Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. Januar 2015 (725 14 255 / 725 14 264) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Unfallkausalität, Beweiswert von Gutachten Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Tobias Rebmann Parteien A.____, Beschwerdeführer 1, vertreten durc h Raffaella Biaggi, Advo- katin, Lange Gasse 90, 4052 Basel SUVA, Abteilung Militärversicherung , Postfach 8715, 3001 Bern, Beschwerdeführerin 2 gegen Visana Versicherungen AG , Leistungszentrum UVG , Weltpoststra s- se 19, 3000 Bern 15, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Der 1966 geborene A.____ erlitt am 21. Juni 1985 einen Unfall, als er von einer Mauer auf ein Trottoir sprang und sich dabei das rechte Knie verletzte. Nachdem er am 15. Juli 1985 in die Rekrutenschule eingerückt war, verletzte er sic h am 21. September 1985 beim Handball- spielen erneut am rechten Knie. Am 7. Oktober 1985 wurde sein Knie operiert und eine Ersatz- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht plastik vorgenommen, wobei das damalige Bundesamt für Militärversicherung (seit 1. Juli 2005: SUVA [Schweizerische Unfallversicherungsanstalt], Abteilun g Militärversicherung) die entspre- chenden Kosten übernahm. B. Seit dem 1. Januar 2010 arbeitete A.____ als Proje ct Manager bei der G.____ und war durch die Arbeitgeberin bei der Visana Versicherungen A G (Visana) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 23. Juli 2013 erlit t er einen weiteren Unfall, als er sich beim Fussballspielen übertrat und hinfiel. Am 26. August 201 3 wurde eine MRT-Untersuchung durchgeführt und am 1. Oktober 2013 wurde das rechte Knie arthroskopisch operiert. Mit Verfü- gung vom 22. November 2013 teilte ihm die Visana mit, dass es beim Ereignis vom 23. Juli 2013 zu einer vorübergehenden schmerzhaften Aktivi erung des Vorzustands gekom- men sei. Da sich im MRT vom 26. August 2013 keine Befun de hätten erheben lassen, die überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 23. Juli 2013 zurückzuführen seien, könne mit diesem Datum von einem Status quo sine ausgegangen w erden. Demnach sei der natürli- che Kausalzusammenhang nicht mehr gegeben, weshalb die Versicherungsleistungen per 26. August 2013 eingestellt würden. Die dagegen erho bene Einsprache wies die Visana mit Entscheid vom 21. Juli 2014 ab. C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertr eten durch Advokatin Raffaella Biaggi, am 1. September 2014 Beschwerde beim Kantons gericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin dazu zu verurteilen, weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, eventualiter sei eine gutachte rliche Expertise durch das Gericht anzu- ordnen; unter o/e-Kostenfolge. D. Am 8. September 2014 erhob die SUVA, Abteilung M ilitärversicherung, ebenfalls Be- schwerde gegen den Einspracheentscheid beim Kantonsgeri cht. Sie beantragte, der angefoch- tene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Visana sei zu verpflichten, A.____ die ge- setzlichen Leistungen auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung der Beschwerden wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass durch das Unfalle reignis vom 23. Juli 2013 ein beste- hender Vorzustand verschlimmert worden sei und die dur ch das Ereignis verursachten Be- schwerden am 26. August 2013 noch nicht behoben gewesen seien. E. Mit Verfügung vom 15. September 2014 wurden die vorliegenden Beschwerdeverfahren zusammengelegt. F. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vo m 28. Oktober 2014 auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zur Beschwerde ist gemäss Art. 59 ATSG berechtigt, wer durch die angefoch- tene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Inte resse an deren Aufhebung oder Ände- rung hat. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicheru ngsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerheb ung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kan- tonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ver- fassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Deze mber 1993 beurteilt das Kan- tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden zustän dig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobenen – Beschwerden vom 1. Septembe r 2014 bzw. 8. September 2014 ist demnach einzutreten. 2. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Be schwerdegegnerin ihre Versicherungs- leistungen für die Folgen des Unfallereignisses vom 23. Juli 2013 zu Recht per 26. August 2013 eingestellt hat. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UV G setzt – unter anderem – voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigun g) ein natürlicher Kausalzusammenhang be- steht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne de s natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahu ng des natürlichen Kausalzusam- menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allein ige oder unmittelbare Ursache gesund- heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende E reignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität de r versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werde n kann, ohne dass auch die eingetre- tene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen S törung ein natürlicher Kausalzu- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rec htsanwendende Behörde – die Verwal- tung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der üb erwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenh angs genügt für die Begründung ei- nes Leistungsanspruchs nicht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens dar stellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder sp äter eingestellt hätte (Status quo si- ne), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedi ngten Ursachen eines Gesundheits- schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblic hen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich feh- lender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nich t. Da es sich hierbei um eine an- spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprech ende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Dieser muss jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Welche Ursachen e in nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfall bedingten Ursachen eines Gesundheits- schadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also da hingefallen sind. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu ve rlangen, dass kein Gesundheits- schaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Sozial- versicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2008 UV Nr. 11 S. 35 E. 3.3 mit Hinweisen). Beizu- fügen ist, dass die Beweislastregel, wonach der Unfallve rsicherer und nicht die versicherte Per- son die Beweislast für das Dahinfallen der natürlichen U nfallkausalität trägt, erst Platz greift, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuch ungsgrundsatzes und der Be- weiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumi ndest die überwiegende Wahrschein- lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und p flichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismi ttel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherung sträger alleine nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 4. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind im Wesentlichen die folgenden medi- zinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 4.1 Dr. med. B.____, FMH Radiologie, hielt mit Beri cht vom 27. August 2013 fest, dass eine fortgeschrittene Femoropatellargelenksarthrose mit Knorpeldefekten vorhanden sei, vor allem an der lateralen Facette mit Ödem angrenzend im Markraum. Weiter bestünden deutliche, wahrscheinlich degenerativ bedingte Signalveränderungen des medialen Meniskushorns mit angrenzendem Ganglion auf Höhe der zentralen Fixation posterior. Es sei keine rissverdächtige Meniskusläsion nachweisbar. 4.2 Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs- apparates, hielt in seinem Operationsbericht vom 2. Oktober 2013 fest, dass beim Patienten ein Zustand nach offener vorderer Kreuzbandplastik 1985 beste he und ein Status nach Schrau- benentfernung am rechten Kniegelenk am 26. April 198 8. Es habe sich eine posttraumatische Arthrose femoropatellär entwickelt und der Patient ha be ebenso Schmerzen am Tibiakopf me- dial über dem Bohrloch der Kreuzbandplastik, wo eine sehr derbe Resistenz palpabel sei. Dr. C.____ hielt fest, dass er sich zur Kontrollarthroskopie, Revision und Exzision der Resistenz am medialen Tibiakopf links entschlossen habe. Beim Pa tienten bestehe eine fortgeschrittene Femoropatellararthrose, sowohl retropatellär wie au ch im femoralen Gleitlager sei eine Chond- romalazie Grad III bis IV vorhanden. Im femoralen Gleitlager sei vor allem medialseits ein insta- biler Randknorpel auszumachen und die Patella sei zentrie rt. In Bezug auf das mediale Kom- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht partiment hielt Dr. C.____ eine Chondromalazie Grad II in der Belastungszone der medialen Femukondylenrolle fest. Weiter bestünden eine oberflächliche Chondromalazie am Tibiaplateau sowie eine Läsion des medialen Meniskushinterhornes. Das I ntercondylicum sei ziemlich ver- narbt und eine gute Einsicht sei nicht möglich, weshalb d urch den anteromedialen Arbeitszu- gang mit dem Shaver und dem Arthrocare zuerst ein Nar bendebridement durchgeführt werde. Das hintere Kreuzband sei suffizient und unauffällig. D as vordere Kreuzband verlaufe anato- misch und sei revaskularisiert. Bei vorderer Schubladen bewegung bestehe ein leicht verzöger- tes Anspannen. In Bezug auf das laterale Kompartiment hielt Dr. C.____ Folgendes fest: Im lateralen Meniskuscorus bestehe ein kleiner Querriss, sonst u nauffälliger lateraler Meniskus. In der Belastungszone der lateralen Femurkondylenrolle best ehe eine oberflächliche Chondro- malazie I. Am Tibiaplateau bestünden schöne Knorperverhältnisse, der Hiatus popliteus und die Poplitealsehne seien unauffällig. 4.3 Dr. C.____ teilte der Beschwerdegegnerin am 10. Oktober 2013 auf entsprechende Anfrage mit, dass keine Konsultationsberichte bestünden b zw. erstellt würden. Allfällige weitere Fragen seien in Form einer detaillierten Zeugnisanfrage zu stellen. 4.4 In seiner vertrauensärztlichen Beurteilung zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 5. November 2013 kam Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie, nach Konsultation der vorhandenen Unterlagen zum Schluss, dass das Ereignis vom 2 3. Juli 2013 zu Schmerzen im rechten Knie geführt habe. Welche konkreten Verletzung en dabei entstanden sein könnten, sei leider nicht nachvollziehbar, da der erstbehandelnde A rzt (Dr. C.____) keine diesbezüglichen Befunde schriftlich dokumentiert habe. Im MRT vom 26. August 2013 seien erhebliche struktu- relle Alterationen gefunden worden, welche alle ält eren Datums seien. 1985 habe sich der Ver- sicherte einer Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes unter ziehen müssen und seither sei es zur kontinuierlichen Entwicklung von arthrotischen Verände rungen femoropatellar und etwas geringer auch im medialen Kompartiment gekommen. Auc h eine Signalaltera-tion am medialen Meniskus werde vom Radiologen in seinem Bericht vom 27. A ugust 2013 als „wahrscheinlich degenerativ bedingt“ bezeichnet. Insgesamt liessen sich so mit anhand der zur Verfügung ste- henden Dokumente keine pathologischen Befunde objektivi eren, die überwiegend wahrschein- lich beim Ereignis vom 23. Juli 2013 neu entstanden seie n. Dies würde auch durch die im Ope- rationsbericht vermerkte Indikation bestätigt. Weiter hielt Dr. D.____ fest, dass das Ereignis den Vorzustand bloss vorübergehend im Sinne einer schmerzhafte n Aktivierung verschlimmert ha- be. Von einem Status quo sine dürfe ab 26. August 2013 ausgegangen werden, als sich in einer MRT keine Befunde mehr hätten erheben lassen, die übe rwiegend wahrscheinlich auf das Er- eignis vom 23. Juli 2013 zurückzuführen gewesen seien. 4.5 Der Kreisarzt Militärversicherung Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in seiner B eurteilung vom 21. Januar 2014 fest, dass die Arthroskopie vom 1. Oktober 2013 in einem über wiegend wahrscheinlichen Zusam- menhang mit dem Ereignis vom 23. Juli 2013 stehe. Bis zu diesem Zeitpunkt sei, gemäss An- gaben des Versicherten, mit dem Knie alles in Ordnung gewesen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.6 Mit Bericht vom 27. Februar 2014 führte Dr. C.___ _ aus, bei der Arthroskopie habe die mediale Meniskusläsion als lappenförmige Läsion imponiert . Sie dürfte deshalb Folge des am 23. Juli 2014 erlittenen Unfalls sein. Die laterale Me niskusläsion sei seines Erachtens eher im Rahmen einer degenerativen Meniskopathie anzusehen. Der erlittene Unfall habe zu einer rich- tungsgebenden Verschlimmerung des Vorzustands geführt. Dies bereits darum, weil die media- le Meniskusläsion bei schon bestehender zweitgradiger Chon dromalazie an der Femurkondy- lenrolle einen negativen Einfluss auf die Progression de r posttraumatisch vorbestehenden Arth- rose haben dürfte. Zusammenfassend sei er deshalb der Meinung, dass der Unfall einerseits zu einer medialen Meniskusläsion und andererseits zu einer ri chtungsgebenden Verschlimmerung des Vorzustands geführt habe. Durch diese Verschlimmerung sei die arthroskopische Operation notwendig geworden und der Status quo sine sei früheste ns vier bis sechs Monate nach erfolg- ter Operation erreicht worden. 4.7 Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Chirurgie, hi elt in seiner Beurteilung vom 15. Juli 2014 zuhanden der Beschwerdegegnerin fest, dass präoperativ keine klinischen Befunde in den Akten seien, welche die Möglichkeit einer Überprüfung der Unfallkausalität der beklagten Be- schwerden eröffnen würden. Es erstaune und sei nicht lege artis, wenn keine Konsultationsbe- richte erstellt würden, wie von Dr. C.____ am 10. Okt ober 2013 mitgeteilt worden sei. Im MRT vom 26. August 2013 fänden sich keine Hinweise, welche mi t überwiegender Wahrscheinlich- keit auf einen schädigenden Krafteinfluss nur gerade knapp fünf Wochen zuvor hindeuten könn- ten. Die Signalstörung im medialen Meniskus sei überwie gend wahrscheinlich degenerativ, wie bereits der Radiologe Dr. B.____ festgehalten habe. Dies überzeuge auch deshalb, weil perifo- kal ein kleines, an die Meniskusläsion angrenzendes polylobul iertes Ganglion bestehe. Dessen Entstehung dauere mindestens mehrere Monate und sei trotz gegensätzlicher Diskussion in der Literatur überwiegend wahrscheinlich Ausdruck der Degeneration. Zudem seien in der perifoka- len Umgebung keine weiteren Signalstörungen (bone bru ise, Ödem usw.) nachgewiesen, wel- che auf die akute Schädigung hinweisen könnten. Tatsa che bleibe, dass im Operationsbericht im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 23. Juli 2013 ein e eindeutig unfallfremde Indikation ausgewiesen sei. Daran vermöge die nachträglich gemach te und gegenteilige Behauptung von Dr. C.____ vom 27. Februar 2014, die Verschlimmerung des Vorzustandes sei die Indikation zur Operation gewesen, nichts zu ändern, insbesondere au ch deshalb nicht, weil den Akten weder eine hinreichende Dokumentation noch eine nachvol lziehbare und überwiegend wahr- scheinliche Begründung für diese Verschlimmerung zu entneh men sei. Weshalb bei der gege- benen Kausalitätsfrage vom Operateur keine aussagekräfti gen Unterlagen vorgelegt würden, entziehe sich seiner Kenntnis. Dass es sich um eine Lappenl äsion am medialen Meniskus ge- handelt haben solle, sei dem Operationsbericht im Übri gen nicht zu entnehmen und werde erst im Bericht vom 27. Februar 2014 erwähnt. Darin bleibe aber unerwähnt, dass die natürliche respektive schicksalhafte Entstehung einer Meniskusläsion im Rahmen der perifokalen Chond- ropathie das Wahrscheinlichste sei und es unwahrscheinlich bleibe, dass die Behandlungsbe- dürftigkeit auf eine mögliche respektive hypothetische und nicht beweisbare zusätzliche Rissbil- dung im bereits vorgeschädigten Meniskus zurückgeführt werd en könne. Degenerative Menis- kusrisse entstünden durch chronische und wiederholte Einwir kungen normaler Kräfte im Le- bensalltag und seien im Alter ab 40 Jahren die Regel. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dass bei einem Sturz vorübergehend Schmerzen auftreten kö nnten (wegen Mikroverletzung in schmerzinnervierten Weichteilen), sei hinreichend bekannt, doch würden derartige Verletzun- gen immer und folgenlos ausheilen, ohne dass eine ärztl iche Behandlungsnotwendigkeit dafür bestehe oder dass davon eine Funktionsbeschränkung abgeleitet werden könne oder müsse. 4.8 In einer weiteren Beurteilung vom 29. Juli 2014 hielt der Kreisarzt Militärversicherung Dr. E.____ fest, dass der MRT-Befund vom 26. August 2013 eine fortgeschrittene Femoropatel- lararthrose mit stellenweise fehlendem Knorpel sowie ausgeprägten osteophytären Reaktionen zeige. Dies sei ein MRT-Befund, wie er aufgrund alte rsentsprechender Veränderungen durch- aus auch ohne Unfallereignis bei entsprechenden Beschwerden häufig zu finden sei. Festzuhal- ten sei jedoch auch, dass bis zum Ereignis vom 23. Juli 2013 das rechte Knie voll belastbar und die Beweglichkeit nicht eingeschränkt gewesen sei. Erst d as genannte Ereignis habe zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung geführt. Es sei aus Si cht des kreisärztlichen Dienstes auch nach durchgeführter transarthroskopischer Teilmeni skektomie nicht mehr möglich, den Status quo sine zu postulieren, denn das Unfallereignis sei eingetreten und habe dazu geführt, dass Knieblockaden und entsprechende Beschwerden aufgetret en seien. Insoweit könne die- ses Ereignis nicht hinweggedacht werden, zumal nach Oper ationen jeder Art ein Status quo sine ohnehin gar nicht mehr erreichbar sei. In der Aktenbeurteilung von Dr. F.____ werde kein Bezu g genommen auf den Unfall aus dem Jahre 1985 bzw. auf die entsprechenden Akten. Daher kö nne davon ausgegangen werden, dass Dr. F.____ zum Zeitpunkt seiner Beurteilung die re levanten Vorakten nicht zur Verfügung gestanden haben. Dies sei aber eine unabdingbare Voraussetzung, um eine Gesamtbeurteilung vornehmen zu können. 5.1.1 Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, die Beschw erdegegnerin hätte bei der vorlie- genden Ausgangslage die Akten des Unfalls aus dem Jahre 19 85 beiziehen müssen. Es sei unzulässig, dass sie die diesbezügliche Abklärung gänzlich unt erlassen habe. Weiter sei die Beschwerdegegnerin ursprünglich offensichtlich der Auff assung gewesen, Beurteilungen des operierenden Arztes zu benötigen und habe deshalb die entsprechenden Konsultationsberichte bei Dr. C.____ angefordert. Dessen Aufforderung, eine offizielle Zeugnisanfrage zu stellen, sei sie aber nicht nachgekommen, sondern habe einfach dar auf verzichtet. Damit habe sie ihre Pflicht zur umfassenden Abklärung des rechtserheblichen m edizinischen Sachverhalts verletzt. Dasselbe gelte für die von Dr. F.____ als unzureichend de klarierte Unfallmeldung. Wenn die Beschwerdegegnerin diese als zu wenig detailliert empf unden hätte, so hätte sie beim Be- schwerdeführer 1 nachfragen müssen. 5.1.2 Die Beschwerdegegnerin führt demgegenüber aus, d ass im Oktober 2013 der MRT- Bericht sowie der Operationsbericht bereits vorlagen. U nter diesen Umständen habe die Einho- lung der Akten betreffend Ereignisse aus dem Jahre 198 5 nicht mehr zu den routinemässig zu erhebenden Informationen des Unfallversicherers gehört. 5.2 Die Ansicht der Beschwerdegegnerin ist abzulehnen. Es ist nicht ersichtlich, wie eine medizinische Gesamtbeurteilung ohne Beizug der relevante n Vorakten vorgenommen werden Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann, zumal vorliegend unter anderem die Frage im Zent rum steht, ob und inwieweit sich der vorhandene Vorzustand verschlimmert hat. Das Unfallereign is aus dem Jahre 1985 sowie die dazugehörenden Unterlagen können bei der Klärung di eser Frage nicht vernachlässigt werden. Dementsprechend ist dem Beschwerdeführer 1 beizupflichten , wenn er geltend macht, das Ak- tengutachten von Dr. F.____ beruhe nicht auf einer lückenlosen Aktenlage. Das Gutachten von Dr. F.____ genügt den Anforderungen an ein taugliche s Beweismittel demnach bereits unter diesem Aspekt nicht, da es nicht in Kenntnis aller zu beach tenden Vorakten erstellt worden ist (vgl. E. 3.1 hiervor). Im Übrigen bestreitet die Beschw erdegegnerin auch nicht, dass das Akten- gutachten von Dr. F.____ die Vorakten betreffend das Er eignis aus dem Jahre 1985 nicht be- rücksichtigt und insofern unvollständig ist. 6.1 In Bezug auf die Beurteilung von Dr. F.____ stimmt der Beschwerdeführer 1 zwar mit dessen Einschätzung überein, wonach bei einem Sturz ein fache Verletzungen entstehen könn- ten, diese aber immer folgenlos abheilen würden. Vor liegend sei dies jedoch nicht der Fall. Der Beschwerdeführer 1 habe sich in ärztliche Behandlung ge ben müssen, weil die Schmerzen auch mehrere Wochen nach dem Unfall nicht nachgelassen hätten und er habe sich operieren lassen müssen. Es könne sich damit nicht um eine einfache K ontusion des Knies ohne struktu- rellen Verletzungen und Verschlimmerung des Vorzustands handeln. Die Beurteilung durch Dr. C.____ sei demgegenüber differenziert und nachvol lziehbar. Dieser zeige auf, dass einer- seits ein Riss und somit eine strukturelle, objektive Ver letzung am medialen Meniskus durch den Unfall entstanden sei, weil es sich um eine lappenförmige Läsion gehandelt habe. Anderer- seits sei die laterale Meniskusläsion nach Ansicht von Dr. C. ____ eher im Rahmen einer dege- nerativen Meniskopathie zu sehen, wobei der Unfall vom 23. Juli 2013 jedoch zu einer richtung- gebenden Verschlimmerung des Vorzustands geführt habe. Eb enfalls spreche es für die Serio- sität von Dr. C.____, dass er die Unfallkausalität erst postoperativ bestätigt hat, habe er die strukturelle Verletzung des Meniskus doch erst intraoperativ erkennen können. 6.2 Die Beschwerdeführerin 2 bringt vor, dass das rechte K nie des Versicherten nach Ein- schätzung des Kreisarztes Militärversicherung Dr. E.____ b is zum Ereignis vom 23. Juli 2013 voll belastbar gewesen sei. Danach sei ihm Fussballspiel en nicht mehr möglich gewesen. Das Ereignis habe dazu geführt, dass Knieblockaden mit entsprechenden Beschwerden mindestens bis zur Operation vom 1. Oktober 2013 aufgetreten seien . Der Unfall habe somit zu einer Ver- schlimmerung geführt. Die Beschwerden, welche durch das Unfallereignis verursacht worden waren, seien am 26. August 2013 noch nicht behoben gewe sen. Es seien nicht nur ärztliche Behandlungen notwendig gewesen und Funktionseinschränkungen vorgelegen, sondern es sei eine Arthroskopie als indiziert angesehen worden. 6.3 Es ist festzustellen, dass das Aktengutachten von Dr. F. ____ nicht den gemäss Recht- sprechung geforderten Kriterien entspricht (vgl. E. 3.1 hiervor). So setzt sich Dr. F.____ unge- nügend mit der von Dr. C.____ am 27. Februar 2014 vor genommenen Beurteilung auseinander und nimmt inhaltlich keine Stellung zur Aussage, wona ch bei der Arthroskopie die mediale Me- niskusläsion als lappenförmige Läsion imponiert habe und deshalb wahrscheinliche Folge des am 23. Juli 2014 erlittenen Unfalls gewesen sei. Er bel ässt es lediglich beim Hinweis, dass da- von im Operationsbericht noch keine Rede sei. Im Weit eren fand auch keine Untersuchung des Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführers 1 statt. Dr. F.____ unterlässt es, sich mit der Belastbarkeit des betroffenen Knies konkret auseinander zu setzen, was vorliegend aufgru nd der unklaren medizinischen Sachlage angezeigt gewesen wäre. Soweit Dr. F.____ sc hliesslich geltend macht, dass ein Ganglion überwiegend wahrscheinlich Ausdruck der Degene ration sei, in der Literatur aber auch gegensätzliche Meinungen bestünden, so erscheinen w eitere Ausführungen in diesem Zusammenhang zwingend, zumal Dr. C.____ den vorliegend en Zustand offenbar abweichend interpretiert hat. 6.4 Zu beachten ist auch, dass es sich bei der Beurteilung von Dr. D.____ vom 5. Novem- ber 2013 um eine Einschätzung eines versicherungsinternen Arztes handelt, dessen Schlüssig- keit mit strengeren Massstäben zu würdigen ist (vgl. E. 3. 2 hiervor). Dies spielt vorliegend inso- fern eine untergeordnete Rolle, als sich die Beschwerde gegnerin in erster Linie auf die Beurtei- lung von Dr. F.____ stützt. Es sei an dieser Stelle den noch erwähnt, dass auch die Beurteilung von Dr. D.____ weder die Vorakten der Militärversicheru ng berücksichtigt noch zu den Ausfüh- rungen von Dr. C.____ Stellung nimmt. Soweit der Be schwerdeführer 1 zumindest sinngemäss geltend macht, bei Dr. F.____ handle es sich ebenfall s um eine versicherungsinterne Fachper- son, so ist dies zwar unzutreffend, aufgrund der bereits festgestellten Mangelhaftigkeit des be- treffenden Aktengutachtens jedoch ohnehin nicht von Bedeutung. 7.1 Aus dem Gesagten folgt, dass der medizinische Sachverha lt im vorliegenden Falle nicht rechtsgenüglich abgeklärt ist. Es stehen sich im Wesen tlichen die Beurteilung von Dr. C.____ sowie das mangelhafte Aktengutachten von Dr. F .____ gegenüber. Es bleibt damit of- fen, ob der Unfall vom 23. Juli 2013 mit dem erforde rlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit per 26. August 2013 jede kausale Bedeutung hinsichtlich der darüber hinaus geklagten und behandelten Beschwerden am betroffenen Knie des Beschwerdeführers 1 verlo- ren hat. Dementsprechend fehlt es an einer rechtsgenügl ichen Begründung für die Einstellung der Leistungspflicht per 26. August 2013. 7.2 Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung könn en die Sozialversicherungs- gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Strei tsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielme hr im Regelfall selbst ein Ge- richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltu ngsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich abklärungsbedürf tig hält oder wenn eine Administrativ- expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskrä ftig ist (vgl. BGE 137 V 263 ff. E. 4.4.1 ff). Da die Beschwerdegegnerin nicht alle no twendigen Abklärungen zur Beurteilung der natürlichen Kausalität vorgenommen hat und es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische Abklär ungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz auch unter Berücksichtigung de r neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. Die Beschwerdegegnerin, an welche die Sache zur ergänzen- den medizinischen Sachverhaltsabklärung zurückzuweisen ist, wird mittels einer unabhängigen medizinischen Untersuchung die Frage zu klären haben, ob und gegebenenfalls ab wann ein Status quo sine anzunehmen ist. Dabei sind insbesondere die Vorakten der Militärversicherung zu berücksichtigen und es ist zu den Berichten des behandeln den Arztes Dr. C.____ umfas- send Stellung zu nehmen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3 Die Beschwerden sind demnach gutzuheissen und der Ein spracheentscheid ist aufzu- heben. Die Angelegenheit wird im Sinne der Erwägung en zu weiteren Abklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Visana zurückgewiesen. 8.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Verfahrensausgang entspre chend ist dem Beschwerdeführer 1 daher eine Entschädigung für die Vertretungskosten zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzu- sprechen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 1 hat in ihrer Honorarnote vom 17. November 2014 für das vorliegende Verfahren eine n Zeitaufwand von 8.8 Stunden geltend gemacht. Dies ist umfangmässig in Anbetracht der Komple xität der sich stellenden Sachver- halts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversiche- rungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zu r Anwendung gelangenden Stun- denansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beansta nden sind sodann die in der Hono- rarnote ausgewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 106.- -. Dem Beschwerdeführer 1 ist des- halb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘ 490.50 (8.8 Stunden à Fr. 250.-- und Aus- lagen von Fr. 106.-- zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Laste n der Beschwerdegegnerin zuzu- sprechen. 9. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid her beiführen und damit einen bedeutenden Aufw and an Zeit oder Kosten für ein weit- läufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtli- chen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisun gsentscheid an den Versiche- rungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuver fügung nicht um einen Endent- scheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von A rt. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materiell e Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerden werden in dem Sinne gutgehei ssen, dass der Ein- spracheentscheid der Visana Versicherungen AG vom 21. Juli 2014 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewies en wird, damit sie, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwä gungen, über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers 1 neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Visana Versicherungen AG hat dem Beschwerdeführ er 1 eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘490.50 (inkl . Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht