<!DOCTYPE html> <html> <head> <meta charset="utf-8"/><meta content="Weblaw AG Bern - https://weblaw.ch " name="publisher"/> <meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="Content-Type"/> <meta content="Die, 01 Okt 2019 10:37:43 CEST" http-equiv="last-modified"> <meta content="Die, 01 Okt 2019 10:37:43 CEST" http-equiv="date"> <meta content="AGVE 2018 - Band 71" name="description"/> <title>AGVE 2018 - Band 71</title> </meta></meta></head> <body> <!-- AGVE_PAGE_NR 1 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">504</span> </div> <div class="page" id="S504"> <span class="text"><b>71 </b> <b>Lärmimmissionen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe </b></span><br/> <span class="text">-</span><br/> <span class="text"><b>Die Belastungsgrenzwerte für Lärmimmissionen müssen auch gegen-</b></span><br/> <span class="text">über der eigenen Liegenschaft eingehalten werden (Erw. 6). </span><br/> <span class="text">-</span><br/> <span class="text"><b>Sie gelten für lärmempfindliche Räume, insbesondere auch für eine</b></span><br/> <span class="text">offene Küche, die Teil des eigentlichen Wohnraums ist (Erw. 6.2.2). </span><br/> <span class="text">Aus dem Entscheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt vom</span><br/> <span class="text">19. Februar 2018 (EBVU 17.185).</span><br/> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 2 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">505</span> </div> <div class="page" id="S505"> <div role="main"> <span class="text"><i>Aus den Erwägungen </i></span><br/> <span class="text">5. Ausgangslage und Rügen</span><br/> <span class="text">5.1</span><br/> <span class="text">Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist</span><br/> <span class="text">eine geplante Luft-Wasser-Wärmepumpe des Typs WPL 25 l-2 Set</span><br/> <span class="text">auf Parzelle 438 in A. Die Wärmepumpe soll in einem Abstand von</span><br/> <span class="text">ca. 0,5 m vor der Nordostfassade des Gebäudes Nr. 2233 der Be-</span><br/> <span class="text">schwerdegegner aufgestellt werden. Zur Liegenschaft der Beschwer-</span><br/> <span class="text">deführenden wird die Wärmepumpe einen Abstand von ca. 16 m auf-</span><br/> <span class="text">weisen.</span><br/> <span class="text">Strittig ist vorliegend, ob die Wärmepumpe die Anforderungen</span><br/> <span class="text">der Umweltschutzgesetzgebung, insbesondere jene der Lärmschutz-</span><br/> <span class="text">Verordnung, einhält.</span><br/> <span class="text">5.2</span><br/> <span class="text">Das Umweltschutzgesetz bezweckt den Schutz der Menschen,</span><br/> <span class="text">Tiere und Pflanzen, ihrer Lebensgemeinschaften und Lebensräume</span><br/> <span class="text">gegen schädliche und lästige Einwirkungen (Art. 1 Abs. 1 USG). Zu</span><br/> <span class="text">solchen Einwirkungen gehören auch Lärm, Erschütterungen und</span><br/> <span class="text">Strahlen, die durch den Bau und den Betrieb einer Anlage erzeugt</span><br/> <span class="text">werden (Art. 7 Abs. 1 USG). Anlagen sind Bauten, Verkehrswege</span><br/> <span class="text">und andere ortsfeste Einrichtungen sowie Terrainveränderungen. Den</span><br/> <span class="text">Anlagen sind Geräte, Maschinen, Fahrzeuge, Schiffe und Luftfahr-</span><br/> <span class="text">zeuge gleichgestellt (Art. 7 Abs. 7 USG). Der Lärm wird am Ort der</span><br/> <span class="text">Entstehung als Emission und dort, wo er stört, als Immission bezei-</span><br/> <span class="text">chnet. Lärm muss, ebenso wie andere Einwirkungen, durch Mass-</span><br/> <span class="text">nahmen an der Quelle begrenzt werden (Art. 11 Abs. 1 USG), und</span><br/> <span class="text">zwar durch ein zweistufiges System. In einer ersten Stufe sind un-</span><br/> <span class="text">abhängig von der bestehenden Umweltbelastung die Emissionen im</span><br/> <span class="text">Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und</span><br/> <span class="text">betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (sog. Vorsorge-</span><br/> <span class="text">prinzip; vgl. Art. 1 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 2 USG; Art. 7 Abs. 1 lit. a</span><br/> <span class="text">und Art. 8 Abs. 1 LSV; BGE 126 II 305 ff. und 118 Ib 238 sowie</span><br/> <span class="text">AGVE 1999, S. 272 f., je mit Hinweisen). Mit der Postulierung des</span><br/> <span class="text">Vorsorgeprinzips soll die Umweltbelastung präventiv möglichst weit</span><br/> <span class="text">unterhalb der Schädlichkeits- und Lästigkeitsgrenze gehalten wer-</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 3 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">506</span> </div> <div class="page" id="S506"> <div role="main"> <span class="text">den; im Rahmen des Verhältnismässigkeitsprinzips ist mit Massnah-</span><br/> <span class="text">men bei der Quelle alles technisch-betrieblich Mögliche und wirt-</span><br/> <span class="text">schaftlich Zumutbare zu unternehmen, ohne dass in jedem Einzelfall</span><br/> <span class="text">eine konkrete Umweltgefährdung nachgewiesen sein muss</span><br/> <span class="text">(AGVE 1999, S. 273). Derartige Emissionsbegrenzungen können</span><br/> <span class="text">u.a. baulicher oder betrieblicher Art sein (Art. 12 Abs. 1 lit. b und c</span><br/> <span class="text">USG). Das Kriterium der wirtschaftlichen Tragbarkeit ist auf Unter-</span><br/> <span class="text">nehmungen zugeschnitten, die nach marktwirtschaftlichen Prinzi-</span><br/> <span class="text">pien, d.h. gewinnorientiert, betrieben werden. Gehen die beanstande-</span><br/> <span class="text">ten Emissionen von anderen Quellen aus, so fällt das erwähnte</span><br/> <span class="text">Beurteilungskriterium dahin und sind allfällige wirtschaftliche</span><br/> <span class="text">Gesichtspunkte im Rahmen der allgemeinen Verhältnismässigkeits-</span><br/> <span class="text">prüfung zu beachten (vgl. BGE 127 II 318 mit Hinweisen;</span><br/> <span class="text">URP 17/2003, S. 356).</span><br/> <span class="text">In einer zweiten Stufe werden die Emissionsbegrenzungen ver-</span><br/> <span class="text">schärft, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen</span><br/> <span class="text">unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich</span><br/> <span class="text">oder lästig werden (Art. 11 Abs. 3 USG). Dabei ist zu beachten, dass</span><br/> <span class="text">Art. 11 USG nicht unterscheidet, ob eine Anlage bereits in Betrieb</span><br/> <span class="text">steht oder erst geplant ist; das Vorsorgeprinzip gilt somit für neue</span><br/> <span class="text">und bestehende Quellen in gleicher Weise (vgl. BGE 120 Ib 436,</span><br/> <span class="text">E. 2a).</span><br/> <span class="text">Für den Bereich des Lärmschutzes ist festzuhalten, dass es sich</span><br/> <span class="text">bei der in der Lärmschutzverordnung und ihren Anhängen enthalte-</span><br/> <span class="text">nen Belastungsgrenzwerten, d.h. den Planungswerten und den</span><br/> <span class="text">Immissionsgrenzwerten, nicht um Emissionsbegrenzungen im Sinne</span><br/> <span class="text">von Art. 12 USG handelt, sondern um Werte, welche die Immissio-</span><br/> <span class="text">nen begrenzen. Ihre Einhaltung belegt nicht ohne Weiteres, dass alle</span><br/> <span class="text">erforderlichen vorsorglichen Emissionsbegrenzungen gemäss Art. 11</span><br/> <span class="text">Abs. 2 USG getroffen worden sind. Eine Anlage vermag daher vor</span><br/> <span class="text">der Umweltschutzgesetzgebung nicht schon deshalb zu bestehen,</span><br/> <span class="text">weil sie die einschlägigen Belastungsgrenzwerte einhält. Vielmehr ist</span><br/> <span class="text">im Einzelfall anhand der in Art. 11 Abs. 2 USG, Art. 7 Abs. 1 lit. a</span><br/> <span class="text">bzw. Art. 8 Abs. 1 und 2 LSV genannten Kriterien zu prüfen, ob die</span><br/> <span class="text">Vorsorge weitergehende Beschränkungen erfordert. Dabei ist</span><br/> <span class="text">namentlich auch sicherzustellen, dass bloss unnötige Emissionen ver-</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 4 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">507</span> </div> <div class="page" id="S507"> <div role="main"> <span class="text">mieden werden. Dies ist allerdings nicht so zu verstehen, dass jeder</span><br/> <span class="text">im strengeren Sinne nicht nötige Lärm absolut untersagt werden</span><br/> <span class="text">müsste; es gibt keinen absoluten Anspruch auf Ruhe. Vielmehr sind</span><br/> <span class="text">jedenfalls geringfügige, nicht erhebliche Störungen hinzunehmen</span><br/> <span class="text">(vgl. BGE 126 II 307 ff.).</span><br/> <span class="text">5.3</span><br/> <span class="text">Die in Frage stehende Wärmepumpe stellt zweifellos eine orts-</span><br/> <span class="text">feste Anlage im Sinne von Art. 7 Abs. 7 USG und Art. 2 Abs. 1 LSV</span><br/> <span class="text">dar, bei deren Betrieb Lärmemissionen verursacht werden. Weiter</span><br/> <span class="text">handelt es sich um eine neue Einrichtung (vgl. Art. 25 USG und</span><br/> <span class="text">Art. 7 LSV), da sie nach dem Inkrafttreten des Umweltschutzrechts</span><br/> <span class="text">(1. Januar 1985) bewilligt wurde (vgl. BGE 123 II 325; URP 2002,</span><br/> <span class="text">S. 103 ff.; vgl. Art. 4 Abs. 4 LSV).</span><br/> <span class="text">Als Massstab für die Beurteilung der schädlichen oder lästigen</span><br/> <span class="text">Einwirkungen dienen Immissionsgrenzwerte (Art. 13-15 USG). Der</span><br/> <span class="text">Bundesrat hat solche Werte für den Strassenverkehrslärm, den Eisen-</span><br/> <span class="text">bahnlärm, den Lärm der Regionalflughäfen und Flugfelder, den</span><br/> <span class="text">Industrie- und Gewerbelärm, den Lärm von Schiessanlagen sowie</span><br/> <span class="text">den Lärm von Militärflugplätzen festgelegt (vgl. Anhänge 3-8 der</span><br/> <span class="text">LSV). Anhang 6 der LSV regelt den Lärm von Heizungs-, Lüftungs-</span><br/> <span class="text">und Klimaanlagen (vgl. Ziffer 1 Abs. 1 lit. e). Danach beträgt der bei</span><br/> <span class="text">neuen ortsfesten Anlagen in der Empfindlichkeitsstufe II ... massge-</span><br/> <span class="text">bende Planungswert bei Tag, d.h. von 07.00 Uhr bis 19.00 Uhr, 55</span><br/> <span class="text">dB(A) und bei Nacht, d.h. von 19.00 Uhr bis 07.00 Uhr, 45 dB(A)</span><br/> <span class="text">(vgl. Ziffer 2 und 31 Abs. 1 des Anhangs 6 der LSV).</span><br/> <span class="text">5.4</span><br/> <span class="text">Zur Ermittlung der aus dem Betrieb der Wärmepumpe resultie-</span><br/> <span class="text">renden Aussenlärmimmissionen (Luftschall) wurde im Rahmen des</span><br/> <span class="text">Baugesuchs am 30. Juni 2016 ein Lärmschutznachweis erstellt. Aus-</span><br/> <span class="text">gangspunkt bildete dabei der Schallleistungspegel des fraglichen</span><br/> <span class="text">Wärmepumpenmodells von 54 dB(A). Weiter ging man von einer</span><br/> <span class="text">Anlage aussen an der Fassade aus, weshalb die Richtwirkungs-</span><br/> <span class="text">korrektur Dc + 6 dB vorgenommen wurde. Die Distanz zwischen</span><br/> <span class="text">Quelle und Empfänger hat man als 16 m definiert. Die Hörbarkeit</span><br/> <span class="text">der Tonhaltigkeit wurde als schwach hörbar eingestuft, was als Nor-</span><br/> <span class="text">malfall gilt und eine Pegelkorrektur K2 von 2 dB bedeutet. Die</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 5 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">508</span> </div> <div class="page" id="S508"> <div role="main"> <span class="text">Hörbarkeit der Impulshaltigkeit sei nicht vorhanden, weshalb die Pe-</span><br/> <span class="text">gelkorrektur K3 null beträgt. Zusätzlich wurde ein Sicherheits- und</span><br/> <span class="text">Vorsorgezuschlag von 3 dB hinzugerechnet. So bemessen kam man</span><br/> <span class="text">im Lärmschutznachweis vom 30. Juni 2016 zum Ergebnis, dass der</span><br/> <span class="text">Beurteilungspegel Lr 40 dB(A) betrage, womit der Planungswert von</span><br/> <span class="text">45 dB(A) eingehalten sei. In einem weiteren Lärmschutznachweis</span><br/> <span class="text">vom 15. September 2016 wurde die Distanz zum Empfänger mit</span><br/> <span class="text">lediglich 14,5 m bemessen und die Hörbarkeit der Impulshaltigkeit</span><br/> <span class="text">als schwach hörbar eingestuft (Pegelkorrektur K3 von 2 dB), woraus</span><br/> <span class="text">ein Beurteilungspegel Lr von 40,8 dB(A) resultierte.</span><br/> <span class="text">Die Abteilung für Umwelt BVU beurteilte den Lärmschutz-</span><br/> <span class="text">nachweis vom 30. Juni 2016 mit Amtsbericht vom 12. Januar 2018</span><br/> <span class="text">und machte dazu gestützt auf die Vollzugshilfe 6.21 Lärmtechnische</span><br/> <span class="text">Beurteilung von Luft/Wasser-Wärmepumpen der Vereinigung</span><br/> <span class="text">kantonaler Lärmschutzfachleute (Cercle Bruit Schweiz) vom 22. De-</span><br/> <span class="text">zember 2017 (im Folgenden: Vollzugshilfe 6.21) folgende allgemei-</span><br/> <span class="text">ne Bemerkungen (vgl. Amtsbericht AfU, S. 2):</span><br/> <span class="text"><i> 1. Die Angaben zur Luft-Wasser-Wärmepumpe (Hersteller, Mo-</i></span><br/> <span class="text"><i>dell, Leistung 8 kW bei A2/W35 und Schallleistung LwA von </i></span><br/> <span class="text"><i>54 dB[A]) sind korrekt. Im heutigen Marktumfeld handelt es </i></span><br/> <span class="text"><i>sich bei der geplanten Luft-Wasser-Wärmepumpe um ein eher </i></span><br/> <span class="text"><i>geräuscharmes Modell mit moderner Inverter-Regelung (Mo-</i></span><br/> <span class="text"><i>dulation). </i></span><br/> <span class="text"><i>2. Die Distanz Wärmepumpenstandort - Empfänger (Liegen-</i></span><br/> <span class="text"><i>schaft Parz. 2692, offenes Fenster lärmempfindlicher Raum) </i></span><br/> <span class="text"><i>von 16 m ist unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausführungen </i></span><br/> <span class="text"><i>korrekt. </i></span><br/> <span class="text"><i>3. Bei der Berechnung des Beurteilungspegels mit dem cercle </i></span><br/> <span class="text"><i>bruit Luft/Wasser-Wärmepumpen-Lärmschutznachweis haben </i></span><br/> <span class="text"><i>wir eine Differenz von 3 dB(A) gegenüber dem Luft/Wasser-</i></span><br/> <span class="text"><i>Wärmepumpen-Lärmschutznachweis des Kantons Zürich. </i></span><br/> <span class="text"><i> </i></span><br/> <span class="text"><i>Erklärung: Der Kanton Zürich addiert bei der Ermittlung des </i></span><br/> <span class="text"><i>Beurteilungspegels einen + 3 dB(A) Sicherheits- und Vorsor-</i></span><br/> <span class="text"><i>gezuschlag hinzu. Im Lärmschutznachweis cercle bruit (Verei-</i></span><br/> <span class="text"><i>nigung kantonaler Lärmschutzfachleute) wird auf einen sol-</i></span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 6 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">509</span> </div> <div class="page" id="S509"> <div role="main"> <span class="text"><i>chen Zuschlag verzichtet. Da wir im Kanton Aargau den cercle </i></span><br/> <span class="text"><i>bruit Lärmschutznachweis verwenden, beträgt der Beur-</i></span><br/> <span class="text"><i>teilungspegel bei der Liegenschaft Parz. 2692 (offenes Fenster </i></span><br/> <span class="text"><i>lärmempfindlicher Raum) 37 dB(A). Der Planungswert von 45 </i></span><br/> <span class="text"><i>dB(A) in der Nacht wird gut eingehalten. </i></span><br/> <span class="text">5.5</span><br/> <span class="text">Der Gemeinderat führte im angefochtenen Entscheid aus, die</span><br/> <span class="text">Wärmepumpe halte die Vorschriften ein. Die Grenzwerte des USG</span><br/> <span class="text">gälten unabhängig der Eigentumsverhältnisse. Sie seien auch gegen-</span><br/> <span class="text">über der eigenen Liegenschaft einzuhalten. Mit dem am 25. Januar</span><br/> <span class="text">2017 eingereichten Grundrissplan des Erdgeschosses zeige die Bau-</span><br/> <span class="text">herrschaft auf, dass im Bereich der Wärmepumpe die Fenster von</span><br/> <span class="text">Küche und Bad lägen. Diese Räume gälten gemäss LSV nicht als</span><br/> <span class="text">lärmempfindliche Räume. Die Grenzwerte seien damit auch gegen-</span><br/> <span class="text">über der eigenen Liegenschaft eingehalten. Zudem habe die geplante</span><br/> <span class="text">Wärmepumpe mit einem tiefen Schallleistungspegel von 54 dB(A)</span><br/> <span class="text">und einer Heizleistung von 11,80 kW nach heutigem Stand der Tech-</span><br/> <span class="text">nik bessere Eigenschaften als der Durchschnitt solcher Anlagen. Der</span><br/> <span class="text">Abstand zum Nachbargebäude betrage ca. 16,00 m, und der Pla-</span><br/> <span class="text">nungswert von 45 dB(A) in der Nacht sei mit einem Belastungswert</span><br/> <span class="text">von 40 dB(A) deutlich unterschritten. Das Vorsorgeprinzip werde da-</span><br/> <span class="text">mit eingehalten.</span><br/> <span class="text">Die Beschwerdeführenden machen demgegenüber geltend, bei</span><br/> <span class="text">der Küche handle es sich entgegen der Auffassung des Gemeinderats</span><br/> <span class="text">um einen lärmempfindlichen Raum, da es eine Küche mit Wohnan-</span><br/> <span class="text">teil sei. Die Planungswerte könnten daher auch im eigenen Haus der</span><br/> <span class="text">Beschwerdegegner nicht eingehalten werden. Zudem sei das</span><br/> <span class="text">Vorsorgeprinzip nicht beachtet worden. Weder sei der Aufstellungs-</span><br/> <span class="text">ort sorgfältig ausgewählt noch seien Schalldämpfungen geprüft wor-</span><br/> <span class="text">den. Die Aufstellung des Abluftventilators gegenüber dem Gebäude</span><br/> <span class="text">der Beschwerdeführenden sei falsch, weil das Gebäude der</span><br/> <span class="text">Beschwerdeführenden dasjenige sei, das den kleinsten Abstand zum</span><br/> <span class="text">Gebäude der Bauherrschaft aufweise. Zudem seien Schall-</span><br/> <span class="text">dämpfungsmassnahmen zu ergreifen. Indem das nicht erfolge, werde</span><br/> <span class="text">das Vorsorgeprinzip verletzt.</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 7 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">510</span> </div> <div class="page" id="S510"> <div role="main"> <span class="text">6. Planungswerte</span><br/> <span class="text">6.1</span><br/> <span class="text">6.1.1</span><br/> <span class="text">Unbestrittenermassen hält die fragliche Wärmepumpe die Pla-</span><br/> <span class="text">nungswerte gegenüber dem nächstgelegenen lärmempfindlichen</span><br/> <span class="text">Raum auf der Nachbarparzelle (Parz. 2692 der Beschwerdeführen-</span><br/> <span class="text">den) ein, mit errechneten 37 dB(A) (vgl. Erw. 5.3 hiervor) gar deut-</span><br/> <span class="text">lich. Strittig ist indes, ob die Planungswerte auch gegenüber der eige-</span><br/> <span class="text">nen Liegenschaft der Bauherrschaft auf Parzelle 438 eingehalten</span><br/> <span class="text">sind. Dabei sind sich die Beschwerdeführenden und der Gemeinderat</span><br/> <span class="text">zunächst darüber einig, dass die Planungswerte auch dieser Liegen-</span><br/> <span class="text">schaft gegenüber eingehalten werden müssen.</span><br/> <span class="text">6.1.2</span><br/> <span class="text">Diese Auffassung ist zutreffend. Das Verwaltungsgericht führte</span><br/> <span class="text">zu dieser Frage in einem Entscheid vom 15. Juli 2015 Folgendes aus</span><br/> <span class="text">(vgl. VGE III/97 vom 15. Juli 2015):</span><br/> <span class="text"><i> Das Umweltschutzgesetz soll, entsprechend dem Verfassungs-</i></span><br/> <span class="text"><i>auftrag (Art. 74 Abs. 1 BV), den Menschen und seine natürliche Um-</i></span><br/> <span class="text"><i>welt gegen schädliche und lästige Einwirkungen schützen (Art. 1 </i></span><br/> <span class="text"><i>Abs. 1 USG). Die Bekämpfung schädlicher Einwirkungen soll dazu </i></span><br/> <span class="text"><i>beitragen, die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen zu er-</i></span><br/> <span class="text"><i>halten (vgl. PIERRE TSCHANNEN, Kommentar zum Umweltschutzge-</i></span><br/> <span class="text"><i>setz [Kommentar USG], 2. Aufl., Zürich 2004, Art. 1 N 18 f.). Lärm-</i></span><br/> <span class="text"><i>bezogen im Zentrum steht der Schutz vor Auswirkungen von Anlagen </i></span><br/> <span class="text"><i>auf die Umwelt und 'Umgebung' (vgl. etwa Art. 20 Abs. 1, Art. 25 </i></span><br/> <span class="text"><i>Abs. 1 USG). Vor diesem Zweckhintergrund orientieren sich die öf-</i></span><br/> <span class="text"><i>fentlichrechtlichen Lärmschutzvorschriften des USG - anders als das </i></span><br/> <span class="text"><i>Privatrecht und sein Schutz vor übermässigen Immissionen auf das </i></span><br/> <span class="text"><i>'Eigentum der Nachbarn' (Art. 684 Abs. 1 ZGB) - nicht an sachen-</i></span><br/> <span class="text"><i>rechtlichen Eigentumsgrenzen (siehe ROBERT WOLF, Kommentar </i></span><br/> <span class="text"><i>USG, Art. 25 N 59 ff.). Anderes ergibt sich auch nicht aus der </i></span><br/> <span class="text"><i>Formulierung des Orts zur Ermittlung von Lärmimmissionen (Art. 39 </i></span><br/> <span class="text"><i>LSV) oder der Legaldefinition von lärmempfindlichen Räumen </i></span><br/> <span class="text"><i>(Art. 2 Abs. 6 LSV), an welche Art. 39 LSV anknüpft. Eine Einschrän-</i></span><br/> <span class="text"><i>kung auf grundstücksübergreifende Lärmeinwirkungen findet sich im </i></span><br/> <span class="text"><i>USG keine, was auch dem umweltrechtlichen Schutz der Betroffenen </i></span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 8 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">511</span> </div> <div class="page" id="S511"> <div role="main"> <span class="text"><i>unabhängig davon dient, in welcher Art und Weise sie an Liegen-</i></span><br/> <span class="text"><i>schaften im Wirkungskreis der Lärmquelle berechtigt sind (z.B. bei </i></span><br/> <span class="text"><i>Miete). Dafür spricht auch die Eingrenzung des Geltungsbereichs </i></span><br/> <span class="text"><i>der LSV in ihrem Art. 1 Abs. 3 lit. a: Danach regelt die LSV (nur) den </i></span><br/> <span class="text"><i>Schutz gegen in Betriebsarealen erzeugten Lärm nicht, soweit er auf </i></span><br/> <span class="text"><i>Betriebsgebäude und Wohnungen innerhalb dieses Areals einwirkt. </i></span><br/> <span class="text"><i>Dass die Eigentumsgrenzen massgeblich wären, ergibt sich entgegen </i></span><br/> <span class="text"><i>den Beschwerdeführerinnen auch nicht aus der Vollzugshilfe 6.21 der </i></span><br/> <span class="text"><i>Vereinigung kantonaler Umweltschutzfachleute vom 11. März 2013 </i></span><br/> <span class="text"><i>(S. 5), weil sich diese nicht spezifisch mit der Problematik lärmemp-</i></span><br/> <span class="text"><i>findlicher Gebäude auf dem Grundstück der lärmigen Anlage ausei-</i></span><br/> <span class="text"><i>nandersetzt. </i></span><br/> <span class="text"><i>Demnach ist der angefochtene Entscheid nicht zu beanstanden, </i></span><br/> <span class="text"><i>insofern er als massgebliche Empfangs- und Messpunkte die Fenster </i></span><br/> <span class="text"><i>lärmempfindlicher Räume auf den Baugrundstücken [...] berücksich-</i></span><br/> <span class="text"><i>tigt. Dass diese auf denselben Parzellen liegen wie die projektierten </i></span><br/> <span class="text"><i>Wärmepumpen, entzieht sie dem Schutz der Lärmvorschriften nicht </i></span><br/> <span class="text"><i>(so auch Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich VB.2011.00422/430 </i></span><br/> <span class="text"><i>vom 7. März 2012, Erw. 7.2, in: BEZ 2012 Nr. 23, S. 17 ff.). </i></span><br/> <span class="text">Ergänzend ist diesbezüglich einzig festzuhalten, dass es auch</span><br/> <span class="text">keinen Unterschied macht, ob es sich bei der eigenen Liegenschaft</span><br/> <span class="text">um ein selbst bewohntes Einfamilienhaus oder um ein Mehrfamilien-</span><br/> <span class="text">haus handelt. Das Umweltschutzrecht ist zwingendes öffentliches</span><br/> <span class="text">Recht und steht nicht in der Disposition der Betroffenen. Es findet</span><br/> <span class="text">selbst gegen den Willen einer Person Anwendung, wenn sich diese</span><br/> <span class="text">aus Unwissenheit, Sorglosigkeit, Leichtsinn oder mit Absicht</span><br/> <span class="text">Immissionen aussetzen will, die auf Dauer die Gesundheit schädigen</span><br/> <span class="text">können. Zweck des USG ist nach dem Gesagten der Schutz von</span><br/> <span class="text">Menschen, Tieren und Pflanzen, ihren Lebensgemeinschaften und</span><br/> <span class="text">Lebensräumen gegen schädliche oder lästige Einwirkungen wie</span><br/> <span class="text">Lärm (vgl. Art. 1 Abs. 1 USG; Art. 1 Abs. 1 LSV). USG und LSV</span><br/> <span class="text">unterscheiden nach dem Gesagten nicht nach Eigentumsverhält-</span><br/> <span class="text">nissen, zumal diese in Bezug auf die Schutzbedürftigkeit betroffener</span><br/> <span class="text">Personen, inkl. Familien mit Kindern, nicht ausschlaggebend sind.</span><br/> <span class="text">Zum Schutz der Bewohner - auch seiner selbst - hat ein Hausbe-</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 9 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">512</span> </div> <div class="page" id="S512"> <div role="main"> <span class="text">sitzer somit die gesetzlichen Vorgaben auch gegenüber dem eigenen</span><br/> <span class="text">Gebäude einzuhalten.</span><br/> <span class="text">6.2</span><br/> <span class="text">6.2.1</span><br/> <span class="text">Strittig ist vorliegend zum einen, ob die Planungswerte auch ge-</span><br/> <span class="text">genüber der eigenen Liegenschaft der Bauherrschaft auf Parzelle 438</span><br/> <span class="text">eingehalten sind. Die Wärmepumpe ist in einem Abstand von</span><br/> <span class="text">ca. 0,5 m vor der Nordostfassade des Gebäudes Nr. 2233 vorgesehen.</span><br/> <span class="text">Auf diese Gebäudeseite weisen das Badezimmer, die Küche und das</span><br/> <span class="text">Treppenhaus. Die nordöstlichen Schlafzimmer verfügen über keine</span><br/> <span class="text">Fenster an der Nordostfassade.</span><br/> <span class="text">Unbestritten ist, dass es sich beim Badezimmer und beim Trep-</span><br/> <span class="text">penhaus nicht um lärmempfindliche Räume handelt (Art. 2 Abs. 6</span><br/> <span class="text">LSV), hingegen machen die Beschwerdeführenden geltend, dass es</span><br/> <span class="text">sich bei der Küche um einen lärmempfindlichen Raum handle. Ge-</span><br/> <span class="text">mäss LSV gälten lediglich Küchen ohne Wohnanteil als nicht lärm-</span><br/> <span class="text">empfindlich, die Küche der Beschwerdegegner sei hingegen eine sol-</span><br/> <span class="text">che mit Wohnanteil, existiere doch zwischen Küche und Essen</span><br/> <span class="text">keine Tür.</span><br/> <span class="text">6.2.2</span><br/> <span class="text">Art. 2 Abs. 6 LSV lautet wie folgt:</span><br/> <span class="text">6 lärmempfindliche Räume sind:</span><br/> <span class="text"><i>a.</i> Räume in Wohnungen, ausgenommen Küchen ohne</span><br/> <span class="text">Wohnanteil, Sanitärräume und Abstellräume;</span><br/> <span class="text">b. Räume in Betrieben, in denen sich Personen regelmässig während</span><br/> <span class="text">längerer Zeit aufhalten, ausgenommen Räume für die Nutztierhal-</span><br/> <span class="text">tung und Räume mit erheblichem Betriebslärm.</span><br/> <span class="text">Wie die Beschwerdeführenden zutreffend festhalten, sind somit</span><br/> <span class="text">lediglich Küchen <i>ohne</i> <i>Wohnanteil</i> von der Einhaltung der</span><br/> <span class="text">Belastungsgrenzwerte befreit. Unter einer Küche ohne Wohnanteil</span><br/> <span class="text">versteht man reine Arbeitsküchen, die keinen Platz für eine der Woh-</span><br/> <span class="text">nungsgrösse entsprechende Anzahl Essplätze bieten und durch eine</span><br/> <span class="text">Tür von der übrigen Wohnung getrennt sind (vgl. WOLF, a.a.O.,</span><br/> <span class="text">Art. 22 N 12; so auch Vollzugshilfe Bauen in lärmbelasteten Gebie-</span><br/> <span class="text">ten des BVU vom April 2017, S. 26 f.). Zuweilen wird auch pau-</span><br/> <span class="text">schal auf die Abmessungen der Küche abgestellt, indem Küchen mit</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 10 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">513</span> </div> <div class="page" id="S513"> <div role="main"> <span class="text">maximalen Bruttoabmessungen von nicht mehr als 10 m2, ohne Ein-</span><br/> <span class="text">bauten und Möbel, noch als nicht lärmempfindliche Arbeitsküchen</span><br/> <span class="text">eingestuft werden, während grössere Küchen als lärmempfindliche</span><br/> <span class="text">Wohnküchen gelten (vgl. Bundesamt für Umwelt BAFU und</span><br/> <span class="text">Bundesamt für Strassen ASTRA, Leitfaden Strassenlärm, Vollzugs-</span><br/> <span class="text">hilfe für die Sanierung, vom Dezember 2006, S. 31; Bundesamt für</span><br/> <span class="text">Verkehr BAV, Richtlinie Lärmsanierung der Eisenbahnen - Realisie-</span><br/> <span class="text">rung von Schallschutzmassnahmen an bestehenden Gebäuden, vom</span><br/> <span class="text">Dezember 2006, S. 6).</span><br/> <span class="text">Vorliegend zeigt sich aufgrund des Grundrissplans, dass der Kü-</span><br/> <span class="text">chenbereich nicht durch eine Tür oder Ähnliches vom Ess- und</span><br/> <span class="text">Wohnbereich abgetrennt ist; es handelt sich um eine zum Ess-/</span><br/> <span class="text">Wohnbereich hin offene Küche. Der so entstandene Raum ist weitaus</span><br/> <span class="text">grösser als 10 m2 und dient als Wohn-, Ess- und Küchenbereich in ei-</span><br/> <span class="text">nem. Es handelt sich damit bei der fraglichen Küche ganz offensicht-</span><br/> <span class="text">lich nicht um eine reine Arbeitsküche, sondern die Küche ist Teil des</span><br/> <span class="text">eigentlichen Wohnraums. Die Küche weist einen Wohnanteil auf und</span><br/> <span class="text">gilt gemäss Art. 2 Abs. 6 LSV - wie die Beschwerdeführenden zu-</span><br/> <span class="text">treffend festhalten - als lärmempfindlicher Raum. Die Planungswerte</span><br/> <span class="text">sind damit auch im Bereich der Mitte des offenen Fensters der Küche</span><br/> <span class="text">auf Parzelle 438 einzuhalten.</span><br/> <span class="text">6.2.3</span><br/> <span class="text">Die Einhaltung der Planungswerte im Bereich des Küchenfens-</span><br/> <span class="text">ters auf Parzelle 438 beurteilte die Abteilung für Umwelt BVU wie</span><br/> <span class="text">folgt:</span><br/> <span class="text"><i> ... Der Standort der geplanten lnverter-Luft-Wasser-Wärme-</i></span><br/> <span class="text"><i>pumpe WPL 25 1-2 (bzw. der Verdampfereinheit) ist unterhalb </i></span><br/> <span class="text"><i>des Küchenfensters (Nordost-Fassade) Liegenschaft X., Par-</i></span><br/> <span class="text"><i>zelle 438, vorgesehen. Gemäss der Vollzugshilfe 'Bauen in lärm-</i></span><br/> <span class="text"><i>belasteten Gebieten', BVU Aargau vom April 2017 Ziffer 3, Ta-</i></span><br/> <span class="text"><i>belle 3.1 und Anhang 2 handelt es sich bei dieser Küche um </i></span><br/> <span class="text"><i>eine Wohnküche (= lärmempfindlicher Raum). </i></span><br/> <span class="text"><i>Die Berechnung des Beurteilungspegels (Mitte offenes Küchen-</i></span><br/> <span class="text"><i>fenster zu Wärmepumpe, Abstand ca. 3.0 m) mit dem cercle </i></span><br/> <span class="text"><i>bruit Luft-Wasser-Wärmepumpen-Lärmschutznachweis ergibt </i></span><br/> <span class="text"><i>einen Beurteilungspegel von ca. <b>51 dB (A)</b>. Der Planungswert </i></span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 11 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">514</span> </div> <div class="page" id="S514"> <div role="main"> <span class="text"><i>ist gegenüber dem Küchenfenster somit um 6 dB(A) überschrit-</i></span><br/> <span class="text"><i>ten. </i></span><br/> <span class="text"><i><b>Lärmschutz- und Vorsorgemassnahmen </b></i></span><br/> <span class="text"><i>Mit einer technisch- und betrieblich möglichen sowie auch wirt-</i></span><br/> <span class="text"><i>schaftlich tragbaren Lärmschutzmassnahme ist es aus unserer </i></span><br/> <span class="text"><i>Sicht lösbar, dass der Beurteilungspegel von 45 dB(A) in der </i></span><br/> <span class="text"><i>Nacht am Küchenfenster eingehalten wird. </i></span><br/> <span class="text"><i>1. Der geplante Standort der Verdampfereinheit müsste der </i></span><br/> <span class="text"><i>Fassade entlang um ca. 4-5 m nach Norden (an die Ecke des </i></span><br/> <span class="text"><i>Hauses) versetzt werden. Mit dieser Massnahme kann der </i></span><br/> <span class="text"><i>Planungswert von 45 dB(A) in der Nacht eingehalten werden </i></span><br/> <span class="text"><i>(Beurteilungspegel am offenen Küchenfenster ca. 44-</i></span><br/> <span class="text"><i>45 dB[A]). </i></span><br/> <span class="text"><i>2. Betriebliche Regulierung: Sofern der Anlagebetreiber die </i></span><br/> <span class="text"><i>Betriebsdauer der Wärmepumpe in der Nacht überprüfbar </i></span><br/> <span class="text"><i>reduziert, ist für die Berechnung des Beurteilungspegels eine </i></span><br/> <span class="text"><i>entsprechende Korrektur vorzunehmen (Bsp. Betriebszeit in </i></span><br/> <span class="text"><i>der Nacht max. 6 h Betrieb, ergibt eine Pegelkorrektur </i></span><br/> <span class="text"><i>von -3 dB(A)). </i></span><br/> <span class="text"><i>3. Mit einem anderen möglichen Standort auf der Parzelle </i></span><br/> <span class="text"><i>Nr. 438 (als der im obig genannten Punkt vorgeschlagen) </i></span><br/> <span class="text"><i>lässt sich mit der Verdampfereinheit keine erhebliche </i></span><br/> <span class="text"><i>Lärmreduktion auf die umliegende Nachbarschaft und auf </i></span><br/> <span class="text"><i>den Eigentümer der Wärmepumpe, erwirken. Angesichts der </i></span><br/> <span class="text"><i>der Nachbarschaft gegenüber deutlich eingehaltenen</i></span><br/> <span class="text"><i>Planungswerte erachten wir auch weitere schalldämmende </i></span><br/> <span class="text"><i>Massnahmen (wie bspw. eine Verkleidung) vorliegend als </i></span><br/> <span class="text"><i>nicht verhältnismässig. </i></span><br/> <span class="text">Die Beschwerdeinstanz hat keinen Anlass, die Einschätzung der</span><br/> <span class="text">Fachstelle anzuzweifeln, ist sie doch in sich schlüssig bzw. nachvoll-</span><br/> <span class="text">ziehbar und zeugt von einer fundierten Kenntnis der Materie. Der</span><br/> <span class="text">Planungswert von 45 dB(A) nachts kann beim Küchenfenster auf der</span><br/> <span class="text">Parzelle der Beschwerdeführenden damit in der Form des vorliegen-</span><br/> <span class="text">den Baugesuchs nicht eingehalten werden. ...</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 12 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">515</span> </div> <div class="page" id="S515"> <div role="main"> <span class="text">6.3</span><br/> <span class="text">6.3.1</span><br/> <span class="text">Die Rechtsfehlerhaftigkeit einer Baubewilligung muss nicht</span><br/> <span class="text">zwingend zu deren Aufhebung führen. Vorab ist daher im Folgenden</span><br/> <span class="text">zu klären, ob die Baubewilligung (von der Rechtsmittelinstanz) mit</span><br/> <span class="text">einer Nebenbestimmung (Auflage) ergänzt werden kann, die geeig-</span><br/> <span class="text">net ist, den Projektmangel zu beseitigen.</span><br/> <span class="text">6.3.2</span><br/> <span class="text">Die Anordnung einer Nebenbestimmung in einer Bau- und Nut-</span><br/> <span class="text">zungsbewilligung stellt einen Mittelweg dar zwischen einer uneinge-</span><br/> <span class="text">schränkten Zulassung eines Vorhabens oder einer Nutzung und der</span><br/> <span class="text">eigentlichen Verweigerung. Die Nebenbestimmung dient dazu, heil-</span><br/> <span class="text">bare Mängel von Bauvorhaben zu beheben, ohne dass das Baugesuch</span><br/> <span class="text">abgewiesen und das Baubewilligungsverfahren allenfalls neu aufge-</span><br/> <span class="text">rollt werden muss. Der Erlass einer Nebenbestimmung setzt somit ei-</span><br/> <span class="text">nen Projektmangel voraus, der jedoch geringfügig ist</span><br/> <span class="text">(BGer 1C_476/2016 vom 9. März 2017, E. 2.4 mit Hinweis;</span><br/> <span class="text">VGE III/127 vom 14. September 2017, S. 8). Muss das Projekt</span><br/> <span class="text">grundlegend überarbeitet werden, fällt eine Korrektur mittels</span><br/> <span class="text">Nebenbestimmung ausser Betracht. Welcher Fall zutrifft, ist nach</span><br/> <span class="text">qualitativen und nicht nach quantitativen Gesichtspunkten zu</span><br/> <span class="text">entscheiden. Das Gewicht eines Mangels ist am Umfang des</span><br/> <span class="text">Gesamtbauvorhabens zu messen (VGE III/95 vom 07. Juli 2016,</span><br/> <span class="text">S. 21; ANDREAS BAUMANN, in: Kommentar zum Baugesetz des</span><br/> <span class="text">Kantons Aargau, Bern 2013, § 59 N 44 und 51). Ganz entschei-</span><br/> <span class="text">dendes Gewicht kommt auch dem Umstand zu, welche faktischen</span><br/> <span class="text">und rechtlichen Schwierigkeiten mit der Behebung des Projekt-</span><br/> <span class="text">mangels bzw. der Realisierung der Auflage verbunden sind (vgl.</span><br/> <span class="text">BGer 1C_192/2009 vom 17. November 2009, E. 2.4). Das Vorgehen</span><br/> <span class="text">der Behörden hat sich nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit</span><br/> <span class="text">zu richten. Dieser Grundsatz ist als allgemeines verfassungs- und</span><br/> <span class="text">verwaltungsrechtliches Prinzip von Amtes wegen zu beachten (vgl.</span><br/> <span class="text">BGE 108 la 216). Er gilt in analoger Weise auch für das</span><br/> <span class="text">verwaltungsinterne und das verwaltungsexterne Beschwerdever-</span><br/> <span class="text">fahren (vgl. AGVE 2016, S. 406, mit Hinweisen; VGE III/21 vom</span><br/> <span class="text">13. Mai 2008, S. 7). Eine Baubewilligung zu verweigern, statt sie mit</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 13 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">516</span> </div> <div class="page" id="S516"> <div role="main"> <span class="text">Nebenbestimmungen zu erteilen, kann namentlich deswegen</span><br/> <span class="text">unverhältnismässig sein, weil die Ablehnung des Baugesuchs den</span><br/> <span class="text">Bauherrn zwingt, ein nur geringfügig abgeändertes Baugesuch noch-</span><br/> <span class="text">mals dem vollständigen Baubewilligungsverfahren mit öffentlicher</span><br/> <span class="text">Auflage und Rechtsmittelweg zu unterstellen; damit geht er möglich-</span><br/> <span class="text">erweise das Risiko von Rechtsänderungen, weiteren Einsprachen und</span><br/> <span class="text">Kostennachteilen ein. Derartige Verfahrensverzögerungen zu vermei-</span><br/> <span class="text">den, kann zudem auch im Interesse der Öffentlichkeit liegen (siehe</span><br/> <span class="text">AGVE 2016, S. 406 ff.; 2002, S. 243 mit weiteren Hinweisen, 1986,</span><br/> <span class="text">S. 307 f. mit Hinweisen; zum Ganzen: VGE III/95 vom 07. Juli</span><br/> <span class="text">2016, S. 20 f.; III/21 vom 13. Mai 2008, S. 7; lll/15 vom 8. März</span><br/> <span class="text">2002, S. 25; lll/129 vom 4. September 1998, S. 15).</span><br/> <span class="text">6.3.3</span><br/> <span class="text">Vorliegend bestehen verschiedene Möglichkeiten, wie die</span><br/> <span class="text">Lärmschutzvorschriften der LSV gegenüber sämtlichen lärm-</span><br/> <span class="text">empfindlichen Räumen eingehalten werden können. Die von der</span><br/> <span class="text">Abteilung für Umwelt BVU erwähnte Verschiebung der Wärme-</span><br/> <span class="text">pumpe um 4-5 m nach Norden, an die Ecke des Hauses, stellt dabei</span><br/> <span class="text">nur eine von verschiedenen Möglichkeiten dar. Mit der von der</span><br/> <span class="text">Abteilung für Umwelt BVU ebenfalls erwähnten betrieblichen</span><br/> <span class="text">Regulierung alleine lassen sich die Immissionen nicht auf das Niveau</span><br/> <span class="text">der Planungswerte beim Küchenfenster reduzieren. Daneben sind</span><br/> <span class="text">aber noch weitere Möglichkeiten denkbar, wie die Planungswerte so-</span><br/> <span class="text">wohl beim Küchenfenster als auch bei den übrigen lärmempfind-</span><br/> <span class="text">lichen Räumen in der Umgebung eingehalten werden können, bei-</span><br/> <span class="text">spielsweise mittels einer Schallabschirmung nach oben oder - wenn</span><br/> <span class="text">der von der Abteilung für Umwelt BVU vorgeschlagene Standort</span><br/> <span class="text">nicht optimal sein sollte - der Verschiebung an einen alternativen</span><br/> <span class="text">Standort. Es bedarf allerdings in jedem Fall einer Projektüberarbei-</span><br/> <span class="text">tung, die über das hinausgeht, was noch als geringfügige Änderung</span><br/> <span class="text">(analog § 52 Abs. 1 VRPG) bezeichnet werden könnte. Hinzu</span><br/> <span class="text">kommt, dass es in erster Linie im Planungsermessen der Bauherr-</span><br/> <span class="text">schaft liegt, welche Massnahme letztlich ergriffen wird. Ihr und nicht</span><br/> <span class="text">der Beschwerdeinstanz obliegt es, diesen Planungsspielraum</span><br/> <span class="text">auszufüllen. Der festgestellte Mangel kann daher nicht mittels</span><br/> <span class="text">Nebenbestimmung geheilt werden. Die Beschwerde ist damit gutzu-</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 14 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">517</span> </div> <div class="page" id="S517"> <div role="main"> <span class="text">heissen und die erteilte Baubewilligung aufgrund des festgestellten</span><br/> <span class="text">Verstosses gegen die Lärmschutzvorschriften der LSV aufzuheben.</span><br/> <span class="text">Aus prozessökonomischen Gründen wird nachfolgend dennoch</span><br/> <span class="text">auf die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführenden hinsichtlich</span><br/> <span class="text">der Einhaltung des Vorsorgeprinzips eingegangen.</span><br/> <span class="text">7. Vorsorgeprinzip</span><br/> <span class="text">7.1</span><br/> <span class="text">Nach dem Gesagten (Erw. 5.2) sind gemäss Art. 7 Abs. 1 LSV</span><br/> <span class="text">die Lärmimmissionen einer neuen ortfesten Anlage nach den Anord-</span><br/> <span class="text">nungen der Vollzugsbehörde soweit zu begrenzen, als dies technisch</span><br/> <span class="text">und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (lit. a) und</span><br/> <span class="text">dass die von der Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen die Pla-</span><br/> <span class="text">nungswerte nicht überschreiten (lit. b). Die letztgenannte Anforde-</span><br/> <span class="text">rung wiederholt jene von Art. 25 USG; die erstgenannte stützt sich</span><br/> <span class="text">unmittelbar auf Art. 11 Abs. 2 USG. Beide Anforderungen gelten ku-</span><br/> <span class="text">mulativ. Letztlich bestimmt diejenige Anforderung das nötige Mass</span><br/> <span class="text">der Emissionsbegrenzung, die sich im konkreten Einzelfall als die</span><br/> <span class="text">strengere erweist. Im Anwendungsbereich von Art. 25 Abs. 1 USG</span><br/> <span class="text">konkretisieren somit die Planungswerte nicht das Mass des technisch</span><br/> <span class="text">und betrieblich Möglichen und wirtschaftlich Tragbaren (Art. 11</span><br/> <span class="text">Abs. 2 USG), sondern unmittelbar den Grundsatz der Vorsorge nach</span><br/> <span class="text">Art. 11 Abs. 2 USG; sie finden demnach als weiteres Vorsorgekrite-</span><br/> <span class="text">rium neben demjenigen des Art. 11 Abs. 2 USG zusätzlich Anwen-</span><br/> <span class="text">dung. Indessen wird in der Praxis die Forderung nach Einhaltung der</span><br/> <span class="text">Planungswerte die Emissionsbegrenzung nach Art. 11 Abs. 2 USG</span><br/> <span class="text">regelmässig konsumieren, weil mit diesen Werten - von der Immis-</span><br/> <span class="text">sionsseite her betrachtet - generell-abstrakt das wünschbare Mass an</span><br/> <span class="text">Vorsorge bestimmt wird (d.h. dem Vorsorgeprinzip ist Genüge ge-</span><br/> <span class="text">tan). Diese Wertung beeinflusst zugleich die Beurteilung der Verhält-</span><br/> <span class="text">nismässigkeit und damit der wirtschaftlichen Tragbarkeit auf der</span><br/> <span class="text">Emissionsseite. Mehr als die Einhaltung der Planungswerte zu ver-</span><br/> <span class="text">langen, kann mithin nur dann als wirtschaftlich tragbar gelten, wenn</span><br/> <span class="text">sich bereits mit geringem Aufwand eine wesentliche zusätzliche</span><br/> <span class="text">Reduktion der Emissionen erreichen lässt (vgl. zum Ganzen</span><br/> <span class="text">SCHRADE / LORETAN, Kommentar USG, a.a.O. Art. 11 N 34 b und</span><br/> <span class="text">Art. 25 N 24; BEZ 1994, Nr. 13, mit Hinweisen; BGE 124 II 517).</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 15 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">518</span> </div> <div class="page" id="S518"> <div role="main"> <span class="text">7.2</span><br/> <span class="text">Grundsätzlich erfüllen neu eingebaute Wärmepumpenanlagen</span><br/> <span class="text">das Vorsorgeprinzip, wenn die Lärmemissionen im Bereich des Stan-</span><br/> <span class="text">des der Technik liegen und der Aufstellungsort richtig gewählt ist. Im</span><br/> <span class="text">Einzelfall muss geklärt werden, ob unabhängig von der bestehenden</span><br/> <span class="text">Umweltbelastung die Emissionen soweit begrenzt sind, als dies tech-</span><br/> <span class="text">nisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Fol-</span><br/> <span class="text">gende emissionsreduzierende Massnahmen müssen im Rahmen der</span><br/> <span class="text">Umsetzung des Vorsorgeprinzips geprüft werden (vgl. Vollzugshilfe</span><br/> <span class="text">6.21, S. 2):</span><br/> <span class="text">? Wahl einer Anlage mit tiefem Schallleistungspegel,</span><br/> <span class="text">? Aufstellungsort der lärmigen Anlagenkomponenten,</span><br/> <span class="text">? Schalldämpfung jeglicher Art,</span><br/> <span class="text">? evtl. betriebliche Regulierungen.</span><br/> <span class="text">Was zunächst die Anlage selbst anbelangt, so bestätigt die</span><br/> <span class="text">Abteilung für Umwelt BVU, dass die vorgesehene Anlage im ak-</span><br/> <span class="text">tuellen Marktumfeld ein eher geräuscharmes Modell mit moderner</span><br/> <span class="text">Inverter-Regelung (Modulation) ist. Auch lässt sich feststellen, dass</span><br/> <span class="text">der Aufstellungsort des Aussenmoduls im Bereich der Nordost-</span><br/> <span class="text">fassade - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden -</span><br/> <span class="text">grundsätzlich optimal gewählt wurde. Auf die übrigen Gebäudeseiten</span><br/> <span class="text">weist das Gebäude der Beschwerdegegner Wohnräume auf, die eine</span><br/> <span class="text">Einhaltung der Planungswerte diesen gegenüber erheblich erschwe-</span><br/> <span class="text">ren. Selbst wenn die Einhaltung der Planungswerte auch auf den</span><br/> <span class="text">übrigen Gebäudeseiten möglich wäre, gilt aber zu berücksichtigen,</span><br/> <span class="text">dass das Vorsorgeprinzip nicht nur in Bezug auf die Nachbarschaft zu</span><br/> <span class="text">beachten ist, sondern - ebenso wie die Planungswerte - auch in Be-</span><br/> <span class="text">zug auf die eigene Liegenschaft. Dies hat zur Folge, dass hinsichtlich</span><br/> <span class="text">des optimalen Standorts einer Wärmepumpe nicht ausschliesslich auf</span><br/> <span class="text">die Interessen der Nachbarschaft Rücksicht zu nehmen ist, sondern</span><br/> <span class="text">auch die Interessen der Bauherrschaft selbst zu berücksichtigen sind.</span><br/> <span class="text">Ohnehin sind diese Interessen im Rahmen der Interessenabwägung</span><br/> <span class="text">ebenfalls angemessen zu berücksichtigen. Diesbezüglich ist vorlie-</span><br/> <span class="text">gend zweifelsohne der Standort an der Nordostfassade, auf welche</span><br/> <span class="text">lediglich das Bad, der Korridor und die (Wohn-)Küche orientiert</span><br/> <span class="text">sind, erheblich besser geeignet als die übrigen Gebäudeseiten, auf</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 16 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">519</span> </div> <div class="page" id="S519"> <div role="main"> <span class="text">welche die Schlafzimmer sowie der Wohn-/Essbereich mit Sitzplatz</span><br/> <span class="text">orientiert sind. In Abwägung der Interessen der Nachbarschaft und</span><br/> <span class="text">der Bauherrschaft lässt sich der Standort an der Nordostfassade</span><br/> <span class="text">vorliegend jedenfalls nicht grundsätzlich in Frage stellen.</span><br/> <span class="text">Soweit die Beschwerdeführenden die Ergreifung von Schall-</span><br/> <span class="text">dämmungsmassnahmen wie die Versenkung in einen mit schall-</span><br/> <span class="text">absorbierendem Material ausgekleideten Lichtschacht sowie einen</span><br/> <span class="text">Kulissenschalldämpfer und eine Abschirmwand vor dem Licht-</span><br/> <span class="text">schacht verlangen, lässt sich diese Forderung ebenfalls nicht auf das</span><br/> <span class="text">Vorsorgeprinzip stützen. Wie vorstehend ausgeführt, können - wenn</span><br/> <span class="text">die Planungswerte eingehalten sind - nur dann weitere Massnahmen</span><br/> <span class="text">verlangt werden, wenn sich bereits mit geringem Aufwand eine we-</span><br/> <span class="text">sentliche zusätzliche Reduktion der Emissionen erreichen lässt. An-</span><br/> <span class="text">dernfalls gelten diese nicht als wirtschaftlich tragbar. Vorliegend sind</span><br/> <span class="text">die Planungswerte der Empfindlichkeitsstufe II gegenüber der</span><br/> <span class="text">Liegenschaft der Beschwerdeführenden mit 37 dB(A) nicht nur</span><br/> <span class="text">knapp, sondern bei Weitem eingehalten. Die Immissionen der</span><br/> <span class="text">Wärmepumpe werden für die Beschwerdeführenden zwar in gewis-</span><br/> <span class="text">sem Mass wahrnehmbar sein, allerdings nicht deutlich. Bei einer Un-</span><br/> <span class="text">terschreitung des massgeblichen Belastungswerts um 8 dB(A) nachts</span><br/> <span class="text">bzw. gar 18 dB(A) tagsüber müssen entsprechend hohe Anforderun-</span><br/> <span class="text">gen an den für eine Verbesserung der Immissionssituation zumutba-</span><br/> <span class="text">ren Aufwand gestellt werden, um dem Verhältnismässigkeitsprinzip</span><br/> <span class="text">noch gerecht werden zu können. Vorliegend liesse sich die Forderung</span><br/> <span class="text">nach weitergehenden schalldämmenden Massnahmen, die mit</span><br/> <span class="text">entsprechenden Kosten und weiteren Nachteilen für die Bauherr-</span><br/> <span class="text">schaft verbunden sind, angesichts der kaum wahrnehmbaren</span><br/> <span class="text">Immissionen der Wärmepumpe auf den umliegenden Grundstücken</span><br/> <span class="text">jedenfalls nicht rechtfertigen. Die einzige, im Rahmen des Vorsorge-</span><br/> <span class="text">prinzips in Frage kommende und daher näher zu prüfende Mass-</span><br/> <span class="text">nahme ist die von der Abteilung für Umwelt BVU erwähnte</span><br/> <span class="text">betriebliche Regulierung. Sofern eine solche Reduktion der Betriebs-</span><br/> <span class="text">dauer der Wärmepumpe in der Nacht technisch und tatsächlich mög-</span><br/> <span class="text">lich ist, sollte diese Massnahme ergriffen werden. In der erforderli-</span><br/> <span class="text">chen Überarbeitung des Baugesuchs wird dies zu prüfen sein. Wei-</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 17 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">520</span> </div> <div class="page" id="S520"> <div role="main"> <span class="text">tere lärmreduzierende Massnahmen können indes nicht gefordert</span><br/> <span class="text">werden, da sich solche als unverhältnismässig erwiesen.</span><br/> <span class="text">Die Beschwerdeinstanz teilt damit die Auffassung des Gemein-</span><br/> <span class="text">derats, dass dem Vorsorgeprinzip vorliegend grundsätzlich Genüge</span><br/> <span class="text">getan wurde und im Rahmen der erforderlichen Projektüberarbeitung</span><br/> <span class="text">- unter unveränderten Bedingungen - diesbezüglich auf weitere</span><br/> <span class="text">(bauliche) Massnahmen verzichtet werden kann.</span><br/> <span class="text"></span><br/> </div> </div> </body> </html>