A bteilung III C -2402/2006 {T 0/2} U rteil vom 22. M ai 2007 Besetzung: R ichter Alberto M euli (Abteilungspräsident), R ichter Stefan M esm er, R ichterin Elena Avenati-C arpani, G erichtsschreiber Jean-M arc W ichser. X._______, Beschw erdeführer, gegen Stiftung A uffangeinrichtung B VG , Zw eigstelle D eutschschw eiz, Binzstrasse 15, Postfach 2855, 8022 Zürich, Vorinstanz, betreffend B eitragsforderung. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it Verfügung vom 9. Juni 2005 schloss die Stiftung Auffangeinrichtung BVG (nachfolgend die Auffangeinrichtung) X._______, der bis Ende 2004 in Z._______ eine Einzel-Transportfirm a betrieb, rückw irkend per 1. Janu- ar 2003 zw angsw eise an. D iese Verfügung erw uchs unangefochten in R echtskraft (act 2). B. M it Verfügung vom 23. M ärz 2006 betreffend Beitragsrechnung vom 10. N ovem ber 2005 und Beseitigung des R echtsvorschlages in der Betreibung N r. 609074 des Betreibungsam tes des Seebezirks in M urten verpflichtete die Auffangeinrichtung X._______, ihr den Betrag von Fr. 3'145.45 zu- züglich 6% Zins seit dem 21. Februar 2006 sow ie M ahn-, Inkasso-, Zah- lungsbefehlkosten und Inkassogebühren zu bezahlen (D ispositivziffer 1). Zudem sei für den Betrag gem äss Ziffer 1 inklusive Verfahrenskosten die definitive R echtsöffnung in der Betreibung N r. 609074 des Betreibungsam - tes des Seebezirks in M urten zu gew ähren (D ispositivziffer 2). D ie Auf- fangeinrichtung begründete diese Verfügung im W esentlichen dam it, dass sie die in Betreibung gesetzte Beitragsrechnung gestützt auf ihre rechts- kräftige Anschlussverfügung vom 9. Juni 2005 ausgestellt habe und diese in allen Teilen ausgew iesen sei. Für die Einforderung ausstehender Beiträ- ge sam t Verzugszinsen habe sie nun auch eine Verfügungskom petenz (act. B 2/1). C . G egen die Verfügung der Auffangeinrichtung vom 23. M ärz 2006 erhob X._______ (nachfolgend der Beschw erdeführer) bei der Eidgenössischen Beschw erdekom m ission der beruflichen Alters-, H interlassenen- und Inva- lidenvorsorge (Eidg. Beschw erdekom m ission BVG ) fristgerecht Beschw er- de und beantragte sinngem äss die Aufhebung der angefochtenen Verfü- gung unter Kostenfolge zulasten der Auffangeinrichtung. Zur Begründung m achte er im W esentlichen geltend, dass sein einziger Arbeitnehm er Y._______ seit Arbeitsbeginn bis zum Austritt aus der Firm a bei der PAX Sam m elstiftung BVG Basel angem eldet gew esen sei und sich ein zusätzli- cher Anschluss bei der Auffangeinrichtung deshalb erübrige. Zudem sei es ihm infolge des Konkurses nicht m öglich, die Beitragsrechnung zu beglei- chen, w as auch das zuständige G ericht des Seebezirks hinsichtlich der Ausstandsforderung der PAX Sam m elstiftung BVG festgestellt habe (act. B 3). D . M it Vernehm lassung vom 22. M ai 2006 beantragte die Auffangeinrichtung die Abw eisung der Beschw erde, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschw erdeführers. D abei führte sie im W esentlichen aus, dass die (rechtskräftige) Anschlussverfügung erlassen w erden m usste, nachdem sich der Beschw erdeführer nicht gem eldet habe. D er Anschluss bei der PAX Sam m elstiftung BVG habe erst ab dem 1. M ai 2003 bestan- den, obgleich der Arbeitnehm er Y._______ bereits ab dem 1. Januar 2003 einen Lohn bezogen habe. Im Ü brigen habe sich der Beschw erdeführer auch zur nun bestrittenen R echnungsstellung bis anhin in keiner W eise geäussert (act. B 10).3 E. M it R eplik vom 29. Juni 2006 hielt der Beschw erdeführer an seiner Be- schw erde fest. Er legte zudem dar, dass er bei Verfügungserlass bereits im Konkursverfahren stand und dass BVG - und AH V-Beiträge für säm tli- che Arbeitnehm er bezahlt w orden seien. Im Ü brigen habe er 2004 neben Y._______ keine zusätzlichen Arbeitnehm er beschäftigt (act. B 14). F. M it Schreiben vom 5. Juli 2006 verzichtete die Auffangeinrichtung ange- sichts des ihrer M einung nach eindeutigen Sachverhalts auf die Einrei- chung einer D uplik (act. B 17). G . D er m it Zw ischenverfügung vom 11. August 2006 vom Präsidenten der Eidg. Beschw erdekom m ission BVG verlangte Kostenvorschuss in der H öhe von Fr 800.-- w urde vom Beschw erdeführer innert Frist überw iesen (act. B 18, B 20). D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. Zu den anfechtbaren Verfügungen gehören jene der Auffangeinrichtung, zum al diese im Bereiche der berufli- chen Vorsorge öffentlich-rechtliche Aufgaben des Bundes erfüllt (Art. 33 lit. h VG G ). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D eparte- m ente hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 2. Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist der Verw altungs- akt der Auffangeinrichtung vom 23. M ärz 2006, w elcher eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Vw VG darstellt. D er Beschw erdeführer hat frist- und form gerecht (Art. 50 und 52 Vw VG ) Beschw erde erhoben. D urch die Verfügung ist er besonders berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 lit. b und c Vw VG ). N achdem auch der von der Eidg. Beschw erdekom m ission BVG geforderte Kostenvorschuss fristgerecht geleistet w urde, ist auf das ergriffene R echtsm ittel einzutreten. 3. D as Bundesverw altungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht ein- schliesslich der Ü berschreitung oder des M issbrauchs des Erm essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach- verhalts und die U nangem essenheit, w enn nicht eine kantonale Behörde als Beschw erdeinstanz verfügt hat (Art. 49 Vw VG ). 4. D er Beschw erdeführer rügt zw eierlei. Einerseits sei er für seinen einzigen 4 Arbeitnehm er bereits bei der PAX Sam m elstiftung BVG angeschlossen ge- w esen, so dass der Anschluss bei der Auffangeinrichtung überflüssig sei; andererseits habe das G ericht des (Freiburger) Seebezirkes festgestellt, dass er finanziell nicht in der Lage sei, den Ausstand bei der PAX Sam - m elstiftung BVG zu begleichen, w as auch für den allfälligen Ausstand bei der Auffangeinrichtung gelten m üsse. 4.1 D ie Zw angsanschlussverfügung vom 9. Juni 2005 ist in R echtskraft er- w achsen. D ie Auffangeinrichtung hat diese Verfügung zudem nicht in W ie- dererw ägung gezogen, da der Anschluss an die PAX Sam m elstiftung BVG erst per 1. M ai 2003 gültig w ar (vgl. act. B 2/2), w ogegen sich aus der Lohnabrechnung der zuständigen Ausgleichskasse ergab, dass der Arbeit- nehm er Y._______ bereits ab dem 1. Januar 2003 einen BVG -pflichtigen Lohn bezog. D araus ergibt sich, dass der Anschluss bei der Auffangein- richtung per 1. Januar 2003 an sich im vorliegenden Beschw erdeverfahren nicht m ehr in Frage gestellt w erden kann und jedenfalls nicht überflüssig w ar. 4.2 Allerdings bezieht sich der vorliegend bestrittene Betrag auch auf die Zeit vom 1. M ai bis zum 31. D ezem ber 2003, als der Beschw erdeführer bereits an die PAX Sam m elstiftung BVG angeschlossen w ar. D ieser doppelte BVG -Anschluss und die dam it zusam m enhängende D oppelbelastung ist nicht gerechtfertigt, auch w enn der Anschluss an die Auffangeinrichtung nicht von Anfang an zeitlich befristet w urde. Auf G rund des G esagten steht fest, dass die Vorinstanz m it der angefochtenen Verfügung vom Beschw er- deführer zu U nrecht Beiträge für die Zeit von M ai bis D ezem ber 2003 ge- fordert hat. D ies hat zur Folge, dass die angefochtenen Verfügung aufzu- heben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuw eisen ist, dam it sie über die Beiträge für die Zeit von Januar bis April 2003 neu verfüge. 4.3 M it der zw eiten Einrede w ill der Beschw erdeführer sinngem äss bestreiten, dass nach seinem Konkurs ein neues Verm ögen gebildet w erden konnte, so dass es ihm finanziell nicht m öglich w äre, die von der Auffangeinrich- tung geltend gem achten Forderung zu begleichen. D am it kann er im vorlie- genden Beschw erdeverfahren nicht gehört w erden; denn die Einrede des N ichtvorhandenseins neuen Verm ögens ist anlässlich des R echtsvor- schlages vorzubringen, ansonsten sie verw irkt ist (Art. 75 Abs. 2 und 265a des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG , SR 281.1]). Auf G rund dieser Erw ägungen ist die Beschw erde in dem Sinne teilw eise gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung, sow eit dam it BVG -Beiträge sam t Zinsen für die Zeit von M ai bis D ezem ber 2003 eingefordert w erden, aufgehoben w ird. Im Ü brigen w ird die Beschw erde abgew iesen. 5. D ieser Ausgang des Verfahrens hat zur Folge, dass der Beschw erdeführer sich an den Verfahrenskosten zu beteiligen hat. D iese sind gem äss dem R eglem ent vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE; 173.320.2) festzulegen. Sie w erden im Sinne von Art. 63 Abs. 1 Vw VG erm ässigt und auf Fr. 400.-- festgesetzt. D a der Beschw erdeführer nicht anw altlich vertreten w ar, w ird 5 ihm keine Parteientschädigung zugesprochen. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird im Sinne der Erw ägungen teilw eise gutgeheissen und die Sache an die Vorinstanz zurückgew iesen, dam it sie gem äss der Erw ägung 4.2 vorgehe und die BVG -Beiträge neu festsetze. 2. D ie erm ässigten Verfahrenskosten von Fr. 400.-- w erden dem Beschw er- deführer auferlegt und m it dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- verrechnet. D er Saldobetrag von Fr. 400.-- w ird ihm zurückerstattet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (G erichtsurkunde) - dem Bundesam t für Sozialversicherungen (G erichtsurkunde) D er Präsident: D er G erichtsschreiber: Alberto M euli Jean-M arc W ichser R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Be- schw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :