Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 1. November 2018 (735 18 84 / 301) ____________________________________________________________________ Berufliche Vorsorge Zeitlicher und sachlicher Konnex sowie Anspruch auf Rentenleistungen der Klägerin be- jaht; Wartejahr gestützt auf das Vorsorgereglement und nicht gestützt auf Art. Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG berechnet; Kürzung der Honorarnote betreffend den geltend ge- machten Aufwand Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Klägerin, vertreten durch André Ba ur, Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen BVG -Stiftung Handel Schweiz , Schönmattstrasse 4, Postfach , 4153 Reinach BL 1, Beklagte Betreff Invalidenrente / Rückweisung BG A.1 A.____ war seit 1. März 1991 als Lagermitarbeit erin bei der Firma B.____ AG in C.____ tätig und durch ihre Arbeitgeberin bei der Personal fürsorgestiftung der Firma B.____ (heute: BVG-Stiftung Handel Schweiz [Stiftung]) für die ber ufliche Vorsorge versichert. Das Arbeitsver- hältnis wurde per 31. Januar 1997 wegen einer betri eblichen Umstrukturierung und Krankheit Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Versicherten aufgelöst. Am 2. Dezember 1997 meldet e sich die Versicherte bei der Invali- denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 5. Januar 2001 sprach ihr die IV-Stelle C.___ (IV-Stelle) insbesondere gestützt auf eine Expertise des Zentrums D.____, vom 28. September 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 70 % rückwirkend ab 1. Oktober 1997 eine ganze Invalidenrente zu. In der Folge anerkannte die Stiftung ihre Leistungspflicht und richtete A.____ ebenfalls Invalidenleistungen aus. Im Rahmen e ines im November 2006 eingeleiteten Revisionsverfahrens holte die IV-Stelle bei Dr. med. E. ____, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie, ein Gutachten ein, welches am 2. April 2007 erg ing. Gestützt darauf hob sie die bisher ausgerichtete ganze Invalidenrente mit Verfügung vom 2 3. Mai 2007 auf Ende Juni 2007 auf. Daraufhin stellte auch die Stiftung ihre Leistungen per 30. Juni 2007 ein. Die dagegen durch die Versicherte am 25. Juni 2007 erhoben Beschwerde wies da s Sozialversicherungsgericht des C.____ mit Urteil vom 27. April 2008 (rechtskräftigt) ab. A.2 Am 2. März 2011 gelangte A.____ unter Hinweis auf eine Verschlechterung ihres Ge- sundheitszustands erneut an die IV-Stelle und ersuchte wie derum um Gewährung einer Invali- denrente. Gestützt auf die vorgenommenen Abklärungen, i nsbesondere das bidisziplinäre Gut- achten von Dr. med. F.____, FMH Rheumatologie und Inn ere Medizin, und Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 29. Mai 2013 spr ach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 26. November 2013 für die Monate M ai bis Juli 2013 eine Viertelsrente und ab 1. August 2013 eine ganze Invalidenrente zu. Die St iftung lehnte die neuerliche Ausrichtung von Invalidenleistungen mit Schreiben vom 27. Mai 2014 ab. A.3. Am 11. März 2016 reichte A.____, vertreten durch A dvokat André Baur, beim Kantons- gericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), Klage gegen die Stiftung ein. Sie beantragte, die Beklagte sei zu verurteilen, ihr rückwirke nd ab 1. Juli 2007 die bisherige ganze Rente von monatlich Fr. 698.20 zuzüglich der zwischenzeitl ich erfolgten Teuerung auszurich- ten. Eventualiter sei die Beklagte zu verurteilen, ihr rückwirkend ab 1. Mai 2013 eine bis Ende Juli 2013 befristete Rente von 43 % und ab August 2013 eine ganze Rente auszurichten. Die Ansprüche der Klägerin, inklusive die künftigen bis zur re chtskräftigen Erledigung des vorlie- genden Rechtsstreits fällig werdenden, seien ab Einrei chung der Klage bzw. ab Fälligkeit der jeweiligen Rentenbetreffnisse mit 5 % p.a. zu verzinsen; alles unter o/e-Kostenfolge. Eventuali- ter sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege mit dem Unterzeichneten als unentgeltlichem Rechts- vertreter zu bewilligen. Zur Begründung wurde im Wese ntlichen sinngemäss ausgeführt, dass der sachliche und der zeitliche Zusammenhang gemäss medizin ischer Aktenlage gegeben und ihr Anspruch auf eine Invalidenrente im Jahr 2007 nicht erloschen sei. Daran würden weder die Verfügung der IV-Stelle vom 23. Mai 2007 noch das Urt eil des Sozialversicherungsgerichts C.____ vom 27. April 2008 etwas ändern, da diese sowoh l betreffend den medizinischen Sach- verhalt als in Bezug auf die Berechnung des Invalidität sgrads bundesrechtswidrig seien. Zwar seien die Entscheide in Rechtskraft erwachsen, aufgrund i hrer offensichtlichen Unrichtigkeit seien sie aber nicht bindend. Aus diesem Grund sei auch ü ber den Zeitpunkt der Einstellung der Versicherungsleistungen, also ab 1. Juli 2007, vom b isherigen Rentenanspruch auszuge- hen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.4 Das Kantonsgericht wies die Klage mit Urteil vom 3. November 2016 im Wesentlichen mit der Begründung ab, dass gemäss Gutachten von Dr. E.__ __ vom 2. April 2007 bei der Klä- gerin im Untersuchungszeitpunkt eine dauerhafte Verbe sserung des Gesundheitszustands vor- gelegen habe, so dass nur noch die somatoforme Schmerzstöru ng habe bestätigt werden kön- nen. Die von Dr. E.____ vorgenommene Zumutbarkeitsbeu rteilung, wonach die Klägerin in ei- ner adaptierten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigke it mit einer Leistungseinschränkung von 20 % aufweise, sei daher nicht zu beanstanden. Die Klägerin erfülle somit die rechtsprechungs- gemässe Erheblichkeitsgrenze einer 80%igen Arbeitsfähigkeit und könne auch ein Renten aus- schliessendes Einkommen erzielen, weshalb der zeitliche Konnex zu verneinen sei. A.5 Dagegen erhob die Klägerin am 9. Februar 2017 B eschwerde beim Bundesgericht und beantragte im Wesentlichen, dass in Gutheissung der Beschwerde das angefochtene Urteil des Kantonsgerichts vom 3. November 2016 (735 16 87) aufzu heben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, ihr rückwirkend ab 1. Mai 2013 eine bis Ende Juli 2013 befristete Rente von 43 % im Betrag von monatlich Fr. 300.25, zuzüglich der zwischenzeitlich allenfalls erfolgten Teuerungsanpassung, und ab August 2013 eine ganze unbe fristete Rente von monatlich Fr. 698.20, zuzüglich der zwischenzeitlich allenfalls erfo lgten Teuerungsanpassung, auszurich- ten. Das Bundesgericht hiess die Beschwerde mit Urteil vom 20. Februar 2018, 9C_147/2017 (zwischenzeitlich unter BGE 144 V 58 publiziert), gut un d wies die Angelegenheit - auch im Kostenpunkt (vgl. Verfügung des Bundesgerichts vom 22. Fe bruar 2018, 9C_148/2017) - zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwägungen ans Kanton sgericht zurück. Zur Begründung brachte es vor, dass eine Unterbrechung des zeitlichen Kon nexes nur dann anzunehmen sei, wenn während mehr als drei Monaten eine Arbeitsfähigkeit von über 80 % in einer angepassten Erwerbstätigkeit gegeben sei (vgl. 144 V 58 E. 4 f.). In Erwägung 5 des Urteils hielt das Bun- desgericht fest, dass - da bei der Beschwerdeführerin au s psychiatrischer Sicht eine durchge- hende Arbeitsunfähigkeit von 20 % überwiegend wahrschei nlich sei - neben dem sachlichen auch der zeitliche Konnex zu bejahen sei. Aus diesem Grun d habe die Beschwerdeführerin An- spruch auf Invalidenleistungen aus der beruflichen Vorsorge, die mit Bezug auf den Invaliditäts- grad sowie die Höhe noch zu bestimmen seien. Die Besch werdegegnerin habe des Weiteren ab dem Zeitpunkt der Klageeinreichung einen Verzugszin s von 5 % auf den jeweils fälligen Rentenansprüchen zu bezahlen. B. Das Kantonsgericht eröffnete in der Folge ein neue s Verfahren (735 18 84) und ersuchte die Parteien, ihre Standpunkte unter Berücksichtigung d er Ausführungen im Urteil des Bundes- gerichts vom 20. Februar 2018 darzulegen. C. Die Klägerin liess sich am 30. April 2018 vernehmen und beantragte, die Beklagte sei zu verurteilen, ihr rückwirkend ab 1. Juli 2007 weiterhin d ie bisherige ganze Invalidenrente von monatlich Fr. 698.20, zuzüglich der zwischenzeitlich erfolgten Teuerungsanpassung, auszurich- ten. Eventualiter sei die Beklagte zu verurteilen, i hr rückwirkend ab 1. Juli 2007 eine bis Ende April 2013 befristete Rente von 38 %, betragend Fr. 2 65.30, ab 1. Mai 2013 eine bis Ende Juli 2013 befristete Rente von 43 %, betragend Fr. 300.25 , und ab August 2013 eine ganze unbe- fristete Invalidenrente von monatlich Fr. 698.20, zuzü glich der zwischenzeitlich allenfalls erfolg- ten Teuerungsanpassungen, auszurichten. Die Ansprüche, inklusive die künftig bis zur rechts- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht kräftigen Erledigung des vorliegenden Rechtsstreits fäll ig werdenden Rentenbetreffnisse, seien ab Einreichung der Klage vom 11. März 2016 bzw. ab F älligkeit der jeweiligen Rentenbetreff- nisse mit 5 % p.a. zu verzinsen. Alles unter o/e-Kostenfolg e, wobei ihr eventuell die unentgeltli- che Rechtspflege mit dem Unterzeichneten als unentgeltl ichem Rechtsvertreter zu bewilligen sei. Zudem sei die Beklagte zu verurteilen, ihr für da s vorinstanzliche Verfahren eine Parteient- schädigung von Fr. 8'768.90 inkl. Auslagen und Mehrwertst euer zu bezahlen. Zur Begründung liess sie erneut sinngemäss verlauten, dass sie seit der Begut achtung durch das Zentrum D.____ im Jahr 2000 zu 50 % in der Arbeitsfähigkeit e ingeschränkt sei und deshalb durchge- hend einen Anspruch auf Rentenleistungen der Beklagten habe. Diese sei zwar an die Definiti- onen der Begriffe Invalidität und Invaliditätsgrad de s Bundesgesetztes über die Invalidenversi- cherung (IVG) vom 19. Juni 1959 und des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 sowie an die Invaliditätsschätzungen der zuständigen Stellen der Invalidenversicherung gebunden, ausser deren Entscheid sei offen- sichtlich unhaltbar. Dies treffe insbesondere auf das U rteil des Sozialversicherungsgerichts C.____ vom 27. April 2008 zu, auf welches wegen der of fensichtlichen Rechtsfehlerhaftigkeit nicht abgestellt werden könne. Die gestützt auf dieses U rteil veranlasste Aufhebung der Invali- denrente per 30. Juni 2007 sei deshalb nicht rechtens un d die Beklagte sei deshalb zu ver- pflichten, ihr ab 1. Juli 2007 die zuvor ausgerichtete Invalidenrente von monatlich Fr. 698.20 weiterhin auszurichten. Schliesslich machte die Klägerin geltend, dass die Bemessung der Par- teientschädigung durch das Kantonsgericht im Urteil vom 3. November 2016, 735 16 87, gegen Bundesrecht verstosse. D. Die Beklagte reichte am 1. Juni 2018 ihre Stellung nahme ein. Dabei anerkannte sie ei- nen Anspruch der Klägerin auf eine 50%ige Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Januar 2014. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Das Kantonsgericht hat in seinem Urteil vom 3. Novem ber 2016, 735 16 87, die Be- stimmungen über die örtliche und sachliche Zuständigkeit , den Anspruch auf Invalidenleistun- gen der obligatorischen beruflichen Vorsorge (Art. 23 l it. a und 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Vorsorge vom [BVG] vom 25. Juni 1 982) und den Invaliditätsbegriff im obli- gatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge unter Hinw eis auf die Rechtsprechung (BGE 135 V 13 E. 2.6 S. 17, 123 V 269 E. 2a S. 271) wiederge geben. Zudem hat es festgehalten, dass der Anspruch auf Invalidenleistungen einen engen sachl ichen und zeitlichen Zusammenhang zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses eingetreten en Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität erfordere, und dargelegt, unter welchen Voraussetzungen ein solcher Kon- nex als erfüllt zu betrachten ist (vgl. auch BGE 144 V 58 E. 2, mit Hinweis auf BGE 134 V 20 E. 3.2). Darauf wird verwiesen. 2. Zunächst steht fest, dass weder der zeitliche noch der sachliche Konnex in Bezug auf die durch Dr. F.____ im bidisziplinären Gutachten vom 2 9. Mai 2013 festgestellte 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht gegeben ist. Sodann ist gestützt auf die Ausführungen in BGE 144 V 58 festzuhalten, dass zwischen der psychisch be dingten erstmaligen Arbeitsun- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht fähigkeit der Versicherten während des Vorsorgeverhältniss es und der durch Dr. G.____ am 22. Mai 2013 attestierten 50%igen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit sowohl der zeitliche wie der sachliche Konnex zu bejahen ist. 3.1.1 Strittig und zu prüfen ist nachfolgend, ab welch em Zeitpunkt und in welcher Höhe die Klägerin einen Anspruch auf Rentenleistungen der Bek lagten hat. Dabei ist mit Blick auf Art. 4.16 Ziffer 1 des vorliegend anwendbaren Vorsorg ereglements vom 1. Januar 1995 auszu- führen, dass ein Rentenanspruch ab einem Invaliditätsgr ad von 25 % entsteht. Die Leistungs- pflicht beginnt zudem mit derjenigen der Invalidenversich erung und der Anspruch erlischt mit dem Wegfall der Invalidität oder beim Erreichen des Pe nsionsalters (vgl. Art. 4.16 Ziffer 2). Die Beklagte anerkennt einen Leistungsanspruch der Kläger in ab 1. Januar 2014. Die Klägerin selbst stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass sie seit der Begutachtung durch das Zentrum D.____ im September 2000 aus psychischen Gründen mindeste ns zu 50 % in der Arbeitsfähig- keit eingeschränkt sei, weshalb sie durchgehend Anspruch auf eine Invalidenrente der Beklag- ten habe. Dabei weist sie darauf hin, dass die Vorsorge einrichtung nur dann an den Entscheid der Invalidenversicherung gebunden sei, sofern sich die ser nicht als offensichtlich unhaltbar erweise. Dies treffe jedoch auf die Verfügung der IV-Stelle vom 23. Mai 2007 und das Urteil des Sozialversicherungsgerichts C.____ vom 27. April 2008 zu. Die Aufhebung der Rente per Ende Juni 2007 stütze sich sowohl in Bezug auf die Würdigung des medizinischen Sachverhalts wie auch betreffend den Einkommensvergleich auf unhaltbare Grundlagen, weshalb sie bundes- rechtswidrig erfolgt sei. 3.1.2 Zunächst erscheint es zwar fraglich, ob das Kanto nsgericht überhaupt befugt ist, ein rechtskräftiges Urteil eines anderen kantonalen Sozialversi cherungsgerichts zu überprüfen. Weiter ist zweifelhaft, ob die Klägerin nicht auf den im vorliegenden Klageverfahren erneut gel- tend gemachten Anspruch auf eine Invalidenrente der Beklagten von Juli 2007 bis April 2013 verzichtet hat, weil sie vor Bundesgericht im Hauptantrag erst ab Mai 2013 eine Invalidenrente beantragte. Da - wie nachfolgend aufzuzeigen ist - de r Klägerin in ihrer Argumentation nicht gefolgt werden kann, erübrigen sich dazu jedoch weitergehende Ausführungen. 3.2.1 Mit der Klägerin ist zunächst festzustellen, dass ein Entscheid der IV-Stelle oder - im Beschwerdefall - des kantonalen Sozialversicherungsgerichts ( Art. 57 ATSG) resp. des Bun- desgerichts für eine Einrichtung der beruflichen Vorsorg e verbindlich ist, sofern sie in das inva- lidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen wurde , die konkrete Fragestellung für die Beurteilung des Rentenanspruchs gegenüber der Invalide nversicherung entscheidend war und die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise aufg rund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (vgl . Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2017, 9C_321/2017, E. 2.2). 3.2.2 Die Klägerin bezog seit Oktober 1997 eine ganze Invalidenrente. Die IV-Stelle leitete am 7. November 2006 eine Revision des Rentenanspruchs der K lägerin ein und holte bei Dr. E.____ ein psychiatrisches Gutachten ein, welches am 2. April 2007 erging. Diesem ist zu entnehmen, dass sich der Gesundheitszustand der Klägerin seit der Erstbegutachtung durch das Zentrum D.____ im September 2000 deutlich verbesser t habe und keine Arbeitsunfähigkeit Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht mehr attestiert werden könne. Es bestehe jedoch eine Verminderung der Leistungsfähigkeit von 20 %. Gestützt auf diese Abklärungsergebnisse ermittelte d ie IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 22 % und hob die bis anhin ausgerichtete ganze Invali denrente mit Verfügung vom 23. Mai 2007 per Ende Juni 2007 auf. Die dagegen erhobene Be schwerde wies das Sozialversiche- rungsgericht C.____ mit (rechtskräftigem) Urteil vom 27 . April 2008 ab. Der Erwägung 5 des Urteils ist sinngemäss zu entnehmen, dass keine Zweifel an den gutachterlichen Schlussfolge- rungen von Dr. E.____ bestehen würden, weshalb die IV -Stelle zu Recht von einer revisions- rechtlich erheblichen Veränderung des Gesundheitszustands ausgegangen sei. 3.2.3 Diese Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Urteil des Sozialversicherungsge- richts C.____ ist nach Auffassung des Kantonsgerichts nicht offensichtlich unhaltbar. Bereits im Urteil vom 3. November 2016, 735 16 87, E. 6.2.2 wur de festgestellt, dass das Gutachten von Dr. E.____ vom 2. April 2007 sowohl in formeller als auch in inhaltlicher Hinsicht den bundes- rechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht en tspreche (BGE 125 V 351 ff.). Es sei für die streitigen Belange umfassend, beruhe auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtige die geklagten Beschwerden und sei in Kenntnis der Vorakten ( Anamnese) abgegeben worden. Auch leuchte die Beschreibung der medizinischen Situati on und Zusammenhänge ein und die Schlussfolgerungen seien begründet. Es werde deutlich, dass sich der Gesundheitszustand der Klägerin seit der erstmaligen Ausrichtung der Invalidenrente verbessert habe. Während im Gut- achten des Zentrums D.____ von einer somatoformen Schm erzstörung, unter welche auch die mittelgradige Depression zu subsumieren sei, ausgegangen w orden sei, habe Dr. E.____ nur die somatoforme Schmerzstörung bestätigen können. Er habe das Vorliegen einer weiteren psychiatrischen Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähi gkeit einleuchtend verneint, da die Kriterien für die Annahme einer depressiven Symptomati k nicht hätten objektiviert werden kön- nen. Diese Schlussfolgerungen sind aufgrund der fachärzt lichen Erhebungen nachvollziehbar und werden auch vom Bundesgericht in seinem Urteil vom 20. Februar 2018, 9C_147/2017, E. 5 bestätigt. Es besteht daher für das Kantonsgericht entgegen der Auffassung der Klägerin auch im vorliegenden Klageverfahren kein Anlass, von sei nen bereits im Urteil vom 3. Novem- ber 2016 gemachten Ausführungen zum Gutachten von Dr . E.____ vom 2. April 2007 abzuwei- chen und in der Zeit vom 1. Juli 2007 bis Ende April 2 013 eine höhere als die von ihm attestier- te Arbeitsunfähigkeit von 20 % anzunehmen. Erst ab Ma i 2013 ist aus psychiatrischer Sicht aufgrund der Feststellungen von Dr. G.____ von einer 50%igen Einschränkung der Arbeitsfä- higkeit auszugehen. Die Klägerin kann daher aus ihrer A rgumentation gegen das Gutachten von Dr. E.____ und das Urteil des Sozialversicherungsgeri chts C.____ vom 27. April 2008 nichts zu ihren Gunsten ableiten. 3.3.1 In der Klage wird weiter argumentiert, dass das Urteil des Sozialversicherungsgerichts C.____ vom 27. April 2008 auch in Bezug auf den Ein kommensvergleich unhaltbar sei. Die IV- Stelle habe in der Verfügung bei der Ermittlung des Valideneinkommens auf das Durchschnitts- einkommen der Jahre 1992 bis 1996 gemäss Auszug des Indivi duellen Kontos (IK) vom 16. Januar 1998 abgestellt und diesen Betrag an die Teuer ung bis ins Jahr 2006 angepasst. Das Sozialversicherungsgericht C.___ habe diese Berechnung übe rnommen und dabei übersehen, dass im Verlauf der Zeit unterschiedliche Sachverhalte vor gelegen hätten. Die Klägerin habe nämlich ab 1994 einen Zusatzverdienst erzielt. Deshalb d ürften die Jahre 1992 und 1993 nicht Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht als Vergleichsgrundlage bei der Berechnung des Validene inkommens berücksichtigt werden. Weiter habe es die IV-Stelle unterlassen, von dem auf die Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik gestützten Invalideneinkommen ein en leidensbedingten Abzug vor- zunehmen. 3.3.2.1 Die Berechnung des von der IV-Stelle ermitte lten Valideneinkommens kann nach An- sicht des Kantonsgerichts nicht als offensichtlich rechtsfeh lerhaft bezeichnet werden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist für die Bemessung d es Valideneinkommens entschei- dend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpun kt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als ge sunde tatsächlich verdienen würde. Die Ermittlung des Valideneinkommens muss so konkret wie möglich erfolgen. Da die bisherige Tätigkeit erfahrungsgemäss fortgesetzt worden wäre, ist in der Regel vom letzten Lohn auszu- gehen, der vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzie lt wurde. Dieses Gehalt ist wenn nötig der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung anzu passen (BGE 135 V 58 E. 3.1). Angesichts der in Art. 25 Abs. 1 der Verordnu ng über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 vorgesehenen Gleichstellung der in validenversicherungsrechtlich mass- gebenden hypothetischen Vergleichseinkommen mit den nac h AHV-Recht beitragspflichtigen Erwerbseinkommen kann das Valideneinkommen auch aufgrun d der Einträge im IK-Auszug bestimmt werden. Weist das bis zum Eintritt der Invalidit ät erzielte Einkommen starke und ver- hältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwanku ngen auf, ist dabei auf den wäh- rend einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnitts verdienst abzustellen (vgl. SVR 2010 IV Nr. 26 S. 79, 8C_9/2009 E. 3.3 in fine; SVR 2009 IV Nr. 28 S. 79, 8C_576/2008 E. 6.2). 3.3.2.2 Vorliegend steht fest, dass die Klägerin ihre l etzte Stelle bei Rentenbeginn nicht mehr ausgeübt hätte. Aus diesem Grund durfte die IV-Stelle für die Ermittlung des Valideneinkom- mens auf den Durchschnittslohn gemäss IK-Auszug abstellen. Die Klägerin erzielte in den Jah- ren 1992 - 1996 einen Durchschnittslohn (vgl. act. 1 Sei te 18/40 IV-Akten) in Höhe von Fr. 46'014.– (1992: Fr. 40'420.–, 1993: Fr. 39'900. –, 1994: Fr. 44'075.–, 1995: Fr. 54'929.–, 1996: Fr. 51'650.–). Dieses Einkommen wurde auch von d er IV-Stelle bei der Berechnung des Invaliditätsgrads in der Verfügung vom 27. Mai 2007 b erücksichtigt, was nicht offensichtlich un- haltbar ist. Zwar erzielte die Klägerin tatsächlich ge mäss Angaben im IK-Auszug ab 1994 ein Einkommen aus einem Nebenverdienst. Da für die Ermittlu ng des Durchschnittsverdienstes jedoch auf eine längere Zeitspanne abzustellen ist, ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle die Löhne der Klägerin ab 1992 berücksichtigte. Das bis ins Jahr 2006 indexierte Einkommen betrug somit Fr. 51'364.–. 3.3.2.3 Die Klägerin moniert im Zusammenhang mit dem von der IV-Stelle ermittelten Invaliden- einkommen von Fr. 39'831.–, dass auf diesen Wert ein l eidensbedingter Abzug von mindestens 10 % hätte gewährt müssen. Diesbezüglich betont das B undesgericht in konstanter Praxis, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne h erabzusetzen seien, von sämtli- chen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles abhänge (leidensbe- dingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen seien. Dabei sei der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksic htigung aller jeweils in Betracht Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefoch tenen Verfügung keinen Abzug vom Tabel- lenlohn gewährt, was in Würdigung der gegebenen Umstä nde sowie unter Berücksichtigung aller in Betracht fallenden Merkmale entgegen den Aus führungen der Klägerin nicht zu bean- standen ist. So wurde den gesundheitlichen Beschwerden bereits mit der 20%igen Leistungs- einbusse Rechnung getragen. Zudem fallen die Kriterie n Lebensalter, Dienstjahre und Nationa- lität/Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad nicht ins Gewicht. 3.4 Setzt man im Einkommensvergleich das Invalideneinkom men von Fr. 39'831.– dem Valideneinkommen von Fr. 51'364.– gegenüber, resultie rt daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 11'533.– was einen Invaliditätsgrad von gerundet 22 % (vgl. zur Rundungspraxis BGE 130 V 121 ff.) ergibt. 3.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Auffassung d er Klägerin nicht gefolgt werden kann, wonach die Verfügung der IV-Stelle vom 2 3. Mai 2007 und das Urteil des Sozial- versicherungsgerichts C.____ vom 27. April 2008 offensicht lich unhaltbar sind. Die Aufhebung der bisher ausgerichteten Invalidenrente per Ende Juni 2007 (bei einem rentenausschliessen- den Invaliditätsgrad von 22 %) ist nicht zu beanstanden. Gestützt auf dieses Ergebnis war auch die Beklagte gemäss Art. 4.16 Abs. 2 des Vorsorgereglemen ts berechtigt, ihre Leistungen per 30. Juni 2007 einzustellen. 4.1 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ab welche m Zeitpunkt die Klägerin gestützt auf die durch Dr. G.____ am 22. Mai 2013 attestierte Einsch ränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % aus psychischen Gründen einen Rentenanspruch hat. Die B eklagte führt diesbezüglich aus, dass die Klägerin nach Ablauf des Wartejahrs ab Januar 2014 Anspruch auf eine 50%ige Rente habe. Die Klägerin beantragt, dass ihr mit Wirkung ab Mai 2013 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 43 % und ab August 201 3 eine ganze Invalidenrente auszurich- ten sei. 4.2.1 Es wird nicht bestritten, dass die Klägerin zunäch st das Wartejahr erfüllen muss, um erneut Leistungen der Beklagten in Anspruch nehmen zu k önnen. Da das anwendbare Regle- ment diesbezüglich keine Bestimmungen enthält, muss die Berechnung des Wartejahrs gestützt auf Art. 26 Abs. 1 BVG in Verbindung mit Art. 28 Ab s. 1 lit. b und c IVG erfolgen. Demnach hat die versicherte Person Anspruch auf eine Rente, wenn sie w ährend eines Jahres ohne wesent- lichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits unfähig gewesen und danach min- destens 40 % invalid ist. Gestützt auf diese gesetzlichen Vorgaben berechnete die IV-Stelle das Wartejahr neu, nachdem sich die Klägerin am 2. März 20 11 erneut zum Leistungsbezug ange- meldet hatte. Mit Verfügung vom 16. November 2013 spra ch sie der Klägerin nach Ablauf des Wartejahrs per Ende April 2013 mit Wirkung ab Mai 201 3 eine Viertelsrente und ab August 2013 auf eine ganze Rente zu. Dabei berücksichtigte die IV-Stelle sowohl bei der Berechnung des Wartejahrs als auch bei der Ermittlung des Invaliditätsgrad auch die durch Dr. F.____ attes- tierte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit aus somati scher Sicht, für welche die Beklagte mangels sachlichen und zeitlichen Konnexes jedoch nicht leistungspflichtig ist. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2.2 Zu Recht berechnete die Beklagte deshalb das War tejahr neu und beachtete hierfür eine aus psychiatrischer Sicht bis April 2013 bestehende 20%i ge und ab Mai 2013 - gestützt auf die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. G.____ vom 22. Mai 2 013 - eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Unter Berücksichtigung der in Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG geforderten durchschnittlichen Ar- beitsunfähigkeit von 40 % während eines Jahres kam sie zum Schluss, dass das Wartejahr En- de Dezember 2013 abgelaufen sei und die Klägerin ab J anuar 2014 wiederum Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe (Januar bis April 2013 : 20 % arbeitsunfähig, Mai bis Dezember 50 % arbeitsunfähig = 4 x 20 % und 8 x 50 % = 480 % ÷ 12 = 40 %). Dabei verkannte die Be- klagte aber, dass (entgegen Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG) gemäss Art. 4.16 Ziffer 1 des Vor- sorgereglements ein Rentenanspruch bereits ab einem Inva liditätsgrad von 25 % entsteht. Für die Berechnung des Wartejahrs ist deshalb eine durchschnit tliche Arbeitsunfähigkeit von 25 % massgebend. Demnach beginnt das Wartejahr im Juli 2012 zu laufen und endet im Juni 2013 (Juli 2012 bis April 2013: 20 % arbeitsunfähig, Mai b is Juni 50 % arbeitsunfähig = 10 x 20 % und 2 x 50 % = 300 % ÷ 12 = 25 %). 4.2.2 Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads rechtfer tigt es sich - auch mit Blick auf das Vor- gehen der IV-Stelle in der Verfügung vom 26. Novembe r 2013 (vgl. act. 119/IV-Stelle) - den Invaliditätsgrad aufgrund eines Prozentvergleichs zu bestimmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. April 2016, 8C_628/2015, E. 5.3.). Bei einer ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit von 50 % aus psychiatrischer Sicht resultiert ein Rentenanspruch vo n 50 %. Der Klägerin ist daher zulas- ten der Beklagten mit Wirkung ab 1. Juli 2013 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. 5.1 Aus dem bisher Ausgeführten folgt im Ergebnis, dass d ie Klage insofern teilweise gutzu- heissen ist, als die Beklagte zur Leistung einer halben Rente ab Juli 2013 zu verpflichten ist. Im Übrigen ist die Klage abzuweisen. 5.2 Rechtsprechungsgemäss ist auf die geschuldeten Renten betreffnisse ab dem Zeitpunkt der Klageeinreichung ein Verzugszins von 5% zu bezahlen ( vgl. auch BGE 144 V E. 6). Dem- entsprechend hat die Klägerin Anspruch auf Verzugszin sen von 5 % auf nachzuzahlende Ren- tenbetreffnisse ab dem 11. März 2016. 6.1 Das Bundesgericht hat mit seinem Urteil vom 20. Februar 2018, 9C_147/2017, E. 6 das Urteil des Kantonsgerichts vom 3. November 2016 auch im Kostenpunkt aufgehoben und zur Neubeurteilung zurückgewiesen (vgl. auch Verfügung des Bu ndesgerichts vom 22. Februar 2018, 9C_148/2017). Die Klägerin hat demnach Anspruch auf eine volle Parteientschädigung im Verfahren 735 16 87, nachdem sie vor Bundesgericht ob siegte. Strittig und zu prüfen ist je- doch die Höhe derselben. 6.2 Der Rechtsvertreter der Klägerin machte im Klageve rfahren 735 16 87 für seine Bemü- hen einen Aufwand von insgesamt 29.83 Stunden und Ausla gen von Fr. 661.– geltend (vgl. Honorarnote vom 22. Juli 2016). Das Kantonsgericht erachtete diesen Aufwand in seinem Urteil vom 3. November 2016 in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als zu hoch und kürzte ihn um 7 Stunden, wobei es insbe sondere den Aufwand von 19.49 Stunden für die beiden Rechtsschriften (Beschwerde, Rep lik) als übersetzt bezeichnete und dafür gesamthaft 12.49 Stunden als gerechtfertigt erachtete. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Die Klägerin moniert, dass die Kürzung des Aufwand s nicht rechtens sei. Sie weist da- rauf hin, dass das in diesem Zusammenhang vom Kantonsger icht zitierte Urteil des Bundesge- richts vom 17. Juli 2014, 8C 452/2014, E. 6 ein invalide nversicherungsrechtliches Verfahren betroffen habe, welches aber nicht mit einem berufsvorsorgerechtlichen vergleichbar sei. Insbe- sondere kenne das vorliegende Verfahren keine umfassende Aufklärungspflicht des Sozialver- sicherungsträgers im Sinne von Art. 43 ATSG. Dabei über sieht die Klägerin jedoch, dass das Gericht gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG auch im berufsvorsorger echtlichen Verfahren den Sachver- halt von Amtes wegen festzustellen hat. Ihre Argumentati on, wonach in diesem Verfahren im Vergleich zum invalidenversicherungsrechtlichen ein höhere r Aufwand nötig sei, überzeugt da- her nicht. Es mag zwar zutreffen, dass die Aufarbeitung der für ein berufsvorsorgerechtliches Verfahren relevanten IV-Akten aufwändig ist. Dieser Au fwand wurde durch das Kantonsgericht insofern berücksichtigt, als es den geltend gemachten Auf wand von gesamthaft 29,83 Stunden einzig in Bezug auf die Ausarbeitung der Beschwerde un d der Replik um 7 Stunden auf 12,49 kürzte. Im Übrigen anerkannte es jedoch den geltend gem achten Aufwand. Unter diesen Um- ständen sieht das Kantonsgericht auch mit Blick auf ähnlich gelagerte Fälle und unter Berück- sichtigung der Tatsache, dass es sich um einen durchschnittlichen Fall handelt, im vorliegenden Verfahren keinen Anlass, auf die im Urteil vom 3. Novem ber 2016 vorgenommene Kürzung zu- rückzukommen. Die Klägerin hat demnach im Verfahren 73 5 16 84 Anspruch einen Parteient- schädigung in Höhe von Fr. 6'877.– (22.83 Stunden à F r. 250.-- [vgl. § 3 Abs. 1 der Tariford- nung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 20 03] plus Barauslagen in Höhe von Fr. 661.-- und 8 % Mehrwertsteuer ). 7.1 Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG in Verbindung mit § 20 Abs. 2 VPO ist das Verfahren vor den kantonalen Versicherungsgerichten in der Regel kosten los. Es sind deshalb keine Verfah- renskosten zu erheben. 7.2 Als teilweise obsiegende Partei ist der Klägerin ei ne Parteientschädigung zu Lasten der Beklagten zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Klägerin wurde mit Verfügung vom 29. Juni 2018 aufgefordert, innert nicht erstreckbarer Frist bis zum 19. Juli 2018 seine Honorarnote für das vorliegende Verfahren einzureichen. Nachdem er di eser Aufforderung nicht nachgekom- men ist, setzt das Gericht das Honorar nach eigenem Erme ssen fest. Dabei ist zu berücksichti- gen, dass die Klage nur teilweise gutgeheissen wird, wesh alb der Klägerin eine reduzierte Par- teientschädigung auszurichten ist (vgl. § 21 Abs. 1 VPO, wonach der ganz oder teilweise obsie- genden Partei eine angemessene Parteientschädigung zug esprochen werden kann). Das Kan- tonsgericht erachtet daher einen Aufwand von 5 Stun den und einen Auslagenersatz von Fr. 50.– im vorliegenden Verfahren als angemessen. De r Aufwand wird zu dem in Sozialversi- cherungsprozessen üblichen Stundenansatz von Fr. 250.-- b erechnet, was im Ergebnis einen Betrag von Fr. 1'250.– ergibt. Die Beklagte hat demna ch der Klägerin im Verfahren 735 18 84 eine reduzierte Parteientschädigung in Höhe von Fr. 1 '400.10 (inkl. Auslagen in Höhe von Fr. 50.– und 7,7 % Mehrwertsteuer) auszurichten. 7.3 Insgesamt hat die Beklagte der Klägerin für die Kl ageverfahren vor dem Kantonsgericht (735 16 87 und 735 18 84) eine Parteientschädigung von Fr. 8'278.10 (inkl. Auslagen und 8 % Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mehrwertsteuer auf Fr. 6'878.– [735 16 87] und 7,7 % Mehrwertsteuer auf Fr. 1'400.10 [735 18 84]) zu bezahlen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, der Klägerin mit Wirkung ab 1. Juli 2013 basierend auf ein em Invaliditäts- grad von 50 % eine halbe Invalidenrente (inkl. allfäl lige Teuerungszu- lagen) zuzüglich 5 % Verzugszinsen ab 11. März 2016 auszurichten. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für das Klageverfahren vor dem Kantonsgericht eine Parteientschädigung von insgesam t Fr. 8'278.10 (inkl. Auslagen und 8 % bzw. 7.7 % Mehrwe rtsteuer) zu bezahlen. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs http://www.bl.ch/kantonsgericht