20. September 1990 649 Motion Bührer Kürzungen in anderen Bereichen, in ändern Departementen geführt. 4. Der Endtermin 2000 wäre für einige aufwendige Bauten - denken Sie an die Sihlexpressstrasse in Zürich, an die Nord- tangente der Stadt Basel, an die Umfahrung Biel - einfach nicht realistisch. Es wird nicht möglich sein, diese National- strassen in dieser Zeit zu bauen. Deshalb möchte ich Sie bitten, die Motion als Postulat zu über- weisen und ziehe folgendes Fazit: Der Bundesrat will und kann die Motion nicht erfüllen; es ist möglich, ein langfristiges Bauprogramm bald nach Ihrer Budgetberatung zu beschlies- sen. An einer zügigen Fertigstellung der Bauprojekte sind auch wir - im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten - inter- essiert; es braucht aber auch etwas Spielraum von Ihnen. Ich bitte Sie, diesen Handlungsspielraum nicht einzuschränken. Sie müssen zur Kenntnis nehmen, dass unabhängig davon diese Vollendung des Netzes im Jahre 2000 aus technischen Ueberlegungen nicht rechtzeitig kommen kann. Ich bitte Sie deshalb - ich hoffe, ich habe eine Chance -, diese Motion in ein Postulat umzuwandeln. Präsident: Der Motionär hält an der Motion fest. M. Delalay: Je voudrais simplement appuyer, en quelques mots, cette motion de M. Cavadini. En tant que représentant d'une région qui a attendu long- temps pour être desservie, je souscris pleinement à l'exigence posée parcelle motion, d'ailleurs en parfait accord, comme l'a dit son auteur, avec la votation fédérale du 1er avril de cette année. La volonté du Conseil fédéral de freiner la construction des routes nalionales s'est déjà manifestée par la réduction de 30 pour cent du crédit réclamé par les cantons au budgel 1990. Après coup, le Conseil fédéral a débloqué 150 millions, ce qui permettra cette année aux cantons de ne pas trop retar- der leurs programmes de constructions. Pour ce qui a trait au budget 1991, nous ne connaissons pas encore les chiffres attribués mais on sait déjà que les deman- des des cantons sont de l'ordre de 2 milliards au total, que l'Of- fice fédéral des routes veut disposer, pour y répondre au moins partiellement, d'un crédit de 1,3 milliard el que ce crédil aurait été encore compressé par le Conseil fédéral lors de la discussion du budget. La réduction serait donc pour 1991 de 40 pour cent des besoins dûmenl consignés par les cantons. Si tel élait le cas, un retard général de 5 à 10 ans est inévitable dans la réalisation du réseau des routes nationales dans les cantons où les conslruclions sont en cours actuellement. Ces circonstances font d'ailleurs qu'aujourd'hui, dans la pratique, l'Office fédéral des routes n'approuve pas des adjudications importanles car il prétend ne pas disposer des crédils suffi- sants. C'est la première fois que les cantons onl à déplorer une lelle pralique qui dépeinl bien l'état d'insécurité dans lequel se trouve l'administration à la suite des compressions budgétai- res répétées qui sont son lot. Je soutiens donc la motion de M. Cavadini el je vous invile à en faire de même. Cela esl d'aulanl plus juslifié qu'un pro- gramme à long terme est actuellemenl à l'élude et que les fonds ne manquent pas, contrairemenl à ce qu'on affirme ici. Nous avons ici l'occasion de manifesler clairement notre in- lenlion, de défendre une polilique en matière de communica- lions acceptée par le peuple el visanl à une réalisalion rapide el complèle du réseau des routes nationales. Abstimmung - Vote Für Ueberweisung der Motion Dagegen 21 Stimmen 4 Stimmen #ST# 90.596 Motion Bührer Weiterführung der Preisreduktion für Halb-Preis-Abonnemente Maintien de la réduction de prix sur les abonnements à demi-prix Wortlaut der Motion vom 20. Juni 1990 Der Bundesral wird beauftragt dem Parlament eine Kreditvor- lage zu unterbreiten, die es erlaubt die 1986 beschlossene und bis 1992 befristete Preisreduklion für Halb-Preis-Abonne- menlegrundsälzlich weilerzuführen. Ein einheillicher Preis für alle Allerskalegorien isl beizubehalten. Texfe de la motion du 20 juin 1990 Le Conseil fédéral esl chargé de proposer au Parlemenl un crédil permeltanl de maintenir le principe, décidé en 1986, de la réduclion accordée jusqu'à la fin de 1992 sur les abonne- menls à demi-prix. Toutes les catégories d'âge devront bénéfi- cier d'un prix uniforme. Mitunterzeichner-Cosignataires: Béguin, Jaggi, Jelmini, On- ken, Piller, Weber (6) Frau Bührer: Nachdem soviel vom Strassenbau gesprochen worden ist, bin ich dankbar, mit meiner Motion einen anderen Akzent in die Richlung «öffenllicher Verkehr» setzen zu dürfen. Im Frühjahr dieses Jahres hat mich eine Schlagzeile aufge- schreckf und zu diesem Vorsloss veranlassl. Sie hiess: «Die Zukunft des Halblaxabos isl nichl gesichert.» Es isl unbestritten, dass die Einführung des «Borromini» ein durchschlagender Erfolg war. Das Halbtaxabo brachte volks- wirtschaftliche, sozialpolitische und Umweltvorteile. Der Um- sleigeeffekf ist nachgewiesenermassen beträchtlich. Erfreu- lich ist auch, dass Leute mil bescheidenen Einkommen von der Verbilligung profilieren können. Also herrschl rundum Zu- friedenheil - und Irolzdem sind die aufziehenden Wolken un- übersehbar. Die Bahntarife sollen, müssen der Teuerung an- gepassl werden, und die SBB-Tarifmassnahmen - dazu ge- hörte seinerzeil die Einführung des Halblaxabos - sind bis 1992 befristet. Höchste Zeit also, die Frage nach der Weiterfüh- rung zu stellen, auch wenn für den Augenblick das Halbfaxabo bleibt, ist das längerfrislige Schicksal dieser Verbilligung un- gewiss. Es fahren heule 1,8 Millionen Leute zur halben Taxe. Es ist schlicht undenkbar, dass diese Einrichlung eines Tages fallengelassen würde. Meine Molion möchte das Halblaxabo auf solide Fusse stellen und über das Jahr 1992 hinaus sichern. Wir sind auf dem Weg zur «Bahn 2000». Wir glauben an die Zukunft der Bahn, und das Halblaxabo liegt im Trend. Es hat sich als slarker Anreiz er- wiesen, und Anreize sind heute nötig, wo fasi jeder - bald muss man sagen: zumindesl- ein Aulo hat Die Abschaffung wäre ein Rückenschuss für die Bahn, und eine Protestwelle würde durchs Schweizervolk rauschen. Ich möche keinem De- partemenlsvorsleher zumuten, diese Hiobsbotschaft zu über- bringen. Er müsste als Ueberbringer dieser schlechten Nach- richt im übertragenen Sinn natürlich, um seinen Kopf fürch- ten. Ich bitte Sie, sehr geehrter Herr Bundesrat, das Anliegen der Motion mildem Ziel an die Hand zu nehmen, das Halblaxabo zur festen Instilulion zu machen. Bundesral Ogi: Der erwähnte Bundesbeschluss läuft Ende 1992 aus. Das Bundesami für Verkehr ist beauftragt zu prüfen, ob die Weilerführung dieser Tariferleichlerung auch in Zukunft sinnvoll ist.Motion Bührer 650 E 20 septembre 1990 n seine Untersuchungen wird das BAVauch Beiträge aus der Wissenschaft einbeziehen müssen. Heute lässtsich also noch licht abschliessend beurteilen, ob die SBB-Tarifmassnahmen n der bestehenden Form beizubehalten oder durch ein verän- dertes Angebot seitens der Transportunternehmungen ab- tulösen sind. Der Verkauf des Halbtaxabonnementes hat den Charakter einer kommerziellen Massnahme der Transportun- :ernehmungen angenommen. Sie haben das sehr gut begrün- det. Ich möchte darauf nicht näher eintreten. Es stellt sich daherdie Frage, ob dafür den Transportunterneh- nungen die volle finanzielle Verantwortung übertragen wer- den könnte. Um keine unerwünschten Marktreaktionen - her- aufzubeschwören, dürften die Transportunternehmungen das Abonnement weiterhin zu einem Einheitstarif verkaufen, mög- icherweise auf einem leicht höheren Tarifniveau. 3reiserhöhungen zwecks Anpassung an die Teuerung sind in edem Fall nicht auszuschliessen. Ich habe aus Ihrem Votum Heraushören können, dass Sie das verstehen. Der Bundesrat wird also zu gegebener Zeit, wenn diese Ab- <lärungen abgeschlossen sind, seine Absichten bekanntge- Den. ch möchte als Conclusion folgendes sagen: Dieses populäre Abonnement wird sicher, so beurteile ich es heute, auch nach 1992 angeboten werden, möglicherweise etwas teurer. Sie sa- gen ja auch, Frau Bührer, der Verkehr sei zu billig, die Mobilität sei zu billig. Das höre ich auch von Ihnen. Dem Parlament wird tu gegebener Zeit über das weitere Vorgehen Bericht erstattet. Deshalb beantragt Ihnen der Bundesrat, die Motion in ein Po- stulat umzuwandeln. Präsident: Die Motionärin ist mit der Umwandlung ihrer Mo- :ion in ein Postulat einverstanden. 'Jeberwiesen als Postulat- Transmis comme postulat Schluss der Sitzung um 12.30 Uhr .a séance est levée à 12 h 30Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Bührer Weiterführung der Preisreduktion für Halb-Preis-Abonnemente Motion Bührer Maintien de la réduction de prix sur les abonnements à demi-prix In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1990 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 04 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.596 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.09.1990 - 08:00 Date Data Seite 649-650 Page Pagina Ref. No 20 019 201 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.