Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. August 2012 (715 12 37 / 226) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber i.V. Si mon Kaufmann Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Die 1980 geborene A.____ war vom 9. Mai 2005 bis 3 1. Juli 2011 bei der X.____ tätig. Das Arbeitsverhältnis wurde von der Arbeitgeberin am 26. Mai 2011 per 31. Juli 2011 schriftlich gekündigt. A.____ meldete sich am 1. Juli 2011 zur Arb eitsvermittlung an und erhob am 11. Juli 2011 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab d em 1. August 2011. Mit Verfügung Nr. 1916/2011 vom 6. Oktober 2011 stellte die Öffentli che Arbeitslosenkasse Basel-Landschaft (Arbeitslosenkasse) A.____ wegen selbstverschuldeter Arbei tslosigkeit für 32 Tage in der An- spruchsberechtigung ein. Eine gegen die Verfügung vom 6. Oktober 2011 gerichtete Einspra- che wies die Einspracheinstanz des KIGA Basel-Landschaft, Abt eilung Öffentliche Arbeitslo- senkasse Basel-Landschaft, mit Entscheid vom 5. Januar 2012 ab. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegen den negativen Einspracheentscheid erhob A.__ __, vertreten durch die Rechts- schutzversicherung Fortuna, am 2. Februar 2012 Beschwerde b eim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Mit Schreiben vom 3. Februar 2012 forderte das Kantonsgericht die Rechtsschutzversicherung auf, ihre Vertre tungsbefugnis im Sinne des An- waltsgesetzes Basel-Landschaft vom 25. Oktober 2001 nachz uweisen. Mit Schreiben vom 13. Februar 2012 liess die Rechtsschutzversicherung verlauten , sie sehe von einer Vertretung von A.____ ab. Gleichzeitig wurde eine Nachfristsetzung für A.____ beantragt, welche durch das Kantonsgericht mit Verfügung vom 14. Februar 2012 erteilt wurde. C. A.____ erhebt am 8. März 2012, nunmehr ohne Rechtsv ertretung, Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 5. Januar 2012 beim Kanto nsgericht. Sie beantragt unter Kos- ten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegne rin die Aufhebung des angefoch- tenen Einspracheentscheids. Eventualiter sei die Einste llung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 32 Tagen zu reduzieren. Schliesslich verwe ist die Beschwerdeführerin darauf, sie habe sich im Verwaltungsverfahren nicht in gehöriger Weise zu den Kündigungsgründen äussern können und macht damit implizit eine Verletzun g ihres Anspruchs auf rechtliches Ge- hör geltend. D. Mit Vernehmlassung vom 11. Mai 2012 beantragt die Arbeitslosenkasse unter o/e- Kostenfolge die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (A TSG) vom 6. Oktober 2000 ist ein Gericht als letzte kantonale Instanz für die Beurteilung von Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherung sachlich zuständig. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorisch e Arbeitslosenversicherung und die Insol- venzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 und Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 AVIV das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versi cherte Person zur Zeit des Verfü- gungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Nach § 54 A bs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht Beschwerden gegen E inspracheentscheide der Versi- cherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Im vorliegenden Fall ist eine Einstellung in der Anspruchsberechti- gung im Umfang von 32 Tagen bei einem Taggeld von Fr. 201.85 und deshalb ein Streitwert von Fr. 6'459.20 zu beurteilen. Über die Beschwerde ist demnach präsidial zu entscheiden. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweize rischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch au f rechtliches Gehör. Für das sozialver- sicherungsrechtliche Verfahren wurde dieser Anspruch in Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 verankert. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, an dererseits stellt es ein persönlichkeits- bezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar , welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere der en Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äu ssern, erhebliche Beweise beizubrin- gen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirke n oder sich zumindest zum Be- weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Ents cheid zu beeinflussen (vgl. BGE 132 V 370 E. 3 mit zahlreichen Hinweisen). 2.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller N atur. Die Verletzung des Rechts auf Akteneinsichtnahme und Äusserung führt unabhängig davon, ob die fraglichen verfahrensrecht- lichen Mängel einen Einfluss auf das Ergebnis haben, gru ndsätzlich zur Aufhebung des ange- fochtenen Entscheids (vgl. BGE 126 V 132 E. 2b mit Hinw eisen). Praxisgemäss kann eine der- artige Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren jedoch geheilt werden, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerde instanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Zudem ist selbst bei einer schwerwiegen- den Verletzung des rechtlichen Gehörs von einer Zurückweisung an die Verwaltung abzusehen, wenn dies zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer raschen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 133 I 204 E. 2.2 mit Hinweisen). 2.3 Gemäss § 57 VPO können im Sozialversicherungsverfahren vor dem Kantonsgericht Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschr eitung und Missbrauch des Er- messens, unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sa chverhalts sowie Unangemessen- heit gerügt werden. Es handelt sich somit um eine Beschwe rdeinstanz, die sowohl den Sach- verhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann. 2.4 Im vorliegenden Fall wurde die Beschwerdeführerin durch die Arbeitslosenkasse - im Rahmen des Fragebogens zum rechtlichen Gehör - nicht ern eut aufgefordert, zu den konkreten Kündigungsgründen Stellung zu nehmen. Es stellt sich die Frage, ob dies eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstellt. Die Beschwerdeführerin bea ntwortete am 18. August 2011 die sechste Frage des Fragebogens, die von der versicherten Person eine persönliche Stellung- nahme hinsichtlich der durch den Arbeitgeber vorgebracht en Kündigungsgründe verlangt, da- mit, die Kündigungsfrist sei zwar eingehalten worden, zur Zeit der Kündigung sei sie jedoch aufgrund eines Arztzeugnisses zu 50% krank geschrieben gewesen, weshalb noch abgeklärt werde, ob die Kündigung zähle. 2.5 Die Frage sechs des Fragebogens ist unmissverständlich f ormuliert. Nach Aufzählung der drei konkreten Kündigungsgründe wird die versicherte Person gebeten, diesbezüglich eine persönliche Stellungnahme abzugeben. Zu dieser Stellung nahme wird sie unabhängig davon Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufgefordert, ob die Rechtsmässigkeit der Kündigung noch überprüft wird oder nicht. Schliess- lich findet sich am Ende des Fragebogens ein Verweis dar auf, die Stellungnahme sei Bestand- teil der Überprüfung einer Einstellung in der Anspr uchsberechtigung. Aufgrund diesen unmiss- verständlichen Formulierungen und nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerde- führerin - gemäss der den Akten beiliegenden Vollmach t - seit dem 12. Juli 2011 durch ihre Rechtsschutzversicherung in arbeits- und versicherungsrechtliche n Belangen vertreten war, kann vorliegend nicht von einer Verletzung des rechtliche n Gehörs ausgegangen werden. Selbst wenn das rechtliche Gehör verletzt worden wäre, könnte das Kantonsgericht den Verfah- rensmangel heilen, kann es den Sachverhalt und die Rech tslage doch frei überprüfen (vgl. 2.3 hiervor). Die Beschwerdeführerin konnte sich im Verfahren zu den strittigen Belangen äussern und sämtliche Einwände vorbringen, weshalb ihr aus einer allfälligen Gehörsverletzung im Verwaltungsverfahren keine Rechtsnachteile erwachsen wären und sich eine Heilung der Verfahrensmängel rechtfertigen würde. Eine Rückweisung der Sache an die Verwaltung würde in diesem Fall zu einer sinn- und zwecklosen Verfahrensver zögerung verbunden mit unnötigen Kosten führen. 3. Streitig ist, ob die Arbeitslosenkasse die Versicherte infolge selbstverschuldeter Ar- beitslosigkeit zu Recht für die Dauer von 32 Tagen in de r Anspruchsberechtigung eingestellt hat. 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person al les Zumutbare unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Schadenminderungspflicht; vgl. BGE 114 V 285 E. 3, 111 V 239 E. 2a, 108 V 165 E. 2a). Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse eine Einst ellung in der Anspruchsberechti- gung verfügen (vgl. Art. 30 AVIG). Die Einstellung ha t die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, die die versicherte Perso n hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht (vgl. T HOMAS NUSSBAUMER , in: Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicherung, Basel 2007, Rz. 822 ff.). 4.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberech- tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden a rbeitslos geworden ist. Selbstver- schuldete Arbeitslosigkeit liegt unter anderem dann vor , wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Verletzung arbeitsvertra glicher Pflichten, der Arbeitgeberin An- lass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat (vgl. Art. 44 Abs. 1 lit. a der Verord- nung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV] vom 31. August 1983). Die Einstellung in der Anspruchsb erechtigung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt keine fristlose Aufl ösung des Arbeitsverhältnisses aus wichtigen Gründen nach Art. 337 beziehungsweise Art. 346 Abs. 2 d es Schweizerischen Obligationen- rechts (OR) vom 30. März 1911 voraus. Das unkorrekte Ve rhalten muss auch nicht zwingend eine eigentliche Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichte n darstellen, sondern es genügt, dass die versicherte Person durch ihr sonstiges Verhalten inne rhalb und ausserhalb des Betriebs berechtigten Anlass zur Kündigung gab (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht [EVG, seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtl iche Abteilungen] vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; ARV 1987 Nr. 7; 1982 Nr. 18). Erf orderlich ist demnach lediglich ein von der Verwaltung beziehungsweise dem Gericht nachgewiesenes ver meidbares Fehlverhalten der versicherten Person (vgl. JACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich 1998, S. 108). Dabei müssen nicht zwingend Beanst andungen in beruflicher Hinsicht vorgelegen haben. Es genügt beispielsweise, dass charakterl iche Eigenschaften im weiteren Sinne, die den Arbeitnehmer für den Betrieb als untr agbar erscheinen lassen, zur Entlassung geführt haben (vgl. BGE 112 V 244 f. E. 1). Von selbst verschuldeter Arbeitslosigkeit im Sinne der Arbeitslosenversicherung ist folglich dann auszugehen, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persön- lichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt (vgl. ARV 1998 Nr. 9 S. 44 E. 2b mit Hinweisen; G ERHARD GERHARDS , Kommentar zum Arbeitslosenversicherungs- gesetz, Bern und Stuttgart 1987, Bd. I, N 8 zu Art. 30). 4.3 Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens der Inte rnationalen Arbeitsorganisation über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (Über- einkommen Nr. 168 der IAO), das für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft trat, kann eine Leistung, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilzeitarbeitslosigkeit oder Ver- dienstausfall infolge einer vorübergehenden Arbeitsei nstellung ohne Unterbrechung des Be- schäftigungsverhältnisses Anspruch gehabt hätte, nur gekürzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vo rsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat. Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IA O ist hinreichend bestimmt und klar, um als Grundlage eines Entscheides im Einzelfall dienen zu kön nen (vgl. BGE 122 V 54 ff.; BGE vom 17. Oktober 2000, C 53/00); er ist daher direkt anw endbar. Aufgrund des grundsätzlichen Primats des Völkerrechts geht Art. 20 lit. b des Überein kommens Nr. 168 der IAO Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV vor. Demzufolge führt nicht jedes schuldhafte Verhalten der versicher- ten Person, das dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung de s Arbeitsverhältnisses gegeben hat, zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemä ss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG. Das vor- werfbare Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übere inkommens Nr. 168 der IAO vielmehr vorsätzlich erfolgt sein, wobei auch Eventualvorsatz genügt (Urteile des EVG vom 4. Juni 2002, C 371/01, E. 2b, und vom 8. August 2002, C 14/01, E. 1.2). Somit darf im Rahmen von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIG bei blosser Fahrlässigkeit kei ne Einstellung in der Anspruchsberechti- gung erfolgen (C HOPARD , a.a.O., S. 76 f.; implizit auch BGE 124 V 236 E. 3 b, welche Recht- sprechung gemäss BGE vom 17. Oktober 2000, C 53/00, auch im Bereich von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV anwendbar ist). 5.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verw altungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständ ige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (vgl. BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus de n Akten ergebender Anhaltspunkte hin- reichender Anlass besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl . BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundes- gerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). Die Mi twirkungspflicht kommt als allgemeiner Verfahrensgrundsatz auch im kantonalen Beschwerdeverfahre n zur Anwendung und bedeutet das aktive Mitwirken der Parteien bei der Feststellung d es Sachverhalts (vgl. T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 200 3, S. 446 f., 489 f.; F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 284 f.). 5.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1978, S. 135). Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. H ANS -ULRICH STAUFFER , Rechtsprechung des Bundesge- richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und Insolvenzentschädigung, Zürich 1998, S. 77) . Die blosse Möglichkeit eines be- stimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sach- verhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b). Eine Ausnahme hierzu bildet die Anwendung von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV (vgl. da- zu Urteil des EVG vom 17. Oktober 2000, C 53/00, E. 3a ). Praxisgemäss muss das der versi- cherten Person im Rahmen dieser Bestimmung zur Last gele gte Verhalten in beweismässiger Hinsicht klar feststehen, ansonsten eine Einstellung ausser Betracht fällt (vgl. Urteile des EVG vom 7. November 2002, C 365/01, E. 2 und vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; siehe im Weiteren auch BGE 112 V 245 E. 1; SVR 1996 ALV Nr. 72 S. 220 E. 3b/bb; N USSBAUMER , a.a.O., Rz. 829). 5.3 In seiner Beweiswürdigung ist das Gericht regelmässi g auf die Parteivorbringen und insbesondere auf die Aussagen der Arbeitgeberin angewie sen. Diese sollte eine Sachverhalts- darstellung abgeben, ohne am Ausgang des Verfahrens in teressiert zu sein und ohne ein Inte- resse daran zu haben, die versicherte Person in einem ungünstigen Licht erscheinen zu lassen. Solange kein Grund besteht, an den Aussagen der Arbeit geberin zu zweifeln, ist auf diese ab- zustellen. Es darf hingegen insbesondere dann nicht einzig auf deren Aussagen zu den Um- ständen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses abgestellt werden, wenn diese bestritten und durch keine weiteren Indizien gestützt w erden (vgl. BGE 112 V 245 E. 1; ARV 1999 Nr. 8 S. 39 E. 7b; Urteil des EVG vom 8. März 200 1, C 102/00, E. 1a). Denn eine Einstel- lung in der Anspruchsberechtigung kann, wie eben darge stellt, nur verfügt werden, wenn das der versicherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststeht und von dieser vorsätzlich ausgeübt wurde. Ein derartiges Verhalten muss demnach a ls solches auch bewiesen werden und nicht bloss mit dem ansonsten im Bereich des Sozialver sicherungsrechts erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstel lt sein (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 2006, C 11/06, E. 3). Bei Differenzen zwische n der Arbeitgeberin und dem Arbeitneh- mer darf somit nicht ohne weiteres auf ein fehlerhaft es Verhalten des Arbeitnehmers geschlos- sen werden, wenn die Arbeitgeberin nur unbestimmte Gr ünde geltend zu machen vermag, für welche sie keine Beweise anführen kann (vgl. Urteil des E VG vom 26. April 2001, C 380/00, E. 2b; BGE 112 V 245 mit Hinweisen; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zur Kündig ung Anlass gegeben und deshalb die Folgen einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit im S inne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu tragen hat. Strittig ist insbesondere, ob sie das ihr vorgeworfene Fehlverhalten vorsätzlich begangen hat. 7.1 Im Kündigungsschreiben vom 26. Mai 2011 bezieht sich die Arbeitgeberin auf ver- schiedene, im Vorfeld zur Entlassung geführte Gespräche mit der Beschwerdeführerin und auf eine schriftliche Verwarnung vom 21. September 2010. Mit Letzterer wurde die Beschwerdefüh- rerin aufgrund fehlender Zuverlässigkeit, mangelnder Q ualität der Arbeitsleistung und inakzep- tablem Absenzverhalten verwarnt. Die Arbeitgeberin fü hrt in der Verwarnung aus, man sehe nach längerem Hin und Her keine weitere Anpassung der Organisation mehr, seien doch zahl- reiche Massnahmen und Versuche, die Beschwerdeführerin n ach ihrem Mutterschaftsurlaub wieder in den Arbeitsprozess einzubinden - wobei die V orgesetzten ausserordentlich auf ihre Wünsche eingegangen seien - nicht geglückt. Weitere Beanstandungen sind den Akten nicht zu entnehmen und werden durch die Beschwerdegegnerin auch nicht vorgebracht. 7.2 Folglich werden der Beschwerdeführerin durch die A rbeitgeberin drei Verhaltensweisen vorgeworfen, welche zur Kündigung geführt haben sollen. In Bezug auf den Vorwurf der man- gelnden Zuverlässigkeit lassen sich weder den Ausführungen der Arbeitgeberin noch denjeni- gen der Beschwerdegegnerin konkrete Hinweise darauf en tnehmen, in welcher Art und Weise die Beschwerdeführerin die verlangte Zuverlässigkeit hät te vermissen lassen. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass dieser Vorwurf seitens der Arbeitgeberin im Zusammenhang mit den krankheits- und unfallbedingten Absenzen zu verst ehen ist. Demzufolge kommt diesem Vorwurf im vorliegenden Fall keine eigenständige Bedeutung zu. 7.3.1 Des Weiteren wirft die Arbeitgeberin der Besch werdeführerin ein inakzeptables Ab- senzverhalten vor. Die Beschwerdeführerin macht geltend , die besondere Situation durch die Mehrbelastung aufgrund der Mutterschaft und die Tatsach e, dass ihr Ehemann ebenfalls im Schichtbetrieb arbeitete, hätten zu enormen gesundheit lichen Problemen geführt. So habe sie ab Juli 2010 nur noch zu 50% arbeiten können. Zusätzlich zur Krankheit sei es auch zu Absen- zen infolge eines Unfalls, zwischen dem 19. November 2010 und 31. Januar 2011 (100%), zwi- schen dem 31. Januar 2011 und 14. März 2011 (50%), zwisc hen dem 14. und 24. März 2011 (25%) sowie ab dem 20. April 2011 (50%) gekommen. Fer ner sei sie krankheitsbedingt erneut für die Zeit vom 26. bis 29. April 2011 und vom 5. b is 24. Mai 2011 zu 100% abwesend gewe- sen. 7.3.2 Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG kommt unter andere m auch im Fall von wiederholten unent- schuldigten Absenzen zu Anwendung. Werden Absenzen - na ch vorgängiger Verwarnung - wiederholt nicht entschuldigt respektive angezeigt, rech tfertigt dies eine fristlose Kündigung und folglich auch die Annahme eines selbstverschuldeten Verhaltens (vgl. C HOPARD , a.a.O., S. 109). Nach Art. 321a Abs. 1 OR ist der Arbeitnehmer verpflichtet, die ihm übertragene Arbeit sorgfältig auszuführen und die berechtigten Interessen des Arbeitgebers in guten Treuen zu wahren. Eine Verletzung dieser sogenannten Treuepflicht liegt auch dann vor, wenn der Arbeit- nehmer bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit den A rbeitgeber nicht rasch, kontinuierlich und Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht vollständig über das Vorliegen, den Grad und die voraus sichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit informiert (vgl. dazu BSK OR I-P ORTMANN WOLFGANG , Art. 321a N 12). Der Beweis für die Ar- beitsverhinderung durch Krankheit oder Unfall oblieg t dem Arbeitnehmer (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 12. Dezember 1995, 4P.102/1995). 7.3.3 Im vorliegenden Fall wurden alle krankheits- und unfallbedingten Absenzen durch die Beschwerdeführerin entschuldigt, was folgende Zeugniss e belegen: Arztzeugnis vom 24. August 2010 (Arbeitsunfähigkeit zu 100% vom 9. Juni 2010 bis 4. Juli 2010, zu 50% vom 5. Juli 2010 bis 31. August 2010); Arztzeugnis vom 22 . September 2010 (Arbeitsunfähigkeit zu 100% vom 21. bis 23. September 2010); Arztzeugnis vom 15 . Oktober 2010 (Arbeitsunfähigkeit zu 100% vom 5 bis 31. Oktober 2010); Arztzeugnisse vom 4. J uli 2011 (Arbeitsunfähigkeit zu 100% vom 19. November 2010 bis 30. Januar 2011, zu 50% vom 31. Januar 2011 bis 14. März 2011, zu 25% vom 14. bis 24. März 2011, zu 50% vom 20. A pril 2011 bis 31. Juli 2011); Arzt- zeugnis vom 29. April 2011 (Arbeitsunfähigkeit zu 100% vom 26. bis 29. April 2011); Arztzeug- nis vom 24. Mai 2011 (Arbeitsunfähigkeit zu 100% vom 5. bis 24. Mai 2011). Weder kann den Akten noch den Ausführungen der Arbeitgeberin oder denjenigen der Beschwerdegegnerin ent- nommen werden, die Beschwerdeführerin habe die Absenzen nicht oder nicht rechtzeitig ange- zeigt. Ferner sind auch keine Anhaltspunkte vorhanden, welche an der Glaubwürdigkeit der Zeugnisse Zweifel offen lassen. Demzufolge kann festgest ellt werden, dass im vorliegenden Fall nicht davon ausgegangen werden kann, die Beschwer deführerin habe mit ihrem (Absenz- )Verhalten das Risiko, arbeitslos zu werden, zumindest eve ntualvorsätzlich in Kauf genommen. Auch dieser Vorwurf fällt als Voraussetzung für die Ei nstellung in der Anspruchsberechtigung ausser Betracht. 7.4.1 Die Arbeitgeberin verweist in ihrer Kündigung l etztlich auf die mangelnde Arbeitsleis- tung der Beschwerdeführerin nach deren Mutterschaftsurla ub. Trotz zahlreicher Massnahmen und Versuche einer Wiedereingliederung in den Arbeit sprozess, bei welchem die Vorgesetzten ausserordentlich auf ihre Wünsche eingegangen seien, sei keine zufriedenstellende Leistung mehr erbracht worden. Die Beschwerdeführerin bestreitet diesen Vorwurf der Arbeitgeberin nicht. Vielmehr weist sie ebenfalls darauf hin, dass sie e ine ungenügende Leistung, insbeson- dere in Form von minderer Qualität der Arbeit, erbracht habe. 7.4.2 Die glaubwürdige Angabe betreffend die mangel nde Leistung seitens der Arbeitgeberin in der Verwarnung vom 21. September 2010, auf welche das Kündigungsschreiben vom 26. Mai 2011 Bezug nimmt, wird durch die Beschwerdef ührerin selbst bestätigt. Insgesamt be- steht kein Grund, an den Aussagen der Arbeitgeberin zu zweifeln. Insbesondere ist auch kein Interesse derselben zu erkennen, die Versicherte in ein em ungünstigen Licht erscheinen zu lassen. Da die Beschwerdeführerin den Vorwurf der mange lnden Arbeitsleistung bestätigt, ist hinreichend erstellt, dass sie durch ihr Verhalten der Arbeitgeberin Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gab. Unter diesen Umständen ist die Auflösung des Arbeitsverhältnisses nachvollziehbar und es steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Verhalten das Risiko, arbeitslos zu werden, zumindest eventualvorsätzlich in Kauf genommen hat. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4.3 Zu keinem anderen Schluss vermögen die Argumente d er Beschwerdeführerin zu füh- ren, wonach die ungenügende Leistung nicht auf ein na ch den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbares Verhalten, sondern auf körp erliche und geistige Überforderung infolge der Mehrbelastung, des Schichtbetriebs sowie d er gesamten Situation zurückzuführen sei. Zunächst bleibt festzuhalten, dass - entsprechend d en allgemeinen Ausführungen der Be- schwerdeführerin - einer versicherten Person eine Vertragsauflösung, die wegen minderer Qua- lifikation, also körperlicher oder geistiger Überforder ung erfolgt ist, nicht zum Vorwurf gemacht werden kann (vgl. CHOPARD , a.a.O., S. 113). In den Akten finden sich nun aber keine Kommen- tare von Vorgesetzten oder andere Schreiben der Arbe itgeberin, die auf eine konkrete Überfor- derung der Beschwerdeführerin an ihrem Arbeitsplatz hin deuten. Von einer grundsätzlichen Überforderung der Versicherten kann ebenfalls nicht ausg egangen werden, arbeitete sie doch seit dem 9. Mai 2005 bei der Arbeitgeberin. Hinweise, wonach bereits vor dem Mutterschaftsur- laub eine mangelhafte Leistung erbracht wurde, respekti ve es zu einer solchen infolge Überfor- derung gekommen sei, sind ebenfalls nicht aktenkundig. F olglich hat die Beschwerdeführerin ihre Arbeit während vier Jahren (voraussichtliche Niederku nft war der 25. Juni 2009; vgl. Schreiben der Arbeitgeberin vom 7. Mai 2009) ohne Bea nstandungen der Arbeitgeberin ausge- führt. Nach einem Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen und anschliessendem Urlaub von 22 Tagen, wurde die Arbeit im November 2009 wieder aufgenommen. Zu den ersten krank- heitsbedingten Absenzen ist es schliesslich im Juni 2010 geko mmen. Der pauschale Verweis auf die krankheits- und unfallbedingten Absenzen der Be schwerdeführerin alleine vermag eine konkrete Überforderung am Arbeitsplatz nicht zu begründ en. Gleiches gilt für die Doppelbelas- tung infolge Mutterschaft, wenngleich davon ausgegang en werden kann, dass die Arbeit auf- grund dieser zusätzlichen Anstrengung schwerer gefallen ist. Hinzu kommt, dass die Arbeitge- berin der Versicherten nach deren Mutterschaftsurlaub un d anschliessendem Urlaub entgegen- gekommen ist. Infolge eines Gesprächs vom 17. April 20 09 zwischen der Beschwerdeführerin und ihren Vorgesetzten wurde ein entsprechendes Setting für die Zeit nach dem Mutterschafts- urlaub festgelegt, das einen Arbeitseinsatz von 50% im Zweischichtbetrieb vorsah. Diese ver- einbarten Rahmenbedingungen sollten es der Versicherte n nach längerer Abwesenheit ermög- lichen, stufenweise wieder in den Arbeitsalltag einzuste igen, um schliesslich wieder ein Voll- zeitpensum zu erreichen. Dass Letzteres für die Versicherte unmöglich respektive nur unter der Gefahr einer Überforderung hätte absolviert werden kö nnen, ist nicht anzunehmen. Diesbezüg- lich ist der Einwand der Beschwerdegegnerin nachvollzieh bar, wenn diese darauf hinweist, die Versicherte suche auch zukünftig eine Vollzeitstelle in ein er vergleichbaren Branche. So kann davon ausgegangen werden, dass eine vollzeitbeschäftigte Person, die aufgrund körperlicher und geistiger Überforderung entlassen wurde, zumindest bei nach wie vor bestehender Mehr- fachbelastung, keine vergleichbare Stelle sucht. 7.4.4 Damit steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Verhalten das Risiko, arbeits- los zu werden, zumindest eventualvorsätzlich in Kauf genommen hat. Ein pflichtwidriges Verhal- ten ist in beweismässiger Hinsicht klar ausgewiesen und ei n Verschulden an der Arbeitslosig- keit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG und Art. 44 Abs. 1 AVIV ist demnach zu bejahen. Unter diesen Umständen hat die Kasse die Einstellung i n der Anspruchsberechtigung zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit vorübergehend eingestellt. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Es bleibt die verfügte Einstellungsdauer von 32 Tage n zu überprüfen. Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach d em Grad des Verschul- dens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (vgl. Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach Art. 45 Abs. 2 AVIV wird die Einstellung in der Anspr uchsberechtigung abgestuft; sie dauert 1- 15 Tage bei leichtem (lit. a), 16-30 Tage bei mittel schwerem (lit. b) und 31-60 Tage bei schwe- rem (lit. c) Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens fällt die Arbeitslosenkasse ihren Entscheid nach pflichtgemässem Ermessen. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts die angefochtene Verfügung auch auf deren Angemessenheit zu überprüfen. Sie greift jedoch bei der Beurteilung de r von der Kasse angeordneten Einstellungs- dauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in deren Ermessensspielraum ein. 8.2 Entsprechend den obigen Ausführungen betreffend die mangelnde Arbeitsleistung (7.4.1 ff. hiervor) muss der Versicherten ein Selbstverschu lden hinsichtlich ihrer Arbeitslosigkeit angelastet werden. Die Beschwerdegegnerin hat der Ver sicherten, ausgehend von einer Basis von 36 Einstelltagen, vier Tage aufgrund von Problemen am Arbeitsplatz und gesundheitlichen Problemen abgezogen und kommt schliesslich auf 32 Tage un d demnach zum Schluss, dass ein schweres Verschulden vorliegt. Zu berücksichtigen ist j edoch, dass im vorliegenden Fall eine Ausnahmesituation bei der Versicherten vorgelegen hat. Deren Mutterschaft sowie die re- gelmässigen Krankheiten, der Unfall sowie nicht zuletzt a uch die Tatsache, dass der Ehemann der Versicherten ebenfalls im Schichtbetrieb beschäftigt war, führten zweifellos zu einer sehr hohen Belastung, die sich letztlich erschwerend auf den Arbeitsalltag ausgewirkt hat. Entschei- dend kommt hinzu, dass der Beschwerdeführerin - entgege n dem angefochtenen Entscheid - die krankheits- und unfallbedingten Absenzen nicht zur La st gelegt werden können (7.3.1 ff. hiervor). Der Versicherten kann kein schweres Verschulden angelastet werden. Es ist im vorliegenden Fall von einem mittelschweren Verschulden auszugehen, welches einer Höhe von 16 Einstelltagen entspricht. Die Beschwerde ist unter diesen Umständen dahingehend teil- weise gutzuheissen, dass die in der Verfügung vom 6. Okt ober 2011 festgelegten Einstelltage von 32 auf 16 zu kürzen sind. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise g utgeheissen, dass der Einspracheentscheid vom 5. Januar 2012 sowie die Verfügung des KIGA Baselland vom 6. Oktober 2011 aufgehoben werden und d ie Beschwer- deführerin für die Dauer von 16 Tagen ab 1. August 20 11 in der An- spruchsberechtigung eingestellt wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V.