Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. Juli 2022 (720 21 257 / 159) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kantonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1960 geborene A.____ war bei der B.____GmbH in X.____ als Bauarbeiter ohne abgeschlossene Berufsausbildung beschäftigt. Am 31. Mai 2 013 meldete er sich unter Hinweis auf unfallbedingte Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung sowie Schlaf- und Konzentrationsstörungen bei der Eidgenössisch en Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärungen – insbesondere Einhol ung eines bidisziplinären Gutach- tens bei Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychothera pie, und Dr. med. D.____, Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht FMH Allgemeine Innere Medizin sowie Rheumatologie, vo m 31. März 2015/15. Juni 2015 – er- mittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) ei nen Invaliditätsgrad von 2 %. Nach Durch- führung des Vorbescheidverfahrens lehnte sie mit Verfügung vom 4. November 2016 einen An- spruch von A.____ auf eine Rente ab. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. A.2 Auf ein weiteres Leistungsbegehren von A.____ vom 3. Januar 2017 trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 29. März 2017 nicht ein, da nicht gl aubhaft dargelegt worden sei, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der Verfügung vom 4. November 2016 in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hätten. A.3 Am 6. November 2017 meldete sich A.____ unter Hin weis auf unfallbedingte Kopf-, Na- cken-, Schulter-, Rücken- und Handgelenksbeschwerden erneut bei der IV zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle klärte in der Folge die medizinische n und erwerblichen Verhältnisse ab, wobei sie Dr. C.____ und Dr. med. E.____, FMH Allgemeine I nnere Medizin und Rheumatologie, mit einer bidisziplinären Begutachtung beauftragte (Experti se vom 20./21. Februar 2020). Nach Rücksprache mit Dr. C.____ sowie nach Durchführung des Vo rbescheidverfahrens sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügung vom 2. August 2021 fü r die Zeit vom 1. Mai 2018 bis 31. März 2019 gestützt auf einen Invaliditätsgrad vom 100 % eine befristete ganze Rente zu. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Nico lai Fullin, am 6. September 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abtei lung Sozialversicherungsgericht (Kantonsgericht). Er beantragte, in Gutheissung der Besc hwerde sei die Verfügung vom 2. Au- gust 2021 aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verp flichten, ihm ab dem 1. November 2017 eine ganze Invalidenrente und ab dem 1. April 2019 ei ne solche nach den gesetzlichen Best- immungen auszurichten. Eventualiter seien weitere medizi nische Abklärungen durchzuführen und anschliessend erneut über den Leistungsanspruch zu en tscheiden; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass das G utachten von Dr. C.____ vom 20. Februar 2020 als nicht beweistauglich zu qualifizier en und der Rentenbeginn nicht zutref- fend ermittelt worden seien. C. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Oktober 2021 beantr agte die IV-Stelle, die Beschwer- de sei in dem Sinne teilweise gutzuheissen, als festzustel len sei, dass dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. November 2017 bis 31. März 2019 ei ne ganze Rente zustehe. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. D. Anlässlich des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 4. November 2021; Duplik vom 6. Dezember 2021) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. E. Nachdem das Kantonsgericht die Akten der Schweizerische n Unfallversicherungsanstalt (Suva) beigezogen hatte, stellte es den Parteien zwei B erichte des Spitals F.____, Klinik für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparats, vom 5. resp. vom 20. Oktober 2021 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu, da diese vor Hängigkeit des vorliegenden Verfahren s dem UV-Dossier noch nicht beilagen. Dazu nahm der Beschwerdeführer am 10. Januar 2022 Stellung. Die Beschwerdegegnerin liess sich innert Frist nicht vernehmen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bilden zwei Verfügungen der IV-Stelle Basel -Landschaft, so dass die örtliche Zu- ständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahe n ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Auf die frist- und formgerecht erho- bene Beschwerde vom 6. September 2021 ist demnach einzutreten. 1.2 Am 1. Januar 2022 ist die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft ge treten. Weil in zeitlicher Hinsicht grund- sätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 466 E. 1), und weil ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier : 2. August 2021) eingetretenen Sachver- halt abstellt (BGE 130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b ), sind im vorliegenden Fall die Bestim- mungen des IVG in der bis Ende 2021 geltenden Fassung anwendbar (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit Hinweis). Sie werden im Folgenden jeweils in dies er Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü gung vom 2. August 2021 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach d em Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die ander e medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach ent- scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinische n Zusammenhänge und in der Beur- teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit wei- teren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsv erfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlä ssigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach- )Arztes einerseits und von Begutach- tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Expe rten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/ 00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administra- tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen un d zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautende n Einschätzungen gelangen. Vorbe- halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behan- delnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver är ztlicher Interpretation entspringende – As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversi cherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bu ndesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt sowei t zu ermitteln, dass über den Leis- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwie genden Wahrscheinlichkeit ent- schieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zah lreiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folge nden sollen indessen lediglich diejeni- gen Gutachten und Berichte wiedergegeben werden, welch e für den vorliegenden Entscheid zentral sind. 6.2 Die IV-Stelle beauftragte Dr. C.____ mit einem psychiatrischen Gutachten. Am 20. Februar 2020 stellte er keine Diagnose mit Einflu ss auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine chronisc he Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie ängstlich e Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Der Versicherte habe 2012 einen Autounfall er litten und sei hernach bis auf wenige Ta- ge im Jahr 2017 keiner beruflichen Tätigkeit mehr nach gegangen. Er sei seit Jahren psychoso- zial belastet, werde von der Sozialhilfe unterstützt und leide darunter, nicht mehr im Arbeitspro- zess integriert zu sein. Vor dem Hintergrund der psychosozia len Belastungen könne die Diag- nose einer chronischen Schmerzstörung gestellt werden. Im Rahmen dieser Störung leide der Versicherte gelegentlich auch unter leichten depressiven Verstimmungen. Vor allem die finanzi- ellen Schwierigkeiten hätten in der Vergangenheit d azu geführt, dass er verschiedentlich Sui- zidgedanken gehegt habe. Zurzeit liege aber keine aku te Suizidalität vor. Er habe eine gute Beziehung zu seiner Ehefrau und zu seinen Kindern, von welchen er teilweise finanziert werde. Gelegentlich habe er Kontakt mit seinen im Elsass lebende n Familienangehörigen. Einmal im Jahr reise er in seine Heimat. Anlässlich der Exploration sei die Stimmung herabgesetzt, klag- sam, aber nicht depressiv gewesen. Der Versicherte hinter lasse einen aktiven und energischen Eindruck. Die ab und zu auftretenden depressiven Verstim mungen seien im Rahmen der Schmerzstörung einzuordnen. Der Versicherte berichte, ge legentlich etwas ängstlich zu sein und den Kontakt mit Passanten zu meiden. Er sei schon f rüher ängstlich gewesen. Eine Per- sönlichkeitsstörung liege mit Sicherheit nicht vor, da de r Versicherte während beinahe 25 Jah- ren in der Schweiz ohne nennenswerte Schwierigkeiten g earbeitet habe. Er habe sich 2018 während einer Woche in der Klinik G.____ aufgehalten . Dort seien eine chronische Schmerz- störung, eine mittelgradige depressive Episode und eine psychosoziale Belastungssituation diagnostiziert worden. Der Versicherte befinde sich seit Jahren bei Dr. med. H.____, FMH Psy- chiatrie und Psychotherapie, in Behandlung. Dieser habe in seinem Bericht vom 13. September 2019 eine aktuell mittelgradig ausgeprägte rezidiviere nde depressive Störung sowie eine chro- nische Schmerzstörung diagnostiziert und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Im Ge- gensatz zu den Angaben des behandelnden Psychiaters sei de r Versicherte weder antriebslos noch depressiv. Konzentrationsstörungen oder eine Verges slichkeit seien ebenfalls nicht fest- zustellen. Er sei affektiv niedergestimmt, eine allgem eine Freudlosigkeit sei aber nicht festzu- stellen. Er fühle sich etwas minderwertig, berichte jed och nicht von Schuldgefühlen. Ein Mor- gentief bestünde ebenfalls nicht. Der Versicherte untern ehme täglich ausgedehnte Spaziergän- ge. Er habe schon immer etwas zurückgezogen gelebt, habe aber sehr gute Beziehungen zu Nachbarn sowie Bekannten und pflege regelmässig Kontakt mit seinen Familienangehörigen. Er gestalte seinen Alltag aktiv und helfe im Haushalt m it. Bei dieser Sachlage könne die Diag- nose einer mittelgradigen depressiven Episode nicht bestätigt werden. Seit der letzten psychiat- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht rischen Untersuchung im Jahr 2015 habe sich der Gesundhe itszustand nicht wesentlich verän- dert. Aus psychiatrischer Sicht sei die Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt. 6.3 Dr. E.____ diagnostizierte am 21. Februar 2020 mi t Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein zervikales und ein lumbovertebrales Panvertebralsyndrom , eine Periarthrophia humerosca- pularis links und rechts sowie belastungsabhängige Restbesc hwerden im linken Handgelenk. Der Versicherte sei insofern auffällig, als die von ihm angegebenen starken Schmerzen objektiv schwierig nachzuvollziehen seien. Zervikal bestünden basier end auf der Fehlform mit Rundrü- cken und Kopfpropulsion Verspannungen im Bereich des Supraspinatus. Im Bereich der throra- kalen und lumbalen Rückenregion liessen sich ausser Druckdo lenzen keine Befunde erheben. Die subjektiv empfundenen Schmerzen kämen klar durch ei ne Fehlverarbeitung zustande. Eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen Le bensbereichen sei aber nicht festzustellen. Vielmehr sei aufgrund der Alltagsaktivitä ten des Versicherten dokumentiert, dass in Bezug auf leichte bis gelegentlich mittelschwere Tä tigkeiten normale Ressourcen bestünden. Schonzeichen der Muskulatur seien nicht festzustellen. D ie bisher ausgeübte Tätigkeit als Bau- arbeiter sei dem Versicherten seit dem Unfall vom 6. D ezember 2012 dauerhaft nicht mehr zu- mutbar. Für eine angepasste leichte bis gelegentlich m ittelschwere Tätigkeit, welche rücken-, hand- und schulterschonend sei, bestünde aber bezogen au f ein Ganztagespensum eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Im zeitlichen Verlauf sei d er Versicherte nach dem Unfall mit HWS- Distorsion vom 6. Dezember 2012 bis 30. September 2014 vollständig arbeitsunfähig gewesen. Hernach sei vom 1. Oktober 2014 bis 22. Oktober 2015 von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Ab dem 23. Oktober 2015 habe bis zum 6. Jul i 2016 eine 100%ige Arbeitsunfä- higkeit bestanden. Vom 7. Juli 2016 bis 4. Mai 2017 sei wiederum von einer 100%igen Arbeits- fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Na ch dem Unfall vom 5. Mai 2016 sei der Versicherte bis 31. Juli 2018 zu 100 % arbeitsunfähig und danach bis 20. August 2018 zu 100 % arbeitsfähig gewesen. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit habe sodann vom 21. August 2018 bis 12. Dezember 2018 bestanden (Operation am Ell bogen links am 21. August 2018). Seither sei dem Versicherten eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar. 6.4 Am 28. September 2020 hielt der behandelnde Psychi ater Dr. H.____ fest, den Versi- cherten seit der Behandlung in den Ambulatorien und Tageskliniken der Psychiatrie Y.____ im Jahr 2014 zu kennen. Die ambulanten psychiatrischen Gespr äche würden 14-täglich durchge- führt. Zudem finde eine medikamentöse Behandlung mi t dem Medikament Duloxetin statt. Die Diagnosekriterien für eine rezidivierende depressive Stör ung, aktuell mittelgradige Ausprägung, mit somatischem Syndrom (lCD-10 F33.11) sowie für eine c hronische Schmerzstörung mit so- matischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) seien er füllt. Die Diagnose einer mittel- gradigen depressiven Episode sei bereits im Bericht der Psychiatrie Y.____ im Jahr 2014 er- wähnt worden. Auch im Austrittsbericht der Klinik für Schmerztherapie des Spitals F.____ vom 16. Oktober 2018 sei eine mittelgradige depressive Episo de bejaht worden. Der Versicherte sei seit Anfang März 2016 vollständig arbeitsunfähig. Hinsicht lich des Gutachtens von Dr. C.____ vom 20. Februar 2020 bemängelte Dr. H.____ die Dauer der Exploration und wies darauf hin, dass die Deutschkenntnisse des Versicherten mangelhaft seien. Auf die Grunderkrankung (De- pression) und dabei insbesondere auf die Suizidalität d es Versicherten sei der Gutachter nicht weiter eingegangen. Zudem sei die Anamnese fehlerhaft. So würden dem Versicherten der An- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht trieb für (ausgedehnte) Spaziergänge fehlen und es wü rden entgegen den Ausführungen im Gutachten seit Jahren Eheprobleme bestehen. Zudem ber ichte der Versicherte von sozialer Isolation und Zurückgezogenheit, begleitet von Suizida lität. Andauernde psychosoziale Belas- tungen könnten zu einer depressiven Störung führen. D as relativ hochdosiert verabreichte Me- dikament Duloxetin würde nicht bei ängstlichen Persönlic hkeitszügen oder der chronischen Schmerzstörung, sondern bei mittel- bis schwergradigen D iagnosen abgegeben. Unzutreffend sei die Feststellung im Gutachten, wonach der Versichert e aus psychiatrischer Sicht nie beein- trächtigt gewesen sei, sei ihm doch aus psychischen Grün den eine befristete Rente zugespro- chen worden. Die Beurteilung im Gutachten von Dr. C. ____ sei nicht nachvollziehbar und die von ihm attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht realistisch. 6.5 Zum Bericht von Dr. H.____ äusserte sich Dr. C.____ am 24. November 2020, wobei er festhielt, dass der Versicherte nie stationär psychiatr isch behandelt worden sei. Er habe von Aktivitäten (täglich ausgedehnte Spaziergänge, Hausarbeiten, Kontakte zu Nachbarn und Fami- lienmitgliedern, Reisen in die Heimat) berichtet, was mit einer mittelgradigen depressiven Epi- sode nicht vereinbar sei. Obwohl der Versicherte über g ute Deutschkenntnisse verfüge, sei ein Dolmetscher bestellt worden. Die früheren Suizidgedanken seien nicht Folge einer Depression., sondern stünden vielmehr im Zusammenhang mit der angesp annten finanziellen Situation. Im Rahmen der Untersuchung habe sich der Versicherte zudem von Suizidgedanken distanziert. Die Tatsache, dass er ein Antidepressivum einnehme, lasse noch nicht auf die Diagnose einer Depression schliessen. Er habe explizit angegeben, regelmässi g Spaziergänge zu unterneh- men, gute Kontakte mit Nachbarn zu unterhalten und ein e gute Beziehung zu seiner Ehefrau und seinen Geschwistern zu haben. Aus der Stellungnahme von Dr. H.____ würden sich keine Wesentliche neue medizinische Erkenntnisse ergeben, wesh alb er an seinen Schlussfolgerun- gen im Gutachten vom 20. Februar 2020 festhalte. 7.1 Wie oben (vgl. E. 4.3 hiervor) dargelegt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen keine vor. D as Gutachten der Dres. E.____ und C.____ vom 20./21. Februar 2020 erfüllt sowohl in formeller Hinsicht als auch inhaltlich die bun- desgerichtlichen Anforderungen an eine beweiskräftige m edizinische Entscheidungsgrundlage. Die Gutachter hatten Kenntnis von sämtlichen medizinisch en Vorakten, sie setzten sich in an- gemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden ausei nander und begründeten die Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise. In inhalt licher Hinsicht vermag zu überzeugen, dass der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht unfall- bzw. operationsbedingt vom 6. Dezember 2012 bis 30. September 2014, vom 23. Oktob er 2015 bis 6. Juli 2016, vom 5. Mai 2016 bis 31. Juli 2018 und vom 21. August 2018 bis 12 . Dezember 2018 vollständig arbeitsun- fähig war, dazwischen und danach aber eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aufwies. Auch die psychiatrische Beurteilung i st nachvollziehbar. Es wird deutlich, dass der Versicherte psychosozial belastet ist, eine chroni sche Schmerzstörung aufweist und gelegentlich auch unter leichten depressiven Verstimmung en leidet. Die Kriterien einer mittel- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.10) sind aber nicht erfüllt und die Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Insgesamt bestehen keine Anhaltspun kte, dass die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung als wichtigste Grund- lage gutachtlicher Feststellungen und Schlussfolgerung en nicht lege artis erfolgt wäre (Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2016, 9C_410/2016, E. 2.2.1 mit Hinweis, in: SVR 2016 IV Nr. 53 S. 178). Zwar weist das psychiatrische Teilgutacht en gewisse Schwächen auf. Nament- lich ist die Erfassung der Diagnosekriterien eher knapp und die Diskussion der Standardindika- toren etwas oberflächlich ausgefallen. Zusammen mit den Angaben im Gutachten von Dr. E.____ zum Tagesablauf des Versicherten, zur Konsis tenz und zur Plausibilität, sowie der Feststellung, dass keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen Lebensbe- reichen festzustellen sei, ergibt sich aber insgesamt ein einleuchtendes und stimmiges Bild über den Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit der Versicherten, weshalb diese Unzuläng- lichkeiten letztlich am Beweiswert des Gutachtens nichts zu ändern vermögen. 7.2.1 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, verf ängt nicht. Wenn er die Verlässlich- keit des Gutachtens von Dr. E.____ vom 21. Februar 2022 im Wesentlichen mit der Begrün- dung in Frage stellt, dass in den Berichten des Spital s F.____ vom 5. und 20. Oktober 2021 teilweise andere Diagnosen gestellt worden seien, kann ihm nicht gefolgt werden. Zunächst ist für die Belange der Invalidenversicherung nicht die Dia gnose, sondern die Auswirkungen des fachärztlich festgestellten Leidens auf die Arbeitsfähi gkeit massgebend (Urteil des Bundesge- richts vom 23. April 2019, 9C_184/2019, E. 4.2). Zudem ergeben sich weder aus den genann- ten Berichten des Spitals F.____ noch aus den übrigen medizinischen Unterlagen verlässliche Hinweise darauf, dass Dr. E.____ (nach persönlicher Un tersuchung des Versicherten) die Leis- tungsfähigkeit unzutreffend beurteilt oder sich bis zum Verfügungserlass am 2. August 2021 eine massgebliche Verschlechterung der Leistungsfähigkeit eingestellt hätte. 7.2.2 Auch die Kritik des Beschwerdeführers am Gutachten von Dr. C.____ verfängt nicht. Er macht zunächst geltend, dass dessen Beurteilung mit der jenigen des behandelnden Arztes Dr. H.____ in einem unaufgelösten Widerspruch stehen würde. Hierzu ist zunächst in Erinne- rung zu rufen, dass es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zulä sst, ein Administrativ- oder Gerichts- gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiter er Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu andersl autenden Einschätzungen gelan- gen. Weiter ist zu beachten, dass eine Exploration von der Natur der Sache her nicht ermes- sensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet den Gutachtern p raktisch immer einen Spielraum für ver- schiedene medizinische Interpretationen, was zulässig und zu respektieren ist, sofern der Gut- achter – wie hier – lege artis vorgegangen ist. Vorbeh alten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behande lnden Arztpersonen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2019, 8C_835/2018, E. 3 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer legt nicht substanziiert dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass aus dem Bericht des behandelnden Arztes Dr. H.____ vom 28. Sep- tember 2020 Gesichtspunkte hervorgingen, die vom psychiatr ischen Gutachter nicht berück- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichtigt worden wären oder dessen Zumutbarkeitsbeurteilun g als offensichtlich unzutreffend erscheinen liessen. Entgegen seiner Auffassung kann namen tlich nicht gesagt werden, Dr. C.____ habe die (früheren) Suizidgedanken des Beschw erdeführers oder dessen Medikati- on nicht erfasst. Soweit Dr. H.____ die Schlüssigkeit de s Gutachtens mit dem Argument an- zweifelt, die Dauer des Explorationsgesprächs sei (zu) kurz gewesen, ist darauf hinzuweisen, dass es nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht auf die Dauer der Untersu- chung ankommt. Massgebend ist in erster Linie, ob die Ex pertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mä rz 2019, 8C_356/2018, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Dies ist vorliegend zu bejahen. D ies umso mehr, als Dr. C.____ den Be- schwerdeführer zum zweiten Mal begutachtete und er sein e Beurteilung nicht allein auf das Explorationsgespräch stützte. Gesicherte Anzeichen dafür, dass – wie Dr. H.____ und der Be- schwerdeführer weiter vorbringen – die Anamnese fehle rhaft oder die Beschwerden unvollstän- dig oder unzutreffend erhoben worden wären, liegen nicht vor. Anzumerken ist in diesem Zu- sammenhang, dass auch Dr. E.____ ausführt, dass der Besch werdeführer regelmässig Spa- ziergänge unternehme. Zudem konnte er keine gleichmässig e Einschränkung des Aktivitätsni- veaus in allen Lebensbereichen feststellen, was die diesb ezüglichen Angaben von Dr. H.____ widerlegt. Dass Dr. C.____ hinsichtlich der Beziehung de s Beschwerdeführers und seiner Ehe- frau von falschen Tatsachen ausgegangen wäre, ist aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht gesichert. 7.2.3 Die Tatsache, dass Dr. C.____ die erhobenen Befu nde diagnostisch anders einordnete als Dr. H.____, der eine rezidivierende depressive Störu ng, aktuell mittelgradige Ausprägung, mit somatischem Syndrom (lCD-10 F33.11) sowie eine chron ische Schmerzstörung mit somati- schen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnostizie rte, schmälert den Beweiswert des Gutachtens nicht. Es trifft zu, dass sich Dr. C.___ _ – wie der Beschwerdeführer vorbringt – mit den früheren Berichten der behandelnden Ärzte eher oberflächlich und nur knapp auseinan- dersetzte. Er legte aber plausibel dar, weshalb seiner Auffassung nach die Kriterien für die Di- agnose einer mittelgradigen depressiven Episode nicht erfüllt seien und ordnete die im Verlauf immer wieder auftretenden leichten depressiven Verstimm ungen diagnostisch in die Schmerz- störung ein. Auch wenn im Gutachten die Prüfung der I ndikatoren knapp ausgefallen ist, setzte sich Dr. C.____ dennoch hinreichend mit der Biographie , dem beruflichen Werdegang, der so- zialen und der Familienanamnese sowie den Alltagsaktivit äten des Beschwerdeführers ausei- nander. Er erkannte, dass dieser durchaus in der Lage war und ist, verschiedenen Aktivitäten nachzugehen, soziale Kontakte zu pflegen, seinen Alltag aktiv zu gestalten, was gegen eine schwere psychische Beeinträchtigung spricht. Insgesamt ste ht die gutachterliche Einschätzung mit den objektiven Umständen in Einklang und gibt ein schlüssiges Bild zum Gesundheitszu- stand und der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. I nsgesamt liegt nichts vor, was auf eine aktenwidrige oder unzutreffende Beurteilung von Dr. C.____ schliessen lassen würde oder Zweifel an seiner Beurteilung zu begründen vermöchte, weshalb in antizipierter Beweiswürdi- gung (BGE 137 V 64 E. 5.2; 136 I 229 E. 5.3) auf zu sätzliche Abklärungen verzichtet werden kann. 8. Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstan den, dass die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfäh igkeit des Beschwerdeführers gestützt Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf die Ergebnisse im bidisziplinären Gutachten der Dres. C.____ und E.____ vom 20./21. Feb- ruar 2020 davon ausgegangen ist, dass der Versicherte – mit Ausnahme von Zeiten vorüberge- hender vollständiger Arbeitsunfähigkeit aus somatischen Gründen – eine Verweistätigkeit im Umfang von 100 % ausüben und dabei ein rentenausschliesse ndes Erwerbseinkommen erzie- len könnte. Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Bemessung der Vergleichsein- kommen hat der Beschwerdeführer zu Recht nicht bestrit ten, weshalb von weiteren Erörterun- gen dazu abgesehen werden kann. Da das Wartejahr im Dezember 2013 abgelaufen war und die Neuanmeldung am 6. November 2017 erfolgte, entst eht der Rentenanspruch gemäss Art. 88 bis Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 bereits ab 1. November 2017, wie die IV-Stelle in ih rer Vernehmlassung vom 25. Oktober 2021 zu Recht anerkannte. Demnach hat der Beschwerdeführer vom 1. November 2017 bis 31. März 2019 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Ein weite rgehender Rentenanspruch besteht nicht. Demnach ist die Beschwerde in dem Sinne teilwei se gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 2. August 2021 aufgehoben und festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer vom 1. November 2017 bis 31. März 2019 Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Vorliegend dringt der Beschwerdeführer mit seinem Rechtsbegehren insofern teilweise durch, als er für die Zeit vom 1. November 2017 bis 31 . März 2019 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Bei diesem Ausgang des Verfahrens i st es ex aequo et bono angemessen, ihm Dreiviertel der Verfahrenskosten in der Höhe von F r. 600.-- zu auferlegen und in diesem Umfang mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen . Der übrige Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer zurü ckerstattet. Gemäss § 20 Abs. 3 VPO sind die verbleibenden ordentlichen Kosten im Umfang von Fr. 200.-- der teilweise unterliegen- den IV-Stelle aufzuerlegen. 9.2 Infolge teilweiser Gutheissung der Beschwerde hat di e IV-Stelle dem Beschwerdefüh- rer gemäss Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 21 Abs. 1 VPO eine reduzierte Parteient- schädigung im Umfang eines Viertels des geltend gemacht en Aufwands auszurichten. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Hono rarnote vom 10. Februar 2022 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 8 Stunden und 40 Minuten geltend gemacht, was umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen angemessen und nicht zu beanstanden ist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversiche- rungsprozessen für durchschnittliche Fälle praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stun- denansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beans tanden sind sodann die in der Hono- rarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 71.20. Dem Beschw erdeführer ist demnach eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 602.55 ([8,66 S tunden x Fr. 250.-- + Auslagen von Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 71.20 + 7,7 % Mehrwertsteuer] x 25 %) zu Lasten de r Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Im Übrigen sind die ausserordentlichen Kosten wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gu tgeheissen, als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 2. August 2021 aufgehoben und festgestellt wird, dass der Beschwe rdeführer vom 1. November 2017 bis 31. März 2019 Anspruch auf eine ganze IV- Rente hat. 2. Dem Beschwerdeführer werden Verfahrenskosten in de r Höhe von Fr. 600.-- auferlegt und in diesem Umfang mit dem g eleisteten Kosten- vorschuss verrechnet. Der übrige Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 200.-- w ird dem Be- schwerdeführer zurückerstattet. Der IV-Stelle Basel-Landschaft werden Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 200.-- auferlegt. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 602.55 (inkl. Auslag en und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die au sserordentli- chen Kosten wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht