Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. März 2019 (720 18 336 / 75) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Neuberechnung der nach der gemischten Methode zugesprochenen laufenden Viertels- rente der Versicherten anhand des vom Bundesrat bei der gemischten Methode per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodells Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Mar kus Mattle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Jan Herrmann, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1971 geborene A.____ hatte sich am 8. Juli 2 012 bei einem Sturz ein Hyperexten- sionstrauma im rechten Handgelenk zugezogen. Am 3. Juli 2014 hatte sie sich unter Hinweis auf die verbleibenden Folgen dieses Unfalls bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Nach Abklärung der gesundheitlichen, der erwerbli- chen und der hauswirtschaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft bei der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherten in Anwendung der gemischten Bemessungsmethod e mit Anteilen von 75 % an Erwerbs- und von 25 % an Haushalttätigkeit einen Inval iditätsgrad von 31 %. Gestützt auf die- ses Ergebnis lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 15 . April 2016 einen Anspruch von A.____ auf eine IV-Rente ab. Hiergegen erhob die Versicherte Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Im Rahmen d es Beschwerdeverfahrens schlossen die Parteien anlässlich der Parteiverhandlung e inen Vergleich, in welchem - unter anderem - festgestellt wurde, dass die Beschwerdeführeri n ab 1. Januar 2015 Anspruch auf eine Viertelsrente habe. Das betreffende Beschwerdever fahren (Nr. 720 16 161) wurde in der Folge mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 12. Mai 2017 zufolge teilweiser Anerkennung der Beschwerde und teilweisem Rückzug der Beschwerde als gegenstandslos abgeschrieben. Nachdem am 1. Januar 2018 die Änderung vom 1. Dezemb er 2017 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in Kraft getreten war, leitete die IV-Stelle - wie in Abs. 1 der Übergangsbestimmung zu dieser Verordn ungsänderung vorgesehen - eine Revision der laufenden Viertelsrente der Versicherten ein. Im Rahmen dieses Verfahrens ermit- telte die IV-Stelle - in erneuter Anwendung der gem ischten Bemessungsmethode mit Anteilen von 75 % an Erwerbs- und von 25 % an Haushalttätigkeit - einen Invaliditätsgrad von 42,45 %. Sie teilte der Versicherten deshalb mit Verfügung vom 5. September 2018 mit, dass sie unver- ändert Anspruch auf die bisherige Viertelsrente habe. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Rechtsanwalt Jan Herrmann, am 9. Oktober 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht. Dari n beantragte sie, es sei die ange- fochtene Verfügung aufzuheben und es sei die Beschwerde gegnerin zu verpflichten, ihr ab 1. Januar 2018 eine halbe Rente, basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 52 %, zuzusprechen und auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 13. November 2018 bean tragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels nahm die Besc hwerdeführerin mit Replik vom 14. Dezember 2018 zu den Vorbringen der Beschwerdegegnerin Stellung. Diese beantrag- te in ihrer Duplik vom 16. Januar 2019 nach wie vor di e Abweisung der Beschwerde. Mit Einga- be vom 14. Februar 2019 äusserte sich die Beschwerdeführerin zu einzelnen Punkten der Dup- lik. Die IV-Stelle wiederum teilte am 22. Februar 20 19 mit, dass sie auf zusätzliche Ausführun- gen zur letztgenannten Eingabe der Beschwerdeführerin verzichte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 9. Oktober 2018 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werde n kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abge stellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Ab s. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me- thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 20 E. 3.2). 3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatte n oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Inval iditätsgrad in beiden Bereichen zu be- messen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Met hode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 V 20 f. E. 3.2 mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Im vorausgegangenen Beschwerdeverfahren (Nr. 720 16 161) wurde der Versicherten mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 12. Mai 2017 in Anwen dung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung ab 1. Januar 2015 eine Viertelsrente zugesprochen. 4.2 Als Folge des Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) vom 2. Februar 2016 in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz (7186/09) beschloss der Bundesrat am 1. Dezember 2017 eine Änderung der IVV, die er p er 1. Januar 2018 in Kraft setzte. Diese Änderung sieht bei der gemischten Methode ein neues Berechnungsmodell vor. Laut Abs. 1 der Übergangsbestimmung zur Verordnungsänderung ist für zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung laufende Dreiviertelsrenten, halbe Renten un d Viertelsrenten, die in Anwendung der gemischten Methode zugesprochen wurden, innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Änderung eine Revision einzuleiten. In deren Rahmen si nd diese laufenden Teilrenten nach dem vom Bundesrat verordneten neuen Berechnungsmodell zu überprüfen. Falls die Neube- rechnung zu einer Erhöhung der Rente führt, erfolgt d iese auf den 1. Januar 2018. Gestützt auf Abs. 1 der Übergangsbestimmung zur Verordnungsänderung vom 1. Dezember 2017 hat die IV-Stelle somit anfangs Februar 2018 zu Recht von Amtes w egen ein Revisionsverfahren zur Überprüfung der laufenden Viertelsrente der Versicherten eingeleitet. 4.3 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Ans pruchs (Viertelsrente, halbe Rente, Dreiviertelsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) ausw irkt (BGE 134 V 131 E. 3). Ein Revisi- onsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicher- ten Person, wozu namentlich der Gesundheitszustand gehört. Sodann kann - bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand - auch eine Angewöhnung oder Anpassung an die Behinde- rung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führt, revisionsrechtlich von Bedeutung sein (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C _170/2017, E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). Ebenso ist die Rente revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verän dert haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn ei ne andere Art der Bemessung der In- validität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung de s Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). 4.4 Vorliegend ergibt sich aus den Akten, dass seit der ur sprünglichen Rentenzusprache keine Veränderung des medizinischen Sachverhalts eingetret en ist und sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu stands nicht erheblich verändert haben. Ebenso sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonac h eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangen oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten sein könnte. Somit fällt vorliegend eine auf Art. 17 Abs. 1 ATSG gestützte revisionsweise Erhö- hung oder Aufhebung der laufenden Viertelsrente der Versicherten ausser Betracht. Darüber sind sich denn auch die Parteien zu Recht einig. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5 Strittig und zu prüfen ist hingegen, ob die Anwe ndung des vom Bundesrat bei der ge- mischten Methode per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodells zu einer Erhö- hung der laufenden Viertelsrente der Versicherten führt. 5.1 Bei der vor Inkrafttreten der Verordnungsänderung vom 1. Dezember 2017 erfolgten ursprünglichen Rentenzusprache wurde der Invaliditätsgra d der Versicherten, wie eingangs ausgeführt, in Anwendung der gemischten Bemessungsmethod e mit Anteilen von 75 % an Er- werbs- und von 25 % an Haushalttätigkeit ermittelt. Im erwerblichen Bereich wurde als Validen- einkommen praxisgemäss (vgl. BGE 125 V 146 E. 2b) berücksicht igt, was die Beschwerdefüh- rerin im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkei t von 75 % erzielt hätte, was in ihrem Fall einem Betrag von Fr. 74‘285.-- entsprach. Beim Invali deneinkommen ging man auf der Grund- lage einer ärztlicherseits attestierten Arbeits- und Le istungsfähigkeit von 50 % von einem zu- mutbaren Einkommen von Fr. 37‘143.-- aus. 5.2 Gemäss der neuen Verordnungsbestimmung von Art. 27 bis Abs. 2 IVV werden bei Teil- erwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufg abenbereich summiert. Laut Abs. 3 der neuen Verordnungsbestimmung richtet sich die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwe rbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (lit. a) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die versicherte Perso n hätte, wenn sie nicht invalid ge- worden wäre, gewichtet wird (lit. b). 5.3 Im Rahmen der Anwendung dieses neuen Berechnungsm odells rechnete die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung das Valideneinkommen von Fr. 74‘285.--, das die Versicherte im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit von 75 % erzielt hätte, auf ein Vollpensum hoch. Auf diese Weise ermittelte sie ein massgebendes V alideneinkommen von Fr. 99‘047.--. Diese Vorgehensweise und das daraus resultierende Ergebnis erweisen sich als rechtens; auch diesbezüglich besteht zwischen den Parteien Einigkeit. 5.4 Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, dass dieses Valideneinkommen von Fr. 99‘047.-- im Einkommensvergleich dem nach wie vor zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 37‘143.-- gegenüber zu stellen sei, was im Erwerb sbereich zu einer Beeinträchtigung von 62,5 % führe. Demgegenüber vertritt die IV-Stelle de n Standpunkt, dass in Anwendung des neuen Berechnungsmodells auch bei der Bemessung des Invali deneinkommens - analog zur Bestimmung des Valideneinkommens - von einer vollen Erwe rbstätigkeit ausgegangen werden müsse. Da die Versicherte aus medizinsicher Sicht im angest ammten Beruf zu 50 % arbeitsfä- hig sei, müsse ihr ein Invalideneinkommen von Fr. 49‘5 23.50 angerechnet werden, was einer 50 %-igen Arbeitsfähigkeit im Rahmen eines Vollpensum s entspreche. Dies führe im Einkom- mensvergleich zu einer Einschränkung im Erwerbsbereich von 50 %. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Der Betrachtungsweise der IV-Stelle kann nicht gef olgt werden. Sie findet vorab keine Stütze in der neuen Verordnungsbestimmung von Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV, in welcher einzig festgehalten ist, dass das Valideneinkommen auf eine Vollerwerbstätigkeit hochzurechnen ist. Die Berechnungsart der IV-Stelle steht sodann auch nicht im Einklang mit der Stossrichtung der Verordnungsänderung. Mit dieser sollten unter andere m die Anforderungen des EGMR an eine nichtdiskriminierende Ausgestaltung der gemischten Meth ode erfüllt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden (Bericht des BSV zur Änderung der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV] - Invaliditätsbemessung für teilerwerbstä- tige Versicherte, S. 4). Das neue Berechnungsmodell neh me, so das BSV weiter, die Kritik am bisherigen Berechnungsmodell der gemischten Methode auf und gehe nun grundsätzlich von einer gleichwertigen Gewichtung der beiden Invaliditä tsgrade im Erwerbs- wie im Aufgabenbe- reich aus. Damit erfolge eine stärkere Berücksichtigung der Einschränkungen im Erwerbsbe- reich, was tendenziell zu höheren Invaliditätsgraden als bisher führe (Bericht des BSV zur Än- derung der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die In validenversicherung [IVV] - Invalidi- tätsbemessung für teilerwerbstätige Versicherte, S. 7). Der vorliegende Fall zeigt beispielhaft, dass das neue Berechnungsmodell zu der beabsichtigten Besserst ellung der teilerwerbstätigen Versicherten führt, resultiert bei ihr aus der neuen Berechnungsart doch neu ein Gesamtinvalidi- tätsgrad von 52 % (vgl. dazu E. 6 hiernach) statt wie bis anhin ein solcher von 42 % mit der Folge, dass die teilerwerbstätige Beschwerdeführerin neu eine halbe anstelle der bisherigen Viertelsrente beanspruchen kann. Demgegenüber würde sich in Anwendung der von der IV- Stelle postulierten neuen Berechnungsart, wonach nich t nur das Valideneinkommen, sondern auch das Invalideneinkommen auf der Basis einer Vollerw erbstätigkeit zu ermitteln sei, nichts an der bisherigen Situation ändern. Nimmt man die Ne uberechnung auf diese Weise vor, so bleibt es selbstredend - aufgrund der Hochrechnung beid er Einkommen - beim bisherigen Ge- samtinvaliditätsgrad der Versicherten von 42 % und somit wie anhin bei einem Anspruch auf eine Viertelsrente. Dies widerspricht nach dem Gesagten dem Willen des Verordnungsgebers. 5.6. Aus dem Gesagten folgt, dass vorliegend von der von der IV-Stelle postulierten “Auf- rechnung“ des Invalideneinkommens der Versicherten von Fr. 37‘143.-- auf Fr. 49‘523.50 abzu- sehen und auch in Anwendung des neuen Berechnungsmodel ls im Einkommensvergleich vom bisherigen Invalideneinkommen der Versicherten von Fr. 37 ‘143.-- auszugehen ist. Stellt man diesen Betrag dem unbestrittenen Valideneinkommen von Fr. 99‘047.-- gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 61‘904.--, was im E rwerbsbereich - wie auch die Be- schwerdeführerin zutreffend geltend macht - einen Invaliditätsgrad von 62,5 % ergibt. 6. Die IV-Stelle wendet gegen dieses Ergebnis zusätzlich ein, das neue Berechnungsmo- dell führe „in gewissen Fallkonstellationen“ zu unbilligen Ergebnissen, wenn man es auf die vor- stehend als zutreffend bezeichnete Weise anwende. Dies sei insbesondere dann der Fall, wenn „die attestierte Restarbeitsfähigkeit höher ist, als da s im Gesundheitsfall ausgeübte Er- werbspensum“ (vgl. die Ausführungen in Ziff. 4 der Ve rnehmlassung vom 13. November 2018). Wie es sich mit diesem Einwand verhält, muss nun allerdi ngs an dieser Stelle nicht weiter erör- tert werden, liegt hier doch gerade keine solche Konst ellation vor. Der Beschwerdeführerin wird aus medizinischer Sicht unbestrittenermassen für sämtliche T ätigkeiten lediglich noch eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Somit ist ihre Restarbeitsfähigkeit von - ebenfalls - 50 % Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht aber nicht höher, sondern tiefer als das im Gesundheitsf all ausgeübte Erwerbspensum von 75 %. 6. In Anwendung der gemischten Methode der Invalidität sbemessung ergibt sich auf Grund des Gesagten in Berücksichtigung der zeitlichen Beans pruchung von 75 % im Erwerbs- und von 25 % im Haushaltbereich bei einer Einschränkung im Haushaltbereich von 4,95 % (0,25 x 19 %) und einer solchen im Erwerbsbereich von 46 ,88 % (0,75 x 62,50 %) insgesamt ein Invaliditätsgrad in der Höhe von 51,83 % bzw. ge rundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 52 %. Bei einem Invaliditätsgrad von 52 % hat die Versicherte Anspruch auf eine halbe IV-Rente. Laut Abs. 1 der Übergangsbestimmu ng zur Verordnungsänderung vom 1. Dezember 2017 erfolgt eine Erhöhung der Rente auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung. Der Beschwerdeführerin ist deshalb mit Wirkung ab 1. Januar 2018 eine halbe Rente anstelle der bisherigen Viertelsrente zuzusprechen. 7. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass in Guthei ssung der Beschwerde die angefochtene Verfügung vom 5. September 2018 aufzuhebe n und festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Januar 2018 Anspruch auf eine halbe Rente hat. 8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdever fahrens zu befinden. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist d ie Beschwerdeführerin obsiegen- de und die IV-Stelle unterliegende Partei. 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200- 1000 Franken festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliege nden, in denen ein durchschnittlicher Ver- fahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 800 Fr anken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterlie genden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterlie gende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuer- statten. 8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. De r Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin hat in seiner Honorarnote vom 14. Februar 2019 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 10,5 Stunden geltend gemacht, was sich in A nbetracht der sich stellenden Sach- verhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Be mühungen sind zu dem in Sozial- versicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken - und nicht zu dem vom Rechtsvertreter geltend ge machten Ansatz von 300 Franken - zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind die ausgewie senen Auslagen von Fr. 64.90. Der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘897.-- (10,5 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 64.90 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 5. September 2018 aufge hoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin mit Wi rkung ab 1. Januar 2018 Anspruch auf eine halbe IV-Rente hat. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘897.-- (inkl. A uslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde von der IV-Stelle am 25. Juni 2019 Beschwerde beim Bundes- gericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_445/2019 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht