B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-7933/2016 U r t e i l v o m 2 7 . J u n i 2 0 1 7 Besetzung Einzelrichter Simon Thurnheer, mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis; Gerichtsschreiberin Irina Wyss. Parteien A._______, geboren am (…), Staat unbekannt (gemäss eigenen Angaben Bhutan), vertreten durch Peter Weibel, Fürsprecher, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 18. November 2016 / N (…). D-7933/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer reiste seinen eigenen Angaben zufolge mit einem nepalesischen Pass, den er von seinem Schlepper erhalten habe, von In- dien über die Türkei nach Italien, von wo er am 11. Juli 2014 in die Schweiz einreiste und tags darauf im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ ein Asylgesuch einreichte. Am 29. Juli 2014 fand im EVZ B._______ die Befragung zur Person (BzP , SEM-Akte A7) statt. Zur Begründung seines Asylgesuches gab der Beschwerdeführer im We- sentlichen an, in Bhutan, Dorf C._______, Distrikt Samchi, geboren und im Alter von acht Jahren gemeinsam mit seiner Mutter von dort vertrieben worden zu sein. Die Regierung habe behauptet, seine Familie seien keine Bhutanesen. Sein Vater sei gestorben, als er drei Jahre alt gewesen sei. Nach der Ausreise aus Bhutan habe er vier Monate an der indisch-nepale- sischen Grenze verbracht und sei anschliessend nach Nepal gereist, wo er sechs Jahre lang in Buktani, Distrikt Dading, gelebt und während vier Jah- ren die Schule besucht habe. Gewohnt habe er bei einer nepalesischen Familie. In Nepal habe er keinerlei Schwierigkeiten gehabt. Nach seinem Aufenthalt in Nepal sei er, ohne angehalten zu werden, nach Indien gereist und habe zuerst für drei Jahre in Kunagarh, Utar Pradesh, und anschlies- send für drei Jahre in Khotari gelebt. Nach weiteren fünf Jahren in Dehli sei er schliesslich nach Europa ausgereist. Mittlerweile sei seine Mutter eben- falls verstorben. Auch verfüge er über keine weiteren Verwandten mehr, sondern befinde sich alleine und heimatlos auf der Welt. Als Beruf gab der Beschwerdeführer an, in der Landwirtschaft gearbeitet zu haben. Papiere oder Dokumente besitze er keine und er könne auch keine solchen be- schaffen. B. Mit Schreiben vom 30. September 2016 lud das SEM den Beschwerdefüh- rer gestützt auf Art. 29 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) zur vertieften Anhörung zu seinen Asylgründen (stattzufinden am 17. Oktober 2016) vor. Die per Einschreiben versandte Vorladung wurde vo n der S chweizerischen Post am 11. Oktober 2016 mit dem Vermerk „nicht abgeholt“ zurückgeschickt. C. Das SEM forderte den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 1. November 2016 (ebenfalls per Einschreiben versandt) gestützt auf Art. 36 Abs. 1 Bst. c AsylG auf, zu seinem Nichterscheinen zur angeordneten Anhörung innert Frist eine schriftliche Stellungnahme einzureichen. Dieses Schreiben D-7933/2016 Seite 3 wurde am 9. November 2016 von der Schweizerischen Post mit dem Ver- merk „nicht abgeholt“ ans SEM zurückgeschickt. D. Mit am 22. November 2016 eröffneter Verfügung vom 18. November 2016 änderte das SEM dem Eintrag zur Staatsangehörigkeit des Beschwerde- führers auf „Staat unbekannt“, stellte fest, dass er die Flüchtlingseigen- schaft nicht erfülle, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegw ei- sung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug. Zur Begründung führte das SEM im Wesentlichen aus, dass der Beschwer- deführer aufgrund seines Nichterscheinens zur Anhörung und da er sich nicht dazu habe vernehmen lassen, seine Mitwirkungspflicht schul dhaft und grob verletzt habe. Seine Asylgründe seien im Lichte dieser g roben Verletzung zu würdigen. So sei nicht davon auszugehen, dass er tatsäch- lich Schutz vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG benötige. Seinen An- gaben sowie der dem SEM vorliegenden Akten könnten zudem auch keine Hinweise auf eine individuelle, gegen ihn gerichtete Verfolgungssituation in seinem angeblichen Heimatstaat Bhutan oder seinem letzten Aufenthalts- staat Indien entnommen werden. Zudem sei seine geltend gemachte Staatsangehörigkeit in Zweifel zu ziehen. So verfüge er über keine heimat- lichen Dokumente, spreche seinen Angaben zufolge kein Dzonkha, son- dern nur Nepalesisch, könne sich nicht an seine genaue Wohnadressen in Bhutan erinnern und habe seinen Angaben zufolge dort auch kei ne Ver- wandten. Aufgrund dieser unsubstantiierten und vagen Ausfüh rungen könne eine Herkunft aus Bhutan nicht geglaubt werden. Vielmehr sei davon auszugehen, dass er seine wahre Herkunft verdeckt halten wolle und mit Wahrscheinlichkeit einen nepalesischen oder indischen Aufenthaltstitel be- sitze. Hinsichtlich der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs führte das SEM aus, eine grobe Verletzung der Mitwirkungspflicht könne den Voll- zug einer Wegweisung nicht verhindern, wenn eine Person damit eine sinn- volle Prüfung ihrer wahren Herkunft verunmögliche. Der Beschwerdeführer habe die Folgen seiner unglaubhaften Identitätsangaben und Sachv er- haltsvorbringen zu tragen, indem vermutungsweise davon auszugehen sei, es stünden einem Wegweisungsvollzug im tatsächlichen Heimatstaat keine Vollzugshindernisse entgegen. Auch sei der Wegweisungsvollzug selbst dann möglich, wenn eine gesuchstellende Person ihre wahre Iden- tität oder Staatsangehörigkeit verdeckt halte. D-7933/2016 Seite 4 E. Mit Eingabe vom 22. Dezember 2016 an das Bundesverwaltungsgericht beantragte der Beschwerdeführer, es sei der Entscheid der Vorinstanz auf- zuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und ihm sei in der Schweiz Asyl zu gewähren. Zur Begründung seiner Beschwerde wiederholte der Beschwerdeführer im Wesentlichen seine Sachverhaltsvorbringen der BzP . Eine Verletzung der Mitwirkungspflicht räumte er zwar ein, führte dazu jedoch aus, dass diese nicht mit bösem Willen oder aus Desinteresse, sondern aus Unkenntnis über die Bedeutung der Abholung seinladung beziehungsweise des Um- stands, dass für die Abholung der Schreiben nur eine beschränkte Zeit von sieben Tagen zur Verfügung stehe, erfolgt sei. Er bedaure dieses Verhalten und es sei ihm bewusst, nun die Konsequenzen dafür tragen zu müssen. Entgegen der Ausführungen der Vorinstanz sei jedoch unwahr, dass er kei- nen Schutz vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG benötige. Die Vertrei- bung aus Bhutan s ei aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit zu einer Bevölkerungsminderheit erfolgt, weswegen er die Flüchtlingseigenschaft erfülle und Anspruch auf Asyl erheben könne. Seit der Vertreibung aus sei- ner Heimat in Kindesalter habe er nirgendwo legal leben können. In Nepal, wo er die Schule besucht habe, sei er allenfalls geduldet worden. Der Er- werb der nepalesischen Staatsbürgerschaft oder eines rechtlich geschütz- ten Aufenthaltstitels sei jedenfalls für Flüchtlinge aus Bhutan nicht möglich, und solche Personen würden im Falle einer illegalen Einreise verfolgt. Ebenfalls sei der Aufenthalt in Indien illegal gewesen. Der Umstand, weder in Indien noch in Nepal ausreichenden Schutz und ein menschenwürdiges Dasein finden zu können, habe ihn dazu bewogen, nach Europa zu reisen. Wie die Vorinstanz zu seiner Auffassung komme, es sei wahrscheinlich, dass er einen nepalesischen oder indischen Aufenthaltstitel besitze , sei nicht nachvollziehbar und widerspreche den allgemein erhältlichen Infor- mationen zu der aus Bhutan vertriebenen Bevölkerungsgruppe. F. Mit Zwischenverfügung vom 24. Januar 2017 stellte das Bundesverwal- tungsgericht fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe, und erhob einen Kostenvorschuss, welcher am 31. Januar 2017 innert Frist bezahlt wurde. D-7933/2016 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig und entscheidet endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG ). Der Beschwerdeführer ist als Verfü- gungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche Beschwerde, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Auf einen Schriftenwechsel wird gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozia len Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, d es Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen D-7933/2016 Seite 6 Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Personen, die ohne triftigen Grund ihre Mitwirkungspflicht verletzen o- der den Asylbehörden während mehr als 20 Tagen nicht zur Verfügung ste- hen, verzichten damit auf eine Weiterführung des Verfahrens. Deren Ge- suche sind formlos abzuschreiben (Art. 8 Abs. 3bis AsylG). Die Mitwirkungs- pflicht im Asylverfahren beinhaltet unter anderem, dass asylsuchende Per- sonen an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken haben, wozu ins- besondere auch das Erscheinen zu den Anhörungen und die Beantwor- tung der gestellten Fragen gehört (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG). 5.2 Verletzt eine asylsuchende Person ihre Mitwirkungspflicht schuldhaft und grob, wird ihr das rechtliche Gehör gewährt (Art. 36 Abs. 1 bst. c AsylG). In diesen Fällen muss keine Anhörung gemäss Art. 29 AsylG durchgeführt werden (Art. 36 Abs. 2 AsylG e contrario). Eine Verletzung der Mitwirkungspflicht ist dann als grob zu bezeichnen, wenn sie sich auf die Verhinderung einer bestimmten, konkret vorgesehenen Verfahrens- handlung bezieht (vgl. Entscheidungen und Mitte ilungen der ehemaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 21 E. 3d, mit weiteren Hinweisen). Das Nichterscheinen an einer Anhörung, zu der ein Asylsuchender ordnungsgemäss eingeladen worden ist, gilt nach Lehre und Praxis als Verhinderung einer konkret vorgesehenen Verfahrenshand- lung (vgl. EMARK 2003 Nr. 22 E. 4a, EMARK 2000 Nr. 8 E. 7a). Unter einer schuldhaften Mitwirkungspflichtverletzung – im Gegensatz zur strafrechtli- chen Terminologie – ist eine solche zu verstehen, bei welcher die b etref- fende Person durch aktives Handeln zur Verletzung beiträgt oder ein Han- deln unterlässt, das ihr in der konkreten Situation vernünftigerweise zuge- mutet werden kann (vgl. EMARK 2000 Nr. 8 E. 5.a). 5.3 Der Beschwerdeführer wurde ordnungsgemäss und rechtzeit ig zu ei- ner Anhörung eingeladen (vgl. Sachverhalt Bst. B) sowie, nachdem er den Anhörungstermin ohne Angaben von Gründen nicht wahrgenommen hatte, zu einer Stellungnahme zu seinem unentschuldigten Fernbleiben aufgefor- dert (vgl. Sachverhalt Bst. C). Die beiden Postsendungen des SEM wurden dem Beschwerdeführer beide eingeschrieben zugesandt. Dieser ver- säumte es trotz Abholungseinladungen, die Sendungen entgegenzu neh- men, weswegen diese von der Schweizerischen Post ans SEM retourniert wurden. D-7933/2016 Seite 7 Gemäss Art. 20 Abs. 2bis VwVG gilt eine Mitteilung, die nur gegen Unter- schrift des Adressaten überbracht wird, spätestens am siebenten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt. Der Beschwerde- führer wurde anlässlich der BzP im EVZ B._______ über seine Pflichten im Asylverfahren orientiert und i n der V orladung vom 30. September 2016 über die möglichen Konsequenzen, die ein grundloses Nichtbefolgen der Anhörungseinladung mit sich ziehen könnte, hingewiesen (SEM -Akte A24). Den Umstand, der Einladung ohne zwingenden Grund nicht gefolgt zu sein, bestreitet der Beschwerdeführer denn auch gar nicht , sondern führte in seiner Beschwerde dazu aus, sich der Wichtigkeit der Anhörung beziehungsweise der Befristung der Abholungsmöglichkeit nicht bewusst gewesen zu sein. Dass er mit seinem Verhalten seine Mitwirkungspflicht in grober Weise verletzt habe, sei jedoch unbestritten. Diesen Ausführungen zufolge hat der Beschwerdeführer – wie die Vorinstanz in ihrer Verfügung zu Recht feststellte – durch sein unentschuldigtes Fernbleiben der Anhö- rung sowie fehlender Gründe für sein Fernbleiben schuldhaft und grob seine Mitwirkun gspflicht verletzt . Vor diesem Hintergrund durfte die Vo- rinstanz auf die Durchführung einer Anhörung nach Art. 29 AsylG – auch vor dem Hintergrund der nachstehenden Ausführungen – verzichten. Über- dies hat der Beschwerdeführer offenbar alle für sein Asylgesuch wichtigen Gründen anlässlich der BzP genannt und machte auch auf Beschwerde- ebene keine weiteren Gründe geltend. 6. 6.1 Die Vorinstanz stützte die angefochtene V erfügung formell nicht auf Art. 8 AsylG ab, sondern trat trotz der festgestellten Verletzung der Mitwir- kungspflicht auf das Asylgesuch ein mit der Folge, dass das Asylgesuch materiell abgewiesen wurde. Die Vorinstanz hätte bei der gegebenen Aus- gangslage in Anwendung von Art. 8 Abs. 3 bis AsylG das Asylgesuch auch formlos abschreiben können. Dem Beschwerdeführer ist aber d adurch, dass das SEM sein Gesuch trotzdem inhaltlich geprüft hat, kein Nachteil erwachsen (vgl. auch BVGE 2014/39 E. 7.2 S. 699). 6.2 Das SEM hat auch bei einer Anwendung von Art. 36 Abs. 1 Bst. c AsylG die Flüchtlingseigenschaft zumindest summarisch zu prüfen und kann kei- neswegs vollständig auf eine materielle Prüfung der Asylvorbringen ver- zichten, zumal die Schweiz ihre Verpflichtungen unter anderem aus der FK, dem Übereinkommen vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernie drigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) sowie aus der EMRK unabhängig von ihren Schweizer D-7933/2016 Seite 8 Asylverfahrensbestimmungen zu erfüllen hat. Zwar kann bei Asylentschei- den unter Anwendung von Art. 36 AsylG auf eine Anhörung zu den Asyl- gründen unter gewisse n Voraussetzungen verzichtet werden ( wie vorlie- gend aufgrund der groben Mitwirkungspflichtverletzung). Eine zumindest summarische materielle Prüfung, aus der sich das offensichtliche Fehlen von Hinweisen auf Verfolgung ergibt, ist jedoch zwingend geboten. 6.3 Die Begründung der vorinstanzlichen Verfügung ist in Anbetracht der gesamten Umstände zu stützen. Der Beschwerdeführer vermochte mit sei- nem Verhalten nicht glaubhaft zu machen, dass er des Schutzes vor Ver- folgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG bedarf. Namentlich se in Fernbleiben von der Anhörung, die ausbleibende Stellungnahme sowie seine anschliessende Erklärung für seine Versäumnisse sprechen gegen die Ernsthaftigkeit seines Asylgesuchs. Was die geltend gemachte Her- kunft des Beschwerdeführers betrifft, kann angesichts seiner wenigen und oberflächlichen diesbezüglichen Angaben, welche im Protokoll der BzP zu finden sind, nicht davon ausgegangen werden, dass er tatsächlich aus Bhutan stammt. Eine weitergehende diesbezügliche Abklärung wie bei- spielsweise vertiefte Fragen zum angegebenen Heimatstaat war aufgrund des nicht zustande gekommenen Anhörungstermins nicht möglich. Ent- sprechende Angaben holte er auch in der Beschwerde nicht nach. Der Be- schwerdeführer reichte schliesslich auch keinerlei Beleg e ein , welche seine wenigen Angaben bekräftigt und Hinweise auf seine wahre Herkunft gegeben hätten. Die Vorinstanz ging somit zu Recht davon aus, dass die Herkunft des Beschwerdeführers unklar sei, und befand insbesondere zu Recht und mit zutreffender Begründung (vgl. Sachverhalt Bst. D) die Her- kunft aus Bhutan als unglaubhaft. 6.4 Selbst wenn die Angaben des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Identität beziehungsweise Herkunft als glaubhaft bewertet würden, wäre aber von einer offensichtlich fehlenden asy lrechtlichen Relevanz seiner Fluchtgründe auszugehen. Weder einer früheren Vertreibung aus Bhutan, noch dass der Beschwerdeführer in Nepal und Indien keinen legalen Auf- enthaltsstatus hätte erwerben können, würde asylrechtliche Relevanz im Sinne von Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG zu kommen, zumal der Beschwerde- führer nach seiner Vertreibung aus Bhutan viele Jahre unbehelligt in ande- ren Staaten hätte leben können. Weitere Asylgründe können weder seinen Aussagen anlässlich der BzP noch seiner Bes chwerde entnommen we r- den, womit keine Hinweise auf eine asylrelevante Verfolgung vorliegen. Die Vorinstanz hat demnach die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh- rers zu Recht verneint und das Asylgesuch folgerichtig abgelehnt. D-7933/2016 Seite 9 7. 7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 Das SEM konnte die Identität und Herkunft des Beschwerdeführers in- folge seiner Mitwirkungspflichtverletzung nicht abschliessend feststellen und berief sich darauf, dass eine grobe Verletzung der M itwirkungspflicht den Vollzug der Wegweisung nicht verhindern könne, wenn die gesuchstel- lende Person eine sinnvolle Prüfung ihrer wahren Herkunft verhindere. Dazu ist festzuhalten, dass ein missbräuchliches Verhalten das SEM grundsätzlich nicht davon entbi ndet, das Non-Refoulement-Gebot bezüg- lich des Heimatstaates zu prüfen, insbesondere wenn Angaben der ge- suchstellenden Person zu seiner persönlichen Situation es der Vorinstanz erlauben würden, sich auch zur Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegwei- sung zu äussern. Liegt gleichzeitig jedoch auch eine Mitwirkungspflichtver- letzung aufgrund von Identitätstäuschung bezüglich der Herkunft vor, ist das SEM nicht dazu verpflichtet, nach hypothetischen Wegweisungsvoll- zugshindernissen zu forschen, da die behörd liche Unter suchungspflicht ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der beschwerdeführenden Person findet, welche auch die Substantiierungslast trägt (Art. 7 AsylG; Art. 8 AsylG; vgl. Urteil des BVGer E-7250/2010 vom 4. April 2012 E. 7.4.2, mit D-7933/2016 Seite 10 weiteren Hinweisen, vgl. auch Urteil des BVGer E-3355/2014 vom 15. Au- gust 2014 E. 8.2). Der Beschwerdeführer reichte im Asylverfahren weder Dokumente ein, welche seine Herkunft belegen könnten, noch ermöglichte er es der Vorinstanz, ihn vertieft zu seinem vorgeblichen Heimatstaat zu befragen. Somit hat er die Folgen seiner mangelhaften Mitwirkung respek- tive Verheimlichung seiner Identität und Herkunft zu tragen, indem vermu- tungsweise davon auszugehen ist, es würden einem Vollzug der Wegwei- sung in den Heimat- oder Herkunftsstaat keine Vollzugshindernisse im ge- setzlichen Sinne entgegenstehen (BVGE 2014/12 E. 5.9 S. 212). 8.3 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.– wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. D-7933/2016 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600. – wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Simon Thurnheer Irina Wyss Versand: