<h2>SubmittedText<h2><p>Die von den Krankenkassen zu übernehmenden Preise für medizinische Hilfsmittel sind zum Teil absurd überhöht. Das Problem ist seit Jahren bekannt. Je nach Schätzung geht es um bis zu 100 Millionen Franken pro Jahr, die den Prämienzahlenden zu viel verrechnet werden. Und das alles mit Billigung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), das die Migel-Liste in den letzten Jahrzehnten höchstens partiell angepasst hat. Dieser Missstand ist seit Jahren bekannt und ein grosses Ärgernis. Endlich will das BAG die längst fällige Totalrevision anpacken - allerdings will man sich dazu bis Ende nächstes Jahr Zeit lassen.</p><p>Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass diese Totalrevision wesentlich schneller umgesetzt werden muss und auch kann?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Höchstvergütungsbeträge entsprechen in der Regel einem Durchschnittspreis der auf dem Markt erhältlichen zweckmässigen Produkte. Diese sind in der Tat teilweise veraltet. Nichtsdestotrotz kann nicht von absurd hohen Beträgen gesprochen werden. Das BAG hat im Jahr 2014 einen Auslandpreisvergleich durchführen lassen. Danach liegen die Höchstvergütungsbeträge nicht systematisch höher als die Auslandpreise. Zudem wurde bei Produkten wie Blutzuckerstreifen, Inkontinenzprodukte und Hydrocolloidverbände der Höchstvergütungsbetrag im Jahr 2011 deutlich gesenkt. Bei der Bestimmung der Höchstvergütungsbeträge wurde der Fokus darauf gelegt, dass die Versicherten in der Regel keinen Aufpreis selbst bezahlen müssen.</p><p>Massgebend für die Verrechnung zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung sind die Marktpreise der einzelnen Produkte. Der Höchstvergütungsbetrag der Migel dient lediglich als Obergrenze der Vergütung durch die Krankenversicherung. Dass einzelne Apotheken nicht den von ihnen normalerweise verrechneten Marktpreis, sondern den Höchstvergütungsbetrag fakturieren, muss als missbräuchlich bezeichnet werden.</p><p>Die Revision der Migel wird etappenweise durchgeführt. Basierend auf ersten Analysen und dem Auslandpreisvergleich sieht das BAG ein Einsparpotenzial um die 10 Millionen Franken. Zurzeit wird für jede der gegen 700 Positionen der Migel eine Übersicht der auf dem Markt verfügbaren Produkte erstellt, die heute in dieser Form nicht existiert. Die Produkte sind anschliessend zu prüfen und die Preise zu erheben. Die Produktegruppen mit dem grössten Handlungsbedarf werden dabei prioritär behandelt. Erste Anpassungen sollen bereits 2016 erfolgen.</p>