<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00577</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222820&amp;W10_KEY=13045536&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00577</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.11.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zulässigkeit von Varianten; Erfordernis eines Grundangebots. Den Anbietenden steht es gemäss der verwaltungsgerichtlichen Praxis grundsätzlich frei, eine Variante einzureichen. Ihre Zulässigkeit darf nur eingeschränkt werden, wenn dies sachlich begründet wird â etwa in den Ausschreibungsunterlagen. Eine Variante ohne gleichzeitiges Grundangebot führt nicht generell zum Ausschluss der Anbieterin aus dem Verfahren. Bei Ablehnung der Variante â die in weitem Rahmen im Ermessen der Vergabebehörde liegt â verbleibt dann aber kein Angebot des betreffenden Anbieters, das in die Auswertung einbezogen werden kann (E. 3.1). Zumal von der Beschwerdegegnerin keine sachlichen Gründe für den Ausschluss von Varianten dargetan wurden bzw. werden, lässt sich der Ausschluss der (gesamten) Offerte der Beschwerdeführerin nicht auf â die ohnehin widersprüchliche â Ziff. 17 des Angebotsdokuments stützen (E. 3.3). Die Beschwerdeführerin hat sich im Rahmen ihrer Offerte zum Grundangebot nicht ausdrücklich geäussert und hat im Zusammenhang damit, dass sie â unter Verweis auf ihren technischen Bericht â nur einen einzigen Preis offerierte, die Lesart der Beschwerdegegnerin zumindest in Kauf genommen. Die Beschwerdegegnerin überschritt ihren Ermessensspielraum nicht, indem sie davon ausging, dass nur ein einziges (Varianten-)Angebot eingereicht wurde und sich der Wille der Beschwerdeführerin zu einer "gemeinsame[n] Projektrealisierung" auf dieses Angebot beschränkte (E. 3.4). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS">AUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN">ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDANGEBOT">GRUNDANGEBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VARIANTENANGEBOT">VARIANTENANGEBOT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 16 Abs. 1 lit. a IVÃ¶B</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=60233" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00577</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 1. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">24. November 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Sandra Wintsch<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Lukas Widmer, Verwaltungsrichter Daniel Schweikert, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Jonas Alig.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A AG,<b> </b>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Stadt ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Submission,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Ausschreibung vom 8. Juli 2022 erÃ¶ffnete die Stadt ZÃ¼rich, Amt fÃ¼r Hochbauten, Bereich Finanzen und Dienste, ein offenes Submissionsverfahren hinsichtlich des Bauauftrags "BAV 80689 Schulanlage im Isengrind (unter Vorbehalt der Kreditgenehmigung)" mit dem Vertragsgegenstand "201 Baugrubenaushub inkl. BKP 17 Spez. Fundationen". Innert Eingabefrist ergingen acht Angebote, darunter jenes der A AG fÃ¼r Fr. 4'216'939.65. Mit VerfÃ¼gung vom 19. September 2022 wurde die A AG wegen Missachtung der wesentlichen Formerfordernisse aus dem Vergabeverfahren ausgeschlossen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen erhob die A AG am 29. September 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich und beantragte, die AusschlussverfÃ¼gung sei â unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin â aufzuheben und die BeschwerdefÃ¼hrerin sei zum Vergabeverfahren zuzulassen. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die â superprovisorische â Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Zudem beantragte sie, der Beschwerdegegnerin sei als vorsorgliche Massnahme der Abschluss des Vertrags â ebenfalls superprovisorisch â zu untersagen. Ausserdem beantragte sie, ihr sei Einsicht in das OffertÃ¶ffnungsprotokoll, â soweit bereits ergangen â in den Zuschlagsentscheid sowie in die Ã¼brigen Verfahrensakten zu gewÃ¤hren, soweit Letztere nicht der Geheimhaltung unterstellt werden. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 30. September 2022 wurde der Beschwerdegegnerin das WeiterfÃ¼hren des Verfahrens, die Erteilung des Zuschlags sowie der Vertragsschluss einstweilen, bis zum Entscheid Ã¼ber das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung, untersagt.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Am 5. Oktober 2022 ersuchte die Beschwerdegegnerin um eine Fristerstreckung bis 24. Oktober 2022. Mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2022 beantragte sie, die Beschwerde sei â unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin â vollumfÃ¤nglich abzuweisen. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung sei umgehend abzuweisen. </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 26. Oktober 2022 wurde das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin um Akteneinsicht mangels Rechtserheblichkeit fÃ¼r das vorliegende Verfahren abgewiesen. Der Beschwerdegegnerin wurde weiterhin, bis zum Entscheid Ã¼ber das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung, untersagt, das Verfahren weiterzufÃ¼hren, den Zuschlag zu erteilen oder den Vertrag abzuschliessen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Mit Replik vom 4. November 2022 verzichtete die BeschwerdefÃ¼hrerin auf den Antrag, dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei. Sie beantragte neu, dass <span>der Beschwerdegegnerin als vorsorgliche Massnahme die FortfÃ¼hrung des Vergabeverfahrens, die Erteilung des Zuschlags und der Abschluss des Vertrags zu untersagen sei. Im Ãbrigen hielt sie an ihren AntrÃ¤gen fest.</span></span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung1">Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggebender kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBI 100/1999, S. 372). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. MÃ¤rz 2001 (IVÃ¶B) sowie die §§ 2 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur revidierten Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. September 2003 (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nicht berÃ¼cksichtigte Anbietende sind zur Beschwerde gegen einen Vergabeentscheid legitimiert, wenn sie bei deren Gutheissung eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, in welchem sie ein neues Angebot einreichen kÃ¶nnen; andernfalls fehlt ihnen das schutzwÃ¼rdige Interesse an der BeschwerdefÃ¼hrung (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11; § 21 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG).</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat gemÃ¤ss dem OffertÃ¶ffnungsprotokoll â selbst, wenn man den Pauschalrabatt, der sich gemÃ¤ss der BeschwerdefÃ¼hrerin nur auf die Variante und nicht auf das behauptete Grundangebot bezieht, unberÃ¼cksichtigt lÃ¤sst â das tiefste Angebot eingereicht. Erweisen sich ihre EinwÃ¤nde gegen den Verfahrensausschluss als begrÃ¼ndet, hÃ¤tte sie somit eine realistische Chance, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen. Ihre Legitimation ist daher zu bejahen.</p> <p class="Urteilstext">Nachdem die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen ebenfalls gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung1"><span>Die Beschwerdegegnerin begrÃ¼ndet den Ausschluss der BeschwerdefÃ¼hrerin damit, dass es sich bei ihrem Angebot um eine unzulÃ¤ssige finanzielle und technische Variante handle, wohingegen ein separates Grundangebot nicht eingereicht worden sei.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003 (SubmV) fehlt (wie zuvor der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 [aSubmV]) â abgesehen davon, dass sie in § 13 lit. d und § 27 Abs. 2 SubmV im Zusammenhang mit der Ausschreibung bzw. der OffertÃ¶ffnung erwÃ¤hnt werden â eine explizite Regelung betreffend Varianten. </p> <p class="Erwgung3">Den Anbietenden steht es gemÃ¤ss der verwaltungsgerichtlichen Praxis grundsÃ¤tzlich frei, eine Variante einzureichen. Dass Varianten zulÃ¤ssig sein mÃ¼ssen, ergibt sich bereits aus dem Gebot des wirtschaftlichen Einsatzes Ã¶ffentlicher Mittel. Der VergabebehÃ¶rde kÃ¶nnen aufgrund von Varianten bisher nicht erkannte RealisierungsmÃ¶glichkeiten bekannt gemacht werden, die kostensparender oder technisch ausgereifter sind als der eigene Amtsvorschlag (VGr, 5. Oktober 2012, VB.2012.00176, E. 6.1; 17. Februar 2000, VB.1999.00015, E. 8c = BEZ 2000 Nr. 25, E. 8c; vgl. auch Peter Galli/AndrÃ© Moser/Elisabeth Lang/Marc Steiner, Praxis des Ã¶ffentlichen Beschaffungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2013, 766 ff.). Ihre ZulÃ¤ssigkeit darf nur eingeschrÃ¤nkt werden, wenn dies sachlich begrÃ¼ndet wird â etwa in den Ausschreibungsunterlagen (VGr, VGr, 22. September 2010, VB.2010.00170, E. 6.1.1; vgl. VGr, 27. MÃ¤rz 2013, VB.2012.00655, E. 6.2; Galli/Moser/Lang/Steiner, N. 749, N. 754 f.).</p> <p class="Erwgung3">Eine Variante ohne gleichzeitiges Grundangebot fÃ¼hrt â jedenfalls, sofern kein besonderer Fall vorliegt, bei dem ein solches aus GrÃ¼nden der Vergleichbarkeit erforderlich ist â nicht generell zum Ausschluss der Anbieterin aus dem Verfahren (VGr, 20. Juli 2004, VB.2004.00006, E. 2.1; vgl. Galli/Moser/Lang/Steiner, N. 753). Bei Ablehnung der Variante â die in weitem Rahmen im Ermessen der VergabebehÃ¶rde liegt â verbleibt dann aber kein Angebot des betreffenden Anbieters, das in die Auswertung einbezogen werden kann (VGr, 20. Juli 2004, VB.2004.00006, E. 2.1). Somit hat das Angebot als unvollstÃ¤ndig zu gelten, was nach geltender Vergabepraxis zum Ausschluss der Anbieterin fÃ¼hrt (VGr, 17. Februar 2000, VB.1999.00212, E. 4a/bb). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Im von der Beschwerdegegnerin vorgegebenen Angebotsdokument hiess es unter Ziff. 17 "Varianten und Optionen": </p> <p class="Erwgung2">"Das Grundangebot ist stets einzureichen. Finanzielle Varianten (Angebot global/pauschal), sind unter Ziff. 19 einzutragen. </p> <p class="Urteilstext">Finanzielle Varianten sind zugelassen: <span>¨</span> ja <span>Ã½</span> nein</p> <p class="Urteilstext">Technische Varianten sind zugelassen: <span>¨</span> ja <span>Ã½</span> nein</p> <p class="Urteilstext">Technische Varianten und Optionen sind ausdrÃ¼cklich als solche zu bezeichnen und zusÃ¤tzlich zum Grundangebot einzureichen. Die technischen Varianten werden, falls sie die Mindestanforderungen erfÃ¼llen, qualitativ beurteilt. Ansonsten werden die technischen Varianten ausgeschlossen.</p> <p class="Urteilstext">Folgende Optionen sind von der Anbieterin/vom Anbieter separat zu offerieren:</p> <p class="Urteilstext"><span>¨</span>â¦</p> <p class="Urteilstext"><span>¨</span>â¦</p> <p class="Urteilstext"><span>¨</span>â¦".</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Zumal von der Beschwerdegegnerin keine sachlichen GrÃ¼nde fÃ¼r den Ausschluss von Varianten dargetan wurden bzw. werden, lÃ¤sst sich der Ausschluss der (gesamten) Offerte der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht auf â die ohnehin widersprÃ¼chliche â Ziff. 17 des Angebotsdokuments stÃ¼tzen. </p> <p class="Erwgung3">Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht hingegen zu Recht nicht geltend, dass die Beschwerdegegnerin die Variante hÃ¤tte berÃ¼cksichtigen mÃ¼ssen bzw. nicht hÃ¤tte ablehnen dÃ¼rfen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Mithin ist deshalb fÃ¼r den Ausgang des Verfahrens entscheidend, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin neben der <i>nicht berÃ¼cksichtigten</i> Variante Ã¼berhaupt ein Grundangebot eingereicht hat. </p> <p class="Urteilstext">Weicht ein Angebot von den Ausschreibungsunterlagen ab, so muss die Abweichung fÃ¼r die Rechtfertigung eines Ausschlusses von einer gewissen Schwere bzw. nicht unwesentlich sein (Galli/Moser/Lang/Steiner, N. 471). Auch besteht ein gewisser Ermessensspielraum der Vergabestelle, ob sie ein unvollstÃ¤ndiges Angebot von der Vergabe von vornherein ausschliessen oder aber die fehlenden Angaben und Unterlagen nachtrÃ¤glich noch einholen bzw. vorhandene Unklarheiten durch entsprechende RÃ¼ckfragen beseitigen will (VGr, 25. Juli 2019, VB.2019.00075, E. 4.5; 16. April 2015, VB.2015.00113, E. 3.3.2; <span>21. August 2014, VB.2014.00211, E. 6.1 und 6.2 mit Hinweisen</span>). Die Tendenz in Lehre und Rechtsprechung geht denn auch dahin, in Beachtung des Gleichbehandlungsgebots in solchen FÃ¤llen eine strenge Haltung einzunehmen und auch in nur geringem Masse unvollstÃ¤ndige Angebote konsequent von der Vergabe auszuschliessen. Von einem Ã¼berspitzten Formalismus ist eher dann auszugehen, wenn der Mangel auf eine Unklarheit der Ausschreibungsunterlagen oder ein offensichtliches Versehen des Anbieters zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist, als wenn er von diesem bewusst in Kauf genommen wurde (VGr, 7. MÃ¤rz 2012, VB.2011.00581, E. 4.1 mit Hinweisen). In das Ermessen der VergabebehÃ¶rde greift das Verwaltungsgericht, dem keine ÃberprÃ¼fung der Angemessenheit des Entscheids zusteht (Art. 16 Abs. 2 IVÃ¶B; § 50 Abs. 2 VRG), nicht ein. Zu prÃ¼fen ist dagegen eine allfÃ¤llige Ãberschreitung oder ein Missbrauch des Ermessens (Art. 16 Abs. 1 lit. a IVÃ¶B; § 50 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a VRG).</p> <p class="Erwgung3">Die BeschwerdefÃ¼hrerin offerierte nur einen einzigen Preis: Unter Ziff. 17 mit dem Titel "Detaillierte Eingabesumme" des Angebotsdokuments unterbreitete die BeschwerdefÃ¼hrerin ihr Angebot â unter Verweis auf den technischen Bericht unter BerÃ¼cksichtigung eines Pauschalrabatts von Fr. 350'000.- â zu einem Nettopreis inklusive MWST von Fr. 4'216'939.65. Im technischen Bericht legte die BeschwerdefÃ¼hrerin Details zur AusfÃ¼hrungsvariante "Optimierte Baugrubensicherung" mit einer zweifach statt dreifach rÃ¼ckverankerten RÃ¼hlwand ohne Longarine dar. Zudem fÃ¼hrte sie aus: "Im Falle einer gemeinsamen Projektrealisierung wÃ¼rde die Abrechnung der NPK des Spezialtiefbaus, NPK 162 und NPK 164, als Pauschale gemÃ¤ss Angebot erfolgen. [D]er sich aufgrund der Optimierung ergebende Pauschalrabatt wÃ¼rde von [d]ieser abgezogen werden" (Technischer Bericht). Zwar wurde der Bruttopreis gemÃ¤ss dem Leistungsverzeichnis ohne die Pauschale berechnet. Indes wurde die Pauschale auch im Leistungsverzeichnis zur Berechnung des (einen) offerierten Nettopreises herangezogen (Leistungsverzeichnis). All dies erweckte den Eindruck, dass nur ein einziges (Varianten-)Angebot vorlag. Diesem Eindruck widersprechende AusfÃ¼hrungen finden sich in der Offerte nicht. Dementsprechend wurde von der BeschwerdefÃ¼hrerin auch nur ein einziger Terminplan eingereicht (Bauzeitenplan).</p> <p class="Urteilstext">Es trifft nach dem Gesagten â entgegen der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin â nicht zu, dass das Grundangebot "klar und unmissverstÃ¤ndlich" offeriert wurde. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat sich im Rahmen ihrer Offerte zum Grundangebot nicht ausdrÃ¼cklich geÃ¤ussert und hat im Zusammenhang damit, dass sie â unter Verweis auf ihren technischen Bericht â nur einen einzigen Preis offerierte, die Lesart der Beschwerdegegnerin zumindest in Kauf genommen. Die Beschwerdegegnerin Ã¼berschritt ihren Ermessensspielraum nicht, indem sie davon ausging, dass nur ein einziges (Varianten-)Angebot eingereicht wurde und sich der Wille der BeschwerdefÃ¼hrerin zu einer "gemeinsame[n] Projektrealisierung" auf dieses Angebot beschrÃ¤nkte (Technischer Bericht). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Der Ausschluss der BeschwerdefÃ¼hrerin aus dem Vergabeverfahren erweist sich damit als rechtmÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Einzug1"><span>Mit dem vorliegenden Endentscheid wird das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin um vorsorgliche Massnahmen gegenstandslos.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Beschwerde ist abzuweisen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>AusgangsgemÃ¤ss wird die BeschwerdefÃ¼hrerin kostenpflichtig (§ 65a Abs. 1 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG) und es steht ihr eine ParteientschÃ¤digung nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). Dagegen ist sie zu einer solchen an die Beschwerdegegnerin zu verpflichten. Letztere ist ihrer BegrÃ¼ndungspflicht bereits mit der AusschlussverfÃ¼gung hinreichend nachgekommen. Der ihr im Beschwerdeverfahren entstandene Aufwand ist daher uneingeschrÃ¤nkt als besonderer Aufwand im Sinn von § 17 Abs. 2 lit. a VRG zu qualifizieren.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung1">Der Auftragswert Ã¼bersteigt den massgeblichen Schwellenwert fÃ¼r Bauleistungen (Art. 52 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Anhang 4 Ziff. 2 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 2019 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen [BÃ¶B]). Gegen dieses Urteil ist daher die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zulÃ¤ssig, sofern sich eine Rechtsfrage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung stellt, andernfalls steht dagegen nur die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. f BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 10'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 95.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 10'095.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verpflichtet, der Beschwerdegegnerin eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'500.- zu entrichten, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung stellt, Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Sofern diese nicht zulÃ¤ssig ist, kann subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerden sind innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an die Parteien.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>