprüchlichen Angaben und Unklarheiten erschein t die betreffende Schadenersatzforde- rung ebenfalls nicht als rechtsgenüglich substantiiert. 2.3.5 Gemäss den obigen Ausführungen sind somit sämtlich e Schadenersatzforderungen des Privatklägers in Bestätigung des Urteils der Vorderrichter in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg zu verweisen. 3. Genugtuungsforderung des Privatklägers 3.1 Des Weiteren beantragt der Privatkläger die Zusprac he einer Genugtuung in der Höhe von CHF 25'000. ‒ zuzüglich 5% Zins seit dem 19. Oktober 2009. Er ma cht geltend, er habe nachweislich die Sache nicht weiter eskalieren lass en wollen und sich an D.____ gewandt, um mit B.____ wieder Frieden schliessen zu können. Nie mand soll nach einem Streit damit rech- nen müssen, dass er, wenn er sich mit den Personen, mit denen er in Konflikt steht, trifft, brutal zusammengeschlagen werde. 3.2 Die Vorinstanz lehnte diese Forderung ab und führte zur Begründung zusammengefasst aus, die bei A.____ diagnostizierte posttraumatisch e Belastungsstörung sei aufgrund der kur- zen Behandlungsdauer stark zu relativieren. Ausserd em treffe A.____ ein erhebliches Mit- be- ziehungsweise Selbstverschulden. Durch sein provoka tives und aggressives Verhalten gegen- über B.____ habe er die eigentliche Ursache für die nachfolgende Schlägerei gesetzt. In Würdi- gung sämtlicher Umstände, insbesondere des schweren Selbstverschuldens des Privatklägers, rechtfertige es sich, die geltend gemachte Genugtuu ng vollständig abzuweisen. Wer andere Personen derart massiv provoziere und geradezu Stre it suche – so wie es A.____ vorliegend getan habe – könne in der Folge nicht auch noch Gen ugtuung verlangen. 3.3.1 Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verlet zt wurde, hat Anspruch auf Leistung einer Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt und diese nicht anders wieder gut gemacht worden ist (Art. 49 Abs. 1 OR). Der Zweck der Genugtuung ist die Schaffung eines gewissen Ausgleichs für die erl ittene Persönlichkeitsverletzung, wobei sich aber Geld und Schmerz als unvergleichbare Grössen g egenüber stehen. Die Festsetzung der Höhe der Genugtuungssumme ist daher stets ein Billi gkeitsentscheid im Sinne von Art. 4 ZGB. Ein seelischer Schaden kann mit anderen Worten nich t mit Geld aufgewogen werden, weshalb die Genugtuungssumme immer einen symbolischen Chara kter hat. Sie darf aber nicht so tief bemessen sein, dass der Eindruck erweckt wird, die wirklich erlittene Unbill werde durch das Gericht bagatellisiert. Vielmehr kommt es bei der B emessung der Genugtuungssumme auf die Art und Schwere der Verletzung, die Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die Persönlich- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit des Betroffenen sowie auf den Grad des Verschu ldens an, das den Schädiger trifft. Je schwerwiegender die Umstände sind und je intensiver die Unbill auf den Anspruchsteller ein- gewirkt hat, umso höher ist grundsätzlich die Genug tuungssumme. Dem Richter kommt bei der Bemessung und Festsetzung der Genugtuungsleistung e in erheblicher Ermessensspielraum zu (vgl. MARTIN A. KESSLER / Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 6. Aufl. 201 5, Art. 47 OR N 20 ff.; BGE 117 II 50 ff.; BGE 116 II 299; BGE 115 II 32). Zu berücksichtigen ist auch ein allfälli- ges Mitverschulden des Verletzten. Ausgeschlossen i st ein Genugtuungsanspruch aber höchs- tens bei Vorliegen eines groben Selbstverschuldens (BGer 4A_423/2008 vom 12. November 2008, E. 3). Massgebender Zeitpunkt für die Bemessu ng ist sodann grundsätzlich der Tag der Tat (MARTIN A. KESSLER , a.a.O., Art. 47 OR N 24; BGE 117 II 50 ff. = Pra 81 [1992] Nr. 140; BGE 116 II 299). 3.3.2 Nach der Verurteilung des Beschuldigten wegen ver suchter schwerer Körperverletzung durch die Vorinstanz und der Bestätigung dieses Sch uldspruchs durch das Kantonsgericht sind ohne Weiteres die Voraussetzungen für dessen grunds ätzliche Haftbarkeit – wie das Vorliegen der Aktiv- und Passivlegitimation, der Körperverlet zung, der immateriellen Unbill, der Wider- rechtlichkeit, des Verschuldens sowie des Kausalzus ammenhanges zwischen der Straftat, die Gegenstand des Strafverfahrens bildet, und dem Scha den, welcher der zivilrechtlichen Forde- rung zugrunde liegt oder mit anderen Worten die Abl eitung des zivilrechtlichen Anspruches aus der strafbaren Handlung (vgl. MARTIN A. KESSLER , a.a.O., Art. 47 OR N 5 ff.) – zu bejahen, wo- mit die zivilrechtliche Forderung des Opfers auf Genugtuung prinzipiell gutzuheissen ist. Vorliegend wurde auf den Privatkläger durch den Bes chuldigten und C.____ mittäterschaftlich mit einer relativ hohen Gewaltintensität eingewirkt. Allerdings ist festzustellen, dass die tatsäch- lich erlittenen Verletzungen des Privatklägers objektiv betrachtet nicht als besonders gravierend erscheinen (vgl. obenstehend II.1.5.2). Auch die Ar beitsunfähigkeit aufgrund des Vorfalls ist mit einer Dauer von 14 Tagen überschaubar (act. 383). D ie bei A.____ diagnostizierte posttrauma- tische Belastungsstörung ist insofern mit der Vorin stanz zu relativieren, als dem Schreiben von lic. phil. F.____, Fachpsychologin für Psychotherap ie FSP, vom 30. September 2010 zu ent- nehmen ist, dass die Behandlung nur vom 1. Dezember 2009 bis zum 8. Januar 2010 gedauert hat (act. 385). Gesamthaft ist das Verhalten des Beschuldigten jedoch als genug erheblich zu qualifizieren, um die Anspruchsberechtigung des Opfers auf Genugtuung zu begründen. Die Vorinstanz hat zwar zu Recht aufgeführt, dass den Privatkläger – nament lich durch seine Provokationen – ein ge- wisses Selbstverschulden trifft, worauf verwiesen w erden kann (vgl. Urteil des Strafgerichts, S. 46 f.). Allerdings beurteilt die strafrechtliche Ab teilung des Kantonsgerichts dieses nicht als der- art gross, um einen kompletten Ausschluss der Genugtuung zu rechtfertigen. Denn auch wer im Vorfeld provozierend auftritt, verliert grundsätzli ch dadurch nicht sämtliche Genugtuungsan- sprüche; vielmehr rechtfertigt dieser Umstand vorli egend eine angemessene Kürzung. In Ab- wägung aller Aspekte erscheint – namentlich unter d er Berücksichtigung dessen Verhalten im Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorfeld der tätlichen Auseinandersetzung – eine ab dem Ereigniszeitpunkt zu verzinsende Ge- nugtuungsleistung von CHF 3‘000. ‒ an den Berufungskläger als angemessen. Der Beschul dig- te ist somit in teilweiser Gutheissung der Berufung des Privatklägers dazu zu verurteilen, A.____ eine Genugtuung in Höhe von CHF 3‘000. ‒ zuzüglich Zins zu 5% seit dem 19. Oktober 2009 zu entrichten. Die Mehrforderung ist abzuweisen. 4. Entschädigung gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO des Pr ivatklägers 4.1 Der Privatkläger beantragt, entsprechend dem Ausgan g des Verfahrens seien die or- dentlichen und ausserordentlichen Kosten der Vorinstanz zu verlegen. 4.2 Die Vorinstanz erwog, indem der Beurteilte der vers uchten schweren Körperverletzung zum Nachteil von A.____ schuldig gesprochen worden sei, habe der Privatkläger im Strafpunkt obsiegt, weswegen er gegenüber dem Beurteilten eine n Anspruch auf angemessene Entschä- digung nach Art. 433 StPO habe, und erachtete ein G esamthonorar von CHF 13'327.55 (CHF 11'562.80 für den Zeitaufwand [46.25 Stunden z u je CHF 250. ‒], CHF 794.25 für Ausla- gen und CHF 970.50 für die Mehrwertsteuer [7.6 % au f CHF 4'512.70 und 8% auf CHF 7'844.35) in Würdigung sämtlicher Umstände als angemessen. Allerdings beschränke sich sein Anspruch auf Entschädigung nach Art. 433 StPO ausschliesslich auf die Aufwendungen seines Rechtsbeistands im Strafpunkt, da der Privat kläger mit seinen Anträgen im Zivilpunkt nicht durchgedrungen respektive unterlegen sei. Die Vorderrichter gingen davon aus, dass 80% der Aufwendung des Rechtsbeistands des Privatkläger s auf den Strafpunkt und 20% auf den Zivilpunkt entfallen seien. Insofern habe der Priva tkläger auch nur einen Anspruch im Umfang von 80% der beantragten Parteientschädigung. Folgli ch sei der Beurteilte zu verurteilen, dem Privatkläger gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO als Partei entschädigung im Strafverfahren CHF 10'446.05 zu bezahlen. Die Mehrforderung sei auf den Zivilweg zu verweisen. 4.3 Die strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts erachtet die vorinstanzlichen Ausfüh- rungen, wonach 80% der Aufwendungen des Rechtsbeist ands des Privatklägers im Zusam- menhang mit dem Strafpunkt stehen, wohingegen 20% s einer Bemühungen auf den Zivilpunkt entfallen, als zutreffend (vgl. Urteil der Vorinsta nz, S. 61 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Im Berufungs- verfahren wurde das Urteil der Vorderrichter im Str afpunkt bestätigt und hinsichtlich der Zivilfor- derung des Privatklägers anstelle der beantragten G enugtuung von CHF 25‘000. ‒ dem Privat- kläger eine solche in der Höhe von CHF 3‘000. ‒ zugesprochen. Mithin wurde die Berufung des Privatklägers weitgehend abgewiesen und lediglich in sehr geringem Umfang gutgeheissen. Bei diesem Verfahrensausgang erscheint die von den Vord errichtern vorgenommene Zusprechung der beantragten Parteientschädigung lediglich im Um fang von 80% nach wie vor als sachlich angebracht und ist demzufolge durch die Berufungsin stanz zu bestätigen. Demnach ist der Be- schuldigte in Abweisung der Berufung zu verurteilen , dem Privatkläger CHF 10'446.05 gemäss Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 433 Abs. 1 StPO als Parteientschädigung im Str afverfahren zu bezahlen. Die Mehrforde- rung ist auf den Zivilweg zu verweisen. III. Kosten 1. Gestützt auf § 12 Abs. 1 i.V.m. § 3 der Verordnung vom 15. November 2010 über die Gebühren der Gerichte (SGS 170.31) ist die Urteilsg ebühr für das kantonsgerichtliche Verfah- ren auf CHF 5'000. ‒ inklusive Auslagen festzusetzen. Gemäss Art. 428 A bs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unter- liegens. Im vorliegenden Fall ist die Berufung des Privatklägers teilweise, allerdings bloss in geringem Umfang, gutzuheissen. Demgemäss werden die ordentlichen Kosten des kantonsge- richtlichen Verfahrens zu vier Fünfteln zu Lasten des Privatklägers (CHF 4‘000. ‒) und zu einem Fünftel (CHF 1‘000. ‒) zu Lasten des Beschuldigten verlegt. 2.1 Mit Verfügung des Präsidenten der Abteilung Strafre cht des Kantonsgerichts Basel- Landschaft vom 15. Oktober 2015 wurde dem Beschuldi gten B.____ für das Rechtsmittelver- fahren die amtliche Verteidigung mit Advokat Roman Felix bewilligt. Folglich ist dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für seine Bemühungen im Rechtsmittelverfahren eine Parteient- schädigung aus der Gerichtskasse zu entrichten. Der vom amtlichen Verteidiger ausgewiesene Zeitaufwand von 10.45 Stunden ohne kantonsge- richtliche Hauptverhandlung erscheint als angemesse n, wobei für deren Teilnahme ergänzend insgesamt 7 Stunden zu berücksichtigen sind, wesweg en Advokat Roman Felix zu Lasten der Gerichtskasse eine Entschädigung von CHF 3‘535.50 ( inkl. Auslagen) zuzüglich 8% Mehrwert- steuer (CHF 282.85), somit insgesamt CHF 3‘818.35, aus der Gerichtskasse auszurichten ist. Der Beschuldigte B.____ ist zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung an den Kanton im Umfang von einem Fünftel (CHF 763.65) verpflichtet, sobald es seine wirtschaft- lichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 2.2 Für die Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren ver- weist Art. 436 Abs. 1 StPO auf die Art. 429-434 StP O. Gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO hat der Privatkläger Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, sofern er obsiegt oder die beschuldigte Person nach Art. 426 Abs. 2 StPO kosten- pflichtig ist. In Art. 433 Abs. 2 StPO wird bestimm t, dass die Privatklägerschaft ihre Entschädi- gungsforderung bei der Strafbehörde zu beantragen, zu beziffern und zu belegen hat und die Strafbehörde, wenn sie dieser Aufforderung nicht na chkommt, auf den Antrag nicht eintritt. Vor- liegend ist – wie dargelegt wurde – die Berufung de s Privatklägers weitgehend abzuweisen und der Beschuldigte nur im Umfang von einem Fünftel ko stenpflichtig. Entsprechend diesem Ver- fahrensausgang ist der vom Privatkläger gestellte A ntrag auf Zusprechung einer Parteientschä- digung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 2 1. November 2014, aus- zugsweise lautend: "1. a) a) B.____ wird der versuchten schweren Körperverletzun g, des Raufhandels, der Hinderung einer Amtshandlung, der Widerhand- lung gegen das Waffengesetz, der mehrfachen groben Verletzung von Verkehrsregeln, des Fahrens in fahrunfähigem Zu stand, des Fahrens ohne Berechtigung sowie des Missbrauchs von Auswei- sen und Schildern schuldig erklärt und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 22 Monaten, unter Anrechnung der am 2. März 2010, am 30. Mai 20 10 und vom 5. Dezember 2010 bis zum 6. Dezember 2012 ausge stande- nen Untersuchungshaft von insgesamt 3 Tagen, zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 15 Ta gessätzen zu je Fr. 80.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 3'000.--, in Anwendung von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 133 Abs. 1 StGB, Art. 286 StGB, Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, aArt. 90 Ziff. 2 SVG, aArt. 91 Ziff. 1 Satz 2 SVG, Art. 95 A bs. 1 lit. b SVG, Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG sowie Art. 34 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB und Art. 106 StGB. b) B.____ wird der Beschimpfung schuldig erklärt. Von einer Bestra- fung wird in Anwendung von Art. 177 Abs. 3 StGB abgesehen. 2. B.____ wird von der Anklage der Gefährdung des Lebe ns, der versuchten Nötigung und der versuchten Drohung freigesprochen. 3. Die strafrechtliche Beschlagnahme des beschlagnahmt en Schlag- stocks (Wf Archiv Nr. 4642) wird aufgehoben. Über e ine allfällige Rückgabe entscheidet (als gemäss Waffengesetz zustä ndige Be- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht hörde) die Polizei Basel-Landschaft. 4. a) Die Schadenersatzforderung von A.____ wird in Anwen dung von Art. 126 Abs. 2 StPO auf den Zivilweg verwiesen. b) Die Genugtuungsforderung von A.____ wird abgewiesen. 5. B.____ wird dazu verurteilt, in solidarischer Haftu ng mit C.____, soweit und im Umfang, in welchem dieser ebenfalls haftet, A.____ gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO eine Entschädigung in H öhe von Fr. 10'446.05 zu bezahlen. Die Mehrforderung wird a uf den Zivil- weg verwiesen. 6. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vo rverfah- rens von Fr. 17'638.50 und der Gerichtsgebühr von Fr. 6'000.--. B.____ trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 und Abs. 2 StPO. Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründet es Urteil ver- langt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtl iche Gebühr auf Fr. 3'000.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 7. Das Honorar der amtlichen Verteidigung in Höhe von insgesamt Fr. 7'999.55 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) wird unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung von B.____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse entrichtet. B.____ ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Ve rteidigung zu- rückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Dif ferenz zwi- schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO)." wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Privatkl ägers in Ziffer 4 wie folgt geändert: 4. a) Die Schadenersatzforderung von A.____ wird in Anwen dung von Art. 126 Abs. 2 StPO auf den Zivilweg verwiesen. b) B.____ wird dazu verurteilt, A.____ eine Genugtuung in Höhe Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Fr. 3‘000. ‒ zuzüglich Zins zu 5% seit dem 19. Oktober 2009 zu entrichten. Die Mehrforderung wird abgewiesen. Im Übrigen wird das Urteil des Strafgerichts bestätigt. II. a) Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 5‘000. ‒ inklusive Auslagen werden zu vier Fünfteln zu Last en des Privat- klägers (CHF 4‘000. ‒) und zu einem Fünftel (CHF 1‘000. ‒) zu Lasten des Beschuldigten verlegt. b) Dem amtlichen Verteidiger, Advokat Roman Felix, wird für das Berufungs- verfahren ein Honorar in der Höhe von CHF 3‘535.50 (inkl. Auslagen) zuzüg- lich 8% Mehrwertsteuer (CHF 282.85), somit insgesam t CHF 3‘818.35, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte B.____ ist zur Rückzahlung der Ent schädigung der amtli- chen Verteidigung an den Kanton im Umfang von einem Fünftel verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau ben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger