<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00217</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107151&amp;W10_KEY=13013573&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00217</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.03.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 24.11.2003 formell erledigt.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nutzungsplanung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nutzungsplanung: Nichtgenehmigung einer Umzonung in Wohnzone, Bonstetten Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1a), Beschwerdeberechtigung der Gemeinde (E. 1b) und Kognition (E. 2b). Abstimmung der Pläne aufeinander und Begriff des Anordnungsspielraums (E. 3b). Die fragliche Fläche liegt im Anordnungsspielraum. Unter Zugrundelegung der Trendmethode, die auch die jüngste Entwicklung des Baulandverbrauchs miteinzubeziehen hat, bestehen zurzeit noch Baulandreserven für (nur) 11 bis 12 Jahre (E. 3c). Hingegen spricht die Planbeständigkeit (Begriff: E. 4a) gegen die Zulässigkeit der Umzonung: Gegenüber der erst vor rund 7 Jahren erfolgten BZO-Revision haben sich die Verhältnisse nicht erheblich geändert. Der heute als unzweckmässig erscheinende Verlauf der Bauzonengrenze und die angebliche Absicht, auf der fraglichen Fläche den Bau eines privaten Altersheim zu ermöglichen, stellen keine erhebliche Veränderung der Verhältnisse dar. Ausserdem hat sich der Baulandverbrauch seit 1995 nicht in unvorhergesehener Weise entwickelt. Keine Rolle spielt der Umstand, dass es sich um eine geringfügige Erweiterung des Baugebiets handeln würde (E. 4b). Abweisung der Beschwerde der Gemeinde. - Minderheitsbgegründung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANORDNUNGSSPIELRAUM">ANORDNUNGSSPIELRAUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAULANDBEDARF">BAULANDBEDARF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION DER GEMEINDE">LEGITIMATION DER GEMEINDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NUTZUNGSPLANUNG">NUTZUNGSPLANUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLANABSTIMMUNG">PLANABSTIMMUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLANBESTÃNDIGKEIT">PLANBESTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: RAHMENNUTZUNGSPLÃNE">RAHMENNUTZUNGSPLÃNE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TRENDMETHODE">TRENDMETHODE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMZONUNG">UMZONUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 16 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 47 PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 15 lit. b RPG</span><br/><span class="ungerade">Art. 21 lit. II RPG</span><br/><span class="gerade">§ 21 lit. b VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><a id="GA_GESCH_NR"><span>I. Am 10. Mai 2001 beschloss die Gemeindeversammlung Bonstetten drei Ãnderun­gen des kommunalen Zonenplanes vom 10. Mai 1995, vom Regierungsrat genehmigt am 6. Dezember 1995. Der Regierungsrat genehmigte mit Beschluss vom 15. Mai 2002 zwei dieser Ãnderungen, verweigerte indessen der Einzonung einer bisher in der Landwirtschaftszone gelegenen FlÃ¤che von knapp 5'000 m2 die Genehmigung. Das fragliche Gebiet ist Teil der im Gebiet Strassacher/Ober­dorf am SÃ¼drand der Gemeinde gelegenen Parzelle Kat.-Nr. 01 und sollte nach den Absichten der Gemeinde der zweigeschossigen Wohnzone mit einer AusnÃ¼tzungsziffer von 30 % (W2/30) zugewiesen werden.</span></a></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Der Gemeinderat Bonstetten liess am 21. Juni 2002 vorsorglich Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragte, der Beschluss des Regierungsrates vom 15. Mai 2002 sei insofern aufzuheben, als die erwÃ¤hnte Neueinzonung nicht genehmigt wor­den sei, und es sei dieser Einzonung die Genehmigung zu erteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge. Am 17. September 2002 stimmte die Gemeindeversammlung der Be­s­chwerdefÃ¼hrung zu. Die Baudirektion beantragte fÃ¼r den Regierungsrat am 2. Dezember 2002 die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Das Gericht rÃ¤umte den Parteien am 23. Januar 2003 Gelegenheit ein, um zur Frage Stellung zu nehmen, ob die streitbetroffene Einzonung aus GrÃ¼nden der PlanbestÃ¤ndig­keit zu verweigern sei. Die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¤usserte sich hierzu am 14. Februar 2003. Der Beschwerdegegner liess sich nicht vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) in Verbindung mit § 329 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975/8. Juni 1997 (PBG) zur Behandlung der vorliegenden, einen kommu­nalen Nutzungsplan betreffenden Beschwerde zustÃ¤ndig (RB 1998 Nr. 26). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nachdem § 43 Abs. 1 lit. d VRG Nichtgenehmigungen und nicht vorbehaltlose Ge­­nehmigungen auf dem Gebiet des Raumplanungs-, Bau- und Strassenrechts ausdrÃ¼cklich zum Anfechtungsobjekt erhoben hat, ist die Beschwerdeberechtigung der in ihrer Planungsautonomie betroffenen Gemeinde zu bejahen (§ 21 lit. b VRG; anders noch unter der Herrschaft des alten VRG, als die Anfechtbarkeit der Nichtgenehmigung nur aus Art. 33 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Raumplanung vom 22. Juni 1979 [RPG] abgeleitet wurde, der nicht dem Schutz der Gemeindeautonomie dient, vgl. VGr, 2. April 1996, VB.1996.00006, mit Hinweis auf BGr, 7. Dezember 1993, ZBl 95/1994, S. 275 E. 2c). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Weil auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwer­­­de einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Die BeschwerdefÃ¼hrerin bringt teilweise neue Tatsachenbehauptungen vor. Das ist zulÃ¤ssig, weil das Verwaltungsgericht die Angelegenheit als erste gerichtliche Instanz beurteilt (§ 52 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das Verwaltungsgericht Ã¼berprÃ¼ft den angefochtenen Entscheid im Beschwerdeverfahren grundsÃ¤tzlich nur auf Rechtsverletzungen hin, einschliesslich Ermessensmissbrauch und ErmessensÃ¼berschreitung (§ 50 Abs. 1 und 2 VRG). Es hat jedoch gestÃ¼tzt auf § 50 Abs. 3 VRG und Art. 33 Abs. 2 und 3 RPG unter UmstÃ¤nden auch eine ErmessensÃ¼ber­prÃ¼fung vorzunehmen, wenn nÃ¤mlich anders die volle ÃberprÃ¼fung der NutzungsplÃ¤ne durch wenigstens eine BeschwerdebehÃ¶rde nicht gewÃ¤hrleistet wÃ¤re (vgl. RB 1994 Nr. 17 = BEZ 1994 Nr. 22). Dies ist an sich regelmÃ¤ssig dann der Fall, wenn eine grundeigentÃ¼­mer­freundliche Planung von dritter Seite nicht angefochten wurde und demgemÃ¤ss eine erstmali­ge ÃberprÃ¼fung des Nutzungsplanes erst im Rahmen einer Beschwerde gegen eine all­fÃ¤l­lige Nichtgenehmigung erfolgt. Indessen kann sich die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde wie erwÃ¤hnt nicht auf Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG berufen (BGr, 7. Dezember 1993, ZBl 95/1994, S. 275 E. 2c), weshalb es bei der Normalregel bleibt, gemÃ¤ss welcher das Verwaltungsgericht lediglich eine Rechtskontrolle vorzunehmen hat. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der Regierungsrat hat die fragliche Einzonung nicht genehmigt, weil sie gegen § 47 PBG verstosse, wonach die Bauzonen innerhalb des Siedlungsgebietes auszuscheiden sind. Bonstetten verfÃ¼ge Ã¼ber eine ausreichende Baulandreserve, wie sich bei Anwendung der Trendmethode zeige: Der jÃ¤hrliche Durchschnittsverbrauch habe in den Jahren 1986â2000 bei rund 1,0 ha gelegen, und die unÃ¼berbaute FlÃ¤che in den rechtskrÃ¤ftig festgesetzten Bau- und Reservezonen betrage 17,2 ha. Damit bestehe eine theoretische Baulandreserve von Ã¼ber 17 Jahren und sei ein kurzzeitiger Bedarf fÃ¼r eine Neueinzonung nicht nachgewiesen. Vielmehr wÃ¤ren zunÃ¤chst die Reservezonen innerhalb des Siedlungsgebietes im Umfang von 3,4 ha zu aktivieren, bevor Neueinzonungen vorgenommen wÃ¼rden. Vom Anordnungsspielraum kÃ¶nne somit nicht Gebrauch gemacht werden. Aus den von der Gemeinde im VorprÃ¼fungsverfahren geltend gemachten Argumenten ergebe sich nichts anderes. Der als Grundlage fÃ¼r den Bauzonenbedarf ermittelte Verbrauch im Jahre 2001 und der fÃ¼r 2002 zu erwartende Verbrauch von Bauland kÃ¶nne fÃ¼r eine lÃ¤ngerfristige BedarfsabschÃ¤tzung nicht ausschlaggebend sein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤lt dem entgegen, das fragliche Gebiet liege zwar nicht im Siedlungsgebiet gemÃ¤ss dem kantonalen Richtplan, wohl aber im Anordnungsspielraum, un­mittelbar im Grenzbereich zwischen Siedlungs- und Landwirtschaftsgebiet, wo es den Gemeinden gestattet sei, bei einer Einzonung auf die Ã¶rtlichen Besonderheiten und UmstÃ¤nde RÃ¼cksicht zu nehmen. FrÃ¼her sei das Gebiet westlich der Birchstrasse ebenfalls nicht eingezont gewesen, so dass der Verlauf der Zonengrenze quer durch Kat.-Nr. 01 noch Sinn ge­macht habe. Mit der Einzonung des Gebiets westlich der Birchstrasse sei aber eine unverstÃ¤nd­liche Einbuchtung in der Bauzone entstanden, welche auch nicht durch die Parzellar­an­ordnung nachvollziehbar sei. Es lÃ¤gen Ã¶rtliche Besonderheiten und UmstÃ¤nde fÃ¼r eine Korrektur im Sinn von Ziff. 2.2.2. Abs. 2 des Richtplantextes (Richtplan 1995) vor. Unzutreffend sei die Behauptung, die Gemeinde verfÃ¼ge Ã¼ber Baulandreserven fÃ¼r 17 Jahre. Stelle man auf die Periode 1988â2002 statt wie der Beschwerdegegner auf die Periode 1986â2000 ab, so ergebe sich ein durchschnittlicher FlÃ¤chenverbrauch von 1,2 ha pro Jahr (statt 1 ha). Dies hÃ¤nge damit zusammen, dass die BautÃ¤tigkeit aufgrund der vorhersehbaren Fertigstellung der Autobahnen N4 und N20 und der damit verbundenen attraktiveren Erschliessung von Bonstetten zugenommen habe. Es sei anzunehmen, dass sich dieser Trend in den nÃ¤chs­ten Jahren fortsetzen, ja sogar verstÃ¤rken werde. Ausgehend vom Stand 2002, betrage die ver­­fÃ¼gbare Baulandreserve der Gemeinde â einschliesslich der umstrittenen Bauzone â nur noch 14,7 ha, was noch fÃ¼r knapp 12 Jahre reiche. Die Aussagen im angefochtenen Beschluss bezÃ¼glich der Baulandreserve seien daher offensichtlich falsch. Ein Verstoss gegen Art. 15 RPG liege nicht vor. Was die Reservezonen angehe, so lÃ¤gen auch diese am Rande des Siedlungsgebietes im Anordnungsspielraum. Ihre Einzonung dÃ¼rfe nur nach einer umfassenden PrÃ¼fung vorgenommen werden. Vorliegend sei auf eine Einzonung verzichtet wor­­den, weil in WÃ¼rdigung der konkreten UmstÃ¤nde (Ã¶rtliche TerrainverhÃ¤ltnisse, GrundstÃ¼cksgrenzen, Einordnung in die Umgebung der kÃ¼nftigen Ãberbauung) die Einzonung der umstrittenen FlÃ¤che sinnvoller sei als jene von Reservezonenland.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Planungen unterer Stufen haben derjenigen der oberen Stufe, die Nutzungs­pla­nungen jeder Art und Stufe der Richtplanung zu entsprechen (§ 16 Abs. 1 PBG). Ab­wei­­chun­­gen sind nur zulÃ¤ssig, wenn sie sachlich gerechtfertigt und untergeordneter Natur sind (§ 16 Abs. 2 PBG). Ob und inwieweit die Richtplanung der Nutzungsplanung fÃ¼r die parzel­lenscharfe Zonenabgrenzung einen Anordnungsspielraum belÃ¤sst oder nicht, ist eine Frage der RichtplankonformitÃ¤t des Nutzungsplanes und damit eine Rechtsfrage. Wird ein Anordnungsspielraum verneint, so stellt sich die weitere Rechtsfrage, ob allenfalls eine zu­lÃ¤ssige Durchstossung der Richtplanung im Sinne von § 16 Abs. 2 PBG vorliegt. Wird je­doch ein Anordnungsspielraum bejaht, so liegt es grundsÃ¤tzlich an der nachfolgenden Nutzungsplanung, diesen Spielraum unter AbwÃ¤gung aller raumrelevanten Interessen zu nutzen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der sich aus dem kantonalen Richtplan ergebende Anordnungsspielraum zwischen verschiedenartigen Festlegungen entspricht dessen generalisierter, nicht parzellenschar­fer Darstellungsweise. Er soll unter anderem den Gemeinden als TrÃ¤ger der Nutzungs­planung denjenigen Ermessensspielraum gewÃ¤hren, den es fÃ¼r eine parzellenscharfe, die Ã¶rt­lichen Besonderheiten und Interessen berÃ¼cksichtigende Zonenplanung braucht. Das Verwaltungs­gericht hat bereits verschiedentlich unter Hinweis auf den Bericht des Kantonsrats zum kantonalen Richtplan 1995 festgehalten, dass trotz der mit der Richtplanrevision aufgegebenen kartografischen Darstellung des Anordnungsspielraumes ein solcher nach wie vor bestehe und sich aus den KarteneintrÃ¤gen sowie den im Text beschriebenen Zielsetzungen und kon­kret formulierten AuftrÃ¤gen an die einzelnen PlanungstrÃ¤ger er­gebe. Dabei wurde jedoch ausdrÃ¼cklich abgelehnt, den Anordnungsspielraum erst aufgrund einer WÃ¼rdigung aller fÃ¼r die Nut­zungs­planung massgebenden Gesichtspunkte zu definieren, da damit das Resultat der fÃ¼r die Nutzungsplanung massgeben­den InteressenabwÃ¤gung bereits vorweggenommen wÃ¼r­de (BEZ 1998 Nr. 1 = RB 1997 Nr. 67; VGr, 3. MÃ¤rz 1997, ZBl 98/1997, S. 473 E. 3a). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss wohnt dem Anordnungsspielraum sowohl eine quantitativ-rÃ¤umliche als auch eine qualitativ-raumplanerische Komponente inne. Da nur die erstere einer kartogra­­fischen Darstellung Ã¼berhaupt zugÃ¤nglich ist, hat der Kantonsrat folgerichtig bei der Re­vi­sion der Richtplanung im Jahr 1995 auf diese Darstellungsweise ganz verzichtet. FÃ¼r die Ermittlung des Umfangs des Anordnungsspielraums sind jedoch beide Komponenten in einem sinnvollen Zusammenspiel zu berÃ¼cksichtigen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die umstrittene FlÃ¤che liegt knapp ausserhalb des Siedlungsgebietes gemÃ¤ss der Richtplankarte 1995. GemÃ¤ss dem Richtplan (Gesamtplan) von 1978 befand sie sich im da­mals ausdrÃ¼cklich gekennzeichneten Anordnungsspielraum. Der Richtplan 1995 enthÃ¤lt kei­­ne Hinweise darauf, dass im fraglichen Bereich der Anordnungsspielraum eingeschrÃ¤nkt oder aufgehoben werden sollte. Im Gegenteil fÃ¤llt auf, dass der Regierungsrat in seinem Ge­­nehmigungsbeschluss vom Dezember 1995 zur vollstÃ¤ndig Ã¼berarbeiteten Bau- und Zo­nenordnung der BeschwerdefÃ¼hrerin vom Mai 1995 die Einzonung des Gebietes westlich der Birchstrasse (Strumberg) kommentarlos genehmigte, obwohl auch dieses Gebiet zu einem guten Teil ausserhalb des Siedlungsgebietes gemÃ¤ss dem damals neu festgesetzten Richtplan lag. Diese Genehmigung lÃ¤sst sich kaum anders verstehen, als dass der Regierungsrat damals annahm, die eingezonte FlÃ¤che liege im Anordnungsspielraum und es lÃ¤gen keine GrÃ¼nde gegen eine Einzonung vor.</span></p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1"><span>Sodann macht die BeschwerdefÃ¼hrerin mit Recht geltend, dass es nicht angeht, bei der Ermittlung des Baulandverbrauches die Jahre 2001 und 2002 ganz ausser Acht zu lassen, nachdem der Genehmigungsentscheid erst Mitte Mai 2002 getroffen wurde. GrundsÃ¤tz­lich ist bei Anwendung der Trendmethode der Baulandverbrauch aufgrund einer mÃ¶glichst langen (d.h. wenn mÃ¶glich 15 Jahre umfassenden) Beobachtungsperiode zu ermitteln. Im Genehmigungszeitpunkt lagen gesicherte Daten bis 2001 vor. FÃ¼r 2002 konnte der Baulandverbrauch aufgrund begonnener Bauvorhaben und erteilter Bewilligungen recht zu­­verlÃ¤ssig abgeschÃ¤tzt werden. GemÃ¤ss den Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin, denen der Be­schwerdegegner nicht widerspricht, ergibt sich fÃ¼r 2001 ein Verbrauch von 0,7 und fÃ¼r 2002 ein solcher von 2,4 ha. Der bisherige Verbrauch begrÃ¼ndet indessen lediglich eine ge­wisse Vermutung dafÃ¼r, dass die Entwicklung in den nÃ¤chsten Jahren Ã¤hnlich verlaufen wird. Bestehen Anhaltspunkte fÃ¼r eine Trendkorrektur, so sind diese einzubeziehen (RB 1999 Nr. 97). Die statistischen Unterlagen weisen darauf hin, dass die BautÃ¤tigkeit in Bonstetten im Verlauf der Neunzigerjahre gegenÃ¼ber den Achtzigerjahren angezogen hat. Wenn die Gemeinde sodann darauf hinweist, dass der gelegentlich zu erwartende verbesser­te Autobahnanschluss Richtung ZÃ¼rich auch eine intensivere Nachfrage nach Wohnraum erwarten lÃ¤sst, so bringt sie damit ein Argument vor, das durchaus dafÃ¼r spricht, den jÃ¤hrlichen Baulandverbrauch fÃ¼r die nÃ¤chste Zeit entsprechend dem Durchschnitt der Jahre 1988â2002 mit 1,2 statt mit 1,0 ha anzunehmen. Ausgehend von diesem Verbrauch und unter BerÃ¼cksichtigung der 2002 noch vorhandenen Baulandreserven von gut 14 ha ergibt sich, dass die Baulandreserven noch fÃ¼r 11 bis 12 Jahre reichen. Daran wÃ¼rde sich durch die Einzonung der streitbetroffenen knapp 5'000 m2 nichts Wesentliches Ã¤ndern. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ãberzeugend erscheint schliesslich das Argument der BeschwerdefÃ¼hrerin, dass auch die als solche festgelegten Reservezonen wenigstens teilweise ausserhalb des Siedlungsgebietes gemÃ¤ss kantonalem Richtplan, mithin im Anordnungsspielraum liegen und dass unter den gegebenen UmstÃ¤nden die Einzonung der fraglichen 5'000 m2 unter raumpla­nerischen Gesichtspunkten sinnvoller erscheint als jene eines Teil der Reservezone. Von Gewicht erscheint vor allem, dass das 1995 eingezonte Gebiet westlich der Birchstrasse in der Zwischenzeit weitgehend Ã¼berbaut worden ist, weshalb das Ã¶stlich dieser Strasse liegen­­de Gebiet als schwer motivierbare Einbuchtung im Baugebiet erscheint, deren AusfÃ¼llung mit Wohnbauten einer Arrondierung des Siedlungsgebietes gleichkÃ¤me, die sich gut in die Landschaft eingliedern liesse.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Wenngleich die bisherigen ErwÃ¤gungen fÃ¼r eine Gutheissung der Beschwerde sprechen, erweist sich der angefochtene Beschluss aus einem anderen Grund im Ergebnis dennoch als rechtmÃ¤ssig. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Nutzungsplanungen weisen regelmÃ¤ssig einen Planungshorizont von rund 15 Jah­­ren auf, entsprechend dem Kriterium von Art. 15 lit. b RPG, wonach Bauzonen Land umfassen, welches voraussichtlich innert 15 Jahren benÃ¶tigt und erschlossen wird. GemÃ¤ss Art. 21 Abs. 2 RPG werden NutzungsplÃ¤ne Ã¼berprÃ¼ft und nÃ¶tigenfalls angepasst, wenn sich die VerhÃ¤ltnisse erheblich geÃ¤ndert haben. Die vorliegend revidierte Planung stammt von 1995 und ist sowohl RPG-konform als auch auf den derzeit massgeblichen kantonalen Richtplan abgestimmt. Eine Revision wegen Ablaufs des damals massgeblichen Planungshorizontes steht klarerweise nicht zur Diskussion. Damit stellt sich die Frage, ob eine erheb­liche VerÃ¤nderung der VerhÃ¤ltnisse vorliegt, welche eine Anpassung des Nutzungsplans rechtfertigt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Art. 21 Abs. 2 RPG garantiert der Nutzungsplanung eine gewisse BestÃ¤ndigkeit und sichert ihr die vom Gesetzgeber zugedachte Funktion (BGE 123 I 175 E. 3a, 120 Ia 227 E. 2b = Pra 85/1996 Nr. 7). In den meisten gerichtlich zu beurteilenden FÃ¤llen steht die Plan­­bestÃ¤ndigkeit insofern zur Debatte, als zu prÃ¼fen ist, ob der Vertrauensschutz der Grund­eigentÃ¼mer eine (vorzeitige) PlanÃ¤nderung rechtfertigt. Der Schutz der GrundeigentÃ¼mer ist aber nicht der einzige Zweck von Art. 21 Abs. 2 RPG. Es darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass die PlanbestÃ¤ndigkeit auch von einem generellen Ã¶ffentlichen Inte­res­­se ist, weil sie gewÃ¤hrleistet, dass NutzungsplÃ¤ne nicht â zur Befriedigung von wie auch immer gearteten Einzelanliegen â punktuell und ohne Beachtung aller massgeblichen Aspek­te geÃ¤ndert werden, sondern dass Revisionen nur als Ergebnis einer umfassenden und sorgfÃ¤ltigen, die Ziele und GrundsÃ¤tze des RPG wahrenden InteressenabwÃ¤gung vorge­nom­men werden. "Aufsplitterungen von Zonenanpassungen in mehrere kleine Teilrevisionen beeintrÃ¤chtigen die erforderliche planerische KohÃ¤renz und sind daher mÃ¶glichst zu vermeiden" (Peter Karlen, StabilitÃ¤t und Wandel in der Zonenplanung, PBG-aktuell 4/94, S. 5 ff., 12). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Eine (vorzeitige) PlanÃ¤nderung ist daher nur zulÃ¤ssig, wenn sich Planung und Wirk­lichkeit in unvorhergesehener Weise auseinander entwickelt haben, d.h. wenn sich die Ver­hÃ¤ltnisse seit der Planfestsetzung geÃ¤ndert haben, diese VerÃ¤nderung die fÃ¼r die Planung mass­gebenden VerhÃ¤ltnisse betrifft und erheblich ist und damit eine Plananpassung nÃ¶tig er­scheint (BGE 123 I 175 E. 3a mit Hinweisen). Je neuer ein Nutzungsplan ist, um so eher ist seine BestÃ¤ndigkeit zu vermuten und um so hÃ¶here Anforderungen sind an die Revisions­voraussetzungen zu stellen. Belange bzw. Entwicklungen, die beim Erlass der Nutzungs­planung erkennbar und abschÃ¤tzbar waren und die auch einigermassen richtig eingeschÃ¤tzt wurden, so namentlich der Baulandverbrauch, stellen keine wesentliche VerÃ¤nderung der VerhÃ¤ltnisse dar (BGE 123 I 175 E. 3g, 120 Ia 227 E. 2c = Pra 85/1996 Nr. 7). Eine solche setzt mit anderen Worten voraus, dass sich die der Ortsplanung zugrunde liegenden Annahmen in erheblicher Weise als unzutreffend herausstellen (vgl. auch BGr, 10. Oktober 1984, ZBl 86/1985, S. 530 E. 8). Allerdings lÃ¤sst die Rechtsprechung nachtrÃ¤g­liche geringfÃ¼gige Erweiterungen des Baugebiets zu, soweit dadurch die bestehende Zo­nenplanung lediglich in untergeordneten Punkten ergÃ¤nzt wird und eine gesamthafte Ãber­prÃ¼fung der Planung nicht erforderlich erscheint, jedenfalls dann, wenn die ErgÃ¤nzung der Ortsplanung fÃ¼r einen besonderen Zweck erfolgt und ein BedÃ¼rfnis abdeckt, das nicht ohne weiteres voraussehbar und somit nicht in jedem Falle bei der Nutzungsplanung zu be­rÃ¼cksichtigen war (BGE 124 II 391 E. 4b). GrundsÃ¤tzlich aber ist auch die Revision RPG-konformer Nutzungsplanungen so vorzunehmen, dass dem Prinzip einer gesamthaften Beurteilung der Ortsplanung Rechnung getragen wird, d.h. dass (wiederum) eine gesamthafte AbwÃ¤gung und Abstimmung aller rÃ¤umlich wesentlichen Gesichtspunkte und Interessen zu Stande kommt, die der zweckmÃ¤ssigen und haushÃ¤lterischen Nutzung des Bodens und der ge­ordneten Besiedlung des Landes dient (Art. 75 Abs. 1 BV; Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 RPG; BGE 118 Ia 151 E. 4; 116 Ia 221 E. 3b S. 232, 339 E. 3b/aa; 114 Ia 364 E. 4).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss dem vom Verwaltungsgericht nachtrÃ¤glich beigezogenen Bericht Ã¼ber die Teilrevision des Zonenplans (Bericht gemÃ¤ss Art. 47 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV] â bzw. Art. 26 aRPV vom 2. Oktober 1989 â und Bericht zu den Einwendungen, beide vom 14. MÃ¤rz 2001) war offenbar Hauptanlass der Zonenplanrevision vom 10. Mai 2001 die Absicht, eine Erholungszone Golf auszuscheiden (das Verfahren ist derzeit vor Verwaltungsgericht hÃ¤ngig, VB.2002.00249). Bei dieser Gelegenheit wurden auch zwei kleine Anpassungen der Kernzone Dorf sowie die hier umstrittene Einzonung Strass­acher beschlossen. Besondere GrÃ¼nde fÃ¼r diese Einzonung im Sinne verÃ¤nderter VerhÃ¤ltnisse werden weder im Bericht noch in der Beschwerde an das Verwaltungsgericht noch in der Stellungnahme vom 14. Februar 2003 geltend gemacht und sind denn auch nicht ersichtlich. Keine verÃ¤nderten VerhÃ¤ltnisse liegen darin, dass die heutige Zonen­grenze eine unverstÃ¤ndliche Einbuchtung bildet, denn diese Einbuchtung wurde bereits 1995 geschaffen und trat zumindest auf den PlÃ¤nen schon damals klar zu Tage. Ferner heisst es im Bericht zu den nicht berÃ¼cksichtigten Einwendungen vom MÃ¤rz 2001, die Einzonung Strass­acher solle den Bau eines privaten Altersheims ermÃ¶glichen, was der Regierungsrat als untaugliches Argument verwarf und wozu die BeschwerdefÃ¼hrerin vor Verwal­tungsgericht nichts mehr ausfÃ¼hrt. Das Verwaltungsgericht hat keinen Anlass, in dieser Bau­absicht verÃ¤nderte VerhÃ¤ltnisse im Sinne von Art. 21 Abs. 2 RPG zu erblicken.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zu unterstreichen ist, dass sich der Baulandverbrauch keineswegs in unvorhergesehener oder gar unvorhersehbarer Weise entwickelt hat. Dass der Bau der National­­stras­se im Knonaueramt bzw. die Direktverbindung mit dem Ãetlibergtunnel das Gebiet fÃ¼r den moto­risierten Verkehr attraktiver machen wÃ¼rde und daher auch die Nachfrage nach Bauland in­tensivieren wÃ¼rde, war 1995 bekannt. Es lÃ¤sst sich mit Blick auf die Statistik im Ãbrigen keineswegs sagen, dass der Baulandverbrauch unerwartete SprÃ¼nge gemacht hÃ¤tte. Vielmehr ergibt sich, dass die Gemeinde offenbar 1995 Bauland fÃ¼r etwa 18 Jahre eingezont hat, wovon heute, rund sieben Jahre spÃ¤ter, noch eine Reserve fÃ¼r 11 bis 12 Jahre vorhanden ist. Das Verwaltungsgericht hat kÃ¼rzlich darauf hingewiesen, dass naturgemÃ¤ss in den Jahren nach einer Zonenplanrevision die eingezonte Baulandreserve abnimmt und daher nicht mehr fÃ¼r 15 Jahre ausreicht (BEZ 2001 Nr. 1 E. 4b). Dieser Zustand ist hinzunehmen, bis verÃ¤nderte VerhÃ¤ltnisse bzw. der Ablauf des Planungshorizontes eine Revision des Zonenplans verlangen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ein anderer Anlass fÃ¼r eine punktuelle Revision ist nicht ersichtlich. Das Ã¼berbaute </span></p> <p class="Einzug1"><span>Baugebiet der BeschwerdefÃ¼hrerin (Wohn- und Mischzonen) umfasste im Jahr 2000 66,1 ha; durch die umstrittene Einzonung wÃ¤re es um ca. 0,75 % erweitert worden. Das kann zwar, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin besonders hervorhebt, als geringfÃ¼gige Erweiterung des Baugebiets im Sinne von BGE 124 II 391 E. 4b gewÃ¼rdigt werden. Indessen ist nicht aus­gewiesen, dass die ErgÃ¤nzung der Ortsplanung fÃ¼r einen besonderen Zweck erfolgt und ein BedÃ¼rfnis abdeckt, das nicht ohne weiteres voraussehbar und somit nicht in jedem Falle bei der Nutzungsplanung zu berÃ¼cksichtigen war. Eine Einzonung wÃ¤re 1995 unter UmstÃ¤nden sinnvoll gewesen, hÃ¤tte sie doch die heute stÃ¶rende Einbuchtung vermieden; sie wÃ¤re aber wohl nur zulÃ¤ssig gewesen, wenn andern­orts auf eine ungefÃ¤hr flÃ¤chengleiche Einzonung verzichtet worden wÃ¤re.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die angefochtene Genehmigungsverweigerung erweist sich daher als rechtmÃ¤ssig. Sie stellt keinen Eingriff in die Planungsautonomie der BeschwerdefÃ¼hrerin dar, sondern verhindert im Einklang mit Art. 21 Abs. 2 RPG, dass ohne Vorliegen verÃ¤nderter VerhÃ¤ltnisse eine punktuelle, den Sachzusammenhang nicht weiter berÃ¼cksichtigende Revision vor­genommen wird. Denn die einzelfallweise Einzonung widerspricht dem Prinzip der ge­samthaften Beurteilung der Ortsplanung (BGE 116 Ia 339 E. 3 b/bb). Die Nichtgenehmigung lÃ¤sst fÃ¼r die nÃ¤chste ordentliche Zonenplanrevision alle Optionen offen. Im Interesse der haushÃ¤lterischen Nutzung des Bodens wird dannzumal insbesondere auch zu prÃ¼fen sein, ob Alternativen zur rein nachfrageorientierten Erweiterung des Baugebietes bestehen, so etwa eine gewisse Verdichtung der Nutzung (vgl. z.B. BGE 113 Ia 266 = Pra 77/1988 Nr. 75).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Die Beschwerde erweist sich als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span><br/> <br/> </span></p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><i><span> </span></i></p> <p class="Einzug1"><i><span>MinderheitsbegrÃ¼ndung:</span></i></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Eine Minderheit des Gerichts beantragt Gutheissung der Beschwerde aus folgenden ErwÃ¤gungen: </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorab sprechen dafÃ¼r die auch von der Mehrheit angebrachten Ãberlegungen in Er­wÃ¤gung 3, wonach der fragliche Bereich im richtplanerischen Anordnungsspielraum liegt, entsprechend der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin bei der Ermittlung des Baulandverbrauchs die Entwicklung in den Jahren 2001 und 2002 zu berÃ¼cksichtigen ist und wonach es angesichts der Lage der bestehenden Reservezonen sinnvoller erscheint, zur zulÃ¤ssigen Erweiterung der KapazitÃ¤t das streitbetroffenen Areal statt einen Teil der Reservezonen ein­zuzonen. GegenÃ¼ber diesen gewichtigen GrÃ¼nden vermag der Grundsatz der PlanbestÃ¤ndigkeit nach Auffassung der Gerichtsminderheit aus folgenden Ãberlegungen nicht auf­zukommen: </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zum einen kommt dem Grundsatz der PlanbestÃ¤ndigkeit nach Art. 21 Abs. 2 RPG keine absolute Bedeutung zu. Die Rechtsprechung lÃ¤sst auch ohne erhebliche VerÃ¤nderung der VerhÃ¤ltnisse geringfÃ¼gige Erweiterungen des Baugebiets zu, soweit dadurch die bestehende Zonenplanung lediglich in untergeordneten Punkten ergÃ¤nzt wird und eine gesamthaf­te ÃberprÃ¼fung der Planung nicht erforderlich erscheint (BGE 124 II 391 E. 4b). Diese Voraussetzungen sind hier erfÃ¼llt, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrer Stellungnahme vom 14. Februar 2003 zutreffend dargelegt hat. Davon ging offenkundig auch der Regierungsrat im angefochtenen Beschluss vom 15. Mai 2002 aus, hat er doch die Nichtgenehmigung nicht mit dem Grundsatz der PlanbestÃ¤ndigkeit begrÃ¼ndet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Sodann ist zu beachten, dass dieser Grundsatz in der Rechtsprechung in enge Bezie­hung zur Eigentumsfreiheit und zum Vertrauensschutz gebracht wird; durch das Erfordernis einer erheblichen VerÃ¤nderung der VerhÃ¤ltnisse (Art. 21 Abs. 2 RPG) berÃ¼cksichtigte der Bundesgesetzgeber insbesondere das Interesse des GrundeigentÃ¼mers an der BestÃ¤ndig­keit der Ordnung, die aufgrund des Zonenplans fÃ¼r sein GrundstÃ¼ck gilt (vgl. BGE 120 Ia 227 E. 2b = Pra 85/1996 Nr. 7). Seinem Zweck nach erfordert Art. 21 Abs. 2 RPG vorab eine PrÃ¼fung geplanter Ãnderungen unter dem Gesichtswinkel des Vertrauensschutzes, der im vorliegenden Fall nicht relevant ist. Wohl trifft es zu, dass die PlanbestÃ¤ndigkeit auch von einem generellen Ã¶ffentlichen Interesse ist. PrimÃ¤r jedoch nicht wegen des von der Ge­richtsmehrheit in diesem Zusammenhang hervorgehobenen Gebots der gesamthaften und ko­ordinierten Beurteilung, sondern konkreter deswegen, weil sich die verschiedenen BehÃ¶r­den, welche die Raumplanung umzusetzen haben, ebenfalls auf eine gewisse Rechtssicherheit verlassen kÃ¶nnen mÃ¼ssen. Im vorliegenden Fall sind derartige, gegen die ZonenplanÃ¤nderung und deren Genehmigung sprechende Gesichtspunkte der Rechtssicherheit nicht auszumachen, vom Standpunkt der kantonalen BehÃ¶rden aus zumal deswegen nicht, weil das streitbetroffene Areal im Anordnungsspielraum liegt. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> FÃ¼r richtiges Protokoll,<br/> Der GerichtssekretÃ¤r:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>