B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4534/2014 U r t e i l v o m 3 . S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richter Hans Schürch, Richter François Badoud, Gerichtsschreiber Nicholas Swain. Parteien A._______, Iran, vertreten durch Hansjörg Leutwyler, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 16. Juli 2014 / N (…). E-4534/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 7. September 2008 stellte der Beschwerdeführer in der Schweiz ein Asylgesuch. Mit Verfügung vom 22. März 2012 stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, wies sein Asy l- gesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Voll- zug an. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 19. April 2012 wurde vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-2077/2012 vom 28. Januar 2014 vollumfänglich abgewiesen. B. Mit Einga be vom 15. April 2014 ersuchte der damalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, ein Mitarbeiter von Caritas Schweiz, unter Beila- ge einer Vollmacht sowie eines ärztlichen Attestes der (…), Klinik B._______, vom 15. April 2014 unter Hinweis auf gesundheit liche Prob- leme des Beschwerdeführers und dessen Hospitalisierung um einstweili- ge Sistierung des Vollzugs - und Wegweisungsverfahrens sowie um Ve r- zicht auf alle Zwangs- und Vollzugsmassnahmen. C. Das BFM ersuchte m it Verfügung vom 25. April 2014 das (…) des Kan- tons C._______, den Vollzug der Wegweisung einstweilen auszusetzen. D. Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 1. Mai 2014 beantragte der B e- schwerdeführer, es sei wiedererwägungsweise die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihm die vorl äufige Aufnahme zu gewähren. In formeller Hinsicht ersuchte er darum, die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, bis zu einem Entscheid über sein Wieder - erwägungsgesuch von Vollzugshandlungen abzusehen. Ferner ergänzte und präzisierte der Beschwerdeführer die Begründung seines Wieder - erwägungsgesuchs. Zum Beleg seiner Vorbringen reichte er einen ärztl i- chen Bericht der Klinik B._______ vom 28. April 2014 zu den Akten. Zur Begründung seines Gesuchs führte der Beschwerdeführer aus, der Wegweisungsvollzug sei aus medizinischen Gründen unzumutbar. Gemäss dem vorgelegten ärztlichen Zeugnis könnte es bei der Rückkehr in den Heimatstaat zu einer Retraumatisierung kommen , und er habe glaubwürdig ausgesagt, sich im Falle der Rückschaffung umbringen zu E-4534/2014 Seite 3 wollen. Aufgrund der akuten Notlage sei eine dauerhafte und langfristige stationäre Therapie dringend notwendig , und im Falle einer Unterbr e- chung derselben wäre sein Leben stark gefährdet. Ein dauerhafter Verbleib in der Schweiz sei notwendig um ihm die notwendige medizin i- sche Behandlung zukommen zu lassen. Eine Stabilisierung seiner ang e- schlagenen psychischen Verfassung sei nur in der Schweiz unter weiterer stationärer Behandlung möglich. Die Frage der im Heimatstaat Iran zur Verfügung stehenden medizinischen Behandlung sei daher nicht au s- schlaggebend. Dennoch sei darauf hinzuweisen, dass im Iran auch bei bestehendem Versicherungsschutz Medikamente grundsätzli ch selber bezahlt werden müssten und Patienten massive Vorauszahlungen leisten müssten, damit eine Behandlung eingeleitet werde. Da er seit fünf Jahren landesabwesend sei und seine Familie nicht für die Kosten einer Behand- lung aufkommen könnte, bestehe die Gefahr, dass ihm die benötigte B e- handlung und Medikation im Iran aus finanziellen Gründen nicht zugän g- lich wäre. E. Mit Verfügung vom 16. Juli 2014 wies das BFM das Wiedererwägungsge- such des Beschwerdeführers ab und stellte fest, dass seine Verfügung vom 22. März 2012 rechtskräftig sowie vollstreckbar sei und dass einer allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme. Ferner wurde eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.– erhoben. F. Mit Eingabe seines neuen Rechtsvertreters an das Bundesverwaltung s- gericht vom 14. August 2014 (Poststempel) beantragte der Beschwerde- führer, die Verfügung des BFM sei aufzuheben und es sei ihm die Flücht- lingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Im Weiteren sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegwe i- sungsvollzugs festzustellen und seine vorläufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ers uchte der Beschwerdeführer um G e- währung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Eventualiter sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen. Im We i- teren sei die zust ändige Behörde anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat - oder Herkunftsstaats sowie jegliche Date n- weitergabe an dieselbe zu unterlassen und im Falle bereits erfolgter D a- tenweitergabe sei er in einer separaten Verfügung darüber zu informi e- ren. Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer ein ärz t- liches Zeugnis von Dr. med. D._______, vom 6. August 2014, eine Kopie E-4534/2014 Seite 4 des Arztberichts der Klinik B._______ vom 28. April 2014 sowie zahlre i- che Unterlagen betreffend seine exilpolitischen Aktivitäten zu den Akten. G. Der Instruktionsrichter setzte mit Telefax-Verfügung vom 15. August 2014 gestützt auf Art. 56 VwVG den Vollzug der Wegweisung per sofort supe r- provisorisch aus. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wiedererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verf ü- gung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden kö n- nen, ist d as Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vo rliegen- den Beschwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist – unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen - einzutreten. 1.3 Die Verfügung bildet als Anfechtungsgegenstand in der Bundesve r- waltungsrechtspflege den äusseren Rahmen, innerhalb welchem die Par- teien der Rechtsmittelinstanz ein Rechtsverhältnis zur Beurteilung unte r- breiten können. Der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand kann enger als der Anfechtungsgegenstand sein aber nicht über d iesen hinausgehen. Gegenstand des Beschwerdev erfahrens kann grundsät z- lich nur sein, was Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger Gesetzesauslegung hätte sein sollen (vgl. ANDRÉ MOSER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über E-4534/2014 Seite 5 das Verwaltungsverfahre n (VwVG), Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52; CHRISTOPH AUER, Streitgegenstand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der verwaltungsrechtlichen Prozessmaximen, Bern 1997, S. 63; ALFRED KÖLZ / ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts - pflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149; BVGE 2009/54 E. 1.3.3 S. 777). Nachdem im Wiedererwägungsgesuch vom 1. Mai 2014 nur die Festste l- lung der wiedererwägungsweisen Unzumutbarkeit des Wegweisungs - vollzugs beantragt wurde, war die Verfügung des BFM vom 16. Ju li 2014 auf die Überprüfung seiner Verfügung vom 22. März 2012 im Wegwe i- sungspunkt beschränkt. Entsprechend kann Gegenstand des vorliege n- den Beschwerdeverfahrens auch nur die Frage sein, ob bezüglich der Zu- lässigkeit, Zumutbarkeit oder Möglichkeit des Wegw eisungsvollzugs eine nachträglich erheblich veränderte Sachlage vorliegt . Soweit in der B e- schwerdeeingabe vom 14. August 2014 die Gewährung des Asyls und die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft beantragt werden, liegt eine u n- zulässige Erweiterung des Streitgegenstands vor, und auf diese Anträge kann somit nicht eingetreten werden. Entsprechend haben auch die mit der Eingabe vom 14. August 2014 eingereichten Unterlagen betreffend die Exilaktivitäten des Beschwerdeführers im vorliegenden Verfahren kei- ne Relevanz. 1.4 Allfällige nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 28. Ja- nuar 2014 eingetretene , für die Frage der Asylgewährung beziehung s- weise Zuerkennung der Flüchtlin gseigenschaft relevante Umstände wä- ren mittels eines zweiten Asylgesuchs beim BFM geltend zu machen. E i- ne Überprüfung der Sachumstände, welche Gegenstand des ersten, a b- geschlossenen Asylverfahrens waren, wäre – bei Vorliegen von Revis i- onsgründen im Sinne von Art. 121 ff. BGG – nur im Rahmen eines Rev i- sionsverfahrens möglich. 1.5 Soweit in der Beschwerde sinngemäss auf eine persönliche Notlage des Beschwerdeführers Bezug genommen wird (vgl. Beschwerde S. 2 ff.) kann an dieser Stelle auf die Bestimmung von Art. 14 Abs. 2 AsylG ve r- wiesen werden. Gemäss dieser kann d er zugewiesene Aufenthaltskanton einer Person, die sie sich seit Einreichen des Asylgesuchs mindestens fünf Jahre lang in der Schweiz aufhält mit Zustimmung des BFM eine Aufenthaltsbewilligung erteilen, wenn – nebst anderen Voraussetzungen – wegen der fort geschrittenen Integration ein schwerwiegender persönl i-E-4534/2014 Seite 6 cher Härtefall vorliegt. Auch diesbezüglich kann sich das Bundesverwa l- tungsgericht mangels Zuständigkeit nicht inhaltlich äussern. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch - führung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. Für die in der Beschwerde beantragte vorsorgliche Anweisung der z u- ständigen Behörden, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des He i- mat- oder Herkunftsstaats sowie jegliche Datenweitergabe an dieselbe zu unterlassen, besteht an gesichts der nachfolgenden Ausführungen (und der Formulierung der Bestimmung von Art. 97 AsylG) keine Veranla s- sung. Die Frage einer Information über bereits erfolgte Weitergabe von Daten stellt sich schon deshalb nicht, weil sich solches aus den vorli e- genden Akten nicht ergibt. 5. Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ger e- gelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechend es Gesuch ist dem BFM innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrif t- lich und begründet einzurei chen; im Übrigen richtet sich das Verfahren nach den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG (Art. 111b Abs. 1 AsylG). In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wieder - erwägungsgesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekur s- kommission [EMARK] 1995 Nr. 21 E. 1 S. 202 ff.). Falls die abzuändernde Verfügung unangefochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeve r- fahren mit einem blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – kön- nen auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begrü n- den (zum sogenannten "qualifizierten Wiedererwägungsgesuch" vgl. etwa EMARK 2003 Nr. 17 E. 2.a S. 103 f. m.w.H.). E-4534/2014 Seite 7 6. Nachdem die Vorinstanz den Anspruch der Beschwerdeführenden auf Behandlung des Wiedererwägungsgesuchs nicht in Abrede gestellt hat und auf das Wiedererwägungsgesuch eingetreten ist, hat das Bunde s- verwaltungsgericht zu prüfen, ob die Vor instanz das Gesuch zu Recht abgewiesen hat. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob die seit dem A b- schluss des ordentlichen Verfahrens mit Urteil des Bundesverwaltungsge- richts vom 28. Januar 2014 geltend gemachten nachträglich veränderten tatsächlichen Voraussetzungen dessen Anpassung erfordern. 7. 7.1 Das BFM führte zur Begründung seiner Verfügung aus, nachdem sich die Asylvorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft erwiesen hä t- ten, müsse die bei ihm diagnostizierte posttraumatische Belastungsst ö- rung eine ande re als die angegebene Ursache haben und die Befürc h- tung einer Retraumatisierung im Falle der Rückkehr in den Iran müsse re- lativiert werden. Es falle zudem auf, dass bei ihm während des ordentl i- chen Verfahrens keine psychischen Probleme aufgetreten seien, sondern diese erst nach Abschluss des Verfahrens geltend gemacht worden se i- en. Es komme nicht selten zu depressiven Verstimmungen bei Asyl - suchenden nach Ablehnung ihrer Asylgesuche, wobei auch suizidale G e- danken auftreten könnten. Alleine das Auftreten von Suizidgedanken sei kein Wegweisungshindernis, da eine Behandlung solcher psychischer