<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, Mittel und Wege zu prüfen, wie ausländische Unternehmen mit Sitz in der Schweiz davon überzeugt werden könnten, Lehrstellen anzubieten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Ansicht der Postulantin, dass die Schweiz international den Ruf eines gut funktionierenden dualen Berufsbildungssystems geniesst und über qualifizierte Berufsleute verfügt. Die Schweiz ist wirtschaftlich stark mit dem Ausland verflochten und ein attraktiver Standort für internationale Unternehmen.</p><p>Die im Jahr 2013 publizierte Studie "Der Einfluss der Internationalisierung auf die arbeitsmarktorientierte Bildung" zeigte, dass die ausbildenden internationalen Betriebe mit mehr als 50 Angestellten sich bei der Ausbildungsbereitschaft nicht signifikant von einheimischen Betrieben unterscheiden. Nur bei den kleineren Betrieben ist die Ausbildungsquote bei ausländischen Unternehmen tiefer.</p><p>Die Aufgabe der Lehrstellenförderung obliegt primär den Kantonen sowie den Organisationen der Arbeitswelt, Branchen- und Berufsverbänden. Die Kantone verfügen über aufeinander abgestimmte und bewährte Lehrstellen-Marketingmassnahmen. Mit diesen richten sie sich auch an internationale Unternehmungen. Die Berufsbildungsämter und die regionalen Organisationen der Arbeitswelt sind mit den Verhältnissen vor Ort vertraut. Sie pflegen den Kontakt mit den Unternehmungen, auch mit internationalen.</p><p>Der Bund seinerseits sorgt für optimale Rahmenbedingungen und leistet finanzielle Unterstützung. Besonders zu Zeiten der Lehrstellenkrise hatte der Bund den Kantonen mit angespannter Lehrstellensituation zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Realisierung ihrer Lehrstellen-Marketingmassnahmen geboten. In der französisch- und in der italienischsprachigen Schweiz hat der Bund solche Massnahmen angesichts der relativ geringen Verbreitung der dualen Berufsbildung bis vor Kurzem unterstützt. Ein Teil davon betraf die Sensibilisierung von international ausgerichteten, multinationalen Unternehmen, insbesondere im Kanton Genf. So hat der Bund im Kanton Genf zwischen 2013 und 2016 ein Pilotprojekt zur Schaffung einer bilingualen beruflichen Grundbildung für Kauffrauen und Kaufmänner unterstützt. 42 Unternehmen mit Englisch als Arbeitssprache wurden für das Projekt gewonnen, darunter mehrere, die vorher nicht ausgebildet hatten. Fast 100 Jugendliche konnten eine bilinguale berufliche Grundbildung als Kauffrau/Kaufmann EFZ beginnen. Ebenso hat der Bund einen finanziellen Beitrag für die Entwicklung und Pilotierung einer mehrheitlich englischsprachigen beruflichen Grundbildung für Kauffrauen und Kaufmänner und Informatikerinnen und Informatiker im Kanton Zug gesprochen, welcher ebenfalls eine hohe Dichte an internationalen Unternehmen aufweist. Einen wesentlichen Beitrag zum Marketing für die duale Berufsbildung mit breiter Ausstrahlung leisten auch die Swiss Skills, die 2018 zum zweiten Mal durchgeführten zentralen Berufsmeisterschaften. Der Bund unterstützt sie mit namhaften Beiträgen, 2018 mit 10 Millionen Franken.</p><p>Um ein ausreichendes Lehrstellenangebot sicherzustellen, stehen auf mehreren Ebenen aufeinander abgestimmte Massnahmen zur Verfügung. Diese werden unbesehen der Nationalität der Unternehmungen eingesetzt. Der Bundesrat erachtet das Anliegen des Postulates daher bereits als erfüllt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.