Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. Februar 2013 (720 12 188) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf eine IV-Rente/Rückforderung Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Diet er Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1975 geborene A.____ arbeitet als Baumaschinen führer bei der B.____ AG. Am 19. September 2004 zog er sich bei einem Verkehrsunfall unter anderem eine offene Patel- lafraktur rechts zu. Die Schweizerische Unfallversicherungsa nstalt (SUVA) als obligatorische Unfallversicherung kam für die entstandenen Kosten (Tagg elder/Heilbehandlung) des Unfalls auf und sprach dem Versicherten am 28. April 2009 auf grund eines Invaliditätsgrades von 37% eine Rente zu. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft. B. Am 21. Februar 2008 meldete sich der Versicherte un ter Hinweis auf Kniebeschwerden rechts bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zu m Leistungsbezug an. Die IV- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse ab. Mit Verfügung vom 9. Mai 2009 teilte sie dem Versicherten nach durchgeführ- tem Vorbescheidverfahren mit, dass ihm befristet vom 1. N ovember 2007 bis 31. Dezember 2008 eine halbe Rente ausgerichtet werde. Weiter wur de festgestellt, dass der nachzubezah- lenden Rentenbetrag im Umfang der Rückforderung der B.____ AG in Höhe von Fr. 11'533.75 reduziert werde. C. Hiergegen richtet sich die vorliegende Beschwerde, welche der Versicherte am 11. Juni 20012 bzw. 2. August 2012 beim Kantonsgericht B asel-Landschaft, Abteilung Sozial- versicherungsrecht (Kantonsgericht), einreichte. Er stell te den Antrag, dass in Aufhebung der angefochtenen Verfügung die Beschwerdegegnerin zu verpf lichten sei, ihm mit Wirkung ab 1. Januar 2009 eine halbe Rente bzw. mindestens eine V iertelsrente auszurichten. Ausserdem sei ihm die zugesprochenen Rente ohne Rückforderung auszu bezahlen. Weiter sei die Rente neu zu berechnen und es seien weitere medizinische Abklä rungen zu tätigen. Zudem sei ihm ein weiterer Schriftenwechsel zu gewähren; unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass der Entscheid der Vorinstan z auf unzulänglichen medizini- schen Grundlagen beruhe. In Bezug auf das Invalideneinkom men wurde moniert, die IV-Stelle hätte diesbezüglich auf die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik unter Berücksichtigung eines 15%igen leiden sbedingten Abzugs abstellen müssen. Schliesslich sei auch die Rückforderung der B._____ AG nicht ausgewiesen. D. Zur Beschwerde liess sich die IV-Stelle am 7. Septemb er 2012 vernehmen und bean- tragte deren Abweisung. Sie führte im Wesentlichen au s, aufgrund der Akten stehe fest, dass ausschliesslich Unfallfolgen vorliegen würden, weshalb sie sich der Beurteilung der SUVA habe anschliessen dürfen. Zudem bestehe für einen leidensbed ingten Abzug kein Raum. Betreffend die Rückforderung der B.____ AG wurde festgehalten, d ass dem Beschwerdeführer mehr Lohn ausbezahlt worden sei, als ihm zugestanden habe. Die B.____ AG habe deshalb einen Ver- rechnungsantrag in Höhe von Fr. 11'533.75 stellen dürfen. E. Anlässlich des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 2. Okt ober 2012, Duplik vom 24. Oktober 2012) hielten die Parteien an den Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim sachlich wie ör tlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Beschwerde- führer mit Wirkung ab 1. Januar 2009 Anspruch auf eine Rente hat. 2.1 Als Invalidität gilt die voraussichtlich bleibende ode r längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesge setzes über den Allgemeinen Teil des Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Di e Invalidität wird durch eine Beein- trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge sundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] vom 19. Juni 1959, Art. 3 und 4 ATSG). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine V iertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. 3.1 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arb eitsunfähigkeit die durch eine Be- einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundh eit bedingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 323 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI- Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 3.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesg erichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, wel che aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weitere n Hinweisen). Diese im Bereich der Un- fallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das I V-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerich ts [EVG; heute Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 4. Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes sin d folgende bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 9. Mai 2012 - als die zeitl iche Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis) - ergangenen ärztlichen Berichte zu beachten. 4.1 In seinem Gesuch um Ausrichtung von IV-Leistungen vom 19. Februar 2008 wies der Beschwerdeführer auf Kniebeschwerden und die SUVA-Akte n hin. Die IV-Stelle holte in der Folge diese Unterlagen ein und stützte sich in ihrer Verfügung vom 9. Mai 2012 auf die Ausfüh- rungen des Kreisarztes Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates. Dieser nannte in seinem Bericht vo m 9. September 2008, welcher im Anschluss an die kreisärztliche Abschlussuntersuchung verfasst wur de, folgende Diagnosen: Status nach (1) zweitgradig offener Patellafraktur rech ts (19. September 2004) und operativer Zugschraubenosteosynthese mit Wunddébridement gleichent ags, (2) Hüftkontusion rechts, Distorsion der Halswirbelsäule (HWS), Distorsion Dig I r echts und Schürfwunden beidseits (19. September 2004), (3) Metallentfernung am Knie rechts (1. April 2005), (4) lokaler Infiltration der Patella rechts (10. Januar 2006), (5) Entfernung der ventromedialen Osteophyten der Patella rechts (13. März 2006) und (6) arthroskopischer Plicarese ktion und Abtragung von Verwach- sungen des Knies rechts (1. Dezember 2006). Dr. C.____ beurteilte aus versicherungsmedizini- scher Sicht zusammenfassend, dass sich beim Beschwerdeführe r weiterhin - mit Ausnahme einer leichten Rötung - die gleichen Befunde erheben lassen würden, wie anlässlich der kreis- ärztlichen Untersuchung vom 21. Mai 2008 (vgl. act. 13). Damals habe sich eine leichte Ver- besserung des Zustandes in muskulärer Hinsicht und in Be zug auf die Schmerzsymptomatik patellar medial gezeigt. Der vorgesehene Eingriff (ei ne erneute Arthroskopie und eine mediale Denervierung im patellaren Bereich) sei auch aus seiner Sicht empfehlenswert gewesen. Er sei aufgrund der objektivierbaren Befunde im Mai 2008 davon ausgegangen, dass ab 26. Mai 2008 eine 75% Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Im Rahmen der Abschlussuntersuchung vom Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. September 2008 seien Rötungen am rechten Knie fest gestellt worden, die keinen empfindli- chen Charakter aufweisen würden. Hinsichtlich der Ausprä gung seien sie wahrscheinlich sym- pathischer Natur. Aus diesen Gründen vertrat der Kreisar zt die Ansicht, dass momentan kein Handlungsbedarf bestehe, wobei die vorgeschlagene Oper ation bezüglich einer medialen De- nervierung nach wie vor empfohlen werden könne. Aus me dizinischer Sicht sei der Endzustand erreicht. Dem Beschwerdeführer seien leichte bis knapp mi ttelschwere Tätigkeiten möglichst wechselbelastend ohne Gehintervalle in unebenem Geländ e, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten und ohne vermehrte Ganzkörpervibration zumutba r. Von dauernden mittelschweren und schweren Arbeiten müsse abgesehen werden. Ebenso sei es nicht mehr zumutbar, dass der Beschwerdeführer kniend oder kauernd sowie in der K älte oder Zugluft arbeite. In Frage kämen somit Kontroll- und Überwachungsfunktionen, tei ls industrielle Produktions- und Monta- getätigkeiten sowie gewerbliche Arbeiten, Supporttä tigkeiten, Steuerungsarbeiten, hauswirt- schaftliche Tätigkeiten sowie administrative Aufgaben. 4.2 Die IV-Stelle ersuchte am 26. August 2008 den beh andelnden Hausarzt Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Medizin, um eine Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Am 5. Dezember 2 008 teilte dieser der IV-Stelle mit, beim Beschwerdeführer liege ein Status nach zweitgradig offener Patellafraktur rechts, operati- ver Zugschraubenosteosynthese, Osteophyten- und Plicarese ktion, Contusio des linken Knie- gelenks mit Degeneration des linken Meniskus im Jahr 1999, tiefer Schnittverletzung am rech- ten Vorderarm mit Durchtrennung des Musculus brachio-radi alis sowie des Nervus radialis su- perficialis (1993) vor. Der Beschwerdeführer sei seit dem 3. Mai 2006 als Bauarbeiter zu 50% arbeitsunfähig. Auch eine adaptierte Tätigkeit ohne Knien und Kauern sowie Besteigen von Lei- tern/Gerüsten sei ihm nur noch halbtags zumutbar. Am 3. November 2010 wiederholte Dr. D.____ im Rahmen des Vorbescheidverfahrens die im vorzitierten Bericht erwähnten Diagnosen und hielt an se iner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit fest. 4.3 Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) äusserte sich am 12. November 2010 dahingehend zu m Bericht von Dr. D._____ vom 3. November 2010, dass dieser die behauptete Verschlecht erung des Gesundheitszustandes nicht konkretisiere. Er weise nur auf Beschwerden hin, di e von früheren Unfällen stammten. Dies sei weder neu noch würde die Arbeitsfähigkeit dadurch beeinflusst. 5.1 In der angefochtenen Verfügung stützte sich die IV-S telle bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdef ührers vollumfänglich auf die Er- gebnisse der kreisärztlichen Untersuchung vom 9. September 2008. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2008 leich te bis knapp mittelschwere Tätig- keiten möglichst wechselbelastend ohne Gehintervalle in u nebenem Gelände, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten und ohne vermehrte Ganzkörper vibration zumutbar seien. Diese Be- urteilung ist nicht zu beanstanden. Der Kreisarzt unter suchte den Beschwerdeführer persönlich und ging in seinem ausführlichen Bericht einlässlich auf die geklagten Beschwerden ein. Weiter setzte er sich mit den bei den Akten liegenden medizinisch en Unterlagen auseinander und ver- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht mittelte ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustan d des Beschwerdeführers. Zudem nahm er eine schlüssige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor. Als Ergebnis lässt sich deshalb festhalten, dass der Bericht des Kreisarztes vom 9. Septemb er 2008 in der Beurteilung der me- dizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situati on einleuchtet und begründete Schlussfolgerungen enthält. 5.2 Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdeführer s nichts. Soweit er geltend macht, die IV-Stelle habe in Verletzung des Untersuchung sgrundsatzes den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig festgestellt, kann ihm nicht gefolgt werden. Die IV-Stelle stützte sich - wie vorstehend ausgeführt - zu Recht auf die Ausführun gen des Kreisarztes. Dessen Bericht überzeugt und gibt umfassend Auskunft über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Die Angaben des Kreisarztes werden zudem in Bezug auf d ie gestellten Diagnosen zum Unfall vom 19. September 2004 auch durch den Hausarzt bestätig t (vgl. Berichte vom 5. Dezember 2008 und 3. November 2010). Einzig betreffend die Ein schätzung der Arbeitsfähigkeit unter- scheiden sich die Berichte der beiden Ärzte. Der Kreisarzt als Facharzt der Orthopädie bestätig- te eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensadap tierten Tätigkeit. Demgegenüber führte Dr. D.____ aus, dem Beschwerdeführer sei lediglich eine Arbeit im Umfang von 50% zumutbar. Hierzu ist festzustellen, dass die Einschätzung des Kreisarztes sich auf objektive Feststellungen stützt, während jene des Hausarztes kaum begründet ist. Zu beachten ist auch, dass Dr. D.____ bereits in seinem Bericht vom 5. Dezember 2008 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attes- tierte. Zwei Jahre später wiederholte er diese Angabe. Damit steht aber fest, dass auch aus der Sicht des Hausarztes keine Verschlechterung des Gesundhei tszustandes eingetreten ist. In Bezug auf die Ausführungen von Dr. D.____ ist überdie s zu beachten, dass das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass b ehandelnde Ärzte mitunter im Hin- blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Z weifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati- entinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 f f.). Unter Berücksichtigung dieser As- pekte ist es demnach nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle ohne eigene Untersuchungen zu veranlassen, auf die überzeugenden Ausführungen des Krei sarztes in dessen Bericht vom 9. September 2008 abgestellt hat. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer - wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren - seine Behauptung, wonac h sich sein Gesundheitszustand seit der kreisärztlichen Untersuchung im September 2008 verschl echtert habe, weder substantiiert noch belegt hat. 5.3 Lassen die vorhandenen medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu, so kann auf die von ihm eventualiter beantragte Anordnung zusätzlicher medizinischer Abklärungen ver- zichtet werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rah- men dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jen e Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sin d. Gelangt das Gericht bei pflichtgemäs- ser Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandene n Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Be- weiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsp rechung zulässig (BGE Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen, 124 V 94 E . 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen) 6.1 Zu prüfen bleibt die Höhe des Invaliditätsgrads. Fü r die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufg rund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicher te Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Beha ndlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung geset zt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens- vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 6.2 Die Höhe des Valideneinkommens ist nicht strittig. Die Beschwerdegegnerin ist in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die Angaben der A rbeitgeberin davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden im Zei tpunkt der Rentenzusprechung ein Jahreseinkommen von Fr. 88'400.-- (13 x Fr. 6'800.- -) erzielen könnte. Dies ist nicht zu be- anstanden. 6.3.1 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens nahm d ie Beschwerdegegnerin an, dass dem Beschwerdeführer die Erzielung eines Jahreseinkommen s von Fr. 55'440.-- möglich sei. Dabei stützte sie sich auf die Angaben in der rechtskräftigen Verfügung der SUVA vom 28. April 2009, wonach dem Beschwerdeführer auf dem allgemeinen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt zum Zeitpunkt des Rentenbeginns und unter Beachtung der Z umutbarkeitskriterien nach den vorlie- genden Unterlagen (Dokumentation von Arbeitsplätzen/D AP) den erwähnten Invalidenlohn er- zielen könne. 6.3.2 Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass dieses V orgehen der Vorinstanz nicht haltbar sei, weil im vorliegenden Fall keine Bindungsw irkung zwischen der SUVA-Verfügung und dem Entscheid der Beschwerdegegnerin bestanden habe . Die IV-Stelle hätte für die Be- rechnung des Invalidenlohnes vielmehr auf die Tabellenlö hne der LSE abstellen und einen 15%igen leidensbedingten Abzugs berücksichtigen müssen. 6.3.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist prim är von der beruflich- erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versich erte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit a us, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, da ss sie die ihr verbleibende Arbeitsfä- higkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zu dem das Einkommen aus der Ar- beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gil t grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er zieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt d es Gesundheitsschadens keine oder je- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht denfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vo m Bundesamt für Statistik perio- disch herausgegebenen LSE oder die DAP-Zahlen herangez ogen werden (BGE 129 V 472 ff., 126 V 76 Erw. 3b mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412 f. E. 4b/aa). 6.3.4 Vorweg ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die konkreten DAP-Blätter der SUVA nicht beanstandet und auch im Übrigen nicht substantiiert, weshalb das Abstellen auf die DAP nicht rechtens sein soll. Mit ihm ist zwar festzustel len, dass die Beschwerdegegnerin in Bezug auf die Invaliditätsbemessung nicht an die Ausfüh rungen der SUVA gebunden ist (BGE 133 V 549 E. 6). Dennoch stand es der IV-Stelle frei, ihre Invaliditätsbemessung darauf zu stüt- zen. Die SUVA hat sich bei der Festsetzung des Invalidenei nkommens in der Verfügung vom 29. April 2009 auf fünf DAP-Blätter gestützt (vgl. act. 24 S. 7-29). Diese entsprechen der kreis- ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung und berücksichtigen, d ass dem Beschwerdeführer leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeiten möglichst wechselbela stend ohne Gehintervalle in unebe- nem Gelände, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten und ohne vermehrte Ganzkörpervibra- tion zumutbar sind. Sodann wurden die weiteren formel len Vorgaben in Bezug auf die Anwen- dung von DAP-Blättern eingehalten (BGE 129 V 472 E. 4.2.2). Die SUVA-Unterlagen beinhalten Angaben zur Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Beh inderung der versicherten Person in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, zu den Höchst- und den Tiefstlohn sowie zum den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behin derungsprofil entsprechenden Grup- pe. Damit durften für die Bemessung des Invalideneinko mmens die DAP-Zahlen herangezogen werden. Das - im Übrigen durch den Beschwerdeführer n icht beanstandete - Invalideneinkom- men in Höhe von Fr. 55'440.-- erweist sich als rechtens. 6.3.5 Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommen ( Fr. 88'400.--) und Invalidenein- kommens (Fr. 55'440.--) resultiert der von der IV-Stell e errechnete Renten ausschliessende Invaliditätsgrad von 37 %. 6.4 Selbst wenn vorliegend das Invalideneinkommen gestüt zt auf die LSE ermittelt worden wäre, würde kein Renten begründender Invaliditätsgrad resultieren. Laut Tabelle TA1 der LSE 2008 belief sich der Zentralwert für die mit einf achen und repetitiven Aufgaben (Anforde- rungsniveau 4) beschäftigten Männer im privaten Sektor im Jahre 2008 auf Fr. 4'806.-- (LSE 2006, Privater Sektor, Tabelle TA1, Männer, Total Zif f. 01-93). Dabei ist zu beachten, dass die- ser Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruht und für das Jahr 2008 auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit vo n 41,6 Stunden (vgl. Die Volkswirt- schaft 9/2010 S. 98 Tabelle B 9.2) umzurechnen ist. Die s ergibt einen Monatslohn von Fr. 4’998.25 bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 59'979.--. Unter Beachtung, dass es dem Beschwer- deführer gestützt auf das kreisärztliche Zumutbarkeitspro fil vom 9. September 2008 zumutbar ist, ganztags einer adaptierten Tätigkeit nachzugehen, r echtfertigt sich - entgegen den Vorbrin- gen in der Beschwerde - kein leidensbedingter Abzug vom Invalidenlohn (Urteile des Bundes- gerichts vom 13. Februar 2012, 8C_939/2011, E. 5.2.3, und vom 3. November 2011, 9C_582/2011, E. 3.1 mit Hinweisen). Aus der Gegenüber stellung des Valideneinkommens (Fr. 88'400.--) und des gestützt auf die LSE errechneten I nvalideneinkommens (Fr. Fr. 59'979.--) ergibt sich ein Renten ausschliessender Invaliditätsgrad von 32 %. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Soweit der Beschwerdeführer verlauten lässt, die Rückf orderung in der Verfügung vom 9. Mai 2012 in Höhe von Fr. 11'533.75 der B.____ AG sei nicht ausgewiesen, weshalb ihm der volle Rentenbetrag nachzubezahlen sei, muss er sich zunächst entgegenhalten lassen, dass seine Rüge in Bezug auf die Höhe der Rückforderung in keiner Weise substantiiert ist. Ein Blick in die Akten ergibt, dass der Beschwerdeführer am 13. Ap ril 2012 unterschriftlich anerkannte, dass die B.____ AG als Arbeitgeberin Vorschussleistungen erbrachte (vgl. act. 63/1). Aus die- sem Grund durfte sie auch die direkte Auszahlung einer a llfälligen Rentennachzahlung verlan- gen (vgl. Art 85 bis Abs. 1 IVV). Weiter ist den Akten (act. 63/3) zu entn ehmen, dass die Arbeit- geberin dem Beschwerdeführer in der Zeit, in welcher ihm die IV-Stelle nunmehr rückwirkend die halbe Invalidenrente (1. November 2007 bis 31. Dez ember 2008) ausrichtet, Lohn in Höhe von Fr. 53'176.50 ausbezahlte. Da die B.____ AG in d ieser Zeitspanne von der SUVA lediglich mit Fr. 41'624.75 entschädigt wurde, bezahlte sie dem B eschwerdeführer den zurückgeforder- ten Betrag von Fr. 11'533.75 zuviel aus. Damit ist die Rückforderung auch materiell nicht zu beanstanden. 8. Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 9. Mai 2012, mit welcher dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. November 2007 - unter Berücksichtigung der drei- monatigen Übergangsfrist (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV) - bis 31. Dezember 2008 eine befristete halbe Rente zugesprochen wurde, nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuwei- sen. 9. Gemäss Art. 69 Abs. 1 und 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor kantonalem Ver- sicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligu ng oder die Verweigerung von IV- Leistungen kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufe rlegt. Vorliegend ist der Beschwer- deführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahre nskosten ihm aufzuerlegen sind. Die Ver- fahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- werden mit de m geleisteten Kostenvorschuss ver- rechnet. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessaus gang entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.