100.2024.36U HAT/FLN/SRE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Verwaltungsrechtliche Abteilung Urteil vom 31. Oktober 2024 Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Abteilungspräsidentin Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichter Häberli Gerichtsschreiberin Flückiger A.________ B.________ AG vertreten durch Rechtsanwalt Dr. … und Rechtsanwalt Dr. … Beschwerdeführer gegen C.________ D.________ AG vertreten durch Rechtsanwalt … Beschwerdegegner 1 Einwohnergemeinde E.________ handelnd durch den Gemeinderat vertreten durch Rechtsanwalt Dr. … Beschwerdegegnerin 2 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 2 und Regierungsstatthalteramt Oberaargau Städtli 26, 3380 Wangen an der Aare betreffend Vergabe von Nachführungsgeometerarbeiten (Entscheid des Regierungsstatthalters des Verwaltungskreises Oberaargau vom 22. Dezember 2023; vbv 47/2021) Prozessgeschichte: A. Am 19. August 2021 publizierte die Einwohnergemeinde (EG) E.________ gemeinsam mit den Gemeinden … die Ausschreibung «Amtliche Vermes- sung: Öffentliche Ausschreibung des Nachführungsmandates für die restli- che Laufzeit der Vertragsperiode 2018 bis 2025». Jede Gemeinde trat dabei einzeln als Auftraggeberin auf. Bei der EG E.________ gingen innert Frist vier Offerten ein, darunter jene von A.________ (tätig für die B.________ AG, entstanden aus der Fusion u.a. mit der F.________ AG) und C.________ (tätig für die D.________ AG). Die EG E.________ bewertete ersteres Angebot mit 88,8 Punkten, letzteres mit 91,3 Punkten und erteilte C.________ mit Verfügung vom 29. Oktober 2021 den Zuschlag. B. Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 26. November 2021 Be- schwerde beim Regierungsstatthalteramt Oberaargau. Der Regierungsstatt- halter wies die Beschwerde mit Entscheid vom 22. Dezember 2023 ab. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 3 C. Hiergegen hat A.________ am 25. Januar 2024 Verwaltungsgerichtsbe- schwerde erhoben. Er beantragt, der Entscheid des Regierungsstatthalters vom 22. Dezember 2023 sei aufzuheben und der Zuschlag für die Nach- führung der amtlichen Vermessung in der EG E.________ für die restliche Laufzeit der Vertragsperiode 2018 bis 2025 sei ihm zu erteilen. Eventuell sei die Angelegenheit zur neuen Beurteilung im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz oder an die EG E.________ zurückzuweisen. Das Regierungsstatthalteramt hat mit Vernehmlassung vom 28. Februar 2024 die Abweisung der Beschwerde beantragt. C.________ und die EG E.________ schliessen mit Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2024 bzw. 6. März 2024 je auf Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 25. März 2024 bzw. mit Dupliken je vom 30. April 2024 haben die Parteien an den gestellten Rechtsbegehren festgehalten. Erwägungen: 1. 1.1Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge- nommen und ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt. Er hat zudem ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Ände- rung (Art. 79 Abs. 1 VRPG), hat er doch als zweitplatzierter Anbieter die reelle Chance, im Fall der Gutheissung seiner Beschwerde mit dem hier in- teressierenden Mandat betraut zu werden (vgl. zur insoweit vergleichbaren Beurteilung des Rechtsschutzinteresses im Beschaffungsrecht statt vieler BGE 141 II 307 E. 6.3; BVR 2021 S. 285 E. 2.1 f.). Der Beschwerdeführer ist damit zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde befugt. Die Bestimmungen über Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 4 Form und Frist sind eingehalten (vgl. Art. 81 Abs. 1 und Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.2Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 2. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Vergabe eines Mandats durch die Gemeinde zur laufenden Nachführung im Bereich der amtlichen Vermessung. In zeitlicher Hinsicht geht es um die restliche Laufzeit der durch das kantonale Recht vorgegebenen Vertragsperiode 2018 bis 2025. Ein- schlägig sind folgende rechtliche Grundlagen: 2.1Gemäss Art. 75a Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) regelt der Bund die amtliche Vermessung (vgl. auch Art. 34 des Bundesgesetzes vom 5. Oktober 2007 über Geoinformation [Geoinformationsgesetz, GeoIG; SR 510.62] zur Aufgabenteilung zwischen Bund und Kanton). Auf Grundlage der amtlichen Vermessung, namentlich eines Plans für das Grundbuch, er- folgt die Aufnahme und Beschreibung der einzelnen Grundstücke im Grund- buch (Art. 950 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]). Dementsprechend stellt die amtliche Vermessung die Verfügbar- keit der eigentümerverbindlichen Georeferenzdaten und der beschreibenden Informationen der Grundstücke sicher (Art. 29 Abs. 1 GeoIG). Sie umfasst gemäss Art. 29 Abs. 2 GeoIG insbesondere das Verdichten der geodätischen Bezugsrahmen (Bst. a), das Vermarken und Vermessen der Kantons-, Bezirks- und Gemeindegrenzen (Bst. b), das Vermarken und Vermessen der Grundstücksgrenzen (Bst. c), das Erheben, Nachführen und Verwalten der topografischen Informationen über die Grundstücke (Bst. d) und das Bereitstellen des Plans für das Grundbuch (Bst. e). Die Durch- führung der amtlichen Vermessung hat der Bund den Kantonen übertragen (Art. 34 Abs. 2 Bst. a GeoIG). 2.2Sämtliche Bestandteile der amtlichen Vermessung unterliegen der Nachführungspflicht (Art. 22 der Verordnung vom 18. November 1992 über Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 5 die amtliche Vermessung [VAV; SR 211.432.2]). Die Nachführung der topo- grafischen Informationen über die Grundstücke (Art. 29 Abs. 2 Bst. d GeoIG) meint dabei die Anpassung der Bestandteile der amtlichen Vermessung an die veränderten rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse (Art. 18 Abs. 3 VAV). Die Gesetzgebung unterscheidet insoweit zwischen laufender Nach- führung (Art. 23 VAV) und periodischer Nachführung (Art. 24 VAV; vgl. auch Art. 2 Bst. a der Verordnung vom 21. Mai 2008 über Geoinformation [Geoin- formationsverordnung, GeoIV; SR 510.620] sowie Art. 41 ff. des Kantonalen Geoinformationsgesetzes vom 8. Juni 2015 [KGeoIG; BSG 215.341]). Bei der laufenden Nachführung werden die Vermessungsdaten entweder ge- stützt auf ein Meldesystem (z.B. Gebäude) oder auf Einzelaufträge (z.B. Aus- arbeitung von Mutationsakten zur Nachführung der Grundstücksgrenzen) nachgeführt. Alle Veränderungen, die nicht mit einem Meldesystem erfasst werden können (z.B. Waldränder), unterliegen demgegenüber der periodi- schen Nachführung (vgl. Vortrag des Regierungsrats zum KGeoIG, in Tag- blatt des Grossen Rates 2015, Beilage 5 [nachfolgend: Vortrag KGeoIG] S. 14; vgl. auch Vortrag der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kan- tons Bern [BVE; heute: Bau- und Verkehrsdirektion, BVD] betreffend die Totalrevision der Vermessungsgesetzgebung, in Tagblatt des Grossen Rates 1995, Beilage 48 S. 7), die sich jeweils über ein grösseres zusammen- hängendes Gebiet zu erstrecken hat (Art. 24 Abs. 2 VAV). – Die streitige Ver- gabe des Nachführungsmandats auf dem Gebiet der EG E.________ betrifft die Arbeiten der laufenden Nachführung. 2.3Abgesehen von hier nicht interessierenden Ausnahmen sorgen im Kanton Bern die Gemeinden für die laufende Nachführung der Bestandteile der amtlichen Vermessung sowie die Nachführung der Vermarkung (Art. 41 Abs. 2 KGeoIG). Sie schliessen mit einer Ingenieur-Geometerin als Nach- führungsgeometerin oder einem Ingenieur-Geometer als Nachführungsgeo- meter einen öffentlich-rechtlichen Vertrag ab, sofern sie – wie im Fall der EG E.________ – über keine eigene Dienststelle für Vermessung verfügen (Art. 42 Abs. 1 KGeoIG). Die Nachführungsverträge werden für den ganzen Kanton gleichzeitig für eine Dauer von jeweils acht Jahren geschlossen (Art. 43 Abs. 1 KGeoIG; die aktuell laufende Vertragsperiode dauert noch bis zum 31.12.2025); muss ein Nachführungsvertrag in der Zwischenzeit neu Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 6 geschlossen werden, so gilt er bis zur nächsten gesamtkantonalen Aus- schreibung (Art. 43 Abs. 3 KGeoIG). Nachführungsverträge bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Genehmigung durch das Amt für Geoinformation (AGI; Art. 45 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 3 KGeoIG und Art. 16a Bst. a der Verord- nung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Di- rektion für Inneres und Justiz [Organisationsverordnung DIJ, OrV DIJ; BSG 152.221.131]). Abzuschliessen sind sie mit einer Nachführungsgeometerin bzw. einem Nachführungsgeometer, die oder der im Register nach Art. 17 ff. der Verordnung vom 21. Mai 2008 über die Ingenieur-Geometerinnen und Ingenieur-Geometer (Geometerverordnung, GeomV; SR 211.432.261) ein- getragen ist (Art. 44 Abs. 1 VAV und Art. 42 Abs. 1 KGeoIG). 2.4Im Rahmen der Durchführung der amtlichen Vermessung regelt Art. 45 VAV die Arbeitsvergabe näher und sieht in Abs. 1 vor, dass u.a. Ar- beiten der periodischen Nachführung nach den Vorschriften über das öffent- liche Beschaffungswesen zu vergeben sind. Demgegenüber werden Arbei- ten der laufenden Nachführung nicht dem Submissionsrecht unterstellt, müs- sen aber immerhin – falls sie, wie das hier streitige Mandat, für ein bestimm- tes Gebiet zur ausschliesslichen Ausführung vergeben werden – öffentlich ausgeschrieben werden (Abs. 2; vgl. dazu BVR 2016 S. 15 E. 3.2 f.; VGE 2013/54 vom 24.10.2014 E. 3.2 f.; kritisch dazu Martin Beyeler, Verga- berechtliche Entscheide 2016/2017 [nachfolgend: Vergaberechtliche Ent- scheide], 2018, S. 27). In Umsetzung dieser bundesrechtlichen Vorgabe sieht Art. 42 Abs. 2 KGeoIG eine öffentliche Ausschreibung des Nach- führungsvertrags gemäss dem Bundesgesetz vom 6. Oktober 1995 über den Binnenmarkt (Binnenmarktgesetz, BGBM; SR 943.02) vor. Festzuhalten ist, dass das BGBM dabei nicht direkt, sondern bloss als subsidiäres kantonales Recht Anwendung findet. Dies weil keine «nicht hoheitliche, auf Erwerb ge- richtete Tätigkeit» im Sinn von Art. 1 Abs. 3 BGBM, sondern eine nicht in den Geltungsbereich des BGBM fallende hoheitliche Tätigkeit in Frage steht: Gemäss Art. 48 Abs. 3 KGeoIG sind – neben der kantonalen Vermessungs- aufsicht – einzig die Nachführungsgeometerinnen und Nachführungsgeome- ter zur Abgabe von beglaubigten Auszügen und Auswertungen der amtlichen Vermessung zuständig; sie bescheinigen im Rahmen der laufenden Nach- führung unter anderem die Richtigkeit von Plänen für das Grundbuch (Art. 1 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 7 Abs. 1 Bst. d sowie Anhang 1 Ziff. 1.2 Tarifposition 45.5 der Kantonalen Ver- ordnung vom 5. März 1997 über die amtliche Vermessung [KVAV; BSG 215.341.1]). Solche durch eine Nachführungsgeometerin bzw. einen Nachführungsgeometer beglaubigte Auszüge sind öffentliche Urkunden im Sinn von Art. 9 ZGB (vgl. Art. 37 VAV); bei ihrer Erstellung und Abgabe han- delt es sich um eine hoheitliche Tätigkeit. Ebenfalls hoheitlich handeln die Nachführungsgeometerinnen und Nachführungsgeometer etwa dadurch, dass sie Kosten für laufende Nachführungsarbeiten mittels Verfügung fest- setzen (Art. 60 Abs. 1 KGeoIG; dazu ausführlich BVR 2016 S. 15 E. 4.2 und VGE 2013/54 vom 24.10.2014 E. 4.2, je mit Hinweisen; vgl. auch die Bot- schaft des Bundesrats zum GeoIG, in BBl 2006 S. 7817 ff., 7873). Schliess- lich braucht hier nicht geklärt zu werden, welche Bedeutung Art. 9 der Inter- kantonalen Vereinbarung vom 15. November 2019 über das öffentliche Be- schaffungswesen (IVöB; BSG 731.2-1) im Zusammenhang mit Nach- führungsverträgen zukommen könnte, ist die IVöB im Kanton Bern doch am 1. Februar 2022 und mithin nach Erlass der streitbetroffenen Zuschlagsver- fügung am 29. Oktober 2021 in Kraft getreten. 2.5Der Verweis von Art. 42 Abs. 2 KGeoIG auf das BGBM beschlägt dessen Art. 2 Abs. 7, gemäss dem die Übertragung der Nutzung kantonaler und kommunaler Monopole auf Private auf dem Weg der Ausschreibung zu erfolgen hat und Personen mit Niederlassung oder Sitz in der Schweiz nicht diskriminieren darf. Der kantonale Gesetzgeber wollte damit «ein möglichst einfaches Verfahren» zur Anwendung bringen, das «gleichzeitig die Rechts- sicherheit und Chancengleichheit der Konkurrenten gewährleistet» (Vortrag KGeoIG S. 15). Dies entspricht der Zielsetzung des Bundesgesetzgebers, mit Art. 2 Abs. 7 BGBM auch im Bereich der Übertragung kantonaler und kommunaler Monopolkonzessionen Konkurrenz und Transparenz zu schaf- fen, ohne dabei in die verfassungsmässig garantierten Kompetenzen der Kantone und Gemeinden einzugreifen (vgl. BGE 143 II 598 E. 4.1.2 [Pra 107/2018 Nr. 91], 143 II 120 E. 6.2 f., insb. E. 6.3.1 [Pra 107/2018 Nr. 14], je mit Hinweisen; vgl. auch Botschaft des Bundesrats über die Änderung des BGBM, in BBl 2005 S. 465 ff., 475 f.). Aus Art. 2 Abs. 7 BGBM ergeben sich zum einen gewisse verfahrensrechtliche Verpflichtungen, indem die Ge- meinwesen gehalten sind, ein allen Interessierten offenstehendes Aus- schreibungsverfahren mit Rechtsschutz sicherzustellen. Zum anderen sind Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 8 sowohl das Diskriminierungsverbot als auch das sich daraus ergebende Transparenzgebot in allen Verfahrensstadien zu beachten, also in Bezug auf die Festlegung der Auswahlkriterien, die Durchführung des Verfahrens und die Auswahl der Konzessionärin bzw. des Konzessionärs (BGE 145 II 303 E. 6.4.1 [Pra 190/2020 Nr. 33], 143 II 598 E. 4.1.2 [Pra 107/2018 Nr. 91], 143 II 120 E. 6.3.2 und 6.4.1 f [Pra 107/2018 Nr. 14], je mit Hinweisen; vgl. auch Bellanger/Pirek, L’Etat et ses biens, in ZSR 2021 I S. 183 ff., 202 f.; Martin Beyeler, Der Geltungsanspruch des Vergaberechts, 2012, Rz. 791 ff.). Bei einer Konzessionsvergabe steht dem betroffenen Gemein- wesen aber ein im Vergleich zum öffentlichen Beschaffungsrecht grösserer Beurteilungsspielraum zu; es darf ein weniger formalisiertes Verfahren vor- sehen und bei der Auswahl der Zuschlagskriterien öffentlichen Interessen weitergehend Rechnung tragen (vgl. BGE 145 II 303 E. 6.4.1 [Pra 190/2020 Nr. 33], 143 II 120 E. 6.3.3 und 6.4.2 [Pra 107/2018 Nr. 14]; vgl. auch BVR 2016 S. 15 E. 3.4 zur Rollenverteilung in entsprechenden Vergaben). Soweit beschaffungsrechtliche Grundsätze auf die Übertragung von kanto- nalen oder kommunalen Monopolkonzessionen Anwendung finden, sind sie auf ihren wesentlichen Gehalt beschränkt (BGE 143 II 120 E. 6.3.2 [Pra 107/2018 Nr. 14]), sodass ihre Tragweite weitestgehend den verfassungs- mässigen Rechten der Rechtsgleichheit (Art. 8 BV und Art. 10 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]), des Willkürverbots (Art. 9 Abs. 1 BV und Art. 11 Abs. 1 KV), des Handelns nach Treu und Glauben (Art. 9 Abs. 2 BV und Art. 11 Abs. 2 KV), der Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV und Art. 23 KV) sowie des Anspruchs auf gleiche und gerechte Behandlung in Verfahren vor Verwaltungsbehörden (Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 26 Abs. 1 KV) entspricht (vgl. zu den im vorliegenden Verfahren konkret massgeben- den Grundsätzen auch S. 3 der kantonalen Empfehlung zur «Nachführung der amtlichen Vermessung – Empfehlung zur Ausschreibung und Vergabe» vom 7.6.2021 [nachfolgend: kantonale Empfehlung], einsehbar unter: <www.hbav.dij.be.ch>, Rubriken «Handbuch RECHT/Kantonsvorga- ben/Nachführung amtliche Vermessung»).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 9 3. Den Akten lässt sich folgender entscheidwesentlicher Sachverhalt entneh- men: 3.1Auf den 31. Juli 2021 kündigte der von der EG E.________ für die Vertragsperiode 2018 bis 2025 mit der laufenden Nachführung im Bereich der amtlichen Vermessung betraute Nachführungsgeometer sein Ausschei- den aus der F.________ AG an. Dieser Abgang führte nach einer Bestim- mung des geltenden Nachführungsvertrags zu dessen «Erlöschen», wes- halb das AGI die Gemeinde verpflichtete, (mittels Ausschreibung) für den Rest der Vertragsperiode eine neue Nachführungsgeometerin bzw. einen neuen Nachführungsgeometer zu bestimmen. Gleichzeitig betraute das Amt den ebenfalls in der F.________ AG tätigen Beschwerdeführer mit der lau- fenden Nachführung in den betreffenden Gemeinden bis zur Genehmigung eines neuen Nachführungsvertrags (vgl. die Verfügung des AGI vom 11.6.2021 betreffend die EG ... in Vorakten RSA [act. 5A] pag. 85). 3.2Am 19. August 2021 schrieb die EG E.________ gemeinsam mit den in gleicher Weise betroffenen Gemeinden … den Auftrag «Amtliche Vermes- sung: Öffentliche Ausschreibung des Nachführungsmandates für die restli- che Laufzeit der Vertragsperiode 2018 bis 2025» aus (Vorakten RSA [act. 5A] pag. 25). Dabei orientierten sich die Gemeinden an der vom AGI für die Ausschreibung der Nachführung der amtlichen Vermessung publizierten Mustervorlage (vgl. kantonale Empfehlung S. 3 f.) und legten die folgenden Eignungskriterien fest: •«Berufliche Qualifikation (Nachweis: eidgenössisches Patent für Ingenieur-Geometer und Eintrag ins Geometerregister, inkl. Stellver- tretung) •Technische Schnittstellen: Nachweis für DM.01-AV-BE LV95, Ver- sion 11 vom 24.01.2008; Einhaltung der amtlichen Vermessungs- schnittstelle AVS •Leitende Stellung innerhalb der Firma (Nachweis: Auszug aus dem Handelsregister) •Finanzielle Leistungsfähigkeit (Nachweis: Selbstdeklaration mit sämtlichen verlangten Nachweisen)»Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 10 Die Zuschlagskriterien und deren Gewichtung definierten die Gemeinden weitgehend der Mustervorlage entsprechend wie folgt (vgl. Ausschreibung sowie kantonale Empfehlung S. 4): Gewichtung Hauptkriterien Unterkriterien 50 % Angebotene Dienstleistungen (schriftliche Offerte und evtl. Präsentation) •Persönliche Präsentation der Offerte oder Dienstleistungskonzept (Gewichtung: 25 %) •Erreichbarkeit für den Kunden (Gewichtung: 10 %) •Bezug von Daten der amtlichen Vermessung (Gewichtung: 5 %) •Personal und Infrastruktur am angegebe- nen Bürostandort (Gewichtung: 5 %) •Weitere Geomatik- und Vermessungs- dienstleistungen im Rahmen der amtli- chen Vermessung (Gewichtung: 5 %) 25 % Erfahrung in der Nach- führung der amtlichen Vermessung •Erfahrung des Büros in ähnlichen Gemeinden (Gewichtung: 15 %) •Eingesetzte Technologie und Infrastruktur (Gewichtung: 5 %) •Führungserfahrung des Nachführungs- geometers (Gewichtung: 5 %) 15 % Preiskonditionen (vertraglicher Taxpunkt- wert in % zum kanto- nalen Taxpunktwert ge- mäss Art. 16 KVAV) Kein Unterkriterium; die Umrechnung in Be- wertungspunkte erfolgt arithmetisch korrekt und wird mit einer Nachkommastelle in die Berechnung eingeführt. Für 10 % Rabatt- unterschied zum billigsten Angebot erfolgt die Abminderung der Bewertung um 1 Punkt. Ab dreimal Rabattunterschied wird einheitlich die Punktzahl 1 vergeben. 10 % Qualitätssicherung •Qualitätssicherung in der amtlichen Vermessung (Gewichtung: 5 %) •Art der Sicherstellung der Stellvertretung des Nachführungsgeometers (Gewichtung: 5 %)Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 11 Ebenfalls auf Grundlage der kantonalen Empfehlung bzw. der in dieser ent- haltenen Mustervorlage erstellten die Gemeinden gemeinsam eine Tabelle zur Auswertung der eingehenden Angebote, die im Wesentlichen folgenden Punkteraster vorsah (vgl. auch Erläuterungen vom 21.7.2021 zu den Krite- rien und Unterkriterien [nachfolgend: Auswertungstabelle], Vorakten RSA [act. 5A] pag. 214 f.; Näheres zu den im Punkteraster zusätzlich definierten, hier nicht wiedergegebenen Beurteilungskriterien hinten E. 6.2 ff. und 7.2 f.): Zuschlagskriterien Gewichtung Mögliche Punkte Angebotene Dienstleistungen 4,0* •Persönliche Präsentation der Offerte oder Dienst- leistungskonzept 0.5 4,0 •Erreichbarkeit für den Kunden 0.2 4,0 •Bezug von Daten der amtlichen Vermessung 0.1 4,0 •Personal und Infrastruktur am angegebenen Büro- standort 0.1 4,0 •Weitere Geomatik- und Vermessungsdienstleis- tungen im Rahmen der amtlichen Vermessung 0.1 4,0 Erfahrung in der Nachführung der amtlichen Vermes- sung 3,4* •Erfahrung des Büros in ähnlichen Gemeinden 0.6 4,0 •Eingesetzte Technologie und Infrastruktur 0.2 1,0 •Führungserfahrung des Nachführungsgeometers 0.2 4,0 Preiskonditionen 4,0 Qualitätssicherung 4,0* •Qualitätssicherung in der amtlichen Vermessung 0.5 4,0 •Art der Sicherstellung der Stellvertretung des Nachführungsgeometers 0.5 4,0 *Berechnet durch Addition der mit ihrer jeweiligen Gewichtung multiplizierten Punkte der Un- terkriterien 3.3Innert Frist gingen bei der EG E.________ insgesamt vier Angebote ein, die geprüft und entsprechend dem Punkteraster bewertet wurden, nach- dem sich die ausschreibenden Gemeinden am 5. Oktober 2021 im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung über die eingegangenen Offerten und deren Be- wertung ausgetauscht hatten (vgl. Protokollauszug der Gemeinderatssitzung vom 20.10.2021 [nachfolgend: Protokollauszug vom 20.10.2021], Vorakten RSA [act. 5A] pag. 211 f.; Vergleichstabelle zur Zuschlagsverfügung vom Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 12 29.10.2021, Vorakten RSA [act. 5A] pag. 21; vgl. auch angefochtener Ent- scheid E. 19). Die Offertbewertung durch die Gemeinde ergab folgendes Er- gebnis: Kriterium Dienst- leistungen Erfahrung in der AV Preis- konditionen Qualitäts- sicherung Gewichtung 12,50 (50 %) 6,25 (25 %) 3,75 (15 %) 2,50 (10 %) Total Rang- folge Anbieter 1 3,3 3,1 3,1 4,0 81,6* 4 Anbieter 2 3,3 3,4 3,6 4,0 86,5* 3 Beschwerde- gegner 1 3,6 3,4 4,0 4,0 91,3* 1 Beschwerde- führer 3,4 3,4 4,0 4,0 88,8* 2 *Berechnet durch Addition der mit ihrer jeweiligen Gewichtung multiplizierten (ungerundeten) Punktebewertung Gestützt auf diese Bewertungsergebnisse beschloss der Gemeinderat, das ausgeschriebene Nachführungsmandat dem Beschwerdegegner 1 zu ver- geben (Protokollauszug vom 20.10.2021 S. 1); mit Verfügung vom 29. Okto- ber 2021 erhielt dieser den Zuschlag (Vorakten RSA [act. 5A] pag. 19 f.). 4. Der Beschwerdeführer rügt vorab eine formelle Rechtsverweigerung durch Kognitionsunterschreitung der Vorinstanz (Beschwerde Rz. 27 ff.). Da diese Rüge als Begründung des Eventualbegehrens zu verstehen ist (vgl. vorne Bst. C), sind vorgängig jene Vorbringen zu prüfen, die das auf Zuschlagser- teilung lautende Hauptbegehren stützen. Der Beschwerdeführer bringt zum einen vor, der Beschwerdegegner 1 wäre richtigerweise aus verschiedenen Gründen vom Verfahren auszuschliessen gewesen (E. 5 hiernach). Zum an- deren beanstandet er die Bewertung seines Angebots bei mehreren Zu- schlagskriterien (hinten E. 6). Die Beschwerdegegnerschaft ist sodann ihrer- seits mit der Bewertung von zwei Zuschlagskriterien nicht einverstanden (hinten E. 7). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 13 5. Zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner 1 vom Verfahren hätte ausge- schlossen werden müssen. 5.1Der Beschwerdegegner 1 vertritt diesbezüglich den Standpunkt, auf das «Ausschlussbegehren» sei nicht einzutreten bzw. dabei handle es sich um eine unzulässige «Klageänderung», weil erstmals vor Verwaltungsge- richt vorgebracht (vgl. Beschwerdeantwort Beschwerdegegner 1 Rz. 22; Du- plik Beschwerdegegner 1 Rz. 9). Damit übersieht er, dass es sich nicht um ein Rechtsbegehren, sondern bloss um eine (neue) rechtliche Begründung für das auf Zuschlagserteilung lautendende Hauptbegehren handelt (vgl. vorne Bst. C), was ohne weiteres zulässig ist (statt vieler BVR 2005 S. 321 E. 4.3; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20a N. 22 und Art. 25 N. 4). 5.2In der Sache macht der Beschwerdeführer zunächst geltend, der Be- schwerdegegner 1 wäre vom Vergabeverfahren auszuschliessen gewesen, weil G.________, der gemäss Angebot des Beschwerdegegners 1 als stell- vertretender Nachführungsgeometer vorgesehen ist (und ursprünglich Inha- ber bzw. später Teilhaber der F.________ AG war), während des laufenden Vergabeverfahrens «durch eine Vorsprache» bei der Gemeinde in den Ent- scheidungsprozess eingegriffen und den «ordnungsgemässe[n] Ablauf des Ausschreibungsverfahrens beeinträchtigt» habe (Beschwerde Rz. 36). – Das vom Beschwerdeführer angesprochene Treffen fand am 16. September 2021 mit der Gemeindepräsidentin und dem Gemeindeschreiber statt (vgl. Protokollauszug vom 20.10.2021 S. 1). Ein solcher Kontakt der Vergabe- behörde mit einer Person, der kurze Zeit später eine wesentliche Rolle in einem eingereichten Angebot zukommt, ist zwar tatsächlich nicht unbedenk- lich und könnte auch ausserhalb einer Submission zu einem Ausschluss des betroffenen Angebots führen (vgl. angefochtener Entscheid E. 20.5). Hier fehlt es jedoch an konkreten Anzeichen dafür, dass das Gespräch vom 16. September 2021 das Ausschreibungsverfahren im Allgemeinen oder die Beurteilung der Anbietenden im Besonderen beeinflusst haben könnte. Ins Gewicht fällt diesbezüglich namentlich, dass die an der Ausschreibung be- teiligten Gemeinden die für die Bewertung der Anbietenden massgebenden Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 14 Beurteilungskriterien, deren Beeinflussung der Beschwerdeführer befürch- tet, bereits am 21. bzw. 22. Juli 2021 und somit weit vor dem Treffen definitiv festgelegt haben (vgl. E-Mail vom 22.7.2021, Vorakten [act. 5A] pag. 213; Auswertungstabelle S. 2). Eine Einflussnahme auf die Auswertungstabelle kann daher klar ausgeschlossen werden. Aus den übrigen im Protokollaus- zug der Gemeinderatssitzung festgehaltenen Ausführungen von G.________ ergeben sich keine Hinweise auf eine Beeinflussung der Ent- scheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zugunsten des Angebots des Beschwerdegegners 1. Insbesondere stellen die persönlichen Angaben zu Beweggründen für den Verkauf der F.________ AG und die Gründung einer neuen Unternehmung kein «Anschwärzen» des Beschwerdeführers oder von dessen Arbeitgeberin dar (vgl. Beschwerde Rz. 43). Zwar ist störend, dass kurz vor dem Vergabeentscheid ein Gespräch zwischen G.________ einerseits und der Gemeindepräsidentin und dem Gemeinde- schreiber andererseits stattgefunden hat. Es ist aber der Vorinstanz zuzu- stimmen, dass dieser Umstand für sich allein nicht genügt, um Zweifel am ordnungsgemässen Ablauf des Ausschreibungsverfahrens als solchem zu wecken oder den Eindruck der Voreingenommenheit der Gemeinde bzw. der in die Angebotsbewertung beteiligten Personen zu begründen. Schliesslich macht der Beschwerdeführer vor Verwaltungsgericht zu Recht nicht mehr geltend, es habe eine unzulässige Absprache zwischen den betroffenen Ge- meinden gegeben (anders als noch vor der Vorinstanz, vgl. angefochtener Entscheid E. 19). 5.3Der Beschwerdeführer schliesst einen Zuschlag an den Beschwerde- gegner 1 auch darum aus, weil Art. 44 Abs. 1 VAV seit 1. Januar 2024 vor- schreibe, dass Arbeiten der amtlichen Vermessung nur durch «weisungs- freie» Ingenieur-Geometerinnen und Ingenieur-Geometer oder unter deren fachlicher Leitung ausgeführt werden dürfen. Der Beschwerdegegner 1 sei weder Mitglied des Verwaltungsrats der D.________ AG noch von deren «Kern-Geschäftsleitung» und er verfüge lediglich über eine Kollektivprokura zu zweien. Der Verwaltungsrat sei damit grundsätzlich befugt, dem Be- schwerdegegner 1 Weisungen zu erteilen oder «die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass die fachliche Arbeit erschwert oder verunmöglicht» werde. Dies sei mit den Vorgaben zur Unabhängigkeit und Weisungsfreiheit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 15 nicht zu vereinbaren (Replik Rz. 23 ff.). Dieser Einwand vermag nicht zu überzeugen: 5.3.1Der strittige Zuschlag erfolgte am 29. Oktober 2021 und damit weit vor Inkrafttreten des revidierten Art. 44 VAV auf Anfang 2024, weshalb frag- lich ist, wieweit eine Rechtsänderung – sollte es durch die Revision zu einer solchen gekommen sein – hier überhaupt zu berücksichtigen wäre. Ohnehin waren die im Geometerregister eingetragenen Ingenieur-Geometerinnen und Ingenieur-Geometer bereits bisher gehalten, ihren Beruf «unabhängig, in eigenem Namen und auf eigene Verantwortung» auszuführen, «sei es als Einzelperson, im Rahmen der Tätigkeit für eine juristische Person oder in der öffentlichen Verwaltung» (Art. 41 Abs. 3 Bst. g GeoIG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 Bst. b GeomV), wobei diese Regelung im Zuge der Revision von Art. 44 VAV keine Anpassung erfahren hat. Sie berücksichtigt ausdrücklich, dass Ingenieur-Geometerinnen und Ingenieur-Geometer für eine juristische Per- son tätig sein können, ohne konkrete Vorgaben zur Zeichnungsberechtigung oder zur hierarchischen Stellung im Unternehmen zu machen (zu den Voraussetzungen für die Eintragung ins Geometerregister vgl. insb. Art. 17 Bst. d und Art. 18 Abs. 2 Bst. e GeomV). Allein der Umstand, dass der Be- schwerdegegner 1 nur über eine Kollektivprokura zu zweien verfügt und le- diglich Teil der «erweiterten Geschäftsleitung» ist, stellt weder seine berufli- che Unabhängigkeit (Art. 22 Abs. 1 Bst. b GeomV) noch seine Fähigkeit zur «eigenverantwortlichen» Berufsausübung (Art. 17 Bst. d GeomV) in Frage. Schliesslich ist mangels Anpassung dieser Bestimmungen nicht anzuneh- men, dass die Revision von Art. 44 VAV zu einer Verschärfung des Unab- hängigkeitsgebots geführt hat. Den einschlägigen Erläuterungen sind denn auch keine Hinweise zu entnehmen, dass mit der Neuformulierung von Art. 44 Abs. 1 VAV konkrete Vorgaben zur Stellung von Ingenieur-Geomete- rinnen und Ingenieur-Geometern in einem Unternehmen hätten gemacht werden sollen. Massgebend ist vielmehr (auch) nach neuem Recht die fach- liche Unabhängigkeit, indem die «im Geometerregister eingetragene» Ingenieur-Geometerin bzw. der eingetragene Ingenieur-Geometer die Arbei- ten «unmittelbar fachlich leiten» muss bzw. als «in die Hierarchie einer Or- ganisation eingebundene Person in fachlicher Hinsicht keine Weisungen von vorgesetzten Personen entgegennehmen bzw. befolgen muss» (vgl. Erläu- terungen des Bundesamts für Landestopografie [swisstopo] vom Juli 2023 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 16 zur Änderung der VAV S. 18 [Hervorhebungen im Original], einsehbar unter: <www.swisstopo.admin.ch/de/bundesrat-fuehrt-neues-geodatenmodell-der- amtlichen-vermessung-ein>). Dass der Beschwerdegegner 1 aufgrund sei- ner Stellung bei der D.________ AG in fachlicher Hinsicht ungenügend un- abhängig wäre, ist entgegen dem Beschwerdeführer nicht anzunehmen. 5.3.2Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Beschwerdeführer zu Recht nicht geltend macht, das Angebot des Beschwerdegegners 1 er- fülle das einschlägige Eignungskriterium nicht: Die Ausschreibung verlangt – in Übereinstimmung mit den Vorschlägen des AGI (vgl. kantonale Empfeh- lung S. 3) – von den Bewerberinnen und Bewerbern lediglich eine «Leitende Stellung innerhalb der Firma» (vgl. vorne E. 3.2). Gemäss Offerte gehört der Beschwerdegegner 1 «zur Geschäftsleitung der D.________ AG und ist Ab- teilungsleiter der Vermessungsabteilung» (Offerte des Beschwerdegeg- ners 1 vom 20.9.2021 [nachfolgend: Offerte Beschwerdegegner 1] Ziff. 2.2, Vorakten RSA [act. 5C]), was den Anforderungen genügt (vgl. auch S. 1 des Informationsschreibens des AGI vom 15.10.2016 [nachfolgend: Informati- onsschreiben AGI], BSIG-Nr. 2/215.341/1.6, wonach die beauftragte Person «innerhalb der Firma zeichnungsberechtigtes Mitglied der Geschäftsleitung» sein müsse; eine Einzelzeichnungsberechtigung wird nicht verlangt). 5.4Für einen Ausschluss des Beschwerdegegners 1 vom Verfahren be- stand somit kein Grund. 6. In Bezug auf die Offertbewertung macht der Beschwerdeführer geltend, die Vorinstanz bzw. die Gemeinde hätten bei der Beurteilung der Offerten in ver- schiedener Hinsicht gegen die Grundsätze der Gleichbehandlung bzw. der Nichtdiskriminierung und der Transparenz verstossen. 6.1Der Beschwerdeführer beanstandet dabei auch einzelne von der Ge- meinde bei der Bewertung gemäss Auswertungstabelle (vgl. auch vorne E. 3.2) berücksichtigte Unterkriterien. Dies ist unbestrittenermassen zuläs- sig, bildete die Auswertungstabelle doch nicht Teil der Ausschreibung; sie Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 17 wurde dem Beschwerdeführer vielmehr erst nach Eröffnung der Zuschlags- verfügung und nur auf Nachfrage zur Kenntnis gebracht (vgl. Verfügung vom 29.10.2021; angefochtener Entscheid E. 11.6). Aber auch soweit sich die Vorbringen des Beschwerdeführers gegen die ausgeschriebenen Haupt- und Unterkriterien richten, sind sie entgegen der Vorinstanz (vgl. angefoch- tener Entscheid E. 12) und der Beschwerdegegnerschaft nicht verspätet: Wie dargelegt richtet sich das vorliegende Verfahren nicht nach den Vorga- ben des öffentlichen Beschaffungsrechts (vgl. vorne E. 2.4 f.) und kennt da- her die zusätzlichen spezialgesetzlich geschaffenen Anfechtungsobjekte nicht. Bei der hier interessierenden Ausschreibung handelt es sich weder um eine Verfügung (vgl. Art. 60 Abs. 1 Bst. a VRPG) bzw. Zwischenverfügung (vgl. Art. 61 VRPG) noch um einen Behördenakt im Sinn von Art. 60 Abs. 1 Bst. b VRPG (vgl. im Einzelnen Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kom- mentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 60 N. 19 ff. und 34 ff.). An- ders als im Vergaberecht, in dem die Ausschreibung als Verfügung behan- delt und ausdrücklich als «Beschwerdeobjekt» qualifiziert wird (vgl. Art. 53 Abs. 1 Bst. a IVöB bzw. nach altem Recht Art. 15 Abs. 1 bis Bst. a der interkantonalen Vereinbarung vom 25. November 1994/15. März 2001 über das öffentliche Beschaffungswesen [aIVöB; BAG 02-092]) und in dem daher eine Rügeobliegenheit besteht (vgl. Art. 53 Abs. 2 IVöB), fehlte es im vorlie- genden Verfahren bis zum Erlass der Zuschlagsverfügung an einem taugli- chen Anfechtungsobjekt. Mängel der Ausschreibung oder bei den publizier- ten Zuschlagskriterien können deshalb noch im Rechtsmittelverfahren gegen den Zuschlag vorgetragen werden. Daran ändern weder die in der Aus- schreibung enthaltene Rechtsmittelbelehrung noch die Ausführungen in der kantonalen Empfehlung (vgl. S. 3) etwas (im Ergebnis wohl anders: Martin Beyeler, Vergaberechtliche Entscheide, S. 24). 6.2In Bezug auf die Zuschlagskriterien bringt der Beschwerdeführer zunächst vor, die Vorinstanz habe beim Hauptkriterium «Qualitätssicherung» bzw. beim dort definierten Unterkriterium «Art der Sicherstellung der Stell- vertretung des Nachführungsgeometers» (vgl. vorne E. 3.2) gegen die Ge- bote der Gleichbehandlung bzw. Nichtdiskriminierung und der Transparenz verstossen (Beschwerde Rz. 52 ff.). Die Auswertungstabelle sehe vor, für eine Stellvertreterlösung auch dann die volle Punktzahl zu vergeben, wenn die Stellvertreterin bzw. der Stellvertreter in einer «Partnerfirma» und nicht Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 18 im selben Unternehmen tätig sei wie die Nachführungsgeometerin bzw. der Nachführungsgeometer (vgl. Auswertungstabelle S. 2; Bewertung des Be- schwerdeführers [nachfolgend: Angebotsbewertung Beschwerdeführer] S. 2, Vorakten RSA [act. 5A] pag. 22 f., auch zum Folgenden). Der Begriff der «Partnerfirma» sei materiell mit dem im kantonalen Musterdokument vor- gesehenen Begriff der «anderen Firma» gleichzusetzen; die beiden neben- einander zu stellen und unterschiedlich zu bewerten – volle vier Punkte für eine «Partnerfirma» gegenüber zwei Punkten für eine «andere Firma» – sei «sachlich ungerechtfertigt» und grenze an Willkür (Beschwerde Rz. 55). Durch die entsprechende Handhabung des Unterkriteriums würde das An- gebot des Beschwerdegegners 1 ungerechtfertigt bevorteilt, da es mit G.________ einen Stellvertreter vorsehe, der in einer anderen Unterneh- mung als der Beschwerdegegner 1 tätig sei (Beschwerde Rz. 57); hierfür hätten statt vier lediglich zwei Punkte vergeben werden dürfen (Beschwerde Rz. 58). 6.2.1Der Kanton sieht in der Mustervorlage, die er zur Bewertung der An- gebote zur Verfügung stellt, für das Unterkriterium «Art der Sicherstellung der Stellvertretung des Nachführungsgeometers» das Maximum von vier Punkten vor, falls die Stellvertreterin bzw. der Stellvertreter «in der Firma» tätig ist, und die Vergabe von zwei Punkten bei einer Stellvertretungslösung «in einer anderen Firma» (kantonale Empfehlung S. 6). Davon abweichend hat die Gemeinde vier Punkte auch dann vergeben, wenn die Stellvertreterin bzw. der Stellvertreter in einer «Partnerfirma» tätig ist (vgl. Auswertungsta- belle S. 2). – In allgemeiner Hinsicht ist zunächst der Vorinstanz beizupflich- ten, wenn diese entgegen dem Beschwerdeführer (Beschwerde Rz. 25 f.) er- wägt, dass eine Abweichung von der kantonalen Mustervorlage für sich allein keinen Verstoss gegen das Gebot der Nichtdiskriminierung und der Trans- parenz vermuten lässt (angefochtener Entscheid E. 12 und 14.5). Das be- treffende Dokument ist ausdrücklich mit «Empfehlung» betitelt, wobei die empfohlenen Zuschlagskriterien einschliesslich ihrer Gewichtung und des zugehörigen Bewertungsrasters jeweils als «Beispiel» bezeichnet werden (kantonale Empfehlung S. 3-6; vgl. auch Ziff. 2.5 des Informationsschreibens AGI mit einem Hinweis auf die zum Download zur Verfügung stehende kan- tonale Empfehlung inkl. passendem Auswertungsformular). Die Gemeinden Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 19 können und sollen diese Empfehlung und Beispiele ihren Bedürfnissen an- passen; dabei haben sie allerdings die vorne in E. 2.5 genannten Grund- sätze zu beachten. Hinzu kommt, dass die hier strittige Vergabe eine kom- munale Monopolkonzession zum Gegenstand hat, weshalb dem den Ge- meinden zustehenden grösseren Beurteilungsspielraum Rechnung zu tra- gen ist (vgl. vorne E. 2.5; BGE 145 II 303 E. 6.4.1 [Pra 190/2020 Nr. 33], 143 II 120 E. 6.3.3 und 6.4.2 [Pra 107/2018 Nr. 14]). Bei diesen Gegeben- heiten durfte der Beschwerdeführer von vornherein nicht in guten Treuen da- von ausgehen, dass die Bewertung der Zuschlagskriterien von der Ge- meinde ohne jegliche Anpassungen entsprechend den Vorschlägen in den kantonalen Musterdokumenten erfolgen würde. 6.2.2Letztlich bedarf der Einwand des Beschwerdeführers jedoch ohnehin keiner näheren Prüfung: Wie sowohl der Beschwerdegegner 1 als auch die Gemeinde zu Recht geltend machen, ist G.________ als für die Mandats- ausführung vorgesehener Stellvertreter des Beschwerdegegners 1 seit dem 1. Februar 2021 (und damit deutlich vor der hier interessierenden Ausschrei- bung) zu einem Pensum von 50 % in der D.________ AG angestellt (vgl. «Anstellungsvertrag» vom 29.1.2021, Vorakten RSA [act. 5A] pag. 100 f.). Er ist damit zumindest in einem Teilzeitpensum für dasselbe Unternehmen tätig wie der Beschwerdegegner 1. Dies erschliesst sich (entgegen der Fest- stellung des Regierungsstatthalters, vgl. angefochtener Entscheid E. 14.6) bereits aus der der Offerte beigelegten Personalliste (vgl. Personalliste Ver- messung und Geoinformatik, Offerte Beschwerdegegner 1 Raster F «An- hang F»). Damit offeriert der Beschwerdegegner 1 eine Stellvertretungslö- sung «in der Firma», die auch nach Auffassung des Beschwerdeführers mit dem Punktemaximum zu bewerten ist; der Umstand, dass das Anstellungs- verhältnis bei der D.________ AG in den Ausführungen zu den beruflichen Qualifikationen von G.________ nicht ausdrücklich erwähnt wird (vgl. Offerte Beschwerdegegner 1 Ziff. 2.1.2), ändert daran nichts. Dementsprechend liegt keine Veränderung oder Nachbesserung der ursprünglich eingereichten Offerte vor. Im Übrigen gab erst das vorliegende Verfahren zu den Präzisie- rungen hinsichtlich des Anstellungsverhältnisses und zum Einreichen zu- sätzlicher Unterlagen als Belege Anlass. Nach dem Gesagten kann offen- bleiben, ob es zulässig wäre, für die Anstellung der Stellvertreterin bzw. des Stellvertreters bei einer «Partnerfirma» die volle Punktzahl zu vergeben. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 20 6.3Der Beschwerdeführer rügt weiter, der Regierungsstatthalter habe den Grundsatz der Nichtdiskriminierung bzw. das Gleichbehandlungsgebot verletzt, indem er es als zulässig erachtete, dass die Gemeinde bei der Be- wertung des Zuschlagskriteriums «Angebotene Dienstleistungen» bzw. des Unterkriteriums «Erreichbarkeit für den Kunden» allein auf die Niederlassung des Beschwerdeführers in H.________ abgestellt und jene in I.________ ausser Acht gelassen habe (Beschwerde Rz. 76 ff.). 6.3.1In Übereinstimmung mit der kantonalen Mustervorlage sieht die Aus- wertungstabelle der Gemeinde beim Unterkriterium «Erreichbarkeit für den Kunden» folgende Punkteverteilung vor: Einen Punkt erhält das Angebot, wenn die «Bereitschaft, Besprechungen beim Kunden durchzuführen» be- steht. Sodann werden maximal weitere drei Punkte in Abhängigkeit von der Entfernung des «Bürostandorts» von der «Gemeinde» vergeben, nämlich ein Punkt bei einer Distanz von 21 - 40 km, zwei Punkte bei 11 - 20 km und drei Punkte bei einer Distanz von 0 - 10 km; bei über 40 km werden keine Punkte mehr vergeben (vgl. Auswertungstabelle S. 1; kantonale Empfehlung S. 5). – Wie dargelegt ist der Beschwerdeführer für die B.________ AG (ehe- mals F.________ AG; vgl. vorne Bst. A) tätig. In seiner Offerte weist er dar- auf hin, dass die damalige Arbeitgeberin einen «Sitz in H.________ und I.________» unterhalte (Offerte des Beschwerdeführers vom 20.9.2021 [nachfolgend: Offerte Beschwerdeführer] Ziff. 1, Vorakten RSA [act. 5B]). Die angegebenen Standorte des Unternehmens gehen zudem aus dem der Offerte beigelegten Kartenausschnitt hervor (vgl. Offerte Beschwerdeführer Raster 8 «Anhang G»). Weiter lässt sich Ziff. 3.1.3 der Offerte in Bezug auf das Unterkriterium der Erreichbarkeit entnehmen, «Auskünfte, Planausga- ben, Auftragsentgegennahme, Beratungen, Besprechungen etc. [seien] an jedem [der] Bürostandorte möglich». Man sei im Übrigen jederzeit bereit, auch ausserhalb der Bürozeiten «Besprechungen vor Ort auf der Gemein- deverwaltung oder beim Kunden durchzuführen», wobei solche Besprechun- gen, wie die Gemeinde aus Erfahrung wisse, auch kurzfristig organisiert wer- den könnten (vgl. Offerte Beschwerdeführer Ziff. 3.1.3). In Bezug auf das Un- terkriterium «Personal und Infrastruktur am angegebenen Bürostandort» führte der Beschwerdeführer in der Offerte aus, die Gemeinde werde vom «Standort in H.________, bei Bedarf auch von den Standorten I.________ Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 21 und ... aus bedient». An den Standorten seien «täglich mindestens zwei pa- tentierte Ingenieur-Geometer verfügbar» (Offerte Beschwerdeführer Ziff. 3.1.5). 6.3.2Gestützt auf die der Offerte des Beschwerdeführers beigelegten Le- bensläufe hat die Gemeinde geschlossen, die für die Erfüllung des Mandats vorgesehenen Personen seien gemäss der angegebenen «Geschäfts- adresse» ausnahmslos für den Standort H.________ tätig. Da es sich beim Mandat der Nachführungsgeometerin bzw. des Nachführungsgeometers um ein «fiduziarisches Rechtsverhältnis» bzw. ein «persönliches Rechtsge- schäft» handle, «das von Gesetzes wegen zwingend ad personam abzusch- liessen» und daher auch entsprechend ausgeschrieben worden sei, habe sie auf den Standort in H.________ abgestellt (Beschwerdeantwort Gemeinde Rz. 36 ff.). Diese Beurteilung wurde im vorinstanzlichen Entscheid ge- schützt. So hat der Regierungsstatthalter festgehalten, für das Unterkriterium der Erreichbarkeit sei «auf den Bürostandort abzustellen, von wo aus die angebotenen Dienstleistungen schwergewichtig angepriesen» würden; da- bei sei vertretbar, wenn die Gemeinde prüfe, «wo die mit der Mandats- führung betrauten Personen arbeiten» (angefochtener Entscheid E. 18.5). Zwar ginge aus der Offerte hervor, dass die Dienstleistungstätigkeit auf Wunsch der Gemeinde «nach I.________ verlagert [...] bzw. diese von I.________ aus bedient» werde. Ob die Gemeinde dieses Angebot des Be- schwerdeführers «mit einer Tätigkeit vom Hauptsitz H.________ aus für gleichwertig und für ihre konkreten Bedürfnisse als geeignet» einstufe, stehe ihr jedoch frei (angefochtener Entscheid E. 18.7). 6.3.3Zuschlagskriterien, die (wie hier) auf die geografische Nähe der An- bietenden abstellen, können sich vor dem Hintergrund eines diskriminie- rungsfreien Marktzugangs in grundsätzlicher Weise benachteiligend auswir- ken (vgl. BGer 2C_111/2018 vom 2.7.2019, in ZBl 2021 S. 57 E. 3.2.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 143 II 120 E. 6.5.3 [Pra 107/2018 Nr. 14], in dem das Bundesgericht es als diskriminierend und protektionistisch erachtet hatte, dass die betreffende Gemeinde die auf ihrem Gebiet vorhandene Infra- struktur einer Anbieterin zu deren Gunsten berücksichtigt hatte). Sie sind da- her insbesondere im Anwendungsbereich des Vergaberechts einer kriti- schen Prüfung zu unterziehen (vgl. Locher/Oechslin, in Hans Rudolf Trüeb Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 22 [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizerischen Beschaffungsrecht, 2020, Art. 29 N. 10 und 26). Aber auch im vorliegenden Fall erscheint fraglich, in- wiefern die Distanz zwischen Gemeinde und Anbietenden für die Ausführung des Mandats tatsächlich von Bedeutung ist. Es ist davon auszugehen, dass Nachführungsgeometerinnen und Nachführungsgeometer für die Ausfüh- rung der ihnen übertragenen Aufgaben zu grossen Teilen Arbeiten auf dem Gebiet der von ihnen betreuten Gemeinden verrichten und entsprechend viel unterwegs sind. Dies müsste auf den Beschwerdeführer und den Beschwer- degegner 1, die beide für eine Vielzahl weiterer Gemeinden verantwortlich sind, gleichermassen zutreffen (vgl. Offerte Beschwerdeführer Ziff. 3.2.1; Of- ferte Beschwerdegegner 1 Ziff. 3.2.1). Soweit die Gemeinden Angaben zu den über die amtliche Vermessung erfassten Daten benötigen oder solche bearbeiten möchten, dürften heute elektronische Systeme mit (ständigem) Online-Zugriff die Regel bilden; Entsprechendes wurde denn auch im Rah- men der Bewertung beim Unterkriterium «Bezug von Daten der amtlichen Vermessung» verlangt und beurteilt (vgl. vorne E. 3.2; Auswertungstabelle S. 1; kantonale Empfehlung S. 5; zu den Angeboten im vorliegenden Fall vgl. Offerte Beschwerdeführer Ziff. 3.1.4; Offerte Beschwerdegegner 1 Ziff. 3.1.3). Jedenfalls ist nicht davon auszugehen, dass regelmässig Bedarf nach unangemeldeten bzw. dringlichen persönlichen Besprechungen mit der Nachführungsgeometerin bzw. dem Nachführungsgeometer besteht. Soweit solche erforderlich sind, dürfte ihnen eine Terminvereinbarung per E-Mail oder ein Telefongespräch vorausgehen. Solange dabei Besprechungen in nützlicher Frist am gewünschten Ort erfolgen können, ist kaum relevant, wo sich die zuständige Nachführungsgeometerin bzw. der zuständige Nach- führungsgeometer mehrheitlich aufhält. Zumindest war aus der Ausschrei- bung bzw. dem Unterkriterium «Erreichbarkeit für den Kunden» für die An- bietenden nicht ohne weiteres ersichtlich, dass die Gemeinde dem Ort, an dem die Nachführungsgeometerin bzw. der Nachführungsgeometer haupt- sächlich Büroarbeiten verrichtet, ein derart grosses Gewicht zumessen würde. Es erscheint daher zweifelhaft, dass es im Rahmen eines vergabe- rechtlichen Verfahrens mit Blick auf die Grundsätze der Nichtdiskriminierung und der Transparenz sachlich gerechtfertigt wäre, das Unterkriterium der Er- reichbarkeit anhand der geografischen Distanz zu beurteilen. Wie dargelegt steht den betroffenen Gemeinwesen im Rahmen der Übertragung von Mo- nopolkonzessionen indessen ein grösserer Spielraum zu als im öffentlichen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 23 Beschaffungsrecht; insbesondere sind sie berechtigt, öffentlichen Interessen weitergehend Rechnung zu tragen (vgl. vorne E. 2.5). Vor diesem Hinter- grund erweist sich das in der Auswertungstabelle festgelegte Distanzkrite- rium zwar als nicht unproblematisch, aber in Bezug auf das vorliegende Ver- fahren noch zulässig. Insbesondere kann nicht gesagt werden, das Kriterium der örtlichen Nähe sei für die ordnungsgemässe Leistungserbringung gänz- lich bedeutungslos (vgl. auch Bemerkungen von Peter Hettich zu BGer 2C_111/2018 vom 2.7.2019, in ZBl 2021 S. 63 f.). Zudem liegen ihm offen- sichtlich keine protektionistischen Überlegungen der EG E.________ zu- grunde: Einerseits wurde es – einschliesslich der Abstufungen bei Punkten und Entfernung – aus der Mustervorlage des Kantons übernommen (vgl. kantonale Empfehlung S. 5); andererseits fand es in allen betroffenen Ge- meinden gleichermassen Anwendung (vgl. vorne E. 3.2). 6.3.4Gerade weil die Bewertung der Angebote nach Entfernungskriterien Fragen aufwirft, muss bei der konkreten Anwendung des Unterkriteriums «Erreichbarkeit für den Kunden» ein besonderes Augenmerk auf die Gleich- behandlung der Anbietenden und auf ein Handeln nach Treu und Glauben gerichtet werden. Der Beschwerdeführer hat in seiner Offerte ausdrücklich sowohl den Standort in H.________ als auch jenen in I.________ offeriert, die auch beide im Handelsregister eingetragen sind. Weiter hat er explizit angeboten, die Gemeinde auf Wunsch vom nähergelegenen Standort in I.________ aus zu betreuen. Dennoch hat diese für die Bewertung seines Angebots allein auf das Hauptdomizil des Unternehmens in H.________ ab- gestellt und die Zweigstelle in I.________ ausser Acht gelassen. Obschon sie den Beschwerdeführer und die Unternehmung, für die er tätig ist, aus der bisherigen Zusammenarbeit kennt, waren dafür nicht etwa Erfahrungen mit einer mangelnden Erreichbarkeit in I.________ verantwortlich, sondern ein- zig der Umstand, dass in den als Beilage eingereichten Lebensläufen der mit der Mandatsausführung betrauten Personen als Geschäftsadresse der Hauptsitz in H.________ genannt wird (vgl. vorne E. 6.3.2). Dieser Umgang mit der Offerte, bei dem nicht auf die einschlägigen Angaben zum publizier- ten (Unter-)Kriterium, sondern zum Nachteil des Beschwerdeführers auf an- dere Informationen in der Offerte abgestellt wird, die sich gerade nicht auf das bewertete Kriterium beziehen, widerspricht Treu und Glauben. Dies umso mehr, als dem Ort, an dem die mandatierten Personen üblicherweise Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 24 ihre Büroarbeit verrichten, kaum massgebliche Bedeutung zukommen dürfte (vgl. E. 6.3.3 hiervor). Anzeichen, dass der Beschwerdeführer die offerierten Dienstleistungen in I.________ nicht erbringen könnte, bestehen keine. So verfügt die B.________ AG (ebenso wie zuvor die F.________ AG) gemäss Handelsregisterauszug weiterhin über einen Standort in I.________. Zudem hat die Gemeinde, die mit dem Beschwerdeführer nicht erst seit dem Weg- gang des Nachführungsgeometers zusammenarbeitet, sondern ihn bereits seit Jahren als dessen Stellvertreter kennt (vgl. vorne E. 3.1), im vorliegen- den Verfahren zu keinem Zeitpunkt Zweifel an der Verfügbarkeit des Be- schwerdeführers in I.________ geäussert. Entsprechend ist entgegen dem Beschwerdegegner 1 (vgl. Beschwerdeantwort Rz. 60 ff.) auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage wäre, am offe- rierten Standort das angebotene Personal und die erforderliche Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Der Beschwerdeführer war demnach nicht gehal- ten, diesbezüglich spezielle Nachweise zu erbringen. Nach dem Gesagten hätte der Regierungsstatthalter die Handhabung des Unterkriteriums «Er- reichbarkeit für den Kunden» durch die Gemeinde nicht schützen dürfen. 6.3.5Hinzu kommt, dass – falls eine Beurteilung der Erreichbarkeit gestützt auf die «Geschäftsadresse» der zu mandatierenden Personen zulässig wäre – die Gemeinde zwingend bei allen Offerten gleich hätte vorgehen und den- selben Massstab anlegen müssen. Dies hat sie indessen nicht getan, wie bereits der Umstand zeigt, dass der Beschwerdegegner 1 in seinem Angebot ebenfalls mehrere Standorte erwähnt (nicht den Hauptsitz des Unterneh- mens in ..., dafür aber z.B. H.________, ..., ... und ...; Offerte Beschwerde- gegner 1 Ziff. 1 und 3.1.2), wobei die eingereichte Personalliste keine «Ge- schäftsadressen» für die aufgeführten Personen nennt. Weshalb bei diesen Gegebenheiten beim Beschwerdegegner 1 die Zweigniederlassung in H.________ berücksichtigt wurde, lässt sich nicht nachvollziehen und ent- spricht nicht dem Vorgehen bei der Offerte des Beschwerdeführers. Dies umso weniger, als auf der Homepage der D.________ AG ohne Weiteres ersichtlich ist, dass der Beschwerdegegner 1 selber nicht in H.________, sondern (schwergewichtig) an den Standorten in ... und ... tätig ist. Sein Stell- vertreter G.________ arbeitet offenbar für die Standorte H.________, ... und .... Hätte die Gemeinde das Unterkriterium «Erreichbarkeit für den Kunden» Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 25 aufgrund der Distanz zur «Geschäftsadresse» der zu mandatierenden Per- sonen bewerten wollen, hätte sie bei diesen Gegebenheiten beim Angebot des Beschwerdegegners 1 nicht ohne weiteres auf den Standort in H.________ abstellen dürfen. Letztlich hat sie einzig die Erreichbarkeit des Beschwerdeführers entsprechend beurteilt und dessen Angebot so in rechts- ungleicher und willkürlicher Weise zu seinen Ungunsten ausgelegt. 6.3.6Zusammenfassend ist es jedenfalls im Bereich der Übertragung einer kommunalen Monopolkonzession zwar zulässig, das (Unter-)Kriterium der «Erreichbarkeit für den Kunden» hauptsächlich anhand der Distanz zwi- schen den Büroräumlichkeiten der Anbietenden und der betroffenen Ge- meinde zu bewerten (vgl. vorne E. 6.3.3). Unzulässig, weil gegen Treu und Glauben verstossend und im Ergebnis auch rechtsungleich und willkürlich, war jedoch das Vorgehen der Gemeinde im Zusammenhang mit der für die Bewertung der Erreichbarkeit massgebenden Distanz, indem sie nicht für alle Anbietenden einheitlich auf den nächstgelegenen offerierten Standort abgestellt hat. So wäre in Bezug auf den Beschwerdeführer gemäss dessen Offerte die Zweigniederlassung in I.________, und nicht die «Geschäfts- adresse» in H.________ zu berücksichtigen gewesen (vgl. vorne E. 6.3.4 f.). Entgegen dem Regierungsstatthalter erweist sich die Beschwerde in Bezug auf das Unterkriterium der «Erreichbarkeit für den Kunden» daher als be- gründet. Bei der Bewertung ist demnach für alle Anbietenden einheitlich auf den nächstgelegenen offerierten Standort abzustellen, womit dem Be- schwerdeführer insoweit zwei Punkte (anstatt ein Punkt) bzw. für das Unter- kriterium «Erreichbarkeit für den Kunden» gesamthaft drei Punkte (anstatt zwei Punkte) zu vergeben sind (vgl. hinten E. 6.6.1 sowie zu den angepass- ten Bewertungsergebnissen allgemein E. 6.6.3). 6.4Der Beschwerdeführer beanstandet zudem, der Regierungsstatthal- ter habe gegen das Transparenz- und das Gleichbehandlungsgebot verstos- sen, indem er es als zulässig erachtete, unter dem Kriterium «Weitere Geo- matik- und Vermessungsdienstleistungen im Rahmen der amtlichen Ver- messung» die Dienstleistung «Kanalfernsehaufnahmen» zu berücksichtigen (Beschwerde Rz. 59 ff.). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 26 6.4.1Gemäss Ausschreibung ist unter dem Hauptkriterium «Angebotene Dienstleistungen» u.a. das Unterkriterium «Weitere Geomatik- und Vermes- sungsdienstleistungen im Rahmen der amtlichen Vermessung» zu bewer- ten. In den Erläuterungen zur kantonalen Mustervorlage werden in diesem Zusammenhang die folgenden Dienstleistungen berücksichtigt: «Güterzu- sammenlegung», «Baulandumlegung», «Web GIS» und «Baukontrollen» (kantonale Empfehlung S. 5). In Abweichung davon sieht die Auswertungs- tabelle der Gemeinde die Vergabe von jeweils einem Punkt vor, wenn die Anbietenden als zusätzliche Dienstleistungen «3D Daten der Gemeinde», «Baukontrollen», ein «Leitungsinformationssystem» sowie «Kanalfernseh- aufnahmen» offerieren (Auswertungstabelle S. 1 f.). Der Beschwerdeführer hat die ersten drei Dienstleistungen angeboten, nicht aber Kanalfernsehauf- nahmen; seine Offerte hat entsprechend drei von vier möglichen Punkten erzielt. Er stellt nun in Frage, dass die Berücksichtigung des Angebots von Kanalfernsehaufnahmen unter diesem Kriterium zulässig ist. – Der Regie- rungsstatthalter hat zu Recht festgehalten, die Umschreibung «Weitere Geomatik- und Vermessungsdienstleistungen im Rahmen der amtlichen Vermessung» sei offen formuliert und lasse der Vergabebehörde weite Spielräume, welche Dienstleistungen sie berücksichtigen wolle (vgl. ange- fochtener Entscheid E. 15.4). Grenzen setzen insoweit bloss der Grundsatz von Treu und Glauben bzw. das Transparenzgebot (vgl. vorne E. 2.5), wes- halb letztlich massgebend ist, wie das ausgeschriebene Unterkriterium von den Interessentinnen und Interessenten in guten Treuen verstanden werden konnte. Da es um technisch geprägte Begriffe geht, bildet das Verständnis der Fachleute, also der angesprochenen Nachführungsgeometerinnen und Nachführungsgeometer, den relevanten Massstab (vgl. für das Vergaberecht BGE 141 II 14 E. 7.1; BGer 2C_111/2018 vom 2.7.2019, in ZBl 2021 S. 57 E. 3.3.2). 6.4.2Die publizierte Formulierung macht für Fachpersonen ohne weiteres deutlich, dass Dienstleistungen gemeint sind, die über die gesetzlichen Kernaufgaben einer Nachführungsgeometerin bzw. eines Nachführungsgeo- meters im Bereich der amtlichen Vermessung hinausgehen (vgl. Art. 29 GeoIG sowie Art. 5 ff. VAV; vgl. auch Art. 22 ff. KGeoIG). Nachgefragt wer- den ausdrücklich «weitere» Dienstleistungen, und zwar nicht nur im Bereich der eigentlichen Vermessung, sondern (allgemeiner) auch im Bereich der Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 27 «Geomatik». Ebenfalls auf ein weites Verständnis möglicher Dienstleistun- gen lassen die kantonalen Musterdokumente schliessen, denen das fragli- che Unterkriterium entnommen wurde: Die vom Kanton beispielhaft aufge- führten Angebote zeigen, dass es nach dem Dafürhalten der kantonalen Fachbehörde um Dienstleistungen geht, die nicht direkt zur amtlichen Ver- messung gehören, aber damit eine Verbindung aufweisen (vgl. kantonale Empfehlung S. 5). Bei diesen Gegebenheiten mussten die interessierten Nachführungsgeometerinnen und Nachführungsgeometer das Unterkrite- rium der «Weitere[n] Geomatik- und Vermessungsdienstleistungen» weit verstehen und durften trotz der ausdrücklichen Bezugnahme auf die amtliche Vermessung nicht davon ausgehen, dass sich die nachgefragten Dienstleis- tungen auf diesen Bereich beschränken. Ebenso wenig konnten sich die An- bietenden darauf verlassen, dass sich die Bewertung ihrer Offerte exakt nach den in den kantonalen Erläuterungen vorgeschlagenen Dienstleistungen richten würde (vgl. vorne E. 6.2.1). Entgegen der Auffassung des Beschwer- deführers hat der Regierungsstatthalter daher zu Recht erwogen, dass (auch hier) allein die Abweichung von den kantonalen Musterdokumenten nicht treuwidrig ist (vgl. angefochtener Entscheid E. 15.4). Die Anbietenden hatten nach dem Gesagten vielmehr damit zu rechnen, dass die Gemeinde als wei- tere Dienstleistungen auch solche berücksichtigen würde, die nicht direkt zur amtlichen Vermessung gehören, sondern bloss mit einer solchen oder über- haupt mit raumbezogenen Informationen (Geomatik) im Zusammenhang stehen. 6.4.3Kanalfernsehaufnahmen sind unstreitig für die Einmessung und Er- fassung von Leitungen von Nutzen und kommen daher namentlich im Rah- men von Baukontrollen und bei Abnahme eines Bauwerks zum Einsatz (vgl. Beschwerdeantwort Beschwerdegegner 1 Rz. 47; Beschwerdeantwort Ge- meinde Rz. 27). Darüber hinaus sind Leitungen aber auch für den digitalen Leitungskataster im Kanton Bern einzumessen und zu erfassen, der die geografische Lage der Leitungen zur Versorgung und Entsorgung mit ihren ober- und unterirdischen baulichen Anlagen abbildet (Art. 49 Abs. 1 KGeoIG; vgl. auch Art. 1 Abs. 1 der Verordnung vom 11. November 2015 über den Leitungskataster [VLK; BSG 215.341.5]). Die rechtlichen Grundlagen des Leitungskatasters finden sich direkt im Anschluss an die kantonale Regelung der amtlichen Vermessung im KGeoIG und damit im selben Erlass wie die Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 28 einschlägigen Normen für die laufende Nachführung. Betroffen ist damit ein Bereich, der jedenfalls ohne Mühe unter den Begriff der «Geomatik», wenn nicht gar auch unter jenen der «Vermessung» subsumiert werden kann. Zwar fallen die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Leitungskataster nicht in den Monopolbereich der Gemeinden, zumal primär die Werkeigentümer- schaft für Erhebung, Nachführung und Verwaltung der entsprechenden Geo- daten verantwortlich ist (Art. 50 Abs. 2 und Art. 64 Abs. 2 KGeoIG; Art. 5 VLK). Aber die Zuständigkeit für den Aufbau und den Betrieb des Leitungs- katasters liegt (unter der Aufsicht des AGI; vgl. Art. 50 Abs. 3 KGeoIG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 VLK) bei den Gemeinden (Art. 50 Abs. 1 KGeoIG), die auch die in diesem Zusammenhang anfallenden Kosten zu tragen haben (Art. 64 Abs. 1 KGeoIG); sie können zudem für ihr Gebiet auf den Inhalt des Lei- tungskatasters Einfluss nehmen (vgl. Art. 1 Abs. 2 VLK). Die Gemeinden ha- ben daher nicht nur indirekt in Bezug auf die Wahrung der Interessen von Werkeigentümerinnen und Werkeigentümern auf ihrem Gebiet ein Interesse an der Erhebung von Daten für den Leitungskataster, sondern auch direkt und in eigener Sache (vgl. zu den Zuständigkeiten und zur Organisation auch S. 8 ff. der Weisung des AGI zum Leitungskataster im Kanton Bern vom 20.6.2018, einsehbar unter; <https://www.agi.dij.be.ch>, Rubriken «Katas- ter/Leitungskataster/Informationen zum Datenbezug/Dokumente zum Down- load»). Kanalfernsehaufnahmen sind nach dem heutigen Stand der Technik ein nützliches Mittel, um die betreffenden Informationen zu beschaffen. 6.4.4Nach dem Gesagten sind Kanalfernsehaufnahmen für Bauabnahmen und die Datenerfassung zugunsten des digitalen Leitungskatasters von Nut- zen. Sie erscheinen so als Dienstleistung, die ohne Verstoss gegen das Transparenzgebot und gegen Treu und Glauben den Bereichen der Geoma- tik und der Vermessung zugeordnet werden kann, wobei ihre Erbringung auch im Interesse der Gemeinden liegt. Die EG E.________ weist denn auch darauf hin, dass auf ihrem Gebiet in nächster Zeit offenbar solche Aufnah- men nachgefragt werden (vgl. Beschwerdeantwort Gemeinde Rz. 27). Der Beschwerdeführer kann als Fachmann nicht mit Erfolg geltend machen, er habe schlichtweg nicht erwarten können, dass die Vergabebehörde an Ka- nalfernsehaufnahmen interessiert sein könnte, und nur darum auf ein ent- sprechendes Angebot verzichtet. Die Berücksichtigung von Kanalfernseh- aufnahmen bei der Bewertung des Unterkriteriums «Weitere Geomatik- und Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 29 Vermessungsdienstleistungen im Rahmen der amtlichen Vermessung» er- weist sich nicht als unzulässig. Es liegt insoweit auch kein Verstoss gegen das Gleichbehandlungsgebot bzw. das Diskriminierungsverbot vor (Be- schwerde Rz. 66 f.): Wie der Regierungsstatthalter zutreffend erwogen hat, war die Ausgangslage für alle Anbietenden dieselbe und die Bewertung der Offerten ist nach einheitlichen Grundsätzen erfolgt. Dem Beschwerdeführer wäre es zudem unbenommen gewesen, sich bei der Gemeinde nach den Dienstleistungen zu erkundigen, die beim fraglichen Unterkriterium bewertet werden würden. Es gibt keine Hinweise dafür, dass dieses auf eine be- stimmte Anbieterschaft zugeschnitten worden wäre. Schliesslich führt allein der Umstand, dass der Beschwerdegegner 1 die Dienstleistung «Kanalfern- sehaufnahmen» als einziger Anbieter tatsächlich offeriert hat, nicht zu einer fehlenden Vergleichbarkeit der eingegangenen Angebote und zum Bedarf nach einer «Bereinigung» analog Art. 39 IVöB (vgl. Beschwerde Rz. 66). Die Rüge des Beschwerdeführers in Bezug auf das Beurteilungskriterium «Ka- nalfernsehaufnahmen» erweist sich demnach als unbegründet. 6.5Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, der Regierungs- statthalter habe in Verletzung des Transparenzgebots zugelassen, dass die Gemeinde die Qualität der eingereichten schriftlichen Unterlagen doppelt berücksichtige (Beschwerde Rz. 69 ff.). 6.5.1Gemäss Ausschreibung ist unter dem Hauptkriterium «Angebotene Dienstleistungen» als Unterkriterium auch die «Persönliche Präsentation der Offerte oder Dienstleistungskonzept» zu bewerten, wobei hierfür gemäss der Auswertungstabelle der Gemeinde insgesamt vier Punkte vergeben werden. Die Gemeinde hat – wie in den Erläuterungen zur kantonalen Mustervorlage vorgesehen (vgl. kantonale Empfehlung S. 5) – die folgenden vier Aspekte der Offerten bzw. von deren Präsentation beurteilt und jeweils mit maximal einem Punkt bewertet (Wert zwischen 0,0 und 1,0): «Ist die Offerte struktu- riert und verständlich aufgebaut», «Wird eine plausible Auftragsabwicklung vorgestellt», «Wurden alle Fragen zur Zufriedenheit beantwortet» sowie «Überzeugte das Auftreten». Das Angebot des Beschwerdeführers hat beim ersten und letzten Aspekt 0,9 Punkte und bei den zwei weiteren Aspekten je einen Punkt erzielt (Angebotsbewertung Beschwerdeführer S. 1), während jenes des Beschwerdegegners 1 bei allen Aspekten mit einem vollen Punkt Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 30 bewertet worden ist (Vorakten RSA [act. 5A] pag. 58). Der Beschwerdefüh- rer beanstandet, nachdem die Gemeinde auf die eigentlich vorgesehene per- sönliche Präsentation der Angebote verzichtet habe, sei im Widerspruch zur Ausschreibung beim ersten und dem vierten Aspekt zweimal die Qualität der abgegebenen schriftlichen Unterlagen beurteilt worden. Der Aspekt «Über- zeugte das Auftreten» hätte bei keiner Offerte bewertet werden dürfen. 6.5.2Der Regierungsstatthalter hat erwogen, angesichts der Covid-19- Pandemie sei der Verzicht auf eine «Präsenzvorstellung» sinnvoll gewesen. Weiter sei es nicht geradezu willkürlich, die «Überzeugungsfähigkeit des Auftretens losgelöst von einem persönlichen Erscheinen anhand der einge- reichten Bewerbungsordner» zu bewerten (angefochtener Entscheid E. 16.4). Die Beschwerdegegnerschaft ist ebenfalls der Auffassung, der As- pekt des überzeugenden Auftretens könne anhand von schriftlichen Unterla- gen beurteilt werden (Beschwerdeantwort Beschwerdegegner 1 Rz. 53 f.; Beschwerdeantwort Gemeinde Rz. 32 f.). – Zu Unrecht: Der Spielraum der Vergabebehörde, welche Aspekte sie für die Bewertung von Angeboten bei einem bestimmten Zuschlagskriterium berücksichtigen will, findet seine Grenze dort, wo der Grundsatz von Treu und Glauben bzw. das Transpa- renzgebot verletzt werden. Massgebend ist insoweit, wie gesehen (vgl. vorne E. 6.4.1), wie das ausgeschriebene Kriterium vom Adressatenkreis in guten Treuen verstanden werden konnte. Lautet das interessierende Unterkrite- rium «Persönliche Präsentation der Offerte oder Dienstleistungskonzept», mussten die angesprochenen Nachführungsgeometerinnen und Nach- führungsgeometer davon ausgehen, dass sie ihr Angebot persönlich zu prä- sentieren hatten und dass sich das Gelingen des entsprechenden Auftritts auf die Bewertung ihrer Offerte auswirken würde. Damit war die Gemeinde grundsätzlich gehalten, eine direkte, mündliche Präsentation der eingereich- ten Angebote zu organisieren und zu bewerten. Ob es vor dem Hintergrund der Pandemie, die im Herbst 2021 wieder verstärkt präsent war, zulässig war, in Abweichung von den ausgeschriebenen Zuschlagskriterien gänzlich auf eine persönliche Präsentation zu verzichten, oder ob eine solche – wie der Beschwerdeführer meint – mittels elektronischer Kommunikation ohne direkten Kontakt zu organisieren gewesen wäre, kann offenbleiben. Jeden- falls ist unzulässig, unter dem Beurteilungskriterium «Überzeugte das Auf- treten», das offenkundig eine persönliche Präsentation voraussetzt, andere Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 31 – namentlich schriftliche – Elemente des Angebots zu bewerten. Ein solches Vorgehen der Gemeinde verstösst, wie der Beschwerdeführer zu Recht gel- tend macht, gegen das Transparenzgebot und ist treuwidrig. Daran ändert nichts, dass in der Ausschreibung auch auf ein «Dienstleistungskonzept» hingewiesen wird: Zum einen ist gänzlich unklar, was mit diesem – der kan- tonalen Mustervorlage entnommenen, aber dort nicht näher erläuterten – Be- griff überhaupt gemeint ist. Zum anderen ist nicht ersichtlich, ob ein solches Konzept ebenfalls persönlich zu präsentieren oder aber schriftlich einzurei- chen wäre. So oder anders besteht aber unter dem Aspekt des überzeugen- den Auftretens kein Raum für die Bewertung schriftlicher Elemente. Soweit die Gemeinde im Rahmen ihrer Beurteilung weiteren Bestandteilen der Of- ferten Rechnung tragen wollte (vgl. Beschwerdeantwort Gemeinde Rz. 32 f.), hätte sie dies im Rahmen der Bewertung der ersten drei Aspekte des hier interessierenden Unterkriteriums tun müssen. 6.5.3Die Vorinstanz durfte mithin die unterschiedliche Bewertung der Of- ferten von Beschwerdeführer und Beschwerdegegner 1 beim Aspekt «Über- zeugte das Auftreten» nicht bestätigen; es war unzulässig, diesen Aspekt mangels tatsächlich erfolgter persönlicher Präsentation anhand von Eindrü- cken aus den schriftlichen Unterlagen zu bewerten. Der angefochtene Ent- scheid verletzt daher insoweit das Transparenzgebot. Wie die Bewertung der eingegangenen Offerten – unter der Annahme, dass die Gemeinde tatsäch- lich Veranlassung hatte, auf eine Offertpräsentation in Anwesenheit ihrer Entscheidungsträger zu verzichten, und keine Alternativlösung organisieren musste – korrekterweise anzupassen gewesen wäre, erschliesst sich indes nicht ohne weiteres. Zum einen wäre denkbar, bei allen Angeboten auf eine Bewertung des Aspekts «Überzeugte das Auftreten» zu verzichten, wie es der Beschwerdeführer für richtig hält (Beschwerde Rz. 75 und 85). Das würde allerdings dazu führen, dass beim Unterkriterium «Persönliche Prä- sentation der Offerte oder Dienstleistungskonzept» anstatt der maximal vor- gesehenen vier nur drei Punkte vergeben werden. Dadurch würde dieses Unterkriterium und mit ihm auch das Hauptkriterium «Angebotene Dienst- leistungen» weniger stark gewichtet als mit der Ausschreibung publiziert (vgl. zur ähnlichen Situation beim Hauptkriterium «Erfahrung in der Nachführung der amtlichen Vermessung» hinten E. 6.7). Zum anderen könnte der Aspekt «Überzeugte das Auftreten» aus der Bewertung ausgeklammert und dafür Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 32 bei jedem der drei übrigen Aspekte je maximal 1,3 Punkte vergeben werden. Bei einem solchen Vorgehen würden Punktemaximum und Gewichtung von Unter- und Hauptkriterium nicht verändert. Da der Verfahrensausgang nicht von der gewählten Methode abhängt (vgl. hinten E. 6.6.3), braucht nicht ab- schliessend beurteilt zu werden, welche vorzuziehen ist. 6.6Aus dem Gesagten ergibt sich für die Bewertung der Angebote beim Hauptkriterium «Angebotene Dienstleistungen» Folgendes: 6.6.1Beim Unterkriterium «Erreichbarkeit für den Kunden» ist für alle An- bietenden einheitlich auf den nächstgelegenen offerierten Standort abzustel- len (vgl. vorne E. 6.3). In Bezug auf den Beschwerdeführer sind die Räum- lichkeiten in I.________ massgebend, die sich rund 19 km von der Gemein- deverwaltung der EG E.________ entfernt befinden. Die Entfernung des «Bürostandorts» von der «Gemeinde» liegt entsprechend zwischen 11 und 20 km, womit dem Beschwerdeführer insoweit zwei Punkte (anstatt ein Punkt) bzw. für das Unterkriterium «Erreichbarkeit für den Kunden» insge- samt drei Punkte (anstatt zwei Punkte) zu vergeben sind (vgl. vorne E. 3.2 und 6.3.1). In Bezug auf die übrigen Anbietenden, insbesondere den Be- schwerdegegner 1 (vgl. auch vorne E. 6.3.5), hat die Gemeinde von Anfang an auf den nächstgelegenen offerierten Standort abgestellt (zur Bewertung des Beschwerdegegners 1 vgl. Vorakten RSA [act. 5A] pag. 58 f.). Die hier vorgenommene Änderung führt bei der Bewertung von deren Offerten somit zu keiner Anpassung. 6.6.2Sodann sind beim Unterkriterium «Persönliche Präsentation der Of- ferte oder Dienstleistungskonzept» unter dem Aspekt «Überzeugte das Auf- treten» in Ermangelung der Durchführung einer persönlichen Präsentation keine Punkte zu vergeben (vgl. vorne E. 6.5.2 f.); dies führt dazu, dass der Beschwerdeführer bei diesem Unterkriterium 2,9 und jenes des Beschwer- degegners 1 3 Punkte erzielt, sofern die Punktevergabe in den anderen drei Aspekten nicht angepasst wird. Wird hingegen das Maximum bei den übri- gen Aspekten auf je 1,3 Punkte erhöht, ergeben sich für das Angebot des Beschwerdeführers 3,86 und für jenes des Beschwerdegegners 1 4 Punkte (vgl. zu den beiden Methoden vorne E. 6.5.3).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 33 6.6.3Die entsprechend angepassten Bewertungsergebnisse sind anhand des von der Gemeinde verwendeten Punkterasters zu gewichten, wodurch der Beschwerdeführer beim Hauptkriterium «Angebotene Dienstleistungen» gesamthaft je nach Methode 3,15 (Variante 1) oder 3,63 Punkte (Variante 2) erreicht (anstatt 3,4 Punkte; vgl. vorne E. 3.3); der Beschwerdegegner 1 er- hält 3,1 oder (wie in der ursprünglichen Bewertung) 3,6 Punkte. Wird diese Korrektur in der Offertbewertung der Gemeinde (vgl. vorne E. 3.3) berück- sichtigt, resultiert in der Variante 1 folgendes Ergebnis: Kriterium Dienst- leistungen Erfahrung in der AV Preis- konditionen Qualitäts- sicherung Gewichtung 12,50 (50 %) 6,25 (25 %) 3,75 (15 %) 2,50 (10 %) Total Rang- folge Beschwerde- gegner 1 3,1 3,4 4,0 4,0 85,0* 2 Beschwerde- führer 3,2 3,4 4,0 4,0 85,6* 1 *Berechnet durch Addition der mit ihrer jeweiligen Gewichtung multiplizierten (ungerundeten) Punktebewertung In der Variante 1 erreicht der Beschwerdeführer gesamthaft (ungerundet) 85,625 und der Beschwerdegegner 1 85 Punkte, gemäss Variante 2 sind es 91,6 Punkte beim Beschwerdeführer und (gegenüber der Zuschlagsverfü- gung unverändert) 91,25 Punkte beim Beschwerdegegner 1. Die korrigierte Bewertung der Offerten hat somit unabhängig von der Methode, die in Bezug auf das Unterkriterium «Persönliche Präsentation der Offerte oder Dienst- leistungskonzept» gewählt wird, zur Folge, dass das Angebot des Beschwer- deführers jenes des Beschwerdegegners 1 überholt und auf den ersten Platz vorrückt. 6.7Anzumerken ist an dieser Stelle, dass die von der Gemeinde verwen- dete Auswertungstabelle (vgl. vorne E. 3.2, auch zum Folgenden) einen Feh- ler enthält: Die ausschreibenden Gemeinden haben sich in Abweichung von der kantonalen Vorlage (vgl. kantonale Empfehlung S. 4) entschieden, unter dem Hauptkriterium «Erfahrung in der Nachführung der amtlichen Vermes- sung» ein zusätzliches Unterkriterium «Eingesetzte Technologie und Infra- struktur» einzuführen, das gemäss Ausschreibung mit 5 % zu gewichten Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 34 war. Indem die Gemeinde für dieses Kriterium in der Folge lediglich ein Ma- ximum von einem Punkt anstatt vier Punkten vergeben hat, entspricht sowohl die Bedeutung dieses Unterkriteriums als auch jene des Hauptkriteriums «Erfahrung in der Nachführung der amtlichen Vermessung» nicht den Anga- ben in der Ausschreibung: Beim Hauptkriterium resultiert so eine maximal mögliche Punktzahl von lediglich 3,4 anstatt 4,0, woraus sich eine Gewich- tung mit 22,1 % anstatt mit 25 % ergibt (vgl. vorne E. 3.3 und E. 6.6.3 hier- vor). Für das Unterkriterium «Eingesetzte Technologie und Infrastruktur» führt das Maximum von einem Punkt zu einem Gewicht von bloss 1,25 % anstatt 5 %. Da dieser Fehler alle Anbietenden gleichermassen betrifft und alle Angebote beim fraglichen Unterkriterium das Maximum von einem Punkt erzielt haben, bleibt die Abweichung von der Ausschreibung allerdings gänz- lich ohne Auswirkungen. 7. Wie schon vor der Vorinstanz machen sowohl der Beschwerdegegner 1 als auch die Gemeinde geltend, das Angebot des Beschwerdeführers sei bei zwei Zuschlagskriterien zu hoch bewertet worden, weshalb ihm ohnehin nicht der Zuschlag erteilt werden könne. 7.1Der Regierungsstatthalter musste sich mit den entsprechenden Vor- bringen nicht befassen, da sie aufgrund seiner abschlägigen Beurteilung der Rügen des Beschwerdeführers nicht ins Gewicht fielen (vgl. angefochtener Entscheid E. 14 ff., insb. E. 21). Einer Behandlung durch das Verwaltungs- gericht als erste Instanz steht indes nichts entgegen: Die Parteien haben sich sowohl im vorinstanzlichen als auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren hinlänglich zu den betreffenden Umständen geäussert und auch in sachver- haltlicher Hinsicht ist die Sache spruchreif. Sodann ziehen weder die Ge- meinde noch der Beschwerdegegner 1 die Festlegung, Formulierung oder Gewichtung der in Frage stehenden Unterkriterien in Zweifel; sie beanstan- den vielmehr die Beurteilung des Beschwerdeführers in Bezug auf zwei Zu- schlagskriterien. Ob die Gemeinde dabei den ihr zukommenden Beurtei- lungsspielraum bei der Bewertung der Angebote in rechtskonformer Weise gehandhabt hat, stellt eine Rechtsfrage (und keine Ermessensbetätigung) Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 35 dar, die grundsätzlich der uneingeschränkten Rechtskontrolle durch die Rechtsmittelinstanzen unterliegt (vgl. zum insoweit vergleichbaren Vergabe- recht VGE 2021/338 vom 22.8.2022 E. 6.2, 2019/369 vom 24.3.2020 E. 3.2, 2014/248/252 vom 3.11.2014 E. 3.2.4 mit Hinweisen). Im Übrigen beantra- gen weder der Beschwerdegegner 1 noch die Gemeinde eine Rückweisung an die Vorinstanz (vgl. vorne Bst. C). 7.2Zum einen bringen der Beschwerdegegner 1 und die Gemeinde vor, der Beschwerdeführer hätte in Bezug auf das Unterkriterium «Qualitätssi- cherung in der amtlichen Vermessung» für sein Qualitätsmanagementsys- tem nicht die volle Punktzahl erhalten dürfen, da er über kein ISO-Zertifikat verfüge (Beschwerdeantwort Beschwerdegegner 1 Rz. 68 ff.; Beschwerde- antwort Gemeinde Rz. 43; Duplik Gemeinde Rz. 8 ff.; Duplik Gemeinde vom 22.9.2022 vor dem RSA Rz. 14 ff., Vorakten RSA [act. 5A] pag. 204 ff.). – In Übereinstimmung mit der kantonalen Mustervorlage erhält ein Angebot bei diesem Unterkriterium dann das Maximum von vier Punkten, wenn es ein «Qualitätsmanagementsystem nach ISO-Norm» enthält; drei Punkte werden für ein «eigenes Qualitätsmanagementsystem» vergeben, während ein An- gebot ohne solches System keine Punkte erhält (kantonale Empfehlung S. 6; Auswertungstabelle S. 2; Angebotsbewertung Beschwerdeführer S. 2). 7.2.1Der Beschwerdeführer verfügt unbestrittenermassen über ein Qua- litätsmanagementsystem, für das weder ein ISO-Zertifikat noch eine Zertifi- zierung einer anderen (gleichwertigen) Organisation ausgestellt wurde. Viel- mehr handelt es sich um ein «eigenes Qualitätsmanagementsystem, wel- ches sich von der Struktur und den Inhalten her am System der ISO-Norm 9001:2000» orientiere und «diesem materiell» entspreche (Replik Rz. 21; Offerte Beschwerdeführer Ziff. 3.4.1). Der Beschwerdeführer weist aber zu Recht darauf hin (Replik Rz. 20), dass weder gemäss Ausschreibung noch gemäss Auswertungstabelle beim Zuschlagskriterium «Qualitätssicherung» eine Zertifizierung nach ISO-Norm oder das Beibringen eines anderen Zerti- fikats erwartet wird (vgl. vorne E. 3.2, auch zum Folgenden). Die Auswer- tungstabelle sieht zwar vor, dass die Maximalpunktzahl bei einem «Qua- litätsmanagementsystem nach ISO-Norm» zu vergeben ist, ohne aber eine entsprechende Zertifizierung vorauszusetzen; nichts anderes gilt im Übrigen hinsichtlich der kantonalen Mustervorlage (vgl. kantonale Empfehlung S. 6). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 36 Bei diesen Gegebenheiten war es allein Sache der Gemeinde zu beurteilen, ob das Angebot des Beschwerdeführers mit einem (bloss) auf der einschlä- gigen ISO-Norm basierenden bzw. diesem entsprechenden Qualitätsmana- gementsystem beim betreffenden Beurteilungskriterium die maximale Punkt- zahl erreichen kann, oder ob sie hierfür die Vorlage eines Zertifikats erwarten würde. Solange sie auf alle Angebote denselben Massstab zur Anwendung brachte, ist nicht zu beanstanden, wenn sie auch Systeme ohne Zertifizie- rung, die nach ihrem Dafürhalten den ISO-Normen entsprachen, mit der Ma- ximalpunktzahl bewertete. 7.2.2So kam die Gemeinde gestützt auf die Offerte des Beschwerdefüh- rers (vgl. Offerte Beschwerdeführer Ziff. 3.4.1 inkl. Beilagen in Raster 7 «An- hang F») ursprünglich zum Schluss, dass es sich bei dessen Qualitätsma- nagementsystem um ein solches «nach ISO-Norm» handle, hat sie es doch mit der vollen Punktzahl bewertet (vgl. Angebotsbewertung Beschwerdefüh- rer S. 2; vgl. auch die mit den Schlussbemerkungen vom 5.7.2022 einge- reichten weiteren Unterlagen, Vorakten RSA [act. 5A] pag. 155 ff.). Soweit die Gemeinde dies nun anders beurteilt, legt sie nicht dar, warum ihre ur- sprüngliche Einschätzung fehlerhaft sein sollte bzw. weshalb das Qualitäts- managementsystem des Beschwerdeführers doch nicht mit einem System nach ISO-Norm vergleichbar wäre. Insbesondere behauptet sie nicht, der Umstand der fehlenden Zertifizierung ginge aus der Offerte nicht hinreichend hervor bzw. sie habe dies in Bezug auf den Beschwerdeführer übersehen und von allen anderen Anbietenden ein Zertifikat verlangt. Bei diesen Gege- benheiten scheint ihre Argumentation zum Unterkriterium «Qualitätssiche- rung in der amtlichen Vermessung» nachgeschoben. Die Vergabebehörde kann nicht nach Belieben im Rechtsmittelverfahren auf eine frühere rechts- konforme Bewertung zurückkommen, um ihren strittigen Auswahlentscheid besser abzustützen. 7.2.3Die Gemeinde hat sich mit ihrer ursprünglichen Bewertung des An- gebots des Beschwerdeführers an den ihr aufgrund von Ausschreibung und Auswertungstabelle zustehenden Beurteilungsspielraum gehalten; es ist we- der ersichtlich noch dargetan, dass in Bezug auf die anderen Anbietenden Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 37 ein anderer bzw. strengerer Massstab zur Anwendung gelangt wäre. Insge- samt ist damit bei der Beurteilung des Zuschlagskriteriums «Qualitätssiche- rung in der amtlichen Vermessung» kein Rechtsverstoss zu erkennen. 7.3Zum anderen ist die Bewertung des Angebots des Beschwerdefüh- rers beim Hauptkriterium «Erfahrung in der Nachführung der amtlichen Ver- messung» bzw. dem dort vorgesehenen Unterkriterium «Erfahrung des Büros in ähnlichen Gemeinden» (vgl. vorne E. 3.2) streitig. Gemäss Auswer- tungstabelle werden die Erfahrung von «Nachführungsgeometer», «Nach- führungsgeometer Stv.», «zuständigem Sachbearbeiter» und «zuständigem Sachbearbeiter Stv.» je mit maximal einem Punkt bewertet, wobei keine Kri- terien bestimmt werden, anhand derer die Erfahrung zu beurteilen ist (Aus- wertungstabelle S. 1; Angebotsbewertung Beschwerdeführer S. 1). Der Be- schwerdegegner 1 und die Gemeinde rügen, die Bewertung des Angebots des Beschwerdeführers beim «Nachführungsgeometer Stv.» hätte richtiger- weise nicht mit einem ganzen Punkt erfolgen dürfen. Der als Stellvertreter des Beschwerdeführers vorgesehene … sei erst seit dem 1. September 2021 in der heutigen B.________ AG tätig; vorher habe er während mehr als zehn Jahren als Verkäufer von Vermessungsinstrumenten bzw. als «Ac- count Manager» gearbeitet (Beschwerdeantwort Beschwerdegegner 1 Rz. 67; Beschwerdeantwort Gemeinde Rz. 43). – Weder der Beschwerde- gegner 1 noch die Gemeinde legen indessen dar, inwiefern Letztere ihren Beurteilungsspielraum mit der ursprünglichen Einschätzung in rechtsfehler- hafter Weise angewandt hat bzw. ihre Bewertung nicht objektiv und sachlich begründet war. Angesichts der fehlenden Massstäbe für die Bewertung der einschlägigen Erfahrung wäre zwar eine andere bzw. tiefere Bewertung des Angebots des Beschwerdeführers in Bezug auf die Person seines Stellver- treters vertretbar gewesen. Dies allein genügt aber nicht, um auf die rechts- konforme ursprüngliche Bewertung der Gemeinde zurückzukommen (vgl. vorne E. 7.2.2). Eine rechtsfehlerhafte Beurteilung des Unterkriteriums «Er- fahrung des Büros in ähnlichen Gemeinden» ist weder ersichtlich noch dar- getan. 7.4Nach dem Gesagten sind die Einwendungen des Beschwerdegeg- ners 1 und der Gemeinde gegen die von Letzterer ursprünglich vorgenom- mene Bewertung nicht stichhaltig. Eine tiefere Bewertung des Angebots des Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 38 Beschwerdeführers bei den fraglichen Unterkriterien ist daher ausgeschlos- sen. 8. Zusammenfassend sind weder Umstände ersichtlich, die den Ausschluss des Beschwerdegegners 1 gerechtfertigt hätten (vgl. vorne E. 5), noch ist im Ergebnis dessen Bewertung in Bezug auf die Unterkriterien «Art der Sicher- stellung der Stellvertretung des Nachführungsgeometers» (vgl. vorne E. 6.2) und «Weitere Geomatik- und Vermessungsdienstleistungen im Rahmen der amtlichen Vermessung» (vgl. vorne E. 6.4) zu beanstanden. Indessen haben die Gemeinde bzw. der Regierungsstatthalter bei der Handhabung des Un- terkriteriums «Erreichbarkeit für den Kunden» gegen Treu und Glauben so- wie das Rechtsgleichheitsgebot und das Willkürverbot verstossen; dem Be- schwerdeführer sind hier (insgesamt) drei statt zwei Punkte zu vergeben (vgl. vorne E. 6.3 und 6.6.1). Ein Verstoss gegen Treu und Glauben bzw. das Transparenzgebot liegt sodann auch in Bezug auf das Unterkriterium «Per- sönliche Präsentation der Offerte oder Dienstleistungskonzept» vor, indem der Aspekt «Überzeugte das Auftreten» nicht anhand von Eindrücken aus den schriftlichen Unterlagen hätte bewertet werden dürfen (vgl. vorne E. 6.5). Je nach angewandter Methode sind daher entweder dem Beschwer- deführer 2,9 und dem Beschwerdegegner 1 3 Punkte zu vergeben, oder aber dem Beschwerdeführer 3,86 und dem Beschwerdegegner 1 4 Punkte (vgl. vorne E. 6.6.2). Gleichzeitig erweist sich die ursprüngliche Bewertung des Angebots des Beschwerdeführers hinsichtlich zweier vom Beschwerde- gegner 1 und (nachträglich auch) der Gemeinde selber beanstandeter Zu- schlagskriterien nicht als rechtsfehlerhaft (vgl. vorne E. 7.2 f.). Aufgrund der angepassten Bewertung erzielt das Angebot des Beschwerdeführers je nach angewandter Methode (vgl. vorne E. 6.5.3 und 6.6.2) insgesamt entweder 85,625 oder 91,6 Punkte, jenes des Beschwerdegegners 1 entweder 85 oder (wie gemäss ursprünglicher Bewertung) ungerundet 91,25 Punkte (vgl. vorne E. 6.6.3). Damit belegt der Beschwerdeführer unabhängig davon, wel- che Methode gewählt wird, den ersten Platz. Die Beschwerde erweist sich im Hauptbegehren als begründet und ist gutzuheissen; der Zuschlag ist dem Beschwerdeführer zu erteilen. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 39 9. 9.1Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegt der Beschwerdeführer. Mithin werden der Beschwerdegegner 1 und die Gemeinde grundsätzlich kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Unterliegenden Gemeinden werden Verfahrenskosten indessen nur auferlegt, wenn sie in ihren Vermögensinter- essen betroffen sind (vgl. Art. 108 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Bst. b VRPG). In Submissionsverfahren ist dies nach Praxis des Verwaltungsge- richts nicht der Fall (vgl. ausführlich BVR 2021 S. 285 E. 6.1 mit Hinweisen), wobei es sich hier angesichts der Verwandtschaft mit dem Vergaberecht rechtfertigt, die genannte Praxis analog anzuwenden. Somit hat der Be- schwerdegegner 1 die Hälfte der Kosten des verwaltungsgerichtlichen Ver- fahrens zu tragen, während die andere Hälfte gemäss Art. 108 Abs. 2a VRPG nicht zu erheben ist (vgl. Michel Daum, Teilrevision 2023 des VRPG, in BVR 2023 S. 286 ff., 297). 9.2Weiter hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der ihm im ver- waltungsgerichtlichen Verfahren entstandenen Parteikosten (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Diese sind dem Beschwerdegegner 1 und der Gemeinde je hälftig aufzuerlegen und nach den Kriterien von Art. 41 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) i.V.m. Art. 11 der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Partei- kostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 168.811) festzulegen. Gemäss Art. 11 Abs. 1 PKV beträgt das Honorar in Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- bis 11'800.-- pro Instanz. Innerhalb dieses Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG). Da das Verfahren keinen besonderen Aufwand verursacht hat (insb. keine Beweismassnahmen erforderlich waren), die Rechtsvertreter durch ihr Auftreten vor der Vorinstanz bereits mit dem Verfahrensgegen- stand vertraut waren und überdies eine Rechtsstreitigkeit mit durchschnittli- chem Schwierigkeitsgrad vorliegt, ist das Anwaltshonorar auf pauschal Fr. 4'000.-- festzusetzen (inkl. Auslagen). Der Beschwerdeführer tritt im vor- liegenden Verfahren nicht als Privatperson, sondern als Kader seiner Arbeit-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 40 geberin auf, die deshalb letztlich für die Kosten des Rechtsstreits aufzukom- men hat. Die B.________ AG ist mehrwertsteuerpflichtig und kann deshalb die von der Rechtsvertretung überwälzte Mehrwertsteuer als Vorsteuer ab- ziehen, sodass hier kein Aufwand für Mehrwertsteuer zu berücksichtigen ist (vgl. BVR 2015 S. 541 E. 8.2, 2014 S. 484 E. 6). 9.3Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens sind entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens zu verlegen. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden zur Hälfte dem Beschwerdegegner 1 auferlegt, während die andere Hälfte nicht zu erheben ist (Art. 108 Abs. 1-2a VRPG). Der Beschwerdegegner 1 und die Gemeinde haben dem Beschwerdeführer je die Hälfte der Parteikosten zu ersetzen, wobei die Kostennote der Rechts- vertreter vom 10. März 2023 (Vorakten RSA [act. 5A] pag. 274) – abgesehen vom Hinweis, dass keine Mehrwertsteuer zu berücksichtigen ist (vgl. insoweit auch E. 23.2 des angefochtenen Entscheids) – zu keinen Bemerkungen An- lass gibt. 10. Auf dem Gebiet der öffentlichen Beschaffungen ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nur zulässig, wenn sich eine Rechts- frage von grundsätzlicher Bedeutung stellt und der geschätzte Wert des zu vergebenden Auftrags den massgebenden Schwellenwert nach Art. 52 Abs. 1 i.V.m. Anhang 4 Ziff. 2 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 2019 über das öffentliche Beschaffungswesen [BöB; SR 172.056.1] erreicht (Art. 83 Bst. f Ziff. 1 und 2 und Art. 113 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]; vgl. BVR 2023 S. 443 [VGE 2023/75 vom 12.7.2023] nicht publ. E. 8, 2021 S. 285 [VGE 2020/399 vom 22.4.2021] nicht publ. E. 7.1 f.). Sind diese Vorausset- zungen nicht erfüllt, kann einzig subsidiäre Verfassungsbeschwerde erho- ben werden. Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts ist die vorliegende Streitsache allerdings nicht beschaffungsrechtlicher Natur (vgl. vorne E. 2.4 f.), womit die Ausnahme gemäss Art. 83 Bst. f BGG nicht greifen dürfte. Das Urteil ist entsprechend mit einem Hinweis auf die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zu versehen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 41Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 42 Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Regierungsstatt- halters des Verwaltungskreises Oberaargau vom 22. Dezember 2023 wird aufgehoben. 2. Der Zuschlag für das Mandat zur laufenden Nachführung im Bereich der amtlichen Vermessung für die restliche Laufzeit der Vertragsperiode 2018 bis 2025 auf dem Gebiet der Einwohnergemeinde E.________ wird dem Beschwerdeführer erteilt. 3. a) Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden dem Beschwerdegeg- ner 1 zur Hälfte, ausmachend Fr. 1'750.--, auferlegt. Die restlichen Verfahrenskosten werden nicht erhoben. b) Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- wird dem Beschwer- deführer nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet. c) Der Beschwerdegegner 1 und die Beschwerdegegnerin 2 haben dem Beschwerdeführer die Parteikosten für das Verfahren vor dem Verwal- tungsgericht, bestimmt auf Fr. 4'000.-- (inkl. Auslagen), je zur Hälfte, ausmachend je Fr. 2'000.--, zu ersetzen. 4. a) Die Kosten für das Verfahren vor dem Regierungsstatthalteramt Oberaargau, bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 600.--, wer- den dem Beschwerdegegner 1 zur Hälfte, ausmachend Fr. 300.--, auf- erlegt. Die restlichen Verfahrenskosten werden nicht erhoben. b) Der Beschwerdegegner 1 und die Beschwerdegegnerin 2 haben dem Beschwerdeführer die Parteikosten für das Verfahren vor dem Regie- rungsstatthalteramt Oberaargau, bestimmt auf Fr. 4'400.-- (inkl. Aus- lagen), je hälftig, ausmachend je Fr. 2'200.--, zu ersetzen. 5. Zu eröffnen: - Beschwerdeführer - Beschwerdegegner 1 - Beschwerdegegnerin 2 - Regierungsstatthalteramt OberaargauUrteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.10.2024, Nr. 100.2024.36U, Seite 43 und mitzuteilen: - Amt für Geoinformation des Kantons Bern Die Abteilungspräsidentin: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- gericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.