A bteilung V E -4434/2006 kom /che/scb {T 0/2} U rteil vom 1. Juni 2007 M itw irkung: R ichter König, R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter G ysi G erichtsschreiberin C hastonay X._______, R ussland, vertreten durch lic. iur. Isabelle M üller, C aritas Schw eiz, Abteilung Anw altschaft, _______ Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 20. M ai 2005 i.S. W egw eisungsvollzug / R ef.-N r. _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer - tschetschenischer Ethnie - verliess den H eim atstaat eige- nen Angaben zufolge am 4. Februar 2004 und gelangte am 27. Februar 2004 in die Schw eiz, w o er am 2. M ärz 2004 in Basel ein Asylgesuch stellte. Am 10. M ärz 2004 w urde der Beschw erdeführer im Em pfangszentrum (vorm als Em pfangsstelle) Basel erstm als befragt. Für den Aufenthalt w ährend des Asylverfahrens w urde er dem Kanton A._______ zugew iesen. Am 30. M ärz 2004 w urde der Beschw erdeführer durch die zuständige kantonale Behörde zu seinen Asylgründen befragt. D ie Vorinstanz verzichtete auf eine ergänzende m ündliche Anhörung. Zur Begründung seines Asylgesuches m achte der Beschw erdeführer im W esentli- chen geltend, seine Eltern seien geschieden; die M utter lebe m it einem anderen M ann in B._______, den Aufenthaltsort des Vaters kenne er nicht. Er habe m it seiner Schw ester C ._______ und dem Bruder D ._______ in E._______ gelebt. In Tschetschenien herrsche Krieg, und er fürchte sich vor den R ussen, die in Tschetschenien junge M änner entführen und Frauen vergew altigen w ürden; alle hätten die gleichen Problem e. D er Beschw erdeführer sei nicht politisch aktiv gew esen, aber ungeachtet dessen regelm ässig von Angehörigen der russischen Sicherheitskräfte geschlagen w orden. Einm al habe er desw egen sogar den Arzt aufsuchen m üssen. Er sei auch im m er w ieder zw ecks verschiedenster Kontrollen festgehalten, aber jew eils w ieder freigelassen w orden. Sein Bruder D ._______ habe gegen die russischen Truppen gekäm pft. Im M ärz 2003 sei D ._______ nach G ._______ gereist, um für den Beschw erdeführer und die Schw ester einen R eisepass zu besorgen. D ._______ sei in G ._______ verhaftet und ins G efängnis von F._______ gebracht w orden. Ein C ousin sei im Krieg gegen die russischen Sicherheitskräfte getötet w orden. Aus diesen G ründen habe er den H eim atstaat verlassen, indem er m it seiner Schw ester nach G ._______ und von dort über W eissrussland, Polen, D eutschland und Frankreich in die Schw eiz gereist sei. D ie Schw ester C ._______ des Beschw erdeführer stellte ein eigenes Asylgesuch (N 464 357). B. Am 8. M ärz 2005 liess das BFM über einen dazu beauftragten Experten eine so genannte Lingua-Analyse durchführen. D er darauf basierende Bericht vom 16. M ärz 2005 ergab, dass der Beschw erdeführer eindeutig in Tschetschenien sozialisiert w orden w ar. C . M it Verfügung vom 20. M ai 2005 - eröffnet am 23. M ai 2005 - stellte die Vorinstanz fest, die Vorbringen des Beschw erdeführers genügten den Anforderungen an die G laubhaftm achung eines asylrelevanten Sachverhaltes nicht und lehnte das Asyl- gesuch ab. M it gleicher Verfügung w urde die W egw eisung verfügt und festgestellt, der Vollzug der W egw eisung sei zulässig, zum utbar und m öglich. 3 D . M it Beschw erde vom 14. Juni 2005 (Poststem pel) an die vorm als zuständige Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragte der Beschw erdeführer durch seine R echtsvertreterin die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung im Vollzugspunkt. Es sei die U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung festzustellen und dem Beschw erdeführer sei die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren. In prozessualer H insicht w urde die unentgeltliche R echtspflege beantragt. Auf die Begründung der R echtsbegehren im Einzelnen w ird, sow eit entscheidw esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. E. M it verfahrensleitender Verfügung vom 22. Juni 2005 stellte der zuständige In- struktionsrichter fest, die Beschw erde richte sich lediglich gegen den Vollzug der W egw eisung, w eshalb die Verfügung der Vorinstanz, sow eit die Fragen des Asyls und der W egw eisung als solche betreffend, in R echtskraft erw achsen seien. Zu- dem verzichtete der Instruktionsrichter auf die Erhebung eines Kostenvorschus- ses; hinsichtlich des Entscheids über die beantragte unentgeltliche R echtspflege w urde auf einen späteren Zeitpunkt verw iesen. F. D ie Vorinstanz hielt in der Vernehm lassung vom 6. Juli 2005 an ihrer Verfügung fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. D iese Stellungnahm e w urde dem Beschw erdeführer am 8. Juli 2005 zur Kenntnis gebracht. G . Am 4. O ktober 2005 liess der Beschw erdeführer seinen Führerausw eis zu den Ak- ten reichen. H . D as Asylgesuch der Schw ester C ._______ w urde vom BFM m it Verfügung vom 17. M ai 2005 zufolge U nglaubhaftigkeit der Vorbringen abgelehnt. D ie dagegen am 14. Juni 2005 eingereichte Beschw erde w urde m it Beschluss der AR K vom 16. M ai 2006 als gegenstandslos gew orden abgeschrieben, nachdem A.L von der zustän- digen kantonalen Behörde als unbekannten Aufenthaltes gem eldet w orden und de- ren Aufenthalt auch der R echtsvertreterin nicht bekannt w ar. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VVG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]).4 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfah- rensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 D ie vorliegende Beschw erde richtet sich allein gegen den angeordneten Vollzug der W egw eisung. D ie Ziffern 1 (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft), 2 (Ableh- nung des Asylgesuches) und 3 (Verfügung der W egw eisung) des D ispositivs der angefochtenen Verfügung sind dem zufolge m angels Anfechtung in R echtskraft er- w achsen. 3.2 Es bleibt folglich zu prüfen, ob das Bundesam t den Vollzug der W egw eisung zu R echts als zulässig, zum utbar und m öglich erklärt hat (Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 14a des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlas- sung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 4. 4.1 Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 AN AG ) 4.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 4.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 4.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 5 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 4.5 In der R echtsm itteleingabe w ird ausgeführt, der Beschw erdeführer habe Tsche- tschenien w egen der dortigen gefährlichen Situation verlassen. Er sei regelm ässig zusam m engeschlagen und auch m itgenom m en w orden. D er ältere Bruder D ._______ sei im O ktober 2003 zu einer achtjährigen G efängnisstrafe verurteilt w orden und befinde sich im Strafvollzug. D ieser habe in G ._______ gefälschte D ollars in U m lauf gebracht, w obei im Fernseher davon berichtet und das G anze in Verbindung m it der tschetschenischen W iderstandsbew egung gebracht w orden sei. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz, w onach dem Beschw erdeführer gestützt auf die verfassungsm ässig garantierte N iederlassungsfreiheit eine innerstaatliche Ausw eichm öglichkeit, m ithin eine W ohnsitznahm e ausserhalb Tschetscheniens, m öglich sei, sei festzuhalten, dass die örtlichen Behörden in der R ussischen Föderation sich aufgrund der unvollkom m enen U m setzung des neuen R egistrierungssystem s die M öglichkeit vorbehalten hätten, die M odalitäten der U m setzung dieses R echts auf Freizügigkeit und W ahl des Aufenthalts- oder W ohnortes selber festzulegen; dabei w erde oft restriktiv verfahren. D as ganze System der R egistrierung stelle, w ie die G esellschaft für bedrohte Völker festhalte, ein grosses, aktuelles Problem dar. W er nicht am W ohnort registriert sei, lebe praktisch w ie ein illegaler Flüchtling in einem frem den Land. In G ._______ w erde den tschetschenischen Flüchtlingen eine R egistrierung praktisch unm öglich gem acht; jeder diesbezügliche Versuch w erde von Beleidigungen, D em ütigungen, m itunter von w illkürlichen Festnahm en und erkennungsdienstlicher Behandlung begleitet. Vor diesem H intergrund sei die Auffassung der Vorinstanz nicht zutreffend, w onach sich die R egistrierung des Beschw erdeführers ohne Problem e gestalten dürfte. Andererseits verw ehre eine fehlende R egistrierung den Zugang zu den grundlegenden sozialen und bürgerlichen R echten, w ie legaler Ar- beitserw erb, m edizinische Versorgung und Bildung, w ie dies das U N H C R in einer Stellungnahm e vom Januar 2002 festhalte. Auch sei dem Beschw erdeführer nicht zum utbar, sich in einem anderen Teil der R ussischen R epublik, w ie D agestan oder im W olgagebiet niederzulassen, zum al Angehörige der tschetschenischen Ethnie auch dort Problem en begegneten. 4.6 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M ario G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen - die diesbezüglichen Feststellungen der Vorinstanz sind unangefochten in R echtskraft erw achsen -, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 4.7 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis 6 des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. Entscheide und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission, EM AR K, 2001 N r. 16 S. 122 m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in seinem H eim atstaat lässt den W egw ei- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 4.8 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 4.9 D ie Ausführungen auf Beschw erdeebene, w onach M enschen kaukasischer Ab- stam m ung in Teilen der R ussischen Föderation m it M isstrauen und Ablehnung be- gegnet w ird, w erden w eder vom BFM noch vom Bundesverw altungsgericht in Fra- ge gestellt. Es ist jedoch auch aktuell nicht davon auszugehen, dass Personen kaukasischer Abstam m ung in R ussland allein aufgrund ihrer H erkunft asylrechtlich relevanter Verfolgung ausgesetzt w erden. W ohl besteht für die Angehörigen der tschetschenischen Ethnie die G efahr, in erhöhtem M asse von Behördenstellen überprüft zu w erden. Es ist auch davon auszugehen, dass Personen tschetscheni- scher Ethnie respektive kaukasischer H erkunft im Vergleich zu allfällig anderen in- tern Vertriebenen in der R ussischen Föderation eher das Augenm erk der Behör- den auf sich ziehen und ihnen deshalb m it einer gew issen W ahrscheinlichkeit ent- sprechende Schw ierigkeiten erw achsen können. Auch auf dem Arbeits- und W ohn- m arkt w erden die Angehörigen dieser G ruppe offenbar diskrim iniert. Solche Perso- nenkontrollen, Schikanen und D iskrim inierungen, die zw eifellos auch auf frühere Attentate seitens tschetschenischer G ruppierungen zurückzuführen sind, m ögen den davon Betroffenen als ernsthafte Benachteiligungen erscheinen, sind jedoch nicht als konkrete G efährdung im Sinne der zu beachtenden Bestim m ungen zu w erten, nachdem sie in der R egel ein bestim m tes M ass nicht überschreiten. G e- m äss Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts leben viele Kaukasier seit langer Zeit in G ._______ und in anderen R egionen der R ussischen Föderation. Zahlreiche von ihnen haben zw ar keinen geregelten Aufenthalt, gehen aber gleichw ohl einer Erw erbstätigkeit nach und w erden nicht in einem relevanten Ausm ass behelligt. In Fortsetzung der diesbezüglichen R echtsprechung der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission geht das Bundesverw altungsgericht daher davon aus, dass sich der Vollzug der W egw eisung abgew iesener tschetschenischer Asylsuchender an einen innerstaatlichen Zufluchtsort unter U m ständen als zum utbar erw eisen kann. D abei sind allerdings hohe Anforderungen an den N achw eis der Zum utbarkeit einer innerstaatlichen 7 Aufenthaltsalternative zu stellen. Insbesondere ist zu prüfen, ob die betroffene Person über ein tragfähiges, insbesondere fam iliäres Beziehungsnetz - so auch im H inblick auf eine zum utbare U nterkunft - am allfälligen Zufluchtsort verfügt. Auf ein Beziehungsnetz darf im Ü brigen unter U m ständen auch dann geschlossen w erden, w enn sich die betreffende Person vor ihrer Ausreise w ährend langer Zeit an einem innerstaatlichen Zufluchtsort aufhielt und sich aus den Akten keine überzeugenden Argum ente gegen eine R ückkehr dorthin ergeben. Im W eiteren verm ögen überdurchschnittliche finanzielle M ittel die Eingliederung am Zufluchtsort zw eifellos zu erleichtern. Zu berücksichtigen sind ferner Alter, G esundheit, G eschlecht, Ausbildung und die bisherigen beruflichen Erfahrungen der betreffenden Person. Eine Situation, w elche tschetschenische Asylsuchende a priori als G ew alt- oder D e-facto-Flüchtlinge (im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG ) im gesam ten G ebiet der R ussischen Föderation qualifizieren w ürde, lässt sich dem nach nicht generell bejahen (vgl. EM AR K 2005 N r. 17). 4.10 Vorliegend ist in individueller H insicht festzuhalten, dass der Beschw erdeführer jung und - sow eit aktenkundig - gesund ist. Er ist zudem unverheiratet und vor die- sem H intergrund ohne w eitergehende fam iliäre Verpflichtungen. Sodann hat der Beschw erdeführer elf Jahre lang die Schule besucht und diese abgeschlossen. Er habe zw ar keine Berufsausbildung absolviert, jedoch als Privatlehrer jüngere Kin- der in Englisch unterrichtet. D am it verfügt der Beschw erdeführer über entspre- chende praktische Berufserfahrungen. Solche hat er auch in der Schw eiz erlangen können, indem er w ährend der D auer des Asylverfahrens einer Erw erbstätigkeit nachgegangen ist. D ie hierbei erlangten finanziellen M ittel dürften zudem bei einer R ückkehr m indestens anfänglich von Vorteil sein. Sodann lebt die M utter des Be- schw erdeführers in B._______, w om it er, sollte dies für den erw achsenen Be- schw erdeführer allenfalls anfänglich nötig sein, bei ihr U nterkunft suchen könnte. Andererseits ist darauf hinzuw eisen, dass m it heutigem U rteil des Bundesverw al- tungsgerichts die Beschw erde der Schw ägerin des Beschw edeführers (R ef.- N r._______) betreffend Vollzug der W egw eisung ebenfalls abgew iesen w ird. D ie Schw ägerin verfügt in G ._______ über ein verw andtschaftliches und bekanntschaftliches Beziehungsnetz, auf das sie bei der H eim kehr zurückgreifen kann. D er Beschw erdeführer kann daher w ahlw eise auch gem einsam m it seiner Schw ägerin, m it der er gem äss Akten bereits in der Schw eiz eine Zw eckgem einschaft gebildet hat - beide leben an der selben Adresse und haben den gleichen Arbeitgeber - in die H eim at zurückkehren, w as sow ohl die H eim reise selber als auch einen N euanfang beispielsw eise in G ._______ erheblich erleichtern dürfte. 4.11 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 4.12 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 4.13 Zusam m enfassend hat die Vorinstanz den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anord- nung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ).8 5. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege ist abzuw eisen, nachdem der Beschw erdeführer einer regelm ässigen Erw erbstätigkeit nachgeht und dam it über ein geregeltes Einkom m en verfügt, w o- m it die in Art. 65 Abs. 1 Vw VG genannten, kum ulativ zu erfüllenden, Vorausset- zungen zum U rteilszeitpunkt nicht erfüllt sind. D ie Verfahrenskosten sind dabei auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw al- tungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege w ird abgew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 4. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. _______) - A._______ (Beilagen: _______). D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M arkus König Eveline C hastonay Versand am :