Kantonsgericht Schwyz Entscheid vom 4 Juli 2024 ZK1 2023 29 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Reto Heizmann, Kantonsrichter Pius Schuler, Jörg Meister, Josef Reichlin und Jeannette Soro, Gerichtsschreiberin Cornelia Spörri-Kessler. In Sachen A.________, Berufungsführerin, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen C.________, Berufungsgegner, betreffend Scheidung (Berufung etc. gegen das Urteil der Einzelrichterin am Bezirksgericht Schwyz vom 31. Juli 2023, ZEO 2022 2);- hat die 1. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben: A. Die Parteien heirateten am ________ vor dem Zivilstandamt Altdorf UR und sind die Eltern des am ________ geborenen F.________. B. Mit (unbegründeter) Klage vom 11. Januar 2022 machte die Berufungs- führerin bei der Einzelrichterin am Bezirksgericht Schwyz die Scheidung an- hängig, unter anderem mit den folgenden Anträgen (Vi-act. 1): […] 3. Kindsunterhaltsbeiträge: Es sei der Ehemann zu verpflichten, der Ehefrau an den Unterhalt des Sohnes F.________ einen angemessenen monatlichen jeweils auf den Ersten des Monats geschuldeten und mit 5% zu verzin- senden Unterhaltsbeitrag zu bezahlen (Beträge werden nach Ab- schluss des Beweisverfahrens beziffert), mindestens: 3.1. Phase 1: Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 31. August 2022: ▪Barunterhalt: CHF 1’291.00 ▪Betreuungsunterhalt: CHF 1’167.00 3.2. Phase 2: Ab 1. September 2022 bis 30. November 2027: ▪Barunterhalt: CHF 1’423.90 ▪Betreuungsunterhalt: CHF 503.00 3.3. Phase 3: Ab 1. Dezember 2027 bis 30. November 2029: ▪Barunterhalt: CHF 1’583.80 ▪Betreuungsunterhalt: CHF 503.00 3.4. Phase 4: Ab 1. Dezember 2029 bis zum Erreichen der Voll- jährigkeit oder bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung: ▪Barunterhalt: CHF 1’634.15 ▪Betreuungsunterhalt: CHF 0 4. Nachehelichen Unterhalt Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau einen angemesse- nen monatlichen jeweils auf den Ersten des Monats geschuldeten und mit 5% zu verzinsenden Unterhaltsbeitrag zu bezahlen (Beträ-Kantonsgericht Schwyz 3 ge werden nach Abschluss des Beweisverfahrens beziffert), min- destens: 4.1. Phase 1: Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 31. August 2022: ▪CHF 262.00 4.2. Phase 2: Ab 1. September 2022 bis 30. November 2027 ▪CHF 527.60 4.3. Phase 3: Ab 1. Dezember 2027 bis 30. November 2029 ▪CHF 447.60 4.4. Phase 4: Ab 1. Dezember 2029 bis 30. November 2033 ▪CHF 335.46 […] 8. [sic] Güterrecht Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei anzuordnen und vor- zunehmen. […] 10. [sic] Kosten- und Entschädigungsfolgen Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Ehemannes. An der Einigungsverhandlung vom 16. März 2022, zu der die Parteien vor- gängig Unterlagen eingereicht hatten (vgl. Vi-act. 3, 5 f. und 8 f.), kam keine Einigung zustande (Vi-act. 11). In der Klagebegründung vom 1. Juni 2022 präzisierte die Berufungsführerin ihre Anträge wie folgt (Vi-act. 17): […] 3. Kindsunterhaltsbeiträge: Es sei der Ehemann zu verpflichten, der Ehefrau an den Unterhalt des Sohnes F.________ einen angemessenen monatlichen jeweils auf den Ersten des Monats geschuldeten und mit 5% zu verzin- senden Unterhaltsbeitrag zu bezahlen (Beträge werden nach Ab-Kantonsgericht Schwyz 4 schluss des Beweisverfahrens beziffert), (zuzüglich Kinderzulagen KZ) mindestens: 3.1. Phase 1: Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 31. August 2022: ▪Barunterhalt: CHF 1’204.45 zuzüglich KZ ▪Betreuungsunterhalt: CHF 1’123.00 3.2. Phase 2: Ab 1. September 2022 bis 30. November 2027: ▪Barunterhalt: CHF 1’325.25 zuzüglich KZ ▪Betreuungsunterhalt: CHF 528.00 3.3. Phase 3: Ab 1. Dezember 2027 bis 30. November 2029: ▪Barunterhalt: CHF 1’485.25 zuzüglich KZ ▪Betreuungsunterhalt: CHF 528.00 3.4. Phase 4: Ab 1. Dezember 2029 bis zum Erreichen der Voll- jährigkeit oder bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung: ▪Barunterhalt: CHF 1’750.25 zuzüglich KZ ▪Betreuungsunterhalt: CHF 0 4. Nachehelicher-/ Vorsorgeunterhalt 4.1 Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau einen ange- messenen monatlichen jeweils auf den Ersten des Monats geschuldeten und mit 5% zu verzinsenden Unterhaltsbeitrag ab Rechtshängigkeit des Scheidungsurteils (11.01.22) bis zur Rechtskraft des Scheidungsurteils bzw. bis zur Voll- streckbarkeit der Unterhaltsbeiträge nach Ziffer 4.2 von mind. CHF 300.00 zu bezahlen (Beträge werden nach Ab- schluss des Beweisverfahrens beziffert). 4.2 Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau einen ange- messenen monatlichen jeweils auf den Ersten des Monats geschuldeten und mit 5% zu verzinsenden Unterhaltsbeitrag zu bezahlen (Beträge werden nach Abschluss des Beweis- verfahrens beziffert), mindestens: 4.2.1. Phase 1: Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils / Voll- streckbarkeit der Unterhaltsbeiträge bis 31. August 2022: - CHF 716.40 4.2.2. Phase 2: Ab 1. September 2022 bis 30. November 2027 - CHF 957.00Kantonsgericht Schwyz 5 4.2.3. Phase 3: Ab 1. Dezember 2027 bis 30. November 2029 - CHF 878.00 4.2.4. Phase 4: Ab 1. Dezember 2029 bis 30. November 2033 - CHF 1’000.00 […] 8. [sic] Güterrecht Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei anzuordnen und vor- zunehmen. Der sich im Alleineigentum der Ehefrau befindliche Skoda Octavia Combi mit Kontrollschild SZ xx sei im Eigentum der Ehefrau zu be- lassen. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau einen noch zu bezif- fernden von mindestens CHF 1.00 zu bezahlen (weiterführende Bezifferung vorbehalten). […] 10. [sic] Kosten- und Entschädigungsfolgen Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Ehemannes. Mit Klageantwort vom 13. Juni 2022 ersuchte der Berufungsgegner unter an- derem um einen an ihn zu leistenden Kinderunterhaltsbeitrag (Vi-act. 20). An der Hauptverhandlung vom 25. August 2022 hielt die Berufungsführerin replicando an ihren Anträgen der Klagebegründung fest und bezifferte ihren Güterrechtsanspruch auf Fr. 205’324.00, unter Vorbehalt einer weiterführen- den Bezifferung (Vi-act. 24, S. 2; Vi-act. 25, S. 9 f.). Der Berufungsgegner stellte sich unter anderem nach wie vor auf den Standpunkt, dass ihm die Be- rufungsführerin infolge Obhutszuteilung noch zu beziffernden Unterhaltsbei- träge zu bezahlen habe. Weiter beantragte er die Feststellung, dass sie güter- rechtlich auseinandergesetzt seien. Betreffend Ehegattenunterhaltsbeiträge an die Berufungsführerin meinte er, es müsse noch ein gemeinsamer Nenner gefunden werden (vgl. Vi-act. 24 S. 3 ff.).Kantonsgericht Schwyz 6 Nach der Edition diverser Unterlagen (vgl. Vi-act. 28 ff. und 38 ff.) und dem Eingang einer (unaufgeforderten) Stellungnahme des Berufungsgegners (Vi-act. 42) fand am 6. Dezember 2022 die Fortsetzung der Hauptverhandlung statt, an der die Parteibefragungen und Schlussvorträge abgehalten wurden. Während der Berufungsgegner auf seine bisherigen Anträge verwies, passte die Berufungsführerin ihren Antrag auf nachehelichen Unterhalt insoweit an, als sie für die Phase 2, 1. September 2022 bis 30. November 2027, Fr. 870.50, die Phase 3, 1. Dezember 2027 bis 30. November 2029 Fr. 790.50 und die Phase 4, 1. Dezember 2029 bis 30. November 2033, Fr. 705.50 zu- züglich Vorsorgeunterhalt von Fr. 300.00 verlangte und die güterrechtliche Ausgleichszahlung mit Fr. 210’488.97 bezifferte (Vi-act. 44 S. 28). Am 9. Dezember 2022 edierte die Vorderrichterin weitere Unterlagen des Be- rufungsgegners (vgl. Vi-act. 47 ff. und 57), zu denen die Parteien am 8. bzw. 10. Februar 2023 Stellung nahmen und an der die Berufungsführerin die güterrechtliche Ausgleichszahlung neu mit Fr. 247’648.82 (eventualiter Fr. 100’034.70) bezifferte (Vi-act. 59 f.). Weitere (unaufgeforderte) Eingaben des Berufungsgegners datieren vom 27. Dezember 2022, 5. Januar 2023, 25. Februar 2023 und 25. März 2023 (Vi-act. 53, 55, 62 und 64). C. Mit Urteil vom 31. Juli 2023 erkannte die Einzelrichterin am Bezirksge- richt Schwyz was folgt: 1. [Scheidung im Hauptpunkt.] 2. [Anordnung der gemeinsamen elterlichen Sorge.] 3. [Zuteilung der Obhut an Mutter/Ehefrau.] 4. [Besuchsrecht des Vaters/Ehemanns.] 5. Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau für F.________ folgende monatlichen Kindsunterhaltsbeiträge zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinder- und/oder Ausbildungszula- gen zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats:Kantonsgericht Schwyz 7 5.1 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. September 2023: Fr. 1’640.00 (Fr. 1’040.00 Barunterhalt; Fr. 600.00 Betreu- ungsunterhalt); 5.2 ab 1. Oktober 2023 bis und mit November 2027: Fr. 1’200.00 (Fr. 1’100.00 Barunterhalt; Fr. 100.00 Betreu- ungsunterhalt); 5.3 ab 1. Dezember 2027 bis Eintritt von F.___ in die Oberstufe: Fr. 1’375.00 (Fr. 1’270.00 Barunterhalt; Fr. 105.00 Betreu- ungsunterhalt); 5.4 ab Eintritt von F.________ in die Oberstufe bis und mit November 2033: Fr. 1’465.00 (Fr. 1’465.00 Barunterhalt; Fr. 0.00 Betreu- ungsunterhalt); 5.5 ab 1. Dezember 2033 bis zur Volljährigkeit bzw. zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung durch F.________: Fr. 1’435.00 (Fr. 1’435.00 Barunterhalt; Fr. 0.00 Betreu- ungsunterhalt). 6. Es wird kein nachehelicher Unterhalt gesprochen. 7. [Indexierung der Unterhaltsbeiträge.] 8. Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau in Abfindung ihres güterrechtlichen Anspruchs den Betrag von Fr. 59’777.25 zu be- zahlen, zuzüglich Zins von 5 % ab Vollstreckbarkeit des Schei- dungsurteils. lm Übrigen behält jeder Ehegatte, was er besitzt re- spektive was auf seinen Namen lautet. 9. [Vorsorgeausgleich.] 10. [Abweisung der übrigen Anträge der Ehegatten.] 11. [Gerichtskostenauflage zu 1/3 an die Ehefrau und 2/3 an den Ehemann.] 12. Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau eine Parteientschädi- gung von Fr. 3’756.05 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu be- zahlen. 13. [Rechtsmittel.] 14. [Zufertigung.]Kantonsgericht Schwyz 8 D. Auf die dagegen erhobene Berufung des Berufungsgegners vom 8. Au- gust 2023 trat der Kantonsgerichtspräsident mit Verfügung vom 19. Septem- ber 2023 nicht ein. Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundes- gericht mit Urteil vom 3. Oktober 2023 nicht ein. Mit eigener Berufung vom 14. September 2023 stellte die Berufungsführerin die folgenden Anträge (KG-act. 1): 1. Das Urteil des Bezirksgerichts Schwyz vom 31. Juli 2023 sei in Bezug auf die folgenden Dispositivziffern aufzuheben und die diesbezüglichen Anträge gemäss Klage seien gutzuheissen, even- tualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück- zuweisen: 1.1.Ziffer 5: Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau für F.________ folgende monatlichen Kindsunterhaltsbeiträge zu- züglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinder- und/oder Ausbildungszulagen zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats: 1.1.1. 5.1 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Sep- tember 2023: Fr. 1’703.00 (Fr. 1’061.00 Barunterhalt; Fr. 642.00 Betreuungsunterhalt); 1.1.2. 5.2 ab 1. Oktober 2023 bis und mit November 2027: Fr. 1’263.00 (Fr. 1’121.00 Barunterhalt; Fr. 142.00 Betreuungsunterhalt); 1.1.3. 5.3 ab 1. Dezember 2027 bis Eintritt von F._____ in die Oberstufe: Fr. 1’438.00 (Fr. 1’291.00 Barunterhalt; Fr. 147.00 Betreuungsunterhalt), 1.1.4. 5.4 ab Eintritt von F.________ in die Oberstufe bis und mit November 2033: Fr. 1’486.00 (Fr. 1’486.00 Barunterhalt; Fr. 0.00 Betreuungsunterhalt); 1.1.5. 5.5 ab 1. Dezember 2033 bis zur Volljährigkeit bzw. zum ordentlichen Abschluss einer angemesse- nen Erstausbildung durch F.________: Fr. 1’456.00 (Fr. 1’456.00 Barunterhalt; Fr. 0.00 Betreuungsunter- halt). 1.2. Ziffer 6: Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau einen an- gemessenen monatlichen jeweils auf den Ersten des Monats ge- schuldeten und mit 5 % zu verzinsenden Unterhaltsbeitrag zu be- zahlen, mindestens:Kantonsgericht Schwyz 9 1.2.1. Phase 2: Ab 1. September 2022 bis 30. November 2027 CHF 957.00 1.2.2. Phase 3: Ab 1. Dezember 2027 bis 30. November 2029 CHF 878.00 1.2.3. Phase 4: Ab 1. Dezember 2029 bis 30. November 2033 CHF 1’000.00 1.3. Ziffer 8: Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau in Abfindung ihres güterrechtlichen Anspruchs den Betrag von Fr. 247’648.82 zu bezahlen, zuzüglich Zins von 5 % ab Vollstreckbarkeit des Schei- dungsurteils. lm Übrigen behält jeder Ehegatte, was er besitzt re- spektive was auf seinen Namen lautet. 1.4. Ziffer 12: Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau eine Partei- entschädigung von Fr. 7’512.105 (inkl. Auslagen und Mehrwert- steuer) zu bezahlen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsbe- klagten. Am 25. September 2023 reichte die Einzelrichterin eine Vernehmlassung ein (KG-act. 6). Mit Berufungsantwort vom 25. September 2023 stellte der Beru- fungsgegner die folgenden Anträge (KG-act. 7, sic): Es sei die Verfügung vom 3. Juni 2020 ZE 2020 213 als ungültig zu er- klären, Infolge keiner Gefährdung nach Art. 175 ZGB. Die Obhut von F.________ sei unter vorsorglichen Massnahmen, an den Kindsvater C.________ zu überweisen. Mit Eingabe vom 26. Oktober 2023 verbesserte er seine Anträge wie folgt (KG-act. 9, sic): 1. Das Urteil 31. Juli 2023 ZEO 2022 2, sei neu zu beurteilen, mit Unterstützung durch eine Mündliche Verhandlung. Wie neu Beurtei- lung, der Erstverhandlung 02. Juni 2020. ZES 2020 213. 2. Es sei die Verfügung vom 3. Juni 2020 ZES 2020 213 als ungültig zu erklären, Infolge keiner Gefährdung nach Art. 175 ZGB. Mit Einlei- tung, der Korrektur.Kantonsgericht Schwyz 10 3. Die Obhut von Sohn F.________, sei an den Kindsvater C.________ zu überweisen. Am 2. November 2023 teilte die Berufungsführerin mit, dass den Stellung- nahmen des Berufungsgegners keine ausreichenden Anschlussberufungsan- träge zu entnehmen seien und diejenigen der Eingabe vom 26. Oktober 2023 zudem verspätet vorgetragen worden sein dürften (KG-act. 11). Hierzu nahm der Berufungsgegner am 9. November 2023 erneut Stellung (KG-act. 13). Am 12. Februar 2024 reichte der Berufungsgegner eine mit „Revision“ gegen „die Verfügung vom 3. Juni ZES 2020 213“ betitelte Rechtsschrift mit den folgenden Anträgen ein (KG-act. 15, sic): 1. Die Verfügung vom 3 Juni 2020 ZES 2020 213 sei aufzuheben, infol- ge keiner Gefährdung nach Art. 175 ZGB, wo ein Ehegatte berechtigt wäre den gemeinsamen Haushalt, aufzuheben infolge einer Gefähr- dung. 2. Es sei naheliegend eine Verhandlung durchzuführen, mit Involvierten Personen und Parteien. In er Achtung die Parteien können gegensei- tig eine Lösung finden, über die Betretung F.________. Bei gegen- seitigem Einverständnis sei eine neue Verfügung zu erarbeiten. 3. Kosten und Entschädigungsfolgen: Zu Lasten, des Bezirksgerichtes Schwyz, und zu Lasten des Staates, mit Aufarbeitung der Vergan- genheit. 4. Es soll auf die kurze angebrachte, Berufung vom 29.06.2020 einge- treten werden, mit Berufungsverhandlung, Grundlage für eine ange- brachte Verhandlung, Berufung in Beilagen ersichtlich. (Die Berufung dürfte von Seite Kantonsgericht erfreuend, als Revision behandelt werden). 5. Gestützt auf das Schreiben, vom 2. Februar 2024 vom Bezirksge- richt, unter Beilagen ersichtlich. Mit Antrag Licher Rückweisung ans Bezirksgericht, die Eingaben wurden überarbeitet, sind somit nicht gestützt auf Art 132 Abs 3 ZPO rückzusenden ohne Behandlung. Im Weiteren verlangte er insbesondere die Aufhebung des gemeinsamen Haushalts, die Zuteilung der elterlichen Obhut über F.________ für die Dauer Kantonsgericht Schwyz 11 des Getrenntlebens, eine Betreuungsregelung für die Berufungsführerin sowie einen von ihr zu bezahlenden Unterhaltsbeitrag (KG-act. 15 S. 20 f.). Mit Verfügung vom 19. Februar 2024 erklärte der Vorsitzende, die Eingabe werde ohne Gegenbemerkungen innert zehn Tagen seit Zugang zu den Ver- fahrensakten ZK1 2023 29 genommen und nicht weiter gesondert beurteilt (KAN 2024 1). Mit Eingabe vom 23. Februar 2024 äusserte sich der Beru- fungsgegner hierzu (KG-act. 16). Der Vorsitzende teilte den Parteien am 26. Februar 2024 mit, dass die Eingaben vom 12. und 23. Februar 2024 wie angezeigt im Verfahren ZK1 2023 29 mitberücksichtigt würden (KG-act. 17). Auf die hiergegen erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 15. März 2024 nicht ein (KG-act. 18). Am 8. April 2024 reichte der Berufungsgegner erneut eine mit „Revision und Berufung gegen Verfügung vom 3. Juni ZES 2020 213 wie Rückweisung vom 27. März 2024“ betitelte Eingabe ein und beantragte was folgt (KG-act. 19, sic): 1. Infolge keiner Gefährdung nach Art 175 ZGB, wo ein Ehegatte be- rechtigt wäre den gemeinsamen Haushalt, aufzuheben. Sei die Ver- fügung 3 Juni 2020 ZES 2020 213 aufzuheben. 2. Nach gegenseitigem Verlangen, sei eine Neue Verfügung zu erarbei- ten. 3. Auf gemeinsames Begehren sei eine Ehescheidung, durchzuführen. 4. Antrag Berufung, Infolge neuer Haupt Argumentation sei das Be- zirksgericht von Seite Kantonsgericht aufmerksam zu machen, die Revision 27.03.2024 erneut zu behandeln. Die Verfahrensleitung nahm die Eingabe am 9. April 2024 in die Prozesssache ZK1 2023 29 auf und gab sie der Gegenpartei zur Kenntnis (KG-act. 20). Die letzte Eingabe des Berufungsgegners vom 15. April 2024 (KG-act. 21) wurde der Berufungsführerin ebenfalls zur Kenntnis zugestellt, unter Verweis auf das Kantonsgericht Schwyz 12 Schreiben vom 9. April 2024 (KG-act. 22). Auf die erneute Beschwerde des Berufungsgegners vom 23. April 2024 mit der sinngemässen Rüge, das Kantonsgericht habe seine Eingabe vom 8. April 2024 nicht behandelt, trat das Bundesgericht mit Urteil vom 29. April 2024 wiederum nicht ein (KG-act. 23). Auf die Vorbringen der Parteien wird – soweit erforderlich – in den Erwägun- gen eingegangen;- in Erwägung: 1. a) Der Scheidungspunkt gemäss Dispositivziffer 1 des angefochtenen Urteils blieb im Berufungsverfahren unbeanstandet und erwuchs am 19. Okto- ber 2023 (Ablauf der Frist für die Einreichung der Berufungsantwort/ Anschlussberufung) in Rechtskraft. Ebenfalls unangefochten blieben in der Berufung die Dispositivziffern 2-4 und 9 betreffend elterliche Sorge, Obhut, Besuchsrecht und Vorsorgeausgleich. Strittig sind die Dispositivziffern 5, 6, 8 und 12 betreffend die Kinder- und nachehelichen Unterhaltsbeiträge, das Güterrecht sowie die Entschädigungsregelung. Auf die vom Berufungsgegner am 8. August 2023 erhobene Berufung trat der Kantonsgerichtspräsident mit Verfügung vom 19. September 2023 nicht ein (ZK1 2023 25). Die dagegen eingereichte Beschwerde erledigte das Bundesgericht ebenfalls mit Nichtein- treten (BGer, Urteil 5A_738/2023 vom 3. Oktober 2023). b) In Kinderbelangen entscheidet das Gericht ohne Bindung an die Partei- anträge und es gilt der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Für das Scheidungsverfahren statuiert die Zivil- prozessordnung in erster Linie die Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen (Art. 277 Abs. 3 ZPO). Davon ausgenommen sind die güterrechtliche Ausein-Kantonsgericht Schwyz 13 andersetzung und der nacheheliche Unterhalt, für die der Verhandlungs- grundsatz gilt (Art. 277 Abs. 1 ZPO; mit Abschwächung in Art. 277 Abs. 2 ZPO) und überdies die Dispositionsmaxime Anwendung findet (Art. 58 Abs. 1 ZPO), im Gegensatz zur beruflichen Vorsorge (vgl. hierzu Sutter-Somm/Lazic, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 290 ZPO N 22). c) aa) Die Berufung ist nach Art. 311 Abs. 1 ZPO schriftlich mit den erfor- derlichen Rechtsbegehren und einer rechtsgenügenden Begründung bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen. In der Berufungsschrift ist substanziert vor- zutragen, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet wird und wie er geändert werden soll. Die berufungsführende Partei hat sich mit den Erwägungen der Vorinstanz auseinanderzusetzen und die als fehlerhaft angesehenen Erwägungen im Einzelnen zu bezeichnen. Liegen dem erstinstanzlichen Entscheid mehrere selbständige Begründungen zu- grunde, so muss sich die Berufung mit sämtlichen alternativen Begründungen auseinandersetzen. Diese Anforderungen gelten auch in Verfahren, in denen der Untersuchungs- und der Offizialgrundsatz anwendbar ist (Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 311 ZPO N 36 f.; Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 311 ZPO N 15; Sutter- Somm/Seiler, Handkommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2021, Art. 311 ZPO N 8). Das Einhalten der gesetzlich vorgeschriebenen Form und der Anforderungen an den Inhalt der Rechtsmittelschrift stellt eine Prozessvoraussetzung des Rechtsmittelverfahrens dar (vgl. Seiler, Die Beru- fung nach ZPO, 2013, § 9 N 601 mit Verweisen). Auch die Anschlussberufung sowie die Berufungsantwort haben in inhaltlicher Hinsicht den Anforderungen an eine Berufungsschrift zu entsprechen (Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 312 ZPO N 11; Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 313 ZPO N 33; Spühler, a.a.O., Art. 312 ZPO N 3).Kantonsgericht Schwyz 14 bb) Soweit die Berufungsantwort insbesondere aufgrund fehlender Anträge zur Berufung den formellen Anforderungen nicht genügt, verhält es sich gleich, wie wenn der Berufungsgegner keine Berufungsantwort eingereicht hätte. Die unterlassene Berufungsantwort bewirkt keine Anerkennung der Berufungsanträge, zumindest sofern die Berufungsführerin in der Berufungs- schrift keine zulässigen neuen Tatsachenbehauptungen vorbringt. Die Berufungsinstanz entscheidet grundsätzlich aufgrund der Akten (Seiler, a.a.O., § 14 N 1135). Im Geltungsbereich des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 296 Abs. 1 ZPO muss das Gericht zudem von sich aus tätig werden, auch wenn kein Parteiantrag vorliegt, und es ist nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, alle nötigen Abklärungen zu treffen (Schweighauser, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 296 ZPO N 11). cc) Mit Eingabe vom 26. Oktober 2023 verbesserte der Berufungsgegner seine Anträge und beantragte (zusätzlich) eine Neubeurteilung des hier ange- fochtenen Urteils vom 31. Juli 2023 (ZEO 2022 2; KG-act. 9). Diese Eingabe erfolgte nach Ablauf der angesetzten Berufungsantwortfrist. Bei Geltung der Offizialmaxime (Art. 296 Abs. 3 ZPO) sind Änderungen von Begehren indes jederzeit und uneingeschränkt möglich, freilich ohne dass die Rechtsmittel- instanz an diese gebunden wäre; der Abänderung kommt Vorschlagscharak- ter zu (vgl. Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 317 ZPO N 76; OGer ZH, Beschluss und Urteil LZ190017-O/U vom 19. Dezember 2019 E. B./5.; siehe auch E. 2a un- ten). In diesem Bereich gilt kein Verbot der reformatio in peius (Staehe- lin/Bachofner, in: Staehelin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozessrecht, 3. A. 2019, § 25 N 19). Ungeachtet der Rechtzeitigkeit einer allfälligen Anschlussberufung wie auch des Umstands, dass der Berufungsgegner bereits in seiner eigenen Hauptberufung hauptsächlich um Obhutszuteilung über F.________ ersuchte (vgl. hierzu auch BGE 141 III 302 E. 2.5), mangelt es diesbezüglich aber gänzlich an einer Begründung und der Berufungsgegner erklärt insbesondere nicht, weshalb die Vorderrichterin die Obhut ihm hätte zuteilen müssen, was Nichteintreten zur Folge hat. Kantonsgericht Schwyz 15 d) Der Berufungsgegner ersucht mehrfach um die Durchführung einer mündlichen Verhandlung (vgl. KG-act. 7, S. 1, 9, 13 und 16). Im Rechtsmittel- verfahren besteht jedoch kein Anspruch auf eine solche (Brunner/Vischer, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweizerische Zivil- prozessordnung, 3. A. 2021, Art. 36 ZPO N 4). Es sind weder triftige Gründe ersichtlich, welche die Durchführung einer Berufungsverhandlung aufdrängen würden, noch macht der Berufungsgegner solche geltend. 2. Die Berufungsführerin macht geltend, ihr sei lange nach der Hauptver- handlung und Urteilsberatung eine Mietzinserhöhung über Fr. 63.00 zugestellt worden, die ab dem 1. Oktober 2023 gelte (unter Beilage von KG-act. 1/2). Die Noven seien deshalb vor der Berufungsinstanz vorzubringen. Zudem gelte die Offizialmaxime, bei der Noven zulässig seien. Nach Aufteilung der Wohn- kosten nach grossen und kleinen Köpfen nehme der Barunterhalt von F.________ um Fr. 21.00 und der Betreuungsunterhalt bis zu seinem Eintritt in die Oberstufe um Fr. 42.00 zu (KG-act. 1 Rz 16). a) Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO sind neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur noch zu berücksichtigen, wenn sie ohne Verzug vor- gebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Die novenvorbringende Partei hat zu substanzieren und zu beweisen, dass sie die Noven unverzüglich vorbrach- te, sowie substanziert darzulegen, wann neue Tatsachen und Beweismittel entstanden (Sutter-Somm/Seiler, a.a.O., Art. 317 ZPO N 13). Ferner hat sie bei unechten Noven zu beweisen, dass sie die erforderliche Sorgfalt walten liess, was namentlich die Nennung der Gründe bedingt, weshalb die Tatsache oder das Novum nicht schon vor erster Instanz eingereicht werden konnte (vgl. BGE 144 III 349, E. 4.2.1 = Pra 108 [2019] Nr. 88). Die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO kommen auch dann zur Anwendung, wenn die Sache der sozialen Untersuchungsmaxime untersteht. Soweit das Verfahren dem Untersuchungsgrundsatz gemäss Art. 296 Abs. 1 ZPO unterliegt, können Kantonsgericht Schwyz 16 die Parteien im Berufungsverfahren indessen Noven vorbringen, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1 = Pra 108/2019 Nr. 88). Entsprechend ist das neue Vorbringen betreffend die Mietzinserhöhung zu hören und eine Anpassung des Unterhalts vorzunehmen, nachdem sich der Nettomietzins gemäss dem Einschreiben „Mietvertrags-Änderung” vom 15. Juni 2023 um Fr. 63.00 erhöhte (KG-act. 1/2). Der Berufungsgegner hält den Ausführungen der Berufungsfüh- rerin lediglich entgegen, dass sie die Erhöhung des Mietzinses nicht direkt beeinflussen könne (KG-act. 7 S. 1). Daher sind die Kinderunterhaltsbeiträge wie folgt festzusetzen: ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit November 2027: Fr. 1’250.00 (Fr. 1’110.00 Barunterhalt; Fr. 140.00 Betreuungsun- terhalt) ab 1. Dezember 2027 bis Eintritt von F.________ in die Oberstufe: Fr. 1’425.00 (Fr. 1’280.00 Barunterhalt; Fr. 145.00 Betreuungsun- terhalt) ab Eintritt von F.________ in die Oberstufe bis und mit November 2033: Fr. 1’486.00 (Fr. 1’486.00 Barunterhalt; Fr. 0.00 Betreuungs- unterhalt) ab 1. Dezember 2033 bis zur Volljährigkeit bzw. zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung durch F.________: Fr. 1’456.00 (Fr. 1’456.00 Barunterhalt; Fr. 0.00 Betreuungsunter- halt) Dispositivziffer 5 (5.1-5.5) des angefochtenen Urteils ist entsprechend anzu- passen. Dabei ist die erste Zeitspanne (5.1) nicht von der Erhöhung betroffen und infolge Zeitablaufs nicht mehr von Bedeutung (vgl. BGer, Urteil 5A_581/2020 vom 1. April 2021 E. 3.4.1 f.). Bei den ersten beiden aufgeführ- ten Perioden kann den Anträgen der Berufungsführerin nicht vollumfänglich entsprochen werden, weil sie unberücksichtigt lässt, dass sich mit dem höhe- ren Bedarf von ihr und F.________ der Anteil des Letzteren am Überschuss verringert. Ab dem Eintritt von F.________ in die Oberstufe plafonierte die Kantonsgericht Schwyz 17 Vorderrichterin den Überschussanteil von F.________ auf Fr. 600.00, von welcher Beteiligung auch nach der Mietzinserhöhung ausgegangen wird. Aus- gehend von den unbeanstandet gebliebenen vorderrichterlichen Erwägungen belaufen sich die nicht gedeckten Lebenshaltungskosten der Berufungsführe- rin ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit November 2027 aufgrund der Mietzinserhöhung auf Fr. 140.75 (Fr. 98.75 + Fr. 42.00) und der Barbedarf von F.________ auf Fr. 676.65 (Fr. 655.65 + Fr. 21.00). Es verbleibt damit ein Überschussanteil für F.________ von Fr. 433.65 ([Fr. 2'985.75 ./. Fr. 676.65 ./. Fr. 140.75] : 5). Der insgesamt vom Berufungsgegner zu bezahlende Kinder- unterhalt beträgt mithin gerundet Fr. 1'250.00 (Barunterhalt [inkl. Überschus- santeil]: Fr. 1'110.00; Betreuungsunterhalt: Fr. 140.00). Für die Periode vom 1. Dezember 2027 bis zum Eintritt von F.________ in die Oberstufe ist der Berufungsgegner sodann zur Leistung von Kinderunterhaltsbeiträgen von ge- rundet Fr. 1'425.00 (Barunterhalt [inkl. Überschussanteil]: Fr. 1’280.00 [Fr. 860.65 + Fr. 21.00 + Fr. 397.67]; Betreuungsunterhalt: Fr. 145.00 [Fr. 103.75 + Fr. 42.00]) zu verpflichten. 3. Im Weiteren ersucht die Berufungsführerin um Verpflichtung des Beru- fungsgegners, ihr einen angemessenen monatlichen jeweils auf den Ersten des Monats geschuldeten und mit 5 % zu verzinsenden Unterhaltsbeitrag von mindestens Fr. 957.00, Fr. 878.00 bzw. Fr. 1’000.00 zu bezahlen. a) aa) Wie bereits erwähnt, hat die Berufung die erforderlichen Rechtsbe- gehren zu enthalten (vgl. E. 1c/aa). Ein Rechtsbegehren ist so zu formulieren, dass es im Falle der Gutheissung ohne Ergänzung und Verdeutlichung zum Urteil erhoben und dieses vollstreckt werden kann. Wird die Bezahlung eines Geldbetrags verlangt, ist dieser laut Art. 84 Abs. 2 ZPO zu beziffern (Williseg- ger, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], a.a.O., Art. 221 ZPO N 18 f.; Leuen- berger, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 221 ZPO N 28; Füllemann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Kom- mentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. A. 2016, Art. 84 ZPO N 4; Kantonsgericht Schwyz 18 Pahud, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], a.a.O., Art. 221 ZPO N 7). Ist es der klagenden Partei unmöglich oder unzumutbar, ihre Forderung bereits zu Beginn des Prozesses zu beziffern, kann sie eine unbezifferte Forderungs- klage erheben, sie muss jedoch einen Mindestwert angeben, der als vorläufi- ger Streitwert gilt (Art. 85 Abs. 1 ZPO; nach einem Teil der Lehre kann im Scheidungsverfahren auf die Angabe eines Mindestwerts verzichtet werden [Stalder, Rechtsbegehren in familienrechtlichen Verfahren, in: FamPra 2014, S. 56 f.; Bähler, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], a.a.O., Art. 288 ZPO N 45]). Die Forderung ist diesfalls gemäss Art. 85 Abs. 2 ZPO zu beziffern, sobald die klagende Partei nach Abschluss des Beweisverfahrens oder nach Auskunftserteilung durch die beklagte Partei dazu in der Lage ist (Killias, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozess- ordnung, Band II, 2012, Art. 221 ZPO N 10). Auch die Berufung muss ein Rechtsbegehren enthalten (Art. 221 Abs. 1 lit. b ZPO analog), aus dem klar ersichtlich ist, welche Ziffern des vorinstanzlichen Dispositivs inwiefern zu än- dern sind (Spühler, a.a.O., Art. 311 ZPO N 12). Bei Geldforderungen ist der Antrag ebenfalls zu beziffern und zwar selbst bei Forderungen, die der Offizi- al- und Untersuchungsmaxime unterstehen (BGE 137 III 617 E. 4.3; Kunz, in: Kunz/Hoffmann-Nowotny/Stauber [Hrsg.], ZPO-Rechtsmittel, Berufung und Beschwerde, 2013, Art. 311 ZPO N 65; Sutter-Somm/Seiler, a.a.O., Art. 311 ZPO N 7). Die Bezifferung des Begehrens um Zahlung eines Geldbe- trags gehört zu den allgemeinen Prozessvoraussetzungen nach Art. 59 ZPO (BGE 142 III 102 E. 3; Markus, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommen- tar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band I, 2012, Art. 85 ZPO N 11). Ob diese erfüllt sind, prüft das Gericht von Amtes wegen (Art. 60 ZPO; BGer, Urteil 4A_229/2017 vom 7. Dezember 2017 E. 3.1). Es entscheidet über die Prozessvoraussetzungen ohne Bindung an die Parteianträge, mit anderen Worten sind die Prozessvoraussetzungen grundsätzlich der Parteidisposition entzogen. Unterlässt es der Beklagte, einen Nichteintretensantrag zu stellen, schadet ihm dies folglich nicht (Zingg, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], a.a.O., Art. 60 ZPO N 47; Zürcher, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger Kantonsgericht Schwyz 19 [Hrsg.], a.a.O., Art. 60 ZPO N 6). Bei ungenügenden Rechtsbegehren man- gels Bezifferung liegt sodann kein Mangel im Sinne von Art. 132 Abs. 1 ZPO vor (BGE 137 III 617 E. 6.4). bb) Ein im Rahmen eines Scheidungsverfahrens gestelltes Begehren auf Festlegung des üblichen, angemessenen oder gesetzlich geschuldeten nach- ehelichen Unterhalts erfüllt die formellen Anforderungen an ein Rechtsbegeh- ren nicht (BGer, Urteil 5A_766/2008 vom 4. Februar 2009 E. 2.2; BGer, Urteil 5A_115/2011 vom 11. März 2011 E. 1.2; BGer, Urteil 5A_105/2012 vom 9. März 2012 E. 3.2; KG GR, Urteil ZK1 18 43 vom 10. Juni 2021 E. II./2.2.2; Stalder, a.a.O., S. 45). Ebenso wenig genügt ein Begehren, mit dem kein ex- akter Betrag gefordert wird, sondern nur ein Mindestbetrag, dem Erfordernis der Bezifferung nach Art. 84 Abs. 2 ZPO, weil unklar bleibt, welchen Betrag der Kläger genau verlangt; bekannt ist einzig die Minimalforderung. Wird aus- schliesslich auf die Formulierung des Rechtsbegehrens der Berufungsführerin abgestellt, liegt folglich ein ungenügend beziffertes Rechtsbegehren vor (BGer, Urteil 4A_462/2017 vom 12. März 2018 E. 3.1; siehe auch BGE 148 III 322 E. 4). Das Rechtsbegehren ist aber im Lichte der Begründung auszulegen (BGE 137 III 617 E. 6.2; BGer, Urteil 5A_176/2023 vom 9. Februar 2024 E. 7.1; Sutter-Somm/Stalder, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 311 ZPO N 7; Stalder, a.a.O., S. 51). Die Berufungsführe- rin verweist in ihrer Berufungsbegründung auf die Ausführungen in der Klage (Ziffer 4.4) und hält Folgendes fest (sic): „Geltend gemacht wurde jedoch le- diglich ein Überschuss von CHF 2’394.00, welcher nach grossen und kleinen Köpfen aufgeteilt wird, wobei der geschiedenen Ehefrau ein Unterhalt von CHF 957.60 bis September 2027 und anschliessend CHF 878.00 bis Novem- ber 2029 und bis November 2033 CHF 1’000.00“ (KG-act. 1 Ziff. B./II./4.3.1). In ihrer Klagebegründung hatte sie den Überschussanteil bzw. nachehelichen Unterhalt unter Ziffer 4.4 für die Phase 4 indes auf Fr. 1’408.55, und nicht auf Fr. 1’000.00, beziffert. Anschliessend erklärt die Berufungsführerin, erneut unter Bezugnahme auf die Ausführungen in der Klage (Ziffer 4.4), dass der Kantonsgericht Schwyz 20 Überschuss ohne die trennungsbedingten Mehrkosten gar noch höher wäre (KG-act. 1 Ziff. B./II./4.3.2). Ob sich aus der Rechtsschrift hinreichend klar ergibt, ob es sich bei den geforderten nachehelichen Unterhaltsbeiträgen um Mindestbeträge handelt, kann indes offengelassen werden. Entsprechendes gilt hinsichtlich der Frage einer genügenden Bezifferung des erstinstanzlichen Rechtsbegehrens in diesem Punkt, nachdem die Berufungsführerin bereits in den Anträgen ihrer Klagebegründung um Mindestbeträge ersuchte und explizit festhielt, dass die Beträge nach Abschluss des Beweisverfahrens beziffert würden (vgl. Vi-act. 17 Ziff. 4.2, S. 3), ohne erkennbar darzulegen, aus wel- chen Gründen ihr eine Bezifferung unmöglich oder unzumutbar sein soll (vgl. BGer, Urteil 4A_581/2021 vom 3. Mai 2022 E.3.4). Ebenso wenig muss näher darauf eingegangen werden, dass die Berufungsführerin im Rahmen ihres Schlussvortrags, abgesehen von dem für die Zeitspanne vom 1. Dezem- ber 2029 bis 30. November 2033 geltend gemachten Vorsorgeunterhalt von Fr. 300.00, um tiefere Unterhaltsbeiträge ersuchte und im Berufungsverfahren keine Gründe für die Voraussetzungen einer zulässigen Klageänderung im Sinne von Art. 317 Ziff. 2 ZPO darlegte. Selbst wenn nämlich auf die Berufung einzutreten wäre, wäre das Berufungsbegehren um nachehelichen Unterhalt abzuweisen, wie nachfolgende Ausführungen zeigen: b) Laut Vorderrichterin ist eine Festsetzung oder Prüfung des beantragten nachehelichen Unterhalts mangels Darlegung sämtlicher unterhaltsbegrün- dender Tatsachen, namentlich des ehelichen Standards, der aufzeigen würde, ob überhaupt ein Unterhaltsanspruch entstehe, nicht möglich. Die Berufungs- führerin bezeichne einen Anteil des künftigen familiären Überschusses als ihren (mindesten) Unterhaltsanspruch, ohne aber weder das familiäre Ein- kommen noch den familiären Bedarf vor der Trennung substanziert vorzutra- gen, was einerseits für die Prüfung, ob überhaupt ein Unterhaltsanspruch ent- stehe, erforderlich wäre und andererseits die Obergrenze für einen nacheheli- chen Unterhalt (inkl. Vorsorgeunterhalt) bilde (angef. Urteil E. 6.3.2). Kantonsgericht Schwyz 21 aa) Die Berufungsführerin erklärt, sie habe den nachehelichen Unterhalt beziffert und jede Phase ausgeführt sowie in genügendem Masse substan- ziert. Sie habe einen Ehegattenunterhalt und mithin einen Anteil am ehelichen Überschuss gefordert (mit Verweis auf Klage Ziff. 4.4). Sie habe den Über- schuss der Familie, der nachweislich bereits im Zeitpunkt unmittelbar vor der Trennung bestanden habe, dargelegt, explizit auch auf das Eheschutzverfah- ren hingewiesen und um entsprechende Aktenedition ersucht. Hieraus gehe hervor, dass sie bereits vor der Trennung in einem 30 %-Pensum tätig gewe- sen sei. Das Arbeitspensum des Berufungsgegners bewege sich im gleichen Rahmen. Abgesehen von der Wohnung und dem Grundbetrag seien sämtli- che Parameter identisch. Der Überschuss sei wohl deshalb notorischerweise höher gewesen, weil lediglich eine Wohnung über Fr. 600.00 habe bezahlt werden müssen und ihre Wohnung über Fr. 1’350.00 erst mit der Trennung hinzugekommen sei. Geltend gemacht worden sei jedoch lediglich ein Über- schuss von Fr. 2’394.00, der nach grossen und kleinen Köpfen aufgeteilt wer- de, wobei ihr ein Unterhalt von Fr. 557.60 bis September 2027 und anschlies- send Fr. 878.00 bis November 2029 und bis November 2033 Fr. 1’000.00 zu- komme. Sie habe in der Klage festgehalten, dass beide Parteien bei der Tren- nung bzw. kurz davor das gleiche Einkommen gehabt hätten. Sie habe einen Überschuss geltend gemacht, dies begründet und einen Anteil eines grossen Kopfes gefordert. Die Vorderrichterin verkenne, dass der Berufungsgegner die Unterhaltsbeiträge nicht substanziert bestritten habe (KG-act. 1 Ziff. B./II./4). bb) Der gebührende Unterhalt gemäss Art. 125 ZGB entspricht der Lebens- haltung, welche die Eheleute während ihres Zusammenlebens erreichten und entsprechend ihrer Übereinkunft pflegten und auf deren Weiterführung sie im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten auch nach der Scheidung ihrer Ehe jedenfalls dann grundsätzlich Anspruch haben, wenn ihre Ehe lebensprägend war. Massgebend ist der zuletzt erreichte, gemeinsam gelebte Lebensstan- dard. Dieser, zuzüglich trennungsbedingter Mehrkosten, stellt gleichzeitig auch die Obergrenze des gebührenden Unterhalts dar (BGer, Urteil Kantonsgericht Schwyz 22 5A_390/2018 vom 29. Mai 2019 E. 3.3; BGE 134 III 145 E. 4). Die Erfüllung der Voraussetzungen des nachehelichen Unterhalts hat derjenige Ehegatte zu beweisen, der einen Unterhaltsanspruch geltend macht (Gloor/Spycher, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. A. 2022, Art. 125 ZGB N 44). Der Beweis des bisherigen Lebensstandards obliegt da- her der Unterhaltsgläubigerin (Jungo, Beweis der nachehelichen Unterhalts- forderung – oder: wer trägt die Beweislast für die [fehlende] Sparquote?, in: FamPra 4/2020, S. 941). cc) Hinsichtlich der Bestreitung des Berufungsgegners bezüglich des Anspruchs der Berufungsführerin auf einen nachehelichen Unterhalt verweist die Vorderrichterin auf „act. 5 S. 3“ und „act. 42 S. 23“ und damit die Eingaben vom 31. Januar 2022 und 21. November 2022. Nach Ansicht der Berufungs- führerin erfolgte die zweite Eingabe nach der Hauptverhandlung vom 25. Au- gust 2022 und deshalb verspätet. Wie es sich damit verhält, kann offengelassen werden. So handelt es sich bei der erstgenannten Eingabe nicht um die Klageantwort, auf deren Inhalt die Berufungsführerin in ihrer Berufung ausschliesslich Bezug nimmt (vgl. KG-act. 1 Ziff. B./II./4.4.1), wes- halb die entsprechenden Ausführungen nicht greifen. In der Stellungnahme vom 31. Januar 2022 wie auch in derjenigen vom 21. November 2022 hielt der Berufungsgegner hingegen explizit fest, es bestehe kein Anspruch auf nach- ehelichen Unterhalt, weil die Ehe sehr kurz gewesen sei und es keine Rollen- verteilung gegeben habe. Die Vorderrichterin ging damit zutreffend von einer (rechtzeitigen) Bestreitung des nachehelichen Unterhalts durch den Berufungsgegner aus. dd) Die Parteien haben im Geltungsbereich der Verhandlungsmaxime dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Gestützt darauf wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO). Die Parteien trifft inso- fern die Behauptungslast. Welche Tatsachen zu behaupten sind, hängt vom Kantonsgericht Schwyz 23 Tatbestand der Norm ab, auf die der geltend gemachte Anspruch abgestützt wird. Die Parteien haben alle Tatbestandselemente der materiellrechtlichen Normen zu behaupten, die den geltend gemachten Anspruch begründen (BGer, Urteil 4A_412/2019 vom 27. April 2020 E. 4.1). Wird eine prozessrele- vante Tatsache im Geltungsbereich der Verhandlungsmaxime nicht dargelegt bzw. behauptet, darf sie vom Gericht bei der Entscheidfindung nicht berück- sichtigt werden (Sutter-Somm/Schrank, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/ Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 55 ZPO N 13). Mit dem allgemeinen Hinweis, dass die Familie den Überschuss bereits vor der Trennung generiert habe und beide Parteien gearbeitet hätten, ohne zumindest kurz auf das Einkommen im Jahr vor der Trennung im Januar 2020 sowie auf die Ausgaben einzugehen, vermag die Berufungsführerin den Lebensstandard während des Zusammen- lebens nicht aufzuzeigen. Zwar ersuchte sie eingangs ihrer Klagebegründung allgemein um Edition der Eheschutz- sowie der bisherigen Abänderungs- und Revisionsverfahrensaktenakten, welchem Antrag die Vorderrichterin folgte (Vi-act. 17 Ziff. B./II./20; angef. Urteil E. 1). Unter dem Titel des nachehelichen Unterhalts verwies die Berufungsführerin indes nicht auf das Eheschutzverfah- ren, sondern sie erwähnte lediglich die Grundlagen der Unterhaltsberechnung im Eheschutzverfahren eingangs ihrer Vorbringen zu den geforderten Kinderunterhaltsbeiträgen (Vi-act. 17 Ziff. B./II./3.1), ohne geltend zu machen, dass im Eheschutzverfahren (auch) auf die Einkommens- und Bedarfswerte vor der Trennung abgestellt wurde. Im Eheschutz sind aber die aktuellen Lebenshaltungskosten und nicht der vor der Aufhebung des gemeinsamen Haushalt tatsächlich gelebte Lebensstandard massgebend (OGer ZH, Urteil LC150023-O/U vom 1. April 2016 E. III./2.3.3). Zudem hatten die Parteien ihre Behauptungen im damaligen Verfahren nur glaubhaft zu machen und es galt die soziale Untersuchungsmaxime (Art. 272 ZPO), weshalb den Unterhaltsbe- rechnungen im Scheidungsverfahren andere Werte zugrunde liegen können. Unter dem Titel der Kinderunterhaltsbeiträge äussert sie sich überdies ledig- lich zu ihrem im Jahr 2021 generierten Einkommen (Vi-act. 17 Ziff. B./II./3.2.1), während das für den Berufungsgegner behauptete Kantonsgericht Schwyz 24 Einkommen auf Zahlen aus dem Jahr 2020 gründet (Vi-act. 7 Ziff. B./II./3.2.4). Beide Einkommens- wie auch die ermittelten Bedarfswerte (vgl. Vi-act. 17 Ziff. B./II./3.2.2, 3.2.3 und 3.2.5) stimmen nicht mit den Werten aus dem Ehe- schutzverfahren überein. In ihren Unterhaltsberechnungen (vgl. Vi-KB 4) setz- te sie zudem teilweise andere Werte als die in der Klageschrift ermittelten ein, insbesondere bei den Einkommenswerten handelt es sich zumindest anfäng- lich um diejenigen aus dem Eheschutzverfahren (vgl. Vi-act. 17 Ziff. B./II./3.1). Ebenso wenig ist nachvollziehbar, wie die Berufungsführerin auf die Über- schusswerte zur Ermittlung des Barunterhalts für die einzelnen Phasen, auf welche Werte sie dann wiederum beim nachehelichen Unterhalt abstellte (vgl. Vi-act. 17 Ziff. B./II./4.4), gelangt (vgl. Vi-act. 17 Ziff. B./II./3.3.3). Insbe- sondere zeigte sie dabei auch nicht auf, weshalb sie für die Phase 4 einen nachehelichen Unterhalt von Fr. 1’000.00 und nicht von Fr. 1’408.55 (vgl. Vi-act. 17 Ziff. B./II./4.4) verlangte. Insgesamt kann damit nicht von einer ausreichenden Darlegung des ehelichen Lebensstandards ausgegangen wer- den, womit auch der Vorhalt des überspitzten Formalismus (vgl. KG-act. 1 Ziff. B./II./4.6.1) nicht greift. Mangels Vorliegens der Grund- lagen ist irrelevant, ob der Berufungsgegner eine Sparquote geltend machte (vgl. KG-act. 1 Ziff. 4.3.3). Kommt hinzu, dass die Vorderrichterin bis Novem- ber 2027 einen Überschuss von Fr. 2’231.35 und bis zum Eintritt von F.________ in die Oberstufe von Fr. 2’051.35 errechnete (angef. Urteil E. 6.4.7.2 f.), worauf auch die Berufungsführerin verweist und festhält, ansch- liessend dürfte sie den Bedarf inkl. Überschussanteil selbst tragen können. Sie zeigt in diesem Zusammenhang nicht auf (vgl. KG-act. 1 Ziff. B./II./4.3.4), inwieweit die Berechnungen der Vorderrichterin falsch wären und weshalb auf ihre in der Klagebegründung ermittelten Überschüsse oder Unterhaltsforde- rungen abzustellen wäre, weshalb die Berufung in diesem Punkt den Begrün- dungsanforderungen nicht genügt (vgl. E. 1c/aa oben). Soweit die Berufungs- führerin in ihrer Berufung die Lebenshaltung unter Bezugnahme auf die Beila- ge der Unterhaltsberechnungen anlässlich der Eheschutzverhandlung, das Eheschutzgesuch (inkl. Beilagen) und die Schutzschrift des Berufungsgegners Kantonsgericht Schwyz 25 inkl. dessen Stellungnahme an der Eheschutzverhandlung (inkl. Beilagen) darzulegen versucht (vgl. KG-act. 1 Ziff. B./II./4.6.5 ff. und KG-act. 1/4-1/6), ist sie damit überdies ungeachtet der Frage der Gerichtsnotorietät aus noven- rechtlichen Gründen nicht zu hören (vgl. Art. 317 Abs. 1 ZPO; siehe auch E. 2a oben), zumal die Vorderrichterin trotz der Kenntnis der (beigezogenen) Eheschutzakten ohne weitere Tatsachenbehauptungen seitens der Beru- fungsführerin nicht auf eine konkrete Lebenshaltung schliessen musste. Die Berechnungen (vgl. KG-act. 1 Ziff. B./II./4.6.5 und KG-act. 1/4) zählen zudem nicht zu den offiziellen Eheschutzakten (vgl. KG-act. 6). Bei unechten Noven können die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO – analog zu Art. 99 BGG – zwar auch dann gegeben sein, wenn erst der angefochtene Entscheid Anlass zu diesem Vorbringen gibt (BGer, Urteil 4A_540/2014 vom 18. März 2015 E. 3.1; OGer AR, Zirkular-Urteil O1Z 19 1 vom 14. Juli 2020 E. 1.6.4; Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], a.a.O., Art. 317 ZPO N 10; Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 317 ZPO N 30). Dies ist vorliegend indes nicht der Fall, weil der Berufungsführerin von Beginn an bekannt war oder sein musste, dass sie den Lebensstandard vor der Trennung rechtsgenüglich darzulegen hat. Dass eine Ungleichbehandlung vorliegen könnte, vermag die Berufungs- führerin schliesslich mit dem Hinweis auf die ihrer Ansicht nach konstruierte Eigengutsforderung des Berufungsgegners (vgl. KG-act. 1 Ziff. B./II./4.6.2) nicht aufzuzeigen, nachdem der Zweckgedanke der allgemeinen richterlichen Fragepflicht nach Art. 56 ZPO darin besteht, dass eine Partei nicht wegen Unbeholfenheit ihres Rechts verlustig gehen soll, indem das Gericht bei klaren Mängeln der Parteivorbringen helfend eingreifen soll. Die Ausübung der ge- richtlichen Fragepflicht darf keine Partei einseitig bevorzugen und nicht zu einer Verletzung des Grundsatzes der Gleichbehandlung der Parteien führen. Vor allem dient die gerichtliche Fragepflicht nicht dazu, prozessuale Nachläs- sigkeiten der Parteien auszugleichen. Wie weit das Gericht eingreifen soll, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab, namentlich von der Unbeholfen- heit der betroffenen Partei (BGer, Urteil 4A_259/2023 vom 4. Oktober 2023 E. 3.1.2). Die richterliche Frage- und Aufklärungspflicht soll in erster Linie ver-Kantonsgericht Schwyz 26 hindern, dass juristische Laien durch ihre Unkenntnis um ihr Recht gebracht werden (Gehri, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], a.a.O., Art. 56 ZPO N 3). Bei anwaltlich vertretenen Parteien hat die richterliche Fragepflicht nur eine sehr eingeschränkte Tragweite (BGer, Urteil 4A_601/2020 vom 11. Mai 2021 E. 4.3.2). Entsprechend musste die Vorderrichterin die Berufungsführerin nicht auf die ungenügende Substanzierung hinweisen (vgl. KG-act. 1 Ziff. B./II./4.6.3), weil nach der Verhandlungsmaxime grundsätzlich die Partei- en die Verantwortung für die Beibringung des Tatsachenfundaments tragen und die Berufungsführerin überdies nicht aufzeigt, woran die Vorderrichterin hätte erkennen sollen, dass sie trotz anwaltlicher Vertretung im Unklaren über die Substanzierungsanforderung gewesen sein sollte (BGer, Urteil 4A_601/2020 vom 11. Mai 2021 E. 4.3.2 f.). ee) Die Berufungsführerin vertritt die Ansicht, dass die Vorsorgelücke auch über das Scheidungsverfahren hinaus weiterhin bestünde, sollte das Gericht keinen nachehelichen Unterhalt sprechen (KG-act. 1 Ziff. B./II./4.5.2). Sie er- achtet den Vorsorgeunterhalt als in der Klage ausführlich begründet, ohne aber näher hierauf einzugehen und aufzuzeigen, weshalb dem so sein soll und die Vorderrichterin einen Vorsorgeunterhalt hätte sprechen müssen (vgl. KG-act. 1 Ziff. B./II./4.5.1). Es ist grundsätzlich nicht Aufgabe des Unter- haltsrechts, einen allenfalls mangelhaften Vorsorgeausgleich zu kompensie- ren (BGE 141 III 465 E. 3.2.2). Davon abgesehen hängt der Vorsorgeunterhalt von der massgeblichen Lebenshaltung ab und diese ist der Bemessung zu- grunde zu legen (vgl. Gloor/Spycher, a.a.O. Art. 125 ZGB N 4a). Die Beru- fungsführerin legte selbige nach dem oben Gesagten gerade nicht rechts- genüglich dar. Im Weiteren ist das Gericht zwar nur an die gestellten Rechts- begehren, nicht hingegen an die einzelnen Teilbeträge gebunden (BGer, Urteil 5A_413/2019 vom 20. Februar 2020 E. 3.3.3). Mit Klagebegründung ersuchte die Berufungsführerin indes (noch) um Verpflichtung des Berufungsgegners zur Leistung eines Unterhaltsbeitrags von mind. Fr. 300.00 ab Rechtshängig- keit des Scheidungsurteils bis zu dessen Rechtskraft bzw. Vollstreckbarkeit Kantonsgericht Schwyz 27 der Unterhaltsbeiträge nach Ziffer 4.2 (vgl. Vi-act. 17 Ziff. 4.1, S. 3). Sie ver- langte ausdrücklich einen Vorsorgeunterhalt für die Dauer des Scheidungsver- fahrens und nicht zusätzlich darüber hinaus, insbesondere auch nicht eventu- aliter für den Fall, dass kein nachehelicher Unterhalt gesprochen würde (vgl. Vi-act. 17 Ziff. B./II./4.5). Abgesehen davon, dass kein Grund für die ver- spätete Geltendmachung gegeben wäre, lässt sich Gegenteiliges auch nicht aus ihren Anpassungen an der Fortsetzung der Hauptverhandlung ableiten und bleibt gestützt auf die dortigen Ausführungen unklar, weshalb die Beru- fungsführerin für welche Phase einen Vorsorgeunterhalt verlangte (vgl. Vi-act. 44 S. 28). Beim jetzigen Vorbringen der späteren Vorsorgelücke handelt es sich folglich um ein Novum, für dessen Berücksichtigung die Beru- fungsführerin keine Berechtigung darlegt (vgl. Art. 317 Abs. 1 ZPO; siehe auch E. 2a oben). c) Insgesamt ist ungeachtet der Eintretensfrage mangels rechtsgenügli- cher Darlegung des ehelichen Lebensstandards kein nachehelicher Unterhalt zu sprechen. Dispositivziffer 6 des angefochtenen Urteils ist damit zu bestäti- gen. 4. Die Berufungsführerin beantragt eine Erhöhung ihres güterrechtlichen Ausgleichsanspruchs von Fr. 59’777.25 auf Fr. 247’648.82. a) Laut Berufungsführerin machte die Vorderrichterin in unerlaubter Art und Weise von der richterlichen Fragepflicht Gebrauch und stellte den Sachverhalt falsch fest, indem sie an der Fortsetzung der Hauptverhandlung am 6. De- zember 2022 Behauptungen über Vermögenswerte im Zeitpunkt der Ehe- schliessung erfragt habe. Die Vorderrichterin habe den Berufungsgegner während seines Parteivortrags durch sämtliche Scheidungsnebenfolgen be- gleitet und auch auf die Güterrechtsfolgen angesprochen. Der Berufungsgeg- ner habe trotz der unzulässigen extensiven Fragen zu sämtlichen Neben- punkten nicht ansatzweise eine Behauptung aufgestellt, dass ein Teil des Kantonsgericht Schwyz 28 Vermögens vorehelich sei, geschweige denn, dass Eigengut bestanden habe, und er habe keine Ausführungen zu seinem Vermögen oder zu den im Recht liegenden und von ihr vorgebrachten Kennzahlen gemacht oder Unterlagen beigebracht. Die Vorderrichterin habe selbst erkannt, dass die gesetzlich ver- mutete Zuweisung zur Errungenschaft nicht bestritten worden sei. Ausserdem gehe es um eine gesetzliche Vermutung (Art. 200 Abs. 3 ZGB), weshalb nicht per se von einer nicht ansatzweise erwiderten Tatsachenbehauptung gespro- chen werden könne. Die gerichtliche Fragepflicht nehme den Parteien nicht die Verantwortung für die zeitgerechte Prozessführung ab. Am 6. Dezember 2022 seien nur noch echte oder unechte Noven nach Art. 229 ZPO möglich gewesen. Die diesbezüglichen Fragen an der Parteibefragung und mithin die Antworten des Berufungsgegners seien somit verspätet erfolgt. Die Fragen wären jedoch bereits anlässlich des Tatsachenvortrags unzulässig gewesen, weil die zugrundeliegende Tatsachenbehauptung nicht ansatzweise erfolgt sei. Im Weiteren habe kein Anlass bestanden, Zweifel an ihrem Sachverhalt zu hegen, und es könne erst dann zur rechtlichen Beweiserhebung nach Art. 153 Abs. 2 ZPO geschritten werden, wenn durch die richterliche Frage- pflicht die Zweifel nicht beseitigt werden könnten. Bei der extensiven Befra- gung an der Fortsetzung habe es sich nicht um eine Ausübung der richterli- chen Fragepflicht gehandelt, sondern um eine unzulässige Beweiserhebung. Die Berufungsführerin weist auch unter dem Titel der materiellen Wahrheit auf die gesetzliche Vermutung hin, die nicht in Frage gestellt werden dürfe, und erachtet eine Vermögensbildung nicht per se als unmöglich. Ihr Beweisantrag um Aktenedition sei sodann mangels zugrundliegender Tatsachenbehauptung unerheblich und könne jederzeit zurückgezogen werden, was spätestens durch ihre Opposition gegen die extensive Ausübung der richterlichen Frage- pflicht und die Beweiserhebung von Unterlagen des Berufungsgegners per Heirat geschehen sei. Schliesslich stellt sich die Berufungsführerin (eventuali- ter) gegen die Zuordnung der Liegenschaft an der E.________strasse yy und der Sparplangelder zum Eigengut des Berufungsgegners (KG-act. 1 Ziff. B./II./3).Kantonsgericht Schwyz 29 b) aa) Für die Anwendung der richterlichen Fragepflicht ist vorausgesetzt, dass die Partei die betreffende Tatsache überhaupt behauptet. Sind die Aus- führungen einer Partei unklar, widersprüchlich, unbestimmt oder offensichtlich unvollständig, soll der Richter im Rahmen seiner Fragepflicht der Partei dazu verhelfen, selbst die relevanten Tatsachen vorzubringen und entsprechende Beweismittel zu nennen (Gehri, a.a.O., Art. 56 ZPO N 8 f.). Die gerichtliche Fragepflicht bezweckt die Klärung des im Streit liegenden Sachverhalts sowie die Klärung des Parteiwillens mit dem Ziel, die Parteien zu klaren, vollständi- gen und bestimmten Behauptungen anzuhalten. Damit unterscheidet sie sich als informative Parteibefragung von einer beweismässigen Parteibefragung, bei der es um eine förmliche Einvernahme der Parteien im Sinne einer Be- weismassnahme zur Erwirkung von Beweismitteln zum Sachverhalt geht (Meier, Die Behauptungs-, Bestreitungs- und Substantiierungslast im ordentli- chen und vereinfachten Verfahren nach dem Verhandlungsgrundsatz der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Diss. 2013 N 25; Gehri, a.a.O., Art. 56 ZPO N 16). Was die Parteien anlässlich der informativen Parteibefra- gung vorbringen, gehört zum Behauptungsstadium des Prozesses und bildet kein Beweismittel (Hafner, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], a.a.O., Art. 191 ZPO N 14 mit Verweisen). bb) An der Hauptverhandlung vom 25. August 2022 stellte die Vorderrichte- rin dem Berufungsgegner im Rahmen dessen ersten Parteivortrags Fragen im Sinne der richterlichen Fragepflicht (vgl. Vi-act. 24 S. 3 ff.). Damit die Frage- pflicht greift, müssen Tatsachen lediglich andeutungsweise behauptet werden. Bei Bestreitungen gilt, dass die gegnerischen Tatsachenbehauptungen wenigstens in allgemeiner Weise bestritten werden müssen (Hurni, in: Haus- heer/Walter [Hrsg.], a.a.O., Art. 56 ZPO N 10). Bei der von der Berufungsfüh- rerin als falsch gerügten Begründung in E. 7.4.2 handelt es sich lediglich um die Wiedergabe der Lehre zur gerichtlichen Fragepflicht. Laut den auf den Fall bezogenen vorderrichterlichen Erwägungen in E. 7.5.1 führte der Berufungs- gegner aus, es gebe keinen Grund für eine Gütertrennung (mit Verweis auf Kantonsgericht Schwyz 30 Vi-act. 5 S. 3 und Vi-act. 20 S. 3), es gebe nichts zu teilen (mit Verweis auf Vi-act. 24 S. 5). Damit erachtet die Vorderrichterin eine entsprechende Tatsa- chenbehauptung zumindest in den Grundsätzen als aktenkundig gemacht. Der Berufungsgegner brachte in seiner Klageantwort, wie bereits in seiner Eingabe vom 31. Januar 2022 (Vi-act. 5 S. 3), in güterrechtlicher Hinsicht vor, dass es keinen Grund für eine Gütertrennung gebe, weil beim Zusammenle- ben die Gütertrennung gelebt worden sei und es keine eheliche Rollenvertei- lung gegeben habe (Vi-act. 20 S. 3). Somit lag zumindest andeutungsweise eine Behauptung gegen das Bestehen einer güterrechtlichen Forderung der Berufungsführerin vor, auch wenn der Berufungsgegner kein voreheliches Vermögen geltend machte. Art. 200 Abs. 3 ZGB stellt eine widerlegbare Ver- mutung dafür auf, dass die positiven Vermögenswerte eines Ehegatten zu seiner Errungenschaft gehören. Wer die Zugehörigkeit zum Eigengut behaup- tet, trägt mithin die Beweislast mit vollem Beweismass für diese Behauptung (Jakob, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], a.a.O., Art. 200 ZGB N 6). Die Anfor- derungen an Art. 56 ZPO sind in diesem Zusammenhang nicht abweichend von anderen Konstellationen zu verstehen. Es ist damit nicht zu beanstanden, dass die Vorderrichterin die Voraussetzungen zur Ausübung der Fragepflicht bejahte. An der Hauptverhandlung vom 25. August 2022 erwiderte der Beru- fungsgegner in seinem ersten Parteivortrag rechtzeitig (vgl. Art. 229 Abs. 2 ZPO; Sutter-Somm/Grieder, in: Sutter-Somm/ Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 56 ZPO N 37; Leuenberger, a.a.O., Art. 229 ZPO N 12) auf die in Ausübung der richterlichen Fragepflicht zum Güterrecht gestellte Frage der Vorderrichterin, ob es aus seiner Sicht etwas gebe, das geteilt werden müsste, es gebe nichts zu teilen (Vi-act. 24 S. 3 und 5). Weitere relevante Ausführungen hierzu machte er nicht. c) aa) Art. 277 Abs. 2 ZPO nimmt das Gericht verstärkt in die Pflicht, sich für die Beurteilung vermögensrechtlicher Scheidungsfolgen von der Vollstän- digkeit der zur Entscheidfällung erforderlichen Unterlagen zu überzeugen. Kantonsgericht Schwyz 31 Diese Bestimmung bezieht sich gerade auch auf das Güterrecht, bei dem der Verhandlungsgrundsatz gilt (Stalder/van de Graaf, in: Oberham- mer/Domej/Haas [Hrsg.], a.a.O., Art. 277 ZPO N 4). Art. 277 Abs. 2 ZPO ent- bindet jedoch nicht von der Substanzierungspflicht. Das Gericht hat vielmehr darauf zu drängen, dass behauptete und bestrittene Tatsachen durch Urkun- den belegt werden (Bähler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], a.a.O., Art. 277 ZPO N 2a). Der Verhandlungsgrundsatz nach Art. 277 Abs. 1 ZPO wird weiter eingeschränkt durch die Möglichkeit, bei erheblichen Zweifeln an der Richtigkeit nicht streitiger Tatsachen, von Amtes wegen Beweis zu erheben (Art. 153 Abs. 2 ZPO). Weder die Aufforderungspflicht nach Art. 277 Abs. 2 ZPO noch die im allgemeinen Teil der ZPO statuierten Relativierungen des Verhandlungsgrundsatzes dienen aber der Korrektur unterlassener Behauptungen oder anderer prozessualer Fehler einer Partei (Stalder/van de Graaf, a.a.O., Art. 277 ZPO N 4a). Ein geeignetes Be- weismittel im Rahmen von Art. 153 Abs. 2 ZPO ist die Parteibefragung nach Art. 191 ZPO, die sowohl an einer Instruktions- als auch an einer Hauptver- handlung durchgeführt werden kann. Verschafft die Parteibefragung keine Klärung, können weitergehende Beweismassnahmen angeordnet werden (z.B. Urkundeneditionen oder Zeugenbefragungen; Leu, in: Brun- ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], a.a.O., Art. 153 ZPO N 31). Die Frage der Be- weislastverteilung ist gegenstandslos, wenn das Gericht aufgrund seiner Be- weiswürdigung annimmt, ein bestimmter Sachverhalt sei erwiesen (BGer, Ur- teil 5C.171/2003 vom 11. November 2003 E. 1.3). bb) Laut Vorderrichterin arbeitete der Berufungsgegner während der Ehe bei der D.________ AG sowie auf der Alp und absolvierte in den ersten Ehejah- ren zudem eine Weiterbildung zum Maurer. Die Berufungsführerin sei nach der Geburt von F.________ rund ein Jahr keiner Erwerbsstätigkeit nachge- gangen und habe anschliessend bei einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 30 % ein Einkommen von rund Fr. 25’000.00 generiert. Erst nach dem güter- rechtlichen Stichtag habe sie ihr Pensum auf 40 % erhöht. Nach der Trennung Kantonsgericht Schwyz 32 im Juni 2020, mithin nach zweieinhalb Ehejahren, habe der Berufungsgegner von seinem Einkommen, nebst dem eigenen Lebensunterhalt, monatlich Fr. 2’246.00 und damit bei einem Einkommen von rund Fr. 75’000.00 jährlich rund Fr. 27’000.00 an Unterhalt bezahlt. Aufgrund dieser Umstände sei offen- sichtlich, dass es dem Berufungsgegner ohne weitere Einkommensquellen nicht möglich gewesen sei, während rund vier Jahren eine Errungenschaft von Fr. 510’000.00 zu äufnen, während er nebenbei grösstenteils für den Familienunterhalt aufgekommen sei (angef. Urteil E. 7.5.2). Am 6. Dezember 2022 fand eine Parteibefragung nach Art. 191 ZPO (mit vor- gängigem Hinweis auf die Wahrheitspflicht und Strafandrohung) und damit keine informative Parteibefragung im Sinne der richterlichen Fragepflicht statt (vgl. Vi-act. 36 und 44 S. 1). Die Rüge der unzulässigen Ausübung der richter- lichen Fragepflicht greift damit nicht. Die Vorderrichterin stellte dem Beru- fungsgegner gemäss ihren Erwägungen gestützt auf Art. 153 Abs. 2 ZPO (auch) Fragen zu seinen Vermögenswerten im Zeitpunkt der Heirat sowie der Einleitung des Scheidungsverfahrens. Der Berufungsgegner hatte zuvor nicht bestritten, dass sein gesamtes Vermögen Errungenschaft ist. Am Schluss der Fortsetzung der Hauptverhandlung machte die Vorderrichterin die Parteien ausserdem darauf aufmerksam, dass allenfalls gestützt auf Art. 153 Abs. 3 (recte: 2) ZPO weitere Belege des Berufungsgegners ediert bzw. einverlangt würden (Vi-act. 44 S. 36), was sie am 9. Dezember 2022 mit der Edition von Kontoauszügen per 2. November 2017 und 11. Januar 2022 sowie von Unter- lagen über den Rückkaufswert von Vorsorgeguthaben (Vi-act. 47) auch tat (siehe auch angef. Urteil E. 7.5.2). Die Vorderrichterin hegte damit trotz Ausübens der richterlichen Fragepflicht erhebliche Zweifel am Vorliegen einer Errungenschaft in der von der Beru- fungsführerin geltend gemachten Höhe von Fr. 512’360.00 bzw. des gesam- ten am güterrechtlichen Stichtag vorhandenen Vermögens des Berufungs- gegners (vgl. hierzu auch Leu, a.a.O., Art. 153 ZPO N 26). Damit war sie be-Kantonsgericht Schwyz 33 rechtigt, diesbezüglich Beweis führen zu lassen (BGer, Urteil 4A_196/2021 vom 2. September 2022 E. 3.5). Die Berufungsführerin vertritt auch hier die Ansicht, das Gericht dürfe die gesetzliche Vermutung nicht infrage stellen (KG-act. 1 Ziff. B./II./3.7.5). Die gesetzliche Vermutung hindert eine Partei aber nicht daran, das Gegenteil zu behaupten (und zu beweisen). Trotz ge- setzlicher Vermutung kann eine Partei bestreiten, dass Errungenschaft vor- liegt, und sie kann allfällige Beweise hierzu einreichen. Art. 200 Abs. 3 ZGB kommt erst zum Zug, wenn es an einem vollen Beweis zugunsten einer der beiden Gütermassen fehlt (Hausheer/Aebi-Müller, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], a.a.O., Art. 200 ZGB N 24). Die in Art. 153 Abs. 2 ZPO erwähnten Zweifel können auch erst nach Aktenschluss entstehen (BGer, Urteil 4A_196/2021 vom 2. September 2022 E. 3.4.2). Die Berufungsführerin erach- tet eine Vermögenszunahme durch Sparen der Parteien, geschickte Anlagen oder auch Lotteriegewinne etc. als durchaus möglich (KG-act. 1 Ziff. B./II./3.7.6). Selbst wenn die Parteien einen „nicht allzu aus- schweifenden Lebensstil“ gepflegt hätten, durfte die Vorderrichterin eine Ver- mögenszunahme im Umfang von mehr als Fr. 500’000.00 in Anbetracht des von ihr aufgeführten Einkommens und der Auslagen der Parteien sowie der beschränkten Ehedauer bis zur Einleitung des Scheidungsverfahrens als höchst unwahrscheinlich, zumindest aber als gleich wahrscheinlich oder wahrscheinlicher als die von der Berufungsführerin behauptete Variante (vgl. Leu, a.a.O., Art. 153 ZPO N 25), ansehen. Die Darlegungen der Beru- fungsführerin erschöpfen sich dagegen in nicht weiter belegten Behauptun- gen. Weil das Gericht von Amtes wegen eingreift, muss es ferner jedes in Art. 168 ZPO vorgesehene Beweismittel abnehmen können, unabhängig da- von, ob es (rechtskonform) angeboten wurde oder nicht (F. Bastons Bulletti in Newsletter ZPO Online 2023-N2, Rz 11; Brönnimann, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], a.a.O., Art. 153 ZPO N 2 und 7). Stellen die Parteien dem Gericht keine Beweisanträge, geht das Gericht den Tatsachen bzw. Widersprüchen, die Anlass zum Zweifel gaben, von Amtes wegen nach und macht sie zum Beweisgegenstand (Leu, a.a.O., Art. 153 ZPO N 31; siehe auch Guyan, in: Kantonsgericht Schwyz 34 Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], a.a.O., Art. 153 ZPO N 12). Die Beweisab- nahmen vom 6. und 9. Dezember 2022 sind damit nicht zu beanstanden. Für diesen Fall wendet sich die Berufungsführerin (eventualiter) einzig gegen die Zuordnung der Liegenschaft an der E.________strasse yy sowie des Gutha- bens auf dem Sparkonto bei der G.________ (Bank I) zum Eigengut des Berufungsgegners. d) Die Vorderrichterin ermittelte ein Kontosaldo des Berufungsgegners per güterrechtlichem Stichtag von insgesamt Fr. 432’362.00. Den Wert der Liegenschaft an der E.________strasse yy ermittelte sie infolge deren Zuord- nung zum Eigengut des Berufungsgegners sowie mangels Ersatzforderungen nicht (angef. Urteil E. 7.7.1). Ausgehend von vorehelichen Vermögenswerten von Fr. 268’745.40 (angef. Urteil E. 7.7.2) und nach Abzug des sich auf dem Sparkonto der G.________ (Bank I) befindenden Betrags von Fr. 27’000.00 (vgl. angef. Urteil E. 7.7.4) schloss sie auf eine Errungenschaft des Berufungsgegners von Fr. 136’616.60 (angef. Urteil E. 7.7.5). aa) Die Vorderrichterin ging davon aus, dass der Berufungsgegner die Liegenschaft mit Geld von seinem H.________ (Bank II)-Konto bezahlte. Da- mit erkläre sich, weshalb der Wert des Privatkontos während der Ehe gesun- ken sei und es sei plausibel, dass ein Betrag von Fr. 60’000.00 in die Liegen- schaft geflossen sei. Daraus folge, dass die Liegenschaft mit vorehelichem Vermögen erworben und somit dem Eigengut des Berufungsgegners zuzu- rechnen sei (angef. Urteil E. 7.7.3). Die Berufungsführerin wendet sich gegen die Zuordnung der Liegenschaft zum Eigengut des Berufungsgegners. So habe der Berufungsgegner hierzu keine Ausführungen machen können. Er wisse nicht, wann er die Liegenschaft gekauft und wieviel er bezahlt haben wolle und ob die Werte in der Steuererklärung zutreffend seien. Dennoch nehme die Vorderrichterin an, er habe Fr. 60’000.00 aus vorehelichem Ver- mögen investiert, obwohl sich dies weder aus einer Parteibehauptung noch aus der – wenn auch unzulässigen – Parteibefragung ergebe. Zumindest wäre Kantonsgericht Schwyz 35 die Annahme falsch, dass das H.________ (Bank II)-Konto mit einem Saldo per Heirat von Fr. 79’403.00 wohl für den Kauf verwendet worden sei. Der Betrag von Fr. 597.00 für den Kauf würde fehlen und wäre jedenfalls aus der Errungenschaft erfolgt. Der Saldo des Kontos per Stichtag von Fr. 26’483.00 wäre sodann wieder mit Errungenschaft angehäuft worden (KG-act. 1 Ziff. B./II./3.9.2 f.). Wird ein Vermögenswert während des Güterstands entgeltlich erworben, kommt es darauf an, aus welcher Vermögensmasse die Gegenleistung stammte. Handelt es sich um Errungenschaft, ist auch der erworbene Vermö- genswert Errungenschaft (Art. 197 Abs. 2 Ziff. 5 ZGB). Handelt es sich um Eigengut, ist der erworbene Vermögenswert dieser Masse zuzuordnen (Art. 198 Ziff. 4 ZGB). Gemäss den unbestritten gebliebenen Erwägungen der Vorderrichterin befand sich auf dem Privatkonto des Berufungsgegners bei der H.________ (Bank II) im Zeitpunkt der Eheschliessung im November 2017 ein Saldo von Fr. 79’402.71 und per güterrechtlichem Stichtag am 11. Januar 2022 von Fr. 26’483.00 (siehe auch Vi-BB 52a/1 und 52a/3; angef. Urteil E. 7.7.1 f.). Wie die Vorderrichterin erwähnte, gilt gemäss Bundesgericht die natürliche Vermutung, dass die Ehegatten zur Deckung der laufenden Bedürf- nisse der ehelichen Gemeinschaft nicht die Substanz ihres Eigenguts angrei- fen, das ihnen im Zeitpunkt der Eheschliessung schon gehörte oder später durch Erbschaft oder sonst wie unentgeltlich zufiel. Solche Eigengutsmittel bleiben nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung grundsätzlich unangetastet und werden in erster Linie für ausserordentliche Investitionen eingesetzt (BGer, Urteil 5A_37/2011 vom 1. September 2011 E. 3.2.1). Bei der Annahme, dass ein Betrag in der Höhe von Fr. 60’000.00 für den Erwerb der Liegenschaft geflossen sei, stützte die Vorderrichterin sich sowohl auf die Schätzungsmitteilung des Amts für Steuern vom 9. Oktober 2019, die den Steuerwert auf Fr. 40’000.00 beziffert hatte (mit Verweis auf Vi-BB 31/1), sowie darauf, dass die Berufungsführerin diesen Wert anerkannt hatte (mit Verweis auf Vi-act. 44 Frage 81). Die entsprechen-Kantonsgericht Schwyz 36 den Beweise nahm sie aufgrund ihrer Zweifel an der Richtigkeit der Behaup- tung der Berufungsführerin ab, dass es sich beim gesamten Vermögen um Errungenschaft handle, weshalb fehlende Tatsachenbehauptungen des Beru- fungsgegners in diesem Zusammenhang die Vorderrichterin nicht daran hin- derten, nach erfolgter Beweiswürdigung zu besagtem Schluss zu kommen. Weshalb die Vorderrichterin trotz dieser Umstände nicht von einem Kaufbe- trag von Fr. 60’000.00 hätte ausgehen dürfen, legt die Berufungsführerin nicht dar. Entsprechend kann auch ihrem Argument, Fr. 597.00 würden für den Kauf fehlen (KG-act. 1 Ziff. B./II./3.9.3), nicht gefolgt werden. Der Berufungs- gegner wusste weiter zwar selbst nicht mehr genau, wann er die Liegenschaft kaufte (Vi-act. 44 Frage 183). Seinen Aussagen nach sei aber gerade der Be- trag auf dem Konto vorhanden gewesen, dass er die Liegenschaft habe be- zahlen können (Vi-act. 44 Frage 184). Die Berufungsführerin bestreitet nicht, dass der Berufungsgegner die Liegenschaft mit dem Geld von seinem Privat- konto bei der H.________ (Bank II) bezahlte (siehe auch Vi-act. 44 Fragen 81 und 184). Entsprechend kann davon ausgegangen werden, dass das Konto im Zeitpunkt des Kaufs einen ausreichenden Geldbetrag aufwies. Zwar betrifft die natürliche Vermutung die Verwendung der Geldmittel und hat mit der güterrechtlichen Zuordnung eines Vermögensgegenstands nichts direkt zu tun. Diesbezüglich gilt die gesetzliche Vermutung von Art. 200 Abs. 3 ZGB (BGer, Urteil 5A_36/2023 vom 25. Juli 2023 E. 3.4.3). Allerdings betrug der Saldo per Stichtag Gütertrennung trotz des Liegenschaftskaufs noch Fr. 26’483.00 und die an den Berufungsgegner adressierte Schätzungsmittei- lung vom 9. Oktober 2019 nennt als Antrittstag den 30. April 2019, welches Datum nur rund eineinhalb Jahre nach der Heirat liegt. In Anbetracht dieser Umstände durfte die Vorderrichterin davon ausgehen, dass im Zeitpunkt des Kaufs ausreichend Eigengutsmittel auf dem Konto vorhanden waren und der Kontostand zwischen der Eheschliessung und dem Kauf nie unter Fr. 60’000.00 fiel. Es liegen denn auch keine Behauptungen vor, dass im fraglichen Zeitraum anderweitige nennenswerte Anschaffungen mit Geld von Kantonsgericht Schwyz 37 diesem Konto finanziert worden wären. Es bleibt damit bei der Zuordnung der fraglichen Liegenschaft zum Eigengut des Berufungsgegners. bb) Im Weiteren ist nach Ansicht der Berufungsführerin weder behauptet noch belegt, dass der Berufungsgegner Sparplangelder hin- und hergescho- ben habe. Tatsache sei, dass der „Sparplan zz G.________ (Bank I) Sparkon- to“ beim Stichtag einen Saldo von Fr. 27’448.00, hingegen im Zeitpunkt der Eheschliessung nur Fr. 203.00 aufgewiesen habe. Die Zunahme von Fr. 27’245.00 stelle somit Errungenschaft dar und die Annahme der Vorder- richterin, diese Zunahme sei durch die Liquidation eines anderen Vorsorge- guthabens entstanden, sei falsch und nicht belegt. Plausibilität reiche nicht aus, um Eigengutsgelder begründen zu können. Hinzu komme, dass sie die Ausführungen des Berufungsbeklagten samt und sonders bestritten habe (KG-act. 1 Ziff. B./II./3.9.4). Laut Vorderrichterin sank der Wert des Sparplans plus G.________ (Bank I) während der Ehe von Fr. 27’000.00 auf Fr. 0.00 per Stichtag. Sie verwies auf die unbestrittene Parteiaussage des Berufungsgegners an der Parteibefra- gung, wonach das Konto für drei, vier oder sechs Jahre gelaufen und das Geld bei Ablauf auf das andere Konto überwiesen worden sei, was mit der Aktenlage übereingehe. So habe sich auf dem Sparkonto bei der G.________ (Bank I) vorehelich ein Betrag von Fr. 202.85 und am Stichtag von Fr. 27’448.99 befunden und dieses mithin eine Werterhöhung von Fr. 27’246.15 erfahren. Demzufolge sei der sich auf dem Sparkonto G.________ (Bank I) befindende Betrag von Fr. 27’000.00 (nebst Fr. 202.85 [vgl. E. 7.7.2]) als vorehelich auszuscheiden und in Abzug zu bringen (angef. Urteil E. 7.7.4). An der Parteibefragung gab der Berufungsgegner zu Protokoll, dass das Gut- haben des Sparplans bei der G.________ (Bank I) nach dessen Ablauf auf das Sparkonto derselben Bank überwiesen worden sei (Vi-act. 44 Kantonsgericht Schwyz 38 Fragen 192 f.). Die Berufungsführerin erklärt nicht, an welcher Stelle sie die Aussagen des Berufungsgegners an der Parteibefragung „samt und sonders“ bestritten haben soll. Den Aussagen des Letzteren entsprechend startete der „Sparplan plus 01.02.17 – 01.02.2021“, ww, bei der G.________ (Bank I) bei der Eheschliessung mit einem Saldo von Fr. 27’000.00 und wies per güter- rechtlichem Stichtag einen Wert von Fr. 0.00 auf (Vi-act. 52a/8 und 52a/9). Auf dem Sparkonto zz des Berufungsgegners bei derselben Bank belief sich der Saldo bei Eheschliessung auf Fr. 202.85 und per Stichtag auf Fr. 27’448.80 (Vi-act. 52a/6 und 52a/7). Die Berufungsführerin beschränkt ihre Rügen in diesem Punkt auf die Darlegung der Saldi des Sparkontos und lässt ausser Acht, dass die Vorderrichterin auch Bezug auf die relevanten Kontostände des Sparplans plus nahm. Sie bezeichnet die „durch die Liquidation eines anderen Vorsorgeguthabens“ entstandene Wertzunahme auf dem Sparkonto pauschal als falsch und nicht belegt, ohne aufzuzeigen, weshalb die Vorderrichterin trotz Anstieg des Saldos um etwas mehr als Fr. 27’000.00 sowie der kongru- enten Aussagen des Berufungsgegners hinsichtlich der beschränkten Laufzeit des Sparplans und der Überweisung des Betrags auf das andere Konto bei der G.________ (Bank I) nicht von Eigengut hätte ausgehen dürfen. Aufgrund der vorhandenen Beweismittel ist als belegt anzusehen, dass der Betrag von Fr. 27’000.00 Eigengut darstellt. 5. Der Berufungsgegner beantragt mit Berufungsantwort, die Verfügung vom 3. Juni 2020 (ZES 2020 213) sei ungültig zu erklären und die Obhut über F.________ sei, unter vorsorglichen Massnahmen, ihm zu übertragen. Er ver- neint unter Bezugnahme auf Art. 175 ZGB eine Gefährdung der Berufungsfüh- rerin sowie von F.________ und dass er Erstere aus der Wohnung ausgewie- sen habe. Zudem bezeichnet er die Obhutszuteilung pauschal als nicht zutref- fend und macht geltend, F.________ wolle bei ihm leben und er unterstütze diesen in seiner Entwicklung, was seine aktuellen Besuche zeigen würden (KG-act. 7 S. 2 f.). Kantonsgericht Schwyz 39 a) Laut Art. 276 Abs. 1 ZPO trifft das Gericht die nötigen vorsorglichen Massnahmen, wenn ein Scheidungsverfahren rechtshängig ist, wobei die Be- stimmungen über die Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft sinngemäss anwendbar sind. Für die Aufhebung oder Abänderung von Mass- nahmen, die das Eheschutzgericht anordnete, ist das Scheidungsgericht zu- ständig (Art. 276 Abs. 2 ZPO). Dabei kann das (obere) Gericht vorsorgliche Massnahmen auch dann anordnen oder ändern, wenn die Ehe zwar rechts- kräftig geschieden ist, das Verfahren über die Scheidungsfolgen aber andau- ert (Art. 276 Abs. 3 ZPO; Dolge, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], a.a.O., Art. 276 ZPO N 20). Mit Einreichung der Berufung geht die Zuständig- keit für das Verfahren und damit auch zum Erlass vorsorglicher Massnahmen und prozessleitender Verfügungen von der ersten Instanz auf die Berufungs- instanz über. Dies umfasst auch die Abänderung vorsorglicher Massnahmen, die das erstinstanzliche Gericht für die Dauer des Scheidungsverfahrens an- ordnete, was konsequenterweise ebenso für Massnahmen gilt, die das Ehe- schutzgericht anordnete (CAN 2018 Nr. 13, S. 39; Sutter-Somm/ Stanischewski, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 276 ZPO N 39; Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 315 ZPO N 7). Folglich ist die Rechtsmittelinstanz für die Änderung oder Aufhebung vorsorglicher Mass- nahmen nach Einreichung eines Rechtsmittels in der Hauptsache zuständig (OGer ZG, GVP 2013, S. 174; vgl. auch BGer, Urteil 5A_705/2011 vom 15. Dezember 2011 E. 1.1). Weil vorliegend noch nicht abschliessend über die Scheidungsfolgen entschieden wurde, ist die Zuständigkeit des Kantonsge- richts für die Beurteilung eines Abänderungsgesuchs zu bejahen (Bähler, a.a.O., Art. 276 ZPO N 11; siehe auch KG SZ, Entscheid ZK1 2019 15 vom 30. Oktober 2020 E. 6a/bb). b) Vom Massnahmerichter angeordnete Massnahmen (ob originär oder in Abänderung eines Eheschutzentscheids) bleiben – vorbehältlich einer weite- ren Abänderung – bis zur rechtskräftigen Scheidung in Kraft (Zogg, „Vorsorgli- che“ Unterhaltszahlungen im Familienrecht, in: FamPra 1/2018, S. 59). Die Kantonsgericht Schwyz 40 Geltung einer vorsorglichen Massnahme endet damit in der Regel mit dem Entscheid über die entsprechende Scheidungsfolge im Scheidungsurteil (Leuenberger/Suter, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm, Scheidung, Band II, 4. A. 2022, Art. 276 Anh. ZPO N 11). Mit Erlass des vorliegenden Entscheids werden die gegen die Eheschutzverfügung gerichteten Anträge damit gegen- standslos, nachdem die Vorderrichterin im Scheidungsurteil über die elterliche Obhut zugunsten der Berufungsführerin befand, was unverändert bleibt, und die Festlegung oder Abänderung von Unterhaltsbeiträgen für die Dauer des Scheidungsverfahrens nicht infrage steht (vgl. BGer, Urteil 5A_80/2014 vom 16. April 2015 E. 3.3; Bähler, a.a.O., Art. 276 ZPO N 12). Ohnehin zeigt der Berufungsgegner nicht auf, dass oder inwieweit eine wesentliche und dauer- hafte Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten sein soll. Eben- so wenig ergibt sich aus seinen Ausführungen, inwieweit das Gericht die Ver- hältnisse unzutreffend gewürdigt bzw. der frühere Entscheid auf unzutreffen- den Voraussetzungen beruht haben soll. Darüber hinaus ist von einer abgeur- teilten Sache auszugehen (vgl. Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO), weil der Berufungs- gegner bereits mehrfach um Abänderung des Eheschutzentscheids ersuchte und er vorliegend keine neuen relevanten Tatsachen seit dem letztmaligen Entscheid geltend macht, nachdem seitens der ersten Instanz soweit bekannt – nebst späteren Nichteintreten mangels Zuständigkeit vom 15. September 2023 und 4. Dezember 2023 (vgl. ZES 2023 417 und 547 sowie auch ZK2 2023 67 und 87) – letztmals am 6. März 2023 ein Entscheid erging (ZES 2022 600), über dessen Weiterzug das Kantonsgericht am 6. Juli 2023 befand (ZK2 2023 15 und 16). Aufgrund seiner mehrmaligen erfolglosen Ver- suche der Anpassung des Eheschutzentscheids hätte er die Anforderungen an ein entsprechendes Gesuch kennen müssen. Soweit sich seine Aus- führungen gegen andere Entscheide als die Eheschutzverfügung richten, sind diese hier nicht zu hören. Auf das Gesuch wäre deshalb ohnehin nicht einzu- treten. Kantonsgericht Schwyz 41 6. Am 12. Februar 2024 reichte der Berufungsgegner eine mit „Revision gegen die Verfügung vom 3. Juni ZES 2020 33“ und am 8. April 2024 eine mit „Revision und Berufung gegen Verfügung vom 3. Juni ZES 2020 213 wie Rückweisung vom 27. März 2024“ betitelte Eingabe ein (KG-act. 15 und 19). a) Der Berufungsgegner verlangt mit beiden Eingaben ebenfalls die Aufhe- bung der Eheschutzverfügung vom 3. Juni 2020. Ungeachtet der Betitelung der Eingaben ist auch an dieser Stelle festzuhalten, dass Anträge auf Abände- rung der Eheschutzverfügung mit Erlass des vorliegenden Entscheids gegen- standslos werden (siehe E. 5b oben). Abgesehen davon, dass die erste In- stanz Eheschutzentscheide bereits mehrfach als nicht revisionsfähig bezeich- nete, legt der Berufungsgegner im Übrigen wie bereits in den vielen vorange- henden, von der ersten Instanz beurteilten „Revisionen“ keine Revisionsgrün- de im Sinne von Art. 328 Abs. 1 ZPO dar. Er erklärt nicht, nachträglich von erheblichen Tatsachen erfahren oder entscheidende Beweismittel gefunden zu haben, die er im Eheschutzverfahren nicht habe beibringen können. Er beschränkt sich in seiner Eingabe vom 23. September 2023 insbesondere wie bereits in früheren Verfahren auf Beanstandungen im Zusammenhang mit der am 2. Juni 2020 durchgeführten Eheschutzverhandlung, dem Trennungsda- tum und dem Verhalten der Berufungsführerin sowie auf das Schildern diver- ser, nach dem 3. Juni 2020 stattgefundener Aufenthalte von F.________ bei ihm und auf Gründe, weshalb die Obhut im Sinne des Kindeswohls seiner Ansicht nach auf ihn zu übertragen sei. Ebenso wenig bringt er einen Unwirk- samkeitsgrund vor. In seiner Eingabe vom 8. April 2024 begnügt er sich, so- weit verständlich, auf eine Bezugnahme auf die Eheschutzverhandlung und auf Art. 175 ZGB, ohne Anträge zu stellen, wie seiner Ansicht nach zu ent- scheiden sei (vgl. Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/ Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 329 ZPO N 8). Soweit die Eingaben als Abänderungsgesuche entgegenzunehmen sind, ergibt sich aus dem Gesuch weder eine erst nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bekanntgewordene fehlerhal- te Entscheidgrundlage noch eine erhebliche und dauernde Veränderung der Kantonsgericht Schwyz 42 Verhältnisse. Bezüglich der Eingabe vom 8. April 2024 ist überdies auch in diesem Zusammenhang auf die fehlenden Anträge hinzuweisen (vgl. Leuenberger, a.a.O., a.a.O., Art. 221 ZPO N 28). Soweit es sich nicht ohnehin um eine abgeurteilte Sache handelt (vgl. E. 5b oben), sind die Aus- führungen des Berufungsgegners zu anderen Entscheiden nebst dem Ehe- schutzentscheid schliesslich nicht von Relevanz. b) Hinsichtlich der gestützt auf Art. 132 Abs. 3 ZPO durch die erste Instanz erfolgten Rückweisungen zeigt der Berufungsgegner ebenso wenig auf, wes- halb seine Eingaben nicht als querulatorisch oder rechtsmissbräuchlich hätten eingestuft werden dürfen und inwieweit diese auf einer neuen „Hauptargumen- tation“ beruhen würden. Abgesehen davon, dass gegen eine solche Rückwei- sung eine Rechtsverzögerungsbeschwerde zu erheben gewesen wäre (BGer, Urteil 5A_177/2024 vom 15. März 2024 E. 2), kann insoweit ohnehin nicht hierauf eingetreten werden. Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass von einer querulatorischen oder rechtsmissbräuchlichen Eingabe ausge- gangen werden kann, wenn eine Partei dem Gericht mehrmals dieselbe Ein- gabe zustellt (Frei, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], a.a.O., Art. 132 ZPO N 31) oder durch eine Vielzahl aussichtsloser Eingaben mutwillig prozessiert (Kramer/Erk, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], a.a.O., Art. 132 ZPO N 16), was hier gegeben ist. c) Bei dieser Sachlage kann von der Durchführung einer (mündlichen) Verhandlung (vgl. KG-act. 15 Antrag Ziff. 2, S. 2) abgesehen werden. 7. Mit Berufung vom 11. Dezember 2023 (ZK2 2023 87) gegen die Verfü- gung vom 4. Dezember 2023 (ZES 2023 547) verlangte der Berufungsgegner mit Rechtsbegehren Ziffer 2 vom Bezirksgericht, „Infolge Zurückweisung sei- ner Amtlichen Zuständigkeit“, oder vom Kantonsgericht, „Anhand seiner Zu- ständigkeit“, eine Neubeurteilung (KG-act. 1, S. 2). Das Kantonsgericht hielt in der dortigen Nichteintretensverfügung vom 22. Dezember 2023 fest, soweit Kantonsgericht Schwyz 43 der Berufungsführer hiermit das beim Bezirksgericht eingereichte Gesuch ebenfalls beim Kantonsgericht anhängig zu machen beabsichtige, werde die- ses, inklusive dessen Prozessvoraussetzungen, im Rahmen des beim Kan- tonsgericht hängigen Berufungsverfahrens betreffend Scheidung geprüft, wo- zu die betreffenden Akten in das Verfahren ZK1 2023 29 übernommen würden (vgl. dortige Dispositivziffer 2). Indes ist auch an dieser Stelle unter Verweis auf die obige E. 6a festzuhalten, dass Anträge auf Abänderung der Ehe- schutzverfügung mit Erlass des vorliegenden Entscheids gegenstandslos werden. Für das Gesuch vom 20. November 2023 (ZES 2023 547, act. 1) gelten sodann auch die weiteren Ausführungen unter E. 6a, weil dieses inhalt- lich weitgehend mit demjenigen vom 12. Februar 2024 übereinstimmt. Auch hier erübrigt sich nach dem Gesagten die Durchführung einer Verhandlung. 8. Zusammenfassend ist die Berufung teilweise gutzuheissen und das an- gefochtenen Urteil im Sinne der Erwägungen anzupassen. Auf eine allfällige Anschlussberufung des Berufungsgegners ist nicht einzutreten. Dessen weite- ren Gesuche sind als gegenstandslos geworden abzuschreiben, soweit auf sie einzutreten ist. a) aa) Die Vorderrichterin auferlegte die Prozesskosten zu 2/3 dem Beru- fungsgegner und zu 1/3 der Berufungsführerin (angef. Urteil E. 9.2). bb) Die Vorderrichterin bezifferte die vom Berufungsgegner an die Beru- fungsführerin zu bezahlende Parteientschädigung auf Fr. 3’756.05, was einem Drittel der geltend gemachten Parteikosten von Fr. 11’268.10 (vgl. angef. Urteil E. 9.4.1) entspricht. Die Berufungsführerin verlangt mit Berufung eine Entschädigung von Fr. 7’512.06 bzw. 2/3 der Parteikosten. Obsiegen die Par- teien nur teilweise, wird in der Praxis in der Regel eine vereinfachte Berech- nungsmethode angewandt, gemäss derer die gegenseitigen Entschädigungs- pflichten einander in Bruchteilen gegenüberzustellen und zu verrechnen sind. Der überwiegend obsiegenden Partei wird dann eine Entschädigung im Um-Kantonsgericht Schwyz 44 fang des Saldos aus der Bruchteilsverrechnung zugesprochen (Zotsang, Pro- zesskosten nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2015, S. 197; Baumgartner/Dolge/Markus/Spühler, Schweizerisches Zivilprozessrecht mit Grundzügen des internationalen Zivilprozessrechts, 10. A. 2018, § 37 N 69 f.; Jenny, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 106 ZPO N 9; Rüegg/Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], a.a.O., Art. 106 ZPO N 8; Sutter-Somm/Seiler, a.a.O., Art. 106 ZPO N 10). In Anbe- tracht dessen kann der auf die Quotenverrechnung hinweisenden Vorderrich- terin keine Verletzung der Begründungspflicht oder des rechtlichen Gehörs (vgl. KG-act. 1 Ziff. B./II./5.3) vorgehalten werden. Die Berufungsführerin bezeichnet eine Verrechnung ferner generell als falsch, weil der nicht anwalt- schaftlich vertretene Berufungsgegner keinen Anspruch auf eine Parteien- tschädigung habe und eine solche auch nicht geltend mache (KG-act. 1 Ziff. B./II./5.4). Literatur und Rechtsprechung halten teilweise expli- zit fest, dass eine Verrechnung ebenfalls vorzunehmen sei, wenn nur eine der Parteien anwaltlich vertreten sei (Schmid/Jent-Sørensen, in: Oberham- mer/Domej/Haas [Hrsg.], a.a.O., Art. 106 ZPO N 4; siehe auch KG GR, Urteil ZK1 18 33 und 34 vom 9. September 2019 E. 8.3, Verfügung ZK2 16 3 und 63 vom 12. Januar 2022 E. 11.2 sowie Urteil ZK2 21 51 vom 22. Februar 2023 E. 9.2 [a.A. offenbar Urteil ZB 06 26 vom 19. Februar 2007, in: PKG 2007 S. 28 ff.]; OGer ZH, Urteil NP220004-O/U vom 23. Juni 2022 E. 9.2; HGer ZH, Urteile HG150050-O vom 19. Dezember 2016 E. II./5.2 und HG150248-O vom 26. Juni 2018 E. III./2.). Dieser Ansicht folgend und wegen des Umstands, dass die Berufungsführerin die Verrechnung lediglich generell beanstandet, ist die Entschädigung nicht zu erhöhen. Nachdem die Berufungsführerin sodann für den Fall, dass sie mit ihren Berufungsanträgen nicht („mehrheitlich“) durchdringt, keine Anpassung der erstinstanzlichen Kostenverteilung verlangt (vgl. KG-act. 1 Ziff. B./II./5.2), ist aufgrund des angeblich vom Berufungsgeg- ner verursachten, im Übrigen von ihr lediglich pauschal geltend gemachten, Zusatzaufwands (vgl. KG-act. 1 Ziff. B./II./5.2 und 5.6) keine Anpassung der erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsregelung angezeigt. Kantonsgericht Schwyz 45 b) Für die Frage des Unterliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO) bzw. des Aus- gangs des Verfahrens (Art. 106 Abs. 2 ZPO) ist entscheidend, in welchem Mass die Parteien im Ergebnis mit ihren Rechtsbegehren durchdringen (BGE 148 III 182 E. 3.2). Im Berufungsverfahren dringt die Berufungsführerin mit ihrem Antrag um minimale Erhöhung der Kinderunterhaltsbeiträge mehr- heitlich durch, unterliegt demgegenüber mit ihren Begehren um Verpflichtung des Berufungsgegners zur Leistung von nachehelichem Unterhalt, Erhöhung der Abfindung ihres güterrechtlichen Anspruchs sowie der verlangten Anpas- sung der Kosten- und Entschädigungsregelung. Bei einer vermögensrechtli- chen Streitigkeit kann der prozentuale Anteil des Obsiegens und Unterliegens berechnet werden. Entscheidend ist die Differenz zwischen dem im Rechts- begehren gestellten Antrag und dem zugesprochenen Betrag im Entscheid, das aber nicht das einzige Kriterium darstellt (Sutter-Somm/Seiler, a.a.O., Art. 106 ZPO N 10). So kann das Gewicht, das den Anträgen der Parteien beigemessen wird, nach verschiedenen Kriterien beurteilt werden: nach ihrer Bedeutung im Streitfall, dem zugesprochenen Betrag oder der verursachten Arbeit (BGer, Urteil 5D_108/2020 vom 28. Januar 2021 E. 3.2). In Anbetracht dessen, dass die Erhöhung der Kinderunterhaltsbeiträge lediglich Fr. 60.00 im Monat umfasst, erscheint angemessen, die Kosten des Berufungsverfahrens gänzlich der Berufungsführerin aufzuerlegen. Die Gerichtskosten belaufen sich auf Fr. 4’000.00. Dabei entstand für die Behandlung der allfälligen An- schlussberufung sowie der weiteren Gesuche des Berufungsgegners weder dem Gericht noch der Berufungsführerin ein nennenswerter Aufwand, weshalb dieser zu vernachlässigen ist. Demzufolge sind keine Parteientschädigungen zu sprechen, nachdem der Berufungsgegner nicht anwaltlich vertreten ist und er keine Umtriebsentschädigung geltend machte;-Kantonsgericht Schwyz 46 beschlossen und erkannt: 1. In teilweiser Gutheissung der Berufung wird Dispositivziffer 5 des ange- fochtenen Urteils der Einzelrichterin am Bezirksgericht Schwyz vom 31. Juli 2023 aufgehoben und wie folgt ersetzt: 5.1 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit November 2027: Fr. 1’250.00 (Fr. 1’110.00 Barunterhalt; Fr. 140.00 Betreuungsun- terhalt); 5.2 ab 1. Dezember 2027 bis Eintritt von F.________ in die Oberstufe: Fr. 1’425.00 (Fr. 1’280.00 Barunterhalt; Fr. 145.00 Betreuungsun- terhalt), 5.3 ab Eintritt von F.________ in die Oberstufe bis und mit November 2033: Fr. 1’486.00 (Fr. 1’486.00 Barunterhalt; Fr. 0.00 Betreu- ungsunter- halt); 5.4 ab 1. Dezember 2033 bis zur Volljährigkeit bzw. zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung durch F.________: Fr. 1’456.00 (Fr. 1’456.00 Barunterhalt; Fr. 0.00 Betreuungsunter- halt). Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist. 2. Auf die Anschlussberufung des Berufungsbeklagten wird nicht eingetre- ten. 3. Die Gesuche des Berufungsgegners um Abänderung der Eheschutzver- fügung vom 3. Juni 2020 oder um deren Revision werden als gegen- standslos geworden abgeschrieben, soweit auf sie einzutreten ist. 4. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4’000.00 werden der Beru- fungsführerin auferlegt und von ihrem Kostenvorschuss bezogen. Der Rest von Fr. 1’000.00 wird ihr aus der Kantonsgerichtskasse zurücker- stattet.Kantonsgericht Schwyz 47 5. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen ge- sprochen. 6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsa- chen, betreffend vorsorgliche Massnahmen nur wegen Verletzung ver- fassungsmässiger Rechte (Art. 98 BGG), beim Bundesgericht in Lau- sanne eingereicht werden; die Beschwerdeschrift muss den Anforderun- gen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert übersteigt Fr. 30’000.00. 7. Zufertigung an C.________ (1/R), Rechtsanwalt B.________ (2/R) und an die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vor- instanz (1/R, mit den Akten und zur Vornahme der entsprechenden Mel- dungen) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 1. Zivilkammer Der Kantonsgerichtspräsident Die Gerichtsschreiberin Versand 5. Juli 2024 amu