A bteilung IV D -5397/2006 P ostfach C H -3000 B ern 14 Telefon +41 (0)58 705 26 90 Fsx +41 058 705 29 80 w w w .B undesverw altungsgericht,ch {T 0/2} U rteil vom 18. Juli 2007 M itw irkung: R ichter M artin Zoller, R obert G alliker, G érard Scherrer G erichtsschreiber D aniel M erkli B ._______, Serbien, vertreten durch M arkus Leim bacher, R echtsanw alt und M ediator SVM , Badenerstrasse 9, Postfach, 5201 Brugg, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 11. D ezem ber 2006 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W eg- w eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass die Beschw erdeführerin, eine serbische Staatsangehörige albanischer Ethnie aus X._______ im Kosovo, am 22. Juli 2004 in der Schw eiz ein erstes Asylgesuch stellte m it der w esentlichen Begründung, an ihrem W ohnort von U nbekannten bedroht w orden zu sein, w eil w ährend des Krieges ein befreundeter serbischer Soldat sie über die G renze nach Albanien begleitet habe, dass das dam alige Bundesam t für Flüchtlinge (BFF; heute Bundesam t für M igration, BFM ) m it Verfügung vom 6. August 2004 m angels Asylrerlevanz das Asylgesuch der Beschw erdeführerin ablehnte und deren W egw eisung aus der Schw eiz anordnete, dass die Beschw erdeführerin gegen diese Verfügung bei der dam als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) Beschw erde erhob, indessen w ährend des laufenden Beschw erdeverfahrens am 16. Septem ber 2004 freiw illig in ihren H eim atstaat zurückkehrte, dass die AR K m it Beschluss vom 28. O ktober 2004 die Beschw erde als gegenstandslos gew orden abschrieb, w orauf die Verfügung des BFF vom 6. August 2004 in R echtskraft erw uchs, dass die Beschw erdeführerin am 13. N ovem ber 2006 in der Schw eiz ein zw eites Asylgesuch stellte und dabei unter anderem angab, sie sei im Septem ber 2004 in den Kosovo zurückgekehrt, w eil ihre Tochter krank gew esen sei, und habe seither entw eder bei ihrem Vater in X._______ oder bei ihrem O nkel väterlicherseits in Y._______ gelebt, dass sie nach ihrer R ückkehr w egen ihrer dam aligen Beziehung m it einem Serben von einigen albanischsprechenden M ännern m ehrm als bedroht und vergew altigt w orden sei, dass das BFM m it Verfügung vom 11. D ezem ber 2006 in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschw erdeführerin nicht eintrat, deren W egw eisung anordnete und den Vollzug als zulässig, zum utbar und m öglich erachtete, dass die Beschw erdeführerin m it vorab per Telefax eingelangter Eingabe ihres vorm aligen R echtsvertreters vom 14. D ezem ber 2006 an die dam als zuständige Asylrekurskom m ission gegen diese Verfügung Beschw erde erhob und dabei in verfahrensrechtlicher H insicht unter anderem um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) ersuchte, dass der dam als zuständige Instruktionsrichter m it Zw ischenverfügung vom 18. D ezem ber 2006 auf das Erheben eines Kostenvorschusses verzichtete m it dem H inw eis, über das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG w erde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, dass der jetzige R echtsvertreter der Beschw erdeführerin m it Eingabe vom 18. Juni 2007 unter Beilegung einer gleichentags erfolgten Vollm acht m itteilte, fortan die Interessen der Beschw erdeführerin zu vertreten, und gleichzeitig um Zustellung der w esentlichen Akten des Verfahrens ersuchte, 3 dass der zuständige Instruktionsrichter m it Zw ischenverfügung vom 4. Juli 2007 den jetzigen R echtsvertreter ersuchte, innert sieben Tagen ab Erhalt dieser Verfügung m itzuteilen, ob das Vertretungsverhältnis m it dem seinerzeit bestellten Vertreter w eiterbestehe oder an ihn übergegangen sei, m it dem H inw eis, im U nterlassungsfall w ürden M itteilungen dem zuerst bevollm ächtigten bisherigen R echtsvertreter zugestellt, dass im W eiteren dem jetzigen R echtsvertreter antragsgem äss Einsicht in die w esentlichen Akten des erstinstanzlichen Verfahrens und des Beschw erdeverfahrens gew ährt w urde, dass der jetzige R echtsvertreter m it Eingabe vom 6. Juli 2007 unter Beilage einer entsprechenden M andatsniederlegung fristgerecht erklärte, der bisherige R echtsver- treter vertrete die Beschw erdeführerin nicht m ehr, und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 Vw VG ) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw alungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G ,SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass das Bundesverw altungsgericht ab dem 1. Januar 2007 die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängigen R echtsm ittel übernim m t und dabei das neue Verfahrensrecht anw endet (Art. 53 Abs. 2 VG G ), dass die Beschw erdeführerin durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschw erde legitim iert ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 Vw VG ), dass som it auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz bei N ichteintretensentschei- den darauf beschränkt ist, im Fall der Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück- gehen zu lassen (vgl. EM AR K 2004 N r. 34 E. 2.1.), dass daher Flüchtlingseigenschaft und Asylgew ährung nicht G egenstand des vorlie- genden Verfahrens sind, hinsichtlich der angeordneten W egw eisung und deren Voll- zuges dem Bundesverw altungsgericht jedoch volle Kognition zukom m t, da diese Punkte von der Vorinstanz bereits m ateriell geprüft w orden sind, dass m it Beschw erde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollstän- dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass über offensichtlich unbegründete Beschw erden in einem vereinfachten Verfahren entschieden w ird und die vorliegende Beschw erde, w ie nachfolgend aufgezeigt, offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 4 und 3 AsylG ), dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf ein Asylgesuch nicht eingetreten w ird, w enn die asylsuchende Person in der Schw eiz bereits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen oder ihr G esuch zurückgezogen hat oder w ährend des hängigen Asylverfahrens in den H eim at- oder H erkunftsstaat zurückgekehrt ist, ausser die Anhörung ergebe H inw eise, in der Zw ischenzeit seien Ereignisse eingetreten, die geeignet sind, die Flüchtlingseigen- schaft zu begründen oder die für die G ew ährung vorübergehenden Schutzes relevant sind, dass die Beschw erdeführerin, w ie erw ähnt, bereits ein Asylverfahren erfolglos durch- laufen hat, dass sich die Prüfung von Verfolgungshinw eisen im Sinne dieser Bestim m ung insbeson- dere von der G laubhaftigkeitsprüfung im R ahm en einer m ateriellen Beurteilung unter- scheidet und gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG nur dann ein N ichteintretensent- scheid auszufällen ist, w enn die U nglaubhaftigkeit der Verfolgungshinw eise bereits auf den ersten Blick erkennbar ist (vgl. EM AR K 2000 N r. 14), dass bei der Prüfung von H inw eisen auf in der Zw ischenzeit eingetretene, für die Flüchtlingseigenschaft relevante Ereignisse, die gem äss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG zum Eintreten auf das zw eite G esuch führen, die Anforderungen an das Bew eism ass tief anzusetzen sind (vgl. EM AR K 2000 N r. 14; 2005 N r. 2), sich allerdings die R elevanz der geltend gem achten Verfolgung im G egensatz zu Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht an einem w eiteren Verfolgungsbegriff, sondern an jenem von Art. 3 AsylG m isst, dass auf ein Asylgesuch m ithin nicht einzutreten w ird, w enn eines der Elem ente des Flüchtlingsbegriffs gem äss Art. 3 AsylG offensichtlich nicht erfüllt ist (vgl. EM AR K 2005 N r. 2 zum Bew eism ass und Verfolgungsbegriff im R ahm en von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG ), dass das BFM in der angefochtenen Verfügung überzeugend auf die offenkundig unsub- stanziierten, realitätsfrem den und teils w idersprüchlichen Aussagen hingew iesen und die Vorbringen der Beschw erdeführerin, von einigen albanischsprechenden M ännern m ehrm als bedroht und vergew altigt w orden zu sein, im Ergebnis zutreffend als offen- sichtlich haltlos erachtet hat, dass zur Verm eidung von W iederholungen vollum fänglich auf die zu bestätigenden Erw ägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung verw iesen w erden kann (vgl. Art. 109 Abs. 3 BG G i.V.m . Art. 6 AsylG und Art. 4 Vw VG ), dass die blosse Erklärung in der Beschw erdeschrift, w onach traum atische Ereignisse w ie die geltend gem achten Vergew altigungen von den O pfern erfahrungsgem äss oft nicht detailliert beschrieben w erden könnten, w eil das H irn die belastenden Ereignisse sozusagen 'zum Selbstschutz ausblende', und der w eitere H inw eis auf die H erkunft der Beschw erdeführerin 'aus sogenannt einfachen Verhältnissen' und dam it nicht im m er präzisen Angaben zu ihrer Verfolgungssituation nicht zu überzeugen verm ögen, dass sich die übrigen Argum ente in der Beschw erdeschrift in blossen Behauptungen und allgem einen Ausführungen erschöpfen, dass sich som it aus den Vorbringen der Beschw erdeführerin keine H inw eise im oben- erw ähnten Sinn ergeben und das BFM daher zu R echt auf das Asylgesuch der Be- schw erdeführerin nicht eingetreten ist, 5 dass die Ablehnung eines Asylgesuches oder das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG ), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbew illigung erteilt hat und die Beschw erde- führerin zudem keinen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (vgl. EM AR K 2001 N r. 21), w eshalb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und dem ach vom Bundesam t zu R echt angeordnet w urde, dass der Vollzug der W egw eisung in Beachtung der m assgeblichen völker- und landes- rechtlichen Bestim m ungen zulässig ist (Art. 14a Abs. 3 AN AG ), dass aufgrund der individuellen Situation der Beschw erdeführerin keine G ründe ersichtlich sind, w elche gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG sprechen w ürden, verfügt die junge, nach eigenen Angaben gesunde Beschw erdeführerin doch über eine gute Ausbildung sow ie in G estalt ihres Vaters und m ehrerer O nkel über ein bestehendes Beziehungsnetz in ihrer H eim at, zum al sich ihre beiden m inderjährigen Kinder noch dort in O bhut befinden, dass es der Beschw erdeführerin obliegt, sich - sofern nicht bereits vorhanden - bei der zuständigen Vertretung um die Ausstellung von R eisepapiere zu bem ühen, so dass der Vollzug der W egw eisung auch m öglich ist (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), dass der W egw eisungsvollzug som it als zulässig, zum utbar und m öglich im Sinne von Art. 14a AN AG zu erachten ist, dass die angefochtene Verfügung, da diese w eder Bundesrecht verletzt noch unangem essen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von der Vorinstanz richtig und vollständig festgestellt w urde (vgl. Art. 106 AsylG ), zu bestätigen und die Beschw erde daher abzuw eisen ist, dass die Beschw erdeführerin als unterliegende Partei grundsätzlich die Kosten des Verfahrens zu tragen hat (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ), dass diese jedoch in ihrer Beschw erdeschrift um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG ersucht hat, dass nach Art. 65 Abs. 1 Vw VG eine bedürftige Partei, deren Begehren nicht zum Vornherein aussichtslos erscheinen, auf G esuch davon befreit w erden kann, Verfah- renskosten zu bezahlen, dass die Beschw erde im Zeitpunkt ihrer Einreichung nicht als zum Vornherein aus- sichtslos erschien und daher das G esuch um unentgeltliche R echtspflege nach Art. 65 Abs. 1 Vw VG gutzuheissen ist, zum al die Bedürftigkeit der Beschw erdeführerin ausge- w iesen ist. (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege w ird gutgeheissen und es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführerin, 2 Ex. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, zu deren Akten (Beilage: per 15. D ezem ber 2006 gefaxte Akten) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: M artin Zoller D aniel M erkli Versand am :