<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00182</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220138&amp;W10_KEY=13013485&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00182</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.04.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz. Der Haftrichter trat zu Recht auf den Antrag der Beschwerdeführerin auf Anordnung von Schutzmassnahmen zu ihren Gunsten und zulasten des Beschwerdegegners 1 nicht ein. Das Gewaltschutzgesetz erklärt ausdrücklich und einzig die Polizei für die Anordnung von Schutzmassnahmen zugunsten der als gefährdet eingestuften Person und zulasten der als gefährdend erkannten Person zuständig. Der Haftrichter ist demgegenüber ausschliesslich für die gerichtliche Beurteilung, die Verlängerung, Änderung oder Aufhebung von bereits angeordneten Schutzmassnahmen â im Rahmen der von der Polizei festgelegten Parteirollen â kompetent. Anderes ergibt sich weder aus der Gesetzessystematik noch den Materialien des Gewaltschutzgesetzes und lässt sich auch nicht auf den Untersuchungsgrundsatz gemäss § 7 VRG stützen (E. 3.2). Zu Recht sprach der Haftrichter der Beschwerdeführerin auch keine Parteientschädigung zu (E. 4). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWALTSCHUTZMASSNAHMEN">GEWALTSCHUTZMASSNAHMEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT">POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERLIEGERPRINZIP">UNTERLIEGERPRINZIP</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 3 Abs. II GSG</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 Abs. I GSG</span><br/><span class="gerade">Art. 12 Abs. II GSG</span><br/><span class="ungerade">§ 7 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=46984" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00182</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">20. April 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Rudolf Bodmer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Cyrill Bienz.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">A, vertreten durch RA B,</p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrerin, </b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">1.<b> </b>Kantonspolizei ZÃ¼rich, </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">2.<b> </b>C, vertreten durch RA D, </p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegnerschaft, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A und C sind seit dem Jahr 2011 verheiratet. Sie wohnen mit ihrem Sohn E (geb. 2009) in einem Einfamilienhaus in F. Schon seit lÃ¤ngerer Zeit leben sie jedoch im selben Haus getrennt bzw. in eigenen Zimmern.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 6. MÃ¤rz 2020 ordnete die Kantonspolizei ZÃ¼rich in Anwendung des Gewaltschutzgesetzes vom 19. Juni 2006 (GSG) gegenÃ¼ber A fÃ¼r die Dauer von jeweils 14 Tagen die Wegweisung aus dem Einfamilienhaus in F, Rayonverbote betreffend dieses und das Schulhaus von E in G sowie Kontaktverbote zu C und E an.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 6. MÃ¤rz 2020 ersuchte A den Haftrichter am Bezirksgericht H um gerichtliche Beurteilung bzw. Aufhebung der mit VerfÃ¼gung vom 6. MÃ¤rz 2020 angeordneten Schutzmassnahmen. Zudem beantragte sie, C sei aus dem gemeinsamen Einfamilienhaus wegzuweisen und ihm ein Rayonverbot im Umfang der VerfÃ¼gung vom 6. MÃ¤rz 2020 sowie ein Kontaktverbot zu ihr "in Bezug auf persÃ¶nlichen Kontakt" aufzuerlegen; der Kontakt Ã¼ber Telekommunikationsmittel bezÃ¼glich Kinderbelange sei davon auszunehmen. Nachdem er die Parteien am 12. MÃ¤rz 2020 persÃ¶nlich angehÃ¶rt hatte, hob der Haftrichter die Schutzmassnahmen mit VerfÃ¼gung vom 13. MÃ¤rz 2020 per sofort auf (Dispositivziffer 1). Auf das Gesuch von A um Anordnung von Schutzmassnahmen zu ihren Gunsten und zulasten von C trat der Haftrichter nicht ein (Dispositivziffer 2). Kosten erhob er keine (Dispositivziffer 3), ebenso wenig sprach er ParteientschÃ¤digungen zu (Dispositivziffer 4).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit Beschwerde vom 18. MÃ¤rz 2020 gelangte A an das Verwaltungsgericht und beantragte, Dispositivziffer 2 der VerfÃ¼gung des Haftrichters vom 13. MÃ¤rz 2020 sei aufzuheben, und C sei fÃ¼r die Dauer von drei Monaten aus dem gemeinsamen Haus wegzuweisen, es sei ihm ein Rayonverbot entsprechend der Planbeilage der VerfÃ¼gung der Kantonspolizei vom 6. MÃ¤rz 2020 sowie ein Kontaktverbot zu ihr â A â mit Ausnahme des Kontaktes Ã¼ber Telekommunikation aufzuerlegen. Eventualiter sei das Verfahren zur materiellen Beurteilung des Antrags, gegenÃ¼ber C Schutzmassnahmen anzuordnen, an den Haftrichter zurÃ¼ckzuweisen, unter Vereinigung mit dem neuerlichen Verfahren betreffend die VerfÃ¼gung der Kantonspolizei vom 14. MÃ¤rz 2020 (vgl. hierzu VB.2020.00214). Sodann sei Dispositivziffer 4 der VerfÃ¼gung vom 13. MÃ¤rz 2020 aufzuheben und ihr â A â eine angemessene EntschÃ¤digung zuzusprechen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten von C. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Nachdem A entgegen ihrer AnkÃ¼ndigung in der Beschwerde bis dahin weder ErgÃ¤nzungen zur Beschwerdeschrift noch die Akten eingereicht und das Bezirksgericht H dem Verwaltungsgericht telefonisch mitgeteilt hatte, die fraglichen Akten befÃ¤nden sich bei ihm, erÃ¶ffnete das Verwaltungsgericht mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 24. MÃ¤rz 2020 den Schriftenwechsel. Mit Eingaben vom 27. MÃ¤rz 2020 bzw. 31. MÃ¤rz 2020 verzichteten der Haftrichter bzw. die Kantonspolizei auf Stellungnahmen zur Beschwerde. C beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3. April 2020, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten von A sei die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. A liess sich daraufhin nicht mehr vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>GemÃ¤ss § 11a Abs. 1 GSG ist das Verwaltungsgericht fÃ¼r die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des Haftrichters in Angelegenheiten des Gewaltschutzgesetzes zustÃ¤ndig. Beschwerden im Bereich dieses Erlasses werden von der Einzelrichterin oder dem Einzelrichter behandelt, sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer Ã¼berwiesen werden (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 4 und Abs. 2 in Verbindung mit § 43 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist vorliegend nicht der Fall, sodass der Einzelrichter zum Entscheid berufen ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Aufgrund der BeschwerdeantrÃ¤ge hat das Verwaltungsgericht vorliegend allein zu beurteilen, ob der Haftrichter zu Recht auf das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin um Anordnung von Schutzmassnahmen zu ihren Gunsten und zulasten des Beschwerdegegners nicht eintrat und der BeschwerdefÃ¼hrerin keine ParteientschÃ¤digungen zusprach. In dieser Hinsicht verfÃ¼gt die BeschwerdefÃ¼hrerin denn auch Ã¼ber ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an der ÃberprÃ¼fung der VerfÃ¼gung vom 13. MÃ¤rz 2020. Dass der Haftrichter die mit VerfÃ¼gung vom 6. MÃ¤rz 2020 angeordneten Schutzmassnahmen aufhob, Ã¤ndert daran nichts.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Massnahmen, die sich auf das Gewaltschutzgesetz stÃ¼tzen, werden im Ã¶ffentlichen Interesse zum Schutz gefÃ¤hrdeter Personen und zur Entspannung einer hÃ¤uslichen Gewaltsituation angeordnet (statt vieler VGr, 12. Dezember 2019, VB.2019.00755, E. 2.1, mit Hinweis auf BGE 134 I 140 E. 2). HÃ¤usliche Gewalt liegt vor, wenn eine Person in einer bestehenden oder einer aufgelÃ¶sten familiÃ¤ren oder partnerschaftlichen Beziehung in ihrer kÃ¶rperlichen, sexuellen oder psychischen IntegritÃ¤t verletzt oder gefÃ¤hrdet wird. Dies kann durch AusÃ¼bung oder Androhung von Gewalt oder durch mehrmaliges BelÃ¤stigen, Auflauern oder Nachstellen der Fall sein (§ 2 Abs. 1 lit. a und b GSG). Liegt hÃ¤usliche Gewalt vor, stellt die Polizei den Sachverhalt fest und ordnet umgehend die zum Schutz der gefÃ¤hrdeten Personen notwendigen Massnahmen an (§ 3 Abs. 1 GSG). So kann die Polizei die gefÃ¤hrdende Person aus der Wohnung oder dem Haus weisen, ihr untersagen, von der Polizei bezeichnete, eng umgrenzte Gebiete zu betreten, und ihr auch verbieten, mit den gefÃ¤hrdeten und diesen nahestehenden Personen in irgendeiner Form Kontakt aufzunehmen (§ 3 Abs. 2 lit. aâc GSG). Die Schutzmassnahmen gelten wÃ¤hrend 14 Tagen ab Mitteilung an die gefÃ¤hrdende Person (§ 3 Abs. 3 Satz 1 GSG). Die gefÃ¤hrdende Person kann ein Gesuch um gerichtliche Beurteilung stellen (§ 5 Satz 1 GSG). Die gefÃ¤hrdete Person ihrerseits kann beim Gericht um VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen ersuchen (§ 6 Abs. 1 GSG). Dieses entscheidet innert vier Arbeitstagen Ã¼ber solche Gesuche (§ 9 Abs. 1 GSG). Es stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest und fordert unverzÃ¼glich die polizeilichen Akten und, sofern ein Strafverfahren eingeleitet wurde, jene der Strafuntersuchung an. Auf Verlangen des Gerichts nehmen die Polizei und die Staatsanwaltschaft zum Gesuch Stellung (§ 9 Abs. 2 GSG). Das Gericht hÃ¶rt die Gesuchsgegnerin oder den Gesuchsgegner nach MÃ¶glichkeit an. Es kann auch eine AnhÃ¶rung der Gesuchstellerin oder des Gesuchstellers anordnen. Es sorgt dafÃ¼r, dass sich die Parteien vor Gericht nicht begegnen, wenn die gefÃ¤hrdete Person darum ersucht und dem Anspruch der gefÃ¤hrdenden Person auf rechtliches GehÃ¶r in anderer Weise Rechnung getragen werden kann (§ 9 Abs. 3 GSG). Das Gericht heisst das VerlÃ¤ngerungsgesuch gut, wenn der Fortbestand der GefÃ¤hrdung glaubhaft ist (§ 10 Abs. 1 Satz 1 GSG). Dabei entscheidet es vorlÃ¤ufig, wenn die Gesuchsgegnerin oder der Gesuchsgegner nicht angehÃ¶rt worden ist, und setzt dieser bzw. diesem eine Frist von fÃ¼nf Tagen an, um gegen den Entscheid Einsprache zu erheben (§ 10 Abs. 2 GSG; § 11 Abs. 1 GSG). Die gerichtlich verfÃ¼gten Schutzmassnahmen dÃ¼rfen insgesamt drei Monate nicht Ã¼bersteigen (§ 6 Abs. 3 GSG).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der Haftrichter erwog, da in der VerfÃ¼gung der Kantonspolizei vom 6. MÃ¤rz 2020 lediglich Schutzmassnahmen zugunsten des Beschwerdegegners 1 angeordnet worden seien, sei es dem Gericht angesichts des Konzepts des Gewaltschutzgesetzes verwehrt, im Rahmen der gerichtlichen Beurteilung der Schutzmassnahmen seinerseits neue Schutzmassnahmen zugunsten der Gesuchstellerin (bzw. der BeschwerdefÃ¼hrerin) und zulasten des Gesuchsgegners (bzw. des Beschwerdegegners 1) anzuordnen. GestÃ¼tzt auf § 10 Abs. 1 Satz 2 GSG kÃ¶nne das Gericht in seinem Entscheid zwar eine andere Schutzmassnahme gemÃ¤ss § 3 Abs. 2 GSG anordnen. Damit sei aber lediglich gemeint, dass gegenÃ¼ber derjenigen Person, die von der Polizei als gefÃ¤hrdende Person bezeichnet worden sei, andere Schutzmassnahmen erlassen werden kÃ¶nnten. Es stehe dem Gericht hingegen nicht zu, die Rollen der betroffenen Personen als GefÃ¤hrdende bzw. GefÃ¤hrdete anders zu verteilen und gegenÃ¼ber einer allfÃ¤llig neu als gefÃ¤hrdend zu beurteilenden Person Schutzmassnahmen anzuordnen. Im Rahmen seiner ZustÃ¤ndigkeit dÃ¼rfe das Gericht nÃ¤mlich nur eine ÃberprÃ¼fung bzw. VerlÃ¤ngerung der von der Polizei angeordneten Massnahmen vornehmen. Wenn anders entschieden wÃ¼rde, mÃ¼sste sich die mit den neuen Schutzmassnahmen belastete Person direkt mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht wenden. Dies wÃ¼rde dazu fÃ¼hren, dass sie im Rahmen des Ã¼blichen Instanzenzugs (Polizei â Haftrichter â Verwaltungsgericht) eine Instanz verlieren wÃ¼rde. Auf den Antrag der BeschwerdefÃ¼hrerin auf Anordnung von Schutzmassnahmen zu ihren Gunsten und zulasten des Beschwerdegegners 1 kÃ¶nne daher nicht eingetreten werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin vermag diese zutreffenden ErwÃ¤gungen, auf die in Anwendung von § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG vollumfÃ¤nglich verwiesen werden kann, nicht infrage zu stellen. Das Gewaltschutzgesetz erklÃ¤rt ausdrÃ¼cklich und einzig die Polizei fÃ¼r die Anordnung von Schutzmassnahmen zugunsten der als gefÃ¤hrdet eingestuften Person und zulasten der als gefÃ¤hrdend erkannten Person zustÃ¤ndig. Die Haftrichterin oder der Haftrichter ist demgegenÃ¼ber ausschliesslich fÃ¼r die gerichtliche Beurteilung, die VerlÃ¤ngerung, Ãnderung oder Aufhebung von bereits angeordneten Schutzmassnahmen â im Rahmen der von der Polizei festgelegten Parteirollen â kompetent. Anderes ergibt sich weder aus der Gesetzessystematik noch den Materialien des Gewaltschutzgesetzes (vgl. ABl 2005 S. 762 ff.) und lÃ¤sst sich auch nicht auf den Untersuchungsgrundsatz gemÃ¤ss § 7 VRG stÃ¼tzen. Dieser ermÃ¤chtigt die Haftrichterin oder den Haftrichter ebenso wenig zu einer Umgestaltung der Parteirollen und der entsprechenden â erstinstanzlichen â Anordnung von Schutzmassnahmen. Soweit Dispositivziffer 2 der VerfÃ¼gung vom 13. MÃ¤rz 2020 angefochten wird, erweist sich die Beschwerde deshalb als unbegrÃ¼ndet und ist diese abzuweisen. FÃ¼r eine RÃ¼ckweisung im Sinn des Eventualantrags der BeschwerdefÃ¼hrerin besteht nach dem Gesagten kein Anlass.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der Haftrichter sah gestÃ¼tzt auf das in § 12 Abs. 2 GSG statuierte Unterliegerprinzip von der Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung an die BeschwerdefÃ¼hrerin ab, da ihrem Antrag auf Aufhebung der Schutzmassnahmen zwar gefolgt, derjenige auf Anordnung neuer Schutzmassnahmen zulasten des Beschwerdegegners jedoch abgewiesen werde. Die anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrerin setzt sich mit diesen ErwÃ¤gungen trotz ihres ausdrÃ¼cklichen auf Aufhebung von Dispositivziffer 4 der VerfÃ¼gung vom 13. MÃ¤rz 2020 lautenden Antrags in keiner Weise auseinander. Ungeachtet dessen ist der haftrichterliche Entscheid jedoch auch insofern nicht zu beanstanden, trat er doch â wie dargelegt â zu Recht auf das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 6. MÃ¤rz 2020 um Anordnung von Schutzmassnahmen zulasten des Beschwerdegegners 1 nicht ein, weshalb die Parteien zu etwa gleichen Teilen obsiegten bzw. unterlagen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Diese ist sodann zu verpflichten, dem Beschwerdegegner 1 eine ParteientschÃ¤digung zu bezahlen, wobei sich Fr. 1'000.- (zuzÃ¼glich 7,7 % Mehrwertsteuer) als angemessen erweisen. Aufgrund ihres Unterliegens steht ihr selbst keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG). Der Beschwerdegegner 2 hat keine solche beantragt.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 180.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 1'180.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner 1 eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- zuzÃ¼glich 7,7 % Mehrwertsteuer, total Fr. 1'077.-, zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>