Abteilung III C-5286/2007 {T 0/2} U r t e i l v o m 4 . N o v e m b e r 2 0 0 8 Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, Richter Andreas Trommer, Gerichtsschreiber Thomas Segessenmann. Gemeinde X._______ , handelnd durch Gemeinderat X._______, Beschwerdeführerin, gegen M._______ , Beschwerdegegner, Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Erleichterte Einbürgerung. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandC-5286/2007 Sachverhalt: A. Der aus Neuseeland stammende M._______, geboren 1965, (im Fol- genden Beschwerdegegner) reiste am 4. September 2001 in die Schweiz ein und heiratete hier am 28. September 2001 eine schweize- rische Staatsangehörige. Von September bis Novem ber 2001 lebten die Eheleute in W._______. Seit Dezem ber 2001 wohnen sie in X._______. Aus der Ehe gingen die beiden Kinder A._______, gebo- ren 2003, und B._______, geboren 2006, hervor. Daneben hat der Be- schwerdegegner zwei aus erster Ehe stammende Kinder (C._______, geboren 1994, und D._______, geboren 1997), die in Wales (GB) le- ben. B. Am 3. Juli 2006 stellte der Beschwerdegegner ein Gesuch um erleich- terte Einbürgerung in der Schweiz. C. Das Bundesamt für Migration (BFM) ersuchte das Amt für Bürgerrecht und Zivilstand des Kantons St. Gallen am 6. September 2006 um Er- stellung eines Erhebungsberichts. Das vorinstanzliche Gesuch wurde an die Gemeinde X._______ (im Folgenden: Beschwerdeführerin) wei- tergeleitet. Deren Einbürgerungskommission holte in der Folge bei ei- ner der im Gesuch angegebenen Referenzpersonen sowie verschiede- nen Amtsstellen Auskünfte ein. Am 14. November 2006 führte die Kom mission mit dem Beschwerdegegner ein persönliches Gespräch durch und erstellte gestützt darauf am 15. November 2006 den einver- langten Erhebungsbericht. Im fraglichen Bericht wurde im Wesentlichen festgehalten, dass für das Jahr 2006 Steuerausstände in der Höhe von Fr. 7'940.– bestehen würden und sich der Beschwerdegegner nicht an Stundungsvereinba- rungen halte. Zudem sei er in der eidgenössischen Administrativmass - nahmenkontrolle verzeichnet (einmo natiger Führerausweisentzug we- gen übersetzter Geschwindigkeit im Jahre 2004). Anlässlich des Ge- sprächs vor der Einbürgerungskom mission sei eine Verständigung mit dem Beschwerdegegner in deutscher Sprache nur knapp möglich ge- we sen, weil er die Sprache zu wenig gut beherrsche. Er habe sich ge- weigert, auf Deutsch zu antworten. Zudem habe er sich gegenüber den Kommissionsmitgliedern sehr negativ verhalten und sich negativ Seite 2C-5286/2007 über die Zusammensetzung der Kommission geäussert. Der Be- schwerdegegner interessiere sich nicht für das gesellschaftliche öf- fentliche Leben in der Schweiz, im Kanton und am Wohnort und betei- lige sich auch nicht daran. Er kenne die Grundsätze der schweizeri- schen Staatsordnung nicht, weshalb es nicht möglich sei, ihn dazu zu befragen, ob er diese auch bejahe. Schliesslich könne nicht angenom - men werden, dass er im Anschluss an die Einbürgerung in der Lage wä re, selbstständig seinen staatsbürgerlichen Pflichten nachzukom- men. Ergänzend bemerkte die Einbürgerungskommission, dass infolge des verwerflichen und verächtlichen Verhaltens des Beschwerdegeg- ners gegenüber der Kommission anlässlich der persönlichen Vorspra- che kein konstruktives Einbürgerungsgespräch möglich gewesen sei. Im Weiteren habe der Bürgerrechtsbewerber dem Präsidenten der Ein- bürgerungskommission nach der Anhörung ein E-Mail zugestellt, in welchem er diesem vorgeworfen habe, gemein bzw. unverschämt ge- we sen zu sein. Die Mitglieder der Einbürgerungskom mission seien ein- stimmig der Auffassung, dass dem Beschwerdegegner das Bürger- recht zu verweigern sei. D. Am 20. November 2006 ersuchte die Ehefrau des Beschwerdegegners den Präsidenten der Einbürgerungskommission darum, die persönli- che Anhörung zu wiederholen. Dieses Gesuch wurde von der Einbür- gerungskommission mit Brief vom 27. November 2006 abgelehnt. Zu diesem Schreiben reichte die Ehefrau des Beschwerdegegners am 30. No vember 2006 beim BFM eine schriftliche Stellungnahme ein. E. Mit Schreiben vom 9., 11. und 19. Februar 2007 äusserten sich die drei im Einbürgerungsgesuch aufgeführten Referenzpersonen positiv zur sozialen Integration des Beschwerdegegners. F. Am 10. Juni 2007 reichte der Beschwerdegegner eine Bestätigung des Steueramts seiner Wohnsitzgemeinde vom 6. Juni 2007 ein, wonach aktuell keine Steuerausstände bestehen würden. G. Der Beschwerdegegner und seine Ehefrau unterzeichneten am 6. Juli 2007 eine Erklärung, wonach sie in einer tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft leben würden. Mit gleichem Datum unterzeichnete der Beschwerdegegner eine weitere Erklärung, ge- Seite 3C-5286/2007 mäss welcher er straf- und betreibungsrechtlich unbescholten sei und er die bis heute fälligen Steuern bezahlt habe. H. Am 9. Juli 2007 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, dass aufgrund des Erhebungsberichts ergänzende Abklärungen betreffend die Integration des Beschwerdegegners getroffen worden seien und das BFM aufgrund diverser guter Referenzen zum Schluss gekommen sei, dass die diesbezüglichen Voraussetzungen erfüllt seien. I. Mit Verfügung vom 20. Juli 2007 erteilte die Vorinstanz dem Beschwer- degegner daraufhin die erleichterte Einbürgerung. Neben dem Schwei- zer Bürgerrecht erhielt er so das kantonale Bürgerrecht von Bern und das Gemeindebürgerrecht von T._______. J. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin, handelnd durch ihren Gemeinderat, am 6. August 2007 Beschwerde beim Bun- desverwaltungsgericht. Darin wird beantragt, es sei die vorinstanzliche Verfügung vom 20. Juli 2007 aufzuheben und dem Beschwerdegegner die erleichterte Einbürgerung zu verweigern. Nach Einsicht in die vorinstanzlichen Akten reichte die Beschwerdeführerin am 29. August 2007 die Beschwerdebegründung nach. Zur Begründung ihrer Beschwerde macht die Beschwerdeführerin im We sentlichen geltend, der Beschwerdegegner sei in der Schweiz nicht integriert. Das Einbürgerungsgespräch vom 14. November 2006 habe nicht in deutscher Sprache geführt werden können. Der Beschwerde- gegner beherrsche nur die englische Sprache. Die ihm gestellten Fra- gen habe er nicht beantworten können, da er sie nicht verstanden ha- be. Seine Kenntnisse der deutschen Sprache seien absolut ungenü- gend. Soweit in der Referenzauskunft vom 9. Februar 2007 ausgeführt werde, der Beschwerdegegner spreche die fünfte Landessprache (Englisch), sei festzuhalten, dass die Landessprachen der Schweiz Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch seien; eine fünf- te Landessprache gebe es nicht. Ausserdem habe der Beschwerde- gegner sein Einbürgerungsgesuch sehr mangelhaft und teilweise falsch ausgefüllt. Auch diese Tatsache beweise, dass der Beschwerde- gegner die deutsche Sprache nicht beherrsche. Von einem Bürger- rechtsbewerber dürfe erwartet werden, dass er zumindest sein Gesuch Seite 4C-5286/2007 richtig ausfülle und dass er den Text verstehe und die Fragen vollstän- dig und korrekt beantworte. Den Mitgliedern der Einbürgerungskom - mission sei infolge des geführten Gesprächs und durch eigene Wahr- nehmungen bekannt, dass der Beschwerdegegner im Verkehr mit Be- hörden und der Schweizer Bevölkerung versuche, sich nur in Englisch zu verständigen. Weitere Hinweise seien auf der privaten Website des Be schwerdegegners vorhanden, wo fast ausschliesslich in englischer Sprache kommuniziert werde. Die drei vom BFM eingeholten Refe- renzschreiben seien nach Auffassung der Einbürgerungskom mission "Gefälligkeitsauskünfte" von guten Freunden und liessen keine objekti- ve Beurteilung zu. Die darin aufgestellten Behauptungen würden teil- weise nicht zutreffen und nicht den Tatsachen entsprechen. Anlässlich des Einbürgerungsgesprächs habe der Beschwerdegegner erklärt, sich für das politische Leben in der Schweiz zu interessieren. Am übri- gen öffentlichen Leben beteilige er sich nicht und sei an der sozialen Ordnung in unserem Land nicht interessiert. Zudem habe er bei der An hörung nicht Auskunft über den Gegenstand der damals kommen - den eidgenössischen Abstimmung geben können. Der Beschwerde- gegner nehme an sozialen oder politischen Veranstaltungen in der Ge- meinde nicht teil. Er sei an solchen Veranstaltungen auf jeden Fall noch nie gesehen worden. Seine Bereitschaft, sich ins gesellschaftli- che Umfeld einzufügen, sei absolut ungenügend bzw. gar nicht vorhan- den. K. In ihrer Vernehmlassung vom 10. Oktober 2007 beantragt die Vorin- stanz die Abweisung der Beschwerde. Sie hält darin insbesondere fest, dass das Gesetz bei der ordentlichen Einbürgerung höhere Anfor- derungen an den Integrationsgrad stelle als bei der erleichterten Ein- bürgerung. Die erleichterte Einbürgerung solle auch vom Verfahren her einfacher sein als bei der ordentlichen Einbürgerung. Zuständig für den Entscheid sei der Bund; dieser höre den Kanton vorher an. Der Einbezug einer kommunalen Einbürgerungskommission in die Durch- führung der kantonalen Erhebungen widerspreche dem Gedanken ei- nes einfacheren Verfahrens und stelle sicher nicht eine optimale Lö- sung dar. Hinsichtlich der gesetzlichen Anforderungen an die Integrati- on von Bürgerrechtsbewerberinnen und -bewerbern weist das BFM so- dann darauf hin, dass genügende Sprachkenntnisse im Normalfall ein Schlüsselelement der Integration darstellen würden. Aus diesem Grund würden Personen mit ungenügenden Sprachkenntnissen in der Re gel aufgefordert, Integrations- und Sprachkurse zu besuchen, bevor Seite 5C-5286/2007 auf das Einbürgerungsgesuch eingetreten werde. Im konkreten Fall würden allerdings ganz besondere Umstände vorliegen. Offenbar hät- ten sich der Beschwerdegegner und die Einbürgerungskommission von Anfang an nicht gut miteinander verstanden. Ein Wort habe das andere ergeben, und die Kommission sei deshalb zu einer negativen Be urteilung der Integration gekommen. Dem Beschwerdegegner sei si- cher ein Mitverschulden an diese Situation anzulasten, da er sich of- fenbar ungeduldig und zum Teil arrogant verhalten habe. Auf der ande- ren Seite sei es jedoch sehr erstaunlich, wie positiv die eingeholten Re ferenzauskünfte ausgefallen seien. Dermassen ausführliche und po- sitive Referenzen seien äusserst selten. Das BFM habe den Eindruck gewonnen, dass sich die befragten Personen aus eigenem Antrieb sehr stark für den Beschwerdegegner engagieren würden. Die recht schlechten Sprachkenntnisse seien dabei nicht beschönigt worden. Hingegen gebe es sehr viele Elemente wie beispielsweise die häufigen und intensiven sozialen Kontakte, die Verständigung untereinander in englischer Sprache oder die Teilnahme an kommunalen Anlässen, wel- che auf einen hohen Integrationsgrad schliessen lassen würden, der bei erleichterten Einbürgerungen eher über dem Durchschnitt liege. Diese Elemente vermöchten im Falle des Beschwerdegegners die man gelhaften Deutschkenntnisse zu kompensieren. L. Mit Replik vom 6. November 2007 ersucht die Beschwerdeführerin um Gutheissung der Beschwerde. Die Einsetzung einer kommunalen Kom- mission für die Durchführung der bei Einbürgerungsverfahren des Bun des erforderlichen Abklärungen sei gesetzeskonform und nicht zu beanstanden. Das gewählte Vorgehen sei sehr einfach, rasch, wir- kungsvoll, unbürokratisch und ermögliche vor allem eine genaue Prü- fung, ob die Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllt seien. Seit der Ein- führung der Kommission im Jahre 1997 seien der Bürgerschaft über 200 Anträge auf Einbürgerung vorgelegt worden und bis heute sei noch nie ein Gesuch abgelehnt worden. Nach den Feststellungen der Einbürgerungskommission sei der Beschwerdegegner nicht genügend assimiliert und integriert. Wenn sich ein Bürgerrechtsbewerber bei der Führung des Einbürgerungsgesprächs den gestellten Fragen verwei- gere, habe er sich dies selber anrechnen zu lassen. Der Beschwerde- gegner kenne die Grundsätze der schweizerischen Staatsordnung nicht und habe anlässlich des Gesprächs nicht über den Inhalt der da- mals anstehenden eidgenössischen Volksabstimmung vom 26. Novem - ber 2006 Auskunft geben können. Von einem Bürgerrechtsbewerber Seite 6C-5286/2007 dürfe erwartet werden, dass er zumindest über die aktuellen politi- schen Themen Bescheid wisse. Völlig widersprüchlich sei seine Aussa- ge gewesen, dass er sich für das politische Leben interessiere, wenn er damals nicht einmal über die aktuellsten politischen Themen Be- scheid gewusst habe. Im Weiteren bemängelt die Beschwerdeführerin, dass keine Referenzauskünfte von neutralen Personen, z.B. Nachbarn, eingeholt worden seien. Wären auch solche Auskünfte eingeholt wor- den, würde sich ein ganz anderes Bild ergeben und an der Integration des Beschwerdegegners würden erhebliche Zweifel bestehen. Das BFM gehe über diese Tatsachen einfach hinweg, obwohl die zuständi- gen Sachbearbeiter von Bern aus die Verhältnisse in der Gemeinde nicht kennen und die genügende Integration und Assimilation des Bür- gerrechtsbewerbers gar nicht beurteilen könnten. Aus dem täglichen Leben und den Kontakten zur Bevölkerung könnten die Kommissions- mitglieder genau beurteilen, ob ein Bewerber die Voraussetzungen er- fülle. Im vorliegenden Fall seien die Voraussetzungen der genügenden Assimilation und Integration nicht erfüllt. Der Beschwerdegegner neh- me am sozialen und kulturellen Leben nicht teil. Einzig am wirtschaftli- chen Leben nehme er wohl oder übel teil, weil er als Hausmann beim Bä cker sein Brot und auch sonst seine Lebensmittel beim Bäcker ein- kaufen müsse. Betreffend den Verlauf des Einbürgerungsgesprächs macht die Beschwerdeführerin geltend, dass der Beschwerdegegner korrekt behandelt worden sei. Die Kommission habe sich auch vom äusserst schlechten Benehmen des Beschwerdegegners nicht beirren lassen und sogar, nachdem dieser ausfällig geworden sei, die Fragen wie in den übrigen Fällen ohne negative Emotionen gestellt. Die positi- ven Referenzauskünfte würden sodann nicht erstaunen, da sich die entsprechenden Personen nach der negativen Einschätzung durch die Kom mission wohl besondere Mühe gegeben hätten, den Beschwerde- gegner in einem guten Licht erscheinen zu lassen. M. Am 13. November 2007 nahm der Beschwerdegegner Stellung zur vor- instanzlichen Vernehmlassung sowie der Beschwerdebegründung der Beschwerdeführerin. Weder er noch die Personen, die für ihn Referen- zen ausgestellt hätten, hätten seine keineswegs perfekten Deutsch- bzw. Schweizerdeutsch-Kenntnisse verheimlicht. In Kombination mit seiner offenen Art sei eine gute Integration aber trotzdem möglich. So- wohl bezüglich der Sprachkenntnisse als auch der Teilnahme am öf- fentlichen Leben stellte der Beschwerdegegner sodann die Einrei- chung weiterer Beweismittel in Aussicht. Seite 7C-5286/2007 N. Mit ergänzender Eingabe vom 3. Dezember 2007 teilte die Beschwer- deführerin mit, dass eine benachbarte Grundeigentümerin des Be- schwerdegegners den Ratsschreiber telefonisch benachrichtigt habe, dass der Beschwerdegegner bei ihr und ihrem Ehemann um eine posi- tive Stellungnahme gebeten habe. Diese Anfrage sei abschlägig be- antwortet worden. Die Nachbarin habe, nachdem sie und ihr Mann sich mit dem Beschwerdegegner nicht in deutscher Sprache hätten verständigen können und "aufgrund von verschiedenen Feststellun- gen", gegenüber dem Ratsschreiber erklärt, dass von einer genügen- den Assimilation nicht die Rede sein könne. Um das nachbarschaftli- che Verhältnis nicht weiter zu belasten, wolle die Nachbarin auf die Schilderung bzw. auf eine ausführliche schriftliche Stellungnahme ver- zichten. In diesem Zusammenhang hielt die Beschwerdeführerin zu- dem fest, dass nach ihrer Auffassung im Falle der Einreichung zusätz- licher positiver Auskünfte von Referenzpersonen durch den Beschwer- degegner auch gegenteilige Aussagen und Referenzen eingeholt wer- den könnten. Für eine objektive Beurteilung könne nicht einseitig auf Re ferenzauskünfte des Bürgerrechtsbewerbers abgestellt, sondern müss ten auch solche unaufgefordert zugeleiteten Mitteilungen berück- sichtigt werden. O. Am 22. Dezember 2007 reichte der Beschwerdegegner als Beleg für seine Integration in der Schweiz verschiedene zusätzliche Beweismit- tel zu den Akten (elf Referenzschreiben, eine Fotodokumentation und ein Zusam men schnitt aus dem privatem Videofilm-Archiv). P. In der abschliessenden Stellungnahme vom 7. Februar 2008 machte die Beschwerdeführerin geltend, dass die neuen Beweismittel nicht als Nach weis einer genügenden Assimilation und Integration genügen würden. Gemäss den vorgelegten Fotos habe der Beschwerdegegner durchschnittlich an drei Veranstaltungen pro Jahr teilgenommen, was sehr wenig sei. Die Beteiligung an sporadischen Festveranstaltungen genüge nicht, um die Assimilation und Integration zu beweisen. Die neu ins Recht gelegten Referenzen seien durchwegs Gefälligkeits- schreiben. Es falle auf, dass einzig von fünf Personen aus der Gemein- de Referenzen hätten beschafft werden können und der Beschwer- degegner nur von einem der im gleichen Weiler lebenden Anwohner, der als Alleinstehender auf nachbarschaftliche Hilfe angewiesen sei, Seite 8C-5286/2007 ein Schreiben erhalten habe. In besagtem Schreiben werde aber ledig- lich festgehalten, dass der Beschwerdegegner die Kleintiere (Hund und Katzen) des Nachbarn füttere, wenn Letzterer abwe send sei. Wei- tere Referenzen habe der Beschwerdegegner nicht beibringen kön- nen, obwohl er es versucht habe. Schliesslich wurde nochmals festge- halten, dass mit dem Beschwerdegegner am 14. November 2006 kein norma les Einbürgerungsgespräch in deutscher Sprache habe geführt werden können. Die Kommission habe festgestellt, dass die gesell- schaftliche und kulturelle Assimilation nicht gegeben sei. Damit fehle es an der Integration des Beschwerdegegners in der Schweiz und in der Gemeinde, weshalb ihm das schweizerische Bürgerrecht zu ver- weigern sei. Es stehe ihm allerdings frei, zu gegebener Zeit erneut ein Ge such um erleichterte Einbürgerung zu stellen und in einem neu erli- chen Verfahren zu beweisen, dass er die Einbürgerungsvoraussetzun- gen erfülle. Q. Mit Schreiben vom 3. August 2008 lud der Beschwerdegegner die Ge- meinderäte der Beschwerdeführerin zu sich nach Hause ein, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich persönlich ein Bild der Situation zu ma- chen. Mit Beschluss vom 12. August 2008 verzichtete der Gemeinderat aufgrund zeitlicher Belastung und Gleichbehandlungsgründen auf das An gebot. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM betreffend die Erteilung oder Verweigerung der erleichterten Einbürgerung unterliegen der Beschwerde an das Bun desverwaltungsgericht (Art. 51 Abs. 1 des Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952 [BüG, SR 141.0] i.V.m. Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.21]). 1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes- verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ge- setz nichts anderes bestimmt. Seite 9C-5286/2007 1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Wohnsitzgemeinde des Beschwer- degegners gemäss Art. 51 Abs. 2 BüG zur Beschwerde legitimiert (vgl. hierzu die Botschaft zur Änderung des Bürgerrechtsgesetzes vom 26. August 1987, BBl 1987 lll 293 Ziff. 23.3 S. 317). Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts- erheblichen Sachverhaltes und - soweit nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat - die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be- schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge- mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge- bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt seines Ent- scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur- teils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. März 2003). 3. 3.1 Die in den Art. 27 – 31b BüG geregelten Tatbestände der erleich- terten Einbürgerung setzen nach Art. 26 Abs. 1 BüG in allgemeiner Weise voraus, dass die gesuchstellende Person in der Schweiz integ- riert ist (Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung beachtet (Bst. b) und die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (Bst. c). Nach Art. 27 Abs. 1 BüG können ausländische Ehegatten von schweizerischen Staatsangehörigen ein Gesuch um erleichterte Ein- bürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz gewohnt haben (Bst. a), seit einem Jahr hier wohnen (Bst. b) und seit drei Jahren in ehelicher Gemeinschaft mit einem Schweizer Bürger bzw. einer Schweizer Bürgerin leben (Bst. c). Sämtliche Einbürge- rungsvoraussetzungen sind zu überprüfen und müssen sowohl im Zeit- punkt der Gesuchseinreichung als auch anlässlich der Einbürgerungs- verfügung erfüllt sein (vgl. etwa Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-2448/2007 vom 15. August 2008 E. 3.1 und C-1134/2006 vom 10. De zember 2007 E. 2.1 sowie BGE 130 ll 482 E. 2 S. 484, BGE 129 II 401 E. 2.2 S. 403 und BGE 128 ll 97 E.3a S. 99). Seite 10C-5286/2007 3.2 Der in Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. De - zember 1907 (ZGB, SR 210) festgehaltene, allgemeine Rechtsgrund- satz, wonach derjenige die objektive Beweislast für das Vorliegen einer Tatsache trägt, der aus ihr Rechte ableitet (vgl. ALFRED KÖLZ /ISABELLE HÄ- NER , Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl. Zürich 1998, Rz. 269), gilt auch für die Voraussetzungen der erleichterten Einbürgerung nach Art. 26 Abs. 1 und Art. 27 Abs. 1 BüG. Die Beweislast für deren Vorliegen trägt der Gesuchsteller bzw. die Ge suchstellerin. Gelangt die Behörde nach Durchführung des Beweis- verfahrens im Rahmen der freien Beweiswürdigung nicht zur Überzeu- gung, dass die Voraussetzungen der erleichterten Einbürgerung erfüllt sind, hat sie entsprechend dieser Beweislastregel so zu entscheiden, wie wenn deren Nichtvorliegen erwiesen wäre. Gegenstand der be- hördlichen Überzeugung ist grundsätzlich nicht die mehr oder weniger hohe Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Sachverhalts, sondern sei- ne tatsächliche Verwirklichung. Dabei sind bloss abstrakte oder theore- tische Zweifel, die immer möglich sind, nicht massgebend. Es muss sich um begründete Zweifel handeln, das heisst solche, die sich nach den gesamten Umständen aufdrängen. 4. Die besonderen Voraussetzungen von Art. 27 Abs. 1 BüG sind im vor- liegenden Fall erfüllt. Der Beschwerdegegner lebte im Zeitpunkt der Ge suchseinreichung am 3. Juli 2006 seit über vier Jahren bzw. im Zeit- punkt der Einbürgerungsverfügung des BFM seit beinahe sechs Jah- ren in ehelicher Gemeinschaft mit seiner schweizerischen Gattin am gemeinsamen Wohnsitz der Familie in der Schweiz (vgl. Art. 27 Bst. b und c BüG). Als unproblematisch erweist sich ferner der Umstand, dass der Beschwerdegegner im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung noch nicht fünf Jahre Wohnsitz in der Schweiz hatte (vgl. Art. 27 Abs. 1 Bst. a BüG), da die Vorinstanz mit der Behandlung des Gesuchs bis zum Ablauf der gesetzlichen Frist zuwartete und die kantonale Behör- de erst am 6. Sep tember 2006 um Erstellung eines Erhebungsberichts ersuchte. 5. 5.1 Nach Ansicht der Beschwerdeführerin ist der Beschwerdegegner jedoch nicht in ausreichendem Masse in die hiesigen Verhältnisse ein- gegliedert. Angesprochen ist damit Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG, gemäss welchem die erleichterte Einbürgerung voraussetzt, dass eine Bewer- berin oder ein Bewerber in der Schweiz integriert ist. Seite 11C-5286/2007 5.2 5.2.1Der Begriff der Integration wird im schweizerischen Ausländer- und Bürgerrecht allgemein verstanden als Aufnahme der ausländi- schen Person in die schweizerische Gemeinschaft und als Bereitschaft der betreffenden Person, sich in das gesellschaftliche Umfeld einzufü- gen. Eine Aufgabe der kulturellen Eigenart und der angestammten Staatsangehörigkeit wird nicht verlangt (vgl. Botschaft vom 26. August 1987 zur Änderung des Bürgerrechtsgesetzes, BBl 1987 III 293 Ziff. 22.2 S. 304, sowie Botschaft vom 21. Novem ber 2001 zum Bür- gerrecht für junge Ausländerinnen und Ausländer und zur Revision des Bürgerrechtsgesetzes, BBl 2002 1911 Ziff. 2.2.1.3 S. 1942). Die Integ- ration wird dabei als gegenseitiger Annäherungsprozess zwischen der einheimischen und der ausländischen Bevölkerung betrachtet. Er setzt sowohl den Willen der Ausländerinnen und Ausländer zur Eingliede- rung als auch die Offenheit der schweizerischen Bevölkerung voraus (vgl. Art. 4 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. De zember 2005 über Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 5.2.2Auf eine erfolgreiche Integration im Sinne von Art. 14 Bst. a BüG bzw. Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG weisen – neben dem Vorhandensein ei- nes guten Leumunds – etwa die Fähigkeit zu einer selbstständigen Le- bensführung sowie das Interesse und die Teilhabe am öffentlichen und sozialen Leben (z.B. in den Bereichen Kultur und Sport; Partizipation an Veranstaltungen im Quartier oder Dorf etc.) hin (vgl. Botschaft vom 21. Novem ber 2001 zum Bürgerrecht für junge Ausländerinnen und Ausländer und zur Revision des Bürgerrechtsgesetzes, BBl 2002 1911 Ziff. 2.2.1.3 S. 1943). Den Sprachkenntnissen kommt dabei die Funkti- on einer eigentlichen Schlüsselkom petenz zu, weil in aller Regel nur damit jemand überhaupt in die Lage versetzt wird, am wirtschaftlichen und sozialen Leben des Gastlandes aktiv teilzunehmen und sich auf diese Weise zu integrieren (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-1212/2006 vom 24. Juni 2008 E. 4.3 mit Hinweis, Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 69.101 E. 11). Das Erlernen einer Landes- sprache stellt daher ein wichtiges Element der Integration dar (vgl. auch Art. 4 Abs. 4 AuG und Art. 4 Bst. b der Verordnung vom 24. Ok to- ber 2007 über die Integration von Ausländerinnen und Ausländern [VIntA, SR 142.205]) und fehlende Kenntnisse der vor Ort gesproche- nen Landessprache können als Indiz für eine mangelnde Integration verstanden werden (vgl. BGE 134 I 56 E. 3 S. 59). Die Eingliederung in die schweizerische Gemeinschaft kann sich indessen auch auf andere Weise vollziehen, z.B. dadurch, dass jemand Kontakte zur schweizeri- Seite 12C-5286/2007 schen Bevölkerung in einer anderen als einer Landessprache pflegt (VPB 69.101 E. 12). 5.2.3Im Gegensatz zur erleichterten Einbürgerung verlangt Art. 14 Bst. b BüG bei der ordentlichen Einbürgerung neben der Eingliederung in die schweizerischen Verhältnisse zusätzlich, dass die gesuchstellen- de Person mit den schweizerischen Lebensgewohn heiten, Sitten und Ge bräuchen vertraut ("accoutumé", "familiarizzato") ist. Eine solche Vertrautheit ist eine Folge der Integration im Sinne von Art. 14 Bst. a BüG bzw. Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG. Sie entspricht einer höheren Stufe der Übernahme schweizerischer Lebensart und setzt gewisse Kennt- nisse über das Land und insbesondere die Sprache voraus (C ÉLINE G UTZ WIL LER , Droit de la nationalité et fédéralisme en Suisse, Genf/Zü- rich/Basel 2008, Nr. 557). Die gesetzlichen Anforderungen sind bei der ordentlichen Einbürgerung zudem insofern strenger, als Art. 14 BüG – anders als Art. 26 Abs. 1 BüG – keine abschliessende Aufzählung der Einbürgerungsvoraussetzungen enthält. Diese Unterschiede sind darin begründet, dass der Gesetzgeber dem ausländischen Ehegatten eines Schweizer Bürgers bzw. einer Schweizer Bürgerin die Einbürgerung unter erleichterten Bedingungen ermög lichen wollte, um die Einheit des Bürgerrechts der Ehegatten im Hinblick auf ihre gemeinsame Zu- kunft zu fördern (vgl. BGE 129 II 401 E. 2.5 S. 404 mit Hinweis, sowie Botschaft vom 27. August 1987 zur Änderung des Bürgerrechtsgeset- zes, BBl 1987 III 293 Ziff. 22.13 S. 310). Obwohl das Gesetz sowohl in Art. 14 Bst. a BüG als auch in Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG die Integration der gesuchstellenden Person verlangt, kann dieser unbestimmte Rechtsbegriff bei der erleichterten Einbürgerung schliesslich milder ausgelegt werden, da in diesen Fällen aufgrund der Ehe mit einem Schweizer Bürger bzw. einer Schweizer Bürgerin vermutungsweise be- reits eine enge Bindung zur Schweiz besteht (G UTZWILLER , a.a.O., Nr. 567). 5.3 Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdegegner vielfältige Kontakte zur schweizerischen Bevölkerung unterhält. So gehören etwa gemäss den vorgelegten Referenzen verschiedene Schweizer Bürge- rinnen und Bürger zu seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Im Wei- teren belegt die vom Beschwerdegegner eingereichte Foto- und Video- dokumen tation seine wiederholte Teilnahme an gesellschaftlichen An- lässen in der Wohngemeinde und in der unmittelbaren Nachbarschaft (Einweihungsfest Dorfumfahrung, Skirennen, Schwingfest, Viehschau, Quellenbesichtigung, Geburtstagsfest Nachbar u.a.). Daneben geht Seite 13C-5286/2007 aus den eingereichten Unterlagen hervor, dass sich der Beschwerde- gegner, der mit seiner Familie in einem kleinen Landweiler im ehema li- gen Haus der Grosseltern seiner schweizerischen Ehefrau lebt, offen- bar relativ stark mit seinem Wohn ort verbunden fühlt. Darauf deuten neben der bereits erwähn ten Teilnahme an kommunalen und nachbar- schaftlichen Anlässen auch verschiedene weitere Umstände hin. So besitzt der Beschwerdegegner beispielsweise an seinem Wohnort ein Waldgrundstück, welches er selber bewirtschaftet. Beim Umbau des Hau ses hat er sodann Unternehmen aus der Gemeinde berücksichtigt und tätigt offenbar auch seine Tageseinkäufe in den örtlichen Geschäf- ten. Schliesslich betreibt er zusammen mit seiner Ehefrau eine eigene Web site, die den Namen des Weilers trägt und einen Link auf die offi- zielle Website der Wohngemeinde enthält. 5.4 Soweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang geltend macht, die vom Beschwerdegegner beigebrachten Referenzschreiben würden keine objektive Beurteilung erlauben, da es sich um blosse "Gefälligkeitsauskünfte" handle bzw. die Referenzpersonen sich nach der negativen Einschätzung durch die Einbürgerungskommission wohl besondere Mühe gegeben hätten, den Beschwerdegegner in einem positiven Licht erscheinen zu lassen, kann ihr nicht gefolgt werden. 5.4.1Für das Verwaltungsverfahren gilt der Grundsatz der freien Be- weiswürdigung (Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG). Da- nach haben die Behörden die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdi- gen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Richter al- le Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und anschliessend zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Un- terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis). 5.4.2Auch wenn davon auszugehen ist, dass ein Bürgerrechtsbewer- ber in aller Regel nur Referenzen von ihm wohlgesinnten Personen zu den Akten reichen wird, schliesst dieser Umstand nicht aus, dass aus den entsprechenden Auskünften zuverlässige Rückschlüsse auf die In- tegrationsbemühungen und den Integrationsgrad der betreffenden Per- son gezogen werden können. Dies ist auch vorliegend der Fall. Der Be schwerdegegner hat insgesamt 14 Referenzschreiben von schwei- zerischen Freunden, Bekannten und weiteren Personen (z.B. Haus- Seite 14C-5286/2007 arzt, Revierförster, Kursleiter Holzerkurs) zu den Akten gereicht. Diese Auskünfte sind mehrheitlich als relativ substantiiert zu bezeichnen und ergeben – zusammen mit den weiteren aktenkundigen Beweismitteln (Foto- und Videodokumen tation) – ein kohärentes und differenziertes Bild der persönlichen Situation des Beschwerdegegners. Die von der Be schwerdeführerin beigebrachte negative Referenz einer unmittelba- ren Nachbarin sowie die Tatsache, dass von den im Weiler lebenden Personen lediglich ein Nachbar bereit war, ein Schreiben zugunsten des Beschwerdegegners zu verfassen, werfen zwar gewisse Fragen auf, in welchem Masse es dem Beschwerdegegner in seiner unmittel- baren Nachbarschaft gelungen ist, als eine dem Weiler bzw. dem Dorf zugehörige Person akzeptiert zu werden, stellen jedoch die Ausführun- gen der Referenzpersonen zu seinen Integrationsbemü hungen nicht grundsätzlich in Frage. 5.5 Die Beschwerdeführerin stützt ihre negative Einschätzung des Einbürgerungsgesuchs des Beschwerdegegners im Weiteren insbe- sondere auf dessen ungenügende Sprachkenntnisse. So sei anlässlich des Gesprächs vor der Einbürgerungskommission eine Verständigung in deutscher Sprache nur knapp möglich gewesen. Die ihm gestellten Fragen habe der Beschwerdegegner nicht beantworten können, da er sie nicht verstanden habe. Zudem sei bekannt, dass er im Verkehr mit Be hörden und der Schweizer Bevölkerung versuche, sich nur in Eng- lisch zu verständigen. Dies wird vom Beschwerdegegner grundsätzlich nicht bestritten. Auf Rekursebene hat er zudem selber eingestanden, dass seine (Schweizer-)Deutschkenntnisse keineswegs perfekt seien. 5.5.1Hinsichtlich der sprachlichen Integration ist an dieser Stelle nochmals in Erinnerung zu rufen, dass die Kenntnis einer bzw. der am Wohn ort gesprochenen Landessprache keine zwingende Vorausset- zung für die erleichterte Einbürgerung darstellt, sondern die Eingliede- rung in die schweizerischen Verhältnisse auch auf anderem Weg erfol- gen kann, beispielsweise dadurch, dass jemand Kontakte zur schwei- zerischen Bevölkerung in einer anderen als einer Landessprache pflegt (vgl. VPB 69.101 E. 12). 5.5.2Der englischen Sprache kommt in diesem Zusam men hang – na- mentlich in der deutschen Schweiz – eine besondere Bedeutung zu. Im deutschen Sprachgebiet der Schweiz sprechen heute über zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung mehr oder weniger gut Englisch; dieser Anteil beträgt in den übrigen Sprachregionen etwas über 40%. Seite 15C-5286/2007 Die am häufigsten gesprochene Fremdsprache ist jedoch auch in der Deutschschweiz (noch) eine Landessprache, nämlich das Französi- sche mit mehr als 70%. Das Italienische wird demgegenüber nur von einem knappen Drittel der Deutschweizerinnen und Deutschschweizer gesprochen (vgl. IWAR W ERLEN , Schlussbericht Sprachkom petenzen der erwach senen Bevölkerung in der Schweiz, Nationales Forschungs- programm "Sprachenvielfalt und Sprachkom petenz in der Schweiz", Bern, 12. August 2008, Ziff. 3.1.1, online unter <www.nfp56.ch>, Sprachkom petenz der Erwachsenen > Welche Bedingungen fördern oder hemmen die Mehrsprachigkeit?, besucht am 8. Sep tember 2008). Hinsichtlich ihrer Verwendungshäufigkeit innerhalb der Schweiz kommt der englischen Sprache sodann nach wie vor nicht die Funktion einer "lingua franca" zu, die ihr von vielen zugeschrieben wird (vgl. W ERLEN , a.a.O., Ziff. 3.1.3). Auf der anderen Seite wird Englisch von der schwei- zerischen Bevölkerung – besonders ausgeprägt in der Deutschweiz – als nützlichste und angesehenste Fremdsprache betrachtet (vgl. W ER - LEN , a.a.O., Ziff. 3.1.4 f.). 5.5.3In Bezug auf die Eingliederung in die schweizerischen Verhält- nisse und namentlich in jene am Wohnort bedeutet dies, dass der Be- schwerdegegner mit dem überwiegenden Teil der ansässigen Bevölke- rung in Englisch kommunizieren kann und er für die Pflege seiner freundschaftlichen und sozialen Beziehungen in der Schweiz, aber auch für den Geschäfts- und Behördenverkehr, bedeutend weniger als andere fremdsprachige Personen auf das Erlernen der deutschen Sprache angewiesen ist. Ein verminderter Anreiz bzw. Druck, die deut- sche Sprache zu erlernen, kann auch im Umstand erblickt werden, dass die englische Sprache von der überwältigenden Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer als nützlichste und angesehenste Fremd sprache eingestuft wird und aus diesem Grund in der Bevölke- rung im Allgemeinen eine relativ hohe Bereitschaft besteht, mit eng- lischsprachigen Personen in deren Muttersprache zu kommunizieren. Trotz dieser Besonderheiten könnte wohl kaum von einer genügenden Integration gesprochen werden, wenn sich der Beschwerdegegner ge- nerell weigern würde, Deutsch zu lernen bzw. zu sprechen und bei- spielsweise nur mit Personen verkehren würde, welche die englische Sprache beherrschen. 5.5.4Die Akten ergeben indessen ein anderes Bild. Anlässlich der persönlichen Anhörung vor der Einbürgerungskommission war der Be- schwerdegegner offenbar nicht in der Lage, alle Fragen (in vollem Um- Seite 16C-5286/2007 fang) zu verstehen und zu beantworten. Das Protokoll des Einbürge- rungsgesprächs sowie der Erhebungsbericht lassen jedoch darauf schliessen, dass der Beschwerdegegner durchaus über gewisse, wenn auch nicht sehr profunde Deutschkenntnisse verfügt. Aus dem auf Re- kursebene eingereichten Videomaterial sowie den schriftlichen Refe- renzauskünften geht sodann hervor, dass der Beschwerdegegner ohne weiteres in der Lage ist, einfacheren Konversationen in (schwei- zer-)deutscher Sprache zu folgen und selber mit Freunden und Nach- barn ein sprachliches Gemisch aus Englisch mit (schweizer-)deut- schen Ausdrücken spricht. Dieses Neben- und Miteinander von Eng- lisch und Deutsch spiegelt sich auch auf der privaten Website der Fa- milie des Beschwerdegegners wieder. So fällt etwa auf, dass verschie- dene Rub riküberschriften zweisprachig betitelt sind. Im Weiteren fin- den sich im Gästebuch nicht nur in Englisch verfasste Einträge, son- dern auch eine ganze Reihe deutschsprachiger Mitteilungen. Auch wenn der Beschwerdegegner im Verkehr mit der Schweizer Bevölke- rung und den hiesigen Behörden offenbar nach wie vor vorzugsweise in Englisch zu kommunizieren scheint, kann bei dieser Sachlage nicht davon gesprochen werden, er verschliesse sich einer sprachlichen In- tegration in der Schweiz. Diese Schlussfolgerung rechtfertigt sich selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sich der Beschwer- degegner anlässlich des Einbürgerungsgesprächs offenbar geweigert hat, auf Deutsch zu antworten, zumal die Weigerung wohl eher Aus- druck des unglücklichen Verlaufs des Einbürgerungsgesprächs war als derjenige einer generellen Haltung gegenüber dem Gebrauch der deutschen Sprache. 5.6 Zur persönlichen Anhörung des Beschwerdegegners durch die Einbürgerungskommission sowie zu seinem Verhalten anlässlich die- ses Gesprächs ist ferner Folgendes festzuhalten: 5.6.1Der Bund kann die kantonale Einbürgerungsbehörde mit den Er- hebungen beauftragen, die für die Beurteilung der Einbürgerungsvor- aussetzungen nötig sind (Art. 37 BüG). Diese Aufgabe ist im Kanton St. Gallen dem Einbürgerungsrat übertragen (Art. 16 Abs. 3 des kanto- nalen Bürgerrechtsgesetzes vom 5. De zember 1955 [systema tische Ge setzessammlung des Kantons St. Gallen sGS 121.1]), der im Falle der Beschwerdeführerin grundsätzlich vom Gemeinderat zu bestellen wä re (vgl. Art. 103 Abs. 1 und 2 der Verfassung des Kantons St. Gallen vom 10. Juni 2001 [sGS 111.1] i.V.m Regierungsratsbeschluss über die Aufhebung von Ortsgemeinden vom 13. August 2002). Letzterer Seite 17C-5286/2007 hat die Aufgabe jedoch offenbar gestützt auf Art. 136 Bst. d des kanto- nalen Gemeindegesetzes (sGS 151.2) an eine kommunale Einbürge- rungskommission delegiert. Dem Anliegen, bei erleichterten Einbürgerungen ein vereinfachtes Ver- fahren vorzusehen, wurde insbesondere durch Art. 32 BüG Rechnung getragen, welcher die alleinige Entscheidkompetenz des Bundes vor- sieht und den Kantonen lediglich ein Anhörungsrecht einräumt (vgl. Botschaft zur Änderung des Bürgerrechtsgesetzes vom 26. August 1987, BBl 1987 lll 293 Ziff. 22.13 S. 310). Das Bundesrecht schreibt den Kantonen hingegen nicht vor, in welcher Form und durch welche Gremien sie den für die Einbürgerung massgebenden Sachverhalt zu erheben haben. Die Durchführung eines persönlichen Gesprächs mit Personen, die um die erleichterte Einbürgerung ersuchen, ist vor die- sem Hintergrund grundsätzlich nicht zu beanstanden. Die Erhebung des Sachverhalts durch eine kommunale Einbürgerungskommission, welche sowohl Gesuche um erleichterte als auch solche um ordentli- che Einbürgerungen behandelt, erscheint zumindest dann nicht prob- lema tisch, solange sich die Kommission der unterschiedlichen gesetz- lichen Voraussetzungen bewusst ist und bei der Ermittlung des Sach- verhalts (und dessen Beurteilung zu Handen der für die Stellungnah- me zuständigen kantonalen Behörde [vgl. Art. 16 Abs. 1 des kantona- len Bürgerrechtsgesetzes]) klar zwischen den beiden Einbürgerungs- arten unterscheidet. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang schliesslich auch Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG, welcher die Parteien verpflichtet, in einem Verfah- ren, das sie durch ihr Begehren einleiten, an der Feststellung des Sach verhalts mitzuwirken. Dies kann auch in Form einer mündlichen Be fragung erfolgen (vgl. C LÉMENCE GRISEL , L'obligation de collaborer des parties en procédure administrative, Fribourg 2008, Rz. 681 ff.). Kommt eine Partei ihrer Mitwirkungspflicht nicht bzw. nur unzureichend nach, kann dies verschiedene verfahrensrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. So sieht Art. 13 Abs. 2 VwVG vor, dass die Behörde auf Begehren nicht einzutreten braucht, wenn die Partei die notwen di- ge und zumutbare Mitwirkung verweigert. Von dieser Möglichkeit ist in- dessen nur zurückhaltend Gebrauch zu machen (vgl. G RISEL , a.a.O., Rz. 778). Daneben kann die Behörde im Rahmen der freien Beweis- würdigung das Verhalten der Parteien im Verfahren – wie etwa die Ver- weigerung einer Aussage – bei der Entscheidfindung berücksichtigen (vgl. Art. 40 BZP i.V.m. Art. 19 VwVG; sowie G RISEL , a.a.O., Rz. 795 ff.). Seite 18C-5286/2007 Dies kann namentlich dazu führen, dass eine beweisbelastete Partei, welche ihre Mitwirkungspflicht verletzt, die Folgen einer allfälligen Be- weislosigkeit zu tragen hat, indem die Behörde auf weitere Abklärun- gen verzichtet und aufgrund der bestehenden Aktenlage entscheidet (G RISEL , a.a.O., Rz. 802). 5.6.2Gestützt auf diese gesetzlichen Bestimmungen war die Einbür- gerungskommission grundsätzlich berechtigt, den Beschwerdegegner zu einem persönlichen Gespräch vorzuladen, um sich ein unmittelba- res Bild über seine Eingliederung in die schweizerischen Verhältnisse ma chen zu können. Aus dem (summarischen) Protokoll des Einbürge- rungsgesprächs vom 14. November 2006 ergeben sich sodann keine An haltspunkte, dass die an den Beschwerdegegner gerichteten Fra- gen nicht sachgerecht bzw. nicht auf die Abklärung der Einbürgerungs- voraussetzungen gerichtet gewesen wären. Im Weiteren ist es grund- sätzlich nicht zu beanstanden, dass die Einbürgerungskommission ihre Fragen lediglich auf Deutsch und nicht auch auf Englisch gestellt hat, zumal gerade den Sprachkenntnissen in der Regel sowohl bei or- dentlichen als auch bei erleichterten Einbürgerungen ein zentraler Stellenwert für die Frage der Integration in der Schweiz zukommt. 5.6.3Vom Beschwerdegegner hätte daher erwartet werden dürfen, dass er die ihm von der Einbürgerungskommission gestellten Fragen mög lichst vollständig und soweit möglich auf Deutsch zu beantworten versucht. Er hat sich gegenüber der Kommission jedoch offenbar – wie bereits erwähnt – geweigert, deutsch zu sprechen. Diese Verletzung der Mitwirkungspflicht genügt zwar nicht, um ein Nichteintreten auf das Einbürgerungsgesuch des Beschwerdegegners zu rechtfertigen. Seine Weigerung, der Kommission auf Deutsch zu antworten, ist indessen im Rah men der Gesamtwürdigung als ein Indiz zu berücksichtigen, wel- ches eher gegen seine Bereitschaft spricht, sich in das gesellschaftli- che Umfeld in der Schweiz einzugliedern. Dies gilt im Ergebnis auch für sein sonstiges, ungeduldiges und impulsives Verhalten während des Einbürgerungsgesprächs sowie sein erbostes E-Mail an den Kom- missionspräsidenten im unmittelbaren Anschluss daran. 5.6.4Ob der Beschwerdegegner die Grundsätze der schweizerischen Staatsordnung kennt und diese bejaht, und über welche Kenntnisse bezüglich des politischen Lebens in der Schweiz er verfügt, konnte aufgrund der bestehenden Verständigungsschwierigkeiten anlässlich der Anhörung nicht abgeklärt werden. Diesbezüglich kann dem Be- Seite 19C-5286/2007 schwerdegegner jedoch keine Verletzung der Mitwirkungspflicht vorge- worfen werden. Aufgrund der Akten ist nämlich davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner grundsätzlich willens war, die entspre- chenden Fragen zu beantworten. Darauf deutet beispielsweise hin, dass er mit dem Abbruch der Befragung durch die Einbürgerungskom - mission nicht einverstanden war und im Nachgang mehrfach darum gebeten hat, das Gespräch – in Anwesenheit seiner Gattin (vgl. zur grundsätzlichen Zulässigkeit der Anwesenheit von Begleitpersonen bei münd lichen Anhörungen G RISEL , a.a.O., Rz. 684) – wiederholen zu dür- fen. Diesbezüglich ist ferner zu berücksichtigen, dass der Beschwerde- gegner aus einem Land stammt, welches der Schweiz sowohl kulturell als auch vom politischen System her nahe steht. Aus dem Umstand, dass er vor der Einbürgerungskommission beispielsweise nicht in der Lage war, Auskunft über den Inhalt der im Zeitpunkt der Anhörung an- stehenden eidgenössischen Volksabstimmung zu geben, kann daher nicht leichthin geschlossen werden, er wäre im Falle einer Einbürge- rung – mangels genügender Kenntnisse über unser politisches Sys- tem – nicht in der Lage, selbstständig seinen staatsbürgerlichen Pflich- ten nachzukommen. 5.7 Im Rahmen einer Gesamtwürdigung gelangt das Bundesverwal- tungsgericht aufgrund der vorliegenden Akten zum Schluss, dass der Be schwerdegegner in der Schweiz integriert ist im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG. Dem Beschwerdegegner ist insbesondere der Nach weis gelungen, dass er seit seiner Einreise in die Schweiz diver- se Integrationsbemühungen unternommen hat und es ihm gelungen ist, sich hier ein bedeutendes soziales Netz aufzubauen. Soweit die Beschwerdeführerin diese Anstrengungen als ungenügend bewertet, geht sie von einem zu strengen Massstab aus. Dies zeigt sich auch an dem von ihr im Rahmen des Schriftenwechsels wiederholt verwen de- ten Begriff der "Assimilation", welche – wie bereits gesehen (vgl. Ziff. 5.2) – nicht zu den Einbürgerungsvoraussetzungen zählt. Im Wei- teren wirft das ungeduldige und impulsive Verhalten des Beschwerde- gegners anlässlich der Anhörung durch die Einbürgerungskommission zwar gewisse Fragen auf hinsichtlich seiner Bereitschaft, sich in die hiesige Gesellschaft einzufügen. Diesem Umstand kann jedoch in ca- su – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der nachträglichen, wiederhol- ten Versöhnungsbemü hungen von Seiten des Beschwerdegegners – kein entscheidendes Gewicht beigemessen werden. Auch wenn so- dann die sprachliche Integration des Beschwerdegegners noch nicht weit fortgeschritten ist, erlauben es ihm seine sprachlichen Kenntnisse Seite 20C-5286/2007 dennoch, sich mit der schweizerischen Bevölkerung zu verständigen. Schliesslich kann aufgrund der Herkunft aus einem der Schweiz so- wohl kulturell als auch vom politischen System her nahe stehenden Land ohne weiteres auf eine gewisse Vertrautheit mit den hiesigen Ver- hältnissen geschlossen werden. Dies auch wenn der Beschwerdegeg- ner anlässlich der in deutscher Sprache durchgeführten Befragung durch die Einbürgerungskommission diesbezüglich nicht in der Lage war, substantiierte Antworten zu geben. 6. Die weiteren Einbürgerungsvoraussetzungen von Art. 26 Abs. 1 BüG sind vorliegend ebenfalls als erfüllt zu betrachten. So sind der (inzwi- schen beglichene) Steuerausstand aus dem Jahre 2006 sowie der ein- mo natige Führerausweisentzug wegen überhöhter Geschwindigkeit im Jahre 2004 zwar nicht völlig unbedeutend. Trotz dieser Vorkommnisse kann indessen davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdegeg- ner grundsätzlich willens und in der Lage ist, die schweizerische Rechtsordnung zu beachten im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. b BüG (vgl. Botschaft vom 21. Novem ber 2001 zum Bürgerrecht für junge Ausländerinnen und Ausländer und zur Revision des Bürgerrechtsge- setzes, BBl 2002 1911 Ziff. 2.2.1.3 S. 1943 i.V.m. Ziff. 2.5.3.1 S. 1957). Schliesslich bestehen keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung der in- neren oder äusseren Sicherheit der Schweiz (vgl. Art. 26 Abs. 1 Bst. c BüG). 7. Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als bun- desrechtskonform (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzu- weisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich der Beschwerdeführerin als unterliegender Partei aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da die vorliegende Streitsache jedoch keine ver- mö gensrechtlichen Interessen zum Gegenstand hat, sind ihr keine Ver- fahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 9. Da schliesslich davon auszugehen ist, dass dem Beschwerdegegner durch das Beschwerdeverfahren nur geringfügige Kosten entstanden sind, ist von einer Parteientschädigung abzusehen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über Seite 21C-5286/2007 die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) Seite 22C-5286/2007 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: - die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Akten retour) - den Beschwerdegegner (Gerichtsurkunde; Beweismittel im Original retour) - die Vorinstanz (Akten retour) Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Ruth Beutler Thomas Segessenmann Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Be- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be- schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG). Versand: Seite 23