<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird um Beantwortung folgender Fragen gebeten:</p><p>1. Von welchen Konzernen und aus welchen Ländern stammen die für die Schweizer Hühnermast importierten Elterntiere der konventionellen und biologischen Produktion? Und wie werden diese Tiere in die Schweiz importiert?</p><p>2. Wie beurteilt der Bundesrat die vollständige Abhängigkeit von wenigen Konzernen im Ausland angesichts der Versorgungssicherheit in Krisenzeiten?</p><p>3. Wie hoch ist die Mortalitätsrate bei Schweizer Mast-Elterntieren (konventionell und bio sowie auch unterschieden nach Hähnen und Hennen)? Welches sind die häufigsten Abgangsursachen (Beindeformationen, Körperverletzungen, Krankheiten, anderes)?</p><p>4. Sieht der Bundesrat Potenzial für eine Schweizer Hühnerzucht, die nicht vollständig vom Ausland abhängig ist und gesunde Hühner hervorbringt? Zieht er auch die Möglichkeit in Betracht, solche Zuchtbemühungen durch Förderbeiträge zu unterstützen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Konventionelle Mastelterntiere werden als Eintagsküken aus Holland, Dänemark, Frankreich, Grossbritannien, ausnahmsweise auch Spanien importiert. Hybridzuchtfirmen sind Aviagen, Cobb, Hubbard und Sasso. Für die Produktion kommen die Eintagsküken per Lastwagen direkt in die Aufzuchtbetriebe in der Schweiz. Eintagsküken sind dank dem eigenen Dottersack während rund 36 Stunden mit allen Nährstoffen versorgt, die sie zum Leben brauchen.</p><p>Mastelterntiere für die Bio-Produktion kommen aus Frankreich, Holland und Grossbritannien, ebenfalls im LKW.</p><p>2. Für die Versorgungssicherheit sind langjährige und gute Beziehungen zu den Zuchtfirmen wichtig. So werden zum Beispiel jährlich ein bis zwei Technikerbesuche bei den Schweizer Kunden und Kundinnen abgehalten, um aktuelle Fragen und Feststellungen zu diskutieren. Diese Firmen sind sich ihrer wichtigen Position bewusst und verteilen sowohl die biologischen wie auch die wirtschaftlichen Risiken auf mehrere Länder in der Europäischen Union und auf alle fünf Kontinente. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass der internationale Handel mit den Zuchtfirmen funktioniert hat. Aus Sicht des Bundes stellt die Situation daher kein grösseres Risiko für die Versorgungssicherheit dar.</p><p>3. Dem Bund liegen weder Daten zu den Mortalitätsraten noch zu den häufigsten Abgangsursachen bei Schweizer Mastelterntieren vor.</p><p>4. Die auf die Nahrungsmittelproduktion ausgerichtete Geflügelzucht wurde Mitte der 1960er-Jahre in der Schweiz eingestellt. Seither ist die Zucht der Mast- und Legelinien auf einige wenige, international operierende Zuchtunternehmen konzentriert. Mittlerweile haben diese Zuchtfirmen auch weniger intensive Hühner und Zweinutzungsrassen im Angebot. Die heute verfügbaren Hybriden erbringen Leistungen, die am Markt gefragt sind. Sollten sich in Zukunft die Anforderungen des Marktes ändern, kann das Zuchtziel aufgrund der grossen Vielfalt der Ausgangslinien schnell auf neue Merkmale der Gesundheit oder des Verhaltens angepasst werden. In der Schweiz existiert keine vom Bund anerkannte Geflügelzuchtorganisation. Der Bund richtet daher aktuell keine Beiträge für züchterische Massnahmen im Geflügelbereich aus. In Anbetracht der Marktsituation gibt es kein wirkliches Potenzial für die Wiedereinführung der Schweizer Geflügelzucht.</p>  Antwort des Bundesrates.