B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-1672/2013 U r t e i l v o m 1 3 . D e z e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, Richter Jean-Daniel Dubey, Gerichtsschreiber Daniel Grimm. Parteien A._______, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Schengen-Visum zu Besuchszwecken für B.______, C.______, D.______ und E.______. C-1672/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Aufgrund einer Vereinbarung zwischen der Republik Österreich und der Schweiz behandelt die Schweizer Vertretung im Kosovo Visagesuche für den Schengen-Raum, die grundsätzlich in die Zuständigkeit Österreichs fielen. Am 13. Dezember 2012 beantragten der kos ovarische Staatsa n- gehörige B.______ (geb. 1972, im Folgenden: Gesuchsteller) und dessen Ehefrau C.______ (geb. 1973) mit den beiden jüngsten Kindern D.______ geb. 2004) und E.______ (geb. 2007) deshalb bei der Schwe i- zerischen Botschaft in Pristina ein Sche ngen-Visum für einen Besuch s- aufenthalt von 30 Tagen bei der in Österreich ansässigen Verwandten A.______ (nachfolgend: Gastgeberin bzw. Beschwerdeführerin). B. Mit Formularentscheid vom 14. Dezember 2012 lehnte es die Schweizer Vertretung in Pristina ab, die gewünschten Visa auszustellen. Sie begrün- dete ihre Haltung mit dem ihrer Auffassung nach fehlenden Nachweis für ausreichende finanzielle Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts wäh- rend der Dauer des beabsichtigten Besuchsaufenthalts und für di e Hin- und Rückreise. C. Gegen diesen Entscheid erhob die Gastgeberin am 7. Januar 2013 bei der Vorinstanz Einsprache. Zur Begründung führte sie unter Hinweis auf eine Verpflichtungserklärung und einen Bankkontoauszug aus, dass s o- wohl ihrerseits als auch auf Seiten der Gäste genügend finanzielle Mittel vorhanden seien. D. Mit Verfügung vom 8. Februar 2013 wies das BFM die Einsprache ab. Dabei teilte das Bundesamt die Einschätzung der Schweizer Auslandve r- tretung, wonach weder die Gastgeberin noch die Gäste finanzielle Garan- tien in ausreichender Höhe vorzuweisen vermöchten. Die Voraussetzu n- gen für die Erteilung der beantragten Visa seien demnach nicht erfüllt. Auch lägen keine besonderen – beispielsweise humanitäre Gründe – vor, welche eine Einreise nach Österreich trotzdem als zwingend notwendig erscheinen liessen. E. Mit Rechtsmitteleingabe vom 21. März 2013 ersucht die Beschwerdefüh- rerin beim Bundesverwaltungsgericht um Aufhebung des angefochtenen C-1672/2013 Seite 3 Einspracheentscheids und Erteilung der gewünschten Besuchervisa. Im Wesentlichen bringt sie vor, es handle sich lediglich um einen Familie n- besuch. Sie habe sich verpflichtet, für alle in diesem Zusammenhang a n- fallenden Kosten aufzukommen. Sowohl sie selber als auch die eingel a- denen Personen hätten im vorinstanzlichen Verfa hren bereits Vermö- gensnachweise vorgelegt, diese seien jedoch nicht zu den Akten erkannt oder jedenfalls nicht berücksichtigt worden . Seitens der Schweizer B e- hörden sei in keinem Schreiben erwähnt worden, wie hoch diese fina n- ziellen Garantien denn sein müs sten. Mit knapp € 10'000 (ca. € 5'000.- der Familie des Gesuchstellers; etwa € 5'000.- der Gastgeberin, zuzüglich laufender monatlicher Gehälter) meine sie aber, dass für den geplanten einmonatigen Aufenthalt zweier Erwachsener und zweier kleiner Kinder in Österreich ebenso wie für die während dieser Zeit im Kosovo verbleiben- den anderen Familienangehörigen genügend Geld zur Verfügung st ehe. Die Einreisebewilligungen für diesen Familienbesuch seien somit zu ertei- len. Das Rechtsmittel war mit einer Verpflichtungserklärung und einem Spa r- kontoauszug der Gastgeberin sowie vier Kontoauszügen einer kosovar i- schen Bank, lautend auf den Gesuchsteller, ergänzt. F. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 29. Juli 2013 auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin machte vom Replikrecht keinen Gebrauch. G. Auf den übrigen Akteninhalt wird, soweit entscheiderheblich, in den E r- wägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Die Schweiz vertritt die Republik Österreich in Pristina b ei der Bea r- beitung von Visaanträgen und der Erteilung von Schengenvisa. Seit dem 15. Dezember 2011 ist sie zudem ermächtigt, gemäss Visakodex ( siehe dazu Verordnung [EG] Nr. 810/2009 vom 13. Juli 2009, ABl. L 243/1) der-C-1672/2013 Seite 4 artige Visagesuche in eigener Kompetenz zu verweigern. Diesfalls richtet sich das Rechtsmittelverfahren nach schweizerischem Recht. 1.2 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbe - halt der in Art. 32 VGG gena nnten Ausnahmen Beschwerden gegen Ver- fügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. D e- zember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG au f- geführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des BFM, mit denen die Erteilung eines Schengen -Visums zu Besuch s- zwecken verweigert wird. In dieser Materie entscheidet das Bundesve r- waltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesge - richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.3 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, ric h- tet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG). 1.4 Die Beschwerdeführerin ist als Gastgeberin und materielle Verf ü- gungsadressatin gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Beschwerde berec h- tigt. Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutr e- ten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er - messens, die unrichtig e oder unvollständige Feststellung des rechts - erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde - verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (BVGE 2012/21 E. 5.1 sowie 2011/1 E. 2). 3. Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grund-C-1672/2013 Seite 5 sätzlich nicht verpflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu gestat- ten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen -Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Vorausset- zungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflich- tet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraus - setzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das Schengen -Recht nicht (vgl. BVGE 2011/48 E. 4.1 mit Hinweisen). 4. Der angefochte nen Verfügung liegen die Gesuche von kosovarischen Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen einmonatigen Aufenthalt in Österreich zugrunde. Da sich d er Gesuchsteller und die Familienmitglieder, die ihn begleiten würden, nicht auf die EU/EFTA - Personenfreizügigkeitsabkommen berufen können und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer drei Monate nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Sc hweiz (wie im übri- gen auch das Gastgeberland Österreich) den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsbestimmungen gelange n nur soweit zur Anwe n- dung, als die Schengen -Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 – 5 AuG). 5. 5.1 Angehörige von Staaten, die nicht Teil des Schengen -Raumes sind (sog. Drittstaaten), benötigen zur Einreise in den S chengen-Raum für ei- nen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist. Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Auf enthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. Namentlich haben sie zu belegen, dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des beantragten Vi- sums wieder verlassen bzw. Gewähr für ihre fristgerechte Wiederausreise bieten. Ferner dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informa- tionssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffen t-C-1672/2013 Seite 6 liche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglie d- staats darstellen (vgl. zum Ganzen: Art. 5 Abs. 1 und Abs. 2 AuG; Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumserteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Schengener Grenzkodex [SGK], ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1 -32 [geändert durch Art. 2 der Verordnung {EU} Nr. 265/2010 vom 25. März 2010, ABl. L 85 vom 31.03.2010, S. 1-4]; Art. 14 Abs. 1 Bst. a -c und Art. 21 Abs. 1 Visa- kodex, ABl. L 243 vom 15.09.2009, S. 1-58). 5.2 Sind die Voraussetzungen für die Ausstellung eines für den gesamten Schengen-Raum geltenden Visums nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt werden. Unter ande- rem kann der betreffende Mitgliedstaat von dieser Möglichkeit Gebrauc h machen, wenn er es aus humanitären Gründen, aus Gründen des nati o- nalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen für erfo r- derlich hält (vgl. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; ebenso Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 6. Anhang I zur Verordnung (EG) N r. 539/2001 vom 15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1 -7; zum vollständigen Quellennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV) listet diejenigen Staaten auf, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen- Mitgliedstaaten im Besitze eines Visums sein müssen. Da Kosovo in die- ser Liste aufgeführt ist, unterliegen der Gesuchsteller und seine Familien- angehörigen der Visumspflicht (vgl. hierzu insb. Erwägungsgrund 4 und Art. 1 Abs. 1 Bst. b der Verordnung [EG ] Nr. 1244/2009 vom 30. Novem- ber 2009 ABl. L 336 vom 18.12.2009 S. 1-3). 7. Die Vorinstanz macht in ihrer Verfügung vom 8. Februar 2013 geltend, gemäss den Angaben der Schweizer Vertretung in Pristina könnten weder die Gäste noch die Gastgeber in finanzielle Garantien in ausreichender Höhe präsentieren. Beiläufig wird zu dem darauf verwiesen, dass dem Gesuchsteller und den ihn begleitenden Angehörigen auch aus humanitä- ren Gründen kein Visum ausgestellt werden könnte. 8. 8.1 Bei der Beurteilung, ob ein Dr ittstaatsangehöriger über ausreichend finanzielle Mittel verfügt, ist gemäss Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK massg e- bend, ob er den Lebensunterhalt sowohl für die Dauer des beabsichtigten C-1672/2013 Seite 7 Aufenthalts als auch für die Rückreise in den Herkunftsstaat oder für eine Durchreise in einen Drittstaat, in dem seine Zulassung gewährleistet ist, bestreiten kann oder in der Lage ist, diese Mittel rechtmässig zu erwer- ben. 8.2 Die Feststellung ausreichender Mittel zur Bestreitung des Lebensu n- terhalts kann anhand von Bargeld, Reisech ecks und Kreditkarten erfo l- gen, die sich im Besitz des Drittstaatsangehörigen befinden. Sofern in den nationalen Rechtsvorschriften vorgesehen, können auch Verpflic h- tungserklärungen und – im Falle des Aufenthalts eines Drittstaatsangehö- rigen bei einem Gastgeber – Bürgschaften von Gastgebern im Sinne des nationalen Rechts Nachweise für das Vorhandensein ausreichender Mi t- tel zur Bestreitung des Lebensunterhalts darstellen (vgl. Art. 5 Abs. 3 SGK). Mithin können auch Gastgeber die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen , sofern dies das nationale Recht vorsieht. Das schweizerische Ausländerrecht enthält entsprechende Vorschriften. 8.3 Auch das AuG setzt in Art. 5 Abs. 1 Bst. b für eine Einreise in die Schweiz ganz allgemein voraus, dass Ausländeri nnen und Ausländer die für einen Aufenthalt notwendigen finanziellen Mittel besitzen. Gemäss Art. 2 Abs. 2 VEV gelten finanzielle Mittel im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK insbesondere dann als ausreichend, wenn sichergestellt ist, dass während des Aufenthalts hierzulande keine Sozialhilfeleistungen bezogen werden. Analoges gilt für eine Einreise nach Österreich. 8.4 Wie eben erwähnt, kann der Nachweis ausreichender finanzieller Mit- tel mit Bargeld oder Bankguthaben, mit einer Verpflichtungserklärung, ei- ner R eisekrankenversicherung oder einer anderen Sicherheit erbracht werden (Art. 2 Abs. 2 VEV). Die zuständigen Bewilligungsbehörden h a- ben die Möglichkeit, eine Verpflichtungserklärung einer zahlungsfähigen natürlichen oder juristischen Person mit Wohnsitz oder Sitz in der Schweiz zu verlangen (vgl. Art. 7 Abs. 1 VEV). Eine solche Erklärung um- fasst gemäss Art. 8 Abs. 1 VEV ungedeckte Kosten für den Lebensunte r- halt, einschliesslich Unfall und Krankheit, sowie für die Rückreise, die dem Gemeinwesen oder einem priv aten Erbringer von medizinischen Dienstleistungen durch den Aufenthalt des Ausländers in der Schweiz entstehen. Dies entspricht weitgehend dem Inhalt der Verpflichtungserklä- rung, welche die Republik Österreich ihren dort ansässigen Gastgeberi n- nen und Gastgebern aushändigt. Die Verpflichtungserklärung ist unwider- ruflich. In der Schweiz beträgt die Garantiesumme für Einzelpersonen sowie Familien Fr. 30'000.- (Art. 8 Abs. 2 und 5 VEV). C-1672/2013 Seite 8 9. Es gilt somit in erster Linie zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgehen durfte, dass die Beschwerdeführerin und die eingeladenen Per- sonen nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. 9.1 Die Beschwerdeführerin erklärte bereits im vorinstanzlichen Verfahren ihre Bereitschaft, für sämtliche Kosten des Besuchsaufent halts aufz u- kommen. Am 5. November 2012 hat sie in diesem Zusammenhang eine Verpflichtungserklärung unterzeichnet und auf Beschwerdeebene eine Kopie davon nochmals ins Recht gelegt. Ausserdem wurde eine elektr o- nische Verpflichtungserklärung ausgefüllt. Gemä ss einer Mitteilung der Schweizerischen Botschaft in Pristina vom 14. Dezember 2012 bezeic h- nete die Österreichische Vertretung in Skopje besagte elektroni sche Ver- pflichtungserklärung als nicht tragfähig. Die Gastgeberin hat davon mit der Vernehmlassung Kenntnis erhalten, sich hierzu aber trotz gewährtem Replikrecht nicht mehr geäussert. Wohl ist die Einschätzung der Behö r- den des Gastgeberlandes zur Garantiefähigkeit der Beschwerdeführerin nicht in einer Weise bindend, als sie nicht durch gegenteilige Sachbe wei- se umgestossen werden könnte. Solche Dokumente sind, wie im Folgen- den aufzuzeigen sein wird, allerdings keine vorgelegt worden. 9.2 Die Einschätzung der Österreichischen Botschaft fusst auf de r sich in den Akten befindlichen Druckversion der elektronischen Verpflichtungser- klärung. Den dortigen Angaben zufolge erzielt die Gastgeberin ein Nett o- einkommen von monatlich knapp € 1'600.-, die übrigen relevanten Posit i- onen (sonstige Vermögenswerte, weitere Haushaltseinkommen) wurden mit einer "0" gekennzeichnet. Mit der Rechtsmitteleingabe vom 21. März 2013 reichte die Beschwerdeführerin zwei Auszüge aus ihrem Sparkonto nach. Daraus resultiert per 11. März 2013 ein Kapital von € 4696.14. So- weit ersichtlich, wurde dieser Betrag über Jahre hinweg in monatlichen Raten z wischen € 15.- und € 100.- angespart (sog. Ansparkonto). Dies bietet für den einmonatigen Besuch einer vierköpfigen Familien jedoch längst noch keine hinreichende Gewähr. Wie an anderer Stelle angetönt, beträgt die Garantiesumme in der Schweiz beispielsweise Fr. 30'000.-. Entsprechende Richtwerte der Republik Österreich sind nicht aktenku n- dig, aufgrund der inhaltlichen Übereinstimmung der jeweiligen Verpflich- tungserklärungen aber auf den Gastgebersta at übertragbar. Selbst unter Berücksichtigung tieferer Lebenskosten am Wohnort der Beschwerdefüh- rerin erscheinen die finanziellen Risiken des Besuchsaufenthalts mithin nicht als genügend gesichert. C-1672/2013 Seite 9 9.3 Zu keinem anderen Ergebnis führen die der Rechtsmitteleingabe vom 21. März 2013 beigelegten Bankbelege. Hierbei handelt es sich um Aus- züge über zwei auf den Namen des Gesuchstellers lautende Konten bei der kosovarischen "Pro Credit Bank". Konkret weisen sie per 11. März 2013 ein Guthaben von € 2'000.- bzw. € 1'997.- aus, wovon € 3000.- (in Tranchen à € 1'000.-) erst an jenem Datum – also fünf Tage, nachdem der Beschwerdeführerin der negative Einspracheentscheid des BFM au s- gehändigt worden war – als Eingang verbucht worden sind. Eröffnet wor- den waren die Konten am 8. November 2012 mit je € 1'500.-. Danach un- terlagen die Kontostände starken Schwankungen. Auf einem der Konten befand sich zwischen dem 15. November 2012 und dem 10. März 2013 überhaupt kein Guthaben mehr, auf dem anderen Konto in jener Zei t- spanne nurmehr knapp € 1'000.-. Angesichts solcher Auffälligkeiten kann in den fraglichen Kontoauszügen keine zusätzliche Sicherheit zu den f i- nanziellen Mitteln der Gastgeberin erblickt werden. Dies gilt umso weni- ger, wenn man bedenkt, dass die Familie des Gesuchstellers, die im K o- sovo einen Landwirtschaftsbetrieb führt, au s insgesamt zehn Personen besteht (nebst den vier eingeladenen Personen sind dies vier ältere, schulpflichtige Kinder und die Eltern des Gesuchstellers). Das an einem Stichdatum Mitte März 2013 ausgewiesene Kapital von knapp € 4'000.- stellt unter den gesc hilderten Begebenheiten jedenfalls keine jederzeit verfügbare Reserve oder Ersparnis dar, auf die gegebenenfalls zurüc k- gegriffen werden könnte. 9.4 Unabhängig davon gilt gemäss behördlicher Praxis ein Betrag von Fr. 100.- pro Tag und Person als Richtwert, wenn die gesuchstellende Person die Kosten des Besuchsaufenthalts selbst bestreitet. Die zu lei s- tenden Garantien beschränken sich, wie an anderer Stelle dargetan, aber nicht auf die üblichen Lebenshaltungskosten der eingeladenen Personen während ihrer Anwesenh eit im Gastgeberland, sondern umfassen auch die versicherungsmässig nicht abgedeckten Aufwendungen für allfällige Rückführungs- bzw. Ausschaffungskosten. Die in der Republik Österreich verwendete schriftliche Verpflichtungserklärung spricht von Kosten "der Ausreise sowie allfälliger fremdenpolizeilicher Massnahmen". So oder so wird der Nachweis der erforderlichen finanziellen Mittel mit den auf B e- schwerdeebene eingereichten Unterlagen nicht erbracht. Die Vorausse t- zungen für die Erteilung eines Besuchervisum s im Sinne von Art. 5 SGK bzw. Art. 5 AuG sind damit nicht erfüllt. 9.5 Da bereits in den finanziellen Verhältnissen der Beschwerdeführerin und der eingeladenen Personen ein Einreisehindernis zu erblicken ist, e r-C-1672/2013 Seite 10 übrigt es sich, die sonstigen Voraussetzungen zur Erteilung eines einheit- lichen Schengen-Visums (u.a. Aufenthaltszweck und gesicherte Wiede r- ausreise) zu beurteilen. 10. Zu prüfen bleibt, ob es allenfalls angezeigt wäre, aus humanitären Grü n- den ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit auszustellen (siehe E. 5.2 weiter vorne). Allerdings werden weder dafür in Frage kommende Gründe geltend gemacht noch ergeben sich solche aus den Akten. Als Nichte bzw. Cousine gehört die Beschwerdeführerin im Übrigen auch nicht zum engsten familiären Kreis der eingeladenen Personen. 11. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 12. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der B e- schwerdeführerin aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dispositiv Seite 11 C-1672/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.- werden der Beschwerdeführerin au f- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Eröffnung des vorliegenden Urteils unter Angabe der Geschäftsnummer C-1672/2013 zu Gunsten der Gerichtskasse (IBAN CH 54 0900 0000 3021 7609 6; SWIFT -Code: PO- FICHBEXXX) zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (durch Vermittlung der Schweizerischen Bot - schaft in Wien) – die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […], […], […] und […] retour) – die Schweizerische Botschaft in Wien (in Kopie) – die Schweizerische Botschaft in Pristina (in Kopie) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Antonio Imoberdorf Daniel Grimm Versand: