Kantonsgericht Schwyz Urteil vom 23. September 2024 ZK1 2023 40 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Reto Heizmann, Kantonsrichter Pius Schuler, Josef Reichlin, Jeannette Soro und Daniela Brüngger, Gerichtsschreiber Alen Draganovic. In Sachen 1. A.________ AG, Klägerin, 2. B.________, Kläger, 3. C.________, Klägerin, alle vertreten durch Rechtsanwälte D.________ und E.________, gegen 1. F.________, Beklagte, 2. G.________, Beklagter, 3. H.________, Beklagte, betreffend Persönlichkeitsrechtsverletzung und UWG-Verstoss (Klage vom 15. November 2023);- hat die 1. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Am 23. Mai 2023 reichten die Kläger ein Gesuch um Erlass superprovi- sorischer bzw. vorsorglicher Massnahmen betreffend Persönlichkeitsrechtsver- letzung und UWG-Verstoss ein (GPR 2023 3, KG-act. 1). Mit Verfügung vom 25. Mai 2023 wurde das Gesuch um superprovisorische und mit Verfügung vom 2. Oktober 2023 dasjenige um vorsorgliche Massnahmen gutgeheissen (GPR 2023 3, KG-act. 5 und 26). Am 16. November 2023 reichten die Kläger die Klage in der Hauptsache ein und beantragten Folgendes (KG-act. 1): 1. Es seien die Beklagten 1-3 im Sinne einer Beseitigung anzuweisen, die Websites „I.________.org“ sowie „J.________.com“ zu deakti- vieren und jegliche andere von ihnen verantworteten Veröffentli- chungen (inkl. „Petitionssammlungen“) im Internet zu diesem Thema zu löschen, darunter die folgenden: X (vormals Twitter): […] Instagram: […] Facebook: […] TikTok: […] Snapchat: […] YouTube: […] Telegram: […]Kantonsgericht Schwyz 3 Tumblr: […] Weitere Fundstellen im Internet: […] Petitionssammlungen via: […] Den Beklagten 1-3 sei zu untersagen, herabsetzende, wahrheits- widrige und/oder ehrverletzende, rufschädigende Äusserungen über die Kläger rund um den Themenkomplex „K.________“, „vio- lence against women and children“, „female abuser“ etc. öffentlich zu verbreiten – sei es über digitale, sei es über analoge Kanäle –, d.h. insbesondere keine kontexuelle Verbindung der Kläger 1-3 (Firma/Namen) mit den nachfolgenden Begriffen – in jedweder Sprache – irgendwelcher Art zu schaffen: „abuse“ (bzw. dt.: Miss- brauch), „violence against women and children“ (bzw. dt.: Gewalt gegen Frauen und Kinder), „female abuser“ (bzw. dt.: Missbrauch von Frauen). Ebenfalls sei den Beklagten 1-3 die Verwendung/Verbreitung von grafischen Darstellungen/Icons zu verbieten, wie insbesondere das Icon, bei dem ein L.________ in einem Wappenschild abgebildet ist – verbunden mit dem Text: M.________: [Logo] alles zudem unter Androhung einer Ordnungsbusse nach Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO (bis zu CHF 1’000.- für jeden Tag der Nichterfül- lung) sowie unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe nach Art. 292 StGB (Busse bis zu CHF 10’000.-) im Widerhandlungsfall. 2. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftung zu verpflichten, den Klägern Schadenersatz im Betrag von CHF 10’131.34 zuzüglich Zins von 5 % seit dem 13. April 2023, CHF 17’737.11 zuzüglich 5 % Zins seit dem 29. April 2023, CHF 22’617.- zuzüglich 5 % Zins seit dem 23. August 2023 und CHF 3’958.- zuzüglich 5 % Zins seit dem 10. November 2023 zu bezahlen. 3. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftung zu verpflichten, den Klägern 1, 2 und 3 je eine Genugtuung von jeweils CHF 25’000.- zuzüglich 5 % Zins seit dem 15. November 2023 zu bezahlen. 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwert- steuer) zu Lasten der Beklagten.Kantonsgericht Schwyz 4 Mit Verfügung vom 16. November 2023 wurde den Beklagten Frist zur Kla- geantwort angesetzt mit dem Hinweis, dass das Gericht im Säumnisfall einen Endentscheid treffe, sofern die Angelegenheit spruchreif sei, vorbehältlich einer Nachfristansetzung gemäss Art. 223 Abs. 1 ZPO (KG-act. 2). Die Post schickte die entsprechenden Sendungen mangels Abholung zurück (KG-act. 7-9). Bei der darauffolgenden persönlichen Zustellung an die Beklagten Ziff. 1-3 durch die Kantonspolizei N.________ verweigerte die Beklagte 1 die Annahme für sämtliche Beklagten (KG-act. 13-17). Mit Verfügung vom 19. Januar 2024 er- hielten die Beklagten den Inhalt der nicht angenommenen Sendungen per A- Post Plus zur Kenntnis und sie wurden darauf hingewiesen, dass die Sendun- gen nach Art. 138 Abs. 3 lit. b ZPO am Tag der Annahmeverweigerung, mithin am 8. Januar 2024, als zugestellt gälten. Ferner wurde ihnen eine neue Frist zur Klageantwort gesetzt unter Verweis auf die Säumnisfolgen in der Verfügung vom 16. November 2023 (KG-act. 17). Mit Verfügung vom 13. Februar 2024 wurde den Beklagten eine Nachfrist zur Klageantwort gesetzt und darauf hin- gewiesen, dass das Gericht bei unbenutztem Ablauf der Nachfrist ohne Kla- geantwort entscheide und seinem Endentscheid dabei die unbestritten geblie- benen Tatsachen zugrunde lege sowie ohne Hauptverhandlung und damit ohne weitere Anhörung der Parteien entscheide, wenn die Sache spruchreif sei (KG- act. 18). Nachdem die Beklagten auch diese Sendungen nicht abholten (KG- act. 19-21), wurde ihnen der Inhalt wiederum per A-Post Plus zur Kenntnis zu- gesandt (KG-act. 22-24). 2. a) Die ZPO ist anwendbar auf Binnensachverhalte (Vock/Nater, in: Spüh- ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozess- ordnung, 3. A. 2017, Art. 2 N 3). Für internationale Verhältnisse bleiben die Be- stimmungen des Staatsvertragsrechts und des IPRG vorbehalten (Art. 2 ZPO). Ein internationales Verhältnis setzt einen über den schweizerischen Rechts- raum hinausreichenden Bezug voraus. Ob ein genügender Auslandsbezug vor- liegt, ist im Einzelfall unter Berücksichtigung des Sachbereichs zu prüfen (BGE 131 III 76, E. 2.3). Hat eine Partei ihren Wohnsitz bzw. ihren Sitz im Ausland, Kantonsgericht Schwyz 5 liegt immer ein internationales Verhältnis vor (BGE 131 III 76, E. 2.3 m.w.H.). Die Beklagte 3 hat ihren Sitz in Japan. Somit liegt in Bezug auf die geltend gemachten Ansprüche gegenüber ihr ein internationaler Sachverhalt vor. b) Gemäss Ausführungen der Kläger basieren ihre Rechtsbegehren auf ei- ner gegenüber allen drei Klägern begangenen Persönlichkeitsverletzung nach Art. 28 ZGB sowie auf unlauterem Verhalten nach Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG ge- genüber der Klägerin 1 (KG-act. 1, Rn. 53). Ansprüche aus Persönlichkeitsverletzung und unlauterem Wettbewerb unter- stehen den Art. 129 ff. IPRG über unerlaubte Handlungen (vgl. Art. 33 Abs. 2 IPRG; vgl. Dasser, in: Grolimund/Loacker/Schnyder [Hrsg.], Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, 4. A. 2021, Art. 136 IPRG N 33). Für Klagen aus unerlaubter Handlung sind die schweizerischen Gerichte am Wohnsitz des Be- klagten oder, wenn ein solcher fehlt, diejenigen an seinem gewöhnlichen Auf- enthaltsort zuständig. Überdies sind die schweizerischen Gerichte am Hand- lungs- oder Erfolgsort sowie für Klagen aufgrund der Tätigkeit einer Niederlas- sung in der Schweiz die Gerichte am Ort der Niederlassung zuständig (Art. 129 Abs. 1 IPRG). Ansprüche aus unlauterem Wettbewerb unterstehen dem Recht des Staates, auf dessen Markt die unlautere Handlung ihre Wirkung entfaltet (Art. 136 Abs. 1 IPRG). Richtet sich die Rechtsverletzung ausschliesslich ge- gen betriebliche Interessen des Geschädigten, ist das Recht des Staates anzu- wenden, in dem sich die betroffene Niederlassung befindet (Art. 136 Abs. 2 IPRG). Gemäss Art. 139 Abs. 1 IRPG unterstehen Ansprüche aus Verletzung der Persönlichkeit durch Medien, insbesondere durch Presse, Radio, Fernse- hen oder durch andere Informationsmittel in der Öffentlichkeit nach Wahl des Geschädigten dem Recht des Staates, in dem der Geschädigte seinen gewöhn- lichen Aufenthalt hat, sofern der Schädiger mit dem Eintritt des Erfolges in die- sem Staat rechnen musste (lit. a), dem Recht des Staates, in dem der Urheber der Verletzung seine Niederlassung oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat Kantonsgericht Schwyz 6 (lit. b), oder dem Recht des Staates, in dem der Erfolg der verletzenden Hand- lung eintritt, sofern der Schädiger mit dem Eintritt des Erfolges in diesem Staat rechnen musste (lit. c). Bei Mediendelikten befindet sich der Erfolgsort überall dort, wo sich das Medium empfangen, erwerben oder abrufen lässt. Der Er- folgsort bei mittels Internets begangenen Delikten ist am Ort zu lokalisieren, wo der Text zugänglich ist und einen Schaden verursacht, beispielsweise am Ort, an dem die Lektüre eines diffamierenden Texts durch Dritte einen Eingriff in das Ansehen des Verletzten verursacht (Rodriguez/Krüsi/Umbricht, in: Groli- mund/Loacker/Schnyder [Hrsg.], Basler Kommentar, Internationales Privat- recht, 4. A. 2021, Art. 129 IPRG N 30 m.w.H.). Die Klägerin 1, die A.________ AG, hat Sitz in O.________. Der Kläger 2 ist Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats sowie CEO der Klägerin 1. Die Klägerin 3 ist Chief Marketing Officer der Klägerin 1 (KG-act. 1, Rn. 9 ff.). Der Kläger 2 und die Klägerin 3 haben beide Wohnsitz in P.________ (Handelsre- gisterauszug der Gesuchstellerin 1 [abrufbar unter https://sz.chregister.ch/cr- portal/auszug/auszug.xhtml?uid=]). Aufgrund des Sitzes resp. der Wohnsitze der Kläger im Kanton Schwyz sowie des Umstands, dass natürliche und juristi- sche Personen mit Wohnsitz bzw. Sitz in der Schweiz, namentlich im Kanton Schwyz, auf die streitigen Medien- und Internetkanäle, die Vorwürfe der Gewalt gegen Frauen und Kinder gegenüber den Gesuchstellern beinhalten (KG-act. 1, Rn. 16 ff.; KG-act. 1/5-7, 1/21-22), zugreifen können, tritt der Erfolg sowohl un- ter dem Gesichtspunkt des unlauteren Wettbewerbs als auch unter demjenigen der Persönlichkeitsverletzung in der Schweiz, insbesondere im Kanton Schwyz, ein (vgl. BGer Urteil 4A_92/2011 vom 9. Juni 2011, E. 2; vgl. BGer Urteil 4A_741/2011 vom 11. April 2012 = Pra 101 [2012] Nr. 131, E. 2), womit die Be- klagte 3 aufgrund des Sitzes resp. der Wohnsitze der Kläger im Kanton Schwyz und der breit angelegten Internetkampagne auch rechnen musste. Daher sind die schweizerischen Gerichte am Erfolgsort zuständig und es ist Schweizer Recht anwendbar (Art. 129 Abs. 1 IPRG; Art. 136 Abs. 1 und Art. 139 Abs. 1 lit. c IPRG). Dies bestreiten die Beklagten denn auch nicht.Kantonsgericht Schwyz 7 c) Die Beklagten 1 und 2 haben ihren Wohnsitz in der Schweiz. Folglich liegt kein internationaler Sachverhalt vor. Die örtliche und sachliche Zuständigkeit bestimmt sich deshalb nach der ZPO. Für Klagen aus Persönlichkeitsverletzung ist das Gericht am Wohnsitz oder Sitz einer der Parteien zuständig (Art. 20 lit. a ZPO). Gemäss h.L. erfasst Art. 20 lit. a ZPO auch reparatorische Begehren auf Schadenersatz, Genugtuung oder Gewinnherausgabe, unabhängig davon, ob sie kombiniert oder selbständig erhoben werden (Haas/Schlumpf, in: Oberham- mer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweizerische Zivilprozessord- nung, 3. A. 2021, Art. 20 ZPO N 3 m.w.H.). Laut Art. 36 ZPO ist für Klagen aus unerlaubter Handlung das Gericht am Wohnsitz oder Sitz der geschädigten Per- son oder der beklagten Partei oder am Handlungs- oder am Erfolgsort zustän- dig. Der Begriff der unerlaubten Handlung ist wie im IPRG weit zu verstehen und erfasst sämtliche Fälle ausservertraglicher Haftung für widerrechtliches Verhalten, d.h. neben den im Obligationenrecht geregelten Tatbeständen ins- besondere die Deliktsansprüche, die ihre Grundlage im Zivilgesetzbuch haben, und die Ansprüche aus unlauterem Wettbewerb (Hempel, in: Spühler/Ten- chio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 36 ZPO N 6 f.). Am Gerichtsstand der unerlaubten Handlung können sämtliche damit zusammenhängende Ansprüche geltend gemacht wer- den (Hempel, a.a.O., Art. 36 ZPO N 10 m.w.H.). Die Kläger bringen Persönlich- keitsverletzungen sämtlicher Kläger und eine Herabsetzung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG gegenüber der Klägerin 1 vor. Die örtliche Zuständigkeit am Sitz resp. Wohnsitz der Kläger ist daher gegeben, was die Beklagten nicht be- streiten. d) Soweit keine Sondervorschriften im IPRG bestehen, gelangen (auch) in internationalen Sachverhalten die allgemeinen Vorschriften des Zivilprozess- rechts zur Anwendung (Art. 2 ZPO), namentlich in Bezug auf die sachliche Zu- ständigkeit (Grolimund/Loacker/Schnyder, in: Grolimund/Loacker/Schnyder [Hrsg.], Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, 4. A. 2021, Art. 1 IPRG N 49). Für Streitigkeiten nach dem UWG mit einem Streitwert von mehr als Kantonsgericht Schwyz 8 Fr. 30’000.00 ist das Kantonsgericht einzige kantonale Instanz (Art. 5 Abs. 1 lit. d ZPO i.V.m. § 19 Abs. 1 EGzOR). Unter Streitigkeiten nach Art. 5 Abs. 1 lit. d ZPO fallen nicht nur die Klagen gemäss Art. 9 Abs. 1 und Abs. 2 UWG, sondern auch diejenigen auf Schadenersatz und Genugtuung (Art. 9 Abs. 3 UWG; Vock/Nater, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 5 ZPO N 8; Sutter- Somm/Seiler, Handkommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2021, Art. 5 ZPO N 6). Die Kläger stützen ihre Rechtsbegehren unter anderem auf eine Verletzung des UWG. Sie beziffern den Streitwert vorläufig auf insge- samt Fr. 129’443.45. Die Beklagten äussern sich nicht zum Streitwert. Bereits der beantragte Schadenersatz zusammen mit den geforderten Genugtuungen, die bei der Streitwertberechnung zu addieren sind (Art. 93 Abs. 1 ZPO), beläuft sich auf Fr. 129’443.45. Darin ist jedoch der Streitwert der auf die vorgebrachte Herabsetzung nach Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG gestützten Beseitigungs- und Un- terlassungsansprüche noch nicht berücksichtigt, zumal die Kläger mit der gel- tend gemachten Schadenersatzforderung keinen Ersatz für allfällig entstan- dene oder erwartete Reputationsschädigungen verlangen (siehe E. 5a/bb). In Anbetracht dessen sowie der geschilderten, gegen die Gesuchsteller breit ge- führten Internetkampagne, die im Wesentlichen in Vorwürfen der Gewalt gegen Frauen und Kinder besteht und über zahlreiche Kanäle erfolgt (siehe E. 3a/ff), und der damit verbundenen erheblichen Gefahr einer beträchtlichen Rufschä- digung (siehe E. 3a/gg) sowie unter Berücksichtigung der unbestrittenen und gerichtsnotorischen Bekanntheit und Grösse der Klägerin 1 als nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit tätiges Unternehmen, erscheint ein Streitwert von insgesamt Fr. 129’443.45 offensichtlich unrichtig und ist in Nachachtung der ge- nannten Umstände und ausgehend vom im vorsorglichen Massnahmeverfah- ren festgesetzten Streitwert von Fr. 100’000.00 unter Hinzurechnung der im Ge- gensatz zum vorsorglichen Massnahmeverfahren neu geltend gemachten Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen auf rund Fr. 230’000.00 festzu- setzen (vgl. Art. 91 Abs. 2 ZPO; vgl. Frey, Grundsätze der Streitwertbestim-Kantonsgericht Schwyz 9 mung, Rn. 279; vgl. Handelsgericht Zürich, Urteil HG190184 vom 10. Dezem- ber 2020, E. IV.1). Das Kantonsgericht ist daher sachlich für die Beurteilung der lauterkeitsrechtlichen Vorbringen zuständig. Neben der Verletzung des UWG machen die Kläger Persönlichkeitsverletzun- gen geltend und stützen ihre Rechtsbegehren daher auch auf das Persönlich- keitsrecht. Werden in einer Klage wie vorliegend nicht nur lauterkeitsrechtliche Ansprüche, sondern zugleich aus dem gleichen Lebensvorgang andere An- sprüche eingeklagt, liegt ein Fall der Anspruchsgrundlagenkonkurrenz vor (Kantonsgericht Schwyz, Beschluss ZK1 2018 17 vom 5. Juni 2020 = CAN 4/2020 Nr. 61, E. 1; Rüetschi/Roth, in: Hilty/Arpagaus [Hrsg.], Basler Kom- mentar, Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb [UWG], 2013, Vor Art. 9–13a UWG N 15; Domej, in: Heizmann/Loacker [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, 2018, Vor Art. 9-13a UWG N 49). Wegen der Rechtshängigkeitssperre resp. der Rechtskraftwirkung (Art. 59 Abs. 2 lit. d und lit. e ZPO) sowie aufgrund des Grundsatzes der Rechtsanwendung von Amtes wegen („iura novit curia“, Art. 57 ZPO) ist es bei Vorliegen einer Anspruchsgrundlagenkonkurrenz im Gegensatz zur objektiven Klagenhäufung (Art. 90 ZPO) ausgeschlossen, dass unterschiedliche Gerichte für die verschiedenen Ansprüche zuständig sind. Die – somit zwingende – Kom- petenzattraktion muss in diesem Fall aufgrund der vom Gesetzgeber mit dem Institut des Direktprozesses verfolgten Ziele der Spezialisierung und Prozess- beschleunigung bei der einzigen kantonalen Instanz eintreten (Kantonsgericht Schwyz, Beschluss ZK1 2018 17 vom 5. Juni 2020 = CAN 4/2020 Nr. 61, E. 1 sowie dortige Bemerkungen). Das Kantonsgericht ist somit für sämtliche gel- tend gemachten Ansprüche sachlich zuständig. Die Beklagten bestreiten die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts denn auch nicht. e) Mehrere Kläger richten ihre Klage gegen mehrere Beklagte, weshalb die Voraussetzungen der einfachen Streitgenossenschaft zu prüfen sind. Die ein- fache Streitgenossenschaft setzt voraus, dass die zu beurteilenden Rechte und Kantonsgericht Schwyz 10 Pflichten der im Streit stehenden Ansprüche auf gleichartigen Tatsachen oder Rechtsgründen beruhen (Konnexität; Art. 71 Abs. 1 ZPO), dass für die einzel- nen Klagen die gleiche Verfahrensart anwendbar ist (Art. 71 Abs. 2 ZPO) und die gleiche sachliche Zuständigkeit für alle eingeklagten Ansprüche gilt (BGE 142 III 581, E. 2.1). Die erforderliche Gleichartigkeit liegt vor, wenn die Bildung einer einfachen Streitgenossenschaft im Hinblick auf den Prozessstoff zweckmässig erscheint, sei dies aus prozessökonomischen Gründen oder zur Vermeidung widersprüchlicher Urteile (BGE 142 III 581, E. 2.1; Ruggle, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro- zessordnung, 3. A., 2017, Art. 71 ZPO N 14). Weil die Rechtsbegehren der Klä- ger allesamt auf demselben Sachverhalt, mithin der angeblich von den Beklag- ten geführten Internetkampagne, die in Vorwürfen der Gewalt gegen Frauen und Kinder besteht, beruhen, erscheint es zweckmässig, diese zusammen zu beurteilen. Ausserdem beantragen die Kläger gegen alle Beklagten die Besei- tigung und das Verbot weiterer Persönlichkeitsverletzungen bzw. Herabsetzun- gen sowie unter solidarischer Haftung der Beklagten Schadenersatz und Ge- nugtuung in Höhe von über Fr. 30’000.00 (KG-act. 1, Anträge Ziff. 1-3; KG- act. 1, Rn. 53), weshalb für alle eingeklagten Ansprüche das ordentliche Ver- fahren anwendbar ist (Art. 243 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO e contrario; Art. 243 Abs. 3 ZPO; vgl. Art. 248 ff. ZPO). Wie bereits dargelegt, ist die sachliche Zu- ständigkeit des Kantonsgerichts für die geltend gemachten Ansprüche gegeben (siehe E. 2d). Die Voraussetzungen der einfachen Streitgenossenschaft sind somit erfüllt, weshalb die Rechtsbegehren der Gesuchsteller gemeinsam zu be- urteilen sind (Art. 71 Abs. 1 ZPO). f) Nachdem die Beklagten sich im Verfahren GPR 2023 3 betreffend vor- sorgliche Massnahmen äusserten (GPR 2023 3, KG-act. 8), mithin Kenntnis vom Prozessrechtsverhältnis hatten, und das Gericht bei Gutheissung vorsorg- licher Massnahmen vor Rechtshängigkeit der Hauptsache der gesuchstellen- den Partei Frist zur Einreichung der Klage anzusetzen hat (Art. 263 ZPO), was Kantonsgericht Schwyz 11 mit Verfügung vom 2. Oktober 2023 geschah (GPR 2023 3, KG-act. 26), muss- ten die Beklagten mit der Zustellung der Klage in der Hauptsache vom 15. No- vember 2023 (KG-act. 1) und der Ansetzung einer Frist zur Klageantwort (Art. 222 Abs. 1 ZPO; KG-act. 2) ernsthaft rechnen. Die entsprechenden Verfü- gungen vom 16. November 2023 (KG-act. 2) inkl. Klageschrift und Beilagen A- 30 (KG-act. 1) gelten daher am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellver- such vom 17. bzw. 20. November 2023 als zugestellt (Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO; KG-act. 7-9). Abgesehen davon gilt bei persönlicher Zustellung, wenn die Adressatin oder der Adressat die Annahme verweigert und die überbringende Person dies festhält, die Zustellung am Tag der Weigerung als erfolgt (Art. 138 Abs. 3 lit. b ZPO). Die Beklagte 1 verweigerte die Annahme der anlässlich der persönlichen Zustellung durch die Kantonspolizei N.________ den Beklagten überbrachten Sendungen vom 16. November 2023, enthaltend u.a. die Frist zur Klageantwort inkl. Klageschrift und Beilagen A-30 (KG-act. 2 und 13-16), was die überbringende Person festhielt und womit die Zustellung spätestens am Tag der Weigerung, mithin am 8. Januar 2024, als erfolgt gilt (KG-act. 16). Weil die Beklagten in Anbetracht all dessen mit weiteren Zustellungen in diesem Verfah- ren rechnen mussten, gelten auch die Verfügungen vom 13. Februar 2024 be- treffend Nachfrist zur Klageantwort (KG-act. 18) am siebten Tag nach dem er- folglosen Zustellversuch vom 14. Februar 2024 (KG-act. 19-21) als zugestellt. Nachdem die Verfügungen betreffend Frist und Nachfrist zur Klageantwort überdies per A-Post Plus zugestellt wurden, hatten die Beklagten jedenfalls Kenntnis von deren Inhalt (KG-act. 17 und 22-24). Nichtsdestotrotz reichten sie keine Klageantwort ein, obwohl in den besagten Verfügungen auf die Säumnis- folgen hingewiesen wurde (KG-act. 2, 17 und 18). Weil der massgebliche Sach- verhalt anhand der Klage bereits so weit erstellt ist, dass über das klägerische Rechtsbegehren ohne Weiteres ein Urteilsspruch ergehen kann (siehe E. 3 ff.), die Sache mithin spruchreif ist, trifft das Gericht daher ohne Hauptverhandlung einen Endentscheid (Art. 223 Abs. 2 ZPO; Sutter-Somm/Seiler, a.a.O., Art. 223 ZPO N 5; Willisegger, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 223 ZPO N 20). Sind die Kantonsgericht Schwyz 12 Prozessvoraussetzungen erfüllt, hat bei dieser Ausgangslage ein Sachurteil zu- gunsten der Kläger zu ergehen, wenn sie mit Blick auf die anwendbaren Rechts- normen die erforderlichen Tatsachenbehauptungen aufstellten, den Klagegrund substanziiert vortrugen und keine erheblichen Zweifel an der Richtigkeit ihrer Sachdarstellung bestehen (Willisegger, a.a.O., Art. 223 ZPO N 22 f.). 3. Die Kläger stützen ihre Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche auf Art. 28 ZGB. Darüber hinaus beruft sich die Klägerin 1 auf Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG. Die Ansprüche aus dem allgemeinen Persönlichkeitsschutz und diejeni- gen aus der Spezialgesetzgebung können nebeneinander bestehen. Der Um- stand, dass eine Persönlichkeitsverletzung auch wettbewerbsrechtlich relevant sein kann, schliesst eine Klage nach Persönlichkeitsrecht mit anderen Worten nicht aus (BGer Urteil 5A_376/2013 vom 29. Oktober 2013, E. 2.1). a) aa) Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, kann zu sei- nem Schutz gegen jeden, der an der Verletzung mitwirkt, das Gericht anrufen (Art. 28 Abs. 1 ZGB). Nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung steht der Persönlichkeitsschutz auch juristischen Personen insoweit zu, als er nicht auf Eigenschaften beruht, die ihrer Natur nach nur den natürlichen Perso- nen zukommen (BGE 138 III 337 = Pra 101 [2012] Nr. 131, E. 6.1 m.w.H.). Ak- tivlegitimiert ist, wer sich in seiner Persönlichkeit verletzt fühlt, jedoch nicht, wer bloss indirekt tangiert wird (Meili, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kom- mentar, Zivilgesetzbuch I, 7. A. 2022, Art. 28 ZGB N 32). Passivlegitimiert ist die verletzende Person sowie jeder, der an der Verletzung der Persönlichkeit mitwirkt, diese duldet oder begünstigt. Ein Verschulden des Beklagten ist nicht erforderlich (Dörr, in: Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 2. A. 2018, Art. 28 ZGB N 13; Meili, a.a.O., Art. 28 ZGB N 37). Gemäss Botschaft zu Art. 28 ZGB ist der Begriff „mitwirken“ so weit wie möglich auszulegen. Es sind auch Personen ins Recht zu fassen, die eine Persönlich- keitsverletzung nur dulden oder begünstigen. Ein Verschulden wird auch hier Kantonsgericht Schwyz 13 nicht vorausgesetzt. Folglich führt das blosse Mitwirken (objektiv) bereits zu ei- ner Verletzung, selbst wenn der Handelnde sich dessen nicht bewusst ist oder nicht bewusst sein kann. Dem Verletzten soll es offenstehen, gegen diejenige Person vorzugehen, die am besten geeignet ist, die Persönlichkeitsverletzung aus der Welt zu schaffen. Laut Botschaft ist denn auch keine Einschränkung der Passivlegitimation im Bereich der Medien vorgesehen (vgl. zum Ganzen Botschaft über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Persön- lichkeitsschutz: Art. 28 ZGB und 49 OR] vom 5. Mai 1982, BBl 1982 II 636, 656 ff.; siehe auch Obergericht Solothurn, Urteil ZKBER.2022.17 vom 3. November 2022, E. 5.3). bb) Eine Persönlichkeitsverletzung liegt namentlich vor, wenn die Ehre einer Person beeinträchtigt wird (sozialer Schutzbereich der geschützten Persönlich- keitsrechte). Der zivilrechtliche Ehrbegriff geht weiter als der strafrechtliche und schützt neben dem Ruf, eine ehrbare Person zu sein, auch das berufliche oder gesellschaftliche Ansehen einer Person. Der Betroffene muss sich insbeson- dere nicht gefallen lassen, beim Publikum in einem falschen Licht zu erschei- nen. Allerdings richtet sich der Rechtsschutz nur dagegen, dass eine Person im Ansehen ihrer Mitmenschen empfindlich herabgesetzt wird. Leichte Fälle, wie sie im gesellschaftlichen Umgang laufend und oft ohne böse Absicht vorkom- men, sind nicht persönlichkeitsverletzend (BGE 129 III 715, E. 4.1 m.w.H.; Meili, a.a.O., Art. 28 ZGB N 38; Aebi-Müller, in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], CHK Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. A. 2016, Art. 28 ZGB N 3 m.H.). Folglich kann nicht jede Beeinträchtigung der Persönlichkeit mit einer Verlet- zung gleichgesetzt werden. Verlangt ist vielmehr eine gewisse Intensität (Meili, a.a.O., Art. 28 ZGB N 38). Anerkannt ist, dass im Wirtschaftsleben prinzipiell strengere Kriterien als im Privatbereich erfüllt sein müssen, bevor eine Verlet- zung der Persönlichkeit vorliegt (Meili, a.a.O., Art. 28 ZGB N 29). Ob eine Dar- stellung geeignet ist, das berufliche und gesellschaftliche Ansehen herabzumin- dern, beurteilt sich nicht nach dem subjektiven Empfinden des Betroffenen, son- dern nach einem objektiven Massstab. Gemäss der im Zusammenhang mit Kantonsgericht Schwyz 14 Presseäusserungen herausgebildeten Praxis ist zu prüfen, ob das Ansehen vom Standpunkt eines Durchschnittslesers bzw. -adressaten aus gesehen als beeinträchtigt erscheint, wobei die konkreten Umstände, wie etwa der Rahmen der Äusserung, in Betracht zu ziehen sind (BGE 135 III 145, E. 5.2 m.w.H.; BGer Urteil 5A_553/2012 vom 14. April 2014, E. 3.1). Die Verletzung kann sowohl durch Tatsachenbehauptung (Informationen), Wer- turteile (Meinungsäusserungen, Kommentare, Kritiken) oder durch gemischte Werturteile (Tatsachenkern mit Wertungen) erfolgen (BGer Urteil 5A_975/2015 vom 4. Juli 2016, E. 5.1; Handelsgericht Zürich, Urteil HE190244-O vom 14. Au- gust 2019, E. 4.a). Die Verbreitung wahrer Tatsachen ist grundsätzlich nicht persönlichkeitsverletzend, es sei denn, sie geschehen ohne sachlichen Grund (Meili, a.a.O., Art. 28 ZGB N 43). Demgegenüber ist die Verbreitung unwahrer Tatsachen in aller Regel widerrechtlich, ausser die Unwahrheit betrifft nur irre- levante Nebenpunkte (Handelsgericht Zürich, Urteil HE190244-O vom 14. Au- gust 2019, E. 4.a; vgl. auch BGE 126 III 209, E. 3.a). Werturteile, die einer Wahrheitsprüfung nicht zugänglich sind, sind zulässig, sofern sie aufgrund des Sachverhalts, auf den sie sich beziehen, vertretbar erscheinen (BGE 126 III 305, E. 4.b.bb). Dementsprechend sind Werturteile als Persönlichkeitsverlet- zung zu qualifizieren, wenn sie unnötig herabsetzend sind (Handelsgericht Zürich, Urteil HE190244-O vom 14. August 2019, E. 4.a; Meili, a.a.O., Art. 28 ZGB N 44). Bei gemischten Werturteilen gelten für den Sachbehauptungskern die gleichen Voraussetzungen wie für Tatsachenbehauptungen, unnötige Her- absetzungen sind aber auch dann ehrverletzend, wenn sie auf einer wahren Tatsachenbehauptung beruhen (BGE 138 III 641, E. 4.1.3; BGer Urteil 5A_975/2015 vom 4. Juli 2016, E. 5.1; Handelsgericht Zürich, Urteil HE190244- O vom 14. August 2019, E. 4.a). cc) Die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen erfolgt in zwei Stufen mit un- terschiedlicher Beweislast: Die Kläger tragen die Beweislast für die Sachum- stände, aus denen sich die bereits eingetretene oder die befürchtete Verletzung Kantonsgericht Schwyz 15 ergibt; blosse Behauptungen und unbestimmte Verdachtsmomente genügen nicht. Demgegenüber müssen sie weder ein Verschulden noch das Fehlen von Rechtfertigungsgründen beweisen (negativa non sunt probanda). Die Beweis- last für das Vorliegen von Rechtfertigungsgründen tragen die Beklagten (BGE 136 III 410, E. 2.3; Handelsgericht Zürich, Urteil HE190174-O vom 31. Juli 2019, E. 4.1.2; Meili, a.a.O., Art. 28 N 56; Kantonsgericht Schwyz, Ver- fügung GPR 2022 3 vom 23. Mai 2022, E. 4.a.cc). dd) Die Kläger bringen im Wesentlichen vor, seit Anfang März 2023 seien sie von unwahren, irreführenden und persönlichkeitsverletzenden Beiträgen auf Instagram, weiteren sozialen Medien und Plattformen im Internet sowie auf zwei eigens diesem Thema gewidmeten Websites betroffen. Auf den Websites werde zudem auf die zahlreichen geschalteten Social-Media-Kanäle mit ent- sprechenden persönlichkeitsverletzenden Inhalten verwiesen. Gemäss den Ausführungen der Kläger werden sie in dieser breit angelegten Internetkampa- gne auf diversen Kanälen, von denen gewisse nicht mehr abrufbar sind, na- mentlich genannt und mit dem haltlosen Vorwurf konfrontiert, insbesondere Frauen und Kinder misshandelt zu haben. Grund für diese Internetkampagne gegen die Gesuchsteller sei eine sich über mehrere Jahre hinziehende Miet- rechtsstreitigkeit zwischen der Beklagten 3 und der Q.________ einer Tochter- gesellschaft der Klägerin 1. Die Q.________ habe als Vermieterin mit der Be- klagten 3 am 23. April 2015 einen Mietvertrag über Räumlichkeiten für die von der Beklagten 3 betriebene Schule abgeschlossen. Bereits ab Oktober 2015 sei es zu Rückständen bei den Mietzinszahlungen gekommen. Nach einer letzten Mahnung im September 2016 und dem unbenutzten Ablauf der darin angesetz- ten Zahlungsfrist habe die Q.________ Klage gegen die Beklagte 3 in Tokio eingereicht. Am 12. Juli 2017 sei es vor Gericht zu einem Vergleich gekommen, wonach die Beklagte 3 zur Räumung der Mietsache verpflichtet worden sei. Nachdem in der Folge diverse Versuche einer nachhaltigen Vereinbarung mit der Beklagten 3 gescheitert seien, habe sich die Q.________ im Jahr 2021 ent-Kantonsgericht Schwyz 16 schieden, den Exmissionsentscheid vollstrecken zu lassen. Der erste Zustel- lungsversuch des Räumungsbescheids habe am 2. Dezember 2021 stattgefun- den und sei durch die Weigerung der Beklagten 3, den Beamten Zugang zu den Räumlichkeiten zu gewähren, erschwert worden. Die dabei anwesende Rechts- vertretung der Q.________ sowie der Gerichtsvollzieher hätten bestätigt, dass es zu keinerlei Gewalt gegenüber den anwesenden Personen gekommen sei. Der Beklagte 2 habe in einer Strafanzeige vom 23. Februar 2023 an die Staats- anwaltschaft des Kantons Schwyz angegeben, dass bei diesem Versuch der Zustellung der Räumungsurkunde Mitarbeiter der Beklagten 3, Lehrerinnen, Krankenschwestern und Kindergartenpersonal verletzt worden seien, als sie versucht hätten, die Kinder zu schützen. Nachdem die Beklagte 3 zwei Ge- richtsverfahren angestrengt habe, in denen sie unterlegen sei, hätten die japa- nischen Behörden den Räumungsbescheid am 27. Februar 2023 zugestellt und die Räumung am 20. März 2023 vollstreckt. Bei dieser Räumung sei seitens der Klägerin 1 sowie ihrer Tochtergesellschaft niemand zugegen gewesen und auf- grund der Durchführung um 07:30 Uhr Ortszeit seien auch keine Kinder, Eltern oder Lehrer anwesend gewesen. Die Anschuldigungen seien mithin frei erfun- den und würden nur dem Zweck dienen, die Kläger mit Blick auf eine Rückab- wicklung der zulasten der Beklagten ausgegangenen mietrechtlichen Streitig- keit sowie auf die Bezahlung zusätzlicher Geldforderungen über mehr als Fr. 100 Mio. rufschädigend und erpresserisch unter Druck zu setzen. Trotz der superprovisorischen bzw. vorsorglichen Massnahmen hätten die Beklagten die Kanäle nicht gelöscht, sondern diese vielmehr mit weiteren Inhalten gefüllt (zum Ganzen KG-act. 1, Rn. 16 ff.). ee) Die Beklagten reichten keine Klageantwort ein und verzichteten somit auf eine Stellungnahme zur Klage. Im vorsorglichen Massnahmeverfahren (GPR 2023 3) hielten sie demgegenüber mit Eingabe vom 2. Juni 2023 sinn- gemäss fest, sie hätten nichts mit der Website zu tun. Sowohl die Website als auch die Social-Media-Kampagne würden durch die von der Klägerin 1 phy-Kantonsgericht Schwyz 17 sisch und psychisch missbrauchten Lehrer, Eltern und Kinder, die von den un- gerechtfertigten Vertreibungen betroffen gewesen seien, sowie von deren Un- terstützern organisiert und betrieben. Mit einer Einschüchterungstaktik und Dro- hungen wolle man die Opfer zum Schweigen bringen. Die Opfer würden Ge- rechtigkeit verlangen, damit die Kinder beruhigt in ihre Schule zurückkehren könnten sowie dass man sie entschädige und mit Würde behandle. Das von ihnen genutzte Logo habe ferner nichts mit dem Markenzeichen der Klägerin 1 zu tun und die Beklagten würden diese Anschuldigung nicht akzeptieren (GPR 2023 3, KG-act. 8). Weil Antwortsäumnis keine Klageanerkennung darstellt und ebenso wenig eine ausnahmslose Anerkennung der klägerischen Sachdarstel- lung bedeutet, was Art. 153 Abs. 2 ZPO sowie der entsprechende Vorbehalt in Art. 234 Abs. 1 ZPO verdeutlichen (Willisegger, a.a.O., Art. 223 ZPO N 19), wird auf die Vorbringen der Beklagten aus dem vorsorglichen Massnahmever- fahren in den nachfolgenden Erwägungen dennoch eingegangen, auch wenn das Gericht bei Antwortsäumnis grundsätzlich davon ausgehen kann, dass die klägerischen Behauptungen unbestritten geblieben sind (Richers/Naegeli, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweizerische Zivilpro- zessordnung, 3. A. 2021, Art. 223 ZPO N 9). ff) Auf den Websites www.I.________.org und www.J.________.com wer- den die Kläger namentlich der Gewalt gegen Frauen und Kinder bezichtigt. Darüber hinaus wird auf diesen Seiten auf zahlreiche weitere Social-Media- Kanäle (u.a. Twitter-, Instagram-. Facebook-, TikTok-, Snapchat- und YouTube- Konten), die entsprechende Vorwürfe enthalten, verwiesen (KG-act. 1, Rn. 16 ff.; KG-act 1/5-7, 1/21-22). Auf dem – gemäss Ausführungen der Kläger inzwi- schen nicht mehr abrufbaren – Instagram-Konto „R.________“ war beispiels- weise ein Beitrag aufzufinden mit einem Foto des Klägers 2 und der Bildunter- schrift (KG-act. 1, Rn. 20; KG-act. 1/7): „This is female abuser, monster B.________ of A.________ AG.“ Auf dem Bild selbst ist überdies in roter Schrift zu lesen (KG-act. 1, Rn. 22; KG-act. 1/7): „Female Abuser, Teacher Abuser, Kantonsgericht Schwyz 18 Nurse Abuser, B.________, A.________ AG.“ Diverse auf den Websites ge- nannte Social-Media-Konten verwenden ferner als Profilbild eine weisse ge- ballte Faust neben einem weissen Schweizerkreuz vor einem roten Hintergrund und mit dem Schriftzug „S.________“ (KG-act. 1, Rn. 21; KG-act. 1/6-7; GPR 2023 3, KG-act. 1/6), das sich auch auf den Websites wiederfindet (KG-act. 1/5 und 1/21). Auf der Internetseite www.J.________.com, die sich offensichtlich auf die Klägerin 3 bezieht, ist zudem das teilweise abgeänderte Logo der Klä- gerin 1 ersichtlich, das mit den Schriftzügen „T.________“ und „VIOLENCE AGAINST WOMEN“ ergänzt wurde (KG-act. 1/5). Dasselbe Logo ist auf zahl- reichen weiteren Plattformen anzutreffen (KG-act. 1/5-6 und 1/21-22). Aus den Ausführungen der Kläger und den von ihnen eingereichten Beilagen geht somit hervor, dass sich sämtliche Kläger mit den genannten Vorwürfen in einer breit angelegten Internetkampagne konfrontiert sehen (KG-act. 1, Rn. 16 ff.; KG- act. 1/5-7 und 1/21-22). gg) Die Beklagten bestritten das Bestehen der von den Gesuchstellern ge- nannten Websites und Social-Media-Kanäle sowie der besagten Vorwürfe ge- genüber den Klägern auf diesen Plattformen weder im vorsorglichen Massnah- meverfahren noch im Hauptverfahren. Sie machten jedoch im vorsorglichen Massnahmeverfahren durch ihr Vorbringen, wonach die physisch und psy- chisch missbrauchten Lehrer, Eltern und Kinder, die von den ungerechtfertigten Vertreibungen betroffen gewesen seien, sowie deren Unterstützer die Internet- kampagne betreiben würden, zumindest implizit geltend, dass die Vorwürfe der Wahrheit entsprächen (vgl. GPR 2023 3, KG-act. 8). Allerdings konkretisierten sie diese Behauptung nicht weiter und offerierten in diesem Zusammenhang keine Beweise. Hinzu kommt, dass sie die Darstellungen der Kläger, wonach der Grund für die Internetkampagne die langjährige Mietrechtsstreitigkeit zwi- schen der Beklagten 3 und der Q.________ sei, nicht bestritten. Sie erklärten ebenso wenig, wieso die Ausführungen der Kläger sowie diejenigen der Rechts- vertreterin der Q.________ und des Gerichtsvollziehers, wonach es zu keinerlei Kantonsgericht Schwyz 19 Gewalt gegenüber den anwesenden Personen bei der Vollstreckung des Räu- mungsentscheids gekommen sei (KG-act. 1, Rn. 39 und 41; KG-act. 1/14-15 und 1/17-19; GPR 2023 3, KG-act. 1, Rn. 29 und 32; GPR 2023 3, KG-act. 1/10- 13 und 1/15), nicht zutreffen sollten. Auch anderweitig sind keine Hinweise vor- handen, welche die Vorwürfe gegenüber den Klägern bestätigen würden. Daher und ohnehin angesichts der für Sachdarstellungen unüblichen Wortwahl und Darstellung ist davon auszugehen, dass es sich bei den Anschuldigungen, die hauptsächlich die Gewalt gegen Frauen, Kinder und teilweise andere Personen zum Gegenstand haben, um unwahre Tatsachenbehauptungen handelt. Der Durchschnittsadressat der genannten Anschuldigungen gegen die Kläger ist angesichts der uneingeschränkt an die Öffentlichkeit gerichteten und breit ge- fächerten Internetkampagne der durchschnittliche Nutzer sozialer Medien und des Internets (siehe dazu auch E. 3b/ff). Unter Beizug der Gesellschaft als ex- terne Referenzebene ergibt sich bei Betrachtung der genannten Anschuldigun- gen, insbesondere der Gewalt gegenüber Frauen und Kindern, dass diese Ver- haltensweisen betreffen, die namentlich in den westlichen Ländern von der All- gemeinheit als zutiefst verachtenswerte und besonders verwerfliche Taten an- gesehen werden, weshalb die besagten Vorwürfe nicht nur als wahrheitswidrig, sondern auch als ausserordentlich schwer zu bezeichnen sind. Aufgrund des- sen setzt die durch diese Vorwürfe und die namentliche Nennung der Kläger hervorgerufene Assoziation der Klägerin 1 als Unternehmen sowie der Kläger 2 und 3 sowohl als Organe der Klägerin 1 als auch als Privatpersonen mit den verachtenswerten und verwerflichen Handlungen gegenüber Frauen, Kindern und anderen Personen sämtliche Kläger in ihrem gesellschaftlichen Ansehen vom Standpunkt des Durchschnittsadressaten erheblich herab. Dies umso mehr, als die wahrheitswidrigen Aussagen über zahlreiche Plattformen im In- ternet verbreitet werden, weil bei der Verbreitung durch Medien, vor allem im Internet, durchgehend die Gefahr besteht, dass die Inhalte, solange sie auch nur teilweise auffindbar sind und/oder weiter publiziert werden können, selbst über wenige Kanäle eine grosse Anzahl an Personen erreichen und dadurch den Ruf der Kläger erheblich schädigen (vgl. Meili, a.a.O., Art. 28 ZGB N 2). Für Kantonsgericht Schwyz 20 die verwendeten Logos und Profilbilder gilt dies ebenso, weil auch auf diesen durch die namentliche Nennung insbesondere der Klägerin 1 und dem Schrift- zug „VIOLENCE AGAINST WOMEN“ eine entsprechende Verknüpfung herge- stellt wird. Damit sind die Persönlichkeitsverletzungen gegenüber allen Klägern rechtsgenüglich dargelegt. Rechtfertigungsgründe, für deren Vorhandensein die Beklagten beweisbelastet sind, bringen diese weder vor noch sind solche ersichtlich. Die Persönlichkeitsverletzungen sind somit auch widerrechtlich. hh) Die Beklagten machten im vorsorglichen Massnahmeverfahren geltend, dass sie nichts mit der Internetkampagne zu tun hätten, sondern diese von den betroffenen Lehrern, Eltern, Kindern und deren Unterstützern geführt werde. Es stellt sich deshalb die Frage, ob die Beklagten passivlegitimiert sind. aaa) Diesbezüglich erklären die Kläger, die Beklagte 1 (vormals U.________, z.T. auch V.________) sei Gründerin und Direktorin der Beklagten 3. Ihr Name erscheine zudem auf einigen der Social-Media-Kanäle (KG-act. 1, Rn. 12 und 70). Der Beklagte 2 sei Sohn der Beklagten 1 und gemäss Handelsregisterein- trag seit dem 14. Februar 2023 ebenfalls Direktor der Beklagten 3. Dieser habe die auf www.I.________.org und teilweise in den Social-Media-Beiträgen er- wähnte Strafanzeige erstattet (KG-act. 1, Rn. 13 und 70). Die Beklagte 3 (vor- mals W.________ bzw. X.________ sei eine Gesellschaft mit Sitz in Tokio, be- treibe eine internationale Schule und sei Mieterin von Räumlichkeiten der Q.________ gewesen (KG-act. 1, Rn. 15). Die auf den Websites www.I.________.org und www.J.________.com dargelegten Informationen und die hochgeladenen Dokumente würden den Schluss nahelegen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit die Beklagten Urheber der Internetkampagne seien, weil etliche Abbildungen von Originaldokumenten, namentlich der Korrespon- denz des Klägers 2 bzw. der Q.________ sowie ihrer Vertreter mit der Beklag- ten 3, aufgeschaltet seien, bei denen es nur schwer vorstellbar sei, dass andere Personen diese beigebracht hätten, weil nur wenige andere Personen über diese Dokumente verfügen würden (KG-act. 1, Rn. 32). Hinzu komme, dass auf Kantonsgericht Schwyz 21 den Websites www.I.________.org und www.J.________.com unter „CON- TACT US“ die gleiche Adresse aufgeführt sei wie auf der Website der Beklagten 3 und im Handelsregistereintrag der Beklagten 3 (KG-act. 1, Rn. 33 und 70). Ferner habe nur die Beklagte 3 die Informationen betreffend ihr Mietverhältnis mit der Q.________ und die Mieterausweisung gehabt und nur sie habe ein Interesse an der Diffamierung der Kläger in diesem Zusammenhang. Dement- sprechend würden seitens der Beklagten 3 in dem per E-Mail vom 9. April 2023 dem Rechtsvertreter der Kläger zugestellten Schreiben für die Beendigung der Internetkampagne folgende Bedingungen mit erpresserischem Charakter ge- stellt (KG-act. 1, Rn. 70; KG-act. 1/20): Parents’ Conditions – To be completed April, 2023 1) Letter Issue the written statement stating below by Wednesday, April 12, 2023. 1. Reverse the eviction and dismiss the case for permanently as of April 12, 2023. 2. Confirm to return children’s work, children’s belongings, academic materials, furniture and safety equipment taken by A.________ AG to the building and complete safety inspection by Thursday, April 13, 2023. 3. Confirm children to return to the building from Monday, April 17. 4. Confirm CHF 10 million non-refundable deposit for family’s damages to be paid by April 21 (CHF 9 million remaining). 5. Confirm donation of the building and the land to the school to ensure the safety of the school for its lifetime. 6. The parents will cease all public legal cases worldwide, cease any and all media and social media campaign and protests. 2) Non-Refundable Deposit Make CHF 1 million non-refundable deposit by Wednesday, April 12 (before JST 3 pm) for part of family’s damages to below account: […] This will give 1 day for the school to convince the families to stop releasing and interviewing with the media. The parents expect to be paid for the damages for at least the duration of case that have placed the children in an unsafe environment and out of school. They are demanding not only for the tuition & fees, but trauma they have endured and will carry for rest of their lives.Kantonsgericht Schwyz 22 They are also claiming damages for disrupting their children’s entry into prestigious Japanese and international schools because the school was considered the best pre-school for preparing its pupils for top tier elementary schools. Parents and their children have been preparing for years to gain such admission. School & Staff Conditions - To be completed in May, 2023 1) Pay CHF 100 million to compensate for damages and trauma suffered by the school and its staff. 2) The school and the victims will cease all public legal cases worldwide, cease any and all media and social media campaign and protests. […] We expect your 1. Letter and 2. Non-Refundable Deposit by Wednesday, April 12, 2023. There is no room for negotiation by the parents at this point. Dieses Schreiben habe der Rechtsvertreter der Kläger ausserdem in physischer Form erhalten. Ein Handschriftgutachten habe diesbezüglich ergeben, dass die Handschrift, mit welcher der Umschlag beschriftet sei, in welchem das genannte Schreiben versandt worden sei, urheberidentisch mit der Handschrift der Be- klagten 1 aus einer Vergleichsprobe sei (KG-act. 1, Rn. 62 und 70) bbb) Die vorangehend dargelegten Ausführungen der Kläger sind im Haupt- verfahren unbestritten geblieben. Auch im vorsorglichen Massnahmeverfahren bestritten die Beklagten diese Ausführungen nicht, jedenfalls nicht konkret. Ins- besondere ist unbestritten, dass die an die Rechtsvertreter der Kläger zugestell- ten Bedingungen für die Beendigung der Internetkampagne von Seiten der Be- klagten 3 kamen (vgl. KG-act. 1, Rn. 70). In diesen Bedingungen ist im Falle der Erfüllung u.a. Folgendes festgehalten (KG-act. 1, Rn. 70, S. 31; KG- act. 1/20, Schreiben vom 9. April 2023, S. 4): „The school and the victims will cease all public legal cases worldwide, cease any and all media and social media campaign and protests.” Dies bestätigt, dass die Beklagte 3 in die Inter- netkampagne gegen die Kläger involviert ist, weil sie als Betreiberin der Schule (vgl. KG-act. 1/1-2) die Internetkampagne ansonsten gar nicht einstellen Kantonsgericht Schwyz 23 könnte. Es suggeriert zudem, dass die gesamte Internetkampagne gezielt be- endet werden kann. In den „Parents’ Conditions“ steht ausserdem (KG-act. 1, Rn. 70, S. 31; KG-act. 1/20, Schreiben vom 9. April 2023, S. 3): „This will give 1 day for the school to convince the families to stop releasing and interviewing with the media.” Die Beklagte 3 muss mithin in der Lage sein, auch die angeblich von den betroffenen Familien veröffentlichten Inhalte innerhalb kürzester Zeit zu stoppen. Hinzu kommt, dass gemäss Handelsregistereintrag die Adresse des Hauptsitzes der Beklagten 3 „Y.________, Tokyo“ lautet (KG-act. 1/1-2). Diese Adresse wird ebenso auf den Websites www.I.________.org und www.J.________.com als Kontaktadresse angegeben (KG-act. 1/5 und 1/21, jeweils zweitletzte Seite). Daher ist erstellt, dass es sich bei der Beklagten 3 um die Hauptverantwortliche für die Internetkampagne handelt, jedenfalls aber um eine Mitverantwortliche mit einer wesentlichen Rolle, welche die Internetkam- pagne einstellen kann. Dies muss entsprechend auch für die Beklagten 1 und 2 gelten, weil sie unbestrittenermassen Organe der Beklagten 3 sind (KG- act. 1/2, S 1 f.). Abgesehen davon bestreiten die Beklagten nicht, dass der Name der Beklagten 1 in einigen der Social-Media-Konten erscheine, deren Un- terschrift urheberidentisch mit derjenigen auf dem Umschlag des erwähnten Schreibens vom 9. April 2023 sei und dass der Beklagte 2 die auf der Website www.I.________.org und teilweise in den Social-Media-Beiträgen erwähnte Strafanzeige erstattet habe (vgl. KG-act. 1, Rn. 70; KG-act. 1/16, 1/23-24). Auf- grund dessen ist davon auszugehen, dass die Beklagten 1 und 2 auch unab- hängig von ihrer Organstellung als Privatpersonen an der Internetkampagne be- teiligt sind. Für die genannten Schlussfolgerungen spricht denn auch das unbe- stritten gebliebene Vorbringen der Kläger, wonach von den Klägern für die Ein- stellung der Internetkampagne mit E-Mail vom 1. Juni 2023 erneut die Erfüllung gewisser Bedingungen, namentlich die Bezahlung von Millionenbeträgen auf ein Bankkonto eines Unternehmens, in welchem die Beklagten 1 und 2 gemäss Handelsregistereintrag ebenfalls als „Directors“ eingetragen seien, gefordert worden sei (KG-act. 1, Rn. 34; KG-act. 1/11-13). Kantonsgericht Schwyz 24 Wie bereits ausgeführt reicht für das „Mitwirken“ im Sinne von Art. 28 Abs. 1 ZGB schon das Dulden oder Begünstigen einer Persönlichkeitsverletzung, selbst wenn der Handelnde sich dessen nicht bewusst ist oder nicht bewusst sein kann. Die mitwirkende Person muss nicht einmal Einfluss auf den Inhalt der in Frage stehenden Publikation haben. Dem Verletzten soll es offenstehen, gegen diejenige Person vorzugehen, die am besten geeignet ist, die Persön- lichkeitsverletzung aus der Welt zu schaffen (E. 3a/aa). In Anbetracht der vor- angehenden Ausführungen und mangels konkreter Bestreitungen der Beklag- ten hat als erstellt zu gelten, dass sämtliche Beklagten an den Persönlichkeits- verletzungen mitwirkten und dass sie darüber hinaus am besten geeignet sind, die Persönlichkeitsverletzungen zu beseitigen bzw. zu unterbinden. Die Passiv- legitimation der Beklagten ist somit gegeben. ii) Neben den bereits eingetretenen Persönlichkeitsverletzungen machen die Kläger geltend, dass mit weiteren solchen Verletzungen zu rechnen sei. Dazu verweisen sie auf das Schreiben vom 9. April 2023, worin folgende Pas- sage zu finden ist (KG-act. 1, Rn. 63; KG-act. 1/20, Schreiben vom 9. April 2023, S. 3): „The parents, the victims and the school will never stop discussing this case with global media unless you agree to the conditions below. We are prepared to disclose more evidence of violence perpetrated against the school (what has been disclosed on the campaign website is just a fraction of evidence from three years of A.________ AG's harassment of the school). The victims will not rest until justice is done.” Die Beklagten bestreiten diese Ausführungen nicht. Vielmehr unterstellten sie die Anschuldigungen in ihrer Gesuchsantwort im vorsorglichen Massnahmeverfahren als wahr (siehe dazu E. 3a/gg) und brachten vor, die Opfer würden Gerechtigkeit wollen und man versuche, die Opfer zum Schweigen zu bringen. Die Beklagten sind somit nicht bereit, die Äusserungen zurückzunehmen und drohen im Schreiben vom 9. April 2023 an, weitere entsprechende Inhalte zu verbreiten, sofern die Kläger ihre Bedingun- gen nicht akzeptieren würden, die u.a. in der Bezahlung von über Fr. 100 Mio. bestehen (vgl. KG-act. 1, Rn. 63 ff.; KG-act. 1/20, Schreiben vom 9. April 2023; Kantonsgericht Schwyz 25 siehe auch KG-act. 1/8, 1/11 und 1/25). Hinzu kommt, dass die Beklagten sich auch von den gutgeheissenen vorsorglichen Massnahmen nicht beeindrucken liessen, die angeordneten Löschungen der Websites und Social-Media-Kanäle nicht vornahmen und unbestrittenermassen weiterhin ähnliche Inhalte veröf- fentlichten (KG-act. 1, Rn. 48 ff.). Aufgrund dessen und angesichts der verbrei- teten Inhalte liegt nicht nur ein schutzwürdiges Interesse der Kläger an der Ver- hinderung zusätzlicher Veröffentlichungen, sondern auch die ernsthafte und na- heliegende Gefahr weiterer Verletzungen durch die Beklagten vor. jj) Zusammengefasst sind nicht nur die bereits eingetretenen widerrechtli- chen Persönlichkeitsverletzungen erstellt, sondern auch, dass weitere solche Verletzungen zu befürchten sind. b) Neben der geltend gemachten Persönlichkeitsverletzung beruft sich die Klägerin 1 auf Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG. aa) Das UWG bezweckt, den lauteren und unverfälschten Wettbewerb im In- teresse aller Beteiligten zu gewährleisten (Art. 1 UWG). Unlauter und wider- rechtlich ist jedes täuschende oder in anderer Weise gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossende Verhalten oder Geschäftsgebaren, welches das Verhältnis zwischen Mitbewerbern oder zwischen Anbietern und Abneh- mern beeinflusst (Art. 2 UWG). Der persönliche Geltungsbereich des UWG um- fasst die Schutzsubjekte sowie die Urheber einer unlauteren Verhaltensweise. Schutzsubjekte sind die Mitbewerber, die Marktgegenseite (Anbieter, Nachfra- ger, Konsumenten) und die Allgemeinheit. Als mögliche Urheber einer unlaute- ren Verhaltensweise kommen nicht nur Wettbewerber, sondern auch Aussen- stehende oder Dritte infrage. Ein Wettbewerbsverhältnis zu den betroffenen An- bietern oder Abnehmern ist nicht vorausgesetzt (Jung, in: Jung [Hrsg.], Stämpf- lis Handkommentar zum Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb, 3. A., 2023, Art. 1 UWG N 22 ff. sowie Art. 2 UWG N 18; Heizmann, in: Oesch/Weber/ Zäch [Hrsg.], Wettbewerbsrecht II, Kommentar, 2. A. 2021, Art. 1 UWG N 22 f. Kantonsgericht Schwyz 26 m.w.H.). Dem sachlichen Geltungsbereich unterstehen nur diejenigen Verhal- tensweisen, die als Wettbewerbshandlungen zu qualifizieren sind. Unter Wett- bewerbshandlungen sind laut Bundesgericht Verhaltensweisen zu verstehen, die objektiv auf eine Beeinflussung der Wettbewerbsverhältnisse angelegt sind und nicht in einem völlig anderen Zusammenhang erfolgen. Das Verhalten des Verletzers hat marktrelevant, marktgeneigt oder wettbewerbsgerichtet zu sein. Eine abstrakte Eignung zur Wettbewerbsbeeinflussung genügt (BGE 120 II 76, E. 3a; Heizmann, a.a.O., Art. 1 UWG N 25 f. m.w.H.). Für den örtlichen Gel- tungsbereich gilt grundsätzlich das Territorialitätsprinzip, jedoch ist für Zivilan- sprüche in internationalen Sachverhalten gemäss Art. 136 Abs. 1 IPRG das Auswirkungsprinzip massgebend (Jung, a.a.O., Art. 23 UWG N 20; Heizmann, a.a.O., Art. 1 UWG N 29). bb) Nach Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG handelt unlauter, wer andere, ihre Waren, Werke, Leistungen, deren Preise oder ihre Geschäftsverhältnisse durch unrich- tige, irreführende oder unnötig verletzende Äusserungen herabsetzt. Eine Her- absetzung liegt vor, wenn die fragliche Äusserung unter Würdigung aller Um- stände ein eigentliches Verächtlichmachen, Heruntermachen oder Schlechtma- chen darstellt. Ob eine Äusserung nach Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG unlauter ist, ist objektiviert nach Massgabe des Durchschnittsadressaten, aber unter Würdi- gung der konkreten Umstände zu beurteilen (BGer, Urteil 4A_254/2007 vom 29. Januar 2008, E. 2.1; Berger, in: Hilty/Arpagaus [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb [UWG], 2013, Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG N 15 ff.; Heizmann, a.a.O., Art. 3 Abs. 1 Bst. a UWG N 6). Zuerst ist der Adressatenkreis und darin der Adressat mit seinen durchschnittlichen Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnissen zu bestimmen. Anschliessend ist das Verhalten aus Sicht eines solchen Durchschnittsadressaten in guten Treuen, nach allgemeiner Lebenserfahrung, im Lichte der konkreten Umstände, bei durchschnittlicher Aufmerksamkeit unter Einbezug des Gesamteindrucks zu würdigen (Handelsgericht Zürich, Urteil HG170194-O vom 11. März 2020, E. II.5.1.2; Heizmann, a.a.O., Art. 3 Abs. 1 Bst. a UWG N 11). Erforderlich ist Kantonsgericht Schwyz 27 eine gewisse Schwere, d.h., die Äusserung muss über eine im Wettbewerb als noch üblich angesehene kritische Auseinandersetzung mit einem Wettbewerbs- teilnehmer hinausgehen. Die objektive Eignung zur Herabsetzung genügt, ein Herabsetzungserfolg oder eine Herabsetzungsabsicht ist mithin nicht voraus- gesetzt (Berger, a.a.O., Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG N 27 f. m.H.; Spitz, in: Jung [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb, 3. A., 2023, Art. 3 lit. a UWG N 29 f.; Berger, a.a.O., N 28 zu Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG; Blattmann, in: Heizmann/Loacker [Hrsg.], UWG Kommentar, Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG N 31 ff.; Heizmann, a.a.O., Art. 3 Abs. 1 Bst. a UWG N 7 ff.). Unrichtig ist eine Äusserung, wenn sie nicht mit der Realität überein- stimmt. Eine (wahre) Äusserung ist irreführend, wenn sie geeignet ist, beim Durchschnittsadressaten eine falsche Vorstellung hervorzurufen (Berger, a.a.O., Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG N 38; Blattmann, a.a.O., Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG N 56; Spitz, a.a.O., Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG N 37). Unnötig verletzend ist eine Aussage, wenn sie angesichts des Sachverhalts, den sie beschreiben oder be- werten soll, weit über das Ziel hinausschiesst, völlig sachfremd bzw. unsachlich, mithin unhaltbar ist (BGer Urteile 4C.342/2005 vom 11. Januar 2006, E. 2.3, und 6S. 340/2003 vom 4. Juni 2004, E. 3.1). cc) Die Kläger bringen vor, die über die genannten Websites und Social- Media-Kanäle verbreiteten Aussagen in Schrift sowie – was die an das Logo der Klägerin 1 angelehnten Icons angehe – in Bild seien unrichtig, irreführend sowie unnötig verletzend. Betroffen von diesen unlauteren Äusserungen sei mit der Klägerin 1 eine Teilnehmerin am wirtschaftlichen Wettbewerb. Die falschen Beschuldigungen seien geeignet, der Klägerin 1 einen Wettbewerbsnachteil ge- genüber Konkurrenten zu verschaffen. Gerade bei einem Unternehmen, das u.a. L.________ herstelle, werde die breite Öffentlichkeit abgeschreckt, Pro- dukte zu erwerben, wenn das Unternehmen und leitende Organe im Verdacht stünden, Gewalt gegen Frauen und Kinder auszuüben. Auch Lieferanten und Händler würden nicht zuletzt mit Rücksicht auf die eigene Reputation ihre Ge-Kantonsgericht Schwyz 28 schäftsbeziehungen mit einem Unternehmen, das solchen Vorwürfen ausge- setzt sei, überdenken. Damit werde auch eine Schädigungsabsicht verfolgt, weil unmissverständlich mit weiteren solchen Veröffentlichungen gedroht und u.a. ein Betrag von Fr. 100 Mio. für die Beendigung der Kampagne verlangt werde (zum Ganzen KG-act. 1, Rn. 73 ff.). dd) Abgesehen vom Vorbringen im vorsorglichen Massnahmeverfahren, die Beklagten hätten nichts mit der Internetkampagne und das verwendete Logo habe nichts mit dem Markenzeichen der Klägerin 1 zu tun (GPR 2023 3, KG- act. 8), äussern sich die Beklagten nicht zur geltend gemachten Herabsetzung. ee) Die Klägerin 1 ist als Unternehmen und Teilnehmerin am Wettbewerb Schutzsubjekt des UWG. Weil kein Wettbewerbsverhältnis vorausgesetzt ist und jedermann gegen das UWG verstossen kann, kommen die Beklagten als Urheber unlauterer Verhaltensweisen infrage. Die Veröffentlichung und Verbrei- tung von Anschuldigungen gegenüber der Klägerin 1, welche die Gewalt gegen Frauen und Kinder beinhalten, ist objektiv geeignet, die Geschäftsehre und das Ansehen der Klägerin 1 herabzusetzen (siehe E. 3a/gg) und damit den Wettbe- werb zu beeinflussen, weshalb sie als Wettbewerbshandlungen zu qualifizieren sind. Der persönliche und sachliche Geltungsbereich des UWG ist somit gege- ben. Aufgrund des Sitzes der Klägerin im Kanton Schwyz sowie der Wohnsitze der Beklagten 1 und 2 in der Schweiz und unter Berücksichtigung des Um- stands, dass sich die Internetkampagne insbesondere in der Schweiz, wo die Klägerin 1 u.a. am Wettbewerb teilnimmt, auswirkt (siehe E. 2b f.), ist auch der örtliche Geltungsbereich des UWG zu bejahen. Der Geltungsbereich des UWG ist mithin eröffnet. ff) Eine Äusserung i.S.v. Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG liegt in jeder Art eines Kom- munikationsverhaltens gegenüber Dritten (Berger, a.a.O., Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG N 10). Sie kann mündlich, schriftlich, bildlich oder etwa durch Gesten er- folgen. Die Form der Äusserung ist nicht von Bedeutung (Heizmann, a.a.O., Kantonsgericht Schwyz 29 Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG N 4). Bei den in der Internetkampagne verbreiteten An- schuldigungen und den genutzten Profilbildern sowie Logos handelt es sich um solches Kommunikationsverhalten und somit um Äusserungen i.S.v. Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG. In Bezug auf das genutzte Logo überzeugt der Einwand der Beklagten im vorsorglichen Massnahmeverfahren, das Logo habe nichts mit dem Markenzeichen oder generell nichts mit der Klägerin 1 zu tun, im Übrigen nicht, weil zumindest die Klägerin 1 darauf namentlich mit den entsprechenden Vorwürfen genannt wird und sich dieses ausserdem in seiner Form an dasje- nige der Klägerin 1 anlehnt (vgl. E. 3a/ff f. und E. 4c/bb). Dass die Beklagten Hauptverantwortliche oder zumindest Mitverantwortliche mit einer wesentlichen Rolle im Zusammenhang mit der Internetkampagne sind, wurde bereits darge- legt (siehe E. 3a/hh/bbb). Ferner ist, wie ebenfalls schon ausgeführt, davon aus- zugehen, dass die Anschuldigungen unwahre Tatsachenbehauptungen darstel- len (siehe E. 3a/gg). Ob diese unlauter sind, hat objektiviert nach Massgabe des Durchschnittsadressaten, aber unter Würdigung der konkreten Umstände zu erfolgen (siehe E. 3d/bb). Die Internetkampagne richtet sich weltweit unein- geschränkt an die breite Öffentlichkeit, weshalb es sich beim Durchschnitts- adressaten um den durchschnittlichen Nutzer sozialer Medien und des Internets handelt, was insbesondere sämtliche potenziellen und tatsächlichen Abnehmer sowie Geschäftspartner der Klägerin 1 als Wettbewerbsteilnehmerin umfasst. Daher ist nicht von besonderen Vorkenntnissen oder Fähigkeiten der Durch- schnittsadressaten auszugehen. Weil sich die Anschuldigungen zudem auf ge- sellschaftlich als verachtenswert und besonders verwerflich angesehene Hand- lungen beziehen, mithin auf ausserordentlich schwere Vorwürfe, sind diese ob- jektiv geeignet, die Klägerin 1 beim Durchschnittsadressaten in ihrer Geschäft- sehre und ihrem Ansehen erheblich herabzusetzen (vgl. E. 3a/gg). Somit liegt auch eine Herabsetzung durch unrichtige Äusserungen nach Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG gegenüber der Klägerin 1 vor. Bezüglich weiterer künftiger Herabsetzun- gen kann sinngemäss auf E. 3a/ii verwiesen werden.Kantonsgericht Schwyz 30 4. Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, kann dem Ge- richt beantragen, eine drohende Verletzung zu verbieten, eine bestehende Ver- letzung zu beseitigen oder die Widerrechtlichkeit einer Verletzung festzustellen, wenn sich diese weiterhin störend auswirkt (Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 28a Abs. 1 ZGB). Dauert eine Störung der Persönlichkeit an, steht dem Betroffenen ein Beseitigungsanspruch zu. Vorausgesetzt ist, dass die Persönlichkeitsverlet- zung effektiv eintrat, im Urteilszeitpunkt noch andauert und behoben werden kann. Im Übrigen ist der Beseitigungsanspruch weder von einem Verschulden des Urhebers einer Persönlichkeitsverletzung noch von der Einhaltung irgend- welcher Fristen abhängig. Beseitigungsansprüche unterliegen jedoch dem Ge- bot der Verhältnismässigkeit. Gegenstand der Beseitigungsklage muss ein kon- kret bestimmtes Verhalten sein. Der Kläger muss also genau angeben, mit wel- cher Massnahme der Verletzungszustand beseitigt werden soll (Meili, a.a.O., Art. 28a ZGB N 4 f. m.w.H.). Ein Unterlassungsanspruch ist gegeben, sobald der Kläger von einer Störung seines Persönlichkeitsrechts bedroht wird. Das Begehren muss auf Verbot eines genau umschriebenen, ernstlich zu befürch- tenden zukünftigen Verhaltens gerichtet sein. Das Verbot eines allgemeinen Verhaltens kann nicht vollstreckt werden. Der Kläger muss nicht nur ein schutz- würdiges Interesse nachweisen, sondern auch die ernsthafte und naheliegende Gefahr einer Verletzung. Mit dem Unterlassungsanspruch werden vorwiegend präventive Zwecke verfolgt, weshalb dem Anspruch nur mit grosser Zurückhal- tung und unter Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit stattzuge- ben ist (Meili, a.a.O., Art. 28a ZGB N 2 m.w.H.). Gemäss Art. 9 Abs. 1 UWG kann, wer durch unlauteren Wettbewerb in seiner Kundschaft, seinem Kredit oder beruflichen Ansehen, in seinem Geschäftsbe- trieb oder sonst in seinen wirtschaftlichen Interessen bedroht oder verletzt wird, dem Richter beantragen eine drohende Verletzung zu verbieten (lit. a), eine be- stehende Verletzung zu beseitigen (lit. b) sowie die Widerrechtlichkeit einer Ver- letzung festzustellen, wenn sich diese weiterhin störend auswirkt (lit. c). Die vor-Kantonsgericht Schwyz 31 angehend dargelegten Voraussetzungen für die Beseitigungs- und Unterlas- sungsansprüche nach Art. 28a Abs. 1 ZGB gelten im Wesentlichen auch für die- jenigen nach Art. 9 Abs. 1 UWG (vgl. Spitz, a.a.O., Art. 9 UWG N 60 ff. und N 71 ff.). a) Die Kläger verlangen im Sinne einer Beseitigung die Deaktivierung der Websites www.I.________.org sowie www.J.________.com und die Löschung jeglicher anderen von den Beklagten verantworteten Veröffentlichungen (inkl. „Petitionssammlungen“) im Internet zu diesem Thema mit einer namentli- chen Aufzählung der Kanäle und Fundstellen (vgl. KG-act. 1, Antrag Ziff. 1). Ferner beantragen sie, den Beklagten sei zu untersagen, herabsetzende, wahr- heitswidrige und/oder ehrverletzende, rufschädigende Äusserungen über die Kläger rund um den Themenkomplex „K.________“, „violence against women and children“, „female abuser“ etc. öffentlich über digitale oder analoge Kanäle in jedweder Sprache zu verbreiten. Zudem sei den Beklagten zu untersagen, grafische Darstellungen/Icons, insbesondere dasjenige mit dem L.________ in einem Wappenschild, verbunden mit dem Text „M.________“, zu verwen- den/verbreiten (KG-act. 1, Antrag Ziff. 1). b) Zu diesen Anträgen der Kläger äusserten sich die Beklagten lediglich im vorsorglichen Massnahmeverfahren und auch nur insoweit, als sie behaupte- ten, sie seien nicht für die Internetkampagne verantwortlich und das „beigefügte Logo“ habe nichts mit dem Markenzeichen der Klägerin 1 zu tun (GPR 2023 3, KG-act. 8). c) aa) In Bezug auf die bereits eingetretenen Persönlichkeitsverletzungen und die Herabsetzung nach UWG kann auf E. 3a/gg und E. 3b/ff verwiesen wer- den. Die Beklagten dementieren die Existenz der von den Klägern aufgezählten Internetseiten und Social-Media-Kanäle sowie weiteren Fundstellen, auf denen die entsprechenden Anschuldigungen gegenüber den Klägern aufzufinden Kantonsgericht Schwyz 32 sind, denn auch nicht. Der Eintritt der Persönlichkeitsverletzungen und der Her- absetzung ist mithin erstellt. Unbestritten ist ferner, dass die Beklagten den an- geordneten vorsorglichen Massnahmen nicht nachkamen, d.h., die Internetsei- ten, Social-Media-Kanäle und weiteren Fundstellen nicht deaktivierten bzw. löschten (vgl. KG-act. 1, Rn. 48 ff.). Diese sind weiterhin abrufbar und so- mit dauern sowohl die Persönlichkeitsverletzungen als auch die Herabsetzung an. Wie bereits ausgeführt, haben die Beklagten die Möglichkeit, die Internet- kampagne einzustellen (siehe E. 3a/hh/aaa f.). Die Persönlichkeitsverletzungen und die Herabsetzung können daher durch die Beklagten behoben werden. Demzufolge ist der Beseitigungsanspruch gegeben. Dass überdies ein schutz- würdiges Interesse der Kläger an der Verhinderung zusätzlicher Veröffentli- chungen und die ernsthafte und naheliegende Gefahr weiterer Persönlichkeits- verletzungen bzw. Herabsetzungen (siehe E. 3b/ff) durch die Beklagten vorlie- gen, wurde bereits dargelegt (E. 3a/ii). Aufgrund dessen besteht auch ein Un- terlassungsanspruch. bb) Im Wesentlichen verlangen die Kläger die Beseitigung der bisherigen ruf- schädigenden Inhalte auf sämtlichen Kanälen sowie die Unterlassung entspre- chender künftiger Veröffentlichungen. Diese Anordnungen sind ohne Weiteres geeignet, den Ruf der Kläger vor weiterem Schaden zu schützen. Weniger weit- reichende Vorkehren erscheinen nicht zweckdienlich, weil bei der Verbreitung durch Medien, vor allem im Internet, durchgehend die Gefahr besteht, dass die Inhalte, solange sie auch nur teilweise auffindbar sind und/oder weiter publiziert werden können, selbst über wenige Kanäle eine grosse Anzahl an Personen erreichen und dadurch den Ruf der Kläger erheblich schädigen (vgl. Meili, a.a.O., Art. 28 ZGB N 2). Dies gilt auch in Bezug auf das Logo mit dem L.________ in einem Wappenschild und dem Text „T.________“ sowie „VIO- LENCE AGAINST WOMEN“, das die Beklagten im vorsorglichen Massnahme- verfahren wohl mit „beigefügtem“ Logo meinten. Denn die Kläger beantragen diesbezüglich nur, dass die Beklagten solche grafischen Darstellungen nicht in Kantonsgericht Schwyz 33 Verbindung mit dem genannten Text, der die eigentliche persönlichkeitsverlet- zende Äusserung und konkrete Assoziation zur Klägerin 1 enthält, verwenden und verbreiten. Der Einwand der Beklagten im vorsorglichen Massnahmever- fahren, das Logo habe nichts mit dem Markenzeichen der Klägerin 1 oder al- lenfalls mit der Klägerin 1 allgemein zu tun, ist nicht überzeugend, weil es be- reits von der Form her an das Logo der Klägerin 1 angelehnt ist und darüber hinaus ausdrücklich den Schriftzug „T.________“ enthält. Ob in diesem Zusam- menhang allfällige Immaterialgüterrechte tangiert werden, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Nachdem davon auszugehen ist, dass die ge- genüber den Klägern in der Internetkampagne gemachten Anschuldigungen nicht wahr sind (siehe E. 3a/gg), die Beklagten an deren Verbreitung kein Inter- esse geltend machten und ein solches ebenso wenig ersichtlich ist, erweist sich der Nachteil für die Beklagten bei Anordnung der Beseitigung der bisherigen Verletzungen und der Unterlassung weiterer Verletzungen als gering, zumal dies die Beklagten zwar in ihrer Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit (Art. 16 und Art. 17 BV) einschränkt, sich diese Einschränkung aber lediglich auf die haltlos erscheinenden Vorwürfe gegenüber den Klägern bezieht. Dem- gegenüber droht den Klägern ein erheblicher immaterieller Nachteil in Form der (allenfalls länger haftend bleibenden) Schädigung ihres Rufs (vgl. E. 3a/gg), weil gerade die Verbreitung der Inhalte über Social-Media-Kanäle geeignet ist, die Verletzungen zu multiplizieren und zu medienübergreifenden Hypes auszu- weiten (Meili, a.a.O., Art. 28 ZGB N 2). In Anbetracht all dessen erscheinen die beantragten Anordnungen geeignet, erforderlich sowie zumutbar und mithin verhältnismässig. cc) Aus dem Antrag Ziff. 1 der Kläger ergibt sich angesichts der namentlichen Nennung unmissverständlich, welche Internetseiten und Social-Media-Kanäle die Beklagten zu deaktivieren bzw. zu löschen haben. Ebenso eindeutig ist, dass sich der Antrag auf den Themenkomplex rund um die Vorwürfe der Miss- handlung resp. Gewalt gegenüber Frauen, Kindern und teilweise weiteren Per- sonen, die insbesondere auf den Internetseiten www.I.________.org und Kantonsgericht Schwyz 34 www.J.________.com verbreitet werden, bezieht. Daher ist auch klar, welche Inhalte aus den weiteren Fundstellen und den sonstigen von den Beklagten ver- antworteten Veröffentlichungen zu entfernen sind. Dass die Beklagten mit den besagten Vorwürfen vertraut sind, zeigten sie mit ihrer Gesuchsantwort im vor- sorglichen Massnahmeverfahren (vgl. GPR 2023 3, KG-act. 8). Angesichts des umschriebenen Themenkomplexes ergibt sich ferner eindeutig, welche Äusse- rungen, sei es in Schrift oder in Bild resp. durch grafische Darstellungen/Icons, die Beklagten nicht öffentlich verbreiten dürfen, insbesondere auch in Bezug auf das in Antrag Ziff. 1 beschriebene und abgebildete Logo. Die beantragten Anordnungen sind somit ausreichend genau und konkret formuliert. dd) Antrag Ziff. 1 der Klageschrift ist daher in Bezug auf die Beseitigung der bisherigen Verletzungen und die Unterlassung künftiger Verletzungen gutzu- heissen. Weil die Kläger allerdings vorbringen, dass gewisse Kanäle nicht mehr abrufbar seien (KG-act. 1, Rn. 20 und 43), ist betreffend Beseitigung der bishe- rigen Verletzungen zu ergänzen, dass dies nur insoweit gilt, als die entspre- chenden Veröffentlichungen nicht bereits entfernt wurden. d) Die Kläger beantragen zudem, die genannten Anordnungen unter Andro- hung einer Ordnungsbusse nach Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO sowie der Bestrafung nach Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall zu erlassen (KG-act. 1, Antrag Ziff. 1). aa) Auf Antrag der obsiegenden Partei ordnet das Gericht Vollstreckungs- massnahmen an (Art. 236 Abs. 3 ZPO). Nach Art. 343 ZPO kann eine Strafan- drohung gemäss Art. 292 StGB, eine Ordnungsbusse bis zu Fr. 5’000.00, eine Ordnungsbusse bis zu Fr. 1’000.00 für jeden Tag der Nichterfüllung, eine Zwangsmassnahme oder eine Ersatzvornahme angeordnet werden. Der Kläger hat bloss Antrag auf Vollstreckung zu stellen. Das Gericht entscheidet von Am- tes wegen, welche Vollstreckungsmittel zur Anwendung gelangen und ist dabei Kantonsgericht Schwyz 35 nicht an einen Antrag des Klägers gebunden. Bei der Wahl der Vollstreckungs- massnahme hat das Gericht den Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beach- ten. Es kann auch mehrere Massnahmen miteinander verbinden (Zinsli, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro- zessordnung, 3. A. 2017, Art. 343 ZPO N 4). bb) Die Kläger bringen vor, das angerufene Gericht habe bereits mit den Ver- fügungen betreffend superprovisorische bzw. vorsorgliche Massnahmen eine Tagesbusse von Fr. 500.00 angedroht. Dies habe die Beklagten nicht davon abgehalten, die Internetkampagne weiterzuführen und weitere Inhalte hinzuzu- fügen. Weil die Tagesbusse als indirektes Zwangsmittel nicht ausgereicht habe, sei zusätzlich gegen die Beklagten 1 und 2 – auch in ihrer Eigenschaft als Or- gane der Beklagten 3 – gestützt auf Art. 343 Abs. 2 lit. a ZPO eine Strafandro- hung nach Art. 292 StGB auszusprechen (KG-act. 1, Rn. 78). cc) Die Beklagten bestreiten die Ausführungen der Kläger nicht. Aufgrund dessen wie auch unter Berücksichtigung der weitreichenden Internetkampagne und der damit einhergehenden Gefahr einer erheblichen Rufschädigung der Kläger (siehe E. 3a/ff f.) sowie in Anbetracht, dass die verbreiteten Anschuldi- gungen gegenüber den Klägern nicht nur haltlos (siehe E. 3a/gg), sondern die Beklagten auch als Hauptverantwortliche für die Internetkampagne erscheinen und die Beklagten diese innert kürzester Zeit stoppen könnten (siehe E. 3a/hh/bbb), drängt sich weiterhin die Androhung einer Ordnungsbusse von Fr. 500.00 für jeden Tag der Nichterfüllung auf. Nachdem die Beklagten die In- ternetkampagne unbestrittenermassen trotz superprovisorischer bzw. vorsorg- licher Massnahmen und der bereits angedrohten Tagesbusse (GPR 2023 3, KG-act. 5 und 26) nicht vollumfänglich einstellten, erscheint es den Ausführun- gen der Kläger entsprechend erforderlich, die Anordnungen zudem unter Straf- drohung nach Art. 292 StGB zu erlassen. Dies wurde denn auch bereits mit Verfügung vom 22. Februar 2024 (GPR 2023 8) in Abänderung der Verfügung vom 2. Oktober 2023 (GPR 2023 3) entsprechend angeordnet (Dispositivziffer Kantonsgericht Schwyz 36 2). Weil sich die Strafdrohung nach Art. 292 StGB nur an natürliche Personen richten kann (Zinsli, a.a.O., Art. 343 ZPO N 15), erfolgt die Strafdrohung ge- genüber den Beklagten 1 und 2 sowie den Organen der Beklagten 3. Weiterge- hende Vollstreckungsmassnahmen verlangen die Kläger nicht. Zum jetzigen Zeitpunkt ist denn auch nicht auszuschliessen, dass die zusätzliche Strafdro- hung die Beklagten dazu bewegt, den Anordnungen nachzukommen. In Nachachtung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes ist daher auf weiterge- hende Vollstreckungsmassnahmen zu verzichten. Nachdem den Beklagten be- reits mit superprovisorischer Verfügung vom 25. Mai 2023 eine Frist zur Umset- zung der angeordneten Massnahmen gesetzt wurde (GPR 2023 3, KG-act. 5, Dispositivziffer 2), ist auf die erneute Ansetzung einer solchen Frist zu verzich- ten. Die vorliegenden Anordnungen gelten sofort. 5. Die Kläger beantragen ferner Schadenersatz von den Beklagten unter so- lidarischer Haftung im Betrag von Fr. 10’131.34 zuzüglich Zins von 5 % seit dem 13. April 2023, Fr. 17’737.11 zuzüglich 5 % Zins seit dem 29. April 2023, Fr. 22’617.00 zuzüglich Zins seit dem 23. August 2023 und Fr. 3’958.00 zuzüg- lich Zins seit dem 10. November 2023 (KG-act. 1, Antrag Ziff. 2). Zudem ver- langen die Kläger jeweils eine Genugtuung von Fr. 25’000.00 zuzüglich 5 % Zins seit dem 15. November 2023 (KG-act. 1, Antrag Ziff. 3). a) aa) Sowohl Art. 28a ZGB als auch Art. 9 UWG behalten die Klage auf Schadenersatz vor (Art. 28a Abs. 3 ZGB; Art. 9 Abs. 3 UWG). Wer einem an- deren widerrechtlich Schaden zufügt, sei es mit Absicht oder aus Fahrlässigkeit, wird ihm zum Ersatz verpflichtet (Art. 41 Abs. 1 OR). Eine Haftung nach Art. 41 Abs. 1 OR setzt kumulativ einen Schaden, einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen schädigendem Verhalten und Schaden, Wi- derrechtlichkeit der Schädigung und ein Verschulden des Schädigers voraus (BGE 132 III 122 = Pra 95 [2006] Nr. 107, E. 4.1; Kessler, in: Widmer Lüchinger/ Oser [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 7. A. 2020, Art. 41 OR Kantonsgericht Schwyz 37 N 2c). Der Schaden im rechtlichen Sinne ist eine unfreiwillige Vermögensver- minderung oder ein unfreiwillig entgangener Gewinn (Fischer, in: Fischer/Luter- bacher [Hrsg.], Haftpflichtkommentar, 2016, Art. 41 OR N 17). Er kann in einer Verminderung der Aktiven, einer Vermehrung der Passiven oder in entgange- nem Gewinn bestehen und entspricht der Differenz zwischen dem gegenwärti- gen Vermögensstand und dem Stand, den das Vermögen ohne das schädi- gende Ereignis hätte bzw. den Einkünften, die nach dem schädigenden Ereig- nis tatsächlich erzielt wurden und denjenigen, die ohne dieses Ereignis zuge- flossen wären (BGE 132 III 321, E. 2.2.1 m.w.H.). Natürliche Kausalität liegt dann vor, wenn die schädigende Handlung eine notwendige Bedingung für den eingetretenen Schaden darstellt. Ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, wenn die Ursache nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen her- beizuführen, der Eintritt des Erfolgs also durch die Ursache als allgemein be- günstigt erscheint (Schönenberger, in: Honsell [Hrsg.], Kurzkommentar, Obliga- tionenrecht, 2014, Art. 41 OR N 14 f.). Die Schadenszufügung ist widerrechtlich, wenn entweder ein absolutes Recht des Geschädigten, worunter u.a. die Per- sönlichkeit fällt, verletzt oder eine reine Vermögensschädigung durch Verstoss gegen eine einschlägige Schutznorm bewirkt wird (Fischer, a.a.O., Art. 41 OR N 63 f.). Verschulden des Schädigers liegt vor, wenn er einerseits vorsätzlich oder fahrlässig handelte und andererseits urteilsfähig war (Fischer, a.a.O., Art. 41 OR N 157 ff.). bb) Die Kläger führen aus, um der von den Beklagten zu verantwortenden Internetkampagne zu begegnen, seien der Klägerin 1 ausserhalb dieses Ver- fahrens Kosten angefallen für den Beizug eines externen Dienstleisters für IT Forensic, eines externen Kommunikationsberaters sowie eines Schriftgutach- ters, welche die Klägerin 1 bei der Abwendung weiteren Schadens unterstützt hätten. Diese Kosten von insgesamt Fr. 54’443.45 zzgl. Zins von 5 % würden eine ungewollte Vermögensminderung in Form einer Minderung von Aktiven – Kantonsgericht Schwyz 38 bzw. einer Zunahme von Passiven, soweit die Rechnungen noch nicht begli- chen seien – der Klägerin 1 darstellen. Auf die Geltendmachung weiteren Scha- dens in Bezug auf die Reputationsschädigungen würden sie einstweilen unter Vorbehalt einer Nachklage und späterer Geltendmachung verzichten. Die ent- standenen Abwehrkosten hätten ihren Grund klarerweise in der damit abzuweh- renden Internetkampagne, weshalb der Kausalzusammenhang gegeben sei. Die Kosten hätten sich denn auch im Rahmen dessen gehalten, was zur Ab- wehr solcher Kampagnen für ein international tätiges Unternehmen in der Grös- senordnung der Klägerin 1 notwendig und üblich sei. Die Widerrechtlichkeit er- gebe sich aus den Persönlichkeitsverletzungen und der Herabsetzung nach UWG. Das Verschulden der Beklagten sei offensichtlich, weil diese um die Un- wahrheit und den ehrverletzenden Charakter ihrer Anschuldigungen gewusst hätten und ihnen überdies aufgrund ihrer eigenen unternehmerischen Akti- vitäten klar gewesen sein müsse, dass eine Unternehmung auf rufschädigende Internetkampagnen unter entsprechendem Ressourceneinsatz reagieren müsse, um weiteren Schaden abzuwenden (zum Ganzen KG-act. 1, Rn. 80 ff.). cc) Die Kläger machen Aufwendungen für konkrete Marktentwirrungsmass- nahmen (sog. Rettungsaufwand) als Teil des sogenannten Marktverwirrungs- schadens geltend (KG-act. 1, Rn. 80; vgl. Bracher, in: Fischer/Luterbacher [Hrsg.], Haftpflichtkommentar, 2016, Art. 9 UWG N 10). Zum Rettungsaufwand zählen insbesondere Rechtsverfolgungskosten, erhöhter Werbe- und Marke- tingaufwand sowie weitere Aufwendungen zur Marktentwirrung, wie insbeson- dere Kosten für Mehrarbeit des Personals. Erstattungsfähig ist nur messbarer Mehraufwand, der einen erkennbaren Bezug zum Wettbewerbsverstoss auf- weist (Bracher, a.a.O., Art. 9 UWG N 11). Ihren Rettungsaufwand beziffern die Kläger anhand von vier eingereichten Rechnungen auf Fr. 54’443.45 (KG- act. 1/27-30). Aus diesen ist denn auch ein Bezug zu den Beklagten und dem vorliegenden Fall bzw. dem superprovisorischen/vorsorglichen Massnahme- verfahren erkennbar (KG-act. 1/27-28 betreffen dasselbe Projekt und in der Be- schreibung vom 5. April 2023 wird der Wohnort der Beklagten 1 und 2 genannt; Kantonsgericht Schwyz 39 KG-act. 1/29 betrifft den „Japan Case“ und im Stundenauszug vom Mai 2023 werden die Beklagte 3 sowie das superprovisorische Gesuch erwähnt; KG- act. 1/30 betrifft das von den Klägern eingeholte Schriftgutachten [vgl. KG- act. 1, Rn. 62]). Die Beklagten bestreiten weder den Rettungsaufwand als Schaden noch dessen Höhe und ebenso wenig, dass ein erkennbarer Bezug zum Wettbewerbsverstoss, mithin zur Herabsetzung i.S.v. Art. 3 Abs. 1 lit. a UWG gegenüber der Klägerin 1 vorliegt. Der Schaden hat daher als erstellt zu gelten. Ferner ist die Schadenszufügung widerrechtlich, was sich betreffend Herabsetzung aus Art. 2 UWG ergibt (Domej, a.a.O., Art. 9 UWG N 54). Auch im Zusammenhang mit den Persönlichkeitsverletzungen liegt Widerrechtlichkeit vor, weil die Beklagten dadurch absolute Rechtsgüter der Kläger verletzten. Rechtfertigungsgründe bringen die Beklagten weder vor noch sind solche er- sichtlich. Ohne die Internetkampagne der Beklagten wäre kein entsprechender Aufwand für die Klägerin 1 notwendig gewesen. Eine solch breit angelegte In- ternetkampagne mit den besagten unwahren Vorwürfen, deren Initianten zunächst nicht bekannt waren und die also erst ausfindig gemacht werden mussten, ist insbesondere unter Berücksichtigung der Grössenordnung und der internationalen Tätigkeit der Klägerin 1 geeignet, Kosten für die Abwehr dieser Kampagne in der genannten Höhe zu generieren. Die Klägerin 1 sah sich ge- zwungen, dagegen vorzugehen, um eine erhebliche Rufschädigung durch die unkontrollierbare Verbreitung im Internet abzuwenden. Angesichts dessen liegt sowohl ein natürlicher als auch adäquater Kausalzusammenhang vor. In Anbe- tracht, dass die Beklagten als Hauptverantwortliche der Internetkampagne er- scheinen (siehe E. 3a/hh/aaa f.), sie die rufschädigenden Inhalte auch weiterhin verbreiten wollen, solange die Kläger ihren Bedingungen nicht nachkommen (siehe E. 3a/ii), und sie ausserdem zumindest für möglich halten mussten, dass die Kläger die Internetkampagne abzuwehren versuchen und ihnen aufgrund dessen und in Nachachtung der Verbreitung der Inhalte über zahlreiche Kanäle erhebliche Kosten entstehen würden, handelten die Beklagten zumindest even- tualvorsätzlich. Die Urteilsfähigkeit der Beklagten 1 und 2 als Privatpersonen und als Organe der Beklagten 3 ist im Übrigen nicht bestritten und wird ohnehin Kantonsgericht Schwyz 40 vermutet (Art. 16 ZGB). Demzufolge sind die Anspruchsvoraussetzungen von Art. 41 Abs. 1 OR (siehe E. 5a/aa) erfüllt. Zwar verlangen die Kläger die Scha- denersatzzahlung an alle Kläger (KG-act. 1 Antrag Ziff. 2). Weil sie jedoch nur Schaden der Klägerin 1 vorbringen (KG-act. 1, Rn. 80 ff.) und die eingereichten Rechnungen auch nur an diese adressiert sind (KG-act. 1/27-30), ist auch bloss dieser der Schadenersatz zuzusprechen. dd) Art und Grösse des Ersatzes für den eingetretenen Schaden bestimmt der Richter, der hierbei die Umstände und die Grösse des Verschuldens zu wür- digen hat (Art. 43 Abs. 1 OR). In Anbetracht des Ausmasses der Internetkam- pagne, der Schwere der Vorwürfe gegenüber den Klägern sowie des Umstands, dass die verbreiteten Anschuldigungen unwahr und die Beklagten als Haupt- verantwortliche der Kampagne erscheinen (siehe E. 3a/gg und E. 3a/hh/bbb), die unbestrittenermassen auf eine zulasten der Beklagten entschiedene Miet- rechtsstreitigkeit zurückzuführen ist und für die keine nachvollziehbaren Gründe ersichtlich sind (siehe E. 3a/gg), wiegen sowohl die Umstände als auch das Ver- schulden der Beklagten schwer zu deren Ungunsten. Herabsetzungsgründe i.S.v. Art. 44 OR bringen die Beklagten weder vor noch sind solche ersichtlich. Der Klägerin 1 sind die geltend gemachten Beträge daher in vollem Umfang zuzusprechen. ee) Zum Schaden gehört nach konstanter Rechtsprechung der Zins vom Zeit- punkt an, in dem sich das schädigende Ereignis finanziell auswirkte. Das Bun- desgericht legt in seiner Rechtsprechung den Satz des Schadenszinses in der Regel ohne nähere Begründung in Anlehnung an Art. 73 Abs. 1 OR auf 5 % fest (BGE 122 III 53, E. 4a f.; BGer Urteil 4A_113/2017 vom 6. September 2017, E. 5.3). Die Kläger verlangen 5 % Zins vom jeweiligen Rechnungsdatum ange- rechnet (KG-act. 1, Rn. 79; KG-act. 1/27-30), womit sie zumindest sinngemäss geltend machen, die Schädigung habe sich an den jeweiligen Daten finanziell ausgewirkt. Sowohl die Höhe des Zinses als auch der Zeitpunkt des Beginns Kantonsgericht Schwyz 41 der Verzinsung blieben unbestritten. Der Klägerin 1 ist daher Zins von 5 % auf die einzelnen Beträge ab dem jeweiligen Rechnungsdatum zuzusprechen. ff) Verschuldeten mehrere den Schaden gemeinsam, sei es als Anstifter, Ur- heber oder Gehilfen, so haften sie dem Geschädigten solidarisch (Art. 50 Abs. 1 OR). Die Beklagten erscheinen als Hauptverantwortliche der Internetkampagne (siehe E. 3a/hh/aaa f.) und sind daher zumindest Miturheber der Schädigung. Diese nahmen sie jedenfalls im Sinne eines Eventualvorsatzes in Kauf (siehe E. 5a/cc). Somit verursachten und verschuldeten sie den Schaden gemeinsam. Selbst wenn die Beklagten 1 und 2 nur als Organe der Beklagten 3 handelten, ist Art. 50 Abs. 1 OR anwendbar, weil dieser auch bloss rechtlich „gemeinsame“ Handlungen des Organs und der juristischen Person erfasst, für die das Organ handelt (Graber, in: Widmer Lüchinger/Oser [Hrsg.], Basler Kommentar, Obli- gationenrecht I, 7. A. 2020, Art. 50 OR N 6). Folglich ist auf solidarische Haftung der Beklagten gegenüber der Klägerin 1 für den Schadenersatz zu erkennen. gg) Die Beklagten sind daher unter solidarischer Haftung zu verpflichten, der Klägerin 1 Schadenersatz im Betrag von Fr. 10’131.34 zzgl. Zins von 5 % seit dem 13. April 2023, Fr. 17’737.11 zzgl. Zins von 5 % seit dem 29. April 2023, Fr. 22’617.00 zzgl. Zins von 5 % seit dem 23. August 2023 und Fr. 3’958.00 zzgl. Zins von 5 % seit dem 10. November 2023 zu bezahlen. b) aa) Art. 28a ZGB sowie Art. 9 UWG behalten neben der Schadenersatz- klage u.a. die Klage auf Genugtuung vor (Art. 28a Abs. 3 ZGB; Art. 9 Abs. 3 UWG). So hat, wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, An- spruch auf Leistung einer Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt und diese nicht anders wiedergutgemacht wurde (Art. 49 Abs. 1 OR). Anstatt oder neben dieser Leistung kann der Richter auch auf eine andere Art der Genugtuung erkennen (Art. 49 Abs. 2 OR). Vorausge- setzt für eine Genugtuung ist eine objektiv schwere Verletzung eines geschütz-Kantonsgericht Schwyz 42 ten Rechtsguts, namentlich der persönlichen oder geschäftlichen Ehre, eine da- durch natürlich und adäquat kausal hervorgerufene seelische Unbill sowie die sonstigen Haftungsvoraussetzungen, d.h. neben der Widerrechtlichkeit der Ver- letzung insbesondere das Verschulden des Verletzers, sofern die zugrundelie- gende Haftungsnorm ein solches verlangt (Domej, a.a.O., Art. 9 UWG N 72 ff.). Der Eingriff in die Persönlichkeit muss aussergewöhnlich schwer sein und in seinen Auswirkungen das Mass einer Aufregung oder einer alltäglichen Sorge klar übersteigen. Leichte Persönlichkeitsverletzungen, wie beispielsweise un- bedeutende Ehrverletzungen, rechtfertigen keine finanzielle Genugtuung (BGer Urteil 6B_573/2017 vom 11. Januar 2018, E. 3.3). Überdies ist erforder- lich, dass die Verletzung nicht anders wiedergutgemacht wurde, etwa durch eine Berichtigung oder eine Entschuldigung des Verletzers (Domej, a.a.O., Art. 9 UWG N 72 ff.). Auch juristische Personen können einen Genugtuungsan- spruch gestützt auf Art. 49 OR gerichtlich geltend machen (BGE 138 III 337 = Pra 101 [2012] Nr. 131, E. 6.1). bb) Die Kläger bringen vor, sie seien alle drei in ihrer Persönlichkeit verletzt worden. Sowohl die Familie der Kläger 2 und 3 als auch die Klägerin 1 seien regional verwurzelt und würden ihr Handeln an einem hohen Wertestandard orientieren, was sich beispielsweise im Engagement der Klägerin 1 für ihre Mit- arbeiter zeige. Mit Blick auf die Wertmassstäbe, die ihr gesellschaftliches Um- feld wie auch die Kläger selbst an ihr Handeln anlegen würden, verstehe es sich von selbst, dass die falschen Anschuldigungen, die Kläger hätten die Anwen- dung von Gewalt in der ihnen von den Beklagten vorgeworfenen Weise verur- sacht oder auch nur geduldet, die Kläger 2 und 3 zutiefst verletze und nachhaltig aufwühle. Aber auch für die Klägerin 1, eine Unternehmung, die sich die Sorge für Umwelt und Mitarbeitende auf die Flagge geschrieben habe und diesen Prin- zipien nachlebe, stelle ein solcher Vorwurf eine subjektiv-individuell als gravie- rend wahrgenommene Verletzung dar. Die falschen Anschuldigungen seien derart gravierend, dass die Schwere der Persönlichkeitsverletzung auch objek-Kantonsgericht Schwyz 43 tiv nicht zu bezweifeln sei. Gewalt gegen Frauen und Kinder dürfte selbst inter- national weitestgehend geächtet sein. Der Kläger 2, der für seine Unterneh- mensführung mehrere Auszeichnungen erhalten habe, und die Klägerin 3, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeit bei der Klägerin 1 stets für die Belange von Frauen und insbesondere die Ausgestaltung der Klägerin 1 als familienfreund- liches Unternehmen eingesetzt habe, seien beide Personen von tadelloser Re- putation, bei denen das vorgeworfene Verhalten besonders unerwartet und schockierend wäre. Analoges gelte für die Klägerin 1, ein Traditionsunterneh- men, auf welche die Region und nicht zuletzt ihre Mitarbeitenden mit Stolz bli- cken würden. Die diffamierende Internetkampagne bringe dieses Selbstver- ständnis eines Traditionsunternehmens in Bedrängnis. Aufgrund dessen wür- den die Persönlichkeitsverletzungen den Schweregrad einer seelischen Unbill erreichen, welche den Anspruch auf Ausgleich mittels Genugtuung begründe. Eine andere wirksame Form der Wiedergutmachung als eine Geldleistung sei nicht denkbar. Bezüglich der Voraussetzungen der Widerrechtlichkeit, des adäquaten Kausalzusammenhangs sowie des Verschuldens verweisen die Klä- ger auf ihre entsprechenden Ausführungen zum Schadenersatz (zum Ganzen KG-act. 1, Rn. 88 ff.). cc) Die öffentliche, mehrfache Bezichtigung des Missbrauchs wie auch der Gewalt gegenüber Frauen und Kinder sowie teils weiterer Personen ist keine blosse Beleidigung, die zu kurzem Ärger führt, sondern vielmehr eine schwer zu überbietende Rufschädigung, die zudem oft längere Zeit am Bezichtigten haften bleibt (vgl. Obergericht Zürich, Urteil SB110682 vom 17. April 2013, E. 6.2; vgl. Landolt, Genugtuungsrecht, Systematische Gesamtdarstellung und Kasuistik, 2. A. 2021, Rn. 538). Hinzu kommt, dass die Kläger im Zusammen- hang mit diesen Vorwürfen nicht nur allesamt namentlich genannt, sondern die Kläger 2 und 3 auch bildlich in den Veröffentlichungen gezeigt werden (KG- act. 1/5, 1/7 und 1/21). In Kombination mit der Verbreitung dieser Vorwürfe über eine kaum noch überschaubare Anzahl von Kanälen im Internet, was inzwi- schen über ein Jahr andauert, übersteigt dieser Eingriff in die Persönlichkeit der Kantonsgericht Schwyz 44 Kläger das Mass einer alltäglichen Sorge bei weitem. Aufgrund dessen handelt es sich nicht nur um eine aussergewöhnlich schwere Verletzung der Persön- lichkeit in objektiver Hinsicht, sondern ist in subjektiver Hinsicht auch die schwere seelische Unbill in Bezug auf alle drei Kläger nachvollziehbar und im Übrigen vonseiten der Beklagten unbestritten geblieben. Ohne die Verbreitung der Vorwürfe käme eine seelische Unbill nicht in Betracht und die Verbreitung der Vorwürfe ist angesichts ihrer Schwere sowie der Breite der Internetkampa- gne denn auch geeignet, eine schwere seelische Unbill bei den Klägern zu ver- ursachen, weshalb ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang vor- liegt. Die Widerrechtlichkeit ergibt sich aus der Verletzung der Persönlichkeit als absolutes Rechtsgut. In Anbetracht, dass die Beklagten als Hauptverant- wortliche der Internetkampagne erscheinen (siehe E. 3a/hh/aaa f.), sie die ruf- schädigenden Inhalte auch weiterhin verbreiten wollen, solange die Kläger ih- ren Bedingungen nicht nachkommen (siehe E. 3a/ii), und sie ausserdem zumin- dest für möglich halten mussten, dass die rufschädigenden Inhalte zu einer schweren seelischen Unbill bei den Klägern führen, handelten die Beklagten jedenfalls eventualvorsätzlich. Die Urteilsfähigkeit der Beklagten 1 und 2 als Pri- vatpersonen und als Organe der Beklagten 3 ist im Übrigen nicht bestritten und wird ohnehin vermutet (vgl. Art. 16 ZGB). Eine anderweitige Wiedergutma- chung der Persönlichkeitsverletzungen bringen die Beklagten weder vor noch ist eine solche ersichtlich. Dementsprechend sind die Anspruchsvoraussetzun- gen von Art. 49 Abs. 1 OR erfüllt. Eine andere Art der Genugtuung als die Leis- tung einer Geldsumme i.S.v. Art. 49 Abs. 2 OR kommt nicht in Betracht, weil eine Urteilspublikation, eine öffentliche Richtigstellung oder ähnliche Massnah- men (vgl. Kessler, a.a.O., Art. 49 OR N 17) die Verletzungen durch die Internet- kampagne und die mithin weltweit abrufbaren Inhalte nicht angemessen aus- gleichen können, zumal sie den Adressatenkreis der Internetkampagne nicht in ähnlichem Umfang zu erreichen vermögen. dd) Die Genugtuungssummen für Persönlichkeitsverletzungen sind nach ste- hender Praxis nicht sehr hoch. In der Rechtsprechung des Bundesgerichts und Kantonsgericht Schwyz 45 auch derjenigen kantonaler Gerichte belaufen sich die Genugtuungssummen bei Persönlichkeitsverletzungen auf Beträge zwischen Fr. 200.00 bis Fr. 15’000.00. Bei leichten Ehrverletzungen betragen sie weniger als Fr. 2’000.00. Für schwerere Verletzungen bewegen sie sich im Rahmen von Fr. 5’000.00 bis Fr. 7’000.00. Bei ganz ausserordentlich schwerwiegenden Ehr- verletzungen, namentlich beim unbegründeten Vorwurf eines unzüchtigen Ver- haltens mit Kindern oder bei publikumswirksamen Pressekampagnen, können Genugtuungssummen von Fr. 10’000.00 und mehr zugesprochen werden (Lan- dolt, a.a.O., Rn. 539 f. m.w.H., insb. die Übersicht in Rn. 540; siehe die Hin- weise in BGer Urteil 2C.2/2000 vom 4. April 2003, E. 4.8). Nichtsdestotrotz ist die Genugtuungssumme nicht schematisch (d.h. nach festen Tarifen) festzuset- zen, sondern muss dem Einzelfall angemessen sein. Der Entscheid ist nach Ermessen bzw. Billigkeit zu treffen. Im Interesse der Rechtssicherheit ist jedoch eine Objektivierung angebracht, bei der Präjudizien als Anhaltspunkte dienen (Fischer, a.a.O., Art. 47 OR N 49 f.). aaa) Die Kläger verlangen Genugtuungen von jeweils Fr. 25’000.00. Sie führen aus, es sei zu beachten, dass die Internetkampagne weltweit abrufbar gewesen sei. Diese Reichweite von besonderer Relevanz sei, weil die Klägerin 1 ein welt- weit tätiges und bekanntes Unternehmen sei und auch die Kläger 2 und 3 – nicht zuletzt angesichts der engen Verbindung von Unternehmen und Familie – Personen von öffentlicher Bekanntheit seien. Zudem stünden die Anschuldigun- gen im Zeitpunkt der Klageeinreichung bereits über ein halbes Jahr im Netz und es würden fortlaufend neue persönlichkeitsverletzende Inhalte aufgeschaltet (KG-act. 1, Rn. 98). bbb) Wie bereits ausgeführt, handelt es sich angesichts der Schwere der Vor- würfe, der namentlichen Nennung und bildlichen Darstellung der Kläger in den Veröffentlichungen und der breit angelegten Internetkampagne über zahlreiche Kanäle um aussergewöhnlich schwere Persönlichkeitsverletzungen (siehe E. 3a/gg). Zwar nehmen die Auswirkungen von Persönlichkeitsverletzungen im Kantonsgericht Schwyz 46 Verlaufe der Zeit ab (BGE 138 III 337 = Pra 101 [2012] Nr. 131, E. 6.3.6), doch werden diese durch die unbestrittene fortlaufende Veröffentlichung weiterer ent- sprechender Inhalte stetig aktualisiert. Ferner wiegt gemäss bundesgerichtli- cher Rechtsprechung die Verbreitung über Medien schwerer als ein auf einer Einzelhandlung beruhender Angriff, was sich auch in der Höhe der Genugtuung niederschlagen muss (BGE 138 III 337 = Pra 101 [2012] Nr. 131, E. 6.3.6). Das Bundesgericht erachtete bei einer diffamierenden Website, die während zweier Monate öffentlich zugänglich war, und insbesondere in Nachachtung der Schä- digungsabsicht des Verletzers eine Genugtuung von Fr. 10’000.00 als ange- messen (BGE 138 III 337 = Pra 101 [2012] Nr. 131, E. 6.3.6). Angesichts all dessen und unter Berücksichtigung, dass die Internetkampagne der Beklagten seit über einem Jahr andauert, über eine kaum noch überschaubare Anzahl an Kanälen erfolgt und kein Interesse der Beklagten an der Verbreitung der haltlos erscheinenden Anschuldigungen ersichtlich ist (siehe E. 3a/gg), aber auch in Anbetracht des Umstands, dass die daraus folgenden Persönlichkeitsverletzun- gen nicht mit den immateriellen Nachteilen gleichzusetzen sind, die durch den Tod eines Elternteils entstehen oder die beim Opfer offensichtlich schwerwie- gendes seelisches Leiden verursachen, bei denen in der Rechtsprechung Be- träge im Bereich zwischen Fr. 15’000.00 und Fr. 25’000.00 zugesprochen wur- den (BGE 138 III 337 = Pra 101 [2012] Nr. 131, E. 6.3.4 f. m.w.H.), erscheint eine Genugtuungshöhe für die Kläger von jeweils Fr. 15’000.00 angemessen, zumal die Kläger von den Vorwürfen allesamt in ähnlicher Weise betroffen sind (vgl. insbesondere KG-act. 1/5 und 1/21). ccc) Genugtuungen sind nach der Rechtsprechung ab dem Tag des schädi- genden Ereignisses zu verzinsen. Der Zinssatz beträgt gemäss Art. 73 OR 5 % (BGE 129 IV 149, E. 4.1-4.3; BGer Urteil 6B_1404/2016 vom 13. Juni 2017, E. 2.2). Die Kläger bringen zwar vor, die Internetkampagne dauere im Zeitpunkt der Klageeinreichung bereits ein halbes Jahr an, doch beantragen sie die Ver- zinsung der Genugtuungen in Höhe von 5 % erst ab dem 15. November 2023. Kantonsgericht Schwyz 47 Ihnen sind daher Genugtuungen von jeweils Fr. 15’000.00 zzgl. 5 % Zins seit dem 15. November 2023 zuzusprechen. ddd) In Bezug auf die beantragte solidarische Haftung der Beklagten kann sinngemäss auf E. 5a/ff verwiesen werden. Nachdem die Beklagten die Per- sönlichkeitsverletzungen gemeinsam verursachten und verschuldeten, ist auch betreffend Genugtuungen auf solidarische Haftung zu erkennen. 6. a) aa) Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Sind am Prozess mehrere Personen als Haupt- oder Ne- benparteien beteiligt, so bestimmt das Gericht ihren Anteil an den Prozesskos- ten. Es kann auf solidarische Haftung erkennen (Art. 106 Abs. 3 ZPO). Solida- rische Haftung ist u.a. bei einfacher Streitgenossenschaft möglich. Sie kommt aber dann nicht in Betracht, wenn gegen die verschiedenen Streitgenossen un- terschiedliche Urteile ergehen (Rüegg/Rüegg, a.a.O., Art. 106 ZPO N 10). Die Gerichtsgebühren sowie die Entschädigungen sind grundsätzlich gemäss den gesetzlichen Ansätzen festzusetzen (§ 3 Abs. 1 GebO). Besteht ein Mindest- und Höchstansatz, so ist die Gebühr für den Einzelfall nach der Bedeutung der Sache und nach Zeitaufwand zu bestimmen (§ 3 Abs. 2 Satz 1 GebO). Baraus- lagen und Entschädigungen sind zu den Gebühren zu addieren, ausgenommen Kanzleigebühren, die in der Gebühr enthalten sein können (§ 4 Abs. 1 GebO). Allfällige Mehrwertsteuern werden zu den Gebührenansätzen hinzugerechnet (§ 4 Abs. 2 GebO). Gebühren und Auslagen können für Rechtsmittelverfahren als Pauschalbetrag festgesetzt werden (§ 3 Abs. 4 GebO). Sofern das Kantons- gericht erste Instanz ist, beträgt die Gebühr für Behandlung und Entscheid des Gerichts Fr. 100.00 bis Fr. 100’000.00 (§ 34 Nr. 8 i.V.m. § 33 Nr. 6 GebO). Bei einer vorläufigen Verlegung der Kosten des vorsorglichen Massnahmever- fahrens entscheidet das zuständige Gericht im Hauptsachenentscheid über de- ren definitive Verlegung, falls die gesuchstellende Person in der Folge Klage in der Hauptsache einreicht. Diese werden erst dann liquidiert, d.h. zusammen mit Kantonsgericht Schwyz 48 den Kosten des Hauptverfahrens (vgl. Rüegg/Rüegg, in: Spühler/Tenchio/In- fanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 104 ZPO N 6a; zum Ganzen LGVE 2021 Nr. 6, E. 4.1). bb) Die Kosten der Hauptsache sind in Anbetracht der 41-seitigen Klage- schrift und der zahlreichen Beilagen wie auch des hohen Streitwerts und der im Hauptprozess zusätzlich geltend gemachten Schadenersatz- und Genugtu- ungsansprüche sowie in Nachachtung der Bedeutung der Sache für die Kläger angesichts der breit geführten Internetkampagne und der schweren Vorwürfe, aber auch unter Berücksichtigung der ausgebliebenen Klageantwort, der damit nicht notwendig gewesenen Hauptverhandlung und des aufgrund dessen ge- ringeren Aufwands im unteren Bereich des gesetzlichen Rahmens, mithin auf pauschal Fr. 10’500.00 (exkl. Kosten des vorsorglichen Massnahmeverfahrens) festzusetzen. Im Wesentlichen ist die Klage gutzuheissen. Lediglich die Genug- tuungssummen fallen etwas geringer aus, als die Kläger beantragten. Sie un- terliegen damit zwar in geringfügigem Masse. Weil die Genugtuungen jedoch grundsätzlich gutzuheissen sind und deren Höhe vom gerichtlichen Ermessen abhängt, rechtfertigt es sich, die Kosten des Hauptprozesses in Anwendung von Art. 107 Abs. 1 lit. a ZPO vollumfänglich den Beklagten aufzuerlegen. Weil die Beklagten gemeinsam als Hauptverantwortliche der Internetkampagne er- scheinen und keine unterschiedlichen Entscheide erfolgen, rechtfertigt sich eine Kostenauferlegung unter solidarischer Haftung. In der Verfügung vom 2. Oktober 2023 wurde die Höhe der Kosten des vorsorg- lichen Massnahmeverfahrens bereits festgesetzt (GPR 2023 3, KG-act. 26). Nachdem die Kläger betreffend die bereits im vorsorglichen Massnahmeverfah- ren gestellten Anträge auch im Hauptprozess obsiegen, bleibt es bei der Kos- tenverteilung in der Verfügung vom 2. Oktober 2023 (GPR 2023 3, KG-act. 26). Daher ist festzustellen, dass diese nun definitiv gilt. Kantonsgericht Schwyz 49 bb) Grundlage für die Entschädigung der Kosten einer berufsmässigen Ver- tretung bildet der Gebührentarif für Rechtsanwälte (GebTRA). Bei einem Streit- wert von Fr. 100’001.00 bis Fr. 1’000’000.00 beträgt das Grundhonorar Fr. 5’500.00 bis Fr. 39’600.00 (§ 8 Abs. 2 GebTRA). Die Rechtsvertreter der Kläger reichten keine Honorarnote ein. Das Gericht hat deshalb das Honorar gestützt auf den Gebührentarif für Rechtsanwälte ermessensweise festzuset- zen (vgl. § 6 Abs. 1 GebTRA). Angesichts der 41-seitigen Klageschrift, der zahl- reichen Beilagen und des hohen Streitwert sowie unter Berücksichtigung der breit geführten Internetkampagne und der Schwere der Vorwürfe gegenüber den Klägern, mithin der Wichtigkeit der Streitsache für die Kläger, aber auch in Nachachtung der bereits vorliegenden Aktenkenntnis aufgrund des vorsorgli- chen Massnahmeverfahrens sowie der zu grossen Teilen dem vorsorglichen Massnahmegesuch entsprechenden Klageschrift und der ausgebliebenen Kla- geantwort wie auch der Nichtdurchführung einer Instruktions- oder Hauptver- handlung ist die Entschädigung ermessensweise auf pauschal Fr. 6’000.00 (inkl. Auslagen und MWST) festzusetzen. Die Entschädigung ist von den Be- klagten unter solidarischer Haftung zu leisten (vgl. E. 6a/bb). 8. Die Zustellung an eine juristische Person kann an jedes zur Vertretung berechtigte Organ erfolgen, wobei auch die Zustellung an die Privatadresse des Organs in Frage kommt (BGer Urteil 5A_716/2020 vom 7. Mai 2021, E. 3.1). Daher erfolgt die Zustellung an die Beklagte 3 an die Beklagten 1 und 2, die unbestrittenermassen Organe der Beklagten 3 sind, zumal der Beklagte 2 die Gesuchsantwort im vorsorglichen Massnahmeverfahren für die Beklagte 3 un- terzeichnete (GPR 2023 3, KG-act. 8). Im Übrigen beanstandeten die Beklagten die bisherigen Zustellungen für die Beklagte 3 an die Beklagten 1 und 2 nicht;-Kantonsgericht Schwyz 50 erkannt: 1. In teilweiser Gutheissung der Klage vom 15. November 2023 werden die Beklagten 1-3 im Sinne einer Beseitigung angewiesen, die Websites „I.________.org“ sowie „J.________.com“ zu deaktivieren und jegliche andere von ihnen verantworteten Veröffentlichungen (inkl. „Petitions- sammlungen“) im Internet zu diesem Thema zu löschen – soweit nicht bereits geschehen –, darunter die folgenden: X (vormals Twitter): […] Instagram: […] Facebook: […] TikTok: […] Snapchat: […] YouTube: […]Kantonsgericht Schwyz 51 Telegram: […] Tumblr: […] Weitere Fundstellen im Internet: […] Petitionssammlungen via: […] Den Beklagten 1-3 wird ausserdem untersagt, herabsetzende, wahrheits- widrige und/oder ehrverletzende, rufschädigende Äusserungen über die Kläger 1-3 rund um den Themenkomplex „K.________“, „violence against women and children“, „female abuser“ etc. öffentlich zu verbreiten – sei es über digitale oder analoge Kanäle –, insbesondere auch kontextuelle Verbindungen irgendwelcher Art zwischen den Klägern 1-3 (Firma/Na- men) mit den nachfolgenden Begriffen in jedweder Sprache zu schaffen: „abuse“ (bzw. dt.: Missbrauch), „violence against women and children“ (bzw. dt.: Gewalt gegen Frauen und Kinder), „female abuser“ (bzw. dt.: Missbraucher/in von Frauen). Ebenso wird den Beklagten 1-3 die Verwendung und Verbreitung von gra- fischen Darstellungen sowie Icons verbunden mit dem Text „M.________“ untersagt, insbesondere des folgenden Icons: [Logo]Kantonsgericht Schwyz 52 2. Für den Fall der Widerhandlung gegen die Anordnungen gemäss Dispo- sitivziffer 1 wird den Beklagten 1-3 eine Ordnungsbusse von Fr. 500.00 für jeden Tag der Nichterfüllung wie auch die Bestrafung der Beklagten 1 und 2 sowie der Organe der Beklagten 3 wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 StGB angedroht. 3. Die Beklagten 1-3 werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Klägerin 1 Schadenersatz im Betrag von Fr. 10’131.34 zzgl. Zins von 5 % seit dem 13. April 2023, Fr. 17’737.11 zzgl. Zins von 5 % seit dem 29. April 2023, Fr. 22’617.00 zzgl. Zins von 5 % seit dem 23. August 2023 und Fr. 3’958.00 zzgl. Zins von 5 % seit dem 10. November 2023 zu be- zahlen. 4. Die Beklagten 1-3 werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, den Klägern 1, 2 und 3 je eine Genugtuung von Fr. 15’000.00 zzgl. Zins von 5 % seit dem 15. November 2023 zu bezahlen. 5. Es wird festgestellt, dass die Kosten- und Entschädigungsverteilung in den Dispositivziffern 4 und 5 der Verfügung vom 2. Oktober 2023 (GPR 2023 3) nun definitiv gilt. 6. Die Kosten des Hauptverfahrens von Fr. 10’500.00 (exkl. Kosten des vor- sorglichen Massnahmeverfahrens) werden den Beklagten 1-3 unter soli- darischer Haftung auferlegt und sie werden vom geleisteten Kostenvor- schuss der Kläger 1-3 in dieser Höhe bezogen. Die Beklagten 1-3 werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, den Klägern 1-3 Fr. 10’500.00 (je Fr. 3’500.00) Gerichtskostenersatz zu bezahlen. 7. Die Beklagten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, die Kläger für das Hauptverfahren mit pauschal Fr. 6’000.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu entschädigen.Kantonsgericht Schwyz 53 8. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerde- schrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streit- wert beträgt Fr. 230’000.00. 9. Zufertigung an Rechtsanwalt D.________ (4/R), die Beklagten (je 1/R) sowie nach definitiver Erledigung an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 1. Zivilkammer Der Kantonsgerichtspräsident Der Gerichtsschreiber Versand 26. September 2024 amu