Steuerrekursgericht des Kantons Zürich 1. Abteilung 1 DB.2010.222 1 ST.2010.311 Entscheid 29. Juni 2011 Mitwirkend: Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael Ochsner und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli In Sachen 1. A, 2. B, Beschwerdeführer/ Rekurrenten, vertreten durch Altorfer Duss & Beilstein AG, Walchestrasse 15, 8006 Zürich, gegen 1. Schweizerische Eidgenossenschaft, Beschwerdegegnerin, 2. Staat Zürich, Rekursgegner, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Konsum, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Direkte Bundessteuer 2007 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2007 - 2 - 1 DB.2010.222 1 ST.2010.311 hat sich ergeben: A. A (nachfolgend der Pflichtige) war All einaktionär der C AG, der D AG und der E AG. Mit Vertrag vom 2. Mai 2007 verkaufte er die C AG für Fr. 3'889'145.- an die F AG. In Ziff. 8 vereinbarten die Parteien ein Konkurrenzverbot z ulasten des Pflichtigen für eine Dauer von fünf Jahren ab Abschluss des Vertrags, unter Konventionalstrafe von Fr. 800'000.-. Am 7. Mai 2007 verkaufte der Pflichtige zudem die D AG an einen anderen Käufer. Mit Auflage vom 28. September 2009 verlangte der Steuerkommissär für die Steuerperiode 2007 Unterlagen in Bezug auf die Verkäufe, welc he in der Folge einge- reicht wurden. Im Einschätzungsentscheid vom 19. April 2010 kam er zum Schluss, dass ein Teil des Kaufpreises eine Entschädigung für das Konkurrenzverbot und damit steuerbar sei, und zwar in Höhe der Konventionalstrafe von Fr. 800'000.-. Entspr e- chend rechnete er diesen Betrag dem Ei nkommen hinzu und schätzte den Pflichtigen und seine Ehefrau B für die Staats- und Gemeindesteuern 2007 folgendermassen ein: Einkommen Vermögen Fr. Fr. steuerbar 917'000.- …. - satzbestimmend 936'000.- …. -. Für die direkte Bundessteuer 2007 stellte er gleichentags die Veranlagung mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 935'500.- in Aussicht. Die Veranlagungsverfü- gung/Steuerrechnung wurde am 3. Mai 2010 versandt. B. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 17. Mai 2010 Einsprachen mit dem Antrag, sie gemäss Steuererklärung einzuschätzen. Das kan tonale Steueramt wies diese am 10. September 2010 ab. - 3 - 1 DB.2010.222 1 ST.2010.311 C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 7. Oktober 2010 (berichtigt am 11. Okto- ber 2010) beantragten die Pflic htigen, sie für die direkte Bundessteuer mit einem steu- erbaren Einkommen von Fr. 135'500.- und für die Staats - und Gemeindesteuern mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 117'500.- (satzbestimmend Fr. 136'200.-) ein- zuschätzen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz. Beim Kaufpreis für die C AG handle es sich vollumfänglich um einen steuerfreien pr ivaten Kapitalgewinn. Das kantonale Steueramt beantragte in seiner Rekurs -/Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2010 die Erhöhung der Einsc hätzung für die Staats - und Gemeinde- steuern auf ein steuerbares Einkommen von Fr. …. - (satzbestimmend Fr. …. -) und für die direkte Bundessteuer auf ein steuerbares Einkommen von Fr. …. -. Darin hielt es in Bezug auf das Konkurrenzverbot an der bisherigen Beurteilung fest. Neu beantragte es die Aufrechnung eines BVG -Einkaufs von Fr. 250'000.-, da das Brutto gehalt 2007 des Pflichtigen überhöht und damit der auf dieser Grundlage erfolgte Einkauf in die Pens i- onskasse rechtsmissbräuchlich gewesen sei. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) liess sich nicht vernehmen. Die Pflichtigen hielten in der Replik vom 14. Dezember 2010 und das kantona- le Steueramt in seiner Duplik vom 11. Januar 2011 an ihren Anträgen fest. Mit Verfügungen vom 2. Februar und 4. Mai 2011 wurde den Pflichtigen Frist angesetzt, um diverse Unterl agen in Bezug auf die streitigen Punkte einzureichen. Am 1. April und 24. Mai 2011 reichten diese entsprechende Unterlagen ein und verzichte- ten schliesslich auf den Abzug der Einkaufsleistung in die 2. Säule von Fr. 250'000.-. Das kantonale Steueramt nahm hierzu am 21. April und 6. Juni 2011 Stellung. Die Kammer zieht in Erwägung: 1. Die bisherigen Steuerrekurskommissionen sind per 1. Januar 2011 zum Steuerrekursgericht mutiert (vgl. §§ 112 - 118a und §§ 147 - 153 des Steuergesetzes in der alten und neuen Fassung vom 8. Juni 1997 bzw. 13. September 2010, StG). Das vorliegende, noch bei der Steuerrekurskommission II eingegangene Geschäft ist - 4 - 1 DB.2010.222 1 ST.2010.311 als Folge dieser Änderung der 1. Abteilung des Steuerrekursgerichts zugeteilt worden und wird unter den Geschäftsnummern 1 ST.2010.311 und 1 DB.2010.222 weiterg e- führt. 2. a) Gemäss Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes- steuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 16 Abs. 1 StG unterliegen der Einko m- menssteuer alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte mit Ausnahme der Kapi- talgewinne aus der Veräuss erung von Privatvermögen. Steuerbar sind nach Art. 23 lit. c DBG bzw. § 23 lit. c StG auch Entschädigungen für die Aufgabe oder Nichtaus übung einer Tätigkeit. Darunter fallen insbesondere Entschädigungen für die Verpflichtung zu einem Konkurrenzverbot (Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, N 36 zu Art. 23; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 23 N 4 5 DBG und Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuerge setz, 2. A., 2006, § 23 N 44 StG; Zigerlig/Jud, in: Kommentar zu Sc hweizerischen Steuerrecht, Band I/2 a, 2. A., 2008, Art. 23 N 15 a). Steuerfrei sind dagegen die Kapitalgewinne aus der Veräusserung v on beweglichem Privatvermögen (Art. 16 Abs. 3 DBG; § 16 Abs. 3 StG). So lche ergeben sich dadurch, dass der Mehrwert eines (obligatorischen oder dinglichen) Vermögensrechts beim Ausscheiden aus dem Vermögen der bisher berechtigten Person durch Umwandlung in ein (auch wirtschaftlich betrachtet) anderes Vermögensrecht realisiert wird (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 16 N 152 DBG und § 16 N 118 StG). b) Nach allgemeiner Beweislastregel haben die Steuerbehörden den Nac h- weis zu erbringen, dass ein Steuerpflichtiger bestimmte Einkünfte erzielt hat, da es sich hierbei um einen steuerbegründenden Umstand handelt. Der Nachweis eines Verm ö- genszuflusses begründet sodann die natürliche Vermutung, dass dieser steuerbares Einkommen darstellt. Die Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet werden, indem er den Gegenbeweis erbringt, dass nämlich die zugeflossenen Einkünfte kein steuerbares Einkommen darstellen (wie z.B. Vorliegen eines steuerfreien Kapitalge- winns aus der Veräusserung beweglichen Privatvermögens). Das Risiko der Beweisl o- sigkeit liegt somit hinsichtlich jener Tatsachen, aus de nen sich die Nichtsteuerbarkeit einer Einkunft ergibt, beim Steuerpflichtigen. - 5 - 1 DB.2010.222 1 ST.2010.311 c) Nach dem Gesagten obliegt den Pflichtigen der Nachweis, dass es sich beim Kaufpreis ausschliesslich um einen steuerfreien Kapital gewinn handelt, d.h. dass der streitbetroffene Kaufpreis ausschliesslich für die C AG geleistet wurde. aa) Die Frage beurteilt sich in erster Linie nach dem Inhalt des Vertrags. Sofern und soweit der Inhalt eines Ver trags streitig ist, ermittelt der Richter durch Auslegung dieser Vertragsbestimmung den vereinbarten Inhalt (Gauch/Schluep/Schmid/Emmen - egger, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemei ner Teil, Band I, 9. A., 2008, Rz 1196). Das Ziel der richterlichen Vertragsausl egung besteht in der Feststellung des übereinstimmenden wirklichen Willens, den die Parteien ausdrücklich oder stillschwei- gend erklärt haben (subjektive Auslegung). In vielen Einzelfällen lässt sich der überei n- stimmende wirkliche Wille der Partei en indes nicht mehr mit Sicherheit feststellen. Al s- dann muss der Richter sich damit begnügen, durch objektivierte Auslegung den Vertragswillen zu ermitteln, den die Parteien mut masslich gehabt haben. Hierbei hat er das als Vertragswillen anzusehen, was ver nünftig und redlich korrekt handelnde Par- teien unter den gegebenen (auch persönlichen) Umstän den durch die Verwendung der auszulegenden Worte oder ihr sonstiges Verhalten ausg edrückt und folglich gewollt haben würden (Gauch/Schluep/Schmid/Emmenegger , Rz 1200 f.; Wolfgang Wiegand, in: Basler Kommentar, 4. A, 2007, Art. 18 N 13 OR). Primäres Aus legungsmittel ist dabei der Wortlaut der vertraglichen Vereinbarungen. Hierbei ist auch das systemati- sche El ement zu berücksichtigen. Der einzelne Ausdruck ist im Zusammenhang, in dem er steht, als Teil des Ganzen aufzufassen (Gauch/Schluep/Schmid/Emmenegger , Rz 1206 ff.; Wiegand, Art. 18 N 24 OR). Als ergänzen des Auslegungsmittel sind die Umstände (wie Ort, Zeit und ande re Begleitumstände des Vertragsabschlusses, das Verhalten der Parteien vor und nach dem Vertragsabschluss sowie die Interessenlage der Parteien beim Vertragsabschluss und der sich daraus ergebende Vertragszweck) zu berücksichtigen. Dabei ist indes zu beachten, dass dem Wortlaut im Verhältnis zu den ergänzenden Auslegungsmitteln insoweit Vorrang zukommt, als immer dann, wenn die übrigen Auslegungsmittel, insbesondere der Vertragszweck, nicht sicher einen an- deren Schluss erlauben, es beim Wortlaut sein Bewenden haben muss (Gauch/Schlu- ep/Schmid/Emmenegger, Rz 1220 ff.; Wiegand, Art. 18 N 18 OR). Im Sinn von allge- meinen Auslegungsregeln hat der Richter sich geistig in die Zeit des Vertragsab- schlusses zurückzuversetzen und sich in die damalige Lage der vertragsschliessenden Parteien hineinzudenken. Er hat zwar vom Wortlaut als primärem Auslegungsmittel auszugehen; er darf jedoch nicht beim buchstäblichen Sinn der verwendeten Worte haften bleiben, sondern hat den wirklichen (zumindest aber den mut masslichen) Willen - 6 - 1 DB.2010.222 1 ST.2010.311 der Parteien zu erforschen. Im Sinn einer ganz heitlichen Auslegung ist die ei nzelne Vertragsbestimmung unter Mitberücksichtigung des Vertragsganzen auszulegen. bb) Der Wortlaut des Aktienkaufvertrags vom 2. Mai 2007 spricht für die Sachdarstellung der Pflichtigen. In Ziff. 1 und 2 des Vertrags werden Kauf gegenstand und Kaufpreis festgesetzt. Der Kaufpreis für die Aktien setzt sich gemäss Ziff. 2 z u- sammen aus einem Basiskaufpreis für den Substanzwert der Gesel lschaft per 31. Mai 2007 und einer fixen Entschädigung des Goodwills. Der Goodwill für 100% der Aktien wurde auf Fr. 3'200'000.- festgesetzt (Ziff. 2.2), der Substanzwert gemäss A nhang 2 zum Vertrag auf Fr. 689'145.-. Die Zahlung für den Goodwill hat am Datum des Ver- tragsvollzugs zu erfolgen, diejenige des Basiskaufpreises spätestens am 31. A u- gust 2007. Das Konkurrenzverbot wird nicht erwähnt. Damit ist festzustellen, dass im Kaufpreis formell keine Entschädigung für das Konkurrenzverbot ausgeschieden wor- den ist. Nach dem Wortlaut des Vertrags handelt es sich demnach beim Kaufpreis ausschliesslich um eine Gegenleistung für den Kaufgegenstand. Aus den Detailbestimmungen im Zusammenhang mit dem Konkurrenzverbot ergibt sich nichts anderes: In Ziff. 8.1 des Vertrags verpflic htete sich der Pflichtige, für eine Dauer von fünf Jahren seit Abschluss des Vertrags die Gesellschaft weder direkt noch indirekt zu konkurrenzieren, d.h. sich weder direkt noch indirekt an einem Konkur- renzunternehmen zu beteiligen oder als Angestellter, Berater oder Mitglied des Verwal- tungsrats für ein solches Unternehmen tätig zu sein oder selber eine konkurrenzieren- de Tätigkeit aufzubauen oder auszuüben; davon ausgenommen waren die beiden Betriebe seiner übrigen Gesellschaften. Das Konkurrenzverbot bezog sich örtlich auf einen Umkreis von einem Kilometer um den bestehenden Geschäftsbetrieb. Gemäss Ziff. 8.2 schuldete der Pflichtige bei Verletzung des Konkurrenzverbots eine Konventi o- nalstrafe von Fr. 800'000.-. Die Konventionalstrafe war für jede einzelne Verletzung des Konkurrenzverbots geschuldet, und die Bezahlung der Konventiona lstrafe befreite nicht von der Einhaltung des Konkurrenzverbots. Weiter war die Geltendmachung wei- tergehenden Schadenersatzes vorbehalten, und die Käuferin war berechtigt, neben der Leistung der Konventionalstrafe und dem Ersatz weiteren Schadens die unmi ttelbare Beseitigung des vertragswidrigen Zustands zu verlangen. Darin ist keine Entschädigung für das Konkurrenzverbot zu erkennen: Mit ei- ner Konventionalstrafe verpflichtet sich der Schuldner zur Erbringung einer Leistung für den Fall, dass er eine bestimmte Schuld nicht richtig erfüllt (Gauch/Schluep/ - 7 - 1 DB.2010.222 1 ST.2010.311 Schmid/Emmenegger, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemei ner Teil, Band II, 9. A., 2008, Rz 3783). Sie dient der Sicherstellung der richtigen Erfüllung der Haupt- schuld; daneben bezweckt sie aber auc h einen wirtschaftlichen Ausgleich für Nachteile der Nicht- oder Schlechterfüllung der Primärverpflichtung. Ihre Funktion ist die Scha d- loshaltung des Gläubigers der nicht oder nicht gehörig erfül lten Hauptleistung und die Verbesserung der Gläubigerstellung durch Befreiung vom Scha densnachweis. Sie ist vor allem angebracht, wenn der Schaden schwer bestimmbar wäre oder bei einer ne- gativen Leistung. Im Weitern kann sie einen Strafzweck verfol gen (Felix R. Ehrat in: Basler Kommentar, 4. A., 2007, Art. 160 N 1). Daraus ergibt sich, dass bei der B e- stimmung der Höhe der Konventionalstrafe unter Umständen an dere Überlegungen im Spiel sein können als der Wert der damit abgesicherten Hauptleistung. Soll eine Ko n- ventionalstrafe einen pönalen Charakter haben, wird sie z weckmässigerweise über dem Wert der unter Strafe gestellten Handlung angesetzt. Umgekehrt kann es aber auch sein, dass dem Verpflichteten die angedrohten Folgen schlechterdings gleichgül- tig sind, da er sich von vornherein nicht mit dem Gedanken trägt, die unter Strafe ge- stellte Hauptpflicht zu verletzen. Es kann damit auch keine natürliche Vermutung be- stehen, dass die mit einer Konventionalstrafe abgesicherte Verpflic htung immer auch entschädigt worden sein muss. cc) Das kantonale Steueramt macht sinngem äss geltend, dass es sich bei der Vereinbarung der Konventionalstrafe um eine verdeckte Entschädigung für das Kon- kurrenzverbot handelt, indem sie im Fall der Verletzung zurückzuzahlen sei. Diese Auslegung findet aber im Wortlaut der Regelung keine Stütze. Es wäre demnach am kantonalen Steueramt gelegen, eine solche Abrede anhand der weiteren Umstände aufzuzeigen. Solche weitere Umstände lagen bei den vom kantonalen Steueramt angeführ- ten Entscheiden vor. Im Fall VGr, 27. August 2003, SB.2002.00079 verkaufte der Steuerpflichtige eine Beteiligung und schloss gleichzeitig als Bestandteil des Kaufve r- trags einen Arbeitsvertrag mit der Käuferin ab mit umfassendem Konkurrenzverbot. Als Kaufpreis erhielt er einen von der tatsächlichen Beteiligungsquote abweichenden höhe- ren Betrag. Damit lagen aktenkundige Hinweise auf eine Entschädigung für eine z u- sätzliche Leistung vor und rechtfertigte es sich damit, dem Steuerpflichtigen den G e- genbeweis aufzuerlegen. Das Bundesgericht bestätigte diesen Entscheid, wobei es ebenfalls die Ungleichbehandlung der Verkäufer bezüglich des Kaufpreises als Aus- gangspunkt nahm und feststellte, dass daraus ohne Willkür geschlossen werden kön-- 8 - 1 DB.2010.222 1 ST.2010.311 ne, dass noch andere Gegenleistungen abgegolten worden seien (BGr, 16. Juni 2005, 2P.269/2003). Weiter hat das Steuerrekursgericht kürzlich in einem Fall auf eine steu- erbare Entschädigung für ein Konkurrenzverbot entschieden, in welchem zwar keine ausdrückliche Entschädigung vereinbart worden war, indessen 20% des Kaufpreises erst zwei Jahre nach Zustandek ommen des Vertrags fällig wurden und zwar nur unter der Voraussetzung, dass ein Konkurrenzverbot eingehalten worden war. Die Verlet- zung des Konkurrenzverbots hätte demnach die Käuferin von der Bezahlung der letz- ten Tranche des Kaufpreises befreit, während der Verkauf gleichwohl vollzogen gew e- sen wäre. Folglich war diese letzte Tranche des Kaupreises im Ergebnis nicht als Kaufpreiszahlung, sondern vielmehr als Entschädigung für die Einhaltung eines ver- traglichen Konkurrenzverbots zu würdigen (StRG, 4. Februar 2011, 1 DB.2010.235/ 1 ST.2010.330). Solche Umstände liegen hier aber nicht vor, erfolgte doch insbesondere keine gestaffelte, insbesondere von der Einhaltung des Konkurrenzverbots abhängige Auszahlung des Kaufpreises, sondern war dieser Zug um Zug gegen Vornahme der üblichen Übertragungshandlungen zu leisten. Nichts zu seinen Gunsten ablei ten kann das kantonale Steueramt schliesslich aus dem angerufenen Entscheid des Bundesge- richts vom 24. Januar 2005 (= StE 2005 B 26.3 Nr. 6), da dort eine Entschädi gung für ein Konkurrenzverbot ausdrücklich vereinbart worden war. Dieser Fall ist mit dem vor- liegenden nicht vergleichbar. Allfällige weitere Hinweise wären etwa in der Zusammensetzung des Kauf- preises zu finden. Die Berechnungsgrundlagen für den Sub stanzwert sind im Vertrag detailliert festgehalten; daraus ist keine Entschädigung für das Konkurrenzverbot er- sichtlich. Hingegen fehlen Anhaltspunkte, wie die Vertragsparteien den Goodwill er- rechnet haben. In der Rekurs -/Beschwerdeschrift führen die Pflichtigen hierzu ledi glich aus, dass sie bei der Ermittlung des Verkaufspreises eine Ertragswertberechnung er- stellt hätten und auf einen Ertragswert von Fr. 4,67 Mio. gelangt wären. Weil der Akti- enkaufpreis letztlich unter unabhängigen Dritten ausgehandelt worden sei, sei ihre i n- terne Berechnung aber nicht relevant. Die Käuferin ihrerseits habe den Ertrags wert aufgrund einer DCF-Methode ermittelt; ihre Berechnungen habe sie den Pflichtigen indessen nicht offengelegt. Die interne Berechnung der Pflichtigen zeigt einen Ertragswert von Fr. 4'671'746.- und einen Substanzwert von Fr. 697'237.-, woraus sie einen Unterneh- menswert (Mittel von 2 x Ertragswert und 1 x Substanzwert) von Fr. 3'346'909.- ermit- telten. Vergleicht man diese Werte mit dem effektiv bezahlten Verkaufspr eis (Su b-- 9 - 1 DB.2010.222 1 ST.2010.311 stanzwert Fr. 689'145.-, Goodwill Fr. 3'200'000. -, kumuliert Fr. 3'889'145.-), so ergibt sich ein Mehrerlös von Fr. 542'236. -. Immerhin liegt aber der Erlös noch erheblich un- ter dem errechneten Ertragswert; zudem vermag die von den Pflichtigen ange wandte "Praktikermethode" nicht zu überzeugen, wenn – wovon hier auszugge hen ist – der Betrieb weitergeführt wird. Insgesamt lässt der Preis keine klare Auss age in die eine noch in die andere Richtung zu und stellt damit – da das kantonale Steueramt bewei s- belastet ist – keinen schlüssigen Hinweis auf eine zusätzliche Entschädigungs leistung dar. Gegen eine solche Leistung spricht ein Blick auf die weiteren Umstände bei Vertragsabschluss. Der Pflichtige war zu diesem Zeitpunkt bereits 61 Jahre alt und näherte sich damit dem üblichen Pensionsalter. Am 7. Mai 2007 verkaufte er auch die D, was klar auf die Absicht hindeutet, das berufliche Engagement zu reduzieren. U nter diesen Umständen war aber nicht wirklich zu erwarten, dass er sogleich wieder Geld, Zeit und Arbeitskraft in den Aufbau einer neuen, konkurrenzierenden Unternehmung investieren würde. Hierzu hätte zuerst wieder ein Standort gefunden werden müssen, zudem war auch mit einer Anlaufzeit bis zum Erreichen der Gewinnzone zu rechnen. Eine Beurteilung aufgrund seiner persönlichen Situation lässt es deshalb als ziemlich unwahrscheinlich erscheinen, dass das Konkurrenzverbot für ihn überhaupt eine B e- lastung darstellte. Die Käuferin liess zudem bestätigen, dass sie eine Reihe von Be- trieben dieser Art erworben und solche Konkurrenzverbots-Klauseln standardmässig in die Verträge aufgenommen habe. d) Insgesamt haben die Pflichtigen damit den Nachweis erbracht, dass die Kaufpreiszahlung keine Entschädigungskomponente für das Konkurrenzverbot enthielt. Bestehende Unklarheiten in Bezug auf die Kaufpreisbestimmung sowie die Konventi o- nalstrafe allein vermögen diesen Nachweis nicht in Frage zu stellen . Das kantonale Steueramt hat seine gegenteilige Auffassung nicht nachzuweisen vermocht, weshalb die Rechtsmittel in diesem Punkt gutzuheissen sind. 3. Der Pflichtige hat 2007 Fr. 250'000.- in die Pensionskasse des Schweizer i- schen H einbezahlt und diesen Betrag in der Steuererklärung vom Einkommen abge- zogen. In der Rekurs -/Beschwerdeantwort beantragte der Steuerkom missär, diesen Einkauf nicht zum Abzug zuzulassen, da der Pflichtige gemäss eigener Sachdarstel- lung in der Beschwerde-/Rekursschrift seine Erwerbstätigkeit mit dem Verkauf seiner - 10 - 1 DB.2010.222 1 ST.2010.311 beiden Gesellschaften aufgegeben habe und der Lohnbezug 2007 in der verbleiben- den E AG von 120'000.- (Vorjahre Fr. 20'000.-) stark überhöht sei. Offen kundig sei das Gehalt erhöht worden, um eine Deckungslücke zu schaffen; dement sprechend sei der Einkauf rechtsmissbräuchlich. Nach einer Untersuchung im R ekurs-/Beschwer- deverfahren kam zudem ein Kapital der 3. Säule zum Vorschein, wodurch sich die D e- ckungslücke unabhängig von der Frage des angemessenen Lohnes massiv r eduzierte. Im Schreiben vom 24. Mai 2011 haben die Pflichtigen schliesslich auf die Geltendm a- chung des Abzugs verzichtet. Entsprechend den diesbezüglich übereinstimmenden Parteianträgen sind demnach die Einschätzungen zu korrigieren. 4. Gestützt auf diese Erwägungen sind Beschwerde und Rekurs teilweise gut- zuheissen. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den Parteie n anteil smässig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Den Pflichtigen ist eine an- gemessene und entsprechend dem nur teilweisen Obsiegen reduzierte Parteientschä- digung zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 und § 152 StG i .V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). Demgemäss erkennt die Kammer: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die Steuerperiode 2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 385'500.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 2 DB; Verheiratetentarif). 2. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Rekurrenten werden wie folgt einge- schätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif): Steuerperiode Einkommen Vermögen Fr. Fr. 2007 steuerbar 367'500.- …. - - 11 - 1 DB.2010.222 1 ST.2010.311 satzbestimmend 386'200.- …. -. […]