A bteilung IV D -1947/2007 haf/w ig {T 0/2} U rteil vom 13. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Fulvio H aefeli, G érald Bovier, R obert G alliker G erichtsschreiber G ert W inter A ._______, geboren _______, Aethiopien, alias A ._______, geboren _______, Aethiopien, vertreten durch lic. phil. I A. G erber, _______, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 12. Februar 2007 i. S. N ichteintreten auf W iedererw ägungsgesuch / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführerin, eine äthiopische Staatsangehörige m it Zugehörigkeit zur ethnischen G ruppe der O rom o, verliess den H eim atstaat nach eigenen Angaben am 14. O ktober 2002 auf dem Luftw eg und gelangte am 16. O ktober 2002 unter U m gehung der G renzkontrolle in die Schw eiz, w o sie gleichentags um Asyl nach- suchte. D ie Vorinstanz lehnte das Asylgesuch m it Verfügung vom 5. M ärz 2003 ab und verfügte die W egw eisung sow ie deren Vollzug. B. M it Eingabe vom 10. M ärz 2003 (Poststem pel vom 18. M ärz 2003) erhob die Be- schw erdeführerin gegen diesen Entscheid bei der dam als zuständigen Schw eizeri- schen Asylrekurskom m ission (AR K) Beschw erde. D iese w urde m it U rteil vom 14. April 2003 der AR K abgew iesen. C . In der Folge liess die Beschw erdeführerin am 29. D ezem ber 2006 (Poststem pel vom 31. D ezem ber 2006) ein W iedererw ägungsgesuch beim BFM einreichen und die nachfolgend aufgeführten Anträge stellen: Es sei die Verfügung vom 5. M ärz 2003 des BFF in W iedererw ägung zu ziehen und der Beschw erdeführerin Asyl zu gew ähren. Auf jeden Fall sei vom Vollzug der W egw eisung abzusehen. G egebe- nenfalls sei die U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung festzustellen und die vorläufige Aufnahm e der Beschw erdeführerin in der Schw eiz anzuordnen. Eventualiter sei eine vorsorgliche M assnahm e im Sinne von Art. 56 des Bundesge- setzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) anzuordnen. D . M it Verfügung vom 12. Februar 2007 - eröffnet am 13. Februar 2007 - trat das BFM auf das W iedererw ägungsgesuch vom 29. D ezem ber 2006 nicht ein und stell- te fest, die Verfügung des Bundesam tes vom 5. M ärz 2003 sei rechtskräftig und vollstreckbar. D es W eiteren kom m e einer allfälligen Beschw erde keine aufschie- bende W irkung zu. Schliesslich w urde auf die Erhebung von G ebühren verzichtet. E. M it Zw ischenverfügung vom 19. M ärz 2007 ordnete der Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts die Aussetzung des W egw eisungsvollzugs an und teil- te der Beschw erdeführerin m it, sie könne den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten. G leichzeitig w ies er das G esuch um G ew ährung der unentgelt- lichen R echtspflege ab, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und lud die Vorinstanz zur Einreichung einer Stellungnahm e ein. F. In seiner Vernehm lassung vom 29. M ärz 2007 schloss das BFM auf Abw eisung der Beschw erde. Zur Begründung w urde im W esentlichen ausgeführt, die Be- schw erdeführerin m ache in der Eingabe vom 29. D ezem ber 2006 geltend, sie sei w egen ihrer ethnischen Zugehörigkeit zu den O rom o sow ie aufgrund der allgem ei- nen Situation in Äthiopien bei einer allfälligen R ückkehr einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung ausgesetzt. D iese Vorbringen gäben nicht Anlass, die Ein- gabe als zw eites Asylgesuch aufzunehm en und zu behandeln. Insbesondere habe die Beschw erdeführerin w eder explizit noch sinngem äss exilpolitische Aktivitäten und dam it zusam m enhängend subjektive N achfluchtgründe geltend gem acht. Ihr Vorbringen, w onach sich die Lage in Äthiopien in letzter Zeit verschlechtert habe, 3 bleibe eine blosse bausteinhafte Behauptung. D eshalb sei das BFM m it Verfügung vom 12. Februar 2007 auf das G esuch nicht eingetreten. Anders zu entscheiden w ürde bedeuten, dass bei jeder behaupteten und / oder unbew iesenen Äusserung, sofern die Voraussetzungen für einen Entscheid gem äss Art. 32 Abs. 2 Bst. e des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) nicht gegeben seien, eine Anhörung durchzuführen w äre, w as in keiner W eise in der Absicht des G esetzgebers liege. D em entsprechend w erde auf die Erw ägungen in der angefochtenen Verfügung verw iesen und vollum fänglich daran festgehalten. G . M it Zw ischenverfügung vom 11. April 2007 räum te der Instruktionsrichter des Bun- desverw altungsgerichts der Beschw erdeführerin die M öglichkeit ein, sich bis zum 26. April 2007 zur Vernehm lassung des BFM vom 29. M ärz 2007 schriftlich zu äussern. D ie Beschw erdeführerin liess die angesetzte Frist ungenutzt verstreichen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorin- stanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw er- de ist m ithin einzutreten. 3. D ie Beschw erdeführerin m acht in ihrer Eingabe geltend, sie habe im R ahm en des W iedererw ägungsgesuchs eine neue politische Lageeinschätzung für Äthiopien eingebracht, w elche nicht G egenstand des ordentlichen, im Jahre 2003 abge- schlossenen Verfahrens gew esen sei. Aus ihr ergebe sich, dass der Vollzug der W egw eisung zum jetzigen Zeitpunkt unzum utbar sei. 4. Ein Anspruch auf W iedererw ägung besteht nam entlich dann, w enn sich der rechts- erhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsw eise seit dem U rteil der m it Beschw erde angerufenen R echtsm ittelinstanz (vgl. Entschei- dungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 4 1995 N r. 21 E. 1c S. 204) in w esentlicher W eise verändert hat und m ithin die ur- sprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist (vgl. EM AR K 2003 N r. 7 E. 1 S. 42 f.). Ferner können auch R evisionsgründe im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Vw VG zu einer W iedererw ä- gung führen, jedoch nur dann, w enn eine unangefochten gebliebene, form ell rechtskräftig gew ordene Verfügung vorliegt (vgl. EM AR K 2003 N r. 17 E. 2a S. 103 f.) oder, w enn zw ar vorgängig ein R echtsm ittel ergriffen w orden w ar, die R evisionsgründe sich jedoch nicht auf das Zustandekom m en des im betreffenden Beschw erdeverfahren ergangenen Prozessurteils, sondern auf die m it Beschw erde angefochtene Verfügung des Bundesam tes beziehen (vgl. EM AR K 1998 N r. 8 E. 3 S. 53 f.). Eine W iedererw ägung fällt hingegen dann nicht in Betracht, w enn ledig- lich eine neue W ürdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tatsa- chen herbeigeführt w erden soll oder G ründe angeführt w erden, die bereits in ei- nem ordentlichen Beschw erdeverfahren gegen die frühere Verfügung hätten gel- tend gem acht w erden können (vgl. EM AR K 2003 N r. 17 E. 2b S. 104). 5. 5.1 D as Bundesverw altungsgericht gelangt zum Schluss, dass zurzeit keine gegen- über der Situation bei Eintritt der R echtskraft der ursprünglichen Verfügung vom 5. M ärz 2003 entscheidrelevant veränderte Sachlage vorliegt. Ein W iedererw ägungsgesuch darf grundsätzlich nicht dazu dienen, die Verbindlich- keit eines Verw altungsentscheides fortlaufend in Frage zu stellen (vgl. EM AR K 2003 N r. 17 E. 2b S. 104). Auf ein W iedererw ägungsgesuch ist gar nicht erst ein- zutreten, w enn zu dessen Begründung lediglich unsubstanziierte Behauptungen aufgestellt w erden und aus der R echtsschrift die tatsächlichen Anhaltspunkte, die auf das Vorliegen eines W iedererw ägungsgrundes hindeuten sollen, nicht ersicht- lich sind (vgl. EM AR K 2005 N r. 25 E. 4.2. S. 227 f., 2003 N r. 7 E. 4a S. 44). D as BFF ging im ordentlichen Verfahren davon aus, die Beschw erdeführerin sei äthiopische Staatsangehörige m it Zugehörigkeit zur Ethnie der O rom o, und w ürdig- te in der Verfügung vom 5. M ärz 2003 die Situation der O rom o im Allgem einen und die der Beschw erdeführerin im Besonderen. Im W iedererw ägungsgesuch vom 29. D ezem ber 2006 w ird w eder das Vorliegen neuer erheblicher Tatsachen oder Be- w eism ittel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG (so genanntes qualifiziertes W iedererw ägungsgesuch, vgl. EM AR K 2001 N r. 20 E. 3c.dd S. 156 3. Absatz) ausdrücklich geltend gem acht noch der Standpunkt vertreten, es habe sich die Sachlage seit Eintritt der R echtskraft der ursprünglichen Verfügung vom 5. M ärz 2003 bis am 29. D ezem ber 2006 in entscheiderheblicher W eise verändert (W ieder- erw ägung im Sinne einer Anpassung einer fehlerfreien Verfügung an m assgeblich veränderte Verhältnisse (vgl. EM AR K 2001 N r. 20 E. 3c.dd S. 156 2. Absatz). Stattdessen w ird allgem ein auf eine „neue Lageeinschätzung“ von Am nesty Inter- national hingew iesen und geltend gem acht, für die Beschw erdeführerin ergebe sich im Falle der R ückkehr eine konkrete G efährdung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20). 5.2 D am it sind keine genügend substanziierten W iedererw ägungsgründe dargetan, zu- m al es nicht darauf ankom m t, ob Am nesty International w ieder einm al eine „neue Lageeinschätzung“ publiziert hat, so verdienstvoll derartige Publikationen auch im - m er sein m ögen. Entscheidend ist vielm ehr allein die w esentliche Veränderung der 5 Sachlage. U nd an einer solchen fehlt es, w enn die Angehörigen der Ethnie der O rom o w eiterhin nicht system atisch verfolgt w erden, w as in Anbetracht der Tatsa- che, dass die Ethnie der O rom o das zahlenm ässig w ichtigste ethnische Kollektiv in Äthiopien stellt und ungefähr 40 % der G esam tbevölkerung um fasst, nicht w eiter erstaunlich ist. Ausserdem sind die O rom o im Parlam ent vertreten und bekleiden höchste Äm ter in der R egierung. Es ist deshalb nicht anzunehm en, dass die Beschw erdeführerin w egen ihrer Zugehörigkeit zur Ethnie der O rom o bei der R ückkehr in den H eim atstaat m it Problem en konfrontiert w ird. W as schliesslich den von ihr behaupteten Transport von D okum enten der als Terrororganisation eingestuften O rom o Liberation Front (O LF) anbelangt, so w aren die entsprechenden Vorbringen bereits G egenstand einlässlicher Erw ägungen in der Verfügung vom 5. M ärz 2003 des BFF, w eshalb eine Erörterung unter dem G esichtspunkt der W iedererw ägung grundsätzlich ausser Betracht fällt. Ein W iedererw ägungsgesuch dient, w ie bereits erw ähnt, näm lich nicht dazu, eine nochm alige Prüfung des vom BFF bereits beurteilten Sachverhalts zu erw irken. Bei dieser Sachlage ist das BFM m it Verfügung vom 12. Februar 2007 zu R echt auf das W iedererw ägungsgesuch nicht eingetreten, w eil auch auf Beschw erdeebene nicht substanziiert dargelegt w urde, inw iefern G ründe vorliegen sollen, aufgrund derer die Verfügung des BFF vom 5. M ärz 2003 in W iedererw ägung zu ziehen w äre. 5.3 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass es der Beschw erdeführerin w eder gelun- gen ist, eine w iedererw ägungsw eise relevante, veränderte Sachlage noch das Vor- liegen neuer erheblicher Tatsachen oder Bew eism ittel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG darzutun. Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen kann davon abge- sehen w erden, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde im Einzelnen einzugehen, w eil dies am Ergebnis nichts ändern kann. D ie Vorinstanz ist auf das W iedererw ägungsgesuch zu R echt nicht eingetreten. 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschw erdeführerin auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 1'200.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 1'200.--, w erden der Beschw erdeführerin auferlegt. D ieser Betrag ist m ittels beiliegendem Einzahlungsschein innert 30 Ta- gen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin der Beschw erdeführerin, 2 Expl. (eingeschrieben; Beila- ge: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - X._______ - Y._______ D er R ichter: D er G erichtsschreiber: Fulvio H aefeli G ert W inter Versand am :