<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, in einem Bericht Vorschläge aufzuzeigen, wie mit Innovations- und Startupförderung, sowie cleverer Digitalisierung die Kostenspirale durchbrochen werden kann.</p><p>Es soll dabei explizit nicht um medizinische Innovationen gehen. Er soll vielmehr zeigen, wie im Gesundheitswesen Jungunternehmen, innovative Firmen, neue digitale Technologien und unternehmerische gemeinnützige Projekte (sozial-unternehmerische Vereine, Stiftungen oder Genossenschaften) regulatorisch, finanziell und steuerlich entlastet und gefördert werden können, damit diese Prozess- und Strukturoptimierungen etablieren können. Er soll zudem darlegen wie Marktzutrittshürden für solche Projekte abgebaut werden können und insbesondere kleine Akteure besser Chancen erhalten, sich im System beweisen und bei Erfolg skalieren zu können. Ein spezielles Augenmerk soll er dabei auf ambulante, intermediäre und stationäre Pflege und die ambulante medizinische Versorgung legen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><a name="_Hlk147313842"><span style="font-family:Arial">Die Verbesserung von Prozessen und Strukturen in der Gesundheitsversorgung ist eine Daueraufgabe, die angesichts der Alterung der Bevölkerung und der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen weiter an Bedeutung gewinnt. Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Gesundheitsversorgung» (NFP 74) wurden in diesem Zusammenhang in insgesamt 34 Projekten unterschiedliche Aspekte des schweizerischen Gesundheitswesens untersucht. Im Programmfazit von Januar 2023 wurden die zahlreichen Schnittstellen als zentrales Handlungsfeld identifiziert, die sich besonders bei der Versorgung älterer Patientinnen und Patienten ergeben. </span></a></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Aufgrund der in Artikel</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">3 der Bundesverfassung festgehaltenen Kompetenzausscheidung bildet die Gesundheitsversorgung eine öffentliche Aufgabe der Kantone. Der Bund seinerseits trägt die Verantwortung dafür, dass sich die Bevölkerung zu tragbaren Bedingungen gegen die Risiken von Krankheit und Unfall versichern kann. Das NFP 74 zeigt auf, dass die dezentrale Struktur des Versorgungssystems Raum bietet für die Verwirklichung von punktuellen Lösungen und innovativen Ansätzen in einem Bottom-up-Prozess. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Bundesrat setzt sich im Rahmen seiner Zuständigkeit für Rahmenbedingungen ein</span><span style="-aw-bookmark-end:_Hlk147313842"></span><span style="font-family:Arial">, welche die Erprobung innovativer Ansätze, die Nutzung der Chancen der Digitalisierung sowie die Umsetzung von Prozess- und Strukturoptimierungen fördern.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Per 1. Januar 2023 ist der Experimentierartikel (Art. 59</span><span style="font-family:Arial; font-style:italic">b</span><span style="font-family:Arial"> KVG) in Kraft getreten. Er bildet die Grundlage für die Durchführung von neuen, innovativen Pilotprojekten zur Eindämmung der Kostenentwicklung, zur Stärkung der Anforderungen der Qualität und zur Förderung der Digitalisierung. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Die digitale Transformation im Gesundheitswesen soll zudem mit dem Programm DigiSanté gefördert werden, welches aktuell erarbeitet wird. Mit diesem Programm will der Bundesrat die Qualität des Gesundheitswesens und dessen Effizienz erhöhen.</span><span style="font-family:Arial; -aw-import:spaces">&#xa0; </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Darüber hinaus fördert Innosuisse, die schweizerische Agentur für Innovationsförderung, innovative Projekte und Start-ups im Bereich des Gesundheitswesens mit verschiedenen Instrumenten. Aktuell resp. in der jüngeren Vergangenheit wurde dieser Förderbereich in einem Flagship-Thema sowie zwei Innovation Booster und zwei Networking Event Series aufgenommen. Insbesondere im Rahmen der Flagship-Initiative, einem transdisziplinären Förderinstrument entlang der Wertschöpfungskette, besteht Potenzial, auch künftig Herausforderungen des Gesundheitswesens zu adressieren. Des Weiteren beteiligt sich Innosuisse in der internationalen Zusammenarbeit an den EU-Partnerschaften «Transforming Health and Care Systems» sowie «Personalised Medicine». Zudem wurde ein Austauschprogramm für Start-ups mit Schwerpunkt auf digitale Gesundheit mit Israel organisiert.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Bundesrat ist der Ansicht, dass bereits zahlreiche Förderinstrumente vorhanden sind, die von den Akteuren genutzt werden können. Ein zusätzlicher Bericht würde keine neuen Erkenntnisse liefern.</span><span style="font-family:Arial; -aw-import:spaces">&#xa0; </span></p></div><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.