B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-7447/2018 U r t e i l v o m 3 . J u n i 2 0 2 1 Besetzung Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), Richterin Daniela Brüschweiler, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. Parteien A._______, geboren am (…), Äthiopien, vertreten durch lic. iur. Daniel Habte, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 30. November 2018 / N (…). D-7447/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein äthiopischer Staatsangehöriger tigrinischer Ethnie – suchte am 27. Juni 2015 im damaligen Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) des SEM in B._______ um Asyl nach. Am 8. Juli 2015 wurde er zu seiner Person sowie zum Reiseweg befragt (Be- fragung zur Person, BzP). Am 19. Juli 2016 hörte ihn das SEM einlässlich zu den Asylgründen an (Anhörung). B. Anlässlich seiner Befragungen machte der Beschwerdeführer im Wesent- lichen geltend, dass er in C._______ (Region Tigray) geboren sei. Er sei verheiratet und Vater dreier Töchter . Ab 1987/88 sei er Guerilla -Kämpfer gewesen und habe beim Sturz des Derg-Regimes mitgewirkt. Ab 1995/96 sei er dann in D._______ ([…] Region Tigray) registriert gewesen und habe sich, mit Ausnahme der Zeit während der Grossoffensive gegen Eritrea, meistens dort aufgehalten, wobei er fast immer in der Kaserne gelebt habe. Er habe den militärischen Grad eines (…) innegehabt und sei einer öffent- lichen Arbeit nachgegangen. Im Jahr 2008 habe er an der Universität D._______ einen Studiengang in (…) abgeschlossen. Er habe in Addis Ab- eba im (…)departement, welches dem (…)ministerium unterstellt gewesen sei, gearbeitet und an diversen Projekten innerhalb Äthiopiens mitgewirkt, so dass er auch viel gereist sei. Er sei (…) gewesen. Im Januar/Februar 2009 habe er an einer Versammlung teilgenommen, wo über Korruption gesprochen worden sei und an welcher er sich frei geäussert habe. Ab dem (…) September 2009 sei er für sechs Monate in Haft ge nommen worden, da man ihm unterstellt habe, Teil einer oppositionellen Partei zu sein. Die Staatsanwälte hätten ihm bei der Freilassung gesagt, dass man bei ihm nichts habe finden können und er dies seinem Arbeitgeber weit erleiten solle. Er sei dann bei der Arbeit wieder eingesetzt worden, allerdings fortan als (…). Als ihm sein Chef erneut vorgeworfen habe, Teil einer oppositio- nellen Partei zu sein, sei er – aus Angst wieder in Haft zu kommen – aus- gereist. Am 16. Dezember 2011 sei er im Sudan angekommen und habe ebenda mit eine r regulären Aufenthaltsbewilligung bis 11. Februar 2015 gelebt. Schliesslich sei er über Libyen nach Italien gelangt und am 27. Juni 2015 illegal in die Schweiz eingereist. Der Beschwerde führer reichte folgende Beweismittel zu den Akten: ein Entlassungs- sowie ein Bezichtigungsschreiben seines Vorgesetzten in D-7447/2018 Seite 3 Kopie, das Schreiben eines Generals in Kopie, seinen Fahrausweis in Ko- pie, ein Schreiben des Büros der Ethiopian People's Revolutionary De- mocratic Front (EPRDF) , Kopien von UNHCR Dokumenten, das Ab- schlussjahrbuch seiner Universität sowie das Diplom im Original, seine Heiratsurkunde und Geburtsdokumente der ältesten Tochter im Original so- wie Kopien der Geburtsdokumente seiner weiteren Kinder. C. Mit Verfügung vom 30. November 2018 – eröffnet am 3. Dezember 2018 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, wies ihn aus der Schweiz weg und ordnete den Vollzug an. D. Mit Eing abe seines Rechtsvertreters vom 29. Dezember 2018 (Datum Poststempel) erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsge- richt Beschwerde gegen die Verfügung der Vorinstanz und beantragte in materieller Hinsicht, der vorinstanzliche Entscheid sei auf zuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (einschliesslich des Verzichts auf Erhebung eines Kostenvorschusses) und unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Als Beweismitt el reichte der Beschwerdeführer ein von ihm verfasste s, sehr umfangreiches handschriftliches Manuskript in tigrinischer Sprache , einen Artikel von Reuters vom 16. Dezember 2018 und einen Artikel der Neuen Zürcher Zeitung vom 27. Dezember 2018 zu den Akten. E. Mit Schreiben vom 7. Januar 2019 bestätigte das Bundesverwaltungsge- richt den Eingang der Beschwerde. F. Mit Eingabe vom 17. Januar 2019 reichte der Beschwerdeführer eine Für- sorgebestätigung der Heilsarmee Flüchtlingshilfe Regio nalstelle E._______ ein. G. Mit Zwischenverfügung vom 30. Januar 2019 hielt der Instruktionsrichter fest, der Beschwe rdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der D-7447/2018 Seite 4 Schweiz abwarten, hiess die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung gut und bestellte dem Be- schwerdeführer antragsgemäss einen Rechtsbeistand in der Person sei- nes Rechtsvertreters. Gleichzeitig forderte er den Beschwerdeführer auf, bis zum 1. März 2019 seine Identitätskarte, seinen Militärausweis, seine Haftbestätigung sowie die im Beweismittelcouvert der Vorinstanz in Ziffer 1 bis 4 genannten Beweismittel (Entlassungs- sowie Bezichtigungsschrei- ben des Vorgesetzten, Schreiben des Generals, Schreiben des EPRDF Büros) im Original einzureichen, ansonsten aufgrund der bestehenden Ak- tenlage entschieden werde. H. Mit Eingabe vom 1. März 2019 ersuchte der Beschwerdeführer um die Ge- währung einer Fristerstreckung, da sich ein identitätsbelegendes Doku- ment sowie weitere Unterlagen nach wie vor auf dem Postweg befänden, er jedoch damit rechne, dass sie in den nächsten Tagen eintreffen würden. I. Am 5. März 2019 gewährte der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer eine Fristerstreckung bis zum 11. März 2019. J. Mit Eingabe vom 8. März 2019 ersuchte der Beschwerdeführer erneut um eine Fristerstreckung, da der Brief zwecks Überprüfung von den Zollbehör- den einbehalten worden sei und er ni cht wisse, wann dieser freigegeben werde. K. Am 8. März 2019 gewährte der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer eine weitere Fristerstreckung bis zum 1. April 2019. L. Mit Eingabe vom 27. März 2019 teilte der Beschwerdeführer mit, dass die Überprüfung der Briefpostsendung durch die eidgenössische Zollverwal- tung nach wie vor nicht abgeschlossen sei, und ersuchte um eine weitere Fristerstreckung bis zum 30. Juni 2019. Eventualiter seien die Dokumente direkt von der Eidgenössischen Zollverwaltung beziehungsweise vom SEM zu edieren. M. Mit Schreiben vom 4. April 2019 teilte der Instruktionsrichter dem Be- schwerdeführer mit, dass seinem Fristerstreckungsgesuch dahingehend D-7447/2018 Seite 5 stattgegeben werde, dass ihm eine Fristerstreckung von 14 Tagen, laufend ab Zustellung der Dok umente durch die Eidgenössische Zollverwaltung oder das SEM, zur Einreichung der genannten Dokumente sowie zur Be- schwerdeergänzung gewährt werde. N. Mit Eingabe vom 18. April 2019 reichte der Beschwerdeführer seine alte Identitätskarte seiner Heimatgemeinde beziehungsweise seines Geburt- sortes C._______ in Kopie [Original durch die eidgenössische Zollverwal- tung zuhanden des SEM eingezogen], zwei Fotografien von sich in Militär- uniform, zwei Briefe von verschiedenen (…)firmen im Original sowie die handschriftlichen Notizen eines in Äthiopien verfassten Buches im Original als weitere Beweismittel zu den Akten. O. Mit Instruktionsverfügung vom 10. Januar 2020 wurde die Vorinstanz zur Vernehmlassung eingeladen. P. Mit Vernehmlassung vom 27. Januar 2020 äusserte sich die Vorinstanz in einigen Punkten zur Beschwerdeschrift und verwies im Übrigen auf ihre Erwägungen in der angefochtenen Verfügung, an welchen sie vollumfäng- lich festhielt. Q. Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 29. Januar 2020 zur Kenntnis gebracht und ihm wurde eine Frist bis zum 13. Februar 2020 zur Replik angesetzt. R. Mit Replik vom 11. Februar 2020 (Datum Poststempel) nahm der Be- schwerdeführer zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung und reichte ausserdem eine Kostennote seines Rechtsvertreters zu den Akten. S. Mit Schreiben vom 12. Juni 2020 (Datum Poststempel) erkundigte sich der Rechtsvertreter nach dem Verfahrensstand und ersuchte um prioritäre Be- handlung des Verfahrens, da sein Mandant erheblich unter den Folgen der Perspektivlosigkeit und der Unsicherheit leide, die das lange Warten auf einen Entscheid mit sich bringe. D-7447/2018 Seite 6 Dieses Schreiben wurde am 16. Juni 2020 vom Instruktionsrichter beant- wortet. T. Mit Instruktionsverfügung vom 15. Januar 2021 wurde die Vorinstanz zur Duplik eingeladen. U. Mit Duplik vom 11. Februar 2021 äusserte sich die Vorinstanz erneut in einigen Punkten zur Beschwerde und verwies im Übrigen auf ihre Erwä- gungen in der angefochtenen Verfügung, an welchen sie vollumfänglich festhielt. V. Die Duplik wurde dem Beschwerdeführer am 18. Februar 2021 zur Kennt- nis gebracht und ihm wurde eine Frist bis zum 5. März 2021 zur Triplik angesetzt. W. Mit Triplik vom 1. März 2021 nahm der Beschwerdeführer zur Duplik der Vorinstanz Stellung. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). D-7447/2018 Seite 7 1.3 Am 1. Januar 2019 wurde zudem das Ausländergesetz vom 16 . De- zember 2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Auslän- der- und Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwen- dende Gesetzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernommen worden. 2. Die Kognition des Bun desverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, welche vorab zu beurteilen sind, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer rügt , die Vorinstanz habe den Untersuchungsgrundsatz dadurch verletzt, dass sie keine Abwägung zwischen den für und gegen ihn sprechenden Sachver- haltselementen vorgenommen habe. Sodann habe er rechtsgenügliche Beweismittel, wie beispielsweise das Bezichtigungsschreiben seines Vor- gesetzten, eingereicht. Indem das SEM solchen Beweismitteln pauschal und ohne weitere Abklärungen jegliche n Beweiswert abspreche, verletze es neben dem Untersuchungsgrundsatz auch die Begründungs- respektive Abklärungspflicht. 3.2 Der vorinstanzliche Entscheid kam entgegen den Beschwerdevorbrin- gen nicht unter Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes beziehungs- weise des rechtlichen Gehörs zustande. Die Vorinstanz hat in der ange- fochtenen Verfügung dargelegt, aufgrund welcher Überlegungen sie zum Schluss gekommen ist, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhiel- ten. Sie hat sich insbesondere auch ausreichend mit dem Beweiswert der zu den Akten gereichten Dokumente befasst. Der Umstand, dass das SEM den eingereichten Schreiben einen geringen Beweiswert zuerkannte, stellt keine Verletzung der Begründ ungspflicht dar. Vielmehr führte die Vo- rinstanz in der angefochtenen Verfügung aus, dass es sich bei den einge- reichten Schreiben lediglich um Kopien handle und Dokumente wie diese leicht käuflich erwerbbar seien, weshalb ihnen, auch in Anbetracht ihrer leichten Fälschbarkeit, ein geringer Beweiswert zukomme, zumal sich der Beschwerdeführer weder spontan zum Inhalt der Schreiben, noch über den knappen Inhalt hinaus, geäussert habe, um eine Kontextualisierung zu er- möglichen. Sodann war das SEM zwar gehalten, bei der Prüfung der D-7447/2018 Seite 8 Glaubhaftigkeit der Vorbringen eine Abwägung vorzunehmen. Eine Verlet- zung dieser Abwägungspflicht kann aber nicht schon im Umstand, dass das SEM in seinen Erwägungen insbesondere die aus seiner Sicht zentra- len Gründe für die Unglaubhaft igkeit der Darlegungen explizit auflistete, erblickt werden. Die Beschränkung auf die Auflistung lediglich entscheid- wesentlicher Argumente erscheint vielmehr zulässig und schliesst eine vor- gängige Auseinandersetzung mit Aspekten, welche allenfalls, wenn au ch nicht ausschlaggebend, für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen sprechen, offensichtlich nicht aus. Der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer die Beurteilung seiner Aussagen durch das SEM nicht teilt, spricht nicht für eine ungenügende Abklärung und Feststellung des Sachverhaltes. Im Üb- rigen sind den Akten auch sonst keine Hinweise zu entnehmen, dass die Vorinstanz den Sachverhalt nicht ausreichen d erstellt oder ihre Untersu- chungspflicht beziehungsweise den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hätte, zumal sich die Sachbearbeiterin in der An- hörung vom 19. Juli 2016 – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung – wiederholt mit (Nach-)Fragen betreffend die Versammlung beziehungsweise das vom Beschwerdeführer verfasste Manuskript an den Beschwerdeführer wandte. Schliesslich zeigt die vorliegende Beschwerde auch, dass eine sachgerechte Anfechtung möglich war. 3.3 Zusammenfassend erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün- det. Es besteht deshalb keine Veranlassung, die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Na tionali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen D-7447/2018 Seite 9 Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Zur Begründung ihres ablehnenden Entscheides führte die Vorinstanz an, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten würden. Insofern er geltend gemacht habe, für sechs Monate in Haft genommen und nach sei- ner Haftentlassung erneut gesucht und durch eine erneute Inhaftierung be- droht worden zu sein, seien seine Ausführungen dazu im Allgemeinen im- mer wieder sehr ausweichend, unsubstanziiert, stereotyp und widersprüch- lich ausgefallen. Bereits im Rahmen seines freien Berichts habe er bezüg- lich der Begründung seiner Inhaftierung unterschiedliche Angaben ge- macht. So habe er zuerst angegeben, man habe ihm vorgeworfen, Mitglied der Partei F._______ zu sein, da er mit den Geschwistern des (…)minis- ters, welche Mitglieder der F._______ seien, befreundet gewesen und auf- gewachsen sei. Schliesslich habe er jedoch zu Protokoll gegeben, der Hauptgrund sei gewesen, dass er kurz davor gestanden habe, ein Buch zu veröffentlichen. An einer anderen Stelle wiederum habe er ausgeführt, sich im Rahmen einer Versammlung im fünften Monat 2001 [äthiopischer Ka- lender] – und somit neun Monate vor seiner Inhaftierung – betreffend die Korruption im Land kritisch geäussert zu haben, weshalb man ihm die Mit- gliedschaft in der F._______ unterstellt habe. Es entstehe somit bereits an dieser Stelle der Eindruck, dass er mit mehreren in den Raum geworfenen Momenten versuche, eine Verfolgungsgeschichte zu konstruieren. Keines der als Begründung angegeben en Momente vermöge jedoch, wie nachfolgend aufgezeigt, zu übe rzeugen. Was die Versammlung betreffe, so habe er sich trotz Rückfragen auf pauschale Angaben beschränkt. Un- geachtet wiederholter Aufforderungen, sei es ihm nicht gelungen, den Grund der genannten Versammlung zu erläutern. Zudem sei er anschlies- send nicht in der Lage gewesen, nachvollziehbar und substanziiert auszu- führen, weshalb ihm gerade diese Versammlung zum Verhängnis gewor- den sei. Sodann sei es bei der pauschalen Behauptung geblieben, er sei deshalb verdächtigt worden, weil er mit anderen Personen zusammen ge- sehen worden sei. Auch seine Angaben zum Inhalt und der Form des eige- nen Buches seien äusserst stereotyp und von Unkenntnis geprägt ausge- fallen. So habe er weder detailliert darlegen können , welche konkrete Struktur es aufweise, noch welche konkreten Quellen er dafür verwendet oder welche Fragestellungen er aufgeworfen habe. Seine knappe Aussage D-7447/2018 Seite 10 zum Inhalt, er habe "über die schlechten Sachen des Staates" und über Demokratiemangel, Menschenr echte und Korruption geschrieben , ver- möchten nicht zu überzeugen. Von einer Person, die sich auf über vierhun- dert Seiten mit den genannten Themen schriftlich auseinandergesetzt habe, sei zu erwarten, dass sie mehr als nur oberflächliche Aussagen zu den erwähnten Themen von sich geben könne. Es würden daher erhebli- che Zweifel an der Existenz des angeblich von ihm geschriebenen Buches bestehen. Nicht nachvollziehbar sei zudem der Umstand, dass er selbst das Buch nicht unter seinem Namen habe veröffentlichen w ollen, aus Angst davor, inhaftiert zu werden, eine andere Person es jedoch hätte ver- öffentlichen können, wenn diese eine Nutzen gesehen hätte. Zudem habe er das Buch, dessen Inhalt gemäss seinen Angaben mit Sicherheit eine Inhaftierung provozieren würde, b ei der Arbeit aufbewahrt, um ab und zu daran zu schreiben, obwohl die Büros "[…] ja so nahe beieinander [seien]". Widersprüchlich sei zudem, dass er das Buch einerseits bereits vor seiner Haft, im 9. Monat 2001 (gregorianischer Kalender: Mai/Juni 2009), als ver- loren geglaubt und angegeben habe, dass er nicht gewusst habe, dass es bereits in "deren Hände" gewesen sei, obwohl er es abgeschlossen aufbe- wahrt habe. Dass man sein abgeschlossen aufbewahrtes Buch entwendet habe, hätte ihm somit vor seiner Haft auffallen müssen. Gemäss dieser Darstellung hätten die Behörden bereits vor seiner Haft Kenntnis vom Buch und somit etwas Konkretes gegen ihn in der Hand gehabt. Die Staatsan- wälte hätten jedoch erklärt, sie hätten nichts finden können. Dies entziehe der nachfolgenden Suche nach ihm jegliche Grundlage. Er habe sie trotz Rückfragen nicht konkret zu schildern vermocht. An den vorangegangenen Erwägungen vermöchten die von ihm einge- reichten Dokumente nichts zu ändern. Zu den eing ereichten Schreiben, namentlich das Entlassungs- und Bezichtigungsschreiben des Vorgesetz- ten, das Schreiben des Generals und des EPRDF Büros, sei zu bemerken, dass es sich lediglich um Kopien handle. Des Weiteren seien Dokumente wie diese leicht käuflich erwerbbar und würden deshalb sowie angesichts ihrer leichten Fälschbarkeit einen geringen Beweiswert aufweisen. Zudem habe er keine Kontextualisierung vorgenommen. So habe er sich weder spontan zum Inhalt der Schreiben, noch über den k nappen Inhalt hinaus, geäussert. Dies sei wiederum ein starker Hinweis dafür, dass er d as Er- zählte nicht selbst erlebt habe. Die im Original eingereichten Dokumente würden sodann nicht im Zusammenhang mit seinen Asylvorbringen ste- hen. D-7447/2018 Seite 11 Zusammenfassend sei festzustellen, dass es ihm mit seinen Ausführun- gen, in einer Gesamtwürdigung , nicht gelinge, glaubhaft zu machen, er habe kurz vor seiner Ausreise aus Äthiopien aufgrund seiner beruflichen oder persönlichen Situation begründete Furcht vor einer Verfolgung seitens der Behörden gehabt. Es erübr ige sich daher, auf allfällige weitere Unge- reimtheiten in seinen Ausführungen einzugehen. 5.2 In seiner Rechtsmitteleingabe bringt der Beschwerdeführer dagegen vor, seine Vorbringen seien entgegen den Ausführungen der Vorinstanz nicht unglaubhaft. Er hätte nicht solch überaus genaue, schlüssige und wi- derspruchsfreie Angaben machen können, wenn er das Geschilderte nicht selbst erlebt hätte. Die Behauptung der Vorinstanz, dass er zu seiner In- haftierung widersprüchliche Angaben gemacht habe, werde mit Nachdruck bestritten. Es sei zwar richtig, dass er angegeben habe, verschiedene Probleme gehabt zu haben. Entgegen der Darstellung der Vorinstanz habe er aber nicht ausgeführt, dass er wegen aller Probleme verhaftet worden sei. Er habe also nicht versucht, wie die Vorinstanz behaupte, mit mehreren in den Raum geworfenen Momenten eine Verfolgungsgeschichte zu kon- struieren. Er habe vielmehr die zeitliche Abfolge der Ereignisse vor und nach seiner Verhaftung geschildert. Er habe ausgeführt, dass er offiziell lediglich wegen des Verdachts, Mitglied der F._______ zu sein, für sechs Monate verhaftet worden sei. Überdies habe er angegeben, dass sicherlich auch das Buch, welches sich in seinem Büroschliessfach befunden habe, ein Grund für die Untersuchungshaft gewesen sei. Dies habe er allerdings erst nach seiner Haft erfahren. Der Nachweis, dass er das Buch geschrie- ben habe, habe von der Staatsanwaltschaft jedoch nicht erbracht werden können, da es nicht mit seinem Namen versehen sei. Insofern sei seine Aussage, wonach die Staatsanwaltschaft nichts gegen ihn in der Hand ge- habt habe und er deshalb entlassen worden sei, sehr wohl nachvollziehbar. Er habe überdies ausgeführt, dass er sich im Rahmen einer Versammlung im fünften Monat 2001 betreffend die Korruption im Land kritisch geäussert habe. Wie die Vorinstan z selber dargelegt habe, hätten diese kritischen neun Monate vor der Inhaftierung gemachten Äusserungen noch nicht zur Verhaftung, sondern dazu geführt, dass er ab diesem Zeitpunkt vom Re- gime streng beobachtet worden sei, wie dies auch aus seinen klaren Aus- sagen hervorgehe. Soweit die Vorinstanz geltend mache, er habe bezüg- lich der Versammlung nur pauschale Angaben machen können, sei auf den Untersuchungsgrundsatz zu verweisen. Er habe unter anderem dargelegt, wann und wo d ie Versammlung stattgefunden habe und in welcher Form sie kommuniziert worden sei. Wenn die Vorinstanz der Meinung gewesen D-7447/2018 Seite 12 sei, dass weitergehende Angaben nötig gewesen wären, hätte sie ihm wei- tergehende Fragen stellen müssen, denn zum Untersuchungsgrundsa tz gehöre es auch, dass die Behörde weitergehende Fragen stelle, wenn der Sachverhalt unklar erscheine. Es könne nicht angehen, dass die Vorinstanz ihm nun ihr eigenes Versäumnis anlaste. Auch zu seinem Buch habe er entgegen der Einschätzung der Vorinstanz hinreichende Angaben gemacht. Er habe nicht behauptet, ein professioneller Schreiber zu sein. Aus seinen Aussagen gehe deutlich hervor, dass er einfach seine Gedan- ken niedergeschrieben habe und dabei auf seine Erfahrungen und das, was er aus den Nachrichten vernommen habe, zurückgegriffen habe. Um zu verdeutlichen, dass es sich bei ihm um eine Person handle, die ihre Gedanken gerne aufs Blatt bringe, lege er hiermit ein neues Manuskript ins Recht. Auch in diesem Manuskript, welches er in den nächsten Monat en veröffentlichen wolle, äussere er sich kritisch gegenüber der äthiopischen Regierung und nehme aus Überzeugung in Kauf, bei einer allfälligen Rück- kehr nach Äthiopien unverhä ltnismässig bestraft zu werden. Er lebe von der Sozialhilfe und könne es sich finanziell nicht leisten, das in tigrinischer Sprache geschriebene Manuskript ins Deutsche übersetzen zu lassen. Er werde überdies versuchen, Notizen des in Äthiopien verloren gegangenen beziehungsweise entwendeten Buches zu beschaffen. Dies dürfte jedoch ziemlich aussichtslos sein. Sollte er fündig werden, werde er die entspre- chenden Dokumente nachreichen. Schliesslich gelte es festzuhalten, dass er in Äthiopien als Soldat dem Verteidigungsministerium unterstanden und den Rang eines (…) bekleidet habe. Durch seine Flucht habe er sich seiner Militärdienstpflicht entzogen und sich der Desertion schuldig gemacht, weshalb ihm bei der Rückkehr auch deswegen eine unverhältnismässige Bestrafung drohe. Diese Tatsache sei von der Vorinstanz gänzlich unbe- rücksichtigt geblieben. 5.3 In ihrer Vernehmlassung vom 27. Januar 2020 führt die Vorinstanz zu- nächst aus, das s es sich bei der eingereichten äthiopischen Einwohner- karte aufgrund fehlender Sicherheitsmerkmale nicht um ein rechtsgenügli- ches Dokument handle, welches geeignet wäre, die Identität nachzuwei- sen. Zusätzlich sei darauf hinzuweisen, dass eine Dokumentenprüfung der eidgenössischen Zollverwaltung ergeben habe, dass die über zehn Jahre alte Einwohnerkarte Hinweise einer Inhaltsverfälschung aufweise. Auch stimme das äthiopische Geburtsdatum auf der Karte nicht mit der Angabe des Beschwerdeführers überein. Die nachgereichten fotografischen Aufnahmen vom Beschwerdeführer in Militärkleidung stellten entgegen dessen Ausführungen keinen Nachweis D-7447/2018 Seite 13 dafür dar, dass er sich seiner Dienstpflicht durch seine Flucht entzogen habe. So sei auf den Fotografien, zu welchen keine genauen Angaben (wie etwa Entstehungsort oder –grund) gemacht worden seien, lediglich er selbst in Form eines Portraits und in Militärkleidung erkennbar. Die Schul- ter-Epauletten würden woh l den Grad eines (…) zeigen, doch alleine dadurch könne weder auf eine aktuelle und aktive Dienstpflicht noch auf eine Desertion und daraus resultierende asylrelevante Verfolgung ge- schlossen werden. Abschliessend angemerkt sei aus serdem, dass die Kopfpartie (Gesichtsausdruck, Rasur, Kopfhaltung, Halsneigung) offen- sichtlich auf den beiden Fotos bei gewechseltem Hemd auffällig identisch sei. Betreffend die Schreiben der (…)firmen sei vorab darauf hinzuweisen, dass Schreiben wie die se in Äthiopien leicht käuflich erwerbbar beziehungs- weise selber herstellbar seien und aufgrund dessen grundsätzlich kaum Beweiswert hätten. Die Dokumente der beiden (…)firmen (Einladungs- und Dankesschreiben) datierten vom 10.07.1999 (19. März 2007) beziehungs- weise 13.09.2000 (21. Mai 2008) und erlaubten höchstens Hinweise auf einen möglichen Kontakt des Beschwerdeführers zu diesen Firmen. Was das "verlorengegangene Buch" betreffe, so sei es aufgrund der Spra- che des handschriftlichen Fliesstextes nicht möglich, zu den zahlreichen Seiten inhaltlich Stellung zu nehmen. Nach wie vor habe es der Beschwer- deführer jedoch unterlassen, genauere Angaben zu seinem in Äthiopien verfassten "Buch", wie etwa eine kurze inhaltliche Zusammenfassung mit den Hauptargumentationslinien oder einem Hinweis auf eigene "gefähr- dende" Aussagen zu machen. Zudem habe er es unterlassen, auszufüh- ren, wie er nun genau wieder in dessen Besitz gelangt sein wolle. Seine knappe Angabe, er habe es über Verwandte beschaffen können, vermöge nicht zu überzeugen, i nsbesondere nicht in Anbetracht dessen, da er in seiner Anhörung im Juli 2016 betont habe, alle Dokumente beziehungs- weise alles, was ihm gehört habe, sei mitgenommen worden, und der Aus- sage, dass sich das "Buch" in "ihren Händen" befi nde. Sodann werde in der Beschwerde selbst zuerst die Aussichtslosigkeit der Beschaffung be- tont. Auch zum "neuen Buch" könne man sich inhaltlich nicht äussern. Der Be- schwerdeführer habe dazu keine substanziierten Angaben gemacht , so insbesondere auch nicht zur Frage, inwiefern seine persönlichen Notizen Einfluss auf sein Asyl - beziehungsweise Beschwerdeverfahren nehmen sollten. D-7447/2018 Seite 14 Was die vorgebrachte Desertion betreffe, so seien den Akten keine Hin- weise zu entnehmen, die auf eine Desertion des Beschwerdeführers schliessen lassen würden. Es sei nicht aktenkundig, dass er sich zum Zeit- punkt seiner Ausreise im aktiven Dienst befunden hätt e. Es lägen weder Beweismittel vor, die einen Aktivdienst nachweisen würden (so zum Bei- spiel ein Militärausweis oder weitere militärische Dokumente), noch seien den Akten glaubhafte Ausführungen dazu zu entnehmen. Erschwerend hin- zukomme der Umstand, dass er dieses Vorbringen nicht geltend gemacht respektive lediglich am Ende der Bundesanhörung kurz und knapp erwähnt habe, dass es «noch Verrat» gebe und ihm bekannt sei, dass sie ihn ins Gefängnis bringen würden. Auch habe er es im Rahmen der Beschwerde- schrift unterlassen, genauere und detailliertere Ausführungen, die über eine einfache Behauptung hinausgingen, zu machen. Jedoch sei a uch im Falle einer erfolgten Desertion zu betonen, dass es sich bei diesem Tatbe- stand, um ein militärrechtliches Delikt handle, welches grundsätzlich einer legitimen Verfolgung durch die Militärbehörden unterstehe und gemäss Art. 3 Abs. 3 AsylG keine Asylrelevanz entfalte. Aus aktueller Perspektive scheine zudem fraglich, ob die heutige Regierung im Falle einer solchen Konstellation ein Interesse an einer Sanktionierung hätte. 5.4 In seiner Replik vom 10. Februar 2020 bringt der Beschwerdeführer vor, dass es sich bei den Dokumenten der zwei (…)firmen nicht um käuflich erworbene beziehungsweise selber hergestellte Schreiben handle und die eingereichte Einwohnerkarte sehr wohl ein rechtsgenügliches Dokument darstelle, welches geeignet sei, die Identität nachzuweisen. Bei Dokumen- ten, die in einem Drittweltstaat hergestellt würden, könne nicht erwartet werden, dass sie dieselben Sicherheitsmerkmale aufweisen würden wie in der Schweiz ausgestellte Dokumente. Es scheine so als würde neuerdings von der Vorinstanz jedes Dokument aus einem afrikanischen Land pau- schal als Fälschung qualifiziert. Diese mit starken Vorurteilen behaftete Würdigung von Beweismitteln sei abzulehnen. Es stelle sich die Frage, wie ein Asylsuchender in der Lage sein solle, bei einer solch willkürlichen Wür- digung von Beweismitteln seine Fluchtgeschichte zu beweisen. Die Vo- rinstanz verletze auch bezüglich dieser Beweismittel den Untersuchungs- grundsatz beziehungsweise die Abklärungs - und Begründungspflicht, wenn sie solchen Beweismitteln pauschal und o hne weitere Abklärungen jeglichen Beweiswert abspreche. Betreffend die Fotografien sei richtig, dass dadurch nicht der absolute Be- weis hinsichtlich einer aktuellen und aktiven Militärdienstpflicht erbracht D-7447/2018 Seite 15 werde. Allerdings werde im Asylverfahren n icht der absolute Beweis ver- langt, sondern eine glaubhafte Aussage und wenn möglich Dokumente, welche diese belegten. Aus den eingereichten Fotografien in Kombination mit seinen Aussagen sowie den weiteren Beweismitteln gehe glaub haft hervor, dass er der Befehlsge walt des Verteidigungsministeriums unter- standen habe. Im Rahmen der Beschwerde habe er hinsichtlich des in Äthiopien verloren gegangenen Buches dargelegt, dass er versuchen werde, Notizen zu be- schaffen. Es sei ihm denn auch gelungen, die Notizen – und nicht das Buch – einzureichen. Er habe nicht behauptet, das Buch über Verwandte be- schaffen zu können, sondern lediglich zu versuchen, Notizen des verloren gegangenen beziehungsweise entwendeten Buches zu beschaffen. Wenn die Vorinstanz keine Abklärungen hinsichtlich der von ihr bemängelten Be- weismittel vornehmen und das Manuskript nicht querlesen wolle, was einer Arbeitsverweigerung gleichkomme, wäre es das Mindeste, dass sie sich die Mühe machen würde, die Beschwerde korrekt zu lesen. Die Vorinstanz verletze den Untersuchungsgrundsatz und die Abklärungs- pflicht auch hinsichtlich des neuen Manuskripts in gravierender Weise. Es wäre ihr sehr wohl möglich , das Manuskript (sowie die Notizen zum alten Buch) von einer dolmetschenden Person querlesen zu lassen, um fes tzu- stellen, dass er sich auch im neuen Buch regimekritisch äussere. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz, sei das neue zur Veröffentlichung vorgese- hene Buch sehr wohl asylrelevant, zumal es eine exilpolitische Aktivität dar- stelle. Ausserdem verdeutliche das neue Manuskript, dass es sich bei ihm durchaus um eine Person handle, die ihre Gedanken gerne aufs Blatt bringe und es sei somit auch glaub haft, dass er bereits in Äthiopien ein Buch geschrieben habe. 5.5 In ihrer Duplik vom 11. Februar 2021 führt die Vorinstanz zunächst aus, dass die vom Zoll während des Beschwerdeverfahrens abgefangene äthi- opische Einwohnerkarte, lautend auf "G._______", entgegen der Aussage des Beschwerdeführers einer Prüfung unterzogen worden sei. Die Rechts- vertretung sei sodann per Mai l am 26. März 2019 über die laufende Kon- trolle beziehungsweise Echtheitsprüfung im Rahmen des Beschwerdever- fahrens informiert worden. Die Prüfung habe sodann mehrere Anhalts- punkte einer Inhaltsverfälschung, namentlich in Bezug auf das Format, den Stempelort und das Bild ergeben. Es sei zudem ergänzend festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens widersprüchliche Angaben zu seinem Identitätsdokument gemacht habe. D-7447/2018 Seite 16 So habe er etwa einerseits in der BzP angegeben, es nach der Ausreise verloren zu haben. Andererseits habe er in der Anhörung betont, man habe ihm sein äthiopisches Identitätsdokument in Libyen weggenommen. Was die "Bücher" betreffe, so sei vorweg darauf hinzuweisen, dass er gemäss Art. 8 AsylG einer Mitwirkungspflicht unterstehe und sich trotzdem nach wie vor in keiner Art und Weis e zum Inhalt der auf Beschwerdeebene e inge- reichten handschriftlichen Dokumente geäussert habe. Es könne sodann von einer Person mit dem geltend gemachten Hintergrund (unter anderem Universitätsabschluss) erwartet werden, dass er über Form, Inhalt, Quellen und seine eigene Auseinandersetzung mit dem Thema – seines zur Veröf- fentlichung geplanten Buches – detailliert und konkret Auskunft geben könne. Auch habe er es nach wie vor unterl assen, Angaben dazu zu ma- chen, wie er diese Schriftstücke habe erhältlich machen können. Ferner habe er sodann pauschal behauptet, das SEM habe es unterlassen, die handschriftlichen Dokumente übersetzen zu lassen, während er selbst aber nicht die geringsten Angaben zu diesen Dokumenten gemacht habe. Zudem sei abschliessend zu betonen, dass selbst eine Übersetzung des Textes keine Rückschlüsse auf den Verfasser zulasse, zumal er auch keine Angaben gemacht habe, die damit hätten abgeglichen werden können. 5.6 In seiner Triplik vom 1. März 2021 macht der Beschwerdeführer gel- tend, dass die Vorinstanz mit keinem Wort auf die aktuelle politische Situ- ation in Äthiopien eingegangen sei. In Äthiopien herrsche Krieg und zwar in der Region Tigray, aus welcher er stamme. Die Kä mpfe zwischen den äthiopischen Bundestruppen und Einheiten der nördlichen Region Tigray, zu denen auch er als Soldat gehört habe, seien anfangs November 2020 ausgebrochen. Er gehöre zur Volksgruppe der Tigray und sei ehemaliges Mitglied der aktuell gegen d ie äthiopische Zentralregierung kämpfenden Soldaten, weshalb er bei einer Rückkehr ernsthaften Verfolgungsmassnah- men ausgesetzt wäre. 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwer- deführer entgegen der Beschwerde nicht gelungen ist, eine asylbeachtli- che Verfolgung im Sinne von Art. 3 und 7 AsylG glaubhaft zu machen. Was der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene gegen die vorinstanzliche Ar- gumentation vorbringt vermag insgesamt nicht zu überzeugen, sondern er- schöpft sich grösstenteils in Erklärungsversuchen und Wiederholungen des aktenkundigen Sachverhaltes. D-7447/2018 Seite 17 6.2 Zunächst schliesst sich das Bundesverwaltungsgericht der Eins chät- zung der Vorinstanz an, die Schilderungen des Beschwerdeführers seien wenig substanziiert, widersprüchlich und ausweichend ausgefallen. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann in diesem Zusammenhang auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden, denen das Gericht sich anschliesst (vgl. E. 5.1). 6.3 Die Erklärung des Beschwerdeführers, er habe lediglich die Ereignisse vor und nach der Verhaftung geschildert beziehungsweise chronologisch aufgezeigt, vermag a ngesichts seiner Erzählstruktur nicht vollends zu überzeugen. So erwähnt er anlässlich der Anhörung in der freien Schilde- rung der Asylgründe zunächst lediglich den Vorwurf der Zugehörigkeit zur F._______, das Verfassen des Manuskriptes jedoch erst als Antwort auf die Frage, ob es noch weitere Gründe gebe, obwohl er in diesem Umstand angeblich den Hauptgrund der Inhaftierung sieht ([…]). Und die Versamm- lung, an welcher er sich kritisch geäussert haben will, spricht er wiederum erst eine Frage später an, als er gefragt wird , ob er jetzt alle Gründe voll- ständig habe nennen können ( […]). Insoweit der Beschwerdeführer rügt, die Vorins tanz hätte ihn aufgrund des ihr obliegenden Untersuchungs- grundsatzes vertiefter zu der von ihm erwähnten Versammlung befragen beziehungsweise ihn darauf aufmerksam machen müssen, dass der Sach- verhalt diesbezüglich unklar erscheine, ist auf seine Mitwirkungspflicht ge- mäss Art. 8 AsylG zu verweisen. Es wäre mithin entgegen der in der Be- schwerde vertretenen Ansicht seine Aufgabe gewesen, die Asylbehörden substanziiert über seine Erlebnisse zu informieren, zumal ihm anlässlic h der Anhörung dazu durchaus Gelegenheit gegeben wurde. Sodann ver- mag auch sein Einwand, er sei kein professioneller Schreiber, sondern ein- fach eine Person, die ihre Gedanken gerne zu Papier bringe, nicht zu einer anderen Einschätzung zu führen, da selbst dann zu erwarten wäre, er ver- möchte zu Gedanken die er niedergeschrieben haben will, substanziiertere Angaben zu machen. Schliesslich unterlässt er es auch auf Beschwerde- ebene, konkrete Angaben zu den von ihm angeblich verfassten Texten, etwa zum Aufbau oder heiklen Aussagen, zu machen. Solches hätte ange- sichts seiner Mitwirkungspflicht und des Umstandes, dass ihn bereits das SEM in der angefochtenen Ve rfügung auf das Fehlen substanziierter An- gaben aufmerksam gemacht hat, erwartet werden dürfen. Wie bereits von der Vorinstanz bemerkt, bleibt auch nach wie vor unklar, wie er die Notizen des in Äthiopien geschriebenen Manuskripts erhältlich machen konnte. So führte er in der Anhörung, danach gefragt, ob noch Mitschriften des Buches vorhanden seien, selber aus, dass alles, was ihm gehört habe, mitgenom- men worden sei, als seine Frau aus dem Haus geworfen worden sei ([…]), D-7447/2018 Seite 18 und gibt am Schluss noch einmal zu Pr otokoll, dass er Originale von nir- gendwoher beschaffen könne ([…]). Auch in der Beschwerdeschrift betonte er zuerst, dass der Versuch, die Notizen zu beschaffen, ziemlich aussichts- los sein dürfte (vgl. a.a.O. S. 5). Angesichts dieser Aussagen wäre vom Beschwerdeführer zu erwarten gewesen, dass er konkret darlegt, wie es ihm nun trotzdem gelungen sei, die Notizen zu beschaffen, und sich nicht auf die oberflächliche Erklärung, es sei ihm beziehungsweise seinen Ver- wandten (die Person bezeichnet der Beschwerdeführer auch nicht) mög- lich gewesen, das Beweismittel beizubringen, beschränkt. Vor diesem Hin- tergrund kann in antizipierter Beweiswürdigung auf eine Übersetzung der eingereichten Dokumente verzichtet werden. 6.4 Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass die Au ssagen des Be- schwerdeführers weitere Ungereimtheiten aufweisen. So hat er in der BzP angegeben, er habe am 14. Dezember 2011 Addis Abeba verlassen und sei am 16. Dezember 2011 in den Sudan eingereist ([…]), währenddessen er in der Anhörung ausgeführt hat, er sei am 14. Dezember 2011 von H._______ aufgebrochen und am 16. Dezember 2011 ausgereist ( […]). Sodann hat er in der BzP zu Protokoll gegeben, er habe (…) Schwestern und (…) Brüder ([…]). Im Widerspruch dazu hat er jedoch in der Anhörung ausgesagt, er habe (…) Brüder und (…) Schwestern. Die Erklärungen des Beschwerdeführers, vielleicht lie ge ein Irrtum vor ( […]) beziehungsweise "man" habe das wohl durcheinandergebracht, vermag angesichts des Um- standes, dass das Protokoll der BzP ihm rücküb ersetzt worden ist und er dessen Richtigkeit unterschriftlich bestätigt hat, nicht zu überzeugen. Wie von der Vorinstanz zu Recht bemerkt, hat sich der Beschwerdeführer dar- über hinaus in der Anhörung auch unterschiedlich zu seinen Identitätsdo- kumenten geäu ssert, indem er einerseits angegeben ha t, er habe alle seine originalen Dokumente in Libyen verloren, nur um gleich anschlies- send anzugeben, diese seien ihm in Libyen weggenommen worden ([…]). Später hat der Beschwerdeführer demgegenüber ausgeführt, sein Militär- ausweis sowie sein "anderer Ausweis" seien ihm im Sudan abgenommen worden ([…]). Angesichts dieser Ausführungen vermag auch die auf Be- schwerdeebene eingereichte äthiopische Einwohnerkarte nicht zu einer anderen Einschätzung zu führen, zumal eine eing ehende Überprüfung durch die Fachstelle des Grenzwachtkorps (FADOK) Anhaltspunkte einer Inhaltsverfälschung ergab, das äthiopische Geburtsdatum auf der Karte nicht mit den Angaben des Beschwerdeführers übereinstimmt ( […]) und der Beschwerdeführer diesen Er kenntnissen im Rahmen seiner Triplik nichts entgegenzuhalten hat. D-7447/2018 Seite 19 6.5 Wie von der Vorinstanz zu Recht festgestellt ist ferner nicht nachvoll- ziehbar, warum die Behörden den Beschwerdeführer freigelassen haben, wenn der Hauptgrund für die Inhaftierung das Manuskript war, welches sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Besitz der Behörden befand ([…]). Der Er- klärungsversuch des Beschwerdeführers, der Nachweis seiner Urheber- schaft habe durch die Staatsanwaltschaft nicht erbracht werden können, da das Manuskript n icht mit seinem Namen versehen gewesen sei, wirkt angesichts des Umstandes, dass das Manuskript aus dem Büro bezie- hungsweise vom Arbeitsplatz des Beschwerdeführers verschwunden sein soll ([…]), wenig überzeugend. 6.6 Bei den im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten, die ausreisebe- gründenden Ereignisse betreffenden Beweismittel (Entlassungs- und Be- zichtigungsschreiben des Vorgesetzten , Schreiben des Generals sowie Schreiben des EPRDF Büros) handelt es sich lediglich um Kopien, die über keinerlei Sicherheitsmerkmale verfügen und denen infolge der verhältnis- mässig einfachen Möglichkeit zur Fälschung bloss ein geringer Beweiswert zukommt. In Anbetracht dessen und insbesondere vor dem Hintergrund der übrigen Unglaubhaftigkeitselemente (vgl. vorgängig) vermögen di ese Beweismittel nicht zu einer anderen Einschätzung zu führen. 6.7 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz sind den Akten schliesslich keine Hinweise zu entnehmen, die auf eine Desertion des Beschwerdefüh- rers schliessen liessen, zumal dieser Umstand vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren nicht als zentrale r Asylgrund thematisiert wurde. So erwähnte er lediglich gegen Ende der Anhörung "Verrat", der ihm vorgeworfen werden könnte ([…]). Aus seinen Vorbringen geht ferner nicht hervor, dass er sich zum Zeitpunkt der ausreisebegründenden Vor- fälle im aktiven Militärdienst befunden hätte. Die eingereichten Fotografien wie auch die Schreiben der beiden (…)firmen, denen in Übereinstimmung mit der Vorinstanz angesichts ihrer leichten Fälschbarkeit ein lediglich tiefer Beweiswert zukommt, vermögen entgegen der Ansicht des Beschwerde- führers keinen Beleg für eine (im Zeitpunkt der Ausreise) aktuelle und ak- tive Dienstpflicht zu erbringen, zumal er es unterlässt, konkrete Angaben zu den Entstehungsumständen dieser Beweismittel zu machen. 6.8 Entgegen der Triplik kann der Beschwerdeführer aus seiner Zughörig- keit zur Ethnie Tigray auch im Lichte des gegenwärtigen Konfliktes nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, zumal nicht von einer Kollektivverfolgung der tigrinischen Ethnie auszugehen ist. D-7447/2018 Seite 20 6.9 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz das Vorliegen der Flüchtlings- eigenschaft zu Recht verneint und das Asylgesuch folgerichtig abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän- derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei- lung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 8.2 Das SEM beurteilt den Wegweisungsvollzug in der angefochtenen als zulässig, zumutbar und möglich. Das Bundesverwaltungsgericht kann sich dieser Einschätzung zum gegenwärtigen Zeitpunkt aufgrund nachfolgen- der Ausführungen nicht anschliessen. Der Beschwerdeführer stammt ursprünglich aus der Region Tigray, wo im November 2020 ein Konflikt zwischen der in der Region verankerten TPLF (Tigray People's Liberation Front) und Regierungstruppen eskalierte, wel- cher nach wie vor im Gange ist. Die Vorinstanz hat sich jedoch in ihrer Duplik vom 11. Februar 2021 mit keinem Wort dazu geäussert, inwiefern sich dieser anhaltende Konflikt auf den Vollzug der Wegweisung auswirkt. Sodann finden sich im Asyldossier eine Bestätigung des Bevölkerungsam- tes der Stadt I._______ vom 21. Juli 2020, wonach ein den Beschwerde- führer betreffendes Scheidungsurteil vom 12. Januar 2019 zwecks Vater- schaftsanerkennung sichergestellt worden sei ([…]), ebenso wie Aktenein- sichtsgesuche des Bevölkerungsamtes der Stadt I._______ vom 5. Ap- ril 2019 (Geburt [[…]]) beziehungsweise 16. November 2018 (Vater- schaftsanerkennung [[…]). Ferner geht aus den Akten hervor, dass der Be- schwerdeführer am 16. Mai 2019 (Datum Gesuchseingang ) bei der Vo- rinstanz ein Gesuch um Kantonswechsel eingereicht hat ([…]). In diesem D-7447/2018 Seite 21 Gesuch machte der Beschwerdeführer geltend, dass seine (neue) Partne- rin am (…) 2019 den gemeinsamen Sohn geboren habe und er beabsich- tige, sie zu heiraten. Das Kantonswechselgesuch wurde von der Vo- rinstanz mit Verfügung vom 15. Oktober 2019 abgelehnt ([…]). Schliesslich ist aus dem Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) ersichtlich, dass die besagte Partnerin (N […]) in der Schweiz über eine Aufentha lts- bewilligung verfügt. Alle diese Umstände wurden im Rahmen der Prüfung des Wegweisungsvollzuges bis anhin ebenfalls nicht berücksichtigt. Um dem Beschwerdeführer hinsichtlich der Frage der Zulässigkeit und Zu- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in seinen Heimatstaat Äthiopien den vollen Instanzenzug zu gewähren und weil in diesem Zusammenhang möglicherweise weitere Tatsachen festgestellt und zusätzliche Beweise er- hoben werden müssen, erscheint es nach dem Gesagten angezeigt, die Ziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung gestützt auf Art. 61 Abs. 1 in fine VwVG aufzuheben und die Sache zwecks Abklärung von Wegwei- sungsvollzugshindernissen ans SEM zurückzuweisen. 9. Vor dem Hintergrund der obigen Erwägungen ist festzuhalten, dass di e Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch folgerichtig abgewiesen hat. Auch die Weg- weisung wurde zu Recht angeordnet. In diesen P unkten ist die Be- schwerde abzuweisen. Bezüglich des Wegweisungsvollzu gs ist die Beschwerde demgegenüber gutzuheissen. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der angefochtenen Ver- fügung sind aufzuheben und die Sache in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 in fine VwVG zwecks Abklärung von allfälligen Wegweisungsvollzugshinder- nissen und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 10. 10.1 Im Hinblick auf die Kostenliquidation ist der Ausgang des Verfahrens als teilweises Unterliegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Satz 2 VwVG) zu werten. Dem Beschwerdeführer wären demnach reduzierte Verfahrenskos ten aufzuer- legen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Da ihm indessen mit der Zwischenver- fügung vom 30. Januar 2019 die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde und sich an den Voraussetzungen dazu nichts geändert hat, sind ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. D-7447/2018 Seite 22 10.2 Nachdem der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde teilweise ob- siegt hat, ist er für die ihm erwachsenen notwendigen Kosten hälftig durch die Vorinstanz zu entschädigen (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 ff. VGKE). Dem mit Verfügung vom 30. Januar 2019 beigeor dneten Rechtsvertreter ist sodann im Umfang des Unterliegens – ebenfalls hälftig – zu Lasten des Gerichts ein amtliches Honorar auszurichten. Die Festsetzung des amtli- chen Honorars erfolgt in Anwendung der Art. 8-11 sowie Art. 12 VGKE, wo- bei das Bundesverw altungsgericht bei amtlicher Vertretung in der Regel von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nichtanwaltliche Vertreter ausgeht (Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Der Rechtsvertreter weist in seiner Kostennote vom 10. Februar 2020 einen zeitlichen Aufwand von 18.5 Stunden aus und beziffert die Auslagen pauschal auf Fr. 60.–. Der zeitliche Aufwand erscheint auch unter Berücksichtigung des seit der Ein- reichung der Honorarnote erfolgten Aufwandes angemessen. Die Ausla- genpauschale ist nicht zu kürzen, auch wenn an dieser Stelle festzuhalten ist, dass grundsätzlich keine pauschalen, sondern nur konkrete Kosten zu vergüten sind (Art. 9 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 11 VGKE). Nach dem Gesag- ten ist das durch das Bundesverwaltungsgericht auszurichtende Honorar wie auch die durch die Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung demnach auf je Fr. 1'418.– (inklusive hälftige Auslagen) festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) D-7447/2018 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird den Wegweisungsvollzug betreffend gutgeheissen. Die Ziffern 4 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung vom 30. November 2018 werden aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Neube- urteilung ans SEM zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dem amtlich bestellten Rechtsvertreter wird durch das Bundesverwal- tungsgericht ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'418.– ausgerichtet. 4. Die Vorinstanz wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1'418.– auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Simon Thurnheer Andrea Beeler Versand: