Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Juni 2014 (720 14 58) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Nichteintreten auf eine Neuanmeldung zum Rentenbezug aufgrund fehlender Glaubhaft- machung, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Marion Wüthrich Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Roman Felix , Advoka t gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1962 geborene A.____ meldete sich am 11. Mär z 2008 unter Hinweis auf Kreuz- und Nackenschmerzen erstmals bei der IV-Stelle Base l-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungs- bezug an. Nachdem die IV-Stelle die gesundheitliche n und erwerblichen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 33 %. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte die IV- Stelle mit Verfügung vom 26. Oktober 2010 einen Ans pruch von A.____ auf eine IV-Rente ab. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Am 15. Juli 2013 meldete sich A.____ bei der IV-Stell e erneut zum Leistungsbezug an. Mit Schreiben vom 19. Juli 2013 wies die IV-Stelle A.____ darauf hin, dass mit dem Gesuch vom 15. Juli 2013 keine neuen Tatsachen geltend gemacht wür den. Die IV-Stelle forderte A.____ deshalb auf, weitere Unterlagen einzureichen, ansonste n auf das Leistungsbegehren nicht ein- getreten werden könne. In der Folge reichte A.____ verschiedene Arztberichte ein, welche dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellungnahme unterbreitet wurden. Mit Verfügung vom 30. Januar 2014 trat die IV-Stelle nicht auf das neue Leistungsbegehren von A.____ ein. A.____ habe mit seinem Gesuch und den eingereichten Be richten nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der am 26. Oktober 2010 verfügten Ablehnung seines Leistungsbegehrens in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hätten. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Roman Felix, am 21. Februar 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel -Landschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die Verfügung vom 30. Januar 2014 aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, a uf das Leistungsbegehren einzutreten; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 10. April 2014 beantra gte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft gegeben ist. Na ch § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VP O) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 21. Februar 2014 ist einzutreten. 2.1 Wurde ein Rentenanspruch der versicherten Person w egen eines zu geringen Invalidi- tätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 4 de r Verordnung über die Invalidenversiche- rung (IVV) vom 17. Januar 1961 eine Neuanmeldung zum Rentenbezug nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 3 erfüllt sind. Danach ist von d er versicherten Person im Ge- such glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invaliditä t in einer für den Anspruch erhebli- chen Weise geändert hat. Gelingt ihr dies nicht, so wi rd auf das Gesuch nicht eingetreten. Ist die anspruchserhebliche Änderung glaubhaft gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (BGE 117 V 200 E. 4b). Die Eintretensvorausset zung nach Art. 87 Abs. 3 IVV soll Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht verhindern, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Anspruchsprüfung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher beg ründeten Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 112 E. 5.3.1 mit weiteren Hinweisen). Die Rechtskraft der früheren Verfü- gung steht einer neuen Prüfung so lange entgegen, wie sich der seinerzeit beurteilte Sachver- halt in der Zwischenzeit nicht verändert hat. Die Verwa ltung verfügt bei der Beurteilung der Ein- tretensvoraussetzungen über einen gewissen Spielraum. So wird sie zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und an die Glaubhaft- machung dementsprechend mehr oder weniger hohe Anford erungen stellen (Urteil des Bun- desgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_286/2009, E. 2.2.1 mi t weiteren Hinweisen; BGE 109 V 114 E. 2b). 2.2 Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind allerdin gs herabgesetzte Anforde- rungen an den Beweis verbunden; die Tatsachenänderung muss also nicht nach dem im Sozi- alversicherungsrecht sonst üblichen Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspu nkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei e ingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich i st eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invalid enrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollt en (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_286/2009, E. 2.2.2 mit weiteren Hinweisen). 2.3 In erster Linie ist es Sache der versicherten Person, substantielle Ansatzpunkte für eine allfällige neue Prüfung des Leistungsanspruchs darz ulegen. Wie das Bundesgericht im Entscheid 130 V 64 ff. bekräftigt hat, spielt der Unt ersuchungsgrundsatz, wonach die Verwal- tung von Amtes wegen für die richtige und vollständig e Abklärung des rechtserheblichen Sach- verhaltes zu sorgen hat (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen), insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung bloss auf ergänzende Be weismittel, insbesondere Arztberich- te, hingewiesen, die noch beigebracht würden oder vo n der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person nach der Rechtsprechung eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenen- falls auf Nichteintreten zu erkennen sei (BGE 130 V 68 f. E. 5.2.5 mit Hinweisen). Wenn die der Neuanmeldung beiliegenden ärztliche Berichte so wenig substantiiert sind, dass sich eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkenntnisse allenfalls rechtfertigen würde, ist es der Verwaltung zwar unbenommen, entsprechende Erhebungen anzustellen oder bei der versicherten Person Belege nachzufordern. Eine Verpflichtung der IV-Stel le zur Nachforderung weiterer Angaben (analog zu BGE 130 V 64 ff.) besteht indessen nur, w enn den Arztberichten, welche für sich alleine genommen den veränderten Sachumstand nicht gla ubhaft machen können, konkrete Hinweise entnommen werden können, wonach möglicherweise eine mit weiteren Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Änderung vorliegt. Im Übri gen bedeutet eine blosse Abklärung durch die Verwaltung, so das Einholen eines einfachen A rztberichtes, allein noch kein materiel- les Eintreten auf die Neuanmeldung (Urteil des Bunde sgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_286/2009, E. 2.2.3 mit Hinweis). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte der versicherten Person eröffnete rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einko mmensvergleichs – bei Anhalts- punkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun gen des Gesundheitszustandes – beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend wurde ein Ren- tenanspruch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 26. Oktober 2010 verneint. Demge- mäss beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen erfolgt ist, die ein Eintreten auf die Neuanmeldung rechtfertigt , durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 26. Oktober 2010 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 30. Januar 2014. 3.1 Die IV-Stelle stützte sich in Ihrer Verfügung vom 26. Oktober 2010 auf das rheumatolo- gisch/psychiatrische Gutachten vom 9. Februar 2010. Darin d iagnostizierte Dr. med. B.____, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, aus rheumatologischer Sicht mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Zervikoverte bral-Syndrom (ICD-10 M53) mit/bei Osteochondrose, Uncovertebralarthrose und leichter Seg mentinstabilität C3/4, ein Status nach Facettengelenksinfiltrationen C3/4 und C4/5 im Jahr 200 4 sowie ein Status nach Facettenge- lenksinfiltrationen C3/4 am 6. Februar 2008 und 15. A pril 2008. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein chronisches Lumbovertebr alsyndrom (ICD-10 M54) mit/bei de- generativen Veränderungen (Facettengelenksarthrosen L3 bis S1 rechtsbetont) sowie ein Sta- tus nach Meniscus-Teilresektion im Corpusbereich des later alen Meniscus links am 15. Dezember 2008. Aus psychiatrischer Sicht diagnostizier te Dr. med. C.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, beim Beschwerdeführer mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstö- rung (ICD-10 F45.4). Eine psychiatrische Diagnose ohne A uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe keine. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte i n der bisherigen Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Aufgrund der degenerativen Veränderung en im Bereich der HWS mit zervikal dis- kreter Instabilität bestehe aus rheumatologischer Sicht in der bisherigen Tätigkeit als Bauarbei- ter keine Arbeitsfähigkeit. Die rheumatologische Beurte ilung gelte für die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Gesamtbeurteilung. In einer Verweistätigkeit sei dem Versicherten aus rheumatologischer Sicht jede leichte bis mittelschwere Männerarbeit zu einem vollschichtigen Pensum zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht bestehe in einer V erweistätigkeit eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit. Unter Berücksichtigung des rheumatolo gischen und psychiatrischen Fachge- biets sei der Versicherte für jegliche leichte bis mittelschwere Tätigkeit – bezogen auf ein Ganz- tagespensum – zu 80% arbeitsfähig. 3.2 In Bezug auf die Neuanmeldung des Versicherten vom 15. Juli 2013 sind folgende me- dizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 3.2.1 Dr. med. D.____, Facharzt FMH für Radiologie, d iagnostizierte am 13. Juni 2013 Chond- rosen L3/L4 bis L5/S1, eine breitbasige geringe median e – etwas deutlicher nach paramedian rechts ausladende – Diskusprotrusion mit beginnender Eine ngung des lateralen Recessus und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht deutlicher des rechten Neuroforamens sowie eine nur min ime mediane Diskusprotrusion lum- bosakral. 3.2.2 Am 6. August 2013 berichtete der behandelnde Ar zt Dr. med. E.____, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, zuhanden der IV-Stelle, dass der Ver sicherte seit dem 26. November 2012 wegen eines lumboradikulären – also nicht zervikalen – Syndroms als Bauarbeiter arbeitsunfä- hig gewesen sei. Der Zustand des Versicherten habe sich jetzt zwar gebessert, es würden je- doch noch weitere spezialärztliche Abklärungen erfolgen. Vorgesehen sei auch eine Infiltration der Facettengelenke. Es liege eine neue Situation vor, welche eine neue Beurteilung erforder- lich mache. 3.2.3 Gemäss dem von Dr. med. F.____, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Reha- bilitation sowie Rheumatologie, am 27. August 2013 d urchgeführten rheumatologischen Konsi- lium bestünden bei langzeitiger Schmerzchronifizierung nun eine Allodynie und Hyperalgesie lumbal bis Mitte thorakal mit sehr oberflächlichen Ber ührungs- und Druckdolenzen. Der Versi- cherte schildere Parästhesie-Phänomene am lateralen Fussra nd und der Fusssohle entspre- chend des Dermatomes S1. Bildgebend (MRI) bestünden keine sicheren Befunde zur Erklärung dieser Symptomatologie bei medianer Protrusion ohne Ne uro-Kompromittierung L5/S1. Im Segment L4/5, das ebenfalls dehydriert und chondrotisch verändert sei, bestehe eine flache mediane Protrusion mit leichter Einengung des Recessus l ateralis beidseits, was zu gewissen L5-Reizungen führen könne. Es würden jedoch radikulär e Ausfälle bei sonst unauffälliger Neu- rologie mit intakter Motorik und Kraft fehlen. Hypästh esie und Dysästhesie auf Berührung im S1-Dermatom seien etwas peripher. Der Slumptest ergebe endständig lumbosakrale Schmer- zen beidseits ohne Irradiation in die Beine. Er habe dem Patienten zur Beeinflussung der neu- ropathischen Schmerzen nun Lyrica 75mg (vor dem Schlafe n eine Tablette) abgegeben. Die Dosis könne jedoch je nach Verträglichkeit und Wirkung su kzessive gesteigert werden. Sollte diese Medikation – unter Fortsetzung der Physiotherapie – nicht zum gewünschten Erfolg füh- ren, könne eine epidurale Steroidabgabe versucht werde n. Bei vorliegender Hyperalgesie und Allodynie sei dies jedoch eine Kontraindikation und pr ognostisch ein schlechter Faktor für eine interventionelle Massnahme. 3.2.4 Im Schreiben vom 6. September 2013 bestätigte Dr . E.____ zuhanden der IV-Stelle, erneut, dass eine neue Situation vorliege, da es sich um lumboradikuläre Beschwerden handle und nicht zervikale. 3.2.5 Mit Verlaufsbericht vom 23. September 2013 berich tete Dr. F.____, dass es unter der Abgabe von Lyrica 75mg abends zu einer erfreulichen Verbesserung der Symptomatik bei guter Wirkung und Verträglichkeit gekommen sei. Insbesondere sei en auch die Parästhesie- Phänomene deutlich rückläufig. Die Dosis könne gesteige rt werden – vorerst auf zwei Mal 75mg, später eventuell mehr. Es habe sich sicher auch ei ne gewisse Schmerzstörung entwi- ckelt. Wahrscheinlich werde der Versicherte künftig nur für leichtere Tätigkeiten einsetzbar sein. 3.2.6 In der abschliessenden RAD Stellungnahme vom 25. September 2013 hielt Dr. med. G.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, fest, dass bereit s im bidisziplinären Gutachten vom Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Februar 2010 die Diagnose eines chronischen Zervikover tebral-Syndroms mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit als auch die Diagnose eines chronisc hen Lumbovertebral-Syndroms mit/bei degenerativen Veränderungen (Facettengelenksarthrosen L3 bis S1 rechtsbetont) – zum dama- ligen Zeitpunkt ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – gestellt worden seien. Die degenerative Veränderung im LWS-Bereich sei somit bereits zu diesem Z eitpunkt bekannt gewesen. Für die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter sei von den Gutachte rn Dres. B.____ und C.____ eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, währe nd leichte bis mittelschwere Verweistätig- keiten mit einem vollschichtigen Pensum als zumutbar era chtet worden seien. Dennoch sei der Versicherte bis Ende 2012 als Bauarbeiter tätig gewesen und es sei im Rahmen dieser Tätigkeit zu einer Schmerzexazerbation im LWS-Bereich gekommen. Zu sammenfassend könne auf- grund der Fortführung einer ungeeigneten Tätigkeit von einer (leichten) Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgegangen werden. Es würden jedoch keine quantitativen Einschrän- kungen der Arbeitsfähigkeit resultieren. Unverändert w erde das Ausüben leichter bis mittel- schwerer Arbeiten empfohlen; diese seien zu 100% zumutbar. 4.1 Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass in Anbe tracht des von Dr. E.____ und Dr. F.____ beschriebenen, im November 2012 aufgetreten en, lumboradikulären Syndroms und der flachen medianen Protrusion mit leichter Einengun g des Recessus lateralis beidseits sowie der neu aufgetretenen Parästhesie-Phänomenen, eine m assgebende, seit der ablehnenden Verfügung vom 26. Oktober 2010 eingetretene Verschlechte rung des Gesundheitszustandes hinreichend erstellt sei und die IV-Stelle demzufolge auf seine Neuanmeldung hätte eintreten müssen. Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werde n. Wie die IV-Stelle gestützt auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. G.____ zu Recht festhält , ist beim Beschwerdeführer ein chro- nisches Lumbovertebral-Syndrom mit/bei degenerativer Ve ränderungen schon früher im rheu- matologischen/psychiatrischen Gutachten der Dres. B.____ und C.____ vom 9. Februar 2010 – als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – diagnostiziert worden. Zudem berich- teten gemäss den medizinischen Vorakten bereits das Spital H.____ am 23. Juni 2008 von lumbovertebralen Beschwerden und die I.____-Klinik am 18. Oktober 2007 von einer Hospitali- sation des Beschwerdeführers vom 4. Oktober 2010 bis 9. Okto ber 2007 aufgrund einer immo- bilisierenden akuten Lumboischialgie rechtsbetont. Die se Berichte wurden im bidisziplinären Gutachten der Dres. B.____ und C.____ auch aufgeführt und bei der damaligen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Zu keiner anderen B eurteilung der Angelegenheit führen sodann die vom Beschwerdeführer im Zusammenhang mit d er Neuanmeldung eingereichten Berichte von Dr. F.____ vom 27. August 2013 und 23. Se ptember 2013. Zwar weist dieser da- rauf hin, dass der Versicherte Parästhesie-Phänomene am l ateralen Fussrand und der Fuss- sohle entsprechend des Dermatomes S1 schildere. Dieser n eu erhobene, zusätzliche Befund wirkt sich jedoch – wenn überhaupt – offenbar nur in g eringem Masse auf den Gesundheitszu- stand und insbesondere auf die Arbeitsfähigkeit des B eschwerdeführers aus. So gibt auch Dr. F.____ in seinem Bericht vom 27. August 2013 an, dass bildgebend (MRI) keine sicheren Befunde zur Klärung dieser Symptomatologie bei median er Protrusion ohne Neurokompromit- tierung L5/S1 bestünden. Zwar bestehe im Segment L4/ 5 eine flache mediane Protrusion mit leichter Einengung des Recessus lateralis beidseits, was zu gewissen Reizungen führen könne. Bei unauffälliger Neurologie mit intakter Motorik und Kraft fehlten jedoch radikuläre Ausfälle. Weiter ist dem Verlaufsbericht von Dr. F.____ vom 23. September 2013 zu entnehmen, dass es Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht unter der Abgabe von Lyrica 75mg – bereits knapp einen Monat nach seiner letzten Beurteilung – zu einer erfreulichen Verbesserung der Symptomatik ge kommen sei. Unter diesen Umstän- den ist die IV-Stelle zu Recht zum Ergebnis gelangt, da ss die vom Beschwerdeführer einge- reichten medizinischen Unterlagen nicht ausreichen, um ein e seit der letzten Ablehnung des Rentenanspruchs eingetretene anspruchserhebliche Verschlechterung seines Gesundheitszu- standes und seiner Arbeitsfähigkeit glaubhaft zu machen. 5. Aus dem Ausgeführten folgt zusammenfassend, dass die IV-Stelle auf die Neuanmel- dung des Beschwerdeführers vom 15. Juli 2013 zu Recht ni cht eingetreten ist. Die gegen die betreffende Verfügung der IV-Stelle vom 30. Januar 2014 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- Franke n festgelegt. Bei Fällen wie dem vorlie- genden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwa nd entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie gend ist der Beschwerdeführer un- terliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. 6.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Präsident Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde von A.____ am 15. Septemb er 2014 Beschwerde beim Bun- desgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_676/2014 ) erhoben.