Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 30. November 2016 (810 2016 67) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin i.V. Claudia Caderas Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Fedaije Sejdini , Advokatin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung (RRB Nr. 205 vom 23. Februar 2016) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Während eines Ferienaufenthalts in B.____ (Kroatie n) im Sommer 2012 lernte die 1965 geborene schweizerische Staatsangehörige A.____ den 1967 geborenen mazedonischen Staatsangehörigen C.____ kennen. In der Folge pfleg ten die beiden über elektronische Kom- munikationsmittel Kontakt, bis A.____ schliesslich im Jahr 20 13 zum ersten Mal nach Mazedo- nien reiste, wo C.____ lebte. In der darauffolgenden Zeit häuften sich ihre Besuche in Mazedo- nien (D.____) und im Jahr 2014 beschloss das Paar, zu h eiraten. Am 27. Mai 2015 fand die Hochzeit in Mazedonien statt. In der Folge reichte A._ ___ am 1. Juni 2015 bei der Botschaft in Pristina ein Gesuch um Familiennachzug ein. Zuvor war si e von 1994 bis 2000 bereits einmal verheiratet gewesen. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne he rvor, welche mittlerweile beide er- wachsen sind. Auch C.____ hat aus einer früheren Bezieh ung zwei Töchter und einen Sohn, welche im schulpflichtigen Alter sind. B. Am 10. Juli 2015 teilte A.____, die bei einer Ve rsicherungsgesellschaft arbeitet, dem Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM) mit, Nachfor schungen der ihrerseits beauftragen E.____GmbH hätten ergeben, dass ihr Ehemann in F.____ (Mazedonien) mit seiner Ex- Freundin und seinen drei Kindern zusammenlebe und er Gerüchten zufolge einzig geheiratet habe, um in der Schweiz eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Folglich wolle sie das Gesuch um Familiennachzug zurückziehen. C. Am 20. August und am 2. September 2015 wandte sich A.____ wiederum an das AfM und teilte diesem mit, der Bericht der E.____GmbH sei falsch, weshalb sie erneut um Erteilung der Aufenthaltsbewilligung für ihren Ehemann ersuche. D. Nachdem das AfM in der Folge sowohl A.____ als auch C.____ das rechtliche Gehör gewährt hatte, verweigerte das AfM am 16. November 2015 die nachgesuchte Einreise- bzw. Aufenthaltsbewilligung für C.____. E. Dagegen erhob A.____ am 26. November 2015 beim Re gierungsrat Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Erteilung einer Aufenthaltsbe- willigung für ihren Ehemann im Rahmen des Familiennachzugs. F. Mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 0205 vom 23. Fe bruar 2016 wies der Regie- rungsrat die Beschwerde ab. Begründet wurde dieser En tscheid im Wesentlichen damit, es würden gewichtige Indizien für eine Scheinehe sprechen. G. Mit Eingabe vom 7. März 2016 erhob A.____, vertrete n durch Fedaije Sejdini, Advoka- tin in Binningen, Beschwerde gegen den RRB vom 23. Fe bruar 2016 beim Kantonsgericht Ba- sel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrec ht (Kantonsgericht), mit dem Be- gehren, es sei der Entscheid des Regierungsrates vollumfäng lich aufzuheben und das Gesuch um Familiennachzug beziehungsweise Aufenthaltsbewillig ung für C.____ gutzuheissen. Über- dies sei C.____ das prozessuale Aufenthaltsrecht zu gewähren, sodass er den Entscheid in der Schweiz abwarten könne; sämtliches unter o/e-Kostenfolge. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Am 7. Juni 2016 liess sich der Regierungsrat vernehme n und beantragte die Abwei- sung der Beschwerde. I. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2016 wies das Kantonsg ericht das Gesuch um Gewäh- rung des prozessualen Aufenthaltsrechts für C.____ ab. J. An der heutigen Parteiverhandlung inkl. Befragung d er Beschwerdeführerin sowie ihres Ehemanns als Auskunftsperson halten die Parteien an ihren Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kant onsgericht zulässig. § 47 Abs. 1 lit. a VPO sieht vor, dass zur Beschwerde befugt ist, we r durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schu tzwürdiges Interesse an dessen Än- derung oder Aufhebung hat. Da die Beschwerdeführerin ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids hat und die übr igen formellen Voraussetzungen er- füllt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 2. Bei der Beurteilung der verwaltungsgerichtlichen Be schwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO dar auf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob der Be- schwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beur- teilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig ode r unvollständig festgestellt hat. Die Über- prüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Kantonsger icht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Vorliegend ist strittig, ob die Vorinstanz die Verw eigerung der Aufenthaltsbewilligung von C.____, des Ehegatten der Beschwerdeführerin, zu Recht bestätigt hat. 4.1 Nach Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Auslän derinnen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 hat der Ehemann einer Sch weizer Bürgerin grundsätzlich einen Anspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung. Ge mäss Art. 51 Abs. 1 lit. a AuG erlöscht dieser Anspruch, wenn er rechtsmissbräuchlich geltend gemacht wird, namentlich um Vorschrif- ten dieses Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen üb er die Zulassung und den Auf- enthalt zu umgehen. Erfasst wird davon die sog. Schein- oder Ausländerrechtsehe. Ihr Vorlie- gen darf nicht leichthin angenommen werden und ist ni cht bereits dann gegeben, wenn auslän- derrechtliche Motive für den Eheschluss mitentscheidend waren (vgl. BGE 128 II 145 E. 2.2). Ein Bewilligungsanspruch entfällt vielmehr erst dann, wenn die Ehe einzig geschlossen wurde, um die ausländerrechtlichen Bestimmungen zu umgehen, indem zumindest einer der Ehegatten nie eine dauerhafte Lebensgemeinschaft begründen wol lte (Urteil des Bundesgerichts 2C_75/2013 vom 29. August 2013 E. 3.1, mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Ob eine Scheinehe geschlossen wurde bzw. ob die E he bloss formell besteht, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und ist nur durch Indizien zu erstellen (BGE 130 II 113 E. 10.2 und 10.3 mit Hinweisen). Solche Indizien können äussere Gegebenheiten, aber auch innere, psychische Vorgänge betreffen (Wille der Ehegat ten). Für die Annahme einer Schein- ehe bedarf es konkreter Hinweise darauf, dass die Ehega tten nicht eine eigentliche Lebensge- meinschaft führen wollen, sondern die Ehe nur aus auslä nderrechtlichen Überlegungen ge- schlossen haben. Zu diesen Indizien zählen namentlich fol gende Umstände: Die Tatsache, dass die nachzuziehende Person von einer Wegweisung bedro ht ist oder ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erlangen kann; das Vorliegen e ines erheblichen Altersunterschieds zwi- schen den Ehegatten; die Umstände des Kennenlernens und der Beziehung, so etwa eine kur- ze Bekanntschaft vor der Heirat oder geringe Kenntnisse eines Ehegatten über den anderen; die Vereinbarung einer Bezahlung für die Heirat; di e Tatsache, dass die Ehegatten nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben (Urteil des Bundesg erichts 2C_75/2013 vom 29. Au- gust 2013 E. 3.3). 4.3 Lässt die Indizienlage keinen klaren und unzweideutig en Schluss zu, ist das Vorliegen einer Scheinehe nicht erstellt. In diesem Fall ist dem ausländischen Ehegatten trotz allenfalls bestehender Zweifel die Aufenthaltsbewilligung zu ert eilen, auf das Risiko hin, dass sich die Ehe aufgrund des späteren Verhaltens der Beteiligten (z.B. fehlendes eheliches Zusammenle- ben in der Schweiz) in Verbindung mit den bereits heu te bekannten, in diese Richtung weisen- den Indizien als Scheinehe herausstellt und die Aufentha ltsbewilligung gestützt auf die dann- zumaligen Erkenntnisse widerrufen werden muss bzw. nich t mehr zu verlängern ist. Hatten die Ehegatten noch gar keine Gelegenheit, die Absicht der B egründung einer Lebensgemeinschaft durch Zusammenleben unter Beweis zu stellen, ist dies gebührend zu berücksichtigen, schliesst jedoch nicht aus, dass – bei entsprechender Indizienlage – bereits im Zeitpunkt der erstmaligen Gesuchseinreichung auf eine Scheinehe geschlossen werden darf und die Erteilung einer frem- denpolizeilichen Nachzugsbewilligung von Anfang an zu v erweigern ist (Urteile des Bundesge- richts 2C_75/2013 vom 29. August 2013 E. 3.3; 2C_125/2011 vom 31. August 2011 E. 3.5). 