<h2>SubmittedText<h2><p>Ein Grund für die hohen Kosten im Gesundheitswesen ist das mehrfache Durchführen der gleichen Diagnoseleistungen durch verschiedene Leistungserbringer. Sehr oft werden Diagnosen (z. B. Laboranalysen, bildgebende Verfahren) unnötigerweise mehrfach vorgenommen. In diesem Zusammenhang stellen wir dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Glaubt er, die Einführung eines Gesundheitspasses für alle Versicherten, auf dem Resultate von Diagnosen in elektronischer Form gespeichert würden, könnte einen Beitrag an die Stabilisierung der Kosten für Diagnoseleistungen leisten?</p><p>2. Welche Erfahrungen wurden mit solchen Systemen in anderen Ländern gemacht?</p><p>3. Wie beurteilt er die Praktikabilität dieser Massnahme im Umfeld des schweizerischen Gesundheitswesens?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Für den Bundesrat ist die Einführung eines Gesundheitspasses für alle Versicherten eine der Massnahmen, die dazu beitragen könnten, überflüssige Leistungen, wie beispielsweise mehrfache Röntgenaufnahmen oder Laboranalysen, durch einen verbesserten Informationsfluss zu verhindern. Der Bundesrat weist darauf hin, dass zu diesem Zweck ein zusätzliches Instrument geschaffen werden müsste, um die im Rahmen des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung von den Versicherern und den Leistungserbringern bereits ausgeführte Wirtschaftlichkeitskontrolle der Behandlungen zu verbessern.</p><p>2./3. In Frankreich und in Deutschland werden derzeit Versuche durchgeführt. In der Schweiz bestehen diesbezügliche Projekte von verschiedenen Organisationen. 1999 wurde ein vom Bundesamt für Sozialversicherung herausgegebener Bericht erstellt: "Un carnet de santé en Suisse?" (Forschungsbericht Nr. 3/99, mit deutscher Zusammenfassung). Darin werden die laufenden Versuche evaluiert, die Möglichkeiten und die Schwierigkeiten, einen Gesundheitspass in unserem Land einzuführen, erläutert und Empfehlungen formuliert. Dieser Bericht wird im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten zur für das Frühjahr 2001 geplanten Tagung aktualisiert, zu der die Versicherer, die Leistungserbringer, die Kantone und eine Vertretung der Versicherten eingeladen werden. Während dieser Tagung soll eine sinnvolle Aufgabenteilung zwischen den verschiedenen Partnern gefunden werden. Bei einer Einführung des Gesundheitspasses müsste der Bund da eingreifen, wo der Föderalismus naturgemäss an seine Grenzen stösst und wo zwingend Sicherungsmechanismen für die Sicherheit und den Schutz von Daten gefunden werden müssen. Der Bund kann des Weiteren auch bei der Vereinheitlichung der computerisierten Patientendossiers in Spitälern einbezogen werden.</p>  Antwort des Bundesrates.