<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht über den Zugang zu Verhütungsmitteln in der Schweiz während der Covid-19-Pandemie vorzulegen. Insbesondere sollen diejenigen Personengruppen untersucht werden, die in der Schweiz einen erschwerten Zugang zu Verhütungsmitteln hatten, sowie die Faktoren, die den Zugang zu Verhütungsmitteln erschwert haben. Aus übergeordneter Sicht müssen auch die persönlichen, familiären, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen eines mangelhaften Zugangs zu Verhütungsmitteln analysiert werden. Schliesslich soll der Bericht Vorschläge für konkrete Massnahmen enthalten, die getroffen werden müssen, um den Zugang zu Verhütungsmitteln für alle sicherzustellen, auch während einer Krise wie zum Beispiel einer Pandemie.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der physische Zugang zu Verhütungsmitteln war auch während des Lockdowns jederzeit gewährleistet, da Apotheken und Arztpraxen geöffnet blieben und Kondome nicht unter die Sortimentsbeschränkungen fielen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sich während der Covid-19-Epidemie die Situation Armutsbetroffener verschärft und damit auch die individuelle Finanzierung von Verhütungsmitteln erschwert hat. </p><p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die finanziellen Hürden bei armutsbetroffenen Personen die Wahlfreiheit der Verhütungsmittel beeinträchtigen kann. Er begrüsst daher, dass dank eines speziellen Fonds von SEXUELLE GESUNDHEIT SCHWEIZ, finanziert durch die Glückskette, von Mai bis August Personen in schwierigen Lagen finanzielle Unterstützung für die Verhütung erhalten konnten. </p><p>Wie der Bundesrat jedoch in seinen Stellungnahmen zu den Motionen 19.3660 Marti Samira "Verhütungsmittel gehören in den Grundkatalog der Krankenversicherung" und 19.3197 Reynard "Förderung des Zugangs zu Verhütungsmitteln für junge Menschen" ausführt, ist er der Auffassung, dass es in der Eigenverantwortung der Versicherten liegt, unerwünschte Schwangerschaften zu vermeiden. So werden Verhütungsmittel in der Schweiz nicht von der Krankenversicherung übernommen und müssen selber finanziert werden. </p><p>Die Unterstützung von Personen in prekären finanziellen Verhältnissen liegt zudem in der Zuständigkeit der Kantone und Gemeinden. Es ist an ihnen, bei Hinweisen auf einen durch Covid-19-bedingten, erschwerten Zugang zu Verhütungsmitteln aktiv zu werden. Der Bundesrat erachtet es deshalb als nicht angezeigt, auf Bundesebene einen Bericht zu dieser Thematik zu erarbeiten.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.