B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2330/2010 U r t e i l v o m 6 . A u g u s t 2 0 1 2 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, Gerichtsschreiberin Lhazom Pünkang. Parteien A._______, geboren am (…), Kolumbien, vertreten durch lic. iur. Kathrin Stutz, Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA), (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. März 2010 / N (…). E-2330/2010 Seite 2 Sachverhalt: I. A. Der Beschwerdeführer stellte am 18. April 2006 bei der schweizerische n Botschaft in Bogotà (Kolumbien) schriftlich ein Asylgesuch. Zu dessen Begründung berief er sich im Wesentlichen darauf, dass er als Sohn von B._______, der als Menschenrechtsaktivist und (...) Berater einer sich für (…) einsetzenden Nichtregierungsorganisation durch die Para militärs be- droht werde, bei einem Verbleib in Kolumbien mitgefährdet sei. B._______ hatte seinerseits bereits mit Schreiben vom (…) Februar 2006 für sich und seine Ehefrau C._______ sowie für den Beschwerdeführer und dessen (…) weitere, ebenfalls volljähri ge Geschwister D._______ und E._______ bei der schweizerischen Botschaft um Asyl nachgesucht (BFM-Verfahrensakten […]). B. Mit an die schweizerische Vertretung in Bogotà adressierter Verfügung vom 2. August 2006 - durch deren Vermittlung am 10. August 2006 e röff- net - bewilligte das BFM dem Beschwerdeführer sowie seinen Eltern und seinen (…) volljährigen Geschwistern die Einreise in die Schweiz zwecks Durchführung des Asylverfahrens. Die Mutter und die (…) Geschwister des Beschwerdeführers verliessen in der Folge - nach Gutheissung ihres Gesuchs um Übernahme der Einre i- sekosten mit Verfügung des BFM vom 2. Februar 2007 – (…) März 2007 Kolumbien und reisten am 8. März 2007 in die Schweiz ein; der Vater des Beschwerdeführers war - nach einem mehrmonatigen Aufenth at in [süd- amerikanisches Land] - bereits am (…) März 2007 in die Schweiz eing e- reist; der Beschwerdeführer selbst verblieb in Kolumbien. C. Mit separaten Verfügungen des BFM vom 13. Dezember 2007 wurde den Eltern und Geschwistern des Beschwerdeführers in der Schweiz Asyl ge- währt. D. Ebenfalls mit Verfügung vom 13. Dezember 2007 hob das BFM die dem Beschwerdeführer am 2. August 2006 erteilte Einreisebewilligung auf, verweigerte ihm die Einreise in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch ab. Zur Begründung dieses E ntscheids führte das BFM im Wesentlichen E-2330/2010 Seite 3 aus, aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers, der gemäss eig e- nen Angaben im Hinblick auf den bevorstehenden Abschluss seines St u- diums in Kolumbien geblieben sei, jedoch nach wie vor nicht in die Schweiz einger eist sei, müsse davon ausgegangen werden, dass sich seine persönliche Situation in Kolumbien seit Erlass der Einreisebewill i- gung vom 2. August 2006 insofern geändert habe, als er eine Möglichkeit gefunden habe, sich der Bedrohung durch die Paramilitärs zu entziehen, und dass eine Einreise in die Schweiz für ihn somit nicht von Dringlichkeit sei. Er sei demzufolge keiner unmittelbaren Gefahr im Sinne des Asylg e- setzes ausgesetzt und bedürfe dementsprechend nicht des Schutzes der Schweizer Behörden. Im Übrigen könne das Asylgesuch auch deshalb abgelehnt werden, weil dem Beschwerdeführer aufgrund der gesamten Umstände zuzumuten sei, in einem anderen Land als der Schweiz um Asylgewährung nachzusuchen, beispielsweise in einem der Nachbarstaa- ten Kolumbiens. E. Mit Sc hreiben vom 14. Februar 2008 überwies die schweizerische Bo t- schaft in Bogotà dem Bundesverwaltungsgericht ein Schreiben des B e- schwerdeführers vom 12. Februar 2008 (am 14. Februar 2008 bei der Botschaft eingegangen), welches die zuständige Instruktionsricht erin des Bundesverwaltungsgericht als sinngemässe Beschwerde gegen die Ve r- fügung des BFM vom 13. Dezember 2007 entgegen nahm. Der B e- schwerdeführer bekräftigte in diesem Schreiben, in seiner Heimat weite r- hin gefährdet zu sein, und erläuterte im Übrigen die Gründe dafür, dass er Kolumbien trotz der Einreisebewilligung vom 2. August 2006 nicht mit seinen Familienangehörigen verlassen habe. F. Mit einer als "Beschwerde" bezeichneten Eingabe seiner Rechtsvertret e- rin vom 14. März 2008 beantragte der Beschwerdeführe r beim Bunde s- verwaltungsgericht die Aufhebung der Verfügung des BFM vom 13. D e- zember 2007, die Gewährung von Asyl oder jedenfalls die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft. Das Bundesverwaltungsgericht stellte mit Zwischenverfügung vom 27. März 2008 fest , dass sich die Eingabe der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 14. März 2008 entgegen ihrer Bezeichnung als blosse Beschwerdeergänzung erweise. Mit dieser Eingabe wurden diverse Schreiben des Beschwerdeführers beziehungsweise seiner Eltern eingereicht sowie zwei notariell beglaubig- te Erklärungen von F._______ und G._______ vom 29. Februar 2008 E-2330/2010 Seite 4 (Kopien; mit Eingabe vom 26. März 2008 im Original nachgereicht), die bestätigen, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 18. Oktober 2007 beziehungsweise 11. Dezember 2007 bei ihnen vor den Paramilitärs ve r- steckt halte. G. Mit Urteil des Bundesverwaltungsgericht vom 20. Juni 2008 wurde die Beschwerde gutgeheissen und die Verfügung des BFM vom 13. Deze m- ber 2007 aufgehoben. Das Gericht stellte fest, dass der Beschwerdefüh- rer aufgrund der Bewilligung des BFM vom 2. August 2006 berechtigt sei, in die Schweiz einzureisen. Das BFM wurde angewiesen, nach der Ei n- reise des Beschwerdeführers das Asylverfahren fortzusetzen. Für die Be- gründung wird auf die Akten ver wiesen (Verfahren E-1093/2008). Soweit entscheidrelevant, wird nachfolgend darauf Bezug genommen. H. Am 25. August 2008 wandte sich der Beschwerdeführer an die Schweizer Vertretung in Bogotà und ersuchte um Übernahme der Einreisekosten aufgrund seiner Mittellosigkeit. Das Gesuch des Beschwerdeführers um Übernahme der Einreisekosten wurde mit Schreiben des BFM vom 19. November 2008 bewilligt. II. I. Am 5. Dezember 2008 reiste der Beschwerdeführer in die Schweiz ein. J. Am 29. Dezember 2008 fand im Empfangs - und Verfahrenszentrum (...) eine summarische Befragung des Beschwerdeführers statt. In der Folge wurde er für die Dauer des Verfahrens dem Kanton H._______ zugewie- sen. K. Mit Schreiben vom 25. August 2009 wandte sich der Beschwerdeführer ans BFM und ersuchte um raschmögliche Durchführung der Zweitanh ö- rung. Die lange Wartezeit und die damit verbundene Ungewissheit sowie das Getrenntsein von seiner Ehefrau in Kolumbien würden ihn stark b e- lasten. L. E-2330/2010 Seite 5 Das BFM hörte den Beschwerdeführer am 12. Februar 2010 eingehend zu seinen Asylgründen an. Der Beschwerdeführer machte folgende Au s- sagen zu seiner Person und seinen Fluchtgründen: Er sei in I._______, Kolumbien, geboren und aufgewachsen. Sein Vater sei infolge seiner Tätigkeit als Menschenrechtsaktivist und seines Einsat- zes für (…) zur Zielscheibe der Paramilitärs geworden. [Probleme des Va- ters des Beschwerdeführers nur politischer Person], habe die bedrohliche Situation verschärft. Aufgrund seiner Eigenschaft als Familienangehöriger sei der Beschwerdeführer persönlich durch die Paramilitärs bedroht wor- den. So sei ihm am (…) 2005 in einem Anruf mitgeteilt worden, dass w e- gen seines Vaters die ganze Familie umgebracht würde. Seither habe er sich bis zu seiner Ausreise aus Kolumbien am 4. Dezember 2008 stets im Versteckten aufhalten müssen. M. Mit Verfügung des BFM vom 8. März 2010 – der Rechtsvertreterin eröff- net am 9. März 2010 – wies die Vorinstanz das Asylgesuch des B e- schwerdeführers ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz s o- wie deren Vollzug an. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus , dass die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht plausibel seien, wenn er seine Beziehung und sei n Studium über sein Leben stelle und erst In- teresse an einer Einreise in die Schweiz zu erkennen gebe, nachdem das BFM seine Ei nreisebewilligung aufgehoben habe. Die einzige Bedr o- hungssituation gehe auf (…) 2005 zurück. Das Verhalten des Beschwer- deführers spreche insgesamt gegen die von ihm geltend gemachte G e- fährdungssituation. Die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten damit den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 des Asyl- gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand. Den We g- weisungsvollzug erachtete das BFM als zulässig, zumutbar und möglich. Auf die detaillierte Begründung wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. N. Mit Eingabe vom 8. April 2010 (Poststempel) erhob der Beschwerdeführer fristgerecht Beschwerde gegen die ablehnende Verfügung das BFM und beantragte, es sei ihm Asyl, event ualiter die vorläufige Aufnahme sowie die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwa l- tungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu gewähren. E-2330/2010 Seite 6 In der Beschwerdebegründung wird unter anderem geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt, als seine Familie aus Kolum- bien ausreiste, aufgrund der Erkrankung seiner damaligen Freundin und späteren Ehefrau seine Heimat nicht habe verlassen können. Weiter habe er unbedingt sein Studium abschliessen wollen. Während seines Verbleibs in Kolumbien habe er sich vor den Paramilitärs stets verstecken müssen bzw. habe sich nur getarnt in der Öffentlichkeit bewegen können. Auf die Vorbringen im Einzelnen wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. O. Mit Instruktionsverfügung vom 16. April 2010 teilte die Instruktionsrichterin dem Beschwerdeführer mit, dass er den Ausgang des Beschwerdeverfah- rens in der Schweiz abwarten könne. Der Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben; auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde verzichtet. Weiter wurde im Hinblick auf die Beschwerdevorbringen , dass das Bundesverwaltungsgericht bereits in seinem Urteil vom 20. Juni 2008 zum Schluss gekommen sei, dass der Beschwerdeführer in Kolumbien weiterhin einer Verfolgungsgefahr aus- gesetzt sei und dass aus der Verfügung des BFM vom 8. März 2010 nicht ersichtlich werde, inwieweit sich die Situation seit dem 20. Juni 2008 ver- ändert haben sollte , das BFM gebeten, diesbezüglich Stellung zu ne h- men. P. Mit Vernehmlassung vom 20. April 2010 hielt die Vorinstanz fest, dass die Beschwerdeschrift keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte, welche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen kön n- ten. Sie hielt vollumfänglich an ihren Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Q. Am 2. August 2010 (Poststempel) ersuchte der Beschwerdeführer um Mitteilung des Verfahrensstands und um Beschleunigung seines Verfa h- rens. R. E-2330/2010 Seite 7 Mit Antwortschreiben vom 11. bzw. 16. August 2010 teilte das Bunde s- verwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit, dass es bemüht sei, sein Beschwerdeverfahren prioritär zu behandeln, es indessen aufgrund hoher Geschäftslast nicht möglich sei, einen verbindlichen Termin des Verfah- rensabschlusses in Aussicht zu stellen. S. Der Beschwerdeführer reichte am 20. Juli 2010 (Eingang sdatum) [beim Migrationsamt des Kantons H._______] ein Gesuch um Familienzusam- menführung ein und beantragte den Nachzug seiner Ehefrau aus Kolu m- bien in die Schweiz. T. Das [Migrationsamt des Kantons H._______] übermittelte das Gesuch um Familienzusammenführung am 27. Juli 2010 an das BFM und ersuchte um diesbezügliche Stellungnahme. U. Das BFM hielt in seinem Schreiben vom 24. August 2010 fest, dass auf- grund der hängigen Beschwerde kein Anspruch auf eine Familienzusam- menführung bestehe, weshalb das Gesuch bis zum Abschluss des Asy l- verfahrens pendent gehalten werde. V. Am 25. Januar 2012 (Poststempel) ersuchte der Beschwerdeführer ein weiteres Mal um Auskun ft zum Verfahrensstand und wies auf seine schwierige Situation hin, welche durch das Getrenntleben von seiner Ehefrau verursacht werde. W. Im Antwortschreiben vom 27. Januar 2012 teilte das Bundesverwaltung s- gericht dem Beschwerdeführer mit, dass sein hängige s Verfahren g e- mäss gerichtsinterner Prioritätsordnung im Jahr 2012 zwar grundsätzlich zu den prioritären Verfahren zähle, es indessen derzeit nicht möglich sei, den genauen Termin des Verfahrensabschlusses in Aussicht zu stellen ; es sei aber um eine beförderliche Behandlung bemüht. E-2330/2010 Seite 8 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des E-2330/2010 Seite 9 Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Die Vorinstanz kam in ihrer ablehnenden Verfügung zum Schluss , dass der Beschwerdeführer in seiner Heimat keiner akuten Gefährdung ausgesetzt sei. Dabei hielt sie fest, dass die Erklärung des Beschwerde- führers, er habe nach seinem Verbleib in Kolumbien vergebens auf einen Aufruf zur Ausreise durch die Schweizer Botschaft gewartet , nicht gehört werden könne. In der an den Beschwerdeführer gerichtete n Einreisebe- willigung sei er über die selbständig vorzunehmende Reiseorganisation informiert worden. Auf die Behauptung de s Beschwerdeführers, er habe zwecks seine s Nachzuges auf die Asylgewährung seiner Familie in der Schweiz warten müssen, entgegnete das BFM, dass der Beschwerdefüh- rer im Besitze einer eigenen Einreisebewilligung gewesen sei und es sich vorliegend nicht um e in Familienzusammenführungsgesuch gehandelt habe. Weiter sei nicht plausibel, weshalb der Beschwerdeführer seine Beziehung und sein Studium über sein Leben gestellt und erst Interesse an einer Einreise in die Schweiz zu erkennen gegeben habe, nachdem das BFM die Einreisebewilligung aufgehoben habe. Die Erklärungen des Beschwerdeführers, warum er die Einreise in die Schweiz nicht wahrg e- nommen habe, bestünden zu einem grossen Teil aus Schutzbehauptu n- gen und unwahren Angaben. Die einzige gegen den Beschwerdefü hrer gerichtete konkrete Drohung habe sich am (…) 2005 ereignet. Die weite- ren Vorbringen zu seiner Bedrohungssituation stufte das BFM als un- substantiiert und unde tailliert ein. Ferner sei es gemäss Vorinstanz nicht nachvollziehbar, weshalb sich der Beschwe rdeführer die gesamte Zeit über im (...) bei Bekannten auf gehalten habe . Denn Aufenthaltsorte bei Verwandten und Bekannten in der selben Region stellten in der Regel ein grösseres Sicherheitsrisiko dar als in anderen Regionen des Landes. Das BFM kam zur Ei nschätzung, die Vorbringen hielten den Anforderun- gen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand, we s-E-2330/2010 Seite 10 halb es das Asylgesuch abwies und die Wegweisung in den Heimatstaat anordnete. Der Vollzug der Wegweisung in den Heimatstaat sei zulässig , zumutbar und möglich. 4.2 Der Beschwerdeführer macht auf Beschwerdeebene im Wesentlichen geltend, er habe seine damalige Freundin und spätere Ehefrau, zum Zeitpunkt der Ausreise seiner Familie, nicht zurücklassen können. Weiter habe er unbedingt sein Studium in Kolumbien abschliessen wollen. Nach wenigen Monaten seines Verbleibs in Kolumbien sei er sich seiner G e- fährdung bewusst geworden und habe seine Familie in der Schweiz um Rat gebeten, woraufhin ihm mitgeteilt worden sei, dass er abwarten müs- se, bis das Asylverfahren seiner Familie in der Schweiz abgeschlossen und ihnen Asyl gewährt worden sei . Somit handle es sich bei dieser Au s- sage um ein Missverständnis und nicht um eine Schutzbehauptung. Der Beschwerdeführer verweist ferner auf das Urteil des Bundesv erwaltungs- gericht vom 20. Juni 2008, wo seine Gefährdung als genügend dargelegt bezeichnet worden sei. Im Allgemeinen weist der Beschwerdeführer auf die Gefährdungssituation hin, welcher er in seiner Heimat anhaltend aus- gesetzt sei. Aufgrund der vorgebrachten Gefährdungslage sei ihm Asyl zu gewähren bzw. sei mindestens die Unzulässigkeit der Wegweisung fes t- zustellen. 4.3 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Durchsicht der Akten in Übereinstimmung mit den Erwägungen der Vorinstanz zum Schluss, dass der Beschwerdeführer seine Gefährdungssituation in seiner Heimat nicht genügend glaubhaft darlegen konnte. 4.3.1 Der Beschwerdeführer verweist in seiner Rechtsmitteleingabe auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. Juni 2008, worin fest- gehalten wird, dass der B eschwerdeführer seine Gefährdungssituation in Kolumbien überzeugend darlegen konnte. In diesem Urteil wurde nicht über das Asylgesuch entschieden, sondern lediglich geprüft, ob dem B e- schwerdeführer zum damaligen Zeitpunkt zugemutet werden konnte, in seinem Heimatsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land zu reisen. Das Bundesverwaltungsgericht hielt den weiteren Verbleib des Beschwerd e- führers in seiner Heimat sowie die Ausreise in einen Drittstaat für unzu- mutbar (Art. 20 Abs. 2 AsylG), weshalb die Verfügung des BFM aufgeho- ben und die Einreise des Beschwerdeführers zwecks Fortsetzung des Asylverfahrens in der Schweiz bewilligt wurde. Dabei stützte sich das Ge- richt auf die bis zum damaligen Zeitpunkt durch d en Beschwerdeführer resp. seine Rechtsvertreterin ein gereichten schriftlichen Eingaben. Die E-2330/2010 Seite 11 mündlichen Anhörungen folgten erst später, nämlich am 29. Dezember 2008 und 12. Februar 2010. Anlässlich dieser Anhörungen machte der Beschwerdeführer im Allgemeinen dieselben Ereignisse wie in seinen schriftlichen Eingaben geltend. Der Beschwerdeführer konnte dabei seine bisher geltend gemachte Gefährdungslage nicht genügend substantiiert und detailliert schildern. 4.3.2 So war er an der mündlichen Befragung nicht in der Lage, den N a- men des Hausbesitzers, bei welchem es sich um einen Freund seines Va- ters handle und in dessen Haus in J._______ er und [Geschwisterteil] zwischen dem (…) 2005 und (…) März 2007 gelebt hätten , zu nennen (vgl. B1, S. 2). Weiter konnte er die zwei Hausangestellten, welche mit ih- nen im selben Haus wohnten, nicht beim Namen nennen (vgl. B1, S. 2) . Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer sich fast eineinhalb Jahre an diesem Ort versteckt gehalten habe und er sich dennoch an keinen N a- men dieser drei Personen erinnert, lässt die Vermutung zu, dass er n icht tatsächlich dort gelebt hatte. 4.3.3 Wie die Vorinstanz korrekt feststellte, ereignete sich die einzige g e- gen den Beschwerdeführer gerichtete konkrete Drohung am (…) 2005. Eine weitere vorgebrachte Bedrohungssituation vermochte der B e- schwerdeführer während der Anhörung nicht genü gend substantiiert zu beschreiben. So führte er an, er sei eines Tages auf dem Heimweg von der Universität in K._______ von zwei Personen auf einem Motorrad ve r- folgt worden. Diese Männer hätten "ein bestimmtes Aussehen" und "eine sehr negative Ausstrahlung" gehabt (vgl. B25, S. 5) . Sie seien nahe an ihn herangefahren, weshalb er vermutet habe, dass es sich um Angehöri- ge der Paramilitärs gehandelt habe. Nähere Angaben zu dieser Situation gab der Beschwerdeführer nicht zu Protokoll. Obwohl der Beschwerd e- führer erwähnte, die Männer hätten "ein bestimmtes Aussehen " gehabt, folgten keinerlei näheren Ausführungen zu deren Erscheinung . Auch den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses konnte der Beschwerdeführer g e- mäss Protokoll nicht angeben. So wusste er nicht, an welchem Woche n- tag sich der Vorfall ereignet haben soll und erinnerte sich lediglich, dass es an einem Morgen passiert sei (vgl. B25, S. 5) . Die Angabe dieser Ta- geszeit erscheint wenig plausibel, hatte er doch vorgebracht, er sei zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg nach Hause von der Universität gewesen. Dass der Beschwerdeführer den genauen Zeitpunkt inzwischen verges- sen hat, ist für einen Vorfall dieser Art ungewöhnlich, zumal es sich hier um ein zentrales Vorbringen handelt, da der Beschwerdeführer unmittel- bar physisch von Paramilitär-Männern umgeben gewesen sein soll. Die E-2330/2010 Seite 12 insgesamt vage Schilderung des Beschwerdeführers erweckt den A n- schein, er habe die vorgebrachte Bedrohungssituation nicht tat sächlich erlebt. Im W eiteren fehlt es bei diesem Verfolgungsvorbringen auch an einer Zielgerichtetheit und Intensität, um auf eine begründete Furcht schliessen zu können . Der Beschwerdeführer wurde weder physisch noch verbal angegriffen und die angeblichen Verfolger hätten sich ledi g- lich an ihn a ngenähert, ansonsten aber keine weiteren Anstalten unte r- nommen, um i hm während seiner Entfernung zu folgen (vgl. B1, S. 7f.; B25, S. 5) . Aufgrund dieser Umstände sind erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit dieses Ereignisses anzubringen. 4.3.4 Ferner machte er Beschwerdeführer keine Ausführungen zum kon- kreten Alltagsleben in seiner Situation als verfolgte Person, die sich w e- gen des Studiums regelmässig aus dem Versteck in die Öffentlichkeit ha- be begeben müssen. Er machte zwar in pauschaler Weise geltend, er habe sich in Kolumbien stets verstecken und tarnen müssen, als er sich in der Öffentlichkeit bewegt habe (bzgl. Tarnung mit Brille, Mütze oder Hut vgl. Beschwerde vom 14. März 2008, S. 2 ; Beschwerde vom 8. April 2010, S. 4 ). Wie sein Leben in den verschiedenen Verstecken konkret aussah und wie er sich in dieser höchst eingeschränkten Situation zu or- ganisieren wusste, führte er nicht aus. 4.3.5 Der Beschwerdeführer begründet die Tatsache , dass er sich erst nach Ablehnung seines Asylgesuchs an di e Botschaft wendete und sich nicht schon viel früher um seine Einreise kümmerte, zumal er sich angeb- lich in ständiger Gefahr befunden habe, mit dem Vorbringen, er habe ei- nerseits auf einen Aufruf der Schweizer Botschaft gewartet und anderer- seits seien er und seine Familie davon ausgegangen, dass er erst nach Abschluss des Asylverfahrens seiner Familie einreisen könne (vgl. B25, S. 8). In seiner Beschwerdeschrift hält er fest, dass sein Abwarten auf das abgeschlossene Asylverfahren seiner Familie sich auf eine Auskunft einer Bekannten in der Schweiz gestützt habe, in welche er und seine Familie grosses Vertrauen gehabt hätten. Diese Annahmen alleine hätten aber den Beschwerdeführer nicht davon ab gehalten, die Schweizer Botschaft um Schutz bzw. um eine schnellstmögliche Einreise zu ersuchen. Viel- mehr wäre dies von einer Person in einer vom Beschwerdeführer be- schriebenen Bedrohungssituation zu erwarten gewesen. Die diesbezügli- che passive Haltung des Beschwe rdeführers, welche er bis zum Able h- nungsentscheid des BFM am 13. Dezember 2007 zu Tage legte, lässt die geltend gemachte ständige Gefährdungssituation unglaubhaft ersche i- nen. E-2330/2010 Seite 13 4.3.6 Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Juni 2008, we l- ches den Beschwerdeführers zur Einreise berechtigte , ver gingen über fünf Mona te, bis die Einreise in die Schweiz vollzogen werden konnte . Während dieses Zeitraums hat sich der Beschwerdeführer insbesondere im Zusammenhang mit der Organisation und Finanzierung seiner Einre i- se in die Schweiz mit der Schweizer Botschaft in Verbindung gesetzt. Da- bei ist festzuhalten, dass er sich erst rund zwei Monate nach Urteilseröf f- nung schriftlich an die Botschaft wandte und in seinem Schreiben keine Hinweise auf seine Notlage ersichtlich s ind. Hätte der Beschwerdeführer tatsächlich in ständiger Angst und Gefahr gelebt, so hätte er in seinem Schreiben bestimmt ausdrücklich darauf hingewiesen . Dieses Verhalten lässt in Übereinstimmung mit den vorstehenden Erwägungen den Schluss zu, dass der Beschwerdeführer sich bis zum Zeitpunkt der Au s- reise nicht tatsächlich in Verfolgungsgefahr befunden hatte. 4.4 Nach dem Gesagten sind – in Bestätigung der vorinstanzlichen Erwä- gungen – die Aussagen des Beschwerdeführers in den Anhörungsprot o- kollen insgesamt als nicht genügend glaubhaft zu qualifizieren. Eine be- gründete Furcht vor Verfolgung ist folglich zu verneinen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht abgewi e- sen. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). E-2330/2010 Seite 14 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Au s- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, i hr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr igender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrücksc hiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in de n Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s-E-2330/2010 Seite 15 schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgeme i- ne Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvol l- zug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vol lzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 6.4.1 In Kolumbien herrscht zur Zeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch liegt eine landesweite Situation allgemeiner Gewalt vor. Zu prüfen bleibt jedoch, ob beim Beschwerdeführer allenfalls andere, individuelle Gründe vorliegen, die gegen eine Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzug spr e- chen. Aufgrund der Aktenlage besteht keine Veranlassung zur Annahme, der Beschwerdeführer gerate im Fall einer Rückkehr nach Kolumbien aus i n- dividuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation, welche d en Vollzug der Wegwe i- sung zum heutigen Zeitpunkt als unzumutbar erscheinen liesse. Zwar kann nicht in Abrede gestellt werden, dass er aufgrund seiner längeren Landesabwesenheit kurz nach der Rückkehr gewissen Schwierigkeiten ausgesetzt werden könnte. Der B eschwerdeführer hat eigenen Angaben zufolge vor seiner Ausreise bereits mehrere Jahre in einer [Firma] als [Be- ruf] gearbeitet. Es ist somit davon auszugehen, dass ihm eine berufliche Wiedereingliederung in seiner Heimat gelingen dürfte, zumal er – soweit aktenkundig – bei guter Gesundheit ist. Seine Ehefrau und viel e Bekann- te von ihm leben in der selben Region, wo er aufgewachsen ist. Der B e- schwerdeführer verfügt somit über ein tragfähiges Beziehungsnetz in se i-E-2330/2010 Seite 16 ner Heimatregion in Kolumbien. Aufgrund dieser U mstände ist anzune h- men, dass es ihm möglich sei n wird, bei einer Rückkehr die notwendigen Lebensgrundlagen zu erlangen. 6.4.2 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 6.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufig en Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer stellte in seiner Rechtsmitteleingabe vom 8. April 2010 jedoch ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ( Art. 65 Abs. 1 VwVG) und weist auf seine Fürsorgeabhängigkeit hin. Das Gericht hielt in seiner Instruktionsverfügung vom 16 . April 2010 fest, zu einem späteren Zeitpunkt darüber zu befinden. Der Beschwerdeführer konnte bereits vor seiner Ausreise hinreichend belegen, dass er über keine Mittel zur Fina n- zierung seines Fluges in die Schweiz verfügte, weshalb das BFM sein Gesuch um Übernahm e der R eisekosten bewilligte. Auch waren seine Familienangehörigen zum damaligen Zeitpunkt von der Fürsorge in der Schweiz abhängig. Gemäss Akten sind sowohl der Beschwerdeführer als auch seine Familienangehörigen bis zum heutigen Zeitpunkt nicht e r- werbstätig. Aufgrund dieser Umstände kann vorliegend von einer Bedürf- tigkeit des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ausge- gangen werden. Die in der Beschwerde formulierten Begehren sind auch E-2330/2010 Seite 17 nicht als aussichtslos einzustufen. Das Gesuch um Gewährung de r u n- entgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist somit gutz u- heissen, und von der Auferlegung von Verfahrenskosten ist abzusehen. (Dispositiv nächste Seite) E-2330/2010 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gu t- geheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zus tändi- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Lhazom Pünkang Versand: