Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 5. November 2014 (810 14 175) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Aufenthaltsbewilligung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Urs Keller , Rechtsanwalt gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Widerruf der Aufenthaltsbewilligung (RRB Nr . 0862 vom 10. Juni 2014) A. Der serbische Staatsangehörige A.____, geboren 1 981, reiste am 26. Juli 2012 in die Schweiz ein. Am 27. Juli 2012 heiratete er die Schw eizer Bürgerin B.____, worauf ihm das Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM) eine Aufenthal tsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehe- frau erteilte. Am 5. Juli 2013 wurde die Aufenthaltsbewilligung von A.____ bis zum 26. Juli 2015 verlängert. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 29. Juli 2013 erstattete B.____ gegen ihren Eh emann A.____ Anzeige, worin sie unter anderem geltend machte, ihr Ehemann hätte ihr gedroht, sie zu ermorden. Daraufhin wur- de A.____ am 30. Juli 2013 polizeilich aus dem ehelichen Haus weggewiesen. Seither lebt das Ehepaar getrennt. Am 9. August 2013 untersagte das Bezi rksgericht C.____ A.____, sich sei- ner Ehefrau zu nähern, sie zu kontaktieren, zu belästige n oder zu bedrohen. Am 15. Okto- ber 2013 bewilligte das Bezirksgericht C.____ den Ehegatten das Getrenntleben. C. Nachdem das AfM A.____ das rechtliche Gehör zu einem a llfälligen Widerruf der Auf- enthaltsbewilligung sowie einer Wegweisung aus der S chweiz gewährt hatte, widerrief das AfM am 28. März 2014 die Aufenthaltsbewilligung und entsch ied, dass A.____ die Schweiz bis am 30. April 2014 zu verlassen hat. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, es sei un- bestritten, dass die Ehe zwischen A.____ und B.____ ledig lich ein Jahr gedauert habe. Es wer- de von A.____ auch nicht vorgebracht, die Ehe sei trotz d er Trennung nach wie vor intakt. Wichtige persönliche Gründe, die einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen würden, lägen nicht vor. Auch ein persönlicher Härtefal l sei nicht gegeben und es bestünde überdies keine Veranlassung, A.____ die Aufenthaltsbew illigung ermessensweise zu belassen. Schliesslich sei die Verfügung aufgrund des überwiegende n öffentlichen Interesses verhältnis- mässig. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies der Regie rungsrat am 10. Juni 2014 ab und entschied, dass A.____ die Schweiz innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheides zu ver- lassen hat. D. Gegen den Entscheid des Regierungsrates erhob A.____ , vertreten durch Urs Keller, Rechtsanwalt, am 30. Juni 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er stellte insbeso ndere die Anträge, es sei die Verfügung vom 28. März 2014 aufzuheben und es sei ihm die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen; unter o/e- Kostenfolge, wobei ihm die unentgeltliche Prozessführu ng und die unentgeltliche Vertretung durch Urs Keller zu gewähren sei. Zur Begründung führt e er im Wesentlichen aus, es bestün- den wichtige Gründe im Sinne von Art. 49 AuG, welche den weiteren Aufenthalt des Beschwer- deführers in der Schweiz notwendig machen würden, weil er ein Opfer ehelicher Gewalt sei. E. Mit Präsidialverfügung vom 13. August 2014 wurde da s Gesuch des Beschwerdefüh- rers um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung wegen Aussichts- losigkeit der Beschwerde abgewiesen. F. Mit Eingabe vom 25. September 2014 liess sich der Re gierungsrat vernehmen und schloss auf Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfol ge. Mit verfahrensleitender Verfü- gung vom 1. Oktober 2014 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgeset zlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele- genheit gegeben. Der Beschwerdeführer ist vom angefocht enen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können n ach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht dagegen - abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen - untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3.1. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Wider ruf der Aufenthaltsbewilligung des Be- schwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 3.2 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und Art. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländer innen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständi ge kantonale Behörde entscheidet in den Fällen nach Art. 18 ff. und 27 ff. AuG - im Rahm en der gesetzlichen Vorschriften und Ver- träge mit dem Ausland - nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli- gung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht , es sei denn, das AuG oder völker- rechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 135 II 1 E. 1.1; P ETER UEBERSAX in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 3.3 In Bezug auf die Regelung des Aufenthalts bestimmt Art. 33 Abs. 1 AuG, dass die Auf- enthaltsbewilligung für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem Jahr erteilt wird. Sie wird für einen bestimmten Aufenthaltszweck erteilt und kann mit weiteren Bedingungen verbun- den werden (Art. 33 Abs. 2 AuG). Nach Art. 33 Abs. 3 AuG ist die Aufenthaltsbewilligung zudem befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. 3.4 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass zw ischen der Schweiz und Serbi- en keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welc he dem Beschwerdeführer einen An- spruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumt. Auf den mit Serbien am 16. Februar 1888 ge- schlossenen Niederlassungsvertrag (Niederlassungs- und Kons ularvertrag zwischen der Schweiz und Serbien vom 16. Februar 1888) können sich r echtsprechungsgemäss nur noch Personen berufen, welche gemäss der landesrechtlichen Fr emdenpolizeiordnung endgültig zu- gelassen sind, mithin eine Niederlassungsbewilligung na ch dem nationalen Recht besitzen (Entscheid des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- u nd Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 24. März 2010 [810 09 321] E. 5.2 mit Hinweisen). Let zteres trifft auf den Beschwerdeführer nicht zu, weshalb er sich nicht auf den Niederlassungsvertrag berufen kann. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Ein gesetzlicher Anspruch einer ausländischen Person au f Anwesenheit in der Schweiz liegt gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG insbesondere dann vor, we nn diese mit einer Person mit Schweizer Staatsbürgerschaft verheiratet ist und mit ih r zusammenwohnt. Das Erfordernis des Zusammenwohnens besteht nicht, wenn für getrennte Woh norte wichtige Gründe geltend ge- macht werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht (vgl. Art. 49 AuG). 4.2 Nach Auflösung der Familiengemeinschaft besteht der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligun g nach Art. 50 Abs. 1 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration vorliegt (lit. a) oder wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). Eine (relevante) Ehegem einschaft liegt vor, solange die eheliche Beziehung tatsächlich gelebt wird und ein gegenseitige r Ehewille besteht. Massgeblicher Zeit- punkt für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel die Aufg abe der Haushaltsgemeinschaft; demgegenüber ist nicht relevant, wie lange die Ehe na ch Beendigung des Zusammenlebens formell noch bestanden hat (BGE 136 II 113 E. 3.2). 4.3 Die Migrationsbehörden verbinden die Aufenthalts bewilligung einer ausländischen Per- son regelmässig mit einem bestimmten Zweck. Zweck des Famili ennachzugs ist es, das Leben in der Familiengemeinschaft zu ermöglichen. Wird diese mit der Aufenthaltsbewilligung verbun- dene Bedingung nicht (mehr) eingehalten, so kann die Behörde die Bewilligung widerrufen (vgl. Art. 62 lit. d AuG). Entfällt die ursprüngliche Anspruchsgrundlage für die Bewilligung - bei- spielsweise weil die Eheleute nicht mehr tatsächlich zusa mmenwohnen, obwohl dies vom Ge- setz vorausgesetzt wird - so gilt der Aufenthaltszweck al s weggefallen. Infolgedessen kann die Bewilligung widerrufen bzw. nicht verlängert und die ausländische Person weggewiesen wer- den, wenn kein anderweitiger Bewilligungsanspruch besteh t (vgl. A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Rz. 8.26; SILVIA HUNZIKER , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 62 Rz. 44). 5.1 Infolge Aufgabe des ehelichen Zusammenlebens und der Bewilligung des Getrenntle- bens nach lediglich einem Jahr Ehe ist der ursprünglich e Anspruch des Beschwerdeführers auf Anwesenheit in der Schweiz gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG uns treitig weggefallen, so dass ge- mäss Art. 62 lit. d AuG ein zulässiger Widerrufsgrund vorliegt. Es ist im Weiteren jedoch zu prü- fen, ob der Beschwerdeführer aus Art. 50 Abs. 1 AuG ei nen anderweitigen Anspruch auf Ertei- lung der Aufenthaltsbewilligung ableiten kann. 5.2 Der Beschwerdeführer beruft sich vorliegend auf Ar t. 50 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 50 Abs. 2 AuG und macht geltend, er sei Opfer von Nötigung und Drohung von Seiten der Ehefrau geworden. Die Ehefrau habe von ihm Fr. 20'000.-- verl angt, verbunden mit der Drohung, sie werde dafür schauen, dass er ausgewiesen werde, wenn er nicht bezahle. Weil er das Geld nicht habe bezahlen können, habe ihn die Ehefrau zu Un recht bei der Polizei beschuldigt, er habe sich häuslicher Gewalt schuldig gemacht. Es sei ihm unbekannt, ob die Polizei schon auf- grund der Offizialmaxime des Vorfalls im Mai 2013 ein Strafverfahren eröffnet habe. Er habe die Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht entsprechenden Aussagen auch in dem gegen ihn eingel eiteten Strafverfahren ansatzweise deponiert und sein Rechtsvertreter sei beauftragt, ein e Strafanzeige einzureichen wegen mehr- facher versuchter Nötigung. 5.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist im Rahm en von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG i.V.m. Art. 50 Abs. 2 AuG jede Form ehelicher bzw. häuslicher Gewalt, sei sie körperlicher oder psychischer Natur, ernst zu nehmen (Urteil des Bunde sgerichts 2C_155/2011 vom 7. Juli 2011 E. 4.3). Häusliche Gewalt bedeutet dabei systematisc he Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben und nicht eine einmalige Ohrfeige oder eine verbale Beschimp- fung im Verlauf eines eskalierenden Streits (BGE 138 II 229, E. 3.2.1 mit weiteren Hinweisen). Die ausländische Person trifft bei den Feststellungen des entsprechenden Sachverhalts eine weitreichende Mitwirkungspflicht (BGE 126 II 335 E. 2b /cc; BGE 124 II 361 E. 2b). Allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen genügen nicht. Wird häus- liche Gewalt in Form psychischer Oppression behauptet, muss vielmehr die Systematik der Misshandlung bzw. deren zeitliches Andauern und die daraus entstehende subjektive Belastung objektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweismässig unte rlegt werden (BGE 138 II 229 E. 3.2.3). 5.4 Nach Art. 77 Abs. 6 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE) gelten als Hinweise auf eheliche Gewalt insbesondere Arztzeug- nisse, Polizeirapporte, Strafanzeigen, Massnahmen im Sinne von Artikel 28b des Zivilgesetzbu- ches oder entsprechende strafrechtliche Verurteilungen. Gemäss der Lehre kann der Nachweis der erlittenen häuslichen Gewalt auch durch Zeugenaussag en oder einen Bericht des Frauen- hauses oder der Opferhilfestelle erbracht werden (vgl. M ARC S PESCHA , in: Specha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], 2. Aufl., Zürich 2009, N 10 zu Art. 50 AuG). 5.5 Wie bereits in der Verfügung vom 13. August 2014 festgestellt wurde, erscheint der vom Beschwerdeführer geschilderte Sachverhalt – wie er ihn auch anlässlich seiner Einver- nahme vom 30. Juli 2013 zu Protokoll gab – nicht als gee ignet, die verlangte Intensität von häuslicher Gewalt, sofern es sich überhaupt um häusliche G ewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AuG handelt, glaubhaft zu machen. Eine Anwendung der nachehelichen Härtefallbestimmung rechtfertigt sich diesbezüglich somit nicht. Der Beschwerdeführer sah sich auch bis zur heutigen Urteilsberatung, d.h. über 17 Monate nach dem behaup teten Vorfall, nicht veranlasst, tatsäch- lich eine Strafanzeige gegen die Ehefrau einzureichen. Im Gegensatz dazu hat die Ehefrau um- gehend eine Strafanzeige eingereicht und eine polizeil iche Wegweisung sowie ein gerichtliches Kontaktverbot gegen den Beschwerdeführer erwirkt (vgl. Wegweisungsverfügung vom 30. Juli 2013). Weitere Hinweise, welche auf die Möglichkeit e helicher Gewalt zum Nachteil des Be- schwerdeführers hindeuten, sind weder den Rechtsschriften noch den Akten zu entnehmen. Der Beschwerdeführer legt überdies nicht dar, inwiefern seine Rückkehr nach Serbien besonde- re Probleme darstelle, die in einem hinreichend engen Zusammenhang zur ursprünglich an- spruchsbegründenden Ehe und dem damit verbundenen bishe rigen (bewilligten) Aufenthalt im Land stünden. Da der Aufenthalt hier nur von kurzer Dau er war, besteht kein Anspruch auf ei- nen weiteren Verbleib, auch wenn der Beschwerdeführe r in der Schweiz nicht straffällig gewor- den ist, gearbeitet hat und sich inzwischen in der deutsc hen Sprache auszudrücken vermag. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Beschwerdeführer stammt aus Serbien und ist erst im A lter von 31 Jahren in die Schweiz eingereist. Er hat einen Grossteil seines Lebens in der Heimat bzw. in anderen Ländern ver- bracht. Es ist nicht ersichtlich, weshalb eine erneute In tegration in die dortigen Verhältnisse un- zumutbar wäre. Ein Anspruch auf Bewilligungsverlängeru ng unter dem Titel von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG besteht demnach nicht. 6. Der Beschwerdeführer vermag auch aus dem in Art. 8 Z iff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäisch e Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 sowie Art. 13 Abs. 1 der Sc hweizerischen Bundesverfassung (BV) vom 18. April 1999 garantierten Recht auf Achtun g des Privat- und Familienlebens keinen Bewilligungsanspruch abzuleiten. Seine Ehe wurde mit tlerweile gerichtlich getrennt und die Möglichkeit einer Versöhnung bzw. Wiedervereinigung der Eheleute wird weder vom Be- schwerdeführer geltend gemacht noch ist eine solche aus den Akten ersichtlich. Unter diesen Umständen kann von vornherein nicht von einer tatsächl ich gelebten und intakten Beziehung, wie sie für eine Berufung auf das Recht auf Achtung de s Familienlebens erforderlich ist, ge- sprochen werden. Auch kann sich der Beschwerdeführer nicht auf den Schutz des Privatlebens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV berufen, da er über keine besonders intensiven, über eine normale Integration hinausgehenden privaten Bindunge n gesellschaftlicher oder beruflicher Natur verfügt. Es kann demnach festgehalten werden, d ass dem Beschwerdeführer kein An- spruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsb ewilligung gestützt auf völkerrechtliche Verpflichtungen zukommt. 7. Besteht nach dem Gesagten kein Rechtsanspruch des Beschwe rdeführers auf Ertei- lung der Aufenthaltsbewilligung, so liegt deren Ver längerung resp. Widerruf im Ermessen der Behörde (vgl. Art. 33 Abs. 3 AuG resp. Art. 62 lit. d AuG). Dazu bedarf es eines Ermessensent- scheids, welcher nach den allgemeinen Grundsätzen pflichtgemäss und unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls zu treffen ist (vgl. A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Rz. 8.4 4; B ENJAMIN SCHINDLER , in: Caro- ni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., Art. 96 Rz. 7). Im Rahmen ihrer Ermessensausübung ha- ben die Behörden gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG die öffent lichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration zu berücksich tigen. Im angefochtenen Entscheid vom 10. Juni 2014 hat der Regierungsrat diese Kriterien ausführlich geprüft, unter Berücksichti- gung sämtlicher Umstände des Einzelfalles beurteilt und seinen Entscheid nachvollziehbar be- gründet. Somit hat sich der Regierungsrat mit den in Frage stehenden Interessen auseinander- gesetzt und sein Ermessen pflichtgemäss ausgeübt. Eine Überschreitung, Unterschreitung oder ein Missbrauch des Ermessens sind nicht erkennbar. Eine weit ergehende inhaltliche Angemes- senheitskontrolle ist dem Kantonsgericht nicht gestattet (vgl. E. 2). Es ist demzufolge nicht zu beanstanden, dass es der Regierungsrat abgelehnt hat, de m Beschwerdeführer die Aufent- haltsbewilligung ermessensweise zu belassen. 8.1 In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, o b der Widerruf der Aufenthaltsbewilli- gung verhältnismässig ist. Nach dem Grundsatz der Verhä ltnismässigkeit muss eine Verwal- tungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sein. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in ei nem vernünftigen Verhältnis zu Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt we rden (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich 2010, Rz. 581 ff.). Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung sind die bekannte n Kriterien wie Dauer der Anwe- senheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz, beruflich e Situation, Wirtschafts- und Arbeits- marktlage, persönliches Verhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtigen (vgl. Ziffer 8.3 der Weisungen des Bundesamts für Migration zum Ausländerber eich, Version vom 30. September 2011; BGE135 II 377 E. 4.3 ff.). 8.2 Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der fremdenpolizeili- chen Ziele eine geeignete Massnahme darstellt. Ausländer , deren Aufenthaltszweck weggefal- len ist, haben die Schweiz unter bestimmten Umständen zu verlassen. Dieses fremdenpolizeili- che Ziel kann auch nicht durch eine weniger einschneide nde Massnahme erreicht werden. Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qualifizieren ist, ob also der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Ver hältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwerdeführer mit der Wegweisung auferlegt werd en. Diesbezüglich muss eine Inte- ressenabwägung vorgenommen werden. 8.3 Als zulässiges öffentliches Interesse fällt dabei grun dsätzlich das Durchsetzen der Einwanderungspolitik in Betracht. Die Schweiz verfolgt gegenüber Ausländern ausserhalb des EU- und EFTA-Raums in Fragen der Aufenthaltsberechti gung eine restriktive Politik. Eine sol- che rechtfertigt sich im Hinblick auf ein ausgewogenes Ve rhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung gü nstiger Rahmenbedingungen für die Eingliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausl änder und die Verbesserung der Ar- beitsmarktstruktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I 153 E. 2.2.1; BGE 135 I 143 E. 2.2). 8.4 Das private Interesse am Verzicht auf den Widerruf de r Aufenthaltsbewilligung, auf das sich der Beschwerdeführer beruft, gründet im Wesentlich en auf dem Argument, dass er sich in der Schweiz gut eingelebt habe und dass er sich hier ein neues Leben mit einer festen Arbeits- stelle sowie einem neuen Freundeskreis aufgebaut habe und dies alles nicht verlieren wolle. 8.5 Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 26. Juli 2012 und damit erst seit mittler- weile etwas über zwei Jahren in der Schweiz. Diese kurze A ufenthaltsdauer kann nicht ent- scheidend zu seinen Gunsten ins Gewicht fallen. Es ist dem entsprechend nicht von einer be- sonders guten Integration des Beschwerdeführers und schon gar nicht von einer Verwurzelung in der Schweiz auszugehen. Er hat jedoch gemäss eigenen A ngaben zahlreiche Beziehungen zur hiesigen Bevölkerung geknüpft, es handelt sich dabei aber nicht um besonders tiefgehende, über die normale Integration hinausgehende, private Bindungen (vgl. oben E. 6). Der Be- schwerdeführer hat sich jedoch in der kurzen Zeit, in der er in der Schweiz lebt, klaglos verhal- ten und sich um eine Integration bemüht. In dieser H insicht ist anzumerken, dass er verschie- dene Deutschkurse besucht hat. Er hat sich weiter offenba r erfolgreich im Betrieb eingearbeitet und kann dies mittels Arbeitsbestätigung seiner Vermittl ungsagentur auch belegen. Gleichzeitig ist dazu zu bemerken, dass er als Elektromonteur keine be sonders qualifizierte Tätigkeit aus- übt, die aus wirtschaftlicher oder arbeitsmarktlicher Si cht eine Verlängerung der Aufenthaltsbe- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht willigung gebieten würde. Hinsichtlich der Zumutbarkei t einer Heimkehr nach Serbien ist davon auszugehen, dass er bei der Rückkehr in sein Heimatland keine überdurchschnittlichen Schwie- rigkeiten zu gewärtigen haben wird. Im Rahmen des rech tlichen Gehörs vom November 2013 führt der Beschwerdeführer aus, er sei während der ges undheitlichen Behandlung seiner Ehe- frau in Serbien gewesen sowie für Besuche seiner (mit tlerweile verstorbenen) Grosseltern. Der Beschwerdeführer kam erst im Alter von 31 Jahren in die Schweiz. Entsprechend hat er seine prägenden Kinder- und Jugendjahre in seinem Heimatland verbracht, ist mit den Sitten und Ge- bräuchen in seinem Heimatland vertraut und beherrscht die dortige Sprache. Ungünstigere wirt- schaftliche Perspektiven in Serbien lassen eine Rückkehr üb erdies nicht als unzumutbar er- scheinen. Einer Rückkehr des heute 33 Jahre alten und kin derlosen Beschwerdeführers steht somit nichts im Wege und eine solche stellt insbesondere auch keine grosse Härte dar. Unter Beachtung dieser Aspekte erscheinen der Widerruf der Au fenthaltsbewilligung sowie die Weg- weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz als zumutbar . Gewichtige private Interessen, welche den genannten ausländerrechtlichen Massnahmen ent gegenstehen, sind vorliegend nicht ersichtlich. Insgesamt überwiegt demnach das öffentli che Interesse an der Gleichbehand- lung der Ausländerinnen und Ausländer im Rahmen des Au G sowie an der Durchsetzung der Rechtsordnung das private Interesse des Beschwerdeführers an einem weiteren Verbleib in der Schweiz. Der angefochtene Entscheid erweist sich als verhältnismässig. 9. Der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die d amit verbundene Wegweisung des Beschwerdeführers erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, weshalb die Beschwerde abzuwei- sen ist. 10. Im Folgenden ist noch über die Kosten zu entscheide n. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Di e Verfahrenskosten umfassen die Ge- richtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der R egel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- dem unterliegenden Beschwer deführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'100.-- zu verrechnen. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen wer- den. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Partei- kosten sind demnach wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 2'100.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird dem Beschwer- deführer zurückerstattet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 13. Februar 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_144/2015) erhoben.