A bteilung IV D -3214/2007 scd/w ea {T 0/2} U rteil vom 16. M ai 2007 M itw irkung: R ichter D aniel Schm id, Vito Valenti, R obert G alliker G erichtsschreiber Alfred W eber A ._______, geboren 1. Januar 1989, unbekannter H erkunft, alias A._______, geboren 13. Februar 1991, Sudan, B._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 4. M ai 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge im M ärz 2007 den H eim atstaat R ichtung U ganda verliess und von dort auf dem Luftw eg am 23. M ärz 2007 in die Schw eiz gelangte, w o er gleichentags um Asyl ersuchte, dass er anlässlich der Befragung X._______ vom 4. April 2007 im W esentlichen ausführte, er sei am 13. Februar 1991 in C ._______/Sudan geboren w orden, habe aber ab dem Jahr 1994 bis im Juli 2006 in Khartoum bei einem schottischen Priester in einer Kirche gelebt, ehe er w ieder nach C ._______ zurückgekehrt sei, w o er sich bis zur Ausreise aufgehalten habe, dass im O ktober 2006 Angehörige der SLM (Sudan Liberation M ovem ent) seine Eltern getötet hätten, dass er für sich das gleiche Schicksal befürchte, dass er vor diesem H intergrund m it H ilfe eines Freundes der Fam ilie, dessen N am en er nicht kenne und der säm tliche R eisepapiere stets auf sich getragen habe, ausgereist sei, dass am 14. April 2007 ein Experte der Fachstelle LIN G U A im Auftrag des BFM m it dem Beschw erdeführer eine sprachlich-länderkundliche H erkunftsanalyse durchführte und hierbei zum Schluss gelangte, der Beschw erdeführer stam m e m it Sicherheit aus W estaf- rika, w obei er sow ohl dem H erkunftsland D ._______ als auch dem jenigen E._______ zugeordnet w erden könne, dass der Analysebericht w eiter festhält, dass eine geographisch-sprachliche H erkunft des Beschw erdeführers aus jeder anderen H erkunftsregion ausgeschlossen w erden könne, dass das BFM dem Beschw erdeführer am 25. April 2007 in Anw esenheit einer Ver- trauensperson das rechtliche G ehör zum w esentlichen Inhalt der sprachlich-länderkund- lichen H erkunftsanalyse gew ährte, dass im R ahm en des rechtlichen G ehörs diverse zusätzliche Fragen allgem einer und grundlegender N atur zum H erkunftsstaat und Aufenthaltsort (Khartoum ) des Beschw er- deführers N iederschlag im diesbezüglichen Protokoll fanden, dass eine am 3. M ai 2007 beim Beschw erdeführer durchgeführte H andw urzelknochen- analyse ergeben hat, dass dessen Knochenalter 19 Jahre und m ehr betrage, dass dem Beschw erdeführer am 4. M ai 2007 das rechtliche G ehör zu diesem Abklä- rungsergebnis gew ährt w urde, dass das BFM m it Verfügung vom 4. M ai 2007 - eröffnet am gleichen Tag - in Anw en- dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Voll- zug anordnete, dass das BFM zur Begründung im W esentlichen anführte, der Beschw erdeführer stam - m e gem äss dem LIN G U A-G utachten eindeutig nicht aus dem Sudan,3 dass er anlässlich der G ew ährung des rechtlichen G ehörs vom 25. April 2007 nicht in der Lage gew esen sei, die fehlenden Kenntnisse zu seiner angeblichen H erkunftsregion beziehungsw eise seinem H eim atstaat zu erklären, dass aufgrund des LIN G U A-G utachtens und der m anifesten U nkenntnisse bezüglich Sudan dam it zw eifelsfrei feststehe, dass der Beschw erdeführer nicht aus dem Sudan, sondern einem anderen - w estafrikanischen - Land stam m e und dem zufolge säm tlichen dieses Land betreffenden Vorbringen des Beschw erdeführers die G rundlagen entzogen seien, dass ferner feststehe, dass der Beschw erdeführer im R ahm en des Asylverfahrens die Behörden über seine Identität getäuscht habe, dass das BFM sodann in Berücksichtigung säm tlicher relevanter U m stände des vorlie- genden Falls von der Volljährigkeit des Beschw erdeführers ausgehe, w eshalb er aus dem Ü bereinkom m en über die R echte des Kindes vom 20. N ovem ber 1989 (KR K) nichts zu seinen G unsten abzuleiten verm öge, dass der Vollzug der W egw eisung durchführbar und zum utbar sei sow ie diesem keine triftigen G ründe entgegen stünden, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 9. M ai 2007 gegen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde erhob und dabei sinngem äss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sow ie eine Frist zur Beibringung eines Identitätsdokum ents beantragte, dass die vorinstanzlichen Akten am 10. M ai 2007 beim Bundesverw altungsgericht ein- trafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG ), und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verw altungsverfahrens [Vw VG , SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Bundesgesetzes über das Bun- desverw altungsgerichts [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BG G , SR 173.110]), dass die Beschw erde in Englisch und som it nicht in einer schw eizerischen Am tssprache abgefasst ist und daher grundsätzlich zur Ü bersetzung zurückzuw eisen w äre, dass indessen aus prozessökonom ischen G ründen darauf zu verzichten ist, da der Ein- gabe deren Inhalt entnom m en und darüber aufgrund der Aktenlage ohne w eiteres ent- schieden w erden kann, dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundes- recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-4 halts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide praxisgem äss auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asyl- gesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it darauf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheide und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungsgericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass im vorliegenden Fall das BFM über seine Fachstelle LIN G U A den Beschw erdefüh- rer einer H erkunftsanalyse auf der Basis charakteristischer M erkm ale in der Sprechw ei- se unterzogen und ihm am 25. April 2007 das rechtliche G ehör zum Abklärungsergebnis gew ährt hat, dass auf Asylgesuche nicht eingetreten w ird, w enn Asylsuchende die Behörden über ihre Identität täuschen und diese Täuschung aufgrund der Ergebnisse der erkennungs- dienstlichen Behandlung oder anderer Bew eism ittel feststeht (Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG ), dass der betreffende Experte zur Erkenntnis gelangt ist, der Beschw erdeführer stam m e m it Sicherheit aus W esafrika, w obei er sow ohl dem H erkunftsland D ._______ als auch dem jenigen E._______ zugeordnet und eine geographisch-sprachliche H erkunft des Be- schw erdeführers aus jeder anderen H erkunftsregion ausgeschlossen w erden könne, dass die Staatsangehörigkeit Teil der Identität der Asylgesuchsteller darstellt (vgl. Art. 1 Bst. a der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]), dass das Bundesverw altungsgericht die LIN G U A-Analyse des BFM nicht als Sachver- ständigengutachten (Art. 12 Bst. e Vw VG ; Art. 57 ff. des Bundesgesetzes über den Bun- deszivilprozess [BZP, SR 273] i.V.m . Art. 19 Vw VG ), sondern als schriftliche Auskünfte einer D rittperson (Art. 12 Bst. c Vw VG ; Art. 49 BZP i.V.m . Art. 19 Vw VG ) anerkennt, ihnen indessen - sofern bestim m te Anforderungen an die fachliche Q ualifikation, O bjek- tivität und N eutralität des Experten w ie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit und N ach- vollziehbarkeit der Analyse erfüllt sind - erhöhten Bew eisw ert zum isst (vgl. EM AR K 2003 N r. 14 E. 7 S. 89; 1998 N r. 34 S. 284 ff.), dass der vorliegend zu beurteilenden LIN G U A-Analyse nach den erw ähnten Kriterien er- höhter Bew eisw ert zukom m t, dass dem nach in casu eine Identitätstäuschung m it genügender Sicherheit feststeht (vgl. EM AR K 1999 N r. 19, E. 3d S. 125 f.; 2003 N r. 27 S. 174 ff.), dass der im Einklang m it der R echtsprechung stehende und in Anw endung von Art. 32 5 Abs. 2 Bst. b AsylG ergangene N ichteintretensentscheid des BFM auch einer Ü berprü- fung durch das Bundesverw altungsgericht standhält, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die Ausführungen des Be- schw erdeführers im R ahm en des rechtlichen G ehörs vom 25. April 2007 zahlreiche, w ei- tere, die Schlussfolgerungen des LIN G U A-Experten unterm auernde Begründungsele- m ente hinsichtlich dessen m anifesten U nkenntnissen zum Sudan darlegt und vor die- sem H intergrund feststellt, den gesam ten Vorbringen des Beschw erdeführers in Bezug auf dieses Land sei die G rundlage entzogen und es stehe daher fest, dass der Be- schw erdeführer über seine Identität getäuscht habe, dass sich aufgrund der Akten die vorinstanzlichen Erw ägungen als zutreffend erw eisen und zur Verm eidung von W iederholungen daher auf die ausführlichen Erw ägungen in der angefochtenen Verfügung verw iesen w erden kann, dass der R echtsm itteleingabe keine stichhaltigen Einw ände zu entnehm en sind, w elche die Argum entation des BFM hinsichtlich der dem Beschw erdeführer vorgew orfenen Identitätstäuschung w iderlegen könnten, dass es der Beschw erdeführer bei der blossen Behauptung, aus dem Sudan zu stam - m en, bew enden lässt, m ithin keinerlei Klärung hinsichtlich der behaupteten Staatsange- hörigkeit beziehungsw eise einer nicht begangenen Identitätstäuschung herbeizuführen verm ag, dass aufgrund der Aktenlage (fehlende Kenntnisse des Beschw erdeführers zu Fragen von einfachster und grundlegender Bedeutung in Bezug auf den Sudan und seine unm it- telbare Lebensum gebung) das in der R echtsm itteleingabe in dieser pauschalen und un- substanziierten Form gestellte G esuch um Einräum ung einer Frist zur Beschaffung eines "identification docum ent" durch "som eone" seines H eim atlandes abzuw eisen ist, nicht zuletzt auch deshalb, stand dem Beschw erdeführer doch seit Stellen des Asylge- suchs genügend Zeit zur Verfügung, um die entsprechend notw endigen Vorkehren zu treffen, dass sich angesichts dieser Sachlage w eitere Erörterungen erübrigen, dass das BFM dem nach in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG zu R echt auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten ist, dass das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz zur Folge hat, vorliegend der Beschw erdeführer w eder eine Aufenthaltsbew illi- gung besitzt noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat, w eshalb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG , Art. 32 Bst. a AsylV 1; vgl. EM AR K 2001 N r. 21 S. 168 ff.), dass grundsätzlich von Am tes w egen zu prüfen ist, ob der Vollzug der W egw eisung nicht zulässig, nicht zum utbar oder nicht m öglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ), diese U nter- suchungspflicht jedoch nach Treu und G lauben ihre G renze an der M itw irkungspflicht der Asylsuchenden findet (Art. 8 AsylG ), w elche auch die Substanziierungslast tragen (Art. 7 AsylG ), und es deshalb nicht Sache der Asylbehörden sein kann, nach allfälligen W egw eisungshindernissen in hypothetischen H erkunftsländern zu forschen, dass der Beschw erdeführer deshalb die Folgen seiner m angelhaften M itw irkung respek- tive Verheim lichung seiner w ahren Identität zu tragen hat, indem verm utungsw eise da- von auszugehen ist, es w ürden einer W egw eisung in den tatsächlichen H eim atstaat kei-6 ne landes- oder völkerrechtlichen Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG entgegenstehen (vgl. EM AR K 2005 N r. 1 E. 3.2.2. S. 5 f.), dass der Beschw erdeführer bei dieser Sachlage insbesondere auch die Folgen der Be- w eislosigkeit in Bezug auf die unter dem Aspekt des Kindesw ohl gegebenenfalls zu be- rücksichtigenden Tatsachen zu tragen hat (vgl. EM AR K 2001 N r. 22 S. 180 ff.), dass es vorliegend den Asylbehörden aufgrund der nicht feststehenden Identität und Staatsangehörigkeit des Beschw erdeführers im R ahm en des U ntersuchungsgrund- satzes (Art. 12 Vw VG ) von vornherein nicht m öglich ist, im tatsächlichen H eim atland des Beschw erdeführers sinnvoll Abklärungen in Bezug auf die im R ahm en des Kindesw ohls zu berücksichtigenden Aspekte vorzunehm en und überdies aufgrund der Akten von der Volljährigkeit des Beschw erdeführers auszugehen ist, dass m angels konkreter gegenteiliger Anhaltspunkte davon auszugehen ist, der Be- schw erdeführer verfüge in seinem tatsächlichen H eim atland nach w ie vor über ein be- stehendes Beziehungsnetz, von w elchem er im Falle der R ückkehr auch w eiterhin getra- gen w ird, dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine H inw eise auf das Vorliegen technischer Vollzugshindernisse ergeben, w eshalb der Vollzug auch als m öglich erscheint (Art. 14a Abs. 2 AN AG ), dass es dem Beschw erdeführer dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die an- gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich- tig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (durch Verm ittlung des BFM , X._______, m it der Bitte, dieses U rteil dem Beschw erdeführer gegen beigelegte Em pfangsbestätigung auszuhändigen und diese an das Bundesver-w altungsgericht zu retournieren; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, X._______ (vorab per Telefax; R ef.-N r. N ) - F._______ (per Telefax) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: D aniel Schm id Alfred W eber Versand am :