Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. Oktober 2017 (720 17 129 / 269) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht verneint bei einer vollständigen Arbeitsfähig- keit in einer leidensbedingten Verweistätigkeit Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Andrea Scheidegger Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1959 geborene A.____ war bis Ende April 2012 als Lagerist bei der B.____ AG tätig. Seit dem 1. September 2013 arbeitet er als R aumpfleger im Teilzeitpensum im Hallenbad der C.____. Am 6. Juli 2016 meldete sich A.____ unt er Hinweis auf Atemnot und Kraftmangel nach einer schweren Lungenentzündung bei der Eidgen össischen Invalidenversicherung (IV) an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerbl ichen Verhältnisse sowie Durchführung Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-Stelle Basel-La ndschaft (IV-Stelle) einen Rentenan- spruch aufgrund eines Invaliditätsgrades von 20 % mit Verfügung vom 27. März 2017 ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 27. April 2017 „Einspruch“ (recte: Be- schwerde) beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Zur Begründung wurden zwei Arztberichte beigelegt. C. In ihrer Vernehmlassung vom 10. Mai 2017 schloss die B eschwerdegegnerin auf Ab- weisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes ü ber die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2.1 Fraglich ist, ob die vom Beschwerdeführer einger eichte Beschwerde den formellen Anforderungen an eine Beschwerdeschrift genügt, insbeson dere, ob der Beschwerdeführer ein nach Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes über den Allgemei nen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und § 5 Abs. 1 VPO ge nügend klar umschriebenes und in der Sache vollständiges Rechtsbegehren gestellt hat. Di e Beschwerdeschrift soll dem Gericht hinreichend Klarheit darüber verschaffen, worum es im jeweiligen Rechtsstreit geht. Lässt das Begehren nicht deutlich erkennen, in welchem Sinn die angefochtene Verfügung abgeändert werden soll, kann zur Auslegung auch die Begründung hera ngezogen werden (R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS , Öffentliches Prozessrecht und Justizverfassungs- recht des Bundes, Basel 1996, Rz. 1312). 1.2.2 An die erforderliche Form und den Inhalt einer Beschwerde an die kantonale Rechts- mittelinstanz sind nach Art. 56 ATSG keine hohen Anfo rderungen zu stellen (BGE 116 V 353 E. 2b; T HOMAS LOCHER /T HOMAS GÄCHTER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Auflage, Bern 2014, S. 596 f.). Die Einhaltung vo n Formvorschriften wird insbesondere dann nicht nach strengen Massstäben beurteilt, wenn es sich um eine Laieneingabe handelt (THOMAS MERKLI /A RTHUR AESCHLIMANN /R UTH HERZOG , Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungs- rechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Art. 32, Rz. 11). Dennoch muss praxisgemäss vom Rechtsuchenden ein Mindestmass an Sorgfalt in der Beschwe rdeführung verlangt werden. Da- mit überhaupt von einer Beschwerde gesprochen werden kann, muss eine individualisierte Per- son gegenüber einer bestimmten Verfügung den klaren An fechtungswillen schriftlich bekunden; Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht das heisst, sie hat erkenntlich ihren Willen um Änderung der sie betreffenden Rechtslage zum Ausdruck zu bringen (BGE 102 Ib 365 E. 6; Urteil des K antonsgerichts Basel-Landschaft vom 13. Oktober 2000, Abteilung Sozialversicherungsrecht, 720 99 195, E. 2.1). Fehlt es hieran, so ist gar kein Beschwerdeverfahren anhängig gemacht worden. 1.2.3 In der am 27. April 2017 fristgerecht erhobenen Beschwerde hielt der Beschwerdefüh- rer lediglich fest, dass er Einspruch gegen die Verfügu ng der IV-Stelle vom 27. März 2017 er- hebe. Die Eingabe umfasst weder ein Rechtsbegehren noch eine Begründung. Zur Begründung reichte der Beschwerdeführer zwei ärztliche Berichte ein. Damit beantragte er sinngemäss die Aufhebung des Entscheids der IV-Stelle. Mit Blick darauf , dass es sich vorliegend um eine Lai- enbeschwerde handelt und für das Gericht der Streitgeg enstand und dessen Begründung er- kennbar ist, vermag die Eingabe – wenn auch knapp – den formellen Voraussetzungen an eine Beschwerde zu genügen. Auf die Beschwerde des Versicherte n vom 27. April 2017 ist dem- nach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt wurde. Massgebend ist der Sachverhalt, wie e r sich bis zum Erlass der angefochte- nen Verfügung vom 27. März 2017 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsge- mäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsb efugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hin- weis). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der g esundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, das heisst ohne Bindung an f örmliche Beweisregeln, sowie umfas- send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass d as Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach e ntscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit wei- teren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsv erfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Re chnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Absc hätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Ein- schätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht da zu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkennt nisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellt en fachmedizinischen Experten ander- seits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2 001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Ad- ministrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät zungen gelangen. Vorbehalten blei- ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpr etation entspringende – Aspekte benen- nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un gewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversi cherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Ab- klärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die se Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6. Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind im W esentlichen die folgenden medizi- nischen Unterlagen zu berücksichtigen: Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1.1 Dr. med. D.____, FMH Pneumologie, Beatmungs- u nd Schlafmedizin, diagnostizierte mit Bericht vom 8. August 2016 einen Status nach Pneum onie beidseits seit Dezember 2015 mit den Differentialdiagnosen Sarkoidose sowie exogen-a llergische Alveolitis; eine COPD mit fortgeschrittenem bullösem Lungenemphysem; zum Teil verka lkte Pleurakuppenschwielen beidseits und mediastinale sowie hiläre Lymphadenopathi e beidseits in der Computertomogra- fie des Thorax vom 31. Mai 2016; eine Kachexie und schli esslich eine hyperchrome makrozytä- re Anämie. Der Patient sei nicht mehr voll arbeitsfähig für seine bisherige Tätigkeit als Betriebs- arbeiter. 6.1.2 Laut den Angaben im Arztbericht vom 30. August 2 016 – im Rahmen der IV-Abklärung betreffend beruflicher Integration resp. Rente – erkl ärte Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Inne- re Medizin, dass der Beschwerdeführer wegen der deutlich eingeschränkten pulmonalen Leis- tungsfähigkeit den strengen Beruf als Lagerarbeiter nicht mehr ausüben könne. Es bestehe eine deutliche Einschränkung bei allen körperlichen Bela stungen. Ihm sei eine Tätigkeit zumut- bar, die überwiegend im Gehen ausgeübt werden könne , ohne Heben und Tragen über 5 kg und ohne auf Leitern, Gerüste oder Treppen zu steigen. Bei einer sitzenden Tätigkeit wäre er allerdings zu 100 % arbeitsfähig. Die Angaben würden ab Dezember 2015 gelten. 6.1.3 Dr. D.____ erklärte in seinem Bericht vom 17. Okt ober 2016, dass der Gesundheitszu- stand des Patienten stabil geblieben sei. Klinisch habe er ein abgeschwächtes Atemgeräusch mit einem verlängertem Exspirium gefunden, jedoch kein e Nebengeräusche. Lungenfunktionell habe sich unter der Behandlung mit Spiriva die obstrukti ve Ventilationsstörung weitgehend zu- rückgebildet. Es persistiere jedoch eine schwere Diffusionsst örung bei dem bekannten fortge- schrittenen Lungenemphysem. 6.1.4 Pract. med. F.____, Ärztin des Regionalen Ärztlich en Dienstes beider Basel (RAD), bestätigte in ihrem Bericht vom 13. Dezember 2016 die Einschätzung von Dr. E.____, dass der Versicherte seit Dezember 2015 in körperlich leichter, v orwiegend sitzender Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. 6.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. G.____, FMH Allgemeine I nnere Medizin, erklärte in seinem Bericht vom 24. März 2017, dass der Versicherte im Einwan d keine neuen gesundheitlichen Störungen einbringe, die nicht schon in den bisherige n Vorbescheid eingeflossen seien. Der Vorbescheid basiere auf der Grundlage der Einschätzung vom 30. August 2016 von Dr. E.____. In diese Beurteilung sei auch der Bericht von Dr. D.___ _ vom 8. August 2016 eingeflossen. Zur Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit nehme Dr. D.____ nicht Stellung. Damit sei die Ein- schätzung mit derjenigen des RAD und jener von Dr. E.___ _ kongruent. Der zweite Bericht von Dr. D.____ vom 17. Oktober 2016 zeige gegenüber dem ersten vom 8. August 2016 eine leich- te Besserung. Eine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit erfolge wiede- rum nicht. Hingegen werde festgehalten, dass keine neue n Aspekte vorliegen würden. Somit könne am Vorbescheid festgehalten werden. 6.2 Vorliegend fehlten der IV-Stelle im Verfügungszei tpunkt bei der Beurteilung der gesam- ten medizinischen Sachlage die mit der Beschwerde einger eichten ärztlichen Berichte vom Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11. April 2017 und 26. April 2017 sowie eine RAD-Ste llungnahme vom 9. Mai 2017. Aus diesen nachgereichten medizinischen Unterlagen ist folgendes zu entnehmen: 6.2.1 Dr. D.____ stellte in der Verlaufskontrolle vom 1 1. April 2017 fest, dass der Gesund- heitszustand des Beschwerdeführers seit der letzten Kont rolle vor einem halben Jahr stabil sei und er keine schwereren Exazerbationen erlitten habe. Bei etwas ausgeprägten körperlichen Belastungen leide er unter Dyspnoe und sei deshalb ni cht in der Lage, sein Arbeitspensum zu erhöhen. Der Patient könne zur Zeit kein volles Arbeitspensum leisten. 6.2.2 Dr. E.____ erläuterte in seinem ärztlichen Berich t vom 26. April 2017, dass er als Hausarzt des Versicherten nicht nachvollziehen könne, dass die IV-Stelle die Invalidität des Versicherten lediglich mit 20 % eingestuft habe. Der Be schwerdeführer sei nur in rein sitzender Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig, nicht aber in einem körperlich belastenden Beruf als Lagerar- beiter. Er sei nicht fähig, eine grössere körperliche Lei stung als das 25 %-Pensum als Putzkraft im Hallenbad der C.____ zu erbringen. Im Weiteren fü hrt Dr. E.____ aus, dass er die Be- schwerde seines Patienten gegen den IV-Entscheid unterstü tze und er das Gericht ersuche, eine Neubeurteilung durch die IV-Stelle zu verfügen. 6.2.3 Der RAD-Arzt Dr. G.____ nahm in seinem Bericht vom 9. Mai 2017 zu den mit der Be- schwerde eingereichten ärztlichen Berichten Stellung. In diesen seien keine neuen Befunde oder Verschlechterungen genannt worden. Es würden sich so mit keine neuen Aspekte gegen- über der Diskussion der Argumente im Einwandverfahren e rgeben. Wenn der Versicherte bis- her keine rein sitzende Tätigkeit habe finden können, so sei dies ein IV-fremder Faktor, der vom RAD nicht in die Beurteilung der medizinisch-theoretisc hen Arbeitsfähigkeit berücksichtigt wer- den könne. 7. Die IV-Stelle ging gestützt auf die ihr vorliegend en medizinischen Unterlagen davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer körper lich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Heben und Tragen über 5 kg im Umfang von 100 % zumutbar sei. Zu ergänzen sei das Verweisprofil lediglich insofern, als die Tätigkei t überwiegend sitzend sein sollte. Wie in Erwägung 4.2 hiervor ausgeführt, prüft das Gericht fre i, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für d ie streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, in Kenntni s der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleucht et und seine Schlussfolgerungen begründet sind. Vorliegend ist die vorinstanzliche Beweiswürdigung nicht zu beanstanden. Auch wenn die ärztlichen Berichte vom 11. April 2017 und 26 . April 2017 sowie die RAD-Stellung- nahme vom 9. Mai 2017 der IV-Stelle bei der Beurteil ung der medizinischen Sachlage vorgele- gen hätten, wäre das Resultat der IV-Stelle gleich geb lieben, da daraus kein veränderter Ge- sundheitszustand ersichtlich ist. Insgesamt nehmen die beh andelnden Mediziner in den vorlie- genden Berichten eine nachvollziehbare Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor und sind in ihren Schlussfolgerungen überzeugend. Ausserdem sind die vorli egenden Arztberichte für die streiti- gen Belange umfassend. Daran vermag auch das Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Auch wenn er moniert, dass die Unterlagen von Dr. D.____ nicht berücksichtigt worden Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht seien, obwohl dieser klar bestätigt habe, dass eine Tä tigkeit mit einem Pensum von mehr als 25 % nicht möglich wäre, ist ihm entgegenzuhalten, dass si ch Dr. D.____ in seinen Berichten lediglich zur Arbeit als Reinigungskraft im Hallenbad äu sserte und zur Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit keine Stellung nahm. Unter diesen Umständen ist die IV-Stelle zu Recht davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Lagerist nicht mehr ausüben kann, ihm jedoch eine leichte, überwiegend sitzende Verweistätigkeit ohne Heben und Tragen über 5 kg im Umfang von 100 % zumutbar ist. 8.1 Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung vom 27. März 2017 einen Einkom- mensvergleich vorgenommen und dabei einen Invaliditätsg rad von 20 % ermittelt. Da sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der R echtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung vorzunehmen wär e und der Beschwerdeführer den Einkommensvergleich auch nicht bestreitet, erübrigt sich eine detaillierte Auseinanderset- zung mit dem durch die IV-Stelle vorgenommenen Einkomm ensvergleich. Es bleibt darauf hin- zuweisen, dass selbst bei einem maximalen Abzug vom Tabelle nlohn von 25 % keine renten- begründende Invalidität resultieren würde. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung vom 27. März 2017 somit zu Recht festgestellt, dass der Beschw erdeführer keinen Anspruch auf eine IV-Rente hat. Die Beschwerde ist abzuweisen. 8.2 Abschliessend bleibt darauf hinzuweisen, dass – wie vo n der IV-Stelle zu Recht fest- gehalten – aufgrund des ermittelten Invaliditätsgrade s von 20 % Unterstützung durch die Ar- beitsvermittlung der IV-Stelle möglich ist. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgel egt. Aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer – trotz der Aussichtslosigkeit des Verfa hrens – von seinen Ärzten ermutigt wurde, Beschwerde einzureichen, setzt das Gericht die Ve rfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf Fr. 200.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Par tei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Die Verfahrenskosten des Beschwerdefüh rers in der Höhe von Fr. 200.-- werden mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr . 800.-- verrechnet. Der zu viel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wi rd dem Beschwerdeführer zurücker- stattet. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 200.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Der zu viel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht