Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 17. September 2015 (720 15 195) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Ablehnung einer IV-Rente zu Recht erfolgt; Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit rich- tig eingestuft Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin E lisabeth Berger Götz, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Stephanie Wirz Parteien A.___, Beschwerdeführerin, vertreten durch Michelle Wahl, Advoka- tin, Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1954 geborene A.___ arbeitete zuletzt im Rah men eines Teilzeitpensums von 80 % als Betriebsmitarbeiterin bei der B.____ Am 11. Jun i 2010 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Herzerkrankung bei der Eidgenössischen Invalid enversicherung (IV) zum Bezug von Leis- tungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und der erwerblichen Verhältnisse und nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens verfügte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) am Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Mai 2015 die Abweisung des Rentenbegehrens der Ver sicherten aufgrund eines ermittelten Invaliditätsgrades von 15 %. B. Gegen diese Verfügung erhob A.___, vertreten dur ch Advokatin lic. iur. Michelle Wahl, am 2. Juni 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefo chtene Verfügung aufzuheben und ihr mit Wirkung ab 1. Januar 2011 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; alles unter o/e- Kostenfolge. In der Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass nicht auf das Gut- achten des Spitals K.____ vom 1. März 2012 abgestellt wer den könne, da konkrete Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen würden, vielmehr sei auf die Angaben der behandeln- den Ärzte abzustellen. Zudem sei die von den behandelnden Ärzten ausgewiesene Restarbeits- fähigkeit von 30 % nicht verwertbar. Selbst bei einer zumutbaren Resterwerbsfähigkeit von 30 % und einem leidensbedingten Abzug von 25 % resul tiere ein Invaliditätsgrad von 78 % und somit ein Anspruch der Versicherten auf eine ganze Inva lidenrente. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Bewilligung der une ntgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Verbeiständung mit Advokatin lic. iur. Michelle Wahl als Rechtsvertreterin. C. Mit Verfügung vom 3. Juni 2015 wurde der Beschwer deführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 5. August 2015 hielt die IV-Stelle an ihrer Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 12 . Dezember 2014 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit H inweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen b eruht, auch die geklagten Beschwer den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.5 Obwohl eine rechtsprechungsgemäss enge, sich gegenseiti g ergänzende Zusammen- arbeit zwischen der Ärzteschaft und der Berufsberatung best eht (vgl. BGE 107 V 17 E. 2b) und einer konkret leistungsorientierten beruflichen Abklärung nicht jegliche Aussagekraft für die Be- urteilung der Restarbeitsfähigkeit abzusprechen ist, ob liegt die abschliessende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in der Haupt- sache dem Arzt oder der Ärztin und nicht den Fachleuten d er Berufsberatung/beruflichen Ein- gliederung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.2.2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind im Wesentlichen die folgenden medi- zinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1.1 Die IV-Stelle gab zur Abklärung des Gesundheitszu standes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten beim Spital K.____ ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag. 5.1.2 Dr. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, dia gnostizierte bei der Beschwerdeführe- rin aus kardiologischer Sicht am 17. Oktober 2011 einen Status nach rheumatischem Fieber im Jahr 1963. Klinisch befinde sich die Beschwerdeführerin i n ordentlichem Allgemeinzustand, normoton (107/64 mmHg), normokard und kardiopulmonal kompensiert. Askultatorisch haben sich ein Klappenöffnungston bei bekanntem Mittelklappen ersatz sowie ein während der Ent- spannungsphase des Herzes auftretendes Geräusch mit punctum maximum links neben dem Brustbein zwischen der dritten und vierten Rippe (sog. E rb-Punkt) ergeben. Die Lungenaskulta- tion sei bland gewesen, die Halsvene nicht gestaut, das H JR negativ. Ebenfalls seien keine peripheren Ödeme vorhanden gewesen. Elektrokardiograp hisch habe ein normokarder Sinus- rhythmus ohne Repolarisationsstörungen dokumentiert werd en können und auch echokardio- graphisch habe sich ein stabiler Befund im Vergleich zu de r letzten Voruntersuchung im Januar 2010 ergeben. Eine adäquate Ergometrie mit festgehal tenem Herzfrequenzanstieg bis 92 % vom Soll, sei klinisch und elektrisch negativ gewesen. Die L eistungsfähigkeit sei eingeschränkt gewesen und die Untersuchung habe aufgrund von Knieschm erzen, Schwäche und leichter Atemnot beendet werden müssen. Zusammenfassend habe die Patientin ein diffuses Be- schwerdebild beschrieben, welches anhand der objektivier baren kardiologischen Befunde nicht erklärbar sei. 5.1.3 Med. pract. D.____, Assistenzärztin Pneumologie, führte in ihrem Gutachten vom 28. Oktober 2011 aus, dass bei der Beschwerdeführerin ein Status nach Nikotinabusus bestün- de. Die angegebenen Beschwerden wie eine rasche Erschöp fbarkeit und eine Dyspnoe NYHA II-III seien durchaus plausibel und klar auf eine kardiale Ursache mit kardialer Dysfunktion unter Belastung zurückzuführen, weshalb man die Patientin für die Ausübung einer Tätigkeit als Putz- frau nicht mehr als arbeitsfähig erachte. Aus leistungsp hysiologischer Sicht sei sie nur für „kör- perlich leicht anstrengende Berufe (sitzende Tätigkeiten ohne relevante körperliche Anstren- gung) arbeitsfähig“. 5.1.4 Dr. E.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychother apie, konnte in seinem Gutachten vom 1. Februar 2012 keine Diagnosen stellen. Er hielt fest, dass sich aus rein psychiatrischer Sicht mangels einer psychischen Störung auch keine psychiat risch bedingte Arbeitsunfähigkeit ergebe. 5.1.5 Anlässlich der Abschlussbesprechung diagnostizierten d ie Gutachter des Spitals K.____ eine valvuläre Herzkrankheit als einzige Diagnose m it Auswirkung auf die Arbeitsfähig- keit der Beschwerdeführerin. Für den angestammten Beruf , der in einem Wärmearbeitsplatz, vorwiegend stehend und körperlich intermittierend anst rengend ausgeführt werden musste, er- achte man die Beschwerdeführerin als voll arbeitsunfähig. Für körperlich leichte, vorwiegend Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit von kleinen kurze n Pausen bestehe hingegen eine Ar- beitsfähigkeit von 100 %. 5.1.6 Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. F.____, FMH Allgemeine Medizin, hielt in seinem Arztbericht vom 27. Oktober 2012 fest, dass bei der Patientin seit seinem letzten Bericht vom 14. Juli 2011 unverändert deutliche Einschränkunge n der körperlichen Leistungsfähigkeit auch für Arbeiten im Haushalt sowie eine rezidiviere nde Zunahme der Herzinsuffienz mit An- passung der medikamentösen Therapie bestünden. Die B eschwerdeführerin sei zu 70 % ar- beitsunfähig, wobei dies bis auf weiteres gelte. 5.1.7 In seinem Bericht vom 8. Juli 2014 attestierte Dr . G.____, Facharzt FMH Innere Medi- zin/Kardiologie, dass die Patientin als kardial kompensi ert, normoton und normokard eingestuft werden könne. Es seien beidseitige Unterschenkelödeme a ufgefallen, welche sie anamnetisch in ihrer Mobilität stark einschränken würden. Echokard iographisch habe sich keine relevante Befundänderung im Vergleich zur Voruntersuchung vor fa st 3 Jahren im Spital K.____ feststel- len lassen können. In der Fahrradergometrie hätten d ie von der Beschwerdeführerin beklagte eingeschränkte Leistungsfähigkeit und die rasche Erschöp fbarkeit bestätigt werden können, da sie lediglich 68 % des Sollwerts erreicht habe. Die eing eschränkte Leistungsfähigkeit sei wahr- scheinlich multifaktorieller Genese. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit wäre gemäss Dr. G.____ eine Teilzeitbeschäftigung von 20 % bis 40 % für eine sitzend e, körperlich nicht belastende Tätigkeit denkbar. 5.1.8 Dr. H.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regiona ler ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), nahm am 25. August 2014 zur Arbeitsfähigkeit d er Beschwerdeführerin Stellung und führte aus, dass der Arztbericht von Dr. G.____ vom 8. Juli 2014 bestätige, dass sich der Ge- sundheitszustand seit dem letzten Gutachten vor 3 Jahren ni cht erheblich verschlechtert habe. Es habe ein Ergometriewert von 65 % des Sollwerts festge stellt werden können und bei einem solchen seien für die Beschwerdeführerin körperlich leich te, vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit vermehrten Pausen zumutbar. 5.2 Nach Absolvierung eines sechs monatigen Arbeitstrainin gs wurde im Schlussbericht des I.____ vom 4. April 2011 durch J.____ festgehalten, dass die Beschwerdeführerin bereits nach kurzer Zeit die ihr aufgetragenen Aufgaben selbs tändig, motiviert und engagiert erledigt habe. Das Arbeiten an der Bügelstation habe sich jedoch schwieriger gestaltet. Über die Weih- nachtszeit habe die Beschwerdeführerin ihre Heimat be sucht und dort einen Sturz erlitten, der sich in der Folge stark auf ihre Leistungsfähigkeit ausg ewirkt habe. Zudem habe sie sich im Verlauf des Arbeitstrainings die Grippe sowie Erkältungen zugezogen. Das anfänglich gestarte- te Pensum im Umfang von 50 % habe gegen Ende des Arb eitstrainings aufgrund der genann- ten gesundheitlich instabilen Phasen und des Unfalles somit nicht gehalten werden können. Die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei unterschied lich gewesen, sie habe maximal ein Pensum von 30 % erreicht. Die Arbeitsfähigkeit der Be schwerdeführerin wurde deshalb ab- schliessend für leichte und wechselbelastende Arbeiten bei 30 % eingestuft. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in ihrer Verfügung vom 4. Mai 2015 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwer deführerin vollumfänglich auf das Gutachten des Spitals K.____ vom 1. März 2012 sowie die S tellungnahme des RAD-Arztes Dr. H.____ vom 25. August 2014. Wie oben ausgeführt ( vgl. E. 4.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizi en liegen hier keine vor. Dem Vor- bringen der Beschwerdeführerin, dass bei der Feststellung des medizinischen Sachverhalts vermehrt auf die Berichte der behandelnden Ärzte Dr. F .____ vom 27. Oktober 2012 und dem von Dr. G.____ vom 8. Juli 2014 hätte abgestellt werde n sollen, kann Folgendes entgegenge- halten werden. Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens wur den die Gutachter des Spitals K.____ gebeten, zum Arztbericht von Dr. F.____ und den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden Stellung zu nehmen. Die Gutachte r beantworteten die Fragen mit Schreiben vom 5. Dezember 2012 und führten aus, dass Dr. F.____ in seinem Bericht keine Diagnosen aufführe, die ihnen bei ihrer eigenen Begu tachtung im März 2012 nicht bekannt ge- wesen seien. In seinem aktuellen Bericht wie auch in ein em früheren Bericht vom 14. Juli 2011 gehe er lediglich von einer 30 % -igen Arbeitsfähigke it der Beschwerdeführerin aus. Er habe dies jeweils mit einer deutlichen Einschränkung der Leis tungsfähigkeit durch die bestehende Herzkrankheit begründet. Dr. F.____ stütze seine Einsch ätzungen jedoch nicht auf objektivier- bare Parameter. Auch würde zwischen seinen beiden Beri chten nicht von einer anderweitigen Verschlechterung ausgegangen, die Beurteilung der Arbe itsfähigkeit sei gleich geblieben und stütze sich in seiner aktuellsten Einschätzung erheblich au f die Ausführungen der Fachkräfte des I.____. Die durch Dr. F.____ genannten Einschränk ungen der körperlichen Leistungsfähig- keit der Beschwerdeführerin hätten die Gutachter des Spitals K.____ in ihrem Gutachten hinge- gen mittels Spiroergometrie, Ergometrie und Echokardiographie sowie fachärztlicher kardiologi- scher und pneumologischer Beurteilung objektivieren könne n. Die Einschätzung der kardiologi- schen Begutachterin Dr. C.____ habe ein diffuses Beschwerd ebild ergeben, welches durch kardiologische Befunde nicht erklärbar gewesen sei. Sie h abe sodann eine Spiroergometrie durchgeführt und eine Limitierung im Sinne einer kard ialen Dysfunktion festgestellt, welche die Beschwerdeführerin für schwere und mittelschwere Arbeiten arbeitsunfähig machen würde. Aus leistungsphysiologischer Sicht werde sie hingegen für 100 % arbeitsfähig erachtet. Diese Ein- schätzung wird von den anderen Begutachtern des Spitals K .____ geteilt und damit begründet, dass aufgrund des polydisziplinären Gutachtens eine fachär ztlich gestützte Objektivierung der körperlichen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin v orliege und diese keine leistungsphy- siologische Einschränkung für leichte körperliche Tätigke iten ergeben habe. Zudem ist an die- ser Stelle festzuhalten, dass den Einschätzungen von Spezi alärzten gegenüber solchen von Allgemeinärzten eine erhöhte Aussagekraft beigemessen werden muss. 6.2 Den Einschätzungen von Dr. G.____, auf die sich die Beschwerdeführerin bezieht, ist die Stellungnahme von Dr. H.____ vom 25. August 2014 e ntgegen zu halten. Danach würde der Arztbericht von Dr. G.____ vom 8. Juli 2014 bestät igen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der letzten Untersuchung vor 3 Jahren nicht erheblich verschlech- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tert habe. Die Beschwerdeführerin habe einen Ergomet riewert von 68 % des Sollwerts erzielen können und dadurch seien ihr körperlich leichte, vorwiege nd sitzende Tätigkeiten mit vermehr- ten Pausen durchaus zumutbar. Auch das Vorbringen der B eschwerdeführerin, dass im Rah- men der medizinischen Sachverhaltsfeststellung nicht gen ügend auf die von ihr geltend ge- machte psychische Belastungskomponente eingegangen worden se i, kann dadurch entkräftet werden, dass die Beschwerdeführerin im Spital K.____ p olydisziplinär begutachtet worden ist und Dr. E.____ am 1. Februar 2012 in seinem Gutacht en keine psychischen Einschränkungen feststellen konnte. 6.3 Dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass die E inschätzungen der Begutachter des Spitals K.____ in erheblicher Diskrepanz zu denjenige n im Abschlussbericht des I.____ vom 4. April 2011 stünden, muss sodann entgegen gehalten werden, dass die abschliessende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergeb enden funktionellen Leistungsfähig- keit in der Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin, nicht den Fachleuten der Berufsbera- tung/beruflichen Eingliederung obliegt (vgl. dazu E. 4.5). Zudem sind die im Rahmen des sechs Monate dauernden Arbeitstrainings festgehaltenen Einsch ätzungen zu relativieren, da die Be- schwerdeführerin aufgrund eines Sturzes und auch durch G rippe und Erkältungen in ihrer Leis- tungsfähigkeit eingeschränkt war. 6.4 Aufgrund der Erkenntnisse, die aus dem Gutachten d es Spitals K.____ vom 1. März 2012 resultierten, ging die IV-Stelle davon aus, dass d er Beschwerdeführerin aus gesamtmedi- zinischer Sicht die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit zu 100% zumutbar sei. Die Berichte der Ärzte des Spitals K.____ beruhen auf eingehenden Untersuchungen der Beschwerdeführe- rin und berücksichtigen die übrigen bei den Akten liege nden medizinischen Unterlagen. Zudem wird einlässlich sowohl auf die psychischen als auch auf di e somatischen Beschwerden einge- gangen und es wird insgesamt ein hinreichendes Bild über den Gesundheitszustand der Be- schwerdeführerin vermittelt. Auch die fachärztlichen Ein schätzungen der Arbeitsfähigkeit sind ausreichend begründet und nachvollziehbar. Es wird deut lich, dass der Beschwerdeführerin aufgrund der gestellten Diagnosen eine körperlich ada ptierte Arbeit zu 100 % zumutbar ist. Ins- gesamt erweisen sich die Ausführungen der Begutachter des Spitals K.____ sowohl in der Dar- legung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schluss- folgerungen als einleuchtend. Es ist daher nicht zu bea nstanden, dass sich die IV-Stelle in Be- zug auf die Beurteilung des Gesundheitszustandes der Besc hwerdeführerin und deren Arbeits- fähigkeit darauf stützte. Die Beschwerde erweist sich in d iesem Punkt als unbegründet. Der Beschwerdeführerin ist demnach eine leidensadaptierte Tätigkeit von 100 % zumutbar. 7.1 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob es der B eschwerdeführerin in Anbetracht ihrer gesundheitlichen Einschränkungen und aufgrund ih res fortgeschrittenen Alters auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zugemutet werden kann, die ihr verbliebene Leistungsfähigkeit erwerblich zu verwerten. 7.2 Die Beschwerdeführerin machte in diesem Kontext g eltend, dass sich das Gutachten des Spitals K.____ vom 1. März 2012 für eine Arbeitsfäh igkeit für Büroarbeiten ausspricht, eine Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht solche für sie jedoch aufgrund ihres fortgeschrittenen Al ters und ihrer mangelnden beruflichen Vorkenntnisse nicht zumutbar wäre. 7.3 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ei n invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die e iner versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen An spruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermö- gen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Ein zelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und sei ner Folgen, der absehbare Um- stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruk- tur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbild ung, beruflicher Werdegang oder An- wendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 460 E. 3.1 mit Hinweisen). 7.4 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitr aum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen all fälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Als massgeblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit fallen grundsätzlich der Tag, ab dem eine volle oder teilweise Erwerbstätig- keit medizinisch zumutbar ist, jener des Rentenbeginns r esp. der Änderung des Rentenan- spruchs, weiter der Zeitpunkt, in dem eine Arbeitsfähig keit aus medizinischer Sicht feststeht, oder derjenige des Verfügungserlasses in Betracht. Wie d as Bundesgericht im Entscheid 138 V 457 ff. präzisiert hat, ist für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter zu beantworten ist, auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit abzustellen. 7.5 Wie das Bundesgericht in seinem Urteil vom 10. Sept ember 2013 (8C_345/2013) auf- zeigt, hatte es sich schon verschiedentlich mit Fällen von Versicherten zu befassen, in denen sich die Frage stellte, ob diese angesichts ihres fortgeschr ittenen Alters in einem als ausgegli- chen unterstellten Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gel ten und die ihr verbliebene Leistungs- fähigkeit erwerblich verwerten konnten. So hatte laut d er vom Bundesgericht im genannten Ur- teil in E. 4.3.2 wiedergegebenen Kasuistik das damalig e EVG einen 60-jährigen Versicherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war, als zwar nicht leicht vermittelbar erachtet. Es sah aber mit Bezug auf den hy pothetischen ausgeglichenen Arbeits- markt gleichwohl Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten auf dem hypotheti- schen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersuna bhängig nachgefragt werden, und der Versicherte zwar eingeschränkt (weiterhin zumutbar waren leichte und mittelschwere Arbei- ten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räume n), aber immer noch im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig war (Urteil B. vom 5. A ugust 2005, I 376/05, insbesondere E. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2). Bejaht hat das Eidgenössische Versicherungsgericht au ch die Verwertbarkeit der Restar- beitsfähigkeit eines (ebenfalls) 60-jährigen Versicher ten mit einer aufgrund verschiedener psy- chischer und physischer Limitierungen (es bestanden u.a. rhe umatologische und kardiale Prob- leme) um 30 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit (Urte il S. vom 22. Januar 2007,I 304/06, E. 4.1 und 4.2). Schliesslich erachtete das Bundesgericht die Chancen eines 60 Jahre alten Versi- cherten, der für körperlich leichte Arbeiten, die abwec hslungsweise sitzend oder stehend aus- geführt werden können, ohne regelmässiges Heben oder Tr agen von Gewichten über 10 kg, ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen und ohne regelmässige Kraftanwendung des lin- ken Arms bei voller Stundenpräsenz im Umfang von 80 % ar beitsfähig, auf eine Anstellung für intakt (Urteil F. vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.3). Verneint wurde die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit hingegen bei einem über 61-jähri gen Versicherten, der über keine Berufs- ausbildung verfügte, bezüglich der aus medizinischer Si cht im Umfang von 50 % zumutbaren feinmotorischen Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse bes ass, dessen Teilarbeitsfähigkeit weite- ren krankheitsbedingten Einschränkungen unterlag und dem von den Fachleuten der Berufsbe- ratung die für einen Berufswechsel erforderliche Anpassu ngsfähigkeit abgesprochen wurde (Urteil S. vom 23. Oktober 2003 , I 392/02, E. 3.2 u nd 3.3). Als unverwertbar erachtet wurde auch die 50 %-ige, durch verschiedene Auflagen zusätzlich limitierte Arbeitsfähigkeit eines knapp 64-jährigen Versicherten mit multiplen, die Arbe itsfähigkeit einschränkenden Beschwer- den (Urteil W. vom 4. April 2002, I 401/01, E. 4c un d d), ebenso eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit einer im Verfügungszeitpunkt 61 Jahre und einen Monat a lten Versicherten, die bezüglich der für sie in Frage kommenden Tätigkeiten einer Umschulung bedurft hätte (Urteil R. vom 19. März 2009, 9C_437/2008, E. 4 mit weiteren Hinweisen). In einem neueren Entscheid hat das Bun- desgericht bei einem 60 Jahre alten Versicherten, welch er in seiner über 20 Jahre dauernden Tätigkeit als Hotelportier meist mittelschwere bis schwer e Arbeiten ausgeführt hatte und behin- derungsbedingt nur noch teils stehend, teils sitzend täti g sein kann, wobei nur noch Gewichte bis 5 kg zumutbar und ihm wegen seiner Krankheit sowohl Schichtdienste als auch das Führen von Fahrzeugen und Maschinen nicht mehr möglich sind, erka nnt, er würde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt kei nen Arbeitgeber mehr finden (Ur- teil K. vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012 E. 3.2). Zu er gänzen ist diese Kasuistik um zwei seither ergangene höchstrichterliche Entscheide: So hat das Bundesgericht bei einem Versicherten im Alter von 62 Jahren und 10 Monaten unter Hinweis auf se ine seit rund 20 Jahren andauernde Selbstständigkeit und auf die damit verbundenen Schwier igkeiten, sich in ein hierarchisches Betriebsgefüge einzuordnen, sowie auf die relativ kurze D auer eines allfälligen Rentenan- spruchs von weniger als zwei Jahren und zwei Monaten, währe nd welcher zudem ein Umstel- lungs- und Einarbeitungsaufwand nicht von der Hand zu weisen ist, auf die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit geschlossen (Urteil A. vom 28. Mai 2014, 9C_52/2014, E. 3.1). In glei- cher Weise entschieden hat das Bundesgericht schliesslich im Fall einer im massgeblichen Zeitpunkt 61 Jahre alten Versicherten, die über einen sehr geringen Ausbildungsstand und ein stark eingeschränktes Tätigkeitsprofil verfügte. Laut dies em Profil musste die Versicherte nicht nur ihre Arbeitsposition regelmässig wechseln und nach Bedarf Pausen einlegen können; sie war auch körperlich stark limitiert und darüber hinaus a uf eine wohlwollende Führung und ein stressfreies Klima angewiesen. Zusätzlich beachtete das Bun desgericht in diesem Fall als Ar- gumente gegen die Verwertbarkeit der verbliebenen Arb eitsfähigkeit die seit 1999 andauernde Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abstinenz der Versicherten vom Arbeitsmarkt sowie den damit verbundenen Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand (Urteil A. vom 19. Dezember 2014, 9C_456/2014, E. 3.3). 7.6 Für die Invaliditätsbemessung ist sodann nicht darau f abzustellen, ob ein Invalider un- ter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werd en kann, sondern einzig darauf, ob er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich n utzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4; Urteil des E VG vom 16. Juni 2004, I 824/02, E. 2.2.1 zu Art. 28 Abs. 2 aIVG). Gemäss Art. 16 des Bun desgesetzes über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist bei der Bestimmung des Invaliditätsgrades von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage auszugehen. Der Begriff umfasst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seine r Struktur her einen Fächer ver- schiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezü glich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtl ich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten (BGE 110 V 276 E. 4b; Zeitschrift für die Aus- gleichskassen [ZAK] 1991 S. 318 E. 3b). Das restliche erw erbliche Leistungsvermögen hat sich somit in einem fiktiven Arbeitsmarkt zu bewähren, der d efinitionsgemäss unter anderem kon- junkturell ausgeglichen ist (Urteil des EVG vom 17. Deze mber 2002, I 601/01, E. 4.3; R UDOLF RÜEDI , Im Spannungsfeld zwischen Schadenminderungspflicht und Zumutbarkeitsgrundsatz bei der Invaliditätsbemessung nach einem ausgeglichenen Ar beitsmarkt, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversi cherung, St. Gallen 1999, S. 35). Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarb eitsfähigkeit darf allerdings nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen und i nsbesondere dort nicht von einer Ar- beitsgelegenheit gesprochen werden, wo die zumutbare T ätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt pr aktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchs chnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle desh alb zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2007 , 9C_610/2007, E. 4.1 mit Hinwei- sen). 7.7 Vorliegend war die Beschwerdeführerin im massgeben den Zeitpunkt, nämlich zum Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit der Resterwerbsfähigkeit aufgrund des Gutachtens des Spitals K.____ vom 1. März 2012, 57 Ja hre, und nicht wie in der Be- schwerde geltend gemacht 60 Jahre, alt (vgl. dazu E. 7.4). Aufgrund der vorstehend erläuterten Kasuistik des Bundesgerichts (vgl. dazu E. 7.5), bei der ein Alter ab 60 Jahren im Zentrum der Erwägungen stand, kann somit festgehalten werden, dass der Beschwerdeführerin mit einem massgeblichen Alter von 57 Jahren die Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit noch zugemutet werden kann. Gemäss der vorstehend wiedergegebenen gutac hterlichen Ausführungen kann die Beschwerdeführerin zwar nicht mehr körperlich schwere A rbeiten, jedoch ihrem Leiden adaptierte körperlich leichte Tätigkeiten im Umfang von 100% verrichten. Aufgrund der fachärzt- lichen Umschreibungen der Restarbeitsfähigkeit kann davo n ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführerin unter Beachtung ihrer gesundheitlich en Beeinträchtigungen nach wie vor Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein relativ breites Spektrum an Hilfstätigkeiten offen steht. Das Vorbringen der Beschwerdefüh- rerin, sie könne nur noch Bürotätigkeiten ausüben, wor in sie keinerlei Erfahrung besitze, ver- mag dabei nicht zu überzeugen, stellt dies doch nur eine von mehreren Möglichkeiten einer leidensadaptierten Betätigung auf dem Arbeitsmarkt dar . Als zumutbare Tätigkeiten kommen nicht nur Bürotätigkeiten infrage, sondern auch einfac he Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltä- tigkeiten sowie die Bedienung und Überwachung von autom atischen Maschinen und Produkti- onseinheiten, welche mit keinerlei körperlicher Anstre ngung verbunden sind. Die Beschwerde ist somit auch in diesem Punkt unbegründet. 7.8 Zusammenfassend kann deshalb festgestellt werden, da ss die IV-Stelle bei ihren Er- wägungen richtigerweise auf das Gutachten des Spitals K._ ___ abgestellt hat und die Restar- beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gemäss den Einschätzungen der Gutachter für körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit vermehrten Pausen bei 100 % einstuft. Ebenso kann nicht beanstandet werden, dass die Resterwerbsfähig keit als verwertbar eingeschätzt wurde. 8.1 Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 h iervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgr und eines Einkommensvergleichs zu be- stimmen. Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verf ügung vom 4. Mai 2015 den erforderlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie anhand d er Gegenüberstellung von Vali- den- und zumutbarem Invalideneinkommen einen IV-Grad von 15 % ermittelt. 8.2 Die Versicherte beanstandet im Zusammenhang mit d er konkreten Berechnung, dass der von der IV-Stelle bei der Bemessung des Invalideneinkommens vorgenommene Abzug vom Tabellenlohn zu tief ausgefallen sei. 8.3 Gesundheitlich beeinträchtigte Versicherte, die nicht mehr voll leistungsfähig sind, ha- ben erfahrungsgemäss eine Reduktion des üblichen Lohna nsatzes hinzunehmen. Von einem anhand der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) erhobenen Invalideneinkommen sind d eshalb praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damal ige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterent wickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persön- lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalle s abhängt (leidensbedingte Ein- schränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität /Aufenthaltskategorie und Beschäfti- gungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaf t zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung al ler jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 8.4 Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochten en Verfügung einen Abzug vom Tabel- lenlohn von 15 % vorgenommen. Demgegenüber ist die Bes chwerdeführerin der Auffassung, dass in ihrem Fall die Gewährung des maximal zulässigen Abzuges von 25 % angemessen sei. Diesem Anliegen der Beschwerdeführerin kann jedoch nich t entsprochen werden. Die allfällige, auf die gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurückzufüh rende Lohneinbusse ist mit dem vor- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht genommenen Abzug von 15 % ausreichend abgedeckt. Weitere Kriterien, die eine Erhöhung des Abzuges vom Tabellenlohn rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich. Weder das Alter noch die Nationalität - und damit allenfalls verbund ene sprachliche Schwierigkeiten - rechtferti- gen beim Invalideneinkommen, welches auf dem Anforderungsniveau 4 für einfache und repeti- tive Tätigkeiten beruht, einen zusätzlichen Abzug. Zude m ist die Versicherte vollschichtig ar- beitsfähig, so dass auch ein Abzug für Teilzeitarbeit nicht in Frage kommt. Unter Würdigung der gegebenen Umstände und in Berücksichtigung der in Betra cht fallenden Merkmale lässt sich deshalb - entgegen den Ausführungen der Beschwerdefüh rerin - die Vornahme eines höheren Abzuges nicht begründen. 8.5 Die vorinstanzliche Bemessung des massgebenden Validen- und des zumutbaren In- valideneinkommens erweist sich auch in den übrigen Punkte n als korrekt. Die von der IV-Stelle ermittelten Zahlen sind denn auch - abgesehen vom vorste hend erörterten Einwand - in der vorliegenden Beschwerde nicht weiter beanstandet worden. Unter diesen Umständen kann vor- liegend von weiteren Ausführungen zum Einkommensvergleich abgesehen und stattdessen vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen d er IV-Stelle in der Verfügung vom 4. Mai 2015 verwiesen werden. 8.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der von der IV-Stelle ermittelte IV-Grad von 15 % als korrekt erweist. Somit hat die IV-Stelle einen Rentenanspruch der Versicherten zu Recht abgelehnt. Die gegen die betreffende Verfügung vom 4. Mai 2015 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 9.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinde n. 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah renskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie gend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdefüh- rerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 3. Juni 2015 die unentgeltliche Prozessführung bewil- ligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskost en vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 9.3 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 3. Juni 2015 die unentgeltliche Verbei- ständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden i st, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifo rdnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar be i unentgeltlicher Verbeiständung 200 Franken pro Stunde. Die Rechtsvertreterin hat in ihre r Honorarnote vom 20. August 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 8 St unden und 50 Minuten geltend gemacht. Dies erscheint umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Hinzu kommen die in der Honorarnote au sgewiesenen Auslagen von Fr. 62.90 sowie 8% Mehrwertsteuer. Der Rechtsvertreter in ist deshalb ein Honorar in der Höhe Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Fr. 1‘975.20 (8 Std. und 50 Min. à Fr. 200 .-- zuzüglich Auslagen von Fr. 62.90 und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.4 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar von Fr. 1‘975.20 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtsk asse aus- gerichtet.