<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00805</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222195&amp;W10_KEY=13013467&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00805</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.03.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 17.11.2022 gutgeheissen und den Entscheid des Verwaltungsgerichts aufgehoben.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erteilung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Die Niederlassungsbewilligung der Beschwerdeführerin wurde wegen des Vorliegens einer Scheinehe rechtskräftig widerrufen. Während der ihr angesetzten Ausreisefrist heiratete sie einen 15 Jahre älteren Schweizer und ersucht um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Einer Aufforderung zum Vaterschaftstest für das während dieser Ehe geborene Kind kam sie nicht nach.] Es ist aufgrund zahlreicher Indizien von einer Scheinehe auszugehen: Die ausgeprägten Bemühungen der Beschwerdeführerin, bei den hier lebenden Verwandten zu bleiben, der Altersunterschied von 15 Jahren, die Beschwerdeführerin konnte den Namen ihres Ehegatten beim Zivilstandesamt nicht korrekt nennen, die Ehegatten haben vor der Ehe nicht zusammengelebt, die Trauung fand ohne Gäste und Feier statt und die Weigerung eines DNA-Tests für den während der Ehe geborenen Sohn der Beschwerdeführerin (E. 6). Der hier geborene Sohn ist Schweizer, es stellt jedoch einen offensichtlichen Rechtsmissbrauch dar, wenn sich die Beschwerdeführerin zur Begründung eines Aufenthaltsanspruchs auf die Garantien von Art. 8 EMRK und Art. 13 BV zum Schutz des Familienlebens beruft (E. 7). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DNA-TEST">DNA-TEST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=57017" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00805</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">16. MÃ¤rz 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Ersatzrichter Christian MÃ¤der, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch MLaw B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Erteilung der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt1"><b>A.</b> Die 1984 geborene kosovarische StaatsangehÃ¶rige A reiste am 13. April 2010 in die Schweiz ein und heiratete am 22. April 2010 den Schweizer StaatsangehÃ¶rigen C. In der Folge erhielt sie am 6. MÃ¤rz 2015 eine Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich zum Verbleib beim Ehegatten. Am 30. November 2016 wurde die Ehe im Kosovo geschieden. Mit VerfÃ¼gung vom 20. Juni 2017 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung mit der BegrÃ¼ndung, dass eine Scheinehe vorgelegen habe. Die hiergegen erhobenen Rechtsmittel blieben erfolglos, letztinstanzlich vor Bundesgericht am 12. November 2019 (Urteil 2C_562/2019). Damit hÃ¤tte A die Schweiz bis zum 12. Januar 2020 verlassen mÃ¼ssen.</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext"><b>B.</b> Am 7. Januar 2020 heiratete sie den 1969 geborenen Schweizer StaatsangehÃ¶rigen D und ersuchte am 8. bzw. 14. Januar 2020 um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Nachdem das Migrationsamt zur Auffassung gelangt war, dass eine Scheinehe vorliege, lehnte es mit VerfÃ¼gung vom 5. Mai 2020 die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ab und forderte A auf, die Schweiz bis zum 4. Juli 2020 zu verlassen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 28. Oktober 2021 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 1. Dezember 2021 liess A (nachfolgend: die BeschwerdefÃ¼hrerin) dem Verwaltungsgericht beantragen, dass das Migrationsamt unter Aufhebung des Rekursentscheids anzuweisen sei, ihr die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen; eventuell sei die Sache zur weiteren Untersuchung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Im Weiteren verlangte sie eine ParteientschÃ¤digung. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte sie den Antrag auf DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen Verhandlung.</p> <p class="Urteilstext">Am 8. Dezember 2021 teilte die BeschwerdefÃ¼hrerin dem Gericht mit, dass sie schwanger und als Geburtstermin Mitte 2022 errechnet worden sei. In der Folge reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin am 24. Januar 2022 eine weitere Rechtsschrift ein.</p> <p class="Urteilstext">Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion erklÃ¤rte am 9. Dezember 2021 den Verzicht auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt verzichtete stillschweigend auf eine Beschwerdeantwort. Auch zu den Eingaben vom 8. Dezember 2021 und 24. Januar 2022 Ã¤usserten sich die Amtsstellen nicht.</p> <p class="Urteilstext">Auf die ErwÃ¤gungen des Rekursentscheids und die Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerin wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden UrteilsgrÃ¼nden zurÃ¼ckgekommen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, -Ã¼ber- und -unterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin beantragt nach Massgabe von § 59 Abs. 1 VRG die DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen Verhandlung. Dabei stÃ¼tzt sie dieses Begehren zu Recht nicht auf Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK), denn diese Bestimmung findet nur bei Streitigkeiten Ã¼ber zivilrechtliche AnsprÃ¼che und Verpflichtungen sowie bei strafrechtlichen Anklagen Anwendung. Verfahren Ã¼ber AufenthaltsansprÃ¼che von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern fallen aber nicht unter eine dieser beiden Kategorien (BGr, 18. November 2020, 2C_933/2019, E. 3.2.3; BGE 137 I 128 E. 4.4.2). Ausserhalb des Anwendungsbereichs von Art. 6 Abs. 1 EMRK liegt es gemÃ¤ss § 59 Abs. 1 VRG im Ermessen des Verwaltungsgerichts, ob es eine mÃ¼ndliche Verhandlung durchfÃ¼hren will (vgl. Marco Donatsch, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 59 N. 5, auch zum Folgenden). Es sieht von einer mÃ¼ndlichen Verhandlung ab, wenn die Akten nach durchgefÃ¼hrtem Schriftenwechsel eine hinreichende Entscheidungsgrundlage bieten. Vorliegend trifft dies zu, weshalb dem Begehren nicht stattzugeben ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Im Licht der nachfolgenden ErwÃ¤gungen erweist sich das Verfahren als spruchreif. FÃ¼r weitere Untersuchungshandlungen oder die von der BeschwerdefÃ¼hrerin im Eventualantrag beantragte RÃ¼ckweisung der Sache an die Vorinstanz zu weiteren AbklÃ¤rungen besteht daher kein Anlass.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Kraft Art. 42 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) haben auslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Laut Art. 50 Abs. 1 AIG besteht der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt sind (lit. a) oder wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). Solche kÃ¶nnen namentlich dann vorliegen, wenn die Ehegattin Opfer ehelicher Gewalt geworden ist (Abs. 2). Die AnsprÃ¼che aus Art. 42 AIG erlÃ¶schen, wenn sie rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschriften Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (Art. 51 Abs. 1 lit. a AIG). Gleiches gilt fÃ¼r die AnsprÃ¼che nach Art. 50 AIG (Art. 51 Abs. 2 lit. a AIG). Unter den Begriff des Rechtsmissbrauchs fÃ¤llt unter anderem die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe, welche die Eheleute (oder zumindest jemand von ihnen) nur zur Erlangung des Aufenthaltsrechts eingehen, ohne eine echte eheliche Gemeinschaft zu beabsichtigen (BGr, 18. August 2017, 2C_118/2017, E. 4.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Das Vorliegen einer Scheinehe oder einer nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven aufrechterhaltenen Ehe entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere VorgÃ¤nge handelt, die der BehÃ¶rde nicht bekannt oder schwierig zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (vgl. BGE 122 II 289 E. 2b; BGr, 15. August 2012, 2C_3/2012, E. 4.1). Dabei liegt in der Natur des Indizienbeweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãberzeugung vermitteln kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Als Indizien fÃ¼r die Annahme einer Scheinehe gelten namentlich das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten sowie die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung, wie beispielsweise eine Heirat nach einer nur kurzen Bekanntschaft sowie geringe Kenntnisse Ã¼ber den Ehegatten, oder die Tatsache, dass die Ehegatten noch nie oder nur fÃ¼r kurze Zeit eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben. Auch der Umstand, dass der Ehegatte ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤tte erlangen kÃ¶nnen, vermag zumindest zusammen mit weiteren Indizien auf eine Scheinehe hinzuweisen. Zu berÃ¼cksichtigen sind auch die konkreten WohnverhÃ¤ltnisse, namentlich wenn die Ehegatten nicht zusammenwohnen oder in getrennten Zimmern nÃ¤chtigen. Weiter kÃ¶nnen widersprÃ¼chliche Aussagen der Beteiligten deren Glaubhaftigkeit herabsetzen und eine AuslÃ¤nderrechtsehe nahelegen. Sodann kann ein unterschiedlicher kultureller und sprachlicher Hintergrund der Ehegatten einen bereits bestehenden Scheineheverdacht weiter verdichten (vgl. BGr, 29. August 2013, 2C_75/2013, E. 3.3; BGr, 15. August 2012, 2C_3/2012, E. 4.3; BGr, 4. Juli 2002, 2A.324/2002, E. 2.2; VGr, 15. September 2021, VB.2021.00431, E. 2.3, 19. Dezember 2019, VB.2018.00653, E. 4.1.1; zu weiteren Scheineheindizien siehe Weisungen und ErlÃ¤uterungen AuslÃ¤nderbereich [Weisungen AIG] des Staatssekretariats fÃ¼r Migration [SEM], Bern [Oktober] 2013 [aktualisiert am 1. November 2021], Ziff. 6.14.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Zwar obliegt der Beweis fÃ¼r eine rechtsmissbrÃ¤uchlich geschlossene oder aufrechterhaltene (Schein-)Ehe grundsÃ¤tzlich der BehÃ¶rde. Weisen die Indizien indessen mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine Scheinehe hin, obliegt es dem betroffenen AuslÃ¤nder, die entsprechende Vermutung umzustossen (VGr, 15. September 2021, VB.2021.00431, E. 2.4, 21. Februar 2017, VB.2017.00009, E. 4.1.4; vgl. auch PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 7 N. 28). <span>Dabei sind auch innere Tatsachen wie das ErlÃ¶schen des Ehewillens dem Beweis zugÃ¤nglich. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach die BehÃ¶rden den Sachverhalt mÃ¶glichst zuverlÃ¤ssig abklÃ¤ren mÃ¼ssen, wird durch die Mitwirkungspflicht der Parteien (Art. 90 AIG) relativiert. Dieser kommt naturgemÃ¤ss zum Tragen bei Tatsachen, welche die Partei besser kennt als die BehÃ¶rden und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nur mit unverhÃ¤ltnismÃ¤ssigem Aufwand erhoben werden kÃ¶nnen (BGr, 6. Februar 2019, 2C_1016/2017, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). </span>Wurde eine Ehegemeinschaft zunÃ¤chst nicht begrÃ¼ndet oder aufgelÃ¶st bzw. besteht eine entsprechende Vermutung, haben betroffene AuslÃ¤nder und AuslÃ¤nderinnen substanziiert und â soweit mÃ¶glich â anhand geeigneter Belege darzulegen, dass die Ehegemeinschaft nachtrÃ¤glich (wieder)aufgenommen bzw. mindestens drei Jahre lang gelebt wurde (BGr, 16. August 2012, 2C_1046/2011, E. 4.3; vgl. auch BGE 130 II 482 E. 3.2). Hingegen ist es nicht Sache des Verwaltungsgerichts, von Amtes wegen entsprechende Untersuchungen anzustellen (vgl. zum Ganzen VGr, 20. MÃ¤rz 2019, VB.2019.00070, E. 3.1.4 mit weiteren Hinweisen).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Im Rekursentscheid kam die Sicherheitsdirektion aufgrund zahlreicher Indizien zum Schluss, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin und D mit ihrer Heirat nicht die FÃ¼hrung einer echten Lebensgemeinschaft beabsichtigt hÃ¤tten. Als DrittstaatsangehÃ¶rige habe sie nur mittels Heirat mit einem Schweizer oder einer in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Person einen Aufenthaltsanspruch erlangen kÃ¶nnen. Nachdem sie bereits 2010 eine Scheinehe geschlossen habe und laut eigenen Angaben ihre ganze Familie hier lebe, sei sie sehr interessiert daran gewesen, den Aufenthalt in der Schweiz zu legalisieren. Nur rund einen Monat nach dem Bundesgerichtsentscheid vom 12. November 2019 hÃ¤tten die BeschwerdefÃ¼hrerin und D am 10. Dezember 2019 ein Gesuch um Ehevorbereitung gestellt. Am 16. Dezember 2019 habe ihr damaliger Vertreter â erfolglos â darum ersucht, die bis 12. Januar 2020 laufende Ausreisefrist bis Ende MÃ¤rz 2020 zu erstrecken, weil sie mehr Zeit benÃ¶tige, um ihre Angelegenheiten in der Schweiz zu ordnen und das Weiterleben im Kosovo vorzubereiten. Dass sie zu heiraten beabsichtige, habe sie jedoch nicht erwÃ¤hnt. Dem Zivilstandsamt E sei aufgefallen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ausser der grossen zeitlichen Dringlichkeit des Ehevorbereitungsgesuchs den korrekten Namen und das Geburtsdatum des BrÃ¤utigams nicht gekannt habe. Laut Befragung seien die Ehegatten ungefÃ¤hr seit einem Jahr ein Paar, verbrÃ¤chten jedoch ihre Freizeit kaum miteinander, weil die BeschwerdefÃ¼hrerin viel arbeiten und ihrer schwangeren Schwester helfen mÃ¼sse. Vor der Heirat habe das Paar aus traditionellen und religiÃ¶sen GrÃ¼nden nicht zusammengewohnt. Die genannten UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Heirat weckten erhebliche Zweifel am gegenseitigen Ehewillen. Zwar lebe das Paar seither zusammen und kenne die BeschwerdefÃ¼hrerin auch die Kinder ihres Gatten aus dessen frÃ¼herer Ehe. Im Juni 2021 sei der Sohn F geboren worden. Zur KlÃ¤rung der Frage, ob D tatsÃ¤chlich dessen Vater sei, habe die Rekursinstanz die BeschwerdefÃ¼hrerin am 6. Juli 2021 aufgefordert, die Vaterschaft des Ehegatten mittels eines DNA-Tests nachzuweisen. Trotz anfÃ¤nglicher Beteuerung, dass der Test durchgefÃ¼hrt werde, sei dies in der Folge ohne weitere ErklÃ¤rung unterblieben. Stattdessen habe die BeschwerdefÃ¼hrerin unaufgefordert zahlreiche Film- und Fotoaufnahmen zu den Akten gereicht, die ein intaktes Familienleben belegen sollten. Unter diesen UmstÃ¤nden habe sie die zahlreichen, auf eine Scheinehe hindeutenden Indizien nicht zu entkrÃ¤ften vermocht, weshalb sie aus der Partnerschaft mit D kein Aufenthaltsrecht ableiten kÃ¶nne. Schliesslich erweise sich die Bewilligungsverweigerung als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig im Sinn von Art. 96 Abs. 1 AIG. Die 36-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrerin lebe seit rund elf Jahren in der Schweiz, wobei ihr bisheriger Aufenthalt fast ausschliesslich auf TÃ¤uschung beruhe. Wie das Bundesgericht bereits im Urteil vom 12. November 2019 festgehalten habe, dÃ¼rfe ihr die RÃ¼ckkehr in das Heimatland zugemutet werden. Dies gelte auch fÃ¼r ihren Sohn F. Massgebliche Anhaltspunkte fÃ¼r einen schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefall gemÃ¤ss Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit (VZAE) fehlten ebenso wie Hinweise auf Vollzugshindernisse nach Art. 83 AIG.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤lt dem Rekursentscheid entgegen, dass aus der frÃ¼heren Scheinehe keine RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die Ehe mit D gezogen werden dÃ¼rften. Dieser habe ihr am 10. Oktober 2019 und damit rund zwei Monate vor Zustellung des bundesgerichtlichen Urteils einen Heiratsantrag gemacht, weshalb der Wille zur Eheschliessung nicht mit der drohenden Wegweisung zusammenhÃ¤nge. Weil der Spitzname des Ehemannes "G" gelautet habe, gereiche ihr die falsche Schreibweise des richtigen Namens auf dem Zivilstandsamt nicht zum Vorwurf. Gleiches gelte fÃ¼r die angebliche Unkenntnis des Geburtsdatums. Dass das Paar nicht schon vor der Heirat zusammengelebt habe, deute keineswegs auf eine Scheinehe hin. Auch die Annahme, dass vor der Heirat keine Liebesbeziehung bestanden habe, sei willkÃ¼rlich. Der Ehemann habe die Namen der Trauzeugen entgegen der Annahme der Vorinstanz gekannt und lediglich falsch geschrieben. Weshalb die standesamtliche Trauung ohne GÃ¤ste stattgefunden, anschliessend keine Feier ausgerichtet wurde und das Brautpaar keine Ringe getauscht habe, sei schon in der Rekursschrift schlÃ¼ssig dargelegt worden. Die Ehegatten hÃ¤tten dies im folgenden Sommer im Land H nachholen wollen; am 11. Juli 2020 sei das Paar mit den Kindern von D nach H gereist, wo sie die Hochzeit in intimem Rahmen gefeiert hÃ¤tten. Da beide Partner keine Beziehungen ausserhalb der Arbeit und der Familie pflegten, bestehe auch kein gemeinsamer Freundeskreis. Nach dem Gesagten fehlten jegliche Anhaltspunkte fÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe und seien keine Zweifel an der Vaterschaft von D angebracht, weshalb die Vorinstanz einen DNA-Test gar nicht hÃ¤tte anordnen dÃ¼rfen. Im Ãbrigen liege nicht die biologische Verwandtschaft von D und dem Sohn F, sondern einzig die Frage einer Scheinehe zwischen jenem und der BeschwerdefÃ¼hrerin im Streit. Somit liessen sich aus dem Fehlen eines DNA-Tests keine RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die Ehe des Paares ziehen. Im Ãbrigen wÃ¤re auch ein "Kuckuckskind" kein Indiz fÃ¼r eine Scheinehe. Schliesslich bestÃ¼nden "erhebliche und vielzÃ¤hlige Indizien fÃ¼r eine tatsÃ¤chlich gelebte Liebesbeziehung" zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und D, die von den Vorinstanzen zu Unrecht zu wenig bzw. Ã¼berhaupt nicht berÃ¼cksichtigt worden seien. Von einer "aufwendigen Inszenierung" der Ehe kÃ¶nne nicht gesprochen werden. Schliesslich hÃ¤tte der Ehemann kein Interesse, an einer Scheinehe festzuhalten. Weil der Sohn F Schweizer BÃ¼rger sei, habe die BeschwerdefÃ¼hrerin auch nach Massgabe von Art. 8 EMRK Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung. Das Kindeswohl von F gebiete es, dass er als Schweizer in der Schweiz aufwachsen und nicht durch migrationsrechtliche Massnahmen von einem Elternteil getrennt werde.</p> <p class="Urteilstext">Am 8. Dezember 2021 teilte die BeschwerdefÃ¼hrerin mit, dass sie wiederum schwanger sei und voraussichtlich Mitte Juli 2022 ihr zweites Kind erwarte. Nachdem sie ihr erstes Kind verloren habe, sei dies bereits die dritte Schwangerschaft wÃ¤hrend der Ehe mit D. Mithin sei ausgewiesen, dass das Paar eine Liebesbeziehung pflege. Laut einer unaufgefordert eingereichten Eingabe vom 24. Januar 2022 ist F "kerngesund".</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Wie die Sicherheitsdirektion zutreffend erwogen hat, deuten die von der BeschwerdefÃ¼hrerin sehr kurz nach ihrer Einreise in die Schweiz im April 2010 geschlossene Scheinehe und die nach eigenen Angaben hier lebende Verwandtschaft auf ihre ausgeprÃ¤gte BemÃ¼hung hin, im Land zu bleiben. Ebenso trifft es zu, dass sich zur Erreichung dieses Ziels vorab die Eheschliessung mit einem hier zumindest aufenthaltsberechtigten Partner anerbot. Die bereits im frÃ¼heren Verfahren betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung rechtskundig vertretene BeschwerdefÃ¼hrerin hatte entgegen ihrer Auffassung nicht erst nach dem letztinstanzlichen Entscheid des Bundesgerichts vom 12. November 2019 ernsthaft damit zu rechnen, die Schweiz verlassen zu mÃ¼ssen. Vielmehr traf dies bereits im Zeitpunkt des Widerrufs durch das Migrationsamt am 20. Juni 2017 zu. In Kenntnis der aufschiebenden Wirkung der Rechtsmittel wie auch der mutmasslichen Verfahrensdauer war ihr nach Erhebung der Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht am 14. Juni 2019 auch unter BerÃ¼cksichtigung der Ausreisefrist von zwei Monaten im Fall der Erfolglosigkeit des Rechtsmittels bewusst, dass die drohende Wegweisung kurz bevorstand. Unter diesen UmstÃ¤nden leuchtet es ein, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin an einer baldigen Eheschliessung ausgesprochen interessiert war. So gesehen bestand offensichtlich schon im Zeitpunkt des Heiratsantrags am 10. Oktober 2019 Anlass zu raschem Handeln. Noch grÃ¶ssere Eile war nach Zustellung des Bundesgerichtsentscheids vom 12. November 2019 geboten. Wenn die BeschwerdefÃ¼hrerin am 16. Dezember 2019 das Migrationsamt â erfolglos â um VerlÃ¤ngerung der Ausreisefrist bis zum 31. MÃ¤rz 2020 ersuchte, "um ihre Ã¼ber Jahre hinweg hier aufgebaute Existenz abzubauen [â¦] und zeitgleich das Weiterleben im Kosovo aufzubauen", tÃ¤uschte sie damit jedoch Ã¼ber ihre wahre Absicht hinweg, in der Schweiz bleiben zu wollen.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Das Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Ausreisefrist ist vielmehr als Reaktion auf das Schreiben des Zivilstandsamts E vom 10. Dezember 2019 an die BeschwerdefÃ¼hrerin und D zu wÃ¼rdigen, worin die Amtsstellenleiterin diesen mitgeteilt hatte, das gleichentags gestellte Gesuch um Ehevorbereitung erfordere wegen der gebotenen ÃberprÃ¼fung auf eine allfÃ¤llige Scheinehe mehr Zeit, weshalb der Ehevorbereitungstermin vom 17. Dezember 2019 nicht eingehalten werden kÃ¶nne und die gewÃ¼nschte DurchfÃ¼hrung der Trauung am 7. Januar 2020 als fraglich erscheine. Dass die BeschwerdefÃ¼hrerin am Schalter des Zivilstandsamts den korrekten Namen des BrÃ¤utigams und dessen Geburtsdatum nicht kannte, ist nach einer lÃ¤ngeren Bekanntschaft und der rund einjÃ¤hrigen Zeit als Paar ungewÃ¶hnlich. Nachdem beide Partner frÃ¼here Ehen eingegangen waren, erscheint es ferner mit der Vorinstanz als schwer nachvollziehbar, dass sie vor der Eheschliessung nicht zusammengelebt haben. Jedenfalls ist nicht einsichtig, dass religiÃ¶se GrÃ¼nde dem entgegengestanden hÃ¤tten, weil beide ihren muslimischen Glauben offenbar nicht praktizieren. Da sie Ã¼berdies hierzulande in einem sÃ¤kularen Umfeld leben, vermÃ¶gen fÃ¼r diesen Umstand auch nicht angebliche GrÃ¼nde der Tradition eine plausible ErklÃ¤rung zu bieten.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Der Vorinstanz ist im Weiteren darin beizupflichten, dass die standesamtliche Trauung in atypisch schlichtem Rahmen ohne Feier und ohne GÃ¤ste stattfand. Dies hÃ¤ngt offenbar weitgehend mit der besonderen Eile der Eheschliessung zusammen. Dass jedoch nicht einmal die beiden im Kanton I lebenden Kinder des BrÃ¤utigams zugegen waren, erstaunt allerdings. Ferner entspricht es nicht dem hiesigen Brauchtum, dass bei der standesamtlichen Trauung keine Ringe ausgetauscht wurden, sondern dies anlÃ¤sslich einer wesentlich spÃ¤ter durchgefÃ¼hrten privaten Feier bei der Familie des Ehemannes im Land H geschah.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.4 </b>Zwischen den beiden Partnern besteht ein Altersunterschied von gut 15 Jahren und sie stammen aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturkreisen, was einer Beziehung zumindest nicht fÃ¶rderlich ist. Wie sie einrÃ¤umen, pflegen sie ausserhalb der Herkunftsfamilien und des Arbeitsplatzes keine Beziehungen, weshalb es auch an gemeinsamen Freunden fehlt.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.5 </b>Im Licht dieser ErwÃ¤gungen stand entgegen der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin der wohlbegrÃ¼ndete Verdacht im Raum, dass ihre Beziehung zu D als Scheinehe zu wÃ¼rdigen sei. Nachdem die BeschwerdefÃ¼hrerin wÃ¤hrend des hÃ¤ngigen Rekursverfahrens am 19. Juni 2021 den Sohn F geboren hatte, sprach somit zumindest eine erhebliche Wahrscheinlichkeit dafÃ¼r, dass D nicht dessen leiblicher Vater war. Daher hatte die Sicherheitsdirektion mit gutem Grund gestÃ¼tzt auf Art. 33 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 8. Oktober 2004 Ã¼ber genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMG, SR 810.12) in Verbindung mit der in Art. 90 AIG normierten Mitwirkungspflicht einen DNA-Test fÃ¼r den Sohn und den angeblichen Vater verlangt. Laut der genannten Bestimmung kann die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde die Erteilung von Bewilligungen oder die GewÃ¤hrung von Leistungen von der Erstellung von DNA-Profilen abhÃ¤ngig machen, wenn in einem Verwaltungsverfahren begrÃ¼ndete Zweifel Ã¼ber die Abstammung oder die IdentitÃ¤t einer Person bestehen, die sich auf andere Weise nicht ausrÃ¤umen lassen. Daran Ã¤ndert nichts, dass das vorliegende Rechtsmittelverfahren nicht das Aufenthaltsrecht der zu untersuchenden Personen, sondern der BeschwerdefÃ¼hrerin beschlÃ¤gt. Denn diese behauptet die Vaterschaft von D und will damit den Verdacht einer Scheinehe entkrÃ¤ften.</p> <p class="Urteilstext">Nachdem die Sicherheitsdirektion die BeschwerdefÃ¼hrerin am 6. Juli 2021 aufgefordert hatte, die Vaterschaft des Ehemannes bis zum 6. August 2021 mittels eines am Rechtsmedizinischen Instituts der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich vorzunehmenden DNA-Tests zu belegen, wobei im SÃ¤umnisfall aufgrund der Akten entschieden werde, teilte die Vertreterin am 8. Juli 2021 mit, "der von Ihnen geforderte DNA-Test (werde) meine Mandantschaft selbstverstÃ¤ndlich durchfÃ¼hren lassen". Nachdem diese Frist zweimal erstreckt worden war, blieb die BeschwerdefÃ¼hrerin in der Folge ohne weitere ErklÃ¤rung sÃ¤umig. In der "RekursergÃ¤nzung" vom 23. September 2021 nahm die BeschwerdefÃ¼hrerin mit keinem Wort auf die unterlassene Untersuchungshandlung Bezug, sondern reichte stattdessen erneut Ã¼beraus zahlreiche Fotografien und weitere Dokumente ein, welche den Verdacht auf eine Scheinehe entkrÃ¤ften sollten. Auch wÃ¤hrend des Verfahrens vor Verwaltungsgericht unterzog sich die BeschwerdefÃ¼hrerin dem genannten Test nicht; vielmehr begnÃ¼gte sie sich mit der wie gesagt unzutreffenden RÃ¼ge, dass diese Untersuchungshandlung gar nicht hÃ¤tte angeordnet werden dÃ¼rfen.</p> <p class="Urteilstext">Der von der BeschwerdefÃ¼hrerin erhobene Einwand, dass das Fehlen eines DNA-Tests und selbst ein "Kuckuckskind" keine RÃ¼ckschlÃ¼sse auf eine tatsÃ¤chlich gelebte Ehe erlaubten, mag in bestimmten Sachverhaltskonstellationen eine gewisse Berechtigung haben. Im vorliegenden Fall kommt der Frage, ob der Sohn F von D oder einem unbekannten Dritten abstamme, jedoch entscheidende Bedeutung zu. Indem sich die BeschwerdefÃ¼hrerin durch ihr Verhalten stillschweigend geweigert hat, die behauptete Vaterschaft von D nachzuweisen, rÃ¤umt sie stillschweigend ein, dass das Kind einen anderen Vater hat. Unter diesen UmstÃ¤nden hat die Vorinstanz zu Recht auf das Vorliegen einer Scheinehe geschlossen. Daran kÃ¶nnen die unzÃ¤hligen Fotografien und weiteren Dokumente, welche die BeschwerdefÃ¼hrerin den Vorinstanzen wie dem Verwaltungsgericht eingereicht hat (zuletzt unaufgefordert am 24. Januar 2022), nichts Ã¤ndern. Alle diese Unterlagen mÃ¶gen allenfalls fÃ¼r eine freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden Partnern zu sprechen, nicht aber fÃ¼r eine gelebte Ehe.</p> <p class="Urteilstext">Als die BeschwerdefÃ¼hrerin dem Verwaltungsgericht am 8. Dezember 2021 mitteilte, erneut schwanger zu sein und mutmasslich im Juli 2022 ein Kind zu gebÃ¤ren, lag es nicht nur auf der Hand, sondern drÃ¤ngte sich fÃ¶rmlich auf, den zuvor mit Bezug auf den Sohn F verweigerten DNA-Test fÃ¼r das ungeborene Kind anzubieten. Obschon F nach dem Gesagten mutmasslich von einem anderen Vater als D abstammt, kommt dieser zumindest als Vater des weiteren Kindes in Betracht. Dass die rechtskundig vertretene BeschwerdefÃ¼hrerin dieses Angebot auch in der unaufgefordert erstatteten Eingabe vom 24. Januar 2022 nicht machte, sondern stattdessen wiederum zahlreiche Fotografien einreichte, die ein glÃ¼ckliches Familienleben dokumentieren sollen, lÃ¤sst sich nur so erklÃ¤ren, dass D ebenso wenig der biologische Vater des ungeborenen Kindes ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung1">Trotz der ungewissen Vaterschaft gilt der Schweizer StaatsangehÃ¶rige D aufgrund von Art. 255 Abs. 1 ZGB als Vater des 2021 und damit wÃ¤hrend seiner Ehe mit der BeschwerdefÃ¼hrerin geborenen Sohnes F. Dasselbe gilt fÃ¼r das von der BeschwerdefÃ¼hrerin auf den Juli 2022 erwartete Kind. Allerdings kann die Vermutung der Vaterschaft nach Massgabe von Art. 256â256c ZGB vom Ehemann sowie vom Kind angefochten werden, was aufgrund der Akten bislang nicht geschehen ist. Als â zumindest im Zeitpunkt des heutigen Entscheids anzuerkennendes â Kind eines Schweizer BÃ¼rgers besitzt F kraft Art. 1 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes Ã¼ber das Schweizer BÃ¼rgerrecht vom 20. Juni 2014 (BÃ¼rgerrechtsgesetz) von Geburt an ebenfalls die schweizerische StaatsangehÃ¶rigkeit und steht ihm nach Art. 24 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 die Niederlassungsfreiheit zu.</p> <p class="Erwgung1">Weil nach dem in E. 6 Gesagten zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und D eine Scheinehe besteht, stellt es einen offensichtlichen Rechtsmissbrauch dar, wenn sich jene zur BegrÃ¼ndung eines Aufenthaltsanspruchs auf die Garantien von Art. 8 EMRK und Art. 13 BV zum Schutz des Familienlebens beruft (zu deren Tragweite vgl. neuestens VGr, 27. Mai 2021, VB.2020.00528, E. 3). Im Ãbrigen ist es dem noch nicht einjÃ¤hrigen Kind F offensichtlich zuzumuten, mit seiner Mutter in deren Herkunftsland Kosovo auszureisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die AusfÃ¼hrungen der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion, wonach die BeschwerdefÃ¼hrerin ebenso wenig Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen nach Art. 3 AIG in Verbindung mit Art. 96 AIG hat wie auf eine HÃ¤rtefallbewilligung im Sinn von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG, werden von der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht beanstandet und erweisen sich als zutreffend. An der damit Ã¼bereinstimmenden ErwÃ¤gung 6.2.3 des Bundesgerichts im Urteil vom 12. November 2019 hat sich seither nichts geÃ¤ndert. Ebenso wenig liegen Hinweise auf ein Vollzugshindernis im Sinn von Art. 83 AIG vor.</p> <p class="Urteilstext"><span>Aufgrund dieser ErwÃ¤gungen hat die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin um Erteilung der Aufenthaltsbewilligung mit Ã¼berzeugenden GrÃ¼nden verneint. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>9. </b> </p> <p class="Erwgung1">Bei diesem Prozessausgang wird die BeschwerdefÃ¼hrerin kostenpflichtig (§ 65a VRG in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und steht ihr keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>10. </b> </p> <p class="Erwgung1">Zur Rechtsmittelbelehrung in Ziffer 5 des Dispositivs ist Folgendes anzumerken: Soweit ein Anwesenheitsanspruch der BeschwerdefÃ¼hrerin geltend gemacht werden sollte, wÃ¤re die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 zu ergreifen. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziffer 2 BGG e contrario). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.-</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.-</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>