Motion (Müller-Bachs)-Maeder 426 18 mars 1988 sehen Kommission für Biologische Sicherheit in Forschung und Technik (SKBS/CSSB) zusammen, einer von der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissen- schaften und der Schweizerischen Akademie der Techni- schen Wissenschaften getragenen Organisation, welcher auch Vertreter der Bundesverwaltung angehören. Die SKBS registriert entsprechende Projekte und befasst sich mit Fra- gen der biologischen Sicherheit; sie gibt Empfehlungen über die Arbeitsweise mit rekombinantem Material ab. Gestützt auf Artikel 10 des Umweltschutzgesetzes prüft fer- ner die vom Bundesrat im Mai 1987 eingesetzte Experten- kommission zur Erarbeitung der Störfallverordnung, wie den Gefahren für Mensch und Umwelt begegnet werden kann, die durch die unbeabsichtigte Freisetzung von Rekombinanten-DNA-Produkten bei Unfällen entstehen können. Was die Anwendung von gentechnischen Verfahren beim Menschen betrifft, so befasst sich damit die vom Bundesrat im Herbst 1986 eingesetzte Expertenkommission «Human- genetik und Reproduktionsmedizin», deren Bericht auf den Sommer 1988 erwartet wird. Sie wird dem Bundesrat insbe- sondere auch die Grundlagen für seine Stellungnahme zur Voksinitiative «gegen Missbräuche der Fortpflanzungs- und Gentechnologie beim Menschen» liefern, die am 13. April 1987 mit 126686 gültigen Unterschriften bei der Bundes- kanzlei eingereicht worden ist (BB11987 II 1208). Der Bundesrat möchte sich nicht zu bestimmten Vorkehren verpflichten lassen, bevor er Gelegenheit gehabt hat, die Berichte und Vorschläge der erwähnten Kommissionen zu prüfen und sich namentlich über die praktische Wirksamkeit und Durchsetzbarkeit einzelner Massnahmen zu informie- ren. Er ist indessen bereit, die Motion als Postulat entgegen- zunehmen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 87.360 Motion (Müller-Bachs)-Maeder Waffenplatzprojekt Rothenthurm Projet de place d'armes à Rothenthurm Wortlaut der Motion vom 18. März 1987 Der Bundesrat wird ersucht, das Waffenplatzprojekt Rothen- thurm neu zu konzipieren unter Verlegung der Kaserne aus dem Randgebiet des Hochmoors hinaus in das EMD-eigene, nordöstlich gelegene und landschaftlich weniger exponierte Cholmattli-Gebiet und unter Verzicht auf das Uebungsge- lände innerhalb des Perimeters des BLN-Objekts 1308 (Moorlandschaft Rothenthurm-Altmatt-Biberbrugg). Texte de la motion du 18 mars 1987 Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer une nouvelle conception du projet relatif à la place d'armes de Rothen- thurm, en déplaçant la caserne de la zone marginale du marais dans la zone du Cholmattli appartenant au DMF, qui est située au nord-est et dont le paysage est moins exposé, ainsi qu'en renonçant au terrain d'exercice à l'intérieur du périmètre de l'objet 1308 de l'IFP (marais de Rothenthurm- Altmatt-Biberbrugg). Mitunterzeichner - Cosignataires: Bircher, Borei, Braunschweig, Brélaz, Chopard, Dünki, Engler, Euler, Fierz, Friedli, Günter, Hubacher, Jaeger, Jaggi, Lanz, Leuenber- ger-Solothurn, Longet, Maeder-Appenzell, Mauch, Nauer, Neukomm, Oester, Ott, Rebeaud, Rechsteiner, Ruffy, Seiler, Stamm Walter, Stappung, Vannay, Weder-Basel, Zwygart (32) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Das Eidgenössische Militärdepartement darf seine Ziele nicht mehr allein aus sich selbst, d. h. aus nur internen (monodisziplinären) Erkenntnissen bestimmen. Es muss sich heute vielmehr in Anbetracht des Umdenkens breiter Bevölkerungskreise in Sachen Umwelt- und im besonderen Landschaftsschutz zu seiner Zielbestimmung eines multidis- ziplinären Ansatzes bedienen und die ökologischen Gege- benheiten miteinbeziehen. Diese Meinung kommt auch im Grundsatzentscheid des Bundesgerichts vom 25. Juli 1986 im Enteignunsverfahren betreffend Waffenplatz Rothen- thurm zum Ausdruck. Dort hat unser oberstes Gericht fest- gehalten, dass über das Waffenplatzprojekt zuerst noch eine vom EMD bis anhin nicht vorgenommene Umweltverträg- lichkeitsprüfung durchgeführt werden müsse, bevor festge- stellt werden könne, ob das Projekt mit den Anliegen des Natur-, Landschafts- und Umweltschutzes tatsächlich ver- einbar sei oder nicht. Auch stellte das Bundesgericht fest, dass für eine Verschiebung des Kasernenareals genügend Spielraum bestehe. Wörtlich führt es aus: «In der Tat wird man bei der Ueberprüfung der Standortwahl - wie bereits in E 10b angetönt - nicht darum herumkommen, die Interes- sen am Schutz wertvoller Naturlandschaften und Biotope einerseits und die Interessen an der Erhaltung von landwirt- schaftlich wertvollem Boden andererseits gegeneinander abzuwägen.» Konkret heisst das also auch Einbezug und Respektierung des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 (SR 451), des Kreisschreibens des Eidgenössi- schen Departements des Innern an die Kantone vom 8. Mai 1968 betreffend Inventare, der Verordnung über das Bun- desinventar der Landschaften und Naturdenkmäler vom 10. August 1977 (SR 451.11), des von Bundesrat Hans Hürli- mann verfassten Vorworts zum BLN und der diesbezügli- chen Empfehlung des Europarats vom 26. Mai 1981 (Recommandation No R (81)11 du Conseil de l'Europe, Comité des Ministres) sowie der Ergebnisse, welche die Eidgenössische Anstalt für das forstliche Versuchswesen in Birmensdorf ZH im Hochmoorinventar 1984 respektive in der Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse dieses Inventars (Bericht Nr. 281, Juni 1986, EAFV 8903 Birmens- dorf) festhält. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. Januar 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 janvier 1988 Die Annahme der Volksinitiative zum Schutz der Moore bewirkt den Verzicht auf die im sogenannten Aufklärungs- gelände vorgesehenen Ausbildungsanlagen des Waffenplat- zes Rothenthurm. Dieser Verzicht bedingt eine Neuüberprü- fung des Waffenplatzprojekts. Die damit zusammenhängen- den Fragen - auch jene nach einem neuen Standort der Kaserne-müssen in enger Absprache mi t den Vertragspart- nern des Militärdepartements geprüft werden. Das Militärdepartement sucht einen neuen Kasernenstand- ort, kann diesen aber heute noch nicht festlegen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulatSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion (Müller-Bachs)-Maeder Waffenplatzprojekt Rothenthurm Motion (Müller-Bachs)-Maeder Projet de place d'armes à Rothenthurm In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1988 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.360 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 18.03.1988 - 08:00 Date Data Seite 426-426 Page Pagina Ref. No 20 016 203 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.