Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 12. Juni 2019 (810 19 4) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Beschwerde gegen die Mandatsperson / kein Rechtsschutzinteresse im Zeitpunkt der Beurteilung durch die KESB Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Stef an Schulthess, Markus Clausen, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschrei- berin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Sabine Aeschlimann, Advokatin Betreff Beschwerde gegen die Mandatsperson (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 11. Dezember 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____ und C.____ sind die geschiedenen Eltern von D .____, geboren 2007, und E.____, geboren 2009. Die Kindes- und Erwachsenenschut zbehörde B.____ (KESB) setzte mit Entscheid vom 14. Dezember 2015 F.____ rückwirkend per 5. Dezember 2015 als Beistand der Kinder ein. Mit Entscheid vom 27. Januar 2016 wies die KESB den Antrag des Kindsvaters auf Entlassung des Beistandes F.____ ab. Nach zahlreichen Eing aben des Kindsvaters, damals vertreten durch Oliver Borer, Advokat, in denen geltend gemacht wurde, der Beistand sei in- kompetent und durch eine andere Beistandsperson zu erse tzen, bestätigte die KESB mit Ent- scheid vom 28. Mai 2016 wiederum F.____ als Beistand. Mit elektronischer Mitteilung vom 26. Januar 2017 zweifelte der Kindsvater erneut die fa chliche Qualifikation des Beistandes an und bemängelte abermals das vom Beistand ausgearbeite te Besuchskonzept. Die KESB nahm diese Eingabe als formelle Beschwerde entgegen. B. Nachdem F.____ der KESB am 29. Juni 2017 mitgeteil t hatte, dass er sein Mandat aus persönlichen Gründen abzugeben wünsche, entliess ihn die KESB mit Entscheid vom 28. No- vember 2017 rückwirkend per 30. Juni 2017 aus seinem Amt und setzte eine neue Person als Beiständin ein. Im gleichen Entscheid verfügte die KE SB des Weiteren aufgrund der durch den Kindsvater gegen F.____ erhobenen Vorwürfe, eine una bhängige Prüfung des Verhaltens und der Aufgabenerfüllung des ehemaligen Beistandes durch d ie G.____-Stiftung in Auftrag zu ge- ben. H.____ von der G.____-Stiftung kam in seinem Be richt vom 22. März 2018 zum Schluss, dass der Beistand seinen Verpflichtungen nachgekommen se i. Für diesen Bericht stellte die G.____-Stiftung gleichentags eine Rechnung in der H öhe von Fr. 940.50 (Aufwand vom 13. Dezember 2017 bis 19. März 2018) aus. Im Nachgang z u diesem Bericht nahm der Kinds- vater mit H.____ Kontakt auf, worauf zwei Gespräche zwische n ihnen stattfanden. Nach diesen Gesprächen verfasste H.____ am 4. September 2019 einen zw eiten, neuen Bericht, welcher gemäss seinen Ausführungen seinen ersten Bericht vom 22 . März 2018 ersetze. Darin kam H.____ zum Schluss, dass der Beistand über breite und gu te berufliche Qualifikationen, viel Lebenserfahrung und auch langjährige Erfahrungen in p olitischen Ämtern verfüge. Dem Bei- stand hätten jedoch für diesen Fall die spezifischen Fa ch- und Methodenkompetenzen gefehlt. Die KESB hätte von Anfang an zwingend einen Berufsbeistand oder Fachbeistand für das kom- plexe Kindesschutzmandat einsetzen oder zu einem späteren Z eitpunkt F.____ durch eine neue Fachbeistandschaft ersetzen müssen. Die KESB habe die Voraussetzungen gemäss Art. 400 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 nicht genügend beachtet. C. In ihrem Entscheid vom 11. Dezember 2018 erklärte die KESB, der Kindsvater habe in Anbetracht, dass der Beistand mit Entscheid der KESB vom 28. Mai 2016 in seinem Amt bestä- tigt worden sei und er per 30. Juni 2017 sein Amt nie dergelegt habe, kein Rechtsschutzinteres- se in der Sache. Da sich diese Anliegen für den Kindsva ter offenbar dennoch nicht erledigt hät- ten, habe die KESB beschlossen, "letztmalig auf die Be schwerde vom 26.01.2017 in ihrer Ge- samtheit" einzugehen. Die KESB bestritt in ihrem Entsc heid die im zweiten Bericht der G.____- Stiftung enthaltenen Vorwürfe und kam zum Schluss, dass der Beistand über die notwendigen Kompetenzen zur Führung des Mandats verfügt habe und ihm nichts vorgeworfen werden kön- ne. Die KESB wies die Beschwerde des Kindsvaters ab und verzichtete auf die Erhebung von Verfahrenskosten. Die Kosten für die in Auftrag gegebene Prüfung durch die G.____-Stiftung in Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Höhe von Fr. 940.-- wurden dem Kindsvater auferlegt. Mit der Begründung, dem Kindsvater sei die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden, ent schied die KESB weiter, dass diese Rechnung (Fr. 940.--) nach Eintritt der Rechtskraft gest ützt auf "§ 14 KESB-Vertrag" der Ge- meinde I.____ zugestellt werde (so Ziffer 3 des Disposit ivs). Begründet wurde die Kostenverle- gung auf den Beschwerdeführer damit, dass die Kosten f ür die in Auftrag gegebene Prüfung durch die G.____-Stiftung in der Höhe von Fr. 940.-- auf Veranlassung des Beschwerdeführers entstanden und deshalb diesem zu überbinden seien. D. Mit Eingabe vom 10. Januar 2019 erhob der Kindsvat er gegen den Entscheid der KESB vom 11. Dezember 2018 beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde. Er führte aus, dass F.____ nicht kompetent gewesen sei und aus diesem Grund seine Beschwerde "respektiert" werden müsse. Des Weiteren seien alle "an- fallenden Kosten" von der KESB zu tragen. Seine eige nen Kosten würden sich auf Fr. 2'000.-- belaufen. Die KESB hielt in ihrer Eingabe vom 15. Januar 2019 vo llumfänglich an ihrem Entscheid fest und verzichtete unter Verweis auf die Verfahrensakten darauf, sich vernehmen zu lassen. Die Kindsmutter, vertreten durch Dr. Sabine Aeschlimann , Advokatin, beantragte in ihrer Ein- gabe vom 4. Februar 2019, es sei auf die Beschwerde n icht einzutreten bzw. diese sei abzu- weisen. Die Beschwerde genüge den formellen Anforderungen an eine Beschwerdeschrift nicht. Der Beschwerdeführer habe weder Anträge gestellt, noch gehe aus der Eingabe hervor, wel- chen Zweck er mit seiner Beschwerde verfolge. Soweit Verfe hlungen des früheren Beistandes moniert würden, fehle dem Beschwerdeführer ein Recht sschutzinteresse, da der besagte Bei- stand bereits seit längerem nicht mehr im Amt sei. Die Kindsmutter verzichtete im Übrigen auf eine aktive Teilnahme am vorliegenden Verfahren. E. Mit präsidialer Verfügung vom 6. März 2019 überwies das Kantonsgericht den Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatu ng und bewilligte dem Beschwerdefüh- rer die unentgeltliche Prozessführung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 wendet das Gericht da s Recht von Amtes wegen an. Es prüft insbesondere, ob die Eintretensvoraussetzungen e rfüllt sind. Das Gericht hat damit zu prüfen, ob ein zulässiges Beschwerdeobjekt vorliegt, die Vorinstanz zum Erlass des angefoch- tenen Entscheids zuständig war, die beschwerdeführenden Parteien zur Beschwerde befugt sind, die geltend gemachten Beschwerdegründe zulässig und die Formalien eingehalten sind. Letztgenannte sind eingehalten, wenn die Beschwerdeschrift fristgemäss eingereicht wurde, die notwendigen Rechtsbegehren mit den Beweismitteln enthä lt sowie begründet und unterschrie- ben wurde (vgl. zu den Eintretensvoraussetzungen, die auch Sachentscheidungs- oder Sachur- teilsvoraussetzungen genannt werden, RENÉ RHINOW /HEINRICH KOLLER /CHRISTINA KISS /DANIELA Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht THURNHERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, Rz 1035 ff., Rz 1136 ff.). 2.1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgese tzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach A rt. 450 Abs. 1 ZGB die Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts für zustä ndig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB; § § 43 ff. VPO). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am V erfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder di e ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids h aben (Ziff. 3). Als direkter Verfah- rensbeteiligter und Kindsvater von D.___ und E.____ is t der Beschwerdeführer grundsätzlich zur Beschwerdeerhebung legitimiert. 2.2. Eine Beschwerde muss gemäss § 5 Abs. 1 VPO ein klar umschriebenes Rechtsbegeh- ren enthalten. Vorliegend enthält die Beschwerde abge sehen vom Antrag bezüglich Kosten (Auferlegung der Kosten für die Überprüfung durch die G.____-Stiftung) kein klar umschriebe- nes Rechtsbegehren, jedoch ist die vom Beschwerdeführer ei ngereichte Laieneingabe sinnge- mäss als Antrag auf Aufhebung des streitgegenständlichen Entscheids zu verstehen und auf materielle Behandlung des gegenüber dem Beistand erhobenen Vorwurfs der Inkompetenz. Mit Blick darauf, dass es sich um eine Laienbeschwerde handelt, ist das Rechtsbegehren als genü- gend klar zu qualifizieren (vgl. Urteil des Kantonsgeri cht, Abteilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht [KGE VV], vom 14. Juni 2017 [810 17 24] E. 1). 3.1. Im Rahmen der Prüfung der Prozessvoraussetzungen – a uch Sachurteilsvoraussetzun- gen genannt – hat die einer Rechtsmittelinstanz nachfol gende Instanz gleichermassen von Am- tes wegen zu prüfen, ob die Prozessvoraussetzungen bei der Vorinstanz gegeben waren. Hat die Vorinstanz trotz Fehlens einer Prozessvoraussetzung mate riell entschieden, ist der ange- fochtene Entscheid aufzuheben (BGE 132 V 93 E. 2; Urt eile des Bundesgerichts 8C_804/2012 vom 21. Juni 2013 E. 1; I 328/03 vom 23. Oktober 2003 E. 2; H 65/02 vom 25. Oktober 2002 E. 2.1). Ging hingegen die Vorinstanz vom Fehlen eine r Prozessvoraussetzung aus und macht die beschwerdeführende Person geltend, die Vorinstanz sei zu Unrecht auf ihr Rechtsmittel nicht eingetreten, tritt die übergeordnete Instanz auf die Beschwerde ein, wenn die übrigen Pro- zessvoraussetzungen des Verfahrens vor der oberen Instanz e rfüllt sind. Kommt sie demnach zum Schluss, die Vorinstanz sei zu Recht nicht auf das Recht smittel der beschwerdeführenden Person eingetreten, erfolgt eine materielle Abweisung (vgl. BGE 131 II 497). Hat hingegen die Vorinstanz das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen zu Unrecht verneint, ist die Beschwerde grundsätzlich gutzuheissen und die Sache an die Vorinstan z zur materiellen Prüfung zurückzu- weisen (BGE 135 II 38 E. 1.2; vgl. zum Ganzen A LFRED KÖLZ /I SABELLE HÄNER /M ARTIN BERTSCHI , Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Zürich/Basel/Genf 2013, 3. Aufl., Rz 693 und 695). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2. Fraglich ist vorliegend, ob die Vorinstanz zu Recht auf die Beschwerde des Beschwer- deführers eingetreten ist. 3.3. Gemäss § 69 Abs. 4 EG ZGB richtet sich das Verfahr en vor der Kindes- und Erwachse- nenschutzbehörde nach Art. 443 ff. sowie Art. 314 ff. ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsverfahrensrechts anwendbar. Ge mäss dem vorliegend anwendba- ren § 31 lit. a des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-L andschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochte ne Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebun g hat. Ein schutzwürdiges Interes- se im Sinne dieser Bestimmung vermag nur eine Person da rzutun, die ein aktuelles Interesse an der Behandlung eines Rechtsmittels hat und für die ein günstiger Entscheid von praktischem Nutzen wäre. Die Voraussetzung ist damit gegeben, wenn der angefochtene Akt einen Nachteil entstehen lässt, der im Zeitpunkt der Beurteilung noc h vorhanden ist (Urteile des Bundesge- richts 8C_804/2012 vom 21. Juni 2013 E. 3.1; 9C_78/201 0 vom 22. November 2011 E. 2.1; vgl. zum Ganzen KGE VV vom 7. Februar 2018 [810 17 17 1] E. 4.1 f.; vom 16. Januar 2019 [810 18 119] E. 4.1. ff.). Das Erfordernis des aktuell en Interesses soll sicherstellen, dass die Rechtsmittelbehörde über konkrete und nicht bloss theoret ische Fragen entscheidet, und dient damit der Prozessökonomie (BGE 137 I 23 E. 1.3.1; 137 IV 87 E. 1; 136 I 274 E. 1.3; 128 II 34 E. 1b; KGE VV vom 7. Februar 2018 [810 17 171] E. 4. 1). Fällt das schutzwürdige Interesse im Laufe des Verfahrens dahin, wird die Sache als erled igt erklärt; fehlte es schon bei der Be- schwerdeeinreichung, ist auf die Eingabe nicht einzutret en (Urteil des Bundesgerichts 8C_804/2012 vom 21. Juni 2013 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Auf das Erfordernis eines aktuellen Interesses im Zeitpunkt der Beurteilung kann jedoch ver- zichtet werden, wenn sich die mit der Beschwerde aufgewo rfene Frage jederzeit und unter glei- chen oder ähnlichen Umständen wieder stellen könnte, an ihrer Beantwortung wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung ein hinreichendes öffentliches Interesse besteht und eine rechtzeiti- ge gerichtliche Prüfung im Einzelfall kaum je möglich wäre (vgl. BGE 137 I 23 E. 1.3.1; 135 I 79 E. 1.1; 135 II 430 E. 2.2; 127 I 164 E. 1a; 125 I 3 94 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts 1P.396/2006 vom 4. September 2006 E. 1.2; jeweils mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen KGE VV vom 7. Februar 2018 [810 17 171] E. 4.1 f.). 3.4. Am 26. Januar 2017 zweifelte der Beschwerdeführer in einer von der KESB als formelle Beschwerde entgegengenommenen Eingabe wiederum die f achliche Qualifikation von F.____ an und wünschte implizit den Wechsel der Beistandsperso n. Am 29. Juni 2017 teilte der dama- lige Beistand der KESB mit, sein Mandat abgeben zu wo llen. Mit Entscheid vom 28. November 2017 entliess die KESB F.____ rückwirkend per 30. Juni 2 017 aus seinem Amt, setzte eine neue Person als Beiständin ein und entschied aufgrund der durch den Kindsvater gegen F.____ erhobenen Vorwürfe, eine unabhängige Prüfung des Verhaltens und der Aufgabenerfüllung des ehemaligen Beistandes durch die G.____-Stiftung in Au ftrag zu geben. Die KESB fällte ihren Entscheid am 11. Dezember 2018. Im Zeitpunkt der Ents cheidfällung durch die KESB und im Übrigen auch im Zeitpunkt der Auftragserteilung an die G.____-Stiftung war F.____ nicht mehr Beistand und der Beschwerdeführer hatte – wie die KES B im angefochtenen Entscheid selber Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht festhält – somit auch kein aktuelles Rechtsschutzinteresse da ran, die gegen F.____ erhobenen Vorwürfe überprüfen zu lassen. 3.5. Zu prüfen ist weiter, ob besondere Umstände (vgl . hiervor E. 3.3) vorlagen, bei deren Vorhandensein auf das aktuelle Interesse verzichtet werde n konnte. F.____ war seit dem 5. Dezember 2015 Beistand der beiden Kinder. Der Beschw erdeführer machte wiederholt gel- tend, der Beistand sei fachlich inkompetent und/oder befangen, und verlangte mehrmals den Wechsel der Mandatsperson. Die KESB ist wiederholt au f diese Vorwürfe und den Antrag des Beschwerdeführers auf Wechsel der Beistandsperson eing egangen, so hat sie z.B. mit Ent- scheid vom 27. Januar 2016 den Antrag des Kindsvaters auf E ntlassung von F.____ abgewie- sen und auch mit Entscheid vom 28. Mai 2016 F.____ als B eistand wiederum bestätigt. In bei- den Entscheiden hat sich die KESB mit der Geeignetheit von F.____ als Beistand auseinander- gesetzt, wobei sie im Entscheid vom 28. Mai 2016 einge hend die Frage der fachlichen Qualifi- kation des fraglichen Beistandes behandelt hat. Diese Ent scheide der KESB, mit welchen sie die fachliche Qualifikation des Beistandes geprüft und de n Wunsch auf Wechsel der Beistands- person behandelt hat, erhellen, dass nicht nur die rech tzeitige Überprüfungen durch die KESB hätten stattfinden können, sondern auch stattgefunden haben. Überdies hätte bei Weiterzug der Entscheide der KESB an das Kantonsgericht auch die recht zeitige Überprüfung durch das Kan- tonsgericht stattfinden können. Damit lag kein besonder er Umstand vor, bei welchem die Vor- instanz von der Voraussetzung des aktuellen Rechtsschutzinteresses absehen konnte. 3.6. Aufgrund des Wegfalls des aktuellen Rechtsschutzintere sses nach Einreichung der Beschwerde hätte die KESB nicht materiell entscheiden dürfen, sondern das Verfahren infolge Gegenstandslosigkeit abschreiben müssen. Von einer förmlichen Aufhebung der Ziffern 1 und 2 des angefochtenen Entscheids ist indessen aus prozessualen Gründen abzusehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_804/2012 vom 21. Juni 2013 E. 3.2 .3; 9C_143/2012 vom 22. März 2012 E. 4.4; 9C_194/2009 vom 15. Dezember 2009 E. 2. 5; KGE VV vom 26. Juli 2018 [810 18 120] E. 3; vom 16. Januar 2019 [810 18 119] E. 4.4). Zu den vom Beschwerdeführer gegen den ehemaligen Beistand erhobenen Vorwürfen hat das Kanto nsgericht folglich nicht materiell Stel- lung zu nehmen (BGE 122 V 372 E. 2.c). 3.7. Der Beschwerdeführer moniert, dass ihm die KESB i n Ziffer 3 des Dispositivs des an- gefochtenen Entscheids die Kosten für die in Auftrag g egebene Prüfung durch die G.____- Stiftung in der Höhe von Fr. 940.-- auferlegt hat. D as aktuelle Rechtsschutzinteresse war be- reits im Zeitpunkt der Auftragserteilung durch die KES B an die G.____-Stiftung nicht mehr ge- geben. Damit hätte die KESB die Prüfung nicht bzw. nicht im Rahmen der Beschwerde des Be- schwerdeführers in Auftrag geben dürfen. Die Kosten für die Prüfung der G.____-Stiftung kön- nen damit auch nicht dem Beschwerdeführer auferlegt werden. Die Beschwerde wird diesbe- züglich gutgeheissen und Ziffer 3 des angefochtenen Entscheids aufgehoben. 3.8. Der Beschwerdeführer wehrt sich, wie hiervor ausgef ührt, gegen die Auferlegung der Kosten für die Prüfung durch die G.____-Stiftung. In Klammern verweist er in seiner Beschwer- de an das Kantonsgericht des Weiteren darauf, dass seine eigenen Kosten bei Fr. 2'000.-- lä- gen. Da diese unter anderem in keiner Weise substanti iert worden sind und sich ebenso wenig Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht in einem entsprechenden, auch nicht sinngemässen, Antra g wiederfinden, ist darauf nicht wei- ter einzugehen. 4.1. Es bleibt noch über die Kosten für das Verfahren vor Kantonsgericht zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Nach § 1 Abs. 1 lit. g der Verordnung über die Gebühren der G erichte (Gebührentarif, GebT) vom 15. November 2010 i.V.m. § 4 GebT kann in besonderen Fällen von der Erhebung einer Ent- scheidgebühr abgesehen werden. Vorliegend rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen, da er durch den materiell en Entscheid der KESB zumindest teilweise zur Beschwerde animiert worden ist. Des Weite ren rechtfertigt es sich auch nicht, der KESB Verfahrenskosten aufzuerlegen, da im Hinblick auf die äusserst schwierigen Verhältnisse in Bezug auf die Besuchsregelung und wohl in der Hoff nung, die Prüfung durch die G.____- Stiftung könne für die Zukunft zu einer Entspannung d er Situation führen und damit dem Kinds- wohl dienen, nachvollziehbar ist, dass die KESB im Wissen um das fehlende Rechtsschutzinte- resse die Beschwerde materiell behandelt hat. Es gibt a uch keine Veranlassung, die Verfah- renskosten der Kindsmutter, die im Übrigen auf die aktive Teilnahme im vorliegenden Verfahren verzichtet hat, aufzuerlegen. Damit sind für das vorliege nde Verfahren keine Verfahrenskosten zu erheben. 4.2. Gemäss § 21 Abs. 1 VPO können der ganz oder teil weise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessen e Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Der Beschwerdefüh rer war nicht anwaltlich vertreten. Die anwaltlich vertretene Kindsmutter verzichtete mit Ei ngabe vom 4. Februar 2019 auf eine aktive Teilnahme am vorliegenden Verfahren. Die Parte ikosten sind demzufolge wettzuschla- gen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen t eilweise gutgeheissen und Ziffer 3 des Entscheides der Kindes- und Erwachsene nschutzbe- hörde B.____ vom 11. Dezember 2018 wird aufgehoben. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin