<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00069</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205095&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00069</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.06.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausnahmebewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bewilligung für Umbau, Ersatzbau und Nutzungsänderung von Gehöft in Landwirtschaftszone; Beschwerdelegitimation der Nachbarn aufgrund von Verkehrsimmissionen. Ausgehend von durchschnittlich 4 täglichen Zu- und Wegfahrten pro Wohneinheit vom Gehöft, ist heute mit rund 12 durch das Gehöft ausgelösten Fahrten zu rechnen. Nach dem Umbau können zu den 8 Fahrten, welche die beiden neuen Wohneinheiten auslösen, bei einer stündlichen Therapiefolge in den zwei neuen Therapieräumen theoretisch bis zu 32 weitere Zu- und Wegfahrten hinzukommen. Dass die Kunden der Therapie dabei mit einem nur stündlich verkehrenden Bus anreisen, dessen Haltestellen erst nach einem Fussmarsch von 10 Minuten erreicht werden können, erscheint als unrealistisch. Bei der Berechnung der Verkehrszunahmen kommt es sodann nicht darauf an, ob der private Beschwerdegegner und seine Ehefrau tatsächlich mit einer derart intensiven Therapietätigkeit in der Liegenschaft rechnen. Massgebend ist einzig, welche Nutzungsintensität die bewilligten baulichen Massnahmen effektiv ermöglichen. Da der Verkehr von und zur Liegenschaft des privaten Beschwerdegegners für die unterliegenden Liegenschaften der Beschwerdeführenden praktisch die Hauptquelle von Verkehrsimmissionen bilden dürfte, begründet der erhebliche Mehrverkehr vom Gehöft mit den damit verbundenen Verkehrsimmissionen eine hinreichende Betroffenheit der Beschwerdeführenden (E. 3.3). Sind die Beschwerdeführenden durch das Bauvorhaben hinreichend betroffen, so können sie sich mit ihrem Rechtsmittel auf alle Argumente und Rechtssätze berufen, die im Ergebnis zur Gutheissung ihres Rekursantrags führen können (E. 3.4). Teilweise Gutheissung. Rückweisung an den Regierungsrat zum Neuentscheid (E. 3.5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESCHWERDELEGITIMATION">BESCHWERDELEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETROFFENHEIT">BETROFFENHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMBAU">UMBAU</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMNUTZUNG">UMNUTZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSAUFKOMMEN">VERKEHRSAUFKOMMEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSIMMISSION">VERKEHRSIMMISSION</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 338a Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 24c RPG</span><br/><span class="gerade">Art. 24d RPG</span><br/><span class="ungerade">§ 64 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2005 Nr. 28 S. 5</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">E plante den Umbau des Wohnhauses Assek.-Nr. 01 (HauptgebÃ¤ude samt angebautem Speicher), den Um- und Ausbau des Schopfes Assek.-Nr. 02 (NebengebÃ¤ude, Trotte) sowie den Abbruch und Neubau des ÃkonomiegebÃ¤udes Assek.-Nr. 03 im GehÃ¶ft L in der Landwirtschaftszone von X. </p> <p class="Urteilstext">Am 26. September 2003 erteilte die Baudirektion (Amt fÃ¼r Raumordnung und Vermessung, ARV) hierfÃ¼r die notwendige raumplanungsrechtliche Bewilligung nach Art. 24c und 24d Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG; Disp.-Ziff. I). In der gleichen VerfÃ¼gung verlangte die Direktion, gleichzeitig und koordiniert mit der Baubewilligung sei der Schutz des GehÃ¶fts durch die Gemeinde in geeigneter Weise sicherzustellen (Disp.-Ziff. II.a). Zudem sollte vor Baubeginn die folgende Ã¶ffentlich-rechtliche EigentumsbeschrÃ¤nkung im Grundbuch angemerkt werden: "Die Nutzung des umgebauten GebÃ¤udes Assek.-Nr. 02 zu gewerblichen Zwecken ist auf 18 (achtzehn) Veranstaltungen pro Kalenderjahr beschrÃ¤nkt. Die gewerbliche Nutzung als Raum zur DurchfÃ¼hrung von Mediationen, Seminarien und dergleichen darf zudem nur von der jeweiligen Bewohnerschaft des WohngebÃ¤udes Assek.-Nr. 01 in Anspruch genommen werden." (Disp.-Ziff. II.b).</p> <p class="Urteilstext">Am 27. Oktober 2003 erteilte der Gemeinderat X E unter verschiedenen Auflagen und Vorbehalten die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r das Projekt (Disp.-Ziff. 1) und stellte gleichzeitig Wohnhaus und Schopf unter Denkmalschutz (Disp.-Ziff. 1.1).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese Bewilligungen erhoben A und B sowie C gemeinsam Rekurs an den Regierungsrat und beantragten, die Entscheide seien aufzuheben. FÃ¼r den Fall der ganzen oder teilweisen Abweisung dieses Hauptantrags stellten sie verschiedene EventualantrÃ¤ge den Schopf, die gewerbliche Nutzung auf dem GrundstÃ¼ck, die ParkplÃ¤tze und die Erschliessung betreffend. </p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat trat am 15. Dezember 2004 auf den Rekurs mangels Legitimation der Rekurrenten nicht ein und wies ihn im Ãbrigen im Sinne der ErwÃ¤gungen ab, soweit er nicht durch den vom Rekursgegner erklÃ¤rten Verzicht auf den Ausbau des Schopfs gegen­standslos geworden sei. Die Rekurrenten wurden verpflichtet, die Verfahrenskosten, bestehend aus einer StaatsgebÃ¼hr von Fr. 1'500.- und AusfertigungsgebÃ¼hren von Fr. 338.- sowie eine UmtriebsentschÃ¤digung von pauschal Fr. 1'000.- zu bezahlen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Rekursentscheid wandten sich A und B sowie C am 10. Februar 2004 an das Verwaltungsgericht und beantragten, dieser sei zusammen mit den beiden angefochtenen erstinstanzlichen Entscheiden aufzuheben, eventuell sei der Rekursentscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an den Regierungsrat zurÃ¼ckzuweisen. Als SubeventualantrÃ¤ge verlangten die BeschwerdefÃ¼hrenden verschiedene ErgÃ¤nzungen betreffend die gewerbliche Nutzung auf dem GrundstÃ¼ck, die ParkplÃ¤tze und die Erschliessung.</p> <p class="Urteilstext">Die Baudirektion beantragte am 22. Februar 2005 die Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 23. Februar 2005 erlÃ¤uterte die Staatskanzlei des Kantons ZÃ¼rich im Auftrag des Regierungsrats das Dispositiv des Rekursentscheides dahingehend, dass die Rekursabweisung im Sinne der ErwÃ¤gungen nur die formellen AntrÃ¤ge betreffend Augenschein und weitere SachverhaltsabklÃ¤rungen betroffen habe. Sie beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Der Gemeinderat X liess sich am 14. MÃ¤rz 2005 zur Beschwerde vernehmen und beantragte seinerseits, die Beschwerde sei im Sinne der ErwÃ¤gungen vollumfÃ¤nglich abzuweisen. Die Beschwerdeantwort von E vom 16. MÃ¤rz 2005 schloss ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Da sich die massgebenden tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse aus den bei den Akten liegenden Baugesuchsunterlagen und den LageplÃ¤nen ergeben, ist ein Augenschein des Verwaltungsgerichts nicht notwendig. Der diesbezÃ¼gliche Antrag der BeschwerdefÃ¼hrenden ist daher abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Streitgegenstand bildet die Bewilligung fÃ¼r den Umbau des Wohnhauses und den Neubau des ÃkonomiegebÃ¤udes. Nicht mehr im Streit liegt jedoch die Bewilligung fÃ¼r den Um- und Ausbau des Schopfes und dessen gewerbliche Nutzung. Der private Beschwerdegegner hat auf diesen Teil des Projekts im Verlaufe des Rekursverfahrens verbindlich verzichtet; die darauf bezogene Abschreibung des Rekursverfahrens infolge Gegenstandslosigkeit ist nicht angefochten worden. </p> <p class="Urteilstext">In der Sache ist der Regierungsrat mangels Legitimation auf den Rekurs nicht eingetreten. Soweit der Rekurs "im Ãbrigen im Sinn der ErwÃ¤gungen abgewiesen" wurde, bezog sich diese Formulierung nur auf die VerfahrensantrÃ¤ge der Rekurrenten betreffend Augenschein und weiterer SachverhaltsabklÃ¤rungen, welche gemÃ¤ss ErwÃ¤gung 3 des Rekursentscheids abzuweisen waren. Ein materieller Entscheid liegt demnach in keinem Punkt vor.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Im angefochtenen Entscheid wurde zutreffend dargelegt, unter welchen Voraussetzungen ein gegen ein Bauvorhaben opponierender Nachbar gemÃ¤ss § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) zur Anfechtung der Baubewilligung legitimiert ist (E. 4a und b). Richtig wurde dabei auch auf von der Rechtsprechung entwickelte Anforderungen bei Betroffenheit durch Verkehrsimmissionen im Besonderen verwiesen (E. 4c). Auf diese ErwÃ¤gungen kann verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden hatten ihre Legitimation im Rekursverfahren damit begrÃ¼ndet, dass die neu vorgesehene gewerbliche Nutzung auf dem BaugrundstÃ¼ck das Verkehrsaufkommen auf der M-Strasse, einem nur 2.5 bis 3.0 m breiten, grÃ¶sstenteils unasphaltierten Feldweg, vervielfachen werde. Durch diesen Mehrverkehr wÃ¼rden sie als StrassenanstÃ¶sser starken Immissionen (Staub, LÃ¤rm etc.) ausgesetzt. Zudem wÃ¼rden ungenÃ¼gend ausgerÃ¼stete Fahrzeuge im Winterhalbjahr die Strasse blockieren und ihre Einfahrten bzw. VorplÃ¤tze wÃ¼rden als Ausweichstellen zum Kreuzen benÃ¼tzt werden.</p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat erachtete es als nicht rechtsgenÃ¼gend dargetan, dass die mutmasslichen Auswirkungen des strittigen Bauvorhabens fÃ¼r die rekurrierenden Nachbarn deutlich wahrnehmbar seien und sich von den allgemeinen Immissionen, wie sie der Strassenverkehr mit sich bringe, unterschieden werden kÃ¶nnen. Es sei kein Therapiezentrum geplant. Das GehÃ¶ft sei von zwei Seiten her erschlossen; auf diesen Zufahrtswegen seien keine Verkehrsprobleme zu erwarten. Zudem verkehre stÃ¼ndlich von zwei Seiten her ein Bus mit Haltestellen in einer FussgÃ¤ngerdistanz von 10 Minuten. Die Vorbringen der Rekurrenten seien zweckgerichtet, das eigene schÃ¼tzenswerte Interesse nicht glaubhaft dargelegt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Auf der M-Strasse verkehren infolge des signalisierten Fahrverbots mit vorbehaltenem Zubringerdienst Ã¼berwiegend Fahrzeuge im Verkehr mit den drei involvierten Liegenschaften der privaten Beschwerdeparteien. Um den durch das Bauvorhaben generierten Mehrverkehr abzuschÃ¤tzen, sind im Folgenden vorerst die NutzungsmÃ¶glichkeiten vor und nach dem Umbau zu untersuchen. </p> <p class="Erwgung2">Im HauptgebÃ¤ude samt Speicherteil bestehen heute drei selbststÃ¤ndige Wohneinheiten. Mit dem vorgesehenen Umbau sollen eine zweigeschossige Wohnung im nÃ¶rdlichen Speicherteil des HauptgebÃ¤udes und eine dreigeschossige Wohnung im westlichen Teil des HauptgebÃ¤udes entstehen. Eine Art dritte Einheit soll nunmehr im Ã¶stlichen Teil des HauptgebÃ¤udes geschaffen werden, wo im Erdgeschoss â erschlossen vom gemeinsamen Eingangsbereich Ã¼ber einen eigenen kleinen Flur â je ein Raum zum "Arbeiten" (12 m<sup>2</sup>) und fÃ¼r "Besprechungen Einzeltherapie" (24.5 m<sup>2</sup>) benutzt werden kÃ¶nnen. Ãber ein internes Treppenhaus in diesem Hausteil besteht sodann eine Verbindung ins erste Obergeschoss, wo zwei entsprechende RÃ¤ume mit der gleichen Nutzungsbezeichnung eingezeichnet sind sowie zusÃ¤tzlich je ein Damen- und ein Herren-WC, welche nur von dieser Einheit her zugÃ¤nglich sein werden. Weiter wird die interne Treppe ins zweite Obergeschoss fÃ¼hren, wo eine Diele und ein Archiv anstelle des bisherigen Ateliers eingezeichnet sind. Von hier aus kann man schliesslich Ã¼ber die interne Treppe ins Dachgeschoss zu einem mit "Gast" bezeichneten weiteren Raum gelangen. Im 2. Obergeschoss und im Erdgeschoss werden interne VerbindungstÃ¼ren bestehen, welche den beschriebenen Hausteil mit dem dreigeschossigen Wohnteil verbinden. Mit dem Umbau werden die nutzbaren FlÃ¤chen im Wohnhaus insgesamt nicht vergrÃ¶ssert, jedoch sollen durch den Umbau und die Umnutzung im Erd- und 1. Obergeschoss zum dauernden Aufenthalt geeignete ArbeitsrÃ¤ume von insgesamt 73 m<sup>2</sup> FlÃ¤che entstehen mit zwei BesprechungsrÃ¤umen. Da diese ArbeitsrÃ¤ume organisatorisch zusammenhÃ¤ngen, eine in sich einigermassen abgeschlossene Einheit bilden und mit den notwendigen WC-Anlagen ausgestattet sind, ermÃ¶glicht die strittige Bewilligung durchaus die Einrichtung einer eigentlichen therapeutischen Praxis. Daran Ã¤ndert grundsÃ¤tzlich nichts, dass diese Praxis sinnvollerweise nur von Personen betrieben werden kann, welche selber die daneben liegende Wohnung bewohnen. </p> <p class="Urteilstext">Ausgehend von durchschnittlich 4 tÃ¤glichen Zu- und Wegfahrten pro Wohneinheit vom GehÃ¶ft L, ist heute mit rund 12 durch das GehÃ¶ft L ausgelÃ¶sten Fahrten zu rechnen. Diese sollen sich nach den Angaben der BeschwerdefÃ¼hrenden zu 80 bis 90 % Ã¼ber die M-Strasse abwickeln. Nach dem Umbau kÃ¶nnen zu den 8 Fahrten, welche die beiden neuen Wohneinheiten auslÃ¶sen, bei einer stÃ¼ndlichen Therapiefolge in zwei TherapierÃ¤umen theoretisch bis zu 32 weitere Zu- und Wegfahrten hinzukommen. Dass die Kunden der Therapie dabei mit einem nur stÃ¼ndlich verkehrenden Bus anreisen, dessen Haltestellen erst nach einem Fussmarsch von 10 Minuten erreicht werden kÃ¶nnen, erscheint als unrealistisch. Bei der Berechnung der Verkehrszunahmen kommt es sodann nicht darauf an, ob der private Beschwerdegegner und seine Ehefrau tatsÃ¤chlich mit einer derart intensiven TherapietÃ¤tigkeit in der Liegenschaft rechnen. Massgebend ist einzig, welche NutzungsintensitÃ¤t die bewilligten baulichen Massnahmen effektiv ermÃ¶glichen. Demnach mÃ¼ssen die BeschwerdefÃ¼hrenden durchaus damit rechnen, dass das Bauvorhaben im Rahmen der bewilligten neuen Nutzung gegenÃ¼ber dem heutigen Zustand tatsÃ¤chlich einen fÃ¼r sie deutlich wahrnehmbaren Mehrverkehr auf der M-Strasse auslÃ¶sen kann. Da der Verkehr von und zur Liegenschaft des privaten Beschwerdegegners fÃ¼r die unterliegenden Liegenschaften der BeschwerdefÃ¼hrenden praktisch die Hauptquelle von Verkehrsimmissionen bilden dÃ¼rfte, begrÃ¼ndet der erhebliche Mehrverkehr vom GehÃ¶ft mit den damit verbundenen Verkehrsimmissionen eine hinreichende Betroffenheit der BeschwerdefÃ¼hrenden.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Sind die BeschwerdefÃ¼hrenden durch das Bauvorhaben hinreichend betroffen, so kÃ¶nnen sie sich mit ihrem Rechtsmittel auf alle Argumente und RechtssÃ¤tze berufen, die im Ergebnis zur Gutheissung ihres Rekursantrags fÃ¼hren kÃ¶nnen (RB 1987 Nr. 3 und 1980 Nr. 7). Auf die Schutzrichtung der angerufenen Norm kommt es demnach nicht an. Damit steht ihnen auch die RÃ¼ge zu, ein Bauvorhaben verletze die Bestimmungen Ã¼ber den Natur- und Heimatschutz, wenn sich mit diesem Einwand die angestrebte Aufhebung der Baubewilligung erreichen lÃ¤sst. Entgegen den AusfÃ¼hrungen im angefochtenen Entscheid (E. 7b) ist es daher den BeschwerdefÃ¼hrenden keineswegs verwehrt, sich mit ihrem Rechtsmittel auch fÃ¼r den im Ã¶ffentlichen Interesse liegenden Erhalt von GebÃ¤uden und damit fÃ¼r den KulturgÃ¼terschutz einzusetzen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Ist der Regierungsrat demnach zu Unrecht auf das Rechtmittel der BeschwerdefÃ¼hrenden nicht eingetreten, so ist der Rekursentscheid aufzuheben. FÃ¼r eine direkte Entscheidung in der Sache selber, wie dies die BeschwerdefÃ¼hrenden in ihrem Hauptantrag verfechten, hat das Verwaltungsgericht keinen Anlass. Die Sache ist daher in Gutheissung des Eventualantrags der BeschwerdefÃ¼hrenden an den Regierungsrat zum materiellen Entscheid zurÃ¼ckzuweisen (§ 64 Abs. 1 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens obsiegen die BeschwerdefÃ¼hrenden nicht vollstÃ¤ndig, insbesondere bleibt entgegen ihrem Hauptantrag vorerst offen, ob die strittige Baubewilligung materiellen Bestand hat oder nicht. Damit rechtfertigt es sich, die privaten Beschwerdeparteien die Kosten des Beschwerdeverfahrens je hÃ¤lftig tragen zu lassen (§ 70 VRG in Verbindung mit § 13 VRG). </p> <p class="Urteilstext">Da keine der beiden Parteien weit Ã¼berwiegend obsiegt, verbietet sich nach der Praxis des Verwaltungsgerichts die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung gemÃ¤ss § 17 Abs. 2 VRG.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Rekursentscheid vom 15. Dezember 2004 wird aufgehoben und die Sache zum Neuentscheid an den Regierungsrat zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 120.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'120.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden 1.1, 1.2 und 2 zu je einem Sechstel unter solidarischer Haftung fÃ¼r die HÃ¤lfte und dem Beschwerdegegner 1 zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden keine zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>