B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4746/2016 U r t e i l v o m 2 2 . A u g u s t 2 0 1 6 Besetzung Einzelrichter Simon Thurnheer, mit Zustimmung von Richter Daniel Willisegger; Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch Urs Jehle, Caritas Schweiz, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 7. Juli 2016 / N (…). D-4746/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am 22. Juni 2014 im Empfangs- und Verfah- renszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nach. Am 1 0. Juli 2014 fand die Befragung zur Person und am 29. Juni 2016 die Anhörung statt. Zur Be- gründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentliche n geltend, nicht wie sein Vater und Bruder ein schweres und schlimmes Leben im Militär- dienst führen zu wollen, weshalb er desertiert sei und das Land später ver- lassen habe. Er trug den folgenden Sachverhalt vor: Er sei im Sudan ge- borener eritreischer Staatsangehöriger tigrinischer Ethnie; zusammen mit seiner Familie sei er (…) nach Eritrea zurückgekehrt. In der (…) Klasse habe er die Schule abgebrochen, da seine Mutter erneut schwanger ge- worden sei. Im (…) 2012 respektive (…) 2013 sei er bei einer Razzia fest- genommen und in C._______ inhaftiert worden. Später sei er für die mili- tärische Ausbildung transferiert worden. Beim Holzsammeln habe er von dort fliehen können. Schliesslich sei er aufs Feld der Eltern zurückgekehrt, von wo aus er (…) Monate später aus Eritrea ausgereist sei. B. Mit am 9. Juli 2016 eröffneter Verfügung vom 7. Juli 2016 stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und beauf- tragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. C. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 3. August 2016 liess der Be- schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und in der Sache beantrag en, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen und ihm sei Asyl zu gewäh- ren. Eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm als Folge davon von Amtes wegen die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Sub- eventualiter sei die Unzulässigkeit /Unzumutbarkeit/Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und als Folge davon von Amtes wegen die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In prozessualer Hinsicht sei die un- entgeltliche Prozessführung zu gewähren und der rubrizierte Rechtsvertre- ter als amtlicher Rechtsbeistand zu bestellen. D. Mit Schreiben vom 8. August 2016 bestätigte das Bundesverwaltungsge- richt den Eingang der Beschwerde. D-4746/2016 Seite 3 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig und entscheidet endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte B eschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG. 2. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige oder unvollständige Feststel- lung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Zusammenhang mit dem Wegweisungsvollzug kann zudem die Unange- messenheit gerügt werden (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49 VwVG; vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entscheiden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vor liegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le- bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy- chischen Druck bewirken. 4.2 Flüchtlingen wird nach Art. 54 AsylG kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ih- res Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG wurden (subjektive Nachfluchtgründe). D-4746/2016 Seite 4 4.3 Die Flüchtlingseigenschaft muss nachweisen oder zumindest glaubhaft machen, wer um Asyl nachsucht (Art. 7 AsylG). Gleiches gilt für die Person, die subjektive Nachfluchtgründe behauptet. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbeson- dere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massge- blich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das B undesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dar- gelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). 5. Die Vorinstanz hielt die Vorbringen des Beschwerdeführers, insbesondere die Schilderung der Flucht aus dem Camp und der geltend gemachten ille- galen Ausreise wegen widersprüchlicher und unsubstan ziierter Angaben zu den Kernelementen der Vorbringen für nicht glaubhaft. So habe er an der Erstbefragung ausgesagt, auf dem Weg zum Feld seiner Familie bei einer Razzia festgenommen worden zu sein; nach (…) Tagen in Adi Umer sei er geflohen. An der Anhörung habe er die Ereignisse ganz anders ge- schildert, nämlich sei er auf dem Ma rktplatz in Gulij verhaftet worden, wo er seit 2011 in einem Laden Vollzeit gearbeitet habe, um seine schwangere Mutter zu entlasten. Die Ausführu ngen zur Razzia könnten nur als ober- flächlich, stereotyp und substanzlos bezeichnet werden, wobei er sich bei den Schilderungen in weitere Widersprüche verstrickt habe, so etwa was die Datumsangaben betreffe. Er habe auch nicht erklären können, wie es ihm gelungen sei, seit seinem Schulabbruch auf dem Marktplatz zu arbei- ten, ohne festgenommen zu werden. Seine Erklärung, bei Razzien sei er zuhause geblieben, vermöge nicht zu überzeugen. Insbesondere sein Be- richt zur angeblichen Haft in C._______ habe den Eindruck verstärkt, dass er das Dargelegte nicht selber erlebt habe, zumal er auch auf mehrmaliges Nachfragen das G efängnis und seine dortige Unterbringung nicht näher habe beschreiben können. Daher sei sehr unwahrscheinlich, dass er je In- sasse eines Gefängnisses gewesen sei. Es scheine sich bei seinen Darle- gungen vielmehr um ein Sachverhaltskonstrukt zu handeln. Entsprechen- des gelte bezüglich seines Aufenthalts in D._______. Diesbezüglich seien seine Angaben auch widersprüchlich ausgefallen. Die Schilderung der an- geblichen Desertion weise logisc he Lücken und W idersprüche auf, so zu den Umständen der Flucht und der Entfernung der Zufluchtsstätte. Der wei-D-4746/2016 Seite 5 tere Verbleib in Eritrea nach der Flucht aus D._______ sei nicht nachvoll- ziehbar, insbesondere der Umstand, dass er angeblich weitere (…) Monate auf dem Feld gearbeitet habe. Zudem sei die Schilderung der angeblichen illegalen Ausreise unsubstanziiert, indem er dargelegt habe, ohne Vorbe- reitung, abends losgelaufen und am Morgen im Sudan angekommen zu sein, wobei er sich anhand der Sterne orientiert und am Aussehen der Sol- daten („ziemlich dunkler Haut“) erkannt hätte, dass er sich im Sudan be- finde. Aufgrund der unschlüssigen Schilderung der Ausreise, welche ernst- hafte Zweifel an der persönlichen Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers wecke, sei darauf zu schliessen, dass er die wahren Umstände seiner Aus- reise verheimliche. Dabei sei namentlich nicht auszuschliessen, dass er , anders als von ihm angegeben, Eritrea bereits zu einem erheblich früheren Zeitpunkt verlassen habe und nicht erst im Jahr 2013 in den Sudan gelangt sei. Zwar k önne aus der Unglaubhaftigkeit seiner Schilderung nicht auf eine legale Ausreise geschlossen werden, aber genauso wenig genüge es, sich auf die notorisch schwierige legale Ausreise zu berufen, ohne die kon- kreten Gründe und Umstände der Ausreise glaubhaft d arzutun. Auch be- züglich der illegalen Ausreise aus Eritrea gelte die gesetzliche Substanzi- ierungs- und Beweislast. Mithin sei das Vorliegen von subjektiven Nach- fluchtgründen zu beweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Dem Be- schwerdeführer sei es nicht gelungen darzutun, dass er Flüchtling im Sinne von Art. 3 und Art. 54 AsylG sei. Deshalb sei entsprechend der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts davon auszugehen, dass er Eritrea auf legale Weise verlassen habe. Damit sei auszuschliessen, dass er ei ne begrün- dete Furcht habe, bei einer Rückkehr nach Eritrea ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu sein. Er erfülle die Flüchtlingsei- genschaft nicht. 6. In der Beschwerde hält der Beschwerdeführer der Vorinstanz vor, die Be- weisregel von Art. 7 AsylG zu restriktiv gehandhabt zu haben, räumt aber ein, dass „Widersprüche zu Ke rnelementen des Asylgesuchs“ vo rlägen, welch er sich entgegenhalten müsse. Die wahren Daten liessen sich seiner Registrierung beim Amt des Hohen Flüchtlingskommissars d er Vereinten Nationen (UNHCR) in Sudan entnehmen, wobei auf eine gleichzeitig ein- gereichte Bestätigung des UNHCR vom (…) 2016 verwiesen wird, derzu- folge der Beschwerdeführer am (…) 2012 angekommen und am (…) 2012 registriert worden sei. Die Unklarheit bei seinen Datenangaben erklärt er mit seiner „grundsätzlichen Mühe mit Jahreszahlen * und Daten und dem Umstand, dass diese in Eritrea nicht denselben Stellenwert genössen wie in Mitteleuropa, weist auf ein Vers ehen bei der Datumsangabe des SEM D-4746/2016 Seite 6 hin, wobei er ein weiteres begeht. Die Widersprüche führt er teilwiese auf Protokollierungsfehler zurück und erklärt sie hauptsächlich mit dem langen Zeitablauf zwischen der Erstbefragung und der Anhörung. Zum Vorhalt der Vorinstanz, wie er seit dem Schulabbruch auf dem Marktplatz habearbeiten können, ohne festgenommen zu werden, führt er aus, es sei zwar gefähr- lich gewesen, es habe sich aber herumgespro chen, wenn Soldaten ge- kommen seien. Er bestreitet, dass seine Angaben den Gefängnisaufenthalt nicht in s elbst erlebter Weise dar zustellen vermöchten, mit dem Hinweis auf seine angeblich zutreffenden Angaben zu den eritreischen Haftbedin- gungen. Seine Angaben zur militärischen Ausbildung seien detailliert und realitätsnahe ausgefallen. So habe er den Schiessbe fehl erklärt und an- schaulich vorgezeigt. Auch seine Desertion habe er nicht widersprüchlich geschildert, sondern erklärt, dass viele Häftlinge zusammen mit ihm und seinem Kollegen die Gelegenheit zur Flucht genützt hätten und einigen von ihnen diese trotz Schüssen der Soldaten gelungen sei, da ihre Anzahl zu gross gewesen sei und sie sich in einem bewaldeten Gebiet aufgehalten hätten. Schliesslich sei bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit eritreischer Asylsuchender besonders zu beachten, dass sie aus eine m Land mit ei- nem grossen Spitzelwesen kämen, wo kein Vertrauen in den Staat be- stehe. Deshalb sei es für sie schwierig, in einem fremden Land wie der Schweiz unverzüglich Vertrauen zu fassen und sich gegenüber fremden Behörden frei zu äussern. Die Hilfswerksvertretung (HWV) habe die Anga- ben des Beschwerdeführers als „überzeugend“ wahrgenommen, wobei auf den gleichzeitig als Beweismittel eingereichten Bericht der HWV vom 29. Juni 2016 Bezug genommen wird. Zudem habe die Vorinstanz die bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit gebotene Neutralität verletzt, indem sie für die Glaubhaftigkeit sprechende Elemente nicht berücksichtigt habe, wodurch sie auch sein Recht auf rechtliches Gehör verletzt habe. Schliess- lich zeige die Registrierung als Flüchtling durch das U NHCR im Sudan nicht nur auf, wann er im Lage r angekommen sei, sondern habe in casu ausnahmsweise auch eine Einzelfallprüfung durch das UNHCR stattgefun- den, welches den Beschwerdeführer als Flüchtling anerkannt habe. Einer solchen Anerkennung komme jedenfalls eine starke Indizwirkung zu. 7. Nach Prüfung der Akten und aller Eingaben des Beschwerdeführers kommt das Gericht zum Schluss, dass die Vorinstanz die geltend gemachten Fluchtgründe sowie die illegale Ausreise mit zutreffender Begründung zu Recht als nicht glaubhaft dargetan erachtet hat. Die Erklär ungsversuche und Entgegnungen in der Beschwerde sind nicht stichhaltig. Insbesondere überzeugt es nicht, Widersprüche mit dem langen Zeitablauf zwischen der D-4746/2016 Seite 7 Erstbefragung und der Anhörung zu erklären, auch wenn ein kürzerer Zeit- abstand zweifelsfrei geboten gewesen wäre. Genauso wenig behelflich sind die übrigen pauschalen Erklärungsversuche wie Hinweise auf kultu- relle Unterschiede zwischen Eritrea und Mitteleuropa. Das Geltendmachen von Protokollierungsfehlern ist angesichts der Rückübersetzung des Pro- tokolls und seiner Unterzeichnung desselben nicht zu hören. Auch wenn einzelne Entgegnungen tei lweise nicht unbere chtigt sind, vermögen sie den Eindruck unglaubhafter Vorbringen nicht umzustossen. Insbesondere ist festzuhalten, dass die A ngaben zum G efängnisaufenthalt tatsächlich Realkennzeichen entbehren. Der Ums tand, dass der Beschwerdeführer allgemeine Angaben machen konnte wie diejenige, dass die Unte rkunft dreckig gewesen sei, ist nicht als erlebnisgeprägte Schilderungen zu wer- ten, gerade weil es sich dabei um Angaben handelt, die leicht in öffentlich zugänglichen Berichten nachzulesen sind und die keinerlei individualisierte Erlebnisberichte enthalten. Die Rüge der Gehörsverletzung wird nicht näher begründet und ihre Be- gründetheit ist auch nicht ersichtlich, zumal die Vorinstanz nicht gehalten war, jedes einzelne Sachverhaltselemente in ihrer Begründung ausdrück- lich zu erwähnen. Da es ihm nicht gelungen ist, seine Fluchtgründe sowie seine illegale Aus- reise glaubhaft darzutun, hat die Vorinstanz das Vorliegen der Flüchtlings- eigenschaft – ebenfalls derjenigen zufolge subjektiver Nachfluchtgründe – zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt. Insbesondere hat sie zu- treffend ausgeführ t, dass betreffend der subjektiven N achfluchtgründe ebenso wie bei den Flucht gründen der Beschwerdeführer die Folg en der Substanziierungslast zu tragen habe. Der Hi nweis auf das wehrdienstfä- hige Alter alleine oder die notorisch schwierige legale Ausreise genügt nicht für das Glaubhaftmachen der Flüchtlin gseigenschaft wegen Republik- flucht. Nach dem Gesagten erübrigt es sich, die Vorbringen auf ihre flüchtlin gs- rechtliche Relevanz hin zu überprüfen. Die ausführlichen Ausführungen in der Beschwerdeschrift zur flüchtlingsrechtlichen Relevanz der Vorbringen sind daher unbehelflich. 8. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatsekretariat in der Regel die Weg- weisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt in der Schweiz weder über eine D-4746/2016 Seite 8 ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung ist daher nicht zu beanstanden. 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 9.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG unzulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste- hen. Da dem Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht zukommt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Überein- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Trotz der menschenrechtlich schwierigen Lage in Eritrea liegen entgegen der Beschwerde keine konkreten Hinweise dafür vor, dass der Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK verbotenen Behandlung ausgesetzt wäre . Insbe- sondere sind die Ausführungen in der Beschwerdeschrift zur Behandlung von rückgeführten illegal ausgereisten Eritreern unbehelflich, da, wie oben festgestellt, die illegale Ausreise an sich nicht glaubhaft gemacht werd en konnte. 9.3 Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AuG unzumut- bar sein, wenn der Ausländer im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini- scher Notlage konkret gefährdet ist. Weder die allgemeine Lage in seinem Heimatstaat noch individuelle Gründe lassen den Wegweisungsvollzug vorliegend unzumutbar erscheinen. Insbesondere geht der auf Beschwer- deebene erhobene Einwa nd des Beschwerdeführers fehl, dass die Vo- rinstanz, da sie von einer längeren Landesabwesenheit ausgehe, nicht von einem familiären Beziehungsnetz in Eritrea habe ausgehen dürfen. Der Be- schwerdeführer bekräftigt in seiner Beschwerde seine bisherigen Vorbrin- gen und muss sich diese so wie auch die protokollierten An gaben, dass D-4746/2016 Seite 9 zahlreiche Familienangehörige in Eritrea lebten, entgegenhalten lassen. Demzufolge ist das Vorliegen von begünstigenden individuellen Umstän- den zu bejahen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri- schen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 12 E. 10.5–10.8), wes- halb nicht davon auszugehen ist, dass er bei einer Rückkehr in eine exis- tenzbedrohende Lage geraten würde, welche als konkrete Gefährdung im Sinne der zu beachtenden Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AuG). 9.4 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat- staat ist schliesslich auch möglich, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG) und es ihm obliegt, bei der Beschaffung gültiger Rei- sepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. dazu auch BVGE 2008/34 E. 12). 9.5 Zusammenfassend ist der von der Vorinstanz angeordnete W egwei- sungsvollzug nicht zu beanstanden. 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. Bei einer summarischen Pr üfung der Akten haben sich die gestellten Rechtsbegehren als aussichtslos erwiesen, weswegen das Gesuch um un- entgeltliche Rechtspflege, ungeachtet der vom Beschwerdeführer nachge- wiesenen prozessualen Bedürftigkeit, gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzu- weisen ist . Zudem ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 110a Abs. 1 AsylG mangels Vor- liegens der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuwei- sen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh- rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– fest- zusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-4746/2016 Seite 10 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Rechtsverbeiständung wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Simon Thurnheer Daniel Widmer Versand: