Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2025 15 Entscheid vom 23. Juni 2025 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Präsident Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter Dr.iur. Thomas Twerenbold, Gerichtsschreiber Parteien A.________GmbH in Liquidation, Beschwerdeführerin, gegen Tiefbauamt, Postfach 1251, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Kausalabgaben (Vorteilsabgabe)2 Sachverhalt: A.Die A.________GmbH erhielt von der Gemeinde U.________/SZ am 23. April 2018 die Baubewilligung für den Abbruch eines Einfamilienhauses und den Neubau von Terrassenhäusern an der B.________strasse xx in U.________/SZ (KTN xxx), wobei die Auflagen gemäss kantonalem Gesamtent- scheid vom 12. März 2018 integrierender Bestandteil der Baubewilligung bilde- ten, worin auch auf die zu leistende Vorteilsabgabe verwiesen wurde. B.Am 25. Januar 2024 verfügte das Tiefbauamt des Kantons Schwyz: Der Bauherrschaft A.________GmbH wird die gemäss StraG fällige Vorteilsabga- be im Zusammenhang mit der Erstellung der Zufahrt und der baulichen Erweite- rung der Nutzfläche von Fr. 24'862.75 gemäss den Erwägungen erhoben. C.Die A.________GmbH reichte am 7. Februar 2024 beim Regierungsrat des Kantons Schwyz gegen die Verfügung des Tiefbauamts fristgerecht Beschwerde ein mit dem sinngemässen Antrag, auf die Erhebung einer Vorteilsabgabe sei zu verzichten, im Mindesten aber merklich zu reduzieren. Mit RRB Nr. 114/2024 vom 20. Februar 2024 überwies der Regierungsrat die Beschwerde als Sprungbeschwerde (§ 52 Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974) ans Verwaltungsgericht. D.Mit Vernehmlassung vom 27. Februar 2024 beantragte das Tiefbauamt: 1. Die Beschwerde vom 7. Februar 2024 sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführerin. E.Am 13. Mai 2024 nahm die Beschwerdeführerin Stellung zur Vernehmlas- sung und stellte die Anträge: 5.1 Prüfung der Verjährung Wir bitten das Gericht um die Prüfung, ob die Forderung allenfalls verjährt ist. 5.2 Korrektur bzw. Reduktion des Betrags Wir bitten das Gericht höflich, den Rechnungsbetrag wie folgt anzupassen, weil ei- nerseits die Berechnung nicht stimmte, anderseits durch die verspätete Information der Gesellschaft ein Schaden entstanden ist: 24'862.83 CHF - 2'160.00 CHF (Korrektur Flächenberechnung wegen Holzschopf) - 8'287.61 CHF (Schaden wegen Verspätung Grundstückgewinnsteuer) - 5'000.00 CHF (Pauschaler Abzug wegen zu später Verfahrenseröffnung durch das Tiefbauamt und daher keine Möglichkeit für diese Forderung Rückstellungen zu bilden) 9'415.22 CHF3 5.3 Prüfung einer Teilzahlungsmöglichkeit Wir bitten das Gericht, eine Teilzahlungsmöglichkeit zu prüfen. F.Mit VGE II 2024 11 vom 28. August 2024 stellte das Verwaltungsgericht fest, die angefochtene Verfügung sei in Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin ergangen. Entsprechend wurde die Beschwerde insoweit gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung vom 25. Januar 2024 aufgehoben und die Sache zur Wahrung des rechtlichen Gehörs und neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wurde. G.Am 4. Dezember 2024 eröffnete die Vorinstanz der Beschwerdeführerin im Rahmen des vom Gericht verlangten rechtlichen Gehörs, sie schulde eine Vor- teilsabgabe und Gebühren in der Höhe von total Fr. 24'862.75, wozu sie bis spätestens 17. Januar 2025 Stellung nehmen könne. Mit Stellungnahme vom 12. Januar 2025 machte die Beschwerdeführerin gel- tend, erstens liege ein Verfahrensfehler vor, indem das rechtliche Gehör zu spät gewährt worden sei, zweitens sei die Berechnung der Gebühr aufgrund einer feh- lerhaften Berechnung des Architekten falsch, es müsse ein früherer Holzschopf mit einer Grundfläche von 20m 2 bei der Berechnung der ursprünglichen Nutz- fläche in Abzug gebracht werden, drittens sei ihr ein Schaden entstanden, weil sie die Vorteilsabgabe aufgrund deren späten Geltendmachung bei der Grunds- tücksgewinnsteuer nicht habe berücksichtigen können, viertens sei das Gleich- behandlungsprinzip verletzt, fünftens der Grundsatz von Treu und Glauben und sechstens müsse die finanzielle Situation der Beschwerdeführerin berücksichtigt werden, so dass insgesamt die Forderung aufzuheben sei. H.Mit der Verfügung vom 18. Februar 2025 anerkannte die Vorinstanz die zu- sätzliche Berücksichtigung des ursprünglichen Holzschopfs, was zu einer Reduk- tion der zusätzlich überbauten Nutzfläche um 20m2 führte. Die Vorinstanz verfüg- te (Vi-act. 1): 1. Gestützt auf das Strassengesetz vom 15. September 1999 (StraG, SRSZ 442.110) und die Erwägungen wird von der Bauherrschaft (A.________GmbH), in Zusammenhang mit der Erstellung der Zufahrt und der baulichen Erweiterung der Nutzfläche, eine Vorteilsabgabe von Fr. 22'702.85 erhoben. Eine allfällige Ratenzahlung kann nach Rechnungsstellung mit dem Tiefbauamt Kanton Schwyz, Abteilung Finanzen, vereinbart werden. 2. Gegen diese Verfügung kann gemäss den Vorschriften des Verwaltungsrechts- pflegegesetzes vom 6. Juni 1974 innert 20 Tagen beim Regierungsrat des Kan- tons Schwyz, Postfach 1260, 6431 Schwyz, Beschwerde erhoben werden.4 I.Am 5. März 2025 erhebt die Beschwerdeführerin beim Regierungsrat des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde und beantragt: 1. Die Vorteilsabgabe vollumfänglich aufzuheben, oder 2. höchstsubsidiär deren angemessene Reduktion unter Berücksichtigung - des uns entstandenen Steuerschadens (-8'287.61 CHF), - der erheblichen Verfahrensfehler seitens Tiefbauamt, - der Verletzung von Treu und Glauben (Art. 9 BV) sowie Gleichbehandlung (Art. 8 BV) und - der schwierigen Sanierungs- und Liquidationssituation Mit RRB Nr. 187/2015 vom 11. März 2025 überwies der Regierungsrat die Be- schwerde als Sprungbeschwerde (§ 52 VRP) ans Verwaltungsgericht. J.Mit Vernehmlassung vom 26. März 2025 beantragt die Vorinstanz, die Be- schwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde- führerin vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Mit Stellungnahme vom 10. Mai 2025 hält die Beschwerdeführerin an ihren An- trägen sinngemäss fest, wobei ergänzt wurde, es sei unter Kosten- und Entschä- digungsfolgen zulasten der Vorinstanz zu entscheiden. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Die Beschwerdeführerin macht - wie sinngemäss bereits in der Beschwer- de vom 7. Februar 2024 im ersten Rechtsgang vor Verwaltungsgericht im Verfah- ren VGE II 2024 11- geltend, die angefochtene Verfügung sei wegen verspäteter Gewährung des rechtlichen Gehörs aufzuheben. Sie sei bis zum 6. Dezember 2024 nie über die konkreten finanziellen Konsequenzen der Vorteilsabgabe in- formiert worden; eine pauschale Erwähnung im kantonalen Gesamtentscheid vom 12. März 2018 ersetze die Pflicht, ein ordentliches Verfahren einzuleiten und das rechtliche Gehör zu gewähren, nicht. Infolgedessen hätte sie keine ange- messenen Dispositionen, keine Rückstellungen vornehmen können. Es liege da- her ein gravierender Verfahrensfehler vor, der zur Aufhebung führen müsse. 1.2Mit einer sinngemäss vorgetragenen Rüge hatte sich das Verwaltungsge- richt bereits im ersten Rechtsgang im Verfahren VGE II 2024 11 vom 28. August 2024 beschäftigt, weshalb sich hier die auszugsweise Wiedergabe der damaligen Erwägungen rechtfertigt:5 3.Mit Replik vom 13. Mai 2024 macht die Beschwerdeführerin Verjährung der Vorteilsabgabe geltend, ohne dies indes substantiiert zu begründen. Mit VGE II 2024 42 vom 28. August 2024 hat das Verwaltungsgericht seine lang- jährige Rechtsprechung bestätigt, wonach keine gesetzliche Normierung der Ver- jährung der Vorteilsabgabe besteht und praxisgemäss die für Kausalabgaben ohne gesetzliche Verjährungsfrist anwendbare 10jährige Verjährungsfrist Geltung hat. Die mit Erteilung der Baubewilligung im April 2018 entstandene Pflicht zur Leistung einer Vorteilsabgabe (vgl. § 58 Abs. 2 lit. b StraG) führt dazu, dass die Forderung im Verfügungszeitpunkt (25.1.2024) noch nicht verjährt war und auch seither noch nicht verjährt ist. […] 5.Aufgrund der Vorbringen der Beschwerdeführerin drängen sich noch nach- folgende Ausführungen auf. […] 5.2Der Darstellung der Beschwerdeführerin, wonach wegen des ausgebliebe- nen rechtlichen Gehörs nun gar keine Vorteilsabgabe mehr geschuldet sei, kann nicht gefolgt werden. Zum einen wird die gesetzliche Regelung der Pflicht zur Leis- tung einer Vorteilsabgabe (…) als bekannt vorausgesetzt, resp. kann die Be- schwerdeführerin aus dem Nichtkennen der gesetzlichen Grundlage nichts zu ih- ren Gunsten ableiten (ignorantia iuris nocet; BGE 136 V 331 E. 4.2.3.1 mit weite- ren Hinweisen; VGE II 2020 78 vom 21.10.2020 E. 4.2.2). Kommt hinzu, dass der Vermerk des Rechtsvertreters der Grundeigentümerin von 2018 ein starkes Indiz dafür ist, dass die Beschwerdeführerin 2018 mit der Anordnung einer Vorteilsab- gabe rechnete. Nur so ist erklärlich, dass der Rechtsvertreter explizit auf einen Austausch mit der Beschwerdeführerin verweist und die Geschäftsführerin gar na- mentlich erwähnt (…). Weiter kommt hinzu, dass die für die Berechnung der Vor- teilsabgabe massgebliche Nutzfläche aus dem Plan Nr. 1608-06 ermittelt wurde (…), und dieser Plan mit den entsprechenden Angaben gemäss Vernehmlassung der Vorinstanz durch den Architekten der Beschwerdeführerin erstellt wurde, was sich die Bauherrschaft sehr wohl anzurechnen hat. Es ist dies ein weiteres klares Indiz, dass der Bauherrschaft die Abgabepflicht durchaus bekannt war. Und schliesslich war allein schon die Feststellung im kantonalen Gesamtentscheid vom 12. März 2018, wonach eine Vorteilsabgabe geschuldet sei und diese in einem se- paraten Verfahren festgelegt werde, ein genügend deutlicher Hinweis, so dass die Bauherrschaft um die Vorteilsabgabepflicht wissen musste; dass die Forderung noch nicht beziffert war, ändert hieran nichts. Ein vertrauensbegründendes Verhal- ten der Behörden, welches in Abweichung von der gesetzlichen Regelung auf ei- nen Vorteilsabgabepflichtverzicht der Behörden hätte schliessen lassen, ist im Üb- rigen nicht erstellt: Dass das Tiefbauamt oder irgendeine andere Behörde Aussa- gen getätigt hätte, gestützt auf welche die Beschwerdeführerin hätte vertrauen dür- fen, keine Vorteilsabgabe zu schulden, trägt die Beschwerdeführerin nicht vor. Dass sie selbst die Vorteilsabgabe in ihren späteren Kalkulationen nicht beachtet hat, hat sie sich selbst anzurechnen und entbindet sie nicht von der Abgabepflicht. 1.3Zum einen steht damit fest, dass die Vorteilsabgabe erst 10 Jahre nach Entstehung der Pflicht zur Leistung einer Vorteilsabgabe, d.h. im Konkreten 10 Jahre nach Erteilung der Baubewilligung im April 2018 verjähren würde. Bis 6 dahin konnte und durfte die Vorinstanz grundsätzlich (unter Vorbehalt etwa von Treu und Glauben) die Vorteilsabgabe jederzeit durch Erlass einer entsprechen- den Verfügung unter vorgängiger Gewährung des rechtlichen Gehörs geltend machen. Die von der Beschwerdeführerin angesprochene Pflicht, das rechtliche Gehör frühzeitig zu gewähren, bezieht sich allein auf die Frühzeitigkeit vor Erlass der entsprechenden Verfügung, so dass die betroffene Partei noch vor Verfü- gungserlass wirksam reagieren und sich zu ihren Positionen äussern kann. Die Frühzeitigkeit steht somit in Relation zu der zu erlassenden Verfügung (und nicht zur Entstehung der Abgabepflicht). Wenn die Vorteilsabgabe grundsätzlich erst nach 10 Jahren verjährt, kann somit die Verfügung entsprechend auch spät (aber immerhin vor Ablauf der 10 Jahre) erlassen werden. Das rechtliche Gehör muss nicht zeitlich nah an die Entstehung der Abgabepflicht, sondern rechtzeitig vor dem Erlass der entsprechenden Verfügung gewährt werden. Dies ist vorliegend mit Gewährung des rechtlichen Gehörs am 4. Dezember 2024 mit Einräumung einer Frist zur Stellungnahme von rund 1 ½ Monaten erfolgt und damit nicht zu beanstanden. Zum andern wurde durch das Verwaltungsgericht im ersten Rechtsgang im Ver- fahren VGE II 2024 11 vom 28. August 2024 E. 5.2 im Sinne eines obiter dictum auch bereits zum Ausdruck gebracht, dass die Beschwerdeführerin mit der Bau- bewilligung von 2018 ausreichend Kenntnis erlangt hatte, um die für die Leistung der Vorteilsabgabe notwendigen Dispositionen (wie z.B. Bildung angemessener Rückstellungen, Aufnahme in die Kostenplanung usw.) zu treffen. Dass sie diese Abgabepflicht trifft, ergab sich sowohl aus dem Gesetz als auch aus der Baube- willigung. Auch hatte die Beschwerdeführerin resp. ihr Architekt die für die Vor- teilsabgabe relevante Nutzfläche ermittelt und eingereicht, so dass gewichtige Indizien bestehen, dass der Beschwerdeführerin nicht nur die Abgabepflicht be- kannt war, sondern auch Hinweise zur Höhe der Abgabe. Wie bereits festgestellt, hatte sich auch nie eine Behörde derart geäussert, dass von der Beschwerdefüh- rerin keine Abgabe geschuldet wäre. Entsprechend war es stets im alleinigen ei- genen Interesse der Beschwerdeführerin, allfällige Dispositionen betreffend die zu leistende Vorteilsabgabe zu treffen. Es bestehen keinerlei Anhaltspunkte, auf- grund derer sie berechtigterweise darauf vertrauen durfte, (vor Ablauf der Ver- jährungsfrist von 10 Jahren) keine Vorteilsabgabe zu schulden. Sie selbst hatte Entsprechendes denn auch weder in der Beschwerde vom 7. Februar 2024 im ersten Rechtsgang vor Verwaltungsgericht noch in der vorliegenden Beschwerde vorgetragen. Im Ergebnis besteht keine Veranlassung, wegen verspäteter Gewährung des rechtlichen Gehörs die angefochtene Verfügung aufzuheben resp. von der Erhe- bung der Vorteilsabgabe abzusehen, solange die Forderung nicht verjährt ist. 7 Dass dies nicht der Fall ist, wurde bereits aufgezeigt. Das rechtliche Gehör wurde rechtzeitig, nämlich frühzeitig vor Erlass der angefochtenen Verfügung gewährt. 2.1Eventualiter (sofern die Verfügung nicht ganz aufgehoben werde) macht die Beschwerdeführerin einen Schaden von ca. Fr. 8'287.61 (in der Stellungnah- me vom 10.5.2025 einen solchen von Fr. 7'567.60) geltend, der von der Vorteils- abgabe abzuziehen sei, soweit die Verfügung nicht ganz aufgehoben werde. Hät- te sie die exakte Höhe der Vorteilsabgabe bereits vor November 2023 gekannt, wäre deren Abzug in der Grundstückgewinnsteuer-Abrechnung möglich gewe- sen, was bei einem Steuersatz von rund 30% die genannte, verpasste Steuerer- sparnis ergebe. Dieser Schaden sei allein wegen der verspäteten Bekanntgabe durch die Behörden entstanden, weshalb die Kausalität gegeben sei. 2.2Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, mit dem Vorgehen der Vor- instanz - einer zu späten Gewährung des rechtlichen Gehörs - sei ein Schaden entstanden, der ihr zu ersetzen sei (durch Abzug von der Vorteilsabgabe), so ist darüber grundsätzlich nicht im vorliegenden Verfahren zu befinden. Vielmehr wä- re ein Schaden mittels Staatshaftungsklage (§ 67 Abs. 1 lit. c VRP) geltend zu machen. Auch damit hatte sich das Verwaltungsgerichts bereits im ersten Rechtsgang im Verfahren VGE II 2024 11 vom 28. August 2024 E. 1.2 beschäf- tigt. Es hatte darauf hingewiesen, dass Streitigkeiten über öffentlich-rechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Gemeinwesen auf dem Klageweg geltend zu machen sind, und dass es ausgeschlossen ist, im Rahmen der Über- prüfung der Rechtmässigkeit der angefochtenen Verfügung gleichzeitig über et- waige Schadenersatzforderungen zu entscheiden, welche auf einer anderen Rechtsgrundlage beruhen als die Vorteilsabgabe und in einem anderen Verfah- ren (Klageverfahren) geltend zu machen sind. 2.3Soweit die Beschwerdeführerin den Standpunkt vertreten sollte, es liege ein Vertrauensschaden genannter Höhe vor und dieser sei aufgrund eines ver- trauensschutzrechtlichen Entschädigungsanspruchs im Rechtsmittelverfahren betreffend Vorteilsabgabe selbst geltend zu machen (vgl. Einmaligkeit des Rechtsschutzes, § 16 des Gesetzes über die Haftung des Gemeinwesens und die Verantwortlichkeit seiner Funktionäre [Staatshaftungsgesetz, StHG; SRSZ 140.100] vom 20.2.1970), so ist auf die nachstehenden Ausführungen zum Grundsatz von Treu und Glauben bzw. zum Vertrauensschutz zu verweisen (vgl. unten E. 4). 3.Nicht zu hören ist die Beschwerdeführerin mit ihrer Rüge der Verletzung der Gleichbehandlung, indem geltend gemacht wird, dass in vergleichbaren Bau- projekten (z.B. Mehrfamilienhäusern in U.________ / V.________) die Vorteils-8 abgabe wesentlich früher erhoben worden sei, so dass Rückstellungen und Steuerabzüge jederzeit planbar gewesen seien. Vorab ist zu wiederholen, dass die Vorinstanz die Vorteilsabgabe innert der 10- jährigen Verjährungsfrist grundsätzlich (unter Vorbehalt etwa von Treu und Glau- ben) jederzeit erheben durfte und konnte. Solange die Verjährung nicht eingetre- ten ist, musste die Beschwerdeführerin mit deren Erhebung rechnen. Mit dem pauschalen Verweis auf "Vergleichbare Bauprojekte / andere Mehrfami- lienhäuser in U.________ / V.________" fehlt jegliche Substantiierung, um über- haupt eine Prüfung der Gleichbehandlung (Art. 8 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101] vom 18.4.1999) vorzuneh- men. Es wäre Sache der Beschwerdeführerin, konkrete Beispiele zu nennen, damit eine behauptete Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes tatsäch- lich überprüft werden könnte. 4.1Weiter rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben. Zwischen 2018 und Januar 2024 habe es keine schriftliche Mitteilung über Höhe, Fälligkeit oder Verfahren der Vorteilsabgabe gegeben. Dieses anhaltende Schweigen habe sie in guten Treuen annehmen lassen, dass keine oder nur eine geringfügige Forderung drohe. 2022/2023 habe sie umfang- reiche Sanierungsverhandlungen geführt und Forderungsverzichte anderer Gläubiger erlangt, um die Insolvenz abzuwenden. Hätte sie die kantonale Forde- rung gekannt, wäre diese in die Verhandlungen eingeflossen. Die erst jetzt erho- bene Abgabe gefährde die ordentliche Liquidation zusätzlich. 4.2Der Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) verleiht Rechtssuchenden unter gewissen Umständen Anspruch auf Schutz ihres Ver- trauens auf die Richtigkeit behördlichen Handelns. Dieser Anspruch hindert die Behörden, von ihrem früheren Handeln abzuweichen, auch wenn sie dieses zu einem späteren Zeitpunkt als unrichtig erkennen (BGE 146 I 105 E. 5.1.1; Urteil BGer 9C_363/2024 vom 28.11.2024 E. 5.1.1). Für eine Berufung auf Vertrauensschutz, die eine vom materiellen Recht abwei- chende Behandlung der Rechtsuchenden gebieten kann, setzt die Rechtspre- chung (kumulativ) voraus, dass (BGE 143 V 95 E. 3.6.2): a) es sich um eine vorbehaltlose Auskunft der Behörden handelt; b) die Auskunft sich auf eine konkrete, eine bestimmte Person berührende Ange- legenheit bezieht; c) die Amtsstelle, welche die Auskunft gegeben hat, dafür zuständig war oder die rechtsuchende Person sie aus zureichenden Gründen als zuständig betrach- ten durfte;9 d) die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne Weiteres hat erkennen können; e) die Person im Vertrauen hierauf nicht ohne Nachteil rückgängig zu machende Dispositionen getroffen hat, wobei als solche auch eine Unterlassung gelten kann; f) die Rechtslage zur Zeit der Verwirklichung noch die gleiche ist wie im Zeit- punkt der Auskunftserteilung; g) das Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts dasjenige am Vertrauensschutz nicht überwiegt. Der unrichtigen Auskunft gleichgestellt ist die Unterlassung einer behördlichen Auskunft, die gesetzlich vorgeschrieben oder nach den im Einzelfall gegebenen Umständen geboten war. Die Voraussetzung unter lit. d hiervor lautet diesfalls: wenn die Person den Inhalt der unterbliebenen Auskunft nicht kannte oder deren Inhalt so selbstverständlich war, dass sie mit einer anderen Auskunft nicht hätte rechnen müssen (BGE 143 V 341 E. 5.2.1 mit Hinweisen; Urteil BGer 8C_755/2023 vom 24.10.2024 E. 4.1.2). Vertrauensschutz setzt nicht zwingend eine unrichtige Auskunft oder Verfügung voraus; er lässt sich auch aus einer blossen behördlichen Zusicherung oder sonstigem, bestimmte Erwartungen begründendem Verhalten der Behörden her- leiten (BGE 143 V 95 E. 3.6.2; Urteil BGer 9C_228/2024 vom 23.9.2024 E. 3.1). 4.3Anderes als die Beschwerdeführerin dies annimmt, vermag hier die lan- gandauernde Funkstille bzw. das blosse Schweigen der Behörden nach der Baubewilligungserteilung kein schutzwürdiges Vertrauen darauf zu begründen, dass keine oder allenfalls nur eine geringfügige Vorteilsabgabe erhoben werde. Wie bereits ausgeführt (oben E. 1.3), ergibt sich die Pflicht zur Leistung einer Vorteilsabgabe aus dem Gesetz, was als bekannt vorausgesetzt wird. Weiter wurde der Beschwerdeführerin mit der Baubewilligung explizit eröffnet, dass eine Vorteilsabgabe geschuldet ist. Sodann war die Beschwerdeführerin resp. ihr Ar- chitekt mit der Vorinstanz in Kontakt in Sachen Vorteilsabgabe, indem die zu de- ren Festsetzung notwendige Nutzfläche ermittelt und mitgeteilt wurde. Mithin steht ausser Frage, dass der Beschwerdeführerin die Pflicht zur Zahlung einer Vorteilsabgabe hinreichend bekannt war. Die Vorteilsabgabe durfte grundsätzlich (unter Vorbehalt von Treu und Glauben) während der 10-jährigen Verjährungsfrist erhoben werden. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, die Vorinstanz oder eine andere (zuständige) Behörde hätte ihr zur Auskunft gegeben, für das Bauprojekt sei kei- ne Vorteilsabgabe fällig.10 Dass die Vorinstanz irgendwelche andere Aussagen tätigte oder ein sonstiges Verhalten zeigte, welches auf einen Verzicht auf die Abgabe hätte schliessen lassen dürfen, ist nicht ersichtlich und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht. Daraus, dass gegebenenfalls bei anderen vergleichbaren Bauprojekten die Vor- teilsabgabe nach der Baubewilligungserteilung wesentlich früher erlassen bzw. bekanntgegeben wurde, kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Nachdem die Beschwerdeführerin um ihre Abgabepflicht wusste, wäre es schliesslich an ihr gelegen, vor dem Treffen von etwaigen nicht ohne Nachteil rückgängig zu machender Dispositionen bei der Vorinstanz Erkundigungen be- treffend der noch geschuldeten Vorteilsabgabe einzuholen. Dass sie dies getan habe, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. Damit aber fehlt es an einer hinreichenden Vertrauensgrundlage, auf welche sich die Beschwerdeführerin berufen könnte. 5.Schliesslich verweist die Beschwerdeführerin auf ihre finanzielle Situation. Sie habe seit Abschluss des Bauprojektes keine Einnahmen mehr generiert; die Covid-19-Pandemie habe zu einer erheblichen Mehrbelastung geführt, mit Mitteln der Gesellschafter und deren Forderungsverzicht habe ein Konkurs vermieden werden können. Die Firma sei nun in Liquidation; weitere Forderungen seien nicht tragbar. Die Gesellschaft verfüge über keine Mittel mehr, es gebe keine Ausschüttungen an die Gesellschafter. Bereits in VGE II 2014 11 vom 28. August 2024 E. 5.4 wurde festgestellt, dass fi- nanzielle Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin für die Frage der Rechtmäs- sigkeit der verfügten Vorteilsabgabe nicht relevant seien. Strittig und vorliegend zu prüfen ist einzig, ob die angefochtene Vorteilsabgabe-Verfügung vom 18. Fe- bruar 2025 geltendem Recht entspricht oder nicht. Die Beschwerdeführerin trägt indes einzig die vorstehend erörterten Rügen vor, welche keine Unrechtmässig- keit der Verfügung zu begründen vermögen; andere Gründe, weshalb die verfüg- te Vorteilsabgabe rechtsfehlerhaft sein sollte, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend und sind auch nicht erkennbar. Dass die Firma über keine Einnah- men verfügt sowie zur Konkursverhinderung Kapitaleinschüsse und Forderungs- verzichte der Gesellschafter notwendig waren und die Firma nun in Liquidation ist, macht die angefochtene Verfügung nicht widerrechtlich. 6.Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde damit als unbegründet. Die Vorteilsabgabe für das im April 2018 bewilligte Bauprojekt ist nicht verjährt. Das rechtliche Gehör betreffend Höhe der Vorteilsabgabe wurde im Dezember 11 2024 nicht zu spät gewährt. Auch hat die Vorinstanz gegenüber der Beschwerde- führerin keine Vertrauenssituation geschaffen, so dass sie nun von der Erhebung einer Vorteilsabgabe absehen müsste. Vielmehr wurde die Vorteilsabgabe mit der Verfügung vom 18. Februar 2025 in der ansonsten unbestrittenen Höhe von Fr. 22'702.85 zu Recht erhoben. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 7.Diesem Ausgang entsprechend sind die Verfahrenskosten von Fr. 800 (Ge- richtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) der Beschwerdeführerin aufzuer- legen (§ 72 VRP).12 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Kosten von Fr. 800 werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie hatte am 4. März 2024 im Verfahren II 2024 11 einen Kostenvorschuss dieser Höhe geleistet und - nach Gutheissung ihrer Beschwerde - am 10. Oktober 2024 eine Gutschrift über Fr. 800 erhalten, mit welcher die vorliegende Kostenforderung verrechnet wird, so dass die Rechnung ausgeglichen ist. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). 4. Zustellung an: -die Beschwerdeführerin (R) -die Vorinstanz (EB) -und den Regierungsrat des Kantons Schwyz (2/EB). Schwyz, 23. Juni 2025 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 14. Juli 2025