Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 13. August 2015 (810 15 140) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Verweigerung der unentgeltlichen Verbeiständung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, G erichtsschreiber Sandro Jaisli Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Suzanne Davet , Advokatin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde E.____ , Beschwerdege g- nerin Betreff Unentgeltliche Verbeiständung (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde E.____ vom 8. Mai 2015) A. C.____, geboren 2007, und D.____, geboren 2011, sind die Kinder der getrennt leben- den Eltern B.____, geboren 1984, und A.____, gebore n 1984. Mit Beschluss vom 18. Oktober 2012 hat die Vormundschaftsbehörde F.____ für C.___ _ und D.____ G.____ als Beistand ge- mäss Art. 308 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 – mit der besonderen Weisung der Unterstützung bei de r Regelung des Kontaktes zwischen Va- ter und Kindern sowie der Koordination im vielseiti gen Betreuungsumfeld – ernannt. Mit Ent- scheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde E._ ___ (KESB) vom 7. Februar 2013 wur- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht de H.____ mit Wirkung ab 1. März 2013 als neuer Beista nd für C.____ und D.____ ernannt, wobei die Aufgaben der bisherigen Mandatsperson unve rändert weitergelten. Nachdem die vereinbarte Besuchsregelung seit Sommer 2013 aufgrund der Differenzen zwischen den Eltern kaum mehr umgesetzt wurde, stellte der Beistand mit Schr eiben vom 5. November 2013 der KESB den Antrag, das Besuchsrecht um die begleitete Ü bergabe durch die Begleiteten Be- suchstage (BBT) Baselland zu ergänzen. Mit Entscheid vom 1 9. Dezember 2013 ordnete die KESB die begleitete Übergabe der Kinder durch die BBT Baselland an. B. Mit Schreiben vom 9. Januar 2015 gelangte A.____ a n die KESB und stellte den An- trag, dass er seine Kinder gerne öfter und länger – d as heisst jede Woche für zwei Tage mit Übernachtung – sehen würde. Mit Schreiben vom 15. Janu ar 2015 teilte die KESB A.____ mit, dass sie den Beistand damit beauftragt habe, die Regelung des persönlichen Verkehrs abzuklä- ren und im Rahmen der ordentlichen Berichterstattung Anträge zu stellen. Es wurde weiter fest- gehalten, dass A.____ schriftlich über die Anträge des Erziehungsbeistandes informiert und Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten werde. Mit Schreiben vom 14. April 2015 zeigte lic. iur. Suzanne Davet, Advokatin in Basel, der KESB an, dass A .____ sie mit der Wahrung seiner In- teressen beauftragt habe. Mit Schreiben vom 16. April 2015 reichte der Beistand der KESB den Bericht für die ordentliche Berichterstattung von 1. Januar 2013 bis 31. März 2015 ein. In Bezug auf die durch A.____ beantragte Ausweitung des Besuchsre chts hält der Beistand in seinem Bericht fest, dass der weitere Konsolidierungsprozess hinsi chtlich der Besuchsregelung – an- gesichts der ausserordentlich konfliktgeladenen Beziehungsebene zwischen den Eltern – einen grösseren Zeitrahmen als der bisherige benötige. Über weitergehende beziehungsweise aus- gedehntere Besuchsabläufe könne erst nach einer länger en und gut verlaufenden begleiteten Besuchsphase im BBT diskutiert und entschieden werden. Eine weitergehende, gut funktionie- rende Stabilisierungsphase sei seines Erachtens ausserordentlich wichtig und entscheidend für die zukünftige, mögliche Ausdehnung der Besuchskadenz der Kinder bei ihrem Vater. In seinen Anträgen an die KESB beantragte H.____ unter andere m, dass die verfügte Besuchsregelung vom 19. Dezember 2013 bei den BBT Baselland wieder zu organisieren sei und vorderhand bis im Dezember 2015 weitergeführt werden solle. Weiter st ellt er den Antrag, es sei über den wei- teren begleiteten Besuchsverlauf eine ausführliche Ausw ertung vorzunehmen, wobei er der KESB bis zum 31. Dezember 2015 einen Abklärungsbericht vorlegen werde. C. Im Rahmen dieses Verfahrens auf Überprüfung der ge ltenden Regelung des persönli- chen Verkehrs ersuchte A.____, vertreten durch Suzanne Dave t, mit Schreiben vom 4. Mai 2015 die KESB um Bewilligung der unentgeltli chen Rechtspflege. A.____ sei bedürftig und nicht in der Lage, seine Interessen selber in angem essener Weise zu vertreten, weshalb die Vertretung durch die unterzeichnete Advokatin notwe ndig sei. Mit Zwischenverfügung vom 8. Mai 2015 entschied die KESB, dass die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt werde, soweit es die Verfahrenskosten betreffe. Das Gesuch um Bewillig ung der unentgeltlichen Verbeistän- dung mit Suzanne Davet wies die KESB dagegen ab. D. Gegen den Entscheid der KESB vom 8. Mai 2015 erhob A.____, wiederum vertreten durch Suzanne Davet, mit Eingabe vom 19. Mai 2015 Beschw erde beim Kantonsgericht, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit den unter o/e-Kostenfolge ge- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellten Begehren, der Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 8. Mai 2015 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei im Verfahren betreffend Regelung des Besuchsrechts die un- entgeltliche Rechtspflege mit der unterzeichneten Ad vokatin zu bewilligen. Eventualiter sei der Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 8. Mai 2015 aufzuh eben und es sei der Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es sei die Vorinst anz anzuweisen, mit dem Ent- scheid über den Antrag betreffend Gewährung der unent geltlichen Verbeiständung bis nach Vorliegen einer Stellungnahme zum Bericht des Erziehungsbeistandes zuzuwarten. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege für das vorliegende Beschwerdever- fahren zu gewähren. E. Mit Schreiben vom 20. Mai 2015 reicht Suzanne Davet ihre Honorarnote für die Bemü- hungen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ein. F. In ihrer Vernehmlassung vom 10. Juni 2015 beantrag t die Beschwerdegegnerin unter o/e-Kostenfolge die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. G. Mit Schreiben vom 10. Juni 2015 reicht der Beschwerd eführer das Gesuch um unent- geltliche Rechtspflege für das vorliegende Beschwerdeverfahren ein. H. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 17. Juni 201 5 stellt das Kantonsgericht fest, dass über das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege zusammen mit der Hauptsache entschieden wird. I. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschrifte n wird, soweit erforderlich, in den Urteilserwägungen eingegangen. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gegen Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehö rde kann innert dreissig Tagen nach deren Mitteilung beim zuständigen Gericht B eschwerde erhoben werden (Art. 450 Abs. 1 ZGB sowie Art. 314 Abs. 1 ZGB). Zuständiges Gerich t im Sinne dieser Bestimmung ist nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Z ivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Beim ange- fochtenen Entscheid handelt es sich um eine Zwischenverfügung. Für die Beurteilung von Beschwerden gegen Zwischenverfü gungen, welche die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege zum Gegenstand haben, ist gemäss § 1 Abs. 3 lit. f in Verbin- dung mit § 43 Abs. 2 bis lit. g des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltung sprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 die präsidierende Per son zuständig. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 8. Mai 2015 wurde dem Beschwerd eführer am 9. Mai 2015 ausge- händigt, womit die Beschwerdeeingabe vom 19. Mai 2015 innert Frist erfolgte. Da auch sämtli- che übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, kann auf di e vorliegende Beschwerde einge- treten werden. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unange- messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Streitig im vorliegenden Verfahren ist einzig die F rage, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Verbeiständung für das vorinstanzliche Verfahren zu Recht verweigert hat. 4.1 Gemäss § 69 Abs. 4 EG ZGB in Verbindung mit § 23 A bs. 1 und 2 des Verwaltungs- verfahrensgesetzes des Kantons Basel-Landschaft (VwVG) vom 13. Juni 1988 ist einer Partei im Verwaltungsverfahren der kostenlose Beizug eines Anw altes zu gewähren, wenn sie ihre Bedürftigkeit glaubhaft macht, ihr Begehren nicht off ensichtlich als aussichtslos und der Beizug eines Anwalts zur Wahrung ihrer Rechte als notwendig erscheint. Art. 29 Abs. 3 der Bundesver- fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 gewährt keinen wei- tergehenden Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung als das kantonale Verfahrensrecht. Die Voraussetzungen, die gemäss bundesgerichtlicher Rechtspr echung für die Bejahung eines verfassungsmässigen Anspruches auf unentgeltliche Verbeiständ ung erfüllt sein müssen, stim- men somit inhaltlich mit denjenigen überein, die der kantonale Gesetzgeber in § 23 Abs. 2 VwVG normiert hat. Während die Beschwerdegegnerin di e Bedürftigkeit des Beschwerdefüh- rers in ihrem Zwischenentscheid vom 8. Mai 2015 als geg eben ansieht, verneint sie das Vorlie- gen einer sachlichen Notwendigkeit zum Beizug einer Anwältin. 4.2 Die sachliche Notwendigkeit der unentgeltlichen Rech tsverbeiständung beurteilt sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalles. Die Recht snatur des Verfahrens ist dabei oh- ne Belang. Grundsätzlich fällt die unentgeltliche Verbe iständung für jedes staatliche Verfahren in Betracht, in das der Gesuchsteller einbezogen wird o der das zur Wahrung seiner Rechte notwendig ist (Urteil des Bundesgerichts 5P.79/2006 vom 3 1. August 2006 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Dies ist der Fall, wenn der Betroffene sein e Sache, auf sich allein gestellt, nicht sachgerecht und hinreichend wirksam vertreten kann; andernfalls wird ihm zugemutet, das Ver- fahren selbständig zu führen (G EROLD STEINEMANN , in: Bernhard Ehrenzeller et al. [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur Schweizerische Bundesverfassung, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, Art. 29 N 70). Insbesondere wird die sachliche Notwendi gkeit nicht bereits dadurch ausge- schlossen, dass das in Frage stehende Verfahren vom Unters uchungsgrundsatz beherrscht wird, die Behörde also gehalten ist, den rechtserheb lichen Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln (BGE 130 I 180 E. 3.2, 125 V 32 E. 4b). D ies schliesst jedoch nicht aus, dass der aus der Verfassung abgeleitete Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege je nach den Besonderhei- ten eines Verfahrens differenziert gehandhabt werden kann. Die bedürftige Partei hat Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung, wenn ihre Interessen in schwerwiegender Weise betroffen sind und der Fall in tatsächlicher und/oder rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, die den Beizug eines Rechtsvertreters erforderlich machen. Droht d as in Frage stehende Verfahren besonders stark in die Rechtsposition der betroffenen Pe rson einzugreifen, ist die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters grundsätzlich gebot en, im Übrigen nur dann, wenn zur Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht relativen Schwere des Falles besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzu- kommen, denen der Gesuchsteller auf sich alleine gestellt nicht gewachsen wäre. Überhaupt beschränkt sich die Aufgabe des Staates darauf, den Einze lnen dann zu unterstützen, wenn er ohne diese Unterstützung eines Rechtes verlustig ginge od er sich gegen einen als unzulässig erachteten Eingriff nicht zur Wehr setzen könnte (Urteil des Bundesgerichts 5P.79/2006 vom 31. August 2006 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 5.1 Die Beschwerdegegnerin lehnte das Gesuch um unentg eltliche Verbeiständung mit Entscheid vom 8. Mai 2015 ab, da die sachliche Notwend igkeit einer Verbeiständung im Rah- men der Überprüfung der geltenden Regelung des persön lichen Verkehres nicht ersichtlich sei. Der Entscheid über den Antrag des Beschwerdeführers – b etreffend Umfang des väterlichen Besuchsrechts und zur Form der Übergaben – stelle keinen st arken Eingriff in die Rechtstellung des Beschwerdeführers dar. Zudem handle es sich beim vor liegenden Sachverhalt nicht um einen besonders komplizierten oder unübersichtlichen. Da rüber hinaus habe der Erziehungs- beistand der Kinder mehrmalige Gespräche mit den Elte rn geführt und insbesondere dem Be- schwerdeführer wiederholt die Voraussetzungen einer Veränderung / Erweiterung des Besuchs- rechts dargelegt. Der Beschwerdeführer habe gute Deutschkenntnisse und sei auch in der Lage gewesen, seinen schriftlichen Antrag auf Veränderung de r Besuchsrechtsregelung alleine ein- zureichen und somit selbständig in Kontakt mit dem Erzieh ungsbeistand und der Beschwerde- gegnerin zu treten. Im Weiteren könne der Beschwerdef ührer jederzeit auch ein Gespräch mit dem instruierenden Mitglied der Beschwerdegegnerin ve rlangen. Da auch kein komplexes rechtliches Problem vorliege, sei die Rechtsvertretung sachlich nicht notwendig. 5.2 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, dass er die Besuchsregelung von nur dreieinhalb Stunden wöchentlich inklusive beglei tete Übergabe der beiden Kinder im Rahmend der BBT Baselland als überaus kurz erachte, sich ab er stets daran gehalten habe. Nachdem er mit Schreiben vom 9. Januar 2015 beantragt h abe, seine Kinder öfter und länger sehen zu dürfen, habe ihm die Beschwerdegegnerin mit Sch reiben vom 15. Januar 2015 ge- antwortet, dass der Erziehungsbeistand beauftragt sei, die geltende Regelung des persönlichen Verkehrs abzuklären und im Rahmen der ordentlichen Beri chterstattung Anträge zu stellen. Bezugnehmend auf den Zwischenbericht des Erziehungsbeistandes vom 16. April 2015 hält der Beschwerdeführer fest, dass er mit Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 8. Mai 2015 darauf vertröstet worden sei, dass die ordentliche Berichterstat tung – innerhalb welcher der Erzie- hungsbeistand der Beschwerdegegnerin Anträge stellen m üsse – bis am 31. Dezember 2015 weiterlaufe. Da seine eigenen Bemühungen allesamt erfolglos geblieben seien, habe er die un- terzeichnete Advokatin mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt. Nachdem diese ein Ge- such um Akteneinsicht gestellt habe, sei es plötzlich mögli ch gewesen, vom Erziehungsbei- stand einen Zwischenbericht einzuverlangen. Zudem seien die Akten der Beschwerdegegnerin sehr umfangreich. Der Beschwerdeführer stamme aus Eritre a. Trotz guter Deutschkenntnisse gestalte sich sein bisheriger Kontakt mit der Beschwerde gegnerin – insbesondere seit Anord- nung der begleiteten Übergaben und der massiven Verkür zung des väterlichen Besuchsrechts – schwierig. Er sei nicht in der Lage, seine Interesse n in Bezug auf das Besuchsrecht für seine beiden Kinder alleine zu wahren, weshalb die anwaltliche Vertretung notwendig sei. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 In ihrer Vernehmlassung vom 10. Juni 2015 führt d ie Beschwerdegegnerin in Ergän- zung zu ihrem Zwischenentscheid vom 8. Mai 2015 aus, dass die Akten – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – nicht umfangreich seien. Die Häl fte des Dossiers würden die beiden Verfügungen inklusive Beilagen des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft West vom 6. und 9. März 2015 betreffend Abänderung des Kinderunterha lts ausmachen, welche das vorliegend relevante väterliche Besuchsrecht nicht betreffen würden. Die Tatsache, dass der Beschwerde- führer ohne die Beschwerdegegnerin oder den Erziehung sbeistand zu informieren, die Überga- ben bei der BBT im Dezember 2014 für beendet erklärt habe, spreche nicht dafür, dass sich der Beschwerdeführer selbständig sehr um das Erreichen einer neuen Besuchsregelung bemüht habe. Zudem seien die Ausführungen des Beschwerdeführers, die ordentliche Berichterstattung dauere bis Ende 2015, nicht nachvollziehbar. Vielmehr se i bereits im Entscheid der Beschwer- degegnerin vom 7. Februar 2013 – welcher dem Beschwerde führer mitgeteilt wurde – festgelegt worden, dass der Rechenschaftsbericht per 31. März 2015 zu erstellen sei. Es sei dem Be- schwerdeführer auch weder schriftlich noch mündlich mitgeteilt worden, dass die Periode für die ordentliche Berichterstattung bis Ende 2015 verlängert worden sei. Sollte der Beschwerdeführer dennoch fälschlicherweise von dieser Zeitspanne ausgegan gen sein, so hätte er ohne weiteres beim Erziehungsbeistand oder der Beschwerdegegnerin rückfragen können. 6.1 Im – vom Untersuchungsgrundsatz beherrschten – Verfahr en vor der KESB hat diese den Sachverhalt nach § 69 Abs. 4 EG ZGB i.V.m. Art. 44 6 Abs. 1 ZGB von Amtes wegen zu erforschen. Es rechtfertigt sich deshalb, einen strengen M assstab für die sachliche Notwendig- keit einer anwaltlichen Verbeiständung anzulegen (M ARTIN KAYSER , in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfah- ren, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 65 N 33, BGE 125 V 32 E. 4b, 122 I 8 E. 2c). 6.2 Hinsichtlich der Rüge des Beschwerdeführers, dass er m it Entscheid der Beschwerde- gegnerin vom 8. Mai 2015 darauf vertröstet worden sei, das Ende der ordentlichen Berichtspe- riode per 31. Dezember 2015 abzuwarten, kann er nich t gehört werden. Mit Entscheid vom 7. Februar 2013 hat die Beschwerdegegnerin die ordentliche Berichterstattungsperiode bis zum 31. März 2015 festgelegt. Seither hat sie sich weder sch riftlich noch mündlich dahingehend ge- äussert, dass diese ordentliche Berichterstattungsperiode bis Ende Dezember 2015 verlängert worden sei. Nichts anderes ergibt sich aus dem Bericht des E rziehungsbeistandes vom 16. Ap- ril 2015, in welchem dieser zum Antrag des Beschwerdef ührers vom 9. Januar 2015 Stellung nimmt und begründet empfiehlt, diesem zurzeit nicht st attzugeben. Darüber hinaus stellt er sel- ber Anträge an die Beschwerdegegnerin. Im Lichte dieser klaren Aussagen und Anträge ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer in der – die unentgeltliche Verbeiständung betreffenden – Zwischenverfügung der Beschwerdegegnerin eine Verlängerung der ordentli- chen Berichterstattung bis Ende 2015 sieht. Sollte er d ennoch fälschlicherweise vom Gegenteil ausgegangen sein, hätte er sowohl bei der Beschwerdeg egnerin als auch beim Erziehungsbei- stand jederzeit nachfragen können. 6.3 Ebenfalls nicht gehört werden kann der Beschwerde führer bezüglich seiner Aussage, dass es aufgrund der von ihm geltend gemachten Akteneinsich t plötzlich möglich gewesen sei, beim Erziehungsbeistand einen Zwischenbericht einzuverlangen. Das Gesuch um Akteneinsicht Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 14. April 2015 ging bei der Beschwerdegegnerin am 15. April 2015 ein. Die zeitliche Nähe respektive faktische Überschneidung von Gesuch um Aktenei nsicht des Beschwerdeführers vom 14. April 2015 und der Berichterstattung des Erziehu ngsbeistandes vom 16. April 2015 vermögen deren Kausalität nicht nachzuweisen. Vielmehr erscheint es normal und dem ge- wöhnlichen Verlauf einer Berichterstattung entsprechen d, dass der Erziehungsbeistand seinen Bericht zwei Wochen nach Ablauf der ordentlichen Berich terstattungsfrist (in casu 31. März 2015) am 16. April 2015 selbständig und unabhängig vom Gesuch um Akteneinsicht eingereicht hat. Jedenfalls vermag der Beschwerdeführer mit seinen A usführungen die von der Vorinstanz glaubhaft dargelegten Umstände betreffend Ablauf der Berichterstattung des Erziehungsbei- standes nicht in Frage zu stellen. 6.4 Zudem droht das vorliegende Verfahren nicht, beson ders stark in die Rechtsposition des Beschwerdeführers einzugreifen. Ein solcher starker E ingriff in grundlegende Rechtspositi- onen des Betroffenen wird beispielsweise in Verfahren betreffend Wiedererlangung der elterli- chen Obhut angenommen (BGE 130 I 180 E. 3.3.2), die mit dem vorliegend in Frage stehenden Verfahren betreffend Überprüfung der geltenden Rege lung des persönlichen Verkehrs nicht verglichen werden können. Überdies geht es vorliegendenfalls nicht darum, ob überhaupt ein Besuchsrecht in Frage kommt oder nicht, sondern lediglich um die Frage einer Auswei tung der geltenden Besuchsregelung. Dass zurzeit keine Besuche stattfinden, hat der Beschwerd eführer schliesslich selber zu ver- antworten, indem er die Ausübung des geltenden Besuchsr echts im Dezember 2014 selbstän- dig – ohne die Beschwerdegegnerin oder den Erziehungsb eistand informiert zu haben – ab- brach. 6.5 Als Letztes bleibt zu prüfen, ob besondere rechtlich e oder tatsächliche Schwierigkeiten vorliegen, die eine Verbeiständung sachlich notwendig machen würden. Vorweg ist festzuhal- ten, dass die Akten – ohne die vorliegend nicht relevant en Unterlagen aus dem zivilrechtlichen Unterhaltsverfahren – weder umfangreich noch komplizier t sind. Der Beschwerdeführer war denn auch in der Lage, das Gesuch um Ausweitung des pers önlichen Verkehrs vom 9. Januar 2015 selbständig zu formulieren und einzureichen. Das vorl iegende Verfahren beschränkt sich – bis zum entscheidrelevanten Zeitpunkt vom 8. Mai 2015 – gegenständlich auf die Fragen, welche der Beschwerdeführer mit seinem Gesuch vom 9. Jan uar 2015 selber initiiert hat und somit die sachliche Tragweite versteht. Zudem hat der Be schwerdeführer jederzeit die Möglich- keit, sowohl bei der Beschwerdegegnerin als auch beim fü r solche Fragen und Begehren zu- ständigen Erziehungsbeistand nachzufragen. Sowohl bei d er Beschwerdegegnerin als auch beim Erziehungsbeistand handelt es sich um professionelle Kontaktstellen, die unter anderem für solche Fragen, wie sie sich vorliegend stellen, gescha ffen wurden und die aufgrund ihrer neutralen Ausrichtung und fachlicher Kompetenz bestens als Anlaufstelle geeignet sind. Anstatt diese Unterstützung in Anspruch zu nehmen, hat der Beschw erdeführer die Besuche eigen- mächtig und ohne vorgängige Information ab Dezember 2014 nicht mehr wahrgenommen. Un- ter Berücksichtigung dieser Tatsache kann dem Beschwerde führer nicht gefolgt werden, wenn er sich auf den Standpunkt stellt, dass sich die Zusammenarb eit mit der Beschwerdegegnerin von Anfang an als schwierig erwiesen habe. Es ist zudem zu berücksichtigen, dass der Be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer über gute Deutschkenntnisse verfügt und somit auch vom sprachlichen Stand- punkt her keine sachliche Notwendigkeit für eine rechtliche Verbeiständug ersichtlich ist. 6.6 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass auch kein e besonderen rechtlichen und/oder tatsächlichen Schwierigkeiten (weder in forme ller noch in materieller Hinsicht) vorlie- gen, die eine rechtliche Verbeiständung sachlich notwen dig machen würden. Da die unter E. 4.1 hiervor aufgeführten Voraussetzungen für die u nentgeltliche Verbeiständung kumulativ vorliegen müssen, erübrigt sich – mangels Vorliegen ein er sachlichen Notwendigkeit – die Prü- fung der übrigen Anspruchsvoraussetzungen. Die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen. 7.1 Im Folgenden ist noch über die Kosten für das V erfahren vor dem Kantonsgericht zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO werden in verwaltung sgerichtlichen Beschwerdeverfah- ren grundsätzlich Verfahrenskosten erhoben. Die Verfahr enskosten umfassen die Gerichtsge- bühren und die Beweiskosten und werden in der Regel de r unterliegenden Partei in angemes- senem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). 7.2 Mit Schreiben vom 10. Juni 2015 ersucht Suzanne Da vet das Kantonsgericht um Be- willigung der unentgeltlichen Rechtspflege für ihren Mandanten und legt dessen Bedürftigkeit dar. Dagegen wird weder in diesem Schreiben noch in de r Beschwerde vom 19. Mai 2015 be- gründet auf die sachliche Notwendigkeit respektive die Nichtaussichtslosigkeit der vorliegenden Beschwerde eingegangen. 7.3 Die unentgeltliche Rechtspflege wird nicht von A mtes wegen, sondern nur auf Antrag gewährt. Das Gesuch kann zu Beginn oder erst während de s Verfahrens gestellt werden. Vo- raussetzung für den Anspruch auf unentgeltliche Rechtspf lege ist erstens das Vorliegen von Bedürftigkeit des Betroffenen, zweitens die Nicht-Aussichtsl osigkeit der Rechtssache und drit- tens die Notwendigkeit der Verbeiständung (vgl. § 22 Ab s. 1 und 2 VPO). Die beiden ersten Bedingungen gelten für jegliche Form der unentgeltli chen Prozessführung, die dritte naturge- mäss für die unentgeltliche Vertretung. Für die Gewähr ung der unentgeltlichen Rechtspflege ist nicht erforderlich, dass die Begehren als aussichtsreich ersch einen; sie ist indes ausgeschlos- sen, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und das Verfahren daher aussichtslos erscheint respektive kaum als e rnsthaft bezeichnet werden kann (BGE 139 III 475 E. 2.2). Ein Begehren gilt dagegen nicht bereits als aussichtslos, w enn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waag e halten oder jene nur wenig gerin- ger sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die ü ber die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen wür de (GEROLD STEINMANN , in: Bern- hard Ehrenzeller et. al [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur Schweizerischen Bundesve rfassung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 29 N 69) . Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eige- ne Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht desh alb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (M ARTIN KAYSER , a.a.O., Art. 65 N 22 ff .). Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaus- sichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläuf igen und summarischen Prüfung der Pro- zessaussichten (BGE 139 III 475 E. 2.2, 138 III 217 E. 2.2.4, 133 III 614 E. 5). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4 Der vorliegenden Beschwerde liegt die unzutreffende Annahme zugrunde, dass der Zeitraum für die ordentliche Berichterstattung bis End e 2015 verlängert worden sei (vgl. E. 6.2 hiervor). Zudem kann der Beschwerdeführer die Kausalitä t zwischen seinem Gesuch um Ak- teneinsicht und der Berichterstattung des Erziehungsbeista ndes nicht glaubhaft darlegen (vgl. E. 6.3 hiervor). Da die Rechtsbegehren auf diesen nic ht mindestens glaubhaft gemachten An- nahmen und Behauptungen des Beschwerdeführers beruhen, wird der Beschwerde mit den vorliegenden Erwägungen ihrer Begründungsgrundlage en tzogen. Unter Berücksichtigung die- ser Umstände erscheinen die Gewinnaussichten beträchtlich g eringer als die Verlustgefahren. Da die Beschwerdegegnerin gegenüber dem Beschwerdeführer weder schriftliche noch mündli- che Aussagen machte, welche in nachvollziehbarer Weise zu diesen Falschannahmen hätten führen können, hätte dem anwaltlich vertretenen Besch werdeführer die Aussichtslosigkeit der vorliegenden Beschwerde erkennbar sein müssen. Da die Vo raussetzungen nach § 22 Abs. 1 und 2 VPO kumulativ erfüllt sein müssen, erübrigt sich eine Prüfung der übrigen Anspruchsvo- raussetzungen, womit das Gesuch um unentgeltliche Prozess führung und Verbeiständung mit Suzanne Davet, Advokatin, zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist. 7.5 Angesichts des Ausgangs des Verfahrens sind die Verfa hrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Als unte rliegende Partei hat der Beschwerde- führer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. § 21 Abs. 1 VPO). Die Parteikosten werden demzufolge wettgeschlagen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- we rden dem Beschwer- deführer auferlegt. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber