B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-3482/2014 U r t e i l v o m 1 8 . S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Francesco Brentani (Vorsitz); Richterin Eva Schneeberger; Richter Hans Urech; Gerichtsschreiber Corrado Bergomi. Parteien X._______, bestehend aus: 1. A._______, 2. B._______, Beschwerdeführerinnen, gegen Bundesamt für Strassen ASTRA, vertreten durch Rechtsanwalt Beat Joss, Rechtsdienst und Landerwerb, 3003 Bern, Vergabestelle. Gegenstand Öffentliches Beschaffungswesen – Zuschlagsverfügung vom 3. Juni 2014, Gefahrenbeurteilung und Risikoanalyse betreffend Naturgefahren auf Nationalstrassen - Los 20, Bern - Genf, SIMAP Meldungsnummern 821767 (D) / 821769 (F) / Projekt-ID 109103. B-3482/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 21. Februar 2014 schrieb das Bundesamt für Strassen AS TRA (im Folgenden: Vergabestelle) auf der Internetplattform SIMAP (Meldungs- nummer 808761; Projekt-ID 109103) unter dem Projekttitel " Gefahrenbe- urteilung und Risikoanalyse betreffend Naturgefahren auf Nationalstra s- sen - Los 20, Bern – Genf" einen Dienstleistungsauftrag im offenen Ver- fahren aus. Als Frist für die Einreichung der Angebote wurde der 25. April 2014 festgesetzt (Punkt 1.4 der Ausschreibung). B. In der Folge gingen fristgerecht 9 Angebote ein, darunter dasjenige der X._______. C. Der Zuschlag an die Y ._______, c/o C._______ (im Folgenden: Zuschlagsempfängerin), wurde am 3. Juni 2014 unter der SI MAP- Meldungsnummer 821767 veröffentlicht. Als Begründung für den Z u- schlagsentscheid wurde angeführt, die Y ._______ habe in der Bewertung die höchste Punktzahl erreicht. Neben der guten Aufgabenanalyse, dem Vorgehensvorschlag und den Referenzen der Schlüsselpersonen sei der Preis ausschlaggebend für den Zuschlag gewesen (Punkt 3.3 des publ i- zierten Zuschlagsentscheids). Mit Schreiben vom gleichen Tag in franzö- sischer Sprache wurde die X._______ über den Zuschlag sowie über die Nichtberücksichtigung ihres Angebots orientiert. Dieser Mitteilung wurde die tabellarische Übersicht der Evaluation der Offerten in anonymisierter Form beigelegt, unter Hinweis der auf die O fferte der Beschwerdeführ e- rinnen zutreffenden Spalte. D. Gegen die Zuschlagsverfügung erhoben die Mitglieder der X._______ (im Folgenden: Beschwerdeführerinnen) mit Eingabe vom 23. Juni 2014 Be- schwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit folgenden Rechtsbege h- ren: "Die Vergabe des o.g. Projekts 109103 ist bezüglich Nachvollziehbarkeit und Konsistenz mit vergleichbaren Vergaben zu prüfen. Ist die Nachvollziehba r- keit und Konsistenz nicht gegeben, sind die Honorarangebote zu diesem Projekt neu zu bewerten und der Auftrag ist neu zu vergeben.". B-3482/2014 Seite 3 Zur Begründung führen die Beschwerdeführerinnen aus, sie hätten in den vergangenen zwei Jahren als Bietergemeinschaft Honorarangebote für von der Vergabestelle ausgeschriebene Projekte zur Gefahrenkartierung und Risikoanalyse betreffend Naturgefahren eingereicht. Konkret bea n- standen sie eine "inkonsistente Bewertung bei gleichen Bewertungskrit e- rien für die gleichen Schlüsselpersonen und deren Referenzen" ihres A n- gebots bei Los 20 im Vergleich zum Angebot bei Los 18, weil die vo n ih- nen angegebenen Schlüsselpersonen im Vergabeverfahren zu Los 20 die Note 3.0 bzw. im Vergabeverfahren zu Los 18 die Note 4.0 erhalten hä t- ten. Dies habe zur Folge gehabt, dass ihnen der Zuschlag im hier zur Be- urteilung stehenden Vergabeverfahren knapp entgangen sei . Die B e- schwerdeführerinnen erachten den Abzug von einer ganzen Note beim Zuschlagskriterium ZK3 "Schlüsselpersonen" im vorliegenden Vergab e- verfahren für nicht nachvollziehbar, zumal sie im Vergabeverfahren zu Los 18 die gleichen Schlüsselpersonen und die gleichen Referenzen a n- gegeben hätten , wobei sie diesmal , im Vergleich zu ihrem Angebot bei Los 18, Projekt-Leiter und Projekt-Leiter-Stellvertreter getauscht hätten. E. Mit Verfügung vom 24. Juni 2014 bestätigte das Bundesverwaltungsg e- richt den Eingang der Beschwerde und stellte weitere verfahrensleitende Anordnungen in Aussicht. Zugleich hielt es fest, dass die Beschwerd e- schrift keinen Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung enthalte. F. Mit Zwischenverfügung vom 25. Juni 2014 wurde eine K opie der B e- schwerde der Vergabestelle und der Zuschlagsempfängerin zugestellt. Zudem wurde die Vergabestelle aufgefordert, dem Bundesverwaltungsge- richt bis zum 14. Juli 2014 eine Vernehmlassung zur Beschwerde zu e r- statten, die vollständigen Akten über das in Frage stehende Vergabe - verfahren einzureichen und allfällige Einschränkungen der Akteneinsicht kurz zu begründen. Der Zuschlagsempfängerin wurde freigestellt, bis zum 14. Juli 2014 eine Vernehmlassung zur Beschwerde einzureichen. G. Mit Vernehmlassung vom 8. Juli 2014 (Posteingang: 10. Juli 2014) bea n- tragt die Vergabestelle die kostenfällige Abweisung der Beschwerde und reicht die Akten zum Vergabeverfahren ein. Der Vernehmlassung hat sie unter anderem das jeweilige Beurteilungsblatt der Offerte der Beschw er- deführerinnen zu Los 18 und zu Los 20 beigelegt. Zur Begründung führt die Vergabestelle im Wesentlichen an, durch den Abtausch der beiden B-3482/2014 Seite 4 Schlüsselpersonen Projekt -Leiter und Projekt -Leiter-Stellvertreter in Los 20 mit den gleichen Referenzprojekten seie n nicht mehr alle mit der Au s- schreibung geforderten Kriterien abgedeckt gewesen. Dies habe zu einer schlechteren Bewertung geführt, mit der Folge, dass die Beschwerdefü h- rerinnen den Zuschlag nicht erhalten hätten. Damit habe die Vergabestel- le weder ihr Erm essen überschritten noch eine inkonsistente Beurteilung vorgenommen. Des Weiteren beantragt die Vergabestelle, das Aktenei n- sichtsrecht der Beschwerdeführerinnen zu beschränken, soweit die A n- gebote der Konkurrenten und allfällige Geschäftsgeheimnisse betroffen seien. Die Zuschlagsempfängerin hat innert der angesetzten Frist weder eine Stellungnahme eingereicht, noch ihren Willen kundgetan, am Beschwe r- deverfahren teilzunehmen und sich als Partei zu konstituieren. H. Mit Verfügung vom 21. Juli 2014 hat das Bund esverwaltungsgericht die Akteneinsicht einstweilen auf die Beschwerdebeilagen 1 -5 beschränkt und den Beschwerdeführerinnen Gelegenheit zur Einreichung einer Re p- lik eingeräumt. I. Nachdem ein am 21. August 2014 erfolgte s Telefonat mit den Beschwer- deführerinnen ergeben hat, dass sie auf die Einreichung einer Replik ve r- zichten, hat das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 22. August 2014 mitgeteilt, dass kein weiterer Schriftenwechsel vorgesehen sei und die Streitsache voraussichtlich aufgrund der vorliege nden Akten en t- schieden werde, vorbehältlich weiterer Instruktionen und Verfügungen sowie Parteieingaben. J. Auf die dargelegten und weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit sie für den Entscheid wesentlich sind, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. B-3482/2014 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und mit freier Kognition (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinwei sen; BVGE 2008/48, nicht publizierte E. 1.2). 1.1 Gegen Verfügungen über den Zuschlag in Vergabeverfahren steht die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht offen (Art. 27 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 lit. a des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungsw e- sen vom 16. Dezember 1994, BöB, SR 172.056.1). Für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind die Vorschriften des Bundesgese t- zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) massgebend, soweit das BöB und das Bundesgesetz ü ber das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 (Verwaltungsgericht s- gesetz, VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann die Unangemessenheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 1.2 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem Übereinkommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswe sen (ÜöB, SR 0.632.231.422) unterstellt sind. Alle übrigen Beschaffungen sind in der Verordnung vom 11. Dezember 1995 über das öffentliche Bescha ffungs- wesen (VöB, SR 172.056.11) geregelt. Die Beschwerde an das Bunde s- verwaltungsgericht gemäss dem 5. Abschnitt des BöB ist nach der Ko n- zeption dieses Gesetzes nur zulässig gegen Beschaffungen, die in den Geltungsbereich des BöB fallen (e contrario Art. 2 Abs. 3 Satz 4 BöB, vgl. auch Art. 39 VöB; BVGE 2008/61 E. 3.1, 2008/48 E. 2.1; Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche Be - schaffungswesen [BRK] vom 11. Oktober 2001, veröffentlicht in: Verwa l- tungspraxis der Bundesbehörden, VPB 66.4, E. 1b mit Hinweisen). 1.3 Die Vergabestelle ist als Bundesamt Teil der allgemeinen Bundesve r- waltung und untersteht daher dem BöB (Art. 2 Abs. 1 lit. a BöB). 1.4 1.4.1 Die Vergabestelle geht in Punkt 1.8 ihrer Ausschreibung vom 21. Februar 2014 von einem "Dienstleistungsauftrag" aus , welches g e- mäss Punkt 2.1 der Ausschreibung in die Kategorie CPC " [27] Sonstige Dienstleistungen" fällt und gemäss Punkt 2.4 der Ausschreibung der CPV-B-3482/2014 Seite 6 Nummer 71351220 – Geologische Beratung des Gemeinschaftsvokab u- lars entspricht. Gemäss Punkt 2.5 der Ausschreibung umfasst das Los 20 "die Strecke auf der N1/ N9/ N12 beginnend in Bern (Verzweigung) über Vevey und Lausanne bis Genf (Grenze CH / F) und auf der N1 die Strecke Lausanne bis Bern über Yverdon und Avenches. D ie Strecke zwischen Ausfahrt Vennes - Ausfahrt Chexbres ist nicht zu bearbeiten. Für das Los 20, Bern - Genf sind die Hauptprozesse Sturz (Fels - und Eissturz), Rutschungen, Hochwasser/Murgang und Einsturz/Absenkung zu untersuchen. Die B e- urteilung und Analy se wird gemäss dem Dokument ASTRA "Risikoko n- zept Naturgefahren Nationalstrassen - Methodik für eine risikobasierte Beurteilung, Prävention und Bewältigung von gravitativen Naturgefahren auf Nationalstrassen" (Ausgabe 2012 V2.00) ausgeführt." 1.4.2 Die Bezeichnung als Dienstleistungsauftrag ist nicht zu beanstan - den. Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB bedeutet der Begriff "Dienstleistungs - auftrag" einen Vertrag zwischen der Auftraggeberin und einem Anbieter über die Erbringung einer Dienstleistung nach Anhang 1 Annex 4 GPA (BVGE 2008/48 E. 2.3). Hierfür wiederum massgeblich ist die Zentrale Produkteklassifikation der Vereinten Nationen (CPCprov; Urteil des Bun - desverwaltungsgerichts B -1773/2006 vom 25. September 2008, aus - zugsweise publiziert in BVGE 2008/48, E. 3). Die Ausschreibung ordnet die Beschaffung der CPV-Nummer 71351220 "Geologische Beratung" zu. Dies entspricht der Referenznummer 86751 gemäss CPCprov. Damit ist die Beschaffung der Kategorie " Unternehmungsberatung und verbunde- ne Tätigkeiten " mit der Referenznu mmer 865, 866 zuzuordnen, welche von Anhang 1 Annex 4 GPA (i. V. m. Anhang 1a VöB) erfasst wird (vgl. BVGE 2011/17 E. 5.4.3). Die Auftragsart fällt demnach in den sachlichen Anwendungsbereich des BöB. 1.5 Gemäss Art. 6 Abs. 1 lit. b BöB i.V.m. Art. 1 lit. b d er Verordnung des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (im Folgenden: WBF) über die Anpassung der Schwellenwerte im öffentli- chen Beschaffungswesen für die Jahre 2014 und 2015 (SR 172.056.12) ist das BöB anwendbar, wenn der geschätzte Wert des zu vergebenden Dienstleistungsauftrags den Sc hwellenwert (ohne MWST) von Fr. 230'000.- erreicht. Laut Publikation vom 3. Juni 2014 auf simap.ch wurde der Zuschlag zum Preis von CHF 317'385.00 (ohne MWST) erteilt. Demnach wird der für die B-3482/2014 Seite 7 Anwendbarkeit des BöB massgebliche Schwellenwert im vorliegenden Fall überschritten. 1.6 Als nicht berücksichtigte Anbieterinnen sind die Beschwerdeführeri n- nen nach Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Beschwerde legitimiert (vgl. BVGE 2007/13 E. 1.4). Frist und Form de r Beschwerde sind gewahrt (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Kostenvorschuss wurde fristg e- recht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 1.7 Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2. 2.1 Die Beschwerdeführerinnen beanstanden die Bewertung ihrer Offerte beim Zuschlagskriterium 3 (ZK3) "Schlüsselpersonen" mit der Note 3 und erachten diese für nicht nachvollziehbar und inkonsis tent, insofern als i h- re Offerte im Rahmen des Vergabeverfahrens zum Los 18 beim gleichen Zuschlagskriterium für die gleichen Schlüsselpersone n und Referenzen die Note 4 erhalten habe. Auch wenn sie in dem hier im Streit stehenden Vergabeverfahren Projektleiter und Projektleiter -Stellvertreter ausg e- tauscht hätten, sei für die Beschwerdeführerinnen nicht nachvollziehbar, dass eine ganze Note in Abzug gestellt werden könne. Die Vergabestelle stellt sich auf den Standpunkt, die von ihr vorgeno m- mene Bewertung sei rechtskonform und im Rahmen ihres Ermessens e r- folgt. Die schlechtere Bewertung der Schlüsselpersonen im vorliegenden Vergabeverfahren sei auf den Abtausch von Projektleiter und Projekt - Leiter-Stellvertreter zurückzuführen. Dieselben Referenzobjekte, die im Vergabeverfahren zu Los 18 für den Projektleiter-Stellvertreter eingereicht worden seien, vermochten als Referenzobjekte des Projektleite rs im vor- liegenden Vergabeverfahren die gestellten Anforderungen nicht vollu m- fänglich zu erfüllen. Insbesondere seien die Voraussetzungen der gle i- chen Funktion, vergleichbaren Komplexität und des entsprechenden Auf- gabenbereichs nicht für beide Referenzprojekte gegeben. 2.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts umfasst die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (Art. 49 Bst. a VwVG) sowie die unrichtige oder unvollständ i- ge Feststellung des rechtseheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. c VwVG). Hingegen schliesst Art. 31 BöB den Beschwerdegrund der Unangeme s- senheit für ein Beschwerdev erfahren in Submissionsstreitig keiten spezi- algesetzlich aus. Der Ausschluss der Rüge der Unangemessenheit u m-B-3482/2014 Seite 8 fasst dabei in Vergabesachen nicht nur die Wahl der techni schen Spezifi- kationen und der Eignungs- und der Zuschlagskriterien, sondern gilt auch für die Bewertung der Offerten ( PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Be schaffungsrechts, Z ü- rich/Basel/Genf 2013, Rz. 1286 u. 1388 mit weiteren Hinweisen). Eine Korrektur der Noten - bzw. Punktgebung kommt daher nur in Be - tracht, soweit sich diese nicht nur als unangemessen, sondern vielmehr als rechtsfehlerhaft erweist (Zwischenentscheide des Bundesverwal- tungsgerichts B -6762/2011 vom 26. Januar 2012 E. 4.1, B -4621/2008 vom 6. Oktober 2008 E. 6.3, mit Hinweisen). 2.3 Bei der Auswahl und Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien verfügt die Vergabebehörde über einen breiten Ermessensspielraum, in welchen das Bundesverwaltungsgericht nur unter qualifizierten Voraus - setzungen eingreift (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -6742/2011 vom 2. September 2013 E. 2.2, B -6082/2011 vom 8. Mai 2012 E. 2.2, B-4717/2010 vom 1. April 2011 E. 6.5, B -3311/2009 vom 16. Juli 2009 E. 6.2). Die Reihenfolge und Gewichtung der Zuschlagskriterien sind im Voraus bekannt zu geben. Der Vergabebehörde ist es untersagt, die den Anbietenden bekannt gegebenen Vergabek riterien nachträglich zu ä n- dern, einzelne Kriterien beim Zuschlag ausser Acht zu lassen, die Bedeu- tungsreihenfolge der Kriterien umzustellen, andere Gewichtungen vorz u- nehmen oder zusätzliche, nicht publizierte Kriterien heranzuziehen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -6837/2010 vom 15. März 2011 E. 3.1 f.). Ebenfalls ein erheblicher Ermessensspielraum kommt der Vergabestelle im Rahmen der Offertbewertung zu (Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts B -6742/2011 vom 2. September 2013 E. 2.2, B -6082/2011 vom 8. Mai 2012 E. 2.3). Das Verfügen über einen Ermessensspiel raum be- deutet aber nicht, dass sie diesbezüglich völlig frei ist. Sie ist vielmehr an die Verfassung gebunden und muss insbesondere das Rechtsgleic h- heitsgebot und das Ver -hältnismässigkeitsprinzip beachten. Ausserdem sind Sinn und Zweck der gesetzlichen Or dnung zu beachten (Urteil des Bundesverwaltungsge-richts B-6742/2011 vom 2. September 2013 E. 2.2, B-7571/2009 vom 20. April 2011 E. 7.3 mit Hinweisen). B-3482/2014 Seite 9 2.4 2.4.1 Die Vergabestelle hat den hier zum Gegenstand stehenden Diens t- leistungsauftrag am 21. Februar 2014 im offenen Verfahren auf der Inter- netplattform SIMAP publiziert. Gemäss dem Ausschreibungstext galten für die Vergabe die im Punkt 3.9 der Ausschreibung genannten Zu- schlagskriterien, Gewichtungen und Bewertungsregeln . D as nachfolgen- de Zitat beschränkt sich auf das Zuschlagskriterium der Schlüsselpers o- nen, deren Bewertung im vorliegenden Fall bestritten wird: "ZK 3: SCHLÜSSELPERSONEN (GEWICHTUNG 30%) Referenzen in Bezug zur Aufgabe resp. zu den Aufgaben im Projekt und deren Aktualität. Pro Schlüsselperson resp. Hauptprozess sind zu erbringen: - 2 unterschiedliche Referenzobjekte in den letzten 5 Jahren, in min- destens gleicher Funktion, mit vergleichbarer Komplexität und im entsprechenden Aufgabenbereich. Sofern Phase 1 und Phase 2 bei laufenden Losen zur Gefahrenbeur- teilung und Risikoanalyse betreffend Naturgefahren auf National- strassen als Resultate abgegeben worden sind, wird diese Arbeit als Referenz anerkannt und bewertet. Es darf sich nur 1 Referenz pro Person auf die Gefahrenbeurteilung und Risikoanalyse National- strassen betreffend Naturgefahren beziehen. Für Referenzen und Schlüsselpersonen wird festgelegt: (a) Die Benennung derselben Referenzen für mehrere Bereiche und mehrere Personen ist möglich, sofern die entsprechenden Aufga- benbereiche abgedeckt sind. (b) Die Besetzung der Projektleitung und Projektleitung-Stv. durch dieselbe Person ist nicht gestattet. (c) In allen anderen Fällen ist die Besetzung von mehr als einer Funktion durch dieselbe Person möglich. *Als Schlüsselpersonen gelten Personen, welche im Projekt folgende Funktion ausüben: Projektleitung (für alle Prozesse gemeinsam), Projektleitung-Stv. (für alle Prozesse gemeinsam), Verantwortliche je Hauptprozess (Sturz, Hochwasser/Murgang, Rutschung, Einsturz/Absenkung) und Ver- antwortlicher für Risikoanalyse (für alle Prozesse gemeinsam). Benotung der übrigen Zuschlagskriterien Die Bewertung erfolgt immer mit Noten von 0 bis 5: 0 = Nicht beurteilbar; keine Angabe 1 = Sehr schlechte Erfüllung; ungenügende, unvollständige Angaben 2 = Schlechte Erfüllung; Angaben ohne ausreichenden Projektbezug 3 = Normale, durchschnittliche Erfüllung; Durchschnittliche Qualität, den Anforderungen der Ausschreibung entsprechend 4 = Gute Erfüllung; Qualitativ gut B-3482/2014 Seite 10 5 = Sehr gute Erfüllung; Qualitativ ausgezeichnet, sehr grosser Bei- trag zur Zielerreichung Sofern ein Hauptkriterium aus Subkriterien besteht, werden diese benotet. Die Punktzahl des Hauptkriteriums ergibt sich aus der Summe der Noten der Subkriterien multipliziert mit ihrer Gewichtung. Punkteberechnung: Summe aller Noten multipliziert mit ihrer Gewich- tung (Maximalpunktzahl: Note 5 x 100 = 500 Punkte)." Nicht nur das soeben aufgeführte Zuschlagskriteri um der Schlüsselpe r- sonen, sondern auch die übrigen Zuschlagskriterien inklusive Gewichtu n- gen und Bewertungsregeln betreffend das Los 20 stimmen mit denjenigen betreffend das Los 18 überein (vgl. Ziff. 3.9 der Ausschreibung, publiziert auf der Internetplattform SIMAP am 21. Februar 2014, Meldungsnummer 808747). Projekttitel der letztgenannten Beschaffung ist die "Gefahrenbe- urteilung und Risikoanalyse betreffend Naturgefahren auf Nationalstra s- sen – Los 18, Biel – Yverdon / Bern – Wimmis" (Ziff. 2.2 der Ausschre i- bung). 2.4.2 Aus der Konzeption der Eignungs- und Zuschlagskriterien im vorlie- genden Fall sowie im Vergabeverfahren zu Los 18 ergibt sich, dass Refe- renzen der Unternehmung im Rahmen der Eignungsprüfung (Eignungs- kriterium E1 technische Leistungsfähigkeit, Punkt 3.7 f. der Ausschre i- bung) und Referenzen des Schlüsselpersonals im Rahmen der Z u- schlagskriterien (Zuschlagskriterium ZK3, Punkt 3.9 der Ausschreibung) berücksichtigt wurden. Es stellt sich vorab die Frage, ob Aspekte, die schon bei der Eignungsprüfung gewertet wurden, nochmals im Rahmen der Zuschlagskriterien in Betracht gezogen werden dürfen. Nach der Rechtsprechung ist eine Berücksichtigung der Mehreignung bei den Zuschlagskriterien ausnahmsweise zulässig. So hat das Bundesge- richt erkannt, dass Eignungs - und Zuschlagskriterien zwar auseinander- zuhalten sind, aber es nicht für grundsätzlich unzulässig gehalten, eine gewisse Mindestanforderung als Eignungskriterium zu verlangen und e i- ne darüber hinausgehende Erfüllung als Zuschlagskriterium zu gewic h- ten; dies zumindest dort, wo es auf fachliche Eignung oder Erfahrung a n- komme, sei die Berücksichtigung einer M ehreignung im Rahmen des Z u- schlags zulässig (vgl. BGE 139 II 489 E. 2.1 -2.2). Das Bundesverwa l- tungsgericht schliesst ebenfalls die Berücksichtigung einer Mehreignung im Rahmen der Zuschlagskriterien nicht grundsätzlich aus, sofern die Mehreignungskriterien einen Bezug zum Projekt aufweisen ; eine solche Projektbezogenheit wird im Fall von Referenzen der Schlüsselpersonen B-3482/2014 Seite 11 insofern bejaht, als sich grössere Erfahrung oder bessere Ausbildung auf die Wirtschaftlichkeit auswirken könnten (Urteil des Bundesverwalt ungs- gerichts B -6082/2011 vom 8. Mai 2012 E. 2.1.4). Das Bundesverwa l- tungsgericht hält es indessen für grundsätzlich unzulässig, anbieterbezo- gene Aspekte bei "banalen" Lieferaufträgen als Zuschlagskriterien zu prü- fen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -5164/2013 vom 27. No- vember 2013 E. 3, B-6082/2011 vom 8. Mai 2012 E. 2.1.4). Entsprechend der zitierten Praxis ist eine allfällige Berücksichtigung der Mehreignung im Rahmen der Zuschlagskriterien beim vorlieg enden Dienstleistungsauftrag nicht zu beanstanden, denn das Kriterium der R e- ferenzen der Schlüsselpersonen stellt grundsätzlich ein zulässiges Krit e- rium im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsprüfung dar . Eine nähere Ause i- nandersetzung mit diesem Thema erübrigt sich, nachdem die Parteien in diesem Zusammenhang keine Einwände erhoben haben. 2.5 Strittig ist im vorliegenden Fall die Bewertung des Zuschlagskriter i- ums 3 (ZK3) "Schlüsselpersonen ", genauer die Bewertung der Subkrit e- rien "Projektleiter" und "Projektleiter-Stellvertreter". 2.5.1 Gemäss dem Bewertungsblatt der Offerte der Beschwerdeführeri n- nen zum Los 20 wurden die von ihnen angegebenen Projektleiter bzw. Projektleiter-Stellvertreter im Einzelnen wie folgt bewertet und benotet (im Unterschied zum Bewertungsblatt wi rd vorliegend auf eine Namensne n- nung verzichtet und die jeweilige Person mit A oder B bezeichnet): ZK 3 Schlüsselpersonen Bemerkungen Note 3,43 Gewichtung 30 Punkte 90 Projektleiter A.__ Keine PL-Funktion in Referenz 2 Beide Referenzen sind "sturzlastig" PL-Tätigkeit / Inte r- disziplinäre Arbeiten 2 B-3482/2014 Seite 12 nicht dargestellt Projektleiter Stel l- vertreter B.__ Referenzen zeigen interdisziplinäre A r- beiten 4 Wie der Ausschreibung (vgl. E. 2.4.1) und dem Bewertungsblatt zu ent- nehmen ist, waren pro Los Schlüsselpersonen für sieben verschiedene Funktionen (Projektleiter, Projektleiter -Stellvertreter, Verantwortlicher für die einzelnen Hauptprozesse Sturz, Hochwasser/Murgang, Rutschung, Einsturz/Absenkung sowie Verantwortlicher für Risikoanalyse) zu bewe r- ten. Das arithmetische Mittel der einzelnen Subkriterien (2 -4-4-4-4-2-4) ergab im Los 20 3,43. Gemäss publizierten Zuschlagskriterien und deren Bewertung erfolgt eine Bewertung nur mit ganzen Noten, weshalb das arithmetische Mittel auf die Note 3 gerundet wird, welche, multipliziert mit der Gewichtung, zu 90 Punkten führt. Gemäss dem Bewertungsblatt der Offerte der Beschwerdeführerinnen zum Los 18 wurden die Schlüsselpersonen des Projektleiters und Projekt- leiter-Stellvertreters im Einzelnen wie folgt bewertet und benotet (im Un- terschied zum Bewertungsblatt wird vorliegend auf eine Namensnennung verzichtet und die jeweilige Person mit A oder B bezeichnet): ZK 3 Schlüsselpersonen Bemerkungen Note 3,57 Gewichtung 30 Punkte 120 Projekt-Leiter B.__ Referenzen erfüllen die Anforderungen gut, Qualifikation als PL ist dargestellt 4 Projektleiter Stel l- vertreter A.__ 3 B-3482/2014 Seite 13 Beim Angebot zu Los 18 ergab das arithmetische Mittel der sieben Ei n- zelbewertungen indes die Note 3,57 (4 -3-4-4-4-2-4), welche gerundet auf 4 und multipliziert mit dem Gewichtungsfaktor 120 Punkte ergab. Aus der Gegenüberstellung der eingereichten Bewertungsblätter ergibt sich, dass die Beschwerdeführerinnen im Angebot zu Los 20 die Rollen der Personen des Projektleiters und des Projektleiter -Stellvertreters g e- genüber ihrem Angebot zu Los 18 umgestellt haben. Die übrigen fünf an- geführten Schlüsselpersonen im Angebot zu Los 20 sind dieselben wie im Angebot zu Los 18, sie wurden in beiden Vergabeverfahren gleich bewer- tet. 2.5.2 2.5.2.1 Die Beschwerdeführerinnen können nicht verstehen, warum sie bei gleichen Bewertungskriterien für die gleichen Schlüsselpersonen und deren Referenzen im vorliegenden Vergabeverfahren die Note 3, im Ve r- gabeverfahren betreffend das Los 18 jedoch die Note 4 erhalten haben. Allein der Austausch der Schlüsselpersonen Projektleiter und Projektle i- ter-Stellvertreter im vorliegenden Vergabeverfahren vermöge den Abzug von einem Punkt nicht zu erklären. Daraus folgern sie, dass die Vergabe- stelle eine inkonsistente und nicht nachvollziehbare Begründung vorg e- nommen habe. 2.5.2.2 In der Vernehmlassung führt die Vergabestelle aus, dass der Ab- tausch von Projektleiter und Projektleiter-Stellvertreter zu einer schlechte- ren Bewertung des Zuschlagskriteriums der Schlüsselpersonen im vorli e- genden Vergabeverfahren geführt habe. Lediglich die Referenz 1 des im vorliegenden Vergabeverfahren angeführten Projektleiters erfülle bei ent- gegenkommender Betrachtung die gestellten Anforderungen, wob ei die Beschwerdeführerinnen in ihrem Angebot kein interdisziplinäres Arbeiten dargelegt und keine Angaben zur Projektleiterfunktion gemacht hätten. Indessen erfülle die Referenz 2 nur die zeitliche Voraussetzung. Zudem habe der angeführte Projektleiter keine Projektleiterfunktion innegehabt und auch hier seien die Beschwerdeführerinnen nicht auf die Projektle i- tertätigkeiten eingegangen. Die Vergabestelle hätte bei den Referenzen des Projektleiters Ausführungen zur Tätigkeit als Projektleiter wie z. B. or- ganisatorische Aufgaben, fachliche Betreuung und Begleitung der invo l- vierten Personen, Projektabläufe inkl. Sitzungen, das Aufzeigen von i n- terdisziplinären Arbeitsweise, Anforderungen von Seiten Auftraggeber, usw. erwartet. B-3482/2014 Seite 14 Im Weiteren begründet die Vergabes telle die Erteilung der Note 3 für die gleichen Referenzobjekte von A.__ als Projektleiter-Stellvertreter im An- gebot zu Los 18 damit, dass die fehlende Projektleiterfunktion sowie der nicht nachgewiesene Aufgabenbereich als Projektleiter oder Projektleiter- Stellvertreter im Referenzprojekt nicht zu einem Abzug geführt hätten . Denn die Anforderungen der Vergabestelle an den Projekt leiter- Stellvertreter bzw. seine Referenzen seien tiefer angesetzt als an den Projektleiter. Die Beschwerdeführerinnen haben auf die Einreichung einer Replik ve r- zichtet. 2.5.3 Anhand der Bewertungsblätter wird ersichtlich, dass B.__ sowohl im Vergabeverfahren zu Los 18 als Projektleiter als auch im Vergabeverfa h- ren zu Los 20 als Projektleiter -Stellvertreter gleich bewertet wu rde. Aus diesem Umstand ist abzuleiten, dass sich die Beschwerdeführerinnen im Wesentlichen nur gegen die tiefere Bewertung von A.__ in seiner Funkti- on als Projektleiter im vorliegenden Vergabeverfahren im Vergleich zum Vergabeverfahren zu Los 18 wenden, wo er als Projektleiter-Stellvertreter eingesetzt wurde. Nachfolgend ist daher zu untersuchen, ob der Rollentausch von A.__ von Projektleiter-Stellvertreter im Angebot zu Los 18 zu Projektleiter im Ang e- bot zu Los 20 bei gleichbleibenden Referenzobjekten zu einer unte r- schiedlichen Bewertung führen durfte bzw. ob eine unterschiedliche B e- wertung aufgrund des Funktionswechsels generell als nachvollziehbar erachtet werden kann. 2.5.3.1 Unter dem Zuschlagskriterium "Schlüsselpersonal" werden übl i- cherweise Aspekte wie die berufliche Ausbildung und die bisherige Erfah- rung der für die Auftragsausführung konkret vorgesehenen und im Ang e- bot benannten Schlüsselpersonen in vergleichbaren Projekten beurteilt und bewertet. Ein Wechsel in der vorgesehenen konkreten Funktion der Schlüsselperson in einem späteren Vergabeverfahren muss für sich allein weder für eine unterschiedliche noch für die gleiche Beurteilung wie im ersten Vergabeverfahren sprechen. Eine vom früheren Vergabeverfahren abweichende Beurteilung kann beispielsweise beim Vorliegen unte r- schiedlicher Referenzobjekte in Betracht kommen, sowie wenn die betref- fende Schlüsselperson aufgrund ausgetauschter Rollen in den eing e- reichten Referenzobjekten eine andere als die effektiv vorgesehene Funk- tion innehat. Letztlich könnte sich eine unterschiedliche Beurteilung von B-3482/2014 Seite 15 Faktoren wie Ausbildung, Erfahrung und Fachkompetenz noch aufgrund der funktionsbezogenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten der jeweil i- gen Schlüsselperson aufdrängen. 2.5.3.2 Bei der Beurteilung der Referenzobjekte des Schlüsselpersonals erscheint wie bereits erwähnt plausibel, auch projektorganisatorischen Aspekten wie den verschiedenen Verantwortungen der betreffenden Schlüsselpersonen Rechnung zu tragen. Diesbezüglich hält die Vergabestelle in der Vernehmlassung fest, dass ein Projektleiter für die operative Planung und Steuerung des Projektes verantwortlich sei und in diesem Zusammenhang die Verantwortung für das Erreichen von Sach -, Termin- und Kostenzielen im Rahmen der Pr o- jektdurchführung trage. Im Bereich der Planung lege er Ziele sowie benö- tigte Ressourcen für deren Erreichung fest. Aufgrund dieser plausiblen Funktionsbeschreibung lässt sich nachvollziehen, dass die Vergabestelle bei den Referenzen eines Projektleiters vom Anbieter Ausführungen zur Tätigkeit als Projektleiter erwartet und Anforderungen an organisatorische Aufgaben, fachliche Betreuung und Begleitung der involvierten Personen, Projektabläufe inklusive Sitzungen sowie interdisziplinäre Arbeitsweise stellt. Selbst wenn davon auszugehen wäre, das s der stellvertretende Projek t- leiter über d ie gleichen Fach -, Methoden - und Führungs kompetenzen sowie die gleichen Ausbildung verfüge und die gleichen Aufgaben wie der Projektleiter wahrnehme, wäre zu berücksichtigen , dass er dem Projek t- leiter unterstellt ist und die Planungs- und Führungsverantwortung beim Projektleiter verbleibt. Der Vergabestelle ist also grundsätzlich nichts vor- zuwerfen, wenn sie bei der Bewertung der Schlüsselperson des Projek t- leiters und deren Referenzobjekte einen strengeren Massstab anlegt als beim Projektleiter-Stellvertreter (vgl. hierzu auch das Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts B -5164/2013 vom 27. November 2013 E. 3.2). Die höheren Anforderungen lassen sich durchaus mit der Funktion und der erhöhten Verantwortung erklären, die mit dem Status eines Projektleiters einhergehen. Nach dem Gesagten leuchtet ein, dass und warum Referenzobjekte des Projektleiter-Stellvertreters und deren Mängel nicht mit der gleichen Strenge wie die Referenzobjekte des Projektleiters zu beurteilen sind. Es ist daher generell nachvollziehbar, dass gleiche Referenzobjekte differen- ziert beurteilt werden , je nachdem ob sie in einem Vergabeverfahren für B-3482/2014 Seite 16 den Projektleiter-Stellvertreter oder für den Projektleiter eingereicht wer- den. Das in Art. 1 Abs. 2 BöB für das Vergaberecht gesondert stipulierte Gleichbehandlungsgebot sieht - gleich wie Art. 8 Abs. 1 der Bundesve r- fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) - kein absolutes, sondern ein relatives Gleichbehandlungsgebot vor, wonach "Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich und U n- gleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich" zu behandeln ist. Unter dieser Prämisse ist nicht zu beanstanden, dass die gleichen Ref e- renzobjekte, die – wie vorliegend – in einem ersten Vergabeverfahren für den Projektleiter-Stellvertreter bzw. in einem späteren für den Projektleiter eingereicht wurden, in Abhängigkeit der im jeweiligen Vergabeverfahren effektiv eingenommen Funktion unterschiedlich beurteilt werden. Vorliegend verhält e s sich so, dass in einem der Referenzobjekte des Projektleiter-Stellvertreters im Angebot zu Los 18 bzw. des Projektleiters im Angebot zu Los 20 die erforderliche Projektleiterfunktion fehlt. Entge- gen der Meinung der Beschwerdeführerinnen stellt der Austausch der Rollen von Projektleiter-Stellvertreter zu Projektleiter mit den gleichen Re- ferenzobjekten im aktuellen Vergabeverfahren doch einen bedeutenden Unterschied dar, der eine ungleiche Bewertung der Referenzobjekte zu rechtfertigen vermag. Schon aus diesem Grund erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen. Im Übrigen erheben die Beschwerdeführerinnen in ihrer Beschwerdeschrift pauschal den Vorwurf der inkonsistenten und nicht nachvollziehbaren Bewertung, ohne sich mit dieser Thematik vertieft auseinanderzusetzen. Insbesondere gehen sie mit keinem Wort auf die Frage ein, warum der im zweiten Vergabeverfahren angeführte Projektlei- ter aufgrund der getauschten Rolle genau gleich wie der im ersten Verga- beverfahren eingesetzte Projektleiter-Stellvertreter zu beurteilen wäre. Es kann nicht Aufgabe des Bundesverwaltungsgerichts sein, quasi von Am- tes wegen nach weiteren Argumenten für eine gleiche Beurteilung der Schlüsselpersonen wie im ersten Vergabeverfahren zu suchen. 2.5.4 Nur der guten Ordnung halber sei anzumerken, dass die von der Vergabestelle vorgenommene Bewertung der Referenzobjekte für das Subkriterium des Projektleiters im vorliegenden Vergabeverfahren mit der Note 2 als vergaberechtskonform erscheint. Aufgrund der im Bewe r- tungsblatt zum Angebot in Los 20 enthaltenen Bemerkungen und der mit diesen übereinstimmenden Ausführungen in der Vernehmlassung hat die Vergabestelle in nachvollziehbarer Weise aufzeigen können, dass da s B-3482/2014 Seite 17 Referenzobjekt 1 die an die Referenzprojekte gestellten Voraussetzungen insofern knapp erfüllte, als darin keine genauen Angaben zu interdi s- ziplinären Tätigkeiten und zur Projektleiterfunktion gemacht wurden. Mit Bezug auf das Referenzobjekt 2 hat die Vergabestelle eingewendet, dass die Projektleiterfunktion und der dazugehörige Aufgabenbereich nicht nachgewiesen seien. Da die Anforderungen an den Projektleiter-Stellvertreter üblicherweise tie- fer angesetzt werden als beim Projektleiter, erhellt, dass die fehlende Pro- jektleiterfunktion und der nicht nachgewiesene Aufgabenbereich als Pr o- jektleiter oder Projektleiter -Stellvertreter bei Los 18, wo die gleiche Schlüsselperson als Stellvertreter angeführt war, nicht zu einem Abzug führen mussten. Die Beschwerdeführerinnen führen auch in dieser Hi n- sicht nicht näher aus, weshalb sie die Bewertung als nicht nachvollzie h- bar empfinden und haben trotz Einsichtnahme in die eigenen Bewe r- tungsblätter auf die Einreichung einer Replik verzichtet. 2.5.5 Zusammenfassend ergibt sich , dass nachvollziehbar ist, wenn die Vergabestelle die gleichen Referenzobjekte, die in einem ersten Verg a- beverfahren für den Projektleiter -Stellvertreter bzw. in einem späteren Vergabeverfahren für den Projektleiter eingereicht w urden, jeweils unter Berücksichtigung der darin effektiv besetzten Funktion beurteilt. Eine un- terschiedliche Beurteilung lässt sich vorliegend rechtfertigen, da der fra g- liche Projektleiter in einem der Referenzobjekte aufgrund der ausg e- tauschten Rolle im vorliegenden Ver gabeverfahren keine Projektleite r- funktion innehat. Die Rüge der Beschwerdeführerin hinsichtlich der im Vergleich zu Los 18 inkonsistenten Bewertung durch die Vergabestelle ist pauschal und insofern nicht substanziiert begründet. Im Übrigen hat die Vergabestelle weder Bundesrecht verletzt noch ihr Ermessen pflichtwidrig ausgeübt, wenn sie dem in die sem Vergabeverfahren angeführten Pr o- jektleiter bei gleichen Referenzobjekten tiefer als im früheren Vergabever- fahren zu Los 18 bewertet hat, wo er als Projektleiter-Stellvertreter vorge- sehen war. 3. Im Beschwerdeverfahren werden vorab jene Akten beigezogen und zur Einsicht zur Verfügung gestellt, die sich als entscheiderheblich erweisen können, soweit keine schützenswerten Geheimhaltungsin teressen tan - giert sind (Urteil des Bundesverwaltu ngsgerichts B -1052/2012 vom 29. März 2012, E. 5.2 und B -913/2012 vom 28. März 2012, E. 9). Praxi s- gemäss können sich Beschränkungen des Akteneinsichtsrechts aus dem B-3482/2014 Seite 18 Prozessgegenstand ergeben ( GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a. a. O., N. 1368 m. w. H.). Mit der Beschwerde wurde eine "inkonsistente Bewertung bei gleichen Bewertungskriterien" geltend gemacht, weil die von der Beschwerdefüh- rerinnen angegebenen Schlüsselpersonen im Vergabeverfahren zu Los 20 die Note 3.0 bzw. im Vergabeverfahren zu Los 18 indes die Note 4 er- halten hätten. Aufgrund der Rechtsbegehren und der Beschwerdeb e- gründung besteht der Prozessgegenstand in einer ersten Phase in der Beantwortung der Frage, ob ein Abtausch der Schlüsselpersonen im Ve r- gleich zu einem früheren Vergabeverfahren zu einer unterschiedlichen Beurteilung führen kann und allenfalls ob die Bewertung der Offerte der Beschwerdeführerinnen beim Zuschlagskriterium "Schlüsselpersonen" unter Vergleich mit der Bewertung ihrer Offerte z um gleichen Zuschlag s- kriterium im Los 18 vergaberechtskonform ist. Aus diesem Grund wurden den Beschwerdeführerinnen mit Verfügung vom 21. Juli 2014 die Ve r- nehmlassung der Vergabestelle vom 8. Juli 2014 und die dazugehörigen Beilagen 1 -5, welche, soweit en tscheidrelevant, die einzelnen Bewe r- tungsblätter der Offerten der Beschwerdeführerinnen im Vergabeverfa h- ren zu Los 20 bzw. zu Los 18 umfassen. Aufgrund der ihnen zur Verfügung gestellten Unterlagen waren die B e- schwerdeführerinnen ohne Weiteres in der Lage, sich ein Bild von den Gründen zu machen, die zur Nichtberücksichtigung ihrer Offerte im vor- liegenden Vergabeverfahren geführt haben. Angesichts der sich vorli e- gend stellenden Fragen konnte das Bundesverwaltungsgericht für das vorliegende Urteil ausschlies slich auf die Beschwerde, auf die Verneh m- lassung der Vergabestelle und auf die Beilagen zur Vernehmlassung ab- stellen. Demnach erübrigt es sich, das bisher gewährte Akteneinsichts- recht auf weitere Unterlagen zu erstrecken . Dies umso mehr, als die Be- schwerdeführerinnen in ihrer Beschwerdeschrift kein Rechtsbegehren auf Akteneinsicht gestellt und auf die ihnen mit Verfügung vom 21. Juli 2014 eingeräumte Gelegenheit zur Einreichung einer Replik verzichtet haben. 4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass d ie Vergabestelle weder ihr Er- messen überschritten noch eine inkonsistente Beurteilung vorgenommen hat, wenn sie die Referenzobjekte von A.__ als Projektleiter im vorliegen- den Vergabeverfahren nicht gleich wie im Vergabeverfahren zu Los 18 bewertet hat , wo er als Projektleiter -Stellvertreter vorgesehen war . Es sind auch keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die Vergabestelle B-3482/2014 Seite 19 bei der Bewertung des Zuschlagskriteriums der Schlüsselpersonen gegen Bundesrecht verstossen oder das ihr zugestandene Ermessen rechtsfeh- lerhaft ausgeübt hätte. Es ist letzten Endes nicht zu beanstanden , wenn sie die Offerte der Beschwerdeführerinnen für den Zuschlag nicht berück- sichtigt hat. Die Beschwerde erweist sich daher als unbegründet und ist abzuweisen. 5. 5.1 Bei diesem Verfahrensausgang sind die Beschwerdeführerinnen kos - tenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr bestimmt sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Feb- ruar 2008, VGKE, SR 173.320.2). Für Streitigkeiten mit Vermö - gensinteresse legt Art. 4 VGKE den Gebührenrahmen aufgrund des Streitwertes fest. Im vorliegenden Fall ist die Gerichtsgebühr aufgrund des Streitwertes auf Fr. 2'500.– festzusetzen. Sie ist den unterliegenden Beschwerdeführerinnnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der einbe- zahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezahlung der Verfa h- renskosten verwendet. 5.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbehörde hat die in der Hauptsache ob- siegende Vergabestelle jedoch keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 5.3 Die Zuschlagsempfängerin verzichtete stillschweigend , am B e- schwerdeverfahren teilzunehmen und sich als Partei zu konstituieren. Entsprechend sind ihr für das vorliegende Beschwerdeverfahren weder Verfahrenskosten aufzuerlegen, noch eine Parteientschädigung zuz u- sprechen. B-3482/2014 Seite 20 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 2 '500.- werden den Beschwerdeführerin - nen auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde); – die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP Projekt-ID 109103; Gerichtsurkunde); – die Zuschlagsempfängerin (Einschreiben). Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Francesco Brentani Corrado Bergomi B-3482/2014 Seite 21 Rechtsmittelbelehrung: Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun - desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge - richtsgesetzes vom 17. Juni 2005, BGG, SR 173.110), wenn der ge - schätzte Wert des zu vergebenden Auftrags den massgebenden Schwel - lenwert erreicht und sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeu - tung stellt (Art. 83 Bst. f Ziff. 1 und 2 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Be gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefoch- tene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdefüh - rende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG). Versand: 24. September 2014