A bteilung IV D -4201/2006 {T 0/2} U rteil vom 27. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Fulvio H aefeli, M arkus König, R obert G alliker G erichtsschreiberin G abriela Freihofer A._______, Irak, alias B._______, Irak, vertreten durch lic. iur. M arco Bolzern, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 26. O ktober 2005 i. S. A syl und W egw eisung / N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschw erdeführer seinen H eim atstaat im Juli 2002 und gelangte am 28. Septem ber 2002 in die Schw eiz, w o er am 30. Septem ber 2002 um Asyl ersuchte. Am 11. O ktober 2002 fand in Basel die Em pfangsstellenbefragung statt, und am 31. Januar 2003 erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen durch das . D er Beschw erdeführer m achte dabei im W esentlichen geltend, er sei arabischer Ethnie und stam m e aus C ._______/Provinz D ._______. Er habe eine eigenes G eschäft für Eisen- und H olzhandel gehabt. D er O nkel seines M itarbeiters sei M itglied der Partei E._______ gew esen. Er selbst habe deren Zeitung gelesen und die Partei finanziell unterstützt. W ährend er im M ilitärdienst gew esen sei, sei dieser O nkel am von den irakischen Sicherheitsbehörden festgenom m en w orden. Er habe nach seiner Entlassung aus dem M ilitärdienst im M ärz 2002 erfahren, dass dieser O nkel den Behörden auch seinen N am en preisgegeben habe. Aus Angst um seine Person sei er nach F._______ und G ._______ geflüchtet, von w o aus er ausgereist sei. B. M it Verfügung vom 26. O ktober 2005 stellte das BFM fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung aus der Schw eiz an und nahm den Beschw erdeführer w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs vorläufig auf. C . M it Beschw erde vom 28. N ovem ber 2005 liess der Beschw erdeführer beantragen, die Ziffern 1 bis 3 der Verfügung des BFM seien aufzuheben und das Asylgesuch sei gutzuheissen. D . M it Zw ischenverfügung vom 1. D ezem ber 2005 verzichtete der dam als zuständige Instruktionsrichter der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. E. D as BFM beantragte in seiner Vernehm lassung vom 12. Juli 2007 die Abw eisung der Beschw erde. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in 3 diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as BFM lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab, da seine Vorbringen den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG nicht zu genügen verm öchten. D ie Situation im H eim atland habe sich so geändert, dass nun nicht m ehr von einer begründeten Furcht vor Verfolgung auszugehen sei. 4.2 Aus der R echtsm itteleingabe ergibt sich als R üge die Verletzung von Bundesrecht, indem dem Beschw erdeführer zu U nrecht kein Asyl gew ährt w orden sei. D ie Ausführungen in der Beschw erde verm ögen jedoch an den vom Bundesam t getroffenen Schlussfolgerungen nichts zu ändern, zum al der Beschw erdeführer im Beschw erdeverfahren keine individuellen, konkret seine Person betreffenden Asylgründe geltend m acht, sondern sich auf die allgem eine Sicherheitslage im Irak beruft und auf einer asylrelevanten G efährdung beharrt. Festzuhalten ist, dass 4 zw ar gem äss der schw eizerischen Praxis grundsätzlich als Flüchtling anerkannt w ird, w er im Zeitpunkt der Ausreise begründete Furcht vor Verfolgung hat. Indessen w erden sow ohl zu G unsten als auch zu Lasten eines G esuchstellers Veränderungen der Situation im H eim atstaat berücksichtigt, die zw ischen Flucht und Asylentscheid eingetreten sind. M ithin ist zu prüfen, ob eine begründete Furcht im Zeitpunkt des Entscheides (noch) besteht (vgl. W ALTE R KÄLIN , G rundriss des Asylverfahrens, Basel und Frankfurt a. M . 1990, S. 131; Entscheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 1994 N r. 6 E. 5 S. 52, 2000 N r. 2 E. 8a und b S. 20 f.,). Seit der Ausreise des Beschw erdeführers im Juli 2002 hat sich die Lage im Irak, w ie vom BFM in der angefochtenen Verfügung dargelegt, w esentlich verändert. D as R egim e von Saddam H ussein, vor dessen Behelligungen sich der Beschw erdeführer fürchtet, hat durch die im M ärz 2003 begonnene m ilitärische Intervention der U SA und ihrer Alliierten seine M acht verloren. D em nach ist auch die Furcht des Beschw erdeführers vor einer Verfolgung durch den ehem aligen irakischen Staat beziehungsw eise dessen Funktionäre im heutigen Zeitpunkt nicht m ehr begründet. Konkrete H inw eise, dass der Beschw erdeführer nun bei einer R ückkehr m it grosser W ahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hätte, liegen dam it und aufgrund der sich im Irak präsentierenden Situation und der Vorbringen des Beschw erdeführers keine vor. Es kann im Ü brigen zur Verm eidung von W iederholungen auf die als zutreffend erachteten Erw ägungen der Vorinstanz erw iesen w erden, ohne noch näher auf die Ausführungen in der Beschw erde ein- zugehen, da sie am Ergebnis auch nichts zu ändern verm ögen. D ie erhobene R üge der Verletzung von Art. 3 AsylG erfolgte nach dem G esagten zu U nrecht. D aran verm ögen auch die m it der Beschw erde eingereichten H intergrundinform ationen des U N H C R zur G efährdung von Angehörigen religiöser M inderheiten im Irak vom O ktober 2005, zum al der Beschw erdeführer anlässlich der Befragung in der Em pfangsstelle angab, konfessionslos zu sein (vgl. A1, S. 2), sow ie der Bericht der W C PI vom 16. April 2005 nichts zu ändern. 4.3 Zusam m enfassend ist festzustellen, dass der Beschw erdeführer keine aktuelle Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG geltend m achen und daher nicht als Flüchtling anerkannt w erden kann. M angels erfüllter Flüchtlingseigenschaft ist ihm zu R echt das nachgesuchte Asyl nicht gew ährt w orden. 5. Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 6. Zu prüfen bleibt in der R egel, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entgegenstehen (vgl. Art. 44 AsylG und Art. 14a Abs. 1 - 4bis des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). Vorliegend hat jedoch das BFM die vorläufige Aufnahm e des Beschw erdeführers in der Schw eiz angeordnet, w odurch die Prüfung allfälliger W egw eisungsvollzugshindernisse entfällt.5 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ) - das D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Fulvio H aefeli G abriela Freihofer Versand am :