<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00014</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205014&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00014</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.04.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufschiebung der Schliessungsstunde</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ist es zulässig, einer Discothek, welcher der dauernde Aufschub der Schliessungsstunde gewährt wurde, einen solchen an den hohen Feiertagen gemäss dem kantonalen Ruhetags- und Ladenöffnungsgesetz sowie an deren Vorabenden nicht zu erteilen? Rückweisung wegen Befangenheit.<br/>Beschwerdelegitimation der Gemeinde (Präzisierung der Rechtsprechung): Die Gemeinde kann sich nicht für die richtige Auslegung und Anwendung des kantonalen Rechts wehren; zur Beschwerde legitimiert ist sie hingegen, wenn sie die unrichtige Anwendung und Durchsetzung des kommunalen Rechts rügt. Die Gemeinde muss daher mit der Rüge zugelassen werden, das kommunale Recht werde wegen falscher Auslegung kantonalen Rechts überhaupt nicht angewendet (E. 4+5).<br/>Für den Bereich der verwaltungsinternen Rechtspflege besteht ein gleichartiger, aus Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung abzuleitender Anspruch auf Unbefangenheit für Verwaltungsbehörden wie für Gerichte. Der Anspruch auf Unbefangenheit ist formeller Natur; dessen Verletzung kann daher grundsätzlich auch in einem Rechtsmittelverfahren nicht geheilt werden. Die den vorinstanzlichen Entscheid vorbereitenden juristischen Mitarbeitenden liessen durch ihr Verhalten (klare Äusserungen zur zwischen den Parteien streitigen Rechtsfrage ausserhalb des Verfahrens) das Misstrauen in ihre Unvoreingenommenheit in objektiver Weise als begründet erscheinen (E. 6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: AUSSTAND">AUSSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSTANDSGRUND">AUSSTANDSGRUND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFANGENHEIT">BEFANGENHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: BERUFS- UND GEWERBERECHT">BERUFS- UND GEWERBERECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMELLE NATUR">FORMELLE NATUR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GASTGEWERBERECHT">GASTGEWERBERECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEAUTONOMIE">GEMEINDEAUTONOMIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEBESCHWERDE">GEMEINDEBESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDELEGITIMATION">GEMEINDELEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRMSCHUTZ">LÃRMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION DER GEMEINDE">LEGITIMATION DER GEMEINDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFNUNGSZEITEN">ÃFFNUNGSZEITEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RUHETAG">RUHETAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHLIESSUNGSSTUNDE">SCHLIESSUNGSSTUNDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV">ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: WIRTSCHAFTS- UND WIRTSCHAFTSVERWALTUNGSRECHT">WIRTSCHAFTS- UND WIRTSCHAFTSVERWALTUNGSRECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 Abs. I BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 30 Abs. I BV</span><br/><span class="gerade">§ 16 GastgewerbeG</span><br/><span class="ungerade">§ 9 Abs. II GastgewerbeV</span><br/><span class="gerade">§ 10 Abs. I GastgewerbeV</span><br/><span class="ungerade">Art. 88 OG</span><br/><span class="gerade">§ 6 RLG</span><br/><span class="ungerade">Art. 57 USG</span><br/><span class="gerade">§ 5a VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 21 lit. b VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2005 Nr. 38</span><br/><span class="ungerade">RB 2005 Nr. 10 S. 64</span><br/><span class="gerade">RB 2005 Nr. 4 S. 56</span><br/><span class="ungerade">ZBL 2005 S. 597</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A stellte anfangs Mai 2003 das Gesuch fÃ¼r ein Patent zur FÃ¼hrung einer Gastwirtschaft fÃ¼r die Discothek D in X. Der Gemeinderat X erteilte ihm mit Beschluss vom 20. Mai 2003 das Patent und ordnete zugleich versuchsweise die dauernde Ausnahme von der Schliessungsstunde fÃ¼r ein Jahr an. Am 6. Juli 2004 bewilligte der Gemeinderat A die definitive Aufschiebung der Schliessungsstunde donnerstags, freitags und samstags je bis 04.00 Uhr. An den hohen Feiertagen gemÃ¤ss dem Ruhetags- und LadenÃ¶ffnungsgesetz vom 26. Juni 2000 (LS 822.4; RLG) sowie an deren Vorabenden mÃ¼sse die Discothek D hingegen zur ordentlichen Schliessungsstunde, das heisst um 24.00 Uhr, geschlossen werden.</p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 8. Oktober 2004 ersuchten die Verantwortlichen der Discothek D den Gemeinderat, den Beschluss vom 6. Juli 2004 in WiedererwÃ¤gung zu ziehen und insoweit neu zu fassen, als die Schliessungsstunde auch an Vorabenden vor hohen Feiertagen und an diesen selbst bis 04.00 Uhr hinausgeschoben werden solle. Der Gemeinderat lehnte das WiedererwÃ¤gungsgesuch mit Beschluss vom 16. November 2004 fÃ¶rmlich ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen rekurrierte A am 17. Dezember 2004 an die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons ZÃ¼rich. Diese hiess den Rekurs mit VerfÃ¼gung vom 23. Dezember 2004 gut und hob den angefochtenen Beschluss des Gemeinderates X insoweit auf, als damit die Schliessungsstunde an hohen Feiertagen und deren Vorabenden bis 24.00 Uhr beschrÃ¤nkt worden sei.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhob der Gemeinderat X am 11./14. Januar 2005 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des Entscheides der Volkswirtschaftsdirektion, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Die Volkswirtschaftsdirektion beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 18. Februar 2005, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. A liess gleichentags in seiner Beschwerdeantwort beantragen, vorab der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen und auf die Beschwerde nicht einzutreten bzw. sie abzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Gemeinde X.</p> <p class="Urteilstext">Das Gesuch As um Entzug der aufschiebenden Rechtsmittelwirkung wurde mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 2. MÃ¤rz 2005 abgewiesen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen letztinstanzliche Anord­nungen von VerwaltungsbehÃ¶rden, soweit die Gesetzgebung keine abweichende ZustÃ¤n­digkeit vorsieht oder eine Anordnung als endgÃ¼ltig bezeichnet (§ 41 des Verwaltungs­rechts­pflegegeset­zes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Da im Bereich der zu beurteilenden Streitsache kein Ausnahmetatbestand nach den §§ 42 f. VRG vorliegt, fÃ¤llt sie in die Entscheidungs­kompetenz des Ver­wal­tungsgerichts.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 21 lit. b VRG sind Gemeinden, andere KÃ¶rperschaften oder Anstalten des Ã¶ffentlichen Rechts zur Wahrung der von ihnen vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen zur Beschwerde an das Verwaltungsgericht legitimiert (vgl. auch <span>Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999</span>, § 70 N. 4).</p> <p class="Urteilstext">Die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde geht wohl â stillschweigend â davon aus, dass sie aufgrund der behaupteten Verletzung der Gemeindeautonomie ohne weiteres zur BeschwerdefÃ¼hrung legitimiert sei. Der Beschwerdegegner wendet indessen ein, dass der Gemeinde bei der Anwendung des vorliegend massgebenden kantonalen Rechts keine qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit zugestanden habe, womit auf die Beschwerde nicht einzutreten sei.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Vorweg ist jedoch zu prÃ¼fen, ob die Beschwerdelegitimation der Gemeinde â unbesehen das kantonale Verfahrensrecht â schon von Bundesrechts wegen zu bejahen ist. Nach Art. 57 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG) kann die Ge­mein­de gegen VerfÃ¼gungen der kantonalen und der BundesbehÃ¶rden in Anwendung dieses Gesetzes die Rechtsmittel des eidgenÃ¶ssischen und kantonalen Rechts ergreifen, sofern sie durch eine VerfÃ¼gung berÃ¼hrt wird und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an der Aufhebung oder Ãnderung hat. Die neuere Bundesgerichtspraxis bejaht grundsÃ¤tzlich die Beschwer­delegitimation einer Gemeinde, wenn in den Wirkungskreis der Gemeinde fallende Ã¶ffent­liche lokale Anliegen geltend gemacht werden, zum Beispiel wenn sich Gemeinden zugunsten ihrer Einwohner fÃ¼r LÃ¤rmschutz einsetzen (BGE 124 II 293 E. 3b mit Hinweisen; VGr, 1. Dezember 1999, VB.99.00276, E. 1).</p> <p class="Urteilstext">Die Gemeinde macht in ihrer Beschwerdeschrift geltend, dass der durch die Discobesucher verursachte Mehrverkehr an hohen Feiertagen und an Vorabenden von hohen Feiertagen besonders stÃ¶rend sei, umso mehr als in den fraglichen NÃ¤chten das Verkehrsaufkommen ansonsten erfahrungsgemÃ¤ss sehr gering sei. Der Schutz der BevÃ¶lkerung gemÃ¤ss dem Umweltschutzgesetz stehe im Einklang mit § 16 des Gastgewerbegesetzes vom 1. Dezember 1996 (LS 935.11; Gast­gewerbeG).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Nach § 16 GastgewerbeG werden dauernde Ausnah­men von der Schliessungszeit bewilligt, wenn die Nachtruhe und die Ã¶ffentliche Ordnung nicht beeintrÃ¤chtigt werden; vorbehalten bleiben EinschrÃ¤nkungen nach dem Planungs‑, Bau‑ und Umweltschutzrecht. In lit. C Ziff. 13 der Weisun­gen und Richtlinien der Direktion der Finanzen zum Gastgewerbegesetz vom 17. Juli 1997 (ABl 1997, 974) wird hervorgehoben, dass die Bewilligung zur dauernden Hinausschie­bung der Schlies­sungsstunde gemÃ¤ss § 16 GastgewerbeG erteilt werden muss, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung erfÃ¼llt sind (ZonenkonformitÃ¤t/LÃ¤rmschutz). Bei be­rech­tigten Zweifeln, ob die Nachtruhe der Anwohner gewÃ¤hrleistet werden kann, kann die Bewilligung fÃ¼r einen befri­steten Versuch erteilt werden (§ 9 Abs. 2 der Verordnung zum Gastgewerbegesetz vom 16. Juli 1997 [LS 935.12]; GastgewerbeV).</p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat dem Beschwerdegegner mit VerfÃ¼gung vom 6. Juli 2004 die dauernde Aufschiebung der Schliessungsstunde genehmigt, da bis zu diesem Zeitpunkt keine Meldungen Ã¼ber schwerwiegende NachtruhestÃ¶rungen vorgelegen hÃ¤tten. Mit neuerlicher VerfÃ¼gung vom 16. November 2004 hat die BeschwerdefÃ¼hrerin dies bestÃ¤tigt und festgehalten, dass gestÃ¼tzt auf Art. â¦ der Polizeiverordnung der Gemeinde X keine Bewilligungen fÃ¼r die Aufschiebung der Schliessungsstunde fÃ¼r die Vorabende hoher Feiertage und fÃ¼r diese Tage selbst erteilt wÃ¼rden. Art. â¦ der Polizeiverordnung steht denn auch unter dem Titel "VI. Wirtschaftspolizei", wÃ¤hrend die Bestimmungen Ã¼ber den LÃ¤rmschutz in Titel IV. geregelt sind.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Bei der LokalitÃ¤t des Beschwerdegegners handelt es sich um eine ortsfeste An­lage im Sinn von Art. 7 Abs. 7 USG und von Art. 2 Abs. 1 der LÃ¤rmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV), in der ein gewerbli­ches Unternehmen betrieben wird, das den bundes­rechtlichen Bestimmun­gen Ã¼ber den LÃ¤rmschutz unterliegt. Ein Gastgewerbelokal muss den Anforderungen von Art. 25 USG und Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV genÃ¼gen, das heisst der Be­trieb muss ein Im­missions­niveau einhalten, bei wel­chem nach richterlicher Beurteilung hÃ¶chstens geringfÃ¼gige StÃ¶­rungen auftreten. Der Beurteilung sind alle LÃ¤rm­emissionen zu Grunde zu legen, die dem Restaura­tionsbe­trieb zuzurechnen sind. Das sind neben den GerÃ¤uschen, die im Lokal erzeugt wer­den, auch die SekundÃ¤r­emissionen, das heisst GerÃ¤usche, die durch die bestimmungsge­mÃ¤sse Nut­zung der Anlage ausserhalb des GebÃ¤udes entstehen, namentlich der von den Be­su­chern beim Betreten oder Verlassen des Lokals verursachte LÃ¤rm. Auch der StrassenverkehrslÃ¤rm kann bei der Frage nach den Betriebszeiten eines Restaurationslokals ins Gewicht fallen (zum Ganzen BGE 123 II 325 E. 4; BGr, 19. August 2004, 1A.43/2004, E. 3.1 f.; VGr, 12. Juni 2002, VB.2002.00107, E. 2b, www.vgrzh.ch â je mit Hinweisen).</span></p> <p class="Urteilstext">Indessen bildet die Frage, ob der Discothek des Beschwerdegegners die Bewilligung zur Aufschiebung der Schliessungsstunde wegen LÃ¤rmemissionen zu entziehen ist, was gemÃ¤ss § 10 Abs. 1 GastgewerbeV jederzeit <span>â </span>namentlich bei wiederholten NachtruhestÃ¶rungen <span>â </span>erfolgen kann, gerade nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Dies erkennt wohl selbst die BeschwerdefÃ¼hrerin. Es kann aber, wie sich sogleich zeigen wird (hinten 4), letztlich offen bleiben, ob die Gemeinde bereits von Bundesrechts wegen zur BeschwerdefÃ¼hrung legitimiert ist. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Zudem ist die Beschwerdelegitimation jedenfalls nicht schon deshalb zu bejahen, weil sich die Gemeinde auf die Gemeindeautonomie beruft (VGr, 30. September 2004, VB.2004.00321, E. 2.2, www.vgrzh.ch):</p> <p class="Erwgung2">Aus der Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Legitimation von Gemeinden zur staatsrechtlichen Beschwerde gemÃ¤ss Art. 88 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 (OG) wegen Verletzung der Gemeindeautonomie lassen sich keine Vorgaben ableiten, wie die Legitimation der Gemeinden im kantonalen Recht zu umschreiben ist. Wie das Bundesgericht mit Urteil vom 5. Dezember 1995 (ZBl 98/1997, S. 260 ff.) in BestÃ¤tigung eines verwaltungsgerichtlichen Nichteintretensbeschlusses vom 28. Oktober 1994 (VB.1994.00068) erkannt hat, sind die Kantone nicht verpflichtet, eine "Autonomiebeschwerde" der Gemeinden vorzusehen, obwohl dies dazu fÃ¼hren kann, dass gewisse kantonale Rekursentscheide, mit denen die Anordnung einer kommunalen BehÃ¶rde aufgehoben werden, von der Gemeinde unmittelbar mit staatsrechtlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden kÃ¶nnen. Dies hÃ¤ngt damit zusammen, dass das Bundesgericht nach stÃ¤ndiger Praxis die Legitimation zur Autonomiebeschwerde schon dann bejaht, wenn die betroffene Gemeinde eine Verletzung der Autonomie behauptet und durch den angefochtenen Akt als TrÃ¤gerin hoheitlicher Gewalt beschwert ist. Ob ihr im betreffenden Bereich Ã¼berhaupt Autonomie zukomme, wird ebenso wie die Frage, ob die Autonomie durch den angefochtenen Akt verletzt worden sei, erst im Rahmen der materiellen Beurteilung geprÃ¼ft. Dabei wird die erste Frage (ob Gemeindeautonomie bestehe oder nicht) unabhÃ¤ngig von der Frage beantwortet, welche ÃberprÃ¼fungsbefugnis der kantonalen RechtsmittelbehÃ¶rde gegenÃ¼ber kommunalen Erlassen und Entscheiden zustehe. Der Umfang dieser ÃberprÃ¼fungsbefugnis ist lediglich fÃ¼r die Beantwortung der zweiten Frage (ob die Gemeindeautonomie verletzt worden sei) relevant (Walter KÃ¤lin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. A., Bern, 1994, S. 271 ff.). </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdelegitimation der Gemeinde bestimmt sich mithin allein nach § 70 in Verbindung mit § 21 lit. b VRG: Die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts zu § 21 VRG in der frÃ¼heren Fassung anerkannte die Rekurs- und Beschwerdebefugnis der Gemeinde, wenn sie sich fÃ¼r die Durchsetzung und richtige Anwendung ihres kommunalen Rechts wehrte, wenn sie einen Eingriff in ihre qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit oder einen Eingriff in ihr Finanz- oder VerwaltungsvermÃ¶gen geltend machte oder wenn sie wie eine Privatperson betroffen war (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 62, mit Hinweisen). Indem aber mit § 21 lit. b VRG in der revidierten Fassung vom 8. Juni 1997 die Gemeinde zur rekursweisen Wahrung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen berechtigt wurde, ist die Gemeindelegitimation in einer Weise erweitert worden, wie sie von der Lehre seit langem gefordert (vgl. Alfred KÃ¶lz, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZÃ¼rich 1978, § 21 N. 79) und von der bisherigen Praxis punktuell bereits angenommen wurde (vgl. RB 1993 Nr. 1). Entsprechend hat das Verwaltungsgericht die Legitima­tion der Gemeinde bejaht bei einer Betroffenheit in Interessen oder Aufgaben, welche die Gemeinde wahrnehmen oder erfÃ¼llen muss, wenn sich die angefochtene VerfÃ¼gung auf einen grossen Teil der Einwohnerschaft auswirkt oder wenn sich die Gemeinde gegen ihr auferlegte finanzielle Verpflichtungen wehrt (RB 1998 Nr. 13, RB 2001 Nr. 9 = ZBl 102/2001, S. 525; vgl. zum Ganzen VGr, 8. Oktober 2003, VB.2003.00196, E. 2a und 2. Dezember 2004, VB.2004.00423, E. 1.2.1 â je unter www.vgrzh.ch).</p> <p class="Urteilstext">Ein schutzwÃ¼rdiges Interesse ist hingegen auch nach der neuen Fassung dann nicht gegeben, wenn die Gemeinde nicht ihr eigenes, sondern kantonales oder Bundes­recht anzuwenden hat und es ihr einzig um die Durchsetzung ihrer eigenen Rechtsauffassung geht (RB 1998 Nr. 14; vgl. auch BGE 125 II 192 E. 2a/aa). Die Gemeinde kann sich mit anderen Worten nicht fÃ¼r die richtige Auslegung und Anwendung des kantonalen Rechts wehren. Auch genÃ¼gt es nicht, wenn die Gemeinde im betreffenden Bereich Ã¼ber Ermessen verfÃ¼gt, solange die OberbehÃ¶rde an dessen Stelle ihr eigenes set­zen darf. Eine qualifizierte Entscheidungs‑ und Ermessensfreiheit ist aber insbesondere dort vorhanden, wo Ã¶rtliche Gegebenheiten eine Rolle spielen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 66).</p> <p class="Urteilstext">Zur Beschwerde legitimiert ist die Gemeinde hingegen, wenn sie die unrichtige Anwendung und Durchsetzung des kommunalen Rechts rÃ¼gt. Dabei soll es zwar nicht genÃ¼gen, wenn bloss indirekte bzw. Reflexwirkungen auf das kommunale Recht geltend gemacht werden; allerdings muss die Gemeinde mit der RÃ¼ge zugelassen werden, das kommunale Recht werde wegen falscher Auslegung kantonalen Rechts Ã¼berhaupt nicht angewendet (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 65 mit Hinweisen). Jedenfalls in letzterem Fall nÃ¤mlich ist es in der Tat unzweckmÃ¤ssig, wenn das Verwaltungsgericht auf die Beschwerde einer Gemeinde nicht eintritt, welche dann das Bundesgericht im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde wegen Verletzung der Gemeindeautonomie mit engerer Kognition materiell behandelt (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 72).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde stÃ¼tzt die Weigerung, dem Beschwerdegegner die Aufschiebung der Schliessungsstunde auch an Vorabenden hoher Feiertage und an diesen Tagen selbst zu genehmigen, auf Art. â¦ ihrer Polizeiverordnung. Sie sei zu dieser kommunalen Regelung befugt, da nach § 6 RLG gesetzliche Bestimmungen Ã¼ber Ruhe und Ordnung an Ã¶ffentlichen Ruhetagen vorbehalten blieben, und selbst § 8 (recte 9) GastgewerbeV wÃ¼rde darauf hinweisen, dass an solchen Tagen eine andere Regelung zulÃ¤ssig sei.</p> <p class="Erwgung2">Die Vorinstanz und der Beschwerdegegner sind demgegenÃ¼ber der Auffassung, dass gestÃ¼tzt auf § 6 RLG keine kommunalen Regelungen zulÃ¤ssig seien. Weder das Gastgewerbe- noch das Ruhetags- und LadenÃ¶ffnungsgesetz liessen bezÃ¼glich der Hinausschiebung der Schliessungsstunde an oder vor hohen Feiertagen Raum fÃ¼r gemeindeeigenes Ermessen; seien mithin die Voraussetzungen zur Hinausschiebung der Schliessungsstunde nach dem Gastgewerbegesetz erfÃ¼llt, dÃ¼rfe dies auch an hohen Feiertagen nicht verboten werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Strittig ist somit die richtige Auslegung kantonalen Rechts, womit die Beschwerdelegitimation der Gemeinde zu verneinen wÃ¤re. Die Auslegung des kantonalen Rechts durch die Vorinstanz hat aber zugleich zur Folge, dass Art. â¦ der kommunalen Polizeiverordnung die Anwendung versagt wird. In diesem (speziellen) Fall ist daher wie gesehen (vorn 4) die Beschwerdelegitimation der Gemeinde zu bejahen; auf die Beschwerde ist folglich einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht zunÃ¤chst geltend, die Vorinstanz sei befangen gewesen, da die den Rekurs juristisch Bearbeitenden, E und F, bereits vor dessen Einreichung dem Anwalt des Beschwerdegegners mitgeteilt hÃ¤tten, dass ein Rechtsmittel gute Chancen hÃ¤tte und der Fall relativ klar sei. Die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangte denn auch bereits im Rekursverfahren â und somit rechtzeitig â, dass andere juristische Mitarbeitende der Direktion den Rekurs zu behandeln hÃ¤tten.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Ein Mindestanspruch auf UnabhÃ¤ngigkeit und Unbefangenheit von Gerichts- und Verwaltungsinstanzen ergibt sich aus Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV). Auf kantonaler Ebene ist der Ausstand im Verwaltungsverfahren in § 5a VRG geregelt. Die Festlegung von AusstandsgrÃ¼nden soll verhindern, dass UmstÃ¤nde, die ausserhalb eines Verfahrens liegen, in sachwidriger Weise zugunsten oder zulasten einer Partei auf einen Entscheid einwirken (BGE 119 Ia 57 E. 4). § 5a Abs. 1 VRG enthÃ¤lt eine Generalklausel betreffend den Ausstand von Personen, die in der Sache persÃ¶nlich befangen erscheinen; § 5a Abs. 1 lit. a-c VRG zÃ¤hlt drei Ausstandskategorien auf: PersÃ¶nliches Interesse in der Sache, Verwandtschaft oder SchwÃ¤gerschaft, Vertretung einer Partei bzw. TÃ¤tig­werden fÃ¼r eine Partei in der gleichen Sache (vgl. dazu und zum Folgenden KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 5a N. 3+10 ff.).</p> <p class="Urteilstext">PersÃ¶nliche Befangenheit ist bei Vorliegen von UmstÃ¤nden anzunehmen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit eines BehÃ¶rdenmitglieds zu erwecken. Bei der Beurteilung der UmstÃ¤nde, welche die Gefahr der Voreingenommenheit begrÃ¼nden, kann nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden; das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr <i>in objektiver Weise</i> begrÃ¼ndet erscheinen (BGE 116 Ia 32 E. 2b; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 5a N. 11, mit Hinweisen). Eine Besorgnis der Voreingenommenheit â und damit Misstrauen gegenÃ¼ber der fÃ¼r den Entscheid zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde â kann bei den Parteien namentlich im Falle der Vorbefassung mit der konkreten Streitsache in einem frÃ¼heren Verfahren entstehen (vgl. BGE 126 I 68 E. 3c). Die vom Bundesgericht entwickelten Kriterien fÃ¼r die Vorbefassung von Richtern lassen sich grundsÃ¤tzlich auch auf AngehÃ¶rige von VerwaltungsbehÃ¶rden Ã¼bertragen (vgl. dazu und zum Folgenden Benjamin Schindler, Die Befangenheit in der Verwaltung, ZÃ¼rich 2002, S. 146 ff.). Massgebend fÃ¼r die Annahme der Vorbefassung ist, wenn sich dieselbe Amtsperson bereits in einem frÃ¼heren Verfahrensabschnitt in amtlicher Funktion mit derselben Angelegenheit zu befassen und dabei eine Ã¤hnliche oder qualitativ gleiche Frage zu beurteilen hatte. Der Umstand, dass eine Amtsperson frÃ¼her einmal gegen eine Partei entschieden hat, fÃ¼hrt hingegen nicht zur Ausstandspflicht in einer spÃ¤teren, anderen Angelegenheit (vgl. Schindler, S. 149; BGE 125 I 209, E. 8b, 114 Ia 278 E. 1).</p> <p class="Erwgung2">Die Vorinstanz scheint das Ausstandsbegehren der BeschwerdefÃ¼hrerin unter Hinweis auf den vorstehend erwÃ¤hnten Ausstandsgrund ablehnen zu wollen. Indessen ist vorliegend ein anderer Tatbestand zu beurteilen, nÃ¤mlich inwieweit Ãusserungen bzw. RatschlÃ¤ge von BehÃ¶rdenmitgliedern gegenÃ¼ber (zukÃ¼nftigen) Verfahrensbeteiligten zur Befangenheit Ersterer fÃ¼hren. Dabei stellt die Vorinstanz nicht in Abrede, dass eine telefonische Auskunft erteilt worden sei; ebenso ist aufgrund der vorinstanzlichen ErwÃ¤gung (ebd.) davon auszugehen, dass die auskunfterteilende/n Person/en den Rekursentscheid zuhanden der unterzeichnenden Direktorin der Volkswirtschaftsdirektion vorbereitet haben, womit die Ausstandsvorschriften zur Anwendung gelangen (vgl. § 5a Abs. 1 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 5a N. 9; Schindler, S. 74 f.; VGr, 6. April 2001, VB.2000.00068, E. 3c/bb, www.vgrzh.ch). </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Der informelle Verkehr mit <i>Verwaltungs</i>behÃ¶rden <i>vor</i> der fÃ¶rmlichen AnhÃ¤ngigmachung eines Verfahrens ist an der Tagesordnung. Die Beratung, Auskunftserteilung und Information durch die BehÃ¶rden entspricht der Forderung nach "BÃ¼rgernÃ¤he" und "Kundenorientierung" der Verwaltung. Die Erteilung eines Ratschlages bzw. einer Rechtsauskunft darf indessen nicht den Eindruck erwecken, die BehÃ¶rde habe sich bereits ihre Meinung in Bezug auf ein konkretes Verfahren gebildet. Die Auskunft muss daher genÃ¼gend abstrakt formuliert sein und darf nicht einer abschliessenden Beurteilung gleichkommen. Richterliche BehÃ¶rden verkehren dagegen in der Regel nicht ausserhalb der geregelten VerfahrensablÃ¤ufe mit den Parteien (Schindler, S. 136 f., mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2">Vorliegend hat die Direktion auf Rekurs des Beschwerdegegners hin entschieden, folglich eine Streiterledigungsfunktion wahrgenommen. In einem solchen Fall der verwaltungsinternen Rechtspflege tritt die Rekursinstanz als "rechte Mittlerin" (BGE 126 I 228 E. 2c/bb mit Hinweis) zwischen die Parteien (die verfÃ¼gende BehÃ¶rde und den privaten Gesuchsteller). Diesem Umstand â das heisst, ob eine BehÃ¶rde erstinstanzlich verfÃ¼gt oder als Rechtsmittelinstanz waltet â muss insoweit Rechnung getragen werden, als fÃ¼r den Bereich der verwaltungsinternen Rechtspflege ein gleichartiger, aus Art. 29 Abs. 1 BV abzuleitender Anspruch auf Unbefangenheit fÃ¼r VerwaltungsbehÃ¶rden wie fÃ¼r Gerichte (Art. 30 Abs. 1 BV) besteht (vgl. Schindler, S. 68 in Verbindung mit S. 155, mit Hinweisen; BGr, 4. November 2004, 2P.56/2004, E. 3.2 f., www.bger.ch). </p> <p class="Erwgung2">Unter diesem Gesichtswinkel lÃ¤sst das Verhalten der den Rekursentscheid vorbereitenden Mitarbeitenden der Direktion das Misstrauen in deren Unvoreingenommenheit in objektiver Weise als begrÃ¼ndet erscheinen. Den Eindruck der Voreingenommenheit erweckt nÃ¤mlich, wer die Angelegenheit ausserhalb des Verfahrens mit einer Partei besprochen oder gar Rat erteilt hat (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 5a N. 14, 3. Lemma). Der Beschwerdegegner wendet zwar ein, anlÃ¤sslich des Telefonates mit der Direktion lediglich eine allgemeine Rechtsfrage zur Aufschiebung der Schliessungsstunde gestellt zu haben, ohne dass das konkrete Verfahren und allfÃ¤llige Rekurschancen angesprochen worden seien. Indes muss die Frage und die erhaltene Auskunft doch so gewesen sein, dass der Anwalt des Beschwerdegegners dem Gemeindeschreiber der BeschwerdefÃ¼hrerin vorschlug â im Sinne der Prozessvermeidung â, ebenfalls Frau E oder Herrn F von der Volkswirtschaftsdirektion zu kontaktieren. Dabei fÃ¤llt auch ins Gewicht, dass sich die Auskunft der Direktion weder auf eine bisherige BehÃ¶rdenpraxis noch auf eine Literaturmeinung fÃ¼r die sich stellende Rechtsfrage stÃ¼tzen konnte. Mit einem offenen Verfahrensausgang bei einer Mitwirkung der genannten Mitarbeitenden der Direktion konnte die BeschwerdefÃ¼hrerin mithin nicht mehr rechnen.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Der Anspruch auf Unbefangenheit ist formeller Natur; dessen Verletzung kann daher grundsÃ¤tzlich auch in einem Rechtsmittelverfahren nicht geheilt werden. Allerdings soll von der Aufhebung des Entscheides dann abgesehen werden kÃ¶nnen, "wenn der Verfahrensverstoss geringes Gewicht hat und ein Einfluss auf den Inhalt der Entscheidung als ausgeschlossen erscheint" (BGr, 14. Februar 1997, ZBl 99/1998, S. 289 ff. E. 4; vgl. auch Max Imboden/RenÃ© Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Basel/Frank­furt a.M. 1986, Band I, Nr. 90 B VI, S. 558). Eine solche Heilung darf indessen nur zurÃ¼ckhaltend angenommen werden, und die Beeinflussung des Entscheids durch den Verfahrensfehler muss offensichtlich ausgeschlossen sein (Schindler, S. 215 f., mit zahlreichen Hinweisen; ferner KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 5a N. 7; VGr, 23. Oktober 2002, VB.2001.00189, E. 3b, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung2">Die Frage der ZulÃ¤ssigkeit der Heilung stellt sich auch bei der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 29 Abs. 2 BV). Auch die GehÃ¶rsverletzung fÃ¼hrt grundsÃ¤tzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (neuerdings in Frage gestellt durch HansjÃ¶rg Seiler, Abschied von der formellen Natur des rechtlichen GehÃ¶rs, SJZ 100/2004, S. 377 ff.). Die Rechtsmittelinstanz kann eine Heilung der GehÃ¶rsverletzung nur vornehmen, wenn das Verfahren eine PrÃ¼fung im gleichen Umfang wie durch die Vorinstanz erlaubt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 8 N. 48 mit Hinweisen). Selbst wenn dies nicht der Fall ist, soll im Interesse reiner ProzessÃ¶konomie allenfalls Ã¼ber eine GehÃ¶rsverweigerung hinweggesehen werden, wenn sich ein Rechtsmittel im Ãbrigen als klarerweise unbegrÃ¼ndet erweist <span>(vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 8 N. 52) </span>bzw. wenn auszuschliessen ist, dass die Vorinstanz ohne GehÃ¶rsverletzung anders entschieden hÃ¤tte. Nicht geheilt werden durch ein Rechtsmittelverfahren kann hingegen ein Entscheid, der durch eine JustizbehÃ¶rde unter Mitwirkung befangener Mitglieder entschieden wurde (Regina Kiener, Richterliche UnabhÃ¤ngigkeit, Bern 2001, S. 368, mit Hinweisen; Art. 30 Abs. 1 BV).</p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist demnach der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben, und das Verfahren vor der Rekursinstanz ist, ohne Mitwirkung der befangenen Personen, zu wiederholen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens je zur HÃ¤lfte den Parteien aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). ParteientschÃ¤digungen sind nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). Die BeschwerdefÃ¼hrerin kÃ¶nnte im Ãbrigen ohnehin keine ParteientschÃ¤digung erhalten, da das Gemeinwesen in der Regel keinen solchen Anspruch besitzt.</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>RÃ¼ckweisungsentscheide des Verwaltungsgerichts, welche eine fÃ¼r die Streiterledigung grundsÃ¤tzliche (bundesrechtliche oder staatsvertragliche Haupt-)Frage beurteilen, lassen sich wie Endentscheide mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht weiterziehen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 64 N. 9). Solches ist hier kaum denkbar. Da es sich hier wohl lediglich um einen Zwischenentscheid handelt, bedÃ¼rfte es fÃ¼r seine Anfechtbarkeit eines nicht wieder gut zu machenden Nachteils (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 56 N. 11+13); alsdann mÃ¼sste die Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht gemÃ¤ss Art. 106 Abs. 1 OG innert zehn Tagen seit ErÃ¶ffnung eingereicht werden.</span><span> </span><span>Im Ãbrigen ist es Sache der Parteien, ihre Legitimation zur verwaltungsgerichtlichen Beschwerde abzuschÃ¤tzen (vgl. vorn 3.3).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung der Volkswirtschaftsdirektion vom 23. Dezember 2004 wird aufgehoben, und die Sache wird im Sinn der ErwÃ¤gungen zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>