200 23 512 UV LOU/FRN/WSI Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 17. Januar 2024 Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker Gerichtsschreiberin Franzen A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________ Beschwerdeführerin gegen AXA Versicherungen AG Generaldirektion, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur Beschwerdegegnerin betreffend Einspracheentscheid vom 6. Juni 2023 (UVG 44.012.612/91) Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1956 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) war bei der C.________ GmbH als … angestellt und dadurch bei der AXA Versicherungen AG (AXA bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfall- versichert. Gemäss «Unfallmeldung UVG» vom 23. Juni 2021 erlitt die Ver- sicherte am 9. Juni 2021 auf der Autobahn einen Autounfall und zog sich dabei Thoraxverletzungen (Akten der AXA [act. II] A1). Die AXA erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Sie holte verschiedene Arztbe- richte und eine Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. D.________, Facharzt für Chirurgie, vom 15. Juli 2022 (Akten der AXA [act. IIA] M16) ein. Mit formlosem Schreiben vom 3. August 2022 (act. II A43) führte sie aus, ab diesem Tag bestehe kein Anspruch mehr auf Leistungen der Un- fallversicherung, da die Beschwerden nicht mehr mit der gesetzlich festge- legten überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Er- eignis vom 9. Juni 2021 stünden. Nachdem sich die Versicherte damit nicht einverstanden gezeigt hatte (act. II A48 f.), hielt die AXA nach Einholung eines weiteren Berichts des beratenden Arztes Dr. med. D.________ vom 11. Oktober 2022 (act. IIA M18) mit Verfügung vom 2. November 2022 (act. II A51) an ihrer Beurteilung fest und stellte die Versicherungsleistun- gen per 2. August 2022 ein. Zudem verneinte sie den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Hiergegen erhob die Versicherte am 1. Dezem- ber 2022 Einsprache (act. II A55), woraufhin die AXA die Sache ihrer bera- tenden Ärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vorlegte (Stellungnahme vom 26. April 2023 [act. IIA M20]). Mit Entscheid vom 6. Juni 2023 (act. II A61) wies die AXA die Einsprache ab.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 3 B. Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 3. Juli 2023 Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 1. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 6. Juni 2023 sei aufzuhe- ben. 2. Es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen nach UVG auch über den 2. August 2022 hinaus zu erbringen. 3. Eventualiter sei ein versicherungsexternes Gutachten zur Klärung des Leistungsanspruchs einzuholen. - unter Kosten- und Entschädigungsfolge - Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2023 auf Abweisung der Beschwerde. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 4 1.2Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 6. Juni 2023 (act. II A61). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe- rin auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung im Zusammen- hang mit dem Ereignis vom 9. Juni 2021 und diesbezüglich insbesondere, ob auch über den 2. August 2022 hinaus eine Leistungspflicht besteht. Weiter zu prüfen ist der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi- cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein- wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi- schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 2.2Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen- hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181, 148 V 356 E. 3). 2.2.1Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 5 Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher- ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge- dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163). 2.2.2Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli- chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat- frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialver- sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich- keit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358; SVR 2020 UV Nr. 34 S. 137 E. 3.2). 2.3Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaf- ten Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er- reicht ist (BGE 147 V 161 E. 3.3 S. 163). 2.4Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy- chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 6 des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre- chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG). 3. 3.1Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin am 9. Juni 2021 einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat (vgl. E. 2.1 hiervor). Die Beschwerdegeg- nerin hat denn auch entsprechende Versicherungsleistungen erbracht. Umstritten ist hingegen, ob die Beschwerdeführerin – basierend auf dem besagten Unfall – über die von der Beschwerdegegnerin verfügte Einstel- lung per 2. August 2022 hinaus weiterhin Anspruch auf Leistungen der ob- ligatorischen Unfallversicherung hat. Dabei ist zu prüfen, ob die nach dem 2. August 2022 geklagten gesundheitlichen Beschwerden in einem an- spruchsbegründenden Kausalzusammenhang zum Unfall vom 9. Juni 2021 stehen. Die massgeblichen medizinischen Unterlagen zeigen diesbezüglich das folgende Bild: 3.1.1Im Austrittsbericht der Klinik F.________ des Spitals G.________ vom 12. Juni 2021 (act. IIA M1) diagnostizierten die Ärzte ein stumpfes Thoraxtrauma bei Verkehrsunfall am 9. Juni 2021 mit/bei dislozierter Ster- numfraktur, nicht-dislozierten Rippenserienfrakturen Costa II-V rechts so- wie einer Lungenkontusion Oberlappen rechts (S. 1). Im CT Ganzkörper vom 9. Juni 2021 war zudem eine Deckplattenimpression BWK 7, differen- tialdiagnostisch frische A1-Fraktur, ältere Fraktur, kleines Ossikel dorsal des Processus spinosus BWK 7 diagnostiziert worden (S. 3). Die Be- schwerdeführerin sei als Fahrerin eines PKW mit ca. 80 km/h auf der Auto- bahn unterwegs gewesen und sei von einem neben ihr fahrenden Lastwa- gen abgedrängt worden. Sie sei von der Fahrbahn abgekommen, ihr Auto habe sich überschlagen und sei schlussendlich auf dem Dach liegen ge- blieben. Es sei eine stationäre Aufnahme zur rhythmologischen, hämody- namischen sowie respiratorischen Überwachung erfolgt. Der weitere Ver- lauf habe sich komplikationslos gestaltet (S. 1). Am 28. Juni 2021 erfolgte eine Verlaufskontrolle mit klinisch erfreulichem, schmerzarmem Verlauf (act. IIA M2). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 7 3.1.2In der Folgeuntersuchung der Klinik H.________ des Spitals G.________ vom 15. Juli 2021 berichtete die Beschwerdeführerin über leichte Rückenschmerzen in der mittleren BWS. Die Ärzte diagnostizierten im Bericht vom 19. Juli 2021 (act. IIA M3) eine Deckplattenimpressionsfrak- tur BWK 7 sowie ein stumpfes Thorax-trauma bei Verkehrsunfall vom 9. Juni 2021. Das Röntgen vom 15. Juli 2021 zeige weiterhin stabile Stel- lungsverhältnisse und kein sekundäres Einsintern der Fraktur. In Bezug auf die BWK 7-Fraktur zeige sich ein erfreulicher Verlauf. Die Beschwerdefüh- rerin könne ihre alltäglichen Erledigungen ohne Einschränkungen aus- führen. Sie empfahlen, für weitere sechs Wochen keine Lasten über 10 kg zu heben. Es seien keine Kontrollen geplant. 3.1.3Am 2. März 2022 wurde im Spital I.________ ein CT Thorax durch- geführt und beurteilt, es bestünden Rippenfrakturen beidseits. Zwei davon (Costa II rechts und Costa V links) seien nicht vollständig konsolidiert. Es bestehe zudem eine alte Deckplattenimpressionsfraktur BWK 7 (act. IIA M14). 3.1.4Der Hausarzt Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 24. Mai 2022 (act. IIA M15) aus, nuchal links bestünden massive Myogelosen und eine deutlich verspannte Trapezius- muskulatur. Es handle sich um Restbeschwerden durch das Accelerations- trauma. 3.1.5Der beratende Arzt Dr. med. D.________ hielt in der Aktenbeurtei- lung vom 15. Juli 2022 (act. IIA M16) fest, die beklagten Beschwerden stünden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (> 50 %) in natürlichem Kausalzusammenhang (zumindest im Sinne einer Teilursache) zum ge- meldeten Ereignis. Im Rahmen des Unfallereignisses sei es zu einer Tho- raxverletzung mit Rippenfrakturen und einer undislozierten BWK 7- Deckplattenimpressionsfraktur sowie einer Fingerkontusion gekommen. Die damit verbundenen Beschwerden seien bis zur Abheilung der Frakturen nach spätestens sechs Monaten als unfallkausal zu beurteilen. Die Ge- sundheit der Beschwerdeführerin sei schon vor dem Ereignis beeinträchtigt gewesen. Am 15. Juli 2021 sie eine wirbelsäulenchirurgische Beurteilung erfolgt, welche in der klinischen Untersuchung eine leichte Druckdolenz über BWK 7 bei ansonsten unauffälligen Befunden gezeigt habe. Radiolo-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 8 gisch bestünden weiterhin stabile Stellungsverhältnisse ohne sekundäres Einsintern der BWK-Fraktur. Es zeige sich eine vorbestehende Hyperky- phose sowie eine Hyperlordose (act. IIA M7) und ebenfalls eine mögliche zusätzliche skoliotische Veränderung. Das Ereignis habe nur zu einer vor- übergehenden Verschlimmerung geführt. Die seitens der Wirbelsäule erho- benen Beschwerden (Myogelosen und Verkrampfungen) seien vorbeste- hend und degenerativ bedingt. Die Kausalität sei aufgrund des bisher güns- tigen Verlaufs nach Ausheilen der Frakturen in anatomisch unverschobener Stellung im Sinne des Erreichens des medizinischen Endzustandes erlo- schen. Das Thoraxtrauma und die stabile leichtgradige Deckenplattenim- pressionsfraktur hauptsächlich des BWK 7 bzw. der leichtgradigen Mitreak- tion der Weichteile und subakuten Deckplattenimpression mit absteigender Ausprägung von BWK 7, BWK 2 und BWK 1 sowie auch HWK 7 hätten zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der überwiegend wahrscheinlich vorbestehenden Rückenbeschwerden geführt. Dies insbesondere, da die Lotabweichungen der Wirbelsäule sicher vorbestehend sein müssten und auch zu entsprechenden vorbestehenden Rückenbeschwerden geführt hätten. Die Deckplattenimpressionsfraktur des BWK 7 bewirke eine geringe Keilbildung des Wirbels und könne eine konsekutive Kyphosierung der ganzen BWS alleine bei weiterhin zusätzlich bestehender LWS-Lordose nicht erklären. Auf der Höhe der übrigen Wirbelveränderungen sei es nicht zu einer Keilwirbelbildung gekommen. Die angegebenen bestehenden Myogelosen und Verkrampfungen seien dadurch nicht erklärt (S. 4). Der medizinische Endzustand sei erreicht. Aufgrund des bisherigen Verlaufs und der computertomographisch dokumentierten Konsolidation bzw. dem Fehlen der Dislokation und Pseudarthrosenbildung der Frakturen lasse sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der medizinische Endzustand fest- stellen, da von einem regelhaften Verlauf spätestens ein Jahr nach Trauma mit folgenloser Ausheilung ausgegangen werden könne (S. 5). 3.1.6Dr. med. J.________ führte im Bericht vom 20. August 2022 (act. IIA M17) aus, die Beschwerdeführerin habe seit dem 12. April 2010 nie über Rückenbeschwerden geklagt. Wahrscheinlich trage die zwischen der Voruntersuchung und der aktuellen Aufnahme zugenommene traumati- sche Keilwirbelbildung von 4° des eingebrochenen BWK 7 zu der Diagnose einer Hyperkyphose bei. Eine Zunahme von 4° bezüglich einer Bogenstruk-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 9 tur führe zunehmend zu anderen Kräfteverhältnissen auf die stabilisierende Struktur. Somit könnte die Zunahme von 4° der BWK-Veränderungen durchaus zu vermehrten Rückenschmerzen führen. Die durch die veränder- te Statik entstehende Veränderung des Kraftaufwandes, um den Bogen zu halten, könnte mathematisch berechnet werden, wobei er nicht über das nötige mathematische Grundzeug für die Berechnung verfüge. Allenfalls lohne es sich, einen Biomechaniker um Rat zu fragen. 3.1.7Der beratende Arzt Dr. med. D.________ führte in der Aktenbeurtei- lung vom 11. Oktober 2022 (act. IIA M18) aus, es bestehe keine dauernde und erhebliche Schädigung gemäss Art. 36 der Verordnung über die Un- vallversicherung vom 20. Dezember 1982 (UVV; SR 832.202), Anhang 3. Die vermehrte Kyphose- bzw. Lordosebildung lasse sich durch die geringe Keilwirbelbildung des BWK 7 nicht erklären. Die computertomographisch dokumentierten statistischen Werte seien bis auf die geringgradige Keilwir- belbildung in der Norm. Die geringe Keilwirbelbildung stelle somit keinen ereigniskausalen Integritätsschaden dar, da deren Ausprägung geringen Ausmasses sei und es zu keinen funktionellen Einschränkungen mit direkt und indirekt bildgebend verifizierbaren Instabilitäten bzw. Hypermobilität im Bereich der ehemaligen und als ausgeheilt zu beurteilenden BWK 7-Fraktur gekommen sei. Im Abschlussbericht des Spitals G.________ sei eine vollständige Ausheilung der BWK 7-Fraktur festgehalten und auf weitere Kontrollen verzichtet worden. Die Beschwerdeführerin könne ihre alltägli- chen Erledigungen ohne Einschränkungen wieder ausführen (act. IIA M3). Die Fraktur sei ausgeheilt. Funktionseinschränkungen bestünden nicht, ebenfalls bestünden in der Dokumentation keine Hinweise für eine seg- mentale Hypermobilität oder segmentale Instabilität. Es hätten zu diesem Zeitpunkt keine belastungsabhängigen Restbeschwerden seitens der erlit- tenen Fraktur bestanden. Es werde kein Nachsintern der Fraktur zu diesem Zeitpunkt im wirbelsäulenorthopädischen Bericht festgestellt. Es würden weiter keine neurologischen segmentalen Ausfälle dokumentiert. Die Be- schwerden der BWS zeigten mit zunehmender Ausheilung der BWK 7- Fraktur einen erwarteten Decrescendo-Charakter, wie sie bei folgenloser Ausheilung erwartet werden könnten. Die vom Hausarzt dokumentierten segmental variierenden Myogelosen beträfen auch Segmente fern ab von der ehemaligen Deckplattenimpression des BWK 7. Die vermehrte Kypho-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 10 se- bzw. Lordosebildung sei primär als anlagebedingt zu beurteilen. Die computertomographisch dokumentierten statischen Werte seien bis auf die geringe Keilwirbelbildung in der Norm. Eine ereigniskausal bedingte Verän- derung der Wirbelsäulenstatik könne daraus nicht abgeleitet werden. Es bestehe eine computertomographisch festgestellte diffuse Osteopenie, die per se eine osteoporotische Keilwirbelbildung bzw. Nachsinterung aller Wirbel und die damit verbundenen Beschwerden im Verlauf ereignisfremd und anlagebedingt erklären könne. Die hausärztlicherseits dokumentierten Myogelosen seien nach Ausheilung der Fraktur nicht mehr von anderweiti- gen allfällig möglichen posttraumatischen Symptomen zu unterscheiden. 3.1.8 Die beratende Ärztin Dr. med. E.________ legte in der Aktenbeurtei- lung vom 26. April 2023 (act. IIA M20) dar, es habe ein klinisch stummer Vorzustand bestanden. Im CT vom 9. Juni 2021 sei eine Spondylolyse von L5 bds. zu sehen mit domförmiger Ausbildung der Deckplatte von S1 und angepasster Bodenplatte von L5 sowie einer Spondylolisthese Meyerding Grad I. Aufgrund der abgerundeten Boden- und Deckplatte sei diese mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anlagebedingt. Des weiteren zeige sich eine Facettengelenksarthrose in diesem Bereich. Im CT Thorax seien leich- te degenerative Veränderungen der BWS nachweisbar. Zudem weise die Beschwerdeführerin einen Beckenschiefstand von ca. 5 mm auf (S. 4). Auch dies habe Auswirkungen auf das Achsenskelett. Die Deckplattenim- pressionsfraktur habe weder zu einer segmentalen Instabilität noch zu ei- ner sagittalen Dysbalance geführt, welche die Beschwerden erklären könn- ten. Ausserdem würden cervicale Myogelosen beschrieben. Am cervicotho- rakalen Übergang seien im MRI lediglich bone bruises sichtbar gewesen. Die Boden- und Deckplatte der Wirbelkörper seien intakt geblieben, somit habe das Ereignis vom 9. Juni 2021 nicht zu einer strukturellen Änderung geführt. In den Akten fänden sich keine Informationen bezüglich allfälliger Beschwerden vor dem Ereignis. Zweifelsohne habe jedoch ein klinisch stummer Vorzustand bestanden (S. 5). Es lägen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (< 50 %) nachweisbare organische Unfallfolgen vor. Es bestehe ein Status nach BWK 7-Impressionsfraktur, dies sei eine organi- sche Unfallfolge. Die zuletzt noch beschriebenen Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr Folge des gemeldeten Er- eignisses. Die Frakturen seien konsolidiert bis auf die Frakturen der Costa Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 11 V links ventral und II rechts ventral. Dies sei dem CT vom 2. März 2023 (recte: 2022) zu entnehmen. Zwischenzeitlich sei ein Jahr vergangen und es sei davon auszugehen, dass die Frakturen nun vollständig konsolidiert seien (S. 5). 3.2Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt- nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus- schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her- kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis- wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs- sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungs- verhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die E-stellung von Gutachten beigezogen wird. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo- ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur- teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit- hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin- tergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3). Urteilt das Gericht in-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 12 dessen abschliessend gestützt auf Beweisgrundlagen, die aus dem Ver- fahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, sind an die Beweis- würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellun- gen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162). 3.3 3.3.1Die Beschwerdegegnerin hat in medizinischer Hinsicht im angefoch- tenen Einspracheentscheid vom 6. Juni 2023 (act. II A61) massgeblich auf die Beurteilungen ihrer beratenden Ärzte Dres. med. D.________ und E.________ vom 17. Juli 2022 (act. IIA M16), 11. Oktober 2022 (act. IIA M18) sowie 26. April 2023 (act. IIA M20) abgestellt. Diese Beurteilungen erfüllen die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines versicherungsinternen medizinischen Berichts gestellten Anforderun- gen (vgl. E. 3.2 hiervor) und überzeugen. Dabei ist nicht zu beanstanden, dass die Ärzte im Rahmen ihrer Beurteilungen nicht zusätzlich eine persön- liche Untersuchung der Beschwerdeführerin vornahmen, da sie sich auf die umfassenden medizinischen Akten inklusive der bildgebenden Abklärungen stützen konnten (vgl. etwa act. IIA M1-M9; vgl. Rüge, Beschwerde S. 8 Rz. 28). Insbesondere sind Anamnese, Verlauf und die bildgebenden Ab- klärungen ausführlich in den Akten dokumentiert. Die Dres. D.________ und E.________ haben sich in Kenntnis der medizi- nischen Vorakten sorgfältig mit den von der Beschwerdeführerin geklagten gesundheitlichen Einschränkungen auseinandergesetzt. Beim Autounfall vom 9. Juni 2021 zog sich die Beschwerdeführerin ein stumpfes Thorax- trauma mit einer dislozierten Sternumfraktur, nicht-dislozierten Rippenseri- enfrakturen Costa II-V rechts, mit einer Lungenkontusion Oberlappen rechts und einer Deckplattenimpressionsfraktur BWK 7 sowie eine Finger- kontusion zu (act. IIA M1-3). Die beratenden Ärzte gehen übereinstimmend davon aus, dass die damit verbundenen Beschwerden bis zur Abheilung der Frakturen nach spätestens sechs Monaten als unfallkausal zu beurtei- len sind (act. IIA M16 S. 4; M20 S. 4). Sie haben unter Bezugnahme auf die klinischen Befunde und die Bildgebung nachvollziehbar dargelegt, dass die Deckplattenimpressionsfraktur weder zu einer segmentalen Instabilität Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 13 noch zu einer sagittalen Dysbalance geführt hat, welche die Beschwerden erklären könnten. Am cervicothorakalen Übergang waren im MRI vom 2. Juli 2021 lediglich bone bruises (Knochenmarksödeme) sichtbar. Die Boden- und Deckplatten der Wirbelkörper blieben intakt, womit der Unfall vom 9. Juni 2021 nicht zu einer strukturellen Änderung geführt hat (act. IIA M20 S. 5, M18 S. 3, M9). Die Einschätzung der beratenden Ärzte, dass ein klinisch stummer Vorzu- stand bestand (act. IIA M16 S. 4, M18 S. 3, M20 S. 4), überzeugt. Im CT vom 9. Juni 2021 (act. IIA M6) war eine Spondylolyse von L5 bds. zu sehen mit domförmiger Ausbildung der Deckplatte von S1 und angepasster Bo- denplatte von L5 sowie einer Spondylolisthese Meyerding Grad I. Diesbe- züglich hat Dr. med. E.________ plausibel dargelegt, dass diese aufgrund der abgerundeten Boden- und Deckplatten überwiegend wahrscheinlich anlagebedingt ist. Des Weiteren zeigen sich eine Facettengelenksarthrose sowie leichte degenerative Veränderungen der BWS und ein Becken- schiefstand von ca. 5 mm, was gemäss Dr. med. E.________ ebenfalls Auswirkungen auf das Achsenskelett hat (act. IIA M20 S. 4 f.). Der Unfall vom 9. Juni 2021 hat lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt (act. IIA 16 S. 4). Die vermehrte Kyphose- bzw. Lordosebildung lässt sich nicht durch die geringe Keilwirbelbildung des BWK 7 erklären. Die im CT dokumentierten statischen Werte sind bis auf die geringgradige Keilwirbelbildung in der Norm (act. IIA M18 S. 4). Die vom Hausarzt am 21. März bzw. 24. Mai 2022 diagnostizierten Myogelosen und Verkramp- fungen (act. IIA M13, M15) sind überwiegend wahrscheinlich vorbestehend und degenerativ bedingt (act. IIA M18 S. 4, M20 S. 5). Ferner hat Dr. med. D.________ schlüssig dargelegt, dass aufgrund des bisherigen Verlaufs und der computertomographisch dokumentierten Konsolidation bzw. dem Fehlen der Dislokation und Pseudarthrosenbildung der Frakturen der Sta- tus quo sine spätestens ein Jahr nach Trauma erreicht wurde (act. IIA M16 S. 5). 3.3.2Die gegen diese Einschätzung vorgebrachte Kritik verfängt nicht. Der Hausarzt Dr. med. J.________ vermag nicht darzutun, inwiefern die geklagten Restbeschwerden bei der 65-jährigen Beschwerdeführerin noch unfallkausal wären. Allein der Hinweis auf eine allenfalls lohnende biome-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 14 chanische Abklärung (act. IIA M17) deutet die von ihm selbst gehegten Zweifel an der eigenen Einschätzung an und vermag die fachärztliche Mei- nung angesichts des gesamthaft erfreulichen gesundheitlichen Verlaufs seit dem Unfall nicht zu erschüttern. Soweit er darauf verweist, die Beschwer- deführerin habe vor dem Unfallereignis über keine Beschwerden geklagt (act. IIA M17), vermag dies keine Unfallkausalität zu begründen. Denn be- weisrechtlich gilt eine gesundheitliche Schädigung nicht schon dann als durch den Unfall verursacht, wenn sie nach diesem aufgetreten ist (vgl. zur Unzulässigkeit der Beweismaxime "post hoc, ergo propter hoc": vgl. BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 156 E. 4.2). Ebenso lässt sich aus dem Umstand, dass ein allfälliger stummer, unfallfremder Vorzustand erst nach einem Unfallereignis symptomatisch wird, nicht auf einen unfallbedingten, anspruchsbegründenden Kausalzusammenhang schliessen (Entscheid des Bundesgerichts vom 29. Mai 2020, 8C_241/2020, E. 6.1). Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Beschwerdegegnerin könne ihre Leistungspflicht nicht beenden, wenn der Beweis des Wegfalls der Teilkau- salität nicht erbracht werden könne. Eine Beweislosigkeit wirke sich zum Nachteil der Beschwerdegegnerin aus, wobei diese die Beweislast trage (Beschwerde S. 6 Ziff. 20, S. 8 f. Ziff. 29). Die Beschwerdegegnerin hat diesbezüglich ausgeführt, die Veränderungen der Statik der Wirbelsäule sowie Myogelosen an verschiedenen Stellen seien für die heutigen Pro- bleme verantwortlich. Da es sich hier um anspruchsbegründende Tatsa- chen handle, trage die Beschwerdeführerin die Folgen einer allfälligen Be- weislosigkeit (Beschwerdeantwort S. 1). Aufgrund der Akten steht überwie- gend wahrscheinlich fest, dass ein Jahr nach dem Trauma der Status quo sine erreicht war (vgl. E. 3.3.1 hiervor). Mit Blick auf die ausgewiesenen degenerativen Vorzustände kann es letztlich offenbleiben, ob die Beweis- last zu diesem Punkt der Beschwerdegegnerin oder der Beschwerdeführe- rin obliegt, denn anhand der Akten steht fest, dass für diese erstellten vor- bestehenden Schäden infolge der weggefallenen Kausalität nicht die Be- schwerdegegnerin aufzukommen hat. Weitere medizinische Sachverhaltserhebungen - insbesondere in Form eines versicherungsexternen Gutachtens (Beschwerde S. 9) - erübrigen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 15 sich in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). 3.3.3Zusammenfassend bestehen keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Vollständigkeit der Aktenbeurteilungen der bera- tenden Ärzte Dres. med. D.________ und E.________ vom 17. Juli 2022 (act. IIA M16), 11. Oktober 2022 (act. IIA M18) sowie 26. April 2023 (act. IIA M20), weshalb auf diese abzustellen ist. Demnach besteht zwischen dem Ereignis vom 9. Juni 2021 und den nach dem 2. August 2022 geklag- ten Rückenbeschwerden nach dem erforderlichen Beweisgrad der über- wiegenden Wahrscheinlichkeit kein natürlicher Kausalzusammenhang mehr. Damit entfällt auch ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (vgl. E. 2.4 hiervor). Demnach hat die Beschwerdegegnerin im angefochte- nen Einspracheentscheid vom 6. Juni 2023 (act. II A61) ihre Leistungs- pflicht für die Zeit nach dem 2. August 2022 zu Recht verneint. 4. Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 6. Juni 2023 (act. II A61) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist abzu- weisen. 5. 5.1In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 f bis ATSG (Um- kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er- heben. 5.2Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par- teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr- schluss]). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2024, UV/23/512, Seite 16 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien- tschädigung zugesprochen. 3. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin - AXA Versicherungen AG, Generaldirektion - Bundesamt für Gesundheit Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.