A bteilung I A -1411/2007 {T 0/2} U rteil vom 18. Juni 2007 M itw irkung: R ichter Thom as M etz (Vorsitz); Pascal M ollard; Thom as Stadelm ann (Kam m erpräsident); G erichtsschreiber Jürg Steiger. A ._______ Beschw erdeführer gegen O berzolldirektion (O ZD ), H auptabteilung R echt und Abgaben, M onbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend unentgeltliche R echtspflege B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. A._______, Landw irt, stellte seit dem Jahr 1997 jew eils fristgerecht m it dem entsprechenden Form ular "Ertrags-Ausw eis und Einfuhrdeklaration für die zollbegünstigte Einfuhr roher Bodenerzeugnisse der ausländischen W irtschaftszone (EA)" Antrag beim Zollam t R afz-Solgen auf abgabefreie Einfuhr von Landw irtschaftsprodukten im landw irtschaftlichen Bew irtschaftungsverkehr (LBV) betreffend das von ihm in D eutschland bew irtschaftete G rundstück "X...", w elches er als sein Eigentum deklarierte. D ie abgabefreie Einfuhr w urde A._______ in der Folge jew eils antragsgem äss bew illigt. Im Jahr 2003 w urden die von ihm deklarierten Eigentum sverhältnisse durch das zuständige Zollinspektorat Schaffhausen einer Kontrolle unterzogen. D as Zollinspektorat stellte dabei fest, dass das G rundstück "X..." gem äss Bestandesnachw eis vom 31. M ärz 1993 des G rundbucham tes Lottstetten (D eutschland) im Eigentum seiner G rossm utter, B._______ (gestorben am 12. April 1982), gew esen sei. In der Folge w urde A._______ von der Zollkreisdirektion Schaffhausen m it Schreiben vom 25. Juni 2003 zur Vorlage eines entsprechenden N achw eises eines Pacht-, N utzniessungs- oder Eigentum sverhältnisses aufgefordert. M it Antw ortschreiben vom 28. August 2003 legte er dar, dass er seit 1996 N utzniesser des G rundstückes "X..." sei und davon ausgehe, dass ihm das G rundstück bis Ende Jahr 2003 überschrieben w erde. D em Schreiben legte er eine Bestätigung der G em einde Buchberg bei, die aufzeigt, dass B._______ seine G rossm utter w ar. Aufgrund dieser Angaben w urde ihm die abgabefreie Einfuhr für das Jahr 2003 bew illigt und ebenfalls im Jahr 2004 w urde ihm die abgabefreie Einfuhr zugestanden. B. Im Frühjahr 2005 beantragte A._______ m it dem genannten Form ular erneut die abgabefreie Einfuhr. Entgegen den früheren Jahren dekarierte er das G rundstück "X..." neu als Pachtland und som it nicht m ehr als sein Eigentum . Als N achw eis des Pachtverhältnisses legte er dem Zollam t R afz-Solgen den Pachtvertrag vom 28. April 2005 zw ischen ihm und C ._______ vor. C . M it Beschluss vom 19. D ezem ber 2005 eröffnete die Zollkreisdirektion Schaffhausen, Sektion U ntersuchung, eine Zollstrafuntersuchung gegen A._______ w egen W iderhandlung gegen das Zollgesetz vom 1. O ktober 1925 (aZG , BS 6 465) und das Bundesgesetz vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer (M W STG , SR 641.20). Aufgrund der durchgeführten U ntersuchung forderte die Zollkreisdirektion Schaffhausen von A._______ m it Verfügung vom 12. Januar 2006 Einfuhrabgaben im Betrage von insgesam t Fr. 39'065.25 nach. D ie N achforderung w urde gem äss Schlussprotokoll vom 12. Januar 2006 dam it begründet, dass A._______ die Voraussetzungen von Art. 14 Ziff. 23 aZG nicht erfüllt habe. A._______ sei in den Jahren 2000 bis 2004 – entgegen seiner D eklaration – nicht Eigentüm er des G rundstückes "X...", Lottstetten (D eutschland), und som it nicht zur abgabefreien Einfuhr gem äss Art. 14 Ziff. 23 aZG berechtigt gew esen. D as G rundstück sei am 16. O ktober 1952 beim 3 G rundbucham t Lottstetten rechtm ässig auf seine G rossm utter, B._______, eingetragen w orden. M it dem Tode derselben am 12. April 1982 sei es aufgrund einer Erbausschlagungserklärung seines Vaters an (dessen Schw ester) C ._______ als Alleinerbin übergegangen. Seit diesem Zeitpunkt hätten sich die Eigentum sverhältnisse nicht verändert. D . G egen die Verfügung vom 12. Januar 2006 der Zollkreisdirektion Schaffhausen erhob A._______ am 20. Februar 2006 Beschw erde an die O berzolldirektion (O ZD ). Er beantragte die vollum fängliche Aufhebung der Verfügung der Zollkreisdirektion unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Er begründete seinen Antrag im W esentlichen dam it, dass er als gesetzlicher Erbe von B._______ (G rossm utter) Teil der Erbengem einschaft seiner verstorbenen G rossm utter gew orden und som it (zum indest bis zum Jahr 2005) G esam teigentüm er des G rundstückes "X..." gew esen sei. D ie entsprechenden D eklarationen hätten deshalb den Tatsachen entsprochen. D am it habe er sich nicht der unrechtm ässigen abgabefreien Einfuhr schuldig gem acht. E. Am 28. Septem ber 2006 forderte die O ZD von A._______ einen Kostenvorschuss über Fr. 850.--. M it Schreiben vom 25. O ktober 2006 ersuchte er um unentgeltliche R echtspflege. Er sei bedürftig und nicht in der Lage, neben der Bestreitung seines Lebensunterhaltes für die Kosten eines R echtsverfahrens aufzukom m en. In der Folge reichte er der O ZD verschiedene U nterlagen ein, um seine Bedürftigkeit nachzuw eisen. M it Entscheid vom 22. Januar 2007 w ies die O ZD das G esuch um unentgeltliche R echtspflege ab. D ie erforderliche Bedürftigkeit des G esuchstellers sei zw ar gegeben, jedoch sei die Beschw erde von Vornherein aussichtslos. D ie O ZD begründete die Aussichtslosigkeit im W esentlichen dam it, dass es zw ar fraglich sei, ob im Jahr 1982 die Erbteilung korrekt erfolgt sei, da einerseits die Parzelle "X..." im Erbschaftsinventar der G rossm utter (B._______) nicht erw ähnt w orden und andererseits die gesetzliche Erbfolge (m itunter von A._______) nach der Erbausschlagung des Vaters nicht eingehalten w orden sei. D ie Erbschaftsklage sei jedoch verjährt und die Erbteilung deshalb rechtskräftig. C ._______ sei som it als Alleinerbin der Erbschaft der G rossm utter seit 1982 Eigentüm erin der Parzelle "X...". D as Inventar nach dem Tode des Vaters von A._______ erw ähne deshalb folgerichtig die Parzelle "X..." nicht. U nklar sei, w eshalb nach dem Tod des Vaters die partielle Erbteilung vom 14. Januar 2004 die Parzelle "X..." aufführe und A._______ zu Alleineigentum zugew iesen habe. D ie O ZD kam in der Folge zum Schluss, dass die partielle Erbteilung vom 14. Januar 2004 in diesem Punkt nicht korrekt erfolgt sei. A._______ könne deshalb aus der partiellen Erbteilung vom 14. Januar 2004 nichts zu seinen G unsten ableiten. Im W eiteren habe A._______ in den durchgeführten Einvernahm en zugegeben, dass er gar nie Eigentüm er der Parzelle "X..." gew esen sei. F. Am 31. Januar 2007 reichte A._______ bei der O ZD eine Ergänzung zu seiner Beschw erde vom 20. Februar 2006 gegen die Verfügung vom 12. Januar 2006 der Zollkreisdirektion ein. Er hielt an seiner Beschw erde fest und ergänzte insbesondere, dass eine Anfechtung der Erbteilung vom 4 3. August 1982 in Bezug auf das G rundstück "X..." keinen Sinn gem acht hätte, da es bei der Erbteilung nicht der Erbin C ._______ zugew iesen w orden sei. Im partiellen Erbteilungsvertrag vom 14. Januar 2004 w erde das G rundstück "X..." erstm als erw ähnt. D abei sei festgehalten w orden, dass dieses – noch im m er auf den N am en von B._______ (G rossm utter) eingetragene – in D eutschland gelegene G rundstück schon im m er zum Landw irtschaftsbetrieb gehört habe. Aufgrund von Ziff. 18 der w eiteren Bestim m ungen des partiellen Erbteilungsvertrages habe er ein Vertragsexem plar zur direkten Anm eldung der Eigentum sübertragung beim zuständigen N otar in D eutschland erhalten. Som it sei dargelegt, dass sich das G rundstück "X..." zum indest vor der partiellen Erbteilung im Eigentum der Erbengem einschaft seines Vaters befunden habe. D as G rundstück sei nach dem Erbverzicht des Vaters direkt auf dessen Erben übergegangen und sei deshalb in seinem N achlassinventar vom 6. Septem ber 2000 nicht erw ähnt w orden. Aus der Beschw erdeschrift vom 20. Februar 2006 und aus der vorliegenden Ergänzung zeige sich, dass das R echtsm ittel gegen die Verfügung der Zollkreisdirektion Schaffhausen vom 12. Januar 2006 keinesw egs aussichtslos sei. Er beantrage deshalb w eiterhin die unentgeltliche Prozessführung. G . M it Eingabe vom 22. Februar 2007 liess A._______ (Beschw erdeführer) gegen den Entscheid der O ZD vom 22. Januar 2007 Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht (BVG er) m it den folgenden Anträgen führen: "Es sei die Verfügung der Eidgenössischen Zollverw altung (EZV), O berzolldirektion, vom 22. Januar 2007 aufzuheben. Es sei dem Beschw erdeführer in der Beschw erde gegen die Verfügung der Zollkreisdirektion Schaffhausen vom 12. Januar 2005 die unentgeltliche Prozessführung zu bew illigen und es sei ihm in der Person von R echtsanw ältin (...) eine unentgeltliche R echtsbeiständin zu ernennen. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschw erdegegnerin". Zur Begründung führte er im W esentlichen aus, dass das eingelegte R echtsm ittel gegen die Verfügung der Zollkreisdirektion Schaffhausen vom 12. Januar 2006 nicht aussichtslos sei und ihm deshalb das R echt auf unentgeltliche R echtspflege im Verfahren vor der O ZD zu gew ähren sei. D ie tatsächlichen Eigentum sverhältnisse betreffend das G rundstück "X..." seien keinesw egs eindeutig und daher im Beschw erdeverfahren vor der O ZD zu klären. H . Am 20. M ärz 2007 ersuchte der Beschw erdeführer um unentgeltliche R echtspflege für das Verfahren vor dem BVG er. M it Zw ischenverfügung vom 27. M ärz 2007 hiess das BVG er das G esuch gut und ernannte R echtsanw ältin (...) als unentgeltliche R echtsbeiständin für das Verfahren vor dem BVG er. I. D ie O ZD nahm am 27. April 2007 Stellung zur Beschw erde vom 22. Februar 2007. Sie hielt an ihrer Ansicht fest, dass die Voraus- setzungen der Aussichtslosigkeit gem äss der bundesgerichtlichen R echtsprechung erfüllt seien und deshalb kein Anspruch auf unentgeltliche R echtspflege bestehe.5 Auf die Begründung der Beschw erde w ird – sow eit entscheidw esentlich – im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G egenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Beschw erde vom 22. Februar 2007 gegen den Entscheid der O ZD vom 22. Januar 2007 m it dem dem Beschw erdeführer die unentgeltliche R echtspflege verw eigert w urde. D ie vorgängige (d.h. vor dem Sachentscheid erfolgende) Verw ei- gerung der unentgeltlichen R echtspflege stellt gem äss der bundesgericht- lichen R echtsprechung einen Zw ischenentscheid und nicht einen Endentscheid dar (BG E 129 I 129 E. 1, BG E 111 Ia 276 E. 2b). G egen einen Zw ischenentscheid kann beim BVG er selbständig Beschw erde erhoben w erden, sofern dieser einen nicht w ieder gutzum achenden N achteil bew irken kann (Art. 46 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) und das R echtsm ittel auch gegen den Endentscheid zulässig ist. D er R echtsm ittelzug folgt nach dem G rundsatz der Einheit des Verfahrens allgem ein dem der H auptsache, d.h. die Anfechtung hat bei derjenigen Instanz zu erfolgen, die in der Sache selbst zur Beurteilung zuständig ist (AN D R É M O SE R , in AN D R É M O SER /PETER U EBE R SAX, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom m issionen, Basel und Frankfurt am M ain 1998, R z. 2.14; BG E 116 V 133 E. 1b). 1.2 H auptsache ist vorliegend das m it Beschw erde vom 20. Februar 2006 gegen die Verfügung der Zollkreisdirektion Schaffhausen vom 12. Januar 2006 vor der O ZD anhängig gem achte Beschw erdeverfahren betreffend die N achforderung von Einfuhrabgaben. Auf dieses hängige Verfahren findet nicht das am 1. M ai 2007 in Kraft getretene neue Zollgesetz vom 18. M ärz 2005 (ZG , SR 631), sondern noch das alte Zollgesetz (aZG ) Anw endung, w erden doch nach Art. 132 Abs. 1 ZG alle Zollveranlagungsverfahren, die bei Inkrafttreten dieses G esetzes hängig sind, nach dem bisherigen R echt abgeschlossen. G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das BVG er (VG G , SR 173.32) beurteilt das BVG er Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G gegeben ist. Eine solche ist vorliegend nicht gegeben und die O ZD ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VG G . D as BVG er w äre daher für die Beurteilung einer allfälligen Beschw erde gegen den (noch zu treffenden) Endentscheid der O ZD zuständig. D a die Verw altungsbeschw erde an das BVG er som it gegen den Endentscheid der O ZD zulässig w äre, kann dieses R echtsm ittel auch gegen vorangehende Zw ischenverfügungen m it drohendem unheilbaren N achteil im Sinne von Art. 46 Abs. 1 lit. a Vw VG ergriffen w erden. 1.3 D ie Verw eigerung der unentgeltlichen R echtspflege hat im vorliegenden Fall zur Folge, dass der Beschw erdeführer einen Kostenvorschuss bezah- len m uss und es ihm verw ehrt ist, einen unentgeltlichen R echtsbeistand in 6 Anspruch zu nehm en. D adurch kann ihm nach ständiger R echtsprechung ein nicht w ieder gutzum achender N achteil entstehen (BG E 111 Ia 276 E. 2b; BG E 126 I 207 E. 2). Beim angefochtenen Entscheid der O ZD vom 22. Januar 2007 handelt es sich som it um eine Zw ischenverfügung ge- m äss Art. 46 Abs. 1 lit. a Vw VG . D a auch die übrigen form ellen Erforder- nisse erfüllt sind, ist auf die Beschw erde vom 22. Februar 2007 einzutre- ten. 1.4 D as BVG er kann die angefochtene Zw ischenverfügung der O ZD grund- sätzlich in vollem U m fange überprüfen. D er Beschw erdeführer kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 lit. a Vw VG ) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 lit. b Vw VG ) auch die R üge der U nangem essenheit erheben (Art. 49 lit. c Vw VG ; M O SE R , a.a.O ., R z. 2.59; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, R z. 1758 ff.). 2. 2.1 G em äss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) hat jede Person, die nicht über die erforderlichen M ittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche R echtspflege, w enn ihr R echtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Sow eit es zur W ahrung ihrer R echte notw endig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen R echtsbeistand. D ieser Anspruch gilt als verfassungsm ässige M inim algarantie auch in Verw al- tungsverfahren (U rteil des Bundesgerichtes 2P.249/2001 vom 3. O ktober 2001 E. 1). Für das vorliegende Beschw erdeverfahren (H auptverfahren) vor der O ZD w ird der verfassungsrechtliche Anspruch auf unentgeltliche R echtspflege durch Art. 65 Vw VG konkretisiert. D ieser regelt in Abs. 1, dass eine Partei, die nicht über die erforderlichen M ittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit w ird, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Art. 65 Abs. 2 Vw VG besagt, dass der Partei ein Anw alt bestellt w ird, w enn es zur W ahrung ihrer R echte notw endig ist. 2.1.1 D ie Bedürftigkeit des Beschw erdeführers ist vorliegend nicht um stritten. D ie Vorinstanz hat die Abw eisung des G esuchs um unentgeltliche R echts- pflege allein m it der Aussichtslosigkeit der Beschw erde begründet. 2.1.2 Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen R echtsprechung Pro- zessbegehren anzusehen, bei denen die G ew innaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet w erden können. D agegen gilt ein Begehren nicht als aussichts- los, w enn sich G ew innaussichten und Verlustgefahren ungefähr die W aa- ge halten oder jene nur w enig geringer sind als diese. M assgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen M ittel verfügt, sich bei ver- nünftiger Ü berlegung zu einem Prozess entschliessen w ürde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene R echnung und G efahr nicht führen w ürde, nicht deshalb anstrengen können, w eil er sie nichts kostet (BG E 124 I 304 E. 2c m it H inw eisen). O b im Einzelfall genügende Erfolgs- aussichten bestehen, beurteilt sich nach den Verhältnissen zur Zeit, in der das G esuch um unentgeltliche R echtspflege gestellt w ird (BG E 129 I 129 7 E. 2.3.1). D ie Aussichtslosigkeit ist in aller R egel vorab, anlässlich des G esuches um unentgeltliche R echtspflege, zu beurteilen. D em Entscheid über die m ateri- ellen Begehren w ird som it eine prim a facie-Prüfung vorw eggenom m en, die jedoch auf den Entscheid in der Sache keinen Einfluss hat. Es handelt sich lediglich um einen ersten Ü berblick der Akten, w eshalb an den N achw eis der N ichtaussichtslosigkeit keine allzu strengen Anforderungen geknüpft w erden dürfen (M O SE R , a.a.O ., R z. 4.38). 2.1.3 Für die G ew ährung der unentgeltlichen anw altlichen Verbeiständung w ird zusätzlich zu der Bedürftigkeit des R echtssuchenden und N ichtaussichts- losigkeit des verfolgten Verfahrensziels eine sachliche G ebotenheit der un- entgeltlichen R echtsverbeiständung im konkreten Fall verlangt (BG E 125 V 35 E. 4b; M O SE R , a.a.O ., R z. 4.39). Es sind die U m stände des Einzelfalls, die Eigenheiten der anw endbaren Verfahrensvorschriften sow ie die Beson- derheiten des jew eiligen Verfahrens zu berücksichtigen. N eben der Kom - plexität der R echtsfragen und der U nübersichtlichkeit des Sachverhalts fal- len auch in der Person des Betroffenen liegende G ründe in Betracht, w ie etw a seine Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden (IVO SC H W A N D E R , Anm erkung zu BG E 122 I 8, veröffentlicht in Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 1996 S. 495). Bei D rohung eines besonders starken Eingriffs in die R echtsstellung des Bedürftigen ist die Verbeiständung grundsätzlich gebo- ten, andernfalls bloss, w enn zur relativen Schw ere des Falls besondere tatsächliche oder rechtliche Schw ierigkeiten hinzukom m en, denen der G e- suchsteller auf sich alleine gestellt nicht gew achsen ist (ALFR E D BÜ H LER , D ie neuere R echtsprechung im Bereich der unentgeltlichen R echtspflege, ver- öffentlicht in Schw eizerische Juristen-Zeitung [SJZ] 94/1998, S. 226). D ie Verw eigerung eines unentgeltlichen R echtsbeistandes kann schliesslich nicht schon dam it begründet w erden, dass das betreffende Verfahren von der O ffizialm axim e oder dem U ntersuchungsgrundsatz beherrscht w ird oder dass das R echt von Am tes w egen anzuw enden ist (M O SE R , a.a.O ., R z. 4.40; BG E 122 III 394 E. 3c). 2.2 Jede Einfuhr von W aren, die über die schw eizerische Zollgrenze befördert w erden, unterliegt grundsätzlich der Zollpflicht (vgl. Art. 1 Abs. 1 aZG ). G e- m äss Art. 1 Abs. 2 aZG um fasst die Zollpflicht die Befolgung der Vorschrif- ten für den Verkehr über die G renze (Zollm eldepflicht) und die Entrichtung der gesetzlichen Abgaben (Zollzahlungspflicht). D as G esetz lässt rohe Bo- denerzeugnisse, m it Ausnahm e der Produkte des R ebbaus, zollfrei, sow eit sie von G rundstücken in der ausländischen W irtschaftszone stam m en, die von ihren Eigentüm ern, N utzniessern oder durch Pächter bew irtschaftet w erden, w enn der Bew irtschafter seinen W ohnsitz in der schw eizerischen W irtschaftszone hat und die Bodenerzeugnisse selbst oder durch seine Angestellten einführt (Art. 14 Ziff. 23 aZG ). G em äss Art. 28 Abs. 5 der Ver- ordnung vom 10. Juli 1926 zum alten Zollgesetz (aZV, BS 6 514) haben die Eigentüm er, N utzniesser oder Pächter, w elche die Zollbefreiung bean-8 spruchen w ollen, der zuständigen Zollkreisdirektion jew eilen bis Ende April eines jeden Jahres unter anderem eine am tliche Bescheinigung über Ei- gentum , N utzniessung oder Pachtverhältnis an dem betreffenden G rund- stück nebst einer Erklärung über den m utm asslichen Ernteertrag der ein- zelnen Kulturen einzureichen. 3. Im Streit liegt, ob die Beschw erde des Beschw erdeführers vom 20. Februar 2006 gegen die Verfügung der Zollkreisdirektion Schaffhausen vom 12. Januar 2006 (H auptverfahren) aussichtslos im Sinne der aufgezeigten bundesgerichtlichen R echtsprechung (E. 2.1.2) ist und deshalb der Beschw erdeführer keinen Anspruch auf unentgeltliche R echtspflege hat. Im H auptverfahren vor der O ZD ist dabei strittig, ob der Beschw erdeführer in den Jahren 2000 bis 2004 – w ie von ihm deklariert – Eigentüm er des in D eutschland gelegenen G rundstückes "X..." w ar und dam it – die übrigen Voraussetzungen sind unbestrittenerm assen erfüllt – die entsprechenden Landw irtschaftsprodukte von diesem G rundstück zu R echt gem äss Art. 14 Ziff. 23 aZG zollfrei einführte. 3.1 U nbestritten ist der Inhalt der folgenden objektiven Bew eism ittel, w elche zur Abklärung der Eigentum sverhältnisse an der Parzelle "X..." beigezogen w erden können: D ie Eintragungsbekanntm achung des G rundbucham tes Lottstetten (D ) vom 16. O ktober 1952 führte B._______, G rossm utter des Beschw erdefüh- rers, als Eigentüm erin des G rundstückes auf. D ie durch die Erbschaftsbe- hörde Buchberg erstellte Inventur und Teilung vom 3. August 1982 (D atum des Beschlusses) des Verm ögensbestandes der am 12. April 1982 verstor- benen B._______ erw ähnte das G rundstück "X..." hingegen nicht m ehr. Aktenkundig ist im W eiteren, das der Vater des Beschw erdeführers beim Tod von B._______ eine Erbausschlagungserklärung abgab und gem äss Inventur und Teilung vom 3. August 1982 der gesam te N achlass m it Akti- ven und Passiven an C ._______ ging. N ach dem Tod des Vaters des Be- schw erdeführers am 3. August 2000 w urde ebenfalls durch die Erbschafts- behörde Buchberg ein Inventar über dessen Verm ögensbestand aufge- nom m en. D ieses enthielt das G rundstück "X..." w iederum nicht. Am 14. Ja- nuar 2004 vereinbarten die Erben des Vaters des Beschw erdeführers im R ahm en einer partiellen Erbteilung, dass der ihnen zu G esam teigentum zustehende Landw irtschaftsbetrieb dem Beschw erdeführer zu Alleineigen- tum zugew iesen w erde. D as G rundstück "X..." w urde dabei explizit auf den Beschw erdeführer m itübertragen. Schliesslich trug das G rundbucham t Lottstetten (D ) C ._______ am 1. August 2005 als Eigentüm erin des G rund- stücks "X..." im G rundbuch ein (gem äss G rundbuchauszug des G rund- bucham tes Lottstetten). 3.2 U nbestritten ist ebenso, dass sich das G rundstück "X..." – bis zu deren Tod – im Eigentum von B._______ (G rossm utter des Beschw erdeführers) befunden hat. Bestritten ist die w eitere Vererbung des G rundstücks.9 3.2.1 D ie O ZD w eist in ihrem Entscheid vom 22. Januar 2007 auf M ängel bei der Erbteilung des N achlasses von B._______ hin (Inventur und Teilung vom 3. August 1982). So sei im N achlassinventar das G rundstück "X..." nicht genannt, obw ohl säm tliche Verm ögensgegenstände aufgeführt sein m üssten. Ebenfalls sei bei der Erbausschlagung des Vaters des Beschw erdeführers die gesetzliche Erbfolge (m itunter des Beschw erde- führers) nicht berücksichtigt w orden. D ie O ZD stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass die Erbteilung m angels Anfechtung m ittels Erbschaftsklage rechtskräftig gew orden sei. D ie Erbteilung von 1982 habe das G rundstück "X..." C ._______ zugew iesen. D ie partielle Erbteilung vom 14. Januar 2004 könne daran nichts ändern. 3.2.2 D er Beschw erdeführer w endet dazu in seiner Beschw erde vom 22. Februar 2007 ein, dass die Vorinstanz sich zur Begründung des Eigentum s von C ._______ auf den Erbteilungsvertrag von 1982 m it Erbverzicht des Vaters zugunsten dessen Schw ester (C ._______) gestützt habe, obw ohl im Inventar das G rundstück gar nicht aufgeführt w orden sei. Er stütze sich dagegen auf den partiellen Erbteilungsvertrag vom 14. Januar 2004, w elcher das G rundstück "X..." konkret ihm zugew iesen habe. D ieser partielle Erbteilungsvertrag sei nicht angefochten w orden und daher in R echtskraft erw achsen. Im G rundbuch seien nach beiden Erbverträgen keine Eintragungen vorgenom m en w orden, w elche Auskunft über die Eigentum sverhältnisse geben könnten. Erst nachdem er im Jahr 2005 m it seiner Tante C ._______ über seine Eigentum srechte gesprochen habe und m an sich einigte, dass das G ut "X..." auf sie übertragen w erden soll, sei eine G rundbucheintragung vorgenom m en w orden. D ie vorbestehende Erbengem einschaft sei nie eingetragen w orden, habe aber ipso iure bestanden. 3.3 Es kann festgehalten w erden, dass zum indest im R ahm en eines ersten Ü berblicks (prim a facie-Prüfung; vgl. E. 2.1.2) m ehrere U nklarheiten tatsächlicher und rechtlicher N atur bestehen. Zunächst ist – w as auch von beiden Parteien übereinstim m end dargelegt w ird – nicht klar, w eshalb das N achlassinventar von B._______ (G rossm utter) das G rundstück "X..." nicht enthalten hat. Zudem ist der Schluss der O ZD , dass aufgrund der rechtskräftigen Teilung der Erbschaft der G rossm utter im Jahr 1982, w elche C ._______ (unter M issachtung der gesetzlichen Erbfolge, m itunter des Beschw erdeführers) den gesam ten N achlass zugew iesen habe und som it auch das G rundstück "X..." in deren Eigentum übergegangen sei, zum indest in Frage zu stellen. Es ist zw ar zutreffend, dass die genannte Erbteilung den gesam ten N achlass m it Aktiven und Passiven C ._______ zuw ies (vgl. Seite 2 der Inventur und Teilung vom 3. August 1982), jedoch enthielt das der Teilung zugrundeliegende N achlassinventar das G rundstück "X..." eben nicht. Es ist som it durchaus fraglich, ob die Erbteilung vom 3. August 1982 G rundlage für die Zuw eisung des G rundstücks an C ._______ bilden kann. Im W eiteren bleibt unklar, w eshalb das G rundstück erstm als in der partiellen Erbteilung vom 14. Januar 2004 erw ähnt w urde. Im Lichte dieser Ausführungen 10 erscheinen die Eigentum sverhältnisse betreffend das G rundstück "X..." für die vorliegend relevante Zeit nicht von Vornherein klar und eindeutig. D er bei der O ZD hängigen Beschw erde (H auptverfahren) kann die erforderliche m inim ale Erfolgsaussicht (vgl. E. 2.1.2) som it nicht zum Vornherein abgesprochen w erden. Sie erscheint deshalb nicht aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG . Es erübrigt sich dam it auch, auf die w eiteren Argum ente des Beschw erdeführers einzugehen. D ie unentgeltliche Prozessführung m it Bezug auf die Verfahrenskosten kann som it gew ährt w erden. Es verbleibt dem nach das Vorliegen der sachlichen N otw endigkeit der anw altlichen Verbeiständung zu prüfen. 3.4 M it Verfügung vom 12. Januar 2006 forderte die Zollkreisdirektion Schaff- hausen Einfuhrabgaben im Betrage von Fr. 39'065.25 nach. D iese N ach- forderung stellt einen relativ schw eren Eingriff in die R echtsstellung des Beschw erdeführers dar. Im W eiteren handelt es sich vorliegend um einen kom plexen Sachverhalt m it schw ierigen rechtlichen Fragestellungen. D er Beschw edeführer ist als rechtsunkundige Person deshalb auf anw altliche U nterstützung angew iesen (Art. 65 Abs. 2 Vw VG ). D em G esagten zufolge ist die Beschw erde gutzuheissen und der Ent- scheid der O ZD vom 22. Januar 2007 aufzuheben. D ie Vorinstanz w ird an- gew iesen, dem Beschw erdeführer für das hängige H auptverfahren die voll- um fängliche unentgeltliche R echtspflege – also einschliesslich der unent- geltlichen R echtsverbeiständung – m it W irkung ab dem Zeitpunkt der G e- suchstellung am 25. O ktober 2006 zu gew ähren. Als am tliche Anw ältin ist antragsgem äss (...) zu ernennen. 4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind w eder dem obsiegenden Be- schw erdeführer noch der O ZD Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 Vw VG ). D ie O ZD hat dem Beschw erdeführer eine Parteientschädi- gung auszurichten, die auf Fr. 600.-- festgesetzt w ird (Art. 64 Abs. 1 und 2 Vw VG ; Art. 7 Abs. 1 und 14 Abs. 2 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsge- richt [VG KE, SR 173.320.2]).11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird im Sinne der Erw ägungen gutgeheissen und der Entscheid der O berzolldirektion vom 22. Januar 2007 aufgehoben. 2. D ie O berzolldirektion w ird angew iesen, dem Beschw erdeführer für das hängige Beschw erdeverfahren die vollum fängliche unentgeltliche R echtspflege – also einschliesslich unentgeltliche R echtsverbeiständung – m it W irkung ab dem Zeitpunkt der G esuchstellung vom 25. O ktober 2006 zu gew ähren. Als am tliche Anw ältin ist R echtsanw ältin (...) zu ernennen. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. D ie O berzolldirektion hat dem Beschw erdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 600.-- zu entrichten. 5. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde) D er Kam m erpräsident: D er G erichtsschreiber: Thom as Stadelm ann Jürg Steiger R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil des Bundesverw altungsgerichts kann innert 30 Tagen seit der Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l und 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G ]; SR 173.110). 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