<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, folgende Punkte zu prüfen:</p><p>1. Förderung der Aus- und Weiterbildung der Imker zur Behandlung der Varroa-Milben.</p><p>2. Die Festlegung eines nach örtlichen und klimatischen Verhältnissen bestimmten Tages, an welchem die Behandlung sämtlicher Bienenvölker gegen die Varroa-Milben vorgenommen werden muss.</p><p>3. Die Verankerung der Bekämpfung der Varroa-Milben im Tierseuchengesetz.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat nimmt das Problem der Bienensterblichkeit ernst und hat auf verschiedenen Ebenen Massnahmen zu deren Einhalt ergriffen. Mit dem Ziel die Gesundheit der Honigbienen in der Schweiz zu fördern, hat der Bund zusammen mit der Branche einen nationalen Bienengesundheitsdienst (BGD) geschaffen. Dieser soll die Schnittstelle zwischen Forschung, staatlicher Bienenseuchenbekämpfung und Imkerschaft stärken. Zu seinen Aufgaben gehören die Beratung und Aus- und Weiterbildung der Imkervereine, der Imkerinnen und Imker und die Überwachung der Bienengesundheit. Branche, Kantone und der Bund teilen sich die Kosten für den BGD. Weiter fördert der Bund die Aus- und Weiterbildung der Imkerinnen und Imker im Rahmen eines Finanzhilfevertrages zwischen dem Dachverband der Bienenzüchterverbände Apisuisse und dem Bundesamt für Landwirtschaft. Apisuisse erbringt dabei folgende Leistungen: Aus- und Weiterbildung des Kaders in fachlichen Belangen der Bienenhaltung, Imkerei und Lebensmittelherstellung. In der Ausbildung erlernen die Imker auch die theoretischen und fachlich-praktischen Belange einer zeitgemässen Bienenhaltung. In Gruppenberatungen für Bienenhalter werden Themen von besonderer Praxisrelevanz oder praxisbezogene Probleme am Bienenvolk behandelt. Diese fachliche Unterstützung geht somit wesentlich weiter als nur die Bekämpfung der Varroa Milben.</p><p>2. In manchen Jahren findet eine starke Milben-Übertragung zwischen den Bienenstöcken statt (Neubefall), insbesondere ab dem Spätsommer und wenn die Bienenvölker nicht oder nur ungenügend gegen den Parasiten behandelt wurden. Die Beurteilung, wann im Spätsommer eine Behandlung erfolgen soll, ist jeder Imkerin und jedem Imker selbst überlassen, weshalb es zu Zeitfenstern von drei bis vier Wochen kommt. Das Phänomen des Neubefalls ist bekannt. Es gibt hingegen keine Belege dafür, dass eine regionale Koordination der Varroa-Behandlung den Neubefall einschränkt und somit die Winterverluste reduziert. Um dieser Hypothese auf den Grund zu gehen, führt das Zentrum für Bienenforschung von Agroscope Liebefeld-Posieux ALP zusammen mit dem Veterinärdienst des Kantons Bern und Bienenverbänden im Herbst 2012 einen Feldversuch im Berner Seeland durch. Auf einer Fläche von über 150 km2 wurden 1600 Bienenvölker in 167 Bienenstöcken zwei Behandlungen zu festgesetzten Terminen unterzogen. In einer nahegelegenen Region haben die Imkerinnen und Imker ihre Bienenvölker behandelt, ohne sich an feste Termine zu halten. Diese Bienenvölker dienen als Kontrollgruppe. Die Resultate werden im Frühling 2013 vorliegen.</p><p>3. Die Bekämpfung der Varroa Milben war bis 1995 in der Tierseuchenverordnung verankert und wurde auf Wunsch der Imkerinnen und Imker gestrichen. Seither ist die Varroa Milbe in der Tierseuchenverordnung als eine zu überwachende Tierseuche gelistet. Die Eigenverantwortung der Imkerinnen und Imker und ihre tägliche Sorgfalt zur Gesunderhaltung ihrer Bienen stehen im Vordergrund. Dieser zielführende Ansatz wird heute verfolgt und verstärkt und mit dem BGD hat der Bundesrat zusätzlich eine Organisation geschaffen, welche die Imkerinnen und Imker zu Fragen der Bienengesundheit unterstützt und berät - auch zur Bekämpfung der Varroa Milbe.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.