<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2019.00137</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=219672&amp;W10_KEY=13013489&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2019.00137</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.10.2019</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Die Beschwerdeführerin, die 2005 im Familiennachzug zu ihrem seit 2001 in der Schweiz aufenthaltsberechtigten (inzwischen eingebürgerten) Ehemann zog und seither mit diesem und den sechs gemeinsamen Kindern hier lebt (von denen fünf ebenfalls bereits eingebürgert sind), bezieht seit 2011 Sozialhilfe, aus welchem Grund ihr Gesuch um Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung abgewiesen worden war.] Die Beschwerdeführerin ist seit 8,5 Jahren auf Sozialhilfe angewiesen und erfüllt den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG (E. 2). Die Sozialhilfeabhängigkeit der - bis zu einer im Jahr 2007 erlittenen Heckauffahrkollision, in deren Folge sie eine somatoforme Schmerzstörung mit psychiatrischem Krankheitswert entwickelte - teilzeitlich erwerbstätig gewesene Beschwerdeführerin erweist sich nicht als selbstverschuldet, auch wenn die Invalidenversicherung eine Berentung ablehnte. Auch die Arbeitslosigkeit des Ehemannes erscheint zumindest als teilweise unverschuldet (E. 3.5.1 f.). Die privaten Interessen der Beschwerdeführerin an einem Verbleib hierzulande überwiegen die öffentlichen, finanziellen Interessen an einer Wegweisung (E. 3.5.3 f.). Gutheissung URB (Abschreibung des UP-Gesuchs). Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHISCHE ERKRANKUNG">PSYCHISCHE ERKRANKUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTVERSCHULDET">SELBSTVERSCHULDET</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT">SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNVERSCHULDET">UNVERSCHULDET</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 42 Abs. I AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 Abs. I lit. c AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=43883" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2019.00137</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">23. Oktober 2019</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung</span></b><b>,</b></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, eine 1963 geborene Kosovarin, ist seit dem 9. MÃ¤rz 1989 mit dem ebenfalls aus dem Kosovo stammenden C, geboren 1965, verheiratet. Am 30. Dezember 1990 reiste das Ehepaar zusammen mit seinen Kindern D, geboren 1988, und E, geboren 1989, in die Schweiz ein und ersuchte um Asyl. Am 11. Juni 1999 wurde die Familie vorlÃ¤ufig aufgenommen. In der Schweiz kamen die Kinder F, geboren 1991, G, geboren 1996, H, geboren 1997, und I, geboren 1998, zur Welt. Am 15. Dezember 1999 reiste A mit den sechs Kindern in den Kosovo zurÃ¼ck, wÃ¤hrend ihr Ehegatte in der Schweiz verblieb. </p> <p class="Sachverhalt2">C wurde am 25. Juli 2001 eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Am 28. April 2003 ersuchte er um Familiennachzug, welcher nach einem Rekursverfahren am 24. MÃ¤rz 2005 bewilligt wurde. Am 6. MÃ¤rz 2006 wurde A mit den gemeinsamen Kindern eine in der Folge regelmÃ¤ssig und letztmals bis am 5. Mai 2017 verlÃ¤ngerte Aufenthaltsbewilligung erteilt. </p> <p class="Sachverhalt2">Dem Ehemann wurde am 4. MÃ¤rz 2008 das Schweizer BÃ¼rgerrecht erteilt. Ebenso verfÃ¼gen die Kinder D, H, I, G und F Ã¼ber das Schweizer BÃ¼rgerrecht. Offenbar ist neben A zwischenzeitlich nur die Tochter E (noch) im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung bzw. nicht eingebÃ¼rgert. </p> <p class="Urteilstext">Da die Familie seit dem 10. Januar 2011 von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt wird und A deswegen am 30. November 2015 unter Androhung der Wegweisung verwarnt wurde, wies das Migrationsamt ein Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A mit VerfÃ¼gung vom 8. Dezember 2017 ab und wies sie aus der Schweiz weg.</p> <p class="Urteilstext"><b>II.</b></p> <p class="Urteilstext">Am 12. Januar 2018 erhob A Rekurs bei der Sicherheitsdirektion und verlangte unter EntschÃ¤digungsfolge die Aufhebung der angefochtenen VerfÃ¼gung, eventualiter die RÃ¼ckweisung "der Sache zur Vornahme weiterer AbklÃ¤rungen". Sodann ersuchte sie um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und Rechtsvertretung.</p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion wies den Rekurs am 21. Januar 2019 ab (Dispositiv-Ziff. I), wies A per 21. MÃ¤rz 2019 aus der Schweiz weg (Dispositiv-Ziff. II), auferlegte ihr unter Abweisung ihres Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege zufolge Aussichtslosigkeit die Rekurskosten von Fr. 1'365.- (Dispositiv-Ziff. III f.) und versagte ihr in Dispositiv-Ziff. V eine ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext"><b>III.</b></p> <p class="Urteilstext">Am 25. Februar 2019 beantragte A dem Verwaltungsgericht mit Beschwerde, der Rekursentscheid sei unter EntschÃ¤digungsfolge aufzuheben und die Sicherheitsdirektion sei anzuweisen, "das Verfahren wieder aufzunehmen und den Sachverhalt rechtsgenÃ¼gend abzuklÃ¤ren oder bis zum rechtskrÃ¤ftigen Abschluss des IV-Verfahrens [â¦] zu sistieren". Eventualiter sei die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern, "subeventualiter sei das Beschwerdeverfahren bis zum rechtskrÃ¤ftigen Entscheid des Beschwerdegegners Ã¼ber die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r Rentnerinnen und Rentner [â¦]" zu sistieren. Der Sozialhilfebezug sei krankheitsbedingt unverschuldet. Dazu ersuchte sie um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und Rechtsvertretung. </p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 4./6. MÃ¤rz 2019 auf Vernehmlassung. Das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein. Am 22. Mai 2019 reichte A aktuelle medizinische Unterlagen ein. Am 4. Oktober 2019 informierte der Rechtsvertreter von A das Gericht Ã¼ber den Stand des IV-Verfahrens, reichte momentane Arztberichte, eine Kopie des beim Migrationsamt eingereichten Gesuchs um eine Rentnerbewilligung mit finanzieller UnterstÃ¼tzung durch die sechs Kinder sowie seine Honorarnote ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide einer Direktion Ã¼ber Anordnungen eines Amtes etwa betreffend das Aufenthaltsrecht nach § 41 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Wie sich aus den weiteren AusfÃ¼hrungen ergibt, erweist sich eine Sistierung bis zum Abschluss des sozialversicherungsrechtlichen WiedererwÃ¤gungsverfahrens bzw. des Verfahrens um eine Erwerbslosenbewilligung als nicht notwendig.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach Art. 42 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) haben auslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizer StaatsbÃ¼rgern Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin lebt in ehelicher Gemeinschaft mit ihrem Schweizer Ehemann und hat damit grundsÃ¤tzlich Anspruch auf VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der Anspruch nach Art. 42 Abs. 1 AIG erlischt, wenn WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 63 AIG vorliegen (Art. 51 Abs. 1 lit. b AIG). GemÃ¤ss Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG kann eine Aufenthaltsbewilligung unter anderem widerrufen werden, wenn die auslÃ¤ndische Person oder eine Person, fÃ¼r die sie zu sorgen hat, erheblich und dauerhaft auf Sozialhilfe angewiesen ist. Nach der auch auf den Widerruf der Niederlassungsbewilligung anwendbaren Rechtsprechung zum Familiennachzug muss konkret die Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit bestehen; blosse finanzielle Bedenken genÃ¼gen nicht (vgl. zur Erheblichkeit der FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit BGr, 21. Juli 2011, 2C_268/2011, E. 6.2.3 mit Hinweisen). Neben den bisherigen und den aktuellen VerhÃ¤ltnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf lÃ¤ngere Sicht abzuwÃ¤gen. Ein Widerruf soll in Betracht kommen, wenn eine Person hohe finanzielle UnterstÃ¼tzungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft fÃ¼r ihren Lebensunterhalt sorgen wird (BGr, 4. Juni 2015, 2C_456/2014, E. 3.2). PraxisgemÃ¤ss rechtfertigt sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung wegen dauerhafter und erheblicher FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit bei einem Sozialhilfebezug von mehr als Fr. 80'000.- wÃ¤hrend mindestens zwei bis drei Jahren (vgl. BGE 123 II 529 E. 4 und BGr, 18. Februar 2013, 2C_958/2011, E. 2.3). Bei sozialhilfeabhÃ¤ngigen Personen ohne Niederlassungsbewilligung ist die Grenze entsprechend tiefer anzusetzen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist seit 8 ½ Jahren auf Sozialhilfe angewiesen. Am 5. Dezember 2017 machte der von der Gesamtfamilie bezogene Betrag Fr. 184'615.10 aus. GemÃ¤ss den Angaben der Sicherheitsdirektion betrug der UnterstÃ¼tzungsbezug des Ehepaars per 14. Januar 2019 Fr. 263'000.-. Weil krankheitsbedingt weder die BeschwerdefÃ¼hrerin noch ihr Ehemann erwerbstÃ¤tig sind bzw. die SUVA-Rente des Ehemanns in der HÃ¶he von monatlich Fr. 827.50 fÃ¼r ihren Lebensunterhalt nicht ausreicht, ist in absehbarer Zeit, sollte die BeschwerdefÃ¼hrerin keine (volle) IV-Rente erhalten, nicht mit der AblÃ¶sung von der FÃ¼rsorge zu rechnen. Ob sie eine IV-Rente erhalten wird, ist nach wie vor unklar. Selbst wenn nur der von ihr allein bezogene Betrag berÃ¼cksichtigt wÃ¼rde, erfÃ¼llte sie ausgehend von einem monatlichen Sozialhilfebudget von Fr. 1'000.- bis 1'500.- wÃ¤hrend 8 ½ Jahren (= Fr. 102'000.- bis 153'000.-) gegenwÃ¤rtig den Widerrufsgrund gemÃ¤ss Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die VerlÃ¤ngerung einer Aufenthaltsbewilligung ist auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zu verweigern, wenn sich dies als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweist. Die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung erfordert eine InteressenabwÃ¤gung nach Art. 96 Abs. 1 AIG. Massgebend ist dabei, ob die auslÃ¤ndische Person ihre SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit verschuldet hat (BGr, 20. Juni 2013, 2C_1228/2012, E. 2.2; Silvia Hunziker in: Martina Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 62 N. 51).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die EuropÃ¤ische Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.1019) bzw. das Recht auf Privat- und Familienleben nach Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) begrÃ¼ndet praxisgemÃ¤ss keinen Anspruch auf Aufenthalt in einem bestimmten Staat oder auf einen besonderen Aufenthaltstitel (BGE 143 I 21 E. 5.1 f., 140 I 145 E. 3.1 mit Hinweisen). AuslÃ¤nderrechtliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahmen kÃ¶nnen aber unter bestimmten UmstÃ¤nden das Recht auf Familienleben und allenfalls das Recht auf Privatleben verletzen (BGE 126 II 377 E. 2b/cc, 138 I 246 E. 3.2.1, 140 II 129 E. 2.2). Unter dem Aspekt des Familienlebens ist Art. 8 EMRK berÃ¼hrt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsÃ¤chlich gelebte familiÃ¤re Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeintrÃ¤chtigt, ohne dass es dieser ohne Weiteres mÃ¶glich bzw. zumutbar wÃ¤re, ihr Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 144 I 266 E. 3.3, 144 II 1 E. 6.1, 139 I 330 E. 2.1, 137 I 247 E. 4.1.2, 130 II 281 E. 3.1). Der Anspruch auf Familienleben ist dabei auf die Kernfamilie beschrÃ¤nkt, welche bei erwachsenen Personen deren Ehepartner und die eigenen, minderjÃ¤hrigen Kinder umfasst (BGE 129 II 11 E. 2; vgl. auch Urteil des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte [EGMR], 9. Oktober 2003, Slivenko, 48321/99, § 94, www.echr.coe.int). </p> <p class="Erwgung2">Allerdings ist bei Vorliegen eines ausgeprÃ¤gten AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnisses zwischen erwachsenen Verwandten eine Berufung auf das von Art. 8 EMRK garantierte Familienleben auch mÃ¶glich. DafÃ¼r ist eine sich insbesondere aus kÃ¶rperlichen oder geistigen Behinderungen oder schwerwiegender Krankheit ergebende starke UnterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftigkeit erforderlich, welche nur von FamilienangehÃ¶rigen geleistet werden kann (vgl. BGr, 30. MÃ¤rz 2017, 2C_867/2016, E. 2.2 â 5. Dezember 2013, 2C_546/2013, E. 4.1 â 18. Juli 2011, 2C_253/2010, E. 1.5). </p> <p class="Erwgung2">Die Summe aller sonstigen familiÃ¤ren, persÃ¶nlichen, gesellschaftlichen und beruflichen Beziehungen eines Menschen betrifft dagegen den Schutz des Privatlebens (VGr, 24. Oktober 2018, VB.2018.253, E. 4.2.1). Nach der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss bei einer rechtmÃ¤ssigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren regelmÃ¤ssig davon ausgegangen werden, "dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden sind, dass es fÃ¼r eine Aufenthaltsbeendigung besonderer GrÃ¼nde bedarf" (BGE 144 I 266 E. 3.9 S. 278). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Vorliegend fÃ¤llt die Beziehung zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und ihrem Schweizer Ehemann sowie ihren erwachsenen Kindern, zu welchen ein sehr enges VerhÃ¤ltnis besteht und die bereit sind, sie neben der Pflege auch finanziell zu unterstÃ¼tzen, in den kombinierten Schutzbereich des Privat- und Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 EMRK/Art. 13 Abs. 1 BV. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Ein Eingriff in das geschÃ¼tzte Recht auf Privat- und Familienleben ist nach Art. 8 Abs. 2 EMRK dann statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und in einer demokratischen Gesellschaft unter anderem fÃ¼r das wirtschaftliche Wohl des Landes notwendig ist. Der EGMR setzt bei langen Aufenthalten im Gastland grundsÃ¤tzlich ein zwingendes soziales BedÃ¼rfnis voraus, um einen Aufenthaltstitel (nur) aus fiskalischen GrÃ¼nden zu widerrufen (EGMR, 11. Juni 2013, Hasanbasic gegen Schweiz [Nr. 52166/09]). Dabei ist eine InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen, wobei namentlich der Grad der Integration, die Dauer der bisherigen Anwesenheit in der Schweiz, die FamilienverhÃ¤ltnisse, das Legalverhalten, die finanziellen VerhÃ¤ltnisse bzw. der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung, der Gesundheitszustand, die Probleme bei einer Wiedereingliederung im Heimatland bzw. die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berÃ¼cksichtigen sind (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.4; zur Gleichwertigkeit der PrÃ¼fungskriterien nach dem Landesrecht BGr, 4. Juli 2011, 2C_818/2010, E. 5).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin nahm noch im Jahr ihrer Einreise im Familiennachzug neben der Kinder- und Hausarbeit am 1. Dezember 2005 eine ErwerbstÃ¤tigkeit zu einem Arbeitspensum von 30 % auf und reinigte fÃ¼nfmal pro Woche wÃ¤hrend 2 ½ Stunden abends BÃ¼ros, womit sie rund Fr. 800.- monatlich verdiente. Am 1. MÃ¤rz 2007 erlitt sie aufgrund einer Heckauffahrkollision ein HalswirbelsÃ¤ulen-Distorsionstrauma, in deren Folge sie eine somatoforme SchmerzstÃ¶rung entwickelte und seither krankgeschrieben ist. Am 9. August 2007 wurde ihr ArbeitsverhÃ¤ltnis per Ende der Sperrfrist auf den 31. Oktober 2007 aufgelÃ¶st. Die SUVA stellte die Leistungen fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin per 30. April 2008 ein, da die geklagten Beschwerden organisch nicht (mehr) nachweisbar seien und die AdÃ¤quanz des Leidens zum Unfall zu verneinen sei.</p> <p class="Erwgung2">Der von der Invalidenversicherung beauftragte Gutachter der K diagnostizierte am 23. Mai 2011 bei der BeschwerdefÃ¼hrerin ein schweres somatoformes Schmerzsyndrom mit psychiatrischem Krankheitswert. Das subjektive Leiden der BeschwerdefÃ¼hrerin und ihre kÃ¶rperlichen EinschrÃ¤nkungen seien gross; auch habe sie bereits einen Suizidversuch unternommen. Derart kÃ¶nne die BeschwerdefÃ¼hrerin kaum einem Arbeitgeber zugemutet werden, allerdings seien ausgehend von der medizinisch-theoretischen Ãberwindbarkeit der Symptomatik keine objektivierbaren GrÃ¼nde ersichtlich, weshalb die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht zu 70 % arbeiten kÃ¶nne (vgl. zur sogenannten "Ãberwindbarkeitsvermutung" bei somatoformen SchmerzstÃ¶rungen BGE 131 V 49). Die IV lehnte gestÃ¼tzt auf dieses Gutachten eine Berentung der BeschwerdefÃ¼hrerin am 10. Januar 2012 ab, da kein hinreichend invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden vorliege. Vielmehr ergebe sich die psychische StÃ¶rung aus den psychosozialen UmstÃ¤nden. Der sozialversicherungsrechtliche InvaliditÃ¤tsgrad belaufe sich bloss auf 20 % und ziehe keine Rente nach sich. </p> <p class="Erwgung2">Damit wurden der BeschwerdefÃ¼hrerin von der IV (subjektive) gesundheitliche EinschrÃ¤nkungen zugestanden, aber festgehalten, dass diese mittels zumutbarer Willensanstrengung Ã¼berwunden werden kÃ¶nnten. Diese sozialversicherungsrechtliche Beurteilung kann im migrationsrechtlichen Verfahren nicht unbesehen mit einem Verschulden der BeschwerdefÃ¼hrerin an ihrer SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit gleichgesetzt werden (VGr, 12. Dezember 2017, VB.2017.00541, E. 2.2.4; BGr, 18. Februar 2013, 2C_958/2011, E. 3). Zum einen hat das Bundesgericht zwischenzeitlich die sogenannte "Ãberwindbarkeitsvermutung" aufgegeben (BGE 141 V 281). Zum andern belegen die umfangreichen medizinischen Berichte, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund psychischer Probleme seit Jahren anhaltend arbeitsunfÃ¤hig ist. Aktuell bestÃ¤tigen die Berichte des psychologischen Dienstes vom 18. MÃ¤rz, 5. April, 24. Juli und 10. September 2019, der Klinik T vom 25. MÃ¤rz 2019, wo die BeschwerdefÃ¼hrerin vom 14. Februar bis 7. MÃ¤rz 2019 hospitalisiert war, und der psychiatrischen Dienste des Spitals Thurgau vom 19. September 2019, wo sie vom 2. August bis 10. September 2019 stationÃ¤r untergebracht war, die schwere chronische psychische Erkrankung mit SuizidalitÃ¤t der BeschwerdefÃ¼hrerin. </p> <p class="Erwgung2">Da mithin die psychische Erkrankung â neben der Erkrankung und Arbeitslosigkeit des Ehemanns (siehe dazu E. 3.5.2) â den Grund fÃ¼r ihre SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit darstellt, kann diese der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht zum Vorwurf gemacht werden. Entgegen der Annahme der Vorinstanz Ã¤ndert an diesem Schluss auch die wÃ¤hrend der tÃ¶dlichen Krankheit ihrer Mutter erfolgte rege ReisetÃ¤tigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin in den Kosovo nichts, zumal die BeschwerdefÃ¼hrerin angab, jeweils zwei SitzplÃ¤tze gebucht zu haben, um im Bus liegen zu kÃ¶nnen. Dass sie ihre Mutter im Kosovo nicht nur besucht, sondern auch (kÃ¶rperlich) gepflegt hatte, ergibt sich sodann nicht aus den Akten und vermag die Feststellung des unabhÃ¤ngigen medizinischen Gutachters sowie von weiteren Fachpersonen, wonach die BeschwerdefÃ¼hrerin an einer schweren, sehr einschrÃ¤nkenden SchmerzverarbeitungsstÃ¶rung leide, nicht genÃ¼gend infrage zu stellen, um der BeschwerdefÃ¼hrerin ihre Erwerbslosigkeit vorwerfen zu kÃ¶nnen. Schliesslich sei angemerkt, dass die der BeschwerdefÃ¼hrerin von der Vorinstanz vorgehaltene gesteigerte Klagsamkeit Ausfluss ihrer von Experten festgestellten psychischen Erkrankung ist und in deren Kontext hier nicht darauf hinzudeuten vermag, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin arbeitsfÃ¤hig ist. Ausserdem attestiert ihr die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde, ihrer Schadenminderungspflicht nachgekommen zu sein. Die FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin erweist sich damit nicht als selbstverschuldet.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.2 </b>Der Schweizer Ehemann der BeschwerdefÃ¼hrerin arbeitete zunÃ¤chst wÃ¤hrend zwÃ¶lf Jahren in der L in ZÃ¼rich als Vorarbeiter und anschliessend ab 1. Juni 2002 zu 100 % bei der M in N als Maschinist. Daneben hatte er zwei NebenbeschÃ¤ftigungen bei einer Reinigungsfirma sowie bei O, wo er abends und am Wochenende zusÃ¤tzlich zu seinem Haupterwerb EinsÃ¤tze leistete. Alle Arbeitgeber gaben ihm gute bis sehr gute Referenzen. Zum Zeitpunkt des Familiennachzugs im Jahr 2005 verdiente er rund Fr. 6'400.- pro Monat, wovon er seine achtkÃ¶pfige Familie ernÃ¤hren konnte. WÃ¤hrend der Arbeit bei der M trat beim Ehemann spÃ¤ter eine ZementunvertrÃ¤glichkeit auf, weshalb er eine NichteignungsverfÃ¼gung der SUVA erhielt. Er verlor daraufhin die Stellen als Maschinist und als Bodenleger. Ab 2006 war er offenbar lÃ¤ngere Zeit arbeitslos und bezog Arbeitslosengeld. Anschliessend erhielt er gemÃ¤ss eigenen Angaben wÃ¤hrend zwei bis drei Jahren SUVA-Taggelder. Er hat anschliessend keine Anstellung im 1. Arbeitsmarkt mehr gefunden. Seit Mai 2012 arbeitet er im Rahmen eines HEKS-Visite-Einsatzes zunÃ¤chst als Fahrer und nunmehr im Altersheim-Besuchsdienst. Vom 12. Dezember 2013 bis zum 12. Februar 2014 war er wegen RÃ¼ckenbeschwerden krankgeschrieben. Er darf gemÃ¤ss Hausarztbericht vom 10. Februar 2014 nur (noch) leichte, angepasste TÃ¤tigkeiten mit Tragen bis sieben Kilogramm verrichten. Er bezieht eine SUVA-Rente zufolge Berufsunfalls von monatlich Fr. 827.50. Seit dem 21. MÃ¤rz 2016 ist er in ambulanter psychiatrischer Behandlung anlÃ¤sslich einer mittelgradigen depressiven Episode mit chronischen somatischen und psychischen Leiden. 2017 war er sechs Wochen in stationÃ¤rer Behandlung in der Klinik Q, da er â gemÃ¤ss eigenen Angaben â mit seiner Arbeitslosigkeit sowie den Problemen seiner Frau nicht (mehr) zurechtkomme. Sodann ist er seiner Schadenminderungspflicht nachgekommen. Damit erscheint auch die Arbeitslosigkeit des Ehemanns zumindest teilweise als unverschuldet. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin lebt seit 2005 mit einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz, davor war sie bereits von 1990 bis 1999 als Asylsuchende und vorlÃ¤ufig Aufgenommene hier anwesend. Sie hÃ¤lt sich somit â mit einem Unterbruch von 6 Jahren â seit 29 Jahren in der Schweiz auf. Ihre Kinder sind teilweise hier geboren und aufgewachsen. Ausser einem Kind, dessen EinbÃ¼rgerungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist, sind alle Kinder â wie ihr Ehemann â eingebÃ¼rgert. Die Kinder sind hier integriert, berufstÃ¤tig und absolvier(t)en Lehrausbildungen. Es liegt demnach eine starke Bindung zur Schweiz vor. Zwar hat sie nach wie vor Kontakt zu den im Kosovo lebenden Verwandten und hÃ¤lt sich auch regelmÃ¤ssig dort auf. Seit ihre Eltern verstorben sind, reist sie gemÃ¤ss ihren Angaben und denjenigen ihres Mannes jedoch nicht mehr oft fÃ¼r Besuche in den Kosovo. Sie sagte anlÃ¤sslich der GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs am 20. Oktober 2017 gegenÃ¼ber der Polizei aus, sie habe keine Kollegen/-innen, weder in der Schweiz noch im Kosovo. Denn seit sie krank sei, hÃ¤tten alle "die Flucht ergriffen", zumal sie ihr Wehklagen nicht mehr ertragen hÃ¤tten. Sie habe nur ihren Mann und die Kinder, welche zu ihr schauen wÃ¼rden. Hier werde ihr von ihrem Mann und den Kindern geholfen, im Kosovo kÃ¶nnten die Verwandten sie nicht stÃ¤ndig pflegen. </p> <p class="Urteilstext">Ihr Mann, welcher seit 29 Jahren im Kanton ZÃ¼rich lebt, fÃ¼hrte an der polizeilichen Befragung am 20. Oktober 2017 aus, dass er seine Frau zusammen mit den Kindern pflege. Er mÃ¼sse auf seine Frau sehr genau aufpassen, sie habe bereits zweimal versucht, Selbstmord zu begehen. Er pflege sie zu Hause, mache den Haushalt und begleite sie zu allen Terminen. Er kÃ¶nne sie nicht allein lassen, was sehr belastend sei. Im Kosovo kÃ¶nne diese umfangreiche Pflege seiner Frau niemand Ã¼bernehmen, denn die Beziehung zu den Verwandten sei seit ein paar Jahren nicht mehr gut. Sie sei zu stark belastet durch ihre Krankheiten. Seit sie kein Geld mehr schicken kÃ¶nnten, sei der Kontakt zu seinen BrÃ¼dern und jenen der BeschwerdefÃ¼hrerin bereits unterkÃ¼hlt bzw. abgebrochen. Seine Eltern hÃ¤tten auch kein VerstÃ¤ndnis fÃ¼r ihre Situation und verlangten finanzielle UnterstÃ¼tzung, welche er jedoch nicht mehr leisten kÃ¶nne. Derzeit wÃ¼rden er und seine Frau in erster Linie wegen der (billigeren) Zahnarztbehandlungen in den Kosovo reisen. Er kÃ¶nne sich nicht vorstellen, in den Kosovo zurÃ¼ckzukehren. Er sei hier integriert und zu Hause. Die Kinder hÃ¤tten ihr Leben in der Schweiz.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.4 </b>Angesichts der sehr langen Anwesenheit der Familie in der Schweiz, ihrer Verbundenheit mit der Schweiz und den obgenannten Problemen mit den Verwandten im Kosovo ist von keiner engen Verbundenheit mit dem Kosovo (mehr) auszugehen. Die Mutter der BeschwerdefÃ¼hrerin, zu welcher sie ein enges VerhÃ¤ltnis pflegte, ist zwischenzeitlich verstorben. Insbesondere dem Ehemann und den Kindern ist eine Ausreise unzumutbar. Gleichzeitig ist anhand der Arztberichte sowie der Ã¼bereinstimmenden Aussagen aller Beteiligten erstellt, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin auf die Pflege ihres Mannes und der Kinder angewiesen ist. Weitere WiderrufsgrÃ¼nde liegen nicht vor. Das Ehepaar hat keine Schulden oder StrafregistereintrÃ¤ge. Damit Ã¼berwiegen vorliegend die privaten, familiÃ¤ren Interessen der kranken BeschwerdefÃ¼hrerin an einem Verbleib in der Schweiz bei ihren nÃ¤chsten AngehÃ¶rigen die Ã¶ffentlichen, finanziellen Interessen an einer Wegweisung. Letztere erweist sich als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.5 </b>Nach dem Gesagten erÃ¼brigen sich weitere SachverhaltsabklÃ¤rungen bzw. eine RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz. Die Beschwerde ist im (formellen) Eventualantrag gutzuheissen und der Beschwerdegegner einzuladen, die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verlÃ¤ngern. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und ist der BeschwerdefÃ¼hrerin antragsgemÃ¤ss fÃ¼r beide Verfahren eine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ersucht(e) fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren um unentgeltliche Rechtspflege und -vertretung. GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG). Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichtskosten aus seinem Einkommen â nach Abzug der Lebenshaltungskosten â innert angemessener Frist zu bezahlen (Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 16 N. 20).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Da die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht mit Rekurs- und Gerichtskosten belastet wird, sind die Gesuche um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung als gegenstandslos geworden abzuschreiben. Sie ist offenkundig mittellos, und ihr Rekurs sowie ihre Beschwerde waren nicht aussichtslos. Zudem war eine Rechtsvertretung notwendig. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Demnach ist in AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. III des Entscheids der Vorinstanz vom 21. Januar 2019 dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung stattzugeben und der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Person ihres damaligen Rechtsvertreters ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Die Vorinstanz ist einzuladen, die EntschÃ¤digung des vormaligen Rechtsvertreters unter Anrechnung der ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) festzusetzen, wobei die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerin vorbehalten bleibt (§ 16 Abs. 4 VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Demnach ist auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren gutzuheissen und der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Person von Rechtsanwalt B ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.6 </span></b>Hinsichtlich der Festlegung der EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsvertreters der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren gilt es nach § 9 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018 (GebV VGr, LS 1175.252) vorzugehen. Danach wird dem unentgeltlichen Rechtsbeistand der notwendige Zeitaufwand nach den StundenansÃ¤tzen des Obergerichts fÃ¼r die amtliche Verteidigung entschÃ¤digt, wobei die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses berÃ¼cksichtigt und Barauslagen separat entschÃ¤digt werden. Die EntschÃ¤digung betrÃ¤gt nach (§ 9 Abs. 1 Satz 1 GebV VGr in Verbindung mit) § 3 der Verordnung Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren vom 8. September 2010 (LS 215.3) seit dem 1. Januar 2015 in der Regel Fr. 220.- pro Stunde. </p> <p class="Urteilstext">Der Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin macht einen Aufwand von 8,40 Stunden geltend sowie Barauslagen im Betrag von Fr. 31.60 (act. 12). Dieser Aufwand erscheint ange­messen. Der Rechtsvertreter ist demnach fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren mit insgesamt <span>Fr. 2'295.75 (einschliesslich Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschÃ¤digen. </span>Nach Anrechnung der ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren von Fr. 2'154.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) verbleibt ein aus der Gerichtskasse auszurichtender Betrag von Fr. 141.75 (einschliesslich Mehrwertsteuer). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.7 </b>Abschliessend gilt es, die BeschwerdefÃ¼hrerin auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG aufmerksam zu machen, wonach eine Partei, der unentgeltliche Rechtsvertretung gewÃ¤hrt wurde, Nachzahlung leisten muss, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig (BGr, 14. November 2018, 2C_81/2018, E. 1.1 mit Hinweis). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Dispositiv-Ziff. I und II des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 21. Januar 2019 sowie die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 8. Dezember 2017 werden aufgehoben. Der Beschwerdegegner wird eingeladen, die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span> In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. III und IV des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 21. Januar 2019 werden die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 1'365.- dem Beschwerdegegner auferlegt und wird das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin um unentgelt­liche ProzessfÃ¼hrung als gegenstandslos geworden abgeschrieben. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung wird gutgeheissen und ihr in der Person von Rechtsanwalt R ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beigegeben. </span><span>Die Sicherheitsdirektion wird eingeladen, </span><span>die </span><span>EntschÃ¤digung von R unter Anrechnung der ParteientschÃ¤digung festzusetzen, wobei die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerin vorbehalten bleibt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. V des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 21. Januar 2019 wird der Beschwerdegegner verpflichtet, Rechtsanwalt R unter Anrechnung an seine EntschÃ¤digung als unentgeltlicher Rechtsbeistand fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) zu bezahlen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben und ihr in der Person von Rechtsanwalt B fÃ¼r das Beschwerdeverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beigegeben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, Rechtsanwalt B fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (zuzÃ¼glich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Rechtsanwalt B wird mit Fr. 141.75 (einschliesslich Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerin bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gung 5 Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. BGG erhoben werden. Sie ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>