Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Mai 2022 (725 21 232 / 112) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Fallabschluss, adäquater Kausalzusammenhang, Würdigu ng des medizinischen Sach- verhalts. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Martin Kaiser, Advo- kat, Advokatur am Dreispitz, Bordeaux-Strasse 5, 4053 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1982 geborene A.____ war bei der B.____ GmbH als Hilfsmonteur tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicher ungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 31. August 2017 erlitt er einen Unfall, als er sich beim Vertragen eines Fensters das Knie an einem Gerüst anschlug. Die erstbehandelnden Ärzte diagnostizierten eine Bursitis p räpatellaris (Schleimbeutelentzündung). Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistu ngen. Mit Schreiben vom 20. November Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2020 teilte sie dem Versicherten mit, dass der Fall gru ndsätzlich abgeschlossen und die vo- rübergehenden Versicherungsleistungen per 28. Februar 2021 eingestellt würden. Gleichzeitig wies sie ihn darauf hin, dass man zur Prüfung der Frage übergehe, ob weitere Versicherungs- leistungen (Invalidenrente, Integritätsentschädigung) a usgerichtet werden könnten. Mit Verfü- gung vom 17. Februar 2021 sprach die Suva dem Versicher ten eine UVG-Invalidenrente basie- rend auf einem Invaliditätsgrad von 21% sowie eine Int egritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 15% zu. Daran hielt sie au ch auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 11. Juni 2021 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicher te, vertreten durch Dr. Martin Kaiser, Advokat, mit Eingabe vom 13. August 2021 Beschw erde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsger icht). Darin beantragte er, der Ein- spracheentscheid der Beschwerdegegnerin sei in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und es seien ihm ab März 2021 bis auf Weiteres UVG-Tagge lder auszubezahlen sowie die ganzen Behandlungskosten zu übernehmen. Eventualiter sei der Einspracheentscheid aufzu- heben und es sei betreffend Rente der IV-Grad neu, d. h. höher als 21% zu berechnen. Allen- falls sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuwe isen zwecks weiterer Abklärungen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, dass die Leistungseinstel- lung zu früh erfolgt sei. Es seien noch immer unfallbe dingte Heilbehandlungen notwendig. Fer- ner sei er lediglich zu 50% arbeitsfähig. Schliesslich se i ihm ein leidensbedingter Abzug an der oberen Grenze der maximal möglichen 25% zu gewähren. C. In ihrer Vernehmlassung vom 29. September 2021 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde. D. Zur Vervollständigung der Akten zog das Kantonsgerich t in der Folge bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) das IV-Dossier des Versiche rten bei und räumte den Parteien Ge- legenheit ein, zu den beigezogenen IV-Akten Stellung zu nehmen. Die Parteien machten hier- von mit Eingaben vom 12. November 2021 bzw. 7. Dezember 2021 Gebrauch. E. In einer weiteren Eingabe vom 18. März 2022 liess d er Beschwerdeführer einen Be- richt von Dr. med. C.____, Facharzt für Orthopädische Ch irurgie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates, vom 28. Januar 2022 einreichen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht u nd im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behan dlung der Unfallfolgen (Heilbe- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfall es voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeits- unfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruc h entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeits- fähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem T od der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infol- ge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist, so fern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat. 3. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt – unter anderem – voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigun g) ein natürlicher und adäquater Kausalzu- sammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzu- sammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. n icht zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall di e alleinige oder unmittelbare Ursa- che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In tegrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl . BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, zu deren B eantwortung die rechtsanwenden- de Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das G ericht – auf ärztliche Erkenntnisse ange- wiesen ist. Für den Nachweis des natürlichen Kausalzusamme nhangs genügt der im Sozialver- sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr scheinlichkeit. Die blosse Mög- lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Nach der Rechtsp rechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geei gnet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) . Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haft ungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und d er eingetretenen gesund- heitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den v on Doktrin und Praxis entwickelten Re- geln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arzte s oder der Ärztin ist es, den Gesund- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 1 32 V 93 E. 4 mit weiteren Hinwei- sen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an- deren Beweismittel − frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherung sträger alleine nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht gering e Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 5.1 Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts stehen zahlreiche medizinische Akten zur Verfügung, welche allesamt vom Gericht gewür digt wurden. In der Folge werden in- dessen lediglich entscheidrelevante Arztberichte wiedergegeben. 5.2 Die erstbehandelnden Ärzte diagnostizierten beim Ve rsicherten eine Bursitis präpatell- laris, die am 27. September 2017 eine Bursektomie ind izierte (vgl. Operationsbericht des Spi- tals D.____ vom 27. September 2017, IV-act. 15). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Im Sprechstundenbericht des Spitals D.____ vom 20. O ktober 2017 wurde bei einem Status nach Bursektomie Knie rechts am 27. September 2 017 bei Bursitis präpatellaris eine mässiggradige Degeneration des Gelenks ohne klar korreli erenden, strukturrelevanten Befund erhoben. Ferner wurde die Durchführung von Physiothera pie zur Schmerzlinderung und Mobili- sation des Kniegelenks empfohlen. Für die Zeit vom 17. Oktober 2017 bis 26. November 2017 wurde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. 5.4 Mit Sprechstundenbericht des Spitals D.____ vom 21. N ovember 2017 wurde von einer zunehmenden Rötung, Schwellung und Überwärmung des rech ten Kniegelenks berichtet. Des Weiteren wurde eine Hautläsion am proximalen Wundpol festgestellt. Aktuell bestehe kein An- halt für einen Infekt. Am ehesten handle es sich um ein Fadengranulom der Subkutannaht. Der Patient werde angehalten, nicht an der Wunde zu manipulieren. 5.5 Aufgrund der persistierenden Beschwerden und einer unklaren Schwellung/Hautläsion am proximalen Wundpol sowie eines Verdachts auf eine Wun dheilungsstörung mit chronischer sekundärer Superinfektion erfolgte am 2. März 2018 eine Wundrevision und Bursektomie (vgl. Sprechstundenbericht des Spitals D.____ vom 21. Februar 2018, Suva-act. 37). 5.6 Mit Stellungnahme vom 29. März 2018 hielt der Kre isarzt Dr. med. E.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegung sapparates , fest, dass sich in den Akten widersprüchliche Angaben fänden. Gemäss Unfallmeldung habe sich der Versicherte das Knie angeschlagen, was durchaus zu einer Entzündung de s Schleimbeutels führen könne. In diesem Fall sei der gesamte Verlauf bis jetzt überwi egend wahrscheinlich unfallkausal. Im Aus- trittsbericht des Spitals D.____ werde indessen ein a nderer Hergang des Ereignisses geschil- dert. Es werde nicht von einem Anschlagen berichtet, womit allenfalls überprüft werden müsste, ob eine Berufskrankheit vorliege. Insgesamt handle es sich aber um einen katastrophalen Ver- lauf in Bezug auf die Behandlung der Schleimbeutelentzündung. 5.7 Am 12. April 2018 wurde im Sprechstundenbericht d es Spitals D.____ von einer not- fallmässigen Vorstellung des Versicherten berichtet. Der Versicherte habe versucht, sich ohne Gehstöcke zu mobilisieren, woraufhin eine deutliche Sch wellung am Abend aufgetreten sei. Seitdem habe er einen pulsierenden Erguss im rechten K niegelenk, fühle sich schwach und krank und habe Kopfschmerzen. Hierzu wurde festgehalten, dass es sich um einen Reizerguss nach mehrwöchiger Ruhigstellung handle. Ein Infektrezi div könne nicht sicher ausgeschlossen werden. 5.8 Nachdem am 15. Mai 2018 eine erneute Wundrevision und Spülung der Bursa erfolgt war (vgl. Operationsbericht des Spitals D.____ vom 17. M ai 2018, IV-act. 91), wurde im Rah- men eines Verlaufsberichts des Spitals D.____ vom 6. Juni 2018 berichtet, dass sich von Seiten der Wunde nun doch eine Beruhigung der Situation zeig e. Der Patient beschreibe zwar noch Schmerzen, jedoch sei die Wunde trocken und ohne Rötung. Aufgrund der Schwellung des Un- terschenkels werde der Patient auf die Notfallstation zu m Ausschluss einer tiefen Venenthrom- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht bose überwiesen. In Bezug auf die angestammte Tätigkei t Hilfsmonteur wurde eine volle Ar- beitsunfähigkeit diagnostiziert. 5.9 Gemäss Bericht des Spitals D.____ vom 27. Juli 20 18 konnten keine Anhaltspunkte für eine relevante periphere arterielle Verschlusskrankheit ausgemacht werden. Klinisch zeige sich insgesamt eine reizlose Wunde, mit leichter Überwärmung und zwei lokalisierten Erosionen. Diese Stellen würden eine perifokale Hyperkeratose zeig en, was klinisch an eine mechanische Irritation "(Kratzen?)" denken lasse. Klinisch seien sämtliche peripheren Pulse symmetrisch zu tasten gewesen, bis auf eine fehlende Arteria tibiali s posterior links. Die segmentale Oszillogra- phie habe normale Pulsvolumenkurven vom Oberschenkel bis zu den Zehen gezeigt. Damit könne eine relevante Makroperfusionsstörung ausgeschlossen werden. 5.10 Im Rahmen einer kreisärztlichen Untersuchung vom 19 . Juni 2019 führte Dr. med. F.____, Fachärztin für Chirurgie, aus, dass nach mehr fachen operativen Revisionen weiterhin eine Weichteilschwellung ventral am rechten Kniegelenk sowie eine Schwellung des proximalen rechten Unterschenkels bestehe. Eine tiefe Beinvenenthr ombose habe bereits ausgeschlossen werden können. Bei ansonsten reizlosen Narbenverhältnisse n bestehe im Bereich des oberen Patellarandes eine punktförmige Fistelöffnung mit zurzeit geringfügiger blutig-seröser Sekretion. Die Beweglichkeit im rechten Kniegelenk sei hinsichtlich der Flexion deutlich eingeschränkt. Es bestehe ein geringfügiger Ruheschmerz sowie eine deutl iche belastungsabhängige Schmerzsymptomatik. Es sei eine weitere Wundbehandlung er forderlich. Bei stagnierendem Verlauf könne eine konventionell radiologische Fisteld arstellung mit Kontrastmittel sowie ab- hängig vom Befund eine Exzision der Fistel ohne primäre n Wundverschluss erwogen werden. Anzustreben wäre dann die sekundäre Wundheilung durch Granulation. 5.11 Im Bericht des Spitals G.____, Orthopädie und T raumatologie, vom 19. Dezember 2019 wurde die bekannte persistierende Wundheilungsstörung am Knie rechts diagnostiziert. In der Zwischenzeit hätten die Abklärungen auf der Neurol ogie und Schmerztherapie stattgefun- den. Ein komplexes regionales Schmerzsyndrom ( complex regional pain syndrome [CRPS]) sei dort ausgeschlossen worden. Die Therapie mit Kortikoiden habe keine richtungsweisende Be- fundbesserung ergeben. Ferner wurde eine unverändert e Rötung und leichte Überwärmung im Bereich des ventralen Kniegelenks erhoben. Es sei eine ausgiebige interdisziplinäre Diskussion erfolgt. Gemeinsam mit dem Patienten sei eine Re-Bu rsektomie mit gegebenenfalls Neurolyse des Nervus saphenus beschlossen worden. Bis dahin bestehe ei ne Arbeitsunfähigkeit von 100%. 5.12 Im Sprechstundenbericht des Spitals G.____, Orth opädie und Traumatologie, vom 27. Juli 2020 im Anschluss an die erfolgte Operation ( Resektion Restbursa präpatellaris und Neurolyse des Ramus infrapatellaris) vom 9. Januar 2020 w urden unklare Schmerzen am Knie rechts diagnostiziert. Insgesamt bleibe die nicht heilen w ollende oberflächliche Narbe im Be- reich der ehemaligen Bursektomie, ebenso die Schmerzen im Bereich medial am Kniegelenk. Der Patient habe einen Termin zur Begutachtung in der Klinik H.____. 5.13 Im entsprechenden Bericht der Klinik H.____ vom 6. August 2020 diagnostizierten Dr. med. I.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Tra umatologie des Bewegungsapparates , Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Prof. Dr. med. J.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs- apparates, ein chronifiziertes Schmerzsyndrom bei multiplen Eingriffen. Klinisch zeige sich rela- tiv eindeutig ein chronifiziertes Schmerzsyndrom, gegebenen falls auch auf eine Irritati- on/Neuropathie des Ramus infrapatellaris zurückzuführen. Ein persistentes Infektgeschehen zeige sich klinisch nicht. Die noch leichte Krustenbildung sei rein oberflächlich und wahrschein- lich aufgrund der atrophen Narbe nach den multiplen Voreingriffen zu erklären; gegebenenfalls auch selbst durch den Patienten herbeigeführt. Aus or thopädischer Sicht würden sich keine weiteren Therapiemöglichkeiten ergeben. Es sollte eine weiterführende schmerzmedizinische Betreuung und Abklärung erfolgen, wie dies bereits gep lant sei. Wie dies bei chronifizierten Schmerzproblemen üblich sei. Die Prognose sei eher als sc hlecht einzustufen. Es bestehe hier eine grosse Diskrepanz zwischen den subjektiven Beschwerden u nd den objektivierbaren Be- funden. 5.14 Mit Bericht vom 12. Oktober 2020 des Spitals G.____ , Schmerztherapie, wurde festge- halten, dass es nach einer Infiltration zu einer deut lichen Schmerzexazerbation mit dokumen- tierten NRS 10 von 10 gekommen sei. Zusätzlich habe der Patient ein starkes Kribbeln im Knie verspürt und aufgrund der Schmerzen nicht mehr aufstehe n können. Bei diesem Ergebnis ver- biete sich eine weitere Diagnostik/therapeutische Inter vention im Bereich der kniegelenksver- sorgenden Nerven. Besonders vor dem Hintergrund, dass di e anatomischen Verhältnisse eine problemlose Punktion ermöglicht haben und das Medikament sicher habe platziert werden kön- nen. Leider könnten dem Patienten keine interventione llen schmerztherapeutischen Massnah- men angeboten werden. Eine dauerhafte Medikation mit Opioiden sei ebenfalls nicht sinnvoll. Auch die Reaktion auf die Intervention lege neben de n Beschreibungen des Patienten eine Chronifizierung bzw. Generalisierung der Schmerzsymptomat ik nahe. Aufgrund der Sprachbar- riere sei ein psychotherapeutischer Ansatz bzw. eine Schme rzedukation in unserer Schmerz- sprechstunde nicht möglich. Eine schmerzmodulierende medik amentöse Therapie beispiels- weise mit SNRI werde vom Patienten aktuell abgelehnt. Darüber hinaus könnten dem Patienten keine sinnvollen schmerztherapeutischen Optionen angebot en werden. Gegebenenfalls wäre nochmals zu evaluieren, ob der Patient sich einer psychot herapeutischen Begleitung in Mutter- sprache öffnen könne. 5.15 In der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 12. No vember 2020 führte Dr. med. H.____, Facharzt für Chirurgie, zur Frage, o b ein medizinischer Endzustand vorliege, aus, dass der Versicherte durch diverse Fachdisziplinen beurteilt worden sei. Insbesondere aus orthopädisch bzw. schmerztherapeutischer Sicht könnten kei ne sinnvollen Optionen mehr an- geboten werden. Eine Physiotherapie sei bereits seit län gerem sistiert. Mit einer namhaften Besserung einerseits der Beschwerden, andererseits der F unktion des rechten Kniegelenks könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr gerechnet werden. Die Schmerzen könnten gegebenenfalls noch durch die Anwendung einer schmerzmodulierenden medikamen- tösen Therapie, wie sie auch im Rahmen der Schmerztherap ie besprochen worden sei, oder mittels Akupunktur, angegangen werden. Aufgrund des lan gjährigen, mittlerweile chronifizierten Schmerzverlaufs sei dadurch jedoch keine namhafte Verbe sserung der Schmerzen zu erwar- ten. Eine weitere Operation sei angesichts des komplex en Verlaufs ebenfalls nicht mehr ange- zeigt. Die angestammte Tätigkeit als Hilfsmonteur sei de m Versicherten nicht mehr zumutbar. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einerseits sei die Belastung zu hoch, andererseits handl e es sich um eine rein stehen- de/gehende Tätigkeit. Es seien maximal noch leichte sitz ende Tätigkeiten möglich, eine gehen- de/stehende Tätigkeit sei aufgrund der deutlichen Sch wellungsneigung und der Schmerzen im rechten Knie nicht mehr möglich. Kein Treppensteigen, k ein Begehen von unebenem Gelände, Gerüsten oder Leitern. Keine Tätigkeiten in Zwangshalt ung (kauernd, hockend, kniend). Sofern das rechte Knie in sitzender Position entlastet werden k önne, sei grundsätzlich eine ganztägige Tätigkeit möglich. Es müssten dem Versicherten jedoch Pa usen ermöglicht werden. So soll nach zwei Stunden eine Pause von 15 Minuten möglich sein. 6. Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die Suva die vorübergehenden Leistungen (Taggeld und Heilungskosten) zu Recht per Ende Februar 2021 eingestellt hat. Der Beschwer- deführer bringt vor, dass der Fallabschluss zu früh erf olgt sei, sodass die Rentenprüfung nicht hätte vorgenommen werden dürfen. 6.1.1 Gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht der Rentenanspruch, w enn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Verbesserung d es Gesundheitszustands der versi- cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällig e Eingliederungsmassnahmen der Inva- lidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rente nbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin. Die verunfallte Person hat solange Anspruch auf Heilbehand- lung, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstel- lung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitige r Prüfung des Anspruchs auf eine Invali- denrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 137 V 201 E. 2.1; 134 V 114 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 2. Mai 2014, 8C_888/ 2013, E. 4.1). Ob eine namhafte Besse- rung des Gesundheitszustands im Sinne von Art. 19 Abs. 1 U VG noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steiger ung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträ chtigt ist. Die Verwendung des Begriffes "namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach , dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhof fte Besserung ins Gewicht fallen muss (BGE 134 V 115 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1). We- der eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Re sultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen zu erwarten der geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerich ts vom 7. September 2017, 8C_142/2017, E. 4; Urteil des Bundesgerichts vom 2. Ma i 2014 8C_888/2013, E. 4.1 mit Hin- weisen). 6.1.2 Für die Beurteilung der Frage, ob von der For tsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands zu er warten war, stützte sich die Be- schwerdegegnerin in erster Linie auf die Ergebnisse, zu denen der Kreisarzt Dr. H.____ in sei- ner Beurteilung vom 12. November 2020 gelangt war. Aus dieser Beurteilung resultiert, dass die zur Verfügung stehenden Optionen ausgeschöpft waren und von weiteren Therapien, nament- lich einer schmerzmodulierenden Therapie, keine namhafte Verbesserung der gesundheitlichen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Situation mehr zu erwarten war. Diese Auffassung steht im Einklang mit der medizinischen Ak- tenlage, aus der keine Hinweise ersichtlich sind, die ein en anderen Schluss zu begründen ver- möchten. So wurde im Bericht der Klinik H.____ vom 6. A ugust 2020 von einem chronifizierten Schmerzsyndrom ausgegangen und festgestellt, dass sich aus o rthopädischer Sicht keine wei- teren Therapiemöglichkeiten mehr ergeben würden (vgl. E. 8.12 hiervor). Die vom Versicherten gezeigte Reaktion auf die Infiltrationen in Form ein er deutlichen Schmerzexazerbation in der Schmerzklinik legten ebenfalls eine Chronifizierung bzw. G eneralisierung der Schmerzsympto- matik nahe. Ferner konnten keine sinnvollen schmerztherap eutischen Optionen mehr angebo- ten werden und es wurde die Verfolgung eines psychotherapeutischen Ansatzes in den Vorder- grund gestellt (vgl. E. 8.13 hiervor). Sodann wurde d em Beschwerdeführer bereits im Sprech- stundenbericht des Spitals D.____ vom 5. September 2018 eine körperlich aktive Tätigkeit (oh- ne kniende Anteile) als zumutbar erachtet. Nach einem l etzten operativen Eingriff (Resektion Restbursa präpatellaris und Neurolyse des Ramus infrapatel laris) am 9. Januar 2020 konnten keine weiteren somatischen Ursachen, namentlich auch kei n inneres Infektgeschehen, welche die Bewegungseinschränkungen sowie die Schmerzen vollum fänglich erklären könnten, aus- gemacht werden. Ein CRPS wurde aus neurologischer Sich t ebenfalls ausgeschlossen (vgl. E. 8.10 hiervor). Ferner wurde eine Diskrepanz zwischen de n subjektiven Beschwerden und dem vergleichsweise guten objektiven Befund festgestellt. Vor diesem Hintergrund ist gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 12. November 20 20 davon auszugehen, dass bezüglich der organischen Unfallfolgen keine Verbesserung mehr m it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu erwarten war, die ins Gewicht fallen würde. Bestät igt werden diese Feststellungen schliess- lich im Bericht des Spitals G.____ vom 14. April 2021, d er im Nachgang an die kreisärztliche Beurteilung erging. Darin diagnostizierte auch PD Dr. med. K.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, e ine chronifizierte bzw. generalisierte Schmerzsymptomatik, wobei er ein reizloses Kniegelenk mit intakter Haut erhob. Ferner ging er mit den Feststellungen der Schmerzklinik explizit darin einig, dass eine lokal invasive Mass- nahme im Bereich des Kniegelenks nicht zielführend sei, sondern Psychotherapie zur Schmerzmodulation angezeigt sei. Damit ist der medizinische Endzustand aber eingetreten. 6.1.3 Daran vermag der Beschwerdeführer auch mit sein em Vorbringen, wonach noch im- mer unfallbedingte Heilbehandlungen mittels einer Re vision am Knie notwendig und in diesem Sinne auch noch Verbesserungen zu erwarten seien, nich ts zu ändern. Soweit der Beschwer- deführer sich hierzu auf die – nach dem angefochtenen Einspracheentscheid ergangenen – Berichte von Dr. B.____ vom 17. Juni 2021 und 23. Juli 2021 beruft, ist er darauf hinzuweisen, dass der Gesundheitszustand der versicherten Person im Ko ntext der Frage, ob noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands anzunehmen ist , prognostisch und nicht auf- grund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden muss. Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskün fte zu den therapeutischen Möglichkei- ten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. April 2022, 8C _682/2021, E. 5.1 mit Hinweisen). Des- sen ungeachtet bedingt der Fallabschluss nicht, dass eine ä rztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist; vorausgesetzt wird – wie dargelegt – l ediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszust andes mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 115 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dass keine solche Verbesserung mehr mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu erwarten war, wird in der kreisärztlichen Beurteilung vom 12. November 2020 in Übereinstimmung mit den vorhandenen medizinischen Berichten schlüssig und nachvollzie hbar dargelegt. Allenfalls auch nur geringe Zweifel, wie sie rechtsprechungsgemäss genügen würden, um die versicherungsin- terne Beurteilung des Kreisarztes in Zweifel zu ziehen (vgl. E. 4.3 hiervor), liegen keine vor. 6.2 Ferner besteht vorliegend kein Anlass, in grundsätzli cher Hinsicht an der Richtigkeit der Feststellungen des Kreisarztes Dr. H.____ zu zweifeln . Rechtsprechungsgemäss können Berichte versicherungsinterner Ärzte soweit berücksichtigt werden, als keine – auch nur geringe – Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7). Wie bereits dargelegt, ist die durch Dr. H.____ gestü tzt auf die sich bei den Akten befindlichen medizinischen Berichte vorgenommene Schlussfolgerung, da ss der medizinische Endzustand eingetreten sei, einleuchtend und überzeugend. Alsda nn nahm Dr. H.____ aufgrund seiner ein- gehenden persönlichen Untersuchung und Befunderhebung auch eine schlüssige und nachvoll- ziehbare Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit vor. Das fachärztlich attestierte Zumut- barkeitsprofil, welches den verbleibenden Einschränkung en im Bereich des rechten Knies Rechnung trägt, wurde hinreichend begründet. Insgesam t ist somit nicht zu beanstanden, dass die Suva zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der Arbeitsfähigkeit in somati- scher Hinsicht vollumfänglich auf die kreisärztliche Beurtei lung vom 12. November 2020 abge- stellt hat. 6.3 Als Zwischenergebnis ist demnach festzuhalten, dass d ie Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Leistungen in Form von Heilbehandlun g und Taggeld zu Recht per Ende Februar 2021 eingestellt hat. Damit war sie auch berechtigt, die Rentenfrage zu prüfen. 7.1 Was zunächst die Frage nach der Adäquanz in Bezug auf mögliche psychische Be- schwerden des Versicherten anbelangt, so macht dieser i n seiner Stellungnahme zu den IV- Akten vom 7. Dezember 2021 unter anderem geltend, es sei vorliegend auch die Anwendbar- keit der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass ihr keine psychischen Beschwerden gemeldet worden seien. Ferner wäre ohnehin von einem leichten Unfall auszugehen, was ohne Weiteres zur Ver- neinung der Adäquanz führen würde. 7.2 Wie der Darlegung des medizinischen Sachverhalts zu entnehmen ist, sind keine psy- chischen Beschwerden bzw. Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit dokumentiert. Indessen wird dem im Vordergrund stehenden chronifizie rten Schmerzsyndrom unstreitig auch eine psychische Ursache beigemessen, zumal die vom Versichert en geklagten Beschwerden aus somatischer Sicht nicht vollumfänglich erklärt werden können (vgl. zu den Anforderungen an die Objektivierbarkeit von organischen Leiden: nicht publizierte E. 2 des Urteils BGE 135 465, in: SVR 2010 UV Nr. 6 S. 25 [8C_216/2 009]). Wie es sich damit im Detail ver- hält, braucht vorliegend indessen nicht abschliessend be antwortet zu werden. Es ist daran zu erinnern, dass mit Blick auf die Adäquanz einer psychischen Überlagerung nach einer erlittenen Verletzung nicht die Schwere der primären Verletzunge n am rechten Knie an sich, sondern ausschliesslich die Unfallschwere des Unfallereignisses zu wü rdigen ist. Der Beschwerdeführer Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht schlug sich vorliegend das rechte Knie beim Fenster vertrag en an einem Gerüst an. Aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften ist dieser Vor- gang mit der Beschwerdegegnerin zweifellos als leichter Unfall zu qualifizieren (vgl. BGE 115 V 133 E. 6a), womit die Adäquanz ohne Weiter es verneint werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Januar 2008, U 42/07, E. 3 .3; BGE 129 V 177 E. 4.1; 115 V 133 E. 6a). 8.1 Bei der für den Rentenanspruch erforderlichen Be messung der dem Beschwerdeführer noch verbleibenden Restarbeitsfähigkeit ist die Suva gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 12. November 2020 von einer zumutbaren Beschäftigu ng in einer angepassten Verweistä- tigkeit ausgegangen (vgl. E. 6.3 hiervor). Der Beschwerd eführer macht demgegenüber geltend, dass er nur zu 50% arbeitsfähig sei. 8.2 In pflichtgemässer Würdigung der medizinischen Akten lage fällt zunächst auf, dass hinsichtlich der unfallbedingten Restbeschwerden, die sich der medizinischen Aktenlage zufolge namentlich in einer Bewegungseinschränkung des rechten K nies und einer belastungsabhängi- gen Schmerzsymptomatik äussern, keine wesentlich divergieren den Einschätzungen durch die involvierten Fachpersonen auszumachen sind. Wie dargelegt (vgl. E. 6.1.2 hiervor), wurde dem Versicherten bereits im Sprechstundenbericht des Spitals D.____ vom 5. September 2018 eine körperlich aktive Tätigkeit (ohne kniende Anteile) als zumutbar erachtet. Darüber hinaus äussert sich ausschliesslich der Kreisarzt Dr. H.____ zu einer leiden sadaptierten Tätigkeit. Die in den Akten ausgewiesene voll Arbeitsunfähigkeit bezog sich ste ts auf die angestammte Tätigkeit als Hilfsmonteur, die Dr. H.____ dem Versicherten in Über einstimmung mit den behandelnden Ärz- ten als nicht mehr zumutbar beurteilt. Dessen ungeachtet sind gestützt auf die massgebenden medizinischen Unterlagen keine Hinweise ersichtlich, den en zufolge dem Versicherten eine leichte sitzende Tätigkeit, welche die Einschränkungen vonseiten des rechten Knies sowie ei- nen zusätzlichen Pausenbedarf berücksichtigt, nicht vollschichtig zumutbar sein soll. Dies umso weniger, als der Beschwerdeführer denn auch weder solch e Aspekte benennt noch sein Vor- bringen mit divergierenden ärztlichen Berichten unterma uert. Jedenfalls stehen eine chronifi- zierte Schmerzproblematik und die Tatsache, dass die Erf olgsaussichten für weitere Massnah- men gering eingeschätzt wurden, einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadap- tierten Tätigkeit nicht entgegen. Zumal die Beschwerd egegnerin das Vorhandensein unfallbe- dingter Restbeschwerden nicht bestreitet, wurde diesen f ortbestehenden funktionellen Einbus- sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aber in de r fachärztlichen Beurteilung von Dr. H.____ durch ein entsprechend eingeschränktes Zumutbar keitsprofil vollumfänglich Rechnung getragen. 8.3 Als weiteres Zwischenergebnis ist es nicht zu beanstand en, dass die Beschwerdegeg- nerin das von Dr. H.____ attestierte Zumutbarkeitspro fil dem Anspruch auf eine UVG- Invalidenrente zugrunde gelegt hat. 9.1 Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswir kungen der gesundheitlichen Beein- trächtigungen. Gemäss Art. 16 ATSG hat die Invaliditä tsbemessung bei erwerbstätigen Versi- cherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu erfolgen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini- schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahm en durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei- nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der E inkommensdifferenz der Invaliditäts- grad bestimmen lässt (BGE 128 V 30 E. 1). Dabei ist in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenb eginns abzustellen (BGE 129 V 222, 128 V 174). 9.2 Die Suva hat im angefochtenen Einspracheentscheid v om 11. Juni 2021 den erforderli- chen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei ermittelte sie das Valideneinkommen anhand der Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Versiche rten, wonach Letzterer im Jahr 2021 ohne den Unfall einen Jahresverdienst von Fr. 74'100.- - erzielt hätte (vgl. Suva-act. 267). Das Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 58'659.--- er rechnete sie gestützt auf die Schweizeri- sche Lohnstrukturerhebung 2018. Hierbei berücksichtigte si e zusätzlich einen zeitlichen Abzug von 12% (eine Stunde Pause pro Tag) sowie einen leide nsbedingten Abzug in der Höhe von 5%. Anhand der Gegenüberstellung der Vergleichseinkomme n resultierte ein Invaliditätsgrad von 21%. Das Valideneinkommen wie auch die massgebenden Berechnungsgrundlagen des Invalideneinkommens wurden vom Versicherten zu Recht nicht beanstandet. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, welche im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes we- gen durch das Gericht eine andere Einschätzung erforde rn würden, erübrigt sich eine detaillier- te Auseinandersetzung mit den durch die Suva ermittelte n Vergleichseinkommen und es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid vom 11. Juni 2021 verwiesen werden. 9.3.1 Der Beschwerdeführer macht indessen geltend, es se i ihm ein leidensbedingter Abzug an der oberen Grenze der maximal möglichen 25% zu gew ähren. Es sei nicht ersichtlich, ob und wie er in sitzender Position Arbeiten verrichten und gleichzeitig das Knie entlasten könne. Aufgrund seines Knieleidens sei er in der Auswahl der Arbeiten verhältnismässig stark einge- schränkt, sodass ausserordentliche Umstände vorliegen würde n. Es gäbe praktisch keine rein sitzenden Tätigkeiten, bei denen man nicht auch regelmässig aufstehen und die Räumlichkeiten wechseln müsse. Über das ärztlich beschriebene Zumutbarkeitsprofil hinaus bestünden zusätz- liche Einschränkungen, wohl auch ein vermindertes Rend ement pro Zeiteinheit bzw. eine ver- langsamte Arbeitsweise. 9.3.2 Diesbezüglich gilt es zunächst anzumerken, dass d en gesundheitlichen Beeinträchti- gungen des Beschwerdeführers durch das formulierte Zumutb arkeitsprofil sowie namentlich unter Berücksichtigung eines zusätzlichen Pausenbedarfs von jeweils 15 Minuten nach zwei Stunden vollumfänglich Rechnung getragen wurde. Die B eschwerdegegnerin hat den zusätzli- chen Pausenbedarf in Form eines zeitlichen Abzugs von 12 % anerkannt, was nicht zu bean- standen ist. Zu beachten ist ferner, dass allfällige ber eits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu ein er doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit H inweis). Weiter ist auf die restriktive Rechtsprechung des Bundesgerichts zu verweisen, wonach un ter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, di e auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 2020, 8C_151/2020, E. 6.2 mit Hinweis). Solch e (zusätzlichen) Einschränkungen kön- nen personen- oder arbeitsplatzbezogen sein. Mit einem zusätzlichen Abzug von 5% hat die Beschwerdegegnerin den massgebenden Umständen hinreichend Rechnung getragen. Gründe die einen weitergehenden Abzug zu rechtfertigen vermöch ten können vorliegend nicht ausge- macht werden und lassen sich den Vorbringen des Beschwerdeführers nicht entnehmen. 10. Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einsprache entescheid der Suva vom 11. Juni 2021 nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen. 11. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 6 1 lit. f bis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung wird d em Ausgang des Verfahrens ent- sprechend nicht ausgerichtet. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht