B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1651/2013 U r t e i l v o m 19 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo; Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. Parteien A._______, geboren (…), Staat unbekannt, alias B._______, geboren (…), Syrien, alias C._______, geboren (…), Syrien, alias D._______, geboren (…), Staat unbekannt, alias E._______, geboren (…), Syrien, alias F._______, geboren (…), ohne Nationalität, vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Februar 2013 / N_______. D-1651/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen Heimat - staat am 9. Januar 2009 und gelangte ohne Papiere durch ihm unbe - kannte Länder am 3. März 2009 illegal in die Schweiz, wo er am 5. März 2009 ein Asylgesuch stellte. B. Am 12. März 2009 fand die Befragung zur Person (Kurzbefragung) statt. Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er sei ethnischer Kurde aus G._______ in Syrien. Er sei Ajnabi und staatenlos und somit in Syrien ohne Rechte. Gleichentags wurde ihm das rechtliche Gehör gewährt, da sein Reisebegleiter (sein Cousin), abweichende Angaben zum gemeinsa- men Reiseweg gemacht hatte . In diesem Zusammenhang gab der Be - schwerdeführer zu, dass er mit dem Flugzeug von H._______ aus nach I._______ gereist sei (vgl. BFM-Akten A12/3 S. 1). Er beharrte jedoch darauf, dies ohne gültige Papiere getan zu haben und niemals kontrolliert worden zu sein (vgl. A12/3 S. 2). C. C.a Das BFM trat mit Verfügung vom 12. November 2009 gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein, ordnete die Wegweisung nach H._______ an und forderte den Beschwerdeführer auf, die Schweiz sofort zu verlas - sen. C.b Mit Beschwerde vom 3. Dezember 2009 an das Bundesverwaltung s- gericht focht der Beschwerdeführer diese Verf ügung an. Am 2. Februar 2011 hob das BFM im Rahmen eines Schriftenwechsels (Art. 57 des Ver- waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 VwVG, SR 172.021]) seine Verfügung vom 12. November 2009 wiedererw ä- gungsweise auf und nahm das nationale Asylverfahr en in der Schweiz wieder auf. In der Folge wurde das Beschwerdeverfahren mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-7519/2009 vom 4. Februar 2011 abge- schrieben. D. Nach der Wiederaufnahme des nationalen Asylverfahrens fand am 7. Februar 2013 die direkte Anhö rung des Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen (Anhörung) statt. D-1651/2013 Seite 3 E. E.a Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei im April 2003 aus nichtigem Grund inhaf - tiert worden. Während der einmonatigen Haft sei er ge foltert worden. Bei seiner Freilassung habe er eine Erklärung unterzeichnen müssen, sich in Zukunft tugendhafter zu benehmen. Während der Unruhen in G._______ im Jahre 2004 sei er von den Behörden gesucht worden, er habe dies je - doch vorhergesehen und sich deshalb zu jener Zeit nicht zu Hause auf - gehalten. Im August 2006 habe der Beschwerdeführer angefangen, in seinem Umfeld Flugblätter der "Partiya Yekîtiya Demokrat" (Partei der De- mokratischen Union – Yekiti-Partei [PYD]), zu verteilen. Im August 2007, als er ferienhalber bei seiner Tante in seinem Geburtsort K._______ ge- weilt habe, hätten ihn Vertreter verschiedener syrischer Sicherheitsor - gane zu Hause gesucht. An seiner Stelle hätten die Behörden seinen Va - ter mitgenommen und sechs Tage lang festgehalten. Der Beschwerdefüh- rer sei bei seiner Tante in K._______ geblieben. Daraufhin sei er rege l- mässig zu Hause gesucht worden. Erst Anfang 2009 habe er eine sichere Möglichkeit gefunden, das Land zu verlassen. Über die J._______, H._______ und I._______ habe er sich in die Schweiz begeben. E.b Der Beschwerdeführer reichte seine Zivil - und Familienregisteraus - züge als Identitätsnachweise ins Recht sowie eine Mitgliederbestätigung der PYD und Fotos von Parteiveranstaltungen und Demonstrationen (A54 und A66) zum Nachweis seiner exilpolitischen Aktivitäten. E.c Am 25. März 2011 zeigte der aktuelle Rechtsvertreter des Beschwe r- deführers die Mandatsübernahme an. F. F.a Mit Verfügung vom 25. Februar 2013 – eröffnet am 26. Februar 2013 – lehnte das BFM das Asylgesuch des Besch werdeführers ab und ord - nete dessen Wegweisung aus der Schweiz an. Aufgrund der Unzumu t- barkeit des Wegweisungsvollzugs wurde die vorläufige Auf nahme ange- ordnet. F.b Zur Begründung wurde unter anderem ausgeführt, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten teils den Anforderungen an die Flüchtlingse i- genschaft gemäss Art. 3 AsylG, teils denjenigen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. D-1651/2013 Seite 4 F.b.a Bei dem Beschwerdeführer handle es sich um einen in Syrien r e- gistrierten Kurden. Es gelte daher zu prüfen, ob die Benachteiligungen, die er als Ajnabi in seinem Heimatstaat erleide, geeignet seien, seine Flüchtlingseigenschaft zu begründen. Gemäss schweizerischer Asylpra - xis zur Frage der Kollektivverfolgung reiche allein die Zugehörigkeit zu ei- nem Kollektiv, welches in seinen spezifischen Eigenschaften Ziel einer Verfolgungsmotivation sei, in der Regel nicht, um die Flüchtlingseigen - schaft zu begründen. Vielmehr würden auch bei geltend gemachter Ve r- folgung aufgrund der blossen Zugehörigkeit zu einem bestimmten Kolle k- tiv die Kriterien der ernsthaften Nachteile oder der begründeten Furch t gemäss Art. 3 AsylG zur Anwendung kommen. Nachteile seien dann als ernsthaft in diesem Sinne zu bezeichnen, wenn sie sich gegen Lei b, Le- ben oder Freiheit richten oder einen unerträglichen Druck erzeu gen wür- den, und aufgrund ihrer A rt und Intensität ein menschenwürdiges Leben im Verfolgerstaat verunmöglichen oder in unzumutbarer Weise er - schweren würden, so dass sich die verfolgte Per son dieser Zwangssitua- tion nur durch Flucht ins Ausland entziehen könne (vgl. Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts D-7625/2009 vom 3. März 2011 E. 6.2). In Syrien würden rund 1, 8 Millionen Kurden leben. Dies entspreche knapp zehn Prozent der Bevölkerung. Die Kurden würden die grösste Minderheit da r- stellen. Die Mehrheit von ihnen gelte als integriert und sie hätten keine besonderen Probleme. Es gebe drei "Kategorien" von Kurden in Syrien: Jene, die im Besitz der syrischen Staatsangehörigkeit seien, sowie die als Ausländer registrierten "Ajnabi" und die nicht registrierten "Maktumin". Für sogenannte staatenlose Kurden bestünden weitreichende Diskriminierun - gen. Sie seien weder im Besitz der syrischen Staatsangehörigkeit, noch würden sie über das Wahlrecht ve rfügen oder dürften Land, Immobilen oder ein Geschäft besitzen oder erwerben. Ausserdem seien sie faktisch von zahlreichen Berufen ausgeschlossen. Gemäss geltender Schweizer Asylrechtspraxis würden die " Ajnabi" in Syrien keiner Kollektivverfolgung unterliegen. Von staatlichen Repressionen, die ein menschenwürdiges Leben in Syrien verunmöglichen würden, könne für diese Personen - gruppe generell nicht gesprochen werden (vgl. Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts D-7625/2009 vom 3. März 2011 E. 6.2 m. H. a. Entschei- dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2002 Nr. 23). Zudem hätten die im Distrikt L._______ registrier- ten "Ajnabi" gemäss präsidialem Dekret […] die Möglichkeit, die syrische Staatsangehörigkeit zu erhalten. Seither würden sich unzählige Ajnabi einbürgern lassen und seien somit den Kurden gleichgestellt, welche schon zuvor im Besitz der syrischen Staatsangehörigkeit gewesen seien. D-1651/2013 Seite 5 Dem Umstand, dass der Beschwerdeführer ein "Ajnabi" sei komme daher keine asylrelevante Bedeutung zu. F.b.b Die Schilderungen des Beschwerdeführers zu den Umständen sei - ner Reise aus Syrien bis in die Schweiz müssten als ausgesprochen un - substantiiert und nicht glaubhaft einge stuft werden. So habe er zunächst bei der Kurzbefragung zu Protokoll gegeben, er sei von Syrien aus durch ihm unbekannte Länder in verschiedenen Personenwagen und Lastkraf t- wagen in die Schweiz gereist (vgl. A1/12 S. 6). Da jedoch auch innerhalb des Schenge n-Raumes eine Flugreise ohne Papiere nicht möglich sei, müssten diese Aussagen als unglaubhaft taxiert werden. Angesichts de s- sen könne nicht geglaubt werden, dass der Beschwerdeführer in der von ihm geltend gemachten Art und Weise aus Syrien in die Schweiz gelangt sei. Es sei wahrscheinlich, dass er diesbezüglich nicht den Tatsachen entsprechende Angaben mache, um Angaben zu den wahren Umständen der Reise zu verheimlichen. Weil vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen dessen Glaubhaftigkeit angesch lagen sei, kämen auch Zweifel am Wahrheitsgehalt sein er übrigen Vorbringen auf. So habe der Beschwerdeführer angegeben, sich auf einem zweittägigen Kurzaufen t- halt bei seiner Tante in K._______ befunden zu haben, als ihn drei syr i- sche Sicherheitsorgane zu Hause gesucht hätten. Dieser Umstand könne zwar noch als glücklicher Zufall gewertet werden. Schwerer nachvollzie h- bar sei , wie sich der Beschwerdeführer angesichts der Professionalität der syrischen Sicherheitsorgane über eineinhalb Jahre hinweg unen t- deckt bei seiner Tante habe aufhalten können, zumal er in dieser Zeit r e- gelmässigen telefonischen Kontakt zu seiner Familie unterhalten haben wolle. Dies stimme nicht mit den gesicherten Informationen des BFM über das Vorgehen der syrischen Sicherheitsorgane übe rein. Ebenso wenig entspreche dieses Verhalten demjenigen einer Person auf der Flucht. Die vagen Aussagen des Beschwerdeführers zu den Umständen der Reise von Syrien in die Schweiz sowie sein Unvermögen, eine unmittelbare Ver- folgung seitens des Heimatstaates glaubhaft zu machen, seien klare Indi- zien dafür, dass sein Vorbringen in der dargelegten Form nicht den Tatsa- chen entspreche. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers sei er in der Schweiz Mitglied der PYD geworden und habe an mehreren Veranstaltungen und D e- monstrationen teilgenommen (vgl. A67/13 S. 10). Zum Beleg dieser Akt i- vitäten habe er eine Mitgliederbestätigung der PYD und Fotos zu den A k- ten gelegt. Zur vorgebrachten exilpolitischen Tätigkeit des Beschwerd e- führers sei Folgendes zu bemerken : Es sei beka nnt, dass die syri schen D-1651/2013 Seite 6 Sicherheitskräfte im Ausland aktiv seien und – beispielsweise mittels I n- filtration – oppositionelle Kreise überwachen würden. Angesichts der u m- fangreichen exilpolitischen Betätigungen von syrischen Staatsangehör i- gen im Ausland sei jedoch davon auszugehen, dass sich die syrischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen konzentrieren würden, die qualifizierte Aktivitäten ausübten. Massgebend sei dabei nicht primär das Hervortreten im Sinne einer optischen Erkennbarkeit und Indivi duali- sierbarkeit, sondern ein öffentliches Exponieren, das aufgrund der Pe r- sönlichkeit des Asylsuchenden, der Form des Auftritts und des Inhalts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärungen den Eindruck erwecke, dass ein Asylsuchender aus Sicht des sy rischen Regimes als potentielle Bedrohung wahrgenommen werde (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge- richts E -4301/2006 vom 28. Februar 2011). Aus den Ausführungen des Beschwerdeführers und den eingereichten Beweismitteln ergebe sich o f- fenkundig kein derartige s Profil, welches ihn in den Augen der syrischen Behörden als ernsthaften Regimegegner erscheinen liesse. Weder der Mitgliederbestätigung noch den Bildern der Demonstration sei zu en t- nehmen, dass sich der Beschwerdeführer in irgendeiner Weise beso n- ders und über das Mass der anderen Perso nen hinaus exponiert oder e i- ne in der Öffentlichkeit wahrnehmbare Füh rungsposition eingenommen hätte. Vor diesem Hintergrund sei es als un wahrscheinlich zu erachten, dass der Beschwerdeführer von den syri schen Behörden ü berhaupt e r- kannt, geschweige denn als konkrete Bedrohung wahrgenommen worden sei und deswegen bei einer Rückkehr asylrelevante Nachteile zu befürch- ten hätte (vgl. Urteil des Bundesverwaltu ngsgerichts D -2509/2009 vom 16. Mai 2012 E. 4.5; D -2510/2009 vom 16. Mai 2012 E.4.4; E-1272/2009 vom 25. November 2011 E. 6). Die vom Beschwerdeführer geltend g e- machten exilpolitischen Aktivitäten seien demnach nicht geeignet , eine Furcht des Beschwerdeführers vor flüchtlingsrelevanter Verfolgung zu begründen. G. Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Recht s- vertreters vom 27. März 2013 beim Bundesverwaltungsgericht an und beantragte die Aufhebung der Dispositivzi ffern 1 -3 der Verfügung vom 25. Februar 2013, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft un d die Gewährung von Asyl. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung ersucht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: D-1651/2013 Seite 7 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im S inne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor we lchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. 2. Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung des BFM vom 25. Februar 2013 in der Schweiz vorläufig aufgenommen (vgl. Dispositivziffern 4-7). In der vorliegend zu behandelnden Beschwerde wurde die Aufhebung der Dispositivziffern 1-3 begehrt. Demnach ist die Verfügung des BFM vom 25. Februar 2013, soweit sie sich auf den Wegweisungsvollzugspunkt be- zieht, in Rechtskraft erwachsen. Hinsichtlich des Asyl - und Wegweisungspunkts besitzt der Beschwerd e- führer ein schutzwürdiges I nteresse an der Aufhebung beziehungsweise Änderung der angefochtenen Verfügung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG), und a uf die Beschwerde ist in diesen Punkten e in- zutreten. 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). D-1651/2013 Seite 8 4. Über offensichtlich unbegründete Beschwerde n wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Na chteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälscht e oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6. 6.1 Vorab werden in der Beschwerde formelle Rügen erhoben. Das BFM habe in der angefochtenen Verfügung die Glaubhaftigkeit des Beschwe r- deführers verneint, weil er sich seinen Angaben zufolge üb er eineinhalb Jahre bei seiner Tante aufgehalten haben will, nachdem er bereits erfa h- ren habe, dass er von den Sicherheitsbehörden gesucht werde. Diesbe- züglich habe das BFM lediglich festgehalten, dass dies nicht "mit ges i- cherten Informationen des BFM bezü glich des Vorgehens syrischer S i- cherheitsorgane" übereinstimmend sei. Was hinter dieser Aussage stecke sei unklar. Da der Beschwerdeführer nicht wisse, auf welche Informati o-D-1651/2013 Seite 9 nen sich die Vorinstanz stütze, sei ihm eine sachgerechte Anfechtung des Entscheides erschwert und die behördliche Begründungspflicht (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) sei verletzt. 6.2 Auch wenn sich die verfügende Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand aus - einandersetzen muss, sondern sic h auf die wesentlichen Gesichts punkte beschränken darf (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b), hat sie wenigstens kurz die Überlegungen zu nennen, von welchen sie sich leiten liess und auf we l- che sich ihr Entscheid stützt (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2 mit Hinweisen). Die Begründung soll mithin die ernsthafte Prüfung der Vorbringen wide r- spiegeln und es dem Betroffenen ermöglichen, den Entscheid gegeb e- nenfalls sachgerecht anfechten zu können, was nu r möglich ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können (vgl. BGE 129 I 232 E. 3.2; EMARK 2006 Nr. 24 E. 5.1. S. 256). Mit Blick auf die nachfolgende Beurteilung der Asylvorbringen ist festzuhalten, dass die fraglichen Sac h- verhaltselemente im vorinstanzlichen Verfahren in rechtsgenüglicher Wei- se abgeklärt wurden. Im vorliegenden Fall besteht auch kein Anlass, auf eine Verletzung der Begründungspflicht im angefochtenen Entscheid zu schliessen. Der Umstand allein, dass sich das BFM bei seiner Prüfung des Asylgesuchs unter anderem auf gesicherte Informationen bezüglich des Vorgehens syrischer Sicherheitsorgane stützte, ist ni cht als ungen ü- gende Begründung aufzufassen, zumal das Bundesamt die Vorbringen des Beschwerdeführers einerseits nach den Regeln der Glaubhaftigkeits- prüfung von Aussagen umfassend analysiert e und seine Beurteilung in den Text der angefochtenen Verfügung nachvollziehbar einfliessen liess. Zudem wurden diese Aussagen unter dem Blickwinkel des Fachwissens des BFM überprüft, wobei Erfahrungssätze und Fachwissen Tatsachen sind, die in der Regel ohne Beweisverfahren als erstellt angesehen dü r- fen (VGL. PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER, IN: BERNHARD WALDMANN/PHILIPPE WEISSENBERGER [Hrsg.], VwVG, Praxiskommetar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich u.a. 2009, Art. 12 N. 169, S. 284). Auch unter Berufung auf das Akteneinsichtsrecht kann es somit nicht darum gehen, Zugang zu irgendwelchen nicht konkret benannten Dokumenten zu erlangen (vgl. Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts D-3747/2010 vom 13. Juli 2012 E. 3.1.2 S. 9). Im Übrigen stellt der Umstand, dass das BFM eine andere Schlussfolgerung zo g als der Beschwerdeführer, keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, weshalb die entsprechende Rüge nicht gehört werden kann. D-1651/2013 Seite 10 7. 7.1 Nach Prüfung der Akten durch das Bundesverwaltungsgericht ist – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – festzustellen, dass der Beschwer- deführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und er im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat nicht befürchten muss, dort ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu erleiden. Er erfüllt auch die Flücht- lingseigenschaft im Sinne von Art. 54 AsylG wegen subjektiver Nac h- fluchtgründe nicht. Auch die auf Beschwerdeebene im Zusammenhang mit dem geltend gemachten exilpolitischen Engagement eingereichten neuen Beweismittel (verschiedene Fotos, die die Teilnahme des B e- schwerdeführers an einer Demonstration in einer Schweizer Stadt sowie an einer Parteisitzung der PYD belegen, und ein Flugblatt, welches er an der Demonstration verteilt habe) können die ausführlichen zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung nicht umstossen. Zur Ve r- meidung von Wiederholungen wird auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen (vgl. Erwägung F.b. vorstehend). Der Beschwe r- deführer räumt in seiner Rechtsmitteleingabe selbst ein, dass er bei der Kurzbefragung aus Angst vor einer Rückweisung nach H._______ un- substantiierte Angaben bezüglich seines Reiseweges gemacht habe. Auch wenn seine Furcht vor einer Rückweisung nach H._______ die un- substantiierte Schilderung seiner Ausreise bei der Kurzbefragung zu e r- klären vermag, ist es nicht nachvollziehbar, dass er bei der Anhörung e r- neut zu Protokoll gab, er sei ohne Papiere von H._______ nach I._______ geflogen, fand doch die Anhörung nach der Aufnahme des na- tionalen Asylverfahrens statt, womit seine Angst vor einer R ückweisung nach H._______ unbegründet war. Aufschlussreich ist in diesem Zusam- menhang, dass sein Reisebegleiter (sein Cousin) bereits bei der Kurzb e- fragung den Reiseweg korrekt geschildert hat (vgl. A12/3 S. 1), wonach er gemeinsam mit dem Beschwerdeführer […] geflogen sei. Bei Asylbewer- bern, welche die Schweizer Behörden über ihren Reiseweg und ihre Iden- titätspapiere zu täuschen versuchen, lassen sich negative Schlussfolg e- rungen bezüglich der geltend gemachten Verfolgung ziehen (vgl. EMARK 1998 Nr. 17 E. 4b). In diesem Zusammenhang gilt es auch zu berücksich- tigen, dass der Beschwerdeführer einen syrischen Führerausweis ins Recht gelegt hat, welcher am 3. März 2008 von den syrischen Behörden in M._______ ausgestellt worden ist. Seinen Angaben zufolge will er sich zu diesem Zeitpunkt bei seiner Tante in K._______ versteckt haben (vgl. Erwägung E.a. vorstehend). Auch dieses Verhalten, nämlich die freiwillige Kontaktaufnahme mit den heimatlichen staatlichen Behörden, ist nicht mit demjenigen einer tatsächlich ve rfolgten Person zu vereinbaren, welche jegliche Verbindung mit den staatlichen Behörden meidet. D-1651/2013 Seite 11 7.2 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass es dem Beschwerd e- führer nicht gelungen ist, nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu m a- chen, dass er in seiner Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG erlitten hat oder solche bei seiner Rückkehr nach Syrien befürchten muss. Die Beschwerdevorbringen und die eingereichten Beweismittel vermögen zu keiner anderen Betrachtungsweise zu fü hren, weshalb es sich erübrigt, weiter darauf einzugehen. Der Beschwerdeführer erfüllt s o- mit die Voraussetzungen zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb die Vorinstanz das Asylbegehren zur Recht und mit zutre f- fender Begründung abgelehnt hat. 8. 8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be - schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. 10.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers stellte mit der Be - schwerde unter anderem den Antrag, ihm sei die unentgeltliche Rechts - pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie die unentgeltliche Ver - beiständung im Sinne von Abs. 2 VwVG zu gewähren. 10.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge- mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, da die Beschwerde aufgrund der vorstehenden Erwägungen als aussichtslos erscheint. 10.3 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwV G ist mangels Erfüllu ng der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen. D-1651/2013 Seite 12 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-1651/2013 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um Gewährung der unentgeltlichen Ve r- beiständung gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zustän - dige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Ulrike Raemy Versand: