<h2>SubmittedText<h2><p>Der Motionär stellt einmal mehr fest, was er schon wiederholt vor dem Bundesrat zum Ausdruck gebracht hat:</p><p>1. Die dritte Amtssprache der Schweiz, das Italienische, hat auf nationaler Ebene immer mehr an Geltung verloren.</p><p>2. An den öffentlichen Schulen ist das Italienische nicht obligatorisch.</p><p>Der Motionär verlangt vom Bundesrat:</p><p>1. den Unterricht in der dritten Amtssprache, dem Italienischen, für die Mittelschulstufe neben dem Deutsch- und Französischunterricht für obligatorisch zu erklären;</p><p>2. den Beschluss der Eidgenössischen Maturitätskommission, in den der Vorschlag des Bundesrates, namentlich jener des Eidgenössischen Departementes des Innern vom 1. Juli 1992, nicht Eingang gefunden hat, zu ändern.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Motion geht vom Grundsatz aus  den wir bejahen , dass jeder Schweizer und jede Schweizerin von den Mitbürgern verstanden werden sollte, und dass deshalb die Beherrschung der Landessprachen oder zumindest der Amtssprachen soweit als möglich zum Bildungsgut der Schweizerbevölkerung gehören muss. Sie hält auch mit Recht fest, dass die Sprachen der Minderheiten  im konkreten Fall das Italienlische  einer speziellen Förderung bedürfen, damit sie nicht Schritt für Schritt von den Sprachen der Mehrheiten verdrängt werden. Eine besondere Aufgabe kommt dabei in der Tat dem Bildungswesen zu.</p><p>In der Meinung, dass an den Mittelschulen die bisherigen Massnahmen zugunsten der dritten Landessprache ungenügend sind, wurde bekanntlich 1992 anlässlich der Vernehmlassung zu neuen Vorschlägen für die Anerkennung kantonaler Maturitätsausweise ein Obligatorium im Sinne dieser Motion \vorgeschlagen. Die überwältigende Mehrheit der Vernehmlasser, insbesondere auch der Kantone, lehnte indessen diesen Vorschlag klar ab.</p><p>Die Arbeitsgruppe die mit der Überarbeitung der Maturitätsanerkennungsvorschläge betraut war, wurde beauftragt, allfällige Alternativen zum Italienischobligatorium zu suchen, die eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation bringen würden. Im Sinne einer Verbesserung der Stellung dieser Sprache wird nun zusätzlich insbesondere vorgeschlagen:</p><p>- Möglichkeit der Wahl von Italienisch als zweite Landessprache,</p><p>- Möglichkeit der Wahl von Italienisch als Schwerpunktfach,</p><p>- Möglichkeit der Wahl von Italienisch als drittes Grundlagenfach.</p><p>- Obligatorium an allen Schulen, einen fakultativen Unterricht in italienisch anzubieten.</p><p>- Förderung von Immersionsformen sowie der maturité bilingue.</p><p>Diese Vorschläge sind seit Mitte Juni 1994 erneut in der Vernehmlassung bei den interessierten Kreisen. Der Bundesrat hat sich damit materiell noch nicht auseinandergesetzt.</p><p>Der vorliegende Vorstoss kann deshalb nicht in der vorgeschlagenen zwingenden Form angenommen werden. Nur am Rande sei erwähnt, dass dieser Vorstoss wohl auch aus rechtlichen Erwägungen kaum als Motion entgegengenommen werden könnte. da die rechtliche Zulässigkeit einer Motion im delegierten Rechtsetzungsbereich grundsätzlich zu verneinen ist (vgl. dazu VPB 43 1 1979 Nr. 1).</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.