A bteilung III C -1015/2006 {T 0/2} U rteil vom 19. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter Im oberdorf (Kam m erpräsident); R ichter Trom m er und R ichter Vaudan; G erichtsschreiber Birgelen. S._______, Beschw erdeführer, vertreten durch R echtsanw alt D aniel Ehrenzeller, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend W iderruf der Suspension einer Einreisesperre und Verw eigerung der Erteilung einer Einreisebew illigung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: D ass der Beschw erdeführer, ein 1975 geborener m azedonischer Staatsangehö- riger, zw ischen 1999 und 2002 in der Schw eiz w iederholt Asylverfahren eingelei- tet hat, dass er nach dem Scheitern seines letzten Asylgesuchs im Jahre 2002 unter- tauchte, am 30. April 2003 in Ausschaffungshaft genom m en und am 17. Juni 2003 ausgeschafft w urde, dass die Vorinstanz m it Verfügung vom 13. Juni 2003 gegen den Beschw erde- führer eine Einreisesperre für den Zeitraum vom 17. Juni 2003 bis zum 16. Juni 2008 verhängte, dass die M assnahm e m it dem Verhalten des Beschw erdeführers (D iebstahl, N ichtbefolgen behördlicher Anordnungen im Asylverfahren) und m it vorsorglich arm enrechtlichen Erw ägungen begründet w urde, dass der Beschw erdeführer am 29. Juli 2005 in M azedonien eine m it N iederlas- sungsbew illigung im Kanton G larus w ohnhafte m azedonische Staatsangehörige heiratete und in der Folge am 2. Septem ber 2005 ein G esuch um Fam iliennach- zug stellte, dass die M igrationsbehörde des Kantons G larus das G esuch m it Verfügung vom 12. D ezem ber 2005 abw ies, dass sie begründend unter anderem ausführte, der Beschw erdeführer habe un- ter M ithilfe seines heutigen Schw agers und eines w eiteren H äftlings aus der Ausschaffungshaft auszubrechen versucht und w ährend des Zw angsm assnah- m everfahrens einen M itarbeiter der kantonalen M igrationsbehörde bedroht, dass der Beschw erdeführer und seine in der Schw eiz niedergelassene Ehefrau am 11. April 2006 Eltern von Zw illingen w urden, dass der Beschw erdeführer am 2. N ovem ber 2006 an die Vorinstanz gelangte und darum ersuchte, die Einreisesperre für m indestens zw ei bis drei M onate zu suspendieren und die Ausstellung eines Visum s zu veranlassen, dam it er seine Ehefrau und die beiden Kinder besuchen könne, dass die Vorinstanz in einer Verfügung vom 3. N ovem ber 2006 die Einreisesper- re für m axim al zw ei M onate zw ecks Fam ilienbesuchs suspendierte und die zu- ständige schw eizerische Auslandvertretung zur Erteilung eines entsprechenden Visum s erm ächtigte, dass die kantonale M igrationsbehörde – über die Suspension ins Bild gesetzt – am 10. N ovem ber 2006 bei der Vorinstanz intervenierte und auf die G ründe für die m it ihrer Verfügung vom 12. D ezem ber 2005 ausgesprochene Verw eigerung des Fam iliennachzugs verw ies, dass die Vorinstanz gestützt auf diese Intervention gleichentags die Suspen- sionsverfügung vom 3. N ovem ber 2006 w iderrief und dem Beschw erdeführer die Einreise verw eigerte m it der Begründung, sie habe erst jetzt von der Verfügung 3 der kantonalen M igrationsbehörde vom 10. N ovem ber 2006 (recte: 12. D ezem - ber 2005) und den darin erw ähnten D rohungen des Beschw erdeführers Kennt- nis erhalten, dass der Beschw erdeführer gegen den W iderruf am 30. N ovem ber 2006 beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) Beschw erde erhob m it dem Antrag, es sei ihm ein Besuchervisum für zw ei M onate zu erteilen, dass der Beschw erdeführer und die Vorinstanz in den nachfolgenden Schriften- w echseln an ihren unterschiedlichen Standpunkten festhielten, dass auf den w eiteren Akteninhalt - sow eit rechtserheblich - in den Erw ägungen eingegangen w ird, und zieht in Erw ägung: dass Verfügungen des BFM betreffend Suspension einer Einreisesperre und Einreisebew illigung der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht unterlie- gen (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20] i.V.m . Art. 31 und 33 Bst. d des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]), dass das Bundesverw altungsgericht die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei Beschw erdediensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel übernom m en hat und für diese Beurteilung das neue Ver- fahrensrecht gilt (Art. 53 Abs. 2 VG G ), dass sich das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht gem äss Art. 37 VG G nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021) richtet, sow eit das Verw altungsgerichtsgesetz nichts anderes bestim m t, dass das U rteil des Bundesverw altungsgerichts in der vorliegenden Streitsache endgültig ist (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichts- gesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass der Beschw erdeführer als m aterieller Verfügungsadressat zur Beschw erde legitim iert und auf seine frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzu- treten ist (Art. 48 ff. Vw VG ), dass die Vorinstanz m it der angefochtenen Verfügung ihre Anordnung vom 3. N ovem ber 2006 betr. Suspension der Einreisesperre und Erteilung der Einrei- sebew illigung w iderrief und dem Beschw erdeführer die Einreise in die Schw eiz verw eigerte, dass der W iderruf durch die Vorinstanz vor Ablauf der im Zusam m enhang m it der zurückgenom m enen Anordnung laufenden R echtsm ittelfrist und ausserhalb eines hängigen R echtsm ittelverfahrens erfolgte, dass deshalb die Vorinstanz auf eine rechtsfehlerhafte Anordnung vorausset- zungslos zurückkom m en durfte, d.h. ohne die nach Eintritt der form ellen R echts- kraft erforderliche Abw ägung vornehm en zu m üssen zw ischen dem Interesse an 4 der richtigen D urchführung des objektiven R echts einerseits und dem jenigen an der W ahrung der R echtssicherheit andererseits (vgl. BG E 129 V 110 E.1.2.1 S. 111, BG E 107 V 191 E. 1; vgl. auch U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Auflage Zürich 2006, R z. 821), dass die m aterielle R echtm ässigkeit des R ückkom m ens unter den gegebenen U m ständen ausschliesslich von der m ateriellen R echtm ässigkeit der neuen, ne- gativen Beurteilung des G esuchs des Beschw erdeführers um Suspension der Einreisesperre und Erteilung einer Einreisebew illigung abhängt, dass gegen den Beschw erdeführer eine rechtskräftige Einreisesperre nach Art. 13 Abs. 1 AN AG besteht, die w egen D iebstahls, N ichtbefolgens behördlicher Anw eisungen und aus vorsorglich arm enrechtlichen Erw ägungen angeordnet w erden m usste, dass der Beschw erdeführer die von der kantonalen M igrationsbehörde zusätz- lich erhobenen Vorw ürfe (O rganisation eines Ausbruchsversuchs aus der Aus- schaffungshaft, D rohung gegen eine Am tsperson aus Anlass seiner Ausschaf- fung) bestreitet, deren Begründetheit aufgrund der Aktenlage jedoch nicht ernst- haft in Frage zu stellen ist, dass die Vorinstanz von den zuletzt erw ähnten Ereignissen zum Zeitpunkt des Erlasses der Einreisesperre keine Kenntnis hatte, ihnen deshalb bei der Ausge- staltung der M assnahm e nicht R echnung tragen konnte, dass auf der anderen Seite der Beschw erdeführer im W issen der gegen ihn ver- hängten Einreisesperre nachträglich eine Fam ilie gründete und deshalb dam it rechnen m usste, sein Fam ilienleben in der Schw eiz nicht voraussetzungslos verw irklichen zu können, dass schliesslich nicht dargetan ist, inw iefern dem Beschw erdeführer und seiner Fam ilie nicht m öglich sein sollte, persönliche Kontakte ausserhalb des schw ei- zerischen Territorium s zu pflegen, dass unter den gegebenen U m ständen nicht beanstandet w erden kann, w enn die Vorinstanz zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung das öffentliche Inte- resse an der Fernhaltung des Beschw erdeführers höher gew ichtete als das ent- gegenstehende private Interesse, dass die Vorinstanz das G esuch des Beschw erdeführers um Suspension der Einreisesperre und Erteilung der Einreisebew illigung zu R echt verw eigerte, dass der Beschw erdeführer in form eller H insicht die Verletzung des rechtlichen G ehörs beanstandet, w eil er entgegen der Bestim m ung des Art. 30 Abs. 1 Vw VG vor dem W iderruf der Suspensionsverfügung nicht angehört w urde, dass die Behörde gem äss Art. 30 Abs. 2 Bst. e Vw VG auf eine vorgängige An- hörung verzichten kann, w enn G efahr im Verzuge ist und eine R eihe w eiterer, in casu gegebener Voraussetzungen erfüllt sind, dass die Vorinstanz berechtigt w ar, den W iderruf der bereits erteilten Suspensi- on der Einreisesperre als dringend im Sinne von Art. 30 Abs. 2 Bst. e Vw VG zu betrachten und auf die vorgängige Anhörung des Beschw erdeführers zu verzich- ten,5 dass sich die angefochtene Verfügung som it als rechtm ässig erw eist (Art. 49 Vw VG ) und die Beschw erde unter Kostenfolge zu Lasten des Beschw erdefüh- rers (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) abzuw eisen ist, dass die Kosten des Verfahrens auf Fr. 700.-- festzusetzen sind (Art. 1, 2 und 3 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 700.-- w erden dem Beschw erde- führer auferlegt. Sie sind durch den am 29. Januar 2007 in gleicher H öhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (Einschreiben) - der Vorinstanz (D ossier 2 031 468 retour) D er Kam m erpräsident: D er G erichtsschreiber: A. Im oberdorf L. Birgelen Versand am :