Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 2. Juli 2014 (810 14 99) ____________________________________________________________________ ZIvilgesetzbuch Errichtung einer Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB und einer Prozessbeistand- schaft Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Parteien A.____ , Beschwerdef ührer gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Beschwerdege g- nerin Beigeladene C.____ Betreff Kindesunterhalt / Errichtung Prozessbeistan dschaft (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 14. März 2014) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. D.____, geboren 2001, ist der Sohn der C.____ und des A.____. Letztgenannter hat sein Kind vor Jahren anerkannt. Ein Unterhaltsvertrag be steht jedoch bis heute nicht. Mit Schreiben vom 5. September 2013 forderte die Kindes- u nd Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) A.____ auf, verschiedene Unterlagen ein zureichen, um die Höhe der Unter- haltsbeiträge berechnen zu können. Unter anderem na ch regem E-Mailverkehr zwischen der KESB und dem Kindsvater, der insbesondere Fragen betre ffend den 13. Monatslohn und die Höhe des Brutto- und Nettolohnes sowie Klärungen zur Pr axis der Berechnung der Unterhalts- beiträge zum Gegenstand hatte, wurde dem Kindsvater mit Schreiben vom 16. Dezember 2013 der Unterhaltsvertrag für seinen Sohn zur Unterzeichnun g geschickt. Der Kindsvater unter- zeichnete den Unterhaltsvertrag am 25. Februar 2014 mit dem Vermerk „unter Vorbehalt“. B. Mit Entscheid vom 14. März 2014 verfügte die KESB, d ass für D.____ eine Bei- standschaft nach Art. 308 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilge setzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 angeordnet werde. Als Beiständin wu rde E.____, Advokatin, ernannt, mit dem Auftrag: „a. für eine angemessene Regelung der U nterhaltspflicht zu sorgen, wozu nach Art. 416 Ziff. 9 ZGB Prozessvollmacht mit Substitution srecht erteilt wird; b. nach Abschluss ei- ner aussergerichtlichen Unterhaltsvereinbarung die Genehm igung der KESB einzuholen; c. nach Regelung der Unterhaltspflicht, spätestens jedo ch 14. März 2015, den Rechen- schaftsbericht zu erstatten.“ Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. Die Verfahrenskosten wurden auf Fr. 500.-- festgelegt. Der Verfahrenskostenanteil von Fr. 100.-- wurde der Mutter und derjenige von Fr. 400.-- dem Kindsvater auferlegt. Der Kindsvater wurde darauf aufmerksam gemacht, dass er – solange die Prozessbeiständin nicht aktiv tätig geworden sei – die Erhebung der Unterhaltskl age abwenden könne, wenn er den von der KESB vorgeschlagenen Unterhaltsvertrag in genehmig ungsfähiger Form unterzeichnet bei der KESB einreiche. Als Begründung wurde im Wesentliche n ausgeführt, die KESB sei im Inte- resse des Kindes dafür besorgt, dass das Kind über einen angemessenen Unterhaltstitel verfü- ge. Scheitere – wie vorliegendenfalls – der einverneh mliche Weg vor der KESB, so sei nach Art. 308 Abs. 2 ZGB ein Beistand mit der Interessenwahr ung zu betrauen. Bezüglich Verfah- renskosten erläuterte die KESB, dass diese nach dem Aufwand zu berechnen seien und grund- sätzlich den Kindseltern hälftig auferlegt würden. Da d er Kindsvater aber mit seinem pseudo- mitwirkenden Verhalten letztlich den Aufwand der KESB in der besagten Höhe verursacht habe, sei der kooperativen Kindsmutter nur der Anteil aufzuer legen, welcher der üblichen Gebühr bei Genehmigungen von Unterhaltsverträgen entspreche, währ end der Kindsvater dieselben Kos- ten zuzüglich derjenigen für den Zusatzaufwand zu tragen habe. C. Mit Eingabe vom 21. März 2014 focht der Kindsvater die Verfügung der KESB beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsre cht (Kantonsgericht), an und be- schwerte sich über die Arbeitsweise der KESB. Dass kein Vertrag zu Stande gekommen sei, sei dem Unvermögen der KESB zuzuschreiben. Am 11. April 2014 forderte das Kantonsgericht den Beschwerdeführer auf, eine verbesserte Beschwerdeeingab e einzureichen. Mit Eingabe vom 22. April 2014 beantragte der Beschwerdeführer die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Die KESB hielt in ihrer Vernehmlassung vom 29. April 2 014 an ihrem angefochtenen Entscheid vollumfänglich fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. G estützt auf Art. 450 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 und § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist das Kantonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht, für die Beurteilung der vo rliegenden Angelegenheit zuständig. Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Beschwerde befugt. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen gemäss Art. 450 ff. ZG B in Verbindung mit § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Allerdings auferlegt sich das Kantonsgericht entsprechend der Rechtsprechung des Bundesgerichts bei der Ermessenskontrolle eine gewis- se Zurückhaltung. Dies insbesondere deshalb, weil die Kind es- und Erwachsenenschutzbehör- den als Fachbehörden anzusehen sind (vgl. BGE 135 II 384 ; DANIEL STECK , in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Art. 3 60 – 456 ZGB und Art. 14, 14a SchlT ZGB, Basel 2012, N 17 ff. zu Art. 450a mit weiteren Hinweisen). 3.1. Die Eltern haben für den Unterhalt des Kindes au fzukommen, inbegriffen die Kosten von Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Der Unterhalt wird durch Pflege und Erziehung oder, wenn das Kind n icht unter der Obhut der Eltern steht, durch Geldzahlung geleistet (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Der Unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen und aus- serdem Vermögen und Einkünfte des Kindes sowie den Beitr ag des nicht obhutsberechtigten Elternteils an der Betreuung des Kindes berücksichtigen (A rt. 285 Abs. 1 ZGB). Das Kind kann gegen den Vater oder die Mutter oder gegen beide kla gen auf Leistung des Unterhalts für die Zukunft und für ein Jahr vor Klageerhebung (Art. 279 Abs. 1 ZGB). 3.2. Zuständig zur Genehmigung der Unterhaltsvereinbar ung ist ausserhalb eines hängi- gen gerichtlichen Verfahrens die KESB (Art. 287 Abs. 1 ZGB; BGE 126 III 51 f. E. 2a/bb). Un- terhaltsverträge werden für das Kind erst mit der Genehmigung durch die Kindesschutzbehörde verbindlich (Art. 287 Abs. 1 ZGB). Bei Hängigkeit eine r Unterhaltsklage (Art. 279 ZGB) oder eines eherechtlichen Verfahrens (Art. 133 Abs. 1 und A rt. 176 Abs. 3 ZGB) ist für die Genehmi- gung der Richter zuständig. Ein gerichtliches (Genehmigun gs-)Verfahren ist auch notwendig, wenn die KESB die ihr vorgelegte Vereinbarung für ni cht genehmigungsfähig befand und sich eine die Genehmigung ermöglichende Anpassung nicht er gab (P ETER BREITSCHMID , in: Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar zum Schw eizerischen Privatrecht, Zivilge- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht setzbuch I, Art. 1 - 456 ZGB [Basler Kommentar], 4. Au flage, Basel 2010, Rz 9 zu Art. 287 ZGB). 3.3. Erfordern es die Verhältnisse, so ernennt die Kind esschutzbehörde dem Kind einen Beistand, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt (Art. 308 Abs. 1 ZGB). Sie kann dem Beistand besondere Befugnisse übertragen, namentlich die Vertretung des Kindes bei der Wahrung seines Unterhaltsanspruches und anderer Rechte und die Überwa- chung des persönlichen Verkehrs (Art. 308 Abs. 2 ZGB). Die elterliche Sorge kann entspre- chend beschränkt werden (Art. 308 Abs. 3 ZGB). Die Wah rung des Unterhaltsanspruchs schliesst nach Bedarf auch die Erhebung der Unterhaltsklag e (Art. 279 ff. ZGB), die Vollstre- ckung in der Schuldbetreibung und die Stellung des Strafantrages wegen Vernachlässigung der Unterhaltspflicht ein, wozu der Beiständin gestützt a uf Art. 416 Ziffer 9 ZGB Prozessvollmacht erteilt werden muss. Falls die elterliche Sorge nicht g estützt auf Art. 308 Abs. 3 ZGB ausdrück- lich beschränkt wird, hindert die Vertretungsbefugnis der Beiständin die Inhaberin der elterli- chen Sorge nicht daran, zusätzlich selbstständig eine Unte rhaltsklage einzureichen bzw. im durch die Beiständin erhobenen Prozess eigene Anträge zu stellen (A LBERT GULER , in: Kost- kiewicz/Nobel/Schwander/Wolf [Hrsg.], Kommentar Schweizeri sches Zivilgesetzbuch, 2. Aufl., Zürich 2011, Rz 3 zu Art. 308 ZGB). 4.1. Der Beschwerdeführer beantragt, es sei der angefo chtene Entscheid aufzuheben. Er macht geltend, die von der KESB ihm gegenüber erhoben en Vorwürfe seien haltlos, da er allen seinen Verpflichtungen in diesem Fall nachgekommen sei. Es sei dem Unvermögen der KESB zuzuschreiben, dass kein Unterhaltsvertrag zustande gekommen sei. Er bezahle für sein Kind seit Jahren Unterhalt, seit Anfang 2014 entspreche die Höhe des von ihm bezahlten Unterhalts in etwa der von der KESB errechneten Summe. Er stösst si ch daran, dass ihm von der KESB „Pseudomitwirken“ und das Hinauszögern eines Vertragsabsch lusses vorgeworfen werde. Soll- te die KESB den Fehler eingestehen, den Unterhaltsvertrag korrigieren und die geforderten Un- kosten auf die normale Gebühr reduzieren, so sei er ber eit, den Unterhaltsvertrag zu unter- zeichnen. Für den Fall, dass die KESB seine Anliegen ni cht erfülle, bestehe er darauf, dass die beteiligten Personen der KESB zur Rechenschaft gezogen würden. 4.2. Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführe r mit dem vorerst von der KESB errechneten Unterhaltsbeitrag von Fr. 790.-- ab dem 25. Mai 2001 nicht einverstanden war (E-Mail vom 24. Oktober 2013). Der Beschwerdeführe r schlug daraufhin einen Unterhalts- beitrag in der Höhe von Fr. 692.-- vor (E-Mail vom 11. November 2013). Die Differenz ergab sich, weil die KESB offensichtlich den Bruttolohn aus Ver sehen mit dem Nettolohn verwechselt hatte. Nach einer weiteren E-Mail des Beschwerdeführers an die KESB, anerkannte die KESB in ihrer E-Mail vom 11. November 2013 das Versehen bezü glich Netto- und Bruttolohnes. Des Weiteren ging die KESB auf die Fragen des Beschwerdef ührers ein und erklärte, dass gemäss Praxis bei gewöhnlichen Verhältnissen bei der Berechnung des Unterhaltsbeitrags vom Netto- einkommen ausgegangen werde sowie weshalb im Falle des Beschwerdeführers von gewöhnli- chen Verhältnissen auszugehen, der Unterhaltsbeitrag a uf 16% des Nettoeinkommens festzu- legen und der Lohn für das Jahr 2013 massgeblich sei. D ie KESB schlug vor, die Frage des 13. Monatslohnes noch zu klären und anschliessend den Unte rhaltsbeitrag neu zu berechnen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mit E-Mail vom 19. November 2013 bedankte sich die KESB beim Beschwerdeführer für die eingereichten Unterlagen und stellte die Ausarbeitu ng eines neuen Entwurfs in Aussicht. Dabei erklärte sie, dass der Monatslohnausweis und der Steuera usweis beim Beschwerdeführer nicht zum gleichen Ergebnis führen würden, welche Vorteile und Nachteile das Abstellen auf den Steuerausweis bzw. den aktuellen Monatslohn hätte, weshalb und dass es sich bei den finanzi- ellen Verhältnissen des Beschwerdeführers um gewöhnliche V erhältnisse handle und weshalb die Prozentregelung massgeblich sei. Am 21. November 2013 mailte die KESB dem Beschwer- deführer die Berechnung des Nettolohnes. Dabei ging sie vom im ab 1. Januar 2013 geltenden Arbeitsvertrag festgehaltenen und mit der Lohnabrechn ung vom August 2013 identischen Brut- tolohn von Fr. 5‘490.-- aus und zog von diesem die A HV-, ALV, Suva- und Pensionskassen- Beiträge sowie den GAV Abzug und den GAV Ausbaugewer be Abzug ab (selbstverständlich wurde die Quellensteuer nicht abgezogen). Vom so erui erten Nettolohn in der Höhe von Fr. 4‘852.50 wurden 16% berechnet, womit ein Unterh altsbeitrag von Fr. 776.-- resultierte. Des Weiteren hielt die KESB in dieser E-Mail fest, dass o hne Gegenbericht des Beschwerdeführers die KESB ausgehend von einem jährlichen Nettoeinkommen von Fr. 58‘230.-- einen Unterhalts- vertrag mit einem monatlichen Unterhaltsbeitrag von F r. 776.-- ausarbeite. Mit Schreiben vom 16. Dezember 2013 wurde dem Beschwerdeführer der Unt erhaltsvertrag zur Unterzeichnung geschickt. Dieser sieht einen Unterhaltsbeitrag vor von Fr. 776.-- ab dem 1. November 2013 bis zur Volljährigkeit sowie gestützt auf Art. 277 Abs. 2 Z GB über die Volljährigkeit hinaus bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung. Mit Brief vom 27. Januar 2014 forder- te die KESB den Beschwerdeführer nochmals auf, den Unte rhaltsvertrag unterzeichnet zu re- tournieren und wies ihn darauf hin, dass sie ansonsten fü r sein Kind eine Prozessbeistand- schaft errichten und den Beistand beauftragen würde, ei ne entsprechende Klage beim Gericht einzureichen. Überdies wurde er auf die Kosten zur Erri chtung einer Prozessbeistandschaft hingewiesen. Daraufhin unterschrieb der Beschwerdeführer den Vertrag und brachte bei seiner Unterschrift den Vermerk „unter Vorbehalt“ an. 4.3. Die obigen Ausführungen zeigen, dass kein genehmig ungsfähiger Unterhaltsvertrag zustande gekommen ist. Die KESB hat dem Beschwerdeführ er seine jeweiligen Fragen beant- wortet. Sie hat ihm erklärt, aus welchen Gründen von de r aktuellen Lohnabrechnung (August 2013) und vom ab 1. Januar 2013 geltenden Arbeitsvertrag und nicht vom Lohnausweis für das Jahr 2012 auszugehen sei. Des Weiteren hat die KESB erörtert, weshalb beim Beschwerdefüh- rer gewöhnliche und nicht aussergewöhnliche Umstände v orliegen würden und der Unterhalts- beitrag auf 16 % des Nettolohns basiere. Im Übrigen h at sie den Fehler bezüglich Verwechs- lung des Nettolohnes und Bruttolohnes korrigiert und den Beginn der Verpflichtung vom 25. Mai 2001 auf den 1. November 2013 verschoben. Nach diesen Erklärungen und Anpassungen wur- de vom Nettolohn gemäss Lohnabrechnung vom August 2013 (und Arbeitsvertrag) ausgegan- gen und dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass ohne se inen Gegenbericht aufgrund des so errechneten Nettolohns der Unterhaltsvertrag ausgearbeit et werde. Der Beschwerdeführer hat dagegen keine Einwände erhoben, so dass die KESB davon ausgehen konnte, dass der Be- schwerdeführer nun mit dem Unterhaltsvertrag einverstanden sei. Der Beschwerdeführer erklärt nirgends, weshalb er mit dem von der KESB errechneten Unterhaltsbeitrag nicht einverstanden ist. Die Vorgehensweise der KESB ist in keiner Weise zu beanstanden. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4. Da der Unterhaltsvertrag nicht zustande gekommen u nd der Beschwerdegegnerin nichts vorzuwerfen ist, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB angeordnet, eine Beiständin ernannt und sie unter anderem beauftragt, für eine angemessene Regelung der Unterhaltspflicht zu sorgen, wozu nach Art. 416 Ziff. 9 ZGB Pro- zessvollmacht erteilt wurde. Die Beschwerde ist folglich diesbezüglich abzuweisen. 5.1. Der Beschwerdeführer moniert weiter, dass ihm von d en auf Fr. 500.-- festgesetzten Verfahrenskosten Fr. 400.-- und der Kindsmutter lediglich Fr. 100.-- auferlegt wurden. 5.2. Die KESB führt im angefochtenen Entscheid aus, d ass gemäss § 17 II. Ziff. 7 der Ver- ordnung über die Gebühren zum Zivilrecht (GebV) vom 8. Januar 1991 der Gebührenrahmen Fr. 250.-- bis Fr. 1‘850.-- betrage. Die Gebühr für die Tätigkeit der KESB sei entsprechend dem Aufwand auf Fr. 480.-- festzusetzen. Hinzu kämen noch Auslagen für die Verfahrensführung in der Höhe von Fr. 20.--. Die Verfahrenskosten von insge samt Fr. 500.-- seien den Kindeseltern grundsätzlich je hälftig aufzuerlegen (§ 6 Abs. 2 bis GebV). Das komme vorliegend nicht in Frage, da der Kindsvater mit seinem pseudomitwirkenden Verhalten letztlich den Aufwand der KESB in der besagten Höhe verursacht habe. Die Aufteilung sei somit so vorzunehmen, dass die koope- rative Kindsmutter einen Anteil zu tragen habe, welcher der üblichen Gebühr bei Genehmigun- gen von Unterhaltsverträgen entspreche, während der Kin dsvater dieselben Kosten zuzüglich derjenigen für den Zusatzaufwand zu tragen habe. 5.3. Die KESB stützt sich auf § 17 II. Ziff. 7 GebV. D iese Bestimmung sieht eine Gebühr von Fr. 250.-- bis Fr. 1‘850.-- vor. Diese Gebühr wird gemäss dieser Bestimmung erhoben für “Beistandschaft zur Feststellung sowie Anfechtung des K indesverhältnisses zum Vater inkl. Ernennung der Beiständin bzw. des Beistandes (ZGB 306 Absatz 2, 309 Absätze 1 und 2)“. Die KESB hat aber keine Beistandschaft nach Art. 306 oder Art. 309 Abs. 1 oder 2 ernannt, sondern eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB. Gemäss § 17 II. Ziff. 6 GebV wird für “Erzie- hungsbeistandschaft inkl. Ernennung der Beiständin bzw. des Beistandes (ZGB 308)“ eine Ge- bühr von Fr. 650.-- bis Fr. 2‘950.-- (sofern auf richterliche Anweisung eine Gebühr von Fr. 250.-- bis Fr. 1‘850.--) erhoben. Damit hätte die KESB im vo rliegenden Fall wohl eine Gebühr von mindestens Fr. 650.-- erheben müssen. Diese Feststellun g ist letztlich jedoch irrelevant, da es vorliegendenfalls nicht darum geht, die von der KESB f estgesetzten Verfahrenskosten zu erhö- hen. 5.4. Die Gebühr für die „Genehmigung von Unterhaltsve rträgen und Vereinbarungen über Unterhaltsabfindung (ZGB 134 Absatz 3, 287 Absätze 1 + 2, 288 Absatz 2 Ziffer 2)“ beträgt nach § 17 II. Ziff. 23 GebV Fr. 200.-- bis 1‘650.--. Wie oben aufgezeigt, hat die KESB die Fra- gen des Beschwerdeführers beantwortet, ihm die Praxis b ezüglich Berechnung der Unterhalts- beiträge erörtert, das Versehen bezüglich Brutto- un d Nettolohns korrigiert und den Anfangs- zeitpunkt der Unterhaltsverpflichtung geändert. Darau fhin hat ihm die KESB erklärt, dass sie ohne seinen Gegenbericht einen Unterhaltsvertrag basiere nd auf einem jährlichen Nettoein- kommen von Fr. 58‘230.-- und einem monatlichen Unterha ltsbeitrag von Fr. 776.-- ausarbeite. Ohne auf diese Mitteilung zu reagieren, hat der Beschw erdeführer den Unterhaltsvertrag nur unter Vorbehalt unterschrieben. Wieso der Beschwerdefü hrer nicht mit der Berechnung des Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unterhaltsbeitrages gestützt auf seinen aktuellen Monat slohn, nicht mit der 16%-Regelung des Nettolohnes sowie nicht mit der Einschätzung der KESB, bei ihm würden keine aussergewöhn- lichen Verhältnisse vorliegen, einverstanden ist, hat er der KESB (und im Übrigen auch dem Kantonsgericht) nicht mitgeteilt. Die KESB konnte nach der nicht beanstandeten Mitteilung vom 21. November 2013 davon ausgehen, dass der Beschwerdef ührer einverstanden sei und den Vertrag unterzeichnen würde. Der Beschwerdeführer hat durch sein Verhalten den Aufwand und vor allem die nunmehr erfolglos gebliebenen Bemüh ungen der KESB verursacht. Die Kindsmutter hat das Nichtzustandekommen des Unterhaltsve rtrages in keiner Weise mitver- schuldet. Die von der KESB vorgenommene Aufteilung de r Verfahrenskosten zwischen dem Beschwerdeführer (Fr. 200.-- gemäss § 17 II. Ziff. 23 GebV durch 2 zuzüglich Kosten für Mehr- aufwand in der Höhe von Fr. 300.-- = Fr. 400.--) und der Kindsmutter (Fr. 200.-- gemäss § 17 II. Ziff. 23 GebV : 2 = Fr. 100.--) ist demzufolge nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist folglich auch bezüglich der Festsetzung, Aufteilung und Auferlegung der Verfahrenskosten abzuweisen. 5.5. Nach § 20 Abs. 1 und 3 VPO werden die Verfahrensk osten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- dem unterliegenden Beschwerdeführer auf erlegt. Die Parteikosten werden wettge- schlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- gehen zu Lasten des Beschwerdeführers und werden mit dem geleisteten Kosten vorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde am 2. Oktober 2014 Beschwer de beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 5A_767/2014) erhoben.