Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 30. November 2016 (810 16 259) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Regelung des persönlichen Verkehrs, Massnahmen des Kindesschutzes Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin i.V. Irmgard Mostert Meier Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Claudia M. Mordasini - Rohner, Advokatin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Andrea Gfeller, Rechts- anwältin Betreff Regelung des persönlichen Verkehrs, Massnah men des Kindes- schutzes (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 3. August 2016) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. C.____ und A.____ sind die heute getrennt lebende n, nicht miteinander verheirateten Eltern von D.____, geboren 2012. Die Eltern verfügen über das gemeinsame Sorgerecht. In der Sorgerechtsvereinbarung hielten die Kindseltern fest, sie wollten für den Fall von getrennten Wohnungen gleichwertig für Betreuung und Sorge von D.____ da sein, möglichst koordiniert mit den Betreuungszeiten von E.____, der älteren Tochter von A.____ aus geschiedener Ehe. B. Am 27. April 2015 sistierte die Kindes- und Erwachse nenschutzbehörde B.____ (KESB) mit vorsorglicher Massnahme vorläufig das Kontaktrecht von A.____ zu dessen Tochter D.____. Hintergrund der vorsorglichen Massnahme war die Meldung einer Kindeswohlgefähr- dung der Kindsmutter im von der KESB eingeleiteten Verfahren betreffend strittige Punkte der elterlichen Sorge nach der Trennung und dem Wegzug vo n C.____ mit D.____ nach F.____ im Kanton Bern. Die KESB erachtete das Kindeswohl unter anderem deswegen als gefährdet, weil A.____ in Internetforen aus dem BDSM-Bereich (Bondag e & Discipline, Dominance & Submis- sion, Sadism & Masochism) einen Mitbewohner resp. eine M itbewohnerin gesucht hatte. Da das Kind in diesen Wohnräumen lebe, bestehe eine Gefahr für das Kindeswohl. Sie erteilte ihm verschiedene Weisungen, etwa dass Bilddarstellungen einsch lägigen Inhalts wegzuschliessen seien und dass er dafür zu sorgen habe, dass sich während der Betreuungszeit keine Leute aus dem BDSM-Bereich in der Familienwohnung aufhielten. Zudem gab sie ein Fachgutachten bei der Psychiatrie Baselland, Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP), in Auftrag. Darunter fanden sich auch Fragen an die Gutachterin, ob die sexuellen Neigungen des Kindsvaters Auswirkun- gen auf das Wohl des Kindes zeitigten und ob sexuelle Übergriffe auf das Kind stattfänden. C. Nachdem A.____ gegen die Sistierung des Kontaktrec hts beim Kantonsgericht Be- schwerde erhoben hatte, zog die KESB am 15. Juni 2015 ihren Entscheid vom 27. April 2015 in Wiedererwägung und hob die vorsorglich angeordnete S istierung des Kontaktrechts auf. Sie ordnete stattdessen vorsorglich ein begleitetes Besuchsrec ht für jeden Mittwochnachmittag an. Dieser Entscheid blieb unangefochten. Das kantonsgerichtlich e Beschwerdeverfahren wurde in der Folge als gegenstandslos abgeschrieben (Verfahren Nr. 810 15 131). D. Das Fachgutachten der KJP vom 22. Juni 2015 hielt f est, dass die Kindseltern diamet- ral entgegengesetzte Ansichten in Erziehungsfragen, sex uellen Fragen, Aufsichtsfragen und Fragen der Verantwortung hätten und empfahl zwar die Beibehaltung des gemeinsamen Sorge- rechts der Eltern, aber weiterhin begleitete Besuche beim Kindsvater und die Weiterführung der Elternkommunikation. Zu den gestellten Fragen äusserte sich die Gutachterin dahingehend, dass der Kindsvater zugebe, dass er sich in der einschlägige n "Szene" bewege, er sehe darin keine Gefährdung und Auswirkung auf das Wohl des Kindes. Es stelle sich jedoch die Frage, inwiefern der Kindsvater seine Neigung vor dem Kind kon trollieren und zurückhalten könne. Diese Frage könne die Begutachtung nicht beantworten. Die sexuellen Neigungen des Kindsva- ters lösten bei der Kindsmutter grosse Sorgen und Ängste aus, die ihr Vertrauensverhältnis zum Vater tiefgehend beeinträchtigten. Die Kindsmutter se i zunehmend davon überzeugt, dass A.____ sich an D.____ vergriffen haben könnte. lm Rahmen der Begutachtung seien keine kon- kreten Hinweise betreffend Übergriffe auf die sexuelle Integrität von D.____ festzustellen gewe- sen. Einzig vorhanden seien Fotos der Genitalregion de s Kindes, welche der Kindsvater ange- fertigt habe und welche grenzwertig seien. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Am 22. Juni 2016 wurden die Kindseltern durch die K ESB angehört, auf eine Anhörung von D.____ wurde aufgrund ihres Alters verzichtet. Beide Eltern stellten Antrag auf Zuteilung der alleinigen Obhut. F. Mit Entscheid vom 3. August 2016 teilte die KESB d ie Obhut über D.____ der Kinds- mutter C.____ zu (Dispositivziffer 2). A.____ wurde ber echtigt und verpflichtet, jeden Mittwoch- nachmittag von 13:30 Uhr bis 17:30 Uhr D.____ zu Besuc h zu nehmen (Ziff. 3), wobei die Übergaben zu begleiten seien und auf öffentlichem Gelä nde stattzufinden hätten (Ziff. 4 – 7). Für D.____ wurde eine Besuchsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 des Schweizeri- schen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 erricht et und ein Beistand ernannt (Ziff. 8 – 9). Der Beistand erhielt Aufträge im Zusa mmenhang mit dem Besuchsrecht (Ziff. 10). Sodann erliess die KESB Weisungen an die Eltern. Der Kindsvater, A.____, habe einschlägige Bilddarstellungen und Utensilien (z.B. Sexspielzeuge) w egzuschliessen und dafür zu sorgen, dass sie dem Kind nicht zugänglich seien. Er habe es zu u nterlassen, Inhalte und Themen sei- ner sexuellen Orientierung mit und vor dem Kind zu the matisieren (Ziff. 11). Die Kindsmutter, C.____, habe das Kind altersgerecht auf die Besuche b eim Kindsvater vorzubereiten (Ziff. 12). Des Weiteren wurde einer allfälligen Beschwerde die a ufschiebende Wirkung entzogen (Ziff. 13) und von der Erhebung der Verfahrenskosten wu rde aufgrund der Bedürftigkeit der El- tern abgesehen (Ziff. 14). G. Gegen den Entscheid der KESB vom 3. August 2016 erh ob A.____, vertreten durch Dr. Claudia M. Mordasini-Rohner, Advokatin, mit Eingabe vo m 2. September 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassun gs- und Verwaltungsrecht (Kan- tonsgericht). Er stellt das Begehren, es seien die Dispo sitivziffern 2, 3 und 13 des angefochte- nen Entscheids vollumfänglich aufzuheben. Dem Vater und der Tochter sei per sofort ein per- sönlicher Verkehr von wöchentlich jeweils Sonntag, 10:00 Uhr bis Mittwoch, 10:00 Uhr sowie acht Wochen Ferien pro Jahr zu gewähren. In verfahrensrec htlicher Hinsicht sei dem Be- schwerdeführer und der Tochter D.____ für die Dauer de s Beschwerdeverfahrens ein vorläufi- ges Mindestbesuchsrecht von jedem zweiten Wochenende und eine Übernachtung wöchentlich unter der Woche sowie vier Wochen Ferien pro Jahr zu gew ähren; alles unter o/e-Kostenfolge. Nach Durchführung eines diesbezüglichen Schriftenwechsels wurde der Antrag auf Erlass einer vorsorglichen Massnahme mit Verfügung vom 23. September 2016 abgewiesen. H. Mit Stellungnahmen vom 19. September 2016 bzw. 10 . Oktober 2016 beantragen die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde vom 2. September 2016 unter o/e-Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführ ers. Die Beschwerdegegnerin stellte zudem ein Gesuch auf unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung. I. Mit Eingabe vom 19. September 2016 ersuchte der B eschwerdeführer seinerseits um die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung. J. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2016 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Dem Beschwerdeführer wurde für das vorlieg ende Verfahren die unentgeltliche Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Prozessführung und Verbeiständung ab dem Zeitpunkt der Gesuchseinreichung bewilligt. Der Beschwerdegegnerin wurde für das vorliegende Verfahre n die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZG B kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht e rhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzb uches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach A rt. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsge- richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Ver- waltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). N ach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Per- sonen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteili gt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Per- son nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschüt ztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Der Beschwerdeführer ist als direkter Verfahrensbeteiligter und Kindsvater von D.____ zur Be schwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwalt ungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. 3. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht d ie alleinige Obhut über D.____ an die Kindsmutter übertragen hat (E. 4) und ob beja hendenfalls das Besuchsrecht zwischen dem Kindsvater und der Tochter D.____ wie gefordert auszuweiten und dem Vater ein Ferien- recht einzuräumen ist (E. 5). 4.1 Der Streit dreht sich zunächst um die Frage, ob den Kindseltern die Obhut über D.____ - wie vom Beschwerdeführer in zulässiger (vgl. § 6 Abs. 1 VPO) Abänderung seines vorinstanzlichen Antrags im Beschwerdeverfahren neu beantr agt - alternierend zu überlassen ist. Unbestritten ist, dass die Kindseltern gestützt a uf die zwischen ihnen am 24. September 2012 abgeschlossene und von der damals zuständigen Vormun dschaftsbehörde genehmigte Vereinbarung die elterliche Sorge über ihre vierjähri ge Tochter gemeinsam ausüben. lm Rah- men der Sorgerechtsvereinbarung kamen die Kindselter n sodann überein, dass beide Eltern gleichwertig die Betreuung und Sorge des Kindes übernehmen werden. Im Falle von getrennten Wohnungen wurde vorgesehen, dass die Betreuungszeit hälf tig aufgeteilt und mit den Betreu- ungszeiten des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Tochter E.____ sowie mit den Arbeitszei- ten der Eltern koordiniert wird. Unabhängig davon, ob sich die Eltern auf eine alternierende Ob- hut geeinigt haben, muss geprüft werden, ob dieses Betr euungsmodell überhaupt möglich und mit dem Wohl des Kindes vereinbar ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_527/2015 vom Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Oktober 2015 E. 4). Nach der Rechtsprechung gilt d as Kindeswohl als oberste Maxime des Kindesrechts (BGE 141 III 328 E. 5.4); es ist für die Regelung des Eltern-Kind-Verhältnisses demnach immer der entscheidende Faktor, während die In teressen und Wünsche der Eltern in den Hintergrund zu treten haben (BGE 130 III 585 E. 2.2.1). Ob eine alternierende Obhut über- haupt in Frage kommt und ob sie sich mit dem Kindeswohl verträgt, hängt von den konkreten Umständen ab. 4.2 Die Kindesschutzbehörde regelt bei Kindern unverhe irateter Eltern die Kinderbelange neu, wenn dies wegen wesentlicher Änderung der Verhält nisse zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist (vgl. Art. 298d Abs. 1 und 2 ZGB). Im Fall d er Belassung der gemeinsamen elterlichen Sorge kann die Kindesschutzbehörde entweder einem Elter nteil die alleinige Obhut zuteilen oder dann die alternierende Obhut beider Elternteil e festlegen. Die alternierende Obhut kommt von Vornherein nur dann in Frage, wenn beide Eltern erziehungsfähig sind (I NGEBORG SCHWENZER /MICHELLE COTTIER , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar ZGB I, 5. Auflage, Basel 2014, Art. 298 ZGB N 5). Weiter er fordert die alternierende Obhut organisato- rische Massnahmen und gegenseitige Informationen. Insof ern setzt die praktische Umsetzung einer alternierenden Betreuung voraus, dass die Eltern fähig und bereit sind, in den Kinderbe- langen miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren. Zu berücksichtigen ist ferner die geographische Situation, namentlich die Distanz zwischen d en Wohnungen der beiden Eltern. Die Kooperationsfähigkeit der Eltern verdient besondere Beachtung, wenn das Kind schulpflich- tig ist oder die geografische Entfernung zwischen den Woh norten der Eltern ein Mehr an Orga- nisation erfordert. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die Stabilität, welche die Weiterführung der bisherigen Regelung für das Kind gegebenenfalls mit sich bringt. In diesem Sinne fällt die alter- nierende Obhut eher in Betracht, wenn die Eltern das Kind schon vor ihrer Trennung abwech- selnd betreuten. Weitere Gesichtspunkte sind die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, das Alter des Kindes, seine Beziehungen zu (Hal b- oder Stief-) Geschwistern und seine Einbettung in ein weiteres soziales Umfeld (vgl. Ur teile des Bundesgerichts 5A_72/2016 vom 2. November 2016 E. 3.3.2 und E. 3.4.2; 5A_991/20 15 [zur Publikation vorgesehen] vom 29. September 2016 E. 4.3). 4.3 Die Kindseltern leben seit Beginn des Jahres 2015 voneinander getrennt, der Kinds- vater in G.____/BL und die Kindsmutter in F.____/BE. Seit der Trennung streiten die Eltern in einem Dauerkonflikt über die Obhut der Tochter. Insofer n liegt unbestrittenermassen eine we- sentliche Änderung der Verhältnisse vor, welche eine be hördliche Neuregelung der Kinderbe- lange erfordert. Die Betreuung von D.____ wurde zun ächst mit vorsorglichem Entscheid der KESB B.____ vom 4. März 2015 aufgeteilt und es wurde a ngeordnet, dass D.____ drei Tage vom Kindsvater und vier Tage von der Kindsmutter betreut werden soll. Trotz Unterstützung durch Fachkräfte konnte weder die alternierende Obhut umgesetzt noch der Paarkonflikt im Rahmen einer Mediation auch nur ansatzweise gelöst wer den. So wurde bereits am 27. April 2015 resp. 15. Juni 2015 mit vorsorglicher Massnahme ein asymmetrisches Betreuungsmodell angeordnet und der Kindsmutter faktisch und vorübergehe nd die alleinige elterliche Obhut zu- geteilt. Das Fachgutachten der KJP vom 22. Juni 2015 ste llt fest, dass grundsätzlich beide Kindseltern in der Lage seien, sich kindsgerecht um das Wohlergehen von D.____ zu kümmern. Einschränkungen bei der Erziehungsfähigkeit der Eltern seien insofern vorhanden, als dass Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht beide auf ihrem Standpunkt beharrten und im Moment nicht bereit seien, gegenseitig aufeinan- der zuzugehen. Diese Einschätzung behält bis heute ihre Gültigkeit. Aufgrund des aktenkundi- gen fortgesetzten Trennungskonflikts ist den Eltern keine kindesorientierte Kommunikation möglich und entsprechend fehlt es auch am erforderlichen Minimum an Kooperationsbereit- schaft. Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutre ffend erwog, würden sich die El- tern bei einer alternierenden Obhut mit grosser Siche rheit in den notwendigen Absprachen auf- reiben und das Kind wäre kontinuierlich dem Konflikt der Eltern ausgesetzt. Des Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass D.____ seit über einem Jahr ihren L ebensmittelpunkt in F.____ hat und dort seit August 2016 den Kindergarten besucht, w eshalb der Tages- und Wochenablauf des Kindes vorgegeben ist. Die Distanz zwischen den gewählt en Wohnorten der Eltern ist ins- besondere für ein Kind im Vorschulalter erheblich, ei ne hälftige Betreuung bei vorgegebenem Kindergartenplan würde - falls sie sich logistisch überh aupt als durchführbar herausstellen soll- te - zur erheblichen Belastung für das Kind werden. Dies stellt auch der Beschwerdeführer nicht in Abrede. Er unternimmt denn auch keinen Versuch, ei n konkret ausgearbeitetes, realistisches und tragfähiges Konzept hierzu zu unterbreiten. Er ver tritt vielmehr den Standpunkt, der Be- schwerdegegnerin sei es zumutbar, in die Nähe zu seinem Wohnort zu ziehen. Dabei übersieht er, dass die Beschwerdegegnerin ihren Wohnort grundsätzl ich frei wählen darf. Die in der Bun- desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 gewährleistete Niederlassungsfreiheit (Art. 24 BV) - resp. im Falle der deutschen Beschwerdegegnerin die in- haltlich gleichwertige Mobilitätsgarantie nach dem Per sonenfreizügigkeitsabkommen (Art. 8 Anhang I FZA) -, die Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV) sowie das allgemeine Grundrecht der per- sönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV) garantieren, da ss die Kindesschutzbehörde nicht in ihre Privatautonomie und Lebensplanung eingreifen und sie zur Wohnsitznahme an einem bestimm- ten Ort verpflichten könnte (vgl. BGE 142 III 481 E. 2. 5). Es steht dem Beschwerdeführer dem- gegenüber selbstverständlich frei, seinerseits seinen W ohnsitz in die Nähe zum Wohnort des Kindes zu verlegen, um die Kontaktmöglichkeiten zu seine r Tochter zu verbessern. Nach dem Ausgeführten kann unter dem einzig massgebenden Blickwin kel des Kindeswohls die alternie- rende Obhut im vorliegenden Fall nicht die für die optimale Entwicklung und Entfaltung des Kin- des benötigte Stabilität gewährleisten. Die Interessen und Wünsche des Kindsvaters haben dabei in den Hintergrund zu treten. Die Vorinstanz ha t nach dem Ausgeführten zu Recht davon abgesehen, die alternierende Obhut beizubehalten. 4.4 Weiter ist zu prüfen, ob die Vorinstanz berechtig terweise die alleinige Obhut der Kindsmutter übertragen hat. Ist zum Kindeswohl eine Anp assung der alternierenden Obhut nö- tig, muss entschieden werden, welchem Elternteil die Obhut über das Kind zugeteilt wird. Dabei sind im Wesentlichen die bereits erörterten Beurteilun gskriterien (vgl. oben E. 4.2) zu berück- sichtigen. Die Beschwerdegegnerin ist grundsätzlich erzieh ungsfähig (vgl. oben E. 4.3). Sie arbeitet teilzeitlich und kann ihre Tochter mit Hilfe von Angeboten der familienergänzenden Be- treuung überwiegend selbst betreuen. D.____ lebt seit Anfang 2015 bei ihrer Mutter in F.____, sie ist dort im August 2016 in den Kindergarten eingetreten, wo sie neue Kontakte mit Gleichalt- rigen gefunden hat. Ein erneuter Wohnortswechsel zum Vater nach G.____ würde den gewohn- ten Lebensablauf unterbrechen und D.____ aus ihrem ne u gewonnen sozialen Umfeld heraus- reissen. Generell ist bei der Obhutszuteilung diejenige Lösung zu wählen, die unter Berücksich- tigung der gesamten Umstände dem Kind die notwendige Stabilität der Beziehungen gewähr- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht leistet, die es für seine optimale Entwicklung und Entfaltung benötigt (vgl. BGE 136 I 178 E. 5.3; SCHWENZER /COTTIER , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Art. 298 ZGB N 5). Ein Wechsel von D.____ von der Kindsmutter zum Kindsvater wäre für das Kind ein belastender Bruch in der Lebenswirklichkeit gewesen. Im Sinne der Kontinuität wa r die Obhut über D.____ alleine der Kindsmutter zuzuweisen. Die Beschwerde ist deshalb bezügli ch der Zuteilung der Obhut abzu- weisen. 5.1 Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut ni cht zusteht, und das unmündige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Das Recht auf persönlichen Verkehr ist Teil des Anspru chs auf Achtung des Familienlebens und steht den Betroffenen um ihrer Persönlichkeit will en zu (CORNELIA ACHERMANN -WEBER , in: Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar zu m Zivilgesetzbuch, 2. Auflage, Zürich 2011, Art. 273 ZGB N 3). Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs ist immer das Kindeswohl, das anhand der Umstände des konkreten Einzelfalls zu beurteilen ist (BGE 131 III 209 E. 5). Bei der Festsetzung des persö nlichen Verkehrs geht es nicht darum, einen gerechten Interessenausgleich zwischen den Eltern zu finden, sondern den elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse zu regeln; allf ällige Interessen der Eltern haben zu- rückzustehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_474/2016 und 5A_487/2016 vom 27. Oktober 2016 E. 5.3; 5A_79/2014 vom 5. März 2015 E. 4.1). De r persönliche Verkehr darf in der Regel nicht allein wegen elterlichen Konflikten dauerhaft ei ngeschränkt werden, jedenfalls soweit das Verhältnis zwischen dem besuchsberechtigten Elternteil und dem Kind gut ist. Gemäss Art. 274 Abs. 2 ZGB kann einem Elternteil das Recht auf persönli chen Verkehr teilweise oder ganz ent- zogen werden, wenn das Wohl des Kindes durch den persönl ichen Verkehr gefährdet wird, wenn ihn die Eltern pflichtwidrig ausüben, wenn sie sich nicht ernsthaft um das Kind gekümmert haben oder andere wichtige Gründe vorliegen. Eine Ki ndeswohlgefährdung setzt triftige, das Kindeswohl nachhaltig berührende Gründe voraus, sie kan n nur in jedem einzelnen Fall unter Berücksichtigung der Gesamtheit aller Umstände bestimmt werden. Es geht um eine objektiv fassbare Gefahr einer Beeinträchtigung, welche einiger massen konkret sein muss. Überdies muss die Gefährdung von bestimmter Erheblichkeit sein, es geht also um mehr als blosse Un- günstigkeit. Aus diesem Grund muss eine Situation vorli egen, die zur (weiteren) Schädigung des Kindes führt, wenn sie belassen wird (YVO BIDERBOST , in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Hand- kommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Auflage, Zürich 20 16, Art. 307 ZGB N 8 f.). Wird das Kindeswohl nicht oder nicht nachhaltig beeinträchtigt, rechtfertigen sich Einschränkungen des Besuchsrechts nicht (vgl. P ETER BREITSCHMID , in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], a.a.O., Art. 274 ZGB N 5). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist d as Kindeswohl gefährdet, wenn die ungestörte körperliche, seelische oder sittliche Entfa ltung durch ein auch nur begrenztes Zusammensein mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil bedroht ist (BGE 122 III 404 E. 3.b). Als wichtige Gründe fallen Vernachlässigung, physische und psychische Misshandlung, insbe- sondere sexueller Missbrauch des Kindes, in Betracht. Erfor derlich ist sodann, dass dieser Be- drohung nicht durch geeignete andere Massnahmen begegnet werden kann. Dies folgt aus dem Gebot der Verhältnismässigkeit, dem Verweigerung oder Entziehung des persönlichen Ver- kehrs als Kindesschutzmassnahme unterliegen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Die von der Vorinstanz verfügte Besuchsregelung sieht ein Besuchsrecht des Kinds- vaters jeden Mittwochnachmittag von 13:30 Uhr bis 17:30 Uhr vor, wobei die Übergaben zu begleiten sind und auf öffentlichem Gelände stattzufin den haben. Ein Ferienrecht wurde gänz- lich verweigert. Diese Regelung ist im Vergleich zum übli chen Mass deutlich beschränkt. Die Einschränkung des Besuchs- und Ferienrechts setzt, wie auch d ie übrigen Kindesschutzmass- nahmen im Sinne von Art. 307 ff. ZGB, eine festgestel lte Kindeswohlgefährdung voraus (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_299/2011 vom 8. Augu st 2011 E. 6). Eine bloss abstrakte Gefahr einer ungünstigen Beeinflussung des Kindes reicht dafür nicht aus (BGE 122 III 404 E. 3.c). 5.3.1 Im vorinstanzlichen Entscheid vom 3. August 2016 wird keine Kindeswohlgefährdung durch den Kindsvater festgestellt. Die Vorinstanz hält lediglich fest, dass bei diesem Indizien vorlägen, die in der Vergangenheit für eine Gefährdu ng des Kindeswohls gesprochen hätten. Nähere Ausführung hierzu lassen sich der Begründung nic ht direkt entnehmen. Die Festset- zung des Besuchsrechts auf wöchentliche Besuche von vier Stu nden wird von der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid vornehmlich unter Hinweis au f das Fachgutachten der KJP vom 22. Juni 2015 begründet. Das Gutachten hält fest, dass di e Kindsmutter und der Kindsvater grundsätzlich in der Lage seien, sich kindsgerecht um das Wo hlergehen von D.____ zu küm- mern, weshalb beide Elternteile an der Betreuung tei lhaben sollten. Wegen der hohen Eskalati- onsstufe des elterlichen Konflikts empfahl die Gutachter in in ihrem Kurzzwischenbericht vom 22. April 2015, zunächst mit einem begleiteten Besuchsr echt und parallel dazu stattfindenden Elterngesprächen eine Beruhigung ins familiäre System zu bringen. Die Empfehlung der Gut- achterin wurde mit Entscheid der KESB vom 15. Juni 2015 umgesetzt und vorsorglich ein be- gleitetes Besuchsrecht für jeden Mittwochnachmittag angeo rdnet. Im angefochtenen Entscheid hält die Vorinstanz nun fest, dass sich das wöchentliche Be suchsrecht bewährt habe. So seien die Besuche beim Kindsvater – gemäss Auskunft der Besuchsbe gleiterinnen – gut und ohne Zwischenfälle verlaufen. Die KESB hob deshalb die durchgehende Begleitung des persönlichen Verkehrs als unverhältnismässig auf, zumal die von der Kin dsmutter in den Raum gestellten sexuellen Übergriffe des Kindsvaters im Fachgutachten der KJP nicht bestätigt worden seien. An den begleiteten Übergaben wurde hingegen festgeha lten, da die Eltern trotz angeordneter Mediation nach wie vor keine kindesorientierte Basiskommunikation entwickelt hätten. 5.3.2 Die Vorinstanz zieht - ohne dies offen zu deklari eren - eine Verbindung zwischen der sexuellen Neigung des Beschwerdeführers im Bereich BDSM und dem Kindeswohl seiner Tochter. Dies zeigt sich nicht zuletzt in den verschiedenen im Laufe des Verfahrens erlassenen Weisungen an ihn, etwa dass Bilddarstellungen einschläg igen Inhalts wegzuschliessen seien und dass er dafür zu sorgen habe, dass sich während der Be treuungszeit keine Leute aus der "Szene" in der Familienwohnung aufhielten. Im Entschei d vom 3. August 2016 wird ihm zusätz- lich untersagt, Inhalte und Themen aus der BDSM-Orientierung mit und vor dem Kind zu thema- tisieren. In der Begründung erwähnt die Vorinstanz wei ter, dass der Beschwerdeführer in ein- schlägigen Internetforen aktiv sei. Hierzu gilt es festzuha lten, dass sexuelle Neigungen, die von der empirischen Norm abweichen, grundsätzlich keinen Kr ankheitswert aufweisen und auch nicht per se zu einer Kindeswohlgefährdung führen. Ein e Andersbehandlung gegenüber Perso- nen mit gesellschaftlich eher akzeptierten Sexualpräferenzen ist nicht gerechtfertigt. Die sexuel- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht le Ausrichtung, die Partnerwahl und das Sexualleben ei nes Elternteils sind dessen Privatsache. Die sexuelle Selbstbestimmung ist von zentraler Bedeutung für die Entfaltung der Persönlichkeit und steht unter dem grundrechtlichen Schutz der Garantie selbstbestimmter Persönlichkeitsent- faltung nach Art. 10 Abs. 2 BV und unter dem Schutz de s Privatlebens nach Art. 13 Abs. 1 BV (vgl. JÖRG PAUL MÜLLER /MARKUS SCHEFER , Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 143 ff.). Es steht der Kindesschutzbehörde grundsätzlich nicht zu, die sozialen Kontakte oder das Sexualverhalten der Eltern zum Verfahrensgegenstand zu erheben und diesbezüglich Wei- sungen zu erteilen. Beurteilungen von Lebenswandel und Moral haben zu unterbleiben. Anders verhält es sich nur, wenn die sexuelle Neigung oder die Lebensführung eines Elternteils negati- ve Auswirkungen auf das Kind hervorrufen. Auswirkungen auf das Kindeswohl hat aber nicht die sexuelle Neigung, sondern immer nur konkretes Verhalten eines Elternteils. Im vorliegenden Fall steht gestützt auf das Fachgutachten vom 22. Juni 2015 fest, dass das Sexualleben des Kindsvaters keine konkreten Auswirkungen auf D.____ zeitig t. Verhaltensauffälligkeiten, die beispielsweise auf eine besondere Sexualisierung hinde uten könnten, wurden bei ihr keine ausgemacht. Die Gutachterin relativiert diese Befunde zwar mit der Bemerkung, dass eine Vermischung des Sexuallebens des Vaters und des Lebensraums der Tochter nicht mit absolu- ter Bestimmtheit ausgeschlossen werden könne. Dabei ha ndelt es sich aber um nicht mehr als einen gutachterlichen Allgemeinplatz, der für jeden beliebigen Elternteil ebenso gelten würde. Der Beschwerdeführer erklärte wiederholt, dass er berei t und fähig sei, den Lebensraum von D.____ von seinem Sexualleben zu trennen (vgl. z.B. das Gesprächsprotokoll der KESB vom 4. Februar 2015 S. 2 f.). Diese Aussagen werden durch die Formulierungen in seinen im Inter- net publizierten Inseraten untermauert (vgl. unten E. 5.4.1). Im Laufe des Verfahrens fanden Hausbesuche beim Kindsvater statt, wobei sich keine Hinwe ise auf eine sexualisierte Umge- bung wie etwa offen herumliegende einschlägige Bildd arstellungen oder Utensilien fanden (vgl. Gutachten vom 22. Juni 2015 S. 8; Angaben des Beistands im Gesprächsprotokoll der KESB vom 22. Juni 2016 S. 3). Die gegenteiligen Schilderu ngen der Kindsmutter haben sich als nicht zutreffend herausgestellt. Bislang hat der Beschwerdefüh rer demnach Gewähr dafür geboten, dass der Lebensraum der beiden Töchter und sein Sexualleb en voneinander getrennt sind und dass sichergestellt ist, dass die Kinder seine BDSM-Praktike n nicht wahrnehmen. Bei dieser Ausgangslage erschliesst sich nicht, weshalb die Vorinstanz davon ausgeht, der Kindsvater könne seine Bedürfnisse hinsichtlich seiner sexuellen Or ientierung nicht deutlich hinter diejeni- gen des Kindes stellen, und inwiefern dieser dazu über haupt verpflichtet sein könnte (vgl. Ver- nehmlassung der KESB vom 10. Oktober 2016 S. 2). Das Kantonsgericht geht davon aus, dass sich der Beschwerdeführer seiner Verantwortung in diese r Beziehung bewusst ist und auch zukünftig dafür Sorge trägt, dass die erforderliche Tre nnung seines Sexuallebens vom Lebens- raum der Töchter sichergestellt bleibt und eine diesbezü gliche Involvierung der Kinder ausge- schlossen ist. Da der Beschwerdeführer dies bisher zuverlässig getan hat, bestehen keine kon- kreten Hinweise dafür, dass dies zukünftig anders sein könnte. 5.4 Die Beschwerdegegnerin befürchtet eine konkrete Ge fährdung von D.____ während der Besuche beim Kindsvater. 5.4.1 In ihrer Stellungnahme vom 19. September 2016 führt sie zunächst aus, der Be- schwerdeführer habe im Frühjahr 2015 in einschlägigen Internetforen der "Szene" Inserate ge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schaltet, worin er einen Wohnpartner resp. eine Wohnp artnerin gesucht habe. Die Internetbei- träge begründeten mehr als nur ernsthafte Zweifel, o b er in der Lage sei, seine sexuellen Nei- gungen nicht über die Interessen von D.____ zu stellen. Weshalb sich eine solche Schlussfol- gerung aufdrängen sollte, führt die Beschwerdegegnerin nicht aus und ist auch nicht ersichtlich. Anzumerken ist hierzu, dass der Beschwerdeführer im ersten Inserat darauf hinwies, dass die Wohnung aus zwei Wohnflügeln bestehe und eine klare Tre nnung von Kindern und Erwachse- nen auf verschiedenen Etagen möglich sei (vgl. Ausdruck d es Inserats vom 9. Januar 2015 auf der Internetplattform H.____). Im zweiten bei den Akt en liegenden Inserat findet sich der Pas- sus, Diskretion sei Pflicht, wenn Kinder im Haus seien (vgl. Ausdruck des undatierten Inserats auf der Internetplattform www.____.com). Sodann brin gt die Beschwerdegegnerin vor, das ba- gatellisierende und uneinsichtige Verhalten des Kindsva ters gegenüber den Weisungen der KESB bezüglich einschlägiger Bilddarstellungen und Utensi lien, die im Zusammenhang mit der sexuellen Neigung des Kindsvaters stünden und die für das Kind zugänglich seien, lasse auf eine Kindeswohlgefährdung schliessen. Wie bereits ausgef ührt wurde, zeitigen das Sexualle- ben des Kindsvaters und seine damit einher gehenden Int ernetaktivitäten keine konkreten Aus- wirkungen auf das Wohl von D.____. Die Darstellung der Beschwerdegegnerin, wonach sich einschlägige Abbildungen oder Utensilien im Haushalt b efänden, die für das Kind zugänglich seien, hat sich nicht bestätigt. Worin bei dieser Sachlag e das bagatellisierende und uneinsichti- ge Verhalten des Beschwerdeführers liegen soll, erschliesst sich nicht. 5.4.2 Die Beschwerdegegnerin zeigte sich im vorinstanzliche n Verfahren noch davon über- zeugt, dass der Kindsvater sich an D.____ vergriffen hab en könnte. Mittlerweile anerkennt sie, dass sich ihre diesbezüglichen Befürchtungen nicht bestätig t haben (Vernehmlassung vom 19. September 2016 S. 7). Der Beschwerdeführer habe a llerdings unsittliche Aufnahmen vom Intimbereich seiner Tochter gemacht, die klar als grenzüb erschreitend einzustufen seien. Der Kindsvater bestreitet in der Beschwerde an das Kantonsger icht, die Bilddarstellungen vom In- timbereich - so wie sie sich als Ausdrucke in den Akten be finden - angefertigt zu haben. Er ha- be Fotos seiner Tochter auf dem Wickeltisch gemacht, diese seien völlig normal und von ihm ohne Hintergedanken aufgenommen worden. Er habe dies e Fotos niemandem gezeigt und sie auch nicht ins Internet gestellt. Die Beschwerdegegner in habe ihm den USB-Stick mit den Ori- ginalaufnahmen entwendet. Sodann habe sie eine grenzüberschreitende Vergrösserung auf A4 eines Ausschnitts aus den Fotos vorgenommen und diese als Farbausdrucke der KESB vorge- legt. Die aktenkundigen Bilder weisen Schnappschusscharakter auf. Sie könnten durchaus Ver- grösserungen eines Bildausschnitts sein. Sie sind grobkör nig und unscharf, der Fokus ist zum Teil auf der Genitalregion, teilweise auch auf dem Gesicht. Festzuhalten ist, dass die Motivwahl und die Darstellungsweise in diesem konkreten Fall unabhä ngig vom gewählten Bildausschnitt in der Tat grenzwertig sind. Es bestehen aber keine Anzeichen dafür, dass der Beschwerdefüh- rer regelmässig problematische Nacktfotos seiner Tochter erstellt. 5.5 Eine Kindeswohlgefährdung ergibt sich entgegen de r in den Vernehmlassungen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin vertretenen Auffassung auch nicht aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer bewusst Weisungen der KESB missa chtet hat, denn der entspre- chende Vorwurf ist in dieser Form sachlich nicht haltba r: In der Verfügung vom 27. April 2015, mit welcher sein Kontaktrecht sistiert wurde, hielt di e Vorinstanz dem Beschwerdeführer vor, er Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe entgegen ihren Weisungen am 14. April 2015 ein Wohnungsinserat auf www.____.com aufgeschaltet. Er sei somit weiterhin aktiv auf der Suc he nach einem Wohnpartner oder einer Wohnpartnerin aus der "Szene". Der Vorinstanz (wie auch der Beschwerdegegnerin) ist dabei offenbar entgangen, dass der auf der Internetseite an gezeigte Datumsstempel vom 14. April 2015 nicht das Erstelldatum des Eintrags zeigt, sondern den Zeitpunkt des letzten Logins durch den Inhaber des Benutzerkontos. Der Beschwerdeführer hatt e bereits im Beschwerdeverfahren Nr. 810 15 131 vorgebracht, er habe diesen Eintrag im Februar 2015 und damit noch vor dem Erlass irgendwelcher Weisungen durch die KESB erstellt (vg l. Beschwerde vom 11. Mai 2015 S. 4), was sich nicht widerlegen lässt und angesichts des w eiteren, unzweifelhaft vom Januar 2015 datierenden Inserats auch nicht als unplausibel erscheint. Inwiefern er konkret gegen eine bestimmte Weisung verstossen haben soll, legte die KESB jedenfalls nie dar. Stets wurde ihm lediglich die Absicht unterstellt, sich künftig nicht an Weisungen halten zu wollen, wobei die dementsprechende Faktenlage wie soeben ausgeführt all es andere als gesichert war. Unter diesen Umständen ist es verfehlt, dem Beschwerdeführer ei ne mangelnde Einsicht in sein an- gebliches Fehlverhalten vorzuwerfen. Die angesprochene einzelne Episode rechtfertigt jeden- falls die Annahme nicht, der Beschwerdeführer gefährde durch mangelnde Kooperationsfähig- keit oder Verlässlichkeit das Wohlergehen seiner Tochter. Nur nebenbei sei schliesslich er- wähnt, dass dieser stets geltend gemacht hat, dass seine heutige Mitbewohnerin aus aus- schliesslich wirtschaftlichen Überlegungen bei ihm eingezog en sei, sie bewege sich auch nicht in der "Szene". Die Mitbewohnerin bestätigte diese An gaben im persönlichen Gespräch mit der Vorinstanz (vgl. Gesprächsprotokoll der KESB vom 4. Juni 2015). 5.6 Nach dem Ausgeführten ist nicht ersichtlich, weshalb zurzeit aus Gründen des Kindes- wohls eine Ausweitung der Kontakte zum Kindsvater nicht erfolgen kann. Nach einem langen Verfahren mit sorgfältiger Sachverhaltsabklärung durch die Vorinstanz und der Einholung eines Fachgutachtens bestehen keine konkreten Indizien für ei ne Kindeswohlgefährdung durch den Beschwerdeführer. Weder dessen sexuelle Ausrichtung noch dessen Partnersuche im Internet oder die Sozialhilfeabhängigkeit können eine Einschränku ng des Besuchsrechts rechtfertigen. Die ohnehin vagen und im Gesamtkontext eines heftigen Trennungskonflikts geäusserten Be- fürchtungen der Kindsmutter bestätigten sich des Weiteren nicht. Nichtsdestotrotz führt die Vor- instanz in ihrer Vernehmlassung aus, es müsse abgewartet werden, wie sich die Situation ent- wickle. Es müssten ausreichende Schutzfaktoren vorliegen, um den Schutz des Kindes zu ge- währleisten. Vor der Einräumung von Übernachtungen ode r von Ferien des Kindes mit dem Kindsvater solle, wie im Fachgutachten empfohlen, zuerst die Auswertung der unbegleiteten Besuche stattfinden und dem Ausbau der elterlichen Kom munikation Beachtung geschenkt werden. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Mit diesem Vorgehen zementiert die Vor- instanz gleichsam eine Regelung, die zum Zeitpunkt der hohen Eskalationsstufe des Konflikts mit Indizien einer Kindeswohlgefährdung im Juni 2015 a ls vorsorgliche Massnahme durchaus angebracht gewesen sein mag. Seither hat sich aber die Situation offensichtlich beruhigt, die Besuche beim Kindsvater verlaufen gut und ohne Zwischen fälle. Ist das Verhältnis zwischen dem besuchsberechtigten Elternteil und dem Kind gut, dürfen die Konflikte zwischen den Eltern nicht zu einer Beschränkung des Besuchsrechts auf unbesti mmte Zeit führen (S CHWENZER / COTTIER , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Art. 273 ZGB N 13). Die offenbar von der Vor- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht instanz und der Beschwerdegegnerin befürchtete abstrakte Gefahr einer ungünstigen Beein- flussung genügt für eine Einschränkung des Besuchsrechts ebenfalls nicht. 5.7 Nach dem Gesagten und in Würdigung der gesamten Um stände rechtfertigt sich eine Beschränkung des Besuchs- und Ferienrechts des Beschwerde führers nicht. Deshalb ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde Dispositivziffer 3 de s angefochtenen Entscheids aufzu- heben und die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese die für ein Besuchs- und Ferienrecht im üblichen Umfang erforderlichen Anor dnungen treffe sowie die Einzelheiten der Durchführung festlege. Die konkrete Besuchs- und Fe rienregelung für D.____ wird insbe- sondere auf diejenige von E.____ abzustimmen sein, dami t der regelmässige direkte Kontakt der Halbschwestern beim Vater gewährleistet ist. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werd en gemäss § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der ganz oder teilweise unterliegenden Partei a uferlegt, wobei den Vorinstanzen im Falle deren Unterliegens keine Kosten auferlegt werden. Dem Ausgang des Verfahrens entspre- chend wird dem Beschwerdeführer ein Anteil der Verfah renskosten in der Höhe von Fr. 700.-- auferlegt. Wie in der Präsidialverfügung vom 21. Oktobe r 2016 ausgeführt wurde, sind die vor der Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung an gefallenen Kosten von der der Bewilli- gung nicht mitumfasst, was insbesondere den vorher beza hlten Kostenvorschuss betrifft. Der Verfahrenskostenanteil des Beschwerdeführers ist mit dem g eleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- zu verrechnen und der zu viel be zahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'100.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. D er Beschwerdegegnerin ist ein Ver- fahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 350.-- aufzue rlegen, zufolge Bewilligung der unentgelt- lichen Prozessführung geht ihr Verfahrenskostenanteil zulasten der Gerichtskasse. 6.2.1 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Da der anwaltlich ver tretene Beschwerdeführer lediglich zur Hälfte obsiegt, und die Beschwerdegegnerin ebenfall s anwaltlich vertreten war, rechtfertigt es sich, die Parteikosten wettzuschlagen. Zufolge Bewillig ung der unentgeltlichen Verbeistän- dung ist der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers und der Rechtsvertreterin der Beschwer- degegnerin je ein Honorar zulasten der Gerichtskasse auszurichten. 6.2.2 In der am 4. November 2016 eingereichten Honor arnote macht die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Gesamthonorar von Fr. 755.20 ( recte: Fr. 730.20) bestehend aus ihrem Stundenaufwand vom 19. September bis 4. Novembe r 2016 von 0.83 Stunden à Fr. 200.-- sowie 4.34 Stunden der Volontärin à Fr. 1 30.-- geltend. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarif- ordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17 . November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro St unde. Für die Bemühungen von Substitutin- nen und Substituten sind 1/3 bis 2/3 des für den konkrete n Fall massgebenden Stundenansat- zes einer Anwältin oder eines Anwaltes zu berechnen (§ 3 Abs. 3 TO). Das Kantonsgericht er- achtet im vorliegenden Rahmen der unentgeltlichen Verb eiständung ein Honorar von Fr. 100.-- pro Stunde für die Bemühungen von Volontären als ang emessen. Aus dem Gesagten resultiert Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein Honorar von Fr. 600.--, zuzüglich Auslagen in Höhe von Fr. 22.--. Daraus ergibt sich ein aus der Gerichtskasse auszurichtendes Gesamthonorar von Fr. 67 1.75 (inkl. Auslagen und 8 % MWST). 6.2.3 In der Honorarnote vom 2. November 2016 macht die Rechtsvertreterin der Beschwer- degegnerin einen Aufwand von 9.5 Stunden geltend, w oraus sich ein Honorar von Fr. 1'900.-- ergibt. Hinzu kommen die Auslagen in Höhe von Fr. 7.5 0. Demgemäss wird ihr ein Gesamtho- norar in der Höhe von insgesamt Fr. 2'060.10 (inkl. Au slagen und 8 % MWST) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. 6.3 Der Beschwerdeführer und die Beschwerdegegnerin we rden ausdrücklich darauf hin- gewiesen, dass sie zur Nachzahlung der in diesem Verfahr en infolge Bewilligung der unent- geltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kos ten verpflichtet sind, sobald sie dazu in der Lage sind (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or ganisation der Gerichte [Gerichtsorga- nisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird D ispositivziffer 3 des Entscheids der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.___ _ vom 3. August 2016 aufgehoben. Die Angelegenheit wird zur weiteren Be- handlung im Sinne der Erwägungen an die Kindes- und Erwachsenen- schutzbehörde B.____ zurückgewiesen. 2. Dem Beschwerdeführer wird ein Verfahrenskostenante il in der Höhe von Fr. 700.-- auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvor schuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. Der zu viel bezahlte K ostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'100.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. Der Beschwerdegegnerin wird ein Verfahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 350.-- auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozess- führung geht der Verfahrenskostenanteil der Beschwerde gegnerin zulas- ten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird der Rechts- vertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Hö he von Fr. 671.75 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) und der Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2' 060.10 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.