<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp331680"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>150 V 257<br/><br/><br/><div class="paraatf">23. Auszug aus dem Urteil der III. öffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. A. gegen Ausgleichskasse des Kantons Zürich (Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)</div> <div class="paraatf">9C_705/2023 vom 4. Juni 2024</div> <a name="idp333200"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 39 Abs. 1 AHVG</span>; <span class="artref">Art. 55<sup>bis</sup> lit. b AHVV</span> (je in der vom 1. Januar 1997 bis Ende 2023 geltenden Fassung); Aufschub der Altersrente, die eine Invalidenrente ablöst. <div class="paratf">Laut <span class="artref">Art. 55<sup>bis</sup> lit. b AHVV</span> sind Altersrenten, die eine Invalidenrente ablösen, von der Möglichkeit eines Rentenaufschubs gemäss <span class="artref">Art. 39 Abs. 1 AHVG</span> ausgenommen. Die Verordnungsbestimmung verstösst gegen gesetzliche und verfassungsmässige Vorgaben, weshalb ihr die Anwendung versagt wird (E. 3.3-3.5). </div> </div> </div> <a name="idp342784"></a> <a name="idp352816"></a> <br/><div> <a name="idp362512"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 258</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page258"></a><div class="center pagebreak">BGE 150 V 257 S. 258</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp364176"></a><span class="bold">A. </span>Der im Dezember 1956 geborene A. bezog eine Viertelsrente der Invalidenversicherung (IV), als er sich im November 2021 zum Bezug einer Altersrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) anmeldete, wobei er gleichzeitig den Aufschub der Altersrente beantragte. Die Ausgleichskasse des Kantons Zürich verweigerte den Aufschub der (grundsätzlich ab dem 1. Januar 2022 geschuldeten) Altersrente mit Verfügung vom 20. Dezember 2021 resp. mit Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp366208"></a><span class="bold">B. </span>Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 26. September 2023 ab.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp367520"></a><span class="bold">C. </span>A. lässt mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragen, unter Aufhebung des Urteils vom 26. September 2023 sei die Ausgleichskasse zu verpflichten, seine Altersrente aufzuschieben.</div> <div class="paraatf">Die Ausgleichskasse und das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) schliessen auf Abweisung der Beschwerde. A. lässt eine weitere Eingabe einreichen.</div> <div class="paraatf">Das Bundesgericht heisst die Beschwerde gut.</div> <br/><div> <a name="idp374016"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp374976"></a><span class="bold" id="consideration_3.">3. </span>(...)</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp375984"></a><span class="bold" id="consideration_3.3">3.3 </span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp376992"></a><span class="bold" id="consideration_3.3.1">3.3.1 </span>Nach dem deutschen und französischen Wortlaut von <span class="artref">Art. 39 Abs. 1 AHVG</span> besteht die Möglichkeit für einen Aufschub nur bei (grundsätzlichem) Anspruch auf eine "ordentliche Altersrente" ("rente ordinaire de vieillesse"); im italienischen Wortlaut ("rendita di vecchiaia") fehlt die Abgrenzung zur ausserordentlichen Altersrente. Der Bundesrat kann laut <span class="artref">Art. 39 Abs. 3 Satz 2 AHVG</span> insbesondere "einzelne Rentenarten" ("certains genres de rentes"; "certi generi di rendite") vom Aufschub ausschliessen. Was unter dem Begriff der "Rentenarten" zu verstehen ist, lässt sich <span class="artref">Art. 39 AHVG</span> nicht direkt entnehmen. Laut <span class="artref">Art. 29 AHVG</span> werden die ordentlichen Renten - nach dem Kriterium der (Un-)Vollständigkeit der Beitragsdauer - in Voll- und Teilrenten unterteilt. Dass die Altersrenten je nach dem, ob sie eine Invalidenrente ablösen oder nicht, von unterschiedlicher "Art" (i.S.v. <span class="artref">Art. 39 Abs. 3 Satz 2 AHVG</span>) sein sollen, ist zwar nicht ausgeschlossen, ergibt sich aber nicht bereits aus dem allgemeinen Sprachgebrauch.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp387424"></a><span class="bold" id="consideration_3.3.2">3.3.2 </span>Im Zusammenhang mit der auf den 1. Januar 1969 erfolgten Einführung der Aufschubsmöglichkeit hielt der Bundesrat in seiner <a name="page259"></a><div class="center pagebreak">BGE 150 V 257 S. 259</div>Botschaft vom 4. März 1968 zum Entwurf eines Bundesgesetzes betreffend Änderung des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und zum Volksbegehren für den weiteren Ausbau von Alters- und Hinterlassenenversicherung und Invalidenversicherung (7. AHV-Revision) insbesondere Folgendes fest: "Um die verwaltungsmässigen Umtriebe in begrenztem Rahmen zu halten, dürfte es unerlässlich sein, gewisse Vereinfachungen vorzusehen. Vor allem müssten die Teilrenten der unteren Skalen - wie selbstverständlich auch die ausserordentlichen Renten - vom Aufschub ausgeschlossen werden" (BBl 1968 I 636 Ziff. D.I). Weitere Erläuterungen zu den Ausnahmen von der Aufschubsmöglichkeit sind in der Botschaft nicht ersichtlich.</div> <div class="paraatf">Entgegen der Auffassung des BSV lässt sich die bundesrätliche Kompetenz zum Erlass der hier interessierenden Ausnahmeregelung resp. der der Delegationsnorm von <span class="artref">Art. 39 Abs. 3 Satz 2 AHVG</span> zugrunde liegende gesetzgeberische Wille nicht aus den eigenen Erläuterungen des BSV zu den auf den 1. Januar 1984, 1. Januar 1997 resp. 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Änderungen von <span class="artref">Art. 55<sup>bis</sup> AHVV</span> (SR 831.101; ZAK 1983 S. 371; AHI 1996 S. 39; Erläuterungen zu den Verordnungsänderungen anlässlich der AHV 21, <a href="http://www.bsv.admin.ch">www.bsv.admin.ch</a>/bsv/de/home/publikationen-und-service/medieninformationen/nsb-anzeigeseite.msg-id-97550.html; vgl. auch nachfolgende E. 3.4.2) herleiten.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp397488"></a><span class="bold" id="consideration_3.3.3">3.3.3 </span>Die Höhe der ordentlichen Altersrente wird nach den Vorgaben der <span class="artref">Art. 29<sup>bis</sup> ff. AHVG</span> berechnet. Löst die Altersrente eine Invalidenrente ab, bemisst sich deren Höhe nach <span class="artref">Art. 33<sup>bis</sup> AHVG</span>, der im Wesentlichen eine Besitzstandsgarantie auf der Höhe der bisherigen Invalidenrente enthält (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2024&amp;to_year=2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-371%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page371">BGE 131 V 371</a> E. 3.2). Weshalb diese oder eine andere Bestimmung der Aufschubsmöglichkeit nach <span class="artref">Art. 39 Abs. 1 AHVG</span> entgegenstehen soll, leuchtet nicht ein und begründet auch das BSV nicht weiter. Insbesondere erhellt nicht, weshalb <span class="artref">Art. 33<sup>bis</sup> AHVG</span> durch den Aufschub der Altersrente seines Sinnes entleert würde (wie die Vorinstanz festhält), behält doch die (garantierte) Rentenhöhe auch bei einem Rentenaufschub ihre Bedeutung als Ausgangsgrösse für die Berechnung der nach dem Aufschub zu zahlenden Rente.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp409872"></a><span class="bold" id="consideration_3.3.4">3.3.4 </span>Ein Rentenaufschub bringt dem Berechtigten keine wirkliche Leistungsverbesserung, sondern sichert ihm lediglich in Rentenform das Äquivalent dessen zu, auf das er während der Aufschubszeit <a name="page260"></a><div class="center pagebreak">BGE 150 V 257 S. 260</div>verzichtet hat (vgl. <span class="artref">Art. 39 Abs. 2 AHVG</span>). Er wahrt dem Rentenanwärter aber eine gewisse Dispositionsfreiheit und gibt ihm die Möglichkeit, durch eine einfache Vorkehr eine höhere rentenmässige Alterssicherung zu erwerben und so den Einkommensabfall beim Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu verringern. Er erlaubt, die Alterssicherung (besser) an die individuellen Bedürfnisse anzupassen (BBl 1968 I 635 Ziff. D.I). Auch wenn die Aufschubsmöglichkeit geeignet ist, den altersbedingten Abfall des Erwerbseinkommens abzufedern, bezweckt sie in erster Linie die verbesserte Berücksichtigung der konkreten Gegebenheiten und Wünsche der versicherten Person. Anders als das BSV anzunehmen scheint, ist nicht entscheidend, dass der Aufschub der Altersrente insoweit "Sinn macht", als er einen Einkommensabfall abfedern muss. Dementsprechend ist die gesetzliche Aufschubsmöglichkeit zwar an die Rentenberechtigung im Grundsatz, aber an keine weiteren materiellen Bedingungen geknüpft. Sie besteht insbesondere unabhängig davon, ob vor der Entstehung des Anspruchs auf eine Altersrente eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wurde, und ob während des Rentenaufschubs resp. über das ordentliche Rentenalter hinaus ein Erwerbseinkommen erzielt wird.</div> <div class="paraatf">Der Ausschluss von der Aufschubsmöglichkeit resp. die Ermächtigung des Bundesrates zur entsprechenden Regelung bezweckt nach den Ausführungen in der Botschaft (vgl. vorangehende E. 3.3.2) einzig die Beschränkung der "verwaltungsmässigen Umtriebe". Welche erheblichen "Umtriebe" der blosse Umstand eines früheren Invalidenrentenbezugs beim Aufschub der Altersrente bewirken soll, leuchtet nicht ein und wird auch nicht ausgeführt.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp416736"></a><span class="bold" id="consideration_3.3.5">3.3.5 </span>Nach dem Gesagten überschritt der Bundesrat mit der Ausnahmebestimmung von <span class="artref">Art. 55<sup>bis</sup> lit. b AHVV</span> die Grenzen der ihm in <span class="artref">Art. 39 Abs. 3 Satz 2 AHVG</span> eingeräumten Befugnisse, die ihn insbesondere nicht zum Erlass einer verfassungswidrigen Regelung ermächtig(t)en. Die hier interessierende Bestimmung hält denn auch mit Blick auf die Verfassungsmässigkeit nicht stand, wie sich sogleich (aus E. 3.4) ergibt.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp422208"></a><span class="bold" id="consideration_3.4">3.4 </span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp423248"></a><span class="bold" id="consideration_3.4.1">3.4.1 </span>Was die Gründe für die Auswahl der Ausnahmen von der Aufschubsmöglichkeit anbelangt, so lässt sich der Wegleitung des BSV über die Renten (RWL) in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung dazu nichts entnehmen. Rz. 6312 ff. RWL in der Version 15 (Stand 1. Januar 2021) und Rz. 6082 ff. RWL <a name="page261"></a><div class="center pagebreak">BGE 150 V 257 S. 261</div>in der Version 19 (Stand 1. Januar 2024) wiederholen lediglich die jeweils geltenden einschlägigen Verordnungsbestimmungen.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp426000"></a><span class="bold" id="consideration_3.4.2">3.4.2 </span>Aufschlussreicher sind die Erläuterungen zu <span class="artref">Art. 55<sup>bis</sup> AHVV</span> und zu dessen Änderungen, auf die sich das BSV beruft. In der ursprünglichen, auf den 1. Januar 1969 in Kraft getretenen Version von <span class="artref">Art. 55<sup>bis</sup> AHVV</span> (AS 1969 130) schloss der Bundesrat insbesondere (in lit. a der Bestimmung) sämtliche Teilrenten, weil "mit unverhältnismässigen Umtrieben verbunden" (ZAK 1969 S. 17) resp. "aus administrativen Gründen" (ZAK 1983 S. 371), von der Aufschubsmöglichkeit aus. Die Ausnahme für Altersrenten, die eine Witwen- oder Invalidenrente ablös(t)en (lit. b), wurde darauf zurückgeführt, dass der Aufschub "der Zweckbestimmung" - die nicht näher identifiziert wurde - widerspreche. Auch "andere Fälle" (lit. c-g) "eigne(t)en sich wegen ihrer Besonderheiten" nicht für den Aufschub (ZAK 1969 S. 17). Nachdem eine 1979 erfolgte Verschärfung des Teilrentensystems zu einer Erhöhung des Anteils der Teilrentner führte, wurde der Ausschluss dieser Gruppe von der Aufschubsmöglichkeit als stossend empfunden und deswegen <span class="artref">Art. 55<sup>bis</sup> lit. a AHVV</span> auf den 1. Januar 1984 ersatzlos aufgehoben (ZAK 1983 S. 371 f.). Auf den 1. Januar 1997 wurden weitere Ausnahmetatbestände aufgehoben (<span class="artref">Art. 55<sup>bis</sup> lit. b AHVV</span> teilweise, <span class="artref"><artref id="CH/831.101/e" type="start"></artref><artref id="CH/831.101/55^bis/f" type="start"></artref><artref id="CH/831.101/55^bis/e" type="start"></artref><artref id="CH/831.101/55^bis/d" type="start"></artref>Art. 55bis lit. d, e und f AHVV</span><artref id="CH/831.101/55^bis/e" type="end"></artref><artref id="CH/831.101/55^bis/f" type="end"></artref><artref id="CH/831.101/e" type="end"></artref><artref id="CH/831.101/f" type="end"></artref> vollständig). Seit diesem Zeitpunkt können auch folgende Altersrenten aufgeschoben werden: Renten, die eine Witwenrente ablösen - weil die Altersrente einer Witwe neu nicht mehr gleich wie die Witwenrente berechnet wird; Renten, die erst nach Erreichen des AHV-Rentenalters mit der Begründung eines Wohnsitzes in der Schweiz entstehen - weil kein Grund besteht, in solchen Fällen den Aufschub nicht zu gewähren; Renten eines Ehegatten, auch wenn für den anderen Ehegatten noch kein Anspruch besteht oder die sofortige Auszahlung verlangt wird - weil alle Altersrenten neu individuell im Splitting-System berechnet werden. Altersrenten, die eine Invalidenrente ablösen, blieben weiterhin von der Aufschubsmöglichkeit ausgeschlossen - weil "die IV-Renten weiterhin auf den gleichen Beitragsgrundlagen festgesetzt werden wie die Altersrente" (AHI 1996 S. 39). Auf den 1. Januar 2024 wurde <span class="artref">Art. 55<sup>bis</sup> AHVV</span> insoweit modifiziert, als neu ein Aufschub der Altersrente bei vorherigem Bezug einer Teilrente der Invalidenversicherung im Umfang des prozentualen Anteils, der nicht der Invalidenrente entspricht, möglich ist - weil neu auch ein Teilbezug der Altersrente möglich ist (Erläuterungen des BSV zu den Verordnungsänderungen anlässlich der AHV 21, S. 9). <a name="page262"></a><div class="center pagebreak">BGE 150 V 257 S. 262</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp449872"></a><span class="bold" id="consideration_3.4.3">3.4.3 </span>Weshalb eine Altersrente, die (resp. soweit sie) eine Invalidenrente ablöst, von der Aufschubsmöglichkeit ausgeschlossen sein soll, lässt sich nicht aus den verbleibenden Ausnahmetatbeständen von <span class="artref"><artref id="CH/831.101/55^2/g" type="start"></artref><artref id="CH/831.101/55^2/c" type="start"></artref>Art. 55<sup>bis</sup> lit. c und g AHVV</span><artref id="CH/831.101/55^2/g" type="end"></artref><artref id="CH/831.101/g" type="end"></artref> (vgl. nicht publ. E. 2.2) herleiten. Soweit ersichtlich beruht der hier interessierende Ausschluss somit einzig auf der besonderen Berechnungsweise der Altersrente (vgl. vorangehende E. 3.4.2). Dass sie mit besonderen Umtrieben verbunden sein soll, ist jedoch nicht erkennbar. Jede Altersrente ist individuell festzusetzen, und der Rentenzuschlag zufolge eines Aufschubs bemisst sich proportional zur Aufschubsdauer (vgl. <span class="artref">Art. 55<sup>ter</sup> Abs. 1 AHVV</span> i.V.m. <span class="artref"><artref id="CH/831.10/39/2" type="start"></artref>Art. 39 Abs. 2 und 3 Satz 1 AHVG</span><artref id="CH/831.10/39/3/1" type="end"></artref>). Der blosse Umstand, dass die Altersrente eine Invalidenrente ablöst, ist kein ernsthafter resp. vernünftiger Grund dafür, den betroffenen versicherten Personen den Aufschub ihrer Altersrente und die damit verbundene Dispositionsfreiheit und Flexibilität zu versagen. Die Regelung von <span class="artref">Art. 55<sup>bis</sup> lit. b AHVV</span> ist somit willkürlich im Sinne von <span class="artref">Art. 9 BV</span>. Ob sie zudem, weil sie an das Kriterium des Invalidenrentenbezugs anknüpft, das Diskriminierungsverbot von <span class="artref">Art. 8 Abs. 2 BV</span> und allfällige weitere Bestimmungen verletzt, kann offenbleiben.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp468128"></a><span class="bold" id="consideration_3.5">3.5 </span>Zusammenfassend ergibt sich, dass <span class="artref">Art. 55<sup>bis</sup> lit. b AHVV</span> gegen gesetzliche und verfassungsmässige Vorgaben verstösst, weshalb der Bestimmung die Anwendung versagt wird (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2024&amp;to_year=2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-V-271%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page271">BGE 146 V 271</a> E. 8.1). Die Vorinstanz hat Bundesrecht verletzt, indem sie dem Beschwerdeführer den Aufschub seiner Altersrente verweigert hat. Die Beschwerde ist begründet.</div> </div></body></html>