<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: GB.2006.00001</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205836&amp;W10_KEY=4467136&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>GB.2006.00001</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.05.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Steuerhinterziehung (Staats- und Gemeindesteuern 2000)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verurteilung wegen grobfahrlässiger Steuerhinterziehung zu einer Busse von Fr. 5'000.-. <br/><br/>Der Angeklagte hat den Erlös aus hobbymässigem Handel mit Mobiltelefonen, weil er keine Buchhaltung führte, lediglich geschätzt. Diese Schätzung ist angesichts der Umsatzzahlen zu tief. Er hat grobfahrlässig keine Aufzeichnungen gemacht. Eventualvorsatz kann nicht nachgewiesen werden.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BUCHFÃHRUNGSPFLICHTIG">BUCHFÃHRUNGSPFLICHTIG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BUSSE">BUSSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FALSCHDEKLARATION">FALSCHDEKLARATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHÃTZUNG">SCHÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERHINTERZIEHUNG">STEUERHINTERZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Nach- und Strafsteuern ST: STRAFSTEUER">STRAFSTEUER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 52 HRegV</span><br/><span class="gerade">Art. 54 HRegV</span><br/><span class="ungerade">Art. 957 OR</span><br/><span class="gerade">§ 235 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 235 Abs. II StG</span><br/><span class="gerade">Art. 18 Abs. II StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 18 Abs. III StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 333 Abs. III StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1977, wurde fÃ¼r die Steuerperiode 2000 aufgrund seiner SteuererklÃ¤rung vom 2. Oktober 2001, in welcher er unter den NebenerwerbseinkÃ¼nften einen "NettoerlÃ¶s" von Fr. 3'600.- aus "Handel mit Mobiltel." deklariert hatte, rechtskrÃ¤ftig mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 44'800.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. 30'000.- eingeschÃ¤tzt. </p> <p class="Sachverhalt2">Aufgrund einer Meldung des Steueramtes X (ausserkantonal) vom 8. Oktober 2003 erhielt das kantonale Steueramt ZÃ¼rich Kenntnis davon, dass A von Mitte Mai bis Mitte Oktober 2000 aus Handel mit Mobiltelefonen einen Umsatz von Fr. 165'765.- erzielt hatte. Dieser Umstand weckte beim Steueramt den Verdacht, die Deklaration des NettoerlÃ¶ses aus diesem Handel von Fr. 3'600.- kÃ¶nnte ungenÃ¼gend ausgefallen sein.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">GestÃ¼tzt hierauf erÃ¶ffnete das kantonale Steueramt A am 21. Juni 2004 ein Nachsteuer- und Hinterziehungsverfahren. Mit rechtskrÃ¤ftig gewordenem Einspracheentscheid vom 6. Juli 2005 auferlegte ihm das Steueramt fÃ¼r die Steuerperiode 2000 eine kommunale und staatliche Nachsteuer (samt Zins) von Fr. 9'794.30. Ausserdem bestrafte es ihn mit VerfÃ¼gung vom 26. Oktober 2005 wegen vollendeter (eventual-)vorsÃ¤tzlicher Steuerhinterziehung in der Steuerperiode 2000 mit einer Busse von Fr. 8'946.-. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A stellte am 23. November 2005 beim kantonalen Steueramt das Begehren um gerichtliche Beurteilung des Strafbescheids. Dieses Ã¼berwies die Akten dem Verwaltungsgericht am 15. MÃ¤rz 2006.</p> <p class="Sachverhalt2">AnlÃ¤sslich der heutigen Hauptverhandlung wurde A zu seiner Person und zur Sache befragt.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Wer als Steuerpflichtiger vorsÃ¤tzlich oder fahrlÃ¤ssig bewirkt, dass eine EinschÃ¤tzung zu Unrecht unterbleibt oder dass eine rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzung unvollstÃ¤ndig ist, wird laut § 235 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) mit Busse bestraft. </p> <p class="Urteilstext">Der Angeklagte ist gestÃ¤ndig, den NettoerlÃ¶s aus Handel mit Mobiltelefonen im Jahr 2000 mit Fr. 3'600.- statt mit Fr. 53'330.- deklariert zu haben. Demzufolge ist die rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzung fÃ¼r die Steuerperiode 2000 unvollstÃ¤ndig ausgefallen, weshalb der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung erfÃ¼llt ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>1.1.1 </b>In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der Steuerhinterziehung, dass der Steuerpflichtige vorsÃ¤tzlich oder fahrlÃ¤ssig eine VerkÃ¼rzung des gesetzlichen Steueranspruchs bewirkt hat (Art. 333 Abs. 3 des Strafgesetzbuchs [StGB] in Verbindung mit §§ 2 und 3 des kantonalen Straf- und Vollzugsgesetzes vom 30. Juni 1974). VorsÃ¤tzlich begeht er die Steuerhinterziehung, wenn er sie mit Wissen und Willen bewirkt (Art. 18 Abs. 2 StGB). Nach stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. statt vieler: BGE 130 IV 58 E. 8.2) fÃ¤llt darunter nicht nur die direkt vorsÃ¤tzliche, sondern auch die eventualvorsÃ¤tzliche Tatbegehung, welche vorliegt, wenn der TÃ¤ter den als mÃ¶glich vorausgesehenen Erfolg fÃ¼r den Fall seines Eintritts billigt, sich mit ihm abfindet oder ihn in Kauf nimmt.</p> <p class="Erwgung2">FahrlÃ¤ssig handelt der Steuerpflichtige, wenn er die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht RÃ¼cksicht genommen hat. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn er die Vorsicht nicht beobachtet, zu der er nach den UmstÃ¤nden und nach seinen persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnissen verpflichtet ist (Art. 18 Abs. 3 StGB).</p> <p class="Erwgung3"><b>1.1.2 </b>Der Angeklagte bestreitet, den MehrerlÃ¶s aus Handel mit Mobiltelefonen wissentlich nicht deklariert zu haben. Er gibt indessen zu, fahrlÃ¤ssig gehandelt zu haben, indem er Ã¼ber seine HandelstÃ¤tigkeit weder Aufzeichnungen erstellt noch die entsprechenden Belege aufbewahrt hat (Prot. S. 6). Damit konnte der Gewinn aus dieser TÃ¤tigkeit, dessen HÃ¶he er bei der Deklaration bloss geschÃ¤tzt hatte (Prot. S. 6), nicht vollstÃ¤ndig besteuert werden. Da dem Angeklagten nicht nachgewiesen kann, dass er eventualvorsÃ¤tzlich gehandelt hat, ist sein Verhalten als grobfahrlÃ¤ssig zu qualifizieren. War er doch angesichts des unbestritte<span class="UrteilstextChar">nen Umsatzes von Fr. 165'765.- (Prot. S. 6) gemÃ¤ss Art. 957 des Obligationenrechts vom 30. MÃ¤rz 1911 (OR) in Verbindung mit Art. 52 und 54 der Handelsregisterverordnung vom 7. Juni 1937 (HregV) buchfÃ¼hrungspflichtig. Er ist dah</span>er der vollendeten Steuerhinterziehung im Sinn von § 235 Abs. 1 StG schuldig zu sprechen. </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die Busse fÃ¼r die vollendete Steuerhinterziehung betrÃ¤gt nach § 235 Abs. 2 StG in der Regel das Einfache der hinterzogenen Steuer (Satz 1). Sie kann bei leichtem Verschulden bis auf einen Drittel ermÃ¤ssigt, bei schwerem Verschulden bis auf das Dreifache erhÃ¶ht werden. Bei einer in der Steuerperiode 2000 hinterzogenen Steuer von Fr. 8'946.- erstreckt sich somit der auf den Angeklagten anwendbare Strafrahmen von Fr. 2'982.- bis Fr. 26'838.-.</p> <p class="Erwgung3">Innerhalb des Strafrahmens ist der Betrag der Busse unter BerÃ¼cksichtigung der BeweggrÃ¼nde, des Vorlebens und der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse des TÃ¤ters â und zwar ohne Bindung an das in § 235 Abs. 2 StG vorgesehene "Regelmass" (vgl. RB 1983 Nr. 73 = ZBl 84/1983, S. 326 = ZR 82 Nr. 79) â so zu bestimmen, dass dieser durch die Ver­mÃ¶genseinbusse die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 48 Ziff. 2 Abs. 1 und Art. 63 StGB). FÃ¼r die VerhÃ¤ltnisse des TÃ¤ters sind namentlich sein Einkommen und sein VermÃ¶gen, sein Familienstand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine Gesundheit von Bedeutung (Art. 48 Ziff. 2 Abs. 2 StGB).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b>Das Verschulden des Angeklagten wiegt nicht leicht. Er hat die korrekte Deklaration erheblicher EinkÃ¼nfte aus grober NachlÃ¤ssigkeit unterlassen, indem er die erforderlichen Aufzeichnungen nicht gefÃ¼hrt hat. Dies obwohl er buchfÃ¼hrungspflichtig gewesen war. Zu seinen Gunsten ist jedoch zu wÃ¼rdigen, dass der Angeklagte zur Zeit der Tatbegehung erst 24 Jahre alt war und damit noch nicht Ã¼ber eine grÃ¶ssere Lebens- und Berufserfahrung verfÃ¼gte, wobei diese Feststellung allerdings dadurch relativiert wird, dass der Angeklagte eine Handelsschul-Ausbildung absolviert und Weiterbildungskurse besucht hat (Prot. S. 5). Strafmindernd fallen seine Mitwirkung im Hinterziehungsverfahren und sein GestÃ¤ndnis in Betracht.</p> <p class="Erwgung2"><span>Angesichts dieser StrafzumessungsgrÃ¼nde erachtet der Einzelrichter die Bestrafung des Angeklagten mit einer Busse von </span>Fr. 5'000.- <span>als angemessen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Verfahrenskosten sind dem Verurteilten aufzuerlegen (§ 257 in Verbindung mit § 251 Abs. 1 Satz 2 StG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. A wird der vollendeten Hinterziehung von Fr. 8'946.- Staats‑ und allgemeinen Gemein­desteuern im Sinn von § 235 Abs. 1 StG schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 5'000.- bestraft.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kostenauflage des kantonalen Steueramts wird bestÃ¤tigt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem Verurteilten auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>