A bteilung V E -3516/2007 {T 0/2} U rteil vom 29. A ugust 2007 M itw irkung: R ichterinnen R egula Schenker Senn, N ina Spälti G iannakitsas, R ichter Kurt G ysi G erichtsschreiber R aem y A ._______, Iran, alias B ._______, Afghanistan, alias C ._______, Afghanistan, w ohnhaft D ._______, vertreten durch E._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 20. A pril 2007 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer verliess seinen H erkunftsort Teheran gem äss eigenen An- gaben im August 2005 und erreichte die Schw eiz am 6. N ovem ber 2005, w o er am 8. N ovem ber 2005 ein Asylgesuch stellte. B. Am 14. N ovem ber 2005 w urde der Beschw erdeführer im Em pfangszentrum F._______ zu seinen Asylgründen befragt. Am 15. N ovem ber 2005 führte D r. m ed. G ._______ im Auftrag des BFM zur Altersbestim m ung eine Knochenaltersanalyse durch. Am 21. N ovem ber 2005 stellte das BFM dem Beschw erdeführer einige Zusatzfragen in Bezug auf sein Alter und die geltend gem achte H erkunft und am 6. Februar 2006 erfolgte die kantonale Anhörung. Zu seiner Person m achte der Beschw erdeführer geltend, er heisse C haw ari H akim , sei am 5. Juni 1989 geboren und sei afghanischer Staatsangehöriger. Seit G eburt bis zu seiner Ausreise habe er als afghanischer Flüchtling in Teheran gelebt. Als einziges Ausw eisdokum ent habe er eine grüne Karte für afghanische Flüchtlinge besessen. Seine Eltern - beide afghanische Staatsangehörige - seien gestorben, als er noch ein Kind gew esen sei. Teheran habe er w egen Problem en m it seinem Arbeitgeber verlassen. D ieser habe ihn schlecht behandelt, geschlagen und ihm seinen Lohn nicht vollständig ausbezahlt. C . M it Eingabe vom 6. Juli 2006 ersuchte der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter um G ew ährung der Akteneinsicht bei Entscheidreife, sofern ein negativer Entscheid in Erw ägung gezogen w erde. G leichzeitig reichte er eine Fax- kopie eines iranischen Identitätsdokum entes zu den Akten und führte dazu aus, dass ihm dieses vom Eigentüm er der W ohnung, in w elcher er im Iran gelebt habe, in die Schw eiz geschickt w orden sei. D . M it Eingabe vom 6. M ärz 2007 reichte der Beschw erdeführer das O riginal des zu- vor in Faxkopie eingereichten iranischen D okum entes zu den Akten. D azu führte er aus, dass dieses seine Identität sow ie seine iranische Staatsbürgerschaft bele- ge. W eiter reichte er Bew eism ittel in Bezug auf seine exilpolitischen Aktivitäten so- w ie einen Bericht der Schw eizerischen Flüchtlingshilfe vom 4. April 2006 über die R ückkehrgefährdung für Aktivistinnen und M itglieder exilpolitischer O rganisationen zu den Akten. E. Am 28. M ärz 2007 gew ährte das BFM dem Beschw erdeführer Einsicht in die Ver- fahrensakten. F. M it Verfügung vom 20. April 2007 lehnte das BFM das Asylgesuch ab und ordnete gleichzeitig die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz an. Zur Be- gründung führte es aus, seine Schilderungen genügten w eder den Anforderungen an die G laubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft. D er Vollzug der W egw eisung w urde als zulässig, zum utbar und m öglich bezeichnet. G . M it Eingabe vom 22. M ai 2007 beantragte der Beschw erdeführer die vollum fängli- che Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides. D ie Sache sei zur N eubeurtei- lung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. Eventualiter sei seine Flüchtlingseigen- schaft festzustellen und er sei vorläufig aufzunehm en. Subeventualiter sei die U n-3 zulässigkeit beziehungsw eise U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs festzu- stellen und aus diesen G ründen die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. In verfah- rensrechtlicher H insicht beantragte er die G ew ährung der unentgeltlichen R echts- pflege sow ie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Be- gründung w ird, sow eit w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegan- gen. H . M it Zw ischenverfügung vom 25. M ai 2007 hiess das Bundesverw altungsgericht das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Im W eiteren w urde die Vorinstanz zur Vernehm lassung eingeladen. I. M it Vernehm lassung vom 8. Juni 2007 beantragte das BFM die Abw eisung der Be- schw erde. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. 2.1 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 2.2 D ie Vernehm lassung vom 8. Juni 2007 w urde dem Beschw erdeführer bis anhin nicht zur Kenntnis gebracht. N achdem im vorliegenden U rteil dem H auptbegehren vollum fänglich entsprochen w ird, ist aus G ründen der Prozessökonom ie von einer G ew ährung des rechtlichen G ehörs in diesem Zusam m enhang abzusehen (vgl. Art. 30 Abs. 2 Bst. c Vw VG ). D ie Vernehm lassung w ird jedoch diesem U rteil in Kopie beigelegt.4 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D er Beschw erdeführer m achte zur Begründung seines Asylgesuches im W esentli- chen geltend, er habe Teheran w egen Problem en m it seinem Arbeitgeber verlassen, zum al er von diesem schlecht behandelt sow ie geschlagen w orden sei und w eil ihm dieser den Lohn nicht vollständig ausbezahlt habe. 4.2 D as BFM hielt in seiner Verfügung fest, die Vorbringen des Beschw erdeführers in Bezug auf die Ereignisse, w elche sich vor seiner Ausreise zugetragen hätten, ge- nügten aufgrund w idersprüchlicher, unsubstanziierter und vager Aussagen den An- forderungen an die G laubhaftigkeit nicht. D ie geltend gem achten exilpolitischen Aktivitäten in der Schw eiz verm öchten keine G efährdung zu begründen und seine Furcht vor asylrelevanten N achteilen sei som it nicht als begründet im Sinne des Asylgesetzes zu erachten. D ie Vorbringen seien daher nicht asylrelevant. 5. 5.1 D as H auptbegehren des Beschw erdeführers lautet auf Aufhebung der angefochte- nen Verfügung und R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz. Zur Begründung m acht er geltend, gem äss R echtsprechung der Schw eizerischen Asylrekurskom - m ission sei dem urteilsfähigen, unbegleiteten und nicht vertretenen M inderjährigen für die D auer des Asylverfahrens eine rechtskundige Person zuzuordnen, bevor die erste Anhörung zu den Asylgründen durchgeführt w erde, falls ihm kein Vor- m und oder Beistand ernannt w orden sei und entsprechende vorm undschaftliche M assnahm en seitens der kantonalen Behörden auch nicht innert vernünftiger Frist zu erw arten seien. M it der nachgereichten Identitätskarte habe er seine geltend gem achte M inderjährigkeit bew iesen. Spätestens nach dem Erhalt des Ausw eises hätte die Vorinstanz dem zuständigen Kanton die M inderjährigkeit zw ecks Anord- nung vorm undschaftlicher M assnahm en oder Beizug einer Vertrauensperson an- zeigen m üssen. Schliesslich hätte die Anhörung zu den Asylgründen in Anw esen- heit eines Beistandes oder einer Vertrauensperson w iederholt w erden m üssen, w as indessen nicht geschehen sei. D ie Abw esenheit eines Beistandes oder einer Vertrauensperson w ährend der Anhörung stelle eine grobe Verletzung seiner Ver-5 fahrensrechte dar, w elche im Beschw erdeverfahren nicht m ehr geheilt w erden könne. M it überw iegender W ahrscheinlichkeit hätten zahlreiche U ngereim theiten, w elche ihm von der Vorinstanz vorgew orfen w ürden, verm ieden w erden können, w enn frühzeitig ein Beistand oder eine Vertrauensperson beigezogen w orden w äre. Bezeichnend sei, dass der Beschw erdeführer seine Identitätskarte erst eingereicht habe, nachdem er von seinem R echtsvertreter darauf aufm erksam gem acht w orden sei, dass dies undbedingt erforderlich sei. Som it stehe fest, dass die Sache zur N eubeurteilung, nam entlich zur W iederholung der Anhörung zu den Asylgründen, an die Vorinstanz zurückzuw eisen sei. 5.2 M it Verfügung vom 25. M ai 2007 w urde die Vorinstanz vom Bundesver- w altungsgericht zur Vernehm lassung eingeladen. D abei w urde sie ersucht, sich insbesondere "zur (fehlenden) W ürdigung des eingereichten Ausw eisdokum entes sow ie – in Bezug auf den Vollzug der W egw eisung – zu dem (...) als H eim atstaat des Beschw erdeführers erachteten Land zu äussern". 5.3 In ihrer Vernehm lassung vom 8. Juni 2007 führte die Vorinstanz aus, die durch- geführte H andknochenanalyse habe ergeben, dass der Beschw erdeführer bereits 19 Jahre oder älter und som it volljährig sein m üsse. Am 21. N ovem ber 2005 sei dem Beschw erdeführer die M öglichkeit gew ährt w orden, dazu Stellung zu nehm en. Seine dabei gem achten Äusserungen zum angeblichen G eburtsdatum vom 5. Juni 1989 seien w enig überzeugend ausgefallen. D a er überdies kein Ausw eispapier eingereicht habe, w elches die M inderjährigkeit nachgew iesen habe und sein äu- sseres Erscheinungsbild gegen diese gesprochen habe, sei die Vorinstanz von seiner Volljährigkeit ausgegangen und habe logischerw eise keine Vertrauensper- son durch den Kanton bestim m en lassen. Ü berdies habe selbst der R echtsvertre- ter in der Eingabe vom 6. M ärz 2007 den 1. Januar 1981 als G eburtsdatum des Beschw erdeführers angegeben, w oraus zu schliessen sei, dass auch er ange- nom m en habe, dieser sei volljährig. W eiter sei anzum erken, dass die Vorinstanz m assive Zw eifel an der geltend gem achten Identität des Beschw erdeführers als iranischer Staatsangehöriger hege, zum al er bei der kantonalen Anhörung angege- ben habe, er besitze ausser einer grünen Karte für afghanische Flüchtlinge im Iran keine w eiteren Ausw eispapiere. N icht einsichtig sei, w eshalb er sein iranisches Ausw eispapier "erst nach Ablehnung des Asylgesuches als afghanischer Staatsan- gehöriger und nicht bereits unm ittelbar nach der Einreise in die Schw eiz" eingereicht habe. Es bleibe dem Bundesverw altungsgericht überlassen, die Echtheit der nachträglich zu den Akten gegebenen iranischen Identitätskarte m it einer Botschaftsanfrage abklären zu lassen. In W ürdigung dieser Tatsachen sei die Vorinstanz zu R echt von der Volljährigkeit des Beschw erdeführers zum Zeitpunkt des Entscheides ausgegangen. Som it sei die R üge der Verletzung von Verfahrensrechten nicht berechtigt. 5.4 N ach eingehender Prüfung der gesam ten Akten kom m t das Bundesverw altungsge- richt zum Schluss, dass die angefochtene Verfügung w egen ungenügend erstell- tem Sachverhalt aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuw eisen ist. 5.4.1 D er U ntersuchungsgrundsatz gehört zu den allgem einen G rundsätzen des Ver- w altungs- und m ithin des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 Vw VG i.V.m . Art. 6 AsylG , zur Bedeutung des U ntersuchungsgrundsatzes allgem ein vgl. U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Auflage, Zürich 2006, 6 R z. 1623 ff.). D em nach hat die Behörde von Am tes w egen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Sie m uss die für das Verfahren notw endigen Sachverhaltsunterlagen beschaffen und die rechtlich relevanten U m stände abklären sow ie ordnungsgem äss darüber Bew eis führen. D ieser G rundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, er findet sein Korrelat in der M itw irkungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 Vw VG und Art. 8 AsylG , BG E 125 V 195 Erw . 2, 122 V 158 Erw . 1a), in deren R ahm en er insbesondere auch seine Identität offen zu legen und in der Em pfangsstelle R eisepapiere und Identitätsausw eise abzugeben hat (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. a und b AsylG ). Trotz U ntersuchungsgrundsatz kann sich näm lich die entscheidende Behörde in der R egel darauf beschränken, die Vorbringen des G esuchstellers zu w ürdigen und die von ihm angebotenen Bew eise abzunehm en, ohne w eitere Abklärungen vornehm en zu m üssen. Eine ergänzende U ntersuchung kann sich jedoch aufdrängen, w enn auf G rund dieser Vorbringen und Bew eism ittel berechtigte Zw eifel oder U nsicherheiten bestehen, die voraussichtlich nur m it Erm ittlungen von Am tes w egen beseitigt w erden können (vgl. dazu die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 1995 N r. 23 E. 5a S. 222). D ie asylsuchende Person trifft aber nicht nur diese M itw irkungspflicht, sie hat vielm ehr auch einen Anspruch auf M itw irkung, w as sich unm ittelbar aus dem Anspruch auf rechtliches G ehör nach Art. 29 Abs. 2 BV der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) ergibt (vgl. EM AR K 2003 N r. 13 E. 4c S. 84). 5.4.2 Zur Altersabklärung stehen grundsätzlich die in Art. 12 Bst. a - e Vw VG aufgezähl- ten Bew eism ittel zur Verfügung, das heisst U rkunden, Auskünfte der Parteien, Auskünfte oder Zeugnisse von D rittpersonen, Augenscheine und G utachten von Sachverständigen (vgl. Art. 37 VG G ). M it Bezug auf das Bew eism ass, dem Altersangaben zu genügen haben, ist von der allgem einen R egel von Art. 7 AsylG auszugehen, das heisst, die behauptete M inderjährigkeit m uss zum indest glaubhaft erscheinen (EM AR K 2000 N r. 19 E. 8b S. 188). Bei der Beurteilung der Frage, ob das angegebene Alter glaubhaft erscheint, ist im R ahm en einer G esam tw ürdigung eine Abw ägung säm tlicher Anhaltspunkte, w elche für oder gegen die R ichtigkeit der betreffenden Altersangaben sprechen, vorzunehm en (EM AR K 1993 N r. 21). Für die Beurteilung des Alters einer asylsuchenden Person fallen in erster Linie von dieser Person selbst abgegebene oder von den Behörden auf andere W eise erlangte und für echt befundene Identitätspapiere (Art. 1 Bst. b und c AsylV 1) in Betracht, das heisst U rkunden im Sinne von Art. 12 Bst. a Vw VG ; ihnen kom m t - ihre Echtheit vorausgesetzt - ein hoher Bew eisw ert zu (EM AR K 2004 N r. 30 E. 6.1). 5.4.3 Aus der angefochtenen Verfügung sow ie der Vernehm lassung vom 8. Juni 2007 lässt sich entnehm en, dass die Vorinstanz im Verfügungszeitpunkt gestützt auf die durchgeführte H andknochenanalyse, die Aussagen des Beschw erdeführers an- lässlich der G ew ährung des rechtlichen G ehörs zum R esultat dieser Analyse, das äussere Erscheinungsbild des Beschw erdeführers und m angels eingereichter Identitätspapiere - entgegen den Angaben des Beschw erdeführers - auf dessen Volljährigkeit geschlossen hat. N icht bestritten w ird von der Vorinstanz, dass das vom Beschw erdeführer eingereichte O riginal seiner Identitätskarte - der Schehnasnam e - bei der Beurteilung seines Alters in der angefochtenen 7 Verfügung keiner W ürdigung unterzogen w urde. D iesbezüglich stellt sich die Vor- instanz in ihrer Vernehm lassung vielm ehr auf den Standpunkt, dass dieses erst nach der Abw eisung des Asylgesuches eingereicht w orden sei. 5.4.4 Aus den Akten ergibt sich, dass das vom Beschw erdeführer zum Beleg seiner Identität - und der m it ihr verbundenen M inderjährigkeit - eingereichte Schehnas- nam e bereits im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens, als Beilage 1 der Eingabe vom 6. M ärz 2007 (vgl. A 20), m ithin vor Erlass der angefochtenen Verfügung zu den Akten gereicht w urde, w as denn auch bereits durch die Lektüre der angefochtenen Verfügung bestätigt w ird (vgl. dort S. 2, Punkt 4 sow ie S. 3 Punkt 1 Abschnitt 3 in fine [A 25]). D er von der Vorinstanz auf Vernehm lassungs- stufe geäusserte Vorhalt, der Beschw erdeführer habe sein iranisches Ausw eispa- pier "erst nach Ablehnung des Asylgesuches als afghanischer Staatsangehöriger" beigebracht ist dem nach ebenso haltlos w ie die vorinstanzliche Erklärung, der Beschw erdeführer habe kein Ausw eispapier eingereicht, w elches seine M inderjährigkeit nachw eisen w ürde. D iesbezüglich ist einerseits auf die von der Vorinstanz noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung erstellten - dem Beschw erdeführer im R ahm en der G ew ährung der Akteneinsicht indessen nicht zugestellten - Aktennotiz hinzuw eisen, w orin festgehalten w urde, dass der Be- schw erdeführer gem äss der eingereichten Schehnasnam e am 5. Juni 1989 gebo- ren sei (vgl. A 23/1). Andererseits ist festzustellen, dass dieses von der Vorinstanz offenbar am tsintern übersetzte G eburtsdatum m it dem vom Beschw erdeführer gel- tend gem achten übereinstim m t. Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorins- tanz bei der Beurteilung des Alters des Beschw erdeführers, w elchem in verfah- rensrechtlicher H insicht erhebliche Bedeutung zukom m t, das aufgrund des Bew eisw ertes in erster Linie in Betracht fallende Bew eism ittel in unhaltbarer W eise und ohne jede Begründung nicht beachtete. Sie hat sich dabei in Verkennung der Aktenlage vielm ehr auf Bew eism ittel von lediglich geringem Bew eisw ert gestützt (zum Bew eisw ert der radiologischen H andknochenanalyse, dessen form alen und inhaltlichen M inim alforderungen sow ie zum Bew eisw ert des äusseren Erscheinungsbildes eines Asylsuchenden vgl. EM AR K 2004 N r. 30 E. 6.2f.). D araus ergibt sich, dass die Vorinstanz den Sachverhalt nicht rechtsgenüglich abgeklärt hat, so dass die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuw eisen ist. D er Vollständigkeit halber ist darauf hinzuw eisen, dass es entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht der R ekursinstanz obliegt, die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichte Identitätskarte einer Prüfung zu unterziehen, beziehungsw eise diese überhaupt zu w ürdigen und entsprechende Schlüsse hinsichtlich des Alters des Beschw erdeführers zu ziehen. 5.5 W eiter ist darauf hinzuw eisen, dass fraglich erscheint, ob die angefochtene Ver- fügung, insbesondere sow eit die Staatsangehörigkeit des Beschw erdeführers und den Vollzug der W egw eisung betreffend, als rechtsgenüglich begründet betrachtet w erden kann (zur Begründungspflicht beziehungsw eise zum Anspruch zur Begrün- dung der Verfügung allgem ein vgl. H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 1705 ff., ALFR E D KÖ LZ/ISABELLE H ÄN ER , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998, R z. 325 und R z. 354 f.; sow ie die nach w ie vor zutreffenden Ausführungen in EM AR K 1995 N r. 12 E. 12c S. 114 f.). So ist einer- seits festzustellen, dass sich aus der angefochtenen Verfügung nicht klar ergibt, w elches Land - und w arum dieses - von der Vorinstanz als H eim atstaat des Be-8 schw erdeführers erachtet w urde. In ihrer Vernehm lassung enthielt sich die Vorins- tanz einer konkreten Stellungnahm e zu der im Vernehm lassungsverfahren vom Bundesverw altungsgericht aufgew orfenen Frage. Aus dem Vorhalt in der Ver- nehm lassung, der Beschw erdeführer habe "erst nach Ablehnung des Asylgesu- ches als afghanischer Staatsangehöriger" ein iranisches Ausw eispapier vorgelegt, kann indessen zum indest sinngem äss geschlossen w erden, es handle sich dabei um Afghanistan, w as indessen nicht vereinbar w äre m it dem U m stand, dass der Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers in den Iran von der Vorinstanz als zum utbar, zulässig und m öglich bezeichnet w urde. Andererseits erscheint es fraglich, ob die vorinstanzliche Begründung im W egw eisungsvollzugspunkt in rechtsgenüglicher W eise Aufschluss darüber gibt, w eshalb der Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers in den Iran als durchführbar erachtet w urde. Aufgrund der Aufhebung der angefochtenen Verfügung aus den oben unter E 5.4 genannten G ründen kann die Frage, ob allenfalls eine Verletzung der Begrün- dungspflicht vorliegt und deren Folgen indessen offen gelassen w erden. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 7. G em äss Art. 7 Abs. 1 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 (VG KE, SR 173.320.2) haben obsiegende Parteien Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erw achsenen notw endigen Kosten. Laut Art. 9 VG KE um fassen die Kosten der Vertretung das Anw altshonorar oder die Entschädigung für eine nichtanw altliche berufsm ässige Vertretung (Bst. a), den Ersatz von Auslagen (Bst. b) und den Er- satz der M ehrw ertsteuer für die Entschädigungen nach den Buchstaben a und b, sow eit eine Steuerpflicht besteht und die M ehrw ertsteuer nicht bereits berücksich- tigt w urde (Bst. c). D as Anw altshonorar und die Entschädigung für eine nichtan- w altliche berufsm ässige Vertretung w erden nach dem notw endigen Zeitaufw and des Vertreters oder der Vertreterin bem essen (Art. 10 VG KE). D er Beschw erdeführer hat keine Kostennote zu den Akten reichen lassen. Auf die N achreichung einer solchen kann jedoch verzichtet w erden, nachdem sich der not- w endige Vertretungsaufw and zuverlässig abschätzen lässt. D ie Parteientschädi- gung w ird von Am tes w egen und in Berücksichtigung der m assgeblichen Bem essungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VG KE) auf Fr.1720.-- (inkl. Auslagen und M W St) festgesetzt und ist dem Beschw erdeführer von der Vorinstanz zu entrich- ten. (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, die Verfügung vom 20. April 2007 w ird aufge- hoben und die Sache w ird zur N eubeurteilung im Sinne der Erw ägungen an die Vorinstanz zurückgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ie Vorinstanz hat den Beschw erdeführern für das Verfahren vor der AR K eine Parteientschädigung von Fr. 1720.-- (inkl. Auslagen und M W St) zu entrichten. 4. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Vernehm lassung vom 8. Juni 2007 in Kopie) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - das M igrationsam t des Kantons H ._______ (Kopie) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: R egula Schenker Senn R udolf R aem y Versand am :