B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3033/2013 U r t e i l v o m 1 7 . J a n u a r 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren (…), B._______, geboren (…), C._______, geboren (…), Somalia, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. März 2013 / N (…). D-3033/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin, eine somalische Staatsangehörige mit let z- tem Wohnsitz in D._______, verliess ihr Heimatland eigenen Angaben gemäss im Alter von acht Jahren und begab sich mit ihren Angehörigen E._______, wo sie sich bis im Jahr 2008 aufhielt. Zusammen mit einem Schlepper begab sie sich damals nach Bulgarien, wo sie ein Asylgesuch stellte. A.b Mitte 2010 reiste die Beschwerdeführerin in die Schweiz ein und he i- ratete am (…) 2010 in F._______ den dort mit einer Aufenthaltsbewilli- gung B lebenden somalischen Staatsangehörigen G._______. Am (…) 2011 reiste sie mit einem bulgarischen Reiseausweis visumsfrei zu einem Touristenaufenthalt in die Schweiz ein; am (…) 2011 reichte ihr Ehemann beim Einwohneramt F._______ für sie ein Gesuch um Familiennachzug ein. Das H._______ (nachfolgend: H._______) wies das Gesuch um B e- willigung des Verbleibs der Beschwerdeführerin in d er Schweiz während des laufenden Verfahrens mit Verfügung vom (…) 2011 ab; die B e- schwerdeführerin verliess die Schweiz am (…) 2011. Mit Verfügung vom (…) 2011 wies das H._______ das Gesuch um Familiennachzug ab. Die- se Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. A.c Die Beschwerdeführerin reiste eigenen Angaben gemäss am 2. Mai 2012 erneut in die Schweiz ein, wo sie am folgenden Tag um Asyl nac h- suchte. Bei der Befragung zur Person (BzP) im Empfangs - und Verfah- renszentrum Kreuzlingen vom 22. Mai 201 2 gab sie an, sie sei von der Schweiz aus mit dem Flugzeug nach Bulgarien zurückgekeh rt. Später habe sie sich nach Griechenland begeben, von wo aus sie im August 2011 nach Norwegen geflogen sei. Dort sei am (…) ihre Tochter B._______ zur Welt gekommen. In Begleitung eines Schleppers sei sie in die Schweiz gelangt. Sie sei gekommen, weil ih r Mann hier lebe. Das BFM gewährte ihr zum Schluss der BzP das rechtliche Gehör zur allfäll i- gen Zuständigkeit Bulgariens oder Norwegens für die Prüfung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens. A.d Am (…) gebar die Beschwerdeführerin ihren Sohn C._______. A.e Das BFM h örte die Beschwerdeführerin am 21. November 2012 zu ihren Asylgründen an. Sie machte im Wesentlichen geltend, sie habe das Camp in Bulgarien verlassen müssen, nachdem sie als Flüchtling ane r- kannt worden sei. Das Leben sei für sie schwierig gewesen, da sie dort D-3033/2013 Seite 3 keine Verwandten habe. Sie habe einen Pass erhalten und man habe ihr gesagt, sie müsse ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Sie habe eine Weile bei einem Iraker gelebt, der Bulgarien wieder verlassen habe. D a- nach habe sie nicht gewusst, wie sie ihr Le ben bestreiten solle. Sie sei in die Schweiz gekommen und habe ihren Mann kennengelernt ; sie hätten heiraten wollen . Auf dem Zivilstandsamt habe man gesagt, sie müsse nachweisen, dass sie nicht verheiratet sei. Sie sei nach Bulgarien z u- rückgekehrt, um ents prechende Papiere zu besorgen. Sie habe in der Schweiz ein Asylgesuch stellen wollen, da es hier besser sei als in Bulga- rien. Ihr Ehemann habe ein Gesuch um Familiennachzug gestellt; auf dem Zivilstandsamt habe es geheissen, sie müsse in Bulgarien auf ein Visum warten. Sie habe von ihrem Mann Geld erhalten und bei einer n i- gerianischen Familie ein Zimmer gemietet . Sie habe Probleme mit ihm gehabt, da sie gedacht habe, er wolle nicht, dass sie in die Schweiz komme. Sie sei nach Norwegen gegangen und habe dort ein Asylgesuch gestellt. Es sei schwierig gewesen, in Bulgarien zu leben. Als sie einmal nach einem Sturz heftige Schmerzen gehabt habe, habe sie eine Asylu n- terkunft aufgesucht, um einen Arzt zu besuchen. Man habe ihr dies ve r- weigert, da sie als anerkannt er Flüchtling nicht das Recht habe, sich in einer Asylunterkunft aufzuhalten. Sie sei von Einheimischen, die sich g e- genüber Ausländern aggressiv verhielten, geschlagen worden, weil sie ihnen nichts von ihren Einkäufen habe abgeben wollen. In Norwegen sei- en die Zustände viel besser gewesen, aber dort habe man ihr gesagt, sie müsse nach Bulgarien zurückkehren. Ihr Mann habe sie in Norwegen b e- sucht, nachdem er erfahren habe, dass sie dort sei. Sie habe sich von ihm scheiden lassen wollen, da sie genug von ihm gehabt habe. Als ihre Tochter fünf Monate alt gewesen sei, habe man ihr gesagt, sie könne nicht in Norwegen bleiben, wonach sie wieder in die Schweiz gekommen sei. Ihr Mann habe sie nach Kreuzlingen gebracht, damit sie ein Asylg e- such stelle. Das BFM gewähr te der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Rückkehr nach Bulgarien. B. B.a Das BFM ersuchte die bulgarischen Behörden am 12. Februar 2013 um Rückübernahme der Beschwerdeführenden. Die Beschwerdeführerin habe in Bulgarien im Jahr 2009 ein Asylgesuch gestellt und sei als Flücht- ling anerkannt worden. B.b Die bulgarischen Behörden bestätigten dem BFM am 22. Februar 2013, dass die Beschwerdeführerin von Bulgarien als Flüchtling ane r-D-3033/2013 Seite 4 kannt worden sei. Sie seien bereit, die Beschwerdeführenden zurück zu- nehmen, falls dies dem Wohl der Kinder entspreche. C. C.a Mit Verfügung vom 5. März 2013 – eröffnet am 7. März 2013 – trat das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht ein. Zugleich verfügte es ihre Wegweisu ng aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. C.b Am 26. März 2013 stellte das BFM fest, der Entscheid vom 5. März 2013 sei am 15. März 2013 in Rechtskraft erwachsen. D. Am 21. Mai 2013 wandte sich der Ehemann bzw. Vater der Beschwerd e- führenden an das Bundesverwaltungsgericht und teilte mit, seine Ehefrau habe am 14. März 2013 gegen den Entscheid des BFM Beschwerde e r- hoben. Die Beschwerde sei eingeschrieben worden, auf der Quittung der Post sei ersichtlich, dass als Adresse das BFM aufgeführt worden sei. Das Mig rationsamt habe mitgeteilt, die Verfügung sei in Rechtskraft e r- wachsen, was nicht sein könne, da fristgerecht Beschwerde eingereicht worden sei. Die Frist gelte auch dann als gewahrt, wenn die Beschwerde irrtümlicherweise an die falsche Behörde geschickt worden sei. E. Das Bundesverwaltungsgericht stellte anhand der dem Schreiben vom 21. Mai 2013 beiliegenden Kopie der Postquittung fest, dass am 14. März 2013 ein "A-Grossbrief" eingeschrieben an das BFM ging. Die Sendungs- verfolgung bei der Post ergab, dass d ieses Schreiben am 15. März 2013 in das Postfach des BFM zugestellt wurde. Das Bundesverwaltungsg e- richt forderte daraufhin die Akten des BFM an ; in diesen lag eine gegen die Verfügung vom 5. März 2013 gerichtete Beschwerde im Original mit zwei Kopien (auf keinem der Beschwerdeexemplare befindet sich ein Eingangsstempel des BFM, das Zustellcouvert liegt nicht bei den Akten). In der Beschwerde wurde beantragt, die angefochtene Verfügung sei auf- zuheben, die Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und es sei As yl zu gewähren. Es sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung nicht durchführbar sei und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Es sei die u n- entgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Eventuell sei die aufschiebende Wi r- kung wiederherzustellen. Die zuständige Behörde sei vorsorglich anz u- weisen, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat - oder Her-D-3033/2013 Seite 5 kunftsstaats sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen. Eventuell seien die Besch werdeführenden bei bereits erfolgter Datenwe i- tergabe darüber in einer separaten Verfügung zu informieren. F. Der Instruktionsrichter hielt in seiner Zwischenverfügung vom 31. Mai 2013 fest, die Beschwerdeführenden könnten den Ausgang des Verfa h- rens in der Sc hweiz abwarten. Auf den Antrag, die aufschiebende Wi r- kung der Beschwerde sei wiederherzustellen, trat er nicht ein. Das Ge- such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) hiess er gut, dasjenige um Gewährung der unen t- geltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG wies er ab; auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete er demzufolge. Die A n- träge, die zuständige Behörde sei vorsorglich anzuweisen, d ie Kontak t- aufnahme mit den Behörden des Heimat- oder Herkunftsstaats sowie jeg- liche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, eventuell seien die Beschwerdeführenden bei bereits erfolgter Datenweitergabe darüber in einer separaten Verfügung zu informier en, wies er ab. Die Akten wurden zur Vernehmlassung an das BFM übermittelt. G. Am 2. Juni 2013 wandten sich die Beschwerdeführenden an das Bundes- verwaltungsgericht und ersuchten dieses um Zustellung der Akten des Asylverfahrens und um Ansetzung einer Frist von 20 Tagen zur Einre i- chung einer Beschwerdeergänzung. H. Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 14. Juni 2013 die Abweisung der Beschwerde. I. Der Instruktionsrichter gewährte den Beschwerdeführenden mit Zw i- schenverfügung vom 20. Juni 2013 di e Gelegenheit, sich schriftlich zur vorinstanzlichen Vernehmlassung zu äussern. Die Anträge, den B e- schwerdeführenden seien die Akten des Asylverfahrens zuzustellen und eine Frist von 20 Tagen zur Beschwerdeergänzung zu gewähren, wies er unter Hinweis darau f, dass die editionspflichten Akten vom BFM mit der angefochtenen Verfügung an den damaligen Rechtsvertreter geschickt worden seien, ab. D-3033/2013 Seite 6 J. Die Beschwerdeführenden wandten sich mit Schreiben vom 19. Juni 2013 (Poststempel 2. Juli 2013) an das Bundesverwaltun gsgericht. Sie beantragten die Befragung der Beschwerdeführerin und baten um noch- malige Zustellung der Asylakten, da sie diese nicht finden könnten. K. Der Instruktionsrichter übermittelte das Gesuch um Gewährung nochm a- liger Akteneinsicht am 4. Juli 2013 zusammen mit den vorinstanzlichen Akten an das BFM. L. Am 5. Juli 2013 gaben die Beschwerdeführenden ihre Stellungnahme zur vorinstanzlichen Vernehmlassung beim Bundesverwaltungsgericht ab. Dieser lagen mehrere Beweismittel bei. M. Das BFM gewährte den Beschwe rdeführenden am 10. Juli 2013 die g e- wünschte Akteneinsicht. N. N.a Das BFM übermittelte dem Bundesverwaltungsgericht am 11. Juli 2013 eine auf den 9. Juli 2013 datierte "2. Vernehmlassung zur B e- schwerde" und beantragte erneut die Abweisung derselben. N.b Mit Zwische nverfügung vom 12. Juli 2013 brachte der Instruktion s- richter den Beschwerdeführenden die "2. Vernehmlassung" zur Kenntnis und gewährte ihnen Frist zur Einreichung einer Stellungnahme. N.c Die Beschwerdeführenden hielten in ihrer Stellungnahme vom 23. Juli 2013 an ihren Anträgen fest. O. O.a Das Bundesverwaltungsgericht erhielt am 5. August 2013 eine Mittei- lung des H._______, gemäss der die Beschwerdeführenden seit dem 24. Juli 2013 unbekannten Aufenthalts seien. O.b Mit Zwischenverfügung vom 7. August 2013 forderte der Instruktions- richter die Beschwerdeführenden bzw. deren Ehemann und Vater auf, den Aufenthaltsort der Beschwerdeführenden mitzuteilen und eine aktuel- le, von diesen unterzeichnete Erklärung einzureichen , aus der ein fortbe- stehendes Rechtsschutzinteresse hervorgehe. D-3033/2013 Seite 7 O.c Am 21. August 2013 wurde beim Bundesverwaltungsgericht ein Schreiben des Ehemannes bzw. Vaters der Beschwerdeführenden vom 20. August 2013 abgegeben, in dem dieser mitteilte, er habe seine Eh e- frau und seine Kinder aufgefunden und sie lebten wieder bei ihm. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 2. 2.1 Der Instruktionsrichter stellte mit Zwischenverfügung vom 31. Mai 2013 fest, dass die Behörde, die sich als unzuständig erachtet, die Sache gestützt auf Art. 8 VwVG ohne Verzug der zuständigen Behörde überwe i- se. Das BFM habe die Beschwerde indessen nicht an das Bundesverwal- tungsgericht überwiesen und offenbar trotz Kenntnis derselben eine Rechtskraftmitteilung erlassen. 2.2 Das BFM hielt dazu in seiner Vernehmlassung fest, die Beschwerd e- schrift vom 26. März 2013 sei nicht mit einem Eingangsstempel versehen worden und somit auch nicht ordentlich beim BFM eingegangen und en t- sprechend weitergeleitet worden. Zudem sei im Verbuchungssystem des BFM ersichtlich, dass im Zeitraum vom 24. Januar 2013 bis 5. Juni 2013 der Dossierstandort unverändert das Archiv gewesen sei und somit zum Zeitpunkt des angeblichen Eingangs der Beschwerde im März 2013 das Dossier nicht wie bei einem Posteingang üblich bestellt und weitergeleitet worden sei. D-3033/2013 Seite 8 2.3 Diese Ausführungen ändern nichts daran, dass die Beschwerdefü h- renden mit der Kopie eine r Postaufgabequittung den Nachweis erbracht haben, dass dem BFM am 14. März 2013 aus F._______ – dem Ort ihres Aufenthalts – eine Briefsendung zugestellt wurde. Anhand der Sendungs- nummer ergab sich, dass diese Briefsendung dem BFM von der Post am folgenden Tag zugestellt wurde. Nach Erhalt der vorinstanzlichen Akten stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass in diesen das Original der Beschwerde vom 14. März 2013 mit Kopie liegt. In der Tat befinden sich auf diesen Dokumenten keine Eingangsstempel des BFM, auch das Z u- stellcouvert befindet sich nicht in den Akten. Weshalb sich kein Eingangs- stempel auf den entsprechenden Aktenstücken befindet und wie diese Eingang in das vorinstanzliche Dossier gefunden haben bzw. weshalb sie nicht an das Bundesverwaltungsgericht übermittelt wurden, ist nicht durch das Bundesverwaltungsgericht zu ergründen. Angesichts fehlender ge- genteiliger Anhaltspunkte ist deshalb davon auszugehen, dass die B e- schwerdeführenden rechtzeitig bei einer unzuständigen Behörde B e- schwerde gegen die Verfügung vom 5. März 2013 erhoben haben. 2.4 Die Beschwerde wurde aufgrund des vorstehend Gesagten frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders b erührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 37 VGG i.V.m Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist – mit Ausnahme der Anträge, auf die bereits mit Zwischenverfügung vom 31. Mai 2013 nicht eingetreten wurde (vgl. vorstehend Bst. F) – einzutre- ten. 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. 4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asyls u- chende in einen sicheren Drittstaat nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b zu rückkeh- ren können, in welchem sie sich vorher aufgehalten haben (Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG). D-3033/2013 Seite 9 4.2 Diese Bestimmung findet keine Anwendung, wenn Personen, zu d e- nen die asylsuchende Person enge Beziehungen hat, oder nahe Angehö- rige in der Schweiz leben, oder di e asylsuchende Person offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfüllt, oder Hinweise darauf bestehen, dass im Drittstaat kein effektiver Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (Art. 34 Abs. 3 Bst. a-c AsylG). 4.3 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32 bis 35a AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwerdein- stanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vori nstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116). Die Beschwerdeinstanz enthält sich demnach – sofern sie den Nichtei n- tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen mate- riellen Prüfung, hebt die angefochtene Verfügung auf und weist die Sache zu neuer Entscheidfindung an die Vorinstanz zurück (vgl. BVGE 2007/8 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylr e- kurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.). 5. 5.1 5.1.1 Das BFM begründete se ine Verfügung damit, dass der Bundesrat Bulgarien als sicheren Drittstaat bezeichnet habe. Die Beschwerdeführ e- rin habe sich vor der Einreise in die Schweiz in Bulgarien aufgehalten und verfüge über den Flüchtlingsstatus; Bulgarien habe sich bereit erklärt, die Beschwerdeführenden zurückzunehmen. In Art. 34 Abs. 3 Bst. b AsylG werde zwar festgehalten, dass kein Nichteintretensentscheid zu fällen sei, wenn die asylsuchende Person offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfülle. Vorliegend sprächen Anzeichen dafür, da sie in Bulgarien als Flüchtling anerkannt worden sei. Das Bundesverwaltung s- gericht habe im Urteil E -5151/2008 vom 15. August 2009 jedoch fes t- gehalten, es sei nicht Absicht des Gesetzgebers gewesen, gerade jene Asylsuchenden in die Ausnahmeklausel von Art. 34 Abs. 3 Bst. b AsylG einzuschliessen, die den asylrechtlichen Schutz nicht benötigten, weil sie ihn bereits in einem Drittstaat beanspruchten. In diesem Zusammenhang werde mitunter auf Art. 25 Abs. 2 VwVG verwiesen, gemäss de m einem Begehren um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft in der Schweiz nur dann zu entsprechen sei, wenn die Gesuchstellenden ein schutzwürdiges Interesse nachwiesen. Dieser Nachweis könne offensichtlich nicht geli n- gen, wenn bereits ein Drittstaat die Flüchtlingseigenschaft festgestellt und Schutz vor Verfolgung gewährt habe. Diese Auffassung habe auch Nie-D-3033/2013 Seite 10 derschlag im Grundsatzurteil BVGE 2010/56 gefunden. Aus den vorg e- nannten Gründen finde die Ausnahmeklausel von Art. 34 Abs. 3 Bst. b AsylG vorliegend keine Anwendung, zumal keine Hinweise darauf b e- stünden, dass in Bulgarien kein effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinn von Art. 5 Abs. 1 AsylG bestehe. 5.1.2 Im Rahmen des rechtlichen Gehörs habe die Beschwerdeführerin geltend gemacht, sie habe i n Bulgarien kein Asylgesuch stellen wollen und man habe ihr dort die Fingerabdrücke gegen ihren Willen abgeno m- men. Zudem wolle sie gemeinsam mit ihren Kindern zusammen mit ihrem Ehemann leben, der in der Schweiz eine Aufenthaltsbewilligung habe. Das Asylge such ihres Ehemannes sei am 3. Februar 2004 abgelehnt worden, er sei jedoch in der Schweiz vorläufig aufgenommen worden. Seit März 2009 sei er wegen Vorliegens eines schwerwiegenden persö n- lichen Härtefalls im Besitz einer ausländerrechtlichen Aufenthaltsbe willi- gung. Die Beschwerdeführerin hingegen habe in Bulgarien im Januar 2009 ein Asylgesuch gestellt und sei als Flüchtling anerkannt worden. Daher sei das gefestigte Aufenthaltsrecht in Bulgarien der Aufenthaltsb e- willigung ihres Ehemannes in der Schweiz überzuordnen. Als anerkannter Flüchtling habe die Beschwerdeführerin die Möglichkeit, Familiennachzug bei den bulgarischen Behörden zu beantragen, damit sich ihr Mann bei ihr in Bulgarien niederlassen und dort Zuflucht finden könne. Der sich aus Art. 8 der K onvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Me n- schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ergebende Anspruch auf Familienleben werde daher nicht verletzt. Zudem sei zu erwähnen, dass ausländerrechtliche Entscheide zum Familiennachzug nicht umga n- gen werden dürften, indem ein Asylgesuch gestellt werde. Bulgarien sei ein schutzwilliger und schutzfähiger Rechtsstaat und es lägen keine Hi n- weise vor, dass die dortigen Behörden keinen Schutz vor Übergriffen von Drittpersonen gewährten. Die Beschwerdeführe rin sei gehalten, sich an die zuständigen Behörden zu wenden, wo sie um Schutz nachsuchen und Anzeige erstatten könne, sollte sie einer konkreten Bedrohung au s- gesetzt sein. Hinsichtlich der Lebensbedingungen sei festzuhalten, dass Bulgarien die Richtlinie 2004/83/EG vom 10. Juni 2004 (Qualifikation s- richtlinie), die unter anderem die Ansprüche anerkannter Flüchtlinge hi n- sichtlich Sozialleistungen und medizinischer Versorgung bestimme und den Zugang zu Woh nraum regle, umgesetzt habe. Da Bulgarien sie als Flüchtling anerkannt habe, sei die Beschwerdeführerin gehalten, die ihr zustehenden Rechte hinsichtlich Unterkunft und Unterstützung bei den bulgarischen Behörden einzufordern. Zudem bestünden private Hilfso r-D-3033/2013 Seite 11 ganisationen, an die sie und ihre Kinder sich wenden könnten. Der Voll- zug der Wegweisung sei somit durchführbar. 5.2 5.2.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Beschwerdeführe n- den erhielten von den bulgarischen Behörden keine Hilfe. Sie seien Au s- ländern gegenüber feindlich gesinnt und betrachteten sie als Las t. Die Einheimischen seien der Beschwerdeführerin gegenüber ebenfalls fein d- lich eingestellt und belästigten sie. Sie habe Angst, sich dort auf die Strasse zu begeben , und fürchte sich vor sexuellen Belästigungen. Sie glaube nicht, dass ihr Mann einfach nac h Bulgarien kommen könne, da ihm schon einmal die Einreise verweigert worden sei, obwohl sie den B e- hörden das Familienbüchlein gezeigt habe. Sie möchte mit ihrem Mann als Familie zusammenleben. Die Rückkehr nach Bulgarien liege nicht im besten Interesse ihrer Kinder, da sich ihre Angst vor Übergriffen auch auf die Kinder auswirke. Sie könne sie in Bulgarien nicht gleich gut betreuen wie in der Schweiz. In der Verfügung stehe zudem, dass der Kanton I._______ für den Vollzug zuständig sei, sie wohne aber im K anton F._______, womit dieser zuständig sei. Sie wisse gar nicht, ob sie in Bu l- garien als Flüchtling anerkannt worden sei. Deshalb sei nicht sicher, ob ihr Ehemann nach Bulgarien kommen könne. 5.2.2 Im Schreiben vom 2. Juni 2013 bringen die Beschwerdeführenden vor, der hochkorrupte Staatsapparat Bulgariens missachte die Qualifikat i- onsrichtlinie systematisch. Sie könnten sich gegenüber den bulgarischen Behörden nicht durchsetzen. Ihr Ehemann bzw. Vater könne sie nicht g e- nügend unterstützen, da er nur noch eine Tei lzeitstelle habe. Bulgarien verletze systematisch die Kinderrechtskonvention. Der Wegweisungsvol l- zug sei vor allem für die Kinder als unzulässig oder unzumutbar zu erkl ä- ren, die altersgemäss anfällig für tödliche Kinderkrankheiten seien. Sie müssten in Bul garien eine erniedrigende Behandlung gewärtigen und e i- ne überjährige Anpassungszeit benötigen, in der sie mangels Erwerb s- möglichkeiten einer existenziellen Not ausgesetzt wären. 5.3 Das BFM führt in der Vernehmlassung vom 14. Juni 2013 aus, die Beschwerdeführerin könne in Bulgarien den Familiennachzug oder den Einbezug ihres Ehemannes in die Flüchtlingseigenschaft beantragen, weshalb das Recht auf Familienleben nicht verletzt werde. Die B e- schwerdeführerin habe versucht, den negativen Entscheid zu m Familien- nachzug zu umgehen, indem sie ein Asylgesuch gestellt habe. Es könne nicht die Absicht des Gesetzgebers sein, dieses missbräuchliche Vorg e-D-3033/2013 Seite 12 hen zu honorieren, zumal der Einheit der Familie mit dem Recht auf F a- miliennachzug in Bulgarien, das die rel evanten internationalen Konvent i- onen ratifiziert habe, Rechnung getragen werde. Die persönlichen Präf e- renzen der Beschwerdeführerin könnten somit nicht berücksichtigt we r- den. Die bulgarischen Behörden hätten am 22. Februar 2013 bestätigt, dass sie in Bulgarien als Flüchtling anerkannt worden sei. Der angefoc h- tene Entscheid sei am 25. März 2013 nachträglich dem Kanton F._______ zugestellt worden; zudem seien sowohl der vormalige Recht s- vertreter als auch die Migrationsämter informiert worden, dass entgegen dem Dispositiv nicht der Kanton I._______, sondern der Kan ton F._______ für den Vollzug der Wegweisung zuständig sei. 5.4 In den Eingaben vom 19. Juni 2013 und 5. Juli 2013 wird entgegnet, in Bulgarien sei die Lage für Kinder im Allgemeinen schlecht, für Migra n- tenkinder sei sie nicht einmal erfasst. Bulgarien vernachlässige seine Ver- tragspflichten gegenüber Kindern sogar so, dass es den dritten, vierten und fünften Bericht noch nicht an das Kinderrechtskomitee geschickt h a- be, obschon diese seit 2003, 2008 und auc h im Jahr 2013 fällig gewesen wären. Die Vorinstanz widerlege die Vorbringen, wonach Flüchtlinge in Bulgarien mit menschenunwürdiger oder zumindest erniedrigender B e- handlung belastet würden, nicht. Im hochverschuldeten, hochkorrupten Staat ohne gefestigte rechtsstaatliche Tradition sei das Verfassungsrecht auf einen Entscheid in angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 der Bundesver- fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) nicht einmal bei Einklagung des Existenzminimums oder d er Nothilfe gewährleistet. Bulgarien stehe am Anfang des Aufbaus eines Rechtsstaats, der auch in der Schweiz nach mehr als 150 Jahren Au f- bauarbeit für Randständige immer wieder in Gefahr sei. Wegen zu tiefen Personalbestandes könnten gerade die Asylbehörde n den Anspruch auf einen Entscheid in angemessener Frist vielfach nicht einhalten. Der Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt, wie zum Beispiel vom direkt a n- wendbaren Art. 3 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (SR 0.107) gefordert. 5.5 Das BFM führt in seiner zweiten Vernehmlassung vom 9. Juli 2013 aus, die Beschwerdeführenden seien gehalten, die ihnen zustehenden Ansprüche hinsichtlich Unterkunft und Unterstützung bei den bulgar i- schen Behörden einzufordern. Sie gälten als besonders verletzliche Per- sonen und würden daher von den bulgarischen Behörden bevorzugt b e- handelt. Es gebe keine konkreten Hinweise darauf, dass sie bei einer D-3033/2013 Seite 13 Rückkehr nach Bulgarien in eine existenzielle Notlage gerieten. Das BFM sehe von einer weiteren Befragung der Beschwerdeführerin ab. 5.6 In der Stellungnahme vom 23. Juli 2013 wird entgegnet, da die Vori n- stanz keine Gegenbeweise nenne und den substanzi ierten auf Bewei s- mittel gestützten Rechtsanwendungen nichts entgegenhalte, gestehe sie wider Willen ein, dass sie sich in einem Argumentationsnotstand befinde. Sie tue nicht dar, dass die Vorbringen, die die Beschwerdeführerin betref- fend die Lebensbedingungen in Bulgarien in der Anhörung gemacht habe, unglaubhaft seien. Die Richtlinie 2004/EG/ 83 werde genau so wenig ein- gehalten wie irgend eine Norm der Empfehlung R (2000) 3 des Ministe r- komitees des Europarats. Bulgarien sei ein im europäischen Vergleich volkswirtschaftlich extrem schwaches Land. Die Rückweisung nach Bu l- garien würde die EMRK und die Kinderrechtskonvention verletzen. 6. 6.1 Die Beschwerdeführerin reiste gemäss eigenen Angaben und den zur Verfügung stehenden Dokumenten im Jahr 2009 nach Bulgarien und wurde dort als Flüchtling anerkannt (act. A8/11 S. 5 und 7, A16/10 S. 2) . Bereits am 25. August 2009 w urde ihr von der Republik Bulgarien ein Reisedokument für Flüchtlinge ausgestellt (eine Kopie dieses Dokuments liegt bei den BFM -Akten). Die bulgarischen Behörden bestätigten dem BFM am 20. Juni 2012, dass sie als Flüchtling anerkannt worden sei. D ie Behauptung in der Beschwerde, die Beschwerdeführerin wisse nicht, ob sie in Bulgarien wirklich als Flüchtling anerkannt worden sei, ist somit nicht stichhaltig, da sie dies erwiesenermassen genau weiss, hat sie doch bei der BzP unmissverständlich angegeben, sie habe in Bulgarien einen Reisepass für anerkannte Flüchtlinge erhalten (act. A8/11 S. 7). 6.2 Das BFM führt e in der angefochtenen Verfügung zu Recht aus, dass die Beschwerdeführerin (mit ihren Kindern) in den sicheren Drittstaat Bul- garien zurückkehren kann, da die bulgarischen Behörden am 20. Februar 2013 ihrer Übernahme zugestimmt haben. Die Ausnahmeregelungen von Art. 34 Abs. 3 Bst. b und c AsylG kommen im vorliegenden Fall nicht zum Tragen, da die Beschwerdeführerin in einem vom Bundesrat als verfo l- gungssicher bezeichneten Staat als Flüchtling anerkannt wurde und dort einen mit der Asylgewährung durch die Schweiz vergleichbaren Schutz vor Verfolgung erhielt. Sie kann nach Bulgarien, wo sie sich vor ihrer Ei n- reise in die Schweiz aufhielt, zurückkehren, ohne ei ne Rückschiebung nach Somalia befürchten zu müssen (vgl. BVGE 2010/56 E. 3 bis 6, insb. E. 5.4). Daran ändert nichts, dass sie sich unmittelbar vor ihrer Einreise in D-3033/2013 Seite 14 die Schweiz eigenen Angaben gemäss in Norwegen aufhielt. Anstelle von Wiederholungen ist a uf die zutreffenden, mit der Praxis des Bundesve r- waltungsgerichts in Übereinstimmung stehenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen. 6.3 6.3.1 Die Beschwerdeführerin wies darauf hin, sie sei erneut in die Schweiz gekommen, weil ihr Ehemann hier lebe. Gemäss BVGE 2009/8 E. 5.3.2 ist der Begriff "nahe Angehörige" in Art. 34 Abs. 3 Bst. a AsylG gleich zu verstehen, wie derjenige in Art. 51 AsylG, weshalb der Ehegatte zweifellos zu diesem Personenkreis zählt. Voraussetzung für die Anwe n- dung der Ausnahmebestimmung von Art. 34 Abs. 3 Bst. a AsylG ist, dass die asylsuchende Person in einer "engen Beziehung" zum in der Schweiz lebenden Angehörigen steht (vgl. BVGE 2009/8 E. 7.5.5). Innerhalb der Kernfamilie (u.a. Ehegatten und ihre minderjäh rigen Kinder) besteht die Vermutung, dass eine "enge Beziehung " im Sinne der anzuwendenden Bestimmung besteht. Auch wenn die Beschwerdeführerin zeitweise u n- bekannten Aufenthalts war, ist im heutigen Zeitpunkt von einer bestehe n- den engen Beziehung auszugehen. 6.3.2 Gemäss Rechtsprechung bedeutet der Begriff "leben" in der Au s- nahmebestimmung von Art. 34 Abs. 3 Bst. a AsylG indessen, dass sich die nahen Angehörigen nicht lediglich in der Schweiz aufhalten, sondern über ein Bleiberecht bzw. ein Anrecht, sich in der S chweiz nicht nur vor - übergehend aufhalten zu dürfen, verfügen (vgl. BVGE 2009/8 E. 5.4 mit weiteren Hinweisen). Da der Ehemann bzw. Vater der Beschwerdefü h- renden in der Schweiz "nur" über eine ausländerrechtliche Aufenthalt s- bewilligung verfügt, auf deren V erlängerung kein Anspruch besteht, sind die Voraussetzungen für die Anwendung der Ausnahmeklausel von Art. 34 Abs. 3 Bst. a AsylG nicht gegeben. 6.4 Das BFM ist aufgrund des vorstehend Gesagten zu Recht gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht auf das Asylgesuch eingetreten. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). D-3033/2013 Seite 15 7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung n icht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Ab s. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden ist gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG im vorliegenden Verfahren im Hinblick auf B ulga- rien zu prüfen. 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (A rt. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art . 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreih eiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. D-3033/2013 Seite 16 8.3 8.3.1 Angesichts der Vermutung, wonach jener Staat, der für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, die völkerrechtlichen Verpflichtungen ein- hält, obliegt es den Beschwerdeführenden, diese Vermutung umzusto s- sen, wobei sie ernsthafte Anhaltspunkte vorzubringen haben, dass die Behörden des in Frage stehenden Staates in ihrem konkreten Fall das Völkerrecht verletzen und ihnen nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie menschenunwürdigen Lebensumständen aussetzen würden (vgl. Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR], M.S.S. gegen Belgien und Griechenland [Appl. No. 30696/09], Urteil vom 21. Januar 2011, §§ 84 f. und 250; Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Union [EuGH] vom 21. Dezember 2011 i.S. C-411/10 und C-493/10). 8.3.2 Den Beschwerdeführenden stehen in Bulgarien alle Rechte aus der Flüchtlingskonvention zu – zu welchen auch die Gleichbehandlung mit bulgarischen Bürgern, beispielsweise mit Bezug auf Fürsorge, Arbeitsg e- setzgebung und soziale Sicherheit gehört (vgl. Art. 23 f. FK) – und es lie- gen keine überzeugenden Hinweise vor, wonach Bulgarien als Signata r- staat dieses Abkommens sich nicht an seine entsprechenden völkerrecht- lichen Verpflichtungen halten würde. Es obliegt den Beschwerdeführe n- den, bei den zuständigen bulgarischen Behörden ihre Rechte geltend zu machen und nötigenfalls – mit Hilfe von Beratungsstellen für Asylsuchen- de und Flüchtlinge – auf dem Rechtsweg durchzusetzen. 8.3.3 Weder aus den Aussagen der Beschwerdeführe rin noch aus den Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Au s- schaffung nach Bulgarien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müssten sie eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmensc h- liche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi ge- gen Italien , Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihnen nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation i n Bulgarien lässt den Wegwe i- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig e r- scheinen. 8.3.4 Wie bereits vorstehend unter E. 6.3.2 erw ähnt, verfügt der Eh e- mann bzw. Vater der Beschwerdeführenden in der Schweiz über kein g e-D-3033/2013 Seite 17 festigtes Anwesenheitsrecht. Deshalb können sie aus dem Anspruch auf Schutz des Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK keinen Anspruch auf weiteren Aufenthalt in der Schweiz ableiten. Ferner ist davon auszug e- hen, dass die Familiengemeinschaft in Bulgarien gelebt werden kann, es obliegt der Beschwerdeführerin, sich um einen Familiennachzug ihres Ehepartners nach Bulgarien zu bemühen. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist ein Anspruch aus Art. 8 EMRK auf eine Aufenthaltsreg e- lung in der Schweiz hinsichtlich des Rechts auf Familienleben zu verne i- nen. Es sind in diesem Zusammenhang keine völkerrechtlichen Wegwe i- sungsvollzugshindernisse zu bejahen. 8.3.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie i m Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.4.1 Das BFM hat in der angefochten en Verfügung zu Recht festgeha l- ten, dass die allgemeine Situation in Bulgarien nicht gegen die Zumutba r- keit des Vollzugs der verfügten Wegweisung spricht. 8.4.2 Insofern die Beschwerdeführerin vorbringt, ihr e Lebenssituation in Bulgarien sei schwierig gewesen un d werde wiederum schwierig sein, ist in Übereinstimmung mit dem BFM davon auszugehen, dass sie gege n- über den bulgarischen Behörden ihren Anspruch auf Unterstützung ge l- tend machen kann. Sollte sie sich von Privatpersonen bedroht fühlen, steht es ihr ebenso offen, sich an die Behörden zu wenden und um Schutz zu bitten. Zudem steht es ihr offen, ein Gesuch um Nachzug ihres Ehemannes und Vater ihrer Kinder zu stellen, das von den bulgarischen Behörden nach Massgabe des Landesrechts und der völkerrechtlichen Bestimmungen zu behandeln sein wird. 8.4.3 Falls Kinder vom Wegweisungsvollzug betroffen sind, ist gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts das Kindeswohl im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung vorrangig zu gewichten, da sich dies aus einer völkerrechtsk onformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AuG im D-3033/2013 Seite 18 Lichte von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) ergibt. Bei der Beurteilung ist zu differenzieren, ob sich das Kind in einem ju n- gen, stark von der Fam ilie geprägten Alter befindet oder es sich bei der asylsuchenden Person bereits um einen langjährig anwesenden Ju - gendlichen handelt. In ersterem Fall ist davon auszugehen, dass dem Kind auch nach einem langjährigen Aufenthalt in der Schweiz eine Rück - kehr in sein Heimatland bzw. vorliegend das Land, in dem die Mutter als Flüchtling anerkannt wurde, zugemutet werden kann, da sein Alltag im Wesentlichen durch die primären Bezugspersonen (in der Regel die E l- tern) geprägt ist. Im Unterschied dazu ist bei einem adoleszenten Kind abzuwägen, wie intensiv und prägend die Bindungen sind, welche es im Aufenthaltsstaat eingegangen ist, in dem es die massgebliche Erziehung erhalten, soziale Kontakte ausserhalb des Familienkreises geknüpft und seine eigene Identität entwickelt hat (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.2 S. 267 f. mit weiteren Hinweisen). Die beiden Kinder der Beschwerdeführerin sind ein bzw. zwei Jahre alt. Angesichts des Alters sind sie vorwiegend geprägt durch den Familien- kern und nicht durch soziale Bindungen ausserhalb der Familie. Eine A n- siedlung in Bulgarien reisst sie nicht aus ihrer Lebensstruktur heraus, womit sie auch nicht der Gefahr einer Entwurzelung ausgesetzt sind; d a- her ist es ihnen grundsätzlich zuzumuten, mit ihrer Mutter nach Bulgarien zu reisen. Der Umstand, dass de n Kindern in Bulgarien angesichts de s Wohlstandsgefälles und des Entwicklungsstandes des Landes mögl i- cherweise eingeschränktere Entfaltungsmöglichkeiten als in der Schweiz zur Verfügung s tehen, lässt eine Rückkehr der Beschwerdeführerin z u- sammen mit den Kindern nicht als unzumutbar erscheinen. 8.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung nach Bulgarien nicht als unzumutbar. 8.5 Da die bulgarischen Behörden einer Rückübernahme der Beschwer- deführenden zugestimmt haben, ist der Wegweisungsvollzug als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). D-3033/2013 Seite 19 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist abzuweisen, soweit auf diese einzutreten ist. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihnen mit Zwischenverfügung vom 31. Mai 2013 die unentgeltliche Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, sind indessen keine Kosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) D-3033/2013 Seite 20 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Christoph Basler Versand: