A bteilung II B -181/2007 {T 0/2} U rteil vom 21. Juni 2007 M itw irkung: R ichter Brentani (vorsitzender R ichter), R ichter C laude M orvant, R ichter H ans U rech; G erichtsschreiber C orrado Bergom i. X.________, vertreten durch H errn R echtsanw alt M atthias Städeli, R entsch & Partner, Fraum ünsterstrasse 9, Postfach 2441, 8022 Zürich, Beschw erdeführer gegen Eidgenössisches Institut für G eistiges Eigentum , Einsteinstrasse 2, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend M arkeneintragsgesuch. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer hinterlegte am 2. April 2006 die M arke "VU VU ZE - LA" für die folgenden W aren und D ienstleistungen (vgl. G esuch N r. 52941/2006): 15 M usikinstrum ente 28 Spiele, Spiellzeug; Turn- und Sportartikel, sow eit sie in dieser Klasse enthalten sind. M it Beanstandung vom 21. April 2006 erklärte die Vorinstanz, das unter- breitete Zeichen "Vuvuzela" entspreche einer ursprünglich aus Südafrika stam m ende Trom pete, w elche insbesondere bei Sportanlässen verw endet w erde und m üsse für "M usikinstrum ente" als rein beschreibend betrachtet w erden. Für diese W aren könne der Begriff som it nicht als M arke zugelas- sen w erden. Für die übrigen beanspruchten W aren sei das Zeichen als schutzfähig zu betrachten. D er Beschw erdeführer bestritt m it Schreiben vom 4. Juli 2006 den Stand- punkt der Vorinstanz und ersuchte um vollum fängliche G utheissung des Eintragungsgesuchs. Am 4. August 2006 beantragte der Beschw erdeführer, das G esuch auf acht w eitere W aren und D ienstleistungen auszudehnen und das H interle- gungsdatum auf dieses D atum zu verschieben. D ie Klassen 15 und 28 w urden w ie folgt ergänzt: Klasse 15 M usikinstrum ente, insbesondere Buccins, C lairons, Flöten, Klarinetten, O boen, O karinas, Pistons, Posaunen, Sheng, Suona, Trom peten Klasse 28 Spiele, Spielzeug, insbesondere Spielzeuginstrum ente, G esellschaftsspiele, Puzzles, Plüschtiere, Teddybären, Tischbom ben, Scherzartikel, C hristbaum schm uck M it Schreiben vom 24. August 2006 hielt die Vorinstanz an ihrer Beanstan- dung vom 21. April 2006 fest. Sie gelangte erneut zum Schluss, das Zei- chen habe als Sachbezeichnung einen rein beschreibenden C harakter, ge- höre m angels konkreter U nterscheidungskraft zum G em eingut und sei frei- haltebedürftig. G estützt auf Art. 2 lit. a M SchG könne es für die W aren der Klasse 15 und 28 nicht zum M arkenschutz zugelassen w erden. Am 31. August 2006 ersuchte der Beschw erdeführer um Zulassung des von ihm hinterlegten Zeichens für säm tliche W aren und D ienstleistungen sow ie um Erlass einer beschw erdefähigen Verfügung. M it Schreiben vom 11. Septem ber 2006 beantragte der Beschw erdeführer 3 die Teilung des G esuchs. D ie W aren und D ienstleistungen, die nicht zu- rückgew iesen w orden seien, seien zum M arkenschutz zuzulassen. Für die zurückgew iesenen W aren und D ienstleistungen (Klasse 15 und 28) sei in- des eine Verfügung zu erlassen. M it Schreiben vom 8. N ovem ber 2006 bescheinigte die Vorinstanz die am 23. O ktober erfolgte Eintragung des Zeichens Vuvuzela für die Klassen 9, 15, 21, 25, 28, 32-33, 35, 38 und 41; für die Klassen 15 und 28, jedoch nur, sow eit das G esuch m it der nachfolgend genannten Verfügung nicht zurückgew iesen w urde. Für "Spiele" in Klasse 28 liess die Vorinstanz das fragliche Zeichen zum M arkenschutz zu. M it Verfügung vom 23. N ovem ber 2006 w ies die Vorinstanz das M arken- eintragungsgesuch 01831/2006 VU VU ZELA für "M usikinstrum ente" (Klas- se 15) und für "Spielzeug, insbesondere Spielzeuginstrum ente" (Klasse 28) zurück. B. G egen diese Verfügung erhob der Beschw erdeführer am 8. Januar 2007 Beschw erde vor dem Bundesverw altungsgericht und beantragte, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, die angefochtene Verfügung sei aufzu- heben und die unter der G esuchsnum m er 01831/2006 hinterlegte M arke "VU VU ZELA" sei ohne Einschränkung für "M usikinstrum ente" (Klasse 15) und "Spielzeug, insbesondere Spielzeuginstrum ente" (Klasse 28) in das M arkenregister einzutragen. D er Beschw erdeführer beanstandet zunächst eine rechtsfehlerhafte Ausle- gung von Art. 2 lit. a M SchG , da das W ort "Vuvuzela" w eder zum allgem ei- nen Sprachgebrauch in der Schw eiz gehöre noch bei den durchschnittli- chen Abnehm erkreisen von M usikinstrum enten bekannt sei. D em schw ei- zerischen D urchschnittspublikum könnten Kenntnisse des Tow nship- Slangs und des Zulu nicht unterstellt w erden. W eiter bringt der Beschw er- deführer vor, die Frage, ob ein Zeichen G em eingut sei sow ie ob für ein sol- ches ein Freihaltebedürfnis bestehe, beurteile sich nach der Sachlage im Zeitpunkt des Entscheids. Es könne nicht angehen, dass eine M arke an- hand von irgendw elchen Zukunftsprognosen ihrer künftigen Verbreitung beurteilt w erde. Selbst w enn ein Begriff von einem beachtlichen Teil des schw eizerischen D urchschnittspublikum s verstanden w erde, sei gem äss R echtsprechung nicht zw ingend auf ein Freihaltebedürfnis zu schliessen. Ferner m acht der Beschw erdeführer geltend, selbst w enn m an Internet- R echerchen als Entscheidgrundlagen akzeptieren w olle, dürften dafür ge- w iss nicht ausschliesslich Auszüge von W ebseiten herangezogen w erden, w elche keinen Bezug zum schw eizerischen M arkt hätten und diesbezüg- lich keine R ückschlüsse erlaubten. D ies gelte um so m ehr, w enn die einzi- ge W ebseite m it dem strittigen Zeichen, w elche einen Bezug zur Schw eiz aufw eise, vom M arkenanm elder und Beschw erdeführer betrieben w erde. D es W eiteren stellt sich der Beschw erdeführer auf den Standpunkt, die Eintragung des Zeichens "Vuvuzela" als G em einschaftsm arke sei gem äss 4 R echtsprechung als Indiz für die Zulassung der M arke in der Schw eiz zu betrachten. D ie Beurteilung der hinterlegten M arke durch die Vorinstanz gehe auch insow eit fehl, als sie sich auf eine reine W örterbuch-Bedeutung abstützen w olle. Selbst w enn m an allein gestützt auf ein W örterbuch dafür halten w olle, dass das strittige Zeichen in den Sprachen Tow nship-Slang und Zulu einen direkten H inw eis auf eine Trom pete liefere, so w ürden im M usikhandel in der Schw eiz keine Trom peten unter der Bezeichnung "Vu- vuzela" angeboten. Aus dem angeblichen U m stand, dass in Südafrika Trom peten unter der Bezeichnung "Vuvuzela" angeboten w ürden, könne für das Verständnis des Begriffs "Vuvuzela" in der Schw eiz nichts abgelei- tet w erden. M assgebend sei bei frem dsprachigen W örtern, die nicht einer N ationalsprache und dem englischen G rundw ortschatz entnom m en w er- den könnten, einzig ob das W ort in den m assgebenden Verkehrskreisen bekannt sei. D ie Vorinstanz unterlasse diesbezüglich jeglichen H inw eis, w eshalb sie von der Bekanntheit des Zeichens "Vuvuzela" in den m assge- benden Abnehm erkreisen ausgehe. C . M it Vernehm lassung vom 20. M ärz 2007 beantragt die Vorinstanz die kostenfällige Abw eisung der Beschw erde. Auf die Argum ente der Parteien w ird, sow eit sie für den Entscheid erheb- lich erscheinen, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D er Entscheid der Vorinstanz vom 23. N ovem ber 2006 stellt eine Verfü- gung im Sinne des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren dar (Vw VG , SR 172.021; Art. 5 Abs. 1 Bst. c). D as Bundesverw altungsgericht ist zur Beurteilung von Beschw erden gegen Eintragungsverfügungen der Vorinstanz in M arkensachen zuständig (Art. 31 ff. des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005; VG G , SR 173.32). D er Beschw erdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung durch diese beschw ert und hat ein schutzw ürdiges Interesse an ihrer Auf- hebung oder Änderung. Er ist daher zur Beschw erdeführung legitim iert (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). Eingabefrist und -form sind gew ahrt (Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 Vw VG ), der Kostenvorschuss w urde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 Vw VG ), der Vertreter hat sich rechtsgenüglich ausgew iesen (Art. 11 Vw VG ) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 48 ff. Vw VG ). Auf die Verw altungsbeschw erde ist daher einzutreten.5 2. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die hinterlegte M arke "VU VU ZELA" ohne Einschränkung für "M usikinstrum ente" (Klasse 15) und "Spielzeug, insbesondere Spielzeuginstrum ente" (Klasse 28) in das M ar- kenregister eingetragen w erden kann. 3. N ach Art. 2 lit. a M SchG sind Zeichen im G em eingut vom M arkenschutz ausgeschlossen. D er G rund für deren Schutzausschluss ist im Freihaltebe- dürfnis oder in der fehlenden U nterscheidungskraft des Zeichens begrün- det (C hristoph W illi, in: Kom m entar M arkenschutzgesetz, Zürich 2002, hiernach: M SchG -W illi, Art. 2 N 34 m it H inw eis auf die Bundesgerichtspra- xis). Als G em eingut sind Zeichen anzusehen, die nicht zur Identifikation von W aren und D ienstleistungen dienen können und vom Publikum nicht als H inw eis auf eine bestim m te Betriebsherkunft verstanden w erden (Lu- cas D avid, M arkenschutzgesezt, 2. Auflage, Basel 1999, hiernach: M SchG -D avid, Art. 2 N 5). Zum G em eingut gehören insbesondere Sachbe- zeichnungen und Beschaffenheitsangaben, also Angaben zur Bezeichnung der Art, der Beschaffenheit, der M enge, der Bestim m ung, des W ertes oder sonstiger M erkm ale der W aren oder D ienstleistungen. D ass die M arke G e- dankenassoziationen w eckt oder Anspielungen enthält, die nur entfernt auf M erkm ale der W are hinw eisen, reicht dafür nicht aus. D er beschreibende C harakter des Zeichens m uss vielm ehr ohne besonderen Aufw and an Fan- tasie zu erkennen sein. O b ein Zeichen G em eingut bildet, beurteilt sich nach dem G esam tein- druck, den es als G anzes hinterlässt (M arbach, M arkenrecht, in SIW R , Bd. III Kennzeichenrecht, Basel 1996, S. 35). G em einfreie Elem ente dürfen zw ar in die M arke aufgenom m en w erden, doch m uss der H auptbestandteil kennzeichnungskräftig sein oder es m üssen die unterscheidungskräftigen Elem ente den G esam teindruck prägen (M SchG -D avid, N . 8 zu Art. 2 M SchG ). Liegt der beschreibende Sinn eines Zeichens offen auf der H and, kann die M öglichkeit w eiterer, w eniger nahe liegender D eutungen den G e- m eingutcharakter nicht aufheben (R KG E, sic! 2003, 495 ff. E. 4). Ein Zei- chen w ird im m er in enger Verbindung m it den W aren und D ienstleistun- gen, für w elche es hinterlegt w urde, geprüft (BG E in sic! 2005, 278). 4. Es ist im Folgenden zu prüfen, ob die R ückw eisung des G esuchs des Be- schw erdeführers zu R echt erfolgte. 4.1 Bei der vorliegend strittigen M arke handelt es sich um das Zeichen "VU - VU ZELA". D ie Vorinstanz hat den G em eingutcharakter dieses Zeichens für den G rossteil der beanspruchten W aren und D ienstleistungen bejaht. D a- bei hat sie sich auf die D efinition des Begriffs "VU VU ZELA" gem äss der In- ternet-Enzyklopädie W ikipedia gestützt. D iese lautet w ie folgt: "D ie Vuvuzela ist ein Sym bol des südafrikanischen Fußballs. D ie ungefähr unterarm lange Trom pete aus Plastik oder Blech zählt zu den w ichtigsten E rfindungen ihres Landes. Ihr Klang ähnelt dem Trom peten eines Elefanten, ist aber lauter.6 D er N am e Vuvuzela stam m t unterschiedlichen Q uellen zufolge aus dem Slang der Tow n- ships und heißt "jem anden in M usik duschen" oder soll in Zulu für "Krach m achen" stehen. "D er Affe w ird durch viel Krach erlegt", heißt ein altes afrikanisches Sprichw ort, und dem - nach m uss es in südafrikanischen Stadien m öglichst laut zugehen, um den G egner zu er- schrecken. D er ehem alige Staatspräsident N elson M andela ließ hunderte Vuvuzelas nach Zürich m it- nehm en, als dort über die Vergabe der Fußball-W eltm eisterschaft 2010 entschieden w ur- de. D er Preis für eine Vuvuzela beträgt in Südafrika etw a 30 R and (ca. 4 EU R )". D ie Vorinstanz gelang zur Erkenntnis, dass die Bedeutung des Begriffes als G anzes für den schw eizerischen Abnehm er - vorliegend für den schw eizerischen D urchschnittskonsum enten - ohne w eitere G edankenar- beit im Sinne der Sachbezeichnung als trom petenartiges Blasinstrum ent verstanden w erde und zum indest für den fussballinteressierten Teil der Bevölkerung als allgem ein bekannt vorausgesetzt w erden könne. Es kön- ne ferner davon ausgegangen w erden, dass die südafrikanische Bezeich- nung in unsere Sprache eingegangen und Bestandteil unseres Vokabulars gew orden sei. Bezeichnungen von M usikinstrum enten aus anderen Kultu- ren w ürden oft übernom m en und erhielten keine schw eizerische Bezei- chung (z. B. : D jem be, Bongo, Kalim ba, D idgeridoo). Im Bereich der M u- sikinstrum ente führe die Klassifikation von N izza auch Sachbezeichnungen auf, die unabhängig von ihrem U rsprung in der Schw eiz unverändert ver- w endet w ürden (z. B. : Scheng). D es W eiteren hat die Vorinstanz auf diverse Internetseiten hingew iesen, um den bestehenden und den im H inblick auf die Fussballw eltm eister- schaft 2010 in Südafrika potentiellen Bekanntheitsgrad des Begriffs Vuvu- zela vor Augen zu führen (w w w .vuvuzela-store.com , w w w .vuvuzela.ch , w w w .okversand.com /product_info.phg?products_id=655&osC sid=keaidp9a fes53usaem 5m k7am p5 , w w w .fifa.com ). 4.2 D er Beschw erdeführer m acht geltend, der angefochtene Entscheid führe zu einer überspannten Anw endung von Art. 2 lit. a M SchG und stehe im W iderspruch zur R echtsprechung des Bundesgerichts, w enn die Vorin- stanz dem schw eizerischen D urchschnittskonsum enten Kenntnisse des Tow nships Slangs und des Zulu unterstelle. D er Beschw erdeführer w eist ferner darauf hin, dass für die Frage, ob ein Zeichen G em eingut sei, die Verhältnisse im Zeitpunkt des Entscheids m assgeblich seien. Es könne nicht angehen, dass eine M arke anhand von Zukunftsprognosen beurteilt w erde. Selbst w enn m an Internet-R echerchen als Entscheidgrundlage ak- zeptieren w olle, dürften nicht ausschliesslich Auszüge von W ebseiten Ent- scheidgrundlage bilden, w elche keinen Bezug zum Schw eizer M arkt hät- ten. D as gelte um so m ehr, als die einzige W ebseite m it dem strittigen Zei- chen, w elche einen Bezug zur Schw eiz habe, vom Beschw erdeführer be- trieben w erde. 4.3 Im M arkenprüfungsverfahren kom m t allen vier Landessprachen der Schw eiz inklusive M undart der gleiche Stellenw ert zu; besteht die M arke 7 aus W örtern einer anderen als einer schw eizerischen Landessprache, so ist auf die Sprachkenntnisse der angesprochenen Verkehrskreise abzustel- len (vgl. M SchG -W illi, N 15 f. zu Art. 2, BG E 120 II 144 E. 3.a.bb, "Yeni R aki"). Lehre und R echtsprechung sind sich nicht im m er darüber einig, ob ein Zei- chen im W örterbuch zu stehen hat, um dieses als Beschaffenheitsangabe zu qualifizieren. D ie Eintragung im Lexikon kann gem äss D oktrin bloss als geeigneter Ausgangspunkt für die M arkenprüfung jedoch nicht als Ent- scheidgrundlage dienen (vgl. D avid Aschm ann, Beschreibende Inhalte von Kennzeichen, Zürich 2002, S. 132 f.). Ist ein bestim m tes W ort in ein W ör- terbuch aufgenom m en w orden, kann dies als Indiz dafür angesehen w er- den, dass dieses W ort zum G rundw ortschatz zählt (vgl. G allus Joller, Be- schreibend oder anspielend? Indizien für die Zulässigkeit von W ortab- w andlungen als M arken in: sic! 2005, S. 48). D ass eine Angabe neuartig, ungew ohnt oder frem dsprachig ist und sich in keinem W örterbuch befindet, schliesst nach Ansicht des Bundesgerichts ihren beschreibenden C harakter nicht aus. Entscheidend ist, ob das Zei- chen nach dem Sprachgebrauch oder den R egeln der Sprachbildung von den beteiligten Verkehrskreisen in der Schw eiz als Aussage über bestim m - te M erkm ale oder Eigenschaften der W are oder D ienstleistung aufgefasst w ird (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 8. April 2005, 4A.1/2005 /ast, E. 2 m it w eiteren H inw eisen; in diesem Sinne auch M SchG -D avid, N 10 zu Art. 2, M SchG -W illi, N 16 i. f.). Frem dsprachige Sachbezeichnungen w ie vorliegend m üssen den m assgeblichen Verkehrskreisen geläufig sein (vgl. M arbach, a. a. O ., S. 39 FN 72). Es genügt, w enn ein W ort nur von einem bestim m ten Kreis von Personen zur Bezeichnung einer bestim m ten W are verw endet w ird (M SchG -D avid N 9 zu Art. 2 m it H inw eisen). D ie W ortm arke "VU VU ZELA" entspricht dem gleichen, aus dem Tow nship Slang und dem Zulu stam m enden W ort, w elches unbestrittenerm assen als Sachbezeichnung für ein trom petenartiges, häufig bei Fussballspielen ein- gesetztes Blasinstrum ent gilt. O b der Begriff "Vuvuzela" in einem bekann- ten W örterbuch eingetragen ist, reicht - w ie eingangs dargelegt - nicht, um auf die G eläufigkeit dieses W ortes bei den m assgeblichen Verkehrskreisen zu schliessen. D ie Eintragung kann aber ein Indiz für einen gew issen Be- kanntheitsgrad der Vuvuzela darstellen. Es ist nicht um stritten, dass sich Fussball heutzutage in der Schw eiz sow ie auf der ganzen W elt einer grossen Popularität erfreut. Ebenso w enig um - stritten ist, dass die Fussballw eltm eisterschaft den H öhepunkt für diese Sportart darstellt. D aher kann m it der Vorinstanz eingeräum t w erden, dass für einen beachtlichen Teil der Schw eizer Bevölkerung, die sich für den Fussball und erst recht für die Fussballw eltm eisterschaft respektive für deren Vorbereitungen interessiert, keine grosse G edankenarbeit erforder- lich ist, um das W ort "Vuvuzela" im Sinne der von ihm verkörperten Sach- bezeichnung als trom petenartiges Blasinstrum ent zu verstehen. Es lässt 8 sich deshalb nachvollziehen, w enn die Vorinstanz das W ort "Vuvuzela" zu- m indest beim fussballinteressierten Teil der Schw eizer Bevölkerung als all- gem ein bekannt voraussetzt und dieses als Bestandteil unseres Vokabu- lars betrachtet. D ies um so m ehr, als auch frem dsprachige Bezeichnungen anderer M usikinstrum ente Eingang in den allgem einen Sprachgebrauch gefunden haben (D jem be, Kalim ba, D idgeridoo, usw .). D ieses Phänom en kann auch in der Klassifikation von N izza beobachtet w erden. W ie die Vor- instanz anführt, befinden sich in der Klassifikation von N izza auch Begriffe, die nicht aus einer der schw eizerischen Landessprachen stam m en. M eis- tens handelt es sich dabei um Sachbezeichnungen, die auch in der Schw eiz in der originalen ausländischen Form verw endet w erden. M it der Ü bernahm e frem dsprachiger Begriffe durch die Schw eizer Landesspra- chen w erden den schw eizerischen D urchschnittskonsum enten insofern keine unm ittelbaren Kenntnisse der Sprache unterstellt, aus w elcher die je- w eiligen Begriffe stam m en. 4.4 Bezüglich der Konsultierung von W örterbüchern und Internetseiten bei der M arkenprüfung ist Folgendes festzuhalten: Bei der Beurteilung der Frage, ob eine Sachbezeichnung den m assgebli- chen Verkehrskreisen geläufig ist, kann der Vorinstanz nicht zugem utet w erden, die betroffenen Verkehrskreise stets direkt zu befragen, denn dies w ürde die M arkeneintragungsverfahren unverhältnism ässig in die Länge ziehen und dessen R ahm en deutlich sprengen. U m Indizien zu suchen, w elche auf die Verkehrsauffassung schliessen lassen, kom m en die M ar- kenprüfer nicht um hin, N achforschungen im Internet, in W örterbüchern oder in anderen zugänglichen Q uellen vorzunehm en. D am it w ird aber w e- der gesagt noch verlangt, dass sich die angesprochenen Verkehrskreise die Inform ationen zu M arken und Produkten regelm ässig durch ähnliche N achforschungen beschaffen m üssen. D er U m stand, dass die m assgebli- chen Verkehrskreise das Internet benutzen könnten, kom plett ausser Acht zu lassen, w ürde aber heissen, die Augen vor der R ealität zu verschlies- sen. Vor diesem H intergrund sind die Bedenken des Beschw erdeführers hinsichtlich der G eeignetheit von ausländischen Internet-Seiten für die Be- urteilung der Verhältnisse in der Schw eiz zu relativieren. W ie die Vorins- tanz in der Vernehm lassung zu R echt erkannte, ist davon auszugehen, dass Schw eizer Internetbenutzer deutsch-, französisch-, italienisch- oder englischsprachige Seiten konsultieren, unabhängig davon ob sie ihren U r- sprung im Ausland oder in der Schw eiz haben. U nter diesem Aspekt dür- fen ausländische Internet-Seiten herangezogen w erden, um H inw eise auf den Bekanntheitsgrad von Begriffen für schw eizerische Verkehrskreise zu liefern (vgl. hiezu nachfolgend E. 4.5.). 4.5 Zw ar trifft es zu, dass für das Eintragungsverfahren die Verhältnisse im Zeitpunkt der H interlegung m assgebend sind. Von diesen ist die Vorins- tanz tatsächlich auch ausgegangen, um zum Schluss zu gelangen, dass die schw eizerischen D urchschnittskonsum enten die Bezeichnung Vuvuze- la im Sinne eines trom petenartigen Blasinstrum ents auffassen dürften. Auf 9 den im Eintragungsverfahren konsultierten Internetseiten ist es schon heu- te m öglich, sich über die Vuvuzela zu inform ieren oder die Vuvuzela per M ausklick zu kaufen (vgl. Beilagen 13.2, 13.3., 13.4., 13.5., 13.7., 13.8., 13.11. zur Vernehm lassung). Internetanbieter preisen die Vuvuzela als den Fanartikel der Fussball-W M 2010 an. U nter diesen U m ständen kann der M einung der Vorinstanz gefolgt w erden, es sei dam it zu rechnen, dass die Vuvuzela im Zusam m enhang m it der Fussball-W M 2010 in Südafrika m as- siv an Bekanntheit gew innen w erde. D ie M assgeblichkeit der Verhältnisse im Zeitpunkt der H interlegung schliesst näm lich nicht aus, dass im R ah- m en der m ateriellen M arkenprüfung eine zukünftige Entw icklung des allge- m einen w irtschaftlichen und technischen G eschehens berücksichtigt w er- den kann (M SchG -W illi N 23 zu Art. 2). M it dieser R üge stösst der Be- schw erdeführer dem nach ins Leere. 4.6 D ie Frage des G em eingutscharakters eines Zeichens ist im m er im Zusam - m enhang m it der W are oder D ienstleistung zu beurteilen, für deren Kenn- zeichnung es bestim m t ist (vgl. M SchG -W illi, N 11 zu Art. 2). Vorliegend beansprucht der Beschw erdeführer den M arkenschutz für W a- ren und D ienstleistungen der Klassen 15 (M usikinstrum ente) und 28 (Spie- le, Spielzeug, insbesondere Spielzeuginstrum ente, G esellschaftsspiele, Puzzles, Plüschtiere, Teddybären, Tischbom ben, Scherzartikel, C hrist- baum schm uck). Im Zusam m enhang m it M usikinstrum enten, Spielzeug und insbesondere Spielzeuginstrum enten erfährt die Bezeichnung "VU VU ZE - LA" in den Augen der interessierten Verkehrskreisen eine unm ittelbar er- kennbare beschreibende Bedeutung. Als reine Sachbezeichnung für ein trom petenartiges Blasinstrum ent hat dieses Zeichen für die genannten W a- ren einen ausschliesslich beschreibenden Sinngehalt. Es ist nachvollzieh- bar, w enn die Vorinstanz festhält, im Zusam m enhang m it einem Teil der beanspruchten Produkte, d. h. denjenigen O berbegriffen, unter w elche das Blasinstrum ent Vuvuzela fallen könne, sei der Sinngehalt des Zeichens of- fensichtlich. Insofern kann dem Zeichen Vuvuzela keine Schutzfähigkeit zugeschrieben w erden. 4.7 G ründe für den Schutzausschluss sind die fehlende U nterscheidungskraft und das Freihaltebedürfnis des hinterlegten Zeichens. 4.7.1 Auf G rund seiner N atur als reiner Sachbezeichnung ist das Zeichen Vuvu- zela nicht geeignet, die m it der entsprechenden M arke gekennzeichneten W aren und D ienstleistungen zu individualisieren. W ie die Vorinstanz zu R echt erkennt, ist es dem Abnehm er nicht m öglich, in diesem Zeichen ei- nen H erkunftshinw eis zu erkennen. D em Zeichen Vuvuzela fehlt som it die nach dem G esetz erforderliche U nterscheidungskraft. D as gilt vorliegend aber nur in Bezug auf die M usikinstrum ente (Klasse 15) und das Spiel- zeug, insbesondere Spielzeuginstrum ente (Klasse 28). D ie konkrete U nter- scheidungskraft ist für W aren und D ienstleistungen der Klasse 28 zu beja- hen, für w elche das Zeichen Vuvuzela nicht direkt beschreibend w irkt, 10 näm lich für Spiele schlechthin. In diesem Sinne ist der M einung der Vorin- stanz beizupflichten. 4.7.2 Auch unter dem Aspekt des Freihaltebedürfnisses m uss die Bezeichnung Vuvuzela in Zusam m enhang m it den genannten W aren dem G em eingut zugeschrieben und gem äss Art. 2 lit. a M SchG vom M arkenschutz ausge- schlossen w erden, da Begriffe, w elche w ie vorliegend der genauen Be- zeichnung einer bestim m ten W are dienen, nicht unbeschränkt zur Verfü- gung stehen und eine solche Sachbezeichnung nicht zu G unsten eines einzelnen W ettbew erbers m onopolisiert w erden darf. Es w urde vorstehend festgehalten, dass die Sachbezeichnung Vuvuzela unabhängig von ihrer sprachlichen H erkunft schon jetzt in der Schw eiz von den Fussballliebha- bern unverändert benutzt und als solche auch verstanden w ird. W enn aus- serdem auch der zukünftigen Entw icklungen R echnung getragen w ird, ist davon auszugehen, dass m it der Fussball-W M 2010 in Südafrika der Po- pularitätsgrad dieses Zeichens deutlich zunehm en w ird. G estützt auf diese Anhaltspunkte erscheint es gerechtfertigt, diese Bezeichnung im Zusam - m enhang m it den genannten W aren und D ienstleistungen als freihaltebe- dürftig zu erklären. 4.7.3 Aus dem U m stand, dass das Zeichen "Vuvuzela" als G em einschaftsm arke bereits eingetragen ist und auch für säm tliche W aren und D ienstleistungen der Klassen 15 und 28 ohne Einschränkung zugelassen w urde, kann der Beschw erdeführer nichts zu seinen G unsten ableiten. D enn ausländischen Entscheidungen kom m t keine präjudizierende W irkung zu (M SchG -W illi, N 9 zu Art. 2 m it H inw eisen). Sie können im R ahm en einer rechtsverglei- chenden Auslegung durchaus m itberücksichtigt w erden, sofern die R echts- lage vergleichbar ist und die ausländische R echtsprechung sich auf diesel- be M arke bezieht. D ies schliesst nach konstanter R echtsprechung aber nicht aus, dass ein auch international registriertes Zeichen im Ausland kei- nen Schutz geniesst, w ohl aber in der Schw eiz, und um gekehrt (vgl. BG E 130 III 113 E. 3.2. m it w eiteren H inw eisen). 4.8 N ach dem G esagten ergibt sich, dass die Vorinstanz die Eintragung der hinterlegten M arke für die in casu noch streitigen W aren zu R echt verw ei- gert hat. 5. Aus den oben genannte G ründen erw eist sich die Beschw erde als unbe- gründet und ist abzuw eisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschw erdeführerin die G erichtsgebühr zu tragen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). 6. D ie Spruchgebühr des Beschw erdeverfahrens (G erichtsgebühr) ist nach U m fang und Schw ierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und fi- nanzieller Lage der Parteien zu bestim m en (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht, VG KE, SR 173.320.2). 11 In M arkeneintragungsverfahren ist dafür das Interesse der beschw erdefüh- renden Partei am Aufw and einer neuen M arkeneintragung und an der Vor- bereitung der M arkteinführung im Fall der R ückw eisung der hängigen M ar- kenanm eldung zu veranschlagen. M angels anderer streitw ertrelevanter Angaben ist der Streitw ert nach Erfahrungsw erten auf total Fr. 25'000.-- festzulegen (J. Zürcher, D er Streitw ert im Im m aterialgüter- und W ettbe- w erbsprozess, sic! 2002, 505, L. M eyer, D er Streitw ert in Prozessen um Im m aterialgüterrechte und Firm en, sic! 2001, 559 ff., L. D avid, D er R echts- schutz im Im m aterialgüterrecht, SIW R I/2, 2. Aufl. Basel 1998, S. 29 f.). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen und die angefochtene Verfügung bestä- tigt. 2. D ie G erichtsgebühr von total Fr. 2'500.-- w ird dem Beschw erdeführer auf- erlegt. Sie ist durch den im gleichen U m fang geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde) - dem Eidgenössischen Polizei- und Justizdepartem ent (m it G erichts- urkunde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Francesco Brentani C orrado Bergom i R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in Zivilsachen geführt w erden (Art. 72 ff,, 90 ff., und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Anga- be der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am : 27. Juni 2007