Postulat Mauch 520 N 20 mars 1987 Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Brandkatastrophe in Schweizerhalle hat die Gefährlich- keit gewisser Chemikalien für Mensch und Umwelt aufge- zeigt. Um grössere Schäden im Gefolge von ausserordentli- chen Ereignissen möglichst einzugrenzen, sind Verbote, wie sie für den Verkehr besonders gefährlicher Stoffe in der Schweiz bestehen, auch auf Herstellung, Durchfuhr und Ausfuhr dieser Stoffe auszudehnen. Es kann nicht verant- wortet werden, dass Produkte die wir für uns als zu gefähr- lich erachten, in unserem Land gelagert, transportiert oder gar in andere Staaten exportiert werden. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen und damit dessen Anliegen zu prüfen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.140 Postulat Uchtenhagen Quecksilberhaltige Schädlingsbekämpfungsmittel. Verbot Produits antiparasitaires mercuriels Wortlaut des Postulates vom 11. Dezember 1986 Der Bundesrat wird aufgefordert, Herstellung, Import und Export von quecksilberhaltigen Schädlingsbekämpfungs- mitteln umgehend zu verbieten. Mittelfristig ist überdies auch ein Verbot anderer in Pestiziden verwendeter gefährli- cher Giftstoffe (wie Phosphorsäureester) vorzusehen. Texte du postulat du 11 décembre 1986 Le Conseil fédéral est prié d'interdire avec effet immédiat la fabrication ainsi que l'importation et l'exportation de pro- duits antiparasitaires mercuriels. De plus, il est prié de prévoir, à moyen terme, une interdiction portant sur les autres substances toxiques dangereuses utilisées pour la fabrication des pesticides, comme l'ester phosphorique. Mitunterzeichner- Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bir- cher, Borei, Braunschweig, Chopard, Christinat, Deneys, Eggenberg-Thun, Euler, Fankhauser, Friedli, Gloor, Huba- cher, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Meyer-Bern, Nauer, Neukomm, Pitteloud, Rechsteiner, Renschier, Robbiani, Ruffy, Stamm Walter, Stappung, Wagner (27) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Obwohl bekannt ist, dass Quecksilber ein hochgiftiger nicht abbaubarer Stoff ist, war ein Verbot der Verwendung von Quecksilberverbindungen in Pestiziden bis heute nicht durchzusetzen. Die Vorfälle in Schweizerhalle haben nun aber in aller Deutlichkeit die Gefahren der Verwendung dieses Giftstoffes aufgezeigt. Ein Verbot erscheint heute dringend. Da auch die Ersetzung anderer in den Pestiziden enthaltener Giftstoffe durch alternative, umweltfreund- lichere Stoffe anzustreben ist, sind mittelfristig entspre- chende Verbote auch dieser Stoffe vorzusehen. Der Agro- chemie würde damit ermöglicht, die nötigen Forschungs- und Umstellungsarbeiten einzuplanen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat engtgegenzunehmen und damit dessen Anliegen zu prüfen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.147 Postulat Mauch Umweltkatastrophen und Sicherheitsziele. Bericht Catastrophes écologiques et sécurité de la population Wortlaut des Postulates vom 15. Dezember 1986 Der Bundesrat wird gebeten, einen Bericht zu erarbeiten, welcher Auskunft gibt über die Prinzipien der Sicherheits- ziele für unser Land. In dem Bericht sollen unter anderem folgende Problembe- reiche dargestellt werden: I.Wie kann in der Schweiz eine optimale Sicherheit vor Katastrophen für die Bewohner und ihre Umwelt erreicht werden, ohne dass dabei die Freiheit des einzelnen einge- schränkt wird? 2. Welche Gesundheits- und Umweltrisiken sind nach Ansicht des Bundesrates für unsere Bevölkerung und unser Land tragbar, bzw. mit welchen Risiken müssen wir «leben lernen»? 3. Wie ist aus der Sicht des Bundesrates das qualitative und quantitative Verhältnis der individuellen zu den kollektiven Risiken? Gibt es z. B. für diese unterschiedlichen Risiken eine unterschiedliche Akzeptanz? 4. In welchen Risikobereichen drängt sich nach Ansicht des Bundesrates eine quantifizierte Risikobetrachtung auf? Wie und wo müssen quantitative Risikokriterien insbesondere in die Umweltschutzgesetzgebung einfliessen? 5. Besteht ein Gefalle zwischen behördlichem Risiko- management einerseits im militärischen und andererseits im zivilen Bereich, bzw. werden militärische Risiken ernster genommen als zivile, insbesondere ökologische Risiken? 6. Wie gedenkt der Bundesrat Gesundheits- und Umweltrisi- koüberlegungen in die gesamte Verwaltungstätigkeit ein- fliessen zu lassen, bzw. wer soll auf Bundesverwaltungs- ebene departementsübergreifend Risikoanalysen in diesen Bereichen machen und koordinieren? Texte du postulat du 15 décembre 1986 Le Conseil fédéral est prié de préparer un rapport exposant les principes qui sont à la base de sa politique en matière de sécurité de la population. Ce rapport répondra notamment aux questions suivantes: 1. Comment assurer, en Suisse, une sécurité optimale à la population et à son environnement, en cas de catastrophe, sans porter atteinte à la liberté individuelle? 2. Quels risques la population et le pays peuvent-ils suppor- ter sans que cela nuise à la santé et à l'environnement? En d'autres termes, avec quels risques devons-nous «appren- dre à vivre»? 3. Quel est, sur les plans qualitatif et quantitatif, le rapport risques individuels/risques collectifs? La tolérance varie-t- elle selon le type de risque? 4. Comment peut-on établir des critères quantitatifs de ris- ques? Où ces critères auraient-ils leur place? Ne devraient- ils pas notamment être insérés dans la législation relative à la protection de l'environnement? 5. Y a-t-il un écart entre l'ampleur des mesures prises par l'autorité pour parer aux risques militaires d'une part et l'ampleur des mesures de prévention des risques civils d'autre part? En d'autres termes, les risques militaires sont- ils pris plus au sérieux que les risques civils, plus particuliè- rement les risques de catastrophe écologique? 6. Comment le Conseil fédéral compte-t-il s'y prendre pour que l'administration fédérale se préoccupe dans l'ensemble de ses activités des risques pour la santé et pour l'environ- nement? En d'autres termes, qui est censé analyser ces risques et coordonner les analyses, non pas par départe- ment, mais bien à un niveau supradépartemental?20. März 1987 521 Postulat der LdU/EVP-Fraktion Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bir- cher, Borei, Braunschweig, Chopard, Christinat, Euler, Fankhauser, Friedli, Gloor, Lanz, Leuenberger Moritz, Nauer, Neukomm, Pitteloud, Rechsteiner, Reimann, Renschier, Ruffy, Stappung, Uchtenhagen, Vannay, Zehnder (23) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Schleichende oder akute Katastrophen, wie das Waldster- ben oder der Sandoz-Brand in Schweizerhalle, haben aufge- zeigt, dass die Sicherheitsziele für unser Land neu definiert werden müssen. Das Bedrohungsbild für unser Land und seine Bevölkerung hat sich gewandelt. Die zivile Umweltbedrohung hat gegen- über der militärischen Bedrohung wahrscheinlich an Gewicht massiv zugenommen. Eine umfassende Analyse der Bedrohungsbilder im Hinblick auf Umweltkatastrophen ist dringend. Daraus sind die Kon- sequenzen zu ziehen bzw. die entsprechenden Sicherheits- ziele zu definieren. An diesen Zielen hat sich letztlich die gesamte Bundesverwaltungstätigkeit zu orientieren. Es wird nicht gelingen, Umweltrisiken, generell Risiken, welche die Bevölkerung und ihre Lebensgrundlagen bedro- hen, auf null zu reduzieren. Sie lassen sich aber zumindest abschätzen und wahrscheinlich in vielen Bereichen mini- mieren. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.183 Postulat Oester Umweltverträgliches Verhalten. Aufklärungsaktionen Protection de l'environnement. Campagnes d'information Wortlaut des Postulates vom 17. Dezember 1986 Angesichts des fortschreitenden Waldsterbens und der immer bedrohlicher werdenden Umweltverschmutzung, ins- besondere der Atemluft und des Bodens, wird der Bundes- rat eingeladen, landesweite, koordinierte Aufklärungs- und Informationsaktionen zu prüfen und unter Bereitstellung der nötigen Mittel gegebenenfalls zu realisieren. Texte du postulat du 17 décembre 1986 A l'heure où les forêts dépérissent de plus en plus, où la pollution se fait toujours plus menaçante pour l'environne- ment, le sol et l'air surtout, le Conseil fédéral est invité à examiner l'opportunité d'une vaste campagne d'information coordonnée au plan national. Le cas échéant, il mettra à disposition tous les moyens nécessaires pour la réaliser. Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Basler, Blunschy, Candaux, Chopard, Dünki, Fehr, Fischer-Hägglin- gen, Frey, Günter, Hofmann, Jaeger, Keller, Künzi, Landoli, Lanz, Longet, Loretan, Lüchinger, Maeder-Appenzell, Mauch, Müller-Aargau, Müller-Bachs, Müller-Meilen, Müller- Wiliberg, Nebiker, Neuenschwander, Ogi, Petitpierre, Pfund, Ruckstuhl, Ruffy, Sager, Schule, Seiler, Spalti, Stamm Judith, Steffen, Weber Monika, Wick, Widmer, Zwingli (42) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Bund hat im Umweltbereich bezüglich Information und Aufklärung der Bevölkerung in den vergangenen Jahren trotz der zur Verfügung gestellten völlig ungenügenden Mittel Beachtliches geleistet. Zu erinnern ist hier an das Kompostmerkblatt oder an die Waldbroschüre. Diese Anstrengungen genügen jedoch nicht, um einerseits den Gesetzesauftrag zu gewährleisten und um andererseits der vom Bundesrat wiederholt unterstrichenen Bedeutung zur Selbstverantwortung gerecht zu werden. Unsere Staatsform verlangt, dass jeder nach dem Gesetz Pflichtige - ob Bürger oder Industrie - auch für die Umwelt Verantwortung über- nimmt, denn es wäre mit der Demokratie unvereinbar, ein Heer von Umweltaufpassern auszuschicken. Damit diese Selbstverantwortung jedoch wahrgenommen werden kann, bedarf es eines minimalen Wissens um die ökologischen Zusammenhänge. Die Forderung nach Umdenken bleibt solange ein leeres Postulat, als dem Betroffenen die Gründe hierfür nicht einsichtlich sind, er die Konsequenzen seines Tuns und Lassens nicht abschätzen kann. Der allerorts zu beobachtende Graben zwischen den Worten der Besorgnis und den Taten für unsere Umwelt muss mit Informationen und konkreten, nachvollziehbaren Hand- lungsanleitungen gefüllt werden. Mittel hierzu wären gezielte, themenbezogene Informations- und Aufklärungs- aktionen. Zu prüfen wäre speziell auch, ob für solche Aktio- nen Partner ausserhalb der Bundesverwaltung gefunden werden könnten. Zu denken ist hier an die Kantone, aber auch an private Organisationen. Ein Beispiel für eine gelungene derartige Kooperation bildet das vom Bundesamt für Umweltschutz gemeinsam mit der Schweizerischen Gesellschaft für biologischen Landbau und der Aktion Sau- bere Schweiz herausgegebene Kompostmerkblatt. Mit Informations- und Aufklärungsaktionen würde im übri- gen nicht nur der Informations- und Beratungspflicht nach Artikel 6 des Umweltschutzgesetzes, sondern auch generell dem Vorsorgeprinzip entsprochen. Denn zur Vorsorge gehören nicht nur Normen, Gebote und Verbote, sondern auch Massnahmen, die zu einem umweltbewussteren Ver- halten führen. Abschliessend sei vermerkt, dass präventives Handeln immer billiger als kuratives ist; dies ruft uns das bundesrätliche Luftreinhaltekonzept schmerzlich in Erinne- rung, wo festgehalten ist, dass die durch die Luftverschmut- zung verursachten Kosten bereits heute jährlich die Milliar- dengrenze überschreiten. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 25. Februar 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 25 février 1987 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.823 Postulat der LdU/EVP-Fraktion Giftgesetz. Revision Postulat du groupe Adl/PEP Loi sur les toxiques. Révision Wortlaut des Postulates vom 19. Dezember 1986 Der Bundesrat wird ersucht, dem Parlament eine Revision des Giftgesetzes vorzuschlagen, welche die nach dem Unfall «Sandoz-Schweizerhalle» festgestellten Lücken schliesst und insbesondere die Einführung einer obligatorischen Fol- gewirkungsanalyse für umweltgefährdende Stoffe, die in der Schweiz produziert, gelagert oder durch die Schweiz trans- portiert werden, vorsieht. Dabei ist zu prüfen, ob nicht eineSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Mauch Umweltkatastrophen und Sicherheitsziele. Bericht Postulat Mauch Catastrophes écologiques et sécurité de la population In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.147 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.03.1987 - 08:00 Date Data Seite 520-521 Page Pagina Ref. No 20 015 263 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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