Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 21. März 2018 (810 17 256) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Stephan Gass, Beat Walther , Gerichts- schreiberin i.V. Irina Trutmann Beteiligte A. A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Simon Berger , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und Weg weisung (RRB Nr. 1243 vom 12. September 2017) A. A.A.____ (geb. 1966), kosovarischer Staatsangehö riger und seit 1992 verheiratet mit B.A.____ sowie Vater zweier Kinder (geb. 1999 und 2 001), reiste erstmals 1991 in die Schweiz ein. Nach zwei erfolglosen Asylverfahren wurde die Familie am 7. Dezember 2001 vorläufig in der Schweiz aufgenommen und am 20. August 2009 erhi elt sie eine auf einem Härtefall basie- rende Aufenthaltsbewilligung im Kanton B.____. Am 1 . Oktober 2010 wurde die Ehe gerichtlich getrennt. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 1. Januar 2011 zeigte B.A.____ der Polizei an, dass sie an jenem Tag von ihrem Ehemann geschlagen und belästigt worden sei. Gleichzeit ig wies sie die Polizei darauf hin, dass ihr Ehemann sie im Sommer 2010 mit einer Schusswaffe bedroht habe. Seit der gerichtli- chen Trennung im Oktober 2010 werde sie von A.A.____ zud em regelmässig belästigt. Infolge- dessen auferlegte das Zivilgericht des Kantons B.____ A.A .____ am 3. Januar 2011 ein Annä- herungsverbot zu seiner Familie. Am 18. Mai 2011 melde te B.A.____ der Polizei, dass ihr Ehe- mann sich nicht an das Annäherungsverbot halte. C. Zwischen Mai 2004 und August 2012 ist A.A.____ zahlre ich strafrechtlich in Erschei- nung getreten (vgl. Auszug aus dem Schweizerischen Strafr egister vom 28. Januar 2014). Un- ter anderem wurde er mit Urteil vom 31. August 2012 v om Strafgericht B.____ zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 9 Monaten und einer B usse von Fr. 1'000-- wegen einfacher Körperverletzung, mehrfacher Tätlichkeit, Diebstahl, me hrfacher Drohung, Freiheitsberaubung, mehrfachem Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen, Ir reführung der Rechtspflege, Übertre- tung des Waffengesetzes, mehrfacher Verletzung der Ver kehrsregeln und mehrfacher grober Verletzung der Verkehrsregeln verurteilt. D. Im Juli 2012 reiste A.A.____ alleine für rund zwei Jahre freiwillig in den Kosovo, wo- raufhin seine Aufenthaltsbewilligung am 14. Juli 2012 erloschen ist. E. Bis zu seiner Ausreise im Juli 2012 hatte die Familie im Kanton B.____ Sozialhilfe in der Höhe von Fr. 144'000.-- bezogen und zudem wurden V erlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 90'500.-- auf A.A.____ lautend registriert. F. Mit Gesuch vom 9. Januar 2014 ersuchte B.A.____ das Am t für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) um Erteilung einer Einreisebwilligung für ihren Ehemann. Mit Schreiben vom 20. Juni 2014 lehnte das AfM das Gesuch aufgrund de s Sozialhilfebezugs von B.A.____ und der Straffälligkeit von A.A.____ vorerst ab. Mit S chreiben vom 3. Juli 2014 bat B.A.____ erneut um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung fü r ihren Ehemann, woraufhin A.A.____ die Wiedereinreise im Rahmen des Familiennachzugs gestattet wurde. Mit Einreiseerlaubnis bzw. Aufenthaltsbewilligung – zuletzt verlängert bis am 30 . September 2017 – reiste A.A.____ am 1. Oktober 2014 abermals in die Schweiz ein. G. Mit Schreiben vom 12. Dezember 2014 verwarnte das AfM A.A.____ und drohte ihm mit der Wegweisung, sollte er sich nicht absolut klagl os verhalten. Zur Begründung führte es aus, dass A.A.____ die Schweiz im Jahr 2012 freiwillig ver lassen habe. Bis zu seiner Ausreise sei er diverse Male strafrechtlich in Erscheinung getreten . Beim Betreibungsamt des Kantons B.____ seien offene Verlustscheine im Betrag von rund F r. 90'500.-- auf ihn lautend registriert worden. Überdies habe er während seinem Aufenthalt in der Schweiz über längere Zeit Sozial- hilfeleistungen bezogen. Trotz seines negativen Verhalte ns sei ihm die Wiedereinreise zu sei- ner Familie ausnahmsweise bewilligt worden. Zudem wies ihn das AfM darauf hin, dass, falls er erneut straffällig werden, sich verschulden, Sozialhilfe beziehen oder zu anderen Klagen Anlass geben würde, er umgehend mit dem Widerruf der Aufenthaltsbewilligung zu rechnen habe. Wei- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter führte das AfM aus, dass bei veränderten familiären Verhältnissen, selbst falls er sich wohl- verhalte, weitergehende Massnahmen vorbehalten werden würden. H. Ab dem 23. März 2015 war A.A.____ krankgeschrieben u nd bezog bis im Frühling 2017 Krankentaggelder. I. Mit Strafbefehl vom 27. Juli 2016 wurde A.A.____ (erneut) wegen Tätlichkeiten, gering- fügigem Diebstahl, Hausfriedensbruch und grober Verl etzung der Verkehrsregeln zu einer be- dingt vollziehbaren Geldstrafe von 40 Tagessätzen à Fr. 40.-- sowie zu einer Busse in der Höhe von Fr. 800.-- verurteilt. Am 6. und am 10. Januar 2 016 meldete B.A.____ beim AfM, dass ihr Ehemann sie und die Kinder schlage, bedrohe sowie der Familie auch in finanzieller Hinsicht schade. Sie wolle sich von ihm trennen, aber er weigere sich, die Wohnung zu verlassen. J. Gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister des Kantons Basel-Landschaft vom 6. Dezember 2016 wurden auf A.A.____ zwei Betreibun gen im Gesamtbetrag von Fr. 42'872.20 und ein Verlustschein in der Höhe von Fr. 24'873.60 registriert. K. Mit Schreiben vom 25. Januar 2017 gewährte das AfM A .A.____ zur geplanten Über- prüfung des Widerrufs der Aufenthaltsbewilligung das rechtliche Gehör. Mit Schreiben vom 8. Februar 2017 nahm er dazu Stellung. Per E-Mail vo m 9. Februar 2017 sowie vom 24. Februar 2017 wurden auch die beiden Kinder um S tellungnahme ersucht. Sowohl B.A.____ als auch ihre beiden Kinder äusserten sich in der Folge diverse Male zum Verhalten von A.A.____ und wünschten seine sofortige Ausweisung aus der Schweiz. L. Aufgrund der Anzeige von B.A.____ bei der Polizei wurde A.A.____ am 12. April 2017 wegen häuslicher Gewalt aus der Familienwohnung wegge wiesen sowie seine vorläufige Fest- nahme verfügt. Infolgedessen ordnete das Zwangsmassnahmeng ericht des Kantons Basel- Landschaft (Zwangsmassnahmengericht) am 16. April 2017 Untersuchungshaft an, welche da- nach zwei Mal verlängert wurde. M. Mit Verfügung vom 26. April 2017 widerrief das A fM die Aufenthaltsbewilligung von A.A.____ und verfügte dessen Wegweisung aus der Schwei z. Das AfM begründete den Ent- scheid im Wesentlichen damit, dass B.A.____ seit Anfang Januar 2017 wiederholt und glaub- würdig angegeben habe, dass ihre Ehe nicht mehr intakt sei, was auch von A.A.____ im Rah- men des rechtlichen Gehörs nicht bestritten worden sei. S eit seiner Wiedereinreise im Oktober 2014 und bis zur Wegweisung aus der Familienwohnung und der anschliessenden Inhaftierung von A.A.____ im Frühjahr 2017 habe die Ehegemeinschaft nur rund zwei Jahre und sechsein- halb Monate gedauert. Damit sei die erforderliche Dre ijahresfrist nicht eingehalten worden und zudem seien auch keine wichtigen persönlichen Gründe ersi chtlich, um ihm die Aufenthaltsbe- willigung zu belassen. N. Gegen den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung erhob A.A.____, im Folgenden vertreten durch Simon Berger, Advokat, mit Eingabe vom 5. Mai 2017 Beschwer- de beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). Dabei beantragte er die Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufhebung des Widerrufs der Aufenthaltsbewilligung durch das AfM. Die Aufenthaltsbewilligung sei ihm zu verlängern bzw. zu belassen und es sei von einer Wegweisung abzusehen. O. Mit Verfügung vom 3. Juli 2017 ordnete das Zwangsm assnahmengericht Ersatzmass- nahmen gegen A.A.____ an. Unter den Auflagen, dass er in C.____ (Kanton Basel-Landschaft) Wohnsitz nehme, sich regelmässig bei der Bewährungshilfe melde, keinen Alkohol trinke und sich einer ambulanten Behandlung bei der Suchtberatung sstelle unterziehe, wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen. Zudem wurde ihm ein Annäherungs- und Kontaktverbot zu seiner Familie auferlegt. P. Zwischen dem 19. Juli 2017 und Mitte August bzw. bi s zu seiner freiwilligen Aufnahme in der psychiatrischen Klinik D.____ (D.____) am 18. Augu st 2017 war A.A.____ nach eigenen Angaben zu 50% bei der E.____ GmbH in F.____ angeste llt. Bis zu seiner Entlassung aus der D.____ am 5. März 2018 wurde A.A.____ wegen suizidale n Absichten zweimal zur stationären Behandlung aufgenommen. Q. Mit Verfügung vom 20. Juli 2017 bewilligte das Zi vilkreisgericht G.____ die bereits am 12. April 2017 vollzogene Trennung der Ehegatten und bestätigte gleichzeitig das A.A.____ auferlegte Annäherungs- und Kontaktverbot zu seiner Familie. R. In der Vernehmlassung vom 26. Juli 2017 beantragte das AfM die Abweisung der Be- schwerde sowie die sofortige Vollstreckbarkeit der Wegweisung von A.A.____. S. Mit Verfügung vom 27. Juli 2017 entzog der instruie rende Rechtsdienst des Regie- rungsrats der Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Diese Verfügung focht A.A.____ mit Eingabe vom 14. August 2017 beim Regierungsrat an. T. Mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 1243 vom 12. S eptember 2017 wies der Re- gierungsrat die Beschwerde ab. Die Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. Juli 2017 wurde abgeschrieben und A.A.____ wurden die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- auferlegt. Im Wesentlichen führte der Regierungsrat aus, dass die Ehe von A.A.____ und B.A.____ zwar insgesamt fast 26 Jahre andaure, die Ehe aber nach rund 18 Jahren (am 1. Oktober 2010) ge- richtlich getrennt worden und die Aufenthaltsbewillig ung von A.A.____ nach seiner Ausreise im Juli 2012 erloschen sei. Nach seiner Wiedereinreise in die Schweiz am 1. Oktober 2014 und der Wiedererteilung der Aufenthaltsbewilligung zum Verbl eib bei seiner Familie sei A.A.____ nach rund zwei Jahren und sechseinhalb Monaten am 12. April 2017 aus der Familienwohnung weg- gewiesen worden. Vor diesem Hintergrund sei ersichtli ch, dass die Voraussetzung der dreijäh- rigen Ehegemeinschaft in der Schweiz nicht erfüllt sei. Des Weiteren liege keine erfolgreiche Integration vor und es würden auch keine wichtigen Gründ e für einen weiteren Verbleib von A.A.____ in der Schweiz bestehen. Zudem seien die Nicht verlängerung der Aufenthaltsbewilli- gung und die damit zusammenhängende Wegweisung verhältnismässig. U. Gegen den RRB Nr. 1243 vom 12. September 2017 er hob A.A.____ am 25. September 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Base l-Landschaft, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), und beantra gt die vollumfängliche Aufhebung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Beschlusses sowie die Verlängerung bzw. das Belassen d er Aufenthaltsbewilligung; alles unter o/e-Kostenfolge. Im Übrigen beantragt er die u nentgeltliche Rechtspflege. In verfahrens- rechtlicher Hinsicht beantragt A.A.____ die aufschiebend e Wirkung der Beschwerde sowie den Einbezug der Vorakten. V. Mit Schreiben vom 29. September 2017 wies das Kant onsgericht A.A.____ darauf hin, dass die aufschiebende Wirkung der Beschwerde im vorlie genden Verfahren von Gesetzes wegen zukomme, woraufhin der Rechtsdienst des Regierung srats mit Schreiben vom 8. November 2017 den Entzug der aufschiebenden Wirkung beantragte. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2017 wurde das Gesuch des Regierungsrats auf Entzug der aufschiebenden Wir- kung vom Kantonsgericht abgewiesen. W. In der Vernehmlassung vom 15. Dezember 2017 beantrag t der Regierungsrat die Ab- weisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. X. Mit Präsidialverfügung vom 20. Dezember 2017 wurde der Fall der Kammer zur Beur- teilung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen und dem Beschwerdeführer die unentgelt- liche Rechtspflege bewilligt. Y. Mit Eingabe vom 11. Januar 2018 reichte der Regieru ngsrat eine Einsprache der Ge- meinde H.____ gegen die Einwohnergemeinde I.____ ei n, woraus hervorgeht, dass sich A.A.____ nicht an die Auflagen des Zwangsmassnahmengerichts halte. Am 1. März 2018 reich- te der Regierungsrat zudem ein Informationsschreiben der Polizei Basel-Landschaft ein, woraus ersichtlich ist, dass A.A.____ am 13. Februar 2018 Suizid habe begehen wollen und als er auf- gehalten worden sei, sich mit einem Messer selbst verle tzt habe. Am 16. März 2018 reichte A.A.____ den Austrittsbericht der D.____ vom 5. März 2018 ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdige s Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Als Adressat des angefochtenen Entsch eids weist der Beschwerdeführer ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf. Da auch die übrigen formellen Voraus- setzungen nach den §§ 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsg erichtlichen Beschwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsver letzungen zu überprüfen bzw. zu prü- fen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen r echtsfehlerhaft ausgeübt hat. Ferner kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unri chtig oder unvollständig festgestellt hat. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Ka ntonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und die d amit einhergehende Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 3.2 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer [Ausländergesetz, AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). D ie zuständige kantonale Behörde ent- scheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Ver- träge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Z ulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli- gung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht , es sei denn, das AuG oder völker- rechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 185 E. 2.3; MARC SPESCHA , in: Spescha/ Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Auflage, Zürich 2015, N 1 ff. zu Art. 3 AuG; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländer recht, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). 3.3 Vorab kann festgehalten werden, dass zwischen der Sch weizerischen Eidgenossen- schaft und der Republik Kosovo keine staatsvertragliche Ver einbarung besteht, welche dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz gewähren würde. Demnach sind, vorbehältlich anderer völkerrechtlicher Verträge, die Bestimmungen des AuG anwendbar. 4. Art. 42 und Art. 43 AuG regeln den Anspruch auf E rteilung der Aufenthaltsbewilligung an ausländische Ehegatten und Kinder unter 18 Jahren von Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern bzw. von ausländischen Ehegatten mit Niederl assungsbewilligung. Art. 44 AuG statuiert die Voraussetzungen, unter welchen den auslän dischen Ehegatten und ledigen Kin- dern unter 18 Jahren von Personen mit Aufenthaltsbewil ligung eine Aufenthaltsbewilligung er- teilt werden kann. Unter anderem kann dabei dem auslä ndischen Ehegatten einer Person mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung e rteilt werden, sofern sie zusammenleben. Im Unterschied zu Art. 42 AuG und 43 AuG verschafft Art. 44 AuG keinen Rechtsanspruch auf ausländerrechtliche Bewilligungen (BGE 137 I 287 E. 2 .1; Urteile des Bundesgerichts 2C_254/2015 vom 24. März 2015 E.2.2; 2C_1039/2014 vom 18. November 2014 E. 2.2; 2C_306/2013 vom 7. April 2013 E. 2.2). Der Beschwerde führer erhielt für seine Wiedereinreise am 1. Oktober 2014 ausnahmsweise eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner koso- varischen Ehefrau in der Schweiz. Nach Art. 33 AuG wird eine Aufenthaltsbewilligung für einen bestimmten Aufenthaltszweck erteilt und kann mit weitere n Bedingungen verbunden werden (Abs. 2). Sie ist befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen (Abs. 3). Gemäss Art. 62 lit. d AuG kann eine Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden, wenn die ausländische Person eine mit der Aufe nthaltsbewilligung verbundene Bedin- gung nicht einhält. Die Widerrufsgründe sind nicht nur für Widerrufe, sondern insbesondere auch bei Nichtverlängerungen von Bedeutung (S ILVIA HUNZIKER , in: Caroni/Gächter/Thurnherr Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Auslä nder, Bern 2010, N 5 zu Art. 62). Am 12. April 2017 zeigte B.A.____ ihren Ehemann zum wied erholten Mal wegen häuslicher Gewalt bei der Polizei an. Dabei nahm sie dahingehend Stellu ng, dass der Beschwerdeführer ihr mit dem Tod drohe, sollte er aus der Schweiz ausreisen müsse n. Infolgedessen wurde der Be- schwerdeführer noch am selben Tag aus der Familienwohnu ng weggewiesen und vorläufig festgenommen. Am 16. April 2017 ordnete das Zwangsmassn ahmengericht Untersuchungshaft an, welche daraufhin zweimal verlängert wurde. Am 18. April 2017 stellte B.A.____ ein Gesuch um Eheschutz. Mit Verfügung vom 3. Juli 2017 ordnete da s Zwangsmassnahmengericht Er- satzmassnahmen gegen den Beschwerdeführer an. Unter Auf lagen wurde er aus der Untersu- chungshaft entlassen. Im Rahmen seiner Entlassung wurden dem Beschwerdeführer zudem ein Kontaktverbot sowie ein Annäherungsverbot zu seiner Ehe frau und seinen beiden Kindern auf- erlegt. Folglich erfüllt der Beschwerdeführer unbestri ttenermassen eine der Voraussetzungen – namentlich das eheliche Zusammenleben – nicht mehr, wesh alb ein Widerrufsgrund vorliegt. 5.1 Zu prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer die Verlän gerung der Aufenthaltsbewilligung trotz des Getrenntlebens von seiner Ehefrau erteilt werd en kann. Der Beschwerdeführer macht dabei geltend, dass seine Ehe in der Schweiz bzw. die Fam iliengemeinschaft in der Schweiz länger als drei Jahre gedauert habe und ihm deshalb d ie Aufenthaltsbewilligung verlängert wer- den könne. 5.1.1 Art. 50 Abs. 1 AuG statuiert, unter welchen Bed ingungen nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft der Anspruch des Ehegatten und der Kinder auf Erteilung und Ver- längerung der Aufenthaltsbewilligung nach den Art. 42 und 43 AuG weiter besteht. Dem Be- schwerdeführer wurde im Oktober 2014 eine Aufenthaltsbe willigung zum Verbleib bei seiner Ehefrau nach Art. 44 AuG und nicht nach Art. 42 AuG o der 43 AuG erteilt. Damit kommt Art. 50 AuG nicht zur Anwendung. 5.1.2 Gemäss Art. 77 der Verordnung über Zulassung, A ufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 kann nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft die im Rahmen des Familiennachzugs gemäss Art. 44 AuG erteilt e Aufenthaltsbewilligung des Ehegatten und der Kinder verlängert werden, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration beste ht (lit. a); oder wichtige persönliche Grün- de einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderl ich machen (lit. b). Wichtige persönliche Gründe nach Abs. 1 lit. b können namentlich dann vorlie gen, wenn die Ehegattin oder der Ehe- gatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder wenn die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland st ark gefährdet erscheint (Abs. 2). Nach Art. 77 Abs. 4 VZAE liegt eine erfolgreiche Inte gration nach Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE vor, wenn die Ausländerin oder der Ausländer namentlich: di e rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der Bundesverfassung respektiert (lit. a); den Wi llen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben und zum Erwerb der am Wohnort gesprochenen Landessprache bekundet (lit. b). Da eine auf Art. 44 AuG gestützte Aufenthaltsbewilligung keinen Rechtsanspruch auf Erteilung bzw. Verlän- gerung beinhaltet, verschafft auch Art. 77 VZAE keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Dabei ist irrelevant, dass Art . 77 VZAE die Verlängerung einer Bewilli- gung analog zu den Kriterien von Art. 50 AuG ermögli cht (Urteile des Bundesgerichts Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2C_254/2015 vom 24. März 2015 E. 2.2; 2C_5/2015 vom 7 . Januar 2015 E. 2.2; 2C_306/2013 vom 7. April 2013 E. 2.2). Da aber Art. 77 VZAE die Verlängerung einer Bewilligung nach den Kriterien von Art. 50 AuG ermöglicht, ist Art. 77 VZAE immerhin in Analogie zu Art. 50 AuG an- zuwenden, weshalb die dortige Rechtsprechung ebenfalls zu berücksichtigen ist. 5.1.3 Der Beschwerdeführer macht diesbezüglich geltend, dass das eheliche Zusammenle- ben mit seiner Ehefrau in der Schweiz länger als drei Ja hre gedauert habe, weshalb die ihm im Rahmen des Familiennachzugs nach Art 44 AuG erteilte Aufenthaltsbewilligung von den Be- hörden im Sinne von Art. 77 Abs. 1 lit a VZAE verlänge rt werden könne. Es sei zwar richtig, dass er und seine Ehefrau zwischenzeitlich das eheliche Zusammenleben in der Schweiz auf- gegeben hätten und er während dieser Zeit in den Kos ovo gereist sei. Bei seiner Wiedereinrei- se in die Schweiz anfangs Oktober 2014 hätten er und B. A.____ das eheliche Zusammenleben jedoch wieder aufgenommen. Der Beschwerdeführer erklä rt, dass er deshalb davon ausgehe, dass die beiden Perioden des ehelichen Zusammenlebens in der Schweiz zu addieren seien. Dementsprechend sei es nicht gerechtfertigt, die beid en Phasen des ehelichen Zusammenle- bens aufzuteilen bzw. nur auf die letzte Periode des eh elichen Zusammenlebens abzustellen. Zudem führt er aus, dass, falls die beiden Perioden des ehelichen Zusammenlebens nicht zu- sammengerechnet werden würden, von den Behörden zuminde st auf die Dauer der ersten Pe- riode des ehelichen Zusammenlebens abzustellen sei. 5.1.4 Der Regierungsrat bringt dagegen vor, dass die Ehe des Beschwerdeführers und sei- ner Ehefrau im Oktober 2010 gerichtlich getrennt worde n sei. Im Januar 2011 sei dem Be- schwerdeführer sodann ein Annäherungsverbot zu seiner Ehefrau und seinen Kindern auferlegt worden und im Mai 2011 habe seine Ehefrau der Polize i angezeigt, dass sich der Beschwerde- führer nicht an das Annäherungsverbot halte und sie weit erhin telefonisch bedrohe und belästi- ge. Daraufhin sei der Beschwerdeführer im Juli 2012 a lleine in den Kosovo ausgereist, wobei ihn seine Ehefrau nie und seine beiden Kinder zweimal besucht und ihre Ferien bei ihm ver- bracht hätten. Die Ehegatten hätten erst anfangs Oktob er 2014 – aufgrund der schlechten ge- sundheitlichen Verfassung von B.A.____ – versucht, das ehe liche Zusammenleben in der Schweiz wieder aufzunehmen. Vor diesem Hintergrund erö rtert der Regierungsrat, dass die Gründe des Familiennachzugs deshalb in der Krebserkrankun g der Ehefrau gelegen hätten. Während den vier Jahren des Getrenntlebens sei keine er nsthafte Weiterführung des Ehele- bens beabsichtigt gewesen. Eine derart lange Trennungszeit könne sodann auch nicht mehr als bloss vorübergehend im Sinne von Art. 76 VZAE bezeichn et werden. Aufgrund der vierjährigen Trennung und weil die Ehegemeinschaft nicht über die gesamte Dauer bestanden habe, seien die beiden Perioden des ehelichen Zusammenlebens in de r Schweiz auch nicht zu addieren. Die zweite Periode des ehelichen Zusammenlebens habe u nbestrittenermassen nur rund zwei Jahre und sechseinhalb Monate gedauert. Es sei nicht ersi chtlich, weshalb auf die erste Perio- de des ehelichen Zusammenlebens in der Schweiz abzustell en sei. Während der vierjährigen Trennungszeit sei die Aufenthaltsbewilligung des Besch werdeführers erloschen, er habe wäh- rend seiner Abwesenheit in seiner Heimat Fuss gefasst un d der Ehewille habe eindeutig nicht mehr bestanden. Folglich sei die eheliche Gemeinschaft erst wieder bei der Wiedereinreise des Beschwerdeführers und der damit verbundenen Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung aufge- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht nommen worden, womit das Erfordernis der dreijährigen Ehegemeinschaft im Sinne von Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE in klarer Weise nicht erfüllt sei. 5.1.5 In einer Eventualbegründung macht der Regierun gsrat zudem geltend, dass selbst wenn das Erfordernis der dreijährigen Ehegemeinschaft a ls erfüllt anzusehen wäre, Zweifel am kumulativen Erfordernis der erfolgreichen Integration b estünden (Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE). Er führt aus, dass insbesondere dann keine erfolgreiche Integ ration vorläge, wenn eine ausländi- sche Person kein Erwerbseinkommen erwirtschaften könne, we lches ihren Alltagsbedarf de- cken könne und sie deshalb während einer substantiellen Zeitdauer von Sozialleistungen ab- hängig sei. Ein weiteres Indiz einer fehlenden Integra tion sei der Umstand, dass das gesell- schaftliche Leben einer ausländischen Person primär mit An gehörigen des eigenen Landes erfolge. Bis zu seiner Rückkehr in den Kosovo im Jahr 2012 habe der Beschwerdeführer mit seiner Familie im Kanton B.____ Sozialhilfeleistungen in der Höhe von Fr. 144'000.-- bezogen. Ebenfalls im Kanton B.____ seien Verlustscheine im Gesa mtbetrag von Fr. 90'500.-- verzeich- net worden. Anfangs Oktober 2014 sei die Familie sodan n nach I.____ gezogen, wo seither erneut zwei Betreibungen in der Höhe von Fr. 13'030.2 5 und Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 24'873.60 auf den Beschwerdeführer lautend reg istriert worden seien. Seit Ende März 2015 sei der Beschwerdeführer arbeitsunfähig und habe bis im Frühling 2017 Krankentaggelder erhalten. Zudem verfüge der Beschwerdeführer nach eige nen Angaben in der Schweiz über keinerlei soziale Kontakte ausserhalb seiner Familie. Hinzukommend sei der Beschwerdeführer diverse Male wegen kleineren Delikten verurteilt worden und habe seine Familie tyrannisiert, so dass er aus der Familienwohnung weggewiesen worden sei. Somit könne seine berufliche, wirt- schaftliche und soziale Integration als nicht ausreichend bezeichnet werden. 5.1.6 Die Ehe bzw. Familiengemeinschaft gilt im Sinne von Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE in ana- loger Anwendung von Art. 50 Abs. 1 AuG als aufgelöst, w enn die Ehegatten ihr Leben unab- hängig voneinander gestalten, sich geistig-seelisch vonein ander gelöst haben und ein wirt- schaftlicher und emotionaler Bruch eingetreten ist (BGE 136 II 113 E. 2). Gemäss Bundesge- richt wird der Zeitpunkt der Auflösung der Ehegemeinsch aft – vorbehältlich eines genehmigten Getrenntlebens gestützt auf Art. 49 AuG – im Regelfall mit der Aufhebung der Haushaltsge- meinschaft gleichgesetzt. Obwohl für die Erteilung des Familiennachzugs im vorliegenden Fall das Zusammenwohnen ein Erfordernis darstellte, rechtfe rtigt es sich, die Überlegungen zu Art. 49 AuG heranzuziehen. Art. 49 AuG statuiert, dass das Erfordernis des Zusammenwoh- nens nach den Art. 42 - 44 AuG nicht besteht, wenn fü r getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht (SPESCHA , a.a.O., N 1 zu Art. 50 mit weiteren Hinweisen und N 2 zu Art. 49). 5.1.7 Die Ehe des Beschwerdeführers wurde am 1. Oktober 2010 gerichtlich getrennt. Da- raufhin reichte B.A.____ zwischen Januar und Mai 2011 zwei Anzeigen bei der Polizei wegen Belästigung und häuslicher Gewalt durch ihren Ehemann ein. Im Sommer 2012 reiste der Be- schwerdeführer sodann alleine in den Kosovo, wo er während zwei Jahren lebte. Die Ehegatten besuchten sich während dieser Zeit nie und pflegten ka um Kontakt. Nachdem B.A.____ schwer erkrankt war, teilte sie mit Gesuchsformular vom 9. Januar 2014 dem AfM mit, dass sie und der Beschwerdeführer die Ehegemeinschaft wieder aufnehmen und die Weiterführung der Ehe Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht nochmals versuchen wollten. B.A.____ machte dabei gelt end, dass sie wegen ihrer schlechten Gesundheit auch aus finanziellen Gründen die Hilfe ihr es Ehemannes benötige. Zudem mache sie sich grosse Sorgen, dass ihre Kinder alleine sein könnt en, falls sie weiterhin krank sei. Gleichzeitig forderte sie die Behörden auf, ihren Ehe mann nicht über ihren schlechten Gesund- heitszustand zu informieren. Im Rahmen der Abklärungen des Familiennachzugs gab B.A.____ sodann weiter an, dass sie ihren Ehemann das letzte Mal vo r Gericht im Jahr 2010 gesehen habe. Damit ist unbestritten, dass die Ehegatten rund vier Jahre getrennt gelebt haben. Folglich liegen keine wichtigen Gründe für eine Ausnahme vom E rfordernis des Zusammenwohnens – wie zum Beispiel im Falle von beruflichen Verpflich tungen bzw. einer vorübergehenden Tren- nung wegen erheblichen familiären Problemen – im Sin ne von Art. 49 AuG i.V.m. Art. 76 VZAE vor . Dass während der Trennungsphase keine Ehegemeinschaft me hr vorgelegen hatte, wird sodann auch nicht bestritten. Folglich gilt der Ehewill e bis zur Wiedereinreise des Beschwerde- führers als untergegangen. Vor diesem Hintergrund ist das Getrenntleben nicht an die Dauer der Ehegemeinschaft anzurechnen. Nach der Ausreise des Be schwerdeführers in den Kosovo im Sommer 2012 ist seine Aufenthaltsbewilligung am 14. Juli 2012 erloschen. Als B.A.____ schwer erkrankte, bat sie das AfM zu Beginn des Jahres 2014 um Hilfe. Infolgedessen konnte der Beschwerdeführer im Rahmen des Familiennachzugs anfa ngs Oktober 2014 ausnahms- weise erneut in die Schweiz einreisen. Folglich fing mit der Neuerteilung der Aufenthaltsbewilli- gung und der Wiederaufnahme des ehelichen Zusammenleb ens die Dreijahresfrist im Sinne von Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE erneut zu laufen an. Trotz ausländerrechtlicher Verwarnung im Dezember 2014 wurde der Beschwerdeführer auch nach seine r Wiedereinreise erneut straffäl- lig, wobei er insbesondere seine Ehefrau und die beid en Kinder verprügelte und ihnen mit dem Tod drohte. Die angespannte Lage innerhalb der Fami lie gipfelte sodann in der polizeilichen Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Familienwohnun g und seiner anschliessenden Inhaftierung am 12. April 2017. Folglich ist festzustellen, dass die Ehegatten bis zur Festnahme des Beschwerdeführers nicht drei Jahre zusammen lebten, weshalb es bereits an der ersten kumulativen Voraussetzung von Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE mangelt. Somit kann keine Verlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE erfolgen. Folglich erübrigt sich die Überprüfung, ob neben dem dreijährigen eheli chen Zusammenleben auch eine erfolg- reiche Integration des Beschwerdeführers vorliegt. 5.2 Weiter ist zu prüfen, ob wichtige persönliche Grün de nach Art. 77 Abs. 1 lit. b VZAE einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. 5.2.1 Nach Art. 77 Abs. 1 lit. b VZAE kann nach Auflösu ng der Ehe oder der Familienge- meinschaft die im Rahmen des Familiennachzugs gemäss Art. 44 AuG erteilte Aufenthaltsbe- willigung des Ehegatten und der Kinder verlängert w erden, wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Nach Art. 77 Abs. 2 VZAE kön- nen solche wichtige persönliche Gründe namentlich dann vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder wenn die soziale Wiedereingliederung im Her- kunftsland stark gefährdet erscheint. 5.2.2 Der Beschwerdeführer macht hinsichtlich seiner Wiede reingliederung in seinem Hei- matland geltend, dass er im Kosovo keinerlei berufliche Perspektive habe und eine Rückkehr Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht für ihn vernichtend sei. Weiter führt er aus, dass ihm se ine Heimat nach seinem rund zwanzig- jährigen Aufenthalt in der Schweiz fremd geworden sei. Die aktuelle Situation würde ihn so sehr belasten, dass er sich zur Zeit in der psychiatrischen Klini k – wegen seiner akuten Suizidalität im Hinblick auf eine mögliche Ausschaffung – befinde. 5.2.3 Im angefochtenen Entscheid verneint der Regieru ngsrat das Vorliegen eines wichtigen persönlichen Grundes im Sinne von Art. 77 Abs. 1 lit. b i.V.m Art. 77 Abs. 2 VZAE mit der Be- gründung, der Beschwerdeführer habe die Schweiz im Som mer 2012 freiwillig verlassen und zwei Jahre in seiner Heimat verbracht. Im Kosovo verfüge er über familiäre Bindungen, weshalb seine soziale Wiedereingliederung in dieser Hinsicht unp roblematisch sei. Was seine berufliche Integration in seiner Heimat anbelange, so sei diese do rt nicht bedeutend schwieriger einzu- schätzen als in der Schweiz. Auch unter gesundheitlichen As pekten sei eine Rückkehr in den Kosovo sodann nicht zu beanstanden. Nach eigenen Anga ben habe der Beschwerdeführer während seinem zweijährigen Aufenthalt im Kosovo zur B ehandlung seiner psychischen Prob- leme eine entsprechende Therapie besuchen können. Insgesa mt könne damit nicht von einer erheblichen Intensität der Konsequenzen einer Wegweisu ng und einer stärkeren Gefährdung bei einer Rückkehr im Sinne eines nachehelichen Härtefalls gesprochen werden. 5.2.4 Zu Beginn des Jahres 2014 bat B.A.____ die Behör den wegen ihrer schwerwiegenden Erkrankung um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für ihren Ehemann. Infolgedessen erhielt der Beschwerdeführer erneut Gelegenheit, im Rahmen de s Familiennachzugs bei seiner Fami- lie in I.____ zu leben. Aus den zahlreichen polizeil ichen Vorakten ist ersichtlich, dass der Be- schwerdeführer – trotz ausländerrechtlicher Verwarnung – seine Ehefrau und die Kinder weiter- hin malträtierte. Hinzukommend beging er auch ausserh alb der Familie Straftaten. Seine mas- siven Gewaltausbrüche gegenüber seiner Familie und insb esondere die Todesdrohungen ge- genüber seiner Ehefrau führten schliesslich im Frühjahr 2017 zur Wegweisung aus der Famili- enwohnung und zu seiner anschliessenden Inhaftierung. Vor diesem Hintergrund ist das Ver- halten des Beschwerdeführers als Trennungsgrund der Eh egatten zu betrachten. Was seine Wiedereingliederung im Kosovo anbelangt, ist zu berücksi chtigen, dass er zwischen Sommer 2012 und Herbst 2014 während zwei Jahren in seiner Heimat lebte. Soweit der Beschwerdefüh- rer geltend macht, dass eine Rückkehr in seine Heimat ver nichtend sei, verkennt er, dass er es bereits einmal geschafft hat – trotz längerem Aufentha lt in der Schweiz – erneut in seiner Hei- mat Fuss zu fassen. Nach Angaben des Beschwerdeführers sind seine aktuellen schweren psychischen Probleme sodann erst im Zusammenhang mit dem Verfahren rund um die Nicht- verlängerung der Aufenthaltsbewilligung entstanden. H insichtlich seiner gesundheitlichen Ver- fassung ist festzuhalten, dass eine Wegweisung für die me isten Betroffenen nach rund zwan- zigjährigem Aufenthalt in der Schweiz sehr belastend i st. Von zentraler Bedeutung ist deshalb, dass er Zugang zu ausreichenden Behandlungsmöglichkeiten hat. Wie später aufzuzeigen sein wird, ist die Behandlung seiner psychischen Probleme auc h in seinem Heimatland ausreichend möglich. Hinzukommend anerkennen Lehre und Praxis auch di e Anwesenheit gemeinsamer Kinder, zu denen eine schützenswerte Beziehung besteht, als wichtigen persönlichen Grund. Wie später ebenfalls noch aufzuzeigen sein wird, ist au ch die Tatsache, dass die Kinder des Beschwerdeführers in der Schweiz leben, kein wichtiger G rund im Sinne von Art. 77 Abs. 1 Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht VZAE (vgl. BGE 139 I 315 E. 2.1 m.H.). Folglich ist die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht aus einem wichtigen persönlichen Grund nach Art. 77 Abs. 1 lit. b VZAE erforderlich. 6.1 Somit bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konventi- on zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskon- vention, EMRK) vom 4. November 1950 sowie dem inhaltlic h gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) v om 18. April 1999 geschütz- ten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens e inen Anspruch auf Aufenthalt oder Ver- bleib in der Schweiz ableiten kann. 6.2 Aus Art. 8 Ziff. 1 EMRK i.V.m Art. 13 Abs. 1 BV können ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufenthalt od er Verbleib in einem andern Staat ablei- ten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennu ng von Familienmitgliedern führt (vgl. A NDREAS ZÜND /T HOMAS HUGI YAR , Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizeri- schen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, EuGRZ 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Die Garantie der Achtung des Familienlebens kann somit dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familienangehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das gemei nsame Familienleben vereitelt wird. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK müssen die sich hier- zulande aufhaltenden Angehörigen das Schweizer Bürgerr echt oder eine Niederlassungsbewil- ligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen, die ihrerseits auf einem gefes- tigten Rechtsanspruch beruht. Nach ständiger Praxis beda rf es dazu grundsätzlich besonders intensiver, über eine normale Integration hinausgehen der privater Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.1 ; Urteil des Bundesgerichts 2C_134/2017 vom 22. Mai 2017, E. 3). Ein faktisches Anwesenheitsrecht kann sich aber auch aus einem kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienlebe n, namentlich im Zusammenhang mit einer Aufenthaltsbewilligung, die über viele Jahre verl ängert wurde und so zu einem dauerhaf- ten Status geführt hat, ergeben. Diese Personen müssen jedoch zur Kernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende, minderjährige Kinder) g ehören und es muss eine enge, tatsäch- liche und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Im Falle der Kinde r des Beschwerdeführers ist festzustellen, dass sie in der Schweiz zur Welt kamen. Mit ihren 17 bzw. 15 Jahren haben die Kinder die hie- sigen Schulen besucht und ihr ganzes Leben in der Schw eiz verbracht. Beide absolvieren hier ihre Ausbildung bzw. haben eine solche in Aussicht und si nd somit sozial und beruflich in der Schweiz integriert. Aus dem kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben kann folglich abgeleitet werden, dass beide Kinder, obwohl sie lediglich eine Aufenthaltsbewilligung besitzen, über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfügen. Angesichts der fami- liären, sozialen und kulturellen Beziehungen von auslän dischen Personen der zweiten Genera- tion ist von einer Verwurzelung in den Schweizer Verhält nissen auszugehen und setzt die Er- öffnung des kombinierten Schutzbereichs von Privat- und F amilienleben in diesen Fällen keine Prüfung einer überdurchschnittlichen, besonderen Integr ation voraus. Somit ist der Schutzbe- reich von Art. 8 EMRK eröffnet und die Kinder können d em Beschwerdeführer im Sinne des umgekehrten Familiennachzugs grundsätzlich einen Anwesen heitsanspruch aus Art. 8 EMRK vermitteln. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Der Beschwerdeführer macht keine tatsächliche und intakte Beziehung zu seinen in der Schweiz lebenden Kindern geltend. Am 12. April 20 17 zeigte die Ehefrau den Beschwerde- führer abermals wegen häuslicher Gewalt an, woraufhin er aus der ehelichen Wohnung weg- gewiesen und festgenommen wurde. Zudem wurde ihm ein Annäherungs- und Kontaktverbot zu seiner Familie auferlegt (vgl. Eheschutzverfügung des Z ivilkreisgerichts G.____ vom 20. Juli 2017). Nach Angaben seiner Ehefrau schlug und bedroh te der Beschwerdeführer sie und die Kinder diverse Male. Er lauerte seiner Familie auf un d tyrannisierte sie zunehmend. Als B.A.____ aufgrund einer Operation im Krankenhaus war , bemächtigte er sich unter anderem der finanziellen Mittel bzw. des Haushaltsgeldes. Sowo hl seine Ehefrau als auch seine beiden Kinder nahmen diverse Male Stellung zum Verhalten des Beschwerdeführers und äusserten sich dahingehend, dass sie vor dem Beschwerdeführer Angst hätten. Zudem gab die ganze Familie an, dass sie seine Wegweisung aus der Schweiz wünsche. Auch in wirtschaftlicher Hin- sicht besteht keine Bindung zwischen dem Beschwerdeführe r und seinen Kindern. Da er seit seiner Wiedereinreise anfangs Oktober 2014 nachweislich nur rund ein halbes Jahr arbeitete, ist er auch nicht im Stande, seine Kinder in finanziel ler Hinsicht zu unterstützen. Nach dem Ge- sagten ist ersichtlich, dass die Beziehungen zwischen dem Besch werdeführer und seinen Kin- dern schwer belastet sind, weshalb der grundrechtliche S chutzbereich von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV in dieser Hinsicht nicht eröffnet ist. 7.1 Besteht kein Anspruch auf die Erteilung oder Ver längerung einer Aufenthaltsbewilli- gung, kann eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilli gung dennoch ermessensweise gewährt bzw. verlängert werden. Gemäss Art. 33 Abs. 3 AuG ist d ie Aufenthaltsbewilligung befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe na ch Art. 62 AuG vorliegen. Die Bewilli- gung kann selbst bei Vorliegen von Widerrufsgründen erme ssensweise verlängert werden, da ein Widerrufsgrund lediglich Ausdruck dafür ist, dass an d er Wegweisung der ausländischen Person ein gewichtiges öffentliches Interesse besteht (T AMARA NÜSSLE , in: Caroni/Gächter/ Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesg esetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N 33 zu Art. 33). Dieser Ermessense ntscheid hat pflichtgemäss in Be- rücksichtigung der Anforderungen von Art. 96 AuG und in Beachtung übergeordneter verfas- sungsmässiger Prinzipien wie der Rechtsgleichheit, des Will kürverbots und des Verhältnismäs- sigkeitsgrundsatzes zu erfolgen (P ETER BOLZLI , in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Auflage, Zürich 2015, N 7 zu Art. 33). Nach Art. 96 AuG sind die öffentlichen Interessen der Schweiz gegen die persönlich en Interessen der ausländischen Per- son am Verbleib in der Schweiz gegeneinander abzuwägen . Dabei ist der bisherigen Anwesen- heitsdauer in der Schweiz, dem Verhalten der ausländi schen Person in dieser Zeit, dem Grad der Integration sowie den persönlichen, familiären und sozialen Beziehungen gebührend Rech- nung zu tragen (NÜSSLE , a.a.O., N 33 zu Art. 33). 7.2 Im angefochtenen Entscheid vom 12. September 2017 hat der Regierungsrat diese Kri- terien ausführlich geprüft, unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfalles beurteilt und seinen Entscheid nachvollziehbar begründet. Somit h at sich der Regierungsrat mit den in Frage stehenden Interessen auseinandergesetzt und sein Ermessen pflichtgemäss ausgeübt. Eine Überschreitung, Unterschreitung oder ein Missbrauch des Ermessens ist nicht erkennbar. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Eine weitergehende inhaltliche Angemessenheitskontrolle ist dem Kantonsgericht nicht gestat- tet. Es ist demzufolge nicht zu beanstanden, dass es der R egierungsrat abgelehnt hat, dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung ermessensweise zu verlängern. 8.1 In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, o b der Widerruf der Aufenthaltsbewilli- gung verhältnismässig ist. Nach dem Grundsatz der Verhä ltnismässigkeit muss eine Verwal- tungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sein. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in ei nem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt we rden. Dieses dritte Erfordernis wird als "Verhältnismässigkeit im engeren Sinn" oder als "Zumutba rkeit" bezeichnet (vgl. U LRICH HÄFELIN /GEORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zü- rich/St. Gallen 2016, Rz. 555 f.). Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung sind die bekann- ten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persönliche B eziehungen zur Schweiz, berufliche Si- tuation, Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, persönliches V erhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtigen (vgl. Ziffer 8.3 der Weisungen des Bundesamts für Migration zum Ausländerbe- reich, Version vom 30. September 2011; BGE135 II 377 E. 4.3 ff.). 8.2 Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der fremdenpolizeili- chen Ziele eine geeignete Massnahme darstellt. Ausländer , deren Aufenthaltszweck weggefal- len ist, haben die Schweiz unter bestimmten Umständen zu verlassen. Dieses fremdenpolizeili- che Ziel kann auch nicht durch eine weniger einschneide nde Massnahme erreicht werden. Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qualifizieren ist, ob also der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Ver hältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwerdeführer mit der Wegweisung auferlegt werd en. Diesbezüglich muss eine Inte- ressenabwägung vorgenommen werden. 8.3 Als zulässiges öffentliches Interesse fällt dabei grun dsätzlich das Durchsetzen der Einwanderungspolitik in Betracht. Die Schweiz verfolgt gegenüber Ausländern ausserhalb des EU- und EFTA-Raums in Fragen der Aufenthaltsberechti gung eine restriktive Politik. Eine sol- che rechtfertigt sich im Hinblick auf ein ausgewogenes Ve rhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung gü nstiger Rahmenbedingungen für die Eingliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausl änder und die Verbesserung der Ar- beitsmarktstruktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I 153 E. 2.2.1; BGE 135 I 143 E. 2.2). 8.4 Das private Interesse an der Verlängerung der Aufe nthaltsbewilligung, auf das sich der Beschwerdeführer in erster Linie beruft, gründet im W esentlichen auf seiner angeschlagenen psychischen Gesundheit. Der Beschwerdeführer macht geltend , dass er aufgrund seiner Suizi- dalität im Zusammenhang mit der Nichtverlängerung sei ner Aufenthaltsbewilligung in Behand- lung sei. Durch den Bericht der Polizei des Kantons Basel -Landschaft vom 13. Februar 2018 wurde aktenkundig, dass der Beschwerdeführer versucht hatte, sich das Leben zu nehmen. Mit Eingabe vom 16. März 2018 reichte der Beschwerdeführer – auf Nachfrage hin – den Austritts- bericht der D.____ vom 5. März 2018 ein. Im Austrittsbe richt wird erläutert, dass der Beschwer- deführer vom 18. August 2017 bis zum 21. Oktober 2017 un d vom 23. Oktober 2017 bis zum Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. März 2018 aufgrund suizidaler Absichten in der D.__ __ in stationärer Behandlung gewesen sei. Im Rahmen der Untersuchungen sei beim Beschwerdefü hrer eine schwere depressive Epi- sode mit psychotischen Symptomen (IDC-10: F32.3) sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstö- rung mit narzisstischen und dependenten Anteilen (IDC-1 0: F61) diagnostiziert worden. Der Beschwerdeführer habe sich jedoch von den suizidalen Ab sichten distanzieren können, wes- halb zum Zeitpunkt seiner Entlassung keine akute Suizidal ität bestanden habe. Dass es am 13. Februar 2018 zu einer massiven Selbstgefährdung d es Beschwerdeführers kam, zeigt die Wichtigkeit der Behandlung der diagnostizierten Krankhe iten auf. Aus diesem Grund ist es für den Beschwerdeführer von existentieller Bedeutung, dass s oweit wie medizinisch möglich eine weitere Selbstgefährdung eingedämmt wird und er eine engmaschige Betreuung erhält. Folglich ist eine Wegweisung in sein Heimatland nur zumutbar, sof ern ihm eine umfassende Behand- lung seiner psychischen Erkrankungen auch dort ermöglicht wird. 8.4.1 Muss der Beschwerdeführer die Schweiz verlassen, wi rd seine psychotherapeutische Behandlung abgebrochen, welche nach der stationären Th erapie in eine ambulante umgewan- delt worden ist. Eine solche könnte er aber gemäss Lände ranalyse des Staatssekretariats für Migration ([SEM-Länderanalyse] Focus Kosovo, Behandlun gsangebote bei psychischen Er- krankungen vom 25. Oktober 2016) auch im Kosovo weiterführ en. Es ist davon auszugehen, dass die medizinische Versorgung im Kosovo schlechter ist al s in der Schweiz. In der SEM- Länderanalyse wird verdeutlicht, dass es im Kosovo im Ver gleich zur Schweiz nur eine geringe Anzahl an Spitälern mit psychiatrischen Abteilungen ha t und die Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten schlechter ist als in Pristina. Gle ichzeitig ist ersichtlich, dass in den staatli- chen psychiatrischen Einrichtungen – nach aktuellem Stand der Wissenschaft – alle Krank- heitsbilder im Kosovo behandelt werden können. Und au ch die dem Beschwerdeführer ver- schriebenen Medikamente sind grundsätzlich im Kosovo erhält lich. Hinzukommend bestätigte der Beschwerdeführer im Rahmen des Familiennachzugs im Jahr 2014 die ausreichenden Be- handlungsmöglichkeiten im Kosovo. In diesem Zusammenhang gab er an, dass er während dem zweijährigen Aufenthalt in der Heimat Zugang zu p sychiatrischen Behandlungen hatte und seine damaligen psychischen Probleme therapieren konnte . Folglich ist festzustellen, dass im vorliegenden Fall eine ausreichende medizinische Versorgu ng bzw. Behandlung im Kosovo möglich ist. 8.4.2 In Bezug auf die Rückkehr in sein Heimatland ist weiter zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer im Alter von 25 Jahren das erste Mal in die Schweiz kam und somit die erste Hälfte seines Lebens im Kosovo verbrachte, die Sprache b eherrscht und die Gepflogenheiten und Strukturen seines Heimatlandes kennt. Ausserdem leb en seine Mutter und sein Bruder so- wie dessen Kinder dort. Bereits während dem zweijährige n Aufenthalt im Kosovo zwischen Sommer 2012 und Herbst 2014 gelang dem Beschwerdeführ er die Wiedereingliederung in sei- ner Heimat. Zudem gab er im Rahmen der Abklärungen h insichtlich der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung beim AfM an, dass er in der Schw eiz ausser zu seiner Ehefrau und den beiden Kindern keine sozialen Kontakte pflege. Aus de n Akten ist weiter ersichtlich, dass der Beschwerdeführer nur gebrochen Deutsch spricht. Bereits vor Erhalt der ersten Aufenthaltsbe- willigung im Jahr 2009 trat der Beschwerdeführer strafrechtlich in Erscheinung. Trotz ausländer- rechtlicher Verwarnung im Dezember 2014 beging der Besch werdeführer weitere Straftaten. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Insbesondere kam es zu mehreren Anzeigen wegen häusliche r Gewalt und einer Wegweisung aus der gemeinsamen Familienwohnung im Frühjahr 2017. Der Beschwerdeführer hat zudem bei Weitem keine intakte Beziehung zu seinen in der Sch weiz lebenden Kindern. Hinzukom- mend ging er in der Vergangenheit nur punktuell eine r Arbeit nach, wobei er das letzte Mal nachweislich bis Ende März 2015 eine Stelle hatte. Info lgedessen wurden seit seiner Wieder- einreise Betreibungen im Gesamtbetrag von Fr. 42'872 .20 und ein Verlustschein in der Höhe von Fr. 24'873.60 auf ihn lautend registriert. Im Besch werdeverfahren vor Kantonsgericht äus- serte sich der Beschwerdeführer dahingehend, dass er so bald als möglich eine neue Stelle suchen bzw. antreten wolle. Weshalb ihm dies in seiner H eimat nicht gelingen sollte, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht. Damit verfügt er über die nötigen Vorausset- zungen, um erneut in seiner Heimat Fuss zu fassen. 8.4.3 Eine schlechtere Gesundheitsversorgung bzw. die lo kalen Unterschiede der psychiatri- schen Behandlungsmöglichkeiten und eine ungünstigere wir tschaftliche Perspektive im Kosovo lassen eine Rückkehr nicht unzumutbar erscheinen. Dass die Rückkehr unbestreitbar mit per- sönlichen und wirtschaftlichen Nachteilen für den Beschwer deführer verbunden ist, ändert an der Zumutbarkeit nichts. Unter Beachtung dieser Aspekte erscheinen die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sowie die Wegweisung des Beschwer deführers aus der Schweiz als zumutbar. Insgesamt überwiegt demnach das öffentliche Interesse an der Gleichbehandlung der Ausländerinnen und Ausländer im Rahmen der Ausländ ergesetzgebung sowie an der Durchsetzung der Rechtsordnung das private Interesse des Be schwerdeführers an einem wei- teren Verbleib in der Schweiz. Der angefochtene Entscheid erweist sich als verhältnismässig. 9.1 Zu prüfen ist abschliessend, ob allenfalls ein Härt efall nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG vorliegt. Für die Auslegung dieser Bestimmung kann auf die bisherige Härtefallpraxis im Rah- men von Art. 13 lit. f der Verordnung über die Begr enzung der Zahl der Ausländer (aBVO) vom 6. Oktober 1986 abgestellt werden (S PESCHA , a.a.O., N 5 zu Art. 30 AuG). Für die Anwendung der Härtefallregelung ist erforderlich, dass sich die bet reffende ausländische Person in einer persönlichen Notlage befindet. Das bedeutet, dass ihre L ebens- und Daseinsbedingungen ge- messen am durchschnittlichen Schicksal von ausländischen Personen in gesteigertem Masse in Frage gestellt sein müssen, bzw. die Verweigerung von der Ausnahme der zahlenmässigen Begrenzung für die betroffene Person schwere Nachteile zur Folge hätte (BGE 119 Ib 33 E. 4.c; BGE 123 II 125 E. 2 und 3). Bei der Beurteilung des Härtefalles sind alle Gesichtspunkte und Besonderheiten des Einzelfalles einzubeziehen (BGE 124 II 110 E. 2 mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang sind die in Art. 31 VZAE betreffend schwe rwiegende persönliche Härtefälle aufgezählten Kriterien zu berücksichtigen: die Integrati on, die Respektierung der Rechtsord- nung, die Familienverhältnisse, die finanziellen Verh ältnisse sowie der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung, die Dauer d er Anwesenheit in der Schweiz, der Gesundheitszustand sowie die Möglichkeiten für eine Wiedereingliederung im Herkunftsstaat. 9.2 Der Regierungsrat hält in seinem Beschluss zu Recht f est, dass die Voraussetzungen zur Erteilung einer Härtefallbewilligung nicht gegebe n sind. Der Regierungsrat führt aus, es sei dem Beschwerdeführer zumutbar, in sein Heimatland zurüc kzukehren. Ins Gewicht falle insbe- sondere, dass der Beschwerdeführer die Schweiz Mitte des Jahres 2012 freiwillig verlassen und Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht zwei Jahre in seiner Heimat Kosovo verbracht habe. Er verfüge dort über familiäre Bindungen, weshalb die Eingliederung in dieser Hinsicht als unprob lematisch erscheine. Ferner sei ersicht- lich, dass seine berufliche Wiedereingliederung in seine m Heimatland nicht als bedeutend schwieriger einzuschätzen sei, als seine Chancen hier au f dem Schweizer Arbeitsmarkt. Offen- bar habe der Beschwerdeführer während dem zweijährig en Aufenthalt im Kosovo erfolgreich eine Therapie zur Behandlung seiner psychischen Problem e besucht. Dieser Argumentation kann vollumfänglich gefolgt werden. Was die Behandlungsm öglichkeit seiner psychischen Er- krankungen anbelangt, so wurde bereits festgestellt (E. 8.4.1), dass die Wegweisung aus der Schweiz im vorliegenden Fall zumutbar ist. Folglich liegt kein persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG vor. 10.1 Im Folgenden ist noch über die Kosten zu entscheid en. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Di e Verfahrenskosten umfassen die Ge- richtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der R egel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- dem unterliegenden Beschwer deführer aufzuerlegen. Zufolge Bewilli- gung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verf ahrenskosten zu Lasten der Gerichts- kasse. 10.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Parteikosten sind demnach wettzuschlagen. Zufolge Bewilligung der un- entgeltlichen Verbeiständung ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar aus der Gerichtskasse auszurichten. Der Rechtsvertreter des Besch werdeführers macht in seinen Honorarnoten vom 19. Januar 2018 einen Aufwand von ges amthaft 9.5 Stunden à Fr. 200.-- und Auslagen in der Höhe von Fr. 64.80 geltend, was ni cht zu beanstanden ist. Zufolge Bewilli- gung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem Re chtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'121.85.-- (inkl. Auslagen und 8% bzw. 7.7% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 10.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hinge wiesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft dieses Urteils zu verlassen. 3. 4. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werde n dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der une ntgeltlichen Pro- zessführung gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewill igung der unent- geltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdefüh- rers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'121.85 (inkl. Auslagen und MWST von 8% bzw. 7.7%) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.