Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 6. Februar 2019 (810 19 10) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Geschlossene Unterbringung gemäss Art. 314b Abs. 1 ZGB Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Markus Clausen, Hans Furer, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Gerichts- schreiberin Stephanie Schlecht Beteiligte A.____ , z.Zt. Jugendheim B.____ , Beschwerdeführerin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde C.____ , Vorinstanz D.____ , Beigeladene Betreff Geschlossene Unterbringung gemäss Art. 314b Abs. 1 ZGB (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde C.____ vom 17. Januar 2019) A. A.____, geboren 2003, und E.____, geboren 2006, sind die Kinder der sorgeberechtig- ten Kindsmutter D.____, und stammen aus einer frühe ren Beziehung der Kindsmutter. F.____, Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht geboren 2013, ist der Sohn von D.____ und G.____, wel che die elterliche Sorge gemeinsam ausüben. B. Im Sommer 2014 wandte sich die Kindsmutter an den S chulpsychologischen Dienst Liestal (SPD) und schilderte die privaten und schulischen Schwierigkeiten, welche sie mit ihrer Tochter A.____ habe (Auseinandersetzungen zwischen den älteren Geschwistern unter An- wendung von Gewalt, Alkohol- und Drogenkonsum). A.___ _ hielt sich damals stationär im Uni- versitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) auf, weil sie mehrfach mit Suizid gedroht hatte. Am 19. November 2014 trat sie freiwillig ins Schulheim H.____ ein. C. Mit Schreiben vom 20. April 2016 machte die Polizei Basel-Landschaft eine Gefähr- dungsmeldung bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde C.____ (KESB). D. Mit Entscheid der KESB vom 13. Dezember 2016 wurde f ür A.____ und ihre Brüder eine Erziehungsbeistandschaft errichtet, und als Beiständin ernannte die KESB I.____, J.____- Stiftung. Gleichzeitig wurde eine sozialpädagogische Fami lienbegleitung angeordnet, welche mit Entscheid der KESB vom 31. August 2017 verlängert wurde. E. Nachdem A.____ erneut mit Suizid gedroht hatte und sich die Schwierigkeiten im Heim, zu Hause und in der Schule zugespitzt hatten (vgl. E-Mail der Beiständin an die KESB vom 20. März 2018), entzog die KESB auf entsprechenden Antrag der Beiständin mit Entscheid vom 25. Juni 2018 der Kindsmutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht über A.____ und platzier- te sie in der offenen Abteilung des Heims K.____. Mit separatem Entscheid vom 25. Juni 2018 verlängerte die KESB die angeordnete sozialpädagogische Familienbegleitung. F. Mit Präsidialentscheid der KESB vom 19. Juli 2018 w urde A.____ aufgrund suizidaler Äusserungen vorsorglich und befristet bis längstens 19. August 2018 in die geschlossene Abtei- lung des Heims K.____ eingewiesen. Am 26. Juli 2018 konnte sie in Begleitung der Kindsmutter in die offene Abteilung des Heims K.____ eintreten. M it Entscheid der KESB vom 31. Juli 2018 wurde die verfügte stationäre Einweisung von A.____ in die geschlossene Abteilung des Heims K.____ daher mit sofortiger Wirkung aufgehoben und di e mit Entscheid vom 25. Juni 2018 ver- fügte ausserfamiliäre Unterbringung in der offenen Abteilung des Heims K.____ bestätigt. G. In der Folge kam es zu verschiedenen Vorfällen (Kurve ngänge, Diebstahlversuch und Sachbeschädigung im Büro der offenen Abteilung des K._ ___), weshalb die Beiständin und die Kindsmutter bei der KESB die geschlossene Unterbringung von A.____ in der geschlossenen Abteilung des K.____ beantragten bzw. sich damit einve rstanden erklärten. Am 2. August 2018 wurde A.____ unter Mithilfe der Polizei erneut vorsor glich in die geschlossene Abteilung des K.____ eingewiesen, längstens bis zum 3. September 201 8 (Entscheid der KESB vom 3. August 2018). Am 3. August 2018 wurde sie in die Psyc hiatrie Baselland, Klinik für Psychiat- rie und Psychotherapie (KPP), eingeliefert. Am 6. August 2018 kehrte A.____ ins Heims K.____ zurück. Ihr dissoziales Verhalten habe sich massiv verstärkt und darin kulminiert, dass sie am 9. August 2018 die ganze Nacht den Notfallknopf gedrückt habe, was für die anderen Jugendli- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen nicht mehr aushaltbar gewesen sei. Aus diesem Grun d wurde sie gleichentags vom K.____ freigestellt. H. Ab diesem Zeitpunkt hielt sich A.____ bei der Grossmut ter auf und besuchte die Schu- le von dort aus regelmässig. Sie verliess die Unterkunft bei der Grossmutter am 24. August 2018 und wurde am nächsten Tag von der Kantonspolizei Basel-Stadt in die KPP eingeliefert. I. Mit Entscheid vom 23. Oktober 2018 hob die KESB die Unterbringung im Heim K.____ auf und platzierte A.____ rückwirkend per 4. September 2018 bei einer Gastfamilie. J. Mit Entscheid vom 7. November 2018 musste die Platzieru ng bei der Gastfamilie rück- wirkend per 28. Oktober 2018 aufgehoben werden und A. ____ wurde vorsorglich per 29. Oktober 2018 im Zentrum L.____ in M.____ platzier t. Gleichzeitig wurde der Beiständin die Verwaltung des Einkommens und Vermögens von A.____ übertragen. K. Am 26. November 2018 wurde A.____ im Rahmen eine s Time-Out bei einer anderen Gastfamilie platziert, aus welcher sie gleichentags entwich en und ins Zentrum L.____ zurück- gekehrt ist. Am 27. November 2018 wurde sie erneut bei der Familie platziert. L. Auf einen entsprechenden Antrag der Beiständin hin wurde A.____ per sofort in der Institution B.____ auf der geschlossenen Wohngruppe unte rgebracht (vgl. Entscheid der KESB vom 5. Dezember 2018; Schreiben der Beiständin vom 4. D ezember 2018). Die KESB hörte A.____ am 10. Dezember 2018 zur vorsorglichen fürsorgerischen Unterbringung an. M. Dagegen erhob A.____ mit Schreiben vom 10. Dezemb er 2018 Beschwerde bei der KESB, welche diese zuständigkeitshalber an das Kanton sgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), weiterleitete. Mit undatierter Eingabe (Eingangsbestätigung vom 27. Dezember 2018) teilte A.____ dem Gericht mit, dass ihre Eingabe an die KESB vom 10. Dezember 2018 als Beschwerde ans Kantonsgericht entgegenzunehmen sei. N. Am 18. Dezember 2018 wurde A.____ notfallmässig i ns Krisenzentrum N.____ einge- wiesen (vgl. ärztliche Einweisung vom 18. Dezember 2018). O. Mit Eingabe vom 8. Januar 2019 liess sich die Beistän din vernehmen und sprach sich für eine geschlossene Unterbringung von A.____ im Jugendheim B.____ aus. P. Das Jugendheim B.____ reichte dem Kantonsgericht mit Eingabe vom 8. Januar 2019 einen Kurzbericht über die aktuelle Situation von A.____ ein. Q. Am 9. Januar 2019 liess sich die KESB vernehmen und schloss auf kostenfällige Ab- weisung der Beschwerde. R. A.____ wurde am 15. Januar 2019 zur beabsichtigen g eschlossenen Unterbringung im Jugendheim B.____ angehört. Mit Entscheid vom 17. Januar 2019 bestätigte die KESB die vor- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sorglich mit Entscheid vom 5. Dezember 2018 angeordnete Platzierung von A.____ im Jugend- heim B.____. Es wurde konkretisierend angeordnet, dass sie in der geschlossenen Abteilung untergebracht werde. Die Massnahme wurde befristet bis zum 29. Mai 2019. S. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ mit Eingabe 22. Januar 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht. Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung der Platzierung im Jugendheim B.____ und die Rückplatzierung ins Zentrum L.____. Zur Begründung bringt sie im Wesentli- chen vor, dass sie sehr gut ohne Alkohol und Drogen leben könne. Sie möchte deshalb eine zweite Chance, zurück in die offene Platzierung ins Zentr um L.____, die Schule beenden und eine Ausbildung beginnen. T. Mit Verfügung vom 24. Januar 2019 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung über- wiesen und eine Urteilsberatung unter Ausschluss der Part eien vorgesehen. Weiter wurden eine vorgängige Anhörung der Beschwerdeführerin im Juge ndheim B.____ und der Beizug der Akten des Verfahrens 810 18 326 angeordnet. U. Am 30. Januar 2019 wurde die Beschwerdeführerin i m Jugendheim B.____ von der Präsidentin des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, angehört. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetz buches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 kann gegen Entscheide der Kindes- un d Erwachsenenschutzbehörde Be- schwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Zustän dig für die Beurteilung der vorlie- genden Sache ist das Kantonsgericht, Abteilung Verfa ssungs- und Verwaltungsrecht (§ 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuche s [EG ZGB] vom 16. November 2006 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über di e Verfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Nach Art. 314b Abs. 2 ZGB ist das urteilsfähige Kind im Falle der Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung berechtigt, selber das Ge- richt anzurufen. Diese Bestimmung entspricht der gestützt auf die Wahrung höchstpersönlicher Rechte des urteilsfähigen Kindes entwickelten Praxis des Bu ndesgerichts zur Prozessfähigkeit Minderjähriger. Die Beschwerdeführerin ist somit zur Er hebung der vorliegenden Beschwerde berechtigt und die Beschwerdelegitimation ist zu bejah en (K URT AFFOLTER -FRINGELI /U RS VOGEL , in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Bern 2016, N 157 zu Art. 310/314b ZGB). Da auch die übrige n Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerden einzutreten. 1.2 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Muss eine minderjährige Person in einer geschlossenen Einrichtung oder in einer psy- chiatrischen Klinik untergebracht werden, so sind die Bestimmungen des Erwachsenenschutzes über die fürsorgerische Unterbringung sinngemäss anwendba r (Art. 314b Abs. 1 ZGB). Wäh- rend sich das Verfahren nach den Art. 426 ff. ZGB richte t, ist bezüglich der Einweisungsgründe der Besonderheit des Kindesschutzes Rechnung zu tragen. Ei ne Einweisung in eine geeignete Einrichtung kann sich deshalb nicht nur rechtfertigen, w enn die betroffene Person an einer psy- chischen Störung oder an geistiger Behinderung leidet o der schwer verwahrlost ist, sondern auch, wenn eine überwachte Erziehung notwendig ist und diese bzw. die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann (Botschaft vo m 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Person en- und Kindesrecht], Bun- desblatt [BBl] 2006 S. 7102; L INUS CANTIENI /S TEFAN BLUM , in: Fountoulakis/Affolter-Fringeli/ Biderbost/Steck [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2016, Fachhandb uch Kindes- und Erwachsenen- schutzrecht, Rz. 15.100). Insofern richten sich die materiel len Voraussetzungen nach Art. 310 Abs. 1 ZGB, auch wenn der Entscheid nicht den Entzug der elterlichen Obhut betrifft, weil diese bereits entzogen worden ist, sondern ausschliesslich die Unterbringung (Urteile des Bundesge- richts 5A_1003/2017 vom 20. Juni 2018 E. 2 und 5A_188/ 2013 vom 17. Mai 2013 E. 3; D ANIEL ROSCH /ANDREA HAURI , in: Rosch/Fountoulakis/Heck [Hrsg.], Handbuch für Kindes - und Er- wachsenenschutz, 2. Auflage, Bern 2016, Rz. 1093). 3.1 Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die KESB das Kind den Eltern oder Dritten, wenn es sich bei diesen befindet, wegzunehmen und in angemessener We ise unterzubringen, wenn der Ge- fährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann. Die Gefährdung muss darin liegen, dass das Kind in der elterlichen Obhut nicht so geschützt und gefördert wird, wie es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung nötig wä re. Unerheblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen . Desgleichen spielt keine Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung trifft. Massgebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt der Entziehung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_188/2 013 vom 17. Mai 2013 E. 3). Alle Kin- desschutzmassnahmen müssen geeignet, erforderlich und verhä ltnismässig im engeren Sinn sein (U LRICH HÄFELIN /GEORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auf- lage, Zürich 2016, Rz. 517 ff.). Die gewählte Platzierung der Massnahme muss erforderlich sein und es ist immer die mildeste Erfolg versprechende Massna hme anzuordnen (Proportionalität und Subsidiarität); diese soll elterliche Bemühungen n icht ersetzen, sondern ergänzen (Kom- plementarität). Die Entziehung der elterlichen Obhut ist daher nur zulässig, wenn andere Mass- nahmen ohne Erfolg geblieben sind oder von vornherein als ungenügend erscheinen (Urteile des Bundesgerichts 5A_401/2015 vom 7. September 2015 E . 5.2; 5A_188/2013 vom 17. Mai 2013 E. 3 und 5A_701/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2.1). 3.2 Bei der Anordnung von Kindesschutzmassnahmen gilt d as Wohl des Kindes als obers- te Maxime. Diese Maxime weist Behörden, die für das Kind Entscheidungen treffen müssen, an, in der jeweiligen Situation das zu tun, was die gedei hliche Entwicklung des Kindes am ehesten zu fordern verspricht (vgl. CYRIL HEGNAUER , Grundriss des Kindesrechts, 5. Auflage, Bern 1999, Rz. 26.04a). Verändern sich die Verhältnisse, so sind di e Massnahmen zum Schutze des Kin- des der neuen Lage anzupassen (Art. 313 Abs. 1 ZGB). Er weist sich eine Massnahme in der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht bisherigen Form als nicht mehr nötig, ist sie aufzuheben oder durch eine mildere zu ersetzen (HEGNAUER , a.a.O., Rz. 27.50). Jede Anordnung oder Änderung von Kindesschutzmassnahmen setzt eine Prognose über die künftige Entwicklung der ma ssgebenden Umstände voraus. Diese wird durch das bisherige Verhalten der betroffenen P erson wesentlich mitbestimmt. Die Verän- derung der Verhältnisse kann überdies nur unter Einbez ug der seinerzeitigen Umstände beur- teilt werden (BGE 120 II 384 E. 4). 3.3 Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführ erin in der Vergangenheit gegen- über ihrer Familie, insbesondere ihrem älteren Brud er, gewalttätig geworden ist, unregelmässig und teilweise gar nicht mehr zur Schule, sondern auf Kurve gegangen ist, mehrfach mit Suizid gedroht und Alkohol sowie andere Substanzen konsumiert hat. Darüber hinaus gab sie an, sich mit mehreren männlichen Jugendlichen eingelassen zu haben bei unklarer Verhütung. Gestützt auf die Verfahrensakten kann im vorliegenden Fall da her festgestellt werden, dass das Kindes- wohl und die Entwicklung der Beschwerdeführerin durch ihr Verhalten und diese Vorfälle erheb- lich gefährdet waren. Die Kindsmutter war bisher nicht in der Lage, der Selbstgefährdung der Beschwerdeführerin wirksam entgegenzutreten. Aufgrund ihrer Erkrankung ist sie in der Erzie- hungsfähigkeit eingeschränkt und deshalb wurde ihr das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Beschwerdeführerin entzogen, wogegen sie keine Rechtsmitt el erhoben hatte (vgl. Abklärungs- bericht vom 15. Mai 2018). Demzufolge konnte der vorlie genden Gefährdung des Kindeswohls nur mit der Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Kindsmutter über die Beschwer- deführerin gemäss Art. 310 Abs. 1 ZGB und einer entspr echenden Platzierung begegnet wer- den. Die Beschwerdeführerin wendet sich nicht grundsät zlich gegen die Erforderlichkeit einer Platzierung, sondern vielmehr gegen die angeordnete Pl atzierung in der geschlossenen Abtei- lung des Jugendheims B.____. Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob die von der KESB verfügte geschlossene Platzierung gestützt auf Art. 310 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 314b ZGB längstens bis zum 29. Mai 2019 gerechtfertigt und verhältnismässig war bzw. ist. 4.1 Die Vorinstanz begründet die angefochtene Einweisun g in die geschlossene Abteilung des Jugendheims B.____ unter Hinweis auf das selbstgefä hrdende Verhalten der Beschwerde- führerin in der Vergangenheit und auf ihr oppositionelles Verhalten in den verschiedenen Institu- tionen. Trotz der guten Entwicklung der Beschwerdeführ erin im Schulheim H.____ hatte sie im Frühjahr 2018 suizidale Gedanken geäussert und Tablette n geschluckt, sodass sie für einige Tage auf der Intensivstation des UKBB hatte behandelt werden müssen. Anschliessend hat sie sich in der KPP aufgehalten. In diesem Zeitraum habe d ie Beschwerdeführerin ihre Mutter zu- nehmend unter Druck gesetzt, indem sie eine Umplatzierung verlangt habe. In der Folge sei der Kindsmutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht über ihre Toch ter entzogen worden, um sie (die Kindsmutter) von dieser Drucksituation zu entlasten. Als die Beschwerdeführerin in der offenen Abteilung des Heims K.____ hätte platziert werden soll en, habe sie sich dagegen gewehrt und erneut mit Suizid gedroht, weshalb sie auf Antrag der Beiständin superprovisorisch in der ge- schlossenen Abteilung des K.____ platziert worden sei. Na chdem sie in die offene Abteilung habe überführt werden können, sei sie nach kurzer Zeit entwichen und auf Kurve gegangen und habe sich nicht an die Regeln der Institution gehalten . In der Folge sei ein Time-Out bei einer Gastfamilie organisiert worden, wobei sie von dort entw ichen und ins Zentrum L.____ zurück- gekehrt sei. Im Rahmen der verschiedenen Aufenthalte hätten keine Entwicklungsschritte bei Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beschwerdeführerin erzielt werden können, sondern si e habe sich weiterhin oppositionell verhalten und eine Vielzahl von Fehlstunden im Schulunt erricht angehäuft. Hinzu gekommen seien ein Alkohol- und Drogenkonsum. Es habe eine zunehmende Verwahrlosungstendenz und eine Strukturlosigkeit festgestellt werden können, wel che aufgezeigt hätten, dass die Be- schwerdeführerin für eine offene Platzierung nicht ber eit sei. Die bisherigen Platzierungen und die Entweichungen der Beschwerdeführerin würden belege n, dass sie nicht in der Lage sei, sich an Regeln zu halten, wodurch ihr Wohl und die Entwicklung ernsthaft gefährdet seien. Eine weitere Unterbringung in einer offenen Institution h ätte deshalb voraussichtlich keine Änderung im Verhalten der Beschwerdeführerin bewirken können. Vielmehr sei das Risiko des Scheiterns einer Platzierung im offenen Rahmen bzw. im Zentrum L .____ als zu hoch einzustufen. Es be- stehe zur Abwendung der Gefährdung des Wohls der Beschw erdeführerin demzufolge kein milderes Mittel als die Platzierung in der geschlossenen Abteilung des Jugendheims B.____. 4.2 Dem hält die Beschwerdeführerin entgegen, dass sie begriffen habe, "sehr gut ohne Drogen und ohne Alkohol" leben zu können. Sie möchte i ns Zentrum L.____ zurück, die Schule beenden und eine Ausbildung beginnen. Sie möchte eine Chance, weil jeder Mensch eine zwei- te Chance verdient habe (Eingabe vom 22. Januar 2019). Auch anlässlich der Anhörung vom 30. Januar 2019 beteuerte sie, keinen Alkohol mehr zu br auchen, nicht mehr auf Kurve gehen zu wollen und sich künftig an die Regeln des L.____ zu halten, wohin zurück sie gehen möchte, um in der Nähe ihrer Familie und Freunde zu sein und um das therapeutische Angebot mit den Pferden dort nutzen zu können. 4.3.1 Gemäss Austrittsbericht des Schulheims H.____ habe d ie Beschwerdeführerin ab dem Frühjahr 2018 in Anforderungssituationen mehrfach mit Weglaufen oder mit Suizid gedroht und dies auch beides in die Tat umgesetzt, sodass sie sich im o ffenen Rahmen zunehmend selbst- und fremdgefährdend verhalten habe (vgl. Austrittsbericht des Schulheims H.____ vom 18. Juni 2018, S. 3). Aufgrund zweimaliger Tabletteneinnahme habe sie in das UKBB eintreten müssen. Nach weiteren massiven Grenzüberschreitungen der Beschwerdeführerin sei sie schliesslich ab Mai 2018 beurlaubt und zu ihrer Familie nach Hause ge schickt worden. Auch die Rückplatzie- rung in die Familie sei gescheitert und deshalb sei eine Platzierung in der offenen Abteilung des K.____ angeordnet worden, welche zunächst nicht habe um gesetzt werden können, weil die Beschwerdeführerin wiederum mit Suizid gedroht habe, was zu einer superprovisorischen Un- terbringung in der geschlossenen Abteilung des K.____ g eführt habe. Nach dem Eintritt und einem anfänglich guten Einstieg in die offene Abteilu ng des K.____ habe die Kooperationsbe- reitschaft der Beschwerdeführerin jedoch massiv nachgelass en: So habe sie mit einem Feuer- zeug in der Hand gedroht, die Abteilung niederzubrenn en, und sie sei mehrmals unerlaubt weggelaufen. Am 2. August 2018 sei die Beschwerdeführe rin erneut in der geschlossenen Ab- teilung des K.____ untergebracht worden. Dort habe sie sich "auffällig destruktiv" verhalten, die internen Abläufe wiederholt gestört, jegliche Anweisun g verweigert und Drohungen ausgespro- chen. Die geschilderten Verhaltensweisen hätten schliesslich in einem Polizeieinsatz gemündet. In der Folge sei die Beschwerdeführerin wieder in die Obhut der Familie gegeben worden (vgl. Bericht des Heims K.____ vom 24. September 2018). Nach wenigen Wochen sei eine Platzierung in einer Gastfamilie erfolgt, welche eben falls aufgrund des Verhaltens der Be- schwerdeführerin (zahlreiche Regelverstösse und Verweigerung des Schulbesuchs) gescheitert Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei und habe aufgehoben werden müssen (vgl. Schlussbericht Verein O.____ vom 7. Januar 2019). Um eine Eskalation in der Gastfamilie zu vermeid en, sei die Beschwerdeführerin am 30. Oktober 2018 im L.____ platziert worden. Doch auch bei diesem Platzierungsversuch habe der Beschwerdeführerin kein Rahmen geboten werden könn en: Während des Aufenthalts im L.____ seien sämtliche Drogentests positiv ausgefallen u nd die Beschwerdeführerin habe auch alkoholische Getränke in nicht unwesentlichem Mass (Blutalko holkonzentration von 0.9 ‰) konsumiert. Die Beschwerdeführerin habe während ihres Aufenthalts im L.____ insgesamt ein "massiv grenzüberschreitendes Verhalten" an den Tag geleg t, sodass Ende November 2018 wiederum eine Time-Out-Platzierung habe eingerichtet werden müssen. Von dort sei die Be- schwerdeführerin noch am selben Tag entwichen und ins Ze ntrum L.____ zurückgekehrt. Ge- mäss Einschätzung des L.____ habe sich deutlich gezeigt, d ass die Beschwerdeführerin in ei- nem offenen Rahmen, wie ihn das Zentrum L.____ anbie te, nicht in der Lage sei, ihre Chancen wahrzunehmen. Die Beschwerdeführerin habe die Grenzen permanent und in jeglichen Berei- chen überschritten und es sei bis zur Beendigung der Plat zierung keine Zusammenarbeit mög- lich gewesen. Es werde daher empfohlen, einen enger ge führten Rahmen für die Beschwerde- führerin zu wählen, in welchem sie sich mit ihren Ziel en auseinandersetzen solle. Zusammen- fassend sei die Platzierung aufgrund der Verweigerungs haltung der Beschwerdeführerin ver- bunden mit ihrer dissozialen Kooperationsbereitschaft b eendet worden (vgl. Pädagogischer Abschlussbericht L.____ vom 7. Januar 2019). 4.3.2 Die Beiständin führte in ihrem Bericht vom 8. Jan uar 2019 aus, dass die Beschwerde- führerin in der geschlossenen Abteilung des Jugendheims B.____ derzeit in einer geeigneten Institution sei, in welcher eine Selbst- und Fremdgef ährdung abgewendet werden könne. Ziel der Platzierung in der geschlossenen Abteilung sei es, d ass die Beschwerdeführerin dort zur Ruhe komme, und sie in einer Struktur zum Start eines Entwicklungsprozesses zu bringen, die kein Ausweichen möglich mache; sie ohne störende Einflü sse wie Alkohol, Drogen, Beziehun- gen zu Männern mit Konflikten vorzufinden; sie bei suizi dalen Äusserungen aufzufangen und die nötigen Schritte in die Wege zu leiten. Die Daue r in der geschlossenen Abteilung betrage in der Regel 10 Wochen und wenn es das Verhalten zulasse, w erde die Beschwerdeführerin da- nach in die halbgeschlossene Abteilung wechseln können (vgl. E-Mail I.____ an P.____ vom 7. Januar 2019). 4.3.3 Das Jugendheim B.____ hält in seinem Bericht vom 8. Januar 2019 fest, dass der Ein- stieg in die geschlossene Abteilung eine grosse Herausfor derung für die Beschwerdeführerin dargestellt habe. Sie habe verschiedene Möglichkeiten a usgelotet, um eine Freistellung seitens der Institution zu erwirken, was jedoch nicht funktionie rt habe. Durch den engmaschigen Rah- men im Heim und den geregelten Alltag in der Wohngr uppe könne die Beschwerdeführerin Orientierung und Halt finden, was für sie fundamental und sehr wichtig zu sein scheine, da sie oftmals desorientiert, instabil und unsicher wahrgenommen werde. Es sei wichtig, dass sie sich im Rahmen klarer und verbindlicher Strukturen vermehrt mit ihren persönlichen Themen ausei- nandersetzen könne. Sie solle lernen, ihren Alltag sel bstwirksam zu gestalten und zielführende Perspektiven handlungsfähig umzusetzen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Gestützt auf die vorliegenden Verfahrensakten kann zunächst festgestellt werden, dass sämtliche bisherigen Platzierungsversuche – darunter auch die von der Beschwerdeführerin beantragte offene Unterbringung im L.____ – bereits nach kurzer Zeit gescheitert sind. Grund für die erfolglosen Platzierungsversuche waren die Weig erungshaltung der Beschwerdeführerin sowie ihre Entweichungen aus den jeweiligen Institutio nen. Mit der Vorinstanz kann weiter fest- gehalten werden, dass die vorstehend dargelegten Umstän de eine erhebliche Gefährdung des Wohls der Beschwerdeführerin zeigen und die Einweisung der Beschwerdeführerin in die ge- schlossene Abteilung aufgrund der gesamten Situation n otwendig war. Es hat sich in der Ver- gangenheit mehrmals gezeigt, dass die bisher angeordneten ambulanten Massnahmen und die Unterbringungen im offenen Rahmen keinen nachhaltige n Erfolg herbeizuführen vermochten; die Vorinstanz errichtete zahlreiche Kindesschutzmassnahmen z ur Unterstützung des Fami- lienwohls und zur Wahrung des Kindeswohls, welche letztlich alle scheiterten. Die Beschwerde- führerin wurde in ihrem Verhalten wiederum und zuneh mend in einem Mass auffällig, sodass die Platzierung in einer geschlossenen Umgebung als une rlässlich erscheint. Daran ändern die Beteuerungen der Beschwerdeführerin, sie werde keinen Alkohol und keine Drogen mehr kon- sumieren und sich inskünftig an die Regeln halten, nicht s, zumal sie solche bereits in der Ver- gangenheit mehrfach ausgesprochen hatte, ohne sie um zusetzen (vgl. etwa Schreiben der Be- schwerdeführerin vom 21. Januar 2015; Anhörung vom 8. Ja nuar 2019). Vielmehr zeigen ihre Handlungen auf, dass sie keine Einsicht in ihr bisherig es alarmierendes Verhalten hat. Anläss- lich der Anhörung vom 30. Januar 2019 führte die Besch werdeführerin aus, dass sie seit neun Wochen keinen Alkohol mehr trinke, weil dies im Jugendh eim B.____ nicht erlaubt sei, und sie diesen auch nicht mehr brauche. Zuvor habe sie jeden T ag Alkohol konsumiert. Das Abgewöh- nen sei im Rahmen der Strukturen des Jugendheims B.____ möglich gewesen. Sie räumte fer- ner ein, dass der Rahmen im L.____ zu offen gewesen sei, was sie ausgenützt habe. Ursprüng- lich habe sie während des Ausgangs von zwei Stunden, wel cher ihr im Jugendheim B.____ gewährt werde, auf Kurve gehen wollen. Sie sehe zwischenzeitlich aber aufgrund des gegentei- ligen Ratschlags ihres Freundes davon ab (vgl. Protokoll der Anhörung vom 30. Januar 2019). Sie äusserte nochmals den Wunsch, ins L.____ zurückkehren z u dürfen und beteuerte, sich künftig an die Regeln zu halten. Trotz den Beteuerung en ist in Anbetracht ihrer Vorgeschichte und dem Umstand, dass sie derartige Versprechen wiederho lt nicht eingehalten hat, nicht glaubhaft, dass sich die Beschwerdeführerin in der kurzen Zeit seit ihrem gescheiterten Aufent- halt im L.____ derart verändert hat, dass sie ihr Leben mit der erforderlichen Reife und Einsicht im Rahmen einer offenen Platzierung an die Hand nehm en kann. Wenn sie vorbringt, es sei ihr eine zweite Chance zu gewähren, übersieht sie, dass sie zah lreiche frühere Chancen nicht zu nutzen gewusst hat. Es ist aus heutiger Sicht nicht erkennbar, dass sie in der Lage ist, ihr Wohl (in einem offenen Rahmen) zu schützen. Es muss somit davon ausgegangen werden, dass das Wohl der Beschwerdeführerin in ihrer körperlichen, geist igen und sittlichen Entwicklung gefähr- det und eine Unterbringung in der geschlossenen Abteilu ng unumgänglich ist. Wie dargelegt, sind alle anderen (milderen) Massnahmen ohne (nachhalt igen) Erfolg geblieben. Wie sie selbst an der Anhörung vom 30. Januar 2019 erklärte, hat sie die ihr zugestandenen Freiräume jeweils (massiv) ausgenützt und sich dabei erheblich gefährdet, a nstatt diese als Chancen zu nutzen. Eine Platzierung im geschlossenen Rahmen, welche im Übri gen auch von der Kindsmutter un- terstützt wird, beschränkt diese Freiräume und verminde rt dadurch das Risiko einer Selbstge- fährdung, zumal die notwendigen Grundlagen für den Eigenschutz, die Einsicht und Selbstdis- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ziplin, im Rahmen der pädagogischen Betreuung erst noch weiter erarbeitet werden müssen. Aus den Akten geht hervor, dass es der Beschwerdeführerin nach einem anfänglich ablehnen- den Einstieg im Jugendheim B.____ zwischenzeitlich gut gehe (Protokoll des Eintrittsgesprächs Jugendheim B.____ vom 18. Dezember 2018, S. 2 f.). Di e Beschwerdeführerin hat jede Woche Therapie und besucht seit wenigen Wochen freiwillig d ie Schule. Anlässlich der Anhörung vom 30. Januar 2019 hat die Beschwerdeführerin ausgeführt , dass sie wieder zurück ins L.____ ge- hen möchte, weil sie in der Nähe ihrer Familie und Fr eunde sein möchte und überdies die Pfer- de vermisse (therapeutisches Angebot des L.____). Gemäss dem Pädagogischen Konzept des Jugendheims B.____ darf die Beschwerdeführerin die Kon takte zu ihrem Umfeld weiterpflegen, je nach Phase und Persönlichkeitsentwicklung. Somit ist sie mitverantwortlich, die Intensität des Kontakts zu ihrer Familie und ihren Freunden positiv zu beeinflussen. Nach Angabe der Be- schwerdeführerin ist es ihr bereits im jetzigen Zeitpunkt erlaubt, mit ihrem festen Freund regel- mässig zu telefonieren (vgl. Protokoll der Anhörung vom 3 0. Januar 2019). Ein behördlicher Freiheitsentzug ist für Betroffene regelmässig eine ei nschneidende Erfahrung und es erscheint ohne weiteres nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin auf die geschlossene Platzierung ablehnend reagiert hat. Dieser Eingriff in ihre Bew egungsfreiheit beeinträchtigt ihre privaten Interessen zweifelsohne schwer. Dennoch ist aber vor Augen zu halten, dass ihr körperliches und seelisches Wohl sowie ihre persönliche Entwicklung in verschiedener Hinsicht akut und erheblich beeinträchtigt sind. Die Beschwerdeführerin ist in ihrer jetzigen Lebensphase auf er- zieherische Konsequenzen ihres Handelns angewiesen, mit dem Ziel, ihre Eigenverantwortung zu stärken. Grenzen müssen ihr aufgezeigt und diese klar du rchgesetzt werden, ohne sie je- doch bei den Grenzüberschreitungen fallen zu lassen. Nur in der geschlossenen Abteilung ist es möglich, die Beschwerdeführerin vor der geschilderten Selbstgefährdung (und Fremdgefähr- dung) wirksam zu schützen. In Anbetracht der gravierenden Kindeswohlgefährdung und der Notwendigkeit einer persönlichen Stabilisierung sowie einer nachhaltigen Verhaltensänderung erweist sich die – zeitlich beschränkte – Platzierung der B eschwerdeführerin im geschlossenen Rahmen trotz der für diese damit einhergehenden einsc hneidenden Restriktionen als geeignet und zumutbar. 5.1 Des Weiteren verneint die Beschwerdeführerin die Ge eignetheit der angeordneten In- stitution. 5.2 Die Eignung der Institution beurteilt sich unter dem Blickwinkel der spezifisch kindes- rechtlichen Gefährdungslage und ist zu bejahen, wenn die betreffende Anstalt dem betroffenen Kind Hilfe bei der Lösung seiner Probleme zu leisten vermag, sodass die Aussicht besteht, sei- ne Entwicklung in geordnete Bahnen lenken zu können (Urt eile des Bundesgerichts 5A_401/2015 vom 7. September 2015 E. 5.2 und 5A_188 /2013 vom 17. Mai 2013 E. 5.1; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 25. Oktober 2017 [810 17 265] E. 2.2; KGE VV vom 10. Mai 2017 [ 810 17 103] E. 5.1; A FFOLTER -FRINGELI / VOGEL , a.a.O., N 98 zu Art. 310/314b ZGB). 5.3 Das Jugendheim B.____ untersteht der Polizei- und M ilitärdirektion des Kantons Q.____. Es ist ein Erziehungsheim für verhaltensauffällig e, normalbegabte junge Frauen im Alter zwischen 13 und 22 Jahren. Im Heim werden zivil- un d strafrechtliche Erziehungsmass- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nahmen vollzogen. Ziel ist es, die jungen Frauen sozial zu (re-)integrieren (vgl. Pädagogisches Konzept Jugendheim B.____ 2018, S. 4). Das Jugendheim B.____ nimmt unter anderem junge Frauen auf, die eine stationäre Massnahme benötigen, die beispielsweise selbst- oder fremdge- fährdende Verhaltensweisen zeigen wie etwa Entweiche n, Lernschwierigkeiten, Suchtproble- matik, die über eine reduzierte Selbststeuerung verfüg en oder die psychische Belastungen auf- weisen. Das Jugendheim B.____ bietet je nach Entwicklung der Jugendlichen eine geschlosse- ne, halbgeschlossene oder offene Wohngruppe sowie ein b egleitetes Wohnen an (vgl. Pädago- gisches Konzept Jugendheim B.____ 2018, S. 7). Die gesch lossene Wohngruppe ist eine in sich geschlossene Einheit im Heim. Mit baulichen Sicheru ngen einerseits und intensiver Be- treuung andererseits wird die Anwesenheit der eingewi esenen Jugendlichen sichergestellt. Die Jugendlichen können sich über den Tag während mindestens zwei Stunden an der frischen Luft aufhalten. In der Regel beträgt der Aufenthalt auf der geschlossenen Wohngruppe 10 Wochen (vgl. Pädagogisches Konzept Jugendheim B.____ 2018, S. 8 ). Die geschlossene Wohngruppe verfügt über Ateliers und führt eine Sekundarschule; ei n erfolgreicher Abschluss gilt als äquiva- lent zu einer Regelschule und ermöglicht somit den Über tritt in eine weiterführende Schule. Überdies verfügt das Jugendheim B.____ über ein psychoth erapeutisches Angebot (Pädagogi- sches Konzept Jugendheim B.____ 2018, S. 9 f.). Die Jugen dlichen können grundsätzlich die Kontakte zu ihrem Umfeld weiterpflegen, wobei sich d ie Öffnungen nach der jeweiligen Phase und Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen richten ( Pädagogisches Konzept Jugendheim B.____ 2018, S. 12). 5.4 Die Beiständin spricht sich für die Geeignetheit d er Institution aus, weil die Beschwer- deführerin dort insbesondere vor Gewalt und Drogenmissb rauch geschützt werden könne, da die Institution den nötigen strukturellen Rahmen dafü r biete (vgl. Schreiben Beiständin vom 4. Dezember 2018). Gestützt auf die Akten kann festgehalten werden, dass die Beschwerdefüh- rerin regelmässig aus den bisherigen Einrichtungen entwi chen und auf Kurvengänge gegangen ist, dabei Alkohol und Drogen konsumiert und sich dadurch massiv selbstgefährdet hat. Das Jugendheim B.____ ist unter anderen auf solche Verhalt ensauffälligkeiten spezialisiert und das fachliche und organisatorische Angebot der geschlossenen Wohngruppe ist geeignet, der be- stehenden Gefährdungslage der Beschwerdeführerin entgegenzuwirken und ihre Entwicklung in geordnete Bahnen zu lenken. Gleichzeitig scheine es für sie sehr wichtig zu sein, einen kon- stanten und geregelten Rahmen zu haben, welcher ihr H alt und Orientierung gebe (vgl. Bericht des Jugendheims B.____ vom 8. Januar 2019, S. 2). Die Beschwerdeführerin selbst wünscht sich feste Strukturen und einen Schulabschluss bzw. eine b erufliche Ausbildung. Bei dieser Ausgangslage ist die geschlossene Abteilung des Jugendheims B.____ derzeit ein geeigneter Aufenthaltsort. Die vielfältigen Wohnangebotsformen d es Jugendheims B.____ von geschlos- senen, halbgeschlossenen und offenen Wohngruppen sowie begleitetes Wohnen erlauben es, je nach Entwicklung der Beschwerdeführerin, eine angepa sste Wohnform anzubieten, ohne die Institution wechseln zu müssen. Dieser Umstand spricht ebenfalls für das Jugendheim B.____. 5.5 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Pla tzierung der Beschwerde- führerin im geschlossenen Rahmen geeignet, erforderlich sowie für sie zumutbar ist, um sie vor der bestehenden Gefährdungslage zu schützen und sie in ihrer positiven Entwicklung weiter zu unterstützen und fördern. Die von der Vorinstanz angeo rdnete Unterbringung im Jugendheim Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht B.____ ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden und di e Beschwerde demzufolge abzu- weisen. 6. Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweiz erischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 wie auch nach § 22 Abs. 1 VPO hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltl iche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegeh- ren nicht als aussichtslos erscheint. Eine Person ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Prozesskosten aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspru chen müsste, die zur Deckung des Lebensunterhaltes für sie und ihre Familie notwendi g sind (B ERNHARD WALDMANN , in: Waldmann/Belser/Epiney [Hrsg.], Basler Kommentar, Bun desverfassung, Basel 2015, N 77 zu Art. 29 BV). Im vorliegenden Fall hat die minderjähr ige Tochter Beschwerde erhoben. Zur Un- terstützungspflicht der Eltern gegenüber minderjährige n Kindern gehört auch der Rechtsschutz und die Eltern sind gehalten, für die Prozesskosten eines minderjährigen Kindes aufzukommen. Bei der Frage, ob ein minderjähriges Kind bedürftig ist, dürfen deshalb die finanziellen Verhält- nisse der Eltern berücksichtigt werden (Urteile des Bunde sgerichts 5A_606/2018 vom 13. Dezember 2018 E. 5.2 und 5A_617/2011 vom 18. Okt ober 2011 E. 5.3; BGE 127 I 202 E. 3d). Im vorliegenden Fall sind daher die finanziellen Verhältnisse der Kindsmutter zu beurtei- len und gestützt auf die Verfahrensakten ist deren Bed ürftigkeit erstellt. Da die vorliegende An- gelegenheit auch nicht von vornherein als aussichtslos zu b ezeichnen ist, und somit die Voraussetzungen gemäss Art. 29 Abs. 3 BV resp. § 22 VPO e rfüllt sind, ist die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. 7.1 Es bleibt über die kantonsgerichtlichen Kosten zu b efinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig . Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in de r Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Entspr echend dem Ausgang des vorlie- genden Verfahrens sind die kantonsgerichtlichen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- der Beigeladenen gestützt auf ihre familienrechtliche Unterstützungspflicht aufzuerlegen. Zufol- ge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung geh en die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. Die Parteikosten sind gestützt auf § 21 Abs. 1 und 2 VPO wettzuschlagen. 7.2 Die Beigeladene wird ausdrücklich darauf hingewiesen , dass sie zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentge ltlichen Prozessführung der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird bewil ligt. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Beigela- denen auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltl ichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin