A bteilung IV D -203/2007 gar/m am {T 0/2} U rteil vom 19. A pril 2007 M itw irkung: R ichter G alliker, Bovier, Lang G erichtsschreiber M aeder A ._______, M ontenegro, alias B ._______, alias C ._______, Serbien, vertreten durch D ._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 3. Januar 2007 i.S. vorsorgliche W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer suchte am 7. D ezem ber 1998 als m inderjähriges Kind ge- m einsam m it seinen Eltern und vier seiner G eschw ister in der Schw eiz um Asyl nach. a) D as dam alige Bundesam t für Flüchtlinge (BFF, seit 1. Januar 2005: BFM ) lehnte das Asylgesuch m it Verfügung vom 23. M ai 2001 ab, ordnete gleichzeitig die W eg- w eisung aus der Schw eiz an und ersetzte den als unzum utbar erachteten Vollzug der W egw eisung durch eine vorläufige Aufnahm e. b) D iese vorläufige Aufnahm e hob das BFF m it drei separaten Verfügungen vom 20. Februar 2004 w ieder auf, m it der w esentlichen Begründung, im R ahm en der Ü berprüfung der vorläufigen Aufnahm e seien deutsche Asylakten beigezogen w orden, denen zufolge der Beschw erdeführer und dessen Fam ilie ihren letzten W ohnsitz vor der Ausreise nicht w ie angegeben im Kosovo, sondern in E._______ (heutiges F._______, M ontenegro) gehabt hätten. Eine R ückkehr in das übrige Serbien und nach M ontenegro sei – so die Argum entation des BFF – im G egen- satz zu einer solchen nach Kosovo für Angehörige der Ethnie der G ._______, als w elche sich die Fam ilie des Beschw erdeführers bezeichne, grundsätzlich als zu- m utbar zu erachten. c) D ie gegen die drei Verfügungen des BFF vom 20. Februar 2004 erhobene Be- schw erde w ies die dam als zuständige Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) m it U rteil vom 6. O ktober 2005 ab. d) D er Beschw erdeführer und seine Fam ilie w urden in der Folge durch die zuständige kantonale Behörde als seit dem 1. D ezem ber 2005 verschw unden gem eldet. e) Am 6. D ezem ber 2005 reichte der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter zusam m en m it seinen Eltern und zw ei seiner G eschw ister ein R evisionsgesuch gegen das U rteil der AR K vom 6. O ktober 2005 ein. D ie AR K trat auf dieses R evi- sionsgesuch m it U rteil vom 25. Januar 2006 nicht ein, nachdem innert Frist kein Kostenvorschuss einbezahlt w orden w ar. B. Am 11. D ezem ber 2006 erschien der Beschw erdeführer im Em pfangszentrum Vallorbe und stellte zum zw eiten M al in der Schw eiz ein Asylgesuch. a) Bei der Erhebung seiner Personalien anlässlich der Kurzbefragung im Transit- zentrum Altstätten am 28. D ezem ber 2006 gab er zu Protokoll, er sei ethnischer G ._______, verw ende das D eutsche als seine M uttersprache, spreche daneben G ._______ und Albanisch und stam m e ursprünglich aus einer O rtschaft in der N ähe von H ._______ im Kosovo. In seiner Kindheit sei er zusam m en m it der Fam ilie nach F._______ gezogen und dort bis ins Jahr 1991 w ohnhaft geblieben. Im Zeitraum von 1991 bis zur Einreichung des ersten Asylgesuches in der Schw eiz hätten sie sich alle zusam m en als Asylantragsteller in D eutschland aufgehalten. W ährend sechs Jahren habe er dort die Schule besucht. N ach Abschluss des ersten Asylverfahrens in der Schw eiz seien sie via D eutschland nach D änem ark 3 gereist, um dort ebenfalls um Asyl nachzusuchen. Er habe bis am 10. D ezem ber 2006 in D änem ark gelebt und sei von einem U nbekannten gegen Bezahlung von 1000 Euro m it einem Personenw agen via Flensburg, H am burg und Stuttgart bis nach Vallorbe gefahren w orden. Seine Eltern und drei seiner G eschw ister seien in D änem ark zurückgeblieben. b) Als G rund für sein erneutes Asylgesuch gab der Beschw erdeführer anlässlich der Kurzbefragung vom 28. D ezem ber 2006 an, er sei als G ._______ im Kosovo w egen angeblicher Kollaboration m it den Serben zur Zeit des Krieges bei der alba- nischstäm m igen Bevölkerung verhasst, w ährenddem er in Serbien und in M onte- negro in den Augen der Einheim ischen als Albaner gelte und gleicherm assen ge- fährdet sei. Sein W unsch sei es, in der Schw eiz endlich ein norm ales Leben führen zu können. Eine R ückkehr nach Serbien oder M ontenegro sei für ihn auch deshalb undenkbar, w eil sein älterer Bruder I._______ in D eutschland im R ahm en einer vollzogenenen Blutrache ein Tötungsdelikt an einem anderen G ._______-Angehö- rigen begangen habe und nun die Fam ilie und insbesondere ein unter den G ._______ einflussreicher O nkel des O pfers, w elche alle in M ontenegro lebten, ihrerseits nach Vergeltung sinnten. G egen eine R ückkehr nach D eutschland spre- che, dass dort Brüder des G etöteten lebten, w elche bestim m t nach ihm bezie- hungsw eise anderen M itgliedern seiner Fam ilie suchten und dabei auf H inw eise vonseiten der zahlreichen in D eutschland lebenden und nicht für ihre D iskretion bekannten G ._______ zählen könnten. C . Am 28. D ezem ber 2006 ersuchte das BFM die deutsche Bundespolizei (Bundes- polizeiinspektion Konstanz) um R ückübernahm e des Beschw erdeführers. In ihrer Antw ort vom 29. D ezem ber 2006 gaben die deutschen Behörden ihr schriftliches Einverständnis zu einer R ückübernahm e des Beschw erdeführers. D . M it Verfügung vom 3. Januar 2007 – eröffnet am 9. Januar 2007 – w ies das BFM den Beschw erdeführer vorsorglich nach D eutschland w eg, indem es ihn auffor- derte, die Schw eiz sofort zu verlassen und nach D eutschland zurückzukehren. G leichzeitig erklärte es die vorsorgliche W egw eisung für sofort vollstreckbar und stellte fest, einer allfälligen Beschw erde gegen seinen Entscheid kom m e keine aufschiebende W irkung zu. E. Am 10. Januar 2007 (D atum der Telefax-Ü berm ittlung und der Postaufgabe) liess der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter beim Bundesverw altungsge- richt ein G esuch um Aussetzung des W egw eisungsvollzugs "bis zum Entscheid über die Verw altungsbeschw erde gegen den Entscheid vom 9. Januar 2007" ein- reichen. F. D er zuständige Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts setzte m it Zw i- schenverfügung vom 11. Januar 2007 den Vollzug der W egw eisung vorsorglich aus.4 G . M it Beschw erde vom 19. Januar 2007 (D atum der Telefaxüberm ittlung; Postauf- gabe des O riginals am 20. Januar 2007) liess der Beschw erdeführer durch seinen R echsvertreter beim Bundesverw altungsgericht die Aufhebung der Zw ischenver- fügung des BFM vom 3. Januar 2007 sow ie im W eiteren beantragen, es sei das BFM anzuw eisen, ihm in der Schw eiz die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren. D a- neben ersuchte er in prozessualer H insicht um Vereinigung des Verfahrens "m it dem jenigen vom 10. Januar 2007", um Beizug des beim BFM geführten D ossiers betreffend seinen Bruder I._______, Befreiung von der Pflicht zur Bezahlung von Verfahrenskosten respektive eines Kostenvorschusses sow ie um Ausrichtung ei- ner angem essenen Parteientschädigung zu Lasten des BFM im Falle des O bsie- gens. H . In seiner Vernehm lassung vom 9. Februar 2007 beantragte das BFM die Ab- w eisung der Beschw erde. I. D er zuständige Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts brachte dem Beschw erdeführer die Vernehm lassung des BFM m it Zw ischenverfügung vom 21. M ärz 2007 zur Kenntnis. D er Beschw erdeführer m achte von dem ihm einge- räum ten R eplikrecht keinen G ebrauch. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw al- tungsgericht (Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundes- verw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge- setzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügun- gen des BFM , w elche gestützt auf das AsylG erlassen w urden; das Bundesverw al- tungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). U nter die selbständig beim Bundesverw altungsgericht anfechtbaren Zw ischenver- fügungen fallen gem äss Art. 107 Abs. 2 Bst. a AsylG vorsorgliche M assnahm en des BFM , die einen nicht w ieder gutzum achenden N achteil bew irken können. N ach Praxis handelt es sich bei der Anordnung einer vorsorglichen W egw eisung in einen D rittstaat gem äss Art. 42 Abs. 2 AsylG um eine selbständig anfechtbare Zw i- schenverfügung im Sinne von Art. 107 Abs. 2 Bst. a AsylG , die grundsätzlich in je- dem Fall einen nicht w ieder gutzum achenden N achteil bew irken kann (vgl. Ent-5 scheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K ] 1994 N r. 12 E. 1b S. 97 ff.). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich M issbrauch und Ü berschreitung des Erm essens, die unrichtige oder unvollständige Feststel- lung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w er- den (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. 2.1 D er Beschw erdeführer hat am Verfahren vor dem BFM teilgenom m en, ist durch die angefochtene Zw ischenverfügung besonders berührt und hat ein schutzw ür- diges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung. D am it ist er zur Einreichung der Beschw erde legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). 2.2 D ie Beschw erde w urde von ihm innert der gesetzlichen Frist von 30 Tagen in gülti- ger Form eingereicht (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 50 ff. Vw VG ). D em zufolge ist – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erw ägung 3 – auf die Beschw erde einzutreten. 2.3 Im Zusam m enhang m it der Fristw ahrung ist zu präzisieren, dass das BFM in der R echtsm ittelbelehrung unter dem D ispositiv der angefochtenen Zw ischenverfü- gung vom 3. Januar 2007 die Beschw erdefrist fälschlicherw eise m it 10 statt m it 30 Tagen bezifferte. D er Beschw erdeführer m achte jedoch keine Beanstandungen oder auch nur Andeutungen in dem Sinne, dass er als Folge der M itteilung einer zu kurzen R echm ittelfrist in irgend einer W eise in der Ausübung seines Beschw er- derechts eingeschränkt gew esen w äre. M angels H inw eisen auf einen erlittenen R echtsnachteil konnte deshalb davon abgesehen w erden, ihm nach der Einrei- chung der Beschw erde am 19. Januar 2007 eine zusätzliche Frist zu deren Er- gänzung einzuräum en (Art. 35 Abs. 2 und Art. 38 Vw VG ). Zu den Argum enten des BFM in der Vernehm lassung konnte der Beschw erdeführer sodann innert einer selbständigen Frist von 15 Tagen Stellung nehm en. 3. Im vorliegenden Beschw erdeverfahren ist einzig über die Frage zu befinden, ob das BFM zu R echt den Beschw erdeführer vorsorglich, d.h. w ährend des laufenden Asylverfahrens nach D eutschland w eggew eisen hat. D ie Anordnung einer vorläufi- Aufnahm e fällt dagegen im m er erst bei einer W egw eisung aus der Schw eiz als Folge einer Ablehnung des Asylgesuchs oder eines N ichteintretens darauf in Be- tracht (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Sow eit der Beschw erdeführer beantragt, es sei das BFM zu verpflichten, ihm die vorläufige Aufnahm e in der Schw eiz zu gew ähren, ist deshalb auf die Beschw erde nicht einzutreten. 4. W er in der Schw eiz ein Asylgesuch stellt, darf sich gem äss Art. 42 Abs. 1 AsylG grundsätzlich bis zum Abschluss des Verfahrens hierzulande aufhalten. Abs. 2 die- ser Bestim m ung hält jedoch fest, dass das Bundesam t Asylsuchende vorsorglich aus der Schw eiz w egw eisen kann, w enn ihre W eiterreise in einen D rittstaat m öglich, zulässig und zum utbar ist, nam entlich w enn der D rittstaat vertraglich für die Behandlung des Asylgesuchs zuständig ist (Art. 42 Abs. 2 Bst. a AsylG ), w enn die Asylsuchenden sich vor der Einreichung einige Zeit im D rittstaat aufgehalten 6 haben (Bst. b), oder w enn in diesem Land nahe Angehörige oder andere Personen leben, zu denen die Asylsuchenden enge Beziehungen haben (Bst. c). Bei den drei erw ähnten Fallkonstellationen handelt es sich nicht um Anw endungsfälle der Zulässigkeit, sondern um solche der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges. Sie sind nicht als abschliessende Aufzählung zu verstehen (vgl. den Term inus „na- m entlich“; EM AR K 2000 N r. 1 E. 15 S. 11 f., 1998 N r. 24, E. 5a S. 210 f., m .w .H .). 4.1 D ie Zulässigkeit der vorsorglichen W egw eisung in einen D rittstaat nach Art. 42 Abs. 2 AsylG setzt analog zu Art. 52 Abs. 1 AsylG (vgl. EM AR K 1997 N r. 24) in der R egel voraus, dass der Betroffene im D rittstaat die M öglichkeit eines m ehr als nur vorübergehenden Verbleibs hat, d.h. über hinreichende G arantien verfügt, dass er sich dort für die voraussichtliche D auer des in der Schw eiz angehobenen Asylver- fahrens legal aufhalten kann (sog. "séjour durable"). Von dieser R egel kann abge- w ichen w erden, w enn die vorsorgliche W egw eisung in einen D rittstaat erfolgt, in w elchem der Betroffene ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen hat, sofern dieser Staat einer R ückübernahm e zustim m t und dessen Asylverfahren grundsätzlich G e- w ähr für R echtsstaatlichkeit und Einhaltung der völkerrechtlichen N orm en bietet. Ein solches Abw eichen von der R egel verbietet sich, w enn im Einzelfall substan- zielle H inw eise auf eine drohende Verletzung des G rundsatzes des N on-R efou- lem ent durch diesen D rittstaat vorliegen (vgl. EM AR K 2004 N r. 40 E. 3.2. S.276 f., 1998 N r. 24 E. 5d.bb und 5d.cc S. 216 ff.). 4.2 D er Begriff "einige Zeit" gem äss Art. 31 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. Au- gust 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) m uss, getreu dem Prinzip der H ierarchie der N orm en, entsprechend dem Sinn und Zw eck des G esetzes (Art. 42 Abs. 2 AsylG ) verstanden w erden, auf das er sich stützt. Es ist der gleiche Begriff w ie derjenige von Art. 52 Abs. 1 Bst. a AsylG , der in Art. 40 AsylV 1 als "in der R egel 20 Tage" definiert w ird (vgl. EM AR K 2000 N r. 1 E. 14 S. 9 ff.). Zusätz- lich zu den in Art. 42 Abs. 2 Bst. a-c AsylG bezeichneten Fällen kann eine vorsorg- liche W egw eisung insbesondere auch aus den in Art. 40 Bst. a AsylV 1 genannten G ründen als zum utbar erachtet w erden. D abei m uss indessen das zw eite dort ge- nannte Kriterium so verstanden w erden, dass die Einreichung eines Asylgesuches in einem D rittstaat vom Asylsuchenden vernünftigerw eise nur erw artet w erden kann, w enn zw ischen ihm und dem D rittstaat eine Beziehung von einer gew issen Q ualität besteht (vgl. EM AR K 2000 N r. 1 E. 15 S. 11 f.). 4.3 G em äss Praxis ist der Vollzug der W egw eisung nur dann als unm öglich zu er- achten, w enn im Zeitpunkt des Beschw erdeentscheides die freiw illige R ückkehr oder der zw angsw eise Vollzug der W egw eisung seit m ehr als einem Jahr un- m öglich ist und dies auf unabsehbare Zeit so bleiben dürfte oder w enn absehbar ist, dass die künftige Phase des unm öglichen Vollzugs m indestens ein Jahr dauern w ird (vgl. EM AR K 1995 N r. 14 E. 8c-e S. 137 ff). 5. 5.1 In der Begründung seiner Zw ischenverfügung vom 3. Januar 2007 führt das BFM zusam m engefasst aus, aufgrund der Aussagen des Beschw erdeführers und der R ückübernahm ezusicherung der deutschen Behörden vom 29. D ezem ber 2006 seien die Voraussetzungen einer vorsorglichen W egw eisung gem äss Art. 42 7 Abs. 2 AsylG erfüllt. D er Beschw erdeführer habe sich von 1991 bis im D ezem ber 1998 in D eutschland aufgehalten. W eil der in Art. 42 Abs. 2 und Art. 52 Abs. 1 Bst. a AsylG verw endete Begriff "einige Zeit" m it "in der R egel 20 Tagen" gleichge- setzt w erde, sei die Zum utbarkeit der vorsorglichen W egw eisung klarerw eise ge- geben. D er Beschw erdeführer könne nach D eutschland zurückkehren, w o er nicht aus einem G rund nach Art. 3 AsylG an Leib, Leben oder Freiheit gefährdet sei. D a D eutschland seinen Verpflichtungen aus dem Abkom m en vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention, FK, SR 0.142.30) und der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (Europäische M enschenrechtskonvention, EM R K, SR 0.101) nach- kom m e, m üsse er auch nicht dam it rechnen, von dort aus in einen m öglichen Ver- folgerstaat zurückgeschickt zu w erden, falls er eine entsprechende G efährdung geltend m ache. 5.2 D iesen Argum enten hält der Beschw erdeführer in seinen Eingaben vom 10. und 19. Januar 2007 im Kern entgegen, eine R ücküberw eisung nach D eutschland sei in seinem Fall nicht zum utbar, w eil er sich auf der R eise von D änem ark in die Schw eiz bloss einen und nicht m ehr als 20 Tage in D eutschland aufgehalten habe. So sei er am 10. D ezem ber 2006 in D änem ark abgereist und am 11. D ezem ber 2006 in der Schw eiz eingetroffen. Zu seinem Aufenthalt in D eutschland in der Zeit von 1991 bis 1998 bestehe "kein zeitlicher Zusam m enhang". Sodann sei er zw ar am 11. N ovem ber 2005 und w iederum am 11. Juli 2006 nach D eutschland einge- reist, dort jedoch beide M ale nicht 20 Tage geblieben. Zu bedenken seien ferner die Erw ägungen der AR K im U rteil vom 6. O ktober 2005, in denen festgestellt w or- den sei, dass die von den H interbliebenen des G etöteten ausgesprochene Blutra- che insbesondere für seinen Bruder I._______ gelte. Aus diesem G rund seien die Akten des Asylverfahrens von I._______ beizuziehen. W ie allgem ein bekannt sei, dürfe im R ahm en einer Blutrache die Fam ilie des O pfers als Ersatz für einen nicht auffindbaren Täter gegen alle m ännlichen Verw andten vorgehen. Für ihn persön- lich bedeute dies, dass er im Falle einer Ausw eisung in den Kosovo oder nach M ontenegro durch die Fam ilie des O pfers um gebracht w ürde. N icht zulässig sei seine W egw eisung nach M ontenegro auch deshalb, w eil er m it an Sicherheit gren- zender W ahrscheinlichkeit niem als ein R eisedokum ent von M ontenegro erhalten w erde. 5.3 In seiner Vernehm lassung vom 9. Februar 2007 w eist das BFM darauf hin, dass die "20-Tage-R egel" nicht starr anzuw enden sei und Abw eichungen sow ohl nach unten als auch nach oben m öglich sein sollen. Entscheidend für die Zum utbarkeit einer vorsorglichen W egw eisung sei, dass nicht nur eine sehr lose Verbindung, sondern eine solche "von gew isser Q ualität" zum betreffenden D rittstaat entstan- den sei. Eine Verbindung "von gew isser Q ualität" zu einem D rittstaat ergebe sich unter anderem aus früheren Aufenthalten oder dort eingereichten Asylgesuchen, sei doch die in Art. 42 Abs. 2 AsylG enthaltene Aufzählung der Zum utbarkeits- gründe als nicht abschliessend zu verstehen. Im Falle des Beschw erdeführers sei darauf hinzuw eisen, dass dieser sich von 1991 bis D ezem ber 1998 als Asylan- tragsteller in D eutschland aufgehalten und daselbst w ährend sechs Jahren die Schule besucht habe.8 6. D as Bundesverw altungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für eine vorsorgliche W egw eisung des Beschw erdeführers nach D eutschland gegeben sind. 6.1 M it Bezug auf die Zulässigkeit der vorsorglichen W egw eisung fällt ins G ew icht, dass m it D eutschland ein D rittstaat zur D iskussion steht, in dem der Beschw erde- führer ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen hat. So geht aus dem Antw ortschrei- ben der deutschen Behörden vom 29. D ezem ber 2006 hervor, dass der Beschw er- deführer am 23. Septem ber 1991 als Asylbew erber nach D eutschland einreiste, sein Asylantrag am 6. August 1997 abgelehnt w urde und am 1. D ezem ber 1998 die M eldung über seinen Fortzug nach unbekannt erfolgte. D as Asylverfahren in D eutschland bietet grundsätzlich G ew ähr für R echtsstaatlichkeit und Einhaltung der völkerrechtlichen N orm en. Eine verbindliche Zusicherung der deutschen Be- hörden für eine R ückübernahm e des Beschw erdeführers liegt vor. Bei dieser Sachlage ist es für die Zulässigkeit der vorsorglichen W egw eisung nicht erforderlich, dass der Beschw erdeführer im heutigen Zeitpunkt über hinreichende G arantien verfügt, sich für die voraussichtliche D auer des in der Schw eiz ange- hobenen Asylverfahrens legal in D eutschland aufzuhalten (sog. "séjour durable", vgl. EM AR K 1998 N r. 24 E. 5d.bb und 5d.cc S. 216 ff.). D er Beschw erdeführer ver- m ag näm lich keine konkreten und gew ichtigen Anhaltspunkte nam haft zu m achen, die den Schluss nahe legen könnten, in seinem Fall seien trotz der grundsätzli- chen Vertrauensw ürdigkeit des deutschen Asylverfahrens aus G ründen, die sich vor der rechtskräftigen Ablehnung seines Antrags durch die deutschen Behörden verw irklicht haben, die Voraussetzungen der Flüchtlingeigenschaft m it hoher W ahrscheinlichkeit erfüllt (vgl. EM AR K 1998 N r. 24 E. 5d.cc S. 221). W as die in der Beschw erde geltend gem achte G efahr einer Blutrache als Folge ei- nes am 16. N ovem ber 1998 verübten Tötungsdelikts betrifft, so kann auch in Be- rücksichtigung dessen eine Verletzung des Prinzips des N on-R efoulem ent durch die deutschen Behörden hinlänglich ausgeschlossen w erden, nachdem im ersten Asylverfahren in der Schw eiz das am 7. D ezem ber 1998 eingereichte Asylgesuch m it Verfügung des BFF vom 23. M ai 2001 rechtskräftig abgelehnt w orden ist und die AR K in ihrem U rteil vom 6. O ktober 2005 die am 20. Februar 2004 vom BFF verfügte Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e in Abw eisung der Beschw erde be- stätigt hat. Angesichts der in D eutschland und in der Schw eiz vom Beschw erdeführer erfolg- los durchlaufenen Asylverfahren ist es offensichtlich, dass es an den Vorausset- zungen für die Zuerkennung der Flüchtlingeigenschaft fehlt. G leichzeitig ist von vornherein gew iss, dass sich aus den Akten im gegenw ärtig in der Schw eiz hängi- gen Asylverfahren des Bruders I._______ keine w esentlichen Erkenntnisse für die Frage nach der Zulässigkeit der vorsorglichen W egw eisung des Beschw erdefüh- rers nach D eutschland gew innen liessen. D er dahingehende Verfahrensantrag ist folgerichtig abzuw eisen (vgl. EM AR K 2003 N r. 13 E. 4c S. 84). D ie vorsorgliche W egw eisung des Beschw erdeführers nach D eutschland erw eist sich nach dem G esagten als zulässig. 6.2 D ie vorsorgliche W egw eisung des Beschw erdeführers nach D eutschland ist so- dann auch als zum utbar zu erachten. D abei fällt letztlich nicht ins G ew icht, dass der Beschw erdeführer sich auf der H erreise in die Schw eiz vor der Einreichung des zw eiten Asylgesuchs am 11. D ezem ber 2006 w eniger als 20 Tage in D eutsch-9 land aufgehalten haben dürfte. W ie das BFM in seiner Vernehm lassung richtig ausführt, ist die M indestaufenthaltsdauer im D rittstaat von 20 Tagen gem äss Art. 40 AsylV 1 als Bedeutung für den Begriff "einige Zeit" gem äss Art. 42 Abs. 2 Bst. b AsylG nicht absolut zu verstehen und darüber hinaus zu beachten, dass die Aufzählung der Zum utbarkeitsgründe in Art. 42 Abs. 2 AsylG nicht abschliessend ist und auch andere – freilich gleichw ertige – G ründe in Frage kom m en. G enerell soll m it dem Prüfungskriterium der Zum utbarkeit im Ergebnis sichergestellt w er- den, dass eine vorsorglich w eggew iesene Person zum D rittstaat eine nicht nur sehr lose Verbindung aufw eist, sondern eine solche von gew isser Q ualität. Bei- spielsw eise kann ein früherer Aufenthalt von einer gew issen D auer der G rund da- für sein, dass die betroffene Person zum D rittstaat zum indest eine nicht bloss zu- fällige Beziehung geknüpft hat (vgl. EM AR K 1994 N r. 12 E. 3c S. 107 f.). Im Falle des Beschw erdeführers ist durch die Aktenlage gew ährleistet, dass sei- nerseits im heutigen Zeitpunkt eine w eit stärkere als nur m inim ale Beziehung zu D eutschland besteht. So hat er zw ischen dem 6. und 13. Altersjahr als Asylantrag- steller in D eutschland gelebt und dort w ährend sechs Jahren auch die Schule be- sucht. Entgegen dem Einw and in der Eingabe vom 10. Januar 2007 verm ag der dam alige Aufenthalt auch heute noch seine W irkung zu entfalten, in dem Sinne näm lich, dass der Beschw erdeführer zw angsläufig m it den grundlegenden G epflo- genheiten in D eutschland nach w ie vor vertraut ist. D ies lässt sich etw a daran er- kennen, dass er bei der Einreichung des Asylgesuchs am 11. D ezem ber 2006 das D eutsche als seine M uttersprache bezeichnet hat. Seine Ergreifung am 11. N o- vem ber 2005 durch die deutschen Behörden im R aum Flensburg erlaubt zudem den Schluss, dass er zuvor aus freien Stücken von D änem ark her nach D eutsch- land gelangt w ar. 6.3 D ie deutschen G renzbehörden haben am 29. D ezem ber 2006 einer R ückübernah- m e des Beschw erdeführers zugestim m t. D ie vorsorgliche W egw eisung ist dam it rechtlich m öglich. 6.4 Aufgrund der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf die w eiteren Einw en- dungen und Kritikpunkte in der Beschw erde und in der R eplik näher einzugehen, da diese nicht gegeeignet sind, zu einem anderen Entscheid zu führen. In W ürdi- gung der gesam ten U m stände ist festzustellen, dass die vorsorgliche W egw eisung des Beschw erdeführers nach D eutschland zulässig, zum utbar und m öglich ist. D e- ren Anordnung durch das BFM ist m ithin zu bestätigen. 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen, sow eit darauf einzutreten ist. 8. 8.1 G em äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG befreit die Beschw erdeinstanz nach Einreichung der Beschw erde eine Partei, die nicht über die erforderlichen M ittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern ihr Begehren nicht von vornhe- rein aussichtslos erscheint. Aus den aufgezeigten G ründen kann dem Beschw er-10 deführer zw ar nicht vorgehalten w erden, seiner Beschw erde habe es im Zeitpunkt der Beantragung der unentgeltlichen R echtspflege m it Blick auf die Erfolgsaus- sichten an der nötigen Ernsthaftigkeit gefehlt (vgl. BG E 125 II 275 E. 4b). Indes w ird seine prozessuale Bedürftigkeit nicht durch eine aktuelle Fürsorgebestätigung oder in anderer Form hinreichend belegt, sondern lediglich behauptet. Zudem kann in seinem Fall die fehlende M öglichkeit, für die Verfahrenskosten m it eigenen M it- teln aufzukom m en, nicht ohne w eiteres verm utet w erden, hält er sich doch seit dem Jahre 1991 in D eutschland, der Schw eiz und D änem ark auf. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG ist deshalb m angels ausgew iesener Bedürftigkeit abzuw eisen. 8.2 D em Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Kosten dem Beschw erde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.- fest- zusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 1 bis 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem - ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). 8.3 Als Folge der Auferlegung und Bezifferung der Verfahrenskosten stellt sich die Frage einer Bevorschussung nicht m ehr, so dass das G esuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegenstandslos zu betrachten ist. (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird abgew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.-, w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. 4. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten - das J._______ des Kantons K._______ D er Instruktionsrichter: D er G erichtsschreiber: R obert G alliker M artin M aeder Versand am :