<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">C 308/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>II. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari; </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Glanzmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 3. April 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">P.________, 1951, Beschwerdeführerin, vertreten durch </div> <div class="para">Advokat Dr. B.________, </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, </div> <div class="para">Pratteln, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Liestal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Die 1951 geborene P.________ war seit dem 1. Juli </div> <div class="para">1977 als Betriebsarbeiterin bei der Firma S.________ AG </div> <div class="para">tätig. Auf Grund ihrer krankheitsbedingten Arbeitsunfähig- </div> <div class="para">keit, welche seit dem 25. Oktober 1994 andauerte, kündigte </div> <div class="para">die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis auf Ende August </div> <div class="para">1995. Mit Verfügung vom 4. Juli 1997 sprach die IV-Stelle </div> <div class="para">Basel-Landschaft der Versicherten bei einer Erwerbsunfähig- </div> <div class="para">keit von 50 % eine halbe Invalidenrente rückwirkend ab </div> <div class="para">1. Oktober 1995 zu. Ab 8. September 1997 beantragte </div> <div class="para">P.________ Arbeitslosenentschädigung, was die Öffentliche </div> <div class="para">Arbeitslosenkasse Baselland mit Verfügung vom 25. März 1998 </div> <div class="para">wegen Nichterfüllung der Beitragszeit ablehnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Beschwerdeweise liess P.________ geltend machen, </div> <div class="para">dass sie von der Erfüllung der Beitragszeit befreit gewesen </div> <div class="para">sei. Das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft </div> <div class="para">gab ihr diesbezüglich Recht, wies die Beschwerde aber in- </div> <div class="para">folge Vermittlungsunfähigkeit ab (Entscheid vom 28. Juli </div> <div class="para">1999). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- P.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">führen mit dem sinngemässen Begehren, der kantonale Ent- </div> <div class="para">scheid sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass sie </div> <div class="para">die Anspruchsvoraussetzungen der Beitragszeit (oder Be- </div> <div class="para">freiung davon) und der Vermittlungsfähigkeit erfülle. </div> <div class="para"> Die Arbeitslosenkasse schliesst auf Abweisung der Ver- </div> <div class="para">waltungsgerichtsbeschwerde. Das Staatssekretariat für Wirt- </div> <div class="para">schaft lässt sich nicht vernehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Es steht fest und ist unbestritten, dass die Be- </div> <div class="para">schwerdeführerin die Beitragszeit gemäss <span class="artref">Art. 13 Abs. 1 </span></div> <div class="para">Satz 1 AVIG nicht erfüllt hat. Zu prüfen ist jedoch, ob und </div> <div class="para">inwieweit sie aus Krankheitsgründen von der Erfüllung der- </div> <div class="para">selben befreit war. </div> <div class="para"> Das kantonale Gericht hat die diesbezüglich massgeb- </div> <div class="para">liche Gesetzesbestimmung (<span class="artref">Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG</span>) sowie </div> <div class="para">die dazu ergangene Rechtsprechung, wonach zwischen der </div> <div class="para">Nichterfüllung der Beitragszeit und der Krankheit ein Kau- </div> <div class="para">salzusammenhang vorliegen muss (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=7&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-336%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page342">BGE 121 V 342</a> Erw. 5b mit </div> <div class="para">Hinweisen), zutreffend dargelegt. Richtig wiedergegeben ist </div> <div class="para">auch die Verwaltungspraxis betreffend die Befreiung von der </div> <div class="para">Erfüllung der Beitragszeit bei nur 50 %iger Arbeitsunfähig- </div> <div class="para">keit (vgl. Rz 60 des Kreisschreibens über die Arbeitslosen- </div> <div class="para">entschädigung [KS-ALE] in der seit 1. Januar 1992 gültigen </div> <div class="para">Fassung). Es kann darauf verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Die - gemäss Aktenlage - unangefochten gebliebene </div> <div class="para">Verfügung der IV-Stelle vom 4. Juli 1997 weist eine Er- </div> <div class="para">werbsunfähigkeit von 50 % seit 1. Oktober 1995 aus. Daraus </div> <div class="para">erhellt, dass in der im vorliegenden Fall massgebenden </div> <div class="para">zweijährigen Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 8. Sep- </div> <div class="para">tember 1995 bis 7. September 1997 (<span class="artref">Art. 9 Abs. 3 AVIG</span>) wäh- </div> <div class="para">rend 23 Monaten nur eine teilweise Arbeitsunfähigkeit be- </div> <div class="para">stand, welche der Beschwerdeführerin erlaubte, im Rahmen </div> <div class="para">einer vollschichtigen oder teilzeitigen Tätigkeit ein Ein- </div> <div class="para">kommen von mindestens 50 % des zuletzt erzielten Lohnes zu </div> <div class="para">verdienen. Die demgegenüber vom Hausarzt Dr. O.________ </div> <div class="para">attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit ab 25. Oktober </div> <div class="para">1994 (Arztzeugnisse vom 15. und 23. Oktober 1997) überzeugt </div> <div class="para">nicht, zumal sie nicht begründet, sondern lediglich fest- </div> <div class="para">gestellt wird (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=7&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-157%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page160">BGE 122 V 160</a> Erw. 1c). Entsprechend </div> <div class="para">lässt sich aus dem Umstand, dass das bis 13. Oktober 1996 </div> <div class="para">von der Arbeitgeberfirma ausgerichtete Krankentaggeld auf </div> <div class="para">vollständiger Arbeitsunfähigkeit basiert, nichts zu Gunsten </div> <div class="para">der Beschwerdeführerin ableiten. In den Akten finden sich </div> <div class="para">keine Anhaltspunkte, welche in der hier fraglichen Zeit </div> <div class="para">eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit schlüssig nachzuweisen </div> <div class="para">vermögen. Im Gegenteil wird in verschiedenen medizinischen </div> <div class="para">Gutachten, welche aktenkundig sind, von einer - wenn auch </div> <div class="para">unterschiedlichen - Restarbeitsfähigkeit ausgegangen (vgl. </div> <div class="para">Gutachten der Rehaklinik X.________ vom 19. September 1995, </div> <div class="para">Gutachten des Dr. M.________, Spezialarzt FMH für Rheuma- </div> <div class="para">tologie, vom 16. November 1994, Gutachten des Dr. </div> <div class="para">W.________, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie </div> <div class="para">FMH, vom 12. Oktober 1996 und Gutachten des Dr. J.________, </div> <div class="para">Facharzt für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, </div> <div class="para">vom 21. Januar 1997). </div> <div class="para"> Nach dem Gesagten hätte die Beschwerdeführerin spätes- </div> <div class="para">tens ab dem 1. Oktober 1995 eine Erwerbstätigkeit in redu- </div> <div class="para">ziertem Umfang ausüben und damit zugleich die Beitragszeit </div> <div class="para">erfüllen können. Krankheitshalber war sie deshalb während </div> <div class="para">insgesamt weniger als 12 Monaten an der Erfüllung derselben </div> <div class="para">gehindert, weshalb die Berufung auf den Befreiungstatbe- </div> <div class="para">stand des <span class="artref">Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG</span> fehl geht. Nicht zur </div> <div class="para">Anwendung gelangt im vorliegenden Fall Rz 60 KS-ALE. Denn </div> <div class="para">die darin enthaltene Verwaltungspraxis bezieht sich auf </div> <div class="para">eine während des Leistungsbezuges - welche Zeit bei einer </div> <div class="para">zweiten Rahmenfrist als Beitragszeit gilt - vorübergehend </div> <div class="para">fehlende oder verminderte Arbeitsfähigkeit (vgl. SVR 1998 </div> <div class="para">ALV Nr. 15 S. 43). Damit ist die Verfügung der Arbeitslo- </div> <div class="para">senkasse vom 25. März 1998 nicht zu beanstanden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Bei dieser Rechtslage kann die von der Beschwerde- </div> <div class="para">führerin aufgeworfene Frage nach der Überprüfungsbefugnis </div> <div class="para">der Vorinstanz betreffend die Vermittlungsfähigkeit offen </div> <div class="para">bleiben, da sich nichts daran ändert, dass sie keine Leis- </div> <div class="para">tungen beanspruchen kann, wie Verwaltung und Vorinstanz im </div> <div class="para">Ergebnis übereinstimmend, zu Recht entschieden haben. </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungs- </div> <div class="para"> gericht des Kantons Basel-Landschaft, dem Kantonalen </div> <div class="para"> Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Baselland und </div> <div class="para"> dem Staatssekretariat für Wirtschaft zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 3. April 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der II. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>