Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 23. August 2016 (400 16 166) ___________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Regelung des Ferienrechts der Kindsmutter Besetzung Präsidentin Christine Baltzer Gerichtsschreiber Andreas Linder Parteien A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Samuel Baader, Ochsengasse 19/21, 4460 Gelterkinden, Kläger und Berufungskläger gegen B.____, vertreten durch Advokatin Stefanie Mathys-Währer, Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal, Beklagte Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen / Berufung gegen die Verfügung der Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel- Landschaft Ost vom 31. Mai 2016 A. Zwischen den Ehegatten A.____ und B.____ ist seit Februar 2016 ein Scheidungsverfah- ren vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost hängig. Die Parteien sind Eltern der Kinder C.____, geboren am 25. Juni 2006, und D.____, gebor en am 16. Januar 2008. Anlässlich der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einigungsverhandlung vom 18. Mai 2016 vor der Präsident in des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost liess die Ehefrau als Beklagte sinngemäss be antragen, es sei ihr zu erlauben, die Kinder für Ferien nach Brasilien mitzunehmen. Mit Entscheid vom 31. Mai 2016 verfügte die Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost, dass die Beklagte das Recht habe, mit den Kindern C.____ und D.____ Ferien in Brasilien zu verbringen. Sie wurde zudem ermächtigt, Reisepässe für die Kinder zu beantragen. Die Zivilkreisge richtspräsidentin erwog im Wesentli- chen, grundsätzlich hätten beide Elternteile das Recht, Urlaub mit ihren Kindern zu verbringen, und zwar an einem von ihnen gewählten Ort. Es gehöre z u einer kindergerechten Entwicklung, dass sie zu ihren angestammten Familien Kontakt haben sol lten. Eine Einschränkung dieses Rechts sei nur angezeigt, wenn mit grosser Wahrscheinlich keit anzunehmen sei, dass die Mut- ter mit den Kindern nach den Ferien nicht in die Schw eiz zurückkehren und damit dem Kläger diese entziehen würde, oder wenn die Kinder auf dieser Reise einer grossen Gefahr ausgesetzt würden. Der Beistand der Kinder habe nach Kontaktaufn ahme durch das Gericht angegeben, dass er aufgrund seiner Gespräche mit der Mutter und i hrer Lebenssituation in der Schweiz die Gefahr als sehr gering einschätze, dass sie mit den Kinder n in Brasilien bleiben würde, dies aufgrund ihrer beruflichen und sozialen Integration un d ihrem allgemeinen Wohlbefinden in der Schweiz. Die Gefahrenlage in der Region Brasiliens, in der die Familie der Mutter lebe, könne er nicht beurteilen. Er gehe jedoch davon aus, dass die Mutter in der Lage sei, die Gefahren in der Heimat realistisch zu beurteilen. Dieser Einschätzu ng des Beistandes könne das Gericht ohne weiteres folgen, weshalb dem Gesuch der Kindsmutter entsprochen werden könne. B. Mit Berufung vom 13. Juni 2016 gelangte der Ehemann , vertreten durch Rechtsanwalt Samuel Baader, an das Kantonsgericht Basel-Landschaft , Abteilung Zivilrecht. Er beantragte, dass die Verfügung der Gerichtspräsidentin des Zivilkreisge richts Basel-Landschaft Ost vom 31. Mai 2016 aufzuheben sei und der Antrag der Ehefr au für die Dauer des Ehescheidungsver- fahrens, die Ferien zusammen mit den beiden ehelichen Söhnen C.____, geboren am 25. Juni 2006, und D.____, geboren am 16. Januar 2008, beide unter alleiniger Obhut des Ehemannes, in Brasilien zu verbringen, abzuweisen sei; eventualiter sei der Ehefrau für die Dauer des Ehe- scheidungsverfahrens das Ferienrecht in Brasilien mit den gemeinsamen Söhnen bis zum Zeit- punkt derer Volljährigkeit zu verweigern; subeventuali ter sei das entsprechende Ferienrecht in Brasilien mit beiden Kindern zusammen zu verweigern und jeweils mit nur einem Kind zu bewil- ligen, wobei dieses Kind eigenständig und explizit sein Einverständnis dazu geben müsse, mit nach Brasilien zu reisen; subsubventualiter sei die Sache z ur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner sei dem Ehemann die unentgeltlich e Rechtspflege zu bewilligen, unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Berufungsbeklagten. In d er Begründung wurde in der Hauptsa- che ausgeführt, die Präsidentin habe vor dem für die ganze Familie folgenschweren Entscheid die beiden Söhne nicht selbst angehört und auch nicht den Erziehungsbeistand beauftragt, eine solche Kinderbefragung durchzuführen. Gemäss Art. 298 Ab s. 2 ZPO müssten von einer Kin- derbefragung zumindest die für den Entscheid wesentlichen Ergebnisse in einem Protokoll fest- gehalten werden und die Eltern und der Beistand über die Ergebnisse informiert werden. Ein solches Protokoll gebe es nicht, da die Kinder vor dem 31 . Mai 2016 zu diesem Thema nicht befragt worden seien. Mithin habe die Präsidentin de s Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vorliegend die Befragungspflicht der Kinder verletzt und damit das Recht unrichtig angewendet. Da es sich beim Entscheid über das Ferienrecht der Ehefrau zusammen mit deren beiden Söh- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen in Brasilien um eine folgenschwere Entscheidung fü r die ganze Familie handle, wäre die Vorinstanz im Weiteren verpflichtet gewesen, den Sachverhalt unter Würdigung aller Umstände umfassend abzuklären. Im Rahmen des Scheidungsverfahrens h ätten sich die Parteien noch nicht zu den kinderrechtlichen Belangen geäussert, weshal b eine Abklärung der aktuellen Um- stände zusätzlich durch das Gericht anzuordnen gewesen wä re. Die Ehefrau sei entgegen den Ausführungen des Erziehungsbeistands überhaupt nicht gefe stigt in der Schweiz. Sie habe ausser zu ihren brasilianischen Freunden und Freundinnen in der Schweiz keinerlei Kontakt mit der Schweizer Bevölkerung. Die Gefahr, dass die Ehefra u mit den Kindern nach Brasilien reise und dort bleiben würde, sei aufgrund der nicht vorhan denen Integration in der Schweiz gross. Die Vorinstanz verkenne zudem, dass sich der Stadtteil „Do is Unidos“ von X.____, Brasilien, aus dem die Ehefrau stamme, ein gefährlicher Ort sei. In Brasilien grassiere zudem derzeit eine Mückenplage, weshalb Reisende nach Brasilien vor Epidemi en von Dengue, Chikungunya so- wie der Infizierung durch das Zika-Virus gewarnt würden. C. Mit Berufungsantwort vom 23. Juni 2016 beantragte die Ehefrau die vollumfängliche Ab- weisung der Berufung, unter o/e-Kostenfolge. Im Weit eren sei der Verfahrensantrag des Ehe- mannes abzuweisen und ihr die unentgeltliche Rechtspfl ege zu gewähren. In der Begründung entgegnete sie zusammengefasst, es könne nicht Aufgabe de s Beistandes sein, die Lage in Brasilien zu beurteilen. Offensichtlich lägen jedoch keine Hinweise vor, dass die Ehefrau jemals die Lage in Brasilien als gefährlich und für die Kinde r unzumutbar eingestuft haben solle. Die Söhne seien zehn resp. acht Jahre alt, damit zu jung, um zu einem Streit ihrer Eltern zur Aus- übung des Ferienrechts angehört zu werden. Die Eltern seien grundsätzlich zur Ausübung ihres Ferienrechts - wo auch immer - berechtigt. Es dürfe ang enommen werden, dass bei Kindern dieses Alters ein gewisser natürlicher Respekt vor einer la ngen Reise mit dem Flugzeug ange- nommen werden müsse. Das Reiseanliegen der Ehefrau sei seit längerer Zeit bekannt und der Ehemann dürfte die Kinder massiv beeinflusst haben. Es kö nne nicht sein, dass auf derartige Weise ein Anliegen der Ehefrau vereitelt werde. Der Ehemann dürfte den Kindern ein raben- schwarzes Bild von der Familie der Ehefrau und Brasilien aufgezeigt haben. Es sei höchste Zeit, dass die Kinder die tatsächlichen Verhältnisse a m Heimatort der Mutter kennenlernen und sich ein eigenes Bild machen könnten. Richtig sei, dass sich die Ehegatten zu den kinderrecht- lichen Belangen noch nicht geäussert hätten. Um die Fer ienpläne der Ehefrau gutzuheissen, müsse dies aber auch nicht sein. Es werde bestritten, dass d ie Ehefrau nicht in der Schweiz integriert sein solle. Gerade wegen ihrer Herkunft schä tze die Ehefrau die Schweizer Verhält- nisse und wünsche, dass die Kinder hier gross würden. Eine andere Meinung habe sie nie ge- äussert. Dass ihr angesichts der Kinder und ihres Arbeit spensums die Zeit für weitere Aktivitä- ten fehle, könne ihr kaum angelastet werden und sei ke in Indiz für eine latente Fluchtgefahr. In Bezug auf die Ausführungen des Ehemannes, wonach die S icherheit der Kinder am Heimatort der Ehefrau nicht gewährleistet sei, werde auf einen Entscheid des Kantonsgerichts vom 5. Oktober 2015 verwiesen, wonach ein generell-abstraktes Risiko, Opfer eines Gewaltaktes zu werden, nahezu weltweit bestehe und kein Grund sein kön ne, eine Ferienreise zu verbieten. Die subjektive Risikowahrnehmung einer Partei könne nich t ausschlaggebend sein, um das Risiko einzuschätzen. Zurzeit werde seitens des EDA von ein er Reise in den Abstammungsort der Ehefrau keinesfalls abgeraten. Es bestehe zwar ein e Warnung betreffend den Zika-Virus. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wiederum handle es sich dabei um ein generell-abstrakt es Risiko. Von einer Einreise nach Brasilien werde deswegen nicht abgeraten. Die Hauptgefährdung betreffe zudem Schwangere. D. Nach Eingang der Berufungsantwort wurde der Schriften wechsel mit Verfügung vom 24. Juni 2016 geschlossen. Der Antrag des Ehemannes, es sei ihm aufgrund der 30-tägigen Beru- fungsfrist zu bestätigen, dass er innert den 30 Tagen w eitere und weitergehende Rechtsbegeh- ren und Begründungen einreichen könne, wurde abgewie sen, zumal der Entscheid der Vo- rinstanz eine vorsorgliche Massnahme im Rahmen eines Scheid ungsverfahrens beschlug, weshalb eine zehntägige Rechtsmittelfrist zur Anwendung gelangt. Der Berufung wurde einst- weilen aufschiebende Wirkung zuerkannt, nachdem die Kin dsmutter keine konkreten Absichten über einen anstehenden Urlaub hatte vortragen lassen. Erwägungen 1. Der Entscheid des Scheidungsgerichts über vorsorgliche Massnah men ist gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO mit Berufung anfechtbar, wobei in vermögensrechtlichen Angelegen- heiten die Berufung nur zulässig ist, wenn der Streitwert der zuletzt aufrecht erhaltenen Rechts- begehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die vorliegende Streitigkeit über das Ferienrecht der Kindsmutter ist nicht (primär) vermögensrechtlicher Natur und unter- liegt daher unabhängig vom Streitwert der Berufung. Das Berufungsverfahren betreffend vor- sorgliche Massnahmen ist ein summarisches Verfahren (Art. 2 48 lit. d ZPO), weshalb die Beru- fung gemäss Art. 311 Abs. 1 i.V. mit Art. 314 Abs. 1 Z PO innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides beziehungsweise seit der nachträg lichen Zustellung der Entscheid- begründung schriftlich und begründet einzureichen ist. D er begründete Entscheid vom 31. Mai 2016 der Vorinstanz ist dem Ehemann und Kindsvater bzw. seinem Rechtsvertreter am 3. Juni 2016 zugegangen. Die Rechtsmittelfrist ist durch die Postaufgabe der Berufungsschrift am Mon- tag, 13. Juni 2016, eingehalten (Art. 142 Abs. 3 ZPO ). Zuständig für die Beurteilung von Beru- fungen gegen Entscheide der Präsidien der Zivilkreisgeri chte Basel-Landschaft, welche im summarischen Verfahren ergangen sind, ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts. Ein Kostenvorschuss für das zweitinstanzliche Verfah- ren wurde in Anbetracht des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege nicht erhoben. Gemäss Art. 316 ZPO kann die Rechtsmittelinstanz eine Verhandlu ng durchführen, aufgrund der Akten entscheiden (Art. 316 Abs. 1 ZPO) oder einen zweiten S chriftenwechsel anordnen (Art. 316 Abs. 2 ZPO). Diese Regelung stellt es ins Ermessen der R echtsmittelinstanz, das für den kon- kreten Fall Geeignete vorzukehren (S TEININGER , in: DIKE-Kommentar ZPO, 2. Aufl. 2016, N 1 zu Art. 316 ZPO). Die vorliegende Sache erscheint ohne weiteres spruchreif, so dass nach dem ersten Schriftenwechsel aufgrund der Akten zu entscheiden ist. 2. Die Berufung des Ehemannes und Kindsvaters richtet sich gegen die Verfügung des Zivil- kreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 31. Mai 2016, mit w elcher der Ehefrau als Beklagte im Scheidungsverfahren das Recht eingeräumt wurde, mit den beiden gemeinsamen Kindern Feri- en in Brasilien zu verbringen. Das Zivilkreisgericht Basel- Landschaft West erwog, eine Ein- schränkung des Ferienrechts sei bloss angezeigt, wenn mit grosser Wahrscheinlichkeit anzu- nehmen sei, dass die Mutter mit den Kindern nach den F erien nicht in die Schweiz zurückkeh- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren würde, oder wenn die Kinder auf dieser Reise einer grossen Gefahr ausgesetzt würden. Der Beistand der Kinder habe angegeben, dass er die Gefahr als sehr gering einschätze, dass die Mutter mit den Kindern in Brasilien bleiben würde. D ie Gefahrenlage in der massgeblichen Re- gion in Brasilien könne er zwar nicht beurteilen. Er ge he jedoch davon aus, dass die Mutter in der Lage sei, diese Gefahren realistisch zu beurteilen. Dieser Einschätzung des Beistandes könne das Gericht ohne weiteres folgen. Der Kläger moniert, die Vorinstanz habe vor dem folge nschweren Entscheid die beiden Söhne nicht selbst angehört und auch nicht den Erziehun gsbeistand beauftragt, eine solche Kinderbefragung durchzuführen. Da es sich beim Entschei d über das Ferienrecht der Ehefrau zusammen mit deren beiden Söhnen in Brasilien um eine folgenschwere Entscheidung für die ganze Familie handle, wäre die Vorinstanz verpflichtet gewesen, den Sachverhalt unter Würdi- gung aller Umstände umfassend abzuklären. In der Folge lässt der Kläger diverse Gründe an- führen, die gegen eine Ferienreise der Kinder nach Brasilien sprechen würden. Die Beklagte lässt entgegnen, die Söhne seien zu jung, um zu einem Streit ihrer Eltern zur Ausübung des Ferienrechts angehört zu werden. Die E ltern seien grundsätzlich zur Aus- übung ihres Ferienrechts berechtigt. Das Reiseanliege n der Ehefrau sei seit längerer Zeit be- kannt und der Ehemann dürfte die Kinder massiv beeinflu sst haben. Um die Ferienpläne der Ehefrau gutzuheissen, müssten die kinderrechtlichen Belang e (noch) nicht vertieft geprüft wer- den. Im Weiteren entkräftet sie die vom Kindsvater vorgetragenen Gründe, die gegen eine Feri- enreise der Kinder nach Brasilien angeführt wurden. 3.1 Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die el terliche Sorge oder die Obhut nicht zustehen, und das unmündige Kind gegenseitig Anspru ch auf angemessenen persönli- chen Verkehr, worunter neben dem Besuchsrecht auch das Ferienrecht fällt. Der Vater oder die Mutter können verlangen, dass ihr Anspruch auf persönlic hen Verkehr geregelt wird (Art. 273 Abs. 3 ZGB). Bei der Ausgestaltung des persönlichen Verke hrs steht das Kindeswohl im Vor- dergrund (BGE 131 III 209 E. 5). Welche Ordnung des persönlichen Verkehrs zwischen Eltern und Kindern angemessen ist, lässt sich nicht objektiv und a bstrakt umschreiben, sondern ent- scheidet sich im konkreten Einzelfall nach richterlichem Ermessen (vgl. Urteil 5A_432/2011 vom 20. September 2011 E. 2.5, in: FamPra.ch 2012 S. 212 mit Hinweisen). Der aus Art. 273 Abs. 1 ZGB fliessende Anspruch kann gestützt auf Art. 274 Abs. 2 ZGB verweigert oder entzogen wer- den, wenn das Wohl des Kindes durch den persönlichen Ve rkehr gefährdet wird, wenn ihn der betreffende Elternteil pflichtwidrig ausübt, wenn di eser sich nicht ernsthaft um das Kind ge- kümmert hat oder wenn andere wichtige Gründe vorliegen . Eine Gefährdung des Wohls des Kindes im genannten Sinn liegt dann vor, wenn dessen u ngestörte körperliche, seelische oder sittliche Entfaltung durch ein auch nur begrenztes Zu sammensein mit dem nicht obhutsberech- tigten Elternteil bedroht ist. Bei der Beschränkung de s persönlichen Verkehrs ist stets das Ge- bot der Verhältnismässigkeit zu beachten. So darf er in der Regel nicht allein wegen elterlichen Konflikten (dauerhaft) eingeschränkt werden, jedenfal ls soweit das Verhältnis zwischen dem besuchsberechtigten Elternteil und dem Kind gut ist. D er gänzliche Ausschluss eines Elternteils vom persönlichen Verkehr kommt schliesslich nur als ultima r atio in Frage; er ist einzig dann statthaft, wenn sich die nachteiligen Auswirkungen eines Besuchsrechts nicht anderweitig in für das Kind vertretbaren Grenzen halten lassen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Im vorliegenden Fall unterstehen die beiden Kinder d er Parteien von Gesetzes wegen der gemeinsamen elterlichen Sorge. Über die Obhut und den persönlichen Verkehr mit den Kindern hatten sich die Parteien anlässlich des Rechtsmittelverfahr ens im Eheschutzverfahren verstän- digt. Die entsprechende Vereinbarung der Parteien vom 25. November 2014, sieht im Wesentli- chen vor, dass die beiden Kinder für die weitere Dauer des Getrenntlebens unter der Obhut des Vaters verbleiben. Die Mutter wurde berechtigt und verp flichtet, die Kinder jedes zweite Wo- chenende von Freitag, 18.30 Uhr, bis Sonntag, 19.30 U hr, sowie jeweils am Mittwochnachmit- tag nach der Schule bis 19.30 Uhr zu Besuch zu sich zu neh men. Ferner wurde die Mutter be- rechtigt und verpflichtet, mit den Kindern nach vorheri ger Absprache mit dem Ehemann jeweils die Hälfte der Fasnachts-, Frühlings-, Sommer-‚ Herbst - und Weihnachtsferien im Jahr zu ver- bringen. Über ein weitergehendes oder abweichendes Bes uchsrecht der Kindsmutter mit den beiden Söhnen würden sich die Parteien unter Berücksichti gung der Wünsche und Bedürfnisse der Kinder und - sofern nötig - unter Konsultation d es Erziehungsbeistands im gegenseitigen Einvernehmen direkt untereinander verständigen. Gestützt auf diese Vereinbarung, welche durch das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivil recht genehmigt worden war, steht der Kindsmutter ein Anspruch zu, gemeinsam mit den Kin dern Ferien zu verbringen. Bei der konkreten Ausgestaltung des Urlaubs steht es der Mutter fre i, unter Beachtung des Kindes- wohls die Modalitäten der Ferien, wozu auch die Auswah l der entsprechenden Destinationen gehört, selbständig zu bestimmen. Die Parteien haben zwar verabredet, dass die Ferien gegen- seitig abzusprechen sind. Dieser Vorbehalt beinhaltet j edoch kein Recht des Kindesvaters, die Entscheidungen der Mutter über die Ausgestaltung der Ferien gänzlich zu blockieren. Das Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, ge ht mit der Bemerkung der Vorinstanz ei- nig, zu einer kindergerechten Entwicklung gehöre es, dass die Kinder zu ihren angestammten Familien Kontakt haben sollen und deshalb die Kindsmu tter (grundsätzlich) mit ihren Kindern Ferien in Brasilien bei ihrer angestammten Familie v erbringen darf. Gleichfalls kann dem Zivil- kreisgericht Basel-Landschaft Ost beigepflichtet werden, dass eine Einschränkung des Ferien- rechts (lediglich) dann geboten ist, wenn davon ausgegangen werden müsste, dass die Beklag- te mit den Kindern nach den Ferien nicht in die Schwei z zurückkehren und die Kinder damit dem Kläger entzogen würden, oder die Kinder auf der Ferienreise einer grossen Gefahr ausge- setzt würden. Ob für diese Annahmen tatsächlich eine grosse Wahrscheinlichkeit nachzuweisen wäre, kann offen bleiben. Vor dem Hintergrund des vorl iegenden Falles und der konträren Standpunkte der Parteien, insbesondere zu den Zuständen in der Heimat der Kindsmutter, er- achtet das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivi lrecht, die Einräumung eines gene- rellen, somit zeitlich und örtlich uneingeschränkten Recht s der Beklagten, mit den Kindern Feri- en in Brasilien zu verbringen, als unangemessen. Das Kan tonsgericht Basel-Landschaft, Abtei- lung Zivilrecht, hat in einem publizierten Leitentscheid vom 5. Oktober 2015 (vgl. BLKGE 400 15 334) zwar festgehalten, ein generell-abstraktes Risiko, Op fer eines Gewaltaktes zu werden, bestehe nahezu weltweit und zu jeder Zeit und sei für den konkreten Fall letztlich ohne weiteren Belang. Eine Beschränkung der elterlichen Freiheit in der Wahl der Feriendestination sei unter dem Gesichtspunkt einer drohenden Gefährdung des Kindesw ohls daher nicht geboten. Der zitierte Fall unterscheidet sich jedoch insofern vom vorlie genden Fall als dort die Durchführung einer touristischen Urlaubsreise für die Dauer von zwei W ochen einer Schweizerin mit ihren Kindern in eine Hotelanlage zu beurteilen war, währe nd vorliegend der ausländischen Kinds- mutter ohne jede zeitliche oder örtliche Eingrenzung bzw. Auflage ein Ferienrecht in die Heimat Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Mutter nach Brasilien zugestanden werden soll. In A nbetracht der nicht geringen Tragweite des Entscheides für das Wohl der Kinder und eines zuminde st latenten Risikos, dass die Kindsmutter trotz gegenteiliger Beteuerungen beispielsw eise unter dem Einfluss der dortigen Familie mit den Kindern in ihrer Heimat verbleiben könnte, erachtet es das Kantonsgericht Ba- sel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, als unumgänglich, d ass sich das Zivilkreisgericht Basel- Landschaft Ost der Sache vertieft annimmt. Nachdem die Kindsmutter anlässlich der Eini- gungsverhandlung vom 18. Mai 2016 bloss mündlich ausgeführt hatte, sie wäre froh, wenn man über die Erlaubnis reden könnte, die Kinder für Ferie n nach Brasilien mitzunehmen, wird sie ihre Absichten und Pläne für die fragliche Reise der Vo rinstanz nunmehr plausibel darzulegen haben. In Kinderbelangen bei familienrechtlichen Ver fahren gilt bekanntlich der Offizial- und Untersuchungsgrundsatz (Art. 296 ZPO), was dazu führen kann, dass das befasste Sachgericht gegebenenfalls weitere Beweise zu erheben hat, nament lich eine erneute Anhörung durchzu- führen oder weitere Berichte einzuholen hat; massgeblich ist dabei, ob neue Erkenntnisse zu erwarten oder ob die Ergebnisse der früheren Untersuchu ngen nach wie vor aktuell sind. Diese Anhörung kann im Rahmen einer weiteren mündlichen Par teiverhandlung oder mittelbar durch einen beschränkten Schriftenwechsel erfolgen. Dabei wi rd namentlich noch auszuloten sein, inwieweit die Bedenken des Kindsvaters berechtigt sind, d ass die Ehefrau nach Brasilien reise, um mit den Kindern dort zu bleiben. Soweit eine per sönliche Anhörung der Kinder beantragt wird, gilt es den Parteien in Erinnerung zu rufen, da ss formallogische Denkoperationen erst ab ungefähr elf bis dreizehn Jahren möglich sind und auch d ie sprachliche Differenzierungs- und Abstraktionsfähigkeit erst ab diesem Alter entwickelt i st. Vor diesem Alter kann es bei der Kin- deranhörung einzig darum gehen, dass sich das urteilend e Gericht ein persönliches Bild ma- chen kann und über ein zusätzliches Element bei der Sachve rhaltsfeststellung und Entscheid- findung verfügt. Eine abschliessende Beurteilung der ang efochtenen Ferienregelung ist dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, im vorliegenden Fall somit nicht möglich. Der angefochtene Entscheid enthält praktisch keine Tats achenfeststellungen, die einen Ent- scheid darüber gestatten, ob das generelle Ferienrecht der Mutter mit dem in Art. 273 ZGB vor- gesehenen „Anspruch auf angemessenen persönlichen Ver kehr“ und insbesondere mit der übergeordneten Maxime des Kindeswohls vereinbar ist. Für die Ausgestaltung des Ferienrechts sind verschiedene Lösungen denkbar, wobei allemal ein g eschützter Anspruch der Kinder auf Kontakt mit der Familie der Kindsmutter besteht, den es durch den Kindsvater zu respektieren gilt. Klarzustellen bleibt sodann, dass generell-abstrakte Gefahren, wie Opfer einer Gewalttat zu werden oder sich mit dem Zika-Virus anzustecken, nicht g enügen, um der Kindsmutter eine Ferienreise nach Brasilien zu verbieten. Was im vorliege nd zu beurteilenden Einzelfall letztlich als sachgerecht erscheint, kann die Vorinstanz aufgrund ihre r grösseren Sachnähe besser ab- schätzen. Die Angelegenheit wird daher in Anwendung vo n Art. 318 Abs. 1 lit. c ZPO an die Vorinstanz zurückgewiesen, um den Sachverhalt entsprechen d zu vervollständigen. Das Zivil- kreisgericht Basel-Landschaft Ost kann dabei den Erziehung sbeistand beauftragen, mit den Parteien eine einvernehmliche Regelung über die Ausg estaltung der Ferien auszuarbeiten und dem Gericht darüber Bericht zu erstatten. Der Erziehung sbeistand sollte mit den Eltern die Mo- dalitäten der Ferienreise aushandeln und darauf hinwi rken, dass die Kinder darauf vorbereitet werden. In diesem Zusammenhang gilt es die Klagpartei ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass die Verfahrenhoheit allein dem Zivilkreisgericht Basel- Landschaft Ost zukommt und sie dem Erziehungsbeistand keine Aufträge für Abklärungen zu ert eilen hat. Soweit eine Verständigung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Parteien innert nützlicher Frist - will heissen, bi s zu den kommenden Sommerferien - nicht erzielt werden kann, hat das Zivilkreisgericht Basel-Lands chaft Ost gestützt auf ergänzende Erhebungen über die konkreten Modalitäten neuerlich zu befinden. Im Ergebnis ist die Berufung daher gutzuheissen und die Sache im Sinne der Erwägung en an die Vorinstanz zurückzuwei- sen. 4. Die Parteien ersuchen um unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor dem Kan- tonsgericht, Abteilung Zivilrecht. In Ziff. 2 der Verfügung vom 14. Juni 2016 resp. Ziff. 6 der Ver- fügung vom 24. Juni 2016 wurde festgehalten, dass die e ntsprechenden Anträge nach Akten- beizug mit der Hauptsache beurteilt werden. Gemäss Art. 117 ff. ZPO hat eine Person An- spruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Die unentgeltliche Rechtspflege umfasst die Befreiung von Vorschuss- und Sicherheitsleistungen sow ie Gerichtskosten. Auf einen un- entgeltlichen Rechtsbeistand hat die Partei Anspruch, soweit es zur Wahrung ihrer Rechte not- wendig ist. Für die Beurteilung der Prozessbedürftigkei t sind die wirtschaftlichen Verhältnisse der gesuchstellenden Person im Zeitpunkt der Gesuchseinr eichung massgebend. Nach der basellandschaftlichen Gerichtspraxis gilt eine Person als m ittellos, wenn ihr Einkommen kleiner als das um 15 % des Grundbetrages und die laufende Steu erbelastung erweiterte betreibungs- rechtliche Existenzminimum ist. Aus den Prozessakten ergibt sich ohne weiteres, dass die Par- teien im Moment über keine genügenden Mittel verfüge n, welche ihnen die Tragung der anfal- lenden Prozesskosten erlauben würden. Es wird den Partei en daher die unentgeltliche Rechts- pflege für das Berufungsverfahren gewährt. Ausser Frag e steht sodann, dass den Ehegatten auch die vorgeschlagenen Rechtsbeistände beizuordnen sin d, zumal die Schwierigkeiten der sich im vorliegenden Verfahren stellenden Fragen in re chtlicher und tatsächlicher Hinsicht die Parteien überfordern. 5. Es bleibt über die Verteilung der Prozesskosten, bestehe nd aus den Gerichtskosten sowie der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), des Beru fungsverfahrens zu befinden. Massge- bend für die Regelung der Kostenfolgen sind die Bestim mungen der Art. 104 ff. ZPO, die auch im Berufungsverfahren gelten, da im Gesetz für das Rechtsm ittelverfahren keine speziellen Kostenvorschriften enthalten sind (vgl. SEILER , Die Berufung nach ZPO, Rz. 1560). Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). In familienrechtlichen Verfahr en kann das Gericht von den Verteilungs- grundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen ver teilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Nach dem Vorstehenden erwiesen sich die Rügen des Berufungsklägers insoweit als begründet, als die Sache zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. Gleichzeitig hat das Rechtsmittelgericht allerdings die Ansicht des Berufungsklägers verworfen, dass der Ehefrau mit den Kindern überhaupt kein Anspru ch auf gemeinsame Ferien in der Hei- mat der Mutter zustehen könnte. Entsprechend diesem Ver fahrensausgang haben die Parteien die Gerichtskosten je hälftig zu tragen, wobei die Entsc heidgebühr für das Berufungsverfahren in Anwendung von § 9 Abs. 1 i.V. mit § 8 Abs. 1 lit. a des Gebührentarifs (SGS 170.31) auf pauschal CHF 1'200.00 festzusetzen ist. Diese Kosten hat v orläufig der Staat zu tragen, weil den Parteien die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde. Die Parteientschädigungen sind Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht analog der Verteilung der Gerichtskosten zu verlegen, so dass die Parteien grundsätzlich die entsprechenden Kosten selbst zu tragen haben. Zumal d en Parteien aber unentgeltliche Rechtsbeistände bestellt wurden, sind deren Honorare i n Anwendung von Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO einstweilen durch die Gerichtskasse zu übernehmen. Di e von Rechtsanwalt Samuel Baader eingereichte Honorarnote mit Leistungsabrechnung vom 13. Juni 2016 weist einen Zeit- aufwand von 6.30 Stunden aus, wobei ein Stundenansatz von CHF 200.00 anzuwenden ist (vgl. § 3 Abs. 2 Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwä lte; SGS 178.112). Dieser Aufwand und die geltend gemachten Auslagen sind nicht zu beanstanden, so dass Rechtsanwalt Samuel Baader eine Entschädigung von CHF 1‘260.00 zuzüglich Au slagen von CHF 72.00 und Mehr- wertsteuer von CHF 106.55 auszuzahlen ist. Die Rechtsbeiständin der Berufungsbeklagten ver- säumte es, ihre Honorarrechnung einzureichen, so dass die Entschädigung von Amtes wegen nach Ermessen festzusetzen ist (vgl. § 18 Abs. 1 Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte; TO; SGS 178.112). Das Kantonsgericht, Abteilung Zivilr echt, schätzt den Zeitaufwand für das Aktenstudium, für die Besprechungen mit der Klientschaft und die Ausfertigung der Rechts- schrift sowie die Auslagen als mit der Gegenpartei nah ezu gleichwertig ein, so dass Advokatin Stefanie Mathys-Währer ebenfalls eine Entschädigung von CHF 1‘260.00 zuzüglich Auslagen von CHF 72.00 und Mehrwertsteuer von CHF 106.55 auszuzahl en ist. Die Parteien sind zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigungen a n die unentgeltlichen Rechtsbei- stände verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage sind. Sie haben eine Verbesserung ihrer finan- ziellen Situation der Gerichtsverwaltung des Kantons B asel-Landschaft umgehend zu melden. Der Anspruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 ZPO). Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird gutgeheissen und die Sache wird im Sinne der Erwä- gungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Den Parteien wird die unentgeltliche Rechtspfle ge für das Berufungs- verfahren bewilligt. Rechtsanwalt Samuel Baader wird a ls unentgeltli- cher Rechtsbeistand des Berufungsklägers und Advokatin Stefanie Mathys-Währer wird als unentgeltliche Rechtsbeiständin d er Beru- fungsbeklagten eingesetzt. 3. Die Entscheidgebühr für das kantonsgerichtliche Verfahren in der Höhe von CHF 1‘200.00 wird den Parteien je zur Hälfte aufe rlegt. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege für beide Parteien gehe n diese Kosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. 4. Es sind gegenseitig keine Parteientschädigungen auszu richten. An die unentgeltlichen Rechtsbeistände der Parteien wir d je eine Ent- schädigung in der Höhe von CHF 1‘438.55 inkl. Auslagen und MWST aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Die Parteien sind zur Nachzahlung der Entschädigun gen an die unent- geltlichen Rechtsbeistände verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage sind. Der Anspruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach A bschluss des Verfahrens. Präsidentin Christine Baltzer Gerichtsschreiber Andreas Linder