B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2709/2018 U r t e i l v o m 1 8 . S e p t e m b e r 2 0 2 0 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Simon Thurnheer, Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner, Gerichtsschreiberin Susanne Bolz. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Clivia Wullimann, Clivia Wullimann & Partner, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwä- gungsentscheid); Verfügung des SEM vom 6. April 2018 / N (…). E-2709/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer verliess Sri Lanka eigenen Angaben zufolge im August 2015. Am 27. September 2015 reiste er in die Schweiz ein und er- suchte am 29. September 2015 um Asyl. A.b Mit Verfügung vom 4. Juli 2017 verneinte das SEM seine Flüchtlings- eigenschaft, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. A.c Die am 4. August 2017 gegen diese SEM -Verfügung erhobene Be- schwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-4373/2017 vom 23. November 2017 ab. B. Auf das am 5. Januar 2018 gegen das Urteil E-4373/2017 vom 23. Novem- ber 2017 eingereichte Revisionsgesuch trat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-113/2018 vom 15. Januar 2018 nicht ein. C. Am 12. März 2018 ersuchte der Beschwerdeführer das SEM darum, seine Verfügung vom 4. Juli 2017 in Wiedererwägung zu ziehen. D. Am 4. April 2018 ersuchte das Zivilstandsamt B._______ (nachfolgend: das zuständige Zivilstandsamt) das SEM aufgrund eines hängigen Ehevor- bereitungsverfahrens betreffend den Beschwerdeführer um Einsicht in das Asyldossier. E. Mit Verfügung vom 6. April 2018 – eröffnet am 9. April 2018 – wies das SEM das Wiedererwägungsgesuch ab, erklärte die Verfügung vom 4. Juli 2017 für rechtskräftig und vollstreckbar, erhob eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.– und hielt fest, dass einer allfälligen Beschwerde keine auf- schiebende Wirkung zukomme. F. Mit Eingabe vom 9. Mai 2018 (Poststempel) erhob der Beschwerdeführer gegen diesen Wiedererwägungsentscheid des SEM Beschwerde und be- antragte, die Verfügung vom 6. April 2018 sei aufzuheben, die Anträge des Wiedererwägungsgesuchs vom 12. Mai 2018 seien gutzuheissen und es E-2709/2018 Seite 3 sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu g ewähren, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuwei- sen, subeventualiter sei die Unzulässigkeit und / oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuord- nen. In prozessualer Hinsicht ersuch te er darum, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und der drohende Wegweisungsvollzug sei im Rahmen einer superprovisorischen Massnahme zu sistieren. G. Am 9. Mai 2018 informierte das SEM das zuständige Zivilstandsamt dar- über, dass der Beschwerdeführer einen negativen Asylentscheid erhalten habe, die Schweiz verlassen müsse und der Wegweisungsvoll zug vorbe- reitet werde. Ferner gewährte es dem Amt antragsgemäss Einsicht in die Asylakten des Beschwerdeführers. H. Am 11. Mai 2018 setzte das Bu ndesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aus. I. Auf telefonische Nachfrage teilte das zuständige Zivilstandsamt dem Bun- desverwaltungsgericht am 18. Mai 2018 mit, dass es sich bei der Verlobten des Beschwerdeführers um eine Schweizer Bürgerin handle und dass das Ehevorbereitungsverfahren noch zwei bis dr ei Monate in Anspruch neh- men werde. J. Mit Zwischenverfügung vom 24. Mai 2018 setzte das Bundesverwaltungs- gericht den Vollzug der Wegweisung bis zum Ergehen anderslautender An- ordnungen weiterhin aus und entschied, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe. Ferner forderte es ihn – unter Androhung des Nichteintretens – auf, innert Frist einen Kos- tenvorschuss in der Höhe von Fr. 750.– zu bezahlen. K. Die Verfahrensstandsanfrage des C._______ vom 28. Mai 2018 beantwor- tete das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 29. Mai 2018 da- hingehend, dass sich das Verfahren in der Instruktionsphase befinde und voraussichtlich ein Schriftenwechsel anzusetzen sei, weshalb der Fall noch nicht spruchreif sei, dass es sich aber um ein prioritär zu behandelndes Verfahren des Gerichts handle, wobei es nicht möglich sei, dem Amt einen E-2709/2018 Seite 4 konkreten Behandlungszeitpunkt zuzusichern, zumal das Bundesverwal- tungsgericht zurzeit mit vielen ebenfalls prioritär zu behan delnden Ge- schäften betraut sei. L. Am 6. Juni 2018 bezahlte der Beschwerdeführer den mit Zwischenverfü- gung vom 24. Mai 2018 eingeforderten Kostenvorschuss. M. Mit Zwischenverfügung vom 26. Juni 2018 lud das Bundesverwaltungsge- richt das SEM zur Vernehmlassung ein. N. Mit Urteil vom 19. Juni 2018 hiess D._______ das Haftentlassungsgesuch des Beschwerdeführers gut und ordnete seine unverzügliche Freilassung aus der Ausschaffungshaft an. O. In seiner Vernehmlassung vom 6. Juli 2018 führte das SEM aus, dass nach Durchsicht der Akten keine neuen und erheblichen Tatsachen oder Beweis- mittel vorlägen, die eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könnten. Im Übrigen verwies es auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung, an der es vollumfänglich festhalte. P. Mit Zwischenverfügung vom 12. Juli 2018 stellte das Gericht dem Be- schwerdeführer die Vernehmlassung des SEM vom 6. Juli 2018 zu und gewährte ihm Gelegenheit, sich im Rahmen einer Replik dazu zu äussern. Q. Mit Eingabe vom 17. August 2018 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er auf die Einreichung einer Replik verzichte, jedoch beantrage, dass das vor- liegende Verfahren bis Ende Oktober 2018 sistiert werde, da er und seine Verlobte das Ehevorbereitungsverfahren eingeleitet hätten und dieses in- zwischen fortgeschritten sei. R. Mit Zwischenverfügung vom 21. August 2018 wies das Bundesverwal- tungsgericht den Antrag, das vorliegende Verfahren sei zu sistieren, ab und forderte den Beschwerdeführer auf, das Gericht umgehend darüber zu in- formieren, sobald die Trauung vollzogen sei. E-2709/2018 Seite 5 S. Mit Schreiben vom 20. September 2018 orientierte das zuständige Zivil- standsamt das Bundesverwaltungsgericht darüber, dass das Ehevorberei- tungsverfahren zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Verlobten ab- geschlossen und die Eheschliessung für den 19. Oktober 2018 geplant sei. T. Mit Zwischenverfügung vom 2. Oktober 2018 forderte das Bundesverwal- tungsgericht den Beschwerdeführer dazu auf, das Gericht bis am 5. No- vember 2018 über die gemäss Auskunft des zuständigen Zivilstandsamtes dannzumal bereits erfolgte Eheschliessung zu orientieren und eine Kopie des angepassten Auszugs aus dem Zivilstandsregister einzureichen. Fer- ner forderte das Gericht den Beschwerdeführer auf, ebenfalls bis am 5. No- vember 2018 Belege über das Einreichen eines Gesuchs um Erteilung ei- ner Aufenthaltsbewilligung bei der zuständigen kantonalen Ausländerbe- hörde respektive über die allenfalls bereits erfolgte Erteilung einer Aufent- haltsbewilligung zu den Akten zu reichen. Bei unbenutzter Frist werde da- von ausgegangen, der Beschwerdeführer wolle sich nicht auf die geplante Eheschliessung berufen, weshalb das Verfahren aufgrund der aktuellen Aktenlage fortgeführt werde. U. Mit Schreiben vom 19. Oktober 2018 stellte das zuständige Zivilstandsamt dem Bundesverwaltungsgericht die Trau ungsmitteilung über die Ehe- schliessung des Beschwerdeführers zu. Dieser ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 19. Oktober 2018 eine Schweizer Bürgerin geheira- tet hat. V. Mit Zwischenverfügung vom 22. Oktober 2018 erinnerte das Bundesver- waltungsgericht den Beschwerdeführer daran, bis am 5. November 2018 Belege über das Einreichen eines Gesuchs um Erteilung einer Aufenthalts- bewilligung beim zuständigen Migrationsamt respekti ve für die allenfalls bereits erfolgte Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zu den Akten zu rei- chen. Bei unbenutzter Frist werde davon ausgegangen, der Beschwerde- führer wolle sich nicht auf die Eheschliessung vom 19. Oktober 2018 beru- fen, weshalb das Ver fahren aufgrund der aktuellen Aktenlage fortgeführt werde. W. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer am E-2709/2018 Seite 6 7. November 2018 eine Fristerstreckung gewährte, reichte er mit Eingabe vom 19. November 2018 eine Kopie seines Gesuchs um Erteilung e iner Aufenthaltsbewilligung zu den Akten und führte aus, dieses werde dem- nächst bei der zuständigen kantonalen Behörde eingereicht. X. Mit Zwischenverfügung vom 22. November 2018 wurde der Beschwerde- führer aufgefordert, das Gericht umgehend zu informieren, sobald er eine Aufenthaltsbewilligung erhalten habe. Y. Am 5. April 2019 erhielt das Bundesverwaltungsgericht in Kopie die Mittei- lung der kantonalen Behörde vom 3. April 2019, wonach der Ehefrau des Beschwerdeführers der Familiennachzug bewilligt werde und d er Kanton C._______ bereit sei, dem Beschwerdeführer eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, sofern das SEM seine Zustimmung gebe. Nach Aktenlage er- teilte der Kanton am 30. Oktober 2019 die Aufenthaltsbewilligung. Z. Mit Zwischenverfügung vom 3. April 2020 stellte die Instruktionsrichterin fest, die in der Verfügung vom 4. Juli 2017 verfügte Wegweisung und der ebenfalls angeordnete Vollzug seien durch die Aufenthaltsregelung weg- gefallen, womit die Beschwerdebegehren betreffend die Verfügung der Wegweisung und die Anordnung des Vollzugs gegenstandslos geworden seien. Sie forderte den Beschwerdeführer auf, innert Frist mitzuteilen, ob er an seinem Beschwerdeantrag betreffend die Feststellung des Vorliegens seiner Flüchtlingseigenschaft sowie die Gewährung von A syl festhalten wolle, oder die Beschwerde zurückzuziehen gedenke. AA. Am 11. Mai 2020 teilte der Beschwerdeführer mit, er halte an seinem Be- schwerdeantrag betreffend die Feststellung des Vorliegens seiner Flücht- lingseigenschaft sowie die Gewährung von Asyl f est, da er in Sri Lanka noch immer asylrelevant verfolgt werde. E-2709/2018 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül- tig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge- regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG, beziehungsweise aArt. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und begründet einzureichen; das Verfahren richtet sich nach den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66-68 VwVG (aArt. 111b Abs. 1 AsylG). E-2709/2018 Seite 8 3.2 In seiner prak tisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwä- gungsgesuch die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung unange- fochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit einem blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – können auch Revisi- onsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen (zum soge- nannten «qualifizierten Wiedererwägungsgesuch» vgl. BVGE 2013/22 E. 5.4 m.w.H.). Schliesslich werden praxisgemäss Eingaben als Wiederer- wägungsgesuch behandelt, die sich auf nachträglich nach einem materiel- len Urteil entstandene Beweismittel stützen, welche nicht zu einer Revision des Urteils berechtigen (vgl. auch hierzu BVGE 2013/22). 3.3 Die Wiedererwägung ist nicht beliebig zulässig. Sie darf nicht dazu die- nen, die Rechtskraft von Verwaltungsentscheiden immer wieder infrage zu stellen oder die Fristen für die Ergreifung von Rechtsm itteln zu umgehen. Gründe, welche bereits im Zeitpunkt der verpassten Anfechtungsmöglich- keit im ordentlichen Beschwerdeverfahren bestanden haben, können somit nicht als Wiedererwägungsgründe vorgebracht werden (vgl. Art. 66 Abs. 3 VwVG und Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylre- kurskommission [EMARK] 2000 Nr. 24 E. 5b S. 220). 4. 4.1 Prüfungsgegenstand im vorliegenden Verfahren ist die Frage, ob die Vorinstanz das Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers betref- fend Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Asylgewährung zu Recht gestützt auf Art. 111b Abs. 1 AsylG abgewiesen hat. 4.2 Die Frage der Wegweisung und deren Vollzugs sind nicht länger Ge- genstand der Prüfung, da der Beschwerdeführer durch die Heirat mit einer Schweizerin einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz erhalten hat und ihm am 30. Oktober 201 9 eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde (vgl. Bst. Y , Z). Unter diesen Umständen erübrigen sich alle weiteren Ausführun- gen zu m öglichen Wegweisungsvollzugshindernissen (vgl. auch EMARK 2001 Nr. 21 E. 11.c, BVGE 2013/37 E. 4.4). 4.3 Der Beschwerdeführer begründete seine als «Qualifiziertes Wiederer- wägungsgesuch» bezeichnete Eingabe mit der Vorlage neuer erheblicher Beweismittel, die nunmehr belegten, dass er ein Risikoprofil aufweise, das ihn im Fall der Rückkehr nach Sri Lanka in asylrelevanter Weise in Gefahr E-2709/2018 Seite 9 bringen würde (Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG). Bei den Beweismitteln han- delte es sich erstens um ein englischsprachiges Schreiben des sri-lanki- schen Anwalts E._______, datierend vom 18. Dezember 2017 . Dem Schreiben ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines Bruders Verbindungen zur LTTE habe und sowohl Bruder, als auch Schwester und Vater von den Sicherheitsbehörden gesucht würden. Das zweite Beweismittel ist ein Bestätigungsschreiben des Arztes Dr. F._______ vom 9. Februar 2018, das mit Übersetzung vorgelegt wur de. Aus diesem geht hervor, dass der Arzt die Schwester des Beschwerdefüh- rers nach deren Vergewaltigung heimlich behandelt habe, obwohl es ge- gen das Gesetz gewesen sei. Erst angesichts der dem Beschwerdeführer drohenden Ausweisung aus der Schweiz habe er sich zu dieser Aussage bereit erklären können. Der Beschwerdeführer beantragte die Zeugen-Be- fragung sowohl des Arztes als auch des Anwalts durch Mitarbeitende der Botschaft in Colombo. 4.4 Das SEM wies das Wiedererwägungsgesuch mit der Begründung ab, die vorgelegten Beweismittel seien nicht neu und/oder nicht erheblich. Das Anwaltsschreiben sei bereits mit dem Revisionsgesuch vom 5. Januar 2018 vorgelegt worden; das Gericht habe sich dazu geäussert und das SEM sehe weder Anlass, noch habe es die Autorität, das Dokument noch- mals zu prüfen. Betreffend das Arztschreiben hielt die Vorinstanz fest, es sei verspätet eingereicht. Auch sei nicht nachvollziehbar, dass ein solches Schreiben erst jetzt und nicht bereits während des ordentlichen Verfahren habe vorgelegt werden können. Die Erklärungsversuche des Beschwerde- führers betreffend das verspätete Vorbringen überzeugten nicht. 4.5 Zu klären ist, ob die vorgeleg ten Beweismittel geeignet sind, um zu belegen, dass das Asylgesuch zu Unrecht abgelehnt wurde und deshalb der Entscheid des SEM betreffend die Feststellung der Flüchtlingseigen- schaft und die Gewährung des Asyls wiedererwägungshalber angepasst werden müsste. 4.6 Das SEM hat das Wiedererwägungsgesuch zu Recht abgewiesen. Die vom Beschwerdeführer zur Begründung vorgelegten Beweismittel sind nicht geeignet, die im Entscheid vom 4. Juli 2017 getroffene Einschätzung zu erschüttern. Zum Anwaltsschreiben, welches das SEM angesichts des Revisionsurteils Urteil E-4373/2017 vom 23. November 2017 nicht überprüfte, ist festzuhal-E-2709/2018 Seite 10 ten, dass das Schreiben, selbst wenn das SEM es in der Wiedererwä- gungsprüfung berücksichtigt hätte, als reines Gefälligkeitsschreiben ohne weitere B elege hätte gewertet werden müssen und daher die vom Be- schwerdeführer behauptete LTTE-Verbindungen seines Bruders sowie die Ermittlungen der sri-lankischen Sicherheitsdienste nicht zu belegen ver- möchte. Auch das Schreiben des Arztes Dr. F._______ ist nicht geeignet, die dem Beschwerdeführer angeblich drohende Verfolgung zu belegen, wobei dies- bezüglich ausdrücklich auch auf die zutreffenden Erwägungen der Vor - instanz zu verweisen ist (vgl. nichtpaginierter Entscheid des SEM, Ziff. I.2, S. 3). Es ist nicht n achvollziehbar, dass der Beschwerdeführer eine ent- sprechende Aussage des Arztes erst nach Abschluss des ordentlichen Ver- fahrens hat erhalten können . Die Aussage, der Arzt sei erst bereit gewe- sen, als klar wurde, dass dem Beschwerdeführer die Wegweisung gedroht habe, vermag die verspätete Eingabe nicht zu rechtfertigen . Auch die Er- klärung, man habe die Behandlung geheim halten wollen, vermag nicht zu überzeugen. Den Ausführungen des SEM betreffend die Erheblichkeit die- ses Beweismittels schliesst sich das Bun desverwaltungsgericht ebenfalls an. Dass die vorgelegten Beweismittel geeignet seien, ein völkerrechtlich rele- vantes Wegweisungsvollzugshindernis aufzuzeigen (vgl. hierzu BVGE 2013/22 E. 5.4 mit Hinweis auf EMARK 1995 Nr. 9 und 1998 Nr. 3), wie in der Beschwerde geltend gemacht wird (Beschwerde S. 8, 11), kann nicht bejaht werden. 4.7 Nach dem Gesagten hat das SEM den im Zusammenhang mit den ein- gereichten Beweismitteln gestellten Beweisanträgen, die beiden Verfasser der Schreiben, Anwalt E._______ und Dr. F._______, seien durch die Schweizer Botschaft in Sri Lanka als Zeugen anzuhören, zu Recht keine Folge gegeben. Von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs in diesem Zusammenhang (Beschwerde S. 5) kann nicht die Rede sein. Ebenso we- nig stellt die Beweiswürdigung des SEM eine unrichtige, gar willkürliche Sachverhaltserstellung dar (Beschwerde S. 6, 9). Auch im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens besteht kein Anlass, die beiden Per- sonen als Zeugen anhören zu lassen; der Beweisantrag (Beschwerde S. 2, 5) ist abzuweisen. E-2709/2018 Seite 11 4.8 Im Ergebnis ist festzustellen, dass die angefochtene Verfügung in Hin- blick auf die Gewährung des Asyls und die Feststellung der Flüchtlingsei- genschaft zu Recht ergangen ist. Betreffend die Anordnung der Wegweisung und des Vollzugs gilt das bereits unter E. 4.2 Gesagte. 4.9 Die angefochtene Verfügung verletzt das Bundesrecht nicht, sie stellt den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig fest (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und ist – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen. Die Beschwerde ist abzuweisen. 5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh- rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest- zusetzen (Art. 1 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Zur Bezahlung dieses Betrags wird der bereits am 6. Juni 2018 einbezahlte Kostenvorschuss verwendet. (Dispositiv nächste Seite) E-2709/2018 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 750.– werden dem Beschwerde - führer auferlegt. Der bereits bezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Susanne Bolz Versand: