Beschluss vom 19. Juni 2012 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Patrick Robert-Nicoud, Gerichtsschreiber Stefan Graf Parteien A., vertreten durch Rechtsanwalt Claude Hentz, Beschwerdeführer gegen BUNDESANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin Gegenstand Kostentragungspflicht und Entschädigung der be- schuldigten Person bei Einstellung des Verfahrens (Art. 426 Abs. 2 und Art. 429 ff. StPO) Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BK.2011.19 (Nebenverfahren: BP.2011.38) - 2 - Sachverhalt: A. Am 29. Januar 2003 eröffnete die Bundesanwaltschaft gegen verschiedene Mitglieder der Vereinigung B. ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beteiligung an bzw. der Unterstützung einer kr i- minellen Organisation im Sinne von Art. 260 ter StGB (Akten BA, pag. 028 f.). Mit Verfügung vom 19. April 2004 dehnte die Bundesanwaltschaft di e- ses Verfahren u. a. auf A . aus (Akten BA, pag. 038 f.). In sachlicher Hi n- sicht erging gegenüber A. am 28. April 2004 die Ausdehnung des Verfa h- rens auf die Tatbestände der versuchten Entführung, evtl. der versuchten Freiheitsberaubung und der Erpressung, evtl. der vers uchten Erpressung (Akten BA, pag. 040 ff.) sowie am 1. September 2004 auf die Tatbe stände der versuchten vorsätzlichen Tötung, evtl. der schweren Körperver letzung, evtl. der Anstiftung zu versuchter vorsätzlicher Tötung, evtl. der Anstiftung zu schwerer Körperverletzung (Akten BA, pag. 044 ff.). B. Am 1. September 2011 stellte die Bundesanwaltschaft das gegen A. lau- fende Verfahren ein (act. 4). Sie bestimmte dabei die auf A. entfallenden Kosten der Strafuntersuchung auf Fr. 56'300. -- (Ziff. 5 des Dispositivs der Verfügung) und auferlegte ihm hiervon einen Drittel, ausmachend Fr. 18'766.67, zur Bezahlung (Ziff. 6 des Dispositivs der Verfügung). Schliesslich sprach sie A. für wirtschaftliche Einbussen eine Entschädigung von Fr. 8'927.60 zu und br achte diese mit den auferlegten Verfahrenskos- ten zur Verrechnung (Ziff. 7 des Dispositivs der Verfügung). C. Hiergegen gelangte A. mit Beschwerde vom 16. September 2011 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragt Folgendes (act. 1): "1. Die Ziffern 5, 6, 7 der Einstellungsverfügung vom 1. September 2011 seien aufzuheben. Eventualiter seien sie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 2. Dem Beschwerdeführer seien keine Kosten der Strafuntersuchung aufzuerlegen. 3. Dem Beschwerdeführer sei eine Entschädigung im Umfange von Fr. 13'391.30 für wir t- schaftliche Einbussen zuzusprechen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse." In prozessualer Hinsicht ersuchte A. um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Beigebung seines Vertreters als unentgeltliche n - 3 - Rechtsbeistand. Dieses Gesuch wurde von der Beschwerdekammer mit Beschluss BP.2011.38 vom 26. Oktober 2011 abgewiesen (act. 5). In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2011 schliesst die Bunde s- anwaltschaft auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. 10). Mit Replik vom 26. Januar 2012 hält A. an seiner Beschwerde fest (act. 14). Die Replik wurde der Bundesanwaltschaft am 27. Januar 2012 zur Kenntnis gebracht (act. 15). Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, s o- weit erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug geno m- men. Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gegen die Einstellungsverfügung der Bundesanwa ltschaft können die Par- teien innert zehn Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafg e- richts Beschwerde erheben (Art. 322 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG). Voraussetzung zur Beschwerdeerhe bung ist dabei auf Seiten der Partei ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügung (Art. 382 Abs. 1 StPO). Mit der Beschwerde gerügt werden können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Recht s- verweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder u n- richtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c). 1.2 Der vormals beschuldigte Beschwerdeführer ist sowohl durch die ihm au f- erlegte Pflicht zur Tragung der Kosten für Teile des eingestellten Verfah- rens (vgl. u. a. den Beschluss des Bundesstrafgerichts BK.2011.3 vom 18. Oktober 2011, E. 1.3) als auch durch die im Rahmen der Einstellungs- verfügung ergangene teilweise Verweigerung der beantragten Entschädi- gung ( vgl. u. a. den Beschluss des Bundesstrafgerichts BK.2011.8 vom 2. September 2011, E. 1.2) ohne weiteres zur Beschwerdeführung berec h- tigt. Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerku n- gen Anlass, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. - 4 - 2. In den vom Beschwerdeführer angefochtenen Punkten der Einstellungsver- fügung bestimmte die Beschwerdegegnerin den auf das nunmehr einge- stellte Verfahren gegen den Beschwerdeführer entfallenden Anteil an den Gesamtkosten der Strafuntersuchung. Die Beschwerdegegnerin bestimmte weiter in Anwendung von Art. 426 Abs. 2 StPO, der Beschwerdeführer h a- be einen Drittel der auf ihn entfallenden Verfahrenskosten zu übernehmen. Schliesslich kürzte sie den grundsätzlich anerkannten Entschädigungsan- spruch des Beschwerdef ührers in Anwendung von Art. 430 Abs. 1 lit. a StPO ebenfalls um einen Drittel. Der Beschwerdeführer erhebt in seinen Eingaben gegen die genannten Anordnungen der Beschwerdegegnerin e i- ne Reihe von Einwendungen und Bestreitungen, auf die im Folgenden n ä- her einzugehen ist. 3. 3.1 Hinsichtlich der von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Kostenau f- stellung und -berechnung macht der Beschwerdeführer vorab eine Verlet- zung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend, da ihm diese nicht vorgängig zur Einsicht- und Stellungnahme unterbreitet worden seien (u. a. act. 1, Ziff. I.5., S. 3). Dem ist entgegen zu halten, dass der Beschwerde- führer gemeinsam mit den übrigen Beschuldigten im Rahmen des Schluss- berichts des Eidg. Untersuchungsrichters vom 7. Mai 2010 unter Angab e der Nachweise in den Akten darauf hingewiesen wurde, dass die detaillier- te Aufstellung der Auslagen dem separat für jeden Beschuldigten erstellten Kostenverzeichnis zu entnehmen sei (Akten URA, pag. 24- 0-704 mit Hin- weis auf pag. 20-5-001 ff.). Damit ist auch der Vorwurf des Beschwerdefüh- rers entkräftet, die Auslagen seien nicht belegt. Die entsprechenden Belege finden sich unter Akten BA, pag. 10895 ff. sowie unter Akten URA, pag. 20- 0-001 ff. 3.2 In materieller Hinsicht bringt der Beschwerdeführer zur Kost enaufstellung vor, dass sich die Zuordnung von Kosten der Überwachungsmas snahmen an ihn verbiete, sei er selber doch gar nie überwacht worden (siehe u. a. act. 1, Ziff. II.6 ., S. 13). Diesbezüglich ist den Akten zu entnehmen, dass sich aus der Überwachung den Beschwerdeführer betreffende Zufall sfunde ergeben haben, deren Verwendung vom damals zuständigen Präs identen der Beschwerdekammer genehmigt w urde (Akten BA, pag. 4733 ff. und 4742 ff.). Somit ist es auch sachgerecht, dem ehemals Beschuldigten die im Zusammenhang mit den angeordneten Überwachungsmassnahmen an- gefallenen Kosten (teilweise) zuzuordnen. - 5 - 3.3 Schliesslich erachtet der Beschwerdeführer die vorgenommene Überbi n- dung der Kosten für die amtliche Verteidigung an seine Adresse als unz u- lässig; diese verstosse gegen Art. 426 Abs. 1 StPO (siehe act. 1, Ziff. I.5 ., S. 4; act. 1, Ziff. II.7 ., S. 14). Er verkennt hierbei, dass sich bei einer Ei n- stellung des Verfahrens die Pflicht zur Rückerstattung eines Teils der Kos- ten der amtlichen Verteidigung auf Art. 422 Abs . 2 lit. a i.V.m. Art. 426 Abs. 2 StPO sowie auf Art. 21 Abs. 3 des Reglements des Bundesstrafg e- richts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigu n- gen in Bundesstrafverfahren (BStKR, SR 173.713.162) stützt (siehe hierzu schon den Bes chluss des Bundesstrafgerichts B K.2011.17 vom 14. März 2012, E. 2.2). Aus Art. 426 Abs. 1 StPO vermag der Beschwerdeführer zu seinen Gunsten nichts anderes abzuleiten, zumal es sich bei Satz 2 dieser Bestimmung lediglich um eine unechte Ausnahme handelt (v gl. DOMEISEN, Basler Kommentar, Basel 2011, Art. 426 StPO N. 14). 3.4 Nach dem Gesagten lässt sich an der von der Beschwerdegegnerin vorge- nommenen Aufstellung der Kosten als solcher nichts bemängeln. Nachfol- gend zu überprüfen bleiben u. a. die Zuweisung eines Anteils von 1/34 an den nicht direkt einzelnen Beschuldigten zurechenbaren Kosten an den Beschwerdeführer sowie die gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO erfolgte Auf- lage der Kosten zu dessen Lasten. 4. 4.1 Im Rahmen der angefochtenen Verfügung führte die Beschwerdegegnerin aus, dass gegen den Beschwerdeführer im tatverdächtigen Zeitraum der schwerwiegende Verdacht vorgelegen habe, zusammen mit anderen Mi t- gliedern der B. an einer Anstiftung zur Körperverletzung beteiligt gewesen zu sein. Er habe zum weiteren Kreis der um den Hau ptbeschuldigten C. herum bestehenden Kerngruppe gehört, welche wiederholt Straftaten b e- gangen und dadurch die Eröffnung der vorliegenden Strafuntersuchung ausgelöst habe. Angesichts der nicht unwesentlichen Rolle des Beschwer- deführers im Ver fahren rechtfertige es sich, ihm einen Anteil von 1/34 der nicht direkt zuzuordnenden Verfahrensauslagen zuzuweisen (act. 4, Rz. 90). 4.2 Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich im Wesentlichen vor, er habe dieser Kerngruppe nicht angehört, weshalb die auf ihn entfallende Quote zu hoch ausgefallen sei (vgl. u. a. act. 1, Ziff. II.1., S. 5; act. 1, Ziff. II.6., S. 13). Dieser Einwand des Beschwerdeführers geht jedoch an der Sache vorbei. So bezeichnete bereits die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer als "zum weiteren Kreis der Kerngruppe" gehörend, und nicht als einen der - 6 - Hauptbeschuldigten. In einer einen dieser Hauptbeschuldigten betreffenden Einstellungsverfügungen wies die Beschwerdegegnerin dem vormals B e- schuldigten einen Anteil von 3/34 an den nicht direkt zuzuordnenden Ver- fahrensauslagen zu (Beschluss des Bundesstrafgerichts BK.2011.3 vom 18. Oktober 2011, E. 2.2.2) , was belegt, dass die Beschwerdegegne rin bei der Überbindung der nicht direkt zuzuordnenden Verfahrenskosten an die einzelnen Beschuldigten deren Bedeutung im Verfahren Rechnung getra- gen hat. Angesichts dieser Tatsache sowie des Umstandes, dass gege n- über dem Beschwerdeführer nebst Beteiligung an bzw. Unterstützung einer kriminellen Organisation noch weitere Vorwürfe erhoben wurden, hat di e Beschwerdegegnerin das ihr zustehende Ermessen bei der Festsetzung der auf den Beschwerdeführer entfallenden Quote von 1/34 an den nicht di- rekt zuzuordnenden Verfahrenskosten nicht verletzt. 5. 5.1 Der Beschwerdeführer bestreitet schliesslich die grundsätzli che Zulässi g- keit einer Kostenauf lage zu seinen Lasten. Ein diese Verfügung rechtfert i- gendes rechtswidriges Verhalten seinerseits sei nicht nachgewiesen (act. 14, Ziff. 3, S. 2); die Kostenauflage verletze die Unschuldsvermutung (act. 1, Ziff. II.2., S. 8). 5.2 5.2.1 Die Kosten einer Strafuntersuchung trägt grundsätzlich der Staat (Art. 423 Abs. 1 StPO). Bei einer Einstellung des Verfahrens können sie dem B e- schuldigten ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn er "rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Ver fahrens bewirkt oder dessen Durc h- führung erschwert hat" (Art. 426 Abs. 2 StPO). Diese Regelung übernahm der Gesetzgeber bewusst aus der vom Bundesgericht bereits unter der Herrschaft der kantonalen Strafprozessordnungen entwickelten Rechtspr e- chung zu Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK ( Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 S. 1326). Diese bleibt daher für ihre Auslegung weiterhin mas s- gebend (Urteil des Bundesgerichts 1B_180/2012 vom 24. Mai 2012, E. 2.1; Beschluss des Bundesstrafgerichts BK .2011.5 vom 24. August 2011, E. 2.1). 5.2.2 Nach dieser Rechtsprechung handelt es sich bei der Kostenpflicht des frei- gesprochenen oder aus dem Verfahren entlassenen Beschuldigten nicht um eine Haftung für strafrechtliches Verschulden, sondern um eine zivi l- rechtlichen Grundsätzen angenäherte Haftung für ein fehlerhaftes Verhal- ten, durch das die Einleitung oder die Erschwerung eines Strafverfahrens - 7 - verursacht wurde (BGE 119 Ia 332 E. 1b). Wie das Bundesgericht fes t- gehalten hat, ist es mit Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK vereinbar, einem nicht verurteilten Beschuldigten die Kosten aufzuerlegen, wenn er in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise gegen eine Verhaltensnorm, die sich aus der Gesamtheit der schweizerischen Recht sordnung ergeben kann, klar verstossen und dadurch das Strafverfahren veranlasst oder dessen Durc h- führung erschwert hat (BGE 119 Ia 332 E. 1b; 116 Ia 162 E. 2a S. 166 f.; je mit Hinweisen). Dabei darf sich die Kostenauflage in tatsächlicher Hinsicht nur au f unbestrittene oder bereits klar nachgewiesene Umstände stützen (BGE 112 Ia 371 E. 2a S. 374). Hingegen verstösst eine Kostenauflage bei Freispruch oder Einstellung des Strafverfahrens gegen den Grundsatz der Unschuldsvermutung, wenn dem Beschuldigten in der Begründung des Kostenentscheids direkt oder indirekt vorgeworfen wird, er habe sich stra f- bar gemacht bzw. es treffe ihn ein strafrechtliches Verschulden (BGE 120 Ia 147 E. 3b S. 155; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 151 E. 2.1 und z u- letzt das Urteil des Bundesgerichts 1B_180/2012 vom 24. Mai 2012, E. 2.2; Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2011.87 vom 23. Januar 2012, E. 3.1). 5.3 Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Kostenauflage zu Lasten des Beschwerdeführers einzig mit dessen Anstiftung zur Körperve r- letzung des D. (act. 4, Rz. 84). Den anderen Gegenstand der nunmehr ein- gestellten Strafuntersuchung betreffend (Beteiligung an bzw. Unterstützung einer kriminellen Organisation) sah sie ausdrücklich von einer Aufer legung der Verfahrenskosten an den Beschwerdeführer ab (act. 4, Rz. 85). Den von den Parteien im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vorgebrachten Ausführungen zum Vorwurf der Beteiligung an bzw. der Unterstützung ei- ner kriminellen Organisation fehlt es dementsprechend unter dem G e- sichtspunkt der gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO vorgenommenen Koste n- auflage grundsätzlich an Relevanz. Im Verlaufe der Untersuchung schliess- lich hat der Beschwerdeführer mehrfach eingestanden und best ätigt, dass er E. dazu angestiftet habe, D. eine Körperverletzung beizufügen (vgl. Ak- ten BA, pag. 6364, 8557 ff., 8576 ff., 8588 ff.; Akten URA, pag. 13 -5-006). Angesichts dieses Umstandes ist der Sachverhalt, gestützt auf welchen sich die Beschwerdegegnerin zur Auferlegung eines Teils der Verfahren s- kosten stützte, unbestritten. Auf Weiterungen bezüglich der Verwer tbarkeit anderweitiger Beweismittel braucht daher an dieser Stelle nicht ei ngetreten zu werden. Das vom Beschwerdeführer zugegebene Verhalten stellt zu- mindest eine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung im Sinne der Art. 28 ff. ZGB (siehe hierzu act. 4, Rz. 80) und eine unerlaubte Handlung im Si n- ne von Art. 41 ff. OR dar. Dieses Verhalten bewirkte die Einleitung der diesbezüglich gegen den Beschwerdeführer geführten – und nur aufgrund - 8 - zwischenzeitlich einge tretener Verjährung eingestellten – Untersuchung, weshalb sich eine Kostenauflage gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO ohne weiteres rechtfertigt (vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts SK.2005.10 vom 20. Februar 2006, E. 32). 5.4 Unter act. 4, Rz. 83 f. listet die Beschwerdegegnerin schliesslich die im Zu- sammenhang mit dem Vorwurf der Anstiftung zur Körperverletzung durc h- geführten Einvernahmen mit dem Beschwerdeführer und weiteren Pers o- nen auf. Ihre diesbezügliche Beurteilung der Bedeutung der vorgenannten Untersuchungshandlungen führt sie zum Schluss, dass die entsprechenden Abklärungen rund 1/3 aller in der Untersuchung gegen den Beschwerde- führer angefallenen Aufwendungen und Auslagen verursacht hätten. Den Akten können keine Hinweise entnommen werden, wonach die Beschwer- degegnerin bei dieser Annahme das ihr zustehende Ermessen überschri t- ten bzw. unangemessen gehandelt hätte. Der Beschwerdeführer macht diesbezüglich geltend, er habe sich im ganzen Verfahren vor der B e- schwerdegegnerin bzw. vor dem Eidg. Untersuchungsrichter nie zum Vo r- wurf der Anstiftung zur Körperverletzung geäussert (act. 1, Ziff. II.5., S. 11). Den Akten ist hierzu zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer zu diesem Sachverhaltskomplex durch die Bundesanwaltschaft bzw. den Eidg. Unter- suchungsrichter mehrfach einvernommen wurde, er aber seine Aussage konsequent verweigert bzw. lediglich seine vor den Strafbehörden des Kan- tons Thurgau gemachten Aussagen bestätigt hat (siehe u. a. Akten BA, pag. 6364, 6384 ff.; Akten URA, pag. 13-5-006). Davon, dass mit ihm keine Einvernahmen zum Vorwurf der Anstiftung zur Körperverletzung durchge- führt worden seien bzw. kein entsprechender Aufwand entstanden sei, kann keine Rede sein. Der pauschal erhobene Einwand des Beschwerde- führers, der Einbezug des vormals durch den Kanton Thurgau geführten Verfahrens betreffend Anstiftung zur Körperverletzung sei im Sinne von Art. 426 Abs. 3 StPO unnötig gewesen und daher verbiete sich eine Kos- tenauflage an den Beschwerdeführer prinzipiell (so act. 1, Ziff. II.3. , S. 8), erweist sich angesichts des aus Art. 18 Abs. 2 BStP abzuleitenden Grund- satzes der Verfahrenseinheit (vgl. heute Art. 29 StPO) als unhaltbar. Auf- grund der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer bezüglich der Ermittlun- gen zum Verdacht der kriminellen Organisation keine zentrale Rolle zukam (vgl. oben stehende E. 4.2), sowie den aktenkundigen Ermittlungshandlu n- gen der Strafbehörden des Bundes zum Verdacht der Anstiftung zur Kör- perverletzung erscheint die Auferlegung von 1/3 der auf den Beschwerde- führer entfallenden Verfahrenskosten ebenfalls angemessen. 5.5 Der einzige Punkt der angefochtenen Verfügung, welcher zu Kritik berec h- tigt, ist die pauschale Auferlegung von 1/3 sowohl der direkt als auch der - 9 - nicht direkt zurechenbaren Kosten und Auslagen. In act. 4, Rz. 88 werden die direkt dem Beschwerdeführer zurechen baren Kosten (Auslagen für die Beschlagnahme des Fahrzeuges etc.) auf Fr. 855. -- bestimmt. Die B e- schlagnahme des Fahrzeugs des Beschwerdeführers erfolgte aber lediglich im Hinblick auf den seinerzeit gegen ihn bestehe nden Verdacht der Beteili- gung an bzw. der Unterstützung einer kriminellen Organisation (Akten BA, pag. 1330 ff.). Gemäss den oben stehenden Ausführungen sind die diesen Verfahrensteil betreffenden Kosten dem Beschwerdeführer nicht aufzuerl e- gen (siehe E. 5. 3). Durch die mittels angefochtener Verfügung vorgeno m- mene Kostenauflage wurden dem Beschwerdeführer aber auch ein 1/3 die- ser direkt zurechenbaren Auslagen auferlegt (vgl. act. 4, Ziff. 5 und 6 des Dispositivs). Der dem Beschwerdeführer aufzuerlegende Betr ag ist daher um Fr. 285.-- (1/3 von Fr. 855.--) zu reduzieren. Die Beschwerde ist in di e- sem Punkt gutzuheissen. 6. Was die gestützt auf Art. 430 Abs. 1 lit. a StPO verfügte Kürzung des Ent- schädigungsanspruchs des Beschwerdeführers um 1/3 angeht, so erweist sich diese ebenso als rechtmässig, nachdem eine teilweise Kostenauflage gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO den Entscheid betreffend teilweise Ver- weigerung der geltend gemachten Entschädigung grundsätzlich präjudiziert (siehe hierzu das Urteil des Bundesgeri chts 1B_12/2012 vom 20. Febr u- ar 2012, E. 2.1; Beschluss des Bundess trafgerichts BK.2011.11 vom 15. Juli 2011, E. 3.1 m.w.H.). 7. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als teilweise begründet und es ist in Abänderung von Ziff. 6 des Dispositivs der angefochtenen Ver- fügung der dem Beschwerdeführer aufzuerlegende Betrag um Fr. 285. -- auf neu Fr. 18'481.67 zu reduzieren. Der nach Verrechnung der gegense i- tigen Entschädigungs - bzw. Rückerstattungsansprüche zur Bezahlung verbleibende Betrag gemäss Ziff. 7 des Dispositivs der angefochtenen Ver- fügung beträgt neu Fr. 9'554. --. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuwe i- sen. 8. Vergleicht man den Ausgang des Verfahrens mit den Rechtsbegeh ren des Beschwerdeführers, der eine vollständige Aufhebung der Kostenauflage sowie die Ausrichtung der ganzen von ihm anbegehrten Entschädigung verlangt hat, so wird der angefochtene Entscheid durch den vorliegenden Beschluss nur unwesentlich abgeändert. Dem Beschwerdeführer sind da- her gestützt auf Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO die Kosten des vorliegenden Be-- 10 - schwerdeverfahrens in vollem Umfang aufzuerlegen. Diese betragen Fr. 1'500.-- (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 BStKR) und sind mit dem vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. - 11 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die gemäss Ziff. 6 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung dem B e- schuldigten aufzuerlegenden Verfahrenskosten werden neu bestimmt auf Fr. 18'481.67. Die nach Verrechnung der gegenseitigen Entschädigungs - und Rückerstat- tungsansprüche vom Beschwerdeführer zu bezahlende Restschuld gemäss Ziff. 7 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung beträgt neu Fr. 9'554.--. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Ge richtsgebühr von Fr. 1'500. -- wird dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Bellinzona, 20. Juni 2012 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber: Zustellung an - Rechtsanwalt Claude Hentz - Bundesanwaltschaft Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.