<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2017-04-03-6B_1316-2016.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para"> <b>6B_1316/2016 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 3. April 2017</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Denys, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari, </div> <div class="para">Bundesrichter Oberholzer, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Briw. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau, </div> <div class="para">Frey-Herosé-Strasse 20, Wielandhaus, 5001 Aarau, </div> <div class="para">2. A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Kaiser, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Falsche Anschuldigung; Genugtuung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 2. Kammer, vom 20. September 2016. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt und Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Der Zivilkläger A.________ war als Arzt für die medizinische Betreuung von B.________ im Gesundheitszentrum C.________ zuständig. Der mit B.________ befreundete X.________ (Beschwerdeführer) erhob infolge verweigerter Patientenverlegung am 4. Oktober 2011 Strafanzeige gegen A.________ wegen Freiheitsberaubung. Die Staatsanwaltschaft verfügte die Nichtanhandnahme. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer erhob am 25. November 2011 erneut Strafanzeige gegen A.________ wegen versuchten Mordes, versuchter vorsätzlicher Tötung und vorsätzlicher schwerer Körperverletzung, jeweils begangen durch Unterlassung, ferner wegen Aussetzung, Unterlassung der Nothilfe und Gefährdung des Lebens. Er teilte mit E-Mail vom 8. Dezember 2011 mit, er sei sehr erschüttert, dass eine grausame Pflege in den Tod in der Schweiz zugelassen werde, und benannte neun konkrete Mängel der medizinischen Versorgung. Die gleichentags durchgeführte amtsärztliche Untersuchung ergab eine dem medizinischen Standard gemässe Versorgung. Die Staatsanwaltschaft verfügte die Nichtanhandnahme. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg verurteilte X.________ mit Strafbefehl vom 11. Oktober 2013 wegen falscher Anschuldigung zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 100.-- und Fr. 1'500.-- Busse. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Die Staatsanwaltschaft überwies die Sache nach einem Zwischenverfahren betreffend verspätete Einsprache sowie nach ergänzender Untersuchung an das Gericht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bezirksgericht führte am 3. Juni 2015 die Hauptverhandlung mit Befragungen (u.a. von Dr. D.________) durch und verurteilte den Beschwerdeführer wegen falscher Anschuldigung (<span class="artref">Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB</span>) zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 150.-- und einer Busse von Fr. 1'200.--. Es verpflichte ihn, dem Zivilkläger eine Genugtuung von Fr. 1'500.-- zu zahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Das Obergericht des Kantons Aargau wies am 20. September 2016 die Berufung kostenpflichtig ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> Der Beschwerdeführer beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, das vorinstanzliche Urteil aufzuheben, ihn von Schuld und Strafe freizusprechen und die Zivilklage abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer behauptet, das Urteil sei unhaltbar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Das Bundesgericht beurteilt eine Strafsache im Rahmen formgerecht vorgetragener Rügen und nicht von Amtes wegen umfassend wie ein erstinstanzliches Gericht. Willkürrügen sind anhand des Urteils substanziiert zu begründen. Das Bundesgericht hebt ein Urteil nur auf, wenn es schlechterdings unhaltbar ist, nicht schon, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar wäre. Auf eine abweichende eigene Version des Geschehens und blosse Kritik am Urteil hat das Bundesgericht nicht einzutreten (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=43&amp;from_date=02.04.2017&amp;to_date=21.04.2017&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-249%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page249">BGE 141 IV 249</a> E. 1.3.1, 317 E. 5.4, 369 E. 6.3; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=43&amp;from_date=02.04.2017&amp;to_date=21.04.2017&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-264%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page264">140 III 264</a> E. 2.3). Das Bundesgericht führt grundsätzlich weder eine Parteibefragung noch andere Beweisaufnahmen durch (<span class="artref">Art. 99 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=43&amp;from_date=02.04.2017&amp;to_date=21.04.2017&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-I-155%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page155">BGE 142 I 155</a> E. 4.4.3; Urteile 6B_500/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 4 und 6B_199/2016 vom 8. Dezember 2016 E.1.4.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Die Vorinstanz nimmt an, dass sich der schwer pflegebedürftige, umfassend hilfsbedürftige, mit PEG-Sonde ernährte und körperlich von immer wieder neuen Infekten gezeichnete Pflegepatient in einem gesundheitlich schlechten Zustand befunden haben müsse, liege auf der Hand. Der Beschwerdeführer habe die Verlegung erreichen wollen und erst Strafanzeige erhoben, als sich die Kinder und der Arzt diesem Ansinnen verweigert hätten (Urteil S. 13). Die Vorinstanz erörtert die angerufenen E-Mails von Dr. D.________ (Urteil S. 13 f., 15) und weist den Antrag auf Befragung von Prof. E.________ ab; dieser habe der Verteidigung bereits mit Schreiben vom 12. Juni 2012 mitgeteilt, dass er mangels Zugang zum Patienten kein Gutachten habe anfertigen können (Urteil S. 14 f.). Die Vorinstanz kommt zum Ergebnis, der Beschwerdeführer sei bei den Strafanzeigen nicht gutgläubig gewesen (Urteil S. 17). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Der Beschwerdeführer wendet ein, er sei verpflichtet gewesen, sich um die bestmögliche medizinische Versorgung zu kümmern. Er sei bei den Ärzten an eine Wand gestossen und habe sich nicht anders zu helfen gewusst, als Strafanzeige zu erstatten. Er habe in guten Treuen eine Gefährdung annehmen und die hygienischen Verhältnisse als Ausdruck eines Tötungsvorsatzes interpretieren dürfen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.4.</b> Nach der amtsärztlichen Beurteilung bestand beim Patienten eine depressive Stimmungslage, er war infolge Aphasie (Sprachverlust) zu keinerlei Kommunikation fähig, die Ernährung war absolut adäquat, die hygienische Situation entsprach dem Standard (auch keine Hautverletzungen oder Liegeschäden), und insbesondere hält der Amtsarzt fest: "[...] finde ich den Patienten tadellos gepflegt" (act. 96); bei dieser Kurzbeurteilung sei kein Verbesserungspotential ersichtlich. Der Beschwerdeführer konnte mithin nicht veranlasst sein, dem verantwortlichen Arzt in guten Treuen ein verbrecherisches Verhalten vorzuwerfen. Der Beschwerdeführer setzt sich mit dem Urteil nicht auseinander und begründet nicht (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>), inwiefern die Genugtuung Bundesrecht verletzen sollte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten. Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 2. Kammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 3. April 2017 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Denys </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Briw </div> </div></body></html></html>