B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung VI F-2126/2022 U r t e i l v o m 1 7 . O k t o b e r 2 0 2 2 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Yannick Antoniazza-Hafner, Richterin Claudia Cotting-Schalch, Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. Parteien X._______, vertreten durch Y._______, Zustelladresse: (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Einreiseverbot. F-2126/2022 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer (geb. 198 8, kosovarischer Staatsangehöriger) wurde am 15. März 2022 im Bahnhof A._______ einer Personenkontrolle unterzogen. Dabei wies er sich mit einem kosovarischen Reisepass und einem Antrag für eine slowenische A ufenthaltsbewilligung aus, hingegen konnte er weder ein gültiges Visum noch eine Aufenthaltsbewilligung eines Schengen-Staates vorweisen (Akten der Vorinstanz [SEM act. 3/24 ff.]). B. Nachdem der Beschwerdeführer auf den Zollstützpunkt verbracht und ihm dort das rechtliche Gehör bezüglich allfällig zu verhängenden Entfernungs- und Fernhaltemassnahmen gewährt worden war, verfügte die Zollbehörde am 15. März 2022 seine Wegweisung aus der Schweiz, wobei ihm eine Ausreisefeist bis zum 22. März 2022 gewährt wurde (SEM act. 3/23; 3/13). Der Beschwerdeführer nahm von der Verfügung gleichentags Kenntnis (SEM act. 3/11). C. Am 21. März 2022 verfügte die Vorinstanz gegen den Beschwerdeführer ein zweijähriges Einreiseverbot (vom 22. März 2022 bis 21. März 2024) und dessen Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS II), Gleichzeitig entzog sie einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wir- kung (SEM act. 4). D. Am 2. April 2022 wurde der Beschwerdeführer auf (…) einer polizeilichen Kontrolle unterzogen. In der Folge wurde er auf den Stützpunkt Z._______ verbracht, wo ihm die vom SEM verfügte Einreisesperre vom 21. März 2022 eröffnet wurde (SEM act. 6/43 f.; act. 5/31). E. Am 4. Mai 2022 (Übergabe an die schweizerische Post: 9. Mai 2022) erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung des Einreiseverbots und die Löschung der Aus- schreibung zur Einreiseverweigerung im SIS II (Akten des Bundesverwal- tungsgerichts [BVGer act. 1]). F. Mit Schreiben vom 21. Juli 2022 teilte der Beschwerdeführer – auf vorgän- giges mehrmaliges Ersuchen des Gerichts hin – eine Zustelladresse in der F-2126/2022 Seite 3 Schweiz mit (BVGer act. 7). Mit Eingabe vom 21. Juli 2022 machte er das Gericht – ohne weitere Angaben – darauf aufmerksam, dass in Slowenien ein Verwaltungsverfahren laufe und in diesem auf die Entscheidung im vor- liegenden Verfahren gewartet werde (BVGer act. 12). G. In ihrer Vernehmlassung vom 5. August 2022 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde (BVGer act. 13). Bereits davor, am 2. Juni 2022, verurteilte die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt den Be- schwerdeführer in Anwendung von Art. 115 Abs. 1 Bst. b AIG (SR 142.20) wegen rechtswidrigen Aufenthalts zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Ta- gessätzen und einer Busse von Fr. 200.- (BVGer act. 16). H. Der Beschwerdeführer verzichtete auf das Einreichen einer Replik. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Verfügungen des SEM, die ein Einreiseverbot nach Art. 67 AIG zum Gegenstand haben, unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwal- tungsgericht (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem V wVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung der Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Be- schwerde ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er- messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb- lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 F-2126/2022 Seite 4 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be- schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis- sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit- punkt des Entscheids (BGE 139 II 534 E. 5.4.1; BVGE 2014/1 E. 2). 3. 3.1 Ein Einreiseverbot kann für eine Dauer von höchstens fünf Jahren ver- fügt werden (Art. 67 Abs. 3 erster Satz AIG). Es kann für eine längere Dauer angeordnet werden, wenn die betreffende Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Or dnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG). Aus humanitären oder anderen wichtigen Gründen kann die verfügende Behörde ausnahmsweise von der Verhängung eines Ein- reiseverbots absehen oder ein solches endgültig oder vorübergehend auf- heben (Art. 67 Abs. 5 erster Satz AIG). 3.2 Das SEM kann Einreiseverbote gegen ausländische Personen erlas- sen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden (Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG). Das Einreiseverbot ist keine Sanktion für vergangenes Fehlverhal- ten, sondern eine Massnahme zur Abwendung einer künftigen Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [BBl 2002 3709, 3813]). Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung liegt un- ter anderem dann vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Ver- fügungen missachtet werden (Art. 77a Abs. 1 Bst. a VZAE), wobei Wider- handlungen gegen Normen des Ausländerrechts ohne weiteres unter diese Begriffsbestimmung fallen. Bei Annahme einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung müssen hingegen konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Aufenthalt der betroffenen Person in der Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoss gegen die öffentliche Si- cherheit und Ordnung führen wird (Art. 77a Abs. 2 VZAE). Bestand ein sol- ches Verhalten in der Vergangenheit, ist die Gefahr entsprechender künfti- ger Störungen zu vermuten (vgl. Urteil des BVGer F -7649/2016 vom 13. März 2018 E. 3.2 m.H.). 3.3 Ein Einreiseverbot gilt für die Schweiz und im Regelfall auch für das Fürstentum Liechtenstein (vgl. Art. 10 Abs. 1 des Rahmenvertrags vom 3. Dezember 2008 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und F-2126/2022 Seite 5 dem Fürstentum Liechtenstein über die Zusammenarbeit im Bereich des Visumverfahrens, der Einreise und des Aufenthalts sowie über die polizei- liche Zusammenarbeit im Grenzraum, SR 0.360.514.2). Veranlasst das SEM gestützt auf das Einreiseverbot eine Ausschreibung de r betroffenen Person im SIS II zur Einreise- und Aufenthaltsverweigerung, so werden die Wirkungen der Massnahme auf alle Schengen-Mitgliedstaaten ausgedehnt (vgl. Art. 6 Abs. 1 Bst. d sowie Art. 14 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 des Europäischen P arlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [Kodifizierter Text] [Schengener Grenzkodex, SGK, Abl. L 77/1 vom 23.03.2016). 4. 4.1 Die Vorinstanz begründet das Einreiseverbot damit, das s der Be- schwerdeführer anlässlich einer Kontrolle am 15. März 2022 kein gültiges Visum oder Dokument habe vorweisen können, welches ihn zu einer Ein- reise in die Schweiz berechtigt hätte. Er sei nach Art. 64 AIG weggewiesen worden und verletze damit die Einreisebestimmungen nach Art. 115 Abs. 1 Bst. a AIG und Art. 5 Abs. 1 Bst. a AIG. Damit habe er gegen die Gesetz- gebung verstossen und die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet. Auch unter Berücksichtigung der Vorbringen des Beschwerdeführers an- lässlich des rechtlichen Gehörs erweise sich das Einreiseverbot gestützt auf Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG als verhältnismässig und gerechtfertigt. 4.2 Der Beschwerdeführer macht dazu in seiner Rechtsmitteleingabe gel- tend, er habe bei der Kontrolle durch die Zollbeamten eine Bestätigung Sloweniens über den Antrag auf Visumsverlängerung, datiert vom 2. März 2022, vorgewiesen. Die Beamten hätten den Inhalt dieses Dokuments nicht verstanden, da es in slowenischer Sprache verfasst gewesen sei. Er sei der Meinung gewesen, dass diese Bescheinigung ausreichend gewe- sen wäre. Jetzt sei er sich jedoch bewusst, dass dieses Dokument nicht genüge und bedaure seine Tat aufrichtig. In Zukunft werde er dieses Ver- halten nicht wiederholen, und es handle sich um ein einmaliges Ereignis. Er habe einen Tagesbesuch in der Schweiz machen wollen, was er mit sei- ner Rückfahrkarte bewiesen habe. Aus d ieser gehe hervor, dass er n och am gleichen Tag nach Slowenien zurückgekehrt sei und nie die Absicht ge- habt habe, sich illegal in der Schweiz aufzuhalten. Er habe in der Schweiz nur ein Auto ansehen wollen, was er den Beamten auch mitgeteilt habe. Er habe keine Vorstrafen gehabt oder weiteren Delikte begangen, weder in der Schweiz noch in Slowenien und auch nicht im Kosovo. Er ersucht das F-2126/2022 Seite 6 Gericht, anstelle des Einreiseverbots einen Verwe is auszusprechen (BVGer act. 1). 4.3 In der Vernehmlassung führt die Vorinstanz im Wesentlichen aus, ge- mäss Rapport der zuständigen Zollbehörden habe der Beschwerdeführer beabsichtigt, am 15. März 2022 nach Deutschland zu reisen, um dort eine Arbeitsstelle zu suchen. Anlässlich der Kontrolle habe er sich lediglich mit einem gültigen kosovarischen Reisepass und einem Antrag auf Verlänge- rung der slowenischen Aufenthaltsbewilligung vom 2. März 2022 ausge- wiesen. Daraufhin sei er weggewiesen worden. Anlässlich einer Personen- kontrolle am 2. April 2022 habe die Kantonspolizei Aargau festgestellt, dass er sich in der Schweiz aufgehalten habe. Es könne somit davon ausgegan- gen werden, dass er trotz der Wegw eisung mit einer auf den 15. März 2022 (recte: 22. März 2022) angesetzten Ausreisefrist in der Schweiz ver- blieben sei. Des Weiteren habe er sich bereits 2018 rechtswidrig in der Schweiz aufgehalten, wurde er doch mit Strafbefehl des Kantons Basel - Stadt vom 21. Mai 2019 wegen rechtswidrigen Aufenthalts zu einer Geld- strafe von 20 Tagessätzen und einer Busse von Fr. 200.- verurteilt (BVGer act. 13). 5. 5.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. a und Bst. b SGK müssen Drittstaatsange- hörige über ein für den Grenzübertritt anerkanntes Ausweispapier und über ein Visum verfügen, sofern dies erforderlich ist. Von der Visumspflicht be- freit sind Personen, die Inhaber eines gültigen Aufenthaltstitels eines Schengen-Staates oder über ein Visum zum längerfristigen Aufenthalt ver- fügen. Diese Dokumente müssen bei Kontrollen vorgewiesen werden kön- nen (vgl. Art. 8 SGK). Wird bei einer Kontrolle festgestellt, dass ein Dritt- staatsangehöriger die Einreisevoraussetzungen nicht ode r nicht mehr er- füllt, wird sein Aufenthalt als illegal angesehen (vgl. Art. 3 Ziff. 2 der Rück- führungsrichtlinie 2008/115/EG vom 16. Dezember 2008, ABl. L 348/98 vom 24.12.2008). 5.2 Anlässlich der Kontrolle vom 15. März 2022 durch die Zollbehörde im Bahnhof A._______ wies der Beschwerdeführer sich mit einem gültigen kosovarischen Reisepass aus, verfügte aber weder über ein gültiges Visum noch über eine Aufenthaltsbewilligung eines Schengen -Staates. Zwar führte er einen Antrag auf Verlängerung der slowenischen Aufenthaltsbe- willigung vom 2. März 2022 mit sich (vgl. Beschwerdebeilagen). Dieses Dokument ist hingegen nicht als Aufenthaltstitel eines Schengen-Staates F-2126/2022 Seite 7 zu qualifizieren, welches ihn als kosovarischen Staatsangehörigen von der Visumspflicht befreien würde (vgl. Liste der von den Mitgliedstaaten aus- gestellten Aufenthaltstitel unter file:///C:/Users/U80801195/Downloads/ vhb1-anh02-d%20(3).pdf). 5.3 Gestützt auf sein Verhalten wurde der Beschwerdeführer mit Strafbe- fehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt vom 2. Juni 2022 we- gen rechtswidrigen Aufenthalts zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse von Fr. 200.- verurteilt (BVGer act. 16). 5.4 Der Beschwerdeführer hat damit zweifellos gegen die schweizerischen Einreisebestimmungen verstossen, was von ihm in seiner Rechtsmittelein- gabe grundsätzlich auch nicht bestritten wird. Gemäss Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG hat er damit einen hinreichenden Grund für die Verhängung ei- ner Fernhaltemassnahme gesetzt und dessen Anordnung ist somit ge- rechtfertigt. 6. 6.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Dauer des Einreiseverbots in richtiger Aus- übung des Ermessens ergangen und angemessen ist. Unter dem Ge- sichtspunkt der Verhältnismässigkeit ist eine wertende Abwägung vorzu- nehmen zwischen dem öffentlichen Interesse an der Fernhaltung und den privaten Interessen, welche die betroffene Person an der zeitlichen Be- schränkung der Massnahme hat (BVGE 2016/33 E. 9.2; 2014/20 E. 8.1). Ausgangspunkt der Überlegungen bilden die Stellung der verletzten oder gefährdeten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Ver- haltens und die persönlichen Verhältnisse der betroffenen ausländischen Person (Art. 96 Abs. 1 AIG; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Ver- waltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 555 ff.). 6.2 Indem der Beschwerdeführer bei seiner Einreise in die Schweiz weder über ein gültiges Visum noch über einen gültigen Aufenthaltstitel eines Schengen-Staates verfügte, hat er, wie bereits erwähnt, gegen zentrale ausländerrechtliche Bestimmungen verstossen. Das generalpräventiv mo- tivierte Interesse daran, die ausländerrechtliche Ordnung durch eine kon- sequente Massnahmenpraxis zu schützen, ist demnach als gewichtig ein- zustufen. Zudem ist eine spezialpräventive Zielsetzung der Massnahme darin zu sehen, dass sie die Betroffenen ermahnt, sich inskünf tig an die geltenden Regeln zu halten. F-2126/2022 Seite 8 6.3 Das Verhalten des Beschwerdeführers lässt auf eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit schliessen (Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG). Sofern er dies als einmaliges Ereignis darzustellen versucht, so ist darauf hinzuweisen, dass er bereits mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt vom 21. Mai 2019 wegen rechtswidrigen Aufenthalts zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätze n und einer Busse von Fr. 200.- verurteilt wurde, da er sich am 1. Oktober 2018 ohne Aufenthalts- titel und ohne das erforderliche Visum illegal in der Schweiz aufgehalten hatte (SEM act. 1). Im Übrigen wurde er am 2. April 2022 erneut in der Schweiz angehalten und polizeilich kontrolliert. Zwar kann ihm nicht vorge- worfen werden, er sei trotz Einreiseverbot in die Schweiz eingereist, wurde ihm doch die diesbezügliche Verfügung vom 21. März 2022 erst anlässlich seiner erneuten Anhaltung eröffnet. Es ist jedoch davon auszugehen, dass er die Schweiz nicht, wie in der Wegweisungsverfügung vom 15. März 2022 vorgesehen, bis zum 22. März 2022 verlassen hat (SEM act. 3/11). Der Beschwerdeführer führt in der Rechtsmitteingabe diesbezüglich aus, er sei noch am gleichen Tag nach Slowenien zurückgekehrt, dies gehe aus der Rückfahrkarte hervor. Ein entsprechendes Dokument wurde der Be- schwerde jedoch nicht beigelegt und auch in den vorinstanzlichen Akten befindet sich lediglich ein Flixbus-Ticket vom 14. März 2022 für eine Reise von Venezia Mestre nach Zürich (SEM act. 3/5). Soweit er zudem geltend macht, er habe gedacht, der mitgeführte Antrag vom 2. März 2022 auf Ver- längerung der slowenischen Aufenthaltsbewilligung berechtige zur Ein- reise (Beschwerde S. 1), so ist darauf hinzuweisen, dass auf dem Doku- ment ausdrücklich darauf hingewiesen wird, die Bescheinigung berechtige nicht zum Überschreiten der Staatsgrenze (vgl. Beschwerdebeilage). Ent- gegen der Darstellung des Beschwerdeführers kann somit nicht von einem einmaligen Ereignis ausgegangen werden, welches der Beschwerdeführer leichtsinnig und in Unwissenheit der Rechtslage begangen habe. Vielmehr zeigt er sich in dieser Hinsicht unbelehrbar. Es besteht demnach ein gene- ral- und spezialpräventiv motiviertes Interesse an seiner Fernhaltung. 6.4 Aufgrund des überwiegenden öffentlichen Interesses an der Fernhal- tung und des Fehlens privater Interessen sowie mit Blick auf die Recht- sprechung in ähnlichen Fällen erweist sich das zweijährige Einreiseverbot sowohl im Grundsatz als auch hinsichtlich seiner Dauer als verhältnismäs- sig (vgl. Urteile des BVGer F -572/2021 vom 21. September 2021 E. 6.3; F-392/2021 vom 20. September 2021 E. 7.4; C -5080/2014 vom 21. März 2016 E. 8). F-2126/2022 Seite 9 7. 7.1 Der Beschwerdeführer führt weiter aus, der Eintr ag der Einreisever- weigerung im SIS II könne schwerwiegende Folgen für ihn haben, da sein Antrag auf Verlängerung eines slowenischen Aufenthaltstitels abgewiesen werden könnte (Beschwerde S. 1). Mit Schreiben vom 21. Juli 2022 machte er das Gericht zudem, ohne weitere Angaben, darauf aufmerksam, dass in Slowenien ein Verwaltungsverfahren laufe und in diesem auf die Entschei- dung im vorliegenden Verfahren gewartet werde (BVGer act. 12). 7.2 Die Ausschreibung der Fernhaltemassnahme im SIS II ist hingegen nicht zu beanstanden (vgl. Art. 21 i.V.m. Art. 24 der Verordnung der Verord- nung [EG] Nr. 1987/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nut- zung des Schengener Informationssystems der zweiten Gene ration [SIS- II], Abl. L 381/4 vom 28.12.2006 [SIS-II-Verordnung]), geht es doch vorlie- gend um zentrale Bestimmungen der migrationsrechtlichen Ordnung, ge- gen die der Beschwerdeführer verstossen hat (vgl. Urteil des BVGer F-392/2021 vom 20. September 2021 E. 7.5). Zudem hindert die Ausschrei- bung eines Einreiseverbots im SIS II die Schengen -Mitgliedstaaten nicht daran, der betroffenen Person aus humanitären Gründen oder Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen die Einreise in das eigene Hoheitsgebiet zu gestatten (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK) bzw. ihr ein Schengen-Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit auszustellen (vgl. Art. 25 Abs. 1 Bst. a [ii] der Ver- ordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visakodex, Abl. L 243/1 vom 15.09.2009]). Auch können die slowenischen Behörden dem Beschwerdeführer eine Aufenthaltsbewilligung aus wichtigen Gründen er- teilen (vgl. dazu ausführlich Urteile des BVGer F-4634/2020 vom 10. Mai 2021 E. 9.2 ff. und F-7209/2016 vom 13. August 2019 E. 9.5). Für die Rück- nahme der Ausschreibung des Beschwerdeführers im SIS II zur Einreise - und Aufenthaltsverweigerung besteht somit keine hinreichende Veranlas- sung. 8. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Be- schwerde ist demzufolge abzuweisen. F-2126/2022 Seite 10 9. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Koste n in der Höhe von Fr. 1’000.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind durch den in gle icher Höhe geleisteten Kostenvor- schuss gedeckt. (Dispositiv nächste Seite) F-2126/2022 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Susanne Stockmeyer Versand: