A bteilung III C -1258/2006 {T 0/2} U rteil vom 11. M ai 2007 M itw irkung: R ichter Antonio Im oberdorf (Kam m erpräsident); R ichter Bernard Vaudan; R ichterin R uth Beutler; G erichtsschreiber D aniel G rim m . A._______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verm ögensw ertabnahm e. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er aus dem Irak stam m ende A._______ (geboren _______ alias B._______, geboren _______; nachfolgend Beschw erdeführer) reiste am 25. Septem ber 2003 in die Schw eiz ein, w o er gleichentags um Asyl ersuchte. D as BFM lehnte das Asylgesuch am 14. Februar 2006 ab und ordnete die W egw eisung aus der Schw eiz an. D ieser unangefochten gebliebene Asylentscheid konnte bisher nicht vollzogen w erden. B. Bei einer Personenkontrolle am 30. August 2006 in Pfäffikon/ZH trug der Beschw erdeführer eine Barschaft von Fr. 738.50 auf sich. D ie Kantonspoli- zei Zürich nahm ihm eine Sum m e von Fr. 620.-- ab und überw ies sie m it Valuta vom 5. Septem ber 2006 dem fraglichen Sicherheitskonto bei der Vorinstanz. Ein Betrag von Fr. 118.50 w urde ihm belassen. Zur H erkunft der Verm ögensw erte erklärte der Betroffene, Fr. 350.-- habe er von sei- nem Asylbetreuer erhalten und Fr. 250.-- gehörten einem Freund m it dem Vornam en F._______. Bei w eiteren Fr. 50.-- handle es sich um Ersparnisse aus dem Vorm onat. C . Am 16. O ktober 2006 verfügte das BFM , der dem Beschw erdeführer abge- nom m ene Betrag von Fr. 620.-- w erde zu H anden des Sicherheitskontos N r. 13274180 (lautend auf A._______) sichergestellt und im R ahm en der Schlussabrechnung den Fürsorge-, Ausreise- und Vollzugskosten sow ie den Kosten des Beschw erdeverfahrens gegenübergestellt. Zur Be- gründung führte das Bundesam t aus, der Beschw erdeführer habe den nach Art. 86 Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) geforderten H erkunftsnachw eis nicht erbracht. D . M it Beschw erde vom 22. N ovem ber 2006 an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) beantragt der Beschw erdeführer die Auf- hebung der angefochtenen Verfügung sow ie die R ückgabe des ihm abge- nom m enen Betrages von Fr. 620.--. Zum indest die Sum m e von Fr. 611.30, für w elche er Belege habe, sei ihm zurückzuerstatten. H ierzu verw eist er auf eine Bestätigung der Asyl-O rganisation Zürich und auf eine solche sei- nes Kollegen C ._______. E. Aufgrund der Auszahlungsbestätigung der Asyl-O rganisation Zürich erliess die Vorinstanz am 9. Januar 2007 im R ahm en des Vernehm lassungsver- fahrens eine neue Verfügung. D arin w urde in teilw eiser W iedererw ägung des ursprünglichen Entscheides vom 16. O ktober 2006 festgehalten, die H erkunft der von der Kantonspolizei Zürich am 30. August 2006 abgenom - m enen Verm ögensw erte sei durch den Beleg der Asyl-O rganisation Zürich im U m fang von Fr. 361.30 nachgew iesen. D em entsprechend ordnete die Vorinstanz die R ückerstattung eines Betrages von Fr. 242.80 an (nachge- w iesener Betrag von Fr. 361.30 abzüglich die A._______ anlässlich der Personenkontrolle belassene Sum m e von Fr. 118.50). D er R estbetrag von Fr. 377.20 verblieb auf dem Sicherheitskonto N r. 13274180. F. In ihrer Vernehm lassung vom 11. Januar 2007 beantragt das Bundesam t, 3 die Beschw erde sei als gegenstandslos gew orden abzuschreiben. G . D er Beschw erdeführer verzichtete auf die Einreichung einer R eplik. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM betreffend Verm ögensw ertabnahm e unterliegen der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht (Art. 86 Abs. 4 AsylG i.V.m . Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t die Beurteilung der beim In- krafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eidge- nössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei Beschw erde- diensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit dieses G esetz nichts anderes bestim m t. D as U rteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G , SR 173.110] i.V.m . Art. 1 Abs. 2 VG G ). 1.4 D er Beschw erdeführer ist als Verfügungsbetroffener legitim iert (Art. 48 ff. Vw VG ). Auf die frist- und form gerechte Beschw erde ist, sow eit sie durch die teilw eise W iedererw ägung der angefochtenen Verfügung nicht gegen- standslos w urde, einzutreten (vgl. unten Ziff. 2). 2. D ie Vorinstanz hat ihren ursprünglichen Entscheid vom 16. O ktober 2006 am 9. Januar 2007 in Anw endung von Art. 58 Abs. 1 Vw VG teilw eise in W iedererw ägung gezogen und anstatt Fr. 620.-- nunm ehr Fr. 377.20 zu H anden des Sicherheitskontos des Beschw erdeführers sichergestellt. D er Erlass einer neuen Verfügung erfolgte, w eil das Bundesam t den H erkunfts- nachw eis für die in der Bestätigung der Asyl-O rganisation Zürich vom 21. N ovem ber 2006 (bzw . der dazugehörigen Auszahlungsliste) figurierende Sum m e von Fr. 361.30 akzeptierte. D er D ifferenzbetrag von Fr. 242.80 w urde dem Kontoinhaber inzw ischen ausgehändigt. G em äss Art. 58 Abs. 3 Vw VG setzt die Beschw erdeinstanz die Behandlung der Beschw erde fort, sow eit diese durch die neue Verfügung der Vorinstanz nicht gegenstands- los gew orden ist. Eine Anfechtung der Verfügung vom 9. Januar 2007 w ar – entgegen der erteilten R echtsm ittelbelehrung – nicht erforderlich (vgl. BG E 126 lll 85 E. 3). 3. N ach Art. 86 Abs. 1 AsylG sind Asylsuchende und Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbew illigung verpflichtet, für die R ückerstattung von Fürsorge-, Ausreise- und Vollzugskosten sow ie für die Kosten des R echtsm ittelver-4 fahrens Sicherheit zu leisten. D er Bund richtet ausschliesslich zu diesem Zw eck Sicherheitskonti ein (Art. 86 Abs. 2 AsylG ). Art. 86 Abs. 4 AsylG be- stim m t, dass Asylsuchende und Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbew illi- gung ihre Verm ögensw erte, die nicht aus dem Erw erbseinkom m en stam - m en, offen legen m üssen. D ie zuständigen Behörden können solche Ver- m ögensw erte bis zum voraussichtlichen Betrag der Fürsorge-, Ausreise- und Vollzugskosten sow ie der Kosten des R echtsm ittelverfahrens zu H an- den des Sicherheitskontos sicherstellen und m it den aufgelaufenen Kosten verrechnen, sow eit die H erkunft der Verm ögensw erte nicht nachgew iesen w ird (Art. 86 Abs. 4 Bst. a AsylG ) oder diese einen vom Bundesrat festzu- setzenden Betrag übersteigen (Art. 86 Abs. 4 Bst. b AsylG ). Zurzeit ist ein Betrag von Fr. 1'000.-- m assgeblich (vgl. Art. 14 Abs. 3 der Asylverord- nung 2 über Finanzierungsfragen vom 11. August 1999 [AsylV2, SR 142.312]). Als Verm ögensw erte gem äss Art. 86 Abs. 4 AsylG können G eldbeträge, geldw erte G egenstände und unkörperliche W erte w ie Bank- guthaben sichergestellt w erden (vgl. Art. 14 Abs. 1 AsylV2). 4. 4.1 G em äss der in Art. 86 Abs. 4 Bst. a AsylG vorgesehenen Bew eislastum - kehr obliegt der H erkunftsnachw eis der sicherheitsleistungspflichten Per- son (vgl. die U rteile des Bundesgerichts 2A.356/2004 vom 6. Septem ber 2004, E. 5.2 u. 5.3 und 2A.331/2001 vom 19. Septem ber 2001, E. 2a). G e- lingt ihr der N achw eis nicht, w erden die Verm ögensw erte zu H anden des Sicherheitskontos eingezogen. Kann der Betroffene dagegen glaubhaft darlegen, dass ihm die Verm ögensw erte – beispielsw eise durch Schen- kung, Erbfall oder dergleichen – rechtm ässig zugekom m en sind, erfolgt die Einziehung nur, sow eit besagte Verm ögensw erte den vom Bundesrat fest- zusetzenden Betrag übersteigen (vgl. Art. 14 Abs. 3 AsylV2). W ird der H er- kunftsnachw eis nicht erbracht, so geschieht die Sicherstellung ohne Belas- sung eines Freibetrages (zum G anzen vgl. auch BBl 1994 V 587). 4.2 An den N achw eis der H erkunft der sichergestellten Verm ögensw erte sind strenge Anforderungen zu stellen. Sow eit die H erkunft nicht unm ittelbar m it D okum enten belegt w erden kann, darf von der betroffenen Person verlangt w erden, dass sie schon anlässlich der Abnahm e im Stande ist, schlüssige, plausible und m it allfällig später nachgereichten U nterlagen übereinstim - m ende Angaben zu den sich bei ihr befindlichen Verm ögensw erten zu m a- chen. Blosse diesbezügliche Behauptungen genügen nicht (vgl. das be- reits zitierte U rteil 2A.331/2001, E. 2a). Eng dam it zusam m en hängt die Frage, ob das nachträgliche Einreichen von Bew eism itteln für den N ach- w eis der abgenom m enen Verm ögensw erte ausreicht, w as sich aber in der R egel nicht generell, sondern bloss einzelfallw eise, unter Berücksichtigung der gesam ten U m stände, beantw orten lässt. D avon ausgenom m en sind Fälle von offensichtlichen W idersprüchen oder eindeutigen U ngereim thei- ten, die ohne zusätzliche Abklärungen zum Schluss berechtigen, der ge- forderte N achw eis sei nicht erbracht w orden. 4.3 D em von der Kantonspolizei Zürich ausgefüllten Form ular "M eldung der Abnahm e von Verm ögensw erten" zufolge trug der Beschw erdeführer an-5 lässlich der Personenkontrolle vom 30. August 2006 Barw erte von total Fr. 738.50 auf sich. Bezüglich der H erkunft der Verm ögensw erte gab er an, Fr. 350.-- stam m ten von seinem Asylbetreuer und Fr. 250.-- von einem Freund. Von letzterem kenne er lediglich den Vornam en (F._______), Fam iliennam e, Adresse oder Telefonnum m er seien ihm nicht bekannt. Einen kleinen Teil des G eldes (Fr. 50.--) w ill der Beschw erdeführer zudem erspart haben. D as Form ular hat er nach der polizeilichen Befragung eigenhändig unterzeichnet, w eshalb ohne w eiteres darauf abgestellt w erden darf. 4.4 D er H erkunftsnachw eis für den Betrag von Fr. 361.30 w urde, w ie m ehrfach erw ähnt, erbracht. Anders verhält es sich m it den restlichen Fr. 377.20. D er Beschw erdeführer hat auf Beschw erdeebene zw ar eine Bestätigung nachgereicht. D em nach w ill ihm der Kollege C ._______ am 30. August 2006 eine Sum m e von Fr. 250.-- ausgeliehen haben. D er Inhalt dieses Be- legs steht aber in klarem W iderspruch zu den Aussagen des Betroffenen anlässlich der Verm ögensw ertabnahm e, w onach die Fr. 250.-- einem Freund nam ens F._______ gehören. D er Vorinstanz ist beizupflichten, dass nachträglich ausgestellte Bestätigungen oft reine G efälligkeitshandlungen darstellen, insbesondere w enn sie w ie in casu von nahe stehenden Personen ausgefertigt und erst W ochen nach dem konkreten Vorfall eingereicht w erden (die fragliche Bestätigung datiert vom 4. Septem ber 2006 und ging am 24. N ovem ber 2006 beim BFM ein). N ach allgem einer Lebenserfahrung sind solche Belege von geringem Bew eisw ert. D er Beschw erdeführer geht über besagten W iderspruch einfach hinw eg. Für die angeblich von einen anderen Freund stam m enden Fr. 150.-- w iederum unternim m t der Beschw erdeführer keinerlei Anstrengung, um seine Aussage m ittels eines Bew eism ittels zu belegen. Abgesehen davon treten auch in dieser H insicht gravierende U m stim m igkeiten zu Tage. D ass ihm noch eine w eitere Person G eld geliehen haben soll, erw ähnte er am 30. August 2006 näm lich nicht. D ie in der R echtsm itteleingabe vom 22. N ovem ber 2006 aufgeführten Beträge liegen addiert überdies über der Sum m e, m it w elcher der Be- schw erdeführer angehalten w orden w ar. D er Beschw erdeführer hat die H erkunft der Verm ögensw erte im Sinne von Art. 86 Abs. 4 Bst. a Vw VG , sow eit Fr. 361.30 übersteigend, dem nach nicht nachgew iesen. D er Betrag von Fr. 377.20 ist daher zu R echt zu H anden des auf seinen N am en lau- tenden Sicherheitskontos N r. 13274180 sichergestellt w orden. 5. Zusam m enfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung, nach- dem das Bundesam t sie in W iedererw ägung zog, Bundesrecht nicht ver- letzt. D er rechtserhebliche Sachverhalt w urde richtig und vollständig fest- gestellt und die Vorinstanz hat auch ihr Erm essen pflichtgem äss ausgeübt (vgl. Art. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist deshalb abzuw eisen, sow eit sie durch die teilw eise W iedererw ägung der Verm ögensw ertabnahm e nicht gegenstandslos w urde. 6. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w ird der m it seinem H auptbe- gehren unterliegende Beschw erdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie erm ässigten Verfahrenskosten sind auf Fr. 400.-- festzusetzen 6 (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D a dem Verfügungsbetroffenen keine verhältnism ässig hohen Kosten erw achsen sind, ist – sow eit er obsiegt – keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG , Art. 7 Abs. 4 VG KE). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit sie nicht gegenstandslos gew or- den ist. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrage von Fr. 400.-- w erden dem Beschw erde- führer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G e- richtskasse zu überw eisen. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben) - der Vorinstanz (eingeschrieben, Akten R ef-N r. N 456 253 retour) D er Kam m erpräsident: D er G erichtsschreiber: Antonio Im oberdorf D aniel G rim m Versand am :