Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 20. November 2013 (810 12 351) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Kanto nsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Regina Schaub , Ge- richtsschreiberin Julia Kempfert Parteien A.____ , Beschwerdeführer , ve rtreten durch Stepha n Müller , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung (RRB Nr. 0202 vom 07. Februar 2012) A. Am 2. November 2009 verfügte das Amt für Migratio n Basel-Landschaft (AfM) die Nicht- verlängerung der Aufenthaltsbewilligungen von B.____ und A.____. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) stützte diese Ve rfügung mit Beschluss vom 8. Juni 2010. Die gegen diesen Beschluss erhobene Beschwerde von B.____ und A.____ wurde mit Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht) vom 23. März 2011 gutgeheissen und die Sache zur Neubeurteilung an das AfM zurückgewiesen. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Nach erneuter Beurteilung der Angelegenheit verfüg te das AfM am 20. September 2011 die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligungen von B.____ und A.____ und deren Ausreise aus der Schweiz bis spätestens am 31. Dezember 2011. Begrü ndet wurde dies im Wesentli- chen damit, dass den Beschwerdeführern weder ermessenswei se eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden könne, noch würden Härtefälle vorliege n. Seit dem Urteil des Kantonsgerichts vom 23. März 2011 habe sich an der finanziellen Situati on der Beschwerdeführer nichts geän- dert, beide seien nach wie vor vollumfänglich von der Sozialhilfe abhängig. Die beiden Be- schwerdeführer treffe ein erhebliches Verschulden an ih rer Sozialhilfeabhängigkeit, sie hätten beide das Engagement vermissen lassen, welches von sozialh ilfeabhängigen arbeitsfähigen Personen erwartet werden dürfe. C. Am 3. Oktober 2011 erhoben B.____ und A.____, ver treten durch Stephan Müller, Ad- vokat, beim Regierungsrat Beschwerde gegen die Verfügun g des AfM vom 20. September 2011. Sie beantragten, es seien ihnen in Aufhebung d er Verfügung die Aufenthaltsbewilligun- gen zu verlängern, eventualiter sei die Sache an die Vo rinstanz zurückzuweisen. Mit Beschluss vom 7. Februar 2012 wies der Regierungsrat die Beschwer de ab. Im Wesentlichen wurde fest- gehalten, dass sich der Sachverhalt seit dem Urteil des Ka ntonsgerichts insofern verändert ha- be, als dass der ältere Sohn von B.____, C.____, am 17. Juni 2011 eine Niederlassungsbewilli- gung in Basel erhalten habe. Daher stelle sich die Fra ge, ob der Schutzbereich von Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreih eiten (Europäische Menschen- rechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 tangiert s ei. Dies sei nicht der Fall, da kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Beschwerdef ührern und C.____ bestehe. Seit dem Urteil des Kantonsgerichts habe sich keiner de r Beschwerdeführer von der Sozialhilfe lösen können. Zudem sei die Wegweisung aus der Schweiz verh ältnismässig, da sich die Be- schwerdeführer trotz langer Anwesenheitsdauer in der S chweiz nicht genügend integriert hät- ten. Sie seien zudem nach wie vor von der Sozialhilfe abhängig und würden nicht mit der nöti- gen Ernsthaftigkeit nach wirtschaftlicher Selbständigkeit streben. Es sei auch nicht ersichtlich, dass eine soziale Wiedereingliederung der Beschwerdefü hrer in ihrem Heimatland stark ge- fährdet bzw. eine Rückkehr unzumutbar seien. D. Mit Schreiben vom 20. Februar 2012 erhoben B.____ und A.____, wiederum vertreten durch Stephan Müller, Beschwerde an das Kantonsgericht. S ie beantragten die Aufhebung des Regierungsratsbeschlusses vom 7. Februar 2012, die Verl ängerung der Aufenthaltsbewilligun- gen, eventualiter eine Rückweisung an die Vorinstanz; u nter o/e-Kostenfolge, wobei den Be- schwerdeführern die unentgeltliche Prozessführung und V erbeiständung zu bewilligen sei. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der Beschwerdeführer zwischenzeitlich ein Praktikum angetreten habe, was beim angefochtenen R egierungsratsbeschluss nicht be- rücksichtigt worden sei. Die Vorinstanz habe sich zu wenig mit der Situation im Heimatland auseinandergesetzt, so dass die Begründung, eine Rückkehr sei nicht unzumutbar, mangelhaft sei. Auch sei nicht belegt, ob der ältere Sohn bzw. Hal bbruder die Beschwerdeführer im Hei- matland unterstützen könne. Die Begründung, der Beschw erdeführer könne sich in Kamerun zurechtfinden, weil er die ersten zehn Lebensjahre dort verbracht habe, sei nicht haltbar. Mit ergänzender Beschwerdebegründung vom 23. März 2012 (Ei ngang Gericht: 24. April 2012) Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht wurde der Praktikumsvertrag des Beschwerdeführers eingerei cht und geltend gemacht, er wür- de sich nun von der Sozialhilfe lösen können. E. Mit Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 22. Juni 2012 wurde der Be- schwerdeführer wegen Schändung in gemeinsamer Begehung schuldig gesprochen und zu 2 3/4 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, wovon 2 Jahre bedingt ausgesprochen wurden. Der Be- schwerdeführer legte gegen dieses Urteil Berufung ein. F. Mit Urteil des Kantonsgerichts vom 12. September 2 012 wurde das Beschwerdeverfah- ren von A.____ aufgrund des laufenden Strafverfahrens bis zum Vorliegen des rechtskräftigen Strafurteils ausgestellt. Die Beschwerde von B.____ wurde abgewiesen. G. Das Appellationsgericht Basel-Stadt sprach den Beschwer deführer mit Urteil vom 5. Juni 2013 von der Anklage der Schändung in gemein samer Begehung frei. Mit Verfügung vom 30. Juli 2013 wurde daraufhin das kantonsgerichtliche Beschwerdeverfahren fortgesetzt. H. In seiner Stellungnahme vom 27. August 2013 führte der Beschwerdeführer, nach wie vor vertreten durch Stephan Müller, aus, es liege nun kei n Widerrufsgrund mehr vor. Es stehe einzig noch die Sozialhilfeabhängigkeit im Raum, jedoc h sei in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer erst seit Dezember 2009 volljährig sei und damit grundsätzlich für seinen eigenen Lebensunterhalt sorgen könne. Die in den Jahren zuvor von seiner Mutter angehäuften Schulden bei der Sozialhilf e könnten dem Beschwerdeführer nicht zur Last gelegt werden. Der Regierungsrat führte dageg en in seiner Stellungnahme vom 28. August 2013 aus, das Strafurteil vom 5. Juni 2013 ha be keinen Einfluss auf den Antrag auf Abweisung der Beschwerde. Wie bereits im Urteil des Ka ntonsgerichts vom 23. März 2011 festgehalten worden sei, habe der Beschwerdeführer sow ie seine Mutter den Widerrufsgrund von Art. 62 lit. e des Bundesgesetzes über die Ausländerin nen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 (Angewiesenheit auf Sozialhilfe) erfüllt. Zudem habe der Regierungsrat das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer nicht zur Be gründung seines angefochtenen Ent- scheids herangezogen. I. Mit Eingabe vom 17. September 2013 reichte der Be schwerdeführer seinen Arbeitsver- trag mit der Firma D.____ AG in E.____ ein. J. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 30. September 2013 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und der Entscheid über die Bewilligung des Gesuchs um unentgelt- liche Prozessführung und Verbeiständung der Kammer über lassen. Die Betreibungsämter F.____ und G.____ reichten mit Eingaben vom 1. Oktob er 2013 bzw. vom 9. Oktober 2013 je einen Betreibungsregisterauszug betreffend den Beschwerdeführer ein. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verf assungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Be schwerdeführer Adressat des ange- fochtenen Entscheids ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat, die übri- gen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl die ö rtliche wie auch die sachliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsg erichtlichen Beschwerde ist die Kog- nition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den ange- fochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehle rhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unri chtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Ka ntonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Nichtverlängerung der Aufenthalts- bewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolg- ten. 3.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 AuG; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zust ändige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der geset zlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Ertei lung einer Aufenthaltsbewilligung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 189 E. 2. 3; P ETER UEBERSAX in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg. ], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 3.2 Zunächst ist festzuhalten, dass zwischen der Schweiz und Kamerun keine staatsver- tragliche Vereinbarung besteht, welche dem Beschwerdef ührer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde. 4.1 In Bezug auf die Regelung des Aufenthalts bestimmt Art. 33 Abs. 1 AuG, dass die Aufenthaltsbewilligung für Aufenthalte mit einer Dau er von mehr als einem Jahr erteilt wird. Sie wird für einen bestimmten Aufenthaltszweck erteilt und kann mit weiteren Bedingungen verbun- den werden (Art. 33 Abs. 2 AuG). Nach Art. 33 Abs. 3 AuG ist die Aufenthaltsbewilligung zudem befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Nach Art. 62 lit. e AuG kann die zuständige Behörd e Bewilligungen, ausgenommen die Niederlassungsbewilligung, und andere Verfügungen na ch diesem Gesetz widerrufen – und a fortiori solche nicht verlängern –, wenn die Auslände rin oder der Ausländer oder eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe ang ewiesen ist. Gleichwohl ist der Widerrufs- grund der Sozialhilfeabhängigkeit nach Art. 62 lit. e AuG – entgegen dem scheinbar klaren Wortlaut dieser Bestimmung – nicht bereits bei jedem S ozialhilfebezug erfüllt. Vielmehr wird nach der Praxis des Kantonsgerichts unter Bezugnahme auf die Materialien zum AuG sowie auf entsprechende Stellungnahmen im Schrifttum auch mit B lick auf Art. 62 lit. e AuG – wie im Rahmen von Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG betreffend den Wi derruf der Niederlassungsbewilligung – ein erheblicher und dauerhafter Sozialhilfebezug vorau sgesetzt, wobei zwischen den Wider- rufsgründen der Art. 62 lit. e AuG bzw. Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG im Rahmen der Verhältnismäs- sigkeitsprüfung graduell zu differenzieren ist (vgl. im Einzelnen KGE VV i.S. M. I. vom 18. November 2009 [810 10 127/279] E. 6 ff.). 4.3 Mit Blick auf die Erheblichkeit der Fürsorgeabhängi gkeit ist zu bemerken, dass das Bundesgericht dieses Kriterium für ein Ehepaar bereits a b einer betragsmässigen Unterstüt- zung von Fr. 80'000.-- über einen Zeitraum von rund fünfeinhalb Jahren als erfüllt betrachtet hat (BGE 119 Ib 6 E. 3a). In einem weiteren Entscheid wur de zudem die öffentliche Unterstützung einer Frau sowie ihrer beiden Kinder im Umfang von Fr. 100'000.-- binnen weniger als fünf Jah- re als erheblich bezeichnet (Urteil des Bundesgerichts vom 12. April 2010, 2C_668/2009, E. 2.3). In Bezug auf das Kriterium der Dauerhaftigke it der Sozialhilfeabhängigkeit ist festzuhal- ten, dass nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht d ie gegenwärtige Unterstützung ent- scheidend ist, sondern vielmehr, ob die Abhängigkeit zurückblickend einige Zeit andauerte, und ob die Befürchtung berechtigt ist, dass auch für die wei tere Zukunft Unterstützung geleistet werden muss. Abzustellen ist diesbezüglich auf die wahrschei nliche finanzielle Entwicklung bei der betroffenen ausländischen Person, wobei von den aktue llen Verhältnissen im Zeitpunkt des zu fällenden Entscheids auszugehen ist (BGE 119 Ib 6 E. 3b mit Hinweisen; Urteil des Bundes- gerichts 2C_795/2008 vom 25. Februar 2009 E. 4.3). 5.1 Im Urteil vom 23. März 2011 hielt das Kantonsgerich t fest, dass angesichts der unun- terbrochenen – und damals noch andauernden – Unterstü tzung des Beschwerdeführers und dessen Mutter durch die Sozialhilfebehörde H.____ seit Anfang 2006 (mit monatlich rund Fr. 2'000.--) sowie eines Gesamtbetrags bezogener Lei stungen bis zum Erlass der Verfügung des AfM vom 2. November 2009 von Fr. 108'775.-- das Kri terium der erheblichen Sozialhilfeab- hängigkeit ohne weiteres erfüllt sei. Dies treffe auch auf den Beschwerdeführer zu, da die vor seiner Mündigkeit auf ihn entfallenden Fürsorgeleistung en, auch wenn sie zu Handen seiner Mutter ausgerichtet wurden, wirtschaftlich gesehen fü r den Beschwerdeführer selbst bestimmt waren und insoweit nicht von einem ungerechtfertigten Einbezug des Beschwerdeführers in eine gegen seine Mutter gerichtete fremdenpolizeilich e Massnahme ausgegangen werden kön- ne (vgl. BGE 119 Ib 6 E. 3a). In Bezug auf das Kriteri um der Dauerhaftigkeit hielt das Kantons- gericht insbesondere fest, dass der Beschwerdeführer fli essend Deutsch spreche und sich seit dem Abbruch des zehnten Schuljahres nachweislich um eine Lehrstelle als Detailhandels- bzw. Büroangestellter bemüht habe. Gleichwohl sei eine Ab lösung von der Sozialhilfe in naher Zu- kunft – bei einem mutmasslichen Lehrlingslohn von monatli ch ca. Fr. 750.-- im ersten bzw. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 950.-- im zweiten Lehrjahr – nicht zu erwarten. D arüber hinaus scheine der Beschwerdefüh- rer derzeit auch wenig Aussicht auf eine Lehrstelle zu haben, habe er doch auf sämtliche seiner bisherigen Bewerbungen jeweils einen negativen Bescheid erhalten. Der Beschwerdeführer erfülle somit den Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit im Sinne von Art. 62 lit. e AuG . 5.2 In seiner Stellungnahme vom 28. August 2013 führte der Regierungsrat aus, dass der Beschwerdeführer mit seinem Verhalten den Widerrufsgr und von Art. 62 lit. e AuG erfülle und am Entscheid des Kantonsgerichts vom 23. März 2011 festzuhalten sei. Das ergangene Strafur- teil würde lediglich dazu führen, dass der Beschwerdefüh rer nicht auch den Widerrufsgrund der Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe im Sinne von Art. 62 lit. b AuG gesetzt habe. 5.3 Der Beschwerdeführer macht in seiner Stellungnahm e vom 27. August 2013 geltend, dass er erst seit Dezember 2009 volljährig sei und dami t grundsätzlich für seinen eigenen Le- bensunterhalt sorgen könne. Die in den Jahren zuvor von se iner Mutter angehäuften Schulden bei der Sozialhilfe könnten ihm deshalb nicht zur Last gelegt werden. Was die seither durch den Beschwerdeführer bezogenen Sozialhilfeleistungen betre ffe, müsse berücksichtigt werden, dass während der ganzen Zeit das Verfahren betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbe- willigung hängig gewesen sei und er deshalb gegenüber potentiellen Arbeitgebern nie eine gül- tige Aufenthaltsbewilligung habe vorweisen können. 5.4 Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer m it Erreichen seiner Mündigkeit am 1. Januar 2010 bis zu seinem Wegzug aus der Gemeinde am 31. Oktober 2013 von den Sozialen Diensten H.____ finanziell unterstützt wurde. In dieser Zeit bezog der Beschwerdefüh- rer Sozialhilfeleistungen in der Höhe von über Fr. 63 ‘000.--. Im Lichte der vorerwähnten bun- desgerichtlichen Rechtsprechung erweist sich der geleist ete Gesamtbetrag seit Erreichen der Volljährigkeit des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 6 2 lit. e AuG als erheblich. Wird zudem die Unterstützung durch die Sozialhilfebehörde H.____ von Anfang 2006 bis zum Erlass der Verfügung des AfM vom 2. November 2009 von Fr. 108'775. --, welche gemäss kantonsgericht- lichem Urteil vom 23. März 2011 sowohl der Mutter als a uch dem Beschwerdeführer zugerech- net werden, einbezogen, ist das Kriterium der erheblich en Sozialhilfeabhängigkeit ohne weite- res erfüllt. 5.5 Der Beschwerdeführer bezieht seit Ende Oktober 201 3 keine Gelder der Öffentlichen Fürsorge mehr, womit beurteilt werden muss, ob die Für sorgeabhängigkeit im Sinne des Ge- setzes dennoch als fortgesetzt bzw. dauerhaft zu gelten ha t. Abzustellen ist diesbezüglich auf die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung des Beschwerd eführers, wobei von den aktuellen Verhältnissen im jetzigen Zeitpunkt auszugehen ist (vgl. E . 4.3). Der Beschwerdeführer war vorliegend über seine Mündigkeit hinaus vom 1. Januar 2010 bis 31. Oktober 2013 – mit einer Leistungseinstellung vom 31. Mai 2011 bis 1. Dezember 201 1 – und damit während gut 3 1/2 Jahren seit seiner Volljährigkeit sozialhilfeabhängig. Seit dem kantonsgerichtlichen Urteil vom 23. März 2011 hat der Beschwerdeführer von März bis Ende Juli 2012 vorübergehend ein Prak- tikum absolviert und den Akten zufolge im August 2012 eine Ausbildung für das Bürofachdiplom VSH in der Schule I.____ begonnen. Seit September 2 013 arbeitet der Beschwerdeführer als Telefonverkäufer bei der Firma D.____ AG in E.____ u nd erhält einen Monatslohn in der Höhe Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Fr. 2‘500 brutto. Aufgrund des bestehenden Arbeits verhältnisses konnte sich der Be- schwerdeführer zwar bei der Sozialhilfebehörde H.____ abmelden, dennoch scheint eine erneu- te Sozialhilfeabhängigkeit als sehr wahrscheinlich, da der Beschwerdeführer bisher nie lange an einem Arbeitsort geblieben ist. So wurde aus der vom Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 23. März 2012 geltend gemachten Möglichkeit des Lehrstel lenerhalts nach Abschluss seines Praktikums bei der J.____ GmbH nichts und es wurde von Sei ten des Beschwerdeführers auch kein Arbeitszeugnis bzw. keine Arbeitsbestätigung über die Praktikumszeit bei der J.____ GmbH eingereicht. Anschliessend hat er an der I.____ S chule eine Ausbildung angefangen, diese hat er jedoch nicht zu Ende geführt und kann dam it nach wie vor keine abgeschlossene Ausbildung vorweisen. Der Beschwerdeführer befindet sich im aktuellen Anstellungsverhältnis bei der Firma D.____ AG noch in der Probezeit, wodu rch die Fortführung dieses Arbeitsverhält- nisses ungewiss erscheint. Zudem ist der dortige Verdienst sehr unsicher bzw. nicht festgelegt, da gemäss Arbeitsvertrag vom 13. September 2013 die Au szahlung des garantierten Lohnes von der Erzielung eines monatlichen Grundbruttogewinns von Fr. 5‘000.-- durch den Arbeit- nehmer abhänge und damit nicht von einem feststehende n Lohn ausgegangen werden kann. Der Beschwerdeführer macht anlässlich der heutigen Parte iverhandlung zwar geltend, die Fir- ma K.____ in L.____ würde ihm nächstes Jahr eine Lehrs telle anbieten; eine schriftliche Bestä- tigung dafür bzw. einen Lehrvertrag reicht er jedoch ni cht ein. Obschon der Beschwerdeführer nach dem Urteil des Kantonsgerichts vom 23. März 2011 n ochmal die Chance erhalten hatte, sich um eine Festigung seiner Erwerbstätigkeit zu bemühen , ist es ihm nicht gelungen, sich beruflich und wirtschaftlich mit einer gewissen Konstanz u nd Stabilität im hiesigen Arbeitsmarkt zu integrieren bzw. eine stabile wirtschaftliche Entwicklu ng aufzuzeigen. Es ist demzufolge von einer ungünstigen Zukunftsprognose bezüglich der finan ziellen Unabhängigkeit des Beschwer- deführers auszugehen und zu befürchten, dass auch in Zukun ft Unterstützung geleistet werden muss. Damit ist der Widerrufsgrund gemäss Art. 62 lit. e AuG erfüllt. 6.1 Vorausgesetzt ist im Weiteren, dass die Nichtverlängeru ng der Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung verhältnismässig sind . Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3; Urteil des Bundes- gerichts 2C_36/2009 vom 20. Oktober 2009 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_793/2008 vom 27. März 2009 E. 2.1; A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 8.31). 6.2 Es kann zunächst festgehalten werden, dass die Wegweis ung des Beschwerdeführers geeignet ist, die mit dem AuG verfolgten fremdenpoli zeilichen Interessen zu verwirklichen. Da die verfolgten Zwecke nicht durch eine weniger einschn eidende Massnahme erreicht werden können, ist auch das zweite Kriterium der Erforderlichkeit erfüllt. Es ist ferner zu prüfen, ob die Massnahme auch verhältnismässig im engeren Sinne ist. 6.3 Im Hinblick auf die Anwesenheitsdauer im Rahmen d er Verhältnismässigkeitsprüfung hat sich das Bundesgericht dahingehend geäussert, dass be i einer über zehnjährigen Anwe- senheit in der Schweiz gewichtige Interessen gegen eine Ausweisung wegen Bedürftigkeit in die Abwägung miteinzubeziehen sind (vgl. BGE 119 Ib 8 E . 4c). Der Beschwerdeführer erhielt Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Jahr 2001 im Anschluss an seine Einreise in die Schwe iz die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Mutter. Einen Grossteil seines Le bens hat der Beschwerdeführer somit in der Schweiz verbracht, wobei allerdings zu berücksichtig en ist, dass der Beschwerdeführer mit 10 Jahren in die Schweiz einreiste und so seine Kindh eit in seinem Heimatland verbrachte. Die kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten in K amerun sind dem Beschwerdeführer somit nicht fremd. Seine prägenden Jugendjahre hat d er Beschwerdeführer jedoch in der Schweiz verbracht, was eine Neuorientierung in Kamerun nach langer Abwesenheit sicher er- schweren würde. Hinsichtlich der persönlichen Beziehungen zu in der Schweiz lebenden Per- sonen ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nicht verheiratet ist und keine Kinder hat. Er wohnt mit seiner Freundin zusammen und pflegt einen e ngen Kontakt zu seinem in Basel wohnhaften Halbbruder. Anlässlich der heutigen Partei verhandlung führt der Beschwerdeführer aus, dass seine Mutter von einem Tag auf den anderen ve rschwunden sei und er keinen Kon- takt mehr zu ihr habe. Er wisse nicht, ob sie bereits nach Kamerun ausgereist sei. In beruflicher Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seit mehr als einem Monat in einem Call- center arbeitet, wobei sich das Arbeitsverhältnis noch in der Probezeit befindet. Aufgrund der beruflichen Vorgeschichte ist jedoch zum heutigen Zeitpu nkt sehr ungewiss, wie die derzeitige Anstellung des Beschwerdeführers verlaufen wird. Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass sich die wirtschaftliche Situation des Beschwerdeführers durch seinen momentanen Job nicht stabilisieren wird. Der Beschwerdeführer verfügt zu dem über keine ausserordentlichen beruflichen Qualifikationen. Es gibt somit keine bes onders gewichtigen Gründe, aus welchen sich die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung aus wi rtschaftlicher und arbeitsmarktlicher Sicht aufdrängen würde. Mit Blick auf das persönliche V erhalten des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass er die deutsche Sprache sehr gut beher rscht und zur Zeit arbeitstätig ist. Trotz seiner langen Aufenthaltsdauer ist der Beschwerde führer jedoch nicht in dem Masse in der Schweiz integriert, wie dies aufgrund der Aufentha ltsdauer zu erwarten wäre. Dies zeigt sich zum einen an der langen Sozialhilfeabhängigkeit un d zum anderen an der fehlenden Ernsthaftigkeit, in wirtschaftlicher Hinsicht selbständig und unabhängig zu werden. Die Sozialhil- febehörde H.____ hält in ihrem Schreiben vom 13. Nove mber 2013 fest, die Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer sei nicht zufriedenstellend und schleppend gewesen. Er habe diver- se Termine bei den Sozialen Diensten H.____ verpasst und Integrationsmassnahmen zweimal ohne Rückmeldung abgebrochen. In der Folge sei die So zialhilfe eingestellt worden und an die Wiederaufnahme die Auflage geknüpft worden, dass der Beschwerdeführer erneut an einer Integrationsmassnahme teilnehmen müsse. Auch diese Massna hme habe wegen fehlender Mitwirkung abgebrochen werden müssen. Zudem ist angesichts des Betreibungsregisteraus- zugs des Betreibungsamts F.____ vom 1. Oktober 2013 mit Betreibungen im Betrag von Fr. 20‘180.10 sowie mit offenen Verlustscheinen im Be trag von Fr. 22‘492.40 das persönliche Verhalten des Beschwerdeführers in Bezug auf das Einhal ten seiner finanziellen Verpflichtun- gen negativ zu bewerten. Im Weiteren hat der Beschwerd eführer wiederholt gegen die rechts- staatliche Ordnung verstossen, indem er achtmal zu Jugendstrafen verurteilt wurde. Auch wenn eine Rückkehr des heute 22 Jahre alten und kinderlosen Bes chwerdeführers nach Kamerun diesen zweifellos hart treffen würde, ergibt sich daraus jedoch kein Hindernis für eine Wegwei- sung. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen überwiegt im vorliegenden Fall das öffent- liche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthalts bewilligung das private Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz. De r Beschwerdeführer ist trotz seiner langen Anwesenheitsdauer weder in wirtschaftlicher, ber uflicher noch persönlicher Hinsicht in- tegriert. Zwar ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass er hier in einer Beziehung lebt und zu seinem Halbbruder einen engen Kontakt pflegt. Aufgrun d der ungünstigen Prognose in finanzi- eller Hinsicht, der Verschuldung und der strafrechtliche n Verurteilungen besteht allerdings ein gewichtigeres ordnungs- und sicherheitspolizeiliches Interesse an seiner Wegweisung. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die d amit verbundene Wegweisung sind demnach auch verhältnismässig im engeren Sinne. 7.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Nichtverlängerung de r Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung aus der Schweiz würden einen Eingriff in das nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie nach Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) vom 18. April 1999 geschützte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens des Beschwerdeführers darstellen. 7.2 Das Recht auf Achtung des Familienlebens kann verletzt sein, wenn einem Ausländer, dessen Familienangehörige hier weilen, die Anwesenhei t untersagt und damit das Familienle- ben vereitelt wird. Das geschützte Familienleben beschrä nkt sich aber grundsätzlich auf die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (vgl. BGE 129 II 1 E. 2). Geht es um Personen, die nicht der ei gentlichen Kernfamilie zuzurechnen sind, setzt eine schützenswerte familiäre Beziehung voraus, dass der um die fremdenpolizeiliche Bewilligung ersuchende Ausländer vom hier Anwesenheitsberechtigten wegen körperlicher oder geistiger Invalidität oder schwerer Krankheit, die eine dauernde Betreuung nötig macht, in ei- nem eigentlichen Abhängigkeitsverhältnis steht (vgl. BGE 1 20 Ib 261 E. 1d). Der Beschwerde- führer ist volljährig, nicht verheiratet, kinderlos und der Kernfamilie entwachsen. Seine Freundin und sein Halbbruder leben in der Schweiz. Den Akten sind jedoch keine Hinweise zu entneh- men und der Beschwerdeführer bringt dahingehend nicht substantiiert vor, dass er zu seinem Halbbruder bzw. zu seiner Freundin in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis namentlich in Form qualifizierter Betreuungs- oder Pflegebedürfnisse , stehe. Wohl mag er zu seinem Bruder einen engen familiären Kontakt pflegen und eine enge Beziehung zu seiner Freundin haben. Diese Beziehungen vermögen allerdings im Licht von Art. 8 EMRK kein besonderes Abhängig- keitsverhältnis, welches im Kontext des Bewilligungsverfahr ens eine Berufung auf Art. 8 EMRK trotz fehlender Zugehörigkeit zur Kernfamilie gestatten würde, zu begründen. Aus dem An- spruch auf Schutz des Privatlebens ergibt sich ein Recht auf Verbleib im Land sodann nur unter besonderen Umständen. Lediglich eine lange Anwesenhei t genügt hierzu nicht. Es sind viel- mehr besonders intensive Beziehungen beruflicher oder ge sellschaftlicher Natur erforderlich (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.1). Solche liegen im Fall des Beschwerdeführers nicht vor. Ander- weitige völkerrechtliche Bestimmungen, welche dem Beschw erdeführer einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung einräumen würden, sind keine gegeben. 8.1 Die Vorinstanz prüfte, ob dem Beschwerdeführer unte r den Rechtstiteln des AuG er- messensweise die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern sei . Dabei hielt sie mit Verweis auf die Verfügung des AfM fest, dass der Beschwerdeführer das erf orderliche Engagement bezüglich Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht seiner wirtschaftlichen Selbständigkeit habe vermissen lassen , insbesondere Integrationsmass- nahmen der Sozialhilfebehörde abgebrochen bzw. nicht w ahrgenommen habe und in der Schweiz wiederholt mit dem Recht in Konflikt geraten s ei. Somit bestünden gewichtige öffentli- che Interessen an der Fernhaltung des Beschwerdeführers. Die persönlichen Verhältnisse, na- mentlich die Beziehung zu seinem Halbbruder, würden se ine Verfehlungen und das damit ver- bundene öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung n icht aufwiegen. Nach einer sorgfältigen Abwägung der Interessen kam sowohl das AfM als auch die Vo rinstanz zum Schluss, dass die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung angemessen sind. 8.2 Die Vorinstanzen haben die Voraussetzungen für die Erteilung einer Härtefallbewilli- gung im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG zutreffend gewürdigt und das Vorliegen eines Härte- falls zu Recht verneint. Es seien keine staatspolitischen Gr ünde, die eine Rückkehr in die Hei- mat als unzumutbar erscheinen lassen würden, ersichtlich. Die soziale Wiedereingliederung des Beschwerdeführers in seinem Heimatland könne nicht als st ark gefährdet bezeichnet werden, da er bis zum 10. Lebensjahr in Kamerun lebte und sein Alter sowie seine Gesundheit es zulas- sen würden, dort wieder Fuss zu fassen. Eine rechtsfehle rhafte Ermessensbetätigung ist in die- sem Zusammenhang nicht ersichtlich. 9. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung un d die damit verbundene Wegwei- sung des Beschwerdeführers erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, weshalb die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist. 10. Im Folgenden ist noch über die Kosten zu entscheiden . 10.1 Im vorliegenden Verfahren wurde ein Gesuch um Be willigung der unentgeltlichen Pro- zessführung und Verbeiständung eingereicht. Die Bedürftigkeit für das vorliegende Verfahren ist aufgrund der eingereichten Unterlagen nachgewiesen. D ie Beschwerde ist zudem nicht als of- fensichtlich aussichtslos anzusehen und die Notwendigkeit d er Verbeiständung ist gestützt auf die sich im vorliegenden Verfahren stellenden Rechtsfrag en zu bejahen. Die Voraussetzungen von § 22 Abs. 1 und 2 VPO sind damit erfüllt, weshalb d as Gesuch um unentgeltliche Prozess- führung und Verbeiständung mit Stephan Müller, Advokat, zu bewilligen ist. 10.2 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kanto nsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel und in angemessenem Ausmass ganz oder teilweise der unterliegenden Partei auferlegt. Da vorliegend der Beschwerdeführer unterlegen ist, gehe n die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1'800.-- zu seinen Lasten. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Kosten zu Lasten der Gerichtskasse. Die Parteikost en werden wettgeschlagen (vgl. § 21 Abs. 1 VPO). Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsver- treter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe vo n Fr. 1‘618.-- (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 10.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hinge wiesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in de r Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft dieses Urteils zu verlassen. 3. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Pr ozessführung und Verbeiständung wird bewilligt. 4. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Ver- fahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 5. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Entschädigung i n der Höhe von Fr. 1‘618.-- (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) zulasten der Gerichts- kasse ausgerichtet. Kantonsrichter Gerichtsschreiberin