B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-6037/2010 U r t e i l v o m 3 . A p r i l 2 0 1 3 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Ronald Flury, Gerichtsschreiberin Bianca Spescha. Parteien A._______, vertreten durch Claudia Starkl, Rechtsanwältin, Ober-Emmenweid 46, Postfach 1846, 6021 Emmenbrücke 1, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenversicherung, Revision, Verfügung vom 22. Juni 2010. B-6037/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1949 geborene, in seiner Heimat wohnhafte spanische Staatsang e- hörige A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) ar- beitete von 1973 bis 1982 als Mitarbeiter in einer Garnfabrik in der Schweiz und leistete dementsprechend die obligatorischen Beiträge an die schweizerische Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenversicherung (vgl. IV act. 5). Der Beschwerdeführer ist im Jahr 1982 nach Spanien z u- rückgekehrt, wo er noch bis 2001 als Kupferschmied gearbeitet hat. Im Jahr 2002 meldete sich der Beschwerdeführer über den spanischen Ve r- sicherungsträger bei der Schweizerischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach entsprechenden Abklärungen wurde dem B e- schwerdeführer mit Verfügung vom 27. August 2003 von der IV -Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) eine ganze Inva- lidenrente mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2001 zugesprochen (vgl. I V act. 13). B. Im Rahmen der im Jahr 2007 eingeleiteten Rentenrevision verfügte die Vorinstanz mit Entscheid vom 3. Juni 2008 die Einstellung der Invalide n- rente ab dem 1. August 2008 (vgl. IV act. 37). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich verbessert, weshalb er eine dem Gesundheitszustand ang e- passte Tätigkeit vollumfänglich ausüben könne. Die gegen diese Verfügung vom 3. Juni 2008 erhobene Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht wurde mit Urteil vom 30. März 2009 teilweise gutgeheissen und die Sache mit der Weisung an die Vorinstanz zurüc k- gewiesen, ein rheumatologisches Gutachten einzuholen und die Zumu t- barkeit einer leichten Verweisungstätigkeit für den Beschwerdeführer a n- gesichts seines Gesundheitszustandes abzuklären (vgl. IV act. 47; C - 4702/2008). C. In der Folge beauftragte die Vorinstanz Dr. med. C._______, Fachärztin Rheumatologie, mit der Begutachtung des Beschwerdeführers. Diese hielt in ihrem Gutachten vom 4. Januar 2010 fest, dass sich die Arbeitsfä- higkeit des Beschwerdeführers dahingehend verbessert habe, dass ihm seit April 2004 eine leichte Tätigkeit im Umfang von 75 % unter Berüc k- sichtigung der gegebenen Funktionseinschränkungen zumutbar sei (vgl. IV act. 68). B-6037/2010 Seite 3 D. Der Arzt des regionalen ärztlichen Dienstes der Vorinstanz (nachfolgend: RAD) Dr. med. G._______, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, erachte- te – gestützt auf das Gutachten von Dr. med. C._______ – eine Verbes- serung des Gesundheitszustandes als ausgewiesen und attestierte dem Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und eine Arbeitsunfähigkeit von 25 % in Verweis ungstätigkeiten (vgl. IV act. 71). E. Mit Vorbescheid vom 25. Februar 2010 teilte die Vorinstanz dem B e- schwerdeführer mit, dass ab 1. August 2008 die bisher bezahlte ganze Invalidenrente durch eine halbe Invalidenrente ersetzt werde, da eine dem Gesundheitszustand angepasste Tätigkeit in wechselnden Körpe r- haltungen, ohne langes Stehen oder Gehen, ohne kniende Stellung sowie ohne Heben von mehr als 5 Kilogramm im Umfang von 75 % zumutbar wäre und dies mit einer Erwerbseinbusse von 51 %. Die Vorinstanz zählte folgende mögliche Arbeiten auf: Aufseher, Magaziner und kleine Lief e- rungsarbeiten mit dem Fahrzeug. Der Beschwerdeführer nahm dazu mit Eingabe vom 22. April 2010 Ste l- lung (vgl. IV act. 83). In der Folge holte d ie Vorinstanz beim RAD -Arzt Dr. med. G._______ erneut eine Beurteilung ein (vgl. IV act. 85). Mit Verfügung vom 22. Juni 2010 bestätigte sie ihren Vorbescheid vom 25. Februar 2010 und reduzierte die ganze Invalidenrente ab 1. August 2008 auf eine halbe Invalidenrente (vgl. IV act. 87). F. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 24. August 2010 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bea n- tragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten; eventualiter sei die Angelege n- heit zur umfassenden Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. G. Mit Vernehmlassung vom 14. Dezember 2010 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der Verfügung vom 22. Juni 2010. B-6037/2010 Seite 4 H. Mit Replik vom 14. Februar 2011 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest und machte ergänzende Ausführungen. I. Duplicando fügte die Vorinstanz am 23. Februar 2011 den in der Ve r- nehmlassung getroffenen Feststellungen nichts bei und beantragt erneut die Abweisung der Beschwerde. J. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterl a- gen wird – sofern erforderlich und rechtserheblich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgeset zes vom 19. Juni 1959 über die Invalide n- versicherung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügu n- gen der IV -Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesve r- waltungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes b e- stimmt. Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3 Bst. d bis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) auf die Invalidenversich e- rung (Art. 1a – 26bis und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht au s- drücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Verf ü- gung der Vorinstanz vom 22. Juni 2010. Der Beschwerdeführer hat frist - und formgerecht Beschwerde erhoben (Art. 60 ATSG). Als Adressat der B-6037/2010 Seite 5 angefochtenen Verfügung ist er besonders berührt und hat ein schut z- würdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 59 ATSG). Damit ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 19 Abs. 3 VGG sind die Richter des Bundesverwaltungsg e- richts im Bedarfsfall zur Aushilfe in anderen Abteilungen verpflichtet. Der Entscheid im vorliegenden Verfahren erfolgt daher unter Mitwirkung von Richtern der Abteilung II. 3. 3.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb lichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kan tonale Be- hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG). 3.2 Das Bundesverwaltungsge richt ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der B e- gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die B e- schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gu t- heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer B e- gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. THOMAS HÄBERLI, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, Art. 62 N 40). 3.3 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so- fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei s- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mö g- lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sa chverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlich s- te würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 4. Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur Anwendung gelangen. 4.1 Der Beschwerdeführer besitzt die spanische Staatsbürgerschaft und wohnt in Spanien, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getr e- tene Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft e i-B-6037/2010 Seite 6 nerseits und der Europäischen Gemeinschaft ander erseits über die Fre i- zügigkeit vom 21. Juni 1999 (Freizügigkeitsabkommen, nachfolgend: FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a IVG). Das Freizügi g- keitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin geltenden bilateralen Abkommen zwischen der Schweizeris chen Eidgenossenschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union insoweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert, um insb e- sondere die G leichbehandlung aller Mitglieder der Vertragsstaaten zu gewährleisten. Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 (EWG, SR 0.831.109.268.1) haben die Personen, die im Gebiet eines Mitgliedstaates wohnen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mi t- gliedstaates wie die Staatsangehörigen dieses Staates selbst, soweit be - sondere Bestimmungen dieser Verordnung nichts anderes vorsehen. D a- bei ist im Rahmen des FZA und der Verordnung auch die Schweiz als „Mitgliedstaat“ zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 von Anhang II des FZA). Dem- nach richten sich die Bestimmung der Invalidität, die Berechnung des I n- validitätsgrades und der Rentenhöhe auch nach dem Inkrafttreten des FZA nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4), insbesondere dem IVG, der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenvers i- cherung ( IVV, SR 831.201) dem ATSG sowie der entsprechenden Ve r- ordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11). Noch keine Anwendung finden vorliegend auch die am 1. April 2012 in Kraft gesetzten Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Pa r- laments und Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit sowie (EG) Nr. 977/2009 des Europäischen Parl a- ments und Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalit ä- ten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die der Systeme der sozialen Sicherheit. Für die Beurteilung des Rentenanspruchs sind Feststellungen ausländ i- scher Versicherungsträger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte bezü g- lich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz nicht verbindlich (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4, AHI 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E.2). Vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürd i- gung des Gerichts (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsg e- richts [EVG] vom 11. Dezember 1981 i.S. D). B-6037/2010 Seite 7 4.2 Nach den allgemeinen intertemporalen Regeln sind in verfahren s- rechtlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, welche im Zei t- punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). In materiellrechtlicher Hinsicht sind diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts Gel- tung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab die- sem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Damit finden im vorli egenden Verfahren grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2010 in Kraft standen (Besti m- mungen der 5. IV-Revision). Noch keine Anwendung findet vorliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getr etene erste Massnahmenpaket der 6. IV-Revision (AS 2011 5659). 