<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-11-09-4A_476-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4A_476/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 9. November 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Kiss, präsidierendes Mitglied, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Stähle. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Handelsgericht des Kantons Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdegegner </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, Inc., </div> <div class="para">vertreten durch </div> <div class="para">Rechtsanwälte Dr. Roger Staub und Manuel Bigler, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Ausstand; unentgeltliche Rechtspflege, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 12. September 2022 (HG210262-O). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Am 20. Dezember 2021 reichte die B.________, Inc. beim Handelsgericht des Kantons Zürich eine Klage betreffend UWG gegen A.________ (Beschwerdeführer) ein. </div> <div class="para">Am 17. Mai 2022 ersuchte A.________ um unentgeltliche Rechtspflege. </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 25. August 2022 lehnte er Oberrichterin Claudia Bühler und Gerichtsschreiber Jan Busslinger ab. </div> <div class="para">Mit Beschluss vom 12. September 2022 wies das Handelsgericht (in anderer Besetzung) die Ausstandsgesuche sowie das Begehren um unentgeltliche Rechtspflege ab. Die Gerichtsgebühr für die Behandlung der Ausstandsbegehren setzte es auf insgesamt Fr. 800.-- fest. </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 22. Oktober 2022 (Postaufgabe am 24. Oktober 2022) hat A.________ "Beschwerde &amp; Subsidiäre Verfassungsbeschwerde" gegen diesen Beschluss erhoben, die Erteilung der aufschiebenden Wirkung beantragt und auch für das bundesgerichtliche Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege samt Bestellung eines Rechtsbeistands ersucht. </div> <div class="para">Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Die Beschwerde ist hinreichend zu begründen, ansonsten darauf nicht eingetreten werden kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=02.11.2022&amp;to_date=21.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">BGE 140 III 115</a> E. 2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=02.11.2022&amp;to_date=21.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-II-244%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page244">134 II 244</a> E. 2.1). In der Beschwerdeschrift ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>). Unerlässlich ist dabei, dass auf die Begründung des angefochtenen Entscheids eingegangen und im Einzelnen aufgezeigt wird, worin eine vom Bundesgericht überprüfbare Rechtsverletzung liegt. Die beschwerdeführende Partei soll in der Beschwerde an das Bundesgericht nicht bloss die Rechtsstandpunkte, die sie im kantonalen Verfahren eingenommen hat, erneut bekräftigen, sondern mit ihrer Kritik an den als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz ansetzen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=02.11.2022&amp;to_date=21.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">BGE 140 III 115</a> E. 2, 86 E. 2). </div> <div class="para">Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht prüft das Bundesgericht nur insofern, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden ist (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Dazu gehören sowohl die Feststellungen über den streitgegenständlichen Lebenssachverhalt als auch jene über den Ablauf des vor- und erstinstanzlichen Verfahrens, also die Feststellungen über den Prozesssachverhalt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=02.11.2022&amp;to_date=21.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-16%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page16">BGE 140 III 16</a> E. 1.3.1 mit Hinweisen). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruht (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> In Bezug auf die Ausstandsbegehren hielt das Handelsgericht fest, der Beschwerdeführer habe keine Gründe geltend gemacht, welche das Verfahren als nicht mehr offen erscheinen liessen, und solche seien auch nicht ersichtlich. Insbesondere begründe der Umstand, dass der Beschwerdeführer Anzeigen wegen "Datenschutzverletzung/Persönlichkeitsverletzung" gegen die betreffenden Gerichtspersonen erstattet habe, keinen Anschein der Befangenheit. </div> <div class="para">Dem hält der Beschwerdeführer einzig entgegen, dass sein Ausstandsbegehren "gerechtfertigt" gewesen sei, "denn gegen die relevanten Personen [sei] ein Verfahren wg. Datenschutzverletzung/ Persönlichkeitsverletzung anhängig". Mit den vorinstanzlichen Ausführungen setzt er sich dagegen nicht auseinander, womit er den Begründungsanforderungen (Erwägung 2.1) offensichtlich nicht genügt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Der Beschwerdeführer ist nicht damit einverstanden, dass ihm das Handelsgericht für den Entscheid über die Ausstandsgesuche eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- auferlegte. Die Vorinstanz habe ihn mit einer "Strafgebühr" sanktioniert, "nur weil er von seinem dbzgl. Grundrecht nach BV und <span class="artref">Art. 6 Abs. 1 EMRK</span> sowie <span class="artref">Art. 14 Abs. 1 UNO-Pakt II</span> [gemeint: Anspruch auf ein unabhängiges und unparteiisches Gericht] Gebrauch gemacht" habe. </div> <div class="para">Inwiefern es in willkürlicher Weise kantonales Recht oder Grundrechte verletzen soll, wenn das Handelsgericht bei einem Streitwert von Fr. 100'000.-- in Anwendung von § 9 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichts des Kantons Zürich vom 8. September 2010 (LS/ZH 211.11) - welcher für Entscheide über Ausstandsgesuche eine Gebühr von Fr. 100.-- bis Fr. 7'000.-- vorsieht - eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- festlegte, zeigt der Beschwerdeführer nicht ansatzweise auf, geschweige denn in einer den erhöhten Begründungsanforderungen (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; Erwägung 2.1) genügenden Weise. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> Betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, erwog die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer die von ihm zunächst eingereichten Unterlagen über seine finanziellen Verhältnisse mit Schreiben vom 25. August 2022 zurückgezogen habe. Damit lägen keine Unterlagen über seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse im Recht, weshalb das Gesuch gestützt auf <span class="artref">Art. 119 Abs. 2 Satz 1 ZPO</span> abzuweisen sei. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer schildert in frei gehaltenen Ausführungen seine Sicht auf den vorinstanzlichen Verfahrensablauf, ohne aber hinsichtlich der Feststellungen zum Prozesssachverhalt (insbesondere zum am 25. August 2022 erfolgten Rückzug der Unterlagen) mit tauglicher Begründung Willkür darzutun (siehe Erwägung 2.2), und schliesst, die Vorinstanz habe "entgegen von Treu &amp; Glauben, entgegen dem Vertrauensgrundsatz und entgegen einer rechtsstaatlichen Rechtspflege" zu seinen Ungunsten entschieden. Auch insoweit ist die Beschwerde offensichtlich nicht hinreichend begründet (siehe Erwägung 2.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.4.</b> Schliesslich kritisiert der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe "viel zu spät", nämlich "erst" vier Monate nach Gesuchseinreichung über die unentgeltliche Rechtspflege entschieden. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer bleibt bei diesem Vorwurf stehen, ohne auf die Verfahrensgeschichte einzugehen, aus der sich ergibt, dass ihm das Handelsgericht in dieser Zeit mehrmals Nachfristen ansetzte, um Beilagen einzugeben, und dass er verschiedene prozessuale Anträge stellte (so das Begehren, seine Belege zum Bedürftigkeitsnachweis der Gegenpartei nicht zuzustellen), welche das Handelsgericht zu behandeln hatte. Eine rechtsgenüglich begründete Rüge formuliert der Beschwerdeführer auch in diesem Zusammenhang nicht (siehe Erwägung 2.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Auf die Beschwerde ist im vereinfachten Verfahren gemäss <span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG</span> nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Mit dem Entscheid in der Sache wird das Begehren des Beschwerdeführers um Erteilung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer hat die Beschwerde unmittelbar vor Ablauf der Beschwerdefrist eingereicht. Damit besteht keine Möglichkeit, dass er zur Verbesserung der Beschwerdeschrift fristgerecht einen Rechtsbeistand beiziehen kann (vgl. <span class="artref">Art. 47 Abs. 1 BGG</span> und <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=02.11.2022&amp;to_date=21.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-II-244%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page244">BGE 134 II 244</a> E. 2.4). Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung für das Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht ist deshalb, und weil in diesem keine weiteren prozessualen Schritte zu unternehmen sind, gegenstandslos. Im Übrigen ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren abzuweisen, weil die Beschwerde von vornherein aussichtslos war (siehe <span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para">Die Beilagen des Beschwerdeführers werden diesem retourniert, sodass sich (auch) sein Antrag, von einer Zustellung der von ihm eingegebenen "Übersicht über das Einkommen und Vermögen" an die B.________, Inc. abzusehen, als gegenstandslos erweist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.3.</b> Die Gerichtskosten sind gemäss <span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span> dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Handelsgericht des Kantons Zürich und der B.________, Inc. schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 9. November 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: Kiss </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Stähle </div> </div></body></html>