Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht vom 29. Januar 2013 (460 12 232) ____________________________________________________________________ Strafrecht mehrfacher banden- und gewerbsmässiger Diebstahl etc. Besetzung Präsident Thomas Bauer, Richter Beat Schmidli (Ref.), Richter Mar- kus Mattle, Richterin Regina Schaub, Richter David Weiss ; Ge- richtsschreiber Dominik Haffter Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung Laufen, Rennimattstrasse 77, Postfach, 4242 Laufen, Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin gegen A.____ , vertreten durch Advokat Dr. Luc Saner, Beim Goldenen Löwen 13, 4052 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand mehrfacher banden- und gewerbsmässiger Diebstahl etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 4. Juli 2012 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil vom 4. Juli 2012 erklärte das Strafgericht Ba sel-Landschaft A.____ des mehrfachen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, der m ehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der mehrfachen Wider handlung gegen die Ausländerge- setzgebung, der mehrfachen Entwendung eines Fahrrades zum Gebrauch und des mehrfachen Konsums von Betäubungsmitteln schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten, unter Anrechnung der vom 2. O ktober 2011 bis zum 5. März 2012 ausgestandenen Untersuchungshaft von insgesamt 156 Tage n, sowie zu einer Busse von CHF 200.00 (beziehungsweise zu einer Ersatzfreiheitsstraf e von 1 Tag), unter Anrechnung der beschlagnahmten EUR 65.00, dies in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 115 Abs. 1 lit. a un d b AuG, Art. 94 Ziff. 3 SVG, Art. 19a Ziff. 1 BetmG, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 St GB sowie Art. 106 StGB (Ziffer 1a). In den Fällen 17, 18 und 23 sprach das Strafgericht den Beschuld igten frei (Ziffer 1b). Ferner zog das Strafgericht die beschlagnahmten 36 g Haschisch in Anwen dung von Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB zur Vernichtung ein (Ziffer 2a). Überdies zog es die beim Beschuldigten beschlagnahmten CHF 460.00 sowie GBP 20.00 gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB e in (Ziffer 2b), rechnete die beim Beschuldigten beschlagnahmten EUR 65.00 gemäss Art. 268 StPO an die ausgefällte Busse an (Ziffer 2c) und legte fest, dass der Restbetrag von EUR 1.00 dem Beschuldigten nach Rechts- kraft zurückzugeben ist (Ziffer 2d). Hinsichtlich der Zivi lforderungen der Privatklägerschaft kann auf Ziffer 3 des vorinstanzlichen Urteils verwiesen werd en. Im Weiteren stellte das Strafgericht fest, dass sich der Beschuldigte seit dem 5. März 2012 im vorzeitigen Strafvollzug befindet (Zif- fer 4), und legte ausserdem fest, dass die Verfahrenskoste n von insgesamt CHF 46'822.80 in Anwendung von Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT z ufolge Uneinbringlichkeit zu Lasten des Staates gehen (Ziffer 5) und die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten in der Höhe von CHF 11'463.10 aus der Gerichtskasse entrichtet werden (Ziffer 6). Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Urteils eingegangen. B. Gegen obgenanntes Urteil meldete der Beschuldigte, ver treten durch Advokat Dr. Luc Saner, mit Eingabe vom 18. Juli 2012 Berufung an. I n seiner Berufungserklärung vom 11. Oktober 2012 beantragte der Beschuldigte, er sei in Abänderung des erstinstanzlichen Ur- teils zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 3 Jahre n, davon 1 ½ Jahre unbedingt, unter Auf- erlegung einer angemessenen Probezeit und unter Anrechnung der Untersuchungshaft und des vorzeitigen Strafvollzugs, zu verurteilen. Im Übrigen se i das erstinstanzliche Urteil samt ausge- sprochener Busse zu bestätigen und Advokat Dr. Luc Saner a ls sein amtlicher Verteidiger ein- zusetzen respektive zu bestätigen, unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Staates. C. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilu ng Laufen, erklärte mit Eingabe vom 1. November 2012 Anschlussberufung und begehrte, es sei die Berufung des Beschuldig- ten vollumfänglich abzuweisen und das Strafmass angemessen zu erhöhen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Mit Verfügung vom 9. November 2012 ordnete der Präsid ent des Kantonsgerichts Ba- sel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, die amtliche Ver teidigung des Beschuldigten durch Advo- kat Dr. Luc Saner an. E. An der heutigen Hauptverhandlung vor dem Kantonsgeri cht erscheinen der Beschul- digte und Berufungskläger A.____ mit seinem Verteidig er Advokat Dr. Luc Saner sowie der Staatsanwalt B.____. In Ergänzung der Erklärung der Anschlussberufung vom 1. November 2012 beantragt die Staatsanwaltschaft, es sei der Schul dspruch der Vorinstanz zu bestätigen und der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu verurteilen, unter Anrechnung der Untersuchungs- und Sicherheitshaft. Zudem sei die Busse von CHF 200.00 zu bestätigen. Im Übrigen wiederholen die Parteien ihre Anträge gemäss ihren Rechtsschriften. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge- gangen. Erwägungen I. Formelles 1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerisc hen Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rech tsverletzungen, die unvollstän- dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefoch tenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsger icht innert 20 Tagen seit der Zustel- lung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufun gserklärung einzureichen. Die Anschluss- berufung richtet sich gemäss Art. 401 Abs. 1 StPO sinngem äss nach Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO. Somit ist die schriftliche Anschlussberufung inne rt 20 Tagen seit Zustellung der Beru- fungserklärung der Gegenpartei bei der Rechtsmittelin stanz einzureichen. Das Berufungsge- richt überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den a ngefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, zur Berufung legitimiert. Die Staatsan- waltschaft kann ein Rechtsmittel sowohl zugunsten als auc h zuungunsten der beschuldigten oder verurteilten Person ergreifen (Art. 381 Abs. 1 StPO). 2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts Basel-Lan dschaft vom 4. Juli 2012 ange- fochten, welches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt . Mit Eingaben vom 18. Juli 2012 (Berufungsanmeldung) respektive vom 11. Oktober 2012 (B erufungserklärung) hat der Be- schuldigte die Rechtsmittelfrist gewahrt und ist seiner Er klärungspflicht nachgekommen. Die Staatsanwaltschaft hat mit Eingabe vom 1. November 2012 frist- und formgerecht Anschlussbe- rufung erhoben. Die Zuständigkeit der Fünferkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Straf- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht recht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorlieg enden Berufung und Anschlussberufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. b des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250) . Auf die Berufung sowie die Anschlussberufung ist somit einzutreten. II. Materielles 1. Gegenstand des Berufungsverfahrens Aufgrund der seitens der Parteien eingereichten Rechtsschriften sowie der anlässlich der heuti- gen Hauptverhandlung gehaltenen Parteivorträgen zeig t sich, dass einzig die Strafzumessung Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens bildet. Demgegenüber bleiben die Ausfüh- rungen des Strafgerichts betreffend die Verurteilung wegen des mehrfachen gewerbs- und ban- denmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedens- bruchs, der mehrfachen Widerhandlung gegen die Auslän dergesetzgebung, der mehrfachen Entwendung eines Fahrrads zum Gebrauch und des mehrfachen Konsums von Betäubungsmit- teln, den Freispruch in den Fällen 17, 18 und 23, die Beschlagnahme sowie die Zivilforderungen unbestritten, weshalb diese nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind. 2. Strafzumessung 2.1 Mit Urteil vom 4. Juli 2012 führt das Strafgericht Base l-Landschaft aus, die dem Be- schuldigten angelasteten Einbruchdiebstähle könnten in d rei Tatzeiträume unterteilt werden, wobei die Phase A den Zeitraum vom 8. September 2010 bis zum 12. November 2010, die Phase B den Zeitraum vom 31. Juli 2011 bis zum 7. Augu st 2011 und die Phase C den Zeit- raum vom 29. September 2011 bis zur Verhaftung am 2. Oktober 2011 betreffe. Die Täterschaft habe jeweils aus einer Gruppierung von zwei bis vier Perso nen bestanden und sei bei Dunkel- heit in Einfamilienhäuser, Landschaftsbetriebe oder klei ne Gewerbeliegenschaften eingedrun- gen, wobei sie vor allem Fenster, aber auch Türen aufgewuchtet habe. Eine Besonderheit zeige sich darin, dass die Täterschaft in zwei Fällen auch Autos entwendet habe, um diese im An- schluss als Transportmittel für das Deliktsgut zu benutzen. Die grosse Mehrheit der ihm angela- steten rund 29 Einbruchdiebstähle habe der Beschuldigt e zugestanden. Zusätzlich zum Ges- tändnis würden bei einigen Fällen Beweise, namentlich DNA-Spuren, sowie Indizien (Schuh- spuren, örtliche und zeitliche Nähe der Tatorte zueinand er, die teilweise übereinstimmende Vorgehensweise sowie die Tatsache, dass das an einem Tato rt entwendete Deliktsgut an ei- nem anderen wieder aufgefunden werden konnte) vorlieg en, welche für die Täterschaft des Beschuldigten sprechen würden. Ferner legt das Strafger icht dar, dass der gesamte Deliktsbe- trag von den dem Beschuldigten zuzurechnenden Diebstählen von CHF 250'000.00 bereits aus- reiche, um die Qualifikation des gewerbsmässigen Diebstahl s anzunehmen. Dies auch unter Berücksichtigung der Aussage des Beschuldigten, er sei wie ein Angestellter für die Einbrüche bezahlt worden und habe für jeden Tag, an welchem er Einbrüche verübt habe, CHF 250.00 erhalten. Im Ganzen habe er somit höchstens CHF 2'000.0 0 verdient. Demgegenüber habe er als Bauarbeiter pro Tag etwa EUR 50.00 verdient. Im E rgebnis sei der Lohn für die Einbruch- diebstähle daher als erheblich zu betrachten und die verbrecherischen Einkünfte hätten einen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht massgeblichen Anteil der Lebenskosten des Beschuldigten abg edeckt. Ferner habe der Be- schuldigte zugegeben, bei allen Einbrüchen mindestens zu zweit unterwegs gewesen zu sein, und auch explizit anerkannt, Teil einer Bande gewesen zu sein. Folglich sei auch die Qualifika- tion des bandenmässigen Diebstahls gegeben. Sodann sei de r Beschuldigte mindestens vier Mal in die Schweiz eingereist, ohne über ein gültiges Visum zu verfügen, was aufgrund seiner moldawischen Staatsangehörigkeit allerdings erforderli ch gewesen wäre, womit er sich der rechtswidrigen Einreise schuldig gemacht habe. Ausserdem habe der Beschuldigte bei seiner Verhaftung 36 g Haschisch auf sich getragen, wovon er gem äss eigenen Angaben mehrfach konsumiert habe, weshalb er sich zusätzlich der Zuwiderh andlung gegen das Betäubungsmit- telgesetz schuldig gemacht habe. 2.2 Mit Berufungserklärung vom 11. Oktober 2012 macht der Beschuldigte geltend, hin- sichtlich der Strafzumessung habe die Vorinstanz zu wenig berücksichtigt, unter welchem Druck er seit seiner Kindheit in Moldawien stehe, zumal das L and als besonders arm gelte. Seine El- tern seien 1992 im Krieg getötet worden, als er ledig lich zehn Jahre alt gewesen sei. Sein Le- ben im Kinderheim in Bender, Transnistrien, sei sehr schw er gewesen, zumal er geschlagen und nicht richtig ernährt worden sei. Einige Kinder des Heims seien sogar wegen Organhandels verschwunden oder zur Adoption verkauft worden. Mit insge samt fünf Jahren Schulzeit habe er keine auf dem Arbeitsmarkt brauchbare Ausbildung abgeschlossen. Sodann habe er nie gültige moldawische Ausweispapiere erhalten, was sich auch in Zukunft wohl nicht ändern werde, da er aus Transnistrien, einer autonom agierenden, sezessionisti schen Region Moldawiens stamme, welche international keine Anerkennung besitze. Mit 13 Jahren habe der Beschuldigte Trans- nistrien verlassen, dies sowohl aus ökonomischen Gründen a ls auch weil er keine Familie ge- habt habe. Er habe sich gefälschte Ausweise beschaffen müss en und nie einer legalen Arbeit nachgehen können. Seine Versuche, über die Botschaft in Paris einen gültigen Ausweis zu er- langen, seien gescheitert, da von ihm keine Unterlagen hätten erhältlich gemacht werden kön- nen. Ebenso wenig habe die Vorinstanz berücksichtigt, dass der Beschuldigte aufgrund seines illegalen Status auf Kreise angewiesen gewesen sei, die auch vor Gewalt nicht zurückschre- cken würden. Auch habe er sich nicht wehren können, da i hm zufolge illegalen Status der Zu- gang zur Polizei verwehrt gewesen sei. Dementsprechend h abe er zu Beginn des Verfahrens alles bestritten, da ihm seine Chefs dies unter Drohu ng mit Gewalt so befohlen hätten. An den Diebeszügen habe er teilgenommen, um seine Heirat mit seiner langjährigen Freundin zu finan- zieren. Dies sei für ihn wichtig, weil die Eltern der F reundin nach acht Jahren Beziehung eine Heirat fordern würden. Weiter habe er finanziell seh r wenig von den Delikten profitiert, zumal er lediglich einen „Lohn“ von CHF 250.00 pro Tag erhalte n habe. Sodann sei er aus spezialprä- ventiven Überlegungen zu einer teilbedingten Freiheit sstrafe zu verurteilen, insbesondere da eine Freiheitsstrafe, die drei Jahre nicht übersteige, vorliegend vertretbar sei. Auch habe er ein- gesehen, dass er den illegalen Dauerstatus beenden und nach Moldawien reisen müsse, um sich gültige Papiere zu beschaffen. Unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit sei über- dies auf die Kosten des Strafvollzugs von CHF 300.00 pro Tag zu verweisen. 2.3 Anlässlich der heutigen Hauptverhandlung vor dem Kan tonsgericht bringt die Staats- anwaltschaft in Bezug auf die Strafzumessung vor, der Be schuldigte sei ein Exponent einer Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gruppierung von Einbrechern und sei mehrfach in die Schweiz eingereist, um Einbruchdieb- stähle zu verüben. Was die Gruppierung von anderen unterscheide sei der Umstand, dass auch Autos entwendet und diese zum Transport des Diebesguts ve rwendet worden seien. Bei den 25 Diebstählen sowie den Entwendungen zum Gebrauch hab e ein sehr hoher Deliktsbetrag resultiert, zumal absichtlich besonders lukrative Objekte ausgesucht worden seien. Insbesonde- re sei auch ein erheblicher Sachschaden verursacht worden . Zu betonen sei überdies, dass häufig in Privathäuser eingebrochen worden sei, mithi n die Privatsphäre der Hausbewohner verletzt worden sei. Es sei bekannt, dass solche Einbrüche das Sicherheitsgefühl der Geschä- digten nachhaltig beeinträchtige, zumal der Beschuldigt e teilweise in Häuser eingebrochen sei, als die Bewohner geschlafen hätten. Die Geständigkeit l iege nicht von Anfang an vor, sondern erst, als man dem Beschuldigten einige Fälle habe nachw eisen können, weshalb diese neutral zu werten sei. Sodann sei beim Beschuldigten eine hohe kriminelle Energie ersichtlich. Die Si- tuation in Moldawien sei zwar nicht einfach gewesen, eb enso die persönlichen Verhältnisse in den Vororten von Paris. Dennoch sei Armut in einem Her kunftsland kein Freipass, um sich in der Schweiz einfach zu nehmen, was man wolle, insbeson dere da viele seiner Landsleute in ähnlichen Verhältnissen leben würden und sich dennoch nicht für den von ihm eingeschlagenen Weg entschieden hätten. Ausserdem vermöge die Heirat mi t seiner Freundin als Motivation für die Diebstähle nicht zu überzeugen, sei er doch auch schon in Frankreich straffällig geworden. Die Vorinstanz habe somit alle Elemente der Strafzumessu ng berücksichtigt und habe in der Gesamtbetrachtung ein mildes Urteil gefällt, insbesond ere in Anbetracht der straferhöhenden Komponenten. Der Beschuldigte sei gemäss eigenen Aussagen in Frankreich vorbestraft und es müsse davon ausgegangen werden, dass er einen Grossteil seines Lebens mit illegalen Ak- tivitäten verbracht habe. Somit liege eine ungünstige Prognose vor. 2.4 Gemäss Art. 47 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB, SR 311.0) misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder G efährdung des betroffenen Rechts- guts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den innere n und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (A bs. 2). Demgegenüber ist das Verschul- den für die Wahl der Sanktionsart nicht von Relevanz. Massgebliche Kriterien bilden die Zweckmässigkeit, die Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie die präventi- ve Effizienz (BGE 134 IV 97, E. 4.2; BGE 134 IV 82, E. 4.1; publiziertes Urteil der Dreierkam- mer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, vom 6. Juni 2011 [100 10 1532], E. 5.3). 2.5 Das Gericht kann den Vollzug einer Geldstrafe, von gemei nnütziger Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens d rei Jahren nur teilweise aufschie- ben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Tät ers Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Dabei darf der unbedingt vollziehbare T eil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB). Gemäss Art. 43 Abs. 3 StGB muss bei der teilbedingten Freiheitsstrafe sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil mindestens sechs Monate betra- gen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.6 Der Beschuldigte macht zunächst geltend, das Strafgericht habe sein schweres Vorle- ben zu wenig berücksichtigt. Dem Urteil vom 4. Juli 2012 kann entnommen werden, dass das Strafgericht explizit auf die Jugend, namentlich auf di e Kindheit sowie den Tod der Eltern des Beschuldigten, eingegangen ist und die belastenden Ele mente anerkannt hat. Folglich wurde das Vorleben des Beschuldigten bei der Strafzumessung ausdrücklich berücksichtigt. Im Weite- ren führt das Strafgericht allerdings zu Recht aus, das Vorleben des Beschuldigten vermöge die spätere kriminelle Karriere nicht zu entschuldigen. Insbe sondere gibt der Beschuldigte hinsicht- lich seiner Vorstrafen an, er sei lediglich im Jahr 2011 in Frankreich wegen eines Einbruchdieb- stahls und Besitzes von falschen Papieren verurteilt word en. Ausgehend von der Richtigkeit dieser Aussage kann festgestellt werden, dass der Beschuldigte mit 29 Jahren erstmals straffäl- lig wurde. Somit war die Belastung, welche der Beschuldigte aufgrund seiner schweren Kindheit geltend macht, nicht so gross, dass er bereits früher mit dem Gesetz in Konflikt gekommen wä- re. Auch kann aus dem Umstand, dass es sich bei Moldawien, mithin dem Land in welchem der Beschuldigte aufgewachsen ist, um ein armes Land hande lt, nichts zu seinen Gunsten abgelei- tet werden, zumal die Mehrheit seiner Landsleute, welch e unter gleichen Umstände wie der Beschuldigte aufgewachsen sind, nicht straffällig wurden. 2.7 Im Weiteren bringt der Beschuldigte vor, die erste In stanz habe den Umstand, dass er sich aufgrund seines illegalen Status in gewaltbereiten Kreisen aufhalten müsse, nicht beachtet. Soweit der Beschuldigte damit geltend machen will, sein Verschulden sei geringer, da er sich in einer Zwangssituation befunden habe, kann ihm nicht ge folgt werden. Insbesondere geht aus den Verfahrensakten in keiner Weise eine solche Zwangssi tuation hervor. Auch dem Protokoll der vorinstanzlichen Hauptverhandlung ist nicht zu entneh men, dass der Beschuldigte unter besonderem Druck gestanden hätte. Im Gegenteil führt das Strafgericht zu Recht aus, es sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte wohl keine absolu t untergeordnete Aufpasserrolle übernommen habe, namentlich da die DNA diverse Male an entscheidenden Einbruchsstellen (Fenstergriffe, Bohrloch) oder auf Deliktsgut gesichert w erden konnte. Dies spricht klarerweise gegen eine spezielle Zwangslage, welche das Verschulden des Beschuldigten verringern wür- de, weshalb eine solche nicht bejaht werden kann. Im Ü brigen würdigte das Strafgericht in sei- nem Urteil das Milieu, in welchem sich der Beschuldigte bewegte, ausdrücklich und relativierte unter diesem Aspekt die Vorstrafe wegen Einbruchdiebstahls in Frankreich. 2.8 Hinsichtlich des Aussageverhaltens des Beschuldigten hat di e Vorinstanz in korrekter Würdigung der Einvernahmen zu Recht festgehalten, die ses sei neutral zu werten, zumal er zunächst eine Tatbeteiligung abgestritten und erst aufgrund der teilweise erdrückenden Beweis- lage taktische Geständnisse abgelegt hat. Daran vermag d as Vorbringen des Beschuldigten, seine Chefs hätten ihn unter Drohung mit Gewalt angew iesen, alles zu bestreiten, nichts zu ändern. Insbesondere ist eine solche Drucksituation – ents prechend der obigen Ausführungen – nicht ersichtlich. Vielmehr erscheint einzig die erdrücken de Beweislage massgeblich für die teilweise Geständigkeit des Beschuldigten, zumal er nur den offenkundig erstellten Sachverhalt eingestand hat, und dies zum Teil auch nur in stark relativierender Weise. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.9 Der Beschuldigte bringt sodann vor, er habe sich an de n begangenen Delikten betei- ligt, um die Hochzeit mit seiner Freundin finanzieren zu können, da er seine Freundin nicht ver- lieren wolle, deren Eltern jedoch eine Hochzeit verlangen würden. Diese Argumente sind weder überzeugend noch glaubwürdig. Im Gegenteil ist den Ver fahrensakten zu entnehmen, dass der Beschuldigte anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhand lung vom 3. Juli 2012 zu Protokoll gab, er wolle mit seiner Frau nach Hause gehen, einen Beruf erlernen bis er 35 Jahre alt sei und dann heiraten und arbeiten (act. 2955). Diese Au ssage steht in einem eindeutigen Wider- spruch zu dem Vorbringen, die Finanzierung der Hochzeit sei seine Motivation für die Ein- bruchsserie gewesen. Der Beschuldigte passte folglich seine Aussagen jeweils an die entspre- chende Situation an, weshalb das Vorbringen betreffend Hochzeit nicht plausibel erscheint. Im Übrigen erscheint die Finanzierung einer Hochzeit schon p er se nicht als schuldmindernde Mo- tivation, weshalb sie die vorliegend begangene Einbruchsserie nicht zu entschuldigen vermag. 2.10 Im angefochtenen Urteil vom 4. Juli 2012 hat das Str afgericht den sehr hohen Delikts- betrag von rund CHF 268'755.40 insoweit berücksichtigt , als es das Ausmass, in welchem die Qualifikation der Gewebsmässigkeit gegeben ist, in die S trafzumessung einfliessen liess. Dies- bezüglich macht der Beschuldigte geltend, die Vorinsta nz habe zu wenig beachtet, dass er von den Delikten sehr wenig profitiert habe, da er bloss einen Lohn von CHF 250.00 pro Tag, mithin insgesamt rund CHF 2'000.00, erhalten habe. Dem steht entgegen, dass im erstinstanzlichen Urteil bereits im Zusammenhang mit der Qualifikation der Gewerbsmässigkeit ausführlich auf den vom Beschuldigten erwirtschafteten Lohn eingegangen und festgehalten wird, dass der Lohn von rund CHF 250.00 pro Tag im Verhältnis zum üb lichen Lohn des Beschuldigten als Bauarbeiter von EUR 50.00 pro Tag als erheblich zu bet rachten sei. Somit wurde der Umstand, dass der Beschuldigte im Verhältnis zum sehr hohen Delikt sbetrag nur in relativ beschränktem Mass von den Einbrüchen profitierte, bereits in Bezug mi t der Gewerbsmässigkeit berücksich- tigt, weshalb sich eine erneute Beachtung im Rahmen de r Strafzumessung nicht rechtfertigt. Selbst wenn man den lediglich geringen Profit des Be schuldigten in die Strafzumessung einbe- ziehen würde, so wäre die Strafe dennoch als angemessen zu beurteilen, zumal der Beschul- digte im Vergleich zu seiner üblichen Erwerbstätigkeit a ls Bauarbeiter aufgrund seines Lohnes, welchen er mit der Einbruchsserie verdient hat, erhebli ch höhere Einnahmen erwirtschaftet und somit in der Relation einen beträchtlichen Profit erzielt hat. 2.11 Im Weiteren führt der Beschuldigte an, das Bundesgerich t habe in BGE 118 IV 351 den Vorrang der Spezial- vor der Generalprävention festgele gt. Dementsprechend sei er aus spezi- alpräventiven Überlegungen zu einer teilbedingten F reiheitsstrafe zu verurteilen. Zunächst ist festzuhalten, dass der besagte höchstrichterliche Entschei d die Einweisung in eine Arbeitser- ziehungsanstalt betrifft und keineswegs auf das Verhältnis zwischen Spezial- und Generalprä- vention hinsichtlich einer teilbedingten Freiheitsstrafe eingeht. Demgegenüber hielt das Bun- desgericht in BGE 134 IV 17 betreffend die Bemessung von Freiheitsstrafen und den teilbeding- ten Vollzug dieser fest, dass sich der Richter, sofern die S trafzumessung unter Würdigung aller wesentlichen Umstände, zu welchen auch die Wirkung der S trafe und ihres Vollzugs auf das Leben des Täters gehört, zu einer Freiheitsstrafe führt, die im Bereich des gesetzlichen Grenz- werts für den bedingten beziehungsweise teilbedingten V ollzug liegt, zu fragen hat, ob eine Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Freiheitsstrafe, welche die Grenze nicht überschreite t, noch innerhalb des Ermessensspiel- raums liegt. Bejaht er die Frage, hat er die Strafe in dieser Höhe festzulegen. Verneint er sie, ist es zulässig, auch eine nur unwesentlich über der Grenze li egende Freiheitsstrafe auszufällen (BGE 134 IV 17, E. 3). Im vorliegenden Fall stellte das Strafgericht zu Recht fest, dass sich eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten dem erhebli chen Verschulden des Beschuldigten als angemessen erweist. Demgegenüber liegt eine Freihei tsstrafe, welche die Grenze von 3 Jahren gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB nicht überschreitet, klarerweise nicht mehr innerhalb des Ermessenspielraums des Gerichts, zumal eine Freiheitsstrafe von unter 3 Jahren und 6 Monaten aus spezialpräventiven Gründen nicht als ausreich end erscheint. Somit ist der teil- bedingte Vollzug im Sinne von Art. 43 StGB ausgeschlossen. 2.12 Ferner ist das Vorbringen des Beschuldigten, die Kosten des Strafvollzugs von etwa CHF 300.00 pro Tag seien nicht verhältnismässig, nicht zu hören. Bei der Beurteilung der An- gemessenheit der Strafe darf das Gericht gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB einzig das Verschulden des Straftäters berücksichtigen, währenddem in Bezug auf die Wahl der Sanktionsart die Zweckmässigkeit, die Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie die präventi- ve Effizienz massgeblich sein sollen. Weder bei der Festl egung der angemessenen Höhe der Strafe noch bei der Wahl der Sanktionsart darf sich da s Gericht von den Kosten des Vollzugs leiten lassen, zumal dieses Kriterium in keiner Beziehu ng mit dem Täter und der von ihm be- gangenen Tat steht. 2.13 Sodann macht die Staatsanwaltschaft geltend, das Urtei l der Vorinstanz sei insbeson- dere in Anbetracht der straferhöhenden Komponenten z u milde ausgefallen. Zur Begründung führt die Staatsanwaltschaft allerdings keine neuen Ar gumente an, sondern wiederholt lediglich die vom Strafgericht bereits berücksichtigten Strafzumessun gskriterien. Namentlich wurden der hohe Deliktsbetrag, der erhebliche Sachschaden, das Eind ringen in die Privatsphäre der Haus- bewohner und die damit einhergehende Beeinträchtigun g deren Sicherheitsgefühl, das Eindrin- gen in die Häuser währenddem die Bewohner schliefen sow ie die bloss taktische Geständigkeit des Beschuldigten explizit in die Strafzumessung miteinb ezogen. Das Strafgericht hat alle für die Strafzumessung relevanten Komponenten berücksichtigt u nd diese in zutreffender Weise gewürdigt, weshalb keine Gründe vorliegen, um von de r von der Vorinstanz festgelegten Strafe abzuweichen. 2.14 Es zeigt sich somit, dass die Erwägungen des Strafgerichts betreffend Strafzumessung durchwegs zutreffend sind, weshalb auf diese verwiesen w erden kann. Dementsprechend er- weisen sich sowohl die Berufung des Beschuldigten als auch die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft als unbegründet und sind daher in Be stätigung des Urteils des Strafgerichts vom 4. Juli 2012 abzuweisen. III. Kosten 1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah- rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. En tsprechend dem Ausgang des vor- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht liegenden Verfahrens, mithin der Abweisung sowohl der Berufung des Beschuldigten als auch der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft Basel-Landsch aft, Hauptabteilung Laufen, wer- den die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von CHF 6'150.00, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 6’000.00 (§ 12 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte, GebT, SGS 170.31) sowie Auslagen von CHF 150. 00, je zur Hälfte dem Beschuldig- ten und zur Hälfte dem Staat auferlegt. 2. Mit Verfügung des Präsidenten der Abteilung Strafrech t des Kantonsgerichts Basel- Landschaft vom 9. November 2012 wurde dem Beschuldigten für das Rechtsmittelverfahren die amtliche Verteidigung mit Advokat Dr. Luc Saner bewill igt. Anlässlich der Hauptverhandlung reicht der Rechtsvertreter des Beschuldigten seine Honorarn ote vom 28. Januar 2013 ein, wel- che einen Aufwand von 24 ¾ Stunden ausweist. Dieser Aufw and erscheint im Hinblick auf die im vorliegenden Verfahren notwendigen und angemessene n Arbeiten als zu hoch, zumal keine schwierigen Rechtserläuterungen oder Ähnliches erforderli ch waren und der Rechtsvertreter wiederholt auch Telefonate und Besprechungen mit de r Verlobten des Beschuldigten geführt hat, welche allerdings nicht zu entschädigen sind. Dement sprechend ist der geltend gemachte Aufwand um einen Drittel auf angemessene 16,5 Stunden zu reduzieren. Für die kantonsge- richtliche Hauptverhandlung sind ausserdem 3.5 Stunden ei nzusetzen, weshalb dem Rechts- vertreter des Beschuldigten für seine Bemühungen im Beru fungsverfahren eine Parteientschä- digung von CHF 3'745.00 (inklusive Auslagen von CHF 145. 00) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer von CHF 229.60, insgesamt somit CHF 4'044.60, aus der Gerichtskasse zu entrichten ist. Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung an den Kanton verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. In Abweisung der Berufung des Beschuldigten sow ie der An- schlussberufung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptab- teilung Laufen, wird das Urteil des Strafgerichts Basel -Landschaft vom 4. Juli 2012 vollumfänglich bestätigt. 2. Die Verfahrenskosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 6'150.00, beinhaltend eine Gebühr von CHF 6'000. 00 sowie Auslagen von CHF 150.00, gehen je zur Hälfte zu Lasten des Be- schuldigten und zu Lasten des Staates. 3. Zufolge Gutheissung der amtlichen Verteidigung f ür das Rechtsmit- telverfahren wird dem Vertreter des Beschuldigten für seine Bemü- hungen im Berufungsverfahren eine Parteientschädigung vo n CHF 3'745.00 (inklusive Auslagen von CHF 145.00) zuzügli ch 8% Mehrwertsteuer von CHF 229.60, insgesamt somit CHF 4'0 44.60, aus der Gerichtskasse entrichtet. Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädigung der amtli- chen Verteidigung an den Kanton verpflichtet, sobald es seine wirt- schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Präsident Thomas Bauer Gerichtsschreiber Dominik Haffter