<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">1B_71/2008 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 11. April 2008 </div> <div class="para">I. öffentlich-rechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Féraud, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Fonjallaz, Eusebio, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Schoder. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecher Kurt Bonaria, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Haftrichterin des Kantons Freiburg, </div> <div class="para">Amthaus, Postfach 106, 1712 Tafers, </div> <div class="para">Untersuchungsrichter des Kantons Freiburg, </div> <div class="para">Place Notre-Dame 4, Postfach 156, 1702 Freiburg, </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg, </div> <div class="para">Zaehringenstrasse 1, 1700 Freiburg. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Haftentlassung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil vom 15. Februar 2008 </div> <div class="para">des Kantonsgerichts Freiburg, Strafkammer. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A. </div> <div class="para">X.________ wird vorgeworfen, strafbare Vorbereitungshandlungen zu vorsätzlicher Tötung oder Mord unternommen zu haben bzw. zu diesem Delikt angestiftet und/oder als Mittäter gewirkt zu haben. Am 22. Januar 2008 wurde er verhaftet und von der Haftrichterin des Kantons Freiburg mit Verfügung vom 23. Januar 2008 wegen Kollusionsgefahr in Untersuchungshaft genommen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Am 4. Februar 2008 erhob X.________ gegen die Haftanordnung Beschwerde. Die Strafkammer des Kantonsgerichts Freiburg wies die Beschwerde mit Urteil vom 15. Februar 2008 ab. Sie verneinte das Vorliegen von Kollusionsgefahr, erachtete die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft aber wegen Ausführungsgefahr als zulässig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B. </div> <div class="para">Mit Beschwerde in Strafsachen beantragt X.________, dass das Urteil des Kantonsgerichts aufgehoben und er aus der Haft entlassen werde. Eventuell sei das Urteil des Kantonsgerichts aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C. </div> <div class="para">Das Kantonsgericht verzichtet auf Stellungnahme. Die Haftrichterin und die Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg beantragen Beschwerdeabweisung. Der Untersuchungsrichter des Kantons Freiburg liess sich vernehmen, ohne einen Antrag zu stellen. Der Beschwerdeführer hat repliziert. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Erwägungen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Beschwerde in Strafsachen ist in <span class="artref">Art. 78 ff. BGG</span> geregelt. Angefochten ist vorliegend ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid (<span class="artref">Art. 80 BGG</span>). Der Beschwerdeführer ist in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/81/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/81/1/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/81/1/a" type="start"></artref>Art. 81 Abs. 1 lit. a und b BGG</span><artref id="CH/173.110/81/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/81/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/b" type="end"></artref>) und die Beschwerdefrist ist eingehalten (<span class="artref">Art. 100 Abs. 1 BGG</span>). Insoweit sind die Eintretensvoraussetzungen erfüllt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht gilt eine qualifizierte Rügepflicht. Das Bundesgericht prüft eine solche Rüge nur insofern, als sie in der Beschwerde präzise vorgebracht und begründet worden ist (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). Im Anwendungsbereich dieser Bestimmung ist die Praxis zum Rügeprinzip gemäss <span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span> weiterzuführen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=40&amp;from_date=09.04.2008&amp;to_date=28.04.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-249%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page249">BGE 133 II 249</a> E. 1.4.2 S. 254). Das Bundesgericht prüft deshalb nur rechtsgenügend vorgebrachte, klar erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen; auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein (vgl. die Rechtsprechung zur staatsrechtlichen Beschwerde, statt vieler <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=40&amp;from_date=09.04.2008&amp;to_date=28.04.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F110-IA-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 110 Ia 1</a> E. 2 S. 3 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=40&amp;from_date=09.04.2008&amp;to_date=28.04.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IA-197%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page197">119 Ia 197</a> E. 1d S. 201). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Soweit die Beschwerdeschrift diese Anforderungen nicht erfüllt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Dies gilt insbesondere für die rechtsungenüglichen Ausführungen zur vom Beschwerdeführer bestrittenen Ausführungsgefahr und zur Frage der Hafterstehungsfähigkeit. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">2.1 Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, der allgemeine Haftgrund des dringenden Tatverdachts sei nicht gegeben. Er rügt eine Verletzung des Willkürverbots (<span class="artref">Art. 9 BV</span>) und der Unschuldsvermutung (<span class="artref">Art. 32 Abs. 1 BV</span>, <span class="artref">Art. 6 Ziff. 2 EMRK</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.2 Nach der bundesgerichtlichen Praxis liegt Willkür vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=40&amp;from_date=09.04.2008&amp;to_date=28.04.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-I-175%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page175">BGE 132 I 175</a> E. 1.2 S. 177<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=40&amp;from_date=09.04.2008&amp;to_date=28.04.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-I-467%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page467">131 I 467</a></span> E. 3.1 S. 473 f., je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrundes des dringenden Tatverdachts ist zu beachten, dass das Bundesgericht - im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter - keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen hat. Macht ein Inhaftierter geltend, er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist vielmehr zu prüfen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers an dieser Tat vorliegen, die kantonalen Behörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=40&amp;from_date=09.04.2008&amp;to_date=28.04.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-IA-143%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page143">BGE 116 Ia 143</a> E. 3c S. 146). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.3 Im Rahmen eines Strafverfahrens sagte A.________ am 29. September 2007 aus, der Beschwerdeführer beabsichtige, Untersuchungsrichter B.________ umbringen zu lassen. Gemäss dem angefochtenen Urteil wirken die Aussagen von A.________ glaubwürdig. Er habe seine Aussagen bei jeder Befragung bestätigt und sie präzisiert, ohne sich in Widersprüche zu verwickeln. Seine Aussagen seien zudem von seiner Ehefrau bestätigt worden, soweit diese vom Inhalt Kenntnis gehabt habe. Mit seiner Aussage, der Beschwerdeführer habe ihm eine Waffe übergeben und ihn später angewiesen, sie im Hinblick auf einen Tötungsauftrag aufzubewahren, belaste sich A.________ selber. Deshalb und weil er sich ohnehin im vorzeitigen Strafvollzug befinde, sei nicht zu vermuten, dass A.________ durch seine Aussagen erreichen wolle, das Gefängnis verlassen zu können. Weiter sei aktenkundig, dass der Beschwerdeführer bereits einmal versucht habe, eine Person für die Tötung des Freiburger Untersuchungsrichters C.________ zu gewinnen, auch wenn dieser Vorfall einige Zeit zurückliege. In Anbetracht dieser Umstände sei der dringende Verdacht, dass der Beschwerdeführer sich strafbar gemacht habe, zu bejahen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer wendet ein, die Aussagen von A.________ seien unglaubwürdig. Dieser habe sich an ihm rächen wollen. Der Beschwerdeführer nennt eine Reihe von Vorkommnissen und Aussagen von A.________, aus denen er schliesst, dieser habe aus Rache gegen ihn falsch ausgesagt und wolle durch die Belastung des Beschwerdeführers für sich eine Strafreduktion bewirken. Zudem habe er, der Beschwerdeführer, sich mit Untersuchungsrichter C.________ versöhnt und habe weder gegen diesen noch gegen Untersuchungsrichter B.________ je böse Absichten gehegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Diese Vorbringen des Beschwerdeführers reichen nicht aus, um den Standpunkt der Vorinstanz als willkürlich erscheinen zu lassen. Der Beschwerdeführer verkennt, dass das Untersuchungsverfahren erst vor kurzem aufgenommen worden ist und bereits deswegen an den dringenden Tatverdacht keine allzu strengen Voraussetzungen zu stellen sind. Zudem genügt im Haftprüfungsverfahren der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten. Es trifft zwar zu, dass die Aussagen von A.________ aufgrund dessen früheren geschäftlichen Beziehungen zum Beschwerdeführer mit Vorsicht zu würdigen sind. Der Beschwerdeführer zeigt jedoch nicht rechtsgenüglich auf, inwiefern sich A.________ bezüglich des hier zur Diskussion stehenden Sachverhalts in Widersprüche verwickelt haben soll, sondern beschränkt sich darauf, die Aussagen von A.________ in Frage zu stellen. Die Vorinstanz durfte deshalb beim derzeitigen Stand der Untersuchungen ohne Verletzung des Willkürverbots schliessen, die Aussagen von A.________ seien glaubhaft und der dringende Tatverdacht aufgrund dieser Aussagen und aufgrund der möglicherweise früheren Bedrohung eines Untersuchungsrichters durch den Beschwerdeführer gegeben. </div> <div class="para">Inwiefern die Unschuldsvermutung verletzt worden sein soll, ist ebenfalls nicht ersichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist demzufolge abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten zu tragen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Haftrichterin, dem Untersuchungsrichter und der Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg sowie dem Kantonsgericht Freiburg, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 11. April 2008 </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Féraud Schoder </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>