Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 10. August 2021 (400 21 122) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch / Zivilprozessrecht Rechtsmittel gegen Abweisung eines Antrags auf Löschung eines vorläufig eingetragenen provisorischen Bauhandwerkerpfandrechts nach Ablauf der Verwirkungsfrist gemäss Art. 961 Abs. 3 ZGB (E. 1.1); Keine Wirkung einer Berufung gegen den Bestätigungsentscheid im vorsorglichen Mass- nahmenverfahren auf den Lauf einer mit einem fixierten Endtermin angesetzten Proseku- tionsfrist zur Einreichung der materiellen Klage auf Definitiveintragung des Pfandrechts (Art. 315 Abs. Abs. 4 lit. b ZPO; E. 5.5); Keine Erstreckbarkeit einer als nicht erstreckbar o der peremptorisch angesetzten Frist (Grundsatz: E. 5.6); ausnahmsweise Erstreckbarkeit einer solchen im Einverständnis der Gegenpartei oder aus besonderen Gründen (E. 5.6); Kein Anspruch auf Not- oder Nachfrist bei Abweisung eines vor Fristablauf eingereichten Gesuchs um nachperemptorische Erstreckung einer als nicht erstreckbar oder perempto- risch angesetzten Frist (E. 5.6) Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader; Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____ , vertreten durch Advokat Roman Zeller, Wasserturmplatz 3, Postfach 578, 4410 Liestal, Klägerin gegen B. ____ und C. ____ vertreten durch Advokat Dr. Caspar Zellweger, Elisabethenstrasse 2, Postfach 130, 4010 Basel, Beklagte und Berufungskläger Gegenstand Bauhandwerkerpfandrecht / vorsorgliche Verfügung Berufung gegen Verfügung des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 25. Mai 2021 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Verfügung des Gerichtspräsidenten des Zivilkreisgeri chts Basel-Landschaft Ost (nach- stehend Zivilkreisgericht) vom 15. Mai 2020 wurde zu Gun sten von A. ____ und zu Lasten der Grundstücksparzelle Nr. XXX des Grundbuchs Y. ____, welche i m Eigentum von B. ____ und C. ____ steht, superprovisorisch die Vormerkung eines vorlä ufigen Bauhandwerkerpfandrechts für eine Pfandsumme von CHF 150'544.70 nebst Zins zu 5% seit dem 14. Mai 2020 sowie nebst den Kosten für das Gerichts- und Grundbuchverfahren bewilligt und das zuständige Grundbuch- amt Basel-Landschaft gerichtlich angewiesen, diese Vormerkung im Grundbuch Y. ____ vorzu- nehmen. B. Die Bestätigungsverhandlung vor dem Zivilkreisgerichtspräsi dium fand am 16. Juli 2020 statt. In deren Anschluss wurde das Verfahren mit Verfüg ung 16. Juli 2020 bis zum 31. August 2020 und danach mit Verfügungen vom 1. September 202 0 und 2. Oktober 2020 nochmals bis 30. September 2020 resp. 30. Oktober 2020 sistiert. Mit vorsorglicher Verfügung vom 30. Dezem- ber 2020 bestätigte das Zivilkreisgerichtspräsidium die V ormerkung des Bauhandwerkerpfand- rechts und setzte A. ____ Frist bis zum 29. März 2021 zur Einreichung der Klage in der Hauptsa- che (Prosekutionsklage), wobei festgehalten wurde, dass diese Prosekutionsfrist peremptorisch sei und den gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO geltenden Fristenstillstand bereits berücksichtige. Die Bestätigungsverfügung vom 30. Dezember 2020 wurde den Parteien unbegründet im Dispo- sitiv zugestellt, worauf Advokat Dr. Caspar Zellweger namens und im Auftrag der Grundeigentü- mer mit Eingabe vom 4. Januar 2021 um schriftliche Be gründung ersucht hat. Die schriftliche Entscheidbegründung ging den Parteien am 27. Januar 2 021 zu. Mit Eingabe vom 5. Februar 2021 an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht (nachfolgend: Kantonsge- richt), erklärten B. ____ und C. ____, vertreten durch Advokat Dr. Caspar Zellweger, die Berufung gegen die vorsorgliche Verfügung des Zivilkreisgerichtspräsidiums vom 30. Dezember 2020 und beantragten deren Aufhebung sowie die Löschung des vor gemerkten Bauhandwerkerpfand- rechts. Nach durchgeführtem Schriftenwechsel in diesem Be rufungsverfahren (Nr. 400 21 21) erklärte die Präsidentin der Abteilung Zivilrecht des K antonsgerichts denselben mit Verfügung vom 26. Februar 2021 für geschlossen und kündigte den Par teien ihren Entscheid aufgrund der Akten an. Der kantonsgerichtliche Entscheid, mit welchem d ie Berufung abgewiesen und der erstinstanzliche Bestätigungsentscheid geschützt wurde, datiert vom 14. April 2021 (Postaufgabe zuhanden der Parteien am 29. April 2021). C. Noch vor dem Ende der Prosekutionsfrist per 29. März 2021 liess A. ____, vertreten durch Advokat Roman Zeller, am 23. März 2021 bei der Vorinstanz ein Gesuch um angemessene nach- peremptorische Erstreckung der Frist zur Einreichung der Klage auf definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechtes stellen. Begründet wurde das Gesuch mit dem Umstand, dass das Kantonsgericht in der Berufungssache betreffend Bestäti gung der vorläufigen Eintragung noch nicht entschieden habe, so dass die Prosekutionsfrist ablaufe, bevor rechtskräftig über die provi- sorische Eintragung entschieden worden sei. D. Mit Verfügung des Zivilkreisgerichtspräsidenten vom 24. März 2021 erwog die Vorinstanz, dass der von der Gesuchsklägerin umschriebenen Problematik mit einer nachperemptorischen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fristerstreckung nicht begegnet werden könne, da nicht a bzuschätzen sei, bis wann der Ent- scheid der Rechtsmittelinstanz vorliegen werde und bis wann die Prosekutionsfrist somit erstreckt werden müsste. Stattdessen sei eine Sistierung der Frist gemäss Art. 126 Abs. 1 ZPO in Erwä- gung zu ziehen, wobei der gesuchsbeklagten Partei vor ei nem diesbezüglichen Entscheid das rechtliche Gehör zu gewähren sei. E. Mit Eingabe vom 30. März 2021 opponierten die gesuchsb eklagten Grundeigentümer ge- gen eine Sistierung und stellten zudem den Gegenantrag, es sei das zuständige Grundbuchamt über den Wegfall der vorsorglichen Verfügung des Zivilkreisgerichts vom 30. Dezember 2020 zu orientieren und es sei dem Grundbuchamt eine Anweisun g auf Löschung des vorläufig vorge- merkten Bauhandwerkerpfandrechts auf dem streitgegenständlichen Grundstück zu erteilen. F. Das Zivilkreisgericht stellte die Eingabe der Grundeigentümer vom 30. März 2021 der Ge- suchsklägerin zur Kenntnisnahme zu und teilte den Partei en mit, dass der Entscheid über eine allfällige Sistierung der Prosekutionsfrist bzw. den Gegenantrag auf Löschung des provisorischen Pfandrechts separat ergehe (Verfügung des Zivilkreisgerichts vom 12. April 2021). Am 19. April 2021 folgten eine weitere Eingabe der Gesuchsklägerin und am 22. April 2021 eine solche der Gesuchsbeklagten, auf welche die Vorinstanz mit Verfügun gen vom 20. und 23. April 2021 je- weils, wie schon gemäss Verfügung vom 12. April 2021 und oben umschrieben, identische Ant- worten folgen liess. G. Mit Verfügung vom 25. Mai 2021 setzte der Vorderrichter schliesslich der Gesuchsklägerin unter Hinweis auf die Säumnisfolgen der Aufhebung de s provisorischen Bauhandwerkerpfand- rechts eine neue, peremptorische Frist zur Einreichung der Prosekutionsklage bis 2. Juni 2021. H. Mit zwei separaten Eingaben vom 7. Juni 2021 gelangte n B. ____ und C. ____ (Berufungs- kläger), vertreten durch Advokat Dr. Caspar Zellweger, an das Kantonsgericht und erhoben so- wohl Berufung als auch Beschwerde gegen die Verfügung des Zivilkreisgerichts vom 25. Mai 2021. Das Berufungsverfahren wird in der kantonsgerichtlichen Geschäftskontrolle mit der rubri- zierten Verfahrens-Nr. 400 21 122 geführt, während fü r die Beschwerde die Verfahrens-Nr. 410 21 124 vergeben wurde. In ihrer Berufung stellten die Berufungskläger folgende Rechtsbegehren (alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Berufungsbeklagten): « 1. Es sei die Verfügung des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 25. Mai 2021 im Ver- fahren 140 20 750 II aufzuheben und es sei das Grun dbuchamt des Kantons Basel-Land- schaft über den Wegfall der vorsorglichen Verfügung vo m 30. Dezember 2020 betreffend vorsorgliche Bestätigung des auf Parzelle Nr. xxx des Grundbuchs Y. ____ zu Gunsten der Berufungsbeklagten vorläufig vorgemerkten Bauhandwerkerpfandrechts für eine Forderung von CHF 150'544.70 nebst Zins zu 5% seit dem 14. Mai 2 020 sowie nebst den Kosten für das Gerichts- und Grundbuchverfahren zu orientieren u nd es sei das Grundbuchamt des Kantons Basel-Landschaft anzuweisen, dieses vorläufig vorgemerkte Bauhandwerkerpfand- recht zu löschen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Eventualiter sei die Verfügung des Zivilkreisgerichts B asel-Landschaft Ost vom 25. Mai 2021 im Verfahren 140 20 750 II aufzuheben und es sei di e Sache an die Vorinstanz zur Anwei- sung an das Grundbuchamt Basel-Landschaft im Sinne von Rechtsbegehren Ziffer 1 zurück- zuweisen.» Zur Begründung liessen die Berufungskläger im Wesentlichen ausführen, dass die erstinstanzli- che Verfügung einen Zwischenentscheid darstelle und desh alb bei einem Streitwert von über CHF 10'000.00 mit Berufung anfechtbar sei. Materiell verletze die angefochtene Verfügung Art. 961 Abs. 3 ZGB, Art. 263 ZPO sowie Art. 144 Abs. 2 ZPO. Die Vorinstanz habe das Frister- streckungsgesuch der Gegenpartei für die Erhebung der Prosekutionsklage bereits mit Verfügung vom 24. März 2021 abgewiesen. Eine Sistierung sei keine verfügt worden. Damit sei die Prose- kutionsfrist gemäss Verfügung vom 30. Dezember 2020 als V erwirkungsfrist in Kraft geblieben und durch Untätigkeit der Berufungsbeklagten mangels Klageerhebung per 29. März 2021 unge- nutzt verstrichen. Die vorsorgliche Verfügung vom 30. Dezember 2020 sei demnach dahingefal- len, weshalb das im Grundbuch vorgemerkte provisorische Bauhandwerkerpfandrecht zu löschen sei. I. Mit Berufungsantwort vom 1. Juli 2021 beantragte A. ____ (Berufungsbeklagte), vertreten durch Advokat Roman Zeller, es sei auf die Berufung n icht einzutreten, eventualiter sei diese abzuweisen, alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Berufungskläger. Zur Begründung führte die Berufungsbeklagte zusammengefasst an, dass es sich bei der Verfügung vom 25. Mai 2021, mit welcher ihr vom Zivilkreisgericht die Frist zur Einreichung der Prosekutionsklage um eine Wo- che bis 2. Juni 2021 erstreckt worden sei, um eine verfah rensleitende Verfügung handle, gegen welche einzig das Rechtsmittel der Beschwerde zur Verfügung stehe. Die Berufungskläger wür- den verkennen, dass es sich bei der Prosekutionsfrist gemäss Art. 961 Abs. 3 ZGB nach bundes- gerichtlicher Rechtsprechung um eine erstreckbare Frist handle. Das Bundesgericht billige einer Klägerin auf definitive Eintragung eines Bauhandwer kerpfandrechtes im Falle der Berufung ge- gen den Bestätigungsentscheid zur vorläufigen Eintragun g zu, beim erstinstanzlichen Richter eine Erstreckung der Prosekutionsfrist zu beantragen. Da s Fristerstreckungsgesuch sei vorlie- gend rechtzeitig vor Ablauf der Frist gemäss Verfügung vom 30. Dezember 2020 gestellt worden, weil die Berufungskläger den Eintrag des provisorischen Pfandrechts angefochten hätten und dieser Entscheid somit nicht in Rechtskraft erwachsen sei. J. Mit Verfügung vom 5. Juli 2021 schloss die Präsidentin de r Abteilung Zivilrecht des Kan- tonsgerichts Basel-Landschaft den Schriftenwechsel und stellte den Parteien ihren Entscheid ge- stützt auf die Akten in Aussicht. K. Die Berufungskläger nahmen mit Eingabe vom 12. Juli 202 1 im Rahmen ihres freiwilligen Replikrechts zur Berufungsantwort vom 1. Juli 2021 Stellung und führten aus, entgegen der Be- rufungsbeklagten habe die Vorinstanz mit Verfügung vom 25. Mai 2021 nicht eine Fristerstre- ckung verfügt, sondern eine neue Prosekutionsfrist angesetzt. Im Weiteren hätten die Berufungs- kläger nicht angezweifelt, dass die Prosekutionsfrist zur K lage auf definitive Eintragung eines Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bauhandwerkerpfandrechts erstreckbar sei. Vorliegend liege der Sachverhalt aber so, dass die Vorinstanz das Gesuch der Berufungsbeklagten auf nachper emptorische Erstreckung der ge- mäss Verfügung vom 30. Dezember 2020 peremptorisch ange setzten Prosekutionsfrist bereits mit Verfügung vom 24. März 2021 abgewiesen habe, weshalb diese am 29. März 2021 unbenutzt abgelaufen sei. Erwägungen 1.1 Gemäss der vorliegend mit Berufung angefochtenen Ve rfügung des Zivilkreisgerichts vom 25. Mai 2021 wurde der Berufungsbeklagten für die Einreichung der Prosekutionsklage gemäss Ziffer 2 der vorsorglichen Verfügung des Zivilkreisgeri chts vom 30. Dezember 2020 eine neue, nicht erstreckbare Frist bis zum 2. Juni 2021 angesetzt. Di e besagte vorinstanzliche Verfügung vom 25. Mai 2021 wurde mit keiner Rechtsmittelbelehrung versehen. Für die Frage der Anfecht- barkeit der Verfügung vom 25. Mai 2021 nicht entscheidend ist, ob diese verfahrensleitende An- ordnung als Ansetzung einer neuen Frist, wie von den Berufungsklägern angeführt, oder gemäss Standpunkt der Berufungsbeklagten als Fristerstreckung einzustufen ist. Genauso offengelassen kann bleiben, ob eine bewilligte Fristerstreckung von der Gegenpartei überhaupt mit einem Rechtsmittel angefochten werden kann (verneinend etwa: B ENN , in: BSK-ZPO, Spühler/Ten- chio/Infanger [Hrsg.], Art. 144 ZPO N 22; mit Hinweisen auf weitere Autoren). Das Kantonsgericht teilt die Ansicht der Berufungskläger, dass mit Verfügun g vom 25. Mai 2021 nicht nur über die Ansetzung oder allenfalls Erstreckung der Prosekutionsfr ist befunden wurde. Implizit entschied der Vorderrichter auch über das Begehren der Berufungskläger auf Anweisung des zuständigen Grundbuchamts zur Löschung des provisorischen Pfandrechts, welches mit Eingabe an das Zi- vilkreisgericht vom 30. März 2021 im Rahmen der Stellungnahme zum Fristerstreckungsgesuch der Berufungsbeklagten vom 24. März 2021 als Gegenantrag gestellt worden war. Dies lässt sich dem Ingress und aus den Erwägungen der angefochtenen Ve rfügung entnehmen, wo die Ein- gabe vom 30. März 2021 ausdrücklich erwähnt wurde. Das Z ivilkreisgericht erwähnte das Lö- schungsbegehren zudem in seinen Erwägungen, ohne dieses jedoch zu beurteilen oder darüber zu befinden. Ebenso verzichtete es im Verfügungsdispositiv a uf eine förmliche Abweisung des- selben. Die Gewährung einer Prosekutionsfrist bis 2. Juni 2021 ist inhaltlich allerdings gleichbe- deutend mit dem Entscheid, dass dem Löschungsbegehren vom 30. März 2021, wenn auch ohne Begründung, nicht entsprochen worden war. Der belastet e Grundeigentümer hat bei einer vor- läufigen Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts ohne richterliche Befristung der Vormer- kung bei Ablauf der Klagefrist einen Anspruch auf Lösch ung der Vormerkung im Grundbuch (SPRECHER , in: BSK-ZPO, Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Art. 263 ZPO N 26). Gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO sind Berufungen gegen Zwischenentscheide zulässig, sofern der Streitwert der betreffenden Streitsache mindestens CHF 10'000.00 beträgt. Ein Zwischenent- scheid liegt vor, wenn durch eine oberinstanzliche Entscheidung sofort ein Endentscheid herbei- geführt und so ein bedeutender Kosten- und Zeitaufwand gespart werden könnte (Art. 237 Abs. 1 ZPO). Bei prozessleitenden Verfügungen, welche nicht berufungsfähig sind (Art. 319 ZPO), Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht fehlt die Möglichkeit der Prozesserledigung im Rechtsmittelverfahren. Prozessleitende Verfügun- gen sind solche prozessualen Anordnungen, bei denen auch eine abweichende oberinstanzliche Beurteilung nie einen Endentscheid zur Folge hätte ( statt vieler: HOFFMANN -NOWOTNY , in: ZPO Rechtsmittel, Basel 2013, Art. 308 ZPO N 21). Der vorli egend zu beurteilende Entscheid des Zivilkreisgerichts vom 25. Mai 2021, welcher im Nachgang zum Bestätigungsentscheid über das (super-)provisorische Bauhandwerkerpfandrecht erging, ist als Zwischenentscheid im Sinne von Art. 237 Abs. 1 ZPO einzustufen. Durch die Aufhebung d er neu angesetzten Prosekutionsfrist und der Anweisung des Grundbuchamtes zur Löschung der Vormerkung würde bei einer allfälli- gen Gutheissung der Berufung nicht nur das Massnahmeverfahren seinen Abschluss finden. Viel- mehr würde ein solcher Verfahrensausgang im Rechtsmitte lverfahren dazu führen, dass auch der Prosekutionsprozess endgültig hinfällig würde (sinngemäss: Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, 410 11 296 E. 1). Da auch die Streitwertgrenze für Beru- fungen über vermögensrechtliche Angelegenheiten gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO vorliegend bei einem der Pfandsumme von CHF 150'544.70 entsprechenden Streitwert ohne weiteres erreicht ist, ist die zivilkreisgerichtliche Verfügung vom 25. Mai 2021 als Anfechtungsobjekt einer Berufung zugänglich. 1.2 Gegen den vorliegend im summarischen Verfahren ergange nen vorinstanzlichen Zwischenentscheid ist die Berufung innert 10 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides schriftlich und begründet bei der Rechtsmittelinstanz ein zureichen (Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB, Art. 961 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB und Art. 248 ZPO sowie Art. 261 ZPO in Verbindung mit Art. 311 Abs. 1 und Art. 314 Abs. 1 ZPO). Die angefochtene schriftlich begründete Verfügung vom 25. Mai 2021 wurde den Berufungsklägern gemäss Sendungsverfolgung der Schweizerischen Post am Folge- tag zugestellt. Das Ende der 10-tägigen Frist fiel demnach auf einen Samstag (5. Juni 2021), so dass die Rechtsmittelfrist am Montag, 7. Juni 2021, endet e (Art. 142 Abs. 1 und 3 ZPO). Die Berufung vom 7. Juni 2021 wurde gleichentags der Sch weizerischen Post zuhanden des Kan- tonsgerichts zum Versand übergeben, so dass die 10-tägige Frist gewahrt wurde (Art. 143 Abs. 1 ZPO). Der Kostenvorschuss für das Rechtsmittelverfahren in Höhe von CHF 4‘000.00 wurde ge- leistet. Die übrigen allgemeinen Prozessvoraussetzungen sind genauso erfüllt (Art. 59 ZPO), wie die weiteren Voraussetzungen an eine Berufungsschrift. So nennen die Berufungskläger in ihrer Rechtsmitteleingabe einen zulässigen Berufungsgrund (Ar t. 310 lit. a ZPO), indem sie der Vor- instanz die unrichtige Anwendung der Art. 961 Abs. 3 ZG B, Art. 263 ZPO sowie Art. 144 Abs. 2 ZPO vorwerfen. Ebenso setzen sie sich inhaltlich hinreich end mit der zivilkreisgerichtlichen Be- gründung der angefochtenen Verfügung vom 25. Mai 2021 auseinander (Art. 320 ZPO). Gemäss § 5 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Zivilprozesso rdnung (EG ZPO, SGS 221) ist das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Zivilkreisgerichte, die im s ummarischen Verfahren ergangen sind, sachlich zuständig. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass auf die Berufung vom 7. Juni 2021 einzutreten ist. Das Kantonsgericht entscheidet ü ber die Berufung aufgrund der Akten (Art. 316 Abs. 1 ZPO). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Das Zivilkreisgericht begründete seinen Entscheid vom 25. Mai 2021 dahingehend, dass eine Sistierung der Prosekutionsfrist nach dem Vorlieg en des kantonsgerichtlichen Entscheids vom 14. April 2021 über die Bestätigung der vorläufig en Eintragung des Pfandrechts hinfällig geworden sei. Demnach sei über das bisher noch nicht ent schiedene Fristerstreckungsgesuch der Berufungsbeklagten zu befinden. Weil der Entscheid über dieses Begehren noch ausstehend sei, sei auch die Prosekutionsfrist gemäss Verfügung vom 30. Dezember 2020 noch nicht abge- laufen. Diese Frist sei zwar in der vorsorglichen Verfügung vom 30. Dezember 2020 ausdrücklich als peremptorisch bezeichnet worden und somit grundsätzli ch nicht erstreckbar. Allerdings sei mit Verfügung vom 24. März 2021 aus Zweckmässigkeitsgründen gleichwohl eine Sistierung der entsprechenden Frist in Erwägung gezogen worden, wob ei über dieselbe vor Gewährung des rechtlichen Gehörs der Berufungskläger zum damaligen Zei tpunkt noch nicht habe entschieden werden können. Aus diesem Grunde habe sich das rechtli che Schicksal der Prosekutionsfrist seither in der Schwebe befunden und dies dürfe zur Vermeidung eines überspitzten Formalismus nicht einseitig zu Lasten der Gesuchsklägerin gehen. Abschliessend erwog die Vorinstanz, dass es sich bei einer Abwägung all dieser Argumentarien oh ne weiteres rechtfertige, der Gesuchs- klägerin zur Einreichung der Prosekutionsklage nochmals eine neue Frist anzusetzen. 3. Die Berufungskläger monieren den vorinstanzlichen Entschei d zusammenfassend mit der Begründung, dass sich eine abgelaufene, aus dem materie llen Recht hergeleitete Verwirkungs- frist, wie die vorliegend zur Diskussion stehende Prosekutionsfrist, nach deren Ablauf mit instruk- tionsrichterlicher Verfügung nicht mehr neu ansetzen las se. Mit Verfügung vom 24. März 2021 sei über das Fristerstreckungsgesuch befunden worden, indem dieses (implizit) abgewiesen wor- den sei und gleichzeitig die Sistierung der Frist nur in Erwägung gezogen, aber bis zum Ablauf der ursprünglich angesetzten Frist per 29. März 2021 nie angeordnet worden sei. Daran ändere auch die gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 30. Dezember 2020 erhobene Berufung nichts, weil diesem Rechtsmittel keine aufschiebende Wirkung zukomme. 4. Die Berufungsbeklagte entgegnete den Berufungsklägern i n ihrer Berufungsantwort, ge- mäss Art. 315 Abs. 1 ZPO hemme eine Berufung die Rechtskraft des angefochtenen Entscheides im Umfang der gestellten Anträge. Deshalb habe die Berufungsbeklagte bei der Vorinstanz im Bauhandwerkerpfandrechtsverfahren am 23. März 2021, vor Ablauf der peremtorisch angesetz- ten Frist, auf das eingeleitete Berufungsverfahren verw iesen und darauf, dass der gefällte Ent- scheid somit noch nicht in Rechtskraft erwachsen sei. Es ergebe sich aus dem Gesuch somit ohne Weiteres, dass die Erstreckung beantragt worden sei, weil der provisorische Eintrag integral im Berufungsverfahren vor Kantonsgericht bestritten gewesen sei und die Einreichung einer ma- teriell-rechtlich begründeten Klage dementsprechend dann keinen Sinn gemacht resp. einen nicht wieder gut zu machenden Nachteil im Sinne von Art. 31 5 Abs. 5 ZPO bewirkt hätte, wenn der Berufung Erfolg beschieden gewesen wäre. Dementsprec hend habe die Berufungsbeklagte rechtzeitig eine Erstreckung der angesetzten Prosekutionsfrist beantragt. Die Ausführungen der Berufungskläger gingen an der Sache vorbei und würden verkennen, dass es sich bei der vorlie- genden Prosekutionsfrist zwar um eine Verwirkungsfrist handle, welche jedoch gemäss bundes- gerichtlicher Rechtsprechung erstreckbar sei. Das Bundesgericht habe im Weiteren festgehalten, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass sich diese Frist aus dem materiellen Recht und nicht aus dem Prozessrecht ergeben würde. Demzufolge berechne sie sich nicht gemäss Art. 142 ff. ZP O, sondern gemäss dem materiellen Recht. Das Bundesgericht habe des Weiteren festgehalten, dass der erstinstanzliche Entscheid über die vorläufige Eintragung mit Berufung anfechtb ar sei und dass die Berufung gegen den Entscheid über die vorläufige Eintragung die Vollstreckbarkeit dieses Entscheides nicht hemme, wohl aber stets dessen Rechtskraft. Im Normalfall gehe d as Bundesgericht offensichtlich davon aus, dass die erste Instanz eine Frist ab Rechtskraft des Urteils ansetze. Dort, wo dies nicht der Fall sei, gelte die vom Richter eingesetzte Frist. Das B undesgericht anerkenne, dass es für den Gesuchsteller umständlich sein könne, eine Klage einreiche n zu müssen, obwohl die vorläufige Eintragung rechtlich noch umstritten sei. Das Gericht fü hre in seinem Leitentscheid BGer 5A_874/2018 hierzu aus, dass dem Gesuchsteller drei Möglichkeiten zur Verfügung stün- den, diesen Nachteil zu vermeiden. So könne er beim Berufungsgericht die aufschiebende Wir- kung des eingelegten Rechtsmittels beantragen, so dass die angesetzte Frist zur Einreichung der Klage auf definitiven Eintrag nicht zu laufen beginne. Sodann bestehe die Möglichkeit, beim erst- instanzlichen Richter um Erstreckung dieser Frist z. B. bis zum Erlass des Berufungsentscheides zu verlangen. Schliesslich könne er die Klage auf definiti ve Eintragung innert der angesetzten Frist trotzdem einreichen und um Sistierung des Verfahrens bis zum Entscheid im Berufungsver- fahren betreffend die vorläufige Eintragung ersuchen. Soweit die Berufungskläger somit die Auf- fassung vertreten würden, die Einreichung eines Fristerst reckungsgesuches sei unzulässig und es sei dem erstinstanzlichen Richter verwehrt, eine solche Fristerstreckung zu gewähren, wider- spreche diese Rechtsauffassung klar der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Die Be- rufungskläger seien der Meinung, dass die Prosekutionsfrist abgelaufen sei, obwohl das Frister- streckungsgesuch rechtzeitig eingereicht worden sei. Wie di e Vorinstanz zu Recht festgehalten habe, komme diese Betrachtungsweise überspitztem Formalismus gleich. Würde diese Betrach- tungsweise doch dazu führen, dass die geltende Praxis, w onach Fristerstreckungsgesuche am letzten Tag der Frist noch per Post eingereicht werden könnten, obsolet machen würde. In all diesen Fällen werde nämlich die Fristerstreckung regelmässig später verfügt, womit die Frist dann theoretisch vor Erlass der Erstreckung abgelaufen wäre. Des Weiteren stehe die Auffassung der Berufungskläger, wonach im vorliegenden Fall eine Nachf rist nur gewährt werden dürfe, wenn sie selbst zustimmen würden, offensichtlich im Widerspruch zur bundesgerichtlichen Rechtspre- chung, welche dem Kläger auf definitive Eintragung ei nes Bauhandwerkerpfandrechtes gerade im Falle der Berufung gegen den Bestätigungsentscheid durch die Beklagten zubillige, beim erst- instanzlichen Richter eine Erstreckung der Prosekutionsfri st zu beantragen. Dementsprechend würde die Berufungsbeklagte an ihrem Fazit festhalten, dass das Fristerstreckungsgesuch ent- sprechend dieser Rechtsprechung rechtzeitig vor Ablauf der Prosekutionsfrist eingereicht worden sei, weil die Berufungskläger den Eintrag des provisorischen Pfandrechts angefochten hätten und dieser Entscheid somit noch nicht in Rechtskraft erwachsen sei. 5.1 Für die Beurteilung der vorliegenden Berufung ist fü r das Kantonsgericht folgender Sach- verhalt entscheidrelevant: Mit Verfügung vom 30. Dezember 2020 bestätigte das Zivilkre isge- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht richtspräsidium die zunächst superprovisorisch angeordnete Vormerkung des vorläufigen Bau- handwerkerpfandrechts zu Lasten des im Eigentum der Berufungskläger stehenden Grundstücks (Parzelle Nr. xxx, Grundbuch Y. ____) und zugunsten der Berufungsbeklagten für eine Pfand- summe von CHF 150'544.70 nebst Zins zu 5% seit dem 14. Mai 2020 sowie nebst den Kosten für das Gerichts- und Grundbuchverfahren. Zudem setzte der Vorderrichter der Berufungsbeklag- ten mit dieser Verfügung zur Einreichung der Klage in der Hauptsache (Prosekutionsklage) eine Frist bis zum 29. März 2021, wobei festgehalten wurde, dass diese Prosekutionsfrist perempto- risch sei und den gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO gelten den Fristenstillstand bereits berück- sichtige. Gegen den erstinstanzlichen Bestätigungsentscheid vom 30. Dezember 2020 erhoben die Berufungskläger beim Kantonsgericht am 5. Februar 2 021 Berufung. Die Schlussverfügung im betreffenden Rechtsmittelverfahren (Nr. 400 21 21) erging am 26. Februar 2021 und der Be- rufungsentscheid, mit welchem die Berufung abgewiesen und der Erstinstanzentscheid bestätigt wurde, datiert vom 14. April 2021. Am 23. März 2021 ersuchte die Berufungsbeklagte bei der Vorinstanz um nachperemtorische Erstreckung der Prosekutionsfrist. Die Berufungskläger stell- ten zudem am 30. März 2021 den Gegenantrag auf Anweisu ng des Grundbuchamtes zur Lö- schung der erwähnten Vormerkung. 5.2 Die Verfügungen der Vorinstanz vom 24. März 2021 und 25. Mai 2021 sind in rechtlicher Hinsicht unter Berücksichtigung der Chronologie des geschilderten Prozessablaufs zu beurteilen. Die Berufungsbeklagte hat diesen Zusammenhang verkannt, indem sie ausführt, der Vorderrich- ter sei in der angefochtenen Verfügung zurecht und i m Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung von der Erstreckbarkeit der Prosekutionsfrist ausgegangen, weshalb die mit Ver- fügung vom 25. Mai 2021 gewährte kurze Fristerstreckung zur Einreichung der Prosekutionsklage nicht zu beanstanden sei. Das Kantonsgericht ist wie die Berufungskläger der Ansicht, dass sich die vom Bundesgericht grundsätzlich bejahte Rechtsfrage der Erstreckbarkeit der Prosekutions- frist gemäss Art. 961 Abs. 3 ZGB (vgl. etwa BGE 143 III 554 E. 2.5.1 und 2.5.2, = Pra 107 [2018] Nr. 145) vorliegend bei der Beurteilung der Berufun g gar nicht stellt. Die Berufungsbeklagte hat zunächst übersehen, dass die Vorinstanz mit der angefochte nen Verfügung nicht eine (nach- peremptorische) Fristerstreckung gewährt hat, sondern di e Prosekutionsfrist ausdrücklich neu anzusetzen beabsichtigte. Die Berufungskläger machten in i hrer Berufung geltend, dies sei un- zulässig, weil der Vorderrichter das Fristerstreckungsgesuch vom 23. März 2021 bereits mit Ver- fügung vom 24. März 2021 abgewiesen habe und die mit V erfügung des Zivilkreisgerichts vom 30. Dezember 2020 angesetzte Prosekutionsfrist, welche eine Verwirkungsfrist darstelle, am 29. März 2021 unbenutzt abgelaufen sei. Die Berufungsbeklagte äusserte sich in ihrer Berufungsan- twort zu dieser berufungsweise vorgetragenen Rüge nicht. Weil es sich hierbei jedoch um eine Rechtsfrage handelt und das Kantonsgericht das Recht im Berufungsverfahren nach Massgabe der erhobenen Rügen von Amtes wegen anzuwenden hat (Art. 57 ZPO; exemplarisch hierzu BGer 4A_382/2015 bzw. 4A_404/2015 E. 11.3.1), gereich t ihr diese Unterlassung nicht zum Nachteil. 5.3 Bei der Prüfung des vorinstanzlichen Vorgehens gilt es zu nächst, die Rechtsnatur der Pro- sekutionsfrist im Sinne von Art. 961 Abs. 3 ZGB in Erin nerung zu rufen. Diese Frist entstammt Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch unter der Ägide der Schweizerischen Zivilpro- zessordnung dem materiellen Recht und fällt nicht in de n Anwendungsbereich der allgemeinen Bestimmung nach Art. 263 ZPO zur Prosekution anderer vor sorglicher Massnahmen (BGE 143 III 554 E. 2.5.1 = Pra 107 [2018] Nr. 145) . In Art. 961 Abs. 3 ZGB wird zudem eine Verwirkungsfrist statuiert. Obwohl das Gesetz die Frist nicht selber setzt, sondern deren Bestim- mung und Ansetzung dem Richter anheimstellt, hat ein Säumnis der richterlich verfügten Frist gemäss langjähriger Bundesgerichtspraxis die Verwirkung d es Rechts zur Folge (so schon BGE 119 II 434 = Pra 83 [1994] Nr. 274). 5.4 Nachdem beim Zivilkreisgericht das Gesuch der Berufungs beklagten um nachperemptori- sche Verlängerung der Prosekutionsfrist vom 23. März 2021 eingegangen war, erwog die Vor- instanz in ihrer Verfügung vom 24. März 2021, eine nachperemptorische Fristverlängerung könne der Problematik, dass zum damaligen Zeitpunkt über die Berufung gegen den Bestätigungsent- scheid zur vorläufigen Vormerkung des provisorischen Bauhandw erkerpfandrechts noch nicht entschieden worden sei, «nicht begegnet werden». Der V orderrichter verwarf eine Fristerstre- ckung, da nicht abgeschätzt werden könne, bis wann der En tscheid des Kantonsgerichts im Rechtsmittelverfahren vorliegen werde und bis wann die Prosekutionsfrist somit erstreckt werden müsste. Stattdessen sei eine «Sistierung der entsprechenden Frist im Sinne von Art. 126 Abs. 1 ZPO in Erwägung zu ziehen», wobei den Berufungsklägern hierzu vor einem allfälligen Entscheid das rechtliche Gehör zu gewähren sei. Die Vorinstanz wies das Fristerstreckungsgesuch im Ver- fügungsdispositiv zwar nicht förmlich ab. Im Kontext mit den zitierten, vorinstanzlichen Erwägun- gen, wonach bei der vorliegenden Fallkonstellation eine Fristerstreckung einen untauglichen Be- helf darstelle, ist der verfahrensleitende Entscheid aber nicht anders aufzufassen, als dass damit das Gesuch der Berufungsbeklagten vom 23. März 2021, wen n auch nicht explizit, zumindest aber implizit abgewiesen wurde. Ob nach dem Wortlaut v on Art. 126 ZPO, wo ausschliesslich von einer Sistierung des Verfahrens die Rede ist, eine einzelne Frist, wie in der Verfügung des Zivilkreisgerichts vom 24. März 2021 in Erwägung gezogen, überhaupt sistiert werden kann, ist mehr als fraglich, muss vorliegend jedoch nicht abschliesse nd beurteilt werden. Wie der Beru- fungskläger zutreffend darauf hingewiesen hat, zog der Vorderrichter eine Fristsistierung mit Ver- fügung vom 24. März 2021 lediglich in Betracht, ohne bis zum 29. März 2021, dem Enddatum der Prosekutionsfrist gemäss Verfügung vom 30. Dezember 2020, eine solche anzuordnen. 5.5 Im Weiteren hatte die Berufung vom 5. Februar 2021 gegen die Bestätigungsverfügung des Zivilkreisgerichts vom 30. Dezember 2020 auf den Lauf der Prosekutionsfrist, welche unabhängig von der Rechtskraft des Erstinstanzentscheids auf einen datu msmässig fixierten Endtermin peremptorisch angesetzt wurde, keine Einwirkung. Gemäss Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO hat die Berufung gegen einen Entscheid über vorsorgliche Massnahmen keine aufschiebende Wirkung. Die Einlegung eines ordentlichen Rechtsmittels hemmt weder die Rechtskraft noch die Vollstreck- barkeit eines entsprechenden Entscheids. Auch aus dem seitens der Berufungsbeklagten in die- sem Zusammenhang zitierten Bundesgerichtsurteil 5A_874/2018 geht nichts Gegenteiliges her- vor. Das Bundesgericht schützte dort unter anderem mit de m Hinweis auf Art. 315 Abs. 4 ZPO den Entscheid des Tribunale d’appello del Cantone Tici no, mit welchem die zweite kantonale Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Instanz das Berufungsverfahren gegen einen Bestätigungsentscheid des erstinstanzlichen Mas- snahmengerichts über die vorläufige Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts nach Art. 961 ZGB mit einer gegenüber dem Superprovisorium reduzierten Pfandsumme zufolge Gegenstands- losigkeit abgeschrieben hatte, weil es der gesuchstellende Unternehmer unterliess, nebst der Berufung innerhalb der richterlich angesetzten, 30-tägigen Frist eine Prosekutionsklage anzuhe- ben. Auch im vorliegenden Fall verhält es sich so, dass die Berufungsbeklagte nach abgewiese- nem Fristerstreckungsgesuch gemäss Verfügung der Vorinstan z vom 24. März 2021 bis zum Ablauf der peremptorisch angesetzten Frist am 29. März 2021 keine Klage auf Definitiveintragung des Pfandrechts eingereicht hatte. Dementsprechend befand sich der Fristenlauf nicht im Schwe- bezustand. Die Verwirkungsfrist war vielmehr zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 25. Mai 2021 längst abgelaufen. Eine dem materiellen Recht entstammende Verwirkungsfrist lässt sich nach Zeitablauf durch instruktionsrichterliche Anor dnung nicht wieder neu ansetzen. Ob eine solche unter den Voraussetzungen von Art. 148 ZP O allenfalls wiederherstellbar wäre, braucht vorliegend nicht beurteilt zu werden, weil die Berufungsbeklagte keine Restitutionsgründe angerufen hat. Die Verfügung des Zivilkreisgerichts vom 25. Mai 2021 erweist sich demnach als rechtsfehlerhaft, weil sie Art. 961 Abs. 3 ZGB nicht standhält. Aufgrund des Befunds einer bereits abgelaufenen Verwirkungsfrist hätte der Vorderrichter dem Antrag der Berufungskläger auf An- weisung des zuständigen Grundbuchamts zur Löschung der vorläufigen Eintragung des proviso- rischen Pfandrechts stattgeben müssen. Daraus folgt, dass d ie Berufung vollumfänglich gutzu- heissen ist. 5.6 Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass die Vorinstanz m it ihrer Verfügung vom 24. März 2021 über das Fristerstreckungsgesuch der Berufu ngsbeklagten noch nicht entschie- den hätte, würde dies am Ausgang des vorliegenden Ver fahrens nichts ändern. Mit Verfügung vom 30. Dezember 2020 wurde die Prosekutionsfrist peremptorisch, das heisst als nicht erstreck- bar angesetzt. Dadurch scheidet eine gerichtliche Fristerstreckung gemäss Art. 144 Abs. 2 ZPO von vornherein aus. Entgegen der Behauptung der Beruf ungsbeklagten hat das Bundesgericht im Entscheid 5A_874/2018 keine generelle Erstreckbarkeit der Prosekutionsfrist statuiert, so dass auch eine im Bestätigungsentscheid als nicht erstreckbar angesetzte Prosekutionsfrist erstreck- bar wäre. Diese Frage wurde im angegebenen Entscheid nicht behandelt. Die Berufungsbeklagte hat ihre Ausführungen in ihrer Berufungsantwort denn auch nicht dem zitierten Entscheid, son- dern einer Kommentierung zur bundesgerichtlichen Rechtsp rechung entnommen (B ASTONS BULLETTI , in: ZPO Online, Verfahren um Eintragung eines Bauh andwerkerpfandrechts – Ein Überblick über die neuste Rechtsprechung, 13. Juni 2019, einsehbar unter: https://www.zpo- cpc.ch/de/bger-5a-874-2018/ ). Die erwähnte Autorin empfiehlt als eine der Möglichkeiten für eine gesuchstellende Partei ein Fristerstreckungsgesuch zu stellen in Fallkonstellationen, in welchen ein Rechtsmittelverfahren gegen den Bestätigungsentscheid noch hängig ist und die Prosekuti- onsfrist für die Einreichung der Klage auf Definitiverklärung des Bauhandwerkerpfandrechtes ab- zulaufen droht (BASTONS BULLETTI a.a.O. Rz 17). Wie es sich verhält, wenn die Prosekutionsfrist, wie im vorliegenden Fall, peremptorisch angesetzt wurd e, wird jedoch auch in dieser Kommen- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht tierung nicht beantwortet. Nach der Praxis der basella ndschaftlichen Gerichte setzt eine aus- nahmsweise Erstreckung einer als nicht erstreckbar angesetzten Frist entweder das Einverständ- nis der Gegenpartei oder das Bestehen besonderer Umstände voraus. Ohne Einverständnis der Gegenpartei beschränkt sich die Erstreckbarkeit einer peremptorischen Frist auf restitutionsähn- liche Fälle, wobei hier anders als bei der Wiederherstellung nach Art. 148 ZPO die Unmöglichkeit zur Fristwahrung nicht nur auf einem fehlenden oder nur leichten Verschulden des Gesuchstellers zu gründen braucht. Ein Einverständnis der Berufungsklä ger für eine nachperemptorische Fris- terstreckung vor Ablauf der Prosekutionsfrist ist vorlie gend nicht aktenkundig. Restitutionsähnli- che Gründe wurden seitens der Berufungsbeklagten für das Fristerstreckungsgesuch keine gel- tend gemacht, sondern eher praktische oder prozessökono mische. Daraus folgt, dass die Vor- instanz das Gesuch spätestens mit Verfügung vom 25. Mai 2021 als unbegründet hätte abweisen müssen und zwar ohne Ansetzung einer Nachfrist. In der Lehre wird zwar vereinzelt die Meinung vertreten, dass das Gericht die Abweisung eines rechtzeitig gestellten Fristerstreckungsgesuchs stets mit der Ansetzung einer Nach- oder Notfrist zur Nachholung der betreffenden Prozesshand- lung zu verbinden habe (generell etwa REETZ , Von der Erstreckung von Fristen, in: Festschrift für Thomas Sutter-Somm, Zürich 2016, S. 503; oder wohl nur bei erstreckbaren, nicht peremptorisch angesetzten Fristen: H OFFMANN -NOVOTNY /B RUNNER , Kurzkommentar Schweizerische Zivilpro- zessordnung, Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], 3. Aufl., Ba sel 2021, zu Art. 144 ZPO N 7 und 14). Eine solche Notfrist wurde wohl in gewissen kantona len Zivilprozessordnungen oder nach der kantonalen Praxis zum bisherigen Recht vereinzelt vorgesehen oder gewährt. Der Zivilpro- zessordnung des Kanton Basel-Landschaft war dieses Instrument allerdings genauso fremd, wie der hiesigen Gerichtspraxis. Die seit 1. Januar 2011 gelt ende Schweizerische Zivilprozessord- nung sieht nun aber keine entsprechende Notfrist (mehr) vor. Das Kantonsgericht erblickt zudem in Fällen, wie dem vorliegenden mit einer peremptorisch angesetzten Frist, keine überzeugenden Gründe, welche die Einräumung einer Notfrist sachgerecht erschienen liessen. Dass die Verwei- gerung einer Fristerstreckung zum Nachteil der ersuchenden Partei gereicht, kann jedenfalls ent- gegen den sinngemässen Erwägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung vom 25. Mai 2021 keinen solchen Grund darstellen und hat auch mit überspitztem Formalismus nichts gemeinsam, gehört es doch zum Wesen eines kontradiktorisch geführten Verfahrens, dass eine der Parteien unterliegen kann. Im Weiteren ist auch das Bundesgericht der Ansicht, dass für die Einräumung einer Notfrist kein Raum besteht, wenn die gesuchstellende Partei nach Treu und Glauben von Beginn an habe annehmen müssen, es werde keine Erstreckung gewährt etwa, weil die Frist mit dem Vermerk «nicht erstreckbare Nachfrist» b ezeichnet worden sei (BGer 5A_280/2018 E. 4.1). Dies wurde höchstrichterlich im Zusammenhang mit der Frage der Erstreckbarkeit einer Nachfrist zur Kostenvorschussleistung gemäss Art. 101 Abs. 3 ZPO erwo- gen. Was für die Frist nach Art. 101 Abs. 3 ZPO gelten soll, ist auch für den vorliegend zu beur- teilenden Fall einschlägig. Die vorinstanzliche Verfügung vom 25. Mai 2021 erweist sich auch aus diesen Gründen als nicht rechtskonform. Im Ergebnis hätte der Vorderrichter das Fristerstre- ckungsgesuch ohne Notfristansetzung abweisen und den Gegenantrag der Berufungskläger auf Anweisung des Grundbuchamtes zur Löschung des provisorischen Pfandrechts gutheissen müs- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht sen. Die Berufung erweist sich somit auch aus diesen Überl egungen als stichhaltig. Das Vorge- hen der Berufungsbeklagten erscheint aus der Sicht des Ka ntonsgerichts bei der bestehenden Rechtslage nicht nachvollziehbar. Diese wusste spätestens se it der kantonsgerichtlichen Schlussverfügung vom 26. Februar 2021 im Berufungsverfah ren gegen den Bestätigungsent- scheid, dass die peremptorische Prosekutionsfrist mangels aufschiebender Wirkung des ergriffe- nen Rechtsmittels (Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO) per 29. März 2021 auslaufen könnte, bevor über die Bestätigung zweitinstanzlich entschieden werden konnte. Weil die Frist als nicht erstreckbar angesetzt wurde, konnte sie ohne Einverständnis der Ge genpartei auch nicht mit einer Frister- streckung rechnen, hätte jedoch noch hinreichend Zeit gehabt, innert Frist eine begründete Pro- sekutionsklage einzureichen. Als weitere Möglichkeit hätte sie im Rechtsmittelverfahren zum Be- stätigungsentscheid um Erteilung der aufschiebenden Wi rkung und dementsprechend um Ab- nahme der Prosekutionsfrist ersuchen können. Mit dem g ewählten Vorgehen, rund 6 Tage vor Fristende ein Gesuch um nachperemptorische Fristerstreckung zu stellen, riskierte sie jedoch die Abweisung des Gesuchs ohne Notfristgewährung und den Ab lauf der Verwirkungsfrist gemäss Art. 961 Abs. 3 ZGB. 6. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten zu befinden. Massgebend für die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen sind di e Bestimmungen der Art. 95 ff. ZPO. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung keine Prozesskosten erhoben, weshalb sich dies- bezüglich ein reformatorischer Entscheid im Sinne von A rt. 318 Abs. 3 ZPO erübrigt. Im Beru- fungsverfahren dringen die Berufungskläger mit ihren Re chtsbegehren gemäss Berufung vom 7. Juni 2021 vollumfänglich durch, weshalb sowohl die Gerichts- als auch die Anwaltskosten der Berufungsbeklagten als unterliegende Partei aufzuerle gen sind. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 4‘000.00 festgelegt (§ 9 Abs. 2 lit. b der Verord nung über die Gebühren der Gerichte [Ge- bührentarif, GebT], SGS 170.31). Die Parteientschädi gung ist gemäss Art. 105 Abs. 2 ZPO ge- stützt auf die kantonale Tarifordnung für die Anwältin nen und Anwälte (TO; SGS 178.112) fest- zusetzen. Der Rechtsbeistand der Berufungskläger hat dara uf verzichtet, für das Berufungsver- fahren eine Honorarnote einzureichen, weshalb die Part eientschädigung durch das Kantonsge- richt von Amtes wegen nach Ermessen festzusetzen ist (18 A bs. 1 der Tarifordnung für die An- wältinnen und Anwälte [TO, SGS 178.112]). Gemäss § 10 i.V.m. § 2 Abs. 1 TO ist die Parteient- schädigung im Rechtsmittelverfahren über Zwischenentscheide im vorsorglichen Massnahme- verfahren nach Zeitaufwand zu berechnen. Für Instrukti on, Aktenstudium und Ausarbeitung der Berufung vom 7. Juni 2021 und der Eingabe vom 12. Juli 2021 im Rahmen des freiwilligen Rep- likrechts im vorliegenden Fall erscheint ein Zeitaufwan d von 15 Stunden realistisch. Unter Be- rücksichtigung der Bedeutung sowie der Komplexität der Streitsache in tatsächlicher und rechtli- cher Hinsicht rechtfertigt sich ein Honoraransatz von CHF 300.00 pro Stunde (vgl. § 3 Abs. 1 TO). Mangels eines entsprechenden Antrags der Berufungskläger ist zum Honorar praxisgemäss keine Mehrwertsteuer hinzuzuschlagen. Ebenso wenig sind A uslagen zu entschädigen, zumal Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht diese nicht beziffert wurden (Entscheid des Kantonsgeri chts Basel-Landschaft, Abteilung Zivil- recht, 400 19 196 E. 10). Somit ist die Berufungsbeklagte zu verpflichten, den Berufungsklägern eine Parteientschädigung von CHF 4’500.00 zu bezahlen. Demnach wird erkannt: ://: 1. In Gutheissung der Berufung wird die Verfügung des Zivilkreisgerichts Ba- sel-Landschaft Ost vom 25. Mai 2021 aufgehoben und dur ch nachste- hende Anordnung ersetzt: " Das Grundbuchamt des Kantons Basel- Landschaft wird hiermit über den Wegfall der vorsorglichen Verfügung des Zivilkreisger ichts Basel - Landschaft Ost vom 30. Dezember 2020 betreffend vorsorgliche Bestä- tigung des auf Parzelle Nr. xxx des Grundbuchs Y. ____ zu Gunsten der Berufungsbeklagten (A. ____) vorläufig vorgemerkten Bauhandwerker- pfandrechts für eine Forderung von CHF 150'544.70 nebst Zins zu 5% seit dem 14. Mai 2020 sowie nebst den Kosten für das Ge richts- und Grundbuchverfahren orientiert und gleichzeitig angewiesen, dieses vor- läufig vorgemerkte Bauhandwerkerpfandrecht im Grundbuch Y. ____ zu löschen." 2. Die Entscheidgebühr von CHF 4'000.00 für das Berufungsverfahren wird der Berufungsbeklagten auferlegt. Die Forderung des Staates wird mit dem durch die Ber ufungskläger ge- leisteten Kostenvorschuss von CHF 4'000.00 verrechnet. Die Berufungsbeklagte hat somit den Berufungsklägern CHF 4'000.00 zu bezahlen. 3. Die Berufungsbeklagte hat den Berufungsklägern ein e Parteientschädi- gung von CHF 4'500.00 (exkl. MWSt und Auslagen) zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher