<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00455</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205573&amp;W10_KEY=13013563&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00455</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.12.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Schliessung einer Schiessanlage</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Stilllegung einer Schiessanlage Streitgegenstand (E. 1.1); Zuständigkeit, Legitimation und Kognition (E. 1.2). Auf eine noch nicht rechtskräftige Verfügung darf grundsätzlich - unter Vorbehalt des Grundsatzes des Vertrauensschutzes - zurückgekommen werden (E. 2). Anforderungen an ein (Lärm-)Gutachten (E. 3.2). Die Schlussfolgerungen im Gutachten, wonach die Lärmimmissionsgrenzwerte massiv überschritten würden, sind nicht in Frage zu stellen, auch wenn das Gutachten aus dem Jahr 1995 stammt (E. 3.2). Die Schiessanlage, die nicht nur der Durchführung der obligatorischen Schiessübungen sondern auch privaten Schiessveranstaltungen dient, ist baulich zu sanieren, oder der private Schiessbetrieb ist einzuschränken (E. 4.1). Die Stilllegung der Anlage erweist sich in Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Kriterien (E. 4.2) unter den gegebenen Verhältnissen als verhältnismässige Massnahme (sehr hohe Sanierungskosten zulasten der Gemeinde; andere Anlage in zumutbarer Distanz; tendenzielle Verringerung der Nachfrage nach Schiessanlagen; Lärmschutzwall aus landschaftsschützerischen Überlegungen nicht möglich; sehr hohe Lärmbelastung; E. 4.3 f.). Der Schliessungstermin ist auf Ende der Schiess-Saisan 2006 hinauszuschieben (E. 4.5). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRM">LÃRM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: LÃRMSCHUTZ">LÃRMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHIESSANLAGE">SCHIESSANLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHIESSLÃRM">SCHIESSLÃRM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STILLLEGUNG">STILLLEGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 13 LSV</span><br/><span class="gerade">Art. 14 LSV</span><br/><span class="ungerade">Art. 5 USG</span><br/><span class="gerade">Art. 15 USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 16 USG</span><br/><span class="gerade">Art. 17 USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 14. Juli 2003 genehmigte die Baudirektion das Projekt fÃ¼r eine LÃ¤rmsanierung der 300-Meter-Schiessanlage "Wieshof"-WÃ¼lflingen der Stadt Winterthur. Dabei wurde die Pegelkorrektur nach Anhang 7 zur LÃ¤rmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV) auf K = - 18.2 dB festgelegt (Ziffer I/a), die Erstellung von Schallschutztunnels fÃ¼r die zehn mit elektronischen Trefferanzeigen ausgerÃ¼steten Scheiben verlangt und die Weiterverwendung der "handgezeigten" Scheiben untersagt (I/b). FÃ¼r die trotz dieser Massnahmen angenommene Ãberschreitung des Immissionsgrenzwerts (IGW) an den WohnhÃ¤usern L-Strasse 01 und 02 gewÃ¤hrte die Direktion Erleichterungen im Sinne von Art. 14 LSV.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Hiergegen erhob B als Bewohner der Liegenschaft L-Strasse 03 fÃ¼r sich und im Namen zahlreicher Nachbarn am 28. August 2003 Rekurs. Sodann erhob die StockwerkeigentÃ¼mergemeinschaft L-Strasse 01 am 2. September 2003 Rekurs.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>WÃ¤hrend des hÃ¤ngigen Rekursverfahrens hob die Baudirektion die angefochtene VerfÃ¼gung am 15. April 2004 widerrufsweise auf und lud den Stadtrat Winterthur ein, die 300-Meter-Schiessanlage auf Ende der Schiess-Saison 2004 stillzulegen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Einen gegen diese VerfÃ¼gung erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat am 13. Juli 2005 ab, soweit er darauf eintrat. Aus den ErwÃ¤gungen ist festzuhalten:</p> <p class="Urteilstext"><span>Die durch WiedererwÃ¤gung bzw. Widerruf erfolgte Aufhebung der noch nicht rechtskrÃ¤ftigen VerfÃ¼gung vom 14. Juli 2003 sei â nach AnhÃ¶rung der Parteien â zulÃ¤ssig gewesen. Das Prozessthema beschlage daher vorab die Frage, ob die Schliessung zu Recht angeordnet worden sei. Weil die Erstellung einer LÃ¤rmschutzwand nicht Gegenstand der angefochtenen oder der aufgehobenen VerfÃ¼gung bilde, habe sich auch der Regierungsrat damit nicht zu befassen. Aus dem LÃ¤rmgutachten C vom 30. Januar 2002 gehe hervor, dass die Schiessanlage die IGW Ã¼berschreite und mit den Schiesstunnels nur der MÃ¼ndungsknall gedÃ¤mpft werde; zur Minderung auch des Geschossknalls wÃ¤re zusÃ¤tzlich eine LÃ¤rmschutzwand erforderlich. Die Sanierung der Schiessanlage WÃ¼lflingen wÃ¼rde daher beide Massnahmen oder aber die GewÃ¤hrung von Erleichterungen nach Art. 14 LSV voraussetzen. Das Amt fÃ¼r Raumordnung und Vermessung (ARV) lehne die Erstellung einer LÃ¤rmschutzwand aus GrÃ¼nden des Landschaftsschutzes ab. Nachdem in der VerfÃ¼gung vom 14. Juli 2003 noch Erleichterungen gewÃ¤hrt worden seien, habe sich die Direktion aufgrund einer anderen Gewichtung des Ã¶ffentlichen Interesses wiedererwÃ¤gungsweise fÃ¼r die Schliessung der Anlage ausgesprochen. Obschon die Anzahl der PflichtschÃ¼tzen im Zug der Armeereform XXI bis 2005 auf rund einen Drittel des bisherigen Bestands sinken werde, liessen sich die Immissionsgrenzwerte mit betrieblichen Massnahmen nicht einhalten. Hingegen genÃ¼ge die nur zu 32% ausgelastete stÃ¤dtische Schiessanlage OhrbÃ¼hl den gesetzlichen Anforderungen. Dort kÃ¶nnten die BundesÃ¼bungen wie die freiwilligen Kurse und Wettkampfschiessen durchgefÃ¼hrt werden, weshalb sich fÃ¼r die Anlage WÃ¼lflingen keine Sanierungserleichterungen rechtfertigten. Weil sich letztere mit zumutbaren Massnahmen nicht sanieren lasse, kÃ¶nne der rechtmÃ¤ssige Zustand allein durch deren Schliessung erreicht werden. Der SchÃ¼tzenverein WÃ¼lflingen bestehe aus drei Sektionen, deren Mitglieder die drei bestehenden Anlagen (300 m, 50 m und 25 m) nutzten. Wer in zwei oder drei Disziplinen schiesse, tue dies nicht unbedingt am selben Tag, so dass ein Standortwechsel kaum ins Gewicht falle. Der nicht nur aus Einwohnern aus WÃ¼lflingen zusammengesetzte Verein verliere weder Mitglieder noch Einnahmen, wenn er seine AnlÃ¤sse in der Anlage OhrbÃ¼hl durchfÃ¼hre; weil letztere durch den Ã¶ffentlichen Verkehr sehr gut erschlossen werde, sei der lÃ¤ngere Anfahrtsweg zumutbar. Im Ãbrigen sei es nach Art. 2 der Schiessanlagen-Verordnung vom 27. MÃ¤rz 1991 (SchaV; gleichlautend in der Fassung vom 15. November 2004) Sache der Gemeinden, die Zuweisungen an die 300-Meter-Schiessanlagen vorzunehmen und fÃ¼r den ordentlichen Betrieb der Anlagen samt Aufwendungen fÃ¼r den Bau und Unterhalt zu sorgen. Die Standortgemeinde Winterthur bedauere zwar die Schliessung, habe die VerfÃ¼gung vom 15. April 2004 jedoch nicht angefochten. Dies rechtfertige die Annahme, dass sie selbst die Verlegung des Betriebs auf die Anlage OhrbÃ¼hl als zumutbar erachte.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 19. September 2005 liess der SchÃ¼tzenverein WÃ¼lflingen dem Verwaltungsgericht â unter Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung â beantragen, den Beschluss des Regierungsrats vom 13. Juli 2005 wie die VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 15. April 2004 aufzuheben. Ferner sei "der in der 300-Meter-Schiessanlage 'Wieshof' in Winterthur-WÃ¼lflingen auf 10 Scheiben mit elektronischer Trefferanzeige beschrÃ¤nkte und auf 16 Schiesshalbtage werktags und auf einen Schiesshalbtag sonntags reduzierte Schiessbetrieb â¦ aufrechtzuerhalten".</p> <p class="Urteilstext">Namens des Regierungsrats schloss die Staatskanzlei in ihrer Vernehmlassung vom 6. Oktober 2005 auf Abweisung der Beschwerde. Denselben Antrag stellte die Baudirektion am 24. Oktober 2005. "Im Namen der Anwohner und Anwohnerinnen" Ã¤usserte sich B am 15./25. Oktober 2005 ebenfalls in ablehnendem Sinn.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer </span><span>zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><i><span> </span></i></p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b> Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet allein die von der Baudirektion angeordnete Schliessung der 300-Meter-Schiessanlage WÃ¼lflingen. Der Betrieb der Ã¶stlich des Schiessstands liegenden 50-Meter- und 25-Meter-Anlage ist hingegen weiterhin gewÃ¤hrleistet.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>GemÃ¤ss §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) ist das Verwaltungsgericht zur Beurteilung des angefochtenen Regierungsratsentscheids betreffend eine SanierungsverfÃ¼gung zustÃ¤ndig. Als Mieter der aufzuhebenden Anlage, dessen Mitglieder dort schiessen, ist der BeschwerdefÃ¼hrer nach § 21 lit. a VRG bzw. nach dem gleich lautenden § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 zur Beschwerde legitimiert. Laut § 50 VRG kÃ¶nnen mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht nur Rechtsverletzungen geltend gemacht werden; die Ermessenskontrolle ist â mit Ausnahme der in Abs. 3 genannten, hier nicht vorliegenden SonderfÃ¤lle â ausgeschlossen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 50 N. 1 und N. 70 ff.).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b><i> </i></p> <p class="Urteilstext"><span>Ob es sich bei der Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 14. Juli 2003 durch die angefochtene vom 15. April 2004 um eine WiedererwÃ¤gung oder einen Widerruf handelt, kann grundsÃ¤tzlich dahingestellt bleiben. Die begriffliche und inhaltliche Unterscheidung von verschiedenen Rechtsbehelfen und Handlungsformen, welche das ZurÃ¼ckkommen auf eine VerfÃ¼gung ermÃ¶glichen sollen, ist vor allem bezÃ¼glich Anordnungen von Bedeutung, die in formelle Rechtskraft erwachsen sind (vgl. zu diesen Unterscheidungen KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 86a-86d N. 7 ff.). DemgegenÃ¼ber ist das ZurÃ¼ckkommen auf VerfÃ¼gungen, welche </span>â <span>wie vorliegend die SanierungsverfÃ¼gung der Baudirektion vom 14. Juli 2003 </span>â<span> noch nicht in formelle Rechtskraft erwachsen sind, unter Vorbehalt des hier nicht verletzten Grundsatzes des Vertrauensschutzes (vgl. dazu Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 2002, Rz. 627) nicht an besondere Voraussetzungen gebunden. Das gilt auch dann, wenn das ZurÃ¼ckkommen nicht im Sinn einer eigentlichen WiedererwÃ¤gung zugunsten des VerfÃ¼gungsadressaten erfolgt, sondern diesen wie im vorliegenden Fall im Sinn eines Widerrufs belastet. Der BeschwerdefÃ¼hrer und die mitbeteiligte Stadt Winterthur machen denn auch nicht bzw. nicht mehr geltend, dass das ZurÃ¼ckkommen auf die VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 14. Juli 2003 unzulÃ¤ssig war.