B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4473/2013 U r t e i l v o m 6 . D e z e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richter Walter Stöckli, Richter Gérald Bovier, Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…), alias C._______, geboren (…), Afghanistan, vertreten durch Susanne Gnekow, Rechtsanwältin, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Dublin-Verfahren (Beschwerden gegen Wiedererwägungs- entscheid); Verfügung des BFM vom 30. Juli 2013 / N (…). D-4473/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin reiste eigenen Angaben gemäss am 15. Mai 2013 in die Schweiz ein und suchte gleichentags um Asyl nach. A.b Ein Abgleich mit dem zentralen Visa -Informationssystem (CS -VIS) ergab, da ss die zuständigen französischen Behörden in Kabul der Be- schwerdeführerin am 25. März 2013 ein vom 1 0. April 2013 bis am 25 . Mai 2013 gültiges Visum ausgestellt haben. A.c Das BFM gewährte der Beschwerdeführerin anlässlich der summar i- schen Befragung vom 24. Mai 2013 das rechtliche Gehör zum bevorst e- henden Nichteintretensentscheid, zur Zuständig keit Frankreichs für die Durchführung des Asylverfahrens beziehungsweise zu einer allfälligen Wegweisung dorthin und gab ihr Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. A.d Das BFM ersuchte am 27. Mai 2013 die französischen Behörden um Übernahme der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 9 Abs. 2 der Ve r- ordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festl e- gung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaa tsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin-II-Verordnung). A.e Die französischen Behörden stimmten dem Ü bernahmegesuch des BFM vom 27. Mai 2013 mit Schreiben vom 17. Juni 2013 explizit zu. A.f Mit Verfügung vom 17. Juni 201 3 – eröffnet am 26. Juni 2013 – trat das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein und wies die B e- schwerdeführerin nach Frankreich weg. A.g Mit Eingabe vom 3. Juli 2013 erhob die Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Zur B e- gründung führte sie unter anderem aus, sie habe im Jahre 2011 im Iran die Bekanntschaft eines seit ein paar Jahren in der Schweiz lebenden A f- ghanen gemacht und sei nunmehr seit mehr als zwei Jahren mit ihm ve r- lobt. Ihr Verlobter arbeite fleissig und habe eine Aufenthaltsbewilligung B in Aussicht. Sie sei seinetwegen in die Schweiz gekommen und wünsche, hier ein gemeinsames Leben mit ihm zu führen. D-4473/2013 Seite 3 A.h Mit Urteil D -3854/2013 vom 16. Juli 2013 wies d as Bundesverwa l- tungsgericht die Beschwerde vom 3. Juli 2013 ab. Zur Begründung führte das Gericht im Wesentlichen aus, die Vorbringen in der Beschwerde ä n- derten an der Zuständigkeit Frankreichs für die Durchführung des Asy l- verfahrens nicht s und begründeten auch keinen Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz. Nach der in Art. 3 Abs. 2 Dublin -II- Verordnung verankerten Souveränitätsklausel könne zwar jeder Mi t- gliedsstaat einen von einem Drittstaatsangehörigen eingereichten Asylan- trag prüfen, auch wenn er nach den in der Verordnung festgelegten Krit e- rien nicht für die Prüfung zuständig sei. Eine selbständige Rüge der Ve r- letzung von Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung sei jedoch nur möglich, wenn mit der Forderung nac h einem Selbsteintritt gleichzeitig geltend gemacht werde, mit der Durchs etzung der nach der Dublin-II-Verordnung feststehenden Zuständigkeit würde eine Norm des Völkerrechts oder aber eine Norm des innerstaatlichen Rechts verletzt. Die Beschwerdeführerin könne sich vorlie gend nicht auf Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) berufen, zumal sich der Schutz des Familienlebens nicht auf blo s- se Heiratsversprechen erstrecke. Auch sonst seien keine Gründe zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz ersichtlich. Nach dem Gesagten sei in der geltend gemachten Verlobung mit einem in der Schweiz lebenden Afghanen kein Hindernis für die Überstellung im Ra h- men eines Dublin-Verfahrens zu sehen. B. Mit Eingabe an das BFM vom 25. Juli 2013 liess die Beschwerdeführerin durch ihre Rechtsvertreterin ein Wiedererwägungsgesuch einreichen. Sie beantragte, es sei auf das Wiedererwägungsgesuch einzutreten, der En t- scheid vom 17. Juni 2013 sei aufzuheben un d die Zuständigkeit der Schweiz zur Prüfung ihres Asylgesuchs sei gestützt auf Art. 15 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung festzustellen. Eventualiter sei das Selbsteintritt s- recht gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung anzuwenden und auf ihr Asylgesuch einzutre ten. Der Vollzug der Wegweisung sei auszusetzen und das kantonale Migrationsamt sei anzuweisen, von jeglichen Vol l- zugshandlungen abzusehen. In pr ozessualer Hinsicht ersuchte die Be- schwerdeführerin um Gewährung der unentgeltliche Rechtspflege , um Verzicht auf die Auferlegung von Verfahrenskosten inkl. Kostenvorschuss sowie um Beiordnung der unterzeichnenden Rechtsanwältin als unen t- geltliche Rechtsbeiständin. D-4473/2013 Seite 4 Mit dem Wiedererwägungsgesuch wurden unter anderem folgende D o- kumente ein gereicht: Kopien von Fotos , ein ärztlicher Kurzbericht von Dr. med. D._______ vom 17. Juli 2013 (in Kopie), eine Telefonnotiz sowie ein Schreiben des regionalen Zivilstandsamtes E._______ vom 24. Juli 2013 (in Kopie). C. Am 29 . Juli 2013 traf beim BFM per Telef ax ein ärztlicher Beric ht von Dr. med. D._______ vom 24. Juli 2013 betreffend die Beschwerdeführerin ein. D. Das BFM wies das Wiedererwägun gsgesuch mit Verfügung vom 30. Juli 2013 – eröffnet am 7. August 2013 – ab und stellte fest, die Verfügung vom 17. Juni 2013 sei rechtskräftig und vollstreckbar. Weiter wurde eine Gebühr von Fr. 600.– erhoben. Das BFM hielt zudem fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. E. Am 31. Juli 2013 (Postste mpel) reichte F._______ dem BFM ein von ihm unterzeichnetes Dokument des Zivilstandsamtes E._______ betreffend "vorgeburtliche Anerkennung" ein. F. Mit Beschwerde vom 8. August 2013 ans Bundesverwaltungsgericht liess die Beschwerdeführerin durch ihre Rechtsvertreterin beantragen, es sei die angefochtene Verfügung vom 30. Juli 2013 aufzuheben und die Vo r- instanz anzuweisen, auf ihr Asylgesuch einzutreten und materiell zu pr ü- fen. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, den Sachverhalt vol l- ständig festzustellen und einen korrekt b egründeten Entscheid zu erla s- sen. Subeventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, Frankreich erneut um Übernahme zu ersuchen und dabei ihre Schwangerschaft und ihre Erkrankung sowie die Vaterschaftsanerkennung durch F._______ wie auch das weit fortgeschrittene Eheverfahren zu erwähnen. Zudem sei der Vollzug der Wegweisung im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme umgehend und für die Dauer des Beschwerdeverfahrens auszusetzen sowie das kantonale Migrationsamt anzuweisen, von jeglichen Vollzug s- handlungen abzusehen. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwer- deführerin um Gewährung der unentgeltliche n Rechtspflege, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Beiordnung der un- terzeichnenden Rechtsanwältin als unentgeltliche Rechtsbeiständin. D-4473/2013 Seite 5 Mit der Beschwerde wurden unt er anderem ein Schreiben der Recht s- vertreterin der Beschwerdeführerin vom 5. August 2013 an das BFM (in Kopie, inklusive Beilage) sowie ein Schreiben des Migrationsamtes des Kantons G._______ vom 7. August 2013 eingereicht. G. Mit Telefax vom 21. August 2013 verfügte das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 112 AsylG, dass der Wegweisungsvollzug im Sinne einer vorsorglichen Massnahme per sofort ausgesetzt werde. H. Mit Schreiben vom 18. September 2013 machte die Beschwerdeführerin – handelnd durch ihre Rechtsvertreterin – geltend, dass sie mindestens bis zum 2. Oktober 2013 arbeitsunfähig sei; zudem sei sie nicht reisef ä- hig. Mit der Eingabe wurde n ein ärztliches Kurzzeugnis von Dipl. med. H._______ vom 3. Se ptember 2013 sowie eine DVD zu den Akten g e- reicht. I. Mit Schreiben vom 7. Oktober 2013 liess die Beschwerdeführerin vorbri n- gen, dass sie nach wie vor reiseunfähig und mindestens bis zum 30. O k- tober 2013 arbeitsunfähig sei. Mit der Eingabe wurde ein ärztlic hes Kurzzeugnis von Dipl. med. H._______ vom 2. Oktober 2013 zu den Akten gereicht. J. Mit Schreiben vom 21. Oktober 2013 informierte die Beschwerdeführerin – handelnd durch ihre Rechtsvertreterin – das Bundesverwaltungsgericht darüber, dass sie am 18. Okto ber 2013 F._______ in E._______ geheira- tet habe. Dem Schreiben lagen unter anderem der Familienausweis und ein Au s- zug aus dem Eheregister (beide in Kopie) sowie eine Kostennote bei. K. Mit Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Oktober 2013 wurde die Vorinstanz zur Einreichung einer Stellungnahme bis zum 14. November 2013 eingeladen. D-4473/2013 Seite 6 L. In ihrer Vernehmlassung vom 13. November 2013 hielt die Vorinstanz an der angefochtenen Verfügung fest und beantragte die Abweisung der B e- schwerde. Die Stellungnahme der Vorinstanz wurde der Beschwerdefü h- rerin am 14. November 2013 in Kopie zur Kenntnisnahme zugestellt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung sgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Zudem ist die Beschwerdeführerin durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezi e- hungsweise Änderung, weshalb sie zur Einreichung der Beschwerde legi- timiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige D-4473/2013 Seite 7 oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Prozessgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist die verweigerte Wiedererwägung eines in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG gefällten Nichteintretensentscheides (Dublin-Verfahren). 3.2 Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die verfügende Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts wird jedoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Voraussetzungen ein ve r- fassungsmässiger Anspruch auf Wiederer wägung abgeleitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6, mit weiteren Hinweisen). Danach ist auf ein Wiedererw ä- gungsgesuch einzutreten, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid bezie hungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist. Sodann können auc h Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererw ä- gung begründen, sofern sie sich auf eine in materielle Rechtskraft e r- wachsene Verfügung beziehen, die entweder unangefochten geblieben oder deren Beschwerdeverfahren mit einem formellen Prozessurteil a b- geschlossen worden ist. Ein solchermassen als qualifiziertes Wiedere r- wägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel ist grundsätzlich nach den Regeln des Revisionsverfahrens zu behandeln (vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f., mit weiteren Hinweisen). 3.3 Nachdem das BFM den Anspruch der Beschwerdeführerin auf B e- handlung ihres Wiedererwägungsgesuchs nicht in Abrede gestellt hat und auf das Wiedererwägungsgesuch eingetreten ist, hat das Bundesverwa l- tungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz das Gesuch zu Recht abgewi e- sen hat. 4. 4.1 Zur Begründung des Wiedererwägungsgesuchs vom 25. Juli 2013 wurde im Wesentli chen geltend gema cht, F._______ , der Verlobte der Beschwerdeführerin, habe vor kurzem eine Aufenthaltsbewilligung (Härte- fallbewilligung) erhalten. Die Beschwerdeführerin habe im Asylverfahren D-4473/2013 Seite 8 deshalb nicht offengelegt, dass sie wegen ihres Verlobten in die Schweiz gekommen sei, da ihr der Schlepper eingeschärft habe, sie dürfe dies nicht offen legen, ansonsten man sie und i hren Verlobten nach Afghanis- tan wegweisen würde. Sofort nach ihrer Ankunft in der Schweiz habe sie Kontakt mit ihrem Verlobten aufgenommen und sie hät ten das Ehevorbe- reitungsverfahren in die Wege geleitet. Die Beschwerdeführerin sei in der Zwischenzeit von ihrem Verlobten schwanger und leide unter akutem Erbrechen beziehungsweise Hyperemesis gravidarum; b ei dieser Schwangerschaftserkrankung handle es sich nicht lediglich um eine u n- angenehme Übelkeit. Die Beschwerdeführerin sei daher nicht nur auf medizinische Unterstützung angewiesen, sondern auch auf psychische n Beistand im Alltag, zumal sie in ihrem Heimat land sowie auf der Flucht Traumatisches erlebt habe . Damit liege bei ihr sowohl das Element der Schwangerschaft als auch jenes der schweren Erkrankung i. S. von Art. 15 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung vor. Mit den eingereichten Verlobungsfo- tos sei erstellt, dass die Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Verlobten bereits im Herkunftsland bestanden habe. Zudem müsse die Schwangerschaft der Beschwer deführerin als starkes Indiz da für ge- wertet werden, dass sie und ihr Verlobter von Anfang an eine feste B e- ziehung angestrebt hätten. Dies belege auch die Bestätigung des eing e- leiteten und weit fortgeschrittenen Ehe vorbereitungsverfahrens. Da die Beschwerdeführerin und ihr Verlobter die Voraussetzungen nach Art. 15 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung erfüllten, gehe die Zuständigkeit zur Prüfung des Asylgesuchs auf die Schweiz über. Zudem komme im vorliegenden Fall Art. 8 EMRK zur Anwendung. Die Beziehung habe bereits im Heimatland bestanden. Die Beschwerdeführe- rin und ihr Verlobter hätten sich in gegenseitigem Einvernehmen verlobt, woraufhin die Familien der beiden eine Verlobungsfeier abgehalten hä t- ten. Beiden sei klar gewesen, da ss die Beschwerdeführerin so bald als möglich in die Schweiz einreise, um hier mit ihrem Verlobten als Paar z u- sammen zu leben. Das Bundesgericht habe jüngst endlich klargestellt, dass auch vorläufig aufgenommene Personen über ein gefestigtes Anwe- senheitsrecht in der Schweiz verfügten, weshalb sie sich auf Art. 8 EMRK berufen könnten. Der Verlobte der Beschwerdeführerin sei in der Schweiz vorläufig aufgenommen worden; aufgrund überdurchschnittlicher Integra- tion sei ihm vor kurzem die Aufenthaltsbewilligung erteilt worden. Die z i- tierte Bundesgerichtsrechtsprechung müsse jedoch sinngemäss auf vo r- liegende Konstellation angewendet werden , zumal der Verlobte sonst für sein vorbildliches Verhalten bestraft würde . Da die Beschwerdeführerin, ihr Verlobter und ihr gem einsames noch ungeborenes Kind ihr Ehe - be-D-4473/2013 Seite 9 ziehungsweise Familienleben nur in der Schweiz leben könnten, würde eine Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Frankreich Art. 8 EMRK verletzen. Die Schweiz sei demnach vorliegend verpflichtet, den Selbs t- eintritt zu erklären. Falls die Schweiz wider Erwarten nicht gestützt auf Art. 15 Abs. 2 Dublin- II-Verordnung und/oder Art. 8 EMRK verpflichtet sei, die Zuständigkeit für das Asylgesuch der Beschwerd eführerin zu akzeptieren, so lä gen huma- nitäre Gründe vor, die eine Trennung unter Berücksichtigung der konkr e- ten Umstände nicht vertretbar erscheinen liessen. Die Schweiz wäre des- halb gehalten, gestütz t auf Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung i.V.m. Art. 29 a der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV1, SR 142.311) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin einzutreten. 4.2 Das BFM hielt zur Begründung seines ablehnenden Entscheides im Wesentlichen fest, gemäss Art. 2 Bst. i Dublin -II-Verordnung fielen unter den Begriff "Familienangehörige" unte r anderem Ehegatten und nicht verheiratete Partner, die eine dauerhafte Beziehung führten. Dabei sei Art. 8 EMRK zu beachten. Zur Bestimmung einer tatsächlich gelebten Beziehung im Sinne von Art. 8 EMRK seien gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts unterschiedliche Faktoren zu berücksicht i- gen, so beispielsweise das gemeinsame Wohnen, die finanzielle Verfloch- tenheit, die Bindung der Partner aneinander und die Stabilität und Dauer der Beziehung. Vorliegend könne nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin und ihr Verlobter eine dauerhafte Beziehung führ- ten. Die Aussage, dass sich die Beschwerdeführerin mit dem in der Schweiz lebenden F._______ vor zwei Jahren in seiner Abwesenheit im Heimatland verlobt habe, beziehungsweise sie dies en, gemäss der B e- schwerde vom 3. Juli 2013, im Jahre 2011 im Iran getroffen habe, e r- scheine angesichts dessen Verbleib in der Schweiz seit seiner Asylg e- suchstellung am 8. November 2007 widersprüchlich. Sowohl die B e- schwerdeführerin als auch ihr Verlobter h ätten im Rahmen ihres Prot o- kolls den jeweiligen Partner nicht als Bezugsperson in der Schweiz b e- ziehungsweise im Heimat land angegeben. Hätten sie in einer langjähr i- gen Beziehung gelebt, wäre zu erwarten gewesen, dass der jeweilige Partner als Bezugsperson genannt worden wäre . Die diesbezügliche E r- klärung, die Beschwerdeführerin sei von ihrem Schlepper falsch instruiert worden und habe ihren Verlobten nicht erwähnt, weil sie verängstigt g e- wesen sei und sich vor einer Wegweisung zusammen mit ihrem Verlobten nach Afghanistan gefürchtet habe, erscheine konstruiert und vermöge D-4473/2013 Seite 10 nicht zu überzeugen. Das Paar habe nie während längerer Zeit zusam- mengelebt, weshalb ihre Beziehung nicht als dauerhaft im Sinn e von Art. 2 Bst. i Dublin -II-Verordnung i.V.m. Art. 8 EMRK angesehen werden könne. Daran vermöge auch die geltend gemachte Schwangerschaft nichts zu ändern. Wie bereits im Bundesverwaltungsgerichtsurteil v om 16. Juli 2013 e r- wähnt, stehe es der Beschwerdeführerin frei, ihren Verlobten zu heiraten und von Frankrei ch aus ein (ausländerrechtliches) Gesuch um Familie n- nachzug zu stellen. Die Anwesenheit der Beschwerdeführerin in der Schweiz sei für die Durchführung des Ehevorbereitungsverfahrens nicht zwingend erforderlich. Zudem habe sie nach erfolgreich durchlaufenem Ehevorbereitungsverfahren die Möglichkeit, von Frankreich aus um Au s- stellung einer Einreisebewilligung zwecks Heirat zu ersuchen. Es bestehe somit angesichts des laufenden Ehevorbereitungsverfahrens kein Anlass zu einem Selbsteintritt gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung. Bezüglich der medizinischen Vorbringen sei festzuhalten, dass Frankreich die Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 (sogenannte Aufnahmerichtlinie), welche zahlreiche Mindestnormen für die Aufnahme und Betreuung von Asylsuchenden beinhalte und auch den Zugang zu einer medizinischen Versorgung gewährleiste, ohne Beanstandungen von Seiten der Europäischen Kommission umgesetzt habe . Es lägen keine Hinweise vor, dass das geltend gemachte Krankheitsbild in Frankreich nicht adäquat behandelt werden könne. Es sei darauf hinzuweisen, dass eine Wegweisung von asylsuchenden Personen mit gesundheitlichen Problemen nur unter ganz aussergewöhnlichen Umständen ein en Ver- stoss gegen Art. 3 EMRK darstelle . Zudem stelle sich die medizin ische Situation der Beschwerdeführerin nicht als derart schwerwiegend dar, dass eine Zusammenführung aus humanitären Gründen g estützt auf Art. 15 Dublin-II-Verordnung als notwendig zu erachten sei. Gemäss dem Arztbericht von Dr. med. D._______ vom 24. Juli 2013 sei die Beschwe r- deführerin ohne Einschränkungen transportfähig. Bei der Überstellung nach Frankreich werde der gesundheitliche Zustand der Beschwerdefü h- rerin berücksichtigt werden. Somit lägen keine Gründe vor, von der Überstellung der Beschwerde füh- rerin nach Frankreich abzusehen und ihr Asylgesuch in der Schweiz zu prüfen. D-4473/2013 Seite 11 4.3 In der Beschwerde vom 8. August 2013 werden im Wesentlichen die im Wiedererwägungsgesuch gemachten Ausführungen wiederholt. Zu- sätzlich wird geltend gemacht, gemäss dem Bundesv erwaltungsgerichts- urteil E -1727/2011 müssten die Beschwerdeführerin und ihr Verlobter entgegen der Ansicht der Vorinstanz keine "Familienangehörigen" i.S. von Art. 2 Bst. i Dublin -II-Verordnung sein. Erforderlich für die Anwendbarkeit von Art. 15 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung sei jedoch einerseits ein familiäre Bindung und andererseits ein Abhängigkeitsverhältnis. Das Kriterium des Vorbestehens im Heimatland gelte nur für den Regelfall und deshalb nicht absolut. Vorliegend seien sämtliche Voraussetzungen erfü llt. Das Bu n- desverwaltungsgericht habe festgestellt, dass das Kriterium des Vorb e- stehens der Beziehung im Heimatland nicht absolut sei, wenn ein beso n- deres Abhängigkeitsverhältnis bestehe, was im konkreten Fall aufgr und der Schwangerschaft der Beschwerdefü hrerin beziehungsweise deren Erkrankung gegeben sei. Art. 8 EMRK sowie Art. 14 BV schützten das Ehe - und Familienleben. Geschützt werde dabei nicht nur die formelle Ehe, sondern auch ein g e- festigtes Konkubinat. Letzteres liege unter anderem vor, wenn aus der Beziehung gemeinsame Kinder hervorgingen. Im vorliegende n Fall sei ein Anwendungsfall von Art. 8 EMRK gegeben. Dass die Beziehung zw i- schen der Beschwerdeführerin und ihrem Verlobten tief und echt sei, b e- lege nicht nur das eingeleitete Ehevorbereitungsv erfahren, sondern in s- besondere auch die Schwangerschaft der Beschwerdeführerin sowie die Vaterschaftsanerkennung durch den Verlobten. Bei einer Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Frankreich könnte das gemeinsame noch ungeborene Kind keine (enge) Beziehung zu seinem Vater pflegen. Gele- gentliche Besuche des Vaters sowie elektronische Kommunikation ve r- möchten den Anforderungen von Art. 8 EMRK sow ie des Übereinkom- mens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) nicht gerecht zu werden. Sollte die Vorinstanz wider Erwarten nicht verpflichtet werden, auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 15 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung einzutreten, so müsste sie zum Selbsteintritt gestützt auf Art. 8 EMRK, Art. 14 BV sow ie die KRK i.V.m. Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung angehalten werden. 4.4 Das BFM führte in seiner Vernehmlassung vom 13. November 2013 im Wesentlichen aus, die zivilrechtliche Heirat mit F._______ stelle keinen Erlöschensgrund bezüglich der Zuständigkeit Fr ankreichs für die Durc h- führung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens der Beschwerdeführerin dar. Die Zuständigkeit der Schweiz liege erst vor, wenn ein Ehepartner in D-4473/2013 Seite 12 der Schweiz über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht ver füge. Gemäss bu n- desgerichtlicher Rechts prechung könne sich eine Person nur dann auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK berufen, wenn sie sich auf eine Beziehung zu einer Person mit gefestigtem Anwesenheitsrecht (Bürgerrecht oder Niederlassungsbewilligung) in der Schweiz beziehe. Da F._______ in der Schweiz über eine vorläufige Aufnahme (recte: Aufent- haltsbewilligung) verfüge und es sich bei seiner befristeten Aufenthalt s- bewilligung nicht um ein gefestigtes Aufenthaltsrecht im Sinne der Rech t- sprechung handle, könne die Beschwerdeführe rin aus dem Recht auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 EMRK keinen Anspruch ableiten. Hinsichtlich der problematischen Schwangerschaft sei anz umerken, dass gemäss Arztbericht von Dipl. med. H._______ vom 8. November 2013 die Beschwerdeführerin reisefähig sei. 5. 5.1 In der Beschwerde wird vorab gerügt, die Vorinstanz habe den Sach- verhalt nicht korrekt abgeklärt beziehungsweise das rechtliche Gehör ver- letzt, da sie es unterlassen habe, im angefochtenen Entscheid zu erwä h- nen, dass der Verlobte der Beschwerdeführerin das ungeborene Kind an- erkannt habe. Zudem habe das BFM den Sachverhalt nicht korrekt fes t- gestellt, da es den Entscheid nicht in Wiedererwägung gezogen habe, nachdem es Kenntnis von der Vaterschaftsanerkennung erhalten habe. Überdies sei die Vorinstanz auf den Antrag im Wiedererwägungsgesuch, es sei ein erneutes Überstellungsgesuch zu stellen, weil die ursprünglich getätigte Anfrage weder die Schwangerschaft noch die Erkrankung der Beschwerdeführerin oder ihre Beziehung zu ihrem Verlobten erwähnt ha- be, nicht einge gangen, womit sie die Begründung spflicht verletzt habe. Ausserdem habe sich die Vorinstanz nicht mit dem begründeten Antrag auf unentgeltliche Rechts pflege auseinander gesetzt . Diese formellen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa- tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. EMARK 2004 Nr. 38 und EMARK 1994 Nr. 1 ; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsver- fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 5.2 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 und Art. 29 AsylG) ergibt sich, dass Asylsuchenden die relevanten Akten offenzulegen sind und ihnen das Recht zur Äusserung (vgl. Art. 30 Abs. 2 VwV G) sowie die Möglichkeit, Einfluss auf die Ermit t- lung des rechtserheblichen Sachverhalts zu nehmen, zu gewähren ist. D-4473/2013 Seite 13 Ausserdem haben die verfügenden Behörden ihrer Pflicht zur Begrü n- dung in genügender Weise nachzukommen. 5.3 Soweit in der Beschwerde gerügt wir d, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht korrekt festgestellt, da sie die Tatsache der Vate r- schaftsanerkennung durch F._______ nicht in ihrem Entscheid berüc k- sichtigt habe, ist Folgendes festzuhalten: Aus den Akten ist ersichtlich, dass das von F._______ am 30. Juli 2013 unterzeichnete Dokument betreffend Anerkennung der Vaterschaft des ungeborenen Kindes der Beschwerdeführerin erst am 2. August 2013 bei der Vorinstanz eintraf. Ihr kann somit nicht vorgehalten werden, sie habe es pflichtwidrig un terlas- sen, in der angefochtenen Verfügung vom 30. Juli 2013 die Tatsache der Vaterschaftsanerkennung zu erwähnen , da sie zu diesem Zeitpunkt d a- von noch gar keine Kenntnis haben konnte. Ebenso wenig kann der Vor- instanz vorgeworfen werden, sie habe den Sachverhalt nicht korrekt fest- gestellt, da sie ihren Entscheid nicht in Wiedererwägung gezogen ha be, nachdem sie von der Vaterschaftsanerkennung durch F._______ erfahren habe, zumal auch die Anerkennung des noch ungeborenen Kindes der Beschwerdeführerin den Selbsteintritt der Schweiz nicht rechtfertigt (vgl. die nachfolgenden Erwägungen). Nach dem Gesagten ist die Rüge in der Rechtsmittelschrift, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht korrekt festgestellt, unbegründet. 5.4 Bezüglich der Rüge, die Vorinstanz sei auf den Antrag im Wiedere r- wägungsgesuch, es sei ein erneutes Überstellungsgesuch zu stellen, weil die ursprünglich getätigte Anfrage weder die Schwangerschaft noch die Erkrankung der Beschwerdeführerin oder ihre Beziehung zu ihrem Ve r- lobten erwähnt habe, nicht eingegangen, womit sie die Begründung s- pflicht verletzt habe, ist Folgendes festzustellen: Zum Zeitpunkt des Übernahmegesuchs vom 27. Mai 2013 hatte die Vorinstanz noch keine Kenntnis von der en Verlobung mit F._______; zudem war die Beschwer- deführerin damals noch nicht schwanger beziehungsweise krank. Die Vorinstanz konnte diese Tatsachen im Überstellungsgesuch vom 27. Mai 2013 folglich gar noch nicht erwähnen, weshalb ihr auch kein diesbezü g- liches Unterlassen vorgehalten werden kann. Es liegen somit – entgegen dem Vorbringen in der Beschwerde – offensichtlich keine Gründe vor, die zur Unwirksamkeit der von den französischen Behörden am 17. Juni 2013 abgegebenen Zustimmung zur Übernahme der Beschwerdeführerin führen. Die Behauptung im Wiedererwägungsgesuch, wonach die Z u- stimmungserklärung unwirksam werde, wenn sich die relevanten Verhäl t- nisse im Nachhinein geändert hätten, ist unzutreffend. Da seit dem 17. D-4473/2013 Seite 14 Juni 2013 eine gültige Übernahmeerklärung von Frankreich betreffend die Beschwerdeführerin vorliegt, bestand für die Vorinstanz nach Eingang des Wiedererwägungsgesuchs kein Anlass, dies den französischen B e- hörden anzuzeigen, zumal keine wesentlich veränderte Sachlage vorlag . Es ist darauf hinzuweisen, das s sich das BFM bei der Begründu ng ihrer Verfügung auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte b e- schränken durfte und somit auch nicht verpflichtet war, sich in der ang e- fochtenen Verfügung explizit zum Antrag zu äussern, es sei ein erneutes Überstellungsgesuch an Frankreich zu stellen unter Offenlegung der ve r- änderten Verhältnisse. Die von der Beschwerdeführerin erhobene Rüge, die Vorinstanz habe diesbezüglich ihre Begründungspflicht verletzt, ist daher unbegründet. Nach dem Gesagten ist der in der Beschwerde erhobene Subeventualan- trag, es sei die Vorinstanz anzuweisen, Frankreich erneut um Übernahme zu ersuchen und dabei die Schwangerschaft und die Erkrankung der B e- schwerdeführerin sowie die Vaterschaftsanerkennung durch F._______ wie auch das weit fortgeschrittene Eheverfahren zu erwähnen, abzuwe i- sen. Dass die Beschwerdeführerin schwanger ist und diesbezüglich B e- schwerden gehabt hat, ist bei der Überstellung den französischen Behö r- den jedoch anzuzeigen. 5.5 5.5.1 Bezüglich der Rüge in der Bes chwerde, die Vorinstanz habe sich in keiner Weise mit dem begründeten Antrag auf unentgeltliche Rechtspfl e- ge, inklusive dem Gesuch auf unentgeltliche Rechtsvertretung auseinan- der gesetzt , ist Folgendes festzuhalten: Gemäss Art. 17 b Abs. 2 AsylG befreit das BFM nach Einreichung des Wiedererwägungsgesuchs auf Gesuch hin von der Bezahlung von Verfahrenskosten, sofern die gesuc h- stellende Person bedürftig ist und ihre Begehren nicht von vornherein aussichtslos erscheinen. In der angefochtenen Verfügung vom 30. J uli 2013 erhob das BFM gestützt auf Art. 17 b Abs. 1 AsylG eine Gebühr mit der Begründung, dass das Wiedererwägungsgesuch vollumfänglich a b- gewiesen werden müsse. Dabei berücksichtigte es das im Wiedererw ä- gungsgesuch vom 25. Juli 2013 gestellte Gesuch um Gew ährung der un- entgeltlichen Prozessführung nicht. Bei dieser Sachlage hat sich das BFM vorwerfen zu lassen, die erforderliche Prüfung des Anspruchs auf unentgeltliche Prozessführung nicht vorgenommen und damit das rechtl i- che Gehör verletzt zu haben. Im Weiteren ist festzustellen, dass die Vo r- instanz in der angefochtenen Verfügung auch das von der Beschwerd e-D-4473/2013 Seite 15 führerin gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtsv erbeiständung nicht geprüft und dadurch ebenfalls das rechtliche Gehör verletzt hat. 5.5.2 Eine Verletzung d es Anspruchs auf rechtliches Gehör führt in der Regel zur Aufhebung des angefochtenen Hoheitsakts. J edoch besteht gemäss Praxis des Bundesgerichts im Beschwerdeverfahren die Mö g- lichkeit der Heilung einer Gehörsverletzung durch die untere Instanz, wenn die unterlassene Anhörung, Akteneinsicht oder Begründung in e i- nem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wird, das eine Prüfung im gleichen Umfang wie durch die Vorinstanz erlaubt (vgl. BGE 125 I 209 E. 9.a, BGE 116 Ia 94 E. 2 ). Dabei können insbesondere prozessökon omische Über- legungen eine Rolle spielen. Vorliegend handelt es sich nicht um eine schwere Verletzung des Gehörsanspruchs, zumal der Sachverhalt als e r- stellt erachtet werden kann, die Vorinsta nz das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführerin behandelt hat und die Beschwerdeführerin die Kostenauferlegung durch die Vorinstanz nicht (explizit) gerügt hat. Unter den gegebenen Umständen würde eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz einen prozessualen Leerlauf darstellen, zumal dem Bunde s- verwaltungsgericht volle Kognition zukommt, die im vorliegenden Verfah- ren von der Vorinstanz versäumte Prüfung nachgeholt wird , wodurch die Verletzung des Anspruchs auf r echtliches Gehör als geheilt betrachtet werden kann (vgl. dazu auch EMARK 1994 Nr. 1 E. 6b und 2004 Nr. 3 8 E. 7.1, vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt in BVGE 2007/30 E. 8.2). 5.5.3 Das BFM befreit gemäss Art. 17 b Abs. 2 AsylG nach Einreichung des Wiedererwägungsgesuchs auf Gesuch hin von der Bezahlung von Verfahrenskosten, sofern die gesuchstellende Person bedürftig ist und ih- re Begehren nicht von vornherein aussichtslos erscheinen. Aufgrund der Aktenlage ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bedürftig ist. Zudem erschien das Wiedererwägungsgesuch nicht von vornherein als aussichtslos. Da die kumula tiven Voraussetzungen von Art. 17 b Abs. 2 AsylG (bedürftig/nicht aussichtslos) erfüllt sind, hätte das BFM das G e- such der Beschwerdeführerin um Befreiung von Verfahrenskosten gu t- heissen müssen. Die Vorinstanz hat demnach im vorinstanzlichen Verfah- ren zu Unrecht eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600. – erhoben. Folglich ist die Ziffer 3 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung vom 30. Juli 2013 aufzuheben. Für den Fall, dass die Gebühr in der Höhe von Fr. 600.– von der Beschwerdeführerin bereits bezahlt wurde, ist das BFM anzuweisen, ihr den bezahlten Betrag zurückzuerstatten. D-4473/2013 Seite 16 5.5.4 Die Notwendigkeit anwaltlicher Verbeiständung kann sich auch in einem erstinstanzlichen Wiedererwägungsverfahren ergeben (vgl. EMARK 2001 Nr. 11 S. 75 ff.). Ausschlaggebend für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG ist das Kriterium, ob die Partei zur Wahrung ihrer Rechte notwendige r- weise der professionellen juristischen Hilfe eines Rechtsanwalts bedarf (vgl. dazu BGE 122 I 49 E. 2c S. 51 ff.; 120 Ia 43 E. 2a S. 44 ff.). In Ve r- fahren, welche vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht sind, sind stre n- ge Massstäbe an die Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung a n- zusetzen (vgl. EMARK 2000 Nr. 6, EMARK 2001 Nr. 11 sowie BGE 122 I 8 E. 2c S. 10). Im asylrechtlichen Verfahren geht es im Wesentlichen um die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. Besondere Recht s- kenntnisse sind daher im Regelfall nicht erforderlich. Aus diesen Gründen wird die unentgeltliche Verbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG praxisgemäss lediglich in den besonderen Fällen gewährt, in we l- chen in rechtlicher oder tatsächlicher Hinsicht erhöhte Schwierigkeiten bestehen. Dies hat für das Wiedererwägungsverfahren vor der Vorinstanz nicht zugetrof fen. Demnach hätte das Gesuch um anwaltliche Ve r- beiständung abgewiesen werden müssen. Aus diesen Gründen kann die Nichtbehandlung des Gesuches nicht als schwerwiegend angesehen werden. 5.6 Bei dieser Sachlage besteht somit keine Veranlassung, die angefoc h- tene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben, weshalb das Even- tualbegehren der Beschwerdeführerin, wonach die Verfügung des BFM vom 30. Juli 2013 aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen sei, den Sachverhalt vollständig festzustellen sowie einen korrekt begründet en Entscheid zu erlassen, abzuweisen ist. An dieser Einschätzung ändert auch der Umstand nichts, dass die angefochtene Verfügung unter mehre- ren Verfahrensmängeln litt, zumal die festgestellten Mängel nicht schwerwiegender Natur sind und auf Beschwerdeebene geheilt werden. Die festgestellten Verfahrensmängel werden indessen im Kosten - und Entschädigungspunkt zu berücksichtigen sein (vgl. nachfolgend E. 9.3). 6. 6.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob das BFM im vorliegenden Fall zu Recht das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführerin abgewiesen hat. 6.2 Vorab ist festzuhalten, dass sich seit dem ursprünglichen Entsc heid der Vorinstanz vom 17. Juni 2013 an der Zuständigkeit Frankreich s zur D-4473/2013 Seite 17 Durchführung des Asylverfahrens der Beschwerdeführerin nichts geä n- dert hat (vgl. Art. 19 Abs. 3 Dublin-II-Verordnung). 6.3 Die Beschwerdeführerin begründet ihr Wiedererwägun gsgesuch im Wesentlichen damit, dass sie seit Abschluss des ordentlichen Verfahrens von ihrem in der Schweiz lebenden Verlobten F._______ schwanger sei und unter akutem Erbrechen beziehungsweise Hyperemesis gravidarum leide. Bei dieser Schwangerschaftserkrankung handle es sich nicht ledi g- lich um eine una ngenehme Übelkeit, weshalb sie nicht nur auf medizin i- sche Unterstützung angewiesen sei, sondern auch auf p sychischen Bei- stand im Alltag, zumal sie in ihrem Heimatland sowie auf der Flucht Traumatisches erlebt habe. Zudem hätten sie und ihr Verlobter ein Eh e- vorbereitungsverfahren eingeleitet. Bezüglich dieser geltend gemachten Wiedererwägungsgründe ist festz u- halten, dass sich die dargelegte Sachlage sei der Einreichung des Wi e- dererwägungsgesuchs beziehungsweise der Beschwerde vom 8. August 2013 in mehrfacher Hinsicht verändert hat. So ist aus dem sich bei den Akten befindlichen ärztlichen Bericht von Dipl. med. H._______ vom 8. November 2013 ersichtlich , dass die Beschwerdeführerin zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr unter Hyper emesis gravidarum leidet. Dem Bericht lässt sich entnehmen, dass es der Beschwerdeführerin jetzt gut g eht und ihre Schwangerschaft normal verläuft. Im Weiteren ist aus den Akten e r- sichtlich, dass die Beschwerdeführerin am 18. Oktober 2013 F._______ geheiratet hat. 6.4 Im Folgenden ist zu prüfen, ob aufgrund dieser veränderten Sachlage nach Abschluss des ordentlichen Verfahrens die Schweiz für die Prüfung des Asylgesuchs der Beschwerdeführerin zuständig ist. 6.4.1 Von der Beschwerdeführerin wird einerseits geltend gemacht, ihr Asylgesuch sei mit Rücksic ht auf ihre Beziehung zu F._______ , der in der Schweiz über eine Aufenthaltsbewilligung verfüge, sowie wegen ihres Gesundheitszustandes in Anwendung der humanitären K lausel von Art. 15 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung von der Schweiz zu behandeln. Diesb e- züglich ist festzuhalten, dass eine Berufung auf diese Bestimmung im Falle der vorliegenden Sachverhaltskonstellati on nicht mö glich ist. Die Normen in Art. 15 Dublin-II-Verordnung zielen darauf ab, dass ein nach den allgemeinen Bestimmun gen der Dublin -II-Verordnung zuständiger Staat einen anderen Mitgliedstaat um die Übernahme einer asylsuchen- den Person ersuchen kann, wenn sich aufgrund der familiären Umstände D-4473/2013 Seite 18 die Behandlung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens durch diesen a n- deren Staat aufdrängen sollte. Diese Regelung wurde geschaffen, damit nicht durch eine rein buchstabengetreue Anwendung der Dubliner - Zuständigkeitskriterien voneinander abhängige Familienangehörige g e- trennt respektive von den Mitgliedstaaten nicht wieder zusammengeführt werden. Stellt beispielsweise die Schweiz im Rahmen der Befragung e i- ner asylsuchenden Person fe st, dass sich deren gesamte Familie in e i- nem anderen Mitgliedstaat aufhält, und erweist sich diese Person gleic h- zeitig als besonders verletzlich (im Sinne der in Art. 15 Abs. 2 - 3 Dublin- II-Verordnung genannten Kriterien), so ist die Schweiz berechtigt ab er auch gehalten, den an sich nicht zuständigen Mitgliedstaat um eine Übernahme zu ersuchen. Stimmt dieser Staat der Übernahme zu (wozu er gehalten ist, sollten die Voraussetzungen nach Art. 15 Abs. 2 - 3 Dub- lin-II-Verordnung erfüllt sein), geht die Zustän digkeit von der Schweiz an diesen Staat über und die Person kann dorthin überstellt werden, wenn sie dem zustimmt (vgl. dazu Art. 15 Abs. 1 Dub lin-II-Verordnung [letzter Satz]). Für die Anwendung von Art. 15 Dublin -II-Verordnung ist mit ande- ren Worten Voraussetzung, dass sich die betroffene Person nicht in dem Staat aufhält, der sich aus humanitären Gründen auf Anfrage eines ande- ren Mitgliedstaates für zuständig erklären könnte. Diese Anwendungsvo r- aussetzung gilt nicht nur für die Grundregel nach Art. 15 Ab s. 1 Dublin-II- Verordnung, sondern gleichermassen auch für die Regel der Zusamme n- führung nach Art. 15 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung, was sich bereits aus der systematischen Stellung der Norm ergibt (vgl. CHRISTIAN FILZWIE- SER/ANDREA SPRUNG, Dublin II-Verordnung, 3. Aufl., Wien/Graz 2010, K2 und K4 zu Art. 15; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D -6486/2011 vom 17. Februar 2012 , E. 4.3 f., und E-906/2013 vom 6. März 2013 , E. 5.3). Für das weitere Verfahren zur Anwendung der humanitären Klausel im zwischenstaatlichen Verkehr ist an dieser Stelle auf die Lehre zu ve r- weisen (vgl. insbesondere FILZWIESER/SPRUNG, a.a.O., Art. 15, S. 118 ff.). 6.4.2 Art. 15 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung stellt demnach für die B e- schwerdeführerin keine Grundlage dar, um sich unte r Verweis au f ihre persönliche Situation einen Aufenthalt in der Schweiz zu erstreiten, da sie sich in der Schweiz und somit in einem für das Asylverfahren nicht z u- ständigen Staat aufhält. Es kann daher darauf verzichtet werden, auf die diesbezüglichen Vorbringen im W iedererwägungsgesuch beziehungswei- se in der Beschwerde einzugehen. Wenn sich Familienangehörige einer asylsuchenden Person in der Schweiz aufhalten, so ist diesem Umstand in Dublin -Verfahren vielmehr durch Ausübung des Selbsteintrittsrechts nach Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung Rechnung zu tragen, sollten die D-4473/2013 Seite 19 diesbezüglichen Anforderungen erfüllt sein (vgl. dazu nachfolgend E. 6.6 ff.). So hat es die Schweiz als Aufenthaltsstaat selbst in der Hand, eine Trennung von Familienmitglieder durc h die Ausübung des Selbsteintritt s- rechts zu verhindern, wobei der Beurteilungsgegenstand natürlich inhaltli- che P arallelen zur Bestimmung von Art. 15 Abs. 2 - 3 Dublin -II- Verordnung aufweist (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, a.a.O., K11 [am Ende] und K4 zu Art. 15). 6.4.3 An der Tatsache, dass im vorliegenden Fall Art. 15 Abs. 2 D ublin-II- Verordnung nicht zur Anwendung kommen kann, ändert auch der in der Beschwerde vom 8. August 2013 erwähnte Entscheid des Bundesverwal- tungsgerichts E -1727/2011 vom 6. September 2011 nichts , in dem das Gericht Art. 15 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung in einem ähnlich gelagerten Fall anwendet und festhält, dass der Aufenthalt des Asylsuchenden im Ausland in den von Art. 15 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung genannten Fällen nicht Voraussetzung für dessen Anwendbarkeit sei. Zwar gebietet der ver- fassungsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz (Art. 8 Abs. 1 BV) in der Rechtsanwendung, zwei tatsächlich gleiche Situationen nicht ohne sac h- lichen Grund unterschiedlich zu behan deln. Die gleiche Behörde darf nicht ohne sachlichen Grund zwei rechtlich gleiche Sachverhalte unte r- schiedlich beurteilen. Nicht erforderlich ist, dass die Sachverhalte in all ih- ren tatsächlichen Elementen identisch sind. Demgegenüber besteht kein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht, sel bst wenn eine bisher a b- weichende Praxis bestanden haben sollte. Insbesondere besteht dann kein Anspruch auf Gleichbehandlung, wenn – wie vorliegend – ernsthafte und sachliche Gründe für die Ä nderung sprechen und das Interesse an der richtigen Rechtsanwendu ng gegenüber der Rechtssicher heit übe r- wiegt. Frühere – allenfalls fehlerhafte – Entscheide sollen nicht als Rich t- schnur für alle Zeiten Geltung haben (vgl. PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, S. 176 ff.). Im Laufe der Zeit veränderten Umständen beziehung s- weise neuen Erkenntnissen ist Rechnung zu tragen, weshalb die B e- schwerdeführerin in casu aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1727/2011 vom 6. September 2011 nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. 6.5 6.5.1 Von der Beschwerdeführerin wird andererseits geltend gemacht, die Schweiz sei vorliegend gestützt auf Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung i.V.m. Art. 29 a Abs. 3 AsylV 1, Art. 8 EMRK, Art. 14 BV sowie die KRK zum Selbsteintritt verpflichtet. D-4473/2013 Seite 20 6.5.2 Nach der Bestimmung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung kann die Schweiz ein Asylgesuch materiell prüfen, auch wenn gemäss den ein- schlägigen Kriterien der Dublin-II-Verordnung ein anderer Staat zuständig wäre (Selbsteintrittsrecht). Diese Be stimmung ist nicht direkt anwendbar, sondern kann nur in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder internationalen Rechts angerufen werden ( BVGE 2010/45 E. 5). Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 sieht vor, dass das BFM aus humanitären Grü n- den ein Gesuch behandeln kann, auch wenn nach den Krite rien der Dub- lin-II-Verordnung ein anderer Staat zuständig ist. Es handelt sich dabei um eine "Kann -Bestimmung", die den Behörden einen gewissen Erme s- sensspielraum lässt und grundsätzlich restriktiv auszulegen ist ( BVGE a.a.O. E. 8.2.2). Droht hingegen ein Verstoss gegen übergeordnetes Recht, namentlich ein Verstoss gegen eine zwingende Norm des Völke r- rechts, so besteht ein einklagbarer Anspruch auf Ausübung des Selbs t- eintrittsrechts ( BVGE a.a.O. E. 7.2.; FILZWIESER/SPRUNG, a.a.O. , K8 zu Art. 3). Erweist sich demnach im Einzelfall, dass durch die Überstellung nach den Bestim mungen der Dublin -II-Verordnung völkerrechtlich g e- schützte Ansprüche verletzt würden (vorliegend wird insbesondere eine Verletzung von Art. 8 EMRK behauptet), so muss vom Selbsteintrittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung Gebrauch gemacht werden (vgl. zum Ganzen BVGE 2011/9 E. 4.1). 6.6 6.6.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Überstellung der Beschwerdefü h- rerin nach Frankreich nach den Bestimmungen de r Dublin-II-Verordnung Art. 8 EMRK verletzen würde, wie das im Wiedererwägungsgesuch b e- ziehungsweise in der Beschwerde geltend gemacht wird. 6.6.2 Art. 8 EMRK gewährleistet den Schutz des Familienlebens. Die E u- ropäische Menschenrechtskonvention verschafft an sich kein Recht auf Aufenthalt in einem bestimmten Konventionsstaat. Hat ein Ausländer n a- he Verwandte in der Schweiz und ist diese familiäre Beziehung intakt und wird sie tatsächlich gelebt, kann es hingegen das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. in Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Recht auf Achtung des Familienl e- bens verletzen, wenn ihm die Anwesenheit in der Schweiz untersagt wird. Der sich hier aufhaltende Angehörige muss dabei über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist der Fall, wenn er das Schweiz er Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzt oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht (vgl. statt vieler BGE 135 I 143 E. 1.3.1). Der vor-D-4473/2013 Seite 21 läufig aufgenommene Ausländer verfügt über kein gefestigtes Aufen t- haltsrecht. Die Aussage in der Beschwerde vom 8. August 2013, wonach das Bundesgericht jüngst klargestellt habe, dass auch vorläufig aufg e- nommene Personen grundsätzlich über ein gefestigtes Anwesenheit s- recht verfügten, weshalb sie sich auf Art. 8 EMRK berufen könnten, ist unzutreffend. Im Gegensatz zur Niederlassungsbewilligung, die auf unbe- fristete Dauer erteilt wird (Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über di e Ausländerinnen und Ausländer [ AuG, SR 142.20]), ist die Aufenthaltsbewilligung stets befristet (Art. 33 Abs. 3 AuG). Unabhängig vom Motiv, das zur erstmaligen Erteilung der Aufenthaltsb e- willigung geführt hat, muss der Ausländer daher mit der Möglichkeit rec h- nen, dass seine Bewilligung nicht verlängert wi rd. Auch wenn die persön- liche Situation im Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit einer Nichtverlängerung mitzuberücksichtigen ist, bedeutet dies nicht, dass der Ausländer gestützt darauf einen eigentlichen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung hat (vgl. BGE 119 Ib 91 E. 1.d). Nach der Rechtsprechung können vorläufig aufgenommene Personen oder Pers o- nen mit einer Aufenthaltsbewilligung bei besonders intensiven, über eine normale Integration hinausgehenden privaten Bindungen gesellschaftl i- cher oder beruflicher Natur beziehungsweise entsprechenden vertieften sozialen Beziehungen zum ausserfamiliären respektive ausserhäuslichen Bereich jedoch über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfügen. Ein solches ergibt sich in diesem Fal l aus dem Schutz des Pr i- vatlebens, d.h. wiederum aus Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1339/2010 vom 24. Juli 2013 E. 4.3.2). 6.6.3 F._______, mit dem die Beschwerdeführerin seit dem 18. Oktober 2013 verheiratet ist, verfügt nur über eine Aufenthaltsbewi lligung in der Schweiz, weshalb er grundsätzlich über kein gefestigtes Anwesenheit s- recht in der Schweiz verfügt. Auch bezogen auf den Schutz des Privatl e- bens nach Art. 8 EMRK ist aufgrund der Akten nicht davon auszugeh en, dass er über besonders intensive private Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur im Sinne der Rechtsprechung verfügt, zumal er sich erst seit 2007 in der Schweiz aufhält. An dieser Beurteilung ändert auch die Tatsache nichts, dass er sich i n der Schweiz beruflich integriert hat, zumal dies zu einer normalen Integration dazu gehört. Der Ehemann der Beschwerdeführerin verfügt somit über kein gefestigtes Anwese n- heitsrecht in der Schweiz, weshalb die Beschwerdeführerin aus Art. 8 EMRK keine Ansp rüche abzuleiten vermag. An dieser Einschätzung ä n- dert auch der Umstand nichts, dass der Ehemann vor Erhalt der Aufen t- haltsbewilligung über eine vorläufige Aufnahme in der Schweiz verfügte, D-4473/2013 Seite 22 zumal es sich dabei ebenfalls um kein gefestigtes Aufenthaltsrecht han- delt. Nach dem Gesagten kann darauf verzichtet werden, auf die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin bezüglich Art. 8 EMRK einzugehen. 6.6.4 Die Beschwerdeführerin kann sich auch nicht auf Art. 13 f. BV beru- fen, zumal auch für die Anwendung dieser Best immungen ihr Ehemann F._______ über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verf ü- gen müsste, was jedoch – wie soeben dargelegt – nicht der Fall ist (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.1). 6.7 Soweit in der Beschwerde schliesslich geltend gemacht wird, das u n- geborene Kind könnte bei einer Überstellung der Beschwerdeführerin nach Frankreich keine (enge) Beziehung zu seinem Vater F._______ pflegen, weshalb diese Überstellung gegen die KRK verstosse, ist festzu- halten, dass sich ein Nasciturus nach schweizerischer Rechtsprechung nicht auf d ie KRK berufen kann. Es erübrigen sich daher weitergehende Ausführungen diesbezüglich. 6.8 6.8.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob – wie in der Beschwerde vom 8. A u- gust 2013 geltend gemacht – humanitäre Gründe vorliegen, die einen Selbsteintritt der Schweiz rechtfertigen würden. 6.8.2 Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 stellt – wie oben erwähnt (E. 6 .5.2) – die Grundlage dar, um im Einzelfall aus humanitären Gründen vom Selbstein- trittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung Gebrauch zu machen. Damit wir d dem BFM die Möglichkeit eingeräumt, um auch ausserhalb von Fällen, wo der Selbsteintritt zur Pflicht wird, aus anderen, weniger zwingenden humanitären Gründen das Ermessen zu Gunsten des Wohls des Asylsuchenden in Form eines Selbsteintritts auszuüben. Du rch eine grundsätzlich restriktive Auslegung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 wird in der Praxis sichergestellt, dass das Zuständigkeitssystem der Dublin-II- Verordnung nicht unterhöhlt wird (vgl. dazu BVGE 2011/9 E. 8.1, m.w.H.). 6.8.3 Vorliegend ist keine Konstellation gegeben, die die Ausübung des Selbsteintrittsrechts in Anwendung dieser Bestimmung rechtfertigen könnte. Bezüglich der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin kann dem aktuellsten sich bei den Akten befindlichen ärztlichen Bericht von Dipl. med. H._______ vom 8. November 2013 Folgendes entno m- men werden: Die erste Hälfte der Schwangerschaft sei durch übermäss i- ges Erbrechen mit Stoffwechselentgleisung gekennzeichnet gewesen. D-4473/2013 Seite 23 Jetzt gehe es der Beschwerdeführerin gut , die Schwangerschaft verlaufe normal. Sie könne transportiert werden, sofern regelmässig Pausen ei n- gelegt würden und sie die Möglichkeit erhalte, herumzulaufen. Die Be- schwerdeführerin leidet somit im heutigen Zeitpunkt nicht mehr unter der Schwangerschaftserkrankung Hyperemesis gravidarum; ihre Schwange r- schaft verläuft nun nach anfänglichen Komplikationen normal und sie ist grundsätzlich reisefähig. Es ist anzunehmen , dass sie auch nach einer Überstellung nach Frankreich dort die notwendige medizinische Verso r- gung beziehungsweise Betreuung erhalten wird, zumal Frankreich unter anderem Signatarstaat der EMRK, des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und des Übe r- einkommens vom 10. Dez ember 1984 gegen Folter und andere graus a- me, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist. Zudem kann auch auf die spezifischen völkerrechtlichen Verpflichtungen Frankreichs bezüglich der Betreuung von Asylsuchenden verwiesen werden, namentlich die EU -Richtlinie 2003/9/EG vom 27. J a- nuar 2003 zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerbern in den Mitgliedstaaten, zu deren Durchsetzung die EU - Länder auch entsprechende Rechtsmittel vorzusehen haben (vgl. Art. 21 der sogenannten Aufnahmerichtlinie). Es bestehen vorliegend keine glaubhaften Hinweise darauf, Frankreich würde sich im Falle der B e- schwerdeführerin nicht an die aus diesen Übereinkommen result ierenden Verpflichtungen halten. Soweit die Beschwerdeführe rin zudem geltend macht, sie sei durch ihre Erlebnisse im Heimatland sowie durch ihre Flucht traum atisiert, ist festzuhalten, dass diesbezüglich bis heute kein Arztbericht eingereicht wurde. Abgesehen davon ist die medizinische Grundversorgung in Frankreich gewährleistet. Nach dem Gesagten ist die Beschwerdeführerin nicht auf die Unterstützung durch ihren Ehemann F._______ angewiesen, wie das von ihr vorgebracht wird. Bezüglich der Beziehung der Beschwerdeführerin mit F._______ ist übereinstimmend mit der Vorinstanz festzustellen, dass es nicht glaubhaft ist, dass sich die Beschwerdeführerin bereits im Jahre 2011 mit F._______ verlobt hat, wie das von ihr im Wiedererwägungsgesuch beziehungsweise in de r B e- schwerde geltend gemacht wird, da sie diese Verlobung – trotz der ihr ob- liegenden Mitwirkungspflicht – in der summarischen Befragung vom 24. Mai 2013 mit keinem Wort erwähnte ( Akten BFM A 6/12 S. 5). Ihre Be- hauptung im Wiedererwägungsge such, sie sei verängstigt gewesen und habe den Grund, warum sie in die Schweiz ge kommen sei, deshalb nicht offengelegt, da ihr der Schlepper eingeschärft habe, sie dürfe im Schw ei- zer Asylverfahren nicht offenlegen, dass sie wegen ihres Verlobten in die Schweiz geflüchtet sei, andernfalls sie beide zusammen n ach Afghanis-D-4473/2013 Seite 24 tan weggewiesen würden, vermag das Gericht nicht zu überzeugen . Da die Beschwerdeführerin F._______ anlässlich der summarischen Befra- gung vom 24. Mai 2013 nicht als Bezugsperson nannte, ist zudem davon auszugehen, dass die beiden zu diesem Zeitpunkt noch keine Beziehung führten, ansonsten die Beschwerdeführerin dies mit Sicherheit bei der summarischen Befragung erwähnt hätte. Weder die eingereichten Fotos noch der zu den Akten gegebene Film vermögen zu einer anderen Ei n- schätzung zu führen, z umal keine Gewähr dafür besteht, dass sie ta t- sächlich die geltend gemachte Verlobung zeigen. Nach dem Gesagten ist zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin und F._______ erst nach der summarischen Befragung vom 24. Mai 2013 eine Beziehung eingega n- gen sind, was ebenfalls gegen die Ausübung des Selbsteintrittsrechts in Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 spricht. Unter Berücksichtigung aller Faktoren sind daher – entgegen den anders lautenden Beschwerde- vorbringen – keine besonderen Sachverhaltsumstände ersichtlich, welche eine Behandlung des Asylgesuches der Beschwerdeführerin in der Schweiz aus humanitären Gründen geradezu aufdrängen würden. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Beschwerdeführerin F._______ am 18. Oktober 2013 geheiratet und dieser das ungeborene Kind der Be- schwerdeführerin inzwischen anerkannt hat (vgl. dazu vorstehend E. 6.8.2; BVGE 2011/9 E. 8.1, m.w.H.). 6.8.4 Der Schwangerschaft der Beschwerdeführerin ist bei der Ausgestal- tung der Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen (vgl. dazu EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 212). Bei einer Überstellung der Beschwerdeführe- rin von der Schweiz nach Frankreich sind – falls notwendig – geeignete Massnahmen (Begleitung sowie ärztliche Betreuung) zu ergrei fen. Insbe- sondere ist sicherzustellen, dass die französischen Behörden über die Ankunft der Beschwerdeführerin sowie deren Schwangerschaft umfas- send infor miert sind und die Beschwerdeführerin auch tatsächlich den Behörden übergeben wird, welche die Verantwortung für sie übernehmen können. Es ob liegt dem BFM in Zusammenarbeit mit den kantonalen Vollzugsbehörden, im Vorfeld und bei der Überstellung der Beschwerd e- führerin an die französischen Behörden die notwendigen Vorkehren zu treffen. 6.9 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung na ch Frankreich als zulässig und zumutbar, weshalb vorliegend – entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin in der Rechtsmittelschrift – auch diesbezüglich kein Anlass zum Selbsteintritt besteht. Das BFM hat folglich zu Recht das Wiedererwägungsgesuch abgewiesen. D-4473/2013 Seite 25 7. Die Beschwerde ist aufgrund der vorstehenden Erwägungen bezüglich der Ziffer 3 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung gutzuheissen, die diesbezügliche Ziffer ist aufzuheben und das BFM anzuweisen, die erhobene Gebühr in der Höhe von Fr. 600.– der Beschwerdeführerin zu- rückzuerstatten, falls sie die Gebühr bezahlt haben sollte. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 8. Mit vorliegendem Urteil in der Sache wird der per Telefax vom 21. August 2013 verfügte Vollzugsstopp gemäss Art. 112 AsylG hinfällig; gleichzeitig ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus ses gegenstandslos geworden. 9. 9.1 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wären die Kosten der mit ihren Begehren unterlegenen Beschwerdeführerin zu überbinden (Art. 63 Abs. 1 VwVG ). Diese hat jedoch im Rahmen der Beschwerdebegehren ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt. Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG befreit die Beschwerdeinstanz nach Einre i- chung der Beschwerde eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint . Gesamthaft betrachtet kann der Beschwerdeführerin nicht vorgehalten werden, ihrer Beschwerde habe es im Zeitpunkt der Beantragung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Blick auf die Erfolgsaussichten an der nötigen Ernsthaftigkeit gefehlt (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275), zumal sie zu Recht Verfahrensmängel gerügt hat. Zudem ist aufgrund der Aktenlage davon auszugehen, dass die Be- schwerdeführerin bedürftig ist. Damit sind beide kumulativ erforderlichen Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG erfüllt. Das Gesuch um G e- währung der unentgeltlichen Rechtspflege i st deshalb gutzuheissen, und die Beschwerdeführerin ist von der Pflicht zur Kostentragung zu b efreien. Infolgedessen sind ihr trotz ihres Unterliegens keine Verfahrensko sten aufzuerlegen. 9.2 Die Beschwerdeführerin liess mit ihrer Beschwerde auch ein Gesuch um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes stellen. Einer be- dürftigen Person wird in einem für sie nicht aussichtslosen Verfahren ein Anwalt bestellt, wenn es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (Art. 65 Abs. 2 VwVG). In Verfahren, welche vom Untersuchungsgrundsatz b e- herrscht sind, gelten strenge Massstäbe für die Gewährung der unentgelt-D-4473/2013 Seite 26 lichen Verbeiständung (vgl. BGE 122 I 10 ). In asylrechtlichen Beschwe r- deverfahren geht es im Wesentlichen um die Feststellung des recht ser- heblichen Sachverhalts, wobei der Untersuchungsgrundsatz gilt. Beso n- dere Rechtskenntnisse sind daher zur wirksamen Beschwerdeführung im Regelfall nicht erforderlich, weshalb die unentgeltliche Verbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG nur in beson deren Fällen, in welchen in rechtlicher oder tatsächlicher Hinsicht erhöhte Schwierigkeiten bestehen, gewährt wird. Im vorliegenden Verfahren hat dies n icht zugetroffen. Dem Antrag der Beschwerdeführerin auf Beiordnung einer amtlichen Recht s- vertreterin nac h Art. 65 Abs. 2 VwVG ist mangels Notwendigkeit daher nicht stattzugeben. 9.3 In der Beschwerde werden zu Recht Verfahrensmängel gerügt (vgl. E. 5.5 vorstehend). Deswegen ist der Beschwerdeführerin trotz des U m- standes, dass sie im vorliegenden Beschwerdeverfahren letztlich mit i h- ren Rechtsbegehren nicht durchgedrungen ist, eine Parteientschädigung zuzusprechen. Die vom BFM auszurichtende Parteient schädigung ist ge- stützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) auf pauschal Fr. 650.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) D-4473/2013 Seite 27 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird bezüglich der Ziffer 3 des Dispositivs der Verfügung vom 30. Juli 2013 gutgeheissen, die diesbezügliche Ziffer wird aufgeho- ben und das BFM angewiesen, die Gebühr in der Höhe von Fr. 600.– der Beschwerdeführerin zurückzue rstatten, falls sie die Gebühr bezahlt h a- ben sollte. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Das BFM wird angewiesen, die Überstellung der Beschwerdeführerin nach Frankreich im Sinne der Erwägungen durchzuführen. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 4. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewiesen. 5. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 6. Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin eine Parteientsch ä- digung von Fr. 650.– zu entrichten. 7. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand: