9. Oktober 1992 N 2179 Interpellation (Fierz-)Thür vom serbischen Gegner getötet worden? Muss man nicht im Gegenteil annehmen, dass ihn die Söldner der Ersten Brigade folterten und ermordeten, als sie herausfanden, dass er einen Artikel über sie und ihre Verbrechen vorbereitete? 2. Ist der Bundesrat nicht der Auffassung, es sei dringend eine internationale Untersuchung einzuleiten, um die Umstände dieses Mordes zu klären und die Schuldigen zu bestrafen? Texte de l'interpellation du 2 juin 1992 Le 7 janvier 1992, le cadavre du journaliste suisse Christian Würtenberg - portant des traces de strangulation et de tortu- res diverses - a été découvert dans les environs d'Osijek, en Croatie. Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions sui- vantes: 1. Vu le passé professionnel du journaliste qui était connu comme un des meilleurs journalistes d'enquête d'Europe, prenant pour accéder à la vérité des risques personnels fré- quents, le Conseil fédéral ne pense-t-il pas qu'il convient de re- jeter la théorie des autorités croates qui voient dans Würten- berg un simple mercenaire de la Première Section Internatio- nale de l'armée croate tué par l'adversaire serbe? Qu'il faut au contraire considérer que Würtenberg a été assassiné par les mercenaires de la Première Section qui, s'étant rendus compte que Würtenberg préparait un article sur eux et sur leurs crimes, l'ont torturé et assassiné? 2. Le Conseil fédéral n'est-il pas d'avis qu'il convient d'ur- gence d'ouvrir une enquête internationale afin de déterminer les circonstances de cet assassinat et d'en punir les coupa- bles? Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine -Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 août 1992 Une demande officielle de la Suisse aux diverses autorités de l'ex-Yougoslavie en vue d'obtenir une enquête internationale sur les causes du décès de Christian Würtenberg ne nous pa- raît pas opportune. Il est prouvé que Christian Würtenberg a accompli un service mercenaire en 1985 déjà, en Afrique du sud-ouest II ne fait au- cun doute qu'il s'est engagé comme mercenaire, vers la fin de 1991, dans la première brigade internationale de la garde na- tionale croate. C'est la raison pour laquelle il portait leur uni- forme au moment de sa mort. A l'époque, les Croates avaient eu l'intention d'organiser officiellement un ensevelissement militaire; ce projet fut toutefois annulé en dernière minute. Les motifs ayant conduit à l'engagement de Christian Würtenberg ne nous sont pas connus. De toute façon, une telle action en- freint nos lois. Selon la version officielle des autorités croates, Christian Wür- tenberg fut abattu par des francs-tireurs serbes alors qu'il était de garde. Des bruits ont couru dans les médias que, selon d'autres opinions, il n'aurait pas été assassiné par des Serbes, mais par ses camarades d'unité. Des preuves soutenant cette thèse n'existent pas. La famille n'a présenté aucune requête au DFAE demandant d'éclaircir les circonstances du décès. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes teilweise befriedigt. #ST# 91.3350 Interpellation (Fierz-)Thür Versuche mit kontrollierter Heroinabgabe Distribution contôlée d'héroïne. Essais Wortlaut der Interpellation vom 3. Oktober 1991 Der Bundesrat gedenkt, Versuche mit kontrollierter Heroinab- gabe nur mit rein individualmedizinischer Fragestellung zuzu- lassen. Den Mann (und die Frau) auf der Strasse würde aber vor allem interessieren, ob mit kontrollierter Heroinabgabe die Unsicherheit der Städte und die überhandnehmende Drogen- kriminalität gebessert werden könnten. In diesem Zusammenhang frage ich den Bundesrat: 1. Wieso klammert der Bundesrat bei diesen Versuchen aus- gerechnet die Frage mit der höchsten Dringlichkeit und mit dem höchsten öffentlichen Interesse aus? 2. Falls dazu gesetzliche Gründe angegeben werden, welche? 3. Wie müsste allenfalls das Gesetz formuliert werden, damit der Einfluss der kontrollierten Heroinabgabe auf die Kriminali- tät als Fragestellung eines Versuchs zugelassen werden könnte? 4. Ist eine Gesetzesänderung in dieser Richtung allenfalls denkbar? Brauchte es für eine zeitgerechte Handlungsfähig- keit allenfalls einen dringlichen Bundesbeschluss? Texte de l'interpellation du 3 octobre 1991 Le Conseil fédéral envisage de donner son feu vert aux essais de distribution contrôlée d'héroïne dans des cas individuels médicalement bien définis. Mais l'homme (et la femme) de la rue aimerait surtout savoir si la distribution contrôlée d'héroïne va contribuer à améliorer la sécurité dans nos villes ainsi qu'à diminuer la criminalité liée à l'acquisition de drogue, qui prend des proportions de plus en plus inquiétantes. Dans ce contexte, je pose au Conseil fédéral les questions sui- vantes: 1. Pourquoi le Conseil fédéral écarte-t-il justement la question la plus urgente et qui suscite le plus d'intérêt auprès du public? 2. S'il y a des raisons juridiques, quelles sont-elles? 3. Comment la loi devrait-elle être formulée pour qu'on puisse effectuer un essai évaluant les répercussions de la distribution contrôlée d'héroïne sur la criminalité? 4. Peut-on envisager d'apporter à la loi une modification allant dans ce sens? Serait-il éventuellement nécessaire d'édicter un arrêté fédéral urgent pour pouvoir agir à temps? Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Leutenegger Oberhol- zer, Meier-Glattfelden, Rebeaud, Schmid Peter (5) Schriftliche Begründung - Développement par écrit An der nationalen Drogenkonferenz vom 1. Oktober 1991 wurde bekanntgegeben, dass Versuche mit kontrollierter He- roinabgabe nur mit Gruppen von maximal 50 Süchtigen durchgeführt werden könnten. Diese Grosse wird nicht genü- gen, um den Einfluss auf die Beschaffungskriminalität zu er- fassen. Gerade aber die Beschaffungskriminalität ist in den Städten jetzt ein, wenn nicht gar das Hauptproblem. Es grenzt an Verhältnisblödsinn, wissenschaftliche Versuche zu ma- chen und dabei die Hauptfrage auszuklammern. Wenn das Gesetz der Klärung der Hauptfrage im Wege steht, so muss das Gesetz geändert werden. Die Interpellation erkundigt sich nach entsprechenden Möglichkeiten. Die Dringlichkeit der Frage der Beschaffungskriminalität wurde von Vertretern der Stadtregierungen von Zürich und Bern wiederholt und auch jüngst wieder betont Tatsächlich ist es abzusehen, dass innert den nächsten zwei bis drei JahrenInterpellation Mühlemann 2180 N 9 octobre 1992 Bürgerwehren und Selbstjustiz sich des Problems «anneh- men» werden, wenn es den Behörden nicht gelingt, zu taugli- chen Lösungen zu kommen. Der Bundesrat macht sich an sol- chen Entwicklungen mitschuldig, wenn er das Studium der wichtigsten Fragen vertrödelt Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 15. Juni 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 juin 1992 Der Bundesrat hat sich am 20. Februar 1991 und wiederum am 13. Mai 1992 über die zu ergreifenden Massnahmen zur Verminderung der Drogenprobleme ausgesprochen. Es ist sein Anliegen, dass wissenschaftliche Versuche zu neuen For- men der Betreuung und Behandlung schwerstabhängiger und stark marginalisierter Drogenabhängiger durchgeführt werden mit dem Ziel, sie aus ihrer Abhängigkeit herauszufüh- ren. Diese Betreuungsprogramme sollen ermöglichen, das deliktische Verhalten von abhängigen Personen zu verringern sowie ihre Gesundheit und ihre soziale Lage zu verbessern. Diese Versuche werden ungefähr fünf Projekte umfassen kön- nen, welche die kontrollierte Abgabe von Heroin beinhalten. Die Zahl der Versuchsteilnehmer ist auf 50 Personen pro Ver- such begrenzt Die Durchführung dieser Projekte unterliegen sehr strengen wissenschaftlichen und ethischen Kriterien. Die Projekte bedürfen der Bewilligung der kantonalen Behörden und des Bundesamtes für Gesundheitswesen. Die schweizerische Gesetzgebung wie auch die Uno-Be- täubungsmittel-Uebereinkommen (Einheitsabkommen von 1961, das Ergänzungsprotokoll von 1972 und das Ueberein- kommen von 1988) lassen solche in begrenztem Rahmen durchgeführte wissenschaftliche Versuche zu. Die Versuche und ihre Auswertung werden in einer Verordnung geregelt werden, deren Gültigkeit auf Ende 1996 beschränkt sein wird. Das Betäubungsmittelgesetz erlaubt hingegen keine weiter- gehende Abgabe von Betäubungsmitteln mit sozial- und si- cherheitspolitischer Zielsetzung, auch wenn sie unter ärztli- cher Aufsicht erfolgte. Der Bundesrat hat sich ebenfalls für die Beibehaltung des Ver- botes und der Strafbarkeit des Konsums von Drogen ausge- sprochen. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes teilweise befriedigt #ST# 92.3247 Interpellation Mühlemann Kormoran befall in schweizerischen Gewässern Dégâts dus aux cormorans Wortlaut der Interpellation vom 17. Juni 1992 Seit 1980 treten in den schweizerischen Gewässern schwere Schäden an den Fischbeständen auf, die vor allem durch ei- nen starken Kormoranbefall verursacht wurden. Haben sich die Aktivitäten der Kormorane vorerst auf stehende Gewässer konzentriert, ist neuerdings auch eine starke Zunahme der Einflüge in den Fliessgewässern festzustellen. Leider gelang es bis heute nicht, wirksame Massnahmen zu treffen, um das natürliche Gleichgewicht bei der Fauna von Seen und Flüssen wiederherzustellen. Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, folgende Fragen zu beantworten: 1. Welche Massnahmen wurden getroffen, um die Lage beim Kormoranproblem objektiv beurteilen zu können? 2. Welche Aktionen wurden erlaubt, um eine massvolle Beja- gung der fraglichen Schadengebiete zu ermöglichen? 3. Welche Initiativen wurden entwickelt, um in Zusammenar- beit mit ändern Staaten die Brutkolonien zu dezimieren? Texte de l'interpellation du 17 juin 1992 Depuis 1980, les peuplements piscicoles des eaux suisses ont été ravagés, notamment par la présence d'un grand nombre de cormorans. Si ces oiseaux ont commencé par sévir dans les eaux dormantes, ont les rencontre aussi de plus en plus fré- quemment dans les cours d'eau. Malheureusement, à ce jour, on n'a pas encore réussi à prendre des mesures efficaces pour rétablir l'équilibre naturel de la faune lacustre et fluviale. C'est pourquoi le Conseil fédéral est invité à répondre aux questions suivantes: 1. Quelles mesures ont été prises en vue de pouvoir juger ob- jectivement le problème posé par les cormorans? 2. Quelles opérations ont été autorisées dans le but de per- mettre une chasse raisonnable dans les régions touchées? 3. Quelles initiatives ont été prises pour décimer, en collabora- tion avec d'autres Etats, les colonies de cormorans pendant la période de couvaison? Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Bonny, Cin- cera, Fischer-Seengen, Giger, Hess Otto, Rutishauser, Tschuppert Karl, Wittenwiler (9) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 19. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 19 août 1992 1. Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) hat Ende 1991 im Rahmen seiner Arbeitsgruppe «Kormoran und Fischerei», welcher Vertreter des Vogelschutzes, der Fi- scherei, der Forschung und der Verwaltung angehören, zu dieser Problematik zwei Besprechungen durchgeführt. Auf- grund von Meinungsverschiedenheiten bezüglich der mögli- chen Lösungsansätze wurde beschlossen, vorerst die Ergeb- nisse verschiedener Teilberichte abzuwarten, welche unter den Gesichtspunkten der Ornithologie und der Fischerei die Grundlagen für eine objektive Beurteilung liefern sollen. Das Buwal hat einen Auftrag erteilt, damit in enger Zusammenar- beit mit der Arbeitsgruppe «Kormoran und Fischerei» ein Syn- thesebericht erstellt wird, der sich auch zu Lösungsansätzen äussern soll. 2. Gemäss Bundesgesetz vom 20. Juni 1986 über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel handelt es sich beim Kormoran um eine vom 1. September bis zum 31. Januar jagdbare Vogelart Diese Regelung steht im Ein- klang mit der Beurteilung der Arbeitsgruppe «Kormoran und Fischerei» von 1987, wonach «der Kormoran gegenwärtig nicht mehr als bedroht einzustufen» sei, sowie mit der Feststel- lung, dass sich der nordmitteleuropäische Kormoranbestand seit 1987 nochmals verdoppelt hat Die Kantone Zürich, St Gallen und Aargau haben den Kormo- ran als ganzjährig geschützt bezeichnet, obwohl dieser Vogel dort in grosser Anzahl auftritt. Das Recht auf eine individuelle Beurteilung und eine Verschärfung der Schutzbestimmungen des Bundes steht den Kantonen gemäss Jagdgesetzgebung zu. 3. Die Arbeitsgruppe «Kormoran und Fischerei» stellte 1987 fest: «Massnahmen zur Bestandesstabilisierung in den Brut- gebieten sollen in Anbetracht der sich abzeichnenden und bei weiterem Populationsanstieg zu erwartenden fischereilichen Artenschutzprobleme diskutiert werden. Dazu sind verstärkte internationale Kontakte.... notwendig.» Das Buwal betrach- tete aber ein internationales Engagement in dieser Richtung als nicht opportun, solange die fischereilichen Artenschutz- probleme im Zusammenhang mit dem Kormoran nur vage do- kumentiert sind und die Kantone für die betroffenen Arten keine fischereilichen Nutzungseinschränkungen ergreifen. Ueberdies hatte das Buwal zu berücksichtigen, dass der Kor- moran im EG-Raum als geschützte Vogelart giltSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation (Fierz-)Thür Versuche mit kontrollierter Heroinabgabe Interpellation (Fierz-)Thür Distribution contrôlée d'héroïne. Essais In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band V Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 91.3350 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.10.1992 - 08:00 Date Data Seite 2179-2180 Page Pagina Ref. No 20 021 700 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.