Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Dezember 2019 (725 19 135 / 323) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts hinsichtlich einer UVG-Invalidenrente und ei- ner Integritätsentschädigung; Verneinung der adäquaten Kausalität in Bezug auf die gel- tend gemachten psychischen Beschwerden. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch D aniel Altermatt, Rechts- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Advokatur am Bahnhof GmbH, Güterstrasse 106, Postfach 109, 4018 Basel Betreff Leistungen A. Der 1984 geborene A.____ arbeitete als Anlagen- u nd Apparatebauer bei der B.____ AG und war in dieser Eigenschaft bei der Schwe izerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er sich am 17. September 2010 beim Richten einer Metalltüre an der rechten Schulter eine SLAP-Läsion Typ 2 und einen longitudinalen Riss der langen Bizepssehne zuzog. Am 3. Mai 2014 erlitt er einen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht weiteren Unfall, indem er auf einer nassen Treppe au srutschte und stürzte. Hierbei zog er sich eine Calcaneustrümmerfraktur zu. Mit Verfügung vom 14. Juli 2017 sprach die Suva dem Versi- cherten eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine Integritätseinbusse von 35% (15% für die Folgen des ersten und 20% für die Folgen des zweiten Er eignisses) zu, lehnte aber gleichzeitig die Ausrichtung einer Invalidenrente ab. Eine hiergeg en gerichtete Einsprache wies sie mit Ein- spracheentscheid vom 19. März 2018 ab. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versichert e, vertreten durch Daniel Alter- matt, Rechtsanwalt, mit Eingabe vom 3. Mai 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 18. März 2019 sei die Beschwerdegegnerin zu ver- pflichten, den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu prüfen und hierfür eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung durchzuführen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass sich der angefochtene Einspracheentscheid ausschliesslich auf die kreis- ärztliche Beurteilung von Dr. med. C.____, FMH Chirur gie, stütze, an welcher mehr als nur ge- ringe Zweifel bestünden. Ferner seien die beiden frag lichen Ereignisse nicht als bloss leichte Unfälle einzustufen. Im Weiteren sei bei der Festsetzung des Valideneinkommens nicht berück- sichtigt worden, dass er nur ein unterdurchschnittliches Ei nkommen erzielt habe und ohne Ge- sundheitsschaden heute ein höheres Einkommen erzielen würde. Alsdann würden ihm die dem Invalideneinkommen zugrunde gelegten DAP-Profile nicht entsprechen. Schliesslich sei auch die Integritätsentschädigung von 15% für die rechte Schulter und von 20% für den rechten Fuss zu gering ausgefallen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Juni 2019 schloss die Suva, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer-Münch, auf Abweisung der Beschwerde. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten so wohl der Beschwerdeführer mit Replik vom 30. August 2019 als auch die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom 22. Oktober 2019 an ihren Anträgen und Standpunkten fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge- recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Die Beschwerdegegnerin teilte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 30. Mai 2017 mit, dass der Fall grundsätzlich abgeschlossen werde und die vorübergehenden Versicherungs- leistungen per Ende Juni 2017 eingestellt würden. Gleichzeitig wies sie ihn darauf hin, dass man zur Prüfung der Frage übergehe, ob weitere Versicherungsleistungen (Invalidenrente, Integritäts- entschädigung) ausgerichtet werden könnten. Mit Verfüg ung vom 14. Juli 2017 bzw. mit Ein- spracheentscheid vom 19. März 2018 sprach die Beschwerdeg egnerin dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 35% zu. Mit der vorliegen- den Beschwerde beantragt der Beschwerdeführer die Prüf ung des Rentenanspruchs sowie die Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zusprechung einer höheren Integritätsentschädigung, de r von der Beschwerdegegnerin ange- ordnete Fallabschluss wird seitens des Beschwerdeführers nicht beanstandet und ist somit nicht streitig. Auch aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, die gegen die Rechtmässigkeit dieses Vorgehens sprechen würden. Damit beschränkt sich die nachfolgende Prüfung auf die Ansprüche auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung. 2.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Zu den geänd erten Normen gehört auch die Bestim- mung von Art. 18 Abs. 1 UVG, welche den Anspruch auf ei ne Invalidenrente regelt. Laut Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des UVG vom 25 . September 2015 werden jedoch Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmun- gen zugetragen haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfol- gend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun- fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig- keit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilwe iser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre- chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedere rlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu min- destens 10 Prozent invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärzt- lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Per- son mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversiche- rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeld- leistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleide t die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angem essene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, fa lls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt als erstes voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähig- keit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlich er Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürl ichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre- chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natü rlichen Kausalzusammenhangs nicht Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmi ttelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper- liche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö- rung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Ka usalzusammenhang besteht, ist eine Tat- frage, worüber die rechtsanwendende Behörde − die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht − im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach d em im Sozialversicherungsrecht übli- chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines L eistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus, die aus dem unbewiesen gebl iebenen natürlichen Kausalzusam- menhang als anspruchsbegründender Tatsache Rechte ablei ten wollte (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). 3.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen S chaden ein adäquater Kausalzusam- menhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lau f der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis all gemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem ver- sicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitliche n Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang best eht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wich- tige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle ande- ren Beweismittel − frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin ische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen St ellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Berichten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG einge- holten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolge- rungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 5. Zunächst ist zu prüfen, in welchem Ausmass der Beschwe rdeführer unfallbedingt ar- beitsunfähig ist. Dabei sind einzig die organisch objek tiv ausgewiesenen Beschwerden zu be- rücksichtigen. Diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht im Anschluss an die beiden Ereignisse anerkannt und die vorübergehende n gesetzlichen Leistungen bis zum 30. Juni 2017 erbracht (vgl. E. 2.1 hiervor). Was die vo m Beschwerdeführer geltend gemachten psychischen Beeinträchtigungen anbelangt, so fehlt es diesbezüglich – wie nachfolgend in Erwä- gung 8 aufzuzeigen sein wird – bereits an der für die Leistungspflicht des Unfallversicherers er- forderlichen Adäquanz des Kausalzusammenhangs zu den Ereignissen vom 17. September 2010 bzw. 3. Mai 2014. 6.1 Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes stehen zahlreiche medizinische Akten zur Verfügung, welche allesamt vom Gericht gewür digt wurden. In der Folge werden in- dessen lediglich entscheidrelevante Arztberichte und Gutachten wiedergegeben: 6.2 Im Bericht des Spitals D.____ vom 3. November 2010 , wo der Versicherte im Anschluss an das Ereignis vom 22. September 2010 behandelt worden war, wurden eine SLAP-Läsion Typ 2 sowie ein longitudinaler Riss der langen Bizepssehne d iagnostiziert, woraufhin am 7. Oktober 2010 eine Schulterarthroskopie erfolgte. In der Folge wurden beim Versicherten im Rahmen von Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verlaufskontrollen persistierende Beschwerden diagnostiziert und er wurde wiederholt arbeitsun- fähig geschrieben. Am 5. Januar 2012 erfolgte eine weitere Arthroskopie der Schulter. 6.3 Im Austrittsbericht der Rehaklinik E.____ vom 15. Januar 2013 (stationärer Aufenthalt vom 29. November 2012 bis 9. Januar 2013) wurden chronifizierte, belastungs- und funktionsab- hängige Schulterschmerzen sowie eine Bewegungseinschränkung an der Schulter rechts diag- nostiziert. Klinisch hätte sich bei Eintritt eine mässige Verspannung der schulterführenden Mus- kulatur sowie eine leichte Druckschmerzhaftigkeit subakromial und über dem Akromioklavikular- gelenk gezeigt. Gesamthaft betrachtet könne man aufgr und der Diagnosen, den klinischen und radiologischen Befunden das Ausmass der aktuellen Beschwerden und Funktionseinschränkun- gen nur zum Teil erklären. Es sei davon auszugehen, da ss es sich um eine chronifizierte Schmerzproblematik handle, die weder auf operative no ch auf konservative Massnahmen adä- quat angesprochen habe. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen den subjektiv geltend gemach- ten, erheblichen Beschwerden und den objektiven Befunden. Die Tätigkeit als Anlagen- und Ap- paratebauer sei nicht mehr zumutbar. Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit, ohne Arbeit über Kopf, ohne wiederholte Arbeit über Schulterhöhe und ohne körperfernes Hantieren, sei ganztags zumutbar. 6.4 In der kreisärztlichen Untersuchung vom 8. April 2014 berichtete Dr. C.____, dass beim Versicherten mittlerweile ein chronifiziertes Schmerzsyndrom vorliege. Aktuell bestehe unverän- dert die Schulterdystonie rechts mit chronifizierten Sch ulterschmerzen und einer Minderung der Kraft der Schulterbeweglichkeit rechts. Der Untersuchun gsbefund dokumentiere eine Kraftmin- derung des rechten Armes und eine Bewegungseinschränkun g im rechten Schultergelenk mit einer Abduktion und Anteversion jeweils 100°. Es gelt e unverändert das im Austrittsbericht der RKB formulierte Zumutbarkeitsprofil. Es liege ein unfallbedingter medizinischer Endzustand vor. 6.5 Am 8. Mai 2014 meldete der Versicherte einen weit eren Unfall. In Bezug auf die daraus resultierende Calcaneustrümmerfraktur erfolgten am 4. M ai 2014 eine Fasziotomie und am 9. Mai 2014 eine Osteosynthese. 6.6 In einem Verlaufsbericht der Klinik F.____ vom 18 . März 2015 wurde berichtet, dass es postoperativ zu einer Infektion gekommen sei. Es sei eine antibiotische Therapie bei Implanta- tassoziiertem Infekt erfolgt, wobei im weiteren Verlauf persistierende Beschwerden im Bereich des Rückfusses rechts bestanden hätten. Die Beschwerden seien auf die Gelenksdestruktion und die Protrusion der Schrauben zurückzuführen. Die aus di esem Grund empfohlene Metallentfer- nung mit Biopsie-Entnahmen erfolgte am 30. Mai 2015. 6.7 Anlässlich einer weiteren Operation am 6. Juli 201 5 wurde eine fortgeschrittene Arthrose des unteren Sprunggelenkes festgestellt. 6.8 Mit Verlaufsbericht vom 18. November 2015 wurde a usgeführt, dass es dem Versicher- ten nicht besser gehe. Er habe mittlerweile psychische Pr obleme, mit seinen Beschwerden und Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem aktuellen Zustand klarzukommen. Des Weiteren habe er Beschwerden in der ganzen rech- ten Körperhälfte, in der Leiste rechts das Bein entlang des Ischiasnerves und auch insgesamt im Fuss rechts. 6.9 Im Rahmen einer kreisärztlichen Beurteilung vom 30. März 2016 hielt Dr. C.____ zur Frage, ob von weiteren Behandlungen noch eine namhaf te Verbesserung des Gesundheitszu- standes erwartet werden könne, fest, dass noch eine gewiss e Verbesserung zu erwarten sei, wenn es dem Versicherten gelingen würde, die Unterarm gehstützen abzutrainieren. Hierdurch würde die vermehrte Belastung der Schulter wegfallen. Inwieweit seitens des rechten Fusses noch von einer namhaften Besserung ausgegangen werden könne, sei von einer Konsultation in der Schmerzklinik H.____ abhängig zu machen. Das aktuelle Zumutbarkeitsprofil unter Berück- sichtigung der Schulter und des Fusses laute wie folgt: l eichte bis mittelschwere Tätigkeiten, ganztags überwiegend sitzend mit der Möglichkeit der We chselbelastung. Am rechten Fuss be- stünden folgende Einschränkungen: keine hockenden oder kauernden Tätigkeiten, kein Arbeiten auf schrägem oder unebenem Untergrund, kein Besteigen von Leitern und Gerüsten und kein längeres Gehen und Stehen. Von Seiten der rechten Schu lter seien keine Überkopfarbeiten, keine wiederholten Arbeiten über Schulterhöhe und ke ine Vibrations- oder Stossbelastungen möglich. 6.10 Am 15. Mai 2017 erfolgte die kreisärztliche Abschl ussuntersuchung durch Dr. C.____, wobei dieser die folgenden Diagnosen stellte: einen S tatus nach SLAP-Läsion und Längsruptur der Bizepssehne am 17. September 2010, einen Status nach offener Bizeps-Tenotomie und Te- nodese am 7. Oktober 2010 mit Ausbildung einer schmerzhaften Schultersteife im weiteren Ver- lauf, ferner einen Status nach intraartikulärer Calcaneusfraktur rechts vom 3. Mai 2014 mit Erfor- dernis einer Fasziotomie bei beginnendem Kompartimentsyn drom am 4. Mai 2015 sowie nach- folgender Osteosynthese der Calcaneusfraktur, Metallentf ernung, Arthrolyse des unteren Sprunggelenkes und zuletzt bei posttraumatischer fortgeschrittener Arthrose des unteren Sprung- gelenkes, Durchführung einer USG-Arthrodese rechts mit Spongiosa Allograft-Plastik am 6. Juli 2015 und schliesslich einen Status nach Osteosynthesemateria lentfernung und Tenolyse der Flexor hallucis longus-Sehne am 26. Januar 2017. Von wei teren Behandlungen an der rechten Schulter und am rechten Fuss sei keine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheits- zustandes mehr zu erwarten. Die Therapieerfolge seien jeweils nur kurzzeitig und ohne wesent- liche erkennbare Verbesserung gewesen, dies auch seit d er letzten kreisärztlichen Untersu- chung. Die geltend gemachten Beschwerden an den Knien und Oberschenkeln rechts, am Rü- cken und am Becken beidseits seien nicht überwiegend wahrscheinlich auf die beiden Ereignisse vom 17. September 2010 und 3. Mai 2014 zurückzuführen. Hier lägen keine primären Verlet- zungsfolgen vor. Die Zumutbarkeitsbeurteilung vom 29. März 2016 habe weiterhin Gültigkeit. Demnach seien dem Versicherten weiterhin leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten ganztags überwiegend sitzend mit der Möglichkeit der We chselbelastung zumutbar, mit folgen- den Einschränkungen in Bezug auf den rechten Fuss: keine hockenden oder kauernden Tätig- keiten, kein Arbeiten auf schrägem oder unebenem Untergrund, kein Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie kein längeres Gehen und Stehen. Hinsichtlich der rechten Schulter seien folgen- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Einschränkungen zu anerkennen: keine Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm, keine wie- derholten Arbeiten über Schulterhöhe mit dem rechten Arm und keine Vibrations- oder Stossbe- lastungen für den rechten Arm. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des medizinischen Sachver- halts und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in erster Linie auf die Ergebnisse, zu denen der Kreis- arzt Dr. C.____ in seiner Beurteilung vom 15. Mai 2017 gelangt war. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten aufgrund der organisch ausgewiesenen unfallbedingten Restfolgen am rechten Fuss sowie an der Schulter, die angestammte Tätigkeit als Anlagen- und Apparate- bauer nicht mehr zumutbar sei. In einer leidensadaptierten, leichten bis mittelschweren körperli- chen Tätigkeit, unter Berücksichtigung der Einschränkungen von Seiten der rechten Schulter so- wie des rechten Fusses, bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. 7.2 Der Beschwerdeführer beanstandet die kreisärztliche B eurteilung als zu knapp und ru- dimentär. Dabei macht er insbesondere geltend, dass die von ihm geklagten Beschwerden bei der Zumutbarkeitsbeurteilung nur ungenügend berücksichtigt worden seien und Dr. C.____ sich auch nicht mit der Verdachtsdiagnose eines Morbus Sudeck (komplexes regionales Schmerzsyn- drom [Complex Regional Pain Syndrome, CRPS] auseinandergesetzt habe. Es trifft zwar zu, dass die Beurteilung von Dr. C.____ n icht allzu ausführlich ausfällt, gleichwohl erfüllt sie sämtliche Voraussetzungen, die das Bundesgerich t an eine beweistaugliche Beurtei- lungsgrundlage stellt (vgl. E. 4.3 hiervor). Dr. C.____ setzt sich hinreichend mit den wesentlichen medizinischen Unterlagen auseinander und vermittelt in sgesamt ein vollständiges Bild des Ge- sundheitszustands des Beschwerdeführers. Alsdann nimmt Dr. C.____ gestützt auf seine einge- hende persönliche Untersuchung und Befunderhebung eine schlüssige Beurteilung der Kausali- tätsfrage bzw. der unfallbedingten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vor. Seine Beurteilung steht auch im Einklang mit dem Gesundheitszustand, wie er in den vorhandenen medizinischen Unterlagen dokumentiert wird. Unter diesen Umständen vermag aber der Einwand des Be- schwerdeführers, wonach die geklagten Beschwerden nicht berücksichtigt worden seien, nicht zu überzeugen. Die unfallbedingten, objektiv ausgewiesenen Restbeschwerden äussern sich der übereinstimmenden medizinischen Aktenlage zufolge insofe rn, als eine Bewegungseinschrän- kung des rechten Schultergelenkes besteht und infolge der Arthrose am rechten Sprunggelenk die Einnahme von hockenden oder kauernden Positionen n icht beschwerdefrei möglich ist und das Gehen auf unebenem Grund Mühe bereitet. Diesen fortbestehenden funktionellen Einbussen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wird aber in der fachärztlichen Beurteilung von Dr. C.____ durch ein entsprechend eingeschränktes Zumutbarkeitsprofil vollumfänglich Rechnung getragen. Auch sonst sind weder aus den Akten Hinweise ersichtlich noch werden solche vom Beschwer- deführer geltend gemacht, die Anlass geben könnten, a n der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. C.____ zu zweifeln. Was die Diagnose eines Morbus S udeck anbelangt, so wurde diese le- diglich als Verdachtsdiagnose formuliert, welche – wie dem durch den Kreisarzt zitierten Bericht des Kantonsspitals D.____ vom 13. Februar 2014 zu entnehmen ist – jedoch keinen Bestand hat. So führt Dr. med. G.____, FMH Präklinische Notfallmedizin, in diesem Bericht aus, es sei wahr- scheinlich davon auszugehen, dass die Beschwerden des Versicherten nicht durch eine sympa- thisch unterhaltene Schmerzkomponente oder ein CRPS 1/Morbus Sudeck bedingt seien. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachte n Beschwerden, die keinem organischen Substrat zuzuordnen sind, wäre in der Prüfungsabfolge zunächst die natürliche Kau- salität dieser Beeinträchtigungen im Zusammenhang zu de n fraglichen Ereignissen zu untersu- chen. Nach der Rechtsprechung kann die Frage nach dem n atürlichen Kausalzusammenhang bei psychischen Beschwerden jedoch in jenen Fällen offeng elassen werden, in welchen der für die Bejahung einer Leistungspflicht erforderliche adäq uate Kausalzusammenhang ohnehin ver- neint werden muss. (SVR 1995 U 23 S. 68 E. 3c; ebenso: Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2010, 8C_182/2010, E. 3.2). 8.2 Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nich t (hinreichend) nachweisbaren Un- fallfolgeschäden, ohne dass die versicherte Person ein S chleudertrauma der HWS oder einen äquivalenten Verletzungsmechanismus erlitten hat, erfolgt die Adäquanzbeurteilung psychischer Unfallfolgen nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien (vgl. zu den Anforderungen an die Objektivierbarkeit von organischen Leiden: nicht publizierte E. 2 des Urteils BGE 135 V 465, in: SVR 2010 UV Nr. 6 S. 25 [8C_216/2009]). Nach die ser Rechtsprechung kann die Adäquanz bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres verneint werden (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Januar 2008, U 42/07, E. 3.3). 8.3 Was zunächst das Ereignis vom 17. September 2010 an belangt, so fällt eine mögliche Adäquanz von psychischen Beschwerden von vornherein ausser Betracht, weil es sich hierbei nicht um einen Unfall im Rechtssinne, sondern um eine u nfallähnliche Körperschädigung han- delte, welche eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nur unter diesem Aspekt zu begrün- den vermochte. In Bezug auf das Ereignis vom 3. Mai 201 4 ist sodann daran zu erinnern, dass mit Blick auf die Adäquanz einer psychischen Überlagerung nach einer erlittenen Verletzung nicht die Schwere der primären Verletzungen am rechten Fuss a n sich, sondern ausschliesslich die Unfallschwere des Unfallereignisses zu würdigen ist. Der Beschwerdeführer rutschte auf einer nassen Treppe aus und konnte sich nicht mehr auffangen, so dass er abgesprungen, dabei aber nicht richtig gelandet und umgefallen ist. Aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften ist dieser Vorgang mit d er Beschwerdegegnerin zweifellos als leichter Unfall zu qualifizieren. Diese Auffassung steh t im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts, derzufolge blosse Stürze oder blosses Ausrutschen seit jeher als leichte Unfälle qualifiziert werden (vgl. BGE 115 V 133 E. 6a). Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin die Adäquanz zwischen den Ereignissen vom 17. September 2010 bzw. vom 3. Mai 2014 und den anhaltend geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden, zu Recht verneint. 9. Als Zwischenergebnis ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf der Basis des von Dr. C.____ attestierten Zumutbarkeitsprofils über den Anspruch auf eine UVG- Invalidenrente befunden hat. 10.1 Zu prüfen sind weiter die erwerblichen Auswirkunge n der gesundheitlichen Beeinträch- tigungen. Gemäss Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad vorliegend aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkomme n, das die versicherte Person nach Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens- vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein- kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). Recht- sprechungsgemäss sind für den Einkommensvergleich grundsätzli ch die Verhältnisse im Zeit- punkt des Beginns des Rentenanspruchs massgebend (BGE 129 V 222, 128 V 174). 10.2.1 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des In validitätsgrades massgebenden hy- pothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Validen einkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermitt- lung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens er zielt hat, auszugehen ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesge richt, sozialrechtliche Abteilun- gen] vom 26. November 2002, I 491/0, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Hintergrund bildet die empirische Erfahrung, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b). Ist ein konkreter Lohn nicht eruier bar oder hätte die versicherte Person ihre bisherige Stelle auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung verloren, so können die Zahlen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik herangezogen wer- den (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1 und vom 9 Juni 2015, 9C_212/2015, E. 5.4). 10.2.2 In ihrem Einspracheentscheid vom 18. März 2019 er mittelte die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen anhand der Angaben der ehemalig en Arbeitgeberin des Versicherten, wonach der Beschwerdeführer als Anlagen- und Apparateba uer ein Jahreseinkommen von Fr. 63’700.-- erzielt hätte, wäre er nicht invalid geworden. 10.2.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Beschwe rdegegnerin habe bei der Bemes- sung des Valideneinkommens ausser Acht gelassen, dass er nur ein unterdurchschnittliches Ein- kommen erzielte habe und heute ohne Gesundheitsschaden ein höheres Einkommen erwirt- schaften würde. 10.2.4 Hat eine versicherte Person aus invaliditätsfrem den Gründen ein deutlich unterdurch- schnittliches Einkommen bezogen, so ist diesem Umstand b ei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, es sei denn, es bestünden Anhaltspunkte dafür, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfrem de Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmäs- sig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf Seiten des Valideneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erziel- ten Einkommens oder durch Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Inva- lideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 134 V 322 E. 4.1). Wie das Bundesgericht mit BGE 135 V 297 ff. präzisiert hat, ist der tat- sächlich erzielte Verdienst allerdings erst dann im Sinne von BGE 134 V 322 E. 4.1 deutlich un- terdurchschnittlich, wenn er mindestens 5% vom branchen üblichen Tabellenlohn abweicht. Ebenso hat das Bundesgericht in diesem Entscheid festgehalten, dass eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen bei Erfüllung der übrigen Vorausset zungen nur in dem Umfang erfolgen darf, in welchem die prozentuale Abweichung den Erheb lichkeitsgrenzwert von 5% übersteigt (BGE 135 V 303 f. E. 6.1.2 und 6.1.3). 10.2.5 Gemäss LSE 2014, Tabelle TA1, Sektor Produktion , Herstellung von Metallerzeugung 24-25, Kompetenzniveau 1, Männer, hätte der branchenübliche Lohn des Versicherten monatlich Fr. 5'340.-- betragen. Unter Berücksichtigung der wöchen tlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden und der Nominallohnentwicklung (0.5% für das Jahr 2015, 0.4% für das Jahr 2016 und 0.2% für das Jahr 2017) ist ein Jahreseinkommen von Fr. 67’540.-- als Vergleichswert heranzuziehen. Vergleicht man die beiden Jahreseinkommen, so zeigt sich, dass der Beschwerdeführer bei der ehemaligen Arbeitgeberin einen Lohn erzielte, der ru nd 7% unter dem branchenüblichen Lohn gemäss LSE Tabelle 2014 lag. Die Voraussetzungen für eine Parallelisierung sind somit – ent- sprechend dem Vorbringen des Beschwerdeführers – grundsätzlich gegeben. Der tatsächlich er- zielte Lohn unterschreitet den Erheblichkeitsgrenzwert von 5% indessen lediglich um 2%, so dass bei einem in diesem Umfang heraufgesetzten, parallel isierten Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 64'337.-- – wie nachfolgend darzulegen sein wi rd – gleichwohl kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert. 10.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist na ch der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstät igkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Ar- beitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er zieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden- falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit a ufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik oder die von der Suva geschaf fene Dokumentation von Arbeits- plätzen (DAP-Zahlen) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 4.2.1 mit Hinweisen). 10.3.2 Im Entscheid BGE 129 V 472 ff. befasste sich das B undesgericht ausführlich mit der DAP und stellte fest, dass die für die Invaliditätsbemessung herangezogenen DAP-Profile im kon- kreten Einzelfall repräsentativ sein müssen. Es genügt da her nicht, wenn lediglich ein einziger oder einige wenige zumutbare Arbeitsplätze angegeben werden, weil es sich dabei sowohl hin- sichtlich der Tätigkeit als auch des bezahlten Lohnes um Son der- oder Ausnahmefälle handeln Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann. Vielmehr muss der Unfallversicherer mindestens fünf DAP-Blätter auflegen, damit die Re- präsentativität der DAP-Profile als gegeben betrachtet werden kann. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung der versicherten Person in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Dadurch wird eine hinreichende Überprüfung des dem Unfallversicherer bei der Auswahl der DAP-Blätter zustehenden Ermessens ermöglicht. Sind d ie erwähnten verfahrensmässigen Anforderungen nicht erfüllt, kann nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden (vgl. zitier- tes Urteil, E. 4.2.2; vgl. auch BGE 139 V 595 f. E. 6.3). 10.3.3 Zur Ermittlung des Invalideneinkommens wählte d ie Beschwerdegegnerin fünf DAP- Arbeitsplätze aus: DAP-Nr. 1021 (Uhrmacher), Nr. 8448 94 (Lagerarbeiter), Nr. 1608 (Shaping- hobler), Nr. 10941 (Konfektionierungs-Mitarbeiter; Et ikettieren) und Nr. 9420595 (Hilfsarbeiter; Endkontrolle). Die fünf DAP-Blätter ergeben ein durch schnittliches Jahreseinkommen von Fr. 62'800.--. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegner in in der Folge ihrem Einkommensver- gleich als hypothetisches Invalideneinkommen zugrunde gelegt. 10.3.4 Dieses von der Suva ermittelte Invalideneinkommen ist nicht zu beanstanden. Insbeson- dere erfüllt das von der Suva gewählte Vorgehen die vorstehend wiedergegebenen (vgl. E. 10.3.2 hiervor) formellen und inhaltlichen Anforderungen, w elche die Rechtsprechung an die Berech- nung des Invalideneinkommens anhand von DAP-Profilen stellt. Dies wird in grundsätzlicher Hin- sicht auch vom Beschwerdeführer nicht in Abrede gestellt. 10.3.5 Der Beschwerdeführer begnügt sich in diesem Zusam menhang mit einem pauschalen Hinweis, wonach nicht dargetan sei, dass es sich bei den ausgewählten Profilen um Stellen handle, die er auszuüben vermöchte. Er lässt dabei jedoch sowohl eine nähere Auseinanderset- zung mit den ausgewählten DAP-Profilen als auch eine nähere Begründung vermissen. Jeden- falls können den vorliegend massgebenden DAP-Profilen keine Anforderungen entnommen wer- den, welche sich nicht mit dem formulierten Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes vereinbaren lies- sen. Damit vermag der Beschwerdeführer mit seinem Einwand nicht durchzudringen. 11. Anhand der Gegenüberstellung der im Einspracheentscheid vom 19. März 2018 veran- schlagten Vergleichseinkommen von Fr. 63’700.-- und Fr. 62'800.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von lediglich 1%. Selbst unter Berücksichtigung eines pa rallelisierten Valideneinkommens von Fr. 67'540.-- (vgl. E. 10.2.4 hiervor) ergibt sich ein die Erheblichkeitsgrenze von 10% unterschrei- tender Invaliditätsgrad von 7%. Damit besteht kein Anspruch auf eine UVG-Invalidenrente. 12.1 Zu prüfen bleibt die Höhe der dem Versicherten zugesprochenen Integritätsentschädi- gung. Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Perso n Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall ein e dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein In- tegritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychi- sche Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Satz 2). Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Inte gritätsschadens abgestuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen darf. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Beme ssung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 219 E. 2a; RKUV 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozen- tual gewichtet. 12.2 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritä tsschäden entspricht die Entschädi- gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höc hstbetrages des versicherten Ver- dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgel eitet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In diesem Zusammenhang hat die SUVA in Weiterentwicklung der bun desrätlichen Skala zusätzliche Be- messungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. D iese in den Mitteilungen der Medizini- schen Abteilung der SUVA Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und er- gänzt in den nachfolgenden Mitteilungen) sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit de- nen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährlei stet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hinweis). 12.3 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesund heitlichen Beeinträchtigung han- delt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte ebenfalls auf fachärztliche Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenn tnisse voraussetzt und von einem medizinischen Laien keine zuverlässige Zuordnung erwartet werden kann. Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (Urteil des Bun- desgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 12.4 Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 18. Mär z 2019 sprach die Suva dem Be- schwerdeführer für die verbliebene Beeinträchtigung aus den erlittenen Ereignissen eine Integri- tätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von insgesamt 35% zu, wobei sie sich diesbezüglich auf die Beurteilungen von Dr. C.____ vom 30. März 2016 und 15. Mai 2017 stützte. Demgegenüber vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, dass der Schwere des Integritäts- schadens damit nicht entsprochen würde. Die Arthrose am rechten Fuss sei bereits heute schwer, so dass eine Integritätsentschädigung von mehr als 20% zu v eranschlagen sei. Ausserdem sei die künftige vorhersehbare Verschlechterung nicht berücksichtigt worden. 12.5 Was zunächst die somatischen Folgen an der rechten Schulter anbelangt, so besteht gemäss der Beurteilung von Dr. C.____ vom 15. Mai 201 7 in Übereinstimmung mit dem doku- mentierten Gesundheitszustand eine deutliche Bewegungseinschränkung mit Abduktion und An- teversion unterhalb der Horizontalen. Unter diesen Umständen ist aber die Anwendung der mas- sgeblichen Tabelle 1 für Integritätsschäden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht zu beanstanden. In dieser Tabelle ist für eine Re stbeweglichkeit der Schulter bis zur Hori- zontalen eine Integritätsentschädigung von 15% vorgesehen. Hinsichtlich der Integritätsentschä- digung für die Arthrose am rechten unteren Sprunggelenk gilt es sodann zu berücksichtigen, dass die durchgeführte Arthrolyse radiologisch ein sehr gute s Ergebnis zeitigte. Der Auffassung von Dr. C.____ zufolge bestehe aber keine vollständige Besch werdefreiheit, weshalb sich gemäss Tabelle 5.2, welche eine Integritätseinbusse von 15-3 0% vorsehe, eine Bewertung des Integri- tätsschadens mit 20% rechtfertige. Auch diese Beurteilung erweist sich mit Blick auf die medizi- nische Aktenlage als sachgerecht und liegt im Hinblick auf eine mögliche künftige Verschlechte- rung im Rahmen des Ermessens. Der Beschwerdeführer beanstandet die zugesprochene Integ- ritätsentschädigung ohne seine Ausführungen mit fachärztlichen Berichten zu untermauern, wel- che Hinweise für die Zusprache einer höheren Integritätsentschädigung enthalten würden. Zumal sich auch den übrigen Akten keine Anhaltspunkte entnehmen lassen, die im Rahmen der Rechts- anwendung von Amtes wegen ein Abweichen von der beweiskräftigen kreisärztlichen Beurteilung rechtfertigen würden, ist die Festsetzung des Integritätsschadens im Umfang von insgesamt 35% nicht zu beanstanden. 13. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist der ang efochtene Einspracheentscheid vom 18. März 2019 nicht zu beanstanden und die dagegen e rhobene Beschwerde ist abzuwei- sen. 14.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdeve rfahren vor dem kantonalen Ge- richt für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 14.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat der Beschwerdefüh rer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegneri n. Dieser wiederum ist ebenfalls keine Parteientschädigung zuzusprechen; sie hat zwar obsieg t und sie ist anwaltlich vertreten, Art. 61 lit. g ATSG schränkt den Anspruch auf eine Parteientschädigung jedoch ausdrücklich auf die Beschwerde führende Person ein. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht