<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 95 S.427</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Ausgleichsabgaben gemäss Waldgesetz</span> <span class="page_no">427</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>IV. Ausgleichsabgaben gemäss Waldgesetz</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>95</b></span> <span class="ft3"><b>Rodungsausgleichsabgabe für ein kommunales Parkhaus</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Bejahung der subjektiven Abgabepflicht für öffentlich-rechtliche</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Körperschaften, da im Gesetz keine Befreiung von der Mehrwertab-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>gabe statuiert wird (Erw. 4.2.1. ff.).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>-</b></span> <span class="ft3"><b>Auch mit Rücksicht auf den Grundsatz der Wettbewerbsneutralität</b></span><br/> <span class="ft3"><b>ist eine rechtsgleiche Behandlung privater und öffentlich-rechtlicher</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Anbieter von Parkierungsmöglichkeiten in casu rechtfertigt. Die feh-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>lende Gewinnabsicht bzw. die von der Gemeinde prognostizierte feh-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>lende Wirtschaftlichkeit der Anlage lässt die Abgabepflicht nicht ent-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>fallen. (Erw. 4.2.4. ff.).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus einem Entscheid der Schätzungskommission nach Baugesetz vom</span><br/> <span class="ft4">26. April 2005 in Sachen Einwohnergemeinde E. gegen Finanzdepartement</span><br/> <span class="ft4">(Abteilung Wald).</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">4.2.1.</span> <span class="ft6">(...) So wie eine Abgabe nur bei Bestehen einer ge-</span><br/> <span class="ft6">setzlichen Grundlage und nur in dem grundsätzlich vom Gesetz fest-</span><br/> <span class="ft6">gelegten Umfang erhoben werden darf, verlangt das Legalitätsprin-</span><br/> <span class="ft6">zip, dass auch jene Tatbestände, die eine Ausnahme von der Abgabe-</span><br/> <span class="ft6">pflicht begründen, im Gesetz aufgenommen sind. Ausnahmen von</span><br/> <span class="ft6">der sog. subjektiven Steuerpflicht sind bei Vorliegen besonderer ob-</span><br/> <span class="ft6">jektiver Voraussetzungen zulässig und im Gesetz zu regeln (Ernst</span><br/> <span class="ft6">Blumenstein/Peter Locher, System des schweizerischen Steuerrechts,</span><br/> <span class="ft6">6. Aufl., Zürich 2002, S. 67; Dave Siegrist/Urs Ursprung, Kommen-</span><br/> <span class="ft6">tar zum Aargauer Steuergesetz, Band 1, 2. Aufl., Muri-Bern 2000,</span><br/> <span class="ft6">§ 1 N 5; Ulrich Häfelin/Georg Müller, Allgmeines Verwaltungsrecht,</span><br/> <span class="ft6">4. Aufl., Zürich 2002, N 2693 ff.; Sandro Costa, Die Besteuerung des</span><br/> <span class="ft6">nicht unmittelbar Verwaltungs-, resp. kirchlichen Zwecken dienen-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Schätzungskommission nach Baugesetz</span> <span class="page_no">428</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">den Einkommens und Vermögens der Gemeinden und Kirchen, unter</span><br/> <span class="ft6">besonderer Berücksichtigung des Kantons Graubünden, Diss., Zürich</span><br/> <span class="ft6">1979, S. 13 f.). Soweit nicht eine Steuer, sondern eine Kausalabgabe</span><br/> <span class="ft6">zur Diskussion steht, haben dieselben Grundsätze zu gelten: Die Aus-</span><br/> <span class="ft6">nahme von der jeweiligen Abgabepflicht erfordert eine gesetzliche</span><br/> <span class="ft6">Grundlage.</span><br/> <span class="ft6">4.2.3.1.</span> <span class="ft6">Was das Bundesgericht im Zusammenhang mit der</span><br/> <span class="ft6">Mehrwertabgabe aus der allgemeinen Steuerbefreiung zugunsten der</span><br/> <span class="ft6">Eidgenossenschaft sowie ihrer Anstalten, Betriebe und unselbständi-</span><br/> <span class="ft6">gen Stiftungen abgeleitet hat, kann nicht unbesehen auf die Ebene</span><br/> <span class="ft6">des Kantons übertragen werden. Der Kanton Aargau kennt keine dem</span><br/> <span class="ft6">Art. 62d RVOG vergleichbare Norm, die den Kanton und seine Be-</span><br/> <span class="ft6">triebe sowie die Gemeinden in allgemeiner Art und Weise von "jeder</span><br/> <span class="ft6">Besteuerung" ausnehmen würde.</span><br/> <span class="ft6">Dagegen sieht der kantonale Gesetzgeber im Bereich der direk-</span><br/> <span class="ft6">ten Steuern in § 13 Abs. 1 lit. c des Aargauer Steuergesetzes (StG;</span><br/> <span class="ft6">SAR 651.100) vom 15. Dezember 1998 eine Steuerbefreiung für die</span><br/> <span class="ft6">aargauischen Einwohner- und Ortsbürgergemeinden und deren An-</span><br/> <span class="ft6">stalten vor. Objekt der Steuerbefreiung ist das gesamte Vermögen der</span><br/> <span class="ft6">kommunalen öffentlich-rechtlichen Körperschaften sowie - unter</span><br/> <span class="ft6">Vorbehalt der Ausschüttungssteuer bei unternehmerischer Tätigkeit</span><br/> <span class="ft6">gemäss § 13 Abs. 2 und 3 StG - das Einkommen bzw. der Gewinn</span><br/> <span class="ft6">(vgl. Béatrice Blum, Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, Band</span><br/> <span class="ft6">1, 2. Aufl., Muri-Bern 2000, § 13 N 34 f.). Diese Steuerbefreiung be-</span><br/> <span class="ft6">zieht sich auf die im StG explizit geregelten Steuerarten nach § 1</span><br/> <span class="ft6">Abs. 1 StG, nämlich auf die Einkommens- und Vermögenssteuer von</span><br/> <span class="ft6">natürlichen Personen, die Gewinn- und Kapitalsteuer von juristischen</span><br/> <span class="ft6">Personen, die Quellensteuer, die Grundstückgewinnsteuer, die</span><br/> <span class="ft6">Grundsteuer von bestimmten juristischen Personen sowie die Erb-</span><br/> <span class="ft6">schafts- und Schenkungssteuer. Eine analoge Anwendung der Aus-</span><br/> <span class="ft6">nahmebestimmung in § 13 Abs. 1 lit. c StG auf Kausalabgaben,</span><br/> <span class="ft6">insbesondere auch auf die Mehrwertabgabe, ist nicht zulässig. So wie</span><br/> <span class="ft6">die Steuertatbestände im Steuerrecht als abschliessend und somit</span><br/> <span class="ft6">nicht analogiefähig angesehen werden (Häfelin/Müller, a.a.O.,</span><br/> <span class="ft6">N 223), so haben auch die Ausnahmen von der Steuerpflicht im</span><br/> <span class="ft6">Sinne des Legalitätsprinzips als abschliessend zu gelten. Die glei-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Ausgleichsabgaben gemäss Waldgesetz</span> <span class="page_no">429</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">chen Grundsätze müssen im Kausalabgaberecht beachtet werden.</span><br/> <span class="ft6">Der Abgabetatbestand und die jeweiligen Ausnahmen sind im Gesetz</span><br/> <span class="ft6">ausdrücklich zu normieren. Hätte der kantonale Gesetzgeber die öf-</span><br/> <span class="ft6">fentlich-rechtlichen Körperschaften und ihre Anstalten von der</span><br/> <span class="ft6">Mehrwertabgabe befreien wollen, so hätte er diese Ausnahme im</span><br/> <span class="ft6">AWaG regeln können (in diesem Sinne hat der Kanton Basel-Stadt in</span><br/> <span class="ft6">§ 124 Abs. 1 des Bau- und Planungsgesetzes den Kanton, seine Ge-</span><br/> <span class="ft6">meinden sowie die kantonalen und kommunalen Anstalten und</span><br/> <span class="ft6">Stiftungen von der planungsrechtlichen Mehrwertabgabe befreit, so-</span><br/> <span class="ft6">weit die grössere Geschossfläche unmittelbar der Erfüllung ihrer öf-</span><br/> <span class="ft6">fentlichen Aufgaben dient). § 8 Abs. 1 AWaG spricht jedoch in</span><br/> <span class="ft6">umfassender Weise von der "Empfängerin oder dem Empfänger der</span><br/> <span class="ft6">Rodungsbewilligung", ohne dass eine Ausnahme für öffentlich-</span><br/> <span class="ft6">rechtliche Körperschaften statuiert wird.</span><br/> <span class="ft6">4.2.3.2.</span> <span class="ft6">Eine Befreiung öffentlich-rechtlicher Körperschaften</span><br/> <span class="ft6">von der Mehrwertabgabe ist weder für gewinnorientierte oder zumin-</span><br/> <span class="ft6">dest kostendeckend wirtschaftende gewerbliche Tätigkeiten noch für</span><br/> <span class="ft6">unrentable gemeindeeigene Betriebe noch für Gebäude im Verwal-</span><br/> <span class="ft6">tungsvermögen (z.B. Verwaltungsgebäude, Schulhäuser, Anlagen ei-</span><br/> <span class="ft6">nes staatlichen Verkehrsbetriebes) gesetzlich vorgesehen. Diese</span><br/> <span class="ft6">Gleichbehandlung von Privaten und öffentlich-rechtlichen Körper-</span><br/> <span class="ft6">schaften oder Anstalten steht im Einklang mit dem geltenden Enteig-</span><br/> <span class="ft6">nungsrecht, wo der volle Verkehrswert des enteigneten Grundstücks</span><br/> <span class="ft6">zu entschädigen ist, unabhängig davon, ob es gewinnorientiert ge-</span><br/> <span class="ft6">nutzt wird oder nicht. Das gilt folgerichtig auch für den Fall, dass ein</span><br/> <span class="ft6">Grundstück, das einem öffentlichen Zweck dient, einer Gemeinde</span><br/> <span class="ft6">enteignet wird. Der Enteigner kann aus dem Umstand, dass ein Ge-</span><br/> <span class="ft6">meinwesen eine öffentliche Anlage als solche beibehält und auf eine</span><br/> <span class="ft6">einträglichere Verwendung verzichtet, keinen tieferen Verkehrswert</span><br/> <span class="ft6">für sich ableiten (vgl. Heinz Hess/Heinrich Weibel, Das Enteig-</span><br/> <span class="ft6">nungsrecht des Bundes, Band I, Bern 1986, Art.19 N 125; Erich</span><br/> <span class="ft6">Zimmerlin, Baugesetz des Kantons Aargau, Kommentar, 2. Auflage,</span><br/> <span class="ft6">Aarau 1985, N 2 zu § 182 aBauG).</span><br/> <span class="ft6">Ebenso gilt im Recht der Erschliessungsbeiträge, dass öffentli-</span><br/> <span class="ft6">che Grundstücke infolge eines wirtschaftlichen Sondervorteils Bei-</span><br/> <span class="ft6">träge an Erschliessungsanlagen zu leisten haben. Obschon bei</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Schätzungskommission nach Baugesetz</span> <span class="page_no">430</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Grundstücken, die sich im Gemeingebrauch befinden oder zum Ver-</span><br/> <span class="ft6">waltungsvermögen gehören (Verwaltungsgebäude, Schulhäuser, Spi-</span><br/> <span class="ft6">täler, Kirchen etc.), eine Realisierung der Wertvermehrung durch</span><br/> <span class="ft6">Verkauf derselben ausgeschlossen ist, wird ihnen durch die Er-</span><br/> <span class="ft6">schliessung und der damit eröffneten Überbauungsmöglichkeit ein</span><br/> <span class="ft6">ausnützbarer Sondervorteil zuteil, so dass die Voraussetzungen der</span><br/> <span class="ft6">Beitragspflicht ebenfalls gegeben sind (vgl. Armin Knecht, Grundei-</span><br/> <span class="ft6">gentümerbeiträge an Strassen im aargauischen Recht, Aarau 1975,</span><br/> <span class="ft6">S. 51 ff.; Bernhard Staehelin, Erschliessungsbeiträge, Diss., Diessen-</span><br/> <span class="ft6">hofen 1980, S. 158 f. m.w.H.; in diesem Sinne auch AGVE 1985,</span><br/> <span class="ft6">S. 170 ff., wobei die Gemeinde die Wahl hat, entweder den Ge-</span><br/> <span class="ft6">meindeanteil entsprechend dem Interesse am Zugang zu öffentlichen</span><br/> <span class="ft6">Anlagen zu erhöhen oder aber das der Gemeinde gehörende Grund-</span><br/> <span class="ft6">stück in den Beitragsperimeter einzubeziehen).</span><br/> <span class="ft6">Mit Blick auf die Verkehrswertschätzung bei Enteignung von</span><br/> <span class="ft6">öffentlichen Grundstücken und mit Rücksicht auf das Beitragsrecht</span><br/> <span class="ft6">lässt sich festhalten, dass die Bejahung eines abzuschöpfenden Mehr-</span><br/> <span class="ft6">werts bei Rodungsbewilligungen für öffentlich-rechtliche Körper-</span><br/> <span class="ft6">schaften gesetzlich gewollt und sachgerecht ist.</span><br/> <span class="ft6">4.2.4.</span> <span class="ft6">Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Aus-</span><br/> <span class="ft6">nahme von der subjektiven Steuerpflicht zu Gunsten der Gemeinden</span><br/> <span class="ft6">und ihrer Anstalten (vgl. Erw. 4.2.3.) nicht absolut ist. § 13 Abs. 2</span><br/> <span class="ft6">und 3 StG sehen eine sog. Ausschüttungssteuer vor, deren Zweck es</span><br/> <span class="ft6">ist, die gewerblichen und industriellen Betriebe der Gemeinwesen</span><br/> <span class="ft6">gegenüber branchengleichen Privatunternehmen nicht zu bevorzu-</span><br/> <span class="ft6">gen. Erfasst werden gemeindeeigene Betriebe, die privatwirtschaftli-</span><br/> <span class="ft6">che Betriebe konkurrieren und Tätigkeiten nachgehen, die ebenso gut</span><br/> <span class="ft6">von privatwirtschaftlichen Unternehmen erfüllt werden können. Da-</span><br/> <span class="ft6">mit ist der Grundsatz der Wettbewerbsneutralität der Besteuerung an-</span><br/> <span class="ft6">gesprochen, der verlangt, dass alle Unternehmungen hinsichtlich der</span><br/> <span class="ft6">Besteuerung auf die gleiche Konkurrenzbasis zu stellen sind.</span><br/> <span class="ft6">Steuerbefreiungen sollten nicht gegen die Wettbewerbsneutralität der</span><br/> <span class="ft6">steuerlichen Ordnung verstossen (vgl. Béatrice Blum, a.a.O., § 13</span><br/> <span class="ft6">N 45 f.; ausführlich Reto Kuster, Steuerbefreiung von Institutionen</span><br/> <span class="ft6">mit öffentlichen Zwecken, Diss., Zürich 1998, S. 105 ff., insb.</span><br/> <span class="ft6">S. 113 f.). (...)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Ausgleichsabgaben gemäss Waldgesetz</span> <span class="page_no">431</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">4.2.5.</span> <span class="ft6">Es stellt sich daher die Frage, ob die Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft6">rerin durch die Errichtung und Verwaltung eines Parkhauses mit Pri-</span><br/> <span class="ft6">vaten in Konkurrenz tritt. Zur Beurteilung dieser Frage ist ein Blick</span><br/> <span class="ft6">auf die Praxis der Mehrwertsteuererhebung dienlich, weil hier dem</span><br/> <span class="ft6">Grundsatz der Wettbewerbsneutralität eine wesentliche Bedeutung</span><br/> <span class="ft6">zukommt (Art. 1 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer</span><br/> <span class="ft6">[Mehrwertsteuergesetz, MWSTG] vom 2. September 1999,</span><br/> <span class="ft6">SR 641.20). (...)</span><br/> <span class="ft6">4.2.6.</span> <span class="ft6">Aus der Praxis der Eidgenössischen Steuerverwal-</span><br/> <span class="ft6">tung folgt, dass ein Parkhaus mit 195 Parkplätzen, wie es die Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführerin verwirklicht hat (...), für Einnahmen mehrwert-</span><br/> <span class="ft6">steuerpflichtig ist. In Beachtung der Wettbewerbsneutralität ist davon</span><br/> <span class="ft6">auszugehen, dass es sich bei der Bereitstellung von Parkierungsmög-</span><br/> <span class="ft6">lichkeiten in einem Parkhaus zwar um eine öffentliche Aufgabe</span><br/> <span class="ft6">handeln kann, diese aber auch von Privaten erbracht wird, weshalb</span><br/> <span class="ft6">sich eine rechtsgleiche Behandlung privater und öffentlich-rechtli-</span><br/> <span class="ft6">cher Anbieter rechtfertigt. Auch bei der Erhebung der Mehrwertsteu-</span><br/> <span class="ft6">er wird nicht danach differenziert, ob städtische oder ländliche Ver-</span><br/> <span class="ft6">hältnisse vorliegen bzw. danach, ob sich im Einzelfall überhaupt ein</span><br/> <span class="ft6">privater Investor finden lässt. Eine solche Unterscheidung würde zu</span><br/> <span class="ft6">zahlreichen Abgrenzungsproblemen führen und nicht nur im Zusam-</span><br/> <span class="ft6">menhang mit der Mehrwertsteuer, sondern auch bei der Rodungsab-</span><br/> <span class="ft6">gabe zu einer (im Gesetz nicht vorgesehenen) rechtsungleichen</span><br/> <span class="ft6">Behandlung der Gemeinwesen führen. Unbehelflich ist daher das</span><br/> <span class="ft6">Argument der Gemeinde, dass sich in ihrem Fall kein privater Inves-</span><br/> <span class="ft6">tor finden liess (...). Auch aus diesem Grund ist eine Mehrwert-</span><br/> <span class="ft6">abschöpfung nach § 8 Abs. 1 AWaG zu Lasten der Gemeinde zu</span><br/> <span class="ft6">bejahen.</span><br/> <span class="ft6">An dieser Schlussfolgerung mag auch der Einwand der Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführerin, dass es sich nur um eine unterirdisch nutzbare Flä-</span><br/> <span class="ft6">che für eine nichtökonomische Infrastrukturbaute der öffentlichen</span><br/> <span class="ft6">Hand handle (...), nichts zu ändern. Die fehlende Gewinnabsicht</span><br/> <span class="ft6">bzw. die von der Gemeinde prognostizierte fehlende Wirtschaftlich-</span><br/> <span class="ft6">keit der Anlage, lässt die Abgabepflicht nicht entfallen. Auch ein Pri-</span><br/> <span class="ft6">vater kann sich in Ausübung einer gewerblichen Tätigkeit nicht auf</span><br/> <span class="ft6">die mangelnde Gewinnabsicht bzw. die ungenügende Rentabilität</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Schätzungskommission nach Baugesetz</span> <span class="page_no">432</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">berufen und damit eine Ausnahme von der Mehrwertabschöpfung</span><br/> <span class="ft6">erwirken (so auch im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuer Art. 21</span><br/> <span class="ft6">Abs. 1 MWSTG).</span><br/></div> </div> </body> </html>