IV. Art. 61 lit. c ATSG. Beweisrecht: Das Obergericht hat von Amtes wegen die für den En tscheid erheblichen Tatsachen festzustellen; es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der Beweiswürdigung frei. Sind zur Abklärung des Sachverhaltes zusätzliche Bew eise erforderlich, werden sie von Amtes wegen erhoben. Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich. Bei Unklarheiten über physische oder psyc hische Störungen und/oder deren Au swirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpe rsonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts ist wesentlich, dass als Berichterstatteri n eine qualifizierte Person wirkt, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagn osen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen der pflegebedürftigen Person hat. Weiter sind die Angaben der die Pflege Leistenden zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen, konkret in Frage stehenden Massnahmen der Behandlungs- und Grundpflege sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhob enen Angaben stehen. In casu genügt der Abklärungsbericht diesen Anforderungen nicht. Es ist ein versicherungsexternes psychiatrisches Gutachten und ein Gutachten zur Abklärung der Hilflosigkeit einzuholen. Obergericht, 20. Juni 2014, OG V 14 14 (Zwischenentscheid) Aus den Erwägungen: 1. Bevor die Beschwerdesache in materieller Hinsicht geprüft werden kann, muss festgestellt sein, dass sämtliche Sachentscheidungsvo raussetzungen vorliegen. Andernfalls ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. 4. Gemäss BGE 130 V 61 ist bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Beme ssung der Hilflosigkeit eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig (E. 6.1.1). Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Es ist wesentlich, dass als Berichterstatterin eine qualifizierte Person wirkt, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Ve rhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen der pflegebedürftigen Person hat. Weiter sind die Angaben der die Pflege Leistenden zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinung en der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen, konkret in Frage st ehenden Massnahmen der Behandlungs- und Grundpflege sein und in Überei nstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in diesem Fall in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen (E. 6.2). a) Auf dem Formular "Anmeldung für Erwachsene: Hilflosenentschädigung IV" vom 6. März 2013 (ausgefüllt durch Pro Infirmis, unterzeichnet vom Ehega tten der Beschwerdeführerin) wurde bei folgenden Angaben zur Hilflosigkeit "ja" angekreuzt: Ankleiden/Auskleiden (ist teilweise gelähmt); Essen (Muss die Nahrung zerkleinert werden?); Körperpflege (Waschen, Rasieren, Baden/Duschen); Verrichtung der Notdurft (Ordnen der Kleider, Körperreinigung/Überprüfung der Reinlichkeit); Fortbewegung (im Freien, Pflege gesellschaftlicher Kontakte). Weiter werden bejaht: Notwendigkeit einer dauernden medizinisch-pflegerischen Hilfe tagsüber (Medikamente verabreichen); pe rsönliche Überwachung und lebenspraktische Begleitung (Notwendig seien: Hilfeleistungen durch die Spitex, um das selbständige Wohnen zu ermögl ichen; Begleitung für Erledigungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung und regelmässige Anwesenheit einer Drittperson zur Verhinderung einer dauernden Isolation von der Aussenwelt. Aufgrund der psychischen Behinderung habe sich bereits die Pro Infirmis mit ihr befasst.). b) Am 15. Mai und 4. Juni 2013 (Bericht vom 16.05.2013) sowie am 27. November 2013 (Bericht vom 09.12.2013) wurden bei der Beschwerdeführerin Haushaltsabklärungen durchgeführt. Bei beiden Abklärungen waren als Abklärungspersonen Q und Z anwesend, wobei Q den ersten Bericht unterzeichnete und Z den zweiten B ericht. Bei der ersten Abklärung waren nebst der Beschwerdeführerin Frau A (Pro Infirmis) und Frau B (Ergotherapeutin), bei der zweiten A bklärung waren de r Ehemann und die Söhne der Beschwerdeführerin anw esend. Die beiden Berichte sind im Ergebnis fast identisch (Behinderung 59.54% / 59.80%). Die Meinungen der Pflege Leistenden werden aufgezeigt. So wird im ersten Bericht unter anderem die Ergotherapeutin z itiert, die Ve rsicherte soll schnell ablenkbar und je nach Situation auch überfordert sein. Komplexere Abläufe wie Planen, Organisieren, Kontrollieren et cetera funkt ionierten auch noch nicht. So gebe sie, wenn sie mit einer Arbeit an ihre Grenzen stosse, schnell auf. Mehr als zwei Stunden dürfe man die Versicherte nicht alleine lassen, da sie unruhig werde, Angst habe und in Panik komme. c) Ebenfalls am 15. Mai 2013 wurde bei der Beschwerdeführerin eine Abkl ärung betreffend Hilflosigkeit durchgeführt. Als Abklärungsperson sprach Q mit der Beschwerdeführerin. Der Bericht vom 16. Mai 2013 ist äusserst knapp gehalten. Die angekreuzten Antworten werden nicht näher begründet. Anhand der Akten offensichtlich bestehende divergierende Meinu ngen der Pflege Leist enden (siehe oben E. 4a und b) konnten nicht berüc ksichtigt werden, da am Gespräch mit der Abklärungsperson gemäss Bericht nur die Beschwerdeführerin beteiligt war. Ob die jeweiligen Aussagen anläs slich der gleichentags durchgeführten Haushaltsabklärung herangezogen wurden, ist nicht ersichtlich, fehlt doch ein entsprechender Verweis. Auch e rfolgte weder eine Rücksprache bei der Ergotherapeutin noch beim Psychi ater Dr. med. A. Wolf. Die von Dr. med. F. Rüegg im Bericht vom 26. Juni 2013 (mithin vor Erlass d es Vorbescheids) festgehaltene weiterhin ausgeprägte indirekte Hilflosigkeit (Anweisungen und Kontrolle der alltäglichen Verrichtungen) wurde von der Beschwerdegegnerin ebenfalls nicht berücksichtigt. d) Nach dem Gesagten genügt der Abklärungsbericht H ilflosigkeit vom 16. Mai 2013 den beweisrechtlichen Anforderungen nicht. Darauf kann nicht abgestellt werden. 5. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die med izinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Dr. med. A. Wolf beschrieb in seinem Bericht vom 22. Mai 2013 eine mittel - bis schwergradige depressive Symptomatik. Dr. med. D. Sperlich, Facharzt FMH für Innere Medizin, RAD Zentralsch weiz, Luzern, erachtete diese "depressive Störung mit Antrieb sverlust, Grübelzwang sowie Konzentrationsstörungen" als im Rahmen des Grundleidens nachvollziehbar (Stellungnahme vom 18.07.2013). Rückfrage beim Psychiater bezüglich mögliche Auswirkungen auf die Hilflosigkeit erfolgte jedoch keine. 6. Das Obergericht erachtet weitere Abklärungen als erforderlich. Es ist daher ein versicherungsexternes psychiatrisches Gutachten und ein Gutachten zur Abkl ärung der Hilflosigkeit einzuholen. Vorbehalten bleiben w eitere Abklärungen. Das Präsidium wird beauftragt, die gerichtlichen Gutachten einzuholen und allfällige weitere Abklärungen zu tätigen (Art. 60 Abs. 1 VRPV).