2003 1 § 7 Abs. 2 lit. c und § 8 Abs. 2 der Schulordnung d er Primar- und Orien- tierungsschule. Versetzung eines Schülers in eine a ndere Klasse aus ge- sundheitlichen Gründen; Zuständigkeit, Verfahren (Entscheid des Ober- gerichts Nr. 60/2002/26 vom 25. April 2003 i.S. X.) Die Versetzung eines Schülers in eine andere Klass e aus gesundheit- lichen Gründen ist im Schulrecht des Kantons Schaff hausen nicht ausdrück- lich geregelt. Wenn eine solche Versetzung im Inter esse der Gesundheit des Kindes dringend geboten ist, hat sie die Schulbehör de in sinngemässer An- wendung der Regeln über erzieherische und disziplin arische Massnahmen vorzunehmen; dabei kann sie eine Beurteilung durch den Schulpsychologi- schen Dienst oder den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst einholen. Aus den Erwägungen: 3. – ... a) Über die Zuweisung der Schüler in eine bestimmte Klasse oder deren Versetzung in eine andere Klasse bestehen – soweit ersichtlich – keine all- gemeinen Vorschriften. Die Zuweisung von Schülern i n eine bestimmte Klas- se der Primarschule ist jedoch klarerweise Aufgabe der zuständigen kommu- nalen Schulbehörde, welche gemäss Art. 71 Abs. 1 de s Schulgesetzes vom 27. April 1981 (SchulG, SHR 410.100) für die Einric htung und Führung der Schulen nach den einschlägigen Vorschriften sorgt. So ist denn auch in § 55 Abs. 2 lit. d des Schuldekrets vom 27. April 1981 ( SchulD, SHR 410.110) ausdrücklich vorgesehen, dass die kommunale Schulbe hörde über die Ein- weisung von Kindern in die Sonderschulen und die Sonderklassen beschliesst. Gemäss § 6 SchulD können Kinder sodann auf Kosten der Wohnsitzgemeinde die Schule einer andern Gemeinde oder eines anderen Schulkreises besuchen, wenn dadurch der Schulweg beträchtlich verkürzt ode r erleichtert wird (Abs. 1 und 2); dies erfordert jedoch einen Entsche id der Schulbehörde der Wohngemeinde (Abs. 3). Schliesslich hält § 7 Abs. 2 lit. c der Verordnung des Erziehungsrates betreffend die Schulordnung der Primar- und Orientie- rungsschulen des Kantons Schaffhausen vom 31. März 1988 (Schulordnung, SHR 411.101) fest, dass die zuständige Schulbehörde die Versetzung eines Schülers in eine andere Klasse vornehmen kann, wobe i selbstverständlich die Kosten der Schulung ebenfalls von der Wohngemeinde zu tragen sind, soweit 2003 2 eine Zuweisung an eine gemeindeexterne Schule erfol gt. Gedacht wurde bei der Versetzung nach § 7 Abs. 2 lit. c Schulordnung offenbar nur an eine Ver- setzung als erzieherische oder disziplinarische Mas snahme (vgl. auch das Marginale von § 7 Schulordnung), doch muss diese Re gelung sinngemäss auch für eine Versetzung aus anderen Gründen gelten , z.B. aus gesundheit- lichen Gründen, wie sie vorliegend geltend gemacht wurden. Freilich dürfte eine Versetzung aus gesundheitlichen Gründen nur in Frage kommen, wenn sie im Interesse der Gesundheit des Kindes dringend geboten ist, nicht aber zur Abwendung blosser Unannehmlichkeiten für das Ki nd. Auch in solchen Fällen kann im übrigen § 8 Abs. 2 Schulordnung sinn gemäss angewendet werden, wonach nötigenfalls vom Schulpsychologische n Dienst oder vom Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst eine Beurt eilung einzuholen ist. Dementsprechend hat denn auch der Schulinspektor ge genüber der Schul- behörde Y. im Dezember 2001 unbestrittenerweise die Auffassung vertreten, für den Entscheid über eine Kostenübernahme durch d ie Gemeinde Y. sei eine schulpsychologische Abklärung durchzuführen.