<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, dafür zu sorgen, dass eine Zeitbudgetstudie, wie angekündigt, in den laufenden Vorbereitungsarbeiten für das Mehrjahresprogramm prioritär behandelt wird. Das Bundesamt für Statistik ist zu beauftragen, die Studie in einer umfassenden Form durchzuführen, welche auch die Anforderungen an Datenerfassungen von Eurostat für die gegenwärtig laufende EU-Zeitbudgeterhebung erfüllen. Dazu gehören u. a. die vollständige Erfassung eines Tagesablaufes, die Befragung aller Haushaltmitglieder, die Untersuchung von Parallelaktivitäten und die Unterteilung in genügend kurze Zeitintervalle.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat erachtet eine Zeitbudgetstudie als sinnvoll, um statistische Informationen insbesondere in Bereichen, in denen sie noch lückenhaft sind, zu erfassen. Die Beschreibung der Zeitverwendungsstrukturen von Bevölkerungsgruppen und Haushaltstypen gibt Aufschluss über Erwerbsarbeit, unbezahlte Arbeit, Aus- und Weiterbildung, Freizeit, Mobilität, soziale Kontakte, Mediennutzung usw. Anhand der erhobenen Daten könnten zudem die unentgeltlichen Leistungen für den Aufbau eines Satellitenkontos der Haushaltproduktion im Rahmen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung geschätzt werden.</p><p>Im Rahmen von Harmonised European Time Use Surveys plant Eurostat, die Zeitbudgetstudien der EU-Mitgliedstaaten auf internationaler Ebene zu harmonisieren. Die europäische Vergleichbarkeit einer Schweizer Zeitverwendungserhebung wäre auf jeden Fall anzustreben. Mit dem Abschluss der bilateralen Verträge dürfte, im Rahmen der Anpassungen der amtlichen Statistik an die Forderungen der EU sowie Vorgaben und Normen von Eurostat, die Durchführung einer Zeitbudgeterhebung an Bedeutung gewinnen.</p><p>Der Bundesrat hat seine Überzeugung vom Nutzen und der Notwendigkeit einer Zeitbudgeterhebung in der Schweiz schon in den Antworten auf diverse frühere parlamentarische Vorstösse bekräftigt. Zudem hat der Bundesrat im Juni 1999 den Aktionsplan für die Schweiz verabschiedet, der im Rahmen der Folgearbeiten zur 4. Uno-Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 ausgearbeitet wurde. Darin werden u. a. statistische Ziele formuliert sowie verschiedene Massnahmen vorgeschlagen, welche die Realisierung einer Zeitverwendungsstudie in der Schweiz nach internationalem Vorbild vorsehen.</p><p>Die Kosten einer umfassenden Zeitbudgetstudie belaufen sich auf etwa 2 Millionen Franken. Das Vorhaben musste aus finanziellen Gründen bereits zweimal zurückgestellt (Mehrjahresprogramm 1995-1999 und 1999-2003) und jeweils auf die nächste Legislaturperiode verschoben werden. Der Bundesrat ist bereit, die Frage im Zusammenhang mit dem Mehrjahresprogramm 2003-2007 nochmals zu prüfen.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.