B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5996/2012/mel U r t e i l v o m 2 9 . N o v e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichterin Contessina Theis, mit Zustimmung von Richter Martin Zoller; Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien D._______, geboren … , Armenien, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 9. November 2012 / N … . D-5996/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführerin – eine Staatsangehörige von Armenien – am 29. Februar 2012 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, dass gleichzeitig mit ihr auch A._______ (N … ) – ihr Sohn – mit seiner Ehefrau und ihrem Kind Asylgesuche einreichten, dass die Beschwerdeführerin vom BFM am 15. März 2012 summarisch befragt und am 16. Oktober 2012 einlässlich zu ihren Gesuchsgründen angehört wurde, dass sie dabei namentlich vorbrachte, zwar sei sie selbst eine Armenierin, ihr Ehemann sei jedoch Aserbaidschaner gewesen, weshalb ihren beiden Söhnen von den armenischen Behörden keine Papiere ausgestellt wo r- den seien, dass sich ihre Familie zudem aus Furcht vor Nachstellungen aufgrund der ethnischen Herkunft ihres Ehemannes von 1990 bis 2006 nicht in Arme- nien, sondern illegal in der Türkei aufgehalten habe , von wo sie erst wie- der nach Armenien zurückgekehrt seien, nachdem ihr Sohn A._______ in der Türkei .. .. [in ein Vorkommnis verwickelt worden sei] , weshalb ihr Sohn in der Türkei von Rache bedroht gewesen sei, dass die Beschwerdeführerin zur Begründung ihres Gesuches geltend machte, … [einige] Monaten vor ihrer Ausreise – … [im Herbst 2011] – seien ihr Ehemann und ihr älterer Sohn wegen ihres ethnischen Hinte r- grundes in der gemeinsamen Wohnung in der Stadt X._______ von ar- menischen Nationalisten ermordet worden, wobei die Mörder auch nach ihrem jüngeren Sohn gesucht hätten, dass sie in diesem Zusammenhang angab, sie und ihr Ehemann hätten gemeinsam mit ihrem älteren Sohn und dessen Familie eine Wohnung in dieser Stadt bewohnt, und zwar an der N._______-Strasse 2 respektive an der O._______-Strasse 118, dass an jenem Morgen vier Männer in dunkler Kleidung respektive drei Männer von korpulenter Statur, wovon einer klein und zwei mittelgross, in ihre Wohnung eingedrungen seien, worauf diese Männer ihren Ehemann und ihren Sohn direkt vor ihren Augen und den Augen ihrer Schwiege r- tochter (der Ehefrau ihres älteren Sohnes) erschossen hätten, D-5996/2012 Seite 3 dass die Angreifer nach der Tötung ihres Mannes und ihres Sohnes von ihr die Herausgabe der Ausweise der Familie verlangt hätten, worauf sie die in einer Tasche gesammelten Papiere der gesamten Familie aus Furcht ausgehändigt habe, welche die Angreifer daraufhin ins brennende Ofenfeuer geworfen und damit vernichtet hätten, dass ihre Schwiegertochter nach dem Ereignis noch ihren jüngeren Sohn angerufen habe, die Schwiegertochter danach aber mit ihren Kindern verschwunden und seither unbekannten Aufenthalts sei, mithin sie ve r- mutlich zu ihren Eltern in die Türkei zurückgekehrt sei, dass sie selbst aber unmittelbar nach dem Ereignis in Ohnmacht gefallen und erst wieder im Spital zu sich gekommen sei, von wo sie nach drei, respektive nach drei oder vier, respektive nach vier oder fünf Tagen von ihrem jüngeren Sohn nach Y ._______ mitgenommen worden sei, dass sich dort zwar nichts weiteres ereignet habe, nach dem Ereignis vom … [Herbst 2011] aber auch ihrem jüngeren Sohn der Tod gedroht habe, weshalb sie alle am 21. Februar 2012 mit der Hilfe eines Schle p- pers aus Armenien ausgereist seien, dass die Beschwerdeführerin auf Nachfrage hin geltend machte, sie ver- füge über keinerlei Beweismittel, da bei dem Ereignis vom … [Herbst 2011] nicht nur ihre Papiere, sondern darüber hinaus auch ihre gesamten Krankenakten von den Angreifern verbrannt worden seien, dass für ihren Ehemann und ihren Sohn auch keine Totenscheine ausge- stellt worden seien, da dafür die Papiere der Toten hätten vorliegen mü s- sen, über welch e sie nach dem Ereignis vom … [Herbst 2011] jedoch nicht mehr verfügt hätten, dass zudem weder sie noch ihr Sohn jemals von der Polizei zum Ereignis einvernommen worden seien, die Polizei aber versprochen habe, der S a- che nachzugehen und sie nachträglich zu informieren, dass die Beschwerdeführerin auf die Frage des Bundesamtes nach dem Verbleib ihrer Reise- und Identitätspapiere geltend machte, nachdem alle ihre Papiere – darunter ihr abgelaufener armenischer Pass – mit den ge- samten Dokumenten aller Angehörigen von den Angreifern ins Feuer g e- worfen sei, verfüge sie über nichts mehr, D-5996/2012 Seite 4 dass s ie zu ihrem Reiseweg vorbrachte , ihr Schlepper habe sie gegen Bezahlung von 20'000 Euro in einem Auto über Georgien in die Ukraine und von dort über Polen und Deutschland in die Schweiz gebracht, wobei sie auf ihrer Reise nie kontrolliert worden seien, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der einlässlichen Anhörung e i- nen ärztlichen Kurzbericht vom 4. Oktober 2012 vorlegte, worin zum e i- nem über eine schwere Diabetes berichtet wird, und zum anderen über das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstö rung wegen der Umstände des Todes ihres Ehemannes und Sohnes, aufgrund welcher es zu Konzentrationsstörungen und von daher im Rahmen der Anhörung zu scheinbar unpräzisen Angaben ihrerseits kommen könne, dass das BFM mit separaten Verfügungen vom 9. November 2012 – er- öffnet am 12. November 2012 – sowohl auf das Asylgesuch der B e- schwerdeführerin als auch auf die Gesuche ihrer Angehörigen in Anwen- dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat und deren Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug nach Armenien anordnete, dass das Bundesamt in seinem die Beschwerdeführerin betreffenden Ent- scheid vorab festhielt, von dieser seien keine rechtsgenüglichen Papiere eingereicht worden und für die Nichtabgabe von Reise- oder Identitätspa- pieren im Original lägen keine entschuldbaren Gründe vor, da die Vor- bringen der Beschwerdeführerin über den Verlust ihrer Papiere unglau b- haft und ihre Schilderungen zu ihrer Reise in die Schweiz, auf welcher sie angeblich an keiner einzigen Grenze persönlich kontrolliert worden seien, realitätsfremd seien, dass das Bundesamt im Weiteren zum Schluss gelangte, die Beschwer- deführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft (offensichtlich) nicht und es seien auch keine zusätz lichen Abklärungen zur Feststellung der Flüch t- lingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses erforde r- lich, da die Vorbringen der Beschwerdeführerin in zentralen Punkten kaum substanziiert, weitgehend realitätsfremd und mit zahlreichen Wider- sprüchen behaftet seien, mithin von einer insgesamt konstruierten Verfol- gungsgeschichte auszugehen sei, dass das Bundesamt abschliessend den Wegweisungsvollzug nach A r- menien als zulässig, auch unter Berücksichtigung der geltend gemachten Erkrankungslage als zumutbar sowie als möglich erklärte, D-5996/2012 Seite 5 dass sowohl die Beschwerdeführerin als auch ihre Angehörigen gegen die sie betreffenden Nichteintretensentscheide am 19. November 2012 Beschwerde erhoben, wobei sie in ihren Eingabe n jeweils die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, eventualiter die Anordnung einer vorläuf i- gen Aufnahme in der Schweiz beantragten sowie um Erlass der Verfa h- renskosten und um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht ersuchten, dass namentlich ihre Angehörigen, sinngemäss aber auch die Bes chwer- deführerin um eine gemeinsame Behandlung ihrer Verfahren ersuchten, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Beschwerdebegründung an ihren Gesuchsvorbri ngen festhielt und vorbrachte, in Armenien herr - sche zwar keine Situation allgemeiner Gewalt, sie sei jedoch durch ve r- schiedene Umstände konkret bedroht, dass sie in diesem Zusammenhang geltend machte , sie habe die gle i- chen Fluchtgründe wie ihre bisher verschollene Schwiegertochter, welche in der Zwischenzeit ebenfalls in die Schweiz eingereist sei und ein Asyl- gesuch eingereicht habe, wobei dieser Umstand namentlich für die Beur- teilung der Glaubwürdigkeit ihrer Schilderungen wichtig sei, dass sie im Weiteren unter Vorlage eines ärztlichen Berichts vom 16. No- vember 2012 geltend machte, aufgrund ihres psychischen Gesundheit s- zustandes würde eine Rückführung in die Heimat in ihrem Fa ll einen schweren Eingriff in ihre psychische Integrität bedeuten, dass die vorinstanzlichen Akten am 23. November 2012 beim Bundesver- waltungsgericht eintrafen (vgl. dazu Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM entscheidet, ausser – was vorliegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersu- chens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 und 33 des Verwaltungsgericht s- gesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), D-5996/2012 Seite 6 dass sich das Verfahren nach dem Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) richtet, soweit das VGG oder AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 AsylG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Beschwerdeführerin legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und sich ihre Eingabe als frist- und formgerecht erweist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist, dass dem Ersuchen um eine Koordination des Verfahrens der Beschwer- deführerin mit jenem ihrer Angehörigen insoweit Rechnung getragen wird, als beide Verfahren vom Bundesverwaltungsgericht am gleichen Tag und in gleicher Besetzung entschieden werden, dass sich die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensichtlich unbegründet erweist, weshalb darüber in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), dass gleichzeitig auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der En t- scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG), dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, ein Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32 - 35 AsylG), grundsätzlich auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob das Bundesa mt zu Recht auf das Asylg e- such nicht eingetreten ist, dass sich das Bundesverwaltungsgericht dementsprechend – sofern es den Nichteintretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selb - ständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung auf- hebt und die Sache zur neuen Entscheidung ans BFM zurückweist, dass beim Nichteintretenstatbestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG – auf welchen sich die angefochtene Verfügung stützt – immerhin die Beso n- derheit besteht, dass das BFM im Rahmen einer s ummarischen Prüfung das offenkundige Nichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und das offenkundige Fehlen von Wegweisungsvollzugshi n- dernissen zu beurteilen hat (vgl. dazu nachfolgend), weshalb insoweit bei D-5996/2012 Seite 7 dagegen erhobenen Beschw erden auch die Flüchtlingseigenschaft Pr o- zessgegenstand bildet, soweit dies im Rahmen einer summarischen Pr ü- fung möglich ist (vgl. dazu BVGE 2007/8, insbes. E. 5.6.5 f. S. 90 f.), dass demgegenüber hinsichtlich der Frage der Wegweisung und deren Vollzuges die Beurteilungszuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts nicht beschränkt ist, da sich das BFM diesbezüglich auch materiell zur Sache zu äussern hatte, dass in vorliegender Sache der entscheidrelevante Sachverhalts bereits aufgrund der bestehenden Aktenlage als hinreichend erstellt zu erkennen ist, zumal es vor dem Hintergrund der nachfolgenden Erwägungen des sinngemäss beantragten Beizuges der Gesuchsakten der Schwiegertoch- ter E._______ (N … ) – im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung – nicht bedarf (vgl. dazu Art. 33 Abs. 1 VwVG), dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass indes auch im Falle einer Nichtabgabe von Papieren auf ein Asylge- such einzutreten ist, wenn Asylsuchende glaubhaft machen können, sie seien zur fristgerechten Vorlage von Papieren aus entschuldbaren Grü n- den nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder we nn aufgrund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseige n- schaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG), oder wenn sich au f- grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugs- hindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), dass vorliegend die Grundvoraussetzung für einen Nichteintretensen t- scheid in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG ohne weiteres erfüllt ist, da die Beschwerdeführerin im Verfahren vor dem BFM keine recht s- genüglichen Papiere eingereicht hat (vgl. dazu BVGE 2007/7), dass im Falle der Beschwerdeführerin – wie vom BFM zu Recht erkannt – keine entschuldbaren Gründe für das Fehlen von Papieren ersichtlich sind (im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), dass ihre Ausführungen über ihren Reiseweg von Armenien bis in die Schweiz – angeblich in einer Gruppe in einem Auto über mehrere Staats- grenzen (darunter namentlich die Aussengrenze der Schengener -Ver-D-5996/2012 Seite 8 tragsstaaten), ohn e dabei jedoch ein einziges Mal von den jeweiligen Grenzbehörden persönlich überprüft worden zu sein – als realitätsfremd und von daher insgesamt haltlos zu bezeichnen sind, dass gleichzeitig kein Anlass zur Annahme besteht, dem Vorbringen über die angebliche Vernichtung sämtlicher Papiere der Beschwerdeführerin und aller ihrer Angehörigen liege ein tatsächliches Ereignis zugrunde (vgl. dazu nachfolgend), dass im Resultat aufgrund der Aktenlage davon auszugehen ist, von der Beschwerdeführerin würden ihr zustehende Papiere bewusst unterdrückt, was nach dem Willen des Gesetzgebers sanktioniert werden soll (vgl. d a- zu BVGE 2007/7, insbes. E. 4.4.1 S. 61 f.), dass das BFM in seinen Erwägungen – auf welche anstelle einer Wieder- holung zu verweisen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG) – auf eine ganze Reihe von massgebliche Ungereimtheiten im Sachverhaltsvortrag sowie eine mangelnde Substanziierung der Gesuchsvorbringen verweist, dass die Beschwerdeführerin den diesbezüglichen Feststellungen der Vorinstanz nichts entgegensetzt, sondern einzig auf die angeblich gleich- lautenden Gesuchsvorbringen ihrer kürzlich in die Schweiz eingereisten Schwiegertochter verweist, dass dieser Ansatz jedoch nicht ge eignet sein kann, die deutlichen Män- gel im Sachverhaltsvortrag der Beschwerdeführerin zu erklären, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Vorbringen betreffend den angeb- lichen Doppelmord a n ihrem Ehemann und ihrem älteren Sohn zwar ein überaus massives Ereignis geltend ma cht, sie sich in diesem Zusa m- menhang jedoch in klare und als solche nicht nachvollziehbare Wide r- sprüche verwickelt, dass zwar nicht grundsätzlich in Abrede gestellt wird, der Ehemann und Sohn der Beschwerdeführerin seien eines gewaltsamen Todes gestorben, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin bezüglich der Umstände des Todes ihrer Angehörigen jedoch gesamthaft unglaubhaft sind, dass sie anlässlich der Kur zbefragung und im Rahmen der einlässlichen Anhörung nicht nur die Zahl der Angreifer unterschiedlich angegeben hat, sondern auch deren Person unterschiedlich beschrieben hat, D-5996/2012 Seite 9 dass sie darüber hinaus unterschiedliche Angaben zu ihrer Wohnadresse in der Stadt X._______ gemacht hat , mithin sie zuerst angab, an der N._______-Strasse gewohnt zu haben, dann aber geltend machte, sie habe an der O._______-Strasse gewohnt (welche in der Stadt vier Stra s- sen weiter südlich liegt), dass sie in der Beschreibung des angeblichen Tatherganges vom … [Herbst 2011] zwar zu einigen wenigen Detailschilderungen in der Lage war, ihr diesbezüglicher Bericht ansonsten aber kaum Realkennzeichen aufweist, sondern von der Beschwerdeführerin immer wieder pauschal geltend gemacht wird, sie sei in Ohnmacht gefallen, dass gleichzeitig das Vorbringen in keiner Weise nachvollziehbar ist, zum angeblichen Doppelmord gebe es keinerlei Beweismittel, da über den Mord in der Presse kein einziges Wort berichtet worden sei (obwohl das Ereignis von den Nachbarn bemerkt worden sei, zumal diese die Polizei gerufen hätten) und da auch die Polizei nie et was Schriftliches festgehal- ten habe (obwohl angeblich in der Sache ermittelt worden sei), wie auch das Vorbringen, sie sei von der Polizei zum Vorfall nie persönlich einver- nommen worden (obwohl die Beschwerdeführerin angeblich die einzige greifbare Zeugin gewesen sein soll), dass die Beschwerdeführerin letztlich auch aus dem Sachverhaltsvortrag ihrer Angehörigen nichts für sich ableiten k ann, da auch dieser massgeb- liche Mängel aufweist (vgl. dazu das Urteil heutigen Datums im Verfahren D-5986/2012), dass nach vorstehenden Erwägungen im Ergebnis in Übereinstimmung mit dem BFM von insgesamt konstruierten Gesuchsvorbringen auszug e- hen ist, womit die angegebenen Fluchtgründe als offenkundig haltlos zu erkennen sind, dass alleine der Inhalt der ärztlichen Beric hte vom 4. Oktober 2012 und vom 16. November 2012 keinen anderen Schluss rechtfertigen kann, zu- mal die dortigen Ausführungen nicht geeignet sind, die insgesamt offe n- kundigen Mängel in den Gesuchsvorbringen zu erklären, geschweige denn aufzuwiegen, dass nach dem Gesagten die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht gegeben ist, und aufgrund der Akten auch keine Notwendigkeit zur Vo r- nahme von weiteren Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseige n-D-5996/2012 Seite 10 schaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses besteh t (im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), dass bei dieser Sachlage der Nichteintretensentscheid des BFM in A n- wendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu bestätigen ist, dass die Anordnung der Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und ebenfalls zu bestätigen ist (vgl. dazu Art. 44 Abs. 1 AsylG sowie BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.w.H.), dass somit zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Weg - weisung entgegenstehen, da das BFM eine vorläufige Aufnahme von Ausländern anzuordnen hat, wenn der Vollzug der Wegweisung als unzu- lässig, unzumutbar oder unmöglich zu erkennen ist (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass indes im Falle der Beschwerdeführerin keine Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 83 Abs. 2 - 4 AuG zu erblicken sind, dass sich der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist, da vor- liegend weder Hinweise auf Verfolgung ersichtlich sind noch Anhaltspunk- te dafür bestehen, den Beschwerdeführenden würde in ihrer Heimat eine menschenrechtswidrige Behandlung drohen, dass gleichzeitig von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges a us- zugehen ist, auch wenn die Beschwerdeführerin das Vorliegen gesun d- heitlicher Probleme geltend macht, dass die in den ärztlichen Berichten aufgezeigte (…)-Erkrankung der Be- schwerdeführerin ohne Zweifel auch in Armenien behandelt werden kann und der ärztliche Bericht vom 16. November 2012 sodann erkennen lässt, dass die von einer Fachärztin für innere Medizin diagnostizierte pos t- traumatische Belastungsstörung derzeit lediglich der Behandlung mit e i- nem bekannten Antidepressivum in niedriger Dosierung bedarf ( … ), was auch in Armenien fortgesetzt werden kann, dass vor diesem Hintergrund das Vorbringen, eine Rückführung nach Ar- menien komme aufgrund des Gesundheitszustandes der Beschwerdefüh- rerin nicht infrage, nicht überzeugen kann, D-5996/2012 Seite 11 dass letztlich von der Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs auszugehen ist, da es der Beschwerdeführerin obliegt, an der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass nach dem Gesagten die Anordnung ei ner vorläufigen Aufnahme in der Schweiz ausser Betracht fällt, womit auch die Anordnung des We g- weisungsvollzuges zu bestätigen ist, dass nach den vorstehenden Erwägungen die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die eingereichte Beschwerde als offensic htlich unbe- gründet abzuweisen ist, dass das Gesuch um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht (gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG) mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos g e- worden ist, dass das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist, da sich die Beschwerde von Anfang an als aussichtslos erwiesen hat, dass demnach die Kosten des Verfahrens von Fr. 600.– den Beschwerde- führenden aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-5996/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Contessina Theis Lorenz Mauerhofer Versand: