<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2025-06-12-5A_404-2025.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_404/2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 12. Juni 2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Bovey, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Hartmann, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwältin Susanna Mazzetta, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Eheschutz, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Graubünden, Erste zivilrechtliche Kammer, vom 22. April 2025 (ZR1 24 66). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">B.________ und A.________ (Beschwerdeführer) heirateten 2016 im Iran. Sie haben die 2023 geborene Tochter C.________. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Am 31. Mai 2023 reichte die Mutter ein Eheschutzgesuch mit superprovisorischen Anträgen ein. Mit Verfügung vom 5. Juni 2023 wies das Regionalgericht Landquart den Beschwerdeführer superprovisorisch an, die eheliche Liegenschaft zu verlassen; zudem wurde ein Kontaktverbot verhängt. </div> <div class="para">Im Eheschutzentscheid vom 15. September 2023 wurde die Obhut über C.________ der Mutter übertragen und der Beschwerdeführer berechtigt, seine Tochter zweimal monatlich für jeweils eine Stunde begleitet zu besuchen. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 6. Mai 2024 errichtete die KESB für C.________ eine Beistandschaft. Nachdem die Beiständin ihren Bericht erstattet hatte, ordnete das Regionalgericht Landquart das Besuchsrecht mit Eheschutzentscheid vom 21. Mai 2024 dahingehend, dass der Beschwerdeführer berechtigt sei, seine Tochter zweimal monatlich für jeweils zwei Stunden begleitet zu besuchen. </div> <div class="para">In teilweiser Gutheissung der Berufung erklärte das Obergericht des Kantons Graubünden den Beschwerdeführer mit Urteil vom 22. April 2025 für berechtigt, C.________ im Rahmen begleiteter Übergaben wöchentlich an einem Tag unter der Woche und zudem jedes zweite Wochenende für jeweils vier Stunden zu sich auf Besuch zu nehmen. Ferner wies es das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 26. Mai 2025 verlangt der Beschwerdeführer ein stufenweises Besuchsrecht in drei Schritten von unbegleiteten Besuchen von vier Stunden zweimal wöchentlich über Übernachtungen am Wochenende bis zur alternierenden Obhut nach drei Monaten. Weiter stellt er Begehren im Zusammenhang mit den Übergaben, der Herausgabe von Dokumenten und Ausweisen sowie der Reisevollmacht. Ferner verlangt er die unentgeltliche Rechtspflege. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist die Besuchsrechtsregelung im Zusammenhang mit einem kantonal letztinstanzlichen Eheschutzentscheid. Die Beschwerde in Zivilsachen steht somit offen (<span class="artref">Art. 72 Abs. 1, <artref id="CH/173.110/75/1" type="start"></artref>Art. 75 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90 BGG</span><artref id="CH/173.110/75/1" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/72/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde hat Rechtsbegehren zur Sache zu enthalten (<span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para">Vorliegend werden zwar diverse Rechtsbegehren gestellt, aber diesen mangelt es - soweit sie den Anfechtungsgegenstand betreffen - an der nötigen Konkretisierung, denn es ist nicht ersichtlich, ab wann die Ausdehnung des Besuchsrechts auf Wochenendbesuche stattfinden soll und welche Zeitspanne der Beschwerdeführer unter dem "Wochenende" versteht. </div> <div class="para">Was sodann die dritte Phase anbelangt, für welche die alternierende Obhut verlangt wird, steht das Begehren ausserhalb des möglichen Anfechtungsgegenstandes. Wie dem Beschwerdeführer bereits im angefochtenen Entscheid mitgeteilt worden ist, wurde die Obhut über C.________ im ersten Eheschutzentscheid vom 15. September 2023 der Mutter übertragen, womit sich dieser einverstanden erklärte, und war Regelungsgegenstand des zweiten Eheschutzentscheides vom 21. Mai 2024, der Anlass für den vorliegenden Instanzenzug bildet, nur noch die künftige Ausgestaltung des Besuchsrechts. </div> <div class="para">Gleiches gilt für die weiteren Anträge, welche entweder zu wenig konkret sind oder am möglichen Anfechtungsgegenstand vorbeigehen. Insgesamt scheitert die Beschwerde somit bereits an hinreichenden Rechtsbegehren. Im Übrigen ist sie aber auch weitestgehend nicht hinreichend begründet (dazu E. 3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Bei Eheschutzsachen handelt es sich um vorsorgliche Massnahmen im Sinn von <span class="artref">Art. 98 BGG</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.05.2025&amp;to_date=18.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-393%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page393">BGE 133 III 393</a> E. 5.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.05.2025&amp;to_date=18.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-78%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page81">147 III 81</a> E. 1.3), so dass nur die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte möglich ist. Es gilt deshalb das strenge Rügeprinzip im Sinn von <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>. Das bedeutet, dass das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und soweit möglich belegte Rügen prüft, während es auf ungenügend begründete Rügen und appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid nicht eintritt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.05.2025&amp;to_date=18.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">BGE 142 III 364</a> E. 2.4; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.05.2025&amp;to_date=18.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-III-81%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page81">149 III 81</a> E. 1.3). </div> <div class="para">Die Ausführungen in der Beschwerde bleiben durchwegs appellatorisch. Der Beschwerdeführer nennt zwar hin und wieder Verfassungsbestimmungen, insbesondere <span class="artref">Art. 5 Abs. 2, <artref id="CH/101/9" type="start"></artref>Art. 9 und <artref id="CH/101/29/2" type="start"></artref>Art. 29 Abs. 2 BV</span><artref id="CH/101/9" type="end"></artref><artref id="CH/101/5/2" type="end"></artref>. Unter dem Titel "willkürliche Evaluierung meiner Wohnung" stellt er indes nur Fragen; damit lässt sich keine Willkürrüge substanziieren. Unter dem Titel "haltlose Vorwürfe und Irreführung des Gerichts" behauptet der Beschwerdeführer, die Mutter und deren Anwältin hätten haltlose Vorwürfe erhoben, die nichts mit dem Wohl von C.________ zu tun hätten, was gegen die Begründungspflicht gemäss <span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> und das Willkürverbot von <span class="artref">Art. 9 BV</span> verstosse; indes müsste sich der Beschwerdeführer mit den diesbezüglichen ausführlichen Erwägungen, welche der Begründungspflicht in jeder Hinsicht genügen (zu den betreffenden Anforderungen vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.05.2025&amp;to_date=18.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-III-28%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page28">BGE 141 III 28</a> E. 3.2.4; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.05.2025&amp;to_date=18.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-433%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page433">142 III 433</a> E. 4.3.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.05.2025&amp;to_date=18.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-III-65%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page65">143 III 65</a> E. 5.2), substanziiert auseinandersetzen und im Einzelnen aufzeigen, inwiefern diese unhaltbar und damit willkürlich sein sollen. Die Anrufung von <span class="artref">Art. 5 Abs. 2 BV</span> im Zusammenhang mit dem Vorbringen, die Beauftragung von drei Personen für Übergaben sei unverhältnismässig und bedeute bürokratisches Chaos, ist nicht nachvollziehbar und jedenfalls ist in diesem Kontext keine Verfassungsverletzung ersichtlich. </div> <div class="para">Was die Abweisung des Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege anbelangt, hat das Obergericht erwogen, trotz Ankündigung habe der Beschwerdeführer zunächst weder hierfür noch für den verlangten Prozesskostenvorschuss ein separates Gesuch gestellt; im Übrigen habe er beide Anträge nicht ansatzweise begründet, so dass jegliche Angaben zur Leistungsfähigkeit bzw. Bedürftigkeit fehlen würden. Diesbezüglich ist die abstrakte Behauptung, das Obergericht habe das Existenzminimum und die eingereichten Unterlagen ignoriert, ungenügend zur Substanziierung einer Willkür- oder Gehörsrüge. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann. </div> <div class="para">Wie die vorstehenden Erwägungen ausserdem zeigen, konnte der Beschwerde von Anfang an kein Erfolg beschieden sein, weshalb es an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>) und das entsprechende Gesuch für das bundesgerichtliche Verfahren bereits aus diesem Grund abzuweisen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Graubünden, Erste zivilrechtliche Kammer, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 12. Juni 2025 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Bovey </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>