A bteilung IV D -2826/2007 law /rep {T 0/2} U rteil vom 10. Juli 2007 M itw irkung: R ichter W alter Lang, Kurt G ysi, G érald Bovier G erichtsschreiber Philipp R eim ann A ._______, geboren (...), Afghanistan, w ohnhaft (...), Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 30. M ärz 2007 i.S. Vollzug der W egw eisung / (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer - ein afghanischer Staatsangehöriger und ethnischer H aza- ra m it letztem W ohnsitz in B._______ (Provinz C ._______) - verliess seinen H eim atstaat eigenen Angaben zufolge im Jahre 2001 oder 2002 und reiste in den Iran, w o er bis Ende 2006/ Anfang 2007 gelebt und gearbeitet habe. Am 5. M ärz 2007 gelangte der Beschw erdeführer illegal in die Schw eiz, w o er am 6. M ärz 2007 in Zürich von der Stadtpolizei einer Personenkontrolle unterzogen und dabei w egen illegaler Einreise in die Schw eiz festgenom m en w urde. D a der Beschw erdeführer den Zürcher Behörden gegenüber die Absicht bekundete, in der Schw eiz ein Asylgesuch zu stellen, w iesen ihn diese dem Em pfangs- und Verfahrenszentrum D ._______ zu, w o er am 8. M ärz 2007 um Asyl nachsuchte. D ort w urden am 13. M ärz 2007 die Personalien erhoben und der Beschw erdeführer sum m arisch zu den G ründen für das Verlassen des H eim atlandes und zum R eisew eg befragt. Am 23. M ärz 2007 hörte ihn das BFM zu seinen Asylgründen an. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer geltend, die Taliban seien etw a im Jahre 2000 im D orfe B._______ in der Provinz C ._______, w o er zusam m en m it seinen Eltern sow ie m ehreren G eschw istern gelebt habe, einm arschiert. W ährend der dam aligen Käm pfe seien ein Bruder, sein Vater sow ie zw ei Söhne seines O nkels S.Y. getötet w orden. D ie Taliban hätten sich nach den besagten Käm pfen aus der G egend zurückgezogen, um das D orf später erneut zu besetzen. S.Y., w elcher dam als D orfältester in B._______ gew esen sei, habe das D orf kam pflos an die Taliban übergeben. N ach dem erneuten Abzug der Taliban aus B._______ sei die Fam ilie beziehungsw eise engere Verw andtschaft von der D orfbevölkerung beschuldigt w orden, m it den Taliban kollaboriert beziehungsw eise keinen aktiven W iderstand gegen die Einnahm e des D orfes geleistet zu haben. Schliesslich seien im Jahre 2001 respektive 2002 sein O nkel S.Y., ein w eiterer Bruder sow ie zw ei C ousins von der D orfbevölkerung um gebracht w orden. N och am selben Tag habe ihn seine M utter in einem N achbardorf in Sicherheit gebracht, w orauf er w enig später m it H ilfe eines Schleppers in den Iran gereist sei. D ort sei ihm Ende des Jahres 2006 zugetragen w orden, dass sich Leute, w elche sich als Fam ilienangehörige ausgegeben hätten, nach seinem Aufenthaltsort im Iran erkundigt hätten. D araufhin habe er den Iran im Januar 2007 aus Angst vor den früheren Verfolgern seiner Fam ilie verlassen und sei im M ärz 2007 via die Türkei und w eitere ihm unbekannte Länder in die Schw eiz eingereist. B. M it - selbentags eröffneter - Verfügung vom 30. M ärz 2007 lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab und ordnete gleichzeitig dessen W egw ei- sung aus der Schw eiz an, deren Vollzug es als zulässig, zum utbar und m öglich er- achtete. Zur Begründung führte das BFM aus, seine Vorbringen erfüllten die Anfor- derungen an das G laubhaftigkeit nicht, w eshalb ihre Asylrelevanz nicht geprüft w erden m üsse. W eder die allgem eine Lage in Afghanistan noch individuelle G rün- de w ürden gegen die D urchführbarkeit des W egw eisungsvollzugs sprechen.3 C . M it Eingabe vom 20. April 2007 beantragte der Beschw erdeführer, die angefochte- ne Verfügung sei bezüglich der Ziffern 4 und 5 des D ispositivs aufzuheben. Es sei die U nzum utbarkeit, allenfalls die U nzulässigkeit des W egw eisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. In verfahrensrechtlicher H insicht ersuchte der Beschw erdeführer um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um G ew ährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG . D . M it Zw ischenverfügung vom 15. M ai 2007 hiess der zuständige Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege vorbehältlich einer nachträglichen Veränderung der finanziellen Ver- hältnisse des Beschw erdeführers gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses. E. D as BFM beantragte in seiner Vernehm lassung vom 23. M ai 2007 die Abw eisung der Beschw erde. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. W ie bereits in der Zw ischenverfügung des Bundesverw altungsgerichtes vom 15. M ai 2007 festgehalten w urde, richtet sich die Beschw erde ausschliesslich ge- gen den von der Vorinstanz angeordneten W egw eisungsvollzug (D ispositivziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung). Som it ist die vorinstanzliche Verfügung vom 30. M ärz 2007, sow eit sie die Frage der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls be- trifft, rechtskräftig gew orden. Auch die W egw eisung als solche (D ispositivziffer 3 4 der angefochtenen Verfügung) ist dam it grundsätzlich nicht m ehr zu überprüfen. Im Folgenden ist daher lediglich zu untersuchen, ob die Vorinstanz den W egw ei- sungsvollzug zu R echt als durchführbar erachtet hat oder ob allenfalls an Stelle des Vollzugs eine vorläufige Aufnahm e anzuordnen ist. 4. 4.1 Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Aus- länder [AN AG ; SR 142.20]). 4.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 4.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG und Art. 25 Abs. 2 der Bundes- verfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]). 4.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5. 5.1 D as BFM führte in seiner Verfügung aus, in Afghanistan herrsche keine Situation allgem einer G ew alt, w eshalb auch nicht von einer konkreten G efährdung der dorti- gen Bevölkerung gesprochen w erden könne. Zw ar habe sich die Sicherheitslage in letzter Zeit verschlechtert. D ie Taliban hätten ihre Aktivitäten verstärkt und ihren Einfluss insbesondere auf G ebiete in der südlichen und südöstlichen Landeshälfte sow ie auf einzelne D istrikte im N orden des Landes ausdehnen können. G leichzei- tig kom m e der Aufbau der afghanischen N ationalarm ee sow ie der Polizeikräfte nur schleppend voran und das Entw affnungsprogram m stagniere. D er R egierung unter Präsident H am id Karzai sei es indessen gelungen, die Situation in Afghanistan w eitgehend zu stabilisieren. Auch die im D ezem ber 2005 erfolgte Einsetzung des Parlam ents sow ie die Einbindung eines G rossteils der lokalen M achthaber bildeten w ichtige Schritte in R ichtung einer Stabilisierung der Lage des Landes. im Ü brigen w erde die afghanische R egierung w eiterhin von den N ATO -geführten ISAF-Trup-5 pen unterstützt, die ihren Einsatzraum ausgedehnt und die Verantw ortung für säm tliche regionalen W iederaufbauteam s übernom m en. Ferner sprächen auch kei- ne individuellen G ründe gegen eine R ückkehr des Beschw erdeführers in sein H ei- m atland. So habe der Beschw erdeführer dem BFM keinerlei heim atliche Ausw eis- papiere abgegeben, w eshalb seine Identität und seine genauere H erkunft aus Af- ghanistan nicht als gesichert zu bew erten seien. H inzu kom m e, dass der Be- schw erdeführer w idersprüchliche und vage Angaben zum Schicksal und Verbleib seiner Verw andtschaft im H eim atstaat gem acht habe, w eshalb die entsprechenden Angaben ebenfalls nicht als gesichert gelten könnten. W iew ohl W egw eisungsvoll- zugshindernisse grundsätzlich von Am tes w egen zu prüfen seien, finde diese U n- tersuchungspflicht ihre G renzen in der M itw irkungs- und W ahrheitspflicht des G e- suchstellers, denen letzterer offensichtlich nicht nachgekom m en sei und die Asyl- behörden zu täuschen versucht habe. 5.2 D er Beschw erdeführer entgegnet in seiner Beschw erdebegründung im W esentli- chen, eine R ückkehr nach Afghanistan sei derzeit nicht zum utbar, da noch nicht von einer W iederherstellung stabiler Verhältnisse gesprochen w erden könne. M an könne nicht erw arten, dass die afghanische R egierung das G ew altm onopol vor 2007 oder 2008 zurückerlangt haben w erde. D ie Beachtung der M enschenrechte sei nach w ie vor nicht gew ährleistet. Insbesondere sei die W iederherstellung funk- tionsfähiger R egierungs- und Verw altungsstrukturen einschliesslich eines effekti- ven Justizsystem s bis anhin nicht zufriedenstellend erfolgt. Ausserdem hätten die Taliban seit ihrem "W iedererscheinen" Anfang 2006 ihre M achtgebiete stetig R ich- tung Kabul ausgedehnt und verfügten gegenw ärtig w ieder über eine Kam pfstärke, die sogar bestausgerüstete N ATO -Truppen in Bedrängnis bringen könne. Ausser- dem sei die hum anitäre Situation in Afghanistan besorgniserregend. Seine M utter habe er letztm als vor fünf Jahren gesehen und w isse derzeit nicht, ob diese in Af- ghanistan oder im Iran lebe. Sonst habe er keine Angehörigen in seiner H eim at m ehr, da sein Vater vor etw a acht Jahren durch die Taliban um gebracht w orden sei und auch seine beiden Brüder nicht m ehr am Leben seien. Zur Stützung seiner Ausführungen verw ies der Beschw erdeführer auf den Bericht des U N H C R vom April 2005 zur Anw endung des Artikels 1 C der G enfer Flüchtlingskonvention auf afghanische Flüchtlinge sow ie auf einen Bericht des SFH vom D ezem ber 2006. 6. 6.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob die W egw eisung des Beschw erdeführers nach Af- ghanistan vollzogen w erden kann oder ob an ihrer Stelle die vorläufige Aufnahm e anzuordnen ist. Vorab ist in diesem Zusam m enhang festzustellen, dass die unter Erw ägung 4 einleitend erw ähnten drei Bedingungen für einen (vorläufigen) Ver- zicht auf den Vollzug der W egw eisung - U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit und U n- m öglichkeit - alternativer N atur sind: Ist eine dieser Voraussetzungen erfüllt, so ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu erachten und die w eitere An- w esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnah- m e zu regeln (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylre- kurskom m ission, EM AR K 2001 N r. 1 E. 6a S. 2, 2006 N r. 6 E. 4.2. S. 54 f.). 6.2 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück-6 kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 6.3 6.3.1 D er vom BFM in der angefochtenen Verfügung vertretene Standpunkt, w onach in Afghanistan keine Situation allgem einer G ew alt herrsche, trifft in dieser pauschal geäusserten Form nicht zu. In Anbetracht der jüngsten Entw icklung besteht für das Bundesverw altungsgericht kein Anlass von seiner bisherigen, in Ü bereinstim m ung m it jener der ehem aligen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) stehen- den Praxis abzuw eichen, gem äss w elcher die Situation in Afghanistan differenzier- ter zu beurteilen ist. D em nach gilt eine R ückkehr abgew iesener Asylsuchender le- diglich in die Provinz Kabul (vgl. bereits EM AR K 2003 N r. 10), die nördlich der H auptstadt gelegenen Provinzen Parw an, Baghlan, Takhar, Badakhshan, Kunduz, Balkh, Sari Pul sow ie die G ebiete um Sam angan, die nicht zum H azarajat gehören (traditionelles Siedlungsgebiet der H azara, vgl. EM AR K 2003 N r. 30 E. 7a S. 193) sow ie die Provinz H erat im W esten des Landes als zum utbar (vgl. EM AR K 2006 N r. 9, E. 7.8. S. 102), sofern sie aus diesen R egionen stam m en oder dort über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügen und konkrete M öglichkeiten der Sicherung des Existenzm inim um s der W ohnsituation bestehen (vgl. dazu EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.cc S. 68; N r. 30 E. 7b S. 193 f.). Zudem ist die R ückkehr in diese Provin- zen nur zum utbar bei jungen, unverheirateten Personen oder kinderlosen Paaren ohne schw ere gesundheitliche Problem e (vgl. EM AR K 2006 N r. 9, E. 7.8. S. 102). 6.3.2 D ie Vorinstanz bestreitet die afghanische Staatsangehörigkeit des Beschw erde- führers nicht, vertritt indessen vorab den Standpunkt, der Beschw erdeführer habe keinerlei heim atstaatliche Ausw eispapiere eingereicht, w eshalb seine Identität und genauere H erkunft innerhalb Afghanistans als nicht gesichert zu qualifizieren sei- en. Ferner habe er seinen angeblichen Aufenthalt im Iran m it keinen D okum enten belegt. D arüber hinaus habe er (im R ahm en seiner Asylvorbringen) w idersprüchli- che und vage Angaben zum Schicksal und Verbleib seiner Verw andtschaft in Af- ghanistan gem acht, w eshalb auch seine diesbezüglichen Aussagen nicht als gesi- chert gelten könnten. D em BFM sei som it die M öglichkeit genom m en, sich in voller Kenntnis der tatsächlichen persönlichen und fam iliären Situation des Beschw erde- führers zur Frage der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs zu äussern. Zw ar seien W egw eisungsvollzugshindernisse grundsätzlich von Am tes w egen zu prüfen; diese U ntersuchungspflicht finde jedoch ihre G renzen in der M itw irkungs- und W ahrheitspflicht eines G esuchstellers. Verletze dieser - w ie vorliegend - seine M it- w irkungs- und W ahrheitspflicht im R ahm en der Sachverhaltserm ittlung offensicht- lich, sei es nicht die Aufgabe der Asylbehörden, nach allfälligen W egw eisungshin- dernissen zu forschen, w eshalb im vorliegenden Fall der W egw eisungsvollzug des Beschw erdeführers nach Afghanistan als zum utbar zu erachten sei. 6.3.3 D er Beschw erdeführer beharrt dem gegenüber in seiner R echtsm itteleingabe auf seinen früheren Aussagen, ein ethnischer H azara zu sein und aus dem D orfe 7 B._______ in der Provinz C ._______ zu stam m en. Ausserdem hält er an seiner D arstellung fest, w onach sein Vater vor etw a acht Jahren von den Taliban um gebracht w orden sei. D esgleichen w iederholt er seine frühere Aussage, auch seine beiden Brüder seien getötet w orden; seine M utter habe er letztm als vor fünf Jahren gesehen, w obei er nicht w isse, ob sie heute noch in Afghanistan oder im Iran lebe. 6.3.4 In der angefochtenen Verfügung w ird zutreffend festgehalten, dass die Identität des Beschw erdeführers und seine genauere H erkunft innerhalb Afghanistans nicht gesichert sind, da er keinerlei heim atstaatliche Ausw eispapiere eingereicht habe. W ie den Akten zu entnehm en ist, geht das BFM jedoch davon aus, dass es im Jahre 2001 bzw . 2002, als der Beschw erdeführer nach eigenen Angaben in den Iran ging, vergleichsw eise schw ierig gew esen ist, in den Besitz afghanischer Aus- w eispapiere zu gelangen. Es nahm deshalb an, es w ürden entschuldbare G ründe für die N ichtabgabe von R eise- oder Identitätspapieren im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG vorliegen (vgl. act. A13/1) und trat auf das Asylgesuch des Beschw er- deführers folgerichtig ein. D er U m stand, dass der Beschw erdeführer keine Aus- w eispapiere eingereicht hat, kann deshalb nicht als Indiz betrachtet w erden, w el- ches gegen die G laubhaftigkeit seiner Angaben zur Identität und H erkunft spricht. Festzuhalten ist sodann, dass der Beschw erdeführer anlässlich seiner Befragun- gen durch die Kantonspolizei Zürich sow ie durch das BFM im Em pfangs- und Ver- fahrenszentrum D ._______ übereinstim m end ausgesagt hat, er habe vor seiner Ausreise in den Iran im D orf B._______ in der Provinz C ._______ gelebt (vgl. act. A1/10 S. 1 Ziff. 1.10 und Ziff. 3, act. A 2/15 S. 3 und act. A 3/18 S. 1). G leichzeitig gab er an, dem Volksstam m der H azara anzugehören (vgl. act. A 1/10 S. 2, Ziff. 4), w as insofern für die G laubhaftigkeit seiner H erkunftsangaben spricht, als sich das das traditionelle Siedlungsgebiet der H azara unter anderem auch auf Teile der Provinz C ._______ erstreckt (vgl. EM AR K 2003 N r. 30, E. 7a S. 193). Andererseits trifft es, w ie das BFM in seiner Verfügung zu R echt ausführt, zu, dass der Beschw erdeführer zum Tode naher Angehöriger im Afghanistan - insbesondere seines Vaters, seiner beiden Brüder sow ie seines O nkels S.Y. - w idersprüchliche und vage Angaben gem acht hat. Es ist daher unglaubhaft, dass der Beschw erdeführer sich im Jahre 2002 vor der D orfbevölkerung in den Iran in Sicherheit habe bringen und den Iran schliesslich im Jahre 2007 habe verlassen m üssen, w eil er auch dort vor seinen Verfolgern nicht m ehr sicher gew esen sei. D araus lässt sich jedoch nicht schliessen, auch seine Angaben zu seiner H erkunft aus der Provinz C ._______ seien zw angsläufig nicht glaubhaft, zum al sich aus seinen w eiteren Vorbringen zur H erkunft (vgl. act. A 1/10, S. 6, act. A 12/10, S. 3) keine H inw eise ergeben, w elche den Schluss nahe legen, er habe nicht im D orf B._______ in der Provinz C ._______, sondern andersw o in Afghanistan gelebt. 6.3.5 D ie Provinz C ._______, w oher der Beschw erdeführer aufgrund seiner als glaubhaft zu erachtenden Angaben stam m t, gehört nicht zu einer der oben erw ähnten Provinzen (vgl. E. 6.3.1). D ie W egw eisung des Beschw erdeführers in seine H erkunftsprovinz erw eist sich dem nach als generell - m ithin ungeachtet des allfälligen Bestehens eines dortigen sozialen Beziehungsnetzes - unzum utbar. 6.4 Im W eiteren bleibt zu prüfen, ob es dem Beschw erdeführer zuzum uten ist, sich im G rossraum Kabul oder in einer der oben erw ähnten Provinzen (vgl. E. 6.3.1), w o die Sicherheitslage vergleichsw eise stabil ist, niederzulassen. D iesbezüglich ist 8 festzustellen, dass aus den Akten und den Angaben des Beschw erdeführers zu seinen fam iliären Verhältnissen keine H inw eise dafür zu entnehm en sind, dass er ausserhalb seiner H erkunftsprovinz C ._______ über ein verw andtschaftliches Be- ziehungsnetz verfügt. Es kann folglich nicht davon ausgegangen w erden, der Be- schw erdeführer verfüge in einer der relativ stabilen Provinzen Afghanistans über eine gesicherte W ohnsituation und ein tragfähiges Fam ilien- oder Beziehungsnetz, w elche es ihm erm öglicht, sich dort eine Existenzgrundlage aufbauen beziehungs- w eise zu sichern. U nter diesen U m ständen ist ihm die R ückkehr in sein H eim at- land zur Zeit nicht zuzum uten. D er Vollzug der W egw eisung ist som it im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG als unzum utbar zu bezeichnen. Aus den Akten ergeben sich im Ü brigen keine H inw eise auf allfällige Ausschlussgründe gem äss Art. 14a Abs. 6 AN AG . 7. D ie Beschw erde ist dem nach gutzuheissen, die D ispositivziffern 4 und 5 der ange- fochtenen Verfügung vom 30. M ärz 2007 aufzuheben und das Bundesam t anzu- w eisen, den Beschw erdeführer vorläufig aufzunehm en. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschw erdeführer keine Verfah- renskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). 8.2 Vorliegend w eist der Beschw erdeführer keine R echtsvertretung aus (vgl. Art. 9 Abs. 1 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). W eitere not- w endige Auslagen (vgl. Art. 13 VG KE), die dem Beschw erdeführer erw achsen sein könnten, sind aufgrund der Akten nicht ersichtlich. Folglich ist ihm trotz seines O b- siegens keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 7 Abs. 1 VG KE). (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. 2. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung vom 30. M ärz 2007 w erden auf- gehoben, und das BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführer vorläufig aufzu- nehm en. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Es w ird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 5. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (Beilage: Vernehm lassung des BFM vom 23. M ai 2007) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. ...; Kopie zu den Akten) - (...) (Kopie) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang Philipp R eim ann Versand am :