<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00820</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221071&amp;W10_KEY=13013476&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00820</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.02.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung zur Aus- und Weiterbildung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufenthaltsbewilligung zur Aus- und Weiterbildung (Bachelorstudium Architektur). [Die Beschwerdeführerin ersuchte um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, um hier einen Bachelorstudiengang in Architektur zu absolvieren. Das Gesuch wurde mit der Begründung abgelehnt, die Beschwerdeführerin verfüge bereits über einen chinesischen Bachelorabschluss in Architektur.] Bei gegebener Voraussetzungen von Art. 27 AIG können Ausländerinnen und Ausländer für eine Aus- und Weiterbildung zugelassen werden. Ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach Art. 27 AIG besteht nicht (E. 2.1). Gemäss ständiger Praxis werden in erster Linie Bewilligungen für eine Erstausbildung in der Schweiz erteilt. Personen, die eine Erstausbildung bereits im Ausland erhalten haben, werden zugelassen, wenn die in der Schweiz angestrebte Aus- oder Weiterbildung der Vertiefung ihrer bereits erworbenen Kenntnisse dient (E. 2.2). Ein Vergleich des von der Beschwerdeführerin absolvierten Studiengangs in China mit dem Bachelorstudiengang der Hochschule X in der Schweiz stützt die Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach ihr in der bisherigen Ausbildung insbesondere zu wenig technisches Wissen vermittelt wurde, um als Architektin zu arbeiten. Von ihrem früheren Studium konnten ihr nur wenige Fächer angerechnet werden. Die Beschwerdeführerin verfügt somit noch nicht über eine vollwertige Erstausbildung. Indem das erwünschte Studium der Vertiefung des bisher erworbenen Wissens dient, stellt die Erstausbildung der Beschwerdeführerin kein Hindernis für ihre Zulassung zum Studium in der Schweiz dar. Ob die Beschwerdeführerin auch die gesetzlichen Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 27 AIG erfüllt, wurde von den Vorinstanzen nicht geprüft (E. 2.5). Teilweise Gutheissung und Rückweisung an das Migrationsamt zur Prüfung der weiteren Bewilligungsvoraussetzungen. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUS- UND WEITERBILDUNG">AUS- UND WEITERBILDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BACHELOR-STUDIENGANG">BACHELOR-STUDIENGANG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNG">RÃCKWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STUDIUM">STUDIUM</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 27 AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 27 Abs. I AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=51920" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00820</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">24. Februar 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, wohnhaft in China, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> vertreten durch RA B, dieser substituiert durch Dr.</span><span> </span><span>iur. C, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Aufenthaltsbewilligung zur Aus- und Weiterbildung,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1992, StaatsangehÃ¶rige von China, stellte am 30. Juli 2020 einen Antrag auf Einreise in die Schweiz, um hier an der schweizerischen Hochschule X eine Ausbildung zum Bachelor der Architektur zu absolvieren. Dabei reichte sie eine E-Mail der Hochschule X vom 25. Juni 2020 ein, wonach sie prÃ¼fungsfrei zum Bachelorstudiengang Architektur zugelassen werde. Die Aufnahme des Studiums war per 14. September 2020 (Start Herbstsemester 2020) geplant. Mit VerfÃ¼gung vom 10. September 2020 wies das Migrationsamt das Gesuch im Wesentlichen mit der BegrÃ¼ndung ab, A habe bereits einen Bachelor in Architektur an der Hochschule D in China erworben. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 27. Oktober 2020 ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 24. November 2020 beantragte A dem Verwaltungsgericht, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und der Beschwerdegegner anzuweisen, ihr die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und zwecks Ausbildung eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton ZÃ¼rich zu erteilen. Zudem sei der Beschwerdegegner zu verpflichten, ihr fÃ¼r das Beschwerde- und das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung zu entrichten.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 25. November 2020 setzte der AbteilungsprÃ¤sident der BeschwerdefÃ¼hrerin mit Wohnsitz im Ausland eine Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses in der HÃ¶he von Fr. 2'070.- an, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten wÃ¼rde. Die Kaution wurde fristgerecht auf das Konto des Verwaltungsgerichts einbezahlt.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, ging keine Beschwerdeantwort des Migrationsamts ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung oder Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden (§ 20 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat ihr Studium an der Hochschule X im Herbstsemester 2020 wie geplant aufgenommen, indem sie sich aufgrund der Pandemiesituation online immatrikulieren konnte und die Lehrveranstaltungen online verfolgt. Damit sie ihr Studium im laufenden und kommenden Semester vor Ort fortsetzen kann, hat sie ein aktuelles und praktisches Interesse an der Aufhebung des Rekursentscheids, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 27 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) kÃ¶nnen AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder fÃ¼r eine Aus- und Weiterbildung zugelassen werden, wenn die Schulleitung bestÃ¤tigt, dass die Aus- oder Weiterbildung aufgenommen werden kann (lit. a), eine bedarfsgerechte Unterkunft zur VerfÃ¼gung steht (lit. b), die notwendigen finanziellen Mittel vorhanden sind (lit. c), sie die persÃ¶nlichen und bildungsmÃ¤ssigen Voraussetzungen fÃ¼r die vorgesehene Aus- oder Weiterbildung erfÃ¼llen (lit. d). Die Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit (VZAE) konkretisiert die Voraussetzungen von Art. 27 AIG in Art. 23 VZAE ("Voraussetzungen fÃ¼r die Aus- und Weiterbildung") und Art. 24 VZAE ("Anforderungen an die Schulen"). Namentlich erfÃ¼llt die AuslÃ¤nderin oder der AuslÃ¤nder die persÃ¶nlichen Voraussetzungen nach Art. 27 Abs. 1 lit. d AIG, wenn keine frÃ¼heren Aufenthalte und Gesuchsverfahren oder keine anderen UmstÃ¤nde darauf hinweisen, dass die angestrebte Aus- oder Weiterbildung lediglich dazu dient, die allgemeinen Vorschriften Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern zu umgehen (Art. 23 Abs. 2 VZAE). GemÃ¤ss Ziff. 5.1.1.1 der Weisungen AIG (Weisungen und ErlÃ¤uterungen AuslÃ¤nderbereich [Weisungen AIG] des Staatssekretariats fÃ¼r Migration [SEM] vom Oktober 2013, aktualisiert am 1. Januar 2021) sind bei der PrÃ¼fung des Einzelfalls insbesondere folgende UmstÃ¤nde zu berÃ¼cksichtigen: die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse der Person (Alter, familiÃ¤re Situation, bisherige Schulbildung, soziales Umfeld), frÃ¼here Aufenthalte oder Gesuche, die Herkunftsregion (wirtschaftliche und politische Situation, heimatlicher Arbeitsmarkt fÃ¼r HochschulabgÃ¤nger). Ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach Art. 27 AIG besteht nicht (BGr, 6. Juni 2019, 2C_521/2019, E. 3.2; BVGr, 13. MÃ¤rz 2020, F-217/2019, E. 5.2.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>GemÃ¤ss stÃ¤ndiger Praxis werden in erster Linie Bewilligungen fÃ¼r eine Erstausbildung in der Schweiz erteilt. Das Masterstudium ist nicht Teil der Erstausbildung (BVGr, 23. Juli 2014, C-5485/2013, E. 6.3). Personen, die eine Erstausbildung bereits im Ausland erhalten haben, werden zugelassen, wenn die in der Schweiz angestrebte Aus- oder Weiterbildung der Vertiefung ihrer bereits erworbenen Kenntnisse dient (BVGr, 10. November 2020, F-7409/2018, E. 9.1 BVGr, 22. Juni 2020, F-2625/2018, E. 6.4;; BVGr, 14. Februar 2014, C-6702/2011, E. 7.2.2; Martina Caroni/Lisa Ott in: Martina Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 27 Rz. 10). Dazu besteht eine reichhaltige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts: <i>Verweigert</i> wurde etwa die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an eine Kamerunerin, die beabsichtigte, an der UniversitÃ¤t Lausanne einen Masterstudiengang im Privatrecht zu absolvieren. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hatte bereits in ihrem Heimatland einen Bachelor und Master im Privatrecht erworben; zugleich war sie dort im Bereich des Rechts fÃ¼r zwei weitere MasterstudiengÃ¤nge eingeschrieben. Das Bundesverwaltungsgericht erwog, es bestÃ¼nde keine Notwendigkeit, der BeschwerdefÃ¼hrerin einen vierten Masterstudiengang im Rechtsbereich zu ermÃ¶glichen. Vielmehr verfÃ¼ge die BeschwerdefÃ¼hrerin bereits Ã¼ber eine vollwertige Ausbildung ("d'une formation universitaire complÃ¨te") (BVGr, 14. Februar 2013, C-6702/2011, E. 7.2.2). <i>Abgelehnt </i>wurde das Gesuch einer Algerierin, welche im Bereich auslÃ¤ndische Sprache (mit Schwerpunkt franzÃ¶sische Literatur) Ã¼ber einen Bachelor verfÃ¼gte, als Gymnasiallehrerin in ihrem Heimatland FranzÃ¶sisch unterrichtete und an der UniversitÃ¤t Genf einen Master im Bereich Sprache und franzÃ¶sische Literatur absolvieren wollte (BVGr, 7. MÃ¤rz 2012, C-7924/2010, E. 7.2.2). <i>Gutgeheissen</i> wurde das Begehren um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an eine Iranerin, welche sich fÃ¼r einen Master of Arts in Architektur an einer Fachhochschule in der Schweiz einschreiben wollte. In ihrem Heimatland hatte sie bereits ein Lizenziat im Bauingenieurswesen erworben, was einem Bachelorabschluss entspricht. In der Schweiz wollte sie ihren ersten Master absolvieren. Das Bundesverwaltungsgericht entsprach diesem Begehren, da die bereits berufstÃ¤tige BeschwerdefÃ¼hrerin habe nachweisen kÃ¶nnen, dass die Ausbildung fÃ¼r die Entwicklung ihres Heimatlands im Bereich der StÃ¤dteplanung nÃ¼tzlich sein kÃ¶nnte und auch ihre Chancen auf dem fÃ¼r Frauen schwierigen Arbeitsmarkt erhÃ¶hen wÃ¼rde. Ferner existiere im Iran im Vergleich zum angestrebten Master keine gleichwertige, fachspezifische Ausbildung (BVGr, 10. November 2020, F-7409/2018, E. 9). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Vorliegend stÃ¼tzte die Vorinstanz ihren Entscheid nicht auf das Fehlen eines der Kriterien von Art. 27 Abs. 1 lit. aâlit. d AIG. Ohne auf die einzelnen Voraussetzungen von Art. 27 Abs. 1 AIG nÃ¤her einzugehen, verweigerte sie die Einreise und Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung aufgrund der Praxis, wonach Personen, die eine Erstausbildung bereits im Ausland erhalten haben, nur dann zugelassen werden, wenn die in der Schweiz angestrebte Aus- oder Weiterbildung der Vertiefung ihrer bereits erworbenen Kenntnisse dient. Dabei verneinte die Vorinstanz die Notwendigkeit eines weiteren Bachelorstudiums der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Schweiz: Es sei nicht einsichtig, weshalb die BeschwerdefÃ¼hrerin, welche bereits Ã¼ber einen Bachelorabschluss in Architektur verfÃ¼ge und in ihrem Heimatland ohne Weiteres mit einem Masterstudium beginnen kÃ¶nne, dafÃ¼r in der Schweiz eine Ausbildung absolvieren mÃ¼sste. Dies zumal sie in der Schweiz noch einmal einen Teil des Bachelorstudiums absolvieren mÃ¼sse. Die BeschwerdefÃ¼hrerin sei bereits 28 Jahre alt und habe nach ihrem Bachelorabschluss 2015 das Ziel eines Masterabschlusses zunÃ¤chst nicht weiterverfolgt. Zudem biete sie keine GewÃ¤hr dafÃ¼r, dass sie nach Abschluss des Studiums wieder ausreise: Sie lebe mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter in China. Sie erklÃ¤re nicht, wie sie das Familienleben wÃ¤hrend der langen Studiendauer pflegen kÃ¶nnte. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt eine fehlerhafte Sachverhaltsdarstellung, da ihre familiÃ¤re Situation in China schwerwiegend verkannt worden sei. Sie sei zwar verheiratet, habe aber keine Kinder. In der Tat ergibt sich aus den Akten keinerlei Hinweis darauf, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin Kinder hÃ¤tte. Die familiÃ¤re Situation der Gesuchstellerin wird bei der ErmessensausÃ¼bung mitberÃ¼cksichtigt (siehe E. 2.1). Vorliegend brachte die Vorinstanz das Vorhandensein einer Familie im Herkunftsland mit der nicht gesicherten Ausreise nach Abschluss des Studiums in Verbindung. Zu Recht bringt die BeschwerdefÃ¼hrerin vor, dass dieses nach der frÃ¼heren Fassung von Art. 27 Abs. 1 lit. d AIG verlangte Kriterium der gesicherten Wiederausreise per 1. Januar 2011 und somit lÃ¤ngst aufgehoben wurde (siehe dazu VGr, 3. Juni 2015, VB.2015.00138, E. 2.2). <span>Im Lichte von Art. 5 Abs. 2 AIG waren die Vorinstanzen aber gleichwohl berechtigt, zu prÃ¼fen, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin GewÃ¤hr fÃ¼r ihre Wiederausreise bietet (siehe VGr, 3. Juni 2015, VB.2015.00138, E. 3.2.2). Die falsche Annahme der Vorinstanz, die BeschwerdefÃ¼hrerin habe im Heimatland eine Tochter, erweist sich jedoch letztlich (wie gleich zu zeigen sein wird) nicht als entscheidwesentlich, weshalb diese falsche Sachverhaltsfeststellung allein noch nicht zur Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids fÃ¼hren kann. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.5.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin studierte 2010 bis 2015 an der chinesischen Hochschule D Architektur und Kunst. Das Studium schloss sie mit dem akademischen Bachelorgrad fÃ¼r Ingenieurswissenschaften ab. Damit verfÃ¼gt sie bereits Ã¼ber einen akademischen Abschluss im Bereich Architektur. Fraglich ist, ob die an der Hochschule X angestrebte Ausbildung zum Bachelor in Architektur der Vertiefung der Erstausbildung dient (siehe E. 2.2). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.5.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin begrÃ¼ndet ihren Entscheid fÃ¼r ein Bachelorstudium an der Hochschule X wie folgt: Nach dem Bachelorabschluss habe sie von Juli 2015 bis MÃ¤rz 2019 als Lichtdesign-Architektin und Assistenzingenieurin in der Abteilung E des Unternehmens F in G (China) gearbeitet. Dabei habe sie verschiedene Lichtdesignprojekte begleitet. Im Bachelorstudium habe sie nur ein begrenztes Wissen der Architekturbranche erworben, sodass sie nur an einem bestimmten Teil oder einer bestimmten Phase des Architekturentwurfs habe mitarbeiten kÃ¶nnen. Um Chefarchitektin zu werden, reiche das vermittelte Wissen nicht aus. Sie mÃ¼sse in der Lage sein kÃ¶nnen, alle Phasen eines Bauprojekts zu begleiten. Das absolvierte Bachelorstudium habe ihr zwar ein klares VerstÃ¤ndnis fÃ¼r die architektonische Gestaltung vermittelt, sei aber sehr kunstorientiert gewesen. Der Lehrplan der Hochschule X sei umfassend: So mÃ¼ssten die Studierenden neben Designkursen auch andere Kurse spezifisch fachtechnisch-konstruktiver Ausrichtung studieren. Insbesondere das Thema â¦ werde nÃ¤her beleuchtet. Letzteres habe aber im vorherigen Bachelorstudium gefehlt. Sie plane, an der Hochschule X sowohl Bachelor als auch Master abzuschliessen. Nach dem Masterabschluss wolle sie nach China zurÃ¼ckkehren. Da ArchitekturbÃ¼ros in China Absolventen einer technischen UniversitÃ¤t bevorzugen wÃ¼rden, hÃ¤tte sie mit einem Abschluss an der Hochschule X die MÃ¶glichkeit, in einem renommierten ArchitekturbÃ¼ro in H (China) aufgenommen zu werden. Ferner hÃ¤tten Schweizer Architekten wie Herzog und de Meuron in China grosse architektonische Akzente gesetzt, weshalb nicht aussergewÃ¶hnlich sei, dass Studierende aus China auch an einer schweizerischen UniversitÃ¤t studieren wollten. Ein Vergleich des von der BeschwerdefÃ¼hrerin absolvierten Studiengangs in China mit dem Studiengang der Hochschule X stÃ¼tzt die AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrerin, wonach ihr in der bisherigen Ausbildung insbesondere zu wenig technisches Wissen vermittelt wurde, um als Architektin zu arbeiten. Von den GrundlagenfÃ¤chern konnten ihr von der Hochschule X lediglich sechs (insgesamt 16 ECTS) und einige FÃ¤cher mit Semesternote (insgesamt 32 ECTS) angerechnet werden. Von insgesamt 180 ECTS kÃ¶nnen 60 ECTS von einem frÃ¼heren Studium an einer anderen Hochschule an das Bachelorstudium ab der Hochschule X angerechnet werden. Von 60 ECTS wurden der BeschwerdefÃ¼hrerin somit einzig 48 ECTS angerechnet. Von sechs zu absolvierenden Semestern Bachelorstudium an der Hochschule X konnte die BeschwerdefÃ¼hrerin bloss ein Semester Ã¼berspringen. Zahlreiche FÃ¤cher sind noch zu absolvieren, so etwa â¦. Um wie beabsichtigt eine berufliche TÃ¤tigkeit als Architektin auszuÃ¼ben, verfÃ¼gt die BeschwerdefÃ¼hrerin noch nicht Ã¼ber eine vollwertige Erstausbildung. Auch reicht die bisherige Ausbildung nicht aus, um zu einem Masterstudium an der Hochschule X zugelassen zu werden: FÃ¼r die Zulassung zum Masterstudium wird u.<span> </span>a. der Besuch diverser spezifisch fachtechnisch-konstruktiver Ausrichtung vorausgesetzt. Gerade den Besuch dieser FÃ¤cher kann die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht vorweisen. Nach dem Gesagten dient der Studiengang Bachelor in Architektur an der Hochschule X der Komplettierung des bereits absolvierten Studiengangs in China. Indem das erwÃ¼nschte Studium der Vertiefung des bisher erworbenen Wissens dient, stellt die Erstausbildung der BeschwerdefÃ¼hrerin somit kein Hindernis fÃ¼r ihre Zulassung zum Studium in der Schweiz dar. </p> <p class="Urteilstext">Ob die BeschwerdefÃ¼hrerin auch die gesetzlichen Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 27 AIG erfÃ¼llt, wurde von den Vorinstanzen nicht geprÃ¼ft. <span>Das Vorliegen dieser weiteren Bewilligungsvoraussetzungen hat der Beschwerdegegner in einem zweiten Rechtsgang ergÃ¤nzend zu untersuchen. Sind diese Bedingungen ebenfalls erfÃ¼llt, sollte der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nichts entgegenstehen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Damit ist </span><span>die Beschwerde teilweise </span><span>gutzuheissen und die Sache zur ergÃ¤nzenden Untersuchung und zum Neuentscheid an den Beschwerdegegner zurÃ¼ckzuweisen</span><span>. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Eine RÃ¼ckweisung zu neuem Entscheid bei offenem Ausgang ist in Bezug auf die Nebenfolgen als Obsiegen der beschwerdefÃ¼hrenden Partei zu behandeln (BGr, 28. April 2014, 2C_846/2013, E. 3.2 f. mit Hinweisen; Marco Donatsch in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, [VRG], ZÃ¼rich etc. 2014, § 64 N. 5). Demzufolge sind die Kosten des Verfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin beantragt fÃ¼r das vorliegende Beschwerdeverfahren und das Rekursverfahren die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. Vor Vorinstanz war die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht vertreten und machte im Rekurs vom 22. September 2020 auch keine UmtriebsentschÃ¤digung geltend. Ihr Antrag im Beschwerdeverfahren, es sei ihr fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen, erfolgt somit verspÃ¤tet (zum Antragserfordernis siehe VGr, 20. Januar 2012, VB.2011.00742, E. 2.1). Selbst wenn das Gesuch rechtzeitig erfolgt wÃ¤re, so wÃ¤re nicht von einem <i>besonderen Aufwand</i> im Sinn von § 17 Abs. 2 lit. a VRG auszugehen. FÃ¼r das Beschwerdeverfahren steht der BeschwerdefÃ¼hrerin dagegen eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG e contrario; BGE 139 I 330 E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Urteilstext">Nach der Regelung in Art. 90 ff. BGG sind letztinstanzliche kantonale RÃ¼ckweisungsentscheide als Zwischenentscheide im Sinn von Art. 93 BGG zu qualifizieren (BGE 138 I 143 E. 1.2, 133 V 477 E. 4.2). Die RÃ¼ckweisung ist daher vor Bundesgericht nur direkt anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann (lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifÃ¼hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten fÃ¼r ein weitlÃ¤ufiges Beweisverfahren ersparen wÃ¼rde (lit. b).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 27. Oktober 2020 und die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 10. September 2020 werden aufgehoben. Die Sache wird zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an den Beschwerdegegner zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (inkl. MWST) zu bezahlen. FÃ¼r das Rekursverfahren wird keine UmtriebsentschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>