Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Juli 2018 (720 18 89 / 196) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente / Einkommensvergleich: Berücksichtigung ei ner beruflichen Weiterentwicklung bei der Bemessung des Valideneinkommens / Es ist vo n einem neuen Versicherungsfall auszugehen, wenn eine der versicherten Person frühe r zugesprochene Rente zwischen- zeitlich aufgehoben wurde und es erst mehrere Jahre später wieder zu einer (erneuten) Rentenzusprache kommt Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Raffaella Biaggi, Advo- katin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1967 geborene, seit August 1989 als Postchec kassistentin tätig gewesene A.____ hatte sich im Juli 1991 unter Hinweis auf eine Morb us Crohn-Erkrankung bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leis tungen angemeldet. In der Folge sprach Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihr die Eidgenössische Ausgleichskasse mit Verfügung vom 16. März 1992 gestützt auf einen Beschluss der IV-Kommission Basel-Stadt ab 1. Juni 1991 ei ne auf einem Invaliditätsgrad von 40 % basierende Viertelsrente zu. Nach einer jeweiligen Verschlechterung des Gesundheitszu- standes erhöhte die damals örtlich zuständige IV-Stelle B asel-Stadt die Rente mit Verfügung vom 16. November 1994 ab 1. November 1993 auf eine h albe Rente (Invaliditätsgrad: 60 %) und mit Verfügung vom 11. November 1996 ab 1. April 1996 auf eine ganze Rente (Invaliditäts- grad: 75 %). Im Rahmen eines weiteren, im August 2005 eingeleiteten Revisionsverfahrens ermittelte die aufgrund eines Wohnsitzwechsels von A.___ _ örtlich neu zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft einen Invaliditätsgrad von 61 %. Gestü tzt auf dieses Ergebnis setzte sie die laufende ganze Rente der Versicherten mit Verfügung vo m 3. April 2006 per 1. Juni 2006 auf eine Dreiviertelsrente herab. Auf entsprechendes Begehr en von A.____ gewährte ihr die IV- Stelle in der Folge verschiedene berufliche Massnahmen, zuletzt eine Umschulung zur “Kauf- frau EFZ“. Da die Versicherte nach deren Abschluss eine Festanstellung in der freien Wirtschaft erhalten hatte, schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen mit Verfügung vom 16. Juni 2011 ab. Zudem hob sie die Rente, die aufgrund der i m Rahmen der beruflichen Massnahmen erfolgten Taggeldzahlungen seit 2007 sistiert war, mit Verfügung vom 31. Januar 2012 gestützt auf einen nunmehr ermittelten Invaliditätsgrad von 10 % förmlich auf. Am 26. November 2014 meldete sich die inzwischen als Sa chbearbeiterin in der Buchhaltung und im Rechnungswesen bei der B.____ AG tätige A.____ unter Hinweis auf “Morbus Crohn, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen“ erneut zum Leistungsbezug bei der IV an. Nachdem sie die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte die IV-Stelle bei der Versicherten einen Invaliditätsgrad von 49 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach sie A.____ nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Ve rfügung vom 21. Februar 2018 mit Wirkung ab 1. Mai 2015 eine Viertelsrente zu. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokatin Raffaella Biaggi, am 11. März 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilu ng Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefoc htene Verfügung aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihr mindestens eine halb e Rente auszurichten; unter o/e- Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Mai 2018 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, wobei sie sowohl beim Validen- als auch b eim Invalideneinkommen Korrekturen vornahm und auf diese Weise einen Invaliditätsgrad der Versicherten von neu noch 46 % ermit- telte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 11. März 2018 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c). 2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.1 Die IV-Stelle gab zur Klärung des Gesundheitszustan des und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten bei der Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) des Universitätsspitals Basel ein bidisziplinäres Gutachten in den Fachrichtungen Psychi atrie und Gastroenterologie in Auf- trag, welches am 1. Juli 2016 erstattet wurde. In seine m gastroenterologischen Teilgutachten hielt Prof. Dr. med. C.____, Facharzt für Innere Med izin - Gastroenterologie, als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Morbus Cro hn mit Befall nahezu des gesamten Colons und entzündlicher Stenosierung im Bereich des Colon transversum (ICD-10 K50.1) fest. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aus aktueller gastroenterologischer Sicht sei seit März 2014 eine 50 %-ige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Die Einschränkung ergebe sich nicht nur durch die spezifischen gastrointestinalen Symptome wie Bauchschmerzen und Stuhlu nregelmässigkeiten, sondern auch durch die systematischen Auswirkungen der Erkrankung wi e leichte Erschöpfbarkeit, Ge- lenkschmerzen und Kopfschmerzen. Im psychiatrischen Teilgutac hten diagnostizierte Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, als Leiden mi t Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60. 1) mit ängstlich-vermeidenden und selbstunsicheren Zügen sowie emotional instabilen Anteil en, bestehend seit der Kindheit/Ju- gend, und (2) eine rezidivierende depressive Störung, ge genwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11), bestehend seit der Jugend. In ihrer Tätigkeit als Sach- bearbeiterin in der Buchhaltung und im Rechnungswesen sei die Explorandin in der Fähigkeit, Tätigkeiten über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, beeinträchtigt. Es bestünden eine eingeschränkte kognitive Leistungsfähigkeit, eine etwa s eingeschränkte Frustrationstoleranz sowie Insuffizienzgefühle und damit auch Probleme im in terpersonellen Umgang. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr. D.____ fest, seit mindestens Anfang 2015 sei von einer noch 60 %- igen Arbeitsfähigkeit, verteilt auf fünf Tage, auszug ehen. Diese Einschätzung gelte auch für eine Verweistätigkeit, die möglichst kurze, in sich abgeschlossene Arbeitsschritte aufweise, und bei der kein allzu hohes Tempo, das die Versicherte mit bestimmen könne, verlangt werde. Zu vermeiden seien Schicht- und Wochenendarbeiten sowie das Führen von Fahrzeugen oder gefährlichen Maschinen. In ihrer gesamtmedizinischen Würdi gung der Arbeitsfähigkeit gelang- ten Prof. Dr. C.____ und Dr. D.____ zum Schluss, dass d ie Versicherte seit März 2014 in einer Tätigkeit mit dem beschriebenen Profil noch 50 % arbeitsfähig sei. 4.2 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des G esundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf die Er gebnisse, zu denen Prof. Dr. C.____ und Dr. D.____ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 1 . Juli 2016 gelangt sind. Sie ging dem- zufolge davon aus, dass der Versicherten die Ausübung ein er kaufmännischen Tätigkeit noch im Umfang von 50 % zumutbar sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu bean- standen. Das Gutachten von Prof. Dr. C.____ und Dr. D.____ weist weder formale noch inhaltli- che Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verl angt wird (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c) - für die streitige n Belange umfassend, es beruht auf allseiti- gen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschw erden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, e s setzt sich mit den vorhandenen ärztli- chen Einschätzungen auseinander und es ist in den Schlu ssfolgerungen überzeugend. Insbe- sondere nehmen die Gutachter auch eine schlüssige Beurt eilung der Arbeitsfähigkeit der Versi- cherten vor. Zu ergänzen bleibt, dass dieser medizinische Sachverhalt und die vorinstanzliche Würdigung desselben von der Versicherten in ihrer Beschwerde denn auch - zu Recht - nicht in Frage gestellt werden. Somit kann von zusätzlichen Ausführungen hierzu abgesehen werden. 5.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 5.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Ermittlung des im Gesundheitsfall von der versicherten Person erzielbaren E inkommens hat so konkret wie mög- lich zu geschehen (U LRICH MEYER / MARCO REICHMUTH , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalide nversicherung, 3. Auflage, Zü- rich/Basel/Genf 2014, Art. 28a N. 48 ff.). In der Re gel wird am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste n Verdienst angeknüpft, da er- fahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitssch aden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1). Ausnahmen müssen mit überwie gender Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Insbesondere um eine berufliche Weiterentwicklun g mit einem daraus resultierenden hö- heren Einkommen mitzuberücksichtigen, müssen konkrete Anha ltspunkte dafür gegeben sein, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein berufli cher Aufstieg und ein entsprechend hö- herer Verdienst tatsächlich realisiert worden wären (Ur teil A. des Bundesgerichts vom 21. De- zember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1 mit Hinweisen). Ist e in konkreter Lohn nicht eruierbar, kön- nen nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den v om Bundesamt für Statistik perio- disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3.). Auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte darf n ur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall relevanten persönlichen und b eruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2). 5.3 In der angefochtenen Verfügung vom 21. Februar 2 018 legte die IV-Stelle der Ermitt- lung des Valideneinkommens den Lohn zu Grunde, den die Versicherte zuletzt im August 1991 in ihrer Tätigkeit als Postcheckassistentin erzielt hatte. D en damaligen Verdienst passte sie in einem nächsten Schritt der seitherigen Lohnentwicklung an und errechnete auf diese Weise ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 70‘911.-- pro Jah r. In ihrer Vernehmlassung korri- gierte die IV-Stelle diesen Betrag mit der Begründun g, dass die Anpassung an die Nominalloh- nentwicklung nicht korrekt vorgenommen worden sei, neu a uf ein Jahreseinkommen von Fr. 72‘272.--. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, d ass nicht auf diesen Wert abgestellt werden könne, da sie diese Tätigkeit ohne Gesundheit sschädigung nicht mehr ausüben würde. Sie hätte sich beruflich weiterentwickelt und mindestens die Ausbildung zur “Kauffrau EFZ“ ab- solviert. In einer solchen Tätigkeit würde sie ein Valideneinkommen von mindestens Fr. 78‘000.- erzielen. In ihrer Vernehmlassung entgegnet die IV-Ste lle diesen Vorbringen, die Beschwerde- führerin habe zwar eine erfolgreiche Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich absol- viert, daraus dürfe aber nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, dass sie ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsg ebiet erreicht hätte. Bei der Be- schwerdeführerin würden keine konkreten Anhaltspunkte für einen beruflichen Aufstieg und einen höheren tatsächlichen Verdienst vorliegen. Somit sei in ihrem Fall vom letzten Lohn aus- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zugehen, den sie vor Eintritt der Gesundheitsschädigung in der damaligen Tätigkeit als Post- checkassistentin erzielt habe. 5.4 Bei dem im Gesundheitsfall erzielten Einkommen h andelt es sich um eine hypotheti- sche Tatsache, für welche der im Sozialversicherungsrecht üb liche Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit gilt (MEYER /R EICHMUTH , a.a.O., Art. 28a N. 62). Auch wenn es sich nachträglich kaum je exakt sagen lässt, wie der Berufsweg e iner versicherten Person ohne Er- krankung verlaufen wäre, sprechen vorliegend doch verschie denste Aspekte dafür, dass die Beschwerdeführerin, wie von ihr geltend gemacht, im Gesundheitsfall die kaufmännische Aus- bildung mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (“Kauffrau EFZ“) nachgeholt hätte. Ursprüng- lich absolvierte die Versicherte lediglich eine kaufmännisc he Anlehre. Dies dürfte hauptsächlich darauf zurückzuführen gewesen sein, dass sie erst im Alter von zwölf Jahren aus Italien in die Schweiz eingereist war und deshalb im Zeitpunkt des Leh rbeginns noch nicht über ausreichen- de Deutschkenntnisse verfügte, um die Ausbildung mit Eid genössischem Fähigkeitszeugnis in Angriff zu nehmen. Im Laufe ihres Aufenthaltes und der beruflichen Tätigkeit in der Schweiz haben sich ihre Deutschkenntnisse aber mit den Jahren zwei fellos wesentlich verbessert, was den Entscheid, nachträglich im kaufmännischen Bereich no ch das Eidgenössischem Fähig- keitszeugnis zu erlangen, befördert haben dürfte. Im Gesu ch um Gewährung von beruflichen Massnahmen vom 13. Juni 2006 führte die Versicherte so dann aus, dass sie sich, nachdem es ihr ab Frühling 2005 gesundheitlich wieder besser geg angen sei, für den Lehrgang "Link zum Beruf" angemeldet habe. Nach bestandener Aufnahmeprü fung habe sie den Lehrgang auf ei- gene Kosten besucht. Sie habe dabei viel Neues gelernt, und mit dem Lernen habe sich ihr eine neue Welt eröffnet. Sie würde daher gerne weiterler nen bzw. eine Ausbildung beginnen. Diese Ausführungen zeigen, dass der Entschluss der Versicherten, e ine zusätzliche Ausbildung in ihrem angestammten kaufmännischen Bereich zu absolvieren, wesentlich aus eigener Initiative entstanden ist. Sie gelangte mit dem Gesuch in erster Linie wohl deshalb an die IV-Stelle, weil sie als Rentenbezügerin nicht über das nötige Geld zur F inanzierung der Ausbildung verfügt hat. Im Lichte der geschilderten Umstände kann aber dav on ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin die kaufmännische Ausbildung mit Ei dgenössischem Fähigkeitszeugnis auch ohne Gesundheitsschädigung - und auf eigene Kosten - absolviert hätte. Daraus darf wie- derum geschlossen werden, dass die Versicherte auch im G esundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an ihrer gegenwärtigen Arbeitsstelle bei der B.____ AG tätig wäre. 5.5 Mit Schreiben vom 27. Februar 2018 hat die B.___ _ AG bestätigt, dass sie die Versi- cherte, sofern es deren Gesundheitszustand zuliesse, zu 100 % beschäftigen würde. Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist deshalb auf den Verd ienst abzustellen, den die Versi- cherte bei ihrer jetzigen Arbeitgeberin im Rahmen eines Vollpensums erzielen würde. 5.6 Bei der Bemessung des Invalideneinkommens ist nach de r Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in we lcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwer bstätigkeit aus, bei der - kumulativ - beson- ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzune hmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziall ohn, gilt grundsätzlich der tatsäch- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 V 295 E. 2.2). Während die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung das Invalideneinkommen noch unt er Heranziehung der LSE- Tabellenlöhne ermittelt hat, vertritt sie in ihrer Ve rnehmlassung vom 17. Mai 2018 nunmehr die Auffassung, dass hier eine Konstellation vorliege, bei w elcher das Invalideneinkommen auf der Basis des tatsächlich erzielten Verdienstes zu ermitteln se i. Dieser Betrachtungsweise ist bei- zupflichten. Bei der Anstellung der Versicherten bei d er B.____ AG handelt es sich zweifellos um ein stabiles Arbeitsverhältnis und es sind keine Anhal tspunkte ersichtlich, wonach es sich beim Gehalt, welches die Versicherte im Rahmen dieser Tä tigkeit erzielt, um einen Soziallohn handeln könnte. Die Versicherte schöpft zwar, da sie zurzeit lediglich in einem Pensum von 40 % für die genannte Firma tätig ist, ihre Arbeitsfä higkeit nicht vollständig aus, denn gemäss gutachterlicher Beurteilung ist ihr die Verrichtung der jetzigen Tätigkeit in einem Pensum von 50 % zumutbar. Da die B.____ AG aber bestätigt hat, d ass sie die Versicherte zu 100 % be- schäftigen würde, sofern es deren Gesundheitszustand zuliesse, darf auch davon ausgegangen werden, dass die Arbeitgeberin sie mit überwiegender W ahrscheinlichkeit auch in dem von Sei- ten der Gutachter als zumutbar erachteten Pensum von 5 0 % beschäftigen würde, wenn sich die Versicherte dazu in der Lage sehen würde. Wie die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung zu Recht festhält, darf unter diesen Umständen bei der Berechnung des Invalideneinkommens das auf einem 40 %-Pensum basierende tatsächliche Gehalt a uf den Lohn hochgerechnet werden, den die Versicherte im zumutbaren Pensum von 50 % be i der B.____ AG erzielen würde (vgl. zum ganzen auch Urteil A. des Bundesgerichts vom 11. Feb ruar 2013, 9C_720/2012, insbes. E. 2). 5.7 Entsprechend dem zumutbaren Arbeitspensum von 50 % bzw. einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % beträgt das von der Versicherten bei der jetzige n Arbeitgeberin erzielbare Invaliden- einkommen die Hälfte des Valideneinkommens, welches sie be i derselben Arbeitgeberin im Gesundheitsfall erzielen würde. Der Invaliditätsgrad be läuft sich somit - faktisch liegt ein Pro- zentvergleich vor - auf 50 %, was den Anspruch auf eine halbe Rente ergibt. 6. Zum gleichen Ergebnis - dem Anspruch der Beschwerdefü hrerin auf ein halbe Rente - gelangt man auch aus anderweitigen Überlegungen. 6.1 Gemäss Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Be- gründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erfo rderliche Art und Schwere erreicht hat. Im Falle einer Rente gilt die Invalidität in dem Zei tpunkt als eingetreten, in dem der Anspruch nach Art. 8 Abs. 1 ATSG und Art. 4 Abs. 2 in Verbindu ng mit Art. 28 ff. IVG entsteht, das heisst frühestens, wenn die versicherte Person während eines J ahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 A TSG) gewesen und nach Ablauf die- ses Jahres zu mindestens 40 % bleibend oder für längere Ze it erwerbsunfähig (Art. 7 und 8 ATSG) ist. Nach ständiger Rechtsprechung begründet eine Verschlechterung des Gesundheits- zustandes grundsätzlich keinen neuen Versicherungsfall. Indessen entsteht bei materieller Ver- schiedenheit der Invaliditätsursachen ein neuer Versicheru ngsfall mit der Folge, dass bei- spielsweise eine der ersten Ablehnungsverfügung zugrunde liegende fehlende Versichertenei- genschaft das neue Leistungsgesuch nicht präjudiziert (Urt eil R. des Bundesgerichts vom 2. Mai 2016; 9C_592/2015, E. 3.2 mit zahlreichen Hinweisen). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Vorliegend bezog die Versicherte seit Juni 1991 ei ne Rente der IV. Eine ab ca. 2005 eingetretene Verbesserung des Gesundheitszustandes führte dazu, dass die Versicherte ab 2007 verschiedene berufliche Massnahmen und zuletzt eine U mschulung zur “Kauffrau EFZ“ absolvieren konnte. Nach deren erfolgreichem Abschluss er hielt die Versicherte eine Festan- stellung in der freien Wirtschaft, wo sie ein rentenaussch liessendes Einkommen erzielte. Dies hatte zur Folge, dass die IV-Stelle die Rente, die aufgrund der im Rahmen der beruflichen Mas- snahmen erfolgten Taggeldzahlungen seit 2007 sistiert war, mit Verfügung vom 31. Januar 2012 aufhob. Nach einer Verschlechterung des Gesundhei tszustandes meldete sich die Versi- cherte im November 2014 erneut zum Leistungsbezug bei de r IV an. Die nachfolgenden Abklä- rungen führten schliesslich zu der vorliegend angefochten en Verfügung vom 21. Februar 2018, mit welcher der Versicherten ab 1. Mai 2015 eine Viertelsrente zugesprochen wurde. 6.3 Wie vorstehend ausgeführt, wird eine gesundheitlich e Verschlechterung während lau- fender Rentenleistungen, die zu einer Erhöhung der Re nte führt, praxisgemäss nicht als neuer Versicherungsfall behandelt (vgl. E. 6.1 hiervor). Dem gegenüber ist in einer Konstellation wie der vorliegenden, in welcher eine der versicherten Per son früher zugesprochene Rente zwi- schenzeitlich aufgehoben wurde und es erst mehrere Jahre später wieder zu einer (erneuten) Rentenzusprache kommt, von einem neuen Versicherungsfall auszugehen. Nach dem oben Gesagten gilt im Falle einer Rente die Invalidität je weils in dem Zeitpunkt als eingetreten, in dem der Anspruch nach Art. 8 Abs. 1 ATSG und Art. 4 A bs. 2 in Verbindung mit Art. 28 ff. IVG entsteht. Dies war vorliegend ab 1. Mai 2015 (wieder ) der Fall. Geht man von einem neuen Versicherungsfall aus, ist bei der Ermittlung des Valid eneinkommens entscheidend, was die Versicherte in diesem Zeitpunkt des Rentenbeginns (1. Ma i 2015) nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsä chlich verdienen würde. Die Be- schwerdeführerin war damals seit Februar 2013 für die B .____ AG tätig und es darf - wie be- reits oben ausgeführt (vgl. E. 5.4 und 5.5 hiervor) - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass sie im Gesundheitsfall weite rhin - und zwar im Rahmen eines Voll- pensums (vgl. dazu E. 5.5 hiervor) - für die genannte Ar beitgeberin tätig gewesen wäre. Beim Valideneinkommen ist deshalb auf den Verdienst abzuste llen, den die Versicherte bei der B.____ AG im Rahmen eines Vollpensums erzielen würde. Bei der Berechnung des Invaliden- einkommens ist auch hier das auf einem 40 %-Pensum basier ende tatsächlich erzielte Gehalt auf den Lohn hochzurechnen, den die Versicherte im zumu tbaren Pensum von 50 % bei der B.____ AG erzielen würde. Der Invaliditätsgrad beläuft sich demnach, da faktisch wiederum ein Prozentvergleich vorliegt, auch dann auf 50 %, wenn m an von einem neuen Versicherungsfall ausgeht und die Invaliditätsbemessung in der eben geschilderten Weise vornimmt. 6.4 Folglich ist bei der Bemessung des Valideneinkommens so oder anders auf das Ein- kommen abzustellen, das die Versicherte in einem Vollpe nsum bei ihrer gegenwärtigen Arbeit- geberin, der B.____ AG, verdienen würde. Das Invalide neinkommen wiederum beläuft sich nach dem Gesagten in jedem Fall auf die Hälfte dieses Einkommens, so dass unabhängig da- von, welcher Argumentation man folgt, jeweils ein Inval iditätsgrad von 50 % und damit ein An- spruch auf eine halbe Rente resultiert. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass in Guthei ssung der Beschwerde die angefochtene Verfügung vom 21. Februar 2018 dahingeh end zu ändern ist, dass der Be- schwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Mai 2015 eine halbe Rente zuzusprechen ist. 8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdever fahrens zu befinden. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist d ie Beschwerdeführerin obsiegen- de und die IV-Stelle unterliegende Partei. 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei- gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstan zen - vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten auf erlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten er hoben werden. Der Beschwerde- führerin ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerde- führerin hat in ihrer Honorarnote vom 25. Mai 2018 f ür das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 10 Stunden und 55 Minuten ausgewiesen, was sich in Anbetracht der sich stellen- den Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelan- genden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Zud em wird in der Honorarnote der Er- satz von Auslagen in der Höhe von Fr. 90.60 geltend gem acht. Dieser Betrag beinhaltet unter anderem die Kosten von 39 Kopien, welche zu einem Ansat z von Fr. 2.-- pro Stück in Rech- nung gestellt werden. In diesem Punkt ist die Kostenno te zu korrigieren. Gemäss § 15 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 darf für Kopiaturen neben dem Honorar ein Auslagenersatz von Fr. 1.50 pro Seite berechnet werden. Somit sind der Beschwerdeführerin die in Rechnung gestellten Auslagen für 39 Kopiaturen nicht im geltend gemachten Betrag von insgesamt Fr. 78.--, sondern lediglich im Umfang von Fr. 58.50 zu erset- zen. Die weiteren Auslagen für Porti von Fr. 12.60 sind nicht zu beanstanden. Der Beschwerde- führerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 3‘015.85 (10 Stunden und 55 Minuten à Fr. 250.- + Auslagen von Fr. 71.10 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 21. Februar 2018 dahi ngehend geän- dert, dass der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Ma i 2015 eine halbe Rente zugesprochen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘015.85 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht