<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00173</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221387&amp;W10_KEY=13013474&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00173</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.06.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 06.12.2021 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen (Wiedererwägungsgesuch)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Der Beschwerdeführer hat seine Ehefrau und zwei der gemeinsamen Kinder in die Schweiz geholt, nachdem ein erstes Familiennachzugsgesuch rechtskräftig abgewiesen worden war. Prozessgegenstand ist das vierte Gesuch um Wiedererwägung des Familiennachzugs.] Die Beschwerde richtet sich gegen einen Entscheid, mit dem die Vorinstanz einen Nichteintretensentscheid des Migrationsamts bestätigt hat. Die Prüfungsbefugnis beschränkt sich auf die Frage, ob die vorinstanzliche Beurteilung der Eintretensfrage an beschwerdefähigen Rechtsmängeln leidet (E. 1.3). Die Rechtslage oder die tatsächlichen Umstände haben sich seit Erlass der Verfügungen des Migrationsamts nicht wesentlich geändert. Wichtige persönliche Gründe für einen nachträglichen Familiennachzug können nicht durch Sachumstände belegt werden, welche allein Folge einer vorweggenommenen, eigenmächtigen Verlagerung des Lebensmittelpunktes in die Schweiz sind. Die Integrationserfolge stellen keine neuen wesentlichen Tatsachen dar. Auch die globale Covid-19-Pandemie und die psychischen Probleme des Sohnes verschaffen keinen Anspruch auf einen weiteren Verbleib in der Schweiz (E. 2). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERERWÃGUNGSGESUCH">WIEDERERWÃGUNGSGESUCH</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 47 Abs. IV AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=53649" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00173</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">16. Juni 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. C, </span></p> <p class="MsoNormal">4. D, <br/> <br/> </p> <p class="MsoNormal"> <span>Nr. 4 vertreten durch Nr. 1+2,</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoBodyText">alle vertreten durch E und K, </p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen (WiedererwÃ¤gungsgesuch),</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1966, StaatsangehÃ¶riger der Schweiz und Nigerias, reiste am 29. August 1997 illegal in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. AnlÃ¤sslich der Befragung vom 1. September 1997 durch das Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge ([BFF]; heute Staatssekretariat fÃ¼r Migration [SEM]) gab er insbesondere an, er sei mit F (geborene B), geboren 1967, verheiratet. Aus dieser Ehe sei der Sohn G, geboren 1993, hervorgegangen. Am 20. Mai 1998 reichte er dem BFF einen Todesschein fÃ¼r die Ehefrau ein, wonach diese 1995 verstorben sei. Am 25. September 1998 heiratete er die Schweizerin H und zog sein Asylgesuch in der Folge zurÃ¼ck. Am 17. November 1998 wurde ihm im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung und am 25. September 2003 die Niederlassungsbewilligung erteilt. Am 18. Mai 2004 wurde A erleichtert eingebÃ¼rgert. Diese VerfÃ¼gung des Bundesamts fÃ¼r Migration ([BFM]; heute SEM) wurde jedoch vom EidgenÃ¶ssischen Justiz- und Polizeidepartement ([EJPD]; Beschwerdedienst) per 22. August 2006 aufgehoben und das Gesuch um erleichterte EinbÃ¼rgerung abgewiesen, weil die wesentliche Voraussetzung, nÃ¤mlich der Bestand einer gelebten und intakten ehelichen Beziehung, praktisch unmittelbar nach Erlass der angefochtenen VerfÃ¼gung wegfallen sei. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 3. Dezember 2010 heiratete A in I (Nigeria) B, geboren am 1966, StaatsangehÃ¶rige von Nigeria. Aus dieser Beziehung waren die drei SÃ¶hne G, geboren am 12. August 1992, C, geboren 2002, und D, geboren 2007, hervorgegangen. Eigenen Angaben zufolge hielten sich die Ehefrau und die Kinder vom 2. April bis 15. Mai 2015 mit einem Touristenvisum in der Schweiz auf.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 13. Juli 2016 ersuchte<span> </span>A um Nachzug der Familie. Am 29. August 2016 stellten seine Ehefrau und die Kinder in Nigeria den Antrag um Erteilung eines Visums fÃ¼r den langfristigen Aufenthalt. Mit VerfÃ¼gung vom 16. Januar 2017 wies das Migrationsamt das Familiennachzugsgesuch ab, da es verspÃ¤tet erfolgt sei. Die VerfÃ¼gung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 17. April 2017 reisten die Ehefrau und die Kinder mit einem Touristenvisum in die Schweiz ein. Sie stellten am 10. Mai 2017 Asylgesuche. Mit Asylentscheid vom 8. Juni 2017 trat das SEM auf die Asylgesuche nicht ein und verwies auf die ZustÃ¤ndigkeit des Migrationsamts, um Ã¼ber den Aufenthalt der Familie beim damals in der Schweiz niedergelassenen A zu befinden. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Am 14. Juni 2017 ersuchten die Ehefrau und die Kinder nochmals um Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen. Mit VerfÃ¼gung vom 22. September 2017 wies das Migrationsamt die Gesuche wegen des verspÃ¤teten Familiennachzugs erneut ab. Die dagegen erhobenen Rechtsmittel blieben erfolglos (Rekursentscheid der Sicherheitsdirektion vom 6. November 2017, Nr. 2017.0803; Nichteintretensentscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons ZÃ¼rich vom 8. Januar 2018, VB.2017.00808). A gab in seiner Beschwerdeschrift vom 1. Dezember 2017 gegenÃ¼ber dem Verwaltungsgericht an, dass es sich bei seiner Ehefrau<span> </span>B um dieselbe Ehefrau handle, welche angeblich am 1998 verstorben sei. Er sei fÃ¤lschlicherweise davon ausgegangen, dass sie bei der Geburt von G verstorben sei. Am 16. Januar 2018 setzte das Migrationsamt die Ausreisefrist auf den 23. Februar<span> </span>2018 fest. Am 19. Februar 2018 ersuchten die Ehefrau und die Kinder um Erstreckung der Ausreisefrist, was das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 22. Februar 2018 ablehnte. Es forderte B und die Kinder auf, die Schweiz unverzÃ¼glich zu verlassen. Diese erhoben am 12. MÃ¤rz 2018 Rekurs mit dem Antrag, die VerfÃ¼gung vom 22. Februar 2018 sei dahingehend zu korrigieren, dass ihnen Aufenthaltsbewilligungen zu erteilen seien. Nachdem die Sicherheitsdirektion am 22. MÃ¤rz 2018 darauf hingewiesen hatte, der Antrag liege ausserhalb des Prozessthemas, wurde der Rekurs am 4. April 2018 zurÃ¼ckgezogen und das Verfahren als erledigt abgeschrieben (Rekursentscheid vom 27. April 2018, Nr. 2018.0148).</p> <p class="Urteilstext">Am 23. MÃ¤rz 2018 erklÃ¤rte sich A bereit, die Schweiz zusammen mit seiner Familie zu verlassen. Auf Anfrage vom 3. April 2018 teilte das Migrationsamt mit, dass eine mÃ¶gliche Schweizer StaatsbÃ¼rgerschaft von A die Fristen fÃ¼r den Familiennachzug nicht neu auslÃ¶sen wÃ¼rde. Nach einem ersten AusreisegesprÃ¤ch vom 18. April 2018 informierte A das Migrationsamt mehrfach Ã¼ber den Stand der fÃ¼r die Kinder besorgten PÃ¤sse und die Schwierigkeiten mit der Ausstellung des Passes fÃ¼r seine Ehefrau. AbklÃ¤rungen des Migrationsamts vom 30. Januar 2019 bei der nigerianischen Botschaft ergaben, dass der abgelaufene Pass der Ehefrau nicht im System registriert sei, ihr aber ein Ersatzreisedokument nach persÃ¶nlicher Vorsprache ausgestellt werden kÃ¶nne. Mit VerfÃ¼gung des Gemeindeamtes der Direktion der Justiz und des Inneren des Kantons ZÃ¼rich vom 12. Februar 2019 erhielt A das zÃ¼rcherische KantonsbÃ¼rgerrecht sowie das Schweizer BÃ¼rgerrecht. </p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend A am 6. MÃ¤rz 2019 erklÃ¤rt hatte, seine Familie mÃ¼sse in der Schweiz zusammenbleiben, zeigte er im zweiten AusreisegesprÃ¤ch vom 14. MÃ¤rz 2019 die Bereitschaft zur freiwilligen RÃ¼ckkehr seiner Familie an. Erneut wurde die Familie zur Reisepapierbeschaffung aufgefordert.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>E. </b>Am 19. MÃ¤rz 2019 stellte die Familie den nÃ¤chsten Antrag um PrÃ¼fung des Familiennachzugs, welchen das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 29. MÃ¤rz 2019 mit der BegrÃ¼ndung abwies, dass die EinbÃ¼rgerung von A nichts an der Berechnung der Nachzugsfrist Ã¤ndere. Es forderte die Ehefrau und die Kinder auf, die Schweiz unverzÃ¼glich zu verlassen. AnlÃ¤sslich der Vorsprachen beim Migrationsamt am 2. April bzw. 2. Mai 2019 brachten A und seine Ehefrau die PÃ¤sse der SÃ¶hne vorbei, lehnten es aber ab, die Reisevorbereitungen zu treffen. Die am 6. Juni 2019 erfolgte Ausreisekontrolle zeigte, dass die Familie weiterhin in J wohnhaft war. AbklÃ¤rungen des Migrationsamts ergaben, dass kein gÃ¼ltiger Pass fÃ¼r die Ehefrau vorliegt, die nigerianische Botschaft dem SEM aber versichert habe, ein Laissez-Passer fÃ¼r die freiwillige Ausreise auszustellen. </p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 17. Juli 2019 forderten die Ehefrau und die Kinder das Migrationsamt auf, wegen der UnmÃ¶glichkeit der Wegweisung die vorlÃ¤ufige Aufnahme beim SEM zu beantragen. Dies lehnte das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 30. Juli 2019 ab. Am 5. September 2019 vernahm die Stadtpolizei J A und seine Ehefrau zur Sache. Am 3. Oktober 2019 wurden die Ehefrau und die Kinder erneut aufgefordert, die Schweiz unverzÃ¼glich zu verlassen bzw. die nigerianische Botschaft um Ausstellung des Ersatzreisedokuments fÃ¼r die freiwillige Ausreise zu ersuchen. Im dritten AusreisegesprÃ¤ch vom 17. Juni 2020 zeigte sich die Ehefrau nicht bereit, die Schweiz freiwillig zu verlassen. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>F. </b>Am 25. September 2020 wurde ein Gesuch um Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen fÃ¼r die Ehefrau und den jÃ¼ngsten Sohn bzw. um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Ã¤ltesten Sohn und eventualiter um vorlÃ¤ufige Aufnahme gestellt. Mit VerfÃ¼gung vom 27. Oktober 2020 trat das Migrationsamt auf die erneuten Gesuche mangels wesentlich verÃ¤nderter Tatsachen nicht ein.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 2. Februar 2021 ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden war. Die Gegenstandslosigkeit betraf das Gesuch um prozeduralen Aufenthalt im Sinn einer vorsorglichen Massnahme bzw. eventualiter den Vollzug der Wegweisung superprovisorisch auszusetzen, welches sich mit dem Entscheid, der innert kurzer Zeit erging, erÃ¼brigt hatte. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 8. MÃ¤rz 2021 beantragten A, seine Ehefrau und die zwei SÃ¶hne mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht die Aufhebung des Rekursentscheids der Sicherheitsdirektion vom 2. Februar 2021. Das Migrationsamt sei anzuweisen, auf das Gesuch vom 25. September 2020 einzutreten. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragten sie, es sei ihnen fÃ¼r die Dauer des Verfahrens der prozedurale Aufenthalt zu gewÃ¤hren. Eventualiter sei der Vollzug der Wegweisung superprovisorisch auszusetzen. Weiter sei ihnen die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu-lasten des Staates.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 9. MÃ¤rz 2021 stellte der AbteilungsprÃ¤sident fest, dass das Gesuch um prozeduralen Aufenthalt bzw. eventualiter um superprovisorische Aussetzung des Vollzugs, sich nur auf die BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 beziehen kÃ¶nne, da der BeschwerdefÃ¼hrer 1 Schweizer BÃ¼rger sei. Er verfÃ¼gte, dass wÃ¤hrend des Verfahrens alle Vollziehungsvorkehrungen gegenÃ¼ber den BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 zu unterbleiben haben. </p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete mit Schreiben vom 12. MÃ¤rz 2021 auf Vernehmlassung, das Migrationsamt Ã¤usserte sich nicht. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Mit vorliegendem Entscheid erÃ¼brigt sich die Entscheidung Ã¼ber den prozeduralen Aufenthalt der BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 wÃ¤hrend der Dauer des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Richtet sich die Beschwerde gegen einen Nichteintretensentscheid der Sicherheitsdirektion oder gegen einen Entscheid, mit dem die Sicherheitsdirektion einen Nichteintretens-entscheid des Migrationsamts bestÃ¤tigt hat, prÃ¼ft das Verwaltungsgericht lediglich, ob die vorinstanzliche Beurteilung der Eintretensfrage an beschwerdefÃ¤higen RechtsmÃ¤ngeln leidet; einen weitergehenden, materiell-rechtlichen Entscheid nimmt es dagegen nicht vor (vgl. VGr, 10. Juni 2020, VB.2020.00003, E. 2.2, unter Verweis auf BGr, 26. Juli 2012, 2C_499/2012, E. 1.2; BGr, 26. Mai 2004, 2A.495/2003, E. 1.3; RB 1999 Nr. 152). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutreffend festgehalten hat, handelt es sich beim vorliegenden WiedererwÃ¤gungsgesuch materiell betrachtet um das vierte Gesuch, mit welchem die BeschwerdefÃ¼hrenden die Aufhebung der ersten VerfÃ¼gung vom 16. Januar 2017 begehren, womit das Migrationsamt das Gesuch um Familiennachzug aufgrund der zu spÃ¤t eingereichten Gesuche und fehlender wichtiger GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug abgewiesen hat. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.1 </b>Auch wenn Ã¼ber die Erteilung eines Aufenthaltsrechts im Rahmen eines nachtrÃ¤glichen Familiennachzugs bereits rechtskrÃ¤ftig entschieden wurde, kÃ¶nnen die BeschwerdefÃ¼hrenden grundsÃ¤tzlich jederzeit ein neues Bewilligungsgesuch einreichen. <span>Das Stellen eines neuen Gesuchs darf jedoch nicht dazu dienen, rechtskrÃ¤ftige Entscheide immer wieder infrage zu stellen. Die VerwaltungsbehÃ¶rde ist von Verfassungs wegen nur verpflichtet, auf ein neues Gesuch einzutreten, wenn die UmstÃ¤nde sich seit dem ersten Entscheid wesentlich geÃ¤ndert haben oder wenn erhebliche Tatsachen und Beweismittel namhaft gemacht werden, die im frÃ¼heren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen rechtlich oder tatsÃ¤chlich unmÃ¶glich war oder keine Veranlassung bestand (vgl.</span><span> </span><span>BGE 136 II 177 E. 2.1; </span>BGr, 1. Dezember 2015, 2C_424/2015, E. 2.2; <span>VGr, 4. Juni 2014, VB.2014.00230, E. 4.1 [diesbezÃ¼glich bestÃ¤tigt in BGr, 9. Februar 2015, 2C_644/2014, E. 1.3]; </span>VGr, 25. Mai 2011, VB.2011.00140, E. 1.2<span>).</span><span> </span>Ein neues Bewilligungsgesuch ist somit nur dann materiell zu behandeln, wenn sich der Sachverhalt oder die Rechtslage (bei Dauersachverhalten) entscheidwesentlich geÃ¤ndert hat (BGE 136 II 177 E. 2.2.1). </p> <p class="Urteilstext"><span>Wesentlich ist eine VerÃ¤nderung der Sachlage dann, wenn sie geeignet ist, ein anderes Ergebnis beim Entscheid in der Sache herbeizufÃ¼hren (vgl. BGE 136 II 177 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Entscheidend ist eine Gesamtbetrachtung. Die VerÃ¤nderung eines einzelnen Elements, das bei der AbwÃ¤gung im frÃ¼heren Entscheid mitberÃ¼cksichtigt wurde, fÃ¼hrt noch nicht zwingend zu einer materiellen PrÃ¼fung des Gesuchs. Vielmehr geht es unter dem Blickwinkel eines Eintretensanspruchs vor erster Instanz einzig um die Frage, ob sich im rechtserheblichen Sachverhalt die Gewichte seit dem letzten Entscheid derart verschoben haben, dass im konkreten Fall ein anderer Ausgang realistischerweise in Betracht kommt (zum Ganzen VGr, 14. November 2019, VB.2019.00543, E. 3.3 und VGr, 13. Februar 2020, VB.2020.00015, E. 3.2, je mit Hinweisen). </span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.2 </b>Die in Art. 47 AIG enthaltenen AltersbeschrÃ¤nkungen und Fristen fÃ¼r den Familiennachzug dienen der frÃ¼hzeitigen Integration und sind auch mit der EMRK vereinbar (BGE 137 I 284 E. 2.4â2.6). Ein nachtrÃ¤glicher Familiennachzug, wenn also das Gesuch erst nach Ablauf der Nachzugsfristen gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 1 bis 3 AIG gestellt wurde, wird nur bewilligt, wenn wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde geltend gemacht werden. Wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG liegen vor, wenn das Kindeswohl nur durch einen Nachzug in die Schweiz sachgerecht gewahrt werden kann (Art. 75 VZAE). Entgegen dem Wortlaut der Verordnungsbestimmung ist dabei nach der Rechtsprechung jedoch nicht ausschliesslich auf das Kindeswohl abzustellen; es bedarf vielmehr einer Gesamtschau unter BerÃ¼cksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall (vgl. statt vieler BGr, 19. Februar 2016, 2C_767/2015, E. 5.1.1). Dabei ist dem Sinn und Zweck der Fristenregelung Rechnung zu tragen, welche die Integration der Kinder erleichtern will, indem diese durch einen frÃ¼hzeitigen Nachzug unter anderem auch eine mÃ¶glichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen sollen. Zudem geht es darum, Nachzugsgesuchen entgegenzuwirken, die rechtsmissbrÃ¤uchlich erst kurz vor Erreichen des erwerbstÃ¤tigen Alters gestellt werden und bei denen die erleichterte Zulassung zur ErwerbstÃ¤tigkeit und nicht (mehr) die Bildung einer echten Familiengemeinschaft im Vordergrund steht (Botschaft zum AuG, BBl 2002 3754 f. Ziff. 1.3.7.7). Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen hat nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben; dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AIG bzw. Art. 75 VZAE jeweils aber dennoch so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV nicht verletzt wird (BGr, 19. Februar 2016, 2C_767/2015, E. 5.1.1 mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.3 </b>Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn die weiterhin notwendige Betreuung der Kinder im Herkunftsland beispielsweise wegen des Todes oder der Krankheit der betreuenden Person nicht mehr gewÃ¤hrleistet ist. PraxisgemÃ¤ss liegen keine solchen GrÃ¼nde vor, wenn im Heimatland alternative PflegemÃ¶glichkeiten bestehen, die dem Kindeswohl besser entsprechen, weil dadurch vermieden werden kann, dass die Kinder aus ihrer bisherigen Umgebung und dem ihnen vertrauten Beziehungsnetz gerissen werden. An den Nachweis der fehlenden BetreuungsmÃ¶glichkeit im Heimatland stellt die Rechtsprechung umso hÃ¶here Anforderungen, je Ã¤lter das nachzuziehende Kind ist und je grÃ¶sser die Integrationsschwierigkeiten erscheinen, die ihm hier drohen (BGE 137 I 284 E. 2.2). Allerdings geht es inhaltlich nicht darum, dass alternative BetreuungsmÃ¶glichkeiten im Heimatland Ã¼berhaupt fehlen; das heisst, es ist nach der Rechtsprechung mit Art. 8 EMRK nicht vereinbar, einen Familiennachzug erst dann zuzulassen, wenn keine einzige andere Alternative zur Betreuung des Kindes in seinem Heimatland zur VerfÃ¼gung steht. Eine solche Alternative muss aber dann ernsthaft in Betracht gezogen und sorgfÃ¤ltig geprÃ¼ft werden, wenn das Kind bereits Ã¤lter ist, sich seine Integration schwieriger gestalten dÃ¼rfte und die zum in der Schweiz lebenden Elternteil aufgenommene Beziehung nicht allzu eng erscheint (BGE 133 II 6 E. 3.1.2). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, es lÃ¤gen qualifizierte WiedererwÃ¤gungsgrÃ¼nde vor. Der Gesundheitszustand des BeschwerdefÃ¼hrers 3 habe sich insbesondere aufgrund seiner drohenden Wegweisung deutlich verschlechtert. Eine mÃ¶gliche Wegweisung und die daraus resultierende Perspektivlosigkeit, die sich bereits aufgrund seines Schulabschlusses im Sommer 2019 verstÃ¤rkt habe, fÃ¼hrten bei ihm zu SchlafstÃ¶rungen, Konzentrationsschwierigkeiten und suizidalen Absichten. Er habe sich deshalb erneut psychiatrisch untersuchen lassen. Das psychiatrische Gutachten attestiere ihm eine AnpassungsstÃ¶rung sowie eine Depression und Hinweise auf eine latente SelbstgefÃ¤hrdung. Diese psychischen Erschwernisse seien entgegen der Meinung der Vorinstanz nicht den Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers 3 zuzurechnen, sondern allein dem Umstand der mÃ¶glichen Wegweisung aus einem Land, in dem er aufgewachsen sei und die wichtigsten Jahre seiner sozialen und emotionalen Entwicklung durchgemacht habe. Die Integration des zum Einreisezeitpunkt vierzehn- und heute volljÃ¤hrigen BeschwerdefÃ¼hrers 3 mÃ¼sse selbstÃ¤ndig sowie im Licht der KRK als neue Tatsache gewÃ¼rdigt werden. Die Tatsache, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 3 mittlerweile volljÃ¤hrig sei, stelle fÃ¼r sich alleine schon eine neue wesentliche Tatsache dar. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz handle es sich bei der Integration der BeschwerdefÃ¼hrer 3 und 4 sowohl um neue als auch um wesentliche Tatsachen. An der UnrechtmÃ¤ssigkeit ihres Aufenthalts wÃ¼rden die BeschwerdefÃ¼hrer 3 und 4 keinerlei Verschulden tragen. Die erfolgreiche Integration der BeschwerdefÃ¼hrer 3 und 4 wÃ¼rde Ã¼berdies mÃ¶glicherweise die HÃ¤rtefallkriterien von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG i.<span> </span>V.<span> </span>m. Art. 31 lit. a, c, e und f VZAE i.<span> </span>V.<span> </span>m. Art. 58a Abs. 1 AIG erfÃ¼llen. Die erfolgte Integration in der Schweiz sei auch entscheidrelevant, da sich die RÃ¼ckkehr nach Nigeria fÃ¼r die Kinder aufgrund der starken Assimilation und Verwurzelung in der Schweiz als unzumutbar erweise. Der Vollzug der Wegweisung wÃ¼rde das Kindeswohl erheblich gefÃ¤hrden. Die Vorinstanz habe dies nur unzureichend abgeklÃ¤rt und gewÃ¼rdigt, insbesondere habe sie die Kinder weder schriftlich noch mÃ¼ndlich angehÃ¶rt. Weiter erweise sich die Wegweisung auch aufgrund der Covid-19-Pandemie als unzumutbar. Nicht nur die LebensverhÃ¤ltnisse hÃ¤tten sich in Nigeria drastisch verschlechtert, auch die Massnahmen wie Schulschliessungen, welche aufgrund der Pandemie ergriffen worden seien, wÃ¼rden eine derzeitige Integration in Nigeria unmÃ¶glich machen. Zudem sei die Menschenrechtslage in Nigeria weiterhin prekÃ¤r und auch das EidgenÃ¶ssische Amt fÃ¼r AuswÃ¤rtiges (EDA) rate in seinen Reisehinweisen von einer Reise nach Nigeria ab. Schliesslich entspreche die vom SEM ausgestellte Zusicherung, dass auf Anfrage der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ein Laissez-Passer ausgestellt wÃ¼rde, nicht den von ihr mit der Botschaft gemachten Erfahrungen. Das SEM habe bis heute keinen entsprechenden Beleg erbracht. Ihr Pass sei ihr bis anhin nicht zurÃ¼ckgegeben worden und auch sei ihr noch kein Laissez-Passer ausgestellt worden. Diese UmstÃ¤nde stÃ¼nden zusÃ¤tzlich einer Wegweisung entgegen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b><span>Vorliegend ist zu prÃ¼fen, ob sich die Rechtslage oder die tatsÃ¤chlichen UmstÃ¤nde seit Erlass der VerfÃ¼gungen des Migrationsamts vom </span>16. Januar 2017, 22. September 2017 und 29. MÃ¤rz 2019 <span>in einer Weise geÃ¤ndert haben, welche eine materielle Behandlung des WiedererwÃ¤gungsgesuchs durch das Migrationsamt erfordert hÃ¤tte. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, sind </span>fÃ¼r die Beurteilung, ob WiedererwÃ¤gungsgrÃ¼nde vorliegen, die in den VerfÃ¼gungen rechtskrÃ¤ftig festgestellten UmstÃ¤nde massgebend, wonach der Anspruch der BeschwerdefÃ¼hrenden auf Familiennachzug aufgrund der zu spÃ¤t eingereichten Gesuche entfallen ist und keine wichtigen GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug vorliegen. <span>FÃ¼r das Nachzugsalter ist der Zeitpunkt der Gesuchseinreichung massgeblich (vgl. BGr, 3. Oktober 2011, 2C_205/2011, E. 1; BGE 136 II 497 E. 3.7).</span> Es ist deshalb unerheblich, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 3 inzwischen volljÃ¤hrig geworden ist, da er zum Zeitpunkt der Einreichung des Familiennachzugsgesuchs dieses Alter noch nicht erreicht hatte (vgl. BGE 136 II 497 E. 3.2â3.9). Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid weiter zutreffend festgehalten hat, stellen die Integrationserfolge keine neuen wesentlichen Tatsachen dar. Die BeschwerdefÃ¼hrenden argumentieren, als ob es darum ginge, den BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 ein bestehendes Aufenthaltsrecht zu entziehen. Sie verkennen jedoch, dass der Umstand, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 nunmehr seit vier Jahren in der Schweiz leben, keine ausschlaggebende Rolle spielen kann. Die BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 sind im April 2017 mit einem Touristenvisum eingereist. Nach dem klaren Wortlaut und Sinn von Art. 17 Abs. 1 AIG haben AuslÃ¤nder, die fÃ¼r einen vorÃ¼bergehenden Aufenthalt rechtmÃ¤ssig eingereist sind und nachtrÃ¤glich eine Bewilligung fÃ¼r einen dauerhaften Aufenthalt beantragen, den Entscheid im Ausland abzuwarten. Die BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 hatten auch keinen Anspruch auf einen vorlÃ¤ufigen Aufenthalt nach Art. 17 Abs. 2 AIG, da die Zulassungsvoraussetzungen nicht offensichtlich erfÃ¼llt gewesen waren. Ihr Familiennachzugsgesuch ist bereits vor ihrer Einreise (VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 16. Januar 2017) rechtskrÃ¤ftig abgewiesen worden. Mit Art. 17 AIG soll verhindert werden, dass die Gesuchstellenden durch einen unbewilligten Aufenthalt in der Schweiz vollendete Tatsachen schaffen, die sie bei rechtmÃ¤ssigem Verhalten nicht hÃ¤tten schaffen kÃ¶nnen, und dadurch privilegiert werden gegenÃ¼ber denjenigen, die das korrekte Verfahren einhalten (vgl. BGE 139 I 37 E. 3.3.1; BGr, 16. April 2018, 2C_591/2017, E. 2.6). Die BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 kÃ¶nnen deshalb aus dem Umstand, dass sie seit April 2017 â ohne gÃ¼ltigen Aufenthaltstitel â beim BeschwerdefÃ¼hrer 1 in der Schweiz leben, sich mittlerweile eingelebt haben und eine gewisse Integration stattgefunden hat, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Dass den BeschwerdefÃ¼hrern 3 und 4 keine Schuld an der vorliegenden Situation zukommt, Ã¤ndert daran nichts. Wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug kÃ¶nnen nicht durch SachumstÃ¤nde begrÃ¼ndet werden, welche allein Folge einer vorweggenommenen, eigenmÃ¤chtigen Verlagerung des Lebensmittelpunktes in die Schweiz sind. Die Erforderlichkeit des Nachzugs hat sich vielmehr im UngenÃ¼gen der bisherigen Betreuungssituation im Heimatland zu offenbaren, ansonsten die BehÃ¶rden vor vollendete Tatsachen gestellt werden kÃ¶nnten und der sich rechtskonform verhaltende BÃ¼rger benachteiligt wÃ¼rde (vgl. BGE 129 II 249 E. 2.; BGE 133 II 6 E. 6.3.2; BGr, 1. April 2016, 2C_781/2015, E. 4.3). Solche GrÃ¼nde machen die BeschwerdefÃ¼hrenden indes nicht geltend und sind auch nicht ersichtlich. Es ist davon auszugehen, dass die Betreuungssituation im Heimatland weiterhin gewÃ¤hrleistet ist. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 hat die BeschwerdefÃ¼hrer 3 und 4 bis anhin im Heimatland betreut und wÃ¼rde gemeinsam mit ihren Kindern zurÃ¼ckkehren. Der BeschwerdefÃ¼hrer 3 ist zudem mittlerweile volljÃ¤hrig und bedarf keiner umfassender Betreuung mehr. </p> <p class="Urteilstext"><span>Auch aus der globalen Covid-19-Pandemie kÃ¶nnen die BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die derzeitige GefÃ¤hrdungslage aufgrund der Pandemiesituation ist in allen LÃ¤ndern gleichermassen gegeben. Die wirtschaftlichen Auswirkungen und gesundheitlichen Risiken der Pandemie betreffen nicht nur Nigeria, sondern auch die Schweiz. Es ist nicht ersichtlich, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 einer durch das Virus besonders gefÃ¤hrdeten Risikogruppe angehÃ¶ren wÃ¼rden. Ãberdies haben sie die MÃ¶glichkeit, sich vor der RÃ¼ckkehr in der Schweiz impfen zu lassen und sich so vor einer Infektion zu schÃ¼tzen. Sollten EinschrÃ¤nkungen bestehen (wie z.</span><span> </span><span>B. Einreiserestriktionen oder ein allfÃ¤lliger Mangel an verfÃ¼gbaren RÃ¼ckflÃ¼gen) kann diesen bei der Ansetzung der Ausreisefrist Rechnung getragen werden, ohne dass allein deshalb der weitere Aufenthalt zu gestatten wÃ¤re oder sich hieraus ein dauerndes Vollzugshindernis im Sinn von Art. 83 AIG ergibt (VGr, 11. November 2020, VB.2020.00751, E. 2.5; vgl. auch BGr, 8. Juni 2020, 2C_301/2020, E. 4.2.3). </span></p> <p class="Erwgung1">An diesem Ausgang des Verfahrens vermÃ¶gen auch die geltend gemachten psychischen Probleme und das Risiko einer suizidalen Handlung des BeschwerdefÃ¼hrers 3 nichts zu Ã¤ndern. AnknÃ¼pfend an die bundesgerichtliche Rechtsprechung begrÃ¼ndet dies fÃ¼r sich allein keinen Anspruch auf einen weiteren Verbleib im Land (BGE 139 II 393 E. 5.2.2). Die psychischen Probleme stehen sodann im Zusammenhang mit dem drohenden Wegweisungsvollzug. Dieser Zustand dÃ¼rfte deshalb vorÃ¼bergehend sein und es kann ihm mit einer entsprechenden Vorbereitung der RÃ¼ckreise entgegengetreten werden. Entsprechend dem genannten Bundesgerichtsentscheid sind die schweizerischen BehÃ¶rden gehalten, im Rahmen der konkreten RÃ¼ckkehrmassnahmen alles ihnen Zumutbare vorzukehren, um medizinisch bzw. betreuungsweise sicherzustellen, dass das Leben und die Gesundheit des BeschwerdefÃ¼hrers 3 nicht beeintrÃ¤chtigt werden.</p> <p class="Urteilstext">Soweit die BeschwerdefÃ¼hrenden vorbringen, die vom SEM ausgestellte Zusicherung, dass auf Anfrage BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ein Laissez-Passer ausgestellt wÃ¼rde, entspreche nicht ihrer mit der Botschaft gemachten Erfahrungen, kann ihnen nicht gefolgt werden. Die BeschwerdefÃ¼hrenden substanziieren diese Behauptung mit keinem Wort und reichen keinerlei Belege ein. Es ist deshalb weiterhin davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 von der nigerianischen Botschaft sofort ein Laisser-Passer ausgestellt wÃ¼rde, sollte sie bereit sein, mit RÃ¼ckkehrhilfe nach Nigeria zurÃ¼ckzukehren, wie dies aus der BestÃ¤tigung des SEM vom 12. November 2019 hervorgeht. </p> <p class="Erwgung2"><span>Schliesslich sind auch die Vorausssetzungen fÃ¼r einen HÃ¤rtefall bei den BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 nicht erfÃ¼llt. </span>Da bereits bei der PrÃ¼fung der wichtigen GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Nachzug eine Gesamtschau unter BerÃ¼cksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall vorzunehmen ist (BGr, 5. Juni 2013, 2C_906/2012, E. 3.2), besteht fÃ¼r die PrÃ¼fung eines HÃ¤rtefalls im Sinn von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG kein Raum, wenn die Voraussetzungen fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug nicht gegeben sind (VGr, 1. Juli 2020, <span>VB.2020.00328, E. 2.1)</span>. Die Erteilung von HÃ¤rtefallbewilligungen kÃ¤me ohnehin nicht infrage, kÃ¶nnen die BeschwerdefÃ¼hrenden 2â4 keine Rechte daraus ableiten, dass sie sich rechtswidrig in der Schweiz aufhalten (vgl. BGr, 29. Oktober 2018, 2D_37/2018, E. 3.3).</p> <p class="Erwgung1">Die in Art. 47 Abs. 4 AIG vorgesehene AnhÃ¶rung der Kinder hat zu erfolgen, "sofern dies erforderlich ist". Das entspricht auch Art. 12 KRK. Eine persÃ¶nliche AnhÃ¶rung ist nicht in jedem Fall notwendig; wenn die Kinder durch ihre Eltern vertreten werden und beider Interessen gleichlÃ¤ufig sind, kann die Ansicht der Kinder auch ohne persÃ¶nliche AnhÃ¶rung durch ihre Eltern eingebracht werden, sofern der rechtserhebliche Sachverhalt auch ohne diese AnhÃ¶rung rechtsgenÃ¼glich festgestellt werden kann (Urteil 2C_578/2012 vom 22. Februar 2013 E. 2.4; 2C_330/2012 vom 18. Oktober 2012 E. 2.3; 2C_506/2012 vom 12. Juni 2012 E. 2.2.2; vgl. zu Art. 12 KRK BGE 124 II 361 E. 3c S. 368). Dies ist vorliegend der Fall. Der Sachverhalt ergibt sich nach dem Gesagten mit hinreichender Klarheit aus den Akten. Die BeschwerdefÃ¼hrer 3 und 4 hatten die MÃ¶glichkeit, ihre Interessen Ã¼ber ihre Eltern in das Verfahren einzubringen. Bei dieser Sachlage erschliesst sich nicht, dass entscheidwesentliche Erkenntnisse aus einer mÃ¼ndlichen oder schriftlichen AnhÃ¶rung hervorgehen wÃ¼rden. Es kann deshalb in antizipierter BeweiswÃ¼rdigung auf eine AnhÃ¶rung der BeschwerdefÃ¼hrer 3 und 4 verzichtet werden. </p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden ersuchen um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Da ihr Begehren als von vornherein offensichtlich aussichtslos zu bezeichnen ist, ist das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten fÃ¼r das Beschwerdeverfahren abzuweisen (§ 16 Abs. 1 und 2 VRG). Die Kosten sind demnach den BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und es steht ihnen keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. BGr, 18. Juni 2007, 2D_3/2007 beziehungsweise 2C_126/2007, E. 2.2). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. <span>Das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung wird abgewiesen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 je zur HÃ¤lfte auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼r die gesamten Kosten.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. <span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann <span>im Sinn der ErwÃ¤gungen </span>Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>