Leiden im Heimatstaat möglich und zumutbar sei und es nicht dem Willen des Gesetzgebers entspreche, alle Personen in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, die sich auf eine tatsächliche oder vermeintliche Selbs t- mordgefahr berufen würden. Im Herkunftsort E._______ des Beschwer- deführers gebe es mehrere Kliniken, in welchem psychische Probleme der vorgebrachten Art behandelt werden könnten. Ferner verfüge der B e- schwerdeführer in seinem Heimatstaat über ein dichtes familiäres Bezi e- hungsnetz, welches ihn falls notwendig unterstützen könne. Schliesslich könne er allenfalls einen Antrag auf Rückkehrhilfe stellen. 7.2 In seiner Beschwerde wies der Beschwerdefüh rer darauf hin, er habe bereits in der Befragung zur Person vom 13. Oktober 2008 erwähnt, dass er "einen psychischen Schaden" habe, sich aber beherrschen könne . Diese Probleme hätten sich über die Jahre immer wieder manifestiert, aber er habe kein grosses Aufhebens darum gemacht. Er habe aufgrund seiner Probleme die Erlaubnis erhalten, statt in der zugewiesenen Unte r- kunft bei seiner Freundin in F._______ zu wohnen. Er habe seine Schla f- probleme und seine Traumatisierung verschiedentlich bei seinem Hau s-E-4534/2014 Seite 8 arzt vorgebracht und das Augenzent rum G._______, an welches er zur Behandlung seiner Sehstörung verwiesen worden sei, habe festgestellt, dass diese auf eine massive Schlagwirkung zurückzuführen sei. Seine Suizidalität bestätige die Diagnose einer posttraumatischen Belastung s- störung, und eine Heilung sei nur bei stabilen Verhältnissen möglich. Er müsse im Iran mit einer Gefängnisstrafe sowie mit Misshandlung und Fol- ter rechnen. E s sei unwahrscheinlich, dass er im Gefängnis eine psychi- atrische Behandlung erhalten würde. Zudem seien gerade die in Haft er- littenen Misshandlungen der Ursprung seiner Traumatisierung. Die G e- fahr einer Retraumatisierung im Falle einer Rückkehr in sein Herkunft s- land sei entgegen der Auffassung der Vorinstanz durchaus gegeben, weil aufgrund seiner umfangreichen exilpol itischen Aktivitäten eine ernstz u- nehmende Gefährdung bestehe. Er könne ferner nicht mit Unterstützung durch seine Familie rechnen . Da er seinem Umfeld mit seinem Verhalten hohe Kosten und viel Leid verursacht habe , müsse er von diesen gar Vergeltungsmassnahmen befürchten . Aufgrund seiner langen Ausland s- abwesenheit seien ihm zudem nur noch wenige Freunde geblieben und einige von diesen seien zwischenzeitlich auch ausgereist oder verhaftet worden. 8. 8.1 Dem Arztbericht vom 28. April 2014 ist zu entnehmen, dass der Be- schwerdeführer wegen akuter Suizidalität ab 13. April 2014 in stationärer psychiatrischer Behandlung war. Es wurde eine posttraumatische Bela s- tungsstörung (ICD-10, F43.1) mit chronischer Symptomatik diagnostiziert. Weiter wurde festgehalten, dass eine längerfristige stationäre Behandlung dringend empfohlen werde und im Anschluss eine traumaspezifische ambulante Therapie indiziert sei. Im Arztzeugnis des Hausarztes des B e- schwerdeführers vom 6. August 2014 wurde festgehalten, dass der Ge- sundheitszustand des Beschwerdeführers labil sei und er der Betreuung und Zuwendung durch eine vertraute Bezugsperson in einer ruhigen Um- gebung bedürfe. Zudem wurde ihm eine latente Suizidgefährdung atte s- tiert. 8.2 Gründe ausschliesslich medizinischer Natur führen nur dann zur An- nahme der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, wenn die auslä n- dische Personen bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat einer konkreten Gefahr ausgesetzt wäre, weil sie die absolut notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten könnten oder – aus objektiver Sicht – wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwi e- derbringlich in völlige Armut gestossen würden, dem Hunger und somit E-4534/2014 Seite 9 einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustands, der In - validität oder sogar d em Tod ausgeliefert wären (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.1 S. 756 f., BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748). 8.3 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass diese Voraussetzungen vorliegend nicht gegeben sind. 8.3.1 Was die vorgebrachte akute Suizidgefahr betrifft, so ist auf die ko n- stante Praxis des Bundesverwaltungsgerichts hinzuweisen, wonach von einer zu vollziehenden Weg - oder Ausweisung nicht Abstand zu nehmen ist, solange konkrete Massnahmen zur Verhütung der Umsetzung der Suiziddrohung getroffen w erden können (vgl. statt vieler Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts E-5780/2011 vom 1. Mai 2012 E. 6.5). Im vorli e- genden Fall wurde nicht substanziiert dargelegt, dass die Möglichkeit so l- cher Massnahmen ausgeschlossen wäre. Die konkrete Ausgestaltung geeigneter Massnahmen ist eine Frage der Vollzugsmodalitäten und ist in diesem Verfahren nicht näher zu erörtern. Demnach stellt die vorgebrach- te Suizidgefahr vorliegend keine wiedererwägungsrechtlich wesentlich veränderte Sachlage dar. Daran ändert entgegen d er Beschwerde auch nichts, wenn es sich bei der Selbstmordgefahr nicht um eine blosse Dr o- hung im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Wegweisungsvollzug handelt. 8.3.2 Im Iran und namentlich im Herkunftsort E._______ des Beschwer- deführers bestehen diverse Einrichtungen, die eine Behandlung für psy- chische Erkrankungen anbieten und die gängigen Medikamente sind im Iran erhältlich; zudem kann der Beschwerdeführer bei Bedarf einen Vorrat an Medikamenten mitnehmen, der bis zu einer allenfalls notwendigen weiteren Beh andlung beziehungsweise Umstellung der Medikamente ausreicht. Es besteht ferner kein Grund zur Annahme , dass eine erfol g- reiche Behandlung im Heimatstaat aufgrund einer zu erwartenden Re - traumatisierung ernsthaft gefährdet wäre. Mit Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts vom 28. Januar 2014 wurde rechtskräftig festgestellt , die vom Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs vorgebrac h- ten, angeblich im Heimatstaat erlittenen Verfolgungsmassnahmen seien unglaubhaft, und er habe auch wegen seiner exilpolitischen Aktivtäten keine Verfolgung zu befürchten. Eine erneute Prü fung dieser Sachve r- haltselemente ist im vorliegenden Wiedererwägungsverfahren nicht mög- lich. Somit liegen keine ernsthaften Hinweise dafür vor, der Beschwerd e- führer habe im Falle der Rückkehr in den Iran eine Behandlung durch die E-4534/2014 Seite 10 heimatlichen Behörden zu erwarten, welche zu einer erheblichen Ve r- schlimmerung seiner psychischen Beschwerden führen könnte. 8.3.3 Hinsichtlich der in der Eingabe vom 1. Mai 2014 vorgebrachten möglichen Probleme bei der Finanzierung ei ner medizinischen Behan d- lung im Heimatstaat ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer in Anbetracht seiner Mittelschulausbildung und beruflichen Erfahrung mö g- lich sein sollte, im Iran wieder eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen und so wieder in den Genuss einer Krankenversicherung zu kommen. In Anbe- tracht der Unglaubhaftigkeit seiner Asylvorbringen muss im Übrigen auch die Darstellung bezweifelt werden, er habe wegen seiner Handlungen vor der Ausreise den Unwillen s einer Familienangehörigen auf sich gezogen und könne deshalb nicht auf deren Unterstützung zählen. Zudem ist dar- auf hinzuweisen, dass es de m Beschwerdeführenden offensteht, ein ent- sprechendes Gesuch um Rückkehrhilfe zu stellen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG). 8.4 Nach dem Gesagten gelangt das Gericht zum Schluss, dass vorli e- gend keine erheblich veränderte Sachlage im wiedererwägungsrechtl i- chen Sinne vorliegt. 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist ( Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1200.– festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-4534/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu- gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Markus König Nicholas Swain Versand: