<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat - in Zusammenarbeit mit Frauen-Fachorganisationen - ein Konzept auszuarbeiten für eine Informations- und Sensibilisierungskampagne, die zum Ziel hat, dass Frauen und Männer familiäre Verantwortung (Haushalt und Kinderbetreuung) und Erwerbsarbeit zu gleichen Teilen - halbe-halbe - übernehmen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wie die Motionärin hervorhebt, ist die Frage der Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit ein zentraler Punkt in der Verwirklichung der Gleichstellung von Frau und Mann.</p><p>Statistische Studien zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Erwerbsquote der Frauen und ihrer Rolle als Partnerin, Ehefrau und Mutter. Die Erwerbsbeteiligung der Frauen in der Altersgruppe der 25- bis 29jährigen erreicht fast 80 Prozent und sinkt bei den 30- bis 34jährigen auf unter 70 Prozent, steigt aber bei den 40- bis 49jährigen wiederum auf beinahe 80 Prozent an. Bei den Männern bleibt die Erwerbsquote im Gegensatz dazu fast während ihrer ganzen Erwerbstätigkeit bei 90 Prozent stabil.</p><p>Auch der Zivilstand beeinflusst die Verteilung von Vollzeit- und Teilzeitarbeit. 70 Prozent der ledigen Frauen arbeiten vollzeitlich, 75 Prozent der verheirateten Frauen arbeiten teilzeitlich, während nur 10 Prozent aller Männer einer Teilzeitarbeit nachgehen.</p><p>Mehr als 62 Prozent der Frauen - der verheirateten wie der unverheirateten - kümmern sich alleine oder fast alleine um die wichtigsten Haushaltsarbeiten sowie um den Grossteil der Pflege und Erziehung der Kinder.</p><p>Diese Rollenverteilung der Geschlechter ist in Veränderung, auch wenn bisweilen hauptsächlich die Frauen ihre Beteiligung im öffentlichen Bereich (berufliche, soziale und politische Tätigkeiten) erhöht haben, während die Beteiligung der Männer bei den Aufgaben im privaten Bereich oder generell bei der unbezahlten Arbeit (inklusive sozialer Bereich) nur wenig zugenommen hat. Diese Situation ist nicht zufriedenstellend, da viele Frauen einer zweifachen, wenn nicht dreifachen Belastung ausgesetzt sind. Dies wirkt sich auf dem Arbeitsmarkt nachteilig für sie aus und erschwert oder verhindert die Gleichstellung von Frau und Mann.</p><p>Der Bundesrat ist sich der Tatsache bewusst, dass die Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann einen wichtigen Einfluss auf die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter hat. Trotzdem muss er in Zeiten knapper personeller und finanzieller Ressourcen Prioritäten setzen und gegebenenfalls auch auf wünschenswerte Massnahmen verzichten. Massnahmen zur Förderung einer zufriedenstellenden Rollenverteilung zwischen Frau und Mann könnten sachlich durchaus opportun sein, drängen sich derzeit jedoch nicht mit erster Priorität auf.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.