4.3 Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG zu ber ücksichtigenden ATSG -Normen zur Arbeitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art . 7), Invalidität (Art. 8) und zur Bestimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16) hat das Schweize - rische Bundesgericht ( BGer; vormals Eidgenössisches Versicherungsge- richt [EVG]) erkannt, dass es sich bei den in Art. 3 -13 ATSG enthaltenen Legaldefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor Inkrafttreten des ATSG handelt und sich inhaltlich damit keine Änderung ergibt, weshalb die hierzu entwickelte Rechtsprechung übernom men und weitergeführt werden kann (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). 5. Im vorliegenden Fall ist streitig, ob die Vorinstanz die bisher ausgerichtete ganze Invalidenrente des Beschwerdeführers zu Recht auf eine halbe In- validenrente reduziert hat . Die Vorinstanz geht diesbezüglich von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers aus, da seine tuberkulose Gonarthrose erfolgreich antibiotisch behandelt wo r- den sei. Die pathologische Immunreaktion werde nicht mehr unterhalten und sei seit April 2004 zum Stillstand gekommen. Sie stützt sich dabei auf das rheumatologische Gutachten von Dr. med. C._______, welche deu t- lich festgestellt habe, dass inzwischen unabhängige degenerative (und natürliche Alterungs-) Prozesse am Achselskelett und d en Händen vorlä- gen. Die Invalidenversicherung habe jedoch nicht dafür einzustehen, wenn eine versicherte Person zufolge ihres Alters keine entsprechende B-6037/2010 Seite 8 Arbeit finde, da es sich hierbei um einen invaliditätsfremden Faktor han d- le. Mit dem Gutachten von Dr. K._______ vom 30. Juli 2010 könne keine funktionelle Verschlechterung gegenüber dem rheumatologischen Gu t- achten von Dr. med. C._______ nachgewiesen werden. Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, dass sich sein Gesun d- heitszustand keinesfalls verbesser t habe. Vielmehr sei von einer Ve r- schlechterung auszugehen. Der Beschwerdeführer stützt sich dabei in s- besondere auf die medizinischen Berichte seines behandelnden Arztes Dr. K._______. 5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invali- dität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kö r- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder tei l- weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbe- reich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 5.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invalidität s- grad von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertel s- rente. Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, werden jedoch nur an Versicherte ausge richtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, was laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine besondere Anspruchsvoraus- setzung darstellt (BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsang e- hörige der EU, denen bereits ab einem Invaliditätsgrad von 40 % eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben – was vorliegend der Fall ist (Art. 29 Abs. 4 IVG). B-6037/2010 Seite 9 5.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades bei einem erwerbstätigen Versicherten wird das Erwerbseinkommen, das er nach Eintritt der Invali- dität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfäll i- ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ih m zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen) in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG; allgemeine Methode des Einkommensverglei chs; BGE 128 V 29 E. 1, BGE 104 V 135 E. 2a und b; ZAK 1990 S. 518 E. 2). 5.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und b e- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die är ztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). Eine zumutbare Arbeitsmöglichkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu lassen (leidensangepasste Verwei- sungstätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.). 5.5 Die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht haben die mediz i- nischen Unterlagen nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B e- weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies b e- deutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat , ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide r- sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These a b- stellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unte r- suchungen b eruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei- lung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und B-6037/2010 Seite 10 ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschla gge- bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 125 V 351 E. 3a). Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten au f- zustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E . 3b; Urteil des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen s o- wie nach Einsicht in die Akten Bericht ers tatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürd i- gung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper tise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, m it weiteren Hinweisen). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für den beha n- delnden Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). Auch die Stellungnahmen des RAD müssen den allgemeinen bewei s- rechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen. Die RAD- Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen, spielt doch die fachliche Qualifikation des Experten für die richterliche Würdigung einer Expertise eine erhebl i- che Rolle. Bezüglich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Exper- ten verlassen können. Nimmt der RAD selber keine Untersuchung vor, hat er zunächst zu überprüfen, ob die medizinischen Akten ei n vollständi- ges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben (vgl. zu den Anforderungen an einen Aktenbericht Urteil BGer 8C_653/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 5.2, Urteil BGer I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1) bzw. ob ein von ihm angefordertes Gutachten den Anforde- rungen der Rechtsprechung entspricht und die im konkreten Fall erforder- lichen Untersuchungen vorgenommen und dokumentiert wurden. B-6037/2010 Seite 11 5.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft ent- sprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentl i- che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 125 V 368 E. 2). Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesent- lichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar, sondern auch dann, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen ( oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich g e- bliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben; zudem kann auch eine Wandlung des Aufgabenbereichs einen Revisionsgrund da r- stellen (BGE 130 V 343 E. 3.5, 1 17 V 198 E. 3b; AHI 1997 S. 288 E. 2b). Die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Au f- hebung der Leistung ist von dem Zeitpunkt zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesen t- liche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich we i- ter andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Die Herabsetzung der Renten er- folgt am ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfü gung folgenden Monats an (Art. 88bis Abs. 2 Bst. a IVV; vgl. BGE 135 V 306 E. 7). Dagegen ist die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen u n- verändert gebliebenen Sachverhalts kein Revisionsgrund; unterschiedl i- che Beurteilungen sind revisionsrec htlich nur dann beachtlich, wenn sie Ausdruck von Änderungen der tatsächlichen Verhältnisse sind (siehe BGE 115 V 313 E. 4a/bb mit Hinweise n; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a). Identisch gebliebene Diagnosen schliessen eine revisionsrechtlich erhebliche Steigerung des tatsächlichen Leistungsvermögens (Arbeitsf ä- higkeit) grundsätzlich nicht aus. Dies gilt namentlich dann, wenn der Schweregrad eines Leidens sich verringert hat oder es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen. O b eine derartige tatsächliche Änderung vorliegt oder aber eine revisionsrechtlich unbeachtliche abweichende ärztliche Einschätzung eines im Wesentl i- chen gleich gebliebenen Gesundheitszustandes, bedarf auch mit Blick auf die mitunter einschneidenden Folgen für die versicherte Person einer sorgfältigen Prüfung. Dabei gilt der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit einer Verbesserung tatsächl i- cher Art genügt nicht (Urteil BGer 9C_88/2010 vom 4. Mai 2010 E. 2.2.2 mit Hinweis). B-6037/2010 Seite 12 Ob eine unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten erhebliche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch den Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen bzw. letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung, welche auf einer materiellen Pr ü- fung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (Ausgangszeitpunkt), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsve r- fügung respektiv e des Einspracheentscheides (Referenzzeitpunkt, BGE 133 V 108 E. 5.4). Vorliegend wurde eine derartige Prüfung anlässlich der Rentenzusprache am 27. August 2003 vorgenommen, weshalb diese Verfügung den Au s- gangszeitpunkt begründet. Die angefochtene Verfügung vom 22. Juni 2010, welche aufgrund des im Jahr 2007 eingeleiteten Rentenrevisions- verfahrens erging, begründet den Referenzzeitpunkt. 5.7 Dem Beschwerdeführer wurde am 27. August 2003 eine ganze Invali- denrente aufgrund einer vollständige n Arbeitsunfähigkeit wegen einer entzündeten und fistelnden Arthritis des Kniegelenks zugesprochen. Die medizinische Aktenlage präsentierte sich dabei wie folgt: – Im Formular E 213 führte Dr. L._______ am 3. Oktober 2002 aus, dass eine Meniskektomie im Februar 2001 beim Beschwerdeführer zu einem Sudeck der Patella geführt habe. Eine Reoperation habe im Februar 2002 stattgefunden. Nach einem weiteren chirurgischen Ei n- griff im Juni 2002 habe sich im rechten Kniegelenk eine septische Arthritis mit Fisteln gebildet. In der gegenwärtigen Situation könne der Beschwerdeführer nicht arbeiten (vgl. IV act. 8). – Der RAD-Arzt Dr. med. P ._______ hielt in seiner Stellungnahme vom 15. Juni 2003 fest, dass beim Beschwerdeführer eine septische Arthri- tis des rechten Knies mit Fisteln nach einer Meniskektomie vorliege. Ein chirurgischer Eingriff habe sich durch die bakterielle Infektion ve r- kompliziert. Es bestehe beim Beschwerdeführer eine vollständige A r- beitsunfähigkeit seit dem 3. Dezember 2000 (vgl. IV act. 10). 