Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 7. Dezember 2022 (810 22 161) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Schenkungssteuer / rechtliches Gehör / Schenkungswille bei Konkubinatspartnern Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Hans Furer, Markus Clau- sen, Daniel Noll, Kantonsrichterin Ana Dettwiler , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , v ertreten durch Dr. Roland Müller , Rechtsanwalt gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Kreuzbodenweg 1, 4410 Liestal, Vor- instanz Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Rechtsdienst, Rheinstrasse 33, Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin Betreff Schenkungssteuer (Urteil des Steuer- und Enteig nungsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Steuergericht, vom 11. Juli 2022) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit notariell beurkundetem Kauf- und Schenkungsvert rag vom 12. Dezember 2019 (Da- tum der notariellen Beurkundung) bzw. vom 18. Dezember 2019 (Datum des Tagebucheintrags) übertrug B.____ sein Grundstück Nr. XX, Grundbuch C.___ _, an seinen Sohn D.____ und des- sen Lebenspartnerin A.____. Gemäss Ziff. 2 des Kauf- u nd Schenkungsvertrags wurde ein Übertragungswert von Fr. 1'550'000.-- vereinbart, wo ran die Erwerber einen Betrag von Fr. 550'000.-- zu zahlen hatten. Der Restübertragungsw ert von Fr. 1 Mio. wurde D.____ als Erbvorbezug erlassen. B. Mit Veranlagungsverfügung Nr. ES 2020/282-55387 vo m 2. November 2020 stellte die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (Steuerver waltung) A.____ eine Schenkungs- steuer von Fr. 147'000.-- in Rechnung. Die Steuerverw altung rechnete in ihrer Verfügung den Schenkungsbetrag von Fr. 1 Mio. je hälftig D.____ und A.____ zu, da gemäss Ziff. 10 des Kauf- und Schenkungsvertrages beide einen hälftigen Miteigen tumsanteil am Grundstück erworben hätten. Als Sohn war D.____ von der Pflicht zur Bezahlun g von Schenkungssteuern befreit. A.____ wurde hingegen verpflichtet, nach Abzug eines Freibetrags von Fr. 10'000.-- unter An- wendung eines Steuersatzes von 30 % eine Schenkungssteue r in der Höhe von Fr. 147'000.-- zu bezahlen. C. Mit Eingabe vom 1. Dezember 2020 erhob die Steuer pflichtige, vertreten durch E.____, F.____ Treuhand AG, Einsprache bei der Steuerverwaltun g und beantragte die Aufhebung der Steuerveranlagung vom 2. November 2020. Im Wesentlich en machte sie geltend, dass kein subjektiver Schenkungswille des Veräusserers gegenüber A._ ___ bestanden habe, womit die Schenkungssteuer entfalle. Das Grundstück sei auf beide Erwerber im Grundbuch eingetragen worden, weil beide daran Eigentumsrechte erlangen sollten. Damit sei jedoch nicht eine hälftige Begünstigung der beiden Erwerber aus dem schenkungsweise n Erlass verbunden gewesen. Die Erwerber würden als Konkubinatspartner eine einf ache Gesellschaft bilden. Die im Grund- buch eingetragenen Miteigentumsquoten würden als Sch lüssel für die Aufteilung des Nutzens, des Erlöses beim Verkauf, der körperlichen Teilung sowi e der Lasten des Objekts dienen. Spä- testens mit der Auflösung des Konkubinates oder der Ve räusserung der Liegenschaft lebe auf- grund der unterschiedlichen Finanzierungsbeiträge der Mi teigentümer an das Grundstück die latente Forderung im Betrag von Fr. 1 Mio. zu Gunsten von D.____ wieder auf und müsse durch A.____ abgegolten werden. D. Mit Einspracheentscheid vom 16. März 2021 wies die Ste uerverwaltung die Einsprache ab. Sie führte aus, dass nach ständiger Praxis der Steue rverwaltung der Grundbucheintrag massgebend für den Beweis der Vermögenszuwendung sei. A ufgrund des Konkubinatsverhält- nisses des Sohnes des Schenkers zur Pflichtigen sei sodann au ch der Schenkungswille zu vermuten. Auch die Aussage der Steuerpflichtigen, es han dle sich beim Konkubinatsverhältnis um eine einfache Gesellschaft, bei deren Auflösung sämtliche Ansprüche wiederum gegenseitig verrechnet würden, ändere nichts daran, dass die Pflichtig e als Eigentümerin der Liegenschaft im Grundbuch eingetragen sei und ihren Miteigentumsanteil jederzeit veräussern könne. E. Mit Eingabe vom 9. April 2021 erhob A.____, wied erum vertreten durch E.____, beim Steuer- und Enteignungsgericht des Kantons Basel-Land schaft, Abteilung Steuergericht (Steu- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ergericht), Rekurs gegen den Entscheid der Steuerverwal tung und stellte das Rechtsbegehren, es seien der Einspracheentscheid und die Verfügung für die Schenkungssteuer vom 2. Novem- ber 2020 unter o/e-Kostenfolgen aufzuheben. In Ergänzu ng zu den Ausführungen in der Ein- sprache brachte A.____ an, B.____ habe seinem Sohn den Betrag von Fr. 1 Mio. als Erbvorbe- zug zugewendet, welcher dieser gegenüber künftigen Mit erben im Nachlass des Schenkers auszugleichen habe. Des Weiteren könne nicht ernsthaft behauptet werden, dass eine Schen- kung des Vaters an die Konkubinatspartnerin des Sohnes erfolgt sei. Die Beschwerdeführerin bestritt die Auffassung der Steuerverwaltung, dass der Mi teigentumsanteil eines jeden Konku- binatspartners frei veräusserbar sei. Die Ansprüche des Ve rkaufs des Objekts müssten daher nach den Liquidationsregeln der einfachen Gesellschaft beurteilt werden. Der Beschenkte habe aus dem Verkaufserlös einen Vorweganspruch im Umfang der unentgeltlichen Zuwendung von Fr. 1 Mio. Nur ein allfälliger Mehrwert des Grundstücks über den Übernahmepreis hinaus würde beiden Gesellschaftern zu gleichen Teilen zufallen. Es sei unbestritten, dass die grundbuchliche Übertragung von Miteigentumsanteilen an beide Erwerber erfolgt sei. Der blosse Grundbuchein- trag könne aber keine Schenkung begründen, da der Ein trag allein keinen subjektiven Schen- kungswillen impliziere. F. Die Steuerverwaltung beantragte in ihrer Vernehml assung vom 4. Juni 2021 an das Steuergericht die Abweisung des Rekurses. Sie erörterte die Möglichkeiten, wie die Pflichtige den hälftigen Miteigentumsanteil am Grundstück erhalte n habe: Entweder habe sie die Schen- kung direkt von B.____ erhalten oder D.____ habe seiner Konkubinatspartnerin die Hälfte des zuvor erhaltenen Grundstücks weitergeschenkt. Es könnte der Schluss gezogen werden, dass B.____ seinem Sohn eine Schenkung im Umfang von Fr. 1 Mio. gemacht und Letztgenannter sodann in einer logischen Sekunde die Hälfte davon, also Fr. 500'000.--, seiner Lebenspartnerin weitergeschenkt habe. Sollten A.____ und D.____ im Zeitpunkt der Schenkung ununterbrochen während mindestens fünf Jahren in häuslicher Gemeinschaf t und an gemeinsamem Wohnsitz gelebt haben, gelte gemäss § 12 Abs. 1 lit. b des Gese tzes über die Erbschafts- und die Schenkungssteuer (ESchStG) vom 7. Januar 1980 ein privil egierter Steuersatz von 15 % nach Abzug eines Freibetrages von Fr. 30'000.--. Bei Nachweis eines gefestigten Konkubinats könnte der Rekurs teilweise gutgeheissen werden. G. Das Steuergericht stellte den Fall an der Parteiver handlung vom 10. September 2021 zur Klärung der Frage des qualifizierten Konkubinats im Sinne von § 12 Abs. 1 lit. b ESchStG aus. Mit Eingabe vom 21. Oktober 2021 reichte A.____ e inen Konkubinatsvertrag und einen Darlehensvertrag, beide vom 14. Oktober 2021, ein und beantragte, diese zum Beweis zuzu- lassen. Das Steuergericht wies mit Urteil vom 11. Juli 20 22 den Rekurs im Sinne der Erwägun- gen teilweise gut. Es kam zum Schluss, dass keine Schenku ng von B.____ an A.____, jedoch im Sinne der Vernehmlassung der Steuerverwaltung vom 4. Juni 2021 eine Schenkung von D.____ an A.____ im Umfang von Fr. 500'000.-- vorlie ge. Da die entsprechenden Vorausset- zungen erfüllt seien, sei die privilegierte Besteuerung nach § 12 Abs. 1 lit. b ESchStG anwend- bar. In den Erwägungen führte das Steuergericht aus, d ass der Rekurs demnach teilweise gut- zuheissen sei und die Angelegenheit zur entsprechenden Neuveranlagung an die Steuerverwal- tung zurückzuweisen sei. Das Steuergericht erklärte, die Auffassung der Beschwerdeführerin, wonach bei einem Verkauf des Grundstückes im Innenverhält nis die Regeln über die Liquida-Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht tion einer einfachen Gesellschaft zur Anwendung kämen und die unterschiedlichen Finanzie- rungsbeiträge auszugleichen wären und damit hinsichtlich der Entstehung der steuerbaren Schenkung nicht auf den Grundbucheintrag abgestellt we rden könne, vermöge nicht zu über- zeugen, da sie nicht rechtsgenüglich nachgewiesen sei. Des Weiteren könnten die am 21. Oktober 2021 eingereichten Verträge nicht berücksichti gt werden, da das Gericht an der Verhandlung vom 10. September 2021 entschieden habe, dass eine Schenkung von D.____ an A.____ vorliege, und den Fall lediglich ausgestellt hab e, um die Voraussetzung des Vorliegens eines qualifizierten Konkubinats i.S.v. § 12 Abs. 1 lit . b ESchStG zu prüfen. Ohnehin sei frag- lich, ob der Konkubinatsvertrag und der Darlehensvertrag die Argumentation des Vertreters zu stützen vermögen würden, da die Verträge erst nachträg lich, am 14. Oktober 2021, angefertigt worden seien. A.____ bestreite ferner, dass der Miteige ntumsanteil frei veräusserbar sei. Dem sei entgegenzuhalten, dass sie im Grundbuch als hälftige Miteigentümerin eingetragen sei. Sie habe für ihren Anteil die Rechte und Pflichten einer Eigentümerin und es könne dieser Anteil von ihr veräussert und verpfändet und von ihren Gläubigern gepfändet werden . H. A.____, nunmehr vertreten durch Dr. Roland Müller, Advokat, erhob gegen den Ent- scheid des Steuergerichts mit Eingaben vom 4. August 202 2 und vom 11. August 2022 beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrec ht (Kantonsgericht), Beschwerde. Sie stellte die Begehren, es seien das angefochtene Urteil und die Veranlagungsverfügung vom 2. November 2020 aufzuheben und festzustellen, dass keine Schenkungssteuer geschuldet sei. Eventualiter sei das angefochtene Urteil aufzuheben un d die Sache an die Steuerverwaltung zurückzuweisen; alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Staates. Sie machte geltend, ein Schenkungswille von D.____ sei zu Unrecht bejaht worden . Des Weiteren könne sie aufgrund des Gesellschaftsvertrages nicht über ihren hälftigen Miteigentumsanteil verfügen. Zudem habe das Steuergericht den Konkubinatsvertrag und den Darle hensvertrag zu Unrecht aus dem Recht gewiesen. Sie machte überdies eine Verkürzung des R echtsmittelwegs und eine Verlet- zung des rechtlichen Gehörs geltend als Folge davon, d ass eine Schenkungssteuerveranla- gung bezüglich der angeblichen Schenkung von D.____ an s eine Lebenspartnerin nie stattge- funden habe. I. Die Steuerverwaltung und das Steuergericht beantra gten in ihren jeweiligen Vernehm- lassungen vom 31. August 2022 und vom 8. September 2022 die Abweisung der Beschwerde. J. Mit Verfügung vom 20. September 2022 überwies das Ge richtspräsidium den Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatun g. Am 2. November 2022 reichte der Vertreter der Beschwerdeführerin seine Honorarnote ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 19 Abs. 2 ESchStG i.V.m. § 131 Abs. 1 des G esetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (StG) vom 7. Februar 1974 können Entsch eide des Steuergerichts mit Ver- waltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht angefocht en werden. Da die formellen Vo- raussetzungen gemäss § 131 StG und den §§ 43 ff. des Ges etzes über die Verfassungs- und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 e rfüllt sind, kann auf die Be- schwerde eingetreten werden. 2. Gemäss § 45 Abs. 1 VPO können mit der verwaltungsge richtlichen Beschwerde Rechts- verletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt wer- den. Die Überprüfung der Angemessenheit einer Verfügung ist hingegen nur in Ausnahmefällen vorgesehen (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). Einen solchen Ausnahmefall statuiert § 45 Abs. 2 VPO, gemäss welchem mit der Beschwerde in Steuersac hen alle Mängel des angefoch- tenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden können (vgl. auch § 18 Abs. 3 VPO). Demzufolge kann das Kantonsgericht vorlieg end auch die Angemessenheit des angefochtenen Entscheides überprüfen. 3.1. Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung de s rechtlichen Gehörs geltend. Diese Rüge ist aufgrund ihrer formellen Natur vorab zu behandeln. 3.2.1. Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der S chweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verankerte Anspruch der Partei en auf rechtliches Gehör gewährleistet dem Einzelnen allgemein eine effektive Mitwirkung im V erfahren zum Erlass von Entscheidun- gen, die in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreife n (GEROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur schweizerischen Bu ndesverfassung, 3. Aufl., Zürich 2014, N 42 ff. zu Art. 29 BV). Als Teilgehalte des rechtlich en Gehörs zählen in der Rechtsprechung und Lehre die Ansprüche auf vorgängige Äusserung und A nhörung, der Anspruch auf Berück- sichtigung der Vorbringen, der Anspruch auf Teilnahme am Beweisverfahren unter Einschluss des Rechts, Beweisanträge zu stellen, das Recht auf Aktene insicht und das Recht auf einen begründeten Entscheid (BGE 142 I 86 E. 2.2; BGE 141 V 557 E. 3.1; Urteil des Kantonsge- richts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 1. April 2020 [810 19 342] E. 2.3; KGE VV vom 11. August 2017 [810 17 35] E. 4 .1; MICHELE ALBERTINI , Der verfassungs- mässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 206 ff.; J ÖRG PAUL MÜLLER /MARKUS SCHEFER , Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 846 ff.). Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, d amit sie in einem Verfahren ihren Stand- punkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1; BGE 135 I 279 E. 2.3; BGE 132 V 368 E. 3.1). 3.2.2. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Ge hör führt ungeachtet der Erfolgs- aussichten der Beschwerde in der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung der angefochte- nen Verfügung (BGE 137 I 195 E. 2.2 m.w.H.; S TEINMANN , a.a.O., N 59 zu Art. 29 BV). Darauf kann in nicht besonders schwerwiegenden Fällen verzichtet w erden, wenn die betroffene Per- son sich vor einer Rechtsmittelinstanz äussern kann, die sow ohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüft. Weiter stellt das Bundesgeri cht vereinzelt darauf ab, ob den Parteien aus der Heilung Nachteile erwachsen, die sie ansonsten nicht hätten tragen müssen (BGE 138 III 225 E. 3.3; BGE 135 I 279 E. 2.6; Urteil des Bu ndesverwaltungsgerichts [BVGE] 2009/61 E. 4.1.3; RENÉ WIEDERKEHR /K ASPAR PLÜSS , Praxis des öffentlichen Verfahrensrechts, Eine sys- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tematische Analyse der Rechtsprechung, Bern 2020, Rz 721 f.). Diese sogenannte "Heilung" ist aber in der Regel ausgeschlossen, wenn es sich um eine bes onders schwerwiegende Verlet- zung der Parteirechte handelt. Selbst dann kann jedoch ausnahmsweise von einer Rückwei- sung der Sache an die Vorinstanz abgesehen werden, wenn und soweit dies zu einem formalis- tischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen f ühren würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurt eilung der Sache nicht zu vereinbaren wä- ren (BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 133 I 201 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_2/2016 vom 28. April 2016 E. 2.2; KGE VV vom 1. April 2020 [810 19 342] E. 2.5; KGE VV vom 5. April 2017 [810 16 249] E. 5.2; KGE VV vom 18. Juni 2014 [810 13 350] E. 4.1). 3.3.1. Die Beschwerdeführerin führt unter dem Titel "unzulässige Verkürzung des Rechtsmit- telwegs/Verletzung des rechtlichen Gehörs" aus, das Steu ergericht habe zwar die Veranlagung in Bezug auf die vermeintliche Schenkung von B.____ an A.____ aufgehoben, gleichzeitig aber die Steuer aufgrund eines vermeintlich anderen Lebensvo rgangs, nämlich einer angeblichen Schenkung von D.____ an die Beschwerdeführerin, erhobe n, wobei das Steuergericht in der E. 2.6 seines Entscheids von einer Rückweisung an die Steu erverwaltung spreche, im Disposi- tiv jedoch keine Rückweisung vorsehe. Wenngleich sich die Be schwerdeführerin bzw. ihr Ver- treter zur Frage des Vorliegens einer Schenkung von D._ ___ an sie habe äussern können, werde ihr mit diesem Vorgehen die Möglichkeit einer Einsprache gegen die zu erwartende un- richtige Veranlagung genommen. Eine Schenkungssteuervera nlagung bezüglich der angebli- chen Schenkung von D.____ an seine Lebenspartnerin habe nie stattgefunden. Die ursprüngli- che Veranlagung betreffend die vermeintliche Schenkung von B.____ an die Beschwerdeführe- rin wäre aufzuheben und die Sache an die Steuerverwal tung zurückzuweisen gewesen. Diese hätte sodann in einem neuen Verfahren Beweise über d ie hier strittige Schenkung erheben und eine neue Veranlagungsverfügung erlassen müssen. Demzu folge sei das angefochtene Urteil aufzuheben. 3.3.2. Das Steuergericht entgegnet in seiner Vernehm lassung, die beschwerdeführende Par- tei habe sich sowohl schriftlich als auch mündlich an de r Parteiverhandlung vor dem Steuerge- richt zur Frage des Schenkungswillens von D.____ äussern kö nnen. Inwiefern der Umstand, dass die Angelegenheit lediglich zur rechnerischen Umse tzung an die Steuerverwaltung zu- rückgewiesen worden sei, eine Verletzung des Anspruchs a uf rechtliches Gehör darstellen sol- le, sei unerfindlich. Dass das Steuergericht die im Streit liegende Frage selbst materiell beurteilt habe, sei vielmehr Legitimationsvoraussetzung für die vorl iegende Beschwerde. Läge demge- genüber ein reiner Rückweisungsentscheid vor, so wäre di e Beschwerdeführerin vor Kantons- gericht mangels Beschwer und Ausschöpfung des lnstanzenzugs überhaupt nicht legitimiert. 3.4. Der Beschwerdeführerin ist insofern beizupflicht en, als in der Veranlagungsverfügung vom 2. November 2020 als Schenker B.____ und nicht D.___ _ aufgeführt ist, und die Veranla- gungsbehörde im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung le diglich den Schenkungswillen von B.____ überprüft hat. Ebenso war im Einspracheverfahren die Schenkung von B.____ und nicht von D.____ an die Beschwerdeführerin Thema. Gegenstand der Schenkungssteuer war der Kauf- und Schenkungsvertrag und die diesbezügliche Eigent umsübertragung an die Beschwer- deführerin. Dieser Vertrag und die daraus folgende E igentumsübertragung blieben unabhängig Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht davon, ob D.____ oder B.____ den Schenkungswillen ha tten, Grund für die Erhebung der Schenkungssteuer. Es stellt sich demzufolge die Frage, ob überhaupt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt. Diese Frage kann jedoch off engelassen werden, da selbst wenn der Umstand, dass erst vor Steuergericht der Schenkungswil le von D.____ und nicht derjenige von B.____ als Grund für die Schenkungssteuer gesehen wurde, als Verletzung des rechtlichen Gehörs qualifiziert werden sollte, die allfällige Ver letzung vom Steuergericht geheilt worden ist. Aufgrund der Vernehmlassung der Steuerverwaltung vom 4 . Juni 2021 an das Steuergericht, welche neu die Möglichkeit der Schenkung von D.____ an seine Lebenspartnerin nannte, war es der Beschwerdeführerin – wie sie selber zugesteht – mög lich, sich im Verfahren vor Steuer- gericht zur allfälligen Schenkung von D.____ an seine Lebenspartnerin zu äussern. Die geltend gemachte Verletzung kann zudem nicht als besonders schwe rwiegend qualifiziert werden und die Beschwerdeführerin konnte sich vor dem Steuergericht äussern, welches sowohl den Sach- verhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann u nd überprüft hat. Zudem ist der Be- schwerdeführerin durch die Heilung kein Nachteil entstan den. Selbst wenn es sich um eine schwerwiegendere Verletzung des rechtlichen Gehörs hande ln würde, so wäre eine Rückwei- sung überdies ein formalistischer Leerlauf, da die Steuerverwaltung im Rahmen des Verfahrens vor Steuergericht den Schenkungswillen von D.____ geprü ft und bejaht hat und bei einer Rückweisung nichts Anderes entscheiden würde. Dies ergibt sich nicht nur aufgrund des klar kommunizierten Standpunktes der Steuerverwaltung, welche selber im Verfahren vor Steuerge- richt diese Interpretation des Kauf- und Schenkungsvert rages eingebracht hat, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass die Steuerverwaltung den S chenkungswillen des Vaters des Le- benspartners bejaht hatte und somit zweifelsohne auch d enjenigen des Lebenspartners bejaht hätte, da zwischen den Lebenspartnern ein näheres Bezieh ungsverhältnis besteht. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die neue Interpretation des Kauf- und Schenkungsvertrages und damit die Bejahung des Schenkungswillens von D.____ anstelle de sjenigen von B.____ für die Be- schwerdeführerin vorteilhafter ist, indem der Betrag de r Schenkungssteuer von Fr. 147'000.-- auf Fr. 70'500.-- reduziert wird bzw. durch die Steuer verwaltung zu reduzieren sein wird. Eben- so blieb das Hauptargument der Beschwerdeführerin, dass d ie Konkubinatspartner eine einfa- che Gesellschaft bilden würden und durch ihre unterschie dlichen Finanzierungsbeiträge an der Liegenschaft eine latente Forderung von D.____ besteh e, ungeachtet der Person des Schen- kers von Anbeginn gleich und wurde von allen Instanzen be handelt. Demzufolge gilt die allfälli- ge Gehörsverletzung als geheilt bzw. es ist auf eine Rückweisung zu verzichten. 4.1.1. Die Beschwerdeführerin moniert weiter, dass das Steuergericht zu Unrecht den Kon- kubinats- und den Darlehensvertrag vom 14. Oktober 202 1 nicht berücksichtigt habe, womit sie wiederum eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend macht. 4.1.2. Die Vorinstanz ist in ihrem Entscheid de facto zu m Schluss gekommen, dass die Ver- träge zu spät eingereicht worden seien, da das Gericht an der Verhandlung vom 10. September 2021 entschieden habe, dass eine Schenkung von D.____ a n A.____ vorliege, und es den Fall lediglich zur Überprüfung der Voraussetzungen des qualifizierten Konkubinats i.S.v. § 12 Abs. 1 lit. b ESchStG ausgestellt habe. Überdies sei fragli ch, ob diese Verträge die Argumentation der Beschwerdeführerin zu stützen vermögen würden, da sie erst nachträglich angefertigt worden seien. Das Steuergericht führt in seiner Vernehmlassung a n das Kantonsgericht aus, dass am Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schenkungswillen von D.____ selbst die nachgeschobenen Dokumente nichts ändern würden, zumal diese lediglich interne Anpassungen an die Parte ibehauptungen darstellen würden, um eine unangenehme Steuerfolge nachträglich zu vermeide n. Des Weiteren seien beide Verträge vom 14. Oktober 2021 a priori nicht geeignet, um nachz uweisen, dass im massgeblichen Zeit- punkt keine Schenkungsabsicht vorgelegen habe. Vor diesem Hintergrund habe das Gericht in antizipierter Beweiswürdigung entschieden, dass diesen V erträgen kein entscheidender Be- weiswert zukomme. Soweit das Kantonsgericht die Ansicht des Steuergerichts nicht teile, wäre eine Rückweisung an das Steuergericht ein prozessualer L eerlauf, weshalb davon abzusehen sei. 4.1.3. Auch die Steuerverwaltung führt in ihrer Vern ehmlassung an das Kantonsgericht aus, dass die nachträglich unterzeichneten Verträge am Schenk ungswillen von D.____ nichts än- dern würden. 4.2.1. Die Behörde hat den Parteien nicht nur Gelege nheit zur Äusserung zu geben, sondern deren Argumente, Verfahrens- und Beweisanträge auch e ntgegenzunehmen, ernsthaft zu prü- fen und in der Entscheidfindung angemessen zu berücksichti gen (M ÜLLER /SCHEFER , a.a.O., S. 868; ALBERTINI , a.a.O., S. 360 f.). Dies gilt für alle form- und f ristgerecht angebrachten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung d er konkreten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Erhebt die betroffene Person in diesem Sinne entscheidwesentliche Einwände, so muss sich die Behörde ausdrücklich mit diesen a useinandersetzen oder aber zumindest die Gründe angeben, weshalb sie gewisse Gesicht spunkte nicht berücksichtigt (Ur- teil des BGer 2C_839/2016 vom 12. April 2017 E. 3.1. 1; BGE 124 V 180 E. 2b; KGE VV vom 14. Dezember 2017 [860 2017 270] E. 2.3). 4.2.2. Zu prüfen ist, ob die Verträge fristgerecht ei ngereicht wurden und ob diese zur Klärung der Streitfrage geeignet waren. Hätten die Verträge nicht aus dem Recht gewiesen werden dür- fen, stellt sich die Frage, ob der vorinstanzliche Entsch eid aufzuheben und die Angelegenheit zurückzuweisen wäre. 4.3.1. Nach § 130 StG gelten für das Rekursverfahren vor Steuergericht die Vorschriften der VPO, sofern das StG keine andere Regelung trifft. Nach § 6 Abs. 2 VPO können die Parteien neue tatsächliche Behauptungen und Beweismittel bis zur gerichtlichen Beurteilung vorbringen, sofern ihnen dies unverschuldet nicht früher möglich war. Verspätete Vorbringen werden aus dem Recht gewiesen. In Abweichung von § 6 Abs. 2 VPO si eht § 130 StG i.V.m. § 6 Abs. 3 VPO vor, dass im Rekursverfahren vor Steuergericht auch n eue Anträge, Behauptungen und Beweismittel vorgebracht werden können. Dies gilt be i Beschwerden in Steuersachen nach § 6 Abs. 3 VPO auch im Verfahren vor Kantonsgericht. 4.3.2. An der Verhandlung vor Steuergericht vom 10. September 2021 votierten zwei der fünf Richter für die Abweisung der Beschwerde unter anderem mit der Begründung, dass es die Beschwerdeführerin versäumt habe, sich nach der Stellung nahme der Steuerverwaltung vom 4. Juni 2021 zum Thema des Schenkungswillens von D.____ und des qualifizierten Konkubi- nats zu äussern oder einen Eventualantrag zu stellen. D rei Richter erachteten eine teilweise Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gutheissung im Sinne einer privilegierten Besteuerung für möglich. Kein Richter teilte jedoch die Auffassung der Beschwerdeführerin auf Gutheissung d es Rekurses mangels Vorliegens einer Schenkung. Mit Verfügung vom 10. September 202 1 verwies das Steuergericht auf die Verhandlung vom gleichen Tag und darauf, dass für die Beurteilung der strittigen Frage relevant sei, ob zwischen D.____ und der Beschwerdeführerin die qu alifizierten Anforderungen nach § 12 Abs. 1 lit. b ESchStG vorlägen. Das Steuergericht stellte die Verhandlung aus und gewähr- te der Beschwerdeführerin Frist bis zum 14. Oktober 2021, sich zum Vorliegen der qualifizierten Anforderungen auszusprechen. Des Weiteren verfügte es, dass nach Durchführung des an- schliessenden Schriftenwechsels das Verfahren in geeigne ter Weise fortgesetzt werde. Am 21. Oktober 2021 ging beim Steuergericht das Gesuch der Beschwerdeführerin ein, es seien die am 14. Oktober 2021 zwischen D.____ und der Beschwer deführerin erstellten Konkubinats- und Darlehensverträge im laufenden Verfahren gemäss § 6 VPO zuzulassen. Mit Verfügung vom 29. Oktober 2021 hielt das Steuergericht fest, dass a n der Verhandlung vom 10. Septem- ber 2021 das Verfahren auf die Frage beschränkt worden sei, ob zwischen D.____ und der Be- schwerdeführerin die Anforderungen für eine privilegie rte Besteuerung vorlägen. Der Fall sei ausgestellt und der Beschwerdeführerin Frist eingeräumt worden, den Nachweis eines gefestig- ten Konkubinats i.S.v. § 12 Abs. 1 lit. b ESchStG zu er bringen. Der Beschwerdeführerin wurde Frist bis zum 1. Dezember 2021 gewährt, sich zur Frage des gefestigten Konkubinats zu äus- sern. Nach weiteren Eingaben und Verfügungen fällte das Steuergericht den Entscheid vom 11. Juli 2022. 4.4. Das Steuergericht hat an der Verhandlung vom 10. September 2021 festgehalten, dass nur noch die Frage zu klären sei, ob ein qualifiziertes Konkubinatsverhältnis vorliege. Aus dem Protokoll der Verhandlung vor Steuergericht geht hervor, dass der Schenkungswille von D.____ nicht mehr in Frage gestellt wurde. Dies wurde alsdann in der Verfügung vom 29. Oktober 2021 festgehalten, indem dort ausgeführt wird, das Verfah ren sei auf die Frage des qualifizierten Konkubinatsverhältnisses beschränkt worden. Die Verfügung v om 10. September 2021 ist als Zwischenentscheid zu qualifizieren, der lediglich einen S chritt im Verfahren darstellt und nicht verfahrensabschliessend ist. Zudem war diese Zwischenverfüg ung auch nicht selbstständig anfechtbar. Daraus folgt, dass mit dieser Verfügung unab hängig von den darin enthaltenen Ausführungen auch kein Abschluss des Verfahrens bezüglich der Teilfrage des Schenkungswil- len stattgefunden hat. Damit war es der Beschwerdefüh rerin möglich, auch nach dieser Verfü- gung während der Hängigkeit des Verfahrens Beweise zur Frage des Schenkungswillens einzu- reichen (vgl. zum Zwischenentscheid R ENÉ RHINOW /HEINRICH KOLLER /CHRISTINA KISS /DANIELA THURNHERR /DENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 4. Auflage, Basel 2021, Rz 1869 ff.). Das Kantonsgericht kommt deshalb zum Sc hluss, dass die Verträge vom Steuer- gericht nicht mit der Begründung aus dem Recht hätten gewiesen werden dürfen, dass sie ver- spätet eingereicht worden seien. Des Weiteren können d ie Verträge nicht a priori als für die Klärung der konkreten Streitfrage als ungeeignet quali fiziert werden, so dass sie auch aus die- sem Grund nicht in antizipierter Beweiswürdigung aus dem Recht gewiesen hätten werden dür- fen. Jedoch wird der Mangel spätestens im Verfahren vor Kantonsgericht geheilt. Das Kantons- gericht überprüft in Steuersachen sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei (§ 45 Abs. 2 VPO; vgl. auch § 18 Abs. 3 VPO). Die Beschwerdef ührerin hat sich vor Kantonsgericht zu den Verträgen geäussert. Es liegt auch nicht ein be sonders schwerwiegender Mangel vor. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Selbst wenn ein schwerwiegender Mangel vorliegen soll te, würde eine Rückweisung einem formalistischen Leerlauf gleichkommen. Aufgrund der Aus führungen des Steuergerichts im an- gefochtenen Urteil und in der Vernehmlassung ist einde utig, dass auch für den Fall, dass das Steuergericht die Verträge nicht aus dem Recht gewies en hätte, es keinen anderen Entscheid gefällt hätte. Gestützt auf die Ausführungen der Ste uerverwaltung ist unmissverständlich, dass auch die Steuerverwaltung den Schenkungswillen von D. ____ aufgrund der nachgereichten Verträge nicht anders beurteilt hätte. 4.5. Gemäss den obigen Ausführungen wird das Rechtsbege hren der Beschwerdeführerin, es sei wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bzw. Verkürzung des Instanzen- zugs der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und die Angel egenheit zur Neubeurteilung an die Steuerverwaltung zurückzuweisen, abgewiesen. 5.1.1. Der Kanton Basel-Landschaft sieht in § 131 Abs. 1 lit. e der kantonalen Verfassung (KV) vom 17. Mai 1984 die Erhebung von Erbschafts- und Schenkungssteuern ausdrücklich vor. Die Grundzüge der Ausgestaltung sind im ESchStG ger egelt. Nach § 2 ESchStG gilt als Schenkung im Sinne dieses Gesetzes jede freiwillige und unentgeltliche Zuwendung von Geld, Sachen oder Rechten irgendwelcher Art mit Einschluss des Erbauskaufes (Art. 495 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB] vom 10. Dezember 1907) und der Stiftung (Art. 80 ff. ZGB) sowie der schenkungsweise Erlass von Verbindlichkeiten (Abs. 1). Der Vorempfang auf Rechnung künftiger Erbschaft ist der Schenkung gleichgestellt (Abs. 2). Steht bei einem entgelt- lichen Rechtsgeschäft die eine Leistung in einem offenbar en Missverhältnis zur Gegenleistung, so wird der durch die Gegenleistung nicht gedeckte Wert einer Schenkung gleichgestellt (Abs. 3). 5.1.2. Gemäss Art. 239 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR) vom 30. März 1911 gilt als Schenkung jede Zuwendung unter Lebenden, womit jemand aus seinem Vermögen einen andern ohne ent- sprechende Gegenleistung bereichert. Bei der Schenkung ver pflichtet sich der Schenker ge- genüber dem Beschenkten, in Schenkungsabsicht aus seinem Vermögen eine Zuwendung un- ter Lebenden vorzunehmen, ohne dafür eine Gegenleist ung erhalten zu wollen. Subjektive Elemente sind der Schenkungswille des Schenkers sowie der Schenkungsempfangswille des Beschenkten, d.h. es muss zwischen den Parteien Einigkeit ü ber die Zuwendung und über die Unentgeltlichkeit der Zuwendung bestehen. Objektives Ele ment ist die Bereicherung des Emp- fängers aus dem Vermögen des Schenkers (Art. 239 OR; N EDIM PETER VOGT /A NNAIG L. VOGT , in: Widmer Lüchinger/Oser [Hrsg.], Basler Kommentar, O bligationenrecht I, Art. 1 - 529 OR, 7. Aufl., Basel 2020, N 1 zu Art. 239 OR). Dem zivilr echtlichen und dem steuerrechtlichen Schenkungsbegriff sind die Merkmale der Vermögenszuwendung, der Unentgeltlichkeit und des Zuwendungswillens gemeinsam; dabei bedeutet die subjekt ive Seite des Zuwendungswillens, dass der Zuwendende Wissen und Wollen bezüglich der Vermö genszuwendung und der Un- entgeltlichkeit haben muss (vgl. THOMAS P. WENK , in: Nefzger/Simonek/Wenk [Hrsg.], Kommen- tar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, Basel 2004, N 12 zu § 73 StG; Urteil des BGer 2C_597/2017 vom 27. März 2018 E. 3.1.2 m.w.H.; KGE VV vom 13. Januar 2021 [810 20 101] E. 3.1.2). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2. § 9 ESchStG sieht diverse Ausnahmen von der Erbscha fts- und Schenkungssteuer- pflicht vor. Nach § 9 Abs. 1 lit. b ESchStG sind Ehegat ten, Eltern und direkte Nachkommen so- wie die eingetragene Partnerin oder der eingetragen e Partner des Erblassers oder Schenkers von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreit. Für voll - und halbbürtige Geschwister, Grosseltern und Urgrosseltern, Schwiegereltern und Schw iegerkinder, Stiefeltern und Stief- grosskinder sowie für Personen, welche im Zeitpunkt der Entstehung der Steuerpflicht mit der zuwendenden Person ununterbrochen seit mindestens fün f Jahren in häuslicher Gemeinschaft und an gemeinsamem Wohnsitz gelebt haben, beträgt der Steuersatz der Erbschafts- und Schenkungssteuer 15 % nach Abzug eines Freibetrages von Fr . 30'000.-- (§ 12 Abs. 1 lit. b ESchStG). 5.3. In Bezug auf die Beweislast ist festzuhalten, dass der Nachweis für steuerbegründende Tatsachen der Steuerbehörde, der Beweis für steuermin dernde Tatsachen grundsätzlich dem Steuerpflichtigen obliegt; er hat steuermindernde Ta tsachen nicht nur zu behaupten, sondern auch zu belegen (statt vieler: KGE VV vom 13. Januar 2021 [810 20 101] E. 3.2.1; KGE VV vom 23. Oktober 2019 [810 19 109] E. 3). 5.4. Art. 9 ZGB statuiert, dass öffentliche Register u nd öffentliche Urkunden für die durch sie bezeugten Tatsachen vollen Beweis erbringen, solange nicht die Unrichtigkeit ihres Inhalts nachgewiesen ist. Praktisch kommt diese Beweisregel einer gesetzlichen Vermutung gleich. Den öffentlichen Registern und Urkunden kommt somit ei ne erhöhte Beweiskraft zu. Der Be- weis der Unrichtigkeit kann mit allen Beweismitteln gef ührt werden. Aufgrund von Art. 9 ZGB bleibt es mithin so lange bei der gesetzlichen Vermutu ng der Richtigkeit der öffentlichen Urkun- de, als nicht der Beweis des Gegenteils erbracht ist (F LAVIO LARDELLI /MEINRAD VETTER , in: Gei- ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1 - 456 ZGB, 6. Aufl., Basel 2018, N 2 f., 29 zu Art. 9 ZGB; Urteil des BGer 2C_66 2/2013 vom 2. Dezember 2013 E. 3.5). Allerdings geniesst der Urkundeninhalt verstärkte Beweiskr aft im Sinne von Art. 9 ZGB nur un- ter der Voraussetzung, dass die betreffende Tatsache von der Urkundsperson zu prüfen und sie in der Lage gewesen ist, Feststellungen dieser Art au fgrund eigener Wahrnehmung zuverlässig zu treffen (MARTIN ZWEIFEL /S ILVIA HUNZIKER , in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. Aufl., Basel 2017, N 12 zu Art. 115 DBG; Urteil des BGer 4A_574/2008 vom 23. Juni 2009 E. 5.1; BVGE A-4061/2016 vom 3. Mai 2017 E. 5.2; KGE VV vom 13. Januar 2021 [810 20 101] E. 3.2.2). 6.1. Vorliegendenfalls ist unbestritten, dass eine grund buchliche Übertragung von Miteigen- tumsanteilen an D.____ und die Beschwerdeführerin erfo lgt ist. Im vorliegenden Verfahren ist des Weiteren nicht mehr bestritten, dass eine Schenkung von B.____ an D.____ in der Höhe von Fr. 1 Mio. stattgefunden hat. Bestritten ist hingeg en, ob auch eine Schenkung von D.____ an die Beschwerdeführerin in der Höhe von Fr. 500'000.-- erfolgt ist. 6.2.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei k ein Schenkungswille vorgelegen. Die Konkubinatspartner würden eine einfache Gesellschaft i. S.v. Art. 530 ff. OR bilden. D.____ ha- be die Schenkung in die einfache Gesellschaft eingebrac ht. Bei einem Verkauf des Grundstü- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ckes sei im Innenverhältnis der Lebenspartner nach den R egeln über die Liquidation der einfa- chen Gesellschaft abzurechnen und dabei seien insbesondere die unterschiedlichen Finanzie- rungsbeiträge zu berücksichtigen, so dass D.____ den gesc henkten Betrag von Fr. 1 Mio. er- halte. Die Beschwerdeführerin könne aufgrund des Gesell schaftsvertrages nicht über ihr hälfti- ges Miteigentum verfügen. Der Grundbucheintrag sei in Bezug auf das Innenverhältnis nicht massgebend. Der gemeinsame Erwerb der Liegenschaft beru he auf einer zwischen den Le- benspartnern bestehenden, vorerst mündlich getroffenen V ereinbarung, gemäss welcher D.____ seine Schenkung für den Erwerb des Grundstückes zu hälftigem Miteigentum zur Ver- fügung stelle, jedoch mit der Massgabe, dass ihm bei eine r Veräusserung des Grundstückes der vom Vater geschenkte Anteil allein zustehe. Andern falls hätte er im Erbgang des Vaters einen Ausgleich gegenüber seinen beiden Schwestern al s Miterben für eine Schenkung zu er- bringen, von der er die Hälfte gar nicht mehr habe. 6.2.2. Das Steuergericht hielt in seinem Entscheid fest , dass B.____ seinem Sohn eine Schenkung im Umfang von Fr. 1 Mio. gemacht und Letztg enannter sodann in einer logischen Sekunde die Hälfte davon, also Fr. 500'000.--, seiner Lebenspartnerin weitergeschenkt hat. Es führte weiter aus, die Auffassung der Beschwerdeführeri n, wonach bei einem Verkauf des Grundstücks im Innenverhältnis die Regeln über die Liqui dation einer einfachen Gesellschaft zur Anwendung kämen, womit hinsichtlich der Entstehung der steuerbaren Schenkung nicht auf den Grundbucheintrag abgestellt werden könne, sei nic ht überzeugend, da sie nicht rechts- genüglich nachgewiesen sei. So bestünden keinerlei Dok umente resp. Verträge über das In- nenverhältnis, welche die Auffassung der Beschwerdeführe rin stützen würden. Zudem würden die Ausführungen des Vertreters wenig glaubhaft ersch einen, zumal insbesondere nicht nach- gewiesen worden sei, dass die behauptete Forderung b zw. Schuld in den entsprechenden Steuererklärungen deklariert worden sei. Daran würden auch die eingereichten Verträge vom 14. Oktober 2021 nichts ändern. Das Steuergericht füh rt in seiner Vernehmlassung unter ande- rem aus, die Argumentation der Beschwerdeführerin, da ss sie über ihren Miteigentumsanteil nicht verfügen könne, weil dies dem Gesellschaftsvertrag widerspräche, enthalte bei juristischer Betrachtung erhebliche logische Mängel, zumal offenkundig Verfügungsmacht und Verfügungs- befugnis miteinander vermengt würden. Fakt bleibe, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des streitbetroffenen Rechtsgeschäfts unentgeltlich hälftig e Miteigentümerin der Liegenschaft ge- worden und aufgrund dessen jetzt dinglich berechtigt am Grundstück sei, was eine entspre- chende Steuerfolge nach sich ziehe. 6.2.3. Die Steuerverwaltung erklärt in ihrer Vernehm lassung nur durch eine Schenkung sei es möglich gewesen, dass die Beschwerdeführerin einen hälft igen Miteigentumsanteil an der Lie- genschaft erhalten habe. Der Verweis auf die einfache Gesellschaft gehe in diesem Fall fehl. Eine einfache Gesellschaft sei eine Personengemeinschaft ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Sie sei keine juristische Person und keine Trägerin eigener Rechte und Pflichten; berechtigt und verpflichtet seien immer nur die einzelnen Gesellschafte r. Sie könne keine Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen und nicht vor Gericht kla gen und verklagt werden. Die einfache Gesellschaft beschlage somit immer nur das Innenverhältni s der Gesellschafter und habe kei- nerlei Aussenwirkung. Im Grundbuch sei die Beschwerdeführ erin als hälftige Miteigentümerin eingetragen. Dieser Umstand sei steuerlich als Schenkung unter den Konkubinatspartnern zu Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht qualifizieren. Nachträglich geschlossene Darlehensverträge oder Ansprüche aus dem Konstrukt der einfachen Gesellschaft seien für diese Beurteilung unerheblich. 6.3.1. Im Rubrum des Kauf- und Schenkungsvertrags vom 12. bzw. 18. Dezember 2019 wird festgehalten, dass B.____ seinem Sohn und der Beschwerd eführerin das Grundstück verkauft und schenkt, wobei Letztgenannte das Grundstück als Erwe rber zu je 50 % Miteigentumsanteil erwerben. In Ziff. 2 des Vertrages wird der Übertragu ngswert so reguliert, dass Fr. 550'000.-- nach Vertragsunterzeichnung zu bezahlen sind und Fr. 1 Mio. dem Sohn D.____ als Erbvorbe- zug erlassen werden. In Ziff. 10 des Vertrages wird aus geführt, dass mit Vollzug des Kauf- und Schenkungsvertrages die Erwerber D.____ und die Beschwerd eführerin hälftiges Miteigentum begründen und dieses Eigentumsverhältnis im Grundbuch e inzutragen sei, was "hiermit" bean- tragt werde. Nach Ziff. 15 wird die Eintragung im Gr undbuch gemäss Ziff. 10 veranlasst. Ge- mäss Ziff. 14 lit e des Vertrages werde eine Schenkungsste uer gemäss § 9 Abs. 1 lit. b ESchStG nicht fällig. Entgegen der in der Beschwerdeb egründung vertretenen Auffassung der Beschwerdeführerin handelt es sich bei Ziff. 10 des Vertrages nicht lediglich um eine formelhaf- te Anweisung an das Grundbuchamt, wie die Erwerber a ls Eigentümer einzutragen seien. Viel- mehr wird in Ziff. 10 des Vertrages klar ausgeführt, d ass die zwei Erwerber mit Vollzug des Kauf- und Schenkungsvertrags hälftiges Miteigentum begründen. 6.3.2. Haben mehrere Personen eine Sache nach Bruchtei len und ohne äusserliche Abtei- lung in ihrem Eigentum, so sind sie Miteigentümer (Art . 646 Abs. 1 ZGB). Ist es nicht anders festgestellt, so sind sie Eigentümer zu gleichen Teilen (Art. 646 Abs. 2 ZGB). Jeder Miteigentü- mer hat für seinen Anteil die Rechte und Pflichten eines Eigentümers, und es kann dieser Anteil von ihm veräussert und verpfändet und von seinen Gläub igern gepfändet werden (Art. 646 Abs. 3 ZGB). Die Miteigentumsquote ist der Inbegriff der dem Miteigentum individuell zustehen- den Rechte und Pflichten. Sie stellt eine rein arithmetische (ideelle, nicht körperlich-reale) Fixie- rung der Berechtigung dar. Die Funktion der Quote be steht primär darin, dass die Berechtigung am Miteigentum zum selbstständigen Objekt des Rechtsverk ehrs wird. Daneben dient sie als Schlüssel für die Aufteilung des Nutzens, des Erlöses beim Verkauf der Sache, der körperlichen Teilung sowie der Lasten (C HRISTOPH BRUNNER /J ÜRG WICHTERMANN , in: Geiser/Wolf [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, Art. 457 - 977 ZGB , 6. Aufl., Basel 2019, N 10 f. zu Art. 646 ZGB). Verkaufen Miteigentümer ihre Liegenscha ft, so kann jeder Miteigentümer selb- ständig den ihm zustehenden Teil der Kaufpreisforderun g (pro rata) von der Käuferschaft ver- langen (BRUNNER /W ICHTERMANN , a.a.O., N 21 zu Art. 646 ZGB). 6.3.3. Gemäss öffentlich beurkundetem Vertrag und Grun dbucheintrag wurde ein 50%iges Miteigentum und damit ein dingliches Recht der Beschwerd eführerin am Grundstück begründet (vgl. Art. 971 Abs. 1 ZGB). Damit hat die Beschwerdefüh rerin eine 50%ige Berechtigung an der Liegenschaft erworben. Die öffentliche Urkunde über ei nen Kauf- und Schenkungsvertrag und das Grundbuch erbringen gemäss Art. 9 ZGB den vollen B eweis für die Tatsache, dass die Be- schwerdeführerin zu 50 % Miteigentümerin ist, womit sie eine unentgeltliche Vermögenszuwen- dung von 32 % erhalten hat, da sie sich am Übertragung swert von Fr. 1'550'000.-- lediglich zu 18 %, nämlich mit der Hälfte der Zahlung des Betrages von Fr. 550'000.--, beteiligt hat (Fr. 275'000.-- = 18 % von Fr. 1'550'000; 50 % - 18 % = 32 %). Der Inhalt des Grundbuchs, wo- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach die Beschwerdeführerin hälftiges Miteigentum erw orben hat, gilt so lange, bis die Unrich- tigkeit des Inhalts des Grundbuches und der öffentlichen Urkunde nachgewiesen ist. 6.4. Da es sich beim Vorliegen einer Schenkung im Allg emeinen und des Schenkungswil- lens im Besonderen um steuerbegründende Tatsachen hand elt, trägt die Steuerbehörde die Beweislast hierfür. Wenngleich es sich beim Schenkungswille n um ein subjektives Begriffs- merkmal handelt, ist dessen Vorliegen oder Nicht-Vorlieg en nach objektiven Massstäben zu beurteilen. Das persönliche Empfinden der zuwendenden Person ist nicht ausschlaggebend; ihre Sichtweise und Erklärungen sind unter Berücksichtigu ng aller übrigen Umstände einer be- stimmten Zuwendung zu würdigen. Da der strikte Nachweis innerer Tatsachen, aus denen sich auf das Vorliegen des subjektiven Elements schliessen liess e, naturgemäss schwierig ist, darf – bei Vorliegen aller objektiven Elemente des steue rrechtlichen Schenkungsbegriffs (Zuwen- dung, Bereicherung, Unentgeltlichkeit) – nach der bun desgerichtlichen Rechtsprechung der Schenkungswille unter einander nahestehenden Personen ve rmutet werden (Urteil des BGer 2C_154/2021 vom 6. Juli 2022 E. 9.3; Urteil des BGer 2 C_703/2017 vom 15. März 2019 E. 3.3.2, in: Steuerentscheid [StE] 2019 B 22.2 Nr. 35; KGE VV vom 27. Oktober 2021 [810 21 117] E. 5.4, vgl. ebenso Urteile des BGer 2C_294/2018 vom 26. Juni 2018 E. 4.3, 2C_597/2017 vom 27. März 2018 E. 3.1.2 und 2C_91/2011 vom 5. Juli 2 011 E. 2.1; MARC 'A NTONIO ITEN , Die Erbvorbezugsgemeinschaft in der Zürcher Steuerpraxis, in : Der Treuhandexperte, 2018, S. 253). Auch dürfen in diesem Zusammenhang die wirtsc haftlichen Verhältnisse und die übri- gen Lebensumstände als Indizien herbeigezogen werden. I nsbesondere bei Verwandtschaft oder Freundschaft zwischen den Parteien, bei hohem Alter , schlechter Gesundheit oder guten Vermögensverhältnissen des Zuwendenden sowie bei Bedürfti gkeit des Empfängers spricht eine natürliche Vermutung für den Schenkungswillen. Ist der Schenkungswille aufgrund solcher Umstände zu vermuten, obliegt es dem Beschenkten, Gründ e für dessen Fehlen – wie etwa eine sittliche Pflicht oder eine vertragliche Verpflich tung – darzutun (vgl. zum Ganzen KGE VV vom 27. Oktober 2021 [810 21 117] E. 5.4; Entscheide de s Steuergerichts Basel-Landschaft [StGE] vom 28. August 2015 [510 15 25] E. 4a; StGE vom 11. Juni 2010 [510 10 16] E. 3b; Ur- teil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich SR.2006.0 0005 vom 23. August 2006 E. 1.1; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 1 0. August 1992, in: Rechenschaftsbe- richt an den Kantonsrat [RB] 1992 Nr. 52). Weiter hat das Bundesgericht im Zusammenhang mit einem Forderungsverzicht allgemein ausgeführt, dass unter nahen Verwandten in der Regel von einem schenkungshalber erfolgten Schuldenerlass auszug ehen sei (vgl. Urteil 2C_597/2017 vom 27. März 2018 E. 3.1.2; Urteil 2C_224 /2008 vom 1. April 2009 E. 2.2). Bei D.____ und der Beschwerdeführerin handelt es sich um e in Konkubinatspaar, welches bereits seit 2005 bzw. 2006 zusammenwohnt, weshalb der Schenkun gswille vermutet wird. Die Be- schwerdeführerin moniert in ihrer Beschwerde, dass es mi t Ausnahme der längerdauernden Lebensgemeinschaft an allen vom Steuergericht angeführt en Elementen, nämlich hohes Alter, schlechte Gesundheit oder gute Vermögensverhältnisse des Zu wendenden sowie Bedürftigkeit der Empfängerin, fehle. Die Beschwerdeführerin verken nt, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei Vorliegen aller objektiven Element e des steuerrechtlichen Schenkungsbe- griffs (Zuwendung, Bereicherung, Unentgeltlichkeit) de r Schenkungswille bereits aufgrund der Tatsache, dass die beteiligten Personen einander naheste hen, vermutet wird. Die übrigen Indi- zien können herbeigezogen werden, sind aber nicht Voraussetzung. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.5. Gemäss Grundbucheintrag und öffentlicher Kauf- u nd Schenkungsurkunde hat die Be- schwerdeführerin für ihren Anteil die Rechte und Pflichten einer Eigentümerin. Die Behauptung, es sei mündlich vereinbart worden, beim Verkauf der Lie genschaft oder der Auflösung der ein- fachen Gesellschaft und damit der Partnerschaft würde di e Teilung in Abweichung des Grund- bucheintrags erfolgen, ist wenig glaubhaft. Es ist leb ensfremd, dass D.____ die behauptete sehr hohe Forderung, die er bei einer Auflösung des Konkubinats gegenüber der Beschwerde- führerin hätte, nicht schriftlich festgehalten hätte, w enn dies seinem Willen entsprochen hätte. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Auflösung e ines Konkubinats im Streit erfolgen kann. Es ist deshalb wenig glaubhaft, dass D.____ ohne schriftliche Vereinbarung darauf ver- traute, bei einer Auflösung der Partnerschaft proble mlos seine behauptete in Abweichung zum Grundbuch stehende Forderung gegenüber der Beschwerde führerin durchsetzen zu können; dies umso mehr, als in der Beschwerdebegründung ausgefüh rt wird, bei D.____ handle es sich nicht um eine Person mit einem erheblichen Vermögen. Als weiteres Argument für den fehlen- den Schenkungswillen wird ausgeführt, D.____ habe gege nüber der Beschwerdeführerin eine Forderung, da er im Erbgang des Vaters einen Ausgleich gegenüber seinen beiden Schwestern als Miterben zu erbringen habe. Es ist wenig glaubhaf t, dass D.____ seine Forderung gegen- über der Beschwerdeführerin vor dem Eigentumsübergang n icht schriftlich festgehalten hätte, um auch die allfälligen Forderungen der Schwestern zu sichern. Im Übrigen wiederspiegelt sich die Darstellung von D.____ und der Beschwerdeführerin auch nicht in den Steuererklärungen, weil darin weder die Forderung von D.____ noch die S chuld der Beschwerdeführerin deklariert wurden. Die Beschwerdeführerin führt aus, dass es sich u m ein Versehen handle, dass das Darlehen in den Steuererklärungen nicht deklariert wo rden sei, wobei dazu festzuhalten sei, dass es bei Lebensgemeinschaften nicht ungewöhnlich sei, dass gegenseitige Guthaben nicht deklariert würden. Es mag stimmen, dass dies nicht ungew öhnlich ist. Jedoch ist es wohl unge- wöhnlich, derart hohe Forderungen nicht zu deklarier en und auch sonst nirgends schriftlich zu regeln; dies umso mehr, als auch hier nicht nur D.____, sondern auch seine Schwestern ein Interesse gehabt haben müssten, eine schriftliche Regelu ng über ein derart hohes Darlehen zu verfassen. Das Kantonsgericht kommt zum Schluss, dass die Argumente der Beschwerdeführe- rin nicht überzeugen und nicht ausreichen, um die Unri chtigkeit des Inhalts des Grundbuches und der öffentlichen Urkunde nachzuweisen bzw. um nachzuw eisen, dass im Zeitpunkt der Ei- gentumsübertragung D.____ keinen Schenkungswillen ge habt haben und die Beschwerdefüh- rerin nicht auch eine Berechtigung von 50 % an der Liegenschaft erworben haben soll. 6.6.1. Die Beschwerdeführerin reichte beim Steuerger icht eine nach der Verhandlung vor dem Steuergericht erstellte und unterzeichnete Vereinbarung zwischen ihr und D.____ über die Regelung der Lebens- und Wohngemeinschaft vom 14. Okt ober 2021 ein. Darin wird u.a. fest- gehalten, dass die Parteien die von ihnen gelebte, m ündliche Praxis in Schriftform festhalten würden (Präambel). Unter anderem wird dort ausgeführ t, "das Eigentumsverhältnis beträgt je die Hälfe", wobei die Finanzierungsanteile am Grunds tück zu 80 % von D.____ und zu 20 % von der Beschwerdeführerin zu leisten seien (Ziff. 2.a) . Im gleichen Verhältnis seien die Hypo- thekarzinsen, Amortisationen und Kosten für den laufenden Unterhalt zu leisten. Die Nebenkos- ten wie u.a. Heizung, Wassergebühren, Gas, Elektrisch und Telefon würden hälftig geteilt (Ziff. 1.b). Weiter wird erklärt, dass aufgrund der u ngleichen Finanzierung des Grundstücks ge- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht mäss dem Kauf- und Schenkungsvertrag vom 12. Dezember 20 19 zwischen den Konkubinats- partnern eine Forderung im Betrag von Fr. 500'000.- - von D.____ gegenüber A.____ auflebe, welche die beiden in einem separaten Darlehensvertrag regeln würden (Ziff. 2.a). Im Darle- hensvertrag wird ausgeführt, dass der Darleiher der Bor gerin ein internes, buchhalterisches Darlehen von Fr. 500'000.-- gewähre (Ziff. 1). Aus de m Erbvorbezug von Fr. 1 Mio. zugunsten des Darleihers sei eine interne, buchhalterische Forde rung unter den Konkubinatspartnern ent- standen. Auf eine grundbuchliche Sicherstellung werde verzichtet (Abs. 2). Das Darlehen werde zeitlich unbefristet gewährt. Eine Rückzahlung erfolge erst mit der Veräusserung des Grundstü- ckes oder mit der Auflösung des Konkubinatsverhältnisses. 6.6.2. Diese Verträge halten die Verhältnisse so fest, wie sie von der Beschwerdeführerin seit der Erhebung der Schenkungssteuer behauptet werden. Dass die Verhältnisse im Zeitpunkt des Eigentumsübergangs so gewesen seien, ist wie oben ausgef ührt wenig glaubhaft. Dass diese behaupteten Verhältnisse im Laufe des Verfahrens vor S teuergericht und somit nachträglich mittels eines Konkubinats- und Darlehensvertrags schriftli ch festgehalten wurden, macht diese behauptete Abmachung nicht glaubhafter. Diese nachtr äglich erstellten Verträge vermögen nicht den Schenkungswillen im Zeitpunkt des Eigentumsüb ergangs zu widerlegen (vgl. Urteil des BGer 2C_91/2011 vom 5. Juli 2011 E. 2.3). Vielme hr handelt es sich – wie das Steuerge- richt in seiner Vernehmlassung ausführt – um blosse inte rne Anpassungen an die Parteibe- hauptungen, um eine unangenehme Steuerfolge nachträg lich zu vermeiden. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. 7. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahren s zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpf lichtig. Die Verfahrenskosten umfas- sen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO ). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- werden demzufolge der Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem geleis- teten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'500.-- verrech net. Der zuviel bezahlte Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 1'000.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. Die Parteikos- ten sind gemäss § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 3'500.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'00 0.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 8. März 2023 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 9C_195/2023) erhoben.