B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-938/2011 U r t e i l v o m 21 . A u g u s t 2 0 1 3 Besetzung Richter Francesco Brentani (Vorsitz), Richter Francesco Parrino, Richterin Vera Marantelli, Gerichtsschreiberin Andrea Giorgia Röllin. Parteien X._______, Zustelladresse: Herr Y._______, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Witwenrente IV; Verfügung der IVSTA vom 11. Januar 2011. B-938/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. X._______, geboren am _______, ist verwitwet, Schweizer Staatsang e- hörige und wohnhaft in Serbien. Die seit dem _______ mit A._______, geboren am _______, verheiratete Versicherte meldete sich am 7. Juni 2001 wegen Arthrose und Rheuma, bestehend seit dem 5. Juli 2000, zum Bezug von (Renten -)Leistungen der Schweizerischen Invalidenversich e- rung an (IV-act. 2 und 10). Die IV-Stelle des Kantons Aargau verfügte am 13. November 2001, dass X._______ rückwirkend ab dem 1. Juli 2001 einen Anspruch auf eine ordentliche ganze Invalidenrente bei einem Inva- liditätsgrad von 100 % habe (IV-act. 14). B. Mit in Rechtskraft erwachsenem Urteil vom 17. September 2003 stellte das Gerichtspräsidium _______ die Ehe von X._______ und ihrem Eh e- gatten A._______ unter Eheschutzmassnahmen (IV-act. 84). Am 19. November 2003 teilte die IV-Stelle des Kantons Aargau der Versi- cherten mit, dass sich revisionsweise unverändert ein Invaliditätsgrad von 100 % und somit e in weiterbestehender Anspruch auf die bisherige (ga n- ze) Rente ergeben habe (IV-act. 26). C. Mit Mitteilung vom 19. Februar 2009 gab die nun zuständige IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA, nachfolgend auch: Vorinstanz) der unter- dessen in Serbien wohnhaften Versicherten bekannt, dass die in den Jah- ren 2008/09 durchgeführte Rentenrevision (vgl. IV -act. 48-71) einen u n- veränderten Invaliditätsgrad und damit weiterhin Anspruch auf die bish e- rigen Rentenleistungen ergeben habe (IV-act. 71). D. Am 5. April 2010 verstarb der Ehegatte der Versicherten, A._______, in Thailand (Todesschein der Schweizerischen Vertretung in Bangkok vom 21. April 2010, IV -act. 80). Mit Schreiben vom 10. Mai 2010 meldete X._______ der IVSTA den am _______ eingetretenen Tod ihres Ehegat- ten und beantragte zugleich die Ausrichtung einer Witwenrente (IV -act. 81). E. Mit Verfügung vom 11. Januar 2011 (IV -act. 92) sprach die IVSTA der Versicherten rückwirkend ab dem 1. Mai 2010 eine ordentliche ganze I n-B-938/2011 Seite 3 validenrente in Höhe von Fr. 2'280.– (2010) bzw. Fr. 2'320.– (2011) zu un- ter Anwendung der Rentenskala 44 und dem bisherigen Invaliditätsgrad von 100 %. In diesem Rentenbetrag sei ein Zuschlag für verwitwete Pe r- sonen enthalten. F. Dagegen erhob X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführe rin) am 5. Februar 2011 Beschwerde mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die gesetzlich zust e- hende höhere Witwenrente zuzusprechen. Als Begründung führte X._______ an, sie und ihr verstorbener Ehegatte seien zum Zeitpunkt dessen Todes, dem _______, gerichtlich getrennt (richtig: unter Eh e- schutz gestellt) und nicht geschieden gewesen. G. Mit Zwischenverfügung vom 10. Februar 2011 wurde die Beschwerdefüh- rerin aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 400.– in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten . Dieser Aufforderung wurde nachgekommen. H. In ihrer Vernehmlassung vom 30. Mai 2011 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Die Vorinstanz begründete dies im Wesent- lichen damit, dass sie einen (Renten -)Vergleich vorgenommen habe, da die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2001 Bezügerin einer ganzen Inva- lidenrente sei. Dabei habe sich herausgestellt, dass sie Anspruch auf eine monatliche Vollrente gemäss Rentenskala 44 habe, wobei der Maxima l- betrag der Inva lidenrente für Witwen im Betrag von Fr. 2'280 .– (im Jahr 2010) gewährt worden sei. Mehr sei gesetzlich nicht vorgesehen, we s- halb sich die geforderte Überprüfung der Witwenrente erübrige. I. Mit Verfügung vom 7. Juni 2011 wurde diese Vernehmlassung der B e- schwerdeführerin zur Kenntnis gebracht und der Schriftenwechsel einst- weilen geschlossen. J. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten U n- terlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. B-938/2011 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der schwe i- zerischen IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinn von Art. 32 VVG liegt nicht vor. 1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verf ahren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) , soweit das VGG nichts a n- deres bestimmt. Indes findet das Verwaltungsverfahrens gesetz aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungss a- chen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgeme i- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Inval i- denversicherung (Art. 1a -26bis und 28 -70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3 Gemäss Art. 19 Abs. 3 VGG sind die Richter und Richterinnen des Bundesverwaltungsgerichts zur Aushilfe in anderen Abteilungen verpflich- tet. Die Abteilung II des Bundesverwaltungsgerichts hat das vorliegende Beschwerdeverfahren im Zuge einer Entlastungsmassnahme der Abte i- lung III übernommen. Die bisherige Verfahrensnummer C-938/2011 lautet deshalb fortan B-938/2011. 1.4 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änd e- rung, so dass sie im Sinn von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist. 1.5 Da die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der Kostenvorschuss i n- nert Frist geleistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdeverfa h- rens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstä n-B-938/2011 Seite 5 dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemes- senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 3. Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur Anwendung gelangen. 3.1 Die Beschwerdeführerin ist zwar in Serbien wohnhaft, aber Schweizer Staatsangehörige. Da die Schweiz mit Serbien kein Abkommen über S o- ziale Sicherheit abgeschlossen hat und das Abkommen vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen Eidg enossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1) nichts anderes bestimmt, richtet sich damit der Anspruch der Beschwe r- deführerin auf eine (Witwen-)Rente der schweizerischen Invalidenvers i- cherung im Prinzip sowohl in materiellrechtlicher als auch in verfahren s- rechtlicher Hinsicht nach schweizerischem Recht, insbesondere dem IVG, der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversich e- rung (IVV, SR 831.201), dem ATSG sowie der entsprechenden Veror d- nung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11). 3.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind im Beschwerd e- verfahren für die Bestimmung des rechtserheblichen Sachverhalts grun d- sätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses des strittigen Entscheids massgebend (BGE 132 V 368 E. 6.1 mit Hinweisen) . Ferner sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massg e- bend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329). Ein allfälliger L eistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). Damit finden im vorliegenden Verfahren grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der ange- fochtenen Verfügung vom 11. Januar 2011 in Kraft standen (Bestimmu n- gen der 5. IV-Revision). Noch keine Anwendung findet vorliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Massnahmenpaket der 6. IV-Revi- sion (AS 2011 5659). Zudem ist für das v orliegende Verfahren das per 1. Januar 2003 in Kraft getretene ATSG anwendbar. 4. Vorliegend ist strittig und zu prüfen, ob die verwitwete Beschwerdeführe- rin Anspruch auf die Auszahlung eines höheren monatlichen Rentenbe- trags als den von der Vorinstanz zugesprochenen hat. B-938/2011 Seite 6 4.1 Der Anspruch auf eine Witwenrente ist in Art. 23 ff. IVG geregelt und setzt den Tod des Ehemannes, mithin zu diesem Zeitpunkt den Zivilstand "verheiratet" voraus (aufgrund von Art. 23 Abs. 3 des Bundes gesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG, SR 831.10]). Da das AHV-Recht grundsätzlich auf der Ordnung des Zivilrechts fusst, s o- weit es zivilrechtliche Begriffe nicht ausdrücklich oder dem Sinn nach selbständig fasst ( UELI KIESER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Alters- und Hinterlassenenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Rz. 1 zu Art. 23), bestimmt sich, ob ein Versicherter als Ehemann i.S.v. Art. 23 Abs. 3 AHVG zu betrachten ist, gemäss dem Schweizerischen Z i- vilgesetzbuch (ZGB, SR 210). Dieses kennt grundsätzlich die Zivilstände ledig, verheiratet, geschieden und getrennt, wobei eine gerichtlich veran- lasste eheschutzrechtliche Trennung noch nichts am Zivilstand "verheir a- tet" ändert und nicht mit der eigentlichen Trennung i.S.v. Art. 117 f. ZGB zu verwechseln ist. Die Ehegattenschaft setzt gemäss dem ZGB eine be- stehende gültige Ehe voraus. Sie beginnt mit dem gültigen Eheschluss in der Trauung (aufgrund von Art. 159 Abs. 1 ZGB) und endet mit dem Tod bzw. der Versch ollenerklärung oder durch gerichtliche Auflösung. Dabei umfasst die gerichtliche Auflösung im weiteren Sinn die Ungültigerklärung der Ehe i.S.v. Art. 104 ff. ZGB und die Scheidung i.S.v. Art. 111 ff. ZGB (TUOR PETER/SCHNYDER BERNHARD/SCHMID JÖRG/RUMO-JUNGO ALE- XANDRA, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 13. Aufl., Zürich/Ba - sel/Genf 2009, Rz. 1 zu § 22). Durch Massnahmen zum Schutz der ehel i- chen Gemeinschaft i.S.v. Art. 171 ff. ZGB wird die Ehe nicht aufgelöst. Ei- ne Differenzierung des Anspruchs auf eine Witwenrente in Bezug auf die Frage des ehelichen Zusammenlebens im Zeitpunkt des Todes des einen Ehegatten nimmt das AHVG freilich nicht vor, womit sich das AHVG inso- fern von der im Steuerrecht geltenden Regelung unterscheidet. Vorliegend war die Beschwerdeführerin seit dem _______ mit A._______ verheiratet. Am Bestand dieser Ehe änderte auch das rechtskräftige Urteil vom 17. September 2003 des Gerichtspräsidiums _______ nichts, we l- ches sie unter Eheschutz massnahmen stellte (vgl. Sachverhalt Bst. B). Die Ehe zwischen A._______ und der Beschwerdeführerin wurde erst durch dessen Tod am _______ (Sachverhalt Bst. D ) aufgelöst. Die B e- schwerdeführerin erwarb damit infolge seines Todes einen Anspruch auf eine Witwenrente gemäss Art. 23 Abs. 3 AHVG , wovon auch die ang e- fochtene Verfügung ausgeht. Die Beschwerdebegründung geht zu Unrecht davon aus , dass bezüglich der Höhe des Anspruchs auf eine Witwenrente zwischen zum Todeszei t-B-938/2011 Seite 7 punkt zusammenlebenden und zum Todeszeitpunkt unter Eheschutz st e- henden, getrennt lebenden Eh egatten unterschieden werde (vgl. Sac h- verhalt Bst. F). Diese Unterscheidung entbehrt einer rechtlichen Grundla- ge und zielt entsprechend ins Leere. Zu prüfen ist daher im Folgenden die Rentenberechnung als solche. 4.2 Gemäss Art. 36 Abs. 2 IVG sowie Art. 32 Abs . 1 IVV sind für die Be- rechnung der ordentlichen Invalidenrenten – vorbehältlich des sogenann- ten Karrierezuschlags für jüngere Versicherte gemäss Art. 36 Abs. 3 IVG – die Bestimmungen des AHVG sinngemäss anwendbar. Damit ist insb e- sondere die analoge Anwend ung von Art. 29 ff. und Art. 34 ff. AHVG s o- wie von Art. 50-53bis der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenen- versicherung (AHVV, SR 831.101) vorgesehen. Die Invalidenrenten en t- sprechen den Altersrenten der Alters - und Hinterlassenenversicherung (Art. 37 Abs. 1 IVG). 4.3 4.3.1 Nach Art. 29 Abs. 2 AHVG werden die ordentlichen Renten als Voll- renten für Versicherte mit vollständiger Beitragsdauer und als Teilrenten für Versicherte mit unvollständiger Beitragsdauer ausgerichtet. Die Be i- tragsdauer ist gemäss Art. 29ter Abs. 1 AHVG vollständig, wenn eine Pe r- son gleich viele Beitragsjahre aufweist wie ihr Jahrgang. Die Teilrente entspricht einem Bruchteil der nach Art. 34 -37bis AHVG zu ermittelnden Vollrente. 4.3.2 Grundlage für die Rentenberechnung bilden die Beitragsjahre, die Erwerbseinkommen sowie die Erziehungs - oder Betreuungsgutschriften der rentenberechtigten Person zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versich e- rungsfalles (Rentenalter oder Tod; Art. 29 bis Abs. 1 AHVG). Das E r- werbseinkommen bildet zusammen mit den Erziehungs - und Betre u- ungsgutschriften das für die Rentenberechnung massgebliche durc h- schnittliche Jahreseinkommen (Art. 29quater AHVG). 4.3.3 Bei erwerbstätigen Personen werden nur die Einkommen berüc k- sichtigt, auf denen Beiträge bezahlt wurden (Art. 29 quinquies Abs. 1 AHVG). Diese für die Berechnung der ordentlichen Renten erforderlichen Ang a- ben sind für jeden beitragspflichtigen Versicherten in individuellen Konten eingetragen (Art. 30 ter AHVG). Einkommen, welche Ehegatten während der Kalenderjahre der gemeinsamen Ehe erzielt haben, werden geteilt B-938/2011 Seite 8 und je zur Hälfte den beiden Ehegatten angerechnet. Die Einkommenstei- lung (sogenanntes Splitting) wird in den folgenden Fällen vorgenommen: wenn beide Ehegatten rentenberechtigt sind, wenn eine verwitwete Pe r- son Anspruch auf eine Altersrente hat oder bei Auflösung der Ehe durch Scheidung (Art. 29 quinquies Abs. 3 AHVG). Der Teilung und der gegenseit i- gen Anrechnung unterliegen laut Art. 29 quinquies Abs. 4 Bst. a und b AHVG jedoch nur Einkommen aus der Zeit zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles beim Ehegatten, welcher zuerst rentenberechtigt wird, und aus Zeiten, in denen beide E hegatten in der schweizerischen Alters- und Hinterlassenenversi cherung versichert gewesen sind. Art. 29bis Abs. 2 AHVG bleibt indes vorbehalten. Die Einkommen im Jahr der Eheschliessung und im Jahr der Auflösung der Ehe werden nicht g e- teilt (Art. 50b Abs. 3 AHVV). 4.3.4 Nach Art. 33 ter AHVG ist die Summe der Erwerbseinkommen en t- sprechend dem Rentenindex aufzuwerten. Der Bundesrat lässt die Au f- wertungsfaktoren jährlich feststellen (Art. 30 Abs. 1 AHVG). Die Summe der aufgewerteten Erwerbseinkommen sowie die Erzieh ungs- und Be - treuungsgutschriften sind schliesslich durch die Anzahl der Beitragsjahre zu teilen (Art. 30 Abs. 2 AHVG). 4.3.5 Gemäss Art. 35 bis AHVG haben verwitwete Bezügerinnen und B e- züger von Altersrenten – und in Verbindung mit Art. 36 Abs. 2 IVG analog auch Bezügerinnen und Bezüger von Invalidenrenten – Anspruch auf e i- nen Zuschlag von 20 % zu ihrer Rente, wobei Rente und Zuschlag den Höchstbetrag der (Alters-)Rente nicht übersteigen dürfen. 4.3.6 Der Bundesrat ist aufgrund von Art. 30 bis AHVG dazu ermächtigt, verbindliche Tabellen zur Ermittlung der Renten aufzustellen. Dabei kann er die anrechenbaren Einkommen und die Renten auf - und abrunden. In Art. 53 AHVV delegierte der Bundesrat diese Befugnis an das Bunde s- amt. Danach stellt das Bundesamt verbindliche Rententabellen auf, wobei die Abstufung der Monatsrenten, bezogen auf die volle einfache Alter s- rente, höchstens 2.6 % des Mindestbetrags dieser Rente beträgt. Diese Rententabellen werden jeweils vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) erstellt und sind unter < www.sozialversicherungen.admin.ch > AHV > Grundlagen AHV > Weisungen Renten > Rententabellen (besucht am 5. August 2013) im Internet einsehbar. B-938/2011 Seite 9 4.4 Witwen haben gemäss Art. 24 Abs. 1 AHVG auch ohne eigene Kinder oder Pflegekinder im Zeitpunkt der Verwitwung – im Sinn von Art. 23 IVG – Anspruch auf eine Witwenrente, wenn sie das 45. Altersjahr vollendet h a- ben und mindestens fünf Jahre verheiratet gewesen sind. Für die B e- rechnung der Witwenrente sind die Beitragsdau er und das aufgrund der ungeteilten Einkommen der verstorbenen Person sowie ihrer Erziehungs - und Betreuungsgutschriften ermittelte durchschnittliche Jahreseinko m- men massgebend (Art. 33 Abs. 1 AHVG). Hat die verstorbene Person bei ihrem Tod das 45. Altersjahr noch nicht vollendet, so wird für die Berec h- nung der Hinterlassenenrente ihr durchschnittliches Erwerbseinkommen prozentual erhöht (Art. 33 Abs. 3 AHVG). Der Bundesrat legte gestützt auf die Delegationsnorm in dieser Bestimmung die Erhöhung des durc h- schnittlichen Erwerbseinkommens der 39 - bis 45-jährigen Personen auf 5 % fest (Art. 54 AHVV). Gemäss Art. 36 AHVG beträgt die Witwen- oder Witwerrente 80 % der dem massgebenden durchschnittlichen Jahresei n- kommen entsprechenden Altersrente. 4.5 Erfüllt eine Person gleichzeitig die Voraussetzungen für eine Witwen - oder Witwerrente und für eine Altersrente oder für eine Rente gemäss dem IVG, so wird nur die höhere Rente ausbezahlt (Art. 24b AHVG). 5. 5.1 Die an die verwitwete Beschwerdeführerin ausbezahlte monatliche Invalidenrente von Fr. 2'280.– (Jahr 2010) bzw. Fr. 2'320.– (Jahr 2011) entspricht der höchsten auszuzahlenden monatlichen Alters- bzw. Invali- denvollrente der obersten Rentenskala 44 (vgl. BSV, Rententabellen 2009 AHV/IV, gültig ab 1. Januar 2009, S. 18 bzw. BSV, Rententabellen 2011 AHV/IV, gültig ab 1. Januar 2011, S. 18). 5.2 Bezieht aber eine versicherte Person – wie vorliegend – im Zeitpunkt der Verwitwung bereits eine Rente der AHV oder IV, so ist der Vergleich der Höhe der Witwenrente mit der Alters - bzw. In validenrente zur B e- stimmung der höheren Rente nur dann vorzunehmen, wenn die Alters - oder Invalidenrente inklusive Verwitwetenzuschlag von 20 % (Art. 35bis AHVG) niedriger ist als der Maximalbetrag der Witwenrente (vgl. BSV, Wegleitung über die Renten [RWL] in der Eidgenössischen Alters-, Hinter- lassenen- und Invalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2003/Stand J a- nuar 2013, N 3501 ff.). Dieser betrug im Jahr 2010 Fr. 1'824.– und im Jahr 2011 Fr. 1'856.– (vgl. ebenfalls B SV, Rententabellen 2009 AHV/IV, gültig ab 1. Januar 2009, S. 18 bzw. BSV, Rententabellen 2011 AHV/IV, B-938/2011 Seite 10 gültig ab 1. Januar 2011, S. 18) , so dass sich vorliegend ein solcher Ver- gleich erübrigt und einfachhin die gesetzliche Höchstrente an die B e- schwerdeführerin auszuzahlen ist (aufgrund von Art. 24b AHVG). 5.3 Eine höhere Rente als diese Höchstrente ist gesetzlich nicht vorgese- hen und kann allein schon mangels gesetzlicher Grundlage nicht ausg e- richtet werden. 5.4 Da die Rentenberechnung ansonsten unbestritten blieb und keine Anhaltspunkte bestehen, wonach diese nicht im Einklang mit der geset z- lichen Ordnung steht, erweist sich die angefochtene Verfügung vom 11. Januar 2011 als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 6. 6.1 Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Verfahrens- kosten zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG), die sich aus der Gerichtsg e- bühr und den Auslagen zusammensetzen. Sie werden unter Berücksic h- tigung des Umfanges und der Schwierigkeit der Streitsache im vorliege n- den Verfahren auf Fr. 400.– festgesetzt (vgl. Art. 63 Abs. 4bis VwVG sowie Art. 1, Art. 2 und Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem bereits geleisteten Kostenvorsc huss in gle i- cher Höhe verrechnet. 6.2 Weder die unterliegende Beschwerdeführer in noch die obsiegende Vorinstanz haben Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 400.– werden der Beschwerdeführerin au f- erlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ve r- rechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. B-938/2011 Seite 11 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Francesco Brentani Andrea Giorgia Röllin Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17 . Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Bew eismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 27. August 2013