B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2514/2013/mel U r t e i l v o m 5 . A u g u s t 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Markus König; Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren (…), B._______, geboren (…), C._______, geboren (…), alle Sri Lanka, alle vertreten durch lic. iur. Emil Robert Meier, Rechtsanwalt, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 2. April 2013 / N (…). D-2514/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland am 4. Februar 2009 mit einem gefälschten sri -lankischen Reisepass auf einen andern Namen und flog über D._______ nach E._______, von wo er in einem Auto an einen ihm unbekannten Ort gebracht worden sei. Dort habe er sich bis am 8. Februar 2009 aufgehalten und sei anschliessend unter Umgehung der Grenzkontrollen am folgenden Tag in die Schweiz eingereist, wo er gleichentags ein Asylgesuch stellte. Am 11. Februar 2009 wurde er im Empfan gs- und Verfahrenszentrum F._______ zur Per- son befragt und am 26. Februar 2009 führte das BFM eine direkte Anh ö- rung durch. B. Er machte geltend, er sei sri -lankischer Staatsangehöriger tamilischer Volkszugehörigkeit, sei in G._______ in der Nord Provinz geboren. Er habe bis 1997 mit seinen Eltern in H._______ gelebt, sei anschliessend nach I._______ gereist, wo er einen Asylantrag gestellt habe, der nach 10 Jahren abgewiesen worden sei, worauf man ihn in sein Heimatland z u- rückgeschickt habe mit der Begründung , er habe keine Probleme mehr. Nach seiner Rückkehr ins Heimatland habe er sich v om 2. Juni bis am 2. Juli 2007 in J._______ aufgehalten und anschliessend sei er nach K._______ gegangen, wo er bis am 31. August 2008 geblieben sei. In den Jahren 1994/1995 – mithin vor seiner Reise nach I._______ – habe er für den Geheimdienst der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) g e- arbeitet, indem er Erkundigungen über Personen eingeholt und weiterg e- leitet habe. Nach seiner Rückkehr aus I._______ habe er sich im Juni 2007 verheiratet. Im September 2007 habe man seine Identitätskarte b e- schlagnahmt und ihn aufgefordert, diese am folgenden Tag im L._______ Camp in M._______ abzuholen, weshalb er in Begleitung seiner Ehefrau und eines Dolmetschers dorthin gegangen sei. Es s eien ihm zwei Fotos gezeigt worden und man habe ihn gefragt, ob er diese Personen kenne, was er verneint habe. Daraufhin sei ihm die Identitätskarte zurückgeg e- ben worden und sie seien nach Hause zurückgekehrt. Fortan habe er sich beobachtet gefühlt. Nachdem am 3. und 4. Oktober 2007 zwei seiner Kollegen umgebracht worden sei, habe er Angst bekommen, wegen se i- ner Tätigkeiten für die LTTE wie andere Tamilen auch verfolgt und umge- bracht zu werden, weshalb er Ende August 2008 nach N._______ ge- gangen sei, wo er bis am 28. September 2008 geblieben sei. Da er von der Armee und von militanten Gruppen dort gesucht worden sei, habe er D-2514/2013 Seite 3 sich danach am gleichen Ort bei einem Freund versteckt aufgehalten. M i- litärangehörige und Leute militanter Gruppierungen hätten ihn auc h in seinem Elternhaus und bei seiner Frau gesucht, weshalb er sich en t- schlossen habe, sein Heimatland zu verlassen. C. Die Beschwerdeführerin hat ihr Heimatland gestützt auf ihre Aussagen am 5. November 2011 mit einem fremden Pass verlassen, sei von J._______ nach D._______ und von dort an einen ihr unbekannten Ort geflogen. Anschliessend sei sie am 7. November 2011 in einem Auto nach Zürich gebracht worden. Am gleichen Tag stellte sie das Asylg e- such. Im Empfangs- und Verfahrenszentrum F._______ wurde sei am 24. November 2011 zur Person befragt und das BFM führte am 27. April 2012 und am 25. März 2013 eine Anhörung durch. D. Sie machte geltend, sie stamme aus O._______ im (…) Teil der Jaffna- Halbinsel, wo sie bis im August 2008 gelebt habe. Im Jahr 2007 habe sie in J._______ den Beschwerdeführer geheiratet. Infolge der Probleme ih- res Ehemannes seien sie im August 2008 nach N._______ gezogen, wo der Ehemann in seiner Abwesenheit von Soldaten gesucht worden sei. Dabei sei die Beschwerdeführerin mit dem Tod bedro ht worden, falls sie seinen Aufenthaltsort nicht bekannt gebe. Ab Juni 2009 habe sich der Ehemann bei einer Familie versteckt aufgehal ten und sie sei nach P ._______ zu einem Freund des Vaters gegangen, wo sie bis zur Ausre i- se geblieben sei. E. Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden ihre sri-lankischen Identitätskarten, eine Kopie des Ehescheins, eine K o- pie des Geburtsscheins der Beschwerdeführerin, zwei Zeitungsartikel und ein Bestätigungsschreiben der katholischen Kirche von M._______ zu den Akten. F. Mit Verfügung vom 2. April 2013 – eröffnet am folgenden Tag – stellte das BFM fest, d ie Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte ihre Asylgesuche ab und ordnete ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie d eren Vollzug an. Zur Begründung legte es dar, dass die Vorbringen der Beschwerdeführenden den Anforderungen an die Glau b- haftmachung nicht zu genügen vermöchten, weshalb die Asylrelevanz D-2514/2013 Seite 4 nicht zu prüfen sei. Den Wegweisungsvollzug erachtete die Vorinstanz als zulässig, zumutbar und möglich. Auf die weiteren Einzelheiten der B e- gründung wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. G. Gegen diese Verfügung liess en die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 3. Mai 2013 Beschwerde erheben und beantragte n die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Gewährung von Asyl sowie eventual i- ter die Gewährung einer vorläufigen Aufnahme infolge fehlender Zulä s- sigkeit des Wegweisungsvollzugs. In verfahrensrechtlicher Hinsicht e r- suchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Ei n- schluss des Verzichts auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begründung wird in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. Der Beschwerde lagen eine Bestätigung über den Sozialhilfe bezug der Beschwerdeführenden, eine Vollmacht, die Kopie der angefochtenen Ver- fügung und mehrere Bestätigungsschreiben bei. H. Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 14. Mai 2013 wurde den Beschwerdeführenden mitgeteilt, dass sie den Ausgang des B e- schwerdeverfahrens in der Schweiz abwa rten könnten. Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege und Erlass des Kostenvorschusses wurden abgewiesen und die Beschwerdeführenden aufgefordert, innert Frist e i- nen Kostenvorschuss zu bezahlen, verbunden mit der Androhung, im Un- terlassungsfall werde auf seine Beschwerde nicht eingetreten. I. Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht am 27. Mai 2013 bezahlt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-D-2514/2013 Seite 5 det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungswe ise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, D-2514/2013 Seite 6 die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesonder e Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Das BFM legte in der angefochte nen Verfügung dar, dem Beschwe r- deführer könne nicht geglaubt werden, dass er für den Geheimdienst der LTTE tätig gewesen sei, weil er zu seinen entsprechenden Tätigkeiten keine präzisen und umfassenden Angaben zu Protokoll habe geben kö n- nen. Dies wurde in der Beschwerdeschrift bestritten und geltend g e- macht, der Beschwerdeführer habe glaubhafte Angaben zu seinen Täti g- keiten bei den LTTE gemacht. Die Durchsicht der Protokolle – insbeson- dere des Anhörungsprotokolls – ergibt indessen, dass der Beschwerde- führer über seine Tätigkeiten als Spitzel bei den LTTE nur zaghaft und ru- dimentär Auskunft gab, obwohl er mehrmals auf die ihm obliegende Mi t- wirkungspflicht aufmerksam gemacht wurde (vgl. Akte A1/14 S. 1; A8/17 S. 2 und 9). Wie ein roter Faden ziehen sich seine durchwegs kurzen und – abgesehen von der Darstellung der Bespitzelung einer Frau – in der Regel einzeiligen Antworten zu seinen geheimdienstlichen Aktivitäten durch das Anhörungsprotokoll (vgl. Akte A8/17 S. 7 ff.). Immer wieder musste er aufgefordert werd en, den gestellten Fragen nicht auszuwe i- chen, sondern diese zu beantworten (vgl. Akte A8/17 S. 8). Er wiederholte mehrmals in summarischer und plakativer Art, dass seine Aufgabe darin bestanden habe, Informationen zu sammeln und weiterzuleiten, was i n- dessen substanzlos und ohne Details ist und auch von einer nicht in so l- che Aktivitäten involvierten Person nacherzählt werden könnte. Wie das BFM zu Recht ausführte, fehlen präzise und umfassende Angaben über diese geltend gemachte Tätigkeit. Auch über die Stru ktur des Gehei m- dienstes der LTTE wusste er nur rudimentär zu berichten. Unter diesen Umständen bestehen ernsthafte Zweifel an seiner Angabe, er habe in den Jahren 1994/1995 für den Geheimdienst der LTTE gearbeitet. Von einer Mitgliedschaft des Beschwerdefü hrers beim LTTE -Geheimdienst ist au f- grund der voranstehenden Erwägungen und aufgrund fehlender entspr e- chender Aussagen des Beschwerdeführers im erstinstanzlichen Verfa h-D-2514/2013 Seite 7 rens ohnehin nicht auszugehen, auch wenn dies im Beschwerdeverfa h- ren – nachgeschoben – behauptet wird. 5.2 Wie das BFM ferner zu Recht darlegte, sagte der Beschwerdeführer aus, er habe nur kleine Arbeiten für die LTTE geleistet und niemand habe davon gewusst (vgl. Akte A8/17 S. 9), was ebenfalls gegen die dargelegte Verfolgung durch die sri-lankischen Sicherheitskräfte spricht. Ferner wur- de er anlässlich der Rückerstattung seiner Identitätskarte im Jahr 2007 im Armee-Camp ohne weitere Auflagen gehen gelassen, womit deutlich wird, dass offenbar auch der Armee – und damit den sri -lankischen Be- hörden – nichts über eine allfällige Tätigkeit des Beschwerdeführers z u- gunsten der LTTE bekannt gewesen sein kann, da sie ihn ansonsten nicht mehr oder nicht unter diesen Umständen freigelassen hätten. 5.3 Ferner ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer – entge- gen der Darstellung in der Beschwerde – anlässlich dieses Besuchs im Armee-Camp nicht über die LTTE verhört wurde, zumal er diesen Sac h- verhalt nie selber geltend gemacht hatte. Die gegenteilige Darstellung im Beschwerdeverfahren ist somit nachgeschob en und kann nicht geglaubt werden. 5.4 Aufgrund dieser Erwägungen ist davon auszugehen, dass der B e- schwerdeführer keine Aktivitäten für die LTTE geleistet haben kann, we l- che über das hinausgehen, was praktisch alle Tamilen und Tamilinnen für diese Organisation während des Bürgerkrieges zwangsweise leisten mussten. Aufgrund von geringen Tätigkeiten zugunsten der LTTE inde s- sen ist nicht von einer Verfolgungsgefahr im Sinne des Asylgesetzes aus- zugehen, zumal auch den sri -lankischen Behörden bekannt ist, dass da- von praktisch die ganze tamilische Bevölkerung betroffen war. Die sri - lankischen Behörden legen ihren Fokus vielmehr auf diejenigen Pers o- nen, welche die LTTE in leitender oder sonst namhafter Weise unterstützt haben, was beim Beschwerdeführer mangels Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Geheimdiensttätigkeit nicht der Fall ist. 5.5 Folglich kann dem Beschwerdeführer nicht geglaubt werden, er sei nach seiner Rückkehr aus I._______ infolge seiner früheren Tätigkeiten für die LTTE in den Jahren 1994/1995 gesucht worden und müsse aus diesem Grund im Fall einer Rückkehr in sein Heimatland mit einer asyler- heblichen Verfolgung rechnen. D-2514/2013 Seite 8 5.6 Bezeichnenderweise sind auch die für den Zeitpunkt seit der Rüc k- kehr ins Heimatland geltend gemachten Verfolgungsmassnahmen an sich nicht glaubhaft ausgefallen. Insbesondere vermag es nicht zu überze u- gen, dass sich die Beschwerdeführenden nach der Tötung zweier Koll e- gen, welche für die LTTE gearbeitet und mit ihnen Kontakt gehabt hätten, im September 2007 noch bis im August 2008 bei den Eltern beziehung s- weise Schwiegereltern, wo man sie im Fall einer tatsächlichen behördl i- chen Suche jederzeit hätte auffinden können, auf gehalten hätten, obwohl sie von den Sicherheitskräften beobachtet worden sein sollen. Tatsächlich gesuchte Personen hätten sich unter den geltend gemachten Umständen nicht dort aufgehalten, wo sie mit höchster Wahrscheinlichkeit von den Sicherheitsbehörden zuerst gesucht worden wären. 5.7 Darüber hinaus ist die Erklärung des Beschwerdeführers, warum er trotz der Suche nach seiner Person durch die Armee in einem von der Armee kontrollierten Gebiet ohne Probleme offiziell unter Vorweisung sei- ner eigenen Identitätskarte reisen konnte, von der Armee dabei mehrmals kontrolliert wurde und in Q._______ ein von der Armee kontrolliertes Schiff bestieg, nicht nachvollziehbar. Er gab nämlich an, seine Ehefrau habe die Reise organisiert und sei mitgereist, was indessen ang esichts der dargelegten Befürchtungen, von der Armee verfolgt zu werden, nicht zu überzeugen vermag, zumal einer Person in einer vergleichbaren Situa- tion unter den dargelegten Umständen einerseits vorsichtiger gereist w ä- re und andererseits die Erklärung, die Ehefrau habe die Reise organisiert, an der fehlenden Plausibilität dieses Verhaltens nichts zu ändern vermag. 5.8 Unter den gegebenen Umständen sind auch die Ausführungen der Beschwerdeführerin, nach ihrem Ehemann sei in dessen Anwesenheit mehrmals gesucht worden, wobei sie auch mit dem Tod bedroht worden sei, nicht als glaubhaft zu betrachten. 5.9 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass das Vorbringen in der B e- schwerdeschrift, der Beschwerdeführer habe sich regelmässig mit den beiden später umgebrachten Kollegen getroffen und es sei geplant gewe- sen, dass er sich selber wieder für die LTTE engagieren würde, mit den Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich des erstinstanzlichen Ve r- fahrens nicht übereinstimmen. Dort machte er keine entsprechenden A n- gaben und v erneinte die Frage, ob er nach der Rückkehr aus I._______ weitere Tätigkeiten für die LTTE verübt habe, ausdrücklich. Somit sind auch diese Vorbringen nachgeschoben und damit nicht glaubhaft. Der Vorwurf, das BFM habe diesbezüglich auf weitere Fragen verzi chtet und D-2514/2013 Seite 9 damit den Untersuchungsgrundsatz verletzt, entbehrt damit jeder Grun d- lage und ist somit als haltlos zu qualifizieren. Ebenso wenig kann aus der Tötung der beiden Kollegen und den in diesem Zusammenhang abgeg e- benen Beweismitteln auf eine Gefährdun g des Beschwerdeführers g e- schlossen werden. 5.10 Insgesamt haben die Beschwerdeführenden im Fall einer Rückkehr in ihr Heimatland einerseits mangels Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen und andererseits mangels konkreten Hinweisen auf eine immer noch drohe n- de Verfolgung keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung zu befürc h- ten. An dieser Einschätzung vermögen weder die eingereichten Bewei s- mittel noch die weiteren Ausführungen in der Beschwerdeschrift etwas zu ändern. Die Beschwerdeführenden haben folglich im Fal l einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht mit asylerheblicher Verfolgung zu rechnen. 5.11 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden nicht glaubhaft machen oder belegen konnten, sie seien in ihrem Heimat - land aus asylrechtlich relevanten Gründ en ernsthaften Nachteilen aus - gesetzt. Ihre Furcht vor einer Rückkehr nach Sri Lanka ist demnach als flüchtlingsrechtlich nicht begründet zu betrachten. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die W egweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i-D-2514/2013 Seite 10 sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigste ns glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Be- schwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung fi nden. Eine Rückkehr der Beschwerdefüh- renden in de n Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführen- den noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Europäischen Gericht s- hofes für Menschenrecht e (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folteraus- schusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real D-2514/2013 Seite 11 risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rück- schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien , Urteil vom 28. Februar 2008, Beschw erde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihnen indessen nicht gelungen . Allein aus einer allfälligen Befr a- gung und kurzzeitigen Festhaltung anlässlich der Wiedereinreise ins Heimatland ist – infolge des vorliegenden politischen Profils der B e- schwerdeführenden – nicht auf eine menschenrechtswidrige Behandlung ihrer Person zu schliessen. Die in der Beschwerde vertretene Ansicht, dass ihnen im Fall einer Rückkehr in ihr Heimatland Folter oder u n- menschliche Behandlung drohe, kann gestützt auf die vorangehenden Erwägungen nicht geteilt werden. Auch die allgemeine Menschenrechtssi- tuation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit- punkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vol l- zug der Wegweisung sowohl im Sinn e der asyl- als auch der völkerrecht- lichen Bestimmungen zulässig. 7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie i m Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.4.1 Bezüglich der allgemeinen Situation in Sri Lanka hat sich das Bu n- desverwaltungsgericht in einem Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 (vgl. BVGE 2011/24) zur Situation in Sri Lanka geäussert. Danach ist der Vollzug der Wegweisung in die Ostprovinz infolge der dort verbesserten allgemeinen Lage in Übereinstimmung mit dem BFM wieder zumutbar. Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs in die Nordprovinz hingegen nahm es eine differenzierte Haltung ein. In den Distrikten Jaffna und in den süd- lichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar – mithin in der Nordpr o- vinz unter Ausschluss des sogenannten Vanni-Gebietes – herrsche keine Situation allgemeiner Gewalt mehr und die dortige politische Lage sei nicht mehr dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als gen e- rell unzumutbar eingestuft werden müsse, auch wenn angesichts der i m humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage eine sorgfältige und zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutba r- keitskriterien angezeigt und dem zeitlichen Element gebührend Rechnung zu tragen sei. Für Personen, welche aus d er Nordprovinz stammten und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 ve r-D-2514/2013 Seite 12 lassen hätten, sei der Wegweisungsvollzug in dieses Gebiet als grun d- sätzlich zumutbar zu beurteilen, sofern davon ausgegangen werden kö n- ne, die betroffene Perso n könne auf die gleiche oder gleichwertige L e- bens- und Wohnsituation zurückgreifen, die im Zeitpunkt der Ausreise ge- herrscht habe. Indessen müssten die aktuell vorliegenden Lebens - und Wohnverhältnisse sorgfältig abgeklärt werden, wenn der letzte Aufenthal t der betreffenden Person in der Nordprovinz längere Zeit zurückliege oder konkrete Umstände auf eine massgebende Veränderung der Lebensu m- stände seit der Ausreise hinweisen würden. Dabei seien insbesondere die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes so wie die konkreten Mö g- lichkeiten der Sicherung einer Existenzgrundlage und der Wohnsituation massgeblich. Im Fall des Fehlens dieser begünstigenden Faktoren in der Nordprovinz sei eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative im übrigen Staatsgebiet, namentlich im Grossraum Colombo zu prüfen. Den Vollzug der Wegweisung ins sogenannte Vanni -Gebiet betrachtete das Bunde s- verwaltungsgericht – in Übereinstimmung mit dem BFM – als unzumut- bar, weil die Infrastrukturen in dieser Region in sehr starkem Ausmass vom Krieg in Mitleidenschaft gezogen worden seien und das Gebiet stark vermint und militarisiert sei, weshalb für aus diesem Gebiet stammende Personen ebenfalls eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative im restl i- chen Staatsgebiet zu prüfen sei. 7.4.2 Die jungen und ge stützt auf die Akten gesunden Beschwerdefüh- renden mit ihrem in der Schweiz geborenen Kind stammen aus der Nord- provinz, wohin der Wegweisungsvollzug gestützt auf die geltende Praxis grundsätzlich zumutbar ist. Ihren Aussagen zufolge verfügen sie in ihrem Herkunftsgebiet über ein verwandtschaftliches Beziehungsnetz (Eltern und Geschwister, Tanten und Onkel), so dass sie im Fall einer Rückkehr darauf zurückgreifen können und nicht auf sich allein gestellt sind. An dieser Einschätzung vermag weder die Bestätigu ng der Eltern bezi e- hungsweise Schwiegereltern, sie könnten niemanden unterstützen, noch deren ärztliche Atteste etwas zu ändern, da beide Beschwerdeführenden eine gute Schulbildung genossen haben und der Beschwerdeführer g e- mäss seinen Aussagen jahrelange E rfahrungen als Landwirt und in der Lebensmittelbranche aufweist, weshalb es ihm zuzumuten ist, sich nach der Rückkehr ins Heimatland eine entsprechende Arbeitsstelle zu suchen, um für sich und seine Familie unabhängig von der finanziellen Unterstü t- zung durch Eltern oder Schwiegereltern eine neue Existenzgrundlage zu schaffen. Aufgrund des bestehenden Beziehungsnetzes ist folglich davon auszugehen, dass sie nach ihrer Rückkehr ins Heimatland bei der sozi a- len Reintegration unterstützt werden , weshalb die diesbezüglichen Erwä-D-2514/2013 Seite 13 gungen des BFM in der angefochtenen Verfügung auch unter dem Aspekt des Kindeswohls als zutreffend zu er achten sind, während die Einwände im Beschwerdeverfahren nicht zu überzeugen vermögen. Insgesamt ist infolgedessen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs der Beschwer- deführenden in die Nordprovinz als zumutbar zu betrachten. 7.5 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden , sich bei der z u- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwend i- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der We g- weisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde- führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) , auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und sind mit dem am 27. Mai 2013 bezahlten Kostenvo r- schuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-2514/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt und mit dem am 27. Mai 2013 bezahlten Kostenvorschuss ve r- rechnet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: