<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">362</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">[...]</span><br/> <span class="ft3"><b>65</b></span> <span class="ft3"><b>Berufskosten; auswärtiger Wochenaufenthalt (§ 35 Abs. 1 lit. c StG)</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Bei einer täglichen Fahrtdauer von 86 Minuten für die Hinfahrt an den</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Arbeitsplatz und von 116 Minuten für die Rückfahrt handelt es sich um</b></span><br/> <span class="ft3"><b>einen Grenzfall. Indes ist infolge der Vollzeitanstellung und der deutlich</b></span><br/> <span class="ft3"><b>mehr als 100 Minuten dauernden Rückfahrt am Abend ein Pendeln nicht</b></span><br/> <span class="ft3"><b>zumutbar.</b></span><br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abteilung Steuern,</span><br/> <span class="ft4">vom 23. Juni 2016 in Sachen N.B. (3-RV.2016.2).</span><br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">4.1.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Steuern</span> <span class="page_no">363</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Von den Einkünften aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit kön-</span><br/> <span class="ft1">nen gemäss § 35 StG Berufskosten in Abzug gebracht werden. Als</span><br/> <span class="ft1">Berufskosten gelten unter anderem "die übrigen für die Ausübung</span><br/> <span class="ft1">des Berufes erforderlichen Kosten" (§ 35 Abs. 1 lit. c StG).</span><br/> <span class="ft1">4.2.</span><br/> <span class="ft1">4.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Steuerpflichtige, die sich während der Woche notwendigerweise</span><br/> <span class="ft1">am Arbeitsort aufhalten, jedoch an arbeitsfreien Tagen regelmässig</span><br/> <span class="ft1">nach Hause zurückkehren und deshalb da steuerpflichtig bleiben</span><br/> <span class="ft1">(Wochenaufenthalterinnen und Wochenaufenthalter), können die</span><br/> <span class="ft1">Mehrkosten für den auswärtigen Aufenthalt abziehen. Abzugsfähig</span><br/> <span class="ft1">sind die notwendigen Mehrkosten der auswärtigen Verpflegung und</span><br/> <span class="ft1">der Unterkunft sowie die notwendigen Fahrtkosten der regelmässi-</span><br/> <span class="ft1">gen Heimkehr an den steuerlichen Wohnsitz und die Fahrtkosten</span><br/> <span class="ft1">zwischen auswärtiger Unterkunft und Arbeitsstätte (§ 35 Abs. 1 lit. c</span><br/> <span class="ft1">StG in Verbindung mit §§ 12 und 14 StGV sowie Art. 9 der Verord-</span><br/> <span class="ft1">nung über den Abzug von Berufskosten der unselbständigen Er-</span><br/> <span class="ft1">werbstätigkeit bei der direkten Bundessteuer vom 10. Februar 1993</span><br/> <span class="ft1">[BkV; Fassung Anhang vom 21. Juli 2008]; StE 2013 B 22.3 Nr. 107;</span><br/> <span class="ft1">AGVE 2004 S. 295).</span><br/> <span class="ft1">4.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Kosten des auswärtigen Wochenaufenthaltes können nur</span><br/> <span class="ft1">dann als Berufsauslagen abgezogen werden, wenn die tägliche Rück-</span><br/> <span class="ft1">kehr an den Wohnort (Hauptsteuerdomizil) unmöglich oder unzumut-</span><br/> <span class="ft1">bar ist bzw. der Grund für die nicht tägliche Rückkehr in erster Linie</span><br/> <span class="ft1">beruflicher Natur ist. Keine berufsbedingten Aufwendungen sind die</span><br/> <span class="ft1">Mehrkosten des Wochenaufenthaltes am Arbeitsort oder in einer um-</span><br/> <span class="ft1">liegenden Gemeinde, wenn dieser lediglich der Bequemlichkeit oder</span><br/> <span class="ft1">anderen persönlichen Vorteilen des Steuerpflichtigen dient. Abzieh-</span><br/> <span class="ft1">bar sind bloss die Kosten für eine Heimfahrt pro Woche (Bundesge-</span><br/> <span class="ft1">richtsurteil vom 25. Januar 2007 [2P.251/2006], in: ASA 2009/2010</span><br/> <span class="ft1">S. 70 = BStPra 2007 S. 475 = StE 2007 B 22.3 Nr. 93; AGVE 2004</span><br/> <span class="ft1">S. 295).</span><br/> <span class="ft1">4.3.</span><br/> <span class="ft1">4.3.1.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">364</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Zur Prüfung der Zumutbarkeit der täglichen Rückkehr an den</span><br/> <span class="ft1">Wohnort ist, anders als bei den Fahrtkosten zwischen Wohn- und Ar-</span><br/> <span class="ft1">beitsstätte, nur auf die effektive Fahrzeit abzustellen, nicht aber auf</span><br/> <span class="ft1">die tägliche Zeitersparnis. Diese Unterscheidung ergibt sich aus dem</span><br/> <span class="ft1">Umstand, dass bei den Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeits-</span><br/> <span class="ft1">stätte die Notwendigkeit der Fahrt zur Berufsausübung unumstritten</span><br/> <span class="ft1">ist und lediglich das Transportmittel zur Diskussion steht, während</span><br/> <span class="ft1">bei den Wochenaufenthaltskosten die Erforderlichkeit des auswärti-</span><br/> <span class="ft1">gen Aufenthalts zur Berufsausübung zu prüfen ist (AGVE 2004</span><br/> <span class="ft1">S. 295; SGE vom 20. August 2015 in Sachen A.H. [3-RV.2015.28]).</span><br/> <span class="ft1">Das Bundesgericht hat diesbezüglich festgehalten (Bundesgerichtsur-</span><br/> <span class="ft1">teil vom 25. September 2012 [2C_177/2012] = StE 2013 B 22.3.</span><br/> <span class="ft1">Nr. 107):</span><br/> <span class="ft6">"Dieses von der Lehre einhellig begrüsste Urteil [...] stellt klar, dass</span><br/> <span class="ft6">die Dauer des Arbeitsweges nicht allein massgebend ist: 'Im Einzelfall ist zu</span><br/> <span class="ft6">prüfen, ob der Zeitpunkt von Arbeitsbeginn und -ende eine tägliche</span><br/> <span class="ft6">Rückkehr zumutbar macht, wie lange die Arbeit dauert, ob die Arbeitszeiten</span><br/> <span class="ft6">(fix oder gleitend, Blockzeiten) dem Steuerpflichtigen in Bezug auf die</span><br/> <span class="ft6">Rückkehr an den Wohnort einen gewissen Spielraum lassen, ob Teil-</span><br/> <span class="ft6">zeitarbeit vorliegt, oder wie der Arbeitsweg zumutbarerweise bewältigt</span><br/> <span class="ft6">(öffentliche oder private Transportmittel; häufiger Wechsel von Tram/Bus/</span><br/> <span class="ft6">Zug) und ob ein Teil davon als Ruhe- oder Arbeitszeit (längere Zugsreisen)</span><br/> <span class="ft6">genutzt werden kann' (Urteil 2A.224/2004 vom 26. Oktober 2004 E. 8.2, in:</span><br/> <span class="ft6">ASA 75 S. 253 ff., 259)."</span><br/> <span class="ft1">Die Praxis des Spezialverwaltungsgerichts zu den kantonalen</span><br/> <span class="ft1">Bestimmungen entspricht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung</span><br/> <span class="ft1">(vgl. etwa SGE vom 20. August 2015 in Sachen A.H. [3-</span><br/> <span class="ft1">RV.2015.28]).</span><br/> <span class="ft1">4.3.2.</span><br/> <span class="ft1">4.3.2.1.</span><br/> <span class="ft1">In Analogie zur Rechtsprechung betreffend Feststellung der</span><br/> <span class="ft1">Steuerpflicht (RGE vom 20. Oktober 2011 in Sachen A.B.</span><br/> <span class="ft1">[3-RV.2011.72]) sind die Distanzen zwischen Arbeitsort und Wohnort</span><br/> <span class="ft1">unter anderem dann von Bedeutung, wenn sie relativ kurz sind.</span><br/> <span class="ft1">Wenn die Distanz zwischen Wochenaufenthalts- und Wohnort auch</span><br/> <span class="ft1">ein tägliches Pendeln erlauben würde, stellt dies ein gewichtiges In-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Steuern</span> <span class="page_no">365</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">diz für die nicht berufliche Notwendigkeit des Wochenaufenthalts</span><br/> <span class="ft1">dar. Wenn die Entfernung zwischen den beiden Orten unter ein be-</span><br/> <span class="ft1">stimmtes Mass fällt, kann nicht mehr gesagt werden, dass der Steuer-</span><br/> <span class="ft1">pflichtige durch die Erwerbstätigkeit gezwungen wird, am Arbeitsort</span><br/> <span class="ft1">eine Wohnung zu mieten (ASA 57 S. 519; RGE vom 30. Januar 2003</span><br/> <span class="ft1">in Sachen K.M. [RV.2002.50197]).</span><br/> <span class="ft1">4.3.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Das Spezialverwaltungsgericht hat entschieden, dass bei einer</span><br/> <span class="ft1">Distanz von rund 40 Kilometern bzw. einer Fahrzeit von 30 Minuten</span><br/> <span class="ft1">pro Weg die tägliche Rückkehr an den Wohnort ohne weiteres</span><br/> <span class="ft1">zumutbar ist; auch wenn die Fahrt aufgrund des unterschiedlichen</span><br/> <span class="ft1">Einsatzgebietes teilweise länger dauern sollte (RGE vom 24. August</span><br/> <span class="ft1">1994 in Sachen H.K. [RV.1993.50064]). Im RGE vom 1. März 2001</span><br/> <span class="ft1">in Sachen J.W. (RV.2000.50223) entschied es betreffend eine berufs-</span><br/> <span class="ft1">begleitende Weiterbildung mit Hinweis auf den RGE vom 13. April</span><br/> <span class="ft1">2000 in Sachen G.R. (RV.1999.50172), dass es zumutbar sei, zwei-</span><br/> <span class="ft1">mal wöchentlich die knapp zwei Stunden dauernde Heimreise an den</span><br/> <span class="ft1">Wohnort (Ankunft um ca. 23:00 Uhr) und am Samstagvormittag den</span><br/> <span class="ft1">Arbeitsweg von rund zwei Stunden auf sich zu nehmen. Weiter hat es</span><br/> <span class="ft1">eine Fahrtdauer mit dem Auto von rund 50 Minuten als grundsätzlich</span><br/> <span class="ft1">zumutbar erachtet (RGE vom 20. Februar 2003 in Sachen D.H.</span><br/> <span class="ft1">[RV.2002.50227]). Auch bei einer Fahrzeit mit den öffentlichen Ver-</span><br/> <span class="ft1">kehrsmitteln von rund 70 Minuten pro Weg von Tür zu Tür wurde</span><br/> <span class="ft1">die tägliche Rückkehr als zumutbar erachtet (AGVE 2004 S. 295).</span><br/> <span class="ft1">Im RGE vom 24. Mai 2012 in Sachen H.Z. (3-RV.2011.105) wurde</span><br/> <span class="ft1">erwogen, dass bei 47 Minuten Autofahrt ein tägliches Pendeln vom</span><br/> <span class="ft1">Wohnort an den Arbeitsort zumutbar ist. Das Bundesgericht ging im</span><br/> <span class="ft1">Urteil vom 26. Oktober 2004 davon aus, dass bei einem nicht beson-</span><br/> <span class="ft1">ders anstrengenden Arbeitsweg von rund 75 Minuten die tägliche</span><br/> <span class="ft1">Rückkehr an den Wohnort zumutbar sei (ASA 75 S. 253). Anderer-</span><br/> <span class="ft1">seits anerkannte es die Notwendigkeit des auswärtigen Wochen-</span><br/> <span class="ft1">aufenthalts bei einem Arbeitsweg von rund 100 Minuten pro Strecke</span><br/> <span class="ft1">und der Kombination von Vollzeitstudium und Erwerbstätigkeit von</span><br/> <span class="ft1">über 50 % (StE 2013 B 22.3. Nr. 107).</span><br/> <span class="ft1">An eine allfällige grosszügigere Praxis anderer Kantone (...) ist</span><br/> <span class="ft1">das Spezialverwaltungsgericht nicht gebunden (SGE vom</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">366</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">25. Februar 2016 in Sachen C.P. [3-RV.2015.101]; SGE vom 21. Mai</span><br/> <span class="ft1">2015 in Sachen U.Z. + F.T.Z. [3-RV.2014.34]).</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <span class="ft1">5.</span><br/> <span class="ft1">5.1.</span><br/> <span class="ft1">Unbestrittenermassen legte die Rekurrentin die wöchentliche</span><br/> <span class="ft1">Heimfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln - und nicht mit dem</span><br/> <span class="ft1">privaten Fahrzeug - zurück. Es ist nachfolgend zu prüfen, ob ihr bei</span><br/> <span class="ft1">Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel eine tägliche Rückkehr an</span><br/> <span class="ft1">den Wohnort A. möglich und zumutbar war.</span><br/> <span class="ft1">5.2.</span><br/> <span class="ft1">5.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Vom Wohnort der Rekurrentin in A. bis zu der in unmittelbarer</span><br/> <span class="ft1">Nähe (80 m) gelegenen Bushaltestelle B. ist inklusive des (aufgrund</span><br/> <span class="ft1">der sehr kurzen Distanz minimen) Sicherheitszuschlags an der Halte-</span><br/> <span class="ft1">stelle mit 2 Minuten zu rechnen (80 m/Min.; zum Ganzen: VGE vom</span><br/> <span class="ft1">17. Dezember 2014 in Sachen A.H. [WBE.2014.17]; VGE vom</span><br/> <span class="ft1">23. Januar 2008 in Sachen M. + G.M. [WBE.2007.176]; SGE vom</span><br/> <span class="ft1">20. März 2014 in Sachen N.R. [3-RV.2013.67]). Ab B. bestand im</span><br/> <span class="ft1">Jahr 2013 bei Arbeitsbeginn um 8:30 Uhr folgende Verbindung nach</span><br/> <span class="ft1">C. (Fahrzeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: 71 Minuten)</span><br/> <span class="ft1">Der Fussweg von der Haltestelle C. an den Arbeitsort der Re-</span><br/> <span class="ft1">kurrentin dauerte 6 Minuten (450 m). Bei einem Abstellen auf die</span><br/> <span class="ft1">Haltestelle D. ergibt sich unter Berücksichtigung der Wartezeit an der</span><br/> <span class="ft1">Haltestelle C., der Tramfahrt sowie des Fussweges keine andere</span><br/> <span class="ft1">Beurteilung. Aufgrund der fixen Arbeitszeiten ist die Zeit ab dem</span><br/> <span class="ft1">Eintreffen am Arbeitsplatz bis zum Arbeitsbeginn um 8:30 Uhr</span><br/> <span class="ft1">(7 Minuten) in die Berechnung mit einzubeziehen.</span><br/> <span class="ft1">Der Zeitbedarf für den Hinweg beträgt damit 86 Minuten (2 +</span><br/> <span class="ft1">71 + 6 + 7).</span><br/> <span class="ft1">5.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Beim Rückweg sind für den Fussweg vom Arbeitsplatz zur</span><br/> <span class="ft1">Haltestelle C. und für den Sicherheitszuschlag gesamthaft 9 Minuten</span><br/> <span class="ft1">(6 + 3) zu berücksichtigen. Am Abend kann angesichts der Präsenz-</span><br/> <span class="ft1">zeit bis (mindestens) 18:00 Uhr auf die Verbindung um 18:05 Uhr ab</span><br/> <span class="ft1">C. nicht abgestellt werden. Es stand daher bloss folgende Verbindung</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Steuern</span> <span class="page_no">367</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">zur Verfügung (Fahrzeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: 96 Mi-</span><br/> <span class="ft1">nuten).</span><br/> <span class="ft1">Aufgrund ihres Tätigkeitsgebietes als (...) kann davon ausge-</span><br/> <span class="ft1">gangen werden, dass die Rekurrentin (...) nicht stringent um</span><br/> <span class="ft1">18:00 Uhr die Arbeit niederlegen konnte. Zu beachten ist weiter, dass</span><br/> <span class="ft1">sie selber vorbringt, für die täglichen Abschlussarbeiten (PC-Shut-</span><br/> <span class="ft1">down, Telefonumstellung, Agendaprüfung) einige Minuten zu</span><br/> <span class="ft1">benötigen (...). Es kann somit - insbesondere auch aufgrund der</span><br/> <span class="ft1">bestätigten Überstunden - darauf abgestellt werden, dass die Rekur-</span><br/> <span class="ft1">rentin grundsätzlich länger als bis um 18:00 Uhr arbeiten musste,</span><br/> <span class="ft1">doch ist eine durchschnittliche Wartezeit von 10 Minuten bis zur Ab-</span><br/> <span class="ft1">fahrt an der Haltestelle C. sachgerecht.</span><br/> <span class="ft1">Der Weg von der Haltestelle in A. an den Wohnort nahm 1 Mi-</span><br/> <span class="ft1">nute in Anspruch.</span><br/> <span class="ft1">Der Zeitbedarf für den Rückweg beträgt somit durchschnittlich</span><br/> <span class="ft1">116 Minuten (9 + 10 + 96 + 1).</span><br/> <span class="ft1">5.2.3.</span><br/> <span class="ft1">Bei einer Fahrtdauer von täglich 86 Minuten für die Hinfahrt</span><br/> <span class="ft1">und 116 Minuten für die Rückfahrt handelt es sich um einen Grenz-</span><br/> <span class="ft1">fall. In Anlehnung an die bundesgerichtliche Rechtsprechung</span><br/> <span class="ft1">(Erw. 4.3.2.2.) erachtet das Spezialverwaltungsgericht in diesem</span><br/> <span class="ft1">Einzelfall, insbesondere unter Berücksichtigung der Vollzeitan-</span><br/> <span class="ft1">stellung der Rekurrentin sowie die 100 Minuten klar überschreitende</span><br/> <span class="ft1">Heimfahrt, die tägliche Rückkehr an den Wohnort A. als nicht mehr</span><br/> <span class="ft1">zumutbar. Insofern ist der Rekurs bezüglich des Wochenaufenthalts</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich gutzuheissen.</span><br/></div> </div> </body> </html>