Abkommen vom 15. Dezember 2020 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Vereinigten Königreich von Grossbritannien und Nordirland über polizeiliche Zusammenarbeit <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/639/20211014/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/639/20211014"/><FRBRdate date="2020-12-15" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2021-10-14" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2021-10-14" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Accordo del 15 dicembre 2020 tra la Confederazione Svizzera e il Regno Unito di Gran Bretagna e Irlanda del Nord sulla cooperazione di polizia" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Abkommen vom 15. Dezember 2020 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Vereinigten Königreich von Grossbritannien und Nordirland über polizeiliche Zusammenarbeit" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Accord de coopération policière du 15 décembre 2020 entre la Confédération suisse et le Royaume-Uni de Grande-Bretagne et d’Irlande du Nord" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/639/20211014/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/639/20211014/de"/><FRBRdate date="2020-12-15" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2021-10-14" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2021-10-14" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/639/20211014/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2021/639/20211014/de/xml"/><FRBRdate date="2020-12-15" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2021-10-14" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2021-10-14" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.360.367.1 </docNumber></p><p> AS <b>2021</b> 639</p><p><i>Originaltext</i></p><p><docTitle>Abkommen<br/>zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft <br/>und dem Vereinigten Königreich von Grossbritannien <br/>und Nordirland über polizeiliche Zusammenarbeit</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 15. Dezember 2020<br/>In Kraft getreten durch Notenaustausch am 14. Oktober 2021</p><p> (Stand am 14. Oktober 2021)</p></preface><preamble><p>Die Schweizerische Eidgenossenschaft<br/>und<br/>das Vereinigte Königreich von Grossbritannien und Nordirland,</p><p>nachfolgend die «Vertragsparteien» genannt,</p><p><i>eingedenk</i> der engen, langjährig bestehenden partnerschaftlichen Zusammenarbeit der Vertragsparteien;</p><p><i>angesichts</i>des anlässlich des am 10. Juli 2019 unterzeichneten <i>Memorandum of Understanding über die verstärkte polizeiliche Zusammenarbeit und Kooperation in anderen Bereichen der Strafverfolgung sowie der Bekämpfung und Verhütung von Verbrechen und Terrorismus</i> zum Ausdruck gebrachten Wunsches, die polizeiliche Zusammenarbeit durch den Abschluss einer rechtsverbindlichen Übereinkunft zu verstärken;</p><p><i>unter Berücksichtigung</i> der geografischen Nähe des Vereinigten Königreiches von Grossbritannien und Nordirland («Vereinigtes Königreich») und der Schweizerischen Eidgenossenschaft («Schweiz»), deren gemeinsamen Werte und derselben Bedrohungen, denen sie sich gegenübersehen; </p><p><i>im Bewusstsein</i>, dass die internationale polizeiliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Vertragsparteien bei der Bekämpfung grenzüberschreitender und schwerer Kriminalität weiter umfassend verstärkt werden muss, insbesondere bei Terrorismus, organisierter Kriminalität und Wirtschaftskriminalität und anderen einschlägigen kriminellen Handlungen;</p><p><i>im Wissen</i> um den beidseitigen Nutzen einer engen Zusammenarbeit zum Schutz der Bevölkerung der beiden Vertragsparteien, ihrer Werte und Interessen und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Strukturen und Kompetenzen der jeweiligen Behörden;</p><p><i>bestrebt</i>, die freundschaftlichen Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen den Vertragsparteien fortzusetzen und zu vertiefen, und geleitet vom gemeinsamen Interesse, Terrorismus und grenzüberschreitende Kriminalität zu bekämpfen und zu verhindern sowie ihre Bevölkerung vor Schaden zu schützen;</p><p><i>darin einiggehend</i>,dass es bei der Bekämpfung und Prävention von Terrorismus und grenzüberschreitender Kriminalität von grundlegender Bedeutung ist, dass Informationen methodisch und zeitnah ausgetauscht werden und den an vorderster Front tätigen Polizeikräften in Echtzeit zur Verfügung stehen;</p><p><i>im Wissen darum</i>, dass das nationale Recht jeder Vertragspartei auf nationaler, föderaler, kantonaler, regionaler, lokaler und dezentraler Ebene getrennte und unterschiedliche Rechtssysteme umfasst;</p><p><i>in Anbetracht</i>, dass sowohl die Schweiz wie auch das Vereinigte Königreich Parteien des Übereinkommens des Europarates zum Schutz des Menschen bei der automatischen Verarbeitung personenbezogener Daten<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2002/422" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.235.1</b></ref></p></authorialNote>, der Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2006/862" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.311.54</b></ref></p></authorialNote>, Korruption<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2009/666" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.311.56</b> </ref></p></authorialNote> und gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtstoffen<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2006/76" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.812.121.03</b></ref></p></authorialNote> und psychotropen Substanzen<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1996/1752_1752_1752" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.812.121.02</b></ref></p></authorialNote>, des Abkommens über die internationale Zivilluftfahrt<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/63/1377_1378_1381" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.748.0</b></ref></p></authorialNote> (Chicagoer Abkommen) sowie mehrerer internationaler Übereinkommen zur Bekämpfung des Terrorismus<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2004/303" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.353.22</b></ref></p></authorialNote> sind;</p><p><i>in Anbetracht, dass</i> die Schweiz und das Vereinigte Königreich Interpol-Mitgliedstaaten sind;</p><p><i>angesichts</i> des bestehenden wertvollen Schweizer-UK-Strategiedialogs;</p><p><i>eingedenk</i> des in den jeweiligen nationalen Gesetzen und der durch internationale Verpflichtung der Vertragsparteien zum Ausdruck kommenden Engagements, die Rechte des Einzelnen und personenbezogene Daten zu schützen;</p><p><i>unbeschadet</i> anderer internationaler Abkommen, an denen eine der Vertragsparteien beteiligt ist, oder künftiger Beziehung der Vertragsparteien;</p><p><i>und getragen</i>vom Geiste der Partnerschaft und Zusammenarbeit; </p><p>sind wie folgt übereingekommen:</p></preamble><body><chapter eId="chap_I"><num>Kapitel I: </num><heading>Zweck, Geltungsbereich und zuständige Behörden</heading><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Territorialer Geltungsbereich</heading><paragraph eId="art_1/para_1"><num>1.</num><content><p>Vorbehaltlich des Absatzes 2 dieses Artikels gilt dieses Abkommen für das Vereinigte Königreich einerseits und die Schweiz andererseits.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_2"><num>2.</num><content><p>Ungeachtet des Absatzes 1 dieses Artikels kann das Vereinigte Königreich der Schweiz notifizieren, dass dieses Abkommen auch für einige oder alle Gebiete gilt, für deren internationale Beziehungen das Vereinigte Königreich verantwortlich ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Zweck und Geltungsbereich</heading><paragraph eId="art_2/para_1"><num>1.</num><content><p>Dieses Abkommen dient der Stärkung der polizeilichen Zusammenarbeit der Vertragsparteien im Bestreben, Gefahren für die öffentliche Sicherheit abzuwehren und jegliche Verbrechensformen, insbesondere schwere Verbrechen, zu bekämpfen. Des Weiteren dient das Abkommen der Prävention, Ermittlung und Aufdeckung von Straftaten einschliesslich Terrorismus, insbesondere durch den Informationsaustausch auf strategischer und operativer Ebene und indem die zuständigen Behörden nach Massgabe ihrer nationalen Gesetze und unter Einhaltung internationaler Verpflichtungen untereinander den Kontakt pflegen. </p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>2.</num><content><p>Dieses Abkommen erstreckt sich nicht auf gegenseitige Rechtshilfe in Strafsachen, Auslieferung oder Übertragung der Strafverfolgung und Vollstreckung von Strafen in Strafverfahren.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Zuständige Behörden</heading><paragraph eId="art_3/para_1"><num>1.</num><content><p>Für die Zwecke dieses Abkommens bezeichnet der Begriff«zuständige Behörde»eine Polizeibehörde, eine Grenzkontrollbehörde oder eine andere Behörde, die aufgrund der jeweiligen nationalen Rechtsvorschriften oder gemäss dem Beschluss der Vertragsparteien und in Übereinstimmung mit den Bedingungen dieses Abkommens dafür zuständig ist, auf nationaler Ebene, auf Bundes- oder Kantonsebene, auf regionaler, lokaler oder dezentraler Ebene Hilfe zu leisten oder Informationen auszutauschen, um Straftaten einschliesslich Terrorismus vorzubeugen, zu ermitteln und aufzudecken.</p><blockList><item eId="art_3/para_1/lbl_a"><num>a) </num><blockList><listIntroduction eId="art_3/para_1/lbl_a/listintro">Seitens des Vereinigten Königreichs sind die folgenden Behörden zuständig für die Umsetzung dieses Abkommens:</listIntroduction><item eId="art_3/para_1/lbl_a/lbl_i"><num>i) </num><p>The Home Office;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_a/lbl_ii"><num>ii) </num><p>HM Revenue &amp; Customs;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_a/lbl_iii"><num>iii) </num><p>The National Crime Agency;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_a/lbl_iv"><num>iv) </num><p>Crown Prosecution Service;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_a/lbl_v"><num>v) </num><p>Serious Fraud Office;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_a/lbl_vi"><num>vi) </num><p>Polizeikräfte und benannte Strafverfolgungsbehörden des Vereinigten Königreichs sowie jede andere Einrichtung oder Organisation, die den britischen Strafverfolgungsbehörden angegliedert ist oder von ihnen eingerichtet oder beherbergt wird;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_a/lbl_vii"><num>vii) </num><p>Ministry of Defence Police;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_a/lbl_viii"><num>viii) </num><p>Public Prosecution Service for Northern Ireland;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_a/lbl_ix"><num>ix) </num><p>Crown Office and Procurator Fiscal Service.</p></item></blockList></item><item eId="art_3/para_1/lbl_b"><num>b) </num><blockList><listIntroduction eId="art_3/para_1/lbl_b/listintro">Seitens der Schweizerischen Eidgenossenschaft sind die folgenden Behörden zuständig für die Umsetzung dieses Abkommens:</listIntroduction><item eId="art_3/para_1/lbl_b/lbl_i"><num>i) </num><p>Bundesamt für Polizei (fedpol);</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_b/lbl_ii"><num>ii) </num><p>Kantonale Polizeikorps;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_b/lbl_iii"><num>iii) </num><p>Eidgenössische Zollverwaltung<authorialNote><p> Ab dem 1. Januar 2022 heisst die Eidgenössische Zollverwaltung neu Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit.</p></authorialNote>.</p></item></blockList></item><item eId="art_3/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>Die Vertragsparteien können die in Buchstaben a und b aufgeführten zuständigen Behörden im gegenseitigen schriftlichen Einvernehmen ändern.</p></item></blockList></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_II"><num>Kapitel II: </num><heading>Hauptformen der Zusammenarbeit</heading><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Bereiche der Zusammenarbeit</heading><paragraph eId="art_4/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Vertragsparteien führen nach Massgabe dieses Abkommens die Kooperationsaktivitäten durch, die von ihnen in Übereinstimmung mit den jeweiligen nationalen Gesetzen und den internationalen Verpflichtungen einvernehmlich festgelegt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_2"><num>2.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_4/para_2/listintro">Die zuständigen Behörden der Vertragsparteien arbeiten zusammen, um gegen jegliche Form von Kriminalität vorzugehen, einschliesslich aber nicht begrenzt auf:</listIntroduction><item eId="art_4/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>Terrorismus und Terrorismusfinanzierung;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>schwerer und organisierter Kriminalität;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>schweren Gewaltverbrechen;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_e"><num>e) </num><p>Beschaffungskriminalität;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_f"><num>f) </num><p>Verbrechen, die unter Verwendung digitaler Werkzeuge verübt werden, oder Internetkriminalität, einschliesslich Angriffe gegen kritische Infrastrukturen;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_g"><num>g) </num><p>Wirtschafts- und Finanzkriminalität, einschliesslich Geldwäscherei;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_h"><num>h) </num><p>Betrug gegen Einzelne, die Wirtschaft und die Regierung;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_i"><num>i) </num><p>Identitätsmissbrauch, einschliesslich Fälschung und Verfälschung, Verwendung von auf betrügerische Weise erlangten Identitätsausweisen und andere Formen des Identitätsmissbrauchs;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_j"><num>j) </num><p>Korruption;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_k"><num>k) </num><p>organisierter Schleuserkriminalität, einschliesslich Menschenhandel und Menschenschmuggel;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_l"><num>l) </num><p>sexuellem Missbrauch von Kindern;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_m"><num>m) </num><p>unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln, psychotropen Substanzen und Vorläuferchemikalien;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_n"><num>n) </num><p>illegalem Handel mit Waffen, Sprengstoffen und deren Vorläuferstoffe;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_o"><num>o) </num><p>Entführung, Geiselnahme, Erpressung; sowie</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_p"><num>p) </num><p>weiteren, von den zuständigen Behörden der Vertragsparteien einvernehmlich und schriftlich festgelegten Hauptformen von Kriminalität.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Zusammenarbeit nach Massgabe dieses Abkommens erstreckt sich nicht auf politische, militärische und fiskalische Angelegenheiten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Hauptformen der Zusammenarbeit</heading><paragraph eId="art_5/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_5/para_1/listintro">In Übereinstimmung mit den Bestimmungen dieses Abkommens und nach Massgabe der jeweiligen nationalen Gesetze und ihrer internationalen Verpflichtungen arbeiten die zuständigen Behörden der Vertragsparteien wie folgt zusammen:</listIntroduction><item eId="art_5/para_1/lbl_a"><num>a) </num><blockList><listIntroduction eId="art_5/para_1/lbl_a/listintro">Austausch von Informationen, einschliesslich personenbezogener Daten, insbesondere über:</listIntroduction><item eId="art_5/para_1/lbl_a/lbl_i"><num>i) </num><p>Terrororganisationen, Terroristen und Terroristinnen, ihre Vorgehensweisen, Strukturen und Kontakte,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_a/lbl_ii"><num>ii) </num><p>Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_a/lbl_iii"><num>iii) </num><p>kriminelle Organisationen, deren Mitglieder, deren Vorgehensweisen, deren Strukturen und deren Kontakte,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_a/lbl_iv"><num>iv) </num><p>Arten von Betäubungsmitteln und psychotropen Substanzen, deren Vorläuferstoffe und Komponenten, Orte und Herstellungsverfahren, sowie Vertriebskanäle und Mittel, einschliesslich Verschleierungstechniken, die von Drogenhändlern verwendet werden,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_a/lbl_v"><num>v) </num><p>gesetzliche und wissenschaftliche Instrumente zur Verbrechensbekämpfung, einschliesslich Austausch analytischer Informationen über kriminelle und terroristische Bedrohungen,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_a/lbl_vi"><num>vi) </num><p>Methoden zur Bekämpfung des Menschenhandels und Menschenschmuggels,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_a/lbl_vii"><num>vii) </num><p>Reisepässe und andere Identitäts- und Reisedokumente, Visa sowie Ein- und Ausreisestempel zur Identifizierung gefälschter Dokumente,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_a/lbl_viii"><num>viii) </num><p>Erkenntnisse und analytische Informationen mit Bezug zu Terrorismus und schwerwiegenden Bedrohungen durch Kriminalität, auch aus Unterlagen über internationale Reisebewegungen von Personen,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_a/lbl_ix"><num>ix) </num><p>Wirtschafts- und Finanzkriminalität, einschliesslich Betrug, Bestechung, Korruption, Geldwäscherei und die Weiterverwendung von gewaschenem Geld und die Verfolgung illegal erworbener Vermögenswerte,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_a/lbl_x"><num>x) </num><p>Waffen und Sprengstoffe, einschliesslich deren Vorläuferstoffe zwecks Identifizierung illegaler Aktivitäten wie deren Herstellung, Lagerung und Bereitstellung;</p></item></blockList></item><item eId="art_5/para_1/lbl_b"><num>b) </num><blockList><listIntroduction eId="art_5/para_1/lbl_b/listintro">Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Nutzung von Systemen und Technologien für den verbesserten Austausch von polizeirelevanten Informationen und Erkenntnissen, einschliesslich:</listIntroduction><item eId="art_5/para_1/lbl_b/lbl_i"><num>i) </num><p>Erwägung von Vereinbarungen über den vereinfachten Zugriff auf elektronische Daten,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_b/lbl_ii"><num>ii) </num><p>Entwicklung und Nutzung von Technologie, die einen raschen und effizienten Austausch von Informationen und Erkenntnissen ermöglicht,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_b/lbl_iii"><num>iii) </num><p>Führen eines strategischen Dialogs über den Aufbau von Partnerschaften mit dem öffentlichen und dem privaten Sektor, um Schwerstkriminalität zu identifizieren und zu verhindern,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_b/lbl_iv"><num>iv) </num><p>Austausch technologischen Fachwissens und Unterstützung bei der Durchführung solcher Kooperationsaktivitäten der zuständigen Behörden;</p></item></blockList></item><item eId="art_5/para_1/lbl_c"><num>c) </num><blockList><listIntroduction eId="art_5/para_1/lbl_c/listintro">Erfahrungsaustausch durch:</listIntroduction><item eId="art_5/para_1/lbl_c/lbl_i"><num>i) </num><p>Austausch über bewährte Praktiken, die im Einklang mit den nationalen Bestimmungen der jeweiligen Vertragspartei getroffen werden, um spezielle Ermittlungstechniken wie verdeckte Ermittlungen, überwachte Lieferungen und Überwachungen anzuwenden,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_c/lbl_ii"><num>ii) </num><p>Austausch bewährter Praktiken und Dialog bei zentralen Strategiefragen, in den in Artikel 4 dieses Abkommens erwähnten Zusammenarbeitsbereichen, einschliesslich der Erarbeitung von Handbüchern,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_c/lbl_iii"><num>iii) </num><p>Austausch bewährter Praktiken bei der Erstellung von Beobachtungslisten zur Sicherung von Grenzen und Verhinderung von Terrorismus,</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_c/lbl_iv"><num>iv) </num><p>Austausch bewährter Praktiken beim nationalen und internationalen Austausch von Informationen zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen;</p></item></blockList></item><item eId="art_5/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>gemeinsame fachliche Ausbildung mithilfe von Ausbildungsmodulen und durch die Entsendung von Fachleuten. Die zuständigen Behörden benennen zu diesem Zweck Kontaktstellen, die solche Ausbildungen planen und durchführen;</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_e"><num>e) </num><p>Durchführung von gemeinsamen Polizeioperationen und -massnahmen;</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_f"><num>f) </num><p>Nutzung spezieller Techniken, mit denen Kriminalität wirksam begegnet und bekämpft werden kann;</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_g"><num>g) </num><p>Massnahmen zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln, psychotropen Stoffen und illegalen Gütern;</p></item><item eId="art_5/para_1/lbl_h"><num>h) </num><p>Teilnahme, soweit möglich und sachdienlich, an multilateralen Kooperationsmechanismen wie dem International Anti-Corruption Coordination Centre und, wo sich die Möglichkeit bietet, Zusammenarbeit innerhalb multilateraler Gremien und in Netzwerken von nationalen Fachstellen zur verstärkten operativen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.</p></item></blockList></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_III"><num>Kapitel III:</num><heading>Bedingungen der Unterstützung und des Informationsaustausches</heading><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Unterstützung auf Ersuchen</heading><paragraph eId="art_6/para_1"><num>1.</num><content><p>Die zuständigen Behörden leisten einander im Rahmen ihrer Zuständigkeit und nach Massgabe der in diesem Abkommen festgelegten Bedingungen Unterstützung, vorausgesetzt, dass unter den jeweiligen nationalen Gesetzen und gemäss den internationalen Verpflichtungen der Vertragsparteien das Ersuchen nicht bei einer anderen zuständigen Behörde gestellt oder von dieser bearbeitet werden muss. </p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_2"><num>2.</num><content><p>Unterstützungsersuchen können direkt schriftlich, insbesondere via INTERPOL gestellt werden. In dringlichen Fällen kann ein Ersuchen mündlich gestellt werden; das Ersuchen muss dann so schnell wie möglich, spätestens innerhalb von 48 Stunden, schriftlich bestätigt werden, sofern dies mit den jeweiligen nationalen Gesetzen und den internationalen Verpflichtungen der Vertragsparteien vereinbar ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_3"><num>3.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_6/para_3/listintro">Unterstützungsersuchen enthalten zwingend:</listIntroduction><item eId="art_6/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>falls bekannt, die Bezeichnung der ersuchenden sowie ersuchten zuständigen Behörde;</p></item><item eId="art_6/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>erforderliche fallrelevante Informationen;</p></item><item eId="art_6/para_3/lbl_c"><num>c) </num><p>Zweck und Gründe des Ersuchens;</p></item><item eId="art_6/para_3/lbl_d"><num>d) </num><p>Beschreibung, um welche Art von Unterstützung ersucht wird;</p></item><item eId="art_6/para_3/lbl_e"><num>e) </num><p>weitere Informationen, die zur Bearbeitung des Ersuchens dienlich sind.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_4"><num>4.</num><content><p>Die zuständige Behörde der ersuchten Vertragspartei kann die Verwendung und Weitergabe der gelieferten Informationen nach Massgabe der in diesem Abkommen festgelegten Bestimmungen an Auflagen knüpfen und weitere Bedingungen stellen. Die ersuchende Vertragspartei muss diese Bedingungen erfüllen, es sei denn, beide jeweils zuständigen Behörden haben sich schriftlich darauf geeinigt, diese Bedingungen zu ändern. </p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Unaufgeforderte Unterstützung</heading><paragraph eId="art_7/para_1"><num>1.</num><content><p>Die zuständigen Behörden können einander nach Massgabe des jeweiligen innerstaatlichen Rechts und der internationalen Verpflichtungen der Vertragsparteien unaufgefordert Informationen zukommen lassen, die sie als notwendig erachten, um Verbrechen zu verhindern oder eine unmittelbare und konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit abzuwenden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>2.</num><content><p>Ist die Übermittlung oder Bearbeitung der betreffenden Informationen nicht einer anderen zuständigen Behörde vorbehalten, beurteilt die empfangende zuständige Behörde den Nutzen der erhaltenen Informationen; erachtet sie diese als unnötig, zerstört sie die Informationen oder sendet sie unaufgefordert an den Absender zurück.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_3"><num>3.</num><content><p>Die ersuchte zuständige Behörde kann hinsichtlich der Verwendung und Weitergabe der übermittelten Informationen der ersuchenden zuständigen Behörde Bedingungen auferlegen. Diese Bedingungen sind für die ersuchende zuständige Behörde verbindlich, es sei denn, beide jeweils zuständigen Behörden haben sich schriftlich darauf geeinigt, diese Bedingungen zu ändern.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Unterstützung bei Grossanlässen, schweren Katastrophen und Unfällen und in Krisensituationen</heading><paragraph eId="art_8/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_8/para_1/listintro">Die zuständigen Behörden können einander nach Massgabe des jeweiligen innerstaatlichen Rechts und der internationalen Verpflichtungen der Vertragsparteien bei Massendemonstrationen und ähnlichen Grossanlässen, schweren Katastrophen und Unfällen sowie in Krisensituationen unterstützen, indem sie unter anderem:</listIntroduction><item eId="art_8/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>einander möglichst zeitnah über Anlässe oder Ereignisse unterrichten, die grenzüberschreitende Auswirkungen oder damit zusammenhängende Entwicklungen haben können;</p></item><item eId="art_8/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>bei Ereignissen mit grenzüberschreitenden Auswirkungen die notwendigen polizeilichen Massnahmen in ihrem Hoheitsgebiet treffen und koordinieren;</p></item><item eId="art_8/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>auf Ersuchen der Vertragspartei, in deren Hoheitsgebiet ein Anlass stattfindet oder ein Ereignis eingetreten ist, diese soweit als möglich direkt unterstützen, indem sie Beamte, Fachleute und Berater entsenden und Ausrüstungsmaterial bereitstellen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_2"><num>2.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_8/para_2/listintro">Das Ersuchen um Unterstützung muss der jeweils zuständigen Behörde unterbreitet werden und die folgenden Angaben enthalten:</listIntroduction><item eId="art_8/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>die erforderlichen unterstützenden Informationen hinsichtlich des Ersuchens;</p></item><item eId="art_8/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>Beschreibung der Art der gewünschten Unterstützung;</p></item><item eId="art_8/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>Zweck und Gründe des Ersuchens, einschliesslich Angaben über die Notwendigkeit des Ersuchens aus operativer Sicht;</p></item><item eId="art_8/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>weitere sachdienliche Informationen, die zur Bearbeitung des Ersuchens dienlich sind.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_3"><num>3.</num><content><p>Die zuständigen Behörden der ersuchten Vertragspartei können einem Ersuchen entsprechen, es ablehnen oder eine andere Form der Unterstützung vorschlagen. </p></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_4"><num>4.</num><content><p>Während im Hoheitsgebiet der ersuchenden Vertragspartei Handlungen durchgeführt werden, sind die Beamten der zuständigen Behörde der ersuchten Vertragspartei handlungsbefugt und dazu ermächtigt, alle notwendigen Massnahmen zu treffen, um die ersuchte Unterstützungsleistung erbringen zu können. In diesem Zusammenhang handeln sie unter der Verantwortung, der Leitung und unter der Zuständigkeit der ersuchenden Vertragspartei und im Rahmen der ihnen nach Massgabe des innerstaatlichen Rechts der ersuchenden Vertragspartei zugewiesenen Befugnisse.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_5"><num>5.</num><content><p>Als Krisensituationen gelten unter anderem Situationen, die die zuständigen Behörden einer Vertragspartei nicht mehr mit ihren eigenen Mitteln bewältigen können oder die eine konkrete und unmittelbare Gefahr für Menschen, das Eigentum, die Infrastruktur oder Einrichtungen der anderen Vertragspartei darstellen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>Verweigerung der Unterstützung oder des Informationsaustausches</heading><paragraph eId="art_9/para_1"><num>1.</num><content><p>Die ersuchte Vertragspartei kann die Unterstützung oder den Informationsaustausch ganz oder teilweise verweigern, wenn die ersuchten zuständigen Behörden dafürhalten, dass wenn dem Ersuchen entsprochen würde, die Souveränität, Sicherheit, öffentliche Ordnung oder andere wesentliche Interessen des eignen Staates beeinträchtigt werden könnten oder es zu einem Konflikt mit dem jeweiligen nationalen Recht oder mit internationalen Verpflichtungen führen würde.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_2"><num>2.</num><content><p>Gemäss Artikel 4 Absatz 3 dieses Abkommens kann die ersuchte Vertragspartei ein Ersuchen ablehnen, wenn es sich auf eine Angelegenheit politischer, militärischer oder fiskalischer Art bezieht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_3"><num>3.</num><content><p>Die ersuchte zuständige Behörde kann ein Ersuchen ablehnen, wenn gemäss dem nationalen Recht oder den internationalen Verpflichtungen die Übermittlung oder Bearbeitung des Ersuchens einer anderen zuständigen Behörde vorbehalten ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_4"><num>4.</num><content><p>Die Unterstützung kann auch abgelehnt werden, wenn die Erledigung des Ersuchens eine übermässige Belastung bedeutet oder wenn dadurch Konflikte mit operativen Prioritäten entstehen würden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_5"><num>5.</num><content><p>Wenn möglich nimmt die ersuchte zuständige Behörde Rücksprache mit der ersuchenden zuständigen Behörde, bevor ein ablehnender Entscheid getroffen wird, um zu klären, ob die Hilfe, Unterstützung oder der Informationsaustausch an bestimmte Bedingungen geknüpft oder in einer alternativen Form gewährt werden kann.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_6"><num>6.</num><content><p>Die ersuchte Vertragspartei kann zusätzlich und in Übereinstimmung mit den Bestimmungen dieses Abkommens der ersuchten zuständigen Behörden hinsichtlich der  Verwendung und Weitergabe der gesamten oder eines Teils der von ihr geleisteten Hilfe, Unterstützung sowie des Informationsaustausches Bedingungen auferlegen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_7"><num>7.</num><content><p>Ist die ersuchende zuständige Behörde mit den Bedingungen einverstanden, unter denen ihr Hilfe gewährt wird, muss sie diese Bedingungen einhalten, es sei denn, beide jeweils zuständigen Behörden haben sich schriftlich darauf geeinigt, diese Bedingungen zu ändern.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_8"><num>8.</num><content><p>Die ersuchte zuständige Behörde informiert die ersuchende zuständige Behörde schriftlich über ihren Entscheid, das Ersuchen ganz oder teilweise abzulehnen, und nennt die Gründe. </p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_IV"><num>Kapitel IV: </num><heading>Spezifische Formen der Zusammenarbeit</heading><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Entsendung von Verbindungsbeamten</heading><paragraph eId="art_10/para"><content><p>Die zuständigen Behörden können in Übereinstimmung mit ihren jeweiligen nationalen Gesetzen und internationalen Verpflichtungen sowie im gegenseitigen Einverständnis Personal in das Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei entsenden, welches Verbindungsfunktionen erfüllt, um die Zusammenarbeit, insbesondere den Informationsaustausch und die Erledigung von Ersuchen um Unterstützung zu fördern und zu beschleunigen. Diese Verbindungsbeamten können Mitglieder des diplomatischen Personals der diplomatischen Vertretung des Entsendestaats im Empfangsstaat sein und geniessen in diesem Falle die entsprechenden Vorrechte und Immunitäten in Übereinstimmung mit dem Wiener Übereinkommen vom 18. April 1961<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1964/435_431_431" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.191.01</b></ref></p></authorialNote> über diplomatische Beziehungen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Zeugen- und Opferkooperation</heading><paragraph eId="art_11/para_1"><num>1.</num><content><p>Die zuständigen Behörden arbeiten zum Schutz von Zeugen und deren Angehörigen sowie Opfern (nachfolgend «zu schützende Personen») nach Massgabe ihres jeweiligen innerstaatlichen Rechts und ihrer internationalen Verpflichtungen zusammen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Zusammenarbeit erfolgt in Übereinstimmung mit den jeweiligen nationalen Gesetzen und internationalen Verpflichtungen und umfasst insbesondere den Austausch von Informationen, die für den Schutz von Personen nötig sind, sowie die Übernahme von zu schützenden Personen und deren Unterstützung.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_3"><num>3.</num><content><p>Zur Regelung der Modalitäten im Einzelfall hinsichtlich der Zusammenarbeit bei der Übernahme schützenswerter Personen schliessen die zuständigen Behörden eine gesonderte Vereinbarung ab.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_4"><num>4.</num><content><p>Die zu schützenden Personen, die beim ersuchenden Vertragsstaat im Zeugenschutzprogramm aufgenommen worden sind, werden nicht in das Schutzprogramm der ersuchten Vertragspartei aufgenommen. Bei der Durchführung der Zusammenarbeit im Zusammenhang mit dem Schutz dieser Personen findet das nationale Recht, einschliesslich des Einwanderungsgesetzes, der ersuchten Vertragspartei entsprechend Anwendung.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_5"><num>5.</num><content><p>Die ersuchte Vertragspartei kann bei Vorliegen schwerwiegender Gründe nach vorheriger Orientierung der ersuchenden Vertragspartei die Zusammenarbeit beenden. Die ersuchende Vertragspartei hat in solchen Fällen die Verpflichtung, die zu schützenden Personen zurückzunehmen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_6"><num>6.</num><content><p>Die zuständigen Behörden tauschen untereinander auch Informationen und bewährte Praktiken aus über ihre jeweiligen nationalen Gesetze und Verfahren bezüglich der Rechte von Opfern und Zeugen, einschliesslich Sondermassnahmen sowie Informationen über den Schutz und die Unterstützung ihrer Opfer und Zeugen in Übereinstimmung mit internationalen Instrumenten. </p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Flugsicherheitsbegleiter</heading><paragraph eId="art_12/para_1"><num>1.</num><content><p>Die zuständigen Behörden können beim Einsatz von Flugsicherheitsbegleitern (IFSOs) in Übereinstimmung mit ihren jeweiligen nationalen Gesetzen und internationalen Verpflichtungen und auf der Grundlage der Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt, soweit sie für sie verbindlich sind, zusammenarbeiten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>2.</num><content><p>Flugsicherheitsbegleiter (IFSOs) im Sinne dieses Abkommen sind entsprechend ausgebildete Beamte der von den Vertragsparteien definierten Sicherheitsbehörden, die die Aufgabe haben, die Sicherheit an Bord von Luftfahrzeugen zu gewährleisten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Zusammenarbeit kann insbesondere den Einsatz von Flugsicherheitsbegleitern auf Flügen umfassen, die vom Hoheitsgebiet eines Vertragsstaates in das Hoheitsgebiet des anderen Vertragsstaates durchgeführt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_4"><num>4.</num><content><p>Die Einzelheiten der Zusammenarbeit, insbesondere Aspekte den operativen Einsatz von Flugsicherheitsbegleitern (IFSOs) betreffend, regeln die relevanten zuständigen Behörden in einer weiteren Vereinbarung.</p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_V"><num>Kapitel V: </num><heading>Datenschutz</heading><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><heading>Verarbeitung personenbezogener Daten</heading><paragraph eId="art_13/para_1"><num>1.</num><content><p>Der Informationsaustausch im Rahmen dieses Abkommens darf stattfinden, solange die zuständigen Behörden in Übereinstimmung mit ihren nationalen Gesetzen und internationalen Verpflichtungen, einschliesslich der innerstaatlichen Anwendung dieser Gesetze, wesentliche und angemessene Garantien zum Schutz der Privatsphäre, Menschenrechte und Datensubjektrechte bieten und, wo anwendbar, hinsichtlich der Anforderungen in Bezug auf die Notwendigkeit und Verhältnismässigkeit sowie die unabhängige richterliche Aufsicht die entsprechenden Garantien vorsehen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragsparteien teilen einander jegliche materiellen Gesetzesänderungen im nationalen Recht oder Änderungen hinsichtlich ihrer internationalen Verpflichtungen mit, die die Schutzmassnahmen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten erheblich beeinflussen. </p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_3"><num>3.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_13/para_3/listintro">Wenn eine der Vertragsparteien entscheidet, dass die nationalen Gesetze und internationalen Verpflichtungen (einschliesslich der nationalen Umsetzung) der anderen Vertragspartei keinen ausreichenden Schutz mehr bieten, beenden die zuständigen Behörden der Vertragspartei, die zu diesem Schluss gekommen sind, den unter diesem Abkommen vereinbarten Austausch personenbezogener Daten bis:</listIntroduction><item eId="art_13/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>die zuständige Behörde der übermittelnden Vertragspartei alle Umstände im Zusammenhang der Übermittlung personenbezogener Daten geprüft hat und zu der Überzeugung gelangt ist, dass geeignete Garantien zum Schutz personenbezogener Daten bestehen; oder</p></item><item eId="art_13/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>die empfangende Vertragspartei oder die jeweils zuständige Behörde dieser Vertragspartei sich dazu verpflichtet, solche Daten entsprechend den Anforderungen der übermittelnden zuständigen Behörde zu schützen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_4"><num>4.</num><content><p>In den Fällen in denen Absatz 3 Anwendung findet, bemühen sich die Vertragsparteien, zu einem Einvernehmen zu gelangen, welches es den zuständigen Behörden ermöglicht, die einschlägigen Bestimmungen dieses Abkommens, die den Austausch personenbezogener Daten gestatten oder vorschreiben, weiterhin vollumfänglich anzuwenden.</p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_VI"><num>Kapitel VI:</num><heading>Rechtsverhältnisse bei Amtshandlungen einer Vertragspartei im Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei </heading><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><heading>Dienstrechtliche Stellung, Schutz, Beistand und Ausrüstung</heading><paragraph eId="art_14/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Beamten der Vertragsparteien unterstehen in ihrem Dienst- oder Anstellungsverhältnis wie auch disziplinarrechtlich den jeweiligen innerstaatlichen Vorschriften.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_14/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragsparteien garantieren den von der anderen Vertragspartei entsandten Beamten bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben denselben Schutz und Beistand wie den eigenen Beamten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_14/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Parteien regeln das Mitführen von Polizeiausrüstung wie Schusswaffen bei gemeinsamen Einsätzen und Ausbildung von Fall zu Fall.</p></content></paragraph></article><article eId="art_15"><num><b>Art. 15</b></num><heading>Zivilrechtliche Verantwortlichkeit</heading><paragraph eId="art_15/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Vertragspartei, die Beamte entsendet hat, haftet nach Massgabe des innerstaatlichen Rechts der Vertragspartei, in deren Hoheitsgebiet der Einsatz stattfindet, für den durch die Beamten bei ihrem Einsatz verursachten Schaden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragspartei, in deren Hoheitsgebiet der in Absatz 1 genannte Schaden verursacht worden ist, ersetzt diesen Schaden so, wie sie ihn ersetzen müsste, wenn ihre eigenen Beamten ihn verursacht hätten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Vertragspartei, deren Beamten im Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei jemandem einen Schaden verursacht haben, erstattet der anderen Vertragspartei den Gesamtbetrag des Schadenersatzes, den diese an die geschädigten Dritten, ihre Rechtsnachfolger, oder die in ihrem Namen handelnden Rechtsvertreter geleistet hat.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_4"><num>4.</num><content><p>Unbeschadet der Ausübung ihrer Rechte gegenüber Dritten und mit Ausnahme der Bestimmung im Absatz 3 verzichtet jede Vertragspartei im Fall des Absatzes 1 darauf, den Betrag des erlittenen Schadens geltend zu machen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_5"><num>5.</num><content><p>Die Bestimmungen in diesem Artikel gelten, sofern die Vertragsparteien nichts anderes vereinbart haben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_16"><num><b>Art. 16</b></num><heading>Strafrechtliche Verantwortlichkeit</heading><paragraph eId="art_16/para"><content><p>Bei Einsätzen nach Massgabe dieses Abkommens werden Beamte beider Vertragsparteien in Bezug auf Straftaten, die gegen sie begangen werden oder die sie selbst begehen, als Beamte derjenigen Vertragspartei betrachtet, in deren Hoheitsgebiet der Einsatz stattfindet, sofern nicht etwas anderes zwischen den Vertragsparteien vereinbart worden ist. </p></content></paragraph></article><article eId="art_17"><num><b>Art. 17</b></num><heading>Finanzielle Bestimmungen, Kosten und Verfahren</heading><paragraph eId="art_17/para_1"><num>1.</num><content><p>Jede Vertragspartei trägt die Kosten selbst, die aus der Anwendung dieses Abkommens erwachsen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_2"><num>2.</num><content><p>Die zuständigen Behörden leisten einander direkt Unterstützung, sofern ein Ersuchen um Unterstützung nach innerstaatlichem Recht nicht den Justizbehörden vorbehalten ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_3"><num>3.</num><content><p>Wenn einer zuständigen Behörde ein Unterstützungsersuchen unterbreitet wird, das teilweise oder ganz ausserhalb ihrer Zuständigkeit liegt, kann diese zuständige Behörde dabei behilflich sein, die zuständige Behörde zu ermitteln.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_4"><num>4.</num><content><p>Die ersuchte Vertragspartei trägt die üblichen Kosten, die durch das Erledigen eines Ersuchens anfallen. Sind zur Erledigung eines Ersuchens erhebliche oder aussergewöhnliche Aufwendungen erforderlich, so konsultieren die Vertragsparteien einander, um festzulegen, unter welchen Bedingungen das Ersuchen erledigt wird und auf welche Weise die Kosten getragen werden.</p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_VII"><num>Kapitel VII: </num><heading>Schlussbestimmungen</heading><article eId="art_18"><num><b>Art. 18</b></num><heading>Andere internationale Abkommen</heading><paragraph eId="art_18/para"><content><p>Durch dieses Abkommen werden die Verpflichtungen und Rechte der Vertragsparteien nicht berührt, die aus anderen internationalen, multilateralen oder bilateralen Übereinkünften herrühren, deren Vertragspartei sie sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_19"><num><b>Art. 19</b></num><heading>Durchführungs- und Umsetzungsvereinbarungen</heading><paragraph eId="art_19/para_1"><num>1.</num><content><p>Die zuständigen Behörden der Vertragsparteien können auf der Grundlage und im Rahmen dieses Abkommens und nach Massgabe ihres jeweiligen innerstaatlichen Rechts Vereinbarungen zur technischen Umsetzung der Zusammenarbeit abschliessen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_19/para_2"><num>2.</num><content><p>Die zuständigen Behörden der Vertragsparteien können solche Vereinbarungen, wenn sie obsolet sind oder dem Ziel und dem Zweck dieses Abkommens nicht länger dienen, im gegenseitigen Einvernehmen schriftlich kündigen. Dieses Recht ergänzt jegliches in diesem Abkommen oder in jeder anwendbaren Vereinbarung aufgeführte Kündigungsrecht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_20"><num><b>Art. 20</b></num><heading>Änderungen und Überarbeitung</heading><paragraph eId="art_20/para"><content><p>Dieses Abkommen kann im gegenseitigen Einvernehmen der Vertragsparteien jederzeit geändert, erweitert oder überarbeitet werden. Gebilligte Änderungen oder Überarbeitungen treten am Tag des Eingangs der letzten Notifizierung in Kraft, mit der die Vertragsparteien einander unterrichten, dass ihre internen Zustimmungsverfahren abgeschlossen sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_21"><num><b>Art. 21</b></num><heading>Beilegung von Streitigkeiten</heading><paragraph eId="art_21/para"><content><p>Die Vertragsparteien können ein Sachverständigentreffen verlangen, um Fragen oder Streitigkeiten hinsichtlich der Anwendung dieses Abkommens zu klären und Vorschläge zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit einzubringen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_22"><num><b>Art. 22</b></num><heading>Inkrafttreten, Dauer und Kündigung</heading><paragraph eId="art_22/para_1"><num>1.</num><content><p>Jede Vertragspartei unterrichtet die andere Vertragspartei schriftlich auf diplomatischem Wege über die Erfüllung der innerstaatlichen Anforderungen für das Inkrafttreten dieses Abkommens. Dieses Abkommen tritt am Tag des Erhalts der letzten schriftlichen Notifikation in Kraft, mit der die Vertragsparteien einander notifizieren, dass die nach ihrem jeweiligen Recht notwendigen Verfahren für das Inkrafttreten erfüllt sind oder zu einem späteren Zeitpunkt, welcher gemeinsam festgelegt und in den Notifikationen angegeben wird.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_22/para_2"><num>2.</num><content><p>Dieses Abkommen wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Es kann von jeder Vertragspartei durch schriftliche Mitteilung gekündigt werden. Das Abkommen tritt drei Monate nach Empfang einer solchen Mitteilung ausser Kraft.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_22/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Kündigung dieses Abkommens entbindet die Vertragsparteien oder ihre jeweiligen zuständigen Behörden nicht von der Erfüllung der im Abkommen vereinbarten Verpflichtungen den Schutz von Informationen betreffend, einschliesslich klassifizierter und sensibler Informationen, Forderungen und Verbindlichkeiten und Streitigkeiten.</p></content></paragraph></article></chapter><signature><p><i>Zu Urkund dessen</i> haben die von ihren Regierungen gehörig Bevollmächtigten dieses Abkommen unterzeichnet.</p><p>Geschehen in zwei Originalen zu Bern am 15. Dezember 2020 und zu London am 15. Dezember 2020 in zwei Urschriften, in englischer und deutscher Sprache, wobei beide Fassungen gleichermassen verbindlich sind.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für den<br/>Schweizerischen Bundesrat:<br/></p><p>Karin Keller-Sutter</p></td><td><p>Für das<br/>Vereinigte Königreich von Grossbritannien und Nordirland:</p><p>James Brokenshire</p></td></tr></table></signature></body></act></akomaNtoso>