B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4823/2017 lan U r t e i l v o m 1 8 . D e z e m b e r 2 0 1 8 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richter Jürg Marcel Tiefenthal, Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren am (…), Afghanistan, vertreten durch lic. iur. Angela Roos, Rechtsanwältin, (…) Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 27. Juli 2017 / N (…). D-4823/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein Staatsangehöriger Afghanistans der Ethnie Hazara – verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Angaben im Herbst 2014 beziehungsweise 2015 und reiste unter anderem über den Iran, die Türkei, Griechenland und Deutschland am 10. Oktober 2015 in die Schweiz ein, wo er gleichentags um Asyl ersuchte. Die Befragung zur Per- son (BzP) fand am 15. Oktober 2015 statt. Am 23. Mai 2016 führte das SEM die Anhörung durch. Der Beschwerdeführer brachte vor, in der Provinz B._______ und in Kabul gelebt zu haben. Wegen der Bedrohung durch die Taliban sei er zusammen mit den Angehörigen 2005 nach Pakistan geflüchtet . Dort habe er Spra- chen gelernt, eine Ausbildung zum Lehrer durchlaufen und als Teppich- knüpfer gearbeitet. Er habe di e Schule – auch nach der Rückkehr nach Afghanistan im Jahr 2006 – verschiedenenorts absolviert, immer wieder Sprachen gelernt und schon sehr früh andere Kinder unterrichtet. Die Fa- milie sei nach der Rückkehr in Afghanistan erneut unter dem Druck der Taliban gestanden. Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit sei er mit einem bei den Amerikanern tätigen (… [Fachmann]) in Kontakt gekommen. Durch dessen Vermittlung sei er 2013 bei den Amerikanern in Kabul als (… [Hilfs- kraft]) beschäftigt worden. Diese hätten ihn für (… [Hilfsdienste]) auch in anderen Provinzen aufbieten wollen, was er aber wegen der dortigen unsi- cheren Lage verweigert habe. Aufgrund seines Engagements für die Ame- rikaner seien er un d die Familie noch vermehrt im Fokus der Bewegung gestanden. Sein Vater sei unter Drohungen brieflich aufgefordert worden, einen seiner Söhne der Bewegung als Kämpfer zu überlassen. In Anbe- tracht der geschilderten Situation seien seine Angehörigen wieder nach Kabul gezogen. Er selber sei – auch aus Angst vor Repressalien seitens der Amerikaner – noch vor ihnen aus Afghanistan geflüchtet. Inzwischen halte sich der Rest der Familie erneut in Pakistan auf. B. Mit Verfügung vom 27. Juli 2017 – eröffnet am 29. Juli 2017 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung sowie den Vollzug aus der Schweiz an. C. Der Beschwerdeführer erhob gegen diese Verfügung mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 28. August 2017 beim Bundesverwaltungsgericht D-4823/2017 Seite 3 Beschwerde. Er beantragte die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststellung seiner Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung. Eventualiter sei er wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs vorläufig aufzuneh- men. Subeventualiter sei die Sache zur ergänzenden Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. In for- meller Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozess- führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG, um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses und um amtliche Verbeiständung (Art. 110 a Abs. 1 AsylG [SR 142.31]). Dem Gericht wurden Beweismittel übermittelt. Gemäss Auflistung handelte es sich dabei im Wesentlichen um die Belege (…) Certificate of Apprecia- tion, (…) Certificate of Appreciation, (…) Certificate of Appreciation, Di- ploma in Computer Hardware Maintenance und eine Taufurkunde vom 19. Juni 2016. D. Mit Zwischenverfügung vom 31. August 2017 verzichtete die Instruktions- richterin auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Gesuch gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde gutgeheissen und die rubrizierte Rechtsvertre- terin zur amtlichen Rechtsbeiständin bestellt. E. Mit Vernehmlassung vom 4. September 2017 beantragte das SEM die Ab- weisung der Beschwerde. Die vorinstanzliche Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am 5. September 2017 zur Kenntnis gebracht. F. Am 6. September 2017 reichte die Rechtsvertreterin ihre Kostennote ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-D-4823/2017 Seite 4 det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 u nd Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozia len Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, d es Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-4823/2017 Seite 5 4. 4.1 Das SEM führt e zur Begründung der angefochtenen Verfügung im Asylpunkt im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer sei im Rahmen der Anhörung nicht in der Lage gewesen, seine Anstellung und seine Arbeit bei den amerikanis chen Sicherheitskräften substanzi iert und plausibel zu schildern. Auf eine Vielzahl von Fragen habe er meist vage und auswei- chend geantwortet. Auch nach wiederholten Nachfragen sei es ihm nicht gelungen, ein überzeugendes Bild der Umstände der getroffenen Verein- barung mit den Amerikanern zu vermitteln. Die Aussagen zur Arbeit als (… [Hilfskraft]) beziehungsweise zum ersten Arbeitstag seien ebenfalls substanzlos ausgefallen. Die weiteren Antworten zu Belangen der geltend gemachten Arbeit für die Amerikaner seien wiederum als wenig konkret zu bezeichnen und wiesen kaum Realkennzeichen auf. Realitätsfremd mute an, dass er vorgebracht habe, bereits beim ersten Interview einen Einjah- resvertrag erhalten zu haben, wäre doch in Anbetracht der Lage vor Ort bei tatsächlich erfolgter Anstellung eine vertieftere vorgängige Überprüfung seiner Person durch den Arbeitgeber zu erwarten gewesen. Zudem sei es ihm nicht gelungen, die Arbeit als (… [Hilfskraft]) mit den zu erwartenden Beweismitteln zu untermauern. Die Behauptung, die Unterlagen seien im Wasser verloren gegangen, wirke in Anbetracht der Unglaubhaftigkeit des Sachvortrags stereotyp. Ferner habe er angegeben, im Jahr (…) geboren worden zu sein. Somit wäre er im angegebenen Zeitpunkt der Arbeit für die Amerikaner in den Jahren 2013/14 ein (…)-jähriger Jugendlicher und damit noch minderjährig gewesen. Es könne indes nicht nachvollzogen werden, dass die Amerika- ner für (… [schwierige Hilfsdienste]) eine besonders schutzbedürftige Per- son beigezogen hätten. Den Vollzug der Wegweisung erachtete das SEM für zulässig, zumu tbar und möglich. Die Vorinstanz hielt fest, eine Rückkehr nach Kabul könne beim Vorliegen begünstigender Umstände praxisgemäss als zumutbar er- achtet werden. Solche Umstände seien vorliegend zu bejahen. Der Be- schwerdeführer habe bei der BzP angegeben, aus Kabul, wo auch die El- tern und Geschwister lebten, zu stammen. Gemäss seinem Vorbringen im Rahmen der Anhörung sei die Familie wegen der Verfolgungssituation mitt- lerweile zwar ebenfalls aus Kabul weggezogen. Wie festgestellt, könne ihm aber nicht geglaubt werden, dass er wegen Bedrohungen durch die Taliban habe flüchten müssen. Somit sei von der in der BzP dargestellten familiä- ren Situation auszugehen. Demnach verfüge er in Kabul über ein Bezie- hungsnetz. Ausserdem habe er eine gute Schulbildung und sei als (… D-4823/2017 Seite 6 [Facharbeiter]) ausgebildet worden. Gesundheitliche Probleme würden nicht geltend gemacht. 4.2 Der Beschwerdeführer entgegnete in seiner Rechtschrift – nach einer umfassenden Schilderung de r aus seiner Sicht relevanten S achverhalts- elemente – im Wesentlichen, das SEM habe die Vorbringen zu Unrecht für unglaubhaft erachtet. Bei der Anhörung sei es wohl zu Ungenauigkeiten gekommen. Offenbar habe der Übersetzer die Antworten nicht korrekt übersetzt und wieder rückübersetzt. Zudem sei es für ihn (den Beschwer- deführer) schwierig gewesen, das Geschehene in den genauen zeitlichen Kontext zu stellen. Entgegen der vorinstanzlichen Sichtweise sei er im Üb- rigen in der Lage gewesen, auf Nachfragen die Umstände seiner Anstel- lung als (…[Hilfskraft]) substanziiert darzulegen. Auch die in der Folge auf- genommene Tätigkeit habe er detailreich zu Protokoll gegeben. Zudem sei es offenbar insofern zu Missverständnissen gekommen, als er die Fragen zum ersten Arbeitstag als generelle Fragen zu se iner Arbeit als (…[Hilfs- kraft]) als solchen verstanden habe. Im Zusammenhang mit den Zweifeln des SEM an der sofortigen Ausstellung eines Einjahresvertrages müsse berücksichtigt werden, dass dieser auf Empfehlung einer für die Amerika- ner vertrauenswürden Person zustande gekommen sei. Die weiteren Argu- mente der Vorinstanz zur fehlenden Substanz der Antworten im Hinblick auf den nachgefragten Arbeitsalltag vermöchten ebenfalls nicht zu über- zeugen. Es werde ihm fälschlicherweise unterstellt, gewissen Fragen aus- gewichen zu sein und andere nicht konkret beantwortet zu haben. Insge- samt sei er sehr wohl in der Lage gewesen, ein stimmiges Bild seiner Tä- tigkeiten für die Amerikaner zu vermitteln. Sodann sei der Verlust der er- wähnten Originaldokumente auf dem Meer durchaus nachvollziehbar. Auf- grund der Rüge im angefochtenen Entscheid habe er seinen E -Mail-Ac- count auf Jahre zurück durchforstet in der Hoffnung, relevante Dokumente zu finden. Er habe nicht mehr gewusst, dass Zertifikate für seine Tätigkeit als (…[Hilfskraft]) darauf abgespeichert seien. Er habe sie nun gefunden und könne sie einreichen. Es handle sich um Anerkennungsschreiben (Certificates of Appreciation) der Organisationen und Projekte, für welche er als (…[Hilfskraft]) engagiert gewesen sei. Aus diesen gehe hervor, dass er vom (…) 2006 bis zum (…) 2007 für C._______ und vom (…) 2012 bis zum (…) 2012 für D._______ ausgezeichnete und sehr geschätzte (… [Ar- beit]) geleistet habe. Er sei auch für die E._______ tätig gewesen. Besagte Urkunden belegten seine (…[Arbeit]) für die Amerikaner. Die Vorinstanz glaube zwar nicht, dass die amerikanische Armee eine minderjährige Per- son für (… [entsprechende Hilfsdienste]) engagiert hätte. Bei seiner Rek-D-4823/2017 Seite 7 rutierung seien aber die Vertrauenswürdigkeit und nicht das Alter im Vor- dergrund gestanden. Was die Bedrohung durch die Taliban anbelange, sei er entgegen der vorinstanzlichen Sichtweise in der Lage gewesen, detail- lierte Angaben zu machen. Zusammenfassend sei es dem Beschwerdeführer gelungen, seine (… [Ar- beit]) bei den Amerikanern und die resultierenden Drohungen durch die Ta- liban glaubhaft zu machen. In Afghanistan drohe ihm begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen durch die Taliban. Hinzukomme seine Konver- sion zum Christentum, die – sollten die Taliban davon erfahren – sein Ge- fährdungspotenzial akzentuiere. Die Behörden seien nicht schutzfähig. Sollte der Beschwerdeführer wider Erwarten nicht als Flüchtling anerkannt werden, müsse vom Vollzug der Weg weisung abgesehen werden. Die Lage in Kabul habe sich noch verschlechtert, weshalb der Vollzug in dieses Land als generell unzumutbar qualifiziert werden müsse. Begünstigende Umstände im Sinne der bisherigen Rechtsprechung lägen für ihn in Kabul ohnehin nicht vor. So lebe seine Familie nun in Pakistan. Die Mutter arbeite als Haushaltshilfe; der Vater verkaufe Gemüse. Sie verfügten über keinen geregelten Aufenthalt. Ausserdem sei er gesundheitlich angeschlagen. 5. Zunächst ist auf die Rügen der Verletzung des rechtlichen Gehörs einzu- gehen. Bemängelt werden vom Beschwerdeführer insbesondere die Um- stände der Anhörung vom 23. Mai 2016. Er gab jedoch bereits zu Beginn der Anhörung an, den Dolmetscher gut zu verstehen. Am Schluss bestä- tigte er unterschriftlich die Korrektheit und Vollständigkeit des Protokolls. Auch die Hilfswerkvertretung sah sich gemäss Beiblatt nicht veranlasst, Einwände zu formulieren (vgl. A 17/25 Antworten S. 1 und S. 24 f.). Die Auffassung des Beschwerdeführers, Ungenauigkeiten bei der Übersetzung beziehungsweise Missverständnisse seien für die vom SEM festgestellte Unglaubhaftigkeit der Kernvorbringen mitverantwortlich, kann somit nicht geteilt werden. Ferner bestand für die Vorinstanz aufgrund des Aussage- verhaltens des Beschwerdeführers kein Anlass, im Vollzugspunkt weitere Abklärungen zum Aufenthalt seiner Angehörigen vorzunehmen. So findet die Untersuchungsmaxime ihre Grenze praxisgemäss in der Mitwirkungs- pflicht der asylsuchenden Person. Da der Beschwerdeführer bei der BzP klar zu verstehen gab, seit 2005 mit der Familie auch immer wieder in Ka- bul gelebt zu haben (vgl. A 5/11 S. 4), durfte sich das SEM grundsätzlich auf diese Angaben abstützen. Das Vorbringen anlässlich der Anhörung, die D-4823/2017 Seite 8 Familie sei mittlerweile wegen der insbesondere seinetwegen erfolgten Be- drohung durch die Taliban ausgereist, erachtete die Vorinstanz aufgrund der von ihr festgestellten Unglaubhaftigkeit der angeblich gegen seine Per- son gerichteten Bedrohung für ebenfalls nicht glaubhaft, weshalb sie in zu- lässiger Weise auf weitere Nachforschungen im Rahmen der Zumutbarkeit des Vollzugs verzichten konnte. Solche Abklärungen drängen sich auch jetzt nicht auf. Die eventualiter beantragte Rückweisung der Sache an die Vorinstanz kommt mithin nicht in Betracht. 6. 6.1 Das SEM hat in ausführlichen Erwägungen das Engagement des Be- schwerdeführers als (…[Hilfskraft]) für die Amerikaner verbunden mit einer zielgerichteten Bedrohung durch die Taliban verneint. Diese Sichtweise ist zu teilen. Auch nach Auffassung des Gerichts war der Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörung nicht in der Lage, seine Anstellung und seine Arbeit bei den amerikanischen Sicherheitskräften substanziiert und plausi- bel zu schildern. Bereits die Spontanschilderung der Fluchtmotive lässt nicht den Eindruck einer ausweglosen Lage, der nur durch Flucht ins Aus- land zu entkommen war, erkennen. Auch die Schilderungen seiner Tätig- keiten bei den Amerikanern wirken überwiegend sehr stereotyp, vage und weisen nur sehr bedingt Realkennzeichen auf (vgl. A 17/25 Antworten 79 und 82 ff.). Es mag zwar im Sinne der Beschwerdevorbringen zutreffen, dass er teilweise auch etwas konkretere Angaben namentlich zu seiner sprachlichen Ausbildung machte und Namen nannte. Seine Sprachkompe- tenz wurde aber im angefochtenen Entscheid nicht in Frage gestellt , und gewisse Kontakte auch zu Vermittlungspersonen der amerikanischen Streitkräfte haben möglicherweise bestanden. Eine Anstellung als (…[Hilfs- kraft]) vermögen diese Kenntnisse aber in Anbetracht einer Gesamtwürdi- gung der wie erwähn t insbesondere unsubstanziierten und stereotypen Kernvorbringen nicht glaubhaft zu machen. Dies umso weniger, als die gel- tend gemachte Anstellung auch in Anbetracht seines jugendlichen Alters als blosses Konstrukt erscheint. So gab er an, im Jahr (…) geboren worden zu sein. Somit wäre er im angegebenen Zeitpunkt der Arbeit für die Ameri- kaner in den Jahren 2013/14 (vgl. a.a.O. A ntwort 46) ein (…)-jähriger Ju- gendlicher und damit noch minderjährig gewesen. Das SEM hält dazu – entgegen den nicht überzeugenden Beschwerdevorbringen – zurecht fest, es könne nicht nachvollzogen werden, dass die Amerikaner für (… [schwie- rige Hilfsdienste]) einen Jugendlichen als besonders schutzbedürftige Per- son beigezogen hätten. Hinzukommt, dass er zu einem späteren Zeitpunkt D-4823/2017 Seite 9 der Anhörung geltend machte, erst 2014/15 für die Amerikaner tätig gewe- sen zu sein (vgl. a.a.O. Antwort 146) und somit nicht in der Lage war, in zeitlicher Hinsicht übereinstimmende Angaben zu machen. Die nun angeblich aus dem E-Mail-Account des Beschwerdeführers be- schafften Dokumente führen zu keiner anderen Beurteilung. Sie beschei- nigen ihm schon für das Jahr 2006 (… [Hilfsdienste]) für die Sicherheits- kräfte. Dass er bereits als etwa (…)-jähriger für eine solche Aufgabe bei- gezogen worden wäre, erscheint indes auch in Anbetracht der geltend ge- machten sprachlichen Begabung als ausgesprochen realitätsfremd, zumal das SEM wie erwähnt zu Recht auf die Problematik der Anstellung von Minderjährigen bei der amerikanischen Armee hinweist. Abgesehen davon wirken die vorgebrachten Beschaffungsumstände der Dokumente reichlich konstruiert. Schliesslich wäre er gemäss einem weiteren Dokument bereits 2012 in diesem Sinne (erneut) tätig gewesen, was – abgesehen vom nach wie vor sehr jungen Alter – wiederum mit seinen Angaben anlässlich der Anhörung nicht übereinstimmt. Aufgrund der Unglaubhaftigkeit des Engagements für die Amerikaner fehlt den angeblich konkret gegen den Beschwerdeführer beziehungsweise seine Familie ergangenen Drohungen der Taliban die geltend gemachte Grundlage. Ohnehin war er entgegen der nicht stichhaltigen Beschwerde- vorbringen nicht in der Lage diese angeblichen Drohungen ange messen zu substanziieren (vgl. a.a.O. Antworten 80 f. und 149 f.). 6.2 Ferner macht der Beschwerdeführer geltend, in der Schweiz zum Christentum konvertiert zu sein und auch deshalb – sollten die Taliban da- von erfahren – in Afghanistan eine zielgerichtete Verfolgung befürchten zu müssen. Eine solche Verfolgungsgefahr wäre in Anbetracht der Lage vor Ort möglicherweise tatsächlich zu bejahen, wenn konkrete Anhaltspunkte für die Kenntnisnahme eines Glaubenswechsels bestünden. Solche sind aber zu verneinen. So wird im eingereichten Taufversprechen vom 19. Juni 2016 lediglich bescheinigt, der Beschwerdeführer habe sich dem entspre- chenden sakralen Akt unterzogen. In den vorinstanzlichen Akten hatte der Beschwerdeführer sich noch als Schiite bezeichnet. In der Beschwerde wird in keiner Weise ausgeführt, ob, inwiefern und inwieweit der Beschwer- deführer nach der Rückkehr beabsichtige, den allenfalls neu angenomme- nen Glauben tatsächlich zu leben. Anzufügen bleibt, dass die im vor - instanzlichen Verfahren geltend gemachte, bereits erfolgte Gefährdung durch die Taliban nicht glaubhaft gemacht werden konnte. Insgesamt be-D-4823/2017 Seite 10 stehen keine konkreten Hinweise dafür, er werde aufgrund seines allfälli- gen neuen Glaubens vor Ort einer konkreten Gefahr im Sinne subjektiver Nachtfluchtgründe ausgesetzt. 6.3 Im Sinne einer Gesamtbetrachtung aller Indiz ien, welche für oder ge- gen die Glaubhaftigkeit der Vorbringen sprechen, erscheint die vom Be- schwerdeführer geltend gemachte Bedrohung durch die Taliban auch unter Berücksichtigung des Beweismassstabs der Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 AsylG sowie der Umstände in Afghanistan als überwiegend un- glaubhaft. Es erübrigt sich, auf die Beweismittel und weitere Beschwerde- vorbringen vertiefter einzugehen. 7. Zusammenfassend ergibt sich, dass keine asylrechtlich relevanten Verfol- gungsgründe ersichtlich sind, weshalb die Vorinstanz zu Recht das Asyl- gesuch abgelehnt und die Flüchtlingseigenschaft verneint hat. 8. 8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wu rde demnach zu Recht angeordnet vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den D-4823/2017 Seite 11 Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per- sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be - schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste er eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaf t machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegwei- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als generell unzulässig erschei- nen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-4823/2017 Seite 12 9.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.5 9.5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil D -5800/2016 vom 13. Oktober 2017 eine ausführliche Lageanalyse zur Situation in der afgha- nischen Hauptstadt Kabul vorgenommen (vgl. E. 6.3 ff. [als Referenzurteil publiziert]). Danach stellt sich zum heutigen Zeitpunkt sowohl die Sicher- heitslage, welche als volatil und von zahlreichen Anschlägen geprägt zu bezeichnen ist, als auch die humanitäre Situation in Kabul im Vergleich zu der in BVGE 2011/7 beschriebenen Situation k lar verschlechtert dar. Die Lage in Kabul ist daher grundsätzlich als existenzbedrohend und somit un- zumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren. Von dieser Re- gel kann abgewichen werden, falls besonders begünstigende Faktoren vorliegen, aufgrund derer ausnahmsweise von der Zumutbarkeit des Voll- zugs ausgegangen werden kann. 9.5.2 Solche besonders begünstigende Faktoren können nach dem vorge- nannten Referenzurteil grundsätzlich namentlich dann gegeben sein, wenn es sich bei der zurückkehrenden Person um einen jungen, gesunden Mann handelt. Unabdingbar sei in jedem Fall ein soziales Netz, das sich im Hin- blick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung der zurückkehrenden Person als tragfähig erweist. Dieses soziale Netz müsse ihr insbesondere eine angemessene Unterkunft, Grundversorgung sowie Hilfe zur sozialen und wirtschaftlichen Reintegration bieten können. Allein aufgrund von lo- sen Kontakten zu Bekannten, Verwandten oder auch Mitgliedern der Kern- familie, bei welchen insbesondere das wirtschaftliche Fortk ommen sowie die Unterbringung ungeklärt sind, sei nicht von einem tragfähigen sozialen Beziehungsnetz auszugehen. Entscheidrelevant sei zudem, über welche Berufserfahrung die rückkehrende Person verfügt beziehungsweise inwie- fern eine wirtschaftliche Wiedereingliederung mit einer bezahlten Arbeit im Zusammenspiel mit dem Beziehungsnetz begünstigt werden kann. Ange- sichts der festgestellten Verschlechterung der Lage in Kabul, verstehe es sich von selbst, dass das Vorliegen dieser strengen Anforderungen in je- dem Einzelfall sorgfältig geprüft würde und diese erfüllt sein müssten, um einen Wegweisungsvollzug nach Kabul als zumutbar zu qualifizieren (Urteil D-4823/2017 Seite 13 des Bundesverwaltungsgerichts D -5800/2016 vom 13. Oktober 2017 E. 8.4.1 [als Referenzurteil publiziert]). 9.5.3 Zusammenfassend ergibt sich somit, dass eine Wegweisung nach Kabul lediglich bei Vorliegen besonders günstiger Voraussetzungen – so insbesondere für alleinstehende, gesunde Männer mit einem tragfähigen Beziehungsnetz, einer Möglichkeit zur Sicherung des Exist enzminimums und einer gesicherten Wohnsituation – als zumutbar zu qualifizieren ist. 9.6 9.6.1 Die Vorinstanz stützte sich in ihrem Entscheid bei der Beurteilung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung auf die Aussagen des Be- schwerdeführers im Rahmen der BzP . Dort vermittelte er in der Tat das Bild von Lebensumständen in Kabul, die als begünstigend interpretiert werden können. Gemäss Angaben bei der Anhörung und in der Beschwerdeschrift sind seine Angehörigen aber insbesondere wegen der von ihm evozierten Bedrohungslage ebenfalls ausgereist und halten sich in Pakistan auf. In diesem Zusammenhang werden weitere Abklärungen beantragt. Das SEM hielt fest, der Umzug der Familie nach Pakistan sei nicht glaubhaft. 9.6.2 Die Aufenthaltsumstände des Beschwerdeführers im Falle seiner Rückkehr sind gemäss Aktenlage unklar. Hervorzuheben ist, dass nebst der – gemäss obenstehenden Erwägungen zu bejahenden – Zulässigkeit auch die Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegweisungsvol lzugs von Amtes wegen zu prüfen sind, die Untersuchungspflicht jedoch ihre Gren- zen an der Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers findet. Diesem ge- lang es vorliegend nicht, das Erfordernis der Flucht seiner Angehörigen wegen der angeblich von ihm evozierten Taliban-Gefährdung glaubhaft zu machen. Es ist nicht Sache der Behörden, bei unglaubhaftem Aussagever- halten nach etwaigen Wegweisungsvollzugshindernissen unter hypotheti- schen Umständen zu forschen. Der Beschwerdeführer hat die Folgen sei- ner fehlenden Mitwirkung insofern zu tragen, als seitens der Asylbehörden der Schluss gezogen werden muss, es spreche nichts gegen eine Rück- kehr an den bisherigen Aufenthaltsort. Da er mit seinem Aussageverhalten allfälligen genaueren Einschätzungen die erforderliche Grundlage entzieht, kann es nicht Sache des Gerichts sein, sich in Mutmassungen und Speku- lationen zur Situation des Beschwerdeführers nach der Rückkehr zu erge- hen. In der Beschwerde werden zwar die Aufenthaltsdaten der Eltern des Be- schwerdeführers in Pakistan präzisiert und weitere Abklärungen beantragt. D-4823/2017 Seite 14 Diese sind jedoch nicht vorzunehmen. Denn selbst wenn sich die Familie des Beschwerdeführers aktuell tatsächlich erneut in Pakistan aufhalten sollte, bliebe unklar, ob es sich wieder um einen vorübergehenden Aufent- halt – aus welchen Motiven auch immer – handeln würde und ob so die begünstigenden Umstände für den B eschwerdeführer in Kabul definitiv weggefallen wären. Es obläge ihm im Rahmen der Mitwirkungspflicht, diese Sachlage zu verdeutlichen. Nicht auszuschliessen wäre ferner bei einem dauerhaften Aufenthalt der Familie in Pakistan, dass dem Be- schwerdeführer – nachdem seine Eltern ihren Status falls erforderlich noch legalisiert hätten – über eine Aufenthaltsalternative in einem Drittstaat ver- fügen würde. 9.7 Ferner obliegt dem Beschwerdeführer, sich die für seine Rückkehr al- lenfalls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG). 9.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 10. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun- desrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. 11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Er stellte in seiner Rechtsmitteleingabe jedoch ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG, welches das Gericht mit Instruktionsverfü- gung vom 31. August 2017 guthiess. Folglich sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 11.2 Mit Verfügung vom 31. August 2017 wurde ausserdem das Gesuch um amtliche Verbeiständung gutgeheissen (Art. 110 a Abs. 1 VwVG) und dem Beschwerdeführer seine Rechtsvertretung als Rechtsbeiständin zu- geordnet. Die Festsetzung des amtlichen Ho norars erfolgt in Anwendung der Art. 8–11 sowie Art. 12 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2). Die Rechtsvertreterin reichte mit Eingabe vom 6. Septem- ber 2018 eine Kost ennote zu den Akten, in welcher ein Honorar von Fr. 2‘130.– gefordert wird, was als angemessen erscheint. Demzufolge ist D-4823/2017 Seite 15 der Rechtsvertreterin zulasten der Gerichtskasse des Bundesverwaltungs- gerichts ein amtliches Honorar in der erwähnten Höhe zu entrichten. (Dispositiv nächste Seite) D-4823/2017 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Der amtlichen Rechtsbeiständin wird ein Honorar zulasten der Ge richts- kasse in der Höhe von Fr. 2‘130.– zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber Versand: