A bteilung V E -6172/2007 {T 0/2} U rte il v o m 2 1 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichterin C hrista Luterbacher (Vorsitz), R ichter Beat W eber, R ichterin Therese Kojic, G erichtsschreiber Andreas Felder. 1. A._______, 2. B._______, 3. C ._______, 4. D ._______, alle M ongolei, zurzeit w ohnhaft (...), Beschw erdeführende, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verfügung des BFM vom 7. Septem ber 2007 i.S. N icht- eintreten auf Asylgesuch und W egw eisung / N ______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandE -6172/2007 D as B undesverw altungsgericht stellt fest und erw ägt: dass die Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge am 31. O ktober 2005 die M ongolei verliessen und via M oskau in die Schw eiz reisten, w o sie am 7. N ovem ber 2005 um Asyl ersuchten, dass sie am 11. N ovem ber 2005 im Em pfangszentrum vom BFM sum - m arisch und am 1. D ezem ber 2005 gem äss A rt. 29 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) eingehend zu ihren Fluchtgrün- den befragt w urden, dass der Beschw erdeführer dabei angab, w egen eines Autounfalles am 5. M ärz 2002, bei dem ein M ann gestorben sei, zu drei Jahren G e- fängnis verurteilt w orden zu sein, dass er w ährend seiner H aft von anderen G efängnisinsassen schika- niert, geschlagen und 10 bis 12 M al vergew altigt w orden sei, dass er nach seiner Entlassung auf ehem alige M itgefangene getroffen sei, die ihn w iederum geschlagen hätten, und dass er befürchtet habe, w iederum vergew altigt zu w erden, dass er sich darauf m it seiner Frau und seinem Sohn bei seinen Schw iegereltern in Sicherheit habe bringen w ollen, aber auch da von ehem aligen M itinsassen aufgespürt, verprügelt und vergew altigt w or- den sei, so dass er bew usstlos gew orden sei und einige Tage im Spital verbracht habe, dass er daraufhin m it seiner Fam ilie m ithilfe eines Schleppers das Land verlassen habe, dass die Beschw erdeführerin keine eigenen Fluchtgründe geltend m achte, dass die Beschw erdeführenden m it Verfügung des BFM vom 10. Janu- ar 2006 dem Kanton D ._______ zugew iesen w urden, dass am (...) das zw eite Kind der Beschw erdeführenden geboren w urde, dass die österreichischen Behörden m it Schreiben vom 3. Februar 2006 erklärten, Fingerabdruckvergleiche hätten ergeben, dass die Be- S eite 2E -6172/2007 schw erdeführenden unter anderen Identitäten am 16. O ktober 2004 in Ö sterreich im R ahm en des österreichischen Asylgesetzes erfasst w or- den seien, dass die österreichischen Behörden m it Schreiben vom 17. April 2007 das Akteneinsichtsgesuch des BFM vom 1. M ärz 2007 ablehnten, dass das BFM den Beschw erdeführenden m it Verfügung vom 31. Juli 2007 das rechtliche G ehör bezüglich des verschw iegenen vorgängigen Aufenthalts in Ö sterreich und den abw eichenden Identitätsangaben gew ährte, dass die Beschw erdeführenden m it Eingabe vom 9. August 2007 (Ein- gang BFM : 13. August 2007) Stellung nahm en, dass das BFM m it Verfügung vom 7. Septem ber 2007 in Anw endung von A rt. 34 AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat und die W egw ei- sung aus der Schw eiz sow ie – unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis zum 8. O ktober 2007 – den Vollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im W esentlichen anführte, der Bundes- rat habe auf G rund einer Lageanalyse m it Beschluss vom 28. Juni 2000 die M ongolei als verfolgungssicheren Staat im Sinne von A rt. 34 Abs. 1 AsylG bezeichnet, w eshalb auf Asylgesuche von Staatsangehö- rigen aus der M ongolei nicht eingetreten w erde, ausser die Anhörung ergebe H inw eise auf eine Verfolgung, dass aus den Akten keine H inw eise ersichtlich seien, w elche die w i- derlegbare Verm utung der Verfolgungssicherheit um stossen könnten, dass die Vorbringen der Beschw erdeführenden unzählige deutliche W i- dersprüche aufw eisen w ürden, unsubstanziiert vorgetragen w orden oder nicht m it der allgem einen Lebenserfahrung in Ü bereinstim m ung zu bringen seien, dass die Fingerabdruckvergleiche ausserdem ergeben hätten, dass sich die Beschw erdeführenden zum Zeitpunkt der angeblichen H aft- entlassung des Beschw erdeführers in der M ongolei bereits seit einigen M onaten in Ö sterreich befunden hätten, dass die Beschw erdeführenden m it Eingabe vom 14. Septem ber 2007 (Eingang: 17. Septem ber 2007) gegen diesen Entscheid beim Bundes- S eite 3E -6172/2007 verw altungsgericht Beschw erde erhoben und dabei sinngem äss unter anderem beantragten, die Verfügung des BFM sei aufzuheben, es sei auf ihr Asylgesuch einzutreten und es sei jedenfalls vom W egw ei- sungsvollzug abzusehen, dass die vorinstanzlichen Akten am 18. Septem ber 2007 beim Bundes- verw altungsgericht eintrafen (A rt. 109 Abs. 2 AsylG ), dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden ge- gen Verfügungen (A rt. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) des BFM ent- scheidet (A rt. 105 AsylG i.V.m . A rt. 31-34 des Verw altungsgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.119]), dass die Beschw erdeführenden legitim iert sind, w eshalb auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (A rt. 108a AsylG sow ie A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentschei- de praxisgem äss auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it da- rauf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefoch- tene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. die w eiterhin m assgebli- chen Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylre- kurskom m ission [EM AR K] 2004 N r. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungs- gericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeent- S eite 4E -6172/2007 scheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (A rt. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass auf G esuche oder Beschw erden von Asylsuchenden aus vom Bundesrat bezeichneten verfolgungssicheren Staaten (sog. "safe countries") nicht eingetreten w ird, ausser es gebe H inw eise auf eine Verfolgung (A rt. 34 Abs. 2 AsylG ), dass der Bundesrat m it Beschluss vom 28. Juni 2000 die M ongolei zum "safe country" erklärt hat, in w elchem nach seinen Feststellungen Sicherheit vor Verfolgung besteht, dass diese Tatsache die G ew ährung von Asyl und den Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung jedoch nicht ausschliesst, da die fehlende Verfolgung im H erkunftsland lediglich verm utet w ird und som it w ider- legt w erden kann, dass gem äss Praxis bei der Anw endung von A rt. 34 AsylG ein w eiter Verfolgungsbegriff anzuw enden ist, w elcher nicht lediglich ernsthafte N achteile nach A rt. 3 AsylG um fasst, sondern auch die von M enschen- hand verursachten W egw eisungshindernisse im Sinne von A rt. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . A rt. 14a Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20; vgl. EM AR K 2003 N r. 18 sow ie 2004 N r. 5), dass die Bew eism assanforderungen, w elchen die "H inw eise auf eine Verfolgung" im Sinne von A rt. 34 Abs. 2 AsylG zu genügen haben, um einen N ichteintretensentscheid auszuschliessen, tief anzusetzen sind, dass dem nach, w enn bei einer sum m arischen Prüfung der Vorbringen greifbare, nicht auf den ersten Blick als unglaubhaft erkennbare H in- w eise auf Verfolgung vorliegen, auf das Asylgesuch eingetreten und die Flüchtlingseigenschaft geprüft w erden m uss (vgl. EM AR K 2004 N r. 35 E. 4.3. S. 247 f.), dass die von A rt. 36 Abs. 1 AsylG geforderte Anhörung nach A rt. 29 und 30 AsylG vorab durchgeführt w orden ist, dass dem zufolge zu prüfen ist, ob die Ausführungen der Beschw erde- führer H inw eise auf eine Verfolgung enthalten, S eite 5E -6172/2007 dass die Vorinstanz zu R echt festgestellt hat, dass es den Vorbringen der Beschw erdeführer an der erforderlichen G laubhaftigkeit m angelt, dass der verheim lichte vorgängige Aufenthalt der Beschw erdeführen- den in Ö sterreich in jene Zeit fällt, als der Beschw erdeführer gem äss seinen ursprünglichen Angaben die letzten M onate seiner Inhaftierung im G efängnis in der M ongolei verbrachte, w ährend der es zu m ehreren Ü bergriffen durch M itgefangene gekom m en sei, sow ie die an- schliessende H aftentlassung sow ie w eitere N achstellungen durch ehe- m alige G efängnisinsassen erlebte, dass dam it gerade die zentralen Vorbringen des Beschw erdeführers ihre G rundlage verlieren, dass die Erklärungen der Beschw erdeführenden in der Eingabe vom 9. August 2007 an dieser Einschätzung nichts zu ändern verm ögen, da sie die tatsächlichen Ereignisse nicht in einem neuen zeitlichen Ablauf darstellen, sondern sich darin erschöpfen zu erklären, w arum der Auf- enthalt in Ö sterreich verschw iegen w orden sei (A51), dass der Vorinstanz auch im Punkt zuzustim m en ist, dass es nicht ein- sichtig sei, w eshalb w irklich verfolgte Personen bezüglich ihrer Identi- tät tatsachenw idrige Angaben m achen sollten, dass der geltend gem achte Autounfall, die Verurteilung zu drei Jahren H aft, der H aftantritt sow ie der Austritt m it keinerlei D okum enten belegt w urden, w obei anzunehm en ist, dass eine Verurteilung w egen eines Autounfalles m it Todesfolge in einem ordentlichen Strafverfahren abge- w ickelt w orden w äre und dem Beschw erdeführer entsprechende D oku- m ente ausgehändigt w orden w ären, auch w enn er sich – w ie er angibt – vor dem "m ongolischen O bergericht" nicht anw altschaftlich hat ver- treten lassen (A19 S. 3), dass ausserdem nicht geglaubt w erden kann, dass der Beschw erde- führer keinerlei Angaben zu seinen M itgefangenen m achen kann, m it denen er bis zu drei Jahren gem einsam in H aft verbracht habe (A19 S. 5, 9, 12, 14), dass aus den Angaben des Beschw erdeführers auch nicht nachvoll- ziehbar w ird, w arum er von seinen ehem aligen M itgefangenen nach seiner H aftentlassung w eiterhin drangsaliert w orden oder per Zufall m it ihnen zusam m en getroffen sein sollte, S eite 6E -6172/2007 dass der Beschw erdeführer gem äss eigenen Angaben die heim atli- chen Behörden nicht um Schutz angegangen ist (A19, S. 11 und 14; A20, S. 6), dass die von der Vorinstanz festgestellten W idersprüche und unsub- stanziierten Aussagen ebenfalls gegen die G laubhaftigkeit der Vorbrin- gen sprechen, dass diese W idersprüche durch die in allgem einer A rt gehaltenen Aus- führungen in der Beschw erdeschrift nicht ausgeräum t w erden können, dass die Aussagen der Beschw erdeführerin pauschal auf die von ih- rem Ehem ann geltend gem achten Ereignisse verw eisen, ohne etw as zu ihrer Substanz oder G laubhaftigkeit beizutragen, dass auch die w eiteren Vorbringen in der Beschw erdeschrift nichts an den vorstehenden Einschätzungen zu ändern verm ögen, da in gene- reller W eise auf die angebliche, lebensgefährliche Verfolgungssituation in der M ongolei verw iesen w ird und w iederum dargelegt w ird, dass die Beschw erdeführenden aus Angst, w ieder nach Ö sterreich zurück ge- schickt zu w erden, ihren dortigen Aufenthalt verheim licht hätten und dass sie im Ü brigen über ihre w ahre Identität in der Schw eiz nie ge- täuscht hätten, dass das BFM dem nach in Anw endung von A rt. 34 AsylG zu R echt auf das Asylgesuch der Beschw erdeführenden nicht eingetreten ist, dass das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw ei- sung aus der Schw eiz zur Folge hat, vorliegend die Beschw erdefüh- renden w eder eine Aufenthaltsbew illigung besitzen noch einen An- spruch auf E rteilung einer solchen haben, w eshalb die verfügte W eg- w eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist (A rt. 44 Abs. 1 AsylG , A rt. 32 Bst. a AsylV 1; vgl. EM AR K 2001 N r. 21), dass zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw ei- sung entgegenstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Vollzugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Be- stim m ungen des AN AG über die vorläufige Aufnahm e zu regeln ist (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ), S eite 7E -6172/2007 dass der Vollzug der W egw eisung in Beachtung der m assgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestim m ungen zulässig ist, da die Be- schw erdeführenden keine Verfolgung oder begründete Furcht vor N achteilen darzulegen verm ögen, w elche geeignet w äre, ihre Flücht- lingseigenschaft zu begründen, und auch keine Anhaltspunkte für eine andere m enschenrechtsw idrige Behandlung ersichtlich sind, die ihnen in ihrem H eim at- oder H erkunftsstaat droht (A rt. 14a Abs. 3 AN AG ), dass w eder die allgem eine Situation im H eim atland noch individuelle in der Person der gem äss Aktenlage gesunden und ausgebildeten Be- schw erdeführenden liegende G ründe gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs sprechen, dass die R ückreise m it den beiden Kindern im Alter von (...) und (...) Jahren auch als zum utbar erachtet w ird, dass die Beschw erdeführenden neben den als haltlos qualifizierten Vorbringen irgendw elche Schw ierigkeiten m it den heim atlichen Behör- den ausdrücklich in Abrede stellten (A19 S. 15, A20 S. 8) dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine H inw eise auf das Vor- liegen technischer Vollzugshindernisse ergeben, w eshalb der Vollzug auch als m öglich erscheint (A rt. 14a Abs. 2 AN AG ), dass es den Beschw erdeführern dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (A rt. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde ab- zuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (A rt. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . A rt. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) den Beschw erde- führern aufzuerlegen sind (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite) S eite 8E -6172/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.-- w erden den Beschw erdeführern auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichts- kasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführenden (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungs- schein) - die Vorinstanz (vorab per Telefax) (R ef.-N r. N ______) - (...) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: C hrista Luterbacher Andreas Felder Versand: S eite 9