Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. Januar 2020 (720 19 15 / 18) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf berufliche Massnahme (Umschulung) bei versicherter Person mit qualifi- zierter Berufsausbildung, der nur noch unqualifizierte Hilfsarbeitertätigkeiten zumutbar sind. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Natalie Matiaska, Advo- katin, Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff Berufliche Massnahmen A.1 Der 1978 geborene A.____ absolvierte in seinem He imatland B.____ eine Ausbildung zum Zimmermann. Im August 2012 reiste er in die Schweiz ein und arbeitete fortan als Tempo- rärmitarbeiter auf seinem angestammten Beruf. Am 9. März 2016 erlitt A.____ einen Unfall, bei Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht welchem er sich eine Verletzung am rechten oberen Sprunggelenk (OSG) zuzog. Die Schweize- rische Unfallversicherungsanstalt (Suva) erbrachte in de r Folge die gesetzlichen Leistungen für das Ereignis. A.2 Am 24. November 2016 meldete sich A.____ unter H inweis auf die beim Unfall erlittenen Verletzungen am rechten OSG bei der Eidgenössischen Inva lidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle klärte in der Folge d en rechtserheblichen Sachverhalt ab und stellte fest, dass der Versicherte nicht mehr in seiner angestammten Tätigkeit arbeiten könne (vgl. act. 16), weshalb sie ihn zunächst mit beruflichen Eingli ederungsmassnahmen zu unterstützen versuchte. Mit Verfügung vom 23. November 2018 lehnte sie - nach durchgeführtem Vorbe- scheidverfahren - einen Anspruch von A.____ auf IV-Leistungen ab. Zur Begründung gab sie an, die Anspruchsprüfung habe ergeben, dass zum aktuellen Zeitpunkt keine Invalidität ausgewiesen sei und somit kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestünde. B. Dagegen erhob Advokatin Natalie Matiaska namens un d im Auftrag von A.____ am 11. Januar 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht), und beantragte, es sei die angefochten e Verfügung aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen (berufliche Massnahmen / IV-Rente ) auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e- Kostenfolge. Zudem seien ihm die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbei- ständung mit Advokatin Matiaska als unentgeltliche Rechtsbeiständin zu gewähren. Zur Begrün- dung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die IV-St elle sich auf unzureichende medizini- sche Unterlagen stütze. Weiter müsse in Bezug auf den Einkommensvergleich auch eine zukünf- tige Einkommensentwicklung berücksichtigt werden. C. In ihrer Vernehmlassung vom 6. März 2019 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung von Dr. med. C.____, FMH Orthopädie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 4. März 2019 bei. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt der Beschwerdeführer in seiner Replik vom 1. Juli 2019 an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und im Wesentlichen auch an den bisherigen Vorbringen fest. Die IV-Stelle bean tragte in ihrer Duplik vom 2. August 2019 unter Beilage eines Berichts des Suva-Kreisarztes Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirur- gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 23. Juli 2019 nach wie vor die Abweisung der Beschwerde. E. Am 7. Oktober 2019 reichte der Beschwerdeführer ein e Stellungnahme zum Bericht von Dr. D.____ vom 23. Juli 2019 ein und beantragte, da ss die Beschwerde zumindest im Eventu- alantrag gutzuheissen und die Angelegenheit an die IV -Stelle zwecks weiterer Abklärung des medizinischen Sachverhalts zurückzuweisen sei. Am 29. Oktober 2019 liess sich der Beschwer- deführer erneut vernehmen und reichte einen Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 11. Oktober 2019 ein. F. In ihrer Eingabe vom 2. Dezember 2019 hielt die IV -Stelle an ihren Standpunkten fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan- tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen f rist- und formgerecht erhobene - Be- schwerde des Versicherten vom 11. Januar 2019 ist demnach einzutreten. 2. Streitig ist der Leistungsanspruch des Beschwerdef ührers. Dabei ist einerseits sein An- spruch auf eine Rente in der Zeit von März 2017 bis Juli 2018 und andererseits sein Anspruch auf berufliche Massnahmen, namentlich auf eine Umschulung strittig. Massgebend ist der Sach- verhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 23. November 2018 entwi- ckelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemä ss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer A nspruch auf eine Rente hat. Einen solchen haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutba re Eingliederungsmassnahmen wie- derherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ab- lauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück- sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem n ur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 hat die versicherte Person Ansp ruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viert elsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalidi tätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein- tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi nischen Behandlung und allfälliger Einglie- derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit be i ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens- vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein- kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einan der gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein- kommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung der Invalidität bild et die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in w elchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa- rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinisch e These abstellt. Hinsichtlich des Be- weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, o b dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Expert en begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4 Der RAD steht den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für di e Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der versicherten Person fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Si e halten die Untersuchungsergeb- nisse schriftlich fest (Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Ja- nuar 1961 [IVV]). RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG be- treffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln ent- falten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (BGE 135 V 254 E. 3.4 S. 258; Urteil vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.1). 5.5 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me- dizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde- rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist hinsicht- lich des Beweiswerts zu differenzieren: Stützt sich der ang efochtene Entscheid au sschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen – zu den en die RAD-Berichte gehören –, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen . In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergän- zende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 13 5 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; zum Ganzen auch: Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2015, 9C_627/2015, E. 2 mit weite- ren Hinweisen). 5.6 Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie au ch der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). 6.1 Im vorliegenden Fall steht unbestritten fest, dass der Beschwerdeführer die ange- stammte Tätigkeit als Zimmermann als Folge seines Unfalls vom 9. März 2016 nicht mehr ausü- ben kann. Strittig ist hingegen, ob er in einer Verwe istätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Für die Beurteilung dieser Frage erweisen sich im Wesentlichen die nachfolgenden medizinischen Un- terlagen als massgebend: 6.2 Gemäss der Unfallmeldung UVG vom 16. März 2016 veru nfallte der Beschwerdeführer am 9. März 2016. Er sei bei er Ausübung der Arbeit mit dem rechten Fuss umgeknickt und habe sich eine Distorsion des rechten OSG zugezogen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Dr. med. F.____, FMH Neurologie, diagnostizierte am 14. November 2016 eine Läsion des Nervus peroneus communis rechts und des Nervus suralis re chts mit neuropathischem Schmerzsyndrom bei Status nach Fussdistorsion am 9. März 201 6 und operativer Behandlung am 7. Juli 2016. Der neurologische Befund lautete im Wesentlichen dahingehend, dass die Mus- kulatur der unteren Extremitäten normoton und normotroph sei. Der Fersen-, der Zehen- und der Zehengang monopedal sowie der Einbeinstand seien rec hts schmerzbedingt nicht, links hinge- gen gut und sicher möglich. Ausserhalb der Untersuchungssituation bestehe ein freier und zügi- ger Gang. Die Muskeleigenreflexe der Beine seien symmetrisch mittellebhaft, der Tibialis-poste- rior-Reflex (TPR) sei hingegen beidseits nicht auslösbar. Weiter läge eine nach distal zuneh- mende Minderinnervation und ein Giving Way in allen Muskelgruppen der rechten unteren Extre- mität vor, wobei aber unklar sei, ob echte Paresen be stätigt werden könne. Es bestünden eine Hypästhesie am rechten Unterschenkel und am rechten Fuss zirkulär mit Betonung am dorsalen Unterschenkel, und an der lateralen Fusshälfte rechts eine noch ausgedehntere Hypalgesie, wel- che auch den distalen Oberschenkel rechts umfasse. In seiner Beurteilung kam Dr. F.____ zum Schluss, dass sich der Verdacht elektromyographisch bestätige n liesse, wonach deutliche axo- nale Läsionen des Nervus peroneus communis rechts, am ehe sten nach dem Abgang der Äste zum Musculus tibialis anterior rechts, und des Nervus suralis rechts ohne weitere Auffälligkeiten vorlägen. 6.4 Dr. C.____ nannte am 3. April 2017 keine Diagno se mit Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit. Er führte aus, dass in Bezug auf die geltend g emachten Beschwerden auffällige Inkon- sistenzen sowohl betreffend die Schmerzpräsentation als auch zum Beschwerdeverlauf festzu- stellen seien. So läge gemäss den echtzeitlichen Befun den keine massgebliche Band- oder Weichteilverletzung vor, denn die Gelenkstellung sei au sdrücklich als unauffällig beschrieben worden und es hätte sich am Unfalltag radiologisch kein e Weichteilschwellung gefunden. In der erweiterten bilddiagnostischen Abklärung seien gerade i m Bereich der druckschmerzhaften Strukturen des anterolateralen Kapselbandkomplexes nur s ehr diskrete Befunde erhoben wor- den. Die Schmerzanamnese beschreibe ziehende Schmerzen u nd ein Taubheitsgefühl. Für ein neuropathisches Schmerzsyndrom müssten klassischerweise jedoch stechende und/oder bren- nende Schmerzen vorliegen. Unfallmechanisch seien Läsionen der bezeichneten Nerven jedoch völlig atypisch, denn die weichteiligen Strukturen seien im Bereich der Gelenke entsprechend grosszügig angelegt und durch Reservefalten flexibel dehnbar. Eine massgebliche Zerrung rele- vanter neuraler Strukturen sei damit letztlich nicht erkl ärbar. Konkrete Nervenüberdehnungen seien allenfalls bei konkreten Gelenksubluxationen oder auch Luxationen bekannt. Ein vergleich- bares Verletzungsmuster sei aber nicht andeutungsweise dokumentiert. Vielmehr sei selbst eine höhergradige Gelenkdistorsion nicht naheliegend. Offensichtlich habe man sich beim diagnosti- schen und therapeutischen Vorgehen primär an den subjektiven Beschwerden des Versicherten orientiert und versucht, diese im Sinne eines Kausalit ätsbedürfnisses hinlänglich zu erklären. Auch die subjektiven Instabilitätsphänomene würden trot z operativer Stabilisierung und ortheti- scher Versorgung nicht imponieren. Auf solch unspezifische und letztlich inkonsistente Beschwer- den könne allen therapeutische Bemühungen zum Trotz keine versicherungsmedizinisch ausge- richtete Beurteilung vorgenommen werden. Darüber hinaus würden auch konkrete und erfolgver- sprechende Behandlungsstrategien aufgezeigt, so dass das b ezeichnete Beschwerdebild letzt- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich nicht als dauerhaft limitierend eingestuft werden könne. Zu beachten sei, dass sich die aktu- ellen Behandlungsansätze wie auch die abgeleiteten Empfehlungen für eine Umschulung primär auf die subjektiven Beschwerden und die Schmerzpräsentation des Versicherten abstützen wür- den. Die aktuellen Behandlungsversuche würden eine gewisse diagnostische Unsicherheit illust- rieren, was anhand der unspezifischen Beschwerden nachvollziehbar sei. In diesem Sinne könne auch der jüngste klinische Befund mit Druckdolenz im Bereich der Kniekehle lateral und über dem Nervus fibularis communis weder einer unfallkausalen noch einer unfallfremden Pathologie zu- geordnet werden. 6.5 In ihrer neurologischen Beurteilung kamen die Dres. med. G.____, FMH Neurologie, und H.____, Facharzt Neurologie, Abteilung Versicherungsmed izin der Suva, am 2. Mai 2017 zum Schluss, dass aus neurologische Sicht die zuletzt dokumentierten Beschwerden mit Schmerzen und Hypästhesien im Bereich des gesamten lateralen Unterschenkels nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf de n Unfall vom 9. März 2016 bzw. auf den endoskopischen Eingriff vom 7. Juli 2016 zurückgeführt werden könnten. Eine Kostengut- sprache für eine interventionelle Therapie dieser Beschwerden mit Neurostimulation sei deshalb nicht zu empfehlen. 6.6 Am 6. Juni 2017 fand eine kreisärztliche Untersuchu ng bei Dr. med. I.____, FMH Chi- rurgie, statt. Er diagnostizierte einen Status nach OS G-Distorsion rechts mit Partialläsion des fibulotalaren Bandapparates und Längsruptur der Pero naealsehnen am 9. März 2016, primär konservativ behandelt, einen Status nach Arthroskopie des rechten OSG sowie Endoskopie des Peronaealsehnenfachs und der Peronaeus longus-Sehnenna ht am 7. Juli 2016. Er führte aus, dass die Verletzung des rechten OSG primär konservativ mit Schienenruhigstellung behandelt worden sei. Bei persistierenden Beschwerden sei die Weiterabklärung mittels MRI erfolgt und die dort festgestellte Längsruptur der Peronaealsehnen sei endoskopisch operativ behandelt worden. Die gleichzeitig durchgeführte OSG-Arthroskopie habe stabile Bandverhältnisse und eine stabile vordere Syndesmose gezeigt. Im weiteren Verlauf sei eine neurologische Abklärung durchgeführt worden, welche sowohl klinisch wie elektrophysiologisch e ine axonale Läsion des Nervus pe- ronaeus communis rechts sowie eine axonale Läsion d es Nervus suralis gezeigt habe. Im Rah- men einer schmerztherapeutischen Abklärung sei die Indikation zur Implantation eines Neurosti- mulators gestellt worden. Nachdem die neurologische Beu rteilung durch die Dres. G.____ und H.____ (vgl. vorstehend E. 5.8) ergeben habe, dass die geklagten Schmerzen nicht mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 9. März 2016 beziehungsweise auf den endosko- pischen Eingriff vom 7. Juli 2016 zurückgeführt werden könnten, sei die Kostengutsprache abge- lehnt worden. Weiter führte Dr. I.____ aus, dass sich a us orthopädisch/traumatologischer Sicht ein stabiles rechtes OSG gezeigt habe, welches in seiner Funktion deutlich eingeschränkt gewe- sen sei. Aus rein orthopädisch/traumatologischer Sicht ergäbe sich kein Anhaltspunkt für weitere operative Eingriffe. Im Narbenbereich unterhalb des lateralen Malleolus könnten Verwachsungen bestehen mit Nervenirritationen. Ob hier allerdings eine offene Neurolyse die Situation wesentlich verbessern könne, sei eher fraglich. Als weitere therapeutische Massnahme empfahl er eine sta- tionäre Rehabilitation in der Rehaklinik J.____. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.7 Dr. C.____ untersuchte den Beschwerdeführer am 7. Juni 2017. In seinem am 16. Juni 2017 verfassten Bericht nannte er keine Diagnose mit Ein fluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine Schmerzsymptomatik des rechten OSG bei Status nach Distorsion am 9. März 2016 und art hroskopischer Intervention am 7. Juli 2016. In seiner versicherungsmedizinischen Einschätzung kam er zum Schluss, dass diverse Inkonsistenzen bezüglich Schmerzpräsentation und -ausweit ung sowie betreffend die daraus subjektiv abgeleitete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestünden. Der Schmerzverlauf werde diffus und nicht hinlänglich erklärbar geschildert. Der Versicherte habe auch angegeben, beim Autofahren eingeschränkt zu sein. Das Verlassen des Unte rsuchungsgebäudes erfolge in der Nachschau allerdings nur noch mit einem minimal unrunden Gangbild. Das Hinken sei im Alltag mit den Künzli-Schuhen deutlich weniger ausgeprägt als in der Untersuchungssituation. Dies de- cke sich auch mit den Feststellungen von Dr. F.____. Aufgrund der geschilderten Inkonsistenzen und gestützt auf die objektiven Befunde sei eine massg ebliche und dauerhafte Funktionsein- schränkung des rechten Fusses, auch mit Auswirkung auf die zu letzt ausgeübte Tätigkeit nicht überwiegend wahrscheinlich. 6.8 Der Beschwerdeführer hielt sich vom 5. Juli 2017 b is 23. August 2017 in der Rehaklinik J.____ auf. Im Austrittsbericht vom 28. August 2017 wurde n (1) eine OSG-Distorsion rechts mit Peroneus-Iongus-Split, Partialruptur/Zerrung der Ligamenta tibiofibulare anterius, fibulotalare an- terius, fibulokal-kaneare und fibulotalare posterius, so wie der Ligamenta zwischen Kuboideum, kuneiforme laterale und metatarsale Basis 3, (2) eine leichtgradige Partialruptur und Zerrung des vorderen Kreuzbands, des lateralen Seitenbands, der Bizepssehne und der Popliteus-Sehne, (3) eine axonale Läsion des Nervus peroneus rechts (Befun d linksseitig bei Austritt noch nicht voll- ständig) und (4) ein Unfall vom 19. Juli 2017 mit Stu rz auf die rechte Schulter als Diagnosen genannt. In der Zumutbarkeitsbeurteilung wurde ausgef ührt, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. Hin gegen sei ihm eine leichte bis mittel- schwere Arbeit, welche wechselbelastend, ohne absturzgefährdende Tätigkeiten, ohne Arbeiten auf unebenem Gelände und ohne längerdauernde Zwangshaltungen ausgeübt werden könne, zu 100 % zumutbar. 6.9 Im Mai 2018 wurde dem Beschwerdeführer ein Rückenm arkstimulator implantiert. Dr. F.____ führte am 24. Juli 2018 aus, dass der Beschwerdeführer von einem sehr guten Verlauf des neuropathischen Schmerzsyndroms im Bereich der rechten unteren Extremität berichte. Die neuropathischen Schmerzen seien praktisch vollständig regr edient und eine zusätzliche Schmerzmedikation sei nicht mehr nötig. 6.10 Dr. C.____ kam am 22. November 2018 zum Schluss, dass der Beschwerdeführer die zuletzt ausgeübte Tätigkeit mehrheitlich nicht mehr verrichten könne. Eine angepasste Tätigkeit sei aber uneingeschränkt möglich. Daran hielt er auch in seiner Stellungnahme vom 4. März 2019 fest. Dem Beschwerdeführer sei die Ausübung einer körper lich angepassten Tätigkeit, die schwerpunktmässig sitzend, gegebenenfalls ergänzend mit e inem Schulterschonprofil, ohne massgebliche Funktionseinschränkung zumutbar. Dieses Profil gelte mit Ausnahme der behand- lungsbedingten Hospitalisation in der Rehaklinik J.____ vom 5. Juli 2017 bis 23. August 2017 seit Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ende des Jahres 2016. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sei die postoperative Rehabilitation nach dem arthroskopischen Eingriff vom 7. Juli 2016 am betroffenen Sprunggelenk abgeschlossen. 6.11 Der Suva-Kreisarzt Dr. D.____ führte sodann am 23. Juli 2019 aus, dass sich die Situa- tion am rechten OSG in den letzten beiden Jahren nich t namhaft verändert habe. Aus diesem Grund stelle er in Kenntnis des aktuellen Befunds und des vollständigen Dossiers auf die Zumut- barkeitsbeurteilung der Rehaklinik J.____ von Ende August 2017 ab. Danach sei der Versicherte in der Lage, ganztags leichte und mittelschwere wechselb elastende Arbeiten, ohne absturzge- fährdenden Tätigkeiten und ohne längerdauernde Zwan gshaltungen in der Hocke auszuüben. Entgegen den Ausführungen der Rehaklinik J.____ sei es dem Beschwerdeführer jedoch mit den Spezialschuhen hin und wieder und kurzfristig möglich, auf unebenem Gelände zu arbeiten. 6.12 Auch Dr. C.____ hielt in seiner Stellungnahme vom 13. November 2019 an der von ihm bereits geäusserten Zumutbarkeitsbeurteilung fest. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 23. November 2018 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer Verweistätigkeit insbesondere auf die Ausfüh rungen ihres RAD-Arztes Dr. C.____ vom 22. November 2018 und den Austrittsbericht der Rehakli nik J.____ vom 28. August 2017. Sie ging davon aus, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der vom Unfall vom 9. Mai 2016 herrüh- renden Restbeschwerden eine körperlich angepasste Tätigkeit, die schwerpunktmässig sitzend, gegebenenfalls ergänzend mit einem Schulterschonprofil, ohne massgebliche Funktionsein- schränkung zumutbar sei. Wie in Erwägung 5.5 hiervor erw ähnt, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne die Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll und es sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen, falls auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seines Berichts bestehen (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.2, je mit H inweisen). Solche Zweifel sind vorliegend nicht zu erkennen. Der Bericht von Dr. C.____ vom 22. November 2018 und der Austrittsbericht der Rehaklinik J.____ vom 28. August 2017 genügen form al wie inhaltlich den bundesgerichtli- chen Vorgaben an eine beweiskräftige ärztliche Beurteilung (vgl. dazu E. 3.3 hiervor). Dr. C.____ untersuchte den Beschwerdeführer am 7. Juni 2017 persönlich und berücksichtigte in seiner Be- urteilung vom 22. November 2018 die ganzen medizinisch en Unterlagen. Seine Einschätzung der medizinischen Situation erscheint widerspruchsfrei und schlüssig. Insbesondere anerkannte er in seiner Beurteilung, dass der Beschwerdeführer auf grund seines Unfalls auch weiterhin an funktionellen Restbeschwerden leidet. Dies rechnete er letztlich im Rahmen des Zumutbarkeits- profils an, indem er - wie auch die Rehaklinik J.____ davon ausging, dass dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit als Zimmermann nicht mehr möglich sei. Hingegen erachtete er - nach eingehender Auseinandersetzung mit dem medizinischen Sachverhalt - die Ausübung einer adaptierten Tätig- keit, welche auch die attestierten Beschwerden berücksichtigte, ganztags als zumutbar. 7.2 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, änder t an der vorstehenden Einschät- zung nichts. Zunächst ist ihm entgegen zu halten, dass - entgegen seiner Auffassung - auch die Beschwerdegegnerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit anerkennt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auch seine Kritik an der Zumutbarkeitsbeurteilung in einer Verweistätigkeit geht fehl. Wie vorste- hend erwähnt, ist dem Bericht der Rehaklinik J.____ vom 28. August 2017 nachvollziehbar zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer eine leichte bis mittelschwere Arbeit ganztags ausüben kann. Als spezielle Einschränkungen wurde in Bezug aus das OSG und das USG rechts genannt, dass diese Tätigkeit wechselbelastend, ohne Absturzgefäh rdung, nicht auf unebenem Gelände und nicht in längerdauernden Zwangshaltungen ausgeübt werden dürfe. Diese Einschätzung überzeugt. Sie wurde unter dem Hinweis getätigt, dass b eim Beschwerdeführer eine mässige Symptomausweitung beobachtet worden sei und das Ausmass der demonstrierten Beschwerden nur teilweise mit den objektivierbaren Befunden habe erklären lassen. Diesbezüglich wurde auf- grund der nach dem Aufenthalt getätigten Untersuchun gen (vgl. insbesondere Bericht der Neu- rologischen Klinik K.____ vom 31. Oktober 2018) festge stellt, dass der Beschwerdeführer eine Nervenläsion erlitten habe, womit auch ein objektivierter Befund erhoben werden konnte. Entge- gen der Auffassung des Beschwerdeführers führt diese Erkenntnis aber nicht zu einer weiterge- henden Einschränkung in der durch die Rehaklinik J.____ am 28. August 2018 und auch von Dr. C.____ bestätigten vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit. Da zudem unbestritten feststeht, dass die behandelnden Ärzte sich nicht zur Arbei tsfähigkeit in einer Verweistätigkeit äusserten, ist diesbezüglich auf die überzeugende Beurteilung von Dr. C.____ abzustellen. Die- ser betonte zudem zu Recht in seiner Stellungnahme vom 4. März 2019, dass weder im Rahmen seiner Untersuchung im Juni 2017 noch während des Aufe nthalts in der Rehaklinik J.____ Be- schwerden hätten erhoben werden können, die den Beschw erdeführer an der Ausübung einer adaptierten Tätigkeit gehindert hätten. Das Zumutbar keitsprofil für eine leidensadaptierte Tätig- keit könne daher mit Ausnahme des stationären Aufentha lts in der Rehaklinik J.____ seit Ende 2016 angenommen werden. Die Ansicht des Beschwerdeführers, wonach erst nach der Implan- tation des Rückenmarkstimulators im Mai 2018 von einer v ollständigen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit auszugehen sei, ist nicht stichhaltig und lässt sich mit Blick auf die vorliegenden Akten in keiner Weise belegen. Soweit der Beschwerdeführer zudem geltend macht, dass für die Zeit nach Juli 2018 der medizinische Sachverhalt ungenüge nd abgeklärt worden sei, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. Wie oben in Erwägung 7.1 ausgeführt, liegen vorliegend keine Zweifel an der nachvollziehbaren Beurteilung von Dr. C.____ vom 22. November 2018 vor. Den Akten sind keine auf objektivierbare medizinische Befunde beruhende Hinweis für eine Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigke it zu entnehmen, weshalb von weiterge- henden Abklärungen des medizinischen Sachverhalts abgesehen werden kann. 7.3 Zusammenfassend erweist sich die Beurteilung von Dr . C.____ vom 22. November 2018 nach dem Ausgeführten als beweistauglich, weshalb die B eschwerdegegnerin darauf abstellen durfte. Folglich ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Arbeit als Zimmermann nicht mehr arbeitsfähig ist. Hingegen ist er in einer angepassten Tätigkeit nicht eingeschränkt. Der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente für die Zeit von März 2017 bis Juli 2018 ist daher unter Hinweis auf die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 23. November 2018 abzulehnen. Da ran ändert auch der Antrag des Be- schwerdeführers nichts, wonach vom Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug von 15 % vorzunehmen sei. Ausgehend von einem Valideneinkommen im Jahr 2015 (vgl. Auszug des in- dividuellen Kontos) von Fr. 68'144.-- und einem gestüt zt auf die Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2014 des Bundesamtes für Statistik ermittelten Invaliden einkommen von Fr. 56'768.-- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht (TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, Männer, Kompetenzniveau 1, Fr. 5'312.--; angepasst an die wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und unter Berücksichtigung der Nominallohnent- wicklung von 0.3 % minus 15 % leidensbedingter Abzug), ergibt dies einen rentenausschliessen- den Invaliditätsgrad von gerundet 17 %. 8.1 In einem nächsten Schritt ist der Anspruch des Besch werdeführers auf berufliche Mas- snahmen in Form einer Umschulung zu prüfen. 8.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von ei ner Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, sowei t diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wiederher- zustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den Anspruch der einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Einglie derungsmassnahmen umfassen gemäss Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG Massnahmen beruflicher Art wie Berufsberatung (Art. 15 IVG), erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), Umschulung (Art. 17 IVG), Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG) und Kapitalhilfe (Art. 18d IVG). 8.3.1 Versicherte haben Anspruch auf Umschulung auf ei ne neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurc h die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IV G). Unter Umschulung ist dabei grund- sätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbil dender Art zu verstehen, die not- wendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invali dität bereits erwerbstätig gewesenen versi- cherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwer tige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleichw ertigkeit“ nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Ver- dienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungs- zweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Um- ständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will di e Eingliederung lediglich so weit si- cherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber a uch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 8. August 2008, 8C_163/2008, E. 2.2). 8.3.2 Voraussetzung für die Übernahme der Umschulungskoste n ist, dass der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht. Dies ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich bei einer Erwerbseinbusse von etwa 20 % im Vergleich zum vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Erwerbseinkommen der Fall. Kann die versiche rte Person ihre angestammte Tätigkeit nicht mehr ausüben, ist zuerst zu prüfen, ob sie ohne (zu sätzliche) Ausbildung eine andere zu- mutbare Tätigkeit ausüben kann. Die Erheblichkeitsschwelle von ca. 20 % bezieht sich also so- wohl auf die Erwerbsmöglichkeit im angestammten als auch in einem leidensangepassten Beruf. Bei der Erheblichkeitsschwelle von 20 % handelt es sich um einen von der Rechtsprechung ent- wickelten Richtwert. Hintergrund der Erheblichkeitsschwelle sind die relativ hohen Kosten einer Umschulung; so widerspricht es dem Verhältnismässigkeitsgrun dsatz, wenn die Kosten einer Umschulung jene der auszugleichenden Erwerbseinbusse erheblich übersteigen. Dabei wird al- lerdings ausser Acht gelassen, dass unter den Umschulungsb egriff nicht nur (teure) Berufsaus- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht bildungen, sondern auch weniger kostspielige Massnahmen , wie eine kurze oder berufsbeglei- tende Ausbildung, fallen. Immerhin stellt die Erheblichkeitsschwelle von 20 % keine starre Grenze dar: Insbesondere bei Berufen mit tiefen Anfangslöhne n berücksichtigt die Rechtsprechung ne- ben den aktuellen Verdienstmöglichkeiten im Rahmen ein er Prognose auch weitere Faktoren, wie Lohnentwicklung und Aktivitätsdauer. Regelmässig berü cksichtigt wird insbesondere die zu erwartende zukünftige Einkommensentwicklung in der ursprünglich gelernten und einer allfälligen Hilfstätigkeit (BGE 130 V 488 E. 4.2; 124 V 108 E. 3 ; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Januar 2018, 8C_808/2017, E. 3). 8.4 Nach Lage der Akten ist erstellt und unter den Par teien unbestritten, dass dem Be- schwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Zimmermann nicht mehr zumutbar ist. Ebenso sind sich die Parteien einig, dass seine in B.____ absol vierte Ausbildung in der Schweiz aner- kannt ist. Strittig ist hingegen, ob der Beschwerdefüh rer eine Erwerbseinbusse von mindestens 20 % erleidet. Die IV-Stelle stellte gestützt auf die in Erwägung 6.3 bereits aufgeführten Einkom- men in Höhe von Fr. 68'144.-- (Valideneinkommen) und Fr. 66'453.-- (Invalideneinkommen; sta- tistischer Wert ohne leidensbedingten Abzug) einen Minderverdienst von 2.48 % fest und lehnte das Gesuch um Umschulung deshalb ab. Mit dem Beschwerdeführer ist jedoch davon auszuge- hen, dass entgegen der Auffassung der IV-Stelle im vorl iegenden Fall vom Grundsatz abgewi- chen werden kann, wonach ein Umschulungsanspruch grundsä tzlich eine Mindesterwerbsein- busse von rund 20 % in den für die versicherte Person ohne zusätzliche Ausbildung offenstehen- den, noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten voraussetzt. D ies ist namentlich bei Versicherten mit entsprechend langer verbleibender Aktivitätsdauer möglich. In Bezug auf diese Fälle hat das Bun- desgericht festgestellt, dass es nicht entscheidrelevant sei, ob die Erheblichkeitsschwelle erreicht werde, weil es sich bei den für die versicherte Person ohne Umschulung zumutbaren angepass- ten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten handle, die im Vergleich zur angestammten Tätig- keit qualitativ nicht als annähernd gleichwertig bezeichnet werden können (vgl. Urteile des Bun- desgerichts vom 22. März 2010, 9C_994/2009, und vom 11. Januar 2018, 8C_808/2017, E. 3 mit Hinweisen). 8.5 Der 1978 geborene Beschwerdeführer reiste im August 2012 in die Schweiz ein und arbeitete fortan bis zu seinem Unfall im März 2016 te mporär bei verschiedenen Arbeitgebern. Dass er freiwillig keine Festanstellung angetreten hat und damit - wie die IV-Stelle sinngemäss feststellt - von sich aus auf einen höheren Lohn verzichte t hat, ist den vorliegenden Unterlagen nicht eindeutig zu entnehmen. Mit Blick auf den IK-Ausz ug ist vielmehr festhalten, dass der Be- schwerdeführer zuletzt von September 2014 bis Juni 2016 über die Personalberatung L.____ AG bei der M.____ AG angestellt war (vgl. act. 8 und 12). Vor diesem Hintergrund und unter Berück- sichtigung der Tatsache, dass ausländische Arbeitnehmer im Baugewerbe oft während längerer Zeit temporär beschäftigt werden und sich eine Festanstellung verdienen müssen, ist nicht aus- zuschliessen, dass der Beschwerdeführer in absehbarer Zeit unbefristet angestellt worden wäre und einen höheren als den durch die IV-Stelle berücksichtigten Lohn erzielt hätte. Wird aber, wie es sich vorliegend im Sinne der vorstehenden Rechtsprechu ng des Bundesgerichts aufdrängt, der Anspruch auf Umschulung nicht am Erreichen der ohnehi n nur als Richtwert geltenden Er- heblichkeitsgrenze von 20 % und damit am erzielten Einkom men, sondern an der Grundausbil- dung bemessen, kann diese Frage offenbleiben. Es kann letztlich für den Umschulungsanspruch Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht ohnehin keinen Unterschied machen, ob ein gelernter Zimmermann temporär gearbeitet hat oder festangestellt war, wenn es sich - wie vorliegend - bei den ihm zumutbaren angepassten Ver- weistätigkeiten mangels anderweitiger Ausbildung nur um unqualifizierte Arbeiten handelt. Das Bundesgericht weist im bereits erwähnten Urteil vom 22. März 2010, 9C_994/2009, welches auch einen Zimmermann betraf, in Erwägung 4 explizit darauf hin, dass die annähernde Gleichwertig- keit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und der neuen Tätigkeit auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sei, wenn auch die beiden Ausbildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen würden. Da der Beschwerdeführer als Zimmermann über eine qualifizierte Ausbildung verfügt und die ihm im Rahmen der Verweistätigkeit zum utbaren Arbeiten qualitativ klarerweise nicht mit dieser Arbeit vergleichbar sind, hat er unabhängig davon, ob er eine Erwerbsteinbusse von 20 % erzielt, Anspruch auf eine Umschulung. Dies umso mehr, als er noch eine Aktivitäts- dauer von weit über 20 Jahren aufweist. 8.6 Zusammenfassend steht fest, dass der Umschulungsanspruc h des Beschwerdeführers zu Unrecht wegen einer Erwerbseinbusse von 2,48 % verneint wurde. Gestützt auf die vorliegen- den Akten muss aber davon ausgegangen werden, dass die IV-Stelle die weiteren Vorausset- zungen - mit Ausnahme der Invalidität in der angestammten Tätigkeit - nicht genügend abgeklärt hat. Aus diesem Grund rechtfertigt es sich, die vorlie gende Angelegenheit an die Beschwerde- gegnerin zurückzuweisen, damit diese nach weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Anspruch des Beschwerdeführers auf Umschulung neu ve rfügt. Die Beschwerde ist in die- sem Sinne gutzuheissen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterlie- gende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen sind. Der vom Versicherten geleis- tete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- ist ihm zurückzuerstatten. 9.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde füh rende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt un d ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bund esrechtlichen Anspruch auf eine Par- teientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Si nne, dass der Beschwerde führenden Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Beur teilung alle Rechte im Hinblick auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 132 V 215 E. 6.2). Nachdem die Sache zur erneu- ten Abklärung im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle zurückzuweisen ist, hat diese dem Ver- sicherten eine Parteientschädigung auszurichten. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 11. November 2019 für d as vorliegende Verfahren einen Zeitauf- wand von 26.05 Stunden geltend gemacht. Davon fallen rund 9.75 Stunden auf die Ausarbeitung der Beschwerde (inklusive Falleröffnung), was nicht zu bea nstanden ist. Hingegen erscheinen der Aufwand für die Replik von 5,5 Stunden und für di e Triplik von insgesamt 5,6 Stunden in Anbetracht der sich zu stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als deutlich zu hoch, weshalb Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht er zu kürzen ist. Dabei ist zu beachten, dass es sich vorliege nd nicht um einen leichten, aber auch nicht um einen schwierigen, sondern um einen durchschnittlichen Fall handelt. Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Rechtsvertreterin den Beschwerdeführer bereits im Vorbescheid- sowie im Suva-Verfahren vertreten hat und sich deshalb im vorliegenden Verfahren nicht neu einarbei- ten musste. Im Quervergleich zu anderen durchschnittlichen Beschwerdeverfahren erscheint eine Reduktion des geltend gemachten Stundenaufwandes von insg esamt 26.05 Stunden um 6,05 Stunden auf 20 Stunden als gerechtfertigt. Eine zusätzl iche Kürzung des Honorars, weil dem Antrag des Beschwerdeführers auf Ausrichtung einer Rente in der Zeit vom März 2017 bis Juli 2018 nicht entsprochen wurde, rechtfertigt sich jedoch nicht (vgl. Urteil des Kantonsgerichts vom 6. Dezember 2018 [KGSV 720 17 34/335] E. 10.3 mit Hinweisen). Der Aufwand von 20 Stunden ist mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Stundenansatz von Fr. 250.-- zu vergüten (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anw älte vom 17. November 2003). Nicht zu beanstanden sind die geltend gemachten Auslangen in Höhe von Fr. 174.65. Dem Beschwerde- führer ist somit eine Parteientschädigung von Fr. 5'5 73.10 (20 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 174.65 zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgerich t (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge- gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbststän dig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh- ren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an- schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent- scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück-weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset- zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheide t das Bundesgericht. Die nachste- hende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 10.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher P raxis die in einem Rückweisungsent- scheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelung - wie die Rückweisung im Hauptpunkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG) dar stellt, der in der Regel keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann . Ihre Anfechtung ist erst mit Be- schwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet die Instanz, an welche die Sache zu- rückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten der Beschwerde führenden Person, so Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückweisungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentscheids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2 , bestätigt im Urteil des Bundesge- richts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2 - 4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise g utgeheissen, als die an- gefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 23. Novem- ber 2018 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfü gung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird dem Be- schwerdeführer zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 5'573.10 (inkl. Ausla gen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht