A bteilung IV D -1633/2007 {T 0/2} U rteil vom 21. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter W alter Lang, Fulvio H aefeli, R obert G alliker G erichtsschreiberin C orinne Krüger A ._______, geboren _______, dessen Ehefrau B._______, geboren _______, und deren Kinder C ._______, geboren _______ und D ._______, geboren _______, Serbien, w ohnhaft _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 27. Februar 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw ei- sung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. a) D ie Beschw erdeführer, m uslim ische Albaner aus X._______ (Kosovo), verliessen ihren H eim atstaat nach eigenen Angaben am 14. Januar 2007 und reisten in einem LKW durch ihnen unbekannte Länder unter U m gehung der G renzkontrolle am 17. Januar 2007 in die Schw eiz ein. Am gleichen Tag ersuchten sie im Em pfangs- und Verfahrenszentrum E._______ um Asyl. D ort w urden sie am 23. Januar 2007 zu ihren Personalien, zu ihren Ausreisegründen und zu ihrem R eisew eg befragt. Am 15. Februar 2007 führte das BFM m it den Beschw erdeführern zu ihren Asylgründen eine D irektanhörung nach Art. 29 Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31] durch. Im Em pfangs- und Verfahrenszentrum E._______ legten die Beschw erdeführer Kopien ihrer R eisepässe, Identitätskarten und G eburtsscheine ihrer Kinder sow ie den Führerschein des Beschw erdeführers (ausgestellt am 7. April 2006, N r. _______) vor und erklärten, die O riginale ihrer R eisepässe und Identitätskarten seien w ährend des Krieges in ihrem H aus verbrannt bzw . seien verloren gegangen. b) Zur Begründung ihrer Asylgesuche m achten die Beschw erdeführer geltend, w äh- rend des Krieges im Jahr 1999 hätten die Serben den Beschw erdeführer verw un- det, die Beschw erdeführerin vergew altigt und einen O nkel des Beschw erdeführers erschossen. Ihr H aus im D orf Y._______ (G em einde Z._______) sei niedergebrannt. D anach seien sie in die Stadt X._______ gezogen, w o sie in verschiedenen M ietw ohnungen gelebt hätten. Es sei für sie ein grosses Problem , nicht m ehr in ihr D orf zurückkehren zu könnten. In X._______ habe der Beschw erdeführer G elegenheitsjobs ausgeübt. Im Jahr 2004 habe er eine Stelle als Sicherheitskraft bei der Sicherheitsfirm a "_______" gefunden. In der letzten Zeit sei er als Angestellter dieser Firm a beauftragt w orden, serbische D örfer zu bew achen, die bei den U nruhen im M ärz 2004 in Brand gesteckt w orden seien. N ach kurzer Zeit sei er desw egen von m ehreren Albanern bedroht w orden. Seit Anfang Juni 2006 habe er anonym e Telefonanrufe erhalten, die ihn schliesslich dazu gezw ungen hätten, im August 2006 seine Stelle aufzugeben. D a er keine andere Arbeitsstelle gefunden habe, sei er ohne jegliche finanzielle M ittel gew esen, w eshalb er den H eim atstaat verlassen und m it seiner Fam ilie in die Schw eiz gekom m en sei. B. M it Verfügung vom 27. Februar 2007 - eröffnet am gleichen Tag - trat das BFM in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf die Asylgesuche vom 17. Januar 2007 nicht ein und ordnete die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug an. Zur Begründung des N ichteintretens auf die Asylgesuche hielt es zusam m en- fassend fest, die Beschw erdeführer hätten den Asylbehörden zum N achw eis der Identität Kopien ihrer G eburtsscheine, R eisepässe und Identitätskarten einge- reicht, w obei es sich jedoch nicht um R eise- oder Identitätspapiere im Sinne von Art. 1 Bst. b und c der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfra- gen (AsylV 1, SR 142.311) handle. N am entlich könne aufgrund der Beschaffenheit 3 der eingereichten D okum ente die Echtheit - und som it auch die Identität der Be- schw erdeführer - nicht zw eifelsfrei festgestellt w erden. Ausserdem lägen keine entschuldbaren G ründe vor, die es den Beschw erdeführern verunm öglichten, R ei- se- oder Identitätspapiere einzureichen, sie erfüllten zudem die Flüchtlingseigen- schaft gem äss Art. 3 und 7 AsylG nicht, und zusätzliche Abklärungen zur Feststel- lung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses sei- en in ihrem Fall aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich. C . M it Eingabe vom 2. M ärz 2007 (Poststem pel) erhoben die Beschw erdeführer ge- gen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde und beantrag- ten, die Verfügung des Bundesam tes für M igration vom 27. Februar 2007 sei auf- zuheben, die Vorinstanz sei anzuw eisen, auf ihr Asylgesuch einzutreten, ihre Flüchtlingseigenschaft pflichtgem äss zu prüfen und eine neue Verfügung zu erlas- sen. In verfahrensrechtlicher H insicht beantragten sie zudem , im Sinne einer vor- sorglichen M assnahm e seien die Vollzugsbehörden anzuw eisen, die Kontaktauf- nahm e m it ihrem H eim at- oder H erkunftsstaates sow ie jede W eitergabe von D aten an denselben bis zum Endentscheid über die Beschw erde zu unterlassen, vor ei- ner allfälligen Ablehnung der Beschw erde sei die Vorinstanz anzuw eisen, eine eventuell bereits erfolgte D atenw eitergabe an ihren H eim atstaat offenzulegen und ihnen dazu das rechtliche G ehör im H inblick auf subjektive (recte: objektive) N ach- fluchtgründe zu gew ähren. Im W eiteren beantragten sie, es sei ihnen die unent- geltliche R echtspflege zu bew illigen und insbesondere von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen. D . M it Zw ischenverfügung vom 13. M ärz 2007 bestätigte der zuständige Instruktions- richter des Bundesverw altungsgerichts das den Beschw erdeführern von G esetzes w egen zustehende R echt auf Aufenthalt in der Schw eiz bis zum Abschluss des Verfahrens. G leichzeitig w ies er den Antrag, die Vollzugsbehörden seien anzuw ei- sen, die Kontaktaufnahm e m it ihrem H eim at- oder H erkunftsstaat sow ie jede W ei- tergabe von D aten an denselben bis zum Endentscheid über die Beschw erde zu unterlassen, ab, und w ies das BFM an, den Beschw erdeführern eventuell der zu- ständigen ausländischen Behörde bereits w eiter gegebene Personendaten offen zu legen. Im W eiteren stellte er fest, dass über das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) zu einem späteren Zeitpunkt befunden w erde und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. D ie Akten w urden der Vorinstanz zur Vernehm lassung überw iesen. E. In seiner Vernehm lassung vom 15. M ärz 2007 hielt das BFM fest, die Beschw erde- schrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Bew eism ittel, w elche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könnten und beantragte folglich die Abw eisung der Beschw erde. Am 20. M ärz 2007 w urde den Beschw erdeführern eine Kopie der Vernehm lassung des BFM zur Kenntnisnahm e zugestellt.4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw al- tungsgericht (Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundes- verw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM , w elche gestützt auf das AsylG erlassen w urden; das Bundesverw altungsgericht entschei- det in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundes- gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich M issbrauch und Ü berschreitung des Erm essens, die unrichtige oder unvollständige Feststel- lung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w er- den (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. 2.1 D ie vorliegend zu beurteilende Beschw erde richtet sich gegen eine Verfügung, laut deren D ispositiv das BFM auf die Asylgesuche der Beschw erdeführer nicht einge- treten ist (Ziffer 1 des Verfügungsdispositivs). D ie Verfügung bildet als Anfech- tungsgegenstand in der Bundesverw altungsrechtspflege den äusseren R ahm en, innerhalb w elchem die Parteien der R echtsm ittelinstanz ein R echtsverhältnis zur Beurteilung unterbreiten können. D er durch die Parteibegehren definierte Streitge- genstand darf nicht über den Anfechtungsgegenstand hinaus reichen. G egenstand des Beschw erdeverfahrens kann grundsätzlich nur sein, w as G egenstand des erstinstanzlichen Verfahrens w ar oder nach richtiger G esetzesauslegung hätte sein sollen (vgl. C H R ISTO PH AU ER , Streitgegenstand und R ügeprinzip im Spannungs- feld der verw altungsrechtlichen Prozessm axim en, Bern 1997, S. 63; ALFR ED KÖ LZ/ISABELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bun- des, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149). W erden N ichteintretensentscheide, m it denen es das BFM der Form nach ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG ), m it Beschw erde angefochten, so ist dem ent- sprechend einzig zu beurteilen, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist. D ie Beurteilungskom petenz der Beschw erdeinstanz ist m it anderen W orten darauf beschränkt, im Fall der Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuw eisen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw ei- zerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K ] 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.). M it dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen N ichteintretensgrund von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG hat der G esetzgeber indes ein Sum m arverfahren geschaffen, in w elchem über das Bestehen bzw . N ichtbestehen der Flüchtlingsei- genschaft abschliessend m ateriell zu entscheiden ist, sow eit dies im R ahm en einer sum m arischen Prüfung m öglich ist (vgl. zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E 5 D -688/2007 vom 11. Juli 2007 insb. E. 5.6.5). D em entsprechend ist im Beschw er- deverfahren auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand (vgl. BVG E a.a.O . E. 2.1). N icht beschränkt ist die Beurteilungszuständigkeit des Bundesver- w altungsgerichts zudem in der Frage der W egw eisung und deren Vollzugs, w eil das BFM sich diesbezüglich gem äss Art. 44 AsylG in Verbindung m it Art. 14a des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Aus- länder (AN AG , SR 142.20) m ateriell zur Sache zu äussern hat. 2.2 D ie Beschw erdeführer haben am Verfahren vor dem Bundesam t teilgenom m en, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutz- w ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung. D am it sind sie zur Einreichung der Beschw erde legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). 2.3 D ie Beschw erde w urde innert der gesetzlichen Frist von 5 Arbeitstagen in gültiger Form eingereicht (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 52 Vw VG ). D em - zufolge ist auf diese einzutreten. 3. G em äss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG w ird auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, w enn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einrei- chung des G esuches "R eise- oder Identitätspapiere" abgeben. Keine Anw endung findet diese Bestim m ung, w enn Asylsuchende entschuldbare G ründe für ein U n- verm ögen, innerhalb von 48 Stunden nach G esuchseinreichung "R eise- oder Iden- titätspapieren" abzugeben, glaubhaft m achen können (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ), w enn auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht- lingseigenschaft festgestellt w ird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ) oder w enn sich auf G rund der Anhörung die N otw endigkeit zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG ). Vor Erlass einer N ichteintretensverfügung nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG hat eine Anhörung nach den Artikeln 29 und 30 AsylG stattzufinden (vgl. Art. 36 Abs. 1 AsylG ). 3.1 D er Begriff "R eise- oder Identitätspapiere", w ie er in der revidierten Bestim m ung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG verw endet w ird, ist m it R ücksicht auf die Zielset- zung der auf den 1. Januar 2007 in Kraft getretenen G esetzesänderung in einem engen Sinne zu verstehen. Es fallen darunter diejenigen D okum ente, w elche so- w ohl eine zw eifelsfreie Identifizierung als auch die R ückschaffung ohne (grossen) adm inistrativen Aufw and erm öglichen. D iesen beiden Anforderungen genügen in der Praxis regelm ässig R eisepässe und Identitätskarten. Allgem ein sollen von der neuen Form ulierung insbesondere jene Ausw eise erfasst w erden, die prim är zum Zw eck des Identitätsnachw eises durch die heim atliche Behörde ausgestellt w orden sind, zum al nur dann die Ü berprüfung der Identität vor der zu erfolgenden Ausstel- lung sichergestellt ist. N ach diesem - engen - Verständnis m üssen dem nach Identi- tätspapiere vorliegen, die jem anden als bestim m te Person ausw eisen beziehungs- w eise die Identität nachw eisen. Es genügt dem gegenüber nicht, dass ein Schrift- stück jem anden als einen in einer bestim m ten Angelegenheit Berechtigten aus- w eist, w eil in solchen Fällen die Identität nicht Inhalt des N achw eises ist und dem - nach auch nicht zw eifelsfrei feststeht. U nter diesen Voraussetzungen können ne- ben den klassischen Identitätskarten auch andere Ausw eise taugliche Identitätspa-6 piere darstellen, w ie zum Beispiel ein Inlandpass. Andere Ausw eise, die zw ar H in- w eise auf die Identität geben, jedoch in erster Linie einem anderen Zw eck dienen, w ie die Bestätigung nam entlich der Fahrfähigkeit, der Berufsfähigkeit, einer G eburt zu einem bestim m ten Zeitpunkt an einem bestim m ten O rt, des Schulbesuches oder -abschlusses, stellen dagegen keine Identitätspapiere im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG dar (vgl. zum G anzen zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E D -2279/2007 vom 11. Juli 2007 E. 4-6). 3.2 D er unveränderte Begriff der "entschuldbaren G ründe" im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ist im Sinne der Praxis zum bisherigen R echt zu verstehen (vgl. zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 3.2, EM AR K 1999 N r. 16 E. 5c.aa S. 109 f.). 3.3 N icht nur in Bezug auf die Q ualität der abzugebenden Identitätspapiere, sondern auch hinsichtlich der Bew eism assanforderungen und des zulässigen Prüfungsum - fangs w urde m it der N euform ulierung des N ichteintretensgrundes der Papierlosig- keit eine Verschärfung beabsichtigt. D er G esetzgeber hat m it der Bestim m ung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG ein Sum m arverfahren geschaffen, in w el- chem über das Bestehen beziehungsw eise das N ichtbestehen der Flüchtlingsei- genschaft abschliessend m ateriell befunden w ird, sow eit dies im R ahm en einer sum m arischen Prüfung m öglich ist. Einzutreten ist auf das Asylgesuch dann, w enn bereits auf G rund einer sum m arischen Prüfung festgestellt w erden kann, dass die asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne der D efinition von Art. 3 AsylG offensichtlich erfüllt (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ). D em gegenüber ist auf das Asylgesuch nicht einzutreten, w enn bereits auf G rund einer sum m arischen Prüfung festgestellt w erden kann, dass die asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfüllt. D ie O ffensichtlichkeit der fehlenden Flüchtlingseigen- schaft kann sich dabei aus der U nglaubhaftigkeit der Vorbringen, genauso aber auch aus der fehlenden Asylrelevanz ergeben. Kann auf G rund einer sum m ari- schen Prüfung nicht abschliessend festgestellt w erden, ob die asylsuchende Per- son offensichtlich Flüchtling ist oder offensichtlich nicht Flüchtling ist, ist auf das Asylgesuch zw ecks w eiterer im ordentlichen Verfahren vorzunehm ender Abklärun- gen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft einzutreten (vgl. zum G anzen zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 3-5). 4. 4.1 D ie Beschw erdeführer legten im Em pfangs- und Verfahrenszentrum zum N achw eis ihrer Identität Kopien ihrer R eisepässe und Identitätskarten, der G eburtsurkunden ihrer Kinder sow ie den Führerschein des Beschw erdeführers (N r. _______, ausgestellt am 7. April 2006) im O riginal vor. W ie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, handelt es sich bei den einge- reichten Kopien nicht um R eise- oder Identitätspapiere im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG bzw . Art. 1 Bst. b und c AsylV 1, da die Echtheit der D okum ente - und som it auch die Identität der Beschw erdeführer - dam it nicht zw eifelsfrei festgestellt w erden kann. Auch der eingereichte Führerschein gilt nicht als R eise- oder Identitätspapier, da dieser von der heim atlichen Behörde nicht zum Zw eck des Identitätsnachw eises ausgestellt w orden ist. D am it haben die Beschw erdeführer 7 den Behörden innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung ihres Asylgesuches keine "R eise- oder Identitätspapiere" abgegeben. Auf die Frage nach dem Verblieb der O riginale ihrer R eisepässe und Identitätskar- ten erklärten die Beschw erdeführer, diese seien w ährend des Krieges in ihrem H aus verbrannt (vgl. A1/8, S. 3; A2/8, S. 3; A8/13, S. 5; A9/11, S. 3). D er Be- schw erdeführer sagte ausserdem , die Identitätskarte der U N M IK, die er sich nach dem Krieg habe ausstellen lassen, sei verloren gegangen (vgl. A1/8, S. 3; A8/13, S. 5). Bezüglich der U N M IK-Identitätskarte seiner Ehefrau gab der Beschw erde- führer an, sie habe diese zuhause vergessen (A8/13, S. 6). Sie erklärte jedoch, nicht m ehr zu w issen, ob sie die Identitätskarte irgendw o vergessen oder verloren habe. Als sie vor der Ausreise alle m öglichen Papiere habe sam m eln und m itneh- m en w ollen, sei die Identitätskarte nicht m ehr auffindbar gew esen (A9/11, S. 4). Ü bereinstim m end m it dem BFM ist festzustellen, dass es sich bei diesen Erklärungen der Beschw erdeführer um stereotype, unsubstanziierte und zum Teil w idersprüchliche Angaben handelt. N icht plausibel erscheint insbesondere die D arstellung des Beschw erdeführers, w onach es sich bei den vorgelegten Kopien der Pässe und Identitätskarten um Fotokopien handle, w elche sie von den "Archiven" genom m en hätten (A8/13, S 5). Vielm ehr drängt sich der Verdacht auf, dass die Beschw erdeführer Fotokopien ihrer R eisepässe und Identitätskarten vorgelegt haben, sie nach w ie vor im Besitze der O riginaldokum ente sind, diese aber in Verletzung ihrer gesetzlichen M itw irkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG ) den schw eizerischen Behörden nicht aushändigen. D a auch in der Beschw erde keine nachvollziehbaren G ründe für das N ichteinreichen von O riginaldokum enten genannt w erden, gelingt es den Beschw erdeführern nicht, glaubhaft zu m achen, dass sie aus entschuldbaren G ründen keine R eise- oder Identitätspapiere abgegeben haben. 4.2 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die Beschw erdeführer einerseits die Flücht- lingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG offensichtlich nicht erfüllen und ebenso offensichtlich - w ie sich auch noch aus den nachfolgenden Erw ägungen zum Voll- zug der W egw eisung ergibt - keine W egw eisungsvollzugshindernisse bestehen. W ie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, sind infolge der bestehenden Schutzw illigkeit und Schutzfähigkeit der Sicherheitsbehörden im Kosovo bzw . m angels Kausalität m it der erst sechs Jahre nach Kriegsende erfolgten Ausreise w eder die Vorbringen der Beschw erdeführer bezüglich der erhaltenen D rohanrufe noch die Erlebnisse w ährend des Krieges asylrechtlich von Bedeutung. Für die Begründung kann zur Verm eidung von W iederholungen auf die zutreffenden Erw ägungen des BFM in der angefochtenen Verfügung verw iesen und - da in der Beschw erde auf die vorinstanzlichen Ausführungen m it keinem W ort eingegangen w ird - auf w eitere Erörterungen verzichtet w erden. D as BFM hat dem nach zu R echt festgestellt, die Beschw erdeführer w ürden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen. G leichzeitig w eist in den Erw ägungen des BFM nichts darauf hin, dass das N ichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft und das Fehlen von W egw eisungsvollzugshindernissen nicht offensichtlich gew esen w ären, m it der Konsequenz, dass das BFM in dieser H insicht eine nicht bloss sum m arische m aterielle Prüfung hätte vornehm en oder einen zu grossen Begründungsaufw and hätte betreiben m üssen. Ebenso w enig bestehen Anzeichen dafür, dass das BFM zusätzliche sachliche oder rechtliche Abklärungen hätte treffen m üssen, um zur 8 Erkenntnis zu gelangen, dass die Beschw erdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen und keine W egw eisungsvollzugshindernisse bestehen. Auch in ihrer R echtsm itteleingabe vom 2. M ärz 2007 m achen die Beschw erdeführer nichts geltend, w as an dieser Einschätzung etw as ändern könnte. 4.3 Zusam m enfassend kann sodann festgehalten w erden, dass im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für ein N ichteintreten auf das Asylgesuch in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG gegeben w aren. D as BFM ist dem nach zu R echt auf die Asylgesuche der Beschw erdeführer nicht eingetreten. 5. 5.1 Tritt das BFM auf das Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw ei- sung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). 5.2 Vorliegend hat der Kanton keine Aufenthaltsbew illigung erteilt (Art. 32 Bst. a AsylV 1). D ie Beschw erdeführer können sich auch nicht auf einen dahingehenden Anspruch berufen (vgl. EM AR K 2001 N r. 21). Ihre W egw eisung aus der Schw eiz steht som it im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen. 6. 6.1 Es bleibt zu prüfen, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entge- genstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Voll- zugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen über die vorläufige Auf- nahm e nach AN AG zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ). 6.2 D er Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführer ins H eim atland ist unter Be- rücksichtigung der völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schw eiz (Art. 3 der Kon- vention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfrei- heiten [Europäische M enschenrechtskonvention, EM R K, SR 0.101], Art. 33 Abs. 1 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge [Flücht- lingskonvention, FK, SR 0.142.30]) und der Bestim m ungen von Art. 5 Abs. 1 AsylG sow ie Art. 25 Abs. 2 und 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenos- senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) zulässig, w eil offensichtlich keine M en- schenrechtsverletzungen drohen und ebenso offensichtlich die Flüchtlingseigen- schaft nicht besteht. Aufgrund der Ausführungen der Beschw erdeführer ist ins- besondere das Bestehen einer tatsächlichen G efahr, auf die Beschw erdeführer könnte in Art. 3 EM R K zuw iderlaufender W eise psychischer oder physischer Zw ang ausgeübt w erden, zu verneinen. Alleine aus der allgem einen M enschenrechtssituation in Serbien lässt sich kein reales R isiko von Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung herleiten. 6.3 U nter Berücksichtigung der allgem einen Sicherheitslage in Serbien sind keine An- haltspunkte dafür ersichtlich, dass die Beschw erdeführer bei einer R ückkehr in ihr H erkunftsland einer konkreten G efährdung ausgesetzt w äre. Angesichts der dort aktuell herrschenden Situation kann ein W egw eisungsvollzug nach Serbien als ge- nerell zum utbar erachtet w erden. Ferner sind auch keine individuellen G ründe ersichtlich, die die R ückkehr der Be- schw erdeführer nach Serbien als unzum utbar erscheinen lassen w ürden. In den Akten deutet nichts darauf hin, dass die Beschw erdeführer aus G ründen w irt-9 schaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher N atur in eine existenzbedrohende Situation geraten w ürden. G em äss eigenen Aussagen w ar die Beschw erdeführerin aufgrund der w ährend des Krieges erlittenen Vergew altigung in X._______ in ärztlicher Behandlung (A9/11, S. 8), w elche sie nach einer R ückkehr dorthin problem los w ieder aufnehm en kann. D er Beschw erdeführer w ie auch seine Ehefrau haben beide eine abgeschlossene Ausbildung, der Beschw erdeführer zudem m ehrjährige Berufserfahrung in einer Sicherheitsfirm a (vgl. A1/8, S. 2; A2/8, S. 2). Aus diesen G ründen ist davon auszugehen, sie w ürden alle Voraussetzungen m itbringen, um in ihrer H eim at w ieder Fuss zu fassen und aus eigenen Kräften ein Auskom m en zu finden. Ergänzend ist darauf hinzuw eisen, dass allein w irtschaftliche Schw ierigkeiten, von w elchen die ansässige Bevölkerung regelm ässig betroffen ist, w ie beispielsw eise W ohnungsnot oder ein schw ieriger Arbeitsm arkt, keine konkrete G efährdung zu begründen verm ag (vgl. EM AR K 2003 N r. 24 E. 5e S. 159). Ausserdem leben im Südteil von X._______, w o die Beschw erdeführer seit 1999 gew ohnt haben, die Eltern und m ehrere G eschw ister der beiden (A1/8, S. 2; A2/8, S. 2). D urch diese verfügen die Beschw erdeführer in ihrer H eim at über ein fam iliäres Beziehungsnetz, w elches ihnen eine R ückkehr dorthin w esentlich erleichtern w ird. Schliesslich leben ein Bruder und eine Schw ester der Beschw erdeführerin in D eutschland. D iese können ihnen bei Bedarf in finanzieller H insicht U nterstützung bieten (vgl. A2/8, S. 2). N ach dem G esagten ist der Vollzug der gegenüber den Beschw erdeführern verfügten W egw eisung som it auch individuell als zum utbar zu bezeichnen. 6.4 Schliesslich obliegt es den Beschw erdeführern, sich bei der zuständigen Vertre- tung ihres H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), so dass sich der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich erw eist. 6.5 Zusam m enfassend ergibt sich, dass das BFM den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet hat. D ie Anordnung der vorläufigen Aufnahm e fällt dem nach ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1-4 AN AG ). 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 8. D ie Beschw erdeführer haben um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege ersucht. G em äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird die Partei, die nicht über die erforderlichen M ittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Vorliegend ist davon auszugehen, dass die Beschw erdeführer m ittellos sind. D ie Beschw erde kann zudem rückblickend nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet w erden. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege ist dem nach gutzuheissen und es sind den Beschw erdeführern keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege w ird gutgeheissen. 3. D en Beschw erdeführern w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführer (eingeschrieben, Beilage: vorinstanzliche Verfügung in O riginal) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, zu den Akten (R ef.-N r. N _______) - _______ D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: W alter Lang C orinne Krüger Versand am : 11 Einschreiben Fam ilie