<h2>SubmittedText<h2><p>Der FC Arsenal gehört einem usbekischen und einem amerikanischen Milliardär. Der Club lässt sich neu vom rwandischen Staat sponsern. Der Machthaber Rwandas ist ein glühender Fan des Londoner Fussballvereins. Rwanda ist seit 1963 ein Schwerpunktland der helvetischen Entwicklungshilfe.</p><p>Wie gross ist der Aufwand, den die Schweiz bisher (soweit bekannt) betrieben hat:</p><p>a. von offizieller Seite?</p><p>b. über Hilfswerke mit Bundesunterstützung?</p><p>c. über andere private Hilfswerke?</p><p>d. durch Private?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hält fest, dass keine Gelder der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit für die Tourismuswerbung Rwandas mit Sponsoring des FC Arsenal zweckentfremdet werden, wie dies in den vergangenen Tagen fälschlicherweise in verschiedenen Medien suggeriert worden ist. Die Regierung Rwandas verfolgt eine aktive und ambitiöse Strategie, um das Land als Destination für Tourismus und internationale Konferenzen bekanntzumachen. Bereits heute ist der Tourismus die wichtigste Deviseneinnahmequelle des Landes und schafft Tausende Arbeitsplätze, dank derer junge Rwanderinnen und Rwander in ihrer Heimat eine wirtschaftliche Perspektive haben. Mit welchen Massnahmen der vielversprechende Tourismussektor gefördert wird, ist eine souveräne Entscheidung der rwandischen Behörden. Dass Rwanda die Entwicklung des Privatsektors fördert, ist grundsätzlich auch im Interesse der Schweiz. Die Regierung Rwandas und das Rwanda Development Board, welches für die Investitions- und Tourismusförderung zuständig ist, erhalten jedoch keine finanzielle Unterstützung der Schweiz. Die Mittel der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit sind vertraglich gebunden an sorgfältig ausgewählte Projekte zugunsten armer Menschen in Rwanda. Diese Mittel werden für die Verbesserung des Berufsbildungssystems und der Gesundheitsversorgung, zur Schaffung von Arbeitsplätzen durch die Förderung einer lokalen Produktion von Baumaterialien sowie für die Unterstützung von Organisationen der Zivilbevölkerung und von unabhängigen Medien eingesetzt. Rwanda ist weiterhin eines der ärmsten Länder der Welt. Über ein Drittel der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Der Bundesrat sieht gegenwärtig keine Veranlassung, das Schweizer Engagement in Rwanda zu stoppen. Er überprüft die Schwerpunktländer der Entwicklungszusammenarbeit aber regelmässig im Rahmen der Erarbeitung langfristiger Kooperationsstrategien. Die zuständigen Ämter wägen dabei auch die wirtschaftliche Entwicklung und die Armutssituation ab, um Empfehlungen über den weiteren Verbleib im betreffenden Land abzugeben. Die gesamte öffentliche Entwicklungshilfe der Schweiz zugunsten Rwandas zwischen 1963 und 2017 beläuft sich auf 547 Millionen Franken, wovon 512 Millionen durch die Deza geleistet worden sind. Die privaten Spenden von Schweizer Nichtregierungsorganisationen belaufen sich im selben Zeitraum auf über 108 Millionen Franken.</p>