A bteilung V E -2772/2007 {T 0/2} U rte il v o m 1 2 . O k to b e r 2 0 0 7 R ichter Beat W eber (Vorsitz), R ichter H ans Schürch, R ichterin Therese Kojic, G erichtsschreiberin Barbara Balm elli. A._______, Togo, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Asyl und W egw eisung; Verfügung des BFM vom 20. M ärz 2007 / N _______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandE -2772/2007 Sachverhalt: A . Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschw erdeführer Togo zusam - m en m it seiner Lebenspartnerin am 12. Septem ber 2006 und gelangte am 23. O ktober 2006 in die Schw eiz, w o er gleichentags ein Asylge- such stellte. Am 27. O ktober 2006 w urde der Beschw erdeführer im Em pfangszentrum Vallorbe befragt. D er B._______ hörte ihn am 23. N ovem ber 2006 zu den Asylgründen an. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer geltend, 2003 sei er anlässlich einer Studentenkundgebung verhaftet, w ährend einer W oche festgehalten und m isshandelt w orden. Im gleichen Jahr habe er in C ._______ seine Lebenspartnerin kennen gelernt, w elche aus Kam erun stam m e. Seine Partnerin habe bei ihrer Tante gelebt, w elche ihrerseits m it seinem O nkel, einem M ilitärangehörigen, verheiratet sei. Er habe an der U niversität studiert, w ährend seine Lebenspartnerin m it Schm uck ge- handelt und ihn finanziell unterstützt habe. G ew issen M itgliedern sei- ner Fam ilie habe das Konkubinat m issfallen. Im Juni 2006 habe sein O nkel seiner Lebenpartnerin Avancen gem acht und m it ihr ausgehen w ollen, w as diese indes abgelehnt habe. Am 4. August 2006 habe er sich m it seiner Lebenspartnerin in einem öffentlichen Park getroffen. D abei seien sie von drei Personen in M ilitäruniform en kontrolliert und aufgefordert w orden, ihre Ausweispapiere zu zeigen. D a sie keine Identitätspapiere auf sich getragen hätten, seien sie in das D ._______ überführt und dort getrennt w orden. Er habe sich bis auf den Slip entkleiden m üssen und sei dann derart geschlagen w orden, dass er das Bew usstsein verloren habe. Am folgenden Abend sei er freigelassen w orden und nach H ause zurückgekehrt. Er sei überzeugt, dass sein O nkel diese Inhaftierung veranlasst habe, um dadurch die Trennung von seiner Lebenspartnerin zu erreichen. Er habe seine Lebenspartnerin angerufen, w elche ihn daraufhin zur Pflege ins Spital gebracht habe. In der Folge habe er unter starken Kopfschm erzen gelitten, w elche verm utlich auf die spirituelle Verfolgung seines O nkels zurückzuführen seien. Er habe derart Schm erzen gehabt, dass er seine Prüfungen an der U niversität nicht habe absolvieren können. Anfangs Septem ber 2006 seien er und seine Partnerin unter densel- ben U m ständen erneut verhaftet w orden. N ach einem Tag sei er frei- gelassen w orden. D a er sich im m er noch spirituell von seinem O nkel verfolgt gefühlt habe, habe er einen H ellseher aufgesucht. D ieser habe ihm m itgeteilt, er w erde von einem Fam ilienangehörigen verfolgt und sein Leben sei in G efahr, w enn er sich nicht von seiner Partnerin tren- S eite 2E -2772/2007 ne oder sich von seinem O nkel entferne. Vor diesem H intergrund hät- ten sie sich zur Ausreise entschlossen. B . D er B._______ verfügte am 13. Februar 2007 die Ausgrenzung des Beschw erdeführers aus dem H oheitsgebiet der G em einde E._______, da dieser am 21. D ezem ber 2006 und 16. Januar 2007 in der D rogenszene E._______ kontrolliert w orden und dabei im Besitze von fünf Kugeln Kokain gew esen sei. Trotz dieser Ausgrenzungsverfügung w urde der Beschw erdeführer in der Folge w iederholt (23. Januar 2007, 12., 21. und 24. Februar 2007, 7. und 15. M ärz 2007) von der Polizei in der D rogenszene E._______ angehalten und w egen M issachtung der Ausgrenzungsverfügung angezeigt. C . M it Verfügung vom 20. M ärz 2007 - eröffnet am 21. M ärz 2007 - stellte das BFM fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W eg- w eisung und deren Vollzug aus der Schw eiz an. D . M it Beschw erde vom 19. April 2007 ersuchte der Beschw erdeführer um Asylgew ährung, eventualiter Einschluss in die Flüchtlingseigen- schaft seiner Lebenspartnerin. Subeventualiter beantragte er die vor- läufige Aufnahm e in der Schw eiz. In verfahrensrechtlicher H insicht er- suchte er um Zusam m enlegung seines Verfahrens m it dem jenigen sei- ner Lebenspartnerin sow ie um G ew ährung der unentgeltlichen R echts- pflege. E. M it Zw ischenverfügung vom 24. April 2007 hielt der Instruktionsrichter fest, dass das Verfahren des Beschw erdeführers aufgrund des sachli- chen und zeitlichen Kausalzusam m enhangs m it dem jenigen seiner Le- benspartnerin koordiniert w erde. W eiter setzte er dem Beschw erdefüh- rer Frist zur Einreichung einer ergänzenden Stellungnahm e, eines ärztlichen Berichts sow ie der in Aussicht gestellten Fotografien. D en Entscheid über das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege und Verzicht auf einen Kostenvorschuss verw ies er auf einen späteren Zeitpunkt. S eite 3E -2772/2007 F. Am 2. M ai 2007 w urde der Beschw erdeführer im Bahnhof von F._______ von der Polizei angehalten. Bei der anschliessenden Kontrolle w urden vier Behälter m it Kokain-Kugeln in seinem M agen festgestellt. G em äss einer M itteilung der Kantonspolizei E._______, Krim inalabteilung, vom 20. Juni 2007 (dem Bundesverw altungsgericht zugestellt am 17. Juli 2007), befand sich der Beschw erdeführer seit dem 19. Juni 2007 w egen Verstosses gegen das Betäubungsm ittelgesetz vom 3. O ktober 1951 (Betm G , SR 812.121) in E._______ in U ntersuchungshaft. In der Folge w urde der Beschw erdeführer im G efängnis G ._______ inhaftiert. G . M it Zw ischenverfügung vom 26. Juni 2007 hiess der Instruktionsrichter das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss A rt. 65 Abs. 1 Vw VG unter Vorbehalt des N achreichens einer Fürsorge- bestätigung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses. H . D as BFM beantragte in der Vernehm lassung vom 3. Juli 2007 die Ab- w eisung der Beschw erde. M it Zw ischenverfügung vom 11. Juli 2007 stellte der Instruktionsrichter dem Beschw erdeführer die Vernehm las- sung zur Kenntnisnahm e ohne R eplikrecht zu. I. Am 19. Juli 2007 reichte der Beschw erdeführer eine Fürsorgebestäti- gung zu dem Akten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss A rt. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Be- schw erden gegen Verfügungen nach A rt. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach A rt. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in A rt. 33 und 34 VG G genannten Behörden. S eite 4E -2772/2007 D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht ent- scheidet in diesem Bereich endgültig (A rt. 105 AsylG ; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich- tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Be- schw erdeführer ist legitim iert (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss A rt. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu ei- ner bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen An- schauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (A rt. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw ei- sen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrschein- lichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w ider- sprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (A rt. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as BFM lehnte das Asylgesuch ab, da die Vorbringen des Be- schw erdeführers U nstim m igkeiten aufw eisen w ürden, insgesam t aber den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gem äss A rt. 3 AsylG nicht standhielten. S eite 5E -2772/2007 D ie Zw eifel am W ahrheitsgehalt der Vorbringen begründete das BFM m it w idersprüchlichen Angaben des Beschw erdeführers anlässlich der beiden Anhörungen. N am entlich habe der Beschw erdeführer unter- schiedliche Angaben zum Zeitpunkt der zw eiten Verhaftung, den per- sönlichen D rohungen seitens seines O nkels gegenüber ihm sow ie den Spuren auf dem Vorderarm als Folge der M isshandlungen anlässlich der Festnahm e gem acht. Zu A rt. 3 AsylG führte das BFM aus, die geltend gem achte Festnahm e im Jahre 2003 stehe w eder in zeitlicher noch sachlicher H insicht in ei- nem genügend engen Kausalzusam m enhang zur Ausreise im Septem - ber 2006 und sei daher nicht asylerheblich. D ie Ü bergriffe seitens des O nkels - einem M ilitärangehörigen - könnten sodann nicht auf asylbe- achtliche M otive zurückgeführt w erden. Sie w ürden vielm ehr in den vom Beschw erdeführer angeführten privaten Auseinandersetzungen gründen, die zw ischen ihm beziehungsw eise seiner Lebenspartnerin und seinem O nkel bestanden hätten. Eine asylbeachtliche Verfol- gungsm otivation der handelnden Personen beziehungsw eise des Staates könne deshalb ausgeschlossen w erden. U ngeachtet dieser Feststellung w äre es dem Beschw erdeführer und seiner Lebenspart- nerin unbenom m en gew esen, sich allfälligen w eiteren Ü bergriffen durch einen W egzug, beispielsw eise zu den Fam ilienangehörigen des Beschw erdeführers nach Kara im nördlichen Teil Togos zu entziehen. 4.2 In der R echtsm itteleingabe bestreitet der Beschw erdeführer die vom BFM festgestellten U nstim m igkeiten. D ie unterschiedlichen Zeitangaben begründet er m it einem „Lapsus linguae“, bezüglich der D rohungen seitens seines O nkel verw eist er auf ein M issverständnis und zu den Verletzungen hält er fest, er sei nur anlässlich der ersten Verhaftung verletzt w orden. 4.3 Zu diesen Einw änden ist zunächst festzuhalten, dass der Be- schw erdeführer bereits anlässlich der kantonalen Anhörung auf diese U nstim m igkeiten hingew iesen w urde, indes auch dam als nicht in der Lage w ar, die W idersprüche überzeugend zu erklären und zu beseiti- gen. Sodann ist festzustellen, dass die Erklärungsversuche anlässlich der kantonalen Anhörung nicht m it denjenigen in der R echtsm ittelein- gabe übereinstim m en, w o er bezüglich der D rohungen des O nkels an- gibt, keinen W iderspruch feststellen zu können, und die zeitlichen Ab- w eichungen auf seine aktuelle Verw irrtheit zurückführt, und dass die Erklärungen in der Beschw erde im Ü brigen ihrerseits in keiner W eise S eite 6E -2772/2007 substanziiert w orden sind. D es W eitern ist festzustellen, dass der Be- schw erdeführer die in der R echtsm itteleingabe als Bew eism ittel in Aussicht gestellten Fotos der Verletzung des Vorderarm s beziehungsw eise der N arben bis heute nicht nachgereicht hat. Betreffend die Flüchtlingseigenschaft verw eist der Beschw erdeführer in der R echtsm itteleingabe auf die Beschw erdeeingabe seiner Le- benspartnerin und dam it auf deren Asylgründe. D azu führt er aus, er sei direkt von den frauenspezifischen Asylgründen seiner Partnerin be- troffen. Sein O nkel habe ein Interesse, ihn auszuschalten, w obei des- sen Alter und seine Autorität, die er über ihn habe, eine grosse R olle spiele. In seinem H eim atland sei es nicht akzeptabel, dass sich ein N effe gegen den O nkel stelle. Schliesslich sei er durch die spirituelle Verfolgung seines O nkels psychisch angeschlagen. D azu ist festzuhal- ten, dass das Asylgesuch der Lebenspartnerin des Beschw erdeführers sow eit die Frage der Flüchtlingseigenschaft, des Asyls und der verfüg- ten W egw eisung betreffend m angels Anfechtung bereits Ende April 2007 in R echtskraft erw achsen ist. Sow eit die Lebenspartnerin des Be- schw erdeführers betreffend die Frage des Vollzugs der W egw eisung Beschw erde beim Bundesverw altungsgericht eingereicht hat, ist fest- zuhalten, dass diese m it heutigem U rteil des G erichts abgew iesen w ird. D er Beschw erdeführer verm ag insow eit aus den Asylvorbringen seiner Partnerin nichts zu seinen G unsten abzuleiten. D er geforderte Einbezug in deren Flüchtlingseigenschaft fällt daher ausser Betracht. Sodann sind die Ausführungen des Beschw erdeführers in der R echts- m itteleingabe nicht geeignet, die zutreffende Feststellung des BFM zu entkräften. D ie vom Beschw erdeführer geltend gem achten Benachteili- gungen erfolgten offensichtlich nicht aus einem G rund nach A rt. 3 AsylG und ging nicht von Seiten des H eim atstaates des Beschw erde- führers aus, sondern erfolgten auf die private Initiative seines beim M i- litär arbeitenden O nkels hin. U m W iederholungen zu verm eiden, kann insow eit vollum fänglich auf die zutreffenden Erw ägungen in der ange- fochtenen Verfügung verw iesen w erden. Ferner ist festzustellen, dass der Beschw erdeführer das in Aussicht gestellte ärztliche Zeugnis, das die angeblich durch den O nkel verursachte psychische E rkrankung be- legen soll, bis heute nicht nachgereicht hat. 4.4 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausführungen in der R echtsm ittelschrift einzugehen, w eil die- se am Ergebnis nichts ändern können. Zusam m enfassend ist festzu- S eite 7E -2772/2007 stellen, dass der Beschw erdeführer keine Verfolgung im Sinne von A rt. 3 AsylG glaubhaft m achen und nicht als Flüchtling anerkannt w erden kann. M angels erfüllter Flüchtlingseigenschaft ist ihm zu R echt das nachgesuchte Asyl nicht gew ährt w orden. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw ei- sung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ; A rt. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtun- gen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann ins- besondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine kon- krete G efährdung darstellt (A rt. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach A rt. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (A rt. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss A rt. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), A rt. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu A rt. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.3 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeili- che Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf E rteilung einer S eite 8E -2772/2007 solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ). 5.4 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in A rt. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers nach Togo ist dem nach unter dem Aspekt von A rt. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdefüh- rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei- ner Ausschaffung nach Togo dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach A rt. 3 EM R K oder A rt. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be- handlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G e- richtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folteraus- schusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in Entscheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 2001 N r. 16 S. 122, m .w .H .). D ie allge- m eine M enschenrechtssituation in Togo lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. In Anbetracht der Bestätigung des W egw eisungsvollzugs auch für die Le- benspartnerin ist einer Anw endung von A rt. 8 EM R K von vornherein die G rundlage entzogen. D er Vollzug der W egw eisung ist som it sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.5 5.5.1 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung verzich- tet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann ange- sichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem ei- ner G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, S eite 9E -2772/2007 w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, an- genom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.5.2 Zur allgem einen Lage in Togo ist festzuhalten, dass trotz der U n- ruhen, die seit der W ahlkam pagne und insbesondere nach der Be- kanntgabe der R esultate der Präsidentschaftswahlen am 24. April 2005 ergangen sind, das Land sich nicht in einer Situation des K riegs, Bürgerkriegs oder in einer Situation allgem einer G ew alt befindet. So- dann zeigte die R egierung eine gew isse Bereitschaft zur Versöhnung, indem sie die Vertriebenen zur R ückkehr aufgerufen und am 25. M ai 2005 eine nationale, unabhängige U ntersuchungskom m ission ge- schaffen hat, die m it der Aufarbeitung der G ew alt- und Vandalenakte im April 2005 beauftragt ist. Sie hat den Zw eck, die erlittenen Schädi- gungen festzustellen und eine gerichtliche Verfolgung der m utm assli- chen Verantw ortlichen sow ie deren G ehilfen zu veranlassen. Fast alle geflüchteten Personen sind bis Ende des Jahres 2005 nach H ause zu- rückgekehrt. W eiter hat sich die Situation in Togo zusehends stabili- siert. N am entlich unterzeichneten im August 2006 die R egierung und sechs politische Parteien ein Ü bereinkom m en zur Bildung einer Ü ber- gangsregierung, w elche auch O ppositionsparteien zulassen sollte. D ie für den 24. Juni 2007 vorgesehenen Parlam entsw ahlen w urden zu- nächst auf den 5. Juli 2007 verschoben, anfangs Juli 2007 dann, ohne N ennung eines D atum s, aus technischen G ründen erneut verschoben. G em äss dem Vorsitzenden der U nabhängigen W ahlkom m ission w urde jedoch m it der Erstellung des W ählerverzeichnisses begonnen und soll die Ausgabe der W ählerausw eise im August beendet sein. D as M andat des jetzigen Parlam ents endet jedenfalls im O ktober 2007. Vor diesem H intergrund kann die allgem eine Lage in Togo nicht als dergestalt be- zeichnet w erden, als sie einer G efährdung im Sinne von A rt. 14a Abs. 4 AN AG gleichkäm e. 5.5.3 Bezüglich der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs beruft sich der Beschw erdeführer in der R echtsm itteleingabe auf die H IV-In- fektion seiner Lebenpartnerin. M it heutigen U rteil hat das Bundesver- w altungsgericht festgestellt, dass der Vollzug der W egw eisung der Le- benspartnerin des Beschw erdeführers trotz deren Erkrankung (AID S, Stadium A3) zusam m en m it dem Beschw erdeführer nach Togo zum ut- bar sei. D er Beschw erdeführer verm ag som it aus dem entsprechenden H inw eis in der R echtsm itteleingabe nichts zu seinen G unsten abzulei- ten. S eite 10E -2772/2007 Auch w eitergehend sind den Akten keine Anhaltspunkte für individuelle U nzum utbarkeitsindizien zu entnehm en. D ie aktenkundige Verstauchung (eventuell B ruch) des linken Fussknöchels im Em p- fangszentrum spricht jedenfalls nicht gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs; solches hat der Beschw erdeführer in seinen bisherigen Eingaben auch nicht geltend gem acht. D er heute 22-jährige und - sow eit den Akten zu entnehm en ist - gesunde Beschw erdeführer hat bis zu seiner Ausreise in seinem H eim atstaat gelebt, dort studiert und zw ischenzeitlich auch gearbeitet. Es steht dem Beschw erdeführer frei, sein Studium fortzusetzen oder sich um eine Arbeit zu bem ühen. Sodann leben gem äss den eigenen Angaben des Beschw erdeführers seine Eltern und G eschw ister sow ie zahlreiche w eitere Verw andte in H ._______ oder C ._______. Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer über ein soziales Beziehungsnetz verfügt, w elches ihm eine R eintegration erleichtern kann. Blosse soziale und w irtschaftliche Schw ierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgem einen betroffen ist, genügen jedenfalls nach der R echtsprechung der AR K, w elche auch für das Bundesverw altungsgericht G ültigkeit hat, nicht, um eine G efahr im Sinne von A rt. 14a Abs. 4 AN AG darzustellen (vgl. EM AR K 1994 N r. 19 E. 6b S. 148 f.). Schliesslich steht es dem Beschw erdeführer frei und ist ihm zuzum uten, sich an einem anderen als seinem bisherigen W ohnort niederzulassen. 5.5.4 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob vorliegend aufgrund des U m stands, dass sich der Beschw erdefüh- rer w iederholt im D rogenm ilieu aufgehalten und Anzeigen w egen Ver- stosses gegen das Betm G und das AN AG erw irkt hat, allenfalls der Ausschlussgrund von A rt. 14a Abs. 6 AN AG zur Anw endung gelangt w äre. 5.6 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zu- ständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr not- w endigen R eisedokum ente zu beschaffen (A rt. 8 Abs. 4 AsylG ), w es- halb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 5.7 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zu- m utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anord- S eite 11E -2772/2007 nung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (A rt. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü- gung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (A rt. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen. 7. M it Zw ischenverfügung vom 3. Juli 2007 hat der Instruktionsrichter das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege unter Vorbehalt der inzw ischen nachgereichten Fürsorgebestätigung gutge- heissen, w eshalb dem Beschw erdeführer keine Verfahrenskosten auf- zuerlegen sind. (D ispositiv nächste Seite) S eite 12E -2772/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Ausreisefrist des Beschw erdeführers ist m it derjenigen seiner Le- benspartnerin I._______ (N _______) zu koordinieren. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. D ieses U rteil geht an: - Beschw erdeführer (zu eröffnen durch die Verw altung des G e- fängnisses G ._______) - BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Ak- ten (R ef.-N r. N _______) - B._______ - G efängnis G ._______ (Kopie; W ir bitten Sie, das beiliegende U rteil dem Beschw erdeführer gegen U nterzeichnung der bei- liegenden Em pfangsbestätigung auszuhändigen; Beilagen : O ri- ginalurteil, Em pfangsbestätigung) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Beat W eber Barbara Balm elli Versand: S eite 13E -2772/2007 EM PFA N G SB ESTÄ TIG U N G A._______, Togo, H ierm it bestätige ich, folgendes D okum ent erhalten zu haben: U rteil des B undesverw altungsgerichts vom 12. O ktober 2007 O rt: D atum : U nterschrift: D iese Em pfangsbestätigung ist nach der U nterzeichnung dem Bun- desverw altungsgericht, Postfach, 3000 Bern 14, zu retournieren. S eite 14