<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2006.00025</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206077&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2006.00025</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.08.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2002</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ermessenseinschätzung; Anerkennung eines "fremderstellten" Jahresabschlusses<br/><br/>Im vorliegenden Fall wurde die Steuererklärung 2002 einer GmbH ohne die Unterschrift der zuständigen Organe dem Steueramt eingereicht. Nachdem die alten Gesellschafter durch neue abgelöst worden waren, verlangte die Steuerbehörde die von den zuständigen Organen unterzeichnete Steuererklärung 2002. Die neuen Organe wiesen jedoch ausdrücklich auf die bereits eingereichte Steuererklärung hin. Sie anerkannten somit die Steuererklärung und deren Beilagen als die ihre. Da taugliche Einschätzungsgrundlagen vorgelegen haben, hätte die Steuerbehörde auf die Einsprache eintreten und prüfen sollen, ob die offensichtliche Unrichtigkeit der Ermessenseinschätzung nachgewiesen wurde. Rückweisung ins Einspracheverfahren.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: JAHRESRECHNUNG">JAHRESRECHNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PFLICHTGEMÃSSES ERMESSEN">PFLICHTGEMÃSSES ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNRICHTIGKEITSNACHWEIS">UNRICHTIGKEITSNACHWEIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSCHRIFT">UNTERSCHRIFT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 139 Abs. 2 StG</span><br/><span class="gerade">§ 140 Abs. 2 StG</span><br/><span class="ungerade">§ 155 StG</span><br/><span class="gerade">§ 160 StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Die A GmbH mit einem Stammkapital von Fr. 20'000.- verlegte ihren Sitz am 17. MÃ¤rz 2003 von X (ausserkantonal) nach ZÃ¼rich. Am 15. Januar 2003 verkaufte der bisherige Gesellschafter und GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer B sÃ¤mtliche Gesellschaftsanteile an C, der den VerkÃ¤ufer als GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer mit Einzelunterschrift und Gesellschafter ablÃ¶ste; weiterer GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer mit Einzelunterschrift wurde D. Am 23. Oktober 2003 reichte E, die Ehefrau des frÃ¼heren GeschÃ¤ftsfÃ¼hrers und Gesellschafters, fÃ¼r die Gesellschaft die SteuererklÃ¤rung 2002 samt Jahresrechnung 2002 und weiteren Aufstellungen ein. </p> <p class="Sachverhalt2">Das kantonale Steueramt forderte die A GmbH mit Auflage vom 20. Januar 2005 und Mahnung vom 16. MÃ¤rz bzw. 21. April 2005 auf, die von den zustÃ¤ndigen Organen unterzeichnete SteuererklÃ¤rung 2002, die von diesen unterschriebene Jahresrechnung 2002, den Gesellschafterbeschluss Ã¼ber die Abnahme dieser Jahresrechnung, das Inventar per 31. Dezember 2001 und per 31. Dezember 2002 sowie einen Auszug des Kassakontos fÃ¼r das GeschÃ¤ftsjahr 2002 samt Kassabuch einzureichen. Der vertragliche Vertreter der Gesellschaft teilte dem Steueramt am 21. April 2005 mit, alle verlangten Unterlagen seien anlÃ¤sslich einer Besprechung vom 17. MÃ¤rz 2003 dem SteuerkommissÃ¤r von E Ã¼bergeben worden; fÃ¼r die Steuerperiode 2002 seien noch die frÃ¼heren Gesellschaftsorgane zustÃ¤ndig. </p> <p class="Sachverhalt2">Am 24. Juni 2005 schÃ¤tzte das kantonale Steueramt die A GmbH fÃ¼r die Steuerperiode vom 1. Januar bis 31. Dezember 2002 in Anwendung von § 139 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen mit einem steuerbaren Gewinn von Fr. 50'000.- (zum Satz von 10 %) und einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. 20'000.- (zum Satz von 1,5 <sup>0</sup>/<sub>00</sub>) ein. Das Steueramt erwog, die Pflichtige habe die verlangten Unterlagen trotz Mahnung nicht eingereicht.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Auf die hiergegen erhobene Einsprache der Pflichtigen, womit diese den Antrag stellte, sie sei gemÃ¤ss der eingereichten SteuererklÃ¤rung einzuschÃ¤tzen, trat das kantonale Steueramt am 22. September 2005 nicht ein, weil die Pflichtige die versÃ¤umten Mitwirkungshandlungen nicht nachgeholt habe. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Steuerrekurskommission II wies den Rekurs der Pflichtigen am 17. MÃ¤rz 2006 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 24. April 2006 beantragte die Pflichtige dem Verwaltungsgericht, es sei der Rekursentscheid aufzuheben und die Sache an das kantonale Steueramt bzw. die Steuerrekurskommission II zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Steuerrekurskommission II auf Vernehmlassung verzichtete, schloss das kantonale Steueramt auf Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Urteilstext">Der Einzelrichter Ã¼berwies die Akten der 2. Kammer zur Entscheidung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen nach § 153 Abs. 3 StG alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden. </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Re­kurskommission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessen­heit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekursinstanz zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessensÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch (RB 1999 Nr. 147).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Im Beschwerdeverfahren gilt das Novenverbot. FÃ¼r das Verwaltungsgericht ist somit die gleiche Aktenlage massgebend wie fÃ¼r die Rekurskommission. Tatsachen oder Beweismittel, die nicht spÃ¤testens im Rekursverfahren behauptet bzw. vorgelegt oder angerufen worden sind, dÃ¼rfen infolgedessen im Beschwerdeverfahren grundsÃ¤tzlich nicht nachgebracht werden (RB 1999 Nrn. 149 und 150). Vom Novenverbot ausgenommen sind dagegen echte Noven, namentlich neue tatsÃ¤chliche Behauptungen und Beweismittel, die auf einem Revisions- oder Nachsteu­ergrund (§ 155 beziehungsweise § 160 StG) beruhen oder der StÃ¼tzung von geltend gemachten Rechtsverletzungen dienen, die ihrer Natur nach neuer tatsÃ¤chlicher Vorbringen oder Beweismittel bedÃ¼rfen. Neue, erstmals vor Verwaltungsgericht gestellte Rechtsbegehren sind schliesslich allgemein zulÃ¤ssig, sofern sie sich nicht auf Tatsachen und Beweismittel stÃ¼tzen, welche unter das Novenverbot fallen (RB 1999 Nr. 149, bestÃ¤tigt in BGE 131 II 548). </p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Richtet sich die Beschwerde gegen die BestÃ¤tigung eines Nichteintretensentscheids des kantonalen Steueramts durch die Rekurskommission, so bildet dieser Entscheid Gegen­stand des Beschwerdeverfahrens und darf das Verwaltungsgericht lediglich prÃ¼fen, ob die Kommission zu Recht auf den Rekurs nicht eingetreten ist; ein weiter gehender materiellrechtlicher Entscheid, namentlich auch Ã¼ber die EinschÃ¤tzung, ist dem Gericht diesfalls verwehrt (vgl. RB 1999 Nr. 152).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Hat der Steuerpflichtige trotz Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht erfÃ¼llt oder kÃ¶nnen die Steuerfaktoren mangels zuverlÃ¤ssiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden, nimmt das kantonale Steueramt laut § 139 Abs. 2 StG die EinschÃ¤tzung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen vor.</p> <p class="Erwgung2">Die Pflichtige hat trotz Mahnung keine von den zustÃ¤ndigen Organen unterzeichnete SteuererklÃ¤rung 2002, keine von diesen unterschriebene Jahresrechnung 2002, keinen Gesellschafterbeschluss Ã¼ber die Abnahme dieser Jahresrechnung, kein Inventar per 31. Dezember 2001 und per 31. Dezember 2002 sowie keinen Auszug des Kassakontos fÃ¼r das GeschÃ¤ftsjahr 2002 samt Kassabuch eingereicht. Sie ist deshalb zu Recht nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen eingeschÃ¤tzt worden.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Eine ErmessenseinschÃ¤tzung kann gemÃ¤ss § 140 Abs. 2 Satz 1 StG nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit angefochten werden (Satz 1). Die Einsprache ist zu begrÃ¼nden und muss allfÃ¤llige Beweismittel nennen (Satz 2).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Der Steuerpflichtige hat den Nachweis der offensichtlichen Unrichtigkeit wegen des im Beschwerdeverfahren geltenden Novenverbots (vgl. vorstehend ErwÃ¤gung Ziff. 1.2) im Einspracheverfahren, spÃ¤testens aber im Rekursverfahren zu erbringen, und zwar dadurch, dass er innerhalb der Rechtsmittelfrist die versÃ¤umten Verfahrenspflichten erfÃ¼llt, eine zur Beseitigung der Ungewissheit Ã¼ber die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse erforderliche substanziierte Sachdarstellung gibt und hierfÃ¼r notwendige Beweismittel beibringt oder zumindest anbietet (RB 1999 Nr. 150). Nur unter diesen formellen Voraussetzungen wird der Steuerpflichtige Ã¼berhaupt zur Leistung des Unrichtigkeitsnachweises zugelassen und ist die Einsprache- beziehungsweise RekursbehÃ¶rde zur Untersuchung und Beweisabnahme verpflichtet. Andernfalls gilt der Nachweis ohne Weiteres als gescheitert mit der Folge, dass die ErmessenseinschÃ¤tzung als solche bestehen bleibt und einzig ihrer HÃ¶he nach der PrÃ¼fung auf offensichtliche Unrichtigkeit unterliegt (vgl. RB 1994 Nr. 45 E. a mit Hinweisen; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann/Hans Ulrich Meuter, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, 2. A. ZÃ¼rich 2006<span>,</span> § 140 N. 64 ff.; Martin Zweifel in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, 2. A., Basel etc. 2002, Art. 48 StHG N. 58 ff.). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Dieser Unrichtigkeitsnachweis muss zudem mit der BegrÃ¼ndung der Einsprache und damit innert der Einsprachefrist erfolgen. Die von § 140 Abs. 2 Satz 2 StG geforderte BegrÃ¼ndung der Einsprache gegen eine Ermessensveranlagung stellt eine Prozessvoraussetzung dar (vgl. BGE 123 II 552 E. 4c; BGr, 19. Juni 2002, 2A.442/2001, E. 2.2, 9. September 2004, 2P.234/2003 und 2A.407/2003). </p> <p class="Erwgung3">Im Allgemeinen dÃ¼rfen keine allzu hohen Anforderungen an die BegrÃ¼ndung gestellt werden. Immerhin muss ihr entnommen werden kÃ¶nnen, was der Einsprecher an der angefochtenen VerfÃ¼gung bemÃ¤ngelt und auf welche tatsÃ¤chlichen oder rechtlichen Ãberlegungen er sich dabei stÃ¼tzt. Der Einspre­cher muss sich mit anderen Worten mit der angefochtenen VerfÃ¼gung sachbezogen befassen (BGr, 19. Dezember 1984, StE [1985] B 96.11 Nr. 1). GenÃ¼gt die Einsprache diesen Erfordernissen nicht, enthÃ¤lt sie lediglich Beanstandungen allgemeiner Art oder ist sonst wie nicht erkennbar, worauf der Einsprecher hinaus will, ist auf die Einsprache nicht ein­zutreten (BGr, 19. Mai 1978, ASA 48 (1979/80) 193 E. 2 mit weiteren Hinweisen; vgl. Martin Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2, Basel etc. 2000, Art. 132 DBG N. 35). </p> <p class="Erwgung3">Ausserdem ist auch auf die Einsprache eines Steuerpflichtigen, welcher wegen der nicht eingereichten SteuererklÃ¤rung zulÃ¤ssigerweise nach Ermessen veranlagt worden ist und der auch mit der Einsprache gegen die Ermessensveranlagung seiner Deklarationspflicht nicht nachkommt, nicht einzutreten (BGr, 19. Juni 2002, 2A.442/2001, E. 2.2; 9. September 2004, 2P.234/2003 und 2A.407/2003). Denn in einem derartigen Fall entzieht der Steuerpflichtige den EinschÃ¤tzungsbehÃ¶rden eine wesentliche EinschÃ¤tzungsgrundlage (vgl. BGr, 29. Januar 1982, ASA 51 (1982/83) 631 zum Rechtsmittelausschluss nach Art. 92 Abs. 1 des frÃ¼heren Beschlusses Ã¼ber die direkte Bundessteuer vom 9. Dezember 1940; Martin Zweifel, Die Sachverhaltsermittlung im Steuerveranlagungsverfahren, ZÃ¼rich 1989, 133 ff.).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.3 </b>Die Pflichtige hat sich in ihrer von GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer D und damit einem ihrer zustÃ¤ndigen Organe unterzeichneten Einspracheschrift vom 25. Juli 2005 ausdrÃ¼cklich auf die von E eingereichte und von ihr unterschriebene SteuererklÃ¤rung 2002 sowie die beigefÃ¼gten Unterlagen, darunter die Jahresrechnung 2002, berufen. Auf diese Weise hat die Pflichtige die betreffende SteuererklÃ¤rung und deren Beilagen unterschriftlich als die ihre anerkannt und dergestalt die fehlende Unterzeichnung durch die zustÃ¤ndigen Organe nachgeholt. Angesichts des drohenden Rechtsverlusts zu verlangen, die Unterschrift direkt auf dem amtlichen Formular anzubringen, liefe auf einen Ã¼berspitzten Formalismus hinaus. Der vorliegende Sachverhalt ist vergleichbar mit dem Fall, bei welchem eine versehentlich nicht unterschriebene Eingabe an eine BehÃ¶rde oder ein Gericht nachtrÃ¤glich mit einer separaten unterzeichneten zweiten Eingabe des Verfassers autorisiert wird. Es wÃ¤re unter den gegebenen UmstÃ¤nden sachfremd, eine solche spÃ¤tere Er­klÃ¤rung nur deshalb als nicht rechtsgÃ¼ltig abzulehnen, weil nicht bereits das ersterstellte physische Dokument mit der Unterschrift des Urhebers versehen ist (vgl. RB 1999 Nr. 145 E. 3 zur Unterzeichnung von Bilanz und Jahresrechnung). Denn damit wÃ¼rde letztlich dem Steuerpflichtigen der Rechtsweg in unzulÃ¤ssiger Weise versperrt (vgl. BGE 112 Ia 305 E. 2a; 120 V 413 E. 4b).</p> <p class="Erwgung3">Erweisen sich aber demnach im Ergebnis die SteuererklÃ¤rung samt Jahresrechnung und weiteren Beilagen als rechtsgÃ¼ltig unterzeichnet, liegen taugliche EinschÃ¤tzungsgrundlagen vor. Das kantonale Steueramt hÃ¤tte infolgedessen auf die Einsprache des Pflichtigen eintreten und sie materiell dahingehend prÃ¼fen mÃ¼ssen, ob die offensichtliche Unrichtigkeit der zu Recht getroffenen ErmessenseinschÃ¤tzung nachgewiesen wurde. Indem es jedoch auf die Einsprache nicht eingetreten ist, hat es rechtsverletzend entschieden, ebenso wie die Rekurskommission, welche diesen Nichteintretensentscheid geschÃ¼tzt hat.</p> <p class="Erwgung3">Die mangelhaften vorinstanzlichen Entscheide sind deshalb aufzuheben. Das kantonale Steueramt wird im zweiten Rechtsgang auf die Einsprache eintreten, (gegebenenfalls) eine Untersuchung vornehmen und einen neuen Entscheid fÃ¤llen mÃ¼ssen. </p> <p class="Erwgung3">Das fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Sache wird zur Behandlung der Einsprache, zur allfÃ¤lligen Untersuchung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an das kantonale Steueramt zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Rekurskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.-- die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>