Kantonsgericht von Graubünden Dretgira chantunala dal Grischun Tribunale cantonale dei Grigioni Ref.: Chur, 3. April 2014 Schriftlich mitgeteilt am: ZK1 14 33 8. April 2014 Entscheid I. Zivilkammer Vorsitz Brunner RichterInnen Michael Dürst und Schlenker Aktuar ad hoc Decurtins In der zivilrechtlichen Beschwerde des X._____, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin, Quaderstrasse 8, 7000 Chur, betreffend fürsorgerische Unterbringung, hat sich ergeben:Seite 2 — 16 I. Sachverhalt A. Auf Initiative seiner Partnerin A._____ und Dr. B._____ wurde X._____ am 14. März 2014 durch die Polizei in die Klinik C._____ gebracht, wo er sich im Rahmen des Aufnahmegesprächs mit dem Klinikeintritt einverstanden erklärte. Wegen akuter manischer Symptomatik mit Eigengefährdung wurde er mit Ent- scheid von Dr. med. D._____ vom 15. März 2014 zur weiteren Betreuung und Akutbehandlung in der Klinik zurückbehalten. Am 18. März 2014 stellte Dr. med. E._____ eine ärztliche Verfügung betreffend eine fürsorgerische Unterbringung für die Dauer von vier Wochen aus. Begründet wurde diese damit, dass die Manie bei bipolarer Störung behandelt werden müsse und X._____ vor unüberlegten Hand- lungen zu schützen sei. B. Gegen diese ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung hatte X._____ am 20. März 2014 (Poststempel) beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde erhoben. C. Mit Schreiben vom 21. März 2014 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivil- kammer des Kantonsgerichts von Graubünden die ärztliche Leitung der Psychia- trischen Klinik C._____ um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand von X._____, zur Art der Behandlung sowie zur Notwendigkeit eines weiteren Ver- bleibs in der Klinik und forderte die wesentlichen Klinikakten an. Am 25. März 2014 reichte die Klinik C._____ den gewünschten Bericht ein. In der Beilage liess sie dem Kantonsgericht die ärztliche Einweisungsverfügung, den Rückbehal- tungsentscheid, den Behandlungsplan sowie diverse Eintritts-, Verlaufs- und Visi- tenberichte zukommen. Aus dem Bericht der Klinik C._____ vom 25. März 2014 geht hervor, dass sich die anfängliche Agitiertheit und die manische Symptomatik unter der neuro- leptischen Therapie allmählich bessern würde und nun geordnete Gespräche mit X._____ möglich seien. Die Krankheits- und Behandlungseinsicht sei aber sehr wechselhaft. Er befinde sich in der Stabilisierungsphase und werde auf der ge- schlossenen Station behandelt. Weniger einschneidende Massnahmen würden aktuell zum Therapieabbruch und somit zu einer Steigerung der manischen Sym- ptomatik mit potentieller Fremdgefährdung führen. D. Mit prozessleitender Verfügung vom 26. März 2014 beauftragte der Vorsit- zende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden Dr. med. F._____ mit der Erstellung eines Kurzgutachtens, welches sich über den Gesundheitszu-Seite 3 — 16 stand von X._____, die Notwendigkeit der fürsorgerischen Unterbringung sowie den Behandlungs- und Betreuungsbedarf äussern sollte. Zudem sollte aus dem Gutachten hervorgehen, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben des Betroffenen bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe und ob eine glaubwürdige Krankheits- und Behandlungseinsicht bestehe, welche allenfalls ambulante Alternativen zu einer stationären Behandlung ermöglichen würde. Das entsprechende Kurzgutachten datiert vom 30. März 2014. Die Gutach- terin attestiert X._____, der seit dem Jahre 2006 schon mehrmals wegen depres- siven und manischen Episoden bei verschiedenen Ärzten in Behandlung war, eine bipolare affektive Störung (ICD-10: F31.1) mit gegenwärtiger manischer Episode ohne psychotische Symptome. Er lasse typische manische Symptome wie be- schleunigter Gedankengang und Gedankensprünge erkennen und leide unter an- derem an überhöhter Selbsteinschätzung. Im Gespräch wirke er indes bewusst- seinsklar sowie allseits gut orientiert und offenbare weder Auffassungsstörungen noch inhaltliche Denkstörungen wie Verfolgungs- oder Beeinträchtigungswahn. Er wirke lediglich etwas angetrieben und logorrhoeisch. Diese Symptomatik sei mo- mentan aber schwer genug, um seine berufliche und soziale Funktionsfähigkeit mehr oder weniger vollständig zu unterbrechen. So droht bei einem Abbruch der Therapie laut Dr. med. F._____ die Gefahr, dass es sowohl im Bereich der Finan- zen (in seiner Selbstüberschätzung habe er vor der Einweisung sehr viel Geld für unsinnige Dinge ausgegeben und auch Bargeld an Passanten verschenkt) als auch bezüglich Fremd- und Selbstgefährdung (am Tag seiner Einweisung habe er Suiziddrohungen ausgesprochen und vor geraumer Zeit sei er mit überhöhter Ge- schwindigkeit Auto gefahren) zu einem Rückfall kommen könne. Die Krankheits- und Behandlungseinsicht sei wechselhaft und instabil. Da X._____ unter verschie- denen Nebenwirkungen der Medikamente leide, sei die Gefahr gross, dass er die- se nach Klinikaustritt absetzen würde. Ohne die medikamentöse und engmaschi- ge psychotherapeutische Behandlung könne sich das Krankheitsbild rasch ver- schlechtern, so dass der Patient wieder sozial umtriebiger und für seine Umge- bung untragbar werde. Momentan befinde sich X._____ immer noch in der Stabili- sierungsphase, weshalb die Krankheits- und Behandlungseinsicht sehr wechsel- haft sei. Entsprechend schliesst Dr. med. F._____ ihr Kurzgutachten mit der Emp- fehlung, die engmaschige Betreuung auf der geschlossenen Station für ca. eine Woche beizubehalten, um ihn anschliessend auf eine offene Rehabilitationsstation zu verlegen und die medikamentöse Therapie dort zu optimieren. X._____ zeige sich bereit und willig, bis Ende April in der Klinik C._____ zu verbleiben, damit sich Seite 4 — 16 sein Zustand stabilisiert und er nach dem Austritt die ambulante Behandlung bei Dr. G._____ in der Klinik H._____ weiterführen kann. E. Eine telefonische Abklärung bei der Kindes- und Erwachsenenschutz- behörde (KESB) Nordbünden vom 26. März 2014 ergab, dass X._____ dort nicht aktenkundig ist. F. Am 3. April 2014 fand die mündliche Hauptverhandlung vor der I. Zivilkam- mer des Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher X._____ in Begleitung von Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin teilnahm. Die richterliche Befragung von X._____ bezog sich insbesondere auf seine Einstellung gegenüber der statio- nären Behandlung in der Klinik C._____ und die Entwicklung seines Befindens seit dem Klinikeintritt, auf bestimmte Vorfälle während den manischen Phasen sowie auf seine berufliche, finanzielle und private Situation. Im Anschluss hielt Rechts- anwalt Vincent Augustin seinen Parteivortrag und beantragte, die fürsorgerische Unterbringung seines Klienten im Sinne des Gutachtens aufzuheben. G. Auf die Aussagen von X._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) anlässlich der richterlichen Befragung sowie auf die Ausführungen im Gutachten und den beigezogenen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. II. Erwägungen 1.a) Da es sich vorliegend um ein Verfahren handelt, dem eine fürsorgerische Unterbringung nach Art. 426 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) zugrunde liegt, ist das Kantonsgericht unter der neuen Rechtsordnung die einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB in Verbin- dung mit Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch [EGzZGB; BR 210.100]). Der Beschwerdeführer hat sein Begehren um gerichtliche Überprü- fung der ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung folglich bei der hier- für zuständigen Stelle eingereicht. b) Gegen die am 18. März 2014 gestützt auf Art. 429 Abs. 1 ZGB ärztlich ver- fügte fürsorgerische Unterbringung kann die betroffene oder eine ihr nahestehen- de Person innert 10 Tagen schriftlich beim zuständigen Gericht Beschwerde erhe- ben (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB). Der Beschwerdeführer ist als unmittelbar Betrof- fener der Einweisungsverfügung klarerweise zu deren Anfechtung legitimiert. Eine Seite 5 — 16 Begründung ist gemäss Art. 439 Abs. 3 ZGB, welcher die Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz und damit auch Art. 450e Abs. 1 ZGB für sinngemäss anwendbar erklärt, nicht erforderlich. Vorliegend wurde die Beschwerdefrist mit Eingabe vom 20. März 2014 (Poststempel) gewahrt. Da keine Begründungspflicht besteht und aus besagter Eingabe mit hinreichender Klarheit geschlossen werden kann, dass der Beschwerdeführer mit der fürsorgerischen Unterbringung in der Klinik C._____ nicht einverstanden ist, ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten. 2.a) Wie bereits erwähnt, sieht Art. 439 Abs. 3 ZGB für die gerichtliche Überprü- fung einer ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung eine sinngemässe Anwendung der Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Be- schwerdeinstanz (Art. 450a ff. ZGB) vor. Von besonderer Bedeutung ist dabei Art. 450e ZGB, der an sich das Verfahren für die gerichtliche Beurteilung eines durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde gefällten Unterbringungsent- scheids behandelt (vgl. dazu sogleich die nachfolgenden Erwägungen). Zu beach- ten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Ver- fahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwer- deinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine ab- weichenden Vorschriften enthält (Daniel Steck, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersu- chungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentra- len Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in ab- geschwächter Form – nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Christoph Auer/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB mit weiteren Hinweisen). Zu erwähnen ist ferner der ebenfalls für alle Instanzen geltende Art. 450f ZGB, welcher die Bestimmun- gen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als subsidiär an- wendbar erklärt, soweit die Kantone nichts anderes bestimmen. Von letzterer Möglichkeit wurde im Kanton Graubünden kein Gebrauch gemacht. Vielmehr ver- weist Art. 60 Abs. 2 EGzZGB ebenfalls auf die Zivilprozessordnung als subsidiär anwendbares Recht sowie auf die entsprechende kantonale Einführungsgesetz- gebung (Einführungsgesetz zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 320.100]). In Art. 60 Abs. 3 EGzZGB wird des Weiteren klargestellt, dass die Seite 6 — 16 Bestimmungen der ZPO über den Fristenstillstand sowie über neue Tatsachen und Beweismittel keine Anwendung finden. Dass im Verfahren der gerichtlichen Beurteilung von fürsorgerischen Unterbringungen Noven unbeschränkt zuzulassen sind und das Gericht seinem Entscheid den Sachverhalt zugrunde zu legen hat, wie er sich im Zeitpunkt der Urteilsfällung präsentiert, ergibt sich im Übrigen auch aus dem Grundsatz der Prozessökonomie (Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 40 zu Art. 439 ZGB). Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 Ziff. 4 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ergibt sich schliesslich, dass das Gericht sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft und ihm von Bundes- rechts wegen volle Kognition zukommt. Weil die Vorinstanz nicht zwingend eine Behörde sein muss, sondern - wie im vorliegenden Fall - auch ein Arzt sein kann, hat das Gericht die Sache endgültig zu entscheiden und diese nicht an die Vor- instanz zu neuer Entscheidung zurückzuweisen. Das Rechtsmittel ist mithin refor- matorisch. Das Urteil lautet entweder auf Aufhebung oder Aufrechterhaltung der Massnahme, wobei das Gericht die Massnahme aber auch abändern kann, indem es die betroffene Person beispielsweise in eine andere Einrichtung einweist. Allen- falls kann sich auch eine Überweisung an die zuständige Kindes- und Erwachse- nenschutzbehörde für weitere Abklärungen und die Anordnung zusätzlicher Mass- nahmen aufdrängen. Zur Sicherstellung der gebotenen Fürsorge kann in einem solchen Fall die Entlassung auch aufgeschoben werden, bis die zuständige Behörde die für ein Leben ausserhalb der Anstalt notwendigen Anordnungen ge- troffen hat (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 39 und 41 zu Art. 439 ZGB). b) Gemäss dem aufgrund des Verweises in Art. 439 Abs. 3 ZGB sinngemäss anwendbaren Art. 450e Abs. 3 ZGB muss bei psychischen Störungen für den Ent- scheid über eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung zwingend ein Gutachten eingeholt werden. Dieses muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stel- lenden Fragen äussert (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 48 ff. zu Art. 439 ZGB und Ruth E. Geiser, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwach- senenschutz, Basel 2012, N 19 zu Art. 450e ZGB sowie BGE 137 III 289 E. 4.4 f. und Urteil des Bundesgerichts 5A_63/2013 vom 7. Februar 2013 E. 5, jeweils noch zum bisherigen Recht und nunmehr zum neuen Recht Urteil des Bundesge- richts 5A_189/2013 vom 11. April 2013 E. 2.2). Mit dem am 30. März 2014 erstat- teten Kurzgutachten von Dr. med. F._____, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Seite 7 — 16 Psychotherapie, welche den Beschwerdeführer am 27. März 2014 in der Klinik C._____ persönlich untersuchte und auch die Einweisungsverfügung von Dr. med. E._____ sowie den Bericht der Psychiatrischen Dienste Graubünden konsultierte, wurde dieser Vorschrift Genüge getan. c) Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein- stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri- stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 3. April 2014 wurde diese Vorgabe umgesetzt. 3. Gestützt auf Art. 429 Abs. 1 ZGB können neben der Kindes- und Erwach- senenschutzbehörde auch die von den Kantonen bezeichneten Ärzte und Ärztin- nen eine fürsorgerische Unterbringung, welche die Höchstdauer von sechs Wo- chen nicht überschreiten darf, anordnen. Dabei hat die Ärztin oder der Arzt die betroffene Person persönlich zu untersuchen und anzuhören (Art. 430 Abs. 1 ZGB) und ihr anschliessend den Unterbringungsentscheid mit den gesetzlich vor- geschriebenen Angaben auszuhändigen (Art. 430 Abs. 2 und 4 ZGB). Was die verfahrensrechtlichen Anforderungen angeht, kann vorab festgehalten werden, dass die angefochtene Einweisungsverfügung von Dr. med. E._____ diesen zu genügen vermag. So geht aus der Verfügung selber hervor, dass der Beschwer- deführer vom vorerwähnten Arzt persönlich untersucht und angehört worden ist. Alsdann enthält die Verfügung die gemäss Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. Schliesslich war Dr. med. E._____, Facharzt FMH für Psychia- trie und Psychotherapie, als im Kanton Graubünden zur selbständigen Berufsaus- übung zugelassener Arzt gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a EGzZGB in Verbindung mit Art. 22 der Verordnung zum Kindes- und Erwachsenenschutz (KESV, BR; 215.010) zur Anordnung der Unterbringung in der Klinik C._____ legitimiert. 4.a) Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi- schen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö- rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Absatz 2). Die betroffene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind (Absatz 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der per- sönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 6 vor Seite 8 — 16 Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem Schutz der betrof- fenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu: Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kin- desrecht] vom 28. Juni 2006, BBI 2006 7001, S. 7062). Erste gesetzliche Voraus- setzung für eine Anordnung der Massnahme ist einer der drei abschliessend ge- nannten (Bernhart, a.a.O., N 262; Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 12 zu Art. 426 ZGB; Olivier Guillod, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm, Erwach- senenschutz, Bern 2013, N 34 zu Art. 426 ZGB) Schwächezustände: psychische Störung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist so- dann eine sich aus dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behand- lung bzw. Betreuung. Weitere Voraussetzung bildet, dass der Person die nötige Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung bzw. Zurückbehaltung in einer Anstalt gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_189/2013 vom 11. April 2013 E. 2.1; 5A_346/2013 vom 17. Mai 2013 E. 1.2). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine fürsorge- rische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer sol- chen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den ange- strebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 ZGB). b) Aufgrund des Gutachtens von Dr. med. F._____ vom 30. März 2014, wel- ches sich nebst einer persönlichen Konsultation zulässigerweise auch auf die ärzt- liche Einweisungsverfügung vom 18. März 2014 und die Berichte der Klinik C._____ vom 15. März und 25. März 2014 stützt, steht fest, dass der Beschwerde- führer an einer bipolaren affektiven Störung (ICD-10: F31.1), gegenwärtig einer manischen Episode ohne psychotische Symptome, leidet. Dieses Krankheitsbild stellt eine psychische Störung im Sinne der gesetzlichen Bestimmung von Art. 426 Abs. 1 ZGB dar (vgl. Bernhart, a.a.O., S. 118 f.). Auch wenn sich der Beschwerde- führer im Rahmen eines Aufnahmegesprächs einsichtig zeigte und mit einem Kli- nikaufenthalt einverstanden war, erfolgte der eigentliche Eintritt nicht auf freiwilli- ger Basis. Vielmehr wurde der Beschwerdeführer von der Polizei in die Klinik ge- bracht, welche von der Partnerin des Beschwerdeführers − in Absprache mit dem diensthabenden Hausarzt Dr. B._____ − aufgrund eines Vorfalls am Rhein mit an-Seite 9 — 16 geblichen Suiziddrohungen aufgeboten wurde. Bei seinem Eintritt habe sich der Beschwerdeführer gemäss Eintrittsbericht der Klinik vom 14. März 2014 (act. 03.3) in einer sub- bis manischen Phase befunden und sich in einem sehr angetriebe- nen Zustand präsentiert. Gemäss Aussagen seiner Partnerin habe er zuvor seine Medikamente nicht mehr eingenommen und die Situation zu Hause sei nicht mehr tragbar gewesen. Sie erreiche ihn nicht mehr und beim Fischen am Rhein habe er Suiziddrohungen ausgesprochen. Wegen akuter manischer Symptomatik und ins- besondere starkgradig übersteigertem Selbstwertgefühl wurde der Beschwerde- führer gestützt auf Art. 427 ZGB wegen Eigengefährdung zur weiteren Betreuung in der Klinik zurückbehalten (vgl. Rückbehaltungsentscheid vom 15. März 2014, act. 03.2). Da eine derartige Zurückbehaltung eines freiwillig Eingetretenen gemäss Art. 427 Abs. 1 ZGB höchstens für drei Tage erfolgen kann, erliess Dr. med. E._____ am 18. März 2014 eine ärztliche Einweisungsverfügung (Art. 427 Abs. 2 ZGB; act. 03.1). Damit sollte die Weiterführung der Behandlung und letzt- lich auch der Schutz des Beschwerdeführers vor sich selbst für die angeordnete Unterbringungsdauer von vier Wochen sichergestellt werden. Auch wenn der Be- schwerdeführer nach Kenntnisnahme der ärztlich verfügten fürsorgerischen Un- terbringung "in ein Loch gefallen sei", kommt er anlässlich der Hauptverhandlung in einer rationalen retrospektiven Beurteilung der damaligen Situation zur Einsicht, dass die Rückbehaltung und auch die angeordnete Unterbringung wohl angezeigt gewesen seien. Auch Rechtsanwalt Augustin, der ihn damals besucht hat, hält in seinem Parteivortrag fest, dass die stationäre Behandlung zum damaligen Zeit- punkt Sinn gemacht habe. Damit ist unbestritten, dass die Voraussetzungen für die Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung gemäss Art. 426 ZGB auf- grund der Behandlungsbedürftigkeit der festgestellten psychischen Störung zum Einweisungszeitpunkt gegeben waren, weshalb die ärztliche Einweisung vom 18. März 2014, welche überdies auch in formeller Hinsicht nicht zu beanstanden ist (vgl. vorstehend Erwägung 3), rechtmässig erfolgt war. 5.a) Eine andere Frage ist, ob die Voraussetzungen einer fürsorgerischen Un- terbringung zum heutigen Zeitpunkt noch gegeben sind. Nach Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person entlassen, sobald die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr erfüllt sind. Der Entscheid über die Entlassung ist folglich immer an- hand des Zustands des Betroffenen im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist eine Interessenab- wägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen Unterbringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverantwortung im Entlas- sungszeitpunkt, vorzunehmen. So kann es im Einzelfall für eine Entlassung nicht Seite 10 — 16 genügen, dass eine Person bereits wieder in der Lage wäre, für sich selber zu sorgen, wenn mit einem Rückfall zu rechnen ist und eine nur noch kurze Weiter- führung der Therapie in der Anstalt zu einer anhaltenden Besserung führen könn- te. Andererseits ist es möglich, eine Entlassung trotz noch latent vorhandener Sui- zidgefahr zu rechtfertigen, wenn sich die betroffene Person damit für eine Thera- pie entscheiden kann, welche ein minimales Einverständnis des Patienten voraus- setzt (vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 45 zu Art. 426 ZGB). Ganz allge- mein resultiert aus dem auch beim Entscheid über die Entlassung zu berücksichti- genden Grundsatz der Verhältnismässigkeit, dass eine fürsorgerische Unterbrin- gung nur solange aufrechterhalten werden darf, als im Falle der Entlassung mit einer konkreten Selbst- und/oder Fremdgefährdung von erheblichem Ausmasse zu rechnen ist. b) Gemäss dem Bericht der Klinik C._____ vom 25. März 2014 habe sich die anfängliche Agitiertheit und die manische Symptomatik unter der neuroleptischen Therapie schon in der ersten Woche gebessert und schon bald seien geordnete Gespräche möglich gewesen. Der Beschwerdeführer befand sich zu diesem Zeit- punkt aber noch in der Stabilisierungsphase und offenbarte nach wie vor eine wechselhafte Krankheits- und Behandlungseinsicht, weshalb er weiterhin auf der geschlossenen Station behandelt wurde. Anlässlich der Hauptverhandlung gab der Beschwerdeführer selber zu Protokoll, dass sich sein Zustand − bis auf die ersten beiden Tage, als er noch nicht medikamentös behandelt worden sei − im Laufe des Klinikaufenthalts stetig verbessert habe. Dr. med. F._____, welche den Beschwerdeführer zwecks Begutachtung am 27. März 2014 persönlich in der Kli- nik C._____ besucht hatte, hielt in ihrem Gutachten fest, dass sich der Beschwer- deführer im Gespräch bewusstseinsklar und allseits gut orientiert präsentiert habe. Der Gedankengang sei zwar immer noch deutlich beschleunigt und mehrmals sprunghaft gewesen und der Beschwerdeführer habe erhöhten Antrieb sowie eine erhöhte Selbsteinschätzung offenbart. Es seien jedoch keine inhaltlichen Denk- oder Auffassungsstörungen zu Tage getreten. Angesichts des verbesserten Zu- standes des Beschwerdeführers sowie der erkennbaren Motivation, die Medika- mente regelmässig einzunehmen, schliesst Dr. med. F._____ ihr Gutachten vom 30. März 2014 mit der Empfehlung, die engmaschige Betreuung auf der geschlos- senen Station noch für ca. eine Woche weiterzuführen. Anschliessend könne der Beschwerdeführer auf die offene Rehabilitationsstation verlegt werden, wo die medikamentöse Therapie zu optimieren und parallel eine Psychoedukation betref- fend seine Krankheit durchzuführen wäre. Gemäss den ihr gegenüber gemachten Aussagen sei der Beschwerdeführer bereit und willig, bis Ende April 2014 in der Seite 11 — 16 Klinik C._____ in Chur zu bleiben, damit sich sein Zustand stabilisiert und er nach dem Austritt die ambulante Behandlung in der Klinik H._____ wieder aufnehmen kann. c) Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht präsentierte sich der Beschwerdeführer in einer guten Verfassung. Auch wenn sein Gedankengang merklich beschleunigt war, äusserte er sich stets eloquent und analysierte die Ge- schehnisse der letzten Wochen einsichtig und rational. Er scheint sich mit seiner Krankheit gründlich auseinandergesetzt zu haben und weiss offenbar sämtliche Höhen und Tiefen seiner bipolaren Störung, welche sich gemäss seiner Aussage seit seinem 16. Lebensjahr bemerkbar gemacht habe, richtig einzuordnen. So reichte er dem Gericht etwa eine grafische Darstellung seines beruflichen Werde- gangs in Form eines Zeitstrahls ein, auf welchem mittels einer Kurve auch seine manischen und depressiven Phasen eingezeichnet waren. Dazu erklärte er, dass er in seinen manischen Phasen jeweils Ausbildungen absolviert habe − so etwa zum Primar- und Reallehrer oder zum Landschaftsgärtner − und anschliessend, als er sein Ziel erreicht hatte, jeweils so lange in eine Depression fiel, bis er aus einer neuen Ausbildung oder einem neuen Projekt wieder Motivation schöpfen konnte. Der aufgeschlossene Umgang mit seiner Krankheit untermauerte seine explizite Aussage, er sei krankheitseinsichtig und wolle behandelt werden. Er an- erkannte, dass die Entscheidungskompetenz hinsichtlich seines Verbleibs in der Klinik bei der ärztlichen Leitung und seiner Partnerin liege. Seine Beschwerde ge- gen die ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung begründete er damit, dass ihn lediglich der Gedanke störe, in der Klinik bleiben zu müssen; vielmehr wolle er − falls dies dem Wunsch seiner Partnerin entspreche − freiwillig in der Klinik verbleiben. So sei er in der Lage, die Klinik sofort zu verlassen, sobald die Ärzte und vor allem seine Partnerin hierfür grünes Licht geben. Auf seine Partnerin, mit welcher er verlobt und seit elf Jahren in einer Be- ziehung sei und seit einigen Jahren − gemeinsam mit deren 15-jährigen Sohn aus erster Ehe − zusammenwohne, kam der Beschwerdeführer anlässlich der Befra- gung abermals zu sprechen. Dabei brachte er zum Ausdruck, dass er sich vor al- lem ihr zu liebe behandeln lassen und gesund werden möchte, um mit ihr neue Lebenspläne schmieden zu können. Dass er sie durch seine Krankheit oftmals belaste, tue ihm sehr leid. Auf sein Anraten habe sie sich auch schon einer fach- männischen Beratung unterzogen, um über ihre Bedürfnisse zu sprechen und den Umgang mit seiner Krankheit zu erlernen. Er wolle sich auf jeden Fall einer Be- handlung unterziehen − ob diese nun stationär in der Klinik oder ambulant erfolge, Seite 12 — 16 hänge zu einem grossen Teil vom Willen seiner Partnerin ab resp. von deren Be- reitschaft, ihn wieder zu Hause aufzunehmen. d) Wie bereits erwähnt, kam Dr. med. F._____ in ihrem Gutachten zum Schluss, dass sich der Beschwerdeführer nach wie vor in der Stabilisierungsphase befinde und deshalb noch für ca. eine Woche eine engmaschige Betreuung auf der geschlossenen Station angezeigt sei. Im Laufe dieser Woche, in welcher auch die Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht stattgefunden hat, scheint sich der Zustand des Beschwerdeführers − wohl auch als direkte Folge der unter Aufsicht erfolgten medikamentösen Behandlung − weiter verbessert zu haben. Anlässlich der Verhandlung hinterliess er einen psychisch derart stabilen Eindruck, dass nach Auffassung des Gerichts die Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unter- bringung zum aktuellen Zeitpunkt nicht mehr gegeben sind. Insbesondere besteht im vorliegenden Fall keine konkrete, unmittelbare und erhebliche Selbst- und/oder Fremdgefährdung, welche die Aufrechterhaltung der fürsorgerischen Unterbrin- gung rechtfertigen würde. Dies wird einerseits durch die Gutachterin festgestellt (vgl. Gutachten S. 3, act. 06) und andererseits wurden die für eine Selbst- oder Fremdgefährdung sprechenden Anhaltspunkte vom Beschwerdeführer anlässlich der Hauptverhandlung in nachvollziehbarer Weise relativiert; seine beim Fischen geäusserte Ankündigung, den Rhein schwimmend zu überqueren, sei nicht in sui- zidaler Absicht, sondern zugegebenermassen in einem Anflug von Selbstüber- schätzung und aufgrund seiner unerschöpflich scheinenden Energie erfolgt. Auch der angeblich verschwenderische Umgang mit seinem Vermögen konnte der Be- schwerdeführer mit plausiblen Erklärungen widerlegen. e) Die Bedenken der Gutachterin, dass sich das Krankheitsbild durch einen Therapieabbruch rasch verschlechtern könne und der Beschwerdeführer durch einen Rückfall wieder sozial umtriebiger und für seine Umgebung untragbar wer- de, sind nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem erscheint im vorliegenden Fall eine ambulante Massnahme ebenfalls als erfolgversprechend. Der Beschwerde- führer lässt nämlich eine Krankheitseinsicht erkennen und ist willig, sich behan- deln zu lassen. Gestützt auf seine Aussagen ist davon auszugehen, dass die Be- ziehung zu seiner Partnerin derart gefestigt ist, dass er sich um einen Behand- lungserfolg bemühen wird und die Partnerin ihrerseits genügend sensibilisiert ist, um mit der Krankheit des Beschwerdeführers umzugehen und ihn zu unterstützen. Zudem kennt man den Beschwerdeführer in der Klinik H._____, da er dort bei Dr. G._____ im vergangenen Jahr bereits in ambulanter Behandlung war. Angesichts dieser Umstände erachtet das Gericht eine ambulante Behandlung, welche im Seite 13 — 16 Verhältnis zur stationären Unterbringung eine mildere Massnahme darstellt, eben- falls als geeignet. Insofern ist die vorliegende fürsorgerische Unterbringung auch aus Gründen der Verhältnismässigkeit nicht mehr aufrechtzuerhalten. 6.a) Die Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung der fürsorgerischen Unter- bringung liegen nach dem Gesagten somit nicht mehr vor, weshalb die Beschwer- de gutzuheissen und die fürsorgerische Unterbringung aufzuheben ist. Angesichts der nach wie vor ausgewiesenen Behandlungsbedürftigkeit und der nicht zu unter- schätzenden Rückfallgefahr bei mangelnder Kooperationsbereitschaft seitens des Beschwerdeführers ist dieser jedoch nicht unbesehen zu entlassen. Vielmehr hat sich die ärztliche Leitung der Klinik C._____ zu bemühen, zusammen mit dem Be- schwerdeführer und seiner Partnerin vor dessen Entlassung ein weiterführendes Betreuungskonzept auszuarbeiten. Dadurch soll der Gesundheitszustand des Be- schwerdeführers nachhaltig stabilisiert und eine Rückfallgefahr vermieden werden. Ein solches könnte darin bestehen, dass der Beschwerdeführer vorerst auf der offenen Rehabilitationsstation weiterbehandelt wird, um anschliessend − sobald sich die Partnerin dazu bereit erklärt, den Beschwerdeführer wieder in die gemein- samen Wohnung aufzunehmen − in ein ambulantes Behandlungssetting in der Klinik H._____ überführt zu werden. Gegebenenfalls wäre auch Dr. G._____ von der Klinik H._____ in die Planung der Behandlung miteinzubeziehen. Dabei erach- tet es das Gericht als besonders wichtig, dass dem Wunsch des Beschwerdefüh- rers entsprochen und seine Partnerin A._____ in die zu treffenden Entscheidun- gen miteinbezogen wird; sie stellt für den Beschwerdeführer eine wichtige Be- zugsperson dar und ist für ihn offenbar eine grosse Motivation, sich der erforderli- chen Behandlung − sei es nun in der Klinik oder auf ambulantem Wege − zu un- terziehen. b) Gestützt auf Art. 437 Abs. 1 ZGB sind die Kantone verpflichtet, nach einer beendeten fürsorgerischen Unterbringung die Nachbetreuung zu regeln. Dazu können die Kantone gemäss Abs. 2 auch ambulante Massnahmen vorsehen. Nach der Intention des Gesetzgebers soll die Nachbetreuung in erster Linie in Zu- sammenarbeit mit der betroffenen Person und in gegenseitigem Einvernehmen festgelegt werden. Art. 54 Abs. 1 EGzZGB sieht deshalb vor, dass der behandeln- de Arzt bei Bedarf mit der untergebrachten Person vor der Entlassung eine geeig- nete Nachbetreuung vereinbaren kann. Falls eine solche Vereinbarung nicht zu- stande kommt, kann die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde bei Rückfallge- fahr auf Antrag des behandelnden Arztes eine geeignete Nachbetreuung für höchstens zwölf Monate anordnen (Art. 54 Abs. 2 EGzZGB). Im Rahmen dieser Seite 14 — 16 Nachbetreuung kann die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde auch ambulan- te Massnahmen anordnen, die geeignet erscheinen, eine fürsorgerische Unter- bringung zu verhindern oder einen Rückfall zu vermeiden (Art. 55 EGzZGB). Eine solche kann beispielsweise die Verpflichtung beinhalten, regelmässig eine fachli- che Beratung oder Begleitung in Anspruch zu nehmen und sich an die damit ver- bundenen Anweisungen zu halten (lit. a) oder sich einer medizinisch indizierten Behandlung oder Therapie zu unterziehen (lit. b). Anlässlich der gerichtlichen Ver- handlung sowie auch gegenüber der Gutachterin hat der Beschwerdeführer seine Bereitschaft geäussert, sich je nach dem Willen seiner Partnerin weiterhin in der Klinik oder mittels einer ambulanten Massnahme behandeln zu lassen. Auf diese Zusicherungen ist der Beschwerdeführer zu behaften. Dass er nämlich auch wei- terhin eine psychotherapeutische Betreuung wahrnehmen und um eine regelmäs- sige Medikamenteneinnahme besorgt sein muss, wird von der Gutachterin als un- bedingt notwendig erachtet und ist aufgrund seiner aktenkundigen Krankheitsge- schichte unabdingbar. Angesichts der signalisierten Kooperationsbereitschaft des Beschwerdeführers erscheint es indes angezeigt, von einer direkten Überweisung der Akten an die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde zwecks Prüfung der erforderlichen Massnahmen abzusehen und dem Beschwerdeführer vorerst Gelegenheit zu geben, seine Versprechen in Taten umzusetzen und in Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten und seiner Partnerin die weitere Behandlung festzulegen und diese dann auch wahrzunehmen. Dabei wird vor al- lem sicherzustellen sein, dass der Beschwerdeführer einerseits um eine regel- mässige Medikamenteneinnahme besorgt sein und andererseits die notwendige psychotherapeutische Betreuung wieder aufnehmen wird. Zudem ist der Be- schwerdeführer insofern beim Wort zu nehmen, als er versichert hat, in Bezug auf die Behandlung seiner Krankheit auch auf seine Partnerin zu hören und ihr ein gewichtiges Mitspracherecht einzuräumen. 7. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung gemäss Art. 426 ZGB zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr gegeben sind. Eine weiterführende Behandlung der bipolaren Störung ist zwar medizinisch indiziert und wird vom Beschwerdeführer auch gewünscht, kann aufgrund der vorliegenden Umstände aber auch durch eine mildere Massnahme wie eine ambulante Therapie erfolgen. Aus diesen Gründen ist die vorliegende Beschwerde gutzuheissen und die fürsorgerische Unterbringung aufzuheben. Vor der Entlassung hat die ärztliche Leitung unter Einbezug des Beschwerdeführers und insbesondere dessen Partnerin A._____ indes ein weiterführendes Betreu- ungskonzept auszuarbeiten.Seite 15 — 16 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdever- fahrens von total CHF 3‘000.-- (bestehend aus CHF 1‘500.-- Gerichtsgebühr und CHF 1‘500.-- Gutachterkosten) dem Kanton Graubünden aufzuerlegen (Art. 60 Abs. 2 EGzZGB in Verbindung mit Art. 106 Abs. 1 ZPO). Mangels eines entspre- chenden Antrages wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.Seite 16 — 16 III. Demnach wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die ärztlich angeordnete fürsorgeri- sche Unterbringung aufgehoben. 2. Die ärztliche Leitung der Klinik C._____ wird angewiesen, in Zusammenar- beit mit X._____ und dessen Partnerin A._____ im Sinne der Erwägungen ein weiterführendes Behandlungskonzept auszuarbeiten. 3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3‘000.-- (CHF 1‘500.-- Gerichtsgebühr und CHF 1‘500.-- Gutachterkosten) gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. 4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzu- reichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor- aussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG. 5. Mitteilung an: