<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00150</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206007&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00150</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 12.07.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 06.03.2007 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Balkonanbau im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses (Projektänderung).<br/><br/>Es ist eine restriktive Auslegung der von der Abstandsprivilegierung von § 260 Abs. 3 PBG erfassten Gebäudeteile geboten, damit der Zweck der Abstandsvorschriften nicht unterlaufen wird (E. 3.1).<br/><br/>Dachgeschosse nach § 292 PBG sollten als solche erkennbar sein und nicht den Eindruck eines Vollgeschosses vermitteln. Vorsprünge des Dachgeschosses (Attikageschosses), wie Terrassen, Balkone u.ä., die über die Fassade hinausragen, fallen nicht unter die Abstandsprivilegierung von § 260 Abs. 3 PBG (E. 3.2).<br/><br/>Die Balkonbaute ist baulich und funktional deutlich erkennbar Bestandteil des Dachgeschosses und fällt damit nicht unter § 260 Abs. 3 PBG. Der nach der BZO massgebliche Grenzabstand wird damit klar unterschritten (E. 3.3).<br/><br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTANDSPRIVILEGIERT">ABSTANDSPRIVILEGIERT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTANDSVORSCHRIFT">ABSTANDSVORSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ATTIKAGESCHOSS">ATTIKAGESCHOSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BALKON">BALKON</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHAUFBAUTE">DACHAUFBAUTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHGESCHOSS">DACHGESCHOSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZABSTAND">GRENZABSTAND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 260 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 260 Abs. III PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 292 PBG</span><br/><span class="gerade">BZO RÃ¼schlikon</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2006 Nr. 43 S. 7</span><br/><span class="gerade">RB 2006 Nr. 69</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Baukommission RÃ¼schlikon erteilte am 27. MÃ¤rz 2000 C und D die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Erstellung eines Mehrfamilienhauses auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse in RÃ¼schlikon. Mit Beschluss vom 6. Juli 2005 bewilligte die Baukommission eine ProjektÃ¤nderung, welche den Anbau von zwei Balkonen im 1. Obergeschoss sowie im Dachgeschoss sowie das Erstellen eines GartencheminÃ©es vorsah. </p> <p class="Urteilstext"><b>II. </b></p> <p class="Urteilstext">Gegen die ProjektÃ¤nderungsbewilligung vom 6. J<span>uli 2005 erhob A am 11. Aug</span>ust 2005 Rekurs an die Baurekurskommission II und verlangte die Aufhebung der Baubewilligung fÃ¼r die Balkonanbauten. Diese wies den Rekurs mit Entscheid vom 28. Februar 2006 ab, auferlegte die Kosten des Rekursverfahrens der Rekurrentin und verpflichtete diese, den privaten Rekurrierenden eine UmtriebsentschÃ¤digung zu bezahlen.</p> <p class="Urteilstext"><b>III. </b></p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 3. April 2006 beantragte A dem Verwaltungsgericht, den Entscheid der Baurekurskommission II sowie die Baubewilligung der Baukommission RÃ¼schlikon vom 6. Juli 2005 aufzuheben, soweit diese die obere Balkonvorbaute an der Westfassade des Bauvorhabens betreffen.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission II beantragte Abweisung der Beschwerde. Die private Beschwerdegegnerschaft sowie die Baukommission RÃ¼schlikon schlossen ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde und verlangten die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. </p> <p class="Urteilstext">Die ErwÃ¤gungen der Vorinstanz sowie die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der Beschwerde gegen einen Entscheid der Baurekurskommission zustÃ¤ndig. Die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen sind ohne weiteres gegeben. Auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde ist einzutreten.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2. </span></b></p> <p class="Urteilstext"><span>Von den durch die Baukommission RÃ¼schlikon mit Beschluss vom 6. Juli 2005 bewilligten beiden Balkonanbauten ist vor Verwaltungsgericht allein (noch) der obere Balkonanbau im Dachgeschoss an der Westfassade des projektierten Mehrfamilienhauses streitig. In ihrer Rekursschrift wie auch vor Verwaltungsgericht bringt die BeschwerdefÃ¼hrerin vor, diese Balkonanbaute stelle eine Dachvorbaute dar. Als solche dÃ¼rfe sie die Schnittlinie Fassade/DachflÃ¤che in horizontaler Richtung nicht Ã¼berragen und geniesse das Abstandsprivileg gemÃ¤ss § 260 Abs. 3 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) nicht. Der Balkon unterschreite unzulÃ¤ssigerweise den durch die kommunale Bauordnung vorgeschriebenen Grenzabstand von 6,78 m. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dieser Rechtsauffassung hielt die Baurekurskommission II in ihrem Rekursentscheid entgegen, beim vorliegend streitigen Bauvorhaben verhalte es sich anders als bei dem in der BEZ 1989 Nr. 7 publizierten Entscheid der Baurekurskommission, welcher vom Verwaltungsgericht geschÃ¼tzt wurde (VB.89/0040 mit Leitsatz publiziert in RB 1989 Nr. 75). Hier rage nicht umbauter Raum in den Abstandsbereich gegenÃ¼ber dem rekurrentischen GrundstÃ¼ck hinaus, sondern eine unter der Traufe angeordnete begehbare Betonplatte. Dass diese aus SicherheitsgrÃ¼nden mit einem GelÃ¤nder zu versehen sei, Ã¤ndere nichts daran, dass es sich um einen Balkon im Sinn eines prototypischen Anwendungsfalls von § 260 Abs. 3 PBG handle. Es sei bedeutungslos, dass sich dieser bis knapp zur Mitte der im nÃ¶rdlichen Teil des streitbetroffenen GebÃ¤udes vorhandenen Dachaufbaute hinziehe, und dass das notwendige GelÃ¤nder in geringfÃ¼gigem Umfang die Schnittlinie zwischen Fassade und DachflÃ¤che durchstosse. Es kÃ¶nne auch nicht davon gesprochen werden, dass durch den Balkon die bestehende Dachaufbaute im Widerspruch zu den erwÃ¤hnten Rechtsmittelentscheiden horizontal Ã¼ber die Schnittlinie zwischen Fassade und DachflÃ¤che hinaus erweitert werde. Ein allfÃ¤lliger Mangel liesse sich im Ãbrigen problemlos dadurch heilen, dass der Balkon um ca. 1,5 m nach SÃ¼den verschoben werde, womit er der Dachaufbaute nicht mehr vorgelagert wÃ¤re. An der ZulÃ¤ssigkeit des streitigen Balkons Ã¤ndere auch der Verwaltungsgerichtsentscheid vom 24. November 2004 (VB.2004.00203, www.vgrzh.ch) nichts, bei welchem das Verwaltungsgericht eine Ã¼ber die Fassade auskragende Plattform eines Attikageschosses als unselbstÃ¤ndigen Teil des Attikageschosses qualifizierte. Denn der genannte Schluss war aufgrund des kommunalen Rechts zu ziehen, welches bestimmte, dass Attikageschosse das zulÃ¤ssige SchrÃ¤gdachprofil nicht durchstossen dÃ¼rfen. </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3. </span></b></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.1 </span></b><span>GebÃ¤ude haben die in § 260 PBG umschriebenen Grenz- und GebÃ¤udeabstÃ¤nde, die in der Bau- und Zonenordnung nÃ¤her festgelegt werden â vorliegend ist die Bau- und Zonenordnung RÃ¼schlikon vom 28. September 1993 (BZO) massgeblich â einzuhalten. Einzelne VorsprÃ¼nge dÃ¼rfen gemÃ¤ss § 260 Abs. 3 PBG hÃ¶chstens 2 m in den Abstandsbereich hineinragen; Erker, Balkone und dergleichen jedoch hÃ¶chstens auf einem Drittel der betreffenden FassadenlÃ¤nge.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Grenz- und GebÃ¤udeabstÃ¤nde liegen im gesundheits- und feuerpolizeilichen sowie ortsplanerischen Interesse und haben eine nachbarschÃ¼tzende Funktion (BGE 119 Ia 113 E. 3b; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltschutzrecht, Bd. I, 3. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 638). Bei Unterschreitung der ordentlichen Grenz- und GebÃ¤udeabstÃ¤nde werden die benachbarten AnstÃ¶sser benachteiligt, indem sich deren wohnhygienische Bedingungen verschlechtern, die Wohnimmissionen zunehmen und Ã¼berdies das feuerpolizeiliche Gefahrenpotenzial wÃ¤chst (VGr, 16. August 2001, VB.2001.00084, E. 2b, www.vgrzh.ch). Damit der mit den Abstandsvorschriften verfolgte Zweck nicht unterlaufen wird, ist eine restriktive Auslegung der von der Abstandsprivilegierung von § 260 Abs. 3 PBG erfassten GebÃ¤udeteile geboten (vgl. Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, </span>ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003<span>, S. 12-48). In diesem Sinn hat das Verwaltungsgericht entschieden, dass der Begriff Erker nur auf GebÃ¤udevorsprÃ¼nge anwendbar ist, welche die Schnittlinie zwischen Fassade und Dach nicht durchbrechen, und nicht eine mit der Fassade verbundene Raumerweiterung im Sinn eines Dachvorbaus umfasst (VGr, 26. Oktober 1989, VB 89/0040, mit Leitsatz publiziert in RB 1989 Nr. 75). Auch hat es das Verwaltungsgericht in einem neueren Entscheid abgelehnt, dass die Abstandsprivilegierung fÃ¼r einzelne oberirdische VorsprÃ¼nge mit den gesetzlichen Erleichterungen fÃ¼r "Besondere GebÃ¤ude" im Sinn von § 273 PBG kumuliert wird (RB 2001 Nr. 72). </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.2 </span></b><span>Das Planungs- und Baugesetz bestimmt in § 292 PBG die Ausgestaltung von "Dachaufbauten". Diese dÃ¼rfen insgesamt nicht breiter sein als ein Drittel der betreffenden FassadenlÃ¤nge, sofern sie bei SchrÃ¤gdÃ¤chern Ã¼ber die tatsÃ¤chliche Dachebene hinausragen und bei FlachdÃ¤chern die fÃ¼r ein entsprechendes SchrÃ¤gdach zulÃ¤ssigen Ebenen durchstossen. Bei dieser Bestimmung handelt es sich um eine (spezielle) Ãsthetiknorm, welche bezweckt, dass Dach und Dachaufbauten in einem abgerundeten harmonischen Bild als ein aufeinander abgestimmtes Ganzes erscheinen; insbesondere sollen Ã¼berdimensionierte, dem Dachbereich ein Ãbergewicht verleihende Aufbauten verhindert werden </span>(RB 1999 Nr. 122 mit Hinweisen). Das Verwaltungsgericht hat sich bei der Auslegung von § 292 PBG stets vom Sinn und Zweck dieser gesetzlichen Vorschrift leiten lassen, dass Dachgeschosse noch als solche erkennbar sein und nicht den Eindruck eines Vollgeschosses vermitteln sollen (RB 2005 Nr. 12 = BEZ 2005 Nr. 22, jeweils mit Hinweisen; vgl. auch BRK I, 22. August 2003, BEZ 2003 Nr. 41, E. b).</p> <p class="Urteilstext">Das Gesetz lÃ¤sst es mit § 260 Abs. 3 PBG zu, dass Bauteile wie Balkone und Erker bis 2 m in den Abstandsbereich hineinragen und nimmt damit bewusst eine Verschlechterung insbesondere bezÃ¼glich Wohnhygiene und Wohnimmissionen im gegenseitigen nachbarlichen VerhÃ¤ltnis in Kauf. Wie bereits dargelegt, ist diese Norm restriktiv anzuwenden (vgl. E. 3.1). Eine Ausdehnung der gemÃ¤ss § 260 Abs. 3 PBG abstandsprivilegierten VorsprÃ¼nge auf den Bereich des Dachgeschosses ist abzulehnen. Mit der Begriffsdefinition in § 275 Abs. 2 PBG ("Kniestockregelung") und der Bestimmung von § 292 PBG betreffend Dachaufbauten hat der Gesetzgeber die Ausgestaltung der Dachgeschosse umfassend und abschliessend geregelt. Der Gesetzgeber wollte mit der Privilegierung "einzelner VorsprÃ¼nge" nicht die im Gesetz festgelegte Ausgestaltung des Dachbereiches durchbrechen. Der vom Gesetzgeber mit § 292 in Verbindung mit § 275 Abs. 2 PBG verfolgte Zweck wÃ¼rde unterlaufen, wenn Auskragungen der Dachgeschosse (Attikageschosse) zugelassen wÃ¼rden, die auf der "Stirnseite" sogar die ganze GebÃ¤udebreite einnehmen oder, wie im vorliegenden Fall, einer nach § 292 PBG zulÃ¤ssigen Dachaufbaute vorgelagert sein kÃ¶nnten und â bei einem kantonalen Minimalabstand von 3,5 m (§ 270 Abs. 1 PBG) â von der nachbarlichen Grenze lediglich einen Abstand von 1,5 m einhalten mÃ¼ssten. In FortfÃ¼hrung der bisherigen Praxis ist daher festzuhalten, dass Bauteile, welche bei Dachgeschossen (Attikageschossen) Ã¼ber die Fassade hinausragen (Terrassen, Balkone u.Ã¤) nicht unter § 260 Abs. 3 PBG fallen.</p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.3 </span></b><span>Der durch die BZO auf der Westseite vorgeschriebene Grenzabstand betrÃ¤gt unbestrittenermassen 6,78 m. Die streitige obere Balkonvorbaute auf der Westseite fÃ¤llt nach den vorne gemachten AusfÃ¼hrungen (E. 3.1 und 3.2) nicht unter die in § 260 Abs. 3 PBG von der Einhaltung des ordentlichen Grenzabstandes privilegierten Bauteile. Daran Ã¤ndert nichts, dass dieser Bauteil leicht unterhalb der Schnittlinie DachflÃ¤che/Fassade ansetzt, ist er doch klarerweise baulich und funktional Bestandteil des Dachgeschosses (vgl. VGr, 24. November 2004, VB.2004.00203, E. 2.1, www.vgrzh.ch). Mit einem Abstand von ca. 5 bis 5.5 m von der westlichen GrundstÃ¼cksgrenze wird der erforderliche Grenzabstand deutlich unterschritten. Die streitige obere Balkonvorbaute ist demnach nicht bewilligungsfÃ¤hig und die Beschwerde daher gutzuheissen.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4. </span></b></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten praxisgemÃ¤ss je zur HÃ¤lfte der privaten Beschwerdegegnerschaft und der Baukommission als Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG; VGr, 9. Februar 2005, VB.2004.00481, E. 4, www.vgrzh.ch). Eine ParteientschÃ¤digung steht diesen von vornherein nicht zu. Hingegen ist eine solche gemÃ¤ss § 17 Abs. 2 lit. a VRG der BeschwerdefÃ¼hrerin zuzusprechen. Angemessen erscheint eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.-; diese hat nach § 17 Abs. 3 VRG die private Beschwerdegegnerin zu tragen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 17 N. 46 ff.).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Was die Rekurskosten betrifft, so sind diese neu zu verlegen. Da die heutige BeschwerdefÃ¼hrerin im Rekursverfahren mit ihrem Einwand gegen den unteren Balkon rechtskrÃ¤ftig unterlag, sind die Rekurskosten je hÃ¤lftig den Rekursparteien aufzuerlegen. Eine UmtriebsentschÃ¤digung ist nicht zuzusprechen. </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Bewilligung der Baukommission RÃ¼schlikon vom 6. Juli 2005 fÃ¼r den Balkonanbau im Dachgeschoss an der Westfassade des projektierten Mehrfamilienhauses auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse in RÃ¼schlikon sowie Dispositiv-Ziff. I des Rekursentscheides der Baurekurskommission II vom 28. Februar 2006, soweit damit der Rekurs gegen diesen Balkonanbau abgewiesen wurde, werden aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr.<a id="Text1"> 2'000.--</a>; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'090.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden je zu einem Viertel unter soldarischer Haftung fÃ¼r die HÃ¤lfte der privaten Beschwerdegegnerschaft 1.1 und 1.2 und zur HÃ¤lfte der Beschwerdegegnerin 2 auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Kosten des Rekursverfahrens werden zur HÃ¤lfte der Rekurrentin und je zu einem Viertel der Rekursgegnerschaft 1 und 2 auferlegt. Eine ParteientschÃ¤digung wird fÃ¼r das Rekursverfahren nicht zugesprochen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Beschwerdegegnerschaft 1.1 und 1.2 wird unter solidarischer Haftung verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin je eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 500.-, total Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen), zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>