B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1861/2013 U r t e i l v o m 2 4 . M a i 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Martin Zoller; Gerichtsschreiber Simon Thurnheer. Parteien A._______, Jemen, vertreten durch Elodie Debiolles, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwä- gungsentscheid); Verfügung des BFM vom 8. März 2013 / N (…). E-1861/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer reichte am 18. Februar 2010 bei den Grenzpol i- zeibehörden am Flughafen B._______ ein Asylgesuch ein, welches vom BFM mit Verfügung v om 9. März 2010 mangels Glaubhaftigkeit der Vo r- bringen abgelehnt wurde – unter g leichzeitiger Wegweisung aus dem Transitbereich des Flughafens B._______. Die dagegen vom Beschwe r- deführer am 16. März 2010 (Poststempel) erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-1655/2010 vom 13. April 2010 ab. Mit Eingabe vom 28. April 2010 ersuchte er um revisionsweise Aufhe- bung d ieses Urteils. Mit Urteil E-3019/2010 vom 28. Mai 2010 wies das Bundesverwaltungsgericht das Revisionsgesuch ab. B. Mit als Wiedererwägungsgesuch bezeichneter, ans BFM gerichteter Ei n- gabe seiner Rechtsvertreterin v om 16. Juli 2010 ersuchte der Beschwe r- deführer um wiedererwägungsweise Neubeurteilung seines Asylgesuchs sowie um Aussetzung des Wegweisungsvollzugs und Verzicht auf die E r- hebung eines Kostenvorschusses. Zur Begründung seines Gesuchs be- kräftigte er seine b isherigen Vorbringen und machte zudem geltend, mit seiner Vorführung vor der jemenitischen Botschaft am (…) Juni 2010 hät- ten die jemenitischen Behörden erfahren, dass es sich bei ihm um einen Oppositionellen handle und als Folge davon sei sein Sohn, welche r beim staatlichen jemenitischen (…)unternehmen (…) gearbeitet habe, entla s- sen worden. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er einen auf die Iden- tität A._______ lautenden jemenitischen Reisepass im Original, seinen Eheschein in Kopie , inklusive Übersetzung, einen Brief seines Sohne s, inklusive Übersetzung, vom 23 . Juni 2010, ein Entlassungsschreiben betreffend seinen Sohn, ein Bestätigungsschreiben der Organisation Sou- thern Observatory for Human Rights (SOHR) vom 11. Juli 2010 und einen auf der Website der Zeitung „Khaleej Aden“ publizierten Artikel ein. Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 22. Juli 2010 wiederholte er sein Gesuch um Vollzugsaussetzung und reichte ein Schreiben von Amnesty International (ai) vom 14. Juli 2010 zu den Akten. C. Das BFM w ies mit Zwischenverfügung vom 3. August 2010 das Gesuch um Aussetzung des Vollzugs der Wegweisung ab, wogegen der B e- schwerdeführer mit Eingabe vom 17. August 2010 (vorab per Telefax) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob. Zur Stützung seiner E-1861/2013 Seite 3 Beschwerde legte er eine Kopie des Schreibens von ai vom 14. Juli 2010, den Antrag der Kantonspolizei B._______betreffend Verlängerung der Aus-schaffungshaft vom 13. Juli 2010 sowie sechs im Internet publ izierte Artikel über die Lage im Jemen ins Recht. Der In struktionsrichter ordnete mit Telefax vom 17. August 2010 einen vorsorglichen Vollzugsstopp an. Mit an das BFM gerichteter, zuständigkeitshalber an das Bundesverwa l- tungsgericht überwiesener Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 23. August 2010 ergänzte der Beschwerdeführer seine Beschwerde und reichte das Original des Ehescheins, einen im Internet publizierten Artikel vom 13. August 2010, inklusive Übersetzung, sowie zwei DVDs, welche Aufnahmen einer vom Beschwerdeführer organisierten Demonstration im Jahre 2009 zeigen sollen, und mehrere Standfotos aus diesen Videoau f- nahmen ein. Mit Urteil E-5816/2010 vom 31. August 2010 hiess das Bundesverwa l- tungsgericht die Beschwerde gut, hob die angefochtene Zwischenverf ü- gung des BFM auf und wies dieses an, die vom Bun desverwaltungsge- richt provisorisch angeordnete Aussetzung des Wegweisungsvollzugs aufrechtzuerhalten, bis das BFM über das Wiedererwägungsgesuch en t- schieden habe. D. Das BFM wies das Wiedererwägungsgesuch vom 16. Juli 2010 mit Ve r- fügung vom 29. September 201 0 ab und erklärte seine Verfügung vom 3. August 2010 (recte: 9. März 2010) für rechtskräftig und vollstreckbar. Die dagegen am 29. Oktober 2010 erhobene Beschwerde wurde vom Bundesverwaltungsgericht mit Entscheid vom 5. Oktober 2011 als g e- genstandslos geworden abgeschrieben, nachdem das BFM im Rahmen des Schriftenwechsels seine Verfügung vom 29. September 2010 mit Ver- fügung vom 22. September 2011 wiedererwägungsweise aufgehoben und das Wiedererwägungsverfahren wieder aufgenommen hatte. E. Mit Eingabe vom 19. Dezember 2011 bzw. mit Eingabe vom 30. März 2012 teilte die Rechtsvertreterin den Selbstmord eines Sohnes des B e- schwerdeführers mit und ersuchte um Ausstellung eines Ausreisevisums bzw. machte auf die Lage im Heimatland aufmerksam. Mit Beweismi t- teleingabe seiner Rechtsvertreterin vom 15. August 2012 bzw. vom 14. September 2012 bzw. vom 30. Januar 2013 ans BFM legte der B e- schwerdeführer die Kopie der Anzeige eines Sohnes des Beschwerdefüh-E-1861/2013 Seite 4 rers zuhanden des jemenitischen Innenministeriums vom 15. Juni 2010, einschliesslich Übersetzung, die Kopie eines Haftbefehls, einschliesslich Übersetzung, die Kopie eines Schreibens des SOHR vom 23. April 2012, die Kopie einer Vorladung eines Sohnes des Beschwerdeführers vom 1. Juli 2010, einschliesslich Übersetzung, sowie zwei im Internet publ i- zierte Artikel bzw. einen im Internet publizierten Artikel bzw. einen ärztli- chen Bericht vom 9. Januar 2013 einer Fachä rztin für Allgemeinmedizin FMH zu den Akten. F. Das BFM wies das Wiedererwägungsgesuch vom 16. Juli 2010 mit Ver- fügung vom 8. März 2013 (eröffnet am 11. März 2013) ab. Zur Begrün- dung führte es im Wesentlichen an, der Beschwerdeführer mache neue Tatsachen geltend und lege neue Beweismittel ins Recht, deren Erhe b- lichkeit zu verneinen sei. Der angebliche Nachweis seiner Identität durch die Einreichung seines Reisepasses sei nicht ausschlaggebend, da damit seine Asylvorbringen noch nicht bewiesen seien . Die eingereichten B e- weismittel vermöchten angesichts der gänzlich unsubstanziierten Asyl- vorbringen nicht zu überze ugen. So sei erstaunlich, dass der Sohn des Beschwerdeführers trotz der angeblich jahrelangen prominenten Oppos i- tionstätigkeit seines Vaters bis vor kurzem in einem staatlichen Betrieb habe tätig sein können. Aus dem Entlassungsschreiben gehe zudem der Entlassungsgrund nicht hervor. Auf den DVDs seien lediglich Stimmen zu hören bzw. eine kurze Sequenz einer Demonstration zu sehen, auf wel- cher der Beschwerdeführer nicht klar erkennbar sei. Die Vorführung vor der jemenitischen Botschaft stelle keine Gefährdung dar, zumal den j e- menitischen Behörden nicht mitgeteilt worden sei , aus welchem Grund er die Schweiz verlassen müsse ; zudem sei den jemenitischen Behörden bewusst, dass viele Landsleute in der Schweiz ein Asylgesuch stellten, um einen Aufenthaltsstatus zu erlangen. Es sei nicht anzunehmen, dass die jemenitischen Behörden ihn zu verfolgen beabsichtigten, nur weil er der Botschaft vorgeführt worden sei. Die eingereichten Beweismittel wi e- sen als Kopien einen geringen Beweiswert auf. Die Anzeige bei d er j e- menitischen Polizei beweise den geltend gemachten Angriff nicht, so n- dern enthalte ausschliesslich seine Darstellung, ohne das er den angebl i- chen Angriff hätte beweisen oder auch nur substanziiert schildern können. Unerklärt geblieben sei zudem der Gru nd, warum die Anzeige erst sechs Monate nach dem angeblichen Angriff erfolgt sei. Mit der Anzeige beim Innenministerium Schutz zu suchen, widerspreche ausserdem der Kon s- tellation, dass er von den jemenitischen Behörden angeblich verfolgt we r- de. Beim eingereichten Haftbefehl handle es sich lediglich um eine Kopie. E-1861/2013 Seite 5 Es werde nicht erklärt, wie er in den Besitz des Beschwerdeführers g e- langt sei. Zudem sei es unüblich, dass auf einem Haftbefehl aufgeführt werde, warum eine Person gesucht werde. Beim Bericht der SOHR, dem Brief seines Sohnes sowie der Internet-Beiträge handle es sich um blosse Gefälligkeitsschreiben. Zur Vorladung seines Sohnes sei zu bemerken, dass es unüblich sei, den genauen Grund für eine Besprechung a n- zugeben. Ausserdem biete der Beschwerdeführer keine Erklärung für das späte Einreichen dieses Dokuments an. Der Freitod eines Sohnes stelle zwar ein tragisches Vorkommnis dar, ein Zusammenhang mit der Verfo l- gungsgeschichte des Beschwerdeführers sei indes nicht nachgewiesen worden. Was den Wegweis ungsvollzug betreffe, so sei die Lage im J e- men zwar nicht optimal, es herrsche aber auch kein Zustand von Krieg, Bürgerkrieg oder allgemeiner Gewalt. Was die mediz inischen Gutachten anbelange, sei fraglich, ob ein Facharzt der inneren Medizin über ausre i- chende fachliche Kenntnisse verfüge, psychiatrische Störungen zu atte s- tieren. Aber auch im Attest werde lediglich eine leichte (…) Episode diag- nostiziert, was eine vorläufige Aufnahme nicht rechtfertigen könne. Da die Asylgründe nicht glaubhaft seien, könnte n sie a uch nicht die Quelle des psychischen Leidens sein. Die Rückkehr in das Heimatland und die Wi e- dervereinigung mit den Angehörigen habe dagegen vermutlich positive Auswirkungen auf den mentalen Zustand des Beschwerdeführers. Betref- fend den attestierten (…) könne der Beschwerdeführer in seinem Heimat- staat genauso gut auf seine Ernährung achten bzw. Schonkost einne h- men. Bezüglich der geltend gemachten (…) sei zu sagen, dass das Gu t- achten keinerlei Informationen, sondern lediglich Vermutungen enthalte. G. Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 9. April 2013 liess der B e- schwerdeführer dagegen Beschwerde erheben und in materieller Hinsicht beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die Flüchtlings- eigenschaft sei zuzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Undurchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. In prozessualer Hinsicht beantragte er, auf seine Beschwerde sei einzutr e- ten und ihr sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen [recte: der Vollzug der Wegweisung sei für die Dauer des Verfahrens auszusetzen], und e r- suchte um Gewährung der unentgeltlichen Rechts pflege, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Ausrichtung einer Parte i- entschädigung. Zur Stützung seiner Begehren reichte er ein medizini- sches Gutachten vom 9. April 2013 (in Kopie) und einen Internetartikel vom 9. Juni 2012 (einschliesslich Übersetzung) zu den Akten. Auf die Be-E-1861/2013 Seite 6 schwerdebegründung wird – soweit für den Entscheid wesentlich – in den Erwägungen eingegangen. H. Mit Telefax vom 10. April 2013 setzte die zuständige Instruktionsrichterin den Vollzug der Wegweisung bis nach Eingang und Prüfung der v o- rinstanzlichen Akten aus. I. Mit Beweismitteleingabe vom 25 . April 2013 legte der Beschwerdeführer unaufgefordert ein fremds prachiges Dokument, angeblich ein Bestät i- gungsschreibens des Präsidenten der Bewegung des Südjemens, ei n- schliesslich Übersetzung, und den Bericht der SOHR vom 28. September 2012 zusammen mit einem Schreiben des Beschwerdeführers ins Recht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist dah er zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetze s vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichu ng der Beschwerde legitimiert (Art. 105 E-1861/2013 Seite 7 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde k önnen die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichte rlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentsche id nur su mmarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 4. Gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5. Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht g e- regelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die verfügende B e- hörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts wird j edoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Voraussetzungen ein verfassung s- mässiger Anspruch auf Wiedererwägung abgeleitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 S. 137 f. mit weiteren Hin weisen). Danach ist auf ein Wiedererw ä- gungsgesuch einzutreten, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verändert h at und mithin die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist. Sodann können auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererw ä- gung begründen, sofern sie sich auf eine in materielle Rechtskra ft e r- wachsene Verfügung beziehen, die entweder unangefochten geblieben oder deren Beschwerdeverfahren mit einem formellen Prozessurteil a b- geschlossen worden ist. Ein solchermassen als qualifiziertes Wiedere r- wägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel ist g rundsätzlich nach den Regeln des Revisionsverfahrens zu behandeln (vgl. Entscheidungen E-1861/2013 Seite 8 und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 17 E. 2.a S. 103 f. mit weiteren Hinweisen). 6. 6.1 Mit Bezug auf das vorliegende Verfahren ist vorw eg festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Rahmen seines Wiedererwägungsg e- suchs lediglich eine wesentlich veränderte Sachlage seit Rechtskraft der Verfügung des BFM vom 9. März 2010 (mithin seit dem 13. April 2010) geltend machen kann. Vorbringen und Beweismittel, die er bereits in e i- nem früheren Verfahren (ordentliches Asyl- oder Revisionsverfahren) gel- tend gemacht bzw. eingereicht hat, können nicht erneut angeführt we r- den. Angesichts des Urteils vom 13. April 2010 können genauso wenig Revisionsgründe im Sinne eines qualifizierten Wiedererw ägungsgesuchs angerufen werden. Tatsachen, die sich vor dem 13. April 2010 ereignet haben sollen, und neu aufgefundene Beweismittel, welche sich auf solche Tatsachen beziehen, können vorliegend mithin nicht berücksicht igt wer- den. Nach dem Gesagten hat das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Unrecht neu erfahrene Tatsachen und neu aufgefundene Beweismittel auf ihre Erheblichkeit überprüft. Soweit sich die Beschwerde auf solche Vorbringen und Beweismittel bezieht oder solche Beweismittel vorlegt, ist darauf nicht einzugehen. Dies gilt für die geltend gemachten Demonstra- tionen im Jahre 2009, den angeblichen Mordversuch im Jahre 2009, sein politisches Engagement für die TAJ oder die eingereichten DVDs und Standbilder. 6.2 Wie bereits im Urteil vom 31. August 2010 fest gestellt, sind die im Wiedererwägungsgesuch vorgebrachten neuen Ereignisse im Sinne einer wesentlich veränderten Sachlage auf ihre Glaubhaftigkeit und ihre W e- sentlichkeit hin zu überprüfen. Dies gilt für die geltend gemachte Entlas- sung des Sohnes des Beschwerdeführers aus dem s taatlichen (…)werk, die mögliche Gefährdung des Beschwerdeführers durch seine Vorführung vor der jemenit ischen Botschaft am 9. Juni 2010 sowie die seit dem A b- schluss des ordentlichen As ylverfahrens in diesem Zusammenhang ent- standenen Beweismittel . Ausserdem zu prüfen sind der im Laufe des Wiedererwägungsverfahrens geltend gemachte Freitod eines Sohnes des Beschwerdeführers, die geltend gemachte zwischenzeitliche Suche nach dem Beschwerdeführer und das im Laufe des Wiedererwägungsverfa h- rens eingereichte ärztliche Gutachten vom 9. Januar 2013 sowie das auf Beschwerdeebene eingereichte Gutachten vom 9. April 2013. E-1861/2013 Seite 9 6.3 Zwischen der angeblichen Entlassung des Sohnes des Beschwerd e- führers von (…) und der geltend gemachten aktuellen Verfolgungsgefahr von dessen Vater, dem Beschwerdeführer, ist kein Zusammenhang e r- sichtlich, zumal der Entlassungsgrund im Entlassungsschreiben nicht ausgewiesen wird. Dieses Vorbringen und das in diesem Zusammenhang eingereichte Beweismittel sind nicht geeignet, eine aktuelle Verfolgung s- gefahr darzutun. Es handelt sich bei der Entlassung mithin nicht um eine im wiedererwägungsrechtlichen Sinne wesentlich v eränderte Sachlage. Dies trifft offensichtlich auch auf den Freitod eines andern Sohnes zu, auch wenn es sich dabei zweifellos um einen tragischen Vorfall handelt. Dem BFM ist darin zuzustimmen, dass die Vorführung des Beschwerd e- führers vor seiner heimatlichen Botschaft alleine keine Verfolgungsgefahr begründet (vgl. dazu das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-4877/2010 vom 12. Oktober 2010 E. 5.2.2. 2). Die Wesentlichkeit der vorgebrachten veränderten Sachlage ist auch vor dem Hintergrund der rechtskräftig fest gestellten Ungl aubhaftigkeit aller bisherigen Vorbringen zu verneinen. Die eingereichten Beweismittel sind nicht geeignet, asylr e- levante Verfolgung zu beweisen, zumal sie, soweit sie einen asylreleva n- ten Gehalt aufweisen und sich auf den Beschwerde führer persönlich b e- ziehen, als blosse Gefälligkeitsschreiben (Schreiben des Sohnes, Schrei- ben des Präsidenten der TAJ) zu werten s ind bzw. einseitig die Darste l- lung des Beschwerdeführers wiedergeben (Anzeige) bzw. geringen B e- weiswert aufweisen, da es sich um blosse Kopien handelt, wobei die Echtheit der Originale unter den Umständen zu bezweifeln ist (Haftbefehl, Vorladung). Diesbezüglich ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vo r- instanz zu verweisen, denen nichts hinzuzufügen ist. Entsprechendes gilt für den auf Beschwerdeeben e eingereichten Bericht der SOHR vom 28. September 2012 und das Bestätigungsschreiben des Präsidenten der TAJ. Die auf Beschwerdeebene geltend gemachte Suche nach dem B e- schwerdeführer bei seinen Angehörigen wird nicht substanziiert und e r- scheint unter den oben geschilderten Umständen als unglaubhaft. Was den Wegweisungsvollzug betrifft, so ist dem BFM darin zu folgen, dass dem Beschwerdeführer keine schweren gesundheitlichen Probleme attes- tiert werden, welche bei einer Rückkehr in d en Heimatstaat eine existe n- zielle Notlage begründen würden. Es ist auf die zutreffenden Ausführu n- gen der Vorinstanz zu verweisen. Ausserdem räumen die ärztlichen Gut- achten vom 9. Januar 2013 und vom 9. April 2013 selber ein, dass die psychischen Probleme m it der Entwurzelung und der Trennung von den Angehörigen zusammenhängen. Insbesondere wird darin aber nicht da r- gelegt, inwiefern sich der Gesundheitszustand seit dem 13. April 2010 wesentlich verändert, d.h. erheblich verschlechtert hätte. Bezüglich des E-1861/2013 Seite 10 (…), dem schwersten attestierten Krankheitsbild wird dagegen bereits im ärztlichen Attest vom 9. Januar 2013 eingeräumt, dass der Beschwerd e- führer seit über drei Jahren, also be reits vor dem 13. April 2010, daran leide, während eine erhebliche Verschlechte rung seines Gesundheitsz u- standes seit dem 13. April 2010 aus den ärztlichen Zeugnissen nicht e r- sichtlich ist. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist abzuweisen. 8. Nach dem Gesagten erweisen sich die gestellten Rechtsbegehren als aussichtslos, so dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege – ungeachtet einer a llenfalls bestehenden prozessualen Bedürftigkeit – gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist. Mit dem vor- liegenden Direktentscheid werden die übrigen Prozessanträge gegen - standslos. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1200.- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vo r dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-1861/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird a b- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Simon Thurnheer Versand: