B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1325/2013 U r t e i l v o m 13 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), Richter Hans Schürch; Richterin Claudia Cotting-Schalch; Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy Parteien A._______, geboren (…), Ägypten, vertreten durch lic. iur. Peter Frei, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. Februar 2013 / N_______. D-1325/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen Heimat - staat am 26. April 2011 und gelangte am 8. August 2011 illegal in die Schweiz, wo er am selben Tag ein Asylgesuch stellte. B. Am 18. August 2011 fand die Befragung zur Person (Kurzbefragung) statt. Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er sei ägyptischer Staat s- angehöriger, stamme aus B._______, wo er seit seiner Geburt gelebt ha- be und wo seine Ehefrau, seine drei Kinder, seine Eltern und seine insge- samt fünf Geschwister noch immer leben würden. In seiner Heimat habe er zwölf Jahre die Schule besucht und a ls Schweisser, Techniker und im Sicherheitsdienst einer Bank gearbeitet. Am 12. April 2012 fand die Anhö- rung des Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen (Anhörung) statt. C. C.a Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerde führer im Wesentlichen geltend, im Jahr 2000 habe er eine Maschine für Schweissarbeiten erfunden und sie vom ägyptischen Staat patentieren lassen wollen. Seit 2003 habe er bei einem staatlichen Schweissbetrieb gearbeitet und im Jahr 2005 habe er von einem Vorgesetzen erfahren, dass die Maschine nicht realisiert werden könne. Darauf habe er Protest - briefe verfasst, woraufhin er im Juni 2005 entlassen worden sei. Zu Ha u- se habe er an einer weiteren Maschine gearbeitet. Der staatliche Schweissbetrieb sowie das Erdölministerium hätten sich jedoch nicht für seine Erfindung interessiert und ihn nicht empfangen. Aus diesem Grund habe er im Juli 2005 die C._______ Botschaft aufgesucht und sein Pr o- jekt vorgestellt. Beim Verlassen der Botschaft sei er von Beamten mitge- nommen und zu den Demonstrationen befragt worden. Seither werde er ständig vom staatlichen Sicherheitsdienst überwacht. Im März 2011 sei er von Sicherheitsbeamten mitgenommen und zu den Demonstrationen b e- fragt word en. Nach einem Tag sei er aber wieder freigelassen worden, weil er die Fragen der Beamten nicht habe beantworten können. Im April 2011 habe er Ägypten verlassen, weil er die ständige Überwachung durch den Staat nicht mehr ertragen und um sein Leben gefürchtet habe. C.b Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer eine ägyptische Identitätskarte ein. Zur Untermauerung seiner Erfindung reich- te er einen Patentantrag und einen Handelsregisterauszug ins Recht, und D-1325/2013 Seite 3 als Beweis für seine Parteimitgliedsc haft reicht er eine Parteikarte in K o- pie zu den Akten. D. D.a Mit Verfügung vom 8. Februar 2013 – eröffnet am 11. Februar 2013 – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz an und erachtete den Vollzug de r Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich. Zur Begründung wurde unter anderem ausgeführt, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten teils den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 1 42.31), teils denjenigen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. D.b Die Vorbringen des Beschwerdeführers würden in wesentlichen Punkten erhebliche Widersprüche aufweisen. So habe er bei der Kurzb e- fragung angegeben, er habe mit der C._______ Botschaft Kontakt aufge- nommen und sei beim Verlassen der Botschaft verhaftet worden (vgl. A k- ten der Vorinstanz A4/11 S. 6). Bei der Anhörung habe er hingegen er- klärt, er sei auf dem Weg zur Botschaft an gehalten und verhaftet worden (vgl. A13/20 S. 3 F. 22 f.). Da der Besuch der C._______ Botschaft ein zentraler Punkt seines Vorbringens sei, wäre zu erwarten gewesen, dass er diesbezüglich übereinstimmende Angaben hätte machen können. Auch in den Zeitangaben des Beschwerdeführers würden sich erhebliche W i- dersprüche zeigen. So habe er bei der Kurzbefragung geltend gemacht, er habe die C._______ Botschaft im Jahr 2005 aufge sucht (vgl. A4/11 S. 6), um dann bei der Anhörung das Jahr 2010 zu nennen und von e i- nem zusätzlichen Besuch der Botschaft im Jahr 2001 zu sprechen, den er bei der Kurzbefragung nicht genannt habe (vgl. A13/20 S. 3 F. 22). Auch bezüglich des ersten Besuches habe der Beschwerdeführer bei der Anhö- rung widersprüchliche Angaben gemacht. So habe er den ersten Besuch anfänglich auf das Jahr 2001 datie rt (vgl. A13/20 S. 3 F. 22), dann das Jahr 2002 genannt und über mehrere Fragen hinweg daran festgehalten (vgl. A13/20 S. 4 F. 27 ff.). Auf entsprechenden Vorhalt hin, er habe bei der Kurzbefragung das Jahr 2005 angegeben und bei der Anhörung das Jahr 2002 genannt, habe der Beschwerdeführer bestritten, das Jahr 2002 genannt zu haben, es habe sich alles im Jahr 2001 zugetragen (vgl. A13/20 S. 6 F. 48 ff.). Damit sei er nicht auf den Widerspruch zwischen den einzelnen Daten eingegangen und habe diesen folglic h auch nicht auflösen können. Weitere Widersprüche würden sich in den Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich des Zeitpunktes sowie der Dauer der geltend gemachten Haftaufenthalte zeigen. Bei der Kurzbefragung habe D-1325/2013 Seite 4 er eine fünftägige Haft im Jahr 2005 sow ie eine eintägige Haft im Jahr 2011 erwähnt (vgl. A4/11 S. 5 f.). Bei der Anhörung habe er hingegen an- gegeben, im Jahr 2010 sei er zehn Tage lang in Haft gewesen (vgl. A13/20 S. 4 F. 28 f.). Auf die unterschiedlichen Daten aufmerksam g e- macht, habe der Beschwerdeführer bestritten, das Jahr 2011 erwähnt zu haben, um dann eine Frage später eine V erhaftung im Jahr 2011 geltend zu machen (vgl. A13/20 S. 7 F. 52 ff.). Auch die Schilderungen seiner poli- tischen Aktivitäten würden erhebliche Widersprüche aufweisen. Bei der Kurzbefragung habe er angegeben, im Februar 2011 an Demonstrationen […] teilgenommen zu haben, ansonsten sei er politisch nie aktiv gewesen (vgl. A4/11 S. 6). Bei der Anhörung habe er eine Parteimitgliedschaft ge l- tend gemacht. Er sei seit dem Jahr 1992 Mitglied der Oppositionspartei FEV. In dieser Eigenschaft habe er Podien veranstaltet und versucht, neue Mitglieder zu gewinnen (vgl. A13/20 S. 7 F. 54 ff.). Auf die Frage, warum er seine Parteimitgliedschaft bei der Kurzbefragung nicht erwähnt habe, erklärte der Beschwerdeführer , sie erwähnt zu haben, und sie sei ihm auch rückübersetzt worden (vgl. A13/20 S. 15 f. F. 140 ff.). Es sei j e- doch nicht davon auszugehen, dass der Dolmetscher Angaben überse t- ze, die nicht im Protokoll aufgeführt seien. Diese u ngereimte Aussage, würde demnach am Wahrheitsgehalt seines Engagement und dessen Folgen zweifeln las sen. Aufgrund dieser grossen und im Übrigen nicht abschliessend aufgezählten Widersprüche und Ungereimtheiten, sei es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft zu machen. An dieser Feststellung könnten auch die eingereichten Beweismittel nichts ändern, zumal diese keine Hinweis e auf die geltend gemachte Verfolgung enthielten. Ausserdem sei anzumer- ken, dass der Be schwerdeführer legal habe ausreisen können. Eigenen Angaben zufolge sei er auf dem Flughafen D._______ zwar angehalten worden, nachdem er den Behörden aber versichert habe, politisch nicht mehr aktiv zu sein, habe er ausreisen können (vgl. A13/20 S. 13 F. 116 ff.). Würde der ägyptische Staat die Aktivitäten des Beschwerdeführers tatsächlich als konkrete Gefahr für das System wahrnehmen, wäre nicht davon auszugehen, dass er die Kontrollen am Flughafen hätte passieren können. D.c Eine asylrelevante Verfolgung l iege nicht vor, wenn staatliche Mas s- nahmen rechtsstaatlich legitimen Zwecken dienen würden. Der Be - schwerdeführer habe bei der Anhörung geltend gemacht, er habe Geld gefälscht und werde deswegen von den Behörden gesucht. Dem sei a n- zumerken, dass disziplinare Verfahren wegen illegaler Tätigkeit als Gel d-D-1325/2013 Seite 5 fälscher absolut legitim seien. Aus diesem Grund komme diesem Vorbrin- gen des Beschwerdeführers keine Asylrelevanz zu. E. Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 12. März 2013 liess der Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung beantra- gen. In formeller Hinsicht wurde gerügt, die vom BFM offen gelegten Ak - ten seien unvollständig, insbesondere seien ihm die unter A12 registr ier- ten Beweismittel nicht zur Einsicht überlassen worden. Es seien dem Be- schwerdeführer diese Akten unter Ansetzung einer angemessenen Frist zur Stellungnahme nachträglich zur Verfügung zu stellen. Ferner sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewill igen und es sei ihm ein unen t- geltlicher Rechtsbeistand zu gewähren. F. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. April 2013 wurden dem Beschwerdeführer die Aktenstücke A5/1, A7/2, A8/1, A10/11, A12 sowie A14/1 in Kopie übermittelt, und die Gelegenheit eingeräumt, Stellung zu den ihm offengelegten Akten zu nehmen. Gleichzeitig wurde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet und die Vorinstanz zur Einreichung einer Stellungnahme aufgefordert. G. Mit Vernehmlassung vom 18. April 2013 be antrage das BFM die Abwe i- sung der Beschwerde. Bezüglich der Akteneinsicht hielt das BFM fest, es habe dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 17. April 2013 vollstä n- dige Akteneinsicht in die unter A12 registrierten Beweismittel gewährt. Bezüglich der auf Be schwerdeebene eingereichten Beweismittel – na- mentlich dem Schreiben […] und dem Gerichtsurteil vom […] hielt das BFM fest, dass Dokumenten in Kopie wenig Beweis kraft zukomme und anzumerken sei, dass ägyptische Gerichtsurteile leicht käuflich erwerbbar seien. Zudem widerspreche es der Logik, dass der Beschwerdeführer wegen einer Demonstrationsteilnahme gegen das gestürzte Mubarak - Regime nun im neuen politischen System verurteilt werden solle. Es b e- stehe somit keine begründete Befürchtung, dass er im Fall e einer Rüc k- kehr nach Ägypten ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG aus- gesetzt sein werde. H. Mit Eingabe vom 23. April 2013 liess auch jener Rechtsvertreter des Be-D-1325/2013 Seite 6 schwerdeführers fest halten, dem Aktenstück A12 zufolge habe sich der Verdacht des Diebstahls nicht erhärten lassen. Der Beschwerdeführer sei deshalb nicht bestraft worden. Zudem würden die zahlreichen Beweismit - tel, welche der Beschwerdeführer im erstinstanzlichen Verfahren einge - reicht habe, ein gewichtiges Indiz für seine Glaubhaftigkeit bilden. Ausser- dem befinde sich unter diesen Urkunden auch ein Ausweis über dessen Parteimitgliedschaft. I. I.a Mit Zwischenverfügung vom 26. April 2013 wurde dem Beschwerd e- führer unter Hinweis auf die Säumnisfolge, die Gelegenheit zur Stellun g- nahme zur Vernehmlassung der Vorinstanz bis zum 13. Mai 2013 eing e- räumt. I.b Mit Eingabe vom 10. Mai 2013 replizierte der Beschwerdeführer fris t- gerecht. Dabei führte er aus, e r halte grundsätzlich an seinen bisherigen Vorbringen und Standpunkten fest und ersuche das Bundesverwaltungs- gericht um Gutheissung seiner Anträge. Es treffe zu, dass ihm das BFM nachträglich Einsicht in die von ihm eingereicht en Beweismittel gewährt habe. Es sei für die Vorinstanz einfach, Beweismittel mit dem blossen Hinweis auf ihre Käuflichkeit zu disqualifizieren, währendem es an ihr wä- re, den Sachverhalt im Zweifelsfall durch zusätzliche Abklärungen zu e r- wahren. So betrachtet komme sie ihrer gesetzlichen Pflicht nicht nach. Hinzu komme, dass die geltend gemachte Verurteilung von Seiten de s BFM mit relativ einfachen Mitteln überprüft werden könne, nachdem der Beschwerdeführer seinerseits ein neues Vorbringen durch ein Dokument untermauert habe und somit seiner Mitwirkungspflicht nachgekommen sei. Seine Möglichkeiten seien damit erschöpft, w ährendem das BFM (durch Vermittlung des EDA) über deutlich überlegene Abklärungsmö g- lichkeiten und – kanäle verfüge. In materiell -rechtlicher Hinsicht sei fes t- zuhalten, dass die ägyptische Justiz heute noch mindestens teilweise mit Vertretern und Mitläufern der gestürzten Regierung Mubarak besetzt sei, weshalb die vom Beschwerdeführer geltend ge machte Verurteilung nicht ohne weiteres unglaubhaft erscheine. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden D-1325/2013 Seite 7 gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nic hts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Be - schwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Die verfahrensrechtlichen Rügen sind vorab zu prüfen, zumal die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen wäre, falls sich der Vorwurf der Verlet- zung des rechtlichen Gehörs bewahrheiten sollte. 3.1 Allgemein gilt im Verwaltungsverfahren der Untersuchungsgrundsatz und die Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheb- lichen Sachverhalts (Art. 6 AsylG i. V. m. Art. 12 VwVG). Diese behördl i- che Untersuchungspflicht wird durch die den Asylsuchenden gestützt auf Art. 8 AsylG auferlegte Mitwirkungspflicht eingeschränkt, wobei die G e- suchsteller insbesondere ihre Identität offenzulegen und bei der Anhörung D-1325/2013 Seite 8 der Behörde alle Gründe mitzuteilen haben, die für die Asylgewährung re- levant sein könnten (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2 m.w.H.). Was die daraus resultierenden Anforderungen an die mündliche Anhörung gemäss Art. 29 AsylG und den entsprechenden Anspruch auf rech tliches Gehör anb e- langt, so soll die Anhörung Gewähr dafür bieten, dass die asylsuchende Person ihre Asylgründe vollständig darlegen kann und diese von der Asylbehörde korrekt erfasst werden, wobei die mündliche Befragung in s- besondere auch dazu dient, gezielte Rückfragen zur Erhebung des Sach- verhalts zu stellen und Missverständnisse zu klären (vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2, BVGE 2007/30 E. 5.5.1 f.; WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylve r- fahrens, Basel/Frankfurt a.M.1990, S. 256 f.). 3.2 Diesen Anforderungen ist die Vorinstanz entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nachgekommen. Das Aussageverhalten des B e- schwerdeführer lässt nicht erkennen, dass er sich in einer derartigen Druck- oder Stresssituationen befand, dass er der Befragung nicht habe folgen beziehungsw eise nicht das habe sagen können, was er sagen wollte. Aufgrund des Befragungs- sowie des Anhörungsprotokolle gewinnt man vielmehr den Eindruck einer klar orientierten, geistig präsenten und selbstsicheren Person. Der Erklärungsversuch, wonach unter andere m die massiven Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Zeitangaben a l- lenfalls auf traumatisierende Erlebnisse des Beschwerdeführers zurüc k- zuführen seien oder einen Hinweis auf das Vorliegen einer psychischen Störung bilden könnten, und das BFM ohne nähere K lärungen fälschli- cherweise von einer intakten Urteilsfähigkeit ausgegangen sei und dieses Vorgehen eine unvollständige Sachverhaltsabklärung im Sinne von Art. 12 VwVG darstelle, ändert nichts daran, dass auf der formal -rechtlichen Ebene dem Beschwerdeführer von der Vorinstanz anlässlich der Befr a- gungen, namentlich während der mehrstündigen Anhö rung vom 12. April 2012 (13.30 Uhr bis 17.45 Uhr, inklusive Rückübersetzung), in ausre i- chender Weise die Möglichkeit zur vollständigen Darlegung all se iner Gründe gegeben wurde. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist im vorinstanzlichen Vorgehen nicht zu erblicken. 3.3 Im Übrigen verpflichtet Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 37 des Bundesgese t- zes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP , SR 273) die Behörde nicht, alles und jedes, was wünschbar wäre, abzuklären. Bei der Auswahl der Beweismittel berücksichtigt sie vielmehr deren Tauglic h- keit und Beweiskraft (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsver- fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 276). Zusätzliche Abklärungen sind insofern nur dann vorzunehmen, D-1325/2013 Seite 9 wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Ak- ten ergebender Anhaltspunkte Anlass besteht. Von beantragten Bewei s- vorkehren kann abgesehen werden, wenn der Sachverhalt, den eine Par- tei beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, wenn von vornherein gewiss ist, dass der angeb o- tene Beweis keine wesentlich neuen Erkenntnisse zu vermittel n vermag oder wenn die Behörde den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde ausreichend würdigen kann (vgl. KÖLZ/HÄNER a.a.O., Rz. 319 und 320; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162 mit Hinweis). Gelangt die Behörde bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, der zu beweisende Sachverhalt sei nicht rechtserheblich oder der angebotene Beweis nicht geeignet, weitere Abklärungen herbeizuführen, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. 3.4 Demnach hat das BFM seine Untersuchungspflicht nicht verletzt, i n- dem es weiter e Abklärungen beziehungsweise Botschaftsabklärungen unterlassen hat. Vielmehr durfte die Vorinstanz gestützt auf dem gerichts- notorischen Umstand, dass Beweismittel aller Art in der Heimat des B e- schwerdeführers leicht erwerb- und manipulierbar sind, davon ausgehen, dass diese nicht beweiskräftig sind. In antizipierter Beweiswürdigung ist somit festzustellen, dass eine ergänzende, vertiefte Sachverhaltsfestste l- lung bei der Beurteilung des vorliegenden Verfahrens nicht zu einem a n- deren Entscheid führen könnte, da die Vorbringen des Beschwerdefü h- rers offensichtlich unglaubhaft sind (siehe E. 7.1.). Die entsprechenden Beweisanträge werden demnach abgewiesen. 4. 4.1 In der Beschwerde wird des Weiteren gerügt, das BFM habe die Ak - ten nicht vollständig offengelegt, insbesondere die unter A 12 registrierten Akten. 4.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bezieht sich das Akten- einsichtsrecht auf sämtliche verfahrensbezogene Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden. Die Akteneinsicht ist de mnach auch zu gewähren, wenn die Ausübung des Akteneinsichtsrecht den En t- scheid in der Sache nicht zu beeinflussen vermag (vgl. Urteil des Schwei- zerischen Bundesgerichts vom 13. August 1996, 2A.444/1995). Das G e- setz hält zudem unmissverständlich fest, dass die Einsichtnahme in eige- ne Eingaben der Partei, ihre als Beweismittel eingereichten Urkunden und ihr eröffnete Verfügungen nicht verweigert werden darf (Art. 27 Abs. 3 VwVG). D-1325/2013 Seite 10 4.3 Mit Zwischenverfügung vom 9. April 2013 wurde dem Beschwerdefüh- rer Einsicht in die Aktenstücke A5/1, A7/2 und A8/1 […] sowie A10/11[…], A12 (Beweismittelkuvert) und A14/1 […] gewährt. Gleichzeitig erhielt er die Gelegenheit, bis zum 24. April 2013 Stellung zu den Akten zu ne h- men. Mit Eingabe vom 23. April 2013 liess sich der Beschwerdeführer fristgerecht vernehmen. 4.4 Zudem hat das BFM m it Schreiben vom 17. April 2013 dem B e- schwerdeführer ebenfalls vollständige Akteneinsicht in die Akte 12 g e- währt. Dies wurde denn auch vom Beschwerdeführer in seiner Stellun g- nahme vom 10. Mai 2013 bestätigt. 4.5 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, weshalb seine Verletzung grundsätzlich ohne weiteres - das heisst ungeachtet der mate- riellen Auswirkungen - zur Aufhe bung des daraufhin ergange nen En t- scheides führt (vgl. BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371 mit weiteren Hinweisen, BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332). Ausg e- hend von einer entsprechenden Praxis des Bundesgerichts hat allerdings die Rechtsprechung aus pro zessökonomischen Gründen Leitlinien für ei- ne Heilung von Gehörsverletzungen auf Beschwerdeebene entwickelt, nach welchen sich eine Au fhebung der angefochtenen Verfü gung und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz erübrigt, wenn das Versäumte nachgeholt wird, die Beschwerdeführenden dazu Stellung nehmen kö n- nen und der Beschwerdeinstanz im streitigen Fall die freie Überprüfung s- befugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsanwendung zukommt, sowie die festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die fe h- lende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Au f- wand hergestellt werden kann (vgl. EMARK 1994 Nr. 1 E. 6b S. 15 ff. und EMARK 2004 Nr. 38 E. 7.1 S. 265; vom BVGer bestätigt in BVGE 2007/30 E. 8.2, im gleichen Sinne BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332, wobei gemäss diesem Entscheid eine Heilung die Ausnahme bleiben soll). 4.6 Wie vorstehend bereits ausgeführt (vgl. E. 4.3) wurden dem B e- schwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 9. April 2013 die Aktenstü- cke A5/1, A7/2, A8/1, A10/11, A12 sowie A14/1 in Kopie übermittelt. Gleichzeitig wurde ihm die Gelegenheit gegeben, dazu bis am 24. April 2013, eine Stellungnahme einzureichen. Mit Eingabe vom 23. April 2013 liess er sich diesbezüglich vernehmen. Angesichts der dem Beschwerde- führer gewährten Gelegenheit zur Stellungnahme kann der vorliegende Verfahrensmangel als geheilt eracht et werden (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f.). D-1325/2013 Seite 11 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund - sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachtei len ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen p sychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli - chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte od er ver- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6. 6.1 Die Vorbringen in der Beschwerde vom 12. März 2013 sind nicht g e- eignet eine Änderung der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Argumentation der Vorinstanz werden keine stichhaltigen un d substanzi- ierten Gründe entgegengesetzt. Eine diesbezügliche Auseinandersetzung unterbleibt zwar nicht gänzlich. Die Ausführungen des Beschwerdeführers vermögen aber die Erwägungen des Bundesamtes nicht umzustossen, zumal der Beschwerdeführer die in der an gefochtenen Verfügung aufge- zeigten Unstimmigkeiten insgesamt nicht bestreitet, sondern nur den Einwand erhebt, die Unstimmigkeiten würden sich in erster Linie auf ko n- krete Zeitangaben und nicht auf Ortsangaben oder Ereignisse beziehen und im Übrigen sei de r summarische Charakter der Kurzbefragung sowie der zeitliche Abstand zwischen der Kurzbefragung und der Anhörung zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer hat aber den Wortlaut sämtlicher Protokolle mit seiner Unterschrift bestätigt und muss sich deshalb s eine Aussagen entgegenhalten lassen, zumal er die übersetzende Person a n- lässlich der Kurzbefragung "molto bene" (vgl. A4/11 S. 8) und anlässlich der Anhörung "gut" (vgl. A13/20 S. 1) verstanden haben will. Abgesehen davon beziehen sich die Unstimmigkeiten sehr wohl auf Ereignisse und nicht nur auf Datierungen. So will denn auch der Beschwerdeführer se i- nen Angaben bei der Kurzbefragung zufolge, zuvor noch nie im Ausland D-1325/2013 Seite 12 gewesen sein (vgl. A4/ 11. S. 8), währendem er bei der Anhörung erklärte, er habe nicht n ur in Ägypten, sondern auch in Saudi Arabien und im J e- men gearbeitet (vgl. A13/20 S. 17 F. 153). Soweit der Beschwerdeführer bei der Anhörung geltend machte, er habe bereits bei der Kurzbefragung seine Mitgliedschaft bei der Partei erwähnt , und es sei ihm auch so rück- übersetzt worden (vgl. A13/20 S. 15 f. F. 140 f.), ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bei der Anhörung das Protokoll ohne Rückübersetzung unterschreiben wollte (vgl. A13/20). Gemäss dem entsprechenden Ver - merk der Hilfswerkvertretung, habe er frühzeitig gehen wollen, als er g e- sehen habe, wie viele Seiten (rück) zu übersetzen wären (vgl. ebd ). Den- noch sei die Rückübersetzung korrekt durchgeführt worden. Die Hilfs - werksvertretung interpretierte diese Verhalten nicht als Gleichgültigkeit, sondern dahin, dass der Beschwerdeführer dem Team nicht noch länger habe zur Last fallen wollen. In Anbetracht dessen, welche Bedeutung die Anhörung für Asylbewerber im Allgemeinen hat und insbesondere im vor- liegenden Fall, wo der Beschwerdeführer die Gel egenheit gehabt hätte, die Ungereimtheiten in seinen Vorbringen auszuräumen, erstaunt ein sol- ches Verhalten sehr. Für das Bundesverwaltungsgericht besteht nach dem Studium der Akten keine Veranlassung, die Erwägungen des BFM zu beanstanden. Um Wiederholung en zu vermeiden kann auf die zutre f- fenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 6.2 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass es dem Beschwerd e- führer nicht gelungen ist, nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, dass er in der Heimat er nsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG erlitten hat oder solche bei der Ausreise zu befürchten hatte od er im Falle einer Rückkehr nach Ägypten befürchten müsste. Er erfüllt somit die Voraus - setzungen zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb die Vorinstanz sein Asylbegehren zu Recht abgelehnt hat. Es erübrigt sich deshalb, auf die weiteren Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe sowie die eingereichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen, da sie an obiger Erkenntnis nichts zu ändern vermögen. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf E rteilung einer sol-D-1325/2013 Seite 13 chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21. 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge - mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen. 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü berein- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (E MRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigen- der Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e-D-1325/2013 Seite 14 fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Ägypt en ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus - schaffung nach Ägypten dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei - sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behand lung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allge - meine Menschenrechtssituation in Ägypten lässt den Wegweisungsvoll - zug zum heutig en Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren. 8.5 In Ägypten herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt, weshalb in konstanter Praxis von der generellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zugs dorthin ausgegangen wird (vgl. statt vieler Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts E -3654/2012 vom 20. Juli 2012 E. 5. 3 m.w.H.). Der B e- schwerdeführer hat in seiner Heimat zwölf Jahre lang die Schule besucht und verfügt über Berufserfahrung als Schweisser und Techniker. Auch im Sicherheitsdienst einer Bank konnte er Berufserfahrung gew innen (vgl. A4/11 S. 2 f.). Er will ferner in Saudi-Arabien und im Jemen berufstätig gewesen sein (vgl. A13/20 S. 17 F. 153). Seine Flexibilität, in verschiede- nen Branchen, aber auch im Ausland tätig gewesen zu sein sowie seine Bereitschaft, in die Schweiz zu reisen, lässt auf seine Fähigkeit schlies- sen, sich an veränderte Verhältnisse anzupassen. Folglich wird er auch in D-1325/2013 Seite 15 der Lage sein, sich in der Heimat erneut wirtschaftlich zu integrieren. Es ist somit davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr den Lebensu n- terhalt für sich, seine Ehefrau und die drei gemeinsamen Kinder bestrei- ten kann. Zudem leben seine Eltern und seine insgesamt fünf Geschwis- ter im Heimatland, die ihn bei einer Rückkehr unterstützen können. Der Vollzug ist demnach zumutbar. 8.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi - gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaff en (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutb ar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachver halt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be - schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. 10.1 Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG haben auf Antrag hin diejenigen Pe r- sonen Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, welche nicht über die erforderlichen Mittel verfügen und deren Begehren nicht aussichtslos er - scheinen. 10.2 Der Beschwerdeführer stellte mit der Beschwerde unter ande rem den Antrag, ihm sei die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie die unentgeltiche Verbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG zu gewähren. Die vom Beschwerdeführer gestellten Rechtsbegehren erschie nen im Zeitpunkt der Beschwerdeein gabe nicht aussichtslos und von seiner Bedürftigkeit im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG kann ausgegangen werden. 10.3 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist deshalb gutzuheissen. Es werden ke i- ne Verfahrenskosten erhoben. D-1325/2013 Seite 16 10.4 Ausschlaggebend für die Gewährung der unentgeltlichen Recht s- verbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG ist das Kriterium, ob die Beschwerde führende Partei zur Wahrung ihrer Rechte notwendige r- weise der professionellen juristischen Hilfe eines Anwaltes bedarf (vgl. dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -4857/2011 vom 12. Juli 2012 E. 10 S. 16 m.w.H.). In Verfahren, welche wie das vorliegende vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht sind, sind strenge Massstäbe an die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege anzusetzen (vgl. EMARK 2000 Nr. 6 sowie BGE 122 I 8 E: 2c S. 10). Im asylrechtl ichen Beschwer- deverfahren geht es im Wesentlichen um die Feststellung des rechtse r- heblichen Sachverhalts. Besondere Rechtskenntnisse sind daher zur wirksamen Beschwerdeführung im Regelfall nicht unbedingt erforderlich. Aus diesen Gründen wird die unentgeltliche Verbeiständung im Sinne von Art. 52. Abs. 2 VwVG praxisgemäss nur in besonderen Fällen gewährt, in welchen in rechtlicher oder tatsächlicher Hinsicht erhöhte Schwierigkeiten bestehen. Dies ist vorliegend nicht der Fall, weshalb das Gesuch um G e- währung der unentgeltlichen Verbeiständ ung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abzuweisen ist. 11. Beschwerdeführenden ist auch trotz materieller Abweisung der Be - schwerde eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen, wenn ein Verfahrensmangel, welcher grundsätzlich zur Kassation der angefoch- tenen Verfügung hätte führen müssen, im Beschwerdeverfahren geheilt wird (vgl. EMARK 2 003 Nr. 5). Vorliegend wurde dem Beschwerdefüh rer das rechtliche Gehör zu den Aktenstücken A5/1, A7/2, A8/1, A10/11 sowie A14/1 nicht schon durch die Vorinstanz, sondern erst auf Beschwerd e- ebene gewährt. Dieser Mangel wurde erst durch die nachträgliche G e- währung der Akteneinsicht sowie die Einräumung einer Stellungnahme geheilt. Für die diesbezüglichen Aufwendungen de s Beschwerdeführers ist ihm trotz Abweisung seiner Beschwerde eine vom BFM auszurichte n- de reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen, die in Anwendung der zu berücksichtigenden Faktoren auf Fr. 500. -- zu bemessen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-1325/2013 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten gesprochen. 4. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung im Si n- ne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewiesen. 5. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 500.-- auszurichten. 6. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zustän - dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Ulrike Raemy Versand: