<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, die gesetzlichen Grundlagen für die Aufwertung der "Frauenberufe" in Pflege und Betreuung zu schaffen. Schwerpunkt soll die Verbesserung der Arbeitsbedingungen wie die deutliche Höhereinstufung der Löhne und die effektive Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sein.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der Herausforderungen im Pflege- und Betreuungsbereich bewusst. Gute Arbeitsbedingungen sind eine Voraussetzung dafür, dass genug Pflege- und Betreuungspersonal zur Verfügung steht, da sie ein wichtiges Element zur Verbesserung der Berufsverweildauer sind.</p><p>Sowohl für die familienergänzende Kinderbetreuung wie auch für den Bereich der Hilfe und Pflege sind in erster Linie die Kantone zuständig. Die Vereinbarung von arbeitsrechtlichen Bedingungen liegt hauptsächlich in der Autonomie der Vertragsparteien bzw. der Sozialpartner einer Branche. Der Bund hat aber im Rahmen seiner Kompetenzen in den vergangenen Jahren verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Attraktivität dieser Berufe ergriffen.</p><p>In Bezug auf die Arbeitsbedingungen betreuender angestellter Personen in privaten Haushalten haben die Arbeiten aufgrund des Postulats Schmid-Federer 12.3266 "Rechtliche Rahmenbedingungen für Pendelmigration zur Alterspflege" zur Erarbeitung eines Modell-Normalarbeitsvertrags geführt, zur Unterstützung der Kantone bei der Überarbeitung ihrer kantonalen Normalarbeitsverträge im Hausdienst (Bericht "24-Stunden Betagtenbetreuung in Privathaushalten").Mit dem Masterplan "Bildung Pflegeberufe" konnte eine deutliche Steigerung der Abschlüsse bei den Fachpersonen Gesundheit (FaGe) erreicht werden. Zudem haben die Gesundheitsförderung Schweiz und das Bundesamt für Gesundheit ein Instrument zur Stressmessung in der Langzeitpflege entwickelt, welches in den Institutionen der Langzeitpflege bereits eingesetzt wird. Die Anpassung der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV, SR832.112.31) per 1. Januar 2020 schliesslich soll zur Verringerung des administrativen Aufwands in der Pflege beitragen. Die Pflegefachpersonen nehmen zu diesem Zweck die Bedarfsermittlung in gewissen Bereichen ohne ärztliche Mitwirkung vor.</p><p>Darüber hinaus hat das Parlament in der Frühjahrssession 2021 einen indirekten Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative (19.401 pa. iv. SGK-N) beschlossen, dessen Ziel es ist, dem Mangel an Pflegefachpersonen mit einer Ausbildungsoffensive zu begegnen und die Kompetenzen des Pflegepersonals zu erhöhen. Für die Dauer von acht Jahren sind Finanzhilfen von insgesamt 498 Millionen Franken vorgesehen. Damit sollen einerseits die Ausbildungsbetriebe bei der Schaffung von Praktikumsplätzen und andererseits Pflegefachkräfte, die eine Tertiärausbildung anstreben, in ihren Lebenshaltungskosten unterstützt werden. Die Kantone sollen mit dem indirekten Gegenvorschlag verpflichtet werden, einen gleich hohen Betrag aufzuwenden. Die Autonomie der Pflegefachpersonen soll zudem durch die Ermöglichung der selbständigen Abrechnung bestimmter Pflegeleistungen zuhanden der Krankenversicherung gefördert werden.</p><p>Der Bund hat auch bereits verschiedene Instrumente zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen. So hat er beispielsweise befristete Programme zur Förderung der familienergänzenden Kinderbetreuung lanciert, mit denen insbesondere die Ausübung einer Erwerbstätigkeit für Eltern erleichtert werden soll.</p><p>Die Legislaturplanung 2019-2023 sieht ausserdem die Ausarbeitung einer nationalen Strategie und die Verabschiedung einer Botschaft über die Massnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen vor.</p><p>Wie der Bundesrat in seiner Stellungnahme zur Motion 20.4726 Glättli ausgeführt hat, erachtet er zusätzliche Massnahmen nicht als angezeigt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.