B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2324/2013 U r t e i l v o m 1 6 . N o v e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richterin Claudia Cotting-Schalch, Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Gerichtsschreiber Martin Scheyli Parteien A._______ B._______, geboren [...], C._______ B._______, geboren [...], sowie deren Kinder D._______, geboren [...], E._______, geboren [...], F._______, geboren [...], G._______, geboren [...], und H._______, geboren [...], Türkei, vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Advokatur Kanonengasse, [...], Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 21. März 2013 D-2324/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden sind türkische Staatsangehörige kurdischer Ethnie und stammen aus I._______ (Kreis J._______, Provinz K._______). Der Ehemann (Beschwerdeführer) reiste g emäss eigenen Angaben am 16. November 2011 aus der Türkei aus und gelangte am 21. November 2011 auf illegalem Weg in die Schweiz, wo er am 22. N o- vember 2011 beim Empfangs - und Verfahrenszentrum Chiasso ein Asy l- gesuch stellte. Die Ehefrau (Beschwerdeführerin) und die fünf Kinder ve r- liessen die Türkei an einem ungenannten Datum im Januar 2013 und reisten am 18. Januar 2013 unkontrolliert in die Schweiz ein, wo sie gle i- chentags beim Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen Asylgesu- che stellten. Der Beschwerdeführer wurde durch das Bundesamt für Mig- ration (BFM) am 7. Dezember 2011 summarisch und am 4. Februar 2013 eingehend zu seinen Asylgründen befragt. Die Beschwerdeführerin wurde am 7. Februar 2013 summarisch und am 13. März 2013 eingehend zu den Gründen ihres Asylgesuchs befragt. Am 13 . März 2013 – im A n- schluss an d ie Befragung seiner Ehefrau – wurde der Beschwerdeführer ausserdem ergänzend angehört. Zwischenzeitlich wurden die Beschwer- deführenden für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton Zürich zug e- wiesen. B. B.a Anlässlich der beiden ersten durchgeführten Befragungen (summari- sche Erstbefragung und eingehende Befragung vom 4. Februar 2013) machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen Folgendes geltend: Gele- gentlich – etwa alle zwei Monate – habe er Angehörigen der PKK (Partiya Karkerên Kurdistan; Arbeiterpartei Kurdistans) dabei geholfen, die Grenze nach Syrien zu über queren, die etwa fünfzehn Kilometer von I._______ entfernt sei. Dies habe er über einen längeren Zeitraum hinweg getan, und bereits sein Vater habe früher diese Unterstützung geleistet. Im [...] 2010 habe ihn eine Person namens L._______, der ein Mitglied der PKK gewesen sei, gebeten, ihn nach Syrien zu bringen. Er habe sich mit L._______ auf den Weg gemacht, wobei sie durch einen Bruder des B e- schwerdeführers, einen Neffen namens M._______ und einen Nachbarn begleitet worden seien. Zwei oder drei Kilometer ausserhalb des Dorfs I._______ seien sie auf eine Gruppe von vier oder fünf Bewaffneten g e- troffen, bei denen es sich um Dorfschützer gehandelt habe. Diese hätten die Identitätskarte von L._______ sehen wollen, und nach einem kurzen Wortwechsel habe es eine Schiesserei gegeben. Dabei sei L._______ D-2324/2013 Seite 3 getötet worden, und der Beschwerdeführer wie auch die übrigen drei B e- gleiter seien durch Schüsse verletzt worden. Die Verletzten seien alle ins Spital nach J._______ gebracht worden, wobei er, der Beschwerdeführer, während zehn bis fünfzehn Tagen (Angabe bei der summarischen Erstbe- fragung) beziehungsweise während einer Woche (Anga be bei der eing e- henden Befragung) im Spital habe bleiben müssen. Nach seiner Entla s- sung aus dem Spital sei er nicht mehr ins Dorf zurückgekehrt, sondern di- rekt zu Verwandten nach N._______ gegangen. Wegen der Bedrohung durch die Dorfschützer sei einige Wochen später auch seine Familie von I._______ nach N._______ umgezogen. In ihrem Heimatdorf hätten sie Ländereien im Umfang von 650 Hektaren besessen, auf denen sie Pist a- zien und Getreide angebaut hätten. Da sie nach dem Vorfall nicht mehr hätten ins Dorf gehen können, hätten sie die Hälfte des Landes verkauft. Jedoch hätten sie auch in N._______ Schwierigkeiten gehabt. Die Familie von L._______ habe dem Beschwerdeführer vorgeworfen, für dessen Tod verantwortlich zu sein, und ihn unter Druck gesetzt . Er habe von Ve r- wandten L._______s mehrfach Todesdrohungen erhalten, und auch seine eigene Familie sei bedroht worden. Auch seine Kinder würden unter dem psychischen Druck leiden, und zwei von ihnen würden deswegen sto t- tern. Er habe die Türkei verlassen, weil er befürchtet habe, entweder durch die Familie von L._______ umgebracht oder von den Behörden eingesperrt zu werden. Nach seiner Ausreise aus der Türkei sei er zwe i- mal vorgeladen worden, einmal durch die Polizei und einmal durch ein Gericht, nach dem er durch eine Person namens O._______ angezeigt worden sei. Anlässlich seiner Befragungen gab der Beschwerdeführer als Beweismittel eine polizeiliche Vorladung, eine gerichtliche Vorladung s o- wie Internetausdrucke zweier türkischer Zeitungsartikel zu den Akten. B.b Die Beschwerdeführerin brachte anlässlich ihrer Befragungen im We- sentlichen vor, sie sei mit den Kindern ihrem Ehemann gefolgt. Dieser ha- be schwerwiegende Probleme gehabt, über welche man im Internet nach- lesen könne, wenn man den Ortsnamen des Heimatdorfs der Beschwe r- deführenden eingebe. Nach der Ausreise ihres Ehemann es sei sie mehr- mals durch die Polizei zu dessen Aufenthaltsort befragt worden. In Bezug auf den Vorfall vom [...] 2010 führte sie unter anderem aus, die Schiess e- rei habe sich inmitten des Dorfs, etwa hundert Meter von ihrem Woh n- haus entfernt, ereignet. Ab gesehen von ihrem Ehemann und seinen B e- gleitern seien auch Kinder und ein weiterer Dorfbewohner verletzt wo r- den. Ihr Ehemann sei nur während einer Nacht im Spital gewesen, da er nicht sehr schwer verletzt gewesen sei. Danach sei er wieder nach Hause gekommen. Nach dem Vorfall sei während eines Monats die Gendarm e-D-2324/2013 Seite 4 rie im Dorf gewesen, wobei sie fünf oder sechs Personen verhaftet habe. Es habe sich dabei um die Dorfschützer und andere Personen gehandelt, die geschossen hätten. Sie selbst sei von der Gendarmeri e nicht befragt worden; aber ihr Ehemann wie auch dessen Brüder und Schwestern se i- en verhört worden. Ihr Ehemann sei bereits vor dem Ereignis vom [...] 2010 durch die Dorfschützer bedroht worden, weil er "die Partei" unte r- stützt habe; nachdem ein Mensch ge storben sei, hätten sie jedoch nicht mehr weiter im Dorf bleiben können. Nach dem Wegzug nach N._______ habe ihr Ehemann auch dort Probleme gehabt. Die Familie des Getöteten habe ihm vorgeworfen, für dessen Tod verantwortlich zu sein, da er nicht genügend vorsichtig gewesen sei. Sie, die Beschwerdeführerin, selbst und ihre Kinder seien allerdings nie bedroht worden. Gegen ihren Eh e- mann und dessen Bruder sei wegen des Vorwurfs, Personen illegal über die Grenze geschleust zu haben, in der Türkei ein Gerichtsv erfahren hängig. Die Person namens O._______ sei in der Zwischenzeit wegen der Tötung von L._______ zu einer Haftstrafe von 26 Jahren verurteilt worden und befinde sich im Gefängnis. B.c Im Rahmen seiner ergänzenden Anhörung vom 13. März 2013 wurde der Beschwerdeführer mit Widersprüchen zwischen seinen Aussagen und den Angaben seiner Ehefrau konfrontiert, im Wesentlichen betreffend die genauen Umstände des Ereignisses vom [...] 2010, die Dauer seines Aufenthalts im Spital, den Zeitpunkt seines endgültigen Wegg angs nach N._______ sowie die Art der Bedrohungen gegen seine eigene Person und gegen seine Familie. Zudem wurde er dazu befragt, was er über den Aufenthaltsort von O._______ wisse. Diesbezüglich führte er aus, er wi s- se nichts von einer Verurteilung jener Person. Des Weiteren wurde er aufgefordert, sich zu dem gegen ihn in der Türkei hängigen Verfahren zu äussern. Diesbezüglich gab er an, er wisse nur, dass ein Verfahren einge- leitet worden sei und er in der Türkei gesucht werde, aber nicht, aus we l- chem Grund. Vermutlich sei dies zum einen wegen des Vorfalls vom [...] 2010 erfolgt, zum anderen weil er die PKK unterstützt und Menschen ill e- gal über die Grenze geschleust habe. C. Mit Verfügung vom 21. März 2013 (eröffnet am 25. März 2013) lehnte das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab, ordnete deren Weg- weisung aus der Schweiz an und erachtete den Vollzug als zulässig, z u- mutbar und möglich. Zur Begründung der Ablehnung der Asylgesuche führte das Bundesamt aus, die betreffenden Vorbringen seien entweder asylrechtlich nicht relevant oder nicht glaubhaft. D-2324/2013 Seite 5 D. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters an das BFM vom 10. April 2013 er- suchten die Beschwerdeführenden um Einsicht in die Verfahrensakten. Diesem Ersuchen entsprach das Bundesamt mit Schreiben vom 12. April 2013. E. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 24. April 2013 fochten die B e- schwerdeführenden die Verfügung des BFM beim Bundesverwaltungsge- richt an. Dabei beantragten sie, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe- ben, es sei ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihnen in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Undurchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihre vorläufige Aufnahme anz u- ordnen. Subeventualiter sei die Sache zur ergänzenden Feststellung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchten die Beschwerdeführenden um die Gewährung der unentgeltl i- chen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltun gsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um amtliche Übersetzung zweier mit der Beschwerde- schrift eingereichter, in türkischer Sprache abgefasste r Beweismittel (Ko- pie einer Justizakte und Schreiben einer Drittperson). F. Mit Zwischenverfügung vom 8. Mai 2013 wurden die Beschwerdefüh ren- den aufgefordert, in Bezug auf die in der Beschwerdeschrift erwähnten gesundheitlichen Probleme eines nicht namentlich genannten Kindes ei- nen medizinischen Bericht einzureichen. Weiter wurde ihnen mitgeteilt, über ihr Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und weitere prozessu- ale Anträge werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden. G. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 10. Ju ni 2013 übermittelten die Beschwerdeführenden als Beweismittel unter anderem Kopien der itali e- nischen Asylverfahrensakten eines Neffen des Beschwerdeführers, M._______, sowie eine schriftliche Erklärung einer Drittperson. H. Mit Eingabe des Rechtsvertreters vom 19. Juni 2013 wurde ein in türk i- scher Sprache verfasstes persönliches Schreiben des Beschwerdefü h- rers mitsamt deutscher Übersetzung eingereicht. D-2324/2013 Seite 6 I. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 22. August 2013 teilten die B e- schwerdeführenden mit, in Bezug auf ihr von gesundheitlichen Problemen betroffenes – nicht namentlich genanntes – Kind liege noch kein medizini- scher Bericht vor. J. Mit Zwischenverfügung vom 27. August 2013 wurden die Beschwerdefüh- renden erneut aufgefordert, den verlangten medizinischen Bericht einz u- reichen. K. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 11. September 2013 übermittel- ten die Beschwerdeführenden ein ärztliches Zeugnis in Bezug auf ihren Sohn F._______ und teilten mit, bezüglich des Genannten und eines wei- teren Kindes, E._______, seien schulpsychologische Abklärungen in die Wege geleitet. L. Mit Zwischenverfügung vom 24. Sep tember 2013 wurde das mit der B e- schwerdeschrift gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abgewiesen, und die Beschwerdeführe n- den wurden zur Leistung eines Kostenvorschuss es von Fr. 600. – aufge- fordert, mit Frist bis zum 9. Oktober 2013. Des Weiteren wurde das G e- such um amtliche Übersetzung der mit der Beschwerdeschrift eingereic h- ten Beweismittel in türkischer Sprache abgelehnt, und die Beschwerd e- führenden wurden aufgefordert, diese Dokumente innert gleicher Frist in eine Amtssprache des Bundes übersetzen zu lassen. M. Mit Einzahlung vom 4. Oktober 2013 leisteten die Beschwerdeführenden fristgerecht den verlangten Kostenvorschuss. N. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 9. Oktober 2013 übermittelten die Beschwerdeführenden die verlangten Übersetzungen. O. Mit Eingabe vom 1. November 2013 ersuchten die Beschwerdeführenden durch ihren Rechtsvertreter um amtliche medizinische Begutachtung ihrer Kinder. D-2324/2013 Seite 7 P. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 7. November 2013 übermittelten die Beschwerdeführenden in Bezug auf ihre Kinder F._______ und E._______ zwei schulpsychologische Fachberichte. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden gegen Verf ü- gungen, die gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM erlassen worden sind, entscheidet das Bu n- desverwaltungsgericht grundsätzlich (mit Ausnahme von Verfahren betref- fend Personen, gegen die ein Auslieferungsersuchen des Staates vo r- liegt, vor welchem sie Schutz suchen) endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet - zung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt we r- den (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2. Die Beschwerdeführenden sind legitimiert; auf ihre frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Ras - se, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachtei - len ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausge - setzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefähr -D-2324/2013 Seite 8 dung von Leib, Leben od er Freiheit sowie Massnahmen, die einen uner - träglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei sen oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flücht lings- eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor - bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich w i- dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgebli ch auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM stützte die Ablehnung der Asylgesuche in der angefocht e- nen Verfügung auf die Einschätzung, die Vorbringen der Beschwerdefüh- renden seien entweder asylrechtlich nicht relevant oder nicht glaubhaft . Dabei führte das Bundesamt zur Begründung des Mangels an asylrechtli- cher Relevanz unter anderem aus, zwar sei der Beschwerdeführer in der Türkei unter dem Vorwurf der Verwicklung in ein Tötungsdelikt mit einer strafrechtlichen V erfolgung konfrontiert . Jedoch handle es sich um ein rechtsstaatlich legitimes Ver fahren, da keinerlei Anhaltspunkte dafür g e- geben sei en, die Strafverfolgung gehe auf politische oder andere asy l- rechtlich relevante Gründe zurück. Bezüglich der Frage der Glaubhaftig- keit der Vorbringen stellte das Bundesamt fest, die Beschwerdeführenden hätten bei ihren Anhörungen zu wesentlichen Punkten widersprüchliche Angaben gemacht. 4.2 Zunächst ist festzustellen, dass die Aussagen der Beschwerdeführen- den anlässlich ihrer Anhörungen in der Tat von zahlreichen Widerspr ü- chen und weiteren Unstimmigkeiten geprägt sind. 4.2.1 So ist zunächst in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden in Bezug auf den Zeitpunkt ihres We g- zugs aus dem Heimatdorf I._______ nach N._______ unterschiedliche Angaben machten. So gab der Beschwerdeführer an, er sei nach der be- waffneten Auseinandersetzung vom [...] 2010, bei welcher er verletzt wor- den sei, während einer Woche im Spital gewe sen. Anschliessend sei er direkt zu Verwandten nach N._______ gegangen, wobei er nicht mehr ins Dorf zurückgekehrt sei (Protokoll der Zweitbefragung des Beschwerd e- führers, S. 9). Demgegenüber sagte die Beschwerdeführerin aus, ihr Ehemann – den sie dabei begleite t habe – sei während einer Nacht im D-2324/2013 Seite 9 Spital gewesen und dann wieder nach Hause ins Dorf gekommen ( Proto- koll der Zweitbefragung der Beschwerdeführerin, S. 6). Darüber hinaus brachte der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung vor (entspre- chendes Protokoll, S. 7), am Tag des genannten Vorfalls sei er mit seinen Begleitern mit einem Auto unterwegs gewesen, wobei er das Fahrzeug gelenkt habe. Demgegenüber machte er bei der Zweitbefragung (entspre- chendes Protokoll, S. 8) geltend, er und seine Begleiter seien zum Zeit- punkt des Zwischenfalls zu Fuss unterwegs gewesen . Zu den weiteren Umständen des Vorfalls vom [...] 2010 führte er bei der Erstbefragung (entsprechendes Protokoll, S. 7) weiter aus, es seien Freunde von der Partei (sinngemäss: der PKK) aus Syrien gekommen; er habe diese Freunde zu sich nach Hause gebracht, und am nächsten Tag habe sich der Zwischenfall ereignet. Demgegenüber legte er im Rahmen der Zwei t- befragung (entsprechendes Protokoll, S. 5) dar, am Tag des Zwischenfalls sei es darum gegangen, L._______ nach Syrien zu begleiten. Ferner gab der Beschwerdeführer einerseits zu Protokoll, es habe – abgesehen vom Zwischenfall vom [...] 2010 – mehrere Versuche gegeben, ihn zu töten; so hätten die Dorfschützer im Mai 2010 an der syrischen Grenze einen Hi n- terhalt gelegt, und im Juni oder Juli 2010 sei er mit einer Waffe bedroht worden (Protokoll der Erstbefragung des Beschwerdeführers, S. 8 f.). An- dererseits sagte der Beschwerdeführer aus, vor dem Vorfall vom [...] 2010 habe er weder mit den Dorfschützern noch mit den türkischen Behörden Probleme gehabt ( Protokoll der Zweit befragung des Beschwerdeführers, S. 12). 4.2.2 Diesen und weiteren Widersprüchen steht gegenüber, dass durch Beweismittel zweifelsfrei belegt ist, dass sich am [...] 2010 im Dorf I._______ ein bewaffneter Zwischenfall ereignete, in dessen Verlauf eine Person namens L._______ getötet wurde und mehrere weitere Personen, darunter der Beschwerdeführer, Verletzungen durch Schüsse erlitten. I n- sofern sind gewisse widersprüchliche Aussagen zwar in keiner Wei se er- klärlich – so die Frage, wie lange sich der Beschwerdeführer in Spita l- pflege befand –, ändern aber nichts an der Tatsache des Ereignisses vom [...] 2010 und der Beteiligung des Beschwerdeführers an sich. Hingegen ist angesichts der divergierenden Aussagen zwischen den Beschwerd e- führenden anzunehmen, dass sie die genauen Umstände des Vorfalls zu verschleiern versuchen. Dabei sind die Widersprüche geeignet, die Da r- stellung der Beschwerdeführenden insofern in Zweifel zu ziehen, als die Asylrelevanz des fraglichen Ereignisses und der diesbezüglich geltend gemachten Hintergründe zu beurteilen ist. Dies, indem die Widersprüche zu erheblichen Zweifeln Anlass geben, ob der Zwischenfall vom [...] 2010 D-2324/2013 Seite 10 mit den behaupteten Aktivitäten des Beschwerdeführers zugunsten der PKK – wonach er Angehörigen der Organisation beim unkontrollierten Grenzübertritt nach Syrien gehol fen habe – in einem konkreten Zusam- menhang steht. 4.2.3 Diesbezüglich ist ausserdem festzustellen, dass aufgrund der Anga- ben der Beschwerdeführenden selbst auch nicht nachvollziehbar ist, wes- halb ein solcher Zusammenhang bestehen sollte. Bei I._______ handelt es sich gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers um ein kleines Dorf mit fünfzig Familien beziehungsweise 350 bis 400 Einwohnern. Die Transporte von PKK -Angehörigen seien zwar heimlich erfolgt, da dies strafbar gewesen sei, aber auch andere Dorfbewohner hätten es getan. Davon hätten a uch die Dorfschützer gewusst ( Protokoll der Zweitbefr a- gung des Beschwerdeführers , S. 7). Die Beschwerdeführenden verm ö- gen keinen objektiv nachvollziehbaren Grund dafür an zugeben, warum ausgerechnet dieses eine Mal ein Angriff durch die Dorfschüt zer erfolgt sein soll, nachdem der Beschwerdeführer selbst, zuvor sein Vater (der im Übrigen bereits im Jahr 1995 verstarb) wie auch andere Dorfbewohner derartige Transporte offenbar seit vielen Jahren durchführten. Gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers soll der Angriff vielmehr unvermit- telt erfolgt sein (vgl. ebd., S. 7 f.), obwohl er v or dem Ereignis vom [...] 2010 mit den Dorfschützern niemals Probleme gehabt habe (ebd., S. 12). 4.3 Hinsichtlich der Frage der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen ist in ei- nem nächsten Schritt darauf einzugehen, welche Erkenntnisse sich aus den vorliegenden Beweismitteln ergeben. 4.3.1 Aus einem im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Ausdruck ei- nes Online-Artikels der türkischen Zeitung P ._______ vom [...] 2010 geht gemäss e igenen Angaben des Beschwerdeführers anlässlich seiner Zweitbefragung beziehungsweise gemäss der Übersetzung des anw e- senden Dolmetschers (entsprechendes Protokoll, S. 13) im Wesentlichen hervor, dass im Dorf I._______ bei einem Zwischenfall L._______ ums Leben gekommen sei und der Beschwerdeführer und dessen Begleiter angeschossen worden seien. Die Familie des Beschwerdeführers b e- schuldige wegen der Tat eine Familie namens O._______, mit welcher sie Streitigkeiten wegen der Bewässerung von Feldern gehabt habe. Ein wei- terer im vorinstanzlichen Verfahren abgegebener Ausdruck eines Online- Artikels des türkischen Internetportals Q._______ vom [...] 2010 ist g e- mäss Angaben anlässlich der Zweitbefragung des Beschwerdeführers i n- haltlich im Wesentlichen gleichlautend. D-2324/2013 Seite 11 4.3.2 Aus einer anlässlich der durchgeführten Anhörungen gegenüber der Vorinstanz abgegebenen Kopie eines türkischen amtlichen Dokuments geht hervor, dass der Beschwerdeführer durch das [Gericht] der Provinz K._______ zu einer Gerichtsverhandlung vom [...] 2012 vorgeladen wu r- de. Aus der Vorladung ergibt sich ausserdem, dass diese im Zusamme n- hang mit einem Tötungsdelikt erfolgte und eine Person namens O._______ als Kläger genannt wird. Aus einem weiteren, vom [...] 2011 datierenden Dokument geht ausserdem hervor, dass der Beschwerdefüh- rer zu einer polizeilichen Befragung vorgeladen wurde. 4.3.3 Aus einer mit der Beschwerdeschrift eingereichten und mit Eingabe vom 9. Oktober 2013 mit einer deutschen Übersetzung versehenen A n- klageschrift der Oberstaatsanwaltschaft vo n J._______ vom [...] 2012 geht im Wesentlichen hervor, dass der Beschwerdeführer, die Person na- mens O._______ sowie sechzehn weitere Personen wegen einer am [...] 2010 im Dorf I._______ erfolgten Streitigkeit angeklagt wurden. Dabei lautete die Anklage gegen den Beschwerdeführer auf einfache Kör - perverletzung mittels einer Waffe; die Anklage gegen O._______ lautete auf Kauf, Besitz sowie Tragen von Waffen oder Munition in erheblicher Menge sowie Bedrohung mit einer Waffe. Dabei wurde in der Anklag e- schrift festgestellt, am [...] 2010 sei in I._______ zwischen den Angeklag- ten, die bereits zuvor wegen eines Grundstücks in Konflikt gewesen se i- en, ein Streit ausgebrochen. Einige der Angeklagte n, unter ihnen der B e- schwerdeführer und O._______, hätten unter Verwendung von Knüppeln, Messern und Ketten gegenseitig die Straftat der einfachen Körperverle t- zung begangen. Weitere Angeklagte, unter ihnen O._______, hätten aus- serdem die Straftat der Bedrohung mit Waffen begangen. 4.3.4 Aus einem mit der Beschwerdeschrift eingereichten und mit Eing a- be vom 9. Oktober 2013 mit einer deutschen Übersetzung versehenen Schreiben einer Drittperson namens R._______ vom 16. April 2013 geht im Wesentlichen hervor, der Genannte sei am 19. Dezember 2002 verhaf- tet worden, als er sich in der Stadt Van den Guerilleros habe anschliessen wollen. In jener Zeit habe er gehört, dass auch sein Arbeitskollege A._______ B._______ aus I._______ an diesen Aufgaben teilgenommen habe. Er k enne die Familie B._______ persönlich. Es handle sich um e i- ne patriotische Familie, die an den Bestrebungen teilnehme. 4.3.5 Aus einem mit Eingabe vom 10. Juni 2013 eingereichten weiteren Schreiben von R._______ vom 29. April 2013 geht im Wesentlichen he r- vor, der Genannte sei ein Gefährte von A._______ B._______ aus dem D-2324/2013 Seite 12 Widerstand in der Türkei. Er habe diesen erstmals Ende des Jahres 2002 getroffen. A._______ B._______ sei in der örtlichen Gruppe der PKK d a- für bekannt gewesen, dass er Personen über die Grenze g eholfen und sie mit Verpflegung und Unterkunft unterstützt habe. Solche Personen seien in der Region selten, und man kenne diese Vertrauensleute inner- halb der Organisation genau. Bereits A._______ B._______s Vater habe diese Aktivität ausgeführt. 4.3.6 Mit Eingabe vom 10. Juni 2013 reichten die Beschwerdeführenden Kopien des Asylentscheids der zuständigen italienischen Behörden in Be- zug auf M._______, eines diesbezüglichen Anhörungsprotokolls sowie eines Identitätsausweises ein. Dabei ergibt sich aus dem Asylentscheid vom 16. Oktober 2012, dass das Asylgesuch von M._______ durch die italienischen Behörden abgelehnt, dem Genannten jedoch gleichzeitig ein humanitärer Aufenthaltsstatus zugesprochen wurde. Aus den betreffe n- den Akten ergibt sich ausserdem, dass M._______ sein Asylgesuch g e- genüber den italienischen Behörden im Wesentlichen damit begründete, ein Onkel sei im Jahr 2002 im Irak ums Leben gekommen, und in der Folge sei sein Vater durch die türkische Polizei mehrmals kur zzeitig fest- genommen worden. Auch sei seine gesamte Familie wiederholt kontro l- liert worden. Er selbst habe wegen seiner Teilnahme an den Newroz-Fei- erlichkeiten des Jahres 2011 sowie an einer Demonstration in Istanbul am 15. Februar 2012 Probleme mit den türkischen Behörden gehabt. 4.3.7 Schliesslich wurde mit Eingabe vom 19. Juni 2013 ein persönliches Schreiben des Beschwerdeführers übermittelt. Darin wiederholt er im We- sentlichen sein Vorbringen, er habe Angehörige der PKK über die Grenze nach Syrien geführt. Dabei listete er die Namen von vier Personen und die Pseudonyme von sieben weiteren Personen auf, die er im Rahmen seiner Tätigkeit für die PKK über die Grenze begleitet habe. 4.4 Es ist festzustellen, dass dem Inhalt der soeben aufgeführten Beweis- mittel keinerlei konkrete Hinweise zu entnehmen sind, die zugunsten des zentralen Vorbringens der Beschwerdeführenden sprechen würden, das Ereignis vom [...] 2010 in I._______ sei auf einen Überfall von Dorf - schützern zurückzuführen, welcher dem Beschwerdeführer un d dessen Begleitern gegolten habe, weil sich diese als Unterstützer der PKK auf dem Weg nach Syrien befunden hätten. Vielmehr ist angesichts der ei n- gereichten Berichte türkischer Online -Medien sowie der Anklageschrift der Oberstaatsanwaltschaft von J._______ offensichtlich davon auszuge- hen, dass es sich um eine Streitigkeit zwischen Dorfbewohnern handelte, D-2324/2013 Seite 13 die keinen politischen Hintergrund aufwies, sondern mutmasslich durch einen Konflikt um Land verursacht wurde. Dabei spricht gegen die Da r- stellung der Be schwerdeführenden aufgrund der genannten Klageschrift insbesondere auch, dass die türkischen Justizbehörden offenbar gegen alle Beteiligten der gewaltsamen Auseinandersetzung gleichermassen – so insbesondere auch gegen O._______, welchen die Beschwerdefü h- renden als einen der angeblichen Dorfschützer benannt haben – strafpro- zessuale Massnahmen einleiteten. Dabei ist weder in irgendeiner Weise ersichtlich, dass der Tatvorwurf gegen den Beschwerdeführer – der sich im Übrigen lediglich auf den Tatbestand der ei nfachen Körperverletzung bezieht – aus politischen oder anderweitigen asylrechtlich relevanten Gründen konstruiert sein könnte, noch ergeben sich irgendwelche Hi n- weise darauf, der Beschwerdeführer könnte wegen seines behaupteten gelegentlichen Engagements zugunsten der PKK die Aufmerksamkeit der türkischen Strafbehörden auf sich gezogen haben. Des Weiteren e r- scheint auch die Behauptung des Beschwerdeführers als völlig haltlos , die türkischen Medien hätten den Vorfall absichtlich verfälscht dargestellt, um den Hintergrund eines Konflikts um die PKK zu vertuschen. Auch den weiteren erwähnten Beweismittel – den beiden eingereichten Vorladun- gen, den Erklärungen einer Drittperson namens R._______ sowie der persönlichen Stellungnahme des Beschwerdeführers selbst – kommt an- gesichts des Gesagten offensichtlich keine B eweistauglichkeit zu . Schliesslich ist in Bezug auf die italienischen Asylverfahrensakten von M._______, eines Neffen des Beschwerdeführers, festzuhalten, dass die- sem weder in Italien Asyl gewährt wurde (wie in der Beschwerdeschrift behauptet), noch aus dem Inhalt der Akten irgendwelche konkrete E r- kenntnisse mit Belang für die Asylvorbringen der Beschwerdeführenden abgeleitet werden können. 4.5 Zusammenfassend erweist sich das Vorbringen, der Beschwerdefü h- rer und seine Begleiter seien am [...] 2010 durch Dorfschützer angegriffen worden, weil ihn diese verdächtigt hätten, einen Angehörigen der PKK über die Grenze nach Syrien schleusen zu wollen, als nicht glaubhaft. Ebensowenig erscheint glaubhaft, der Beschwerdeführer werde durch die türkischen Justizbehörden aufgrund seiner Unterstützung der PKK stra f- rechtlich verfolgt. Vielmehr ist mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Strafverfolgung des Beschwerdeführers durch ein legitimes Verfolgungsinteresse des türkischen Staats motiviert ist, indem er wegen seiner Beteiligung an einer mit Waffengewalt ausg e- tragenen Streitigkeit zwischen Dorfbewohnern zur Rechenschaft gezogen werden soll. Soweit gegen den Beschwerdeführer in der Türkei tatsäch-D-2324/2013 Seite 14 lich ein Strafverfahren hängig ist, liegt somit keine asylrechtlich relevante Verfolgung vor. 4.6 Schliesslich ist auf das Vorbringen einzugehen, der Beschwerdeführer werde durch die Familie des getöteten L._______, welcher ein PKK- Militanter gewesen se i, bedroht. Diesbezüglich ist zum einen festzuste l- len, dass in keiner Weise nachvollziehbar ist, weshalb die Familie dem Beschwerdeführer einen Vorwurf machen sollte, wäre L._______ tatsäch- lich durch Dorfschützer – Angehörige einer durch den türkischen Sta at verpflichteten lokalen Miliz – getötet worden. Zudem vermochte der B e- schwerdeführer im Rahmen seiner Anhörungen auch auf wiederholte Nachfrage nicht zu sagen, in welcher Weise er durch die Familie von L._______ unter Druck gesetzt worden sei ( vgl. Protokoll der Zweitbefra- gung des Beschwerdeführers, S. 10). Indessen kann im Ergebnis offe n- bleiben, ob der Beschwerdeführer – und allenfalls auch seine Familienan- gehörigen, was jedoch durch die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer A n- hörungen bestritten wur de – durch die Angehörigen von L._______ tat- sächlich bedroht wurde. Festzustellen ist nämlich, dass eine solche Be - drohung ohnehin nicht von asylrechtlicher Bedeutung wäre, indem die Beschwerdeführenden diesbezüglich ohne weiteres staatlichen Schutz seitens der türkischen Behörden erlangen könnten. 4.7 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das BFM zutreffenderweise zur Einschätzung gelangt ist, die Beschwerdeführenden hätten keine glaub- haften und wesentlichen Asylgründe vorgebracht. Das Bundesamt hat folglich die Asylgesuche der Beschwerdeführenden zu Recht abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. auch BVGE 2009/50 E. 9 sowie EMARK 2001 Nr. 21). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach D-2324/2013 Seite 15 den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahm e von Aus- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 6.2 6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaa t entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land ge zwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizeri schen Eid- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkom- mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, u n- menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.2 Der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaffung in die Türkei ist unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig, weil die Beschwerdefüh- renden – wie zuvor dargelegt – dort keinen Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt wäre n. Aus den Vor bringen der Beschwerdeführenden ergeben sich ausserdem auch keine konkre ten und gewichtigen Anhalts- punkte für die Annahme, dass sie im Falle einer Ausschaffung in die Tü r- kei mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK verbot e- nen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, 2001 Nr. 17 S. 130 f.; aus der Praxis des Europäischen Gericht s- hofs für Menschenrechte etwa die Urteile i.S. Bensaid, Rep. 2001-I, S. 303, sowie i.S. Saadi vom 28. Februar 2008 [Grosse Kammer], B e- schwerde Nr. 37201/06, Para. 124 ff., jeweils mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei bietet zum heutigen Zeitpunkt keinen konkreten Anlass zur Annahme, den B e- schwerdeführenden drohe eine entsprechende Gefährdung. Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der asylgesetzlichen als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-2324/2013 Seite 16 6.3 6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Sind von einem allfälligen Wegwe i- sungsvollzug Kinder betroffen, so ist im Rahmen der Zumutbarkeitspr ü- fung dem Kindeswohl Rechnung zu tragen. Dabei sind unter dem Aspekt des Kindeswohls sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf e ine Wegweisung wesentlich erschei nen (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.2). 6.3.2 Die allgemeine Lage in der Türkei ist weder von Bürgerkrieg noch von allgemeiner Gewalt gekennzeichnet, so dass der Vollzug der We g- weisung dorthin grundsätzlich zumutbar erscheint. Es beste hen ferner auch sonst keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, die B e- schwerdeführenden seien bei einer Rückkehr in die Türkei einer konkr e- ten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ausgesetzt. Insbesonde- re ist auch nicht davon auszugehen, dass die Familie in der Türkei in wirt- schaftlicher Hinsicht in eine existenzbedrohende Situation gelangen wird. Gemäss eigenen Angaben der Beschwerdeführenden waren ihre fina n- ziellen Verhältnisse vor der Ausreise gut, und sie verfügen in ihrem He i- matdorf I._______ auch heute noch über Eigentum an Ländereien. Z u- dem leben in der Türkei, namentlich in den Provinzen K._______ und N._______, zahlreiche Verwandte der Beschwerdeführenden, womit sie über ein ausgedehntes und tragfähiges familiäres Netz verfügen. 6.3.3 Unter dem besonderen Blickwinkel des Kindeswohls ist schliesslich auf das Vorbringen der Beschwerdeführenden einzugehen, ihr Kind F._______ habe den Vorfall vom [...] 2010 in I._______ beobachtet und seinen Vater blutüberströmt gesehen, weswegen F._______ traumatisiert und in seiner Entwicklung retardiert sei und stottere. 6.3.3.1 Angesichts der entsprechenden Angaben in der Beschwerd e- schrift wurden die Beschwerdeführenden mit Zwischenverfügungen vom 8. Mai und vom 27. August 2013 aufgefordert, in Bezug auf die gesund- heitlichen Probleme ihres einen – damals namentlich noch nicht genan n- ten – Kindes einen medizinischen Bericht einzureichen. Mit Eingabe vom 10. Juni 2013 teilten die Beschwerdeführenden diesbezüglich mit, es sei noch kein ärztlicher Bericht erstellt. Mit Eingabe vom 11. September 2013 D-2324/2013 Seite 17 reichten die Beschwerdeführenden ein ärztliches Zeugnis einer Spezia l- ärztin für Kinder und Jugendliche vom 6. September 2013 in Bezug auf F._______ sowie Kopie n zweier vom 10. September 2013 datieren der Anmeldungen zu ei ner schulpsychologischen Abklärung in Bezug auf F._______ sowie das Kind E._______ ein. Aus dem genannten ärztlichen Zeugnis geht im Wesentlichen Folgendes hervor: Die betreffende Ärztin habe F._______ einmal, am 21. Mai 2013, gesehen. Das Kind sei ihr w e- gen Sprachstörungen nach einem Trauma zugewiesen worden. Die E l- tern hätten nicht genauer über die Art des Traumas sprechen wollen, son- dern lediglich erwähnt, dass F._______ im Heimatdorf bei einer Schiesse- rei zugesehen habe. Seither leide F._______ an eine r Sprachstörung, mutmasslich Stottern. Aus der genannten Anmeldung zu einer schulps y- chologischen Abklärung – welche durch die Schule im Durchgangszen t- rum erfolgte – in Bezug auf F._______ ergibt sich im Wesentlichen Fo l- gendes: Grund der Anmeldung sei, dass F._______s Kinderärztin eine Abklärung empfohlen habe. Er könne sich nur sehr kurz konzentrieren und gerate mit anderen Kindern in Streit. Ferner kenne er – wie auch sein älterer Bruder E._______ – von zuhause aus kaum Grenzen und Regeln. Es stelle sich die Frage, ob F._______ wegen seines traumatischen E r- lebnisses eine Therapie benötige. Aus der gleichzeitigen Anmeldung zu einer schulpsychologischen Abklärung in Bezug auf E._______ geht hauptsächlich Folgendes hervor: Grund der Anmeldung seien die Schwie- rigkeiten E._______s, dem Unterricht zu folgen. Trotz seines Alters, das eigentlich der vierten Schulklasse entsprechen würde, befinde er sich e t- wa auf dem Stand eines Kindergartenschülers. Es stelle sich die Frage nach den Ursachen von E._______s Schwierigkeiten. Mit Eingabe vom 7. November 2013 reichten die Beschwerdeführenden in Bezug auf F._______ und E._______ zwei jeweils vom 30. Oktober 2013 datierende Fachberichte des schulpsychologischen Diensts der Pr imarschule S._______ ein. Daraus geht in Bezug auf F._______ wie auch auf E._______ im Wesentlichen hervor, dass in jeweils mehreren Abkl ä- rungssitzungen das schulisch relevante kognitive Potential der Kinder a b- geklärt wurde. Aufgrund sprachlicher Verständn isprobleme – zurückzu- führen auf die noch mangelhaften Deutschkenntnisse – habe kein Dialog im klassischen Sinne geführt werden können, weshalb auch keine sprachlichen Auffälligkeiten hätten beobachtet werden können. Im Übr i- gen enthalten die genannten Fachb erichte keine im vorliegenden Z u- sammenhang verwertbaren Erkenntnisse. 6.3.3.2 Mit Blick auf die eingereichten Beweismittel ist zunächst festz u- stellen, dass bis heute nicht eindeutig belegt ist, welcher Art und welchen D-2324/2013 Seite 18 Ausmasses die von den Beschwerdeführenden als Grund für die Un- durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs angeführten Probleme ihres Kindes F._______ sind. Dabei wurde der Umstand, dass trotz zweifacher Aufforderung zur Einreichung eines umfassenden medizinischen Berichts bis zum heutigen Zeitpunkt keine entsprechende Eingabe erfolgte, von den Beschwerdeführenden durch ihren Rechtsvertreter zunächst mit nicht näher erläuterten Verzögerungen und Missverständnissen begründet. Mit Eingabe vom 1. November 2013 führten sie schliesslich im Wesentlichen aus, keine der von ihnen kontaktierten psychologischen oder medizin i- schen Fachpersonen sei dazu bereit gewesen, ihre Kinder zu unters u- chen. Diese Behauptung wird einerseits nicht durch Beweismittel belegt; zum anderen ist auch nicht einsehbar, weshalb die Beschwerdeführenden – die aufgrund ihrer Aussagen im vorinstanzlichen Verfahren be treffend ihre wirtschaftliche Situation im Heimatstaat keineswegs mittellos sein dürften – keine weiteren Anstrengungen unternahmen, F._______ und al- lenfalls auch E._______ ärztlich untersuchen zu lassen und entsprechen- de Berichte einzureichen. Es ist festzuhalten, dass die Beschwerdefü h- renden damit ihrer Mitwirkungspflicht im Sinne von Art. 8 AsylG nicht in ausreichender Weise nachgekommen sind. 6.3.3.3 Mit Eingabe vom 1. November 2013 ersuchten die Beschwerd e- führenden um amtliche medizinische Begutachtung ihrer Kinder. Es stellt sich mithin die Frage, ob es als angezeigt erscheint, diesem Antrag insbe- sondere in Bezug auf das Kind F._______, allenfalls auch in Bezug auf das Kind E._______ – dessen Schwierigkeiten erstmals mit der Eingabe vom 11. September 2013 erwähnt worden sind – stattzugeben und von Amtes wegen weitere medizinische Abklärungen anzuordnen. Dies wäre zu bejahen, wenn aufgrund der bereits vor liegenden Akten ausreichende Erkenntnisse vorlägen, die auf eine gewisse Wahrscheinlichkeit des B e- stehens eines Vollzugshindernisses im Zusammenhang mit dem Kinde s- wohl schliessen liessen. Im vorliegenden Fall ist eine solche Wahrschei n- lichkeit jedoch nicht als gegeben zu erachten, womit auch keine Notwe n- digkeit weiterer medizinischer Abklärungen besteht. Angesichts der vo r- handenen Beweismittel und unter Berücksichtigung der diesbezüglichen Angaben der Beschwerdeführenden ist nämlich nicht davon auszugehen, dass es sich bei den Problemen F._______s wie auch E._______s um eine gesundheitliche Situation handelt, die aus psychiatrisch- medizinischer Sicht und unter spezifischer Berücksichtigung des Kinde s- wohls einer kon kreten Gefährdungslage gleichkommt, aus wel cher die Unzumutbarkeit des Vollzugs in die Türkei resultieren würde. Einer leich- ten bis allenfalls mittelgradige n psychischen Belastungssituation, die auf D-2324/2013 Seite 19 Erlebnisse vor der Ausreise zurückzuführen ist, lässt sich – sollte sich ei- ne entsprechende Notwendigkeit tatsächlich erweisen – auch in der Tü r- kei mit entsprechenden therapeutischen Massnahmen begegnen. Der An- trag auf Anordnung einer medizinischen Begutachtung der Kinder der Be- schwerdeführenden von Amtes wegen ist nach dem Gesagten abzuleh- nen. 6.3.3.4 Ergänzend ist im Übrigen festzuhalten, dass das beschwerdewei- se Vorbringen, F._______ sei Zeuge der Schiesserei vom [...] 2010 ge- worden, aufgrund der Aussagen der Beschwerdeführenden im Rahmen der Anhörungen im vorinstanzlichen Verfahren auch nicht frei von Zwe i- feln ist. Der Beschwerdeführer gab dabei zu Protokoll, der Vorfall habe sich z wei oder drei Kilometer ausserhalb des Dorfs I._______ ereignet, wobei er sich in Begleitung der Person namens L._______, eines na- mentlich nicht genannten Bru ders, seines Neffen M._______ und eines Nachbarn befunden habe. Gestützt darauf ist in keiner Weise erklärlich, wie F._______ das Geschehen als Zeuge hätte verfolgt haben können. Demgegenüber sagte die Beschwerdeführerin aus, die Schiesserei habe sich inmitten des Dorfs erei gnet, wobei ausser ihrem Ehemann und des- sen Begleitern auch Kinder und ein weiterer Dorfbewohner verletzt wo r- den seien. Allerdings erübrigt es sich, diesen offensichtlichen Widerspr ü- chen und der Frage, in welcher Weise F._______ und – möglicherweise – auch E._______ Zeugen des Vorfalls wurden, weiter nachzugehen, da sich daraus, wie zuvor ausgeführt, mangels Bestehens einer unter dem Zumutbarkeitsaspekt relevanten Gefährdungssituation keine kon kreten Aussagen ableiten liessen. 6.3.4 Im Übrigen sind im vorliegenden Fall keine weiteren Punkte ersicht- lich, die in Bezug auf das Kindeswohl einer Beurteilung bedürften. N a- mentlich stellen sich angesichts des kurzen Zeitraums, der seit der Einrei- se der Kinder am 18. Januar 2013 vergangen ist, keine Fragen in Bezug auf eine allfällige Sozialisation und Integration in der Schweiz. 6.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung der Beschwer- deführenden auch als zumutbar zu bezeichnen. 6.5 Schliesslich ist festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung mangels aktenkundiger objektiver Hindernisse auch möglich im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AuG ist. D-2324/2013 Seite 20 6.6 Die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung und deren Vollzug stehen somit in Übereinstimmung mit den zu beachtenden Bestimmun - gen und sind zu bestätigen. Nach dem Gesagten fällt ein e Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 7. Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten den Beschwe r- deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) . Die Kosten sind auf Fr. 600. – festzusetzen (Art. 1 –3 des Reglem ents vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs- gericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG). Des Wei- teren sind die Verfahrenskosten mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-2324/2013 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten des Verfa hrens in der Höhe von Fr. 600. – werden den B e- schwerdeführenden auferlegt und mit dem in gleicher Hö he geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Martin Scheyli Versand: