A bteilung V E -7161/2006 {T 0/2} U rteil vom 13. Juni 2007 M itw irkung: R ichter W eber, W espi, Stöckli G erichtsschreiberin Balm elli A._______, Serbien, vertreten durch M ilosav M ilovanovic, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM , vorm als Bundesam t für Flüchtlinge, BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 3. O ktober 2002 in Sachen A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschw erdeführer den Kosovo am 11. Juli 2002 und gelangte am 15. Juli 2002 in die Schw eiz, w o er gleichentags ein Asylgesuch einreichte. Am 16. Juli 2002 w urde der Beschw erdeführer in der Em pfangsstelle Kreuzlingen befragt. D as B._______ hörte ihn am 19. Septem ber 2002 zu den Asylgründen an. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer geltend, er stam m e aus C ._______, Bezirk D ._______, und gehöre der Ethnie der Bosniaken an. Seit er am 11. Juni 1999 aus dem Kriegsdienst entlassen w orden sei, habe er keine Bew egungsfreiheit m ehr gehabt. W eil er in der jugoslaw ischen Arm ee Kriegsdienst geleistet habe, sei er von Albanern aufgefordert w orden, den Kosovo zu verlassen. Sein O nkel, w elcher D orfvorsteher sei, habe im M ai 2001 und Ende M ai 2002 je ein Schreiben erhalten, in w elchem er, der Beschw erdeführer, unter Todesdrohungen angehalten w orden sei, den Kosovo zu verlassen. R und 15 Tage vor der Ausreise sei er zusam m en m it seinem Bruder auf der Strasse, in der N ähe seines H auses, U nbekannten begegnet. Sie beide seien aus Angst um gehend in den W ald geflüchtet und erst nach einigen Stunden ins D orf zu ihrer Tante zurückgekehrt. O bw ohl sich die KFO R -Truppen fast täglich im D orf aufgehalten hätten, habe er Angst gehabt, sich an sie zu w enden. B. M it Verfügung vom 3. O ktober 2002 - eröffnet am 14. O ktober 2002 - stellte das Bundesam t fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung und deren Vollzug aus der Schw eiz an. C . M it Beschw erde vom 13. N ovem ber 2002 an die vorm als zuständige Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragte der Beschw erde- führer durch seinen Vertreter, die Verfügung sei aufzuheben und das Asyl- gesuch gutzuheissen. Es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu ge- w ähren. D . M it Zw ischenverfügung vom 20. N ovem ber 2002 setzte die dam als zustän- dige Instruktionsrichterin dem Beschw erdeführer Frist zur Einreichung des in Aussicht gestellten ärztlichen Zeugnisses. Ferner gab sie ihm G elegenheit, sich schriftlich dazu zu äussern, w as im Fall eines W egw eisungsvollzugs gegen eine innerstaatliche W ohnsitzalternative in Serbien ausserhalb des Kosovos sprechen w ürde. Sodann verzichtete die Instruktionsrichterin auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und verw ies den Entscheid über das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege auf einen späteren Zeitpunkt. E. Innert der angesetzten Frist reichte der Beschw erdeführer am 5. D ezem ber 2002 seine Stellungnahm e und am 11. D ezem ber 2002 den ärztlichen Bericht von D r. m ed. E._______, FM H Psychiatrie & Psychotherapie, vom 22. N ovem ber 2002 zu den Akten.3 F. D as Bundesam t schloss in der Vernehm lassung vom 23. Juni 2003 auf Abw eisung der Beschw erde. M it Zw ischenverfügung vom 1. Juli 2003 un- terbreitete die dam als zuständige Instruktionsrichterin dem Beschw erde- führer die Vernehm lassung zur Stellungnahm e. Innert der angesetzten Frist reichte der Beschw erdeführer am 10. Juli 2003 die R eplik ein. G . M it Zw ischenverfügung vom 5. Februar 2004 setzte die dam als zuständige Instruktionsrichterin dem Beschw erdeführer Frist zur Einreichung eines psychiatrie-ärztlichen Zeugnisses. Innert der angesetzten Frist gab der Be- schw erdeführer ein ärztliches Zeugnis von D r. m ed. F._______, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. Februar 2004 zu den Akten. H . M it Schreiben vom 9. M ai 2007 reichte der Vertreter des Beschw erdeführers eine Kostennote in der H öhe von Fr. 795.-- ein. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3.4 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 3.3 D as Bundesam t lehnte das Asylgesuch ab, da die Vorbringen des Be- schw erdeführers den Anforderungen an das G laubhaftm achen gem äss Art. 7 AsylG nicht standhielten. Im Verlaufe des Verfahrens habe der Be- schw erdeführer zu w esentlichen Punkten unterschiedliche Angaben ge- m acht. Anlässlich der kantonalen Anhörung habe er zu Protokoll gegeben, er sei 15 Tage vor der Ausreise vor U nbekannten in den W ald geflüchtet. D em gegenüber habe der Bruder den Vorfall elf Tage vor der Ausreise datiert. Ferner habe der Bruder angegeben, nach diesem Vorfall eine N acht im H aus der Tante verbracht zu haben. D er Beschw erdeführer hingegen w olle bis zur Ausreise bei der Tante geblieben sein. Im R ahm en der kantonalen Anhörung sei dem Beschw erdeführer zu diesen U nstim m igkeiten das rechtliche G ehör gew ährt w orden. D ieser habe die U ngereim theiten indes nicht befriedigend auflösen können. W eiter habe der Beschw erdeführer die Frage, ob er die D rohungen den Behörden beziehungsw eise den vor O rt anw esenden internationalen O rganisationen gem eldet habe, verneint, obw ohl die KFO R fast jeden Tag im D orf patrouilliert habe. W äre der Beschw erdeführer tatsächlich in der geltend gem achten W eise bedroht w orden, so hätte er dies m it Sicherheit der KFO R gem eldet, um deren Schutzpflicht und w eitgehende Schutzfähigkeit in Anspruch zu nehm en. D iese U nterlassung sei nicht nachvollziehbar und w ürde die Zw eifel an den Vorbringen des Beschw erdeführers erhärten. 3.4 In der R echtsm itteleingabe w ird ausgeführt, der Beschw erdeführer habe im Kosovokrieg in der jugoslaw ischen Arm ee gedient. Er habe D rohbriefe erhalten, in w elchen er unter Todesandrohungen aufgefordert w orden sei, den Kosovo zu verlassen. Ferner sei er von einer G ruppe von Albanern angegriffen w orden. Entgegen der vorinstanzlichen Ansicht seien die Aus- führungen des Beschw erdeführers glaubhaft. D ie internationalen Kräfte im Kosovo w ürden den M inderheiten nur einen m inim alen Schutz gew ähren und sehr oft auf der Seite der Albaner stehen. 5 3.5 N ach der w eiterhin zutreffenden R echtsprechung der AR K ist die Flücht- lingseigenschaft glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. Vorbringen sind dann glaubhaft, w enn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in w esentlichen Punkten nicht w idersprüchlich sein oder der innern Logik ent- behren und auch nicht den Tatsachen oder der allgem einen Erfahrung w i- dersprechen. D arüber hinaus m uss der G esuchsteller persönlich glaubw ürdig erscheinen. G laubhaftm achen bedeutet ferner - im G egensatz zum strikten Bew eis - ein reduziertes Bew eism ass und lässt durchaus R aum für gew isse Einw ände und Zw eifel an den Vorbringen des G esuchstellers. Es ist auf eine objektivierte Sichtw eise abzustellen (vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der Ark in Entscheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 1993 N rn. 11 und 21, 1994 N r. 5 sow ie 1996 N rn. 27 und 28). 3.6 D er Beschw erdeführer m achte geltend, nachdem er und sein Bruder zw ei U nbekannte im D orf gesehen hätten, seien sie in den W ald geflohen und hätten sich anschliessend zur Ausreise entschlossen. Aufgrund der Akten ergibt sich, dass der Beschw erdeführer im Som m er 1999 aus dem M ilitär- dienst entlassen w urde und sich bis zur Ausreise, m ithin drei Jahre in seinem H eim atdorf aufgehalten hat. W ährend dieser Zeit w urde er laut seinen Angaben unter D rohungen zum Verlassen des Kosovos aufgefordert. In Anbetracht dieser zeitlichen Verhältnisse ist zum einen nicht nachvollziehbar, w eshalb der Beschw erdeführer so lange m it der Ausreise zugew artet hat. Zum andern ist nicht einsichtig, w eshalb ihn das blosse Erscheinen zw eier U nbekannter auf der Strasse in der N ähe seines H auses zur Flucht in den W ald und anschliessend zum Verlassen des H eim atlandes veranlasste. W eder den Akten noch der R echtsm itteleingabe sind diesbezüglich nachvollziehbare G ründe zu entnehm en. Es bestehen daher grundsätzlich Zw eifel an der G laubhaftigkeit der Vorbringen des Beschw erdeführers. D iese Zw eifel w erden durch unvereinbare Aussagen in w esentlichen Punkten der Asylbegründung des Beschw erdeführers und seines Bruders bestärkt. An- lässlich der kantonalen Anhörung gab der Beschw erdeführer zu Protokoll, 15 Tage vor der Ausreise hätten er und sein Bruder auf der Strasse unbekannte Personen gesehen, w orauf sie sofort die Flucht ergriffen und sich im W ald versteckt hätten. N ach einigen Stunden seien sie zurückgekehrt. Bis zur Ausreise hätten sie bei einer Tante übernachtet (vgl. A 7, S. 4 ff.). D em gegenüber erklärte der Bruder des Beschw erdeführers, dieser Vorfall habe sich rund elf Tage vor der Ausreise ereignet und sie hätten nur die erste N acht bei der Tante verbracht. D ie w eiteren N ächte hätten sie bei verschiedenen Leuten beziehungsw eise zu H ause geschlafen (vgl. N 431 740, A 7, S. 6 ff.). Vorliegend w idersprechen sich der Beschw erdeführer und sein Bruder einerseits hinsichtlich der Anzahl Tage, w elche zw ischen dem fluchtauslösenden Ereignis und der Ausreise liegen, andererseits betreffend ihren Aufenthaltsort bis zur Ausreise. Auch w enn zw ischen den Aussagen des Beschw erdeführers und seines Bruder lediglich eine D ifferenz von vier Tagen liegt und dem Bruder von fachärztlicher Sicht eine verm inderte Intelligenz attestiert w ird, so ist dennoch festzustellen, dass von ihnen erw artet w erden darf, dass sie ein so einfaches und einschneidendes 6 Erlebnis, w elches sie im m erhin zum Verlassen des H eim atlandes veranlasst hat, auch in zeitlicher H insicht übereinstim m end zu schildern verm ögen. D ies gilt insbesondere auch hinsichtlich des Aufenthaltsortes des Beschw erdeführers und seines Bruders vor der Ausreise. W eiter bringen der Beschw erdeführer und sein Bruder vor, sie hätten das H eim atland gleichentags verlassen und seien beide am 15. Juli 2002 in die Schw eiz eingereist, seien indes nicht zusam m en gereist. Es w ird indes ernsthaft bezw eifelt, dass der Beschw erdeführer und sein Bruder nicht m iteinander reisten. N am entlich schildern sie den R eisew eg sow ie insbesondere das verw endete Auto übereinstim m end. Ferner ist der Beschw erdeführer nicht in der Lage, einen überzeugenden G rund für die getrennte Fahrt anzugeben. Sodann verm ag der Beschw erdeführer m it dem blossen W iederholen seiner Vorbringen sow ie dem Festhalten an deren Tatsächlichkeit nicht subs- tanziiert dazutun, inw iefern die Vorinstanz zu U nrecht auf U nglaubhaftigkeit geschlossen hat. W eiter m acht der Beschw erdeführer geltend, sein H eim atdorf sei aus- schliesslich von Bosniaken bew ohnt gew esen und die KFO R habe fast täglich im D orf patrouilliert. Vor diesem H intergrund ist nur schw er vorstell- bar, dass sich albanische U nbekannte am helllichten Tag im D orf aufhielten, um gezielt den Beschw erdeführer und seinen Bruder zu bedrohen. Ferner ist nicht nachvollziehbar, w eshalb sich der Beschw erdeführer und sein Bruder nicht an die KFO R gew andt haben, dies um so m ehr, als ihr O nkel D orfvorsteher w ar und ihm in dieser Funktion ohne w eiteres zum utbar gew esen w äre, H ilfestellung seitens dieser O rganisation zu beantragen. Seit der Ausreise des Beschw erdeführers im Som m er 2002 hat sich sodann die Lage im Kosovo w esentlich verändert und stabilisiert. D ie inter-nationale Staatengem einschaft - in polizeilicher H insicht durch die Kosovo Forces (KFO R ) und den Kosovo Police Service (KPS), in zivil- und verw altungs- technischer H insicht durch die U N Interim Adm inistrative M ission in Kosovo (U N M IK) und den ihr untergeordneten Provisional Institutions of Self G overnm ent (PISG ) repräsentiert - übt nicht nur faktisch das G ew altm onopol im Kosovo aus, sondern hat auch die zivile Ver-w altung in m assgeblicher W eise übernom m en. D ie Bem ühungen der internationalen Staatenge- m einschaft sind zw ar bis heute nicht abgeschlos-sen und gelegentlich kom m t es zu Zw ischenfällen unter den Angehörigen der verschiedenen Ethnien. Insgesam t aber hat sich die Situation der ethnischen M inderheit der slaw ischen M uslim e (Bosniaken, G orani, Torbes) vorab in den Bezirken D ragash, Prizren, G jakove und Pej in den vergangenen Jahren - un- terbrochen allerdings durch die M ärz-U nruhen im Jahre 2004, von denen auch Prizren und U m gebung betroffen w aren - verbessert. Von einer gene- rellen, m ithin asylrelevanten Verfolgung be-ziehungsw eise Verdrängung der slaw ischen M uslim e aus diesen G ebieten durch die albanischstäm m igen Extrem isten und Separatisten kann som it nicht gesprochen w erden. Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen ergibt sich, dass der Beschw er- deführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D ie Vorinstanz hat dem nach das Asylgesuch zu R echt abgelehnt.7 4. 4.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichti- gen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw e- senheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 4.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D ritt- staat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 4.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 4.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidge- nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 4.5 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufent- halts- bew illigung, noch hat er einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). 4.6 D er Kosovo w ird zurzeit zu etw a 75 % von ethnischen Albanern bevölkert, die w eiteren 25 % der Bevölkerung stellen Angehörige verschiedener eth- nischer Volksgruppen. D ie Zahl der slaw ischen M uslim e w ird auf etw a 50'000 geschätzt. Sie unterscheiden sich von der M ehrheitsethnie durch ihre Sprache (serbokroatisch) und ihre religiös-kulturelle Zugehörigkeit, w obei die Sprach- und R eligionsgrenzen quer durch die einzelnen Ethnien verlaufen. G em äss den Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts hat sich die Sicherheitslage für die Angehörigen der genannten M inderheitsethnien seit den U nruhen im M ärz 2004 entspannt. D ie Spannungen m it den Kosovoalbanern konnten abgebaut w erden. D ie Bew egungsfreiheit der slaw ischen M uslim e ist grundsätzlich gew ährleistet, ebenso der Zugang zu 8 Schulen sow ie m edizinischen Versorgungseinrichtungen. D ie w irtschaftliche Situation sow ie die Arbeitsm arktlage sind für die Angehörigen aller Ethnien nach w ie vor als schw ierig zu bezeichnen. Sporadisch w erden slaw ische M uslim e aufgrund des G ebrauchs der serbokroatischen Sprache diskrim iniert oder gar bedroht. Selbst Schikanen bei Behördengängen können nicht ausgeschlossen w erden. Trotz dieser allenfalls auftretenden Benachteiligungen erachtet das Bundesverw altungsgericht den Vollzug der W egw eisung für slaw ische M uslim e aus dem Kosovo, die ihren letzten W ohnsitz vor der Ausreise in den Bezirken D ragash, Prizren, G jakovë oder Pejë hatten, als zum utbar (vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 2002 N r. 22 S. 177 ff.). D as Bundesverw altungsgericht trägt aber der besonderen Situation der Angehörigen der slaw ischen M uslim e dadurch R echnung, dass es die Beurteilung der Zum utbarkeit des Vollzugs im Einzelfall nach den R egeln der Individualprüfung vornim m t, w obei U nzum utbarkeit anzunehm en ist, w enn sich aus der persönlichen Situation ein zusätzliches - das heisst über die schw ierige Alltagslage der slaw ischen M uslim e hinausgehendes - individuelles G efährdungsindiz ergibt. Zusätzliche Indizien können sich zum Beispiel aus dem fehlenden Beziehungsnetz, der beruflichen oder fam iliären Situation oder w egen gesundheitlicher Schw ierigkeiten ergeben. 4.7 4.7.1 D er Beschw erdeführer gehört der Ethnie der slaw ischen M uslim e (Bosnia- ken) an und hatte vor der Ausreise seinen letzten W ohnsitz in C ._______, Bezirk D ._______. D em nach ist der Vollzug der W egw eisung grundsätzlich zum utbar. Indes ergibt sich aufgrund der Akten, dass der Beschw erdeführer nach seiner Einreise M itte Juli 2002 w egen Angstzuständen im N ovem ber 2002 von D r. m ed. E._______, FM H Psychiatrie & Psychotherapie, psychiat- risch untersucht w urde. Im ärztlichen Bericht vom 22. N ovem ber 2002 führte der Psychiater aus, entgegen der Angaben anlässlich der Befragung vom 19. Septem ber 2002 habe der Beschw erdeführer "nach beharrlichem Insistieren" geltend gem acht, er sei eigentlich in der G enietruppe zum M ineur ausgebildet w orden. Er habe m ehrfach, auch unter Feuer, M inen verlegt und eine Vielzahl von Toten gesehen, w as schrecklich gew esen sei. N ach der R ückkehr aus dem Krieg hätten die Bedrohungen von albanischer Seite begonnen. D ies habe er anlässlich der kantonalen Befragung verschw iegen, in der Annahm e, sein m ilitärisches Engagem ent in der serbischen Volksarm ee w ürde ihm im Zusam m enhang m it seinem Asylgesuch hinderlich sein. N achdem er den negativen Entscheid des Bundesam tes erhalten habe, habe er völlig die Kontrolle verloren, könne nicht m ehr schlafen und habe Albträum e. Schw eissgebadet, schreiend und m it H erzrasen w ache er auf. Er könne nicht m ehr richtig essen, habe keinen Appetit, er schw itze andauernd und fühle sich verfolgt. Zum klinisch-psychopathologischen Befund führte der Arzt aus, der Beschw erdeführer habe ein gepflegtes, etw as ärm liches Äusseres, habe ängstlich aufgerissene Augen und feinen Fingertrem or. W ährend der U ntersuchung w irke er unsicher, verängstigt, im Kontakt vorerst zurückhaltend, taue im Verlauf der U ntersuchung auf. Es gebe keinen Spontankontakt, der Beschw erdeführer gebe indes bereitw illig Auskunft. Es 9 w ürden keine Appellation, keine Klagsam keit und keine erkennbare Aggravation vorliegen. Er sei allseits orientiert, stim m ungsm ässig sei er offensichtlich nervös, bedrückt, depressiv. Psychom otorisch sei der Beschw erdeführer verflacht und verlangsam t, der Antrieb sei reduziert. D er form ale G edankengang sei geordnet, w enn auch zeitw eise etw as stockend. Inhaltlich w ürden die G edanken um das geschilderte Them a kreisen, Suizidideen und -absichten w ürden anklingen. D er Psychiater diagnostizierte eine generalisierte reaktive D epression m it latenter Suizidalität sow ie eine chronifizierte Angststörung m it Panikattacken im Sinne einer psychogenen Anpassungsstörung. Zur Beurteilung führte er aus, da der Beschw erdeführer in der jugoslaw ischen Arm ee gedient habe, habe er sich in den Augen der albanisch-m uslim ischen N ationalisten des Verrates schuldig gem acht. In Anbetracht dieses U m standes sow ie insbesondere des Ausm asses der Verängstigung w erde verständlich, w eshalb der Beschw erdeführer gegenüber den Schw eizer Behörden sein tatsächliches m ilitärisches Engagem ent verschw iegen habe. Auf jeden Fall sei der aktuelle Zustand des Beschw erdeführers solcherart, dass er dringend einer fachpsychiatrischen m edikam entösen und psychotherapeutischen Behandlung in seiner M uttersprache bedürfe. O hne entsprechende Behandlung m üsse m it einer akuten Verschlechterung und D ekom pensation gerechnet w erden, die G efahr eines Suizides sei nicht von der H and zu w eisen. 4.7.2 Im ärztlichen Bericht von D r. m ed. F._______, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. Februar 2004 w ird ausgeführt, der Beschw erdeführer leide unter D epressionen, intensiven Ängsten, psychom otorischer U nruhe, ständigem G efühl, bedroht zu sein, sow ie Albträum en. D en Beschw erdeführer beschrieb der Arzt als bew usstseinsklar, voll orientiert, innerlich sehr verspannt und ängstlich. Er habe starke Zukunftsängste geäussert, da er befürchte, in den Kosovo zurückgew iesen zu w erden. Er m ache den Eindruck einer einfach strukturierten Persönlichkeit. U nter dem Eindruck der Kriegserlebnisse im Kosovo sei er psychisch dekom pensiert. Vor diesem H intergrund diagnostizierte der Psychiater eine posttraum atische Belastungsstörung nach Kriegserlebnissen. D er Beschw erdeführer w erde seit Juli 2003 m edikam entös und psychotherapeutisch behandelt. O hne Behandlung sei die Prognose gegenw ärtig und zukünftig sehr schlecht. Aus psychischen G ründen sei die R eisefähigkeit nicht gegeben. D ie R ückkehr in den Kosovo w ürde zu einer vollen psychischen D ekom pensation führen, suizidale H andlungen seien nicht auszuschliessen. 4.7.3 N ach den Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts ist die m edizini- sche Versorgungslage im Kosovo generell prekär. D er Zugang zur G e- sundheitsversorgung ist durch Kapazitätsproblem e, w eite D istanzen und die m angels Existenz eines Krankenversicherungssystem s hohen Kosten nur eingeschränkt gew ährleistet. D ies trifft besonders auf die Behand- lungsm öglich-keiten von psychischen Erkrankungen (insbesondere bei posttraum atischen Belastungsstörungen) zu, bei w elchen sich die öffentliche G rundversorgung auf m edikam entöse Behandlungen beschränkt und kaum sozio- oder psychotherapeutische Behandlungen durchgeführt w erden. D ie 10 Behandlungszentren für psychische Krankheiten (C om m unity M ental H ealth C entres) fokussieren sich w eitgehend auf die R ehabilitierung chronisch und schw er erkrankter - nicht an posttraum atischen Belastungsstörungen leidender - Personen. Insgesam t lässt sich ein M angel an kom petentem Fachpersonal - insbesondere an ausgebildeten Psychiatern - und eine beschränkte Zahl geeigneter m edizinischer Einrichtungen feststellen, w as aufgrund des gesteigerten Bedürfnisses der Bevölkerung an Behandlungen von psychischen Erkrankungen akute Kapazitätsproblem e zur Folge hat. Zw ar hat das BFM in Zusam m enarbeit m it der Psychiatrischen Klinik Basel in Pristina die Intensive Psychiatric C are U nit (IC PU ) eingerichtet, an w elcher psychisch schw er kranke Patienten behandelt w erden können. Trotz diesen zusätzlichen Strukturen beurteilen nichtstaatliche O rganisationen (N G O 's) seit 2004 bis zum heutigen Zeitpunkt insgesam t die Behandelbarkeit schw erer und chronischer psychischer Krankheiten nicht als ausreichend, dies insbesondere bei notw endiger individueller Psychotherapie (vgl. SFH , D ie m edizinische Versorgungslage in Kosovo, U pdate vom 24. M ai 2004, S. 9 ff. und 16 ff.; U N H C R , U N H C R Position on the C ontinued International Protection N eeds of Individuals from Kosovo [M arch 2005], Ziff. 10 ff. und 18; H AN S W O LFG AN G G IER LIC H S, Zur psychiatrischen Versorgung im Kosovo: in Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik 2006, N r. 8, S. 277; U K H om e O ffice, O perational G uidance N ote, R epublic of Serbia [including Kosovo], 12. Februar 2007, Ziff. 4.4; U nited N ations Kosovo Team , Initial O bservations on G aps in H ealth C are Services in Kosovo [January 2007], Ziff. III). 4.7.4 Vorliegend steht fest und w ird auch vom Bundesam t nicht bestritten, dass der Beschw erdeführer w ährend des Kosovo-Krieges M ilitärdienst geleistet hat. D iesbezüglich hält die Vorinstanz dem Beschw erdeführer in der Ver- nehm lassung vor, er habe unvereinbare Aussagen zu seiner Funktion w ährend des Kriegsdienstes gem acht. Aufgrund der Akten ist festzustellen, dass der Beschw erdeführer anlässlich der kantonalen Anhörung zunächst aussagte, er habe bei den G enietruppen D ienst geleistet (vgl. A7, S. 4). Im Verlauf der Anhörung verneinte er die Frage, ob er an Kam pfhandlungen teilgenom m en habe. Er habe in der Küche gearbeitet. D er von der Vorinstanz festgestellte W iderspruch besteht offensichtlich. D ie Ausführungen im ärztlichen Zeugnis von D r. m ed. E._______ vom 22. N ovem ber 2002, w eshalb der Beschw erdeführer seine tatsächliche Tätigkeit nicht offen gelegt habe, sind nicht ohne w eiteres von der H and zu w eisen. Indes kann es vorliegend letztlich offen bleiben, in w elcher Funktion der Beschw erdeführer Kriegsdienst geleistet hat. In den Augen der Albaner hat der Beschw erdeführer w ährend des Krieges D ienst für die jugoslaw ische Arm ee geleistet und sich dam it in jedem Fall gegen die albanische Bevölkerung gestellt. Allein dieser U m stand verm ag ohne w eiteres die U rsache für die diagnostizierte D epression bilden, ohne dass jedoch dadurch die geltend gem achte Verfolgung glaubhaft gem acht w orden w äre (vgl. E. 3.6). Vor diesem H intergrund ist m it den Fachärzten nicht auszuschliessen, dass die beim Beschw erdeführer von zw ei unabhängigen Psychiatern diagnostizierte posttraum atische Belastungsstörung bei einer R ückkehr in den H eim atstaat zu einer D ekom pensation und allenfalls einem Suizid führen könnte. Sodann 11 ist der Beschw erdeführer nach übereinstim m ender Ansicht beider Psychiater auf eine angem essene m edikam entöse und fachärztliche Behandlung angew iesen. W ie vorstehend dargelegt, ist eine solche im Kosovo kaum gew ährleistet. H inzu kom m t, dass die Inanspruchnahm e einer psychiatri- schen Behandlung im H eim atland voraussetzt, dass der Betroffene auf ein bestehendes soziales Beziehungsnetz zurückgreifen kann, w elches ihm bei der R eintegration und der psychiatrischen Behandlung hilfreich zur Seite stehen kann. Aufgrund der Akten ergibt sich, dass die Eltern (C -Bew illigung), der Bruder G ._______. (C -Bew illigung) und eine Schw ester (B-Bew illigung) des Beschw erdeführers in Zürich leben. Ferner w ird der Bruder H ._______. des Beschw erdeführers m it heutigem U rteil des Bundesverw altungsgerichts w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs in der Schw eiz vorläufig aufgenom m en. Abgesehen von einem O nkel, einer Tante und ihren Fam ilien sow ie den G rosseltern m ütterlicherseits, lebt von den nächsten Verw andten des Beschw erdeführers nur noch der Bruder I._______ im H eim atland. O b dieses soziale U m feld ein tragfähiges Beziehungsnetz für den psychisch kranken Beschw erdeführer bildet und ihm bei einer R eintegration die zw eifellos erforderliche U nterstützung gew ähren könnte, ist m ehr als fraglich. H inzu kom m t, dass es aufgrund der nach w ie vor allgem ein sehr schw ierigen w irtschaftlichen Lage im Kosovo für den Beschw erdeführer, w elcher zw ar über eine Ausbildung als M aschinenführer verfügt, sehr schw ierig, w enn nicht ausgeschlossen sein w ird, eine Anstellung zu finden und sich dam it eine w irtschaftliche G rundlage zu schaffen. Erschw erend w irkt dabei der U m stand, dass der Beschw erdeführer der Ethnie der slaw ischen M uslim e angehört. Bereits vor der Ausreise konnte der Beschw erdeführer keine feste Anstellung finden, sondern w ar im kleinen landw irtschaftlichen Betrieb der Fam ilie tätig und half bei Verw andten aus. D em gegenüber ist davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer hier in der Schw eiz, nebst der fachärztlichen Betreuung, die notw endige persönliche w ie m aterielle U nterstützung von seinen Verw andten erhält. 4.7.5 D em Beschw erdeführer ist es m ithin aufgrund seiner schw eren psychischen Erkrankung, der allgem ein schw ierigen m edizinischen Situation im Kosovo und des fehlenden Beziehungsnetzes nach Auffassung des G erichts nicht zuzum uten, in seinen H eim atstaat zurückzukehren, zum al sich aus den Akten auch keine H inw eise auf das Vorliegen von Ausschlussgründen im Sinne von Art. 14a Abs. 6 AN AG ergeben. 5. D ie drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung (U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit, U nm öglichkeit) sind alternativer N atur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als un- durchführbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. hinsichtlich der Alternativität der Vollzugshindernisse die w eiterhin zutref- fende Praxis in EM AR K 2006 N r. 6 E. 4.2. S. 54 f., 2001 N r. 1 E. 6a S. 2). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e durch die Vor- instanz steht den (ab- und w eggew iesenen) Asylgesuchstellern w iederum die 12 Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht offen (vgl. Art. 105 Abs. 1 AsylG i.V.m . Art. 44 Abs. 2 AsylG ), w obei in jenem Verfahren säm tliche drei Vollzugshindernisse von Am tes w egen nach M assgabe der dannzum al herrschenden Verhältnisse (vgl. EM AR K 1997 N r. 27 S. 205 ff.) erneut zu prüfen sind. D a das Bundesverw altungsgericht vorliegend den Vollzug der W egw eisung als unzum utbar erachtet, ist auf eine Prüfung der zw ei anderen Vollzugshindernisse zu verzichten. 6. Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass das Bundesam t zu R echt festge- stellt hat, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, das Asylgesuch abgelehnt und die W egw eisung verfügt hat. D em gegenüber erw eist sich der angeordnete Vollzug der W egw eisung als nicht zum utbar. D ie Verfügung der Vorinstanz vom 3. O ktober 2002 ist dem nach betreffend die Ziffern 4 und 5 des D ispositivs aufzuheben und das BFM anzuw eisen, den Beschw erdeführer in der Schw eiz vorläufig aufzunehm en. 7. 7.1 D er Beschw erdeführer beantragt die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege. G em äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird von der Erhebung von Verfahrenskosten abgesehen, w enn der Beschw erdeführer nicht über die erforderlichen M ittel verfügt und sein Begehren nicht aussichtslos erscheint. Aufgrund der Akten ergibt sich, dass der Beschw erdeführer bedürftig ist und die R echtsm itteleingabe im Zeitpunkt ihrer Einreichung nicht als aussichtslos zu bezeichnen w ar. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG ist daher gutzuheissen. D em Beschw erdeführer sind som it keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 7.2 O bsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erw achsenen notw endigen Kosten (Art. 64 Abs. 1 Vw VG , Art. 7 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2] i.V.m . Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G ). O bsiegt die Partei nur teilw eise, so ist die Parteientschädigung entsprechend zu kürzen (Art. 16 Abs. 2 VG KE). D er Vertreter des Beschw erdeführers hat eine Kostennote vom 9. M ai 2007 in der H öhe von Fr. 795.-- zu den Akten gereicht. Er w eist in seiner R echnung einen zeitlichen Aufw and von 5,25 Stunden und keine Barausla- gen aus. D er zeitliche Aufw and erscheint in Anbetracht dessen, dass die Beschw erdeschrift nur gerade zw eieinhalb Seiten um fasst, die nachfolgende Korrespondenz identisch ist m it derjenigen den Bruder des Beschw er- deführers betreffend und derselbe Arzt m it der Ausstellung des Arztzeug- nisses beauftragt w urde, als zu hoch. Es rechtfertigt sich daher, den zeitli- chen Aufw and auf 3 Stunden zu kürzen. In Anw endung von Art. 8, 9 und 11 VG KE sow ie unter Berücksichtigung des Stundenansatzes von Fr. 150.-- ist die Parteientschädigung für den Vertreter daher auf Fr. 450.-- festzusetzen und ausgehend von einem hälftigen O bsiegen auf Fr. 225.-- zu reduzieren. 13 D as BFM ist anzuw eisen, diesen Betrag dem Beschw erdeführer als Parteientschädigung auszurichten. (D ispositiv nächste Seite)14 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit den Vollzug der W egw eisung betreffend; w eitergehend w ird sie abgew iesen. 2. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführer vorläufig aufzunehm en. 3. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege w ird gutge- heissen. 4. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 5. D as BFM w ird angew iesen, dem Beschw erdeführer eine Parteientschädi- gung von Fr. 225.-- auszurichten. 6. D ieses U rteil geht an: - Beschw erdeführer durch Verm ittlung seines Vertreters, 2 Expl. (einge- schrieben) - BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.- N r. N _______) - B._______ D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Beat W eber Barbara Balm elli Versand am :