<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2015.00475</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=215547&amp;W10_KEY=13013515&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2015.00475</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.09.2015</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 25.02.2016 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ersatzwahl an das Bezirksgericht Uster (Stimmrechtsbeschwerde)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Der Beschwerdeführer reichte einen Wahlvorschlag für die Wahl an ein Bezirksgericht ein, ohne in einer Gemeinde im Kanton Zürich angemeldet zu sein. Dies holte er erst nach Ablauf der zweiten Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen nach. Der Bezirksrat erklärte den Wahlvorschlag daraufhin für ungültig.] Als Mitglied eines Bezirksgerichts ist wählbar, wer politischen Wohnsitz im Kanton Zürich hat. Der politische Wohnsitz befindet sich in derjenigen Gemeinde, in welcher der Stimmberechtigte wohnt und angemeldet ist (E. 2.1). Der Beschwerdeführer war bei Ablauf der zweiten Frist gemäss § 53 Abs. 1 GPR in keiner politischen Gemeinde des Kantons Zürich angemeldet (E. 2.2). Wahlvorschläge können innert einer Frist von 40 Tagen eingereicht werden; erweisen sich diese Wahlvorschläge als mangelhaft, können sie innert einer Frist von vier Tagen verbessert werden. Anschliessend wird eine zweite Frist von sieben Tagen angesetzt, innert der Wahlvorschläge zurückgezogen oder neue Wahlvorschläge einereicht werden können. Nach dem Wortlaut des Gesetzes und dem klaren Willen des Gesetzgebers können mangelhafte Wahlvorschläge, die erst innert dieser zweiten Frist eingegangen sind, nicht mehr verbessert werden (E. 2.3). Ein fehlender politischer Wohnsitz kann nicht dadurch geheilt werden, dass ein Kandidat sich nach Ablauf der Frist rückwirkend auf ein Datum während der Frist in einer politischen Gemeinde des Kantons Zürich anmeldet (E. 2.4). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANMELDUNG">ANMELDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHFRIST">NACHFRIST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLITISCHER WOHNSITZ">POLITISCHER WOHNSITZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERBESSERUNG">VERBESSERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WAHLVORSCHLAG">WAHLVORSCHLAG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 3 Abs. 1 BPR</span><br/><span class="ungerade">Art. 5 GOG</span><br/><span class="gerade">Art. 3 Abs. 2 GPR</span><br/><span class="ungerade">Art. 23 Abs. 1 GPR</span><br/><span class="gerade">Art. 52 Abs. 1 GPR</span><br/><span class="ungerade">Art. 53 Abs. 1 GPR</span><br/><span class="gerade">Art. 53 Abs. 2 GPR</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=27781" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2015.00475</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">16. September 2015</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Jso Schumacher<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Peter Sprenger, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Reto HÃ¤ggi Furrer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Bezirksrat B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Ersatzwahl an das Bezirksgericht B (Stimmrechtsbeschwerde)</span></b><b>,</b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Der Bezirksrat B beschloss am 11. MÃ¤rz 2015, die Ersatzwahl fÃ¼r ein zurÃ¼ckgetretenes teilamtliches Mitglied des Bezirksgerichts B zu veranstalten, und setzte die Frist fÃ¼r die Einreichung von WahlvorschlÃ¤gen auf den 29. April 2015 fest; dieser Beschluss wurde am 20. MÃ¤rz 2015 amtlich publiziert. Nachdem innert dieser Frist von zwei WahlvorschlÃ¤gen einer umgehend wieder zurÃ¼ckgezogen worden war, publizierte der Bezirksrat den eingegangenen Wahlvorschlag am 15. Mai 2015 und setzte gleichzeitig eine Frist bis 22. Mai 2015, innert der dieser Wahlvorschlag zurÃ¼ckgezogen oder weitere WahlvorschlÃ¤ge eingereicht werden kÃ¶nnten.</p> <p class="Urteilstext">Am 18. Mai 2015 gelangte A unter der Angabe einer Wohnadresse in C an den Bezirksrat und reichte einen von der notwendigen Anzahl Personen unterzeichneten Wahlvorschlag fÃ¼r sich selber ein. Nachdem AbklÃ¤rungen des Bezirksrats ergeben hatten, dass A nicht in C angemeldet sei, setzte er unter anderem diesem mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 26. Mai 2015 eine Frist von vier Tagen, um einen politischen Wohnsitz im Kanton ZÃ¼rich nachzuweisen. Am 1. Juni 2015 reichte A dem Bezirksrat eine AnmeldebestÃ¤tigung der Gemeinde C vom 29. Mai 2015 ein, wonach er sich per 20. Mai 2015 in C angemeldet habe. Die Gemeinde C be­stÃ¤tigte auf Nachfrage, dass diese Anmeldung am 29. Mai 2015 rÃ¼ckwirkend per 20. Mai 2015 erfolgt sei. Mit Beschluss vom 3. Juni 2015 erklÃ¤rte der Bezirksrat den Wahlvorschlag fÃ¼r A als ungÃ¼ltig und die verbleibende kandidierende Person als in stiller Wahl gewÃ¤hlt; dieser Beschluss wurde am 12. Juni 2015 amtlich publiziert.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den dagegen erhobenen Rekurs von A wies der Regierungsrat mit Beschluss vom 8. Juli 2015 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A fÃ¼hrte dagegen am 18. August 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, der Beschluss des Bezirksrats vom 3. Juni 2015 sei aufzuheben und er sei zu den Ersatzwahlen fÃ¼r das Bezirksgericht B zuzulassen. Der Bezirksrat B und die Direktion der Justiz und des Innern namens des Regierungsrats verzichteten â je unter Hinweis auf die BegrÃ¼ndung des jeweiligen Beschlusses â auf eine Beschwerdeantwort bzw. Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Stimmrechtsbeschwerden gegen Rekursentscheide des Regierungsrats Ã¼ber Anordnungen eines Bezirksrats etwa betreffend die GÃ¼ltigkeit eines Wahlvorschlags nach § 146 Abs. 1 in Verbindung mit § 12 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 des Gesetzes Ã¼ber die politischen Rechte vom 1. September 2003 (GPR, LS 161) und § 41 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 f. je lit. a, 19a, 19b Abs. 2 lit. a Ziff. 3 sowie §§ 42â44 e contrario des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig.</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer ist als Kandidierender fÃ¼r die streitgegenstÃ¤ndliche Wahl eines Ersatzmitglieds fÃ¼r das Bezirksgericht B nach § 49 in Verbindung mit § 21a lit. a VRG zur Beschwerde berechtigt.</p> <p class="Urteilstext"><span>Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Im Kanton ZÃ¼rich stehen das Stimm- und Wahlrecht und die weiteren politischen Rechte in Kantons- und Gemeindeangelegenheiten allen Schweizerinnen und Schweizern zu, die im Kanton wohnen, das 18. Lebensjahr zurÃ¼ckgelegt haben und in eidgenÃ¶ssischen Angelegenheiten stimmberechtigt sind (Art. 22 der Verfassung des Kantons ZÃ¼rich vom 27. Februar 2005 [KV, LS 101]). Bezirksrichterinnen und Bezirksrichter werden von den Stimmberechtigten des betreffenden Bezirkes gewÃ¤hlt (Art. 80 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 75 Abs. 2 KV). Nach § 5 des Gesetzes Ã¼ber die Gerichts- und BehÃ¶rdenorganisation im Zivil- und Strafprozess vom 10. Mai 2010 (LS 211.1) in Verbindung mit § 23 Abs. 1 GPR ist als Mitglied eines Bezirksgerichts wÃ¤hlbar, wer im Kanton politischen Wohnsitz hat. Der politische Wohnsitz befindet sich nach § 3 Abs. 2 GPR in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes vom 17. Dezember 1976 Ã¼ber die politischen Rechte (BPR, SR 161.1) in derjenigen Gemeinde, in welcher der Stimmberechtigte wohnt <i>und </i>angemeldet ist (vgl. hierzu VGr, 11. Juli 2012, VB.2012.00381, E. 3.8). Die Stimmberechtigten sind von Amtes wegen ins Stimmregister an ihrem politischen Wohnort einzutragen (Art. 4 Abs. 1 BPR).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreitet nicht, dass er sowohl im Zeitpunkt, in dem der Wahlvorschlag zu seinen Gunsten beim Beschwerdegegner eingereicht wurde, als auch bei Ablauf der zweiten Frist gemÃ¤ss § 53 Abs. 1 GPR in keiner politischen Gemeinde des Kantons ZÃ¼rich angemeldet war. Jedoch macht er sinngemÃ¤ss geltend, er habe sich innert der durch den Beschwerdegegner angesetzten Nachfrist in C angemeldet, und zwar per 20. Mai 2015; damit habe er innert der Nachfrist einen politischen Wohnsitz in C begrÃ¼ndet.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Im Rahmen des Vorverfahrens fÃ¼r Mehrheitswahlen setzt die wahlleitende BehÃ¶rde mit amtlicher VerÃ¶ffentlichung eine Frist von 40 Tagen an, innert welcher WahlvorschlÃ¤ge eingereicht werden kÃ¶nnen (§ 49 Abs. 1 GPR). GemÃ¤ss § 52 Abs. 1 GPR prÃ¼ft die wahlleitende BehÃ¶rde anschliessend, ob die wÃ¤hrend dieser Frist eingegangenen WahlvorschlÃ¤ge den gesetzlichen Vorschriften entsprechen; bei einem Mangel setzt sie eine Frist von vier Tagen fÃ¼r Verbesserungen an. Anschliessend werden die Namen der Vorgeschlagenen gemÃ¤ss § 53 Abs. 1 GPR verÃ¶ffentlicht und eine weitere Frist von sieben Tagen angesetzt, innert welcher frÃ¼here WahlvorschlÃ¤ge geÃ¤ndert oder zurÃ¼ckgezogen oder neue WahlvorschlÃ¤ge eingereicht werden kÃ¶nnen. Nach Ablauf dieser zweiten Frist kÃ¶nnen WahlvorschlÃ¤ge nicht mehr verÃ¤ndert werden (§ 53 Abs. 2 GPR). GemÃ¤ss § 53 Abs. 3 GPR prÃ¼ft die wahlleitende BehÃ¶rde auch diese definitiven WahlvorschlÃ¤ge; eine Verbesserungsfrist bei mangelhaften WahlvorschlÃ¤gen ist hingegen nicht mehr vorgesehen. Dabei handelt es sich nicht um ein gesetzgeberisches Versehen: Wie sich aus dem Antrag des Regierungsrats vom 28. Februar 2002 ergibt, sollen die definitiven WahlvorschlÃ¤ge nach Ablauf der zweiten Frist wohl noch einmal einer PrÃ¼fung unterzogen, eine Frist zur Verbesserung in diesem Verfahrensstadium aber ausdrÃ¼cklich nicht mehr angesetzt werden (ABl 2002, 1507 ff., 1588). In den Beratungen des Kantonsrats gab diese Bestimmung keinen Anlass zu Diskussionen (Prot. KR 1999â2003, S. 16402, und 2003â2007, S. 896).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, es entspreche "rechtstaatlichen Gepflogenheiten", dass "RechtsmissstÃ¤nde" innert einer angesetzten Frist behoben werden kÃ¶nnten, bevor "die entsprechenden Sanktionen greifen". Er legt indes nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern diese Regelung gegen Ã¼bergeordnetes Recht verstiesse. Der BeschwerdefÃ¼hrer verkennt sodann, dass eine Verbesserungsfrist gesetzlich sehr wohl vorgesehen ist. Die gesetzliche Regelung geht aber von der PrÃ¤misse aus, dass WahlvorschlÃ¤ge grundsÃ¤tzlich innert der ersten Frist von 40 Tagen einzureichen sind (§ 49 Abs. 1 GPR). Erweisen sich wÃ¤hrend dieser Frist eingereichte WahlvorschlÃ¤ge als mangelhaft, ist eine Verbesserung ohne Weiteres mÃ¶glich. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r seine Kandidatur in Anspruch genommene zweite Frist von sieben Tagen nach § 53 Abs. 1 GPR ist indes bereits eine Nachfrist, innert der WahlvorschlÃ¤ge ein letztes Mal verÃ¤ndert (vgl. § 53 Abs. 2 GPR) und weitere WahlvorschlÃ¤ge eingereicht werden kÃ¶nnen (etwa, um Ã¼berhaupt eine Auswahl zu ermÃ¶glichen); mit Ablauf dieser Frist sind die WahlvorschlÃ¤ge nicht mehr verÃ¤nderbar. Wer fÃ¼r Kandidierende erst innert dieser Nachfrist einen Wahlvorschlag einreicht, nimmt deshalb in Kauf, dass dieser wegen Mangelhaftigkeit ungÃ¼ltig erklÃ¤rt werden kÃ¶nnte, ohne dass eine Frist zur Verbesserung angesetzt wÃ¼rde.</p> <p class="Urteilstext"><span>Vorliegend hat der Beschwerdegegner dem BeschwerdefÃ¼hrer denn auch keine Frist zur Verbesserung des Wahlvorschlags, sondern einzig eine Frist zum Nachweis angesetzt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bei Einreichung des Wahlvorschlags zu seinen Gunsten bzw. jedenfalls bei Ablauf der zweiten Frist politischen Wohnsitz im Kanton ZÃ¼rich hatte. Der BeschwerdefÃ¼hrer reichte in der Folge zwar eine AnmeldebestÃ¤tigung vom 29. Mai 2015 ein, wonach er sich "per 20.05.2015" in C angemeldet hatte. Diese Anmeldung war indes erst am 29. Mai 2015 erfolgt, weshalb er bei Ablauf der Nachfrist am 22. Mai 2015 Ã¼ber keinen politischen Wohnsitz in C verfÃ¼gte; dies ergibt sich auch aus einer WohnsitzbestÃ¤tigung der Gemeinde C vom 22. Mai 2015, wonach der BeschwerdefÃ¼hrer sich am 31. Oktober 2013 nach D (ZH) abgemeldet habe. Dort hatte er sich wiederum am 31. Dezember 2013 nach dem ausserkantonalen E abgemeldet. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Den fehlenden politischen Wohnsitz im Kanton ZÃ¼rich konnte der BeschwerdefÃ¼hrer nicht dadurch heilen, dass er sich rÃ¼ckwirkend in einer Gemeinde im Kanton ZÃ¼rich anmeldete und damit nachtrÃ¤glich politischen Wohnsitz begrÃ¼ndete. Wohl betrÃ¤gt die Frist fÃ¼r die Anmeldung nach Zuzug in eine Gemeinde gemÃ¤ss § 34 Abs. 1 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (LS 131.1) 14 Tage und ist insofern eine nachtrÃ¤gliche Anmeldung zulÃ¤ssig. Die politischen Rechte kÃ¶nnen jedoch erst ab dem Datum der tatsÃ¤chlichen Anmeldung ausgeÃ¼bt werden, weil erst in diesem Zeitpunkt ein Eintrag ins Stimmregister der Gemeinde stattfinden kann. WÃ¼rde der Auffassung des BeschwerdefÃ¼hrers gefolgt, kÃ¶nnten sich nachtrÃ¤gliche Teilnahmerechte fÃ¼r Abstimmungen ergeben, die bereits stattgefunden haben, was zu erheblichen Rechtsunsicherheiten fÃ¼hrte.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer war somit bei Ablauf der Nachfrist fÃ¼r die Einreichung von WahlvorschlÃ¤gen fÃ¼r das Amt, fÃ¼r welches er kandidierte, nicht wahlfÃ¤hig. Demnach widersprach der zu seinen Gunsten eingereichte Wahlvorschlag den gesetzlichen Vorschriften und wurde dieser durch den Beschwerdegegner zu Recht fÃ¼r ungÃ¼ltig erklÃ¤rt (vgl. auch § 25 lit. a der Verordnung Ã¼ber die politischen Rechte vom 27. Oktober 2004 [LS 161.1]).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Es kann damit offenbleiben, ob der fehlende politische Wohnsitz einer Verbesserung im Sinn von § 52 Abs. 1 Satz 2 GPR Ã¼berhaupt zugÃ¤nglich wÃ¤re. Ebenso braucht nicht nÃ¤her geprÃ¼ft zu werden, ob Kandidierende erst bei Ablauf der Nachfrist oder bereits im Zeitpunkt der Unterzeichnung des Wahlvorschlag politischen Wohnsitz im Kanton ZÃ¼rich haben mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer im Ãbrigen geltend macht, in einem anderen Fall sei dem Mitglied eines Gerichts, welches seinen Wohnsitz in einen anderen Kanton verlegt habe, eine Frist angesetzt worden, um wieder Wohnsitz im Kanton ZÃ¼rich zu nehmen, verkennt er, dass es sich dabei um unterschiedliche Sachverhalte handelt. Bei gewÃ¤hlten Mitgliedern von Gerichten, bei welchen eine WÃ¤hlbarkeitsvoraussetzung wegfÃ¤llt, entsteht ein nachtrÃ¤glicher Mangel, zu dessen Behebung nach dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsgrundsatz eine angemessene Frist angesetzt wird, bevor als Sanktion eine Abberufung aus dem Amt erfolgt. Im Fall des BeschwerdefÃ¼hrers war der Mangel demgegenÃ¼ber ursprÃ¼nglicher Natur: Er erfÃ¼llte die WÃ¤hlbarkeitsvoraussetzungen wÃ¤hrend der laufenden Fristen fÃ¼r die Einreichung von WahlvorschlÃ¤gen zu keinem Zeitpunkt.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">In Stimmrechtssachen sind nach § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 4 VRG nur Gerichtskosten zu erheben, wenn das Rechtsmittel offensichtlich aussichtslos ist. Dies trifft vorliegend nicht zu, weshalb die Gerichtskosten auf die Gerichtskasse zu nehmen sind.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlichrechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>