<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2008 53 S.301</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">301</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">[...]</span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>53 Verfahrensleitende</b></span> <span class="ft2"><b>Zwischenentscheide.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Voraussetzungen für eine selbständige Anfechtbarkeit.</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Urteil des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 19. März 2008 in Sachen</span><br/> <span class="ft5">H. AG und Z. AG gegen den Regierungsrat (WBE.2007.396).</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.</span><br/> <span class="ft1">Verfahrensleitende Zwischenentscheide sind in der Regel nicht</span><br/> <span class="ft1">selbständig anfechtbar. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts</span><br/> <span class="ft1">können verfahrensleitende Zwischenentscheide nur angefochten</span><br/> <span class="ft1">werden, wenn ein nicht wieder gutzumachender Nachteil droht</span><br/> <span class="ft1">(grundlegend AGVE 1971, S. 334; 1991, S. 195; vgl. Kasuistik bei</span><br/> <span class="ft1">Michael Merker, Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollverfahren</span><br/> <span class="ft1">nach dem aargauischen Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege</span><br/> <span class="ft1">[Kommentar zu den §§ 38-72 VRPG], Diss. Zürich 1998, § 38 N 59).</span><br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführerin begründet den Nachteil mit der Ver-</span><br/> <span class="ft1">weigerung einer "angemessenen, rechtsstaatlichen Ansprüchen ge-</span><br/> <span class="ft1">nügenden Mitwirkung am vorinstanzlichen Verfahren," da es ihr an-</span><br/> <span class="ft1">gesichts des Aktenumfanges unmöglich sei, innert der durch die Fei-</span><br/> <span class="ft1">ertage verkürzten Frist ihr Recht auf Akteneinsicht und Mitwirkung</span><br/> <span class="ft1">sachgerecht auszuüben. Sie habe nach unbenutztem Fristablauf ihr</span><br/> <span class="ft1">Recht auf Anhörung und Mitwirkung am Verfahren verwirkt, und</span><br/> <span class="ft1">dieser Nachteil könne auch durch ein Rechtsmittel gegen den End-</span><br/> <span class="ft1">entscheid nicht mehr behoben werden.</span><br/> <span class="ft1">3.3. (...)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">302</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">3.4.</span><br/> <span class="ft1">Lehre und Rechtsprechung verneinen den nicht wieder gutzu-</span><br/> <span class="ft1">machenden Nachteil, wenn die betreffende Anordnung mit dem in</span><br/> <span class="ft1">der Sache ergehenden Endentscheid angefochten werden kann und</span><br/> <span class="ft1">die Wirkungen sich durch den Endentscheid voll beseitigen lassen</span><br/> <span class="ft1">(BGE 133 III 629 Erw. 2.3; 126 I 97 Erw. 1b; AGVE 1989, S. 313</span><br/> <span class="ft1">mit Hinweisen; Merker, a.a.O., N 50 zu § 44). Ein derartiger Sach-</span><br/> <span class="ft1">verhalt liegt hier vor. Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft1">Akteneinsicht gewährt und ihr in Anwendung von § 39 Abs. 3 VRPG</span><br/> <span class="ft1">eine Frist von 20 Tagen zur Beschwerdeergänzung angesetzt. Die</span><br/> <span class="ft1">von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Rügen wegen Verletzung</span><br/> <span class="ft1">der Verfahrensgarantien und die damit im Zusammenhang geltend</span><br/> <span class="ft1">gemachten Nachteile der zu kurzen Frist, deren Nichterstreckbarkeit</span><br/> <span class="ft1">und bei der Gewährung der Akteneinsicht können von der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführerin uneingeschränkt mit Beschwerde gegen den Endentscheid</span><br/> <span class="ft1">des Regierungsrates beim Verwaltungsgericht vorgebracht werden</span><br/> <span class="ft1">(§ 52 i.V.m. § 56 Abs. 1 VRPG). Die behaupteten Nachteile sind</span><br/> <span class="ft1">auch hinsichtlich ihrer verfahrensmässigen Auswirkungen im verwal-</span><br/> <span class="ft1">tungsgerichtlichen Verfahren vollständig behebbar. Insbesondere</span><br/> <span class="ft1">können allfällige Einschränkungen des Akteneinsichtsrechts und des</span><br/> <span class="ft1">Anspruchs auf rechtliches Gehör im Hauptverfahren vollständig kor-</span><br/> <span class="ft1">rigiert werden, so dass der Beschwerdeführerin aus der angefochte-</span><br/> <span class="ft1">nen Fristansetzung keinerlei Nachteile rechtlicher oder tatsächlicher</span><br/> <span class="ft1">Natur entstehen. Damit scheidet selbst die blosse Möglichkeit eines</span><br/> <span class="ft1">nicht wieder gutzumachenden Nachteils aus. In diesem Sinne ist</span><br/> <span class="ft1">auch eine vollständige Verweigerung des Akteneinsichtsrechts für</span><br/> <span class="ft1">sich allein kein anfechtbarer Zwischenentscheid (Alfred Kölz / Jörg</span><br/> <span class="ft1">Bosshart / Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflege-</span><br/> <span class="ft1">gesetz des Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich 1999, § 19 Rz. 50).</span><br/> <span class="ft1">Zutreffend ist schliesslich der Hinweis der Beschwerdegegner, dass</span><br/> <span class="ft1">im Hauptverfahren der Untersuchungsgrundsatz (§ 20 VRPG) unein-</span><br/> <span class="ft1">geschränkt gilt, weshalb Neuerungen auch nach Ablauf der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdefrist oder behördlicher Fristen in das Hauptverfahren einge-</span><br/> <span class="ft1">bracht werden können (vgl. AGVE 1986, S. 210 f.).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflege</span> <span class="page_no">303</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">3.5.</span><br/> <span class="ft1">Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass das Verwaltungs-</span><br/> <span class="ft1">gericht auf die vorliegende Beschwerde gegen den prozessleitenden</span><br/> <span class="ft1">Entscheid der Vorinstanz nicht eintreten darf.</span><br/></div> </div> </body> </html>