<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00508</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224383&amp;W10_KEY=13045537&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00508</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.10.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung (Wiedererwägung)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bei einem Wiedererwägungsbegehren, das nicht auf eine Änderung einer formell rechtskräftigen Verfügung abzielt, kommt der einlegenden Partei kein Anspruch auf Behandlung zu. Es handelt sich nicht um ein Wiedererwägungsgesuch im Sinn eines ausserordentlichen Rechtsmittels, sondern um eine blosse Bitte ohne Anspruch auf Behandlung. Lehnt es die Behörde â wie hier â ab, auf ein Wiedererwägungsgesuch einzutreten, kann dagegen grundsätzlich kein Rechtsmittel ergriffen werden. Hier hätte der Beschwerdegegner auf das Begehren des Beschwerdeführers um Wiedererwägung der noch nicht in Rechtskraft erwachsenen Wegweisungsverfügung aber auch deshalb nicht eintreten müssen, weil sich der Sachverhalt seit dem letzten Entscheid nicht massgeblich verändert hat (zum Ganzen E. 2.2). Abweisung UP/URB. Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEUE TATSACHE">NEUE TATSACHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSKRAFT">RECHTSKRAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGLICHE MASSNAHME">VORSORGLICHE MASSNAHME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERERWÃGUNGSGESUCH">WIEDERERWÃGUNGSGESUCH</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=68125" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00508</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">1. Oktober 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Sonja GÃ¼ntert. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung (WiedererwÃ¤gung),</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, ein 1989 geborener marokkanischer StaatsangehÃ¶riger, reiste am 10. Dezember 2011 in die Schweiz und ersuchte vergeblich um Asyl. </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 22. September 2016 wurde der Vater eines Schweizer Kindes (geboren 2012) insbesondere wegen versuchter vorsÃ¤tzlicher TÃ¶tung zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Von August 2013 bis August 2021 befand er sich aus diesem Grund in Untersuchungshaft bzw. im Strafvollzug.</p> <p class="Sachverhalt2">Am 14. Oktober 2022 wies das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM) ein erneutes Asylgesuch von A ab, ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz an und beauftragte den Kanton Bern mit dem Wegweisungsvollzug. Eine dagegen gerichtete Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht am 13. Januar 2023 ab.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Ende Januar 2023 heiratete A in Luzern eine marokkanische StaatsangehÃ¶rige. Das von ihm am 1. Februar 2023 (per E-Mail) gestellte Gesuch um Familiennachzug bzw. Einbezug in die vorlÃ¤ufige Aufnahme wurde vom SEM mangels rechtsgÃ¼ltiger Eingabe nicht behandelt. Die Ehe wurde am 17. Oktober 2023 geschieden.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Anfang November 2023 leiteten A und C, eine 1993 geborene Schweizerin, beim Zivilstandsamt der Stadt D ein Ehevorbereitungsverfahren ein. </p> <p class="Sachverhalt2">Am 10. Januar 2024 ersuchte A das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung. Mit VerfÃ¼gung vom 19. April 2024 wies das Migrationsamt dieses Gesuch ab, wies A weg und hielt fest, dass ihm das Einreichen eines Rekurses keine Berechtigung einrÃ¤ume, weiterhin in der Schweiz zu verbleiben. Dagegen rekurrierte A bei der Sicherheitsdirektion und beantragte im Wesentlichen, es sei ihm eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat zu erteilen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er sinngemÃ¤ss um vorlÃ¤ufige Aufenthaltsgestattung wÃ¤hrend des Rekursverfahrens. Letzteres Gesuch wies die Sicherheitsdirektion am 2. Mai 2024 ab, welche Anordnung das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 11. Juli 2024 (VB.2024.00256) schÃ¼tzte.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Mit Schreiben vom 13. Juli 2024 gelangte C an das Migrationsamt und stellte einen dringenden Antrag auf Beschleunigung der Bearbeitung ihres Falls wegen der bevorstehenden Geburt des Kindes von ihr und A. Am 2. August 2024 ersuchte der Rechtsvertreter von A das Migrationsamt um WiedererwÃ¤gung der "WegweisungsverfÃ¼gung".</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 8. August 2024 trat das Migrationsamt auf das Gesuch von A vom 2. August 2024 nicht ein und stellte fest, dass er zur unverzÃ¼glichen Ausreise aus der Schweiz verpflichtet sei und ihm die aufschiebende Wirkung eines allfÃ¤lligen Rekurses keine Berechtigung einrÃ¤ume, weiterhin in der Schweiz zu verbleiben.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Entscheid vom 27. August 2024 wies die Sicherheitsdirektion den hiergegen erhobenen Rekurs von A ab (Dispositiv-Ziff. I), verweigerte ihm das Armenrecht (Dispositiv-Ziff. II) sowie eine ParteientschÃ¤digung (Dispositiv-Ziff. IV) und auferlegte ihm die Kosten des Rekursverfahrens in HÃ¶he von Fr. 760.- (Dispositiv-Ziff. III). </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A, der sich seit Ende August 2024 im Kanton Bern in Ausschaffungshaft befindet, erhob am 2. September 2024 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte Folgendes:</p> <p class="Urteilstext">"1. ErklÃ¤ren Sie die Klage fÃ¼r zulÃ¤ssig;</p> <p class="Urteilstext">2. Stellt die Verletzung der oben genannten gesetzlichen und vertraglichen Bestimmungen sowie der internen und internationalen Rechtsprechung fest;</p> <p class="Urteilstext">3. Hebt die Entscheidung vom 27.08.2024 auf und reformiert sie unter GewÃ¤hrung der aufschiebenden Wirkung in der Dringlichkeit, dass der BeschwerdefÃ¼hrer das Verfahren der provisorischen Bewilligung im Hinblick auf eine Heirat in der Schweiz rechtmÃ¤ssig abwartet;</p> <p class="Urteilstext">4. Den Teil der Beschwerde, der die Zwangsmassnahmen betrifft, gemÃ¤ss dem oben erwÃ¤hnten Art. 8 VwVG an die zustÃ¤ndige Berner BehÃ¶rde Ã¼berweisen;</p> <p class="Urteilstext">5. Den Staat zu verurteilen, den Verlobten 20'000 Frs (zwanzigtausend Schweizer Franken) fÃ¼r den immateriellen Schaden zu bezahlen.</p> <p class="Urteilstext">6. VollstÃ¤ndigen Rechtsbeistand gewÃ¤hren, vorbehaltlich der Kosten."</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 3. September 2024 setzte die Vorsitzende dem Rechtsvertreter von A, B, eine Frist von fÃ¼nf Tagen zur Unterzeichnung der Beschwerde an. Dieser Aufforderung kam B innert Frist nach. Am 3. September, 4. September, 8. September, 16. September, 17. September, 18. September, 25. September und am 26. September 2024 machten er und/oder C weitere (elektronische) Eingaben und setzten das Verwaltungsgericht insbesondere darÃ¼ber in Kenntnis, dass letztere im September 2024 einen Sohn zur Welt gebracht habe.</p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion hatte am 10. September 2024 auf Vernehmlassung verzichtet; das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). </p> <p class="Erwgung2">Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt, seine Verhaftung Ende August 2024 und die anschliessende Versetzung in Ausschaffungshaft verstiessen gegen Art. 5 Abs. 4 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention ([SR 0.101] willkÃ¼rliche und rechtswidrige Inhaftierung, Verletzung des Rechts auf Freiheit), und neu den Wunsch nach einer Genugtuung Ã¤ussert, fehlt es dem Verwaltungsgericht indes an der ZustÃ¤ndigkeit zur Beurteilung der Beschwerde. Entgegen dem BeschwerdefÃ¼hrer ist es auch nicht verpflichtet, die Eingabe insoweit, als sie sich gegen Anordnungen im Zusammenhang mit dem Vollzug seiner Wegweisung richtet, an die (allenfalls) zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden im â mit dem Wegweisungsvollzug des BeschwerdefÃ¼hrers betrauten â Kanton Bern zu Ã¼berweisen. Die Weiterleitungspflicht in § 5 Abs. 2 VRG gilt lediglich in Bezug auf kantonale VerwaltungsbehÃ¶rden (Kaspar PlÃ¼ss, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 5 N. 54). Zumindest gegen die Anordnung des Migrationsdienstes des Kantons Bern (Midi) vom 29. August 2024, womit dieser den BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼ckwirkend auf den Zeitpunkt des auslÃ¤nderrechtlichen Freiheitsentzugs hin fÃ¼r die Dauer von drei Monaten in Ausschaffungshaft versetzte, bzw. den diese Massnahme bestÃ¤tigenden Entscheid des kantonalen Zwangsmassnahmengerichts vom 30. August 2024 ist zudem gemÃ¤ss den Akten aktuell ohnehin ein Beschwerdeverfahren beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern bzw. eine Rechtsverweigerungsbeschwerde beim Bundesgericht hÃ¤ngig.</p> <p class="Urteilstext">Da die Ã¼brigen Eintretensvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde mit den genannten EinschrÃ¤nkungen einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤lt sich seit Dezember 2011 ohne auslÃ¤nderrechtliche Bewilligung in der Schweiz auf. Als er das Ausgangspunkt des vorliegenden Verfahrens bildende Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Eheschliessung mit C einreichte, hatte ihn das SEM bzw. das Bundesverwaltungsgericht gerade zum wiederholten Mal aus der Schweiz (und dem Schengenraum) weggewiesen. Mit VerfÃ¼gung vom 19. April 2024 wies der Beschwerdegegner das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung unter Hinweis namentlich auf seine Verurteilung zu einer lÃ¤ngerfristigen Freiheitsstrafe und den damit erfÃ¼llten Widerrufsgrund (Art. 62 Abs. 1 lit. b des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 [SR 142.20]) ab und hielt ihn ebenfalls zur unverzÃ¼glichen Ausreise aus der Schweiz an. Dagegen rekurrierte der BeschwerdefÃ¼hrer bei der Vorinstanz, wo das betreffende Rekursverfahren Nr. 2024.0235 gegenwÃ¤rtig immer noch hÃ¤ngig ist. Ein (erstes) Gesuch um Gestattung des prozeduralen Aufenthalts wÃ¤hrend des Rekursverfahrens hatte die Vorinstanz am 2. Mai 2024 abgewiesen. Diesen Entscheid schÃ¼tzte das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 11. Juli 2024 (Verfahren VB.2024.00256). </p> <p class="Urteilstext">Der (Zwischen-)Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Stattdessen gelangte der BeschwerdefÃ¼hrer am 2. August 2024 an den Beschwerdegegner und verlangte, dass eine WiedererwÃ¤gung der "WegweisungsverfÃ¼gung aus der Schweiz [â¦], gegen die wir uns aus medizinischen und humanitÃ¤ren GrÃ¼nden wehren", bzw. eine "zweite PrÃ¼fung" aufgrund neuer Tatsachen vorzunehmen sei. So mÃ¼sse im Hinblick auf das Wohl (Art. 3 des Ãbereinkommens vom 20. November 1989 Ã¼ber die Rechte des Kindes [KRK, SR 0.107]) des (damals noch) ungeborenen Kindes geprÃ¼ft werden, ob sich der Wegweisungsvollzug (noch) als rechtmÃ¤ssig erweise.</p> <p class="Erwgung2"><a id="_Hlk178772083"><b>2.2 </b>Der Beschwerdegegner nahm das Gesuch vom 2. August 2024 als ein solches um WiedererwÃ¤gung der AusgangsverfÃ¼gung vom 19. April 2024 entgegen und trat darauf nicht ein. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden</a>:</p> <p class="Urteilstext">Die Eingabe vom 2. August 2024 lÃ¤sst sich ohne Weiteres als Gesuch um WiedererwÃ¤gung der noch nicht in Rechtskraft erwachsenen VerfÃ¼gung vom 19. April 2024 (im Wegweisungspunkt) verstehen, zumal sich der vertretene BeschwerdefÃ¼hrer damit direkt an die verfÃ¼gende BehÃ¶rde wandte und die Bezeichnung WiedererwÃ¤gung verwendete. <a id="_Hlk178772049">Bei WiedererwÃ¤gungsbegehren, die nicht auf eine Ãnderung formell rechtskrÃ¤ftiger VerfÃ¼gungen abzielen, kommt der einlegenden Partei jedoch kein Anspruch auf Behandlung zu. Wie der Beschwerdegegner zu Recht bemerkt, muss diesfalls grundsÃ¤tzlich ein ordentliches Rechtsmittel ergriffen bzw. mÃ¼ssen EinwÃ¤nde gegen die VerfÃ¼gung im ordentlichen Rechtsmittelverfahren vorgebracht werden. Wohl steht es den Parteien frei, wÃ¤hrend laufender Rechtsmittelfrist oder wÃ¤hrend eines laufenden Rechtsmittelverfahrens bei der erstinstanzlich verfÃ¼genden BehÃ¶rde explizit um WiedererwÃ¤gung der AusgangsverfÃ¼gung zu ersuchen. </a><a id="_Hlk178772076">Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein WiedererwÃ¤gungsgesuch im Sinn eines ausserordentlichen Rechtsmittels, sondern um eine blosse Bitte ohne Anspruch auf Behandlung. Lehnt es die BehÃ¶rde â wie hier â ab, auf ein WiedererwÃ¤gungsgesuch einzutreten, kann dagegen grundsÃ¤tzlich kein Rechtsmittel ergriffen werden </a>(zum Ganzen Regina Kiener/Bernhard RÃ¼tsche/Mathias Kuhn, Ãffentliches Verfahrensrecht, 2. A., ZÃ¼rich/St. Gallen 2015, N. 2026 f.; Martin Bertschi, Kommentar VRG, Vorbemerkungen zu §§ 86aâ86d N. 19 ff.).</p> <p class="Urteilstext">Der Beschwerdegegner hÃ¤tte auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch des BeschwerdefÃ¼hrers aber auch deshalb nicht eintreten mÃ¼ssen, weil sich der Sachverhalt seit dem letzten Entscheid nicht massgeblich verÃ¤ndert hat. So berÃ¼cksichtigte der Beschwerdegegner bereits in seiner VerfÃ¼gung vom 19. April 2024, dass C (damals) ein Kind erwartete. Mit der wenige Monate spÃ¤ter erfolgten Geburt des (zweiten) Sohns des BeschwerdefÃ¼hrers haben sich die privaten Interessen der Verlobten â bei summarischer Beurteilung â nicht derart zu ihren Gunsten verschoben, dass sie das infolge der schweren StraffÃ¤lligkeit und des jahrelangen illegalen Aufenthalts des BeschwerdefÃ¼hrers Ã¤usserst gewichtige Ã¶ffentliche Interesse an der Wegweisung aufzuwiegen vermÃ¶chten, zumal dem BeschwerdefÃ¼hrer und C schon bei Eingehung ihrer Beziehung bewusst sein musste, dass sie ihr Familienleben allenfalls nicht bzw. nur verzÃ¶gert in der Schweiz werden leben kÃ¶nnen (vgl. BGr, 9. Januar 2018, 2C_650/2017, E. 5.1; ferner statt vieler BGE 137 I 351 E. 3.1, wonach bei abgewiesenen Asylsuchenden die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung, wie sie vom BeschwerdefÃ¼hrer verlangt wird, nur bei einem offensichtlichen Rechtsanspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung mÃ¶glich ist). Aus der vom BeschwerdefÃ¼hrer angerufenen Kinderrechtskonvention bzw. der Bestimmung zum Kindeswohl darin (Art. 3 KRK) kann wiederum kein unmittelbarer Aufenthaltsanspruch abgeleitet werden (statt vieler BGE 143 I 21 E. 5.5.2; BGr, 3. MÃ¤rz 2021, 2C_64/2021, E. 3.2.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Fragen liesse sich allenfalls, ob der Beschwerdegegner die Eingabe vom 2. August 2024 nicht als neues Gesuch um Bewilligung des prozessualen Aufenthalts hÃ¤tte entgegennehmen und der â aufgrund des Devolutiveffekts zustÃ¤ndigen â Vorinstanz zur Behandlung hÃ¤tte Ã¼berweisen mÃ¼ssen. </p> <p class="Urteilstext">Vor Verwaltungsgericht rÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer jedenfalls, dass sein "Antrag auf aufschiebende Wirkung, der seit der Verhaftung gestellt wurde, noch immer nicht beantwortet wurde". Dies legt nahe, dass er sein "WiedererwÃ¤gungsgesuch" vom 2. August 2024 eigentlich als ein solches um vorsorgliche Massnahme verstanden wissen wollte. In den Wortlaut des Gesuchs lÃ¤sst sich solches freilich nur schwer hineinlesen. SpÃ¤testens vor der fÃ¼r die Behandlung eines entsprechenden Gesuchs zustÃ¤ndigen Vorinstanz hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer seinen Antrag bzw. seine Vorbringen dazu zudem prÃ¤zisieren kÃ¶nnen, was er nicht tat. Vielmehr machte er im Rekursverfahren einzig geltend, der Beschwerdegegner habe nicht berÃ¼cksichtigt, dass ihm als Vater eines ungeborenen Kindes, dessen Mutter seine Anwesenheit benÃ¶tigt, ein Aufenthaltsanspruch zukomme. </p> <p class="Urteilstext">Auch die AbÃ¤nderung einer vorsorglichen Massnahme durch die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde auf Gesuch hin setzt im Ãbrigen voraus, dass sich die Sachlage seit der letzten Anordnung entscheidend verÃ¤ndert hat oder die gesuchstellende Partei neue erhebliche Tatsachen oder Beweismittel vorbringen kann (Regina Kiener, Kommentar VRG, § 6 N. 41). Die Geburt des jÃ¼ngsten Kindes des BeschwerdefÃ¼hrers und der verstÃ¤ndliche Wunsch seiner Partnerin, dass er zumindest nach der Geburt bei ihr ist und sie unterstÃ¼tzt, genÃ¼gen hierfÃ¼r nicht (so bereits VGr, 11. Juli 2024, VB.2024.00256, E. 3.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Anzumerken bleibt in Bezug auf das Vorstehende, dass in Verfahren wie dem vorliegenden, wenn mÃ¶glich, kein zeitraubendes Zwischenverfahren Ã¼ber den prozeduralen Aufenthalt (mit BeschwerdemÃ¶glichkeit bis vor Bundesgericht) eingeleitet, sondern vielmehr rasch in der Sache selbst entschieden werden soll (BGr, 17. Mai 2022, 2C_1019/2021, E. 4.2.2 mit Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Vor Einleitung weiterer Parallelverfahren bzw. vor dem Erlass weiterer ZwischenverfÃ¼gungen Ã¼ber die aufschiebende Wirkung oder den prozeduralen Aufenthalt wird die Vorinstanz hier deshalb Ã¼ber den Rekurs des BeschwerdefÃ¼hrers im Verfahren Nr. 2024.0235 befinden mÃ¼ssen. Ein baldiger Entscheid in der Sache drÃ¤ngt sich auch mit Blick auf die Vorbringen von C im vorliegenden Verfahren auf, wonach sie die Ungewissheit und "die stÃ¤ndige Angst" erheblich belasteten. Die (neuen) Vorbringen und Beweismittel des BeschwerdefÃ¼hrers in diesem Verfahren sind im Rekursverfahren Nr. 2024.0235 zu berÃ¼cksichtigen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). <span>Zu prÃ¼fen bleibt sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Offenkundig aussichtslos sind Begehren, deren Chancen auf Gutheissung derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (PlÃ¼ss, § 16 N. 46). Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichtskosten innert angemessener Frist zu bezahlen (PlÃ¼ss, § 16 N. 20). </p> <p class="Urteilstext">Mit Blick auf die vorstehenden ErwÃ¤gungen â so namentlich den Umstand, dass der Beschwerdegegner auf ein Gesuch um WiedererwÃ¤gung seiner VerfÃ¼gung vom 19. April 2024 nicht einzutreten brauchte â ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit der gestellten Begehren abzuweisen. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers geltend gemacht wird und das Verfahren nicht nur den Wegweisungspunkt betrifft, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (siehe Art. 83 lit. c Ziff. 2 und Ziff. 4 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion; <br/> c) das SEM.</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>