A bteilung V E -6106/2006 gyk/sw n {T 0/2} U rteil vom 3. Juli 2007 M itw irkung: R ichter G ysi, G alliker, König G erichtsschreiber Sw ain X_______, M auretanien, _______, vertreten durch Y_______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 29. Septem ber 2006 i.S. Vollzug der W egw eisung (W iedererw ä- gung) / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it Verfügung vom 1. M ärz 1999 w ies das dam als zuständige Bundesam t für Flüchtlinge (BFF) das Asylgesuch des Beschw erdeführers sow ie seiner Ehefrau B_______ und der Kinder C _______, D _______ und E_______ vom 25. Juni 1997 ab und ordnete die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug an. D iese Verfügung erw uchs am 20. April 1999 unangefochten in R echtskraft. B. Am 13. Juni 1999 w urde der Sohn F_______ und am 1. Juni 2001 die Tochter G _______ des Beschw erdeführers geboren. C . M it Entscheid des G erichtskreises H _______ vom 17. Januar 2006 w urde ein Eheschutzgesuch der Ehefrau des Beschw erdeführers gutgeheissen. Es w urde festgestellt, dass der gem einsam e H aushalt der Parteien aufgehoben sei und die eheliche W ohnung der Ehefrau und den Kindern zur alleinigen N utzung zugew iesen w erde. Ferner w urden die Kinder unter die O bhut der M utter gestellt. D . In der Folge w urde ein von der Ehefrau des Beschw erdeführers gestelltes W ieder- erw ägungsgesuch vom 15. Septem ber 2006 vom Bundesam t für M igration (BFM ) gutgeheissen und ihr sow ie den gem einsam en Kindern m it Verfügung vom 28. Septem ber 2006 die vorläufige Aufnahm e w egen U nzum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzugs gew ährt. E. M it eigenhändiger ans BFM gerichteter Eingabe vom 18. Septem ber 2006 ersuch- te der Beschw erdeführer ebenfalls sinngem äss um G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e. Zur Begründung führte er aus, dass er sich seit neun Jahren in der Schw eiz aufhalte und sich in dieser Zeit um die soziale und berufliche Integration von sich und seinen Kinder bem üht habe. Zudem w äre eine R ückkehr in sein H ei- m atland m it grossen Schw ierigkeiten verbunden, w eil er dort über keinen sozialen R ückhalt verfüge. Seine Ehefrau sei w egen der fehlenden Sicherheit nicht bereit, m it ihm nach M auretanien auszureisen. F. M it Verfügung vom 29. Septem ber 2006 w ies das Bundesam t für M igration das W iedererw ägungsgesuch des Beschw erdeführers ab und erklärte die Verfügung vom 1. M ärz 1999 für rechtskräftig und vollstreckbar. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, dass eine vorläufige Aufnahm e gestützt auf Art. 44 Abs. 3 AsylG nicht in Frage kom m e, da das Asylgesuch des Beschw erdeführers rechtskräftig abgew iesen w orden sei und es sich beim vorliegenden G esuch nicht um ein quali- fiziertes W iedererw ägungsgesuch handle, w elches die R echtskraft der ursprüngli- chen fehlerfreien Verfügung berühren w ürde. Ferner sei festzustellen, dass die Ehe des Beschw erdeführers getrennt und die Kinder unter die O bhut ihrer M utter gestellt w orden seien. Aus den Akten w ürden sich keine Anhaltspunkte für ein trotz der Trennung intaktes Fam ilienleben ergeben, aus w elchem der Beschw erdeführer 3 ein Anw esenheitsrecht ableiten könnte. G . M it Beschw erdeeingabe seiner R echtsvertreterin vom 1. N ovem ber 2006 ersuchte der Beschw erdeführer um w iedererw ägungsw eise Feststellung der U nzulässigkeit des W egw eisungsvollzugs und G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e. In form eller H insicht ersuchte er um Aussetzung des Vollzugs der W egw eisung. Zur Begrün- dung w ies er darauf hin, dass er sich in erster Linie um seine Kinder küm m ere. Er habe nach w ie vor einen engen Kontakt m it seiner Ehefrau und den Kindern und führe m it diesen ein m ehr oder w eniger intaktes Fam ilienleben. Zudem sei zu berücksichtigen, dass er seinen Lebensm ittelpunkt seit über neun Jahren in der Schw eiz habe. U nter diesen U m ständen w ürde die Trennung von seiner Fam ilie durch die W egw eisung nach M auretanien einen Verstoss gegen Art. 8 EM R K dar- stellen. H . M it Zw ischenverfügung vom 7. N ovem ber 2006 hiess der zuständige Instruktions- richter das G esuch um Aussetzung des W egw eisungsvollzugs gut und verzichtete aufgrund der Aktenlage auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. I. In ihrer Vernehm lassung vom 10. N ovem ber 2006 hielt die Vorinstanz an ihrer Ver- fügung fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. J. M it Eingabe vom 29. N ovem ber 2006 reichte der Beschw erdeführer ein Schreiben von Frau E.H . von der Asylsuchende in der R egion I_______ betreuenden O rganisation "Asyl I_______ und R egion" (...) vom 23. N ovem ber 2006 ein, in w elchem das Verhältnis des Beschw erdeführers zu seiner Ehefrau und den Kindern beschrieben w ird. K. Auf telefonische Aufforderung hin reichte die R echtsvertreterin des Beschw erde- führers m it Telefax-Eingabe vom 27. Juni 2007 eine Kostennote zu den Akten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Ver- w altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgeset-4 zes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 D ie W iedererw ägung w ird im G egensatz zur R evision im Vw VG nicht explizit gere- gelt. G em äss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts w ird jedoch gestützt auf Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) ein Anspruch auf W iedererw ägung anerkannt, w enn sich der rechtserhebliche Sach- verhalt nach einem rechtskräftigen Verw altungs- oder Verw altungsgerichtsent- scheid in entscheidw esentlicher Art und W eise verändert hat (BG E 109 Ib 251 f.; U rsina Beerli-Bonorand, D ie ausserordentlichen R echtsm ittel des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 178). N ach ständiger, vom Bundesverw altungsgericht w eitergeführter Praxis der AR K (Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizeri- schen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1995 N r. 21 S. 202 f.) w ird der Begriff der W iedererw ägung in m ehrdeutigem Sinn verw endet, w obei im W esentlichen drei Konstellationen erfasst w erden. 3.1.1 In seiner ersten Bedeutung stellt sich ein W iedererw ägungsgesuch als blosser R echtsbehelf dar, auf dessen Behandlung durch die verfügende Behörde kein Anspruch besteht. 3.1.2 In der zw eiten Bedeutung m eint der Begriff der W iedererw ägung den W iderruf einer unangefochten gebliebenen, form ell rechtskräftigen Verfügung, die sich als ursprünglich fehlerhaft erw eist (vgl. Praxis der AR K in EM AR K 2003 N r. 17 E. 2a S 103 f.). Analog zur gesetzlichen R egelung von Art. 66 Vw VG leitet die Praxis dabei unm ittelbar aus Art. 29 Abs. 1 BV einen Anspruch auf W iedererw ägung ab, sofern R evisionsgründe geltend gem acht w erden können. 3.1.3 In seiner letzten und vorliegend interessierenden Bedeutung schliesslich bezeich- net der Begriff der W iedererw ägung die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage, dem nach die N euregelung eines R echtsverhältnisses, w elche der neu eingetretenen Sachla- ge R echnung trägt (vgl. Praxis der AR K in EM AR K 2003 N r. 7 E. 1 S. 42 f.). D abei ist unbedeutend, ob die ursprüngliche Verfügung unangefochten geblieben oder in einem ordentlichen R echtsm ittelverfahren angefochten w orden ist. 3.1.4 Eine W iedererw ägung fällt jedoch dann nicht in Betracht, w enn lediglich eine neue W ürdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tatsachen herbeige-5 führt w erden soll oder G ründe angeführt w erden, die bereits in einem ordentlichen Beschw erdeverfahren gegen die frühere Verfügung hätten geltend gem acht w er- den können (vgl. EM AR K 2003 N r. 17 E. 2b S. 104). 4. D a der Beschw erdeführer sow ohl in seinem W iedererw ägungsgesuch als auch in der Beschw erde einzig betreffend die Frage des Vollzugs der W egw eisung eine N eubeurteilung verlangt hat, beschränkt sich vorliegend die Prüfung auf das Vor- handensein allfälliger Vollzugshindernisse. 5. 5.1 Bei der Anordnung des W egw eisungsvollzuges ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das BFM das Anw e- senheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Auf- nahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ). D er Vollzug der W egw eisung ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterrei- se des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegen- stehen (Art. 14a Abs. 3 AN AG ); insbesondere darf niem and in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ); w eiter darf gem äss Art. 3 EM R K niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung ausgesetzt w erden. D er Vollzug der W egw eisung kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 4 AN AG ). Schliesslich ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in seinen H erkunfts- oder H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann (Art. 14a Abs. 2 AN AG ). 5.2 Es w urde rechtskräftig festgestellt, dass der Beschw erdeführer die Flüchtlingsei- genschaft nicht erfüllt. D ie Verfügung des BFF vom 1. M ärz 1999 ist diesbezüglich unangefochten geblieben und in R echtskraft erw achsen (vgl. oben, Bst. A). Eine R ückkehr ins H eim atland w ürde daher das in Art. 5 AsylG und Art. 33 FK veranker- te R efoulem ent-Verbot nicht verletzen, setzen diese Bestim m ungen doch voraus, dass die in Art. 3 AsylG und Art. 1 Abschnitt A FK um schriebene Flüchtlingseigen- schaft erfüllt ist (vgl. W ALTER KÄLIN , D as Prinzip des non-refoulem ent; D as Verbot der Zurückw eisung, Ausw eisung und Auslieferung von Flüchtlingen in den Verfolgerstaat im Völkerrecht und im schw eizerischen Landesrecht, Bern/Frankfurt a.M . 1982, S. 270 ff.). Aus den Akten gehen auch keine Anhaltspunkte dafür hervor, dass der Beschw erdeführer für den Fall einer Ausschaffung nach M aure- tanien dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w ürde. Im W eiteren kann der Beschw erdeführer vorliegend kein Aufenthaltsrecht aus Art. 8 EM R K ableiten; denn gem äss bundesgerichtlicher R echtsprechung w ird für einen aus dieser Bestim m ung abgeleiteten R echtsanspruch von Ausländern auf Bew illigung des Aufenthalts in der Schw eiz vorausgesetzt, dass nahe Verw andte 6 über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schw eiz - näm lich das Schw eizer Bür- gerrecht, eine N iederlassungsbew illigung oder eine Aufenthaltsbew illigung, die ihrerseits auf einem festen R echtsanspruch beruht - verfügen (vgl. EM AR K 2001 N r. 21 E. 8c S. 174; BG E 126 II 377 E. 2b; 125 II 633 E. 2c, m it w eiteren H inw ei- sen). D iese Voraussetzung ist jedoch im Falle des Beschw erdeführers, dessen Ehefrau und Kinder in der Schw eiz lediglich über eine vorläufige Aufnahm e verfü- gen, nicht erfüllt. 5.3 N achdem der Ehefrau und den Kindern des Beschw erdeführers von der Vorinstanz m it Verfügung vom 28. Septem ber 2006 die vorläufige Aufnahm e gew ährt w urde, ist ferner zu prüfen, ob er aus dem G rundsatz der Einheit der Fam ilie etw as zu sei- nen G unsten ableiten kann. D ie Bestim m ung von Art. 44 Abs. 1 AsylG geht über die Tragw eite von Art. 8 EM R K hinaus und beinhaltet, dass die vorläufige Aufnah- m e des einen Fam ilienm itglieds in der R egel auch zur vorläufigen Aufnahm e von dessen Fam ilie führt (vgl. Praxis der AR K in EM AR K 2004 N r. 12 E. 7b S. 77, 1995 N r. 24). W enn Art. 44 Abs. 1 AsylG statuiert, bei der Anordnung der W egw eisung und des W egw eisungsvollzuges sei der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen, so liegt dieser N orm derselbe Fam ilienbegriff zu G runde, w ie ihn das Asylgesetz in Art. 51 AsylG verw endet. D ass das Asylgesetz betreffend die Fam ilieneinheit bei der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft einerseits und bei der Anordnung der W egw eisung und des W egw eisungsvollzugs andererseits in personeller H insicht einen einheitlichen Fam ilienbegriff verw endet, hat die AR K (bezogen auf die Bestim m ungen von Art. 3 Abs. 3 und Art. 7 beziehungw eise Art. 17 Abs. 1 altAsylG ) in ihrem G rundsatzentscheid vom 6. N ovem ber 1995 fest- gehalten (vgl. EM AR K 1995 N r. 24 S. 225 ff. insbes. S. 227 f.). D ie seither erfolg- ten R evisionen des Asylgesetzes haben diesbezüglich keine inhaltlichen Ände- rungen der R echtslage m it sich gebracht; die bisherige Praxis der Kom m ission kann m ithin w eiterhin G eltung beanspruchen. G em äss Art. 51 AsylG erfasst der Fam ilienbegriff des Asylgesetzes im R egelfall den Ehepartner und die m inderjäh- rigen Kinder (vgl. Art. 51 Abs. 1 AsylG ). 5.4 Ein Abw eichen vom G rundsatz der Einheit der Fam ilie ist jedoch in gew issen Fäl- len denkbar, beispielsw eise w enn das betreffende Fam ilienm itglied w egen D elin- quenz die Voraussetzungen von Art. 14a Abs. 6 AN AG erfüllt oder w enn die Beru- fung auf Art. 44 Abs. 1 AsylG m issbräuchlich erscheint (EM AR K 2004 N r. 12 E. 7c S. 77 f.). Vorliegend ergibt sich aus den Akten, dass auf Antrag der Ehefrau des Beschw er- deführers m it U rteil des G erichtspräsidenten des G erichtskreises H _______ vom 17. Januar 2006 gestützt auf Art. 175 des Schw eizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. D ezem ber 1907 (ZG B, SR 210) der gem einsam e H aushalt des Beschw erdeführers und seiner Ehefrau m it den Kindern aufgehoben w urde und die Kinder in der O bhut der M utter leben. Zw ar w urde diese M assnahm e ohne zeitliche Befristung angeordnet. D ie Eheschutzm assnahm e ist aber nicht definitiver N atur und kann, falls der G rund w eggefallen ist, jederzeit w ieder aufgehoben w erden (Art. 179 Abs. 1 ZG B); im Falle der W iederaufnahm e des Zusam - m enlebens der Ehegatten fällt sie gar ohne w eiteres dahin (Art. 179 Abs. 2 ZG B). N achdem im Ü brigen keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass w eitergehende Schritte zur Auflösung ihrer Ehe (Ehescheidung oder gerichtliche Trennung) beab-7 sichtigt sind, ist zu schliessen, dass keine dauerhafte Trennung der ehelichen G em einschaft des Beschw erdeführers und seiner Ehefrau gegeben ist. Für diese Einschätzung spricht auch, dass zw ar die O bhut über die Kinder der M utter zuge- sprochen w urde, aber die elterliche Sorge (Art. 296 ff. ZG B) nach w ie vor beiden Eltern obliegt. D iesbezüglich ist dem Schreiben des Vereins „Asyl I_______ und R egion“ (ABR ) vom 23. N ovem ber 2006 zu entnehm en, dass der Beschw erdeführer sich um die Betreuung der Kinder küm m ere und eine w ichtige Ansprechperson für die Schule und die Behörden sei, da seine Ehegattin alleine m it diesen Aufgaben überfordert w äre. Zudem sei es w ieder zu einer Annäherung zw ischen den beiden Ehegatten gekom m en. Zw ar stehen diese Aussagen im G egensatz zu den Erw ägungen im U rteil des G erichtskreises H _______ vom 17. Januar 2006, in w elchem ausgeführt w urde, der Beschw erdeführer habe keinen Kontakt zu seinen Kindern und küm m ere sich nicht um diese. Es ist jedoch festzustellen, dass diese dam aligen Angaben alleine auf den Aussagen der Ehefrau des Beschw erdeführers beruhten und offensichtlich - w enn überhaupt glaubhaft - zeitlich überholt sind. D ie Ausführungen im Schreiben der ABR vom 23. N ovem ber 2006 m achen dies deutlich. D iese O rganisation, die beide Parteien betreut und die fam iliäre Situation aus nächster N ähe und neutral beurteilen kann, m uss als verlässlich beurteilt w erden. In Anbetracht dieser U m stände kann davon ausgegangen w erden, dass der Beschw erdeführer im heutigen Zeitpunkt trotz des getrennten W ohnsitzes zu seinen Kindern engen Kontakt hat und sich um das Fortbestehen des Fam ilienlebens bem üht. In dieser H insicht unterscheidet sich der vorliegende Fall w esentlich von der Konstellation in dem von der AR K publizierten U rteil EM AR K 2004 N r. 12, in w elchem der Einbezug in die vorläufige Aufnahm e abgelehnt w urde, nachdem das Ehescheidungsverfahren (definitive Auflösung der Ehe) eingeleitet w orden w ar und der den Einbezug begehrende Ehegatte zw ischenzeitlich für rund drei Jahre in sein H eim atland zurückgekehrt w ar. Zusam m enfassend ist festzustellen, dass vorliegend aufgrund des w eiterhin beste- henden Fam ilienzusam m enhalts keine Ausnahm e vom G rundsatz der Einheit der Fam ilie gerechtfertigt erscheint und der Beschw erdeführer daher in die seiner Ehe- frau und den gem einsam en Kindern gew ährte vorläufige Aufnahm e gem äss Art. 44 Abs. 1 AsylG einzubeziehen ist. 5.5 Schliesslich bleibt noch das Vorliegen von Ausschlussgründen im Sinne von Art. 14a Abs. 6 AN AG zu prüfen. D iese Bestim m ung, w elche voraussetzt, dass "der w eg- oder ausgew iesene Ausländer die öffentliche Sicherheit und O rdnung verletzt hat oder in schw erw iegender W eise gefährdet", ist nach der Praxis der AR K m it Zurückhaltung und insbesondere unter Beachtung des Verhältnism ässig- keitsprinzips anzuw enden (vgl. EM AR K 2003 N r. 3 E. 3a S. 26 f., 2004 N r. 39 E. 5.3. S. 271). D er Beschw erdeführer w urde m it Strafm andaten des U ntersu- chungsrichteram tes J_______ vom 30. M ai 2002, 18. M ärz 2003 und 16. Januar 2004 w egen R eisens ohne gültigen Fahrausw eis jew eils zu einer Busse von Fr. 60.-, Fr. 180.- respektive Fr. 200.- verurteilt. Angesichts der Tatsache, dass es sich dabei nur um geringfügige Vergehen handelt und das Verhalten des Beschw erdeführers seither zu keinen Klagen m ehr Anlass gegeben hat, rechtfer- tigt sich im vorliegenden Fall die Anw endung der Ausschlussklausel von 14a Abs. 6 AN AG nicht, denn es kann in den erw ähnten Verfehlungen keine im Sinne 8 dieser Bestim m ung schw ere G efährdung der öffentlichen Sicherheit und O rdnung der Schw eiz erblickt w erden. 6. In W ürdigung aller U m stände des Einzelfalls ist som it nach dem G esagten vorlie- gend w iedererw ägungsw eise auf die U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs aufgrund einer w esentlich veränderten Sachlage seit der R echtskraft der Verfü- gung des BFF vom 1. M ärz 1999 zu schliessen. 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht verletzt (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG ). D ie Beschw erde ist daher gutzu- heissen, die Verfügung des Bundesam tes vom 29. Septem ber 2006 aufzuheben und dieses anzuw eisen, den Aufenthalt des Beschw erdeführers in der Schw eiz nach den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu erheben (vgl. Art. 63 Vw VG ). 9. D em Beschw erdeführer ist in Anw endung von Art. 64 Vw VG und Art. 7 Abs. 1 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungs- gericht vom 11. D ezem ber 2006 (VG KE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm notw endigerw eise entstandenen Parteikosten zuzusprechen. D iese w ird unter Berücksichtigung der als angem essen zu erachtenden Kostennote seiner R echts- vertreterin vom 27. Juni 2007 auf Fr. 300.-- (inklusive Auslagen und M ehrw ertsteu- eranteil) festgesetzt. (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen und die Verfügung des Bundesam ts vom 29. Septem ber 2006 w ird aufgehoben. 2. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführer - in teilw eiser W iedererw ägung der Verfügung vom 1. M ärz 1999 - vorläufig aufzunehm en. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. D as BFM hat dem Beschw erdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 300.-- (inkl. M W St) zu entrichten. 5. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - M _______ des Kantons X_______ D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: G ysi Sw ain Versand am :