B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2049/2013 U r t e i l v o m 2 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Bruno Huber, Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. Parteien A._______, geboren (…), Kosovo, alias B._______, geboren (…), Serbien, und dessen Ehefrau C._______, geboren (…), Kosovo, beide vertreten durch lic. iur. Bernhard Zollinger, Rechtsanwalt, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. März 2013 / N_______. D-2049/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliessen die Beschwerdeführenden ihren Heimatstaat am 13. September 2012 und gelangten durch ihnen angeb- lich unbekannte Länder am 14. September 2012 illegal in die Schweiz, wo sie am selben Tag ihre Asylgesuche stellten. B. Am 21. S eptember 2012 fanden die Befragungen zur Person (Befragu n- gen) statt. Dabei machten die Beschwerdeführenden geltend, sie seien ethnische Serben aus der Gemeinde D._______ (Kosovo) und hätten sich am 20. Oktober 2007 in E._______ religiös trauen lassen. Am 2. Ok- tober 2012 fanden die direkten Anhörungen der Beschwerdeführenden zu ihren Asylgründen (Anhörungen) statt. C. C.a Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen gel tend, er sei im Dorf F._______ aufgewachsen und habe dort acht Jahre die Schule besucht. Von 2004 bis Februar 2006 h a- be er im Dorf G._______ gelebt und danach bis zu seiner Ausreise am 13. September 2012 im Dorf E._______ gelebt. Er habe in seiner Heimat immer als Landwirt gearbeitet. Ungefähr im Jahr 2000 habe er seinen ersten Reisepass erhalten. Dieser sei wahrscheinlich im Jahr 2004 in sei- nem Haus verbrannt. Den zweiten Reisepass habe er vor der Eh e- schliessung erhalten, wo sich dieser befinde , wisse er nicht mehr . Beide Reisepässe seien in H._______ (Serbien) ausgestellt worden. Ausserdem habe er eine serbische Identitätskarte beses sen, die ein Polizist b ei einer Personenkontrolle auf der Strasse im März oder April 2012 vernichtet und ihn aufgefordert habe, sich eine kosovarische Identitätskarte ausstellen zu lassen. Seither besitze er keine Identitätskarte mehr, er sei aber auch nie mehr in eine Kontrolle geraten. In seiner Heimat habe er keine Rechte gehabt. Im Jahr 2004 sei in der Nachbarschaft jemand ermordet worden. Daraufhin hätten sie das Haus verlassen und sich zu einem Bruder seiner Mutter nach G._______ begeben beziehungsweise sie hätten sich jeweils bei verschiedenen Verwandten aufgehalten. Ein Zimmer beziehungswe i- se eine Küche seines Hauses in F._______ sei im Jahr 2004 in Brand ge- steckt worden. Auch sei en im Laufe der Zeit alle Sachen aus dem Haus gestohlen worden, sogar die elektrischen Kabel. Im Jahr 2011 seien die Diebe erwischt worden, und sein Vater sei deswegen im September 2011 zur Gerichtsverhandlung eingeladen worden. Da aber von den fünf Tätern D-2049/2013 Seite 3 nur zwei vor Gericht erschienen seien, sei die Gerichtsverhandlung ve r- schoben worden. Im Februar 2012 sei auch noch in F._______ das leer- stehende Haus seines in der Schweiz lebenden Onkels in Brand gesteckt worden. Die Feuerwehr und die Polizei seien zwar verständigt worden, er habe sich aber nicht darum gekümmert, wie die entsprechenden Ermit t- lungen verlaufen seien. Ausserdem sei er von jungen Leuten der Umg e- bung beschimpft worden. Er sei arbeitslos gewesen und habe sich keine persönlichen Dokumente ausst ellen lassen kön nen, da er beziehung s- weise sein Vater die Steuern nicht beglichen habe. Im Jahr 2002 oder 2003 seien in F._______ auf offener Strasse ein Mann und ein Kind e r- schossen worden. Kurz vor der Ausreise der Beschwerdeführenden hä t- ten Albaner auf Leute geschossen, die Holz gesammelt hätten. Die Be- weggründe dafür kenne er nicht; d ie Polizei ermittle deswegen. Er sei ausgereist, weil er Angst um ihre Sicherheit habe und seine Rechte nicht verwirklichen könne. C.b Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie sei im Dorf E._______ (Kosovo), welches zur heutigen Gemeinde I._______ gehöre, aufg e- wachsen und habe bis zur Ausreise am 13. September 2012 immer in diesem Dorf gelebt. Ihre Eltern hätten das Haus vom Grossvater geerbt, und sie sei immer unter dieser Ad resse registriert gewesen. Nach acht Schuljahren habe sie eine Schule für Krankenschwestern besucht . Die kurzen Praktika habe sie in H._______ (Serbien) absolviert. Das sech s- monatige Schlusspraktikum und das Staats examen habe sie nicht mehr gemacht, da sie kein Albanisch spreche. Deswegen habe sie keine abge- schlossene Berufsausbildung. Ihr Ehemann habe sich oft nach F._______ begeben. Da dort schon oft etwas passiert sei, habe sie um dessen Le- ben gefürchtet. Der Beschwerdeführer habe begonnen, das Haus in F._______ zu renovieren, aber immer, wenn er von dort weggehe, werde es wieder von unbekannten Albanern beschädigt oder es werde Material gestohlen oder Abfall im Hof gelagert. Sie hätten deswegen auch schon Anzeige erstattet. Darüber hinaus fehle es in ih rem Heimatland an fina n- ziellen Mitteln. Verschiedene Verwandte von ihnen würden noch immer in ihrem Heimatland leben. Eine Tante und zwei Onkel des Beschwerdefü h- rers würden in der Schweiz leben. Ausserdem habe de ssen Vater viele Jahre in der Schweiz gelebt und gearbeitet. C.c Die Beschwerdeführenden reichten zur Untermauerung ihrer Vorbri n- gen folgende Unterlagen ins Recht: ihre Geburtsscheine; die kosovar i- sche Identitätskarte der Beschwerdeführerin sowie ihr en Nationalitäten- ausweis und ihre Wohnsitzbescheinigun g; mehrere Fotografien sowie ei-D-2049/2013 Seite 4 ne Gerichtsvorladung auf den 13. September 2011 für den Vater des B e- schwerdeführers. C.d Den Beschwerdeführenden wurde am 4. Oktober 2012 das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Vollzug der Wegweisung nach Serbien g e- währt. Die Beschwerdeführerin gab zu Protokoll, keine Verwandte in Se r- bien zu haben. Der Beschwerdeführer sagte aus, seine ganze Familie l e- be in Kosovo, wo er immer gelebt habe. Er habe keine Verwandte in Se r- bien; er habe auch nie daran gedacht, dorthin zu ziehen. D. Am 5. Oktober 2012 ersuchte das BFM die Schweizer Vertretung in Pristina um Abklärungen gemäss Art. 41 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31). Der wesentliche Inhalt des Ergebnisses der Abklärungen vom 15. Oktober 2012 sowie derjenige des ent sprechenden Fragenkataloges des BFM wurde den Beschwerdeführenden mit Schre i- ben vom 22. Oktober 2012 mitgeteilt. Demnach lebten die Eltern des B e- schwerdeführers sowie seine Schwester und sein Bruder im Dorf J._______ bei K._______ beziehungsweise in K._______ in Serbien. Die Eltern hätten G._______ bereits während des Krieges verlassen und se i- en beide er werbstätig: die Mutter als Hausangestellte in K._______, der Vater als Baustellenvorarbeiter in Serbien. Die Beschwerdeführenden hät- ten beide im Jahr 2010 i n K._______ geheiratet. Davor habe der B e- schwerdeführer nicht bei seinen Schwiegereltern gelebt. Nach der Heirat hätten die Beschwerdeführenden bei ihre n Eltern gelebt. Der Beschwe r- deführer verfüge über einen Sekundarschulabschluss sowie über eine Berufslehre als Lastwagenchauffeur und hätte sogar Ausbildner werden können. Ausserdem habe er in Kosovo als Bodenleger gearbeitet. Die Beschwerdeführerin habe nicht nur Familienangehörige in Kosovo, so n- dern auch eine Schwester, die in der Nähe von L._______ lebe. De m- nach würden nicht nur der Beschwerdeführer, sondern auch die B e- schwerdeführerin über Angehörige in Serbien verfügen, wo die beiden of- fiziell geheiratet und teilweise auch gelebt hätten. Zudem verfüge der Be- schwerdeführer über eine gute Schul- und Berufsausbildung. E. Mit Schreiben vom 31. Oktober 2012 (Poststempel) nahmen die B e- schwerdeführenden dazu Stellung und bestritten die ihnen offengelegten Abklärungsergebnisse. Sie hätten beide mit ihren Familien immer in K o- sovo gelebt. De r Beschwerdeführer habe nur in der Landwirtschaft gea r- beitet. Er sei nur wenig in die Schule gegangen, habe seine Schulausbi l-D-2049/2013 Seite 5 dung nicht abgeschlossen und auch keinen Beruf erlernt. Seine Eltern würden noch immer in Kosovo leben, sein Vater arbeite nur gele gentlich in Serbien. Im Jahr 2004 hätten seine Eltern auch nicht G._______ ver- lassen, sondern F._______. Die Beschwerdeführenden möchten nicht zu- rück in das verlassene Haus in F._______, welches in einem sehr schlechten Zustand sei. Es gebe keine Möglichke it zur Rückkehr, auch sei es hart und schwer, in den Häusern von anderen Familien zu leben. F. F.a Mit Verfügung vom 8. März 2013 – eröffnet am 12. März 2013 – lehn- te das BFM die Asylgesuche ab, ordnete die Wegweisung der Beschwe r- deführenden an und erachtete de n Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich. Zur Begründung wurde ausgeführt, die Vorbringen der Beschwerdeführenden genügten den Anforderungen an die Flüch t- lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht. F.b F.b.a Gemäss konstanter schweizerischer Asylpraxis setze der Begriff der Flüchtlingseigenschaft einen in zeitlicher und sachlicher Hinsicht gen ü- gend engen Kausalzusammenhang zwischen Verfolgung und Flucht vo r- aus. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Vorbringen, im Jahr 2002 oder 2003 seien im Dorf F._______ ein Kind und ein Mann getötet worden, hätten sich vor langer Zeit ereignet und stünden somit weder in einem engen zeitlichen noch sachlichen Zusammenhang mit der Ausreise der Beschwerdeführenden aus ihrem Heimatland im September 2012. Dasselbe gelte für die Erklärungen des Beschwerdeführers, im Jahr 2004 sei ein Nachbar in F._______ ermordet worden. Zudem hätten der B e- schwerdeführer und seine Familie danach nicht mehr in F._______ ge- lebt. F.b.b Staatliche Massnahmen gegen Leib, Leben und Freiheit von Per- sonen seien dann asylrelevant, wenn sie aufgrund ihrer Art und Intensität ein menschenwürdiges Leben im Verfolgerstaat verunmöglichen oder in unzumutbarer Weise erschweren würden, so dass sich die verfolgten Personen dieser Zwangssituation nur durch Flucht ins Ausland entziehen könnten. Zudem seien Übergriffe durch Dritte oder Befürchtungen, künftig solchen ausgesetzt zu sein, nur dann asylrelevant, wenn der Staat seiner Schutzpflicht nicht nachkomme oder nicht in der Lage sei, Schutz zu g e- währen. Ge nerell sei Schutz gewährleistet, wenn der Staat geeignete Massnahmen treffe, um die Verfolgung zu verhindern, beispielsweise durch wirksame Polizei- und Justizorgane zur Ermittlung, Strafverfolgung D-2049/2013 Seite 6 und Ahndung von Verfolgungshandlungen, und wenn Antragstel ler Zu- gang zu diesem Schutz hätten. Die Vorbringen des Beschwerdeführers zu den Vorfällen in und um die leer stehenden Häuser seiner Familie würden keine Intensität entfalten, die einen Verbleib in seinem Heima t- land verunmöglicht hätten. Zudem sei ein Geri chtsverfahren wegen der Diebstähle gegen die vermeintlichen Diebe eingeleitet worden. Somit hät- ten die heimatlichen Behörden, namentlich die Polizei - und Justizorgane, offensichtlich ihre Pflichten wahrgenommen. Dies werde auch durch die Gerichtsvorladung für den Vater des Beschwerdeführers vom 13. Sep- tember 2011 bestätigt, die den Aussagen des Beschwerdeführers zufolge im Zusammenhang mit den Untersuchungen dieser Diebstähle stehe. Auch ermittle die Polizei, gemäss Zeitungsberichten, wegen der kurz vor seiner Ausreise erfolgten Ermordung von Holzsammlern. Diesbezüglich sei es dem Beschwerdeführer zudem nicht gelungen, einen nachvollzie h- baren Zusammenhang zu seiner Person herzustellen. F.b.c Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Befürchtu n- gen, sie habe Angst um ihren Ehemann, wenn er nach F._______ bezie- hungsweise zu den leerstehenden Häusern gehe, seien vage und undiffe- renziert geblieben. Auch könnte sich der Beschwerdeführer bei einem al l- fälligen Übergriff durch Dritte ebenfalls an die Behörden wenden bezie- hungsweise Anzeige erstatten. F.b.d Aus den von den Beschwerdeführenden eingereichten Fotografien gehe hervor, dass die darauf abgebildeten Häuser teilweise beschädigt seien, daraus lasse sich jedoch, wie zuvor bereits ausgeführt worden sei, keine Verfolgung ableiten. F.b.e Nachteile, welche auf die allgemeinen politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Lebensbedingungen in einem Staat zurückzuführen seien, würden keine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG da r- stellen. Die übrigen Vorbringen der Beschwerdeführenden, es gebe keine Sicherheit und sie würden ungerecht behandelt, seien vage und allg e- mein geblieben. Auch stelle die von de n Beschwerdeführenden geltend gemachte schlechte Wirtschaftslage keine Verfolgung dar. Im Weiteren seien die Erklärungen des Beschwerdeführers dazu, weshalb er keine neue Identitätskarte habe ausstellen lassen, nicht nachvollziehbar. Dies umso weniger, als seiner Ehefrau im Juni und im Juli 2012 sämtliche Ausweise und Urkunden ausgestellt worden seien und er selber im Jahr 2004 einen Reisepass erhalten habe. D-2049/2013 Seite 7 G. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 11. April 2013 (Poststempel) liessen die Beschwerdeführenden durch ihren Rechtsve r- treter die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Gutheissung ihrer Asylgesuche und eventualiter die Zurückweisung der Sache an die Vori n- stanz beantragen. Es sei von einer Wegweisung abzusehen. Der B e- schwerde sei bezüglich der Wegweisung die aufschiebende Wirkung be i- zugeben. H. H.a Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. April 2013 wurde de n Beschwerdeführenden mitgeteilt, sie dürften den Aus- gang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig wurden sie unter Hinweis auf die Säumnisfolge aufgefordert, innert Frist das frem d- sprachige Beweismittel in eine Amtssprache übersetzen zu lassen und einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– zu leisten. H.b Am 29. April leisteten die Beschwerdeführenden den einverlangten Kostenvorschuss. H.c Am 2. Mai 2013 reichten die Beschwerdeführenden die nachgesuchte Übersetzung zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vor liegen eines Aus- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus-D-2049/2013 Seite 8 nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an der en Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111 a Abs. 1 AsylG). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundes recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen F luchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i-D-2049/2013 Seite 9 chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Asylvorbringen der Beschwerdefüh- renden den Anforderungen an die Flü chtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standzuhalten vermögen, weshalb diesbezüglich vorab auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen ist (vgl. Bst. F. vorstehend). Die Beschwerdevorbringen sind nicht geeignet, zu einer von der Vorinstanz abweichenden Betrachtun gsweise zu führen, zumal die Beschwerdeführenden den vorinstanzlichen Erwägungen nichts Su b- stanzielles entgegenhalten und im Wesentlichen lediglich am Wahrheit s- gehalt der im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten Vorbringen festhalten. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung des BFM verwiesen we r- den. 4.2 Angesichte der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf die weit e- ren Ausführungen in der Beschwerde einzugehen, da diese nicht geei g- net sind, zu einer anderen rechtlichen Würdigung der Aktenlage zu fü h- ren. Es ist somit festzustellen, dass die Beschwerdeführenden einen flüchtlingsrechtlich bedeutsamen Sachverhalt weder nachgewiesen noch glaubhaft gemacht haben. Die Feststellung des BFM, die Beschwerdefüh- renden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, ist dementsprechend zu bestätigen. Es besteht kein Anlass, die Sache an die Vorinstanz zurüc k- zuweisen. Das Bundesamt lehnte die Asylgesuche zu Recht ab. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9, m.w.H.). D-2049/2013 Seite 10 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfall s wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2, m.w.H.). 6.2 6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden D-2049/2013 Seite 11 Verfahren keine Anwen dung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdefüh- renden in de n Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführen- den noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschi e- bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Be- schwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegwe i- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig e r- scheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.3 6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 6.3.2 Das BFM führte in der angefochtenen Verfügung aus, die Wah r- scheinlichkeit einer ko nkreten Gefährdung könne für Serben ausserhalb ihrer Enklaven in Kosovo nicht ausgeschlossen werden. Für die aus der Gemeinde D._______ […] stammenden Beschwerdeführenden bestehe allenfalls eine konkrete Gefährdung aufgrund ihrer ethnischen Zugehörig- keit. Auch die Inanspruchnahme einer innerstaatlichen Aufenthaltsalterna- tive im Norden Kosovos sei nach Prüfung der Akten nicht zumutbar. Die Beschwerdeführenden hätten indessen eine Aufenthaltsalternative in Serbien, wo sie gemäss Abklärungen des BFM in K._______ ein familiä- res Beziehungsnetz hätten und wo sie geheiratet und nach dem Eheschluss immer wieder gelebt hätten. D-2049/2013 Seite 12 6.3.3 Eine Prüfung, ob der Vollzug der Wegweisung nach Kosovo zumu t- bar wäre, kann offenbleiben, da die Beschwerdeführenden eine zumutba- re Aufenthaltsalternative in Serbien haben. 6.3.4 Gemäss dem serbischen Gesetz über die Staatsbürgerschaft Nr. 135/04 vom 21. Dezember 2004 werden Personen als serbische Staatsbürger anerkannt, wenn sie serbischer Abstammung sind oder auf dem (ehemaligen) Staatsgebiet der Republik Serbien geboren wurden. Daran hat auch die Unabhängigkeitserklärung Kosovos vom 17. Febru ar 2008 nichts geändert, da dieses Land von Serbien nicht als unabhängiger Staat anerkannt, sondern vielmehr in der Verfassung als integraler B e- standteil Serbiens bezeichnet wird (vgl. BVGE 2010/41 E. 6.4.2). Infolge- dessen ist mit der Vorinstanz davon ausz ugehen, dass die Beschwerd e- führenden auch als Staatsangehörige von Serbien zu betrachten sind. Dies wird dadurch bestätigt, dass dem Beschwerdeführer am 1. Oktober 2007 ein jugoslawischer Pass ausgestellt wurde, in dem als Geburtsort "D._______ Republika Srbija" aufgeführt wird (vgl. A13/17 [Visumsunte r- lagen]). Die Prüfung der individuellen Situation der Beschwerdeführenden obliegt grundsätzlich den Behörden, die von Amtes wegen verpflichtet sind, den Sachverhalt hinsichtlich des Bestehens allfälliger Wegwe isungsvollzugs- hindernisse abzuklären. Solche Abklärungen ergaben, da ss die Be- schwerdeführenden ihre Lebensumstände nicht wahrheitsgetreu dar ge- legt ha tten (vgl. die vorstehenden Erwägungen). Bei dieser Sachlage kann es nicht Sache der Asylbehörden sein, nac h allfälligen Wegwe i- sungsvollzugshindernissen beziehungsweise allfälligen Risikofaktoren zu forschen, zumal die Untersuchungspflicht der Behörden nach Treu und Glauben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Pe r- son findet. Die Angaben de r Beschwerdeführenden zu ihren Lebensum- ständen wurden durch die Abklärungen vor Ort durch die Schweizer Ve r- tretung in Pristina widerlegt (vgl. D. vorstehend). Somit haben die Be- schwerdeführenden trotz ihrer Bestreitungen die Folgen ihrer mangelhaf- ten Mitwirkung zu tragen, indem vermutungsweise davon auszugehen ist, sie hätten bei einer Rückkehr nach Serbien keine individuell begründete, konkrete Gefährdung zu gewärtigen. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. D-2049/2013 Seite 13 6.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden , sich bei der z u- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine R ückkehr notwendi- gen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG, vgl. dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefoc htene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist ( Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh- renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), auf insgesamt Fr. 600.– fest- zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Ko s- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltun gsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 29. April 2013 in derselben Höhe geleis- teten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-2049/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt und mit dem in derselben Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Ulrike Raemy Versand: