Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 2. April 2014 (810 14 8) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Errichtung einer Vertretungs- und Vermögensverwaltungsbeistandschaft Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Parteien A.____ , Beschwerde führerin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Beschwerdege g- nerin Beigeladener C.____ Betreff Errichtung einer Vertretungs- und Vermögensver waltungsbeistand- schaft (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 10. Dezember 2013) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____, geboren 1973, hat eine langjährige psychia trische Vorgeschichte und wurde unter anderem mit Verfügung vom 2. Juli 2012 wegen ak uter Selbst- und Fremdgefährdung mit der Diagnose “Psychose“ mittels vorsorglicher fürsorgerisc her Freiheitsentziehung (FFE, heute fürsorgerische Unterbringung [FU]) für die Dauer von hö chstens 10 Wochen in die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie D.____, Psychiatrie Basellan d (KPP), eingewiesen. Am 8. Au- gust 2012 fand ein erstes Gespräch der damals zuständigen V ormundschaftsbehörde mit A.____ statt. Mit Verfügung vom 10. September 2012 sc hrieb das dazumal zuständige Kanto- nale Vormundschaftsamt das Verfahren betreffend FFE zufo lge Zeitablaufs als erledigt ab. Am 13. September 2012 erstattete E.____, Psychologe der KPP, der Vormundschaftsbehörde eine Gefährdungsmeldung, worauf am 4. Dezember 2012 ein w eiteres Gespräch zwischen A.____ und der Vormundschaftsbehörde stattfand. Mit Schreiben vom 10. Januar 2013 liess A.____ bei der n unmehr zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) den Antrag auf Errichtung einer Beistandschaft stellen. Sie erklärte, dass sie am 14. Januar 2013 aus der KPP austreten werde. Es seien gros- se Schwierigkeiten in Bezug auf ihre finanziellen und administrativen Angelegenheiten auszu- machen. Ihr Ehemann, von welchem sie sich scheiden lassen wolle, habe diese Dinge immer für sie erledigt und sie brauche zur Erledigung dieser A ufgaben eine ständige Vertretung. Die Sozialdienste B.____ hielten in ihrem Schreiben vom 10. Juni 2013 fest, dass A.____ unbedingt eines Beistandes bedürfe. Mit Schreiben vom 19. Juni 2013 reichten Dr. F.____, Oberärztin, und G.____, Dipl. Pflegefach- frau, von der Psychiatrie Baselland, Ambulatorium (Ambu latorium), wo die Beschwerdeführerin seit Januar 2013 ambulant betreut wurde, bei der KESB eine weitere Gefährdungsmeldung ein. Am 18. Juli 2013 führte die KESB im Beisein des design ierten Mandatsträgers, dipl. Soz. H.____, eine Anhörung von A.____ durch. Nachdem sich di ese anlässlich dieser Anhörung zur Mitarbeit mit H.____ einverstanden erklärt hatte, zog si e ihre Zustimmung mit Schreiben vom 27. September 2013 zurück. Am 16. Oktober 2013 meldete G.____ der KESB eine Verschlech- terung der Situation der Beschwerdeführerin. B. Mit Entscheid vom 10. Dezember 2013 errichtete die K ESB für A.____ per 1. Februar 2014 eine Vertretungs- und Vermögensverwaltungsbeistan dschaft. Als Mandatsträger wurde H.____, KESB, Abteilung Berufsbeistandschaft, ernannt. Des Weiteren wurde im Entscheid unter anderem festgehalten, welche Aufgaben dem Mand atsträger insbesondere obliegen wür- den. C. Am 8. Januar 2014 ging beim Kantonsgericht, Abteilu ng Verfassungs- und Verwal- tungsrecht (Kantonsgericht), ein Fax ein, mit welchem A .____ gegen den Entscheid der KESB Beschwerde erhob. Innert Frist äusserte sich die Beschwerde führerin mit Schreiben vom 24. Januar 2014 inhaltlich zum angefochtenen Entscheid. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Februar 2014 verwies die KESB auf ihren Entscheid und stellte den Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung. Der Ehemann der Beschwerdeführerin liess sich nicht vernehmen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Mit Verfügung vom 20. Februar 2014 wies das Gerichts präsidium den Verfahrensan- trag der Beschwerdegegnerin auf Entzug der aufschiebend en Wirkung ab. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege wurde bewilligt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgese tzbuches (ZGB) vom 10. De- zember 1907 kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbe hörde Beschwerde beim zu- ständigen Gericht erhoben werden. Gestützt auf Art. 450 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltung sprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 und § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht, für die Beurteilung der vorliegenden Ange legenheit zuständig. Die Beschwerdefüh- rerin ist gemäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Beschwe rde befugt. Da auch die übrigen Pro- zessvoraussetzungen gemäss Art. 450 ff. ZGB in Verbindung mit § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2. In der Beurteilung der vorliegenden gegen den E ntscheid der KESB erhobenen Be- schwerde kann das Kantonsgericht nach Art. 450a ZGB den a ngefochtenen Entscheid hinsicht- lich allfälliger Rechtsverletzungen prüfen. Des Weiteren hat das Kantonsgericht zu beurteilen, ob die Beschwerdegegnerin den rechtserheblichen Sachver halt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat und ob der Entscheid angemessen ist. 2. Mit Verfügung vom 10. Dezember 2013 wurde für di e Beschwerdeführerin eine Vertre- tungs- und Vermögensbeistandschaft gemäss Art. 394 f. ZGB errichtet und H.____, KESB, als Mandatsträger ernannt. Es wurde aufgeführt, dass der Mandatsträger insbesondere folgende Aufgaben habe: „a. Stets für geeignete Wohnsituation und Unterkunft besorgt zu sein und A.____ soweit nötig zu vertre- ten; b. Für A.____ die ihr zustehende und notwendige med izinisch-therapeutische Begleitung zu organisie- ren, sowie sie bei allfälliger Urteilsunfähigkeit be züglich medizinischer Massnahmen zu vertreten (Art. 378 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB); c. Für A.____’s soziales Wohl besorgt zu sein und sie bei den erforderlichen Aktivitäten soweit nötig zu vertreten; insb. in Absprache mit der Klientin und d er sie unterstützenden sozial-medizinischen An- geboten eine Tagesstruktur aufzugleisen; d. A.____ bei der Erledigung der finanziellen Angele genheiten zu vertreten, insb. auch im Verkehr mit Behörden, Ämtern, Banken, Post, (Sozial-)Versicherungen, sonstigen Institutionen und Privatperso- nen; e. A.____ bei der Erledigung der finanziellen Angele genheiten zu vertreten, insb. ihr Einkommen und Vermögen zu verwalten. Diesbezüglich wird A.____ der Z ugriff auf das Raiffeisenbankkonto … ge- mäss Art. 395 Abs. 3 ZGB entzogen. Auf das Konto …. , auf welches ihr Grundbedarf seitens des Mandatsträgers überwiesen wird, hat die Klientin weiterhin Zugriff.“ Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. In ihrer Beschwerde rügt die Beschwerdeführerin sinn gemäss die Errichtung einer Ver- tretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung. Sie ma cht sinngemäss geltend, dass sie nicht wünsche, dass ihr Geld von jemand anderem verwaltet werde. Die KESB wolle lediglich ihr Geld nehmen. Sie erklärt, die Krankenkasse nicht b ezahlt zu haben, weil sie zu wenig Geld habe. Würde ihr Mann ihr finanziell nicht helfen, hät te sie nicht einmal genügend zu essen. Einwände gegen nicht finanzielle Bereiche der angeor dneten Massnahmen bringt die Be- schwerdeführerin nicht vor. 4.1. Die behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes st ellen das Wohl und den Schutz hilfsbedürftiger Personen sicher. Sie sollen die S elbstbestimmung der betroffenen Per- son so weit wie möglich erhalten und fördern (Art. 388 ZGB). 4.2. In Art. 389 ZGB unterstellt der Gesetzgeber alle behördlichen Massnahmen des Er- wachsenenschutzes den beiden Maximen der Subsidiarität un d der Verhältnismässigkeit. Sub- sidiarität (Art. 389 Abs. 1 ZGB) heisst, dass behördlic he Massnahmen nur dann anzuordnen sind, wenn die Betreuung der hilfsbedürftigen Person auf andere Weise nicht angemessen si- chergestellt ist (Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenen- schutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BB l 2006 7042). Ist die gebotene Unterstützung der hilfsbedürftigen Person auf andere Art - durch die Familie, andere naheste- hende Personen oder private oder öffentliche Dienste ( vgl. dazu Urteil 5A_663/2013 vom 5. November 2013 E. 3) - schon gewährleistet, so ordnet die Erwachsenenschutzbehörde keine Massnahme an (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Kommt die Erwachsenenschutzbehörde demge- genüber zum Schluss, die vorhandene Unterstützung der hil fsbedürftigen Person sei nicht aus- reichend oder von vornherein ungenügend, so muss ihre b ehördliche Massnahme verhältnis- mässig, das heisst erforderlich und geeignet sein (Art. 38 9 Abs. 2 ZGB). Die Erwachsenen- schutzbehörde hat dabei nicht gesetzlich fest umschriebene, starre Massnahmen, sondern "Massnahmen nach Mass" zu treffen, das heisst solche, die den Bedürfnissen der betroffenen Person entsprechen (Art. 391 Abs. 1 ZGB; Urteil des Bu ndesgerichts 5A_4/2014 vom 10. März 2014 E. 6.1 f.). Es gilt der Grundsatz "Soviel staatli che Fürsorge wie nötig, so wenig staatlicher Eingriff wie möglich" (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7017, Urteil des Bundesgerichts 5A_667/2013 vom 12. November 2013 E. 6.1). Dies gilt auch für die E rrichtung einer Vertretungsbeistand- schaft nach Art. 394 Abs. 1 ZGB (Urteil des Bundesgericht s 5A_702/2013 vom 10. Dezember 2013 E. 4.3.1). 4.3. Als mildeste Massnahme sieht das Gesetz die Begleitbe istandschaft vor (Art. 393 Abs. 1 ZGB). Diese kann nur mit Zustimmung der hilfsbed ürftigen Person angeordnet werden und zielt darauf, dieser für die Erledigung bestimmte r Angelegenheiten begleitende Unterstüt- zung zu gewähren. Demgegenüber wird eine Vertretungsb eistandschaft (Art. 394 Abs. 1 ZGB) angeordnet, wenn die hilfsbedürftige Person bestimmte Angelegenheiten nicht selbst erledigen kann und deshalb vertreten werden muss. Diese Form de r Beistandschaft kann auch gegen den Willen der hilfsbedürftigen Person angeordnet w erden. Auch diese Massnahme schränkt aber die Handlungsfähigkeit der verbeiständeten Person nicht ein, sofern die Erwachsenen- schutzbehörde nicht eine andere Anordnung trifft (Art. 394 Abs. 2 ZGB). Die gleichen Regeln Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gelten für die Vermögensverwaltung, die im Gesetz als b esondere Form der Vertretungsbei- standschaft ausgestaltet ist (Art. 395 ZGB). 4.4. Nach Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB errichtet die Er wachsenenschutzbehörde eine Bei- standschaft, wenn eine volljährige Person wegen einer g eistigen Behinderung, einer psychi- schen Störung oder eines ähnlichen in der Person liege nden Schwächezustands ihre Angele- genheiten nur teilweise oder gar nicht besorgen kann. 5.1. In der Gefährdungsmeldung der KPP vom 13. Septe mber 2012 hält der Psychologe E.____ fest, dass die Beschwerdeführerin seit dem 2. Jul i 2012 in der KPP für eine Erkrankung aus dem Schizophrenieformenkreis in Behandlung sei. U nter medikamentöser und therapeuti- scher Behandlung habe die Beschwerdeführerin gute Fort schritte gezeigt. Eine Beschäftigung in der Abteilung Arbeit und Beschäftigung (AuB) in de r KPP sei aufgegleist worden. Seit dem 8. September 2012 zeige sich jedoch wieder eine deut liche Zustandsverschlechterung. Die Be- schwerdeführerin wirke wieder psychotisch, sei psychomotorisch unruhig und wolle nicht mehr in der AuB weiter arbeiten. Sie wolle sich um eine St elle in I.____ bewerben, weil sie Geld brauche, um ihre Schulden zu bezahlen. Diese Verschlech terung falle zeitlich mit der Rückkehr ihres Ehemannes aus Algerien zusammen. E.____ vermute, d ass die Beschwerdeführerin von ihrem Ehemann enorm unter Druck gesetzt und potentiell ausgenutzt werde. Es sei schwierig, die Lage mit ihrem Mann abzuklären, da er ein Gespräc h mit der Klinik stets vermeide. E.____ gehe davon aus, dass sich die häusliche Situation auf die Beschwerdeführerin nicht nur un- günstig auswirke, sondern sogar Therapie schädigend sein könne. 5.2. In der Gefährdungsmeldung des Ambulatoriums vom 19 . Juni 2013 erklären Dr. F.____, Oberärztin, und G.____, Dipl. Pflegefachfrau, dass sich die Beschwerdeführerin seit Januar 2013 bei ihnen in ambulanter psychiatrischer Bet reuung befinde. Die Diagnose laute “Schizophrenie und abhängige Persönlichkeitszüge“. Die p ositive Symptomatik der Erkrankung (Stimmen hören, Beeinträchtigungsideen etc.) habe sich u nter medikamentöser Medikation rückläufig gezeigt, doch seien insbesondere das Abhängi gkeitsverhältnis zu ihrem algerischen Ehemann und die Schuldensituation in den Vordergrund getreten. Diesbezüglich sei der Be- schwerdeführerin vielfältige Unterstützung angeboten w orden. Im ambulanten Rahmen und unter Einfluss des Ehemannes hätten sich die Situation un d die Ziele der Beschwerdeführerin rasch geändert. Insbesondere stehe die Trennung von ihrem Ehemann nicht mehr im Vorder- grund. Die Beschwerdeführerin zeige sich unsicher, ablehn end und misstrauisch gegenüber allen Hilfsangeboten. Trotzdem gerate sie immer wiede r in grosse seelische Not und Verzweif- lung und zeige eine grosse Hilflosigkeit und Überforderung in der Bewältigung der Organisation ihrer Finanzen. Mittlerweile habe sich die Situation so weit zugespitzt, dass die Verfasserinnen des Berichts davon ausgehen müssten, dass die Beschwerdeführerin finanziell und gesundheit- lich massiv gefährdet sei. Sie scheine im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung nicht für ihre eigene Bedürfnisse und ihre Sicherheit im weitesten Si nne sorgen zu können, sich nicht ab- grenzen und Nein sagen zu können. Sie sei, um ihren Ehemann zu schützen und ihm “eine gu- te Frau zu sein“ bereit, ihre Sicherheit und Gesundhei t aufs Spiel zu setzen, ohne dass ihr die tatsächlichen Folgen bewusst seien. Dies lasse sich gut am folgenden Beispiel erklären: Die Beschwerdeführerin zahle mit ihrer Rente in der Höhe von Fr. 1‘900.-- ihre Wohnung und die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Bruders des Ehemannes. Zudem komme sie mit diesem Betrag für den Unterhalt des Ehemannes auf, welcher keiner Erwerbstätigkeit nachkomm e. Die Krankenkassenprämien sei- en auf Anraten ihres Ehemannes seit Monaten nicht mehr bezahlt worden. Der Ehemann selbst arbeite nicht und erwirtschafte auch kein Einkommen. All e Zahlungen (inkl. Essen, Lebensun- terhalt) würden von der Invalidenrente der Beschwerdeführerin getätigt. Sie habe keinen Zugriff auf ihr Konto, da der Ehemann ihr Geld verwalte. Sie sei bereit, höchstens ein Mal monatlich zum Termin zu erscheinen, da sie nur im Einverständnis m it dem Ehemann ein Bahn-/Busticket kaufen dürfe. Die Patientin habe ein Handy, dürfe abe r laut ihrer Aussage auf Wunsch des Ehemannes kein Guthaben darauf haben. Auch die Versu che, die Beschwerdeführerin an den Sozialdienst der Gemeinde zu vermitteln, seien gescheitert. 5.3. Mit Schreiben vom 24. Juni 2013 erklärt G.____, da ss die Urteilsfähigkeit der Be- schwerdeführerin bezüglich finanzieller und administrativ er Angelegenheiten zeitweise deutlich eingeschränkt und Letztgenannte zudem nicht in der Lage sei, fremden Einflüssen genügend Widerstand leisten zu können. 5.4. Am 16. Oktober 2013 teilt G.____ der KESB mit, dass Dr. F.____ und sie gleichentags versucht hätten, einen Hausbesuch bei der Beschwerdeführ erin durchzuführen oder zumindest ein Gespräch mit ihr zu führen. Letztgenannte habe ein Gespräch jedoch verweigert, da ihr Glaube ihr das verbiete. Die Beschwerdeführerin habe keinen ausgeglichenen und gesunden Eindruck gemacht, jedoch habe sie nicht sehr stark veränder t ausgesehen im Vergleich zum letzten zwei Monate zurückliegenden Termin. Sie hätten die Bestätigung gehabt, dass die Be- schwerdeführerin das Haus verlasse und nicht ausgezehrt od er abgemagert wirke. Zum derzei- tigen Zeitpunkt hätten sie nicht genügend Grundlagen f ür eine Einweisung in die Klinik per FU, auch wenn eine Einweisung wünschenswert wäre. 5.5. G.____ führt in ihrem Schreiben an die KESB vom 24. Oktober 2013 aus, dass die Beschwerdeführerin den Kontakt mit ihr und Dr. F.____ ablehne. Dies obwohl Dr. F.____ und sie auch schon vor ihrer Haustüre gestanden hätten. Die Be schwerdeführerin lehne auch jegli- che weitere Behandlung mit ihnen ab, da sie nicht musl imischen Glaubens seien und sie sich nicht von “Ungläubigen“ beschützen lassen dürfe. Sie wer de auch keine Termine mehr wahr- nehmen. In weiteren Telefongesprächen habe die Beschw erdeführerin einen sehr instabilen Eindruck gemacht. Sie zeige sich teilweise zur Erteilung von Auskünften bereit, im nächsten Moment sei sie vorwurfsvoll und beschimpfe sie. Inhaltli ch habe die Beschwerdeführerin sich insofern geäussert, als dass sie nur Probleme machen würde n und dass sie an allem Schuld seien. Trotz der zum Teil massiven Beschimpfungen und dem wiederholt geäusserten Wunsch, sie in Ruhe zu lassen, habe die Beschwerdeführerin das Te lefongespräch nicht von sich aus beendet oder beenden können, was ihrer Meinung nach fü r die doch sehr schwere Erkrankung der Beschwerdeführerin und die Tatsache spreche, dass Le tztgenannte sich nicht genügend selbst schützen könne. 6.1. Bei der Beschwerdeführerin liegt eine langjährig e psychiatrische Vorgeschichte vor mit verschiedenen Einweisungen in psychiatrischen Kliniken. Die Beschwerdeführerin leidet an ei- ner Erkrankung aus dem Schizophrenieformenkreis. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2. Dr. F.____ und G.____ vom Ambulatorium halten i n ihrer Gefährdungsmeldung vom 19. Juni 2013 die gesundheitlichen, finanziellen und sozialen Probleme der Beschwerdeführerin fest. Die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt des Verf assens der Gefährdungsmeldung seit knapp sechs Monaten bei der Psychiatrie Baselland in amb ulanter Behandlung. Die Verfasse- rinnen hatten somit Gelegenheit, sich ein fundiertes B ild des psychischen Zustandes der Be- schwerdeführerin und ihrer Ängste, Nöte und Hilfsbedür ftigkeit zu machen. Es gibt keine An- haltspunkte, die Zweifel an ihrer Einschätzung aufkomme n lassen. Der negative Einfluss des Ehemannes auf den psychischen Zustand der Beschwerdeführer in sowie die Belastung durch die Schulden werden auch im Gefährdungsbericht des Psychologen der KPP erwähnt. Die Beschwerdeführerin bezieht eine ganze IV-Rente bei einem Invaliditätsgrad von 70% in der Höhe von Fr. 1‘984.--. Gemäss Auszug aus dem Betreibung sregister für die Zeit vom 1. Januar 2011 bis 13. November 2013 sind gegenüber der Beschwerd eführerin 14 Betreibungen (und Verlustscheine) in der Höhe von Fr. 18‘026.40 offen. Gläubigerinnen dieser Forderungen sind in 11 Fällen die Krankenkasse, in 2 Fällen die SBB und i n einem Fall die Basler Verkehrsbetriebe. Gemäss Steuererklärung für das Jahr 2012 erzielt der Ehem ann kein Einkommen (abgesehen von einem Nebenerwerbseinkommen von Fr. 97.--). Aus de n Akten ergibt sich, dass die Be- schwerdeführerin medizinische, soziale, finanzielle und ad ministrative Hilfe benötigt, nicht über ein soziales Netz verfügt, eine Zusammenarbeit zwischen dem Ehemann der Beschwerdeführe- rin und der KESB bzw. der Psychiatrie Baselland zu keine m Zeitpunkt hat stattfinden können und die Beschwerdeführerin vielfältige Unterstützungsang ebote abgelehnt hat. In den Akten findet sich der Hinweis, dass von ärztlicher Seite eine betreute Wohnform empfohlen wird. 6.3. Aus den verschiedenen Akten ist ersichtlich, dass die B eschwerdeführerin unter medi- kamentöser Behandlung eine gesundheitliche Besserung er reicht, jedoch bei Nichteinnahme der Medikamente eine Verschlechterung stattfindet und di e Beschwerdeführerin dazu neigt, die Einnahme der Medikamente zu unterlassen. In verschiedenen Akten wird festgehalten, dass die Beschwerdeführerin nicht krankheitseinsichtig sei, weshalb e ine längere sinnvolle therapeuti- sche Beziehung und Behandlung nicht aufrechterhalten we rden könne (vgl. z.B. Bericht von Dr. med. J.____ an die IV-Stelle K.____ vom 23. März 2004, Bericht der Psychiatrischen Diens- ten des Kantons K.____ vom 30. August 2005). So wird au ch im Bericht des Ambulatoriums vom 19. Juni 2013 ausgeführt, dass die Beschwerdeführer in die Medikamente nicht mehr neh- me. Im Bericht wird weiter erörtert, dass ein Absetzen d er antipsychotischen Medikation mit grösster Wahrscheinlichkeit eine erneute psychische Dekompe nsation auslösen würde und es würde (im günstigsten Falle) zu einer Einweisung in eine stationäre Einrichtung kommen. Damit steht fest, dass die Einnahme der Medikation für die psychische Stabilität der Beschwerdeführe- rin massgebend ist, jedoch ohne Hilfe nicht gewährleistet ist. 6.4. Aufgrund der obigen Ausführungen ist festzuhalte n, dass die Beschwerdeführerin an einer psychischen Störung im Sinne von Art. 390 Abs. 1 Z iff. 1 ZGB leidet und ohne Errichtung einer Beistandschaft ihre Angelegenheiten nicht bzw. nu r teilweise besorgen kann. Des Weite- ren braucht die Beschwerdeführerin in den in Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung genannten Bereichen und im dort umschriebenen Rahmen Hilfe. So insbesondere in den Bereichen betref- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht fend Wohnsituation, medizinisch-therapeutische und sozial- medizinische Situation. Zudem ist die Hilfe in administrativen und finanziellen Angelegenheiten mit der Regelung der Handhabung in Bezug auf die Konten der Beschwerdeführerin notwend ig. Da die Beschwerdeführerin kein soziales Netz hat, Hilfe ablehnt und mit dem Ehemann ke ine konstruktive Zusammenarbeit möglich war, kann die nötige Hilfe auch nicht durch ein Familienmitglied oder eine andere ihr nahestehende Person oder Institution gewährleistet werden. Zudem liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Wahl von H.____ als Mandatsträger zu beanstanden ist. Somit ist die ange- fochtene Verfügung verhältnismässig, angemessen und erfüllt die Maxime der Subsidiarität. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 7.1. Nach § 20 Abs. 1 und 3 VPO werden die Verfahren skosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt. Zuf olge Bewilligung der unentgeltlichen Pro- zessführung gehen diese zu Lasten der Gerichtskasse. Die Par teikosten werden wettgeschla- gen. 7.2. Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hin gewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in d er Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Ge- setzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und gehen zufolge Bewilligu ng der unentgelt- lichen Prozessführung zu Lasten der Gerichtskasse 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde am 23. Juni 2014 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 5A_514/2014) erhoben.