A bteilung III C -1272/2006 {T 0/2} U rteil vom 7. A ugust 2007 M itw irkung: R ichterin Beutler; R ichter Vaudan; R ichterin Avenati-C arpani; G erichtsschreiber Segessenm ann. F._______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für Justiz (B J), Bundesrain 20, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Fürsorgeleistungen an A uslandschw eizer. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer, geboren am 11. Septem ber 1942, ist Bürger von W idnau/SG . Er ist Paraplegiker und lebt m it seiner zw eiten Ehefrau, einer schw eizerisch-südafrikanischen D oppelbürgerin, in Südafrika. B. Seit dem Jahre 1994 erhielt der Beschw erdeführer regelm ässig U nterstüt- zungsleistungen nach dem Bundesgesetz vom 21. M ärz 1973 über Fürsor- geleistungen an Auslandschw eizer (ASFG , SR 852.1). C . M it Verfügung vom 26. Juli 2006 w ies die Vorinstanz das G esuch des Be- schw erdeführers vom 16. Juni 2006 um Ausrichtung einer m onatlichen U n- terstützung nach dem ASFG ab und stellte die bisherigen Fürsorgeleistun- gen bis auf w eiteres ein. Eine Ü berprüfung des D ossiers habe ergeben, dass das Budget des Beschw erdeführers w egen veränderter Verhältnisse neu zu berechnen sei. D as neue Budget zeige einen Einnahm enüber- schuss. D ie Veränderungen w ürden sich vor allem aus der Tatsache erge- ben, dass der Beschw erdeführer eine höhere R ente der Invalidenversiche- rung (IV) erhalte, über ein höheres Einkom m en verfüge, die Tochter seiner Ehegattin nicht m ehr in seinem H aushalt lebe und die Ehegattin, deren schw eizerische Staatsangehörigkeit nicht vorherrschend sei, keinen An- spruch auf Sozialhilfe habe. D . G egen diese Verfügung erhob der Beschw erdeführer m it an die Vorinstanz adressierter Eingabe Beschw erde. D iese ging am 31. August 2006 beim dam als zuständigen Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) ein. In seiner R echtsm itteleingabe beantragt er sinngem äss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Ausrichtung von Für- sorgeleistungen nach dem ASFG . E. Am 19. O ktober 2006 nahm die Vorinstanz im R ahm en des Schriftenw ech- sels eine N euberechnung des Sozialhilfebudgets des Beschw erdeführers vor. Sie hält jedoch an ihrer Verfügung fest und beantragt die Abw eisung der Beschw erde. F. D ie Frist zur Einreichung einer R eplik liess der Beschw erdeführer unge- nutzt verstreichen. G . Auf Anfrage des Bundesverw altungsgerichts vom 25. Januar 2007 hin er- gänzte der Beschw erdeführer seine Vorbringen und erklärte, an der Be- schw erde festhalten zu w ollen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VG G genannten Ausnahm en Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), w elche von einer in 3 Art. 33 VG G aufgeführten Behörde erlassen w urden. D arunter fallen die Verfügungen des BJ gem äss Art. 14 Abs. 1 ASFG . 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D epartem en- te hängigen R echtsm ittel und w endet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht nach dem Vw VG , sow eit das G esetz nichts an- deres bestim m t. 1.3 Als Verfügungsadressat ist der Beschw erdeführer zur Anfechtung der vor- instanzlichen Verfügung legitim iert (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). Auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde ist deshalb einzutreten (Art. 49 ff. Vw VG ). 2. D er Bund gew ährt Auslandschw eizern, die sich in einer N otlage befinden, Fürsorgeleistungen, w enn sie ihren Lebensunterhalt nicht hinreichend aus eigenen Kräften und M itteln, Beiträgen von privater Seite oder H ilfeleistun- gen des Aufenthaltsstaates bestreiten können (Art. 1 und 5 ASFG ). Aus- landschw eizer im Sinne des G esetzes sind Schw eizer Bürger, die im Aus- land W ohnsitz haben oder sich seit m ehr als drei M onaten dort aufhalten (Art. 2 ASFG ). Art und M ass der Fürsorge richten sich nach den besonde- ren Verhältnissen des Aufenthaltsstaates, unter Berücksichtigung der Le- bensbedürfnisse eines sich dort aufhaltenden Schw eizers (Art. 8 Abs. 1 ASFG ). 3. 3.1 Auf R ekursebene m acht der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, seine finanzielle Situation habe sich nicht verbessert. Zw ar sei seine IV- R ente höher. Aber m it der Inflation von 8 - 10 % sei die Kaufkraft geringer als vorher. D er beim Budgetposten "G elegenheitsarbeit" (R eparatur von Sonnenstoren-M otoren) eingesetzte Betrag von ZAR 600.- sei kein festes Einkom m en, sondern falle nur alle zw ei bis drei M onate an. Zudem habe die Tochter der Ehefrau ihre Stelle w ieder verloren und sei in den gem ein- sam en H aushalt zurückgekehrt. Im W eiteren benötige er dank der H ilfe seiner G attin keine D rittperson für H aushaltführung und Physiotherapie. Es sei sodann nicht verständlich, w eshalb die schw eizerische Staatsangehö- rigkeit seiner Ehefrau nicht voll akzeptiert w erde. W ährend vieler Jahre sei die Anzahl der unterstützten Personen im H aushalt im m er zw ei gew esen. N un sei seine Ehefrau Schw eizer Bürgerin und ihre U nterstützung sei plötzlich gestrichen w orden. 3.2 D em hält die Vorinstanz auf Vernehm lassungsstufe entgegen, dass die Ehefrau des Beschw erdeführers gestützt auf die H eirat vom 8. N ovem ber 1995 inzw ischen eingebürgert w orden sei. W eitere Beziehungen zur Schw eiz w ürden jedoch nicht bestehen. W egen des vorherrschenden süd- afrikanischen Bürgerrechts falle daher eine U nterstützung nach dem ASFG ausser Betracht. Bezüglich des im neu berechneten Budget eingesetzten m onatlichen U nterhaltsbetrages w ird sodann darauf hingew iesen, dass 4 dieser auf Vorschlag der zuständigen Schw eizerischen Vertretung im Früh- jahr 2006 für Südafrika auf C H F 335.- bzw . ZAR 1'600.- festgelegt w orden sei. W erde zum aktuellen W echselkurs um gerechnet, ergebe sich ein Be- trag von ZAR 1'993.-. Für den Pflegeaufw and, der durch die Ehefrau über- nom m en w erde, könne ein Betrag als Aufw and angerechnet w erden. Bei den Beeinträchtigungen, unter denen der Beschw erdeführer leide, sei m it einem Pflegeaufw and von rund zw ei Stunden pro Tag zu rechnen. D er Stundenansatz für eine entsprechende Pflege belaufe sich nach Auskunft der Schw eizerischen Vertretung je nach Institution zw ischen ZAR 16.- und ZAR 43.-. Im W eiteren sei das Einkom m en aus G elegenheitsarbeiten ge- stützt auf die Angaben des Beschw erdeführers auf ZAR 200.- zu reduzie- ren. Auf der anderen Seite sei jedoch die IV-R ente von C H F 1'053.- w egen des aktuellen W echselkurses (Stand 19. O ktober 2006: C H F 1.- = ZAR 5,9470) neu m it ZAR 6'265.- zu berücksichtigen. Schliesslich habe die Tatsache, dass die volljährige Tochter der Ehegattin, die als ausländi- sche Staatsangehörige nicht unterstützt w erde, erneut im gem einsam en H aushalt lebe, zur Folge, dass sich der Anteil des Beschw erdeführers an den H aushaltkosten von der H älfte auf einen D rittel verringere. Bei einer G egenüberstellung der Ausgaben und Einnahm en ergebe sich dam it ein m onatlicher Ü berschuss von ZAR 1'839.-. 4. 4.1 N ach Prüfung der Akten kom m t das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass das Bestehen einer N otlage im Sinne von Art. 1 und Art. 5 ASFG im vorliegenden Fall verneint w erden m uss. 4.2 Aus den vorhandenen U nterlagen ergeben sich keine konkreten H inw eise, dass die Ehefrau des Beschw erdeführers über die Ehe m it dem Beschw er- deführer hinausgehende Beziehungen zur Schw eiz unterhalten w ürde. Bei dieser Sachlage ist m it der Vorinstanz davon auszugehen, dass das südaf- rikanische Bürgerrecht der Ehefrau des Beschw erdeführers gegenüber dem schw eizerischen vorherrscht (vgl. Art. 8 Abs. 1 der Verordnung vom 26. N ovem ber 1973 über Fürsorgeleistungen an Auslandschw eizer [ASFV, SR 852.11]). Zudem liegt keine Sonderkonstellation vor, die eine Ausnah- m e von der gesetzlichen R egel, gem äss w elcher D oppelbürger/-innen, de- ren ausländisches Bürgerrecht vorherrscht, nicht unterstützt w erden, recht- fertigen w ürde (vgl. Art. 6 ASFG ). Som it fällt eine U nterstützung der Ehe- frau des Beschw erdeführers nach dem ASFG ausser Betracht. Aus einer allfälligen früheren U nterstützung der Ehefrau durch das BJ ver- m ag der Beschw erdeführer ebenfalls nichts zu seinen G unsten abzuleiten. D ie bei den Vorakten befindlichen U nterlagen zeigen, dass seine Ehefrau - m it Ausnahm e des Jahres 1998 - bei der Berechnung des Sozialhilfebud- gets jew eils lediglich als nicht zu unterstützende Person im H aushalt des Beschw erdeführers berücksichtigt w urde. Bei dieser Sachlage ist nicht er- sichtlich, inw iefern ein berechtigtes Vertrauen hätte begründet w erden kön- nen, die Ehefrau w erde (auch) künftig nach dem ASFG unterstützt (vgl. zu den allgem einen Voraussetzungen des Vertrauensschutzes: U LR IC H H ÄFE- LIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl. Zü-5 rich/Basel/G enf 2006, R z. 631 ff.). 4.3 Im W eiteren genügt der pauschale H inw eis des Beschw erdeführers, die Kaufkraft habe sich um 8 - 10 % verringert, nicht, um ernsthafte Zw eifel an der Angem essenheit des von der Vorinstanz in Zusam m enarbeit m it der zuständigen Schw eizerischen Vertretung vor O rt festgelegten U nterhalts- betrages aufkom m en zu lassen. D er Vollständigkeit halber ist diesbezüg- lich anzum erken, dass der vom BJ für das Jahr 2007 vorgesehene U nter- haltsbetrag für Südafrika m it ZAR 1'670.- um einiges tiefer liegt als der im neu berechneten Budget vom 19. O ktober 2006 eingesetzte Betrag von ZAR 1'933.-. 4.4 Als ungenügend substantiiert erw eist sich ferner der nicht w eiter begrün- dete Einw and des Beschw erdeführers im Schreiben vom 12. M ärz 2007, w onach der tägliche Pflegeaufw and höher sei als die von der Vorinstanz eingesetzten zw ei Stunden. 4.5 D ie übrigen Einw endungen des Beschw erdeführers w urden schliesslich in dem auf Vernehm lassungsstufe vorgelegten Sozialhilfebudget von der Vor- instanz berücksichtigt. D a sich im Ü brigen der W echselkurs seit der Ü ber- arbeitung des Budgets nicht w esentlich verändert hat (Stand 18. Juli 2007: C H F 1.- = ZAR 5,80213) und auch sonst keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass das überarbeitete Budget die aktuelle w irtschaftliche Situation des R ekurrenten nicht korrekt w iedergeben w ürde, jedoch nach w ie vor ein deutlicher Einnahm enüberschuss resultiert, ist davon auszuge- hen, der Beschw erdeführer sei in der Lage, seinen Lebensunterhalt aus ei- genen M itteln zu bestreiten. 4.6 N ach dem G esagten hat die Vorinstanz das Bestehen einer N otlage zu R echt verneint und die Ausrichtung von U nterstützungsleistungen nach dem ASFG verw eigert. 5. Som it ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht ver- letzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist daher abzu- w eisen. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten grundsätzlich dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). Auf G rund der be- sonderen U m stände des vorliegenden Falles ist indessen ausnahm sw eise darauf zu verzichten (Art. 6 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungs- gericht [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde; Akten retour) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: R uth Beutler Thom as Segessenm ann R echtsm ittelbelehrung: G egen dieses U rteil kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ge- führt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Ju- ni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufas- sen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :