Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 8. Juli 2024 ZK2 2023 76 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Reto Heizmann, Kantonsrichterin Veronika Bürgler Trutmann und Kantonsrichter Pius Kistler, Gerichtsschreiberin Michelle Mettler. In Sachen A.________, Gesuchsgegner und Berufungsführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen C.________, Gesuchstellerin und Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt D.________, betreffend Eheschutz (Berufung gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 27. Oktober 2023, ZES 2022 446);- hat die 2. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben: A. Die Parteien heirateten am 1. Dezember 1995 in ________. Ihrer Ehe ent- sprossen die Kinder F.________, G.________ und H.________. Mit Eheschutzbegehren vom 6. September 2022 beantragte die Gesuchstel- lerin beim Einzelrichter am Bezirksgericht March was folgt (Vi-act. 1): 1. [Bewilligung und Vormerknahme des Getrenntlebens seit 1. März 2022.] 2. [Anordnung der Gütertrennung per 6. September 2022.] 3. Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin rückwir- kend vom 1. März 2022 bis und mit 31. Juli 2022 als Unterhaltsbeitrag monatlich und monatlich im Voraus Fr. 3’172.00 zu bezahlen. 4. Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab 1. Au- gust 2022 als Unterhaltsbeitrag monatlich und monatlich im Voraus von Fr. 2’762.00 zu bezahlen. 5. Es sei die eheliche Liegenschaft I.________ der Gesuchstellerin für die weitere Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Benutzung und Kostentragung zuzuweisen und der Gesuchgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin die sich noch in seinem Besitz befindlichen Haus- und Briefkastenschlüssel auszuhändigen. 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Gesuch- gegners. Die Gesuchstellerin reichte am 14. September 2022 den Familienausweis nach (Vi-act. 4). B. Mit Stellungnahme vom 24. Oktober 2022 (Vi-act. 7) stellte der Gesuch- gegner folgende Anträge:Kantonsgericht Schwyz 3 1. Antrag 1 der Gesuchstellerin sei zu genehmigen. 2. Antrag 2 der Gesuchstellerin sei zu genehmigen. 3. Antrag 3 der Gesuchstellerin sei abzuweisen. 4. Antrag 4 der Gesuchstellerin sei abzuweisen. 5. Antrag 5 der Gesuchstellerin sei zu genehmigen unter der Bedingung, dass sie - Pers. Unterlagen des Gesuchgegners - dem Gesuchgegner Kopien der Unterlagen zur Liegenschaft, ins- bes. Kaufvertrag und Grundbuchauszug, und die Steuerunterlagen herausgibt - sich zur Hälfte an der Amortisation mit einem Betrag von Fr. 2’550.00 beteiligt - dem Gesuchgegner den von ihr gesperrten Zugang zum Liegen- schaftskonto bei der ________ (Bank I) wieder eröffnen lässt. 6. Unter praxisgemässen Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der Gesuchsgegner reichte am 9. November 2022 eine Eingabe mit Beilagen nach (Vi-act. 10). C. Die Parteien wurden zur Verhandlung im Sinne von Art. 273 ZPO vorgela- den (Vi-act. 12). Die Gesuchstellerin reichte am Verhandlungstag mehrere Beilagen ein (Vi-act. 13). Anlässlich der Verhandlung vom 15. März 2023 wur- den die Parteien befragt (Vi-act. 14). Mit Verfügung vom 15. März 2023 stellte der Einzelrichter fest, dass keine einvernehmliche Lösung getroffen werden konnte (Vi-act. 15). Mit derselben Verfügung wurde dem Gesuchgegner Frist zur Einreichung einer schriftlichen Stellungnahme im Sinne des rechtlichen Gehörs angesetzt und die Parteien wurden darauf hingewiesen, dass kein zweiter Schriftenwechsel angeordnet werde (Vi-act. 15). D. Die Gesuchstellerin ergänzte und modifizierte ihre Rechtsbegehren mit Stellungnahme vom 15. Mai 2023 (Vi-act. 21) wie folgt:Kantonsgericht Schwyz 4 1. [Bewilligung und Vormerknahme des Getrenntlebens seit 1. März 2022.] 2. [Anordnung der Gütertrennung per 6. September 2022.] 3. Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin rückwir- kend vom 1. Mai 2022 bis und mit 31. Juli 2022 als Unterhaltsbeitrag monatlich und monatlich im Voraus Fr. 2’759.00 zu bezahlen. 4. Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin vom 1. Au- gust 2022 bis und mit 31. März 2024 als Unterhaltsbeitrag monatlich und monatlich im Voraus Fr. 2’131.00 zu bezahlen. 5. Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab 1. April 2024 als Unterhaltsbeitrag monatlich und monatlich im Voraus Fr. 2’248.00 zu bezahlen. 6. Es sei die eheliche Liegenschaft I.________ der Gesuchstellerin für die weitere Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Benutzung und Kostentragung zuzuweisen und der Gesuchgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin die sich noch in seinem Besitz befindlichen Haus- und Briefkastenschlüssel auszuhändigen. 7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Gesuch- gegners. Zudem stellte sie den prozessualen Antrag, der Gesuchgegner sei zu ver- pflichten, sämtliche Lohnabrechnungen des Jahres 2022 sowie der Monate Januar, Februar, März, April und Mai 2023 und den Lohnausweis des Jahres 2022 zu edieren (Vi-act. 21, S. 2). Mit zweiter Stellungnahme vom 18. August 2023 (Vi-act. 27) hielt der Gesuch- gegner an seinen Anträgen fest. E. Am 27. Oktober 2023 verfügte der Einzelrichter was folgt (angef. Verfü- gung, Vi-act. 29):Kantonsgericht Schwyz 5 1. [Vormerknahme Berechtigung zur Aufhebung des gemeinsamen Haushalts und Getrenntlebens seit 01.03.2022.] 2. [Zuweisung eheliche Liegenschaft an Gesuchstellerin.] 3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens an ihren persönlichen Unterhalt monatlich im Voraus folgende Unterhaltsbeiträge (teilweise rückwirkend) zu bezah- len: a) Phase I ab 01.05.2022 bis 31.07.2022 Fr. 2’706.00; b) Phase II ab 01.08.2022 für die weitere Dauer des Getrenntlebens Fr. 1’805.00. 4. Die vorstehende Unterhaltsregelung basiert auf folgenden finanziellen Verhältnissen: a) von 01.05.2022 bis 31.07.2022 Einkommen (mtl., netto, inkl. 13. ML) Bedarf Gesuchstellerin Fr. 2’200.00 Fr. 3’202.00 Gesuchsgegner Fr. 10’000.00 Fr. 5’591.00 b) ab 01.08.2022 Einkommen (mtl., netto, inkl. 13. ML) Bedarf Gesuchstellerin Fr. 4’250.00 Fr. 3’548.00 Gesuchsgegner Fr. 10’000.00 Fr. 5’688.00 5. [Anordnung Gütertrennung mit Wirkung ab 06.09.2022.] 6. [Gerichtskosten.] 7. [Parteientschädigungen.] 8. [Rechtsmittelbelehrung.] 9. [Mitteilung.] F. Dagegen erhob der Gesuchgegner (nachfolgend Berufungsführer) am 9. November 2023 fristgerecht Berufung mit den folgenden Anträgen (KG-act. 1, ZK2 2023 76):Kantonsgericht Schwyz 6 1. Ziff. 3 und 4 des vorinstanzlichen Urteils seien aufzuheben und wie folgt zu fassen: “3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens an ihren persönlichen Unterhalt monatlich im Voraus folgende Unterhaltsbeiträge ab 1. September 2022 (teilwei- se rückwirkend) zu bezahlen: a) Phase I ab 01.05.2022 bis 31.07.2022 Fr. 443.25 b) Phase II ab 01.08.2022 für die weitere Dauer des Getrenntlebens Fr. 497.75 Der Gesuchsgegner ist berechtigt, die im Mai 2022 geleistete Zahlung von Fr. 1’000.00 mit seinen Unterhaltszahlungen zu verrechnen. 4. Die vorstehende Unterhaltsregelung basiert auf folgenden finanziel- len Verhältnissen: a) von 01.05.2022 bis 31.07.2022 Einkommen (mtl., netto, inkl. 13. ML) Bedarf Gesuchstellerin Fr. 5’850.00 Fr. 3’202.00 Gesuchsgegner Fr. 10’000.00 Fr. 6’011.00 b) ab 01.08.2022 Einkommen (mtl., netto, inkl. 13. ML) Bedarf Gesuchstellerin Fr. 5’850.00 Fr. 3’548.00 Gesuchsgegner Fr. 10’000.00 Fr. 6’248.00” 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gesuchstellerin. Mit Berufungsantwort vom 23. November 2023 forderte die Gesuchstellerin (nachfolgend Berufungsgegnerin), die Berufung sei unter Kosten- und Ent- schädigungsfolgen vollumfänglich abzuweisen (KG-act. 7).Kantonsgericht Schwyz 7 in Erwägung: 1. a) Im Eheschutzverfahren gilt im Verhältnis zwischen den Ehegatten der eingeschränkte Untersuchungsgrundsatz, d.h. der Richter stellt den Sachver- halt von Amtes wegen fest (Art. 272 i.V.m. Art. 271 Abs. 1 lit. a ZPO; Sutter- Somm/Hostettler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 272 ZPO N 12). In Be- zug auf die Ehegattenunterhaltsbeiträge gilt der Dispositionsgrundsatz (Art. 58 Abs. 1 ZPO; Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. A. 2014, Rn. 2.62). Im summarischen Eheschutzverfahren müssen die behaupteten Tatsachen glaubhaft gemacht werden (Art. 271 lit. a i.V.m. Art. 248 ff. ZPO; BGE 133 III 393 E. 5.1 S. 396; BGer 5A_555/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 3.1 m.H.). Es reicht aus, wenn für das Vorhandensein der infrage kommen- den Tatsachen eine grössere Wahrscheinlichkeit spricht als für das Gegenteil (Sutter-Somm/Hostettler, a.a.O., Art. 271 ZPO N 12; BGer 5A_165/2018 vom 25. September 2018 E. 3.3). b) Ob und in welchem Umfang die Ehegatten ein Rechtsmittel ergreifen, steht in ihrer freien Disposition. Nicht angefochtene Punkte erwachsen in Teil- rechtskraft (Art. 315 ZPO; Six, a.a.O., Rn. 1.47b). Der Berufungsführer ver- langt die Aufhebung und Änderung der Ziffern 3 und 4 der vorinstanzlichen Verfügung (KG-act. 1, S. 2). Die Berufungsgegnerin verlangt in ihrer Beru- fungsantwort die kostenpflichtige Abweisung der Berufung (KG-act. 7). Soweit die Berufungsgegnerin eine neue Unterhaltsberechnung vornimmt, ist diese unbeachtlich, zumal eine Anschlussberufung mit eigenen Rechtsbegehren in Abänderung der angefochtenen Verfügung nicht zulässig ist (Art. 314 Abs. 2 ZPO; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 312 ZPO N 12). Infolgedessen sind einzig die Dispositivziffern 3 und 4 der vorinstanzlichen Verfügung angefochten (Unterhalt). Die übrigen Punkte er- wuchsen in Teilrechtskraft.Kantonsgericht Schwyz 8 2. a) Strittig ist zunächst, ob der Berufungsgegnerin ein hypothetisches Ein- kommen anzurechnen ist (KG-act. 1, S. 4 ff.). aa) Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, es sei vom Willen der beiden Parteien getragen gewesen, dass die Gesuchstellerin den Wiedereinstieg ins Berufsleben erst im Sommer 2020 in Angriff genommen habe (angef. Verfü- gung, E. 2.2.1 a) bb) S. 8). Den vom Gesuchsgegner ins Recht gelegten Lohnstrukturerhebungen lasse sich entnehmen, dass es der Gesuchstellerin möglich wäre, im Pflegebereich einen monatlichen Bruttolohn zwischen Fr. 6’000.00 und Fr. 7’000.0 zu erzielen (angef. Verfügung, E. 2.2.1 a) bb) S. 10). Die Gesuchstellerin habe allerdings ausgeführt, dass ihre Rückenpro- bleme einen Wiedereinstieg in den Pflegeberuf nicht zulassen würden und sie wenn überhaupt lediglich mit einem Pensum von 50-60 % im Pflegebereich arbeiten könne (angef. Verfügung, E. 2.2.1 a) bb) S. 10). Ebenfalls habe sie Berichte der J.________ (Klinik I) und der K.________ (Klinik II) aus dem Jahr 2014 und zwei ärztliche Berichte aus dem Jahr 2023 ins Recht gelegt, die ihre Rückenbeschwerden bestätigen würden. Diese beiden Schreiben äussern sich gemäss Vorinstanz dahingehend, dass zur Aufrechterhaltung der Ver- besserung ihres Zustands körperlich belastende Tätigkeiten vermieden wer- den sollten, weshalb ein Wiedereinstieg in den Beruf als Krankenschwester nicht empfehlenswert bzw. nicht möglich sei (angef. Verfügung, E. 2.2.1 a) bb) S. 11). Die Berufungsgegnerin könne als Krankenschwester zwar ihr aktuelles Einkommen erhöhen, dies sei ihr aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträch- tigung aber nicht zumutbar. Bei einer Anstellung in einer alternativen Tätigkeit sei kein wesentlich höheres Einkommen zu erwarten, als sie derzeit mit ihrem Pensum von 73.92 % als Klassenassistentin im L.________ und von 20 % als Assistentin erziele (angef. Verfügung, E. 2.2.1 a) bb) S. 11 und S. 9). Die Be- rufungsgegnerin schöpfe mit ihrer jetzigen Tätigkeit ihr Potential hinreichend aus, weshalb ihr kein hypothetisches Einkommen anzurechnen sei (angef. Verfügung, E. 2.2.1 a) bb) S. 11 f.).Kantonsgericht Schwyz 9 bb) Der Berufungsführer macht zusammengefasst geltend, die Vorinstanz schliesse die Zumutbarkeit einer Tätigkeit der Gesuchstellerin im Pflegebe- reich einzig aufgrund der Beteuerungen der Gesuchstellerin und von zwei ärztlichen Kurzzeugnissen aus (KG-act. 1, S. 4 f.). Es sei nicht zulässig, eine berufliche Tätigkeit der Gesuchstellerin auszuschliessen, weil sie sich bewusst entschieden habe, nach der Trennung nicht mehr in den Pflegeberuf einzu- steigen. Die Vorinstanz habe verbindlich festgestellt, dass im Pflegebereich akuter Personalmangel bestehe und die Gesuchstellerin in ihrem angestamm- ten Beruf einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 6’000.00 bis Fr. 7’000.00 erzie- len könne (KG-act. 1, S. 4). Es sei mindestens zu erwarten, dass die Gesuch- stellerin einen Arbeitsversuch mache. Zudem sei die ärztliche Behandlung 2014 abgeschlossen worden und es sei der Gesuchstellerin danach wieder zunehmend besser gegangen (KG-act. 1, S. 5). Die vorinstanzliche Feststel- lung, die Gesuchstellerin schöpfe ihr Potential hinreichend aus, weil keine Tätigkeit im Gesundheits- und Pflegebereich auszumachen sei, die sie mit ihrer Ausbildung anstreben könne, ohne schwere körperliche Arbeit befürch- ten zu müssen, sei faktenwidrig und die Schlussfolgerung, es sei ihr kein hypothetisches Einkommen anzurechnen, sei falsch (KG-act. 1, S. 5). Es sei spätestens ab Herbst 2020 klar gewesen, dass sich die Parteien auf kurz oder lang trennen würden und die Gesuchstellerin wäre verpflichtet gewesen, sich um eine Optimierung des Einkommens zu bemühen. Insofern spreche nichts dagegen, der Gesuchstellerin ein hypothetisches Einkommen ab dem 1. Mai 2022 anzurechnen (KG-act. 1, S. 5). cc) Die Berufungsgegnerin macht zusammengefasst geltend, bis zur Trennung habe sie in einem Teilzeitpensum von 50 % gearbeitet, was dem Konsens der Parteien entsprochen habe (KG-act. 7, Rz. 13). Sie könne im Pflegebereich als Wiedereinsteigerin und aufgrund ihrer Rückenprobleme ma- ximal mit einem Pensum von 50-60 % arbeiten (wenn überhaupt), womit sie weit weniger verdienen würde, als sie es heute tue (KG-act. 7, Rz. 14). Es sei während des Zusammenlebens entschieden worden, dass sie nicht mehr im Kantonsgericht Schwyz 10 Pflegebereich arbeiten werde, da sie noch während des Zusammenlebens die Stelle als Klassenassistentin angetreten habe (KG-act. 7, Rz. 16). Es sei ihr kein hypothetisches Einkommen anzurechnen, da sie ihre Eigenversorgungs- kapazität nach rund 20-jähriger Absenz vom Arbeitsmarkt genügend aus- schöpfe (KG-act. 7, Rz. 15 und 18). b) aa) Ist die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes begründet, so hat der Richter gemäss Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB auf Begehren eines Ehegatten die Geldbeiträge festzusetzen, die der eine Ehegatte dem anderen schuldet (Six, a.a.O., Rn. 2.53). Der Eheschutzrichter hat bei der Festsetzung dieser Ehegattenunterhaltsbeiträge von der ausdrücklichen oder stillschweigenden Vereinbarung der Ehegatten, wie sie die Aufgaben und die Geldmittel unter sich aufteilten, auszugehen (KG SZ, ZK2 2022 57 vom 16. Februar 2024 E. 4.1 b) dd) bbb) aaaa); Six, a.a.O., Rn. 2.54). bb) Die Berechnung sämtlicher Arten von Unterhalt hat grundsätzlich nach der zweistufigen Methode zu erfolgen (BGE 147 III 308 E. 3 S. 312 m.H.). Nach dieser Methode sind zum einen die finanziellen Mittel, d.h. in erster Linie die effektiven oder hypothetischen Einkommen, und zum anderen der Bedarf der Beteiligten (der gebührende Unterhalt) festzustellen (BGE 147 III 265 E. 7; KG SZ, ZK2 2022 15 vom 21. August 2023 E. 3.b). Der geschuldete Unter- haltsbeitrag ergibt sich aus der Verteilung der vorhandenen Mittel entspre- chend den ermittelten Bedarfszahlen unter Berücksichtigung der Betreuungs- verhältnisse und weiterer Umstände des Einzelfalls (BGE 147 III 265 E. 7.3). Ein nach der Deckung des betreibungsrechtlichen bzw. bei genügenden Mit- teln des familienrechtlichen Existenzminimums verbleibender Überschuss ist nach der konkreten Situation ermessensweise zu verteilen (BGE 147 III 265 E. 7; KG SZ, ZK2 2022 15 vom 21. August 2023 E. 3.b). cc) Die Höhe des Unterhaltsbeitrags richtet sich nach den Bedürfnissen der Ehegatten und nach den persönlichen Umständen, d.h. nach der Lebensstel-Kantonsgericht Schwyz 11 lung und Leistungsfähigkeit (Art. 163 Abs. 3 ZGB; BGer 5A_607/2022 vom 26. Januar 2023 E. 2.1; BGer 5A_9/2013 vom 23. Mai 2013 E. 4.2, in: Fam- Pra.ch 2013 S. 708 ff., S. 713). Auch im Eheschutzverfahren setzt der An- spruch eines Ehegatten auf Leistung eines Unterhaltsbeitrags durch den an- deren folglich voraus, dass er nicht in der Lage ist, seinen Bedarf aus eigenen Mitteln (namentlich aus Einkommen) zu decken (BGer 5A_607/2022 vom 26. Januar 2023 E. 2.1 m.w.H.). Bei der Festsetzung der zu leistenden Unter- haltsbeiträge ist grundsätzlich vom tatsächlich erzielten Einkommen auszuge- hen (BGE 143 III 233 E. 3.2; BGer 5A_299/2012 vom 21. Juni 2012 E. 3.2). Soweit dieses Einkommen nicht ausreicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, kann ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist (BGE 143 III 233 E. 3.2; BGE 137 III 118 E. 2.3; BGer 5A_299/2012 vom 21. Juni 2012 E. 3.2). Wo die reale Möglichkeit einer Einkommenssteigerung fehlt, muss eine solche somit ausser Betracht bleiben (KG SZ, ZK2 2019 49 vom 16. September 2020 E. 5 b) bb); BGE 143 III 233 E. 3.2; BGE 128 III 4 E. 4.a; BGer 5A_299/2012 vom 21. Juni 2012 E. 3.2). dd) Die Berufung ist schriftlich und begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). In der Berufungsschrift ist substantiert vorzutragen, aus welchen Grün- den der angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet wird und wie er geän- dert werden soll (Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 311 ZPO N 36). Dies setzt voraus, dass der Berufungsführer im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich mit diesen argumentativ auseinandersetzt und die Aktenstücke nennt, auf denen seine Kritik beruht (BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015 E. 2.4.1 mit Verweis auf BGE 138 III 374 E. 4.3.1 S. 375; KG SZ, ZK2 2020 74 und 80 vom 15. Ju- ni 2021 E. 4.a). Diese Anforderungen gelten auch in Verfahren, in denen der Untersuchungs- und der Offizialgrundsatz anwendbar ist (KG SZ, ZK2 2022 42 vom 27. September 2022 E. 3.a; Reetz/Theiler, a.a.O., Kantonsgericht Schwyz 12 Art. 311 ZPO N 37; Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 311 ZPO N 15). 3. a) Die Berufungsgegnerin reichte ein Schreiben vom 2. Mai 2023 von M.________, Ärztin für allgemeine Medizin FMH (Vi-act. 21, KB 33), und ei- nen Bericht vom 24. April 2023 von N.________, behandelnder Osteopath (Vi-act. 21, KB 34), ein. Bei diesen Schreiben handelt es sich nicht um gericht- liche Gutachten, sondern vielmehr um Parteibehauptungen, die keine Be- weismittel nach Art. 168 Abs. 1 ZPO sind (BGer 5A_607/2022 vom 26. Januar 2023 E. 2.3.2; vgl. BGE 141 III 433 E. 2.6 m.H.). Parteibehauptungen, denen ein Fachbericht zugrunde liegt, gelten als besonders substantiert und sie sind entsprechend substantiert zu bestreiten (BGer 5A_607/2022 vom 26. Januar 2023 E. 2.3.2). Gleichzeitig gilt im Eheschutzverfahren das Beweismass der Glaubhaftmachung (Art. 261 Abs. 1 ZPO; BGer 5A_607/2022 vom 26. Januar 2023 E. 2.3.2; BGer 5A_297/2016 vom 2. Mai 2017 E. 2.2 m.H., nicht publ. in: BGE 143 III 233). Glaubhaft gemacht ist eine Tatsache, wenn das Gericht sie überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind und das Gericht mit der Möglichkeit rechnet, dass sich die Tatsache nicht verwirklicht haben könnte (BGE 138 III 232 E. 4.1.1; BGer 5A_607/2022 vom 26. Januar 2023 E. 2.3.2). b) aa) Die Vorinstanz setzt sich mit den erwähnten Schreiben vom 2. Mai 2023 und 24. April 2023 eingehend auseinander (vgl. angef. Verfügung, E. 2.2.1 a) bb) S. 11, S. 10 ff.). Sie kommt insbesondere gestützt auf diese zum Schluss, die Berufungsgegnerin könnte als Krankenschwester zwar ihr aktuelles Einkommen erhöhen, dies sei ihr aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung aber nicht zumutbar (vgl. angef. Verfügung, E. 2.2.1 a) bb) S. 11, S. 10 ff.). Der Berufungsführer reicht diese zwei Berichte mit Berufung ein (KG-act. 1/4 und 1/5). Er macht geltend, die ärztliche Behauptung, wonach eine Tätigkeit im angestammten Beruf nicht mehr zumutbar sei, sei nicht zu Kantonsgericht Schwyz 13 hören, weil nicht genauer dargelegt werde, was noch möglich sei und was nicht (KG-act. 1, S. 5; mit Verweis auf KB 34). Das Arztzeugnis (KB 33) stamme von der Hausärztin und sei daher mit Vorsicht zu geniessen. Die IV akzeptiere Zeugnisse des Hausarztes nie mit Verweis auf das Patienten- Auftraggeber Verhältnis, das geeignet sei, die Objektivität des Auftragnehmers (Arzt) zu trüben. Es dürfe zudem bezweifelt werden, dass eine Hausärztin fachlich in der Lage sei, eine Rückenproblematik und die daraus resultieren- den Einschränkungen bei der Arbeit zu beurteilen (KG-act. 1, S. 5). Es sei mindestens zu erwarten, dass die Gesuchstellerin einen Arbeitsversuch ma- che (KG-act. 1, S. 5). Der Berufungsführer setzt sich damit nicht mit den vor- instanzlichen Erwägungen zu den genannten Berichten auseinander, zumal er wörtlich wiederholt, was er bereits in seiner Stellungnahme vom 18. August 2023 ausführte (Vi-act. 27, Rz. 16; KG-act. 1/6). Die Hausärztin schrieb, die Berufungsbeklagte sei bei ihr seit 2014 wegen therapieresistenter Rückenschmerzen in Behandlung und die Berufungsbeklagte komme mit den Beschwerden dank Physiotherapie, regelmässigem muskulären Training sowie häufigen osteopathischen Behandlungen gut zurecht (KB 33). Die blossen Behauptungen des Berufungsführers, die ärztliche Behandlung habe nur im Jahr 2014 stattgefunden (KG-act. 1, S. 5) und nicht seit 2014, wie von der Hausärztin geschrieben, überzeugt nicht. Das ärztliche Zeugnis datiert vom 2. Mai 2023 (KB 33) und es liegen keine Anhaltspunkte vor, die gegen den Wahrheitsgehalt des Belegs sprechen. Gleiches gilt für die unbelegte Be- streitung des Berufungsklägers, entgegen des Zeugnisses der Hausärztin lau- fe die Osteopathie bloss zur Vorsorge (KG-act. 1, S. 5). Der Berufungsführer legt nicht im Einzelnen dar, weshalb die Hausärztin über Unwahres berichtet haben soll, und erklärt nicht näher, dass sie einzig aufgrund des Patienten- Auftraggeber-Verhältnisses eine getrübte Objektivität habe. Für die Objekti- vität spricht indes, dass die Hausärztin der Berufungsgegnerin ein Zurecht- kommen mit den Beschwerden mithilfe verschiedener Therapien attestiert. Die Hausärztin berichtet in kurzer Form, körperlich belastende Tätigkeiten sollten vermieden werden, weil eine grosse Gefahr eines Rückfalls drohe (KB 33). Kantonsgericht Schwyz 14 Inwiefern sie betreffend diese Aussage nicht über das nötige Fachwissen ver- fügen soll, legt der Berufungsführer nicht näher dar. Es ist glaubhaft, dass die Hausärztin, die die Berufungsbeklagte seit mehreren Jahren wegen Rücken- schmerzen behandelt und deren Krankheitsverlauf kennt, eine Kurzeinschät- zung über die zumutbaren körperlichen Belastungen und eines drohenden Rückfalls treffen kann. Die Arztberichte von 2014 (Vi-act. 21, KB 20, 21, 22) sind zwar offenkundig nicht gleich aktuell wie die Berichte vom 2. Mai 2023 und vom 24. April 2023. Jedoch stützen sie die Inhalte der aktuellen Berichte und die langjährigen Rückenbeschwerden. Als die Berufungsgegnerin anläss- lich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung Ausführungen zu ihren Rückenbe- schwerden machte, wurden diese vom Berufungsführer nicht bestritten (Vi-act. 14). Im Gegenteil sagte er, dass beispielsweise bei der Spitex „sehr rückenschonend“ gearbeitet werde (Vi-act. 14, Rn. 64; KG-act. 1/7). bb) Der behandelnde Osteopath schrieb, die Berufungsbeklagte sei seit Mai 2017 regelmässig in Behandlung und mit der wiederkehrenden Therapie habe sie ihre Schmerzen im Griff (KB 34). Sie könne jedoch keine schweren Lasten mehr heben und müsse eine rückenschonende Tätigkeit ausüben. Der Wiedereinstieg als Krankenschwester sei nicht mehr möglich (KB 34). In Be- zug auf diesen Bericht (KB 34) moniert der Berufungsführer einzig, diese Be- hauptung sei nicht zu hören, weil nicht genauer dargelegt werde, was noch möglich sei und was nicht (KG-act. 1, S. 5). Der Berufungsführer legt auch in Bezug auf KB 34 nicht konkret dar, aus welchen Gründen am Inhalt und Wahrheitsgehalt dieser Einschätzung des Osteopathen zu zweifeln sei. Durch die Vorbringen der Berufungsbeklagten und die eingereichten Berichte (KB 33 und 34) werden die Rückenbeschwerden und die Unzumutbarkeit des Wiedereinstiegs als Krankenschwester substantiert. Der Berufungsführer kommt seiner substantierten Bestreitungspflicht jedoch wie dargelegt nicht nach (vgl. oben E. 2.c). Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, liegen keine Gründe vor, an den Einschätzungen der behandelnden Hausärztin und des Osteopathen zu zweifeln (angef. Verfügung, E. 2.2.1 a) bb) S. 11). Die Vor-Kantonsgericht Schwyz 15 instanz ist damit zutreffend davon ausgegangen, dass durch die genannten Schreiben (KB 33 und 34) die Rückenbeschwerden und die damit einherge- hende Unzumutbarkeit einer körperlich belastenden Tätigkeit durch Personen mit gewisser Fachkenntnis bestätigt und damit glaubhaft gemacht sind. c) Der Beschwerdeführer rügt zudem, es sei nicht zulässig, eine berufliche Tätigkeit der Gesuchstellerin auszuschliessen, weil sie sich bewusst entschie- den habe, nach der Trennung nicht mehr in den Pflegeberuf einzusteigen. Die vorinstanzliche Feststellung, die Gesuchstellerin schöpfe ihr Potential hinrei- chend aus, weil keine Tätigkeit im Gesundheits- und Pflegebereich auszuma- chen sei, die sie mit ihrer Ausbildung anstreben könnte, ohne schwere körper- liche Arbeit befürchten zu müssen, sei faktenwidrig und die Schlussfolgerung, es sei ihr kein hypothetisches Einkommen anzurechnen, sei falsch (KG-act. 1, S. 4). Der Beschwerdeführer nennt keine Gründe oder Aktenstü- cke, auf denen seine Kritik beruht und die eine fehlerhafte oder aktenwidrige Schlussfolgerung der Vorinstanz aufzeigen (vgl. oben E. 2.b.dd). Damit setzt sich der Berufungsführer mit den vorinstanzlichen Erwägungen nicht argu- mentativ auseinander und äussert bloss appellatorische Kritik. Er bestreitet nicht, dass die Berufungsgegnerin im Pflegebereich als Wiedereinsteigerin mit einem reduzierten Pensum von 50-60 % weit weniger verdienen würde, als sie es heute tue (KG-act. 7, Rz. 14; angef. Verfügung, E. 2.2.1 a) bb) S. 8). Seine Behauptungen, in der Spitex würde rückenschonend gearbeitet und im Spital würden sich weniger qualifiziertes FAGE-Personal um die Pflege kümmern und eine diplomierte Krankenschwester wie seine Frau (wohl die Ehefrau des Rechtsvertreters) würde Blutdruck messen oder Medikamente vorbereiten (KG-act. 1, S. 4 f.), stehen in keinem Bezug zu den vorinstanzlichen Erwä- gungen. Zudem hat der Eheschutzrichter bei der Festsetzung der Ehegatten- unterhaltsbeiträge von der ausdrücklichen oder stillschweigenden Vereinba- rung der Ehegatten, wie sie die Aufgaben und die Geldmittel unter sich aufteil- ten, auszugehen (vgl. oben E. 2.b) aa). Die Berufungsgegnerin trat ihre Stelle als Klassenassistentin noch während des Zusammenlebens an. Deshalb er-Kantonsgericht Schwyz 16 scheint glaubhaft, dass es zumindest dem stillschweigenden Konsens beider Parteien entsprach, wonach die Berufungsgegnerin nicht mehr in den Pflege- beruf zurückkehre (KG-act. 7, Rz. 16). d) Letztlich kann – wie oben erwähnt – ein hypothetisches Einkommen gemäss Rechtsprechung dann angerechnet werden, soweit das tatsächlich erzielte Einkommen nicht ausreicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken und sofern dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist (vgl. oben E. 2.b) cc); BGE 143 III 233 E. 3.2). Gemäss Unterhaltsberechnungen der Vorinstanz deckte die Berufungsgegnerin spätestens ab August 2022 mit ihrem Einkom- men von Fr. 4’250.00 ihren ausgewiesenen Bedarf (angef. Verfügung, E. 2.2.3 b) S. 16 f.). Die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens nach August 2022 wäre damit ohnehin obsolet. e) Zusammengefasst ist die vorinstanzliche Verfügung dahingehend zu bestätigen, dass der Berufungsgegnerin kein hypothetisches Einkommen an- zurechnen ist. Die Berufung ist in diesem Punkt unbegründet und abzuweisen. 4. a) Der Berufungsführer macht weiter geltend, es sei bereits im erstinstanzli- chen Verfahren in der zweiten Stellungnahme unter Rz. 32 behauptet und belegt worden, dass der Mietzins ab „1. Oktober 2022“ (recte: 1. Oktober 2023, s. Vi-act. 27, Rn. 26 und Beilage 16; KG-act. 1/6) von Fr. 2’520.00 auf Fr. 2’660.00 gestiegen sei, was mit den Nebenkosten und Parkplätzen Fr. 3’020.00 ergebe (KG-act. 1, S. 6). Die Vorinstanz rechnete in beiden Pha- sen mit einem Betrag von Fr. 2’880.00 (angef. Verfügung, S. 15-17). b) Im Anwendungsbereich der Untersuchungsmaxime – insbesondere auch im Eheschutzverfahren – hat das Gericht neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung unbeschränkt zu berücksichtigen (Killias, in: Haus- heer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, 2012, Art. 229 ZPO N 22 f.; Spycher, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Kantonsgericht Schwyz 17 Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, 2012, Art. 272 ZPO N 7; Sutter-Somm/Hostettler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/ Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 272 ZPO N 16; KG SZ, ZK2 2018 3 vom 25. März 2019 E. 3.a). Dies gilt sowohl bei der strengen wie auch der sozialen (eingeschränkten) Untersuchungsmaxime (Sogo/Naegeli, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2021, Art. 229 ZPO N 18 m.H.; BGE 142 III 402 E. 2.1 = Pra 106 (2017) Nr. 71, 711, 714). Im dem Untersuchungsgrundsatz unterworfenen Eheschutzverfahren vor dem Einzelrichter entspricht die Urteilsberatung dem Moment der Ent- scheidfindung (Sutter-Somm/Hostettler, a.a.O., Art. 272 ZPO N 16). Der Beru- fungsführer konnte dementsprechend vor Vorinstanz bis zur Urteilsberatung neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen (Art. 229 Abs. 3 ZPO; KG SZ, ZK2 2018 3 vom 25. März 2019 E. 3.a m.V.). c) Der Berufungsführer machte in seiner ersten Stellungnahme vom 24. Okto- ber 2022 geltend, sein Mietzins betrage Fr. 2’520.00 und dazu kämen der Parkplatz für Fr. 160.00 und die Nebenkosten von Fr. 200.00 (Vi-act. 7, Rz. 18), total Fr. 2’880.00. Dasselbe schrieb der Berufungsführer in seiner Stellungnahme vom 18. August 2023 unter „Unterhaltsberechnung während des Getrenntlebens vom 1. Mai 2022 bis 31. Juli 2022“ (Vi-act. 27 Rz. 24; KG-act. 1/6). Gleich anschliessend führte der Berufungs- führer unter Rz. 26 aus, es sei die Mietzinserhöhung per 1. Oktober 2023 zu berücksichtigen (Vi-act. 27, Rz. 26; KG-act. 1/6). Danach machte der Beru- fungsführer unter Rz. 32 in derselben Eingabe für die Phase vom 1. August 2022 bis und mit 31. März 2024 geltend, seine Wohnkosten würden sich per 1. Oktober 2023 auf Fr. 2’660.00 erhöhen, unter Verweis auf die Mitteilung Mietzinserhöhung (Vi-act. 27, BB 16; KG-act. 1/6). d) Der angefochtenen Verfügung lassen sich keine Ausführungen zur Mietzinserhöhung entnehmen. Die Stellungnahme vom 18. August 2023 und Kantonsgericht Schwyz 18 die Beilage 16 wurden im erstinstanzlichen Verfahren vor der Urteilsberatung und damit rechtzeitig eingereicht (vgl. oben E. 4.b). Die Berufungsbeklagte bestreitet nicht nur die Rechtzeitigkeit der geltend gemachten Mietzinser- höhung. Sie macht zudem geltend, der Berufungsführer weise nicht nach, dass die behauptete Mietzinserhöhung unangefochten und rechtskräftig ge- worden sei (KG-act. 7, Rz. 19). Sie nennt jedoch weder Gründe noch Belege, die ihre Mutmassung glaubhaft machen. Die Mietzinserhöhung wird unter an- derem durch die Zinssatzänderung von 1.25 % auf 1.50 % und den Teue- rungsausgleich Indexstand von 102.40 auf 106.90 Punkte begründet (Vi- act. 27, BB 16). Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die eine (erfolgreiche) Anfechtung der Mietzinserhöhung glaubhaft erscheinen lassen. e) Der Berufungsführer legte rechtzeitig und genügend dar, dass sich sein Mietzins per 1. Oktober 2023 um Fr. 140.00 erhöhte. Die Berufung ist in die- sem Punkt gutzuheissen. Jedoch ist der erhöhte Bedarf erst per 1. Oktober 2023 belegt (Vi-act. 27, BB 16), weshalb die Mietzinserhöhung erst ab diesem Zeitpunkt, und nicht bereits ab dem 1. August 2022 (vgl. KG-act. 1, S. 6), an- gerechnet werden kann. 5. a) Der Berufungsführer macht überdies geltend, per 31. März 2024 müsse er den kalkulierten Restwert aus dem Leasingvertrag von Fr. 5’000.00 bezah- len und weil er das Auto beruflich benötige, schlussendlich also, um den Unterhalt zu bezahlen, müsse dieser Betrag bei den Berechnungen berück- sichtigt werden. Wenn der Gesuchgegner ab 1. Mai 2022 Unterhalt bezahlen solle, so ergäbe dies bis am 31. März 2024 elf Monate. Der Restwert von Fr. 5’000.00 sei auf elf Monate zu verteilen, das ergebe rund Fr. 454.50, die im Bedarf des Gesuchgegners zu berücksichtigen seien (KG-act. 1, S. 6). Die Vorinstanz rechnete einzig die Leasingkosten von monatlich Fr. 407.00 zum Bedarf des Berufungsführers (angef. Urteil, E. 2.2.2.d) S. 14, 16 f.).Kantonsgericht Schwyz 19 b) Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung und gemäss den Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz vom 1. Juli 2009 (BlSchK 2009 S. 193 ff.) gilt, dass bei einem Automobil mit Kom- petenzqualität die festen und veränderlichen Kosten ohne Amortisation zu berechnen sind (vgl. auch BGE 140 III 337 S. 342 E. 5.2). Wird der Restwert durch eine monatliche Rate vollständig amortisiert, ist diese Amortisationsrate nicht zum Bedarf hinzuzurechnen (vgl. OGer ZH, Beschluss LP100072-O/U vom 8. Oktober 2012 E. 4.1.a). c) Die Grundstruktur des typischen Leasingvertrags lässt sich wie folgt um- schreiben: Der Leasinggeber überlässt dem Leasingnehmer auf eine fest be- stimmte Zeit ein Leasingobjekt zur freien Verwendung und Nutzung, wobei das volle Erhaltungsrisiko i.d.R. vertraglich mitübertragen wird. Hierfür leistet der Leasingnehmer ein Entgelt, das in Teilleistungen (Leasingzins) zu entrich- ten ist. Die kapitalisierten Raten ergeben einen Betrag, der dem auf Vertrags- ende verzinsten Verkehrswert im Zeitpunkt des Vertragsschlusses voll oder teilweise entspricht (Amstutz/Morin, in: Widmer Lüchinger/Oser [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 7. A. 2020, Einl. vor Art. 184 OR N 59 m.w.H.). Von einer Teilamortisation spricht man, wenn der Leasingneh- mer über die gesamte Vertragsdauer lediglich einen Teil des Fahrzeugwertes zu bezahlen hat, von Vollamortisation, wenn das Leasingentgelt mehr als den Fahrzeugwert ausmacht (Schatz, Das Leasing von Automobilen, in: AJP 2006 S. 1042 ff., S. 1043). d) Nach Art. 8 ZGB besteht eine „Glaubhaftmachungslast“ desjenigen Ehegat- ten, der aus einer behaupteten Tatsache Rechte ableitet (Maier/Vetterli, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm, Scheidung, Band II, 4. A. 2022, Art. 271 Anh. ZPO N 5a; BGer 5A_117/2010 vom 5. März 2010 E. 3.3). Die behaup- tungs- und beweisbelastete Partei hat die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens anspruchsberechtigender Tatsachen darzulegen. Das Gericht muss summa- risch prüfen, ob sich der geltend gemachte Anspruch aus den dargelegten Kantonsgericht Schwyz 20 Tatsachen und Beweisen ergibt bzw. ob für das Vorhandensein dieser Tatsa- chen gewisse Elemente sprechen (Maier/Vetterli, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm, Scheidung, Band II, 4. A. 2022, Art. 271 Anh. ZPO N 5a). e) Der Berufungsführer trägt die Glaubhaftmachungslast, dass der Restwert keine Amortisation sei, zumal er die Berücksichtigung im Bedarf beansprucht (vgl. oben E. 5.b; BlSchK 2009 S. 193 ff.; BGE 140 III 337 S. 342 E. 5.2). Er reichte zunächst den Beleg der Leasingrate ein, woraus sich die Vertragslauf- zeit von 01.04.2020 bis 31.03.2024 ergibt (Vi-act. 7, BB 7). Mit Stellungnahme vom 18. August 2023 reichte er die erste Seite des sechsseitigen Leasingver- trags ein (Vi-act. 27, BB 17). Dieser Seite lässt sich entnehmen, dass der Bar- kaufpreis inkl. MWST Fr. 38’400.00 und der kalkulierte Restwert per Vertrags- ende Fr. 5’000.00 betrage (Vi-act. 27, BB 17). Weitere Seiten des Vertrags oder Ausführungen, welche die anspruchsbegründende Tatsache (d.h. den fehlenden Amortisationscharakter des Restwerts) zumindest glaubhaft macht, liegen nicht vor. Der Berufungsführer macht einzig geltend, er müsse den Restwert von Fr. 5’000.00 per Vertragsende bezahlen (KG-act. 1, S. 6). Dies spricht für einen Leasingvertrag mit Teilamortisation, bei dem er während der Vertragsdauer lediglich einen Teil des Fahrzeugwertes zu bezahlen hatte und am Ende der Vertragsdauer noch ein Restwert offen war (vgl. oben E. 5.c). Mit anderen Worten ist davon auszugehen, dass es sich beim Restwert von Fr. 5’000.00 gerade um eine Amortisation handelt, die im Bedarf nicht zu berücksichtigen ist (vgl. BGE 140 III 337 S. 342 E. 5.2). Gegenteilige Aus- führungen, auf die der Berufungsführer seinen Anspruch stützt, legt er nicht dar und gehen ebenso wenig aus den Akten hervor. Die Vorinstanz sah daher zutreffend von einer Berücksichtigung des Restwerts im Bedarf des Beru- fungsführers ab. Die Berufung ist in diesem Punkt unbegründet und abzuwei- sen. 6. a) Der Berufungsführer macht zudem erstmals in seiner Berufung geltend, die Steuern für das Jahr 2022 seien von einem Steuertreuhänder berechnet Kantonsgericht Schwyz 21 worden und würden sich aus folgenden, approximativen Teilbeträgen zusam- mensetzen: „Kanton Zürich, Kantons und Gemeinde Fr. 9’704.15 Kanton Zürich, Bundessteuern Fr. 2’075.40 Kanton Schwyz, Kantons und Gemeinde Fr. 328.30 Total Steuern 2022 Fr. 12’107.85“ (KG-act. 1, S. 6) Die monatliche Steuerlast betrage also Fr. 1’009.00 und liege in beiden Be- rechnungsphasen um Fr. 420.00 höher als von der Vorinstanz angenommen (KG-act. 1, S. 6). Dazu reicht der Berufungsführer die Beilage 7 „Steuerbe- rechnungen für das Jahr 2022“ ein (KG-act. 1/8). b) Art. 229 Abs. 3 ZPO gilt nur für das erstinstanzliche Verfahren (Willisegger, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivil- prozessordnung, 3. A. 2017, Art. 229 ZPO N 45; BGE 138 III 625 E. 2.2 S. 627). Im Berufungsverfahren werden neue Tatsachen und Beweis- mittel auch im Geltungsbereich der eingeschränkten Untersuchungsmaxime nur noch unter Vorbehalt der in Art. 317 Abs. 1 ZPO vorgesehenen Ausnahme berücksichtigt (BGE 138 III 625 E. 2.1 und 2.2 = Pra 102/2013 Nr. 26; KG SZ, ZK2 2018 3 vom 25. März 2019 E. 3.a). Es sind daher nur noch Noven zu berücksichtigen, die ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten. Unechte Noven im Sinne von Art. 317 Abs. 1 ZPO sind Tatsachen, die sich bereits vor dem Ende der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bzw. vor dem Zeitpunkt verwirklichten, in welchem sie in erster Instanz letztmals hätten vorgebracht werden können, sowie Beweismittel, die zwar zu jenem Zeitpunkt schon be- standen, die aber aus irgendwelchen Gründen damals nicht vorgebracht wur- den (Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, 2012, Art. 317 ZPO N 5; Reetz/Hilber, in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro-Kantonsgericht Schwyz 22 zessordnung, 3. A. 2016, Art. 317 ZPO N 58; KG SZ, ZK2 2018 3 vom 25. März 2019 E. 3.a m.H.; vgl. zum summarischen Verfahren BGE 144 III 117 E. 2.1 ff. S. 118 ff.). Bei unechten Noven können die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO auch dann gegeben sein, wenn erst der angefochte- ne Entscheid Anlass zu diesem Vorbringen gibt (BGer 4A_540/2014 vom 18. März 2015 E. 3.1; KG SZ, ZK2 2022 67 vom 29. Januar 2024 E. 3.b; Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 317 ZPO N 30). Dabei hat die Partei, die vom Novenrecht Gebrauch machen möchte, zu substantieren und zu beweisen, dass ihr das Vorbringen des unechten Novums i.S.v. Art. 317 Abs. 1 ZPO trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz möglich war (BGer 4A_540/2014 vom 18. März 2015 E. 3.1; Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 317 N 60 f.). c) Der Berufungsführer erwähnt Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht und macht keinerlei Ausführungen zu einer etwaigen Novenberechtigung, weshalb eine Berück- sichtigung der neuen Behauptungen und Belege bereits aus formellen Grün- den ausser Betracht fällt (vgl. auch KG SZ, ZK2 2018 3 vom 25. März 2019 E. 3.a; OGer ZH, Beschluss und Urteil vom 20. Juni 2018 E. 2.4). Das Vor- bringen, es sei von einem Steuerbetrag von Fr. 1’009.00 pro Monat und einem um Fr. 420.00 höheren Bedarf auszugehen sowie die Beilage KG-act. 1/8 sind deshalb unzulässig und unbeachtlich. Im Übrigen setzt sich der Berufungsfüh- rer mit den Erwägungen der Vorinstanz betreffend die Steuern (angef. Verfü- gung, E. 2.2.2 e) S. 14 f.) nicht auseinander und zeigt nicht auf, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid fehlerhaft sei und wie er geändert wer- den soll (vgl. oben E. 2.b.dd). Aus diesen Gründen ist die Berufung in diesem Punkt abzuweisen. 7. Im Sinne der Erwägungen und der weitestgehend unbestritten gebliebenen Einkommens- und Bedarfszahlen ergeben sich folgende Unterhaltsberech- nungen:Kantonsgericht Schwyz 23 a) Phase I vom 01.05.2022 bis 31.07.2022 (analog angef. Verfügung, S. 16): Berufungsgegnerin Berufungsführer Total Einkommen Erwerbseinkommen 2’200.00 10’000.00 12’200.00 Bedarf Grundbetrag 1’200.00 1’200.00 Wohnkosten 688.00 2’880.00 KVG 222.00 236.00 VVG 61.00 57.00 Arbeitsweg 120.00 Leasing 407.00 Auswärtige Verpflegung 100.00 Kommunikation 161.00 161.00 Versicherung 61.00 61.00 Steuern 589.00 589.00 Total 3’202.00 5’591.00 8’839.00 Überschuss/Manko -1’002.00 4’409.00 Der Berufungsführer bestreitet den Bedarf der Berufungsgegnerin von Fr. 3’202.00 nicht (vgl. KG-act. 1, S. 2, Antrag Ziffer 4 und S. 6). Seinen eige- nen Bedarf kritisiert er einzig dahingehend, dass dieser aufgrund einer höhe- ren Steuerlast um Fr. 420.00 zu erhöhen sei (Fr. 5’591.00 + Fr. 420.00 = Fr. 6’011.00). Wie oben (E. 6.c) dargelegt, ist die behauptete höhere Steuer- last nicht zu berücksichtigen, sodass vom vorinstanzlich festgestellten Bedarf von Fr. 5’591.00 auszugehen ist. Im Übrigen ist betreffend die einzelnen Be- darfspositionen auf die unangefochtenen Erwägungen der Vorinstanz zu ver- weisen (§ 45 Abs. 5 JG; angef. Verfügung, E. 2.2.2). Das Einkommen der Be- rufungsgegnerin beträgt im Sinne der bestätigten vorinstanzlichen Erwägun- gen für die Phase I Fr. 2’200.00 (tatsächliches Einkommen ohne Anrechnung eines hypothetischen Einkommens; vgl. oben E. 2 und 3). Das Einkommen des Berufungsführers von Fr. 10’000.00 blieb unbestritten (vgl. KG-act. 1, S. 2 und S. 6). Kantonsgericht Schwyz 24 Der Berufungsführer bestreitet die Unterhaltsberechnung der Vorinstanz nicht, wonach aus dem Überschuss des Gesuchgegners zuerst das Manko der Ge- suchstellerin zu decken ist und der noch verbleibende Überschuss von Fr. 3’407.00 (Fr. 4’409.00 – Fr. 1’002.00) ermessensweise hälftig auf die Parteien zu verteilen ist (Fr. 3’407.00 / 2 = Fr. 1’703.50). In Bestätigung der vorinstanzlichen Verfügung, worauf verwiesen werden kann (§ 45 Abs. 5 JG/SZ), resultiert für die erste Phase ein Unterhaltsanspruch der Berufungsgegnerin von (gerundet) Fr. 2’706.00 (Fr. 1’703.50 [Überschussan- teil] + Fr. 1’002.00 [Manko]; vgl. angefochtene Verfügung, E. 2.2.3 a) S. 16). b) Phase II von 01.08.2022 bis 30.09.2023: Berufungsgegnerin Berufungsführer Total Einkommen Erwerbseinkommen 4’250.00 10’000.00 14’250.00 Bedarf Grundbetrag 1’200.00 1’200.00 Wohnkosten 688.00 2’880.00 KVG 251.00 236.00 VVG 61.00 57.00 Arbeitsweg 240.00 Leasing 407.00 Auswärtige Verpflegung 200.00 Kommunikation 161.00 161.00 Versicherung 61.00 61.00 Steuern 686.00 686.00 Total 3’548.00 5’688.00 9’434.00 Überschuss 702.00 4’312.00 Zu verteilender Über- schuss 5’014.00 Der Berufungsführer bestreitet den Bedarf der Berufungsgegnerin von Fr. 3’548.00 nicht (vgl. KG-act. 1, S. 2, Antrag Ziffer 4 und S. 7). Seinen eige- nen Bedarf kritisiert er dahingehend, dass dieser aufgrund einer höheren Steuerlast und dem veränderten Mietzins zu erhöhen sei (Fr. 5‘688.00 + Kantonsgericht Schwyz 25 Fr. 420.00 + Fr. 140.00 = Fr. 6‘248.00, vgl. KG-act. 1, S. 2). Wie oben darge- legt, kann die behauptete höhere Steuerlast nicht (E. 6.c) und die Mietzinser- höhung erst ab dem 1. Oktober 2023 (E. 4.e) berücksichtigt werden. Der Restwert aus dem Leasingvertrag ist auch nicht anrechenbar (KG-act. 1, S. 6 f.; vgl. E. 5.e). Folglich ist in der Phase II von einem Bedarf von Fr. 5‘688.00 auszugehen. Im Übrigen ist betreffend die einzelnen Bedarfsposi- tionen auf die unangefochtenen Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (§ 45 Abs. 5 JG/SZ; angef. Verfügung, E. 2.2.2). Das Einkommen der Beru- fungsgegnerin beträgt im Sinne der bestätigten vorinstanzlichen Erwägungen für die Phase II das tatsächlich erzielte Einkommen von Fr. 4’250.00. Das Ein- kommen des Berufungsführers von Fr. 10’000.00 blieb unbestritten (vgl. KG-act. 1, S. 2 und S. 6). Der Berufungsführer bestreitet die Unterhaltsberechnung der Vorinstanz nicht, wonach aus dem Überschuss des Gesuchgegners zuerst das Manko der Ge- suchstellerin zu decken ist und der noch verbleibende Überschuss ermes- sensweise hälftig auf die Parteien zu verteilen ist. In der zweiten Phase liegt ein Überschuss von Fr. 5’014.00 vor, der hälftig auf die Parteien zu verteilen ist (Fr. 5’014 / 2 = Fr. 2’507.00). Die zweite Phase wird in Abänderung der erstinstanzlichen Verfügung bis zum 30. September 2023 festgesetzt, da sich der Bedarf des Berufungsführers per 1. Oktober 2023 aufgrund der Mietzins- erhöhung ändert (vgl. oben E. 4). Damit resultiert für die zweite Phase vom 1. August 2022 bis 30. September 2023 ein Unterhaltsanspruch der Beru- fungsgegnerin von (gerundet) Fr. 1’805.00 (Fr. 3’548.00 [Bedarf] + Fr. 2’507.00 [Überschussanteil] - Fr. 4’250.00 [Einkommen]; vgl. angefochtene Verfügung, E. 2.2.3 a) S. 16). c) Phase III ab 01.10.2023: Berufungsgegnerin Berufungsführer Total Einkommen Erwerbseinkommen 4’250.00 10’000.00 14’250.00Kantonsgericht Schwyz 26 Bedarf Grundbetrag 1’200.00 1’200.00 Wohnkosten 688.00 3’020.00 KVG 251.00 236.00 VVG 61.00 57.00 Arbeitsweg 240.00 Leasing 407.00 Auswärtige Verpflegung 200.00 Kommunikation 161.00 161.00 Versicherung 61.00 61.00 Steuern 686.00 686.00 Total 3’548.00 5’828.00 9’376.00 Überschuss/Manko 702.00 4’172.00 Zu verteilender Über- schuss 4’874.00 Der Bedarf des Berufungsführers erhöht sich infolge Mietzinserhöhung per 1. Oktober 2023 um Fr. 140.00, sodass sein Bedarf total Fr. 5’828.00 beträgt. Betreffend der Bedarf der Berufungsgegnerin sowie die Einkommen kann auf die obenstehenden Ausführungen unter Phase II (E. 7.b) und die vor- instanzlichen Erwägungen (§ 45 Abs. 5 JG/SZ) verwiesen werden. Der Berufungsführer bestreitet die Unterhaltsberechnung der Vorinstanz nicht, wonach aus dem Überschuss des Gesuchgegners zuerst das Manko der Ge- suchstellerin zu decken ist und der noch verbleibende Überschuss ermes- sensweise hälftig auf die Parteien zu verteilen ist. In der dritten Phase liegt ein Überschuss von Fr. 4’874.00 vor, der hälftig auf die Parteien zu verteilen ist (Fr. 4’874.00 / 2 = Fr. 2’437.00). Damit resultiert für die dritte Phase ein Unter- haltsanspruch der Berufungsgegnerin von (gerundet) Fr. 1’735.00 (Fr. 3’548.00 [Bedarf] + Fr. 2’437.00 [Überschussanteil] - Fr. 4’250.00 [Einkommen]; vgl. angefochtene Verfügung, E. 2.2.3 a) S. 16). 8. a) Zuletzt erklärt der Berufungsführer, die Berufungsgegnerin habe die Zah- lung von Fr. 1’000.00 anlässlich der Parteibefragung anerkannt, weshalb Be- lege für die Zahlung nicht eingereicht worden seien (KG-act. 1, S. 7). Der Be-Kantonsgericht Schwyz 27 rufungsführer äusserte sich zur Zahlung von Fr. 1’000.00 erneut in einer Stel- lungnahme vom 7. Dezember 2023 im Sinne des unbedingten Replikrechts (KG-act. 9). Er habe bereits in der ersten Stellungnahme vom 24. Oktober 2022 ausgeführt, dass er im Mai 2022 Fr. 1’000.00 auf das ge- meinsame Konto überwiesen habe und Unterhalt erst ab Juni 2022 ein Thema sei (KG-act. 9, S. 3). Die Berufungsgegnerin habe anlässlich der Parteibefra- gung vom 15. März 2023 bestätigt, im Mai 2022 Fr. 1’000.00 erhalten zu ha- ben. Es sei unstreitig, dass die Anträge zwar vorzugsweise förmlich als solche einzubringen seien, dass aber auch unförmliche Anträge, also solche, die in der Begründung eingebracht werden, Gültigkeit hätten und zu beachten seien. Die Vorinstanz habe denn auch die Verrechnung von Fr. 1’000.00 nicht man- gels Antrags abgewiesen, sondern weil die Zahlung nicht belegt worden sei (KG-act. 9, S. 3). b) Die Vorinstanz erklärt zur behaupteten Zahlung von Fr. 1’000.00 im Mai 2022, der Berufungsführer habe unterlassen, den Geldfluss von Fr. 1’000.00 zu belegen, weshalb eine allfällige Anrechnung an die vorstehend errechnete Unterhaltspflicht nicht erfolgen könne (angef. Verfügung, E. 2.2.4). c) Die Berufungsgegnerin führt in ihrer Berufungsantwort aus, sofern der Beru- fungsführer erstmals im Berufungsbegehren das Rechtsbegehren stelle, der Gesuchsgegner sei berechtigt, die im Mai 2022 geleistete Zahlung von Fr. 1’000.00 mit seinen Unterhaltszahlungen zu verrechnen, sei auf die Beru- fung nicht einzutreten. Dem anwaltlich vertretenen Berufungsführer sei es ohne Weiteres zumutbar gewesen, vor Vorinstanz ein entsprechendes Rechtsbegehren zu stellen, dies für den Fall, dass der Berufungsgegnerin Unterhaltsbeiträge ab 1. Mai 2022 zugesprochen würden. Dies habe er jedoch unterlassen. Die Änderung der Rechtsbegehren bzw. das neue Rechtsbegeh- ren im Berufungsverfahren sei offensichtlich unzulässig (KG-act. 7, Rz. 6).Kantonsgericht Schwyz 28 d) Änderungen oder Erweiterungen des Rechtsbegehrens und die Stellung zusätzlicher Rechtsbegehren führen zu einer Klageänderung (Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri- schen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 317 ZPO N 71; OGer ZH, Beschluss und Urteil LB120116-O vom 18. Februar 2014 E. 5.a). Eine Kla- geänderung im Berufungsverfahren ist nach Art. 317 Abs. 2 ZPO dann zuläs- sig, wenn (lit. a) die Voraussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind, und (lit. b) sie zudem auf neuen Tatsachen und Beweismitteln beruht (Brunner/Vischer, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2021, Art. 317 ZPO N 7; Six, a.a.O., Rn. 1.47k). Es ist nicht Aufgabe der Gerichte, aus der Begründung herauszusuchen, welcher Unterhaltsbeitrag verlangt sein könnte, falls sich dies aus der Rechtsschrift nicht hinreichend klar ergibt (BGer 5A_793/2014 vom 18. Mai 2015 E. 3.2.1; mit Verweis auf BGE 137 III 617 E. 6.2 S. 622). e) Der Berufungsführer stellt erstmals mit Berufung den Antrag, er sei berech- tigt, die im Mai 2022 geleitete Zahlung von Fr. 1000.00 mit seinen Unterhalts- zahlungen zu verrechnen (KG-act. 1, S. 2). Er macht jedoch keine Ausführun- gen zu den Voraussetzungen der Klageänderung nach Art. 317 ZPO und be- gründet nicht, weshalb er das neue Rechtsbegehren nicht bereits im erstin- stanzlichen Verfahren stellte. Wie oben (E. 8.d) dargelegt, ist es nicht Aufgabe des Gerichts, aus der Begründung herauszusuchen, welcher Unterhaltsbeitrag allenfalls verlangt sein könnte, falls sich dieser aus der Rechtsschrift nicht hin- reichend klar ergibt (vgl. KG SZ, ZK2 2018 3 vom 25. März 2019 E. 2.b.aa). Aus diesen Gründen ist auf das Rechtsbegehren Ziff. 1, wonach der Ge- suchsgegner berechtigt sei, die im Mai 2022 geleistete Zahlung von Fr. 1000.00 mit seinen Unterhaltszahlungen zu verrechnen (KG-act. 1, S. 2), nicht einzutreten. 9. Der Berufungsführer macht weiter geltend, die Vorinstanz habe den Sach- verhalt falsch dargestellt, indem sie ausführe, die Gesuchstellerin könne als Kantonsgericht Schwyz 29 Pflegefachfrau Fr. 5’600 brutto inkl. 13. Monatslohn erzielen (KG-act. 1, S. 4). Der Berufungsführer zitiert seine Stellungnahme vom 24. Oktober 2022 S. 4 Ziff. 3.2 Abs. 1 (KG-act. 1/3), wonach er ausgeführt habe, der Gesuchstellerin sei ein Lohn von ca. Fr. 5606.00 netto zuzuschreiben (KG-act. 1, S. 4; KG-act. 1/3). Im angefochtenen Entscheid wird auf der nächsten Seite korrek- terweise von “Nettoeinkommen von rund Fr. 5’600.00” geschrieben (angef. Verfügung, S. 7, 3. Absatz). Der Berufungsführer belässt es bei dieser allgemein gehaltenen Rüge, ohne aufzuzeigen, inwiefern dieses mutmasslich redaktionelle Versehen die angefochtene Verfügung beeinflusst haben soll (vgl. oben E. 2.b.dd). Demzufolge ist die Berufung diesbezüglich abzuweisen. 10. Zusammenfassend ist die Berufung insoweit gutzuheissen, als der erhöhte Mietzins per 1. Oktober 2023 im Bedarf des Berufungsführers zu berücksichti- gen ist und infolgedessen die Unterhaltsbeiträge für Phase II und Phase III neu festzusetzen sind. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen. a) Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, befindet sie auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Die Vorinstanz auferlegte die Gerichtskosten mit einer Entscheidgebühr von Fr. 2’200.00 den Parteien je zur Hälfte (angef. Verfügung, E. 5; Dispositivzif- fer 6). Der Berufungsführer moniert diese Regelung nicht (angef. Verfügung, Dispositivziffer 6 und 7; KG-act. 1). Im Rechtsmittelverfahren gilt in Bezug auf die dem Dispositionsgrundsatz unterstehenden und mit Berufung angefochte- nen Punkte das Verschlechterungsverbot (Six, a.a.O., Rn. 1.47c; BGE 129 III 417 E. 2.2.1). Das heisst, das Berufungsgericht darf den Eheschutzentscheid in den angefochtenen und dem Dispositionsgrundsatz unterstehenden Punk- ten nicht zu Ungunsten desjenigen Ehegatten abändern, der allein Berufung erhoben hat (Six, a.a.O., Rn. 1.47c). Aus der Gesetzgebungsgeschichte erge- ben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass mit Art. 318 Abs. 3 ZPO eine Abwei- chung vom Grundsatz von Art. 315 Abs. 1 ZPO beabsichtigt war bzw. dass beabsichtigt war, der Berufungsinstanz auch ohne entsprechende Berufungs- Kantonsgericht Schwyz 30 oder Anschlussberufungsanträge die Befugnis zu erteilen, über den Kosten- punkt in jedem Fall von Amtes wegen zu entscheiden (Reetz/Hilber, in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 315 ZPO N 17). Der Bundesrat hielt die (bloss) klarstellende Natur von Art. 318 Abs. 3 ZPO fest. Damit kann nur ge- meint sein, dass die bereits vor dem Inkrafttreten der Schweizerischen Zivil- prozessordnung geltenden Grundsätze – insbesondere das Verbot der refor- matio in peius im Rechtsmittelverfahren ohne eine solche erlaubende, entge- genstehende Berufungs- oder Anschlussberufungsanträge – auch im Lichte von Art. 318 Abs. 3 ZPO weiterhin gelten sollten (Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 315 N 17; Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozess- ordnung (ZPO), BBl 2006 S. 7221 ff., S. 7376). Infolge der in Art. 315 Abs. 1 ZPO enthaltenen Regel über die Teilrechtskraft dürfen diese Kosten nicht von Amtes wegen neu verlegt werden (vgl. OGer ZH, Urteil vom 24. Januar 2013, LE120055-O/U E. IV.1.a). Wie eingangs erwähnt, gilt der Dispositionsgrund- satz (oben E. 1.a; Art. 58 Abs. 1 ZPO). Will eine Partei auch den erstinstanzli- chen Kostenentscheid von der Berufungsinstanz überprüfen lassen, so hat sie dies in ihren Berufungsanträgen daher klar zum Ausdruck zu bringen (vgl. OGer ZH, Urteil vom 24. Januar 2013, LE120055-O/U E. IV.1.a). Man- gels Anfechtung der vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsregelung durch den Berufungsführer (KG-act. 1; Art. 315 ZPO) ist keine Neuregelung der Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens vorzunehmen. b) Sodann sind die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens zu verteilen. Die Regeln des Art. 106 und Art. 107 ZPO gelten auch für das Rechtsmittelverfah- ren (Six, a.a.O., Rn. 1.68; BGer 5A_496/2013 vom 11. September 2013 E. 4.4.1 mit Hinweis auf BGE 137 III 470 E. 6.5.3). Nach Art. 106 Abs. 1 Satz 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Das Gericht kann in familienrechtlichen Verfahren von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und Kantonsgericht Schwyz 31 die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden entsprechend dem Kosten- vorschuss auf Fr. 2’000.00 festgelegt (vgl. § 34 der Gebührenordnung für die Verwaltung und Rechtspflege im Kanton Schwyz vom 20. Januar 1975, SRSZ 173.111). Der Berufungsführer obsiegt einzig in Bezug auf die Miet- zinserhöhung, die eine geringe Anpassung der Unterhaltsberechnung (neu Phase III) zur Folge hat (oben E. 4.a ff.). Dahingegen unterliegt er mit seinen übrigen Anträgen betreffend den nachehelichen Unterhalt, insbesondere hin- sichtlich des hypothetischen Einkommens der Berufungsgegnerin (oben E. 3.a ff.), der Anrechnung des Restwerts aus dem Leasingvertrag (oben E. 5.a ff.), der Berücksichtigung veränderter Steuerlast (oben E. 6.a ff.) und der Anrechnung von Fr. 1’000.00 (vgl. oben E. 8.a ff.). Das Obsiegen in Bezug auf die Mietzinserhöhung ist im Verhältnis zum Unterliegen der übrigen Anträ- ge erkennbar höher (4:1). Die Kosten des Berufungsverfahrens sind deshalb ermessensweise und ausgangsgemäss dem grösstenteils unterliegenden Be- rufungsführer zu 4/5 (Fr. 1’600.00) und der Berufungsgegnerin zu 1/5 (Fr. 400.00) aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). c) Ausgangsgemäss hat der Berufungsführer die Berufungsgegnerin entspre- chend dem Verhältnis der Prozesskostenverteilung im Berufungsverfahren reduziert zu entschädigen. Das Gericht bemisst die Parteientschädigung (Art. 105 Abs. 2 i.V.m. Art. 96 ZPO) gestützt auf den kantonalen Gebührentarif der Rechtsanwälte (GebTRA/SZ, SRSZ 280.411). Keine der Parteien reichte eine spezifizierte Kostennote über ihre Tätigkeit und ihre Auslagen ein, wes- halb die Entschädigung nach pflichtgemässem Ermessen festzusetzen ist (Art. 105 Abs. 2 ZPO; § 6 Abs. 1 GebTRA/SZ). Im summarischen Verfahren beträgt das Honorar praxisgemäss auch im Berufungsverfahren Fr. 300.00 bis Fr. 4’800.00 (vgl. § 10 GebTRA/SZ; vgl. KG SZ, ZK2 2022 26 vom 21. Sep- tember 2023 E. 11.e). Innerhalb dieses Rahmens ist die Vergütung nach der Wichtigkeit der Streitsache, ihrer Schwierigkeit, dem Umfang und der Art der Kantonsgericht Schwyz 32 Arbeitsleistung sowie dem notwendigen Zeitaufwand zu bemessen (§ 2 Abs. 1 GebTRA/SZ). Der Berufungsführer reichte eine rund siebenseitige Berufung (KG-act. 1) und eine dreiseitige Stellungnahme (KG-act. 9) ein, wohingegen die Berufungsgegnerin eine vierzehnseitige Berufungsantwort verfasste (KG- act. 7). Angesichts der eher geringen tatsächlichen und rechtlichen Schwierig- keiten, aber der wichtigen Natur der Unterhaltsstreitigkeit, ist die Entschädi- gung ermessensweise (§ 2 Abs. 1 und § 6 Abs. 1 GebTRA) auf Fr. 2’000.00 festzulegen (inkl. Auslagen und MWST). Der Berufungsführer unterliegt in der Mehrheit seiner Begehren (4/5; vgl. oben E. 10.b). Dementsprechend und nach Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche hat er der Berufungsgegnerin 3/5, d.h. Fr. 1’200.00, reduziert zu bezahlen;- beschlossen: 1. In teilweiser Gutheissung der Berufung werden die Dispositivziffern 3 und 4 der Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 27. Oktober 2023 (ZES 22 446) aufgehoben und wie folgt ersetzt: 3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens an ihren persönlichen Unterhalt monatlich im Voraus folgende Unterhaltsbeiträge (teilweise rückwirkend) zu bezahlen: a) Phase I ab 01.05.2022 bis 31.07.2022 - Fr. 2’706.00 b) Phase II ab 01.08.2022 bis 30.09.2023 - Fr. 1’805.00 c) Phase III ab 01.10.2023 - Fr. 1’735.00Kantonsgericht Schwyz 33 4. Die vorstehende Unterhaltsregelung basiert auf folgenden finanziellen Verhältnissen: a) von 01.05.2022 bis 31.07.2022 Einkommen (mtl., netto, inkl. 13. ML) Bedarf Gesuchstellerin Fr. 2’200.00 Fr. 3’202.00 Gesuchsgegner Fr. 10’000.00 Fr. 5’591.00 b) von 01.08.2022 bis 30.09.2023 Einkommen (mtl., netto, inkl. 13. ML) Bedarf Gesuchstellerin Fr. 4’250.00 Fr. 3’548.00 Gesuchsgegner Fr. 10’000.00 Fr. 5’688.00 c) ab 01.10.2023 Einkommen (mtl., netto, inkl. 13. ML) Bedarf Gesuchstellerin Fr. 4’250.00 Fr. 3’548.00 Gesuchsgegner Fr. 10’000.00 Fr. 5’828.00 2. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist, und die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 27. Oktober 2023 (ZES 22 446) bestätigt. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2’000.00 werden dem Berufungsführer zu 4/5 (Fr. 1’600.00) und der Berufungsgegnerin zu 1/5 (Fr. 400.00) auferlegt. Sie werden vom Kostenvorschuss des Beru- fungsführers (Fr. 2’000.00) bezogen. Die Berufungsgegnerin hat dem Berufungsführer ihren Anteil von Fr. 400.00 unter dem Titel Gerichtskos- tenersatz zu bezahlen.Kantonsgericht Schwyz 34 4. Der Berufungsführer hat die Berufungsgegnerin für das Berufungsver- fahren reduziert mit Fr. 1’200.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu ent- schädigen. 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsa- chen wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte (Art. 98 BGG) beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerde- schrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert übersteigt Fr. 30’000.00. 6. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), Rechtsanwalt D.________ (2/R), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 2. Zivilkammer Der Kantonsgerichtspräsident Die Gerichtsschreiberin Versand 12. Juli 2024 amu