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><i><span> </span></i></p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Bei der materiellen Beurteilung des von der Schiessanlage "Wieshof" in Winterthur-WÃ¼lflingen erzeugten LÃ¤rms hat sich der Regierungsrat auf das Gutachten der C vom 30. Januar 2002 abgestÃ¼tzt und ist mit dem Experten zum Schluss gekommen, dass der Schiessbetrieb die Immissionsgrenzwerte bei den GebÃ¤uden L-Strasse 01 und 02 Ã¼berschreite. Dem hÃ¤lt der BeschwerdefÃ¼hrer entgegen, dass die LÃ¤rmmessungen auf veralteten Daten aus den Jahren 1990-1992 beruhten. Damals sei jÃ¤hrlich im Mittel an 61 Halbtagen geschossen worden; ab 2003 sei der Betrieb auf weniger als 30 Ãbungen zu hÃ¶chstens zwei Stunden vermindert worden. Ferner werde heute weitestgehend das Sturmgewehr 90 mit geringerem MÃ¼ndungs- und Geschossknall eingesetzt. Aufgrund dieser verÃ¤nderten UmstÃ¤nde sei ein neues LÃ¤rmgutachten einzuholen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Wird ein amtliches Gutachten angeordnet, so unterliegt dieses als Beweismittel der freien BeweiswÃ¼rdigung. Die PrÃ¼fung der RechtsmittelbehÃ¶rde kann sich indessen darauf beschrÃ¤nken, ob das â von der Amtsstelle eingeholte â Gutachten auf zutreffender Rechtsgrundlage beruhe, ob es vollstÃ¤ndig, klar, gehÃ¶rig begrÃ¼ndet und widerspruchslos sei und ob der Gutachter hinreichende Sachkenntnis und die nÃ¶tige Unbefangenheit bewiesen habe (RB 2003 Nr. 88 mit Hinweisen). Die Prognose von kÃ¼nftigem LÃ¤rm fÃ¤llt wegen der Unbestimmtheit der massgebenden Faktoren meistens und auch im vorliegenden Fall schwer; auf die ErgÃ¤nzung eines Gutachtens oder gar die Einholung eines Obergutachtens ist daher in aller Regel zu verzichten (vgl. auch VGr, 28. Januar 2005, VB.2004.00391 E. 4 betreffend einen HeizlÃ¼fter, www.vgrzh.ch). Die Anzahl abgefeuerter SchÃ¼sse wie auch die verwendeten Gewehrtypen lassen sich nicht zuverlÃ¤ssig prognostizieren. Obschon es wÃ¼nschenswert gewesen wÃ¤re, wenn der SachverstÃ¤ndige die Erhebungen aus dem Jahr 1995 aktualisiert hÃ¤tte, kann nicht gesagt werden, dass seine Schlussfolgerung, wonach die Immissionsgrenzwerte bei den GebÃ¤uden 01 und 02 â mit Ã¼ber 15 dB(A) massiv â Ã¼berschritten seien, dadurch in Frage gestellt wird. Die ebenfalls sachkundige Fachstelle LÃ¤rmschutz der Baudirektion hat in ihrer Stellungnahme vom 26. Juni 2002 zum Gutachten keine Einwendungen gegen die Messmethoden erhoben.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der Regierungsrat hat im angefochtenen Entscheid die massgebenden Rechtsgrundlagen des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG) und der LÃ¤rmschutz-Verordnung zur Sanierung von Schiessanlagen zutreffend dargelegt. Auf die entsprechenden ErwÃ¤gungen kann nach § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG verwiesen werden. GemÃ¤ss Ziffer 1 Abs. 3 Anhang 7 LSV gelten Schiessanlagen als Ã¶ffentlich, wenn sie fÃ¼r SchiessÃ¼bungen nach Art. 62 f. des Bundesgesetzes Ã¼ber die Armee und die MilitÃ¤rverwaltung (MilitÃ¤rgesetz) vom 3. Februar 1995 benÃ¶tigt werden. Ausser der DurchfÃ¼hrung von obligatorischen Ãbungen dienen die betreffenden 300-Meter-Schiessanlagen â wie hier â auch der Veranstaltung von privaten AnlÃ¤ssen wie Sportschiessen. Insoweit kÃ¶nnen die Anlagenbetreiber einer Sanierungsanordnung nicht die Interessen der Gesamtverteidigung im Sinn von Art. 5 USG bzw. Art. 14 Abs. 1 lit. b LSV entgegenhalten. Vielmehr mÃ¼ssen sie entweder die Anlage baulich sanieren oder den privaten Schiessbetrieb nach Massgabe des regulÃ¤ren Sanierungsziels einschrÃ¤nken (BGE 119 Ib 463 = URP 1994, S. 69; Heribert Rausch in: Walter Haller [Hrsg.], Umweltrecht, ZÃ¼rich 2004, Rz. 332).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Frage, ob gestÃ¼tzt auf Art. 14 Abs. 1 LSV Erleichterungen zu gewÃ¤hren seien und damit von der Einhaltung der IGW dispensiert werden kÃ¶nne, hat die Baudirektion zunÃ¤chst in der VerfÃ¼gung vom 14. Juli 2003 bejaht, dann aber mit dem am 15. April 2004 verfÃ¼gten Widerruf verneint. Im Entscheid BGE 119 Ib 463 hat das Bundesgericht eingehend geprÃ¼ft, unter welchen Voraussetzungen sich Sanierungserleichterungen rechtfertigen. ZunÃ¤chst ist festzuhalten, dass der Schiessstand WÃ¼lflingen mit zehn Scheiben und rund 25'000 SchÃ¼ssen pro Jahr nicht als kleine Anlage zu betrachten ist (BGr, a.a.0., E. 6c S. 472). Das Bundesgericht erwog im Weiteren, dass die Ã¼bereinstimmenden Zielsetzungen von MilitÃ¤r-, Raumplanungs- und Umweltrecht verlangten, den SchiesslÃ¤rm nach MÃ¶glichkeit auf dasjenige Mass zu begrenzen, das die BevÃ¶lkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stÃ¶re. FÃ¼hre ein Schiessbetrieb zur Ãberschreitung der Alarmwerte, so sei ein strenger Massstab angebracht. Wenn Wettkampfschiessen auf einer anderen Anlage, deren Betrieb die Immissionsgrenzwerte einhalte, mÃ¶glich und zumutbar seien, habe ein SchÃ¼tzenverein durchaus noch ein Interesse, allein die BundesÃ¼bungen auf der bisherigen, nicht mehr umweltschutzkonformen Anlage durchzufÃ¼hren (E. 6f S. 474). MÃ¼ssten fÃ¼r die BundesÃ¼bungen und den JungschÃ¼tzenkurs Sanierungserleichterungen in Anspruch genommen werden, sei es einer SchÃ¼tzengesellschaft grundsÃ¤tzlich zumutbar, WettkÃ¤mpfe auf anderen Anlagen auszutragen, soweit diese in angemessener Distanz lÃ¤gen und durch die Verlegung dorthin keine rechtswidrigen VerhÃ¤ltnisse entstÃ¼nden (E. 7b und 7c S. 476 f.).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Beim Betrieb von Schiessanlagen stehen die Ã¶ffentlichen Interessen an der Erhaltung einer glaubwÃ¼rdigen Landesverteidigung und des LÃ¤rmschutzes einander gegenÃ¼ber. Wird eine Anlage vom Gemeinwesen betrieben, spielt bei der Auswahl von verschiedenen Sanierungsvarianten auch der haushÃ¤lterische Einsatz Ã¶ffentlicher Mittel eine bedeutende Rolle (BGE 119 Ib 463 E. 4b; HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 552). Weil die Stadt Winterthur bereits erhebliche Mittel von Ã¼ber Fr. 500'000.- fÃ¼r die umweltrechtskonforme Sanierung des wesentlich grÃ¶sseren Schiessstands OhrbÃ¼hl als grÃ¶sster Anlage im Kanton ZÃ¼rich aufgewendet hat, fragt es sich, ob daneben noch Investitionen von ungefÃ¤hr Fr. 270'000.- in die streitbetroffene Anlage WÃ¼lflingen erbracht werden sollen. Entgegen den insoweit missverstÃ¤ndlichen Beschwerdevorbringen hÃ¤tte die Stadt Winterthur und nicht der BeschwerdefÃ¼hrer die Sanierungskosten zu tragen. Nach Angaben des Regierungsrats ist der Schiessstand OhrbÃ¼hl nur zu rund 32% ausgelastet, und selbst die Berechnung des BeschwerdefÃ¼hrers ergibt fÃ¼r das Jahr 2005 eine Belegung von lediglich 45,5%, womit noch betrÃ¤chtliche Reserven bestehen. Wie der Regierungsrat sodann zutreffend ausgefÃ¼hrt hat, geht mit der Verringerung der ArmeeangehÃ¶rigen im Rahmen der Armeereform XXI auch ein RÃ¼ckgang der Schiesspflichtigen einher. Weil der MilitÃ¤rdienst oft den Anlass fÃ¼r ausserdienstliches Schiessen bildet, dÃ¼rfte sich die Nachfrage nach SchiessplÃ¤tzen mittelfristig verringern. Endlich ist anzunehmen, dass technische Entwicklungen wie Simulatoren die Nachfrage nach realem Schiessen Ã¼berdies zurÃ¼ckgehen lassen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Zu prÃ¼fen bleibt die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der angefochtenen Anordnung. Die Stilllegung der Anlage ist offensichtlich geeignet, das Sanierungsziel herbeizufÃ¼hren. Mildere Massnahmen fÃ¼hren nicht zum Ziel: Die Errichtung eines LÃ¤rmschutzwalls wÃ¼rde nach zutreffender Auffassung des Regierungsrats das Landschaftsbild empfindlich stÃ¶ren und wÃ¤re obendrein mit Ã¼bermÃ¤ssigen Kosten verbunden. Betriebliche Massnahmen fÃ¼hren nach dem LÃ¤rmschutzgutachten und dessen Beurteilung durch die Fachstelle LÃ¤rmschutz auch nicht zum Ziel. Hinsichtlich der AbwÃ¤gung zwischen den Interessen des BeschwerdefÃ¼hrers und jener der AnstÃ¶sser sowie der Stadt Winterthur fÃ¤llt ins Gewicht, dass die Stilllegung der Anlage im Wesentlichen zwar nur die HÃ¤usergruppe "L-Strasse" vom LÃ¤rm entlastet. Mit Schalldruckpegeln von Ã¼ber 90 dB(A) selbst bei Verwendung des gegenÃ¼ber dem Modell 57 gerÃ¤uschÃ¤rmeren Sturmgewehrs 90 fÃ¤llt die BelÃ¤rmung der hauptbetroffenen Liegenschaften L-Strasse 01 und 02 aber massiv aus. Unter BerÃ¼cksichtigung der Pegelkorrektur wird der IGW immer noch um 15 dB(A) â im Fall einer Sanierung um rund 5-7 dB(A) â Ã¼berschritten, was in Anbetracht des Umstands, dass ein Anstieg um 3 Dezibel einer Verdoppelung entspricht (Rausch, Rz. 281), als Ã¼bermÃ¤ssig erscheint. Wie der Regierungsrat zu Recht feststellt, ist die Anlage OhrbÃ¼hl in Winterthur-GrÃ¼ze mit dem Ã¶ffentlichen wie mit dem privaten Verkehr sehr gut erschlossen, weshalb deren BenÃ¼tzung fÃ¼r die Mitglieder des BeschwerdefÃ¼hrers (im Unterschied zu den dem Urteil BGE 119 Ib 463 zugrunde liegenden VerhÃ¤ltnissen) zumutbar ist. Wie zahlreiche Beispiele anderer Sportarten und FreizeitbeschÃ¤ftigungen zeigen, kann keine Rede davon sein, dass die At­traktivitÃ¤t hauptsÃ¤chlich von der rÃ¤umlichen NÃ¤he abhÃ¤ngt. FÃ¼r den Fortbestand des SchÃ¼tzenvereins WÃ¼lflingen kommt es daher weit weniger auf den weiteren Betrieb der angestammten Anlage als auf die AttraktivitÃ¤t des Schiesssports insgesamt und den Wettbewerb zwischen gleichartigen Vereinen an. Schliesslich erfordert auch der â unwahrscheinliche â Fall, dass die Anlage OhrbÃ¼hl fÃ¼r lÃ¤ngere Zeit nicht benutzt werden kÃ¶nnte, keine Sanierung des Schiessstands "Wieshof". Solche ausserordentlichen UmstÃ¤nde wÃ¼rden es vielmehr rechtfertigen, dass die Winterthurer SchÃ¼tzen vorÃ¼bergehend auf Anlagen in der nÃ¤heren Umgebung auswichen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Diese ErwÃ¤gungen fÃ¼hren zur Abweisung der Beschwerde. Die von der Baudirektion ursprÃ¼nglich auf Ende der Schiess-Saison 2004 angeordnete Stilllegung wurde vom Regierungsrat in seinem Rekursentscheid vom 13. Juli 2005 um ein Jahr auf Ende der Schiess-Saison 2005 erstreckt. Die Vorinstanz trug somit dem im damaligen Sommer laufenden Schiessbetrieb Rechnung. Weil die Schiess-Saison jeweils schon anfangs MÃ¤rz startet und die Planung dazu bereits im November des Vorjahrs beginnt, sind diese Vorbereitungsarbeiten des BeschwerdefÃ¼hrers auch im Entscheid des Verwaltungsgerichts zu berÃ¼cksichtigen. Zu bedenken ist im Weiteren, dass die Verlegung der SchiessaktivitÃ¤ten auf eine andere Schiessanlage zusÃ¤tzlicher administrativer Vorarbeiten bedarf. FÃ¼r deren Anhandnahme dÃ¼rfte es im Zeitpunkt der Mitteilung des verwaltungsgerichtlichen Entscheids im Januar 2006 zu spÃ¤t sein, wenn die Schiess-Saison bereits rund zwei Monate spÃ¤ter anfÃ¤ngt. Aus GrÃ¼nden der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit drÃ¤ngt sich daher nicht eine sofortige Stilllegung der Schiessanlage auf. Der Schliessungstermin ist auf Ende der Schiess-Saison 2006 festzusetzen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b><i> </i></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der BeschwerdefÃ¼hrer kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG) und steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Der Schliessungstermin wird neu auf Ende der Schiess-Saison 2006 festgesetzt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'590.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">7. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>