Beschluss vom 2. November 2017 Strafkammer Besetzung Bundesstrafrichterin Joséphine Contu Albrizio, Vor- sitz, Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser und Stefan Heimgartner, Gerichtsschreiber David Heeb Parteien BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staats- anwalt des Bundes René Eichenberger, und als Privatklägerschaft: 1. C. Holding (SK.2016.12), vertreten durch Rechtsanwalt Martin Burkhardt, 2. Bank D. (SK.2016.12), vertreten durch Rechts- anwalt Ernst F. Schmid, 3. E. AG (SK.2016.12), vertreten durch Rechtsan- walt Roland Ryser, 4. F. SA en liquidation judiciaire (SK.2016.12 und SK.2017.55), vertreten durch Rechtsanwalt Tobias Zuberbühler, B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer n: SK.2016.12+SK.2017.55 - 2 - gegen 1. A. (SK.2016.12 und SK.2017.55), amtlich vertei- digt durch Rechtsanwalt Daniel U. Walder, 2. B. (SK.2016.12), amtlich verteidigt durch Rechts- anwalt Adrian Ramsauer, Gegenstand Gewerbsmässiger Betrug, Betrug, (evtl.) Gehilfen- schaft oder Anstiftung zu qualifizierter ungetreuer Ge- schäftsbesorgung bzw. zu versuchter qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, alternativ mehrfa- che, teilweise versuchte Veruntreuung bzw. Gehilfen- schaft oder Anstiftung dazu, subalternativ mehrfache, teilweise versuchte qualifizierte ungetreue Geschäfts- besorgung bzw. Gehilfenschaft oder Anstiftung dazu, qualifizierte Geldwäscherei, Urkundenfälschung (SK.2016.12) Gewerbsmässiger Betrug, alternativ mehrfache, teil- weise versuchte Veruntreuung subalternativ mehrfa- che, teilweise versuchte qualifizierte ungetreue Ge- schäftsbesorgung, qualifizierte Geldwäscherei (SK.2017.55) Rückweisung der Anklagen - 3 - Die Strafkammer erwägt: I. 1. 1.1 Die Bundesanwaltschaft erhob am 29. Februar 2016 bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts im Verfahren SV.11.0144 (Operationsname G.) Anklage ge- gen A. und B. wegen gewerbsmässigen Betrugs, Betrugs, (evtl.) Gehilfenschaft oder Anstiftung zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, alternativ mehr- facher, teilweise versuchter Veruntreuung bzw. Gehilfenschaft oder Anstiftung dazu, subalternativ mehrfacher, teilweise versuchter qualifizierter ungetreuer Ge- schäftsbesorgung bzw. Gehilfenschaft oder Anstiftung dazu, qualifizierter Geld- wäscherei und Urkundenfälschung (SK.2016.12, pag. TPF 421.100.001-270). Im Zusammenhang mit den strafbaren Handlungen nennt die Anklageschrift eine Reihe weiterer, gesondert verfolgter Personen, worunter namentlich auch die F. SA en liquidation judiciaire. Dieses Verfahren führt das Gericht unter d er Verfahrensnummer SK.2016. 12 (nachfolgend: G. 1). 1.2 Die auf den 18. April 2017 festgesetzte Hauptverhandlung im Verfahren G. 1 konnte zufolge unentschuldigter Abwesenheit von A. nicht durchgeführt werden. Der neue Termin für die Hauptverhandlung wurde auf den 20. bzw. (für den Fall der Abwesenheit von B.) auf den 27. November 2017 angesetzt (G. 1, pag. TPF 421.810.010). 2. Am 10. Oktober 2017 erhob die Bundesanwaltschaft zu einem im separa ten Strafverfahren SV.12.0021 untersuchten Teil des Anklagesachverhalts G. 1 An- klage (einzig) gegen A. wegen gewerbsmässigen Betrugs, alternativ mehrfacher, teilweise versuchter Veruntreuung bzw. subalternativ mehrfacher, teilweise ver- suchter qualifizierter ungetreuer Geschä ftsbesorgung und wegen qualifizierter Geldwäscherei (SK.2017.55, pag. TPF 24.100.001-071). Die Eingangsanzeige und Bekanntgabe des Spruchkörpers durch den Kammerpräsidenten erfolgte n am 23. Oktober 2017, nachdem der Bundesanwaltschaft Gelegenheit einge- räumt wurde, die Verfahrensakten zu vervollständigen ( SK.2017.55, pag. TPF 24.160.001 f.). Dieses Verfahren ist am hiesigen Gericht unter der Verfahrensnummer SK.2017.55 hängig (nachfolgend: G. 2). - 4 - 3. Mit Schreiben vom 27. Oktober 2017 resp. 1. November 2017 verlangen A. und die F. SA en liquidation judiciare über ihre Rechtsvertreter die Vereinigung der Verfahren G. 1 und G. 2. A. verlangt zusätzlich die Abnahme der Ladung für die auf den 20. November 2017 angesetzte Hauptverhandlung, die F. SA en liquida- tion judiciare demgegenüber die Durchführung der angesetzten Hauptverhand- lung für das gesamte vereinigte Verfahren ( SK.2017.55, pag. TPF 24.510.001- 005; pag. 24.561.001). II. 1. Gemäss Art. 328 StPO wird das Verfahren mit Eingang der Anklageschrift beim Gericht rechtshängig. Mit der Rechtshängigkeit gehen die Befugnisse im Verfah- ren auf das Gericht über. Dazu gehört insbesondere die Prüfung, ob die Ankla- geschrift und die Akten ordnungsgemäss erstellt sind (Art. 329 Abs. 1 lit. a StPO). Ergibt sich aufgrund dieser Prüfung (oder später im Verfahren), dass ein Urteil nicht ergehen kann, so sistiert das Gericht das Verfahren und weist die Anklage, falls erforderlich, zur Ergänzung oder Berichtigung an die Staatsanwaltschaft zu- rück (Art. 329 Abs. 2 StPO). Das Gericht entscheidet, ob ein sistierter Fall bei ihm hängig bleibt (Art. 329 Abs. 3 StPO). 2. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO ; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV ; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt (nicht hingegen an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde) gebunden (Immuta- bilitätsprinzip). Demnach darf der Richter innerhalb des angeklagten Sachver- halts keine Änderungen vornehmen (sog. Fixierungsfunktion; vgl. Art. 350 StPO; NIGGLI/HEIMGARTNER, in: Basler Kommentar StPO/JStPO, 2. Aufl. , Basel 2014, Art. 9 StPO N. 39). Der Anklagegrundsatz dient damit auch der Verteilung der Aufgaben zwischen den Untersuchungs - bzw. Anklagebehörden einerseits und den Gerichten andererseits (BGE 133 IV 235 E. 6.2). Er stellt sicher, dass die Person, die den Anklagevorwurf erhebt, nicht dieselbe ist, wie diejenige, die ihn zu beurteilen hat (sog. Rollentrennungsfunktion). Diese Rollentrennung und da- mit die Unparteilichkeit des Gerichts kann dadurch beeinträchtigt werden, dass die Staatsanwaltschaft ihre Rolle nicht oder nur ungenügend wahrnim mt, bei- spielsweise indem sie die Anklageschrift ungenügend formuliert (vgl. NIGGLI/ HEIMGARTNER, a.a.O., Art. 9 StPO N. 17, 21, 22 ff., 27). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise - 5 - zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genü- gend konkretisiert sind. Erforderlich ist dabei auch eine eindeutige Umschreibung des konkreten historischen Sachverhalts. Das Akkusationsprinzip bezweckt zu- gleich den Schutz der Verteidigung srechte der beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 141 IV 132 E. 3.4.1; BGE 140 IV 188 E. 1.3; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.; BGE 126 I 19 E. 2a; je mit Hinweisen). Relevant ist das Akkusationsprinzip jedoch auch mit Bezug auf die Rechtskraft des auf den Anklagesachverhalt basierenden Urteils (sog. Grund- satz der Tatidentität) sowie mit Bezug auf den Grundsatz „ne bis in idem“ (Verbot der doppelten Strafbarkeit gemäss Art. 11 StPO ; vgl. NIGGLI/HEIMGARTNER, a.a.O., Art. 9 StPO N. 38). Die beschuldigte Person muss unter dem Gesichts- punkt der Informationsfunktion aus der Anklage ersehen können, wessen sie an- geklagt ist. Das bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass der Betroffene genau weiss, welcher konkreter Handlungen er beschul- digt und wie sein Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit er sich in seiner Ver- teidigung richtig vorbereiten kann. Er darf nicht Gefahr laufen, erst an der Ge- richtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (vgl. BGE 103 Ia 6 E. 1b; Urteile 6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 , E. 2.2, nicht publ. in: BGE 141 IV 437; 6B_1073/2014 vom 7. Mai 2015, E. 1.2; 6B_344/2011 vom 16. September 2011, E. 3, je mit Hinweisen). Für die Frage de r Einhaltung des Anklagegrundsatzes massgeblich ist indessen nicht (nur), ob der Angeklagte er- kennen konnte, was ihm vorgeworfen wird, sondern auch ob Anklagebehörde und Gericht dies können (NIGGLI/HEIMGARTNER, a.a.O., Art. 9 StPO N. 46b). 3. Art. 29 StPO enthält, ge mäss der ausdrücklichen Marginalie der Bestimmung, den Grundsatz der Verfahrenseinheit. Dieses Prinzip bildet seit langem ein We- sensmerkmal des schweizerischen S traf- und Strafverfahrensrechts (BGE 138 IV 214 E. 3.2; BGE 138 IV 29 E. 3.2) . Es besagt unter anderem, nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt der sachlichen Zuständigkeit, dass mehrere Straftaten einer einzelnen Person in der Regel in einem einzigen Verfahren verfolgt und beurteilt werden. Zur Vereinigung der Verfahren ist ausreichend, dass die Person wegen mehrerer Straftaten verdächtigt, beschuldigt oder angeklagt ist ( BARTE- ZKO, in: Basler Kommentar StPO/JStPO, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 29 StPO N. 5 ff.). Der Grundsatz der Verfahrenseinheit gilt auch bei Vorliegen von Mittä- terschaft oder Teilnahme (vgl. Art. 29 Abs.1 lit. a und b StPO). Bezweckt wird die Verhinderung sich widersprechender Urteile , sei dies bei der Sachverhaltsfest- stellung, der rechtlichen Würdigung oder der Strafzumessung. Er gewährleistet somit das Gleichbehandlungsgebot ( Art. 8 B V). Überdies dient er der Pro- zessökonomie (BGE 138 IV 29 E. 3.2). - 6 - III. 1. 1.1 Die von der Bundesanwaltschaft im Verfahren G. 2 eingereichte Anklage betrifft die mutmasslich deliktische Erlangung von EUR 11 Mio. der F. SA en liquidation judiciare durch A.. Diese sollen Teil der gemäss Anklageschrift G. 1 durch A. zum Nachteil der C. Holding mutmasslich verbrecherisch erlangten EUR 100 Mio. sein. Die Anklage G. 2 betrifft somit denselben Lebensvorgang, nämlich eine „Teilmenge“ der Anklage G. 1. Eine Vereinigung der beiden Verfahren erscheint gestützt auf Art. 29 StPO sowie die dargelegte Lehre und Rechtsprechung (vgl. vorne, E. 3) daher zwingend. 1.2 Eine Vereinigung der beiden Verfahren durch das Gericht selber ist jedoch nur möglich, wenn sich der Sachverhalt ge mäss der (neueren) Anklageschrift G. 2 nahtlos in den Hauptsachverhalt gemäss der (ersten) Anklageschrift G. 1 einfügt und dabei der Anklagegrundsatz gewahrt bleibt. Gerade Letzteres ist jedoch nicht der Fall: Die Anklageschrift G. 1 wirft A. (u.a.) qualifizierte Geldwäscherei an den mut- masslich verbrecherisch erlangten EUR 100 Mio. der C. Holding vor, dies u.a. durch Vermischung der (übrig gebliebenen) EUR 89 Mio. der C. Holding mit EUR 11 Mio. der F. SA en liquidation judiciare auf einem von der F. SA en liqui- dation judiciare verwalteten Anlagefondskonto. Diesbezüglich soll A. (u.a.) ge- meinsam mit H. als damaligem (einzigem) Vertreter der F. SA en liquidation judi- ciare bandenmässig gehandelt haben. Konkret spricht die Anklageschrift G. 1 davon, dass sich A. die „Verschleierungshandlungen“ von H. „zuzurechnen“ habe (vgl. Anklage G. 1 Ziff. 1.2.5.1.13, S. 154 ff. , i.V.m. Anklage G. 1 Ziff. 1.2.4.1.4, S. 108 ff., und Anklage G. 1 Ziff. 1.2.5.6.1, S. 167). Die Anklageschrift G. 1 (S. 3 f.) bezeichnet H. sowie die F. SA en liquidation judiciare denn auch als Mitbe- schuldigte im Verfahren gegen A. und B.. Das entsprechende Verfahren gegen H. und die F. SA en liquidation judiciare wurde vom Hauptverfahren abgetrennt und ist nach wie vor bei der Bundesanwaltschaft hängig. Demgegenüber blendet die Anklageschrift G. 2 die beschriebenen mutmasslichen Geldwäschereihand- lungen von A. und H. aus und wirft A. (wiederum) qualifizierte Geldwäscherei mit Bezug auf die mutmasslich deliktisch erlangten EUR 11 Mio. der F. SA en liqui- dation judiciare als Teil der EUR 100 Mio. der C. Holding vor (unter bandenmäs- siger Begehung mit anderen, separat verfolgten Personen; vgl. Anklage G. 2, Ziff. 1.1.2.3 und Ziff. 1.1.2.4.1). Gegen A. resultiert damit eine doppelte Anklage zum identischen Lebensvorgang, zumindest in Bezug auf die EUR 11 Mio. Wei-- 7 - tere Unklarheiten schaffen die gemäss Anklage G. 1 nach Haupt-, Eventual- so- wie Alternativanklage n äusserst kompliziert dargestellten Geldwäschereivor- würfe sowie die Tatsache, dass diese in der Anklage G. 2 zwar unverändert wie- derholt werden, jedoch nur zum Tei l, so dass für den B eschuldigten wiederum teilweise doppelte Anklagen zu den identischen Vorgängen resultieren . Zudem bleibt unklar, was dem Beschuldigten letztlich „ per Saldo“ – d.h. nach Eliminie- rung der beiden Anklagen immanenten Redundanzen – vorgeworfen wird. Wür- den die Verfahren nicht vereinigt werden müssen, sondern getrennt beurteilt wer- den können, stünden der später zu beurteilenden Anklage bzgl. der identischen Vorwürfe zum selben (abgeurteilten) Lebenssachverhalt ab dem Moment der Rechtskraft des ersten Urteils die Grundsätze der „res iudicata“ und des daraus folgenden „ne bis in idem“ entgegen. Auch diese Überlegung bestätigt, dass die doppelt formulierten Anklagevorw ürfe dem Akkusationsprinzip zuwiderlaufen, unabhängig davon, ob die Verfahren zu vereinigen oder getrennt zu führen sind. 1.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die doppelte Anklage der teilweise identischen Vorwürfe ohne Vereinigung die Gefahr widersprüchlicher Entscheide schaffen sowie den Prinzipien der „res iudicata“ bzw. des „ne bis in idem“ entge- genstehen würde, eine Vereinigung jedoch das Gericht dazu zwingen würde, die Anklageschriften zu interpretieren – dies auch zufolge der sich aus der doppelten Anklage ergebenden weiteren Unklarheiten mit Bezug auf die „ per Saldo“-Vor- würfe – und den dergestalt eruierten Anklagesachverhalt selber neu zu formulie- ren. Das Gericht müsste dazu gewissermassen die Rolle des Staatsanwalts übernehmen, was unzulässig ist. Das Gericht ist an den in der Anklage umschrie- benen Sachverhalt gebunden und darf ihn nicht verändern (vgl. oben, E. II. 2) . Überdies hätte dieses Vorgehen zur Folge, dass der dem Urteil zugrundelie- gende Sachverhalt auf den vom Gericht selber interpretierten Sachverhalt basie- ren würde und damit nicht identisch wäre mit den Sachverhalten gemäss den beiden Anklageschriften. Damit aber wäre der dem Anklageprinzip ebenfalls in- härente Grundsatz der Tatidentität verletzt (siehe vorne, E. 2). 2. 2.1 Aufgrund dieser Ausführungen ergibt sich, dass die vorliegend zwingende Verei- nigung der beiden Anklageschriften nicht durch das Gericht vorgenommen wer- den kann, denn die daraus resultierende, „fusionierte“ Anklageschrift würde das Anklageprinzip in seiner Umgrenzungs- (wozu auch der Grundsatz der Tatiden- tität gehört), Fixierungs- sowie Rollentrennungsfunktion verletzen. Die Anklagen im Verfahren SK.2016.12 (G. 1) und SK.2017.55 (G. 2) sind daher an die Bun- desanwaltschaft zurückzuweisen, welche die Verfahren zu vereini gen und hie-- 8 - raus eine einzige, dem Akkusationsprinzip im Sinne der Erwägungen nachle- bende sowie den Erfordernissen gemäss Art. 325 Abs. 1 StPO genügende An- klage einzureichen haben wird. 2.2 Die im Verfahren G. 1 bereits angesetzte Hauptverhandlung ist demzufolge ab- zusagen und die Vorladungen sind abzunehmen. 2.3 Die Rückweisung erscheint auch mit Blick auf die Verjährungsfrage sowie das Beschleunigungsgebot unproblematisch: Angesichts der angeklagten Straftaten und des Tatzeitpunktes (2010 – 2011) steht eine Verjährung nicht unmittelbar bevor. Hinsichtlich des Beschleunigungsgebots muss hingegen damit gerechnet werden, dass eine das Akkusationsprinzip verletzende Vereinigung im Hauptver- fahren die Aufhebung/Rückweisung des Urteils der Strafkammer durch das Bun- desgericht zur Folge hätte, was das Verfahren in nicht einschätzbarer Weise ver- längern würde. Die Fusionierung der beiden Anklageschriften unter Ausräumung sämtlicher Unklarheiten und doppelter Anklagen durch den zuständigen Staats- anwalt dürfte sich hingegen in vergleichsweise geringer Zeit bewältigen lassen. 3. Die Anträge von A. und der F. SA en liquidation judiciare vom 27. Oktober 2017 bzw. 1. November 2017 sind zufolge Rückweisung der Anklagen gegenstands- los. Auf diese ist mithin nicht einzutreten. 4. Das Verfahren ist nach dem Gesagten zu sistieren. Die Rechtshängigkeit wird wieder auf die Bundesanwaltschaft übertragen, unter Retournierung der Akten. 5. Für diesen Entscheid sind keine Kosten zu erheben. - 9 - Die Strafkammer beschliesst: 1. Die Anklagen in den Verfahren SK.2016.12 und SK.2017.55 werden zum weite- ren Vorgehen im Sinne der Erwägungen an die Bundesanwaltschaft zurückge- wiesen. 2. Das Verfahren wird sistiert. Die Rechtshängigkeit wird zurück an die Bundesan- waltschaft übertragen, unter Retournierung der Akten. 3. Die im Verfahren SK.2016.12 auf den 20. bzw. 27 . November 2017 angesetzte Hauptverhandlung wird abgesagt und die Vorladungen werden abgenommen. 4. Auf die Anträge von A. und der F. SA en liquidation judiciare vom 27. Oktober 2017 bzw. 1. November 2017 wird zufolge Gegenstandslosigkeit nicht eingetre- ten. 5. Es werden keine Kosten erhoben. 6. Dieser Beschluss wird den Parteien mitgeteilt. Im Namen der Strafkammer des Bundesstrafgerichts Die Vorsitzende Der Gerichtsschreiber - 10 - Geht an (Gerichtsurkunde)  Bundesanwaltschaft, Herrn René Eichenberger, Staatsanwalt des Bundes  Herrn Rechtsanwalt Daniel U. Walder, Verteidiger von A. (Beschuldigter)  Herrn Rechtsanwalt Adrian Ramsauer, Verteidiger von B. (Beschuldigter)  Herrn Rechtsanwalt Martin Burkhardt, Vertreter von C. Holding (Privatklägerschaft)  Herrn Rechtsanwalt Ernst Schmid, Vertreter von Bank D. (Privatklägerschaft)  Herrn Rechtsanwalt Roland M. Ryser, Vertreter von E. AG (Privatklägerschaft)  Herrn Rechtsanwalt Tobias Zuberbühler, Vertreter von F. SA en liquidation judiciaire (Privatklägerschaft)  Frau Rechtsanwältin Tanja Knodel, Vertreterin der I. AG und J. AG (Drittbetroffene)  Herrn Rechtsanwalt Markus Wille, Vertreter der Unternehmung K. (Drittbetroffene) Geht an (Einschreiben mit AR)  Frau L. (Drittbetroffene)  Herrn Rechtsanwalt Cédric Schirrer, Vertreter der M. S.A. (Drittbetroffene) Rechtsmittelbelehrung Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge- richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdeka mmer des Bundesstrafgerichts geführt werden (Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen schriftlich und begrün- det Beschwerde bei der Beschwerdekam mer des Bundesstrafgerichts führen (Art. 135 Abs. 3 lit. a und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss- brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts; c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO).