<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">451</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>102 Gewässernutzungsgebühr</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Frage des Vorliegens eines Sonderfalles gemäss § 17 WnD und der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>damit verbundenen Ermässigung der Nutzungsgebühr</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Regierungsrates vom 2. Dezember 2009 i.S. Was-</span><br/> <span class="ft5">serfahrverein R.M. gegen den Entscheid des Departements Bau, Verkehr und</span><br/> <span class="ft5">Umwelt.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">452</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">4. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass es unter Berück-</span><br/> <span class="ft1">sichtung aller Fakten, insbesondere der Nutzung (nur im Winter-</span><br/> <span class="ft1">halbjahr) und Bauweise der Bauten (der Unterstand ist offen und un-</span><br/> <span class="ft1">eingeschränkt zugänglich) respektive der Tätigkeit des Wasserfahr-</span><br/> <span class="ft1">vereins (Ausbildung von Jungpontonieren, Jugendförderung etc.) an-</span><br/> <span class="ft1">gebracht sei, bei der Festlegung der Gebührenhöhe § 17 des Wasser-</span><br/> <span class="ft1">nutzungsabgabendekrets (WnD) vom 18. März 2008 (Sonderfälle) zu</span><br/> <span class="ft1">berücksichtigen. Zudem gewähre man Schulen und Behinderten-</span><br/> <span class="ft1">vereinigungen ein kostenloses Gastrecht und die Möglichkeit, die</span><br/> <span class="ft1">Natur am und auf dem Rhein zu erleben.</span><br/> <span class="ft1">Es handelt sich vorliegend nicht um Sonderfälle im Sinne von §</span><br/> <span class="ft1">17 WnD. Besondere Verhältnisse, die zu einer Ermässigung der Nut-</span><br/> <span class="ft1">zungsgebühr führen können, liegen gemäss regierungsrätlicher Pra-</span><br/> <span class="ft1">xis dann vor, wenn aus objektiven Gründen die einer erhobenen Ge-</span><br/> <span class="ft1">bühr zugrunde liegende Nutzung des Gewässers nur während eines</span><br/> <span class="ft1">Bruchteils des Jahres stattfindet (vgl. RRB Nr. ...). Dass der Weid-</span><br/> <span class="ft1">lingsunterstand ausschliesslich im Winterhalbjahr als Bootsunter-</span><br/> <span class="ft1">stand dient, ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Boote in dieser</span><br/> <span class="ft1">Jahreszeit nicht genutzt und deshalb dort untergebracht werden.</span><br/> <span class="ft1">Zweifelsfrei ist es dem Beschwerdeführer auch im Sommer möglich,</span><br/> <span class="ft1">den Unterstand zu benutzen. Ein objektiver Grund, weshalb die einer</span><br/> <span class="ft1">erhobenen Gebühr zugrunde liegende Nutzung nur während eines</span><br/> <span class="ft1">Bruchteils des Jahres stattfindet, würde dann vorliegen, wenn die</span><br/> <span class="ft1">Nutzung effektiv nur während eines Teils des Jahres möglich wäre.</span><br/> <span class="ft1">Des Weiteren hat sich der Wortlaut des § 17 WnD im Vergleich zu</span><br/> <span class="ft1">§ 14 des Gebührendekrets zum Gesetz über die Nutzung der öffent-</span><br/> <span class="ft1">lichen Gewässer vom 15. Mai 1990 (GnD) nur marginal geändert.</span><br/> <span class="ft1">Dies bedeutet, dass die in Bezug auf die Sonderfälle eingeschlagene</span><br/> <span class="ft1">Praxis weitergeführt werden soll (vgl. auch Seite 2 der Botschaft des</span><br/> <span class="ft1">Regierungsrats an den Grossen Rat betreffend das Wassernutzungs-</span><br/> <span class="ft1">abgabendekret vom 23. Januar 2008; 08.29). Es ist nicht ersichtlich,</span><br/> <span class="ft1">weshalb mit Inkrafttreten des WnD auf einmal ein Sonderfall</span><br/> <span class="ft1">vorliegen sollte, war ein solcher auch unter Anwendung des GnD</span><br/> <span class="ft1">nicht gegeben.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Bau-,Raumplanungs-undUmweltschutzrecht</span> <span class="page_no">453</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass jemand, der staatliches</span><br/> <span class="ft1">Areal an öffentlichen Gewässern ausschliesslich benutzen darf,</span><br/> <span class="ft1">gegenüber der Grosszahl der Bürgerinnen und Bürger, welchen diese</span><br/> <span class="ft1">Möglichkeit verwehrt bleibt, privilegiert ist (vgl. RRB Nr. ...). Das</span><br/> <span class="ft1">vom Beschwerdeführer dieser Rechtsprechung entgegengebrachte</span><br/> <span class="ft1">Argument, es würde jedermann freistehen dem Verein beizutreten</span><br/> <span class="ft1">und somit auch von diesem Privileg zu profitieren, vermag nicht zu</span><br/> <span class="ft1">überzeugen. Ist doch die Vereinszugehörigkeit in aller Regel mit</span><br/> <span class="ft1">einem zu entrichtenden Mitgliederbeitrag oder anderen Pflichten ver-</span><br/> <span class="ft1">bunden. Die Mitglieder des Wasserfahrvereins R. M. kommen in den</span><br/> <span class="ft1">Genuss, staatliches Areal an öffentlichen Gewässern benutzen zu</span><br/> <span class="ft1">dürfen. Dies bleibt all jenen Personen verwehrt, welche dem Was-</span><br/> <span class="ft1">serfahrverein nicht beitreten wollen. Folglich liegt tatsächlich eine</span><br/> <span class="ft1">Privilegierung des Vereins vor und eine entsprechende Gebühren-</span><br/> <span class="ft1">gestaltung und -erhebung ist gerechtfertigt.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/></div> </div> </body> </html>