Kantonsgericht Schwyz Verfügung vom 3. März 2021 ZK2 2020 84 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann, Gerichtsschreiberin lic. iur. Cornelia Spörri-Kessler. In Sachen A.________ AG, Beschwerdeführerin, betreffend Kostenvorschuss (Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Höfe vom 7. Dezember 2020, ZEV 2020 59);- hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. a) Im Rahmen ihres am 5. Oktober 2020 gegen D.________ anhängig gemachten Verfahrens betreffend „Anfechtung Mietkündigung/Erstreckung Mietverhältnis“ setzte der Einzelrichter am Bezirksgericht Höfe der Beschwer- deführerin am 7. Oktober 2020 Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 8‘000.00 bis zum 28. Oktober 2020 an (Vi-act. E1). Mit Eingabe vom 28. Oktober 2020 beantragte die Beschwerdeführerin Folgendes (Vi-act. D1): 1. Die Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses sei der Klägerin einstweilen abzunehmen und es sei der für das oben genannte Kündigungsschutzverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und RA B.________ als ihr unentgeltlicher Rechtsbei- stand einzusetzen. 2. Ersatzweise ist der Kostenvorschuss für die Klage auf CHF 2'000 zu reduzieren sowie die Frist zur Leistung des Kostenvorschusses angemessen zu erstrecken. 3. Es sei mit weiteren Verfahrenshandlungen im Verfahren Kündi- gungsschutzverfahren zuzuwarten, bis über das vorliegende Ge- such entschieden ist. 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Ge- richtskasse. b) Mit Verfügung vom 19. November 2020 wies der Einzelrichter das Ge- such um unentgeltliche Rechtspflege ab (Vi-act. D2) und setzte der Be- schwerdeführerin gleichentags mit separater Verfügung Frist zur Leistung ei- nes Kostenvorschusses von Fr. 8‘000.00 bis am 4. Dezember 2020 an (Vi-act. E8). Weil die Beschwerdeführerin mit der Leistung des Kostenvor- schusses säumig blieb, ordnete der Einzelrichter am 7. Dezember 2020 eine nicht erstreckbare Nachfrist zur Leistung des Kostenvorschusses von Fr. 8‘000.00 bis zum 18. Dezember 2020 an (Vi-act. E12). Diese Frist verlän- gerte sich bis zum ersten Tag nach den Gerichtsferien (vgl. Vi-act. E13). Kantonsgericht Schwyz 3 c) Am 17. Dezember 2020 erhob die Beschwerdeführerin gegen die Verfü- gungen vom 19. November 2020 betreffend unentgeltliche Rechtspflege und 7. Dezember 2020 betreffend Kostenvorschuss Beschwerde mit den folgen- den Anträgen (KG-act. 1): 1. Die oben genannten Verfügungen des Bezirksgerichts Wollerau sind aufzuheben. 2. Der Klägerin ist unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren sowie [ein] unentgeltlicher Rechtsbeistand − und zwar auch bereits für das hier vorliegende Beschwerdeverfahren. 3. Ersatzweise ist der Kostenvorschuss für das betroffene Verfahren beim Bezirksgericht Höfe festzusetzen auf CHF 2'000. 4. Im Sinne eines Eilantrags und des vorläufigen Rechtsschutzes sei die Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses der Klägerin einst- weilen abzunehmen bzw. zu sistieren bis über das vorliegende Verfahren beim Kantonsgericht entschieden ist. 5. Das vorliegende Beschwerdeverfahren ist ohne Anhörung der Be- klagten zu führen. 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Ge- richtskasse. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die Verfügung vom 7. Dezember 2020 betreffend die Ansetzung der Frist zur Leistung eines Kostenvorschus- ses das Anfechtungsobjekt. d) Die Beschwerdeführerin informierte das Kantongericht am 5. Februar 2021 telefonisch über den eventuellen baldigen Abschluss eines Vergleichs in der Hauptsache, womit das Beschwerdeverfahren obsolet würde. Sie erkun- digte sich nach den allfälligen Kosten im Falle eines Rückzugs ihrer Be- schwerde, worauf ihr mitgeteilt wurde, dass reduzierte Gerichtskosten in Höhe von Fr. 500.00 anfallen würden (KG-act. 15). Das Bezirksgericht eröffnete dem Kantonsgericht mit Schreiben vom 10. Februar 2021, dass sich die Par- teien im Verfahren ZEV 2020 59 betreffend Anfechtung Mietkündi-Kantonsgericht Schwyz 4 gung/Erstreckung Mietverhältnis verglichen hätten und das Verfahren daher infolge Vergleichs als erledigt abgeschrieben werde (KG-act. 16). Die Ab- schreibungsverfügung datiert ebenfalls vom 10. Februar 2021 (KG-act. 18/1). Die Verfahrensleitung teilte der Beschwerdeführerin am 12. Februar 2021 un- ter Beilage des besagten Schreibens mit, dass das vorliegende Beschwerde- verfahren ohne Gegenbemerkungen bis am 19. Februar 2021 (Eingang beim Kantonsgericht, nicht erstreckbare Frist) kostenpflichtig (Fr. 500.00) abge- schrieben werde (KG-act. 17). Die Beschwerdeführerin liess sich nicht ver- nehmen. 2. a) Gemäss Art. 242 ZPO schreibt das Gericht das Verfahren ab, wenn es aus anderen Gründen (als Vergleich, Klageanerkennung und Klagerück- zug) ohne Entscheid endet. Diese Bestimmung gilt sowohl für das ordentliche, das vereinfachte und das summarische Verfahren als auch für das Rechtsmit- telverfahren (Gschwend/Steck, Basler Kommentar, 3. A. 2017, N 4 zu Art. 242 ZPO; Leumann Liebster, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kom- mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, N 1 zu Art. 242 ZPO). Gegenstandslosigkeit tritt gemäss allgemeiner Umschreibung dann ein, wenn der eingeklagte Anspruch aus einem rechtlichen oder faktischen Grund erlischt, der vom Willen der anspruchsberechtigten Partei unabhängig ist (Gschwend/Steck, a.a.O., N 7 zu Art. 242 ZPO; Leumann Liebster, a.a.O., N 2 zu Art. 242 ZPO). Ebenso wird das Verfahren bei Wegfall des Rechtsschutzin- teresses der klagenden Partei gegenstandslos (Gschwend/Steck, a.a.O., N 11 zu Art. 242 ZPO; Leumann Liebster, N 2 zu Art. 242 ZPO). b) Der Vorderrichter schrieb das vorinstanzliche Verfahren infolge Ver- gleichs ab. Vereinbarungsgemäss auferlegte er die Gerichtskosten von Fr. 500.00 den Parteien je zur Hälfte und schlug die Parteikosten wett (KG-act. 18/1). Die im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu beurteilende Frage der Ansetzung eines Kostenvorschusses über Fr. 8'000.00 bzw. einer Reduktion desselbigen ist gestützt auf die Mitteilung des Bezirksgerichts vom Kantonsgericht Schwyz 5 10. Februar 2021 bzw. die entsprechende Verfahrensabschreibung, das Tele- fonat mit der Beschwerdeführerin sowie mangels Einwänden ihrerseits innert der ihr mit Verfügung vom 12. Februar 2021 gesetzten Frist obsolet geworden. An der Beurteilung dieser Frage besteht nach der Abschreibung des erstin- stanzlichen Hauptverfahrens auch kein Rechtsschutzinteresse mehr. Da nicht im vorliegenden Beschwerdeverfahren, sondern im Hauptprozess vor erster Instanz ein Vergleich abgeschlossen wurde, ist das vorliegende Beschwerde- verfahren nach Art. 242 ZPO als gegenstandslos abzuschreiben (vgl. auch ZK2 2018 1 vom 28. Februar 2018, E. 2). 3. Im Abschreibungsbeschluss hat das Gericht nach den gesetzlichen Be- stimmungen die Prozesskosten (Art. 95 ff. ZPO) festzusetzen und über die Verteilung und Liquidation der Prozesskosten (Art. 104 ff. ZPO) zu entschei- den. Grundsätzlich werden die Kosten nach Ermessen des Gerichts verteilt (Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO). Weil der Grund für die Gegenstandslosigkeit des vorliegenden Beschwerdeverfahrens im Verhalten der Gesuchstellerin liegt bzw. sie dieses veranlasste, sind ihr, wie telefonisch und schriftlich angekün- digt, die Kosten aufzuerlegen. Nachdem die Beschwerdeführerin telefonisch mitteilte, dass das Beschwerdeverfahren im Falle eines Vergleichsabschlus- ses obsolet würde und sich über die Kosten der Abschreibung erkundigte so- wie nachdem ihr der Betrag von Fr. 500.00 mitgeteilt wurde und die Be- schwerdeführerin keine Einwände gegen eine kostenfällige Abschreibung des Beschwerdeverfahrens erhob und sie auch vor erster Instanz ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht aufrecht erhielt, wird ihr Gesuch um unent- geltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren ebenfalls gegenstands- los, wenn es nicht ohnehin als zurückgezogen zu betrachten ist. 4. Über die Abschreibung des Verfahrens kann gemäss § 40 Abs. 2 i.V.m. § 41 Abs. 1 JG präsidial entschieden werden;-Kantonsgericht Schwyz 6 verfügt: 1. Das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abge- schrieben. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.00 werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes unter den Vor- aussetzungen von Art. 93 BGG Verfassungsbeschwerde beim Bundes- gericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltend- machung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit Be- schwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der gleichen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzu- reichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 8‘000.00. 4. Zufertigung an die A.________ AG (1/R), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, die Akten werden im Verfahren ZK2 2020 83 retourniert) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Der Kantonsgerichtsvizepräsident Die Gerichtsschreiberin Versand 3. März 2021 kau