B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-288/2015 U r t e i l v o m 8 . A u g u s t 2 0 1 7 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Daniel Stufetti, Richter David Weiss, Gerichtsschreiberin Barbara Camenzind. Parteien X._______, Bosnien und Herzegowina, vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenversicherung, Rentenanspruch (Verfügung vom 8. Dezember 2014). C-288/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. Der im Jahr 1953 geborene, verheiratete X._______ (nachfolgend: Versi- cherter oder Beschwerdeführer) ist Staatsangehöriger von Bosnien-Herze- gowina und daselbst wohnhaft. In den Jahren 1977, 1978, 1988 -1990 ar- beitete er mit Unterbrüchen in der Schweiz (zuletzt als Baustellenarbeiter) und leistete in dieser Zeit während insgesamt 41 Monaten Beiträge an die schweizerische Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenversicherung (AHV/IV). Danach kehrte er in sein Heimatland zurück, wo er seither als Landwirt (Eigenversorgung) tätig ist (Akten [im Folgenden: IV-act.] der IV- Stelle für Versicherte im Ausland [im Folgenden: IVSTA oder Vor instanz] 30, 58, 60). B. Mit Eingabe vom 11. April 2008 teilte der Versicherte – vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic – der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) mit, dass er aufgrund seines schlechten Gesund- heitszustandes den Versicherungsträger nicht persönlich aufsuchen könne und er daher die Zustellung der massgeblichen Anmeldeunterlagen bean- trage (IV-act. 1). Am 28. Oktober 2009 ging das eingerei chte Antragsfor- mular für ein Leistungsbegehren der Invalidenversicherung (datiert mit 14. Oktober 2009) via zwischenstaatliches Verfahren bei der IVSTA ein (IV- act. 5). Die IVSTA prüfte in der Folge das Leistungsbegehren und erliess am 6. Juli 2010 einen Vorbescheid, mit welchem sie dem Versicherten die Abweisung des IV-Rentenbegehrens mangels rentenbegründender Invali- dität in Aussicht stellte (IV-act. 32). Nach Durchführung des Vorbescheid- verfahrens (IV-act. 33 – 35) wies die Vorinstanz mit Verfügung vom 16. Au- gust 2010 das Leistungsbegehren ab (IV-act. 36). C. Mit Eingabe vom 25. August 2010 (IV-act. 38) liess der Versicherte beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, die Ver- fügung vom 16. August 2010 sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente ab 1. April 2007 zuzusprechen, unter Kosten und Entschä- digungsfolge. Eventualiter sei die Sache erneut abzuklären. Mit dem da- raufhin im Verfahren C-6055/2010 ergangenen Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts vom 4. März 2013 (IV-act. 46) wurde die Beschwerde in dem Sinne gutgeheissen, als dass die angefochtene Verfügung aufgehoben C-288/2015 Seite 3 und die Sache zu ergänzenden Abklärungen in orthopädischer/rheumato- logischer, neurologischer und psychiatrischer Hinsicht und zum Erlass ei- ner neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückgewiesen wurde. D. Mit Schreiben vom 7. Juni 2013 (IV-act. 61) beauftragte die Vorinstanz die zur Durchführung der im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 4. März 2013 angeordneten ergänzenden Abklärungen das Ärztliche Be- gutachtungsinstitut (im Folgenden: ABI) für die interdisziplinäre Begutach- tung (IV-act. 61). In der Folge wurde der Versicherte in den Fachbereichen der Allgemeinen Inneren Medizin, Psychiatrie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und Neurologie interdiszipli- när untersucht. Die entsprechende Expertise vom 18. März 2014 wurde von den Dr. med. A._______, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. B._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychother apie, Dr. med. C._______, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Dr. med. D._______, Facharzt für Neurologie, in gemeinsamer Verantwortung ver- fasst und unterzeichnet (IV-act. 80). Nachdem die Expertise dem RAD-Arzt Dr. med. E._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, vorgelegt worden war, stellte dieser in seinem Schlussbericht vom 16. April 2014 (IV-act. 84, S. 3 ff.) eine Arbeitsunfähigkeit in der letzten Tätigkeit als Baustellenarbeiter von 100 % seit dem 9. Juni 2008 und in der Verweistätigkeit von 0 % fest. Für Haushaltstätigkeiten liege eine Arbeitsunfähigkeit von 23.7 % vor. In der Folge erliess die IVSTA am 28. April 2014 einen Vorbescheid (IV-act. 90), in welchem sie die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht stellte. Am 30. September 2014 (IV -act. 92) erliess die Vorinstanz erneut einen Vorbescheid, in welchem sie festhielt, dass aufgrund der Akten eine Ge- sundheitsbeeinträchtigung mit folgenden funktionellen Einschränkungen bestehe: schwere, andauernd sitzende oder stehende bzw. vorüberge- beugte Arbeiten mit Tragen von Gewichten über 10 kg, hoher Stresspegel und Schichtdienst seien nicht mehr zumutbar. Die Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Baustellenarbeiter betrage 100 %. Die Ar- beitsunfähigkeit in einer dem Gesundheitszust and angepassten Tätigkeit betrage 0 %. Dies mit einer Erwerbseinbusse von 35 %. Für die Bemes- sung des IV-Grades sei es unerheblich, ob eine zumutbare Tätigkeit tat- sächlich ausgeübt werde. Es liege keine Invalidität vor, die einen Renten- anspruch zu begründen vermöge; das Leistungsbegehren werde abgewie- sen. Hiergegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 8. Oktober 2014 sei- nen Einwand (IV-act. 93) erheben und mit Schreiben vom 21. Oktober 2014 eine Nachbegründung (IV-act. 95) einreichen. Es wurde geltend ge- macht, dass im ABI -Gutachten nicht sämtliche Berichte erwähnt seien. C-288/2015 Seite 4 Weiter sei im selben Gutachten auch auf „diverse Berichte aus Bosnien, teils handschriftlich, nicht lesbar, nicht übersetzt“ hingewiesen worden, was bedeute, dass auch diese Berichte vom ABI und den RAD-Ärzten nicht be- rücksichtigt worden seien. Die ABI-Beurteilungen und Stellungnahmen der RAD-Ärzte könnten nicht akzeptiert werden. Es liege eine Erwerbsein- busse von mindestens 70 % vor. In der Folge erliess die IVSTA am 8. De- zember 2014 (IV -act. 96) eine Verfügung, in der sie die im Vorbescheid vorgebrachten Argumente wiederholte und zudem zum Einwand ausführte, das Gutachten vom 18. März 2014 erfülle alle von der Rechtsprechung ver- langten Kriterien, weshalb keine Zweifel an dessen Beweiswert beständen. Die Beurteilung der Experten beruhe auf einer detaillierten Anamnese, ge- klagter Beschwerden, medizinischen Abklärungen und objektiven Untersu- chungen. Das Leistungsbegehren werde abgewiesen (IV-act. 86). E. Gegen die Verfügung vom 8. Dezember 2014 liess der Beschwerdeführer, wiederum vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic , beim Bundesverwaltungs- gericht mit Eingabe vom 14. Januar 2015 Beschwerde (act. 1) erheben und beantragen, die Verfügung vom 8. Dezember 2014 sei aufzuheben und es sei ihm ab 1. April 2007 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, unter Kosten und Entschädigungsfolge. Eventualiter sei die Sache erneut abzu- klären. Zur Begründung wurde mit Verweis auf die beschwerdeweise ein- gereichten Arztberichte des Universitätsspitals, Klinisches Zentrum (...), ausgestellt von Dr. med. F._______ und Dr. G._______ (act. 1, Beilage 1 – 3; deutsche Übersetzung: act. 24, S. 1 – 3) und die im Einwand vorge- brachten Argumente ausgeführt, das Gutachten vom 18. März 2014 erfülle die Kriterien nicht, wesh alb es nicht akzeptiert werden könne. Die Vor - instanz habe auch nicht angegeben, welche Methode betreffend die Er- werbseinbusse angewendet worden sei. Im Weiteren sei das Leistungsge- such vom 11. April 2008 als Anmeldung anzuerkennen. F. Mit Schreiben vom 5. Februar 2015 (act. 3) und 3. März 2015 (act. 9) liess der Beschwerdeführer Kopien der Arztberichte des Universitätsspitals, Kli- nisches Zentrum (...), ausgestellt am 28. Januar 2015 von Dr. H._______ und Dr. G._______, des Krankenhauses I._______, (...), vom 16. Januar 2015 sowie den Entlassungsschein der Gesundheitseinrichtung JZU Spital „J._______“, Abteilung Chirurgischer Dienst, in (...) vom 25. Februar 2015 ausgestellt von Dr. K._______ zu den Akten reichen. C-288/2015 Seite 5 G. In ihrer Vernehmlassung vom 17. März 2015 (act.11) beantragte die Vor- instanz die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wurde ausge- führt, dem Gutachten komme volle Beweiskraft zu, da nichts gegen dessen Zuverlässigkeit spreche. Obwohl der RAD-Arzt aufgrund der Selbstversor- gung des Versicherten ebe nfalls einen Betätigungsvergleich im Haushalt vorgenommen habe, welcher eine gesamthafte Einschränkung von 24 % ergeben habe, sei in Beachtung des Urteils vom Bundesverwaltungsge- richt die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs unter Bestim- mung des Valideneinkommens als Baustellenarbeiter anzuwenden gewe- sen. Mit Verweis auf den Arztbericht von Dr. G._______ (act. 1, Beilage 1 – 3; deutsche Übersetzung: act. 24, S. 1 – 3) wurde ausgeführt, im Rahmen des Beschwerdeverfahrens seien zusätzliche Sachverhalts elemente zu Tage getreten. Diese deuteten auf eine Verschlechterung des Gesund- heitszustandes hin, bedürften jedoch näherer Abklärung. Es ergäben sich Anhaltspunkte, dass es ab dem 23. Dezember 2014 zu einer vaskuläre n Verschlechterung im Rahmen des Diabetes gekommen sei. Die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfung der Sach- und Rechtslage richte sich auf das Datum der angefochtenen Verfügung. Weitere Abklärungen seien im Rahmen eines neuen Leistungsgesuchs durchzuführen. Hinsichtlich des Anmeldedatums wurde daraufhin gewiesen, dass die Verbindungs- stelle den 20. Juni 2008 als Anmeldedatum bestätigt habe. H. Der mit Zwischenverfügung vom 24. März 2015 (act. 12) erhobene Kosten- vorschuss von Fr. 400.- ging am 25. März 2015 bei der Gerichtskasse ein (act. 15). I. In seiner Replik vom 25. März 2015 (act. 14) liess der Beschwerdeführer an den beschwerdeweise gestellten Anträgen und Begründungen festhal- ten und ergänzend ausführen, die ABI-Gutachter und RAD-Ärzte hätten le- diglich die Rücken - und Wirbelsäulenleiden und nicht die anderen in der spezialärztlichen Dokumentation aus Bosnien aufgeführten Leiden berück- sichtigt. Aus den medizinischen und spezialärztlichen Berichten, welche im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereicht worden seien, gehe her- vor, dass der Versicherte bereits vor der angefochtenen Verfügung unter vaskulären Problemen gelitten bzw. dass es bereits vor dem 8. Dezember 2014 zu einer Verschlechterung des Ges undheitszustandes gekommen sei. C-288/2015 Seite 6 J. Mit Duplik vom 7. Mai 2015 (act. 17) führte die Vo rinstanz aus, aus der Replik vom 25. März 2015 ergäben sich weder neue Gesichtspunkte, wel- che Veranlassung zu einer geänderten Betrachtungsweise geben würden, noch lägen neue Sachverhaltselemente vor, die eine weitere medizinische Neubeurteilung bedingen würden. Dementsprechend werde vollinhaltlich an den vernehmlassungsweise getroffenen Feststellungen und den darin gestellten Anträgen festgehalten. K. Mit Schreiben vom 6. November 2015 (act. 19) liess der Beschwerdeführer eine Kopie des Entlassungsbrief des Instituts für physikalische Medizin und Rehabilitation in (...) vom 30. Oktober 2015 , ausge stellt von Dr. med. L._______, zu den Akten reichen. L. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden Erwä- gungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf die Be- schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Ver- waltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 [Verwaltungsverfahrensge- setz; VwVG; SR 172.021]; BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen). 1.2 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Zu den anfechtbaren Verfügungen gehören jene der IVSTA, welche eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs- gerichts darstellt (Art. 33 lit. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bun- desgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]). Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist vorliegend nicht gegeben (Art. 32 VGG). C-288/2015 Seite 7 1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 lit. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen Ver- fahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Okto- ber 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen die- ses Gesetzes auf die bundesge setzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Inva- lidenversicherung anwendbar (Art. 1a-26bis und 28-70 IVG), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hin- sicht mangels anderslautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerde- beurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 1.4 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 22a in Verbindung mit Art. 60 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG; act. 71). Als pri- märer Adressat der angefochtenen Verfügung vom 8. Dezember 2014 ist der Beschwerdeführer berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an de- ren Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 59 ATSG). Da auch der Kostenvor- schuss rechtzeitig geleistet worden ist, ergibt sich zusammenfassend, dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Auf die Beschwerde ist da- her einzutreten. 2. Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren dem Grundsatz nach anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 2.1 Nach dem Zerfall der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien blieben zunächst die Bestimmungen des Abkommens zwischen der Schweizeri- schen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung vom 8. Juni 1962 (SR 0.831.109.8 18.1; im Fol- genden: Sozialversicherungsabkommen) und die Verwaltungsvereinba- rung zur Durchführung dieses Sozialversicherungsabkommens vom 5. Juli 1963 (nachfolgend: Verwaltungsvereinbarung; SR 0.831.109. 818.12) für alle Staatsangehörigen des ehemaligen Ju goslawiens anwendbar (BGE 126 V 203 E. 2b, 122 V 382 E. 1). Zwischenzeitlich hat die Schweiz mit Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Slowenien und Mazedonien), nicht aber mit Bosnien-Herzegowina neue Abkommen über Soziale Sicherheit abgeschlossen. Für den Beschwerdeführer als Bürger C-288/2015 Seite 8 von Bosnien-Herzegowina findet demnach weiterhin das schweizerisch-ju- goslawische Sozialversicherungsabkommen vom 8. Juni 1962 (im Folgen- den: Sozialversicherungsabkommen) sowie die Verwaltungsvereinbarung vom 5. Juli 1963 Anwendung. Nach Art. 2 dieses Abkommens stehen die Staatsangehörigen der Vertragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genannten Rechtsvorschriften einander gleich, soweit nichts anderes bestimmt ist. 2.2 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde ver- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder un vollstän- dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unange- messenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 2.3 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs- grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). 2.4 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so- fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit ei- nes bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrschein lichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). Der Sozialversi- cherungsträger als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Ge- richt dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über zeugt sind (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_494/2013 vom 22. April 2014 E. 5.4.1). 2.5 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Ver - waltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Über- zeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem fest- stehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweis würdigung; UELI KIESER, Das C-288/2015 Seite 9 Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 212, Rz. 450; vgl. auch BGE 122 V 157 E. 1d, 122 II 464 E. 4a, 120 Ib 224 E. 2b). 2.6 Anfechtungsgegenstand und damit Grenze der Überprüfungsbefugnis im Beschwerdeverfahren werden grundsätzlich durch die Verfügung im Verwaltungsverfahren bestimmt (BGE 133 II 30; BGE 122 V 36 E. 2a). Vor- liegend bildet die Verwaltungsverfügung vom 8. Dezember 2014 (act. 1, Beilage 1) das Anfechtungsobjekt. 2.7 Am 1. Januar 2008 sind im Rahmen der 5. IV -Revision Änderungen des IVG und anderer Erlasse wie des ATSG in Kraft getreten. Weil in zeit- licher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelun- gen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tat- bestandes Geltung haben (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, 131 V 11 E. 1), sind die vorliegend zu beurteilenden Leistungsansprüche nach den neuen Nor- men zu prüfen. Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 8. Dezember 2014 in Kraft standen; weiter aber auch solche, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind (das IVG ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 2007 5129; 5. IV- Revision]; die Verordnung der Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der entsprechenden Fassung der 5. IV-Revision [AS 2003 3859 und 2007 5155]). Mit Blick auf den Verfügungszeitpunkt (8. Dezember 2014) können auch die Normen des vom Bundesrat auf den 1. Januar 2012 in Kraft gesetzten ersten Teils der 6. IV-Revision (IV-Revision 6a) Anwendung finden. 3. Im vorliegenden Verfahren ist streitig und zu prüfen, ob die Vorinstanz mit Verfügung vom 8. Dezember 2014 das Leistungsbegehren des Beschwer- deführers zu Recht abgewiesen hat. 3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursachte und C-288/2015 Seite 10 nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dau- ernde (volle oder teilweise) Verlust der Er werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit, sich im bisherigen Aufgaben bereich zu betätigen. Der Invaliditätsbegriff enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Einschränkung der Erwerbs fähig- keit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 8 Rz. 7). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Be einträchtigung der körper lichen, geistigen oder psychi- schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben- bereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be- einträchtigung der körper lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfä hig- keit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Einglie derungsmassnahmen wieder herstellen, erhal ten oder verbessern können (lit. a), und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu min- destens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Mo- naten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters- jahres folgt. Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Art. 29 Abs. 3 IVG). Art. 36 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung setzt voraus, dass bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei (vollen) Jahren Beiträge geleistet wor- den sind. 3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG in der ab 2008 geltenden Fassung besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindes- tens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem In validitätsgrad von mindestens 50 % besteht An- spruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens C-288/2015 Seite 11 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 geltenden Fassung) werden Renten, die ei nem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen eine abweichende Regelung vorsehen. 3.4 3.4.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärzt- liche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfa ng und be- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar beitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be- urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). 3.4.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un- tersuchungen beruht, auch die geklagte n Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me- dizinischen Situation einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, BGE 125 V 351 E. 3a) und ob der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver- fügt (Urteil des BGer 9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1). Die Rechtsprechung erachtet es mit dem Grundsatz der freien Bewei swürdi- gung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Bezug auf be- stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). Den von Versicherungsträgern im Ver- fahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtspre- chung entsprechenden Gutachten externer Spezialärzte darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, solange «nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit» der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2, BGE 135 V 465 E. 4.4). Solche Indizien können sich aus dem Gutachten selber ergeben (z.B. innere Widersprüche, mangelnde Nachvollziehbarkeit) oder auch aus Unvereinbarkeiten mit anderen ärztlichen Stellungnahmen (Urteil C-288/2015 Seite 12 des BGer 9C_49/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 4.1). Berichte behandeln- der Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt ebenso wie für den behandeln- den Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 3.4.3 Gemäss Art. 59 Abs. 2bis IVG steht der ärztliche Dienst der IV -Stelle zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsan- spruchs zur Verfügung. Versicherungsinterne Ärzte müssen über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen, spielt doch die fachliche Qualifikation des Experten für die richterliche Wür- digung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Bezüglich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Die IV-Stelle kann auf die Stellungnahmen des medizinischen Dienstes nur abstellen, wenn diese den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Be- richt genügen und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (vgl. Urteil des BGer 9C_1063/2009 vom 22. Januar 2010 E. 4.2.3 mit Hinweis auf das Urteil des EVG I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 2). Die Tatsa- che allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Ver- sicherungsträger steht, lässt indes nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Um- stände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung ob- jektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hin- weisen). 4. Vorab ist unbestritten, dass der Beschwerdeführ er während 41 Monaten Beiträge an die AHV/IV geleistet und somit die Mindestbeitragsdauer von drei Jahren erfüllt hat ( vgl. Sachverhalt Ziff. A; IV-act. 83). Zu überprüfen bleibt die Rechtmässigkeit der angefochtenen Verfügung und in diesem Zusammenhang, ob die Vorinstanz den Sachverhalt richtig und vollständig abgeklärt und zu Recht das Rentengesuch des Beschwerdeführers abge- wiesen hat. 4.1 Die Vorinstanz stützte sich beim E rlass der Rentenverfügung vom 8. Dezember 2014 auf das interdisziplinäre Gutachten des ABI vom 18. März 2014 (IV-act. 80), welches im Rahmen der Neuabklärungen durch C-288/2015 Seite 13 die IVSTA unter Beizug aller medizinischer Unterlagen und den ausführli- chen Untersuchungen von den Ärzten erstellt und in welchem Folgendes festgehalten wurde: 4.1.1 In seiner allgemeininternistischen Beurteilung (IV-act. 80, S. 5 – 6) stellte Dr. med. A._______, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, an- lässlich der am 18 . November 2013 erfolgten Untersuchung folgende Di- agnosen: 1. Metabolisches Syndrom – Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10 E11.7) – unter medikamentöser Behandlung und Insulin gut eingestellt – Adipositas (BMI 30 kg/m2) (ICD-10 E66.0) – Dyslipidämie (ICD-10 E78.0) 2. Status nach Nikotinabusus (zirka 60 py) (ICD-10 Z86.4). Zusammengefasst wurde festgehalten , die klinischen und Laborbefunde seien weitgehend unauffällig. Klinisch und anamnestisch ergäben sich Hin- weise für eine peripher arterielle Verschlusskrankheit (nachfolgend auch: pAVK). Diese sei aber kompensiert. Eine wesentliche Beeinträchtigung er- gebe sich daraus nicht. Aus allgemeininternistischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte bis mittel- schwere Tätigkeit. Körperlich schwere Tätigkeiten seien dem Exploranden nicht mehr zumutbar. Zum Beginn und Verlauf der Arbeitsunfähigkeit wurde angegeben, dass sich keine Hinweise für eine frühere, höhergradige, län- ger andauernde Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines internistischen Leidens ergäben. 4.1.2 Im Teilgutachten auf dem Fachgebiet der Psychiatrie (IV-act. 80, S. 6 – 11) stellte Dr. med. B._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe- rapie, anlässlich der am 19. November 2013 erfolgten Untersuchung keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit führte er eine leichte depressive Episode mit Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD -10, F32.0, F43.1) auf. In der psychiatrischen Beurteilung führte Dr. med. B._______ aus, beim Exploranden bestehe diagnostisch eine leichte depressive Epi- sode mit leic hten depressiven Verstimmungen, Reizbarkeit, erhöhter Er- müdbarkeit, leichter Antriebsstörung, Schlafstörungen mit posttraumati- schen Alpträumen und negativen Zukunftsperspektiven bezüglich seiner gesundheitlichen und beruflichen Situation. Die Symptomatik habe sich in- folge eines Aufenthalts in einem Kriegsgefangenenlager in Bosnien 1992 C-288/2015 Seite 14 während drei Monaten, wo er misshandelt worden sei, entwickelt. Der Ex- plorand fühle sich vor allem wegen Schmerzen in den Beinen nicht me hr arbeitsfähig. Es bestehe ein Diabetes mellitus Typ 2 mit Folgeschäden. In- sofern sich die Symptomatik aus somatischer Sicht nicht erklären lasse, müsse von einer Somatisierung im Rahmen der affektiven Störung ausge- gangen werden. Eine deutliche Symptomausweitung mit diffusen Schmer- zen im ganzen Bewegungsapparat bestehe sonst nicht. Die Diagnose ei- ner Schmerzstörung könne nicht gestellt werden. Es bestehe der Wunsch nach einer IV-Rente, jedoch liege kein deutliches Aufmerksamkeit suchen- des Verhalten und eine Entwertung bisheriger Behandlungen vor, sodass die Diagnose einer Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (Rentenneurose) nicht gestellt werden könne. Weiter beständen psychosoziale Faktoren mit einer finanziell nicht einfachen Situation. Die Prognose sei abe r auch aufgrund der deutlich ausgeprägten Krankheits - und Behinderungsüberzeugung ungünstig. Es möge ein gewisser sozialer Rückzug bestehen, innerhalb der Familie habe der Versicherte jedoch sehr gute Kontakte. Ein sozialer Rückzug in allen Bereichen des L ebens be- stehe nicht. Ebenso sei ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beein- flussbarer innerseelischer Konflikt bei einer zwar entlastenden, aber miss- glückten Konfliktbewältigung nicht erwiesen. Aus psychiatrischer Sicht könne es dem Exploranden zugemutet werden, trotz seiner Beschwerden einer körperlich angepassten Tätigkeit ganztags und ohne Leistungsein- schränkung nachzugehen; es bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfä- higkeit. Zu den früheren psychiatrischen Einschätzungen wurde festgehal- ten, dass in den Akten eine depressive Symptomatik und eine posttrauma- tische Belastungsstörung dokumentiert worden seien. Aufgrund der Unter- suchung sei die posttraumatische Symptomatik nicht deutlich schwer aus- geprägt. Auch die depressive Symptomatik sei nicht schwer ausgeprägt und erfülle nach ICD-10 die Kriterien einer leichten depressiven Episode. So fehlten deutliche Konzentrationsstörungen, eine Appetitverminderung, aber auch deutlichere depressive Verstimmungen. Der Explorand fühle sich auch n icht eigentlich psy chisch krank; er leide unter seinen Bein- schmerzen, wegen derer er sich nicht mehr arbeitsfähig fühle. 4.1.3 Im anlässlich der Untersuchung vom 19. November 2013 erstellten orthopädischen Teilgutachten (IV-act. 80, S. 11 – 15) wurden von Dr. med. C._______, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, folgende Diagnosen gestellt: a) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 1. Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5) C-288/2015 Seite 15 – radiologisch mässige Osteochondrose LWK5/SWK1 (Rö ntgen 19.11.2013) – klinisch keine höhergradige funktionelle Einschränkungen an der Len- denwirbelsäule 2. Chronische Beschwerden an der linken Schulter (ICD-10 M79.61/T91.8) – anamnestisch Status nach Kriegsverletzung im Bereich der Scapula 1992 – radiologisch regelrechter Befund (Röntgen 19.11.2013) – klinisch unauffälliger Befund 3. Anamnestisch Status nach Klavikulafraktur rechts (ICD-10 T92.1) b) ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – Status nach Amputation der 4. Zehe links am 04.04.2009 bei Gangrän (ICD-10 Z98.8). Zusammengefasst wurde n auf orthopädischer Ebene folgende Befunde festgehalten: der ebene Gang sei mitsamt den geprüften Varianten weitge- hend unauffällig. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule zeige sich die Be- weglichkeit thorakolumbal mässig vermindert und zervikal frei. Auch an den oberen und unteren Extremitäten bestehe eine weitgehend freie Beweg- lichkeit, wobei auch an den Schultern keine relevanten Einschränkungen etwa im Sinne eines Impingements oder einer Binnenläsion objektiviert werden könnten. Die ausführliche Untersuchung im Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen gestalte sich etwas schleppend, könne insgesamt aber prob- lemlos durchgeführt werden, wobei zu keinem Zeitpunkt ein höhergradiger Leidensdruck sichtbar sei. Auffallend seien diffuse Druckdolenzen an rech- tem Oberschenkel sowie Kniegelenken samt erheblicher Gegenspannung bei Prüfung in Rückenlage, während die Vornahme derselben Manöver in sitzender Position mit hängenden Beinen unter dezidierter Verneinung von Schmerzen problemlos möglich sei. Die Tatsache, dass der Explorand im Langsitz den Oberkörper trotz seines Übergewichts spontan, zügig und kraftvoll hochstemme, um auf der Unterlage rückwärts zu rutschen, sei mit einer höhergradigen Läsion an den oberen Extremitäten kaum vereinbar. Auf radiologischer Ebene beständen mässige degenerative Veränderun- gen auf Höhe des lumbosakralen Übergangs und regelrechte Verhältnisse an der linken Schulter. Zusammenfassend könnten sich die vom Exploran- den beklagten Beschwerden durch die klinischen und radiologischen Be- funde nicht vollständig begründen lassen. Nachvollziehbar seien sie teil- weise im Bereich der lumbosakralen Wirbelsäule, kaum aber an den Schul- tern. Insgesamt sei eine gewisse nicht -organische Beschwerdekompo- nente anzunehmen. Für die Tätigkeit als Maurer ebenso wie für andere körperlich andauernd schwere Tätigkeiten bestehe eine vollständige Ar- beitsunfähigkeit. Für körperlich leichte und mittelschwere Verrichtungen C-288/2015 Seite 16 unter Wechselbelastung liege dagegen aus rein orthopädischer Sicht eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 25 kg sowie der repetitive Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb des Schulterniveaus sollten da- bei vermieden werden. Bei einer derart angepassten Tätigkeit im Vergleich zum jetzigen Alltagsleben auf dem Bauernhof sollte es kaum zu einer we- sentlichen Schmerzprovokation kommen, sodass diese auch zumutbar sei. Die retrospektive Einschätzung der Ar beitsfähigkeit anhand vorliegender Akten und anamnestischer Angaben sei nicht klar möglich, doch könne für körperlich andauernd schwere Tätigkeiten einschliess lich jener im ange- stammten Bereich von einer bleibenden und vollständigen Arbeitsunfähig- keit spätestens ab dem 9. Juni 2008 ausgegangen werden. 4.1.4 Im neurologischen Teilgutachten (IV -act. 80, S. 16 – 18) nannte Dr. med. D._______, Facharzt für Neurologie, anlässlich der am 20. No- vember 2013 erfolgten Untersuchung die Diagnosen chronisches lumbos- pondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.2) und diabetische Polyneu- ropathie (ICD-10 G63) und führte zusammengefasst aus, der Versicherte beschreibe im Vordergrund stehende Bein- und Rückenschmerzen. Radi- kuläre Schmerzausstrahlungen würden nicht beschrieben. Die Besc hrei- bung der Beschwerden sei weder für ein radikuläres Syndrom noch für eine Claudicatio-Symptomatik typisch, auch ein neuropathischer Schmerz liege sehr wahrscheinlich nicht vor. Es bestehe vermutlich eine peripher arteri- elle Verschlusskrankheit, wobei die Beschwerden auch diesbezüglich un- gewöhnlich seien. Bei der klinischen Untersuchung fänden sich keine An- haltspunkte für eine radikuläre Reiz - beziehungsweise sensomotorische Ausfallsymptomatik. Dahingegen zeige sich eine typische symmetrische distal beton te sensomotorische Polyneuropathie, welche wahrscheinlich durch den insulinpflichtigen Diabetes mellitus verursacht werde. Subjektiv berichte der Versicherte jedoch lediglich über eine Gangunsicherheit beim Begehen von unebenem Gelände. Eine typische Polyn europathie-Symp- tomatik mit einer störenden sensiblen Symptomatik werde jedoch nicht be- schrieben. Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich Dr. med. D._______ dahinge- hend, dass der Versicherte die körperlich schwer belastende ursprüngliche Tätigkeit als Bauarbeite r nicht mehr ausführen könne. In einer körperlich leicht bis kurzzeitig mittelschwer belastenden Tätigkeit, welche keinen ho- hen Anforderungen an die Gleichgewichtsfunktionen stelle, sei der Versi- cherte jedoch vollzeitig arbeitsfähig. C-288/2015 Seite 17 4.1.5 In der Gesamtbeurteilu ng (IV-act. 80, S. 18 – 22) wurden in einem interdisziplinären Konsensus mit den unterzeichneten Untersuchern die Di- agnosen aus den Teilgutachten zusammengefasst und wiedergegeben. Aus Sicht aller am Gutachten beteiligten Disziplinen wurde angegeben, der Versicherte sei für körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit zu 100 % arbeits- und leistungsfähig. Körperlich schwere Tätig- keiten, wie er sie früher auf dem Bau habe ausüben müssen , seien ihm nicht mehr zumutbar. Zum Beginn und Verlauf der Arbeitsunfähigkeit äus- serten sich die Gutachter dahingehend, dass die gesundheitliche Proble- matik mit verminderter Belastbarkeit der Wirbelsäule und der Beine sich langsam entwickelt habe. Genaue Angaben seien schwierig zu machen. Die degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule würden im Juni 2008 erstmals beschrieben. Für körperlich angepasste Tätigkeiten gebe es keine Anhaltspunkte für eine frühere, höhergradige, länger andauernde Arbeits- unfähigkeit. Zu früheren ärztlichen Einschätzungen wurde ausgeführt, von Seiten des Bewegungsapparates würden von den Ärzten in Bosnien ver- schiedene degenerative Veränderungen beschrieben. Die Arbeitsfähigkeit werde pauschal, ohne Begründung durch somatische Befunde angegeben. Aus neurologischer und allgemeininternistischer Sicht lägen keine weiteren spezifischen Beurteilungen vor. Aus psychiatrischer Sicht werde in einem Bericht aus Bosnien eine depressive Symptomatik mit posttraumatischen Belastungsstörung angegeben. Dies könne bestätigt werden. Eine höher- gradige depressive Episode sei nicht festgestellt worden. 4.1.6 Nachdem das interdisziplinäre Gutachten des ABI dem RAD -Arzt Dr. med. E._______, Facharzt für Allgemeine Medizin, unterbreitet wurde, fasste dieser in seiner Stellungnahme vom 16. April 2014 (IV-act. 84) die im Gutachten des ABI erwähnten Diagnosen sowie die Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit zusammen und empfahl, drauf abzustellen. Er befand den Versicherten ab dem 9. Juni 2008 in seiner angestammten Tätigkeit zu 100 % und für Tätigkeiten im Haushalt zu 23.7 % arbeitsunfähig; für eine Verweistätigkeit wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 0 % angegeben. Wei- tere medizinische Massnahmen erschienen nicht erforderlich. 4.2 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens liess der Beschwerdeführer weitere Berichte nachreichen: 4.2.1 Im fachärztlichen, von Dr. F._______ unterschriebenen Bericht vom 23. Dezember 2014 (act. 1, Beilage 4; deutsche Übersetzung: act. 24, S. 1) wurde ausgeführt, dass der Versicherte den Arzt wegen Entstehung C-288/2015 Seite 18 von Wunden an den Zehen des linken Fusses innerhalb der letzten einein- halb Monaten besucht habe. Objektiv seien ischämische Veränderungen des IV. Grades an den Zehen des linken Fusses feststellbar. Es wurden die Diagnosen Diabetes mellitus, Stenosis ACI l.sin.Ischemio pedis bill. Pp. L. sin. GR III/I gestellt und a ls Therapie die Überweisung zur digitalen Sub- traktionsangiographie (DSA) der Aorta im Bereich der unteren Gliedmas- sen sowie eine präoperative Vorbereitung angegeben. 4.2.2 Nach Würdigung des fachärztlichen Berichts (vgl. E. 4.2.1) führte der RAD-Arzt Dr. med. E._______ in seiner Stellungnahme vom 10. März 2015 (IV-act. 100) aus, dass Hinweise einer Ischämie im linken Fuss vor- lägen. Ein erneuter chirurgischer Eingriff (Amputation) werde nicht ausge- schlossen. Es sei sehr wahrscheinlich, dass es sich um die bekannte vas- kuläre, mit der Diabetes zusammenhängende Beeinträchtigung handle . Der medizinische Bericht ändere jedoch nichts an den Einschätzungen des RAD im Schlussbericht vom 16. April 2014. Allerdings liege aufgrund der Beeinträchtigung eine Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten ab dem 23. Dezember 2014 vor. Neben den bereits erwähnten Diagnosen wurde zudem als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine periphere arterielle Verschlusskrankh eit im Rahmen de s Diabetes (Ischämie der Füsse) mit dem ICD-10 Code I73 genannt. 4.2.3 Im Entlassungsbericht des Universitätsspitals, Klinisches Zentrum (...), (act. 3, deutsche Übersetzung: act. 5) vom 28 . Januar 2015, unter- zeichnet von Stationsarzt Dr. H._______ und Dr. G._______, Facharzt für Allgemein- und Gefässchirurgie, wurden folgende Diagnosen festgehalten: Atherosclerosis arteriarum extremitatum, Ischemio pedis bil. p.p. sin. grad III/IV, Stenosis a. iliacae communis et externae bil nonsignificans, Stenosis a. femoralis superfitialis I. dex. 50 %, Subocc a. femoralis superfitialis L. sin., Occlusio a. poplitae I. sin., Occlusio a.a. crurales bil., Diabetes mellitus Typ II, CMP chr. comp. Weiter wurde ausgeführt, der Zustand bei der Ent- lassung sei inadäquat gewesen. Der Patient sei wegen ischämischer Be- schwerden der unter en linken Extremität in der Klinik aufgenommen und klinisch, labormässig und mit digitaler Subtraktionsangiographie (DAS) un- tersucht worden. Das Ärztekonsilium habe ein invasives ra diologisches Verfahren auf der linken Oberschenkelarterie (arteria femoralis) indiziert. 4.2.4 Im Entlassungsschein der Gesundheitseinrichtung JZU Spital „J._______“, Abteilung Chirurgischer Dienst, in (...) (act. 7, deutsche Über- setzung: act. 9), welcher anlässlich des Aufenthalts vom 7. Februar bis 25. Februar 2015 ausgestellt worden war, wurden die Diagnosen C-288/2015 Seite 19 Gangrena pedis I.sin. R02.0 (Gangrän), Diabetes mellitus typ II E.10.5, Acinetobacter spp B96.8 (Sonstige näher bezeichnete Bakterien als Ursa- che von Krankheiten) sowie Op.br. 246/17.02.2015, Op. Amputatio cruris I.sin. Drainagae gestellt. Es wurde aufgeführt, der Patient sei wegen Gan- gränen (Geschwür) am linken Fuss aufgenommen worden. 4.2.5 Im Entlassungsbrief der Stationären Klinik der Abteilung IV des Insti- tuts für physikalische Medizin und Rehabilitation (act. 19, deutsche Über- setzung: act. 21), welcher anlässlich der Behandlung vom 6. bis 30. Okto- ber 2015 ausgestellt und von den Ärzten Dr. med. L._______ und Dr. V._______, Fachärzte für physikalische Medizin und Rehabilitation, so- wie von Prim. Dr. med. M._______, Facharzt für Physiatrie-Angiologie, un- terzeichnet wurde, sind folgende Diagnosen genannt: St. post amputatio- nem cruris sin. propter gangrenam pedis diabetica (Y83.5, Z89.5, Z9 9.8); Diabetes mellitus ab insulino dependes (E10.5); Polyneuropathia diabetica (63.2). Es wurde zusammengefasst ausgeführt, der Versicherte sei nur in der Lage zur Verrichtung der notwendigen täglichen Tätigkeiten. Er sei zur Rehabilitation und Primärprot hetisierung nach der Amputation des linken Unterschenkels, welche im Allgemeinspital (...) am 17. Februar 2015 nach einer fortschreitenden diabetischen Gangrän durchgeführt worden sei, überwiesen worden. Zehn Tage zuvor sei die Amputation dreier Zehen am linken Fuss durchgeführt worden. Der postoperative Verlauf sei durch eine Wunddehiszenz und eine Infektion verkompliziert worden. Am 16. März 2015 sei eine Reamputation vorgenommen worden. Vor der Amputation (im Januar 2015) sei eine diagnostische Evaluatio n des Zustandes der Blutgefässe der unteren Extremitäten (angiografische DAS) durchgeführt und eine Stenose der Arteria femoralis superfitialis (AFS) rechts 50 %, eine Subocclusion der AFS links, eine Okklusion der Arteria poplitae (AP) links sowie eine beidseitige okklusive Veränderung an den Unterschenkelarte- rien festgestellt worden. 4.3 4.3.1 Bei den Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr. med. E._______ han- delt es sich um Berichte im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis IVG (vgl. zum Sinn und Zweck dieser gesetzlichen Norm sowie zu Art. 49 IVV siehe Urteil des BGer 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.2 mit zahlreichen weiteren Hin- weisen). Berichten nach Art. 59 Abs. 2 bis IVG kann nicht jegliche Aussen- oder Beweiswirkung abgesprochen werden. Vielmehr sind sie entscheid- relevante Aktenstücke (Urteil I 143/07 des BGer vom 14. September 2007 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil I 694/05 des EVG vom 15. Dezember C-288/2015 Seite 20 2006 E. 5). Wie bereits dargelegt wurde (vgl. E . 3.4.3 hiervor), kann auf Stellungnahmen des RAD nur unter der Bedingung abgestellt werden, dass sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärzt- lichen Bericht genügen und zudem die beigezogenen Ärzte im Prinzip über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen ver- fügen. 4.3.2 Wie vorangehend ausgeführt, beurteilt das Bundesverwaltungsge- richt den Sachverhalt bis und mit Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 8. Dezember 2014 (siehe vorne E. 2.6). Nach diesem Zeitpunkt er- gangene Arztberichte können deshalb – sofern sie keine Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vor der angefochtenen Verfügung erlauben – im vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt wer- den. Die unter E. 4.2.1 und E. 4.2.3 bis 4.2.5 aufgeführten medizinischen Unterlagen sind im Beschwerdeverfahren nach Erlass der angefochtenen Verfügung erstellt worden. Jedoch zeigen diese Berichte den Krankheits- verlauf auf und wiederholen im Wesentlichen die bereits vor Erlass der an- gefochtenen Verfügung gestellten Diagnosen und Beschwerdebilder, wes- halb sie in die Beurteilung des vorliegenden Sachverhaltes einzubeziehen sind. 4.3.3 Der RAD-Arzt Dr. med. E._______ beurteilte in seinen Stellungnah- men vom 16. April 2014 (IV-act. 84) und vom 10. März 2015 (IV-act. 100) die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der vorhandenen Ak- ten, insbesondere des interdisziplinären Gutachtens des ABI vom 18. März 2014 (IV-act. 80). Darin wurde im Konsens aller untersuchenden Gutachter eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der angestammten Tätigkeit als Bau- arbeiter festgestellt. Für eine körperlich leichte bis mittelschwere, wechsel- belastende Tätigkeit sei der Versicherte jedoch zu 100 % arbeits- und leis- tungsfähig. Körperlich schwere Arbeiten seien ihm nicht mehr zumutbar. Es ist im Folgenden zu prüfen, ob auf die Stellungnahmen des RAD -Arztes sowie auf das interdisziplinäre Gutachten des ABI abgestellt werden kann. 4.3.4 4.3.4.1 Das ABI-Gutachten basiert auf einer umfassenden internistischen, psychiatrischen, orthopädischen und neurologi schen Untersuchung. Im Vordergrund der Beurteilung durch die Gutachter und des RAD standen folgende Diagnosen: Rückenschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten C-288/2015 Seite 21 (Schulterregion) und Polyneuropathie. Als nicht die Arbeitsfähigkeit ein- schränkend wurden die psychischen Beschwerden und ein metabolisches Syndrom beurteilt. 4.3.4.2 Dr. med. C._______ stellte nach einer ausführlichen orthopädi- schen Untersuchung im Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen zu den Be- schwerden im Rückenbereich mässige degenerative Veränderungen auf Höhe des lumbosakralen Übergangs fest. Zu den beklagten Beschwerden im Schulterbereich führte er aus, dass diese kaum nachvollziehbar seien; diesbezüglich lägen keine Einschränkungen vor. Insbesondere habe der Explorand im Langsitz den Oberkörper trotz seines Übergewichts spontan, zügig und kraftvoll hochstemmen können, um auf der Unterlage rückwärts zu rutschen; dies sei mit einer höhergradigen Läsion an den oberen Extre- mitäten kaum vereinbar (IV-act. 80, S. 14). Die Situation auf der Ebene des Bewegungsapparats wurde zum Zeitpunkt der Untersuchung als kompen- siert erachtet. Der Versicherte beklagte sich anlässlich der orthopädischen Anamnese vordergründig über Beschwerden am dorsalen Ober - und Un- terschenkel und gab einerseits an, seine Beschwerden hätten bis heute stetig zugenommen, sodass er fast nichts mehr tun könne (IV -act. 80, S. 11). Andererseits führte er aus, doch gewisse Arbeiten tätigen zu kön- nen. So bringe er beispielsweise Brennholz zum Ofen, verwende den Be- sen, füttere Schweine und Hühner und entferne im Gemüsegarten Unkraut (IV-act. 80, S. 12). Dr. med. C._______ kam zum Schluss, dass der Versi- cherte aufgrund lumbosakraler Beschwerden für körperlich andauernd schwere Tätigkeiten arbeitsunfähig sei. Eine angepasste Tätigkeit, wie der Versicherte sie in seinem Alltagsleben ausführe, sei hingegen zumutbar. Betreffend die orthopädische Symptomatik decken sich die Einschätzun- gen von Dr. med. C._______ mit den Aussagen des Beschwerdeführers und den Untersuchungsergebnissen. Der Gutachter Dr. med. B._______ setzte sich einlässlich mit den psychischen Beschwerden auseinander. Er führte zu den psychiatrischen Diagnosen ( leichte depressive Episode mit Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung) unter anderem aus, zur Diagnose einer eigenständigen posttraumatischen Belastungsstö- rung fehle es an einer entsprechenden Symptomatik mit wiederholtem Er- innern traumatischer Erlebnisse und Phasen von deutlicher Erregtheit. Menschen mit einer schweren posttraumatischen Symptomatik zeigten in der Regel einen deut lichen emotionalen Rückzug mit Abstumpfung der Umgebung, könnten auch nicht gut über die traumatischen Erlebnisse re- den und zeigten ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten. Dieses Verhal- ten konnte Dr. med. B._______ beim Versicherten nicht erkennen (IV - act. 80, S. 9). Jedoch stellte er fest, dass ebenfalls psychosoziale Faktoren C-288/2015 Seite 22 mit einer finanziell nicht einfachen Situation vorlägen. Der Versicherte gab in Übereinstimmung mit den Feststellungen zu Dr. med. B._______ anläss- lich der Anamnese sowie der psychiatrischen Untersuchung an, mit seiner Ehefrau, dem Sohn, der Schwiegertochter und der Enkelin in einem Bau- ernhaus zu leben, einfachere Arbeiten auszuführen und von der Sozialhilfe ca. Fr. 30.- im Monat zu erhalten (IV-act. 80, S. 4, 8). Demnach hat der Versicherte – wie von Dr. med. B._______ festgestellt – Kontakte innerhalb der Familie und tätigt gewisse Arbeiten auf dem Bauernhof; dies verbunden mit einer schwierigen finanziellen Situation. Zur depressiven Symptomatik äusserte sich Dr. med. B._______ dahingehend, dass deren Symptomatik nicht schwer ausgeprägt sei. Es fehlten beispielsweise deutliche Konzent- rationsstörungen und eine Appetitverminderung. Der Explorand leide vor allem unter den Beinschmerzen und nicht aus psychischen Gründen. Im psychiatrischen Teilgutachten wurde in einer umfassenden, nachvollzieh- baren Beurteilung zum Schluss gekommen, dass psychischen Diagnosen keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hätten und zudem auch auf psychosozialen, invalidenre chtlich nicht relevanten Faktoren beruhten. Zur Diagnose des metabolischen Syndroms führte Dr. med. A._______ nach einer allgemeininternistischen Untersuchung aus, dieses ergebe sich mit dem Diabetes mellitus Typ 2, dem Übergewicht und einer vor allem das (Low Density Lipoprotein/schlechtes Cholesterin) LDL betreffenden Dyslipidämie. Der Diabetes sei mit Insulin und Tabletten gut eingestellt. Allenfalls sei ein Lipidsenker zusätzlich prognostisch hilf- reich. Dr. med. A._______ befand den Versicherten aus int ernistischer Sicht für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit arbeitsfähig (IV- act. 80, S. 6). Bezüglich der Diagnosen Adipositas und Diabetes ist anzu- merken, dass diese nach der schweizerischen Rechtsprechung grundsätz- lich keine Invalidität z u begründen vermögen (Urteil des Bundesgerichts 8C_903/2014 vom 13. August 2015, E. 4.3 mit Hinweisen). Betreffend die Diagnosen der Rückenschmerzen, Schmerzen in den Ext- remitäten (Schulterregion), psychischen Beschwerden und des metaboli- schen Syndroms erstellten die untersuchenden Ärzte in den Teilgutachten auf den Fachgebieten der Psychiatrie (S. 6 – 11), Orthopädie (S. 11 – 15) und Neurologie (S. 16 – 18) umfassende Diagnosen unter Verwendung der Diagnosecodes und begründeten ihre eigenen Einschätzungen und Schlussfolgerungen. Allerdings sind die Ausführungen im Gutachten recht kurz und die Begründung der Funktionseinschränkungen oberflächlich ausgefallen. Jedoch sind die Beurteilungen, wie bereits dargelegt, im Er- gebnis zutreffend, sodass bezüglich dieser Diagnosen auf das Gutachten abgestützt werden kann. C-288/2015 Seite 23 4.3.4.3 Der Beschwerdeführer beklagte sich vordergründig unter Schmer- zen in den Beinen. Aus den Akten lässt sich die Krankheitsentwicklung in den Beinen nachvollziehen: Aus dem Arztbericht vom 9. Juni 2008 von Dr. N._______, Fachärztin für physikalische Medizin und Rehabilitation, wurden Varizen am rechten Bein festgestellt. Dr. O._______, Psychiater des Spitals (...), diagnostizierte erstmals am 20. Juni 2008 einen Diabetes Mellitus Typ II (IV-act. 11, S. 10, Übersetzung: 25, 28). Gemäss Austritts- bericht vom 10. April 2009 des Allgemeinen Krankenhauses Spital „J._______“, unterzeichnet von Dr. P ._______, Facharzt für Chirurgie, und Dr. Q._______, medizinischer Leiter, wurde als Diagnose ein Gangrän an der 4. Zehe links und eine beginnende Phlegmone (eitrige, sich diffus aus- breitende Infektionserkrankung) am linken Fuss aufgrund von Diabetes ge- stellt. Die linke Zehe wurde amputiert; die postoperative Behandlung verlief problemlos (IV -act. 18, S. 1, Übersetzung: 29). Sodann führte Dr. R._______, Fachärztin für Allgemeine Medizin und Ärztin beim RAD, in ihrem Abschlussbericht vom 26. Mai 2010 (IV-act. 31) aus, der Versicherte leide unter anderem an einer diabetischen Angiopathie, in deren Rahmen die Amputation der 4. linken Zehe erfolgt sei. Ab April 2013 war der Diabe- tes insulinabhängig; zudem wurde erstmals eine Claudicatio erwähnt. So wurden im Arztbericht von Dr. S._______ vom 17. April 2013 (IV -act. 69, S. 7, Übersetzung: 76) unter anderem die Diagnosen Diabetes mellitus Typ 2, schlecht reguliert, Angiopathia extremitates ins utx und Claudicatio in- term susp aufgeführt. Ab August 2013 wurden schliesslich eine Venenin- suffizienz und atheromatöse Beinarterien festgeste llt: Im Entlassungs- schreiben der Inneren Station (...) vom 14. August 2013 (IV-act. 69, S. 9, Übersetzung: 77) wurde ausgeführt, es sei am 8. August 2013 ein Ultra- schall der Blutgefässe der Beine mit dem Ergebnis „atheromaöse Beinar- terien mit hämodynamischer Stenose bis 50 %“ durchgeführt worden; es wurde ebenfalls eine Angiopathie diagnostiziert. Ebenso wurde am 8. Au- gust 2013 vom Radiologen Dr. T._______ im Haus der Gesundheit (...) eine Doppleruntersuchung der peripheren Blutgefässe der Beine durchgeführ t und als Diagnose atheromatöse Beinarterien mit Stenose der Magistralar- terien bis 50 % festgehalten (IV-act. 69, S. 3, Übersetzung: 73). Der Be- schwerdeführer gab anlässlich der interdisziplinären Begutachtung zu den Schmerzen in den Beinen an, dass er nur etwa 200 m gehen könne, dann müsse er wieder absitzen. Er könne die Beine kaum bewegen. Vor einem Jahr hätten die Schmerzen verstärkt eingesetzt. Er wisse nicht, woher diese kämen. Er habe dann aufgehört zu rauchen, die Schmerzen hätten aber stetig zugenommen (IV-act. 80, S. 4, 6, 8, 11). Die Probleme mit dem linken Fuss häuften sich im Dezember 2014. Im von Dr. F._______ unter-C-288/2015 Seite 24 schriebenen Bericht vom 23. Dezember 2014 wurde unter anderem fest- gehalten, an den Zehen des linken Fusses seien innerhalb der letzten ein- einhalb Monate neue Wunden entstanden. Objektiv lägen ischämische Veränderungen des IV. Grades vor (act. 1, Beilage 1; deutsche Überset- zung: act. 24, S. 1; vgl. E. 4.2.1). Aus den anlässlich des Beschwerdever- fahrens eingereichten Unterlagen geht hervor, dass sich der Gesundheits- zustand des Beschwerdeführers Ende 2014/Anfang 2015 verschlechtert hat. So ist im Entlassungsbericht des Universitätsspitals vom 28. Januar 2015 (act. 3, 5) festgehalten, dass eine Ischämie der Füsse im Stad ium III/IV vorliege. Der Versicherte sei wegen ischämischer Beschwerden der unteren linken Extremitäten in die Klinik aufgenommen worden. Der Zu- stand bei der Entlassung sei inadäquat gewesen. Am 7. Februar 2015 er- folgte die Amputation dreier Zehen des linken Fusses. Lediglich zehn Tage später, am 17. Februar 2015, wurde aufgrund der fortschreitenden diabeti- schen Gangräne der linke Unterschenkel amputiert (act. 7, 9, 19, 21). Im Entlassungsbericht der Stationären Klinik der Abteilung IV des Instituts für physikalische Medizin und Rehabilitation vom 30. Oktober 2015 (act. 19, 21) wurde sodann zusammenfassend ausgeführt, dass der Versicherte nur noch in der Lage zur Verrichtung der notwendigen täglichen Tätigkeiten sei. 4.3.4.4 Die Beschwerden in den Beinen konnten von den Gutachtern nicht eindeutig den Diagnosen pAVK, Claudicatio oder Polyneuropathie zuge- ordnet werden. Dr. med. A._______ führte nach einer allgemeininternisti- schen und einer Laboruntersuchung aus, dass der Versicherte unter einem Diabetes mellitus leide. Es ergäben sich klinisch und anamnestisch Hin- weise für eine periphere arterielle Verschlusskrankheit; er erachtete diese aber als kompensiert (IV-act. 80, S. 6). Dr. med. D._______ nahm eine ausführliche neurologische Begutachtung vor, anlässlich welcher er Kopf/Hals/Hirnnerven, die Extremitäten und Motorik, die Reflexe, Sensibi- lität und das Stehen resp. den Gang des Versicherten untersuchte. Er führte zusammengefasst aus, es bestehe ein unauffälliges Gangbild mit symmetrischer Mitbewegung der Arme. Der Strichgang sei unsicher, der Fussspitzengang beidseits normal und der Fersengang links etwas schwä- cher als rechts. Dr. med. D._______ kam ebenfalls zum Schluss, dass ver- mutliche eine pAVK bestehe, beurteilte jedoch die Beschwerden als unge- wöhnlich, für ein radikuläres Syndrom oder eine Claudicatio-Symptomatik seien die Beschwerden untypisch. Bei der klinischen Untersuchung fand der Neurologe Dr. med. D._______ keine Anhaltspunkte für eine radikuläre Reiz- beziehungsweise sensomotorisc he Ausfallsymptomatik, hingegen hielt er eine wahrscheinlich durch den insulinpflichtigen Diabetes mellitus C-288/2015 Seite 25 verursachte sensomotorische Polyneuropathie für möglich (IV -act. 80, S. 16 f.). Dr. med. C._______ stellte anlässlich der orthopädischen Unter- suchung einen weitgehenden unauffälligen ebenen Gang fest (IV -act. 80, S. 11). 4.3.4.5 Bezüglich der vaskulär bedingten Beinschmerzen ist festzuhalten, dass die Abgrenzung zwischen einer pAVK, welche im Stadium II eine Claudicatio intermittens darstellt, einer Polyneur opathie und einer diabe- tesbedingten Minderdurchblutung schwierig ist. Ursächlich für diese Diag- nosen ist hauptsächlich der Diabetes mellitus. Durch erhöhte Blutzucker- werte können die Nerven geschädigt werden; daraus kann sich eine dia- betische Neuropathie e ntwickeln. Ebenfalls durch Diabetes mellitus wird eine Polyneuropathie ausgelöst, deren Begleiterscheinung eine Gangstö- rung darstellt http://www.netdoktor.ch/krankheit/diabetische-polyneuropa- thie-7438?utm_source=netdoktor&utm_term=polyneuropathe&utm_cam- paign=headersearchautocomplete, aufgerufen am 13. Juli 2017). Die pAVK ist eine chronische, f ortschreitende Erkrankung und stellt eine Ver- engung der Beinarterien dar, welche zu Durchblutungsstörungen in den Beinen führt (http://www.netdoktor.ch/krankheit/pavk-7827, aufgerufen am 13. Juli 2017). Die diabetesbedingte Minderdurchblutung, welche vor allem die Extremitäten betrifft , steht somit im Zusammenhang mit der Minder- durchblutung der zuführenden Beinarterien, wie sie im Diagnosebild der pAVK vorkommt. Demnach sind die Krankheitsbilder der pAVK, Claudicatio und Polyneuropathie fliessend. Betreffend den Krankheitsverlauf in den Beinen (vgl. E. 4.3.4.3) ergibt sich aus den Akten, dass beim Beschwerde- führer 2008 die erste Symptomatik in Form von Varizen aufgetreten ist. In der Folge wurden im Juni 2008 erstmals ein Diabetes Mellitus Typ II diag- nostiziert. Im April 2009 wurde ein Gangrän an der 4. Zehe links operiert, wobei die postoperative Behandlung problemlos verlief. Im Mai 2010 wurde schliesslich eine Angiopathie der Beine diagnostiziert. Den Akten ist zu ent- nehmen, dass im November 2013 (nach wie vor) eine Zehe amputiert war. Es konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf weitergehende Probleme geschlossen werden, die eine Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tä- tigkeit begründen würden. Zwar wurden bereits im August 2013 eine Ve- neninsuffizienz und atheromatöse Beinarterien festgestellt; diese sprachen jedoch offenbar nicht gegen eine abwechselnd sitzend / stehend / gehend ausgeführte Tätigkeit. Eine massive Verschlechterung des Gesundheitszu- standes trat Ende Dezember 2014 ein. Der Beschwerdeführer selbst hatte anlässlich der Begutachtung im November 2013 angegeben, täglich mit dem Hund spazieren zu gehen und einfachere Tätigkeiten auf dem Bau- ernhof auszuführen. Zudem berichtete er anlässli ch der neurologischen C-288/2015 Seite 26 Begutachtung lediglich über eine Gangunsicherheit beim Begehen von un- ebenem Gelände (IV-act. 80, S. 17). Seine privaten Tätigkeiten zum Zeit- punkt der Begutachtung sprechen für eine uneingeschränkt ausübbare wechselbelastende Tätigkeit. Die Gutachter befanden den Versicherten für eine adaptierte Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Im Ergebnis ist diese Be- urteilung zutreffend. Im Übrigen haben sich die untersuchenden Ärzte mit den gesamten Vorakten beschäftigt, erstellten Diagnosen unter Ve rwen- dung der Diagnosecodes und verfügen über die entsprechenden Facharzt- titel. Insgesamt entspricht d as Gutachten damit den Anforderungen der Rechtsprechung an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungs- grundlage, weshalb darauf abgestellt werden kann (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3). 4.3.4.6 Der RAD-Arzt Dr. med. E._______ beurteilte in seinen Stellungnah- men vom 16. April 2014 (IV-act. 84) die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde- führers insbesondere gestützt auf das interdisziplinäre Gutachten des ABI vom 18. März 2014 (IV-act. 80) und befand den Versicherten in der ange- stammten Tätigkeit für 100 % arbeitsunfähig, hingegen für eine körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit zu 100 % arbeits- und leistungsfähig. Die Beurteilungen von Dr. med. E._______ stehen im Einklang zu den Akten, wonach eine Verschlechterung des Gesundheits- zustandes per Ende Dezember 2014 und Januar 2015 mit der Amputation des Fusses erfolgte. Nach Einsichtnahme in den Bericht vom 23. Dezem- ber 2014 von Dr. F._______ befand Dr. med. E._______ den Versicherten ab diesem Zeitpunkt für vollständig arbeitsunfähig (vgl. Stellungnahme vom 10. März 2015, IV -act. 100). Er führte aus, dass eine Ischämie der Füsse vorliege, welche sehr wahrscheinlich mit der bekannten vaskulären Beeinträchtigung zusammenhänge. Vorliegend lässt sich nicht klar feststel- len, ab wann die Probleme im linken Fuss eine deutliche, die Arbeitsfähig- keit entscheidend beeinflussende Verschlechterung erfahren haben , für welche am 23. Dezember 2014 eine operative Behandlung erforderlich wurde. Abzustellen ist deshalb auf das Datum des Arztberichts von Dr. F._______ und die Feststellungen von Dr. med. E._______. 4.3.5 Damit steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich- keit fest, dass im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (8. Dezember 2014) die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter auf dem Bau 100 % und in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit 0 % betragen hat. C-288/2015 Seite 27 5. Damit bleibt, die erwerblichen Auswirkungen dieser medizinischen Beurtei- lung zu überprüfen. 5.1 5.1.1 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28 a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkom- mensvergleichs, das heisst mittels eines Vergleichs von Validen- und Inva- lideneinkommen auf zeitlich gleicher Grundlage zu bestimmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.4.2 m.w.H.; 129 V 222 E. 4). 5.1.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, weil es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesund- heitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müs sen mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f. mit Hinweis; Urteil des BGer 8C_530/2013 vom 24. Januar 2014 E. 5.1.2). 5.1.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der be- ruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Per- son konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesund- heitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Er- werbstätigkeit aufgenommen hat, so sind nach der Rechtsprechung grund- sätzlich die gesamtschweizerischen Tabellenlöhne gemäss den vom Bun- desamt für Statistik (nachfolgend: BFS) periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heranzuziehen (vgl. das Urteil des EVG U 75/03 vom 12. Oktober 2006 mit weiteren Hinweisen). 5.2 5.2.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung gestützt auf den Einkommensvergleich vom 27. Mai 2014 (IV-act. 86) auf einen rentenaus- schliessenden Invaliditätsgrad von gerundet 35 % geschlossen. Der Be- schwerdeführer hat diesen Einkommensvergleich nicht bestritten. C-288/2015 Seite 28 5.2.2 In dem im Verfahren C-6055/2010 ergangenen Urteil des Bundesver- waltungsgerichts vom 4. März 2013 (IV -act. 46) wurde die Vorinstanz im Rahmen der Rückweisung angehalten, hinsichtlich der Statusfrage Abklä- rungen zu treffen. Für die Bestimmung des Valideneinkommens hat die Vo- rinstanz im vorliegenden Verfahren auf die Tätigkeit als Baustellenarbeiter abgestellt. Diesbezüglich i st der Einkommensvergleich nicht zu bemän- geln, da der Beschwerdeführer bis 1990 sein Einkommen als Baustellen- arbeiter verdiente und dies sein angestammter Beruf war. Auf eine selb- ständige Tätigkeit als Landwirt kann nicht geschlossen werden, da der Be- schwerdeführer den Gemüseanbau und die Tierhaltung ausschliesslich zum Zweck der Eigenversorgung und ohne ein E inkommen zu erzielen, betreibt. Im Einkommensvergleich hat die Vorinstanz ein Valideneinkom- men von Fr. 5‘636.80 berücksichtigt (Tabellenlöhne 2010, Anforderungsni- veau 4, in der Branche „sonstiges Ausbaugewerbe“, branchenübliche Wo- chenarbeitszeit von 41.6 Stunden). Gemäss den Tabellenlöhnen 2010 be- trägt das Valideneinkommen im Anforderungsniveau 4 der Branche „sons- tiges Ausbaugewerbe“ für die branchenübliche Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden lediglich Fr. 5‘295.68 (Position 43: Fr. 5‘092 / 40 * 41.6). Das von der Vorinstanz ermittelte Valideneinkommen von Fr. 5‘636.80 bezieht sich auf die Branche „Hochbau“, welche ebenfalls der Kategorie „Baugewerbe“ zugeordnet ist. Der Beschwerdeführer war bis Dezember 1990 bei der U._______ in (...), welche ein Bauunternehmen für Hoch- und Tiefbau be- trieben hat, tätig (vgl. http://sg.powernet.ch/webservices/i- net/HRG/HRG.asmx/getHRGHTML?chnr=32090397491&amt=320&toBe- Modified=0&validOnly=0&lang=1&sort=0, aufgerufen am 13. Juli 2017). Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die Vorinstanz das Valideneinkom- men für die Branche „Hochbau“ berücksichtigt hat. A ls Invalideneinkom- men hat sie einen Betrag von Fr. 3‘674.16 ermittelt. Dabei handelt es sich um den Mittelwert aus den Bereichen wirtschaftliche Dienstleistungen für Unternehmen, Detailhandel und sonstige persönliche Dienstleistungen, betragend Fr. 4‘592.70. Unter Berücksichtigung der persönlichen und be- ruflichen Umstände, insbesondere der Funktionseinschränkungen verbun- den mit dem Gesundheitsschaden, des Alters des Versicherten (55 Jahre) und des Mangels an einer abgeschlossenen Ausbildung erachtete sie ei- nen zusätzlichen Leidensabzug von 20 % als angemessen. Für das Bun- desverwaltungsgericht besteht vorliegend keine Veranlassung, in das Er- messen der Vorinstanz bei der Vornahme eines Leidensabzugs (BGE 126 V 75 E. 6; BGE 137 V 71) einzugreifen. Zwar scheint das Alter von 55 Jah- ren, in Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, keinen spezifischen Leidensabzug zu rechtfertigen (vgl. BGE 138 V 457 E. 3; Ur- teile des B Ger 8C_345/2013 vom 10. September 2013 E. 4.2 f. und C-288/2015 Seite 29 8C_657/2010 vom 19. November 2010 E. 5.2.3), jedoch kann ein Abzug von 20 % in Berücksichtigung der weiteren Gründe als rechtens erachtet werden. Der Einkommensvergleich ergibt damit einen Erwerbsverlust und damit Invaliditätsgrad von 34.82 % (Fr. 5‘636.80 - Fr. 3‘674.16) x 100 : 5‘636.80). Gerundet (vgl. BGE 127 V 129 E. 4) ergibt dies einen renten- ausschliessenden Invaliditätsgrad von 35 %. 6. Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang geltend, die Vor- instanz habe als Anmeldedatum den 20. Juni 2008 angenommen. Er habe jedoch sein Leistungsgesuch per eingeschriebenen Brief am 11. April 2008 der Vorinstanz zugestellt, weshalb dieses Datum als Anmeldedatum aner- kannt werden müsse (act. 1, 14). Da beim Beschwerdeführer kein renten- berechtigter Invaliditätsgrad vorliegt und er folglich keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat, ist auf die Frage des Anmeldezeitpunkts nicht wei- ter einzugehen. 7. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich zusammenfass end, dass die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt genügend abge- klärt und das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers bei einem Invali- ditätsgrad von 35 % zu Recht abgewiesen hat. Die angefochtene Verfü- gung vom 8. Dezember 2014 erweist sich somit als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde vom 14. Januar 2015 abzuweisen ist. Eine allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach dem 8. De- zember 2014 (vgl. E. 4.3.4.3) ist bei der Vorinstanz im Rahmen einer Neu- anmeldung geltend zu machten (Art. 87 Abs. 3 IVV). 8. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 8.1 Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. Abs. 2 IVG). Entsprechend dem Aus- gang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 400. – festzusetzen. Sie werden aus dem geleisteten Kostenvo rschuss in gleicher Höhe entnom- men. C-288/2015 Seite 30 8.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe- hörde hat die obsiegende Vorinstanz keinen Anspruch auf eine Parteient- schädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist entsprechend dem Verfahrensausgang ebenfalls keine Parteientschädigung zuzuspre- chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde vom 14. Januar 2015 wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 400.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt und aus dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnom- men. 3. Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. C-288/2015 Seite 31 Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Beat Weber Barbara Camenzind Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffent lich- rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter- schrift zu ent halten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: