200 16 808 IV SCP/REL/SEE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 24. August 2017 Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Kölliker Gerichtsschreiberin Renz A.________ vertreten durch B.________, MLaw C.________ Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 11. Juli 2016 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1958 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) meldete sich am 20. März 1996 unter Hinweis auf seine HIV-Infektion bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; AB] 1.1 S. 173 ff.). Die IVB nahm Abklärungen in beruflicher und medizinischer Hinsicht vor und liess ein psychiatrisches Gutachten erstellen (AB 1.1 S. 38 ff.). Gestützt darauf sprach sie dem Versicherten im Mai 1997 Rentenleistungen bei einem In- validitätsgrad (IV-Grad) von 50 % ab 1. September 1996 und von 100 % ab dem 1. März 1997 zu (AB 1.1 S. 12). Diese ganze IV-Rente wurde mit Ver- fügung vom 29. März 2000 bestätigt (AB 5) und – nachdem der Versicherte wieder eine Teilzeit-Erwerbstätigkeit aufgenommen hatte (AB 7) – per 1. Mai 2001 auf eine halbe IV-Rente (AB 14) und per 1. Juli 2002 auf eine Viertelsrente (AB 20) herabgesetzt. Diese Rente wurde in den Jahren 2005 (AB 37), 2008 (AB 42) und 2012 (AB 53) bestätigt. Im Rahmen einer Revision von Amtes wegen im Jahr 2014 (AB 59) wurde der Versicherte im März 2016 bidisziplinär (psychiatrisch/infektiologisch) begutachtet. Gestützt auf das entsprechende Gutachten des D.________ (MEDAS) vom 5. April 2016 (AB 93.1) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 29. April 2016 (AB 94) die Aufhebung der bisher ausgerichteten IV-Rente bei Vorliegen eines IV-Grades von nunmehr 20 % in Aussicht. Damit zeigte sich der Versicherte – vertreten durch die B.________, MLaw C.________ – mit Einwand vom 14. Juni 2016 (AB 102) nicht einverstanden und bean- tragte die Ausrichtung einer halben IV-Rente. Am 11. Juli 2016 verfügte die IVB dem Vorbescheid entsprechend und hob die bisher ausgerichtete IV- Rente bei einem IV-Grad von 20 % auf Ende des der Zustellung der Verfü- gung folgenden Monats auf (AB 107).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 3 B. Hiergegen erhob der Versicherte – weiterhin vertreten durch die B.________, MLaw C.________ – am 9. September 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Er beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, eine neue Prüfung des Rentenanspruchs sowie die Zusprache einer IV-Rente. Mit Beschwerdeantwort vom 27. September 2016 beantragt die Beschwer- degegnerin die Abweisung der Beschwerde. Am 5. Oktober 2016 liess der Beschwerdeführer einen weiteren Arztbericht zu den Akten reichen und mit Eingabe vom 21. Oktober 2016 ergänzte die Beschwerdegegnerin ihre Beschwerdeantwort. Erwägungen: 1. 1.1Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver- sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 4 tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be- schwerden einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. Juli 2016 (AB 107). Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der Rentenaufhe- bung. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben- bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz- lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei- nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 5 2.3Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch- führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass- nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits- marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 2.4Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be- urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 2.5Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Ren- tenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge- such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho- ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den Renten- anspruch zu beeinflussen. Die IV-Rente ist deshalb nicht nur bei einer we- sentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswir- kungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. 2.6Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit- punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 6 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan- spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück- sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben- den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts- schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1). 3. Zu prüfen ist zunächst, ob im Vergleichszeitraum zwischen der letzten rechtskräftigen rentenzusprechenden Verfügung vom 24. Mai 2002 (AB 20) – welche eine materielle Prüfung des Rentenanspruchs beinhaltete – und der hier angefochtenen rentenaufhebenden Verfügung vom 11. Juli 2016 (AB 107) in den tatsächlichen Verhältnissen eine Änderung eingetreten ist, die geeignet ist, den IV-Grad in anspruchsbegründender Weise zu beein- flussen (vgl. E. 2.5 hiervor). Da anlässlich der Rentenrevisionen der Jahre 2005, 2008 und 2012 jeweils keine umfassende materielle Prüfung durch- geführt, sondern lediglich Kurzberichte der behandelnden Ärzte des Be- schwerdeführers eingeholt wurden, sind die entsprechenden Verfügungen bzw. Mitteilungen (AB 37, AB 42 und AB 53) insoweit unbeachtlich (BGE 133 V 108 E.5.4 S.114). 3.1Zur medizinischen Situation des Beschwerdeführers findet sich in den Akten Folgendes: 3.1.1Die Fachärzte des Spitals E.________ diagnostizierten in ihrem Bericht vom 4. November 2003 (AB 26) eine HIV-Infektion CDC-Stadium B3 sowie rezidivierende depressive Episoden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Der Gesundheitszustand sei stationär und es beständen eine Konzentrationsstörung, verminderte Belastbarkeit und Leistungsfähig- keit sowie Müdigkeit (S. 2). Die bisherige Tätigkeit sei im Rahmen von vier bis sechs Stunden pro Tag zumutbar (S. 4). Bei jeder Arbeit bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit durch die Konzentrationsstörung und rasche Ermüdbarkeit (S. 5).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 7 3.1.2Die Fachärzte des Spitals F.________ führten in ihrem Bericht vom 15. August 2005 (AB 33) die Diagnosen einer HIV-Infektion CDC-Stadium B3 sowie rezidivierender depressiver Episoden auf. Es bestehe weiterhin eine körperliche Einschränkung im Sinne einer verminderten Leistungs- fähigkeit, rascher Ermüdbarkeit mit Konzentrationsstörungen und intermit- tierend medikamentös bedingter Übelkeit (S. 2). Der Beschwerdeführer könne sich gut drei bis vier Stunden pro Tag konzentrieren, das Arbeits- tempo könne jedoch aufgrund der Konzentrationsstörungen reduziert sein, d.h. es müssten häufige Pausen eingeplant werden. 3.1.3Im Bericht vom 22. August 2014 (AB 61) hielt PD Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Facharzt für In- fektiologie, fest, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert habe. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig- keit hielt er eine Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) des gemischten Typs und eine HIV-Infektion CDC-Stadium B3 fest. Beim ADHS handle es sich um eine neue Diagnose, Symptome habe der Beschwerde- führer schon immer gehabt (S. 3). Es beständen keine körperlichen Ein- schränkungen, die Limitation sei durch die Konzentrationsstörung gegeben und ein Pensum über 50 % sei voraussichtlich nicht realistisch (S. 6). 3.1.4Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Bericht vom 24. Oktober 2014 (AB 63) aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert habe. Die depres- sive Episode sei remittiert. Zudem nannte er die Diagnose eines ADHS (ICD-10: F90). Die bisherige Tätigkeit als ... sei im Prinzip zumutbar, es bestehe jedoch eine verminderte Konzentrationsfähigkeit, wodurch sich Flüchtigkeitsfehler einschleichen könnten (S. 3). 3.1.5Im bidisziplinären Gutachten vom 5. April 2016 (AB 93.1) hielten Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Prof. Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Facharzt für Infektiologie, als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits- fähigkeit eine HIV-Infektion CDC-Stadium B3 (ICD-10: U60.2/61.3) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradi- ge Episode (ICD-10: F33.0/33.1 [S. 17]) fest. Aus somatisch- infektiologischer Sicht könne eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 8 von 20 % nachvollzogen werden (S. 18). Aus psychiatrischer Sicht sei die rezidivierende depressive Störung dauerhaft vorhanden und schränke den Beschwerdeführer ein, die Belastbarkeit sei verringert und die Leistungs- fähigkeit erheblich reduziert. Aus psychiatrischer Sicht könne von einer 60 %igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit ausgegangen werden. Aus bidis- ziplinärer Sicht resultiere für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine Ar- beits- und Leistungsfähigkeit von 60 %, wobei sich die Einschränkungen aus somatischer und psychiatrischer Sicht ergänzten, sich jedoch nicht addierten, da die gleichen Symptome vorlägen und teilweise nicht scharf trennbar seien. Das Pensum könne über sechs bis acht Stunden pro Tag umgesetzt werden, je nach Möglichkeit, am Arbeitsplatz Pausen einzulegen und stundenweise zu arbeiten. Die Arbeitsfähigkeit sei seit Jahren in die- sem Ausmass zu bestätigen. 3.1.6Im Bericht vom 20. September 2016 (Beschwerdebeilage [BB] 10) hielt der behandelnde Arzt Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner AD- HS trotz Medikation einen erhöhten Aufwand treiben müsse, um akzeptable Leistungen zu erbringen, was zu einer eher erhöhten Erschöpfbarkeit und schliesslich zu rezidivierenden Depressionen führe. Die Dekompensationen würden seit längerem überwiegend durch Überbelastungssituationen aus- gelöst, die somit kaum psychologisch angegangen werden könnten, son- dern letztlich auf einer funktionellen, letztlich somatischen Fragilität beruh- ten. Eine erhöhte Sitzungsfrequenz würde daran kaum etwas ändern und die aktuelle Kombinationsbehandlung mit Fluoxetin und Ritalin habe sich in der aktuellen Dosierung bewährt. Dieser – im Beschwerdeverfahren eingereichte – Bericht ist, soweit den zeitlich massgebenden Sachverhalt bis zum Erlass der Verfügung vom 11. Juli 2016 (AB 107) beschlagend, grundsätzlich zu berücksichtigen (vgl. BGE 131 V 9 E.1 S.11, 121 V 362 E.1b S.366). 3.3Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 9 widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag- gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei- nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.4Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der ange- fochtenen Verfügung vom 11. Juli 2016 (AB 107) ist gestützt auf die Akten eine Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes des Beschwerdefüh- rers nicht erstellt. Vielmehr ist nach der medizinischen Aktenlage von einer unverändert gebliebenen Beschwerdesymptomatik und damit einem eben- solchen Gesundheitszustand auszugehen. Bereits seit jeher wurden von den behandelnden Ärzten Müdigkeit, Kraftlosigkeit und insbesondere Kon- zentrationsstörungen als die vorherrschenden Beschwerden festgehalten (vgl. u.a. AB 1.1 S. 23, S. 31, S. 58, S. 67 bezüglich des Gesundheitszu- standes vor 1999). Auch nach der Rentenverfügung vom 24. Mai 2002 (AB 20) standen die selben Beschwerden und Einschränkungen im Vor- dergrund (AB 26 S. 5 und AB 33 S. 2): Über all die Jahre wurde eine Ein- schränkung in der Arbeitsfähigkeit jeweils aufgrund von Konzentrations- störungen, einer raschen Ermüdbarkeit und einer depressiven Störung at- testiert. Auch die von den behandelnden Ärzten Dr. med. G.________ und Dr. med. H.________ erstmals im Jahr 2014 gestellte Diagnose eines AD- HS (DSM-IV-314.01 [AB 61] bzw. ICD-10: F90 [AB 63]) erweist sich nicht als neu, denn bereits Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hatte in seinem Gutachten vom 25. Oktober 1996 (AB 1.1 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 10 S. 38 ff.) eine „recht schwere Störung […], die zweifellos sehr in der Nähe einer Borderline-Persönlichkeitsorganisation“ liege, beschrieben (S. 45). Hingegen besteht ein Revisionsgrund in erwerblicher Hinsicht. Bereits per 31. Juli 2011 hat der Beschwerdeführer seine langjährig ausgeübte Tätig- keit bei M.________ beendet (vgl. AB 45 S. 2 ff.). Damit lag bereits anläss- lich der im Juli 2011 eingeleiteten (vgl. AB 44) und mit Mitteilung vom 24. Januar 2012 (AB 53) abgeschlossenen Rentenrevision ein Revisions- grund im erwerblichen Bereich vor. Der Rentenanspruch ist damit frei über- prüfbar (vgl. E. 2.6 vorstehend). 3.5Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü- gung vom 11. Juli 2016 (AB 107) massgeblich auf das MEDAS-Gutachten vom 5. April 2016 (AB 93.1), basierend auf dem psychiatrischen Teilgut- achten von Dr. med. I.________ auf und dem infektiologischen Teilgutach- ten von Dr. med. J.________ gestützt. Dieses MEDAS-Gutachten erfüllt die von der höchstrichterlichen Recht- sprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (E. 3.3 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind grundsätzlich einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar, umfassend und einlässlich begründet. Die einzelnen Teilbeurteilungen stehen untereinander in Über- einstimmung. Die Erkenntnisse der Gutachter flossen sodann in die über- zeugende interdisziplinäre Beurteilung ein, so dass es voll beweiskräftig ist, was vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten wird. Darauf ist ab- zustellen. 3.6Aus den Akten geht hervor und ist unter den Parteien zudem unbe- stritten, dass der Beschwerdeführer immer wieder an vor allem reaktiven depressiven Stimmungszuständen leidet. Anlässlich der MEDAS- Begutachtung im 1. März 2016 (AB 93.1) waren diese depressiven Stim- mungszustände leicht bis mittelgradig ausgeprägt, womit die von den Gut-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 11 achtern aufgeführte Diagnose ICD-10: F33.0/1 nachvollziehbar begründet ist. Streitig ist hingegen, ob diese Beschwerdesymptomatik – soweit diese durch die depressiven Verstimmungen hervorgerufen wird – aus sozialver- sicherungsrechtlicher Sicht zu berücksichtigen ist. Dies ist mit der Be- schwerdegegnerin im Lichte der jüngsten höchstrichterlichen Rechtspre- chung klar zu verneinen. Bei leichten bis mittelschweren Störungen aus dem depressiven Formenkreis resultiert gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung regelmässig keine invalidenversicherungsrechtlich rele- vante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Erweisen sich leichte und mittel- gradige depressive Störungen ausnahmsweise als therapieresistent, stellen sie nur dann einen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar, wenn eine konsequente Therapie in dem Sinne erfolgte, dass die aus fachärztlicher Sicht zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 3. April 2017, 8C_814/2016, [in BGE 143 V 66 nicht publizierte] E. 5.3.2). Davon kann beim Beschwerdeführer nicht die Rede sein, stand er doch im Zeitpunkt der Begutachtung trotz Trauer über den Hinschied sei- nes besten Freundes lediglich in einer nicht sehr häufig durchgeführten psychotherapeutischen Behandlung und nahm er das verschriebene Anti- depressivum in nicht hinreichender Dosierung ein (Medikamentenspiegel etwas unter dem therapeutischen Bereich [vgl. AB 93.1 S. 11 f.]). Wenn der behandelnde Psychiater Dr. med. K.________ in seinem Bericht vom 20. September 2016 (BB 10) ausführt, dass eine erhöhte Sitzungsfrequenz an der Situation nichts ändern würde, ist zu beachten, dass gemäss bun- desgerichtlicher Rechtsprechung in Bezug auf Atteste von Hausärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass Hausärzte mitun- ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl- len eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt (Entscheid des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Dem ebenfalls diagnostizierten leichten ADHS haben die Gutachter zudem mit nachvollziehbarer und überzeugender Begründung nicht das Ausmass einer unter den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufzu- führenden Persönlichkeitsstörung beigemessen. So wird im MEDAS-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 12 Gutachten vom 5. April 2016 festgehalten, dass keine Anzeichen von deut- lich auffälligen Persönlichkeitszügen bestehen (AB 93.1 S. 11) und dass das ADHS an sich mit entsprechender Medikation gut behandelt werden kann (S. 13). Dies überzeugt auch deshalb, weil es dem Beschwerdeführer durchaus möglich war, die ihm passenden Ausbildungen abzuschliessen und während langer Zeit bei M.________ tätig zu sein. Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin die aus psychiatri- scher Sicht als leicht bis mittelgradig eingeschränkt attestierte Leistungs- fähigkeit zu Recht unberücksichtigt gelassen. 3.7Was die vom Beschwerdeführer seit jeher beklagte Beschwerde- symptomatik und die von ihm daraus im Rahmen einer Selbsteinschätzung stets selber abgeleitete Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % anbelangt (vgl. AB 36 S. 4), bleibt Folgendes festzuhalten: Die behandelnden Ärzte des Spitals E.________ ordneten die zunehmende Müdigkeit und Kraftlosigkeit einerseits weder als Folge der antiretroviralen Therapie (AB 1.1 S. 31, AB 93.2 S. 12) noch als Folge einer HIV- assoziierten oder aidsdefinierenden Krankheit (AB 1.1 S. 23 und S. 64) ein, beurteilten sie aber andererseits dennoch als Nebenwirkungen der Infekti- on (AB 1.1 S. 32 und S. 59, AB 93.2 S. 13) und damit widersprüchlich. Überzeugend wird dagegen im infektiologischen Teilgutachten von Dr. med. J.________ in Übereinstimmung mit den übrigen medizinischen Akten aufgezeigt, dass während der langjährigen Therapie multiple Ne- benwirkungen aufgetreten sind und diese Symptome als direkte oder indi- rekte Folge der HIV-Infektion zu verstehen sind (AB 93.1 S. 16). Auf die entsprechende durch den Infektiologen beschränkt auf sein Fachgebiet attestierte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit um 20 % (AB 93.1 S. 17) ist damit abzustellen. 3.8Zusammenfassend resultiert damit interdisziplinär eine invaliden- versicherungsrechtlich zu berücksichtigende Einschränkung in der Arbeits- fähigkeit von 20 % in einer angepassten Tätigkeit, in welcher die Möglich- keit besteht, am Arbeitsplatz Pausen einzulegen oder stundenweise zu arbeiten (vgl. AB 93.1 S. 18). 4.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 13 Gestützt auf die festgestellte Arbeitsunfähigkeit ist der IV-Grad zu ermitteln: 4.1Für den Einkommensvergleich sind Validen- und Invalidenein- kommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten- wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungser- lass zu berücksichtigen (BGE 129 V 222). Vorliegend ist der Einkommens- vergleich auf den Revisionszeitpunkt – mithin auf das Jahr 2014 (AB 59) – hin durchzuführen. 4.2Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei- chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts- bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel- fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab- gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi- schen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2). Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich- erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon- kret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik BFS herausgegebenen Lohn- strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2). 4.3Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer aus freien Stücken und nicht gesundheitsbedingt eine Ausbildung als ... gemacht und Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 14 in diesem Beruf gearbeitet hat (vgl. dazu Ausführungen anlässlich des Gut- achtens vom 5. April 2016 [AB 93.1 S. 4 und S. 8]). Diese Tätigkeit ent- spricht dem von den MEDAS-Gutachtern formulierten Anforderungsprofil (E. 3.8 vorstehend). Eine genaue Ermittlung des Validen- und Invalidenein- kommens erübrigt sich somit, da beide aufgrund des gleichen Tabellenloh- nes festzusetzen sind: der IV-Grad entspricht dem Grad der Arbeitsun- fähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges (Entscheid des EVG vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Vornahme eines Abzuges beim Invalideneinkommen implizit verzichtet (AB 107 S. 2), was nicht zu beanstanden ist, bestehen doch mit Bezug auf die Ausübung dieses Berufes keine persönlichkeitsbezogenen lohnmin- dernden Faktoren. 4.4Bei einer attestierten Arbeitsfähigkeit von 80 % (vgl. E. 3.8 vorste- hend) besteht deshalb beim Beschwerdeführer ein rentenausschliessender IV-Grad von 20 % (vgl. E. 2.2 vorstehend). 5. Nach dem hiervor Ausgeführten hat der Beschwerdeführer bei einem IV- Grad von 20 % zu Recht die bisher ausgerichtete IV-Rente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufgehoben. Die ange- fochtene Verfügung vom 11. Juli 2016 (AB 107) ist nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 6. 6.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.– , werden entspre- chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2017, IV/16/808, Seite 15 lung auferlegt. Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen. 6.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat weder der Beschwerde- führer (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG) noch die obsiegende Beschwerdegegnerin als öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons Bern einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 104 Abs. 3 VRPG). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei- cher Höhe entnommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Zu eröffnen (R): - B.________, MLaw C.________ z.H. des Beschwerdeführers - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.