Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2019 40 Entscheid vom 16. Oktober 2019 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber Parteien A.________, Beschwerdeführer, gegen Amt für Arbeit, Arbeitslosenkasse, Lückenstrasse 8, Postfach 1181, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Arbeitslosenversicherung (kontrollfreie Bezugstage / unbezahlte Ferien)2 Sachverhalt: A.A.________ (geboren am ________1976) absolvierte vom 1. Juni 2017 bis zum 31. Mai 2018 im B.________, Direktion C.________, im Rahmen einer Massnahme der Invalidenversicherung (IV) eine Umschulung zum (IT-) Applikationsentwickler (Vi-act. 222; vgl. Vi-act. 132). Anschliessend war A.________ vom 1. Juni 2018 bis 30. September 2018 ebenfalls beim B.________, Direktion C.________, in einem befristeten Praktikum im Bereich medizinische Applikationen und Services tätig (Vi-act. 212). Das regionale Ar- beitsvermittlungszentrum (RAV) D.________ hat A.________ am 24. August 2018 zur Arbeitsvermittlung angemeldet (Vi-act. 216). A.________ stellte ab 1. Juni 2018 bzw. 1. Oktober 2018 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (Vi-act. 108, wobei das Datum 1.10.2018 auf dem entsprechenden Antragsformular durchgestrichen ist). B.Am 3. September 2018 zeigte A.________ dem RAV D.________ eine Fe- rienabwesenheit vom 17. Oktober 2018 bis 9. November 2018 an (Vi-act. 205, 210). C.Am 5. November 2018 verfügte das Amt für Arbeit ab dem 1. Oktober 2018 die Einstellung von A.________ in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 11 Tagen wegen ungenügenden Arbeitsbemühungen (Vi-act. 89). Eine hierge- gen von A.________ erhobene Einsprache hiess das Amt für Arbeit mit Einspra- cheentscheid Nr. 245/18 vom 16. April 2019 insofern gut, als dass es das Ein- stellmass von 11 auf 3 Tage reduzierte. Im Übrigen bestätigte es die Verfügung vom 5. November 2018 (Vi-act. 34). D.Mit Verfügung Nr. 645 vom 21. November 2018 (Vi-act. 82) verfügte das Amt für Arbeit "keine Zahlung von Taggeldern für den Monat Oktober 2018". Es verneinte den Anspruch von A.________ auf kontrollfreie Bezugstage vom 17. Oktober 2018 bis 9. November 2018. Gegen diese Verfügung Nr. 645 erhob A.________ am 17. Dezember 2018 Einsprache (Vi-act. 66). E.Mit Einspracheentscheid Nr. 12/2019 vom 15. April 2019 wies das Amt für Arbeit die Einsprache vom 17. Dezember 2018 ab und bestätigte die Verfügung Nr. 645 vom 21. November 2018 (Vi-act. 36). F.Am 21. Mai 2019 erhebt A.________ gegen den Einspracheentscheid Nr. 12/2019 vom 15. April 2019 rechtzeitig Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit dem folgenden Rechtsbegehren: 3 Ich bin für die Zeitspanne von 17.10. bis 09.11.2018 als vermittlungsfähig einzustu- fen, und die Taggelder der Arbeitslosenversicherung für die betroffenen Tage sind mir auszuzahlen. G.Mit Vernehmlassung vom 27. Mai 2019 beantragt die Vorinstanz unter Verweis auf die Begründung im angefochtenen Einspracheentscheid die vollum- fängliche Abweisung der Beschwerde. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Nach konstanter Praxis erwächst grundsätzlich nur das im Dispositiv eines Entscheides Festgehaltene in Rechtskraft. Erwägungen sind hingegen nur ver- bindlich und damit anfechtbar, wenn im Dispositiv ausdrücklich darauf verwiesen wird. Durch den Verweis im Dispositiv auf die Erwägungen wird dieser Konnex Teil des Dispositivs und hat Anteil an der Rechtskraft des Beschlusses (vgl. VGE III 2013 185 vom 18.12.2013 Erw. 1.4 mit Verweis auf das Urteil des Bun- desgerichts 1P.348/2003 vom 4.11.2003 Erw. 2.2 und u.a. Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl. § 28 N 5 bzw. Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG-ZG, 3. Aufl., Zürich 2014, § 28 N 7; siehe auch Urteil des Bundesgerichts 2C_711/2013 vom 7.1.2014 Erw. 3 in fine, wonach der Grundsatz gilt, dass nur das Dispositiv, nicht aber die Begrün- dung eines Entscheides anfechtbar ist, mit Verweis auf BGE 120 V 233 Erw. 1a S. 237). 1.2Der Beschwerdeführer beantragt u.a., er sei für die Periode vom 17. Okto- ber 2018 bis 9. November 2018 als vermittlungsfähig einzustufen (Beschwerde S. 1; vgl. Einsprache vom 17.12.2018 S. 1). 1.3Die dem angefochtenen Einspracheentscheid zugrundeliegende Verfügung Nr. 645 vom 21. November 2018 hält in der Begründung zwar fest, dass "die Fe- rien vom 17.10.2018 bis 09.11.2018 als unbezahlt" gelten würden. Indes wurde im Dispositiv ("wird verfügt") lediglich festgehalten, dass keine Zahlungen von Taggeldern für den Monat Oktober 2018 zu erfolgen hätten. Im entsprechenden Dispositiv wird nicht auf die Erwägungen bzw. Begründung verwiesen. Mithin wurden mit der Verfügung die Tage ferienbedingter Abwesenheit des Beschwer- deführers insoweit nicht verbindlich geregelt, als sie den November 2018 betref- fen (namentlich 1.11.2018 - 9.11.2018). Nämliches gilt für den angefochtenen Einspracheentscheid Nr. 12/2019 vom 15. April 2019. Damit ist rechtsprechungsgemäss (vgl. vorstehend Erw. 1.1) auf die Beschwerde insoweit einzutreten, als die Prüfung des beschwerdeführerischen Anspruchs auf Zahlung von Taggeldern für die Periode vom 17. Oktober 2018 bis Ende Oktober 4 2018 anbegehrt wird. Soweit im Übrigen auch die Überprüfung von im November 2018 liegenden Tagen beantragt wird, kann hierauf nicht eingetreten werden. 2.1.1Die versicherte Person hat nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (Ar- beitslosenversicherungsgesetz, AVIG; SR 837.0) vom 25. Juni 1982 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn sie u.a. ganz oder teilweise arbeitslos ist (lit. a), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (lit. b), in der Schweiz wohnt (lit. c), vermittlungsfähig ist (lit. f) und die Kontrollschriften erfüllt hat (lit. g). Die arbeitsuchende Person gilt erst dann als ganz (Art. 10 Abs. 1 AVIG) oder teilweise (Art. 10 Abs. 2 AVIG) arbeitslos, wenn sie sich beim Arbeitsamt ihres Wohnortes zur Arbeitsvermittlung gemeldet hat (Art. 10 Abs. 3 AVIG). Nach Art. 17 Abs. 2 AVIG muss sich die versicherte Person möglichst frühzeitig, jedoch spätestens am ersten Tag, für den sie Arbeitslosenentschädigung beansprucht, persönlich bei ihrer Wohngemeinde oder der vom Kanton bestimmten zuständi- gen Amtsstelle zur Arbeitsvermittlung melden und von da an die Kontrollvorschrif- ten des Bundesrates befolgen. Zweck der Kontrolle ist es, die Versicherten dazu zu bringen, sich den offiziellen Vermittlungseinrichtungen zur Verfügung zu stel- len, und die materiellen Anspruchsvoraussetzungen der Vermittlungsfähigkeit überprüfen zu können (Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV: Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 2361 Rz. 317 f.). 2.1.2Nach der Anmeldung muss sich der Versicherte entsprechend den Anord- nungen des Kantons zu Beratungs- und Kontrollgesprächen persönlich bei der zuständigen Amtsstelle melden. Er hat sicherzustellen, dass er in der Regel in- nert Tagesfrist erreicht werden kann (Art. 21 Abs. 1 der Verordnung über die ob- ligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [Arbeits- losenversicherungsverordnung, AVIV; SR 837.02] vom 31.8.1983). Das erste Be- ratungs- und Kontrollgespräch muss innerhalb von 15 Tagen nach der Anmel- dung zur Arbeitsvermittlung geführt werden. Die zuständige Amtsstelle führt mit jedem Versicherten monatlich mindestens ein Beratungs- und Kontrollgespräch (Art. 22 Abs. 1 und 2 AVIV), bei vollzeitlichem Zwischenverdienst oder einer frei- willigen Tätigkeit nach Art. 15 Abs. 4 AVIG alle zwei Monate (Art. 22 Abs. 2 AVIV). Die Gespräche dienen der Überprüfung der Vermittlungsfähigkeit, der Vermittlungsbereitschaft, der persönlichen Arbeitsbemühungen, der Zuweisung zumutbarer Arbeit sowie arbeitsmarktlicher Massnahmen (Nussbaumer, a.a.O., S. 2361 f. Rz. 319).5 2.1.3Als Tage kontrollierter Arbeitslosigkeit zählen Tage, an denen der Versi- cherte die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt (Art. 27 Abs. 2 AVIV); dazu zählen auch bestandene Wartezeiten sowie Einstelltage (Nussbaumer, a.a.O., S. 2362 Fn. 747 mit Verweis auf ARV 1999 Nr. 20 S. 108). Nach je 60 Tagen kontrollier- ter Arbeitslosigkeit innerhalb der Rahmenfrist hat der Versicherte Anspruch auf fünf aufeinanderfolgende kontrollfreie Tage, die er frei wählen kann (Art. 27 Abs. 1 Satz 1 AVIV). Dieser Anspruch ist nicht aufgrund bezogener Taggelder, sondern aufgrund einer zeitmässigen Berechnung nach Massgabe der Tage zurückgelegter Arbeitslosigkeit zu bestimmen (vgl. BGE 122 V 435 Erw. 4). Kon- trollfreie Tage haben die Funktion von Ferien. Die Versicherten sind verpflichtet, sie während der Rahmenfrist zu beziehen. Unzulässig ist ein anteilsmässiger und ein tagesweiser Bezug sowie ein Vorbezug (vgl. ARV 1999 Nr. 20 S. 108 ff.; AVIG-Praxis ALE, Stand Juli 2019, B370). Ein Übertrag auf die nachfolgende Rahmenfrist findet nicht statt. Die Stempelferien wirken sich nach wie vor dahin- gehend aus, dass die Arbeitslosen nicht vermittlungsfähig sein und sich nicht um Arbeit bemühen, jedoch die übrigen Anspruchsvoraussetzungen (Art. 8 AVIG) er- füllen müssen (Art. 27 Abs. 1 Satz 2 AVIV) (Nussbaumer, a.a.O., S. 2362 Rz. 320). 2.2Das 'Wohnen' in der Schweiz (Art. 8 Abs. 1 lit. c AVIG) ist gemäss ständi- ger Rechtsprechung nicht im Sinne des zivilrechtlichen Wohnsitzes zu verstehen, sondern setzt den gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz voraus. Verlangt wer- den der tatsächliche Aufenthalt in der Schweiz und die Absicht, diesen Aufenthalt während einer gewissen Zeit aufrechtzuerhalten und hier in dieser Zeit auch den Schwerpunkt der Lebensbeziehungen zu haben (BGE 125 V 466 Erw. 2a). Daran hat das auf den 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz über den Allge- meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vom 6. Oktober 2000 nichts geändert, da der in Art. 13 Abs. 1 ATSG umschriebene Wohnbegriff auf die Arbeitslosenversicherung keine Anwendung findet (vgl. Urteil BGer 8C_270/2007 vom 7.12.2007 Erw. 2.1). Nach der Rechtsprechung setzt das Wohnen in der Schweiz im Sinne von Art. 8 Abs. 1 lit. c AVIG nicht einen ununterbrochenen tatsächlichen Aufenthalt im In- land voraus. Es genügt der gewöhnliche Aufenthalt in der Schweiz. Das Fortdau- ern des gewöhnlichen Aufenthalts in der Schweiz verlangt jedoch, dass trotz Un- terbrüchen des tatsächlichen Aufenthalts weiterhin eine enge Verbindung mit der hiesigen Arbeitswelt besteht (Urteil BGer 8C_270/2007 vom 7.12.2007 Erw. 2.2). 2.3.1Der Versicherte ist vermittlungsfähig, wenn er bereit, in der Lage und be- rechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmass- nahmen teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). 6 2.3.2Der Begriff der Vermittlungsfähigkeit als Anspruchsvoraussetzung schliesst graduelle Abstufungen aus. Entweder ist die versicherte Person vermittlungs- fähig, insbesondere bereit, eine zumutbare Arbeit (im Umfang von mindestens 20% eines Normalarbeitspensums; vgl. Art. 5 AVIV und BGE 120 V 385 Erw. 4c/aa S. 390) anzunehmen, oder nicht (BGE 136 V 95 Erw. 5.1 S. 97). 2.3.3Zur Vermittlungsfähigkeit gehört nicht nur die Arbeitsfähigkeit im objektiven Sinn, sondern subjektiv auch die Bereitschaft, seine Arbeitskraft entsprechend seinen persönlichen Verhältnissen während der üblichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 126 V 378 Erw. 1b, BGE 125 V 57 Erw. 6a, BGE 123 V 216 Erw. 3, je mit Hinweisen). Wesentliches Merkmal der Vermittlungsbereitschaft ist dabei die Be- reitschaft zur Annahme einer Dauerstelle als Arbeitnehmer. Hierzu genügt die Willenshaltung oder die bloss verbal erklärte Vermittlungsbereitschaft nicht. Viel- mehr ist die versicherte Person gehalten, sich der öffentlichen Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stellen, angebotene zumutbare Arbeit anzunehmen und sich selbst intensiv nach einer zumutbaren Stelle umzusehen (Art. 17 AVIG; AVIG- Praxis ALE B219). 2.3.4Inhalt der Vermittlungsbereitschaft ist sodann auch die Bereitschaft, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen und die Weisungen der Durch- führungsorgane zu befolgen. Fortdauernd ungenügende Bemühungen um eine neue Stelle können nach der Rechtsprechung ein wesentlicher Hinweis darauf sein, dass die versicherte Person während einer bestimmten Zeitspanne über- haupt nicht gewillt war, ihre Arbeitskraft anzubieten, was einen Anspruch auf Ar- beitslosenentschädigung ausschliessen würde. Für die Annahme fehlender Ver- mittlungsbereitschaft aufgrund ungenügender Stellensuche bedarf es indes be- sonders qualifizierter Umstände (ARV 1996/97 Nr. 19 S. 98 mit Hinweisen, Urteil EVGer C 161/96 und Urteil BGer 8C_99/2012 vom 2.4.2012 Erw. 3.3). Auch wie- derholte Nichtbefolgung der Weisungen der Durchführungsorgane lassen auf fehlende Vermittlungsbereitschaft schliessen, wobei bereits bei der zweiten Nichtteilnahme an einer zumutbaren arbeitsmarktlichen Massnahme die Vermitt- lungsfähigkeit abzusprechen ist (Urteil BGer 8C_931/2011 vom 24.7.2012 Erw. 2; Nussbaumer, a.a.O., S. 2349 Rz. 273). 2.4.1Art. 26 AVIV normiert die Anforderungen an die persönlichen Arbeits- bemühungen des Versicherten. Die versicherte Person muss den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des fol- genden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Nachgewiesene Arbeitsbemühungen werden nicht mehr berücksichtigt, wenn die versicherte Person die Frist verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund 7 geltend macht (vgl. Art. 26 Abs. 2 AVIV). Die zuständige Amtsstelle hat die Ar- beitsbemühungen des Versicherten monatlich zu überprüfen (Art. 26 Abs. 3 AVIV). 2.4.2Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Bewerbungen (telefonische Bewerbungen, umfas- sende schriftliche Bewerbungen, persönliche Vorsprachen etc.) von Bedeutung (ARV 1990, S. 133 Erw. 1 m.H.). Was die Quantität der Arbeitsbemühungen an- belangt, hat das Eidg. Versicherungsgericht (EVGer) in seiner Rechtsprechung zum einen auf die Verwaltungspraxis hingewiesen, wonach in der Regel durch- schnittlich 10 bis 12 Bewerbungen pro Monat verlangt werden. Zum andern hat das EVGer betont, dass eine allgemein gültige Aussage über die erforderliche Mindestanzahl an Bewerbungen nicht möglich ist, sondern sich das Quantitativ vielmehr nach den konkreten Umständen beurteilt (vgl. BGE 139 V 524 Erw. 2.1.4; EVGer C 275/05 vom 6.11.2006 Erw. 3.3; C 305/02 vom 2.3.2004 Erw. 1 m.H. auf Gerhards, AVIG-Kommentar, Art. 17 N 15; EVGer C 338/01 vom 6.8.2002 i.S. Z.; Nussbaumer, a.a.O., S. 2518 Fn. 1891; vgl. auch EVGer C 286/02 vom 3.7.2003 Erw. 1). So müssen etwa die Arbeitsbemühungen umso intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden (vgl. Kupfer Bucher, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosen- versicherung und die Insolvenzentschädigung, 4. Aufl., Zürich 2013, S. 104). Ob die persönlichen Arbeitsbemühungen als genügend zu betrachten sind, ist mithin im Einzelfall unter Würdigung der gesamten Umstände zu beurteilen (vgl. VGE 319/04 vom 16.6.2004 Erw. 1, Prot. S. 654). 2.5.1Der Umstand, dass ein Versicherter im Ausland in den Ferien weilt, ist kein entschuldbarer Grund, der von Arbeitsbemühungen dispensieren könnte: Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung entbindet die Landesabwesenheit grundsätzlich nicht von der Vornahme von Arbeitsbemühungen. Bei den heute zur Verfügung stehenden Kommunikationsmitteln und Personalvermittlungsagen- turen ist es einem Versicherten grundsätzlich möglich und zumutbar, sich auch vom Ausland aus für eine neue Arbeitsstelle zu bewerben (vgl. EVGer C 208/03 vom 26.3.2004 und ARV 1988 Nr. 11 S. 96 Erw. 2; Kupfer Bucher, a.a.O., S. 103). Ob sich ein Versicherter dabei zu Ferienzwecken oder beispielsweise zwecks Teilnahme an einem Kurs (etwa Verbesserung der Englischkenntnisse) im Ausland befindet, spielt keine entscheidende Rolle (VGE I 2008 242 vom 17.12.2008 Erw. 4.4). 2.5.2Persönliche Stellenbemühungen i.S.v. Art. 17 AVIG i.V.m. Art. 26 AVIV versprechen rechtsprechungsgemäss nur ungenügenden Erfolg, wenn die Be-8 werbung um eine Anstellung aus dem fernen Ausland erfolgt, da die Arbeitgeber gerade bei einer Mehrzahl von Bewerbungen diejenigen Kandidaten bevorzugen werden, die rasch und unkompliziert erreichbar und zu einem Vorstellungsge- spräch bereit sind (EVGer C 132/04 vom 11.10.2004 Erw. 2.1.2). 2.6.1Gemäss dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG normierten Untersuchungsgrundsatz hat der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Diese Untersuchungspflicht gilt grundsätzlich auch im Gerichtsver- fahren (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. A, Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 43 N 13 und N 28). Was notwendig ist, ergibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärungen vorzunehmen sind, und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall ist. Zunächst sind die für die zu entscheidende Frage massgebenden Be- reiche abzustecken und in der Folge ist der Sachverhalt abzuklären, bis er mit dem im Sozialversicherungsbereich erforderlichen Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 146 Erw. 2c; BGE 121 V 47 Erw. 2a) erstellt ist (Kieser, a.a.O., Art. 43 N 18 ff.). Auf ein beantragtes Beweismittel kann ohne Verletzung des Gehörsanspruches des Versicherten verzichtet werden, wenn die Verwaltung oder der Richter bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeu- gung gelangt, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtser- heblich oder der angebotene Beweis vermöge keine Abklärungen herbeizu- führen. In der damit verbundenen antizipierten Beweiswürdigung kann kein Ver- stoss gegen das rechtliche Gehör nach Art. 4 BV erblickt werden (BGE 122 V 157 Erw. 1.d mit Hinweis auf BGE 104 V 211 Erw. a). 2.6.2Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 ATSG). Danach haben die beur- teilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisre- geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel un- abhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent- scheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strei- tigen Rechtsanspruchs gestatten. 2.6.3Das Verwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (vgl. § 26 Abs. 1 VRP; Kieser, a.a.O., Art. 43 N 10 ff.). Das Gericht kann deshalb einen im Ergebnis zutreffenden Einspracheentscheid mit einer anderen als der vorinstanz- lichen Begründung bestätigen (Kieser, a.a.O., Art. 43 N 10 m.H.a. BGE 125 V 368 Erw. 3b; vgl. VGE III 2019 13 vom 24.4.2019 Erw. 2.3.2 m.H.a. BGE 133 II 249 Erw. 1.4.1). 2.7.1Gemäss Art. 27 ATSG sind die Versicherungsträger und Durchführungsor- gane der einzelnen Sozialversicherungen verpflichtet, im Rahmen ihres Zustän-9 digkeitsbereiches die interessierten Personen über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären (Abs. 1). Jede Person hat Anspruch auf grundsätzlich unentgeltliche Beratung über ihre Rechte und Pflichten, wobei Art. 27 Abs. 1 ATSG eine allge- meine und permanente Aufklärungspflicht der Versicherungsträger und Durch- führungsorgane stipuliert, die nicht erst auf persönliches Verlangen der interes- sierten Personen zu erfolgen hat (BGE 131 V 472 Erw. 4.1). Dafür zuständig sind die Versicherungsträger, denen gegenüber die Rechte geltend zu machen oder die Pflichten zu erfüllen sind. Sie haben die Versicherten über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären, insbesondere über das Verfahren der Anmeldung und über die Pflicht, Arbeitslosigkeit zu vermeiden und zu verkürzen (vgl. dazu Art. 19a AVIV i.V.m. Art. 76 Abs. 1 lit. a - d AVIG). 2.7.2 Art. 27 Abs. 2 ATSG beschlägt ein individuelles Recht auf Beratung durch den zuständigen Versicherungsträger. Jede versicherte Person kann vom Versi- cherungsträger im konkreten Einzelfall eine unentgeltliche Beratung über ihre Rechte und Pflichten verlangen (BGE 131 V 472 Erw. 4.1). Sinn und Zweck der Beratungspflicht ist, die betreffende Person in die Lage zu versetzen, sich so zu verhalten, dass eine den gesetzgeberischen Zielen des jeweiligen Erlasses ent- sprechende Rechtsfolge eintritt (BGE 131 V 472 Erw. 4.3). Das Bundesgericht hat bisher offengelassen, wo die Grenzen der in Art. 27 Abs. 2 ATSG veranker- ten Beratungspflicht in generell-abstrakter Weise zu ziehen sind. Es hat jedoch entschieden, dass es auf jeden Fall zum Kern der Beratungspflicht gehört, die versicherte Person darauf aufmerksam zu machen, ihr Verhalten könne eine der Voraussetzungen des Leistungsanspruchs gefährden (BGE 131 V 472 Erw. 4.3; vgl. zum Ganzen Urteil BGer 8C_438/2018 vom 10.8.2018 Erw. 3 m.w.H.). 2.7.3 Eine ungenügende oder fehlende Wahrnehmung der Beratungspflicht nach Art. 27 Abs. 2 ATSG kommt gemäss konstanter und unter der Herrschaft des ATSG weitergeltender Rechtsprechung (BGE 131 V 472 Erw. 5) einer falsch er- teilten Auskunft des Versicherungsträgers gleich. Dieser hat in Nachachtung des Vertrauensprinzips hierfür einzustehen, sofern sämtliche Voraussetzungen des öffentlich-rechtlichen Vertrauensschutzes erfüllt sind (BGE 143 V 341 Erw. 5.2.1; Urteil BGer 8C_438/2018 vom 10.8.2018 Erw. 3.4). 3.1In der Verfügung Nr. 645 vom 21. November 2018 hielt die Vorinstanz fest, dass keine Zahlungen von Taggeldern für den Monat Oktober 2018 geleistet würden (vgl. vorstehend Ingress lit. D). In der Begründung erwog die Vorinstanz, aus den Akten gehe hervor, dass der Versicherte vom 17. Oktober 2018 bis 9. November 2018 in den Ferien gewesen sei. Anspruch auf kontrollfreie Tage bestünden erst nach 60 Tagen kontrollierter 10 Arbeitslosigkeit. Somit würden die Ferien vom 17. Oktober 2018 bis 9. November 2018 als unbezahlt gelten. Der Monat Oktober 2018 habe 23 kontrollierte Tage. Da die Taggelder vom 17. Oktober 2018 bis 31. Oktober 2018 wegen unbezahl- ten Ferien nicht bezahlt würden, bestehe Anspruch auf lediglich 12 Taggelder. Im Oktober seien die 10 allgemeinen Wartetage (aufgrund des - unbestritten geblie- benen - versicherten Verdienstes von Fr. 6'813 [vgl. Art. 37 AVIV]) und 2 von ins- gesamt 11 Einstelltagen getilgt worden (zur in diesem Verfahren grundsätzlich nicht weiter interessierenden Verfügung betreffend die 11 Einstelltage vgl. vor- stehend Ingress lit. C). 3.2Im angefochtenen Einspracheentscheid Nr. 12/2019 vom 15. April 2019 hielt die Vorinstanz unter anderem fest, gemäss AVIG-Praxis ALE habe der Ver- sicherte "während dem Bezug von 'unbezahlten Ferien' " keinen Anspruch auf Ar- beitslosenentschädigung. Hinzu komme, dass der Versicherte dem RAV die Ab- wesenheit im Voraus zu melden habe. Auf dem Formular "Angaben der versi- cherten Person für den Monat Oktober 2018" gebe der Versicherte unter Punkt 6 unmissverständlich an, dass er vom 17. Oktober 2018 bis 9. November 2018 in den Ferien gewesen sei. Selbst wenn der Versicherte während der genannten Zeit sämtliche Pflichten als arbeitssuchende Person nachgekommen sei, ändere sich nichts an der Tatsache, dass er vom 17. Oktober 2018 bis 9. November 2018 unbezahlte Ferien gehabt und dies auch mit seiner Unterschrift bestätigt habe. Hinzu komme, dass der Versicherte dem Formular "Meldepflichtige Sach- verhalte" am 3. September 2018 seine Ferien in der genannten Zeitspanne ge- meldet habe (Erw. 5). 3.3Vor Verwaltungsgericht macht der Beschwerdeführer sinngemäss und im Wesentlichen geltend, er habe die Reise im Zeitraum vom 17. Oktober 2018 bis 9. November 2018 "im Fehlglauben" angetreten, dass er während dieser Zeit trotzdem Arbeitslosentaggelder bekäme, da er sich ja bereit erklärt habe, die Ar- beitsbemühungen im geforderten Umfang weiterzuführen. Als er seine Reiseplä- ne mit E.________ anlässlich der ersten Besprechung nach der Anmeldung beim RAV D.________ angesprochen habe, habe sie ihn darauf hingewiesen, dass er in dieser Zeit trotzdem Arbeitsbemühungen erledigen solle, wenn er Einstelltage vermeiden wolle. Sie habe ihn jedoch nicht darüber informiert, dass diese Zeit so oder anders als unbezahlte Ferien gelten würden (Beschwerde S. 1 Ziff. 1). Einspracheweise machte der Beschwerdeführer u.a. und unter Hinweis auf das Bundesgerichtsurteil 8C_474/2017 vom 22. August 2018 geltend, dass allein die Tatsache, dass er sich nicht in der Schweiz aufgehalten habe, nicht zur Vernei- nung der Vermittlungsfähigkeit berechtige. Er habe seine Pflicht zur Arbeitssuche erfüllt, indem er die geforderte Anzahl Bewerbungen geschrieben und fristgerecht 11 dem RAV nachgewiesen habe. Während der ganzen Zeit habe er sein Mobiltele- fon sowie seinen Laptop griffbereit gehabt und hätte jederzeit, auch nachts, einen Telefonanruf entgegennehmen oder am Computer mit potentiellen Arbeitgebern kommunizieren können. Er habe auf die während der Reise eingetroffenen E-Mails innerhalb von 24 Stunden geantwortet (Einsprache vom 17.12.2018 S. 2 Ziff. 4). 4.Die Vorinstanz hat im angefochtenen Einspracheentscheid Nr. 12/2019 vom 15. April 2019 die Voraussetzungen für kontrollfreie Tage zutreffend darge- legt (S. 2 Erw. 4). Sie hält weiter fest, dass sich der Beschwerdeführer ab 1. Ok- tober 2018 bei der Arbeitslosenkasse anmeldete (S. 1 Erw. 2), was vom Be- schwerdeführer unbestritten bleibt. Damit verhält es sich so, dass der Beschwer- deführer bis zum Bezug der Ferien ab 17. Oktober 2018 die Voraussetzungen für den Anspruch auf kontrollfreie Bezugstage (60 Tage kontrollierte Arbeitslosigkeit innerhalb der Rahmenfrist, vgl. vorstehend Erw. 1.3) von vornherein nicht erfüllte. Ein Bezug (bezahlter) kontrollfreier Tage i.S.v. Art. 27 AVIV für die Zeit vom 17. Oktober 2018 bis 31. Oktober 2018 fällt für den Beschwerdeführer damit ausser Betracht. 5.1Der Beschwerdeführer bringt vor Verwaltungsgericht vor, er sei davon aus- gegangen, dass er während des Auslandaufenthalts "trotzdem Arbeitslosentag- gelder bekäme". Als er seine Reisepläne anlässlich des Erstgesprächs am 12. September 2018 angesprochen habe, hätte ihn die RAV-Beraterin darauf hingewiesen, dass während den Ferien Arbeitsbemühungen zu tätigen seien. Die RAV-Beraterin habe ihn nicht informiert, dass diese Zeit so oder so als unbezahl- te Ferien gelten würden. Der Beschwerdeführer beruft sich damit sinngemäss auf eine Verletzung der Beratungspflicht bzw. auf den Vertrauensschutz. 5.2.1Zur Untermauerung seines Vorbringens reicht der Beschwerdeführer eine E-Mail-Korrespondenz zwischen ihm und dem RAV D.________ ins Recht (Bf- act. 4). In seinem E-Mail vom 19. November 2018 an die RAV-Beraterin hält der Beschwerdeführer u.a. fest, dass entgegen der Abmachung, dass er auch während seinen Ferien Bewerbungen zu schreiben habe und er dies auch getan habe, die betroffenen Tage als unbezahlte Ferien eingestuft worden seien. Im Antwortmail (ebenfalls vom 19.11.2018) hält die RAV-Beraterin sinngemäss fest, dass mit dem Versicherten am 12. September 2018 (= Datum Erstgespräch) ab- gemacht worden sei, dass während den unbezahlten Ferien Arbeitsbemühungen zu tätigen seien. Ferner hält die RAV-Beraterin im gleichen E-Mail fest (Bf-act. 4): gemäss RAV System Eintragung: unbezahlten Ferien: 17.10. - 09.11.201812 und gemäss Beratungsprotokoll am 12.09.2018: FERIENMELDUNG: 17.10. - 09.11.0218 unbezahlte Ferien - Herr A.________ ist informiert, dass während un- bezahlten Ferien Arbeitsbemühungen tätigen muss Somit ist alles korrekt. 5.2.2Das von der RAV-Beraterin in ihrem oberwähnten E-Mail vom 19. Novem- ber 2018 erwähnte Beratungsprotokoll ist aktenkundig (Beratungsprotokoll vom 12.9.2018, in: RAV-act. [ohne Verzeichnis bzw. Nummerierung], VG-act. 09). Die von der Beraterin gemachten Angaben im E-Mail erweisen sich als übereinstim- mend mit den Angaben in der Zeile "Gesprächspunkte" des Beratungsprotokolls ("FERIENMELDUNG: 17.10. - 09.11.2018 unbezahlte Ferien - Sts ist informiert, dass während unbezahlten Ferien Arbeitsbemühungen tätigen muss"). 5.3Die sinngemässe Aussage des Beschwerdeführers, er sei nicht darüber in- formiert worden, dass die Ferien als unbezahlt gelten würden, steht nach dem Gesagten (vorstehend Erw. 5.2.1 f.) im Widerspruch zu den Aussagen der RAV- Beraterin in ihrem E-Mail vom 19. November 2018 bzw. den Angaben im Bera- tungsprotokoll des Erstgesprächs vom 12. September 2018. Entgegen der Auf- fassung des Beschwerdeführers erbringt er mit der ins Recht gelegten E-Mail- Korrespondenz, in welcher er "nach der Rückkehr erstaunt nachfragte, wieso die betreffenden Tage nicht ausbezahlt" worden seien (vgl. Beschwerde S. 1 Ziff. 1), nicht den Nachweis, dass die RAV-Beraterin ihn nicht über die unbezahlten Feri- en unterrichtete. Die Richtigkeit des (in der E-Mail Korrespondenz erwähnten) Beratungsprotokolls vom 12. September 2018 stellt der Beschwerdeführer nicht, jedenfalls nicht substantiiert, in Frage. Damit aber vermag der Beschwerdeführer nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, dass die entsprechende Aufklärung durch die RAV-Beraterin unterblieben bzw. falsch gewesen ist. Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass die indizierte Aufklärung tatsächlich ausgeblieben wäre, verhält es sich so, dass der Beschwerdeführer nicht glaub- haft darzulegen vermag, dass er eine für ihn vorteilhafte (und für die Berufung auf den Vertrauensschutz u.a. geforderte, vgl. Biaggini, BV Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2017, Art. 9 N 15) Disposition (im Sinne der Annullierung der Reise) unter- lassen hat. Der Beschwerdeführer bringt sinngemäss vor, dass er aufgrund der behaupteten unterbliebenen Beratung nicht die Gelegenheit hatte, sich bewusst zu entscheiden, ob er die Reise antreten wolle, oder nicht. Hingegen bringt er nicht vor, dass er deswegen die Reise nicht abgesagt hat. Damit ist nicht glaub- haft erstellt, dass sich der Versicherte ohne die (angeblich) unterbliebene Aus- kunft (bzw. mit korrekt erteilter Auskunft) anders verhalten hätte (vgl. BGE 121 V 65 Erw. 5b). 13 Bei dieser Sach- und Rechtslage ergibt sich zusammenfassend, dass die Bera- tungspflicht nicht verletzt wurde bzw. selbst wenn die Beratungspflicht verletzt worden wäre (was nicht der Fall ist), sich der Beschwerdeführer in Ermangelung einer Disposition nicht auf den Vertrauensschutz berufen könnte. 6.1Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, er habe sämtliche Pflichten zur Arbeitssuche vollumfänglich erfüllt. Er sei für die Zeit seines Ferienaufenthalts als vermittlungsfähig einzustufen. Namentlich habe er die geforderte Anzahl Bewer- bungen geschrieben. Nachfolgend ist zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer trotz den bezogenen (grundsätzlich) unbezahlten Ferien ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung für diese Zeit zusteht. 6.2Was die Stellenbemühungen des Beschwerdeführers im vorliegend inter- essierenden Zeitraum (Oktober 2018, insbesondere 17.10.2018 - 31.10.2018, vgl. vorstehend Erw. 3) anbelangt, sind den vorinstanzlichen Akten die nachfol- genden Arbeitsbemühungen zu entnehmen (Vi-act. 40): Datum der Bewerbung […] Firma, Adresse […] 01.10. F.________, G.________ 05.10. H.________ AG, Filiale I.________ 10.10. J.________ AG, K.________ 15.10. L.________ (Hochschule), M.________ 20.10. N.________ AG, O.________ 24.10. P.________ AG, Q.________ 29.10. R.________ Psychiatrie-Dienste S.________ Die vom Beschwerdeführer im Oktober 2018 getätigten 7 schriftlichen/ elektroni- schen Arbeitsbemühungen, davon deren 3 während seines Ferienaufenthalts ab 17. Oktober 2018, genügen der höchstrichterlich und grundsätzlich geforderten Anzahl von 10 bis 12 Arbeitsbemühungen nicht. Indes behauptet der Beschwer- deführer, er habe die von ihm geforderte Anzahl Bewerbungen geschrieben. Dem Beratungsprotokoll vom 12. September 2018 (in: RAV-act., VG-act. 09) ist in der Zeile "Notiz zu PAB" die Vereinbarung mit dem Beschwerdeführer zu ent- nehmen, dass er mindestens 6 Arbeitsbemühungen monatlich zu tätigen hat ("PAB Vereinbarung gemacht: min 6 pro Monat). 6.3.1Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Einspracheentscheid weder zum Quantitativ noch zur Qualität der beschwerdeführerischen Arbeitsbemühungen im fraglichen Zeitraum geäussert. Sie beschränkte sich auf die Feststellung, dass 14 "Selbst wenn der Versicherte während der genannten Zeit sämtliche Pflichten als arbeitssuchende Person nachgekommen ist, ändert sich nichts an der Tatsache, dass er vom 17. Oktober bis 9. November 2018 unbezahlte Ferien gehabt hat und dies auch mit seiner Unterschrift bestätigt hat" (angefocht. Einspracheent- scheid S. 2 Erw. 5). Diesen vorinstanzlichen Ausführungen kann nicht gefolgt werden. 6.3.2Zum einen hat der Beschwerdeführer entgegen der Auffassung der Vor- instanz auf dem Formular "Angaben der versicherten Person für den Monat Ok- tober 2018" nicht unterschriftlich bestätigt, dass er "unbezahlte" Ferien gehabt hat. Er bestätigte unter Ziff. 6 einzig, dass er vom 17. Oktober 2018 bis 9. No- vember 2018 in den Ferien weilte. Das Stichwort "unbezahlt" figuriert im fragli- chen Formular nicht (vgl. Vi-act. 87). Dasselbe gilt im Übrigen für das Formular "Meldepflichtige Sachverhalte" vom 3. September 2018 (Vi-act. 205 und 210), worin der Beschwerdeführer unter "Abwesenheit" seine geplanten Ferien in der obgenannten Periode dem RAV gemeldet hatte. Aus diesen Aktenstücken erhellt demnach weder, dass der Beschwerdeführer um unbezahlte Ferien ersuchte, noch, dass er unterschriftlich bestätigte, unbezahlte Ferien bezogen zu haben. 6.3.3Zum andern ist davon auszugehen, dass wenn der Beschwerdeführer während der fraglichen Zeit sämtlichen Pflichten als Arbeitssuchender erfüllte, er unabhängig von einem Auslandaufenthalt namentlich als vermittlungsfähig zu gelten und Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hätte (vgl. auch das vom Beschwerdeführer einspracheweise vorgebrachte - indes von der Vorinstanz un- beachtet gebliebene - Urteil BGer 8C_474/2017 vom 22.8.2018, wo das Bundes- gericht einem Beschwerdeführer die Vermittlungsfähigkeit für die Zeit während eines einmonatigen Aufenthalts in London zuerkannte, vgl. auch Jurius, Vermit- telbar trotz Sprachkurs: Arbeitslosenkasse muss zahlen, in: Jusletter 17.9.2018). Der Umstand alleine jedenfalls, dass der Beschwerdeführer während der fragli- chen Periode im Ausland (in den Ferien) weilte, ohne Anspruch auf kontrollfreie Tage zu haben, lässt entgegen der Begründung der Vorinstanz nicht den Schluss zu, dass "somit […] die Ferien […] als unbezahlt" gelten (vgl. Verfügung Nr. 645 S. 2 3. Abschnitt; Einspracheentscheid Nr. 12/2019 S. 2 Ziff. 4 f.). 6.3.4Zu erinnern ist, dass namentlich kein ununterbrochener tatsächlicher Auf- enthalt im Inland vorausgesetzt ist - der gewöhnliche Aufenthalt in der Schweiz genügt (vgl. vorstehend Erw. 2.2). Mit dem rund dreiwöchigen ferienbedingten Auslandaufenthalt kann der gewöhnliche Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz von vornherein nicht ernsthaft angezweifelt werden. 15 6.4.1Es ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer im Oktober 2018 und selbst während seines Auslandaufenthalts ab 17. Oktober 2018 Arbeitsbemühungen getätigt hat. Die im Oktober getätigten 6 persönlichen Arbeitsbemühungen genü- gen in quantitativer Hinsicht der getroffenen Vereinbarung (vgl. vorstehend Erw. 6.2). Unklar ist derweil, ob diese Arbeitsbemühungen den gesetzlichen Anforde- rungen auch in qualitativer Hinsicht genügen. Dies kann indes offenbleiben, da die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers im fraglichen Zeitraum aus ei- nem anderen Grund zu verneinen ist. 6.4.2Einem Schreiben des Beschwerdeführers vom 1. Oktober 2018 (in: RAV- act., VG-act. 09) an E.________, RAV D.________, ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer den fraglichen Auslandaufenthalt während der vorliegend zu beurteilenden Periode in Australien zu verbringen plante (" […] dass ich Ihnen dies auch nächsten Monat aus Australien in dieser Form einreichen kann"). Zwar lässt sich - soweit ersichtlich - weder den übrigen Akten noch der vorinstanzli- chen Verfügung bzw. dem angefochtenen Einspracheentscheid zum Aufent- haltsort im Ausland etwas entnehmen. Ferner macht auch der Beschwerdeführer weder im vorinstanzlichen Verfahren noch vor Verwaltungsgericht geltend, wo er sich im Ausland aufgehalten habe. Mit dem erwähnten Schreiben des Beschwer- deführers vom 1. Oktober 2018 jedoch und aufgrund fehlender anderweitiger An- haltspunkte ist für das Gericht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer den fraglichen Auslandaufenthalt in Australien ver- brachte. 6.5Damit aber fehlt es im Sinne der erwähnten Rechtsprechung (vorstehend Erw. 2.5.2) an der Vermittlungsbereitschaft des Beschwerdeführers: Die be- schränkten Möglichkeiten und der erhebliche Zeitbedarf für eine Rückkehr von Australien in die Schweiz sowie die damit verbundenen hohen Kosten lassen es als ausgeschlossen erscheinen, dass der Versicherte - wie dies Gesetz und Ver- ordnung verlangen - jederzeit und so oft als nötig bereit und in der Lage ist, sich einem Arbeitgeber zur Durchführung eines Vorstellungsgespräches oder zum Stellenantritt zur Verfügung zu stellen (vgl. EVGer C 132/04 vom 11.10.2004 Erw. 2.1.2 betreffend einen Auslandaufenthalt in San Diego, USA). 6.6Durch seinen rund einmonatigen Aufenthalt in Australien konnte er die ge- stellten hohen Anforderungen an die Vermittlungsfähigkeit von vornherein nicht erfüllen. An diesem Ergebnis vermögen die persönlichen Arbeitsbemühungen (vorstehend Erw. 6.2, 6.4.1) sowie die übrigen Vorbringen des Beschwerdefüh- rers nichts zu ändern. Namentlich als unbehelflich erweisen sich die Einwände, dass er während der gesamten Zeit in Australien mit dem Laptop bzw. Mobiltele-16 fon mit potentiellen Arbeitgebern hätte kommunizieren können. Für die Erreich- barkeit innert Tagesfrist (zu bedenken ist auch die für die Kommunikation nicht förderliche grosse Zeitverschiebung), die Vermittelbarkeit innert nützlicher Frist und die Erfüllung der übrigen Kontrollvorschriften bestand in keinem Zeitpunkt Gewähr. Auch aus dem Umstand, dass es gerade in der IT-Branche (angeblich) Usus geworden sei, Bewerbungsgespräche über einen "Internet-Chat" zu führen, kann der Beschwerdeführer nichts ableiten. Zum einen substanziiert er dieses Vorbringen nicht, zum andern konnte ein persönliches Bewerbungsgespräch nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Auch dass die Aufnahme einer Be- rufstätigkeit innerhalb von weniger als drei Wochen nach einer Bewerbung in der IT-Branche unüblich sei, belegt der Beschwerdeführer durch nichts. Ohnehin verhielte es sich selbst dann, wenn der Beschwerdeführer eine Stellenzusage mit -antritt drei Wochen nach der Bewerbung erhalten hätte, so, dass er für die ver- bleibenden drei Wochen dem übrigen Arbeitsmarkt hätte zur Verfügung stehen müssen. Für den Bezug von Arbeitslosenentschädigung müssen somit grundsätzlich alle Anspruchsvoraussetzungen bis zum letzten Bezugstag erfüllt sein. So muss insbesondere auch die Vermittlungsbereitschaft noch kurz vor Stellenantritt vorhanden sein, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit, dass innert nützlicher Frist eine zumutbare Arbeit zugewiesen wird, sehr gering ist (vgl. Urteil BGer 8C_337/2019 vom 13.9.2019 Erw. 4.1 und 4.3, je in fine). Die geltend ge- machten gesundheitlichen Probleme ändern nichts am dargelegten Ergebnis, zumal dies eher gegen eine Vermittlungsfähigkeit sprechen würde. Schliesslich verfängt die Berufung auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_474/2017 vom 22. August 2018 nicht, ging es doch in jenem Verfahren um einen Aufenthalt im na- hen bzw. näheren Ausland (London, täglich 20 Flugverbindungen nach Genf bei kurzer Flugzeit, vgl. zit. Urteil 8C_474/2017 vom 22.8.2018 Erw. 5.1 und 5.3), derweil hier ein nicht vergleichbarer Aufenthalt im fernen Ausland, Australien, zu beurteilen ist. 6.7Zusammenfassend hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer - im Ergeb- nis - zu Recht für die Periode des Auslandaufenthalts vom 17. Oktober 2018 bis 31. Oktober 2018 keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung zugestanden. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie, soweit darauf einzu- treten ist, abzuweisen ist. 7.Es werden keine Kosten erhoben (Art. 61 lit. a ATSG). Die nicht anwalt- schaftlich vertretene Vorinstanz hat keinen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).17 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 5. Zustellung an: -den Beschwerdeführer (R) -die Vorinstanz -und das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, 3003 Bern (A). Schwyz, 16. Oktober 2019 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Der Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 25. Oktober 2019Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II