<h2>SubmittedText<h2><p>Bestehende Daten weisen darauf hin, dass die Bodenpreise in den letzten Jahren stark angestiegen sind. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, weil sie das Wohnen weiter verteuert, den Zugang zu Grundstücken für Wohnbaugenossenschaften und Wohneigentum für Private erschwert. </p><p>In diesem Zusammenhang bitten wir den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Welche Statistiken der öffentlichen Hand und privater Anbieter gibt es in der Schweiz zu den Bodenpreisen?</p><p>2. Gibt es eine Übersicht über die Entwicklung der Bodenpreise gesamtschweizerisch und regional?</p><p>3. Wie haben sich die Preise entwickelt?</p><p>4. Wie beurteilt der Bundesrat diese Preisentwicklung?</p><p>5. Können Wohnbaugenossenschaften auf Grund der hohen Preise die Anlagekostenlimiten noch einhalten?</p><p>6. Welche Massnahmen gibt es heute zur Eindämmung des starken Anstiegs der Bodenpreise?</p><p>7. Prüft der Bundesrat angesichts der Wohnproblematik weitere Massnahmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. und 2. Auf Bundesebene gibt es keine Statistik zu den Bodenpreisen. Ein Versuch, eine derartige Statistik einzuführen, wurde 1997 gestoppt (vgl. hierzu Mo. 11.3021 Landolt sowie Ip. 96.3326 Bonny und Mo. 86.938 Ruffy). In einzelnen Kantonen und Gemeinden werden hierzu jedoch statistische Daten erhoben. Beispielsweise erfassen und publizieren der Kanton Zürich die Preise für Wohnbauland basierend auf der Handänderungsstatistik seit 1974 oder der Kanton Basel-Land die Durchschnitts- und Höchstpreise für Bauland nach Gemeinde seit 1979. Der Kanton Basel-Stadt erstellt Richtwertangaben über Landwerte. Die Stadt Zürich publiziert den Näherungswert für den Bodenpreis seit 2008.</p><p>Bei den privaten Anbietern sind die gesamtschweizerischen, regionalen und kantonalen Baulandindizes seit 1985 der Fahrländer Partner AG zu nennen sowie die Baulandpreise im Immobilienatlas (Karte der Schweiz) des Immo-Monitorings und die Standortinformationen (kommunale Ebene) der Wüest Partner AG.</p><p>3. und 4. Generell ist ein Trend zu ansteigenden Bodenpreisen festzustellen. Derartige Preissignale können auf dem Markt verschiedene Auswirkungen haben. Bei sich verknappenden Gütern geben sie Anreize für einen sparsameren oder effizienteren Umgang mit eben diesen Gütern. Es können z.B. aber auch finanzschwache Haushalte vom Markt ausgeschlossen werden. Steigende Bodenpreise können zu Preissteigerungen bei den Wohnkosten führen, sind jedoch nicht die alleinige Ursache dafür.</p><p>Es gibt viele Faktoren, welche die Preise für Bauland beeinflussen. Die Bauzonenreserven sind in der Schweiz flächendeckend zurückgegangen, der Anteil eingezonter, noch nicht bebauter Grundstücke ist aber - nicht nur in ländlichen, sondern auch in urbanen Gebieten - nach wie vor beträchtlich. Die Entwicklung der Baulandpreise für Mehrfamilienhäuser hat sich zuletzt wieder etwas abgeflacht oder war gar rückläufig, was auf die gestiegenen Zinsen zurückzuführen sein dürfte.</p><p>Der Bundesrat beobachtet die Entwicklung der Bodenpreise mit Blick auf die Wohnraumversorgung, insbesondere bei benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Steigende Wohnkosten treffen die unteren Einkommensklassen besonders schwer, wie ein Blick auf den MONET-2030-Indikator des Bundesamtes für Statistik über den Anteil der Wohnkosten am Bruttohaushaltseinkommen zeigt. Der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum stellt ein Ziel der Agenda 2030 dar und ist Teil der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 des Bundesrates. In der Raumplanungspolitik verfolgt der Bund mit einer qualitätsvollen Siedlungsentwicklung nach innen das Ziel einer effizienten Bodennutzung, indem auf einer gegebenen Fläche Boden eine optimale Versorgung mit Wohnraum angestrebt wird.</p><p>5. Wie die kontinuierliche Nachfrage nach Darlehen aus dem Fonds de roulement zeigt, können die Neubauprojekte der gemeinnützigen Wohnbauträger die standortspezifischen Anlagekostenlimiten einhalten. Das schliesst allerdings nicht aus, dass hohe Bodenpreise die Einhaltung der Anlagekostenlimiten an manchen Standorten anspruchsvoll machen. Die Verordnung des BWO über die Kostenlimiten und Darlehensbeträge für Miet- und Eigentumsobjekte (SR 842.4) wurde per 1. Februar 2023 angepasst. Die gestiegenen Bodenpreise wurden bei der Berechnung der Limiten berücksichtigt.</p><p>6. Es gibt derzeit keine Massnahmen, mit welchen der Bundesrat die marktwirtschaftlichen Mechanismen der Preisbildung bei den Bodenpreisen beeinflusst.</p><p>7. Im Mai 2023 findet unter der Leitung von Bundesrat Guy Parmelin ein runder Tisch zur Situation auf dem Wohnungsmarkt statt. Dabei werden verschiedene Lösungsansätze angesichts der sich abzeichnenden Wohnungsknappheit diskutiert.</p>  Antwort des Bundesrates.