B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5842/2011 law/bah U r t e i l v o m 22 . J un i 2 0 1 2 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richter Bruno Huber, Richter Robert Galliker, Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Aufhebung vorläufige Aufnahme (Asyl); Verfügung des BFM vom 19. September 2011 / N (…). D-5842/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Der Beschwerdeführer, ein Tamile mit letztem Wohnsitz in B._______ (Nordprovinz), verliess Sri Lanka eigenen Angaben gemäss am 15 . September 2008 und suchte in der Schweiz am 29. September 2008 um Asyl nach. A.b. Bei der Erstbefragung vom 1. Oktober 2008 im Empfangs - und Ver- fahrenszentrum Kreuzlingen und der Anhörung zu den Asylgründen vom 9. August 2009 in Bern-Wabern machte er zur Begründung seines Asy l- gesuches geltend, er habe bei verschiedenen Anlässen der "Liberat ion Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) Videoaufnahmen gemacht. Wenn er sich geweigert habe, weitere Aufnahmen zu machen, sei er von den LTTE b e- droht worden und habe sich deren Wünschen fügen müssen . Als er am 13. Januar 2007 mit einem Freund beim Einkaufen gewe sen sei, sei die- ser von Unbekannten, die auf einem Motorrad gesessen und vor dem La- den seinen (des Beschwerdeführers) Namen gerufen hätten, erschossen worden. Die Täter hätten aber ihn umbringen wollen ; er habe zuvor von einem Angehörigen des Nachrichtendi enstes der Armee entsprechende Drohungen erhalten. Fünf Tage nach diesem Vorfall sei er von der Armee festgehalten worden, da seine Identitätskarte unleserlich gewesen sei. Man habe ihn aufgefordert, am folgenden Tag mit einer Bestätigung der Polizei, wona ch er aus C._______ stamme, zum Armeecamp zu ko m- men. In der Folge habe er sich mehrheitlich bei seinem Onkel aufgeha l- ten; Mitglieder des Nachrichtendienstes hätten sich dort mehrmals nach ihm erkundigt. Sein Onkel habe ihm gesagt, er solle nicht mehr bei i hm übernachten. Danach habe man sich bei seinem Onkel noch einmal nach ihm erkundigt; dieser habe gesagt, er (der Beschwerdeführer) käme nicht mehr bei ihm vorbei. Am 6. September 2007 sei vor dem Haus seines Onkels sein Name gerufen worden. Als sein Onkel herausgetreten sei, sei er erstochen worden. Ende 2007 habe ihm die Armee bei einer Kontrolle die Identitätskarte abgenommen. Als er diese im Armeecamp habe abh o- len wollen, sei er fünf Tage lang festgehalten worden. Man habe ihn zu den LTTE und zu seinen beruflichen Tätigkeiten befragt und misshandelt. Im Juli 2008 sei sein Arbeitgeber in Colombo von Sicherheitskräften fest- genommen worden. Einige Tage später hätten Angehörige des Nachrich- tendienstes sich zuhause nach ihm erkundigt. Ein Bruder, der bei eine r Tante aufgewachsen sei, sei schon früh zur Bewegung gegangen. D-5842/2011 Seite 3 A.c. Zur Stützung seiner Aussagen gab der Beschwerdeführer verschi e- dene Beweismittel ab (vgl. act. A20). A.d. Mit Verfügung vom 9. März 2010 stellte das BFM fest, der B e- schwerdeführer erfülle die Flücht lingseigenschaft nicht, lehnte sein Asy l- gesuch ab und wies ihn aus der Schweiz weg. Gleichzeitig verfügte es die vorläufige Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zugs. Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. B. B.a. Mit Schreiben vom 28. Juni 2011 teilte das BFM dem Beschwerd e- führer mit, es erwäge, die vorläufige Aufnahme in Anwendung von Art. 84 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländ e- rinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) aufzuheben. Es verwies auf die allgemein entspannte Sicherheitslage in Sri Lanka und stellte sich auf den Standpunkt, es sprächen auch keine individuellen Gründe gegen eine Aufhebung der vorläufigen Aufnahme , und gab de m Beschwerdeführer Gelegenheit, sich schriftlich dazu zu äussern. B.b. Mit Eingabe seines damaligen Rechtsvertreters vom 30. August 2011 liess der Beschwerdeführer beantragen, die mit Schreiben vom 28. Juni 2011 erwogene Aufhebung der vorläufigen Aufnahme sei nicht zu vollzi e- hen. Zur Begründung wurde geltend gemacht, in Sri Lanka werde immer noch mittels Notstandsgesetz regiert und Personen könnten ohne Verfah- ren für 18 Monate inhaftiert werden. Zurückkehrende Tamilen stellten für die Behörden Sri Lankas willkommene Erpressungsopfer und Geldque l- len dar. Da diese Menschen festgehalten, misshandelt und gefoltert wü r- den, sei eine Rückführung schon deshalb unzumutbar. Individuelle Grü n- de seien auch den Befragungsprotokollen zu entnehmen; er habe g e- schildert, dass er knapp dem Tod entronnen sei und mehrere Drohungen erhalten habe. Diese Droh ungen dauerten an. Als Beweismittel wurden ein Schreiben des Vaters des Bes chwerdeführers vom 6. Juli 2011 sowie zwei von der "Humanrights Organization of Justice of Peace" ausgestellte Bestätigungen vom 8. und vom 9. Juli 2011 eingereicht. C. Das BFM hob m it Verfügung vom 19. September 2011 – eröffnet am 21. September 2011 – die am 9. März 2010 angeordnete vorläufige Au f- nahme des Beschwerdeführers auf und forderte ihn – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungs fall – auf, die Schweiz bis D-5842/2011 Seite 4 14. November 2011 zu verlassen. Gleichzeitig beauftragte es den Kanton D._______ mit dem Vollzug der Wegweisung. D. Mit Eingabe vom 21. Oktober 2011 liess der Beschwerdeführer mittels seines inzwischen neu mandatierten Rechtsvertreters gegen diesen Ent- scheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und bea n- tragen, die Verfügung des BFM sei aufzuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen, verbunden mit der Weisung, die Verfügung vom 9. März 2010 in Wiedererwägung zu ziehen und das Asylverfahren weiterzuführen, dies unter ausdrücklicher Aufrechterhaltung der vorläuf i- gen Aufnahme. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben, die Sache zur Prüfung der aktuellen Asylgründe, zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, dies unter ausdrücklicher Aufrechterhaltung der vorläufigen Aufnahme. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes an das BFM zurückzuweisen. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft durch das Bundesverwaltungsg e- richt festzustellen und das BFM anzuweisen, ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben, die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und das BFM anzuweisen, ihn vorläufig aufzunehmen. Eventuell sei die angefochtene Verfügung aufz u- heben. Bei Aufhebung und Rückweisung an die Vorinstanz sei das BFM anzuweisen, sämtliche Herkunftsländerinformationen, auf welche es se i- nen Entscheid stütze, in geeigneter Weise offenzulegen. Eventuell sei das BFM im Rahmen des Beschwerdeverfahrens anzuweisen, sämtliche Herkunftsländerinformationen, auf welche es seinen Entscheid stütze, in geeigneter Weise offenzulegen, und dem Beschwerdeführer sei eine a n- gemessene Frist einzuräumen, um zu diesen Informationen Stellung zu nehmen. Vor Gutheissung der Beschwerde sei dem unterzeichneten A n- walt eine angemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostenno- te anzusetzen. Der Eingabe wurden unter anderem zahlreiche Länder- und Zeitungsberichte, Themenpapiere sowie eine DVD (vgl . S. 36 f. Bei- lagen 2-25) beigelegt. E. Mit Zwischenverfügung vom 4. November 2011 forderte der Instruktion s- richter den Beschwerdeführer auf, bis zum 5. Dezember 2011 einen aktu- ellen ärztlichen Bericht sowie eine Erklärung über die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht gegenüber den Asylbehörden einzureichen. D-5842/2011 Seite 5 Gleichzeitig forderte er ihn auf, bis zum 21. November 2011 einen Ko s- tenvorschuss von Fr. 600.– zu überweisen, verbunden mit der Andr o- hung, auf die Beschwerde werde nicht eingetreten, wenn der Kostenvo r- schuss innert der angesetzten Frist nicht bezahlt werde. Den Antrag, dem Rechtsvertreter sei vor Gutheissung der Beschwerde eine angemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote anzusetzen, wies er ab. F. Der Kostenvorschuss von Fr. 600.– wurde am 21. November 2011 einge- zahlt. G. Am 5. Dezember 2011 liess der Beschwerdeführer eine Beschwerdee r- gänzung zu den Akten reichen. Der Eingabe wurden eine Erklärung über die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht vom 28. November 2011, eine Kopie eines Arztberichts von Dr. E._______ vom 30. November 2011, eine Bestätigung von Dr. F._______ vom 6. Juli 2011, Kopien einer Anzeige bei der Human Rights Commission of Sri Lanka vom 24. Oktober 2007 und zweier Familienregisterkarten sowie ei- ner Anzeige bei der Humanright Organization of Justice of Peace vom 9. Juli 2011 und eine Kostennote vom 5. Dezember 2011 (vgl. S. 11 Bei- lagen 26 -33) beigelegt. Gleichzeitig wurde die Einreichung weiterer B e- weismittel in Aussicht gestellt und um Ansetzung einer Frist zur Einre i- chung derselben ersucht. H. Der Instruktionsrichter gewährte dem Beschwerdeführer Frist bis zum 12. Januar 2012 zur Nachreichun g der in Aussicht gestellten Beweismit- tel. I. Mit Schreiben vom 12. Januar 2011 (recte: 2012) liess der Beschwerd e- führer weitere Dokumente nachreichen (vgl. S. 3 Beilagen 34-41). J. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 17. Januar 2012 überwies der In- struktionsrichter die Akten der Vorinstanz zur Vernehmlassung. Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 26. Januar 2012 die Abwe i- sung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer liess in seiner Stellun g- nahme vom 14. Februar 2012 an seinen Anträgen festhalten. D-5842/2011 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Ausländerrechts betre f- fend die vorläufige Aufnahme endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 3 des Bundes- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 112 Abs. 1 des Bundes- gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslände rinnen und Auslä n- der [AuG, SR 142.20] i.V.m. Art. 49 VwVG). 1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 37 VGG sowie Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nachdem der Kostenvorschuss innert angesetzter Frist geleistet wurde, ist auf die B e- schwerde – unter Vorbehalt nachstehender Erwägungen – einzutreten. 1.4. Die Verfügung bildet als Anfechtungsgegenstand in der Bundesve r- waltungsrechtspflege den äusseren Rahmen, innerhalb welchem die Par- teien der Rechtsmittelinstanz ein Rechtsverhältnis zur Beurteilung unte r- breiten können. Der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand darf nicht über den Anfechtungsgegenstand hinaus reichen. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens kann grundsätzlich nur sein, was Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger Gesetzesausl e- gung hätte sein sollen (vgl. ANDRÉ MOSER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52; CHRISTOPH AUER, Streitgegenstand und R ü- geprinzip im Spannungsfeld der verwaltungsrechtlichen Prozessmax i- men, Bern 1997, S. 63; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren D-5842/2011 Seite 7 und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149; BVGE 2009/54 E. 1.3.3 S. 777). 1.5. 1.5.1. In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe in der Stellungnahme vom 30. August 2011 seine bisherigen Asy l- gründe erneut dargelegt. Zum Beweis für die Aktualität seiner Bedrohung habe er eine Erklärung seines Vaters eingereicht, die dieser gegenüber dem "Coordinator Jaffna District" der "Humanrights Organization of Justi- ce of Peace" gemacht habe und vom diesem auf dem Briefpapier dieser Organisation niedergeschrieben worden sei . Das BFM habe das neue Beweismittel nicht gewürdigt und auch die in der Stellungnahme vom 30. August 2011 geltend gemachten Risikofaktoren für tamilische Rüc k- kehrer nicht abgeklärt. Angesichts de s mit der Stellungnahme vom 30. August 2011 eingereichten Beweismittels wäre das BFM vor dem Hin- tergrund der aktuellen Lage gehalten gewesen, seine Verfügung vom 9. März 2010 in analoger Anwendung von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG in Wiedererwägung zu ziehen. Ferner wird geltend gemacht, der Beschwer- deführer habe mit der Eingabe vom 30. August 2011 dargelegt, dass er nach Rechtskraft der Verfügung vom 9. März 2010 eine Verfolgung durch paramilitärische Gruppierungen oder auch der SLA zu befürchten habe. Er habe damit klar gemacht, dass er in der Schweiz aufgrund der aktue l- len Lage in Sri Lanka um Schutz vor Verfolgung im Sinne von Art. 18 AsylG ersuche. Das BFM hätte demnach – wenn es seine ursprüngliche Verfügung nicht in Wiedererwägung gezogen ha be – zumindest ein ne u- es Asylverfahren durchführen müssen. In der Stellungnahme vom 14. Februar 2012 wird in diesem Zusammenhang unter anderem weiter ausgeführt, die Anerkennung als Flüchtling diene dem Schutz vor aktue l- ler Verfolgung. Da sich die Verhältnisse im Herku nftsstaat eines Asylg e- suchstellers ständig verändern könnten, könne ein Entscheid über die Flüchtlingseigenschaft nicht für alle Zeit gestützt auf einen Sachverhalt zu einem bestimmten Zeitpunkt festgelegt werden. Der Beschwerdeführer habe immer dargelegt, dass bei ihm eine aktuelle Verfolgung bestehe, weshalb die Asylbehörden verpflichtet seien, diese zu prüfen. Der Stan d- punkt des BFM, im Verfahren betreffend die Überprüfung der vorläufigen Aufnahme sei die Frage der Flüchtlingseigenschaft nicht zu prüfen, führe zu einer wenig prozessökonomischen Situation. 1.5.2. In der vom damaligen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers – einem patentierten Rechtsanwalt – als "Stellungnahme zur geplanten Aufhebung der vorläufigen Aufnahme" bezeichneten Eingabe vom D-5842/2011 Seite 8 30. August 2011 wurde einzig beantragt, die erwogene Aufhebung der vorläufigen Aufnahme sei nicht zu vollziehen. Vor diesem Hintergrund und angesichts des Umstands, dass die Eingabe vom 30. August 2011 vom Rechtsvertreter auch nicht entsprechend den für qualifizierte Wiedere r- wägungsgesuche analog der Regeln der Revision geltenden Formvor- schriften verfasst wurde, hatte das BFM keinen hinreichenden Anlass, die Eingabe vom 30. August 2011 als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu behandeln. 1.5.3. Auch die in der Beschwerde vertretene Auffassung, das BFM hätte aufgrund der Stellungnahme vom 30. August 2011 ein zweites Asylverfah- ren einleiten müssen, kann nicht geteilt werden. Befindet sich die betro f- fene Person in einem anderen Verfahren als dem Asylverfahren – wie vorliegend in einem Verfahren betreffend die Aufhebung einer vorläufigen Aufnahme – und stellt sie nicht ausdrücklich ein Asylgesuch, sondern macht in diesem anderen Verfahren Sachverhalte geltend, die mögl i- cherweise gemäss Art. 18 AsylG als Asylgesuch zu behandeln wären, so hat die Behörde nach dem Willen der betroffenen Person zu forschen b e- ziehungsweise dieser Gelegenheit einzuräumen, sich zu äussern. Kommt die für das laufende Verfahren zuständige Behörde zum Schluss, die b e- troffene Person wolle kein Asylgesuch stellen oder verneint diese es au s- drücklich, so ist nicht ersichtlich, weshalb sie entgegen ihrer Absicht ins Asylverfahren verwiesen werden sollte (vgl. BVGE 2010/42 E. 11.1.2 S. 603 f.). In der Eingabe vom 30. August 2011 wurde – wie erwähnt – einzig beantragt, "die erwogene Aufhebung der vorläufigen Aufnahme sei nicht zu vollziehen." Auch die Begründung, in der argumentiert wurde, ei- ne Rückführung des Beschwerdeführers wäre unverhältnismässig und unzumutbar, lässt nicht den Schluss zu , dass die Stellung eines zweiten Asylgesuchs beabsichtigt wurde. Das BFM hat vor diesem Hintergrund die Eingabe vom 30. August 2011 zu Recht nicht als neues Asylgesuch behandelt. 1.5.4. Demnach ergibt sich , dass das BFM aufgrund der Eingabe vom 30. August 2011 keine Veran lassung hatte, die Feststellung der Flüch t- lingseigenschaft und damit verbunden die Frage der Asylgewährung zum Gegenstand eines Wiedererwägungsverfahrens oder eines neuen Asy l- verfahrens zu machen. Der Umstand, dass die angefochtene Verfügung keine Regelung betreffend Flüchtlingseigenschaft und Asylgewährung enthält, ist deshalb nicht zu bemängeln. Mit den in der Beschwerde fo r- mulierten Anträgen, die Verfügung des BFM sei aufzuheben und die S a- che sei an die Vorinstanz zurückzuweisen, verbunden mit der Weisung, D-5842/2011 Seite 9 die Verfügung vom 9. März 2010 in Wiedererwägung zu ziehen und das Asylverfahren weiterzuführen, dies unter ausdrücklicher Aufrechterha l- tung der vorläufigen Aufnahme, bzw., eventuell sei die Verfügung a ufzu- heben, die Sache zur Prüfung der aktuellen Asylgründe, zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, dies unter ausdrücklicher Aufrechterhaltung der vorläufigen Aufnah me, bzw. eventuell sei die Ve r- fügung aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers durch das Bundesverwaltungsgericht festzustellen und das BFM anz u- weisen, ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren , wird demnach der Strei t- gegenstand in unzulässiger Weise über den in der angefochtenen Verf ü- gung geregelten Anfechtungsgegenstand hinaus erweitert. Auf die en t- sprechenden Anträge ist deshalb nicht einzutreten. 2. 2.1. Das BFM führte zur Begründung seines Entscheid aus, es sei rechtskräftig festgestellt, dass d er Beschwerdeführer die Flüchtlingse i- genschaft nicht erfülle, weshalb der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anwendung finde. Aus den Akten ergä- ben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass ihm im Heimatstaat mit beach t- licher Wahr scheinlichkeit eine durch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Bezü g- lich der in der Stellungnahme vom 30. August 2011 geltend gemachten Asylgründe werde – soweit diese bereits Gegenstand des ordentlichen Asylverfahrens gewesen seien – auf den Entscheid vom 9. März 2010 verwiesen. Das BFM sei zum Schluss gekommen, dass sich die Lage in Sri Lanka seit Mai 2009 deutlich entspannt habe . Die Lebensbedingun- gen hätten sich soweit verbessert, dass eine Rückkehr auch in den No r- den und Osten Sri Lankas grundsätzlich wieder zumutbar sei. Der B e- schwerdeführer stamme aus C._______ und somit nicht aus dem Vanni - Gebiet. Den Akten seien keine Hinweise darauf zu entnehmen, dass er im Falle einer Rückkehr in die Heimat in eine existenzbedrohende Situation gerate. Ein familiäres Beziehungsnetz und eine gesicherte Wohnsituation könnten im Heimatland vorausgesetzt werden. Nach seiner relativ kurzen Landesabwesenheit sollte er in der Lage sein, sich zu reintegrieren und eine wirtschaftliche Existenzgrundlage zu schaffen. Die in der Stellun g- nahme vom 30. August 2011 vorgenommene Einschätzung, der Wegwei- sungsvollzug in den Norden und Osten Sri Lankas sei weiterhin als u n- zumutbar zu beurteilen, entspreche nicht derjenigen des BFM. Seine L a- geeinschätzung basiere auf einer grossen Zahl von Berichten und Anal y-D-5842/2011 Seite 10 sen des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten (EDA), welche ebenso einbezogen worden seien wie In formationen euro- päischer Staaten und Partnerbehörden, Berichte der UNO und weiterer internationaler Organisationen vor Ort. 2.2. 2.2.1. In der Beschwerde wird vorab sehr ausführlich der Sachverhalt ge- schildert und geltend gemacht, der Beschwerdeführer gehe davon aus, dass ihn sein Arbeitgeber bei den Verhören durch das "Crimininal Investi- gation Department" ( CID) in Colombo unter Folter belastet habe. Einige Tage nach dessen Festnahme sei er von Leuten des CID bei seiner Mu t- ter gesuc ht worden. Er gehe davon aus, dass der CID über gesicherte Hinweise darüber verfüge, dass er die LTTE mit Videoaufnahmen unte r- stützt habe. Im Falle einer Rückkehr befürchte er eine Gefährdung durch den sri-lankischen Geheimdienst und paramilitärische Truppen. 2.2.2. Das BFM habe im Entscheid vom 9. März 2010 wesentliche Sach- verhaltselemente nicht abgeklärt und eine unkorrekte Beweiswürdigung vorgenommen, jedoch an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des B e- schwerdeführers nicht gezweifelt. Infolge fehlender Rechtsbe ratung und mangelnder Information sei der Beschwerdeführer davon ausgegangen, dass ihm eine vorläufige Aufnahme genügend Schutz vor einer Rückkehr biete, weshalb die Verfügung unangefochten geblieben sei. Zu erwähnen sei, dass er geschlechtsspezifische Ver folgung geltend gemacht habe; dennoch sei die Befragung in Anwesenheit von Frauen weitergeführt worden. 2.2.3. Das BFM habe es unterlassen, eine konkrete Gefährdung des B e- schwerdeführers vor dem Hintergrund der aktuellen Lage zu prüfen. Zum Beleg einer Gefährdung habe er ein Beweismittel eingereicht, das vom BFM nicht gewürdigt worden sei. Dadurch habe es den rechtserheblichen Sachverhalt nicht korrekt abgeklärt und die Begründungspflicht verletzt. Deshalb sei die Sache zurückzuweisen und das BFM anzuweisen, auch die von ihm früher eingereichten Beweismittel in die Sachverhaltsprüfung einzubeziehen. 2.2.4. Die Vorinstanz habe vor Erlass der Verfügung in keiner Weise a b- geklärt, was mit abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden bei einer Rückkehr nach Sri Lanka geschehe. Damit habe sie die Gründe nicht g e- prüft, die vorliegend gegen die Aufhebung der vorläufigen Aufnahme sprächen. Dies wiege schwer, da dokumentiert sei, dass zurückkehrende D-5842/2011 Seite 11 Tamilen ein spezifisches Risikoprofil erfüllten, das ihre Rückkehr als u n- zulässig beziehungsweise unzumutbar erscheinen lasse. Es sei auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zu verweisen, der verschiedene Faktoren, die zu einer konkreten Gefährdung einer Person führen könnten, aus der britischen Rechtspr e- chung übernommen habe. Zurückgeführte Tamilen müssten bereits bei ih- rer Einreise damit rechnen, für weitere Abklärungen inhaftiert und mis s- handelt zu werden. 2.2.5. Das Risikoprofil des Beschwerdeführers als LTTE -Unterstützer (fil- mische Tätigkeit) sei bisher nie Gegenstand der Sachverhaltsprüfung ge- worden. Das BFM habe die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen nicht b e- zweifelt, diese aber als asylirrelevant gewertet. Diese Einschätzung habe dem Zeitpunkt des Asylentscheids entsprochen. Eine im März 2010 g e- fällte Entscheidung müsse möglicherweise im Herbst 2011 unter dem Ge- sichtspunkt der aktuellen Gefährdungslage revidiert werden. Die UNHCR- Richtlinien vom 5. Juli 2010 betreffend den Schutzbedarf sri -lankischer Asylsuchender, aus denen sich ein Risikoprofil für LTTE -Unterstützer ab- leiten lasse, hätten nicht in den Entscheid vom März 2010 einfliessen können. Hätte das BFM sich im angefochtenen Entscheid auf die UNHCR-Richtlinien gestützt, hätte es sei ne Vorbringen auch entlang des darin gezeichneten Risikoprofils für LTTE-Unterstützer prüfen müssen. Da dies nie getan worden sei, sei die Sachverhaltsabklärung als unvollstä n- dig zu werten. 2.2.6. Die Vorbringen des Beschwerdeführers seien nicht vor dem Hinte r- grund aktueller und relevanter Länderinformationen über Sri Lanka g e- prüft worden. Im ang efochtenen Entscheid werde kein vollständiges und ausgewogenes Bild über die aktuelle Lage in Sri Lanka gegeben. Insbe- sondere habe das BFM nicht die in den UNHCR-Richtlinien geforderten "aktuellen und relevanten" Länderinformationen zu Rate gezogen. Es ge- höre zu den Qualitätskriterien, dass die COI (Country of Origin Informat i- on) auf den "relevanten" Fragen beruhten, aus verlässlichen Quellen stammten, ausgewogen, genau und aktuell sein sollten sowie in transp a- renter und nachvollziehbarer We ise dargestellt werden müssten. Hätte das BFM aktuelle und relevante COI einbezogen, wäre festgestellt wo r- den, dass Tamilen bereits bei der Einreise nach Sri Lanka damit rechnen müssten, inhaftiert und misshandelt zu werden. Da das BFM die aktuelle Gefährdungslage für tamilische Abgewiesene unter Bezugnahme auf die relevanten Länderberichte nicht abgeklärt habe, sei der Sachverhalt nicht rechtsgenüglich geklärt worden. D-5842/2011 Seite 12 2.2.7. Das BFM habe bezüglich der Länderinformationen das Prinzip des rechtlichen Gehörs verletz t. Zur Begründung der angeblich verbesserten Lage in Sri Lanka habe es sich auf die UNHCR -Richtlinien vom Juli 2010 gestützt. Anderseits habe es vorgegeben, die Lageeinschätzung basiere auf einer grossen Zahl von Berichten und Analysen des EDA und der DEZA sowie auf Informationen europäischer Staaten und Partnerbehö r- den, Berichten der UNO und internationalen Organisationen vor Ort. Das BFM unterlasse es, die Berichte und Analysen namentlich zu nennen und offenzulegen. In Bezug auf die Würdigung von Länderin formationen habe die Begründungspflicht zur Folge, dass die Behörde die Überlegungen zu nennen habe, von denen sie sich leiten lasse. Eine Auflistung der Quellen im Entscheid wäre ohne Weiteres möglich gewesen. Der Entscheid habe angesichts der Eingriffsschwere eine hohe Begründungsdichte aufzuwe i- sen. Zudem weiche das BFM von der ständigen Praxis ab, gemäss der der Wegweisungsvollzug für Tamilen in die Nord - und Ostprovinz unzu- mutbar sei. In diesem Zusammenhang sei darauf hinzuweisen, dass das BFM vom Grund satzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E -2775/2007 vom 14. Februar 2008 abgewichen sei. Bei eine r Praxisabweichung wäre eine ausführliche und detaillierte Begründung betreffend die Lage in Sri Lanka zu erwarten gewesen. Das BFM hätte sich mindestens auf ebenso breites Quellenmaterial wie das Gericht abstützen und dieses nennen müssen, damit Stellung bezogen und Gegenbeweise erbracht werden könnten. Eigene Abklärungen hätten ergeben, dass sich die Lage nicht derart verändert habe, als dass sich der Wegweis ungsvollzug nun als zumutbar präsentieren würde. Das BFM habe bei der Beurteilung der a k- tuellen Lage seine Begründungspflicht und das rechtliche Gehör massiv verletzt. Aus früheren Entscheiden des BFM sei bekannt, dass es sich bei seiner Beurteilung der Si cherheitslage auch auf eine Dienstreise vom Herbst 2010 stütze, deren Ergebnisse nicht offengelegt worden sei en. Vorliegend habe es sich nicht auf diesen Bericht gestützt, da bei verlang- ter Offenlegung die Dürftigkeit desselben ersichtlich geworden wäre. D a- mit sei die Basis für die Einschätzung der Sicherheitslage durch das BFM noch dünner geworden. 2.2.8. Es werde beantragt, dass das BFM im neuen Verfahren seine Lä n- derinformationen offenzulegen und Frist zur Stellungnahme einzuräumen habe. Sollte das Bundesverwa ltungsgericht die Verletzungen des rechtl i- chen Gehörs als heilbar erachten, seien die COI im Rahmen des B e- schwerdeverfahrens offenzulegen. In diesem Fall sei Frist zur Einre i- chung einer Beschwerdeergänzung zu gewähren. D-5842/2011 Seite 13 2.2.9. Als Zwischenfazit sei festzuhalten, d ass die Sache an die Vori n- stanz zurückzuweisen sei. Im Rahmen der Neubeurteilung werde es no t- wendig sein, eine formell korrekte Prüfung und vollständige Abklärung des Sachverhalts durchzuführen. Dazu gehöre eine mündliche Anhörung des Beschwerdeführers und eine Fristansetzung zur Einreichung zusät z- licher Beweismittel. 2.3. In der Stellungnahme vom 5. Dezember 2011 wird geltend gemacht, das Bundesverwaltungsgericht habe in seinem Grundsatzurteil E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 festgehalten, der We gweisungsvoll- zug in den Norden des Landes könne nicht als generell zumutbar eing e- stuft werden. Demnach erweise sich die Feststellung des BFM, der Vol l- zug in den Norden und Osten des Landes sei grundsätzlich zumutbar, als falsche Sachverhaltsfeststellung. Die in der Beschwerde erhobenen R ü- gen seien somit gerechtfertigt gewesen, weshalb die entsprechenden Rechtsbegehren gutzuheissen seien, was bei den Kostenfolgen zu b e- rücksichtigen sei. 2.4. Das BFM führt in seiner Vernehmlassung vom 26. Januar 2012 be- züglich der geltend gemachten Verletzung des rechtlichen Gehörs aus, in den Akten seien keine Länderberichte über das Heimatland des B e- schwerdeführers vorhanden , und bei den aus Länderdokumentationen gewonnenen Erkenntnissen handle es sich um allgemeines Fachwissen , das nicht ediert werden müsse. 2.5. In der Stellungnahme vom 14. Februar 2012 wird entgegnet, das BFM gestehe ein, dass sich bei den Akten keine Länderberichte befä n- den. Es liege auf der Hand, dass nichtbestehende Akten nicht ediert we r- den könnten, was gleich zeitig bedeute, dass das BFM den angefocht e- nen Entscheid ohne ausreichende Sachverhaltsabklärungen gefällt habe. Hierzu habe das Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts Mas s- stäbe gesetzt. Das angebliche Beiziehen von Länderberichten und Lä n- derinformationen, wie es vom BFM geltend gemacht werde, sei eine u n- bewiesene Parteibehauptung. 3. 3.1. Festzuhalten ist vorweg, dass die Verfügung des BFM vom 9. März 2010 unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist. Auf die in der Be- schwerde geäusserte Kritik an der nämlic hen Verfügung bzw. dem di e- sem zugrunde liegenden erstinstanzlichen Verfahren ist deshalb im vor- liegenden Verfahren nicht einzugehen. Der Beschwerdeführer wurde im D-5842/2011 Seite 14 Übrigen im erstinstanzlichen Asylverfahren von einer Juristin der G._______ Rechtsberatungsstelle für Asyl Suchende vertreten, welcher das BFM am 2. März 2010 auf Gesuch hin Einsicht in die Akten gewährte und welcher die Verfügung vom 9. März 2010 eröffnet wurde . Die Be- hauptung, mangels Rechtsberatung und Information habe der Beschwe r- deführer die Verfügung nicht anfechten lassen, trifft somit nicht zu. 3.2. 3.2.1. In der Beschwerde wird in formeller Hinsicht geltend gemacht, das Recht des Beschwerdeführers auf Akteneinsicht sei verletzt worden, i n- dem die Vorinstanz es unterlassen habe, die Länderinformationen, auf die sie ihren Entscheid stütze, offenzulegen. Ausserdem sei sie der gebot e- nen Begründungspflicht nicht in genügendem Mass nachgekommen und habe den rechtserheblichen Sachverhalt nur ungen ügend abgeklärt. U n- ter diesen Umständen sei die angefochtene Verfügung infolge Verletzung des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs zu kassieren und vollständige Einsicht in alle Akten zu gewähren sowie eine angemessene Frist zur Stellungnahme zu setzen. 3.2.2. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bu n- desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 und Art. 29 AsylG) ergibt sich, dass Asylsuchenden die Akten offenzulegen sind und ihnen das Recht zur Äusserung (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG) sowie die Möglichkeit, Einfluss auf die Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts zu ne h- men, zu gewähren ist. 3.2.3. Bezüglich der beantragten Offenlegung sämtlicher Herkunftsländer- informationen, auf d ie das BFM seinen Entscheid gestützt habe, ist z u- nächst festzustellen, dass sich in den vorinstanzlichen Akten keine Lä n- derberichte oder -informationen über die Situation im Heimatland des B e- schwerdeführers befinden, in die das BFM ihm hätte Einsicht gewäh ren können. Im Übrigen handelt es sich bei den aus Länderdokumentationen gewonnenen Erkenntnissen um allgemeines Fachwissen, welches als solches nicht offengelegt werden kann. Mit der eingereichten 35-seitigen Beschwerde, in der ausführlich zur angefochten en Verfügung Stellung genommen wird und der zahlreiche Beweismittel beiliegen , wird die Be- hauptung in eben dieser Beschwerde, dem Beschwerdeführer sei es durch die Nichtnennung aller Quellen, auf die sich das BFM stütze, ve r- unmöglicht worden, im Rahmen der Beschwerde sachgerecht Stellung zu nehmen oder Gegenbeweise vorzubringen, widerlegt. Es liegt somit keine D-5842/2011 Seite 15 Verletzung des Akteneinsichtsrechts vor. Der Antrag, das BFM sei anz u- weisen, sämtliche Herkunftsländerinformationen, auf welche es seinen Entscheid stütze, in geeigneter Weise offenzulegen und eine Frist zur Stellungnahme zu gewähren, ist somit ebenso abzuweisen wie der An- trag, die Sache sei aus diesem Grund an die Vorinstanz zurückzuweisen. 3.3. 3.3.1. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). 3.3.2. Art. 35 Abs. 1 VwVG umschreibt den Inhalt der Begründungspflicht nicht näher, die Begründung eines Entscheides muss jedoch so abge- fasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl der von der Verfügung B e- troffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Ent - scheides ein Bild machen können . D ie verf ügende Behörde muss sich zwar nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen, sondern kann sich auf die w e- sentlichen Gesichtspunkte beschränken. Sie hat aber wenigstens kurz die Überlegungen anzuführen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt . Die Begründungsdichte richtet sich dabei nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffenen, wobei bei schwerwiegenden Eingriffen in die rech tlich geschützten Interessen des Betroffenen – und um solche geht es bei der Frage der Aufhebung der vorläufigen Aufnahme und der Anordnung des Wegweisungsvollzugs – eine sorgfältige Begründung verlangt wird (vgl. LORENZ KNEUBÜHLER in: Kommentar zum VwVG, Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Zürich 2008, N. 6 ff. zu Art. 35; BVGE 2008/47 E. 3.2 S. 674 f., BVGE 2007/30 E. 5.6 S. 366 f.). 3.3.3. In den Eingaben im Beschwerdeverfahren wird gerügt, das BFM habe sich in seiner Verfügung nicht mit der Frage auseinandergesetzt, ob der Beschwerdeführer aufgrund der von ihm geltend gemachten Tätigkei- ten für die LTTE bei einer Rückkehr nach Sri Lanka konkret gefährdet wä- re. 3.3.4. Das BFM führte in seiner Verfügung vom 9. März 2010 aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die D-5842/2011 Seite 16 Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Im Einzelnen hielt es bezüglich des Vorbringens, wonach dieser von den LTTE g e- zwungen worden sei, bei deren Anlässen Videoaufnahme n zu machen , und bedroht worden sei, als er sich geweigert habe, fest, die LTTE seien im Mai 2009 militärisch besiegt worden und die verbliebenen Zellen hä t- ten aktuell weder das Interesse noch die Stärke, Einzelpersonen zu b e- helligen. Vor diesem Hintergrun d bestehe keine begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung durch die LTTE. Hinsichtlich der Kontrollen durch die Armee und de r Befragung im Armeecamp zu den Videoau f- nahmen und seinen Verbindungen zu den LTTE führte es aus, v ergange- ne Verfolgung – wie die geltend gemachten Festnahmen und Befragu n- gen der sri -lankischen Armee – sei nur dann asylbeachtlich, wenn sie noch andauer e oder konkrete Hinweise auf eine zukünftige Verfolgung bestehen würden. Die Asylgewährung diene nämlich nicht dem Ausgleich vergangener Unrechts, sondern soll demjenigen gewährt werden, der a k- tuell des Schutzes bedürfe. Vorliegend handle es sich um zeitlich und ört- lich begrenzte Eingriffe in die körperliche und psychische Integrität. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer nach beiden Vorfällen ohne weitere Auflagen aus dem Armeecamp freigelassen worden sei, bestätige, dass kein ernsthafter Verdacht wegen LTTE -Mitgliedschaft gegen ihn besta n- den habe. Andernfalls hätten die Sicherheitskräfte weiterreichende Mas s- nahen gegen ihn ergriff en. Zu den Vorbringen, wonach im Januar 2007 ein Freund von einer Kugel getroffen worden sei, die eigentlich ihm gegol- ten habe, bzw. wonach im September 2007 sein Onkel von unbekannten Personen umgebracht worden sei, als diese ihn (den Beschwerdeführer) gesucht hätten, hielt es fest , es könne zwar nicht überprüft werden, ob tatsächlich beide Male der Beschwerdeführer das eigentliche Ziel des Angriffs gewesen wäre. Es sei jedoch darauf hinzuweisen, dass es den Angreifern ein Leichtes gewesen wäre, den Beschw erdeführer zu bela n- gen, zumal er sich entweder in seinem Elternhaus oder bei nahen Ve r- wandten aufgehalten habe. Vor diesem Hintergrund könne nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer gezielt verfolgt worden sei. Betreffend das Vorbringen, Angehörige des Nachrichtendienstes hät- ten im Juli 2008 zuhause nach dem Beschwerdeführer gefragt, zu einem Zeitpunkt, als er sich bei seinem Onkel aufgehalten habe, wobei er a n- schliessend nach Hause zurückgekehrt sei, wo er sich bis zur Ausreise aufgehalten habe, bemerkte das BFM, wenn der Beschwerdeführer b e- gründete Furcht vor Verfolgung gehabt hätte, hätte er sich nach diesem Vorfall nicht nach Hause begeben; ausserdem sei es gemäss seinen Aussagen zwischen Juli 2008 und seiner Ausreise im September 2009 zu keinen weiteren Vorfällen mehr gekommen. Zusammenfassend hielt es D-5842/2011 Seite 17 aufgrund des Gesagten fest, es sei nicht davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft Verfolgung drohe. Es könne deshalb darauf verzichtet werden, auf bestehende Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen einzug e- hen. 3.3.5. In der Stellungnahme vom 30. August 2011 wurde geltend g e- macht, der Beschwerdeführer habe bei den Befragungen geschildert, dass er knapp am Tod vorbeigegangen sei und mehrere Drohungen e r- halten habe. Die Drohungen dauerten heute noch an. Zum Beleg dieses Vorbringens wurden ein Schreiben des Vaters des Beschwerdeführers vom 6. Juli 2011 sowie zwei von der "Humanrights Organization of Justice of Peace" ausgestellten B estätigungen vom 8. und vom 9. Juli 2011 ein- gereicht, in welchem ausgeführt wird , unbekannte Personen würden sich heute noch ab und zu nach dem Beschwerdeführer erkundigen. 3.3.6. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Urteil E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 einlässlich mit der allgemeinen Lage in Sri Lanka au s- einandergesetzt und erwogen, es gebe Personengruppen , die einer b e- sonderen Gefahr unterlägen, seitens der sri -lankischen Sicherheitskräfte oder anderer Gruppierungen verfolgt zu werden. Es nannte in diesem Zu- sammenhang unter anderem Personen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt würden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen beziehungsweise gestanden zu sein (vgl. BVGE 2011/24 E. 8 S. 493 ff.). Der UNHCR geht in seinen Richtlinien vom 5. Juli 2010 (vgl. UNHCR: Eligibility Guidelines for Assessing the International Protection Needs of Asylum Seekers from Sri Lanka) ebenfalls davon aus, dass Personen, die mit den LTTE in Verbindung gestanden hätten oder von den Sicherheit s- kräften diesbezügli ch verdächtigt würden, zu einer Risikogruppe gehö r- ten, und auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) geht davon aus, dass bei nach Sri Lanka zurückkehrenden Tamilen – wenngleich ihnen nicht generell die Gefahr unmenschlicher Behandlung drohe – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen seien, aus denen sich insgesamt im Einzelfall ergeben könne, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Fes t- nahme und Befragung ein Interesse (vgl. BVGE 2011/ 24 E. 10.4.2 S. 503 f.). 3.3.7. Die Frage, ob eine Person einer konkreten Risikogruppe angehört und welche Folgerungen aus diesem Umstand zu ziehen sind, ist nicht nur bei der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft im ordentlichen Asy l-D-5842/2011 Seite 18 verfahren, sondern auch im Verfahren der Aufhebung einer vorläufigen Aufnahme unter dem Aspekt der Zulässigkeit der Anordnung des We g- weisungsvollzugs zu prüfen (vgl. BVGE 2010/47 E. 11.1.2 S. 602 f.). 3.3.8. Das BFM hält in der angefochtenen Verfügung fest, es sei recht s- kräftig festgestellt, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG könne somit nicht angewandt werden. Aus den Akten würden sich auch keine Anhaltpunkte dafür ergeben, dass dem Beschwerdef ührer im Falle der Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlic h- keit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohe, da keine asylrelevante Verfolgung des Beschwerdeführers habe festgestellt werden können. B ezüglich der in der Stellungnahme vom 30. August 2011 geltend gemachten Asylgründe werde – soweit diese bereits G e- genstand des ordentlichen Asylverfahrens gewesen waren – auf die Ver- fügung vom 9. März 2010 verwiesen; den dortigen Ausführungen sei nichts beizufügen. 3.3.9. Diese Begründung lässt nicht erkennen, dass sich das BFM mit den Einwänden in der Stellungnahme vom 30. August 2011, wonach ge- mäss den Angaben des Vaters des Beschwerdeführers sich heute noch ab und zu unbekannte Personen nach seinem Sohn erkundigen würden, auseinandergesetzt hat. Sollte dies indes zutreffen, stellt sich aufgrund der aktuellen Lage in Sri Lanka die Frage, ob die der Verfügung vom 9. März 2010 zugrunde liegende Prognose, wonach nicht davon ausz u- gehen sei, dass dem Beschwerdeführer mit beacht licher Wahrscheinlich- keit und in absehbarer Zukunft Verfolgung drohe, als Fehleinschätzung entpuppt hat. Entgegen der Feststellung des BFM in der angefochtenen Verfügung bestehen mithin aufgrund der Ausführungen in der Stellun g- nahme vom 30. August 2011 sehr wohl Anhaltpunkte dafür, dass dem Be- schwerdeführer im Falle der Rückkehr in den Heimatstaat eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohen könnte , und in der Beschwerde wird insofern zu Recht gerügt, das BFM habe es unte r- lassen zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aufgrund der von ihm geltend gemachten Tätigkeiten für die LTTE bei einer Rückkehr nach Sri Lanka heute konkret gefährdet wäre. Indem das BFM die eingereichten B e- weismittel und die Einwände in der Stellungnahme vom 30. August 2011 unberücksichtigt gelassen und keine Prüfung der konkreten Gefährdung des Beschwerdeführers aufgrund der aktuellen Lage in Sri Lanka vorge- nommen hat, hat es die ihm obliegende Prüfungs - und Begründung s-D-5842/2011 Seite 19 pflicht und damit den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt. 4. 4.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, eine Verlet - zung desselben führt deshalb grundsätzlich – das heisst ungeachtet der materiellen Auswirkungen – zur Aufhebung des daraufhin ergangenen Entscheides (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f., BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371, BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332). 4.2. Die Heilung von Gehörsverletzungen aus prozessökonomischen Gründen ist auf Beschwerdeebene nur möglich, sofern das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerdeinstanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsanwendung zukommt sowie die fest- gestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f.). 4.3. Im vorliegenden Fall ist die unvollständige Prüfung der Frage, ob dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka aufgrund der geltend gemachten Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe eine mensche n- rechtswidrige Behandlung beziehungsweise eine konkrete Gefährdung droht, sowie die unzureichende Begründung der angefochtenen Verf ü- gung als schwerer Mangel zu bezeichnen. Das BFM ist auf die in der Be- schwerde erhobenen diesbezüglichen Rügen im Rahmen des Schrifte n- wechsels nicht eingegangen und hat es versäumt, die Mängel in der Ve r- fügung in sein er Vernehmlassung zu beseitigen. V or diesem Hintergrund ist es nicht Aufgabe de s Bundesverwaltungsgerichts, Versäumnisse des BFM auf Beschwerdeebene zu beheben und damit die Vorinstanz gleic h- sam von einer sorgfältigen Verfahrensführung zu entbinden, zumal dem Beschwerdeführer durch ein solches Vorgehen eine In stanz verloren gin- ge. 5. 5.1. Eine Heilung der festgestellten Mängel in der angefochtenen Verf ü- gung aus prozessökonomischen Gründen fällt somit nicht in Betracht. Die Beschwerde ist demzufolge gutzuheissen, soweit eventualiter beantragt wird, die angefochtene Verfügung vom 1 9. September 2011 sei aufzuhe- ben und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen . Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf diese einzutreten ist. D-5842/2011 Seite 20 5.2. Das BFM wird im Rahmen der Neubeurteilung anhand der Aussagen des Beschwerdeführers bei den Befragungen, der bei ihm und beim Bu n- desverwaltungsgericht eingereichten Beweismittel und der Vorbringen im Beschwerdeverfahren D-5842/2011 zu prüfen haben, ob dieser – wie gel- tend gemacht – einer oder mehreren Risikogruppen angehört und welche Schlussfolgerungen daraus allenfalls zu ziehen sind. 6. 6.1. Nachdem der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, sind ihm reduzier- te Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind angesichts des im Beschwerdeverfahren erhöhten Aktenumfangs auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind durch den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.– gedeckt und mit diesem zu verrechnen. 6.2. Dem Beschwerdefü hrer ist alsdann eine um die Hälfte zu reduzie- rende Entschädigung für die ihm erwachsenen notwendigen und verhäl t- nismässig hohen Kosten zu entrichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 2 VGKE). In der mit der Eingabe vom 5. Dezember 2011 eingereich- ten Ko stennote werden ein zeitlicher Aufwand von 19, 13 Stunden (à Fr. 240.–) und Spesen von Fr. 57.80 geltend gemacht. Das Bundesve r- waltungsgericht erachtet den veranschlagten Aufwand angesichts der al l- gemein weitschweifigen und sich teilweise wiederholenden Ausführungen sowie des unnötigen Exkurses hinsichtlich des Vorliegens der Flüch t- lingseigenschaft (vgl. dazu Art. 42 Abs. 2 BGG) als übermässig hoch und geht von einem gerechtfertigten Gesamtaufwand (bis und mit Eingabe vom 14. Februar 2012) von 1 0 Stunden aus . Die volle Parteientschäd i- gung würde somit Fr. 2654.40 betragen (Fr. 2400.– Aufwand, Fr. 57.80 Spesen und Fr. 196.60 Mehrwertsteuer), die reduzierte Parteientschädi- gung Fr. 1327.20; das BFM ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer di e- sen Betrag auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-5842/2011 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit beantragt wird, die angefoch- tene Verfügung vom 19. September 2011 sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Im Übrigen wird die Be- schwerde abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 2. Die Verfügung vom 19. September 2011 wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an das BFM zurück gewie- sen. 3. Die Verfahrenskosten v on Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Sie sind durch den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600. – ge- deckt und werden mit diesem verrechnet. 4. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi- gung von Fr. 1327.20 zu entrichten. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Christoph Basler Versand: