Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. April 2019 (720 18 261 / 91) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Steht eine medizinische Einschätzung der Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und er- heblicher Diskrepanz zu einer Leistung, wie sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalten und -einsatz der versicherten Person ef- fektiv realisiert wurde und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv realisier- bar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen. Das Einholen klärender medizinischer Stellungnahmen ist diesfalls gemäss Bundesgericht grundsätzlich unabdingbar Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Mar kus Mattle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Guido Ehrler , Advokat , Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____, geboren 1959, arbeitete vom 2. Januar 199 1 bis zum 31. Oktober 2008 beim Unternehmen B.____ als Korrektor, zwischenzeitlich auch al s Leiter des Korrektorats, in einem 100 % Pensum. Am 30. September 2008 meldete er sich ein erstes Mal unter Hinweis auf psy- chische Leiden und eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. April 2008 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an. Mit Arztb ericht vom 3. November 2008 teilte Dr. med. C.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit, dass der Versicherte ab dem 1. No- vember 2008 wieder 100 % arbeitsfähig sei und eine n eue Arbeitsstelle antreten werde (IV act. 9). Daraufhin lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (I V-Stelle) mit Verfügung vom 23. Februar 2009 eine Kostengutsprache für IV-Leistungen ab (IV act. 13). Mit Gesuch vom 5. Juni 2014 meldete sich A.____ erneut unter Hinweis auf ein psychisches Leiden zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung a n. Im Gesuch gab er an, seit dem 9. Dezember 2013 zu 100 % arbeitsunfähig zu sein. Er h abe vom 1. März 2010 bis 30. Juni 2014 als Teamleiter bei der D.____ AG gearbeitet und dabei ein Bruttoeinkommen von Fr. 8‘170.40 verdient (IV act. 14). Im Arztbericht vom 11. Februar 2015 diagnostizierte Dr. C.____ eine rezidivierende depressive Störung, gege nwärtig mittelgradige Episode F33.1. Der Patient stehe seit Jahren in seiner Behandlung (IV act. 39). Es bestehe eine Arbeitsunfä- higkeit von 100 % bis auf weiteres in der angestammten Tätigkeit. Im Abschlussbericht der Ein- gliederungsabteilung vom 16. Juni 2015 wurde festgestellt, dass sich der Versicherte selber ein Aufbautraining beim Verein E.____ besorgt habe (IV act. 50). Per 1. Mai 2016 konnte A.____ beim Verein E.____ ein e unbefristete Arbeitsstelle als sozialpä- dagogischer Betreuer mit einem 35 %-igen Arbeitspensum antreten (IV act. 75). Im Arztbericht vom 24. Mai 2016 hielt Dr. C.____ die bekannte Diagn ose sowie neu ein ADHS fest. Die Ar- beitsfähigkeit legte er auf 50 % fest. Bei einer höhe ren Arbeitsfähigkeit drohe eine akute Ver- schlechterung (IV act. 87). Per 1. Juni 2017 erfolgte eine Anpassung des Arbeitsvertrages zwi- schen dem Verein E.____ und dem Versicherten, da das Arbeitspensum auf 50 % erhöht wurde (IV act. 130). In der Folge liess die IV-Stelle den Versicherten durch Dr. med. F.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch begutachten (Gutachten vom 2 5. August 2017, IV act. 137). Dr. F.____ attestierte dem Versicherten in der angestammten Tätigkeit eine 60 %-ige Arbeitsfä- higkeit und in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbei tsfähigkeit von 70 %. Dr. med. G.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler ärztlicher Dienst beider Basel, nahm in der Folge Stellung zum Gutachten von Dr. F.____ und h ielt am 10. Oktober 2017 (IV act. 140) fest, dass auf das Gutachten abgestellt werden könne. Na ch durchgeführtem Vorbescheidver- fahren stellte die IV-Stelle mit Verfügungen vom 15. und vom 29. Juni 2018 fest, dass A.____ bei einem Invaliditätsgrad von 43 % ab dem 1. Dezembe r 2014 Anspruch auf eine Viertelsrente habe. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Guido Ehrler, mit Eingabe vom 20. August 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaf t, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht, und beantragte die Aufhebung der Verfügun gen vom 15. und vom 29. Juni 2018 sowie die Zusprechung einer halben Rente ab dem 1. D ezember 2014; unter o/e-Kostenfolge. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht In der Begründung wurde zusammenfassend vorgebracht, das s das Gutachten von Dr. F.____ vom 25. August 2017 keine zuverlässige Beurteilung des Re ntenanspruchs erlaube. Die Ar- beitsunfähigkeit betrage stattdessen 50 %. Zudem sei beim Invalideneinkommen zu berücksich- tigen, dass der Beschwerdeführer als Teamleiter gearb eitet habe. Beim Valideneinkommen sei davon auszugehen, dass stabile Verhältnisse bestehen würd en, so dass auf den beim Verein E.____ erzielten Lohn abzustellen sei. C. Mit Vernehmlassung vom 5. November 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. D. Nachdem die Angelegenheit dem Gericht mit Verfügun g vom 6. Dezember 2018 zur Beurteilung überwiesen worden war, beantragte der Be schwerdeführer mit Eingabe vom 20. Dezember 2018 die Durchführung eines zweiten Schri ftenwechsels. Mit Replik vom 28. Ja- nuar 2019 hielt er an den bereits gestellten Anträgen fest und liess zwei Emails des behandeln- den Psychiaters Dr. med. H.____, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 22. Au- gust 2018 und vom 21. Januar 2019 zu den Akten reichen. E. Mit Duplik vom 28. Februar 2019 teilte die Beschwer degegnerin unter Hinweis auf eine Stellungnahme von Dr. G.____ vom 4. Februar 2019 mi t, dass sie am Antrag auf Abweisung der Beschwerde festhalte. Auf die Ausführungen der Parteien in den Schriften u nd die eingereichten Unterlagen wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. Stritti g und zu prüfen ist, ob die Beschwerde- gegnerin dem Beschwerdeführer zu Recht eine Viertelsren te zugesprochen hat. Massgebend für diese Beurteilung sind die tatsächlichen Verhältnisse bis zum Erlass der angefochtenen Ver- fügungen vom 15. und vom 29. Juni 2018. 2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). E rwerbsunfähigkeit ist der durch Be- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeg lichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erw erbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern könn en (lit. a), die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindeste ns 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindest ens 40 % invalid sind (lit. c). Bei ei- nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspru ch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Ren te, bei einem Invaliditätsgrad von min- destens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die B emessung der Invalidität von erwerbstäti- gen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). 2.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person sowie um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf- gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszus tand zu beurteilen und dazu Stel- lung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Ausk ünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der P erson noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 2.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtli- nien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinwei- sen). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte n Gutachten externer Spezialärz- tinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach tungen und Untersuchungen sowie Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei de r Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung voll e Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expert ise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 2.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih rem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab- weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegend en Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts gen ügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 121 V 47 E. 2a, 115 V 142 E. 8b, je mit Hinweisen). 2.6 Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass das Adm inistrativverfahren und der kanto- nale Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsa tz beherrscht sind (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben di e Verwaltung und das Sozialversiche- rungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vol lständige Abklärung des rechtserhebli- chen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht da uert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tats achen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_16 3/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 3.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des medizinischen Sachver- halts auf das psychiatrische Gutachten von Dr. F.____ vom 25. August 2017 sowie die Stel- lungnahme von Dr. G.____ vom 2. März 2018 (IV act. 161 ). Der Beschwerdeführer stellt die Beweiskraft des Gutachtens von Dr. F.____ in Frage, da die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar sei. Angesichts der Mängel des Gutacht ens sowie in Anbetracht des IV- Abschlussberichts Integrationsmassnahmen, des im Abschlussbe richt zitierten Berichts des Arbeitsgebers Verein E.____ sowie des Berichts der Spi tex I.____ müsse davon ausgegangen werden, dass er in einer Verweistätigkeit als diplomier ter Betreuer nur zu 50 % leistungsfähig sei. Diese Leistungsfähigkeit entspreche auch allen übri gen Verweistätigkeiten. Es liege damit eine Erwerbsunfähigkeit von 50 % vor. In der angestam mten Tätigkeit als Gruppenleiter mit Führungsverantwortung bestehe keine Arbeitsfähigkeit. 3.2.1 Dr. F.____ diagnostiziert in seinem psychiatrischen G utachten mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine einfache Aktivitäts- und Auf merksamkeitsstörung (ADHS) im Erwach- senenalter (ICD-10: F90.0), eine narzisstische (sonstige sp ezifische) Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.8) sowie eine längere depressive Reaktion (ICD-10: F43.21). Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellt er keine. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hält er fest, dass die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf u nd in der derzeitigen Tätigkeit mit 60 % einzuschätzen sei. Anders sei die Arbeitsfähigkeit in ein er Verweistätigkeit zu beurteilen. Der Versicherte habe viel Erfahrung in administrativen Täti gkeiten. Er sei in der Lage, Büro- oder Verwaltungstätigkeiten zu bewältigen. Auch sei es ihm möglich, in einem Team zu arbeiten, wie Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht er es jahrelang gut integriert gemacht habe. Die Arb eitsfähigkeit in entsprechenden Verweistä- tigkeiten sei mit 70% einzuschätzen. 3.2.2 Das Gutachten von Dr. F.____ erfüllt alle Voraus setzungen, die das Bundesgericht an die Beweistauglichkeit einer verwaltungsexternen Beguta chtung (vgl. Erwägung 2.4 hiervor) stellt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis d er Vorakten abgegeben worden, ist in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. d er Beurteilung der aktuellen medi- zinischen Situation schlüssig, setzt sich mit der vorhanden en abweichenden ärztlichen Ein- schätzung auseinander und enthält einleuchtende Schlussf olgerungen. Es ist damit grundsätz- lich darauf abzustellen, solange nicht konkrete Indizien Zweifel an der Beweistauglichkeit her- vorrufen. 3.3 Der Beschwerdeführer äussert keine Kritik in Bezug auf die von Dr. F.____ gestellten Diagnosen. Auch die Einschätzung des Gesundheitszustands d urch den Gutachter an und für sich lehnt er nicht ab. Seine Rügen betreffen zum Eine n die Sorgfalt der Gutachtenserstellung, indem er dem Gutachter in Bezug auf die angestammte T ätigkeit des Beschwerdeführers man- gelnde Aktenkenntnisse vorwirft. Zum Anderen bemängelt er die von Dr. F.____ gemachte Ein- schätzung, wonach der Beschwerdeführer mehr als 50 % arbe iten könne, da diese Beurteilung den Berichten der beruflichen Abklärung, dem Bericht d er Spitex I.____ und den Berichten der behandelnden Psychiater Dr. C.____ und Dr. H.____ widerspreche. 3.4 Dr. F.____ nimmt im Zusammenhang mit der Beurte ilung der Arbeitsfähigkeit zu den vom Beschwerdeführer erwähnten Berichten Stellung (S. 19). Dabei führt er aus, dass die Ar- beitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seinem angestammt en Beruf und in der derzeitigen Tätigkeit in der Gesamtschau der Diagnosen in ihren A usprägungen und Komorbiditäten, der Lebensgeschichte – unter besonderer Berücksichtigung der b isherigen beruflichen Tätigkeiten – sowie des derzeitigen psychischen Gesundheitszustands auf 60 % einzuschätzen sei. An meh- reren Stellen im Gutachten erwähnt Dr. F.____, dass de r Beschwerdeführer immer wieder als Teamleiter gearbeitet habe. Der Beschwerdeführer studierte an der Fachhochschule Päd agogik und Soziale Arbeit. Auch nach Abschluss des Studiums besuchte er diverse Weiterbildungen in diesem Fachbereich. Seit 2010 arbeitet er auch wieder als Sozialpädagoge. Sowei t Dr. F.____ damit von diesem Beruf als der angestammten Tätigkeit ausgeht, ist weder ein W iderspruch noch ein Irrtum erkennbar. Dr. F.____ hat den beruflichen Status des Beschwerdeführers korrekt erfasst. In Bezug auf die Herleitung der Einschätzung der Arb eitsfähigkeit bzw. der Funktionsfähigkeit des Beschwerdeführers hat Dr. F.____ die Mini-ICF ange wendet (Systematik gemäss LINDEN /B ARON /M USCHALLA , Mini-ICF-Rating für Aktivitäts- und Partizipationsstöru ngen bei psy- chischen Erkrankungen, vgl. SVR 2015 IV Nr. 10 S. 27, 8C_ 398/2014 E. 4.3.2, sowie BGE 140 V 260 E. 3.2.2, 134 V 231 E. 5.1; G ABRIELA RIEMER -KAFKA [Hrsg.], Versicherungsmedizinische Gutachten, 2. Aufl., 2012, S. 124 ff.). Danach ist der Beschwerdeführer aufgrund seiner Diag- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht nosen in Bezug auf die Anpassung an Regeln und Routin en, seine Kompetenz und Wissens- anwendung sowie in der Gruppenfähigkeit leicht eingesc hränkt. Mässig eingeschränkt ist er in der Planung und Strukturierung von Aufgaben, in der F lexibilität und Umstellungsfähigkeit, in der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, in der Proakt ivität und in Spontanaktivitäten, in der Wi- derstands- und Durchhaltefähigkeit, in der Konversation und Kontaktfähigkeit zu Dritten und in der Fähigkeit zu engen dyadischen Beziehungen. Erheblich eingeschränkt ist einzig die Fähig- keit zur Selbstbehauptung. In der Selbstpflege und der Selbstversorgung sowie der Mobilität und der Verkehrsfähigkeit, so der Gutachter, bestünden keine Beeinträchtigungen. In Anbe- tracht dieser psychischen Einschränkungen erscheint die Ein schätzung von Dr. F.____, dass die angestammte Tätigkeit zu 60 % und eine angepasste T ätigkeit zu 70 % zumutbar seien, als nachvollziehbar. Die bekannten Schwächen werden hinreich end berücksichtigt. Bei einem 60 %-igen Pensum als sozialpädagogischer Betreuer bleiben dem Beschwerdeführer zwei gan- ze (Arbeits-)Tage, um sich zu erholen und seinen ausserbe ruflichen und häuslichen Verpflich- tungen nachzukommen. 3.5.1 Der Beschwerdeführer verweist sodann auf die Ein schätzung von Dr. C.____ vom 8. Februar 2018 (IV act. 159) und die von ihm mit Replik vom 28. Januar 2019 eingereichten Emails von Dr. H.____ vom 22. August 2018 und vom 21. Januar 2019. 3.5.2 Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass die Gerichte gemäss bundesgerichtlicher Recht- sprechung in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten d er Erfahrungstatsache Rechnung tragen sollen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen un d Patienten aussagen. Bei der Abschät- zung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassen den Beweiswürdigung dürfen al- lerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandeln den Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustuf en; die einen längeren Zeitraum ab- deckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzt e bringt oft wertvolle Erkenntnis- se hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschie dliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Beg utachtungsauftrag des amtlich be- stellten fachmedizinischen Experten anderseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutach- ten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abkl ärungen zu nehmen, wenn die be- handelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gel angen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, wei l die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt g eblieben sind (Urteil des Bundesge- richts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 3.5.3 Dr. C.____ führt in seiner Stellungnahme vom 8 . Februar 2018 aus, dass das Gutach- ten von Dr. F.____ in Bezug auf die psychiatrische Beurte ilung nachvollziehbar sei. Einzig be- züglich der Arbeitsfähigkeit weiche seine Meinung deut lich von derjenigen von Dr. F.____ ab. Seiner Auffassung nach sei eine höhere Arbeitsfähigkeit als 50 % illusorisch. Sein Patient arbei- te jetzt 50 % mit einer dem Pensum entsprechenden Le istungsfähigkeit von 50 %. Er sei sehr Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gefordert, aber er könne damit umgehen. Es sei der Schl ussbericht über die Integrationsmass- nahmen der IV selbst, der seinem Patienten eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiere. 3.5.4 Ein Vergleich der Einschätzungen von Dr. C.____ und von Dr. F.____ zeigt, dass sie in Bezug auf die angestammte Tätigkeit einen Pensen-Unte rschied von lediglich 10 % aufweisen. Im Gegensatz zu Dr. F.____ führt Dr. C.____ keine med izinischen Gründe auf, weshalb nur ein Pensum von 50 % möglich ist. Der Schlussbericht der Integ rationsmassnahme war Dr. F.____ bekannt. Der Umstand sodann, dass das „Annehmenmüssen“ ein er Verweistätigkeit möglich- erweise erneut zu einer grossen Kränkung und zu einer E xacerbation der vorhandenen Krank- heit führen könnte, wurde auch von Dr. F.____ berücksich tigt. Dr. C.____ zeigt somit keine neuen, von Dr. F.____ unberücksichtigt gelassenen Aspekte auf, die eine Neueinschätzung der Arbeitsfähigkeit notwendig machen würden. Die Auffass ung des Beschwerdeführers, wonach die Einschätzung von Dr. C.____ vom 8. Februar 2018, d ass eine höherprozentige Arbeitsfä- higkeit als 50 % illusorisch sei, überzeugender sei, da sie die Erfahrungen des Arbeitstrainings mitberücksichtige, kann daher nicht geteilt werden. 3.5.5 Auch die Stellungnahmen von Dr. H.____ zeigen ke ine neuen Aspekte auf, die Zweifel an der Einschätzung von Dr. F.____ wecken würden. Dr. H. ____ nimmt nicht selbst eine Ein- schätzung der Arbeitsfähigkeit vor, sondern schildert ei nfühlsam, wie sich die ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter auf eine betroffene Person auswirkt . Dr. F.____ stellt diese Diagnose nicht in Frage und räumt ihr einen Stellenwert bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ein. Somit liegen auch hier keine Indizien vor, die ein Abweiche n vom Gutachten nahelegen würden. Die behandelnden Psychiater benennen keine neuen, dem Gutach ter nicht bekannten Aspekte, weshalb auch nicht ersichtlich ist, weshalb Dr. F.____ mit den behandelnden Psychiatern hätte Rücksprache nehmen müssen. 3.6.1 Der Beschwerdeführer verweist im Weiteren auf di e Berichte, die im Zusammenhang mit den Eingliederungsmassnahmen erstellt wurden. Dr. F.____ habe nicht schlüssig dargelegt, weshalb er von den fremdanamnestischen Angaben abweiche , wonach der Beschwerdeführer ab einem Arbeitspensum von 50 % zunehmend Mühe habe, seinen Haushalt ordentlich zu füh- ren. Dr. F.____ hätte darlegen müssen, weshalb er sich über die Erfahrungen der überjährigen Integrationsmassnahme hinwegsetze. Der Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahmen vom 11. Mai 2016 (IV act. 80) zeige deutlich, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beim Verein E.____ zuerst nicht über ein effektives Ren dement von 35 % habe gesteigert wer- den können. Berichte von beruflichen Abklärungsstellen sei en praxisgemäss wesentliche Be- weismittel zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Auch der Bericht der Spitex I.____ sei zu wür- digen, schildere dieser doch einlässlich, dass der Beschwerd eführer mit seinem jetzigen Pen- sum von 50 % seine Limiten voll ausschöpfe. 3.6.2 Dem Beschwerdeführer ist dahingehend zuzustimmen , dass Berichte beruflicher Ab- klärungsstellen wesentliche Beweismittel zur Einschätzung de r Arbeitsfähigkeit darstellen kön- nen. Steht eine medizinische Einschätzung der Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und erheb- licher Diskrepanz zu einer Leistung, wie sie während eine r ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalten und -einsatz der versi cherten Person effektiv realisiert wur- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht de und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, vermag dies ernsthaf- te Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen. Da s Einholen klärender medizinischer Stellungnahmen ist diesfalls gemäss Bundesgericht grundsät zlich unabdingbar (Urteil des Bun- desgerichts vom 15. Februar 2019, 5C_534/2018, E. 2.1 mit weiteren Hinweisen). 3.6.3 Soweit der Beschwerdeführer auf den Abschlussber icht der Abteilung Eingliederung der Beschwerdegegnerin vom 11. Mai 2016 verweist, ver mag dieser keine Zweifel an der gut- achterlichen Beurteilung zu wecken. Darin wird lediglich die (subjektive) Einschätzung des Ver- eins E.____ und die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführ ers wiedergegeben, wonach kein höheres als ein 50 %-iges Pensum möglich sei. Die von Dr . F.____ festgelegte Arbeitsunfähig- keit steht ausserdem nicht in offensichtlicher und erhebli cher Diskrepanz zu den Beobachtun- gen durch den jetzigen Arbeitgeber. Der Beschwerdeführ er beruft sich sodann auf die Berichte der Spitex I.____ (IV act. 159 und 131). Diesbezüglich i st auf die nachvollziehbaren Ausführun- gen des RAD vom 2. März 2018, S. 5, zu verweisen. Dr. G.____ legt dar, dass von der Mühe, in den eigenen vier Wänden Ordnung zu halten und die pr ivate Korrespondenz zu erledigen, nicht auf eine Arbeitsunfähigkeit in beruflicher Arbeit ge schlossen werden könne. Es seien keine Be- schwerden oder Befunde beschrieben worden, die nicht bereits bekannt gewesen seien und bei der gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit b erücksichtigt worden wären. Dem ist nichts hinzuzufügen. 3.7 Insgesamt ist damit zum Schluss zu kommen, dass sämtliche Ei nwände keine begrün- deten Zweifel an der Aussagekraft und Verlässlichkeit de r gutachterlichen Beurteilung von Dr. F.____ wecken können, so dass zur Beurteilung des Leistungsvermögens des Beschwerde- führers darauf abzustellen ist. Insbesondere werden keine neuen, dem Gutachter nicht bekann- ten Umstände geschildert, die zu weiteren Abklärungen Anlass geben würden. Damit ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in seiner aktuellen beruf- lichen und angestammten Tätigkeit aus invalidenversicheru ngsrechtlicher Sicht zu 60 % und in einer leidensangepassten Tätigkeit wie diejenige des Korrektors zu 70 % arbeitsfähig ist. 4. Es bleibt die Prüfung des Invaliditätsgrads. Gemäss A rt. 16 ATSG wird für die Bestim- mung des Invaliditätsgrades einer erwerbstätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das diese nach Eintritt der Invalidität und nach Durchf ührung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ih r zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche- ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen) , in Beziehung gesetzt zum Er- werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in valid geworden wäre (Validenein- kommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst gena u ermittelt und einander ge- genübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensd ifferenz der Invaliditätsgrad bestim- men lässt (BGE 104 V 136). 5.1 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Invali ditätsgrades massgebenden hypothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkom- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht mensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheit sschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; he ute: Bundesgericht, sozialrechtli- che Abteilungen] vom 26. November 2002, I 491/0, E. 2. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Hinter- grund bildet die empirische Erfahrung, dass die bisheri ge Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiege nder Wahrscheinlichkeit erstellt sein (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b). Ist ein konkre ter Lohn nicht eruierbar oder hätte die versicherte Person ihre bisherige Stelle auch ohne gesun dheitliche Beeinträchtigung verloren, so können die Zahlen der Schweizerischen Lohnstrukturerheb ung (LSE) des Bundesamtes für Statistik herangezogen werden (Urteile des Bundesgerich ts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1 und vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015, E. 5.4). 5.2.1 Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass der Besc hwerdeführer im Jahr 2014 ohne Gesundheitsschaden ein Jahreseinkommen als Sozialp ädagoge von Fr. 87‘623.-- erzielt hätte. Das Valideneinkommen ermittelte sie gestützt au f die LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_ skill_level, Sektor Gesundheits- und Sozialwesen, Kompet enzniveau der Tätigkeit 3, Spalte Männer. 5.2.2 Der Beschwerdeführer wendet gegen diese Vorgehe nsweise ein, dass er in seiner zu- letzt ausgeübten Tätigkeit in seiner Funktion als Teamle iter im Jahr 2013 einen Verdienst von Fr. 106‘215.-- erzielt habe. Es entspreche der empiri schen Erfahrung, dass er diese Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt hätte. Auch in seiner langjährigen Tätigkeit beim Unter- nehmen B.____ habe er Leitungsfunktionen ausgeübt. E s gebe keinen Hinweis dafür, dass er ohne Gesundheitsschaden nicht weiterhin diesen Lohn erziel t hätte. Die Beschwerdegegnerin sei daher nicht berechtigt, den Validenlohn gestützt a uf statistische Durchschnittswerte festzu- legen. Solche Erfahrungs- und Durchschnittswerte würden nur dann zur Anwendung gelangen, wenn der vor Invaliditätseintritt erzielte Lohn nicht e rmittelt werden könne oder besondere Ver- hältnisse vorliegen würden. Daher sei der Validenlohn mit Fr. 106‘215.-- zu bemessen. 5.2.3 Die Beschwerdegegnerin äussert sich weder in der Vernehmlassung noch in der Duplik zu dieser Rüge. Auch in der angefochtenen Verfügung be gründet sie nicht, weshalb sie nicht auf den letzten, vom Beschwerdeführer erzielten Lohn abstellte. 5.3 Vorliegend kündigte die D.____ AG das Arbeitsver hältnis per 30. Juni 2014 mit der Begründung der fehlenden Vertrauensbasis zur Gesamtleit ung. Dieser Kündigungsgrund lässt offen, welche Umstände zum Zerwürfnis zwischen dem Beschwer deführer und der Leitung der D.____ AG führten. Gegenüber Dr. F.____ schilderte de r Beschwerdeführer die Geschehnisse dahingehend, dass es im August 2013 einen ersten Konflikt gegeben habe. Er sei vom CEO zur Rede gestellt worden, nachdem ein Mitarbeiter entgegen der Vorschriften seinen Hund mit zum Nachtdienst genommen habe. Es sei ihm hierfür eine Mitverantwortung gegeben worden und er habe eine Abmahnung erhalten. Von da an sei „Sand im Getriebe“ gewesen. Es seien weitere Dinge vorgefallen, so sei sein Emailaccount gelöscht und er sei als „das Hinterletzte“ dargestellt worden. Diese Ausführungen des Beschwerdeführers, die vo n Dr. F.____ gestellten Diagnosen sowie die berufliche Biographie und Lebensgeschichte des Beschwerdeführers (beschrieben im Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gutachten von Dr. F.____ S. 7-10) lassen die Vermutung aufkommen, dass wohl auch gesund- heitliche Gründe zur Kündigung führten. Der Beschwerdef ührer weist aber an anderer Stelle darauf hin, dass sich die Arbeitgeberin im Umbruch bef unden habe. Somit ist nicht mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass ausschliesslich gesundheitliche Gründe zum Verlust der Arbeitsstelle führten, weshalb nicht auf den letzten erzielten Lohn bei der D.____ AG (Fr. 106‘210.--, IV act. 26) abgestellt we rden kann. Damit ist mit der Beschwerde- gegnerin eine Berechnung gestützt auf die LSE vorzunehmen. Anders als die Beschwerdegegnerin ist dabei aber nicht auf das Kompetenzniveau 3 (Komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in ein em Spezialgebiet voraussetzen), son- dern auf das Kompetenzniveau 4 abzustellen. Die Löhne im Kompetenzniveau 4 setzen voraus, dass sie in Tätigkeiten erzielt werden, die komplexe Pro blemlösungen und Entscheidungsfin- dungen erfordern und ein grosses Fakten- und theoretisc hes Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen. Die vom Beschwerdeführer bei der D.____ A G ausgeübte Tätigkeit als Teamlei- ter entspricht dem Kompetenzniveau 4. Die Tätigkeit um fasste neben der vom Beschwerdefüh- rer zu tragenden fachlichen Verantwortung auch eine Führungsverantwortung. Diese Führungs- verantwortung wird im Kompetenzniveau 3 nicht abgebild et. Folglich ist zur Berechnung des Valideneinkommens von den folgenden Werten auszugehen: LSE 2014, TA1_tirage_skill_level, Sektor Gesundheits- und Sozialwesen, Kompetenzniveau 4, M änner, Fr. 8‘563.-- monatlich, basierend auf 40 Wochenstunden. Nach Umrechnung auf di e betriebsübliche Arbeitszeit von 41.5 Stunden (Quelle: Bundesamt für Statistik, Dokumen t je-d-03.02.04.19) und einen Jahres- lohn ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 106‘609.- -. Dieses liegt sogar geringfügig über dem vom Beschwerdeführer beantragten Valideneinkommen (Fr. 106‘215.--). In Bezug auf das Valideneinkommen ist die angefochtene Verfügung folglich einer Korrektur zu unterziehen. 6.1 Bei der Ermittlung des trotz der Gesundheitsschädigun g noch zumutbaren und reali- sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist zu unterscheiden. Geht die versicherte Person auch nach Eintritt der (unfallbedingten) gesundheitli chen Beeinträchtigung einer Erwerbstätig- keit nach, ist der tatsächlich erzielte Verdienst dem Inva lideneinkommen gleichzusetzen, wenn kumulativ (1) besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind, (2) die verbliebene Arbeitsfä- higkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird und ( 3) die Entlöhnung der Leistung ange- messen ist, folglich nicht ein Soziallohn zur Auszahlung gel angt (BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 76 E. 3b/aa mit Hinweisen). Ist kein solches tat sächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Ei ntritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwer bstätigkeit aufgenommen hat, können die Tabellenlöhne der LSE beigezogen werden (vgl. BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/aa mit weiteren Hinweisen). 6.2.1 Die Beschwerdegegnerin berechnete das Invalidene inkommen ausgehend von der Tätigkeit als Sozialpädagoge und gestützt auf die LSE 2 014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor Gesundheits- und Sozialwesen, Kompetenzniveau de r Tätigkeit 3, Spalte Männer. Da- von nahm einen Abzug für eine invaliditätsbedingte Be einträchtigung von 5 % vor. Bei einem zumutbaren Pensum von 60 % ermittelte sie ein Invalideneinkommen von Fr. 49‘945.--. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.2 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt , dass keine statistischen Werte beizuziehen seien. Vielmehr müsse auf das beim Verein E.____ tatsächlich erzielte Einkommen abgestellt werden, da vorliegend stabile Arbeitsverhält nisse bestünden, das Einkommen ange- messen sei, es sich nicht um einen Soziallohn handle und e r die zumutbare Leistungsfähigkeit voll ausschöpfe. 6.3 Der Beschwerdeführer arbeitet seit dem 1. Mai 20 16 beim Verein E.____ als sozialpä- dagogischer Betreuer und damit in seinem angestammten Beruf. Der Arbeitsvertrag wurde un- befristet abgeschlossen. Per 1. Juni 2017 wurde das Arbeitspensum von 35 % auf 50 % erhöht. Mit dem Beschwerdeführer ist deshalb davon auszugehen, dass es sich um stabile Verhältnisse handelt. In Bezug auf den Lohn wird im Arbeitsvertrag vom 9. Mai 2017 auf die Lohnklasse 15 und Erfahrungsstufe 10 sowie das Personalreglement verwie sen (IV act. 130). Der Jahreslohn beträgt bei einem Arbeitspensum von 50 % Fr. 46‘223.- - (13 x Fr. 3‘555.65). Es handelt sich somit nicht um einen Soziallohn, sondern der Beschwerdeführer wird entsprechend seiner Leis- tung entlöhnt. Darauf wird auch in der Beschwerde hin gewiesen (Ziff. 19). Da der Beschwerde- führer die ihm gutachterlich attestierte Arbeitsfähig keit von 60 % aber derzeit nicht voll aus- schöpft, kann der vorgenannte, tatsächlich erzielte Jahreslo hn nicht als Invalidenlohn herange- zogen werden. Der Beschwerdeführer führt in der Beschwe rde aus (Ziff. 8), dass seitens des Arbeitgebers vorgesehen gewesen sei, ihn in einem 80 % Pensum anzustellen, da der Bereich, in welchem der Beschwerdeführer tätig sei, stetig ausgeb aut werde. Eine Erhöhung des Ar- beitspensums ist aus Arbeitgebersicht somit möglich. In An betracht dieser Verhältnisse er- scheint es daher als korrekt, zur Berechnung des Invalidene inkommens den vom Beschwerde- führer tatsächlich erwirtschaftete Lohn beim Verein E .____ auf ein 60 %-iges Pensum hochzu- rechnen. Der Beizug eines hypothetischen Tabellenlohns er übrigt sich damit. Es ist von einem Invalideneinkommen von Fr. 55‘468.-- auszugehen (Fr. 46‘223.-- x 2 x 0.6). 7. Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 106‘609.-- und des Invali- deneinkommens von Fr. 55‘468.-- ergibt sich ein Invalid itätsgrad von 48 %. Der Beschwerde- führer hat damit ab dem 1. Dezember 2014 Anspruch auf eine Viertelsrente. Damit sind die an- gefochtenen Verfügungen vom 15. und vom 29. Juni 2018 im Ergebnis zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 8. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen und mit dem geleisteten Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 800.-- zu verrechnen sind. Dem Prozessausgang entsprechend wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Gegen diesen Entscheid wurde am 28. August 2019 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- ren-Nr. 8C_543/2019) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht