<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-10-18-2F_8-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2F_8/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 18. Oktober 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Aubry Girardin, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichterin Hänni, </div> <div class="para">Bundesrichter Hartmann, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Ivanov. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.A.________, </div> <div class="para">Gesuchsteller, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. Gemeinderat U.________, </div> <div class="para">2. Kantonales Steueramt Aargau, </div> <div class="para">Rechtsdienst, Tellistrasse 67, 5001 Aarau, </div> <div class="para">Gesuchsgegner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Spezialverwaltungsgericht des Kantons Aargau, </div> <div class="para">Abt. Steuern, Laurenzenvorstadt 9, Postfach 4023, </div> <div class="para">5001 Aarau 1 Fächer. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Aargau, </div> <div class="para">Steuerperioden 2001 bis 2020, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen </div> <div class="para">Bundesgerichts vom 9. Mai 2022 (2C_285/2022). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Die Eheleute A.A.________ und B.A.________ haben steuerrechtlichen Wohnsitz in der Einwohnergemeinde U.________/AG. Nachdem die Eheleute dies bestritten hatten, hielt die Wohnsitzgemeinde mit Verfügung vom 29. März 2021 fest, dass die von den Eheleuten geleisteten Steuerzahlungen zu den Steuerperioden von 2001 bis und mit 2020 ordnungsgemäss verbucht worden seien. Ihr Steuerkonto weise per Ende 2020 ein Guthaben zu deren Gunsten von Fr. 136.90 aus. </div> <div class="para">Einen dagegen erhobenen Rekurs von A.A.________ wies das Spezialverwaltungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid des Einzelrichters vom 15. März 2022 ab. </div> <div class="para">Mit Urteil 2C_285/2022 vom 9. Mai 2022 ist das Bundesgericht auf eine gegen den Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts gerichtete Beschwerde von A.A.________ mangels hinreichender Begründung nicht eingetreten. Das Urteil wurde ihm gemäss Sendungsverfolgung der Schweizerischen Post am 21. Mai 2022 zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> A.A.________ gelangt mit Schreiben vom 26. April 2023 (Postaufgabe) an das Bundesgericht und erklärt, "Einspruch" erheben zu wollen. </div> <div class="para">Die Eingabe ist als Revisionsgesuch gegen das Urteil 2C_285/2022 zu behandeln. </div> <div class="para">Es wurde kein Schriftenwechsel durchgeführt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Urteile des Bundesgerichts erwachsen am Tag ihrer Ausfällung in Rechtskraft (<span class="artref">Art. 61 BGG</span>). Eine nochmalige Überprüfung der einem Urteil des Bundesgerichts zu Grunde liegenden Streitsache ist grundsätzlich ausgeschlossen. Das Gericht kann auf seine Urteile nur zurückkommen, wenn einer der in den <span class="artref">Art. 121 ff. BGG</span> abschliessend aufgeführten Revisionsgründe vorliegt. Die um Revision eines bundesgerichtlichen Urteils ersuchende Person hat gemäss <span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref> namentlich einen vom Gesetz vorgesehenen Revisionsgrund zu nennen und aufzuzeigen, weshalb das revisionsbetroffene Urteil an einem revisionserheblichen Mangel leidet; fehlt eine entsprechende Begründung, wird auf das Gesuch nicht eingetreten (vgl. Urteile 2F_37/2021 vom 11. Januar 2022 E. 3; 2F_35/2021 vom 9. Dezember 2021 E. 2.1; 2F_30/2021 vom 12. November 2021 E. 2). Der Revisionsgrund hat sich zudem auf den Gegenstand des zu revidierenden Urteils zu beziehen. Handelt es sich dabei - wie hier - um einen Nichteintretensentscheid, muss der Revisionsgrund die Nichteintretensmotive beschlagen (vgl. Urteile 2F_2/2023 vom 29. März 2023 E. 2; 6F_7/2022 vom 29. März 2022 E. 3 mit Hinweis). </div> <div class="para">Das Revisionsgesuch ist unter Beachtung der gesetzlichen Fristen gemäss <span class="artref">Art. 124 BGG</span> einzureichen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Ohne einen gesetzlichen Revisionsgrund zu nennen, bringt der Gesuchsteller vor, er habe (nicht weiter spezifizierte) Fehler in der Buchhaltung der Gemeinde U.________ gefunden und sei im Besitz von Dokumenten, welche diese beweisen würden. Sodann wirft er dem Bundesgericht vor, es habe im früheren Verfahren seine Unterlagen nicht geprüft und daher den Betrag seiner Steuerrückforderung falsch angegeben. Schliesslich behauptet er, dass seine Buchhaltung zu 100% gestimmt habe, was mit Dokumenten belegt gewesen sei. </div> <div class="para">Damit beruft er sich zumindest sinngemäss auf die Revisionsgründe von Art. 121 lit. d und von <span class="artref">Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG</span>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Gemäss <span class="artref">Art. 121 lit. d BGG</span> kann die Revision eines Entscheids des Bundesgerichts verlangt werden, wenn dieses in den Akten liegende erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht berücksichtigt hat. Nach <span class="artref">Art. 124 Abs. 1 lit. b BGG</span> ist ein Revisionsbegehren gestützt auf diese Bestimmung innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheids einzureichen und innerhalb dieser Frist zu begründen (vgl. auch Urteil 4F_6/2021 vom 3. August 2021 E. 2). </div> <div class="para">Das zu revidierende Urteil vom 9. Mai 2022 wurde dem Gesuchsteller am 21. Mai 2022 zugestellt (vgl. E. 1.1 hiervor). Damit begann die 30-tägige Frist am 22. Mai 2022 zu laufen (<span class="artref">Art. 44 Abs. 1 BGG</span>) und endete am 20. Juni 2022 (<span class="artref">Art. 48 Abs. 1 BGG</span>). Diese Frist wurde mit dem Gesuch vom 26. April 2023 offensichtlich nicht eingehalten. Auf das Revisionsgesuch kann somit wegen verspäteter Einreichung nicht eingetreten werden, soweit darin der Revisionsgrund von <span class="artref">Art. 121 lit. d BGG</span> sinngemäss geltend gemacht wird. </div> <div class="para">Auf das Gesuch könnte im Übrigen auch mangels hinreichender Begründung (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>; vgl. E. 2 hiervor) nicht eingetreten werden, zumal der Gesuchsteller in keiner Weise dartut, inwiefern die angeblich nicht berücksichtigten Tatsachen erheblich seien bzw. deren Berücksichtigung zu einem für ihn günstigeren Entscheid in Bezug auf das Eintreten auf seine Beschwerde hätte führen müssen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=08.10.2023&amp;to_date=27.10.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-II-17%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page17">BGE 122 II 17</a> E. 3; Urteile 2F_10/2022 vom 15. März 2022 E. 3.5 mit Hinweisen; 5F_23/2021 vom 12. Januar 2022 E. 2.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> Nach <span class="artref">Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG</span> kann die Revision eines Bundesgerichtsurteils verlangt werden, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnte, unter Ausschluss von Tatsachen und Beweismitteln, die erst nach dem Entscheid entstanden sind. </div> <div class="para">Der Gesuchsteller beschränkt sich darauf, anzugeben, er sei im Besitz von nicht näher bezeichneten Dokumenten, die angebliche, nicht weiter spezifizierte Fehler in der Buchhaltung der Gemeinde U.________ beweisen sollen. Diese blossen Behauptungen genügen den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 i.V.m. <span class="artref">Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG</span> nicht, sodass auf das Gesuch auch in diesem Punkt nicht einzutreten ist. </div> <div class="para">Soweit der Gesuchsteller im Übrigen ausführt, er werde die gesamten Unterlagen dem Bundesgericht "so bald wie möglich" zustellen, ist er darauf hinzuweisen, dass ein auf <span class="artref">Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG</span> gestütztes Revisionsgesuch innert 90 Tagen nach der Entdeckung der erheblichen Tatsachen bzw. entscheidenden Beweismittel einzureichen ist, frühestens jedoch nach der Eröffnung der vollständiges Ausfertigung des Urteils (<span class="artref">Art. 124 Abs. 1 lit. d BGG</span>). Ausgehend von der Annahme, dass der Gesuchsteller spätestens im Zeitpunkt der Erhebung des Revisionsgesuchs, d.h. am 26. April 2023, von den neuen Tatsachen bzw. Beweismitteln erfahren hat, hätte er ein entsprechend begründetes Revisionsgesuch - unter Berücksichtigung des Fristenstillstands gemäss <span class="artref">Art. 46 Abs. 1 lit. b BGG</span> - bis spätestens am 28. August 2023 (Art. 48 Abs. 1 i.V.m. <span class="artref">Art. 45 Abs. 1 BGG</span>) einreichen müssen. Dies hat er indessen unterlassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Auf das verspätete bzw. offensichtlich unbegründete Revisionsgesuch ist ohne Schriftenwechsel (<span class="artref">Art. 127 BGG</span>) nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Dem Verfahrensausgang entsprechend trägt der unterliegende Gesuchsteller die umständehalber reduzierten Verfahrenskosten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG</span>). Es sind keine Parteientschädigungen geschuldet (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Gesuchsteller auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Spezialverwaltungsgericht des Kantons Aargau und der Eidgenössischen Steuerverwaltung mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 18. Oktober 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: F. Aubry Girardin </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: D. Ivanov </div> </div></body></html>