Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. Juni 2019 (720 18 327 / 150) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision: Eine Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes ist mittels des ein- geholten Gutachtens ausgewiesen; kein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen bei gegebener Selbsteingliederungsfähigkeit. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Christof Enderle, Kantonsrich- ter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1961 geborene A.____ bezog nach einem Verkehrsu nfall mit Halswirbelsäulenver- letzung am 15. Oktober 1989 seit dem 1. Februar 1992 e ine halbe Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV). Aufgrund von Verschlechterunge n des Gesundheitszustandes wur- de der Versicherten ab 1. Januar 2004 eine Dreiviertel srente und ab 1. April 2005 eine ganze Rente zugesprochen. Diese wurde im Rahmen eines Revisio nsverfahrens am 23. Juni 2008 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestätigt. Im August 2013 leitete die zuständige IV-St elle Basel-Landschaft (IV-Stelle) eine wei- tere Rentenrevision ein. Nach Abklärung der gesundheitli chen und erwerblichen Verhältnisse sowie nach Durchführung eines Vorbescheidverfahrens sowie Eingliederungsmassnahmen hob die IV-Stelle die Rente mit Verfügung vom 30. August 2018 aufgrund eines ermittelten Invalidi- tätsgrades von 39% auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 4. Oktober 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die angefochte ne Verfügung vom 30. August 2018 auf- zuheben und festzustellen, dass sie weiterhin im bisherig en Umfang Anspruch auf eine Invali- denrente habe, unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung liess die Beschwerdeführerin im We- sentlichen ausführen, dass sie entgegen der Auffassung d er Beschwerdegegnerin Hilfe bei der Eingliederung benötige, da sie keine Stelle in einer angepassten Tätigkeit gefunden habe. Aus- serdem sei festzustellen, dass die neue Einschätzung der Ar beitsfähigkeit lediglich eine abwei- chende Beurteilung eines gleichgebliebenen respektive verschlechterten Gesundheitszustan- des sei. Eine Verbesserung, die zur Rentenaufhebung be rechtigen würde, sei nicht gegeben. Ferner sei der leidensbedingte Abzug mit 5% zu tief veranschlagt worden. C. In ihrer Vernehmlassung vom 18. Dezember 2018 schl oss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Der medizinische Sachverh alt sei hinreichend abgeklärt wor- den, wobei sich eine Verbesserung des psychischen Gesundheit szustandes gezeigt habe. Der Invaliditätsgrad sei korrekt ermittelt worden. Ferner seien Eingliederungsmassnahmen geprüft und der Beschwerdeführerin Unterstützungsleistungen angeboten worden. D. Die Beschwerdeführerin reichte mit Schreiben vom 12 . April 2018 ihre Replik ein, wo- bei sie insbesondere ausführte, dass sie unter zunehmenden asthmatischen Beschwerden leide und das eingeholte interdisziplinäre Gutachten veraltet sei. Es seien deshalb in Aufhebung der angefochtenen Verfügung neue medizinische Abklärungen anzuordnen. E. Mit Duplik vom 9. Mai 2019 nahm die Beschwerdegegner in zu den Vorbringen in der Replik Stellung und hielt an ihrem Antrag auf Abweisung fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 4. Oktober 2018 ist demnach ei nzutreten. 2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im Bereich der Invali- denversicherung Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit o der Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigu ng der körperlichen, geistigen oder psy- chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behan dlung und Eingliederung verblei- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichke iten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 AT SG). Für die Beurteilung des Vorlie- gens der Erwerbsunfähigkeit sind nach dem mit der 5. IV -Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2 , 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzug eltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstä nden kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der ve rsicherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zum utbar oder – als alternative Vorausset- zung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invalidit ätsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente unter anderem revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen; vgl. auch: BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; RUDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grund- figur namentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: Scha ffhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 16 f.). 3.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urte il des Bundesgerichts vom 29. Au- gust 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 3.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einko mmensvergleichs beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 7 ff. E. 3.2.3). V orliegend sprach die IV-Stelle der Be- schwerdeführerin mit Verfügung vom 9. Juni 2005 rückwirke nd ab 1. April 2005 eine ganze In- validenrente zu. Im folgenden Revisionsverfahren im Jahr 2008 wurde der Anspruch auf eine ganze Rente formlos bestätigt. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsäch- lichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerich- teten ganzen Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sa chverhalts, wie er im Zeitpunkt der ur- sprünglichen (auf einer vollständigen materiellen Ansp ruchsprüfung beruhenden) Rentenverfü- gung vom 9. Juni 2005 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochte- nen Verfügung vom 30. August 2018. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob und inwiefer n sich der Gesundheitszustand und – damit einhergehend – der Grad der Arbeitsunfäh igkeit der Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache am 9. Juni 2005 in anspruchserheblicher Weise verändert hat. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztlich e und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arzte s oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwalt ungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Stützt sich der angefochtene Entscheid hingegen ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlag en, sind an die Beweiswürdi- gung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fä llen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Festste llungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weite- ren Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des thera- peutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutacht ungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 17 5 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab- weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjek- tiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach- tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 4.5 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhaltes in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu bea chten: Da die Feststellung einer revi- sionsbegründenden Veränderung durch eine Gegenüberste llung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Bewe ises das Vorhandensein einer ent- scheidungserheblichen Differenz in den – den medizinisch en Gutachten zu entnehmenden – Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstel lten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweis thema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betra chtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Ren- tenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 23 2 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Ur- teile des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/201 0, E. 4.2, und vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 5. Zur Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerde führerin liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht allesamt g ewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejenigen Gutachten und Berichte wi edergegeben werden, welche sich für den vorliegenden Entscheid als zentral erweisen. 5.1 Die IV-Stelle stützte die Verfügung vom 9. Juni 2 005, mit welcher der Versicherten eine ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wurde, auf die Arztberichte von Dr. med. B.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilita tion, vom 24. Mai 2005 und von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 13. August 2004 sowie auf eine neuropsychologische Untersuchung vom 27. Juli 2004. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. B.____ diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbei tsfähigkeit ein chronisches Cervikalsyn- drom mit chronischer Cervikobrachialgie beidseits und chr onischer cervikocephaler Symptoma- tik seit einem Distorsionstrauma der Halswirbelsäule bei einem Autounfall sowie ein Heu- schnupfen und ein Asthma bronchiale. Seit 18. September 2003 bis auf weiteres sei die Patien- tin aufgrund einer psychophysischen Dekompensation im Anschluss an eine Fischvergiftung zu 100% arbeitsunfähig. Der Gesundheitszustand sei station är, die Arbeitsfähigkeit lasse sich in- des durch medizinische Massnahmen verbessern. In letzter Zeit sei die Patientin vor allem in psychiatrischer Behandlung (nebst einer Osteotomie bei Ha llux valgus am 28. Januar 2004). Aus psychiatrischer Sicht sei es zu einer Besserung gekomme n. Im Übrigen verweist Dr. B.____ auf die beiliegenden Berichte. Mit ärztlichem Bericht vom 13. August 2004 diagnostizie rte Dr. C.____ eine mittelgradige reak- tive Depression (sogenannte Anpassungsstörung nach ICD-10 F43.21), Hinweise auf Neigung zu Dissimulation und Durchhalteparolen, Leistungsorienti ertheit und leichte narzisstische Züge. Die sehr mitteilsame, mittelschwer depressive Patientin w eine während des Gesprächs wieder- holt. Sie beklage rezidivierende Suizidgedanken, versicher e jedoch glaubhaft, keine Absicht zu haben, diese umzusetzen, namentlich wegen des Freundes und ihrer Tiere. Die neuropsychologische Testung am 27. Juli 2004 ergab ein leicht- bis eher mittelgradiges kognitives Defizit (maximal 50%). Insbesondere bei der verb alen Aufgabe zeige sich eine deut- liche Störanfälligkeit der Abrufleistung. Die eigentl iche Gedächtnisleistung sei gemessen am Wiedererkennungswert besonders verbal deutlich verminder t. Es bestünden Hinweise auf eine schwankende und schnell nachlassende Aufmerksamkeitsleistung , ferner zeige sich im Verlauf der Testung deutlich eine nachlassende Leistungsfähigkeit bei Aufgaben zur verbalen Umstel- lungsfähigkeit und Merkfähigkeit. Als Folge seien beson ders die verbale Flüssigkeit, das prob- lemlösende Denkvermögen und die Handlungsplanung beein trächtigt. Als der Symptomatik zugrundeliegende Faktoren müsse in erster Linie das auf einen Schleudertrauma-Unfall im Jahr 1989 zurückgehende Schmerzsyndrom berücksichtigt werden, in zweiter Linie dürfte die aktuell wahrscheinlich leichtgradig ausgeprägte depressive Verstim mung die Befunde zusätzlich über- lagert bzw. verstärkt haben. Empfohlen werde eine kogni tiv-behaviorale Psychotherapie zur Krankheitsbewältigung und zum Erlernen von Copingme chanismen. Bei einer Stellensuche sei eine leichte Büroarbeit, maximal drei Stunden am Stü ck in einem ruhigen bzw. störungsarmen Umfeld möglich. 5.2 Im Rahmen des vorliegenden Revisionsverfahrens holte die Beschwerdegegnerin bei der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) ein interdisziplinäres Gutachten in den Diszip- linen Allgemeine Internistik, Psychiatrie, Rheumatologie und Neurologie ein. Mit Gutachten vom 13. November 2014 stellten die Gutachter folgende Di agnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit fest: ein chronisches cervikales bis cervikoscapuläres S chmerzsyndrom (ICD-10 M53.0) mit radiomorphologisch Foraminalstenose C 4/5 links bei deutlicher Unkovertebral- und Spon- dylarthrose, initialer Osteochondrose C 5/6 und einer m inimalen Instabilität im Segment C 4/5, angedeutet im Segment C 5/6; reaktiver Myogelosen der Subokzipital-, Trapezius- sowie der interscapulären Muskelgruppen im Rahmen einer muskulären Dysbalance mit Abschwächung der abdominellen nacken-, schulter- und rückenstabilisi erenden Muskelgruppen; einer leichten Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wirbelsäulenfehlhaltung/-fehlform im Sinne einer s-f örmigen Skoliose sowie ein Status nach traumatischem Halswirbelsäulenbeschleunigungstrauma am 15. Oktober 1989. Ohne Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und soma- tischen Faktoren (ICD-10 F45.41), mittelschwere Karpal tunnelsyndrome beidseits rechtsbetont (ICD-10 G56.0), ein Verdacht auf eine Fingergelenksp olyarthrose (klinisch völlig asymptoma- tisch), ein saisonales, allergisch bedingtes Asthma bronchiale (ICD-10 J45.0) unter Dauerthera- pie, anamnestisch eine Rhinitis allergica (ICD-10 J30.4) sowie ein Status nach laparoskopischer Exploration am 11. Juli 2011. Die mit hervorragender Patientencompliance durchgefüh rte klinisch-rheumatologische Untersu- chung habe in Konkordanz mit den radiomorphologischen B efunden eine leichte Dysfunktion der mittleren Halswirbelsäulenbeweglichkeit nach links ergeben, ansonsten sei die Bewegungs- prüfung am Achsenskelett und den peripheren Gelenke de r Extremitäten unauffällig gewesen. Rein klinisch bestünden an den DIP-/PIP-Gelenken an bei den Händen Veränderungen, die für eine beginnende Fingergelenkspolyarthrose sprechen würden, es hätten aber keine Beschwer- den bestanden. Abschliessend könne ausser dem diagnosti zierten chronischen cervikalen bis cervikoskapulären Schmerzsyndrom keine weiteren Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit gestellt werden. Eine angestammte erlernte Tä tigkeit könne nicht definiert werden, in- dessen seien der Explorandin keine regelmässig mittel- b is schwerbelastende Tätigkeiten mehr zumutbar. In einer körperlich leichten bis nur selten mittelschweren und wechselbelastenden beruflichen Tätigkeit, bei der Arbeiten mit der Notwendigkeit von Überkopfbewegungen der obe- ren Extremitäten, fliessbandähnliche Montagearbeiten m it den Armen und Arbeiten mit anhal- tender Oberkörpervorneigeposition vermieden werden, bes tehe eine 80%ige, ganztägig ver- wertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit. In mehrheitl icher Schulterneutralstellung bestünden weder für fein- noch intermittierend grobmanuell vera rbeitende Tätigkeiten Einschränkungen. Ebenso sei die Gehfähigkeit uneingeschränkt gegeben, so dass vielfältige Überwachungs- und Kontrollarbeiten problemlos zumutbar seien. Das Heben, Stossen, Ziehen und Tragen von Las- ten bis maximal 10 – 15 kg sei bis zur Taille möglich, ab Taillenhöhe seien lediglich noch Ge- wichte bis maximal 5 – 10 kg zumutbar, jedoch nicht über der Schulterhorizontalen. Diese Ein- schränkungen in Bezug auf die mögliche Arbeits- und Lei stungsfähigkeiten könnten eindeutig von den klinischen und radiomorphologischen Befunden abgeleitet werden. Es bestünden keine Hinweise auf eine psychosoziale Überlagerung. Aus neurologischer Sicht ergab sich zusätzlich zu den be reits rheumatologischerseits festge- stellten Diagnosen im Wesentlichen ein mittelschweres, bilateral rechtsbetontes Karpaltunnel- syndrom. Eine spezifische Einschränkung der Arbeits- und L eistungsfähigkeit ergebe sich dar- aus nicht. Auch die allgemeininternistische Untersuchung führte z u keinen die Arbeitsfähigkeit einschrän- kenden Diagnosen. In psychiatrischer Hinsicht wurden ebenfalls keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähig- keit gestellt. Neben den Angaben zu ihren körperlichen Beschwerden beklage die Versicherte vor allem Existenzängste. Es bestünden finanzielle Schwier igkeiten, die Explorandin fürchte, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihre Rente zu verlieren. Der begutachtende Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie, stellte fest, dass trotz fehlender Schmerzausweitu ng von einer gewissen psychischen Überlagerung der geklagten Beschwerden ausgegangen werden müsse. Hinweise auf schwere und quälende Schmerzen hätten sich nicht ergeben. Diag nostiziert werde eine chronische Schmerzstörung, wobei die Foerster-Kriterien zu vernein en seien. Zum Zeitpunkt der Untersu- chung hätten sich keine Hinweise auf eine depressive Stör ung ergeben. Die Explorandin stehe seit drei Monaten wieder in psychiatrischer Behandlung un d nehme regelmässig ein Antide- pressivum ein, dessen Blutspiegel jedoch zu tief sei. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versi- cherte in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Zusammenfassend hielten die Gutachter der ABI fest, dass – entsprechend der Beurteilung aus rheumatologischer Sicht – der Explorandin körperlich m ittel- bis schwerbelastende Tätigkeiten nicht zugemutet werden könnten. In einer körperlich lei chten bis selten mittelschweren, ange- passten Tätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeits- und Lei stungsfähigkeit, vollschichtig realisier- bar. Im Haushalt seien keine Einschränkungen gegeben. B erufliche Massnahmen seien nicht angezeigt, da die Explorandin bereits bei drei verschiedenen Arbeitgebern in einem Teilzeitpen- sum im Arbeitsmarkt integriert sei. 5.3 In ihrer Stellungnahme vom 11. Dezember 2014 ste llte Dr. med. E.____, Fachärztin für Psychiatrie sowie Neurologie, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Beschwerdegeg- nerin die psychiatrischen Befunde, Diagnosen und Angaben der Versicherten im Bericht von Dr. C.____ denen im ABI-Gutachten von Dr. D.____ ge genüber und kam zum Schluss, dass eine Verbesserung des Gesundheitszustanden sowohl auf d er Ebene der Diagnosen als auch derjenigen der psychopathologischen Befunde gegeben sei . Zu einer Veränderung in den Aus- wirkungen auf die Alltagsaktivitäten könne aufgrund de r fehlenden Datenlage keine Stellung genommen werden. 5.4 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens reichte die Besc hwerdeführerin zwei weitere Arztberichte ein: Mit Bericht vom 25. April 2015 diagnostizierte der behandelnde Psychiater Dr. med. F.____ eine mittelgradige Depression nach Hamilton Score, klinisch ei ne leichte bis mittelgradige Depressi- on. Die Patientin klage über Ein- und Durchschlafstörun gen mit nächtlichem Grübeln, Zukunfts- ängsten, Sinnlosigkeitsgefühlen und sozialen Rückzug. Sie h abe negative Gedanken und Ag- gressionen gegen sich selbst. Es liege eine Selbstwertstörung vor. Ferner leide sie an Konzent- rationsstörungen. Es scheine sich um eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1) zu handeln. Dass die Patientin voll arbeitsfähig sein so lle, werde bezweifelt. Eine mittelgradige Depression führe in der Regel zu einer 50%igen Einschrä nkung. Ob eine solche Leistungsfä- higkeit realistisch sei, sei momentan unklar. Eine Steig erung der Arbeitsfähigkeit solle, wenn immer möglich, durch Wiedereingliederungsmassnahmen (g eschützter Arbeitsplatz) begleitet werden. Wenn möglich solle die Patientin auf ihren al ten Stellen aufbauend ihre Leistung stei- gern können. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht In einem weiteren eingereichten Bericht von Dr. med . G.____, FMH Allgemeine Innere Medizin sowie Pharmazeutische Medizin, vom 30. April 2015 wird e in chronisches Cervikalsyndrom mit Cervikobrachialgie beidseits, eine chronische cervikocephale Symptomatik bei Zustand nach schwerem Distorsionstrauma sowie ein Fibromyalgiesyndrom mit Ganzkörperschmerz diagnos- tiziert. Die Patientin sei seit 15. Januar 2015 wegen e iner deutlichen Verschlechterung der ge- nannten Diagnosen bei ihm in Behandlung. Sie werde m it Neuraltherapie behandelt, zusätzlich erfolge eine Melatoninsubstitution bei schwerem Mangel sowie eine parenterale Therapie mit Vitamin B und Magnesium. Es komme zeitweise zu einer leichten Besserung der Beschwerden, allerdings sei der Krankheitsverlauf weiterhin starken Schwankungen unterworfen mit zum Teil starken Schmerzen und psychovegetativer Symptomatik mit Übe lkeit, Erbrechen, Durchfall so- wie starken Konzentrationsstörungen, Schwindel und Tin nitus. Die Patientin sei durch die Symptomatik in ihren täglichen Aktivitäten erheblich be einträchtigt. Langfristig erachte Dr. G.____ ein Arbeitspensum von 50% als realistisch. 5.5 Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin hin nahmen di e Gutachter der ABI am 27. Mai 2015 Stellung zu den neu eingegangenen medizinischen U nterlagen. Sie führten aus, dass die Versicherte bei der gutachterlichen psychiatrischen Untersu chung keine depressiven Sympto- me gezeigt habe. Zwar verliefen depressive Störungen schwankend, es fänden sich jedoch kei- ne Hinweise für lang andauernde mittelgradige oder schwere depressive Episoden. Gelegent- lich auftretende depressive Verstimmungen seien im Rahmen der chronischen Schmerzstörung einzuordnen. Die somatischen Befunde seien allesamt bereits im Gutachten vom 13. November 2014 berücksichtigt worden. 5.6 In einem psychiatrischen Verlaufsgutachten vom 27. Juni 2017 hielt Dr. D.____ fest, dass die gepflegt wirkende und freundlich-kooperative Explorandin ausführlich auf die gestellten Fragen eingegangen sei. Bei der Untersuchung seien kei ne Diskrepanzen oder Widersprüche aufgefallen. Die Stimmung sei ausgeglichen, die Psycho motorik lebhaft gewesen. Eine An- triebsminderung habe nicht festgestellt werden können. Der affektive Kontakt zum Gutachter sei gut gewesen. Die Explorandin drücke sich differenziert und anschaulich aus. Während der Un- tersuchung hätten sich keine Anzeichen für eine Konzentra tionsschwäche oder Einschränkun- gen in der Merkfähigkeit und der Gedächtnisleistung ge zeigt. Das Denken sei nicht eingeengt gewesen, die Explorandin habe einen guten und klaren B ezug zur Realität und ihrer Person. Aus ihren Schilderungen hätten sich keine Hinweise auf Verkennungen, Halluzinationen, Stim- mungs- oder Antriebsveränderungen im Tagesverlauf oder Lebensverleider, Suizidgedanken oder –fantasien ergeben. Sie beklage insbesondere Nacken - und Rückenschmerzen. Ausser- dem berichte sie über Ängste in grösseren Menschenansamm lungen. Seit August 2015 werde keine psychiatrische Behandlung mehr durchgeführt, die Exp lorandin nehme auch keine Psychopharmaka ein. Aufgrund der somatischen Befunde könne die subjektive Krankheitsüber- zeugung, lediglich 40 - 50% arbeiten zu können, nicht hinreichend objektiviert werden, so dass eine psychische Überlagerung angenommen werden müsse. D iagnostisch handle es sich um eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychisch en Faktoren. Die Explorandin sei im Alltag jedoch durch ihre Schmerzen, wenn sie den körperlichen Einschränkungen Rech- nung trage, kaum beeinträchtigt. Auch von der Persönli chkeit her sei die Explorandin nicht be- einträchtigt. Die beklagte leicht erhöhte Ängstlichkeit in grösseren Menschenansammlungen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe keinen Krankheitswert und schränke sie im Alltag und ihren Aktivitäten nicht ein. Insge- samt habe sich die Versicherte im Rahmen der Exploration psychopathologisch völlig unauffäl- lig gezeigt. Der Schlaf werde als gut beschrieben, es f änden sich keine Hinweise auf einen so- zialen Rückzug. Sie habe mit Freude über ihre Arbeit i m Restaurant berichtet. Die Aufgabe des Haustieres habe nicht mit einer Überforderungssituatio n zusammengehängt. Die Explorandin gestalte den Alltag aktiv; im Gegensatz zum Zustand bei de r letzten Rentenerhöhung seien – wie bereits bei der Begutachtung im Jahr 2014 – kein erlei Hinweise auf depressive Symptome vorhanden. Zwar sei die Versicherte durch die Rentenrevi sion belastet. Die Belastung genüge jedoch nicht für eine psychiatrische Diagnose. Aus psychiatrischer Hinsicht sei damit keine Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit festzustellen. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefoch tenen Verfügung vom 30. August 2018 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalte s vollumfänglich auf das Gutachten der ABI vom 13. November 2014 und das Verlaufsgutachten von Dr. D.____ vom 27. Juni 2017. Sie ging demzufolge davon aus, dass bei der Versicherten für eine körperlich angepasste leich- te bis selten mittelschwere wechselbelastende Tätigkei t eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80% bestehe. 6.2 Wie unter Erwägung 4.3 hiervor ausgeführt, ist de m im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen nicht vor. Die Gutachten der ABI vom 13. November 2014 und von Dr. D.____ vom 27. Juni 2017 sind – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) – für die streitigen Belange um fassend, beruhen auf allseitigen Untersu- chungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sind i n Kenntnis der Vorakten abgege- ben worden, leuchten in der Darlegung der medizinische n Zusammenhänge bzw. der Beurtei- lung der medizinischen Situation ein, setzen sich mit den bei den Akten liegenden (abweichen- den) fachärztlichen Einschätzungen auseinander und sind i n den Schlussfolgerungen überzeu- gend. Insbesondere geht aus den Gutachten auch vor, in wiefern sich die Befunde und Diagno- sen von denjenigen unterscheiden bzw. nicht unterscheiden , die im Rahmen der Rentenzu- sprache im Jahr 2005 vorlagen. So führt Dr. D.____ na chvollziehbar aus, dass sowohl im Jahr 2014 wie auch im Jahr 2017 keine depressiven Symptome vor liegen. Im Gegensatz zur Unter- suchung bei Dr. C.____ bricht die Explorandin nicht meh r in Tränen aus, hat keine Suizidge- danken mehr. Auch steht die Beschwerdeführerin zum Zeit punkt der Verlaufsbegutachtung durch Dr. D.____ nicht mehr in psychiatrischer Behandlun g und nimmt keine Psychopharmaka mehr ein. Damit ist eine wesentliche Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ausgewiesen. In neuropsychologischer Hinsicht ergeben sich k eine Hinweise mehr auf eine massgebliche Einschränkung, so dass anzunehmen ist, dass sich d er Gesundheitszustand auch diesbezüglich verbessert hat. In somatischer Hinsich t hat sich der Gesundheitszustand wohl nicht verändert. Die Beschwerdeführerin übersieht jedoch, dass ihr die Rente ursprünglich aufgrund psychischer und neuropsychologischer Einschränkunge n zugesprochen worden ist (vgl. Arztbericht Dr. B.____ vom 24. Mai 2005). Insgesamt weisen die Gutachten überzeugend Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht aus, dass sich der Gesundheitszustand diesbezüglich seit der ursprünglichen Rentenzusprache wesentlich verändert hat. Das Gutachten entspricht damit auch den bundesgerichtlichen Vorga- ben zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts in Revi sionsfällen (vgl. E. 4.5 hiervor). Es lässt damit eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfäh igkeit der Versicherten zu, weshalb die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung der medizinische n Sachlage darauf abstellen durfte. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin berü cksichtigen die der Verfügung zu- grundeliegenden Gutachten das beklagte Asthma, wobei e ine Verschlechterung von einem al- lergischen Asthma zu einem belastungsabhängigen Asthma sic h nicht auf die Arbeitsfähigkeit im Verweisprofil auswirken kann. Überdies werden mit de m Verlaufsgutachten vom 27. Juni 2017, den Rückfragen an die Gutachter und den RAD-Ko mmentaren auch die gesundheitliche Entwicklung genügend berücksichtigt. 6.3 Zusammenfassend ist nach dem Ausgeführten festzuhalten , dass sich der Gesund- heitszustand der Beschwerdeführerin wesentlich verbessert hat. Demzufolge ist davon auszu- gehen, dass die Beschwerdeführerin in einer körperlich angepassten, leichten bis selten mittel- schweren Tätigkeit im Umfang von 80% arbeits- und leistungsfähig ist. 7.1 Bevor die erwerblichen Auswirkungen des veränderten Gesundheitszustandes geprüft werden, ist zu beurteilen, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen hat und ob diese rechtsgenüglich gewährt wurden. 7.2 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allg emein der Grundsatz, dass die invali- de Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumu tbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vor- kehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 28 E. 4a mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung sind bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, in der Regel vorgängig Massnahmen zu r Eingliederung durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu ve rwerten (Urteil des Bundesge- richts vom 11. Januar 2019, 8C_680/2018, E. 5.2 mit zahlreichen Hinweisen) . Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass die Ausnahme gilt – die versiche rte Person also über eine genügend grosse Selbsteingliederungskapazität verfügt, sodass sich Ei ngliederungsmassnahmen erübri- gen (Urteil 9C_ 543/2017 vom 7. November 2017 E. 3.1 mit Hinweisen). 7.3 Die Beschwerdegegnerin hat im Juni 2018 Einglieder ungsmassnahmen eingeleitet und die Beschwerdeführerin an ein Erstgespräch eingeladen . Dabei wurde festgestellt, dass die Versicherte eine Stelle im Bereich Service/Küche des Rest aurants H.____ im Umfang von vier mal drei Stunden wöchentlich hat. Eine Aufstockung de s Pensums sei besprochen worden. Die körperliche Belastung sei jedoch zu hoch und sie sei nach ein em Arbeitseinsatz jeweils körper- lich erschöpft. Es handle sich wohl nicht um eine geeignete Verweistätigkeit. Ausserdem arbeite die Versicherte jeweils am Sonntag für ca. sechs Stunden an der Kasse eines Tankstellen- shops. Da die Tätigkeit primär stehend ausgeführt werde, ist die körperliche Anstrengung eben- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht falls hoch. Andiskutiert sei die Entlastung mit einem St ehstuhl geworden. Indessen sei aus be- trieblichen Gründen nicht zu erwarten, dass das Pensum erhöht werden könne. Eine Tätigkeit in der Inventur der I.____ AG wurde im Juni 2018 aufgeg eben, da das Pensum hätte erhöht wer- den müssen und sich dabei Konflikte mit der Tätigkeit im Restaurant ergeben hätten. Aktuell sei eine berufliche Tagesstruktur gegeben. Es liege auch k eine Dekonditionierung vor. Die letzten drei Stellen seien von der Versicherten selbstständig üb er das persönliche Netzwerk akquiriert worden und die aktuellen Arbeitgeber seien über die gesundheitliche Situation informiert und zeigten sich verständnisvoll. Ein höherwertiges Pensum (i n einer Integrationsmassnahme) sei aktuell wohl nicht möglich, ohne dass die Versicherte ei ne Stelle kündigen müsse. Dies könne sie sich jedoch aus nachvollziehbaren Sicherheitsüberlegung en aktuell nicht vorstellen. Sie werde die Unterstützungsmassnahmen (Coaching mit aktive r Stellensuche und ergonomische Anpassung des Arbeitsplatzes) nochmals rückbesprechen. I m Abschlussbericht der Eingliede- rungsmassnahmen vom 24. August 2018 wurde wiederholt, da ss eine berufliche Alltagsstruktur und keine Dekonditionierung vorhanden seien. Die bisher igen Stellen seien eigenständig ge- funden worden. Eine Selbsteingliederungsfähigkeit s ei damit gegeben und Eingliederungs- massnahmen seien diesbezüglich aktuell nicht notwendig. Es sei jedoch vereinbart worden, dass sich die Versicherte bei einer beruflichen Neuorien tierung an die IV-Stelle wenden könne, da bei einem Invaliditätsgrad von 39% und limitiertem Verweisprofil ein Anspruch auf Unterstüt- zungsleistungen in Form der IV-Arbeitsvermittlung gegeben sei. 7.4 Nach dem Dargelegten steht fest, dass die Beschwerd eführerin seit über 15 Jahren eine Invalidenrente bezieht und ausserdem auch das 55. A ltersjahr zurückgelegt hat. Damit hat sie grundsätzlich Anspruch auf die Durchführung von bef ähigenden Massnahmen. Solche Massnahmen wurden von der Beschwerdegegnerin korrekterwei se auch eingeleitet. Indessen zeigt sich aufgrund der Akten, dass die Beschwerdeführeri n ihren Alltag sowohl privat als auch beruflich aktiv selbst gestaltet. Dass sie eigenständig d rei Stellen gefunden hat, ist ein eindeuti- ges Indiz dafür, dass sie zur Selbsteingliederung fähig ist. Dies hat sie zuletzt wieder unter Be- weis gestellt, als sie die Tätigkeit im Restaurant H.___ _ zugunsten einer neuen Stelle aufgege- ben hat. Dass die gefundenen Stellen jeweils nicht ein er idealen Verweistätigkeit entsprechen, vermögen daran nichts zu ändern. Indem sie über Jahre hi nweg diesen körperlich anspruchs- volleren Tätigkeiten nachging, erbrachte sie gerade den Nachweis, dass sie für eine Selbstein- gliederung über die notwendigen Ressourcen verfügt (vgl . Urteil des Bundesgerichts vom 11. Januar 2019, 8C_680/2018, E. 5.3). Ausserdem werde n der Beschwerdeführerin von der IV-Stelle weiterhin Massnahmen angeboten, sollte sie f ür einen Berufswechsel Unterstützung benötigen. 8.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hiervor), ist de r Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versi- cherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung vom 30. August 2018 zur Ermittlung de s Invaliditätsgrades den erforderlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie anhand d er Gegenüberstellung von Vali- den- und zumutbarem Invalideneinkommen (beide anhand der Tabellenlöhne der Schweizeri- schen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Sta tistik ermittelt) einen Invaliditäts- grad von 39% ermittelt. Die Beschwerdeführerin beanstandet – zu Recht – weder das ermittelte Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Valideneinkommen noch den ermittelten Grundwert für das Invalideneinkommen. Hingegen rügt sie, dass vom herangezogenen Tabellenlohn lediglich ein leidensbedingter Abzug von 5% vor- genommen wurde. Den gesundheitlichen Einschränkungen we rde durch die Annahme einer blossen Teilarbeitsfähigkeit nicht genügend Rechnung g etragen. Auch im Rahmen der festge- stellten Restarbeitsfähigkeit könne sie viele Tätigkeiten nicht ausüben. 8.2 Von dem gestützt auf statistische Werte ermittelte n Invalideneinkommen sind praxis- gemäss verschiedene Abzüge zulässig. Damit soll der Tatsach e Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausm ass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie un d Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgegli chenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch- schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 78 f. E. 5a). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen und darf 25% nicht übersteigen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2, 126 V 79 f. E. 5b/aa-cc). Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Über- prüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu be urteilen, ob der zu überprüfende Ent- scheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigung der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich die richterliche Behörde demnach auf Gegebenheiten abstützen können, die eine abwei- chende Ermessensausübung als näherliegend erscheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6 mit Hin- weis; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 8.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin das Invalide neinkommen basierend auf der LSE 2014 Tabelle TA1, Privater Sektor Total, Kompeten zniveau 1, ermittelt. Nach bundesge- richtlicher Rechtsprechung wirkt sich bei Hilfsarbeiten a uf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt das Alter nicht lohnmindernd aus (vgl. Urtei le des Bundesgerichts vom 13. April 2016, 9C_168/2015, E. 5.3, mit Hinweis, vom 17. Novem ber 2015 9C_380/2015, E. 3.2.4, und vom 20. Februar 2014, 8C_672/2013, E. 3.3). Die gesun dheitlichen Einschränkungen sind – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – gr undsätzlich bereits im Pensum berück- sichtigt. Zu beachten ist auch, dass der ausgeglichene A rbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen o ffenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Vora ussetzungen wie auch hinsichtlich des kör- perlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 19 91 S. 318 E. 3b). Dennoch berück- sichtigt die Beschwerdegegnerin mit einem Abzug von 5% au genscheinlich auch die qualitati- ven Einschränkungen des Verweisprofils. Triftige Gründe im Sinne der Rechtsprechung (vgl. Entscheid des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3), eine abweichende Ermessensaus- übung als näherliegend erscheinen lassen, liegen keine vor. 8.4 Setzt man im Einkommensvergleich das so ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 41'087.-- dem Valideneinkommen von Fr 67'728.-- g egenüber, so ergibt sich eine Einkom- menseinbusse von Fr 26'641.--. Daraus resultiert ein IV-Grad von rund 39% (zur Rundungspra- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht xis des EVG: vgl. BGE 130 V 121 ff.), womit kein Anspru ch auf eine Invalidenrente mehr gege- ben ist. 9. Zusammenfassend folgt aus dem Ausgeführten, dass die Be schwerdegegnerin die gan- ze Invalidenrente der Beschwerdeführerin zu Recht aufg ehoben hat. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 10. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten, die praxisgemäss auf Fr. 800. – festgesetzt werden, ihr zu aufer- legen sind. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorsch uss verrechnet. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist keine Parteientschädigung zuzusprechen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdeführerin am 14.11.2019 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_768/2019 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht