B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2139/2011 U r t e i l v o m 1 . M a i 2 0 1 3 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richter Markus König, Richterin Emilia Antonioni, Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Erich Leuzinger, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 10. März 2011 / N (…). E-2139/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der tamilische Beschwerdeführer stammt gemäss eigenen Angaben aus B._______ bei C._______ (Distrikt Jaffna, Nordprovinz). Am (…) 2008 sei er nach Colombo gereist und habe dort in We llawatte ohne eine Regis t- rierung seinerseits gelebt. Am (…) 2008 sei er mit einem Flugzeug nach Mailand geflogen. Am 24. September 2008 sei er in die Schweiz eing e- reist und reichte am gleichen Tag ein Asylgesuch ein. Am 30. September 2008 wurde er im Empfa ngs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel su m- marisch zu seiner Person und seinen Gesuchsgründen befragt; am gle i- chen Tag wurde er zudem ausführlich angehört. Begründet wurde das Asylgesuch im Wesentlichen damit, dass er im (…) 2008 nach einer Bombenexplosion zusammen mit seinem Bruder von der sri-lankischen Armee (SLA) verhaftet worden sei, da der Verdacht b e- standen habe, Kontakte zu den LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) gehabt zu haben. Indes seien sie am gleichen Tag fr eigelassen worden. Nach einer weit eren Festnahme zwei Tage später, seien sie nach der Freilassung einer Meldepflicht unterlegen gewesen. Am (…) 2008 sei dann der Bruder entführt worden. Danach sei die Ausreise des B e- schwerdeführers organisiert worden. Auf Details dieser Begründung wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. B. Mit Verfügung vom 10. März 2011 – eröffnet am 11. März 2011 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und wies das As ylgesuch ab; gleichzeitig wies es ihn aus der Schweiz weg und ordnete den Vollzug dieser Wegweisung an. Es begründete im Wesentlichen seinen Entscheid damit, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, sich widerspruchsfrei und damit glaubhaft zur geltend gemachten Bedrohung durch das Militär zu äussern (Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]). Zudem würden die Vorbringen den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand halten. Der Vollzug der Wegweisung sei, so das Bundesamt weiter, zulässig, z u- mutbar und möglich, da auf der Halbinsel Jaffna, aus welcher der B e- schwerdeführer stamme, ein weitgehend normales Alltagsleben herrsche. E-2139/2011 Seite 3 Auf Details dieser Begründung wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. C. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. April 2011 (Poststempel: 11. April 2011) Beschwerde beim Bunde s- verwaltungsgericht und beantragte, die Ziffern 1 bis 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung seien aufzuheben. Es gelte, die Flüchtlingse i- genschaft des Beschwerdeführers festzustellen und ihm Asyl zu gewä h- ren. Entgegen der Meinung der Vorinstanz seien die Vorbringen asylrelevant und glaubhaft. Dies gelte insbesondere, da der Bruder des Beschwerd e- führers verschleppt und zwischenzeitlich höchstwahrscheinlich umg e- bracht worden sei. Hinsichtlich der Unglaubhaftigkeit würden keine W i- dersprüche vorliegen, da der Beschwerdeführer in der Erstbefragung ausdrücklich angehalten worden sei, sich kurz zu fassen. Zur Untermauerung dieser Einwände wurden je eine Kopie einer Bestät i- gung des "Grama Niladhari's Office" vom 31. März 2011 sowie des "Justi- ce of Peace" aus B._______ vom 8. April 2011 zu den Akten gereicht. Auf Details dieser Begründung wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Verfügung vom 21. April 2011 wurde der Beschwerdeführer vom Bun- desverwaltungsgericht aufgefordert, einen Kostenvorschuss zu bezahlen, der fristgereicht überwiesen wurde. E. Am 25. Februar 2013 erhielt der Beschwerdeführer vom Bundesverwal- tungsgericht Gelegenheit, sich  infolge der veränderten Verhältnisse in Sri Lanka (vgl. dazu BVGE 2011/24 vom 27. Oktober 2011)  zu äussern. Mit Eingabe vom 22. März 2013 unterstrich der Beschwerdeführer seine Befürchtung, bei einer Rückkehr nach Sri Lanka verhaftet oder ve r- schleppt zu werden, da er ohne Weiteres den LTTE zugeordnet werden würde. Ferner verfüge er – mit Ausnahme des Kontaktes zu seiner Mutter – über kein Beziehungsnetz mehr in Sri Lanka und auch über keine Aus- bildung, folglich würden keine Erwerbsmöglichkeiten bestehen. E-2139/2011 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nic hts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Inte resse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unr ichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als E-2139/2011 Seite 5 ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen od er massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Die Vorinstanz begründete ihren negativen Entscheid vom 10. März 2011 mit der Unglaubhaftigkeit und der fehlenden Asylrelevanz der Vo r- bringen. Demgegenüber tat d er Beschwerdeführer kund, es bestehe bei einer Rückkehr die Gefahr einer Verhaftung oder Verschleppung seiner Person, da er verdächtigt werde, die LTTE unterstützt zu haben. Die Be- fürchtungen seien durch die Entführung seines Bruders belegt. Zudem seien in seinen Aussagen keine Widersprüche erkennbar. 4.2 Mit dem Grundsatzurteil BVGE 2011/24 vom 27. Oktober 2011 hat das Bundesverwaltungsgericht die letztmals im Februar 2008 (vgl. BVGE 2008/2) vorgenommene Lageanalyse betreffend Sri Lanka aktual i- siert und seine Praxis angepasst . Gemäss dieser aktuellen Rechtspr e- chung hat sich seit der Beendigung des militärischen Konflikts zwischen der srilankischen Armee und den LTTE die Sicherheitslage verbessert und stabilisiert. Einer erhöhten Verfolgungsgefahr sind demzufolg e Pe r- sonen, die der Zugehörigkeit zu den LTTE verdächtig werden, sowie pol i- tische Dissidenten und Oppositionspolitiker, die den Machtanspruch des Rajapakse-Regimes in Frage stellen, ausgesetzt. Ferner sind als Risik o- gruppen kritisch auftretende Journaliste n, Menschenrechtsaktivisten oder Personen zu nennen, die Opfer und Zeuge schwerer Menschenrecht s- verstösse waren und diesbezüglich juristische Schritte eingeleitet haben. Unter Umständen sind auch Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kontakte zu den LTTE unterstellt werden, sowie Personen mit beträchtl i- chen finanziellen Mitteln einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt. Letztere deshalb, weil auch heute noch Entführungen insbesondere lok a- ler Geschäftsleute stattfinden sollen, vor denen die staatlichen Be hörden im Norden und Osten des Landes nur limitiert respektive ineffizient schü t- zen (vgl. dazu BVGE 2011/24 E. 8). E-2139/2011 Seite 6 4.3 Hinsichtlich der vorgebrachten Befürchtungen des Beschwerdefü h- rers, bei seiner Rückkehr verhaftet und verschleppt zu werden, da er der Zugehörigkeit zu den LTTE verdächtigt werde, gilt festzuhalten, dass es sich beim Beschwerdeführer nicht um ein Mitglied der LTTE handelt, da er nie eine Ausbildung bei den LTTE gemacht habe (A6 S. 9) und auch sonst in den Protokollaussagen nie auf eine Tätigkeit in irgendeiner Form für diese Organisation hindeutete. Einzig habe er an Propaganda - Versammlungen, die in seiner Schule stattgefunden hätten, teilnehmen müssen, was ihn indes nie sonderlich interessiert habe (A1 S. 6; A6 S. 9). Bei der angeblichen Festna hme seiner Person und der jenigen des Br u- ders handelte es sich um eine Massenverhaftung, die – noch mitten im Bürgerkrieg – im Rahmen einer Razzia im (…) 2008 nach einer Bomben- explosion stattfand (A1 S. 6; A6 S. 5 f.). Da mutmasslich gegen den B e- schwerdeführer und seinen Bruder kein individuelle r Verdacht gehegt wurde, Kontakte zu den LTTE zu pflegen , wurden beide am selben Tag wieder freigelassen (A1 S. 6; A6 S. 5 f.). Nach zwei Tagen sei er zwar er- neut – diesmal für drei Tage – festgenommen und verhört wor den, doch habe man ihn dennoch wieder freigelassen (A1 S. 6; A6 S. 8). Trotz der auf diese zweite Festnahme erfolgte n Meldepflicht ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer nicht unter besonderer Beobachtung der sri - lankischen Behörden stand, sondern au fgrund von Razzien zusammen mit anderen Personen wohl willkürlich verhaftet und jeweils wieder freig e- lassen wurde. Damit ist keine gezielte, individuelle und weiterhin drohe n- de Verfolgung des Beschwerdeführers ersichtlich. 4.4 Die auf Beschwerdestufe eingereich ten Kopien des "Grama Niladh a- ri's Office" sowie des "Justice of Peace" aus B._______ sind nicht geeig- net, eine konkrete und mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eintretende Bedrohung des Be schwerdeführers zu begründen, da sie – sie seien im Auftrag der Mut ter des Beschwerdeführers ausgestellt wo rden – als Ge- fälligkeitsschreiben bezeichnet werden müssen. Auch die vorgebrachte Entführung und Tötung seines Bruders, der nach der Explosion mit dem Beschwerdeführer zusammen verhaftet worden sei, bleibt bis heute u nbelegt und kann daher nicht als Indiz für eine ko n- krete Gefährdung des Beschwerdeführers gelten. 4.5 Zusammenfassend gilt festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nicht über ein entsprechend Gefährdungsprofil verfügt (vgl. E. 4.2), da es ihm nicht gelungen ist , eine im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka b e- stehende oder unmittelbar drohende asylrechtlich relevante Verfolgung E-2139/2011 Seite 7 nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Auch für den heut i- gen Zeitpunkt ist im Lichte der dargelegten Rechtsprechung (vgl. E. 4.2) den Aussagen des Beschwerdeführers nichts zu entnehmen, um von e i- ner begründeten Furcht vor Verfolgung bei einer Rückkehr in die Heimat auszugehen. Das BFM hat sein Asylgesuch demnach zu Recht abg e- lehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Au f- enthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizer i- schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 5.2 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und ander nfalls wenigs- tens glaubhaft zu machen. 5.3 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 5.3.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land ge zwungen zu werden (Art. 5 E-2139/2011 Seite 8 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 19 99 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenr echte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 5.3.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlin gsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheblich e G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in de n Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, § 124 ff. m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtss i- tuation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zei t- punkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestim mungen zulässig (vgl. dazu BVGE 2011/24 E. 10.4.2). 5.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf E-2139/2011 Seite 9 Grund von Situationen wie Krieg, Bürge rkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 5.4.1 Die Vorinstanz hielt in ihrer Verfügung fest, dass sich die allgemeine Sicherheitslage in Sri Lanka seit Mai 2009 deutlich entspannt habe. Die Lebensbedingungen hätten sich soweit verbessert, dass eine Rückkehr in den Norden und den Osten des Landes grundsätzlich wieder zumutbar sei, da – vorbehältlich des sog. Vanni-Gebietes – weitgehend ein norma- les Alltagsleben bestehen würde. Da der Beschwerdeführer aus dem Distrikt Jaffna stamme, sei ein Vollzug der Wegweisung in dieses Gebiet als zumutbar zu qualifizieren. Zudem verfüge er dort über ein tragfäh iges Beziehungsnetz; auch würden seine Schulausbildung, seine Arbeitserfahrung wie auch die finanzielle Unte r- stützung seines Bruders, der in Australien lebe , nach seiner Rückkehr nach Sri Lanka von Nutzen sein. 5.4.2 In der Beschwerdeschrift vom 10. April 2011 wie auch in der Ste l- lungnahme vom 22. März 2013 wurde hingegen unterstrichen, dass im Norden weder ein normales Alltagsleben ersichtlich, noch – konkret für den Beschwerdeführer – ein tragfähiges Beziehungsnetz vorhanden sei, da einzig seine Mutter sich noch in Ja ffna aufhalten würde. Ferner habe der Beschwerdeführer keine Erwerbsmöglichkeiten, zumal er auch über keine Ausbildung verfüge. 5.4.3 Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts präsentiert sich die Lage in den Nordprovinzen sehr unterschiedlich (vgl. BVGE 2 011/24 E. 13.2). Im Distrikt Jaffna herrscht derzeit keine Situation allgemeiner Gewalt und die dortige politische Lage ist nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr als generell unzumutbar eingestuft werden müsste. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich beim Wegweisungsvollzug in dieses Gebiet j e- doch eine sorgfältige, zurückhaltende Beurteilung der individuellen Z u- mutbarkeitskriterien auf. Daneben ist auch dem zeitlichen Element g e- bührend Rech nung zu tragen. Hat sich die betreffende Person in der Nordprovinz zuletzt vor Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 au f- gehalten, oder gehen konkrete Umstände aus den Verfahrensakten he r- vor, dass sich die Lebensumstände seit der Ausreise massgeblich ver än- dert haben könnten, sind die aktuell vorliegenden Lebens - und Wohnver-E-2139/2011 Seite 10 hältnisse sorgfältig auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs hin zu überprüfen. In diesem Zusammenhang sind namentlich die Existenz e i- nes tragfähigen Beziehungsnetzes und konkrete Möglichkeiten der Siche- rung des Existenzminimums und der Wohnsituation massgeblich (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). 5.4.4 Der Beschwerdeführer, der bis zur Ausreise sein ganzes Leben in B._______ verbracht habe (A1 S. 1), habe das (…)-College in C._______ kurz vor Abschluss im Jahr 2008 verlassen (A1 S. 3). Seine Mutter sei gemäss der Eingabe vom 22. März 2013 immer noch in B._______ bei C._______ wohnhaft, werde von seinem Bruder, der in Austra lien lebe, unterstützt und habe daher aus finanzieller Sicht keine Probleme (A1 S. 3; A6 S. 3). Ferner würden in der Gegend weitere Verwandte – Ge- schwister seiner Eltern – leben (A1 S. 4). Folglich kann davon ausgega n- gen werden, dass – auch wenn die Schwester zwischenzeitlich u nbe- kannten Aufenthalts sei (allenfalls sei sie ausgereist, A6 S. 4) – der Be- schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Jaffna auf ein soziales Netz z u- rückgreifen kann, und dass Möglichkeiten bestehen, eine wirtschaftliche Existenzgrundlage aufzubauen. Zur Über brückung allfälliger Anfang s- schwierigkeiten kann er beim BFM zudem Rückkehrhilfe beantragen. 5.4.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 5.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 5.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. E-2139/2011 Seite 11 7. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Verfahrenskos- ten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600. - festzusetzen (Art. 1 bis 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun gen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind mit dem am 27. April 2011 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrec h- nen. (Dispositiv nächste Seite) E-2139/2011 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag wird mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvo r- schuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe Versand: