<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat klärt mit einer Informationskampagne die Schweizer Bevölkerung über die Kosten der verschiedenen Verkehrsmittel auf; dies mit dem Ziel, dass eine gut informierte Bevölkerung kostenbewusst jene Verkehrsmittel wählt (öffentlicher Verkehr, Langsamverkehr, Car-Sharing), welche in aller Regel ihr Portemonnaie am wenigsten belasten und gleichzeitig auch noch erhebliche ökologische Vorteile haben. Nach Abschluss der Kampagne evaluiert der Bundesrat deren Wirkung und bringt dem Parlament die Resultate zur Kenntnis.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund schafft grundlegende Informationen zu den finanzhaushalterischen und volkswirtschaftlichen Kosten der Verkehrsmittel. Dabei interessiert sich der Bund auch für die individuell anfallenden Mobilitätskosten, welche für die Verkehrsmittelwahl unbestreitbar eine massgebliche Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund ist das in der Motion zum Ausdruck gebrachte Anliegen nach umfassender Information der Bevölkerung verständlich. Bei näherer Prüfung einer Informationskampagne über Mobilitätskosten zeigen sich allerdings erhebliche Umsetzungsschwierigkeiten:</p><p>1. Ein Kostenvergleich kann nicht generell erfolgen, sondern nur gestützt auf die jeweilige konkrete Situation. Wesentliche Faktoren in diesem Zusammenhang sind - unter anderen - der Wohnort, die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr, das Angebot von kostengünstigen Abonnementen und das Vorhandensein von Car-Sharing-Angeboten. Im zitierten Beispiel aus der Studie des Bafu (Känzig J., Jolliet O., 2006, Umweltbewusster Konsum: Schlüsselentscheide, Akteure und Konsummodelle. Umwelt-Wissen Nr. 0616) handelt es sich um Durchschnittswerte ohne konkrete Aussagekraft für den Einzelfall.</p><p>2. Um dem Anspruch an einen objektiven Kostenvergleich im Einzelfall annähernd gerecht zu werden, müsste ein ausserordentlich aufwendiges System aufgebaut und anschliessend bewirtschaftet werden. </p><p>3. Es ist den Einzelnen grundsätzlich möglich, aufgrund der ihnen zur Verfügung stehenden Daten die Kosten, welche ihnen ihre Mobilität verursacht, selbst detailliert zu ermitteln und das Ergebnis mit den Kosten alternativer Verkehrsmittel zu vergleichen. Hier liegt ein wesentlicher Unterschied zu andern Bereichen wie der Gesundheit, wo Informationskampagnen mit dem Ziel durchgeführt werden, die Bevölkerung über mögliche negative Folgen oder Konsequenzen ihres Handelns aufzuklären, die vorerst nicht wahrnehmbar, aber zu einem späteren Zeitpunkt potenziell als Kosten in Erscheinung treten wie z. B. das Rauchen oder die Bedeutung einer gesunden Ernährung. </p><p>4. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass es schwierig sein dürfte, die effektive Wirkung der vorgeschlagenen Kampagne zu ermitteln. Eine entsprechende Untersuchung wäre jedenfalls mit erheblichem Aufwand verbunden.</p><p>Aus den angeführten Gründen ist der Bundesrat der Meinung, es solle den Fachverbänden und den Transportunternehmen überlassen werden, Angaben zur Frage der Verkehrskosten der verschiedenen Verkehrsmittel zu publizieren, welche den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern individuelle Kostenvergleiche ermöglichen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.