Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2021 143 Entscheid vom 28. Oktober 2021 Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident Irene Thalmann, Richterin lic.iur. Karl Gasser, Richter MLaw Simone Höfliger, a.o. Gerichtsschreiberin Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen Verkehrsamt, Schlagstrasse 82, Postfach 3214, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Strassenverkehrsrecht (vorsorglicher Sicherungsentzug)2 Sachverhalt: A.Mit Verfügung vom 20. August 2021 hat das kantonale Verkehrsamt A.________ (geb. ____) den Führerausweis auf Probe vorsorglich entzogen und die Wiedererlangung des Führerausweises auf Probe vom Ergebnis einer ver- kehrspsychologischen Untersuchung abhängig gemacht. Diese Massnahme wurde einerseits mit den Eintragungen im Massnahmenregister und andererseits mit einem Vorfall in C.________ begründet, für welchen das Amtsgericht D.________ (__) A.________ mit einer Geldstrafe von 4000 € gebüsst hat, wobei ihm zudem die Fahrerlaubnis für C.________ für 8 Monate entzogen wurde (ein gegen diese Entscheidung des Amtsgerichts D.________ erhobenes Rechtsmit- tel hat das Landgericht E.________ abgewiesen, rechtskräftig seit 17.6.2021). B.Gegen die Verfügung vom 20. August 2021 hat A.________ fristgerecht am 30. August 2021 beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben mit den folgen- den Anträgen: 1. Die angefochtene Verfügung vom 20.08.2021 sei aufzuheben und dem Be- schwerdeführer sei die Fahrerlaubnis mit sofortiger Wirkung wieder zu erteilen; von einem verkehrspsychologischen Untersuch sei abzusehen. 2. Eventualiter sei das Verkehrsamt anzuweisen, dem unterzeichneten Rechts- anwalt sämtliche Akten betreffend den BF zukommen zu lassen und es sei ei- ne angemessene Fristerstreckung zur umfassenden Begründung dieser Be- schwerde einzuräumen. 3. Es sei für die Dauer des Beschwerdeverfahrens die aufschiebende Wirkung zu gewähren. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge; eine allfällige Entschädigung sei an RA B.________ direkt auszubezahlen. C.Mit Verfügung vom 31. August 2021 lehnte es der verfahrensleitende Rich- ter ab, die entzogene aufschiebende Wirkung der Beschwerde wieder herzustel- len mit dem Hinweis, wonach diesbezüglich bis zum 13. September 2021 ein ge- richtlicher Zwischenbescheid angefordert werden könne. Stillschweigen innert angesetzter Frist werde als Verzicht auf einen solchen Zwischenbescheid ausge- legt. In der Folge hat der Beschwerdeführer auf einen solchen Zwischenbescheid verzichtet bzw. konkludent anerkannt, dass der Beschwerde keine aufschieben- de Wirkung zukommt. D.Mit Vernehmlassung vom 21. September 2021 (inkl. detailliertes Aktenver- zeichnis) hat die Vorinstanz beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, unter Kostenfolgen zulasten des Beschwerdeführers. Daraufhin erhielt der Beschwerdeführer Gelegenheit, sich bis zum 12. Oktober 2021 nochmals zu äussern. Davon hat er keinen Gebrauch gemacht.3 Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Motorfahrzeugführer müssen über Fahreignung und Fahrkompetenz verfü- gen (Art. 14 Abs. 1 Strassenverkehrsgesetz, SVG, SR 741.01). Über Fahreig- nung verfügt, wer nach Art. 14 Abs. 2 SVG: a. das Mindestalter erreicht hat; b. die erforderliche körperliche und psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von Motorfahrzeugen hat; c. frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen von Motorfahrzeugen beeinträch- tigt; und d. nach seinem bisherigen Verhalten Gewähr bietet, als Motorfahrzeugführer die Vorschriften zu beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht zu nehmen. Eine Grundvoraussetzung für die Erteilung des Führerausweises ist die sog. Fahreignung. Mit diesem Begriff umschreiben alle betroffenen wissenschaftlichen Disziplinen (insbesondere Medizin, Psychologie und Jurisprudenz) die körperli- chen und geistigen Voraussetzungen des Individuums, ein Fahrzeug im Stras- senverkehr sicher lenken zu können. Die Fahreignung muss grundsätzlich dau- ernd vorliegen (vgl. Urteil des BGer 1C_79/2007 vom 6.9.2007 Erw. 3.1 mit Ver- weis auf die bundesrätliche Botschaft vom 31.3.1999 zur Änderung des Stras- senverkehrsgesetzes, in deren Rahmen Art. 16d SVG erlassen wurde; BBl 1999 S. 4462 ff., 4483 f.). 1.2Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr be- stehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Art. 16d Abs. 1 SVG bestimmt überdies, dass der Führerausweis einer Person auf unbestimmte Zeit entzogen wird, wenn ihre kör- perliche und geistige Leistungsfähigkeit nicht oder nicht mehr ausreicht, ein Mo- torfahrzeug sicher zu führen (lit. a), sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreig- nung ausschliesst (lit. b) oder sie auf Grund ihres bisherigen Verhaltens nicht Gewähr bietet, dass sie künftig beim Führen eines Motorfahrzeugs die Vorschrif- ten beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen wird (lit. c). 1.3Angesichts des in Art. 16 Abs. 1 SVG verankerten Grundsatzes muss ein Sicherungsentzug in jedem Fall angeordnet werden, bei dem die Fahreignung nicht mehr gegeben ist. Unter Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG fallen alle medizinischen und psychischen Gründe, welche die Fahreignung ausschliessen (vgl. die Bot- schaft, BBl 1999 S. 4491). Gemäss Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG werden Führerausweise wegen fehlender Fahreignung auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn eine Person auf Grund ihres bisherigen Verhaltens nicht Gewähr bietet, dass sie künftig beim Führen eines Motorfahrzeugs die Vorschriften beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen wird. Anzeichen hierfür bestehen, 4 wenn Charaktermerkmale des Betroffenen, die für die Eignung im Verkehr erheblich sind, darauf hindeuten, dass er als Lenker eine Gefahr für den Verkehr darstellt. Für den Sicherungsentzug aus charakterlichen Gründen ist die schlechte Prognose über das Verhalten als Motorfahrzeugführer massgebend (Urteil des Bundesgerichts 1C_264/2018 vom 5.10.2018 Erw. 3.1; BGE 125 II 492 Erw. 2a S. 495). Durch diese Massnahmen soll die zu befürchtende Gefährdung der Verkehrssicherheit durch einen ungeeigneten Fahrzeugführer zukünftig verhindert werden (BGE 133 II 331 Erw. 9.1 S. 351). Die einzelnen Tatbestände des Katalogs von Art. 16d Abs. 1 SVG dürfen weder eng noch streng ausgelegt werden; geboten ist eine Gesamtbetrachtung des Einzelfalls im Hinblick auf die Fahreignung. Nach dem früheren Recht verhielt es sich nicht anders und die diesbezügliche Gesetzesrevision hat nicht bezweckt, den Anwendungsbereich des Sicherungsentzugs einzuengen. Vielmehr kommt es darauf an, dass der Entscheid über den Sicherungsentzug, der einen schwer- wiegenden Eingriff in den Persönlichkeitsbereich des Betroffenen bedeutet, auf einer sorgfältigen Abklärung aller wesentlichen Gesichtspunkte beruht (Urteil des BGer 6A.44/2006 vom 4.9.2006 Erw. 2.2). 1.4Art. 15d Abs. 1 SVG hält fest, dass eine Person einer Fahreignungsunter- suchung unterzogen wird, wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen. In einer nicht abschliessenden Aufzählung nennt Art. 15d Abs. 1 SVG Beispiele von Fäl- len, in denen Zweifel an der Fahreignung bestehen (lit. a-e). Zweifel an der Fahr- eignung bestehen nach Art. 15d Abs. 1 lit. c SVG bei Verkehrsregelverletzungen, die auf Rücksichtslosigkeit schliessen lassen. Nach der Rechtsprechung hat die zuständige Behörde die erforderlichen Ab- klärungen im Hinblick auf einen allfälligen Sicherungsentzug des Führerauswei- ses ungeachtet der Beispiele in Art. 15d Abs. 1 lit. a bis e SVG zu treffen, wenn begründete Anzeichen vorliegen, dass bei einer Person die Fahreignung fehlen könnte. Insoweit sind stets hinreichend konkrete Anhaltspunkte erforderlich, die ernsthafte Zweifel an der Fahreignung des Betroffenen aufkommen lassen (Urteil des BGer 1C_446/2012 vom 26.4.2013 Erw. 3.2). Der Anlass für die Abklärung der Fahreignung kann deshalb nach wie vor sehr vielfältig sein. Je grösser die Zweifel objektiv sind bzw. sein müssten, desto kleiner ist der Ermessensspiel- raum der kantonalen Behörde. Es ist zudem weder erforderlich, dass einer der Abklärungsgründe nach Art. 15d Abs. 1 lit. a bis lit. e SVG vorliegt noch braucht der Beweis eines Ausschlussgrundes vorzuliegen, ansonsten die Norm überflüs- sig wäre und gegebenenfalls immer direkt gestützt auf Art. 16d SVG ein Siche- rungsentzug angeordnet werden müsste (vgl. Philippe Weissenberger, Kommen-5 tar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl., Zürich/St. Gal- len 2015 N 6 zu Art. 15d SVG). 1.5.1 Bestehen ernsthafte Bedenken an der Fahreignung, kann der Lern- oder Führerausweis bis zum Abschluss des Entzugsverfahrens vorsorglich ent- zogen werden (Art. 30 Verkehrszulassungsverordnung, VZV, SR 741.51). Diese Regelung trägt der besonderen Interessenlage Rechnung, welche bei der Zulas- sung von Fahrzeugführern zum Strassenverkehr zu berücksichtigen ist. Ange- sichts des grossen Gefährdungspotentials, welches dem Führen eines Motor- fahrzeugs eigen ist, erlauben schon Anhaltspunkte, die den Fahrzeugführer als besonderes Risiko für die anderen Verkehrsteilnehmer erscheinen lassen und ernsthafte Bedenken an seiner Fahreignung erwecken, den vorsorglichen Aus- weisentzug (BGE 125 II 492 Erw. 2). Der strikte Beweis für die Fahreignung aus- schliessende Umstände ist nicht erforderlich; wäre dieser erbracht, müsste unmit- telbar der Sicherungsentzug selber verfügt werden. Können die notwendigen Ab- klärungen nicht rasch und abschliessend getroffen werden, soll der Ausweis schon vor dem Sachentscheid provisorisch entzogen werden können und braucht eine umfassende Auseinandersetzung mit sämtlichen Gesichtspunkten, die für oder gegen einen Sicherungsentzug sprechen, erst im anschliessenden Hauptverfahren zu erfolgen (Urteil des BGer 1C_423/2010 vom 14.2.2011 Erw. 3; Weissenberger, a.a.O. N 14 zu Art. 16d SVG). Der vorsorgliche Entzug während eines Sicherungsentzugsverfahrens bildet zum Schutz der allgemeinen Verkehrssicherheit die Regel (Urteil des BGer 6A.8/2005 vom 6.4.2005 Erw. 2.1). 1.5.2 Während es beim Warnungsentzug um die Stichhaltigkeit einer strafrecht- lichen Anklage geht, bezweckt der Sicherungsentzug die Fernhaltung eines Fahrzeugführers vom Strassenverkehr aus Gründen der Verkehrssicherheit, und dies unabhängig vom Verschulden. Der Grundsatz der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK) findet in Verfahren betreffend Siche- rungsentzüge daher keine Anwendung (vgl. Urteile des BGer 1C_308/2012 vom 3.10.2012 Erw. 2.4 mit Verweis auf BGE 122 II 359 Erw. 2c S. 363; 1C_384/2011 vom 7.2.2012 Erw. 2.3.2). 1.5.3 Allerdings ist zu beachten, dass nicht vage Verdachtsmomente ausrei- chen, sondern vielmehr konkrete Anhaltspunkte gegeben sein müssen, die den Fahrzeugführer als besonderes Risiko für die anderen Verkehrsteilnehmer er- scheinen lassen und ernsthafte Bedenken an seiner Fahreignung erwecken (vgl. u.a. BGE 122 II 364 Erw. 3a mit Hinweisen). 1.6Nach einer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Ausland wird der Führerausweis entzogen, wenn im Ausland ein Fahrverbot 6 verfügt wurde und die Widerhandlung nach den Art. 16b und Art. 16c SVG als mittelschwer oder schwer zu qualifizieren ist (Art. 16c bis Abs. 1 SVG). Bei der Festlegung der Entzugsdauer sind die Auswirkungen des ausländischen Fahrverbotes auf die betroffene Person angemessen zu berücksichtigen. Die Mindestentzugsdauer darf unterschritten werden. Die Entzugsdauer darf bei Personen, zu denen im Informationssystem Verkehrszulassung keine Daten zu Administrativmassnahmen (Art. 89c lit. d SVG) enthalten sind, die am Begehungsort im Ausland verfügte Dauer des Fahrverbots nicht überschreiten (Art. 16cbis Abs. 2 SVG). 2.Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet grundsätzlich die Fragestellung, ob die Vorinstanz dem Beschwerdeführer den Führerausweis (auf Probe) vorsorglich entziehen durfte. Dies ist im konkreten Fall aus den nach- folgend dargelegten Gründen zu bejahen. 2.1Dem Schweizerischen Strafregister sind hinsichtlich des Beschwerdefüh- rers (mit Jahrgang ____) folgende Einträge zu entnehmen: 1. 14.01.2016 Staatsanwaltschaft F.________ Fahren ohne Haftpflichtversicherung i.S. des SVG; SVG 96/2/1 07.04.2015 - 06.05.2015 Geldstrafe 15 Tagessätze zu 60 CHF, bedingt vollziehbar, Probezeit 2 Jahre Busse 300 CHF 2. 19.10.2016 Staatsanwaltschaft Abteilung __ G.________ Grobe Verletzung der Verkehrsregeln SVG 90/2 24.09.2016 Führen eines nicht betriebssicheren Fahrzeuges SVG 93/2/A 24.09.2016 Übertretung der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassen- fahrzeuge VTS 219 24.09.2016 Geldstrafe 20 Tagessätze zu 80 CHF Busse 300 CHF 3. 29.06.2020 Staatsanwaltschaft F.________ Nichtabgabe von Ausweisen und/ oder Kontrollschildern SVG 97/1/B 21.03.2020 - 01.05.2020 Geldstrafe 20 Tagessätze zu 120 CHF, bedingt vollziehbar, Probezeit 3 Jahre Busse 600 CHF 2.2Am 12. Februar 2014 hatte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer den Füh- rerausweis auf Probe für einen Monat entzogen und die Probezeit verlängert, nachdem er am 22. Dezember 2013 auf der H.________ in I.________ (nach dem ________) seinen Personenwagen dermassen beschleunigt hatte, dass der 7 Motor aufheulte und die Reifen durchdrehten sowie quietschten; diese Fahrweise behielt er über 50 m bei, wobei er das Fahrzeug nicht in der Spur halten konnte und über die ganze Fahrbahnbreite hin und her rutschte. Dieser Vorfall wurde in dieser rechtskräftigen Verfügung als mittelschwere Widerhandlung beurteilt (vgl. Vi-act. 1). 2.3Am 24. September 2016 hatte der Beschwerdeführer auf der J.________ in G.________ seinen Personenwagen bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h mit 81 km/h gelenkt, was nach Abzug der Sicherheitsmarge eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 28 km/h innerorts ergab und als schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG qualifiziert wurde (Vi-act. 2). Deswegen wurde dem Beschwerdeführer der Führerausweis auf Probe mit Verfügung vom 11. Januar 2017 annulliert; erst nach dem psychologischen Gut- achten vom 6. April 2018, welches die Fahreignung bejahte, wurde mit Verfü- gung vom 17. April 2018 der Lernfahrausweis ausgehändigt (Vi-act. 3). Nach Be- stehen der praktischen Führerprüfung erhielt der Beschwerdeführer am 11. Juni 2018 erneut den Führerausweis auf Probe (mit verlängerter Probezeit bis 28.1.2022). 2.4Rund ein Jahr, nachdem der Beschwerdeführer wieder über den Füh- rerausweis auf Probe verfügte (ab 11.6.2018), war er in der Nacht vom 28. Juni 2019 auf den 29. Juni 2019 als Lenker eines Personenwagens in C.________ unterwegs, wobei ihm - zunächst unbemerkt - ein ziviles Streifenfahrzeug der Au- tobahnpolizei K.________ folgte. Das anschliessende Fahrverhalten des Be- schwerdeführers hatte zur Folge, dass die Staatsanwaltschaft E.________ sich am 4. Juli 2019 zu einer Meldung an das Verkehrsamt Schwyz veranlasst sah, wonach der Beschwerdeführer wegen Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahr- zeugrennen die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen werde (Vi-act. 4). Daraufhin teilte das Verkehrsamt dem Beschwerdeführer am 24. Juli 2019 mit, dass "auf- grund des unklaren Sachverhaltes betreffend dem Vorfall vom 29.06.2019 auf der Autobahn ___ in L.________ (_)" mit einem administrativrechtlichen Verfah- ren zugewartet werde, bis ein rechtskräftiges Strafurteil vorliege. Der Beschwer- deführer wurde darauf aufmerksam gemacht, dass er allfällige Einwände im be- treffenden Strafverfahren geltend zu machen habe, da das Verkehrsamt ansch- liessend auf das Ergebnis im Strafverfahren abstellen werde (Vi-act. 5). 2.5Vom Ausgang des entsprechenden Verfahrens in C.________ erhielt das Verkehrsamt erst am 20. August 2021 Kenntnis, obwohl der Beschwerdeführer bereits mit vorinstanzlichem Schreiben vom 24. Juli 2019 darauf aufmerksam gemacht worden war, dass er sich innert 10 Tagen seit dem Abschluss des 8 Strafverfahrens zu melden habe (Vi-act. 5). Am nächsten Tag nach Kenntnis- nahme des Ergebnisses des Strafverfahrens hat die Vorinstanz den vorsorgli- chen Sicherungsentzug verfügt. Bei dieser Sachlage kann der Vorinstanz, wel- che - bei unklarem Sachverhalt - den Ausgang des Strafverfahrens abwartete, was dem Beschwerdeführer offen gelegt worden war, nicht vorgehalten werden, dass sie "die Angelegenheit verschleppt" habe, zumal die Vorinstanz mehrfach bei den C.________ Behörden nach dem Stand des dortigen Verfahrens nach- fragte (vgl. Vi-act. 6, 8, 9, 15). 2.6Im rechtskräftigen Strafbefehl des C.________ Amtsgerichts wird dem Be- schwerdeführer hinsichtlich der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahr- zeugrennen ein grobfahrlässiges und rücksichtsloses Verhalten vorgeworfen. Ein solches Verhalten wurde auch durch die Reaktion des Beschwerdeführers nach Kenntnisnahme der signalisierten Polizeikontrolle dokumentiert, indem er der "durch Signal angekündigten Polizeikontrolle zu entfliehen" versuchte, und zwar mit teilweise überhöhter Geschwindigkeit innerorts und "erst durch die Grenzwa- che am Zollübergang M.________ festgehalten" werden konnte (vgl. Vi-act. 18/ Anhang). Nachdem sich der Beschwerdeführer nur rund ein Jahr nach der Wie- dererlangung des Führerausweises auf Probe rücksichtslos verhielt und mithin die Annullierung des Führerausweises vom 11. Januar 2017 (wegen einer schweren Widerhandlung innerorts in G.________) keine nachhaltige Wirkung zeigte, gibt die vorinstanzliche Vorgehensweise, wonach die (charakterliche) Fahreignung vom Ergebnis einer verkehrspsychologischen Untersuchung ab- hängig zu machen sei, grundsätzlich keinen Anlass zur Beanstandung. 2.7An diesem dargelegten Ergebnis vermögen die Einwände des Beschwer- deführers vor Gericht nichts zu ändern. 2.7.1 Soweit er vor Gericht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs rügt, drän- gen sich die folgenden Bemerkungen auf. Nach der Aktenlage hatte der Rechts- vertreter des Beschwerdeführers am 25. September 2020 von der Vorinstanz um Akteneinsicht nachgesucht (Vi-act. 11), worauf ihm am 28. September 2020 die damals bei der Vorinstanz vorhandenen Akten zugestellt wurden (Vi-act. 12), welche in der Folge vom Rechtsvertreter am 2. Oktober 2020 retourniert wurden (Vi-act. 13). Bei den daran anschliessenden Unterlagen der Vorinstanz handelt es sich um folgende Aktenstücke, welche im Beilagenverzeichnis zur vorinstanz- lichen Vernehmlassung wie folgt näher umschrieben wurden: -14) Schreiben von Staatsanwaltschaft E.________, Mitteilung, wann Hauptver- sammlung [recte: Hauptverhandlung] vorgesehen ist, 16.04.2021; -15) Schreiben an Staatsanwaltschaft E.________, Ersuchen Zustellung des rechtskräftigen Strafbefehls, 12.05.2021;9 -16) Schreiben von Staatsanwaltschaft E.________, Mitteilung, wann Hauptver- sammlung vorgesehen ist, 18.05.2021; -17) Schreiben von Staatsanwaltschaft E.________, Mitteilung, wann Hauptver- sammlung vorgesehen ist, 19.05.2021; -18) Rechtskräftiger Strafbefehl der Staatsanwaltschaft E.________, 12.08.2021; -19) Verfügung vorsorglicher Sicherungsentzug, 20.08.2021; -20) Telefonische Stellungnahme vom Betroffenen, 23.08.2021; -21) Telefonische Stellungnahme vom Betroffenen, 30.08.2021; -22) Mail vom Schreiben an Kantonspolizei N.________, Bitte um Einzug des Führerausweises, 03.09.2021; -23) Schreiben von Kantonspolizei N.________, Deponierung Führerausweis inkl. Info, dass LFA abgelaufen ist (darum wurde dies auch nicht so verfügt), 04.09.2021. Nach Zustellung der vorinstanzlichen Vernehmlassung mit dem detaillierten Bei- lagenverzeichnis (siehe vorstehend) wurde dem Beschwerdeführer bzw. seinem Rechtsvertreter, welcher den Beschwerdeführer auch im C.________ Verfahren vor dem Landgericht E.________ vertreten hatte und deswegen den Abschluss und Ausgang des C.________ Verfahrens bereits kannte (siehe Vi-act. 18/ An- hang), mit gerichtlichem Schreiben vom 22. September 2021 ausdrücklich Gele- genheit gegeben, sich bis zum 12. Oktober 2021 nochmals zu äussern. Diese gerichtliche Fristansetzung war mit dem Hinweis verbunden, wonach Stillschwei- gen innert dieser Frist als Verzicht auf eine weitere Stellungnahme ausgelegt werde. Innert dieser Frist hat der Rechtsvertreter weder die oben angeführten Akten (zum Ausgang des ihm bereits bekannten C.________ Verfahrens) ange- fordert, noch zur Sache Stellung genommen. Bei dieser konkreten Sachlage ver- hält es sich so, dass - soweit überhaupt im Verfahren vor der Vorinstanz von ei- ner Gehörsverletzung ausgegangen werden könnte - letztere im Verfahren vor Gericht geheilt worden ist. 2.7.2 Soweit sich der Beschwerdeführer darauf beruft, dass er während der Dauer des in C.________ pendenten Verfahrens "zwei Jahre lang klaglos ein Fahrzeug geführt" habe, ist zu beachten, dass der Strafbefehl des Amtsgerichts D.________ vom 7. Oktober 2019 datiert und mithin weniger als 3½ Monate nach dem Vorfall vom 28./29. Juni 2019 erging. Hätte der Beschwerdeführer das Ergebnis des Verfahrens vor Amtsgericht D.________ damals akzeptiert, hätte die Vorinstanz nach Kenntnisnahme der Rechtskraft dieses Strafbefehls keinen Anlass gehabt, die Prüfung der administrativrechtlichen Auswirkungen eines sol- chen Strafbefehls (vom 7.10.2019) aufzuschieben, weshalb noch damals (im Spätherbst 2019) mit der administrativrechtlichen Beurteilung zu rechnen gewe- sen wäre.10 Da der Beschwerdeführer den Strafbefehl des Amtsgerichts D.________ vom 7. Oktober 2019 nicht akzeptiert und stattdessen zunächst Einspruch erhoben sowie anschliessend ein Verfahren vor Landgericht E.________ angestrengt hat, um letztlich die Aufhebung des Strafbefehls vom 7. Oktober 2019 zu erwirken, hat er selbst entscheidend dazu beigetragen, dass sich die strafrechtliche Beur- teilung des Vorfalls vom 28./29 Juni 2019 bis zum Sommer 2021 verzögerte. Aus einer solchen Verschiebung der strafrechtlichen Beurteilung kann der Beschwer- deführer in diesem Verfahren grundsätzlich nichts zu seinen Gunsten ableiten, jedenfalls verdient das vom Beschwerdeführer bewirkte Hinauszögern der straf- rechtlichen Beurteilung hier keinen Rechtsschutz. Hätte im Übrigen die Vorin- stanz noch vor der strafrechtlichen Beurteilung des Vorfalls vom 28./29. Juni 2019 in C.________ hier eine administrativrechtliche Massnahme angeordnet, hätte der Beschwerdeführer mit Sicherheit eingewendet, dass die Beurteilung des erwähnten Vorfalls noch unklar bzw. strittig sei, was nun nach Abschluss des Verfahrens in C.________ nicht mehr der Fall ist. Abgesehen davon stellt der Umstand, wonach während der Dauer der strafrecht- lichen Beurteilung des Vorfalls vom 28./29. Juni 2019 keine verkehrsrelevanten Vorkommnisse hinsichtlich der Fahrpraxis des Beschwerdeführers aktenkundig sind, ein gewichtiges Element dar, welches in der anstehenden verkehrspsycho- logischen Untersuchung mit zu berücksichtigen sein wird. 3.Aus all diesen Gründen erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abgewiesen wird. Diesem Ergebnis entsprechend werden die Ver- fahrenskosten dem Beschwerdeführer auferlegt. Eine Parteientschädigung fällt ausser Betracht.11 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen. Die Verfü- gung des Verkehrsamts vom 20. August 2021 (betr. vorsorglicher Siche- rungsentzug des Führerausweises auf Probe) wird bestätigt. 2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) werden auf Fr. 900.-- festgelegt und dem Beschwerdeführer auferlegt. Er hat einen Kostenvorschuss in gleicher Höhe bezahlt, so dass die Rechnung ausgeglichen ist. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau- sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). 4. Zustellung an: -den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (2/R) -die Vorinstanz (EB) -und das Bundesamt für Strassen, Sekretariat Administrativmassnah- men, 3003 Bern (A). Schwyz, 28. Oktober 2021 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Die a.o. Gerichtsschreiberin: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 19. November 2021