B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4231/2016 U r t e i l v o m 2 1 . A p r i l 2 0 1 7 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richter David R. Wenger, Gerichtsschreiberin Martina Stark. Parteien A._______, geboren am (…), Türkei, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Nideröst, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylwiderruf; Verfügung des SEM vom 1. Juni 2016 / N (…). E-4231/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der aus der Türkei stammende Beschwerdeführer wurde am 16. Mai 1989 in der Schweiz als Flüchtling anerkannt und es wurde ihm Asyl gewährt. In der Folge wurde ihm eine Niederlassungsbewilligung erteilt. B. B.a Am (…) 2002 verurteilte das Bezirksgericht B._______ den Beschwer- deführer wegen mehrfach unvollendet versuchten Raubes (Art. 140 Abs. 1 StGB), Angriffs (Art. 134 StGB) , mehrfacher Entwendung zum Gebrauch (aArt. 94 Abs. 1 SVG), Diebstahls (Art. 139 Abs. 1 StGB), bandenmässigen Diebstahls (Art. 139 Abs. 3 StGB) , mehrfacher Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB), versuchter Nötigung (Art. 181 StGB), grober Ver- letzung der Verkehrsregeln (aArt. 90 Abs. 2 SVG), Fahrens trotz Führer- ausweisentzug respektive -verweigerung (aArt. 95 Abs. 2 SVG) und Über- tretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel (aArt. 19a BetmG) zu einer bedingt vollziehbaren Gefängnisstrafe von (…) Monaten sowie zu einer Busse von Fr. (…). B.b Mit Urteil des Obergerichts B._______ vom (…) 2005 wurde der Be- schwerdeführer des Raubes (Art. 140 Abs. a StGB) sowie der Hinderung einer Amtshandlung (Art. 286 StGB) schuldig gesprochen und in eine Ar- beitserziehungsanstalt eingewiesen. B.c Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung der Direktion (…) des Kantons B._______ vom 28. April 2005 verwarnt und es wurden ihm schwerer wiegende fremdenpolizeiliche Massnahmen in Aussicht gestellt für den Fall, dass er wiederum gerichtlich bestraft oder sein Verhalten zu anderen berechtigten Klagen Anlass geben sollte. B.d Das Bezirksgericht B._______ verurteilte den Beschwerdeführer m it Urteil vom (…) 2005 wegen einfacher Körperverletzung mit einer Waffe (Art. 123 Abs. 2 StGB) und Raufhandels (Art. 133 StGB) und ordnete eine Arbeitserziehungsmassnahme an. B.e Mit Urteil des O bergerichts des Kantons B._______ vom (…) 2007 wurde die Arbeitserziehungsmassnahme aufgehoben und der Vollzug der mit Urteil aus dem Jahr 2002 bedingt angeordneten Freiheitsstrafe ange- ordnet. E-4231/2016 Seite 3 B.f Der Beschwerdeführer wurde mi t Verfügung der (…) des Kantons B._______ vom 29. Juni 2007 erneut verwarnt und es wurden ihm schwe- rer wiegende fremdenpolizeiliche Massnahmen in Aussicht gestellt. B.g Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft C._______ vom (…) 2009 wurde der Beschwerdeführer wegen Entwendung zum Gebrauch (aArt. 94 Abs. 1 SVG), Fahrens ohne Führerausweis oder trotz Entzug (aArt. 95 Abs. 2 SVG), Fahrens in fahrunfähigem Zustand (aArt. 91 Abs. 1 SVG), Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 Abs. 1 StGB), Hinde- rung einer Amtshandlung (Art. 286 StGB) und Verletzung der Verkehrsre- geln (aArt. 90 Abs. 1 SVG) zu einer Geldstrafe von (…) Tagessätzen sowie einer Busse von Fr. (…) verurteilt. B.h Der Beschwerdeführer wurde schliesslich mit Urteil des Bezirks - gerichts D._______ vom (…) 2014 wegen mehrfacher Gewaltdarstellun- gen (Art. 135 Abs. 1 StGB), Fälschung von Ausweisen (Art. 252 StGB), harter Pornografie (Art. 197 Abs. 4 StGB) sowie qualifizierter Widerhand- lung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 2 Bst. b BetmG) zu einer bedingten Freiheitstrafe von (…) Monaten verbunden mit einer Busse von Fr. (…) verurteilt. C. Das SEM gewährte dem Beschwerdeführer am 14. Oktober 2015 das rechtliche Gehör zu einem eventuellen Asylwiderruf, zumal die Gesamtheit der durch ihn begangenen Straftaten als besonders verwerfliche Handlung im Sinn von Art. 63 Abs. 2 AsylG zu qualifizieren sei. D. Am 26. Oktober 2015 erhielt das SEM die Meldung, dass der Beschwerde- führer die Verfügung vom 14. Oktober 2015 nicht abgeholt habe. E. Gemäss einer Gesprächsnotiz vom 29. Oktob er 2015 wurde die Adresse des Beschwerdeführers durch das kantonale Migrationsamt als korrekt be- stätigt und dem SEM d ie Adresse des Rechtsvertreters des Beschwerde- führers mitgeteilt. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erklärte ge- genüber dem SEM, um die Adresse seines Mandanten als korrekt bestäti- gen zu können, müsse er zuvor mit diesem in Kontakt treten. In der Folge teilte das SEM dem Rechtsvertreter mit, es werde demnach das Schreiben vom 14. Oktober 2015 nochmals an die e inzige ihnen bekannte Privatad- resse des Beschwerdeführers versenden. E-4231/2016 Seite 4 F. In der Folge stellte das SEM das Schreiben zur Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 4. November 2015 erneut an die bekannte Adresse des B e- schwerdeführers zu; die Verfügung wurde vom Beschwerdeführer wiede- rum nicht abgeholt. G. Zusätzliche Abklärungen des SEM ergaben, dass die Adresse weiterhin aktuell sei und sich der Beschwerdeführer nicht in Haft befinde. H. Am 1. Juni 2016 – eröffnet am 7. Juni 2016 – verfügte das SEM den Wi- derruf des Asyls des Beschwerdeführers. I. Mit Eingabe vom 10. Juni 2016 beantragte der Rechtsvertreter des Be- schwerdeführers Akteneinsicht und verwies auf seine Eingabe an das SEM vom 1. Dezember 2015, in welcher er seine schriftliche Vertretungsvoll- macht eingereicht habe. Er gab eine Kopie der Vollmacht vom 12. März 2015 zu den Akten. J. Mit Zwischenverfügung vom 15. Juni 2016 wurde ihm durch das SEM teil- weise Akteneinsicht gewährt. K. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gelangte mit Schreiben vom 20. Juni 2016 wiederum an das SEM und wies erneut darauf hin, dass das Vertretungsverhältnis zum Beschwerdeführer bereits am 1. Dezember 2015 angezeigt , die Verfügung des SEM betreffend Asylwiderruf vom 1. Juni 2016 jedoch direkt seinem Mandanten eröffnet worden sei. Als Be- weismittel legte er einen Systemausdruck seines Schreibens vom 1. De- zember 2015 an das SEM ins Recht. L. Am 23. Juni 2016 wurde dem Beschwerdeführer durch das SEM Einsicht in weitere Aktenstücke gewährt. E-4231/2016 Seite 5 M. Am 7. Juli 2016 liess der Beschwerdefü hrer durch seinen Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben. Er beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung des SEM, eventualiter sei die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. N. Nachdem der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer am 13. Juli 2016 den Eingang seiner Beschwerde bestätigt hatte, lud er das SEM mit Verfü- gung vom 19. Juli 2016 zur Vernehmlassung ein. O. In der Vernehmlassung vom 3. August 2016 hielt das SEM an seinen Er- wägungen in der angefochtenen Verfügung fest. P. Mit Verfügung vom 4. August 2016 erhielt der Beschwerdeführer Gelegen- heit, zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung zu beziehen. Er hielt in seiner Replik vom 5. September 2016 an seinen Anträgen fest. Q. Q.a Mit Verfügung vom 14. September 2016 forderte der Instruktionsrichter den Beschwerdeführer auf, den Beleg der Aufgabe seiner Einschreiben- Postsendung an das SEM vom 1. Dezember 2015 sowie eine Fotokopie des Originals dieser Eingabe zu den Akten zu reichen. Q.b Der Beschwerdeführer ersuchte mit Mitteilung vom 15. September 2016 um Einsichtnahme in die vorinstanzlichen Akten samt Aktenverzeich- nis. Der Instruktionsrichter leitete das Ersuchen am 16. September 2016 an das SEM weiter. Q.c Nach gewährter Fristerstreckung vom 30. September 2016 ersuchte der Beschwerdeführer gleichentags um erneute Erstreckung dieser Frist, um zur Frage der Zustellung der Eingabe vom 1. Dezember 2015 an das SEM Stellung nehmen zu können. Zur Begründung gab er an, die Postsen- dung sei versehentlich nicht mit eingeschriebener Postsendung, sondern mit A-Post versendet worden. Aus diesem Grund sei um Akteneinsicht- nahme ersucht worden. Q.d Der Instruktionsrichter lehnte das erneute Fristerstreckungsgesuch mit Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG ab. E-4231/2016 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines A usliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinn von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Das SEM verfügte den Widerruf des Asyls des Beschwerdeführers , weil er in der Schweiz wiederholt strafrechtlich in Erscheinung getreten und deswegen ausländerrechtlich verwarnt worden sei. Im Hinblick auf einen Asylwiderruf sei ihm zwei Mal Frist gesetzt worden, zu diesem Sachverhalt Stellung zu nehmen, welche er jeweils ungenutzt habe verstreichen lassen. Gemäss geltender Rechtsprechung könnte auch eine Reihe von geringfü- gigeren Straftaten, welche für sich genommen das Kriterium der besonde- ren Verwerflichkeit nicht erfüllen, jedenfalls in Kombination mit einer ver-E-4231/2016 Seite 7 werflichen Handlung einen Asylwiderruf rechtfertigen. Die durch den Be- schwerdeführer begangenen Strafhandlungen seien als besonders ver- werflich zu qualifizieren, zumal er über einen Zeitraum von zwölf Jahren wiederholt strafrechtlich belangt worden sei und mehrere der begangenen Straftaten als verwerflich zu qualifizieren seien. Der Beschwerdeführer zeige ausserdem keinen Willen, sich der Rechtsordnung entsprechend zu verhalten, vielmehr sei sein Verhalten gegenüber behördlichen Ermahnun- gen und Gerichtssankti onen von Renitenz geprägt. In ihrer Gesamtheit seien die begangenen Strafhandlungen somit als „besonders verwerfliche Handlung“ im Sinn von Art. 63 Abs. 2 AsylG zu qualifizieren. Vorliegend führe der Asylwiderruf nicht automatisch zu einer Aberkennung der Flücht- lingseigenschaft, womit sich der Verlust des Asylstatus nicht unmittelbar nachteilig für den Beschwerdeführer auswirke. Er verfüge in der Schweiz zudem über eine Niederlassungsbewilligung, die durch den Asylwiderruf ebenfalls nicht unmittelbar betroffen sei. Als anerkannter Flüchtling verfüge er auch weiterhin über den Non -Refoulement-Schutz gemäss Art. 33 FK und Art. 5 AsylG. Folglich würden keine überwiegenden privaten Interessen dem öffentlichen Interesse an der Bekämpfung und Prävention strafbaren Handelns gegenüberstehen, womit sich der Asylwiderruf als verhältnis- mässig erweise. 3.2 In der Beschwerde rügte der Beschwerdeführer die Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör sowi e des Untersuchungsgrundsatzes. Er habe zum beabsichtigten Asylwiderruf trotz Anzeige des Vertretungsver- hältnisses im Dezember 2015 keine Stellung nehmen können, das ge- stellte Akteneinsichtsgesuch sei nicht behandelt worden und weder die Ak- ten des kantonalen Migrationsamtes noch diejenigen des Strafverfahrens seien für die Sachverhaltsfeststellung beigezogen worden. Aufgrund dieser schwerwiegenden Verfahrensmängel komme eine Heilung im Beschwer- deverfahren nicht in Betracht, weshalb nur die Aufhebung der angefochte- nen Verfügung in Frage komme. Insbesondere verfüge die ersten tschei- dende Behörde bei einem Asylwiderruf über ein sehr grosses Ermessen, weshalb die Beschwerdeinstanz dieses nicht durch das eigene Ermessen ersetzen könne. Auch habe die Vorinstanz den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie für ihren Entscheid die Strafakten nicht beigezogen habe, die zu seinen strafrechtlichen Verurteilungen geführt hätten. Diese seien jedoch gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts un- abdingbar, um die Frage der besonderen Verwerflichkeit der begangenen Taten sowie die V erhältnismässigkeit eines Asylwiderrufs beurteilen zu können. Die angefochtene Verfügung erweise sich aufgrund ihrer ungenü-E-4231/2016 Seite 8 genden Begründung als nicht beschwerdefähig. Bei einer allfälligen Hei- lung der Verfahrensmängel hätte die Vorinstanz die angefochtene Verfü- gung im Rahmen ihrer Vernehmlassung angemessen zu begründen. 3.3 Das SEM erklärte in der Vernehmlassung, dass dem Beschwerdefüh- rer zwei Mal das rechtliche Gehör gewährt worden sei, nachdem das Staatssekretariat entsprechende Adressabklärungen vorgenommen habe. Die Begründung des Beschwerdeführers, weshalb er die Briefe nicht ab- geholt habe, vermöge nicht zu überzeugen. Zudem sei der Asylwiderruf nicht dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eröffnet worden, weil dem SEM weder das Schreiben vom 1. Dezember 2015 noch eine gültige Vollmacht des Rechtsvertreters vorgelegen hätten. Die Vollmacht sei be- zeichnenderweise auch der Beschwerdeschrift nicht beigelegt worden, sondern erst mit Eingabe vom 10. Juni 2016. Diese datiere vom 12. März 2015 und könne somit nicht für das Asylwiderrufsverfahren ausgestellt wor- den sein, zumal dieses Verfahren erst Mitte Oktober 2015 eingeleitet wor- den sei. 3.4 In der Replik führte der Beschwerdeführer aus, er habe die erwähnte Vollmacht seines Rechtsvertreters vom 12. März 2015 auch beim Migrati- onsamt des Kantons B._______ gemeinsam mit einem Akteneinsichtsge- such eingereicht. Das SEM habe in der Vernehmlassung nicht nachvoll- ziehbar begründen können, weshalb sich weder das Schreiben vom 1. De- zember 2015 noch die Vollmacht vom 12. März 2015 in den Akten befinde. Jedenfalls stütze sich die angefochtene Verfügung vom 1. Juni 2016 mas- sgeblich auf die beigezogenen Akten des Migrationsamts B._______, wo- rin sich eine Vollmacht vom 12. März 2015 befinde. Es sei somit über das Vertretungsverhältnis informiert gewesen. Aus der Umschreibung des Be- treffs der Vollmacht ergebe sich auch keine Einschränkung, womit die Voll- macht für sämtliche Verfahren auf dem Rechtsgebiet „Migrationsrecht“ gelte. 4. 4.1 Nachfolgend werden zunächst die formellen Rügen beurteilt. 4.2 4.2.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst die Verletzung seines An- spruchs auf rechtliches Gehör sowie des Untersuchungsgrundsatzes, in- dem er zum beabsichtigten Asylwiderruf trotz Anzeige des Vertretungsver- hältnisses im Dezember 2015 keine Stellung habe nehmen können. E-4231/2016 Seite 9 4.2.2 Gemäss Art. 11 VwVG kann sich eine Partei auf jeder Stufe des Ver- fahrens vertreten lassen, wenn sie nicht persönlich zu handeln hat. Dies- falls kann die Behörde den Vertreter auffordern, sich durch schriftliche Voll- macht auszuweisen, welche solange gilt, bis die Partei die Vollmacht wi- derruft. Der Nachweis, dass ein wirksame s Vertretungsverhältnis besteht und dieses den Behörden auch mitgeteilt wurde , obliegt nach den allge- meinen B eweisregeln der betroffenen Partei. Im Verwaltungsverfahre n kann eine Vollmacht allerdings auch mündlich oder konkludent rechtsgültig erteilt werden. Fehlt jedoch eine schriftliche Vollmacht zum fraglichen Ver- fahren, so darf ein Vertretungsverhältnis nur dann angenommen werden, wenn sich aus den Umständen eine eindeutige Willensäusserung auf eine entsprechende Bevollmächtigung eines Dritten ergibt. Vom Einverlangen einer schriftlichen Vollmacht kann abgesehen werden, wenn bereits auf- grund der Umstände von einer gültigen Bevollmächtigung ausgegangen werden kann (vg l. MARANTELLI/HUBER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum VwVG, 2. Aufl., Zürich 2016, Art. 11 N 20 ff.). 4.2.3 Aus den vorliegenden Verfahrensakten geht hervor, dass das SEM dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 14. Oktober 2015 das rechtl i- che Gehör zu einem eventuellen Asylwiderruf gewährte. Nachdem diese Mitteilung wegen Nichtabholung dem SEM am 26. Oktober 2015 zurück- gesandt wurde, nahm es – wie einer Gesprächsnotiz vom 29. Oktober 2015 entnommen werden kann – eine Adressabklärung beim kantonalen Migra- tionsamt vor. Dieses bestätigte die Adresse des Beschwerdeführers und informierte über die Adresse des Rechtsvertreters, von welchem sie eine Vollmacht besitzen würden. In einem weiteren Telefonat teilte der Rechts- vertreter des Beschwerdeführers dem SEM mit, er könne die Adresse sei- nes Klienten nicht bestätigen, ohne Rücksprache mit diesem genommen zu haben. Dem Rechtsvertreter wurde daraufhin mitgeteilt, dass demnach das Schreiben zur Gewährung des rechtlichen Gehörs nochmals an die einzig bekannte Adresse des Beschwerdeführers versandt werde. Der Be- schwerdeführer holte auch das Schreiben des SEM vom 4. November 2015, welches das Schreiben vom 14. Oktober 2015 ersetzte, nicht ab. Einer weiteren Notiz vom 11. Dezember 2015 ist zu entnehmen, dass das SEM wiederum beim kantonalen Migrationsamt eine Adressabklärung vor- nahm und bei den Ämtern für Justizvollzug der Kantone E._______ und B._______ nachfragte, ob sich der Beschwerdeführer in Haft befinde. Der verfügte Asylwiderruf vom 1. Juni 2016 wurde dem Beschwerdeführer am 7. Juni 2016 eröffnet. E-4231/2016 Seite 10 4.2.4 Im Beschwerdeverfahren stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass er sich nicht erinnern könne, Abholungseinladungen für die Zwischenverfügungen des SEM vom 14. Oktober 2015 und 4. Novem- ber 2015 erhalten zu haben. Nachdem sein Rechtsvertreter anlässlich des Telefonats mit dem SEM vom 29. Oktober 2015 ohne Rücksprache mit ihm keine Auskunft habe geben können, habe er mit Eingabe vom 1. Dezember 2015 eine schriftliche Vollmacht eingereicht und um Akteneinsicht ersucht. Das SEM habe auf diese Eingabe n icht reagiert, vielmehr habe es auch den verfügten Asylwiderruf vom 1. Juni 2016 direkt ihm eröffnet. 4.2.5 Das Gericht forderte den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nach erfolgtem Schriftenwechsel auf, dessen Eingabe an das SEM vom 1. Dezember 2015 zu belegen, zumal sich in den vorinstanzlichen Verfah- rensakten kein solches Dokument befinde t. Bis zum Urteilszeitpunkt ge- lang es dem Rechtsvertreter nicht, seine Eingabe an das SEM vom 1. De- zember 2015 zu belegen. Auch die vom Instruktionsrichter einverlangte Ko- pie des unterzeichneten Originals wurde bezeichnenderweise nicht einge- reicht, ohne dass der Anwalt des Beschwerdeführers diese Unterlassung in irgendeiner Weise begründet hätte. 4.2.6 Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen darzulegen, dass er dem SEM das Vertretungsverhältnis vor Eröffnung der angefochtenen Verfügung vom 1. Juni 2016 angezeigt habe. Zumal es der Partei obliegt, den Nachweis eines wirksamen Vertretungsverhältnisses zu erbringen, ist nicht zu beanstanden, dass das SEM den verfügten Asylwiderruf vom 1. Juni 2016 direkt dem Beschwerdeführer eröffnet hat. Im Übrigen ist dem Beschwerdeführer ohnehin kein Nachteil aus der direkten Eröffnung der Verfügung entstanden, zumal er gegen diese Verfügung fristgerecht beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben hat. 4.2.7 Nach dem Gesagten kann dem SEM auch nicht vorgeworfen werden, dass der Beschwerdeführer vorgängig zum verfügten Asylwiderruf keine Stellungnahme hat einreichen können. So hat er selber zu verantworten, die Verfügungen des SEM vom 14. Oktober 2015 und 4. November 2015 nicht abgeholt und die Vertretungsvollmacht seines Rechtsvertreters nicht nachweisbar beim SEM eingereicht zu haben. Das Argument des Beschwerdeführers in seiner Replik erscheint als wider- sprüchlich, das SEM sei bereits im Zeitpunkt der Gewährung des rechtli- chen Gehörs über die Bevollmächtigung des Rechtsvertreters informiert gewesen, da sich die angefochtene Verfügung vom 1. Juni 2016 massgeb- E-4231/2016 Seite 11 lich auf die beigezogen en Akten des Migrationsamts des Kantons B._______ stütze und sich darin die erteilte Vollmacht vom 12. März 2015 befunden habe. Der Beschwerdeführer hatte in seiner Beschwerdeschrift nämlich noch gerügt, das SEM habe es unterlassen, die kantonalen Mig- rationsakten für das vorliegende Verfahren beizuziehen (vgl. Beschwerde- schrift S. 4). Jedenfalls hat das SEM die bei einer anderen Behörde in ei- nem anderen Verfahren eingereichte Vollmacht nicht als Eröffnungsgrund- lage für den vorliegenden Asylwiderruf respektive das Schreiben zur Ge- währung des rechtlichen Gehörs betrachten müssen. Dies gilt umso mehr, als der Rechtsvertreter im Rahmen der Adressabklärung durch das SEM vom 29. Oktober 2015 über den beabsichtigten Asylwiderruf informiert und ihm auch mitgeteilt wurde, dass das Schreiben zur Gewährung des recht- lichen Gehörs mangels anderweitiger Auskunft erneut dem Beschwerde- führer an die einzig bekannte Adresse zugestellt werde (vgl. SEM -Akten, W4). 4.3 Aus denselben Gründen geht auch der Vorwurf des Beschwerdefüh- rers bezüglich der verweigerten Akteneinsicht durch das SEM ins Leere. 4.4 4.4.1 Der Beschwerdeführer rügt sodann, das SEM habe den Sachverhalt unvollständig festgestellt und damit den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem es weder die Akten des kantonalen Migrationsamtes noch die Straf- verfahrensakten beigezogen habe. Es habe vielmehr seinen Entscheid of- fenbar einzig auf die Angaben des Migrationsamtes in dessen Mitteilung vom 8. Oktober 2015 gestützt. 4.4.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel. Un- richtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegenüber un- vollständig, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachum- stände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungs- verfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 630). 4.4.3 Das SEM würdigte in der angefochtenen Verfügung einerseits die An- zahl der Verurteilungen des Beschwerdeführers sowie die Deliktsarten und andererseits die dafür ausgesprochenen Sanktionen. Es führte ausserdem E-4231/2016 Seite 12 aus, dass der Beschwerdeführer seit seiner Verurteilung im Jahr 2002 kei- nen Willen gezeigt habe, sich der Rechtsordnung entsprechend zu verhal- ten. Sein Verhalten sei vielmehr geprägt von Renitenz gegenüber behörd- lichen Ermahnungen und Gerichtssanktionen. 4.4.4 Entgegen der Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Be- schwerdeschrift stützt sich der verfügte Asylwiderruf des SEM nicht ledig- lich auf die Mitteilung des kantonalen Migrationsamtes vom 8. Oktober 2015. Zwar kann den Vorakten nicht entnommen werden, ob das SEM die Akten des Migrationsamtes sowie die Strafverfahrensakten beizog, es ist jedoch unklar, worauf sich der Beschwerdeführer mit dieser Behauptung stützt. Jedenfalls befinden sich in den Vorakten Kopien der erhältlichen Strafurteile gegen den Beschwerdeführer oder zumindest Auszüge aus dessen Strafregister, die offensichtlich als Grundlage für den verfügten Asylwiderruf dienten. 4.4.5 Der Beschwerdeführer vermochte in seiner Beschwerde nicht darzu- legen, inwiefern das SEM den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig festgestellt habe. Vielmehr beschränkt er sich auf den pauschalen Hinweis, das SEM habe sich nicht mit den konkreten Tatumständen, insbesondere dem objektiven und subjektiven Tatverschulden, auseinandergesetzt; es sei ausserdem nicht Aufgabe des Beschwerdeführers, darüber zu mutmas- sen, wie die Vorinstanz das konkrete Verschulden unter Berücksichtigung der Verfahrensakten bewertet hätte. Aus diesen Gründen sei die angefoch- tene Verfügung nicht beschwerdefähig (vgl. Beschwerde S. 5). Damit ver- mochte der Beschwerdeführer nicht darzutun, welche konkreten Tatum- stände das SEM hätte berücksichtigen müssen. So hätte er zwar in seiner Beschwerde keine Mutmassungen in Bezug auf eine allenfalls andere Ver- schuldensbeurteilung durch das SEM anstellen, aber immerhin angeben müssen, aus welchen Gründen sein Verschulden nicht als hoch einzustu- fen sei. In der Beschwerdeschrift sind schliesslich auch keine Ausführun- gen zu finden, welche die geltend gemachte Fehleinschätzung des SEM begründen würde. 4.4.6 Das Gericht erachtet den rechtserheblichen Sachverhalt somit als er- stellt und die angefochtene Verfügung als genügend begründet. E-4231/2016 Seite 13 4.4.7 Das SEM hat damit weder den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör noch den Untersuchungsgrundsatz verletzt , und es hat auch den rechtserheblichen Sachverhalt genügend abgek lärt. Der Be- schwerdeantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neube- urteilung ist folglich abzuweisen. 5. 5.1 Gemäss Art. 63 Abs. 2 AsylG widerruft das SEM das Asyl, wenn Flücht- linge die innere oder die äussere Sicherheit der Schweiz verletzt haben oder gefährden oder wenn sie besonders verwerfliche strafbare Handlun- gen begangen haben. Ein solcher Widerruf setzt gemäss konstanter Recht- sprechung eine qualifizierte Asylunwürdigkeit im Sinn von Art. 53 AsylG vo- raus; mithin muss die „besonders verwerflic he Handlung“ qualitativ eine Stufe über der im Sinn von Art. 53 AsylG „verwerflichen Handlung“ stehen. Die in Frage stehende Straftat muss demnach mit einer erheblichen Strafe bedroht sein und eine gewisse Intensität aufweisen. Zudem muss bei der Würdigung einer strafbaren Handlung als „besonders verwerflich“ im Sinn von Art. 63 Abs. 2 AsylG der Grundsatz der Verhältnismässigkeit beachtet werden (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Asylrekurs- kommission [EMARK] 2003 Nr. 11). Nach aktueller Praxis gelten (weiterhin) diejenigen Taten als „verwerfliche Handlungen“ im Sinn von Art. 53 AsylG, die als Verbrechen gemäss Art. 10 Abs. 2 StGB zu qualifizieren sind, d ie also mit einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht sind (vgl. dazu BVGE 2012/20 E. 4 S. 405 f.). 5.2 Nach aktueller Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts kann auch eine Reihe von geringfügigeren Straftaten, welche für sich genom- men das Kriterium der besonderen Verwerflichkeit nicht erfüllen, jedenfalls in Kombination mit einer verwerflichen Handlung (Verbrechen), einen Asyl- widerruf gemäss Art. 63 Abs. 2 AsylG rechtfertigen. Mit diesem Widerrufs- grund sollen Personen von den mit der Asylgewährung verbundenen Vor- teilen ausgeschlossen werden, die gravierend und rücksichtslos gegen die Rechtsnormen der Schweiz verstossen, deren Verhalten mithin auf Reni- tenz oder eine schlechte Gesinnung schliessen lässt (vgl. Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts E-4824/2014 vom 16. Februar 2016 E. 6.2 f.). 5.3 Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Bezirksgerichts B._______ vom (…) 2002 unter anderem wegen mehrfac h unvollendet versuchte n Raubes nach Art. 140 Abs. 1 StGB sowie Angriffs gemäss Art. 134 StGB zu einer bedingten Freiheitsstrafe von (…) Monaten verurteilt. Mit Urteil des Obergerichts B._______ vom (…) 2005 wurde er wiederum unter anderem E-4231/2016 Seite 14 wegen Raubes nach Art. 140 Abs. 1 StGB schuldig erklärt und in eine Ar- beitserziehungsanstalt eingewiesen. Diese Massnahme wurde im Jahr 2007 jedoch aufgehoben und die ursprünglich angeordnete Strafe vo llzo- gen. Zuletzt wurde der Beschwerdeführer mit Urteil des Bezirksgerichts D._______ vom (…) 2014 unter anderem wegen qualifizierter Widerhand- lung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von (…) Monaten sowie zu einer Busse von Fr. (…) verurteilt. Angesichts der obigen Erwägungen sind die vom Beschwerdeführer verübten Strafta- ten zweifellos als verwerflich im Sinn von Art. 53 AsylG zu qualifizieren, zumal der Strafrahmen von Art. 134 sowie von Art. 140 Abs. 1 StGB eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren (oder eine Geldstrafe) vorsieht und die in Frage stehenden Delikte mithin Verbrechen im Sinn von Art. 10 Abs. 2 StGB darstellen. 5.4 Weiter ist zu prüfen, ob die durch den Beschwerdeführer begangenen Straftaten auch als „besonders“ verw erflich im Sinn von Art. 63 Abs. 2 AsylG zu qualifizieren sind (vgl. BVGE 2012/20 E. 5). In Anbetracht der Anzahl der durch den Beschwerdeführer begangenen Straftaten gegen verschiedenste Rechtsgüter, der Deliktsarten sowie der bei den Verurteilungen ausge sprochenen Strafen sind die Straftaten als „besonders verwerflich“ zu qualifizieren. Seit dem Jahr 2002 wurde der Be- schwerdeführer fünf Mal schuldig gesprochen und davon in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von (…) Monaten verurteilt. Die im Jahr 2002 bedingt vollziehbar ausgesprochene Gefängnisstrafe wurde mit Urteil vom (…) 2005 als vollziehbar erklärt, jedoch zugunsten einer Arbeitserziehungs- massnahme aufgeschoben. In der Folge wurde diese Massnahme aber aufgehoben und die im Jahr 2002 angeordnete Strafe vollzogen. Im Urteil vom (…) 2005 führte das Gericht bei Festlegung der hypothetischen Strafe aus, das Tatverschulden des Beschwerdeführers wiege sowohl objektiv als auch subjektiv schwer. Zudem wurde ein Gutachten aus dem Jahr 2004 beigezogen, wonach dem Beschwerdeführer eine ungünstige Kriminal- prognose gestellt worden war – unter anderem wegen der zur Anwendung gekommenen übermässigen Gewaltanwendung, der zufälligen Opferwahl sowie der Tatsache, dass er trotz diverser Verfahren weiter delinquierte (vgl. Urteil S. 23 und S. 15). Der Beschwerdeführer war ausserdem in den Jahren 2005 und 2007 ausländerrechtlich verwarnt und es war ihm ange- droht worden, er müsse mit schwerer wiegenden fremdenpolizeilichen Massnahmen rechnen, sollte er wiederum gerichtlich bestraft werden. Trotz dieser Verwarnungen und de r mehrmals bedingt ausgesprochenen E-4231/2016 Seite 15 Strafen wurde der Beschwerdeführer weiterhin straffällig und schliesslich im Jahr 2014 wiederum zu einer Freiheitsstrafe von (…) Monaten verurteilt. 5.5 Nach dem Gesagten ist dem SEM beizupflichten, soweit es das Ver- halten des Beschwerdeführers als geprägt von Renitenz gegenüber be- hördlichen Ermahnungen und Gerichtssanktionen beurteil t hat. Auch das Gericht kann keinen Willen des Beschwerdeführers erkennen, sich der Rechtsordnung entsprechend zu verhalten. Es rechtfertigt sich folglich, die durch den Beschwerdeführer begangenen Straftaten in ihrer Gesamtheit als besonders verwerflich im Sinn von Art. 63 Abs. 2 AsylG zu beurteilen. 6. 6.1 Nach Würdigung der betreffenden Delikte als besonders verwerflich gemäss Art. 63 Abs. 2 AsylG ist nachfolgend das Kriterium der Verhältnis- mässigkeit zu berücksichtigen. Der mit einer behördlichen Anordnung ver- bundene Eingriff darf demnach für den Betroffenen im Vergleich zur Be- deutung des verfolgten öffentlichen Interesses nicht unangemessen schwer wiegen (vgl. EMARK 2003 Nr. 11 E. 7 S. 75; Urteil des Bundesver- waltungsgerichts D-1171/10 vom 7. November 2012 E. 6.3). 6.2 Der Widerruf des Asyls des Beschwerdeführers führt nicht zu einer au- tomatischen Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft. Nachdem das SEM seine Flüchtlingseigenschaft in der angefochtenen Verfügung nicht wider- rufen hat, wirkt sich der Verlust des Asylstatus nicht unmittelbar nachteilig für den Beschwerdeführer aus. Er verfügt insbesondere mit der bisher nicht widerrufenen kantonalen Niederlassungsbewilligung weiterhin über ein An- wesenheitsrecht in der Schweiz und über die Möglichkeit der Erwerbstätig- keit. Als Flüchtling geniesst er ausserdem nach wie vor den Refoulement- Schutz gemäss Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie Art. 25 Abs. 2 und 3 BV. Vor diesem Hintergrund teilt das Gericht auch die Auffassung des SEM, dass dem öffentlichen Interesse an einem Asylwiderruf wegen der Ver- übung besonders verwerflicher Straftaten und damit der Bekämpfung und Prävention strafrechtlichen Verhaltens keine überwiegenden privaten Inte- ressen des Beschwerdeführers gegenüberstehen. Auf Beschwerdeebene vermag der Beschwerdeführer dem nichts Substanziiertes entgegenzuhal- ten. 6.3 Damit erweist sich der Widerruf des Asyls als verhältnismässig. E-4231/2016 Seite 16 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochten e Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist somit abzu- weisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-4231/2016 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Markus König Martina Stark Versand: