<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 73 S.295</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">295</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>IX. Submissionen</b></span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>73</b></span> <span class="ft2"><b>Zertifizierung.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>-</b></span> <span class="ft2"><b>Der Verzicht der Vergabestelle, in der Ausschreibung nach einer Qua-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>litätszertifizierung zu fragen bzw. eine vorhandene Zertifizierung im</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Sinne einer Besserbewertung zu berücksichtigen, lässt sich nicht be-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>anstanden. Aus einer Zertifizierung lässt sich nicht zwangsläufig ein</b></span><br/> <span class="ft2"><b>unmittelbarer Qualitätsvorsprung gegenüber nichtzertifizierten Un-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>ternehmen ableiten.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 8. Januar 2002 in Sa-</span><br/> <span class="ft3">chen R. AG gegen Gemeinderat Küttigen.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">4. b) Die Beschwerdeführerin bemängelt, dass bei der Bewer-</span><br/> <span class="ft5">tung des Zuschlagskriteriums "Qualität und Referenzen" ihre Be-</span><br/> <span class="ft5">triebszertifizierung nach ISO Standards 9001 und 14001 überhaupt</span><br/> <span class="ft5">keine Würdigung gefunden habe. Es stelle sich die Frage nach dem</span><br/> <span class="ft5">Sinn solcher Zertifizierungen. Die Beschwerdeführerin hat - wie die</span><br/> <span class="ft5">meisten Anbieter - beim Kriterium "Qualität und Referenzen" die</span><br/> <span class="ft5">Maximalpunktzahl erhalten. Sie ist - soweit ersichtlich - die einzige</span><br/> <span class="ft5">Anbieterin, die eine QS-Zertifizierung nachgewiesen hat. Sinnge-</span><br/> <span class="ft5">mäss macht sie geltend, diese Tatsache hätte bei der Bewertung zu</span><br/> <span class="ft5">ihren Gunsten berücksichtigt werden müssen, indem die nicht zertifi-</span><br/> <span class="ft5">zierten Konkurrentinnen beim Kriterium "Qualität und Referenzen"</span><br/> <span class="ft5">nicht das Punktemaximum hätten bekommen dürfen.</span><br/> <span class="ft5">Der Verzicht der Vergabestelle, in der Ausschreibung nach einer</span><br/> <span class="ft5">QS-Zertifizierung zu fragen bzw. eine vorhandene Zertifizierung im</span><br/> <span class="ft5">Sinne einer Besserbewertung zu berücksichtigen, lässt sich nicht</span><br/> <span class="ft5">beanstanden. Das Verwaltungsgericht hat mehrfach festgehalten, aus</span><br/> <span class="ft5">einer Qualitätszertifizierung lasse sich nicht zwangsläufig ein un-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">296</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">mittelbarer Qualitätsvorsprung gegenüber nichtzertifizierten Unter-</span><br/> <span class="ft5">nehmungen ableiten; die Zertifizierung sei lediglich ein Indiz für</span><br/> <span class="ft5">Qualität, nicht mehr; ebensogut könne z.B. auch eine Referenzliste</span><br/> <span class="ft5">Auskunft über die Qualifikation einer Unternehmung geben. Die</span><br/> <span class="ft5">Qualität könne sich also auch aufgrund anderer Kriterien als der</span><br/> <span class="ft5">Zertifizierung ergeben (vgl. VGE III/87 vom 14. Oktober 1997 in</span><br/> <span class="ft5">Sachen ARGE St. [BE.1997.00189], S. 6 f.; III/47 vom 16. April</span><br/> <span class="ft5">1999 [BE.1999.00055] in Sachen C.H., S. 12; III/14 vom 7. Februar</span><br/> <span class="ft5">2001 [BE.2000.00405] in Sachen St. AG, S. 10). Der Nutzen der</span><br/> <span class="ft5">Qualitätsmanagementsysteme ist überdies auch nicht unbestritten</span><br/> <span class="ft5">(vgl. Peter Gauch / Hubert Stöckli, Vergabethesen 1999, Thesen zum</span><br/> <span class="ft5">neuen Vergaberecht des Bundes, Freiburg 1999, S. 20 f.). Es liegt</span><br/> <span class="ft5">letztlich weitestgehend im Ermessen der Vergabestelle, ob sie bei der</span><br/> <span class="ft5">Qualitätsbeurteilung derartige Zertifikate berücksichtigen und wel-</span><br/> <span class="ft5">ches Gewicht sie ihnen dabei zumessen will. Bei der Qualitätsbeur-</span><br/> <span class="ft5">teilung handelt es sich generell über weite Teile um einen Wertungs-</span><br/> <span class="ft5">bzw. Ermessensentscheid der Vergabebehörde. Im vorliegenden Fall</span><br/> <span class="ft5">liegt klarerweise keine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung der</span><br/> <span class="ft5">Vergabestelle vor.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>