<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00622</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220995&amp;W10_KEY=13013478&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00622</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.02.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht ist auf eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 27.04.2021 nicht eingetreten.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung (Verwarnung)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verwarnung wegen Sozialhilfeabhängigkeit [Der Beschwerdeführer Nr. 1 wurde verwarnt, weil er zusammen mit seinem eingetragenen Partner (CH-Bürger) seit zweieinhalb Jahren von der öffentlichen Fürsorge unterstützt wird. Insgesamt bezogen die Partner Fr. 95'179.65 Sozialhilfe.] Nichteintreten auf die mutmasslich als Feststellungsbegehren (z.B. Feststellung, dass sie ihrer Schadensminderungspflicht nachgekommen sind) aufzufassenden Begehren der Beschwerdeführer (E. 1.3). Zum Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG (E. 2.1). Voraussetzungen für eine Verwarnung nach Art. 96 Abs. 2 AIG (E. 2.2). Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs (E. 4). Vorliegen des Widerrufsgrunds unbestritten. Fraglich ist die Verhältnismässigkeit der Verwarnung: Der Beschwerdeführer Nr. 1 spricht gut Deutsch, ist jung, physisch und psychisch gesund und voll arbeitsfähig. Damit verfügt er über entscheidende Grundvoraussetzungen, um im Schweizer Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Der Umstand, dass er sich an einem Arbeitsprogramm beteiligt und die Fürsorgebehörde erklärt hat, er sei seiner Schadenminderungspflicht im Fürsorgeverhältnis nachgekommen, ändert nichts daran, dass seine Abhängigkeit von Sozialhilfeleistungen ausländerrechtlich nicht als unverschuldet gelten kann: Denn er wurde bereits vor zwei Jahren erstmals explizit darauf aufmerksam gemacht, dass er bzw. die Partner sich von der Sozialhilfe lösen müssten, ansonsten sein Aufenthaltsstatus in der Schweiz gefährdet sei. Im Zentrum stand daher die schnellstmögliche Loslösung von der Sozialhilfe, welche den auf den Beschwerdeführer Nr. 1 massgeschneiderten Berufseinstieg in den Hintergrund treten liess. Auch wenn er ursprünglich eine Lehrstelle in Aussicht hatte, welche er ohne sein Verschulden nicht antreten konnte, so wäre kaum zu erwarten gewesen, dass er während einer dreijährigen Lehre ein existenzsicherndes Einkommen für sich (und seinen Partner) erzielt hätte. Die Vorinstanz durfte somit zu Recht darauf schliessen, dass sich der Beschwerdeführer Nr. 1 aktiv um eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt hätte bemühen müssen. Der Beschwerdeführer Nr. 2 ist ebenfalls arbeitslos, hat aber psychische und physische Probleme. Nichtsdestotrotz hat auch der Beschwerdeführer Nr. 2 bis heute keinen Nachweis für aktuelle Bewerbungsbemühungen, auch nicht in niedrigprozentiger Anstellung, erbracht. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Loslösung von der Sozialhilfe klar im Einflussbereich der Beschwerdeführer. Die Verwarnung des Beschwerdeführers Nr. 1 erweist sich als verhältnismässig (E. 5.3). Abweisung des uP-Gesuchs (E. 8.2). Abweisung, soweit darauf eingetreten wird. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSINTEGRATIONSMASSNAHMEN">ARBEITSINTEGRATIONSMASSNAHMEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSLOSIGKEIT">ARBEITSLOSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSTER ARBEITSMARKT">ERSTER ARBEITSMARKT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHADENSMINDERUNGSPFLICHT">SCHADENSMINDERUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT">SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHULDEN">VERSCHULDEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWARNUNG">VERWARNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWEITER ARBEITSMARKT">ZWEITER ARBEITSMARKT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 63 Abs. I lit. c AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 96 Abs. II AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=51330" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00622</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">3. Februar 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz),</span> Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung (Verwarnung),</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren â¦ 1986, StaatsangehÃ¶riger von Costa Rica, reiste am 6. Dezember 2017 im Besitz eines gÃ¼ltigen Visums zur Vorbereitung einer eingetragenen Partnerschaft in die Schweiz ein. Am 27. Dezember 2017 liessen er und der Schweizer BÃ¼rger B ihre Partnerschaft in C registrieren. Am 16. Januar 2018 wurde A im Familiennachzug eine Aufenthaltsbewilligung mit der Berechtigung zur ErwerbstÃ¤tigkeit erteilt. Seit dem 1. Mai 2018 bezieht A Leistungen der Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorge. Auch der Schweizer Partner ist seit 1. MÃ¤rz 2015 auf Sozialhilfe angewiesen. Im Zeitraum vom 27. Dezember 2017 bis 25. November 2019 (Bezugsunterbruch im MÃ¤rz und April 2018) wurden B UnterstÃ¼tzungsgelder in der HÃ¶he von Fr. 45'597.- ausgerichtet; A bezog vom 1. Mai 2018 bis 25. November 2019 Sozialhilfe in der HÃ¶he von Fr. 49'582.65. Die UnterstÃ¼tzung der beiden Partner dauert bis heute an.</p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 11. Dezember 2018 wies das Migrationsamt A auf die auslÃ¤nderrechtlichen Folgen eines weiteren Bezugs von Sozialhilfe hin. Am 5. MÃ¤rz 2020 verlÃ¤ngerte das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung von A und bot ihm gleichentags Gelegenheit zur Stellungnahme im Hinblick auf die Absicht, ihn zu verwarnen. Mit VerfÃ¼gung vom 8. Juni 2020 verwarnte das Migrationsamt A und drohte ihm aufgrund des Sozialhilfebezugs den Widerruf bzw. die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung an.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 17. Juni 2020 trat die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf ein Gesuch von A und B um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht ein. Den am 13. Juli 2020 erhobenen Rekurs der eingetragenen Partner gegen die Verwarnung vom 8. Juni 2020 wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 14. August 2020 ab. Ferner wies sie die Gesuche um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung ab. Die Kosten des Rekursverfahrens auferlegte sie den Rekurrenten, indessen wurde der Betrag wegen offensichtlicher Uneinbringlichkeit einstweilen abgeschrieben.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 13. September 2020 gelangten A und B (nachfolgend: die BeschwerdefÃ¼hrer) an das Verwaltungsgericht, mit dem Antrag, die Verwarnung bzw. die vorinstanzlichen Entscheide seien ersatzlos aufzuheben. Ferner sei das Migrationsamt anzuweisen, dass es anerkenne, dass die Partner genÃ¼gende Arbeits- und Integrationsmassnahmen unternommen hÃ¤tten und kein selbstverschuldeter Sozialhilfebezug vorliege. Sodann sei das Migrationsamt anzuweisen, auf Verwarnungen als Druckmittel grundsÃ¤tzlich zu verzichten, sofern die BeschwerdefÃ¼hrer nachweisen kÃ¶nnten, dass sie die jeweils zumutbaren Arbeitsintegrations-/StellensuchbemÃ¼hungen, welche von den sie begleitenden BehÃ¶rden gefordert wÃ¼rden, auch weiterhin leisteten. DarÃ¼ber hinaus sei ihnen Prozesskostenbefreiung zu gewÃ¤hren. Auf ein Gesuch um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung werde dagegen verzichtet, da es de facto unmÃ¶glich sei, in so kurzer Zeit einen Anwalt zu finden.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. September 2020 wurde den BeschwerdefÃ¼hrern eine Frist von 10 Tagen angesetzt, um eine mit den Originalunterschriften versehene Original-Beschwerde nachzureichen, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten wÃ¼rde. Die nÃ¤mliche Frist wurde ihnen angesetzt, um ausdrÃ¼cklich um Bewilligung der unentgeltlichen RechtsverbeistÃ¤ndung zu ersuchen, ansonsten Verzicht auf ein solches Gesuch angenommen wÃ¼rde. Ferner hÃ¤tten sie in der nÃ¤mlichen Frist ihre Mittellosigkeit nachzuweisen, ansonsten auf das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung nicht eingetreten wÃ¼rde.</p> <p class="Urteilstext">Am 20. September 2020 reichten die BeschwerdefÃ¼hrer eine im Original unterzeichnete Beschwerdeschrift nach und machten Angaben zu ihren finanziellen VerhÃ¤ltnissen.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, ging keine Beschwerdeantwort des Migrationsamts ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrer reichten innert der ihnen mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. September 2020 angesetzten Frist eine mit ihrer Originalunterschrift versehene Beschwerdeschrift ein, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung oder Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden (§ 20 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Auf das Begehren der BeschwerdefÃ¼hrer, das Migrationsamt habe anzuerkennen, dass die Partner genÃ¼gende Arbeits- und Integrationsmassnahmen unternommen hÃ¤tten und kein selbstverschuldeter Sozialhilfebezug vorliege, ist im Rahmen der materiellen PrÃ¼fung einzugehen. Sollte das Begehren als eigenstÃ¤ndiges Feststellungsbegehren aufgefasst werden, ist darauf nicht einzutreten: Ein Feststellungsbegehren muss <i>konkrete Rechtsfolgen</i> und nicht bloss theoretische bzw. abstrakte Rechtsfragen oder bloss tatbestÃ¤ndliche Feststellungen bzw. Sachverhaltsfragen zum Gegenstand haben (VGr, 24. Mai 2017, VB.2016.00657, E. 4.2). Ob ein schutzwÃ¼rdiges, rechtliches oder tatsÃ¤chliches Interesse an der Feststellung vorliegt, braucht damit nicht geprÃ¼ft zu werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 lebt in eingetragener Partnerschaft mit einem SchweizerbÃ¼rger und hat daher gestÃ¼tzt auf Art. 42 in Verbindung mit Art. 52 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) und Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) grundsÃ¤tzlich einen Anspruch auf VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Der Anspruch nach Art. 42 AIG erlischt, wenn WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 63 AIG vorliegen (Art. 51 Abs. 1 lit. b AIG). Ein Widerrufsgrund liegt nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG dann vor, wenn die AuslÃ¤nderin oder der AuslÃ¤nder oder eine Person, fÃ¼r die sie oder er zu sorgen hat, dauerhaft und in erheblichem Mass auf Sozialhilfe angewiesen ist. Neben den bisherigen und den aktuellen VerhÃ¤ltnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf lÃ¤ngere Sicht abzuwÃ¤gen. Ein Widerruf fÃ¤llt in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle UnterstÃ¼tzungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft selber fÃ¼r ihren Lebensunterhalt sorgen wird. Ausschlaggebend ist dabei eine Prognose zur voraussichtlichen Entwicklung der finanziellen Situation unter BerÃ¼cksichtigung der realisierbaren Einkommensaussichten sÃ¤mtlicher Familienmitglieder (BGr, 5. Februar 2020, 2C_813/2019, E. 2.2; BGr, 31. Oktober 2019, 2C_1115/2018, E. 4.1). So sind eingetragene Partner im Zusammenhang mit Sozialhilfeleistungen als wirtschaftliche Einheit zu betrachten: UnterstÃ¼tzungsbeitrÃ¤ge werden fÃ¼r eingetragene Partner gemeinsam berechnet und ausgerichtet; umgekehrt schlÃ¤gt das Erwerbsverhalten der Partner â aufgrund der partnerschaftlichen Beistandspflicht (Art. 12 des Partnerschaftsgesetzes vom 18. Juni 2004 [PartG]) â auf den jeweils anderen Partner durch (vgl. BGr, 27. September 2019, 2C_458/2019, E. 3.2 mit Hinweisen; VGr, 15. Januar 2015, VB.2014.00477, E. 5.2; vgl. auch § 16 Abs. 2 lit. b der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 [SHV; LS 851.11]). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b><span>Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds fÃ¼hrt nicht zwingend zum Widerruf der Bewilligung. Im Rahmen der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsabwÃ¤gung (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV]; Art. 96 AIG; Art. 8 Abs. 2 EMRK) ist insbesondere zu prÃ¼fen, ob die auslÃ¤ndische Person ihre SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit verschuldet hat (BGr, 7. November 2018, 2C_98/2018, E. 5.1; BGr, 22. Mai 2017, 2C_1018/2016, E. 3.2).</span> Erweist sich der Widerruf nicht als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig, kann eine Person gestÃ¼tzt auf Art. 96 Abs. 2 AIG unter Androhung des Widerrufs ihrer Bewilligung verwarnt werden. Dies ermÃ¶glicht den BehÃ¶rden, ein Fehlverhalten festzustellen bzw. ein erwÃ¼nschtes Verhalten im Wiederholungs- oder Unterlassungsfall durchzusetzen (BGr, 26. MÃ¤rz 2013, 2C_114/2012, E. 1.1). Ist ein Widerrufsgrund erfÃ¼llt, der Widerruf der Bewilligung jedoch nicht verhÃ¤ltnismÃ¤ssig, hat dies nicht automatisch eine Verwarnung zur Folge. Vielmehr muss auch diese Massnahme verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein (VGr, 11. Dezember 2019, VB.2019.00202, E. 2.3). Bei einer SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit ist insbesondere wesentlich, ob sie verschuldet ist und eine LoslÃ¶sung von der FÃ¼rsorge im Einflussbereich der auslÃ¤ndischen Person liegt (vgl. Marc Spescha in: Marc Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2019, Art. 96 AIG N. 9 f., mit Hinweisen; Benjamin Schindler in: Martina Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Handkommentar zum AuslÃ¤ndergesetz, Bern 2010 Art. 96 N. 19 ff.).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz erwog, die BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤tten seit der Eintragung der Partnerschaft gemeinsam insgesamt Fr. 95'179.65 Sozialhilfe bezogen. Dieser Betrag erscheine erheblich. Es gebe keine Anzeichen dafÃ¼r, dass die BeschwerdefÃ¼hrer demnÃ¤chst eine existenzsichernde ErwerbstÃ¤tigkeit aufnehmen kÃ¶nnten. Eine LoslÃ¶sung von der Sozialhilfe sei daher nicht absehbar. Daran wÃ¼rden weder die EinsÃ¤tze des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 als â¦ (ein Halbtag pro Monat) noch der halbjÃ¤hrige Arbeitsversuch des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 2 im Rahmen einer Eingliederungsmassnahme der IV (50%-Pensum bei der H GmbH seit Juni 2020) etwas zu Ã¤ndern. Da der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG erfÃ¼llt sei, sei grundsÃ¤tzlich auch eine Verwarnung zulÃ¤ssig. Die IntegrationsbemÃ¼hungen des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 seit Februar 2019 in Form von erfolgreich absolvierten Deutschkursen und Arbeitsintegrationsmassnahmen sowie seine hohe Motivation und ZuverlÃ¤ssigkeit fÃ¼hrten dazu, dass er lediglich verwarnt werde, da ein Widerruf der Bewilligung noch nicht verhÃ¤ltnismÃ¤ssig wÃ¤re. Indessen sei nicht nachvollziehbar, dass der sich im besten Arbeitsalter befindende, absolut gesunde und arbeitsfÃ¤hige BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1, der sehr rasch ein gutes Deutschniveau erreicht habe, mehr als zweieinhalb Jahre nach seiner Einreise immer noch kein eigenes Einkommen erziele. Dies widerspreche auch der EinschÃ¤tzung der SozialbehÃ¶rde vom 13. Dezember 2019, wonach es dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 mÃ¶glich sein sollte, sich innert weniger Monate von der Sozialhilfe zu lÃ¶sen. SpÃ¤testens mit dem Hinweisschreiben des Migrationsamts vom 11. Dezember 2018 hÃ¤tte ihm bewusst sein mÃ¼ssen, dass sein Aufenthalt von der LoslÃ¶sung der Sozialhilfe abhÃ¤nge. Er habe daher nicht nur auf die Massnahmen der Sozialen Dienste und des Laufbahnzentrums vertrauen kÃ¶nnen, sondern aus eigener Initiative eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt suchen mÃ¼ssen. Die Verwarnung erweise sich als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gen, dass sich die Vorinstanz materiell nicht mit den Argumenten in der Rekursschrift befasst habe. So seien die EinschÃ¤tzungen anderer Stellen nicht beachtet worden bzw. zum Nachteil der BeschwerdefÃ¼hrer umgedeutet worden. Damit machen sie sinngemÃ¤ss geltend, ihr rechtliches GehÃ¶r sei verletzt worden. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Das Recht, angehÃ¶rt zu werden, ist formeller Natur. Dessen Verletzung fÃ¼hrt ungeachtet der materiellen BegrÃ¼ndetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 137 I 195 E. 2.2; 135 I 279 E. 2.6.1). Diese RÃ¼ge ist deshalb vorweg zu behandeln.</p> <p class="Erwgung2"><span>Aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV statuierten Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r leitet sich der Anspruch der Verfahrensbeteiligten ab, dass sich die RechtsmittelbehÃ¶rde mit den gestellten AntrÃ¤gen und den relevanten Sachvorbringen auseinandersetzt. Dies bedeutet aber nicht, dass sie sich mit jeder tatsÃ¤chlichen Behauptung, mit jedem rechtlichen Einwand und mit jedem Beweismittel befassen muss. Vielmehr kann sie sich auf die fÃ¼r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschrÃ¤nken (Alain Griffel</span> in: derselbe [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014,<span> [Kommentar VRG], § 8 N. 33).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Soweit die von den BeschwerdefÃ¼hrern zitierten und kritisierten Stellen des Rekursentscheids die blosse Wiedergabe des Sachverhalts/der Prozessgeschichte durch die Vorinstanz (E. 3 des angefochtenen Entscheids) oder die massgebliche Rechtslage (E. 10.1 und E. 11.1) betreffen und nicht die rechtliche WÃ¼rdigung des vorliegenden Sachverhalts, ist mit Blick auf eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs nicht nÃ¤her darauf einzugehen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Weiter rÃ¼gen die BeschwerdefÃ¼hrer, die Vorinstanzen hÃ¤tten die EinschÃ¤tzungen anderer involvierter Stellen, namentlich des Sozialamts der Stadt C, ignoriert. Entgegen diesen AusfÃ¼hrungen wÃ¼rdigte die Vorinstanz die EinschÃ¤tzung des Sozialarbeiters im Bericht vom 13. Dezember 2019 ausfÃ¼hrlich. Dass die Vorinstanz der sozialhilferechtlichen EinschÃ¤tzung eine eigene, migrationsrechtliche EinschÃ¤tzung gegenÃ¼berstellte, stellt indessen keine GehÃ¶rsverletzung dar. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrer bestreiten an sich nicht, dass der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG erfÃ¼llt ist. Sie vertreten jedoch die Ansicht, die Verwarnung sei unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, da sie am Sozialhilfebezug keinerlei Verschulden treffe. So habe das Sozialamt in seiner EinschÃ¤tzung vom 13. Dezember 2019 dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 attestiert, dass dieser seiner Schadensminderungspflicht vollumfÃ¤nglich nachgekommen sei. Es erstaune nicht wenig, wenn die Vorinstanzen die vom BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 geleistete Schadensminderungspflicht zwar erwÃ¤hne, dann aber gleichwohl zum Schluss gelange, der Sozialhilfebezug sei selbstverschuldet. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Wohl ist die SozialbehÃ¶rde sachkundig. Gleichwohl durfte bzw. musste die Vorinstanz die EinschÃ¤tzung des Sozialarbeiters vom 13. Dezember 2019 als Beweismittel wÃ¼rdigen. Dabei gilt der Grundsatz der freien BeweiswÃ¼rdigung (siehe Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 7 N. 136 ff.). Teilt die Vorinstanz die EinschÃ¤tzung des Sozialarbeiters, wonach der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 der Schadenminderungspflicht vollumfÃ¤nglich nachgekommen sei, nicht, so ist darin keine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts zu erblicken (vgl. BGr, 14. Dezember 2016, 2C_562/2016, E. 3.1.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Fraglich ist, ob die Vorinstanz zu Recht zum Schluss kommen durfte, den BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 bzw. die BeschwerdefÃ¼hrer treffe an der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit ein Verschulden. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 spricht gut Deutsch (Niveau B2), ist jung, physisch und psychisch gesund und voll arbeitsfÃ¤hig. Damit verfÃ¼gt er Ã¼ber entscheidende Grundvoraussetzungen, um im Schweizer Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Auch im Bericht zur Arbeitsintegration vom 22. MÃ¤rz 2019 wurde festgehalten, der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 sei zu "100% einsatzfÃ¤hig". GemÃ¤ss Bericht des Sozialarbeiters vom 13. Dezember 2019 zeichnet er sich ferner durch hohe Motivation, ausgezeichnete Leistungen, PÃ¼nktlichkeit und VerlÃ¤sslichkeit aus. Gleichwohl gelang dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 der Berufseinstieg in den vergangenen drei Jahren bisher nicht. Hinsichtlich seiner ArbeitsintegrationsbemÃ¼hungen ist Folgendes festzuhalten: In einer ersten Phase nach seiner Einreise in die Schweiz absolvierte er von Februar bis MÃ¤rz 2019 ein einmonatiges BasisbeschÃ¤ftigungsprogramm. Danach verlangte der Sozialarbeiter keine Teilnahme an Programmen, da die Partner ihre Wohnung verlassen mussten und anschliessend bloss Ã¼ber kurzfristige und stÃ¤ndig wechselnde Wohngelegenheiten verfÃ¼gten. Hinzu kam, dass der Vater des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 im Sterben lag und schliesslich im Juli 2019 verstarb. Am 7. August 2019 absolvierte der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 eine DeutschprÃ¼fung auf dem Niveau B1, welche er mit Bravour bestand. Im September bis Oktober 2019 besuchte er schliesslich einen Deutschkurs auf dem Niveau B2. Per 2. Dezember 2019 bildete er sich zum â¦ fÃ¼r EinsÃ¤tze bei der BasisbeschÃ¤ftigung aus. Anschliessend versuchte der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1, der nicht Ã¼ber eine in der Schweiz anerkannte Ausbildung verfÃ¼gt, auf Anraten der Laufbahnberatung, eine Lehrstelle anzutreten. Vom 17. Februar bis 19. Februar 2020 absolvierte er eine Schnupperlehre bei der BÃ¤ckerei E, worauf ihm am 20. MÃ¤rz 2020 eine Lehrstelle angeboten wurde. Die definitive Vergabe der Lehrstelle wurde von einem Allergietest abhÃ¤ngig gemacht. Aufgrund einer mÃ¶glichen Mehlstauballergie riet der behandelnde Arzt der BÃ¤ckerei E mit Schreiben vom 5. Mai 2020 eher ab, den BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1, der Asthmatiker sei, einzustellen. In der Folge erhielt der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 die Lehrstelle nicht und ist nach wie vor arbeitslos. Nicht entscheidend ist, ob der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 seiner <i>sozialhilferechtlichen </i>Schadensminderungspflicht nachkam. Massgebend ist vorliegend aber, ob den BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 aus auslÃ¤nderrechtlicher Sicht kein Verschulden am Sozialhilfebezug trifft. So ist das Verschulden in auslÃ¤nderrechtlicher Hinsicht nicht gleich zu beurteilen wie im fÃ¼rsorgerechtlichen Kontext (siehe BGr, 7. Oktober 2020, 2C_525/2020, E. 4.2.3 auch zum Folgenden)<span>. </span>Der Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 sich an einem Arbeitsprogramm beteiligt und die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde erklÃ¤rt hat, er sei seiner Schadenminderungspflicht im FÃ¼rsorgeverhÃ¤ltnis nachgekommen, Ã¤ndert nichts daran, dass seine AbhÃ¤ngigkeit von Sozialhilfeleistungen auslÃ¤nderrechtlich nicht als unverschuldet gelten kann: Denn wie die Vorinstanz zutreffend festhÃ¤lt, wurde der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 bereits im Dezember 2018, mithin vor zwei Jahren, erstmals explizit darauf aufmerksam gemacht, dass er bzw. die Partner sich von der Sozialhilfe lÃ¶sen mÃ¼ssten, ansonsten sein Aufenthaltsstatus in der Schweiz gefÃ¤hrdet sei. Im Zentrum stand daher die schnellstmÃ¶gliche LoslÃ¶sung von der Sozialhilfe, welche den auf den BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 massgeschneiderten Berufseinstieg in den Hintergrund treten liess. Auch wenn der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 ursprÃ¼nglich eine Lehrstelle in Aussicht hatte, welche er ohne sein Verschulden nicht antreten konnte, so wÃ¤re kaum zu erwarten gewesen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 wÃ¤hrend einer dreijÃ¤hrigen Lehre ein existenzsicherndes Einkommen fÃ¼r sich (und seinen Partner) erzielt hÃ¤tte. Die Vorinstanz durfte somit zu Recht darauf schliessen, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 aktiv um eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt hÃ¤tte bemÃ¼hen mÃ¼ssen. Aus den Akten geht jedoch keine einzige Bewerbung bzw. allfÃ¤llige Absagen potenzieller Arbeitgeber (mit Ausnahme der BÃ¤ckerei E) hervor. </p> <p class="Urteilstext">Auch der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 erzielt kein Einkommen. Seit seiner RÃ¼ckkehr in die Schweiz im Jahr 2010 war er nur sporadisch berufstÃ¤tig und war schon vor der Einreise des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 sozialhilfeabhÃ¤ngig. Wohl verfÃ¼gt dieser Ã¼ber eine solide Ausbildung (Matura; Studium an der Hochschule I) und spricht mehrere Sprachen fliessend (Deutsch, Englisch, Spanisch), doch bestehen bei ihm diverse psychische und physische Probleme. GemÃ¤ss Austrittsbericht der psychiatrischen Klinik F vom 23. August 2019 wurden beim BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 eine rezidivierende depressive StÃ¶rung (gegenwÃ¤rtig mittelgradige Episode) und psychische VerhaltensstÃ¶rungen durch Alkoholabusus (AlkoholabhÃ¤ngigkeit) diagnostiziert. Zudem liegt bei ihm eine zwangshaft-narzisstische PersÃ¶nlichkeitsakzentuierung vor (siehe Bericht vom 23. Oktober 2018 von Dr. med. G, FachÃ¤rztin Psychiatrie und Psychotherapie). Hinzu kommt ein schweres Schlafapnoe-Syndrom, welches jedoch keinen Einfluss auf seine ArbeitsfÃ¤higkeit hat. Am 8. August 2018 reichte der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 ein IV-Gesuch ein, welches offenbar noch pendent ist. In Zusammenarbeit mit der IV-Stelle wurde 2018 und 2019 zweimal eine Wiedereingliederung mit einer Arbeitsvermittlung versucht. Die zweite Arbeitsvermittlung wurde im Mai 2019 von der IV schliesslich eingestellt, da sich der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 nicht mehr meldete. Ab 8. Juni 2020 startete der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 einen sechsmonatigen Arbeitsversuch bei der H GmbH als Mitarbeiter Kommunikation und Bewirtschaftung des Onlineshops. Ziel war es, den BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 sukzessive wieder in den offenen Arbeitsmarkt zurÃ¼ckzufÃ¼hren. Diesen Arbeitsversuch brach der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 gemÃ¤ss seinen AusfÃ¼hrungen in der Beschwerde vom 13. September 2020 ab, um sich voll und ganz der Stellensuche fÃ¼r sich und den Lebenspartner zu widmen. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die gesundheitlichen Schwierigkeiten des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 2, der in der Vergangenheit mehrmals stationÃ¤r in der psychiatrischen Klinik F behandelt werden musste, eine VollzeiterwerbstÃ¤tigkeit eher unwahrscheinlich erscheinen lassen. Nichtsdestotrotz hat auch der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 bis heute keinen Nachweis fÃ¼r aktuelle BewerbungsbemÃ¼hungen, auch nicht in niedrigprozentiger Anstellung, erbracht. Vor diesem Hintergrund erweist sich die LoslÃ¶sung von der Sozialhilfe klar im Einflussbereich der BeschwerdefÃ¼hrer, insbesondere des uneingeschrÃ¤nkt arbeitsfÃ¤higen BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1. Da sich angesichts der positiv zu wÃ¼rdigenden Integrationsleistungen des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 ein Widerruf der Aufenthaltsbewilligung nicht als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweisen wÃ¼rde, wurde zu Recht eine Verwarnung ausgesprochen. Diese erweist sich als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig, sollte dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 doch die Aufnahme einer existenzsichernden ErwerbstÃ¤tigkeit ohne Verzug mÃ¶glich sein. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Soweit die Partner ihr Recht auf Familienleben nach Art. 8 EMRK als verletzt sehen, so sind sie darauf hinzuweisen, dass bei Vorliegen von WiderrufsgrÃ¼nden verhÃ¤ltnismÃ¤ssige Eingriffe in das Recht auf Familienleben statthaft sind. Die konventionsrechtliche VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung (Art. 8 Abs. 2 EMRK) entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AIG (siehe E. 2.2; BGr, 1. Mai 2014, 2C_872/2013, E. 2.2.3). Wenn schuldhafte SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit aufenthaltsbeendende Massnahmen als Eingriffe in die konventions- und verfassungsmÃ¤ssig geschÃ¼tzten Beziehungen zu legitimieren vermÃ¶gen (BGr, 15. Juni 2018, 2C_1064/2017, E. 6.3), steht auch eine Verwarnung als milderes Mittel im Einklang mit Art. 8 Abs. 2 EMRK.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrer wenden sich weiter gegen die Ablehnung ihres Gesuchs um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung vor Vorinstanz. In ihrem Gesuch um Prozesskostenbefreiung hÃ¤tten sie genÃ¼gend dargelegt, weshalb der Rekurs nicht aussichtslos sei. Gleichwohl seien ihnen Prozesskosten auferlegt worden, auch wenn der Betrag einstweilen abgeschrieben worden sei. </p> <p class="Erwgung2">Auch bei Aussichtslosigkeit der gestellten Begehren kann die urteilende Instanz gegenÃ¼ber der Partei aus BilligkeitsgrÃ¼nden auf eine Kostenerhebung nach § 13 VRG einstweilen verzichten bzw. die Kosten wegen offensichtlicher UnerhÃ¤ltlichkeit einstweilen abschreiben (siehe PlÃ¼ss, § 13 N. 21 sowie § 16 N. 17). Geschieht dies, so wird das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung grundsÃ¤tzlich gegenstandslos (PlÃ¼ss, § 16 N. 67). Zwar wies die Vorinstanz das Begehren der BeschwerdefÃ¼hrer um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung ab; im Ergebnis entstand den BeschwerdefÃ¼hrern durch die Abweisung aber kein Nachteil, wurden die ihnen auferlegten Kosten doch wegen offensichtlicher Uneinbringlichkeit einstweilen abgeschrieben. Wohl behielt sich die Vorinstanz die spÃ¤tere Einforderung der Kosten des Rekursverfahrens vor; eine solche Nachforderung ist aber auch fÃ¼r den Fall vorgesehen, dass einer Partei die unentgeltliche Rechtspflege gewÃ¤hrt wurde (siehe § 16 Abs. 4 VRG: "Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewÃ¤hrt wurde, ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens."). Nachdem den BeschwerdefÃ¼hrern durch die Vorgehensweise der Vorinstanz â Kostenerlass statt GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung â keinerlei Rechtsnachteile erwuchsen, fehlt es an einer Beschwer. Soweit sich die Beschwerde somit gegen die Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung richtet, ist auf sie mangels Beschwer nicht einzutreten. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gen sodann, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand sei ihnen vor Vorinstanz zu Unrecht verweigert worden. Es treffe zwar zu, dass sie den Nachweis erbracht hÃ¤tten, selbst eine Rekursschrift zu verfassen. Das Verfassen der Rekursschrift sei aber mit einem enormen Aufwand verbunden gewesen: So habe der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 seinen Arbeitsversuch eine Woche lang unterbrechen mÃ¼ssen, um die Rekursschrift zu verfassen. </p> <p class="Urteilstext">§ 16 Abs. 2 VRG setzt fÃ¼r einen Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung neben der Mittellosigkeit und der fehlenden Aussichtslosigkeit voraus, dass die gesuchstellende Person nicht in der Lage ist, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Die unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung muss somit sachlich notwendig sein (PlÃ¼ss, § 16 N. 77). Im AuslÃ¤nderrecht werden praxisgemÃ¤ss an die Rechtsschriften von Laien keine hohen Anforderungen gestellt. Neben den Schwierigkeiten des Falls in tatsÃ¤chlicher und rechtlicher Hinsicht sind auch die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse einer Partei, wie etwa Deutschkenntnisse, Schulbildung usw. massgebend (vgl. dazu auch PlÃ¼ss, § 16 N. 81). TatsÃ¤chlich haben die BeschwerdefÃ¼hrer vor Vorinstanz den Tatbeweis erbracht, dass sie in der Lage waren, eine Rechtsschrift zu verfassen. So sind beide der deutschen Sprache mÃ¤chtig; der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 verfÃ¼gt ferner Ã¼ber eine hÃ¶here Ausbildung (Gymnasium in der Schweiz, Studium an der Hochschule I). Als Schweizer BÃ¼rger findet er sich im Rechtssystem der Schweiz grundsÃ¤tzlich zurecht. Vor dem Hintergrund, dass keine komplexen rechtlichen Fragen zu beantworten waren, durfte die Vorinstanz ohne Weiteres davon ausgehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrer auf Rekursebene keinen Rechtsbeistand benÃ¶tigten. </p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>8.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten den BeschwerdefÃ¼hrern aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>8.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrer ersuchen um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Offenkundig aussichtslos sind Begehren, deren Chancen auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (PlÃ¼ss, § 16 N. 46).</p> <p class="Urteilstext">Die Mittellosigkeit der BeschwerdefÃ¼hrer, welche Sozialhilfe beziehen, ist offenkundig. Vor dem Hintergrund der zweieinhalb Jahre dauernden SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 bei gleichzeitig intakten MÃ¶glichkeiten, ins Erwerbsleben einzusteigen, erweist sich das Begehren um Aufhebung der Verwarnung jedoch als offensichtlich aussichtslos. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung ist daher abzuweisen.</p> <p class="Erwgung2"><b>8.3 </b>Das allenfalls sinngemÃ¤sse Gesuch um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung in der Beschwerde wurde innert der den BeschwerdefÃ¼hrern angesetzten Nachfrist nicht erneuert, weshalb der Verzicht darauf angenommen werden kann. </p> <p class="Erwgung1"><b>9. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Verwarnung nach Art. 96 Abs. 2 AIG ist eine eigenstÃ¤ndige, das Verfahren abschliessende auslÃ¤nderrechtliche Massnahme; sie kann beim Bundesgericht mit dem gleichen Rechtsmittel angerufen werden, das gegen die angedrohte Massnahme offenstÃ¼nde (BGr, 26. MÃ¤rz 2013, 2C_114/2012, E. 1.1). </p> <p class="Urteilstext">Gegen Entscheide Ã¼ber die NichtverlÃ¤ngerung einer Aufenthaltsbewilligung ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben, sofern ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird (BGr, 2. November 2017, 2C_260/2017, E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (siehe Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrern je zur HÃ¤lfte auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼r die gesamten Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>