B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV/sma D-5219/2010 U r t e i l v o m 1 9 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richter Walter Stöckli, Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien A._______, geboren am … , Türkei, vertreten durch lic. iur. Ismet Bardakci, Fürsprecher, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 16. Juni 2010 / N … . D-5219/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie – reichte am 8. April 2010 in der Schweiz ein Asylgesuch ein, wo - rauf er vom BFM am 15. April 2010 zu seiner Person , zu seinem Reis e- weg und summarisch zu seinen Gesuchsgründen befragt wurde. Dabei brachte er namentlich das Folgende vor: Er stamme aus der Ortschaft X._______ im Distrikt Y ._______ in der Provinz Şanlıurfa (im Südosten der Türkei), wo er mit seiner Mutter und seinen zwei Schwestern gelebt habe. Sein Vater hingegen lebe schon seit dreizehn Jahren in Deutsc h- land, und zwar als politischer Flüchtling. Daneben habe er noch einen jüngeren Bruder, welcher vor eini gen Monaten in den türkischen Teil Z y- perns gegangen sei. Er selbst habe die Türkei verlassen, da er jetzt se i- nen Militärdienst leisten müsste. Er habe seinen Dienst erst noch au f- schieben können, vor fünf oder sechs Monaten nun aber das letzte Au f- gebot erhalten. Als Kurde wolle er jedoch nicht ins Militär, zumal in der Türkei gesagt werde, der beste Kurde sei ein toter Kurde. In der Armee würde er sicher umgebracht oder in den Tod geschickt, wovor er Angst habe. Zudem sei einer seiner Cousins bei der Guerill a, weshalb er als Soldat möglicherweise gegen diesen kämpfen müsste. Das könnte er aber nie tun, da er für den Frieden sei. Auf Nachfragen des Bundesamtes brachte er im Weiteren vor, er sei in der Heimat nie festgenommen wo r- den und er habe auch keiner poli tischen Partei angehört, jedoch an den Newroz-Feiern teilgenommen, wobei es einige Male zu Zusammenstö s- sen mit der Poli zei gekommen sei. Wegen seines Vaters habe es bei i h- nen letztmals vor rund einem Jahr eine Razzia gegeben, und ihr Haus sei auch beschattet worden. Zu seinem Reiseweg führte er schliesslich aus, er habe sein Dorf anfangs April 2010 verlassen und er sei am 5. April 2010 illegal aus der Türkei ausgereist , indem er von Istanbul mit einem LKW über ihm unbekannte Länder innert drei Tagen in die Schweiz ge- reist sei. Auf seiner Reise habe er seinen 2009 ausgestellten Reisepass mit sich geführt, welcher jedoch beim LKW -Fahrer zurückgeblieben sei. Zwar lebe sein Vater in Deutschland, dorthin habe er aber nicht gehen können, respektive mit seinem Vater verstehe er sich nicht gut. Das A n- gebot des Bundesamtes, ihm mittels einem Ersuchen an die deutschen Behörden eine Weiterreise nach Deutschland zu ermöglichen , lehnte er gleichzeitig ab. Zwei Wochen nach der Kurzbefragung – am 29. April 2010 – fand die ein- lässlich Anhörung zu den Gesuchsgründen statt, in deren Verlauf der B e-D-5219/2010 Seite 3 schwerdeführer zur Hauptsache das Folgende vorbrachte: Er sei Kurde und als solcher habe er nicht nur an Nevroz -Feiern teilgenommen, so n- dern er habe auch kurdische Vereine besucht, an Presseveranstaltungen der DTP teilgenommen und andere Jugendliche zur Teilnahme an Veran- staltungen aufgerufen. Aus diesem Grund sei er von der Polizei ständig verfolgt und bedroht worden. Zudem hätten die Sicherheitskräfte anda u- ernd um das Haus seiner Fam ilie patrouilliert, wobei sie auch einmal mi t- bekommen hätten, wie von den Sicherheitskräften sein Name und jener seiner Mutter über Funk erwähnt worden sei en. Auf der anderen Seite fürchte er sich vor dem Militärdienst, da ein Junge aus seinem Dorf wä h- rend des Dienstes getötet worden sei. Da dieser Junge genau wie er ku r- dische Vereine besucht und sich für die kurdische Sache engagiert habe, und dieser Junge ebenfalls von den Sicherheitskräften bedroht worden sei, habe er um sein Leben gefürchtet. Zudem habe er am 4. April 2009 im Dorf Amara am Fest zum Geburtstag von Abdullah Öcalan und einer damit verbundenen Protestaktion teilgenommen, als sie von der Polizei angegriffen worden seien, wobei sein Freund B._______ und eine weitere Person getötet worden seien. Sie seien damals 15'000 Festbesucher g e- wesen und die Auseinandersetzungen seien von den Behörden gefilmt worden, weshalb die Behörden nun Videoaufnahmen von ihm besässen. Tatsächlich besässen die Behörden aber nicht nur Videoaufnahmen von ihm, sondern sie hätten anlässlich der Nevroz -Feier 2009 seinen Namen notiert und ihm gesagt, wenn er sich weiter für die kurdische Sache enga- giere, werde er i m Militärdienst umgebracht, res pektive er habe damals eigentlich sofort die Flucht ergriffen und andere Leute h ätten seinen N a- men den Behörden mitgeteilt. Jedenfalls sei er seither ständig auf der Flucht, zumal seine Identität den Behörden bekannt sei, was ihm ein Mann aus seinem Dorf berichtet habe. Auf entsprechende Nachfrage des Bundesamtes führte er schliesslich an, über diese Ereignisse habe er a n- lässlich der Kurzbefragung nicht berichtet, da damals noch von seiner Reise erschöpft gewesen sei respektive noch unter Schock gestanden habe. Er habe davon erst in der Zweitbefragung erzählen wollen, weshalb er in der Erstbefragung hauptsächlich auf den Militärdienst eingegangen sei. B. Mit Verfügung vom 16. Juni 2010 – eröffnet am folgenden Tag – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Auf die Entscheidbegründung wird nachfolgend eingegangen. D-5219/2010 Seite 4 C. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – am 19. Juli 2010 Beschwerde. In seiner Eingabe beantragte er die Aufhebung der angefochtenen V erfügung und die G e- währung von Asyl, eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges und die Anordnung einer vor- läufigen Aufnahme in der Schweiz, und er ersuchte unter Vorlage einer Fürsorgebestätigung um die Ge währung der unentgeltlichen Prozessfü h- rung sowie um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht. Auf die B e- schwerdebegründung und auf die vom Beschwerdeführer vorgelegten Beweismittel wird nachfolgend eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 11. August 2010 v erwies die damals zustän- dige Instruktionsrichterin für den Entscheid über das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) auf einen späteren Zeitpunkt. Auf das Erheben eine s Kosten- vorschusses wurde gleichzeitig verzichtet (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und das BFM zur Vernehmlassung eingeladen (Art. 57 Abs. 1 VwVG). E. In seiner Vernehmlassung vom 31. August 2010 hielt das BFM an der an- gefochtenen Verfüg ung fest und beantragte die Abweisung der B e- schwerde. F. Nach Einladung zur Replik liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter mit Eingaben vom 6. und 28. Oktober 2010 an seiner B e- schwerde festhalten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen des BFM; dabei en t- scheidet das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls en d- gültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchen s des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (vgl. Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 D-5219/2010 Seite 5 und 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG oder das AsylG nichts anderes bestimmen (vgl. Art. 37 VGG sowie Art. 6 und 105 AsylG). 1.3. Auf dem Gebiet des Asyls kann mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des recht s- erheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.4. Auf die frist - und formgerechte Eingabe des legitimierten Beschwe r- deführers ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG sowie Art. 48 Abs.1 VwVG). 2. 2.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Al s ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 2.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprü chlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3. 3.1. Im angefochtenen Entscheid erklärte das BFM die Vorbringen des Beschwerdeführers über sein angebliches politisches Engagement und die angeblich von Seiten der türkischen Behörden erlittenen Nachstellu n- gen als unglaubhaft. In dieser Hinsicht verwies das Bundesamt auf eine mangelnde Substanziierung der behaupteten Aktivitäten und es erklärte D-5219/2010 Seite 6 die Schilderungen des Beschwerdeführers zum angeblichen Verhalten der türkischen Behörden als realitätsfremd. Dabei hielt es namentlich fest, vom Beschwerdeführer seien sämtliche Vorfälle bloss oberflächlich und unfundiert geschildert worden, er habe fast alle angeblich au sreiserele- vanten Umstände erst im Rahmen der einlässlichen Anhörung vorg e- bracht und er sei soweit ersichtlich legal mit seinem Pass aus der Türkei ausgereist. Vor diesem Hintergrund gelangte das Bundesamt zum Schluss, der Beschwerdeführer habe seine Heimat alleine wegen des an- stehenden Militärdienstes verlassen, in der Folge dann aber – im Wissen um das Fehlen der flüchtlingsrechtlichen Relevanz seiner diesbezügl i- chen Furcht – weitere Vorfälle erfunden, um seinem Gesuch überhaupt ein Gewicht zu verleihen. Im Anschluss daran erklärte das Bundesamt die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Furcht vor dem Militärdienst als nicht asylrelevant, zumal es sich beim Militärdienst um eine staatsbürge r- liche Pflicht handle, woran auch die vorgebrachten Befürchtungen im Hinblick auf einen möglichen Einsatz im Osten der Türkei und gegen die kurdische Guerilla nichts ändere. Da die Einteilung in eine Truppeneinheit nach dem Zufallsprinzip erfolge, lasse sich auch kein Zusammenhang zwischen der Ethnie des Beschwerdeführers und seinem Stationierungs- ort herstellen. Schliesslich stelle weder ein Einsatz im Osten des Landes noch ein militärstrafrechtliches Verfahren wegen des versäumten Dien s- tes eine asylbeachtliche Massnahme dar. 3.2. In seiner Beschwerde brachte der Beschwerdeführ er einleitend vor, er sei noch ein Kind gewesen, als sein Vater wegen seiner politischen Ak- tivitäten für die kurdische Sache die Türkei habe verlassen müssen und nach Deutschland gegangen sei, wo der Vater politisches Asyl erhalten habe. Er sei von da an d es Öfteren von den Sicherheitskräften behelligt, auf dem Polizeiposten mitgenommen, nach dem Verbleib seines Vaters befragt und dabei auch beschimpft und geschlagen worden. Zusätzlich sei sein Onkel der Kreisvorsitzende der inzwischen verbotenen DTP res - pektive der neuen BDP . Zudem sei sein Cousin als Guerilla bei der PKK , und gerade wegen ihm seien er und andere Angehörige von den Siche r- heitskräften behelligt worden. Da er sich selbst mit der Zeit auch für die Kurdenfrage interessiert habe, sei er für die DTP/BDP aktiv geworden, was zu den vorgebrach ten Morddrohungen von Seiten der Sicherheits- kräfte geführt habe. Nachdem er am Amara -Marsch vom 4. April 2009 teilgenommen habe, bei welchem sein Freund B._______ getötet worden sei, hätten die Sicherheitskräfte anhand von Videoaufnahmen Jagd auf die Teilnehmer dieser Veranstaltung gemacht. Er sei deshalb in seinem Heimatdorf gesucht worden, worauf er die Türkei verlassen habe. Nach D-5219/2010 Seite 7 diesen Ausführungen hielt der Beschwerdeführer dafür, er habe den gel- tend gemachten Sachverhalt hinreichend glaubhaft dargelegt und insb e- sondere glaubhaft gemacht, dass er Verfolgungsmassnahmen wegen seiner politischen Familie erlitten habe. Auch seine Ausführungen zu sei- nen Aktivitäten seien glaubhaft, und schliesslich sei allgemein b ekannt, dass die aktiven Mitglieder und Sympathisanten der prokurdischen Pa r- teien von den türkischen Behörden als PKK -Angehörige betrachtet und mit aller Härte verfolgt würden. Dabei verwies er auf ein Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts, eine SFH-Länderanalyse, einen Bericht von Am- nesty International (AI), einen Bericht der "AG Friedensforschung an der Uni Kassel" sowie elf Presseartikel zur Lage in der Türkei, und er machte dazu geltend, vor dem Hintergrund dieser Quellen sei durchaus glau b- haft, dass er wegen seiner prokurdischen Aktivitäten von den türkischen Behörden verfolgt worden sei. Die Erwägungen des BFM betreffend eine mutmasslich legale Ausreise bestritt er, wobei er ausführte, er habe 2009 nur einen für wenige Monate gültigen Pass erhal ten und damit eine Son- derbehandlung erfahren, was wiederum ein Hinweis auf seine Verfolgung sei. Zudem habe er schon anlässlich der Kurzbefragung klar zum Au s- druck gebracht, dass er an Kundgebungen teilgenommen habe, bei we l- chen es zu Ausschreitungen gekommen sie. Schliesslich sei er in seiner Heimat gerade auch wegen seiner politisch aktiven Verwandten verfolgt worden, was Reflexverfolgung im Sinne der Praxis des Bundesverwa l- tungsgerichts darstelle. Da sich das BFM damit nicht auseinandergesetzt habe, sei sein rechtliches Gehör verletzt worden. Abschliessend brachte er vor, er gelte in seiner Heimat als Deserteur, da er der Vorladung des militärischen Aushebungsbüros keine Folge geleistet habe. Als solcher habe er gemäss Amnesty International eine lange Haftstrafe und Mis s- handlungen und im Militärdienst Schikane oder gar seine Tötung zu g e- wärtigen, zumal er aus einer politisch aktiven kurdischen Familie stamme. Als Beweismittel legte er schliesslich ein Foto vor, welches ihn anlässlich einer Gedenkfeier für den getöteten B._______ zeige. 3.3. Im Rahmen seiner Vernehmlassung hielt das BFM an seinen bisher i- gen Erwägungen fest und es merkte e rgänzend an, die vorgelegten B e- weismittel – ein Foto des Beschwerdeführers bei einer Gedenkfeier und diverse Ber ichte über die Situation in der Türkei – könnten die Ung e- reimtheiten in seinen Gesuchsvorbringen nicht kaschieren . Nachdem der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen sei, die gelten d gemachten Vorfälle glaubhaft zu mache, sei auch die behauptete Reflex verfolgung auszuschliessen. D-5219/2010 Seite 8 3.4. Mit seinen Eingaben vom 6. und 28. Oktober 2010 reichte der B e- schwerdeführer zwei weitere Presseberichte zur Situation in der Türkei nach, aus welchen sich ergebe, dass Personen, welche wie er im Jahre 2009 an verschiedenen Kund gebungen und Demonstrationen teilgenom - men hätten, weiterhin verfolgt würden. Entgegen der Ansicht des BFM, welches sich mit seiner Beschwerde nicht auseinandergesetzt habe, h a- be er insbesondere seine Teilnahme am Marsch vom 4. April 2009 glaub- haft dargelegt, und hätte er seine Heimat damals nicht verlassen, würde er heute wahrscheinlich zu den Festgenommenen zählen. 4. 4.1. Der Beschwerdeführer hat anlässlich der summarischen Befragung weder über ein politisches Engagement berichtet noch das Erleiden b e- hördlicher Nachstellungen geltend gemacht, um nur kurz darauf – im Rahmen der einlässlichen Anhörung – ein angeblich beachtenswertes Engagement für die kurdische Sache und eine ganze Serie von angeblich relevanten Vorfällen zu behaupten. Mit einem solchen Aussageve rhalten wird indes die Glaubhaftigkeit von Gesuchsvorbringen von vornherein massgeblich erschüttert, weshalb es im Einzelfall besonderer Umstände bedarf, um ein derartiges Verhalten nachvollziehbar zu erklären (vgl. En t- scheidungen und Mitteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskommissi- on [EMARK] 1993 Nr. 3 und EMARK 1998 Nr. 4). Aufgrund der vorliegen- den Akten kann jedoch kein Anlass zur Annahme bestehen, der B e- schwerdeführer sei erst im Rahmen der einlässlichen Anhörung zu eine m vollständigen und insbesondere auch inhaltlich zutreffenden Sachve r- haltsvortrag in der Lage gewesen. Sein sinngemässes Vorbringen, er ha- be sich die Schilderung der massgeblichen Gesuchsgründe für die Anhö- rung aufgespart (vgl. act. A7 F. 72 -75), vermag in keiner Weise zu übe r- zeugen, zumal er am Ende der summarischen Befragung auf zweimal i- ges Nachfragen verneint hat, weitere Gründe angeben zu wollen (vgl. act. A1 S. 5). Die erst im Rahmen der Anhörung vorgebrachten Sachverhalts- umstände sind vielmehr – im Sinne der Erwägungen des BFM – als nachgeschoben und daher unglaubhaft zu erkennen, wobei dieser Schluss durch die mangelnde Substanz der Schilderungen und deutliche Widersprüche im Sachverhaltsvortrag bestätigt wird. 4.2. So ist aufgrund der Akten mit dem BFM zunächst darin einig zu g e- hen, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers über sein angebliches politisches Engagement keinen nennenswerten Vertiefungsgrad aufwe i- sen. Der Beschwerdeführer hat zwar im Rahmen der einlässlichen Anh ö- rung behauptet, für die kurdische Sache aktiv gewesen zu s ein, über die D-5219/2010 Seite 9 blosse Behauptung hinaus konnte er jedoch keine nachvollziehbaren An- gaben machen. Seine Ausführungen sind vielmehr überaus dürftig ausge- fallen. Das Vorbringen, er habe nicht offiziell für eine Partei, sondern bloss im Hintergrund gearbeitet, indem er sich bei prokurdischen Vera n- staltungen jeweils unters Volk gemischt und andere Jugendliche zur Tei l- nahme aufgerufen habe, lässt ebenso wenig auf ein relevantes Engag e- ment schliessen wie das Vorbringen, er sei immerhin zweimal nach Z._______ gegangen, wo sein Onkel DTP-Vorsitzender sei (vgl. dazu act. A4 Ziff. 33 und Ziff. 48 ff.). Der Beschwerdeführer hat im Weiteren zwar eine Teilnahme am Amara -Marsch vom 4. April 2009 geltend gemacht , wobei er bei diesem Ereignis einen Freund B._______ verloren h aben will. Zu diesbezüglichen Schilderungen, welche auf ein persönliches Erl e- ben der Aktion und namentlich eine persönliche Betroffenheit vom Tod des angeblichen Freundes schliessen liessen, war er jedoch nicht in der Lage. Die offenkundig mangelnde Vertiefung lässt lediglich auf ein blo s- ses Nacherzählen allgemein bekannter Tatsachen schliessen (vgl. act. A4 Ziff. 61 ff.). Selbst wenn aber von einer Teilnahme des Beschwerdefü h- rers am Amara -Marsch auszugehen wäre (welcher im Bezirk von Halfeti und damit im Nachbarbezirk von Y ._______ stattfand), so liesse sich a l- leine daraus nichts ableiten, zumal tausende Kurden an dieser Veransta l- tung teilgenommen haben sollen, was ohne Zweifel gegen eine Verwert- barkeit allfälliger Video-Aufnahmen spricht. Auf der anderen Seite weisen die Vorbringen des Beschwerdeführers über die angeblich fortwährenden Nachstellungen von Seiten der Sicherheitskräfte – welche wiederum nicht substanziiert sind – massgebliche innere Widersprüche auf, zumal auf- grund seiner wechselhaften Angaben letztlich unklar bleibt, ob der Be- schwerdeführer überhaupt jemals von einem Polizisten direkt angespr o- chen und bedroht worden sein will, oder ob er über die angebliche Be- drohungslage nur von Dritten gehört haben will . Die Ausführungen über eine angeblich dauernde Präsenz der Sicherheitskräfte vor dem Haus des Beschwerdeführers erschöpfen sich schliesslich in rein plakativen Elementen. Detailliert und nachvollziehbar sind im Resultat einzig die An- gaben und Ausführungen des Beschwerdeführers über seine Bemü hun- gen um Dienstverschiebungen, welche er mit seinen weiteren, indes als unglaubhaft zu erkennenden Vorbringen zu vermengen versucht (vgl. act. A4 Ziff. 37-43) 4.3. Im Rahmen seiner Beschwerdeeingabe versucht der Beschwerd e- führer die vom BFM als unglaubhaft erkannten Gesuchsvorbringen mit Verweisen auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, auf mehrere Länderberichte zur Türkei und auf eine Serie von Presseartikeln zu stü t-D-5219/2010 Seite 10 zen. Dieser Ansatz muss indes scheitern, da alleine mit den Ausführu n- gen zur politischen Lage in der Türkei die offenkundigen Mängel im Sach- verhaltsvortrag nicht aufgewogen werden. Anlass zur Annahme, beim Be- schwerdeführer handle es sich um einen kurdischen Aktivisten, kann auf- grund der Akten nicht bestehen, weshalb der Beschwerdeführer aus den von ihm zitierten Quellen nichts für sich ableiten kann. Auf der anderen Seite tun sich weitere Widersprüche auf, wenn er im Rahmen seiner B e- schwerdeeingabe neu behauptet, er sei wegen seines Vaters über Jahre von der Polizei mitgenommen, befragt und dabei misshandelt worden, hat er doch gegenüber der BFM ausdrücklich angegeben, er sei von den Be- hörden nie mitgenommen respektive verhaftet worden (vgl. act. A1 S. 5 [erste Nachfrage des BFM]). Das als Beweismittel vorgelegten Foto, we l- ches den Beschwerdeführer bei einer Gedenkkundgebung zeigen soll (wobei das Foto weder den Zeitpunkt noch den Ort der Aufnahme erken- nen lässt), stellt schliesslich keinen Beleg für die angebliche Verfolgungs- situation in der Türkei dar. 4.4. Schliesslich vermögen auch die Beschwerdevorbringen betreffend das Vorliegen einer angeblichen Reflexverfolgungssituation nicht zu über- zeugen. Dabei gehen vorab die Vorhalte an das BFM betreffend eine a n- gebliche Gehörsrechtsverletzung fehl, da vom Beschwerdeführer weder im Verlauf der summarischen Befragung noch im Rahmen der einlässli- chen Anhörung geltend gemacht wurde, er habe wegen seine s Vaters, seines Cousins oder seines Onkels konkrete Nachstellungen erlitten. Erst auf Beschwerdeebene wird das Vorliegen einer Reflexverfolgungssituat i- on behauptet, die diesbezüglichen Vorbringen sind indes als offenkundig nachgeschoben zu erkennen , zumal – wie oben erwähnt – das Vorbrin- gen des Beschwerdeführers, er sei wegen seines Vaters während Jahren von der Polizei mitgenommen worden, in klarem Widerspruch zu seinen ursprünglichen Angaben steht. Letztlich ist auch das Vorbringen, der V a- ter geniesse in Deutschland Asyl, mit nichts belegt worden. In dieser Hi n- sicht hat der Bes chwerdeführer einzig erkennen lassen, dass er seinem Vater lieber nicht begegnen möchte. 4.5. Nach den vorstehenden Feststellungen ist mit dem BFM davon au s- zugehen, der Beschwerdeführer habe seine Heimat alleine wegen des anstehenden Militärdienstes verlassen. In dieser Hinsicht hat er anläs s- lich der summarischen Befragung zwar geltend gemacht, ihm drohe im Militär mit höchster Wahrscheinlichkeit der Tod, seine diesbezüglichen Vorbringen sind jedoch als völlig überzogen und damit haltlos zu erke n- nen. Im Resultat wird vom Beschwerdeführenden nichts weiteres erken n-D-5219/2010 Seite 11 bar gemacht, als eine blosse subjektive Ablehnung des anstehenden Mili- tärdienstes, womit – wie vom BFM zu Recht erkannt – kein flüchtlings- rechtlich relevanter Sachverhalt ersichtlich gemacht wird. 4.6. Auf B eschwerdeebene führt der Beschwerdeführer in Zusamme n- hang mit dem bisher versäumten und daher noch anstehenden Militär- dienst an, er habe mit hoher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile zu gewärtigen. Auch diese Vorbringen vermögen nicht zu überzeugen, zumal der Beschwerdeführer noch nicht einmal am Aushebungstermin war. Ein Deserteur ist er damit nicht, und bei einem allfälligen Strafverfahren w e- gen dem bisher versäumten Aushebungstermin handelt es sich nicht um eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolg ungsmassnahme. Anlass zur Annahme, der Beschwerdeführer habe aufgrund seines familiären Hinte r- grundes mit erheblicher Wahrscheinlichkeit relevante Nachstellungen während des Dienstes zu befürchten, kann nach vorstehenden Festste l- lungen ebenfalls nicht bestehen. 4.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen kann. Auf Erwägungen zu den weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers kann verzichtet werden, da sie zu keinen anderen Schlüssen führen können. Die Abweisung des Asylgesuches ist nach dem Gesagten zu bestätigen. 5. 5.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2. Nachdem der Beschwerdeführer weder über eine ausländerrechtl i- che Aufenthaltsbewilligung verfügt noch Anspruch auf Erteilung einer so l- chen hat, hat das BFM die Wegweisung zu Recht angeordnet (vgl. dazu BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 und BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510). 6. 6.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern ( vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1-4 des Bundesge- setzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). D-5219/2010 Seite 12 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt dabei gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und der vorm a- ligen Schweizerischen Asylrekurskommission der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 6.2. 6.2.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtu n- gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre F reiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der F lüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Sodann darf gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweize- rischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche ode r erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) niemand der Folter oder unmenschlicher oder ernie d- rigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.2. Die Vorinstanz weist in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer ni cht gelungen ist, eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefü h- rers in die Türkei ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht- mässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Rückführung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschei n- lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen G e- richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-D-5219/2010 Seite 13 Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Ur teil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Dies gelingt dem Beschwerdeführer nicht, da sich seine Vor- bringen über eine angebliche Verfolgungssituation als unglaubhaft erwie- sen habe und s eine Befürchtungen in Zusammenhang mit dem anst e- henden Militärdienst in keiner Weise zu überzeugen vermögen. Schliess- lich lässt auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen. Der Vollzug der Wegweisung daher sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtl i- chen Bestimmungen zulässig. 6.3. 6.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürge rkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, so ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 6.3.2. Im Falle des Beschwerdeführers – gemäss den Akte n ein junger und gesunder Mann, welcher in seiner Heimat über familiäre Anknü p- fungspunkte verfügt – sind indes keine individuellen Vollzugshindernisse ersichtlich. Anlass zur Annahme, der Beschwerdeführer würde im Falle des Wegweisungsvollzugs in eine Exi stenz bedrohende Lage geraten, besteht nicht. Schliesslich sprechen weder die in der Türkei herrschenden Verhältnisse gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges, noch lässt der anstehende Militärdienst den Wegweisungsvollzug als unzumut- bar erscheinen. Alleine der Umstand, dass es sich beim Beschwerdefü h- rer um einen Kurden handelt, welcher seiner persönlichen Dienstpflicht offenkundig ablehnend gegenüber steht, ändert daran nichts. 6.4. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung seines Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.5. Nach dem Gesagten erweist sich der Wegweisungsvollzug als zuläs- sig, zumutbar und möglich, womit die beantragte Anordnung einer vorläu-D-5219/2010 Seite 14 figen Aufnahme in der Schweiz ausser Betracht fällt. Die Anordnung des Wegweisungsvollzuges ist demnach zu bestätigen. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist dementsprechend abzuweisen. 8. 8.1. In der Zwischenverfügung vom 11. August 2010 wurde von der d a- mals zuständigen Instruktionsrichterin für den Entscheid über das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG) auf einen späteren Zeitpunkt verweise n. Im Urteilszeitpunkt ist das Gesuch abzuweisen, da kein Anlass zur Annahme einer prozessualen Bedürftig- keit besteht. Zwar wurde mit der Beschwerde eine Fürsorgebestätigung vom 8. Juli 2010 vorgelegt, gemäss Verzeichnung in der Zemis - Datenbank (vgl. Verordnung vom 12. April 2006 über das Zentrale Migr a- tionsinformationssystem [ZEMIS -Verordnung; SR 142.513 !) ist der B e- schwerdeführer jedoch bereits seit über einem Jahr praktisch ununterbro- chen als Hilfskraft im Gastgewerbe tätig . Eine andauernder Bedürftigkeit ist von daher auszuschliessen. 8.2. Bei dieser Sachlage und bei vorliegendem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die Verfahrenskosten von Fr. 600.– aufzuer- legen (vgl. dazu Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 üb er die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-5219/2010 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer Versand: