Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. August 2013 (720 12 194 / 196) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Zusprache einer befristeten Rente (im Sinne eines T eilentscheides) und Rückweisung der Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abkläru ng in Bezug auf die daran an- schliessende Periode Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Chri stof Enderle, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schä- fer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch C hristoph Vettiger, Rechtsanwalt, Austrasse 37, 4051 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1962 geborene A.____ hatte im April 1999 ein en Hirninfarkt mit bleibenden Folgen erlitten. Nachdem er sich im November 2001 bei der E idgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet hatte, sprach ihm di e damals zuständige IV-Stelle Basel- Stadt mit Verfügung vom 17. November 2003 gestützt a uf einen Invaliditätsgrad von 50 % rückwirkend ab 1. September 2002 eine halbe IV-Rente z u. Im September 2005 leitete die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht nunmehr zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft von Amtes wegen eine Überprüfung des lau- fenden Rentenanspruchs des Versicherten ein. Dieses Verfa hren endete mit der Mitteilung an A.____, dass man keine rentenbeeinflussende Änderung d es Invaliditätsgrades festgestellt ha- be (Mitteilung vom 24. November 2005). Nachdem der Arbeitgeber von A.____ der IV-Stelle Ende Juli 2010 eine 100 %-ige Arbeitsunfä- higkeit des Versicherten seit 4. Mai 2010 gemeldet hatt e, liess die IV-Stelle A.____ das Formu- lar “Anmeldung für Erwachsene“ zukommen, welches dieser a m 12. August 2010 ausgefüllt bei der IV-Stelle einreichte. In der Folge klärte die IV- Stelle die gesundheitlichen und die erwerbli- chen Verhältnisse des Versicherten ab, wobei sie ab 4. Ma i 2010 einen Invaliditätsgrad von 100 %, ab 19. September 2010 einen solchen von 77 % und ab 1. Januar 2011 einen Invalidi- tätsgrad von 66 % ermittelte. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach sie A.____ mit Verfügungen vom 4. April 2012 für den Zeitraum vom 1. Dezember 2 010 bis 31. März 2011 eine befristete ganze Rente und mit Wirkung ab 1. April 2011 eine unbefristete Dreiviertelsrente zu. B. Gegen diese Verfügungen erhob A.____, vertreten du rch Rechtsanwalt Christoph Vetti- ger, fristgerecht Beschwerde beim Versicherungsgericht de s Kantons Solothurn. Darin bean- tragte er, es sei ihm ab 1. August 2010 eine Rente a ufgrund eines Invaliditätsgrades von min- destens 70 % zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Beschluss vom 12. Juni 2012 erachtete sich das Versic herungsgericht des Kantons Solothurn als zur Behandlung dieser Beschwerde örtlich nicht zuständig. Es überwies die Akten zuständigkeitshalber an das Kantonsgericht Basel-Landschaft , Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht) und hielt fest, dass das Verfahre n insoweit als erledigt abgeschrieben werde. Dieser Beschluss des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn erwuchs in der Fol- ge unangefochten in Rechtskraft. D. Nach erfolgter Aktenüberweisung forderte der Instrukt ionsrichter des Kantonsgerichts die materiell zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft zur Einreichung ihrer Vernehmlassung auf. Die IV-Stelle sah jedoch von der Einreichung einer Beschwerdeantwort ab; stattdessen teilte sie dem Kantonsgericht am 6. September 2012 mit, dass sie mi t einer gleichentags erlassenen neuen Verfügung die angefochtenen Verfügungen vom 4. April 2012 „zwecks weiterer Abklä- rungen des Sachverhaltes durch die IV-Stelle“ aufgehob en habe. Sie beantragte dem Gericht deshalb, „die Beschwerde sei zufolge Wiedererwägung l ite pendente von der Kontrolle abzu- schreiben.“ E. Mit Eingabe vom 27. September 2012 nahm der Besch werdeführer zu diesem Antrag dahingehend Stellung, dass er mit der Abschreibung des Verfahrens nicht einverstanden sei. Er betrachte den Sachverhalt als ausreichend geklärt. F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 22. November 2012 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass das Beschwerdeverfahren nicht zufolge W iedererwägung lite pendente abge- schrieben werden könne. Es beschloss stattdessen, den Fall a uszustellen und dem Beschwer- deführer vor einem allfälligen (Rückweisungs-) Entscheid des Kantonsgerichts Gelegenheit zum Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rückzug der Beschwerde zu geben. Für die Begründung die ses Zwischenentscheides kann an dieser Stelle vollumfänglich auf die Erwägungen des Besc hlusses vom 22. November 2012 verwiesen werden. G. Mit Schreiben vom 28. März 2013 teilte der Beschwer deführer mit, dass er an der Be- schwerde vom 14. Mai 2012 festhalte. Zum einen wies er d arauf hin, dass der Antrag, wonach ihm bereits ab August 2010 eine ganze Rente zuzusprechen sei, unabhängig von weiteren me- dizinischen Abklärungen Gegenstand eines Teilentscheides bi lden könne. Was den Rentenan- spruch ab April 2011 betreffe, so erweise sich eine ärztliche Begutachtung nicht als vordringlich, denn die Lohneinbusse, die er auf dem freien Arbeitsm arkt gesundheitsbedingt zu gewärtigen habe, führe in jedem Fall zur Zusprechung einer ganzen Rente. H. Nachdem die IV-Stelle am 8. Mai 2013 zu dieser Ein gabe des Beschwerdeführers Stel- lung genommen hatte, wurde die Angelegenheit am 27. Mai 2013 erneut dem Gericht zur Beur- teilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 1.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vor- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht aussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gült ig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung) hat die versicherte Per- son Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindes tens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wen n sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung]). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, d as die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (BGE 104 V 136 E. 2a und b). 2.3 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 3. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob und in welche m Ausmass sich der Gesundheitszu- stand und - damit einhergehend - der Grad der Arbeit sfähigkeit des Versicherten seit der Ren- tenzusprache in einer anspruchserheblichen Weise verändert hat. 3.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Ve rsicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilu ngen) bleibt folglich weitestgehend an- wendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.1 Die IV-Stelle gelangte zur Abklärung des aktuellen medizinischen Sachverhaltes an den behandelnden Arzt des Versicherten, Dr. med. B.____, Psyc hiatrie und Psychotherapie FMH. Dieser hielt in seinem Bericht vom 28. Dezember 2010 als Diagnosen einen Status nach Cere- belluminfarkt 1999 und eine depressive Störung, anfängl ich schwere Episode ohne psychoti- sche Symptome (ICD-10 F32.2), fest. Der Versicherte habe an seiner Arbeitsstelle zusehends anspruchslosere Arbeiten zugewiesen bekommen, was er de pressiv verarbeitet habe. Er habe ihn deswegen ab 4. Mai 2010 vollständig arbeitsunfähi g geschrieben. Die Depressivität habe sich mittlerweile etwas aufgehellt, so dass der Versicherte ab 19. September 2010 wieder in der Lage gewesen sei, 50 % seines bisherigen Halbtageseinsatz es - also eine tägliche Arbeitszeit von zwei Stunden - zu leisten. Ab Januar 2011 sei vorgeseh en, die Arbeitszeit auf drei Stunden pro Tag zu steigern. In seiner von der IV-Stelle eing eholten Beurteilung vom 22. Februar 2011 bezeichnete Dr. med. C.____, Allgemeine Medizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), die Ausführungen von Dr. B.____ als schlüssig. Er sehe keinen Grund, Zweifel an dessen Einschätzung anzubringen. 4.2 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des f ür den Zeitraum vom 4. Mai 2010 bis Ende Dezember 2010 massgebenden medizinischen Sachverhaltes auf den genannten Bericht von Dr. B.____ und die hierzu ergangene Stellungnahm e des RAD-Arztes Dr. C.____. Sie ging Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht demzufolge davon aus, dass für den Zeitraum vom 4. Mai 2 010 bis 18. September 2010 von einer vollständigen und vom 19. September 2010 bis 31. Dezember 2010 von einer 75 %-igen Arbeitsunfähigkeit des Versicherten auszugehen sei. Die se vorinstanzliche Würdigung des me- dizinischen Sachverhaltes, wie er sich bis Ende Dezember 201 0 entwickelt hat, ist nicht zu be- anstanden. Sie wird denn auch im Rahmen des vorliegend en Beschwerdeverfahrens von bei- den Parteien - zu Recht - nicht in Frage gestellt. 4.3 Als unvollständig erweist sich hingegen die medizinisch e Aktenlage für die Zeit ab 1. Ja- nuar 2011. In den angefochtenen Verfügungen hat sich die IV-Stelle diesbezüglich wiederum auf den Bericht von Dr. B.____ vom 28. Dezember 2010 gestützt, in welchem dieser - im Sinne einer Prognose - festgehalten hatte, es sei vorgesehen, die Arbeitszei t des Versicherten ab Ja- nuar 2011 von zwei auf drei Stunden pro Tag zu steiger n. Wie der Versicherte in seiner Be- schwerde ausführt, erfüllte sich diese Erwartung jedoch nicht. Seine Arbeitszeit habe im ersten Halbjahr 2011 aus gesundheitlichen Gründen deutlich un ter dieser Prognose gelegen. Zudem habe sich sein Gesundheitszustand im Verlauf des Jahres ern eut verschlechtert, sei er doch vom 10. Juni 2011 bis 31. Juli 2011 wieder vollständig und ab 1. August 2011 zu 75 % arbeits- unfähig gewesen. Diese Angaben des Versicherten werden zwar durch einen erst nach Erlass der angefochtenen Verfügungen verfassten Bericht von Dr. B.____ vom 20. Juli 2012 nachträg- lich bestätigt. Wie die IV-Stelle in ihren Eingaben vo m 6. September 2012 und 8. Mai 2013 zu- treffend festhält, kommt diesem Bericht für den fragl ichen Zeitraum jedoch keine ausschlagge- bende Beweiskraft zu, geht daraus doch nicht mit der erfo rderlichen Schlüssigkeit hervor, ob sich die reduzierte zumutbare Restarbeitsfähigkeit von le diglich noch 25 % tatsächlich auf eine (andauernde) objektive Verschlechterung oder eher auf die subjektiven Angaben des Versicher- ten stützt. 4.4 Da das Sozialversicherungsgericht nach ständiger Rech tsprechung die Gesetzmässig- keit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt zu beurteilen hat, der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinwei- sen), hat die IV-Stelle Sachverhaltsentwicklungen wie et wa eine Verbesserung oder eine Ver- schlechterung des Gesundheitszustandes, die im Laufe des IV-Abklärungsverfahrens eintreten, in der zu erlassenden Verfügung bei der Beurteilung d es Leistungsanspruchs (mit-) zu berück- sichtigen. Wie den Akten entnommen werden kann, hat di e IV-Stelle im Zeitraum vom Januar 2011 bis zum Verfügungserlass (4. April 2012) keine weit erführenden Abklärungen des aktuel- len Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Versich erten mehr vorgenommen. Die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren sind dem nach, soweit sie den Zeitraum ab Januar 2011 betreffen, nicht ausreichend beweiskräftig. 5. In einem nächsten Schritt gilt es zu prüfen, wie si ch diese Würdigung des medizinischen Sachverhaltes auf den Rentenanspruch des Versicherten auswirkt. 5.1 Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 2.2 hi ervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufg rund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Da der Beschwerdeführer nach dem vorstehend G esagten vom 4. Mai 2010 bis 18. September 2010 in sämtlichen beruflichen Tätigkei ten vollständig arbeitsunfähig war, kann Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht allerdings für diesen Zeitraum ein solcher unterbleibe n und ohne weitere Erörterungen fest- gehalten werden, dass der Invaliditätsgrad während dieser Periode 100 % betrug. Für den Zeit- raum vom 19. September 2010 bis 31. Dezember 2010, fü r welchen von einer 75 %-igen Ar- beitsunfähigkeit auszugehen ist, hat die IV-Stelle in d en angefochtenen Verfügungen vom 4. April 2012 den erforderlichen Einkommensvergleich vo rgenommen und dabei einen Invalidi- tätsgrad von 77 % errechnet. Die ermittelten Invalidi tätsgrade von 100 % bzw. von 77 % verlei- hen grundsätzlich Anspruch auf eine ganze Rente, was den n auch im vorliegenden Beschwer- deverfahren weder vom Versicherten noch von der IV-Ste lle in Frage gestellt wird. Strittig ist dagegen, für welchen Zeitraum dieser Anspruch des Besch werdeführers auf eine ganze Rente besteht. 5.2.1 Da der Versicherte vor Eintritt der Verschlechterun g seines Gesundheitszustandes Be- züger einer laufenden halben Rente war, ist die Peri ode, für die ihm eine (befristete) ganze Rente zuzusprechen ist, gestützt auf die Bestimmungen de r Art. 88a und 88 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 196 1 festzusetzen. Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesent- liche Unterbrechung drei Monate gedauert hat, und la ut Art. 88 bis Abs. 1 lit. a erfolgt die Erhö- hung der Renten, sofern die versicherte Person die Revision verlangt, frühestes von dem Monat an, in dem das Revisionsbegehren gestellt wurde. Vorlie gend ist die Verschlechterung der Er- werbsfähigkeit des Beschwerdeführers ab 4. Mai 2010 ein getreten und sie hat am 4. August 2010 mindestens drei Monate angedauert, weshalb sie ab diesem Zeitpunkt zu berücksichtigen ist. Aus den Akten ist sodann ersichtlich, dass der Arbeitge ber des Versicherten der IV-Stelle am 27. Juli 2010 mit dem “Meldeformular für Erwachse ne: Früherfassung“ gemeldet hat, dass dieser seit 4. Mai 2010 zu 100 % arbeitsunfähig sei. Obwohl der Versicherte im damaligen Zeit- punkt Bezüger einer unbefristeten halben Rente war, l iess die IV-Stelle ihm in der Folge für die Geltendmachung der Verschlechterung der Erwerbsfähigke it nicht das für Bezüger laufender Renten vorgesehene Formular “Revision der Invalidenrent e“, sondern das Formular “Anmel- dung für Erwachsene“ zukommen. Am 12. August 2010 hat der Versicherte dieses vollständig ausgefüllt an die IV-Stelle retourniert. Indem er d ieses Formular bei der IV-Stelle eingereicht hat, hat der Versicherte in rechtsgenüglicher Weise ein Begehren um Erhöhung der laufenden Rente gestellt. Die geschilderten, in den Art. 88a un d 88 bis IVV verlangten Voraussetzungen für eine Rentenerhöhung waren somit im Laufe des Monats August 2010 erfüllt, weshalb die bisher ausgerichtete halbe Rente des Versicherten mit Wirkung ab 1. August 2010 auf eine ganze Rente zu erhöhen ist. Soweit die IV-Stelle die Rente nerhöhung erst per 1. Dezember 2010 vor- genommen hat, kann ihr nach dem Gesagten nicht gefolg t werden. Die Beschwerde des Versi- cherten erweist sich in diesem Punkt als begründet. 5.2.2 Nach Art. 88a Abs. 1 IVV ist bei einer Verbesseru ng der Erwerbsfähigkeit die an- spruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in welchem angenommen werden kann, dass sie voraussicht- lich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne we- sentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat un d voraussichtlich weiter andauern wird. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 4.2 hiervor) besteht di e Möglichkeit, dass beim Beschwerde- führer ab 1. Januar 2011 eine anspruchsbeeinflussende, längere Zeit dauernde Verbesserung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Erwerbsfähigkeit eingetreten ist. Es steht deshalb möglicherweise (wieder) eine Herabset- zung der ab 1. August 2010 auszurichtenden ganzen Rente im Raum. Auf Grund von Art. 88a Abs. 1 IVV fällt eine mögliche Herabsetzung der Leistun g jedoch in jedem Fall frühestens mit Wirkung ab 1. April 2011 in Betracht. Der Beschwerdefü hrer hat demnach zumindest bis Ende März 2011 Anspruch auf eine ganze Rente. Dies wird au ch von der IV-Stelle - zu Recht – aner- kannt. Dem Beschwerdeführer kann deshalb heute - im Si nne eines abschliessenden Teilent- scheides (vgl. dazu auch E. 8.1 f. hiernach) - für den Zeitraum vom 1. August 2010 bis 31. März 2011 eine befristete ganze Rente zugesprochen werden. 5.3 Soweit es um den medizinischen Sachverhalt ab Januar 2011 bzw. den Rentenan- spruch ab 1. April 2011 geht, sind die Abklärungsergebni sse aus dem Verwaltungsverfahren, wie weiter oben aufgezeigt (E. 4.3 und 4.4 hiervor), nicht ausreichend beweiskräftig. Der Sach- verhalt bedarf diesbezüglich weiterer gutachterlicher A bklärung. Während die IV-Stelle diese Einschätzung in ihren Stellungnahmen vom 6. September 2012 und 8. Mai 2013 teilt, erachtet der Beschwerdeführer laut Eingabe vom 28. März 2013 eine zusätzliche ärztliche Begutachtung nicht als vordringlich. Er begründet dies mit dem Hinwei s, dass die Lohneinbusse, die er auf dem freien Arbeitsmarkt gesundheitsbedingt zu gewärtigen habe, in jedem Fall zur Zuspre- chung einer ganzen Rente führe. Dieser Auffassung kann jedoch in dieser pauschalen Weise nicht beigepflichtet werden. Um die gesundheitsbedingt zu gewärtigende Erwerbseinbusse be- messen zu können, muss zuerst sowohl über den aktuellen Gesu ndheitszustand als auch über die Fragen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä tigkeiten der Versicherte arbeitsunfä- hig ist und welche Arbeitsleistungen ihm noch zugemutet werden können, Klarheit bestehen. Wie bereits weiter oben aufgezeigt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist die Verwaltung (und im Beschwerde- fall das Gericht) hierzu auf Unterlagen angewiesen, di e ärztliche Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Da in Bezug auf den Zeitraum ab Januar 2011 keine ausreichend beweiskräfti- gen Berichte vorliegen, bedarf der medizinische Sachverha lt diesbezüglich weiterer gutachterli- cher Abklärung. 5.4 Im Hinblick auf das einzuholende Gutachten ist die I V-Stelle auf das jüngst ergangene, zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juli 2013 (9C_207/2012) hinzu- weisen, welches verschiedene Richtlinien nennt, die bei de r Einholung von mono- und bidis- ziplinären Gutachten zu beachten sind. So hat die IV-S telle der versicherten Person die Art der vorgesehenen Begutachtung (mono- bzw. bidisziplinär) sow ie die vorgesehenen Fachdiszipli- nen und Gutachterfragen bekannt zu geben. In diesem Sta dium kann die versicherte Person erst einmal (nicht personenbezogene) materielle Einwend ungen gegen eine Begutachtung an sich oder gegen Art oder Umfang der Begutachtung vorbr ingen. In einem zweiten Verfahrens- schritt hat die IV-Stelle der versicherten Person den bzw . die von ihr ausgewählten Gutachter mit jeweiligem Facharzttitel mitzuteilen. Mit der Bezei chnung der Sachverständigen kommt die Möglichkeit (materieller oder formeller) personenbezog ener Einwendungen hinzu. Werden der- artige (zulässige) Einwendungen vorgebracht, ist vorab i n konsensorientierter Weise vorzuge- hen. Erst wenn eine Einigung ausbleibt, hat eine (ein heitliche) Zwischenverfügung über die Be- weisvorkehr an sich (Beschränkung auf eine oder zwei Fachdi sziplinen, Bezeichnung der Dis- ziplinen) und die Person der Gutachter zu ergehen (E. 5.2.2.2 f. des genannten Urteils). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Gestützt auf die Ergebnisse des - in Beachtung der geschilderten Vorgehensweise - einzuholenden Gutachtens wird die IV-Stelle über den dem Versicherten ab 1. April 2011 zu- stehenden Rentenanspruch neu zu verfügen haben. 6. Aus dem Gesagten folgt als Ergebnis, dass die vorliege nde Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen ist, als die angefochtenen Verfügungen vom 4 . April 2012 aufzuheben sind und festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 1. August 2010 bis 31. März 2011 Anspruch auf eine ganze Rente hat. In Bezug auf den Rentenanspruch ab 1. April 2011 ist die Angelegenheit hingegen zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückzuweisen. 7.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend gilt der Beschwerdeführer als vollständig obsiegende Partei. In Bezug auf die strittige (Teil- ) Frage des Beginns der ganzen Rente (Au- gust oder Dezember 2010) ist seinem Rechtsbegehren vollu mfänglich entsprochen worden. Darüber hinaus ist aber auch die bundesgerichtliche Rech tsprechung zu beachten, wonach in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV- Stelle als unterliegende Partei gilt, wenn das Kanton sgericht - wie vorliegend in Bezug auf den Rentenanspruch ab April 2011 - eine bei ihm angefoc htene Verfügung aufhebt und die Angele- genheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung an die Verwaltung zurückweist (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss zu- rückzuerstatten. 7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers hat in seinen beiden Honorarnoten vom 23. Oktober 2012 und 28. März 2013 für das vorliegen- de Verfahren einen Zeitaufwand von 17 Stunden und 20 Minuten geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalt s- und Rechtsfragen als angemes- sen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicheru ngsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stun denansatz von 250 Franken zu ent- schädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in den Ho norarnoten ausgewiesenen Ausla- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen von Fr. 222.50. Dem Beschwerdeführer ist deshalb ein e Parteientschädigung in der Höhe von Fr. Fr. 4'555.50 (17 Stunden und 20 Minuten à Fr. 250.- + Auslagen von Fr. 222.50) zu Las- ten der IV-Stelle zuzusprechen. 8.1 Der vorliegende Entscheid wird mit der Rechtsmittelb elehrung versehen, wonach dage- gen innert 30 Tagen seit schriftlicher Eröffnung Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten beim Bundesgericht erhoben werden kann (vgl. unten). Dabei gilt es allerdings auf folgende Besonderheiten hinzuweisen: Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundes- gericht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in ö ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das V erfahren abschliessen. Zulässig ist die Beschwerde zudem auch gegen einen Entscheid, der n ur einen Teil der gestellten Begeh- ren behandelt, wenn diese Begehren unabhängig von den anderen beurteilt werden können (Teilentscheid; Art. 91 lit. a BGG). Demgegenüber sin d selbständig eröffnete Zwischenent- scheide - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zust ändigkeit und über Ausstands- begehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 8.2 Laut BGE 135 V 141 ff. ist ein Entscheid, mit wel chem eine Vorinstanz des Bundesge- richts eine bestimmte, vorangehende Teil-Periode des Re ntenanspruchs materiell abschlies- send beurteilt und für eine darauf folgende Teil-Per iode die Sache zu neuer Beurteilung an die Verwaltung zurückweist, in Bezug auf die materiell abschli essend beurteilte Phase ein Teilent- scheid, der selbständig anfechtbar ist, bei Nichtanfechtu ng selbständig rechtskräftig wird und später nicht mehr angefochten werden kann (E. 1.4.4-1 .4.6). Bei Ziff. 1 des nachfolgenden Dispositivs, in welcher abschliessend über den Rentenanspr uch des Versicherten für den Zeit- raum vom 1. August 2010 bis 31. März 2011 entschieden wi rd, handelt es sich somit um einen solchen selbständig anfechtbaren Teilentscheid. Demgege nüber ist Ziff. 2 des nachfolgenden Dispositivs, in welcher die Angelegenheit in Bezug auf den Rentenanspruch ab 1. April 2011 zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Er lass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückgewiesen wird, als Zwischenentscheid im Si nne des BGG zu qualifizieren, ge- gen den eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun gen zulässig ist. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmit telbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochte- nen Verfügungen der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 4. April 2012 aufgehoben werden und festgestellt wird, dass der Beschw erdeführer für den Zeitraum vom 1. August 2010 bis 31. März 2011 Anspruch auf eine ganze Rente hat. 2. In Bezug auf den Rentenanspruch ab 1. April 2011 w ird die Angele- genheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägunge n und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-L andschaft zu- rückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 4'555.50 (inkl. Ausla gen) zu bezah- len. http://www.bl.ch/kantonsgericht