<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">4P.180/1999/rnd </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> I. Z I V I L A B T E I L U N G</i> </div> <div class="para"> ******************************* </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Sitzung vom 29. Februar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichterinnen und Bundesrichter Walter, </div> <div class="para">Präsident, Leu, Corboz, Klett, Rottenberg Liatowitsch und </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Huguenin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Gresta Data AG in Liquidation</u>, c/o Guido Stadelmann, Golbrig- </div> <div class="para">weg 4, 8702 Zollikon, Beschwerdeführerin, vertreten durch </div> <div class="para">Rechtsanwalt Dr. Ralph Scheidegger, Kempterstrasse 5, Post- </div> <div class="para">fach 721, 8029 Zürich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Schweizer Verband der Raiffeisenbanken (SVRB)</u>, Vadianastrasse </div> <div class="para">17, 9001 St. Gallen, Beschwerdegegner, vertreten durch </div> <div class="para">Rechtsanwalt Bruno Bauer, Pestalozzistrasse 2, "Zentrum St. </div> <div class="para">Leonhard", 9000 St. Gallen, </div> <div class="para"> <u>Kassationsgericht des Kantons St. Gallen</u>, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"> <span class="artref">Art. 4 aBV</span> (Zivilprozess), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para"> Die Gresta Data AG befasste sich mit der Entwicklung </div> <div class="para">von Software-Programmen. Anfangs der neunziger Jahre hatte </div> <div class="para">sie die Absicht, ein umfassendes, hardwareunabhängiges Ban- </div> <div class="para">ken-Softwareprogrammpaket zu realisieren, dem sie die Be- </div> <div class="para">zeichnungen "DIALBA 2000/PRIBAS 2000/VERMÖGEN 2000" gab. Das </div> <div class="para">Programm "DIALBA 2000" richtete sich speziell an die Raiffei- </div> <div class="para">senbanken, während "PRIBAS 2000" für Privatbanken und "VERMÖ- </div> <div class="para">GEN 2000" für die Vermögensverwaltung gedacht war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Am 29. Januar/24. Februar 1992 schlossen die Gresta </div> <div class="para">Data AG und der Schweizer Verband der Raiffeisenbanken (SVRB) </div> <div class="para">einen Vertrag, der die Fortentwicklung des Softwarepaketes </div> <div class="para">"DIALBA 2000" durch die Gresta mit Unterstützung des SVRB zum </div> <div class="para">Gegenstand hatte. Als Ziel des Projektes wurde die Entwick- </div> <div class="para">lung eines Softwarepaketes genannt, das bei einer Vielzahl </div> <div class="para">von Raiffeisenbanken eingesetzt werden könne. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Am 28. Dezember 1992 beschloss der Verwaltungsrat </div> <div class="para">der Gresta Data AG die Anmeldung des Konkurses der Gesell- </div> <div class="para">schaft. Am 18. Mai 1993 eröffnete der Konkursrichter des Be- </div> <div class="para">zirksgerichts Zürich den Konkurs über die Gresta Data AG. Das </div> <div class="para">Konkursverfahren wurde am 12. Juli 1993 mangels Aktiven ein- </div> <div class="para">gestellt. Gegen die Löschung der Gesellschaft im Handelsre- </div> <div class="para">gister wurde Einsprache erhoben, was dazu führte, dass sich </div> <div class="para">die Gesellschaft seither gemäss <span class="artref">Art. 66 Abs. 2 HRegV</span> (Han- </div> <div class="para">delsregisterverordnung vom 7. Juni 1937; SR 221.411) in Li- </div> <div class="para">quidation befindet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Projekt "DIALBA 2000" wurde nach der Konkurs- </div> <div class="para">eröffnung über die Gresta Data AG zunächst gemeinsam vom SVRB </div> <div class="para">und der Bank Wegelin &amp; Co. fortgesetzt. Am 30. Juni 1993 </div> <div class="para">gründeten der SVRB und die erwähnte Bank die Basoft Neue Ban- </div> <div class="para">kensoftware AG, welche die Arbeit am Projekt übernahm und </div> <div class="para">weiter führte. In der Folge veräusserte die Bank ihre Betei- </div> <div class="para">ligung an dieser Gesellschaft an den SVRB. Dieser teilte in </div> <div class="para">einem an die Raiffeisenbanken gerichteten Rundschreiben vom </div> <div class="para">30. August 1993 mit, dass die neue Softwarelösung "DIALBA </div> <div class="para">2000" kurz vor dem Markteintritt stehe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para"> Nachdem der SVRB Geldforderungen der Gresta Data AG </div> <div class="para">in Liquidation abgelehnt hatte, reichte diese im März 1995 </div> <div class="para">beim Handelsgericht des Kantons St. Gallen Klage ein. Die </div> <div class="para">Klägerin stellte den Antrag, den Beklagten für die Verwertung </div> <div class="para">des Softwareprogrammpaketes "DIALBA 2000" zur Bezahlung eines </div> <div class="para">vom Beweisergebnis abhängigen und daher später zu beziffern- </div> <div class="para">den Betrages nebst 5 % Zins seit 13. April 1994 zu verpflich- </div> <div class="para">ten (Antrag Ziffer 1). Sie stellte zudem die Rechtsbegehren, </div> <div class="para">den Beklagten zu verpflichten, ihr für die zukünftige Nutzung </div> <div class="para">des Softwareprogrammpaketes "DIALBA 2000" einen vom Beweiser- </div> <div class="para">gebnis abhängigen und daher später zu beziffernden Anteil an </div> <div class="para">allen zukünftigen Verwertungsvorteilen aus diesem Paket aus- </div> <div class="para">zurichten (Antrag Ziffer 2), und festzustellen, dass sie Mit- </div> <div class="para">urheberin des Softwareprogrammpaketes "DIALBA 2000" sei und </div> <div class="para">dass daher jegliche Verwendung dieses Paketes ihrer Zustim- </div> <div class="para">mung bedürfe, auszunehmen seien lediglich die Vertriebsrechte </div> <div class="para">im Sinne der Überlassung zur Nutzung an Verbandsmitglieder </div> <div class="para">des Beklagten (Antrag Ziffer 3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit Entscheid vom 29. September 1998 wies das Han- </div> <div class="para">delsgericht die Rechtsbegehren Ziffer 1 und 2 ab und trat auf </div> <div class="para">das Rechtsbegehren Ziffer 3 mangels sachlicher Zuständigkeit </div> <div class="para">nicht ein. Die Gresta Data AG in Liquidation reichte gegen </div> <div class="para">diesen Entscheid kantonale Nichtigkeitsbeschwerde und eidge- </div> <div class="para">nössische Berufung ein. Die Nichtigkeitsbeschwerde wurde vom </div> <div class="para">Kassationsgericht des Kantons St. Gallen mit Urteil vom </div> <div class="para">28. April 1999 abgewiesen, soweit es auf sie eintrat. In den </div> <div class="para">Urteilserwägungen wird unter anderem ausgeführt, die nach- </div> <div class="para">trägliche Eingabe des Beklagten vom 2. Juli 1998, mit welcher </div> <div class="para">dieser Vertragsentwürfe aus der Zeit vom 13. November 1991 </div> <div class="para">bis 7. Januar 1992 eingereicht hatte, sei entgegen der Auf- </div> <div class="para">fassung des Handelsgerichts wegen Verspätung unzulässig. Das </div> <div class="para">führe indes nicht zur Aufhebung des angefochtenen Entschei- </div> <div class="para">des, da das Handelsgericht die Entwürfe gestützt auf <span class="artref">Art. 93 </span></div> <div class="para">Abs. 3 ZPO SG von Amtes wegen zugezogen hätte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>C.- </u> </div> <div class="para"> Die Gresta Data AG in Liquidation hat das Urteil des </div> <div class="para">Kassationsgerichts mit staatsrechtlicher Beschwerde wegen </div> <div class="para">Verletzung von <span class="artref">Art. 4 aBV</span> angefochten. Sie beantragt, diesen </div> <div class="para">und den vorangehenden Entscheid des Handelsgerichts vom </div> <div class="para">29. September 1998 aufzuheben. Der Beschwerdegegner stellt </div> <div class="para">den Antrag, auf die Beschwerde nicht einzutreten und sie im </div> <div class="para">Übrigen vollumfänglich abzuweisen. Das Kassationsgericht hat </div> <div class="para">auf Vernehmlassung verzichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Auf Gesuch des Beschwerdegegners ist die Beschwerde- </div> <div class="para">führerin mit Präsidialverfügung vom 1. Oktober 1999 zur Si- </div> <div class="para">cherstellung einer der Gegenpartei allfällig geschuldeten </div> <div class="para">Parteientschädigung angehalten worden. Sie hat die Sicher- </div> <div class="para">heitsleistung im Betrag von Fr. 20'000.-- rechtzeitig er- </div> <div class="para">bracht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> a) Nach Auffassung des Beschwerdegegners ist auf die </div> <div class="para">Beschwerde mangels gehöriger Bevollmächtigung des Anwaltes </div> <div class="para">der Beschwerdeführerin nicht einzutreten. Er hält an seiner </div> <div class="para">bereits vor dem Handelsgericht vorgebrachten - und von diesem </div> <div class="para">verworfenen - Begründung fest, dass die Vollmacht unwirksam </div> <div class="para">sei, weil sie lediglich von Verwaltungsrat Guido Stadelmann </div> <div class="para">und nicht von der Gesamtheit des Verwaltungsrates bzw. der </div> <div class="para">Liquidatoren unterzeichnet worden sei. </div> <div class="para"> Aus dem Urteil des Handelsgerichts geht hervor, dass </div> <div class="para">Guido Stadelmann einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat </div> <div class="para">der Beschwerdeführerin ist. Gemäss <span class="artref">Art. 740 Abs. 1 OR</span> wird </div> <div class="para">die Liquidation durch den Verwaltungsrat besorgt, sofern sie </div> <div class="para">nicht in den Statuten oder durch einen Beschluss der General- </div> <div class="para">versammlung anderen Personen übertragen wird. Das ist nach </div> <div class="para">dem Urteil des Handelsgerichts im Fall der Beschwerdeführerin </div> <div class="para">nicht geschehen, weshalb die bisherigen Vertretungsbefugnisse </div> <div class="para">(<span class="artref"><artref id="CH/220/718" type="start"></artref>Art. 718 und 718a OR</span><artref id="CH/220/718^a" type="end"></artref>) weiter gelten. Entgegen dem Einwand </div> <div class="para">des Beschwerdegegners reicht somit die Bevollmächtigung des </div> <div class="para">Anwalts der Beschwerdeführerin durch Guido Stadelmann aus. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die staatsrechtliche Beschwerde ist grundsätzlich </div> <div class="para">nur gegen letztinstanzliche Entscheide zulässig (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/86" type="start"></artref>Art. 86 und </span></div> <div class="para">87 OG<artref id="CH/173.110/87" type="end"></artref>). Der vorangehende Entscheid kann ausnahmsweise mitan- </div> <div class="para">gefochten werden, wenn die Möglichkeit der Aufhebung dieses </div> <div class="para">Entscheides zur Wahrung des vollen Rechtsschutzes erforder- </div> <div class="para">lich ist. Das ist nach ständiger Rechtsprechung der Fall, </div> <div class="para">wenn entweder der letzten kantonalen Instanz nicht sämtliche </div> <div class="para">vor Bundesgericht erhobenen Rügen unterbreitet werden konn- </div> <div class="para">ten, oder wenn solche Rügen zwar von der letzten kantonalen </div> <div class="para">Instanz zu beurteilen waren, jedoch mit einer engeren Prü- </div> <div class="para">fungsbefugnis, als sie dem Bundesgericht zusteht (BGE 125 I </div> <div class="para">492 E. 1a/aa S. 493 f. mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit der kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde können die </div> <div class="para">Nichtigkeitsgründe der Verletzung kantonalen Rechts oder der </div> <div class="para">aktenwidrigen oder sonst willkürlichen tatsächlichen Fest- </div> <div class="para">stellung gerügt werden (<span class="artref"><artref id="CH/272/239/b" type="start"></artref><artref id="CH/272/239/1/b" type="start"></artref><artref id="CH/272/239/1/a" type="start"></artref>Art. 239 Abs. 1 lit. a und b ZPO</span><artref id="CH/272/239/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/272/239/b" type="end"></artref><artref id="CH/272/b" type="end"></artref> SG </div> <div class="para">[Zivilprozessgesetz des Kantons St. Gallen vom 20. Dezember </div> <div class="para">1990]). Soweit gegen den angefochtenen Entscheid weder Beru- </div> <div class="para">fung noch Nichtigkeitsbeschwerde beim Bundesgericht zulässig </div> <div class="para">sind, können weitere zwei Nichtigkeitsgründe geltend gemacht </div> <div class="para">werden; nämlich die willkürliche Anwendung des Bundesrechts </div> <div class="para">oder die Verletzung verfassungsmässiger Rechte und von </div> <div class="para">Staatsverträgen (<span class="artref">Art. 239 Abs. 2 ZPO</span> SG). Im vorliegenden </div> <div class="para">Fall waren diese Nichtigkeitsgründe indes nicht zulässig, da </div> <div class="para">gegen den Entscheid des Handelsgerichts Berufung beim Bundes- </div> <div class="para">gericht erhoben werden konnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Unter den Begriff des kantonalen Rechts im Sinne von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 239 Abs. 1 lit. a ZPO</span> fallen die Regeln der ZPO und des </div> <div class="para">Gerichtsgesetzes sowie der darauf gestützten Verordnungen und </div> <div class="para">Reglemente ( <u>Leuenberger/Uffer</u>, Kommentar zur Zivilprozessord- </div> <div class="para">nung des Kantons St. Gallen, N. 2 zu <span class="artref">Art. 239 ZPO</span>). Dazu ge- </div> <div class="para">hören neben den einzelnen Verfahrensregeln auch die allgemei- </div> <div class="para">nen Prozessgrundsätze wie namentlich der Anspruch auf recht- </div> <div class="para">liches Gehör (<span class="artref">Art. 55 ZPO</span> SG) oder die Verhandlungsmaxime </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 56 Abs. 1 ZPO</span> SG). Zum einen Teil erhebt die Beschwer- </div> <div class="para">deführerin mit der staatsrechtlichen Beschwerde Rügen, welche </div> <div class="para">in diesen Bereich fallen, zum andern Teil handelt es sich um </div> <div class="para">Rügen willkürlicher Beweiswürdigung und Tatsachenfeststel- </div> <div class="para">lung, die sie gestützt auf <span class="artref">Art. 339 Abs. 1 lit. b ZPO</span> SG </div> <div class="para">ebenfalls vor Kassationsgericht vorbringen konnte (vgl. </div> <div class="para"> <u>Leuenberger/Uffer</u>, a.a.O., N. 3c zu <span class="artref">Art. 239 ZPO</span>). Die Vor- </div> <div class="para">aussetzungen zur Mitanfechtung des Entscheids des Handelsge- </div> <div class="para">richts mit staatsrechtlicher Beschwerde sind somit nicht ge- </div> <div class="para">geben, weshalb auf den entsprechenden Beschwerdeantrag und </div> <div class="para">die gegen den Entscheid des Handelsgerichts erhobenen Rügen </div> <div class="para">nicht einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> a) Der von der Beschwerdeführerin als verletzt be- </div> <div class="para">trachtete Anspruch auf rechtliches Gehör wird zunächst durch </div> <div class="para">die kantonalen Verfahrensvorschriften umschrieben, deren An- </div> <div class="para">wendung das Bundesgericht nur auf Willkür überprüft. Soweit </div> <div class="para">sich der Schutz der kantonalen Normen als unzureichend er- </div> <div class="para">weist, greifen die unmittelbar aus <span class="artref">Art. 4 aBV</span> folgenden Min- </div> <div class="para">destgarantien Platz, deren Anwendung mit freier Kognition be- </div> <div class="para">urteilt wird (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-49%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page49">BGE 124 I 49</a> E. 3a S. 51; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-III-49%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page49">124 III 49</a> E. 2a </div> <div class="para">S. 50). Unmittelbar aus <span class="artref">Art. 4 aBV</span> ergibt sich der Anspruch </div> <div class="para">auf Äusserung vor dem Erlass eines in die eigene Rechtsstel- </div> <div class="para">lung eingreifenden Entscheides, auf Beibringung erheblicher </div> <div class="para">Beweise, auf Akteneinsicht sowie darauf, mit erheblichen Be- </div> <div class="para">weisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentli- </div> <div class="para">cher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zum Beweisergeb- </div> <div class="para">nis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu </div> <div class="para">beeinflussen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-241%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page241">BGE 124 I 241</a> E. 2 S. 242). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, inwiefern der </div> <div class="para">bundesrechtliche Minimalanspruch aus <span class="artref">Art. 4 aBV</span> nicht gewahrt </div> <div class="para">worden sein sollte für den Fall, dass das Kassationsgericht </div> <div class="para">die massgebenden Normen des kantonalen Prozessrechts willkür- </div> <div class="para">frei ausgelegt und angewendet hat. Sie legt namentlich nicht </div> <div class="para">dar, dass generell die Anwendung dieser kantonalen Prozess- </div> <div class="para">normen in der Bedeutung, welche ihnen das Kassationsgericht </div> <div class="para">beimisst, zu einer Verletzung des bundesrechtlichen Minimal- </div> <div class="para">anspruchs führen müsste. Sie vertritt vielmehr die Auffas- </div> <div class="para">sung, sie habe mit der Anwendung der massgebenden Prozessre- </div> <div class="para">geln so, wie sie im vorliegenden Fall tatsächlich geschehen </div> <div class="para">ist, nicht gerechnet. Eine Verletzung der verfassungsrechtli- </div> <div class="para">chen Minimalgarantie wird damit nicht dargetan. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das Kassationsgericht weist in seinem Entscheid </div> <div class="para">darauf hin, <span class="artref">Art. 165 Abs. 3 ZPO</span> SG sehe nicht nur vor, dass </div> <div class="para">der Gerichtspräsident über die Zulassung nachträglicher Ein- </div> <div class="para">gaben entscheide, sondern auch, dass der Entscheid des Ge- </div> <div class="para">richts vorbehalten bleibe. Die kantonale Praxis interpretiere </div> <div class="para">diese Bestimmung dahingehend, dass der Gerichtspräsident zwar </div> <div class="para">über die Zulassung von nachträglichen Eingaben vorläufig ent- </div> <div class="para">scheiden könne, der definitive Entscheid aber in der Regel </div> <div class="para">durch das Gericht im Endurteil gefällt werde; im Übrigen er- </div> <div class="para">gebe sich aus <span class="artref">Art. 165 Abs. 3 ZPO</span> SG nicht, dass der Ge- </div> <div class="para">richtspräsident in einem formellen Entscheid über die Zulas- </div> <div class="para">sung zu entscheiden habe. Nach den Erwägungen des Kassations- </div> <div class="para">gerichts hatte die Beschwerdeführerin die Möglichkeit, im </div> <div class="para">Rahmen ihrer Vernehmlassung zur nachträglichen Eingabe des </div> <div class="para">Beschwerdegegners vom 2. Juli 1998 materiell Stellung zu neh- </div> <div class="para">men. Wenn sie sich darauf beschränkt habe, lediglich die Weg- </div> <div class="para">weisung der Eingabe aus dem Prozess zu verlangen und sich </div> <div class="para">eine materielle Stellungnahme für später vorzubehalten, habe </div> <div class="para">sie auf eigenes Risiko gehandelt. Das Handelsgericht sei nach </div> <div class="para">der kantonalen Praxis nicht gehalten gewesen, der Beschwerde- </div> <div class="para">führerin im Nachhinein eine Frist für eine materielle Stel- </div> <div class="para">lungnahme anzusetzen. Inwiefern diese Auslegung von <span class="artref">Art. 165 </span></div> <div class="para">Abs. 3 ZPO SG das Willkürverbot verletzen sollte, ergibt sich </div> <div class="para">aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht, weshalb </div> <div class="para">die Frage nicht zu prüfen ist (<span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span>; BGE </div> <div class="para">117 Ia 10 E. 4b S. 11 f. mit Hinweisen). Die Beschwerdeführe- </div> <div class="para">rin rügt ausschliesslich eine Verletzung von <span class="artref">Art. 165 Abs. 1 </span></div> <div class="para">ZPO SG, wonach der Gerichtspräsident die Prozesseingaben der </div> <div class="para">Gegenpartei zustellt, dieser Gelegenheit zur Akteneinsicht </div> <div class="para">gibt und Frist ansetzt für die folgende Prozesseingabe. Die </div> <div class="para">Beschwerdeführerin weist nicht nach, dass sie die Rüge, <span class="artref">Art. </span></div> <div class="para">165 Abs. 1 ZPO SG sei allein schon dadurch verletzt worden, </div> <div class="para">dass ihr keine formelle Frist gesetzt worden sei, bereits vor </div> <div class="para">dem Kassationsgericht erhoben hat. Neue Vorbringen sind im </div> <div class="para">vorliegenden Verfahren aber grundsätzlich unzulässig (BGE 118 </div> <div class="para">Ia 20 E. 5a S. 26). Davon abgesehen ist die Rüge ohnehin un- </div> <div class="para">begründet, nachdem die Beschwerdeführerin zu der ihr gemäss </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 165 Abs. 1 ZPO</span> SG zugestellten Eingabe vom 2. Juli 1998 </div> <div class="para">tatsächlich Stellung genommen hat und ihr unstreitig die Mög- </div> <div class="para">lichkeit offen gestanden hat, sich zu den Vertragsentwürfen </div> <div class="para">materiell zu äussern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin wirft dem Kassationsgericht </div> <div class="para">sodann Willkür bei der Auslegung von <span class="artref">Art. 93 Abs. 3 ZPO</span> SG </div> <div class="para">vor. Nach dieser Bestimmung kann der Richter zur Feststellung </div> <div class="para">einer behaupteten Tatsache ausnahmsweise ohne Parteiantrag, </div> <div class="para">aber nach Anhören der Parteien Beweis erheben, wenn er be- </div> <div class="para">fürchtet, das Urteil auf einen unzutreffenden Sachverhalt </div> <div class="para">stützen zu müssen. </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, es </div> <div class="para">sei willkürlich anzunehmen, dass das Handelsgericht - hätte </div> <div class="para">es die Eingabe vom 2. Juli 1998 als verspätet betrachtet - </div> <div class="para">die Vertragsentwürfe von Amtes wegen als Beweismittel heran- </div> <div class="para">gezogen bzw. die Parteien zur Edition dieser Entwürfe aufge- </div> <div class="para">fordert hätte. Im Entscheid des Kassationsgerichts wird dazu </div> <div class="para">festgehalten, die am 5. Juni 1998 durchgeführten Einvernahmen </div> <div class="para">hätten es auch für den Richter nahe gelegt, die von den Zeu- </div> <div class="para">gen erwähnten Vertragsentwürfe beizuziehen; und es sei anzu- </div> <div class="para">nehmen, dass die Gerichtsleitung die Parteien gestützt auf </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 93 Abs. 3 ZPO</span> SG aufgefordert hätte, die Vertragsentwür- </div> <div class="para">fe zu edieren, wenn sie der Beschwerdegegner nicht von sich </div> <div class="para">aus eingereicht hätte. Darin liegt keine willkürliche Ausle- </div> <div class="para">gung von <span class="artref">Art. 93 Abs. 3 ZPO</span> SG. Diese Bestimmung gestattet </div> <div class="para">dem Richter, ausnahmsweise von der Verhandlungsmaxime (<span class="artref">Art. </span></div> <div class="para">56 Abs. 1 ZPO SG) abzuweichen, wenn dies im Interesse der </div> <div class="para">Wahrheitsfindung notwendig ist ( <u>Leuenberger/Uffer</u>, a.a.O., </div> <div class="para">N. 2 zu <span class="artref">Art. 56 ZPO</span>). Gleichzeitig erlaubt sie dem Richter </div> <div class="para">aber auch eine Einschränkung der beweisrechtlichen Eventual- </div> <div class="para">maxime, wie sie <span class="artref">Art. 164 ZPO</span> SG zugrunde liegt. Die Hypothese </div> <div class="para">des Kassationsgerichts über das Vorgehen des Handelsgerichts </div> <div class="para">erscheint sodann auch in tatsächlicher Hinsicht nicht als of- </div> <div class="para">fensichtlich unhaltbar und damit nicht als willkürlich. Im </div> <div class="para">Urteil des Handelsgerichts wird festgehalten, die Parteien </div> <div class="para">hätten sich im Schriftenwechsel stets ausschliesslich auf den </div> <div class="para">Vertragstext selber berufen und erst die Zeugen seien auf die </div> <div class="para">Vertragsverhandlungen zu sprechen gekommen, indem sie vorge- </div> <div class="para">bracht hätten, in Art. 6 der Vertragsentwürfe sei die Rede </div> <div class="para">von "unentgeltlicher" Übernahme der Software gewesen. Aus der </div> <div class="para">Sicht des Handelsgerichts erschien somit der Inhalt der von </div> <div class="para">den Zeugen erwähnten Vertragsentwürfe geeignet, Aufschluss </div> <div class="para">über die Auslegung der Vereinbarung vom 29. Januar/24. Feb- </div> <div class="para">ruar 1992 zu geben. Bei der Auslegungsfrage handelte es sich </div> <div class="para">aber um den zentralen Punkt des Prozesses, weshalb das Han- </div> <div class="para">delsgericht daran interessiert sein musste, durch Beizug der </div> <div class="para">Vertragsentwürfe von Amtes wegen die Wahrheit herauszufinden. </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin rügt zudem eine willkürliche </div> <div class="para">Beweiswürdigung bzw. Tatsachenfeststellung. Sie vertritt die </div> <div class="para">Auffassung, aus den Aussagen der Zeugen Moser und Wunderlin </div> <div class="para">ergebe sich eindeutig, dass man sich über den Grundsatz der </div> <div class="para">Entgeltlichkeit einig gewesen sei, während in den Vertrags- </div> <div class="para">entwürfen keine konkreten Hinweise zu finden seien, dass die </div> <div class="para">Parteien Unentgeltlichkeit vereinbart hätten. Diese Entwürfe </div> <div class="para">würden vielmehr den Grundsatz der Entgeltlichkeit gerade be- </div> <div class="para">stätigen. Die Beschwerdeführerin kritisiert die Beweiswürdi- </div> <div class="para">gung als unsachlich, unangemessen und nicht nachvollziehbar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Zur Vertragsauslegung wird im Entscheid des Han- </div> <div class="para">delsgerichts zunächst festgehalten, dass in der Vereinbarung </div> <div class="para">vom 29. Januar/24. Februar 1992 die Frage der Entgeltlichkeit </div> <div class="para">nicht ausdrücklich geregelt sei. Das Handelsgericht betrach- </div> <div class="para">tet sodann als entscheidend, dass der Beschwerdegegner sich </div> <div class="para">auch für den Fall des Erreichens der sogenannten zweiten Stu- </div> <div class="para">fe, das heisst nach Abnahme des Softwarepaketes, nicht zur </div> <div class="para">Leistung einer Entschädigung verpflichtet habe, sondern dass </div> <div class="para">die Beschwerdeführerin in der dritten Stufe das Recht erhal- </div> <div class="para">ten sollte, mit den einzelnen Benützern des Softwarepaketes </div> <div class="para">"DIALBA 2000" Lizenzverträge abzuschliessen und daraus ein </div> <div class="para">Entgelt für die geleistete Entwicklungsarbeit zu erzielen. </div> <div class="para">Aus den Aussagen der Zeugen Moser und Wunderlin ergibt sich </div> <div class="para">nach dem Handelsgericht zwar, dass die Übernahme des unferti- </div> <div class="para">gen Paketes nicht unentgeltlich sein sollte, aber dass man </div> <div class="para">nicht gewusst habe, wie das Entgelt zu bemessen sei, weshalb </div> <div class="para">die Parteien in der Erwartung, das Projekt werde ohnehin </div> <div class="para">nicht abgebrochen, auf eine Regelung verzichtet hätten. Diese </div> <div class="para">Aussagen der Zeugen korrigiert das Handelsgericht indes auf- </div> <div class="para">grund des Inhalts der Vertragsentwürfe. Der Entwurf vom </div> <div class="para">13. November 1991 habe im Fall des Projektabbruchs die Über- </div> <div class="para">nahme gegen Bezahlung eines Preises "auf Grundlage der beleg- </div> <div class="para">baren und betriebswirtschaftlich gerechtfertigten Aufwendun- </div> <div class="para">gen der GRESTA für dieses Softwarepaket" (Art. 11 Abs. 4) </div> <div class="para">vorgesehen; im späteren Entwurf vom 6. Dezember 1991 sei dann </div> <div class="para">neu für den Fall des Projektabbruchs eine unentgeltliche Un- </div> <div class="para">terlizenz bzw. Lizenz vorgesehen worden, während die frühere </div> <div class="para">Regelung in Art. 11 betreffend die Preisfestsetzung auf </div> <div class="para">Grundlage der belegbaren Aufwendungen gestrichen worden sei. </div> <div class="para">Im Entwurf vom 12. Dezember 1991 sodann werde weder von Un- </div> <div class="para">entgeltlichkeit noch von einem Preis bzw. einer Preisbestim- </div> <div class="para">mungsregel gesprochen. Und der Entwurf vom 7. Januar 1992 </div> <div class="para">schliesslich, dessen Art. 6 mit dem späteren Vertragstext </div> <div class="para">übereinstimme, sehe neu eine Konventionalstrafe zu Lasten der </div> <div class="para">Gresta im Fall des Projektabbruchs nach dem 1. Januar 1993 </div> <div class="para">vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das Handelsgericht legt die Vereinbarung vom </div> <div class="para">29. Januar/24. Februar 1992 aufgrund der erwähnten Umstände </div> <div class="para">nach dem Vertrauensprinzip in dem Sinne aus, dass der Be- </div> <div class="para">schwerdegegner der Beschwerdeführerin für die Übernahme des </div> <div class="para">Projektes keine Entschädigung schulde. In diesem Zusammenhang </div> <div class="para">hält es namentlich fest, die Zeugen hätten, wie den Vertrags- </div> <div class="para">entwürfen entnommen werden könne, die verschiedenen Entwick- </div> <div class="para">lungen der Vertragsverhandlungen nur unvollständig geschil- </div> <div class="para">dert, womit sich aufgrund ihrer Aussagen nicht der Schluss </div> <div class="para">aufdränge, es sei zwingend von einer Lücke in Art. 6 der Ver- </div> <div class="para">einbarung auszugehen. Die Vertragsverhandlungen sprächen </div> <div class="para">vielmehr dafür, dass die Parteien in deren Verlauf von der </div> <div class="para">Regelung einer Entschädigung in Kenntnis der sich dabei stel- </div> <div class="para">lenden Fragen abgesehen hätten, womit für eine richterliche </div> <div class="para">Vertragsergänzung kein Raum bleibe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Soweit es sich bei der Beurteilung durch das Han- </div> <div class="para">delsgericht um Beweiswürdigung handelt, ist diese vom Kassa- </div> <div class="para">tionsgericht zutreffend als nicht willkürlich bezeichnet wor- </div> <div class="para">den. Wenn die Beschwerdeführerin demgegenüber die Aussagen </div> <div class="para">der beiden Zeugen abweichend würdigt und gewichtet und in </div> <div class="para">diesem Zusammenhang den Vorwurf der Willkür erhebt, geht sie </div> <div class="para">von einem falschen Verständnis des Willkürverbotes im Gebiet </div> <div class="para">der Beweiswürdigung aus. In diesem Gebiet steht dem kantona- </div> <div class="para">len Gericht ein weiter Spielraum des Ermessens zu. Das Bun- </div> <div class="para">desgericht greift auf staatsrechtliche Beschwerde hin nur </div> <div class="para">ein, wenn die Beweiswürdigung offensichtlich unhaltbar ist, </div> <div class="para">mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, </div> <div class="para">auf einem offenkundigen Versehen beruht oder in stossender </div> <div class="para">Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IA-28%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page28">BGE 118 Ia 28</a> </div> <div class="para">E. 1b S. 30 mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind hier </div> <div class="para">nicht gegeben. Der vom Handelsgericht vorgenommene Vergleich </div> <div class="para">zwischen den Aussagen der Zeugen und der Entwicklung der Ver- </div> <div class="para">tragsverhandlungen, wie sie sich aus den verschiedenen Ent- </div> <div class="para">würfen ergibt, erlaubt vielmehr ohne Willkür den vom Handels- </div> <div class="para">gericht gezogenen Schluss, dass im Zeitpunkt des Abschlusses </div> <div class="para">der Vereinbarung vom 29. Januar/24. Februar 1992 kein tat- </div> <div class="para">sächlicher Konsens bestand, wonach die Beschwerdeführerin im </div> <div class="para">Fall des Abbruchs des Projektes durch den Beschwerdegegner </div> <div class="para">entschädigt werden sollte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>5.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin wendet sich schliesslich </div> <div class="para">gegen die Kostenregelung in der Verfügung des Kassationsge- </div> <div class="para">richtspräsidenten vom 22. Februar 1999, mit welcher das Ge- </div> <div class="para">such der Gegenpartei um Sicherstellung der Gerichts- und </div> <div class="para">Parteikosten für das Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde </div> <div class="para">abgewiesen wurde. In dieser Verfügung wurde der Beschwerde- </div> <div class="para">führerin eine Parteientschädigung für das Gesuchsverfahren </div> <div class="para">verweigert mit der Begründung, sie habe zum einen keinen Kos- </div> <div class="para">tenantrag gestellt, sondern vielmehr den Einbezug der Kosten </div> <div class="para">in die Kosten des Nichtigkeitsbeschwerdeverfahrens beantragt, </div> <div class="para">und zum andern habe sie materiell nicht die Abweisung des Ge- </div> <div class="para">suches, sondern nur die tiefere Festsetzung des sicherzustel- </div> <div class="para">lenden Betrages beantragt; die Beschwerdeführerin - damalige </div> <div class="para">Gesuchsgegnerin - erscheine so nicht als obsiegende Partei, </div> <div class="para">welcher eine Parteientschädigung für das Verfahren des Teil- </div> <div class="para">entscheides zuzusprechen wäre. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin wirft dem Kassationsgerichts- </div> <div class="para">präsidenten die willkürliche Anwendung von Art. 264 Abs. 1 in </div> <div class="para">Verbindung mit <span class="artref">Art. 260 Abs. 1 ZPO</span> SG vor. Gemäss <span class="artref">Art. 264 </span></div> <div class="para">Abs. 1 ZPO SG trägt jene Partei die Prozesskosten, welche mit </div> <div class="para">ihrem Begehren unterliegt, soweit das Gesetz nichts anderes </div> <div class="para">bestimmt. In <span class="artref">Art. 260 Abs. 1 ZPO</span> SG wird festgehalten, dass </div> <div class="para">unter den Begriff der Prozesskosten sowohl die Gerichts- wie </div> <div class="para">die Parteikosten fallen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Wie aus dem Wortlaut von <span class="artref">Art. 264 Abs. 1 ZPO</span> SG her- </div> <div class="para">vorgeht, stellt diese Bestimmung auf die Anträge ("Begehren") </div> <div class="para">der Parteien ab. Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Stel- </div> <div class="para">lungnahme vom 16. Februar 1999 die Anträge gestellt, sie sei </div> <div class="para">unter angemessener Fristansetzung anzuweisen, für die Siche- </div> <div class="para">rung der Prozesskosten einen Betrag von maximal Fr. 12'200.-- </div> <div class="para">zu leisten (Rechtsbegehren Ziffer 1), und die Kosten- und </div> <div class="para">Entschädigungsfolgen seien in die Kostenregelung des anhängi- </div> <div class="para">gen Prozesses einzubeziehen (Rechtsbegehren Ziffer 2). Die </div> <div class="para">Beschwerdeführerin hat somit keinen Antrag auf Abweisung des </div> <div class="para">Sicherstellungsgesuchs gestellt, sondern mit ihrem Rechtsbe- </div> <div class="para">gehren Ziffer 1 vielmehr implizit anerkannt, dass sie zur </div> <div class="para">Sicherstellung bis zu einem Maximalbetrag von Fr. 12'200.-- </div> <div class="para">verpflichtet sei. Unter diesen Umständen erscheint es nicht </div> <div class="para">als willkürlich (vgl. zum Willkürbegriff bei der Rechtsan- </div> <div class="para">wendung <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-310%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page310">BGE 124 I 310</a> E. 5a S. 316 mit Hinweisen), dass der </div> <div class="para">Gerichtspräsident die Beschwerdeführerin nicht als obsiegend </div> <div class="para">im Sinne der kantonalen Prozessordnung betrachtet hat. Eben- </div> <div class="para">falls nicht willkürlich ist im Übrigen dessen Beurteilung, </div> <div class="para">dass die Beschwerdeführerin keinen Antrag auf Zusprechung </div> <div class="para">einer Parteientschädigung gestellt hat. <span class="artref">Art. 263 Abs. 3 ZPO</span> </div> <div class="para">SG macht den Zuspruch der Parteikosten von einem entsprechen- </div> <div class="para">den Antrag abhängig (dazu <u>Leuenberger/Uffer</u>, a.a.O., N. 6 zu </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 263 ZPO</span>). Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Stellung- </div> <div class="para">nahme vom 16. Februar 1999 keinen solchen Antrag gestellt, </div> <div class="para">sondern sich darauf beschränkt, ein Aufschieben des Kosten- </div> <div class="para">spruches für das Gesuchsverfahren und einen späteren Kosten- </div> <div class="para">Entscheid zusammen mit jenem für das gesamte Beschwerdever- </div> <div class="para">fahren zu verlangen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>6.- </u> </div> <div class="para"> Aus diesen Gründen ist die staatsrechtliche Be- </div> <div class="para">schwerde abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist die </div> <div class="para">Gerichtsgebühr der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 156 </span></div> <div class="para">Abs. 1 OG). Diese hat den Beschwerdegegner für das bundesge- </div> <div class="para">richtliche Verfahren zu entschädigen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/159/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/159/1" type="start"></artref>Art. 159 Abs. 1 und 2 </span></div> <div class="para">OG<artref id="CH/173.110/159/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). Die Parteientschädigung ist dem Beschwerdegegner von der </div> <div class="para">Bundesgerichtskasse aus dem sicher gestellten Betrag auszu- </div> <div class="para">richten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Bundesgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, </div> <div class="para">soweit auf sie eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Die Gerichtsgebühr von Fr. 12'000.-- wird der Be- </div> <div class="para">schwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegner für </div> <div class="para">das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 15'000.-- zu ent- </div> <div class="para">schädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kassations- </div> <div class="para">gericht des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 29. Februar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. Zivilabteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>