<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">K 6/00 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>II. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Lustenberger, Rüedi und Ferrari; Gerichts- </div> <div class="para">schreiberin Fleischanderl </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 11. April 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">K.________, Gesuchstellerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Innova Krankenversicherungen, Bollstrasse 61, Worb, </div> <div class="para">Gesuchsgegnerin </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Mit Zahlungsbefehl vom 8. Dezember 1997 forderte </div> <div class="para">die Kuko Krankenkasse (ab 1. Januar 1999: Innova Kranken- </div> <div class="para">versicherungen; nachfolgend: Innova) K.________ auf, die </div> <div class="para">Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für </div> <div class="para">die Monate Juli bis Oktober 1997 über Fr. 580.- nebst Zins </div> <div class="para">zu 6 % seit 1. September 1997 sowie Fr. 80.- Inkassospesen </div> <div class="para">zu bezahlen. Nachdem K.________ Rechtsvorschlag erhoben </div> <div class="para">hatte, beseitigte die Innova diesen mit Verfügung vom </div> <div class="para">29. Dezember 1997. Daran hielt sie in ihrem Einsprache- </div> <div class="para">entscheid vom 24. Februar 1998 fest. Die hiegegen erhobene </div> <div class="para">Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Solo- </div> <div class="para">thurn ab (Entscheid vom 8./15. Juni 1998). Mit Urteil vom </div> <div class="para">23. November 1999 hiess das Eidgenössische Versicherungs- </div> <div class="para">gericht die von K.________ eingereichte Verwaltungsge- </div> <div class="para">richtsbeschwerde, soweit es darauf eintrat, insofern teil- </div> <div class="para">weise gut, als es den kantonalen Entscheid hinsichtlich der </div> <div class="para">Bestätigung der Rechtsöffnung für Verzugszinsen und Mahn- </div> <div class="para">gebühren auf Prämienausständen der Monate Juli bis Oktober </div> <div class="para">1997 mit der Feststellung aufhob, es seien keine Verzugs- </div> <div class="para">zinsen geschuldet, und die Sache zur Neubeurteilung der </div> <div class="para">Mahngebühren an die Vorinstanz zurückwies. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Mit Eingabe vom 27. Dezember 1999 macht K.________ </div> <div class="para">geltend, es sei mit Bezug auf das Urteil des Eidgenössi- </div> <div class="para">schen Versicherungsgerichts vom 23. November 1999 in eini- </div> <div class="para">gen Punkten ein "revidiertes Urteil zu erstellen". </div> <div class="para"> Während die Innova beantragt, das Revisionsgesuch sei </div> <div class="para">abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, lässt sich das </div> <div class="para">Bundesamt für Sozialversicherung nicht vernehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- a) Die Entscheidungen des Eidgenössischen Versi- </div> <div class="para">cherungsgerichts werden mit der Ausfällung rechtskräftig </div> <div class="para">(Art. 38 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 135 OG</span>). Sie unterliegen in </div> <div class="para">verwaltungsgerichtlichen Streitsachen der Revision aus den </div> <div class="para">in <span class="artref">Art. 136 und <artref id="CH/173.110/137" type="start"></artref>Art. 137 OG</span><artref id="CH/173.110/136" type="end"></artref> genannten Gründen (<span class="artref">Art. 135 </span></div> <div class="para">OG). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das beanstandete Urteil ist der Gesuchstellerin am </div> <div class="para">7. Dezember 1999 zugestellt worden. Das am 4. Januar 2000 </div> <div class="para">bei der Post aufgegebene Gesuch wahrt die Verwirkungsfrist </div> <div class="para">von 30 Tagen für eine Revision nach <span class="artref">Art. 136 OG</span> (Art. 141 </div> <div class="para">Abs. 1 lit. a in Verbindung mit <span class="artref">Art. 32 und <artref id="CH/173.110/34/1/c" type="start"></artref>Art. 34 Abs. 1 </span></div> <div class="para">lit. c OG<artref id="CH/173.110/32" type="end"></artref>). Im Revisionsgesuch ist mit Angabe der Beweis- </div> <div class="para">mittel der Revisionsgrund darzulegen und anzugeben, welche </div> <div class="para">Änderung des Entscheides verlangt wird (<span class="artref">Art. 140 OG</span>). Mit </div> <div class="para">dem vorliegenden Gesuch wird lediglich die Erstellung eines </div> <div class="para">revidierten Urteils beantragt, jedoch nicht erwähnt, auf </div> <div class="para">welchen Revisionsgrund sich diese Abänderung stützen soll. </div> <div class="para">Angesichts der vorgetragenen Begründung fällt als gesetzli- </div> <div class="para">cher Revisionsgrund indessen einzig <span class="artref">Art. 136 lit. d OG</span> in </div> <div class="para">Betracht. </div> <div class="para"> Da die formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf </div> <div class="para">das Gesuch einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- a) Nach Art. 136 lit. d in Verbindung mit <span class="artref">Art. 135 </span></div> <div class="para">OG ist die Revision eines Urteils des Eidgenössischen Ver- </div> <div class="para">sicherungsgerichts u.a. zulässig, wenn das Gericht in den </div> <div class="para">Akten liegende erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht be- </div> <div class="para">rücksichtigt hat. Versehentliche Nichtberücksichtigung </div> <div class="para">liegt vor, wenn der Richter oder die Richterin ein bestimm- </div> <div class="para">tes Aktenstück übersehen oder eine bestimmte wesentliche </div> <div class="para">Aktenstelle unrichtig, insbesondere nicht mit ihrem wirk- </div> <div class="para">lichen Wortlaut oder in ihrer tatsächlichen Tragweite wahr- </div> <div class="para">genommen hat. Kein Revisionsgrund ist dagegen die recht- </div> <div class="para">liche Würdigung der an sich richtig aufgefassten Tatsachen, </div> <div class="para">auch wenn diese Würdigung irrtümlich oder unrichtig sein </div> <div class="para">sollte; zur rechtlichen Würdigung gehört auch die Ent- </div> <div class="para">scheidung der Frage, ob eine Tatsache rechtserheblich sei </div> <div class="para">oder nicht (RSKV 1982 Nr. 479 S. 60 Erw. 2a und 1975 </div> <div class="para">Nr. 210 S. 29 Erw. 1; vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=11.04.2000&amp;to_date=30.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-II-17%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page18">BGE 122 II 18</a> Erw. 3, 115 </div> <div class="para">II 399, 101 Ib 222, 96 I 280). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die Gesuchstellerin macht vorab geltend, sie verfü- </div> <div class="para">ge entgegen dem Wortlaut des beanstandeten Urteils über </div> <div class="para">keine Zusatzversicherungen bei der Innova. </div> <div class="para"> Da Streitgegenstand des Hauptverfahrens einzig Prä- </div> <div class="para">mienausstände sowie damit zusammenhängende Verzugszinsen </div> <div class="para">und Mahngebühren im Rahmen der obligatorischen Krankenpfle- </div> <div class="para">geversicherung bilden, ist der Umstand, ob und wenn ja, </div> <div class="para">wieviele Zusatzversicherungen überdies bestanden, nicht ge- </div> <div class="para">eignet, eine andere, für die Gesuchstellerin günstigere </div> <div class="para">Entscheidung zu bewirken (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=11.04.2000&amp;to_date=30.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-II-17%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page18">BGE 122 II 18</a> f.). Da es </div> <div class="para">sich mithin um eine unerhebliche Tatsache handelt, fällt </div> <div class="para">eine Urteilsrevision gestützt auf <span class="artref">Art. 136 lit. d OG</span> nicht </div> <div class="para">in Betracht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Des Weitern bringt die Gesuchstellerin vor, das </div> <div class="para">Schreiben des Vereins Pro Life vom 3. Dezember 1996, worin </div> <div class="para">dieser seine Mitglieder aufforderte, die Einzelkündigungen </div> <div class="para">bis spätestens am 13. Dezember 1996 an die Innova zu sen- </div> <div class="para">den, nicht erhalten zu haben. </div> <div class="para"> Diesem Einwand ist entgegenzuhalten, dass die Instruk- </div> <div class="para">tionsrichterin der Gesuchstellerin mit Schreiben vom </div> <div class="para">30. September 1999 unter Beilage der Mitteilung vom 3. De- </div> <div class="para">zember 1996 Gelegenheit gab, sich dazu zu äussern. In ihrer </div> <div class="para">Eingabe vom 10. Oktober 1999 erwähnte die Gesuchstellerin </div> <div class="para">indes mit keinem Wort, das besagte Schreiben nicht erhalten </div> <div class="para">zu haben, sondern führte vielmehr aus, der "Brief der Pro </div> <div class="para">Life vom 3. Dezember 1996 an ihre Mitglieder war eine vor- </div> <div class="para">sorgliche Massnahme,...". Hieraus durfte ohne weiteres </div> <div class="para">geschlossen werden, dass die Gesuchstellerin als Mitglied </div> <div class="para">des Vereins Kenntnis von der betreffenden Mitteilung hatte. </div> <div class="para">Es kann mithin nicht davon gesprochen werden, dass das Ge- </div> <div class="para">richt ein bestimmtes Aktenstück übersehen oder eine be- </div> <div class="para">stimmte wesentliche Aktenstelle unrichtig wahrgenommen </div> <div class="para">habe, weshalb auch in diesem Punkt ein versehentliches </div> <div class="para">Nichtberücksichtigen von erheblichen Tatsachen verneint </div> <div class="para">werden muss. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Schliesslich wird im Revisionsgesuch die Verlegung </div> <div class="para">der Gerichtskosten im Hauptverfahren beanstandet. </div> <div class="para"> Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat die Kosten </div> <div class="para">nach Massgabe von <span class="artref">Art. 156 Abs. 3 OG</span> verhältnismässig, d.h. </div> <div class="para">nach Ausgang des Verfahrens, der im Wesentlichen - insbe- </div> <div class="para">sondere im Punkt der Prämienausstände - unterliegenden Ge- </div> <div class="para">suchstellerin zu drei Vierteln auferlegt. Da revisionsweise </div> <div class="para">weder geltend gemacht wird, hiebei seien wesentliche Tatsa- </div> <div class="para">chen versehentlich nicht berücksichtigt worden, noch neue </div> <div class="para">Tatsachen oder Beweismittel vorgebracht werden, welche die </div> <div class="para">tatbeständliche Grundlage der Kostenauflage im zur Revision </div> <div class="para">verlangten Urteil als objektiv mangelhaft erscheinen lies- </div> <div class="para">sen, fehlt es an einem Revisionsgrund im Sinne von <span class="artref">Art. 136 </span></div> <div class="para">lit. d OG. Namentlich vermag die Gesuchstellerin mit dem </div> <div class="para">Argument, im Parallelverfahren seien die Gerichtskosten </div> <div class="para">hälftig auferlegt worden, nichts zu ihren Gunsten abzulei- </div> <div class="para">ten, obsiegte der Beschwerdeführer im betreffenden Prozess </div> <div class="para">doch teilweise auch im Hinblick auf die Prämienausstände. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Da das Revisionsbegehren offensichtlich unbegrün- </div> <div class="para">det ist, wird das Verfahren nach <span class="artref">Art. 143 Abs. 1 OG</span> er- </div> <div class="para">ledigt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat die </div> <div class="para">Gesuchstellerin die Gerichtskosten zu tragen (<span class="artref">Art. 134 OG</span> e </div> <div class="para">contrario; Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 135 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Das Revisionsgesuch wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Gesuch- </div> <div class="para"> stellerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvor- </div> <div class="para"> schuss verrechnet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsge- </div> <div class="para"> richt des Kantons Solothurn und dem Bundesamt für So- </div> <div class="para"> zialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 11. April 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der II. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>