<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 7] </div> <div class="para">U 111/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Signorell </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 26. Juni 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, 1948, Beschwerdeführer, vertreten durch die </div> <div class="para">Beratungsstelle X.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Fluhmattstrasse </div> <div class="para">1, 6004 Luzern, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Zug </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der 1948 geborene B.________ liess der Schweizerischen </div> <div class="para">Unfallversicherungsanstalt (SUVA) einen am 11. Mai 1993 </div> <div class="para">erlittenen Unfall (Sturz von der Ladebrücke eines Lastwagens) </div> <div class="para">anmelden. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen </div> <div class="para">Leistungen. Mit Verfügung vom 7. Juli 1995 sprach sie ihm </div> <div class="para">eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 5 % zu. Während </div> <div class="para">des Einspracheverfahrens zog er sich als Mitfahrer in </div> <div class="para">einem Car am 28. Oktober 1995 bei einem Verkehrsunfall und </div> <div class="para">bei einem Sturz am 9. Juni 1996 zusätzliche Verletzungen </div> <div class="para">zu. Mit einer weiteren Verfügung vom 3. Oktober 1996 bestätigte </div> <div class="para">die SUVA die bereits zugesprochene Integritätsentschädigung, </div> <div class="para">verweigerte indessen die Gewährung einer Invalidenrente, </div> <div class="para">da die Restfolgen der Unfälle keine erhebliche </div> <div class="para">Einschränkung der Erwerbsfähigkeit zur Folge hätten. Daran </div> <div class="para">hielt sie im Einspracheentscheid vom 13. Oktober 1997 fest. </div> <div class="para">Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug hiess eine dagegen </div> <div class="para">erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 11. Februar </div> <div class="para">1999 teilweise gut und erhöhte die Integritätsentschädigung auf insgesamt 10 %. </div> <div class="para">Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt B.________ </div> <div class="para">beantragen, es sei die SUVA zur Leistung einer Rente von </div> <div class="para">50 % und einer Integritätsentschädigung von 20 % zu verpflichten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die SUVA und das Verwaltungsgericht des Kantons Zug </div> <div class="para">schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. </div> <div class="para">Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) hat sich nicht vernehmen lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Streitig und zu prüfen sind der Anspruch auf eine </div> <div class="para">Invalidenrente sowie die Höhe der Integritätsentschädigung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Die Vorinstanz hat die Bestimmungen über den Anspruch </div> <div class="para">auf eine Invalidenrente (<span class="artref"><artref id="CH/832.20/18/2" type="start"></artref><artref id="CH/832.20/18/1" type="start"></artref>Art. 18 Abs. 1 und 2 UVG</span><artref id="CH/832.20/18/2" type="end"></artref><artref id="CH/832.20/2" type="end"></artref>) </div> <div class="para">sowie jenen auf eine Integritätsentschädigung (<span class="artref">Art. 24 </span></div> <div class="para">Abs. 1 UVG, <span class="artref">Art. 36 Abs. 1 UVV</span> und Anhang 3 zur UVV) und </div> <div class="para">die hiezu ergangene Rechtsprechung zutreffend dargelegt. </div> <div class="para">Darauf wird verwiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- a) Die medizinische Aktenlage ist im vorinstanzlichen </div> <div class="para">Entscheid eingehend dargestellt. Darauf wird verwiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Der Beschwerdeführer beruft sich auf Berichte einerseits </div> <div class="para">seines Hausarztes, Dr. med. L.________, Spezialarzt </div> <div class="para">FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 2. Mai 1996 und </div> <div class="para">andererseits des Dr. med. S.________, Spezialarzt für Psychiatrie </div> <div class="para">und Psychotherapie, vom 30. Januar 1999. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">aa) Hinsichtlich der Rentenfrage ist festzuhalten, </div> <div class="para">dass Dr. L.________ in seiner Beurteilung ausdrücklich </div> <div class="para">erwähnte, aufgrund des aktuellen Zustandsbildes könne "eine </div> <div class="para">namhafte unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit </div> <div class="para">verneint werden". Im Weiteren vertrat auch er die Auffassung, </div> <div class="para">bei der aktuellen, neurologisch blanden Situation sei </div> <div class="para">eine ergänzende neurologische Befundaufnahme nicht erforderlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Erstmals wird mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">nun unter Berufung auf den Bericht des Dr. S.________ eine </div> <div class="para">unfallbedingte psychische Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit </div> <div class="para">geltend gemacht. Damit die Unfallversicherung bei </div> <div class="para">Vorliegen einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit </div> <div class="para">leistungspflichtig wird, müssen nach der Rechtsprechung </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=25.06.2001&amp;to_date=14.07.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-V-133%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page133">BGE 115 V 133</a> mit Hinweisen) zwischen dem Unfallereignis </div> <div class="para">und der daraufhin eingetretenen Arbeitsunfähigkeit ein </div> <div class="para">natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang gegeben </div> <div class="para">sein. Ob vorliegend der natürliche Kausalzusammenhang </div> <div class="para">zwischen einem der drei Unfälle und den geltend gemachten </div> <div class="para">psychischen Schäden gegeben ist, braucht nicht geprüft zu </div> <div class="para">werden. Wie im Folgenden zu zeigen ist, fehlt es nämlich an </div> <div class="para">der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs. Nach </div> <div class="para">der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache </div> <div class="para">eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen </div> <div class="para">Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung </div> <div class="para">an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art </div> <div class="para">des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses </div> <div class="para">Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt </div> <div class="para">erscheint (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=25.06.2001&amp;to_date=14.07.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-369%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page382">BGE 117 V 382</a> Erw. 4a, 115 V 135 Erw. 4a, je mit </div> <div class="para">Hinweisen). Massgebende Bedeutung kommt einem Unfall zu, </div> <div class="para">wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit </div> <div class="para">anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung </div> <div class="para">dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, </div> <div class="para">wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - </div> <div class="para">folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale bzw. leichte </div> <div class="para">Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und </div> <div class="para">schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich. </div> <div class="para">Die Unfälle vom 11. Mai 1993 (Sturz von der Ladebrücke </div> <div class="para">eines Lastwagens aus etwa einem Meter) und vom 9. Juni 1996 </div> <div class="para">(Sturz an einer Trottoirkante) fallen zweifellos in die Kategorie </div> <div class="para">der leichten Unfälle. Der Carunfall vom 28. Oktober </div> <div class="para">1995 ist hingegen als mittelschweres Ereignis einzustufen. </div> <div class="para">Bei derartigen Unfällen lässt sich die Frage, ob zwischen </div> <div class="para">Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, </div> <div class="para">nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. </div> <div class="para">Weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar </div> <div class="para">mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte oder </div> <div class="para">indirekte Folgen davon erscheinen, müssen erfüllt sein (BGE </div> <div class="para">115 V 140 Erw. 6c/aa) und sind in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. </div> <div class="para">Vorliegend kann dem Unfallgeschehen zwar eine </div> <div class="para">gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden, doch </div> <div class="para">liegen nicht besonders dramatischen Umstände vor. Die Art </div> <div class="para">der Verletzungen (vgl. den Austrittsbericht des Spitals </div> <div class="para">Y.________ vom 6. November 1995 und das Arztzeugnis UVG des </div> <div class="para">Dr. B.________ vom 11. Januar 1995) kann nicht als schwer </div> <div class="para">bezeichnet werden. Die ärztliche Behandlung hat nicht ungewöhnlich </div> <div class="para">lang gedauert. Ärztliche Fehlbehandlungen mit </div> <div class="para">Verschlimmerung der Unfallfolgen oder ein schwieriger Heilungsverlauf </div> <div class="para">mit erheblichen Komplikationen haben sich </div> <div class="para">nicht ergeben. Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit waren </div> <div class="para">nicht von besonderem Ausmass. Demnach ist keines der von </div> <div class="para">der Rechtsprechung für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs </div> <div class="para">bei mittelschweren Unfällen entwickelten Kriterien </div> <div class="para">erfüllt. Das Ereignis vom 28. Oktober 1995 war nach </div> <div class="para">seiner Art und Schwere daher nicht geeignet, psychische </div> <div class="para">Störungen hervorzurufen, wie sie der Beschwerdeführer geltend </div> <div class="para">macht. Nach dem Gesagten besteht somit kein Anspruch </div> <div class="para">auf eine Invalidenrente. Der vorinstanzliche Entscheid ist </div> <div class="para">daher im Rentenpunkt nicht zu beanstanden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">bb) Was die Integritätsentschädigung anbelangt, wird </div> <div class="para">auf die sorgfältigen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz </div> <div class="para">verwiesen. Weder aus den nur summarisch begründeten </div> <div class="para">Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde noch aus </div> <div class="para">den Akten ergeben sich Hinweise dafür, dass die rechtliche </div> <div class="para">Würdigung fehlerhaft sein könnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht </div> <div class="para">des Kantons Zug und dem Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 26. Juni 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der II. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>