B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2772/2010/wif U r t e i l v o m 5 . J u l i 2 0 1 2 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Kurt Gysi, Richter Bendicht Tellenbach; Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren (...), Türkei, vertreten durch Dieter Roth, Advokat, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 19. März 2010 / N_______. D-2772/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der gemäss eigenen Angaben aus B._______ stammende B e- schwerdeführer, ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer Volkszug e- hörigkeit, verliess seinen Heimatstaat am 3. Januar 2009 auf dem Lan d- weg und gelangte über ihm unbekannte Länder am 8. Januar 2009 illegal in die Schweiz, wo er am 9. Januar 2009 im Empfangs- und Verfahrens- zentrum (EVZ) C._______ ein Asylgesuch einreichte. A.b Nach der Kurzbefragung im EVZ C._______ vom 1 9. Januar 2009 wurde der Beschwerdeführer mit Entscheid vom 27. Januar 2009 für den weiteren Aufenthalt während des As ylverfahrens dem Kanton D._______ zugewiesen. Am 21. April 2009 wurde er vom BFM direkt angehört. A.c Zu seinen Fluchtgründen führte der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen im Wesentlichen an, von (...) bis (...) seinen Militärdienst ge- leistet und dort an Kampfhandlungen teilgenommen zu haben, worunter sein psychischer Gesundheitszustand gelitten und er sich nach Diens t- entlassung deswegen in Behandlung begeben habe. Deshalb verspüre er manchmal den Drang, sich selber zu verletzen. Ferner sei er nicht M it- glied einer Partei gewesen, habe jedoch ab dem Jahre (...) an einer Viel- zahl von Kundgebungen der D._______ teilgenommen. Dabei sei er in s- gesamt vier Mal, so im (...) (zwei Mal), im (...) und im (...) festgenommen, während (...) Stunden festgehalten und aufgrund einer Geldzahlung se i- nes Onkels jeweils wieder freigelassen worden. Am (...) habe er sich nach einem Verwandtenbesuch auf dem Heimweg befunden, als in seiner N ä- he ein Polizeibus beschossen worden und es auch zu Explosionen g e- kommen sei. Er habe si ch auf den Boden geworfen und sei nach einigen Minuten, als sich die Lage wieder etwas beruhigt habe, aus Angst nach Hause gerannt. Bei diesem Vorfall sollen fünf Polizisten umgekommen sein. Zwei bis drei Stunden später hätten sich Polizisten bei seinem Vater nach ihm erkundigt und diesem mitgeteilt, dass er am fraglichen Vorfall beteiligt gewesen sei. Er selber habe sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der (...) seines Onkels befunden . Da er befürchtet habe, zu Unrecht der Beteiligung am erwähnten Vorfall verdächtigt zu werden, habe er sich am nächsten Tag zu seinem Grossonkel nach E._______ begeben, wo er am Abend des gleichen Tages festgenommen und auf die Sicherheitsdirekt i- on gebracht worden sei. Dort sei er während (...) wiederholt wegen de s Ereignisses in B._______ einvernommen worden, wobei er jegliche Tei l- nahme am Vorfall bestritten habe. Schliesslich habe er vor dem Staat s-D-2772/2010 Seite 3 anwalt erscheinen müssen, der ihn mit Auflagen aus der Haft entlassen habe. Noch vor seiner Entlassung sei er ins Krankenhaus gebracht wor- den, wo er jedoch nicht über die erlittene schlechte Behandlung habe b e- richten und sich kein entsprechendes ärztliches Zeugnis habe ausstellen lassen dürfen. (...) Tage später sei bei seinem Grossonkel in E._______ wie auch in B._______ mittels Haftbefehl nach ihm gesucht worden, weil man ihn beschuldigt habe, das Polizeifahrzeug beschossen und die Pol i- zisten getötet zu haben. Da er auf keinen Fall ins Gefängnis habe gehen wollen, habe er sich entschieden, das Land zu verlassen. Auf die weit e- ren Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erw ä- gungen eingegangen. Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer diverse B e- weismittel (Auflistung Beweismittel) zu den Akten. A.d Am 17. September 2009 liess die Vorinstanz über die Schweizerische Botschaft in Ankara Abklärungen vor Ort durchführen. Die Botschaft über- mittelte dem BFM ihr Abklärungsergebnis mit Schreiben vom 27. Oktober 2009. Mit Schreiben des BFM vom 26. November 2009 wurde dem B e- schwerdeführer der Inhalt der Botschaft sanfrage und der wesentliche I n- halt des entsprechenden Botschaftsberichtes zur Stellungnahme unte r- breitet. Es wurde ihm mitgeteilt, gemäss dem Abklärungsergebnis der Botschaft vom 27. Oktober 2009 werde er von den türkischen Behörden nicht gesucht, es best ehe über ihn kein politisches Datenblatt und er u n- terstehe keinem Passverbot. Beim eingereichten (Nennung Beweismittel) handle es sich um eine Fälschung. Einerseits sei (Erläuterung der Fä l- schungsmerkmale). A.e Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 7. D ezember 2009 seine Stellungnahme zu den Akten. A.f Mit Eingaben vom 10. Dezember 2009, 14. Januar 2010 und 28. Ja- nuar 2010 legte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen (Auflistung Beweismittel) ins Recht. B. Mit Verfügung vom 1 9. März 2010 – eröffnet am 2 2. März 2010 – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab , ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an und zog verschiede- ne vom Beschwerdeführer eingereichte Dokumente ein . Zur Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, die Vorbringen des B e-D-2772/2010 Seite 4 schwerdeführers vermöchten weder den Anforderungen von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) an die Flüchtlingsei- genschaft noch denjenigen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftigkeit zu g e- nügen. Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in die Türkei erscheine als zulässig, zumutbar und möglich. C. Mit Eingabe vom 21. April 2010 beantragte der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht, es sei der angefochtene Entscheid der Vori n- stanz vollumfänglich aufzuheben und es sei ihm Asyl in der Schweiz zu gewähren, eventualiter sei die Verfügung des BFM vom 19. März 2010 aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz z u- rückzuweisen, subeventualiter sei der angefochtene Entscheid der Vori n- stanz zumindest bezüglich des angeordneten Wegweisungsvollzugs auf- zuheben und die vorläufige Aufnahme in der Schweiz anzuordnen. In pro- zessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfl e- ge im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. De- zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Weiter beantragte der Beschwerdeführer in verfahrensrechtlicher Hinsicht, es sei der Wegweisungsvollzug vorsorglich auszusetz en, es sei ihm zu gesta t- ten, sich für die Dauer des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz aufz u- halten, und das zuständige Migrationsamt sei anzuweisen, vorläufig von jeglichen Vollzugs- beziehungsweise Wegweisungsmassnahmen ihm g e- genüber abzusehen , zudem sei ihm zu allfälligen Stellungnahmen des BFM das Replikrecht einzuräumen. Auf die Begründung wird, soweit en t- scheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. Seiner Eingabe legte der Beschwerdeführer (Nennung Beweismittel) bei. D. Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 29. April 2010 wurde dem Be- schwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Die Behandlung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde auf ein en späteren Zeitpunkt verwiesen , das Gesuch um unen t- geltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abg e- wiesen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. Die Vorinstanz wurde in Anwendung von Art. 57 VwVG zur Einreichung einer Stellungnahme eingeladen. D-2772/2010 Seite 5 E. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Mai 2010 hielt die Vorinstanz an ihren Er- wägungen im Entscheid vollumfänglich fest und beantragte die Abwe i- sung der Beschwerde, zumal nach Durchsicht der Beschwerdeakten ke i- ne neuen und erheblichen Tatsachen oder Beweismittel vorlägen, die eine Änderung des vorinstanzlichen Standpunktes rechtfertigen könnten. F. Mit Schreiben des Instruktionsrichters vom 5. Juni 2012 wurde dem B e- schwerdeführer die vorinstanzliche Vernehmlassung zur Kenntnisnahme zugestellt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. 1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). D-2772/2010 Seite 6 2. 2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes , des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlic h sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3. 3.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung ihres ablehnenden Asylentsche i- des im Wesentlichen fest, die Ausführungen des Beschwerdeführers wür- den sich als teilweise widersprüchlich, unplausibel und somit als unglaub- haft erweisen. So habe er sich bezüglich des Zeitpunktes, wann er sich im (...) nach E._______ begeben habe und wann sein Grossonkel vom Bestehen eines Haftbefeh ls erfahren habe, in Widersprüche verstrickt. Weiter habe er keine detaillierten Angaben zum Anschlag auf einen Pol i- zeibus geben können, obwohl er sich eigenen Angaben zufolge in nur zwanzig Metern Entfernung vom beschossenen Fahrzeug befunden h a- be. Die bl osse Schilderung von allgemein bekannten Informationen zum Vorfall, die beispielsweise auch über das Internet zugänglich seien, ver- möchten nicht den Eindruck zu erwecken, dass der Beschwerdeführer das Geschilderte tatsächlich selber erlebt habe. Vor diesem Hintergrund erstaune es nicht, dass gemäss den Abklärungen der Schweizer Bo t- schaft in Ankara der Beschwerdeführer von den türkischen Behörden nicht gesucht werde, über ihn kein Datenblatt bestehe, er keinem Pas s- verbot unterliege und gegen ihn weder in E._______ noch in B._______ ein Gerichtsverfahren hängig noch bei den dortigen Staatsanwaltschaften ein Verfahren eingeleitet worden sei. Gemäss dem Botschaftsbericht vom 27. Oktober 2009 erweise sich die eingereichte (Nennung Beweismittel) D-2772/2010 Seite 7 aufgrund formaler Mängel als Fälschung. Dadurch entstünden auch Zwei- fel an der Echtheit der anderen eingereichten Beweismittel. Diese Zweifel würden durch den Umstand zusätzlich verstärkt, dass die Angaben im (Nennung Beweismittel) nicht mit den diesbezüglichen Aussagen des Be- schwerdeführers in Übereinstimmung gebracht werden könnten. Er habe es unterlassen, die in seiner Stellungnahme vom 7. Dezember 2009 in Aussicht gestellten weiteren Beweismittel nachzureichen , und sich damit begnügt, drei der bereits eingereichten Dokumente ein zweites Mal einzu- reichen. Dazu sei zu bemerken, dass die Unterschrift auf dem am 14. Januar 2010 eingereichten (Nennung Beweismittel) nicht mit der U n- terschrift auf dem sonst identischen , bereits bei der Erstbefragung eing e- reichten (Nennung Beweis mittel) übereinstimme. Bei dem ebenfalls am 14. Januar 2010 ins Recht gelegten (Nennung Beweismittel) fehle die Un- terschrift gänzlich, anders als bei dem zuvor eingereichten (Nennung Be- weismittel). Dadurch würden sich die aufgeführten Zweifel an der Echtheit der eingereichten Dokumente zusätzlich erhärten, weshalb sie gemäss Art. 10 Abs. 4 AsylG einzuziehen seien. Somit vermöge der blosse Ei n- wand des Beschwerdeführers, er halte an der Suche nach ihm fest, die überzeugenden Abklärungsergebnisse der Schweizer Botschaft in Ankara nicht in Zweifel zu ziehen. Sodann erfüllten die vom Beschwerdeführer geschilderten vier kurzzeitigen Festnahmen im (...), (...) und im (...) auf- grund ihrer Art und Intensität die Anforderungen an die Flüchtlingseige n- schaft gemäss Art. 3 AsylG nicht, weshalb sie nicht asylbeachtlich seien. 3.2 Demgegenüber rügte der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmittel - eingabe zunächst eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, da ihm das BFM eine vollumfängliche Einsicht in die Abklärung der Botschaft verwei- gert habe. Es lasse sich daher nicht überprüfen, auf welchem Weg (d.h. durch Anfrage an welche Personen und Behörden) die Angaben der Schweizer Vertretung in ihrer Botschaftsantwort zustande gekommen sei- en. In jedem Fall sei zu bezweifeln, dass Vertret er eines Verfolgerstaates wahrheitsgemäss Auskunft geben würden, wenn sie gefragt würden, ob gegen eine verfolgte Person ein Verfahren hängig sei beziehungsweise ob eine solche Person gesucht werde oder verurteilt worden sei. Zudem seien mit der Botschafts anfrage diverse heikle Angaben (regelmässige Teilnahmen an Kundgebungen und Demonstrationen der D._______) an die Schweizer Vertretung weitergegeben worden. Es sei anzunehmen, dass die Botschaft diese Informationen für ihre Abklärungen an Vertreter türkischer Behörden weitergegeben habe. Er müsse daher befürchten, dass sich dadurch seine Gefährdung in der Türkei noch erhöht habe. So- dann befremde es, wenn in der angefochtenen Verfügung vom BFM l e-D-2772/2010 Seite 8 diglich die gegen ihn sprechenden Punkte aus der Botschaftsantw ort auf- gegriffen würden. Dass die Echtheit des (Nennung Beweismittel) in der Botschaftsabklärung offenbar genauso wenig bezweifelt worden sei wie die des (Nennung Beweismittel), werde hingegen nicht erwähnt. In materieller Hinsicht seien seine Vorbringen – entgegen der vorinstanzli- chen Ansicht – detailliert, substanziiert und schlüssig. So habe er zum Vorfall vom (...) selber, wie auch zur Anhaltung vom (...), viele Detaila n- gaben machen können und seine Ausführungen würden äusserst glau b- haft erscheinen. Auch seine sofortige Angst beim Anblick der Absperrung sei angesichts der erlittenen Traumatisierung nachvollziehbar. Es falle zudem auf, dass er bei seinen Schilderungen nie übertrieben habe. Zu berücksichtigen sei auch, dass er im Militärdienst Schlimmes e rlebt habe und dies aufgrund seiner Traumatisierung bisher niemandem habe schi l- dern können. Gerade in Anbetracht der ärztlich belegten schwerwiege n- den psychiatrischen Erkrankung gehe es nicht an, aus gewissen kleinen Ungereimtheiten auf die Unglaubhaftigke it seiner Vorbringen zu schlie s- sen. Vielmehr sei davon auszugehen, dass sich die von ihm vorgebrac h- ten Ereignisse so zugetragen hätten. Demnach sei vollumfänglich auf seine Schilderungen abzustellen und deren Asylrelevanz zu prüfen . Be- züglich seiner schlim men Ereignisse im Militärdienst wäre unter Beizug einer psychiatrisch geschulten Fachperson eine erneute Befragung durchzuführen gewesen, weshalb sein Fall – sollte das Asylgesuch nicht ohnehin gutgeheissen werden – entsprechend dem Eventualantrag an die Vorinstanz zurückzuweisen wäre. Bei schwerwiegenden Massna h- men, wie Folter, erniedrigender oder unmenschlicher Behandlung , sei ohne Weiteres von einem ernstha ften Nachteil im Sinne von Art. 3 AsylG auszugehen. Bei weniger gravierenden Eingriffen sei auf di e Umstände des Einzelfalles abzustellen . Neben einer objektiven Einschätzung der Sachlage erfo rdere das im Begriff der begründeten Fu rcht enthaltene subjektive Element eine intensive Würdigung der Ansicht und Gefühle der betroffenen Person. Aufgrund der vo rstehenden Ausführungen sei davon auszugehen, dass er während des Militärdienstes in den Jahren (...) bis (...) in einer schwerwiegenden Form misshandelt worden sei und Gewalt erlebt habe, was bei ihm zu einer schwerwiegenden psychischen Erkra n- kung geführt habe. In den Jahren (...) bis (...) habe er verschiedene kurze Inhaftierungen über sich ergehen lassen müssen, wobei er teilweise auch geschlagen und beschimpft worden sei. Auch wenn man aufgrund der Abklärung der Botschaft davon ausgehen sollte, dass er nicht offiziell ge- sucht werde, sei ihm aufgrund seiner glaubhaften Schilderungen zumi n- dest zu glauben, dass er vom (...) bis (...) in Haft gewesen und dabei g e-D-2772/2010 Seite 9 schlagen und unter Druck gesetzt worden sei. Alle diese Ereignisse seien aufgrund der Häufigkeit in einem relativ kurz bemessenen Zeitraum als Einheit zu betrachten. Aufgrund seiner schweren Traumatisierung sei o h- ne Weiteres davon auszugehen, dass bereits die im Militärdienst erlebte Gewalt die von Art. 3 AsylG gefor derte Intensität überschritten hab e, und er sei daher als Flüchtling anzuerkennen respektive es sei ihm Asyl zu gewähren. 4. Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass das BFM im Rahmen der Prüfung der Asylvorbringen auf- grund der ausgeführten einzelnen Aspe kte zu Recht erkannt hat, dem vom Beschwerdeführer geltend gemachten Sachverhalt könne keine Grundlage zuerkannt werden, die die Voraussetzungen der Flüchtlingse i- genschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllen könnte. Die Entgegnungen in der Rechtsmitteleingabe und die eingereichten Beweismittel vermögen die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung nicht zu entkräften. 4.1 Der Beschwerdeführer rügt in seiner Rechtsmitteleingabe zunächst die Verletzung des rechtlichen Gehörs (Verletzung des Rechts auf Akte n- einsicht), da das BFM eine vollumfängliche Einsicht in die Abklärung der Botschaft verweigert habe. Es lasse sich daher nicht überprüfen, auf we l- chem Weg (d.h. durch Anfrage an welche Personen und Behörden) die Angaben der Schweizer Vertretung in ihrer Botschaftsantwor t zustande gekommen seien. Gemäss Art. 27 Abs. 1 VwVG darf die Einsichtnahme in die Akten nur ver- weigert werden, wenn wesentliche Interessen des Bundes oder der Ka n- tone, insbesondere die innere oder äussere Sicherheit der Eid genossen- schaft (Bst. a.), wesentliche private Interessen (Bst. b.) oder das Intere s- se einer noch nicht abgeschlossenen amtlichen Untersu chung (Bst. c.) die Geheimhaltung erfordern. Wird einer Partei die Ein sicht in ein Akte n- stück verweigert, muss ihr die Behörde nach Art. 28 VwVG von seinem wesentlichen Inhalt mündlich oder schriftlich Kennt nis sowie Gelegenheit geben, sich dazu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeichnen. Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (und der vo r- maligen Schweizerischen Asylrekurskommiss ion [ARK]) fallen unter als Beweismittel dienende Aktenstücke im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. b VwVG nicht nur die im konkreten Fall tatsächlich als Beweis mittel heran- gezogenen Aktenstücke, sondern alle Unterlagen, welche grundsätzlich D-2772/2010 Seite 10 geeignet sind, al s Beweismittel zu dienen. Als interne Akten fallen ledi g- lich Unterlagen in Betracht, welchen kein Beweischa rakter zukommt. Be- rechtigten öffentlichen oder privaten Geheimhal tungsinteressen können diejenigen des Beschwerdeführers an einer unbeschränkten Ei nsichtnah- me entgegenstehen. Die Interessenabwä gung darf indes nicht dadurch geschehen, dass eine ganze Kategorie behördlicher Unterlagen a priori – ohne Abwägung im Einzelfall – dem Einsichtsrecht entzogen wird. Das grundsätzlich im vollen Umfange beste hende Einsichtsrecht darf im Ei n- zelfall nur dann beschränkt wer den, wenn die Geheimhaltungsinteressen das Interesse an der Akten einsicht überwiegen. Namentlich die Identität in- und ausländischer Informanten und Kontaktpersonen sowie Angaben über Art und Methoden der Informationsbeschaffung durch die schweiz e- rischen Vertretungen im Ausland stellen gewichtige Geheimhaltungsint e- ressen dar, die geeignet sind, die Akteneinsicht einzuschränken. In di e- sen Fällen hat die Kenntnisgabe des wesentlichen Inhalte s von Aktenstü- cken dergestalt zu erfolgen, dass der Partei eine Zusammenfassung des Inhaltes der vorenthaltenen Aktenstücke zugestellt wird (vgl. Entscheidun- gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 1 E. 3b S. 12 und 14). Die vorliegend zur Diskussion stehenden Aktenstücke geben Aufschluss über die konkrete Zusammenarbeit der Schweizerischen Behörden im In - und Ausland. Zudem enthalten sie teilweise Angaben über die Arbeitswei- se und Erkenntnisse der Botschaft. Bereits aus diesen Gründen besteht in casu ein überwiegendes öffentliches Interesse an der Geheimhaltung dieser Aktenstücke. Wird einer Partei indes die Ein sicht in ein Aktenstück verweigert, muss ihr die Behörde gemäss Art. 28 VwVG vom wesentl i- chen Inhalt mündl ich oder schriftlich Kennt nis sowie Gelegenheit geben, sich dazu zu äussern und Gegenbe weismittel zu bezeichnen. Vorliegend brachte die Vorinstanz mit Schreiben vom 2 6. November 2009 (A26/2) dem Beschwerdeführer ihre Anfrage an die Schweizer Vertretung in Anka- ra vom 17. September 2009 (A24/4) sowie den wesentlichen Inhalt des Botschaftsberichts vom 27. Oktober 2009 zur Kenntnis und gab ihm Gele- genheit zur Stellungnahme. Dem Anspruch de s Beschwerdeführers auf Einsicht in den hier zu beurteilenden Briefve rkehr mit der Schweizer Bo t- schaft wurde demnach Genüge getan. Somit liegt zusammenfassend keine Verletzung des rechtlichen Gehörs (durch Nichtgewährung der Akteneinsicht) vor. D-2772/2010 Seite 11 4.2 Weiter rügt der Beschwerdeführer, es sei hinsichtlich der getätigten Abklärungen durch die Botschaft in jedem Fall zu bezweifeln, dass Vertre- ter eines Verfolgerstaates wahrheitsgemäss über allfällig gegen eine Per- son anhängig gemachte oder abgeschlossene Ermittlungs - und Strafver- fahren Auskunft gäben. Zudem seien mit der Botschaftsan frage diverse heikle Angaben (regelmässige Teilnahmen an Kundgebungen und D e- monstrationen der D._______) an die Schweizer Vertretung weitergeg e- ben worden. Es sei anzunehmen, dass die Botschaft diese Informationen für ihre Abklärungen an Vertreter türkischer Behörden weitergegeben h a- be. Er müs se daher befürchten, dass sich dadurch seine Gefährdung in der Türkei noch erhöht habe. Sodann seien in der angefochtenen Verfü- gung vom BFM lediglich die gegen ihn sprechenden Punkte aus der Bo t- schaftsantwort aufgegr iffen, jedoch nicht erwähnt worden, dass sowohl die Echtheit des (Nennung Beweismittel) als auch diejenige des (Nen- nung Beweismittel) in der Botschaftsabklärung nicht bezweifelt worden sei. Diese Rügen erweisen sich jedoch als unbegründet. Da sich die s chwei- zerische Vertretung in der Regel für ihre Abklärungen jeweils mehrerer, voneinander unabhängiger Quellen, bedient, und vorliegend keine A n- haltspunkte bestehen, welche die Qualität des Abklärungsergebnisses in Zweifel ziehen könnten, darf der Schluss gezogen werden, dass der Vor- instanz seitens der Botschaft korrekte Informationen zugekommen sind. Erfahrungsgemäss sind denn auch die aus Abklärungen durch die schweizerische Botschaft in Ankara resultierenden Ergebnisse korrekt, weshalb ihnen im Rahmen der freien Beweiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bun- deszivilprozess [BZP , SR 273]) ein hoher Beweiswert zu attestieren ist. Zudem führen nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts Abklärungen der Schweizer Vertretung in Ankara bisweilen durchaus zu einem positiven Resultat bezüglich der Frage, ob eine Person durch die türkischen Behörden in ein Gerichtsverfahren verwickelt ist oder gegen sie ermittelt wird oder diese fichiert ist . Die entsprechende Kritik des B e- schwerdeführers kann daher nicht gehört werden. Zudem muss – aus dem Standpunkt des Beschwerdeführers betrachtet – in gewisser Weise als widersprüchlich gewertet werden, wenn er in der Rechtsmitteleingabe sinngemäss vorgibt, das türkis che Regime würde nie zugeben, dass er offiziell gesucht werde, er jedoch bereits im vorinstanzlichen Verfahren mehrere Dokumente (Auflistung Beweismittel) zu den Akten reichte, wo- nach die türkischen Ermittlungsbehörden Massnahmen gegen ihn ergri f- fen hätten und er gesucht werde. Zudem kann der in der Rechtsmittelein-D-2772/2010 Seite 12 gabe geäusserten Auffassung des Beschwerdeführers, wonach die in der Botschaftsanfrage enthaltenen heiklen Angaben, so die Teilnahmen an Kundgebungen und Demonstrationen der D._______, von der Bot schaft im Zuge ihrer Abklärungen an Vertreter türkischer Behörden weitergeg e- ben worden seien, was seine Gefährdung erhöhe, nicht gefolgt werden. Zwar wurden in der Botschaftsanfrage die vom Beschwerdeführer im Rahmen der Asylbefragungen angeführten Teilnahmen an Kundgebungen der D._______ vom BFM in der Zusammenfassung des Sachverhalts in der Tat kurz genannt, aber bei den explizit gestellten Fragen, die für die Abklärung von eigentlichem Interesse waren, gar nicht erwähnt, zumal diese Aktivitäten für die nähere Abklärung des Sachverhalts für die Vorin- stanz offensichtlich nicht von Belang waren und denn auch keinen Ni e- derschlag im Abklärungsergebnis der Botschaft fanden. Auch wenn das BFM den wesentlichen Sachverhalt in der Botschaftsanfrage jeweils kurz aufnimmt, bedeutet dies nicht, dass diese Informationen weitergegeben werden. Das Vorbringen, in der angefochtenen Verfügung seien lediglich die gegen ihn sprechenden Punkte aus der Botschaftsantwort aufgegri f- fen, nicht aber erwähnt worden, dass sowohl die Echtheit des (Nennung Beweismittel) als auch diejenige des (Nennung Beweismittel) in der Bo t- schaftsabklärung "offenbar" nicht bezweifelt werde, ist als nicht nachvoll- ziehbar zu bez eichnen. Wie die Vorinstanz richtigerweise ausführte, e r- geben sich au s dem Umstand, dass sich ein Dokument als Fälschung erweist, Zweifel an der Echtheit der übrigen, im gleichen Zusammenhang stehenden Dokumente. Das BFM untermauerte diese Zweifel mit dem Hinweis auf weitere Ungereimtheiten (vgl. act. A34/8, S. 4, Ziff. 3). Über- dies handelt es sich beim Vorbringen des Beschwerdeführers, die Ech t- heit weiterer Dokumente sei "offenbar" nicht bezweifelt worden, lediglich um seine eigene Schlussfolgerung, die nicht zwingend mit dem ihm nicht offen gelegten Inhalt der Botschaftsan twort in Übereinstimmung stehen muss. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er habe in seinen Schilderungen zum Anschlag auf einen Polizeibus viele Detailangaben machen können und dabei nie übertrieben und seine sofortige Angst beim Anblick der A b- sperrung sei angesichts der erlittenen Traumatisierung nachvollziehbar, weshalb es gerade auch mit Rücksicht auf seine ärztlich belegte schwe r- wiegende (...) Erkrankung nicht angehe, aus gewissen kleinen Un - gereimtheiten auf die Unglaubhaftigkeit seiner Vorbring en zu schliessen, ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass seine Ausführungen nicht den Schluss zulassen, er schildere einen tatsächlich selber erlebten Sach - verhalt. Auch wenn sich die Aussagen zum vorgebrachten Attentat über D-2772/2010 Seite 13 mehrere Seiten des BFM -Befragungsprotokolls erstrecken (vgl. act. A19/19, S. 9 – 11), so können jenen kaum Hinweise auf emotionale r e- spektive psychische Reaktionen des Beschwerdeführers auf das Attentat, in dessen unmittelbarer Nähe er sich eigenen Angaben zufolge befunden habe und wo es zu mehreren Explosionen gekommen sei , entnommen werden, d.h. es fehlen ihnen weitgehend Realkennzeichen, die auf tat- sächlich erlebte Ereignisse schliessen lassen würden. So lassen sich in den Vorbringen eines Asylgesuchstellers hinsichtlich der erlebten G e- schehnisse erfahrungsgemäss zahlreiche Realkennzeichen (so insbeson- dere Detailreichtum der Schilderung, freies assoziatives Erzählen, Inte r- aktionsschilderung sowie formale und inhaltliche Besonderheiten) finden. Die diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers zum Attentat und der damit verbundenen polizeilichen Suche nach seiner Person wirken je- doch in ihrer Gesamtheit – entgegen der in der Beschwerdeschrift geäus- serten Ansicht – aufgrund der stereotypen und weitgehend f rei von pe r- sönlichen Eindrücken geprägten Ausführungen aufgesetzt und konstru - iert, lassen somit überwiegend Realkennzeichen vermissen, weshalb d a- von auszugehen ist, dass er diesbezüglich einen nicht selber erlebten Sachverhalt vortrug und somit seine Schilderungen nicht geglaubt werden können. Diese Schlussfolgerung wird dadurch untermauert, dass der gan- ze Vorfall respektive das Attentat gemäss den Ausführungen des B e- schwerdeführers von Kameras gefilmt worden sei (vgl. act. A19/19, S. 10). Dadurch könnte – entgegen der in der direkten Anhörung vom Be- schwerdeführer geäusserten Ansicht – seine Unschuld bewiesen und für die türkischen Sicherheitsbehörden der Nachweis erbracht werden, dass er sich nur zufällig in der nächsten Umgebung des Attentats aufgehalt en und mit dem fraglichen Vorfall nichts zu tun gehabt hätte. An dieser Ei n- schätzung vermag auch der Hinweis auf eine ärztlich belegte schwerwi e- gende (...) Erkrankung nichts zu ändern, zumal den Befragungsprotokol- len keinerlei Hinweise zu entnehmen sind , die an der en Verwertbarkeit ernsthafte Zweifel aufkommen lassen könnten. Eine Durchsicht de r in Frage stehenden Protokolle ergibt, dass die Fragen und Ant worten chro- nologisch und kohärent aufgeführt wurden und keinerlei sprach liche Schwierigkeiten oder diesbezügliche Einwände des Beschwer deführers während der Befragungen angegeben sind. Anhaltspunkte, dass die a n- lässlich der direkten Anhörung erstmals geltend gemachten psychischen Schwierigkeiten zu einer unrichtigen und unvollstän digen Erfassung se i- ner Asylgründe geführt hätten, sind den Akten nicht zu entnehmen und wurden von ihm nicht belegt. Insbesondere finden sich im Anhörungspro- tokoll des BFM vom 21. April 2009 verschiedene Stellen, aus denen e r- sichtlich wird, dass er zu den Ereignissen im Mili tärdienst und den damit D-2772/2010 Seite 14 einhergehenden gesundheitlichen Schwierigkeiten wiederholt befragt wurde. Aus seinen Antworten ergibt sich für das Bun - desverwaltungsgericht keine Notwendigkeit, ihn unter Beizug einer psy - chiatrisch geschulten Fachperson erneut zu befragen, weshalb der Even- tualantrag um Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzuweisen ist. Aus den diesbezüglichen Auskünften ist nämlich zu ersehen, dass sich der Beschwerdeführer (Umstände der Verletzung), um seine Ruhe wieder zu bekommen. Er sei denn auch während seiner Dienstzeit mit Psych o- pharmaka behandelt worden und habe seinen Militärdienst ordentlich bis zum Abschluss der Dienstzeit absolviert (vgl. act. A19/19, S. 4 und 11 f.). Wohl führte er an, während des Militärdienst es disziplinarisch bestraft worden und in Haft gewesen zu sein (vgl. act. A19/19, S. 8), die Nar ben an seinem Körper würden jedoch von ihm selber stammen (vgl. act. A19/19, S. 11). Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass der B e- schwerdeführer irgendwelche Schwierigkeiten im Militär oder gar eine während der Dienstzeit erlebte Haft anlässlich der Erstbefragung im EVZ auch auf ausdrückliche Nachfrage nach Hafterlebnis sen mit keinem Wort erwähnte (vgl. act. A2/9, S. 4 f.). Überdies ist dem bei der Vorinstanz ein- gereichten ärztlichen Zeugnis der (Nennung Beweismittel) zu entnehmen, dass die psychischen Schwierigkeiten des Beschwerdeführers bereits vor dem Militärdienst bestanden und sich durch die Ereignisse während der Dienstzeit – eigenen Angaben zufolge habe er an vorder ster Front an Kriegshandlungen teilnehmen müssen (vgl. act. A19/19, S. 4) – akzentu- iert hätten; wegen suizidaler Äusserungen sei es damals im Militärdienst zu einer ersten psychiatrischen Behandlung gekommen, wo bei sich sein Zustand aufgrund einer kurzen Inhaftierung mit Misshand lung noch ve r- schlimmert habe (vgl. act. A30/3). In diesem Zusammen hang ist festz u- stellen, dass der Beschwerdeführer anlässlich der beiden durchgeführten Befragungen eine im Militärdienst erlebte Misshand lung nie erwähnte . Jedenfalls kann aufgrund obiger Erwägungen der in der Beschwerd e- schrift vertretenen Ansicht, wonach er während des Militär dienstes in den Jahren (...) bis (...) in einer schwerwiegenden Form misshandelt worden sei und Gewalt erlebt habe, welche bei ihm zu einer schwerwiegenden psychiatrischen Erkrankung geführt hätten und ihm schon alleine deshalb die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen sei, in dieser Form nicht gefolgt werden. Vielmehr liegt der Schluss nahe, dass sich die psychischen Prob- leme des Beschwerdeführers aufgrund einer vorbestehenden Beeinträch- tigung seines psychischen Gesundheitszustandes insbesondere ang e- sichts der unmittelbar miterlebten Ereignisse an der Front erheblich ve r- schlechtert haben dürften. Zudem ist festzuhalten, dass diese Erle bnisse – selbst wenn der Einschätzung des Beschwer deführers in flüchtling s-D-2772/2010 Seite 15 rechtlicher Hinsicht gefolgt würde – nicht als asylrelevant zu erachten wä- ren, zumal er nach seiner Dienstentlassung weitere Jahre in seiner He i- mat verbracht und unter anderem im (...) eines Onkels gearbeitet habe (vgl. act. A19/19, S. 7). So ist darauf hinzuweisen, dass das schweizer i- sche Asylrecht nicht dem Ausgleich erlittenen Un rechts dient. Insofern vermöchten die im Militärdienst erlittenen psychischen und physischen Beeinträchtigungen, von denen der Beschwerdeführer betroffen gewesen sein soll, heute – auch bei Wahrunterstellung – eine Asylgewährung in der Schweiz nicht zu begründen. Es ist somit festzustellen, dass die Entgegnungen des Beschwerdefü h- rers nicht geeignet sind, d ie von der Vorinstanz zu Recht und mit zutre f- fender Begründung festgehaltenen Ungereimtheiten im Sachverhaltsvo r- trag sowie das Abklärungsergebnis der Schweizer Vertretung in Ankara – so hinsichtlich des Vorfalls im (...) und der damit einhergehenden behörd- lichen Suche – zu relativieren beziehungsweise zu entkräften . Es kann daher zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Ausführungen im a n- gefochtenen Entscheid verwiesen werden. Sodann sind die Vorbringen des Beschwerdeführers, wegen Teilnahmen an Kundgebungen der D._______ insgesamt (Nennung Anzahl und Dau- er der Festnahmen) von den Sicherheitskräften festgehalten worden zu sein, mangels erforderlicher Intensität nicht asylrelevant und für die A n- nahme einer begründeten Furcht vor künftiger Verfolgung nicht g eeignet, zumal in casu kein begründeter Anlass zur Annahme besteht, dass sich staatliche Verfolgungsmass nahmen mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen werden. 4.3 Es ergibt sich somit, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt der Ausreise bestehende oder drohende asylrech t- lich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Das BFM hat demnach zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerd e- führers verneint und dessen Asylgesuch abgelehnt, weshalb es sich erüb- rigt, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerdeschrift einzugehen, da sie an obiger Einschätzung nichts zu ändern vermögen. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). D-2772/2010 Seite 16 5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21). 6. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über di e vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 6.1 6.1.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Dieses flüchtling s- rechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, die die Flüch t- lingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive Art. 1A FK erfüllen. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eid- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkom- mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, u n- menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konventi on vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand in einen Staat ausgeschafft werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht. 6.1.2 Da es de m Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann D-2772/2010 Seite 17 das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Rüc k- schiebungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung gelangen. D er Voll- zug der Wegweisung in die Türkei ist de mnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausg e- setzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Me n- schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Fe bruar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 -127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Es besteht kein konkreter Anlass zur Annahme, dem B e- schwerdeführer würde bei einer Rückkehr in sein Heimatland eine me n- schenrechtswidrige Behandlung drohen. Auch die Hinweise auf die allge - meine Menschenrechtssituation in der Türkei vermögen diesbezüglich zu keiner anderen Beurteilung des Sachverhaltes zu führen. 6.1.3 Was die i n den ärztlichen Berichten (Nennung Beweismittel) diag- nostizierte (Nennung Diagnose) betrifft, so kann gemäss der Praxis des EGMR der Vollzug der Wegweisung eines abgewiesenen Asyl suchenden mit gesundheitlichen Problemen im Einzelfall einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen; hierfür sind jedoch ganz aussergewöhn liche Umstände Voraussetzung (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 211 f., mit einer Z u- sammenfassung der Rechtsprechung des EGMR). Vor liegend können solche ganz aussergewöhnlichen Umstände („very ex ceptional ci r- cumstances“), wie sie der EGMR in seinem Urteil vom 2. Mai 1997 i.S. D. gegen Grossbritannien feststellte, wo neben einer kurzen Le bens- erwartung aufseiten des an AIDS erkrankten Auszuweisenden erschwe - rend die Gefahr eines Todes unter extremen physischen und psychischen Leiden hinzukam, hinlänglich ausgeschlossen werden (vgl. BVGE 2011/9 E. 7.1 S. 117 f., BVGE 2009/2 E. 9.1.3). 6.1.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sin- ne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-2772/2010 Seite 18 6.2 6.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, all- gemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind, Wird eine konkrete Gefährdun g festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesg e- setz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 6.2.2 Hinsichtlich der angeführten und durch medizinische Unterlagen be- legten Beeinträchtigung des psychischen Gesundheitszustandes des B e- schwerdeführers ist Folgendes zu erwägen: Gründe ausschliesslich medi- zinischer Natur lassen den Wegweisungsvollzug im Allgemeinen nicht als unzumutbar erscheinen, es sei denn, die erforderliche Behandlung sei wesentlich und im Heimatland nicht erhältlich (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.). Entsprechen ferner die Behandlungsmöglichkeiten im Herkunftsland nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz, so b e- wirkt dies allein noch nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs. Von einer solchen Unzumutbarkeit ist erst dann auszugehen, wenn die ungenüge n- de Möglichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebensbedr o- hende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 S. 21; EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d S. 50 ff., EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.). Vorliegend sind unter diesen Rahmenbedi n- gungen den Akten keine stichhaltigen Anhaltspunkte für das Vorliegen ei- ner medizinischen Notlage im Heimatstaat im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu entnehmen. Das BFM stellte im angefochtenen Entscheid in überzeugender Weise die Möglichkeiten des Beschwerdeführers zur B e- handlung seiner gesundheitlichen Schwie rigkeiten in der Türkei – und dort insbesondere in E._______, wo er über Verwandte verfügt – dar und zog dementsprechende Schlüsse auf seine persönliche Situation. Diesen Ausführungen und Schlussfolgerungen schliesst sich das Bundesverwa l- tungsgericht vorli egend vollumfänglich an, zumal der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene den Ausführungen der Vorinstanz nichts Substa n- zielles entgegenzuhalten vermag. So kann den eingereichten medizin i- schen Unterlagen entnommen werden, dass er (Nennung Behandlung) behandelt werde. Die für die Weiterbehandlung in seiner Heimat benötig- ten (Nennung nötige Behandlung) auch dort vornehmen. Hinsichtlich der geltend gemachten Beeinträchtigungen des psychischen Gesundheitszu- standes reichte er auf Beschwerdeebene ein weiteres ärztliches Do-D-2772/2010 Seite 19 kument (vgl. Bst. C. oben) zu den Akten, das seine weitere ambulante be- ziehungsweise stationäre Behandlung, so insbesondere (Nennung Ort der Behandlung), ausweist, was jedoch an der Einschätzung, wo nach er seine psychischen Schwierigkeiten auch in seiner Heimat wei- terbehandeln lassen kann, nichts zu ändern verm ag. Daher können we i- tere Abklärungen zum psychischen Gesundheitszustand des Beschwe r- deführers sowie die Einholung aktueller ärztlicher Berichte unterbleiben, auch wenn der neueste är ztliche Bericht bereits vom 19. März 2010 d a- tiert, zumal das Krankheitsbild beim Beschwerdeführer angesichts der da- rin vermerkten Diagnose (Nennung Diagnose), welche be reits im (Nen- nung Beweismittel) enthalten war, nicht geändert haben dürfte und er seit der Einreichung seiner Rechts mitteleingabe im April 2010 keine weiteren medizinischen Unterlagen mehr ins Recht legte, weshalb davon ausg e- gangen werden kann, dass die oben erwähnte Diagnose weiterhin zutrifft und sich insbesondere sein psychischer Gesund heitszustand zumindest nicht verschlechtert haben dürfte. Bezüglich der in den ärztlichen Unterlagen (so insbesondere im [Nennung Beweismittel]) bestehenden Hinweise auf suizidale Gedanken und der im diagnostizierten Krankheitsbild enthaltenen Eventua lität der jederzeit möglichen akuten suizidalen Krise (vgl. PSCHYREMBEL, Klinisches Wö r- terbuch, 262. Auflage, Berlin 2010, S. 1852) ist Folgendes festzuhalten: Dass ein unausweichlich bevorstehender Wegweisungs vollzug bei den damit konfrontierten ausländisc hen Personen zu einer nicht unerhebl i- chen psychischen Belastung führt, ist nachvollziehbar. Die ser Belastung kommt aber im asyl - und ausländerrechtlichen Kontext grund sätzlich kei- ne Bedeutung zu, weil eine geltend gemachte Gefährdung konkrete Fo r- men aufweisen muss, um zur Unzumutbarkeit des Weg weisungsvollzugs nach Art. 83 Abs. 4 AuG führen zu können. Indessen kann im Einzelfall eine reaktiv auf einen bevorstehenden Wegweisungs vollzug auftretende und ernsthaft gesundheitsgefährdende psychische Störung l ebensbe- drohlichen Ausmasses für die Frage der Zumutbar keit relevant sein. Vor- liegend könnte für die Zeit vor und während der Rück reise in den He i- matsstaat einer allfälligen – und gemäss den in den Ak ten liegenden me- dizinischen Unterlagen wohl zu erwarte nden – zeitweiligen Verschlechte- rung des psychischen Zustandes des Beschwerdeführers medikamentös und mit einer persönlichen Betreuung begegnet werden. Ohne die damit verbundene Beeinträchtigung der Lebensqualität zu verkennen, kann somit von den beim Besc hwerdeführer vorliegenden ge sundheitlichen Beschwerden insgesamt nicht auf eine konkrete Gefähr dung in Form e i- ner medizinischen Notlage nach dem Verständnis von Art. 83 Abs. 4 AuG D-2772/2010 Seite 20 geschlossen werden. In diesem Zusammenhang kann darauf hingewi e- sen werden, dass der Beschwerdeführer in seiner Heimat auf ein stabiles familiäres Umfeld zählen kann, das ihn bei der Reintegration unterstützen dürfte. Hinsichtlich der Finanzierung einer allfälligen (Weiter -)Behandlung des Beschwerdeführers ist darauf hinzuweisen, dass in Würdigung sämt- licher Umstände – so auch aufgrund seiner Erwerbs tätigkeit in (...) eines Onkels, wo er gut verdient habe (vgl. act. A19/19, S. 5) – davon ausge- gangen werden kann, er könne bei einer Rückkehr eine Erwerbstätigkeit aufnehmen und in Verbindung mit der Möglichkeit des Erhalts einer a n- fänglichen medizinischen Rückkehrhilfe aus der Schweiz die Kosten für seine Behandlung übernehmen. 6.2.3 Nach dem Gesagten kann der Vollzug der Wegweisung – entgegen der in der Rechtsmitteleingabe vertretenen Auffassung – in genereller und individueller Hinsicht als zumutbar bezeichnet werden. 6.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, bei der Beschaffung allenfalls benötigter Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 f.), weshalb der Vollzug der Weg- weisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 8. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenverf ü- gung vom 29. April 2010 wurde die Behandlung des Gesuchs um Gewäh- rung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, das Gesuch um unen t- geltliche Rechtsverbeiständung im S inne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abg e-D-2772/2010 Seite 21 wiesen, jedoch antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses verzichtet. Hinsichtlich des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh- rung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist festzustellen, dass in Berück- sichtigung der kurzen, bislang erst einige Monate dauernden Erwerbst ä- tigkeit des Beschwerdeführers im Baugewerbe von dessen Bedürftigkeit auszugehen ist. Auch können die Begehren der Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch um Gewährun g der unent- geltlichen Prozessführung ist somit gutzuheissen und auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-2772/2010 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Si n- ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: