<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00829</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221331&amp;W10_KEY=13013475&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00829</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 25.05.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufgrund der Auflösung der Ehe der drittstaatsangehörigen Beschwerdeführerin und ihres damaligen Ehemanns mit Staatsangehörigkeit Slowenien im November 2018 kann Erstere aus den Bestimmungen des Freizügigkeitsabkommens keinen Anwesenheitsanspruch (mehr) ableiten (E. 2). Auch die Berufung auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG (bzw. ein entsprechendes Fortbestehen des Aufenthaltsanspruchs) scheitert: Es bestehen zahlreiche Hinweise darauf, dass die Ehe aus ausländerrechtlichen Motiven eingegangen bzw. aufrechterhalten wurde (E. 3 f.). Verhältnismässigkeit der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung (E. 5). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=52781" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00829</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">25. Mai 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b></p> <p class="MsoNormal"><b>und Familiennachzug,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A ist eine 1985 geborene StaatsangehÃ¶rige Serbiens. Am 24. April 2013 heiratete sie in Slowenien B, einen 1980 geborenen StaatsangehÃ¶rigen jenes Landes. Wenige Wochen nach ihrem Ehemann reiste am 24. Mai 2013 auch A in die Schweiz ein, worauf ihr gestÃ¼tzt auf die Ehe zunÃ¤chst eine Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit GÃ¼ltigkeit bis 13. Mai 2014 und im Anschluss eine bis 13. Mai 2019 gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erteilt wurde. </p> <p class="Urteilstext">Aufgrund einer Anfrage slowenischer BehÃ¶rden im Jahr 2015 wurden die beiden â zu jenem Zeitpunkt getrennt lebenden â Ehegatten polizeilich befragt, bei welcher Gelegenheit A angab, sich scheiden lassen zu wollen. Im September 2016 teilte sie auf eine neuerliche Anfrage des Migrationsamts des Kantons ZÃ¼rich mit, sie wohne mit ihrem Ehemann zusammen und wolle sich nicht scheiden lassen. </p> <p class="Urteilstext">Mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 9. November 2018 wurde die Ehe von A und B geschieden.</p> <p class="Urteilstext">Am 1. Februar 2019 heiratete A in ZÃ¼rich einen Landsmann, C, der am 16. Januar 2019 fÃ¼r die Eheschliessung in die Schweiz eingereist war. Gleichentags ersuchte C um eine Aufenthaltsbewilligung. Am 2. Februar 2019 kam die gemeinsame Tochter D zur Welt. Am 12. April 2019 ersuchte sodann A um VerlÃ¤ngerung ihrer eigenen Aufenthaltsbewilligung.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 25. MÃ¤rz 2020 wies das Migrationsamt die Gesuche um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A sowie um Erteilung einer solchen an ihren Ehemann und ihre Tochter ab und setzte allen dreien eine Frist bis zum 30. Juni 2020 fÃ¼r die Ausreise aus der Schweiz. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen am 23. April 2020 erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 22. Oktober 2020 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 26. November 2020 liess A Beschwerde ans Verwaltungsgericht erheben und beantragen, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid aufzuheben und ihre Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern sowie D und C eine solche zu erteilen.</p> <p class="Urteilstext">Das Migrationsamt verzichtete stillschweigend auf eine Beschwerdeantwort, die Sicherheitsdirektion am 8. Dezember 2020 ausdrÃ¼cklich auf eine Stellungnahme.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide einer Direktion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig.</p> <p class="Urteilstext">Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die VerlÃ¤ngerung von Aufenthaltsbewilligungen richten sich grundsÃ¤tzlich nach dem AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20).</p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r AngehÃ¶rige der Mitgliedstaaten der EuropÃ¤ischen Union und ihre FamilienangehÃ¶rigen hat das AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz allerdings nur insoweit Geltung, als das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (nunmehr EuropÃ¤ische Union [EU]) und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FreizÃ¼gigkeitsabkommen, FZA [SR 0.142.112.681]) keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz eine fÃ¼r die betroffene auslÃ¤ndische Person vorteilhaftere Regelung vorsieht (Art. 2 Abs. 2 AIG).</p> <p class="Urteilstext">GestÃ¼tzt auf Art. 7 lit. d und e FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a Anhang I FZA haben Ehegatten von EU-StaatsangehÃ¶rigen mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz ungeachtet der eigenen StaatsangehÃ¶rigkeit das Recht, bei diesen Wohnung zu nehmen und eine ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben. Dieses abgeleitete Aufenthaltsrecht knÃ¼pft an den formellen Bestand der Ehe an und darf grundsÃ¤tzlich nicht vom Erfordernis des Zusammenlebens abhÃ¤ngig gemacht werden, sofern nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich zur blossen Aufenthaltssicherung an einer nur (noch) formell bestehenden Ehe festgehalten wird (vgl. BGE 130 II 113 [= Pra. 93/2004 Nr. 171] E. 8 f.; BGE 139 II 393 E. 2.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Ehe der BeschwerdefÃ¼hrerin und von B wurde am <span>9. November 2018 geschieden</span>. Damit ist die Voraussetzung fÃ¼r die ursprÃ¼ngliche Erteilung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA der BeschwerdefÃ¼hrerin nach Art. 7 lit. d FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a Anhang I FZA weggefallen. Die abgeleitete Bewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin musste daher gestÃ¼tzt auf Art. 23 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Mai 2002 Ã¼ber die EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs (VEP, SR 142.203 [seit 1. Januar 2021: Verordnung Ã¼ber den freien Personenverkehr]) in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG nicht verlÃ¤ngert werden. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Da sich ein allfÃ¤lliger Anwesenheitsanspruch sowohl von C als auch von D aus einem solchen der BeschwerdefÃ¼hrerin ableiten wÃ¼rde, ist vorab zu prÃ¼fen, ob der Beschwerdegegner deren Aufenthaltsbewilligung zu Recht nicht verlÃ¤ngert hat.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Da das FreizÃ¼gigkeitsabkommen den nachehelichen Aufenthalt nicht regelt, ist ein solcher aufgrund des Diskriminierungsverbots gemÃ¤ss Art. 2 FZA grundsÃ¤tzlich nach den Bestimmungen zu prÃ¼fen, die fÃ¼r FamilienangehÃ¶rige von Schweizern/-innen gelten. GemÃ¤ss Art. 50 Abs. 1 AIG besteht nach AuflÃ¶sung einer Ehegemeinschaft der Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre gedauert hat und eine erfolgreiche Integration besteht (lit. a) oder wenn wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde einen Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). Die AufenthaltsansprÃ¼che nach Art. 50 Abs. 1 AIG knÃ¼pfen an die AufenthaltsansprÃ¼che von Art. 42 und 43 AIG an, welche voraussetzen, dass der bzw. die originÃ¤r anwesenheitsberechtigte Ehepartner/in das Schweizer BÃ¼rgerrecht oder die Niederlassungsbewilligung besass. Art. 50 AIG ist jedoch gemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gestÃ¼tzt auf das Diskriminierungsverbot von Art. 2 FZA auch dann anzuwenden, wenn der bzw. die Ex-Ehegatte/-in â wie hier â lediglich eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA besass. Der Ex-Ehemann der BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤lt sich sodann soweit ersichtlich nach wie vor in der Schweiz auf (vgl. BGE 144 II 1 E. 4.7 [teilweise kritisch hierzu: VGr, 23. Oktober 2019, VB.2019.00425, E. 3.3]; BGr, 9. Dezember 2019, 2C_574/2019, E. 3.1; vgl. auch VGr, 8. September 2020, VB.2020.00208, E. 5.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die AnsprÃ¼che nach Art. 50 AIG erlÃ¶schen indes, wenn sie rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschriften Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (Art. 51 Abs. 2 lit. a AIG). RechtsmissbrÃ¤uchlich ist unter anderem die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe. Fehlt der Wille zur Gemeinschaft und dient das formelle Eheband ausschliesslich (noch) dazu, die auslÃ¤nderrechtlichen Zulassungsvorschriften zu umgehen, fÃ¤llt der Anspruch dahin (BGE 139 II 393 E. 2.1; BGr, 27. Januar 2020, 2C_950/2019, E. 3.1 f. mit Hinweisen [auch zum Folgenden]). Auf eine AuslÃ¤nderrechtsehe kann allerdings nicht schon dann geschlossen werden, wenn auslÃ¤nderrechtliche Motive fÃ¼r den Eheschluss mitentscheidend waren bzw. wenn solche GrÃ¼nde auch dazu beitragen, dass die Ehe aufrechterhalten wird. Erforderlich ist, dass der Wille zur FÃ¼hrung einer Lebensgemeinschaft im Sinn einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, kÃ¶rperlichen und spirituellen Verbindung zumindest bei einem der Ehepartner fehlt.</p> <p class="Urteilstext">Ob eine Scheinehe oder eine nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven aufrechterhaltene Ehe vorliege, entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis und lÃ¤sst sich nur durch Indizien erstellen, welche Ã¤ussere Gegebenheiten, aber auch innere psychische VorgÃ¤nge (Wille der Ehegatten) betreffen kÃ¶nnen (BGr, 29. November 2018, 2C_381/2018, E. 6.2.1 mit Hinweisen; BGE 130 II 113 E. 10.2 f.). FÃ¼r die Bejahung eines Rechtsmissbrauchs ist daher eine sorgfÃ¤ltige PrÃ¼fung des Einzelfalls unerlÃ¤sslich. Es bedarf klarer und konkreter Hinweise fÃ¼r ein rechtsmissbrÃ¤uchliches Verhalten, das heisst dafÃ¼r, dass die Eheleute nicht eine eigentliche Lebensgemeinschaft fÃ¼hren wollen, sondern die Ehe nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Ãberlegungen eingegangen sind bzw. aufrechterhalten (zum Ganzen Marc Spescha, in: derselbe et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2019, Art. 51 AIG N. 2 und 5; BGE 127 II 49 E. 5a am Ende). Als Indizien fÃ¼r das Vorliegen einer Umgehungsabsicht werden in der Rechtsprechung insbesondere eine auslÃ¤nderrechtliche Interessenlage genannt, unterschiedliche Angaben der Eheleute zum Kennenlernen und zum (gemeinsamen) Tagesablauf, eine unklare Wohnsituation und der Bezug getrennter Wohnungen sowie WissenslÃ¼cken bzw. Desinteresse in Bezug auf den Ehepartner bzw. die Ehepartnerin. Die vorliegenden Indizien sind im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu wÃ¼rdigen. Die VerwaltungsrechtspflegebehÃ¶rden kÃ¶nnen sich veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen auf unbekannte zu schliessen. Dabei handelt es sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen werden. Spricht die Vermutung fÃ¼r eine vorhandene TÃ¤uschungsabsicht im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung, obliegt es der nach Art. 90 AIG zur Mitwirkung verpflichteten Person, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen (zum Ganzen VGr, 21. Juli 2020, VB.2020.00284, E. 2.2 [gegen Ende], und 26. September 2019, VB.2019.00266, E. 3.1, je mit Hinweisen). Insofern erfÃ¤hrt die behÃ¶rdliche Pflicht, den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen, eine Relativierung (BGr, 27. Januar 2016, 2C_868/2015, E. 3.1). Die Mitwirkungspflicht kommt insbesondere bei Tatsachen zum Tragen, die eine Partei besser kennt als die BehÃ¶rden und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernÃ¼nftigem Aufwand erhoben werden kÃ¶nnen (vgl. hierzu sowie zum Ganzen BGr, 27. Januar 2020, 2C_950/2019, E. 3.2 mit Hinweisen, sowie etwa VGr, 22. Juli 2020, VB.2020.00323, E. 2.2 f.). </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Vorliegend ergeben sich insbesondere aus den WohnverhÃ¤ltnissen und den Befragungen der Beteiligten gewichtige Indizien dafÃ¼r, dass das formelle Eheband zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und ihrem Ex-Ehemann, B, aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven eingegangen bzw. aufrechterhalten wurde: </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.1 </b>Die Ehegatten wohnten im Anschluss an die â wenige Wochen nach der Einreise des Ehemanns erfolgte â Einreise der BeschwerdefÃ¼hrerin in die Schweiz im Mai 2013 zunÃ¤chst in einem 1-Zimmer-Appartment in E, wo sie jedenfalls im Juli 2013 noch wohnhaft waren. Am 6. September 2013 reiste auch F, eine langjÃ¤hrige Bekannte von B, in die Schweiz ein. (AnlÃ¤sslich einer polizeilichen Befragung im Jahr 2019 gab dieser an, er habe F â deren Mutter er "das Handwerk der Massage beigebracht" habe â schon vor seiner Einreise in die Schweiz im Mai 2013 gekannt; F ihrerseits erklÃ¤rte, sie kenne B schon seit etwa zwÃ¶lf Jahren). Ab dem Tag ihrer Einreise am 6. September 2013 bis zum 6. April 2014, mithin wÃ¤hrend sieben Monaten, lebte F mit den Ehegatten zusammen in der (gemÃ¤ss Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin im September 2013 bezogenen) ehelichen Wohnung an der G-Strasse 01 in ZÃ¼rich, wo sie ihrerseits auch angemeldet war. Dass ein frisch verheiratetes Ehepaar kurz nach der Eheschliessung und wÃ¤hrend so langer Zeit mit einer Drittperson zusammenlebt, ist jedenfalls zumindest ungewÃ¶hnlich. </p> <p class="Urteilstext">Die damaligen Ehegatten wurden erstmals im November 2015 polizeilich befragt bzw. (im Zusammenhang mit dem Verdacht auf eine allfÃ¤llige TÃ¤uschung der BehÃ¶rden nach Art. 118 AIG) einvernommen, wobei B hierzu allerdings schriftlich vorgeladen werden musste und erst Ã¼ber zehn Tage nach der BeschwerdefÃ¼hrerin befragt werden konnte. Die auslÃ¶sende, eine allfÃ¤llige Scheinehe betreffende Anfrage war im Ãbrigen von der Kriminalpolizei des Herkunftsorts von B (und von F) in Slowenien ausgegangen. Den damaligen Angaben von B und der BeschwerdefÃ¼hrerin zufolge lebten sie seit ungefÃ¤hr September 2015 getrennt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin erklÃ¤rte am 4. November 2015, ihr Ehemann sei "an eine neue Wohnadresse gezogen, und zwar in H", wobei ihr die Strasse und die Hausnummer nicht bekannt seien; zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt der Befragung wurde sie gefragt, ob ihr bekannt sei, dass F offenbar mit B zusammenwohne in H, worauf die BeschwerdefÃ¼hrerin zunÃ¤chst mit Erstaunen, dann Betroffenheit reagierte. B seinerseits erklÃ¤rte diesbezÃ¼glich zwar, er miete lediglich ein Zimmer in der Wohnung von F, welches er als BÃ¼ro benutze, weil es in der ehelichen Wohnung an der G-Strasse 01 nicht genug Platz fÃ¼r ein BÃ¼ro habe (â gemÃ¤ss Handelsregistereintrag war allerdings Domiziladresse des Einzelunternehmens von B seit dessen GrÃ¼ndung im Juli 2015 stets bzw. [bis vor wenigen Tagen] unverÃ¤ndert die G-Strasse 01); auf die Frage, wo er denn wohne, gab er dann allerdings an: "Im BÃ¼ro, dort habe ich eine MÃ¶glichkeit zu Ã¼bernachten" (anlÃ¤sslich der Befragung vom Juli 2019 bestritt er allerdings, je in der Wohnung von F bzw. in seinem dortigen "BÃ¼ro" gewohnt zu haben). Jedenfalls waren auch die Klingel und der Briefkasten der Wohnung an der I-Strasse 02 in H, welche F per 1. April 2015 bezogen hatte, mit den beiden Namen "F/B" beschriftet und hielt B sich auch dort auf, als sich die Polizei am Morgen des 4. November 2015, kurz nach 6 Uhr, im Hinblick auf eine Wohnungskontrolle und Befragung an dieser Adresse einfand; er weigerte sich allerdings â auch auf entsprechendes Zureden der BeschwerdefÃ¼hrerin per Telefon hin, die gebeten worden war, ihn anzurufen und zur Kooperation zu motivieren â, der Polizei die TÃ¼r zu Ã¶ffnen und sich befragen zu lassen. Erst am 16. November 2015 und, wie erwÃ¤hnt, auf schriftliche Vorladung hin konnte B schliesslich befragt werden.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.2 </b>AnlÃ¤sslich der Befragung vom 4. November 2015 gab die BeschwerdefÃ¼hrerin weiter an, sie hÃ¤tten erhebliche Differenzen: Es "lÃ¤uft nicht". Es bleibe ihr "nichts anderes Ã¼brig, als mich von ihm scheiden zu lassen". Es bestehe "ein grosser Meinungsunterschied zwischen uns. Wir haben kaum mehr Gemeinsamkeiten. Wir haben verschiedene Ansichten Ã¼ber das Leben und Ã¼ber die Ehe. Ich weiche in vielen Dingen von seiner Denkweise ab". Die Scheidungsabsicht bekrÃ¤ftigte sie spÃ¤ter in der Befragung erneut mit den Worten: "NatÃ¼rlich will ich mich scheiden lassen". Auch B erklÃ¤rte, sie redeten immer noch miteinander, hÃ¤tten aber "einen Konflikt gehabt", seinen Angaben zufolge, weil er ein Unternehmen gegrÃ¼ndet und dies zusÃ¤tzliche Kosten generiert habe. Damit sei die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht einverstanden gewesen.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hatte somit anlÃ¤sslich dieser Befragung Ã¼ber erhebliche Differenzen mit ihrem damaligen Ehemann, die fehlenden Gemeinsamkeiten (vgl. diesbezÃ¼glich auch unten 4.4.1 Abs. 3) und auch Ã¼ber ihre Scheidungsabsicht gesprochen. Auf eine entsprechende beschwerdegegnerische Anfrage vom 7. September 2016 hin beschrÃ¤nkte sich die BeschwerdefÃ¼hrerin indes in einem Antwortschreiben vom 27. desselben darauf zu erklÃ¤ren, sie sei "immer noch verheiratet mit B und wir leben zusammen auf die gleiche Adresse"; "[a]usserdem haben wir uns nie getrennt. Wir wollen uns nicht scheiden lassen". Von der offenkundigen Unwahrheit betreffend das Getrenntleben abgesehen, fehlen somit auch Angaben dazu, seit wann B offiziell wieder bei der BeschwerdefÃ¼hrerin gelebt haben soll; weiter fehlt insbesondere auch eine ErklÃ¤rung dafÃ¼r, warum die BeschwerdefÃ¼hrerin â trotz den erwÃ¤hnten erheblichen Unstimmigkeiten â von der geÃ¤usserten Scheidungsabsicht in der Folge wieder abgerÃ¼ckt war und an der Ehe mit B weiterhin festhielt bzw. dass, warum und wie es zur WiederannÃ¤herung gekommen war. Den Akten lÃ¤sst sich hierzu nichts entnehmen, ebenso wenig wie zu der Frage, warum es zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt â angeblich im Juni bzw. Juli 2018 â dann dennoch (und sehr schnell) zu einer (erneuten bzw. definitiven) Trennung der Ehegatten und zur Scheidung kam. In einer (zweiten) Befragung vom 12. Juli 2019 verweigerte die BeschwerdefÃ¼hrerin hierzu jegliche Aussagen (vgl. unten 4.4.3).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.3 </b>Seit Mai 2018 leben B und F sodann offiziell an derselben Adresse: Im April 2018 unterzeichneten die beiden gemeinsam einen Mietvertrag Ã¼ber eine (2,5-Zimmer-)Wohnung (vgl. unten 4.5 Abs. 3).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>B unternahm sodann wÃ¤hrend seiner Ehe mit der BeschwerdefÃ¼hrerin regelmÃ¤ssig und oft gemeinsame AusflÃ¼ge und Reisen mit F. So reisten sie insbesondere â wie aus entsprechenden, an den jeweiligen Destinationen aufgenommenen und auf Facebook eingestellten Fotos der beiden ersichtlich ist â im Dezember 2015 nach J, im MÃ¤rz 2016 nach K, im Mai 2016 nach L und im August 2017 nach M. AnlÃ¤sslich der polizeilichen Befragung vom 12. Juli 2019 stritten sie jedoch (zunÃ¤chst) ab, entsprechende Reisen zusammen unternommen zu haben. Als ihr die besagten gemeinsamen Facebook-Fotos vorgelegt wurden, behauptete F dann, sie hÃ¤tten sich einfach sozusagen gleichzeitig am gleichen Ort aufgehalten, er geschÃ¤ftlich, sie zu Ferienzwecken, bzw. sie seien lediglich zusammen hingereist. Wiederum erst, nachdem ihr ein entsprechendes Foto (von der Reise nach L) vorgelegt worden war, rÃ¤umte sie allerdings ein, dass sie sehr wohl auch vor Ort Zeit miteinander verbracht hÃ¤tten, indem sie etwa gemeinsam eine "Safari" unternommen hÃ¤tten.</p> <p class="Urteilstext">Auf den erwÃ¤hnten Fotos wirken F und B durchwegs wie ein Paar. Als ein solches wurden die beiden denn auch von zahlreichen Leuten bzw. (mutmasslich zumindest auch) Bekannten wahrgenommen, die die erwÃ¤hnten Fotos auf Facebook kommentierten. F rÃ¤umte anlÃ¤sslich der Befragung vom 12. Juli 2019 im Zusammenhang mit den ihr vorgelegten Fotos wiederholt ein: "[E]s sieht aus, als wÃ¤ren wir ein Paar". Sie begnÃ¼gte sich indes â wie auch B, der erklÃ¤rte, sie seien lediglich "WG-Partner"â jeweils damit, pauschal zu bestreiten, dass sie ein solches seien. In diesem Zusammenhang zu erwÃ¤hnen bleibt sodann, dass auch die BeschwerdefÃ¼hrerin bei der Frage, ob sie die "aktuelle Ehefrau" ihres Ex-Ehemanns kenne, ohne Weiteres davon ausging, dass es sich hierbei um F handle.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Zusammenfassend haben B und F wÃ¤hrend dessen Ehe mit der BeschwerdefÃ¼hrerin â im Gegensatz zu den Ehegatten (vgl. unten 4.4.2) â sehr viel Zeit miteinander verbracht, regelmÃ¤ssig zusammen AusflÃ¼ge und Auslandsreisen unternommen, zahlreiche Fotos auf Facebook eingestellt, auf denen sie wie ein Paar wirken, und immer wieder Ã¼ber Monate hinweg an der gleichen Adresse gewohnt; seit Mai 2018 sind sie sodann, wie erwÃ¤hnt, offiziell Mieter und Mieterin einer gemeinsamen Wohnung. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Im Zusammenhang mit der Ehe der BeschwerdefÃ¼hrerin mit B ergeben sich weitere Hinweise:</p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.1 </b>ZunÃ¤chst kam der BeschwerdefÃ¼hrerin lediglich gestÃ¼tzt auf bzw. zufolge der Ehe mit B ein Anwesenheitsanspruch in der Schweiz zu.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin und ihr damaliger Ehemann erklÃ¤rten beide anlÃ¤sslich der ersten polizeilichen Befragung im November 2015, sie hÃ¤tten sich anlÃ¤sslich einer Hochzeit im Jahr 2008 kennengelernt, einander in den Jahren darauf einige Male in Serbien bzw. in Slowenien getroffen und per Skype kommuniziert. Etwa einen Monat vor der Hochzeit sei dann die BeschwerdefÃ¼hrerin zu ihrem spÃ¤teren Ehemann gezogen. DiesbezÃ¼glich ist anzumerken, dass die Befragung des damaligen Ehemanns, wie erwÃ¤hnt, erst am 16. November 2015, mithin fast zwei Wochen nach derjenigen der BeschwerdefÃ¼hrerin stattfand, sodass reichlich Gelegenheit bestanden hatte, sich hinsichtlich seiner Antworten abzusprechen. In der Einvernahme vom 12. Juli 2019 gab B jedenfalls dann an, die BeschwerdefÃ¼hrerin "etwa ein Jahr vor der Hochzeit" (am 24. April 2013) bzw. "im Sommer 2012" im Herkunftsort der BeschwerdefÃ¼hrerin an einer Hochzeit kennengelernt zu haben.</p> <p class="Urteilstext">Aus den Befragungen der Ehegatten von November 2015 geht hervor, dass diese wÃ¤hrend der Ehe praktisch kaum Zeit miteinander verbracht haben. B erklÃ¤rte, sie hÃ¤tten "[i]m Bett beim Schlafen [...] viel Zeit gemeinsam verbracht"; "ansonsten" hÃ¤tten sie "viel und unregelmÃ¤ssig gearbeitet"; abgesehen von SpaziergÃ¤ngen unternahmen sie keine gemeinsamen AktivitÃ¤ten bzw. hatten sie keine gemeinsamen Hobbies. Die BeschwerdefÃ¼hrerin gab bei der Befragung im Jahr 2015 an, sie seien zusammen grillieren gegangen oder "auch schon zusammen spazieren". Auf die Frage nach gemeinsamen Hobbies und Interessen antwortete sie, "frÃ¼her schon, jetzt, in der letzten Zeit... Ich kann mich jetzt nicht erinnern, wann wir zuletzt etwas gemeinsam hatten". FrÃ¼her hÃ¤tten sie ihren Garten gehabt, "[j]etzt nichts". Auch gemeinsame Ferien haben sie kaum gemacht: B gab im Juli 2019 an, dass sie einige Male "zusammen in Serbien und Slowenien" gewesen seien, ansonsten hÃ¤tten sie "nicht genug Zeit fÃ¼r Ferien" gehabt. Allerdings verreiste B wÃ¤hrend der ganzen Dauer seiner Ehe mit der BeschwerdefÃ¼hrerin, wie bereits (oben 4.2) ausgefÃ¼hrt, regelmÃ¤ssig zusammen mit F an Feriendestinationen. Auf die Frage, warum nicht die BeschwerdefÃ¼hrerin ihn im August 2017 nach M begleitet habe, antwortete B im Ãbrigen: "um diese Zeit war die Liebe vorbei".</p> <p class="Urteilstext">Auf die bereits anlÃ¤sslich der Befragung vom November 2015 insbesondere von der BeschwerdefÃ¼hrerin erwÃ¤hnten erheblichen Differenzen zwischen ihnen wurde ebenso schon eingegangen wie auf die fehlenden Angaben betreffend die Wiederaufnahme des Zusammenlebens bzw. die WeiterfÃ¼hrung der Ehe (vgl. oben 4.1.2).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.2 </b>Weiter ist auf das Aussageverhalten der BeschwerdefÃ¼hrerin anlÃ¤sslich der polizeilichen Befragung am 12. Juli 2019 einzugehen: Sie weigerte sich schlicht, jegliche Fragen zu ihrer Ehe mit B zu beantworten bzw. sich in irgendeiner Form zu dieser zu Ã¤ussern. Sie erklÃ¤rte, sie kÃ¶nne nicht verstehen, dass sie "nun schon zum vierten Mal befragt" werde. Sie habe bereits ausfÃ¼hrlich Auskunft zu ihrer Ehe mit B gegeben und immer kooperiert. Sie mÃ¶chte keine Aussagen bzw. Angaben mehr machen. Sie werde (nur) zu ihrem aktuellen Ehemann und ihrer jetzigen Lebenssituation Auskunft geben. In der Folge beantwortete sie denn auch tatsÃ¤chlich keine der ihr zu B und ihrer Ehe gestellten Fragen und nahm auch nicht zu den ihr vorgelegten Fotos von diesem mit F Stellung. Weiter fehlen damit namentlich auch jegliche Angaben ihrerseits zu den GrÃ¼nden fÃ¼r die letztlich doch erfolgte AuflÃ¶sung jener Ehe.</p> <p class="Urteilstext">Aus der Ehe mit B leitete sich indes das bisherige und gegebenenfalls auch das kÃ¼nftige Aufenthaltsrecht der BeschwerdefÃ¼hrerin ab. Diese wÃ¤re somit angesichts der vorliegenden Hinweise fÃ¼r eine Scheinehe und mit Blick auf ihre Mitwirkungspflicht, auf die sie anlÃ¤sslich der Befragung noch einmal hingewiesen worden war, gehalten gewesen, die ihr gestellten Fragen zu beantworten. Im Ãbrigen war sie tatsÃ¤chlich erst einmal, im November 2015, persÃ¶nlich zu der Ehe befragt worden, was mithin zu jenem Zeitpunkt bereits vier Jahre zurÃ¼cklag; schliesslich und vornehmlich aber hatten einerseits in den Jahren 2018 und 2019 VerÃ¤nderungen in den persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnissen stattgefunden (vgl. unten 4.5) und wurden ihr andererseits die erwÃ¤hnten, auf eine aussereheliche Beziehung hinweisenden Fotos ihres Ex-Ehemanns mit F vorgelegt. Dass sich hieraus zwangslÃ¤ufig Fragen betreffend die anspruchsbegrÃ¼ndende Ehe auch an die BeschwerdefÃ¼hrerin ergaben, liegt auf der Hand (vgl. hierzu auch bereits die AusgangsverfÃ¼gung).</p> <p class="Urteilstext">Dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin vor diesem Hintergrund rundheraus weigerte, (nur schon) die ihr gestellten Fragen betreffend ihre frÃ¼here Ehe zu beantworten und insofern ihrer Mitwirkungspflicht nachzukommen, erscheint nicht nachvollziehbar. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Schliesslich weist auch der zeitliche Ablauf im Zusammenhang mit der offiziellen AuflÃ¶sung der Ehe der BeschwerdefÃ¼hrerin und von B sowie den darauffolgenden Ereignissen auf eine Umgehungsehe bzw. ein Festhalten an der Ehe aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven hin:</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin und B behaupteten auf eine beschwerdegegnerische "Scheidungsanfrage" hin, die Ehegemeinschaft sei im Juni bzw. Juli 2018 aufgelÃ¶st worden bzw. sie hÃ¤tten sich dann getrennt. Wie schon erwÃ¤hnt, wurde die Ehe allerdings (insoweit: bereits) am 9. November 2018 geschieden.</p> <p class="Urteilstext">Indes hatten bereits vor diesem Zeitpunkt, nÃ¤mlich am 9. April 2018, B und F gemeinsam einen Mietvertrag Ã¼ber eine 2,5-Zimmer-Wohnung mit Mietbeginn am 1. Mai 2018 unterzeichnet. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ihrerseits wurde mutmasslich etwa zur gleichen Zeit, als ihr damaliger Ehemann den erwÃ¤hnten Mietvertrag abschloss, also im April oder Mai 2018, von ihrem jetzigen Ehemann schwanger: Die gemeinsame Tochter kam am 2. Februar 2019 zur Welt. Einen Tag vor der Geburt heirateten die BeschwerdefÃ¼hrerin und ihr jetziger Ehemann, C, der zwei Wochen zuvor, am 16. Januar 2019, im Hinblick auf die Heirat mit der BeschwerdefÃ¼hrerin in die Schweiz eingereist war. Folglich kann auch die Aussage der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 12. Juli 2019 nicht zutreffen, dass sie C, den sie schon seit ihrer Kindheit kenne und mit dem sie die gleiche Schule besucht, den sie danach aber jahrelang nicht gesehen habe, erst im Juni 2018 "zufÃ¤llig im Stadtzentrum" ihres gemeinsamen Heimatorts in Serbien wieder getroffen habe. In der gleichen Befragung gab sie im Ãbrigen an, sie hÃ¤tten im Juni 2018 zusammen Ferien in P gemacht. Angesichts dieser UmstÃ¤nde muss die Bekanntschaft wohl schon frÃ¼her wiederaufgenommen worden sein bzw. schon frÃ¼her eine Beziehung bestanden haben. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.6 </span></b>Zusammenfassend lÃ¤sst die Indizienlage einzig den Schluss zu, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin die Ehe mit B <span>allein aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven einging bzw. aufrechterhielt. Es wÃ¤re insofern an der BeschwerdefÃ¼hrerin gewesen, UmstÃ¤nde darzutun, die dafÃ¼rgesprochen hÃ¤tten, dass sie mit B eine intakte und gelebte Ehe fÃ¼hrte. Dies hat sie jedoch nicht getan.</span></p> <p class="Urteilstext">Mit den vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen betreffend die vorliegenden Indizien setzte sich die BeschwerdefÃ¼hrerin in der Beschwerdeschrift nicht auseinander. Die mit Eingabe vom 16. Dezember 2019 beim Beschwerdegegner sowie mit Rekurseingabe vom 23. April 2020 bei der Vorinstanz eingereichten wenigen Fotos der BeschwerdefÃ¼hrerin und ihres frÃ¼heren Ehemanns, auf die sie in erster Linie verweist, scheinen sich sodann auf lediglich drei AnlÃ¤sse bzw. Gelegenheiten (einen gemeinsam gefeierten Geburtstag der BeschwerdefÃ¼hrerin â wohl ihren 32. im Jahr 2017 â einen Barbesuch oder dergleichen sowie einmal die gemeinsame Benutzung des Badezimmers) zu beschrÃ¤nken. Dass auch das eine oder andere Foto der BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrem damaligen Ehemann existiert, ist bei einer offiziell Ã¼ber fÃ¼nf Jahre dauernden Ehe zu erwarten, vermag jedoch am Umstand nichts zu Ã¤ndern, dass angesichts der Aktenlage davon auszugehen ist, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin und B keine Ehe- bzw. Lebensgemeinschaft fÃ¼hrten. Dass â wie die BeschwerdefÃ¼hrerin vor Verwaltungsgericht ebenfalls vorbringt â auf den Fotos von B und F kein "Austausch von ZÃ¤rtlichkeiten und IntimitÃ¤ten zu sehen" sei, Ã¤ndert hieran ebenfalls nichts. Wie erwÃ¤hnt hat sich die BeschwerdefÃ¼hrerin auch kategorisch geweigert, sich zu den zahlreichen ihr <span>zur Ehe mit B und den bestehenden Scheineheindizien </span>gestellten Fragen in irgendeiner Form<span> zu Ã¤ussern. Die BeschwerdefÃ¼hrerin vermochte folglich die Vermutung nicht umzustossen, die Ehe sei einzig aus auslÃ¤nderrechtlichen Ãberlegungen eingegangen bzw. aufrechterhalten worden.</span></p> <p class="Erwgung2">Nach dem Dargelegten berief sich die BeschwerdefÃ¼hrerin in rechtsmissbrÃ¤uchlicher Weise auf die Ehe mit <span>B</span>, um eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu erlangen bzw. im Besitz derselben zu bleiben.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds fÃ¼hrt nicht automatisch zur NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung; diese Rechtsfolge kann nur eintreten, wenn diese Massnahme unter BerÃ¼cksichtigung der persÃ¶nlichen und familiÃ¤ren VerhÃ¤ltnisse der betroffenen Person als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint (vgl. Art. 96 AIG; BGE 135 II 377 E. 4.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die heute 36-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrerin reiste am 24. Mai 2013 und damit vor rund acht Jahren in die Schweiz ein. Ihr Aufenthalt beruht â wie aufgezeigt â im Wesentlichen auf einer TÃ¤uschung der BehÃ¶rden bzw. auf der aufschiebenden Wirkung der gegen die AusgangsverfÃ¼gung erhobenen Rechtsmittel. Mit ihrem Herkunftsland, in welchem sie den weit Ã¼berwiegenden Teil ihres Lebens verbracht hat, dÃ¼rfte sie nach wie vor genÃ¼gend vertraut sein, um sich dort wieder integrieren zu kÃ¶nnen, zumal sie noch jung und bei guter Gesundheit ist. In Serbien bzw. in ihrem Herkunftsort N leben denn auch nach wie vor ihre Eltern und Geschwister sowie ihre Schwiegermutter, zu der sie auch regelmÃ¤ssigen Kontakt pflegt. Betreffend die Integration der BeschwerdefÃ¼hrerin hierzulande ist festzuhalten, dass sie seit ihrer Einreise arbeitstÃ¤tig war und keine Sozialhilfe bezog. Deutsch spricht sie "gebrochen"; auch die Befragung durch die Kantonspolizei im Jahr 2019 wurde daher mit einem Dolmetscher durchgefÃ¼hrt. Im Januar 2019 hatte sie eine BestÃ¤tigung betreffend einen im MÃ¤rz und April 2019 stattfindenden Deutschkurs des Niveaus A1 des Gemeinsamen EuropÃ¤ischen Referenzrahmens eingereicht. Ihr Ehemann reiste seinerseits erst im Januar 2019 in die Schweiz ein und verheiratete sich hier mit der BeschwerdefÃ¼hrerin. Ihre Tochter ist erst zweijÃ¤hrig. Der Umstand, dass die VerhÃ¤ltnisse und die ErwerbsmÃ¶glichkeiten in der Schweiz besser sind als in Serbien, lÃ¤sst eine Ausreise nicht als unzumutbar erscheinen, betrifft dies doch die dortige BevÃ¶lkerung als Ganzes.</p> <p class="Urteilstext">Insgesamt sind keine GrÃ¼nde ersichtlich, welche hier gegen eine Wegweisung sprechen kÃ¶nnten. Die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA der BeschwerdefÃ¼hrerin erweist sich somit auch als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung ist ihr nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG)</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit <span>ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht</span> wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig <span>(BGr, 17. Dezember 2018, 2C_698/2018, E. 1.1 und 2.1, und </span><span>10. September 2018, 2C_7/2018, E. 1.2</span><span>). Ansonsten steht bloss die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 und 4 e contrario BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gung 8 Beschwerde erhoben werden. Sie ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>