<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Berufsbildung</span> <span class="page_no">513</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Berufsbildung</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>99 Schulortszuweisung</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Lehrbetriebe haben nur ausnahmsweise ein eigenes schutzwürdiges</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Interesse an der Mitbestimmung des Schulortes ihrer Berufslernen-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>den. Ein solches besteht, wenn die Art der Ausgestaltung des Unter-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>richts (Blockkurse oder wöchentlicher Unterricht) im Streit steht</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(Erw. 2.1).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Blockkurse gehören nicht zum obligatorisch von den Kantonen zu</b></span><br/> <span class="ft2"><b>erbringenden Berufsschulunterricht (Erw. 2.5.1).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Eine Pflicht zur Übernahme der Kosten von Blockkursen sieht das</b></span><br/> <span class="ft2"><b>interkantonale Recht nicht vor (Erw. 2.6).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Eine Ausnahmebewilligung für den Besuch von Blockkursen kann</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nur bei nicht ganzjährig geöffneten Saisonbetrieben (mehrmonatige</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Schliessung) erteilt werden (Erw. 2.7.3).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Die nicht berücksichtigte Berufsschule hat kein eigenes schützens-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>wertes Interesse an der Zuweisung einer bestimmten Berufslernen-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>den (Erw. 3).</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Regierungsrats vom 1. Mai 2013 i.S. W.N. und Ver-</span><br/> <span class="ft5">ein H. gegen den Entscheid des Departements Bildung, Kultur und Sport (Ab-</span><br/> <span class="ft5">teilung Berufsbildung und Mittelschule) (RRB-Nr. 2013-000481).</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft7">Die Berufslernende T.F. und ihr Lehrmeister W.N. ersuchten das</span><br/> <span class="ft7">Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) um Bewilligung des</span><br/> <span class="ft7">Besuchs der interkantonalen Berufsfachschule in Blockkursen beim</span><br/> <span class="ft7">Verein H. Gegen den abweisenden Entscheid führten sowohl der</span><br/> <span class="ft7">Lehrmeister W.N. (Beschwerdeführer 1) als auch der Verein H. (Be-</span><br/> <span class="ft7">schwerdeführer 2) Verwaltungsbeschwerde beim Regierungsrat. Der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">514</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">Regierungsrat wies die Beschwerde von W.N. ab, soweit er darauf</span><br/> <span class="ft7">eintrat. Auf die Beschwerde des Vereins H. trat er nicht ein.</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft7">2. Beschwerde von W.N.</span><br/> <span class="ft7">2.1 Legitimation</span><br/> <span class="ft7">Gemäss § 42 Abs. 1 lit. a VRPG ist zur Beschwerde befugt, wer</span><br/> <span class="ft7">ein schutzwürdiges eigenes Interesse an der Aufhebung oder der Än-</span><br/> <span class="ft7">derung des Entscheids hat.</span><br/> <span class="ft7">Grundsätzlich haben Lehrbetriebe kein schützenwertes eigenes</span><br/> <span class="ft7">Interesse daran mitzubestimmen, wo eine lernende Person die Be-</span><br/> <span class="ft7">rufsfachschule besucht. Im vorliegenden Kontext geht es allerdings</span><br/> <span class="ft7">nicht ausschliesslich um diese geografische Schulortzuweisung, son-</span><br/> <span class="ft7">dern um die Absolvierung des Berufsschulunterrichts in Blockkur-</span><br/> <span class="ft7">sen. Insoweit hat der Beschwerdeführer 1 wegen der geltend ge-</span><br/> <span class="ft7">machten saisonal unterschiedlichen Auslastung seines Betriebes ein</span><br/> <span class="ft7">eigenes schützenswertes Interesse an der Aufhebung der vorinstanz-</span><br/> <span class="ft7">lichen Entscheide. Kein eigenes schützenswertes Interesse hat der</span><br/> <span class="ft7">Beschwerdeführer 1 demgegenüber an der beantragten Feststellung</span><br/> <span class="ft7">der obligatorischen Zuweisung von Lernenden auf Antrag des Lehr-</span><br/> <span class="ft7">betriebes oder der Lernenden an die Berufsfachschule des Beschwer-</span><br/> <span class="ft7">deführers 2 (Beschwerde 1, Antrag 2, S. 2). Auf Antrag 2 der Be-</span><br/> <span class="ft7">schwerde kann damit nicht eingetreten werden.</span><br/> <span class="ft7">Ein schützenswertes Interesse für den Lehrbetrieb besteht aber</span><br/> <span class="ft7">nur insoweit und solange, als die lernende Person ausdrücklich oder</span><br/> <span class="ft7">stillschweigend mit der Absolvierung des Schulunterrichts in Block-</span><br/> <span class="ft7">kursen einverstanden ist. Da T.R. auf dem Lehrvertrag sinngemäss</span><br/> <span class="ft7">und im Rahmen ihrer Stellungnahme ausdrücklich bestätigt hat, dass</span><br/> <span class="ft7">sie gerne den Schulunterricht in Blockkursen besuchen würde (unda-</span><br/> <span class="ft7">tierte Stellungnahme), ist auf die Beschwerde 1 im Übrigen grund-</span><br/> <span class="ft7">sätzlich einzutreten.</span><br/> <span class="ft7">(...)</span><br/> <span class="ft7">2.4 Materielle Rügen des Beschwerdeführers 1</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Berufsbildung</span> <span class="page_no">515</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">Der Beschwerdeführer 1 führt zusammengefasst aus, dass sein</span><br/> <span class="ft7">Betrieb starken saisonalen Schwankungen unterliege und er vom Sai-</span><br/> <span class="ft7">sonprivileg gemäss Landesgesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes</span><br/> <span class="ft7">(L-GAV) profitiere. Als Mitglied des Arbeitgeberverbandes G. finan-</span><br/> <span class="ft7">ziere er die vom Berufsverband organisierten interkantonalen Fach-</span><br/> <span class="ft7">kurse mit. Er werde auf Dauer keine Lernenden mehr ausbilden kön-</span><br/> <span class="ft7">nen, wenn diese nicht das mit seinen Mitgliederbeiträgen zur Verfü-</span><br/> <span class="ft7">gung gestellte Angebot des Beschwerdeführers 2 (schulische Grund-</span><br/> <span class="ft7">bildung in Blockkursen) nutzen könnten. Es mache nämlich keinen</span><br/> <span class="ft7">Sinn, dass die Lernenden in der Hochsaison wöchentlich ein bis zwei</span><br/> <span class="ft7">Tage zur Schule gehen und im Winter im Betrieb des Beschwerde-</span><br/> <span class="ft7">führers 1 sich die Beine in den Bauch stehen würden resp. zwangs-</span><br/> <span class="ft7">beurlaubt werden müssten. Weiter legt der Beschwerdeführer 1 dar,</span><br/> <span class="ft7">dass der Beschwerdeführer 2 mit der Schweizerischen Berufsbil-</span><br/> <span class="ft7">dungsämter-Konferenz (SBBK) eine Leistungsvereinbarung abge-</span><br/> <span class="ft7">schlossen habe, welcher der Kanton Aargau beigetreten sei. Der Re-</span><br/> <span class="ft7">gierungsrat hätte deshalb die Schule des Beschwerdeführers 2 in</span><br/> <span class="ft7">seiner Berufszuteilungsplanung gemäss § 14 Abs. 1 des Gesetzes</span><br/> <span class="ft7">über die Berufs- und Weiterbildung (GBW) vom 6. März 2007 be-</span><br/> <span class="ft7">rücksichtigen müssen. Eine Berücksichtigung des Angebots des Be-</span><br/> <span class="ft7">schwerdeführers 2 in der kantonalen Berufszuteilungsplanung müsse</span><br/> <span class="ft7">auch gemäss § 14 Abs. 2 GBW erfolgen, da der Bedarf am Block-</span><br/> <span class="ft7">schulunterricht in touristischen Branchen nicht unterschätzt werden</span><br/> <span class="ft7">dürfe. Ausser Acht gelassen worden sei zudem, dass die Berufs-</span><br/> <span class="ft7">zuteilungsplanung interkantonale Vereinbarungen berücksichtigen</span><br/> <span class="ft7">müsse. Mit dem Abschluss der Leistungsvereinbarung anerkenne der</span><br/> <span class="ft7">Regierungsrat die Schule des Beschwerdeführers 2 als Bildungsein-</span><br/> <span class="ft7">richtung, betraue sie mit einem Bildungsauftrag und bekunde seine</span><br/> <span class="ft7">Absicht, Lernende durch sie ausbilden zu lassen. Es liege folglich</span><br/> <span class="ft7">eine interkantonale Vereinbarung vor, die der Regierungsrat bei der</span><br/> <span class="ft7">Schulortszuteilung gemäss § 19 Abs. 1 GBW beachten müsse (...).</span><br/> <span class="ft7">Eventualiter führt der Beschwerdeführer 1 aus, dass auch wich-</span><br/> <span class="ft7">tige Gründe i.S.v. § 19 Abs. 3 GBW für den auswärtigen Schulbe-</span><br/> <span class="ft7">such vorliegen würden. Ein wichtiger Grund sei auf Grund der dem</span><br/> <span class="ft7">Beschwerdeführer 2 erteilten Bewilligung des Bundesamtes jederzeit</span><br/> <span class="ft7">gegeben und dürfe vom Kanton nicht erneut geprüft werden. Weiter</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">516</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">macht der Beschwerdeführer 1 geltend, dass ein Lehrbetrieb mit star-</span><br/> <span class="ft7">ken saisonalen Schwankungen darauf angewiesen sei, seine Lernen-</span><br/> <span class="ft7">den in einen Blockunterricht zu schicken. Weiter habe der Beschwer-</span><br/> <span class="ft7">deführer 2 gestützt auf der mit dem Kanton geschlossenen Leistungs-</span><br/> <span class="ft7">vereinbarung nach Treu und Glauben auch Anspruch darauf, dass</span><br/> <span class="ft7">ihm Lernende zugewiesen würden (...).</span><br/> <span class="ft7">2.5 Unentgeltlichkeit des Berufsschulunterrichts</span><br/> <span class="ft7">2.5.1</span><br/> <span class="ft7">Gemäss Art. 22 Abs. 1 BBG werden die Kantone verpflichtet,</span><br/> <span class="ft7">für ein bedarfsgerechtes Angebot an Berufsfachschulen zu sorgen.</span><br/> <span class="ft7">Der obligatorische Unterricht an den Berufsfachschulen ist unent-</span><br/> <span class="ft7">geltlich (Art. 22 Abs. 2 BBG). Das Staatssekretariat für Bildung, For-</span><br/> <span class="ft7">schung und Innovation bewilligt auf Antrag der Berufsverbände die</span><br/> <span class="ft7">Durchführung von interkantonalen Fachkursen, wenn dadurch das</span><br/> <span class="ft7">Bildungsziel besser erreicht und die Bildungsbereitschaft der Lehr-</span><br/> <span class="ft7">betriebe positiv beeinflusst wird, keine übermässigen Kosten er-</span><br/> <span class="ft7">wachsen und für die Teilnehmenden keine erheblichen Nachteile ent-</span><br/> <span class="ft7">stehen (Art. 22 Abs. 5 BBG).</span><br/> <span class="ft7">Das Bundesgesetz verpflichtet in erster Linie die Kantone im</span><br/> <span class="ft7">Bereich der beruflichen Grundbildung, eine ausreichende Anzahl von</span><br/> <span class="ft7">Berufsfachschulen zur Verfügung zu stellen, welche von den Berufs-</span><br/> <span class="ft7">lernenden obligatorisch zu besuchen und für sie unentgeltlich sind.</span><br/> <span class="ft7">Regelungen zur organisatorischen Ausgestaltung und zur zeitlichen</span><br/> <span class="ft7">Aufteilung der Bildungsanteile werden nach den Ansprüchen der Be-</span><br/> <span class="ft7">rufstätigkeit in der entsprechenden Bildungsverordnung bestimmt</span><br/> <span class="ft7">(Art. 16 Abs. 3 BBG). Die in Art. 22 Abs. 2 BBG geregelte Unent-</span><br/> <span class="ft7">geltlichkeit der Berufsfachschulen bezieht sich auf das vom Kanton</span><br/> <span class="ft7">zur Verfügung zu stellende obligatorische Angebot; nicht erfasst wer-</span><br/> <span class="ft7">den dabei über das Grundangebot hinausgehende Leistungen der Be-</span><br/> <span class="ft7">rufsschulen (vgl. dazu auch die Botschaft Nr. 00.072 des Bundesrats</span><br/> <span class="ft7">zu einem neuen Bundesgesetz über die Berufsbildung vom 6. Sep-</span><br/> <span class="ft7">tember 2000, BBI 2000 S. 5753).</span><br/> <span class="ft7">Interkantonale Fachkurse haben in der Schweiz eine lange Tra-</span><br/> <span class="ft7">dition. Bereits das Bundesgesetz über die berufliche Ausbildung vom</span><br/> <span class="ft7">26. Juni 1930 (fortan: aBbA) sah vor, dass die schulische Berufs-</span><br/> <span class="ft7">bildung im Rahmen von interkantonalen Fachkursen absolviert wer-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Berufsbildung</span> <span class="page_no">517</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">den kann. Bis zum Erlass des Bundesgesetzes über die Berufsbildung</span><br/> <span class="ft7">(Berufsbildungsgesetz, BBG) vom 13. Dezember 2002 konnte das</span><br/> <span class="ft7">zuständige Bundesamt den Besuch von interkantonalen Fachkursen</span><br/> <span class="ft7">für alle oder für bestimmte Fächer obligatorisch erklären (Art. 34</span><br/> <span class="ft7">Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Berufsbildung vom 19. April</span><br/> <span class="ft7">1978 und Art. 28 Abs. 3 aBbA). Bezüglich Berufe im Gast- und Ho-</span><br/> <span class="ft7">telgewerbe machte das Bundesamt davon auch Gebrauch und be-</span><br/> <span class="ft7">stimmte im Jahr 1959 erstmals, dass der Besuch der interkantonalen</span><br/> <span class="ft7">Fachkurse für Koch- und Kellnerlehrlinge in Saisonbetrieben des</span><br/> <span class="ft7">Gastgewerbes obligatorisch sei. Weiter konnten die kantonalen Be-</span><br/> <span class="ft7">hörden auch Koch- und Kellnerlehrlinge von abgelegenen Ganzjah-</span><br/> <span class="ft7">resbetrieben den Fachkursen zuweisen (Art. 3 Abs. 1 und 5 des Re-</span><br/> <span class="ft7">glements über die interkantonalen Fachkurse für Koch- und Kellner-</span><br/> <span class="ft7">lehrlinge vom 29. August 1959). Dieses Reglement wurde allerdings</span><br/> <span class="ft7">per 1. März 1974 aufgehoben und als separater Teil in das Reglement</span><br/> <span class="ft7">über die Ausbildung und die Lehrabschlussprüfung für den Beruf des</span><br/> <span class="ft7">Kochs vom 28. Januar 1974 integriert. Mit dem Inkrafttreten des</span><br/> <span class="ft7">Nachfolge-Reglements über die Ausbildung und die Lehrabschluss-</span><br/> <span class="ft7">prüfung im Beruf Koch/Köchin vom 23. Februar 1996 (Ausbildungs-</span><br/> <span class="ft7">reglement 1996) änderte sich die Rechtslage. Das Bundesamt ver-</span><br/> <span class="ft7">zichtete nämlich gänzlich darauf, die interkantonalen Fachkurse in</span><br/> <span class="ft7">der Gastronomiebranche obligatorisch zu erklären und regelte inso-</span><br/> <span class="ft7">weit neu, dass der Kanton die Bewilligung für den Besuch der inter-</span><br/> <span class="ft7">kantonalen Fachkurse erteilt (Art. 2 Abs. 6 Ausbildungsreglement</span><br/> <span class="ft7">1996) und über die Übernahme der Kosten befindet. Dasselbe gilt</span><br/> <span class="ft7">unter der für die Ausbildung im vorliegenden Fall massgeblichen</span><br/> <span class="ft7">Bildungsverordnung (Art. 9 der Verordnung des Bundesamts für Be-</span><br/> <span class="ft7">rufsbildung und Technologie über die berufliche Grundbildung Kö-</span><br/> <span class="ft7">chin/Koch mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis, EFZ, vom 5. Mai</span><br/> <span class="ft7">2009). Das Bundesamt bewilligt auf Antrag der Berufsverbände ge-</span><br/> <span class="ft7">mäss Art. 22 Abs. 5 BBG die Durchführung (nicht aber den Besuch)</span><br/> <span class="ft7">interkantonaler Fachkurse. Das Bundesrecht verlangt aber von den</span><br/> <span class="ft7">Kantonen in organisatorischer Hinsicht kein Angebot von Blockkur-</span><br/> <span class="ft7">sen für Saisonbetriebe. Kantone sind weiter auch nicht verpflichtet,</span><br/> <span class="ft7">solche nicht obligatorische, private Angebote zu subventionieren</span><br/> <span class="ft7">(Botschaft 00.072, a.a.O., BBl 2000 S. 5703 und 5750).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">518</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass nach</span><br/> <span class="ft7">heutiger Rechtslage interkantonale Fachkurse nicht zum obligatori-</span><br/> <span class="ft7">schen Angebot der Berufsbildung gehören und es in der Kompetenz</span><br/> <span class="ft7">der Kantone liegt, ein solches Angebot zur Verfügung zu stellen und</span><br/> <span class="ft7">vollziehende Regelungen über die Bewilligung des Besuchs von in-</span><br/> <span class="ft7">terkantonalen Fachkursen zu erlassen. Das Bundesamt nimmt inso-</span><br/> <span class="ft7">weit keine den Kantonen obliegende Interessenabwägung vor und</span><br/> <span class="ft7">schränkt die Kantone nicht ein, restriktive Voraussetzungen für den</span><br/> <span class="ft7">zu subventionierenden Besuch interkantonaler Fachkurse vorzuse-</span><br/> <span class="ft7">hen. Unter dem Aspekt der bundesgesetzlich garantierten Unentgelt-</span><br/> <span class="ft7">lichkeit des Berufsschulunterrichtes steht es damit den Kantonen frei,</span><br/> <span class="ft7">ob und in welchen Umfang sie Lernenden Blockkurse anbieten und</span><br/> <span class="ft7">unter welchen Umständen sie die Kosten für den Besuch von Schu-</span><br/> <span class="ft7">len, welche Blockkurse anbieten, mit eigenen Beiträgen unterstützen</span><br/> <span class="ft7">wollen.</span><br/> <span class="ft7">2.5.2</span><br/> <span class="ft7">Der Beschwerdeführer 2 bietet die obligatorische schulische</span><br/> <span class="ft7">Grundbildung für die Kochausbildung im Rahmen von Blockkursen</span><br/> <span class="ft7">an und zwischen der SBBK und dem Beschwerdeführer 2 besteht</span><br/> <span class="ft7">eine Leistungsvereinbarung über dieses Angebot. Der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft7">führer 2 verfügt weiter - eigenen Angaben zu Folge - über die not-</span><br/> <span class="ft7">wendige Bewilligung des Bundes i.S.v. Art. 23 Abs. 5 BBG und wird</span><br/> <span class="ft7">auch ordentlich beaufsichtigt (Art. 24 Abs. 1 BBG i.V.m. Art. 11</span><br/> <span class="ft7">Abs. 1 BBV).</span><br/> <span class="ft7">Auszubildenden steht es damit ohne weiteres zu, anstatt die un-</span><br/> <span class="ft7">entgeltlich angebotene Berufsfachschule gemäss Berufszuteilungs-</span><br/> <span class="ft7">planung des Kantons die Schule des Beschwerdeführers 2 zu besu-</span><br/> <span class="ft7">chen, falls dieser der Aufnahme zustimmt oder (gesetzlich oder ver-</span><br/> <span class="ft7">traglich) zur Aufnahme verpflichtet ist. Von Bundesrechts wegen</span><br/> <span class="ft7">nicht vorgeschrieben ist dagegen eine kantonale Finanzierung des</span><br/> <span class="ft7">Angebots des Beschwerdeführers 2 durch Übernahme der Kosten.</span><br/> <span class="ft7">2.6 Interkantonale Verpflichtung zur Kostenübernahme</span><br/> <span class="ft7">Damit bleibt zu beurteilen, ob im interkantonalen Recht eine</span><br/> <span class="ft7">gesetzliche Grundlage besteht, die den Kanton verpflichten würde,</span><br/> <span class="ft7">dem Beschwerdeführer 2 die Kosten für die Schulung von Auszubil-</span><br/> <span class="ft7">denden des Betriebs des Beschwerdeführers 1 zu erstatten.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Berufsbildung</span> <span class="page_no">519</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">Eine solche Verpflichtung kann - entgegen der Argumentation</span><br/> <span class="ft7">des Beschwerdeführers 1 - nicht aus der Interkantonalen Vereinba-</span><br/> <span class="ft7">rung über die Beiträge an die Ausbildungskosten in der beruflichen</span><br/> <span class="ft7">Grundbildung (Berufsfachschulvereinbarung, BFSV) vom 22. Juni</span><br/> <span class="ft7">2006 abgeleitet werden. Die BFSV bestimmt nämlich nicht, welcher</span><br/> <span class="ft7">Einzelperson der Kanton aus welchem Grund die Kosten für einen</span><br/> <span class="ft7">ausserkantonalen Schulbesuch zu bezahlen hat, sondern legt lediglich</span><br/> <span class="ft7">fest, welche Beiträge der Kanton bei effektiver Zuweisung zu einer</span><br/> <span class="ft7">auswärtigen Schule entrichten muss (vgl. dazu Art. 4 Abs. 1 BFSV).</span><br/> <span class="ft7">Geregelt wird damit nur, wie viel bezahlt werden muss, falls der</span><br/> <span class="ft7">Kanton eine Zuweisung vornimmt und damit eine Kostengutsprache</span><br/> <span class="ft7">leistet. Ob der Kanton eine Kostengutsprache abgeben will, wird</span><br/> <span class="ft7">nicht durch die BFSV geregelt und liegt weiterhin in seinem</span><br/> <span class="ft7">pflichtgemässen Ermessen. Die BFSV führt damit gerade keine freie</span><br/> <span class="ft7">Schulortswahl der Lernenden ein.</span><br/> <span class="ft7">2.7 Leistungsvereinbarung, Berufszuteilungsplanung und inner-</span><br/> <span class="ft7">kantonale Verpflichtung zur Kostenübernahme</span><br/> <span class="ft7">2.7.1</span><br/> <span class="ft7">Zwischen der SBBK und dem Beschwerdeführer 2 besteht eine</span><br/> <span class="ft7">Leistungsvereinbarung, welcher der Kanton Aargau am 6. Juni 2012</span><br/> <span class="ft7">zustimmte. Mit seiner Zustimmung akzeptiert der Kanton, sich "bei</span><br/> <span class="ft7">der Entsendung von Lernenden an die in der Leistungsvereinbarung</span><br/> <span class="ft7">festgelegten Rahmenbedingungen zu halten und die verbundenen</span><br/> <span class="ft7">Verpflichtungen zu erfüllen" (...).</span><br/> <span class="ft7">Aus der Zustimmung des Kantons zur Leistungsvereinbarung</span><br/> <span class="ft7">folgt in rechtlicher Hinsicht aber keine Verpflichtung, Lernende an</span><br/> <span class="ft7">die Schule des Beschwerdeführers 2 zu entsenden. Der Akt der Ent-</span><br/> <span class="ft7">sendung und damit der Leistung einer Kostengutsprache bleibt ge-</span><br/> <span class="ft7">mäss Wortlaut der kantonalen Zustimmung und in Übereinstimmung</span><br/> <span class="ft7">mit der BFSV (Erw. 2.6) weiterhin im pflichtgemässen Ermessen des</span><br/> <span class="ft7">Kantons (vgl. dazu Erw. 2.7.2 und 2.7.3). Die Leistungsvereinbarung</span><br/> <span class="ft7">selber statuiert nämlich keine freie Schulortswahl und enthält auch</span><br/> <span class="ft7">keine vertragliche Klausel zur Übernahme der Kosten eines allfällig</span><br/> <span class="ft7">frei gewählten auswärtigen Schulbesuchs (...).</span><br/> <br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">520</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">2.7.2</span><br/> <span class="ft7">2.7.2.1</span><br/> <span class="ft7">Mit einer Leistungsvereinbarung können vom Staat zu er-</span><br/> <span class="ft7">bringende Verwaltungsobliegenheiten übertragen werden (§ 93</span><br/> <span class="ft7">Abs. 3 KV). Mit dem Beitritt zur Leistungsvereinbarung zwischen</span><br/> <span class="ft7">SBBK und dem Beschwerdeführer 2 anerkennt der Kanton, dass die</span><br/> <span class="ft7">Schulung von Lernenden der Berufe Köchin/Koch EFZ, Küchenan-</span><br/> <span class="ft7">gestellte/Küchenangestellter EBA und Systemgastronomiefachfrau/</span><br/> <span class="ft7">Systemgastronomiefachmann EFZ durch den Beschwerdeführer 2 er-</span><br/> <span class="ft7">folgen darf und dass er dem Beschwerdeführer 2 entsprechend Lern-</span><br/> <span class="ft7">ende zuweisen kann. Insoweit steht es dem Regierungsrat - entgegen</span><br/> <span class="ft7">der vom BKS vertretenen Ansicht - ohne weiteres zu, den Beschwer-</span><br/> <span class="ft7">deführer 2 in seiner Berufszuteilungsplanung zu berücksichtigen</span><br/> <span class="ft7">(§ 14 Abs. 2 GBW). Die Tatsache, dass die Schule des Beschwerde-</span><br/> <span class="ft7">führers 2 privatrechtlich organisiert ist und ihren Sitz nicht im Kan-</span><br/> <span class="ft7">ton hat, schliesst eine Berücksichtigung in der Berufszuteilungs-</span><br/> <span class="ft7">planung nicht aus. Der Regierungsrat berücksichtigt nämlich nur "na-</span><br/> <span class="ft7">mentlich" die in der kantonalen Richtplanung festgelegten Berufs-</span><br/> <span class="ft7">fachschulstandorte (§ 14 Abs. 2 GBW).</span><br/> <span class="ft7">Es ist aber noch einmal darauf hinzuweisen, dass der Kanton</span><br/> <span class="ft7">dem Beschwerdeführer 2 im Rahmen der geschlossenen Leistungs-</span><br/> <span class="ft7">vereinbarung keine Zusicherung abgab, ihm eine bestimmte Zahl von</span><br/> <span class="ft7">Lernenden zuzuweisen. Er trat der Vereinbarung klarerweise ohne</span><br/> <span class="ft7">Übernahme einer Entsendeverpflichtung bei und verpflichtete sich</span><br/> <span class="ft7">lediglich, sich bei der Entsendung von Lernenden an die in der Leis-</span><br/> <span class="ft7">tungsvereinbarung festgelegten Rahmenbedingungen zu halten</span><br/> <span class="ft7">(Erw. 2.7.1).</span><br/> <span class="ft7">2.7.2.2</span><br/> <span class="ft7">Das BKS legt dar, dass der Kanton der Leistungsvereinbarung</span><br/> <span class="ft7">mit dem Beschwerdeführer 2 zustimmte, da er die schulische Grund-</span><br/> <span class="ft7">bildung für den Beruf Systemgastronomiefachfrau/Systemgastrono-</span><br/> <span class="ft7">miefachmann EFZ nicht selber anbietet und der Beschwerdeführer 2</span><br/> <span class="ft7">als schweizweit einzige Schule diesen Ausbildungsgang führt (...).</span><br/> <span class="ft7">Konsequenz davon ist selbstverständlich auch, dass der Regierungs-</span><br/> <span class="ft7">rat gestützt auf die Leistungsvereinbarung die Lernenden des Berufs</span><br/> <span class="ft7">Systemgastronomiefachfrau/Systemgastronomiefachmann EFZ in</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Berufsbildung</span> <span class="page_no">521</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">seiner Berufszuteilungsplanung dem Beschwerdeführer 2 zuweisen</span><br/> <span class="ft7">kann.</span><br/> <span class="ft7">2.7.2.3</span><br/> <span class="ft7">Bezüglich der weiteren - vom Beschwerdeführer 2 angebotenen</span><br/> <span class="ft7">- schulischen Ausbildungsgänge ist grundsätzlich festzuhalten, dass</span><br/> <span class="ft7">das kantonale Angebot mit den beiden Berufsfachschulen Aarau und</span><br/> <span class="ft7">Baden eine genügende Abdeckung gewährleistet und es deshalb aus</span><br/> <span class="ft7">geografischer Sicht keiner Berücksichtigung der Schule des Be-</span><br/> <span class="ft7">schwerdeführers 2 in der Berufszuteilungsplanung bedarf. Nicht aus-</span><br/> <span class="ft7">ser Acht zu lassen ist jedoch, dass der Beschwerdeführer 2 mit den</span><br/> <span class="ft7">von ihm angebotenen Blockkursen ein auf die Bedürfnisse von Sai-</span><br/> <span class="ft7">sonbetrieben ausgerichtetes Spezial-Angebot zur Verfügung stellt,</span><br/> <span class="ft7">welches für Lernende von 1959 bis ins Jahr 1996 vom Bundesamt</span><br/> <span class="ft7">für obligatorisch erklärt wurde (vgl. dazu Erw. 2.5.1). Bis ins Jahr</span><br/> <span class="ft7">1996 bestand damit ein durchsetzbarer Anspruch für Lernende von</span><br/> <span class="ft7">Saisonbetrieben, die Schule des Beschwerdeführers 2 bzw. dessen</span><br/> <span class="ft7">Rechtsvorgängers besuchen zu können.</span><br/> <span class="ft7">Da der Kanton Aargau aber kein typischer Tourismuskanton ist</span><br/> <span class="ft7">und damit Saisonbetriebe, welche nicht ganzjährig geöffnet haben,</span><br/> <span class="ft7">selten vorkommen, bedarf es nicht zwingend einer Berücksichtigung</span><br/> <span class="ft7">des Angebots des Beschwerdeführers 2 in der Berufszuteilungspla-</span><br/> <span class="ft7">nung. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die Berufszutei-</span><br/> <span class="ft7">lungsplanung ein Planungsinstrument des Kantons darstellt, das obli-</span><br/> <span class="ft7">gatorische Angebot von Berufsfachschulen bedarfsgerecht zu bestim-</span><br/> <span class="ft7">men (Art. 22 Abs. 1 BBG) und Überkapazitäten zu vermeiden. Sie ist</span><br/> <span class="ft7">jedoch von der Unterstützung und Leistung allfälliger Kostenbeiträge</span><br/> <span class="ft7">an privatrechtlich organisierte Schulen zu unterscheiden. Eine</span><br/> <span class="ft7">Pflicht, privatrechtlich organisierte Schulen zu subventionieren, be-</span><br/> <span class="ft7">steht nämlich nicht, sofern diese kein von den Kantonen obligato-</span><br/> <span class="ft7">risch zu schaffendes Angebot in deren Auftrag zur Verfügung stellen</span><br/> <span class="ft7">(Botschaft 00.072, a.a.O., BBl 2000 S. 5703 und 5750).</span><br/> <span class="ft7">Der Umstand der nicht ganzjährigen Öffnung eines Lehrbetrie-</span><br/> <span class="ft7">bes kann immerhin im Rahmen der Erteilung einer Ausnahmebe-</span><br/> <span class="ft7">willigung i.S.v. § 19 Abs. 3 GBW für einen von der Berufszutei-</span><br/> <span class="ft7">lungsplanung abweichenden Schulort angemessen berücksichtigt</span><br/> <span class="ft7">werden (vgl. dazu Erw. 2.7.3).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">522</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">Klar festzuhalten gilt es, dass Lernenden ohne wenn und aber</span><br/> <span class="ft7">das Recht zugestanden wird, die Schule des Beschwerdeführers 2 zu</span><br/> <span class="ft7">besuchen, wenn die Kostentragung geregelt ist (Erw. 2.5.2). Eine Be-</span><br/> <span class="ft7">rücksichtigung solcher, wohl nur vereinzelt auftretender Fälle in der</span><br/> <span class="ft7">Berufszuteilungsplanung kann unterbleiben.</span><br/> <span class="ft7">2.7.3</span><br/> <span class="ft7">§ 19 Abs. 1 GBW legt fest, dass für die Schulortszuteilung von</span><br/> <span class="ft7">Lernenden im obligatorischen beruflichen Unterricht Lehrort, Be-</span><br/> <span class="ft7">rufszuteilungsplanung oder interkantonale Vereinbarungen massge-</span><br/> <span class="ft7">bend sind. Eine freie Schulortswahl der Lernenden besteht damit</span><br/> <span class="ft7">nicht. Das Departement kann jedoch einzelne Lernende einem von</span><br/> <span class="ft7">der Berufszuteilungsplanung abweichenden Schulort zuweisen (§ 19</span><br/> <span class="ft7">Abs. 3 GBW).</span><br/> <span class="ft7">Wie bereits erwähnt übernimmt der Beschwerdeführer 2 im</span><br/> <span class="ft7">Rahmen der geschlossenen Leistungsvereinbarung eine öffentliche</span><br/> <span class="ft7">Aufgabe, wobei die Zuweisung von Lernenden an den Beschwerde-</span><br/> <span class="ft7">führer 2 - mangels anderweitiger gesetzlicher oder vertraglicher Re-</span><br/> <span class="ft7">gelung (Erw. 2.5, 2.5 sowie 2.7.1 und 2.7.2) - weiterhin dem pflicht-</span><br/> <span class="ft7">gemässen Ermessen des Kantons obliegt. Das kantonale Ermessen</span><br/> <span class="ft7">wird auch nicht durch die vom Bundesamt dem Beschwerdeführer 2</span><br/> <span class="ft7">erteilte Betriebsbewilligung eingeschränkt, da das neue Bundesrecht</span><br/> <span class="ft7">darauf verzichtet, den Besuch und die Kostenübernahme von</span><br/> <span class="ft7">interkantonalen Angeboten zu regeln (Erw. 2.5.1).</span><br/> <span class="ft7">Der Regierungsrat anerkennt, dass der Beschwerdeführer 2 mit</span><br/> <span class="ft7">den von ihm angebotenen schulischen Blockkursen für nicht ganz-</span><br/> <span class="ft7">jährig geöffnete Saisonbetriebe (insbesondere in den Tourismuskan-</span><br/> <span class="ft7">tonen) eine wichtige Dienstleistung erbringt. Das Angebot von</span><br/> <span class="ft7">Blockkursen ermöglicht nämlich Betrieben, welche in der Zwischen-</span><br/> <span class="ft7">saison mehrere Wochen geschlossen sind und Lernende jährlich nur</span><br/> <span class="ft7">35 Wochen ausbilden können, die Schaffung eines Lehrstellenange-</span><br/> <span class="ft7">bots. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers 1 (...) können je-</span><br/> <span class="ft7">doch nicht mit einem allenfalls bestehenden Saisonprivileg im Sinn</span><br/> <span class="ft7">von Anhang Ziff. II Abs. 2 L-GAV bereits wichtige Gründe für die</span><br/> <span class="ft7">Bewilligung eines Schulbesuchs beim Beschwerdeführer 2 angenom-</span><br/> <span class="ft7">men werden, weil damit gerade nichts über die saisonbedingte</span><br/> <span class="ft7">Schliessung des Betriebes ausgesagt wird (vgl. Erw. 2.4). Der Regie-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Berufsbildung</span> <span class="page_no">523</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">rungsrat hält in Übereinstimmung mit dem BKS klar dafür, dass die</span><br/> <span class="ft7">Berufsfachschulen Aarau und Baden die Ziele der Berufsbildung</span><br/> <span class="ft7">auch bei Betrieben mit saisonalen Auslastungsschwankungen ohne</span><br/> <span class="ft7">weiteres erfüllen können (...). Dabei gilt auch zu berücksichtigen,</span><br/> <span class="ft7">dass Lernende an der Berufsfachschule Aarau nur an einem Tag pro</span><br/> <span class="ft7">Woche ausgebildet werden und den Lehrbetrieben bei der Wahl des</span><br/> <span class="ft7">Schultages ein Mitbestimmungsrecht zukommt (...). Nicht ausser</span><br/> <span class="ft7">Acht gelassen werden darf, dass die Blockkurse des Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft7">rers 2 jährlich Kosten in Höhe von Fr. 12'700.- verursachen (...),</span><br/> <span class="ft7">während der Tarif bei einer dualen Teilzeit-Lehre nur Fr. 7'300.- pro</span><br/> <span class="ft7">Schuljahr beträgt (Anhang BFSV). Demgegenüber zu stellen sind die</span><br/> <span class="ft7">Interessen an der Ausbildung von Lernenden in Betrieben, die nur</span><br/> <span class="ft7">saisonal geöffnet haben. Eine Ausnahmebewilligung ist für Lernende</span><br/> <span class="ft7">des Berufs Köchin/Koch in Lehrbetrieben vorzusehen, welche in der</span><br/> <span class="ft7">Nebensaison während mehreren Monaten geschlossen haben und</span><br/> <span class="ft7">deshalb die Lernenden nur während 35 Wochen pro Jahr ausbilden</span><br/> <span class="ft7">können. Eine Ausnahmebewilligung bedarf dabei mindestens der</span><br/> <span class="ft7">gänzlichen Schliessung eines Betriebes während längerer Zeit als</span><br/> <span class="ft7">vier Betriebsferienwochen. Der Regierungsrat knüpft damit an der</span><br/> <span class="ft7">alten, vom Bundesrat bzw. vom Bundesamt verbindlich verordneten</span><br/> <span class="ft7">Rechtslage an, der die interkantonalen Fachkurse nur für nicht ganz-</span><br/> <span class="ft7">jährig geöffnete Saisonbetriebe obligatorisch erklärte (Erw. 2.5.1).</span><br/> <span class="ft7">(...)</span><br/> <span class="ft7">3. Beschwerde des Vereins H.</span><br/> <span class="ft7">Gemäss § 42 Abs. 1 lit. a 1 VRPG ist zur Beschwerde befugt,</span><br/> <span class="ft7">wer ein schutzwürdiges eigenes Interesse an der Aufhebung oder der</span><br/> <span class="ft7">Änderung des Entscheids hat.</span><br/> <span class="ft7">In der angefochtenen Verfügung wird einzelfallweise eine Per-</span><br/> <span class="ft7">son einer Berufsschule zugewiesen. Die Verfügung entfaltet über den</span><br/> <span class="ft7">konkreten Einzelfall hinaus keine Verbindlichkeit, auch wenn die</span><br/> <span class="ft7">Entscheidung durchaus präjudizielle Wirkung hat. Die angefochtene</span><br/> <span class="ft7">Verfügung berührt damit, da nur ein konkreter Einzelfall betroffen</span><br/> <span class="ft7">ist, kein schützenswertes eigenes Interesse des Beschwerdeführers</span><br/> <span class="ft7">2. Praxisgemäss kommt Schulbetrieben in Fällen der hier vorliegen-</span><br/> <span class="ft7">den Art nicht die Befugnis zu, bei abgelehnten Zuweisungen oder</span><br/> <span class="ft7">Kostenübernahmen von einzelnen Auszubildenden im eigenen Na-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">524</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">men Beschwerde zu führen (vgl. Fritz Gygi, Bundesverwaltungs-</span><br/> <span class="ft7">recht, 1983, S. 162). Das Rechtsverhältnis zwischen Kanton und Be-</span><br/> <span class="ft7">schwerdeführer 2 gründet vielmehr auf der mit der SBBK geschlos-</span><br/> <span class="ft7">senen Leistungsvereinbarung (vgl. vorne Erw. 2.5.2). Der Beschwer-</span><br/> <span class="ft7">deführer 2 versucht im Rahmen seiner Argumentation denn auch</span><br/> <span class="ft7">darzulegen, dass der Kanton mit seiner Weigerung der kostenpflich-</span><br/> <span class="ft7">tigen Entsendungen von Lernenden an seine Schule die von ihm ak-</span><br/> <span class="ft7">zeptierte Leistungsvereinbarung verletze. Streitigkeiten, welche ver-</span><br/> <span class="ft7">waltungsrechtliche Verträge betreffen, beurteilt jedoch das Verwal-</span><br/> <span class="ft7">tungsgericht im Klageverfahren i.S.v. § 60 ff. VRPG. Der Beschwer-</span><br/> <span class="ft7">deführer 2 will denn auch vom Regierungsrat eine in ein Feststel-</span><br/> <span class="ft7">lungsbegehren "verpackte" Leistungsklage auf Zuweisung von Lern-</span><br/> <span class="ft7">enden beurteilt wissen. Damit bleibt kein Raum, um im vorliegenden</span><br/> <span class="ft7">Verfahren als Partei teilzunehmen.</span><br/> <span class="ft7">Auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 ist damit nicht</span><br/> <span class="ft7">einzutreten. Selbst wenn auf die Beschwerde einzutreten wäre, müs-</span><br/> <span class="ft7">ste diese abgewiesen werden. Wie bereits dargelegt, bestehen näm-</span><br/> <span class="ft7">lich weder ein gesetzlicher noch ein vertraglicher Anspruch des</span><br/> <span class="ft7">Beschwerdeführers 2 auf Zuweisung von Lernenden (Erw. 2). Eine</span><br/> <span class="ft7">Verletzung der Wirtschaftsfreiheit (...) ist ebenfalls nicht ersichtlich,</span><br/> <span class="ft7">da der Beschwerdeführer 2 vom Kanton die Bezahlung der Ausbil-</span><br/> <span class="ft7">dungskosten gemäss BFSV und damit eine Subventionierung ver-</span><br/> <span class="ft7">langt. Dem Beschwerdeführer 2 wird - wie dargelegt - in keiner Art</span><br/> <span class="ft7">und Weise verwehrt, Lernende ohne kantonale Subventionierung</span><br/> <span class="ft7">auszubilden (Erw. 2.5.2.). Eine allfällige Notwendigkeit der Berück-</span><br/> <span class="ft7">sichtigung des Angebots des Beschwerdeführers 2 in der Berufszutei-</span><br/> <span class="ft7">lungsplanung führt weiter ebenfalls nicht dazu, dass der Kanton über</span><br/> <span class="ft7">die Bezahlung der Ausbildungskosten das Angebot des Beschwerde-</span><br/> <span class="ft7">führers 2 subventionieren müsste (Erw. 2.7.2.3).</span><br/> <span class="ft7">(...)</span><br/></div> </div> </body> </html>