<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: PB.2000.00028</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106123&amp;W10_KEY=13013579&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>PB.2000.00028</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.05.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Vaterschaftsurlaub</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Keine Diskriminierung des leiblichen Vaters im Vergleich zu Adoptiveltern bei Nichtgewährung eines Vaterschaftsurlaubs, da die Unterscheidung auf einem sachlich vernünftigen Grund beruht. Zuständigkeit und Rechtsschutzinteresse (E. 1). Keine Diskriminierung im Vergleich zur leiblichen Mutter, da eine Anknüpfung an das geschlechtsspezifische Tatbestandselement der Niederkunft zulässig ist (E. 2c). Ein Urlaub der Adopitveltern bezweckt die soziale Angewöhnung durch besonders intensive Kontakte und fördert dadurch Adoptionen generell. Somit liegt ein sachlich vernünftiger Grund für die Unterscheidung vor (E. 2d).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ADOPTION">ADOPTION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: ANSPRUCH AUF GLEICHBEHANDLUNG">ANSPRUCH AUF GLEICHBEHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEIS">BEWEIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERHEBLICHE TATSACHE">ERHEBLICHE TATSACHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESCHLECHTSSPEZIFISCHES MERKMAL">GESCHLECHTSSPEZIFISCHES MERKMAL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: GLEICHBERECHTIGUNG VON MANN UND FRAU">GLEICHBERECHTIGUNG VON MANN UND FRAU</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDSÃTZLICHE BEDEUTUNG">GRUNDSÃTZLICHE BEDEUTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MUTTERSCHAFTSURLAUB">MUTTERSCHAFTSURLAUB</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHLICHER GRUND">SACHLICHER GRUND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALE ANGEWÃHNUNG">SOZIALE ANGEWÃHNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 8 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 lit. I GlG</span><br/><span class="gerade">§ 38 VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 74 lit. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 96 VVPG</span><br/><span class="ungerade">§ 98 VVPG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. A steht in einem ArbeitsverhÃ¤ltnis mit der Bildungsdirektion des Kantons ZÃ¼rich. Im Hinblick auf die bevorstehende Niederkunft seiner Ehefrau mit dem ersten Kind er­suchte er die Bildungsdirektion am 16. Mai 1999 im Sinn einer Gleich­stellung von Mann und Frau um Bewilligung eines 16-wÃ¶chigen besoldeten Urlaubs. Die Bildungsdirektion lehnte das Gesuch am 29. Juni 1999 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diese VerfÃ¼gung rekurrierte A an den Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich und ersuchte wiederum um GewÃ¤hrung eines besoldeten Vaterschafts­urlaubs von 16 Wochen; eventualiter beantragte er, die Dauer des Urlaubs auf 8 Wochen festzulegen. Der Regierungsrat wies den Rekurs mit Beschluss vom 29. August 2000 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 5. Oktober 2000 gelangte A an das Ver­waltungsgericht und beantragte, den Beschluss des Regierungsrats aufzuheben und den bereits vor Vorin­stanz verlangten Vaterschaftsurlaub zu gewÃ¤hren. Namens des Regie­rungsrats ersuchte die Staatskanzlei des Kantons ZÃ¼rich am 7. November 2000 um Abwei­sung der Beschwerde. Seitens des Bildungsdirektion erfolgte keine Stellungnahme.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> Das Verwaltungsgericht zieht in Betracht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) GemÃ¤ss § 74 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG; gemÃ¤ss der am 1. Januar 1998 in Kraft getretenen Fassung vom 8. Juni 1997) sind erstinstanzliche Rekursentscheide Ã¼ber personalrechtliche Anordnungen mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht anfechtbar. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Zur BeschwerdefÃ¼hrung ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an dessen Ãnderung oder Aufhebung hat (§ 70 in Verbindung mit § 21 lit. a VRG). Ob das Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers an der Ge­wÃ¤h­rung des beantragten Vaterschaftsurlaubs heute, d.h. bald zwei Jahre nach der Geburt des Kindes, noch aktuell ist, kann offen bleiben. WÃ¼rde der Anspruch auf einen Vater­schaftsurlaub nur fÃ¼r den Zeitraum unmittelbar nach der Geburt bejaht, so kÃ¶nnte Ã¼ber die Grundsatzfrage kaum je ein rechtzeitiger Entscheid gefÃ¤llt werden. Auf das Erfordernis des aktuellen Interesses wÃ¤re dann zu verzichten (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 25 mit Hinweisen). Demnach ist auf die Beschwerde in jedem Fall einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Das Verwaltungsgericht beurteilt Streitigkeiten grundsÃ¤tzlich in Dreierbesetzung. Rekurse, Beschwerden und Klagen, deren Streitwert Fr. 20'000 nicht Ã¼bersteigt, behandelt dagegen der Einzelrichter, wobei die Sache in FÃ¤llen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung dennoch der Kammer Ã¼bertragen werden kann (§ 38 VRG). Als Streitwert gilt in vorliegender Sache die Besoldung des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r den Zeitraum von 16 Wochen â die Dauer des verlangten besoldeten Urlaubs. Angesichts der Funktion des BeschwerdefÃ¼hrers als stell­ver­­tretender Abteilungsleiter dÃ¼rfte die Besoldung fÃ¼r 16 Wochen die Grenze von Fr. 20'000 deutlich Ã¼bertreffen. Im Ãbrigen ist die Sache angesichts ihrer grundsÃ¤tzlichen Bedeutung ohnehin durch die Kammer zu beurteilen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) GemÃ¤ss Art. 4 Abs. 2 der frÃ¼heren Bundesverfassung bzw. Art. 8 Abs. 3 Satz 1 der inzwischen in Kraft getretenen neuen Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) sind Mann und Frau gleichberechtigt. Die Konkretisierung dieser Verfassungsbestimmungen er­folgte auf bundesrechtlicher Ebene mit dem Gleichstellungsgesetz vom 24. MÃ¤rz 1995 (GlG). Danach dÃ¼rfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgrund ihres Geschlechts weder direkt noch indirekt benachteiligt werden (Art. 3 Abs. 1 GlG). Dieses Diskriminie­rungsverbot gilt insbesondere fÃ¼r die Anstellung, Aufgabenzuteilung, Gestaltung der Ar­beitsbedingungen, EntlÃ¶hnung, Aus- und Weiterbildung, BefÃ¶rderung und Entlassung (Abs. 2). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der BeschwerdefÃ¼hrer erblickt eine Ungleichbehandlung in erster Linie gegen­Ã¼ber den Arbeitnehmerinnen, welchen bei der Adoption eines Kindes ein mehrwÃ¶chiger Adoptionsurlaub gewÃ¤hrt werde. Die persÃ¶nliche Beziehung zum Kind sei in tatsÃ¤chlicher Hinsicht beim leiblichen Vater gleich wie bei der Adoptivmutter. Es liege deshalb kein sachlicher und vernÃ¼nftiger Grund vor, den leiblichen Vater anders als die Adoptivmutter bzw. als den Adoptivvater zu behandeln. Zudem erblickt der BeschwerdefÃ¼hrer teilweise auch eine Diskriminierung zwischen der leiblichen Mutter und dem leiblichen Vater: Mit dem 16-wÃ¶chigen Urlaub habe der Verordnungsgeber anerkannt, dass es selbst beim Mut­terschaftsurlaub darum gehe, die Anwesenheit der Mutter beim Kind zu ermÃ¶glichen und die persÃ¶nliche Beziehung zu verfestigen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) GemÃ¤ss der heute geltenden Vollzugsverordnung zum Personalgesetz vom 19. Mai 1999 (VVO) hat die kantonale Angestellte Anspruch auf einen bezahlten Mutter­schaftsurlaub von insgesamt 16 Kalenderwochen (§ 96). Zur Frage, ob der Vater bei der Geburt eines Kindes aus dem Gleichbehandlungsgebot Anspruch auf einen dem Mutter­schaftsurlaub entsprechenden Urlaub hat, Ã¤usserte sich das Bundesgericht in einem Ent­scheid vom 11. Februar 1994 (ZBl 95/1994 S. 375 ff.). Dabei stellte das Gericht fest, dass der Mutterschaftsurlaub an einen biologischen Unterschied zwischen Mann und Frau an­knÃ¼pfe â nÃ¤mlich an das geschlechtsspezifische Tatbestandselement von Niederkunft und Wochenbett â und somit nicht gegen Art. 4 Abs. 2 (alt)BV verstosse (E. 3). Es entspricht denn auch herrschender Lehre und Rechtsprechung, dass gewisse Sonderregelungen fÃ¼r Frauen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt zulÃ¤ssig sind (Georg MÃ¼ller, in Kommentar zur Bundesverfassung, Basel/ZÃ¼rich/Bern 1995, Art. 4 Rz 137; Beatrice Weber-DÃ¼rler, Auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Mann und Frau â Erste Erfah­rungen mit Art. 4 Abs. 2 BV, in ZSR 104/1985 1. Band, S. 1 ff., S. 8 f., wo der Mutter­schutz ausdrÃ¼ckliche ErwÃ¤hnung findet; ebenso BGE 108 Ia 22 E. 5a). BezÃ¼glich der LÃ¤nge des Urlaubs billigte das Bundesgericht dem Gesetzgeber sodann einen gewissen Gestal­tungsspielraum zu; der Gesetzgeber ist nicht verpflichtet, bloss einen minimalen Niederkunftsurlaub, der sich an der durchschnittlichen Regenerationszeit gemÃ¤ss medizini­scher Erfahrung auszurichten hÃ¤tte, zu gewÃ¤hren. Das Gericht bezeichnete deshalb einen 14-wÃ¶­chigen Mutterschaftsurlaub als im Ã¼blichen Rahmen liegend und verneinte eine Dis­kriminierung der VÃ¤ter (vgl. ZBl 95/1994 S. 375 ff. E. 3c und d).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Es besteht kein Anlass, um von diesem Ergebnis abzuweichen. Zwar lÃ¤sst sich die Frage aufwerfen, ob diese bundesgerichtliche Entscheidung unter alleiniger BerÃ¼cksichti­gung der Praxis, wonach eine unterschiedliche Behandlung von Mann und Frau voraus­setzt, dass eine Gleichbehandlung wegen biologischer und funktionaler geschlechtlicher Unterschiede absolut ausgeschlossen ist (ZBl 95/1994 S. 375 ff. E. 1; BGE 126 I 1 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen), wirklich gerechtfertigt war. Indessen sind die Grundlagen seit Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes insofern verdeutlicht, als angemessene Massnah­men zur Verwirklichung der tatsÃ¤chlichen Gleichstellung der Geschlechter ausdrÃ¼cklich keine Diskriminierung darstellen (Art. 3 Abs. 3 GlG; in Ã¤hnlichem Sinn allerdings schon die bisherige Rechtsprechung zu Art. 4 Abs. 2 altBV: BGE 125 I 21 E. 3a mit Hinweisen). Es liegt auf der Hand, dass mit dem Mutterschaftsurlaub auch der Zweck verfolgt wird, der Mutter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern und somit einen Beitrag zur tatsÃ¤chlichen Gleichstellung der Geschlechter im Berufsleben zu leisten. Insgesamt ist es somit nicht diskriminierend, einen (begrenzten) unbesoldeten Urlaub bei Geburt eines Kin­des allein der Mutter zu gewÃ¤hren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerde wendet sich denn auch nicht grundsÃ¤tzlich gegen diese Unterschei­dung, weist aber darauf hin, dass im Leitentscheid des Bundesgerichts ein Urlaub von 14 Wochen zur Diskussion gestanden hat; der hier zu beurteilende Urlaub von 16 Wochen Ã¼bersteige dagegen die maximale Dauer (S. 7). Richtig ist, dass es im zitierten Fall vor Bundesgericht um einen Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen ging. Eine mit dem Gleich­behandlungsgebot noch zu vereinbarende maximal zulÃ¤ssige Dauer des Urlaubs hat das Bundesgericht jedoch nicht festgelegt. Vielmehr hat das Gericht â wie gesehen â auf den Spielraum des Gesetzgebers hingewiesen und Ã¼berdies ausdrÃ¼cklich erwÃ¤hnt, dass sich ein Ã¼ber die durchschnittliche Dauer des Wochenbetts hinausreichender Mutterschaftsurlaub auch durch das Stillen des Neugeborenen rechtfertige. Vor diesem Hintergrund ist auch ein 16-wÃ¶chiger Mutterschaftsurlaub noch nicht als diskriminierend gegenÃ¼ber den mÃ¤nnli­chen Arbeitnehmern zu werten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) GemÃ¤ss § 98 VVO wird die Regelung des Mutterschaftsurlaubs bei der BegrÃ¼n­dung eines Pflegekind-VerhÃ¤ltnisses im Hinblick auf eine spÃ¤tere Adoption sinngemÃ¤ss angewendet; dabei ist der Urlaub der Mutter im Einzelfall festzulegen. Die BegrÃ¼ndung eines Pflegekind-VerhÃ¤ltnisses unterscheidet sich im Sachverhalt naturgemÃ¤ss in wesentli­chen Punkten von der Geburt eines Kindes â und zwar nicht bloss im VerhÃ¤ltnis zwischen Adoptivmutter und leiblicher Mutter, sondern auch im VerhÃ¤ltnis zwischen Adoptivmutter und leiblichem Vater. Es kann dazu auf die zutreffenden AusfÃ¼hrungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (E. 7c al. 1 und 2). Der massgebliche Unterschied liegt zu­sam­mengefasst darin, dass das Adoptivkind in der Regel zunÃ¤chst andere Bezugspersonen hatte und deshalb die AngewÃ¶hnung durch besonders intensive Kontakte mit den neuen Pflegeeltern erleichtert werden muss â demgegenÃ¼ber ist das leibliche Kind bereits ab Ge­burt in die elterliche Beziehung eingebettet, was einen Elternurlaub zwecks sozialer Ange­wÃ¶hnung entbehrlich macht. Es ist deshalb durchaus vertretbar, der Adoptivmutter und allenfalls auch dem Adoptivvater im Hinblick auf die natÃ¼rlichen Unterschiede zwischen Adoption und Geburt sowie zusÃ¤tzlich zur FÃ¶rderung von Adoptionen (vgl. E. 9 des ange­fochtenen Entscheids) einen besoldeten Urlaub zu gewÃ¤hren â nicht aber dem leiblichen Vater bei der Geburt eines Kindes. Eine unzulÃ¤ssige Ungleichbehandlung von leiblichem Vater und Adoptiveltern ist zu verneinen. Dabei ist insbesondere daran zu erinnern, dass die Rechtsgleichheit nur verletzt ist, wenn Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich oder Ungleiches nicht nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird. Die Frage, ob fÃ¼r eine rechtliche Unterscheidung ein vernÃ¼nftiger Grund in den zu regeln­den VerhÃ¤ltnissen ersichtlich ist, kann zu verschiedenen Zeiten verschieden beantwortet werden, je nach den herrschenden Anschauungen und ZeitverhÃ¤ltnissen. Dem Gesetzgeber bleibt im Rahmen dieser GrundsÃ¤tze und des WillkÃ¼rverbotes ein weiter Spielraum der Ge­staltungsfreiheit (BGE 125 I 173 E. 6b mit Hinweisen). Dies gilt in besonderem Masse in Organisations- und Besoldungsfragen (BGE 121 I 102 E. 4a; 121 I 49 E. 3b). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt ein Gutachten Ã¼ber den Vergleich der Beziehung von Adoptivmutter und Kind sowie Vater und Kind (Beschwerde S. 7). Vor dem Hinter­grund obiger ErwÃ¤gungen kann diese Frage nicht weiter interessieren. Zweifellos mag die Beziehung eines Adoptivkindes zu den Adoptiveltern schliesslich Ã¤hnlich sein wie die Be­ziehung eines Kindes zum leiblichen Vater. Indes Ã¤ndert dies nichts daran, dass der An­knÃ¼pfungspunkt des Adoptivurlaubs â nÃ¤mlich die Erleichterung der Adoption durch die GewÃ¤hrleistung besonders intensiver Kontakte in der AngewÃ¶hnungszeit â bei Geburt und Verbleib eines Kindes bei den leiblichen Eltern fehlt. Da Beweis nur Ã¼ber erhebliche Tat­sachen zu fÃ¼hren ist (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 8 N. 34, § 60 N. 11, je mit Hinweisen), kann auf das beantragte Gutachten verzichtet werden. Damit stÃ¶sst auch der gegenÃ¼ber dem Regierungsrat erhobene Vorwurf der GehÃ¶rsverweigerung (Beschwerde S. 3 f.) ins Leere.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Zusammengefasst ist festzuhalten, dass sich die geltende Regelung, wonach dem leiblichen Vater bei der Geburt â im Gegensatz zur Mutter bzw. zur Adoptivmutter und allenfalls zum Adoptivvater â kein bezahlter Urlaub gewÃ¤hrt wird, durch sachliche GrÃ¼nde rechtfertigen lÃ¤sst. Es mÃ¶gen zwar durchaus auch GrÃ¼nde fÃ¼r einen (allenfalls kÃ¼rzeren) Vaterschaftsurlaub sprechen; indes liegt es im Ermessen des Gesetzgebers, einen solchen einzufÃ¼hren oder nicht (vgl. dazu etwa Prot. KR 1999-2003, S. 5750 ff.). Eine Verletzung des Gleichbehandlungsgebots liegt bei der geltenden Regelung jedenfalls nicht vor. Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. FÃ¼r das vorliegende Verfahren sind gemÃ¤ss Art. 13 Abs. 5 GlG keine Kosten aufzuerlegen. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> Das Verwaltungsgericht entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>