4.4 Die Behörden haben den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen festzustellen. Der Untersuchungsgrundsatz wird jedoch durch die Mitwirkun gspflicht der Parteien relativiert. Diese kommt naturgemäss gerade für solche Tatsachen zum Tr agen, die eine Partei besser kennt als die Behörden und die ohne ihre Mitwirkung ga r nicht oder nicht mit vernünftigem Auf- wand erhoben werden können. Das gilt umso mehr, wenn gewichtige Hinweise für eine Auslän- derrechtsehe sprechen; diesfalls kann von den Eheleuten erwartet werden, dass sie von sich aus Umstände vorbringen, die den echten Ehewillen bele gen (Urteil des Bundesgerichts 2C_125/2011 vom 31. August 2011 E. 3.2 mit weiteren H inweisen; vgl. zur Mitwirkungspflicht BGE 132 II 113 E. 3.2). 5.1 Vorliegend hat die Vorinstanz angenommen, dass pri mär seitens des Ehemannes kein echter Ehewille vorhanden sei. Trifft dies zu, ist der Schluss auf Scheinehe nicht zu bean- standen, selbst wenn seitens der Beschwerdeführerin ein e rnsthafter Ehewille vorhanden wäre. Als Indizien für das Vorliegen einer Umgehungsabsicht – insbesondere seitens des Ehemannes Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht – führt die Vorinstanz vorab die gesamten Umstände des Kennenlernens der Ehegatten (Feri- enbekanntschaft), das in kleinem Rahmen ausgerichtete Hochzeitsfest in Mazedonien, das Vor- liegen einer ausserehelichen Parallelbeziehung des Ehem annes sowie die widersprüchlichen Angaben der Ehegatten zu beziehungsprägenden Ereignissen an. 5.2 Im vorinstanzlichen Entscheid stellt sich der Regieru ngsrat auf den Standpunkt, es fänden sich äusserst wenige Hinweise darauf, dass die Begr ündung einer wirklichen Lebens- gemeinschaft seitens C.____ gewollt sei. Eine Gesamtwürdi gung der Unterlagen vermöge die entstandenen Zweifel nicht zu beheben. Besonders würde n der Bericht der E.____GmbH und die Aussagen und Beweise der Amerikanerin G.____, die angab, vom Februar 2014 bis August 2015 mit C.____ liiert gewesen zu sein und diesen be zichtigt, mit der Hochzeit eine Scheinehe eingegangen zu sein, ins Gewicht fallen. Zudem lägen Aussagen von C.____ vor, welche in wichtigen und grundlegenden Fragen nicht mit denjenig en der Beschwerdeführerin überein- stimmten. Würden die Beschwerdeführerin und ihr Eheman n eine ehrliche und ernsthafte Be- ziehung führen, hätten sie die ihnen gestellten Frage n richtig bzw. deckungsgleich beantwortet. Folglich könne nicht von einer ernsthaften Beziehung zw ischen den beiden ausgegangen wer- den. Vielmehr lägen gewichtige Indizien vor, dass C.__ __ die Ehe einzig eingegangen sei, um eine Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz zu erhalt en. Aufgrund der geschlossenen Schein- ehe beziehungsweise der rechtsmissbräuchlich angerufenen Ehe könnten sich A.____ und C.____ auch nicht auf den Schutz der verfassungs- und me nschenrechtlichen Garantien nach Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 sowie nach Art. 13 Abs. 1 der Bundesve rfassung der Schweizerischen Eid- genossenschaft (BV) vom 18. April 1999 berufen. 5.3 Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend , die von der Vorinstanz vorge- brachten Indizien genügten nicht für die Annahme einer Scheinehe. Vielmehr bestünden genü- gend konkrete Anhaltspunkte, welche auf eine tatsächlich gelebte Beziehung zwischen den Eheleuten schliessen liessen, obgleich die Beziehung bishe r – mit Ausnahme der bewilli- gungsfreien Aufenthalte des Ehemanns in der Schweiz – gezwungenermassen als Fernbezie- hung habe geführt werden müssen. Für eine tatsächlich g elebte Beziehung würden auch die häufigen Besuche der Beschwerdeführerin bei ihrem Ehe mann in Mazedonien (D.____) und dessen Besuche bei seiner Ehefrau in der Schweiz spreche n, ferner der intensive Telefon- und SMS-Kontakt sowie das Fortbestehen der Fernbeziehung trotz der widrigen Umstände. Die sei- tens des AfM behaupteten fehlenden Hinweise auf das V orliegen einer Liebesbeziehung der Ehegatten liessen sich im Wesentlichen darauf zurückführe n, dass ihnen bis anhin ein eigentli- ches eheliches Zusammenleben unter den gegebenen Umständ en noch gar nicht möglich ge- wesen sei. Zudem habe G.____ beim Kontakt mit dem Ehem ann ein Pseudonym benutzt, wes- halb der Ehemann die Frage des AfM, ob er diese Person kenne, wahrheitsgemäss verneint habe. 6.1 In Bezug auf die von den Vorinstanzen angeführten – im Auftrag der Beschwerde- führerin erstellten – Observationsberichte ist festzuhal ten, dass erhebliche Zweifel an deren Beweiswert bestehen. Der Bericht vom 10. Juli 2015 war u nbestrittenermassen fehlerhaft. So wurde im Rahmen der Observationen eine Nachbarin zu U nrecht für die Ex-Freundin und Mut- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter der Kinder von C.____ gehalten. Überdies wurde be i der Ex-Freundin von C.____ fälschli- cherweise von seiner "Frau" gesprochen, obschon C.____ n ie mit dieser verheiratet war. Im zweiten Bericht der E.____GmbH vom 25. September 2015 wurden zwar bisherige Tatsachen- darstellungen dahingehend korrigiert, dass die Ex-Freu ndin von C.____ nun mit korrektem Na- men bezeichnet wurde. In beiden Berichten wurden aber ausschliesslich anonyme Auskunfts- personen als Quellen genannt, und bei der Erstellung d es Berichtes wurden weder amtliche Stellen noch anderweitige verlässliche Quellen zur Info rmationsbeschaffung herangezogen, womit eine Überprüfung der Aussagen unmöglich ist. 6.2 Unbestrittenermassen ist vorliegend zwischen den Eheleu ten eine gute Verständigung in deutscher Sprache möglich und es besteht nur ein ge ringer Altersunterscheid von zwei Jah- ren. Auch sind die Umstände des Kennenlernens und der Beziehung nicht auffällig. Die Ehegat- ten hatten sich bereits drei Jahre gekannt, ehe sie heir ateten. Von einer kurzen Bekanntschaft kann somit nicht gesprochen werden. Auch sind keine Indizie n ersichtlich, die auf eine Bezah- lung zur Eingehung der Ehe hindeuten würden. 6.3 Auffällig ist hingegen die Tatsache, dass die Beschw erdeführerin während ihren Feri- enaufenthalten in Mazedonien (D.____) noch nie bei ih rem Ehemann zuhause in F.____ war. Die Ehegatten wurden im Rahmen der heutigen Parteive rhandlung seitens des Gerichts jeweils getrennt über Ihre Beziehung zueinander und die Kinde r des anderen Ehegatten (Ausbildung, Unterhaltspflichten, Regelmässigkeit und Modalitäten de s Kontakts), die Vergangenheit des anderen Ehegatten, dessen Vorlieben und die gemeinsam e Zeit befragt. Bezüglich der Ferien- aufenthalte in Mazedonien führte die Beschwerdeführeri n anlässlich der heutigen Parteiver- handlung aus, dass sie die Zeit vollumfänglich und ungestö rt mit ihrem Ehemann habe verbrin- gen wollen, was in seinem Haus in F.____ nicht möglich gewesen wäre, da dort noch seine Eltern wohnhaft seien, wobei seine Mutter mittlerwei le verstorben sei. Ihr sei es dann jeweils lieber gewesen, mit ihrem Ehemann in C.____ ein Hotel zu beziehen. Das ist nachvollziehbar. 6.4 Auf die schriftlichen Liebesbekundungen ihres Ehema nnes gegenüber G.____ über die Kommunikationsplattform WhatsApp angesprochen, erläut erte die Beschwerdeführerin anläss- lich der heutigen Parteiverhandlung, dass ihr Ehemann diese zu einem Zeitpunkt geschrieben habe, als sie sich in einer Beziehungskrise befunden hätten . C.____ äusserte sich diesbezüg- lich dahingehend, dass er G.____ kenne und sie dreimal i n Mazedonien getroffen habe. Ein Liebesverhältnis mit ihr habe er jedoch nicht gehabt und überdies habe er ihr unmissverständ- lich kommuniziert, dass er keinen Kontakt mehr wünsche und si e ihn in Ruhe lassen solle. Die Tatsache, dass sich G.____ selbst aktiv in das ausländerrech tliche Verfahren von C.____ ein- gebracht und mit dem AfM persönlich per E-Mail Kontakt aufgenommen hatte, deutet auf eine Enttäuschung ihrerseits aufgrund des von C.____ abgebro chenen Kontakts hin. Mangels ge- genteiliger rechtsgenüglicher Hinweise kann daher nicht von einer eigentlichen Parallelbezie- hung von C.____ mit G.____ gesprochen werden, zumal der Kontakt auch – bis auf drei per- sönliche Treffen in Mazedonien – ausschliesslich in elektro nischer Form stattfand. 6.5 Aufgrund der übereinstimmenden Aussagen der Besch werdeführerin und ihres Ehe- mannes anlässlich der heutigen Parteiverhandlung ist sod ann erwiesen, dass die Ehegatten Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht während den besuchsweisen Aufenthalten des Ehemannes in der Schweiz jeweils gemeinsam in ihrer Wohnung der Ehefrau gewohnt und im Rahmen des Möglichen eine Lebens- gemeinschaft geführt haben. 6.6 Im Rahmen der heutigen Parteibefragung machen d ie Ehegatten sodann weitest- gehend übereinstimmende Angaben zur gegenseitigen und gemeinsamen Lebenssituation, was auf einen tatsächlichen Ehewillen beider Ehegatten h indeutet. Unter Berücksichtigung der ins- besondere in Rahmen der Parteiverhandlung gewonnenen Erkenntnisse liegen somit keine ge- nügenden Indizien mehr vor, welche die Annahme einer S cheinehe zwischen der Beschwerde- führerin und ihrem Ehegatten ausreichend stützen würden. Die Berufung der Beschwerdeführe- rin auf die rechtsgültig geschlossene Ehe zwischen ihr und ihrem Ehegatten kann folglich nicht als rechtsmissbräuchlich bezeichnet werden. Folglich ist die Beschwerde gutzuheissen. 6.7 In einem solchen Fall ist, sofern keine Widerrufsg ründe gemäss Art. 63 AuG vorliegen, die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Das AfM wird daher noch zu prüfen haben, ob Wider- rufsgründe gemäss Art. 63 AuG vorliegen. Demgemäss wird die Angelegenheit an das AfM zu- rückgewiesen, zur Prüfung der Frage, ob ein Widerrufsgru nd im Sinne von Art. 63 AuG ersicht- lich ist, der ein Erlöschen des Anspruchs auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zur Folge haben könnte (vgl. Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG). 7.1 Im Folgenden ist noch über die Kosten zu befinden. Gemäss dem Ausgang des Ver- fahrens werden die Verfahrenskosten für das Verfahren v or Kantonsgericht in der Höhe von Fr. 1'800.-- nach § 20 Abs. 3 VPO der unterliegenden Partei auferlegt. Da der Vorinstanz nach § 20 Abs. 3 und 4 VPO keine Verfahrenskosten auferlegt werden können, gehen diese zulasten der Gerichtskasse. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höh e von Fr. 1'400.-- wird der Be- schwerdeführerin zurückerstattet. 7.2 Gestützt auf § 21 Abs. 1 VPO kann der obsiegenden Pa rtei eine angemessene Partei- entschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werde n. Die Rechtsvertreterin der Be- schwerdeführerin macht in ihrer Honorarnote vom 3. Au gust 2016 für das Verfahren vor dem Kantonsgericht einen Aufwand von 21.2 Stunden und Ausla gen in der Höhe von Fr. 302.-- gel- tend. Inklusive der heutigen Parteiverhandlung resultiert ein Gesamtaufwand von 25.5 Stunden. Somit hat der Regierungsrat der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor Kantonsgericht eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 6'677.-- (25.5 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen in der Höhe von Fr. 302.--) zu bezahlen. 7.3 Die Kosten für das Verfahren vor dem Regierungsra t wurden im angefochtenen Regie- rungsratsbeschluss der Beschwerdeführerin auferlegt. Ein e Änderung dieser Kostenverlegung drängt sich nicht auf, da die Gutheissung erst aufgrund der neu im kantonsgerichtlichen Verfah- ren vorgebrachten Darlegungen der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes erfolgte. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird Ziff. 1 de s Beschlusses des Re- gierungsrates des Kantons Basel-Landschaft vom 23. Febru ar 2016 (RRB Nr. 205) aufgehoben und die Angelegenheit im S inne der Erwä- gungen zur neuen Entscheidung an das Amt für Migration Basel-Land- schaft zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der gelei stete Kosten- vorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- wird der Beschwerdef ührerin zurückerstattet. 3. Die Parteikosten in der Höhe von Fr. 6'677.-- (in kl. Auslagen) gehen zulasten des Beschwerdegegners. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.