<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2020-12-21-8C_706-2020.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>8C_706/2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 21. Dezember 2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. sozialrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Maillard, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Wirthlin, Bundesrichterin Viscione, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Hochuli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsdienst Inclusion Handicap, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Invalidenversicherung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 10. September 2020 (IV.2020.00264). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.a.</b> A.________, geboren 1994, reiste 2000 mit seinen Eltern in die Schweiz ein. Er ist seit April 2006 wegen einer rechtsseitigen Schulterinstabilität mit wiederholten Luxationen in der Klinik B.________ in Behandlung. Der im Januar 2011 abgeschlossene Lehrvertrag zum Automobilfachmann EFZ mit Stellenantritt am 2. August 2011 musste aus gesundheitlichen Gründen per 31. Januar 2012 aufgelöst werden. Am 21. November 2018 meldete sich A.________ unter Hinweis auf eine seit dem 24. Dezember 2008 bestehende Omarthrose in der rechten Schulter bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen sowie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-Stelle des Kantons Zürich (nachfolgend: IV-Stelle oder Beschwerdegegnerin) einen Leistungsanspruch ab, weil keine gesundheitlichen Gründe dafür ersichtlich seien, dass er in den vergangenen sieben Jahren keine angepasste, erstmalige berufliche Ausbildung absolviert habe (Verfügung vom 11. Juni 2019). Auf Beschwerde des Versicherten hin hob das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich die Verfügung vom 11. Juni 2019 auf und wies die Sache zur Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle zurück (Entscheid vom 29. November 2019). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.b.</b> Nach Überprüfung der Sachlage lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren erneut ab (Verfügung vom 6. April 2020). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Dagegen beantragte A.________ beschwerdeweise, ihm seien unter Aufhebung der Verfügung vom 6. April 2020 "berufliche Massnahmen in Form von Berufsberatung und daran anschliessend einer erstmaligen beruflichen Ausbildung zu gewähren". Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich hiess die Beschwerde teilweise gut und hob die Verfügung vom 6. April 2020 insofern auf, als es feststellte, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf Berufsberatung hat. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab (Entscheid vom 10. September 2020). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten lässt A.________ beantragen, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides und der Verfügung vom 6. April 2020 sei festzustellen, dass er nebst dem Anspruch auf Berufsberatung auch einen grundsätzlichen Anspruch auf eine erstmalige berufliche Ausbildung und damit auf die Übernahme allfälliger invaliditätsbedingter Zusatzkosten sowie ein Taggeld nach <span class="artref">Art. 23 Abs. 3 IVG</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 22 IVG</span> habe. Zudem ersucht er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht hat die vorinstanzlichen Akten eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann unter anderem die Verletzung von Bundesrecht gerügt werden (<span class="artref">Art. 95 lit. a BGG</span>), die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz nur, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Artikel 95 beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>; Urteil 9C_911/2017 vom 16. März 2018 E. 1). Die Beschwerde hat unter anderem die Begehren und deren Begründung zu enthalten, wobei in der Begründung in gedrängter Form - unter Bezugnahme auf und in Auseinandersetzung mit den entscheidenden vorinstanzlichen Erwägungen - darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). Dabei gilt in Bezug auf die Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung durch die Vorinstanz wie auch in Bezug auf die Verletzung von Grundrechten eine qualifizierte Begründungspflicht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=02.12.2020&amp;to_date=21.12.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-I-377%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page377">BGE 143 I 377</a> E. 1.2 S. 380 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Gemäss angefochtenem Entscheid hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Berufsberatung, weshalb das kantonale Gericht die Beschwerde im vorinstanzlichen Verfahren insoweit guthiess und die Verfügung vom 6. April 2020 insofern aufhob. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Strittig und zu prüfen ist demgegenüber, ob die Vorinstanz Bundesrecht verletzte, soweit sie die am 6. April 2020 verfügte Verneinung eines Anspruchs auf eine erstmalige berufliche Ausbildung bestätigte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Fest steht, dass der Beschwerdeführer die am 2. August 2011 angetretene erstmalige berufliche Ausbildung zum Automobilfachmann EFZ per 31. Januar 2012 wegen der rechtsseitigen Schulterproblematik aufgeben musste. Sodann ist unbestritten, dass er seit 2008 an einer wiederholt behandlungsbedürftigen Omarthrose im rechten Schultergelenk leidet (vgl. Anmeldung zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle vom 21. November 2018). Dem laut eigenen Angaben guten Sek-B-Schüler (an der Grenze zum Leistungsniveau der Sek-A) musste bei der Auswahl des Berufszieles klar sein, dass diese körperlich anstrengende Tätigkeit mit bekanntermassen häufigem Ersetzen von Verschleissteilen und Radwechseln seinen gesundheitlichen Einschränkungen nicht optimal angepasst war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Das kantonale Gericht hat in tatsächlicher Hinsicht für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlich festgestellt, dass der Beschwerdeführer nach medizinischer Aktenlage in einer angepassten, die rechte Schulter wenig belastenden Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist. Ob ihm bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung zu einer behinderungsangepassten Beschäftigung infolge der gesundheitlichen Einschränkungen im wesentlichen Umfang zusätzliche Kosten entstünden, sei weder ersichtlich noch geltend gemacht worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Ein Anspruch auf Beiträge an die erstmalige berufliche Ausbildung besteht, wenn dem Versicherten aus Gründen eines bleibenden oder längere Zeit dauernden Gesundheitsschadens, somit invaliditätsbedingt, in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen (<span class="artref">Art. 16 Abs. 1 IVG</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 5 Abs. 2 IVV</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=02.12.2020&amp;to_date=21.12.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-V-461%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page461">BGE 126 V 461</a> E. 1). Der Beschwerdeführer macht nicht ansatzweise geltend, inwiefern ihm konkret aus einer "zweiten" erstmaligen beruflichen Ausbildung nach der abgebrochenen Lehre als Automobilfachmann wegen seines Gesundheitsschadens in wesentlichem Umfang zusätzliche Kosten im Sinne von <span class="artref">Art. 5 Abs. 2 IVV</span> entstehen würden. Soweit er sich überhaupt rechtsgenüglich mit der sachbezüglichen Begründung des angefochtenen Entscheids auseinandersetzt, legt er nicht dar und ist nicht ersichtlich, inwiefern die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung offensichtlich unrichtig oder sonstwie willkürlich sein soll. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die offensichtlich unbegründete Beschwerde wird im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG</span> - ohne Durchführung eines Schriftenwechsels, mit summarischer Begründung unter Verweis auf den vorinstanzlichen Entscheid (<span class="artref">Art. 102 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/109/3" type="start"></artref>Art. 109 Abs. 3 BGG</span><artref id="CH/173.110/102/1" type="end"></artref>) - erledigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im bundesgerichtlichen Verfahren ist wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). Dem Beschwerdeführer sind demnach die Gerichtskosten aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, III. Kammer, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 21. Dezember 2020 </div> <div class="para">Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Maillard </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Hochuli </div> </div></body></html>