Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. Mai 2019 (720 18 266 / 113) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Tatsache, dass das rheumatologische Teilgutacht en nicht von einem Rheumatolo- gen, sondern von einem Facharzt für Physikalische Me dizin und Rehabilitation erstellt wurde, vermag den Beweiswert des Verwaltungsgutacht ens nicht in Frage zu stellen. Vorliegend ist nicht ersichtlich, weshalb der Gutac hter nicht in der Lage gewesen sein soll, die gesundheitlichen Beschwerden und die dami t einhergehende Arbeitsfähigkeit des Versicherten kompetent zu beurteilen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jer mann, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Elisabeth Maier, Advoka- tin, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1973 geborene A.____ arbeitete für diverse A rbeitgeber in unterschiedlichen Hilfs- funktionen. Am 21. Mai 2008 meldete er sich wegen den Folgen einer im Jahr 1998 erlittenen Kriegsverletzung erstmals bei der Eidgenössischen Invalide nversicherung (IV) zum Leistungs- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht bezug an. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die gesundheitlichen und erwerb- lichen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte sie ein en IV-Grad von 10 %. Gestützt auf dieses Ergebnis wies sie einen Anspruch von A.____ auf eine Rente mit Verfügung vom 28. September 2011 ab. Die hiergegen erhobene Beschw erde wies das Kantonsgericht, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urtei l vom 24. Mai 2012 (Verfahren- Nr. 720 11 376) ab. A.2 Am 21. August 2014 meldete sich A.____ unter Hinwe is auf Kriegsverletzungen, Rückenprobleme und chronische Schmerzen erneut bei der I V-Stelle zum Leistungsbezug an. Nachdem diese die Verhältnisse ein weiteres Mal abgekl ärt hatte, ermittelte sie einen IV-Grad von 0 %. Gestützt auf dieses Ergebnis wies sie einen Anspr uch von A.____ auf eine Rente mit Verfügung vom 23. Februar 2016 wiederum ab. Die gege n diesen Entscheid erhobene Be- schwerde hiess das Kantonsgericht mit Urteil vom 13. Oktober 2016 (Verfahren-Nr. 720 16 106) in dem Sinne gut, als es die Verfügung vom 23. Februar 2016 aufhob und die Angelegenheit zur nochmaligen Abklärung der medizinischen Sachlage an d ie IV-Stelle zurückwies. Nachdem die IV-Stelle bei der PMEDA Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen (PMEDA) ein polydis- ziplinäres Gutachten (Expertise vom 8. Dezember 2017) eingeholt hatte, lehnte sie mit Verfü- gung vom 21. Juni 2018 einen Rentenanspruch von A.____ bei einem Invaliditätsgrad von 0 % abermals ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Elisabeth Maier, am 22. August 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht. Er beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 21. Juni 2018 aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszu- richten. Eventualiter sei der Sachverhalt durch ein G erichtsgutachten abzuklären; unter o/e- Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. C. Mit Verfügung vom 24. September 2018 wurde dem B eschwerdeführer die unentgeltli- che Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständun g mit Advokatin Elisabeth Maier als Rechtsvertreterin bewilligt und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. D. Die IV-Stelle holte bei der PMEDA eine ergänzend e Stellungnahme ein (Bericht vom 7. November 2018) und schloss in ihrer Vernehmlassung vom 4. Dezember 2018 auf Abwei- sung der Beschwerde. E. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 12 . Februar 2019 / Duplik vom 25. Februar 2019) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 22. August 2018 ist demnach einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 21. Juni 2018 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitli che Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person An spruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente , wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich blei- bende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilwei se Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geist igen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgeb rechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen b eruht, auch die geklagten Beschwer den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwalt ungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlä ssigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Hin gegen kommt Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswe rt zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fach personen. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ei n Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Be stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ä rztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4 .4 in fine mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auc h der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zah lreiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folge nden sollen indessen lediglich diejeni- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen Gutachten und Berichte wiedergegeben werden, welch e sich für den Entscheid als zentral erweisen. 6.2 Der behandelnde Arzt Prof. Dr. Dr. med. B.____, FMH Rheumatologie und Innere Me- dizin, diagnostizierte am 31. Januar 2017 ein lumbovertebrales, ein zervikales und ein generali- siertes Schmerzsyndrom bei posttraumatischer Belastungsstör ung (PTBS). Der Versicherte habe konstante Schmerzen von der Lendenwirbelsäule (LWS) mit Ausstrahlung in beide Beine und Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS). Im MRT der LWS vom 23. Februar 2016 seien degenerative Veränderungen in der LWS bei Status nach dorsaler Fusion LWK4- SWK1 mit Entfernung des Schraubenmaterials, dorsale W eichteilstrukturen mit Flüssigkeitskol- lektion und ödematöse Veränderungen feststellbar. Aufgr und der persistierenden aktiven Ent- zündungen nach Entfernung des Schraubenmaterials sei von einer Instabilität auszugehen. Diese Entzündung sei zusammen mit den funktionellen Ei nschränkungen im Rahmen einer PTBS auch mit einer angepassten beruflichen Tätigkeit nicht vereinbar. Auch wenn die einzel- nen Pathologien für sich möglicherweise mit einer ange passten Tätigkeit zumindest teilweise vereinbar wären, würden sie sich potenzieren, weshalb in sgesamt von einer vollständigen Ar- beitsunfähigkeit ausgegangen werden müsse. Möglicherwei se könne mit einer adäquaten Psy- chotherapie eine Verbesserung erreicht werden. 6.3 Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte am 17. Februar 2017 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine aktu ell schwergradige depressive Episode (ICD-10 F32.2), eine PTBS (ICD-10 F43.1) und eine a nhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Der Versicherte habe wegen der Schme rzen und der Albträume erhebliche Schlafstörungen. Auch während des Tages denke er immer wieder an das erlebte Kriegsge- schehen. Er habe Schwierigkeiten, einem Gespräch zu fo lgen, Suizidgedanken und leide an einer erhöhten Schreckhaftigkeit. Es seien eine affektive Instabilität mit deprimierter Grund- stimmung, eine herabgesetzte Freudfähigkeit, ein redu zierter Antrieb mit gesteigerter Ermüd- barkeit und ein sozialer Rückzug festzustellen. Weiter bestünden eine innere Anspannung, eine erhebliche Reizbarkeit und eine herabgesetzte Frustration stoleranz mit mangelhafter Impuls- kontrolle sowie ein Libido- und Appetitmangel. Ein Zu gang zu den tieferliegenden Persönlich- keitsebenen und den damit verbundenen Konflikten, den unbewältigten Traumatisierungen und den Verletzungen sei kaum möglich. Aufgrund der chronifizierten Symptomatik sei die Prognose ungünstig. Aktuell bestünde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 6.4 Gemäss Bericht der D.____ vom 5. Juli 2017 ergebe d as MRT der LWS weder Hinwei- se auf eine Diskushernie noch auf eine Nervenwurzelverlag erung. Festzustellen seien aber de- hydrierte Bandscheibenfächer LWK 1/2, LWK 4/5 und LWK 5/S1. 6.5 PD Dr. med. E.____, FMH Rheumatologie und Allge meine Innere Medizin, diagnosti- zierte am 3. August 2017 ein lumbovertebrales, ein zervi kales und ein generalisiertes Schmerzsyndrom bei PTBS. Laborchemisch habe sich kein releva nter pathologischer Befund ergeben, allerdings sei eine deutliche Hyperlipidämie zu bejahen. Im aktuellen MRI vom Juli 2017 zeige sich eine ausgeprägte Streckfehlhaltung mit Kyphosierung bei L1/2. Ein Bandschei- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht benvorfall sei nicht festgestellt worden. Es bestünde ein heftiges lumbovertebrales Syndrom. Die physiotherapeutische Mobilisierung habe kaum Besserung gebracht. 6.6 Am 21. August 2017 diagnostizierte Dr. med. F.___ _, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und p sychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie eine PTBS (ICD-10 F43.1). Hinweise auf Halluzinationen, Wahn- oder Ich- Störungen bestünden nicht. Allerdings seien leichte paranoide Ideen festzustellen. Die Konzent- ration und das Gedächtnis seien leicht beeinträchtigt und der Versicherte sei psychomotorisch unruhig, schwitze und bewege sich viel. Die Stimmung sei niedergestimmt, der Antrieb herab- gesetzt und es seien ein partieller sozialer Rückzug, ein e morgendliche Schmerzverstärkung, Intrusionen, Flashbacks, Albträume, und eine Überregbar keit vorhanden und passive Todes- wünsche festzustellen. Eine aktuelle Selbst- und Fremdg efährdung bestünde nicht. Eine statio- näre Aufnahme sei indiziert. Der Versicherte habe ausr eichend Deutschkenntnisse, sei grup- penfähig, könne allerdings schmerzbedingt nicht länge r als eine halbe Stunde an Therapien teilnehmen. 6.7 Die IV-Stelle veranlasste eine polydisziplinäre Beg utachtung bei der PMEDA. In der Expertise vom 8. Dezember 2017 wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein postopera- tiver spinaler Status festgestellt. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünde eine mögli- che leichtgradig ausgeprägte PTBS. In der klinisch-neur ologischen Untersuchung hätten sich weder Hinweise auf das Vorliegen einer Nervenverlet zung im Bereich der rechten oberen Ext- remität noch eine Nervenwurzel-Rückenmarksaffektion ergebe n. Auffällig seien aber die Inkon- sistenzen. Namentlich seien die reklamierten Einschränkung en im Alltag nicht plausibel. Die geklagten Kopfschmerzen seien am ehesten als Analgetika-Cephalgie einzuordnen. Aus neuro- logischer Sicht sei keine Beeinträchtigung der Arbeits fähigkeit festzustellen. In der klinisch- rheumatologischen Untersuchung imponiere eine inkonsiste nte und nicht plausible Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden. Die spontane Mobili tät sei nicht namhaft limitiert. Der objektive postoperative Status sei gut. Die deutliche F ussbeschwielung spreche für eine rege Alltagsaktivität. Es bestünde für die zuletzt ausgeübte un d für vergleichbare andere Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Nach chirurgischer Versorgung der LWS sei allenfalls eine Einschränkung für körperlich häufig schwere Tätigkeiten ge geben. Aus psychiatrischer Sicht hätten sich die Achsenkriterien einer depressiven Episode nicht ausreichend herausarbeiten lassen. Anhaltspunkte für eine anhaltende somatoforme S chmerzstörung oder eine Schmerz- störung mit psychischen oder somatischen Faktoren bestünden ebenfalls nicht. Als Folge der Kriegserlebnisse sei eine leicht ausgeprägte PTBS mit i ntermittierenden traumabezogenen Alb- träumen und Erinnerungen an Kriegserlebnisse möglich. Flashbacks, Intrusionen und eine Übererregbarkeit des autonomen Nervensystems liessen sich hin gegen nicht eruieren. Das vom Versicherten geschilderte Vermeidungsverhalten werde inkonsistent geschildert. Auch zei- ge er während des Berichts seiner Einschränkungen und der Kriegserlebnisse keine namhafte affektive Reaktion. Die in den medizinischen Unterlagen gestellte Diagnose einer Schmerzstö- rung könne nicht nachvollzogen werden. Gegen die Diag nose einer Persönlichkeitsstörung spreche auch, dass sich der Versicherte nach den Kriegserle bnissen und –verletzungen in der Schweiz habe integrieren können und in der Lage gewese n sei, während mehreren Jahren, einer regelmässigen Arbeit nachzugehen. Auch die Diagn ose einer mittelgradigen depressiven Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Störung könne aufgrund der Unterlagen und der anamne stischen Angaben des Versicherten nicht nachvollzogen werden. Objektive Befunde für eine Verschlechterung des Gesundheitszu- stands bestünden nicht. Insgesamt lasse sich aufgrund der vorh andenen Unterlagen, der anamnestischen Angaben des Versicherten und der erhobene n Befunde keine psychiatrische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festst ellen. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Arbeitsaufnahme zumutbar und sinnvoll. Aus gesam tmedizinischer Sicht sei dem Versi- cherten die zuletzt ausgeübte sowie vergleichbare körpe rlich leichte bis mittelschwere Tätigkei- ten zu 100 % zumutbar. Die von Prof. Dr. B.____ att estierte vollständige Arbeitsunfähigkeit ba- siere auf den Bildbefunden, werde jedoch nicht mit ob jektiven klinischen Befunden oder einer biologisch verstandenen Diagnose begründet. Ausserdem be inhalte seine Beurteilung fach- fremde (psychiatrische) Aspekte. 6.8 Am 18. Mai 2018 nahm der behandelnde Arzt Dr. C. ____ zum psychiatrischen Teilgut- achten der PMEDA Stellung. Er hielt fest, dass die Erh ebung der Beschwerden dürftig sei. Zu- dem könne nicht nachvollzogen werden, weshalb der Gutac hter die Achsenkriterien der De- pression nicht habe herausarbeiten können. Es sei zu ver muten, dass sich der Versicherte mangels des erforderlichen Vertrauensverhältnisses nicht ausreichend habe öffnen und deshalb die Tragweite der Beschwerden durch den Gutachter nich t habe erfasst werden können. So- dann habe der Gutachter auf fremdanamnestische Angaben und auf eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt verzichtet. Möglicherweise hätten Ver ständigungsprobleme bestanden; auf- grund der mangelhaften Deutschkenntnisse habe er immer wieder Missverständnisse festge- stellt. Die Einschränkungen bezüglich der Alltagsbewält igung seien kaum abgebildet und der psychischen Belastung durch die Operationen und die damit verbundenen Komplikationen sei- en nicht Rechnung getragen worden. Die Beurteilung hi nsichtlich der durchgeführten Behand- lung und der Ehesituation des Versicherten sei widersprü chlich resp. tatsachenwidrig. Zudem stütze sich der Gutachter bei der Befunderhebung auf d ie Gegenübertragungsreaktion, was nicht verlässlich sei. Dies gelte vorliegend umso mehr, als der Gutachter nicht beschreibe, ob es sich um eine konkordante oder eine komplementäre Geg enübertragung handle. Tatsächlich habe der Versicherte während des Kriegseinsatzes seelische Traumatisierungen erlitten. Die Flashbacks würden sich als Albträume äussern. Dass der Versic herte beim Bericht seiner Kriegserlebnisse keine namhafte affektive Reaktion gezeigt habe, passe zudem zu einer PTBS. 6.9 Am 24. September 2018 nahm pract. med. G.____, F MH Psychiatrie und Psychothe- rapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, zu den Kritikpunkten in der Beschwerde vom 22. August 2018 Stellung. Dabei hielt er im Wesentlichen fest, dass die Begutachtung lege artis durchgeführt worden sei und die Gutachter die krankheitsbedingten Beeinträchtigungen erkannt, diese aber als bloss leicht ausgeprägt gewerte t und ihnen folgerichtig keine namhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beigemessen hätten. 6.10 Die Ärzteschaft der PMEDA hielt am 7. November 201 8 fest, dass der Facharzttitel für Physikalische Medizin und Rehabilitation mit demjenigen der Rheumatologie fachlich gleichzu- stellen sei. Weiter hielten sie fest, dass Dr. E.____ in seinem Bericht vom 3. August 2017 die Diagnosen mit Bildbefunden begründe. Sein klinischer Be fund sei jedoch mit einer namhaften Bewegungseinschränkung nicht in Einklang zu bringen. An gaben zur spontanen Beweglichkeit Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Halses, des Kopfes und des Rumpfes würden fehlen. Der von ihm erhobene Befund sei weder vollständig noch hinreichend konsistent und deshalb für eine Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit nicht genügend. Sodann lasse sich ein heftiges lu mbovertebrales Schmerzsyndrom aus den erhobenen Befunden nicht erkennen. Das von ihm festgestellte Schmerzsyndrom fusse auf subjektiven Klagen und Bildbefunden. Demgegenüber fehl e ein schlüssiges klinisches Befund- korrelat. Hinsichtlich der von ihm gestellten Diagnose e ines „generalisierten Schmerzsyndroms bei PTBS“ bleibe unklar, wie sich dieses von den übrig en Diagnosen abgrenze. Ein generali- siertes Schmerzsyndrom würde definitionsgemäss auch die sp inalen Beschwerden mitein- schliessen und in Konkurrenz mit der von Dr. E.____ angenommenen spinalen Schmerzgenese treten. Schliesslich setze er sich mit den im Gutachten fest gestellten Befunden und Überlegun- gen nicht auseinander. Auch Prof. Dr. B.____ stelle seine Beurteilung weitgehend auf Bildbe- funde ab. Sodann habe er bei seiner Beurteilung Beob achtungen hinsichtlich der spontanen Mobilität nicht ausreichend einbezogen. Der MRI-Befun d aus dem Jahr 2017 dokumentiere le- diglich alterstypische Veränderungen ohne eigenständige n Krankheitswert. Daher sei die An- nahme von Prof. Dr. B.____, wonach eine anhaltende e ntzündliche paraspinale Veränderung ersichtlich sei, nicht nachvollziehbar. 6.11 RAD-Arzt Dr. med. H.____, FMH Orthopädische Chiru rgie und Traumatologie des Be- wegungsapparates, erachtete die ergänzenden Ausführung en der PMEDA vom 7. November 2018 als plausibel (Stellungnahme vom 12. November 2018). 6.12 Am 12. Januar 2019 nahm Dr. C.____ zum Bericht von pract. med. G.____ vom 24. September 2018 Stellung, wobei er sich weiterhin auf den Standpunkt stellte, dass die psy- chiatrische Begutachtung nicht ausreichend vertieft durc hgeführt und die Schlussfolgerungen nicht zutreffend seien. Ausserdem sei nicht hinreichend abgeklärt, ob eine somatoforme Stö- rung vorliege. 6.13 In seiner Stellungnahme vom 18. Februar 2019 zum Bericht von Dr. C.____ vom 12. Januar 2019 hielt pract. med. G.____ fest, es sei davon auszugehen, dass der Versicherte in der Lage gewesen sei, seine Beschwerden ausreichend darzustellen. Zudem nehme der psychiatrische Gutachter zur Beurteilung von Dr. C.____ S tellung und führe aus, weshalb er dessen Einschätzung nicht folge. Die Behauptung, der psychiatrische Gutachter sei an der Oberfläche geblieben, sei nicht begründet. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen V erfügung vom 21. Juni 2016 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähi gkeit des Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse im Gutachten der PMEDA vom 8. Dezemb er 2017. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Beschwerdeführer die zuletzt ausgeübte sowie jede vergleichbare körper- lich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zu 100 % zum utbar seien. Diese vorinstanzliche Be- weiswürdigung ist trotz der Kritik des Beschwerdeführers a m Gutachten (vgl. dazu die nachste- henden Erwägungen) im Ergebnis nicht zu beanstanden. W ie in Erwägung 4.3 hiervor ausge- führt, prüft das Gericht frei, ob die verfügbaren Unte rlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweisw erts eines Arztberichts ist dem- nach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belan ge umfassend ist, auf allseitigen Untersu- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht chungen beruht, in Kenntnis der Vorakten abgegeben w orden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge einleuchtet und seine Schlussfol gerungen begründet sind. Vorlie- gend sind keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben könn ten, die Ergebnisse im Gutachten der PMEDA vom 8. Dezember 2017 in Frage zu stellen od er gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt. So weist es weder formale noch inhaltliche Mängel auf, ist – wie dies vom Bunde sgericht verlangt wird (vgl. E. 4.3 hiervor) – umfassend und beruht auf allseitigen Untersuchungen . Der Versicherte wurde eingehend so- matisch und psychiatrisch exploriert. Die entsprechenden, v orstehend (vgl. E. 6.7 hiervor) wie- dergegebenen Darlegungen im Gutachten vom 8. Dezember 2017 vermögen zu überzeugen, sodass darauf verwiesen werden kann. 7.2.1 Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind nicht gee ignet, das vorstehende Beweis- ergebnis in Frage zu stellen. Wenn er geltend macht, da ss das Gutachten auf einer unvollstän- digen Aktenkenntnis beruhe, da es keinen Bezug zum Rückweis ungsentscheid des Kantonsge- richt vom 13. Oktober 2016 (Verfahren-Nr. 720 16 106) nehme, kann ihm nicht beigepflichtet werden. Ausschlaggebend für den damaligen Entscheid des Kantonsgerichts war die Tatsache, dass die IV-Stelle keine interdisziplinäre Begutachtung durchgeführt hatte und der medizinische Sachverhalt nicht hinreichend geklärt war. Aus diesem Gr und wurde die IV-Stelle aufgefordert, zur Klärung desselben eine umfassende Abklärung durchzuführen. Dieser Vorgabe kam sie mit der polydisziplinären Begutachtung des Versicherten durch die PMEDA nach. Hinweise darauf, dass das Gutachten auf unvollständigen Akten beruht, sin d nicht ersichtlich, stellte doch die IV- Stelle der Gutachterstelle zusammen mit dem Auftrag ( act. 189) die vollständigen Akten des Versicherten zu. Die Tatsache, dass im Gutachten der PMED A vom 8. Dezember 2017 das Urteil des Kantonsgerichts weder erwähnt (auf den Seit en 2 ff. des Gutachtens sind aus- schliesslich medizinische Unterlagen aufgeführt) noch explizi t darauf Bezug nimmt, ist nicht entscheidend. Ausschlaggebend ist vielmehr eine widerspru chsfreie Klärung des Gesundheits- zustands und der Leistungsfähigkeit des Versicherten. Die ses Erfordernis ist vorliegend – wie oben (vgl. E. 7.1 hiervor) dargelegt – erfüllt. 7.2.2 Der Beschwerdeführer rügt weiter, dass das rheuma tologische Teilgutachten nicht von einem Facharzt für Rheumatologie, sondern von einem F acharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation erstellt worden sei. Zwar trifft zu, d ass es zur Beurteilung sozialversicherungs- rechtlicher Leistungsansprüche verlässlicher medizinischer En tscheidungsgrundlagen bedarf (BGE 134 V 231 f. E. 5.1) und der Beweiswert einer sp ezialärztlichen Expertise u.a. davon ab- hängt, ob die begutachtende Person über die entsprech ende Fachausbildung verfügt. Für die Eignung einer Ärztin oder eines Arztes als Gutachterperso n in einer bestimmten medizinischen Disziplin ist daher ein entsprechender, dem Nachweis de r erforderlichen Fachkenntnisse die- nender spezialärztlicher Titel der berichtenden oder zum indest der den Bericht visierenden Arztperson erforderlich (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Januar 2011, 9C_547/2010, E. 2.2). Die Tatsache, dass das rheumatologische Teilgutachten nicht von einem Rheumatologen, son- dern von einem Facharzt für Physikalische Medizin und Reha bilitation erstellt wurde, vermag den Beweiswert des Gutachtens indes nicht in Frage zu stellen. So führte der medizinische Lei- ter der PMEDA nach Prüfung des Aktendossiers am 17. August 2017 nachvollziehbar aus, dass Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beschwerdeführer vorrangig internistisch und neuro logisch behandelt worden sei und eine Autoimmun-Erkrankung welche das Kerngebiet der Rheuma tologie darstelle, aktenkundig nicht vorliege. Die im Raum stehenden Beschwerden und Diagno sen würden nicht fachspezifisch, sondern typischerweise von mehreren Fächern betreut. Zud em seien die Fachärzte für Rheu- matologie und für Physikalische Medizin gleichwertig und äquivalent. Diese Ausführungen leuchten ein. Auch wenn die Teilexpertise – etwas verwi rrend – als „rheumatologisches Gutach- ten“ bezeichnet ist, ist vor diesem Hintergrund nicht er sichtlich, weshalb Dr. I.____, FMH Physi- kalische Medizin und Rehabilitation, nicht in der Lage gewesen sein soll, die gesundheitlichen Beschwerden und die damit einhergehende Arbeitsfähig keit des Versicherten kompetent zu beurteilen. Dazu kommt, dass sich der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer – im Wissen um die fachliche Qualifikation des Gutachtens – der Begu tachtung unterzogen hatte. Unter diesen Umständen kann auch dieser Rüge des Beschwerdeführers nicht beigepflichtet werden. 7.3 Auch die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführer s sind nicht geeignet, Zweifel an der Beweiskraft des Gutachtens der PMEDA vom 8. Dezemb er 2017 zu wecken. Wenn er gel- tend macht, die Gutachter hätten den Bericht von PD D r. E.____ vom 3. August 2017 nicht be- achtet und zudem keine hinreichende Auseinandersetzung m it der Beurteilung von Prof. Dr. B.____ vorgenommen, ist zunächst darauf hinzuweisen, dass Dr. I.____ nach Einsicht in die medizinischen Unterlagen und aufgrund seiner de taillierten Feststellungen zur Beweg- lichkeit und zum Schmerz (vgl. S. 27-32 des Gutachtens vom 8. Dezember 2017) keine Erkran- kung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizie ren konnte. Stattdessen beschreibt er aufgrund seiner Erkenntnisse aus der klinischen Untersuchu ng eine inkonsistente und nicht plausible Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden . In der Stellungnahme der PMEDA vom 7. November 2018 wird sodann nachvollziehbar dargelegt, dass die Beurteilungen der Dres. E.____ und B.____ weitgehend mit nicht aussa gekräftigen Bildbefunden begründet würden. Diese Beurteilung der Gutachter erscheint angesi chts der im Rahmen der Exploration weitgehend unauffälligen Befunde plausibel. Dies gilt vorliegend umso mehr, als nicht die Diag- nose sondern die funktionellen Einschränkungen und die damit einhergehenden Auswirkungen auf das Leistungsvermögen der versicherten Person ausschlaggebend sind (Urteil des Bundes- gerichts vom 6. August 2009, 9C_617/2008, E. 4.5). Insg esamt ist das Gutachten der PMEDA eine genügende Grundlage für die Beurteilung des soma tischen Gesundheitszustands des Be- schwerdeführers, weshalb darauf abzustellen ist. 7.4.1 Der Beschwerdeführer zweifelt sodann an, dass das für eine psychiatrische Begutach- tung erforderliche Vertrauensverhältnis vorhanden war. D em ist entgegenzuhalten, dass kein Grund zur Annahme besteht, dass dem Gutachter eine zuve rlässige Beurteilung nicht möglich gewesen wäre. Vielmehr kam er nach kritischer Würdigung der bisherigen Berichte und Unter- lagen sowie der darin festgestellten Befunde und Diagnosen, der anamnestischen Angaben des Versicherten und der im Rahmen der Exploration erhoben en Befunde zum überzeugenden Schluss, dass der Beschwerdeführer keine psychiatrische Erkranku ng mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufweist. Hinweise darauf, dass die K ommunikation in deutscher Sprache nicht ausreichend möglich gewesen wäre, ergeben sich aus dem Gu tachten nicht. Im Gegenteil stell- te die behandelnde Ärztin Dr. F.____ im Bericht vom 21. August 2017 fest, dass der Beschwer- deführer ausreichende Deutschkenntnisse aufweise. Das psychia trische Gutachten enthält zu- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem eine zureichende Schilderung der aktuellen Beschwerd en sowie eingehende Ausführun- gen zur Anamnese, zur Familie und zum Tagesablauf des B eschwerdeführers. Die Wiedergabe dieser Einzelheiten im Gutachten wäre nicht möglich gew esen, wenn die Verständigung unzu- reichend gewesen wäre. Auch der Rüge des Beschwerdeführe rs, wonach der Gutachter in pflichtwidriger Weise auf fremdanamnestische Angaben ver zichtet und auch mit dem behan- delnden Psychiater Dr. C.____ keine Rücksprache genommen habe, kann nicht gefolgt werden. Zwar sind eine Fremdanamnese und Auskünfte der behandel nden Arztpersonen häufig wün- schenswert, aber nicht zwingend erforderlich. Die Notwend igkeit der Einholung einer Fremda- namnese bei der behandelnden Arztperson ist vielmehr in erster Linie eine Frage des medizini- schen Ermessens (Urteile des Bundesgerichts vom 14. Oktober 2015, 8C_444/2015, E. 4.5 und vom 23. Juli 2014, 8C_323/2014, E. 5.2.1). Auch aus d en Qualitätsleitlinien für versicherungs- psychiatrische Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie ergibt sich in dieser Hinsicht nichts anderes (vgl. die 3 . vollständige überarbeitete und ergänzte Auflage vom 16. Juni 2016; in: SZS 2016 S 435 ff.). Aus dem psychiatrischen Teilgutachten geht hervor, dass dem Gutachter zahlreiche Arztberichte b etreffend den Beschwerdeführer zur Verfügung standen. Die medizinischen Unterlagen und di e Angaben des Beschwerdeführers waren offenbar hinreichend präzise und kohärent genug, um ein zuverlässiges Bild über seinen psychischen Gesundheitszustand machen zu können. Unter die sen Umständen ist es nicht zu beanstanden, dass der psychiatrische Gutachter keine fremd- oder familienanamnestischen Auskünfte einholte. Auch die Rüge, wonach Angaben zur D auer der Exploration fehlen würden, überzeugt nicht. Angaben zur Dauer einer psychiatrischen Exploration sind zwar wünschbar (Urteil des Bundesgerichts vom 14. November 2007, I 109 4/06), ihr Fehlen fällt aber jedenfalls dann nicht entscheidend ins Gewicht, wenn – wie hier – auch im Gesamtkontext des medizini- schen Dossiers keinerlei Hinweise auf materielle Mängel de s Berichts bestehen. Vor diesem Hintergrund kann nicht gesagt werden, dass im Gutachten die Beurteilung des Gesundheitszu- stands und der Zumutbarkeit auf einem unzutreffenden Sachverhalt basiere. 7.4.2 Wenn sich der Beschwerdeführer auf die abweichend e Beurteilung des behandelnden Arztes Dr. C.____ beruft, und geltend macht, der Guta chter habe die psychische Belastung durch die Operationen und die damit verbundenen Komp likationen nicht hinreichend berück- sichtigt und zudem die seelischen Traumatisierungen während des Kriegseinsatzes nicht zutref- fend erfasst, kann ihm nicht gefolgt werden. Der Gut achter machte sich aufgrund der ihm zur Verfügung gestandenen medizinischen Akten und nach eine r eingehenden Exploration ein schlüssiges Bild über die psychische Befindlichkeit der Versic herten. Hinsichtlich der Kritik der behandelnden Ärzte an Gutachten externer Fachpersonen i st in Erinnerung zu rufen, dass es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag de r therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellt en fachmedizinischen Experten ander- seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zulässt, ein Administra tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Fra- ge zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehm en, wenn die behandelnden Arzt- personen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätz ungen gelangen. Weiter ist zu be- achten, dass eine Exploration von der Natur der Sache he r nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet den Gutachtern praktisch immer einen Spiel raum für verschiedene medizinische Interpretationen, was zulässig und zu respektieren ist, sofern die Gutachter – wie hier – lege artis vorgegangen sind. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufdrängt, weil diese wichtige – und nicht rein subje ktiver Interpretation entspringende – Aspek- te benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2018, 8C_874/2017, E. 5.2.2 ). Vorliegend bringt der behandelnde Arzt Dr. C.____ keine Gesichtspunkte vor, die im Rahmen des psychiatrischen Gutachtens nicht berücksichtigt worden wären. Vielmehr differenzier t der psychiatrische Gutachter unter Berücksichtigung der Berichte des behandelnden Arztes zwisch en den subjektiv empfundenen Beschwerden, den teilweise inkonsistenten Angaben des Beschwerdeführers in Bezug auf den Tagesablauf resp. das Vermeidungsverhalten und den obje ktiv feststellbaren Befunden. Er legt sodann nachvollziehbar dar, dass der Beschwerdeführer keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufweist. Bei dieser Sachlage un d der Tatsache, dass es dem Gutachter möglich war, eine zuverlässige Einschätzung des leistungsmä ssig Machbaren vorzunehmen, kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E . 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf zusätzliche Abklärungen verzichtet werden. 8. Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstan den, dass die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfäh igkeit des Beschwerdeführers gestützt auf das Gutachten der PMEDA vom 8. Dezember 2017 davon ausgegangen ist, dass die zuletzt ausgeübte sowie vergleichbare körperlich leichte bis mitt elschwere Tätigkeiten zu 100 % zu- mutbar sind. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung der Ver- gleichseinkommen vorzunehmen wäre und die Berechnung au ch vom Versicherten nicht bean- standet wurde, erübrigt sich eine detaillierte Ausein andersetzung mit dem durch die IV-Stelle angestellten Einkommensvergleich. Es ist mit der IV-Stel le davon auszugehen, dass der Be- schwerdeführer ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen könnte. Die angefoch- tene Verfügung vom 21. Juni 2018, mit welcher ein Ren tenanspruch des Beschwerdeführers abgewiesen wurde, ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzu- weisen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ve rfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlege n sind. Da ihm mit Verfügung vom 24. September 2018 die unentgeltliche Prozessführung b ewilligt wurde, gehen die Verfahrens- kosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. 9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird keine Partei entschädigung ausgerichtet. Da dem Beschwerdeführer ebenfalls mit Verfügung vom 24. Se ptember 2018 die unentgeltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertreterin bewilligt wu rde, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat in ihrer Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Honorarnote vom 1. März 2019 für das vorliegende Verfa hren einen Zeitaufwand von 14 Stun- den und 35 Minuten sowie Auslagen von Fr. 219.50 gel tend gemacht. Dieser Aufwand ist in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfra gen nicht zu beanstanden. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 20 0.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ist demnach eine Parteientschädig ung in der Höhe von Fr. 3‘377.65 (14,58 Stunden x Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 219.50 inkl. 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse auszurichten. 9.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Dem Beschwerdeführer wird keine Parteientschädigun g ausgerichtet. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘377.65 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse bezahlt. http://www.bl.ch/kantonsgericht