B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3319/2014 U r t e i l v o m 1. J u l i 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richter François Badoud; Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______, Eritrea, p. A. Schweizerische Vertretung in Khartum, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 29. November 2013 / N (…). D-3319/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte mit undatiertem Schreiben an die Schwei- zerische Botschaft in Khartum (Eingangsstempel: 20. April 2011) sinnge- mäss um Asyl nach. B. B.a Mit über die Schweizerische Botschaft versandter Zwischenverfügung vom (…) 2013 – zugestellt am (…) 2013 – teilte das Bundesamt dem Be- schwerdeführer unter Hinweis auf das Urteil BVGE 2007/30 mit, die Schweizerische Botschaft sei aufgrund der Zunahme der eingereichten Asylgesuche, des begrenzten Personalbestands sowie wegen fehlender Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht mehr in der Lage, eine persönliche Befragung durchzuführen . Das BFM ersuchte ihn in diesem Zusammenhang – unter Hinweis auf seine Mitwir- kungspflicht – zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhal ts um Beantwortung konkreter Fragen betreffend persönliche Angaben (Personalien, Geburtsort, letzte Adresse im Heimatland, gegebenenfalls Personalien Ehefrau/Partnerin, Religion, ethnische Zugehörigkeit, Spr a- chen, absolvierte Schulen, letzte Berufstätigkeit in Eritrea, gegebenenfalls Personalien der Kinder, des anderen Elternteils und der Familienmitgli e- der), Familie und Angehörige in einem Drittstaat, Asyl gründe, Aufenthalt im Sudan sowie um Einreichung von Identitätsausweisen, Beweismitteln und eines Passfotos innerhalb von 30 Tagen ab Erhalt der Zwischenve r- fügung; für den Fall schuldhafter Verletzung der Mitwirkungspflicht wurde Nichteintreten auf d as Asylgesuch angedroht beziehungsweise für den Unterlassungsfall ein Entscheid aufgrund der Aktenlage beziehungsweise die Abschreibung des Asylgesuch als gegenstandslos in Aussicht gestellt. Schliesslich wurde dem Beschwerdeführer für den Fall, dass den Rechts- begehren nicht stattgegeben werden könnte, Gelegenheit zu abschlie s- senden Bemerkungen beziehungsweise Einwänden innert der erwähnten Frist eingeräumt. B.b Das vom (…) 2013 datierte Antwortschreiben traf am selben Tag (Eingangsstempel) bei der Schweizerischen Botschaft ein. Diesem waren nebst einem Passfoto im Original eine Identitätskarte und als Beweismit- tel eine Reiseerlaubnis des Gefängnisses von B._______ vom (…) 2002 in Kopie beigelegt. D-3319/2014 Seite 3 C. In seinen schriftlichen Eingaben machte der Beschwerdeführer zur B e- gründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen das Folgende geltend: Er sei als eritreischer Staatsangehöriger am (…) in Keren geboren, gehö- re der Ethnie der C._______ an und habe seine militärische Ausbildung im Jahr 1998 in D._______ abgeschlossen. Als d er Grenzkonflikt mit Äthiopien ausgebrochen sei, sei er als Soldat im Grenzschutz eingesetzt worden. Am (…) 2000 seien er, sein Bruder und seine Schwester vermu- tungsweise aufgrund der politischen Einstellung ihres Vaters inhaftiert worden. Sein Bruder befinde sich nach wie vor an einem unbekannten Ort in Haft , während seine Schwester na ch Misshandlung freigelassen worden sei. Am (…) 2005 sei ihm die Flucht in den Sudan gelungen. Dort habe er sich vom (…) 2005 im Flüchtlingslager E._______ aufgehalten, wo er vom Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) als Flücht ling registriert worden sei. Da er sich vor der Anw e- senheit eritreischer Agenten und einer Deportation nach Eritrea gefürchtet habe, habe er sich aus dem Lager entfernt und nach F._______ begeben, wo er mit einem Freund zusammenlebe. Es sei schwierig, Arbe it zu fi n- den und den Lebensunterhalt zu bestreiten. Es käme wiederholt zu Ra z- zien durch die sudanesischen Sicherheitskräfte, welche Flüchtlinge inha f- tierten und nur gegen Bezahlung von Lösegeld wieder freiliessen. Zudem seien seine Bewegungsfreiheit und se ine Arbeitsmöglichkeiten stark ei n- geschränkt. Am (…) 2010 sei er von unbekannten Tätern entführt und in einem Haus gefangen gehalten worden. Seine n Freunden sei es gelu n- gen,(…) Sudanesische Pfund zu beschaffen und gegen Bezahlung dieses Betrags seine Freil assung zu erwirken. Er fürchte sich vor weiteren En t- führungen oder einer Deportation nach Eritrea. D. Mit über die Schweizerische Botschaft versandter Verfügung vom 29. November 2013 – zugestellt am (…) 2014 – verweigerte das Bundes- amt dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte des- sen Asylgesuch ab. E. Mit englischsprachiger Eingabe vom 24. Mai 2014 an die Schweizerische Botschaft (Eingangsstempel: […] 2014), welches Dokument am (…) 2014 vom BFM an das Bundesverwaltungsgericht (Eingangsstempel: […] 2014) weitergeleitet wurde, beantragte der Beschwerdeführer sinnge-D-3319/2014 Seite 4 mäss, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm die Einrei- se in die Schweiz zu bewilligen beziehungsweise Asyl zu gewähren. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 Asylge- setz [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die dringlichen Änderung en des Asylgesetzes vom 28. September 2012, welche am 29. September 2012 in Kraft getreten sind, kommen vorliegend nicht zur Anwendung, wurde doch in der Übergangsbesti m- mung (Ziffer III) festgehalten, dass für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung des Asylgesetzes gestellt worden sind – was vorliegend der Fall ist – die Art. 12, 19, 20, 41 Absatz 2, 52 und 68 in der bisherigen Fassung gelten. 2. 2.1 Parteieingaben in Verfahren vor Bundesbehörden sind in einer Amt s- sprache – in der Regel Deutsch, Französisch oder Italienisch – abzufas- sen (Art. 70 Abs. 1 BV und Art. 33a Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung e i- ner Frist zu Beschwerdeverbesserung kann indessen verzichtet werden, da der in Englisch verfassten Beschwerdeeingabe genügend klare, sin n- gemässe Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden werden kann. 2.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ä n- derung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die frist- und – vom sprachlichen Mangel abgesehen – formgerecht eing e-D-3319/2014 Seite 5 reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Gestützt auf Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ergeht der vorliegende En t- scheid in deutscher Sprache. 3. Mit Besc hwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfü h- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5. 5.1 Das Bundesamt k onnte ein im Ausland gestelltes Asylgesuch able h- nen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen konnte oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden konn- te (Art. 3, Art. 7 und AsylG und a Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligte das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet we r- den konnte, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein an- deres Land auszureisen. Gestützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG konnte das Eidgenössische Just iz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft mach ten, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 5.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum z u- kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, di e Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu D-3319/2014 Seite 6 anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Einglied e- rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschla g- gebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzb e- dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob e i- ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, sowie auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 5.3 Gemäss neuer Rechtsprechung schliesst indes im Auslandverfahren das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft allein aufgrund von subjektiven Nachfluchtgründen die Bewilligung zur Einreise von vornherein aus. Dem- zufolge kommt der Frage massgebliches Gewicht zu, ob die Pers on, die aus einem Drittstaat ein Asylgesuch stellt, bereits zum Zeitpunkt der Au s- reise eine asylrechtlich relevante Gefährdung zu gewärtigen hatte (vgl. zum Ganzen BVGE 2012/26 E. 7 S. 519 f.). 6. Ein Asylgesuch k onnte gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei ei ner schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt zu überweisen hatte (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sah Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt ( aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asy l- gründe schriftlich festzuhalten ( aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung k onnte sich er- übrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asy l- gesuchs als entscheidreif erstellt ersch ien; der asylsuchen den Person war aber diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 6.1 Der Beschwerdeführer wurde nicht zu seinem Asylgesuch befragt. Ihm wurde jedoch mit Zwischenverfügung des BFM vom 27. Juni 2013 ein Katalog von für die vollständige Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts noch zu beantwortenden offenen Fragen zugestellt, wozu er am 6. November 2013 schriftlich Stellung nahm (vgl. Sachverhalt B). Der D-3319/2014 Seite 7 entscheidwesentliche Sachverhalt erscheint angesichts der schriftlichen Darlegung der Asylgründe soweit erstellt, dass die entscheidrelevanten Elemente vorliegen. 6.2 Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, den Beschwerde- führer vorgängig eines Entscheides durch eine schweizerische Vertretung zusätzlich persönlich anhören zu lassen. Das BFM hat den verfahren s- rechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 7. 7.1 Das BFM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen aus, die sch riftlichen Vorbringen de s Beschwerdeführers liessen darauf schliessen, dass er ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den eritre i- schen Behörden h abe. Es sei zu prüfen, ob einer allfälligen Asylgewä h- rung durch die Schweiz der Asylausschlussgrund von aArt. 52 A bs. 2 AsylG entgegenstehen würde. Laut Berichten des UNHCR befänden sich zahlreiche eritreische Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan. Vor di e- sem Hintergrund verkenne das BFM nicht, dass die Lage vor Ort für diese Menschen wie auch für den Beschwerdeführer nicht einfach sei. Dennoch würden keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme bestehen, dass ein weiterer Verbleib im Sudan für ihn nicht zumutbar oder möglich wäre. Vom UNHCR im Sudan registrierte Flüchtlinge seien einem Flüchtlingsl a- ger zugeteilt word en, wo sie sich aufzuhalten hätten und die nötige Ve r- sorgung erhielten, wobei sie über kein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land verfügten. De m Beschwerdeführer sei daher zuzumuten, beim UNHCR um Schutz zu ersuchen, falls seine Situation tatsächlich kri- tisch sein sollte. Seine Befürchtung, nach Eritrea zurückgeschafft zu wer- den, werde als unbegründet erachtet. Gemäss gesicherten Erkenntnissen sei das Risiko einer Deportation oder Verschleppung für im Sudan vom UNHCR anerkannte Flüchtlinge gering. Das UNHCR registriere vor Ort sämtliche Eritreer, die sich in einem Flüchtlingslager meldeten, unabhä n- gig davon, weshalb sie Eritrea verlassen hätten. In casu lägen keine ko n- kreten Anhaltspunkte dafür vor, dass dem Beschwerdeführer eine Rück- führung nach Eritre a drohen könnte. So verfüge er gemäss den Akten nicht über ein geeignetes Risikoprofil, das eine Befürchtung vor einer Verschleppung nach Eritrea objektiv begründen könnte. Es sei ihm nicht gelungen glaubhaft darzulegen, persönlich faktisch und unmittelbar be- droht zu sein, um unter Verletzung des Non -Refoulement-Prinzips nach Eritrea zurückgeschafft zu werden. Da er den Flüchtlingsstatus durch das UNHCR erhalten habe oder diesen erwerben könnte, habe er jederzeit die Möglichkeit, sich bei einer Vertretung d es UNHCR im Sudan zu me l-D-3319/2014 Seite 8 den. Das UNHCR habe den Sudan, welcher de m Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) beigetreten sei, an se i- ne internationalen Verpflichtungen erinnert. Das Leben in Khartum sei für eritreische Flüchtlinge g ewiss nicht einfach. In Anbetracht, dass der Be- schwerdeführer Arbeit gefunden habe und sich die Kosten für den L e- bensunterhalt mit einem Freund teilen könne , könne davon ausgegangen werden, dass die Hürden für eine zumutbare Existenz in Khartum in casu trotz seiner schwierigen Situation als Flüchtling und seiner Befürchtungen bezüglich seiner Sicherheit nicht unüberwindbar seien. Das BFM bedaure die Entführung des Beschwerdeführers im Jahr 2010 und die für ihn da r- aus entstandenen Schwierigkeiten. Der Vorfall liege mittlerweile mehr als drei Jahre zurück und aus den Akten liessen sich keine Hinweise dafür entnehmen, dass es seither ihm gegenüber seitens unbekannter Dritter zu Übergriffen gekommen sei. Überdies könnte er sich auf eine grosse im Sudan lebende e ritreische Diaspora stützen, die für in Not geratene Landsleute bereitstehe und weitgehend Unterstützung biete. Schliesslich lebe gemäss den Angaben de s Beschwerdeführers dessen Cousin G._______ in der Schweiz. Obwohl er damit hier über einen Anknüp- fungspunkt verfüge, sei dieser nicht derart gewichtig, dass eine Abw ä- gung der Gesamtumstände im Sinne von aArt. 52 AsylG dazu führen müsste, dass es gerade die Schweiz sei, welche den erforderlichen Schutz gewähren soll. Alleine die Anwesenheit des Cousins bedeute noch keine enge Bindung mit der Schweiz im dem Sinne, dass aArt. 52 Abs. 2 AsylG nicht zu Anwendung käme. Aufgrund dessen sei keine besondere Beziehungsnähe gegeben, welche die vorangegangenen Feststellungen umzustossen vermöge. 7.2 Die Beschwerde beschränkt sich sinngemäss auf eine Wiederholung der bisherigen Vorbringen. Zusätzlich wird ausgeführt , dass die Feindse- ligkeiten der sudanesischen Bevölkerung und die Razzien der Siche r- heitskräfte und Polizei gegen Asylsuchende und Flüchtlinge zugenommen hätten und viele von ihnen deportiert und Berichten zufolge in Gefängnis- sen in Eritrea inhaftiert worden seien. Auch sei die Verpflegung im Lager unzureichend, weshalb man dort nur mit Unterstützung von aussen leben könne. Der Beschwerdeführer habe jedoch niemanden, der ihm helfen könnte (vgl. Beschwerde). 7.3 Die Überprüfung der Akten ergibt, dass das BFM – wenn auch mit zu wenig differenzierter Begründung – dem Beschwerdeführer zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert und das Asylgesuch abgelehnt hat. D-3319/2014 Seite 9 7.3.1 Die Vorinstanz ging in der angefochtenen Verfügung vom Bestehen einer Gefährdungssituation im Heimatstaat des Beschwerdeführers aus. Sie führte aus, die Ausführungen im Auslandgesuch sowie in der Ste l- lungnahme liessen darauf schliessen, dass der Beschwerde führer ernst- zunehmende Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden habe. Diese Einschätzung trifft indessen nicht zu. Der Beschwerdeführer machte zwar im Sinne einer Reflexverfolgung geltend, dass er – vermutungsweise we- gen der Zugehörigkeit seines Vaters zur politischen Opposition – vom (…) 2000 an inhaftiert gewesen sei, bis ihm am (…) 2005 die Flucht aus dem Gefängnis von B._______ gelungen sei. Diesbezüglich reichte er als Be- weismittel eine Reiseerlaubnis des Gefängnisses von B._______ vom (…) 2002 ein und führte dazu aus, diese sei ihm wegen schwerer Erkran- kung an (…) für eine medizinische Behandlung in H._______ erteilt wor- den, wobei er von (…) begleitet worden sei. Eine Inhaftierung des B e- schwerdeführers kann zwar nicht ausgeschlossen werden. Inde ssen schilderte er die Umstände der Flucht aus der Gefangenschaft derart u n- substanziiert – es sei ihnen gelungen, den Gefängniszaun zu durchbr e- chen (…) –, dass sie nicht glaubhaft erscheint. Gestützt auf den dargeleg- ten Sachverhalt kann auch nicht von einer Desertion des Beschwerdefüh- rers ausgegangen werden. Allerdings ist zu dessen G unsten davon au s- zugehen, dass er sein Heimatland illegal, das heisst ohne behördliches Ausreisevisum, im dienstpflichtigen Alter, welches für Männer und Frauen vom 18. bis zum 40. Lebensjahr dauert, verlassen ha t. Des halb würde ihm bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren drohen (vgl. Art. 11 und Art. 29 der „Proclamation No. 24/1992 “, welche die Ein- und Ausreise nach und von Eritrea regelt). Die begründe- te Furcht des Beschwerdeführers, bei einer Rückkehr nach Eritrea erns t- haften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden, en t- stand mithin erst durch seine illegale Ausreise aus seinem Heimatstaat . Wie diesbezüglich aber bereits vorstehend unter E. 5.3 festgehalten, wä- re dem Beschwerdeführer unter diesen Umständen die Einreise selbst im Falle des Bestehens der Flüchtlingseigenschaft und der Beziehungsnähe zur Schweiz nicht zu bewilligen, da er aufgrund subjektiver Nachfluch t- gründe vom Asyl auszuschliessen wäre (vgl. zu subjektiven Nachfluch t- gründen BVGE 2009/29 E. 6.2-6.5 [Präzisierung der Rechtsprechung]; im eritreischen Kontext: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -3892/2008 vom 6. April 2010 E. 5.3-5.3.3). 7.3.2 Mithin erübrigt sich bei dieser Konstellation die Prüfung der Frage der Zumutbarkeit eines Verbleibs im Drittstaat Sudan. Ungeachtet dessen kann an dieser Stelle noch kurz festgehalten werden , dass es de m Be-D-3319/2014 Seite 10 schwerdeführer in Übereinstimmung mit der Vorinstanz durchaus zuzu- muten wäre, sich weiterhin im Sudan aufzuhalten: G emäss gesicherten Erkenntnissen ist nämlich einerseits das Risiko einer Deportation oder Verschleppung für im Sudan vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt e Personen gering und anderseits erweist sich das pauscha le Argument betreffend eine Zunahme von Feindseligkeiten gegenüber Flüchtlingen als zu wenig substanziiert, zumal d er Beschwerdeführer sich mittlerweile seit mehr als acht Jahren im Sudan auf hält und dort vom UNHCR regist- riert ist. Schliesslich vermöchte a uch die Anwesenheit eines Cousins in der Schweiz keine bes ondere Beziehungsnähe zur Schweiz zu begrü n- den. 7.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es de m Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine aktuelle Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG darzulegen. Es erübrigt sich, auf die weiteren Vorbringen in der B e- schwerde einzugehen, da diese keine neuen Begründungselemente en t- halten, welche geeignet wären, die Einschätzung des BFM entscheidend zu relativieren. Das BFM hat demnach de m Beschwerdeführer zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert und d as Asylgesuch aus dem Aus- land abgelehnt. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art . 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver - waltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt (VGKE, SR 173.320.2) ist indes auf die Erhebung von Verfahren s- kosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-3319/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi- ge schweizerische Vertretung. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand: