Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 7. Dezember 2016 (810 14 246) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Wasseranschlussgebühr und Kostendeckungsprinzip / Gegenüberstellung der Einnah- men und Ausgaben / massgebliche Beurteilungszeiträume und -zeitpunkte / Lebensdauer der Leitungen / Berücksichtigung der Nebenanlagen Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen , Stephan Gass, Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte Einwohnergemeinde A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Enteignungsgericht) , Kreuzbodenweg 1, 4410 Liestal, Beschwerdegegner B.____ AG , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Eduard Schoch, Rechtsanwalt und Notar Betreff Wasser- und Kanalisationsanschlussgebühr (Urteil der Abteilung Enteignungsgericht vom 27. März 2014) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Im Jahr 1989 wurden auf der im Eigentum der C.___ _ AG stehenden Parzelle Nr. 778, Grundbuch A.____, verschiedene Gebäude abgebrochen, we lche gesamthaft einen Brandla- gerwert von Fr. 27‘900.-- aufwiesen. Die B.____ AG l iess auf der seit 13. Juni 2003 in ihrem Eigentum stehenden Parzelle Nr. 778, Grundbuch A.____ , ein Büro- und Lagergebäude erstel- len. Gemäss Endschätzung der Basellandschaftlichen Gebäud eversicherung vom 11. März 2005 weisen diese Gebäude einen Brandlagerwert von Fr . 396‘600.-- und einen Gebäudeversi- cherungswert von Fr. 3‘662‘000.-- auf. Die Gemeinde A. ____ (Gemeinde) erliess gestützt auf diese Angaben am 13. Januar 2006 eine Verfügung betre ffend Wasser- und Kanalisationsan- schlussgebühr in der Gesamthöhe von Fr. 251‘359.70 (inkl . Mehrwertsteuer), wobei sich die Wasseranschlussgebühr auf Fr. 93‘747.20 und die Kanalisat ionsanschlussgebühr auf Fr. 157‘612.50 belief. B. Am 20. Januar 2006 erhob die B.____ AG eine sinnge mässe Beschwerde bei der Ge- meinde. Nachdem die Gemeinde der B.____ AG mit Schre iben vom 31. Januar 2006 mitgeteilt hatte, die Gebühren seien korrekt ermittelt worden, e rhob die B.____ AG, nunmehr vertreten durch Eduard Schoch, Anwalt, am 3. Februar 2006 Beschw erde beim Steuer- und Enteig- nungsgericht, Abteilung Enteignungsgericht (Enteignun gsgericht), mit dem Antrag, die ange- fochtene Verfügung sei kostenpflichtig aufzuheben. Im Wesentlichen brachte die B.____ AG vor, dass die erhobenen Gebühren das Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip verletzen wür- den und ein Abzug für bereits bezahlte Gebühren gemacht werden müsse. Nach einer erfolglosen Vorverhandlung vor dem Gerichtsp räsidium am 14. August 2006 wurde das Verfahren bis nach rechtskräftigem Abschluss eines Parallelverfahrens des Enteignungsge- richts sistiert. Beim Parallelverfahren handelte es sich u m die Beschwerde der Gemeinde D.____ betreffend Kanalisations- und Wasseranschlussbeit rag. Das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), entschie d im Parallelverfahren mit Urteil vom 27. Mai 2009, dass die von der Gemeinde D.____ verf ügte Kanalisationsanschlussgebühr das Kostendeckungsprinzip verletze (Urteil des Kantonsgericht s [KGE VV] vom 27. Mai 2009 [810 06 120]; nachfolgend KGE VV i.S. D.____ von 200 9). Die von der Gemeinde dagegen er- hobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 16 . August 2010 gut und wies die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an das Kantonsgericht zurück (Urteil des Bundesgerichts 2C_644/2009 vom 16. August 2010; nachfolgend Urteil des Bundesgerichts i.S. D.____ von 2010). Das Kantonsgericht kam mit Urteil vom 17. August 2011 zum Schluss, die verfügte Kanalisationsgebühr verletze auch nach Berücksi chtigung der bundesgerichtlichen Vorgaben das Kostendeckungsprinzip (KGE VV vom 17. August 2011 [810 10 432]; nachfol- gend Urteil des KG i.S. D.____ von 2011). Das Bundesge richt hiess die von der Gemeinde er- hobene Beschwerde mit Urteil vom 16. November 2012 gu t, da die verfügte Kanalisationsan- schlussgebühr das Kostendeckungsprinzip nicht verletze und w ies die Angelegenheit zur Prü- fung einer allfälligen Verletzung des Äquivalenzprinzi ps an das Kantonsgericht zurück (Urteil des Bundesgerichts 2C_1020/2011 vom 16. November 2012; nachfolgend Urteil des Bundesge- richts i.S. D.____ von 2012). Das Kantonsgericht verneinte mit Urteil vom 19. Juni 2013 die Ver- letzung des Äquivalenzprinzips (KGE VV vom 19. Juni 2013 [810 12 352], nachfolgend Urteil des Kantonsgericht i.S. D.____ von 2013). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nach Eröffnung des begründeten zweiten Bundesgerichtsurteils im Parallelverfahren (Urteil des Bundesgerichts i.S. D.____ von 2012) hob das Enteignungsg ericht am 11. Dezember 2012 die Sistierung des Verfahrens betreffend Beschwerde der B.__ __ AG auf. Nachdem am 19. Sep- tember 2013 vor dem Gerichtspräsidium eine zweite erfolg lose Vorverhandlung stattgefunden hatte, beauftragte das Enteignungsgerichtspräsidium am 13. Januar 2014 die E.____ AG mit der Erstellung eines Gutachtens. C. Mit Urteil vom 27. März 2014 hiess das Enteignungsger icht die Beschwerde der B.____ AG teilweise gut und wies die Angelegenheit i m Sinne der Erwägungen zur Neuberech- nung der Wasser- und Kanalisationsanschlussgebühren an die Gemeinde zurück (Dispositiv Ziff. 1). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 9‘746.-- wurden den Parteien hälftig auferlegt, wobei der der Gemeinde auferlegte Verfahrenskostenant eil zu Lasten des Staates ging (Dispo- sitiv Ziff. 2). Im Wesentlichen kam das Enteignungsgericht zum Schluss, dass weder die erho- bene Wasseranschlussgebühr noch die erhobene Kanalisationsa nschlussgebühr das Äquiva- lenzprinzip verletze. Bezüglich der erhobenen Kanalisationsanschlussgebühr stellte das Enteig- nungsgericht fest, dass keine Verletzung des Kostendeckun gsprinzips vorliege. Hingegen be- jahte es bezüglich der Wasseranschlussgebühr die Verletzung des Kostendeckungsprinzips, da ein Einnahmeüberschuss von mindestens Fr. 3‘370‘000.-- vorliege. Des Weiteren entschied das Enteignungsgericht, der massgebende Gebäudeversicherung swert der abgerissenen Gebäude von Fr. 257‘517.-- sei bei der Festlegung der Gebühren zu berücksichtigen, weshalb die Was- ser- und Kanalisationsanschlussgebühren entsprechend zu reduzieren seien. D. Mit Eingabe vom 27. August 2014 erhob die späteste ns seit November 2009 durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat, vertretene Gemeinde beim Kantonsgericht, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerd e und beantragte, es sei Ziff. 1 des angefochtenen Urteils aufzuheben und die von der B. ____ AG geschuldete Wasser- und Kanalisationsanschlussgebühr auf total Fr. 232‘310.90 (i nkl. Mehrwertsteuer) festzusetzen. Eventualiter sei Ziff. 1 des angefochtenen Urteils auf zuheben und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an das Enteignungsgericht zurückzuweisen (Rechtsbegeh- ren 1). Ziff. 3 des angefochtenen Urteils sei aufzuhebe n und die Angelegenheit sei zur Neure- gelung der Parteientschädigung für das vorinstanzliche V erfahren an das Enteignungsgericht zurückzuweisen (Rechtsbegehren 2). Die ordentlichen Koste n des Beschwerdeverfahrens vor dem Kantonsgericht seien der Beschwerdegegnerin aufzuer legen und die ausserordentlichen Kosten seien wettzuschlagen (Rechtsbegehren 3). In ihr er ergänzenden Beschwerdebegrün- dung vom 29. Oktober 2014 wiederholte die Beschwerdefü hrerin die in der Beschwerde vom 27. August 2014 gestellten Rechtsbegehren. Die Beschwer deführerin hielt fest, die Berücksich- tigung des Gebäudeversicherungswertes der abgerissenen Geb äude bei der Gebührenerhe- bung dem vorinstanzlichen Entscheid entsprechend zu akzepti eren. Demzufolge werde die Wasseranschlussgebühr vom ursprünglich in Rechnung gestellten Betrag von Fr. 93‘747.20 auf Fr. 86‘642.80 und die Kanalisationsanschlussgebühr vom u rsprünglich in Rechnung gestellten Betrag von Fr. 157‘612.50 auf Fr. 145‘668.10 reduzie rt. Hingegen erachtete die Beschwerde- führerin die Überlegungen, die von der Vorinstanz in Bezug auf das Kostendeckungsprinzip bei der Bemessung der Wasseranschlussgebühr angestellt worden waren, nicht als schlüssig. Strit- tig sei einzig noch die Frage, ob die Erhebung der W asseranschlussgebühr mit dem Kostende- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ckungsprinzip vereinbar sei. Die Beschwerdeführerin bemäng elte, dass die vom Enteignungs- gericht verwendeten Durchschnittswerte in Bezug auf die Lebensdauer der Wasserleitungen sowie auf die Laufmeterpreise den tatsächlichen Verhält nissen nicht gerecht würden und dem- entsprechend deutlich erhöht werden müssten. Die mitt lere Lebensdauer des Wasserleitungs- netzes müsse auf 50 und nicht wie im angefochtenen Urteil auf 80 Jahre festgelegt werden. Der Wiederbeschaffungswert müsse auf Fr. 21‘675‘500.-- beziffert werden. Des Weiteren führte die Beschwerdeführerin aus, dass die Vorinstanz den pauschal en Rückstellungsbetrag für den ge- samten Beurteilungszeitraum von 40 Jahren auf bloss 10 Millionen Franken dimensioniert habe. Für den Eventualfall, dass das Kantonsgericht die letztge nannte Bemessung des Enteignungs- gerichts als zutreffend erachten sollte, machte die Beschw erdeführerin geltend, dass die “wie- dereingebrachten Wiederbeschaffungskosten“ jedenfalls di e Rückstellungen für die letzten 20 Jahre im Betrag von 5 Millionen Franken nicht überstei gen dürften. Die Beschwerdeführerin ersuchte das Kantonsgericht für den Fall einer Beschwerde abweisung, in den Erwägungen zur Höhe des Einnahmeüberschusses bzw. zum ungefähren Umfang d er nötigen Gebührenredukti- on Stellung zu nehmen. E. Das Enteignungsgericht beantragte in seiner Vernehm lassung vom 3. Dezember 2014 die Abweisung der Beschwerde. Im Wesentlichen machte es geltend, dass die drei von der Be- schwerdeführerin in der Beschwerde vom 29. Oktober 2014 vorgebrachten Argumente, welche für eine Verkürzung der Lebensdauer der Wasserleitung en der Gemeinde auf 50 Jahre spre- chen würden, im angefochtenen Urteil bereits durch die Reduktion um 20 Jahre (statt 100 nur 80 Jahre) berücksichtigt worden seien bzw. sich keine höhere Reduktion als 20 Jahre rechtfer- tige. Des Weiteren hielt sie fest, dass sich die Beschwerde führerin an der Hauptverhandlung vom 27. März 2014 mit einem Laufmeterpreis von Fr. 800 .-- einverstanden erklärt habe. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 31. Januar 2015 die kosten- pflichtige Abweisung der Beschwerde. Sie wies unter and erem auf die Normen des Deutschen Gas- und Wasserfaches e.V. (Technischer Hinweis 401) hin, welche von einer Nutzungsdauer von duktilen Gussrohren (Rohre der neueren Generation ) von bis zu 140 Jahren ausgehen würden. Bei den Rohren der älteren Generation ginge das erwähnte Regelwerk von einer Le- bensdauer von 100 bis 120 Jahren aus. F. Mit präsidialer Verfügung vom 11. März 2015 wurde ein Obergutachten angeordnet. In der Verfügung vom 6. Mai 2015 formulierte das Kanto nsgerichtspräsidium die vorgesehenen Gutachterfragen und ernannte unter Vorbehalt begründ eter Einwände der Parteien Herr Prof. Dr. (em.) F.____, G.____ GmbH, als Gutachter. Nachdem die Parteien Gelegenheit erhal- ten hatten, Stellung zur Gutachterperson und den Gutachterfragen zu nehmen, wurden mit Ver- fügung vom 17. Juni 2015 Prof. Dr. F.____ als Gutachter ernannt und die definitiven Gutachter- fragen formuliert. Mit Eingabe vom 3. August 2015 teilte die Beschwerdefü hrerin dem Kantonsgericht mit, dass das Rechtsbegehren 1 insofern geändert werde, als es jewe ils die Aufhebung der Ziff. 1 des Dispositivs des angefochtenen Urteils neu nur bezüglich der Wasseranschlussgebühr beantra- ge. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Am 23. März 2016 reichte Prof. Dr. F.____ sein Gutachte n vom 18. März 2016 beim Kantons- gericht ein. Die Gemeinde liess sich zum Gutachten mit E ingabe vom 29. Juni 2016 verneh- men. Sie erklärte, dass beim Laufmeterpreis auf die Va riantenkombination A/I und damit auf einen Laufmeterpreis von Fr. 1‘002.--, allenfalls von Fr. 857.-- abzustellen sei. Die Beschwerde- führerin monierte, dass der Gutachter die errechnete N etz-Erwartungs-Nutzungsdauer von durchschnittlich 76.7 Jahren auf der Zusammensetzung des Leitungsnetzes im Zeitpunkt der Begutachtung (Jahr 2015) basiert habe. Für die Bemessun g des Rückstellungsbedarfs seien aber die Verhältnisse massgebend, die zu Beginn des 40- jährigen Beurteilungszeitraums (also 1992) bestanden hätten. Die wirtschaftliche Erwartungs-N utzungsdauer des im Jahr 1992 vor- handenen Leitungsnetzes habe rund 72.5 Jahre betrage n. Des Weiteren wurde moniert, bei den Baustelleneinrichtungskosten sei die Hanglage der G emeinde A.____ nicht berücksichtigt worden. Zudem seien auf der Ausgabenseite noch Kosten für die weiteren Einrichtungen der kommunalen Wasserversorgungsanlagen wie Pumpwerke, Reser voirs und Steuerungsanlagen einzubeziehen. Die Beschwerdegegnerin stellte am 29. Juni 2016 den Ant rag, dem Gutachter weitere Fragen bezüglich Baukosten und Berechnung des Laufmeterpreises zu stellen. G. Mit präsidialer Verfügung vom 10. August 2016 wurd e der Fall der Kammer zur Beur- teilung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. D er Beweisantrag der Beschwerdeführe- rin auf Befragung von H.____ als Auskunftsperson und d ie Anträge der Beschwerdegegnerin auf Ergänzung des Gutachtens wurden abwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist die verwaltung sgerichtliche Beschwerde beim Kan- tonsgericht zulässig gegen Verfügungen und Entscheide von Gerichten, sofern die kantonale Gesetzgebung und die Verfassung die Zuständigkeit des Ka ntonsgerichts als Verwaltungsge- richt vorsehen. § 96a Abs. 4 des Gesetzes über die Entei gnung (EntG) vom 19. Juni 1950 be- stimmt, dass Erschliessungsabgaben betreffende Entscheide des Steuer- und Enteignungsge- richts, Abteilung Enteignungsgericht, innert zehn Tagen mit Beschwerde beim Kantonsgericht angefochten werden können. Die vorliegende Streitsache betrifft eine Wassersanschlussgebühr und damit eine Erschliessungsabgabe (vgl. § 90 Abs. 2 Ent G). Bei kommunalen Erschlies- sungswerken ist die Gemeinde zur Beschwerde befugt (§ 47 A bs. 1 lit. b VPO i.V.m. § 96a Abs. 4 EntG; KGE VV vom 7. September 2016 [810 15 335] E. 1). Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde kann eingetreten werden. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können g emäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO sämtliche Rechtsverletzungen einschliesslich Überschrei tung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollst ändige Feststellung des Sachver- halts gerügt werden. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen vor- liegend verwehrt (§ 45 lit. c VPO). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Gemäss § 90 Abs. 2 EntG können Grundeigentümerinn en und Grundeigentümer, deren Grundstück ein öffentliches Erschliessungswerk benutzt, zur Leistung von Gebühren und anderen Abgaben – insbesondere einmaligen Anschlussgeb ühren für Wasser und Abwasser – herangezogen werden. Solche Anschlussbeiträge sind öffen tlich-rechtliche Abgaben der Grundeigentümer an die Erstellungskosten des Wasser- und Kanalisationsnetzes als Gegen- leistung dafür, dass sie das Recht erhalten, die Ver- und Entsorgungsanlagen zu benutzen (vgl. BGE 106 Ia 241 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 2 C_153/2007 vom 10. Oktober 2007 E. 4). Nach dem bis zum 31. Dezember 2012 geltenden, vorliegendenfalls anwendbaren Regle- ment über die Wasserversorgung vom 26. Juni 1984 der Gem einde A.____ (§ 39) in Verbin- dung mit der massgeblichen Tarifordnung aus dem Jahr 2004 betrug der zu leistende einmalige Wasseranschlussbeitrag 2.5 % des durch die Basellandschaftlich e Gebäudeversicherung fest- gestellten Brandversicherungswertes zuzüglich Teuerungszuschlag und 2.4 % Mehrwertsteuer. 4. Die Beschwerdeführerin hat den vorinstanzlichen Entsche id, soweit er eine Reduktion des Kanalisations- und des Wasseranschlussbeitrags aufgrund der Berücksichtigung des Ge- bäudeversicherungswerts von Fr. 257‘517.-- der abgerissenen Gebäude verlangte, akzeptiert. Strittig ist vorliegend einzig noch, ob die Erhebung de r Wasseranschlussgebühr auf der Basis des reglementarischen Gebührensatzes mit dem Kostendeckungsprinzip vereinbar ist. 5.1. Die einmaligen Anschlussgebühren unterliegen nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung dem Kostendeckungsprinzip. Nach diesem Prinzip sol l der Ertrag der Gebühren die gesamten Kosten des betreffenden Verwaltungszweigs nich t oder nur geringfügig übersteigen, was eine gewisse Schematisierung oder Pauschalisierung de r Abgabe nicht ausschliesst (KGE VV vom 27. Mai 2009 [810 06 120] E. 4.4 mit we iteren Hinweisen; BGE 126 I 188 E. a/aa mit weiteren Hinweisen). Zum Gesamtaufwand sind nich t nur die laufenden Ausgaben des be- treffenden Verwaltungszweigs, sondern auch angemessene R ückstellungen, Abschreibungen und Reserven hinzuzurechnen (BGE 124 I 20 E. 6c mit wei teren Hinweisen). Die Einhaltung des Kostendeckungsprinzips bei Anschlussgebühren darf nicht aufgrund eines zu kurzen Zeit- raums beurteilt werden, da einerseits die Investitionen einen längerfristigen Zeithorizont haben und oft unregelmässig anfallen und anderseits eine star ke Schwankung der Abgabenhöhe ver- mieden werden muss. Als ausreichend beurteilt wurden vom Bundesgericht z.B. Betrachtungs- zeiträume von 18 Jahren oder 20 Jahren, als ungenügend ein solcher von zwei Jahren (Urteil des Bundesgerichts 2C_809/2015 vom 16. Februar 2016 E. 5.5.4.2 mit weiteren Hinweisen). Das Kantonsgericht hat für die Einnahmen und Ausgabe n im Fall D.____ einen Beurteilungs- zeitraum von 40 Jahren als angemessen erachtet, wobei j e die Einnahmen und Ausgaben des Zeithorizonts von 20 Jahren für die Vergangenheit und für die Zukunft massgeblich waren (KGE VV i.S. D.____ von 2009 E. 7). Dieser Zeitraum wurde vom Bundesgericht nicht bemän- gelt (Urteil des Bundesgerichts i.S. D.____ von 2010 E. 5.1). 5.2. Notwendig ist für die Prüfung des Kostendeckungspr inzips eine Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben. Auf der Ausgabenseite sind die Wiederbeschaffungskosten für die Wasserleitungen und allenfalls -anlagen massgebend. Diese hängen vom massgeblichen Beur- teilungszeitpunkt, vom Beurteilungshorizont, vom Lau fmeterpreis der Wasserleitungen, von der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Netzlänge der Wasserleitungen, von der durchschnittliche n Lebensdauer der Wasserleitungen sowie allenfalls von den Kosten der Nebenanlagen der Wa sserversorgung ab. Auf die Einnah- menseite wird – soweit notwendig – später eingegangen . 6. Nachfolgend wird somit auf die einzelnen Parameter für die Berechnung der Ausga- benseite eingegangen. 6.1.1. Als erstes ist auf den für die Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben zu be- rücksichtigenden Beurteilungszeitraum und auf die massgebl ichen Beurteilungszeitpunkte ein- zugehen. Auf der Ausgabenseite sind die anfallenden W iederbeschaffungskosten der Wasser- anlagen zu berücksichtigen. Unter dem Wiederbeschaffungswe rt wird der Betrag verstanden, der für ein funktions- und wertgleiches betriebliches Ver mögensobjekt zum gegenwärtigen Zeit- punkt aufgewendet werden müsste. Der Wiederbeschaffungswe rt entspricht somit der Investiti- on, die heute notwendig wäre, um die bestehenden Wa sseranlagen in ihrer heutigen Grösse von Grund auf neu zu erstellen (KGE VV vom 27. Mai 200 9 [810 06 120] E. 6.1). Der Wieder- beschaffungswert wird aufgrund der Gesamtlänge des Wasse rleitungsnetzes, des Preises für die Erstellung eines Meters Wasserleitung (Laufmeterprei s) und der Bauteuerung berechnet (KGE VV i.S. D.____ vom 2009 E. 8.1 f.). Auf die Ko sten der neben den Wasserleitungen not- wendigen Wasserversorgungsanlagen wird später eingegangen. Der Finanzbedarf für die Wiederbeschaffung ist linear auf die gesamte Lebensdauer der Anla- gen zu verteilen (Urteil des Bundesgerichts 2C_644/2009 vom 16. August 2010 E. 5.3), da die Kosten über eine längere Zeit und oft unregelmässig an fallen (Urteil des Bundesgerichts 2C_809/2015 vom 16. Februar 2016 E. 5.5.4.2 mit weit eren Hinweisen). Das Kantonsgericht hat – wie bereits in E. 5.1. ausgeführt – im Fall D. ___ entschieden, dass der Betrachtungszeit- raum von 40 Jahre rechtens ist (KGE VV i.S. D.____ von 2009 bzw. von 2011). Auch vorliegen- denfalls wird von den Parteien ein Beurteilungszeitrau m von 40 Jahren nicht bestritten. Damit ist auf der Ausgabenseite der Wiederbeschaffungswert geteilt durch die Anzahl Lebensjahre der Wasserleitungen multipliziert mit 40 Jahren massgeblich. 6.1.2. Die Beschwerdeführerin moniert in ihrer Beschwe rdebegründung, die Vorinstanz habe im angefochtenen Entscheid für die Beurteilung des Kost endeckungsprinzips die Lebensdauer der neu zu erstellenden Anlagen als massgebend bezeichnet. Die B eschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, es sei auf die Lebensdauer der vorhandenen und nicht der neu zu erstellenden Anlagen abzustellen. Sie führt weiter aus, die Vorinstanz berufe sich bezüglich der Massgeblichkeit der Lebensdauer der neu zu erstellenden Anlagen auf das Urteil des Kantons- gerichts i.S. D.____ von 2009 (E. 6.1). Dort sei aber eine derartige Aussage nicht zu finden. Die Beschwerdeführerin erachtet die Vorgehensweise der Vor instanz, welche generell auf die Le- bensdauer von heutzutage neu verlegten Leistungen abstellt, als unzulässig. In der Erwägung 6.1. des Urteils des Kantonsgerichts i.S . D.____ von 2009 wird festgehalten, dass unter dem Wiederbeschaffungswert der Betrag verstand en werde, der für ein funktions- und wertgleiches betriebliches Vermögensobjekt zum geg enwärtigen Zeitpunkt aufgewendet werden müsste. Weiter wird im Urteil ausgeführt, der Wiederbeschaffungswert entspreche somit Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Investition, die heute notwendig wäre, um die bestehenden Wasseranlagen in ihrer heutigen Grösse von Grund auf neu zu erstellen. Wird der Wiederb eschaffungswert aufgrund der heuti- gen Grösse der Wasseranlagen und der Kosten, die im ge genwärtigen Zeitpunkt notwendig sind, um diese Wasseranlagen von Grund auf neu zu erstellen, berechnet, so muss – entgegen dem Antrag der Beschwerdeführerin – auch auf die Leben sdauer der heutzutage verlegten Lei- tungen abgestellt werden. So war auch im Urteil des K antonsgerichts i.S. D.____ von 2009 die Lebensdauer der neu verlegten Kanalisationsleitungen m assgeblich (E. 8.1). Damit ist auch vorliegend auf die Lebensdauer der neu verlegten Wasserleitungen abzustellen. 6.1.3. In ihrer Vernehmlassung vom 29. September 2016 führt die Beschwerdeführerin aus, die vom Experten errechnete “Netz-Erwartungs-Nutzungsdau er“ von durchschnittlich 76.6 Jah- ren basiere auf der Zusammensetzung des Leitungsnetzes im Zeitpunkt der Begutachtung (Be- zugsjahr 2015). Für die Bemessung des Rückstellungsbedarfs seien indessen die Verhältnisse massgebend, die zu Beginn des 40-jährigen Beurteilungsz eitraums (also im Jahre 1992) be- standen hätten. Andernfalls bliebe ausser Acht, dass der Anteil an Duktilguss-Leitungen mit einem durchschnittlich zu erwartenden Nutzungsalter von bloss 55 Jahren (und einem entspre- chend hohen jährlichen Rückstellungsbedarf) damals noch er heblich grösser gewesen sei. Auch der Experte weise darauf hin, dass das kommunale Wa sserleitungsnetz in den vergange- nen Jahren stark erneuert worden sei. Der Auffassung der Beschwerdeführerin kann nicht gefolg t werden. Die Berechnung der Ein- nahmen und Ausgaben erfolgt ab dem massgeblichen Zeitpunkt für 20 Jahre in die Vergangen- heit und für 20 Jahre in die Zukunft. Für die Bemessung des Rückstellungsbedarfs sind somit nicht die Verhältnisse massgebend, die zu Beginn des 40-j ährigen Beurteilungszeitraums ge- herrscht hatten. Vielmehr sind die Verhältnisse massgebend , welche im Zeitpunkt bestanden haben, von welchem 20 Jahre in die Zukunft und 20 Jahr e in die Vergangenheit aus betrachtet werden. Die Vorinstanz hat die Sistierung des Verfahre ns am 11. Dezember 2012 aufgehoben und den Fall am 27. März 2014 entschieden. Die Beschwer deführerin hat bei Enteignungsge- richt Unterlagen für den Zeithorizont von den Jahren 19 92 bis 2031 eingereicht. Die Unterlagen betreffen somit ab dem Zeitpunkt vom 1. Januar 2012 2 0 Jahre in die Zukunft (2012 bis 2031) und vom 1. Januar 2012 20 Jahre in die Vergangenheit (1992 bis und mit 2011). Es ist aufgrund des Zeitpunkts der Aufhebung der Sistierung im 2012, der Entscheidfällung im 2014 und der der Vorinstanz vorliegenden Unterlagen von 1992 bis 2031 n icht zu beanstanden, dass als mass- geblicher Zeitpunkt (Nullpunkt) der 1. Januar 2012 und als massgeblicher Beurteilungshorizont die Jahre 1992 bis 2031 herangezogen wurden. 6.2.1. Massgeblich für die Errechnung des Wiederbeschaffu ngswertes sind der Laufmeter- preis und die Lebensdauer der Wasserleitungen. Für di e Eruierung dieser Werte hat das Kan- tonsgericht eine Expertise in Auftrag gegeben. Die Praxis hält sich an den Grundsatz, dass von neutralen Gutachten nicht ohne zwingenden Grund abgewi chen werden soll (A LFRED KÖLZ /I SABELLE HÄNER /M ARTIN BERTSCHI , Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz 485; KGE VV i.S. D.____ von 2009 E. 8.1). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.2.1. Der Gutachter Prof. Dr. F.____ arbeitet in seiner umfassenden, 184-seitigen Expertise für die Berechnung des Laufmeterpreises mit Varianten. Er unterscheidet für die Festlegung der Kosten unter anderem zwischen “Ebene“ und “Vertikale“. B etreffend die “Ebene“ unterscheidet er zwischen Variante A und B. Die Variante A umfasst nu r die entstehenden Kosten für die Längsgräben. Das heisst, dass nur die Wasserversorgungsleitu ng durch und auf Kosten des Wasserversorgungsbetriebs erneuert wird. Die Hausanschlu ssleitungen werden nicht erneuert bzw. die Kosten für die Erneuerung bis zur Grundstücksgren ze bzw. ins Gebäude trägt der Hausbesitzer. Die Variante B umfasst die Kosten für die Längs- und Quergräben. Damit werden sowohl die Wasserversorgungsleitung als auch die Hausansch lussleitung, zumindest bis zur Grundstücksgrenze, durch den und auf Kosten des Wasserversorg ungsbetriebs erneuert (Gut- achten S. 28 f., 59 ff.). Für den Laufmeterpreis beste ht Einigkeit, dass im horizontalen Bereich (Ebene) von der Variante A auszugehen ist. Das heisst, dass “nur“ die Kosten für die Längsgra- bungen, nicht aber auch für die Quergräben für die H ausanschlüsse in die Rechnung des Was- serversorgungsbetriebs und damit der Gemeinde einzufliess en haben. Damit ist die Variante A massgeblich. 6.2.2.2. Für die Kosten in der “Vertikalen“ unterschei det der Gutachter zwischen der Variante I und II. Bei der Variante I muss die Wasserversorgungsleit ung erneuert werden, aber der Stras- senoberbau bzw. der Belag muss noch nicht erneuert werd en. In diesem Fall muss der Was- serversorgungsbetrieb die gesamten Kosten des Oberbaus i m Grabenbereich tragen. Bei der Variante II wird davon ausgegangen, dass die Wasserversor gungsleitung und der Strassen- oberbau bzw. der Belag erneuert werden müssen. In die sem Fall wird der “vertikale“ Kostentei- ler angewendet. Der Wasserversorgungsbetrieb trägt “all e Kosten unterhalb des Oberbaus“ oder, wenn nur der Belag erneuert werden muss, “alle Kosten unter dem Belag“. Das Tiefbau- amt Strasse trägt die Kosten des gesamten Oberbaus oder, falls nur der Belag erneuert werden muss, des Belags (Gutachten S. 28, 19, 21, 59 ff.). Der Gutachter trifft in seinem Gutachten die Annahme, dass 20 % der Wasserleitungen notfall- mässig erneuert werden müssen und demzufolge nicht zei tlich mit der Belags- bzw. Oberbau- erneuerung koordiniert werden können sowie dass 80 % de r Wasserleitungen zeitlich mit der Belags- bzw. Oberbauerneuerung koordiniert werden könn en. Bei dieser Mischrechnung ergibt sich laut Gutachten ein Laufmeterpreis von Fr. 857.54 ( Gutachten S. 166 f.). Der Gutachter kommt in seinem Gutachten des Weiteren zum Schluss, dass fü r die Sicherstellung der Not- wasserversorgung während der Bauzeit der Wasserleitungen ca. Fr. 20.-- bis Fr. 40.-- pro Meter Wasserversorgungsleitung in Rechnung zu stellen sind. 6.2.2.3. Es gibt keine Anhaltspunkte, um von den versch iedenen im Gutachten vorgenomme- nen Berechnungen und Annahmen für die Berechnung des L aufmeterpreises abzuweichen. Damit resultiert ein Laufmeterpreis von Fr. 857.54 zuzü glich eines durchschnittlichen Betrags von Fr. 30.-- für die Sicherstellung der Notwasserversor gung während der Bauzeit der Wasser- leitungen und somit ein Laufmeterpreis von Fr. 887.5 4. Im Übrigen ist auch der Einwand der Beschwerdegegner, die Beschwerdeführerin habe sich im Ve rfahren vor dem Enteignungsge- richt mit einem Laufmeterpreis von Fr. 800.-- einverstan den erklärt, nicht zu hören. Die Be- schwerdeführerin hat ihren Antrag vor Kantonsgericht im Vergleich zu demjenigen vor dem Ent- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht eignungsgericht nicht erweitert. An eine allfällige Einverständniserklärung der Gemeinde in Be- zug auf einen Berechnungsparameter vor Enteignungsgeri cht ist das Kantonsgericht nicht ge- bunden. 6.2.2.4. Der Stand des Gutachtens wird vom Gutachter au f den 18. März 2016 datiert. Der massgebende Zeitpunkt für die Berechnung ist aber das Jahr 2012 (siehe E. 6.1.2). Damit muss die Bauteuerung berücksichtigt werden. Gemäss Schweizerische m Baupreisindex des Bundes- amtes für Statistik betrug diese im Tiefbau im Bereich N ordwestschweiz zwischen 2012 und 2016 rund 7 % (Stand April 2012 91.4 %, Stand Oktobe r 2012 93.3 %, Stand April 2016 99.9 %), womit der Laufmeterpreis um 7 % und damit auf rund Fr. 825.-- zu senken ist. 6.2.3. Bei der Berechnung der Ausgaben ist des Weiter en die Netzlänge der Wasserleitungen relevant. Das Enteignungsgericht geht in seinem Urteil gestützt auf den Bericht der Firma I.____ vom 6. Juli 2007 von einer Länge des Wasserleitu ngsnetzes von 25 km aus. Prof. F.____ kommt in seiner Expertise auf eine Län ge von 26,939 km (Gutachten S. 117). Da auch für die Netzlänge die Verhältnisse massgebend sind, welche im Jahr 2012 geherrscht ha- ben, ist von einer Netzlänge von 25 km auszugehen. 6.2.4. Zusammenfassend kann somit vorerst festgehalten w erden, dass der Wiederbeschaf- fungswert für das Wasserleitungsnetz aufgrund der obigen Ausführungen Fr. 20‘625‘000.-- (25‘000 m x Fr. 825.--) beträgt. 6.3.1. Um die jährlichen Rückstellungen für die Wiederb eschaffung der Wasserleitungen und damit auch die Rückstellungen für den Beurteilungshorizon t von 40 Jahren berechnen zu kön- nen, ist die Lebensdauer der Wasserleitungen massgebend. Im Gutachten der E.____ AG vom 3. März 2014 wird von einer Lebensdauer der Wasserleitu ngen von 100 Jahren ausgegangen. Das Enteignungsgericht rechnet im angefochtenen Entsch eid mit einer Lebensdauer von 80 Jahren. Die Beschwerdeführerin beantragt, die Lebensd auer solle auf 50 Jahre festgelegt wer- den, wobei sie davon ausgeht, dass der Wiederbeschaffun gswert der vorhandenen und nicht der nach den heutigen Regeln der Baukunst erstellten Wasserleitungen massgeblich sei. Die Beschwerdegegnerin geht von einer Lebensdauer von mindestens 100 Jahren aus. 6.3.2. Wie bereits in der Urteilserwägung 6.1.2. ausg eführt, ist für den Wiederbeschaffungs- wert der Betrag massgeblich, welcher aufgewendet werden müsste, um im massgeblichen Zeit- punkt, und damit im Jahr 2012, die Wasserleitungen und Anlagen nach den heutigen Regeln der Baukunst neu zu erstellen. 6.3.3. Der Gutachter kommt zum Schluss, dass die Lebensdau er der nach den heutigen Re- geln der Baukunst erstellten Wasserleitungen 80 Jahre b etrage (Gutachten S. 163, 171). Der Experte führt überdies in seinem Gutachten aus, dass – e ntgegen den Ausführungen der Be- schwerdeführerin – eine direkte Schadenswirkung und ein e damit verbundene Reduzierung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer infolge Hangkriechens bei der Auswertung der Schadenskate- gorie zu den Hangrutschzonen nicht habe bestätigt werden können. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Gutachter hält unter anderem fest, die Gemeinde A .____ selbst plane bei der Wiederbe- schaffung mit einer wirtschaftlichen Nutzungsdauer von 80 Jahren (Gutachten S. 97 f.). Zudem würden z.B. auch die Nutzungszeit-Angaben in den Empfeh lungen des Kantons Bern für die Finanzierung der Wasserversorgung 80 Jahre als Prognosewe rt für die wirtschaftliche Nut- zungszeit vorsehen (Gutachten S. 100). Abschliessend führt der Gutachter aus, dass er deutlich hervorzuheben wünsche, dass weder die Kostenanalyse noch d ie Festlegung der wirtschaftli- chen Nutzungsdauer eine deterministische Grösse darstell e, sondern eine Prognose. Die Ana- lyse sei faktenorientiert substantiiert aufgebaut und kö nne somit als belastbar charakterisiert werden, ohne dass sie exakte unumstössliche invariante Grössen enthalte. Bei den Rohrlei- tungskosten werde der Leser der Expertise niedrigere un d höhere Preise finden. Dies habe der Experte sehr umfassend in den Umfragen sowie in der Ana lyse innerhalb des ETH- Forschungsprojektes analysiert. Diese Unterschiede seien jed och bei genauer Analyse erklär- bar, weil die bauliche Situation nicht vergleichbar sei oder Unternehmer eine extreme Preispoli- tik vorgenommen hätten etc. Das Gleiche gelte auch für d ie Prognose der wirtschaftlichen Nut- zungsdauer von Wasserrohrleitungen. Auch hier handle es sich um eine Prognose, die von vie- len Faktoren abhängig sei. Auch bei der Prognose der wi rtschaftlichen Nutzungsdauer handle es sich um einen Erwartungswert. Der Experte habe substa ntiiert argumentiert, warum die wirt- schaftliche Nutzungszeit begründet sei (Gutachten S. 171 f.). 6.4. In der umfassenden Expertise sind keine Anhaltspu nkte ersichtlich, welche ein Abwei- chen von der angenommenen Lebensdauer der Wasserleitung en von 80 Jahren rechtfertigen würden. Diese Annahme erscheint auch im Hinblick auf das Kantonsgerichtsurteil i.S. D.____ von 2009 und der Literatur als richtig. So ging das Kan tonsgericht im Fall D.____, wo es zwar um den einmaligen Kanalisations anschlussbeitrag ging, auch gestützt auf das im dortige n Fall erstellte Gutachten von einer Lebensdauer der Abwasser leitungen von 80 Jahren aus. Das Kantonsgericht verwies überdies auf die Ausführungen von Hans E. Stutz, welcher in seinem Artikel die Lebensdauer der Kanalisationsleitungen eb enfalls auf 80 Jahre bezifferte (H ANS E. STUTZ , Herausforderung im qualitativen Gewässerschutz, in: U mweltrecht in der Praxis [URP] 5/2008, S. 502 ff. und 523 [zit. Stutz URP]). I m gleichen Artikel schreibt Hans E. Stutz, dass der Werterhaltung und Optimierung der öffentliche n und privaten Abwasser- und Wasser- versorgungsanlagen, die zum Teil 80 bis 100 Jahre im Bode n blieben, die nötige Aufmerksam- keit zu schenken sei (S TUTZ , URP, a.a.O., S. 526). Damit unterscheidet Hans E. S tutz nicht grundsätzlich zwischen der Lebensdauer von Abwasser- und Wass erversorgungsanlagen. So wie auch im Fall D.____ die Gemeinde dort die Meinung vertrat, die Lebensdauer der Kanalisa- tionsleitungen betrage 50 Jahre, geht die Gemeinde A .____ im vorliegenden Fall von einer Le- bensdauer der Wasserleitungen von 50 Jahren aus. Auch aufgrund dieser Ausführungen spricht nichts gegen eine Gleichbehandlung der Kanalisations- und Wasserleitungen in Bezug auf ihre Lebensdauer. Daran vermag auch der nachfolgende Einwa nd der Beschwerdegegnerin nichts zu ändern. Die Beschwerdegegnerin geht von einer Lebensdauer von mindestens 100 Jahren aus. Sie verweist dabei auf die Normen des Deutschen Gas- und Wass erfaches e.V. (Technischer Hin- weis 401), welche von einer Nutzungsdauer von duktilen Gussrohren von bis zu 140 Jahren ausgehen würden. Dies betreffe die Rohre der neueren Generation mit Zementmörtelummante- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung. Aber auch für die Rohre der älteren Generation gehe das erwähnte Regelwerk von einer Lebensdauer von 100 bis 120 Jahren aus. Der Experte hat sich in seiner Expertise umfassend mit dem Thema der Lebensdauer der Wasserleitungen befasst und dabei eine Vielzahl von ver- schiedenen Literaturquellen konsultiert. Das Kantonsgerich t kommt aus diesem Grund zum Schluss, dass der Verweis der Beschwerdegegnerin auf die anderslautenden Normen des Deutschen Gas- und Wasserfaches e.V nicht dazu führt, an de r Richtigkeit der Expertise zu zweifeln. 6.5.1. Als nächstes stellt sich die Frage, ob bei den Ausg aben auch die Kosten für den Wie- derbeschaffungswert der Nebenanlagen zu berücksichtigen sind . Die Beschwerdeführerin er- wähnt in ihrer Beschwerde an das Kantonsgericht, dass n ebst den Leitungen noch weitere Ein- richtungen zu den kommunalen Wasserversorgungsanlagen gehören würden, namentlich Pumpwerke, Reservoirs und Steuerungsanlagen. Diese Einri chtungen hätten zwar teilweise eine längere Lebensdauer, doch müsse deren Ersatz dereinst ebenfalls aus dem Vermögen der Wasserkasse finanziert werden. Es sei schwierig, die Kosten zu beziffern. Es werde deshalb davon abgesehen, einen Betrag für diese Kosten in die Berechnung einzusetzen. Der Hinweis auf den diesbezüglichen Rückstellungsbedarf unterstreiche ab er, dass der allein aufgrund des Leitungsnetzes errechnete Wiederbeschaffungswert von Fr. 21‘675‘000.-- (25‘000.-- x Fr. 867.--) sicherlich nicht zu hoch veranschlagt worden sei. Nach der Zustellung des Gutachtens erklärt die Beschwerdef ührerin in ihrer Stellungnahme vom 29. Juni 2016, dass auch der Gutachter (Gutachten S. 105) davon ausgehe, dass nicht nur das Leitungsnetz, sondern alle Systemelemente der Wasserve rsorgung in die Wiederbeschaf- fungsplanung einzubeziehen seien. Gemäss den Angaben der Ingenieurfirma J.____ AG belau- fe sich der Wert der übrigen Anlagen (verschiede Reservo irs, Grundwasserfassungen, Pump- werke, Stufenpumpwerke, regionale Anlagen, Mess-, Steu er- und Fernwirkanlagen) insgesamt auf fast 7 Millionen Franken, was unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Nutzungsdauer der einzelnen Anlagetypen einen zusätzlichen jährlichen Rückstellungsbedarf von rund Fr. 120‘000.-- ergebe. Hierbei handle es sich um eine Schätzung, die sowohl bezüglich der Be- wertung der einzelnen Objekte als auch bezüglich der An nahmen bei der jeweiligen Nutzungs- dauer wesensgemäss mit gewissen Unschärfen behaftet sei. In der eigentlichen Berechnung des Wiederbeschaffungswertes werde deshalb für die genannten Anlagen vorsichtshalber ledig- lich ein jährlicher Rückstellungsbedarf von Fr 60‘000.-- berücksichtigt. 6.5.2. Das Kantonsgericht hat die Kosten für die Wieder beschaffung von Anlagen in den Ur- teilen i.S. D.____ von 2009 und von 2011 nicht berück sichtigt. Jedoch war diese Frage auch nicht explizit aufgegriffen worden. Zu bemerken ist in diesem Zusammenhang, dass das Kan- tonsgericht jedoch die Rückstellungen für die Finanzier ung der beitragsfinanzierten Investitio- nen für die Umsetzung des Generellen Entwässerungsplanes (GEP), welche in den zukünftigen 15 bis 20 Jahren anfallen würden, in der Höhe von Fr. 5‘070‘000.-- bei der Ausgabenseite auf- genommen hat. Das Kantonsgericht hat im Urteil i.S. D. ____ von 2009 ausgeführt, dass der Wiederbeschaffungswert der Investition entspreche, die heute notwendig wäre, um die beste- henden Abwasser anlagen in ihrer heutigen Grösse von Grund auf neu zu erstelle n. Unter Ver- weis auf die Dissertation von Hans W. Stutz wurde ausgefüh rt, dass zu den Infrastrukturanla- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen der Abwasseranlagen unter anderem die Kanalisatio nen, die Sonderbauwerke und die zentralen Abwasserreinigungsanlagen gezählt würden. A ls Sonderbauwerke würden unter an- derem die Abwasserpumpwerke, Regenrückhaltebecken, Regen klärbecken und Düker zählen (HANS W. STUTZ , Schweizerisches Abwasserrecht, Dissertation, in: Schriftenreihe zum Umwelt- recht, 2008, S. 63). So führte auch das Bundesverwalt ungsgericht z.B. in einem Urteil aus dem Jahr 2009 aus, dass bei Anschlussgebühren und -beiträgen, wo die Kosten für den Bau und die Amortisation der Leitungen und Anlagen in der Regel über eine längere Zeit und oft unglei ch- mässig anfallen würden, sich die Überprüfung des Kostend eckungsprinzips auf eine entspre- chend lange Zeitdauer erstrecken müsse (Urteil des Bundesv erwaltungsgerichts A-5555/2008 vom 28. Oktober 2009 E. 2.2.5, mit Verweis auf A DRIAN HÜNGERBÜHLER , Grundsätze des Kau- salabgaberechts, in: Schweizerisches Zentralblatt für Sta ats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 2003, S. 514; RENÉ WIEDERKEHR /P AUL RICHLI , Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts - Eine sys- tematische Analyse der Rechtsprechung, Band II, Bern 2014, Rz 696). Im Hinblick auf die obigen Ausführungen und aufgrund der Tatsache, dass auch die Anlagen der Wasserversorgung über die Wasserkasse bezahlt werden, erscheint es richtig, auch die Kosten – zumindest einen Teil davon – für den Wiederbe schaffungswert derselben bei der Be- rechnung der Ausgaben einfliessen zu lassen. Die Gemeinde bzw. die J.____ AG schätzt – wie oben ausgeführt – den Wiederbeschaffungswert der Anlage n auf rund 7 Millionen Franken und den Rückstellungsbedarf auf jährlich Fr. 121‘676.--. Bei den Reservoirs geht sie von einer Nut- zugdauer von 66 Jahren, bei den Grundwasserfassungsanlagen von 100, bei den verschiede- nen Pumpwerken von 50, bei der regionalen Anlage (A nteil A.____) von 80 und bei der Mess-, Steuer- und Fernwirkanlagen von 20 Jahren aus. Dabei errechnet die J.____ AG die jährlichen Werterhaltungskosten und damit Rückstellungskosten für je des Anlageobjekt separat (so z.B. für das Reservoir Chalchofen: Wiederbeschaffungswert Fr. 1 ‘800‘000.--, Nutzungsdauer 66 Jahre, jährliche Werterhaltungskosten Fr. 27‘273 [Fr. 1 ‘800‘000.-- dividiert durch 66 = Fr. 27‘273.--]). Die Gemeinde beantragt aufgrund der Unsicherheiten, lediglich die Berücksichtigung eines jähr- lichen Rückstellungswerts von Fr. 60‘000.-- und nicht des von der J.____ AG errechneten Rückstellungsbedarfs von Fr. 121‘676.--. Der gestützt auf die Zusammenstellung der J.____ AG beantragte jährliche Rückstellungsbetrag von Fr. 60‘000.- - erscheint angemessen. Die Stel- lungnahme der Beschwerdeführerin vom 29. Juni 2016 mit der Aufstellung der J.____ AG vom 17. Juni 2016 wurde auch den Beschwerdegegnern zugeste llt und blieb unkommentiert und somit unbestritten. Das Kantonsgericht kommt folglich zum Schluss, dass ein j ährlicher Rückstellungsbedarf von Fr. 60‘000.-- für die Anlagen in der Berechnung der Ausgaben zu berücksichtigen ist. 6.6. Zusammenfassend errechnen sich die Ausgaben aufgrun d der obigen Ausführungen und im Einklang mit dem Bundesgerichtsentscheid i.S. D.____ von 2012 (E. 5.3) wie folgt: Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rückstellung Wasserleitungen für 20 Jahre Vergangenheit (25‘000 m x Fr. 825.--) : 80 Lebensjahre x 20 Jahre Fr. 5‘156‘250.-- Rückstellung Wasserleitungen für 20 Jahre Zukunft (25‘000 m x Fr. 825.--) : 80 Lebensjahre x 20 Jahre Fr. 5‘156‘250.-- Rückstellung Nebenanlagen für 20 Jahre Vergangenheit Fr. 60‘000.-- x 20 Jahre Fr. 1‘200‘000.-- Rückstellung Nebenanlagen für 20 Jahre Zukunft Fr. 60‘000.-- x 20 Jahre Fr. 1‘200‘000.-- Total Ausgaben Fr. 12‘712‘500.-- 7. Als nächstes sind die Einnahmen zu eruieren. Die Besch werdeführerin beantragt in ihrer Beschwerde, es sei auf der Einnahmenseite der Bet rag für die “wiedereingebrachten Wie- derbeschaffungskosten“ von Fr. 7‘367‘000.-- auf 5 Millionen Franken zu reduzieren; dies jedoch nur für den Eventualfall, dass das Kantonsgericht – wie die Vorinstanz – den pauschalen Rück- stellungsbetrag auf der Ausgabenseite für den gesamten Beurteilungszeitraum von 40 Jahren auf bloss 10 Millionen Franken festlege. Dieser Antrag ist obsolet, da das Kantonsgericht den Rückstellungsbetrag für 40 Jahre nicht auf 10 Millionen Franken, sondern auf Fr. 12‘712‘500.-- beziffert hat. Im Übrigen wird das Kostendeckungsprinzip – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – auch nicht verletzt, wenn die Höhe der “wiede reingebrachten Wiederbeschaffungskos- ten“ nicht reduziert wird. Abgesehen vom genannten E ventualantrag der Beschwerdeführerin wird die vorinstanzliche Berechnung der Einnahmenseite von den Parteien nicht bemängelt. Die Einnahmen präsentieren sich gemäss Urteil des Enteignungsgerichts (E. 4.11 f.) wie folgt: Eigenkapital per 1. Januar 2012 (inkl. des per 1. Ja- nuar 1992 bereits vorhandenen Eigenkapitals) Fr. 1‘425‘000.-- (zukünftige) Gebühreneinnahmen Fr. 4‘025‘000.-- (zukünftige) Verzinsung Eigenkapital Fr. 556‘000.-- “wiedereingebrachte“ effektive Wiederbeschaffungs- kosten (d.h. bereits getätigte Erneuerungen Vergan- genheit) Fr. 7‘367‘000.-- Total Einnahmen Fr. 13‘373‘000.-- 8. Gemäss obiger Gegenüberstellung resultiert ein Übersch uss in der Wasserkasse von Fr. 660‘500.-- (Fr. 13‘373‘000.-- minus Fr. 12‘712‘ 500.--). Nach dem Kostendeckungsprinzip sollen die Gesamteingänge den Gesamtaufwand für den be treffenden Verwaltungszweig nicht oder nur geringfügig überschreiten. Nach der bundesge richtlichen Rechtsprechung lässt das Kostendeckungsprinzip zu, dass die Eingänge geringfügig h öher als der Aufwand sein können (Urteil des Bundesgerichts 2C_404/2010 vom 20. Februar 2012). Nach der Praxis kantonaler Gerichte sowie des Bundesverwaltungsgerichts ist es zulässig , einen mässigen Gebührenüber- schuss zu erzielen, wobei in der Regel ein Gewinn von 5 % noch mässig ist (Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts A-5998/2010 vom 29. März 2012 E. 4. 3; W IEDERKEHR /R ICHLI , a.a.O., S. 291). Im vorliegenden Fall liegt der Überschuss knapp unter 5 % (5 % von Fr. 13‘373‘000.-- = Fr. 668‘650.--). Eine Verletzung des Kostendeckungsprinzips liegt demzufolge nicht vor. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen. Damit betr ägt die Wasseranschlussgebühr, wie die Beschwerdeführerin in ihrem Rechtsbegehren bea ntragt, nach Berücksichtigung des Abzugs für den indexierten Brandlagerwert der abgebro chenen Bauten inkl. Mehrwertsteuer von 2.4 % Fr. 86‘642.80. Die Angelegenheit ist zur Neuverlegung der Kosten für das vorinstanz- liche Verfahren an das Enteignungsgericht zurückzuweisen. 10.1. Es bleibt noch über die Kosten zu entscheiden. Ge stützt auf § 20 Abs. 1 VPO i.V.m. § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten, welche die Gerichtsgebühren und die Beweis- kosten – und damit auch die Kosten für die Expertise – u mfassen, in der Regel der unterliegen- den Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Die Verfa hrenskosten in der Höhe von Fr. 2‘500.-- sind somit der unterliegenden B.____ AG aufzuerlegen. Bezüglich der Expertisekos- ten ist festzuhalten, dass ein Teil des Aufwandes des Guta chters durch die Eruierung der durchschnittlichen Lebensdauer der heute in der Gemeind e vorhandenen Wasseranlagen ver- ursacht wurde (vgl. z.B. S. 117 des Gutachtens). Die Geme inde hatte in ihrer Stellungnahme vom 21. Mai 2015 beantragt, dem Gutachter die Frage zu stellen, auf wie viele Jahre die durch- schnittliche Lebensdauer der heute in der Gemeinde A.__ __ vorhandenen Wasseranlagen un- ter Berücksichtigung der geologischen bzw. geotechnischen Rahmenbedingungen im Sied- lungsgebiet der Gemeinde zu veranschlagen seien. Das Kantonsgericht hat diese Frage nicht in die Gutachterfragen aufgenommen, dennoch befasst sich de r Experte in der Expertise mit die- ser Frage und dies nicht nur im Hinblick auf die Beurtei lung einer potenziellen Einwirkung auf die Lebensdauer der Leitungen durch Hangkriechen. Die s zeigt sich auch darin, dass der Ex- perte eine durchschnittliche Lebensdauer der vorhandenen Leitungen eruiert (vgl. z.B. Gutach- ten S. 117). Unter diesen Umständen erachtet das Kanto nsgericht eine hälftige Aufteilung der Expertisekosten in der Gesamthöhe von Fr. 16‘200.-- zwisch en der Gemeinde und der B.____ AG als gerechtfertigt. 10.2. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung z u Lasten der Gegenpartei zugespro- chen werden. Gemäss § 21 Abs. 2 VPO haben die Gemeinden nur Anspruch auf eine Partei- entschädigung, sofern der Beizug eines Anwalts gerech tfertigt war. Antragsgemäss und im Üb- rigen der Rechtsprechung des Kantonsgerichts entsprech end (vgl. statt vieler: KGE VV vom 17. November 2010 [810 10 112] E. 14.2.1; vom 10. Mä rz 2010 [810 09 268] E. 8.2.2) sind die Parteikosten wettzuschlagen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird Ziffer 1 de s Urteils des Steuer- und Enteignungsgerichts, Abteilung Enteignungsgericht, vom 27. März 2014 in Bezug auf die Rückweisung der Angelegenheit zu r Neuberech- nung der Wasseranschlussgebühr aufgehoben und diese auf Fr. 86‘642.80 (inkl. 2.4% Mehrwertsteuer) festgesetzt. 2. In Gutheissung der Beschwerde werden Ziffer 2 und 3 des Urteils des Steuer- und Enteignungsgerichts, Abteilung Enteignung sgericht, vom 27. März 2014 aufgehoben und die Angelegenheit zur N euverlegung der vorinstanzlichen Kosten an das Steuer- und Enteign ungsgerichts, Abteilung Enteignungsgericht, zurückgewiesen. 3.1. Der Beschwerdegegnerin wird ein Verfahrenskoste nanteil in der Höhe von Fr. 10‘600.-- (bestehend aus den ganzen Gerichtskoste n in der Höhe von Fr. 2‘500.-- und den hälftigen Expertisekoste n in der Höhe von Fr. 8‘100.--) auferlegt. 3.2. Der Beschwerdeführerin wird ein Verfahrenskosten anteil in der Höhe von Fr. 8‘100.-- (bestehend aus den hälftigen Expertise kosten in der Höhe von Fr. 8‘100.--) auferlegt und mit dem geleiste ten Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 11‘800.-- verrechnet. Der zuvi el bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3‘700.-- wird der Be schwerdefüh- rerin zurückerstattet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin