200 21 561 UV KOJ/TOZ/WSI Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 3. Januar 2022 Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Knapp Gerichtsschreiberin Tomic A.________ vertreten durch B.________, lic. iur. C.________ Beschwerdeführerin gegen Suva Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern Beschwerdegegnerin betreffend Einspracheentscheid vom 15. Juni 2021 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1984 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) war über ihre Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungs- anstalt (Suva resp. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als sie gemäss Schadenmeldung UVG vom 9. Dezember 2019 (Akten der Su- va [act. II] 1) am 4. Dezember 2019 beim … (act. II 16 S. 1 Ziff. 2a) mit dem … stürzte und sich dabei eine Gehirnerschütterung sowie eine Prellung am linken Knie zuzog. Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (vgl. act. II 3). Nach Beizug verschiedener Arztberichte und Beurteilungen durch ihre Kreisärztin med. pract. D.________, Fachärztin für Chirurgie (act. II 59, 71, 77), stellte sie mit Ver- fügung vom 16. Juli 2020 (act. II 79) die bisher erbrachten Leistungen mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 4. Dezember 2019 auf den 31. Juli 2020 ein. Auf Einsprache hin (act. II 97) und nach Einholung einer neurologischen Beurteilung durch Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie, Abteilung Versicherungsmedizin der Suva, vom 16. Dezember 2020 (Akten der Suva [act. IIA] 148) hob die Suva am 24. Dezember 2020 ihre Verfügung auf und veranlasste weitere Abklärungen (act. IIA 155). Nach einer neurologischen Beurteilung des Suva-Arztes Dr. med. E.________ vom 15. April 2021 (act. IIA 184) stellte die Suva mit Verfügung vom 16. April 2021 (act. IIA 189 S. 1 f.) ihre Leistungen mangels adäquaten Kausalzusammenhangs der noch geklagten Beschwerden mit dem Unfall auf den 16. April 2021 ein und verneinte einen Anspruch auf weitere Leistungen in Form einer Invalidenrente und/oder Integritätsent- schädigung. Daran hielt sie auf Einsprache hin (act. IIA 199) mit Entscheid vom 15. Juni 2021 (act. IIA 208) fest. B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch den B.________, lic. iur. C.________, am 11. August 2021 Beschwerde. Sie beantragt, unter Auf-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 3 hebung des angefochtenen Einspracheentscheides sei der Sachverhalt medizinisch näher abzuklären. Sodann sei über die Kausalität zu befinden und es seien der Beschwerdeführerin Leistungen zuzusprechen. Mit Beschwerdeantwort vom 24. August 2021 schliesst die Beschwerde- gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Am 31. August 2021 gingen die mit prozessleitender Verfügung vom 27. August 2021 edierten Akten der IV-Stelle Bern (act. III 1 bis 68) beim Gericht ein. Mit Eingabe vom 13. September 2021 legte die Beschwerdeführerin einen Bericht der F.________ über "Repeated Head Impacts" vom 12. Mai 2021 (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 6) ins Recht. Am 29. September 2021 reichte die Beschwerdegegnerin eine Stellung- nahme ein. Mit Eingabe vom 1. November 2021 legte die Beschwerdeführerin einen Bericht von lic. phil. G.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie und Psychotherapie FSP, vom 14. Oktober 2021 (act. I 7) zu den Akten. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 4 und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 15. Juni 2021 (act. IIA 208). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwer- deführerin auf gesetzliche Unfallversicherungsleistungen im Zusammen- hang mit dem Ereignis vom 4. Dezember 2019 und dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Leistungen zu Recht per 16. April 2021 einstellte und einen Anspruch auf weitere Unfallversiche- rungsleistungen verneinte. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallver- sicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein- wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi- schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 5 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). 2.2 2.2.1Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja- hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs- recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be- finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 2.2.2Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam- menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbe- dingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversiche- rungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweis- last - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 6 Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56). 2.3 2.3.1Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur- sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die- ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi- gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu- sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage - im Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang - nicht nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen (BGE 112 V 30 E. 1b S. 33). 2.3.2Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1). Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nach- dem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Bei psychischen Feh- lentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Aus- schluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schädel-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten ver- zichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 2018 UV Nr. 29 S. 101 E. 2.2). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist zunächst abzuklären, ob Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 7 die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäu- le (HWS), eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel- Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwendung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Beschwerden in der Halsregion und der HWS manifestieren (SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzungen vor, gelangt die Recht- sprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschä- den zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die ver- sicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Ver- letzung gehörenden Beeinträchtigungen (diffuse Kopfschmerzen, Schwin- del, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüd- barkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesens- veränderung usw.; BGE 119 V 335 E. 1 S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber bereits unmittelbar nach dem Unfall ganz in den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind (vgl. RKUV 2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeur- teilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folge- schäden aufgestellten Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109, 117 V 359) festgelegten Kriterien, d.h. ohne Unterschei- dung zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 E. 5b bb S. 103). 2.4 2.4.1Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand- lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan- des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 8 der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be- stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein- trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse- rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei- len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 24 S. 96 E. 5.2). 2.4.2Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wieder- erwägung oder der prozessualen Revision einzustellen, d.h. den Fall abzu- schliessen, dies mit der Begründung, ein versichertes Ereignis liege - bei richtiger Betrachtungsweise - gar nicht vor. In gleichem Sinne ist auch hin- sichtlich der Prüfung der adäquaten Kausalität zwischen Unfall und Ge- sundheitsschaden zu entscheiden. Danach kann der Unfallversicherer trotz vorheriger Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld ohne Berufung auf Wiedererwägung oder prozessuale Revision die Adäquanz verneinen und gestützt hierauf die Leistungen ex nunc einstellen. Nur im Rahmen einer allfälligen Leistungsrückerstattung sind die Rückkommensvorausset- zungen zu beachten (vgl. BGE 130 V 380 E. 2.3.1 S. 384). 2.5Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson- dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be- schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege- benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 9 3. 3.1Dass das Ereignis vom 4. Dezember 2019 (act. II 1) die kumulativen Tatbestandsvoraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.1 hiervor) erfüllt, ist zu Recht unbestritten. Die Beschwerdegegne- rin erbrachte in diesem Zusammenhang zunächst vorübergehende Leis- tungen (act. II 3) und anerkannte damit das Vorliegen der Anspruchs- voraussetzungen, insbesondere die leistungsbegründende natürliche Un- fallkausalität (vgl. Entscheid des BGer vom 1. Februar 2011, 8C_895/2010, E. 5.1). Demnach liegt die Beweislast für das Dahinfallen des Kausalzu- sammenhangs bei ihr (vgl. E. 2.2.2 hiervor). 3.2In medizinischer und biomechanischer Hinsicht lassen sich den Ak- ten im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen: 3.2.1Im "Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio- zervikalem Beschleunigungstrauma" vom 6. Dezember 2019 (act. II 16) hielt Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, fest, dass die Beschwerdeführerin keine Erinnerungslücken bezüglich des Un- fallmoments habe, sich aber nicht mehr daran erinnern könne, wie sie den Hang weiter hinunter und nach Hause gefahren sei (act. II 16 S. 1 Ziff. 2a). Direkt nach dem Unfall seien Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen und 30 Stunden später auch Erbrechen aufgetreten (act. II 16 S. 2 Ziff. 4). Der Arzt gab als Diagnose in Anlehnung an die Que- bec Task Force (QTF)-Klassifikation den Grad II (Nackenbeschwerden und muskuloskelettale Befunde [verminderte Beweglichkeit und punktuelle Druckschmerzhaftigkeit mit eingeschlossen]) an (act. II 16 S. 4 Ziff. 7). Er attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. II 5 S. 2) vom 4. bis 9. Dezember 2019 (act. II 16 S. 5 Ziff. 9). In der Verordnung zur Physiotherapie vom 6. Dezember 2019 (act. II 4) nannte Dr. med. H.________ als Diagnose eine Commotio cerebri, eine HWS-Distorsion und eine Kontusion des linken Knies. Als physiotherapeu- tische Massnahmen verordnete er eine Analgesie/Entzündungshemmung sowie eine Verbesserung der Gelenks- und Muskelfunktion. 3.2.2Im Bericht vom 23. April 2020 (act. II 50) über eine gleichentags durchgeführte Magnetresonanztomographie (MRT) der HWS führte Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 10 Dr. med. I.________, Facharzt für Radiologie, aus, es liege keine Fraktur oder Myelopathie vor. Es bestünden auch keine Hinweise auf eine Bandlä- sion oder eine strukturelle muskuläre Läsion. Es zeigten sich einzig sehr diskrete degenerative Veränderungen (mit Unkovertebralarthrosen HWK 4/5 beidseits, linksbetont, mit höchstens diskreter Tangierung C5 links, dis- krete foraminale Einengung HWK 7/BWK 1 rechts durch einen lateralen Spondylophyten mit höchstens diskreter Tangierung C8 rechts). 3.2.3Der biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) vom 27. April 2020 (act. II 42) ist zu entnehmen, dass das Ereignis nicht mit einer Heck-, Front- oder Seitenkollision im Strassenverkehr zu vergleichen sei; die Belastung der Radfahrerin könne nicht mit dem Wert einer kollisionsbedingten Ge- schwindigkeitsänderung eines Fahrzeugs ausgedrückt werden. Die Angabe eines Anpralls seitlich mit einem seitlichen Kopfanprall lasse nicht automa- tisch den Rückschluss auf eine erhebliche HWS-Belastung zu. Die andau- ernden Konzentrationsstörungen und neurologischen Befunde (Nystagmus bei bestimmten Blickrichtungen, Gleichgewichtsstörung, neuropsychologi- sches Zeichen der Ermüdbarkeit) könnten ihre Ursache tatsächlich in ei- nem Kopfanprall haben: Zwar sei vom getragenen Helm sicherlich eine Schutzwirkung zu erwarten, eine Rotationsbelastung des Gehirns sei je- doch nicht auszuschliessen. Letztlich könne im Rahmen einer "Triage" das Ereignis nur unzureichend eingegrenzt werden; es bestünden aber Ansätze zur Erklärbarkeit der nach dem Ereignis von Kopf und HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde (act. II 42 S. 2). 3.2.4Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte im Bericht vom 7. Mai 2020 (act. II 43) einen Status nach Contusio, eventuell nur Commotio cerebri im Rahmen eines Velosturzes vom 4. Dezember 2019 mit zusätzlicher HWS-Distorsion. Auch wenn eine Bewusstlosigkeit nicht erhebbar sei, spreche die Anamnese dennoch für ein wesentliches Schädel-Hirn-Trauma; eine Contusio cerebri könne auch ohne einen Be- wusstseinsverlust (vorwiegend bei seitlicher Gewalteinwirkung) auftreten. Es persistierten offensichtliche neuropsychologische Einschränkungen nicht nur gemäss Anamnese, sondern auch gemäss Beobachtung anderer Personen. Der Neurologe veranlasste eine MRT-Untersuchung des Schä- dels (act. II 43 S. 2).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 11 3.2.5Im Bericht zur MRT-Untersuchung des Schädels resp. zur MRT- Angiographie der Karotis vom 13. Mai 2020 (act. II 51 S. 3) stellte Dr. med. K.________, Facharzt für Radiologie, eine normale MRT des Neurocrani- ums fest. Es lägen keine posttraumatischen Defekte, keine Blutung, keine Blutabbauprodukte, keine Wandhämatome und keine Stenosen vor. Es bestünden normalkalibrige hirnversorgende Halsarterien. Sodann lägen keine Hinweise für eine durchgemachte Dissektion oder eine Fraktur vor. 3.2.6Dr. med. J.________ hielt im Bericht vom 13. Mai 2020 (act. II 51 S. 1 f.) fest, die MRT-Untersuchung des Hirns scheine normal zu sein. Es lie- ge keine pathologische Eisenablagerung vor. In diesem Sinne sei die Commotio cerebri aufrechtzuerhalten (act. II 51 S. 1). Dementsprechend diagnostizierte der Neurologe einen Status nach Commotio cerebri und HWS-Distorsion (act. II 51 S. 2). Die Prognose sei günstig. Es bleibe der weitere Erholungsverlauf innerhalb der nächsten drei Monate abzuwarten (act. II 51 S. 1). 3.2.7Hierzu nahm die Kreisärztin med. pract. D.________ am 9. Juni 2020 Stellung und führte aus, es liege kein Hinweis auf eine strukturelle Läsion vor, weder klinisch noch bildgebend. Es sei von einer zeitlich limi- tierten Verschlimmerung auszugehen. Eine intensive Physiotherapie sei bereits durchgeführt worden; es sei eine Kostengutsprache für weitere neun Behandlungen im Sinne eines Übergangs auf ein eigenständiges Training zu gewähren. Ab sofort könne eine volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen, körperlich leichten …tätigkeit erwartet werden (act. II 59 S. 1). 3.2.8Am 17. Juni 2020 berichtete Dr. med. H.________, im Gegensatz zu den Fortschritten im sportlichen Bereich hätten die beruflichen Anforde- rungen an eine … (selbstständige komplexe Planung und Koordination von Aufträgen) bis Ende Mai 2020 noch nicht erfüllt werden können. Das Ar- beitstempo sei noch reduziert, hingegen bessere sich das Erinnerungsver- mögen zunehmend. Bei komplexen Arbeiten komme es noch zu Überlas- tungszeichen (rasche Ermüdung, Fehleranfälligkeit). Gemäss dem Vorge- setzten der Beschwerdeführerin könne diese für die häufig in kleinem Zeit- fenster zu erledigenden …aufgaben im Tagesverlauf noch nicht eingeplant werden. Hierzu sei das Arbeitstempo noch verlangsamt. Zwar bessere sich die Aufnahmefähigkeit zunehmend, reiche aber für externe, verantwor-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 12 tungsvolle Arbeiten noch nicht aus (act. II 68 S. 1 Ziff. 2a). Gegenwärtig werde die Beschwerdeführerin physiotherapeutisch und sportpsychologisch behandelt. Die Wiedereingliederung am Arbeitsplatz erfolge unter Mithilfe der Arbeitgeberin (act. II 68 S. 2 Ziff. 3a). 3.2.9Die Kreisärztin med. pract. D.________ hielt im Bericht vom 29. Juni 2020 (act. II 71) fest, dass der Heilverlauf protrahiert sei (act. II 71 S. 7). Die kraniale MRT habe keine Hinweise auf eine unfallbedingte struktu- relle Läsion bzw. eine über eine Commotio cerebri hinausgehende Beein- trächtigung ergeben (act. II 71 S. 7 f.). Eine unfallbedingte organische Grundlage überdauernder neuropsychologischer und/oder psychiatrischer Gesundheitsbeeinträchtigungen könne somit nicht angenommen werden. Ohne Nachweis einer substantiellen Hirnverletzung lägen nach Ablauf von sechs Monaten in der Regel keine Verletzungsfolgen mehr vor. Es sei dar- an festzuhalten, dass weder eine weitere Arbeitsunfähigkeit noch ein inten- siver Therapiebedarf ausgewiesen sei. Die Kreisärztin empfahl alsdann den administrativen Fallabschluss im Sinne eines Status quo sine. Die geklag- ten Beschwerden stünden nicht mehr im geforderten überwiegend wahr- scheinlichen Kausalzusammenhang mit dem inkriminierten Ereignis vom 4. Dezember 2019 (act. II 71 S. 8). Am 14. Juli 2020 bekräftigte die Kreisärztin, dass keine Hinweise auf eine unfallbedingte strukturelle Läsion vorlägen. Unfallbedingt sei keine weitere Behandlung erforderlich und bestehe keine Arbeitsunfähigkeit - weder für die angestammte noch eine angepasste Tätigkeit - mehr (act. II 77 S. 3). 3.2.10Im Einspracheverfahren nahm Dr. med. H.________ am 29. Juli 2020 dahingehend Stellung, dass es sich im Fall der Beschwerdeführerin um eine bis zum Ereignis vom 4. Dezember 2019 sowohl in ihrem Beruf als ... als auch in ihrer Tätigkeit als … voll leistungsfähige Frau handle. Die heute noch vorhandenen Symptome und die Defizite bei der Arbeit nähmen zwar weiterhin ab, müssten therapeutisch aber noch begleitet werden. Der protrahierte Verlauf mit aktuell noch vermehrter Ermüdbarkeit bei stärkeren audiovisuellen Nebeneinflüssen sei von allen Seiten (Dr. med. J.________, lic. phil. L.________ [Fachpsychologin für Sportpsychologie FSP], Arbeit- geberin) dokumentiert und auch prognostisch jeweils kommentiert worden. Die nun durch eine Chirurgin und nicht durch eine Neurologin erfolgte Beur-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 13 teilung vom 14. Juli 2020, welche zu einer Terminierung der Versicherungs- leistungen geführt habe, sei deshalb nicht nachvollziehbar (act. II 85 S. 2). 3.2.11Am 15. September 2020 berichtete Dr. med. J.________, dass die erhoffte und vorausgesagte Besserung zwischenzeitlich nicht eingetreten sei. Die Beschwerdeführerin könne ihre Arbeit als … nicht in gewohnter Qualität leisten (act. IIA 111 S. 1 f.). In der Diagnose erwähnte der Neuro- loge eine mögliche Contusio cerebri ohne erfasstes Korrelat im MRI/EEG. Es sei eine umfassende neuropsychologische Testung bei Prof. Dr. phil. M.________, Neuropsychologie FSP, Zentrum N.________, vorgesehen (act. IIA 111 S. 2). 3.2.12Prof. Dr. phil. M.________ hielt im Bericht vom 29. September 2020 (act. IIA 114) fest, im Vergleich zu entsprechenden Alters-, Geschlechts- und Bildungsnormen zeigten sich bei der umfassenden Untersuchung bis zu mittelschwer reichende (primär verbale) Gedächtnis- und Aufmerksam- keitsdefizite bei ansonsten unauffälligen Befunde. Es bestünden keine Hinweise auf eine verminderte Anstrengungsbereitschaft, eine Aggravation oder eine psychische Symptomatik. Ätiologisch sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer hirnorganischen Ursache auszugehen, wobei die Schmerzsymptomatik / die verminderte Belastbarkeit zur Schwere der Leistungsminderung beitragen dürfte (act. IIA 114 S. 2). Aufgrund der Klinik und der neuropsychologischen Befunde sei anzunehmen, dass die Be- schwerdeführerin in ihrer anspruchsvollen leitenden beruflichen Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei (act. IIA 114 S. 2 f.). Um eine Chronifizierung der jetzigen Symptomatik zu vermeiden, wäre allenfalls eine stationäre Re- habilitation, vor allem auch zur konsequenten Schmerztherapie, indiziert (act. IIA 114 S. 3). 3.2.13Im Bericht vom 9. Oktober 2020 (act. IIA 123) nannte Dr. med. J.________ als Diagnose einen Status nach wahrscheinlich Contusio cere- bri und HWS-Distorsion vom 4. Dezember 2019 mit neuropsychologischen Defiziten und zervikozephalem myofaszialem Schmerzsyndrom (act. IIA 123 S. 2). Die neuropsychologische Testung bestätige neuropsychologi- sche Defizite, welche vom Muster her organisch/posttraumatisch bedingt seien, und attestiere ferner eine Anstrengungsbereitschaft / optimale Ko- operation trotz der Beeinträchtigungen durch Schmerzen und genannte Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 14 Defizite. Die Beschwerdeführerin werde daher für eine stationäre interdiszi- plinäre Neurorehabilitation angemeldet (act. IIA 123 S. 1). Der Neurologe bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % des Arbeitspensums von 75 %; die effektive Leistung dürfte bei etwa 20 % liegen (act. IIA 123 S. 2). Am 16. November 2020 ersuchte Dr. med. J.________ die Beschwerde- gegnerin, den Fall einer neurotraumatologisch erfahrenen Fachperson vor- zulegen (act. IIA 137 S. 1). 3.2.14Der Suva-Arzt Dr. med. E.________ hielt im Bericht vom 16. De- zember 2020 (act. IIA 148) fest, dass unter Annahme einer leichten trauma- tischen Hirnverletzung gemäss Klassifikation der European Federation of Neurological Societies (EFNS) / European Academy of Neurology (EAN) unfallbedingte Beschwerden bis maximal zwölf Monate nach dem Unfall erklärbar wären. Allerdings sei ohne eine angemessene bilddiagnostische Abklärung, das heisst eine kraniale MRT mit hämosiderinsensiblen Se- quenzen (SWI-Sequenzen) und Trauma-Protokoll (Feinschichtung), eine abschliessende Stellungnahme zu längerfristigen Unfallfolgen (über zwölf Monate nach dem Unfall) nicht möglich. Der Neurologe empfahl daher die Durchführung einer kranialen MRT-Untersuchung. Anschliessend könne erneut neurologisch und versicherungsmedizinisch Stellung genommen werden (act. IIA 148 S. 7). 3.2.15Eine vom Spital O.________ am 28. Januar 2021 durchgeführte kraniale MRT ergab keine Hinweise auf eine Hirnverletzung oder shearing injuries (act. IIA 173 S. 1). 3.2.16Hierzu führte Dr. med. E.________ am 15. April 2021 aus, Hinweise auf eine substantielle Hirnverletzung hätten mit der kranialen MRT einsch- liesslich SWI-gewichteter Sequenzen nicht festgestellt werden können. Insbesondere ergäben sich bilddiagnostisch keine Anhaltspunkte für eine diffuse axonale Scherverletzung. Die zuletzt vom Neurologen Dr. med. J.________ gestellte Diagnose einer Contusio cerebri lasse sich damit nicht aufrechterhalten. Diagnostisch könne höchstens von einer leichten traumatischen Hirnverletzung gemäss EFNS-/EAN-Klassifikation ausge- gangen werden. Die Beschwerdeführerin habe sich durch den Unfall vom 4. Dezember 2019 höchstens eine leichte traumatische Hirnverletzung Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 15 gemäss EFNS-/EAN-Klassifikation sowie höchstens eine leichte Distorsion der HWS WAD Grad 2 gemäss QTF-Klassifikation, jedenfalls keine struktu- rell objektivierbaren Verletzungen, zugezogen. Unfallbedingte Beschwer- den seien damit bis maximal zwölf Monate nach dem Unfall erklärbar. Eine unfallbedingte organische Grundlage für überdauernde kognitive Gesund- heitsbeeinträchtigungen sei objektiv nicht nachweisbar (act. IIA 184 S. 2). Das neurologische Fachgebiet betreffend könne derzeit nicht mit dem not- wendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer unfallbedingten behandlungspflichtigen Gesundheitsbeeinträchtigung aus- gegangen werden und es liege unfallbedingt keine Gesundheitsbeeinträch- tigung mit Einfluss auf die berufliche Leistungsfähigkeit vor (act. IIA 184 S. 2 f. Ziff. 2 f.). 3.2.17In dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht vom 14. Ok- tober 2021 (act. I 7) stellte lic. phil. G.________ als Diagnose eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung bei vorwiegend mittel- schwer verminderter geistiger Belastbarkeit (Fatigue) bei Status nach Con- tusio cerebri und HWS-Distorsion (ICD-10 F07.2) sowie bei chronischer Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41; S. 5 des Berichts). Im Vergleich zur letzten neuropsychologischen Untersuchung vom 29. September 2020 (act. IIA 114) zeigten sich nach wie vor bis mittelschwer reichende Auffälligkeiten in den Aufmerksamkeits- und in den verbal-mnestischen im Gegensatz zu den nonverbalen Ge- dächtnisfunktionen. Ätiologisch kämen für die kognitiven Einschränkungen einerseits eine hirnorganische Ursache und andererseits eine chronische Schmerzsymptomatik in Frage (act. I 7 S. 4). Die Neuropsychologin attes- tierte eine Arbeitsfähigkeit von 40 % in einer angepassten Tätigkeit (ohne Leistungsaufgaben). Da das Ereignis bald zwei Jahre zurückliege, seien weitere deutliche kognitive Verbesserungen eher unwahrscheinlich (act. I 7 S. 6). 3.3Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 16 widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.3.1Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter- suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi- zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.3.2Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be- gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig- keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzen- de Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu- berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche- rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs- träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 bis 4.6 S. 469). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 17 3.4Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspra- cheentscheid vom 15. Juni 2021 (act. IIA 208) massgeblich auf die versi- cherungsmedizinische Beurteilung von Dr. med. E.________ vom 16. De- zember 2020 samt Ergänzung vom 15. April 2021 (act. IIA 148, 184). Des- sen fachärztliche Schlussfolgerungen erfüllen die vorerwähnten höchstrich- terlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.3.1 f. hiervor) und erbringen vol- len Beweis. Dass Dr. med. E.________ keine klinische Exploration der Be- schwerdeführerin durchgeführt hat, ist nicht zu beanstanden, konnte er sich aufgrund der vorhandenen umfassenden medizinischen Akten einschliess- lich der bildgebenden Abklärungen (vgl. E. 3.2.1 bis 3.2.13 und 3.2.15 hier- vor) doch ein gesamthaft lückenloses Bild verschaffen, womit vorliegend die Voraussetzungen für einen rechtsgenüglichen Aktenbericht erfüllt sind (vgl. SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3). Zudem kann insbesondere (auch) die Kausalität im Rahmen eines Aktenberichts erörtert werden (vgl. Ent- scheid des BGer vom 9. November 2011, 8C_383/2011, E. 4.2). Dr. med. E.________ hat sich in seiner Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen der Be- schwerdeführerin auseinandergesetzt und seine Schlussfolgerungen ins- besondere auch auf die bildgebenden Untersuchungen vom 23. April 2020, 13. Mai 2020 und 28. Januar 2021 (act. II 50 f., act. IIA 173 S. 1) sowie die Unfallanamnese samt den Ergebnissen der biomechanischen Beurteilung vom 27. April 2020 (act. II 42) gestützt. Er hat sich zudem einlässlich mit den Beurteilungen der Dres. med. H.________ und J.________ befasst (act. IIA 148 S. 5 f.). Die daraus gezogenen Folgerungen und die Aus- führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind ein- gehend und überzeugend begründet. Dementsprechend ist auf die Akten- beurteilung des Dr. med. E.________ vom 16. Dezember 2020 samt Er- gänzung vom 15. April 2021 (act. IIA 148, 184) abzustellen. 3.4.1Dr. med. E.________ hat einleuchtend dargelegt, dass sich die Be- schwerdeführerin gestützt auf die klinischen Befunde und die MRT- Bildgebungen vom 23. April 2020, 13. Mai 2020 sowie 28. Januar 2021 (act. II 50 f, act. IIA 173 S. 1) höchstens eine leichte traumatische Hirnver- letzung und eine leichte Distorsion der HWS mit dem hierfür typischen Beschwerdebild ohne eine strukturelle Läsion bzw. substanzielle Hirnver- letzung zugezogen hat (act. IIA 148 S. 7, 184 S. 2). Diese Beurteilung steht Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 18 im Einklang zu den im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma am 6. Dezember 2019 festge- haltenen Angaben der Beschwerdeführerin bzw. Untersuchungsbefunden des Hausarztes Dr. med. H.________ (act. II 16 S. 2 Ziff. 4, S. 3 f. Ziff. 6) und korreliert sodann mit den Einschätzungen der Kreisärztin med. pract. D.________ vom 9. Juni 2020, 29. Juni 2020 und 14. Juli 2020 (act. II 59 S. 1, 71 S. 7 f., 77 S. 3), wonach keine Hinweise auf eine unfallbedingte strukturelle Läsion bestünden. Daraus zog Dr. med. E.________ überzeu- gend begründet den Schluss, dass unfallkausale Beschwerden mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit bis maximal zwölf Monate nach dem Unfal- lereignis vom 4. Dezember 2019 erklärbar waren resp. dass derzeit nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer unfallbedingten behandlungspflichtigen Gesundheitsbeeinträchti- gung ausgegangen werden kann (act. IIA 184 S. 2 Ziff. 2). 3.4.2Hieran vermag die biomechanische Kurzbeurteilung vom 27. April 2020 (act. II 42) nichts zu ändern, worin festgehalten wird, dass "Ansätze zur Erklärbarkeit der nach dem Ereignis von Kopf und HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde" bestünden. Denn damit wird eine natürliche Kausalität als allenfalls möglich, jedoch nicht als überwiegend wahrschein- lich erachtet. Des Weiteren vermögen auch die Berichte des behandelnden und inzwi- schen advokatorisch auftretenden (beanstandet die Terminierung der Ver- sicherungsleistungen; act. II 85 S. 2) Dr. med. H.________ vom 17. Juni und 29. Juli 2020 (act. II 68, 85) keine - auch nur geringen - Zweifel an den versicherungsmedizinischen Beurteilungen von Dr. med. E.________ vom 16. Dezember 2020 und 15. April 2021 (act. IIA 148, 184) zu wecken. Aus den Berichten des Hausarztes ergeben sich keine wichtigen Aspekte, wel- che bei der versicherungsmedizinischen Beurteilung durch Dr. med. E.________ unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Soweit Dr. med. H.________ im Bericht vom 29. Juli 2020 (act. II 85) argumentiert, die Be- schwerdeführerin sei vor dem Ereignis vom 4. Dezember 2019 sowohl im Beruf als auch im … voll leistungsfähig gewesen (act. II 85 S. 2), handelt es sich dabei um einen beweisrechtlich nicht zulässigen "post hoc ergo, propter hoc" - Schluss (im Sinne von "nach dem Unfall, also wegen des Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 19 Unfalls"; BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 E. 7.2). Ferner verfasste der Hausarzt seine Einschätzung massgeblich ge- stützt auf die subjektiven Schilderungen der Beschwerdeführerin und ihrer Arbeitgeberin (act. II 68 S. 1 Ziff. 2a), vermochte seinerseits aber keine objektivierbaren strukturellen Befunde zu nennen, welche das Ausmass der geklagten Beschwerden zu erklären vermögen. Ebenso wenig vermögen die Berichte des behandelnden Neurologen Dr. med. J.________ vom 7. Mai 2020, 13. Mai 2020, 15. September 2020, 9. Oktober 2020 und 16. November 2020 (act. II 43, 51, act. IIA 111, 123, 137 S. 1) die versicherungsmedizinische Beurteilung von Dr. med. E.________ (act. IIA 148, 184) in Zweifel zu ziehen. Zunächst fällt bei den Berichten des behandelnden Neurologen der mehrfache Wechsel der Diagnose zwischen Status nach Contusio cerebri und Status nach Commo- tio cerebri auf (act. II 43 S. 2, 51 S. 2, act. IIA 111 S. 2, 123 S. 2). Dr. med. E.________ hat hierzu im Bericht vom 15. April 2021 (act. IIA 184 S. 2) überzeugend und schlüssig dargelegt, weshalb gestützt auf den MRT- Befund vom 28. Januar 2021 (act. IIA 173 S. 1) von der Diagnose einer leichten traumatischen Hirnverletzung gemäss EFNS-/EAN-Klassifikation auszugehen ist bzw. die zuletzt von Dr. med. J.________ gestellte Diagno- se einer Contusio cerebri nicht aufrechterhalten werden kann. Sodann ent- halten die Berichte von Dr. med. J.________ keine wichtigen - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringenden - Aspekte, welche im Rahmen der Beurteilung durch Dr. med. E.________ unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Der Umstand allein, dass der behandelnde Dr. med. J.________ eine abweichende Meinung äussert, vermag nicht immer Anlass zu weiteren Abklärungen zu geben (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5; vgl. Beschwerde, S. 5 f. Ziff. 9). Schliesslich ist anzumerken, dass der Neurologe - in teilweise vehementer Art und Weise - advokatorisch auftritt und faktisch die Interessen der Be- schwerdeführerin wahrnimmt (act. IIA 137 S. 1, 143 ff., 157), womit ein ei- gentlicher Rollenwechsel vom behandelnden Arzt zum Parteivertreter statt- gefunden hat. Seinen Ausführungen kann deshalb im Vornherein nur sehr begrenzter Beweiswert zukommen (Entscheid des BGer vom 6. Juni 2018, 8C_79/2018, E. 4.2). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 20 Ferner kann allein gestützt auf den neuropsychologischen Bericht von Prof. Dr. phil. M.________ vom 29. September 2020 (act. IIA 114) nicht gesagt werden, dass für die Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsdefizite ein (unfall- bedingtes) hirnorganisches Korrelat besteht (act. IIA 114 S. 2). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vermag es die Neuropsychologie nicht, selbstständig die Beurteilung der Genese der festgestellten Be- schwerden abschliessend zu bestimmen (Entscheid des BGer vom 29. Ja- nuar 2013, 8C_51/2012, E. 3.3.1.2) bzw. die Beurteilung der Kausalität eines Beschwerdebildes selbstständig und abschliessend vorzunehmen (Entscheid des BGer vom 7. März 2013, 8C_948/2012, E. 6.3.2). Gleiches gilt auch in Bezug auf den Bericht der Neuropsychologin lic. phil. G.________ vom 14. Oktober 2021 (act. I 7), in welchem unter anderem von einer hirnorganischen Ursache für die kognitiven Einschränkungen ausgegangen wird (act. I 7 S. 4). Sodann ist der am 15. Juli 2006 erlittene Unfall (Eisengitter auf den Kopf gefallen; act. I 4) - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde, S. 5 Ziff. III.9) - vorliegend aus folgenden Gründen nicht rele- vant: Gemäss dem Austrittsbericht des Spitals P.________ vom 15. Juli 2006 (act. I 3) über den stationären Aufenthalt vom 15. bis 16. Juli 2006 hat die Beschwerdeführerin am 15. Juli 2006 eine Schädelprellung mit Schwin- del (bei einem GCS-Wert von 15 Punkten, unauffälligen Befunden sowie einem problemlosen Verlauf) erlitten (act. I 3 S. 1). Am 20. November 2006 berichtete der behandelnde Arzt, dass die Nacken- und Kopfschmerzen rückläufig seien, die Behandlung analgetisch und physiotherapeutisch er- folgten, die Prognose gut sei und keine weiteren Untersuchungen nötig seien; er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 15. bis 17. Juli 2006 (act. I 4 Ziff. 4 bis 6). Am 29. September 2020 hielt Prof. Dr. phil. M.________ diesbezüglich fest, dass bis auf eine vollständig ausgeheilte Hirnprellung von 2006 die Anamnese bland sei (act. IIA 114 S. 1). Dies bestätigt indirekt auch die Beschwerdeführerin in der Beschwerde (S. 5 Ziff. III.8), wonach die Beschwerden aus dem Unfallereignis vom 15. Juli 2006 nach ca. einem Jahr vollständig abgeklungen seien. Soweit die Beschwer- deführerin gestützt auf den Bericht der F.________ über "Repeated Head Impacts" vom 12. Mai 2021 (act. I 6) nun geltend macht, dass Menschen, die bereits früher "Kopfstösse" erlitten hätten, längere Erholungsphasen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 21 benötigten bzw. schwerwiegendere Symptome oder Langzeitfolgen zeigten (vgl. Eingabe vom 13. September 2021, in den Gerichtsakten), ist mit der Beschwerdegegnerin (vgl. Eingabe vom 29. September 2021, in den Ge- richtsakten) darauf hinzuweisen, dass die Beschwerden aus dem Ereignis vom 15. Juli 2006 bereits seit über zwölf Jahren vollständig abgeheilt sind, mithin der besagte Unfall keinen Risikofaktor für schwerwiegendere Folgen oder einen protrahierten Verlauf nach dem Ereignis vom 4. Dezember 2019 darzustellen vermag. Schliesslich kann die Beschwerdeführerin auch aus den Beurteilungen der Arbeitgeberin vom 31. Juli 2020 (act. II 90 S. 2 f.) sowie von lic. phil. L.________ vom 6. August 2020 (act. II 97 S. 33 f.), wonach die Belastbar- bzw. Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt sei (act. II 90 S. 2, 97 S. 34), nichts zu ihren Gunsten ableiten, stammen doch diese Einschät- zungen nicht von medizinischen Fachpersonen und wurden nicht mit objek- tivierbaren Unfallfolgen begründet. Nichts anderes gilt auch in Bezug auf die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin (vgl. Bericht von lic. phil. G.________ vom 14. Oktober 2021, act. I 7 S. 2 f. Ziff. III). 3.4.3Zusammenfassend bestehen keine auch nur geringen Zweifel an den Beurteilungen von Dr. med. E.________ vom 16. Dezember 2020 und 15. April 2021 (act. IIA 148, 184). In antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) erübrigen sich weitere medizini- sche Sachverhaltserhebungen. Insbesondere ist bei der vorliegenden Aus- gangslage - unbesehen der Vorgaben gemäss BGE 134 V 109 E. 9.3 f. S. 124 f. (vgl. Beschwerde, S. 4 Ziff. III.7) - nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin kein verwaltungsexternes (inter- oder polydiszi- plinäres) Gutachten einholte (vgl. Entscheid des BGer vom 13. Juli 2016, 8C_240/2016, E. 5.2; vgl. Beschwerde, S. 4 Ziff. III.7). Wie aufzuzeigen sein wird, würde sich mangels adäquater Unfallkausalität selbst dann nichts ändern, wenn im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (16. April 2021) noch unfallbedingte Beschwerden bestanden hätten. 3.4.4Da - nebst der längst ausgeheilten Kontusionsmarke über der linken Patella - keine organisch ausgewiesenen Unfallfolgen vorliegen, hängt eine allfällige weitere Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin davon ab, ob die Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 22 verbleibenden Beschwerden noch in einem rechtsgenügenden Kausalzu- sammenhang zum erlittenen Unfall stehen, mithin ob die Adäquanz gege- ben ist. Die Adäquanzbeurteilung hat in dem Zeitpunkt zu erfolgen, in dem von der Fortsetzung der Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits- zustandes mehr erwartet werden kann (vgl. E. 2.4.1 hiervor). Gemäss der schlüssigen Beurteilung von Dr. med. E.________ vom 15. April 2021 (act. IIA 184) war der medizinische Endzustand im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG (vgl. E. 2.4.1 hiervor) im strittigen Zeitpunkt der Leistungseinstellung (16. April 2021) erreicht, lagen doch zu diesem Zeitpunkt keine unfallkausa- len Residuen und keine unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr vor (act. IIA 184 S. 2 Ziff. 2 f.). Ärztliche Verlaufskontrollen und die Einnahme von Medikamenten (vgl. Bericht von lic. phil. G.________ vom 14. Oktober 2021, act. I 7 S. 2 Ziff. I) gelten nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des Ge- sundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung im Sinne der Recht- sprechung (Entscheid des BGer vom 3. Dezember 2019, 8C_674/2019, E. 4.3). Eine medizinische Behandlung, von welcher noch eine wesentliche Verbesserung hätte erwartet werden können, ist vorliegend nicht ersichtlich und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht dargetan. Demnach ist der Fallabschluss per 16. April 2021 zu Recht erfolgt und die von der Beschwerdegegnerin in diesem Zeitpunkt vorgenommene Adäquanzprüfung nicht zu beanstanden. 4. 4.1Die Adäquanzprüfung ist hier unbestrittenermassen nach der Schleudertraumapraxis - d.h. ohne Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten des Gesundheitsschadens (vgl. E. 2.3.2 hiervor) - durchzuführen (vgl. Beschwerde, S. 5 Ziff. III.10). Nach der Schleudertrauma-Praxis ist analog zu den bei psychischen Feh- lentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen (BGE 115 V 133) für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlan- gen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähig-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 23 keit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Ge- wicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzu- knüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (BGE 140 V 356 E. 5.1 S. 359; SVR 2019 UV Nr. 41 S. 157 E. 8.1) - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einer- seits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen lie- genden mittleren Bereich unterschieden wird. Dabei können die erlittenen Verletzungen Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben, gestatten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 37 E. 4.2.2). Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht auf- grund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zu- sammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erschei- nen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126; SVR 2019 UV Nr. 11 S. 44 E. 8.2.1). Je nach den konkreten Um- ständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einzi- ges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien in be- sonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die Be- jahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein (SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich um einen mittelschwe- ren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Beja- hung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.4). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Krite- rien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammen- hangs (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366, 117 V 369 E.4c S. 384). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 24 Der Katalog der - abschliessend aufgezählten (BGE 134 V 109 E. 10.2 S. 127) - adäquanzrelevanten Kriterien lautet (BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130; SVR 2017 UV Nr. 41 S. 143 E. 6.1): - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich- keit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim- mert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. 4.2Es wird zu Recht nicht beanstandet, dass die Beschwerdegegnerin das Ereignis vom 4. Dezember 2019 (Sturz mit dem … beim …; act. II 16 S. 1 Ziff. 2a) aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften und insbesondere angesichts der Gewaltein- wirkung auf die Beschwerdeführerin (trug Helm; act. II 16 S. 2 Ziff. 2b) als mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert hat (act. IIA 208 S. 7 Ziff. 4.3). Die adäquate Unfallkausalität kann demnach nur dann bejaht werden, wenn vier der sieben Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (vgl. E. 4.1 hiervor). Massgebend sind dabei die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Fallabschluss per 16. April 2021 (vgl. E. 3.4.3 hiervor) entwickelt haben (vgl. Entscheide des BGer vom 27. November 2017, 8C_488/2017, E. 6.7). 4.2.1Der …-Unfall hat sich unbestrittenermassen weder unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch zeichnet er sich durch eine besondere Eindrücklichkeit aus. Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls (vgl. BGE 140 V 356 E. 5.6.1 S. 366, 134 V 109 E. 10.2.1 S. 127; SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.5, 2016 UV Nr. 21 S. 69 E. 5.3.2) ist somit zu verneinen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 25 4.2.2Die Diagnose eines Schleudertraumas (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich behandelten Verletzung) genügt für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung. Es bedarf dazu vielmehr einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Um- stände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127; SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.5). Die Beschwerdeführerin zog sich keine schweren oder in ihrer Art besonde- ren Verletzungen zu. Namentlich ist aufgrund der aktenkundigen Be- schwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin nicht von einer besonde- ren Schwere der für eine Commotio cerebri und HWS-Distorsion typischen Beschwerden auszugehen, zumal die Beschwerdeführerin nach dem Unfall mit dem … weiter den Hang hinunter und nach Hause fahren konnte. Die Beschwerdeführerin begab sich erst zwei Tage später in ärztliche Behand- lung (vgl. E. 3.2.1). Ferner betrug der GCS-Wert bei der Erstbehandlung am 6. Dezember 2019 15 Punkte (act. II 16 S. 4 Ziff. 6d), was praxis- gemäss höchstens - und in Übereinstimmung mit der von der Kreisärztin med. pract. D.________ und vom Suva-Arzt Dr. med. E.________ gestell- ten Diagnose (vgl. act. II 71 S. 7, act. IIA 184 S. 2) - einer leichten Commotio cerebri entspricht (vgl. Entscheid des BGer vom 24. August 2020, 8C_386/2020, E. 4.3.2). Das Kriterium ist folglich nicht erfüllt. 4.2.3Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung erfordert eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässig- keit auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgerichtete ärzt- liche Behandlung, verbunden mit einer erheblichen zusätzlichen Beein- trächtigung der Lebensqualität. Medikamentöse und ambulante physiothe- rapeutische Behandlung, alternativ-medizinische Massnahmen sowie Ver- laufskontrollen und Abklärungen sind nicht im Sinne der Rechtsprechung als belastend zu qualifizieren (BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128; SVR 2019 SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.5, 2007 UV Nr. 25 S. 84 E. 8.3.3; Entscheid des BGer vom 16. Februar 2009, 8C_327/2008, E. 4.2). Die nach dem Unfall vom 4. Dezember 2019 erfolgten Behandlungen bestanden im Wesentlichen aus medikamentöser Schmerzbehandlung, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 26 ambulanter Physiotherapie (act. II 4, 16 S. 5 Ziff. 8, 27, 53, 55, 67, 86, act. IIA 114 S. 2) sowie Verlaufskontrollen (vgl. act. II 68 S. 2 Ziff. 3b f.) und sind insoweit nicht im Sinne der Rechtsprechung als belastend zu qualifizieren, zumal eine Behandlungsbedürftigkeit (in Form medikamentö- ser Schmerz- und Physiotherapie) während zwei bis drei Jahren nach ei- nem Schleudertrauma der HWS resp. äquivalenten Verletzungen mit ähnli- chem Beschwerdebild durchaus üblich ist (Entscheid des BGer vom 23. April 2008, 8C_402/2007, E. 5.2.3). Damit ist auch dieses Kriterium zu verneinen. 4.2.4Für die Adäquanzfrage wesentlich können im Weiteren in der Zeit zwischen Unfall und Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128; SVR 2017 UV Nr. 9 S. 33 E. 9). Für das Vorliegen erheblicher Beschwerden bestehen vorliegend keine hinreichenden Anhaltspunkte. Vielmehr ist die Beschwerdeführerin ohne Weiteres in der Lage, regelmässig im Kraftraum, Fitnesscenter und auf dem Ergometer zu trainieren sowie …trainings zu absolvieren (act. II 10, 25 S. 1 Ziff. 2b, 27, 67, 68 S. 1 Ziff. 2a, 69 S. 2). Sodann hat sie im Verlauf wiederholt über eine deutliche Besserung der Beschwerden und Belas- tungsfähigkeit berichtet (act. II 10, 25 S. 1 Ziff. 2a, 32 S. 1, 43 S. 1, 68 S. 1 Ziff. 2a). Demnach ist dieses Kriterium ebenfalls nicht erfüllt. 4.2.5Aufgrund der Akten sind auch eine Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, oder ein schwieriger Heilungsverlauf und das Vorliegen von erheblichen Komplikationen zu verneinen. 4.2.6Bezüglich des Kriteriums der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen ist Folgendes festzuhalten: Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeits- versuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen The- rapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 27 alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragen- de Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszu- weisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 130; SVR 2009 UV Nr. 13 S. 56 E. 7.7.1). Gemäss Dr. med. H.________ galt die Beschwerdeführerin bereits ab dem 1. Februar 2020 wieder als zu 30 %, ab dem 14. März 2020 als zu 40 %, ab dem 21. März 2020 als zu 50 % und ab dem 9. Juni 2020 als zu 60 % ar- beitsfähig (act. II 30, 76). Laut der Kreisärztin med. pract. D.________ be- stand ab dem 9. Juni 2020 grundsätzlich wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als … (act. II 59). Am 29. Juni 2020 ergänzte die Kreisärztin, dass beim Fehlen von unfallbedingten strukturellen Läsionen weder eine weitere Arbeitsunfähigkeit noch ein intensiver Therapiebedarf - der tendenziell die Optimierung der Wettkampfreife für die Nationalkader- Athletin im … zum Fokus zu haben scheine - ausgewiesen sei (act. II 71 S. 8). Am 14. Juli 2020 bekräftigte die Kreisärztin, dass unfallbedingt keine Arbeitsunfähigkeit - weder für die angestammte noch eine angepasste Tätigkeit - mehr bestehe (act. II 77 S. 3 Ziff. 3). Zwar attestierte Dr. med. H.________ der Beschwerdeführerin ab dem 30. September 2020 wieder eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % und ab 1. Dezember 2020 eine solche von 70 %, dies jedoch ohne Begründung (act. IIA 135 S. 2, 141 S. 2). Ge- stützt auf die MRT-Abklärung vom 28. Januar 2021 (act. IIA 173 S. 1) ge- langte der Suva-Arzt Dr. med. E.________ aus neurologischer Sicht zum Schluss, dass unfallbedingt keine Gesundheitsbeeinträchtigung mit Einfluss auf die berufliche Leistungsfähigkeit vorliege (act. IIA 184 S. 2 f. Ziff. 2 f.). Damit ist eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig- keit als … aus fachärztlicher Sicht nicht mehr ausgewiesen. Daran vermag die von der Beschwerdeführerin zusammengestellte Liste der Arbeitsun- fähigkeiten (act. I 5) nichts zu ändern. Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen kann somit nicht bejaht werden. 4.3Insgesamt ist damit keines der massgebenden Kriterien erfüllt, womit der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 4. Dezember 2019 und den weiterhin geklagten Beschwerden zu verneinen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 28 ist. Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht ihre Leistungen per 16. April 2021 eingestellt bzw. einen Anspruch auf weitere Leistungen (In- validenrente, Integritätsentschädigung) verneint. 5. Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 15. Juni 2021 (act. IIA 208) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 6. 6.1In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. f bis ATSG (Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 6.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be- schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr- schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien- tschädigung zugesprochen. 3. Zu eröffnen (R): - B.________ z.H. der Beschwerdeführerin - Suva (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 1. November 2021) - Bundesamt für Gesundheit Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Jan. 2022, UV/21/561, Seite 29 Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.