<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00179</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106818&amp;W10_KEY=13013575&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00179</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.08.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einziehung von Heilmitteln</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Beteiligung von Standesorganisationen am Verfahren betreffend Einziehung von Heilmitteln bei einem Arzt. Beschwerdebefugt ist nur, wer selbst unmittelbar von einer Arnordnung betroffen ist. Bei der egoistischen Verbandsbeschwerde wird vorausgesetzt, dass eine grosse Zahl ihrer Mitglieder betroffen ist. Diese Betroffenheit besteht nicht, wenn der zu treffende Entscheid bloss präjudizielle Bedeutung in allfälligen Verfahren gegen andere Verbandsmitglieder haben könnte (E. 1). Aus denselben Gründen sind die Verbände auch nicht ins erste Verfahren beizuladen. VB.1998.00367 betraf einen wesentlich abweichenden Sonderfall (E. 2).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEILADUNG">BEILADUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERÃHRTSEIN">BERÃHRTSEIN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETROFFENHEIT">BETROFFENHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EGOISTISCHE VERBANDSBESCHWERDE">EGOISTISCHE VERBANDSBESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZWÃRDIGES INTERESSE">SCHUTZWÃRDIGES INTERESSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Gesundheit ST: ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT">ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERBANDSBESCHWERDE">VERBANDSBESCHWERDE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 21 lit. a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2002 Nr. 8 S. 48</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Dr. med. B betreibt in ZÃ¼rich eine gynÃ¤kologische Praxis. Er hatte am 28. Mai 1998 gestÃ¼tzt auf § 17 des Gesundheitsgesetzes vom 4. November 1962 (GesundheitsG) sowie das verwaltungsgerichtliche Urteil vom 26. Februar 1998 (VB.1997.00526) die Gesundheitsdirektion um eine Bewilligung zur FÃ¼hrung einer Privatapotheke (sogenannte Selbstdispensation) ersucht. Dieses Gesuch wurde â wie zahlreiche andere Gesuche von Ãrztinnen und Ãrzten in den StÃ¤dten ZÃ¼rich und Winterthur â von der Gesundheitsdirektion sistiert.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kantonale Heilmittelkontrolle inspizierte am 9. August 2000 die Arztpraxis von Dr. med. B. Dabei wurden zahlreiche Arzneimittel beschlagnahmt, davon ein Teil, weil Dr. med. B keine Bewilligung zur FÃ¼hrung einer Privatapotheke besitze, ein anderer Teil, weil die Verfalldaten abgelaufen seien. Namens der Gesundheitsdirektion verfÃ¼gte die Kantonale Heilmittelkontrolle am 17. August 2000, die vorgefundenen verdorbenen Arzneimit­tel wÃ¼rden entschÃ¤digungslos eingezogen und vernichtet, die zur unrechtmÃ¤ssigen Abgabe bestimmten Heilmittel wÃ¼rden entschÃ¤digungslos eingezogen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Dagegen erhob Dr. med. B am 16. September 2000 Rekurs an den Regierungsrat mit dem Antrag, die Medikamente, die mangels Bewilligung zur FÃ¼hrung einer Privatapothe­ke beschlagnahmt worden seien, seien ihm zurÃ¼ckzuerstatten, allenfalls sei ihm deren Einkaufswert zu ersetzen. Zur BegrÃ¼ndung brachte er vor, zur Abgabe von Medikamenten im Rahmen von Notfallbehandlungen sei er auch ohne Selbstdispensationsbewilligung be­fugt; dabei sei entgegen der Auffassung der Gesundheitsdirektion bei einer gynÃ¤kologischen Praxis von einem erweiterten Notfall-Begriff auszugehen. Darunter fielen auch Behandlungen, bei denen ein besonderes BedÃ¼rfnis der Patienten und Patientinnen nach Vertraulichkeit bestehe. Die beschlagnahmten Medikamente seien fÃ¼r derartige Behandlungen bestimmt. Ferner machte der Rekurrent geltend, gestÃ¼tzt auf das verwaltungsgerichtliche Urteil vom 26. Februar 1998 dÃ¼rfte ihm die Bewilligung zur FÃ¼hrung einer Privatapotheke ohnehin nicht verweigert werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Regierungsrat wies den Rekurs am 13. MÃ¤rz 2002 ab, soweit er darauf eintrat. Er erwog zusammengefasst: Aus den verwaltungsgerichtlichen Urteil vom 26. Februar 1998 kÃ¶nne der Rekurrent nichts zu seinen Gunsten ableiten, denn dieses Urteil stelle die Bewilligungspflicht fÃ¼r die FÃ¼hrung einer Privatapotheke nicht in Frage; weil und solange der Rekurrent nicht Ã¼ber eine solche Bewilligung verfÃ¼ge, dÃ¼rfe er ausserhalb des Notfallbereichs keine Medikamente abgeben. â FÃ¼r die Umschreibung dieses Bereichs sei entgegen der Auffassung des Rekurrenten nicht auf das subjektive Motiv bzw. die eigene EinschÃ¤tzung der den Arzt aufsuchenden Patientinnen und Patienten abzustellen. GemÃ¤ss der Definition des Klinischen WÃ¶rterbuches Pschyrembel falle unter Notfall âjeder Patient, bei dem sich unabhÃ¤ngig von der auslÃ¶senden Ursache eine StÃ¶rung der vitalen Funktionen (At­mung, Herz-Kreislauf, Wasser-Elektrolyt- und SÃ¤uren-Basen-Haushalt) ausbilde oder auch nur zu befÃ¼rchten bzw. nicht sicher auszuschliessen sei, und auch Patienten, bei denen eine akute Erkrankung, ein Trauma oder eine Vergiftung irreversible OrganschÃ¤digungen hervorrufen oder zur Folge haben kÃ¶nnenâ. GemÃ¤ss der Ã¼berzeugenden Darstellung in der Vernehmlassung der Kantonalen Heilmittelkontrolle mÃ¼sse eine Medikation bei medizinischen NotfÃ¤llen mÃ¶glichst rasch wirksame Plasmaspiegel von Arzneistoffen aufbauen, was in den meisten FÃ¤llen nur mittels Injektion oder Infusion erreicht werden kÃ¶nne. Bei den streitbetroffenen eingezogenen Medikamenten handle es sich fast ausschliesslich um Arznei­mittel, welche durch den Mund (peroral), Ã¼ber den Mastdarm (rektal), die Scheide (vaginal) oder Ã¼ber die Haut (kutan) verabreicht wÃ¼rden. Diese Anwendungsarten seien in den meisten FÃ¤llen fÃ¼r eine Notfallmedikamentation nicht geeignet; insbesondere falle bei bewusstlosen Patienten eine orale Medikamentation nicht in Betracht. Auf die eigene EinschÃ¤t­zung des Patienten abzustellen, gehe auch deswegen nicht an, weil der Arzt die fraglichen Medikamente in seiner Praxis lagere; mÃ¼sse also der Patient in einem Fall, den er sel­ber als Notfall auffasse, diese Praxis aufsuchen, so sei nicht einzusehen, weshalb ihm wegen seines beeintrÃ¤chtigten Zustands nicht zuzumuten sei, zwecks Bezug des verordneten Medikaments eine Apotheke aufzusuchen. â Nicht Ã¼berzeugend sei sodann die Betrachtungsweise des Rekurrenten, wonach sich eine Notfallsituation schon im Hinblick auf die in einer Apotheke fehlende âVertraulichkeitâ sowie auf ein in der GynÃ¤kologie bestehendes âspezielles VertrauensverhÃ¤ltnisâ zur Patientin hergeleitet werden kÃ¶nne. â Der Rekurrent lege bezÃ¼glich keines der fraglichen Medikamente dar, inwiefern es sich dabei um ein fÃ¼r Notfallbehandlungen geeignetes Heilmittel im Sinn der vorstehend dargelegten Betrachtungsweise der Kantonalen Heilmittelkontrolle handle; es dÃ¼rfe daher ohne Weiteres auf deren Beurteilung anlÃ¤sslich der Beschlagnahmung abgestellt werden und es erÃ¼brige sich eine Auseinandersetzung mit den einzelnen PrÃ¤paraten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dagegen erhob Dr. med. B am 22. April 2002 Beschwerde an das Verwaltungsgericht, wo das Rechtsmittel zurzeit noch pendent ist (VB.2002.00147).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Eingabe vom 16. Mai 2002 gelangten die Ãrztegesellschaft des Kantons ZÃ¼rich sowie die GynÃ¤kologische Gesellschaft des Kantons ZÃ¼rich an das Verwaltungsgericht. Darin erhoben sie Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Regierungsrats vom 13. MÃ¤rz 2002 mit dem Antrag, diesen Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur erneuten Be­urteilung an den Regierungsrat zurÃ¼ckzuweisen. Falls auf die Beschwerde nicht eingetreten werde, sei die Eingabe als Beiladungsgesuch mit dem nÃ¤mlichen Antrag entgegenzunehmen; dementsprechend seien die BeschwerdefÃ¼hrer in das Verfahren VB.2002.00147 einzubeziehen und in Gutheissung jener Beschwerde die Angelegenheit zur erneuten Beurteilung an den Regierungsrat zurÃ¼ckzuweisen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Be­schwerdegegners.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Gesundheitsdirektion, welche im Verfahren VB.2002.00147 Abweisung jener Be­schwerde beantragt hatte, verzichtete auf Vernehmlassung. Der Regierungsrat beantragte am 3. Juli 2002, die Beschwerde VB.20002.00147 sei abzuweisen und die Beschwerde VB.2002.00179 sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. GemÃ¤ss § 21 lit. a in Verbindung mit § 70 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an deren Ãnderung oder Aufhebung hat. Danach kÃ¶nnen juristische Personen als VerfÃ¼gungsadressatinnen oder Drit­te beschwerdebefugt sein, wenn sie unmittelbar selber von der Anordnung berÃ¼hrt sind und ein schutzwÃ¼rdiges eigenes Interesse an deren Ãnderung oder Aufhebung haben. Das trifft hier von vornherein nicht zu. DarÃ¼ber hinaus kÃ¶nnen VerbÃ¤nde gestÃ¼tzt auf § 21 lit. a VRG unter bestimmten Voraussetzungen zur Erhebung der sogenannten egoistischen Verbandsbeschwerde zugunsten ihrer Mitglieder befugt sein. Es handelt sich um die gleichen, kumulativ zu erfÃ¼llenden Voraussetzungen, die nach der bundesgerichtlichen Praxis zur Er­hebung der verwaltungsgerichtlichen und der staatsrechtlichen Beschwerde durch einen Ver­band erforderlich sind: Die Vereinigung muss eine juristische Person sein und statutarisch zur Wahrung der betreffenden Interessen der Mitglieder befugt sein; sodann muss eine grosse Anzahl ihrer Mitglieder vom angefochtenen Akt in dem Sinne betroffen sein, das sie selber zu dessen Anfechtung legitimiert wÃ¤ren (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 51; Isabelle HÃ¤ner, Die Beteiligten im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, ZÃ¼rich 2000, Rz. 786 ff.; Walter KÃ¤lin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. A., Bern 1994, S. 268 ff.; BGE 123 I 221 E. 2; 119 Ib 374 E. 2a; 113 Ia 241 E. 1c sowie 247 E. 2; RB 1983 Nr. 9, 1991 Nr. 8 = BEZ 1991 Nr. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen machen geltend, die Mehrzahl der in ihren beiden VerbÃ¤nden zusammengeschlossenen Mitglieder verfÃ¼gten Ã¼ber keine Selbstdispensationsbewilligung. Deren schutzwÃ¼rdiges Interesse an einer Aufhebung des angefochtenen Aktes be­stehe darin, dass sie bei einer der Abweisung der Beschwerde â im nÃ¤her zu bestimmenden Rahmen der gesetzlich zulÃ¤ssigen Medikamentenabgabe in NotfÃ¤llen â auf die Abgabe von Arzneimitteln in den Darreichungsformen der Injektion und der Infusion beschrÃ¤nkt wÃ¤ren, wÃ¤hrend sie bei einer Gutheissung der Beschwerde im Rahmen von Notfallbehand­lungen auch weitere, auf andere Weise verabreichte Medikamente abgeben und anwenden kÃ¶nnten. Dies zeige, âdass jeder Arzt und jede Ãrztin ohne Selbstdispensationsbewilligung als BeschwerdefÃ¼hrer einen eigenen, praktischen Nutzen an der Erhebung der Verwaltungs­gerichtsbeschwerde hÃ¤tteâ (Beschwerdeschrift S. 5 f.). Mit diesen AusfÃ¼hrungen ver­mÃ¶gen die BeschwerdefÃ¼hrerinnen aber nicht aufzuzeigen, dass eine grosse Zahl ihrer Mitglieder vom angefochtenen Akt betroffen sind und selber zur Beschwerdeerhebung legitimiert wÃ¤ren:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Angefochtener Akt ist hier die BeschlagnahmeverfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion vom 17. August 2000, deren Adressat einzig Dr. med. B war, bzw. die BestÃ¤tigung dieser VerfÃ¼gung durch den Regierungsrat. Wenn nach der dargelegten Praxis als Voraussetzung der egoistischen Verbandsbeschwerde eine grosse Anzahl der Verbandsmitglieder selber zur Beschwerdeerhebung befugt sein mÃ¼sste, so bedeutet dies, dass sich deren Betroffenheit aus den angefochtenen Akt selber ergeben muss. Es genÃ¼gt nicht, dass sie durch die Be­grÃ¼ndung, auf die sich der angefochtene Akt oder allenfalls der diesen Akt bestÃ¤tigende Rekursentscheid stÃ¼tzt, berÃ¼hrt werden. Deswegen sind Vereinigungen im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde in der Regel nur zur Anfechtung von Erlassen und von AllgemeinverfÃ¼gungen legitimiert, wÃ¤hrend die FÃ¼hrung von âMusterprozessenâ, mit denen am Beispiel eines einzelnen Mitgliedes eine VerfÃ¼gung angefochten wird, nicht zulÃ¤ssig ist (KÃ¤lin, S. 269 mit Hinweis auf BGE 113 Ia 241 E. 1c sowie 247 E. 2). Aus dem nÃ¤mlichen Grund kommt die egoistische Verbandsbeschwerde in der Verwaltungsrechtspflege selten zum Tragen (HÃ¤ner, Rz. 789). Denkbar ist dies in FÃ¤llen mit Drittbetroffenen, die <i>zulasten</i> des VerfÃ¼gungsadressaten intervenieren wollen (BGE 124 II 293 E. 3d S. 307 betreffend Beschwerdelegitimation des Schutzverbandes der BevÃ¶lkerung um den Flughafen ZÃ¼rich zur Anfechtung der Rahmenkonzession fÃ¼r den Ausbau des Flughafens). Aber auch in solchen FÃ¤llen mit allfÃ¤lligen Dritttbetroffenen fehlt es in der Regel an der genannten Voraussetzung; so hat das Verwaltungsgericht etwa die Beschwerdelegitimation eines Vereins zur Anfechtung einer Baubewilligung verneint, weil nur ein geringer Teil der Mitglieder â als direkte Nachbarn des betreffenden Bauprojektes â selber zur Anfechtung legitimiert gewesen wÃ¤ren (RB 1991 Nr. 8 = BEZ 1991 Nr. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im vorliegenden Fall wÃ¤ren die Mitglieder der BeschwerdefÃ¼hrerinnen selber (wie auch alle Ãrztinnen und Ãrzte im Kanton, die nicht Mitglied der BeschwerdefÃ¼hrerinnen sind), nicht zur Anfechtung der an Dr. med. B gerichteten BeschlagnahmeverfÃ¼gung berech­tigt gewesen. Das gilt auch fÃ¼r jene Ãrztinnen und Ãrzte, die wie Dr. B Ã¼ber keine Selbstdispensationsbewilligung verfÃ¼gen und die daher wie dieser an einem mÃ¶glichst </span></p> <p class="Einzug1"><span>weit­gefassten Begriff der Notfallbehandlung interessiert sein mÃ¶gen. Ein derartiges Inte­res­-se vermag keine direkte Betroffenheit der Mitglieder oder anderen Ãrzte zur Anfechtung der allein Dr. med. B betreffenden BeschlagnahmeverfÃ¼gung zu begrÃ¼nden; es handelt sich um eine Art virtueller Betroffenheit, welche zur Anfechtung der einen anderen Adressaten betref­fenden VerfÃ¼gung nicht genÃ¼gt. Zur Anfechtung von VerfÃ¼gungen, welche den Adressa­ten belasten, sind Dritte nur befugt, wenn sich der von ihnen geltend gemachte Nachteil un­mittelbar aus der VerfÃ¼gung ergibt; es genÃ¼gt nicht, dass er eine blosse Folge des dem Adres­­saten durch die VerfÃ¼gung gebotenen Handelns ist (KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 21 N. 48, mit Hinweisen auf die Praxis).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Fehlt es damit an der Voraussetzung, dass eine grosse Zahl ihrer Mitglieder zur Anfechtung der VerfÃ¼gung vom 17. August 200 bzw. des diese VerfÃ¼gung bestÃ¤tigenden Rekurs­entscheids vom 13. MÃ¤rz 2002 befugt wÃ¤ren, ist auf das Rechtsmittel der BeschwerdefÃ¼hrerinnen nicht einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. FÃ¼r den Fall, dass auf ihre Beschwerde mangels Legitimation nicht eingetreten werde, ersuchen die BeschwerdefÃ¼hrerinnen um Beiladung im Beschwerdeverfahren VB.2002.00147 sowie um Gutheissung jener Beschwerde. Sie begrÃ¼nden ihr Beiladungsgesuch mit dem gleichen Argument wie die geltend gemachte Beschwerdelegitimation, nÃ¤m­lich im Wesentlichen damit, der Ausgang jenes Beschwerdeverfahrens sei von prÃ¤judizieller Bedeutung fÃ¼r die Mehrheit der Ãrztinnen und Ãrzte im Kanton ZÃ¼rich, namentlich fÃ¼r GynÃ¤kologen und GynÃ¤kologinnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach der zÃ¼rcherischen Praxis wird ein Anspruch auf Beiladung vorab dann bejaht, wenn der betreffenden Person auch die Rekurs- und Beschwerdelegitimation zuzusprechen (gewesen) wÃ¤re. Auf diese Weise sollen Personen in das Verfahren einbezogen werden, die von der Vorinstanz zu Unrecht nicht einbezogen worden sind oder die durch den zu treffen­den Entscheid mÃ¶glicherweise neu betroffen werden kÃ¶nnten (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 110 und 114). In Anwendung dieser GrundsÃ¤tze hat es das Verwaltungsgericht abgelehnt, die heutige BeschwerdefÃ¼hrerin 1 in das Beschwerdeverfahren betreffend die Erteilung einer Bewilligung an eine nichtÃ¤rztliche Psychotherapeutin zur selbstÃ¤ndigen BerufsausÃ¼bung beizuladen (RB 1991 Nr. 81 = ZBl 93/1992, S. 88 f.). Desgleichen hat es die Wei­gerung der Gesundheitsdirektion, einen Apotheker in die Verfahren betreffend die Ertei­lung von Selbstdispensationsbewilligungen an Ãrzte einzubeziehen, geschÃ¼tzt (RB 1998 Nr. 42). Gleiches muss aber auch in FÃ¤llen gelten, in denen wie hier um Beiladung ersucht wird, um zugunsten des VerfÃ¼gungsadressaten intervenieren zu kÃ¶nnen. Das von den BeschwerdefÃ¼hrerinnen erwÃ¤hnte Verfahren VB.1998.00367 betraf, wie sie selber einrÃ¤umen, einen besonderen Fall. In jenem Verfahren, in welchem Ã¼ber die Beschwerde eines Arztes gegen die Sistierung seines Gesuchs um Selbstdispensationsbewilligung zu befinden war, hat das Verwaltungsgericht dem Beiladungsgesuch der heutigen BeschwerdefÃ¼hrerin 1 aus GrÃ¼nden der prozessualen Waffengleichheit entsprochen. Wegen der Besonderheit jenes Ver­fahrens war nÃ¤mlich bereits zuvor dem Apothekerverein (auf dessen Ersuchen hin die Gesundheitsdirektion die streitbetroffenen Sistierungen verfÃ¼gt hatte) Gelegenheit zur Stel­lungnahme eingerÃ¤umt worden, weshalb es geboten erschien, auch der Ãrztegesellschaft Ge­legenheit zur Stellungnahme einzurÃ¤umen. WÃ¼rde im vorliegenden Fall dem Beiladungs­gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerinnen betreffend das hÃ¤ngige Beschwerdeverfahren VB.2002.00147 entsprochen, so mÃ¼sste wiederum aus GrÃ¼nden der prozessualen Waffen­gleichheit auch dem Apothekerverein Gelegenheit zur Stellungnahme in jenem Verfahren eingerÃ¤umt werden. Das Beiladungsgesuch ist daher abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerinnen um Beiladung in das Verfahren VB.2002.00147 wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>