<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00761</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223345&amp;W10_KEY=13045524&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00761</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 05.07.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 31.05.2024 teilweise gutgeheissen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Niederlassungsbewilligung (Rückstufung)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Rückstufung der Niederlassungsbewilligung: Die 54-jährige Beschwerdeführerin lebt seit 32 Jahren in der Schweiz und arbeitet in einem Teillohnprojekt. Sie bezieht seit Jahren Sozialhilfe und hat Schulden angehäuft.] Der jahrelange Sozialhilfebezug sowie die Anhäufung von Schulden sind der Beschwerdeführerin vorzuwerfen. Es sind keine relevanten Gründe ersichtlich, weshalb sie seit Jahren keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Die Rückstufung erscheint erforderlich und verhältnismässig, nachdem andere ausländerrechtliche Massnahmen keine Wirkung gezeigt haben (E. 3). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=62712" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00761</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">5. Juli 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung (RÃ¼ckstufung),</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Die 1969 geborene A, StaatsangehÃ¶rige von Serbien, reiste im Februar 1991 in die Schweiz ein und ist im Besitz einer Niederlassungsbewilligung. A musste regelmÃ¤ssig betrieben werden und generierte eine Vielzahl von Verlustscheinen. Zudem bezieht sie seit September 2014 Sozialhilfe und erwirkte zwischen 2014 und 2016 drei Strafbefehle. Mit VerfÃ¼gung vom 28. August 2018 verwarnte sie das Migrationsamt und wies sie mit Schreiben vom 30. April 2020 erneut auf die Folgen des fortdauernden Sozialhilfebezugs sowie der mutwilligen SchuldenanhÃ¤ufung hin. Es wurde ihr die RÃ¼ckstufung auf eine Aufenthaltsbewilligung bzw. der Widerruf der Niederlassungsbewilligung angedroht, fÃ¼r den Fall, dass sie sich nicht aktiv um eine AblÃ¶sung von der Sozialhilfe durch Aufnahme einer existenzsichernden ErwerbstÃ¤tigkeit bzw. um eine Schuldensanierung bemÃ¼he. In der Folge dauerte der Sozialhilfebezug an und die BeschwerdefÃ¼hrerin erwirkte neue Verlustscheine. Mit VerfÃ¼gung vom 21. Juli 2022 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin und hielt fest, dass ihr nach Eintritt der Rechtskraft der VerfÃ¼gung eine auf ein Jahr befristete Aufenthaltsbewilligung erteilt werde. Die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung werde an die in Ziffer 5a der VerfÃ¼gung genannten Bedingungen geknÃ¼pft. </p> <p class="Urteilstext"><i>"A hat sich intensiv um eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt zu bemÃ¼hen. Von ihr werden mindestens zehn schriftliche und nachhaltige Bewerbungen pro Monat bei potentiellen Arbeitgebern erwartet. Die SuchbemÃ¼hungen sind auf Verlangen nachzuweisen. Aufnahme einer unbefristeten ErwerbstÃ¤tigkeit im ersten Arbeitsmarkt, wenn diese angeboten wird.</i></p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><i>LÃ¼ckenlose ErfÃ¼llung finanzieller Verpflichtungen</i></p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span><i>Abbau der bestehenden Schulden, sofern das Einkommen Ã¼ber dem betreibungsrechtlichen Existenzminium liegt."</i></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Erwgung2">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 8. November 2022 ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 9. Dezember 2022 liess die BeschwerdefÃ¼hrerin dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei der vorinstanzliche Rekursentscheid aufzuheben und das Migrationsamt anzuweisen, ihr die Niederlassungsbewilligung zu belassen. Eventualiter seien Ziff. II und Ziff. III des angefochtenen Entscheids aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihr fÃ¼r das Rekursverfahren die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren und in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu bestellen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte sie, ihr sei fÃ¼r das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren und in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu bestellen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. September 2022 forderte der AbteilungsprÃ¤sident die BeschwerdefÃ¼hrerin auf, dem Verwaltungsgericht einen aktuellen Auszug aus dem Betreibungsregister (inkl. Verlustscheinregister) sowie weitere Belege zu ihren frÃ¼heren und aktuellen SuchbemÃ¼hungen auf dem Arbeitsmarkt nachzureichen und hierzu nÃ¤here Angaben zu machen. Weiter wies er sie darauf hin, dass sie das Verwaltungsgericht Ã¼ber sÃ¤mtliche bewilligungsrelevanten UmstÃ¤nde zeitnah und unter Beilage geeigneter Belege zu informieren habe, ansonsten aufgrund der Akten entschieden und eine mangelhafte Mitwirkung zu ihren Ungunsten gewÃ¼rdigt werden wÃ¼rde. </p> <p class="Urteilstext">Am 30. Januar 2023 reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin SuchbemÃ¼hungen fÃ¼r eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt sowie einen Betreibungsregisterauszug (inkl. Verlustscheinregister) ein. Am 9. Februar 2023 reichte sie Protokolle zu den zwei seit 2019 neu hinzugekommenen grÃ¶sseren Betreibungen ein. </p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend sich das Migrationsamt nicht vernehmen liess, verzichtete die Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung oder Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, n<span>icht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids</span> (§ 20 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Umstritten und zu prÃ¼fen ist, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin in Kombination mit der Erteilung einer an Bedingungen geknÃ¼pften Aufenthaltsbewilligung (sog. RÃ¼ckstufung) rechtmÃ¤ssig ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.1 </b>Eine Niederlassungsbewilligung kann widerrufen und durch eine Aufenthaltsbewilligung ersetzt werden, wenn die AuslÃ¤nderin oder der AuslÃ¤nder die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG nicht (oder nicht mehr) erfÃ¼llt (Art. 63 Abs. 2 AIG). Die entsprechende Regelung ist mit der Revision des AuG und dessen Umbenennung in AIG neu in das Gesetz aufgenommen worden und steht seit dem 1. Januar 2019 in Kraft (vgl. BGE 148 II 1 E. 2.1, mit Hinweisen; vgl. AS 2017 6521 ff.; 2018 3171; BBl 2013 2397 ff.; 2016 2821 ff.). Als Integrationskriterien gelten die Beachtung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung (Art. 58a Abs. 1 lit. a), die Respektierung der Werte der Bundesverfassung (Art. 58a Abs. 1 lit. b AIG), die Sprachkompetenz (Art. 58a Abs. 1 lit. c AIG) und die Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung (Art. 58a Abs. 1 lit. d AIG). Die Art. 77a ff. der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit (VZAE) konkretisieren die Integrationskriterien und -vorgaben. Die RÃ¼ckstufung kann gemÃ¤ss Art. 62a VZAE mit einer Integrationsvereinbarung oder mit einer Integrationsempfehlung nach Art. 58b AIG verbunden werden (Abs. 1). Geschieht dies nicht, ist in der RÃ¼ckstufungsverfÃ¼gung festzuhalten, welche Integrationskriterien die betroffene Person nicht erfÃ¼llt, welche GÃ¼ltigkeitsdauer die Aufenthaltsbewilligung hat, an welche Bedingungen der weitere Verbleib in der Schweiz geknÃ¼pft wird und welche Folgen deren Nichtbeachtung nach sich zieht (Abs. 2). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.2 </b>Der RÃ¼ckstufung kommt eine eigenstÃ¤ndige, vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung mit Wegweisung unabhÃ¤ngige Bedeutung zu. Sie soll dazu fÃ¼hren, dass die betroffene Person zukÃ¼nftig ihr Verhalten Ã¤ndert und sich besser integriert; es geht jeweils darum, ein ernsthaftes Integrationsdefizit zu beseitigen, wobei den persÃ¶nlichen UmstÃ¤nden Rechnung zu tragen ist (vgl. Art. 58a Abs. 2 AIG; Art. 77f VZAE; vgl. zum Ganzen BGr, 28. April 2022, 2C_592/2020, E. 4.1f.; BGr, 19. Oktober 2021, 2C_96/2021, E. 4.1 f. mit weiteren Hinweisen). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.3 </b>Die RÃ¼ckstufung ist gestÃ¼tzt auf den Wortlaut von Art. 63 Abs. 2 AIG zulÃ¤ssig, wenn ein Integrationsdefizit im Sinn von Art. 58a AIG besteht. Sie muss beim Widerruf einer altrechtlich erteilten Niederlassungsbewilligung im Hinblick auf deren Unbefristetheit und Bedingungsfeindlichkeit (Art. 34 Abs. 1 AIG) sowie wegen des Grundsatzes des Vertrauensschutzes an ein unter dem neuen Recht aktualisiertes, hinreichend gewichtiges Integrationsdefizit anknÃ¼pfen (BGE 148 II 1 E. 5.2 und 5.3 sowie E. 6.3 und 6.4; BGr, 28. April 2022, 2C_592/2020, E. 4.3); nur dann besteht ein hinreichendes Ã¶ffentliches Interesse an der RÃ¼ckstufung altrechtlich erteilter Niederlassungsbewilligungen unter dem seit dem 1. Januar 2019 gÃ¼ltigen (neuen) Recht. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.4 </b>Die MigrationsbehÃ¶rden haben ihr Ermessen einzelfallbezogen auszuÃ¼ben und auf nach dem 1. Januar 2019 fortdauernde Integrationsdefizite von einer gewissen Relevanz abzustellen; sie haben einem in diesem Sinn gewichteten KontinuitÃ¤tsvertrauen bei ihrer Rechtsanwendung Rechnung zu tragen. Sie dÃ¼rfen dabei vor dem 1. Januar 2019 eingetretene Sachverhaltselemente mitberÃ¼cksichtigen, um die neue Situation im Lichte der bisherigen zu wÃ¼rdigen und in diesem Sinn die Entstehung und das Fortdauern des Integrationsdefizits umfassend klÃ¤ren zu kÃ¶nnen (BGr, 28. April 2022, 2C_592/2020, E. 4.4). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.5 </b>Die RÃ¼ckstufung muss, wie jedes staatliche Handeln, verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein (Geeignetheit, Erforderlichkeit, Respektierung des Ãbermassverbots [Zumutbarkeit]), was jeweils im Einzelfall zu prÃ¼fen und zu begrÃ¼nden ist. Die RÃ¼ckstufung setzt sich aus einem Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zusammen; die RÃ¼ckstufung erfolgt jedoch als eine Einheit (uno actu), weshalb im kantonalen Verfahren ihre VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit jeweils als Ganzes zu beurteilen ist. Die RÃ¼ckstufung kann deshalb auch als eigenstÃ¤ndiger Akt mit einer Verwarnung angedroht werden â gegebenenfalls muss sie dies auch in Anwendung des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzips. Nach der RÃ¼ckstufung ist ein Widerruf oder eine NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung mÃ¶glich, wenn die mit der Bewilligung verbundenen Bedingungen oder eine Integrationsvereinbarung ohne entschuldbaren Grund nicht eingehalten werden (vgl. Art. 62 Abs. 1 lit. d und g AIG). Eine allfÃ¤llige kÃ¼nftige NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung muss dannzumal wiederum als Ganzes verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein und insbesondere dem Ãbermassverbot (VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit im engeren Sinn) genÃ¼gen (BGr, 28. April 2022, 2C_592/2020, E. 4.5). </p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.1.6 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht Ã¼bt eine gewisse ZurÃ¼ckhaltung in der ersten ÃberprÃ¼fung der angeordneten Integrationsanweisungen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist zu prÃ¼fen, ob die Bedingungen objektiv gesehen grundsÃ¤tzlich zumutbar und erreichbar sind. PrimÃ¤r ist das Ziel der Bedingungen zu beurteilen und dem Migrationsamt ist hier ein erhebliches Ermessen einzurÃ¤umen (vgl. auch Art. 58b Abs. 1 AIG, wonach die Integrationsvereinbarung die Ziele, Massnahmen und Fristen einer individuell vereinbarten IntegrationsfÃ¶rderung festhÃ¤lt und damit primÃ¤r zielorientiert ist). Dies, weil es in einem zweiten Schritt nach Ablauf der Frist Sache des Gerichts sein wird, detailliert zu prÃ¼fen, ob die Auflagen erreicht oder allenfalls unverschuldet nicht erreicht wurden. Damit wird den konkreten und im Detail kaum vorhersehbaren UmstÃ¤nden Rechnung getragen, weil erst retrospektiv die Einhaltung der entsprechenden Auflagen und die Schuldhaftigkeit einer entsprechenden Nichteinhaltung beurteilt werden kann (VGr, 16. Dezember 2020, VB.2020.00539, E. 4.3.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Beim Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines AuslÃ¤nders wegen einer dauerhaften und erheblichen SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit (Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG) geht es in erster Linie darum, eine zusÃ¤tzliche kÃ¼nftige Belastung der Ã¶ffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden. Ob dieses Ziel erreicht werden kann, ist kaum je mit Sicherheit zu ermitteln. Es muss daher die wahrscheinliche Entwicklung der finanziellen Situation der auslÃ¤ndischen Person berÃ¼cksichtigt werden. Nach der Rechtsprechung ist eine andauernde konkrete Gefahr einer SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit erforderlich; Hypothesen und pauschalierte GrÃ¼nde genÃ¼gen nicht (vgl. BGE 122 II 1 E. 3c). Neben den bisherigen und den aktuellen VerhÃ¤ltnissen ist die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf lÃ¤ngere Sicht in die Beurteilung miteinzubeziehen. Ein Widerruf fÃ¤llt in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle UnterstÃ¼tzungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft selber fÃ¼r ihren Lebensunterhalt wird aufkommen kÃ¶nnen (vgl. BGE 122 II 1 E. 3c).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung mit Wegweisung als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, ist eine RÃ¼ckstufung zulÃ¤ssig, soweit durch die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit das Integrationskriterium der "Teilnahme am Wirtschaftsleben" nicht (mehr) gegeben ist. Eine auslÃ¤ndische Person hat diesbezÃ¼glich als integriert zu gelten, wenn sie die Lebenshaltungskosten und Unterhaltsverpflichtungen durch ihr Einkommen oder ihr VermÃ¶gen bzw. durch Leistungen Dritter deckt, auf die ein Rechtsanspruch besteht (vgl. Art. 77e VZAE). Dabei ist der Situation von Personen angemessen Rechnung zu tragen, welche sich aufgrund einer Behinderung oder Krankheit oder wegen anderer gewichtiger persÃ¶nlicher UmstÃ¤nde nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen wirtschaftlich integrieren kÃ¶nnen (Art. 58a Abs. 2 AIG). Eine Abweichung ist diesbezÃ¼glich mÃ¶glich, wenn die auslÃ¤ndische Person dies â wegen (a) einer kÃ¶rperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung; (b) einer schweren oder lang andauernden Krankheit oder (c) anderer gewichtiger persÃ¶nlicher UmstÃ¤nde, namentlich wegen: (1) einer ausgeprÃ¤gten Lern-, Lese- oder SchreibschwÃ¤che, (2) Erwerbsarmut oder (3) der Wahrnehmung von Betreuungsaufgaben (Art. 77f VZAE) â nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen tun kann (vgl. BGr, 19. Oktober 2021, 2C_96/2021, E. 5.2). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.3 </b>Im Rahmen der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung ist die Eignung und Erforderlichkeit der RÃ¼ckstufung zu prÃ¼fen und sind die entgegenstehenden Ã¶ffentlichen und privaten Interessen gegeneinander abzuwÃ¤gen. Dabei ist insbesondere dem Verschulden am Integrationsdefizit Rechnung zu tragen, da unverschuldete Integrationsdefizite den Betroffenen nicht vorzuwerfen sind und bei fehlender IntegrationsfÃ¤higkeit eine RÃ¼ckstufung auch keine VerhaltensÃ¤nderung bewirken kÃ¶nnte, mithin eine ungeeignete Massnahme darstellen wÃ¼rde. Hierbei darf grundsÃ¤tzlich das Verhalten wÃ¤hrend des gesamten Aufenthalts in der Schweiz berÃ¼cksichtigt werden â und nicht bloss dasjenige seit Inkrafttreten von Art. 63 Abs. 2 und Art. 58a AIG am 1. Januar 2019 (vgl. VGr, 5. Mai 2021, VB.2021.00182, E. 6.1.2; VGr, 11. November 2020, VB.2020.00634, E. 3.3). Ein schuldhafter Sozialhilfebezug wurde bereits altrechtlich (sowohl im AuslÃ¤nder- als auch im Sozialhilferecht) missbilligt, weshalb sich Betroffene auch nicht darauf berufen kÃ¶nnen, ihr Verhalten an der frÃ¼heren Rechtslage ausgerichtet zu haben und nun durch die GesetzesÃ¤nderung Ã¼berrascht worden zu sein (vgl. VGr, 5. Mai 2021, VB.2021.00182, E. 6.1.2; VGr, 11. November 2020, VB.2020.00634). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.1 </b>Nach Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG in Verbindung mit Art. 77a Abs. 1 lit. a und b VZAE ist das Integrationskriterium der Beachtung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung unter anderem dann nicht erfÃ¼llt, wenn die betroffene Person Ã¶ffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfÃ¼llt. Anders als der Widerruf der Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung mit Wegweisung aus der Schweiz setzt die RÃ¼ckstufung keinen erheblichen oder schwerwiegenden Verstoss gegen die Ã¶ffentliche Ordnung und Sicherheit voraus (vgl. Art. 62 Abs. 1 lit. c bzw. Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG), diese muss jedoch mutwillig sein (VGr, 17. Februar 2022, VB.2021.00587, E. 3.1).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.2 </b>FÃ¼r die Beurteilung der Mutwilligkeit ist grundsÃ¤tzlich entscheidend, ob die auslÃ¤ndische Person nach einer Verwarnung bzw. Ermahnung weiterhin Schulden angehÃ¤uft und welche Anstrengungen sie zur Sanierung unternommen hat. Positiv zu wÃ¼rdigen ist etwa, wenn vorbestandene Schulden abgebaut worden sind. Umgekehrt ist zu berÃ¼cksichtigen, dass zum Vornherein keine MÃ¶glichkeit hat, ausserhalb des Betreibungsverfahrens Schulden zu tilgen, wer einem betreibungsrechtlichen Verwertungsverfahren (insbesondere der LohnpfÃ¤ndung) unterliegt. Das kann in solchen FÃ¤llen dazu fÃ¼hren, dass im Vergleich zu frÃ¼her weitere Betreibungen hinzukommen oder der betriebene Betrag anwÃ¤chst, ohne dass allein deswegen Mutwilligkeit vorliegen wÃ¼rde (vgl. BGr, 14. Februar 2020, 2C_71/2019, E. 4.1.2, mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin sowohl die WiderrufsgrÃ¼nde der dauerhaften und erheblichen SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit und des schwerwiegenden Verstosses gegen die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung gesetzt habe als auch die Integrationskriterien der Teilnahme am Wirtschaftsleben bzw. der Beachtung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung nicht erfÃ¼lle. Die BeschwerdefÃ¼hrerin werde seit September 2014 â mit einem Unterbruch von Januar 2015 bis Juli 2015 â von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt. Der Sozialhilfebezug dauere an. Die bezogenen Sozialhilfegelder der BeschwerdefÃ¼hrerin wÃ¼rden sich per 18. Januar 2022 auf Fr. 274'260.15, exkl. KVG PrÃ¤mien, belaufen. Sie erfÃ¼lle damit die Kriterien der retrospektiven Dauerhaftigkeit und der Erheblichkeit des FÃ¼rsorgebezugs. Es zeichne sich auch keine baldige LoslÃ¶sung von der Sozialhilfe ab. Die BeschwerdefÃ¼hrerin gehe seit Jahren lediglich einer ErwerbstÃ¤tigkeit im zweiten Arbeitsmarkt nach, mit welcher sie ihre Existenz nicht sichern kÃ¶nne und ergÃ¤nzend auf Sozialhilfe angewiesen sei. Weiter bestÃ¼nden gemÃ¤ss AuszÃ¼gen aus den Betreibungs- und Verlustscheinregistern des Betreibungsamtes C vom 28. Oktober 2022 gegen die BeschwerdefÃ¼hrerin 100 nicht getilgte Verlustscheine in einem Gesamtbetrag von Fr. 113'237.25. Die BeschwerdefÃ¼hrerin weise damit eine Ãberschuldung auf, die die Anordnung einer Massnahme wegen der NichterfÃ¼llung Ã¶ffentlich- bzw. privatrechtlicher Pflichten im Sinn von Art. 77a Abs. 1 VZAE rechtfertige. Die Verschuldung erweise sich als mutwillig. Mit VerfÃ¼gung vom 28. August 2018 habe das Migrationsamt die BeschwerdefÃ¼hrerin unter anderem wegen Schuldenwirtschaft verwarnt. Dieser VerfÃ¼gung hÃ¤tten Betreibungs- und VerlustscheinregisterauszÃ¼ge des Betreibungsamtes C vom 11. Dezember 2017 zugrunde gelegen. Diesen sei zu entnehmen, dass 119 Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 144'245.85 gegen die BeschwerdefÃ¼hrerin bestÃ¼nden. Aus den RegisterauszÃ¼gen desselben Amtes vom 20. September 2019 gingen 102 Verlustscheine in der HÃ¶he von insgesamt Fr. 121'502.70 hervor. Die Abnahme der Anzahl als auch des Gesamtbetrags der Verlustscheine sei nicht auf eine aktive Schuldensanierung zurÃ¼ckzufÃ¼hren, sondern dies liege im Umstand, dass bei etlichen Verlustscheinen nach 20 Jahren die VerjÃ¤hrung eingetreten sei. Es seien zwischen der Verwarnung vom 11. Dezember 2017 und vom 9. August 2021 insgesamt acht neue Verlustscheine in einem Gesamtbetrag von Fr. 5'212.40 hinzugekommen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤ufe seit mindestens 24 Jahren Schulden an. Diese setzten sich im Wesentlichen zusammen aus ausstehenden Zahlungsverpflichtungen gegenÃ¼ber der Krankenkasse (42 Verlustscheine), aus Steuerschulden (30 Verlustscheine), nicht beglichenen Fernsehen- und RadiogebÃ¼hren (8 Verlustscheine), offenen Rechnungen bei Ãrzten und Laboratorien (4 Verlustscheine), Versicherungen und InkassobÃ¼ros, AusstÃ¤nden beim Statthalteramt und der Obergerichtskasse des Kantons ZÃ¼rich, Schulden bei Telekommunikationsunternehmen und dem Versandhandel (insgesamt weitere 15 Verlustscheine). Mit rechtskrÃ¤ftigem Strafbefehl vom 15. September 2016 habe das Statthalteramt des Bezirks ZÃ¼rich die BeschwerdefÃ¼hrerin des Ungehorsams im Betreibungsverfahren durch Nichterscheinen auf dem Betreibungsamt fÃ¼r schuldig befunden und sie mit einer Busse von Fr. 600.- bestraft. Darin sei ein Indiz fÃ¼r eine mutwillige Schuldenwirtschaft zu erblicken. Die Mutwilligkeit sei sodann mit der Verwarnung vom 28. August 2018 rechtskrÃ¤ftig bestÃ¤tigt worden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe seit der Verwarnung weiter Schulden angehÃ¤uft; ernsthafte BemÃ¼hungen zum Schuldenabbau seien nicht ersichtlich. Soweit sie als Rechtfertigungsgrund vorbringe, sie sei schuldlos als "Working Poor" zu qualifizieren, da sie in der Gastronomie nur ein knapp existenzsicherndes Einkommen generiere und deshalb ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kÃ¶nne, kÃ¶nne ihr nicht gefolgt werden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin sei zwar knapp ein Jahr nach ihrer Einreise in die Schweiz in das Erwerbsleben eingetreten und sei seither mehrheitlich kontinuierlich arbeitstÃ¤tig, jedoch immer als Serviceangestellte im Niedriglohnbereich. Sie habe in den vergangenen 32 Jahren lediglich im Jahr 2016 eine Weiterbildung im Fachbereich Service, welche insgesamt fÃ¼nf Kurswochen und eine zwei- bis viermonatige Betriebspraxis beinhalte, absolviert. Sie hÃ¤tte sich in all den Jahren mittels Weiterbildung, Umschulung, Branchenwechsel usw. um zusÃ¤tzliches Einkommen bemÃ¼hen kÃ¶nnen, um mindestens teilweise Schulden abzubauen bzw. eine weitere Verschuldung zu vermeiden. Stattdessen sei sie zwischen Januar 2008 und September 2009 in Serbien verweilt, wo sie im landwirtschaftlichen Familienbetrieb gearbeitet habe. Ab Mitte April 2014 (im Alter von 45 Jahren) bis Ende Februar 2016 sei sie stellenlos und per 1. September 2014 auf Sozialhilfe angewiesen gewesen. Es sei auch nicht ersichtlich, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin nach Erlass der Verwarnung in irgendeiner Weise ernsthaft um die Sanierung ihrer Schuldensituation bemÃ¼ht hÃ¤tte. Eine Schuldenberatung habe sie nicht wahrgenommen und es bestÃ¼nden keine Massnahmen wie Ratenzahlungsvereinbarungen mit GlÃ¤ubigern oder SanierungsplÃ¤ne, obwohl die BeschwerdefÃ¼hrerin ein Einkommen generiere. Sodann sei nicht nachvollziehbar, weshalb die BeschwerdefÃ¼hrerin ihren Verpflichtungen selbst nach UnterstÃ¼tzungsaufnahme durch die Sozialhilfe nicht nachkomme. Die Steuern wÃ¼rden von der EinkommenshÃ¶he erhoben und hinsichtlich der KrankenkassenprÃ¤mie bestehe die MÃ¶glichkeit der individuellen PrÃ¤mienverbilligung. Auch die Internet-, Radio- und TV GebÃ¼hren seien durch die Sozialhilfe im Rahmen des Grundbedarfs abgedeckt. Die berufliche UntÃ¤tigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin und die andauernde Finanzierung ihres Lebensunterhalts auf Kosten Ã¶ffentlich-rechtlicher Verpflichtungen liessen auf Mutwilligkeit schliessen. </p> <p class="Urteilstext">Die RÃ¼ckstufung erweise sich sodann als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig: Der Sozialhilfebezug der BeschwerdefÃ¼hrerin sei selbst verschuldet. Sie habe nach knapp zwei Jahren Abwesenheit vom Arbeitsprozess im Rahmen eines Teillohnprojekts der Stadt ZÃ¼rich per 1. MÃ¤rz 2016 eine TÃ¤tigkeit als Servicemitarbeiterin im Restaurant D aufgenommen. Es sei davon auszugehen, dass sie dort bis Mitte April 2018 tÃ¤tig war. Ab dem 13. April 2018 bis 20. Mai 2018 sei sie zu 100 %, vom 21. Mai 2018 bis 24. Juni 2018 zu 50 % und ab dem 24. Juli 2018 wieder zu 100 % aufgrund von Unfall und Krankheit arbeitsunfÃ¤hig gewesen. Die Teilnahme am Teillohnprojekt im Restaurant D sei per 31. Juli 2018 beendet worden. Bis zu ihrem operativen Eingriff am 30. August 2019 habe sie erneut vollumfÃ¤nglich von der Sozialhilfe gelebt. Die Dauer der Krankschreibung nach der Operation sei nicht dokumentiert. Die BeschwerdefÃ¼hrerin sei per 3. Februar 2020, zunÃ¤chst bei einem Pensum von 50 %, sowie ab 1. Juni 2020 bei 80 % wieder im Rahmen der Arbeitsintegration als Mitarbeiterin im Restaurant D angestellt worden. Im Zwischenzeugnis vom 16. August 2022 sei der Arbeitsbeginn auf den 6. September 2021 festgesetzt worden. Die befristete Anstellung im Restaurant D scheine mittlerweile erneut beendet. Soweit ersichtlich, gehe die BeschwerdefÃ¼hrerin seither keiner ErwerbstÃ¤tigkeit mehr nach. Obwohl sie mit Schreiben vom 12. Mai 2021, 9. Juni 2021, 7. Juli 2021 sowie 12. Januar 2022 aufgefordert worden sei, StellensuchbemÃ¼hungen einzureichen, habe sie erst mit der Rekursschrift vom 25. August 2022 eine Kopie des Formulars "Nachweis der persÃ¶nlichen ArbeitsbemÃ¼hungen" der Arbeitslosenversicherung fÃ¼r August 2022 mit fÃ¼nf darin verzeichneten Bewerbungen sowie einer Kopie einer einzigen schriftlichen Bewerbung zu den Akten gereicht. Dieser Nachweis sei, angesichts des Umstands, dass sie seit mindestens zwei Jahren wieder gesund sei, als ungenÃ¼gend zu bezeichnen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe danach weitere Bewerbungsschreiben eingereicht, allerdings seien diese erst nach Erlass der RÃ¼ckstufungsverfÃ¼gung erfolgt. Damit werde offensichtlich, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin erst unter Druck des laufenden RÃ¼ckstufungsverfahrens tÃ¤tig geworden sei. Hinzu komme die beachtliche, qualifiziert vorwerfbare und kontinuierlich anwachsende Verschuldung, um deren Abzahlung sich die BeschwerdefÃ¼hrerin bisher zu wenig bemÃ¼ht habe. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin bringt dagegen vor, das Migrationsamt habe sie im Jahr 2018 einzig wegen Schuldenwirtschaft verwarnt, jedoch nie wegen des Sozialhilfebezugs oder mangelnder Teilnahme am Wirtschaftsleben. Sie lebe seit Ã¼ber 35 Jahren in der Schweiz. Bis zur GesetzesÃ¤nderung im Jahre 2019 habe ihr die Niederlassungsbewilligung wegen Sozialhilfebezugs nicht entzogen werden kÃ¶nnen. Aufgrund der sehr langen Anwesenheitsdauer sei das KontinuitÃ¤tsvertrauen sehr gross. Das Migrationsamt habe sie daher nach der GesetzesÃ¤nderung explizit auf die Konsequenzen des Sozialhilfebezugs bzw. einer mangelnden Teilnahme am Wirtschaftsleben hinweisen und die RÃ¼ckstufung androhen mÃ¼ssen. Es werde weder vom Migrationsamt noch von der Vorinstanz dargelegt, weshalb die Verwarnung von Vornherein nicht die gewÃ¼nschte Wirkung (VerhaltensÃ¤nderung) hÃ¤tte haben kÃ¶nnen. Sie habe seit der Verwarnung bezÃ¼glich Schuldenwirtschaft praktisch keine neuen Schulden angehÃ¤uft (insgesamt weniger als Fr. 5'000.-), was zeige, dass diese die Wirkung nicht verfehlt habe. Es sei notorisch, dass auch nach einer Stabilisierung der EinkommensverhÃ¤ltnisse wÃ¤hrend einer Zeit noch weitere Betreibungen hinzukommen wÃ¼rden. Die beiden Verlustscheine Ã¼ber einen grÃ¶sseren Betrag wÃ¼rden auf Forderungen beruhen, die noch vor der Verwarnung entstanden seien. Eine grÃ¶ssere Forderung stamme vom April 2019 (Kreditkarte) und die andere grÃ¶ssere von einem fast zehn Jahre zurÃ¼ckliegenden Strafbefehl. Die weiteren Verlustscheine der SteuerbehÃ¶rde kÃ¶nnten ihr nicht vorgeworfen werden, da die Steuern von der Sozialhilfe nicht abgedeckt seien. Eine Sanierung sei wÃ¤hrend der relevanten Zeit nicht in Betracht gekommen, da sie auf dem Existenzminimum gelebt habe. Weder die Vorinstanz noch das Migrationsamt wÃ¼rden unter diesen UmstÃ¤nden darzulegen vermÃ¶gen, dass die neuen Schulden mutwillig entstanden seien. Sie sei als "Working Poor" zu bezeichnen. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz gehe die Schadenminderungspflicht nicht derart weit, dass retrospektiv und rein hypothetisch zu beurteilen wÃ¤re, ob die Person bei anderen Lebensentscheidungen ein allenfalls hÃ¶heres Einkommen hÃ¤tte erzielen kÃ¶nnen. Solche Aus- und Weiterbildungen wÃ¼rden zudem Geld kosten, welches nicht vorhanden sei. Es wÃ¼rden auch nicht alle Betroffenen die notwendigen bildungsmÃ¤ssigen Voraussetzungen mitbringen und es sei an den SozialbehÃ¶rden, entsprechende Beurteilung vorzunehmen und allenfalls zu finanzieren. Sie habe nach dem Verlust ihrer Arbeitsstelle und einer krankheitsbedingten Abwesenheit vom Arbeitsmarkt im Rahmen eines Teillohnprojektes auf dem zweiten Arbeitsmarkt gearbeitet und sei weiterhin fÃ¼r das Restaurant D tÃ¤tig. Sie habe vor dem Stellenverlust rund 25 Jahre in der Schweiz im Service gearbeitet und gute Arbeitszeugnisse erhalten. Es sei ihr nicht bewusst gewesen, dass sie ihre BemÃ¼hungen um Anstellungen dokumentieren mÃ¼sse, weshalb sie dies erst seit der Mandatierung ihrer RechtsanwÃ¤ltin getan habe. Sie habe sich aber auch schon frÃ¼her um Anstellungen bemÃ¼ht. Sie sei heute Ã¼ber 50 Jahre alt, was die Stellensuche erschwere. Sie habe gezeigt, dass sie keine weiteren Schulden anhÃ¤ufe und sich um eine Festanstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt bemÃ¼he. Eine RÃ¼ckstufung werde keine weitere VerhaltensÃ¤nderung herbeifÃ¼hren und sei damit untauglich. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Die heute 54-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrerin lebt seit 32 Jahren in der Schweiz. Trotz der langen Anwesenheit hat sie sich wirtschaftlich nicht zu integrieren vermocht. Sie muss seit September 2014 von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden. Der Umfang der UnterstÃ¼tzung belÃ¤uft sich auf Fr. 274'260.75 (Stand: 18. Januar 2022), was ohne Weiteres als erheblich zu bezeichnen ist. Eine AblÃ¶sung erscheint ohne VerhaltensÃ¤nderung nicht absehbar, zumal sie es bisher nicht geschafft hat, eine Arbeitsstelle im ersten Arbeitsmarkt zu finden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist damit dauerhaft und in erheblichem Masse von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig. Sie erfÃ¼llt damit grundsÃ¤tzlich den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG (SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit) und hat auch im Sinn von Art. 58a AIG als wirtschaftlich ungenÃ¼gend integriert zu gelten ("Grundsatz der wirtschaftlichen SelbsterhaltungsfÃ¤higkeit"). Entgegen dem Einwand der BeschwerdefÃ¼hrerin ist eine formelle Verwarnung wegen SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit fÃ¼r eine RÃ¼ckstufung nicht zwingend erforderlich. Es genÃ¼gt, wenn sie auch unter neuem Recht darauf aufmerksam gemacht wurde, dass ihre Niederlassungsbewilligung trotz eines Aufenthalts von Ã¼ber 15 Jahren widerrufen und â ohne Verbesserung ihrer Situation â zurÃ¼ckgestuft werden kann (vgl. BGE 148 II 1 E. 5 und 6.4; BGr, 19. Oktober 2021, 2C_536/2021, E. 6.2.1). Das Migrationsamt hat die BeschwerdefÃ¼hrerin bereits mit VerfÃ¼gung betreffend Androhung des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung wegen ihrer Schuldenwirtschaft darauf aufmerksam gemacht, dass keine EinschrÃ¤nkung der ArbeitsfÃ¤higkeit vorliege und von ihr erwartet werde, dass sie sich intensiv um eine existenzsichernde Stelle bemÃ¼he. Mit Schreiben vom 30. April 2020 hat das Migrationsamt sie unter neuerem Recht darauf aufmerksam gemacht, dass die Niederlassungsbewilligung widerrufen und durch eine Aufenthaltsbewilligung ersetzt werden kÃ¶nne, wenn sie weiterhin Sozialhilfe beziehe, und dass von ihr intensive SuchbemÃ¼hungen erwartet wÃ¼rden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat erstmals im vorliegenden Beschwerdeverfahren Belege fÃ¼r SuchbemÃ¼hungen eingereicht. Die erste Bewerbung, datiert vom 15. Dezember 2022, erfolgte somit erst nach Einreichung der Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Es hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrerin mit Verwarnung vom 28. August 2018 und spÃ¤testens mit dem Schreiben des Migrationsamts vom 30. April 2020 bewusst sein mÃ¼ssen, dass sie sich um eine Arbeitsstelle im ersten Arbeitsmarkt bemÃ¼hen muss und entsprechende BemÃ¼hungen zu dokumentieren hat. Soweit sie geltend macht, sie habe sich wÃ¤hrend Jahren erfolglos beworben, jedoch die BemÃ¼hungen nicht dokumentiert, erscheint dies daher wenig glaubhaft. Es wÃ¤re an der BeschwerdefÃ¼hrerin gelegen, aufzuzeigen, dass und inwiefern sie sich um eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt bemÃ¼ht. Es ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass sie seit dem Verlust der Arbeitsstelle vor neun Jahren genÃ¼gend Zeit hatte, sich um eine Arbeitsstelle im ersten Arbeitsmarkt zu bemÃ¼hen und/oder sich entsprechend aus- und weiterzubilden oder die Branche zu wechseln, um ihre Chancen im ersten Arbeitsmarkt zu verbessern. Es sind auch keine GrÃ¼nde ersichtlich, welche die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrer ErwerbsfÃ¤higkeit einschrÃ¤nken, solche macht sie zu Recht auch nicht geltend. Aus den Akten ergibt sich, dass gemÃ¤ss Angaben des Sozialzentrums E vom 28. August 2019 die BeschwerdefÃ¼hrerin teilweise aus gesundheitlichen GrÃ¼nden nur bedingt arbeitsfÃ¤hig gewesen sei, jedoch eine IV-Anmeldung nicht indiziert gewesen sei. Die BeschwerdefÃ¼hrerin leide an starkem Ãbergewicht, sie werde sich Ende August 2019 einer Magenbypass-Operation unterziehen und sei danach wieder zu 100 % arbeitsfÃ¤hig. Mit Schreiben vom 4. Mai 2021 bestÃ¤tigte das Sozialzentrum E, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin wieder gesund und voll arbeitsfÃ¤hig sei. Die Vorinstanz hat nach dem Gesagten zu Recht festgestellt, dass sich der langjÃ¤hrige Sozialhilfebezug als Ã¼berwiegend selbstverschuldet erweist. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b>Ferner musste die BeschwerdefÃ¼hrerin seit Ã¼ber 24 Jahren wiederholt betrieben werden. Es bestehen gemÃ¤ss dem von ihr eingereichten Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamtes C vom 16. Januar 2023 insgesamt 100 Verlustscheine im Gesamtbetrag von 113'237.25 und 9 Betreibungen im Gesamtbetrag von Fr. 5'705.50. Allein aufgrund der HÃ¶he ihrer Schulden stand im Zeitpunkt der Verwarnung 2018 der Widerruf der Niederlassungsbewilligung mit Wegweisung im Raum und es wurde nur aufgrund ihrer langjÃ¤hrigen Anwesenheit auf eine Massnahme verzichtet. Auch nach der Verwarnung vom 28. August 2018 kamen 9 weitere Betreibungen gegen die BeschwerdefÃ¼hrerin hinzu. Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin vorbringt, es handle sich bei den grÃ¶sseren BetrÃ¤gen um alte Schulden, trifft dies nur auf die Forderung des Strafbefehls vom 15. September 2016 zu. Die Betreibung Ã¼ber Fr. 2'045.95 der F AG stammt hingegen vom 29. Juni 2022 und betrifft eine Kreditkartenforderung der G GmbH vom 14. April 2019. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat zudem ihre Steuern wiederholt nicht bezahlt. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, werden die Steuern nach dem Einkommen berechnet, weshalb es der BeschwerdefÃ¼hrerin mÃ¶glich sein sollte, diese zu bezahlen. Auch wenn der Schuldenanstieg seit der Verwarnung im Vergleich zum Gesamtbetrag ihrer Schulden nicht als hoch erscheinen mag, handelt es sich doch um neue Schulden und hat die BeschwerdefÃ¼hrerin bis heute keinerlei SanierungsbemÃ¼hungen wie Ratenzahlungsvereinbarungen unternommen. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz aufgrund deren UntÃ¤tigkeit und dem Umstand, dass sie trotz der fortdauernden UnterstÃ¼tzung durch die Sozialhilfe weiterhin Schulden anhÃ¤uft, auf Mutwilligkeit schliesst. Offenbar hat nicht einmal die drohende RÃ¼ckstufung auf die Aufenthaltsbewilligung dazu gefÃ¼hrt, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin unter Druck des Verfahrens aus der Schuldenspirale herausfand und ihre Ausgaben in einer Form einschrÃ¤nkte, um keine weiteren Schulden mehr zu machen und wenigstens zu versuchen, eine Arbeitsstelle im ersten Arbeitsmarkt zu finden. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b>Es bleibt die BegrÃ¼ndetheit und VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der RÃ¼ckstufung zu prÃ¼fen. Es ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass die mangelnde wirtschaftliche Integration weitgehend selbstverschuldet bzw. der BeschwerdefÃ¼hrerin vorzuwerfen ist: Die BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤lt sich seit rund 32 Jahren in der Schweiz auf und es sind keine relevanten GrÃ¼nde ersichtlich, weshalb sie keiner ErwerbstÃ¤tigkeit im ersten Arbeitsmarkt hÃ¤tte nachgehen kÃ¶nnen. Aufgrund der SchuldenanhÃ¤ufung und ihrer mangelhaften wirtschaftlichen Integration sowie der Dauer und der HÃ¶he des hieraus resultierenden Sozialhilfebezugs weist sie ein gewichtiges Integrationsdefizit auf. Das Migrationsamt verfolgt mit der verfÃ¼gten Massnahme das Ziel, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihre Ausgaben an ihre finanziellen MÃ¶glichkeiten anpasst und ein Einkommen erzielt, das keine weitere Verschuldung zur Folge hat. Der BeschwerdefÃ¼hrerin wurde bereits wiederholt der Widerruf ihrer Niederlassungsbewilligung in Aussicht gestellt, sollte sie sich nicht im Rahmen ihrer MÃ¶glichkeiten um eine existenzsichernde ErwerbstÃ¤tigkeit bemÃ¼hen. Angesichts der jahrelangen Schuldenwirtschaft und SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit, der wiederholt erfolglosen Ermahnungen und der am 28. August 2018 auch formell ausgesprochenen Verwarnung der BeschwerdefÃ¼hrerin erscheint eine erneute formelle Verwarnung oder Ermahnung nicht erfolgversprechend. Da die blosse Androhung weiterfÃ¼hrender auslÃ¤nderrechtlicher Massnahmen bislang weder die BeschwerdefÃ¼hrerin zu beeindrucken noch eine nachhaltige VerhaltensÃ¤nderung zu bewirken vermochte, erscheint es deshalb unabdingbar, der BeschwerdefÃ¼hrerin die Ernsthaftigkeit ihrer Situation unmissverstÃ¤ndlich vor Augen zu fÃ¼hren und es nicht erneut bei einer blossen Ermahnung bzw. Verwarnung zu belassen. Die migrationsamtlich verfÃ¼gte RÃ¼ckstufung erscheint damit auch erforderlich, um die BeschwerdefÃ¼hrerin mit dem nÃ¶tigen Nachdruck an ihre Integrationsverpflichtung zu erinnern und sie (weiterhin) zu einer nachhaltigen AusschÃ¶pfung ihres Erwerbspotenzials zu motivieren. Mit der RÃ¼ckstufung und Erteilung der Aufenthaltsbewilligung kÃ¶nnen Bedingungen verbunden werden, um die Integration der BeschwerdefÃ¼hrerin voranzutreiben (Art. 33 Abs. 2 AIG i.<span> </span>V.<span> </span>m. Art. 62a VZAE), wohingegen die Niederlassungsbewilligung bedingungslos zu erteilen ist (Art. 34 Abs. 1 AIG).</p> <p class="Erwgung3">Auch wenn die RÃ¼ckstufung der auslÃ¤nderrechtlichen Bewilligung fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin mit einer empfindlichen Statusverschlechterung einhergeht, ist ihr weiterer Aufenthalt in der Schweiz derzeit nicht gefÃ¤hrdet und von ihren zukÃ¼nftigen Anstrengungen bei der Suche einer Arbeitsstelle auf dem ersten Arbeitsmarkt und der lÃ¼ckenlosen ErfÃ¼llung ihrer finanziellen Verpflichtungen sowie dem Abbau der bestehenden Schulden abhÃ¤ngig. Das private Interesse der BeschwerdefÃ¼hrerin, den privilegierten migrationsrechtlichen Status der Niederlassungsbewilligung zu behalten, ist demgemÃ¤ss geringer zu gewichten als das Ã¶ffentliche Interesse, sie mittels RÃ¼ckstufung mit Nachdruck an ihre Integrationsverpflichtung zu erinnern. </p> <p class="Erwgung3">Die migrationsamtlich verfÃ¼gte Statusverschlechterung setzt nach dargelegter Intention des Gesetzgebers vielmehr einen neuen Anreiz zur VerstÃ¤rkung der IntegrationsbemÃ¼hungen und ist Konsequenz der jahrelangen NichterfÃ¼llung eines auch fÃ¼r die Erteilung der Niederlassungsbewilligung vorausgesetzten Integrationskriteriums. Nicht zuletzt zeigen gerade auch die (erst) unter dem Druck des auslÃ¤nderrechtlichen Verfahrens eingesetzten IntegrationsbemÃ¼hungen der BeschwerdefÃ¼hrerin, dass Statusverschlechterungen geeignet sind, desintegrierte AuslÃ¤nder zu einer VerhaltensÃ¤nderung zu bewegen und ihnen den Ernst der Lage vor Augen zu fÃ¼hren.</p> <p class="Erwgung3">Demnach besteht ein Ã¼berwiegendes Ã¶ffentliches Interesse an der RÃ¼ckstufung der Bewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin, womit sich die Massnahme insgesamt als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweist.</p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen; eine ParteientschÃ¤digung steht ihr weder fÃ¼r das Rekurs- noch das Beschwerdeverfahren zu (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 sowie § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat sowohl fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren als auch fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung sowie Bestellung einer unentgeltlichen RechtsbeistÃ¤ndin beantragt.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.1 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Sie haben Ã¼berdies Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes, wenn sie nicht in der Lage sind, Ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 6 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.2 </b><span>Aufgrund der Schuldenwirtschaft, des erheblichen und langjÃ¤hrigen Sozialhilfebezugs sowie der mangelnden wirtschaftlichen Integration konnte die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht ernsthaft damit rechnen, dass die verfÃ¼gte RÃ¼ckstufung als gesetzeswidrig bzw. unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig eingestuft wÃ¼rde. Ihr Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung bzw. RechtsverbeistÃ¤ndung ist gemÃ¤ss § 16 Abs. 1 und 2 VRG infolge offensichtlicher Aussichtslosigkeit abzuweisen.</span> Folglich ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sowohl fÃ¼r das Rekurs- als auch das Beschwerdeverfahren abzuweisen bzw. der diesbezÃ¼gliche vorinstanzliche Entscheid im <span>Ergebnis zu bestÃ¤tigen (§ 16 Abs. 1 und 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung1">Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. <span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. <span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde an das Bundesgericht im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>