<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00143</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224102&amp;W10_KEY=13045540&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00143</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.06.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht ist auf eine Beschwerde in Strafsachen gegen diesen Entscheid am 22.08.2024 nicht eingetreten.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>stationäre Massnahme</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Bedingte Entlassung aus der stationären Massnahme / Aufhebung der Massnahme zufolge Aussichtslosigkeit] Die bedingte Entlassung aus einer stationären Massnahme setzt eine günstige Legalprognose voraus (E. 2.2). Der Beschwerdeführer hat im bisherigen Behandlungsverlauf gewisse Fortschritte erzielen können. Diese vermögen die Rückfallgefahr aber nicht hinreichend zu mindern, weil es ihm noch nicht gelungen ist, das therapeutisch (primär kognitiv) Erarbeitete auf die Verhaltensebene umzusetzen (E. 5). Bevor eine stationäre Massnahme wegen Aussichtslosigkeit aufgehoben wird, dürfen und sollen mehrere fachlich fundierte Motivations- bzw. Therapieversuche in unterschiedlichen Settings bei verschiedenen Fachpersonen gemacht werden (E. 6.2). Der Beschwerdeführer konnte sich im bisherigen Massnahmenverlauf sowohl auf die psychotherapeutischen Einzelgespräche als auch auf milieutherapeutische Massnahmen einlassen und davon profitieren. Mit seiner geplanten Versetzung in ein anderes Massnahmenzentrum mit weniger geschlossenem Setting wird er zudem Gelegenheit erhalten, die in der Therapie gewonnenen Erkenntnisse vermehrt im Alltag umzusetzen bzw. die entsprechende Umsetzung zu üben. Auch erscheint er nicht gänzlich therapieunwillig bzw. nicht (mehr) motivierbar (E. 6.3). Die stationäre Massnahme ist noch nicht definitiv gescheitert (E. 6.4). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFHEBUNG DER MASSNAHME">AUFHEBUNG DER MASSNAHME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSICHTSLOSIGKEIT">AUSSICHTSLOSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDINGTE ENTLASSUNG">BEDINGTE ENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STATIONÃRE MASSNAHME">STATIONÃRE MASSNAHME</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 56 Abs. VI StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 62 Abs. I StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 62c Abs. I lit. a StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=66852" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00143</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">11. Juni 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Daniel Schweikert, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Eva Heierle. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Justizvollzug und Wiedereingliederung, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend stationÃ¤re Massnahme,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A, geboren 1970, trat wiederholt strafrechtlich in Erscheinung. So wurde er mit Urteil des Landesgerichts I im Land J vom 24. November 2005 wegen gewerbsmÃ¤ssigen Betrugs zu einer unbedingten GefÃ¤ngnisstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Amtsgericht K im Land L sprach ihn mit Urteil vom 13. MÃ¤rz 2008 des gewerbsmÃ¤ssigen Betrugs und der mehrfachen UrkundenfÃ¤lschung schuldig und bestrafte ihn mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren. Am 28. Februar 2013 erging gegen ihn ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland wegen BeschÃ¤ftigung von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern ohne Bewilligung; A wurde mit einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 60 TagessÃ¤tzen und einer (unbedingt ausgefÃ¤llten) Busse von Fr. 300.- bestraft. Mit Urteil des Bezirksgerichts BÃ¼lach vom 30. Mai 2017 wurde er wegen einer Vielzahl von Delikten, worunter gewerbsmÃ¤ssiger Betrug, mehrfache UrkundenfÃ¤lschung und mehrfacher betrÃ¼gerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten und einer unbedingten Busse von Fr. 100.- verurteilt; zudem wurde eine ambulante Behandlung nach Art. 63 des Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) angeordnet. Am 18. Januar 2019 wurde A bedingt aus dem Strafvollzug entlassen. </p> <p class="Sachverhalt2">Zwischen Ende MÃ¤rz 2019 und Ende Februar 2020 verwirklichte er u. a. zahlreiche weitere Betrugsdelikte; die Deliktssumme betrug insgesamt Ã¼ber Fr. 200'000.-. So bestellte bzw. bezog er unter Verwendung fremder bzw. Vorspiegelung falscher IdentitÃ¤ten bei diversen privaten und juristischen Personen Waren und Dienstleistungen, ohne diese zu bezahlen bzw. bezahlen zu wollen. Auch verkaufte er Waren, Ã¼ber welche er nicht verfÃ¼gte oder an denen er nicht berechtigt war, an verschiedene Drittpersonen, und bestahl er seine jeweiligen Partnerinnen bzw. belastete er deren Konten, ohne hierzu berechtigt zu sein (vgl. ferner hinten E. 4.2). Er wurde am 6. MÃ¤rz 2020 verhaftet und in der Folge in Untersuchungshaft gesetzt. Am 3. April 2020 trat er den vorzeitigen Strafvollzug an. Mit VerfÃ¼gung vom 20. Mai 2021 bewilligte ihm die Staatsanwaltschaft ZÃ¼rich-Limmat den vorzeitigen Vollzug einer stationÃ¤ren Massnahme. Das Amt fÃ¼r Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons ZÃ¼rich (fortan: JuWE) wies A in Umsetzung des bewilligten vorzeitigen Massnahmenvollzugs per 1. Juni 2021 in die Justizvollzugsanstalt (JVA) B ein. Mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 4. Mai 2022 wurde er u. a. des gewerbsmÃ¤ssigen Diebstahls, des gewerbsmÃ¤ssigen Betrugs, der mehrfachen UrkundenfÃ¤lschung, der mehrfachen FÃ¤lschung von Ausweisen, der mehrfachen falschen Anschuldigung sowie der IrrefÃ¼hrung der Rechtspflege schuldig gesprochen. Der bedingte Vollzug des Strafrests von 103 Tagen Freiheitsstrafe bezÃ¼glich der mit Urteil des Bezirksgerichts BÃ¼lach vom 30. Mai 2017 ausgefÃ¤llten Freiheitsstrafe wurde widerrufen. A wurde unter Einbezug des widerrufenen Strafrests mit 6 Jahren und 7 Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe sowie Fr. 500.- Busse belegt. Sowohl die Freiheitsstrafe als auch die Busse wurden unbedingt ausgesprochen. Die mit Urteil des Bezirksgerichts BÃ¼lach vom 30. Mai 2017 angeordnete ambulante Massnahme im Sinn von Art. 63 Abs. 1 StGB wurde aufgehoben, und es wurde eine stationÃ¤re therapeutische Massnahme gemÃ¤ss Art. 59 StGB angeordnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde zugunsten der Massnahme aufgeschoben. Die stationÃ¤re Massnahme wurde in der JVA B weitergefÃ¼hrt.</p> <p class="Urteilstext">A beantragte dem JuWe mit Schreiben vom 19. September 2023 die Aufhebung der stationÃ¤ren Massnahme und die RÃ¼ckversetzung in den Strafvollzug. Mit VerfÃ¼gung vom 15. Dezember 2023 verweigerte das JuWe A die bedingte Entlassung aus dem Vollzug der stationÃ¤ren Massnahme bzw. deren Aufhebung. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen rekurrierte A unterm 30. Dezember 2023 an die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich (nachfolgend: Justizdirektion) und beantragte, er sei unverzÃ¼glich aus dem Massnahmenvollzug zu entlassen; auf den Entlassungszeitpunkt hin sei die Fortsetzung des Strafvollzugs anzuordnen. Die Massnahme nach Art. 59 StGB sei aufzuheben. Weiter seien ein neues Gutachten einzuholen und bei entsprechender gutachterlicher Empfehlung eine ambulante Behandlung nach Art. 63 StGB anzuordnen. Die Justizdirektion wies den Rekurs mit VerfÃ¼gung vom 26. Februar 2024 ab (Dispositivziffer I) und auferlegte A die Rekurskosten von insgesamt Fr. 730.- (Dispositivziffer II). </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A fÃ¼hrte am 14. MÃ¤rz 2024 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und stellte im Wesentlichen dieselben AntrÃ¤ge wie im Rekursverfahren. Die Justizdirektion schloss am 25. MÃ¤rz 2024 auf Abweisung der Beschwerde. Das JuWe beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2. April 2024 die Abweisung des Rechtsmittels. A Ã¤usserte sich am 2. und 15. April 2024 erneut. Das JuWe hielt mit Vernehmlassung vom 16. April 2024 an seinem Antrag fest. A nahm dazu am 22. April 2024 Stellung. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a sowie § 19b Abs. 2 lit. b Ziff. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) fÃ¼r die Behandlung von Beschwerden gegen Rekursentscheide der Justizdirektion Ã¼ber Anordnungen des JuWe betreffend den Massnahmenvollzug zustÃ¤ndig. Beschwerden betreffend den Straf- und Massnahmenvollzug fallen gemÃ¤ss § 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 VRG in die ZustÃ¤ndigkeit des Einzelrichters, sofern â wie hier â nicht ein Fall von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung gegeben ist (§ 38b Abs. 2 VRG e contrario). </span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Ist der TÃ¤ter psychisch schwer gestÃ¶rt, kann das Gericht gemÃ¤ss Art. 59 Abs. 1 StGB eine stationÃ¤re Behandlung anordnen, wenn der TÃ¤ter ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit seiner psychischen StÃ¶rung in Zusammenhang steht (lit. a) und wenn zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit seiner psychischen StÃ¶rung in Zusammenhang stehender Taten begegnen (lit. b). Die stationÃ¤re Behandlung erfolgt nach Art. 59 Abs. 2 StGB in einer geeigneten psychiatrischen Einrichtung oder in einer Massnahmenvollzugseinrichtung. Solange die Gefahr besteht, dass der TÃ¤ter flieht oder weitere Straftaten begeht, wird er in einer geschlossenen Einrichtung behandelt; er kann auch in einer Strafanstalt nach Art. 76 Abs. 2 StGB behandelt werden, sofern die nÃ¶tige therapeutische Behandlung durch Fachpersonen gewÃ¤hrleistet ist (Art. 59 Abs. 3 StGB). Der mit der stationÃ¤ren Behandlung verbundene Freiheitsentzug betrÃ¤gt gemÃ¤ss Art. 59 Abs. 3 StGB in der Regel hÃ¶chstens fÃ¼nf Jahre (Satz 1). Sind die Voraussetzungen fÃ¼r die bedingte Entlassung nach fÃ¼nf Jahren noch nicht gegeben und ist zu erwarten, durch die FortfÃ¼hrung der Massnahme lasse sich der Gefahr weiterer mit der psychischen StÃ¶rung des TÃ¤ters in Zusammenhang stehender Verbrechen und Vergehen begegnen, so kann das Gericht auf Antrag der VollzugsbehÃ¶rde die VerlÃ¤ngerung der Massnahme um jeweils hÃ¶chstens fÃ¼nf Jahre anordnen (Satz 2). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der TÃ¤ter wird aus dem stationÃ¤ren Vollzug der Massnahme bedingt entlassen, sobald sein Zustand es rechtfertigt, dass ihm Gelegenheit gegeben wird, sich in der Freiheit zu bewÃ¤hren (Art. 62 Abs. 1 StGB). Voraussetzung fÃ¼r die bedingte Entlassung ist eine gÃ¼nstige Prognose (BGr, 7. Juli 2020, 6B_1187/2019, E. 1.2.1 mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Die Prognose ist gÃ¼nstig, wenn zu erwarten ist, dass der Betroffene keine weiteren Straftaten begehen wird, die mit der behandelten StÃ¶rung in Zusammenhang stehen. Eine Heilung im medizinischen Sinn ist indes nicht erforderlich. Es genÃ¼gt, dass der Betroffene gelernt hat, mit seinen Defiziten umzugehen. Entscheidend ist, dass die mit der schweren psychischen StÃ¶rung zusammenhÃ¤ngende RÃ¼ckfallgefahr durch die Behandlung ausreichend vermindert werden konnte.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Eine Massnahme, fÃ¼r welche die Voraussetzungen nicht mehr erfÃ¼llt sind, ist aufzuheben (Art. 56 Abs. 6 StGB). Sie wird nach Art. 62c Abs. 1 lit. a StGB aufgehoben, wenn ihre Durch- oder FortfÃ¼hrung als aussichtslos erscheint. Ist der mit der Massnahme verbundene Freiheitsentzug kÃ¼rzer als die aufgeschobene Freiheitsstrafe, so wird die Reststrafe vollzogen; liegen in Bezug auf die Reststrafe die Voraussetzungen der bedingten Entlassung oder der bedingten Freiheitsstrafe vor, so ist der Vollzug aufzuschieben (Art. 62c Abs. 2 StGB).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>GemÃ¤ss Art. 62d Abs. 1 StGB prÃ¼ft die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde auf Gesuch hin oder von Amtes wegen, ob und wann der TÃ¤ter aus dem Vollzug der Massnahme bedingt zu entlassen oder die Massnahme aufzuheben ist (Satz 1). Sie beschliesst darÃ¼ber mindestens einmal jÃ¤hrlich (Satz 2). Vorher hÃ¶rt sie den Eingewiesenen an und holt einen Bericht der Leitung der Vollzugseinrichtung ein (Satz 3). Bei der Frage, ob ein TÃ¤ter bedingt zu entlassen oder eine stationÃ¤re therapeutische Massnahme aufzuheben sei, kommt der VollzugsbehÃ¶rde Ermessen zu. In solche Ermessensentscheide kann das Verwaltungsgericht nur eingreifen, wenn ein qualifizierter Ermessensfehler vorliegt, der Entscheid sich insbesondere von sachfremden Motiven leiten lÃ¤sst (vgl. Marco Donatsch in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 50 N. 25 ff.). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der Beschwerdegegner lehnte anlÃ¤sslich der jÃ¤hrlichen ÃberprÃ¼fung im Sinn des Art. 62d Abs. 1 StGB mit VerfÃ¼gung vom 21. Juni 2023 die bedingte Entlassung des BeschwerdefÃ¼hrers aus dem Vollzug der stationÃ¤ren Massnahme ab und ordnete deren Fortsetzung an. Dabei erwog er im Wesentlichen, mit Bezug auf die Legalprognose sei einem Gutachten von Dr. med. C vom 11. Februar 2021 zu entnehmen, dass beim BeschwerdefÃ¼hrer ein deutlich erhÃ¶htes Risiko fÃ¼r neuerliche Eigentums- und Betrugsdelikte bestehe. Es handle sich um ein Hochrisikoprofil, bei dem RÃ¼ckfÃ¤lligkeit eindeutig wahrscheinlicher sei als RÃ¼ckfallfreiheit. GemÃ¤ss dem Gutachten vom 11. Februar 2021 lasse sich die Legalprognose mittels einer delikt- und persÃ¶nlichkeitsorientierten, sehr langfristigen und intensiven psychotherapeutischen Behandlung verbessern. Die Behandlungsaussichten seien aber ungÃ¼nstig und ein Erfolg unsicher. Um die Therapie erfolgreich zu gestalten, sei eine deutliche VerÃ¤nderung bzw. Verbesserung in der Beeinflussbarkeit erforderlich. Im Behandlungsbericht des Forensischen Dienstes der SpitÃ¤ler in B vom 29. MÃ¤rz 2023 werde zur Legalprognose ausgefÃ¼hrt, dass beim BeschwerdefÃ¼hrer eine insgesamt unverÃ¤ndert ungÃ¼nstige RisikoeinschÃ¤tzung im Hinblick auf erneute Delinquenz bestehe. Allenfalls wÃ¼rden seine im Verlauf der Therapie verbalisierte, dabei aber begrenzte Einsicht zu dem bei ihm bestehenden StÃ¶rungsbild und der Deliktdynamik wie auch ansatzweise sein empathisches VerstÃ¤ndnis in eine gÃ¼nstige Richtung weisen kÃ¶nnen. Allerdings seien solche therapeutischen Fortschritte verschiedentlich auch schon in der Vergangenheit beschrieben worden, ohne dass sich in der Folge nachhaltige Effekte gezeigt hÃ¤tten. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe eine uneingeschrÃ¤nkt gute formale Therapieteilnahme sowie eine motiviert und engagiert wirkende Mitarbeit gezeigt. Verschiedene stÃ¶rungs- und deliktsrelevante Themenbereiche hÃ¤tten angesprochen und durchgearbeitet werden kÃ¶nnen, wobei der BeschwerdefÃ¼hrer durchaus zu glaubhaften Einsichten und VerstÃ¤ndnis bestimmter Aspekte gelangt sei und auch im emotionalen Bereich eine VerÃ¤nderung habe erkennen lassen. Dies seien notwendige Voraussetzungen fÃ¼r eine zukÃ¼nftige VerhaltensÃ¤nderung. Dennoch bleibe angesichts der langen Delinquenz- und Therapievorgeschichte unklar bzw. fraglich, inwieweit beim BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber rein rationale Einsichten hinaus von einer tatsÃ¤chlichen VerÃ¤nderungsbereitschaft und vor allem der FÃ¤higkeit dazu ausgegangen bzw. eine solche erreicht werden kÃ¶nne.</p> <p class="Urteilstext">Die Vollzugseinrichtung fÃ¼hre in ihrem Behandlungsbericht vom 14. April 2023 zur Erfolgsaussicht der Massnahme aus, dass aufgrund der Erfahrungen und der Tatsache, dass der BeschwerdefÃ¼hrer selbst im aktuell geschlossenen, hoch gesicherten Setting zweimal deliktnahe Handlungen begangen und bereits wÃ¤hrend einer vormaligen bedingten Entlassung einen RÃ¼ckfall gehabt habe, davon ausgegangen werden mÃ¼sse, dass die Ã¼ber die Jahre angewandten Verhaltensmuster selbst bei intensiver langjÃ¤hriger Therapie nur sehr schwer wÃ¼rden durchbrochen werden kÃ¶nnen. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe im Rahmen seiner AnhÃ¶rung zusammenfassend zu Protokoll gegeben, dass die Massnahme und deren FortfÃ¼hrung aus seiner Sicht keinen Sinn machen wÃ¼rden, weshalb er an keiner weiteren therapeutischen Sitzung mehr teilnehmen werde. </p> <p class="Urteilstext">Zusammenfassend bewertete der Beschwerdegegner den Massnahmenverlauf als "vorsichtig positiv". Der BeschwerdefÃ¼hrer habe sich auf die Massnahme einlassen kÃ¶nnen, habe sowohl die therapeutische als auch die milieutherapeutische Behandlung wahrgenommen und sei auch einer regelmÃ¤ssigen BeschÃ¤ftigung bzw. Arbeit nachgegangen. Im Vollzug sei es zweimal zu deutlich deliktnahem Verhalten gekommen, was die gutachterliche und aktuelle therapeutische EinschÃ¤tzung stÃ¼tze, dass die Erfolgsaussichten beschrÃ¤nkt seien. Die Legalprognose sei als unverÃ¤ndert ungÃ¼nstig einzuschÃ¤tzen. Der BeschwerdefÃ¼hrer befinde sich jedoch erst seit zwei Jahren im Massnahmenvollzug. Von einer sehr langfristigen Behandlung kÃ¶nne deshalb noch nicht gesprochen werden. Die Verweigerungshaltung des BeschwerdefÃ¼hrers sei Teil des zu behandelnden StÃ¶rungsbildes. Die Massnahme erweise sich deshalb noch nicht als aussichtslos. Unter BerÃ¼cksichtigung des bisherigen Behandlungsverlaufs bestehe eine ausreichende Erfolgsaussicht, durch die Fortsetzung der Massnahme die Gefahr weiterer Taten zu vermindern.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Sein Gesuch vom 19. September 2023 um Aufhebung der stationÃ¤ren Massnahme begrÃ¼ndete der BeschwerdefÃ¼hrer im Wesentlichen damit, dass er im internen Stufensystem der Vollzugseinrichtung erneut "nicht auf Stufe 6 gestuft" werde. Auch Ã¤usserte er in verschiedener Hinsicht seine Unzufriedenheit mit der Vollzugseinrichtung sowie dem Massnahmenverlauf. Den Akten ist zu entnehmen, dass die RÃ¼ckstufung innerhalb des internen Stufenkonzepts der JVA B auf Stufe 5 im April 2023 in Zusammenhang mit einem disziplinarischen Fehlverhalten des BeschwerdefÃ¼hrers stand. Insassen auf Stufe 5 wird im Gegensatz zu solchen auf Stufe 6 soweit ersichtlich keine Vollzugslockerung in Form von Ausgang gewÃ¤hrt. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der Beschwerdegegner holte nach Eingang des Gesuchs vom 19. September 2023 einen forensisch-psychologischen/psychiatrischen Verlaufsbericht der behandelnden Fachpersonen sowie einen FÃ¼hrungsbericht der Vollzugseinrichtung ein. Der Therapieverlaufsbericht vom 6. November 2023 hÃ¤lt fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in der Regel wÃ¶chentlich eine Einzeltherapiesitzung besuche. Die Therapiestunden seien systemisch-verhaltenstherapeutisch orientiert sowie stÃ¶rungs- und deliktspezifisch ausgerichtet. Der BeschwerdefÃ¼hrer sei zuverlÃ¤ssig und absprachefÃ¤hig; er sei jeweils pÃ¼nktlich zu den Sitzungen erschienen und habe aktiv mitgemacht. Allerdings habe er am 10. Mai 2023 mitgeteilt, dass er bis Ende Mai eine Therapiepause einlegen wolle, weil seine Verlobte sich von ihm getrennt habe. Am 28. Mai 2023 habe er dann den gÃ¤nzlichen Abbruch der Psychotherapie angekÃ¼ndigt und diesen Schritt damit begrÃ¼ndet, dass die JVA B sowie der Beschwerdegegner fÃ¼r die Trennung von seiner Verlobten verantwortlich seien. Seit dem 5. Juli 2023 besuche der BeschwerdefÃ¼hrer die Therapiesitzungen jedoch wieder regelmÃ¤ssig. Der im Gutachten vom 11. Februar 2021 gestellten Diagnose einer kombinierten PersÃ¶nlichkeitsstÃ¶rung mit dissozialen, narzisstischen und emotional-instabilen Anteilen mit einer so starken AusprÃ¤gung der dissozialen Anteile, dass zusÃ¤tzlich von einer Psychopathie gesprochen werden kÃ¶nne, schloss sich der behandelnde Psychiater grundsÃ¤tzlich an, wies indes darauf hin, dass die genannten PersÃ¶nlichkeitsanteile intramural nur in abgeschwÃ¤chter Form beobachtbar seien. In der aktuellen Berichtsperiode habe der BeschwerdefÃ¼hrer im Rahmen der Einzeltherapie auch Deliktarbeit im engeren Sinn geleistet. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe dabei angegeben, es sei ihm bewusst geworden, dass nicht erfolgte Anzeigen bei frÃ¼heren Delikten zur kognitiven Verzerrung "Ich schade ja niemandem" gefÃ¼hrt hÃ¤tten. Deshalb habe er weiter delinquiert, bis aufgrund der bereits begangenen Taten eine GleichgÃ¼ltigkeit gegenÃ¼ber sich selbst aufgetreten sei. Er habe sich dann gesagt, schlimmer kÃ¶nne es ja nicht werden. In den Therapiestunden hÃ¤tten diese kognitiven Muster inzwischen umfassend bearbeitet und nicht nur die GleichgÃ¼ltigkeit sich selbst gegenÃ¼ber aufgeweicht werden kÃ¶nnen, sondern auch jene gegenÃ¼ber anderen. So habe der BeschwerdefÃ¼hrer ein Bewusstsein dafÃ¼r verbalisiert, dass seine Opfer nicht nur materielle Verluste erlitten, sondern auch Angst oder Wut verspÃ¼rt hÃ¤tten. Die im Behandlungsbericht vom 29. MÃ¤rz 2023 beschriebene ansatzweise positive Entwicklung habe sich fortgesetzt, sodass die RisikoeinschÃ¤tzung beim BeschwerdefÃ¼hrer nunmehr etwas gÃ¼nstiger ausfalle. Es bleibe aber der weitere Verlauf abzuwarten. Die engagierte Mitarbeit des BeschwerdefÃ¼hrers zeige, dass er therapiewillig und auch in der Lage sei, die besprochenen Inhalte zumindest kognitiv zu verstehen. Massnahmenwillig scheine er aktuell allerdings nicht zu sein. Da indes schon das Gutachten von einem lÃ¤ngeren Behandlungszeitraum ausgegangen sei, werde die Fortsetzung der Massnahme empfohlen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>GemÃ¤ss dem FÃ¼hrungsbericht der JVA B vom 9. November 2023 findet sich der BeschwerdefÃ¼hrer in der alltagsinternen Struktur der Vollzugseinrichtung gut zurecht. Er sei stets pÃ¼nktlich und nehme vereinbarte Termine selbstÃ¤ndig wahr. Seit April 2023 sei es zu keinem weiteren disziplinarischen Vorfall gekommen; der BeschwerdefÃ¼hrer habe sich an die Hausordnung und die Wohngruppenregeln gehalten. Es kÃ¶nne aber beobachtet werden, dass er wiederholt mit und zwischen verschiedenen Bereichen interagiere sowie Informationen verbreite, um seine BedÃ¼rfnisse zu befriedigen. Der BeschwerdefÃ¼hrer erscheine pÃ¼nktlich und motiviert an seinem Arbeitsplatz, kÃ¶nne sich gut konzentrieren und arbeite konstant. Seine Kontaktaufnahmen zu den Arbeitsagogen wirkten teilweise berechnend bzw. manipulativ. Die Regeln am Arbeitsplatz halte der BeschwerdefÃ¼hrer stets ein. Er nehme nach einer mehrmonatigen Pause seit August 2023 wieder am Programm "Bildung im Strafvollzug" teil. Dabei erscheine er stets pÃ¼nktlich und gepflegt zum Unterricht, und seine intrinsische Motivation sei ausgesprochen hoch. Er erscheine regelmÃ¤ssig zu den vereinbarten BezugspersonengesprÃ¤chen und lasse sich auf die Zusammenarbeit ein. Auch komme er aus eigener Initiative auf die Bezugsperson zu, um relevante Themen zu besprechen. An den vollzugsplanrelevanten Zielen wie der BedÃ¼rfnisbefriedigung, dem Umgang mit Ausgaben und insbesondere der Transparenz sei auch in der Berichtsperiode weitergearbeitet worden. Die schnelle BedÃ¼rfnisbefriedigung sei hÃ¤ufig ein Thema der BezugspersonengesprÃ¤che, sei doch die insofern ungeduldige Art des BeschwerdefÃ¼hrers aus Sicht der Vollzugseinrichtung situativ sehr auffÃ¤llig und deliktsrelevant. So trete der BeschwerdefÃ¼hrer fordernd und mit klarer Erwartungshaltung gegenÃ¼ber der Bezugsperson und weiteren Betreuungspersonen auf. Er zeige sodann oftmals wenig "GespÃ¼r" fÃ¼r soziale Situationen. WÃ¼rden solche Situationen dann mit ihm besprochen, kÃ¶nne er auch bei schwierigen Diskussionen und unterschiedlichen Meinungen im Kontakt mit der Bezugsperson bleiben und verhalte sich freundlich und respektvoll, teilweise auch etwas gekrÃ¤nkt. Zusammen mit einer Betreuungsperson habe der BeschwerdefÃ¼hrer, welcher einen Grossteil seiner Freizeit mit Malen verbringe, fÃ¼r rund Fr. 100.- KÃ¼nstlermaterial bestellt. Dabei habe er auf entsprechende Nachfrage angegeben, Ã¼ber einen ausreichenden Saldo auf seinem Konto zu verfÃ¼gen. SpÃ¤ter sei der Betreuungsperson aufgefallen, dass das Konto einen negativen Saldo aufweise. Damit konfrontiert habe der BeschwerdefÃ¼hrer angegeben, eine andere Bestellung vergessen zu haben. Das KÃ¼nstlermaterial sei in der Folge umgehend retourniert worden. Weiter habe sich anlÃ¤sslich des Eingangs einer Zahlungserinnerung gezeigt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer eine Rechnung Ã¼ber rund Fr. 150.- nicht bezahlt habe. Darauf angesprochen, habe er sich erst unwissend gezeigt bzw. gestellt. Insgesamt und auch unter BerÃ¼cksichtigung dessen, dass es auch im Berichtszeitraum erneut zu auffÃ¤lligen, deliktsnahen Verhaltensweisen gekommen sei, erscheine der BeschwerdefÃ¼hrer weiterhin massnahmenbedÃ¼rftig. Dies bei einer immer wieder fraglichen, zumindest aber fragilen Massnahmenwilligkeit und einer â mit Blick auf die chronifizierten PersÃ¶nlichkeitseigenschaften â wohl auch bedingten MassnahmenfÃ¤higkeit. Aus Sicht der Vollzugseinrichtung sei abermals festzuhalten, dass die Ã¼ber Jahre internalisierten Verhaltensmuster trotz intensiver und langjÃ¤hriger Therapie nach wie vor schwer durchbrochen werden kÃ¶nnten. Hinsichtlich der Planung des weiteren Vollzugs sei zu beachten, dass die MÃ¶glichkeiten des geschlossenen Settings mittelfristig als erschÃ¶pft zu erachten seien und entgegen oder eben gerade aufgrund der zu vermutenden UnverÃ¤nderbarkeit gewisser Eigenschaften aus Sicht der Vollzugseinrichtung eine weniger geschlossene Platzierung diskutiert werden sollte. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Die JVA B hielt im Rahmen eines StandortgesprÃ¤chs vom 22. November 2023 erneut fest, dass es dem BeschwerdefÃ¼hrer kaum gelinge, therapeutische Inhalte, welche er kognitiv begreife, im Alltag umzusetzen bzw. es fehle an einem Alltagstransfer, welcher allenfalls in einer offeneren Institution trotz sicherlich limitierter TherapiefÃ¤higkeit besser gelingen kÃ¶nne. Im geschlossenen Rahmen kÃ¶nne demgegenÃ¼ber "nicht mehr viel" erreicht werden. Der Fokus solle verschoben werden auf mehr Erprobung im Alltag bei weiterhin langer Massnahmendauer. Zwar werde die RÃ¼ckfallgefahr bei einer Unterbringung in einer offeneren Einrichtung aufgrund der geringeren Kontrolle erhÃ¶ht, was aber angesichts dessen, dass es nie zu Gewaltdelikten gekommen sei, als vertretbar erachtet werde. Als insoweit geeignete Einrichtung fÃ¼r die Fortsetzung der stationÃ¤ren Massnahme kÃ¤men etwa die offene Abteilung des Massnahmenzentrums D oder das Massnahmenzentrum E in Betracht. Das Vollzugszentrum F werde noch offener gefÃ¼hrt und komme aus Sicht der JVA B weniger in Betracht. In Bezug auf die vom BeschwerdefÃ¼hrer beantragte Aufhebung der stationÃ¤ren Massnahme vertrat die JVA B die Auffassung, dass die Massnahme (noch) nicht aussichtslos sei, weil "im sozialtherapeutischen Bereich mit Ausprobieren im Alltag noch Fortschritte mÃ¶glich" seien.</p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer gab demgegenÃ¼ber an, sich nicht mehr auf die Massnahme einzulassen und nur noch deren Aufhebung und damit verbunden den Strafvollzug mit einer ambulanten Massnahme zu akzeptieren. Im Gegensatz dazu Ã¤usserte sich der BeschwerdefÃ¼hrer mit am 1. Dezember 2023 beim Beschwerdegegner eingegangener Stellungnahme dahingehend, dass er eine Platzierung im Vollzugszentrum F, einer Einrichtung der Stiftung G oder in der JVA H "akzeptiere", wÃ¤hrend er sich mit anderen Institutionen nicht einverstanden erklÃ¤ren kÃ¶nne.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>In der AusgangsverfÃ¼gung vom 15. Dezember 2023, mit welcher der Beschwerdegegner dem BeschwerdefÃ¼hrer die bedingte Entlassung sowie die Aufhebung der stationÃ¤ren Massnahme verweigerte und deren Fortsetzung anordnete, verwies der Beschwerdegegner zunÃ¤chst auf seine AusfÃ¼hrungen in der VerfÃ¼gung vom 21. Juni 2023 (vgl. oben E. 3.1). Unter Bezugnahme auf das Gutachten vom 11. Februar 2021, den Therapieverlaufsbericht vom 6. November 2023 sowie den FÃ¼hrungsbericht vom 9. November 2023 sowie in BerÃ¼cksichtigung der Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers erwog er ergÃ¤nzend, dem BeschwerdefÃ¼hrer kÃ¶nne keine ausreichend gÃ¼nstige Legalprognose gestellt werden. Unter BerÃ¼cksichtigung des bisherigen Behandlungsverlaufs bestehe indes eine ausreichende Erfolgsaussicht, durch die FortfÃ¼hrung der stationÃ¤ren Massnahme die Gefahr weiterer Taten zu vermindern. Der aktuell schwierige Verlauf der Massnahme spiegle das StÃ¶rungsbild des BeschwerdefÃ¼hrers wider und bestÃ¤tige das bereits im Gutachten vom 11. Februar 2021 prognostizierte Erfordernis einer langen Massnahmendauer. Der Verlauf der Massnahme habe gezeigt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in der Lage sei, therapeutische Fortschritte zu erzielen und â wenn auch eingeschrÃ¤nkt und in der Motivation schwankend â am therapeutischen Prozess aktiv teilzunehmen. Zur ErmÃ¶glichung weiterer Fortschritte solle der <br/> BeschwerdefÃ¼hrer in ein offeneres Setting versetzt werden, welches ihm ermÃ¶gliche, therapeutische Inhalte alltagsnÃ¤her umzusetzen. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer favorisierten Institutionen schienen nur bedingt geeignet, weshalb eine Versetzung in das Massnahmenzentrum D oder das Massnahmenzentrum E zu prÃ¼fen sei. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.7 </b>Die Vorinstanz schliesst sich der EinschÃ¤tzung des Beschwerdegegners an, wonach die Fortsetzung der stationÃ¤ren Massnahme erforderlich sei bzw. die fÃ¼r eine bedingte Entlassung erforderliche ausreichend gÃ¼nstige Legalprognose beim BeschwerdefÃ¼hrer nicht gegeben sei. Sie verwirft sodann vom BeschwerdefÃ¼hrer gegenÃ¼ber dem Gutachten vom 11. Februar 2021 erhobene EinwÃ¤nde und hÃ¤lt fest, es bestehe kein Anlass, ein neues Gutachten einzuholen, zumal die darin gezogenen SchlÃ¼sse klar und nachvollziehbar erschienen, eine Befangenheit des Gutachters nicht ersichtlich sei und das Gutachten auch nicht an AktualitÃ¤t eingebÃ¼sst habe. Aus den nachvollziehbaren EinschÃ¤tzungen der involvierten Fachpersonen ergebe sich wie auch insgesamt aus der Aktenlage, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nach wie vor massnahmenbedÃ¼rftig sei. Zudem kÃ¶nne von einer grundsÃ¤tzlichen, zumindest bedingt gegebenen, Massnahmenwilligkeit und -fÃ¤higkeit ausgegangen werden. Gerade bei einer Unterbringung in einem offeneren Setting bestehe auch eine ausreichende Erfolgsaussicht, mit der FortfÃ¼hrung der Massnahme die Legalprognose des BeschwerdefÃ¼hrers verbessern bzw. das RÃ¼ckfallrisiko fÃ¼r einschlÃ¤gige Delikte senken zu kÃ¶nnen. Vor dem Hintergrund der langjÃ¤hrigen delinquenten Vorgeschichte des BeschwerdefÃ¼hrers und der frÃ¼heren, erfolglos gebliebenen ambulanten Massnahme erweise sich die FortfÃ¼hrung der Massnahme auch als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer kritisiert das Gutachten vom 11. Februar 2021 auch im Beschwerdeverfahren in verschiedener Hinsicht: Dieses erwÃ¤hne Raubdelikte, obwohl solche weder im Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 4. Mai 2022 noch in der diesem zugrunde liegenden Anklageschrift "angesprochen" wÃ¼rden. Der Gutachter sei mithin von einer "vÃ¶llig falschen Grundlage" ausgegangen. Die von ihm vorgenommene "Einstufung der Psyche" sei nur zustande gekommen, weil plÃ¶tzlich Raubdelikte in das Gutachten eingeflossen seien. Er moniert sodann, dass der Gutachter ihn mehrfach begutachtet bzw. mehrere Gutachten Ã¼ber ihn erstellt habe. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Es trifft zu, dass der Gutachter â aufgrund der Schilderungen des BeschwerdefÃ¼hrers in den ExplorationsgesprÃ¤chen â davon ausging, dieser habe zwei Partnerinnen Medikamente verabreicht, damit sie einschliefen, um alsdann unbemerkt deren Bankkarten behÃ¤ndigen zu kÃ¶nnen. DemgegenÃ¼ber wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer im Strafverfahren "nur" zur Last gelegt, dass er im Juli 2019 wiederholt die Postkarte bzw. Interdiscount-Paykarte seiner damaligen Partnerin ohne deren Einwilligung zur Bezahlung bzw. zum Bezug von Bargeld eingesetzt, dabei insgesamt knapp Fr. 3'400.- ausgegeben bzw. bezogen und sodann seiner Partnerin Bargeld sowie "Goldvreneli" im Gesamtwert von gut Fr. 1'400.- gestohlen habe. Mit Bezug auf eine zweite vormalige Partnerin lag der strafrechtlichen Verurteilung des BeschwerdefÃ¼hrers sodann im Wesentlichen zugrunde, dass er dieser nebst weiterem eine MÃ¼nzsammlung, Bargeld und diversen Schmuck im Gesamtwert von gut â¬ 30'000.- entwendet und mehrere Bestellungen im Gesamtwert von knapp â¬ 300.- in deren Namen getÃ¤tigt und Ã¼ber deren Konto bezahlt hatte, obwohl sie ihn hierzu nicht ermÃ¤chtigt gehabt hatte.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers erweisen sich indes trotz dieser Diskrepanz als nicht stichhaltig: Vorab ist festzuhalten, dass die im Gutachten enthaltenen Diagnosen gestÃ¼tzt auf die psychiatrische Begutachtung (und nicht aufgrund der Delinquenz des BeschwerdefÃ¼hrers) gestellt wurden. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer (grundsÃ¤tzlich zu Recht) geltend gemachten Unstimmigkeiten wirkten sich denn auch nicht auf die psychiatrischen Feststellungen des Gutachters aus; vielmehr hatte dieser beim BeschwerdefÃ¼hrer bereits im Jahr 2014 (nebst einem AbhÃ¤ngigkeitssyndrom von Opioiden) eine kombinierte PersÃ¶nlichkeitsstÃ¶rung mit dissozialen und emotional-instabilen Anteilen diagnostiziert und festgehalten, insbesondere die langjÃ¤hrige dissoziale StÃ¶rung stelle beim BeschwerdefÃ¼hrer eine immer wiederkehrende Handlungsmotivation fÃ¼r die Delikte dar, wobei das Delinquenzmuster sehr stabil sei. Die dissozial typische Skrupellosigkeit sowie das nicht vorhandene Unrechtsbewusstsein und stÃ¶rungstypische kognitive Verzerrungen begÃ¼nstigten die deliktischen Handlungen. An seiner EinschÃ¤tzung hatte der Gutachter weiter in einem ErgÃ¤nzungsgutachten vom 1. April 2017 festgehalten.</p> <p class="Erwgung2">Sodann steht mit Bezug auf das delinquente Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers auch gemÃ¤ss dem Gutachten vom 11. Februar 2021 klar im Vordergrund, dass der BeschwerdefÃ¼hrer schon seit vielen Jahren vor allem Betrugs- und Eigentumsdelikte begeht, um seinen Lebensunterhalt, welcher von unangemessenen narzisstisch Ã¼berhÃ¶hten Vorstellungen geleitet ist, zu befriedigen. Das Gutachten zeigt sodann nachvollziehbar den Zusammenhang zwischen den psychischen StÃ¶rungen des BeschwerdefÃ¼hrers und der RÃ¼ckfallgefahr fÃ¼r erneute Betrugs- und Eigentumsdelikte auf. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer nicht wegen Raubdelikten verurteilt wurde, vermag die â fÃ¼r die hier infrage stehende stationÃ¤re Massnahme relevanten â gutachterlichen Darlegungen nicht infrage zu stellen oder als nicht schlÃ¼ssig erscheinen zu lassen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Weiter erweist es sich entgegen dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht als unzulÃ¤ssig, dass Dr. med. C mehrere Gutachten Ã¼ber ihn erstellt hat (vgl. BGr, 22. Mai 2018, 6B_338/2018, E. 2.1.2, VGr, 31. Oktober 2018, VB.2018.00492, E. 3.2); objektive Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass der SachverstÃ¤ndige bei Erstellung des Gutachtens vom 11. Februar 2021 voreingenommen oder befangen gewesen wÃ¤re, bestehen nicht. Angesichts der Erkenntnisse im Therapieverlaufsbericht vom 6. November 2023 (oben E. 3.3) sowie mit Blick auf das im FÃ¼hrungsbericht vom 9. November 2023 AusgefÃ¼hrte (oben E. 3.4) kann sodann nicht von einer fehlenden AktualitÃ¤t des Gutachtens vom 11. Februar 2021 gesprochen werden (vgl. dazu BGE 134 IV 246 E. 4.3).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht mit Bezug auf die ihm verweigerte bedingte Entlassung aus dem Massnahmenvollzug lediglich geltend, im Fall einer (bedingten) Entlassung wÃ¼rde ihm seine Partnerin zur Seite stehen und mit ihm LÃ¶sungen finden, dass er nicht rÃ¼ckfÃ¤llig werde. Er wolle nun ein straffreies Leben fÃ¼hren und glaube auch, dies zu kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die Vorinstanzen haben nachvollziehbar dargelegt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer im bisherigen Behandlungsverlauf zwar gewisse Fortschritte erzielen konnte, diese indes seine Legalprognose namentlich aufgrund des noch fehlenden Transfers von der kognitiven auf die Verhaltensebene noch nicht hinreichend zu verbessern bzw. die Gefahr der Begehung erneuter einschlÃ¤giger (Betrugs- und Eigentums-)Delikte noch nicht auf ein hinnehmbares Mass zu reduzieren vermochten (oben E. 3.6 f.). Auf die entsprechenden ErwÃ¤gungen kann verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG). Schon angesichts dessen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nach seiner Entlassung aus dem Strafvollzug im Jahr 2019 innert kurzer Zeit trotz vielfÃ¤ltigen UnterstÃ¼tzungsmassnahmen (betreute Wohneinrichtung, Arbeit, WeiterfÃ¼hrung einer ambulanten Therapie) einschlÃ¤gig rÃ¼ckfÃ¤llig wurde, lÃ¤sst auch eine allfÃ¤llige UnterstÃ¼tzung durch seine Partnerin die beanstandete Verweigerung der bedingten Entlassung nicht als rechtsverletzend erscheinen. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Zu prÃ¼fen bleibt, ob der Beschwerdegegner das ihm zustehende Ermessen rechtsverletzend ausÃ¼bte, indem er es ablehnte, die stationÃ¤re Massnahme wie vom BeschwerdefÃ¼hrer beantragt zufolge Aussichtslosigkeit aufzuheben.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Die Aufhebung einer Massnahme gestÃ¼tzt auf Art. 62c Abs. 1 lit. a StGB fÃ¤llt nur in Betracht, wenn sich die Behandlung definitiv als undurchfÃ¼hrbar erweist. Davon ist nur auszugehen, wenn sie nach Lage der Dinge keinen Erfolg verspricht (BGE 141 IV 49 E. 2.3). Dies ist namentlich der Fall, wenn sich im Lauf des Vollzugs der stationÃ¤ren Massnahme herausstellt, dass dadurch kein Erfolg im Sinn einer deutlichen Verminderung der Gefahr weiterer Straftaten erreicht werden kann (BGr, 14. September 2020, 6B_353/2020, E. 2.2.1 mit Hinweisen, auch zum Nachstehenden). Das Scheitern einer Massnahme darf nicht leichthin angenommen werden. Namentlich genÃ¼gt hierfÃ¼r eine vorÃ¼bergehende Krise des Betroffenen nicht; RÃ¼ckschlÃ¤ge kÃ¶nnen denn auch durchaus zum Krankheitsbild gehÃ¶ren (Marianne Heer in: Marcel Alexander Niggli/Hans WiprÃ¤chtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strafrecht I, 4. A., 2019, Art. 62c StGB N. 18). Es dÃ¼rfen und sollen mehrere fachlich fundierte Motivationsversuche in unterschiedlichen Settings bei verschiedenen Personen gemacht werden (Luisa Hafner, Therapieverweigerung im Massnahmenvollzug, in: SZK 2/2017, S. 40 ff., 43, auch zum Folgenden). Dabei darf durch den Freiheitsentzug auch ein gewisser Druck ausgeÃ¼bt werden. Ist der Betroffene allerdings nicht umzustimmen, obwohl mehrere aufrichtige Motivationsversuche durchgefÃ¼hrt wurden und der Betroffene adÃ¤quat Ã¼ber seine Chancen und Risiken aufgeklÃ¤rt wurde, gibt es keine Interventionen mehr, welche dem Therapieziel der Verbesserung einer Legalprognose des Betroffenen noch dienen wÃ¼rden. Dies ist der Zeitpunkt, in dem die Massnahme aussichtslos wird. Dieser Zeitpunkt lÃ¤sst sich nicht in absoluten Zahlen ausdrÃ¼cken, da jede StÃ¶rung und jede Person unterschiedlich sind und die Behandlung und Motivationsversuche dem Individuum angepasst sein mÃ¼ssen. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Wie aus dem oben in E. 3 AusgefÃ¼hrten erhellt, konnte sich der BeschwerdefÃ¼hrer durchaus sowohl auf die psychotherapeutischen EinzelgesprÃ¤che als auch auf milieutherapeutische Massnahmen einlassen und davon auch profitieren. Die Vollzugseinrichtung und soweit ersichtlich auch der Beschwerdegegner erachten nunmehr einen Wechsel in ein weniger geschlossenes Setting als erforderlich fÃ¼r die Erzielung weiterer therapeutischer Fortschritte (oben E. 3.5 f.). Namentlich soll dem BeschwerdefÃ¼hrer damit Gelegenheit gegeben werden, das therapeutisch (primÃ¤r kognitiv) Erarbeitete im Alltag umzusetzen bzw. die entsprechende Umsetzung zu Ã¼ben. Der Beschwerdegegner plant denn entsprechend auch, den BeschwerdefÃ¼hrer demnÃ¤chst ins Massnahmenzentrum D zu versetzen. Damit ist ein neuer Motivierungsversuch in einem weiteren Therapiesetting mÃ¶glich. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer entsprechend dem Konzept des Massnahmenzentrums D dort vorerst fÃ¼r maximal zwÃ¶lf Monate auf eine geschlossene Abteilung aufgenommen werden soll, schliesst entgegen seinem sinngemÃ¤ssen Vorbringen nicht aus, dass er erneut motiviert werden kÃ¶nnte, im therapeutischen Rahmen mitzuarbeiten und in der Folge weitere therapeutische Fortschritte zu erzielen. Auch kann er dort gerade mit Bezug auf den noch fehlenden Alltagstransfer der bislang in der Einzeltherapie erarbeiteten Erkenntnisse von der milieutherapeutischen UnterstÃ¼tzung profitieren. Mit Blick auf die vom BeschwerdefÃ¼hrer geltend gemachte Therapieunwilligkeit ist im Ãbrigen festzuhalten, dass er therapeutische Massnahmen nicht bestÃ¤ndig und kategorisch ablehnt. Die beantragte Aufhebung der Massnahme verleiht vielmehr seiner Unzufriedenheit mit dem Vollzug der Massnahme in der JVA B Ausdruck (oben E. 3.2). So gab der BeschwerdefÃ¼hrer denn noch im Rekursverfahren bzw. am 14. Februar 2024 an, er wÃ¤re bereit, sein Rechtsmittel zurÃ¼ckzuziehen â und mithin eine Fortsetzung der stationÃ¤ren Massnahme zu akzeptieren â, sobald er einen Termin fÃ¼r einen Wechsel in das Vollzugszentrum F erhalten habe. Auch sein Eventualauftrag auf Anordnung einer ambulanten Massnahme im Sinn des Art. 63 StGB spricht gegen fehlende Motivierbarkeit (vgl. BGr, 18. Januar 2018, 6B_1287/2017, E. 1.4.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>6.4 </b>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die stationÃ¤re Massnahme zum heutigen Zeitpunkt noch nicht als definitiv gescheitert betrachtet werden kann. Mit Bezug auf die vom BeschwerdefÃ¼hrer vorgetragenen Forderungen an die konkrete Ausgestaltung bzw. Art der Massnahme ist festzuhalten, dass die Therapiearbeit im Straf- bzw. Massnahmenvollzug nicht im Belieben des Insassen â hier des BeschwerdefÃ¼hrers â steht (vgl. BGr, 22. Mai 2018, 6B_338/2018, E. 2.3.3, VGr, 31. Oktober 2018, VB.2018.00492, E. 5.6.1). </p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>7.1 </b>Im gesamten Massnahmenrecht â mithin nicht nur bei der Anordnung einer Massnahme, sondern auch bei Folgeentscheidungen wie der hier infrage stehenden â ist der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsgrundsatz zu beachten (Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101], Art. 56 Abs. 2 StGB). </p> <p class="Erwgung2"><b>7.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer befindet sich erst seit dem 1. Juni 2021 und somit seit rund drei Jahren im (vorzeitigen) Massnahmenvollzug. Der Eingriff in seine Rechte erweist sich damit sowohl mit Blick auf die vom BeschwerdefÃ¼hrer ausgehende hohe Gefahr weiterer Betrugs- und Eigentumsdelikte als auch mit Blick auf die ausgefÃ¤llte Freiheitsstrafe noch nicht als schwer und die Fortsetzung der Massnahme mithin nicht als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>9. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'200.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 220.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'420.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) erhoben werden. Die Beschwerde ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Justizdirektion;</span></p> <p class="Einzug2"><span> c) das EidgenÃ¶ssische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>