<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, gemäss der Kulturbotschaft 2021-2024 qualitative Daten zum Thema Geschlecht im Kulturbereich zu erheben und daraus Statistiken zu erstellen. Um die Hürden für Karrieren von Frauen im Kulturbetrieb zu identifizieren, sollen die erhobenen Daten über alle Sparten hinweg Aufschluss geben über das Ausmass der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern, die Karrierewege und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist mit der Stossrichtung der Motion einverstanden, darum hat er die Verbesserung der Chancengleichheit im Kultursektor auch als Ziel in der Kulturbotschaft 2021-2024 verankert und im Vernehmlassungsentwurf zur Kulturbotschaft 2025–2028 als Ziel bestätigt (Vernehmlassung eröffnet am 09.06.2023).</p><p>&nbsp;</p><p>Die bestehenden Kulturstatistiken des Bundes, namentlich die Synthesestatistik der Kulturwirtschaft, erlauben es bereits heute, gewisse Tendenzen zu erkennen (z.B. die Vertretung der Geschlechter nach Sparten, das Anstellungsverhältnis und die Funktion im Betrieb, das Lohneinkommen nach Geschlecht).&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Auf dieser Grundlage haben das Bundesamt für Kultur (BAK) und Pro Helvetia (PH) bereits konkrete Massnahmen zum Abbau von Ungleichheiten eingeführt. Weitere Massnahmen werden im Vernehmlassungsentwurf zur Kulturbotschaft 2025–2028 vorgeschlagen, namentlich spezifische Fördermassnahmen in einzelnen Sparten wie Visuelle Künste, Darstellende Künste, Design und Musik oder Film, die Finanzierung eines Netzwerks über die Geschichte der Gleichstellung von Mann und Frau oder die Anforderung an Gesuchsteller, die Kulturschaffenden am Arbeitsplatz von Diskriminierung, sexueller Belästigung und Missbrauch zu schützen.</p><p>&nbsp;</p><p>Im Vernehmlassungsentwurf zur Kulturbotschaft 2025–2028 schlägt der Bundesrat auch die Einführung eines Monitorings vor, das die Beobachtung wesentlicher Entwicklungen im Kultursektor auf Dauer ermöglichen soll. Im Rahmen dieser Arbeiten werden die bestehenden Statistiken im Kulturbereich nochmals auf ihre Aussagekraft bezüglich Genderthemen überprüft werden.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Im Übrigen beauftragt die Motion 20.3588 Herzog «Verbesserung der Datenlage bezüglich Auswirkungen auf die Geschlechter» den Bundesrat «sicherzustellen, dass alle massgeblichen Statistiken und Studien des Bundes nach Geschlechtern aufgeschlüsselt beziehungsweise deren Auswirkungen auf die Geschlechter untersucht und dargestellt werden.» Die Umsetzung dieser Motion erfolgt im Rahmen der Gleichstellungsstrategie 2030 (www.gleichstellung2030.ch/de/4.1.3.1). Entsprechende Instrumente werden bis Ende 2023 erarbeitet.</p><p>&nbsp;</p><p>In ihrer Forderung nach der Erhebung von zusätzlichen quantitativen und qualitativen Daten für alle Sparten und alle Regionen geht die Motion weiter als nötig. Eine so umfassende Erhebung ist aufwendig und entsprechend teuer und für die Festlegung geeigneter Massnahmen zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter nicht zwingend nötig. Das Parlament hat im Übrigen ein praktisch gleichlautendes Postulat unlängst im März 2022 abgelehnt (<span style="color:windowtext;">Postulat </span>21.4335 Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur NR «Systematische Datenerhebung im Kultursektor zur Förderung der Gleichstellung von Frau und Mann»).</p>