B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-6777/2011 U r t e i l v o m 3 . D e z e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Daniel Stufetti, Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger. Parteien A. A._______, Z.________ (Kosovo), Zustelladresse: B._______, (Y._______), Beschwerdeführerin, gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK, Vorinstanz. Gegenstand Waisenrente betreffend D. A.________; Einspracheverfügung der SAK vom 22. November 2011. C-6777/2011 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Schweizerische Ausgleichskasse SAK (nachfolgend auch: Vor - instanz) der verwitweten A. A._______ (nachfolgend: Versicherte oder Beschwerdeführerin), geboren 1958, mit Verfügung vom 4. Januar 2006 eine ordentlic he Witwenrente ab 1. August 2005 sowie drei ordentliche Waisenrenten für die Kinder B._______ (geboren am […] 1985), C._______ (geboren am […] 1990) und D._______ (geboren am […] 1991), je ab 1. August 2005 zusprach (act. SAK/3, 6.2), dass die SAK der Versicherten mit Verfügung vom 21. März 2011 mittei l- te, die Waisenrente für ihr en Sohn D.________ werde per 28. Februar 2011 eingestellt, weil dieser sich nicht in einem Vollzeitstudium befi nde, und neben dem Studium eine lukrative Beschäftigung möglich se i (act. SAK/40), dass die Versicherte mit Eingabe vom 7. April 2011 gegen diesen B e- scheid Einsprache erheben liess und sinngemäss ausführte, das tatsäch- liche Engagement ihres Sohnes im Rahmen des Studiums beruhe auf insgesamt mehr als 20 Wochen stunden, daneben könne nicht noch eine Erwerbstätigkeit ausgeübt werden (act. SAK/41.5 ff.), dass die Vorinstanz in der Folge die Angelegenheit weiter abklärte und weitere Akten einholte (vgl. act. SAK/42 f., 46.2, 47.1-3), dass die SAK die Einsprache am 22. November 2011 mit der Begründung abwies, der Sohn D._________ habe gestützt auf die eingereichten St u- dienunterlagen sein Studium nicht mit dem für eine Vollzeitausbildung ob- jektiv zumutbaren Einsatz betrieben und im ersten Jahr mit dem A b- schluss der Fächer Englisch, Einführung in die Psychologie und Methodik der Nachforschung nur 12 ECTS -Punkte von den pro Studienjahr festg e- legten 60 ECTS-Punkten erreicht (act. SAK/51), dass die Beschwerdeführerin am 14. Dezember 2011 (Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht gegen diesen Bescheid Beschwerde einreic h- te und beantragte, die Verfügung vom 22. November 2011 sei aufzuh e- ben und ihrem Sohn D._______ (sowie ihrer Tochter C._______, vgl. Ver- fahren C-6836/2011) sei weiterhin eine Waisenrente über den 1. Oktober 2010 (recte: 28. Februar 2011) hinaus gemäss seinem Rentenanspruch bis zur Vollendung des 25. Altersjahres während der ordentlichen Ausbil- dung zuzusprechen, die Nachzahlungen seien mit 4% zu verzinsen und die Vorinstanz sei zu verpflichten, eine Parteientschädigung für die g e- richtlichen und aussergerichtlichen Kosten zu leisten (B-act. 1), C-6777/2011 Seite 3 dass sie dies sinngemäss damit begründete, dass D._______ sich in e i- nem ordentlichen Studium am Kollegium „Universum“ befinde, jedoch vom 14. März 2011 bis 30. März 2011 krankgeschrieben und hospitalisiert gewesen sei, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 29. Februar 2012 ihre B e- schwerdeanträge wiederholte und ihr Zustelldomizil in der Schweiz mi t- teilte (B-act. 7), dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 19. April 2012 b ean- tragte, die Beschwerde sei abzuweisen und die Einspracheverfügung vom 22. November 2011 sowie die Verfügung vom 21. März 2011 sei en zu bestätigen (B-act. 9), dass sich die Beschwerdeführerin innert der auferlegten Replikfrist nicht vernehmen liess (vgl. B-act. 12) und mit unaufgefordert eingereichter Ein- gabe vom 16. Juni 2012 ihre Beschwerdeanträge mit gleichlautender B e- gründung wiederholte, wobei dieses Dokument auch die Unterschriften von C. A._______ und D. A._______ enthält (B-act. 13), dass das Bun desverwaltungsgericht die Eingabe vom 16. Juni 2012 der Vorinstanz am 2. Juli 2012 zur Kenntnis übermittelte und den Schrifte n- wechsel abschloss (B-act. 14), dass am 22. November 2012 die Studienbestätigung für D. A._______ für das akademische Jahr 2011/2012 in Kopie (bereits aktenkundig, vgl. act. SAK/46.2) beim Bundesverwaltungsgericht zusammen mit der Wiederh o- lung der Beschwerdeanträge vom 14. Dezember 2011 einging (B-act. 15), dass auf weitere eingereichte Akten – soweit der Angelegenheit dienlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen wird, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungsg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 85bis Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De- zember 1946 über die Alters - und Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) der SAK zuständig ist und vorliegend keine Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG besteht, C-6777/2011 Seite 4 dass vorliegend die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar sind, soweit das AH VG nicht ausdrücklich eine Abweichung des ATSG vorsieht (vgl. Art. 1 AHVG), dass im vorinstanzlichen Verwaltungsverfahren die Mutter von D. A._______ Adressatin der angefochtenen Verfügung war und sie am 13. Dezember 2011 die Beschwerde eingereicht hat, de shalb die verfa h- rensleitenden Verfügungen zu Recht an sie adressiert wurden, dass die Beschwerdeführerin durch den angefochtenen Entscheid b e- sonders berührt ist, an dessen Aufhebung oder Änderung ein schutzwü r- diges Interesse hat (Art. 59 ATSG) und daher z ur Beschwerde legitimiert ist (s. dazu BGE 126 V 455 E. 2a), dass die Beschwerde frist - und formgerecht eingereicht wurde (Art. 50 Abs. 1 VwVG und Art. 60 ATSG) und somit auf die Beschwerde einzutr e- ten ist, dass vorliegend in der Hauptsache strittig und zu prüfen ist, ob die SAK zu Recht die Waisenrente von D. A.________ per 28. Februar 2011 ein- gestellt hat, dass Kinder, deren Vater oder Mutter gestorben ist, Anspruch auf eine Waisenrente (Art. 25 Abs. 1, erster Satz AHVG) haben, der Anspruch auf die Waisenrente am ersten Tag des dem Tode des Vaters oder der Mutter folgenden Monats entsteht, mit der Vollendung des 18. Altersjahres oder mit dem Tod der Waise erlischt (Art. 25 Abs. 4 AHVG) und für Kinder, die noch in Ausbildung sind, bis zu deren Abschluss, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr dauert, wobei der Bundesrat festlegen kann, was als Ausbildung gilt, und der Bundesrat von dieser Befugnis Gebrauch gemacht hat (Art. 25 Abs. 5 AHVG sowie Art. 49bis und 49ter der Verord- nung vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinterlassenenversiche- rung [AHVV, SR 831.101, in Kraft seit 1. Januar 2011]), dass der gesetzliche Begriff der Ausbildung nach ständiger Praxis und neu gemäss Art. 49bis Abs. 1 AHVV so verstanden wird, als dass das Kind sich im Sinne eines ordnungsgemässen, rechtlich oder zumindest fa k- tisch anerkannten Bildungsganges systematisch und zeitlich überwiegend entweder auf einen beruflichen Bildungsabschluss vorbereitet oder sich eine Allgemeinausbildung erwirbt, die Grundlage bildet für den Erwerb verschiedener Berufe, C-6777/2011 Seite 5 dass eine systematische Ausbildung verlangt, dass die betreffende Pe r- son die Ausbildung mit dem ihr objektiv zumutbaren Einsatz betreibt, um sie innert nützlicher Frist erfolgreich hinte r sich zu bringen; wobei die Ausbildung den Willen voraussetzt, einem im Voraus festgelegten Pr o- gramm zu folgen, und die Absicht, dieses zu Ende zu führen (vgl. zum Ganzen UELI KIESER, Alters- und Hinterlassenenversicherung, Rechtspre- chung des Bundesgerich ts zum Sozialversicherungsrecht, Erwin Murer/ Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2012, 3. Aufl., Art. 25 Rz. 6 mit Hinweisen; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6567/2009 vom 17. September 2010 E. 4.3), dass die Beschwerdeführerin beschwerdeweise geltend macht, ihr Sohn D.________ befinde sich in einer Ausbildung und sei ausserdem vom 14. März 2011 bis 30. März 2011 krankgeschrieben gewesen und stationär behandelt worden, dass aus den eingereichten medizinischen Akten im Wesentlichen he r- vorgeht, dass D. A.________ wegen einer Lungen-Tuberkulose und einer Psychose vom 14. März b is 30. März 2011 in der Universitätsklinik X.________, Pneumologische Klinik, stationär behandelt und die Behand- lung anschliessend weitergeführt wurde (B-act. 1.1 – 1.3), dass für die Beurteilung des Anspruchs auf eine schweizerische Waise n- rente nach Vollendung des 18. Altersjahrs bei noch nicht abgeschloss e- ner Ausbildung (vgl. Art. 25 Abs. 4 und 5 AHVG) die Frage massgebend ist, ob die Ausbildung mit dem objektiv zu mutbaren Einsatz betrieben wird, um innert nützlicher Frist erfolgreich abgeschlossen zu werden (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -5865/2011 vom 30. Oktober 2012 E. 3.3 mit Hinweisen), dass deshalb, wird vom Regelverlauf des Studiums abgewichen , dies substantiiert zu begründen ist, dass die Beschwerdeführerin gegenüber den Feststellungen der Vori n- stanz, D. A.________ habe im ersten Studienjahr nur 12 von j ahresübli- chen 60 ECTS-Punkten erlangt, was nicht auf ein zu erwartendes objektiv genügendes Engagement schliessen lasse, das Studienziel innert nützl i- cher Zeit zu erreichen, nichts dazu vorgebracht hat, weshalb der Sohn im Studienjahr 2010/2011 nur einen Fünftel der Vorgaben des ersten Stu- dienjahrs erlangt hat, C-6777/2011 Seite 6 dass auch die Einreichung der drei Belege zur Spitalbehandlung im März 2011 während zwei Wochen und zur weiteren Tuberkulosetherapie an den Feststellungen der Vorinstanz nichts ändert, da damit nicht ansatz- weise eine substantiierte Begründung eingereicht wurde, weshalb D. A.________ das übliche Studienziel bei Weitem nicht erfüllte, dass auch mittels der nicht weiter kommentierten Studienbestätigung des Kollegji Universum für das akademische Jahr 2011/2012 nicht belegt wird, dass D. A.________ das Studium nunmehr in der verlangten Intensit ät absolviere (act. SAK/46.2 = B-act. 15.1), dass unter den vorliegenden Umständen zufolge fehlender Dokumentat i- on und fehlender Begründung nach Februar 2011 kein Waisenrentenan- spruch mehr besteht, dass der vorinstanzliche Beschwerdeentscheid somit vollumf änglich zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen ist, dass das Beschwerdeverfahren für die Parteien kostenlos (Art. 85 bis Abs. 2 AHVG) sind, weshalb keine Verfahrenskosten zu erheben sind, dass unter diesen Umständen d ie unterliegende Beschwerdeführerin und die obsiegende Vorinstanz keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten - und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) haben, dass das vorinstanzliche Einspracheverfahren kostenlos ist und in der Regel keine Parteientschädigungen ausgerichtet werden (vgl. Art. 52 Abs. 3 ATSG), weshalb auf den Antrag de r Beschwerdeführerin, der Vor- instanz seien die "aussergerichtlichen Kosten" aufzuerlegen, nicht weiter einzugehen ist. C-6777/2011 Seite 7 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Beat Weber Susanne Flückiger Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: