<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00694</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222561&amp;W10_KEY=13013463&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00694</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.08.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kostenerlass</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Kostenerlass. [Ausgangspunkt des Rechtsstreits bilden zwei Urteile des Bezirksrats, mit welchen dieser â in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz im Kindes- und Erwachsenenschutzrecht â Beschwerden des Beschwerdeführers gegen KESB-Entscheide abgewiesen hatte. Der Beschwerdeführer ersuchte in der Folge beim Bezirksrat um Erlass der ihm in diesen beiden Urteilen auferlegten Entscheidgebühren, was der Bezirksrat indes ablehnte. Das Obergericht erachtete sich anschliessend für unzuständig, die vom Beschwerdeführer gegen den negativen Kostenerlassentscheid des Bezirksrats eingereichte Beschwerde zu behandeln, und überwies die Sache an den Regierungsrat, welcher das Rechtsmittel abwies. Daraufhin gelangte der Beschwerdeführer mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht.] Zu prüfen ist, ob der Regierungsrat zu Recht davon ausging, gegen einen bezirksrätlichen Kostenerlassentscheid betreffend die aus einem Beschwerdeentscheid auf dem Gebiet des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts herrührenden Gerichtskosten stehe der verwaltungsverfahrensrechtliche Instanzenzug zur Verfügung (E. 2.4). Die vorliegend infrage stehenden Kosten wurden gestützt auf die ZPO und kantonales Ausführungsrecht bemessen und verteilt, und ein Erlass derselben richtet sich nach der betreffenden Regelung in der ZPO. Für eine Anwendung des VRG als Verfahrensrecht für den Kostenerlass besteht damit kein Raum (zum Ganzen E. 3). Auch wenn im Kostenerlassbeschluss des Bezirksrats als KESB-Beschwerdeinstanz ein Justizverwaltungsakt erblickt würde, führte dies nicht zur Zulässigkeit des Rekurses nach VRG, sondern jener der Aufsichtsbeschwerde nach §§ 82 ff. GOG. Diese kommt in ihrer Ausprägung als "sachliche" Aufsichtsbeschwerde mit Rechtsmittelfunktion dann zum Tragen, wenn die ZPO-Rechtsmittel nicht zur Verfügung stehen, jedoch â wie hier â ein fallbezogenes Rechtsschutzbedürfnis besteht. In derartigen Fällen muss die Zuständigkeit richtigerweise nicht bei der rein administrativen Dienstaufsicht (Regierungsrat) liegen, sondern bei der fachgebietszuständigen gerichtlichen Aufsichts- und Rechtsmittelbehörde. Diese ist im Bereich der Zivil- und Strafrechtspflege das Obergericht. Handelt es sich beim Bezirksrat in seiner Eigenschaft als KESB-Beschwerdeinstanz um ein Zivilgericht, amtet er auch als Erlassbehörde, wenn es um aus solchen Verfahren herrührende Gerichtskosten geht, als Organ der Zivilrechtspflege. Damit steht gegen den streitigen Kostenerlassentscheid des Bezirksrats die Aufsichtsbeschwerde nach §§ 82 ff. GOG an das Obergericht offen (E. 4.3). Zudem stehen Rekurs und Beschwerde nach VRG nur dann zur Verfügung, wenn der Regelungsgegenstand des Anfechtungsobjekts eine öffentlich-rechtliche Angelegenheit darstellt. Hier geht es um die Anwendung der Kostenerlassnorm von Art. 112 ZPO, welche keine öffentlich-rechtliche Bestimmung im eigentlichen Sinne ist. Die Normen der ZPO sind â als Verfahrensordnung der Zivilgerichte â von den Zivilgerichten anzuwenden (E. 4.4). Der Beschwerdeführer dringt mit seiner gegen den negativen Kostenerlassentscheid gerichteten Beschwerde mangels Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts und des Regierungsrats nicht durch (E. 5.1). Weil das Obergericht bereits seinerseits negativ über seine Zuständigkeit entschieden hat und auch im Rahmen des Meinungsaustauschs mit dem Verwaltungsgericht nicht bereit war, das Rechtsmittel entgegenzunehmen, bleibt dem Verwaltungsgericht eine Überweisung an jenes auf gleicher Stufe stehende Gericht verwehrt (E. 6.1). Abweisung im Sinn der Erwägungen, soweit Eintreten, und Aufhebung des angefochtenen Beschlusses des Regierungsrats.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSICHTSBEHÃRDE">AUFSICHTSBEHÃRDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSICHTSBESCHWERDE">AUFSICHTSBESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEZIRKSRAT">BEZIRKSRAT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTSCHEIDGEBÃHR">ENTSCHEIDGEBÃHR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: JUSTIZVERWALTUNG">JUSTIZVERWALTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: JUSTIZVERWALTUNGSAKTE">JUSTIZVERWALTUNGSAKTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KESB">KESB</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDES- UND ERWACHSENENSCHUTZ">KINDES- UND ERWACHSENENSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENAUFLAGE">KOSTENAUFLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENERLASS">KOSTENERLASS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEINUNGSAUSTAUSCH">MEINUNGSAUSTAUSCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEGATIVER KOMPETENZKONFLIKT">NEGATIVER KOMPETENZKONFLIKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: OBERGERICHT">OBERGERICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMITTELINSTANZ">RECHTSMITTELINSTANZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERWEISUNG">ÃBERWEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ÃBRIGES BESONDERES VERWALTUNGSRECHT">ÃBRIGES BESONDERES VERWALTUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHE PROZESSFÃHRUNG (UP)">UNENTGELTLICHE PROZESSFÃHRUNG (UP)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSRECHT">VERFAHRENSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS">ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29a BV</span><br/><span class="ungerade">§ 40 Abs. I EG KKESR</span><br/><span class="gerade">§ 40 Abs. II EG KKESR</span><br/><span class="ungerade">§ 40 Abs. III EG KKESR</span><br/><span class="gerade">§ 60 EG KKESR</span><br/><span class="ungerade">§ 63 EG KKESR</span><br/><span class="gerade">Art. 80 GOG</span><br/><span class="ungerade">Art. 81 GOG</span><br/><span class="gerade">Art. 83 Abs. III GOG</span><br/><span class="ungerade">Art. 84 GOG</span><br/><span class="gerade">Art. 74 Abs. II KV</span><br/><span class="ungerade">§ 45 Abs. I OGRR</span><br/><span class="gerade">§ 5 Abs. I VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 450 Abs. I ZGB</span><br/><span class="gerade">Art. 450f ZGB</span><br/><span class="ungerade">§ 112 Abs. I ZPO CH</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=58465" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00694</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 3. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">8. August 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter AndrÃ© Moser<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Matthias Hauser, Verwaltungsrichter Daniel Schweikert, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Cyrill Bienz.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Bezirksrat Uster, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Kostenerlass,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit Urteil vom 18. Dezember 2015 (GeschÃ¤ftsnummer VO.2015.55) wies der Bezirksrat Uster die Beschwerde von A gegen den Entscheid der Kindes- und ErwachsenenschutzbehÃ¶rde (KESB) Uster vom 25. November 2015, welcher das Besuchsrecht von A zu seinen beiden SÃ¶hnen zum Gegenstand hatte, ab, soweit er darauf eintrat. Die EntscheidgebÃ¼hr von Fr. 800.- auferlegte der Bezirksrat zur HÃ¤lfte A. Die in der Folge von A erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich mit Urteil vom 24. Februar 2016 ab, soweit es darauf eintrat. Mit Urteil vom 14. MÃ¤rz 2016 berichtigte das Obergericht Dispositivziffer 1 des Urteils vom 24. Februar 2016 und erklÃ¤rte A ab sofort fÃ¼r berechtigt, seine beiden SÃ¶hne einmal monatlich einzeln begleitet wÃ¤hrend drei Stunden zu besuchen. Der Besuchsrechtsbeistand habe diese Besuche zu organisieren. Im Ãbrigen werde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kÃ¶nne. Beide Urteile des Obergerichts erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Beschluss und Urteil vom 25. November 2016 (GeschÃ¤ftsnummer VO.2016.51) wies der Bezirksrat Uster die Beschwerde von A gegen den Entscheid der KESB Uster vom 2. November 2016, welche â neben anderem â die Vertretungsbeistandschaft der SÃ¶hne von A aufgehoben hatte, ab, soweit er darauf eintrat. Das Gesuch von A um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung wies er aufgrund der offensichtlichen Aussichtslosigkeit der Beschwerde ebenso ab. Die EntscheidgebÃ¼hr von Fr. 800.- auferlegte der Bezirksrat A. Auch gegen diesen Entscheid gelangte A mit Beschwerde an das Obergericht. Nachdem er diese jedoch wieder zurÃ¼ckgezogen hatte, schrieb das Obergericht das Verfahren mit Beschluss vom 26. Januar 2017 ab. Dieser Beschluss erwuchs ebenfalls unangefochten in Rechtskraft.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Am 21. Dezember 2015 bzw. 28. November 2016 stellte der Bezirksrat Uster A die ihm mit den Entscheiden vom 18. Dezember 2015 und 25. November 2016 auferlegten Verfahrenskosten in HÃ¶he von Fr. 400.- bzw. Fr. 800.- in Rechnung. Nachdem A die Rechnungen trotz wiederholter Aufforderungen bzw. Mahnungen und bewilligter Ratenzahlung nicht beglichen hatte, reichte der Bezirksrat am 3. September 2018 ein Betreibungsbegehren beim Betreibungsamt B ein. Am 26. September 2018 stellte der Bezirksrat aufgrund des Rechtsvorschlags von A beim Bezirksgericht Winterthur ein RechtsÃ¶ffnungsbegehren. Daraufhin ersuchte A den Bezirksrat mit Eingabe vom 25. November 2018 um Erlass der besagten Verfahrenskosten. In der Folge sistierte das Bezirksgericht das RechtsÃ¶ffnungsverfahren mit VerfÃ¼gung vom 19. Dezember 2018 bis zur rechtskrÃ¤ftigen Erledigung des beim Bezirksrat hÃ¤ngigen Verfahrens betreffend das Kostenerlassgesuch. </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschluss vom 10. Dezember 2019 (GeschÃ¤ftsnummer Bl.2018.5) wies der Bezirksrat das Kostenerlassgesuch ab und auferlegte A die EntscheidgebÃ¼hr von Fr. 300.-. Eine ParteientschÃ¤digung sprach er A nicht zu.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit Eingabe vom 22. Januar 2020 erhob A â der Rechtsmittelbelehrung des Beschlusses des Bezirksrats Uster vom 10. Dezember 2019 folgend â Beschwerde beim Obergericht des Kantons ZÃ¼rich und beantragte, der angefochtene Beschluss des Bezirksrats sei â mindestens in Bezug auf die Kostenauflage â aufzuheben, und es seien ihm die Verfahrenskosten gemÃ¤ss den Entscheiden der KESB Uster vom 18. Dezember 2015 und 25. November 2016 zu erlassen. Daneben ersuchte A um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege. Mit Beschluss PQ200009 vom 11. Februar 2020 trat die II. Zivilkammer des Obergerichts auf die "Beschwerde" nicht ein und Ã¼berwies die Sache zustÃ¤ndigkeitshalber an den Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich. Verfahrenskosten erhob das Obergericht keine, eine EntschÃ¤digung sprach es nicht zu. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Der Regierungsrat wies das ihm Ã¼berwiesene und als "Rekurs" behandelte Rechtsmittel mit Beschluss vom 19. August 2020 (RRB-Nr. 723/2020) ab und auferlegte A die Verfahrenskosten (bestehend aus einer StaatsgebÃ¼hr von Fr. 300.- sowie AusfertigungsgebÃ¼hren von Fr. 458.-), gewÃ¤hrte ihm aber die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Eine ParteientschÃ¤digung sprach der Regierungsrat nicht zu.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>IV. </b> </p> <p class="Urteilstext">A gelangte daraufhin â entsprechend der Rechtsmittelbelehrung des Beschlusses des Regierungsrats vom 19. August 2020 â mit Beschwerde vom 2. Oktober 2020 an das Verwaltungsgericht und beantragte, der Beschluss vom 19. August 2020 sei aufzuheben und es sei ihm der beantragte Kostenerlass zu gewÃ¤hren. Zudem seien ihm auch die weiteren offenen Kosten beim Bezirksrat Uster zu erlassen. UnabhÃ¤ngig davon sei der Beschluss des Regierungsrats hinsichtlich der ihm auferlegten Verfahrenskosten aufzuheben. Daneben ersuchte er um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 7. Oktober 2020 zog das Verwaltungsgericht die Akten des Bezirksrats Uster und des Regierungsrats bei. Sodann wies das Verwaltungsgericht mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 28. Dezember 2020 das von A mit Eingabe vom 21. Dezember 2020 gestellte Gesuch um Sistierung des Beschwerdeverfahrens ab. Mit Eingabe vom 31. Mai 2021 reichte A unaufgefordert weitere Unterlagen zu seinen finanziellen VerhÃ¤ltnissen ein. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>V. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nachdem die Kammer zum vorlÃ¤ufigen Ergebnis gelangt war, dass der verwaltungsverfahrensrechtliche Instanzenzug fÃ¼r Kostenerlassstreitigkeiten im Rahmen eines KESB-Beschwerdeverfahrens nicht zur VerfÃ¼gung stehe, lud die 3. Abteilung des Verwaltungsgerichts im Bestreben, einen negativen Kompetenzkonflikt zu vermeiden, das Obergericht bzw. dessen II. Zivilkammer mit Schreiben vom 13. Mai 2022 (unter Beilage eines ausfÃ¼hrlichen ExposÃ©s) zu einem Meinungsaustausch Ã¼ber die ZustÃ¤ndigkeit ein. Die Parteien wurden darÃ¼ber mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. Mai 2022 in Kenntnis gesetzt. Mit Schreiben vom 22. Juni 2022 teilte die Verwaltungskommission des Obergerichts der 3. Abteilung des Verwaltungsgerichts mit, das Obergericht sei der Ansicht, unter keinem Titel fÃ¼r die zur Diskussion stehende Streitsache zustÃ¤ndig zu sein; aus seiner Sicht sei seitens des Verwaltungsgerichts auf die Beschwerde gegen den Beschluss des Regierungsrats einzutreten. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen (§ 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG; LS 175.2]). GemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a VRG ist es fÃ¼r die Behandlung von Beschwerden gegen Rekursentscheide des Regierungsrats zustÃ¤ndig (vgl. jedoch unten E. 2.1). Zum Entscheid berufen ist â angesichts der Vorinstanz streitwertunabhÃ¤ngig und hier auch zufolge GrundsÃ¤tzlichkeit des Falles â die Kammer (§ 38 Abs. 1 und § 38b Abs. 2 und Abs. 3 in Verbindung mit § 38b Abs. 1 lit. c VRG). Vernehmlassungen in der Sache wurden keine eingeholt (§ 58 VRG) und erÃ¼brigten sich bei diesem Ausgang.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt, der "Kostenerlass sei auch fÃ¼r andere noch offene Rechnungen des B-Rats Uster gÃ¼ltig resp. auszuweiten", ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Der vorliegende Streitgegenstand umfasst allein den strittigen Erlass der dem BeschwerdefÃ¼hrer mit den Entscheiden des Beschwerdegegners vom 18. Dezember 2015 und 25. November 2016 auferlegten Verfahrenskosten und kann mit Beschwerde nicht erweitert werden (Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2016 [Kommentar VRG], Vorbemerkungen zu §§ 19â28a N. 44 ff.).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft von Amtes wegen, ob die Prozessvoraussetzungen â namentlich die ZustÃ¤ndigkeit â bei der unteren Rechtsmittelinstanz (hier dem Regierungsrat) gegeben waren (statt vieler VGr, 13. Mai 2020, VB.2019.00659, E. 1.3; vgl. Bertschi, Vorbemerkungen zu §§ 19â28a N. 57, auch zum Nachfolgenden). Entschied eine untere Rechtsmittelinstanz trotz Fehlen einer Prozessvoraussetzung materiell, ist der angefochtene Entscheid aufzuheben. Handelt es sich um eine Prozessvoraussetzung, welche auch im Verfahren vor Verwaltungsgericht (eintretens-)relevant ist, tritt Letzteres praxisgemÃ¤ss dennoch auf die Beschwerde ein, um die ZustÃ¤ndigkeit der unteren Instanz prÃ¼fen und allfÃ¤llige Folgen einer zu Unrecht vorgenommenen materiellen PrÃ¼fung beseitigen zu kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Ausgangspunkt des vorliegenden Rechtsstreits bilden zwei Urteile des Bezirksrats Uster, mit welchen dieser â in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz im Kindes- und Erwachsenenschutzrecht â Beschwerden des BeschwerdefÃ¼hrers gegen KESB-Entscheide kostenfÃ¤llig zu dessen Lasten abgewiesen hatte. Der BeschwerdefÃ¼hrer ersuchte in der Folge beim Bezirksrat um Erlass der ihm in diesen beiden Urteilen (inzwischen rechtskrÃ¤ftig) auferlegten bezirksrÃ¤tlichen EntscheidgebÃ¼hren, was dieser mit Beschluss vom 10. Dezember 2019 (wiederum kostenfÃ¤llig zulasten des BeschwerdefÃ¼hrers) ablehnte und als Rechtsmittel die Beschwerde an das Obergericht angab. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Der Bezirksrat erwog diesbezÃ¼glich, dass gegen Entscheide der Inkassoinstanz Ã¼ber den Kostenerlass bei der zustÃ¤ndigen AufsichtsbehÃ¶rde Aufsichtsbeschwerde erhoben werden kÃ¶nne. ZustÃ¤ndig sei das Obergericht als erstinstanzliche AufsichtsbehÃ¶rde fÃ¼r die Behandlung von Rechtsmitteln gegen Entscheide von BezirksrÃ¤ten.</p> <p class="Erwgung2">Das Obergericht erwog mit Beschluss vom 11. Februar 2020, die Beschwerde richte sich gegen den Entscheid eines Bezirksrats, womit dieser das Kostenerlassgesuch des BeschwerdefÃ¼hrers abgewiesen habe. Der Kostenbezug wie auch der Erlass von Verfahrenskosten sei ein Akt der Justizverwaltung. Demnach habe der Bezirksrat bei der Behandlung des Kostenerlassgesuchs nicht als gerichtliche Beschwerdeinstanz im Sinn von Art. 450 des Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 211), sondern als VerwaltungsbehÃ¶rde gehandelt. Wie der Beschwerdegegner zutreffend ausgefÃ¼hrt habe, sei gegen den Entscheid Ã¼ber den Kostenerlass bei der zustÃ¤ndigen AufsichtsbehÃ¶rde Beschwerde zu erheben. Entgegen dem Beschwerdegegner sei dies vorliegend jedoch nicht das Obergericht. Dieses sei lediglich Rechtsmittelinstanz, welche im Bereich des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts Entscheide der BezirksrÃ¤te Ã¼berprÃ¼fe. Die allgemeine Aufsicht, also der Bereich, welcher nicht die Rechtsprechung betreffe, stehe nach wie vor dem Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich zu, und zwar auch im Bereich des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts. Demzufolge sei das Obergericht fÃ¼r die Behandlung der Beschwerde des BeschwerdefÃ¼hrers nicht zustÃ¤ndig. Vielmehr sei auf diese nicht einzutreten und sei sie an den Regierungsrat weiterzuleiten. </p> <p class="Erwgung2">Der Regierungsrat erwog mit Beschluss vom 19. August 2020, gemÃ¤ss § 19b Abs. 1 und Abs. 2 lit. a Ziff. 3 VRG sei er die zustÃ¤ndige Instanz fÃ¼r die Beurteilung von Rekursen gegen erstinstanzliche Anordnungen der BezirksrÃ¤te. Der Beschluss des Beschwerdegegners vom 10. Dezember 2019, mit welchem dieser das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers vom 25. November 2018 um Erlass der ihm mit Entscheiden vom 18. Dezember 2015 und 25. November 2016 rechtskrÃ¤ftig auferlegten Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 1'200.- abgewiesen habe, sei eine solche erstinstanzliche Anordnung und kÃ¶nne bei ihm â dem Regierungsrat â mit Rekurs gemÃ¤ss VRG angefochten werden. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Zu prÃ¼fen ist, ob der Regierungsrat â in Ãbereinstimmung mit dem diesbezÃ¼glichen Nichteintretens- und Ãberweisungsentscheid sowie der im Meinungsaustausch bekrÃ¤ftigten Haltung des Obergerichts â zu Recht davon ausging, gegen einen bezirksrÃ¤tlichen Kostenerlassentscheid betreffend die aus einem Beschwerdeentscheid auf dem Gebiet des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts herrÃ¼hrenden Gerichtskosten stehe der verwaltungsverfahrensrechtliche Instanzenzug zur VerfÃ¼gung. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der ErwachsenenschutzbehÃ¶rde beim "zustÃ¤ndigen Gericht" Beschwerde erhoben werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kantonen sieht der Kanton ZÃ¼rich innerkantonal einen zweigliedrigen Instanzenzug vor (vgl. Christoph HÃ¤feli, Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, 3. A., Bern 2021, Rz. 883): Erste Beschwerdeinstanz gegen KESB-Entscheide ist (mit Ausnahme von Entscheiden auf dem Gebiet der fÃ¼rsorgerischen Unterbringung) der Bezirksrat (§ 63 des EinfÃ¼hrungsgesetzes zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht vom 25. Juni 2012 [EG KESR; LS 232.3]). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt der Bezirksrat als "Gericht" im Sinn von Art. 450 Abs. 1 ZGB und damit als zulÃ¤ssige Rechtsmittelinstanz (BGE 139 III 98; BGr, 18. Januar 2013, 5C_1/2012, E. 4.3 und 4.4; vgl. dazu jÃ¼ngst auch Katja Gfeller, Die Justizfunktion der ZÃ¼rcher BezirksrÃ¤te, ZÃ¼rich/St. Gallen 2021, insbesondere Rz. 367 ff.). FÃ¼r Beschwerden gegen (Beschwerde-)Entscheide in KESB-Sachen des Bezirksrats ist sodann als zweite Rechtsmittelinstanz das Obergericht vorgesehen (§ 64 EG KESR bzw. § 50 lit. b des Gesetzes Ã¼ber die Gerichts- und BehÃ¶rdenorganisation im Zivil- und Strafprozess vom 10. Mai 2010 [GOG; LS 211.1]).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Was die Rechtsnatur der Beschwerde gegen KESB-Entscheide anbetrifft, ergeben sich die verfahrensrechtlichen GrundsÃ¤tze grundlegend bereits aus den Art. 450 ff. ZGB selber, namentlich hinsichtlich Beschwerdebefugnis, BeschwerdegrÃ¼nde, Form und Frist sowie aufschiebender Wirkung. Entsprechend sieht denn auch § 40 Abs. 1 EG KESR vor, dass sich das Verfahren vor den gerichtlichen Beschwerdeinstanzen nach den Bestimmungen des ZGB und des EG KESR richtet. Enthalten diese Gesetze keine Bestimmungen, gelten gemÃ¤ss § 40 Abs. 2 EG KESR jene des GOG. SubsidiÃ¤r gelten nach § 40 Abs. 3 EG KESR die Bestimmungen der Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) sinngemÃ¤ss; Entsprechendes gilt auch gemÃ¤ss Art. 450<i>f</i> ZGB. Bei der KESB-Beschwerde an den Bezirksrat (und ebenso im Fall eines Weiterzugs jener an das Obergericht) handelt es sich damit offenkundig nicht um ein Rechtsmittel nach Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRG); Letzteres kommt als Verfahrensordnung in diesem Bereich weder direkt noch ergÃ¤nzend zur Anwendung (anders etwa als im Kanton Bern, wo sich das Verfahren ergÃ¤nzend nach dem dortigen Verwaltungsrechtspflegegesetz richtet: Christoph Hurni/Christian Josi/Lorenz Sieber, Das Verfahren vor dem Berner Kindes- und Erwachsenenschutzgericht, ZÃ¼rich 2020, Rz. 10). Der Bezirksrat amtet damit in KESB-Sachen nicht â wie sonst in seiner rechtsprechenden TÃ¤tigkeit â als Rekursinstanz nach §§ 19 ff. VRG, sondern als besondere Beschwerdeinstanz ausschliesslich gestÃ¼tzt auf materielles und formelles Zivil(prozess)recht (zu diesem grundlegenden Unterschied auch Gfeller, Rz. 105 und 107).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Richtet sich das Verfahrensrecht der KESB-Beschwerdeverfahren nach dem Gesagten nach den Bestimmungen des ZGB, der kantonalen AusfÃ¼hrungsgesetzgebung hierzu (EG KESR, GOG) bzw. subsidiÃ¤r nach der Zivilprozessordnung, sind auch die betreffenden Prozesskosten nach diesen Normen und nicht etwa nach den Bestimmungen des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (§ 13 f. VRG) zu verteilen. Dies war denn auch vorliegend der Fall: Sowohl in den beiden KESB-Beschwerdeurteilen des Bezirksrats vom 18. Dezember 2015 und vom 25. November 2016 auf welche sich das Kostenerlassgesuch bezieht, als auch im Urteil des Obergerichts vom 24. Februar 2016, mit welchem eine Beschwerde gegen erstgenanntes Urteil beurteilt wurde, stÃ¼tzte sich die Bemessung und Verteilung der Prozesskosten auf Art. 95 ff. bzw. 104 ff. ZPO i.V.m. § 12 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG; LS 211.11) sowie § 60 EG KESR. Steht ein zivilprozessualer Kostenspruch zur Diskussion, richtet sich der Erlass jener Kosten richtigerweise ebenso nach der Zivilprozessordnung. Nichts anderes ergibt sich aus dem kantonalen EinfÃ¼hrungsrecht (EG KESR bzw. GOG), welches bezÃ¼glich Stundung und Erlass der Kosten keine Regelung enthÃ¤lt, womit gemÃ¤ss § 40 Abs. 3 EG KESR bzw. Art. 450<i>f</i> ZGB ohne Weiteres die Bestimmung der ZPO gilt. Anwendbar ist demzufolge Art. 112 Abs. 1 ZPO, wonach Gerichtskosten gestundet oder bei dauernder Mittellosigkeit erlassen werden kÃ¶nnen. Dieser Befund deckt sich mit der Auffassung des Obergerichts, wonach sich auch der Kostenerlass vonseiten einer KESB auferlegten Verfahrenskosten nach der genannten ZPO-Bestimmung richte (vgl. OGr, 14. Dezember 2021, PQ210079, E. 2.2.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass die vorliegend infrage stehenden Kosten gestÃ¼tzt auf die ZPO und kantonales AusfÃ¼hrungsrecht bemessen und verteilt wurden und sich ein Erlass derselben seinerseits nach der betreffenden Regelung in der ZPO richtet. FÃ¼r eine Anwendung des VRG als Verfahrensrecht fÃ¼r den Kostenerlass besteht damit kein Raum.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Damit stellt sich die Frage nach dem zulÃ¤ssigen (innerkantonalen) Rechtsmittel und der zustÃ¤ndigen Rechtsmittelinstanz gegen negative Kostenerlassentscheide des Bezirksrats auf dem Gebiet des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts in Anwendung von Art. 112 Abs. 1 ZPO. Was das Rechtsmittelverfahren anbetrifft, lÃ¤sst sich den ZPO-Kommentaren kein einheitliches Bild entnehmen und fehlt es â soweit ersichtlich â einstweilen noch an einem einschlÃ¤gigen bundesgerichtlichen PrÃ¤judiz. Die diesbezÃ¼gliche Auslegung von Art. 112 Abs. 1 ZPO dÃ¼rfte deswegen nicht ganz leichtfallen, weil sich der deutschsprachige Wortlaut von Art. 112 Abs. 1 ZPO massgeblich von der franzÃ¶sischen und italienischen Fassung unterscheidet, indem erstere sich nicht zur ZustÃ¤ndigkeitsfrage Ã¤ussert, die beiden letzteren dagegen das Gericht ("le tribunal", "il giudice") als zustÃ¤ndig fÃ¼r den Kostenerlassentscheid erklÃ¤ren. Der Commentaire romand schliesst aus diesem Grund aus, dass eine andere BehÃ¶rde (oder gar eine VerwaltungsbehÃ¶rde) Ã¼ber den Kostenerlass entscheiden kÃ¶nnte; zustÃ¤ndig kann aus dieser Sicht nur das urteilende (Zivil-)Gericht selber sein und es steht gegen dessen Entscheid (soweit er wie hier selbstÃ¤ndig und nicht im Rahmen des Hauptentscheids ergeht [Art. 110 ZPO]) die Beschwerde nach Art. 319 ff. ZPO (im Folgenden: ZPO-Beschwerde) offen (Denis Tappy in: Bohnet et. al. <span>[Hrsg.], Code de procÃ©dure civile, Commentaire romand, 2. A., Basel 2019, Art. 112 N. 12 und 15). </span>StÃ¼nde effektiv von Bundesrechts wegen die ZPO-Beschwerde offen, lÃ¤ge die ZustÃ¤ndigkeit fÃ¼r die rechtsmittelweise Beurteilung des negativen Kostenerlassentscheids des Bezirksrats klarerweise beim Obergericht als Berufungs- und Beschwerdeinstanz gemÃ¤ss ZPO (§ 48 GOG). </p> <p class="Erwgung2">Aus Sicht der deutschsprachigen Kommentatoren werden demgegenÃ¼ber das anwendbare Verfahren, die fÃ¼r den Erlass zustÃ¤ndige Instanz und die RechtsmittelmÃ¶glichkeiten von Art. 112 ZPO nicht geregelt, weshalb es Sache der Kantone sei, dies zu tun (statt vieler: Martin H. Sterchi in: Berner Kommentar zur ZPO, Bd. I, 2012, Art. 112 N. 1). Dieser Auffassung folgend, schlÃ¶sse die ZPO nicht aus, dass das Kostenerlassverfahren nach Art. 112 ZPO von den Kantonen als Akt der Justizverwaltung verstanden werden kÃ¶nnte (so denn auch ausdrÃ¼cklich Hans Schmid/Ingrid Jent-SÃ¸rensen in: Paul Oberhammer/Tanja <br/> Domej/Ulrich Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 3. A., Basel 2021, Art. 111/112 N. 13). GemÃ¤ss letztgenannten Kommentatoren steht gegen Akte der Justizverwaltung von Zivilgerichten im Kanton ZÃ¼rich die Aufsichtsbeschwerde nach §§ 82 ff. GOG offen (Schmid/Jent-SÃ¸rensen, Art. 111/112 N. 13 i.V.m. 5). Wie es sich im (Sonder-)Fall eines Bezirksrats verhÃ¤lt, wenn er Ã¼ber den Erlass von Kosten zu befinden hat, welche er im Rahmen eines zivilrechtlichen, dem Zivilprozessrecht folgenden Verfahrens (als KESB-Beschwerdeinstanz) auferlegt hat, bedarf jedoch einer genaueren Betrachtung. Die nachfolgenden Ãberlegungen stehen aber unter dem Vorbehalt, dass Art. 112 ZPO den Kantonen Ã¼berhaupt Raum lÃ¤sst, die Rechtsmittelordnung diesbezÃ¼glich selber zu regeln und andere als die ZPO-Rechtsmittel dafÃ¼r vorzusehen (anders â wie erwÃ¤hnt â der Commentaire romand).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Betrifft ein Erlassgesuch eine rechtskrÃ¤ftig auferlegte Kostenforderung eines Bezirksgerichts oder des Obergerichts selber, beschliesst darÃ¼ber die Verwaltungskommission des Obergerichts in Anwendung von § 18 Abs. 1 lit. q der Verordnung Ã¼ber die Organisation des Obergerichts vom 3. November 2010 (OrgV OGer; LS 212.51) in Verbindung mit § 5 der Verordnung des Obergerichts Ã¼ber das Rechnungswesen der Bezirksgerichte und des Obergerichts sowie Ã¼ber das zentrale Inkasso vom 9. April 2003 (LS 211.14). Die KostenerlassbeschlÃ¼sse der obergerichtlichen Verwaltungskommission lassen sich hernach mit "Rekurs" nach § 19 OrgV OGer an die obergerichtliche Rekurskommission weiterziehen (vgl. statt vieler etwa die BeschlÃ¼sse der obergerichtlichen Verwaltungskommission VW210009 vom 23. November 2021, E. 2 und 6; VW210008 vom 22. Juli 2021, E. 2 und 9, abrufbar unter www.gerichte-zh.ch/entscheide/entscheide-suchen.html). Damit befindet das Obergericht Ã¼ber nachtrÃ¤gliche Gesuche um Stundung und Erlass sowohl von erst- wie auch von zweitinstanzlichen Gerichtskosten aus zivilrechtlichen Verfahren in der Ã¼berwiegenden Zahl der FÃ¤lle selber (vgl. die diesbezÃ¼glichen Rechtsprechungshinweise bei Schmid/Jent-SÃ¸rensen, Art. 111/112 N. 12, welche eine reichhaltige obergerichtliche Praxis belegen). </p> <p class="Erwgung2">Nicht (ausdrÃ¼cklich) erfasst von dieser ZustÃ¤ndigkeitsordnung sind jedoch Kostenerlassgesuche, soweit sie Kostenauflagen anderer als Zivilgerichte entscheidender BehÃ¶rden â wie hier den Bezirksrat â betreffen. Mangels einer gegenteiligen kantonalen Regelung dÃ¼rfte â der Konzeption von Art. 112 Abs. 1 ZPO folgend â vom Grundsatz auszugehen sein, wonach erstinstanzlich das urteilende Gericht selber â hier also der Bezirksrat â Ã¼ber ein nachtrÃ¤gliches Gesuch um Erlass seiner eigenen Verfahrenskosten zu befinden hat. Als Rechtsmittel gegen solche Entscheide in Anwendung von Art. 112 Abs. 1 ZPO kÃ¤me sodann die Aufsichtsbeschwerde nach §§ 82 ff. GOG in Betracht. Die Aufsichtsbeschwerde nach §§ 82 ff. GOG ist im Allgemeinen zwar subsidiÃ¤r gegenÃ¼ber den prozessualen Rechtsmitteln, was an sich sowohl im VerhÃ¤ltnis zu den Rechtsmitteln der ZPO (Robert Hauser/Erhard Schweri/Viktor Lieber, GOG-Kommentar, 2. A., ZÃ¼rich etc. 2017, § 82 N. 8) als auch zu jenen des VRG, insbesondere dem Rekurs (Bertschi, Vorbemerkungen zu §§ 19â28a N. 70), gilt. Anders als die herkÃ¶mmliche Aufsichtsbeschwerde nach verwaltungsverfahrensrechtlichem VerstÃ¤ndnis stellt die Aufsichtsbeschwerde nach §§ 82 ff. GOG indes â jedenfalls in ihrer AusprÃ¤gung als "sachliche" GOG-Aufsichtsbeschwerde (vgl. zur diesbezÃ¼glichen Abgrenzung zur "administrativen" Aufsichtsbeschwerde: GOG-Kommentar, § 82 N. 21 ff.) â kein blosser Rechtsbehelf, sondern ein Rechtsmittel dar, welches den Anforderungen von Art. 29a der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV; SR 101) genÃ¼gt (vgl. Bertschi, welcher von einer "formalisierten" Aufsichtsbeschwerde spricht und ihr RechtsmittelqualitÃ¤t attestiert [Vorbemerkungen zu §§ 19â28a N. 70 f.]). Verfahrensrechtlich kommen bei der GOG-Aufsichtsbeschwerde denn auch sinngemÃ¤ss die Vorschriften der Zivilprozessordnung, im Falle eines Weiterzugs an das Obergericht jene der ZPO-Beschwerde zur Anwendung (§ 83 Abs. 3 bzw. § 84 Satz 2 GOG). Zudem ist die GOG-Aufsichtsbeschwerde vorliegend schon deswegen primÃ¤r gegenÃ¼ber den Rechtsmitteln des VRG, weil â wie erwÃ¤hnt â nach der Kaskadenordnung von § 40 EG KESR, soweit das ZGB oder das EG KESR nichts regeln, was sie in Bezug auf das Kostenerlass(rechtsmittel)verfahren nicht tun, verfahrensrechtlich das GOG zur Anwendung gelangt (oben E. 3.2). Die "sachliche" Aufsichtsbeschwerde gemÃ¤ss GOG steht grundsÃ¤tzlich gegen alle Anordnungen der unteren Gerichte offen, welche diese in ihrer Eigenschaft als JustizverwaltungsbehÃ¶rden in einem konkreten Streitfall gegenÃ¼ber einer Prozesspartei getroffen haben und die mit keinem Rechtsmittel, insbesondere der ZPO-Beschwerde, anfechtbar sind (GOG-Kommentar, § 82 N. 24â26). Entsprechend geht die Rechtsprechung denn auch davon aus, dass gegen Kostenerlassentscheide der FriedensrichterÃ¤mter (SchlichtungsbehÃ¶rden) die GOG-Aufsichtsbeschwerde an das zustÃ¤ndige Bezirksgericht und hernach der Weiterzug nach § 84 GOG an das Obergericht offensteht; die Rechtsmittel des VRG und dessen InstanzenzÃ¼ge bleiben demgegenÃ¼ber verschlossen (VGr, 9. Juni 2021, VB.2021.00391, E. 2.2; vgl. auch OGr, 11. August 2021, VB210011, E. II/1). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Entsprechend muss es sich im vorliegenden Fall verhalten. Auch wenn im Kostenerlassbeschluss des Bezirksrats als KESB-Beschwerdeinstanz ein Justizverwaltungsakt erblickt wÃ¼rde, fÃ¼hrte dies nicht zur ZulÃ¤ssigkeit des Rekurses nach VRG, sondern nach dem Gesagten â weil Gerichtskosten in einem Zivilverfahren zur Diskussion stehen, deren Erlass sich nach einer Bestimmung der Zivilprozessordnung richtet (Art. 112 Abs. 1 ZPO), und verfahrensrechtlich auf das GOG verwiesen wird (§ 40 Abs. 2 EG KESR) â jener der Aufsichtsbeschwerde nach §§ 82 ff. GOG. Zwar trifft zu, dass allgemeine AufsichtsbehÃ¶rde Ã¼ber die BezirksrÃ¤te der Regierungsrat bzw. die Direktion der Justiz und des Innern ist (§ 45 Abs. 1 des Gesetzes Ã¼ber die Organisation des Regierungsrats und der kantonalen Verwaltung vom 6. Juni 2005 [OG RR; LS 172.1]; § 76a der Verordnung Ã¼ber die Organisation des Regierungsrates und der kantonalen Verwaltung vom 18. Juli 2007 [VOG RR; LS 172.11]) und die BezirksrÃ¤te im Gegensatz zu den Bezirksgerichten oder den SchlichtungsbehÃ¶rden nicht der Aufsicht des Obergerichts (§ 80 GOG) bzw. der Bezirksgerichte (§ 81 GOG) unterstellt sind. Wie erwÃ¤hnt kommt die Aufsichtsbeschwerde nach §§ 82 ff. GOG in ihrer AusprÃ¤gung als "sachliche" Aufsichtsbeschwerde mit Rechtsmittelfunktion dann zum Tragen, wenn die ZPO-Rechtsmittel nicht zur VerfÃ¼gung stehen, jedoch â wie hier â ein fallbezogenes RechtsschutzbedÃ¼rfnis besteht. In derartigen FÃ¤llen muss die ZustÃ¤ndigkeit richtigerweise nicht bei der rein administrativen Dienstaufsicht (Regierungsrat) liegen, sondern bei der fachgebietszustÃ¤ndigen gerichtlichen Aufsichts- und RechtsmittelbehÃ¶rde (vgl. auch Bertschi, Vorbemerkungen zu §§ 19â28a, N. 74). Diese ist im Bereich der Zivil- und Strafrechtspflege das Obergericht. Die Aufsichtsbeschwerde gemÃ¤ss §§ 82 ff. GOG unterscheidet denn auch nicht primÃ¤r danach, wer AufsichtsbehÃ¶rde ist, sondern ob ein Akt eines Organs der (Zivil- oder Straf-)Rechtspflege vorliegt, unbesehen des Umstands, ob es sich dabei um Gerichte, BehÃ¶rden oder Kommissionen handelt (vgl. GOG-Kommentar, § 82 N. 11). Handelt es sich beim Bezirksrat in seiner Eigenschaft als KESB-Beschwerdeinstanz um ein Zivilgericht (oben E. 3.1), amtet er auch als ErlassbehÃ¶rde, wenn es um aus solchen Verfahren herrÃ¼hrende Gerichtskosten geht, als Organ der Zivilrechtspflege. Damit steht gegen den streitigen Kostenerlassentscheid des Bezirksrats die Aufsichtsbeschwerde nach §§ 82 ff. GOG an das Obergericht â entgegen seiner Meinung â offen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Die UnzulÃ¤ssigkeit des verwaltungsrechtlichen Instanzenzugs ergibt sich indes nicht nur aus der Abgrenzung der betreffenden VRG-Rechtsmittel zur GOG-Aufsichtsbeschwerde respektive der mÃ¶glichen ZulÃ¤ssigkeit der ZPO-Beschwerde, sondern auch aus dem kantonalen Verwaltungsverfahrensrecht selbst: Rekurs und Beschwerde nach kantonalem Verwaltungsrechtspflegegesetz stehen nur dann zur VerfÃ¼gung, wenn Regelungsgegenstand des Anfechtungsobjekts eine Ã¶ffentlich-rechtliche Angelegenheit darstellt (§ 1 VRG). Zwar liesse sich der Standpunkt einnehmen, dass vorliegend GerichtsgebÃ¼hren und damit Kausalabgaben im Streit lÃ¤gen. Dies wÃ¼rde indes fÃ¼r die GebÃ¼hrenauferlegung und ‑bemessung im Zivilprozess schlechthin gelten, ohne dass dies die diesbezÃ¼glich offensichtlich zur VerfÃ¼gung stehenden ZPO-Rechtsmittel ausschlÃ¶sse. Ebenso wirkt der Ansatz, es gehe um blosse "RechnungsfÃ¼hrung unter Einschluss des Kostenbezugs" (so wohl die Kategorisierung im GOG-Kommentar, VB zu §§ 67 ff. N. 12) und damit einen verwaltungsrechtlichen Vorgang, unpassend und Ã¼berholt, handelt es sich doch hier nicht um einen finanzhaushaltsrechtlichen Vorgang im Belieben der Gerichtskasse, sondern einen Ermessensentscheid, welcher unter BerÃ¼cksichtigung der finanziellen Situation der kostenbelasteten Partei zu treffen ist und Ã¤hnlichen GesetzmÃ¤ssigkeiten folgt bzw. in einem engen (komplementÃ¤ren) VerhÃ¤ltnis zur unentgeltlichen Rechtspflege steht. Ausschlaggebend fÃ¼r die UnzulÃ¤ssigkeit der VRG-Rechtsmittel ist schliesslich, dass es hier â wie erwÃ¤hnt â um eine Anwendung der Kostenerlassnorm von Art. 112 ZPO geht: Rechtsmittelsystematisch stellen Normen der ZPO keine Ã¶ffentlich-rechtlichen Bestimmungen im eigentlichen Sinne dar. Sie sind â als Verfahrensordnung der Zivilgerichte â von den Zivilgerichten anzuwenden. Es widersprÃ¤che zudem dem Grundsatz der Einheit des Verfahrens, wenn Entscheide Ã¼ber die Festsetzung (Auferlegung und Bemessung) von Kosten und EntschÃ¤digungen sowie Ã¼ber die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung einerseits und diesbezÃ¼gliche Kostenerlassgesuche andererseits, welche regelmÃ¤ssig einen engen Sachzusammenhang zu den vorgenannten Entscheiden aufweisen, in komplett unterschiedlichen InstanzenzÃ¼gen zu beurteilen wÃ¤ren. Unterschiedliche InstanzenzÃ¼ge kÃ¤men im vorliegenden (KESB-Beschwerde-)Kontext nach obergerichtlicher Vorstellung selbst zwischen erster und zweiter Beschwerdeinstanz zur Anwendung: WÃ¤hrend Ã¼ber den Erlass von Kosten aus zweitinstanzlichen KESB-Beschwerdeverfahren ohne Weiteres das Obergericht selber befindet (gemÃ¤ss § 18 Abs. 1 lit. q OrgV OGer, oben E. 4.2 Abs. 1), mÃ¼ssten KostenerlassbeschlÃ¼sse des Bezirksrats betreffend erstinstanzliche KESB-Beschwerdeverfahren auf dem verwaltungsverfahrensrechtlichen Instanzenzug und letztinstanzlich vom Verwaltungsgericht beurteilt werden. In Anbetracht dessen, dass nicht selten von Rechtssuchenden gleichzeitig um den Erlass erstinstanzlicher wie zweitinstanzlicher Verfahrenskosten ersucht wird und sich in beiden FÃ¤llen identische Fragen stellen, erschiene eine solche disparate Rechtsmittelordnung geradezu widersinnig und daher willkÃ¼rlich. Richtigerweise darf hier der verwaltungsverfahrensrechtliche Instanzenzug nicht zur VerfÃ¼gung stehen, was er mangels Ã¶ffentlich-rechtlicher Streitigkeit auch nicht tut.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Nach dem Gesagten sprechen mehrere GrÃ¼nde gegen eine ZustÃ¤ndigkeit von Regierungsrat und Verwaltungsgericht fÃ¼r die Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit. Ausschlaggebend ist aber in erster Linie, dass keine Streitigkeit im Geltungsbereich des Ã¶ffentlichen Rechts und damit im Anwendungsbereich des VRG vorliegt und der VRG-Rekurs infolgedessen als Rechtsmittel ausser Betracht fÃ¤llt. Der Regierungsrat war damit fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Streitsache nicht zustÃ¤ndig, genauso wenig wie es in zweiter Instanz das Verwaltungsgericht ist. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Nach dem Gesagten dringt der BeschwerdefÃ¼hrer mit seiner gegen den negativen Kostenerlassentscheid gerichteten Beschwerde mangels ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts und des Regierungsrates nicht durch. Entsprechend ist seine Beschwerde im Sinne der ErwÃ¤gungen abzuweisen. Der zu Unrecht in der Sache ergangene Rekursentscheid des Regierungsrates ist aufzuheben. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Weil der BeschwerdefÃ¼hrer nach Meinung des Verwaltungsgerichts vom Obergericht unzutreffend auf den verwaltungsverfahrensrechtlichen Instanzenzug verwiesen wurde, darf ihm daraus kostenmÃ¤ssig kein Nachteil erwachsen. Entsprechend hat die Vorinstanz die Kosten des Rekursverfahrens (definitiv) auf die Staatskasse zu nehmen und wird das fÃ¼r das Rekursverfahren gestellte Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung (mangels Kostenbelastung des BeschwerdefÃ¼hrers) gegenstandslos wird. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Aus den nÃ¤mlichen (Billigkeits-)Ãberlegungen sind die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens nicht (nach § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG) dem in der Sache unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen, sondern auf die Gerichtskasse zu nehmen. Damit wird sein Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren ebenfalls gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Partei- bzw. UmtriebsentschÃ¤digungen sind dem BeschwerdefÃ¼hrer schon mangels Antrag weder fÃ¼r das Rekurs- noch das Beschwerdeverfahren zuzusprechen und stÃ¼nden ihm mangels Obsiegens auch nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Der vorliegende Entscheid hat zur Folge, dass der Beschluss des Bezirksrats vom 10. Dezember 2019, mit welchem dieser das Kostenerlassgesuch des BeschwerdefÃ¼hrers abgewiesen hat, einstweilen innerkantonal gerichtlich noch nicht Ã¼berprÃ¼ft werden konnte. Ãblicherweise wÃ¤re das vom BeschwerdefÃ¼hrer dagegen bei einer unzustÃ¤ndigen Instanz eingereichte Rechtsmittel vom Verwaltungsgericht von Amtes wegen an die zustÃ¤ndige Instanz zu Ã¼berweisen gewesen. Weil das Obergericht indessen bereits seinerseits negativ Ã¼ber seine ZustÃ¤ndigkeit entschieden hat und auch im Rahmen des Meinungsaustauschs nicht bereit war, das Rechtsmittel entgegenzunehmen, bleibt dem Verwaltungsgericht eine Ãberweisung an jenes auf gleicher Stufe stehende Gericht (vgl. Art. 74 Abs. 2 der Kantonsverfassung vom 27. Februar 2005 [KV; LS 101]) verwehrt. Das Verwaltungsgericht kann den negativen Kompetenzkonflikt nicht selber auflÃ¶sen. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird damit in seiner Rechtsweggarantie nach Art. 29a BV verletzt, welche ihm einen Anspruch auf Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit durch eine richterliche BehÃ¶rde gewÃ¤hrleistet; ausserdem steht auch eine Rechtsverweigerung im Sinn von Art. 29 Abs. 1 BV bzw. eine Verletzung von Art. 30 Abs. 1 BV zur Diskussion. Entsprechende Verletzungen kann der BeschwerdefÃ¼hrer mit Beschwerde vor Bundesgericht rÃ¼gen. Letzterem ist es sodann mÃ¶glich, die Streitsache imperativ dem zustÃ¤ndigen kantonalen Gericht zuzuweisen und dieses zur GewÃ¤hrleistung wirksamen Rechtsschutzes unter Beachtung der Vorgaben von Art. 75 Abs. 2 und Art. 114 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110) zu verpflichten. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Gegen dieses Urteil, welches den Erlass von Gerichtskosten in einem zivilrechtlichen Verfahren betrifft, stÃ¼nde an sich die Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht offen (BGr, 22. Januar 2016, 5D_191/2015, E. 1). Weil der Streitwert vorliegend indessen lediglich Fr. 1'200.- betrÃ¤gt, kann die Beschwerde in Zivilsachen bloss dann ergriffen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung stellt (Art. 74 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG), was in der Beschwerde entsprechend â etwa unter Hinweis auf die ungelÃ¶ste Kompetenzfrage bzw. das zulÃ¤ssige Rechtsmittel â darzulegen wÃ¤re (Art. 42 Abs. 2 BGG). Im Ãbrigen steht beim Bundesgericht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde zur VerfÃ¼gung (Art. 113 ff. BGG), mit welcher lediglich die Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte, hier etwa der Rechtsweggarantie von Art. 29a BV oder des Verbots formeller Rechtsverweigerung (Art. 29 Abs. 1 bzw. Art. 30 Abs. 1 BV), geltend gemacht werden kann (Art. 116 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu erfolgen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt die <span>Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird im Sinn der ErwÃ¤gungen abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Der Beschluss des Regierungsrates vom 19. August 2020 wird aufgehoben und die Kosten des Rekursverfahrens werden definitiv der Staatskasse auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 700.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 95.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 795.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gung 6.2 Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) den Regierungsrat;<br/> c) das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich (Verwaltungskommission).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>