B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6083/2009 U r t e i l v o m 1 7 . J u l i 2 0 1 2 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Markus König, Richter Kurt Gysi, Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, B._______, C._______, D._______, Syrien, alle vertreten durch (…), Advokatur Gysin und Roth, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 21. August 2009 / N (…). E-6083/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. Gemäss eigenen Angaben verliessen die Beschwerdeführenden Syrien am 23. September 2007 und gelangten am 3. Oktober 2007 – zu jenem Zeitpunkt noch kinderlos – in die Schweiz. Gleichentags ersuchten sie im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ um Asyl. Anlässlich der Kurzbefragungen vom 15. Oktober 2007 im EVZ und der Anhörungen vom 14. Dezember 2007 zu den Asylgründen machte sie im Wesentlichen Folgendes geltend: Sie seien (…), ethnische Kurden und stammten aus F._______ (Provinz Al Hassaka). Im Jahre 2006 hätten sie geheiratet. Während die B e- schwerdeführerin Hausfrau gewesen sei, habe der Beschwerdeführer stets in der eigenen Landwirtschaft und im Winter im (…) gearbeitet. In politischer Hinsicht habe er diskret verschiedene kurdische Parteien f i- nanziell unterstützt, deswegen aber keine Probleme bekommen; er sei auch nie Mitglied einer solchen Partei oder gar aktivistisch tätig gewesen. Im Mai 2005 jedoch habe er sich in einem Supe rmarkt gegenüber einem Freund kritisch über den Präsidenten geäussert, worauf er vom mithören- den Ladenbesitzer angezeigt und deshalb am 20. Mai 2007 von der Pol i- zei festgenommen und zum Polizeiposten in F._______ gebracht worden sei. Dort sei er beschimpft , verhört, gefoltert und nach zwei beziehungs- weise drei Tagen dank einer beträchtlichen Bestechungszahlung durch einen Onkel wieder freigelassen worden ; die Bestechung habe auch die Vernichtung des Dossiers abgegolten und die Sache sei daher nie nach Damaskus gelangt . Am 20. Juli 2007 beziehungsweise schon ein paar Tage vorher sei es anlässlich eines Landstreits zwischen ihm und seinen Verwandten einerseits und angesiedelten Arabern anderseits, welche versucht hätten, ihm sein Land wegzunehmen, zu Beschimpfungen und gegenseitigen Todesdrohungen gekommen, wobei der Beschwerdeführer auch Beschimpfungen über den Staatspräsidenten ausgesprochen habe. Während er selber aufgrund der arabischen Ethnie der Polizeibeamten , der allgemeinen Arabisierungsbestrebungen der Regierung und der damit bestehenden geringen Erfolgsaussichten auf eine Anzeigeerstattung g e- gen seine arabischen Widersacher oder anderweitige Schutzersuchen verzichtet habe, sei er von diesen angezeigt und in der Folge von der Po- lizei zu Hause gesucht worden. Da er zu dieser Zeit bei seinen Schwi e- gereltern gewesen sei, habe ihn seine Mutter telefonisch warnen können. Er habe sich nunmehr bis zu seiner Ausreise bei anderen Verwandten in G._______ versteckt gehalten. Die Polizei habe auch spä ter, zuletzt im E-6083/2009 Seite 3 September 2007, bei ihm zu Hause und bei seinen Schwiegereltern nach ihm gesucht. Ob ein gerichtliches Verf ahren gegen ihn hängig sei, wisse er nicht. Am 23. September 2007 seien sie aus Furcht des Beschwerd e- führers vor Behelligungen und Folterungen durch die Polizei auf dem Landweg illegal in den Libanon ausgereist, gleichentags auf dem Luftweg nach Algerien und eine Woche später wiederum auf dem Luftweg nach Italien gelangt. In der Folge seien sie illegal in die Schweiz eingereist. Die Flugreisen hätten sie mit vom Schlepper beschafften, gefälschten Pä s- sen, unbekannter Nationalität und unbekannten Inhalts absolviert, welche stets in der Hand des Schleppers geblieben seien. Ergänzend machte der Beschwerdeführer ansatzweise auf exilpolitische Aktivitäten in der Schweiz aufmerksam. Die Beschwerdeführerin erklärte, sie habe ihr Hei- matland wegen der Probleme ihres Ehemannes verlassen, ohne selber irgendwelchen Benachteiligungen oder Bedrohungen ausgesetzt gew e- sen zu sein . In der Schweiz befänden sich derzeit übrigens auch die Schwester der Beschwerdeführerin und deren Familie (N […]). Die Prob- leme der beiden Familien hätten aber nichts miteinander zu tun , und sie hätten sich rein zufällig fast gleichzeitig, im sel ben Gastland und im se l- ben EVZ getroffen. Auf Vorhalt unglaubhafter Reiseumstände (insbeso n- dere Grenzkontrollen und -passagen mit gefälschten Reisepässen unb e- kannten Inhalts) bekräftigten die Beschwerdeführenden die Wahrheit s- konformität ihrer Schilderungen und erklärten insbesondere, nie eigene Reisepässe besessen oder beantragt zu haben. B. Das BFM gelangte am 27. Oktober 2008 zur weiteren Abklärung des Sachverhalts (vorab betreffend Passinhaberschaft, Ausreise aus Syrien und behördliche Suche im Heimatland) schriftlich an die Schweizer Bo t- schaft in Damaskus. Die Botschaft teilte dem BFM in ihrem Antwor t- schreiben vom 14. Dezember 2008 das durch ihren Vertrauensanwalt gewonnene Abklärungsergebnis mit, wonach beide Beschwerdeführende über in Al Hassaka ausgestellte, syrische Reisepässe verfügten, von den syrischen Behörden nicht gesucht würden und am (…) 2007 kontrolliert nach Algerien ausgereist seien. Im Rahmen des den Beschwerdeführenden am 9. Januar 2009 durch das BFM gewährten rechtlichen Gehörs zu den durch die Schweizer Bo t- schaft gewonnen Erkenntnissen – bei dieser Gelegenheit wurden sie ebenso zur Einreichung der beiden Reisepässe aufgefordert – nahmen diese am 19. Januar 2009, nunmehr vertreten durch rubrizierte Advokatin, innert Frist Stellung. Dabei hielten sie im Wesentlichen an den geschilder-E-6083/2009 Seite 4 ten (Aus -)Reiseumständen fest und erklärten, die Schlepper hätten die Pässe beschafft und nach der Ausreise in den Liba non wieder behändigt. Sodann wiesen sie auf prokurdische politische Aktivitäten des Beschwe r- deführers in der Schweiz hin und belegten diese mit zahlreichen Bewei s- mitteln. C. Als Beweismittel gaben die Beschwerdeführenden im Verlaufe des erstin- stanzlichen Verfahrens ihre Identitätskarten, das Familienbüchlein sowie zahlreiche Dokumente betreffend die exilpolitische Betätigung des B e- schwerdeführers in der Schweiz (Fotos, CDs, Parteibestätigungen, Inter- netausdrucke, Flugblätter) zu den Akten. D. Das BFM stellte m it Verfügung vom 21. August 2009 – eröffnet am 25. August 2009 – fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüch t- lingseigenschaft nicht und lehnte ihre Asylgesuche ab. In der Begründung qualifizierte es die geltend gemachten Vorbringen als nicht glaubhaf t im Sinne von Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) beziehungsweise – unter Bezugnahme auf die exilpolitischen Betätigu n- gen des Beschwerdeführers – als flüchtlingsrechtlich nicht zureichend im Sinne von Art. 3 AsylG. Gleichzeitig ve rfügte es die Wegweisung der B e- schwerdeführenden aus der Schweiz. Den Vollzug der Wegweisung e r- kannte es als zulässig, zumutbar und möglich. Auf die detaillierte Begrün- dung der Verfügung wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eing e- gangen. E. Mit Eingabe vom 24. September 2009 erhoben die Beschwerdeführenden beim Bundesverwaltungsge richt Be schwerde gegen die se Verfügung. Darin beantragen sie deren Aufhebung, die Gewährung von Asyl, eventu- aliter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung, subeventualiter den Verzicht auf die Wegweisung und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme sowie in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Gewä h- rung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 und 2 des Ver- waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), die Gestattung des Aufenthaltes in der Schweiz während des Beschwerdeverfahrens unter entsprechender Anweisung der Voll- zugsbehörden und die Einräumung des Replikrechts zu allfälligen Ste l- lungnahmen des BFM. Auf die Begründung der Anträge und die eing e-E-6083/2009 Seite 5 reichten Beweismittel wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eing e- gangen. F. Das Bundesverwaltungsgericht stellte mit Zwischenv erfügungen vom 29. September und vom 19. Oktober 2009 den legalen Aufenthalt der Be- schwerdeführenden währe nd des Beschwerdeverfahrens fest , wies die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG unter Hinweis auf die Aussichtslosigkeit der B e- schwerdebegehren ab und forderte die Beschwerdeführenden zur Bezah- lung eines Kost envorschusses von Fr. 600.– bis zum 3. November 2009 auf. Die Beschwerdeführenden leisteten den Kostenvorschuss am 22. Ok- tober 2009 vollumfänglich. G. Mit Eingabe vom 19. Juli 2011 ergänzten die Beschwerdeführenden ihre Beschwerde. Auf den Inhalt der Eingab e und die eingereichten Bewei s- mittel wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. H. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. August 2011 wurde die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung bis zum 31. August 2011 eingeladen. Die Frist wurde in der Folge auf Gesuch hin bis zum 16. September 2011 erstreckt. I. Mit Entscheid vom 14. September 2011 kam das BFM auf die angefoc h- tene Verfügung vom 21. August 2009 insoweit zurück, als es dem B e- schwerdeführer infolge subjektiver Nac hfluchtgründe die Flüchtlingse i- genschaft nach Art. 3 AsylG zuerkannte, ihm in Anwendung von Art. 54 AsylG aber weiterhin das Asyl verwehrte , die Beschwerdeführerin und das zu jenem Zeitpunkt einzige Kind ferner in die Flüchtlingseigenschaft des Ehemannes beziehungsweise Vaters einbezog und die Beschwerd e- führenden infolge Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges in der Schweiz vorläufig aufnahm. J. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 28. Deze m- ber 2011 wurden die Beschwerdeführenden unter Hi nweis auf die eing e- tretene Gegenstandslosigkeit des wiedererwogenen Prozessgegensta n-E-6083/2009 Seite 6 des und der nach wie vor bestehenden Aussichtslosigkeit des zur mat e- riellen Prüfung verbleibenden Prozessgegenstandes zur Mitteilung eines allfälligen Beschwerderückzuges u nd zur Einreichung eine r Kostennote betreffend die ihnen erwachsenen Parteikosten eingeladen. Mit Eingabe vom 17. Januar 2012 teilten die Beschwerdeführenden dem Gericht ihr Festhalten an der Beschwerde und insbesondere an ihren Asylanträgen mit. Gleichzeitig reichten sie eine Kostennote ihrer Recht s- vertreterin zu den Akten. K. Mit Entscheid des BFM vom 8. März 2012 wurde das am (…) geborene zweite Kind der Beschwerdeführenden im Rahmen des Familienasyls an- tragsgemäss ebenfalls als Flüchtling anerkan nt und vorläufig in der Schweiz aufgenommen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des B undesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders be rührt und E-6083/2009 Seite 7 haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei- se Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4 Das BFM zog mit Entscheid vom 14. September 2011 seine Verf ü- gung vom 21. August 2009 insowei t teilweise in Wiedererwägung , als es den Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft aufgrund subjekt i- ver Nachfluchtgründe des Beschwerdeführers zuerkannte und ihnen die vorläufige Aufnahme infolge Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges gewährte. Den selben Status hat seit dem 8. März 2012 auch das zwei t- geborene Kind. Die Beschwerde ist somit als gegenstandslos geworden abzuschreiben, soweit sie die Flüchtlingseigenschaft und den Vollzug der Wegweisung beschlägt. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich materiell einzig noch mit der Frage der Gewährung des Asyls und mit der Wegwei- sung als solcher zu befassen. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus gesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. De n frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). E-6083/2009 Seite 8 4. 4.1 Das BFM begründete den ablehnenden Asylentscheid damit, dass die vorfluchtweise geltend gemachten Benachteiligungen und Befürchtungen den Anforderungen von Art. 7 AsylG nicht genügten. So seien die Ang a- ben des Beschwerdefüh rers in wesentlichen Punkten chronologisch und inhaltlich widersprüchlich (Daten der Präsidentschaftswahlen und der Festnahme im Mai 2007; zwei - beziehungsweise dreitägige Inhafti e- rungsdauer; Urheberschaft der damaligen Anzeigeerstatt ung; Anzahl und Beteiligte der verbalen Auseinandersetzungen mit den Arabern) . Ferner habe er die angeblich erlittenen Misshandlungen während der Inhafti e- rung im Mai 2007 und die behauptete Unterstützung kurdischer Parteien erst in der Anhörung zu den Asylgründen nachgeschoben, wogegen er diese zentralen Vorbringen ohne zwingenden Grund im EVZ gänzlich un- erwähnt belassen habe. Auch erscheine es erfahrungswidrig und unl o- gisch, dass er den Namen des allseits bekannten Besitzers des von ihm regelmässig besuchten Supermarktes nicht habe nennen können. Ebe n- so erscheine das geschilderte Suchvorgehen der syrischen Polizei in sei- nem Fall angesichts der bekannten Operationsweise und Effizienz dieser Behörde realitätsfremd und unplausibel. Zudem habe er die Vorfälle vom Mai und Juli 2007 sowie die Reiseumstände derart weitgehend u n- substanziiert, detailarm, simpel, undifferenziert und stereotyp geschildert, dass sie nicht den Anschein von persönlich Erlebtem zu erwecken ve r- möchten. Angesichts dieser Feststellungen erstaune auch das Ergebnis der Botschaftsabklärung nicht, zumal sich die Beschwerdeführenden hierzu nicht substanziell oder überzeugend geäussert hätten. Es sei somit von einer legalen Ausreise auf dem Luftweg auszugehen, welcher U m- stand aber eine Fahndung nach dem Beschwerdeführer als unglaubhaft und die geschilderten Reiseumstände als offensichtlich tatsachenwidrig erscheinen liessen. Schliesslich erkennt das BFM die exilpolitischen B e- tätigungen des Beschwerdeführers als flüchtlingsrechtlich nicht zure i- chend im Sinne von Art. 3 AsylG. 4.2 In ihrer Beschwerde halten die Beschwerdeführenden an ihren Vo r- bringen und deren Glaubhaftigkeit im Wesentlichen fest. Diese präsentier- ten sich entgegen der Ansicht der Vorinstanz durchaus schlüssig, wide r- spruchsfrei und im Wesentlichen detailliert , und die wenigen angeführten Widersprüche seien vermeintlicher Art und liessen sich erklären. So sei die chronologische Ungereimtheit betreffend die Präsidentschaftswahl und die Festnahme vom Mai 2007 auf einen vermutlichen Übersetzung s- fehler zurückzuführe n; ansonsten seien die Aussagen zur Festnahme stimmig und deckungsgleich. Der Eindruck eines Nachschiebens der E-6083/2009 Seite 9 Misshandlungen sei ebenfalls nicht gerechtfertigt, sondern hänge mit dem summarischen Charakter der Befragung im EVZ und dem anfänglichen Schamempfinden des Beschwerdeführers zusammen. In der Anhörung zu den Asylgründen seien diese Misshandlungen dann detailliert und w i- derspruchsfrei geschildert worden. Die Glaubhaftigkeit dieser Haft und der dabei erlittenen Misshandlungen er gebe sich auch aus ein er am (…) 2009 durchgeführten Begutachtung durch das Ambulatorium für Folter - und Kriegsopfer (AFK). Im – der Beschwerde beiliegenden – Bericht wer- de eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert und die gesundheitlichen Probleme würden als mit den ursächlichen Schilde- rungen plausibel und kongruent beurteilt. Der Widerspruch betreffend die Haftdauer sei sodann vermeintlicher Art, weil es sich um eine gesamthaft zwei Tage und zwei Nächte dauernde Haft handle, die sich aber über drei Kalendertage erstreckt habe. Die Schilderungen der Haft wiesen im Übri- gen auch einige Realitätskennzeichen auf. Betreffend den vorgehaltenen Widerspruch hinsichtlich der Auseinandersetzung(en) vom Juli 2007 mit den Arabern legt sich der Beschwerdeführer dahingehend fest, dass es zwei solche Vorfälle gegeben habe, wobei beim ersten seine Verwandten beteiligt gewesen seien, er beim zweiten aber alleine gewesen sei. Auch diese Unstimmigkeit sei durch den Summarcharakter der Befragung im EVZ zu erklären. Abgesehen davon seien Bestrebungen zu Landentei g- nungen von Kurden durch Araber in Syrien notorisch. Sodann decke sich das Botschaftsergebnis einer nicht bestehenden Suche nach dem B e- schwerdeführer mit dessen eigenen Aussagen, wonach er eben nicht offi- ziell gesucht werde; dies entspreche dem willkürlichen Vorgehen der syri- schen Geheimdienste, welches beispielsweise auch einem Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom August 2008 entnommen werden könne. Die Beschwerdeführenden räumen nunmehr aber ein, auf dem Luftweg ab Damaskus ausgereist zu sein, welches Sachverhaltselement sie jedoch auf Anraten des Schleppers verschleiert hätten. Dieses Verhal- ten sei entschuldbar und lasse keine Rückschlüsse auf die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen zu. Weitere umfangreiche Teile der Beschwerde und der eingereichten Beweismittel beschlagen das exilpol i- tische Engagement des Beschwerdeführers im Hinblick auf das geltend gemachte Bestehen subjektiver Nachfluchtgründe. 4.3 In der Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. Oktober 2009 wurde im Hinblick auf die Beurteilung der geringen E r- folgsaussichten der Beschwerde erwogen (Zitat auszugsweise:), "dass die Vorbringen der Beschwerdeführenden, welche sie zur Ausreise veranlasst hätten, von der Vorinstanz zu Recht aufgrund widersprüchl i-E-6083/2009 Seite 10 cher, unsubstanziierter und vager Angaben als unglaubhaft qualifiziert worden sein dürften, dass insbesondere die angeblich erlittenen Folterungen aufgrund nac h- geschobener Schilderungen unglaubhaft erscheinen, dass den Ausführungen der Vorinstanz insgesamt nichts Stichhaltiges entgegengesetzt wird und die Erklärungen der Beschwerdeführenden nicht geeignet erscheinen, die in der angefochtenen Verfügung zutreffend festgehaltenen Vorhalte plausibel zu erklären, dass die angefochtene Verfügung im Weiteren auch soweit die Würd i- gung der im erstinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel als korrekt erscheint, (…) dass der eingereichte Arztbericht vom (…) 2009 zu keiner anderen E r- kenntnis führen dürfte". 4.4 In der Beschwerdeergänzung vom 19. Juli 2011 erwähnt der B e- schwerdeführer eine zwischenzeitlich erfolgte Verhaftung seines Bruders in Syrien. Die weite ren umfangreichen Teile der Ergänzungseingabe be- schlagen sein exilpolitisches Engagement in der Schweiz. 4.5 Der teilweise Wiedererwägungsentscheid des BFM vom 14. Septe m- ber 2011 basierte einzig auf der Erkenntnis zwischenzeitlich eingetretener und flüchlingsrechtlich relevanter subjektiver Nachfluchtgründe des B e- schwerdeführers. Zu den Vorfluchtgründen liess si ch das BFM nicht ve r- nehmen. In einem im Verteiler befindlichen Hinweis an das Bundesve r- waltungsgericht offerierte das BFM jedoch eine Stellungnahme auch betreffend den Asylpunkt, sofern diesbezüglich an der Beschwerde fes t- gehalten werde. Das Gericht verzichtete auf eine diesbezügliche erneute Überweisung der Akten an das BFM zur ergänzenden Stellungnahme. 4.6 In der Rückzugsanfrage des Bundesverwaltungsgerichts vom 28. D e- zember 2011 bestätigte die Instruktionsrichterin unter integralem Hinweis auf den Inhalt der Zwischenverfügung vom 19. Oktober 2009 die geringen Erfolgsaussichten der Beschwerde im Asylpunkt. 4.7 In ihrer Stellungnahme vom 17. Januar 2012, mit welcher die B e- schwerdeführenden das Festhalten an der Beschwerde erklär ten, äu s- sern diese sich ihrerseits substanziell nicht weiter zum Asylpunkt. E-6083/2009 Seite 11 5. 5.1 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dü r- fen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Pun k- ten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Dar- über hinaus muss die asylsuchen de Person persönlich glaubwürdig e r- scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vo r- bringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch da r- stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt du rchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der asylsuchenden Person. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn die u r- teilende Behörde von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspek- te wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer G e- samtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhalt s- darstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objekt i- vierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 Abs. 1 - 3 AsylG; vgl. zum Ga n- zen Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekur s- kommission [EMARK] 1994 Nr. 5 E. 3c, EMARK 1996 Nr. 28 E. 3a, EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 und [exemplarisch für die Fortführung der Praxis durch das Bundesverwaltungsgericht] da s Urteil D -859/2010 vom 10. Oktober 2011 E. 3.2). 5.1.1 Vorab ist der Argumentation der Beschwerdeführenden insoweit ein gewisses Entkräftungspotenzial im Hinblick auf die Glaubhaftigkeitspr ü- fung der Vorinstanz zu attestieren, als die zwei - beziehungsweise dreitä- gige Haftdauer in Anbetracht der entsprechenden Protokollpassagen durchaus im Sinne des in der Beschwerde unternommenen Erklärungs- versuches verstanden werden kann. Daneben ist, obwohl in der B e- schwerde nicht spezifisch gerügt, dem vorinstanzlichen Vorhalt des Nachschiebens der finanziellen Unterstützung kurdischer Parteien von Amtes wegen die Stichhaltigkeit abzusprechen, weil der Beschwerdefü h-E-6083/2009 Seite 12 rer dieses Sachverhaltselement im ganzen erstinstanzlichen Verfahren nie als zentrale und wesentliche Ursache sein er angeblichen Verfolgung und im Übrigen auch nicht aus eigener Initiative vorgebracht hat, sondern auf Nachfragen hin vielmehr klar zu verstehen gab, dass ihm daraus ke i- nerlei Probleme erwachsen seien. Im Übrigen aber gelangt das Bunde s- verwaltungsgericht zur klaren Erkenntnis, dass die in der angefochtenen Verfügung vorgenommene Glaubhaftigkeitsprüfung den durch Gesetz und Praxis festgelegten Ansprüchen vollauf genügt. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden. Die diesbezüglich in der Beschwerdeschrift gemac h- ten Ausführungen überzeugen nicht. Sie erschöpfen sich weitgehend in blossen Bekräftigungen, Gegen - beziehungsweise Schutzbehauptungen (Übersetzungsfehler, Summarcharakter der EVZ-Befragungen, Schamge- fühl, usw.), nachträglichen Anpassungen oder Festlegungen auf eine von mehreren zueinander in Widerspruch stehenden Versionen. Die weiteren gegen die Glaubhaftigkeitsprüfung des BFM gerichteten Entkräftungsversuche beinhalten zwar durchaus gewisse S ubstanz, e r- weisen sich aber bei genauerer Betr achtung als nicht überzeugend. Der auf Beschwerdestufe als Beweis für die Inhaftierung und Misshandlungen ins Zentrum gerückte AFK -Bericht mit der Diagnose einer (leichten bis mittelgradigen) PTBS ist zwar in seiner medizinischen Wissenschaftlic h- keit nicht in Zweifel zu ziehen, jedoch hinsichtlich der von den Beschwer- deführenden daraus gezogenen Schlussfolgerungen in asylrechtlicher Hinsicht. Der Bericht stützt sich einzig auf die sachverhaltlichen und anamnetischen Angaben des Beschwerdeführers. Richtigerweise masst sich der berichtende Arzt nicht eine Beurteilung der Glaubhaftigkeit dieser Angaben an, sondern lässt diese im Raum stehen, stellt die Angaben in Relation zu den geäusserten Beschwerden, beurteil t die se Relation als plausibel und kongruent und erstellt aufgrund dessen eine Diagnose. Wenn nun aber, wie oben gesehen, die für die Beurteilung der asylrechtli- chen Glaubhaftigkeit zuständige und kompetente Asylbehörde bezie- hungsweise Asylrekursbehörde den Verfolgungssachverhalt als unglau b- haft qualifiziert, wird de m auf dem Asylsachverhalt basierenden und me- dizinisch durchaus wissenschaftlich gewonnenen Arztbericht die en t- scheidende Grundlage für die medizinischen Schlussfolgerungen entzo- gen und er ist im vorliegenden Verfahren hinsichtlich des Asylpunktes nicht verwertbar. Eine allfällig dennoch bestehende Verwertbarkeit be i- spielweise im Hinblick auf die Frage des Wegweisungsvollzugs steht in casu prozessgegenständlich nicht (mehr) zur Diskussion . Abgesehen da- von sind aber auch an den gegenüber dem beurteilenden Arzt mitgetei l-E-6083/2009 Seite 13 ten gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers erhebl i- che Zweifel anzubringen, hat dieser doch in der Anhörung zu den Asy l- gründen mehrmals unmissverständlich zu Prot okoll gegeben, es gehe ihm gesundheitlich gut (vgl. A13 S. 18 unten und S. 20 oben) . Ihrer per- sönlichen Glaubwürdigkeit gänzlich verlustig gehen d ie Beschwerdefü h- renden durch ihre wiederholten tatsachenwidrigen Angaben zu den Au s- reiseumständen und zu ihrer Passinhaberschaft. Erstere Feststellung räumten sie erst nachträglich auf mehrmaliges Insistieren ein. Die Pas s- ausstellungen haben sie gar bis zum heutigen Zeitpunkt und trotz erdr ü- ckender Beweislage weder zugegeben noch nachvollziehbar erklären können. Der Umstand, dass die Reisepässe bis zum heutigen Zeitpunkt von den Beschwerdeführern den schweizerischen Behörden nicht abg e- geben wurden, stellt eine Missachtung der ihnen obliegenden Mitwi r- kungspflicht dar, und die Glaubhaftigkeit einer behördlichen Suche oder einer begründetermassen bestehenden Furcht vor Verfolgung aus Vor- fluchtgründen rückt angesichts der legalen und kontrollierten Ausreise in die Ferne. Aufgrund des Gesagten ist festzuhalten, dass der von de n Beschwerde- führenden präsentierte Verfolgungssachverhalt, soweit er Vorfluchtgründe beschlägt, überwiegend unwahrscheinlich und damit unglaubhaft ist. Es ergibt sich, dass die Beschwerdeführe nden diesbezüglich keinen unter Art. 3 AsylG subsumierbaren Verfolgungssachverhalt ha ben glaubhaft machen kön nen. Ein solcher ist im Übrigen auch nicht von Amtes aus dem Umstand ableitbar, dass der Familie der Schwester der Beschwerde- führerin aufgrund der originären Flüchtlingseigenschaft deren Ehemannes das Asyl gewährt wurde, denn die Beschwerdeführenden haben sich klar von einem Verfolgungszusammenhang zwischen den beiden Familien distanziert. 5.2 Eine asylsuchende Person ist als Flüchtling anzuerkennen, wenn sie aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe nach Art. 54 AsylG, das heisst erst durch die unerlaubte Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten muss. In diesen Fällen hat jedoch, trotz Festste l- lung der Flüchtlingseigenschaft, ein Ausschluss vom Asyl zu erfolgen. Das BFM hat den Beschwerdeführerenden somit die Asylberechtigung aufgrund der Ausschlussklausel von Art. 54 AsylG auch nach der wieder- erwägungsweisen Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft zutreffend verwehrt, weshalb der auf Beschwerdeebene erneut gestell te Asylantrag auch unter diesem Aspekt abzuweisen ist. E-6083/2009 Seite 14 5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass das BFM das Bestehen e i- ner glaubhaften und nach Art. 3 AsylG flüchtlingsrechtlich beachtlichen Verfolgungssituation der Beschwerdeführenden aus Vorfluchtgründen zu Recht verneint hat. Dementsprechend sowie in korrekter Anwendung des Art. 54 AsylG (subjektive Nachfluchtgründe) hat es die Gewährung des Asyls gesetzes- und praxiskonform verweigert. Die Beschwerde ist daher betreffend den Antrag auf Asylgewährung abzuweisen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrecht- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). Diese Erkennt- nisse werden denn auch in der Beschwerde substantiell nicht bestritten. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung, soweit sie nicht vom BFM selber in Wiedererwägung gezogen worden ist, Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit sie nicht als gegenstands- los geworden abzuschreiben ist . Es erübrigt sich vorliegend, auf die B e- schwerdeanträge und -begründung und die im V erlaufe des Verfahrens eingereichten Beweismittel näher einzugehen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist praxisgemäss von einem hälft i- gen Unterliegen der Beschwerdeführenden auszugehen. Dementspr e- chend sind die anteilsmässigen Kosten von Fr. 300. — den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG, Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Das Festhalten an der Beschwerde im Asylpunkt trotz mehrfach mitgeteilter diesbezüglicher Aussichtslosigkeit und vor allem angesichts der wieder- holten offenkundigen Falschaussagen und Mitwirkungsverweigerung der Beschwerdeführenden hinsichtlich Passinhaberschaft und (Aus-) Reise-E-6083/2009 Seite 15 umstände muss vorliegend als mutwillig qualifiziert werden. Dieser U m- stand rechtfertigt eine angemessene Erhöhung der Verfahrenskosten auf Fr. 600.— (vgl. Art. 2 Abs. 2 VGKE). Diese Kosten sind durch den am 22. Oktober 2009 geleisteten Kostenvorschuss vollumfänglich gedeckt und mit diesem zu verrechnen. Soweit das BFM wiedererwägungsweise auf die angefochtene Verfügung zurückgekommen ist und den Beschwerdeführenden aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt und die vorläufige Aufnahme gewährt hat, sind sie, obwohl die Beschwerde diesbezüglich als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist, als faktisch obsiegend zu betrachten. Sie haben daher in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 VGKE zulasten der Vorinstanz grundsätzlich Anspruch auf Aus- richtung einer (hälftig reduzierten) Parteientschädigung für die ih nen er- wachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Ko sten, soweit sie das teilweise Obsiegen betreffen. Die Beschwerdeführenden präsentieren hierzu eine Kostennote ihrer Vertreterin im Gesamtbetrag von Fr. 2'655.15. Der durch die Vertreterin getätigte Aufwand für das teilweise Obsiegen ist bei Betrachtung de r auf Beschwerdestufe gemachten Ei n- gaben umfangmässig als deutlich geringer einzustufen, als jener Au f- wand, der für die Begründung des Asylantrags betrieben wurde. Der für das teilweise Obsiegen notwendige Vertretungsaufwand ist vorliegend unter Berücksichtigung der massgebenden Berechnungsfaktoren ( Art. 7 Abs. 2 und Art. 8 ff. VGKE) auf Fr. 1'000. — (inkl. Auslagen und Meh r- wertsteuer) festzusetzen. Das BFM ist anzuweisen, de n Beschwerdefüh- renden diesen Betrag als Parteientschädigung auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) E-6083/2009 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, so weit sie nicht infolge Wiedererw ä- gung durch das BFM als gegenstandslos geworden abgeschrieben wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.— werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist durch den am 22. Oktober 2009 geleistete n Kostenvorschuss im selben Betrag gedeckt und wird mit diesem verrec h- net. 3. Das BFM hat den Beschwerdeführenden für das Verfahren vor dem Bun- desverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von gesamthaft Fr. 1'000.— (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand: