<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">BeschwerdengegenEinspracheentscheidedesM...</span> <span class="page_no">349</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Beschwerden gegen Einspracheentscheide des</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Migrationsamts</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>74</b></span> <span class="ft2"><b>Erlöschen der Niederlassungsbewilligung; Verlegung des Lebensmittel-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>punktes bei Ausbildung im Ausland; erleichterte Wiederzulassung.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Bei einer Person, die sich seit dem zehnten Lebensjahr vorwiegend im</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Heimatland aufgehalten hat und dort seit knapp zehn Jahren eine schu-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>lische Ausbildung besucht hat, wird davon ausgegangen, dass sich ihr Le-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>bensmittelpunkt im Heimatland befindet; dies selbst dann, wenn der dor-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>tige Aufenthalt stets an die schulische Ausbildung geknüpft war, die be-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>troffene Person regelmässig zu ihrer Familie in der Schweiz zurückkehrte</b></span><br/> <span class="ft2"><b>und auch in administrativer Hinsicht ihre Verbindungen zur Schweiz</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nicht vollständig abbrach (E. II./2.-3.).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Bei gesetzeskonformer Auslegung sind die in Art. 49 Abs. 1 VZAE aufge-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>listeten Kriterien nicht als abschliessend zu verstehen, weshalb bei der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Prüfung, ob die Wiederzulassung einer ausländischen Person gestützt auf</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Art. 30 Abs. 1 lit. k AuG erleichtert erfolgen kann, sämtliche konkreten</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen sind (E. II./4.-6.).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 25. Juni</span><br/> <span class="ft3">2010 in Sachen F.U. betreffend Erlöschen der Niederlassungsbewilligung</span><br/> <span class="ft3">(1-BE.2010.9).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">II. 2.1. Gemäss Art. 61 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 61</span><br/> <span class="ft5">Abs. 2 [des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer</span><br/> <span class="ft5">(AuG) vom 16. Dezember 2005], die inhaltlich im Wesentlichen mit</span><br/> <span class="ft5">Art. 9 Abs. 3 lit. c [des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Nieder-</span><br/> <span class="ft5">lassung der Ausländer (ANAG) vom 26. März 1931] übereinstimmen</span><br/> <span class="ft5">(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Aus-</span><br/> <span class="ft5">länder vom 8. März 2002, BBl 2002 3709, S. 3808), erlischt die Nie-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">RekursgerichtimAusländerrecht</span> <span class="page_no">350</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">derlassungsbewilligung mit der Abmeldung ins Ausland oder nach</span><br/> <span class="ft5">sechs Monaten, wenn die Ausländerin oder der Ausländer die</span><br/> <span class="ft5">Schweiz verlässt, ohne sich abzumelden. Diese Frist wird durch vo-</span><br/> <span class="ft5">rübergehende Besuchs-, Tourismus- oder Geschäftsaufenthalte in der</span><br/> <span class="ft5">Schweiz nicht unterbrochen (Art. 79 Abs. 1 [der Verordnung über</span><br/> <span class="ft5">Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom</span><br/> <span class="ft5">24. Oktober 2007]), wenn der Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegt</span><br/> <span class="ft5">worden ist und eine definitive Rückkehr in die Schweiz vor Ablauf</span><br/> <span class="ft5">von sechs Monaten nicht erfolgt (Andreas Zünd/Ladina Arquint Hill,</span><br/> <span class="ft5">Beendigung der Anwesenheit, Entfernung und Fernhaltung, in:</span><br/> <span class="ft5">Handbücher für die Anwaltspraxis, Band VIII, Ausländerrecht, Peter</span><br/> <span class="ft5">Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.],</span><br/> <span class="ft5">2. Aufl., Basel 2009, Rz. 8.9). Wird innert der Frist ein Gesuch ge-</span><br/> <span class="ft5">stellt, so kann die Bewilligung während vier Jahren - bisher während</span><br/> <span class="ft5">zwei Jahren (Art. 9 Abs. 3 lit. c ANAG) - aufrechterhalten werden</span><br/> <span class="ft5">(Art. 61 Abs. 2 AuG in Verbindung mit Art. 79 Abs. 2 VZAE).</span><br/> <span class="ft5">2.2. Gemäss der bisherigen, auch unter dem neuen Recht an-</span><br/> <span class="ft5">wendbaren Rechtsprechung muss der Lebensmittelpunkt nach der</span><br/> <span class="ft5">Gesamtheit der objektiven äusseren Umstände bestimmt werden.</span><br/> <span class="ft5">Nicht massgeblich, auch nicht subsidiär, ist dabei der zivilrechtliche</span><br/> <span class="ft5">Begriff des Wohnsitzes. Insbesondere ist nicht darauf abzustellen, ob</span><br/> <span class="ft5">die betroffene ausländische Person ihren Lebensmittelpunkt ins Aus-</span><br/> <span class="ft5">land verlegen <i>wollte</i>, vor allem dann nicht, wenn den migrations-</span><br/> <span class="ft5">rechtlichen Behörden keine vorgängige Mitteilung des künftigen</span><br/> <span class="ft5">Auslandaufenthalts gemacht wurde. Ausschlaggebend für die Be-</span><br/> <span class="ft5">stimmung des Lebensmittelpunktes ist die Intensität der Beziehung</span><br/> <span class="ft5">des Betroffenen zu einem Ort. Zu berücksichtigen sind dabei objek-</span><br/> <span class="ft5">tive Umstände wie beispielsweise die Wohnverhältnisse, Beziehun-</span><br/> <span class="ft5">gen zu Familienangehörigen, Bekannten und Freunden oder der Auf-</span><br/> <span class="ft5">bewahrungsort der persönlichen Gegenstände. Ein weiteres Indiz</span><br/> <span class="ft5">stellt zudem die Dauer der Aufenthalte an den zur Diskussion stehen-</span><br/> <span class="ft5">den Orten dar. Nicht zulässig ist es, den Lebensmittelpunkt <i>allein</i> an</span><br/> <span class="ft5">der Dauer der Aufenthalte im Ausland bzw. in der Schweiz zu mes-</span><br/> <span class="ft5">sen (vgl. Urteil des Rekursgerichts 1-BE.2008.2 vom 22. August</span><br/> <span class="ft5">2008, E. II/3 mit Hinweis).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">BeschwerdengegenEinspracheentscheidedesM...</span> <span class="page_no">351</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">2.3. Auch ein Kind, das bloss zwecks Schulbesuches im Aus-</span><br/> <span class="ft5">land weilt und damit den Lebensmittelpunkt am Wohnsitz der Eltern</span><br/> <span class="ft5">behält, kann die Niederlassungsbewilligung verlieren, wenn es sich</span><br/> <span class="ft5">länger als sechs Monate im Ausland aufhält. Eine Erleichterung be-</span><br/> <span class="ft5">steht in solchen Fällen nur insoweit, als (fristgerechte) periodische</span><br/> <span class="ft5">kurze Aufenthalte bei den Eltern während der Schulferien für die</span><br/> <span class="ft5">Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung in der Regel genü-</span><br/> <span class="ft5">gen (Urteil des Bundesgerichts 2A.153/2002, E. 3.2 mit Hinweisen).</span><br/> <span class="ft5">Gemäss bundesgerichtlicher Praxis darf demgegenüber bei inzwi-</span><br/> <span class="ft5">schen volljährigen Personen, die sich seit dem zwölften Lebensjahr</span><br/> <span class="ft5">vorwiegend im Heimatland aufhalten und dort seit zehn bzw. sieben</span><br/> <span class="ft5">Jahren eine schulische Ausbildung besuchen, davon ausgegangen</span><br/> <span class="ft5">werden, dass sich ihr Lebensmittelpunkt im Heimatland befindet und</span><br/> <span class="ft5">dies selbst wenn die Eltern und Geschwister dauernd in der Schweiz</span><br/> <span class="ft5">leben (unveröffentlichter BGE 2A.311/1999 vom 26. November</span><br/> <span class="ft5">1999, E. 2c).</span><br/> <span class="ft5">3.</span><br/> <span class="ft5">3.1. Im vorliegenden Fall steht unbestrittenermassen fest, dass</span><br/> <span class="ft5">sich die Beschwerdeführerin weder aus der Schweiz offiziell abge-</span><br/> <span class="ft5">meldet noch ein Gesuch um Aufrechterhaltung der Niederlassungs-</span><br/> <span class="ft5">bewilligung gestellt hat.</span><br/> <span class="ft5">3.2.</span><br/> <span class="ft5">3.2.1. Den Akten lässt sich entnehmen, dass die Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führerin in der Schweiz geboren wurde, wo auch ihre Eltern und ihr</span><br/> <span class="ft5">Bruder sowie weitere Verwandte leben, und sie hier ihre ersten Le-</span><br/> <span class="ft5">bensjahre verbrachte. Im Alter von knapp zehn Jahren wurde sie von</span><br/> <span class="ft5">ihren Eltern zu Ausbildungszwecken an eine Privatschule in die Tür-</span><br/> <span class="ft5">kei geschickt. In der Folge absolvierte sie dort - wiederum während</span><br/> <span class="ft5">knapp zehn Jahren - ihre schulische Ausbildung, welche sie am</span><br/> <span class="ft5">13. Juni 2008, rund eineinhalb Jahre nach Erreichen der Volljährig-</span><br/> <span class="ft5">keit, erfolgreich abschloss. Während dieser Zeit wohnte die Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführerin offenbar - zumindest anfänglich - bei einer Tante</span><br/> <span class="ft5">mütterlicherseits. Gemäss den eingereichten Passkopien kehrte die</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin im fraglichen Zeitraum regelmässig in die</span><br/> <span class="ft5">Schweiz zurück, hielt sich jedoch meistens in der Türkei auf. Aus</span><br/> <span class="ft5">den Akten ist im Übrigen ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin in</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">RekursgerichtimAusländerrecht</span> <span class="page_no">352</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">der Schweiz krankenversichert blieb und auch hier ihre Steuererklä-</span><br/> <span class="ft5">rungen ausfüllte.</span><br/> <span class="ft5">3.2.2. Sowohl die sehr lange Dauer des Auslandaufenthalts als</span><br/> <span class="ft5">auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin nach Erreichen der</span><br/> <span class="ft5">Volljährigkeit in der Türkei verblieb, sind praxisgemäss gewichtige</span><br/> <span class="ft5">Indizien dafür, dass sich ihr Lebensmittelpunkt - zumindest gegen</span><br/> <span class="ft5">Ende ihres Aufenthalts im Heimatland - nicht mehr in der Schweiz,</span><br/> <span class="ft5">sondern in der Türkei befand. Im Weiteren verfügt die Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führerin im Heimatland offenbar über eine Tante mütterlicherseits,</span><br/> <span class="ft5">die sich ihrer Betreuung angenommen hat. Diese enge persönliche</span><br/> <span class="ft5">Beziehung zu einer in der Türkei lebenden Person kann ebenfalls als</span><br/> <span class="ft5">Hinweis dafür gewertet werden, dass der Aufenthalt der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führerin in der Türkei mehr als bloss vorübergehenden Charakter</span><br/> <span class="ft5">hatte.</span><br/> <span class="ft5">Zwar bestehen auf der anderen Seite verschiedene Anhalts-</span><br/> <span class="ft5">punkte, die gegen die Absicht einer definitiven "Rückkehr" der Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführerin in die Türkei sprechen. Zu erwähnen ist diesbezüg-</span><br/> <span class="ft5">lich insbesondere, dass der dortige Aufenthalt stets an die schulische</span><br/> <span class="ft5">Ausbildung geknüpft war, die Beschwerdeführerin regelmässig zu</span><br/> <span class="ft5">ihrer Familie in der Schweiz zurückkehrte und auch in administrati-</span><br/> <span class="ft5">ver Hinsicht ihre Verbindungen zur Schweiz nicht vollständig ab-</span><br/> <span class="ft5">brach (Krankenversicherung, Steuererklärung). Die Verlegung des</span><br/> <span class="ft5">Lebensmittelpunktes ins Ausland ist indessen nicht erst dann zu beja-</span><br/> <span class="ft5">hen, wenn sämtliche Beziehungen zur Schweiz endgültig abgebro-</span><br/> <span class="ft5">chen wurden. Die Niederlassungsbewilligung soll es der ausländi-</span><br/> <span class="ft5">schen Person nämlich ermöglichen, dauerhaft in der Schweiz leben</span><br/> <span class="ft5">zu können, und bezweckt nicht, ihr ein Aufenthaltsrecht einzuräu-</span><br/> <span class="ft5">men, auf das sie sich falls nötig eines Tages berufen kann (vgl. un-</span><br/> <span class="ft5">veröffentlichter BGE 2A.311/1999 vom 26. November 1999, E. 2b).</span><br/> <span class="ft5">3.2.3. Bei dieser Sachlage kommt das Rekursgericht zum</span><br/> <span class="ft5">Schluss, dass sich der Lebensmittelpunkt der Beschwerdeführerin -</span><br/> <span class="ft5">zumindest gegen Ende ihres beinahe zehnjährigen Aufenthalts im</span><br/> <span class="ft5">Heimatland - in der Türkei befand und die zwischenzeitlichen Besu-</span><br/> <span class="ft5">che während der Schulferien bei ihrer Familie in der Schweiz nicht</span><br/> <span class="ft5">geeignet waren, die Frist von sechs Monaten zu unterbrechen. Es ist</span><br/> <span class="ft5">daher nicht zu beanstanden, wenn das Migrationsamt und die Vorin-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">BeschwerdengegenEinspracheentscheidedesM...</span> <span class="page_no">353</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">stanz zum Schluss gelangt sind, dass die Niederlassungsbewilligung</span><br/> <span class="ft5">der Beschwerdeführerin erloschen sei. In diesem Zusammenhang</span><br/> <span class="ft5">kann es letztlich offen bleiben, ob das Erlöschen bereits vor dem</span><br/> <span class="ft5">1. Januar 2008 - und somit noch unter der Herrschaft von Art. 9</span><br/> <span class="ft5">Abs. 3 lit. c ANAG - eintrat oder erst danach (vgl. oben E. II/2.1).</span><br/> <span class="ft5">4.</span><br/> <span class="ft5">4.1. Entsprechend dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft5">bleibt somit zu prüfen, ob ihr allenfalls gestützt auf Art. 30 Abs. 1</span><br/> <span class="ft5">lit. k AuG eine Aufenthaltsbewilligung hätte erteilt werden müssen.</span><br/> <span class="ft5">4.2.</span><br/> <span class="ft5">4.2.1. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. k AuG kann von den Zulas-</span><br/> <span class="ft5">sungsvoraussetzungen abgewichen werden, um die Wiederzulassung</span><br/> <span class="ft5">von Ausländerinnen und Ausländern, die im Besitz einer Aufenthalts-</span><br/> <span class="ft5">oder Niederlassungsbewilligung waren, zu erleichtern. Die Möglich-</span><br/> <span class="ft5">keit der Wiederzulassung wurde auf Verordnungsebene unter ande-</span><br/> <span class="ft5">rem durch Art. 49 VZAE konkretisiert. Diese Bestimmung wurde per</span><br/> <span class="ft5">1. Januar 2009 revidiert (AS 2008 6273). Da die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft5">erstmals in ihrer Einsprache vom 6. Oktober 2009 eventualiter um</span><br/> <span class="ft5">Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ersuchte, ist für diese Frage</span><br/> <span class="ft5">vorliegend grundsätzlich auf die heute gültige Fassung von Art. 49</span><br/> <span class="ft5">VZAE abzustellen (vgl. Art. 126 Abs. 1 AuG). Art. 49 Abs. 1 VZAE</span><br/> <span class="ft5">sieht vor, dass an Ausländerinnen und Ausländer, die früher im Be-</span><br/> <span class="ft5">sitz einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung waren, Kurz-</span><br/> <span class="ft5">aufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligungen erteilt werden können,</span><br/> <span class="ft5">wenn ihr früherer Aufenthalt in der Schweiz mindestens fünf Jahre</span><br/> <span class="ft5">gedauert hat und nicht nur vorübergehender Natur war (lit. a), und</span><br/> <span class="ft5">ihre freiwillige Ausreise aus der Schweiz nicht länger als zwei Jahre</span><br/> <span class="ft5">zurückliegt (lit. b).</span><br/> <span class="ft5">4.2.2. Dem Bericht des Bundesamts für Migration (BFM) zum</span><br/> <span class="ft5">Vernehmlassungsentwurf der VZAE vom 28. März 2007 ist zu ent-</span><br/> <span class="ft5">nehmen, dass die Regelung von Art. 49 VZAE weitgehend der frühe-</span><br/> <span class="ft5">ren Praxis des BFM in diesen Fällen gestützt auf Art. 13 lit. f der</span><br/> <span class="ft5">Verordnung über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (BVO) vom</span><br/> <span class="ft5">6. Oktober 1986 entspricht (Bericht Vernehmlassungsentwurf zur</span><br/> <span class="ft5">VZAE, S. 13). Das Bundesgericht hat in seiner Praxis zu Art. 13 lit. f</span><br/> <span class="ft5">BVO wiederholt die Notwendigkeit einer Prüfung aller konkreten</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">RekursgerichtimAusländerrecht</span> <span class="page_no">354</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Umstände des Einzelfalles unterstrichen (statt vieler BGE 130 II 39,</span><br/> <span class="ft5">E. 3, S. 42). Weder aus dem Wortlaut von Art. 30 Abs. 1 lit. k AuG</span><br/> <span class="ft5">noch aus den Materialen ist ersichtlich, dass der Gesetzgeber anstelle</span><br/> <span class="ft5">der bisherigen umfassenden Einzelfallprüfung die Wiederzulassung</span><br/> <span class="ft5">lediglich noch unter abschliessend aufgezählten Voraussetzungen</span><br/> <span class="ft5">hätte zulassen wollen.</span><br/> <span class="ft5">4.2.3. Sinn und Zweck von Art. 30 Abs. 1 lit. k AuG in Verbin-</span><br/> <span class="ft5">dung mit Art. 49 VZAE ist es offenbar, Personen, die aufgrund eines</span><br/> <span class="ft5">langjährigen Voraufenthalts in der Schweiz eine intensive Beziehung</span><br/> <span class="ft5">zu unserem Land aufgebaut haben und trotz Ausreise weiterhin über</span><br/> <span class="ft5">eine enge Bindung zu unserem Land verfügen, die Anwesenheit (und</span><br/> <span class="ft5">Erwerbstätigkeit) unter erleichterten Bedingungen wieder zu gestat-</span><br/> <span class="ft5">ten. Entsprechend der bisherigen Praxis werden diese Voraussetzun-</span><br/> <span class="ft5">gen bei einem mindestens fünfjährigen dauerhaften Voraufenthalt</span><br/> <span class="ft5">und einer maximal zwei Jahre zurückliegenden, freiwilligen Ausreise</span><br/> <span class="ft5">regelmässig erfüllt sein. Es ist jedoch nicht ersichtlich, weshalb bei-</span><br/> <span class="ft5">spielsweise bei einem bedeutend längeren Voraufenthalt in der</span><br/> <span class="ft5">Schweiz nicht auch eine zwei Jahre überschreitende Landesabwesen-</span><br/> <span class="ft5">heit den gesetzlichen Anforderungen noch genügen könnte. Indem</span><br/> <span class="ft5">der Verordnungsgeber in Art. 49 Abs. 1 VZAE die Tatbestandsvor-</span><br/> <span class="ft5">aussetzungen für die Wiederzulassung abschliessend formuliert und</span><br/> <span class="ft5">damit starre Fristen eingeführt hat, hat er demnach sein Ermessen</span><br/> <span class="ft5">überschritten (vgl. auch die Kritik von Peter Uebersax, Einreise und</span><br/> <span class="ft5">Anwesenheit, in: Handbücher für die Anwaltspraxis, Band VIII, Aus-</span><br/> <span class="ft5">länderrecht, Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas</span><br/> <span class="ft5">Geiser [Hrsg.], 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.188).</span><br/> <span class="ft5">4.2.4. Die in Art. 49 Abs. 1 VZAE aufgelisteten Kriterien sind</span><br/> <span class="ft5">somit bei gesetzeskonformer Auslegung nicht abschliessend zu ver-</span><br/> <span class="ft5">stehen, sondern es sind - wie schon unter altem Recht - sämtliche</span><br/> <span class="ft5">konkreten Umstände des Einzelfalles in die Würdigung miteinzube-</span><br/> <span class="ft5">ziehen.</span><br/> <span class="ft5">5.</span><br/> <span class="ft5">5.1. Wie bereits erwähnt, wurde die Beschwerdeführerin am</span><br/> <span class="ft5">13. November 1988 in M. geboren und hat dort knapp zehn Jahre</span><br/> <span class="ft5">gelebt, bis sie von ihren Eltern im Jahre 1998 zu Beginn der dritten</span><br/> <span class="ft5">Primarklasse aus der öffentlichen Schule genommen und in eine Pri-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">BeschwerdengegenEinspracheentscheidedesM...</span> <span class="page_no">355</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">vatschule in die Türkei geschickt wurde. In der Folge lebte die Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführerin vorwiegend in ihrem Heimatland und hielt sich zu</span><br/> <span class="ft5">Besuchszwecken regelmässig bei ihrer Familie in der Schweiz auf,</span><br/> <span class="ft5">bis sie gemäss eigenen Angaben im März 2008 - als Folge der Ver-</span><br/> <span class="ft5">fahrenseinleitung durch das Migrationsamt - zu ihren Eltern in die</span><br/> <span class="ft5">Schweiz zurückkehrte.</span><br/> <span class="ft5">5.2. In den vorstehenden Erwägungen betreffend das Erlöschen</span><br/> <span class="ft5">der Niederlassungsbewilligung wurde festgestellt, dass sich der Le-</span><br/> <span class="ft5">bensmittelpunkt der Beschwerdeführerin - zumindest gegen Ende ih-</span><br/> <span class="ft5">res beinahe zehnjährigen (überwiegenden) Aufenthalts im Heimat-</span><br/> <span class="ft5">land - in der Türkei befand (vgl. oben E. II/3.2.3). Die Vorinstanz</span><br/> <span class="ft5">und das Migrationsamt gehen offenbar davon aus, dass die Verlegung</span><br/> <span class="ft5">des Lebensmittelpunktes und damit das Erlöschen der Niederlas-</span><br/> <span class="ft5">sungsbewilligung bereits im Jahre 1998 mit dem Vollzug des Schul-</span><br/> <span class="ft5">wechsels erfolgte und gleichzeitig dem Zeitpunkt der Ausreise im</span><br/> <span class="ft5">Sinne von Art. 49 Abs. 1 lit. b VZAE entspricht.</span><br/> <span class="ft5">Dazu ist zunächst festzuhalten, dass die Annahme, die Nieder-</span><br/> <span class="ft5">lassungsbewilligung der Beschwerdeführerin sei bereits im Jahre</span><br/> <span class="ft5">1998 erloschen, in den Akten keine hinreichende Stütze findet, zumal</span><br/> <span class="ft5">praxisgemäss auch über vier Jahre dauernde Schulaufenthalte von</span><br/> <span class="ft5">Minderjährigen im Heimatland in der Regel nicht genügen, um be-</span><br/> <span class="ft5">reits von einer Verlegung des Lebensmittelpunktes auszugehen (vgl.</span><br/> <span class="ft5">BGE 2A.66/2000 vom 26. Juli 2000, E. 4b). Die vorhandenen Unter-</span><br/> <span class="ft5">lagen legen den Schluss nahe, dass die Beschwerdeführerin als Folge</span><br/> <span class="ft5">ihrer schlechten Schulleistungen in der Schweiz anfänglich bloss</span><br/> <span class="ft5">versuchsweise in eine Privatschule in die Türkei geschickt wurde</span><br/> <span class="ft5">und sich ihr Lebensmittelpunkt daher in den ersten Jahren, in denen</span><br/> <span class="ft5">sie sich vorwiegend in der Türkei aufhielt, noch in der Schweiz be-</span><br/> <span class="ft5">fand.</span><br/> <span class="ft5">Im Weiteren ist unklar, ob der Zeitpunkt des Erlöschens der</span><br/> <span class="ft5">Niederlassungsbewilligung infolge Verlassens der Schweiz während</span><br/> <span class="ft5">mehr als sechs Monaten gemäss Art. 61 Abs. 2 AuG - wie von der</span><br/> <span class="ft5">Vorinstanz und dem Migrationsamt angenommen - effektiv dem</span><br/> <span class="ft5">Zeitpunkt der Ausreise im Sinne von Art. 49 Abs. 1 lit. b VZAE ent-</span><br/> <span class="ft5">spricht. Diese Frage braucht vorliegend jedoch nicht abschliessend</span><br/> <span class="ft5">beantwortet zu werden, da es für die hier interessierende Frage gar</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">RekursgerichtimAusländerrecht</span> <span class="page_no">356</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">nicht zwingend erforderlich ist, einen formellen Ausreisezeitpunkt zu</span><br/> <span class="ft5">bestimmen. Zu entscheiden ist, ob die Beschwerdeführerin aufgrund</span><br/> <span class="ft5">ihres langjährigen Voraufenthalts über eine derart enge Beziehung</span><br/> <span class="ft5">zur Schweiz verfügt, die es sachlich rechtfertigt, ihr gestützt auf</span><br/> <span class="ft5">Art. 30 Abs. 1 lit. k AuG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 1 VZAE</span><br/> <span class="ft5">eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Dazu bedarf es - wie weiter</span><br/> <span class="ft5">oben bereits dargelegt wurde (vgl. E. II/4.2.3 f.) - einer umfassenden</span><br/> <span class="ft5">Würdigung aller konkreten Umstände des Einzelfalles und kann</span><br/> <span class="ft5">nicht einzig auf den Zeitpunkt der Ausreise im Sinne von Art. 49</span><br/> <span class="ft5">Abs. 1 lit. b VZAE abgestellt werden.</span><br/> <span class="ft5">5.3. Die Vorinstanz und das Migrationsamt haben die Erteilung</span><br/> <span class="ft5">einer Bewilligung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. k AuG in Verbindung</span><br/> <span class="ft5">mit Art. 49 Abs. 1 VZAE einzig mit dem Hinweis abgelehnt, dass die</span><br/> <span class="ft5">freiwillige Ausreise der Beschwerdeführerin aus der Schweiz länger</span><br/> <span class="ft5">als zwei Jahre zurückliege. Eine Würdigung der konkreten Umstände</span><br/> <span class="ft5">des Einzelfalles wurde hingegen nicht vorgenommen. Insbesondere</span><br/> <span class="ft5">wurde weder die lange Dauer des Voraufenthalts in der Schweiz noch</span><br/> <span class="ft5">die regelmässige Rückkehr der - anfänglich noch minderjährigen -</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin in die Schweiz während der Ausbildungszeit in</span><br/> <span class="ft5">der Türkei noch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin vor Ab-</span><br/> <span class="ft5">lauf von zwei Jahren nach Erreichen der Volljährigkeit definitiv in</span><br/> <span class="ft5">die Schweiz zurückkehrte, in die Erwägungen miteinbezogen.</span><br/> <span class="ft5">Indem sich die zuständigen Behörden durch die zweijährige</span><br/> <span class="ft5">Frist von Art. 49 Abs. 1 lit. b VZAE als gebunden betrachtet haben,</span><br/> <span class="ft5">obschon sie nach Gesetz berechtigt - und auch verpflichtet - gewesen</span><br/> <span class="ft5">wären, nach Ermessen zu handeln, haben sie das ihnen von Gesetzes</span><br/> <span class="ft5">wegen zustehende Ermessen unterschritten. Die Ermessensunter-</span><br/> <span class="ft5">schreitung ist - im Gegensatz zur Ermessensüberschreitung - in § 9</span><br/> <span class="ft5">Abs. 2 lit. a [des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht (EGAR)</span><br/> <span class="ft5">vom 25. November 2008] zwar nicht ausdrücklich erwähnt. Sie stellt</span><br/> <span class="ft5">jedoch ebenso wie die Ermessensüberschreitung eine Rechtsverlet-</span><br/> <span class="ft5">zung dar (vgl. BGE 116 V 307, E. 2 mit Hinweisen) und fällt somit</span><br/> <span class="ft5">in die Kognition des Rekursgerichts. Die vorliegende Beschwerde ist</span><br/> <span class="ft5">daher insoweit gutzuheissen und das Verfahren an das Migrationsamt</span><br/> <span class="ft5">zur neuerlichen Beurteilung zurückzuweisen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">BeschwerdengegenEinspracheentscheidedesM...</span> <span class="page_no">357</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">6.</span><br/> <span class="ft5">6.1. In seinem neuen Entscheid wird das Migrationsamt für die</span><br/> <span class="ft5">Frage, ob der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. k</span><br/> <span class="ft5">AuG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 1 VZAE eine Aufenthaltsbe-</span><br/> <span class="ft5">willigung zu erteilen ist, insbesondere zu berücksichtigen haben, dass</span><br/> <span class="ft5">die Beschwerdeführerin seit ihrer Geburt im Besitz einer Niederlas-</span><br/> <span class="ft5">sungsbewilligung war, beinahe ihre ersten zehn Lebensjahre - mithin</span><br/> <span class="ft5">fast doppelt so viele Jahre wie in Art. 49 Abs. 1 lit. b VZAE verlangt</span><br/> <span class="ft5">- in der Schweiz verbracht hat und auch während ihres anschliessen-</span><br/> <span class="ft5">den Aufenthalts in der Türkei in den Schulferien regelmässig in die</span><br/> <span class="ft5">Schweiz zurückgekehrt ist, um ihre hier lebende Familie zu besu-</span><br/> <span class="ft5">chen. Damit ist im Hinblick auf den Voraufenthalt und die familiären</span><br/> <span class="ft5">Verhältnisse von einer besonders engen Beziehung zur Schweiz aus-</span><br/> <span class="ft5">zugehen und bestehen gewichtige Anhaltspunkte, dass die Beschwer-</span><br/> <span class="ft5">deführerin ihre enge Verbindung zu unserem Land während ihrer</span><br/> <span class="ft5">Schulzeit in der Türkei nur teilweise ab- bzw. unterbrochen hat. Im</span><br/> <span class="ft5">Weiteren wird in die Prüfung miteinzubeziehen sein, dass der Auf-</span><br/> <span class="ft5">enthalt der Beschwerdeführerin in der Türkei stets an ihre schulische</span><br/> <span class="ft5">Ausbildung geknüpft war und bis zum Erreichen der Volljährigkeit</span><br/> <span class="ft5">durch ihre Eltern bestimmt worden war. Auch wenn sich minderjäh-</span><br/> <span class="ft5">rige Kinder das Verhalten ihrer Eltern grundsätzlich anzurechnen las-</span><br/> <span class="ft5">sen haben, muss im Rahmen einer umfassenden Einzelfallprüfung</span><br/> <span class="ft5">angemessen gewürdigt werden, dass der Besuch einer Privatschule</span><br/> <span class="ft5">im Heimatland nicht auf einem eigenen Entschluss der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führerin gründete und sich ihr Türkeiaufenthalt absolut überwiegend</span><br/> <span class="ft5">auf die Zeit ihrer Minderjährigkeit konzentrierte. Die Rückkehr der</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin in die Schweiz erfolgte bereits rund eineinhalb</span><br/> <span class="ft5">Jahre (und nicht etwa erst nach zwei Jahren) nach Erreichen der Voll-</span><br/> <span class="ft5">jährigkeit. Im Übrigen wird auch zu berücksichtigen sein, dass die</span><br/> <span class="ft5">ursprüngliche Zulassung der Beschwerdeführerin in der Schweiz im</span><br/> <span class="ft5">Rahmen des Familiennachzugs erfolgte und arbeitsmarktlichen Über-</span><br/> <span class="ft5">legungen aus diesem Grund bei der Frage der erleichterten Wieder-</span><br/> <span class="ft5">zulassung kein vorrangiges Gewicht beigemessen werden kann.</span><br/> <span class="ft5">6.2. Sollte das Migrationsamt zum Schluss gelangen, dass die</span><br/> <span class="ft5">Voraussetzungen von Art. 30 Abs. 1 lit. k AuG in Verbindung mit</span><br/> <span class="ft5">Art. 49 Abs. 1 VZAE erfüllt sind, wird es schliesslich zu prüfen ha-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">RekursgerichtimAusländerrecht</span> <span class="page_no">358</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">ben, ob der Bewilligungserteilung allenfalls überwiegende öffentli-</span><br/> <span class="ft5">che Interessen entgegenstehen. Diesbezüglich wird das Migrations-</span><br/> <span class="ft5">amt namentlich die persönlichen, sprachlichen und beruflichen</span><br/> <span class="ft5">(Re-)Integrationsaussichten der Beschwerdeführerin in der Schweiz</span><br/> <span class="ft5">abzuwägen haben. Aufgrund der Akten kann diesbezüglich davon</span><br/> <span class="ft5">ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin mit der deutschen</span><br/> <span class="ft5">Sprache und der schweizerischen Kultur offenbar nach wie vor ver-</span><br/> <span class="ft5">traut ist. Ferner leben ihre Eltern, ihr Bruder sowie weitere nahe Ver-</span><br/> <span class="ft5">wandte in der Schweiz, was der (Re-)Integration ebenfalls förderlich</span><br/> <span class="ft5">sein dürfte. Hinsichtlich der beruflichen Integrationsperspektiven</span><br/> <span class="ft5">fällt schliesslich ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin über ei-</span><br/> <span class="ft5">nen sehr guten Mittelschulabschluss und über sehr gute Englisch-</span><br/> <span class="ft5">Kenntnisse verfügt.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>