<h2>SubmittedText<h2><p>Im Verwaltungsorganisationsgesetz und/oder in den Übergangsbestimmungen der Bundesverfassung sind die rechtlichen Grundlagen dafür zu schaffen, dass die Schweiz bei der missglückten Rechtschreibereform nicht mehr mitmacht und somit zur alten Rechtschreibung zurückkehrt.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Jede Reform, die eine Änderung vertrauter Gewohnheiten mit sich bringt, stösst unabhängig von ihrem Gehalt erfahrungsgemäss zunächst auf Kritik. Das konnte bei einer Rechtschreibereform, von deren Vorteilen ja in erster Linie diejenigen profitieren, die die Schriftsprache neu erwerben, nicht anders sein. Es darf deshalb nicht erstaunen, wenn es bei der Umsetzung da und dort zu Verzögerungen kommt.</p><p>Trotz dieser objektiv schwierigen Ausgangslage ist die neue Rechtschreibung in den öffentlichen Verwaltungen, in den Schulen, den Medien und im Grossen und Ganzen auch in der Privatwirtschaft unseres Landes ohne grosse Schwierigkeiten eingeführt worden und hat sich bewährt. Bei der Aktion der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" handelt es sich um einen Einzelfall, der trotz der Stellung, die dieses Blatt in den Printmedien hat, nicht überschätzt werden darf.</p><p>Rechtschreibung ist anerkanntermassen eine hoch komplexe Angelegenheit. Aus diesem Grund wurde bei ihrer Einführung eine Übergangszeit von sieben Jahren beschlossen, während der alte Schreibungen noch nicht als falsch gewertet werden dürfen. Gleichzeitig haben Deutschland, Österreich und die Schweiz eine zwischenstaatliche Expertenkommission eingesetzt, die den Auftrag hat, die Wirkungen der Reform während der Übergangszeit zu beobachten und auf das Jahr 2005 diejenigen Änderungen am Regelwerk vorzuschlagen, die sich aufgrund dieser Beobachtungen als notwendig erweisen sollten. Die Kommission wird in diesem Zusammenhang auch die Praxis der "Neuen Zürcher Zeitung" ernsthaft prüfen.</p><p>Nach Auffassung des Bundesrates ist die Motion deshalb von der Sache her nicht gerechtfertigt.</p><p>Eine praktisch gleich lautende Motion der Fraktion der Freiheits-Partei vom 12. März 1997 (Rechtschreibreform stoppen) hat der Nationalrat bereits abgelehnt. Die Gründe, die den Bundesrat damals bewogen haben, dem Rat die Ablehnung zu beantragen, treffen auch heute noch zu.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.