Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Mai 2016 (725 16 3) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Revision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG aufgrund erheblicher Veränderungen im er- werblichen Bereich wurde zu Recht durchgeführt Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Monica Armesto, Advoka- tin, indemnis, Spalenberg 20, 4001 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegner, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A.1 A.____ arbeitete als Schichtarbeiter bei der B. ____ AG und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankhe iten versichert. Mit Unfallmeldung vom 30. Oktober 2000 teilte die Arbeitgeberin der SUVA mit, dass A.____ am 27. Oktober 2000 ei- nen Arbeitsunfall erlitten und sich dabei Quetschun gen sowie Verbrennungen an der rechten Hand zugezogen habe. Die SUVA erbrachte in der Folg e die gesetzlichen Leistungen und Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 29. April 200 3 eine Integritätsentschädigung auf- grund einer Integritätseinbusse von 15% in Höhe von Fr. 16‘020.-- zu; ein Rentenanspruch wurde verneint. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft. A.2 Am 16. Mai 2008 meldete A.____ der SUVA einen R ückfall. Diese klärte den rechtser- heblichen Sachverhalt ab und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 10. Dezember 2010 rückwirkend per 1. Januar 2010 eine Invalidenrente aufgr und eines Invaliditätsgrades von 57% zu. A.3 Nachdem der Versicherte seine angestammte Tätigkeit bei der B.____ AG per 30. No- vember 2011 gekündigt und eine 70%ige Anstellung bei der C.____ angetreten hatte, leitete die SUVA ein Revisionsverfahren im Sinne von Art. 17 des Bu ndesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2 000 ein und klärte den rechtser- heblichen Sachverhalt ab. Am 19. März 2013 verfügte sie, dass A.____ rückwirkend per 1. März 2012 Anspruch auf eine Invalidenrente von nunmehr 49 % habe. Daran hielt sie auf Einsprache des Versicherten hin mit Entscheid vom 27. November 2013 fest. A.4 Der Versicherte, vertreten durch Advokatin Monica Ar mesto, reichte am 12. Juni 2014 bei der SUVA ein Revisionsbegehren ein. Begründend wur de ausgeführt, dass sich der Ge- sundheitszustand aufgrund des nicht angepassten Stellenpro fils verschlechtert habe, weshalb er das Arbeitspensum bei der C.____ von 70% auf 50% h abe reduzieren müssen. Die SUVA untersuchte erneut den Sachverhalt und bestätigte in ihrer Verfügung vom 9. Oktober 2014 den Anspruch des Versicherten auf eine 49%ige Invalidenrente. Die dagegen erhobene Einsprache, mit welcher der Versicherte mit Wirkung ab 1. Januar 2010 die Ausrichtung einer 57%igen Ren- te, eventualiter ab 1. März 2012 eine solche von mindest ens 51% beantragte, wies die SUVA mit Entscheid vom 17. November 2015 ab. B. Hiergegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokatin Armesto, am 4. Januar 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei der angefochtene Einspracheents cheid aufzuheben und die Beschwer- degegnerin anzuweisen, ihm mit Wirkung ab 1. März 201 2 eine 51%ige Rente auszurichten; unter o/e-Kostenfolgen. C. Die SUVA schloss in ihrer Vernehmlassung vom 2. Febru ar 2016 auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim sachlich wie ört lich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegne rin mit Verfügung vom 9. Oktober 2014 zu Recht die 49%ige Invalidenrente des Beschwerdefü hrers bestätigte. Massgebend ist Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des ange fochtenen Einspracheentscheids vom 17. November 2015 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversich erung (UVG) vom 20. März 1981 gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid ist. Gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht der Rentenan- spruch, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandl ung keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erw artet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vor aussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar. Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund e ines Einkommensvergleichs zu bestim- men. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnah- men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichen er Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsei nkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen) . Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif- fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gege nübergestellt werden. Aus der Ein- kommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2 003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 3.4 Um das Ausmass der Invalidität zu ermitteln, ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – bei der hi erfür erforderlichen Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der versicherte n Person auf Unterlagen angewie- sen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfüg ung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen e ine wichtige Grundlage für die Beurtei- lung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus- geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invalidi- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht tätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversi- cherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinwei sen). Ist eine anspruchserhebliche Än- derung des Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrsch einlichkeit erstellt, bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherig en Rechtszustand (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 30. November 2009, 9C_961/2008, E. 6.3). 4.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens zurückzuführen (vgl. BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3, Urteil d es Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Im Rahmen einer materiellen Revision nach Art. 17 ATSG prüft die Verwaltung den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig, das heisst nicht nur mit Bezug auf jenes Sachverhaltssegment, in welchem eine Änderun g in Frage steht (BGE 125 V 417 E. 2d; 117 V 200 E. 4b S. 200; Urteil vom 24. August 2007, 9C_237/2007, E. 4). Dementspre- chend ist das Sozialversicherungsgericht befugt (und verp flichtet), bei Bedarf Teilaspekte des Rechtsverhältnisses von Amtes wegen aufzugreifen, selbst wenn diese bereits in der früheren rechtskräftigen Verfügung beurteilt wurden (Urteil des Bundesgerichts vom 6. November 2007, I 822/06, E. 3.1). 4.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Im vorliegenden Fall ist somit zu prüfen, ob sich gegenüber der Rentenzusprache vom 19. M ärz 2013 im Zeitpunkt der streitigen Revisionsverfügung vom 9. Oktober 2014 bzw. des Einsprachee ntscheids vom 17. November 2015 eine wesentliche Veränderung in den tatsächlichen V erhältnissen ergeben und sich dadurch der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hat. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen st eht zu Recht unbestritten fest, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit d er Zusprechung der Invaliden- rente im Dezember 2009 nicht wesentlich verändert hat und ihm weiterhin eine adaptierte leich- te Tätigkeit ganztags zumutbar ist (vgl. kreisärztliche Z umutbarkeitsbeurteilungen von Dr. med. D.____, FMH Chirurgie, vom 31. März 2009 sowie von Pro f. Dr. med. E.____, Facharzt für Chi- rurgie, vom 4. August 2014). 6.1 Eine Revision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG kann aber auch ohne einen medizini- schen Revisionsgrund durchgeführt werden. Der Beschwerdef ührer hat vorliegend seine bisher im Umfang von 70% ausgeübte Tätigkeit bei der C.____ per 1. Juli 2014 auf ein 50% Pensum reduziert. Dadurch ergab sich eine erhebliche Veränderun g der erwerblichen Situation (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). Unter diesen Umständ en war die SUVA berechtigt, den Ren- tenanspruch einer materiellen Prüfung zu unterziehen und dabei den Invaliditätsgrad im Sinne von Art. 16 ATSG neu zu berechnen (vgl. oben E. 4.3). 6.2 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Inva liditätsgrades das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat i n der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffe rnmässig möglichst genau ermit- telt und einander gegenübergestellt werden. Aus der E inkommensdifferenz lässt sich der Invali- ditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 6.3.1 Bei der Bemessung des hypothetischen Einkommens ohn e Gesundheitsschädigung (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem im Sozialversicherungsrecht anzuwendenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit (BGE 115 V 142 E. 8b mit weiteren Hinwei sen) als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Januar 2010, 8C_647/2009, E. 4.3; vgl. auch: BGE 134 V 325 E. 4.1). 6.3.2 Die SUVA ermittelte im angefochtenen Einsprache entscheid anhand der konkreten Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdefü hrers vom 25. Juni 2014 und 1. Oktober 2014 zur mutmasslichen Lohnentwicklung im Jahr 2014 ein Valideneinkommen von Fr. 104‘809.30. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden und hält auch einer gerichtlichen Überprüfung stand. 6.3.3 Daran ändert die Argumentation des Beschwerdefü hrers nichts. Er bestreitet nicht, dass für die Ermittlung des Valideneinkommens auf die konkreten Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin abzustellen ist. Er moniert jedoch, dass die SUVA dabei auf das Einkommen aus dem Jahr 2009 hätte abstellen müssen. Wie bereits mehrf ach erwähnt, war die SUVA vorlie- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gend berechtigt und verpflichtet, den rechtserhebliche n Sachverhalt umfassend abzuklären. Dabei holte sie auch bei der ehemaligen Arbeitgeberi n Auskünfte betreffend das im Revisions- zeitpunkt im Jahr 2014 massgebende Valideneinkommen ei n, um den Einkommensvergleich korrekt durchzuführen. Unter diesen Umständen geht die Begründung des Beschwerdeführers jedoch fehl. 6.3.3.1 Infolge der Pensenreduktion und auf der Basis d es Zumutbarkeitsprofils im Bericht von Prof. Dr. E.____ vom 4. August 2014, wonach dem Beschw erdeführer eine adaptierte leichte Tätigkeit ganztags zumutbar sei, stützte die Beschwerdegegn erin in ihrer Verfügung vom 9. Oktober 2014 das Invalideneinkommen nicht mehr auf den effektiven, bei der C.____ erziel- ten Lohn, sondern ermittelte dieses aufgrund der LSE 2010. Dabei ging sie vom Zentralwert für Männer, Anforderungsniveau 4 (Hilfsarbeiten), im Jahr 2008 bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden von Fr. 58‘812.-- aus. Nachdem sie die w öchentliche Arbeitszeit auf 41,7 Stun- den umgerechnet hatte und den Betrag bis ins Jahr 201 4 indexierte, errechnete sie ein Invali- deneinkommen in Höhe von Fr. 63‘359.85. Davon nahm si e einen leidensbedingten Abzug von 15% vor, woraus ein Betrag von Fr. 53‘855.85 resultier te. Im Einspracheverfahren stellte die Beschwerdegegnerin für die Berechnung des Invalidenei nkommens nicht auf die LSE 2010, sondern auf jene des Jahres 2012 ab. Gemäss Tabelle TA1 der LSE 2012 habe sich der Zent- ralwert für die mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau I) beschäftigen Männer im privaten Sektor im Jahr 2012 b ei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden auf Fr. 5‘210.-- (inkl. 13. Monatslohn) be laufen, was auf der Basis der betriebsübli- chen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,7 Wochenstunden und unter Aufrechnung einer No- minallohnentwicklung von 0,75% im Jahr 2013 und 0,8% i m Jahr 2014 ein Jahreseinkommen von Fr. 66‘158.40 ergab. Unter Berücksichtigung eines le idensbedingten Abzugs von 15% re- sultierte ein zumutbares Erwerbseinkommen von Fr. 56‘234.30. 6.3.3.2 Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist nicht zu beanstanden. Zunächst steht fest, dass sie das Invalideneinkommen im Rahmen des im Sommer 2014 eingeleiteten Revisionsver- fahrens zu Recht auf der Grundlage der statistischen Dur chschnittswerte ermittelte. Zwar trifft es zu, dass für die Festsetzung des Invalideneinkommens primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen ist, in welcher die versicherte Per son konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhält- nisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr ve rbleibende Arbeitsfähigkeit in zu- mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das E inkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Okto ber 2015, 9C_394/2015, E. 3.1.3). Der Beschwerdeführer erfüllt vorliegend diese Vorausset zungen nicht, entspricht die 50%ige Tätigkeit bei der C.____ offensichtlich nicht dem medi zinischen Anforderungsprofil. Ist kein sol- ches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, name ntlich weil - wie vorliegend - die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens ke ine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit ausübt, so können insb esondere Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebe nen LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3). Weiter ist nicht zu beanstanden , dass die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid der Berechnung des Invalideneinkommen s die LSE 2012 zugrunde legte, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht waren diese im Zeitpunkt, als der Einspracheentscheid e rlassen wurde, doch bereits publiziert (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014). 6.3.4 Setzt man das Valideneinkommen von Fr. 104‘809 .30 dem gestützt auf die LSE 2012 ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 56‘234.30 gegenüber, so ergibt dies eine Differenz von Fr. 48‘575.--, entsprechend einem Invaliditätsgrad von gerundet 46% (vgl. zur Rundungspraxis des Bundesgerichts: BGE 130 V 121 ff.). Da dieser Inval iditätsgrad lediglich 3% unterhalb des- jenigen in der Verfügung vom 19. März 2013 liegt und damit die vom Bundesgericht geforderte Erheblichkeit der Sachverhaltsänderung von 5% nicht erreicht (BGE 133 V 545 E. 6.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 3. Oktober 2013, 8C_211/20 13, E. 4.3), ist mit der Beschwerde- gegnerin festzustellen, dass der Beschwerdeführer weiter hin Anspruch auf eine Invalidenrente von 49% hat. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 1 7. Dezember 2015 erweist sich damit als rechtens. 6.4.1 Daran ändern auch die weiteren Ausführungen de s Beschwerdeführers nichts. Er macht sinngemäss geltend, dass die revisionsrechtliche Änderu ng des Sachverhaltes nicht im Jahr 2014, sondern bereits im Jahr 2012 eingetreten sei. Er habe bereits in diesem Zeitpunkt die nicht dem Anforderungsprofil des Kreisarztes entspre chende Tätigkeit bei der C.____ aus- geübt. Die Verfügung vom 9. Oktober 2014 stelle daher nicht eine Revisionsverfügung dar, sondern eine Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG der Verfügung vom 19. März 2013. 6.4.2 Aufgrund der Reduktion des Arbeitspensums bei de r C.____ von 70% auf 50% per 1. Juli 2014 lag ein materieller Revisionsgrund im Sin ne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vor, der die Beschwerdegegnerin verpflichtete, den rechtserheblich en Sachverhalt zu klären und den An- spruch zu prüfen sowie den neuen Begebenheiten anzupassen . Davon ging wohl auch der Be- schwerdeführer in seinem Schreiben vom 12. Juni 2014 au s, in welchem er ausdrücklich ein Revisionsbegehren stellte. Er verlangte nicht, die SUVA habe die Verfügung vom 19. März 2013 in Wiedererwägung zu ziehen. Zwar hätte er bei der SUVA ein entsprechendes Begehren stellen können. Diese wäre aber nicht verpflichtet gewese n, ein solches anhand zu nehmen. Art. 53 Abs. 2 ATSG bestimmt, dass der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfü- gungen oder Einspracheentscheid zurückkommen kann, wenn di ese zweifellos unrichtig sind und deren Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. N achdem die Beschwerdegegnerin auf- grund des veränderten Sachverhalts und entsprechend dem Gesuch des Versicherten vom 12. Juni 2014 eine Revision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG durchführte, besteht kein Raum für eine Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG. Die Beschwerde gegen den Ein- spracheentscheid vom 17. November 2015 erweist sich damit als unbegründet und ist daher abzuweisen. 7. Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu entschei den. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die ausserordentlichen Kosten wettzuschlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht