B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung VI F-5648/2018 U r t e i l v o m 11 . M ä r z 2 0 1 9 Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, Richter Martin Kayser, Gerichtsschreiber Mathias Lanz. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Humanitäres Visum. F-5648/2018 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Beschwerdeführer, ein 1991 geborener syrischer Staatsangehö- riger, am 11. Juni 2018 bei der Schweizerischen Botschaft im Libanon (nachfolgend: schweizerische Vertretung), um Ausstellung eines Visums aus humanitären Gründen ersuchte (Akten der Vorinstanz [SEM - act.] 1/26), dass die schweizerische Vertretung am 29. Juni 2018 die Erteilung des Vi- sums verweigerte (SEM-act. 1/30), dass das SEM eine vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Einsprache mit Entscheid vom 13. September 2018 – eröffnet am 1. Oktober 2018 – abwies (SEM-act. 2/66 und act. 3/70), dass der Beschwerdeführer am 3. Oktober 2018 mit eine r E-Mail an das Bundesverwaltungsgericht gelangte und damit (sinn gemäss) beantragte, die Verfügung vom 13. September 2018 aufzuheben und das ersuchte Vi- sum aus humanitären Gründen auszustellen (Akten des BVGer [BVGer - act. 1), dass das Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführer am 3. Oktober 2018 und am 19. Oktober 2018 auf elektronischem Weg auf die geltenden Form- und Zustellungsvorschriften für Beschwerden und elektronische Ein- gaben (Art. 21a VwVG und Art. 52 VwVG) sowie auf die Rechtsungültigkeit von Eingaben per einfacher E-Mail hinwies und den Beschwerdeführer auf das im Internet abrufbare Informationsschreiben des Bundesverwaltungs- gerichts vom 29. November 2017 betreffend elektroni sche Eingaben auf- merksam machte, dass das Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführer ausserdem darauf hinwies, es stehe ihm offen, innert laufender Beschwerdefrist ent- weder eine formgültige elektronische Eingabe vorzunehmen oder eine von ihm oder einem Vertreter unterzeichnete Beschwerdeschrift zu Handen der schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung zu übergeben (BVGer-act. 3 und act. 8), dass es dem Beschwerdeführer diese Hinweis e auch mit einem über die schweizerische Vertretung zugestellten Schreiben vom 18. Oktober 2018 zukommen liess (BVGer-act. 7), F-5648/2018 Seite 3 dass von der Vorinstanz erlas sene Einspracheentscheide bezüglich Schengen- und humanitäre n Visa beim Bundesverwaltungsgericht an- fechtbar sind (Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG), wobei das Bundesver- waltungsgericht endgültig entscheidet (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG), dass sich das Rech tsmittelverfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG), dass eine Beschwerde innerhalb von 30 Tagen seit der Eröffnung einzu- reichen ist (Art. 50 Abs. 1 VwVG) und fristwahrend durch (persönliche) Ein- reichung beim Bundesverwaltungsgericht oder durch Übergabe zu Handen des Bundesverwaltungsgerichts an die schweizerische Post oder eine schweizerische diplomatische oder konsularische Vertretung erhoben wer- den kann (Art. 21 Abs. 1 VwVG), dass eine Beschwerdeschrift die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten hat und zudem eine Ausfertigung der angefochte- nen Verfügung sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden beizule- gen sind, soweit sie der Beschwerdeführer in den Händen hat (Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass eine Beschwerde dem Bundesverwaltungsgericht auch über eine an- erkannte Zustellplattform elektronisch eingereicht werden kann, wobei die Eingabe von der Partei oder ihrem Vertreter mit einer qualifizierten elektro- nischen Signatur gemäss Bundesgesetz vom 18. März 2016 über Zertifi- zierungsdienste im Bereich der elektronischen Signatur und anderer An- wendungen digitaler Zertifikate (ZertES, SR 943.03) zu versehen ist (Art. 21a Abs. 1 und Abs. 2 VwVG; Art. 2, Art. 4 und Art. 6 der Verordnung vom 18. Juni 2010 über die elektronische Übermittlung im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens [VeÜ-VwV, SR 172.021.2]; < https:// www.bk.ad- min.ch > Dokumentation > E-Government > Elektronischer Rechtsverkehr mit Behörden > BVGer, abgerufen am 7. Januar 2019), dass der Beschwerdeführer die Eingabe vom 3. Oktober 2018 dem Bun- desverwaltungsgericht per E-Mail zwar über eine anerkannte Zustellplatt- form im Sinne von Art. 2 VeÜ-VwV in Verbindung mit Art. 21a Abs. 4 VwVG sendete, die Eingabe aber nicht mit einer qualifizierten elektronischen Sig- natur im Sinne von Art. 21a Abs. 2 VwVG versah, F-5648/2018 Seite 4 dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 3. Oktober 2018 daher we- der den erwähnten Anforderungen an die elektronische Beschwerdefüh- rung noch den Formvorschriften für schriftliche Eingaben genügt, dass die angefochtene Verfügung dem Beschwerdeführer am 1. Oktober 2018 eröffnet wurde, dass der Beschwerdeführer innert der bis zum 31. Oktober 2018 laufenden Beschwerdefrist gegen den Einspracheentscheid vom 13. September 2018 keine zulässige und fristwahrende Beschwerde beim Bundesverwal- tungsgericht erhob, dass in Konstellationen wie der vorliegenden , wo der Beschwerdeführer seine Eingabe per E-Mail aus dem Ausland über eine anerkannte Zustell- plattform sendete, die elektronische Eingabe jedoch nicht mit einer qualifi- zierten elektronischen Signatur im Sinne von Art. 21a Abs. 2 VwVG versah, und er trotz rechtzeitigem Hinweis auf die Formvorschriften durch das Bun- desverwaltungsgericht innert laufender Beschwerdefrist seine elektroni- sche Eingabe nicht rechtsgültig wiederholte oder die Eingabe nach den Regeln von Art. 21 VwVG mit handschriftlicher Unterschrift einreichte, pra- xisgemäss keine über die Beschwerdefrist hinausgehende Nachfrist zur Verbesserung gestützt auf Art. 52 Abs. 2 VwVG anzusetzen ist, dass nach dem Gesagten auf die Eingabe vom 3. Oktober 2018 nicht ein- zutreten ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Verfahrenskosten dem Be- schwerdeführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG), vorliegend je- doch auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vo m 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) F-5648/2018 Seite 5 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf die Eingabe vom 3. Oktober 2018 wird nicht eingetreten. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (durch Vermittlung der Schweizerischen Botschaft in Beirut [per EDA-Kurier]) – die Schweizerische Botschaft in Beirut (mit der Bitte um Zustellung dieses Urteils im Original gegen Empfangsbestätigung und deren Zustellung an das Bundesverwaltungsgericht [per EDA-Kurier]) – die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. […] zurück) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Andreas Trommer Mathias Lanz Versand: