<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00046</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204423&amp;W10_KEY=13013568&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00046</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.08.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Unterschutzstellung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Fristverlängerung für Schutzmassnahme Legitimation der Gemeinde (E. 1). Im vorliegenden Fall kommt § 213 und nicht § 209 PBG zur Anwendung (E. 3.1). Die Bestimmung von § 213 Abs. 3 ist auf die Grundeigentümerinteressen ausgerichtet (E. 3.2). Die Materialien sprechen dafür, dass mit der Revision des Planungs- und Baugesetzes vom 1. September 1991 § 213 Abs. 3 als Verwirkungsfrist ausgestaltet wurde. Der Wortlaut, wonach bei wesentlich veränderten Verhältnissen auch später noch eine Schutzmassnahme angeordnet werden kann, verdeutlicht nur einen allgemeinen Rechtsgrundsatz und besagt nicht, dass es sich nicht um eine eigentliche Verwirkungsfrist handle. Eine Unterbrechung dieser Verwirkungsfrist ist nicht möglich. Im vorliegenden Fall ist die Zweijahresfrist demnach während des Rekursverfahrens mit Verwirkungsfolge abgelaufen und die angefochtene Schutzmassnahme somit dahingefallen (E. 3.3). Eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse liegt nur vor, wenn sich die Verhältnisse in Bezug auf das Schutzobjekt selbst verändert haben (3.4). Abweisung (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Natur- und Heimatschutz ST: DENKMALPFLEGE">DENKMALPFLEGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTERSTRECKUNG">FRISTERSTRECKUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTVERSÃUMNIS">FRISTVERSÃUMNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDELEGITIMATION">GEMEINDELEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORDNUNGSFRIST">ORDNUNGSFRIST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZMASSNAHME">SCHUTZMASSNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERÃNDERTE VERHÃLTNISSE">VERÃNDERTE VERHÃLTNISSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWIRKUNGSFRIST">VERWIRKUNGSFRIST</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 209 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 213 Abs. III PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 21 lit. b VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2004 Nr. 65 S. 16</span><br/><span class="ungerade">RB 2004 Nr. 63</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 11. Januar 2000 liessen F und G als damalige EigentÃ¼merinnen bei der Baukommission X das Gesuch um Entlassung des Mehrfamilienhauses Vers.-Nr. 01 auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 an der L-Strasse in X aus dem Inventar der Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung stellen. Mit Beschluss vom 25. Januar 2000 ordnete die Baukommission X eine vorsorgliche Schutzmassnahme fÃ¼r das streitbetroffene GebÃ¤ude an. Mit VerfÃ¼gung vom 15. Februar 2001 verlÃ¤ngerte die Abteilung Hochbau der Gemeinde X die Frist fÃ¼r die AbklÃ¤rung der SchutzwÃ¼rdigkeit um ein Jahr und stellte fest, der Baukommissionsbeschluss vom 25. Januar 2000 betreffend vorsorgliche Schutzmassnahmen bleibe unverÃ¤ndert wirksam.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diese VerfÃ¼gung erhoben F und G gemeinsam Rekurs an die Baurekurskommission II. Der Rekurs betraf die Frage, ob die VerlÃ¤ngerung der Jahresfrist durch das Hochbauamt X rechtzeitig erfolgt sei. Das Verfahren wurde in der Folge auf Antrag der Abteilung Hochbau der Gemeinde X und unter Zustimmung von F und G sistiert, weil Verhandlungen Ã¼ber eine vertragliche Unterschutzstellung gefÃ¼hrt wurden. Nachdem F und G das GrundstÃ¼ck verkauft hatten, erklÃ¤rten die Erwerber B, C und D sowie E den Eintritt in das Rekursverfahren und verlangten die Fortsetzung des Verfahrens.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Inzwischen war die mit dem angefochtenen Entscheid um ein Jahr verlÃ¤ngerte Frist nach Auffassung der Baurekurskommission II mit Verwirkungsfolge abgelaufen, weshalb sie das Rekursverfahren am 17. Dezember 2002 als gegenstandslos geworden abschrieb.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diesen Beschluss liess die Gemeinde X mit Eingabe vom 6. Februar 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, der Rekursentscheid sei aufzuheben und die Baurekurskommission II anzuweisen, das Rekursverfahren fortzusetzen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerschaft, auch fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baurekurskommission II beantragte am 27. Februar 2003 Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 25. Februar 2003 wurde B, C, D sowie E die mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 7. Februar 2003 angesetzte Frist zur Einreichung der Beschwerdeantwort abgenommen. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 19. MÃ¤rz 2003 wurde das Verfahren auf Antrag der Gemeinde X wegen Verhandlungen Ã¼ber eine vertragliche Unterschutzstellung einstweilen bis Ende Juni 2003 sistiert. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gungen vom 7. Juli 2003, 3. September 2003, 19. November 2003 und 28. Januar 2004 wurde die Sistierung verlÃ¤ngert. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 11. Mai 2004 wurde die Sistierung auf Antrag von B, C und D sowie E aufgehoben und das Verfahren wieder aufgenommen. B, C und D sowie E wurde die Frist zur Einreichung der Beschwerdeantwort neu angesetzt. Sie liessen sich in der Folge jedoch nicht vernehmen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 21 lit. b des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) kann eine Gemeinde, eine andere KÃ¶rperschaft oder eine Anstalt des Ã¶ffentlichen Rechts zur Wahrung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen ein Rechtsmittel ergreifen. Entsprechend hat das Verwaltungsgericht die Legitimation der Gemeinde unter anderem bejaht bei einer Betroffenheit in Interessen oder Aufgaben, welche die Gemeinde wahrnehmen oder erfÃ¼llen muss, wenn sich die angefochtene VerfÃ¼gung auf einen grossen Teil der Einwohnerschaft auswirkt (RB 1998 Nr. 13) oder wenn sich die Gemeinde gegen ihr auferlegte finanzielle Verpflichtungen wehrt (RB 2001 Nr. 9 = ZBl 102/2001, S. 525). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde lÃ¤sst vorbringen, es gehe im vorliegenden Fall um denkmalpflegerische Interessen und letztlich um Schutzmassnahmen in Bezug auf die streitbetroffene Liegenschaft. FÃ¼r Schutzmassnahmen von Objekten von kommunaler Bedeutung sei gemÃ¤ss § 211 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) die kommunale Exekutive zustÃ¤ndig. Mit dem angefochtenen Entscheid greife die Baurekurskommission in die Kompetenz der Gemeinde im Zusammenhang mit Schutzmassnahmen fÃ¼r Objekte des Natur- und Heimatschutzes ein. Durch die unrichtige Auslegung und Anwendung des kantonalen Rechts werde letztlich die der Gemeinde obliegende Pflicht zur Wahrung denkmalpflegerischer Interessen und zum Treffen von Schutzmassnahmen fÃ¼r Objekte von kommunaler Bedeutung vereitelt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei der Anordnung von Schutzmassnahmen im Bereich des Natur- und Heimatschutzes geht es um die Wahrnehmung einer der Gemeinde gesetzlich Ã¼bertragenen Pflicht, der sie im Fall eines unbenutzten Ablaufs einer Verwirkungsfrist nicht mehr nachzukommen vermag. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist deshalb in Bezug auf die Frage, ob es sich bei der Frist gemÃ¤ss § 213 Abs. 3 PBG um eine Ordnungs- oder Verwirkungsfrist handle, in kommunalen Interessen oder Aufgaben derart betroffen, dass ihre Beschwerdelegitimation zu bejahen ist. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die Baurekurskommission macht geltend, die um ein Jahr verlÃ¤ngerte Frist sei wÃ¤hrend der Dauer des Rekursverfahrens mit Verwirkungsfolge abgelaufen. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrt sie aus, es liege ein Anwendungsfall von § 213 Abs. 3 PBG vor, bei dessen Frist es sich im Unterschied zur Jahresfrist gemÃ¤ss § 209 PBG nicht um eine Ordnungsfrist, sondern um eine Verwirkungsfrist handle. Dies bedeute, dass mit dem Ablauf der (erstreckten) Frist durch die kommunale BehÃ¶rde vorbehÃ¤ltlich wesentlich verÃ¤nderter VerhÃ¤ltnisse keine definitiven Schutzmassnahmen angeordnet werden kÃ¶nnten. Damit werde auch das vorsorgliche VerÃ¤nderungsverbot obsolet und falle ohne weiteres dahin. Diese Rechtsfolge bewirke keinen Widerspruch zum Grundsatz von Treu und Glauben. Namentlich mÃ¼ssten AbklÃ¤rungen Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit von Objekten auch dann weiter gefÃ¼hrt werden, wenn mit den GrundeigentÃ¼mern Ã¼ber eine Unterschutzstellung durch verwaltungsrechtlichen Vertrag verhandelt werde. Die Gemeinde dÃ¼rfe unter keinen UmstÃ¤nden darauf vertrauen, dass sie wÃ¤hrend eines hÃ¤ngigen Rekursverfahrens keine definitive SchutzverfÃ¼gung treffen mÃ¼sse. Der Gemeinde sei es ohne weiteres zumutbar, und es sei sogar geradezu ihre Pflicht, auch dann den Erlass einer definitiven Schutzanordnung zu prÃ¼fen, wenn die ZulÃ¤ssigkeit der VerlÃ¤ngerung der Jahresfrist strittig sei. Das Gesetz lasse keine Ã¼ber eine um ein volles Jahr hinausgehende Erstreckung zu; damit trete spÃ¤testens nach Ablauf von zwei Jahren seit Fristbeginn ohne weiteres die Verwirkungsfolge ein und erlÃ¶sche das VerÃ¤nderungsverbot.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤lt dem entgegen, die Gemeinde dÃ¼rfe darauf vertrauen, dass sie wÃ¤hrend eines hÃ¤ngigen Rekursverfahrens keine definitive SchutzverfÃ¼gung treffen mÃ¼sse, sondern dass das Rekursverfahren die laufende Frist unterbreche. Die Jahresfrist gemÃ¤ss § 209 PBG sei keine Verwirkungsfrist hinsichtlich des Erlasses einer definitiven Schutzmassnahme. Da es sich lediglich um eine Ordnungsfrist handle, mÃ¼sse fÃ¼r die VerlÃ¤ngerung der Jahresfrist logischerweise dasselbe gelten. Im Ãbrigen werde auch im Zusammenhang mit der Rechtsnatur der Frist nach § 213 PBG meist nur von einer "Art" Verwirkungsfrist gesprochen. Bereits der Wortlaut der Bestimmung, wonach bei wesentlich verÃ¤nderten VerhÃ¤ltnissen auch spÃ¤ter noch eine Schutzmassnahme angeordnet werden kÃ¶nne, mache deutlich, dass es sich nicht um eine eigentliche Verwirkungsfrist handle. Dementsprechend kÃ¤men die Ã¼blicherweise geltenden Regeln Ã¼ber den Unterbruch des Fristenlaufs auch hier zur Anwendung. Der Fristenlauf werde durch jede Amtshandlung im Verwaltungs- und Verwaltungsstreitverfahren, das der Festlegung oder Feststellung eines Ã¶ffentlichrechtlichen Anspruchs diene, unterbrochen. Selbst im Anwendungsbereich von § 213 PBG kÃ¶nnten Schutzmassnahmen bei wesentlich verÃ¤nderten VerhÃ¤ltnissen auch spÃ¤ter noch angeordnet werden. Im vorliegenden Fall hÃ¤tten sich die VerhÃ¤ltnisse wesentlich verÃ¤ndert, indem wÃ¤hrend des Laufs der verlÃ¤ngerten Jahresfrist vÃ¶llig Ã¼berraschend ein EigentÃ¼merwechsel stattgefunden habe. Dieser Wechsel sei in einem Zeitpunkt erfolgt, da der verwaltungsrechtliche Vertrag im Entwurf vorgelegen und kurz vor dem Abschluss gestanden sei. Finde kurz vor einem Vertragsabschluss ein EigentÃ¼merwechsel statt, so kÃ¶nne ohne weiteres von wesentlich verÃ¤nderten VerhÃ¤ltnissen ausgegangen werden. Die Frist gemÃ¤ss § 213 PBG gelte der Beschleunigung des Verfahrens und damit dem Interesse der EigentÃ¼mer. Wenn, wie im vorliegenden Fall, die VerÃ¤nderung der VerhÃ¤ltnisse auf UmstÃ¤nde zurÃ¼ckzufÃ¼hren sei, die im Verantwortungsbereich der EigentÃ¼mer lÃ¤gen, kÃ¶nne der mit § 213 PBG angestrebte Schutz der EigentÃ¼mer zurÃ¼cktreten. Mit der einvernehmlichen Sistierung zufolge Vertragsverhandlungen hÃ¤tten die frÃ¼heren EigentÃ¼merinnen sinngemÃ¤ss auf einen definitiven Entscheid Ã¼ber die Unterschutzstellung wÃ¤hrend der Zweijahresfrist verzichtet. Ein solcher Verzicht sei ohne weiteres zulÃ¤ssig, wenn nach § 205 lit. d PBG auch eine Unterschutzstellung durch Vertrag vereinbart werden kÃ¶nne. In einem solchen Fall widerspreche die Berufung auf die Einhaltung der Zweijahresfrist dem Grundsatz von Treu und Glauben. Die heutige Beschwerdegegnerschaft mÃ¼sse sich das Verhalten ihrer RechtsvorgÃ¤ngerinnen entgegenhalten und anrechnen lassen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Wie die Baurekurskommission richtig festgestellt hat, kommt im vorliegenden Fall, wo die EigentÃ¼merschaft ein Provokationsbegehren gestellt hat, § 213 PBG und nicht § 209 PBG zur Anwendung. Wenn die BeschwerdefÃ¼hrerin die Ordnungsfrist gemÃ¤ss § 209 PBG heranzieht und daraus ableitet, es mÃ¼sse fÃ¼r die VerlÃ¤ngerung der Jahresfrist dasselbe gelten, so Ã¼bersieht sie, dass eine FristverlÃ¤ngerung nach dem Wortlaut von § 209 PBG nicht vorgesehen ist. Das Verwaltungsgericht hat offen gelassen, ob § 213 Abs. 3 PBG analog angewendet werden kann oder ob nicht eher ein qualifiziertes Schweigen des Gesetzgebers anzunehmen ist, welches eine Fristerstreckung bei der InventarerÃ¶ffnung nach § 209 PBG gerade ausschliesst (VGr, 6. Oktober 1999, VB.98.00081). Nachdem die Abteilung Hochbau der Gemeinde X mit VerfÃ¼gung vom 15. Februar 2001 die Frist fÃ¼r die AbklÃ¤rung der SchutzwÃ¼rdigkeit gestÃ¼tzt auf § 213 Abs. 3 PBG um ein Jahr verlÃ¤ngert hat, muss jedenfalls von der Anwendung von § 213 Abs. 3 PBG ausgegangen werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Nach § 213 Abs. 3 PBG trifft das zustÃ¤ndige Gemeinwesen den Entscheid Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit spÃ¤testens innert Jahresfrist, wobei es in AusnahmefÃ¤llen vor Fristablauf dem GrundeigentÃ¼mer anzeigen kann, die Behandlungsdauer erstrecke sich um hÃ¶chstens ein weiteres Jahr. Liegt vor Fristablauf kein Entscheid vor, kann eine Schutzmassnahme nur bei wesentlich verÃ¤nderten VerhÃ¤ltnissen angeordnet werden. Die Bestimmung ist auf die GrundeigentÃ¼merinteressen ausgerichtet und zwingt die BehÃ¶rde zugunsten der EigentÃ¼merschaft zum Handeln. § 209 PBG richtet sich demgegenÃ¼ber auf den Schutz des Objekts und bewirkt zugunsten des Denkmals ein VerÃ¤nderungsverbot (Dominik Bachmann, AusgewÃ¤hlte Fragen zum Denkmalrecht, PBG aktuell 1/2000, S. 6).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Ob eine Ã¶ffentlich-rechtliche Fristbestimmung den Charakter einer Verwirkungsfrist hat, muss durch eine Analyse bzw. Auslegung des massgebenden Erlasses festgestellt werden (Attilio R. Gadola, VerjÃ¤hrung und Verwirkung im Ã¶ffentlichen Recht, AJP 1995, S. 56). In der ursprÃ¼nglichen Fassung wurde § 213 Abs. 3 PBG als Ordnungsfrist ohne Verwirkungsfolge aufgefasst (RB 1989 Nr. 69). Ob die Revision des Planungs- und Baugesetzes vom 1. September 1991 aus der blossen Ordnungsfrist eine Verwirkungsfrist gemacht hat, hat das Verwaltungsgericht bisher jedoch noch nicht entschieden. Hingegen ist die Baurekurskommission in einem Entscheid vom 13. November 1998 gestÃ¼tzt auf eine historische Auslegung zum Schluss gekommen, dass es sich bei § 213 Abs. 3 PBG in der revidierten Fassung um eine Verwirkungsfrist handle (BRK I, 13. November 1998, BEZ 1999 Nr. 5). TatsÃ¤chlich sprechen die Materialien fÃ¼r diese Ansicht. In der Sitzung vom 20. Dezember 1990 beschloss die vorberatende Kommission den Grundsatz, eine Verwirkung vorzusehen (Prot. S. 594). Tags darauf stimmte sie der heute geltenden Formulierung von § 213 Abs. 3 Satz 1 PBG zu. Darauf bemerkte ein Kommissionsmitglied, es fehle nun aber eine Verwirkungsfrist. Wenn schon, so mÃ¼sse die SchutzwÃ¼rdigkeit nach zwei Jahren verwirkt und der GrundeigentÃ¼mer wieder frei sein. Darauf wurde eine Diskussion betreffend die Verwirkung gefÃ¼hrt. Der Vorsitzende meinte, die Frage der SchutzwÃ¼rdigkeit mÃ¼sse nach Ablauf der Frist nur bei verÃ¤nderten VerhÃ¤ltnissen wieder aufgenommen werden kÃ¶nnen, worauf einstimmig der heute geltende Satz 2 von Abs. 3 der Bestimmung beschlossen wurde. Die ganze Diskussion war von dem Anliegen geprÃ¤gt, bei der Revision dieser Bestimmung die Rechtssicherheit zugunsten der EigentÃ¼merschaft zu erhÃ¶hen. Dies bringt auch die systematische Einordnung zum Ausdruck, steht § 213 PBG doch unter dem Randtitel "G. AnsprÃ¼che des GrundeigentÃ¼mers". Der Wortlaut von Abs. 3, wonach bei wesentlich verÃ¤nderten VerhÃ¤ltnissen auch spÃ¤ter noch eine Schutzmassnahme angeordnet werden kann, verdeutlicht nur einen allgemeinen Rechtsgrundsatz und besagt entgegen den AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrerin keineswegs, dass es sich nicht um eine eigentliche Verwirkungsfrist handle. Eine Unterbrechung dieser Verwirkungsfrist â etwa wegen laufender Vertragsverhandlungen â ist nicht mÃ¶glich, und zwar schon aus praktischen GrÃ¼nden, bliebe doch vÃ¶llig unklar, wann die unterbrochene Frist wieder zu laufen beginnen wÃ¼rde. Die Zweijahresfrist ist demnach wÃ¤hrend des Rekursverfahrens mit Verwirkungsfolge abgelaufen und die angefochtene Schutzmassnahme somit dahingefallen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Eine wesentliche VerÃ¤nderung der VerhÃ¤ltnisse im Sinn von § 213 Abs. 3 Satz 2 PBG liegt nicht vor. Entgegen den AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrerin kann in der Tatsache, dass wÃ¤hrend des Laufs der verlÃ¤ngerten Jahresfrist ein EigentÃ¼merwechsel stattgefunden hat, keinesfalls eine wesentliche VerÃ¤nderung der VerhÃ¤ltnisse erblickt werden, selbst wenn ein Vertragsabschluss unmittelbar bevorstand. Eine wesentliche VerÃ¤nderung im Sinn von § 213 Abs. 3 PBG liegt nur vor, wenn sich die VerhÃ¤ltnisse in Bezug auf das<i> </i>Schutzobjekt selbst verÃ¤ndert haben, etwa indem neue schÃ¼tzenswerte Bauteile erst nach Fristablauf entdeckt werden. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde erweist sich damit im Ergebnis als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang sind die Verfahrenskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihr damit von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss <span>entscheidet die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 180.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'180.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Mitteilung anâ¦<br/> <br/> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>