<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">RekursgerichtimAusländerrecht</span> <span class="page_no">378</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft4"><b>83 Ausschaffungshaft;</b></span> <span class="ft4"><b>Untertauchensgefahr</b></span><br/> <span class="ft4"><b>Kann eine auszuschaffende Person bei einem Überraschungszugriff nicht</b></span><br/> <span class="ft4"><b>angetroffen werden, ist nicht bereits deswegen eine Untertauchensgefahr</b></span><br/> <span class="ft4"><b>erstellt. Massgebend ist immer das Gesamtverhalten, insbesondere das</b></span><br/> <span class="ft4"><b>Verhalten der betreffenden Person, nachdem sie vom Zugriffsversuch</b></span><br/> <span class="ft4"><b>Kenntnis erhalten hat (E. II./3.2.).</b></span><br/> <br/> <span class="ft1">Entscheid des Präsidenten des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom</span><br/> <span class="ft1">5. November 2009 in Sachen Migrationsamt des Kantons Aargau gegen P.O.</span><br/> <span class="ft1">betreffend Haftüberprüfung (1-HA.2009.132).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">ZwangsmassnahmenimAusländerrecht</span> <span class="page_no">379</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft2"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft3">II. 3.2. (...)</span><br/> <span class="ft3">Der Vertreter des Migrationsamtes gab an der heutigen Ver-</span><br/> <span class="ft3">handlung an, man verfolge künftig insofern eine neue Vorgehens-</span><br/> <span class="ft3">weise bei gewissen Rückschaffungen, als der betreffenden Person</span><br/> <span class="ft3">das Datum der Ausschaffung nicht mehr in jedem Fall mitgeteilt</span><br/> <span class="ft3">werde. Vielmehr werde die Person im Sinne eines Überraschungsef-</span><br/> <span class="ft3">fektes in der jeweiligen Unterkunft zwecks Zuführung an den Flug-</span><br/> <span class="ft3">hafen polizeilich angehalten, womit das Risiko des Untertauchens</span><br/> <span class="ft3">verkleinert werde. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass das Vorgehen</span><br/> <span class="ft3">bei einer Ausschaffung grundsätzlich Sache des Migrationsamtes ist,</span><br/> <span class="ft3">solange man sich an die gesetzlichen Vorgaben hält. Kann eine aus-</span><br/> <span class="ft3">zuschaffende Person aber bei einem Überraschungszugriff nicht an-</span><br/> <span class="ft3">getroffen werden, bedeutet dies nicht, dass damit bereits eine Unter-</span><br/> <span class="ft3">tauchensgefahr erstellt wäre. Dies jedenfalls dann nicht, wenn dem</span><br/> <span class="ft3">Betroffenen nicht gesetzeskonform die Auflage gemacht wurde, sich</span><br/> <span class="ft3">während der Zeit des erfolgten Zugriffsversuches am Zugriffsort auf-</span><br/> <span class="ft3">zuhalten. Asylsuchende sind nach den aktuellen gesetzlichen</span><br/> <span class="ft3">Grundlagen nicht verpflichtet, sich während vierundzwanzig Stunden</span><br/> <span class="ft3">am Tag in der Asylunterkunft aufzuhalten. Das Nichtantreffen eines</span><br/> <span class="ft3">Betroffenen stellt damit für sich allein lediglich ein mögliches Anzei-</span><br/> <span class="ft3">chen dafür dar, dass dieser sich der Ausschaffung entziehen will.</span><br/> <span class="ft3">Massgebend ist immer das Gesamtverhalten, insbesondere das Ver-</span><br/> <span class="ft3">halten des Betroffenen, nachdem er vom Zugriffsversuch Kenntnis</span><br/> <span class="ft3">erhalten hat.</span><br/> <span class="ft3">(...)</span><br/> <span class="ft3">(Anmerkung: I.c. wurde die Haft bestätigt, da sich der Gesuchs-</span><br/> <span class="ft3">gegner trotz Kenntnis vom Zugriffsversuch nicht beim Migrations-</span><br/> <span class="ft3">amt gemeldet und sich zudem geweigert hatte, die Adresse seiner</span><br/> <span class="ft3">Freundin in Basel, bei der er angeblich gewohnt hatte, anzugeben.)</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>