5.8 Im Rahmen des Revisionsverfahrens machte der Beschwerdeführer eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend und stützte sich dabei insbesondere auf die medizinischen Unterlagen des ihn be- handelnden Arztes Dr. K._______: B-6037/2010 Seite 13 In seinem Bericht vom 14. Juli 2008 führte Dr. K._______ aus, dass beim Beschwerdeführer im Juni 2002 eine synoviale Fistel am rechten Knie aufgetreten sei, weswegen im Januar 2003 im Spital eine breitflächige Synovektomie durchgeführt worden sei. Die Kultur des syn ovialen Gewe- bes habe ein "mycrobacterium tuberculosis" bestätigt. Der Beschwerd e- führer sei in der Infektionsabteilung des Spitals überwiesen und dort wäh- rend 15 Monaten stationär einer Spezialbehandlung wegen osteoartikulä- rer Tuberkulose des rechten Knies unterzogen worden. Der Beschwerdeführer habe erklärt, dass seine Kniebeschwerden nicht zurückgegangen seien, sondern gleich geblieben seien, die Beweglichkeit sogar progressiv schlechter und die Schmerzen stärker geworden seien. Zusätzlich zu den Knieproblemen habe der Beschwerdeführer ausgeführt, Schmerzen im Bereich der Nackenwirbelsäule zu haben. Es bestünden Ausstrahlungen in die Arme mit sporadischen Parästesien in den Händen. Der Beschwerdeführer habe des Weiteren berichtet, dass er seit gera u- mer Zeit an Deformationen der Finger, insbesondere des ersten Fingers der rechten Hand im Bereich des Interphalangeal -Gelenks leide, was da- zu führe, dass er mit dieser Hand die "Klammerfunktion" nicht ausführen könne. Bei den Röntgenuntersuchungen habe sich in e rster Linie eine deutliche Verminderung praktisch aller zervikalen Wirbelzwischenräume mit deutl i- cher Versteifung der posterioren Gelenke sowie ebenfalls ausgeprägte vulminöse, prominente Osteophyten im medulären Kanal, hauptsächlich in den Zwischenräumen C5-C6 und C6 -C7 gezeigt. In den genannten Zwischenräumen bestehe bereits anterior eine Verbindung der beiden Osteophyten. Es besteh e ein charakteristischer Niederschlag des rhe u- matischen Prozesses auf die Gelenke und zwar in allen distalen interpha- langealen Gelenken beider Hände, wobei dies besonders stark im B e- reich der Daumen und insbesondere an der rechten Hand der Fall sei, wo eine Subluxation der interphalangealen Gelenke festzustellen sei. Zudem bestehe in allen Gelenken Verminderungen der Gelenkzwisc henräume sowie deutliche Deformationen auf der Höhe des Gelenkes zwischen Trapez- und Mittelhandknochen der rechten Hand, wo ebenfalls Ost e- ophyten auf der Höhe des Trapezknochens festzustellen seien. An der Rücken- und Lendenwirbelsäule gebe es sowohl anterior als auch posterior ebenfalls zahlreiche Ostephyten und eine deutliche Vermind e- rung der Zwischenräume aller Lendenwirbel. Es bestehe eine Spondyl o- listese I/IV Grades bei L3-L4 und eine Versteifung der posterioren Gele n-B-6037/2010 Seite 14 ke. Dies seien Zeichen einer fort geschrittenen lombaren Spondyloarthro- se. Auf der Höhe des rechten Knies sei eine deutliche Demineralisation des distalen Endes des Oberschenkelknochens festzustellen. Am proximalen Ende sowohl des Schienbeins wie auch des Wadenbeins seien zudem Merkmale osteomyelitischer Folgeerscheinungen festzustellen. Deutliche Unregelmässigkeiten bestünden in beiden femoralen Gelenkköpfen und in beiden Schienbeinköpfen am rechten Knie mit deutlicher Verringerung der Zwischenräume ganz besonders auf der Höhe des externe n Schien- beinkopfes. Dies alles seien Zeichen für eine fortgeschrittene Femorop a- tellaren Zwischenraums mit superioren und posterioren Osteophyten s o- wie eine knorpelige Versteifung festzustellen, welche dem fortgeschritt e- nen Stadium einer Fomoropatellar -Arthrose des rechten Knies entspr e- che. Dr. K._______ stellte beim Beschwerdeführer zusammengefasst folgende Diagnosen: – Zervikalarthrose III. / IV. Grades – Dorsale und lombare Spondyloarthrose III. / IV. Grades – Spondylolistese I. / IV. Grades bei L3-L4 – Anatomische und funktionale Deformation beider Hände, ausgeprä g- ter rechts, aufgrund eines rheumatischen Prozesses, welcher es dem Beschwerdeführer sogar verunmöglicht , die normale "Klammerfunkt i- on" der Hand auszuführen. – Folgeerscheinungen einer osteoartikulären Tuberkulose, welche das rechte Knie befallen hatte und derzeit latent vorhanden ist – Fomoropatellar-Arthrose des rechten Knies III. / IV. Grades – Fomorotibial-Arthrose des rechten Knies II. / IV. Grades Des Weiteren führte Dr. K._______ aus, dass die aktuellen degenerativen Prozesse eine Schmerzsymptomatik mit deutlichen Bewegungsei n- schränkungen der Wirbelsäule und beider Hände nur schon für sich alle i- ne genommen zu einer dauerhaften Invalidität führen würden. Dazu wü r- den noch die Schäden, die der Beschwerde führer aufgrund eines infekt i- ösen Tuberkuloseprozesses im rechten Knie habe, kommen. Der seku n- däre degenerative Prozess als Folgeerscheinung führe dauernd und ko n- stant zu einem hinkenden Gang, wobei dieser Gang schmerzhaft und mit ernsthafter Bewegungseinschränkung einhergehe, welche für sich alleine genommen bereits genügend Grund für eine Invalidität darstellen würde. B-6037/2010 Seite 15 Für den degenerativen Arthroseprozess aufgrund einer tuberkulösen I n- fektion des Knies gebe es keine Heilung. Es könne lediglich im Sinne e i- ner somatischen Massnahme pharmakologisch behandelt werden. Eine komplette Knieprothese sei hier aufgrund der vorgängigen tuberkulösen Infektion vollkommen kontraindiziert. Man wisse, dass die Infektion, die derzeit latent vorhanden sei, jederzeit wieder ausbrechen könne, was nicht aussergewöhnlich wäre. Diesfalls würde der Infektionsprozess au s- serordentlich verschlimmert werden. In seinem Bericht vom 30. Juli 2010 bestätigte Dr. K._______ im Wesent- lichen die gestellten Diagnosen. Zusätzlich führte er aus , dass die deg e- nerativen Veränderungen auf der Höhe der Nackenwirbelsäule seit 2008 fortgeschritten seien. Auf der Höhe der Lendenwirbelsäule bestünden Verringerungen sämtlicher Wirbelzwischenräume und zwar besonders deutlich bei den Zwischenräumen L5 -S1 und L3-L4 mit einer Retrolisth e- se. Es bestünden anteriore Osteophyten, ebenso lateral, die sich auf a n- teriorem Weg in L1 -L2 und D11-D12 verbinden würden. Zudem bestehe eine deutliche Verstärkung der posterioren Gelenke mit Verringerung der Zwischenwirbellöcher, was Kennzeichen einer fortgeschrittenen Spond i- loarthrose III/IV Grades sei. Auf der Höhe beider Knie sei eine Veränd e- rung der Dichte im distalen Drittel des rechten Oberschenkelknochens, des Schien- und Wadenbeins zu erkennen, welche den Verlust von K no- chenmasse wiederspiegeln würde. Es bestehe eine deutliche Verring e- rung der Femur/Tibia -Zwischenräume, sowohl innen wie aussen, ve r- stärkt im sobchondralen Bereich, was charakteristisch für den degener a- tiven Prozess III/IV Grades sei. Auf der Höhe der prox imalen Epiphyse der Tibia sei ebenfalls eine deutliche Veränderung der Knochendichte zu erkennen, ebenso beim Wadenbein. Dies sei charakteristisch für die osteomyelitischen Folgen. Auf der Höhe der Kniescheibe bestehe eine deutliche Einschränkung des Zwisc henraums Oberschenkelkn o- chen/Kniescheide mit superioren und inferioren Osteophyten, su b- chondral verstärkt. Dies sei ebenfalls charakteristisch für eine fortg e- schrittene Femurpatellararthrose des rechten Knies. Der radiologische Befund der Hände sei ähnlich wie 2008, allerdings seien die Rhizarthrose an beiden Daumen fortgeschritten. Aus den Ergebnissen der Magnetresonanz -Untersuchung vom 20. Okt o- ber 2009 gehe eine funktional lumbal -sakraler Defekt hervor. Es bestehe eine deutliche und generalisierende Verä nderung aller Gelenkkapseln. Zudem bestünden ernste Bandscheibendehydrationen und Bandsche i- benprotrusionen bei L2 -L3, die auf den Thekalsack drücken würden. Bei B-6037/2010 Seite 16 L3-L4 bestehe eine weitere Bandscheibenprotrusion, welche das Epid u- ralfett verdränge und auch a uf den Thekalsack drücke, wobei das Per i- neuralfett deutlich in den Zwischenwirbellöchern verdrängt werde. Bei L4- L5 bestehe posterior eine weitere Bandscheibenprotrusion mit denselben Merkmalen wie anterior und eine bedeutende Kaliberreduktion der Zw i- schenwirbellöcher. 5.9 Die Vorinstanz holte in der Folge ein Gutachten von Dr. med. C._______ ein, welches am 4. Januar 2010 erstattet wurde. Darin stellte Dr. med. C._______ folgende Diagnosen: Mit Auswirkung auf die Erwerbsfähigkeit: – chirugisch behandlungsbedürftige Gonarthrose rechts bei Zustand nach Meniskektomie, Aggravierung durch Tuberkulose M17.5 – Arthrose der HWS und fortgeschrittene degenerative Veränderungen der Bandscheiben, Aggravierung durch spondylotische Hyperostose M47.8 – Erosive Arthrose der Handwurzelknochen und der Hände im Kontext mit einer Psoriasis und/oder einer Hämochromatose M19.9 Ohne Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit: – Übergewicht R63.2 – Latenter Diabetes Typ II B14.9 Dr. med. C._______ führte aus, dass die Gelenktuber kulose im rechten Knie zu einer zehnmonatigen antituberkulösen Behandlung unter stati o- närer Beobachtung geführt habe. Seit dem Jahre 2004 seien keine A n- zeichen einer Tuberkuloseinfektion mehr gegeben. Wahrscheinlich habe die Vorinstanz aufgrund dessen eine "Verbesserung" des Gesundheitszu- standes konstatiert. Objektiv betrachtet sei dies der einzige Befund, der sich verbessert habe. Sie bestätigte weiterhin eine schwerwiegende Funktionseinschränkung des rechten Knies bei massiver, postinfektiöser Gonarthrose. Ein prothetischer Kniegelenkersatz sei nicht angezeigt, da das Risiko einer Reaktivierung des Infektionsherdes bestehe. Es habe sich ein Extensionsdefizit dieses Knies eingestellt, die Flexion bleibe st a- bil bei 60°. Selbst bei Implantation einer Prothese würde die seit 2001 persistierende erhebliche Steifigkeit des Knies den Behandlungserfolg beeinträchtigen. Die arthrotische Entwicklung sei seither gleichbleibend und werde zudem durch eine kontralaterale Arthrose des linken Knies e r- schwert. B-6037/2010 Seite 17 Des Weiteren bestätigte Dr. med. C._______ erhebliche Einschränku n- gen in der Beweglichkeit der Wirbelsäule im HWS - und LWS-Bereich, die bei Untersuchung in Ruhe keine Zeichen einer radikulären oder medull ä- ren Kompression aufweisen würden. Es zeige sich auch kein Hinwei s für eine akute neurologische Schädigung. Es sei nicht auszuschliessen, dass eine neurogene Claudicatio den Zustand zusätzlich erschwere. Zudem lasse sich schwer analysieren, wodurch die Gehfähigkeit des Besc hwer- deführers beeinträchtigt werde, denn die Sc hädigung des rechten Knies sei massiv und könne zur Entwicklung eines Belastungsschmerzes be i- tragen. Durch eine neurologische Diagnostik mittels EMG und Bela s- tungstest könnte ein neurologisches Leiden ausgeschlossen werden. Darüber hinaus bestätigte Dr. m ed. C._______ das Bestehen massiver degenerativer Veränderungen der Hände. Diese Schädigung der Hände werde von Dr. K._______ ab 2008 erwähnt. Die nun bestehenden synovi- tischen Veränderungen in Verbindung mit den erheblichen radiologischen Läsionen würden ebenfalls auf eine Funktionseinschränkung in diesem Bereich schliessen. Die Lokalisation an den Metakarpophalangealgele n- ken und die Ulnardeviation liessen eine seronegative Polyarthritis vermu- ten, jedoch sei der radiologische Befund eher typisch für eine Hämatoch- romatose, denn die Osteophytose sei ausgeprägter als bei einer Polyarth- ritis, bei der diese durch destruktive erosive Läsionen abgetragen werde. Der Bluteisenwert habe annähernd bei 600 µg/l gelegen. Dieser Parame- ter sei kontrollbedürftig. Der erhö hte Eisenwert in Verbindung mit path o- logischen Blutzuckerwerten in den Lebertests lasse vorrangig das Vorli e- gen einer Hämochromatose mit Schädigung der Gelenke vermuten. Es fänden sich keine massive Ablagerungen von Pyrophosphatkristallen. Im Bereich der Knie fänden sich solche Ablagerungen. Der allgemeine Verschlechterungsverlauf der Gelenktuberkulose von 2000 bis 2004 habe die Symptomatik der Spondylarthrose begünstigt, der bis dahin durch eine gut entwickelte Muskulatur – bedingt durch die schwere körperliche Tätigkeit – entgegengewirkt worden sei. Die alter s- bedingte Sarkopenie lasse den Beschwerdeführer weniger widerstand s- fähig gegenüber seiner Wirbelsäulenerkrankung werden und führe zu e i- ner eingeschränkten Körperstatik, selbst bei leichter Tätigkeit. Als Folge seien folgende Aktivitäten und Funktionen zu vermeiden: G e- hen, unebenes und unregelmässiges Gelände, Trittleitern, Leitern und Gerüste, längeres aufrechtes Stehen von über 15 Minuten ohne Stütze oder Pause, Gehstrecken von mehr als 50 Metern, Tr agen von Lasten, B-6037/2010 Seite 18 Knie- und Hockpositionen, Handlasten von mehr als 5 kg, vibrierende Maschinen, monotone Bewegungen und Kraftaufwand der Hände, Übe r- kopfarbeiten sowie statische Haltungen von Nacken und Wirbelsäule . Des Weiteren sollte ein Positionswechsel und eine ausreichende Pause zur Mitte des Arbeitstages des Beschwerdeführers möglich sowie zudem auch regelmässige Arbeitszeiten und Verzehrmöglichkeiten gewährleistet sein. Dr. med. C._______ erachtete den Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt der Verbesserung der infektiösen Arthritis im April 2004 im Rahmen der beschriebenen Funktionseinschränkungen für eine leichte Tätigkeit im Leichtindustriesektor mit einem Pensum von 75 % arbeitsfähig. Sie wies jedoch darauf hin, dass selbst wenn eine Verbesserung im in fektiologi- schen Bereich festgestellt worden sei, dies im osteoartikulären Bereich nicht der Fall sei. Die durch die Tuberkulose bedingte Arthrose sei im B e- reich des Knies fortgeschritten und es seien weitere degenerative G e- lenksveränderungen hinzugekommen (Wirbelsäule, obere Extremitäten, insbesondere Hände), möglicher weise im Zusammenhang mit einer Eisenstoffwechselstörung. Das von den spanischen Ärzten vermutete Vorliegen eines metabolischen Syndroms scheine sich zu bestätigen und sollte konsequenter behandelt werden. 5.10 Gestützt auf dieses Gutachten kam der RAD-Arzt Dr. med. G._______ zum Schluss, die tuberkulose Gonarthritis sei geheilt. Die T u- berkulose sei eine Multisystemkrankheit, weshalb sie neben dem lokal stärksten Manifestationsort auch einen allgem ein starken Einfluss auf die Gesundheit habe. Aus diesem Grund habe beim Versicherten eine Res t- arbeitsfähigkeit verneint werden müssen, solange ein florider Infekt be- standen habe. Nachdem dieser tuberkulöse Infekt abschliessend und e r- folgreich behandelt wo rden sei und die pathologische Immunreaktion nicht mehr unterhalten und zum Stillstand gekommen sei, sei der Zustand heute relativ stabil . Dr. med. C._______ habe deutlich festgestellt, dass inzwischen unabhängige degenerative (und natürliche Alterungs -) P ro- zesse am Achselskelett und den Händen vorlägen und er dekonditioniert sei. Die Feststellung der Arbeitsfähigkeit von 75 % müsse als mediz i- nisch-theoretisch betrachtet werden. 5.11 Gestützt auf diese Gutachten und die Beurteilung des RAD -Arztes kam die Vorins tanz zum Schluss, der Gesundheitszustand des B e- schwerdeführers habe sich in rentenrelevanter Hinsicht wesentlich ve r- bessert. Eine leidensangepasste leichte Verweistätigkeit, wie beispiel s-B-6037/2010 Seite 19 weise Aufseher, Magaziner oder kleine Lieferungsarbeiten mit dem Fah r- zeug, sei ihm im Umfang von 75 % zumutbar , was zu einer einer E r- werbseinbusse von lediglich 51 % führe. 5.12 Diese Beurteilung überzeugt nicht. Die Invalidenversicherung geht zwar von einem ausgeglichenen Arbeit s- markt aus. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und ab - strakter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invaliden - versicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschi e- denartiger Stellen offen hält. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Er- werbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Ein - kommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 E. 3b). Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht da r- auf abzustellen ist, ob e ine invalide Person unter den konkreten Ar beits- marktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 291 E. 3b). Von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG kann aber dort nicht mehr gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitg e- bers möglich wäre (SVR 2009/1 IV Nr. 8 S. 17 E. 3c, SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3c, ZAK 1989 S. 322 E. 4). Gemäss dem Gutachten von Dr. med. C._______ ist es indessen ke i- neswegs so, dass dem Beschwerdeführer irgendwelche leichte Verwei s- tätigkeiten zumutbar sind. Die Funktionseinschränkungen, die gemäss i h- rem Gutachten für eine Arbeitsstelle im zeitlichen Umfang von maximal 75 % zu beachten wäre n, sind vielmehr mannigfaltig: So kann er weder mehr als 50 m noch auf unebenem oder unregelmässigem Gelände g e- hen oder Knie- und Hockpositionen ausführen. Er kann weder Trittleitern, Leitern noch Gerüste besteigen. Läng eres aufrechtes Stehen von über 15 Minuten ohne Stütze oder Pause, ebenso längere statische Haltungen von Nacken und Wirbelsäule sowie Überkopfarbeiten sind nicht möglich. Das Tragen von Lasten kommt nicht in Betracht und Handlasten sind nur B-6037/2010 Seite 20 bis zu 5 kg zulässig. Vibrierende Maschinen und mo notone Bewegungen sind ebenfalls ausgeschlossen. Unter diesen Umständen überrascht nicht, dass die Vorinstanz nicht in der Lage war, auch nur ein einleuchtendes Beispiel einer Arbeitstätigkeit zu nennen, das dem Beschwerdeführer von seinen intellektuellen und bil- dungsmässigen Ressourcen her möglich wäre und sämtlichen dieser Funktionseinschränkungen gerecht würde. So ist die Tätigkeit eines Au f- sehers mit längerem Stehen oder statischem Sitzen verbunden, die T ä- tigkeit eines Magaziners und die Lieferungsarbeiten mit dem Fahrzeug dagegen müssten daran schei tern, dass er weder mehr als 5 k g tragen noch Arbeiten über seiner Kopfhöhe ausführen noch mehr als 50 m g e- hen kann. Es trifft zwar offenbar zu, dass in Bezug auf die tuberkulose Gonarthritis, welche der An lass für die Zusprechung einer ganzen IV -Rente im Jahr 2003 gewesen war, eine klare Besserung eingetreten ist . Unter Berück- sichtigung der immer noch vorhandenen sowie der übrigen, teilweise neu dazu gekommenen gesundheitlichen Probleme und der sich daraus er- gebenden Einschränkungen ist indessen nicht nachvollziehbar, wie der Beschwerdeführer – auch unter der Annahme eines ausgeglichenen A r- beitsmarktes – in der Lage sein sollte, seine verbliebene Arbeitskraft so zu verwerten, dass er noch mindestens 30 % des Valideneinkommens er- zielen würde. Der Auffassung der Vorinstanz, wonach der Gesundheitszustand des B e- schwerdeführers sich in rentenrelevantem Ausmass verbessert hätte, kann daher nicht gefolgt werden. 5.13 Nur ergänzend sei darauf hin gewiesen, dass eine Rentenreduktion im vorliegenden Fall auch dann unzulässig gewesen wäre, wenn der G e- sundheitszustand des Beschwerdeführers sich in rentenrel evantem Aus- mass verbessert hätte. Da der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der ang e- fochtenen Verfügung das 55. Altersjahr bereits zurückgelegt hatte, hätte die Vorinstanz zuerst prüfen müssen, ob allenfalls Eingliederungsmass- nahmen erforderlich seien, bevor sie über eine Rentenreduktion verfügte (Urteil BGer 9C_228/2010 vom 26. April 2011, Präzisierung der Recht- sprechung gemäss Urteil BGer 9C_163/2010 vom 25. März 2011). 5.14 Die durch die Vorinstanz verfügte Aufhebung der Invalidenrente e r- weist sich daher als unzulässig. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen , B-6037/2010 Seite 21 die angefochtene Verfügung ist aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist mit Wirkung ab 1. August 2008 weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten. 6. 6.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG auferlegt das Bundesverwaltungsg e- richt die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem obsiegenden Beschwerdefü h- rer keine Kosten aufzuerlegen, so dass der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400. – dem Beschwerdeführer auf ein von ihm anzug e- bendes Konto zurückzuerstatten ist. Der Vorinstanz werden keine Verfah- renskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 6.2 Der obsiegende Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Vori n- stanz. Da er keine Kostennote eingereicht hat, ist die ihm zuzuspreche n- de Parteientschädigung nach Ermessen und aufgrund der Akten auf Fr. 2'200.− (inklusive Auslagen) festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Nicht zu entschädigen ist die Mehrwertsteuer (Art. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 8 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 1 des Mehrwertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009; MWSTG SR 641.20). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 22. Juni 2010 wird aufgehoben. Dem Beschwerdeführer ist mit Wirkung ab 1. August 2008 weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben . Der geleistete Kostenvo r- schuss in der Höhe von Fr. 400. – wird dem Beschwerdeführer nach Ei n- tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'200.– auszurichten. B-6037/2010 Seite 22 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular Zahladresse) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Eva Schneeberger Bianca Spescha Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17 . Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 8. April 2013