B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6470/2013 U r t e i l v o m 2 8 . A u g u s t 2 0 1 4 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richterin Regula Schenker Senn, Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, Staat unbekannt (angeblich China), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 21. Oktober 2013 / N (…). E-6470/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am 13. Mai 2013 in der Schweiz um Asyl nach. Seine Identität belegende Papiere reichte er nicht ein. Am 29. Mai 2013 fand in B._______ eine Befragung zur Person (BZP) statt. Durch ei- nen Alltagsspezialisten der Sektion Lingua des BFM wurde er am 27. Juni 2013 in einem telefonisch durchgeführten Alltagswissenstest über die gel- tend gemachte Herkunftsregion be fragt, wobei die ausführliche schriftl i- che Evaluation des Tests am 19. September 201 3 erfolgte (vgl. Akten BFM A8/4). Am 15. Oktober 2013 wurde er zu seinen Asylgründen ang e- hört. Dabei wurde dem Beschwerdeführer die Qualifikation der mit der All- tagswissensevaluation betrauten Person offengelegt und das rechtliche Gehör in diesem Zusammenhang gewährt. Zur Begründung des Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im W e- sentlichen geltend, er sei tibetischer Ethnie und stamme aus dem Dorf C._______ in der Gemeinde D._______, Bezirk E._______, Präfektur F._______, Provinz G._______ (Tibet). Er s ei nie zur Schule gegangen und habe seinen Eltern bei der Feldarbeit geholfen. Im November 2012 seien die Eltern nach E._______ gegangen. In deren Abwesenheit habe er drei Personen Obdach gewährt, welche sich auf der Flucht befunden hätten. Nachdem er am Folgetag seine Eltern in E._______ abgeholt ha- be, hätten die Nachbarn ihm erzählt, dass die Polizei bei ihnen zu Hause vorbeigekommen sei und nach ihm gefragt habe. Sein Vater habe ihm deshalb geraten, vorübergehend nach Nepal zu gehen. Noch vor seiner Abreise seien wieder Polizisten gekommen, welche ihn geschlagen hä t- ten. Als auch ein Polizist seinem Vater eine Ohrfeige gegeben habe, habe er ein Messer gezückt und den Polizisten an der Wange verletzt. Darau f- hin sei er losgerannt, habe sich zwei bis drei Stu nden in einem Wald in der Nähe versteckt, sei danach nach D._______ gegangen und habe sich dort ein Auto gemietet. Via H._______ sei er nach I._______ gefahren, wo er einen Schlepper gefunden habe, welcher ihm geholfen habe, über einen Fluss und damit nach Nepal zu gelangen. Dort sei er bis zum Mai 2013 geblieben, um in der Folge mit zwei Flugzeugen und zwei Autos in die Schweiz zu reisen. B. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2013 stellte das BFM fest, der Beschwe r- deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht , lehnte das Asylgesuch E-6470/2013 Seite 3 ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an, wobei es den letzteren in die Volksrepublik China ausschloss. C. Mit Beschwerde vom 18. November 2013 beantragte der Beschwerdefüh- rer in materieller Hinsicht, de r vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und in der Sache neu zu beurteilen. Die Flüchtlingseigenschaft sei anz u- erkennen und Asyl zu gewähren. Eventualiter sei festzustellen, dass ihm als Flüchtling die vorläufige Aufnahme infolge Unzulässigkeit des We g- weisungsvollzugs zu gewähren sei. Eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzumutbar und unmöglich und die vorläuf i- ge Aufnahme anzuordnen sei. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, die Anweisung an die z u- ständige Behörde, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat - oder Herkunftsstaats sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu un- terlassen. Eventualiter sei er bei bereits erfolgter Datenweitergabe da r- über in einer separaten Ver fügung zu informieren. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren. Mit der Beschwerde wurden unter anderem zwei Berichte der Schweiz e- rischen Flüchtlingshilfe zu China und China/Nepal vom 4. März und 15. August 2013 (Beweismittel 2 und 7), zwei aus dem Internet gezogene Zeitungsberichte (Der Bund vom 11. April 2013 und The Washington Post vom 23. Januar 2013; Beweismittel 8 und 4 ) und ein Radiobericht (Radio Free Asia vom 20. Januar 2013; Beweismittel 3) eingereicht. D. Mit Zwischenverfügung vom 26. November 2013 stellte die zuständige Instruktionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts fest, der Beschwe r- deführer könne den Entscheid in der Schweiz abwarten, verwies die B e- handlung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege auf einen späteren Zeitpunkt und verzichtete auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses. Weiter wies sie den Antrag auf vorsorgliche Anweisung der Behörden, keine Daten weiterzuleiten, ab, bezeichnete den Antrag auf Bekanntgabe einer bereits erfolgten Kontaktaufnahme als gegen - standslos und lud die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. E. Das BFM liess sich am 6. Dezember 2013 vernehmen und beantragte Abweisung der Beschwerde. E-6470/2013 Seite 4 F. Im Rahmen des Replikrechts ersuchte der Beschwerdeführer am 23. D e- zember 2013 um Fristansetzung zur Beibringung eines Familienbuchs, welche ihm bis zum 15. Januar 2014 gewährt wurde. Nachdem der B e- schwerdeführer am 1 5. Januar 2014 ( Eingangsstempel Bundesverwa l- tungsgericht) um Fristerstreckung ersucht hatte, forderte das Bundesve r- waltungsgericht ihn mit Verfügung vom 16. Januar 2014 auf, das in Au s- sicht gestellte Beweismittel innert 30 Tagen nachzureichen. Am 17. Fe b- ruar 2014 teilte der Beschwerdeführer mit, das Familienbüchlein sei u n- terwegs, und ersuchte um erneute Fristerstreckung. Diese wurde ihm a m 10. Juli 2014 bis zum 25. Juli 2014 ge währt. Diese Verfügung wurde vom Beschwerdeführer nicht abgeholt und gilt somit als rechtsgültig zugestellt (vgl. Art. 12 Abs. 1 AsylG [SR 142.31]). Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach d em VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 E-6470/2013 Seite 5 und 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wege n ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der F reiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch wegen fehlender Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen ab. Dazu führte es im Wesentlichen aus, die Evaluation des Alltagswissenstests habe nur eine kleine Wahrscheinlichkeit ergeben, dass der Beschwerdeführer im behaupteten geografischen Raum gelebt habe. Anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs zum Resultat des Tests habe er Verständigungsprobleme als Grund für die aufgetret e- nen Ungereimtheiten genannt, was nicht überzeuge. Die geltend gemach- te Ausreise sei nicht glaubhaft gemacht. Insbesondere seien die Angaben zum Auffinden des Schleppers unsubstanziiert und zu den Transport- und Hotelpreisen realitätsfremd ausgefallen. Sodann seien die geschilderten Asylgründe unsubstanziiert, tatsachenwidrig und widersprüchlich gebli e-E-6470/2013 Seite 6 ben. Aufgrund der fehlenden Identitätspapiere, der unglaubhaften Ausre i- se, der unglaubhaften Asylgründe, der mangelhaften Länderkenntnisse und der gänzlich fehlenden Chinesisch -Kenntnisse sei auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer jemals in der von ihm angegebenen Region gelebt habe und er Staatsbürger der Volksrepublik China sei. Im Exil g e- borene Tibeter erhielten die chinesische Staatsbürgerschaft nicht. 4.2 In der Vernehmlassung führte das BFM sodann aus, beim Alltagsspe- zialisten, der das Interview durchgeführt habe, handle es sich um eine Frau, die Angaben zur Qualifikation seien bei allen Alltagsspezialisten in der männlichen Form verfas st. Somit liege kein Verfahrensfehler vor, wie vom Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe moniert werde. Die eingereichten Beweismittel 2, 3 und 4 vermöchten sodann die Schlussfo l- gerung, dass eine Herkunft des Beschwerdeführers aus China unglau b- haft sei, nicht umzustossen. Die Beweismittel 7 und 8 nähmen Bezug auf Tibeter in Tibet respektive Nepal, wobei festzustellen sei, dass der Vol l- zug der Wegweisung in die Volksrepublik China ausgeschlossen und auch keine Wegweisung nach Nepal verfügt worden sei. 4.3 Die Identität des Beschwerdeführers steht bis heute nicht gesichert fest. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass der in Art. 12 VwVG sta- tuierte Untersuchungsgrundsatz, wonach die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt und sich nötigenfalls der gesetzlichen B e- weismittel bedient, seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asyls u- chenden (Art. 8 AsylG) findet. Dazu gehört, die Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzugeben, an der Feststellung des Sac h- verhaltes mitzuwirken un d in der Anhörung die Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismittel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich einz u- reichen sowie bei der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). 4.3.1 Der Beschwerdeführer hat im vorinstanzlichen Verfahren weder Ausweispapiere noch irgendwelche Beweismittel, die geeignet wären, e t- was zur Klärung seiner Identität und seines Herkunftslandes beizutragen, eingereicht. Wohl gab er am 23. Dezember 2013 an, er könne auf einem Umweg ein Familienbuch besor gen, um in seiner nächsten Eingabe zu behaupten, er versuche seit dem 11. Dezember 2013, das Familienbuch zu organisieren, und am 27. Februar 2014 zu bestätigen, das Familie n- büchlein sei unterwegs, es sei jedoch mit Verzögerungen zu rechnen. Auffällig ist allerdings, dass der Beschwerdeführer zu keiner Zeit konkret darlegte, wie, von wem und auf welchem Weg er das genannte Dokument erhältlich machen wolle. Bis zum heutigen Datum ging das in Aussicht E-6470/2013 Seite 7 gestellte Dokument denn auch nicht ein, ohne dass der Beschwerdefüh- rer erklärt hätte, was die Gründe dafür sind. Dieses Verhalten lässt den Schluss zu, dass der Beschwerdeführer an der Beschaffung von geeigne- ten Dokumenten nicht interessiert ist, sondern vielmehr versucht, das Verfahren mit seinem Verhalten in die Länge zu ziehen und damit für sich Vorteile zu erlangen. Dies stellt eine Verletzung der ihm obliegenden Mi t- wirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG dar, auf welche ihn die Vorinstanz bereits anlässlich der Befragung (vgl. A 4/11 S. 2) und später erneut b ei der Anhörung (vgl. A 12/19 S. 2) hingewiesen hatte. 4.4 Seine Angaben bezüglich des Flucht- und Reisewegs sind sodann tri- vial. Neben den vom BFM bereits festgestellten Ungereimtheiten ist nicht glaubhaft, dass er weder die Fluggesellschaften, mit denen er g eflogen sei, noch die Ankunftsdestination des ersten und des zweiten Fluges kennen soll, wird diese doch bei einer Flugreise auf diversen Bildschi r- men am Gate angezeigt, steht auf dem Ticket, wird vom Piloten angesagt und ist bei der Ankunft mehrmals ersichtlich. Ausserdem hat die vom BFM mit der Evaluation des Alltagswissenstests beauftragte fachkundige Pe r- son in ausführlicher, nachvollziehbarer und inhaltlich überzeugender Wei- se die Zweifel an der behaupteten Herkunft des Beschwerdeführers b e- gründet. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass überwiegende Zweifel an seiner geltend gemachten Herkunft bestehen. 4.5 Hinzu kommt, dass das Personalienblatt des Empfangszentrums (vgl. A 1/2) sich mit tadelloser und offensichtlich geübter Schrift ausgefüllt in den Akten befindet. Darauf bestätigte der Beschwerdeführer, dass er di e- ses selbstständig ausgefüllt habe. Selbst wenn die allgemeine Schu l- pflicht in der Volksrepublik China noch nicht in jedem Dorf in Tibet durc h- gesetzt worden wäre, ist in Anbetracht der Schriftkenntn isse des B e- schwerdeführers ein Mangel an jeglicher schulischen Ausbildung und das Erlernen allein durch den Vater nicht glaubhaft (vgl. A 4/11 S. 4). 4.6 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung zahlreiche Ung e- reimtheiten dargelegt, auf die – zur Vermeidung von Wiederholungen – ohne weiteres verwiesen werden kann. Der Beschwerdeführer setzt sich in der Beschwerdeschrift nicht substanziiert mit den Argumenten der Vo r- instanz auseinander, sondern beschränkt sich im Wesentlichen darauf, auf der Richtigkeit seiner Vorbringen zu beharren und die vorinstanzl i- chen Erwägungen in pauschaler Art zu bestreiten. Sein Hinweis auf Ve r- ständigungsprobleme mit de r Expertin des Alltagswissenstests (wie b e- reits anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs durch das BFM) ist als blosse Schutzbehauptung zu werten, da er nicht angibt, inwiefern E-6470/2013 Seite 8 seine Antworten konkret von Verständigungsproblemen betroffen sein sol- len. Auch ist den Akten an keiner Stelle ein Hinweis dafür zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer so nervös und psychisch unsicher gewesen wäre, dass er nicht in der Lage gewesen wäre, die ihm gestellten Fragen substanziiert, stimmig und der Realität entsprechend zu beantworten. Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen, die Unglaubhaftigkeit se i- ner Vorbringen zu zentralen Punkten seiner Herkunft und seines Reis e- wegs zu widerlegen. 4.7 Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer vor seiner Ankunft in der Schweiz nicht in der Volksrepublik China, sondern in der exiltibetischen Diaspora gelebt hat. Namhafte exiltibetische Gemeinschaften gibt es – nebst der Schweiz und Nordamerika – lediglich in Indien und Nepal. Es ist daher vermutungsweise anzunehmen, dass er in Indien oder Nepal aufgewachsen ist respektive dort gelebt hat. 4.8 Folglich wäre grundsätzlich zu prüfen, ob er über die chinesische Staatsangehörigkeit verfügt, was eine Prüfung der Drittstaatenregelung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 AsylG mit sich bringen würde, oder ob er die Staatsangehörigkeit von Indien oder Nepal erlangt hat, was zur Folge hät- te, dass das Vorliegen asylrelevanter Gefährdung hinsichtlich jenes Sta a- tes zu prüfen wäre. 4.9 Wie bereits ausgeführt, ist das Gericht mit der Vorinstanz der Auffa s- sung, dass der Beschwerdeführer durch die Verheimlichung respektive Verschleierung seiner wahren Herkunft die ihm obliegende Mitwirkung s- pflicht verletzt und dadurch den Behörden nähere Abklärungen und eine Rückschaffung in seinen tatsächlichen Heimatstaat oder einen Drittstaat verunmöglicht. Durch die Verletzung dieser Pflicht verunmöglicht er auch die Abklärung, welchen effektiven Status er in Indien respektive Nepal i n- nehat. Er hat die Folgen seiner fehlenden Mitwirkung insofern zu tragen, als seitens der Asylbehörden der Schluss gezogen werden muss, dass keine flüchtlings - oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an seinen bisherigen Aufenthaltsort bestehen (vgl. Urteil des BVGer E-2981/2012 vom 20. Mai 2014 E. 5.10). 5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG in Bezug auf die Volksrepublik Ch i- na nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen vermag und de s- halb nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Die Vorinstanz hat zu E-6470/2013 Seite 9 Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. Bei dieser Sachlage erübrigt sich, näher auf die Beschwerdevorbringen im Asylpunkt einzugehen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführe r verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. Bezüglich des Wegweisungsvollzugs stellt sich die Vorinstanz vorliegend auf den Standpunkt, da die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Staatsangehörigkeit nicht glaubhaft sei, müsse diese als unbekannt ge l- ten. Das Gericht folgt der Vorinstanz sowohl in diesem Punkt a ls auch hinsichtlich der weiteren diesbezüglichen Erwägungen. Zwecks Verme i- dung von Wiederholungen kann auf den Entscheid des Bundesamtes verwiesen werden. 8. Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegweisungsvollzugs sind zwar von Amtes wegen zu p rüfen, aber die Untersuchungspflicht fin- det, wie bereits vorstehend ausgeführt, ihre Grenzen an der Mitwirkung s- pflicht des Beschwerdeführers. Es ist nicht Sache der Behörden, bei fe h- lenden, womöglich gezielt vorenthaltenen Hinweisen nach etwaigen Wegweisungsvollzugshindernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu forschen. Vermutungsweise ist vorliegend davon auszugehen, einer Wegweisung stünden keine Vollzugshindernisse im gesetzlichen Sinne entgegen, was insbesondere für Nepal und Indien gilt, welche al s mögli- che Herkunftsstaaten in Frage kommen (vgl. E. 4.6 vorstehend). Ein Voll- zug der Wegweisung in die Volksrepublik China ist im vorinstanzlichen Entscheid ausdrücklich ausgeschlossen worden (vgl. BFM -Verfügung vom 21. Oktober 2013, Dispositiv Ziff. 5). 9. Mit dem Vorenthalten von Informationen und dem Fehlen konkreter Be-E-6470/2013 Seite 10 mühungen, Ausweispapiere und Beweismittel zu beschaffen, die seine Identität, Herkunft und Vorbringen beweisen könnten, ist der Beschwerde- führer selber dafür verantwortlich, dass sich zuers t die Vorinstanz und nun auch das Gericht mit den Fragen der Wegweisung und deren Vol l- zugs nur in grundsätzlicher Hinsicht beziehungsweise gemäss den vo r- stehenden Ausführungen befasst. Er entzieht mit seinem Verhalten die für genauere Abklärungen erforderl iche Grundlage, und es ist nicht Sache des Gerichts, sich in Mutmassungen und Spekulationen zu ergehen. 10. Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich die für eine Rückkehr allenfalls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist. 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). Die Beschwerde i st abzuweisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das mit der B e- schwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozes s- führung ist indes gutzuheissen, nachdem die Fürsorgeabhängigkeit des Beschwerdeführers belegt ist und die Begehren zum Zeitpunkt der B e- schwerdeerhebung nicht als aussichtslos zu taxieren waren. Es sind s o- mit keine Verfahrenskosten zu sprechen. (Dispositiv nächste Seite) E-6470/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand: