<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00303</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105869&amp;W10_KEY=13013580&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00303</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.12.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Psychotherapeutin</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Anspruch einer Psychologin mit Universitätsabschluss auf Zulassung nach den Richtlinien der Gesundheitsdirektion Rechtsmittel gegen die Verfügung der Gesundheitsdirektion ist die Beschwerde (E. 1b). Die aufschiebende Wirkung hat nicht zur Folge, dass die Beschwerdeführerin vorläufig als selbständige Psychotherapeutin arbeiten darf (E. 1c). Eine gesetzliche Grundlage für die Bewilligungspflicht besteht. Die Kriterien für die Bewilligungserteilung sind für eine beschränkte Zeit den Richtlinien der Direktion zu entnehmen. Es liegen keine Verstösse gegen die Wirtschafts- und die Wissenschaftsfreiheit vor (E. 3). Die Anforderungen der Direktion an die Spezialausbildung sind sinnvoll und richtig (E. 4a). Die von der Beschwerdeführerin absolvierte Ausbildung weist Defizite punkto Theorievermittlung auf (E. 4b). Offen bleiben kann, ob diese Ausbildung sich auf eine genügende Grundlage in Metatheorie stützt (E. 4c). Einen gravierenden Mangel stellt der fehlende Einbezug der Selbsterfahrung dar (E. 4d). Die von der Beschwerdeführerin daneben absolvierten einzelnen Weiterbildungsveranstaltungen können eine ausreichende integrale Spezialausbildung nicht ersetzen (E. 4e). Nicht massgebend sind die Anerkennung der Beschwerdeführerin durch die Föderation der schweizerischen Psychologen und die Mitgliedschaft ihrer Ausbildungsinstitution bei der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie. Irrelevant ist ebenso die Anerkennung dieser Spezialausbildung durch andere Kantone (E. 5). Es besteht kein Anlass für eine Sistierung des Verfahrens (E. 6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Gesundheit ST: BERUFSAUSÃBUNG">BERUFSAUSÃBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: CHARTA">CHARTA</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESETZLICHE GRUNDLAGE">GESETZLICHE GRUNDLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTEGRAL">INTEGRAL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: METATHEORIE">METATHEORIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHOTHERAPEUT/-IN">PSYCHOTHERAPEUT/-IN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHOTHERAPIE">PSYCHOTHERAPIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RICHTLINIEN">RICHTLINIEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTÃNDIGE BERUFSAUSÃBUNG">SELBSTÃNDIGE BERUFSAUSÃBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTERFAHRUNG">SELBSTERFAHRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SPEZIALAUSBILDUNG">SPEZIALAUSBILDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: THEORIE">THEORIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTSFREIHEIT">WIRTSCHAFTSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WISSENSCHAFTSFREIHEIT">WISSENSCHAFTSFREIHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 7 Abs. I aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">Art. 36 lit. I BV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die an der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich diplomierte Psychologin A ersuchte die Gesund­heitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich am 1. MÃ¤rz 1999 um Zulassung als selbstÃ¤n­dig tÃ¤tige Psychotherapeutin. Die hierfÃ¼r erforderliche Spezialausbildung belegte sie durch mehrere TeilnahmebestÃ¤tigungen des Swiss Institute for Intensive Short-Term Dynamic Psychothe­rapy, wo Dr. C's psychoanalytische Methode (IS-TDP) unterrichtet wird. Da diese Ausbil­dung von der CHARTA nicht anerkannt und der Fachkommission der Gesundheitsdirek­tion nicht bekannt war, ersuchte diese die Gesuchstellerin, einen Fragebogen durch die Aus­bildungsinstitution beantworten zu lassen. Nach Eingang eines Berichts der Gesell­schaft fÃ¼r Intensive Dynamische Kurzpsychotherapie der Schweiz (GIK) teilte die Gesund­heitsdirektion der Gesuchstellerin am 29. MÃ¤rz 2000 mit, die Bewilligung zur selb­stÃ¤ndi­gen BerufsausÃ¼bung als Psychotherapeutin kÃ¶nne ihr nicht erteilt werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf Ersuchen von A wies die Direktion das Gesuch am 10. Juli 2000 fÃ¶rmlich ab. Sie erwog, die Gesuchstellerin erfÃ¼lle zwar die Voraussetzungen der Richtli­nien der Ge­sundheitsdirektion vom MÃ¤rz 1999 mit Bezug auf die Erstausbildung sowie auf die unselb­stÃ¤ndige psychotherapeutische TÃ¤tigkeit, nicht jedoch bezÃ¼glich der absolvierten Spezial­ausbildung. Eine solche mÃ¼sse die aufeinander abgestimmten und ein ganzheitli­ches Lehr­system bildenden Ausbildungselemente Theorie, Selbsterfahrung und Supervisi­on enthal­ten. Die von der GIK angebotene Spezialausbildung entspreche weder vom zeitli­chen Um­fang noch vom Inhalt her den Richtlinien, sondern sei lediglich als mÃ¶gliche Zu­satzausbil­dung zu einer tiefenpsychologischen Ausbildung oder als Ausbildungsmodul im Rahmen einer tiefenpsychologischen Ausbildung zu beurteilen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diese VerfÃ¼gung wandte sich A mit Eingabe vom 8. September 2000 an das Verwaltungsgericht und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die ersuchte Bewilligung zu erteilen, eventuell sei das Verfahren bis zum Inkrafttreten des kantonalen Gesundheitsgesetzes zu sistieren. In prozessualer Hin­sicht beantragte sie, es sei eine Ã¶ffentliche mÃ¼ndliche Verhandlung durchzufÃ¼hren, ein Pri­vatgutachten von Dr. med. D Ã¼ber den Inhalt der Kurse Prof. Cs zu den Akten zu nehmen sowie ein weiteres Exper­tengutachten hierÃ¼ber einzu­holen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Gesundheitsdirektion beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 3. November 2000 die Abweisung des Rechtsmittels. Nachdem Rechtsanwalt B die Ver­tretung der Be­schwerdefÃ¼hrerin Ã¼bernommen hatte, verzichtete er am 20. Dezember 2000 auf die Durch­fÃ¼hrung der bereits angesetzten mÃ¼ndlichen Schlussverhandlung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r die vorliegende Streitsache gemÃ¤ss § 41 in Verbindung mit § 19a Abs. 2 Ziff. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/ 8. Juni 1997 (VRG) zustÃ¤ndig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Bei dem gegen die VerfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion offenstehenden Rechts­mittel handelt es sich entgegen dem DafÃ¼rhalten der Parteien nicht um einen Rekurs, son­dern um eine Beschwerde (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Ver­waltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 19a N. 4). Infolge Wegfalls des Rekurses hat das Verwaltungsgericht den angefochtenen Entscheid allerdings nicht nur auf Rechtsverletzungen, sondern auch auf seine Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼­fen (§ 50 Abs. 3 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die BeschwerdefÃ¼hrerin geht zu Recht von der aufschiebenden Wirkung ihres Rechtsmittels aus (vgl. § 55 VRG). Allerdings bedeutet dies entgegen ihrem DafÃ¼rhalten nicht, dass sie wÃ¤hrend der Dauer des Beschwerdeverfahrens selbstÃ¤ndig als Psychothera­peutin arbeiten darf. Nach § 7 Abs. 1 lit. a des Gesundheitsgesetzes vom 4. November 1962 (GesundheitsG) ist eine Bewilligung der Direktion des Gesundheitswesens unter an­derem erforderlich, um gegen Entgelt oder berufsmÃ¤ssig Krankheiten, Verletzungen oder sonstige gesundheitliche StÃ¶rungen festzustellen und zu behandeln oder Ã¼berhaupt medizi­nische Verrichtungen vorzunehmen. Solange demnach keine rechtskrÃ¤ftige Bewilligung der Gesundheitsdirektion vorliegt, darf die BeschwerdefÃ¼hrerin entsprechende TÃ¤tigkeiten nicht selbstÃ¤ndig ausÃ¼ben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Die Zulassung selbstÃ¤ndiger Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen <br/> hat im Kanton ZÃ¼rich eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Im Jahr 1991 hatte das Verwaltungsgericht festgestellt, dass der damals noch im zÃ¼rcherischen Gesund­heits­recht vorgesehene Ausschluss nichtÃ¤rztlicher selbstÃ¤ndiger Psychotherapeuten gegen den Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit verstosse und daher verfassungswidrig sei (vgl. RB 1991 Nr. 81 = ZBl 93/1992, S. 74). In der Folge erliess der Regierungsrat am 8. Januar 1992 gestÃ¼tzt auf die in § 31a des Gesundheitsgesetzes vom 4. November 1962 (Gesund­heitsG) enthaltene ErmÃ¤chtigung die Verordnung Ã¼ber die Berufe der Gesundheitspflege (VBG), welche die frÃ¼here Verordnung Ã¼ber die medizinischen Hilfsberufe vom 11. Au­gust 1966 ersetzte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach § 1 VBG Ã¼bt einen Beruf der Gesundheitspflege aus, wer gegen Entgelt oder berufsmÃ¤ssig Krankheiten, Verletzungen oder sonstige gesundheitliche StÃ¶rungen feststellt oder behandelt, Geburtshilfe ausÃ¼bt oder medizinische Analysen durchfÃ¼hrt. § 2 VBG un­terscheidet zwischen unselbstÃ¤ndiger und selbstÃ¤ndiger AusÃ¼bung der Berufe der Gesund­heitspflege. WÃ¤hrend die unselbstÃ¤ndige BerufsausÃ¼bung ‑ im Namen und auf Rechnung eines zur selbstÃ¤ndigen BerufsausÃ¼bung berechtigten Aufsichtspflichtigen ‑ nach §§ 35/36 VBG keiner Bewilligung bedarf, ist fÃ¼r die selbstÃ¤ndige BerufsausÃ¼bung nach § 9 VBG eine Bewilligung der Gesundheitsdirektion erforderlich. Die in § 3 VBG einzeln aufgezÃ¤hl­ten TÃ¤tigkeiten gelten jedoch von vornherein als nicht bewilligungspflichtige medizinische Verrichtungen, so auch unter anderem die psychologische Beratung und Beurteilung ge­sun­der Personen (lit. f). Die Psychotherapeuten sind gemÃ¤ss § 8 lit. g VBG zur selbstÃ¤ndi­gen BerufsausÃ¼bung berechtigt. Ihr TÃ¤tigkeitsbereich umfasst laut § 31 VBG die Feststel­lung und Behandlung von Krankheiten, die sich nach anerkannter wissenschaftlicher Lehre mit psychologischen Methoden behandeln lassen (Abs. 1). Die Behandlung von Krankhei­ten mit kÃ¶rperlichen Merkmalen ist nur unter Beizug eines Arztes zulÃ¤ssig (Abs. 2). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Voraussetzungen fÃ¼r die Bewilligungserteilung waren sodann in § 32 VBG um­schrieben: Erforderlich waren ein abgeschlossenes Psychologiestudium unter Einschluss der Psychopathologie an der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich oder an einer anderen von der Gesundheits­direktion als gleichwertig anerkannten Hochschule und zusÃ¤tzlich eine Berufsarbeit in ei­ner von der Gesundheitsdirektion anerkannten Institution, wobei zwei der drei Praxisjahre bei einem selbstÃ¤ndigen Psychotherapeuten, einem Spezialarzt fÃ¼r Psychiatrie/­Psy­cho­the­rapie oder einem Spezialarzt fÃ¼r Kinder‑ und Jugendpsychiatrie/‑psychotherapie absolviert werden konnten (Abs. 1). ZusÃ¤tzlich mussten nach dem Studium 200 Stunden Selbsterfah­rung, 200 Stunden Theorie und 200 Stunden Supervision bei einem selbstÃ¤ndigen Psycho­therapeuten oder einem Spezialarzt fÃ¼r Psychiatrie/Psychotherapie besucht worden sein (Abs. 2). Die in der VBG getroffene Zulassungsordnung fÃ¼r die Psychotherapie wurde auf staatsrechtliche Beschwerde hin vom Bundesgericht am 3. Dezember 1993 Ã¼berprÃ¼ft. Da­bei wÃ¼rdigte das Bundesgericht die in § 32 VBG formulierten Zulassungsvoraussetzungen in den GrundzÃ¼gen (nÃ¤mlich bezÃ¼glich des Erfordernisses einer Grundausbildung in Psy­cho­logie mit Einschluss der Psychopathologie sowie bezÃ¼glich der Umschreibung der er­for­derlichen praktischen TÃ¤tigkeit) als verfassungskonform; ob es sich bei dem bestehen­den privaten Ausbildungsangebot rechtfertige, den Zugang zum Beruf eines selbstÃ¤ndigen Psychotherapeuten ausschliesslich von einem Psychologiestudium an der UniversitÃ¤t ZÃ¼­rich oder an einer anderen von der Gesundheitsdirektion anerkannten Hochschule abhÃ¤ngig zu machen, liess das Bundesgericht offen, weil diese Grundsatzfrage jedenfalls in einem for­mellen Gesetz zu regeln wÃ¤re. Sodann beanstandete das Bundesgericht das Fehlen von Ãbergangsbestimmungen bezÃ¼glich der in § 32 VBG getroffenen Zulassungsordnung. Weil die verfassungsmÃ¤ssige ZulÃ¤ssigkeit von § 32 VBG eng von der zu schaffenden Ãber­gangs­­­regelung abhÃ¤nge, hob es diese Bestimmung als Ganzes auf.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ein spÃ¤terer Entwurf der Gesundheitsdirektion vom November 1994 sah vor, die Zulassungsvoraussetzungen fÃ¼r Psychotherapeuten und fÃ¼r Kinderpsychotherapeuten im Gesundheitsgesetz (§§ 22 und 22a) zu regeln. In § 22 des Entwurfs wurden die im aufge­hobenen § 32 VBG enthaltenen Bewilligungsvoraussetzungen weitgehend Ã¼bernommen. Diesem Entwurf folgte ein weiterer vom Mai 1997, der eine Regelung in der zu revidieren­den VBG mit weiter umschriebener Zulassungsberechtigung insbesondere hinsichtlich der Grundausbildung vorsah. Deren Erlass unterblieb jedoch infolge eines parlamentarischen Vorstosses, der eine Regelung auf Gesetzesstufe verlangte. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) In dieser Situation beschloss der Regierungsrat am 12. August 1998, angesichts der unsicheren Lage Ã¼ber eine kÃ¼nftige Regelung vorlÃ¤ufig Ã¼berhaupt keine Bewilligungen mehr zur selbstÃ¤ndigen BerufsausÃ¼bung an nichtÃ¤rztliche Psychotherapeuten und Psycho­therapeutinnen zu erteilen. Die daraufhin von der Gesundheitsdirektion verfolgte restriktive Bewilligungspraxis wÃ¼rdigte das Verwaltungsgericht in einem Entscheid vom 12. No­vem­ber 1998 (RB 1998 Nr. 79) jedoch als verfassungswidrig. Es kam zum Schluss, welche An­forderungen an nichtÃ¤rztliche Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zu stellen sei­en, mÃ¼sse bis zum Erlass einer generell-abstrakten Regelung auf Gesetzes‑ oder Verord­nungs­stufe im Einzelfall bestimmt werden. ZulÃ¤ssig sei es aber, jedenfalls eine fundierte Ausbildung in Psychologie einschliesslich Psychopathologie mit anschliessender Berufsar­beit, ergÃ¤nzt durch eine begleitende, spezifisch auf die Psychotherapie ausgerichtete Spezi­alausbildung zu verlangen. Die Gesundheitsdirektion werde nicht darum herumkommen, im Sinn einer Ãbergangsregelung zwecks rechtsgleicher Behandlung aller diesbezÃ¼glichen Gesuche einen mehr oder minder detaillierten Anforderungskatalog fÃ¼r die Zulassung zur selbstÃ¤ndigen BerufsausÃ¼bung von nichtÃ¤rztlichen Psychotherapeutinnen und Psychothera­peuten zu entwickeln. Dabei stehe es ihr frei, zur Vermeidung einer negativen PrÃ¤judizie­rung der ausstehenden Regelung die Voraussetzungen derart eng zu umschreiben, dass da­mit jedenfalls nicht wesentlich mehr BerufsangehÃ¶rige zugelassen wÃ¼rden, als dies mit der restriktivsten aller denkbaren verhÃ¤ltnismÃ¤ssigen LÃ¶sungen der Fall wÃ¤re. Sie kÃ¶nne den Anforderungskatalog aber auch soweit mildern, dass jedenfalls nicht wesentlich weniger BerufsangehÃ¶rige zugelassen wÃ¼rden als mit der extensivsten aller wahrscheinlichen ge­setz­lichen LÃ¶sungen, und allfÃ¤lligen spÃ¤teren Differenzen zwischen Praxis und Gesetz als­dann etwa mittels Auflagen und Befristung begegnen. Gleiches habe mit Bezug auf die aus­stehende Regelung des Ãbergangsrechts zu gelten, das seinerseits einer behelfsmÃ¤ssi­gen zwischenzeitlichen Ordnung bedÃ¼rfe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Anschluss an diesen Entscheid des Verwaltungsgerichtes erarbeitete die Ge­sundheitsdirektion im MÃ¤rz 1999 ein Merkblatt Ã¼ber ihre Bewilligungspraxis zur FÃ¼hrung einer Psychotherapiepraxis. Nach deren Ziffer 1 wird neben einem abgeschlossenen Psy­chologiestudium oder einer anderen gleichwertigen Ausbildung (lit. a) und einer unselb­stÃ¤ndigen psychotherapeutischen TÃ¤tigkeit (mit nÃ¤heren Spezifizierungen; lit. c) eine inte­grale Spezialausbildung in mindestens einer anerkannten, bei der Behandlung von psychi­schen und psychosomatischen Krankheiten und StÃ¶rungen bewÃ¤hrten Psychotherapieme­thode vorausgesetzt, die Theorie, Selbsterfahrung und Supervision in der entsprechenden Methodik umfasst (lit. b). In den ErlÃ¤uterungen zu diesen Richtlinien werden bezÃ¼glich der Spezialausbildung mindestens je 200 Stunden Theorie, Selbsterfahrung und Supervision in einer anerkannten, bei der Behandlung von psychischen und psychosomatischen Krankhei­ten bewÃ¤hrten Psychotherapiemethode verlangt. Die Ausbildung muss die vertiefte An­wen­dung der in der Theorie erlernten Methode Ã¼ber eine Umsetzung auf die eigene Person um­fassen (Selbsterfahrung). Sie hat auch die vertiefte Anwendung der gewÃ¤hlten Methode auf andere Personen unter fachlicher Kontrolle zu beinhalten (Supervision). Im Bereich des Ãber­gangsrechts sieht das Merkblatt die Bewilligung fÃ¼r vor dem 31. Dezember 1994 selb­stÃ¤ndig tÃ¤tige Psychotherapeuten vor, wenn diese entweder die Zulassungsvoraussetzung der Erstausbildung oder jene der Spezialausbildung erfÃ¼llen, wobei von einer integralen Aus­­richtung der Spezialausbildung abgesehen wird (Ziff. 5).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) GemÃ¤ss der vom Kantonsrat am 21. August 2000 beschlossenen Revision von § 22 GesundheitsG werden abgesehen von einer VerschÃ¤rfung im Bereich der Erstausbil­dung im wesentlichen die gleichen Anforderungen an selbstÃ¤ndige nichtÃ¤rztliche Psycho­therapeuten wie in Ziff. 1 des erwÃ¤hnten Merkblatts gestellt. Mit Bezug auf das Ãbergangs­recht entspricht Ziff. II der Revision ebenfalls dem zitierten Merkblatt mit dem Zusatz, dass das Recht auf Zulassung nach dieser Bestimmung verwirkt ist, wenn nicht innert sechs Monaten seit ihrem Inkrafttreten ein entsprechendes Gesuch gestellt wird. Die Referen­dums­frist betreffend diese GesetzesÃ¤nderung ist Ende Oktober 2000 unbenutzt abgelaufen (Kantonsratsbeschluss vom 20. November 2000). Die Inkraftsetzung ist bis heute nicht er­folgt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Vor diesem Hintergrund erscheint der Einwand der BeschwerdefÃ¼hrerin, wonach eine gesetzliche Grundlage fÃ¼r die mit der Bewilligungsverweigerung verbundene Ein­schrÃ¤n­kung der Wirtschaftsfreiheit fehle, als unbegrÃ¼ndet. Zwar ist bis heute nur die Be­willigungspflicht als solche im Gesundheitsgesetz statuiert, nicht aber die einzelnen Krite­rien fÃ¼r die Erteilung der Bewilligung. Nach der Praxis ist es aber zulÃ¤ssig, eine infolge der gerichtlichen Feststellung der Verfassungswidrigkeit einer gesetzlichen FreiheitsbeschrÃ¤n­kung entstehende RegelungslÃ¼cke zumindest fÃ¼r eine gewisse Zeit des Ãbergangs durch die Anwendung allgemeiner Kriterien im Einzelfall zu ersetzen (vgl. die ausfÃ¼hrliche Be­grÃ¼ndung zu dieser Frage in ZBl 93/1992, S. 74 E. 8). Die bis zum Inkrafttreten der Geset­zesrevision zu anerkennende Massgeblichkeit der von der Gesundheitsdirektion im MÃ¤rz 1999 aufgestellten Richtlinien stellt daher einen Anwendungsfall der in Art. 36 Abs. 1 Satz 3 BV vorgesehenen MÃ¶glichkeit des ausnahmsweisen Verzichts auf das Erfordernis einer gesetzlichen Grundlage dar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Weiter macht die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend, die Richtlinien der Gesundheitsdi­rektion wÃ¼rden gegen die Wissenschafts- und Wirtschaftsfreiheit verstossen. Der nicht nÃ¤­her substanzierte Einwand ist unbegrÃ¼ndet. Im Interesse des Patientenschutzes und der Ã¶f­fentlichen Gesundheit besteht ein gewichtiges Interesse daran, die selbstÃ¤ndige Berufsaus­Ã¼bung der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten von der ErfÃ¼llung bestimmter Vor­­aussetzungen hinsichtlich Grund- und Spezialausbildung sowie Berufserfahrung ab­hÃ¤ngig zu machen. Auch ist nicht ersichtlich, inwiefern die von der Gesundheitsdirektion aufgestellten Richtlinien gemessen an deren Ziel unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig hohe Anforderungen in einem dieser drei Teilaspekte stellen wÃ¼rden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin erfÃ¼llt unbestrittenermassen die nach den Richtlinien verlangten Anforderungen bezÃ¼glich Grundausbildung (Psychologiestudium) und Berufs­erfahrung (unselbstÃ¤ndige psychotherapeutische TÃ¤tigkeit). Strittig ist einzig die QualitÃ¤t der absolvierten Spezialausbildung, und zwar mit Bezug auf den Umfang des theoretischen Ausbildungsangebots (dazu lit. b folgend), deren Inhalt (lit. c folgend) und den fehlenden Einbezug der Selbsterfahrung (lit. d). Vorab ist jedoch allgemein auf die generellen Quali­tÃ¤tskriterien der Gesundheitsdirektion zur ÃberprÃ¼fung einer Spezialausbildung einzuge­hen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Die Gesundheitsdirektion hat in der angefochtenen VerfÃ¼gung dargelegt, dass eine integrale Spezialausbildung in Psychotherapie die Elemente Theorie, Selbsterfahrung und Supervision zu enthalten habe, die aufeinander abgestimmt sein und ein ganzheitli­ches Lehrsystem bilden mÃ¼ssten. Der von einer Ausbildungsinstitution vorgeschriebene Theorieunterricht mÃ¼sse Metatheorie (insbesondere erkenntnis- und wissenschaftstheoreti­sche Aspekte der entsprechenden Schule, schulspezifische Geschichte und Ethik), Thera­pietheorie (Gesundheits- und KrankheitsverstÃ¤ndnis: schulspezifische Theorien der psychi­schen StÃ¶rungen und Erkrankungen inkl. Psychosomatik) sowie Praxistheorie (Diagnostik, Indikation und Kontraindikation, Prognostik, Interventions- und Methodenlehre, Explora­tion und Behandlungstechnik mit Bezug auf bestimmte Krankheits- und StÃ¶rungsbilder) umfassen. Im Rahmen der Ausbildung mÃ¼sse sodann die Selbsterfahrung und Supervision verlangt und Ã¼berprÃ¼ft werden, und es mÃ¼sste ein Konzept darÃ¼ber vorhanden sein, insbe­sondere auch was die Qualifikation der Ausbildnerinnen und Ausbildner anbelange. Mit diesen Kriterien lehnt sich die Gesundheitsdirektion erklÃ¤rtermassen an diejenigen der Schweizer CHARTA fÃ¼r Psychotherapie an, eine zur QualitÃ¤tssicherung geschlossene Ãbereinkunft verschiedener Ausbildungsinstitutionen fÃ¼r Psychotherapie. Dementspre­chend anerkennt die Gesundheitsdirektion allgemein diejenigen psychotherapeutischen Spezialausbildungen, die von der CHARTA bereits anerkannt sind und unterzieht nur die­jenigen, die bisher nicht anerkannt sind, einer eigenen ÃberprÃ¼fung auf ErfÃ¼llung der An­erkennungsvoraussetzungen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Sowohl inhaltlich als auch methodisch erscheint diese Praxis der Gesundheitsdirek­tion als sinnvoll und richtig. Die BeschwerdefÃ¼hrerin setzt sich denn auch mit diesen Er­wÃ¤­gungen selber gar nicht auseinander.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Mit Bezug auf das theoretische Ausbildungsangebot verlangt die Gesundheitsdi­rektion, dass die entsprechende Institution insgesamt mindestens 300 Stunden an theoreti­scher Wissensvermittlung anbiete. Diese Stundenzahl gewÃ¤hrleiste eine theoretische Wis­sensvermittlung auf angemessenem Niveau, zumal die Theorie sich auf die Exploration, Diagnose, Indikation und Prognose auswirke. Dieses Erfordernis, zu dem sich die Be­schwerdefÃ¼hrerin in ihrer Beschwerdeschrift nicht weiter Ã¤ussert, erscheint durchaus an­gemessen. Zwar verlangen die ErlÃ¤uterungen der Gesundheitsdirektion zu ihrem Merkblatt vom Gesuchsteller selber nur den Nachweis, dass er 200 Theoriestunden absolviert habe. Es leuchtet jedoch ohne Weiteres ein, dass ein ernsthaftes institutionelles Ausbildungsan­ge­bot gesamthaft mehr an Theorie zu umfassen hat, als vom einzelnen Teilnehmer tatsÃ¤ch­lich im Minimum verlangt werden muss. Mit diesem Erfordernis bleibt die Gesundheitsdi­rek­tion sogar noch unter demjenigen der CHARTA, die eine Theorievermittlung wÃ¤hrend wenigstens 400 Stunden verlangt (Teil B Ziff. 3.3.3.; Teil C Ziff. 1.8.) </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin belegte im Bewilligungsverfahren eine Spezialausbildung in IS-TDP bei der GIK durch die BestÃ¤tigung an der Teilnahme von gegen 400 Kurs­stun­den. In ihrem Bericht Ã¤usserte sich die GIK unter anderem zur Dauer und Struktur der von ihr angebotenen theoretischen Ausbildung (act. --). Nach diesen Angaben werden in einem EinfÃ¼hrungskurs in insgesamt 36 Stunden die Grundlagen der Technik und Meta­psycholo­gie vermittelt, in den anschliessenden durchschnittlich drei Jahren werden wÃ¤h­rend insge­samt 45 bis 54 Stunden Abendkurse in Theorie und Metapsychologie abgehalten. Daneben findet einmal jÃ¤hrlich wÃ¤hrend 3 â 6 Tagen ein Metapsychologiekurs mit audiovi­sueller PrÃ¤­sentation durch C selbst statt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Gesundheitsdirektion ist aufgrund dieser Angaben von einen Angebot von le­diglich 90 Theoriestunden ausgegangen, indem sie die von C selbst abgehalte­nen Mehrta­geskurse ausser Acht liess. DemgegenÃ¼ber macht die GIK in einem von der Beschwerde­fÃ¼hrerin im Beschwerdeverfahren vorgelegten Nachtrag vom 8. August 2000 geltend, die von ihr angebotene Ausbildung werde idealerweise durch C und dessen PrÃ¤sentationen ergÃ¤nzt. Deshalb seien alle durch die BeschwerdefÃ¼hrerin belegten 300 Ausbildungs­stun­den in Theorie zu anerkennen. Es ist fraglich, ob eine derartige Er­gÃ¤nzung des theoreti­schen Unterrichts, die offenbar von der GIK selber nur als ideal, nicht aber als notwendig betrachtet wird, Ã¼berhaupt als Ausbildungsbestandteil berÃ¼cksichtigt werden darf. Hinzu kommt das Problem, dass die Kurse nicht durch die GIK, sondern durch einen Aussen­ste­henden - wenn auch geistiger BegrÃ¼nder der Methode â erteilt wer­den und daher nicht in das eigentliche Ausbildungskonzept integriert sind. Selbst die GIK schrÃ¤nkt ihre diesbe­zÃ¼gliche Aussage wesentlich ein mit dem Zusatz, die PrÃ¤sentationen seien eine ideale Aus­bildungsergÃ¤nzung, solange C selber unterrichte, lehre und supervi­diere. Auch lÃ¤sst sich die GIK nicht darÃ¼ber aus, wÃ¤hrend welcher Zeit der Besuch dieser Kursveranstaltungen eine ideale UnterrichtsergÃ¤nzung bilde. Unter diesen UmstÃ¤n­den er­scheint es richtig, mit der Gesundheitsdirektion nur von 90 Stunden Theorieangebot auszu­gehen. Selbst wenn man die Mehrtageskurse wÃ¤hrend dreier Jahre zum theoretischen An­gebot hinzurechnen wollte, ergÃ¤be sich ein Ausbildungsangebot zwischen 162 und 234 Theoriestunden (90 Stunden + 9-18 Tage Ã 8 Stunden), was ebenfalls unzureichend wÃ¤re.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Inhaltlich beanstandete die Gesundheitsdirektion sodann, die GIK erlÃ¤utere nicht, worin die schulspezifische Metatheorie bestehe und inwiefern Ethik dabei eine Rolle spie­le. Zudem gebe es offensichtlich keine eigene Krankheitslehre (Therapietheorie), die an der Ausbildungsinstitution gelehrt werde. Vermutlich werde auf die Krankheitslehre der Tie­fen­­psychologie abgestellt, es sei aber nicht ersichtlich, inwiefern diese Krankheitslehre in der Ausbildung vermittelt oder ob sie vorausgesetzt werde. Dieser Argumentation be­gegnet die BeschwerdefÃ¼hrerin im Beschwerdeverfahren mit der Vorlage einer Stellung­nahme von Dr. D, die sich als Leiterin der zwischen 1992 bis 1997 ab­gehaltenen je­weils fÃ¼nftÃ¤gigen Kurse von C Ã¼ber die Themenkreise dieser Kurse im Ein­zelnen auslÃ¤sst (act.--). Weiter legt die BeschwerdefÃ¼hrerin einen Bericht der GIK ins Recht, worin sich Dr. E ergÃ¤nzend zur seinerzeitigen Beantwortung des Fra­gebogens zur Methode der IS-TDP, zur Metatheorie, Therapietheorie und Praxistheorie Ã¤ussert. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ob die neu eingereichten Unterlagen die BefÃ¼rchtungen der Gesundheitsdirektion Ã¼ber inhaltlich-theoretische Ausbildungsdefizite zu entkrÃ¤ften vermÃ¶gen, kann vorliegend offen bleiben, leidet die Spezialausbildung der BeschwerdefÃ¼hrerin doch ohnehin - neben dem vorstehend unter b) festgestellten Mangel - auch klar am fehlenden Einbezug der Selbsterfahrung (lit. d nachfolgend). Aus diesem Grund erÃ¼brigt sich auch die Einholung weiterer Beweise zum Ausbildungsinhalt, insbesondere eine zusÃ¤tzliche Expertise. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Anerkanntermassen bildet die Selbsterfahrung keinen integralen Bestandteil der von der GIK angebotenen Ausbildung. Zu Recht weist die Gesundheitsdirektion in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Selbsterfahrung des Therapeuten in der von ihm an­gewandten Methodik einen unabdingbaren Ausbildungsbestandteil zu bilden habe. Dem­entsprechend verlangt auch die CHARTA, dass die Selbsterfahrung in der gewÃ¤hlten The­rapiemethode hinsichtlich Dauer und IntensitÃ¤t durch die jeweilige Institution bestimmt (Teil B Ziff. 3.2.1.) und auf die weiteren Ausbildungselemente abgestimmt sein mÃ¼sse, die zusammen ein ganzheitliches LehrgebÃ¤ude bilden (Teil B Ziff. 3.1.). DemgegenÃ¼ber ver­mag das Argument der GIK in ihrem Nachtrag vom 8. August 2000, wonach ihrer ethi­schen Grundhaltung entsprechend der freie Wille der Kandidaten absolut zu respektieren sei, nicht zu Ã¼berzeugen. Es geht bei der Beurteilung der QualitÃ¤t einer integralen Spezial­ausbildung gerade darum zu prÃ¼fen, inwiefern eine Institution den Absolventen Leistun­gen, die ihre BefÃ¤higung zur DurchfÃ¼hrung einer spezifischen Psychotherapie belegen kÃ¶n­nen, auch tatsÃ¤chlich abverlangt. Tut sie dies nicht, sondern lÃ¤sst es nach dem Prinzip der Freiwilligkeit offen, in welchem Umfang und wie sich die Absolventen ihre Ausbil­dung aus einzelnen Elementen zusammenstellen, so nimmt die Institution den notwendigen kon­zeptionellen Einbezug elementarer Ausbildungsteile nicht vor und kann daher letztlich kei­nen minimalen QualitÃ¤tsstandard ihrer Ausbildung gewÃ¤hrleisten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin verfÃ¼gt demnach nicht Ã¼ber die fÃ¼r eine selbstÃ¤ndige Be­rufsausÃ¼bung notwendige integrale Spezialausbildung in einer anerkannten und bewÃ¤hrten Psychotherapiemethode. Dies scheint im Ãbrigen selbst die GIK zu anerkennen, wenn sie ausfÃ¼hrt, ihre angebotene Spezialausbildung entspreche nicht in allen Punkten den Anfor­derungen der Gesundheitsdirektion (act. --).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Im Beschwerdeverfahren reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin sodann BestÃ¤tigungen zu den Akten, wonach sie zusÃ¤tzlich wÃ¤hrend insgesamt Ã¼ber 260 Stunden verschiedene Weiterbildungsangebote von verschiedenen Institutionen, Kliniken und UniversitÃ¤ten wahr­­genommen habe. Auch diese Weiterbildung kann den festgestellten Mangel an inte­graler Spezialausbildung nicht ersetzen, da es sich hier auch nach der Darstellung der Be­schwerdefÃ¼hrerin lediglich um "freiwillige Weiterbildung" d.h. um einzelne Kurse, Sym­posien und VortrÃ¤ge zu speziellen Themen handelt, die ohne Struktur und Konzept zu kei­nem ganzheitlichen Lehrsystem in einer bestimmten Therapiemethode gehÃ¶ren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Sodann kommt es vorliegend nicht darauf an, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin von der FÃ¶deration der schweizerischen Psychologen anerkannt ist und die GIK sich der Schweize­rischen Gesellschaft fÃ¼r Psychiatrie und Psychotherapie angegliedert hat. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da es bei der Anwendung des kantonalen Gesundheitsrechts schliesslich auch keine Rolle spielt, ob der Kanton Basel-Stadt die von der BeschwerdefÃ¼hrerin absolvierten Kurse als Spezialausbildung anerkennt, kann auf den Beizug von eine Kollegin betreffenden Be­will­igungsakten ohne Weiteres verzichtet werden. Mit dem Hinweis auf die Praxis des Kantons Basel Stadt macht die BeschwerdefÃ¼hrerin auch nicht etwa geltend, in jenem Kanton Ã¼ber eine Praxiszulassung zu verfÃ¼gen. Eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin allenfalls gestÃ¼tzt auf Art. 4 Abs. 1 des Binnenmarktgesetzes vom 6. Oktober 1995 einen Anspruch auf Bewilligungserteilung habe, erÃ¼brigt sich daher.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die von der Gesundheitsdirektion ausgesprochene Bewilligungsverweigerung er­weist sich demzufolge als rechtmÃ¤ssig und angemessen. Die Beschwerde ist im Hauptan­trag abzuweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangt eventualiter eine Sistierung des Verfahrens bis zum Inkrafttreten des revidierten Gesundheitsgesetzes. Da dieses jedoch entgegen den Er­wartungen der BeschwerdefÃ¼hrerin offensichtlich keine leichteren Zulassungsbedingungen enthÃ¤lt als die von der Gesundheitsdirektion angewandten internen Richtlinien (vgl. E. 2c), besteht fÃ¼r ein Sistierung von vornherein kein Anlass.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:<br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>