A bteilung IV D -5815/2006 {T 0/2} U rteil vom 20. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter M artin Zoller, Fulvio H aefeli, R ichterin N ina Spälti G iannakitsas G erichtsschreiber D aniel W idm er A ._______ Staatsangehörigkeit unbekannt, sow ie Kinder B ._______, Angola, und C ._______, w ohnhaft (Adresse) , vertreten durch Jeannette Vögeli Turay, (Adresse) , Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 8. M ärz 2006 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / N (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge Angola am 22. Januar 2006 ohne Begleitung eines Kindes auf dem Luftw eg und gelangte über ein ihr unbekanntes Transitland am 24. Januar 2006 auf dem Landw eg unter U m gehung der G renzkontrolle in die Schw eiz. G leichentags suchte sie in Kreuzlingen um Asyl nach. Am 30. Januar 2006 w urde sie im dortigen Em pfangszentrum erstm als befragt. Am 15. Februar 2006 w urde ihr im Zusam m enhang m it der von ihr abgegebenen Identitätskarte, w elche sich gestützt auf eine am 31. Januar 2006 von der Kantonspolizei Zürich im Auftrag des BFM vorgenom m ene Ausw eisprüfung als Totalfälschung erw ies, das rechtliche G ehör gew ährt. G leichzeitig w urde sie schriftlich aufgefordert, innert 48 Stunden gültige Identitätsdokum ente nachzureichen, verbunden m it der Androhung, im U nterlassungsfall w erde auf das Asylgesuch nicht eingetreten. D ieser Aufforderung kam die Beschw erdeführerin nicht nach. Am 3. M ärz 2006 w urde sie zu den Asylgründen in Anw esenheit einer H ilfsw erksvertreterin direkt vom Bundesam t angehört. D ie Beschw erdeführerin m achte im W esentlichen geltend, sie sei angolanische Staatsangehörige, stam m e aus der Provinz M alanje und sei seit dem Jahr 1975 in Luanda w ohnhaft gew esen. Im Zusam m enhang m it der Tätigkeit beziehungsw eise dem Verschw inden ihres Ehem annes D ._______, eines M itarbeiters des Jugendgerichts in Luanda, sei sie im Jahr 2001 von bew affneten Polizisten zu H ause überfallen und angeschossen w orden. D araufhin sei sie von E._______, einer für eine hum anitäre O rganisation tätigen Frau, ins Spital und nach einem Tag zu einer Freundin nam ens F._______ gebracht w orden, w o sie sich in der Folge w ährend vier bis fünf Jahren versteckt und dabei das H aus nie verlassen habe. Eines Tages habe E._______ auf dem M arkt erfahren, dass sich ihr Ehem ann (der Beschw erdeführerin) in Europa aufhalte. D araufhin habe sie Angola am 22. Januar 2006 verlassen, um den Ehem ann zu finden. Zu diesem Zw eck sei sie ohne eigene R eisepapiere unter einer ihr unbekannten Identität auf dem Luftw eg nach Europa gereist und am 24. Januar 2006 in die Schw eiz gelangt. Für die w eiteren Aussagen der Beschw erdeführerin w ird, sow eit für den Entscheid w esentlich, auf die Protokolle bei den Akten verw iesen. B. M it am selben Tag eröffneter Verfügung vom 8. M ärz 2006 trat das BFM gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschw erdeführerin nicht ein und ordnete deren W egw eisung aus der Schw eiz an, w obei sie diese am Tag nach Eintritt der R echtskraft der Verfügung zu verlassen habe. Zur Begründung führte es im W esentlichen aus, die Beschw erdeführerin habe ausser einer gefälschten Identitätskarte keine Identitätsdokum ente eingereicht. Sie sei nicht in der Lage, für diese U nterlassung entschuldbare G ründe glaubhaft dazutun. So habe sie an der 3 Echtheit der von ihr eingereichten Identitätskarte festgehalten, w elche sie als angolanische Staatsangehörige ausw eise. D iese Behauptung w ürde jedoch nicht nur durch das Ergebis der Ausw eisprüfung w iderlegt, sondern auch aufgrund ihrer bezüglich ihres angeblichen H erkunftslands Angola m angelhaften Länderkenntnisse. So kenne sie keinen einzigen N achbarort Luandas und sei nicht in der Lage, ausser Luanda N am en anderer angolanischen O rte zu nennen. Sie verm öge keine substanziierte Auskunft über lokale Sprachen und Ethnien Angolas zu nennen und spreche auch nicht nur w enige W orte einer afrikanischen Lokalsprache. O bw ohl ihr W ohnquartier eigenen Angaben zufolge an den Strand grenze, könne sie keine annähernde Angabe zur D istanz von ihrem W ohnhaus zum M eer m achen. Auch die Entfernungen zum Zentrum von Luanda seien ihr unbekannt. Sie kenne w eder Strassennam en, noch habe sie je von unübersehbaren W ahrzeichen Luandas gehört, noch sei ihr ein einziger R adio- oder Fernsehsender des Landes bekannt. Auch über politische Ereignisse der letzen Jahre, die U m stände des Krieges, w isse sie nichts zu berichten, selbst die R ebellenorganisation U nião N acional para a Independência Total de Angola (U N ITA) sei ihr kein Begriff. W eiter bestätigten ihre Aussagen bezüglich ihres angeblichen Ehem annes die U nglaubhaftigkeit ihrer Identität. So kenne sie w eder das ungefähre Alter ihres Ehem annes noch dessen Fam ilienverhältnisse. In W iderspruch zu dessen Aussagen behaupte sie, der Ehem ann habe keine G eschw ister, und seine Eltern seien bereits vor Jahrzehnten gestorben. Auch ihre Aussagen zur Suche nach dem Ehem ann seien in hohem M asse unsubstanziiert und realitätsfrem d. U nter diesen U m ständen gelinge es ihr nicht, glaubhaft dazutun, dass sie tatsächlich aus Angola stam m e. D ies w ürde durch die Einreichung des gefälschten Identitätsdokum entes w eiter belegt. Es sei davon auszugehen, dass die Beschw erdeführerin absichtlich keine echten Identitätsdokum ente vorgelegt habe, um die Schw eizer Behörden über ihre Identität zu täuschen. N ach dem G esagten sei den Asylvorbringen der Beschw erdeführerin die G rundlage entzogen, w eshalb keine H inw eise auf eine Verfolgung vorlägen, die sich nicht als offensichtlich haltlos erw eisen w ürden. D er Vollzug der W egw eisung sei zulässig, zum utbar und m öglich. C . M it Eingabe vom 15. M ärz 2006 an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragte die Beschw erdeführerin durch ihre R echtsvertreterin unter Kos- ten- und Entschädigungsfolge, es sei die Verfügung des BFM vom 8. M ärz 2006 aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuw eisen; jedenfalls sei die U nzulässigkeit beziehungsw eise die U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. In prozessualer H insicht w urde die unentgeltliche Prozessführung, insbesondere das Absehen von einem Kostenvorschuss beantragt. G leichzeitig w urde der Ausw eis für vorläufig aufgenom m ene Ausländer (Ausw eis F) des Ehem annes der Beschw erdeführern (N 418 865) sow ie ein Schreiben vom 13. M ärz 2006 von dessen ehem aligem R echtsvertreter in Kopie zu den Akten gereicht. D . M it Instruktionsverfügung vom 20. M ärz 2006 teilte die AR K der Beschw erde- führerin m it, dass sie den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten 4 könne. G leichzeitig w urde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. E. M it Vernehm lassung vom 24. M ärz 2006 schloss das BFM auf Abw eisung der Be- schw erde. Zur Begründung führte es aus, die Beschw erdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Bew eism ittel, w elche eine Änderung des Standpunkts rechtfertigten. F. M it Zw ischenverfügung vom 1. N ovem ber 2006 teilte die AR K der Beschw erdeführerin m it, das BFM habe ausnahm sw eise einen Kantonsw echsel der Beschw erdeführerin verfügt, w eil diese schw anger sei und kurz vor der N iederkunft stehe. G leichzeitig w urde der Beschw erdeführerin Frist gesetzt zur Einreichung von D okum enten betreffend G eburt und Abstam m ung des Kindes, Personalien des Kindsvaters, dessen Aufenthaltsstatus in der Schw eiz, falls es sich um einen Ausländer handle, sow ie detaillierte Angaben zu Art und D auer der Beziehung zum Kindsvater sow ie zum Aufenthaltsort des Kindes zu m achen. G . Am 27. N ovem ber 2006 w urde in Zürich die Tochter C ._______ der Beschw erdeführerin geboren. H . M it Schreiben vom 30. N ovem ber 2006 beantw ortete die Beschw erdeführerin nach zw eim aliger Fristerstreckung die Zw ischenverfügung vom 1. N ovem ber 2006 und reichte eine frem dsprachige, von einer Adventistenkirche in Luanda ausgestellte H eiratsurkunde sow ie einen beschädigten W ählerausw eis zu den Akten. I. Am 7. D ezem ber 2006 suchten die Beschw erdeführerin und D ._______ beim M igrationsam t des Kantons Zürich für den nachgereisten, knapp siebenjährigen Sohn B._______ um Asyl nach. G leichzeitig reichten sie dessen Personalheft zu den Akten. J. M it Verfügung vom 30. Januar 2007 hob das BFM die Ziffern 3 und 4 seiner Verfügung vom 8. M ärz 2006 (Vollzug der W egw eisung) auf und nahm die Beschw erdeführerin und deren beide Kinder w iedererw ägungsw eise in der Schw eiz vorläufig auf. K. M it Zw ischenverfügung vom 1. Februar 2007 teilte das nunm ehr zuständige Bundesverw altungsgericht den Beschw erdeführern m it, durch die vorläufige Aufnahm e sei die Beschw erde, sow eit den Vollzug der W egw eisung betroffen, gegenstandslos gew orden, w eshalb sie nun über ein Aufenthaltsrecht in der Schw eiz verfügten, und fragte sie gleichzeitig an, ob sie bei dieser Sachlage an der Beschw erde (Begehren betreffend N ichteintreten auf das Asylgesuch) festhalten oder diese zurückziehen w olle. D ie diesbezüglich gesetzte Frist verstrich ungenutzt.5 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw al- tungsgericht (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw er- den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G ge- nannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das AsylG ; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun- desgericht [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfah- rensrecht ist anw endbar (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.4 D ie Beschw erdeführerin hat am Verfahren vor dem Bundesam t teilgenom m en, ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung. D am it ist sie zur Einreichung der Beschw erde legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). D er nachgereiste Sohn, für w elchen die Beschw erdeführerin w ährend hängigem Beschw erdeverfahren um Asyl nachsuchte, w urde von der Vorinstanz in das Asylverfahren der Beschw erdeführerin einbezogen, indem das BFM die vorläufige Aufnahm e anordnete. D ie w ährend hängigem Beschw erdeverfahren geborene Tochter der Beschw erdeführerin ist ebenfalls in das Asylverfahren einzubeziehen. 1.5 D ie Beschw erde w urde innert der gesetzlichen Frist von fünf Arbeitstagen in gültiger Form eingereicht (Art. 108a AsylG i.V.m . Art. 52 Vw VG ). D em zufolge ist auf die Beschw erde einzutreten. 2. Bei Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide, die gestützt auf den früheren, bis 31. D ezem ber 2006 geltenden Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG getroffen w urden, w ar die Beurteilungszuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten w ar; bei Begründetheit der Beschw erde hob das Bundesverw altungsgericht die angefochtene Verfügung auf und w ies die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 2004 N r. 34 E. 2.1 S. 240 f.). N eu - ab dem 1. Januar 2007 (vgl. nachstehend E. 3) - ist auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand, w obei im R ahm en einer sum m arischen Prüfung das offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers und von W egw eisungsvollzughindernissen zu beurteilen ist 6 (vgl. zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 2.1). D ie Beurteilungszuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts im W egw eisungs- punkt ist nicht beschränkt, da sich die Vorinstanz diesbezüglich gem äss Art. 44 AsylG in Verbindung m it Art. 14a AN AG auch m ateriell zur Sache zu äussern hatte. 3. D ie Vorinstanz trat in Anw endung der dam als in Kraft stehenden Fassung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch der Beschw erdeführerin vom 24. Januar 2006 nicht ein. G em äss dieser Bestim m ung w urde auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, w enn Asylsuchende nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des G esuchs R eisepapiere oder andere D okum ente abgaben, die ihre Identifizierung erlaubten, w obei diese Bestim m ung keine Anw endung fand, w enn die betreffende Person glaubhaft m achen konnte, dass sie dazu aus entschuldbaren G ründen nicht in der Lage w ar, oder w enn H inw eise auf eine Verfolgung vorlagen, die sich nicht als offensichtlich haltlos erw iesen. Am 1. Januar 2007 trat die revidierte Fassung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG in Kraft. G em äss dieser Bestim m ung w ird auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, w enn die asylsuchende Person den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des G esuches R eise- oder Identitätspapiere abgibt. G em äss Art. 32 Abs. 3 Bstn. a-c AsylG findet diese N orm keine Anw endung, w enn Asylsuchende für die N ichteinreichung von R eise- oder Identitätspapieren entschuldbare G ründe glaubhaft m achen können, auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf die Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt w ird oder sich auf G rund der Anhörung erw eist, dass zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses nötig sind. Vorliegend ist die Beschw erde auf der G rundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG in der revidierten Fassung zu prüfen, da bezüglich der zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der erw ähnten G esetzesänderung hängigen Verfahren das neue R echt gilt (Abs. 1 Ü bergangsbestim m ungen zur Änderung vom 16. D ezem ber 2005 des AsylG ). 4. 4.1 D ie von der Beschw erdeführerin eingereichte Identitätskarte erw ies sich gestützt auf eine von der Kantonspolizei Zürich im Auftrag des BFM vorgenom m ene Ausw eisprüfung als Totalfälschung. Zw ar hielt die Beschw erdeführerin im R ahm en des ihr zum Prüfungsergebnis gew ährten rechtlichen G ehörs pauschal an der Echtheit des D okum ents fest. D ie Behauptung der Beschw erdeführerin ist jedoch nicht geeignet, das Ergebnis der labortechnischen, w issenschaftlichen Ausw eisprüfung in Frage zu stellen. In der Beschw erde finden sich diesbezüglich keine Ausführungen beziehungsw eise w ird das Ergebnis der Ausw eisprüfung nicht bestritten. M ithin ist die als Totalfälschung erkannte Identitätskarte in Anw endung von Art. 10 Abs. 4 AsylG einzuziehen.7 4.2 D ie Beschw erdeführerin gab innert der ihr dazu nach Kenntnisgabe des Ergebnisses der Ausw eisprüfung vom BFM gesetzten Frist w eder R eise- noch Identitätspapiere (oder andere D okum ente, die ihre Identifizierung erlauben) ab. Es ist m ithin zunächst zu prüfen, ob diesbezüglich „entschuldbare G ründe“ vorliegen, w obei dieser in Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG verw endete Begriff im Sinne der Praxis zum bisherigen R echt zu verstehen ist (vgl. zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E.3.2, EM AR K 1999 N r. 16 E. 5c.aa S. 109 f.). D iesbezüglich w ird in der Beschw erde lediglich eingew endet, bei einer durch Schlepper organisierten Flucht w ürden diese in der R egel die Papiere w ieder einziehen (vgl. Beschw erde, S. 2). D ieser Einw and erw eist sich als unbehelflich. D ie Beschw erdeführerin w ill ohne einen Ausw eis gereist sein (vgl. A1/3. S. 9), w obei sie auf der Flugreise von einem M ann begleitet w orden sei, der sich um die Kontrollen in den Flughäfen geküm m ert und ihr dann jew eils gesagt habe, w ann sie passieren dürfe (vgl. A24/17, S. 12). D ies steht einerseits sow ohl in W iderspruch zu ihrer Aussage, dass sie ohne Ausw eis gereist sei, als auch zur Tatsache, dass sie trotzdem einen (gefälschten) Ausw eis eingereicht hat, sow ie andererseits zum erw ähnten Einw and in der Beschw erde, um so m ehr, als die Beschw erdeführerin nie zu Protokoll gab, ihr R eisepapier sei von ihrem Begleiter oder dem M ann, w elcher sie in der Folge auf dem Landw eg in die Schw eiz führte, eingezogen w orden. Zudem ist realitätsw idrig, dass die Beschw erdeführern die R eise von Afrika nach Europa ohne Ausw eis absolviert beziehungsw eise ein Begleiter sich für sie um die Kontrollen geküm m ert haben soll. Schliesslich geht es bei der 48-Stunden-Frist von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht um die Beschaffung neuer Papiere, sondern um die Abgabe der schon existierenden, für die R eise in die Schw eiz verw endeten Papiere (vgl. EM AR K 1999 N r. 16 E. 5c.aa S. 109 f.), w eshalb an dieser Beurteilung selbst dann nichts ändern w ürde, w enn nachträglich R eise- oder Identitätspiere eingereicht w erden sollten. D ie Beschw erdeführerin verm ag m ithin nicht glaubhaft darzulegen, sie sei durch nicht selbst zu verantw ortende U m stände an der unverzüglichen Einreichung von R eise- oder Identitätspapieren im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ) gehindert w orden. U nter diesen U m ständen erübrigen sich an dieser Stelle Ausführungen zu dem in einem engen Sinn zu verstehenden Begriff „R eise- oder Identitätspapiere“, w ie er in der revidierten Bestim m ung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG verw endet w ird (vgl. dazu das zur Publikation vorgesehene U rteil BVG E D -2279/2007 vom 11. Juli 2007 E. 6). 5. 5.1 N icht nur in Bezug auf die Q ualität der abzugebenden Identitätspapiere, sondern auch hinsichtlich der Bew eism assanforderungen und des zulässigen Prüfungsum - fangs w urde m it der N euform ulierung des N ichteintretensgrundes der Papierlosig- keit eine Verschärfung beabsichtigt. D er G esetzgeber hat m it der Bestim m ung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG ein Sum m arverfahren geschaffen, in w elchem über das Bestehen beziehungsw eise das N ichtbestehen der 8 Flüchtlingseigenschaft abschliessend m ateriell befunden w ird, sow eit dies im R ahm en einer sum m arischen Prüfung m öglich ist. Einzutreten ist auf das Asylgesuch dann, w enn bereits auf G rund einer sum m arischen Prüfung festgestellt w erden kann, dass die asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne der D efinition von Art. 3 AsylG offensichtlich erfüllt (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ). D em gegenüber ist auf das Asylgesuch nicht einzutreten, w enn bereits auf G rund einer ebenso sum m arischen Prüfung festgestellt w erden kann, dass die asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfüllt. D ie O ffensichtlichkeit der fehlenden Flüchtlingseigenschaft kann sich dabei aus der U nglaubhaftigkeit der Vorbringen, genauso aber auch aus der fehlenden Asylrelevanz ergeben. Kann auf G rund einer sum m arischen Prüfung nicht abschliessend festgestellt w erden, ob die asylsuchende Person offensichtlich Flüchtling ist oder offensichtlich nicht Flüchtling ist, ist auf das Asylgesuch zw ecks w eiterer im ordentlichen Verfahren vorzunehm ender Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft einzutreten (vgl. zum G anzen das zur Publikation vorgesehene U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 3-5). 5.2 Aufgrund der Aktenlage nach den erfolgten Anhörungen ist zu schliessen, dass die Beschw erdeführerin die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG offensichtlich nicht erfüllt (Ausführungen zu allfälligen W egw eisungshindernissen erübrigen sich, nachdem die vorläufige Aufnahm e der Beschw erdeführer angeordnet w orden ist, vgl. E. 7). D ie Beschw erdeführerin gab anlässlich der Erstbefragung zu Protokoll, sie habe seit dem Jahr 1975 bis zur zw eiten H älfte Januar 2006 an der (Adresse) im Q uartier Sam ba in der Zone C orim ba in Luanda gew ohnt (vgl. A1/3, S. 1). D em gegenüber erklärte sie anlässlich derselben Befragung, sie habe nach der Schiesserei vom 29. N ovem ber 2001 in ihrem H aus und dem anschliessenden eintägigen Spitalaufenthalt im H aus von Frau F._______ im Q uartier R ocha Pinto von Luanda gew ohnt, w obei sie nie nach draussen gegangen sei (vgl. A 1/3, S. 7- 8). Ihr w aren w eder das D atum - nicht einm al die Jahreszahl - des Ü berfalls auf ihren Ehem ann beim G eldtransport noch die N am en der beiden anw esenden Arbeitskollegen des Ehem annes noch von dessen Vorgesetzten bekannt, obw ohl sie das Verschw inden ihres Partners und die nachfolgende Schiesserei in ihrem H aus in einen Zusam m enhang m it diesem Ü berfall stellt. W eiter w ar ihr w eder die U N ITA ein Begriff noch hatte sie Kenntnis von w esentlichen politischen Ereignissen, die sich seit dem Jahr 2002 in Angola zugetragen haben. Sodann ist kaum w ahrscheinlich, E._______ habe von einem ihr unbekannten Buspassagier erfahren, dass sich der Ehem ann der Beschw erdeführerin in Europa aufhalte, noch ist nachvollziehbar, dass diese ohne Kenntnis von dessen europäischen Aufenthaltsort und ohne Ausw eise eine Flugreise in ein ihr unbekanntes europäisches Land und nach ihrer dortigen Ankunft ohne bestim m tes R eiseziel die W eiterreise in die Schw eiz angetreten habe. D aran verm ag der Einw and, bei der Beschw erdeführerin handle es sich um eine einfache M arktfrau, w elche lediglich über eine unterdurchschnittliche Bildung verfüge, nichts zu ändern. Vielm ehr ist unter den gegebenen U m ständen davon auszugehen, dass sich die Beschw erdeführerin vor ihrer Einreise in die Schw eiz seit einigen Jahren nicht m ehr in Luanda aufgehalten hatte. U nter diesen U m ständen geht das 9 Bundesverw altungsgericht m it der Vorinstanz überein, dass die Verfolgungsvorbringen der Beschw erdeführerin jeder G rundlage entbehren, und m ithin als offensichtlich nicht glaubhaft zu qualifizieren sind. 5.3 Es ergeben sich nach dem G esagten keine Anhaltspunkte für die Annahm e, das BFM hätte, um zu einer so lautenden Erkenntnis zu gelangen, eine m ehr als bloss sum m arische m aterielle Prüfung vornehm en oder zusätzliche sachliche oder rechtliche Abklärungen treffen m üssen. U nter den gegeben U m ständen besteht auch im R ahm en des vorliegenden Beschw erdeverfahrens kein Anlass zu einer w eiter gefassten Erhebung des Sachverhalts. 5.4 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde und die eingereichten Bew eism ittel einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für ein N ichteintreten auf das Asylgesuch in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG gegeben sind. D ie Vorinstanz ist im Ergebnis zu R echt nicht auf das Asylgesuch eingetreten. 6. 6.1 Tritt das BFM auf das Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw ei- sung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). 6.2 Eine Aufenthaltsbew illigung durch den Kanton liegt nicht vor. N achdem zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten w urde und die Beschw erdeführerin und ihre Kinder - abgesehen vom Status vorläufig Aufgenom m ener - keinen Aufenthaltstitel für die Schw eiz besitzen oder beanspruchen können, w urde die W egw eisung (Ziff. 3 des D ispositivs der vorinstanzlichen Verfügung) zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. EM AR K 2001 N r. 21). 7. 7.1 D as Bundesam t hat nachträglich in W ürdiging aller U m stände, insbesondere der veränderten Fam ilienverhältnisse der Beschw erdeführerin, den Vollzug der ange- ordneten W egw eisung w egen U nzum utbarkeit zu G unsten einer vorläufigen Auf- nahm e aufgeschoben. M ithin ist diesbezüglich ein aktuelles R echtsschutzinteresse entfallen, w eshalb sich an dieser Stelle Ausführungen zu den Voraussetzungen des Vollzugs der W egw eisung erübrigen. 7.2 D urch die nachträglich durch das BFM angeordnete vorläufige Aufnahm e der Beschw erdeführer ist die Beschw erde, sow eit sie den W egw eisungsvollzug betrifft, gegenstandlos gew orden (vgl. Sachverhalt, Bst. K), und diesbezüglich abzuschreiben. 8. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung hinsichtlich des zur Beurteilung verbliebenen Prozessgegenstandes Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten - sow eit nicht gegenstandlos gew orden - abzuw eisen.10 9. 9.1 D ie Beschw erdeführerin ersuchte um unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG . D anach kann die Beschw erdeinstanz eine Partei, die nicht über die erforderlichen M ittel verfügt und deren Begehren nicht zum Vornherein aussichtslos erscheinen, auf Antrag davon befreien, Verfahrenskosten zu bezahlen. Vorw eg ist festzuhalten, dass m it Zw ischenverfügung vom 20. M ärz 2006 auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet w urde. Vorliegend ist von der Bedürftigkeit der Beschw erdeführer auszugehen, obw ohl diese in G em einschaft m it ihrem angeblichen Vater beziehungsw eise Ehem ann, w elcher erw erbstätig ist, zusam m enleben, um so m ehr, als sich diese G em einschaft auf zw ei w eitere Kinder beziehungsw eise G eschw ister der Beschw erdeführer erstreckt. Auch konnten die Begehren der Beschw erde insgesam t nicht als zum Vornherein aussichtslos bezeichnet w erden. D as G esuch um unentgeltliche Prozessführung ist som it gutzuheissen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind den Beschw erdeführern, sow eit sie unterlegen sind (N ichteintreten auf die Asylgesuche, Anordnung der W egw eisung), keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 9.2 W ird ein Verfahren gegenstandslos so w erden die Verfahrenskosten in der R egel jener Partei auferlegt, deren Verhalten die G egenstandslosigkeit bew irkt hat. Ist das Verfahren ohne Zutun der Parteien gegenstandslos gew orden, so w erden die Kosten auf G rund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrunds festgelegt (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 5 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). W ird ein Verfahren gegenstandslos, so prüft das G ericht, ob eine Parteientschädigung zuzusprechen ist. Für die Festsetzung der Parteientschädigung gilt Art. 5 VG KE sinngem äss (Art. 15 VG KE, sow ie sow ie EM AR K 2000 N r. 29 E. 5 dritter Absatz S. 246 f.). N achdem sich das Verfahren insgesam t nicht als zum Vornherein aussichtslos dargestellt hatte (vgl. E 9.1 betreffend G utheissung des G esuchs um unentgeltliche Prozessführung), sind den Beschw erdeführern für den gegenstandslos gew ordenen Teil des Verfahrens keine Kosten aufzuerlegen. D em gegenüber ist den Beschw erderführern keine Parteientschädigung auszurichten, da das Verfahren betreffend den W egw eisungsvollzug insbesondere in W ürdigung der veränderten Fam ilienverhältnisse der Beschw erdeführerin und deren Verhaltens - diese begab sich nach der Einreise in die Schw eiz in G em einschaft m it ihrem hier vorläufig aufgenom m enen Partner, liess w ährend laufendem Asylverfahren ein Kind in die Schw eiz bringen, für w elches sie nachträglich um Asyl nachsuchte, und gebar ein w eiteres Kind - gegenstandslos gew orden ist, w ogegen der W egw eisungsvollzug in Bezug auf die sich als Einzelperson in der Schw eiz aufhaltende Beschw erdeführerin, an deren geltend gem achter, w eder durch Identitäts- noch durch R eisepapiere nachgew iesener Identität und H erkunft erhebliche Zw eifel bestehen, voraussichtlich zu bestätigen gew esen w äre.11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit sie das N ichteintreten auf das Asylgesuch und die Anordnung der W egw eisung betrifft. 2. D ie Beschw erde w ird als gegenstandslos gew orden abgeschrieben, sow eit sie den Vollzug der W egw eisung betrifft. 3. D ie als gefälscht erkannte angolanische Identitätskarte N r. (...) w ird eingezogen. 4. D as G esuch um unentgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) w ird gutgeheissen. 5. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 6. D en Beschw erdeführern w ird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 7. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin der Beschw erdeführer (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N [...]) - (kantonale Behörde) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: M artin Zoller D aniel W idm er Versand am :12 Eingeschrieben Frau Jeannette Vögeli Turay (Adresse)