<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">229</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>X. Wahlen und Abstimmungen</b></span><br/> <span class="ft3"><b>42</b></span> <span class="ft3"><b>§§ 37 und 38 GPR</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Mangelnde Legitimation einer Kreisschulpflege als Behörde</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Grundsätze für die Wahl einer Kreisschulpflege, insbesondere</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Durchführung eines zweiten Wahlgangs</b></span><br/> <span class="ft6">Urteil des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 25. April 2014 in Sachen</span><br/> <span class="ft6">A., B., C. und D. gegen Kreisschulrat X. (WBE.2014.37).</span><br/> <span class="ft8"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft10">I.</span><br/> <span class="ft10">1. (...)</span><br/> <span class="ft10">2.</span><br/> <span class="ft10">2.1. (...)</span><br/> <span class="ft10">2.2.</span><br/> <span class="ft10">Die Kreisschulpflege ist als Behörde zur Beschwerdeerhebung</span><br/> <span class="ft10">nicht legitimiert. Als solche kann sie nicht unter eigenem Namen ge-</span><br/> <span class="ft10">gen Entscheide des Kreisschulrats Beschwerde führen (sog. Behör-</span><br/> <span class="ft10">denbeschwerde; vgl. Botschaft zur Totalrevision des VRPG, S. 55</span><br/> <span class="ft10">mit Hinweisen); dass eine entsprechende spezialgesetzliche Er-</span><br/> <span class="ft10">mächtigung bestehe (vgl. § 42 Abs. 1 lit. b VRPG), macht die Kreis-</span><br/> <span class="ft10">schulpflege zu Recht nicht geltend. Die Kreisschulpflege ist aber</span><br/> <span class="ft10">auch kein Selbstverwaltungskörper (wie etwa eine Gemeinde oder</span><br/> <span class="ft10">ein Gemeindeverband wie die Kreisschule S.), sondern lediglich Teil</span><br/> <span class="ft10">eines solchen. Sie handelt hier, wo sich ihre Beschwerde gegen einen</span><br/> <span class="ft10">Beschluss eines anderen Organs des gleichen Selbstverwaltungs-</span><br/> <span class="ft10">körpers richtet, nicht für einen Selbstverwaltungskörper. Auch unter</span><br/> <span class="ft10">diesem Aspekt kommt daher eine Beschwerdeführung durch die</span><br/> <span class="ft10">Kreisschulpflege nicht infrage.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">230</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">2.3.</span><br/> <span class="ft10">Hingegen haben, worauf schon die Vorinstanz zutreffend hinge-</span><br/> <span class="ft10">wiesen hat, die im ersten Wahlgang nicht gewählten bisherigen Mit-</span><br/> <span class="ft10">glieder der Kreisschulpflege (A., B., C. und D.) ein aktuelles Inte-</span><br/> <span class="ft10">resse an der Beurteilung ihrer Beschwerde, sind sie doch der Auffas-</span><br/> <span class="ft10">sung, dass, wäre am 4. Dezember 2013 ein - nach ihrer Auffassung</span><br/> <span class="ft10">zwingender - zweiter Wahlgang durchgeführt worden, sie wieder als</span><br/> <span class="ft10">Mitglieder der Schulpflege gewählt worden wären. Mit ihrer Be-</span><br/> <span class="ft10">schwerde wollen sie denn auch genau dieses Ziel - die Feststellung</span><br/> <span class="ft10">durch das Verwaltungsgericht, dass sie rechtsgültig gewählt seien -</span><br/> <span class="ft10">erreichen.</span><br/> <span class="ft10">(...)</span><br/> <span class="ft10">II.</span><br/> <span class="ft10">1.</span><br/> <span class="ft10">1.1.</span><br/> <span class="ft10">Die Mitglieder der Schulpflege werden gemäss § 21 Abs. 1 lit. b</span><br/> <span class="ft10">GG in der Gemeindeversammlung oder an der Urne gewählt. Dies</span><br/> <span class="ft10">gilt sinngemäss auch für Kreisschulverbände (§ 69 Abs. 2 SchulG).</span><br/> <span class="ft10">In einer Organisation mit einem Kreisschulrat werden die Schulpfle-</span><br/> <span class="ft10">gemitglieder durch den Kreisschulrat gewählt. Für das Wahlpozedere</span><br/> <span class="ft10">gelten dabei, wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, die Vor-</span><br/> <span class="ft10">schriften des GPR. Auf die hier zu beurteilenden Gesamterneue-</span><br/> <span class="ft10">rungswahlen, die der Kreisschulrat in öffentlicher Sitzung durchführt</span><br/> <span class="ft10">(vgl. § 17 Abs. 5 und § 18 Ziff. 1 Satzungen), gelangen mithin die</span><br/> <span class="ft10">Regeln von § 37 ff. GPR zur Anwendung.</span><br/> <span class="ft10">1.2.</span><br/> <span class="ft10">Gemäss § 23 des Geschäftsreglements des Kreisschulrats X.</span><br/> <span class="ft10">sind vom Kreisschulrat durchzuführende Wahlen wie folgt abzuwi-</span><br/> <span class="ft10">ckeln:</span><br/> <span class="ft12"><sup>"1</sup></span> <span class="ft7">Wahlen werden geheim durchgeführt.</span><br/> <span class="ft12"><sup>2</sup></span> <span class="ft7">Im ersten Wahlgang entscheidet das absolute, im zweiten das relative</span><br/> <span class="ft7">Mehr der gültigen Stimmen.</span><br/> <span class="ft12"><sup>3</sup></span> <span class="ft7">Bei Stimmgleichheit zieht der Vorsitzende das Los.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">231</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft12"><sup>4</sup></span> <span class="ft7">In Bezug auf die persönliche Stimmabgabe, Beurteilung der Stimmzettel,</span><br/> <span class="ft7">absolutes Mehr, mehrere Namen, finden die Vorschriften des Gesetzes</span><br/> <span class="ft7">über die politischen Rechte sinngemäss Anwendung."</span><br/> <span class="ft10">§ 37 und 38 GPR bestimmen:</span><br/> <span class="ft7">"§ 37</span><br/> <span class="ft7">Durchführung</span><br/> <span class="ft12"><sup>1</sup></span> <span class="ft7">Die Wahlen in der Gemeindeversammlung werden geheim durchgeführt.</span><br/> <span class="ft12"><sup>2</sup></span> <span class="ft7">Die Wahl der Stimmenzähler und die Wahlen in der Ortsbürgergemeinde</span><br/> <span class="ft7">können auf besonderen Beschluss der Versammlung offen stattfinden.</span><br/> <span class="ft12"><sup>3</sup></span> <span class="ft7">Sind mehrere Mitglieder für das gleiche Gremium zu wählen, entscheidet die</span><br/> <span class="ft7">Versammlung in offener Abstimmung darüber, ob jede Wahl einzeln oder</span><br/> <span class="ft7">alle Wahlen gleichzeitig vorgenommen werden.</span><br/> <span class="ft12"><sup>4</sup></span> <span class="ft7">Das Wahlverfahren ist so durchzuführen, dass alle zu treffenden Wahlen in</span><br/> <span class="ft7">ein und derselben Versammlung erledigt werden können. Ist dies nicht mög-</span><br/> <span class="ft7">lich, so muss innert 14 Tagen ein neuer Versammlungstermin angesetzt wer-</span><br/> <span class="ft7">den.</span><br/> <span class="ft7">§ 38</span><br/> <span class="ft7">Wahlvorschläge, Ausstand, Wahlannahme</span><br/> <span class="ft12"><sup>1</sup></span> <span class="ft7">Die Wahlvorschläge sind in der Versammlung zu machen. Sie dürfen kurz</span><br/> <span class="ft7">begründet werden.</span><br/> <span class="ft12"><sup>2</sup></span> <span class="ft7">Für den zweiten Wahlgang können neue Vorschläge eingebracht werden.</span><br/> <span class="ft12"><sup>3</sup></span> <span class="ft7">die vorgeschlagenen Kandidaten haben sich nicht in den Ausstand zu bege-</span><br/> <span class="ft7">ben.</span><br/> <span class="ft12"><sup>4</sup></span> <span class="ft7">Ist ein Gewählter in der Versammlung anwesend, hat er umgehend die An-</span><br/> <span class="ft7">nahme oder Ablehnung der Wahl zu erklären."</span><br/> <span class="ft10">1.3.</span><br/> <span class="ft10">Aus diesen Bestimmungen ergibt sich, wie die Vorinstanz</span><br/> <span class="ft10">zutreffend dargestellt hat, dass die am 4. Dezember 2013 durchge-</span><br/> <span class="ft10">führten Gesamterneuerungswahlen der Mitglieder der Kreisschul-</span><br/> <span class="ft10">pflege mangelhaft durchgeführt worden sind. Entgegen § 37 Abs. 4</span><br/> <span class="ft10">GPR wurde die Wahl nämlich nicht in ein- und derselben Versamm-</span><br/> <span class="ft10">lung durchgeführt, sondern der zweite Wahlgang wurde auf einen</span><br/> <span class="ft10">späteren Termin verschoben. Dabei rechtfertigt sich auch der Hin-</span><br/> <span class="ft10">weis der Vorinstanz, wonach die Vorschriften des GPR in jedem Fall</span><br/> <span class="ft10">einzuhalten sind. Das GPR ist gemäss seinem § 1 Abs. 1 i.V.m. § 27</span><br/> <span class="ft10">Abs. 1 Ziff. 4 auf die Wahlen in die Kreisschulpflege anwendbar und</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">232</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">enthält gewissermassen einen kantonalrechtlichen Mindeststandard</span><br/> <span class="ft10">für Wahlverfahren in Gemeindeverbänden und damit auch für die</span><br/> <span class="ft10">Wahl in die Kreisschulpflege. Soweit Bestimmungen im Reglement</span><br/> <span class="ft10">eines Gemeindeverbands somit der Regelung im GPR widersprä-</span><br/> <span class="ft10">chen, ginge die Regelung des GPR vor.</span><br/> <span class="ft10">Das Vorgehen an der Versammlung vom 4. Dezember 2013 ver-</span><br/> <span class="ft10">letzt im Übrigen auch § 23 Geschäftsreglement, der dann, wenn ein</span><br/> <span class="ft10">Kandidat im ersten Wahlgang nicht das absolute Stimmenmehr er-</span><br/> <span class="ft10">reicht, was hier hinsichtlich der drei bisherigen Mitglieder der Schul-</span><br/> <span class="ft10">pflege A., B. und C. der Fall war, die Durchführung eines zweiten</span><br/> <span class="ft10">Wahlgangs vorsieht. In diesem zweiten Wahlgang, in dem neue Vor-</span><br/> <span class="ft10">schläge hätten vorgebracht werden können (§ 38 Abs. 2 GPR), wären</span><br/> <span class="ft10">dann die Personen gewählt gewesen, welche das relative Mehr der</span><br/> <span class="ft10">Stimmen auf sich vereinigt hätten. Erst wenn auch nach dem Ergeb-</span><br/> <span class="ft10">nis des zweiten Wahlgangs die Kreisschulpflege nicht vollständig be-</span><br/> <span class="ft10">setzt hätte werden können, wäre Unmöglichkeit im Sinn von § 37</span><br/> <span class="ft10">Abs. 4 zweiter Satz GPR anzunehmen und die Durchführung einer</span><br/> <span class="ft10">weiteren Wahlversammlung angezeigt gewesen.</span><br/> <span class="ft10">Die Vorinstanz hat ausserdem zutreffend darauf hingewiesen,</span><br/> <span class="ft10">dass die Nichtdurchführung des zweiten Wahlgangs mit Neuaus-</span><br/> <span class="ft10">schreibung für die drei (noch) nicht gewählten Mitglieder der Kreis-</span><br/> <span class="ft10">schulpflege - und ohne Nennung eines vor dem 22. Dezember 2013</span><br/> <span class="ft10">liegenden zweiten Wahltermins - auch einen Verstoss gegen die</span><br/> <span class="ft10">regierungsrätlichen Vorgaben hinsichtlich der Erneuerungswahlen in</span><br/> <span class="ft10">den Gemeinden für die Amtsperiode 2014 - 2017 (Anordnung ge-</span><br/> <span class="ft10">stützt auf § 13 GPR) darstellt, mussten solche Wahlen doch gemäss</span><br/> <span class="ft10">den regierungsrätlichen Vorgaben im Zeitraum vom 9. Juni bis zum</span><br/> <span class="ft10">22. Dezember 2013 durchgeführt werden.</span><br/> <span class="ft10">1.4.</span><br/> <span class="ft10">Nachdem die Vorinstanz wie dargelegt zutreffend festgestellt</span><br/> <span class="ft10">hat, dass die am 4. Dezember 2013 durchgeführte Gesamterneue-</span><br/> <span class="ft10">rungswahl der Kreisschulpflege an verschiedenen Mängeln litt, ist</span><br/> <span class="ft10">einzig zu prüfen, welche Rechtsfolgen diese Mängel haben. Allein</span><br/> <span class="ft10">darum dreht sich denn auch der vorliegende Streit.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">233</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">2.</span><br/> <span class="ft10">2.1.</span><br/> <span class="ft10">Der erste Wahlgang ist, wie im angefochtenen Entscheid zutref-</span><br/> <span class="ft10">fend festgestellt wird, ordnungsgemäss durchgeführt worden. Es ist</span><br/> <span class="ft10">daher entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht einzusehen, wa-</span><br/> <span class="ft10">rum dieser für Personen, bei denen von der Annahme der Wahl</span><br/> <span class="ft10">auszugehen ist, nochmals durchgeführt werden sollte.</span><br/> <span class="ft10">2.2.-2.3. (...)</span><br/> <span class="ft10">3.</span><br/> <span class="ft10">Zu entscheiden bleibt, welche Folgen die Verletzungen der Vor-</span><br/> <span class="ft10">schriften betreffend die Durchführung eines zweiten Wahlgangs bei</span><br/> <span class="ft10">fehlendem absolutem Mehr im ersten Wahlgang haben.</span><br/> <span class="ft10">3.1.</span><br/> <span class="ft10">3.1.1.</span><br/> <span class="ft10">Die Vorinstanz ist in diesem Zusammenhang zum Ergebnis ge-</span><br/> <span class="ft10">langt, die ganze Wahl müsse nochmals durchgeführt werden. Unter</span><br/> <span class="ft10">Einbezug des bisherigen Ergebnisses - keine Wiederholung der Wahl</span><br/> <span class="ft10">vom 4. Dezember 2013 mit Bezug auf die beiden im ersten Wahl-</span><br/> <span class="ft10">gang gewählten Mitglieder der Kreisschulpflege - ist davon auszuge-</span><br/> <span class="ft10">hen, dass die Vorinstanz zumindest die Durchführung des zweiten</span><br/> <span class="ft10">Wahlgangs für die im ersten Wahlgang nicht gewählten Mitglieder</span><br/> <span class="ft10">für erforderlich hielte.</span><br/> <span class="ft10">3.1.2.</span><br/> <span class="ft10">Die Beschwerdeführer sind dagegen der Auffassung, die Durch-</span><br/> <span class="ft10">führung eines zweiten Wahlgangs sei überflüssig. Gehe man davon</span><br/> <span class="ft10">aus, dass im zweiten Wahlgang die noch nicht gewählten bisherigen</span><br/> <span class="ft10">Mitglieder A., B. und C.wiederum sechs Stimmen erhalten hätten, so</span><br/> <span class="ft10">könne festgestellt werden, dass deren Wahl rechtsgültig erfolgt sei,</span><br/> <span class="ft10">nachdem sie das relative Mehr erreicht hätten. Aus prozessökonomi-</span><br/> <span class="ft10">schen Gründen sei daher direkt durch das Verwaltungsgericht festzu-</span><br/> <span class="ft10">stellen, dass auch die Mitglieder A., B. und C. rechtsgültig gewählt</span><br/> <span class="ft10">seien.</span><br/> <span class="ft10">3.2.</span><br/> <span class="ft10">Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer kann nicht ein-</span><br/> <span class="ft10">fach davon ausgegangen werden, dass die drei bisherigen im ersten</span><br/> <span class="ft10">Wahlgang mangels Erreichens des absoluten Mehrs nicht gewählten</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">234</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">Mitglieder im zweiten Wahlgang gewählt worden wären. Es mag</span><br/> <span class="ft10">zwar eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür bestehen, dass diejeni-</span><br/> <span class="ft10">gen sechs Mitglieder des Kreisschulrats, die im ersten Wahlgang ihre</span><br/> <span class="ft10">Stimme für A., B. und C. abgegeben haben, dies auch im zweiten</span><br/> <span class="ft10">Wahlgang wieder tun würden. Dies ist jedoch nicht sicher. Deshalb</span><br/> <span class="ft10">kann dem Hauptantrag der Beschwerdeführer A., B. und C. nicht ge-</span><br/> <span class="ft10">folgt werden.</span><br/> <span class="ft10">4.</span><br/> <span class="ft10">Damit ist aber noch nicht darüber entschieden, wer zu diesem</span><br/> <span class="ft10">zweiten Wahlgang noch als Kandidat zuzulassen ist. Während die</span><br/> <span class="ft10">Vorinstanz und der Kreisschulrat offenbar davon ausgehen, dass im</span><br/> <span class="ft10">zweiten Wahlgang noch beliebige Kandidaten vorgeschlagen werden</span><br/> <span class="ft10">können, beantragen die Beschwerdeführer A., B. und C. der Sache</span><br/> <span class="ft10">nach, dass nur noch sie als Kandidaten zum zweiten Wahlgang zuzu-</span><br/> <span class="ft10">lassen sind.</span><br/> <span class="ft10">4.1.</span><br/> <span class="ft10">Die Wahlordnung gemäss den §§ 37 ff. GPR ist eine Wahlord-</span><br/> <span class="ft10">nung für Versammlungswahlen - im Unterschied zu Wahlen an der</span><br/> <span class="ft10">Urne gemäss den §§ 27 ff. GPR.</span><br/> <span class="ft10">Anders als bei Urnenwahlen ist bei Versammlungswahlen die</span><br/> <span class="ft10">unmittelbare Durchführung eines zweiten Wahlgangs technisch mög-</span><br/> <span class="ft10">lich. Obwohl das nicht bedeutet, dass der Gesetzgeber sich auch für</span><br/> <span class="ft10">das Modell der Wahl in einer Versammlung entscheiden muss, hat er</span><br/> <span class="ft10">in § 37 Abs. 4 GPR genau dieses Modell verankert. Dabei fällt auf,</span><br/> <span class="ft10">dass dieses Modell auch in anderen Kantonen weit verbreitet ist (vgl.</span><br/> <span class="ft10">z.B. §§ 123 ff. des Luzerner Stimmrechtsgesetzes vom 25. Oktober</span><br/> <span class="ft10">1988 [SRL 10]; §§ 47 ff. des Zürcher Gemeindegesetzes vom 6. Juni</span><br/> <span class="ft10">1926 [SG 131.1]; §§ 5 ff des Zuger Gesetzes über die Organisation</span><br/> <span class="ft10">und die Verwaltung der Gemeinden vom 4. September 1980 [BGS</span><br/> <span class="ft10">171.1]; § 19b des Basellandschaftlichen Gesetzes über die Organisa-</span><br/> <span class="ft10">tion und die Verwaltung der Gemeinden vom 28. Mai 1970 [SGS</span><br/> <span class="ft10">180]; § 32 ff. des Solothurner Gemeindegesetz vom 16. Februar 1992</span><br/> <span class="ft10">[BGS 131.1]). Hinzu kommt, dass der aargauische Gesetzgeber auch</span><br/> <span class="ft10">bei der Urnenwahl, bei der die Durchführung eines unmittelbar an</span><br/> <span class="ft10">den ersten Wahlgang anschliessenden zweiten Wahlgangs technisch</span><br/> <span class="ft10">gar nicht möglich ist, sehr kurze Fristen für Wahlvorschläge für den</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">235</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">zweiten Wahlgang vorgesehen hat (vgl. §§ 30a, 32, 33 GPR). Das</span><br/> <span class="ft10">deutet darauf hin, dass es nach dem Willen des Gesetzgebers nicht</span><br/> <span class="ft10">möglich sein soll, im Hinblick auf den zweiten Wahlgang in Ruhe</span><br/> <span class="ft10">nach anderen Kandidaten Ausschau halten zu können als jenen, die</span><br/> <span class="ft10">im ersten Wahlgang präsentiert wurden. Damit wird nicht nur für</span><br/> <span class="ft10">eine Konzentration der Wahlgeschäfte gesorgt - es soll möglichst</span><br/> <span class="ft10">rasch klar sein, wer ein bestimmtes Amt bekleiden soll. Diese Ausge-</span><br/> <span class="ft10">staltung des Wahlverfahrens macht darüber hinaus auch Sinn, weil</span><br/> <span class="ft10">sie einen gewissen Schutz für die Kandidierenden sowohl bei Neu-</span><br/> <span class="ft10">als auch bei Gesamterneuerungswahlen beinhaltet: Es wird vermie-</span><br/> <span class="ft10">den, dass im ersten Wahlgang nicht gewählte Kandidaten, welche</span><br/> <span class="ft10">zum zweiten Wahlgang antreten, über lange Zeit im Ungewissen</span><br/> <span class="ft10">darüber sind, ob sie nun doch noch gewählt werden. Diese Überle-</span><br/> <span class="ft10">gung gilt umso mehr für bisherige Amtsinhaber, denen gegenüber</span><br/> <span class="ft10">durch die Nichtwiederwahl im ersten Wahlgang (jedenfalls in deren</span><br/> <span class="ft10">subjektiver Empfindung) das Misstrauen ausgesprochen wird; sie</span><br/> <span class="ft10">sollen möglichst rasch wissen, ob sie nun - im zweiten Wahlgang, al-</span><br/> <span class="ft10">lenfalls nur mit relativem Mehr - doch gewählt werden. Gerade der</span><br/> <span class="ft10">hier zu beurteilende Sachverhalt zeigt einen weiteren Nachteil erst</span><br/> <span class="ft10">lange nach dem ersten Wahlgang durchgeführter zweiter Wahlgänge:</span><br/> <span class="ft10">Das Risiko, dass ein zu wählendes Gremium funktionsunfähig wird</span><br/> <span class="ft10">bzw. dass es nur weiter funktionsfähig bleibt, weil Mitglieder, die im</span><br/> <span class="ft10">ersten Wahlgang nicht gewählt wurden, in ihm weiter mitwirken, ist</span><br/> <span class="ft10">gross. Gerade dies will der Gesetzgeber mit der in den §§ 37 ff. GPR</span><br/> <span class="ft10">verankerten Wahlordnung verhindern.</span><br/> <span class="ft10">Diese Umstände deuten darauf hin, dass der Gesetzgeber so-</span><br/> <span class="ft10">wohl hinsichtlich der Urnen- als auch der Versammlungswahl eine</span><br/> <span class="ft10">Ordnung verwirklichen wollte, die eine zügige Durchführung der</span><br/> <span class="ft10">Wahlgeschäfte gewährleistet. Vor diesem Hintergrund kommt denn</span><br/> <span class="ft10">auch dem Zusammenspiel der Vorschriften von § 37 Abs. 4 und § 38</span><br/> <span class="ft10">Abs. 2 GPR erhebliche Bedeutung zu: Versammlungswahlen sollen</span><br/> <span class="ft10">in einer Versammlung durchgeführt werden. Da in der Versamm-</span><br/> <span class="ft10">lungswahl (im Gegensatz zur Urnenwahl; vgl. Botschaft des Regie-</span><br/> <span class="ft10">rungsrats zum GPR vom 17. Dezember 1990, S. 13 und § 30 Abs. 1</span><br/> <span class="ft10">GPR) stets nur in der Versammlung vorgeschlagene Kandidaten</span><br/> <span class="ft10">wählbar sind, hat der Gesetzgeber ausdrücklich die Möglichkeit</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">236</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">vorgesehen, dass für den zweiten Wahlgang noch Vorschläge ge-</span><br/> <span class="ft10">macht werden können. Auch diese gesetzliche Ordnung, die denjeni-</span><br/> <span class="ft10">gen, welche neue Kandidaten allenfalls auch erst im zweiten Wahl-</span><br/> <span class="ft10">gang vorschlagen möchten, eine entsprechende Sitzungsvorbereitung</span><br/> <span class="ft10">erlaubt, spricht klar gegen die Zulässigkeit einer Vertagung des zwei-</span><br/> <span class="ft10">ten Wahlgangs.</span><br/> <span class="ft10">4.2.</span><br/> <span class="ft10">Das dargelegte in der gesetzlichen Ordnung zum Ausdruck</span><br/> <span class="ft10">kommende Gewicht des Anliegens der zügigen Durchführung von</span><br/> <span class="ft10">Wahlgeschäften insbesondere bei der Versammlungswahl verbietet</span><br/> <span class="ft10">es, Verhaltensweisen quasi noch zu belohnen, die zu einer Aushebe-</span><br/> <span class="ft10">lung der gesetzlichen Ordnung führen würden. Genau darauf liefe</span><br/> <span class="ft10">aber, worauf die Beschwerdeführer zutreffend hinweisen, die einfa-</span><br/> <span class="ft10">che Anordnung der Durchführung eines zweiten Wahlgangs hinaus:</span><br/> <span class="ft10">Sie würde die Möglichkeit eröffnen, entgegen dem in § 37 Abs. 4</span><br/> <span class="ft10">i.V.m. § 38 Abs. 1 GPR vorgesehenen Verfahren (und auch in Abwei-</span><br/> <span class="ft10">chung von § 32 GPR) lange nach Durchführung des ersten Wahl-</span><br/> <span class="ft10">gangs noch Kandidatenvorschläge einzureichen. Das läuft aber wie</span><br/> <span class="ft10">dargelegt offensichtlich der ratio legis der gesetzlichen Ordnung</span><br/> <span class="ft10">zuwider.</span><br/> <span class="ft10">Hinzu kommt, dass auf diese Weise dem unter dem Gesichts-</span><br/> <span class="ft10">punkt des auch im öffentlichen Recht geltenden Grundsatzes des</span><br/> <span class="ft10">Handelns nach Treu und Glauben (vgl. U</span><span class="ft6">LRICH</span> <span class="ft10">H</span><span class="ft6">ÄFELIN</span><span class="ft10">/G</span><span class="ft6">EORG</span><br/> <span class="ft10">M</span><span class="ft6">ÜLLER</span><span class="ft10">/F</span><span class="ft6">ELIX</span> <span class="ft10">U</span><span class="ft6">HLMANN</span><span class="ft10">, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl.,</span><br/> <span class="ft10">Zürich 2010, Rz 622 mit Hinweisen) fragwürdigen Verhalten des</span><br/> <span class="ft10">Kreisschulrats bzw. dessen federführender Mitglieder Vorschub ge-</span><br/> <span class="ft10">leistet würde: Wie sich aus den Akten ergibt, suchte der Kreisschulrat</span><br/> <span class="ft10">bereits mit zwei Inseraten im Landanzeiger vom 12. und 19. Septem-</span><br/> <span class="ft10">ber 2013 nach möglichen Kandidaten für die Kreisschulpflege. In der</span><br/> <span class="ft10">Folge wurde das Vorgehen für die Versammlung vom 4. Dezember</span><br/> <span class="ft10">2013 vorbereitet, indem gestützt auf eine vom Büro des Grossen Rats</span><br/> <span class="ft10">beim Rechtsdienst des Regierungsrats eingeholte schriftliche</span><br/> <span class="ft10">Stellungnahme betreffend das Verfahren bei der Wiederwahl eines</span><br/> <span class="ft10">Oberrichters dem Kreisschulrat ein von den Vorgaben des GPR und</span><br/> <span class="ft10">des Geschäftsreglements abweichendes Wahlverfahren vorgeschla-</span><br/> <span class="ft10">gen wurde. In diesem Zusammenhang rechtfertigt sich insbesondere</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">237</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">der Hinweis, dass der Kreisschulrat nicht etwa geltend macht, er</span><br/> <span class="ft10">habe eine Rechtsauskunft zur offenen Frage des Wahlverfahrens ein-</span><br/> <span class="ft10">geholt, auf die er sich in der Folge aufgrund des Vertrauensschutz-</span><br/> <span class="ft10">prinzips habe stützen können. Er hat vielmehr gerade keine</span><br/> <span class="ft10">Rechtsauskunft eingeholt, sondern sich - ohne Absicherung durch</span><br/> <span class="ft10">Einholen einer Auskunft des Rechtsdiensts der Gemeindeabteilung</span><br/> <span class="ft10">(was näher gelegen hätte) - auf seine eigene Meinung zur Durchfüh-</span><br/> <span class="ft10">rung des Wahlverfahrens verlassen (die er, wie bereits erwähnt, auf</span><br/> <span class="ft10">eine ein gänzlich anderes Wahlgeschäft betreffende Rechtsauskunft</span><br/> <span class="ft10">des Rechtsdiensts des Regierungsrats stützte) und auf dieser Grund-</span><br/> <span class="ft10">lage ein Sitzungsszenario entworfen. Als in der Sitzung vom</span><br/> <span class="ft10">4. Dezember 2013 Einwände gegen das vorgeschlagene Verfahren</span><br/> <span class="ft10">erhoben wurden, hat die Sitzungsleitung auch nicht etwa zur Abklä-</span><br/> <span class="ft10">rung der rechtlichen Zulässigkeit des beabsichtigten Vorgehens eine</span><br/> <span class="ft10">Verschiebung des ganzen Wahlgeschäfts in Erwägung gezogen. Viel-</span><br/> <span class="ft10">mehr wurde einfach über einen Antrag auf (korrekte) Durchführung</span><br/> <span class="ft10">des Wahlverfahrens abgestimmt und dieser abgelehnt. Aus diesem</span><br/> <span class="ft10">gesamten Ablauf (Stellenausschreibung, Vorbereitung und Durchfüh-</span><br/> <span class="ft10">rung des Wahlgeschäfts) ist klar erkennbar, worum es dem</span><br/> <span class="ft10">Kreisschulrat bzw. dessen federführenden Mitgliedern ging: Es soll-</span><br/> <span class="ft10">ten zumindest zum Teil neue Kandidaten für die Wahl in die Kreis-</span><br/> <span class="ft10">schulpflege präsentiert werden (weil offenbar eine gewisse Unzufrie-</span><br/> <span class="ft10">denheit mit der Tätigkeit eines Teils der bisherigen Schulpflegemit-</span><br/> <span class="ft10">glieder bestand). Da bis zur Versammlung des Kreisschulrats vom 4.</span><br/> <span class="ft10">Dezember 2013 keine Kandidaten gefunden worden waren, sollte die</span><br/> <span class="ft10">Durchführung eines zweiten Wahlgangs verhindert und ein Zeit-</span><br/> <span class="ft10">fenster für das Finden neuer Kandidaten geöffnet werden. Es braucht</span><br/> <span class="ft10">nicht entschieden zu werden, ob dieses Vorgehen geradezu rechts-</span><br/> <span class="ft10">missbräuchlich war, wie die Beschwerdeführer geltend machen.</span><br/> <span class="ft10">Jedenfalls widersprach es klar der gesetzlichen Ordnung und es wäre</span><br/> <span class="ft10">den verantwortlichen Mitgliedern des Kreisschulrats auch möglich</span><br/> <span class="ft10">gewesen, durch vorgängige Einholung geeigneter Auskünfte beim</span><br/> <span class="ft10">Rechtsdienst der Gemeindeabteilung für einen korrekten Ablauf des</span><br/> <span class="ft10">Wahlgeschäfts zu sorgen. Unter diesen Umständen fällt entgegen der</span><br/> <span class="ft10">Auffassung der Vorinstanz eine einfache Wiederholung des zweiten</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">238</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">Wahlgangs mit Präsentation allfälliger neuer Kandidaten ausser Be-</span><br/> <span class="ft10">tracht.</span><br/> <span class="ft10">4.3.</span><br/> <span class="ft10">4.3.1.</span><br/> <span class="ft10">Kommt ein zweiter Wahlgang mit vorgängiger erneuter Kandi-</span><br/> <span class="ft10">datensuche nicht infrage, kann anlässlich der Durchführung des</span><br/> <span class="ft10">zweiten Wahlgangs § 38 Abs. 2 GPR auch nicht zur Anwendung</span><br/> <span class="ft10">gelangen: Zwar hätten am 4. Dezember 2013 vor Durchführung eines</span><br/> <span class="ft10">zweiten Wahlgangs gemäss dieser Vorschrift neue Kandidaten prä-</span><br/> <span class="ft10">sentiert werden können. Es wurde indessen kein zweiter Wahlgang</span><br/> <span class="ft10">durchgeführt. Würden nunmehr nach Abschluss des verwaltungsge-</span><br/> <span class="ft10">richtlichen Verfahrens in einem zweiten Wahlgang Kandidaten</span><br/> <span class="ft10">präsentiert, so würde damit im Ergebnis wiederum wie bereits darge-</span><br/> <span class="ft10">legt die gesetzliche Ordnung unterlaufen. Da andererseits aber nur</span><br/> <span class="ft10">vorgeschlagene Kandidaten gewählt werden können (vgl. § 38 Abs. 1</span><br/> <span class="ft10">GPR und den Kommentar zu dieser Bestimmung in der Botschaft des</span><br/> <span class="ft10">Regierungsrats, S. 13), können somit im zweiten Wahlgang nur noch</span><br/> <span class="ft10">die bisherigen Kandidaten A., B. und C. zur Wahl stehen.</span><br/> <span class="ft10">4.3.2.</span><br/> <span class="ft10">Damit fragt sich weiter, ob die Durchführung eines zweiten</span><br/> <span class="ft10">Wahlgangs überhaupt noch Sinn macht: Im zweiten Wahlgang zählt</span><br/> <span class="ft10">das relative Mehr (§ 23 Geschäftsreglement, § 23 Abs. 1 i.V.m. § 39</span><br/> <span class="ft10">GPR). Gemäss dem auch bei der Versammlungswahl anwendbaren</span><br/> <span class="ft10">§ 22 Abs. 1 GPR (erfasst vom Verweis in § 39 GPR) fallen bei der</span><br/> <span class="ft10">Ermittlung des Mehrs die leeren und ungültigen Stimmzettel ausser</span><br/> <span class="ft10">Betracht. Das bedeutet, dass für die Wahl der drei im ersten Wahl-</span><br/> <span class="ft10">gang nicht gewählten Mitglieder eine einzige Stimme genügen kann</span><br/> <span class="ft10">(wenn z.B. je ein Wählender je eine der drei Personen auf seinen</span><br/> <span class="ft10">Stimmzettel schreibt und alle übrigen Wählenden leer einlegen).</span><br/> <span class="ft10">Dies würde an sich nahe legen, den zweiten Wahlgang still durchzu-</span><br/> <span class="ft10">führen (wie es im Ergebnis die Beschwerdeführer beantragen). Da</span><br/> <span class="ft10">indessen (zumindest theoretisch) nicht auszuschliessen ist, dass die</span><br/> <span class="ft10">drei bisherigen Kandidaten im zweiten Wahlgang (überhaupt) keine</span><br/> <span class="ft10">Stimmen erhalten und das Gesetz für die Versammlungswahl - an-</span><br/> <span class="ft10">ders als für bestimmte Konstellationen bei der Urnenwahl (vgl. § 30a</span><br/> <span class="ft10">Abs. 2 und § 33 Abs. 2 GPR; beide Bestimmungen sind nicht vom</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Wahlen und Abstimmungen</span> <span class="page_no">239</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">Verweis in § 39 erfasst) - für Versammlungswahlen keine stille Wahl</span><br/> <span class="ft10">vorsieht, rechtfertigt es sich, von der Durchführung eines zweiten</span><br/> <span class="ft10">Wahlgangs nicht abzusehen. Als Ergebnis ist daher in teilweiser Gut-</span><br/> <span class="ft10">heissung der Beschwerde die Durchführung eines zweiten Wahl-</span><br/> <span class="ft10">gangs (nur) mit den drei Kandidaten A., B. und C. anzuordnen.</span><br/></div> </div> </body> </html>