<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00046</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222590&amp;W10_KEY=13045547&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00046</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 25.08.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Geplante bauliche Massnahmen an einer ursprünglich vorschriftswidrigen Baute, die zufolge Ablaufs der 30-jährigen Verwirkungsfrist zu dulden ist. [Vor über 30 Jahren wurde auf einem Garagenanbau ohne Baubewilligung und unter Verstoss gegen die Bauvorschriften des entsprechenden Quartiers ein Wintergarten erstellt. Der Garagenanbau soll abgebrochen und wiederaufgebaut werden und am Wintergarten sind in diesem Zusammenhang bauliche Massnahmen geplant. Die Beschwerdegegnerin statuierte insofern eine Auflage, gegen welche sich die Beschwerdeführenden wehren.] Die 30-jährige Verwirkungsfrist für eine Anordnung der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands ist vorliegend unumstritten abgelaufen. Die Beschwerdeführenden haben daher das Recht zur Beibehaltung des bestehenden, an sich rechtswidrigen Zustands des Gebäudes ersessen (E. 3.1). Dieser ist damit zu dulden; rechtmässig wird der Zustand der Baute dadurch indes nicht. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf die Eigentümerschaft einer zu duldenden Baute diese daher zwar mit bewilligungsfrei zulässigen Massnahmen unterhalten; sie hat jedoch keinen Anspruch darauf, die Baute im Sinn einer erweiterten Besitzstandsgarantie mit bewilligungspflichtigen Massnahmen zu erneuern, teilweise zu ändern, zu erweitern oder wiederaufzubauen (E. 3.2). Bei den projektierten Arbeiten am Wintergarten handelt es sich um vorliegend unzulässige bauliche Massnahmen (E. 3.3). Die von der Beschwerdegegnerin statuierte Auflage erweist sich nach dem Gesagten als zulässig. Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAULICHE MASSNAHMEN">BAULICHE MASSNAHMEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWIRKUNGSFRIST">VERWIRKUNGSFRIST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSCHRIFTSWIDRIGE BAUTE">VORSCHRIFTSWIDRIGE BAUTE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=59260" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00046</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 1. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">25. August 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Sandra Wintsch<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Peter Sprenger, Verwaltungsrichter Daniel Schweikert, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, <br/> <br/> </span></p> <p class="MsoBodyText">beide vertreten durch RA C, </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Bausektion der Stadt ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Baubewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Parzelle Kat.-Nr. 01 am D-Weg 02 in ZÃ¼rich steht im Eigentum A und und B. Mit Bauentscheid der Bausektion der Stadt ZÃ¼rich vom 5. August 2020 wurde ihnen unter Auflagen die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r den Umbau des auf dem BaugrundstÃ¼ck befindlichen Einfamilienhauses erteilt. Betreffend einen â Ã¼ber der an das Einfamilienhaus angebauten Garage erstellten â Wintergarten wurde auflageweise ein statischer Nachweis dafÃ¼r verlangt, dass jener (wÃ¤hrend der Bauphase) in seinem Bestand (unverÃ¤ndert) bleibe bzw. erhalten werden kÃ¶nne und keine Gefahr fÃ¼r Leib und Leben darstelle.</p> <p class="Urteilstext">Am 19. April 2021 reichten A und B ein AbÃ¤nderungsgesuch ein, welches mit Bauentscheid des Amts fÃ¼r Baubewilligungen der Stadt ZÃ¼rich vom 28. Juni 2021 unter Auflagen bewilligt wurde. Gegenstand dieses Gesuchs ist insbesondere der Abbruch und Wiederaufbau der Garage. BezÃ¼glich des darauf befindlichen Wintergartens wurde deshalb neu folgende Auflage statuiert: Die Bauherrschaft habe vor Baubeginn "dem Amt fÃ¼r Baubewilligungen [...] den statischen Nachweis zu erbringen, dass der Wintergarten in seinem Bestand erhalten werden kann und keine Gefahr fÃ¼r Leib und Leben darstellt; oder den Abbruch des Wintergartens anzuzeigen".</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen gelangten A und B mit Rekurs vom 29. Juli 2021 an das Baurekursgericht des Kantons ZÃ¼rich, welches das Rechtsmittel mit Rekursentscheid vom 10. Dezember 2021 abwies.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhoben A und B am 28. Januar 2022 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich, wobei sie folgende AntrÃ¤ge stellten:</p> <p class="EinzugZitat"><span>" 1. Der Entscheid [...] des Baurekursgerichts des Kantons ZÃ¼rich vom 10. Dezember 2021 [...] sei vollumfÃ¤nglich aufzuheben und es sei die Auflage in Dispositivziffer I.1.lit. b) des Bauentscheids [â¦] der Beschwerdegegnerin vom 28. Juni 2021 wie folgt abzuÃ¤ndern bzw. zu ergÃ¤nzen:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 'dem Amt fÃ¼r Baubewilligungen den statischen Nachweis zu erbringen, dass der Wintergarten in seinem Bestand (ohne die abzubrechende Stampfbetonmauer) erhalten werden kann und keine Gefahr fÃ¼r Leib und Leben darstellt, wobei (wenn Ã¼berhaupt) nur Ã¼ber die Materialisierung und Farbgebung des Ersatzes der abzubrechenden Stampfbetonmauer separat zu entscheiden sein wird;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>oder</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>den Abbruch des Wintergartens anzuzeigen.'</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2. Alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der Beschwerdegegnerin."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Das Baurekursgericht schloss am 8. Februar 2022 ohne weitere Bemerkungen auf Abweisung der Beschwerde. Die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich beantragte mit Beschwerdeantwort vom 7. MÃ¤rz 2022 die Abweisung der Beschwerde, wobei sie insbesondere auf ihre AusfÃ¼hrungen im Rekursverfahren verwies. A und B verzichteten am 10. MÃ¤rz 2022 auf weitere Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. </p> <p class="Urteilstext">Da auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die mit einem Einfamilienhaus Ã¼berstellte streitbetroffene Parzelle Kat.-Nr. 01 liegt in der Kernzone "E". </p> <p class="Urteilstext">Mit Bauentscheid [â¦] der Beschwerdegegnerin vom 5. August 2020 wurde den BeschwerdefÃ¼hrenden der Umbau des Einfamilienhauses unter Auflagen bewilligt. Weiter geht aus dem Entscheid hervor, dass der Ã¼ber der angebauten Garage befindliche Wintergarten ohne Baubewilligung und unter Verstoss gegen die Vorschriften des E-Gebiets â in concreto Art. 73 Abs. 3 BZO â erstellt wurde, und seit mehr als 30 Jahren besteht. BezÃ¼glich dieses Wintergartens wurde deshalb die vorstehend I Abs. 1 erwÃ¤hnte Auflage statuiert.</p> <p class="Urteilstext">Mit einem AbÃ¤nderungsgesuch vom 19. April 2021 ersuchte die Bauherrschaft um Bewilligung des Abbruchs des Garagenanbaus sowie Wiederaufbau in Form einer neuen, gleich grossen Garage: Es habe sich nÃ¤mlich herausgestellt, dass die Bausubstanz des aus den 1950er-Jahren datierenden Garagenanbaus wesentlich schlechter sei als ursprÃ¼nglich angenommen. Mit Bauentscheid [â¦] des Amts fÃ¼r Baubewilligungen vom 28. Juni 2021 wurde die entsprechende baurechtliche Bewilligung unter Auflagen erteilt; betreffend den Wintergarten enthielt der Bauentscheid nun aufgrund des geplanten Abbruchs und Wiederaufbaus der Garage die vorstehend I Abs. 2 wiedergegebene Auflage. </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese Auflage wenden sich die BeschwerdefÃ¼hrenden. Dabei geht es ihnen insbesondere um die die Metall-/Glaskonstruktion (den oberen Teil des Wintergartens) tragende Stampfbetonmauer, welche abgebrochen und (durch eine andere Konstruktion) ersetzt werden soll (vgl. das bereits erwÃ¤hnte Schreiben der BeschwerdefÃ¼hrenden vom 28. Mai 2021 an das Amt fÃ¼r Baubewilligungen, den Nachtragsplan vom 20. Juli 2021 zur Ãnderungseingabe vom 19. April 2021 und die BeschwerdeantrÃ¤ge.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Unumstritten ist vorliegend, dass es sich beim streitgegenstÃ¤ndlichen Wintergarten um eine ursprÃ¼nglich formell wie materiell rechtswidrige Baute handelt, welche indes seit mehr als 30 Jahren besteht. </p> <p class="Urteilstext">Zu prÃ¼fen ist nachfolgend, welche Auswirkungen dies im Zusammenhang mit den gemÃ¤ss AbÃ¤nderungsgesuch vom 19. April 2021 am Wintergarten geplanten Arbeiten hat (vgl. hierzu den Nachtragsplan vom 20. Juli 2021 zum AbÃ¤nderungsgesuch vom 19. April 2021. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Werden bewilligungspflichtige Bauten oder Nutzungen in Verletzung von einschlÃ¤gigen Vorschriften des Ã¶ffentlichen Rechts, namentlich des Bau- und Umweltschutzrechts, realisiert, hat die BaubehÃ¶rde grundsÃ¤tzlich den rechtmÃ¤ssigen Zustand wiederherzustellen, das heisst die vollstÃ¤ndige oder teilweise Beseitigung der Baute oder Einstellung der Nutzung zu veranlassen (§§ 340 f. des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 [PBG, LS 700.1]). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist das Recht der BaubehÃ¶rde, die Beseitigung baurechtswidriger Bauten und Anlagen anzuordnen, in Anlehnung an die Ersitzungsfrist gemÃ¤ss Art. 662 des Zivilgesetzbuchs (SR 210) grundsÃ¤tzlich auf 30 Jahre beschrÃ¤nkt (BGE 107 Ia 121 E. 1 und 136 II 359 E. 8). Eine Baubewilligung kann also nach 30 Jahren sozusagen ersessen werden: Die GrundeigentÃ¼merschaft "ersitzt" damit quasi das Recht zur <i>Beibehaltung</i> des an sich <i>rechtswidrigen Zustands des GebÃ¤udes</i> (bzw. GebÃ¤udeteils)<i> </i>â unter dem Vorbehalt besonders wichtiger Ã¶ffentlicher Interessen (BGE 107 Ia 121 E. 1a f., sowie BGr, 1C_286/2016, 13. Januar 2017, E. 5.1, beide [im letzteren Fall: gegebenenfalls] gesetzeswidrige Bauten in einer Bauzone betreffend; vgl. etwa auch VGr, 8. April 2021, VB.2020.00660, E. 5.4, sowie 19. MÃ¤rz 2020 VB.2019.00215, E. 4.3 [mit weiteren Hinweisen]; zum Ganzen auch Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch/Thomas Wipf/Daniel Kunz, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 6. A., WÃ¤denswil 2019, S. 622; Magdalena Ruoss Fierz, Massnahmen gegen illegales Bauen, ZÃ¼rich 1999, S. 62 ff. und insbesondere S. 63 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, ist vorliegend demnach der bestehende rechtswidrige Zustand der Baute grundsÃ¤tzlich zu dulden. Dies fÃ¼hrt indes â anders als bei der Ersitzung von Eigentum â nicht dazu, dass der rechtswidrige Zustand der Baute rechtmÃ¤ssig wird (BGr, 9. Juli 2019, 1C_558/2018, E. 4.3 [mit zahlreichen Hinweisen], auch zum Folgenden; in diesem Zusammenhang vgl. ferner auch Ruoss Fierz, S. 62). Die EigentÃ¼merschaft einer zu duldenden Baute darf diese daher nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zwar <i>mit bewilligungsfrei zulÃ¤ssigen Massnahmen unterhalten</i>; sie hat jedoch keinen Anspruch darauf, die Baute â im Sinne einer erweiterten Besitzstandsgarantie â mit bewilligungspflichtigen Massnahmen zu erneuern, teilweise zu Ã¤ndern, zu erweitern oder wiederaufzubauen (vgl. BGr, 11. November 2019, 1C_49/2019, E. 5 [vorletzter Absatz], und 24. Mai 2016, 1C_486/2015, E. 3.3.3 Abs. 2; ferner etwa auch VGr, 4. Oktober 2012, VB.2012.00389, E. 3).</p> <p class="Urteilstext">Denn vorliegend geht es nicht um eine <i>ursprÃ¼nglich rechtmÃ¤ssige</i>, nachtrÃ¤glich rechtswidrig gewordene Baute, bei welcher deswegen die im Vertrauen auf die bisherige Ordnung getÃ¤tigten Investitionen geschÃ¼tzt werden sollen und die infolgedessen in den Genuss der erweiterten Besitzstandsgarantie gemÃ¤ss § 357 Abs. 1 PBG kommt. Vielmehr geht es hier um eine bereits <i>bei ihrer Errichtung vorschriftswidrige </i>Baute, also einen Fall illegalen Bauens, was keinen Besitzstandsfall darstellt (vgl. hierzu Konrad Willi, Die Besitzstandsgarantie fÃ¼r vorschriftswidrige Bauten und Anlagen innerhalb der Bauzonen, ZÃ¼rich 2003, insbesondere S. 24 [zu dieser Abgrenzung] sowie S. 78 ff. [zu § 357 Abs. 1 PBG]; vgl. ferner auch Fritzsche/BÃ¶sch/Wipf/Kunz, S. 1444). </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten verhÃ¤lt es sich allerdings â entgegen den AusfÃ¼hrungen der Beschwerdegegnerin â nicht so, dass daher "jegliche VerÃ¤nderungen â auch Unterhaltsarbeiten â" am streitgegenstÃ¤ndlichen Wintergarten zu unterbleiben hÃ¤tten. Die ErwÃ¤gung (6) des verwaltungsgerichtlichen Urteils vom 16. August 2006 im Verfahren VB.2006.00016, auf welche die Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang verwies, entspricht nicht der aktuellen Praxis ([zu dieser siehe vielmehr oben Abs. 1;] [auch] der Anwendungsbereich von § 357 Abs. 1 PBG wurde durch Lehre und Rechtsprechung stetig erweitert [vgl. hierzu Fritzsche/BÃ¶sch/Wipf/Kunz, S. 1448 f. und 1452]). Die BefÃ¼rchtungen der BeschwerdefÃ¼hrenden, sie mÃ¼ssten einem Zerfall des Wintergartens tatenlos zusehen, sind damit jedenfalls unbegrÃ¼ndet.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Es stellt sich folglich die Frage, ob es sich bei den hier infrage stehenden Arbeiten am Wintergarten um bewilligungspflichtige bauliche Massnahmen oder aber um (bewilligungsfrei) zulÃ¤ssige handelt. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Die Vorinstanz kam zum Schluss, von Unterhaltsarbeiten kÃ¶nne bei den Gegenstand des eingereichten Baugesuchs bildenden Arbeiten am Wintergarten keine Rede sein. Vielmehr planten die BeschwerdefÃ¼hrenden grundlegende bauliche Massnahmen. Denn die BrÃ¼stung aus Stampfbeton, welche die Metall-/Glaskonstruktion (den oberen Teil des Wintergartens) trage und abgebrochen und wiederaufgebaut werden solle, sei ein tragender Bestandteil bzw. ein statisch wichtiges Element des Wintergartens. Auch optisch springe die Mauer ins Auge. Im Rahmen des Bauprojekts solle damit ein wesentlicher Teil der strittigen Baute abgebrochen und wiederaufgebaut werden. Im Ãbrigen sei in der geplanten Verkleinerung des Wintergartens um mehr als einen Drittel eine wesentliche VerÃ¤nderung zu sehen: Denn Erscheinungsbild und Kubatur verÃ¤nderten sich dadurch grundlegend. Zusammenfassend wÃ¼rden wesentliche Bestandteile des Wintergartens abgebrochen und weitgehend wiederaufgebaut. Derartige bauliche Massnahmen sprengten den Rahmen des Bestandesschutzes. Das Mass der zu duldenden Unterhaltsarbeiten wÃ¼rde bei Weitem Ã¼berschritten.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden halten dafÃ¼r, dass es sich um lediglich geringfÃ¼gige Arbeiten bzw. unwesentliche VerÃ¤nderungen handle.</p> <p class="Urteilstext">Den vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen ist zuzustimmen. Um einen blossen Ersatz oder eine Instandstellung mangelhafter Teile handelt es sich bei den projektierten Arbeiten offenkundig ebenso wenig wie um (kleinere) Ausbesserungsarbeiten: Angesichts dessen, dass die Stampfbetonmauer, als tragendes Bauteil des Wintergartens, abgebrochen und â im Ãbrigen anders, nÃ¤mlich neu ebenfalls als Glas-/Metallkon­struktion (so die offenkundig von den BeschwerdefÃ¼hrenden prÃ¤ferierte LÃ¶sung â wiederaufgebaut werden soll, kann von Unterhaltsarbeiten keine Rede sein (vgl. auch Fritzsche/BÃ¶sch/Wipf/Kunz, S. 348 f.; in diesem Zusammenhang ferner § 309 Abs. 3 PBG und § 1 sowie § 14 [insbesondere etwa lit. e] der Bauverfahrensordnung vom 3. Dezember 1997 [LS 700.6]). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen insbesondere geltend, es sei im Rahmen des Wiederaufbaus letztlich eine Verkleinerung des Wintergartens geplant, mit welcher folglich auch eine "Verkleinerung der Rechtswidrigkeit" einhergehe. Eine solche sei stets zulÃ¤ssig. Dass der Wintergarten im Rahmen des Wiederaufbaus tatsÃ¤chlich letztlich kleinere Masse aufweisen soll, Ã¤ndert indes am bzw. nach dem eben Dargelegten nichts. </p> <p class="Urteilstext">In diesem Verfahren geht es sodann nicht um den Lauf der Verwirkungsfrist. Die Verwirkungsfrist ist vorliegend abgelaufen, was unumstritten ist, und ein RÃ¼ckbau des Wintergartens wurde entsprechend just <i>nicht verlangt</i>. Es geht einzig um die Frage, welche Arbeiten an einer solchen ursprÃ¼nglich rechtswidrigen Baute, deren bestehender Zustand zufolge des Zeit- bzw. Fristablaufs (lediglich) beibehalten werden darf, vorgenommen werden dÃ¼rfen: GemÃ¤ss dargelegter bundesgerichtlicher Rechtsprechung haben jegliche nicht bewilligungsfreien, dem Unterhalt dienenden Arbeiten an einer solchen Baute zu unterbleiben (vgl. oben 3.2). Dass die angefÃ¼hrten FÃ¤lle der bundesgerichtlichen Rechtsprechung teilweise ausserhalb der Bauzone liegende Objekte zum Gegenstand hatten, ist insoweit im Ãbrigen nicht entscheidend. Derlei Objekte geniessen gemÃ¤ss der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung ohnehin auch nach mehr als 30 Jahren keinen Schutz vor einer behÃ¶rdlich angeordneten Wiederherstellung mehr (BGE 147 II 309 E. 5).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b>Bei den projektierten Arbeiten geht es nach dem Dargelegten um vorliegend unzulÃ¤ssige bauliche Mass­nahmen.</p> <p class="Urteilstext">Der Schluss der Vorinstanz, die die infrage stehende, von der Beschwerdegegnerin statuierte Auflage fÃ¼r zulÃ¤ssig erachtete, ist mithin nicht zu beanstanden.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens den unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrenden unter solidarischer Haftung je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 sowie § 14 VRG; Kaspar PlÃ¼ss i<span>n: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 3. A. ZÃ¼rich etc. 2014</span>, § 14 N. 6, 11 und 16). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen bei diesem Ausgang von vornherein nicht zu (vgl. § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 95.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'595.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden unter solidarischer Haftung je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (SR 173.110) erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) das Baurekursgericht;<br/> c) den Regierungsrat.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>