A bteilung I A -1377/2006 {T 0/2} U rteil vom 20. M ärz 2007 M itw irkung: R ichter: Thom as Stadelm ann (Vorsitz), Pascal M ollard und M ichael Beusch; G erichtsschreiber: Jürg Steiger. K ._______, Beschw erdeführerin, gegen Eidgenössische Steuerverw altung, H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Schw arztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend M ehrw ertsteuer; effektive A brechnung / Saldosteuersatzm ethode B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D as K._______, eine einfache G esellschaft gem äss Art. 530 ff. des O bli- gationenrechts vom 30. M ärz 1911 (O R , SR 220), erbringt M alerarbeiten und ist seit dem 1. Januar 1995 im R egister der M ehrw ertsteuerpflichtigen bei der Eidgenössischen Steuerverw altung (ESTV) eingetragen. B. M it U nterstellungserklärung vom 7. N ovem ber 2000 unterstellte es sich der Abrechnung m ittels Saldosteuersatz. Am 21. N ovem ber 2000 bew illigte die ESTV die U nterstellung. C . M it Schreiben vom 5. Februar 2002 ersuchte das K._______ um Entlas- sung aus der Abrechnung m ittels Saldosteuersatz, rückw irkend per 1. Ja- nuar 2001. Als G rund führte es an, das Konsortium diene einzig dazu, dass zw ei selbständige und unter eigener M W ST-N um m er abrechnende M alergeschäfte gegenüber Auftraggebern gem einsam auftreten und ge- m einsam einzelne Aufträge übernehm en können. D as K._______ erziele keinen eigenen G ew inn, säm tlicher U m satz w erde auf die beiden G esell- schafter aufgeteilt und fliesse in deren M W ST-Abrechnung. D ies habe zur Folge, dass der aus dem Konsortium erzielte U m satz doppelt versteuert w erde. D as K._______ habe sich der Abrechnung m ittels Saldosteuersatz unterstellt, w eil es davon ausgegangen sei, dass der erzielte U m satz bei den einzelnen Firm en des Konsortium s abgezogen w erden könne. D iese Vorgehensw eise sei zur Zeit der W U ST gängig gew esen. Im W eiteren habe ein M itarbeiter der ESTV dieses Vorgehen telefonisch am 28. August 2001 bestätigt. D ie ESTV antw ortete darauf m it Schreiben vom 11. April 2002 und verw ies auf die U nterstellungserklärung vom 7. N ovem ber 2000 und die am 21. N ovem ber 2000 erteilte Bew illigung. D ie U nterstellungserklärung gelte für m indestens fünf Kalenderjahre. D em G esuch könne deshalb nicht ent- sprochen w erden. M it Schreiben vom 29. April 2002 ersuchte das K._______ die ESTV ihre Ansicht nochm als zu überprüfen bzw . einen anfechtbaren Entscheid zu er- lassen. D . D ie ESTV erliess in der Folge am 15. April 2003 einen anfechtbaren Ent- scheid, in dem sie bestätigte, dass das K._______ den in der Zeit vom 1. Januar 2001 bis 31. D ezem ber 2005 erzielten steuerbaren U m satz nach der vereinfachten Abrechnungsm ethode m ittels Saldosteuersatz von 5,2 % abzurechnen habe. D as K._______ erhob dagegen am 21. M ai 2003 Ein- sprache und beantragte die rückw irkende Entlassung aus der Abrechnung m ittels Saldosteuersatz per 1. Januar 2001. Zur Begründung verw ies es in erster Linie auf das G esuch vom 5. Februar 2002. M it Einspracheentscheid vom 10. August 2004 w ies die ESTV die Einsprache ab. D ie ESTV führte 3 im W esentlichen aus, dass gem äss Verw altungspraxis ein W echsel von der Saldosteuersatzm ethode zur effektiven Abrechnungsm ethode frühe- stens nach fünf ganzen Kalenderjahren und im m er nur auf den 31. D ezem - ber m öglich sei. D a sich die Einsprecherin m it der Ausfüllung und rechts- verbindlichen U nterzeichnung der U nterstellungserklärung vom 7. N ovem - ber 2000 verpflichtet habe, die erw ähnten W eisungen einzuhalten, sei sie darauf zu behaften. E. D as K._______ (Beschw erdeführerin) führt m it Eingabe vom 13. Septem - ber 2004 gegen den Einspracheentscheid der ESTV vom 10. August 2004 Beschw erde an die Eidgenössische Steuerrekurskom m ission (SR K) m it den folgenden Anträgen: "D as K._______ ist rückw irkend per 1. Januar 2001 aus der Abrechnungsart m it Saldosteuersätzen zu entlassen und zur effektiven Abrechnungsm ethode zurückzuführen". Zur Begründung ver- w eist sie in erster Linie auf das G esuch an die ESTV vom 5. Februar 2002. Im W eiteren hält die Beschw erdeführerin an den Ausführungen in der Ein- sprache vom 21. M ai 2003 fest. Zudem bringt sie insbesondere vor, dass die U nterstellungserklärung vom 7. N ovem ber 2000 für sie unverbindlich sei, da sie sich in einem w esentlichen Irrtum gem äss Art. 23 O R befunden habe. Im W eiteren liege eine D oppelbesteuerung vor, habe sie doch für dieselbe Leistung beinahe doppelt Steuern bezahlt. D er von der ESTV zi- tierte Entscheid der SR K vom 24. Juni 1999 beziehe sich im Ü brigen auf einen Sachverhalt, der m it dem vorliegenden nicht vergleichbar sei. Zudem sei die ESTV auf verschiedene Argum ente nicht eingegangen. F. M it Vernehm lassung vom 8. N ovem ber 2004 beantragt die ESTV die voll- um fängliche Abw eisung der Verw altungsbeschw erde, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschw erdeführerin. Sie hält an ihren Erw ägungen im Einspra- cheentscheid vom 10. August 2004 fest. Zudem führt sie im W esentlichen aus, dass es unerheblich sei, w enn die Beschw erdeführerin geltend m a- che, sie hätte bei richtiger Kenntnis der Funktionsw eise der M ehrw ertsteu- er anders gehandelt, respektive die Abrechnung nach Saldosteuersatz nicht gew ählt. Sie habe dies selbst zu verantw orten. D ie Tatsache, dass der G esetzgeber die Abrechnung nach Saldosteuersätzen ins M ehrw ert- steuergesetz übernom m en habe und zudem bezüglich der Bindungsw ir- kung verschärft habe, spreche im Ü brigen nur dafür, einen W iderruf nicht zuzulassen. D ie ESTV führt w eiter aus, dass das erw ähnte Telefonge- spräch nicht aktenkundig sei. G . M it Schreiben vom 7. N ovem ber 2006 teilt die SR K den Parteien m it, dass das Bundesverw altungsgericht das hängige Beschw erdeverfahren gem äss Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Bundesverw altungsgericht vom 17. Juni 2005 (Verw altungsgerichtsgesetz [VG G ], SR 173.32) über- nim m t. Auf die Begründung der Beschw erde w ird – sow eit entscheidw esentlich – im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen.4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 VG G beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw er- den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem - ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern kei- ne Ausnahm e nach Art. 32 VG G gegeben ist. Eine solche liegt nicht vor und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VG G . D as Bun- desverw altungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Be- schw erde zuständig. Es übernim m t die Beurteilung des am 1. Januar 2007 bei der SR K hängigen R echtsm ittels und w endet das neue Verfahrens- recht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht kann den angefochtenen Einspracheent- scheid grundsätzlich in vollem U m fange überprüfen. D ie Beschw erdeführe- rin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 lit. a Vw VG ) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 lit. b Vw VG ) auch die R üge der U nangem essenheit erheben (Art. 49 lit. c Vw VG ; AN D R É M O SER , in AN D R É M O SER /PETER U EBE R SAX, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom m issionen, Basel und Frank- furt am M ain 1998, R z. 2.59; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N , All- gem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, R z. 1758 ff.). 1.3 Am 1. Januar 2001 sind das Bundesgesetz über die M ehrw ertsteuer (M W STG , SR 641.2) sow ie die zugehörige Verordnung (M W STG V, SR 641.201) in Kraft getreten. Sachverhalte, die sich nach dem 31. D e- zem ber 2000 zugetragen haben, unterliegen dem neuen R echt (Art. 94 M W STG ). Auf die vorliegende Beschw erde ist deshalb das M W STG an- w endbar, sind doch U m sätze zu beurteilen, die nach dem 1. Januar 2001 realisiert w urden. 2. 2.1 N ach Art. 21 Abs. 1 M W STG ist steuerpflichtig, w er eine m it der Erzielung von Einnahm en verbundene gew erbliche oder berufliche Tätigkeit selbst- ständig ausübt, auch w enn die G ew innabsicht fehlt, sofern seine Liefe- rungen, seine D ienstleistungen und sein Eigenverbrauch im Inland jährlich gesam thaft 75 000 Franken übersteigen. 2.2 D ie Veranlagung und Entrichtung der M ehrw ertsteuer erfolgt nach dem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 46 f. M W STG ; vgl. ER N ST BLU M EN STEIN /PETER LO C H ER , System des Steuerrechts, 6. Auflage, D 2002, S. 421 ff.). D ies be- deutet, dass der Steuerpflichtige selbst und unaufgefordert über seine U m - sätze und Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ab- lauf der Abrechnungsperiode den geschuldeten M ehrw ertsteuerbetrag an 5 die ESTV abzuliefern hat. D ie ESTV erm ittelt die H öhe des geschuldeten M ehrw ertsteuerbetrages nur dann an Stelle des Steuerpflichtigen, w enn dieser seinen Pflichten nicht nachkom m t. D er Steuerpflichtige hat seine M ehrw ertsteuerforderung selbst festzustellen; er ist allein für die vollstän- dige und richtige Versteuerung seiner steuerbaren U m sätze und für die korrekte Erm ittlung der Vorsteuer verantw ortlich (ISAB ELLE H O M BER G E R G U T, in m w st.com , Basel/G enf/M ünchen 2000, Art. 46, N 1 ff.; C AM EN ZIN D /H O N AU E R / VALLE N D ER , H andbuch zum M ehrw ertsteuergesetz, 2. Aufl., Bern 2003, R z. 1579 ff.). Ein Verstoss des M ehrw ertsteuerpflichtigen gegen diesen G rundsatz ist nach w iederholt geäusserter Ansicht der SR K als schw erw ie- gend anzusehen, da der Steuerpflichtige durch das M issachten dieser Vor- schrift die ordnungsgem ässe Erhebung der M ehrw ertsteuer und dam it das Steuersystem als solches gefährdet (vgl. die Entscheide der SR K vom 27. M ärz 2006 [SR K 2003-184] E. 2c, vom 31. August 2004 [SR K 2003-168] E. 3a, vom 12. August 2002, veröffentlicht im Archiv für Schw eizerisches Ab- gaberecht [ASA] 73 S. 232 f. sow ie vom 25. August 1998, veröffentlicht in der Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 63.27 E. 3a). D ieser Auffassung ist auch das Bundesverw altungsgericht. 2.3 W er als M ehrw ertsteuerpflichtiger jährlich nicht m ehr als Fr. 3 M io. steuer- baren U m satz tätigt und im gleichen Zeitraum nicht m ehr als Fr. 60'000.-- M ehrw ertsteuer, berechnet nach dem m assgebenden Saldosteuersatz, zu bezahlen hat, kann gem äss Art. 59 Abs. 1 M W STG nach der Saldosteuer- satzm ethode abrechnen. D iese Abrechnungsart m uss w ährend fünf Jahren beibehalten w erden und kann bei Verzicht auf die Anw endung frühestens nach fünf Jahren w ieder gew ählt w erden (Art. 59 Abs. 3 M W STG ). N ach- dem die Verordnung des Bundesrates über die M ehrw ertsteuer vom 22. Juni 1994 (M W STV, aSR 641.201) zw ar diese Abrechnungsm ethode nicht ausdrücklich vorgesehen hatte, die ESTV sie jedoch gestützt auf Art. 47 Abs. 3 M W STV anw endete, hat der G esetzgeber m it dem Erlass des M ehrw ertsteuergesetzes nun die Saldosteuersatzm ethode explizit festgeschrieben (M AKED O N JEN N I, in m w st.com , Basel/G enf/M ünchen 2000, Art. 59, N 2). D ie Abrechnung nach den Saldosteuersätzen ist bei der ESTV zu beantragen, und trotz W ahlrecht der steuerpflichtigen Person m uss der jew eils anzuw endende Saldosteuersatz von der ESTV vorgängig bew illigt w erden (Entscheid der SR K vom 18. M ärz 1999 [SR K 1998-126] E. 3; M AKED O N JEN N I, a.a.O ., Art. 59, N 14). D er Zw eck der M ehrw ertsteuerabrechnung m ittels Saldosteuersätzen be- steht in der adm inistrativen Vereinfachung des Abrechnungsw esens. D ieses Ziel w ird denn auch erreicht, indem der M ehrw ertsteuerpflichtige nur halbjährlich (Art. 45 Abs. 1 lit. b M W STG ) abzurechnen und nam entlich die auf seinem steuerbaren U m satz lastenden Vorsteuern nicht zu erm it- teln braucht. An die Stelle des Vorsteuerabzugs, w ie er sich aufgrund der tatsächlich angefallenen Aufw endungen und Investitionen berechnen lies- se, tritt eine R eduktion des auf die erzielten U m sätze angew andten M ehr- w ertsteuersatzes (sog. Saldosteuersatz; vgl. Art. 59 Abs. 2 M W STG ). M it 6 dieser M ethode soll Steuerpflichtigen m it kleinen bis m ittleren U nterneh- m en entgegengekom m en und ihnen unverhältnism ässiger adm inistrativer Aufw and erspart w erden. Im Endeffekt sollte die nach der Saldosteuersatz- m ethode erm ittelte Steuer m öglichst genau derjenigen nach der effektiven Abrechnungsm ethode geschuldeten Steuer entsprechen. Bei der Einzel- fallbetrachtung m uss dies jedoch nicht zutreffen (M AKED O N JEN N I, a.a.O ., Art. 59, N 17). Aufgrund der Pauschalierung ist eine gew isse U ngenauig- keit zw ingend im m anent, auch w enn die Eidgenössische Steuerverw altung den anw endbaren Saldosteuersatz – bzw . den eingerechneten Vorsteuer- abzug – aufgrund der jew eiligen branchenspezifischen Besonderheiten festlegt (U rteil des Bundesgerichtes vom 29. Juni 2004 [2A.520/2003] E. 9.2). 2.4 D er in Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) ver- ankerte Schutz von Treu und G lauben bedeutet, dass der Bürger Anspruch darauf hat, in seinem berechtigten Vertrauen in behördliche Zusicherungen oder in anderes, bestim m te Erw artungen begründendes Verhalten der Be- hörden geschützt zu w erden. Zunächst einm al bedarf jedoch der Vertrau- ensschutz einer gew issen G rundlage. D ie Behörde m uss näm lich durch ihr Verhalten beim Bürger eine bestim m te Erw artung ausgelöst haben. D ies geschieht sehr oft durch Auskünfte oder Zusicherungen, w elche auf Anfra- gen von Bürgern erteilt w erden, kann aber auch durch sonstige Korrespon- denz entstehen. Es m üssen indessen verschiedene Voraussetzungen ku- m ulativ erfüllt sein, dam it sich der Private m it Erfolg auf Treu und G lauben berufen kann. So ist eine unrichtige Auskunft einer Verw altungsbehörde nur bindend, w enn die Behörde in einer konkreten Situation m it Bezug auf bestim m te Personen gehandelt hat, w enn sie dabei für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig w ar oder w enn der Bürger die Behörde aus zureichenden G ründen als zuständig betrachten durfte, w enn gleich- zeitig der Bürger die U nrichtigkeit der Auskunft nicht ohne w eiteres erken- nen konnte und w enn er im Vertrauen auf die R ichtigkeit der Auskunft D is- positionen getroffen hat, die nicht ohne N achteil rückgängig gem acht w er- den können sow ie w enn die gesetzliche O rdnung seit der Auskunftsertei- lung keine Änderung erfahren hat. Zudem m uss das private Interesse am Vertrauensschutz das öffentliche Interesse an der richtigen R echtsanw en- dung überw iegen, dam it die Berufung auf Treu und G lauben durchdringen kann (BG E 129 I 170, 126 II 387, 125 I 274; AR TH U R H AEFLIG ER , Alle Schw ei- zer sind vor dem G esetze gleich, Bern 1985, S. 220 f.; H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 622 ff.; IM B O D EN /R H IN O W /KR ÄH EN M AN N, Schw eizerische Verw altungsrechtsprechung, Basel/Frankfurt am M ain 1990, N r. 74 und N r. 75 B III/b/2; BEATR IC E W EBER -D Ü R LER , Vertrauensschutz im Ö ffentlichen R echt, Basel/Frankfurt am M ain 1983, S. 79 ff., 128 ff.). 3. Im vorliegenden Fall unterstellte sich die Beschw erdeführerin m it Erklä- rung vom 7. N ovem ber 2000 der Abrechnung m ittels des Saldosteuer- satzes für M aler von 5,2% m it W irkung ab 1. Januar 2001. M it G esuch vom 5. Februar 2002 beantragte die Beschw erdeführerin den (rückw irkenden) 7 W echsel zur effektiven Abrechnung per 1. Januar 2001, d.h. auf den Be- ginn der U nterstellung. 3.1 D ie Beschw erdeführerin begründete ihr G esuch um rückw irkenden W ech- sel der Abrechnungsm ethode in erster Linie dam it, dass in ihrem Fall die Abrechnung m ittels Saldosteuersatz – im Vergleich zur effektiven Abrech- nungsm ethode – zu einer fast doppelt so hohen steuerlichen Belastung führe. Bereits unter der Ägide der M ehrw ertsteuerverordnung bestand die Ver- w altungspraxis, dass ein rückw irkender W iderruf der Abrechnung nach Saldosteuersatz grundsätzlich nicht m öglich w ar. Ein W iderruf w ar im m er nur auf den 31. D ezem ber m öglich und w ar in schriftlicher Form bis spä- testens Ende Februar des Folgejahres einzureichen. W iderrufe, die ab dem 1. M ärz der Post übergeben w urden, entfalteten ihre W irkung erst im nachfolgenden Jahr (Broschüre über die Saldosteuersätze bei der M ehr- w ertsteuer vom N ovem ber 1996, Ziff. 5.1). D ie SR K betätigte diese Ver- w altungspraxis m it Entscheid vom 24. Juni 1999 insbesondere m it der Be- gründung, es gelte vor allem zu verhindern, dass das Instrum entarium der Abrechnung nach Saldosteuersätzen einzig für Zw ecke der Steueroptim ie- rung m issbraucht w ird und seine eigentliche ratio (adm inistrative Erleichte- rung) in den H intergrund gedrängt w ird (Entscheid der SR K vom 24. Juni 1999, veröffentlicht in VPB 64.11 E. 4b und c). D as M ehrw ertsteuergesetz verschärft diese Verw altungspraxis, indem es in Art. 59 Abs. 3 M W STG neu explizit eine Sperrfrist von 5 Jahren für den W echsel von der Abrech- nung nach der Saldosteuersatzm ethode zur effektiven Abrechnung vor- sieht. Vorbehalten bleibt gem äss Art. 59 Abs. 3 M W STG nur die M öglich- keit zum W echsel bei jeder Anpassung des betreffenden Saldosteuer- satzes, die nicht auf eine Änderung der Steuersätze zurückzuführen ist. D er von der Beschw erdeführerin beantragte rückw irkende W echsel zur ef- fektiven Abrechnung aufgrund der von ihr behaupteten – bei Anw endung der Saldosteuersatzm ethode – fast doppelt so hohen Steuerzahllast ist so- m it nach dem klaren W ortlaut von Art. 59 Abs. 3 M W STG ausgeschlossen. D ie w eiteren Ausführungen der Beschw erdeführerin hinsichtlich der von ihr geltend gem achten U nterschiede des vorliegenden Falls zum Sachverhalt, der dem Entscheid der SR K vom 24. Juni 1999 zugrunde lag, helfen ihr nicht w eiter. Zum einen spricht der U m stand, dass der vorliegende Fall nicht unter die Ägide der M W STV sondern unter diejenige des M W STG fällt, nicht für einen rückw irkenden W iderruf der Abrechnung nach der Sal- dosteuersatzm ethode, w urde doch im G egenteil unter dem M W STG die R egelung diesbezüglich m it einer 5-jährigen Sperrfrist verschärft. Anderer- seits verm ag das Argum ent der Beschw erdeführerin, dass sie bei Anw en- dung der Saldosteuersatzm ethode w ährend der ganzen D auer der Sperr- frist eine fast doppelt so hohe Steuerbelastung aufw eise, nichts daran zu ändern, dass ein rückw irkender W echsel ausgeschlossen ist und sie die Sperrfrist gem äss Art. 59 Abs. 3 M W STG einzuhalten hat.8 3.2 D ie Beschw erdeführerin bringt zudem vor, dass sie am 28. August 2001 von der ESTV folgende falsche telefonische Auskunft erhalten habe: "D er erzielte U m satz aus einer Arbeitsgem einschaft bzw . einem Konsortium , w elche/s m it Saldosteuersatz abrechnet, kann vom G eschäftsum satz der einzelnen G esellschafter des Konsortium s abgezogen w erden, dam it keine D oppelbesteuerung vorliegt". Sie beruft sich in der Folge auf den G rund- satz von Treu und G lauben. D ie Beschw erdeführerin verm ochte keinerlei schriftliche U nterlagen beizu- bringen, die die angebliche Auskunft belegen. D ie ESTV hat ihrerseits das Telefongespräch als solches nicht grundsätzlich in Frage gestellt, jedoch ist der Inhalt gem äss Vernehm lassung der ESTV vom 8. N ovem ber 2004 nicht aktenkundig. D ie Beschw erdeführerin hat som it den N achw eis einer Auskunft der ESTV m it dem von ihr behaupteten Inhalt nicht erbracht. Auf den G rundsatz von Treu und G lauben kann sie sich folglich nicht berufen (Entscheid der SR K vom 3. Februar 2004 [SR K 2003-112], veröffentlicht in VPB 68.99 E. 3c, vom 6. April 2000 [SR K 1999-143], veröffentlicht in VPB 64.111 E. 5b). 3.3 D ie Beschw erdeführerin m acht w eiter geltend, dass die U nterstellungser- klärung für sie unverbindlich sei, da sie sich bei der U nterzeichnung in einem w esentlichen Irrtum befunden habe. D ie Beschw erdeführerin geht offenbar davon aus, dass ihre m angelnde Kenntnis der Folgen der von ihr gew ählten Abrechnungm ethode dazu füh- re, dass sie an die unterzeichnete U nterstellungserklärung nicht gebunden ist. Sie verkennt jedoch, dass nach einem allgem einen G rundsatz niem and Vorteile aus seiner eigenen R echtsunkenntnis ableiten kann (etw a BG E 124 V 215 E. 2b/aa, 111 V 405 E. 3). Bei der M ehrw ertsteuer als Selbstveranlagungssteuer kom m t dem Steuerpflichtigen im Ü brigen eine erhöhte Verantw ortung zu. G em äss bundesgerichtlicher R echtsprechung kann er aufgrund des Selbstveranlagungsprinzips insbesondere nicht vor- bringen, dass er die Verw altungspraxis der ESTV nicht gekannt habe (U r- teil des Bundesgerichtes vom 2. Juni 2003 [2A.320/2002] E. 4.2.2). D ie Beschw erdeführerin kann som it aus dem behaupteten Irrtum über die Funktionsw eise der Saldosteuersatzm ethode für sich keinerlei R echte ab- leiten. Ein solcher Irrtum ist im Ü brigen als blosser M otivirrtum und nicht etw a als G rundlagenirrtum im Sinne von Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 O R zu quali- fizieren (U rteile des Bundesgerichtes vom 31. M ai 2002 [2A.546/2000] E. 6b, vom 31. M ärz 2003 [2A.399/2002] E. 3.6.5). Im W eiteren folgt aus dem Selbstveranlagungsprinzip auch, dass alleine der Steuerpflichtige für die W ahl der Abrechnungsm ethode verantw ortlich ist. Es ist nicht Aufgabe der ESTV ihm im konkreten Fall die steuerlichen Vor- und N achteile aufzu- zeigen bzw . für ihn gar eine Steuerplanung vorzunehm en.9 3.4 D ie Beschw erdeführerin bringt in ihrer Beschw erde vom 13. Septem ber 2004 letztlich vor, dass die ESTV in ihrem Einspracheentscheid auf ver- schiedene Argum ente nicht eingegangen sei, die sie in ihrer Einsprache vom 21. M ai 2003 aufgeführt habe. Sie zitiert erneut Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 20 Abs. 1 sow ie Art. 21 Abs. 1 O R , dies jedoch ohne nähere Begrün- dung. D er beantragte rückw irkende W echsel der Abrechnungsm ethode ist auf- grund der klaren gesetzlichen R egelung von Art. 59 Abs. 3 M W STG zu verw eigern. Sow eit die Beschw erdeführerin die Verfassungsm ässigkeit dieser Bestim m ung in Frage stellt, ist ihr Einw and von Vornherein nicht zu hören, da Bundesgesetze gem äss Art. 190 BV für alle rechtsanw endenden Behörden m assgebend sind. Sow eit sie m it dem H inw eis auf das O bligati- onenrecht geltend m achen m öchte, dass ihre U nterstellung unter die Ab- rechnung nach der Saldosteuersatzm ethode w egen ihren m angelnden diesbezüglichen Kenntnissen unverbindlich sei, w ird auf die obigen Erw ä- gungen (E. 3.3) verw iesen. 4. D em G esagten zufolge ist die Beschw erde abzuw eisen. Bei diesem Ver- fahrensausgang sind der Beschw erdeführerin als unterliegender Partei säm tliche Kosten für das Beschw erdeverfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrensko- sten w erden m it Fr. 1'000.-- festgesetzt und der Beschw erdeführerin zur Zahlung auferlegt. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde des K._______ vom 13. Septem ber 2004 gegen den Einspracheentscheid der Eidgenössischen Steuerverw altung vom 10. August 2004 w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrage von Fr. 1'000.-- w erden der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- verrechnet. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter D er G erichtsschreiber: Thom as Stadelm ann Jürg Steiger10 R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit der Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Beschw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l und 100 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BG G ]; SR 173.110). Versand am :