Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Mai 2016 (725 15 184) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Natürliche Unfallkausalität bei einer Verletzung des Sprunggelenks; Rückweisung der Angelegenheit zur erneuten Abklärung. Trotz der von beiden Parteien eingereichten ärzt- lichen Unterlagen bleibt die Aktenlage unklar. Mangels Einholung eines überzeugenden Verwaltungsgutachtens kann auch nicht im Sinne antizipierter Beweiswürdigung gesagt werden, von einer schlüssig begründeten medizinischen Beurteilung seien keine Ent- scheid relevanten Erkenntnisse zu erwarten. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch André Baur , Advokat , Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen Basler Versicherung AG , Aeschengraben 21, Postfach , 4002 Basel , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Ad- vokat, Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal Betreff Leistungen A. Der 1949 geborene A.____ war seit April 1978 als Lehrer beim B.____ angestellt. In dieser Eigenschaft war er bei der Basler Versicheru ng AG (Basler) gegen die Folgen von Be- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht rufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Ende Juli 2013 wurde der Versicherte pensioniert. Auf- grund chronischer Schmerzen im oberen linken Sprunggelen k (OSG) wurde er von seinem be- handelnden Arzt am 25. Juni 2013 an Prof. Dr. C.____ , FMH Orthopädie und Chefarzt Ortho- pädie und Traumatologie am Spital D.____, überwiesen . Am 18. Dezember 2013 wurden am linken OSG eine Arthroskopie, ein Débridement, eine Ost eosynthese des lateralen Talus sowie eine mediale und laterale Bandrekonstruktion durchgeführt. B. Mit Schadenmeldung vom 22. Januar 2014 meldete der frühere Arbeitgeber ein Scha- denereignis vom 29. Juni 2011, wonach der Versicherte zusammen mit einem Bekannten beim Schalen einer Wand mit einem Seitwärtskick seines linken Fu sses einen Stuhl habe wegbeför- dern wollen. Dabei habe er übersehen, dass sein Kolle ge bereits auf dem Stuhl gestanden sei. Den anschliessenden Feierabend sowie die nächsten Tage habe er mit Schmerzmitteln über- brückt. Nunmehr wisse er jedoch, weshalb er seit diesem Vor fall immer wieder über erhebliche Schmerzen zu klagen habe. Mit Bericht vom 2. April 2014 teilte Prof. Dr. C.____ der Basler mit, der Versicherte habe retrospektiv berichtet, dass er woh l im Sommer 2013 (recte: 2011) gegen einen schweren Gegenstand geschlagen habe. Er verbinde di eses Trauma nunmehr mit der Exazerbation seiner Beschwerden. Der Bericht schliesst unt er der Rubrik Kausalität mit dem Vermerk, dass ein Unfall nicht auszuschliessen sei. Nachdem sich die gesundheitlichen Ver- hältnisse in der Folge nicht verbessert haben, unterzog si ch der Versicherte in der Cross Klinik am 18. Juni 2014 bei Dr. med. E.____, FMH Orthopädi sche Chirurgie, einer erneuten Operati- on, anlässlich welcher eine Talusnekrose bei Status nach T alusfraktur mit Osteosynthesenver- sorgung links diagnostiziert wurde. C. Nach Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse durch ihren beratenden Arzt Dr. G.____ vom 6. August 2014 lehnte die Basler mit V erfügung vom 7. August 2014 ihre Leis- tungspflicht mit der Begründung ab, dass die Beschwerden des Versicherten am linken Fussge- lenk nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 29. Juni 2011 zurückzu- führen seien. Eine dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Einspracheentscheid vom 15. April 2015 ab. D. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch A dvokat André Baur, am 20. Mai 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-L andschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, die Basl er sei in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids zu verpflichten, die versicherten Leistu ngen, insbesondere die Heilungs- kosten zu erbringen und rückwirkend zu vergüten. Eventua liter sei zur Klärung der Leistungs- pflicht ein gerichtliches Gutachten aus dem Fachbereich der Orthopädie einzuholen. Zur Be- gründung brachte er im Wesentlichen vor, dass er bis zum S chadenereignis vom 29. Juni 2011 regelmässig Fussball gespielt und Wanderungen unternomm en habe. Danach sei ihm dies nicht mehr möglich gewesen. Selbst im Schulhaus, wo er unterrichtet habe, habe er die Treppe nicht mehr benutzen können, sondern habe den Lift nehm en müssen. Zusammenfassend sei die Beschwerdegegnerin der ihr obliegenden Schadenmin derungspflicht nicht nachgekommen. Sie habe sich stattdessen auf einen beweisrechtlich nicht verwertbaren Aktenbericht eines Nichtfacharztes gestützt und habe unter Vornahme einer bei dieser Sachlage nicht zulässigen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht antizipierten Beweiswürdigung die vom Versicherten offer ierten Beweise weder gewürdigt noch rechtsgenüglich deren Zurückweisung begründet. E. Die Basler, vertreten durch Advokat Manfred Bayerdör fer, schloss mit Vernehmlassung vom 5. August 2015 auf Abweisung der Beschwerde. Zur Beg ründung wurde im Wesentlichen auf die Beurteilung ihres Vertrauensarztes verwiesen und hinsichtlich der Aussagen von Prof. Dr. C.____ festgehalten, dass dessen spätere Aussage , es sei eine eindeutige Kausalität zu bejahen, eine nicht nachvollziehbare Kehrtwende dar stelle. Es sei unbestritten, dass die an- lässlich der Operation vom 18. Dezember (recte: Juni) 2013 entdeckte Talusfraktur vermutlich einen traumatischen Ursprung habe. Hingegen stehe nich t mit überwiegender Wahrscheinlich- keit fest, dass sich der Beschwerdeführer diese Verletzung d urch das Ereignis vom 25. Juni (recte: 29. Juni) 2011 zugezogen habe. F. Mit Replik vom 30. September 2015 hielt der Beschwer deführer an seinen Rechtsbe- gehren fest und reichte einen als Patientenakte bezei chneten Arztbericht von Dr. E.____ vom 2. September 2015 ein. Die Beschwerdegegnerin ihrersei ts hielt mit Duplik vom 27. November 2015 am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest und r eichte ein Aktengutachten von Dr. F.____, FMH Chirurgie und Unfallchirurgie, vom 6. November 2015 ein. G. Mit Eingabe vom 13. Januar bezog der Beschwerdeführ er Stellung zur Duplik und zum Aktengutachten von Dr. F.____. Darüber hinaus reichte er einen weiteren Bericht von Dr. E.____ vom 4. Januar 2016 ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwer de beim örtlich wie sachlich zu- ständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. Strittig und zu prüfen ist, ob die Basler dem Versicherten Leistungen nach dem Bundesgesetz über d ie Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG) zu entrichten hat. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre- chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit- ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wie dererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 2.2 Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über de n Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die plö tzliche, nicht beabsichtigte schädi- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors a uf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 2.3 Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkma l der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äusser e Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Übl ichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschli- chen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein b egründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis). 2.4 Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des u ngewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E. 2d mit Hinweisen; ALFRED MAURER , Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 19 89, S. 176 f.) be- stehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsat z, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den na- türlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „prog rammwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussen welt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor ( BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1). 2.5 Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, unge- naue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Beste hen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistung spflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbe- griffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die not- wendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auc h die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallere ignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genü gt nicht –, so hat dieses als unbewie- sen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person au swirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). 3. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetreten en Schaden (Krankheit, Arbeits- unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein na türlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürli chen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ei ngetreten gedacht werden kann. Ent- sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des nat ürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ere ignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsan- wendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfal l das Gericht – im Rahmen der ihr oblie- genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrec ht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen- hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruch s nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhalts darstellung, die es von allen mögli- chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinwei- sen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3). 4.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialver sicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 4.2 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wi e alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Bewe ismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So kommt bei spielsweise Berichten und Gutachten ver- sicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). Reine Aktengutachten sind dann von Belang, w enn die relevanten Befunde demgegen- über mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits e rhoben worden sind, aber die Zu- ordnung zu einer Diagnose oder das Ausmass der Behinderun g verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem Aktengutachten sehr wohl das Für und Wider der verschiedenen Meinungen abgewogen und die überwiegende Wahrscheinli chkeit für eine bestimmte Beurtei- lung deutlich gemacht werden (H ANS KIND , So entsteht ein medizinisches Gutachten, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der m edizinischen Begutachtung in der So- zialversicherung, Veröffentlichung des Schweizerischen Instit uts für Verwaltungskurse an der Universität St. Gallen / Band 1997, S. 52). 5. Zunächst ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer ein U nfallereignis geltend machen kann, andernfalls die zwischen den Parteien im Vordergrund stehende Diskussion der medizini- schen Situation obsolet wäre. Die Zuordnung zu einem k onkret bezeichneten Unfallereignis erweist sich stets als notwendig. Hintergrund bildet de r Umstand, dass der Unfallbegriff nur dann als erfüllt gilt, wenn sich die Gesundheitsschädigu ng ihrer Natur nach zweifelsfrei einem bestimmten und mithin bestimmbaren äusseren Faktor zuor dnen lässt (BGE 134 V 72 E. 4.1 S. 76 f., E. 4.3.1 u. 4.3.2 S. 79 ff.). Diese Vorau ssetzung ist dann nicht erfüllt, wenn und soweit eine geklagte Gesundheitsschädigung lediglich vermutungsw eise auf ein behauptetes Ereignis zurückgeführt werden kann. Zum vorneherein unstatthaft ist deshalb die im Eventualstandpunkt des Beschwerdeführers vertretene Auffassung, dass – selbst w enn nicht auf den geltend ge- machten Unfall vom 29. Juni 2011 abgestellt werden könn te – aufgrund der seit Beginn seiner Anstellung als Schullehrer bestehenden Unfall-Deckung du rch die Basler ein etwaig anderes Ereignis als Trauma-Ursache angenommen werden müsste. Vo rliegend besteht die Besonder- heit, dass das fragliche Ereignis vom 29. Juni 2011 erst rund zweieinhalb Jahre später am 22. Januar 2014 geltend gemacht worden ist. Mit diverse n Zeugenaussagen bestätigt der Be- schwerdeführer allerdings sowohl das fragliche Ereignis v om 29. Juni 2011 selbst als auch sei- ne gesundheitliche Situation danach (vgl. Beilagen 1 – 4 zur Einsprache des Versicherten vom 12. September 2014, Akten zur Vernehmlassung der Basle r vom 5. August 2015). Der ur- sprünglich in der Unfallmeldung vom 22. Januar 2014 an gegebene Sachverhalt deckt sich aus- serdem mit der anlässlich der Besprechung vom 13. März 20 14 von der Beschwerdegegnerin protokollierten Hergangsschilderung. Der Beschwerdeführe r vermochte den ursprünglich ge- schilderten Unfallhergang mithin ohne Widersprüche zu p räzisieren. Von der Beschwerdegeg- nerin wird deshalb zu Recht auch nicht geltend gemacht, dass sich das fragliche Ereignis vom 29. Juni 2011 anderweitig verwirklicht hätte oder die ses den Unfallbegriff nicht erfüllen würde. Gestützt auf die kongruente und widerspruchsfreie Schilde rung des geltend gemachten Ereig- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht nisses (vgl. Unfallmeldung UVG vom 22. Januar 2014, Akten zur Vernehmlassung der Basler vom 5. August 2015, sowie Aktennotiz der Beschwerdegegn erin vom 13. März 2014) ist des- halb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ein Unf allgeschehen im Sinne von Art. 4 ATSG glaubhaft dargetan hat. 6. Zu prüfen bleibt, ob die mit dem Unfallereignis v om 29. Juni 2011 geltend gemachten Beschwerden des Versicherten am linken OSG in einem nat ürlichen Kausalzusammenhang stehen. In diesem Zusammenhang ist aufgrund der vorliege nden medizinischen Akten ein veri- tabler Meinungsstreit zwischen den beteiligten Ärzten ersi chtlich. Dieser kann im Wesentlichen dahingehend zusammengefasst werden, dass die beiden Oper ateure Prof. Dr. C.____ und Dr. E.____ in ihren Berichten geltend machen, dass zwischen dem Unfall vom 29. Juni 2011 und der die operativen Eingriffe indizierenden Beschwerde problematik des Versicherten ein natürli- cher Kausalzusammenhang bestehe. Die Beschwerdegegnerin m acht unter Verweis auf den vertrauensärztlichen Bericht von Dr. G.____ und das Akte ngutachten von Dr. F.____ demge- genüber geltend, dass der fragliche Unfall zwar zu einer Aktivierung einer vorbestehenden Arth- rose geführt habe, der status quo sine allerdings bereit s wieder nach acht bis zehn Wochen eingetreten sei und die diagnostizierte Talusfraktur nicht durch den fraglichen Unfall entstanden sein könne. Vielmehr sei von einer Osteochandrosis dissecans (OCD) auszugehen. Im Zentrum der vorliegenden Auseinandersetzung stehen folgende medizinische Unterlagen von Relevanz: 6.1 Gemäss Operationsbericht von Prof. Dr. C.____ vom 19 . Dezember 2013 bestünden bereits seit längerer Zeit Schmerzen unter Belastung, g elegentlich auch in Ruhe, teils invalidi- sierend. Es sei kein ursächliches Trauma erinnerlich, jedoch hätten im Rahmen des Fussball- spielens wiederholte Traumata stattgefunden. In der kli nischen Untersuchung hätten sich die typischen Zeichen einer anterioren, wenig auch lateralen Instabilität bei im Übrigen namentlich radiologisch normalem Alignement gezeigt. Anlässlich der Arthroskopie habe der Knorpel ante- romedial einen kleinen Ulcus und eine Knorpelerweichun g gezeigt. Der mediale Bandapparat sei vom medialen Malleolus weitgehend losgelöst gewesen. Anlässlich der Operation habe die Einsicht auf den gesamten lateralen Talus bestätigt, dass ein grösseres Fragment mehr als 50% der Länge der Talusrolle mit einer Höhe von 18mm frakturiert gewesen sei. Medial habe sich wie bereits arthroskopisch gesehen bei deutlich gelo ckertem Intervall ein grösseres Frag- ment mit teilweise abgerissenem Bandapparat finden lassen. 6.2 Gemäss Arztbericht vom 2. April 2014 von Prof. Dr. C.____ berichte der Versicherte retrospektiv, dass er wohl im Sommer 2013 (recte: 2011) g egen einen schweren Gegenstand geschlagen habe. Der Versicherte verbinde dieses Trauma mit der Exazerbation, aufgrund wel- cher er sich ursprünglich vorgestellt habe. Zu diagnostizieren sei eine anteromediale ligamentä- re Instabilität mit Vorfussabduktion sowie ein Verdacht auf eine perilaterale Instabilität bei Val- gusfehlstellung des Talus mit möglicher OCD im Bereich der lateralen Talusschulter. Ein Unfall sei nicht auszuschliessen. 6.3 Mit Operationsbericht vom 18. Juni 2014 verweist Dr . E.____ auf eine Distorsionsver- letzung vor über zwei Jahren. Das CT im März 2014 habe me hrere freie Fragmente mit fragli- cher Vitalität im Bereich der lateralen und posterioren Talusschulter gezeigt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Gemäss Stellungnahme von Dr. G.____ vom 6. August 2 014 seien die vom Versicher- ten geltend gemachten Beschwerden unfallfremd. Eine chronische Instabilität sei vorbestehend. Die Operation vom 19. Dezember 2013 sei indiziert, abe r unfallfremd gewesen. Die Beschwer- den seien zu 100% unfallfremd. Es handle sich um ein un fallfremdes Leiden. Ein Unfall sei möglich, jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich. Die B eschwerden, welche den Versicherten zum Arzt geführt hätten, seien unfallfremd. 6.5 Der Stellungnahme von Prof. Dr. C.____ vom 4. S eptember 2014 zufolge sei ein Sta- tus nach OSG-Arthroskopie, ein Débridement, eine medial e und laterale Bandplastik, eine Os- teosynthese der lateralen Talusfraktur bei antero-med ialer ligamentärer Instabilität, Vorfussab- duktion, peritalarer Instabilität mit Valgusfehlstellung und einer alten Fraktur der lateralen Talus- schulter zu diagnostizieren. Die vom Patienten geschilderte n Beschwerden sowie die erhobe- nen klinischen Befunde stünden in eindeutiger Kausalität zum Unfall vom 29. Juni 2011. 6.6 Dem im Rahmen der Replik eingereichten und als Pat ientenakte bezeichneten Arztbe- richt von Dr. E.____ vom 2. September 2015 ist zu entne hmen, dass die ausführliche klinische Untersuchung ein normales und flüssiges Gangbild zeige. O ffensichtlich bestünden noch Un- klarheiten bezüglich der Kausalität. Es bleibe klarzustel len, dass eine derartige Fraktur des Talus-Körpers zweifelsohne traumatischer Natur sei. Der U nfall könne unmöglich mehr als drei bis vier Jahre zurückliegen, da ansonsten reaktive degene rative Veränderungen zu erkennen wären. Die Lokalisation der Talusfraktur in Kombinat ion mit einer Verletzung des Kapsel- bandapparates am OSG passe gut zu einem Verletzungsmechan ismus mit Plantarflexion des Sprunggelenks und seitlicher Rotations-Krafteinwirkung. S olche Unfälle geschähen typischer- weise im Rahmen eines Misstritts auf unebenem Boden. Ein intensiveres Trauma wie bei- spielsweise ein Hochgeschwindigkeitstrauma könne in casu ausgeschlossen werden, da dies- falls eine erhebliche Traumatisierung der tibialen Gel enkoberfläche zu erwarten gewesen wäre. Der vom Patienten beschriebene Unfallhergang sei mit h öchster Wahrscheinlichkeit für die Fraktur des Taluskörpers verantwortlich zu machen. Da eine wahrscheinlich undislozierte Frak- tur vorgelegen habe, hätte dieser indolente Patient symptomarm eine gewisse Zeit weiterleben könne, bis es dann schliesslich zum Ausbilden einer Fragme ntierung des nekrotischen Fraktur- fragments gekommen sei. 6.7 Gemäss Aktengutachten von Dr. F.____ vom 6. November 2 015 sei die im Operati- onsbericht vom 18. Dezember 2013 konstruierte Unfallkaus alität unfallchirurgisch, biomecha- nisch und pathophysiologisch in keiner Weise nachvollziehbar . Bei dem dort beschriebenen Fragment handle es sich nicht um einen frakturierten Tei l von Knochengewebe, sondern viel- mehr um ein Dissekat und dem in der Folge nicht konsol idierten Defekt mit den im CT nachge- wiesenen Ossikeln. Damit sei ein klassischer Ablauf im Prozess einer ablaufenden OCD doku- mentiert, welcher Prof. Dr. C.____ arthroskopiert und am 18. Dezember 2013 beschrieben ha- be. Die angeführten Minitraumata im Bereich des OSG w ürden zwar die unfallkausale Ätiologie einer chronischen Bandinstabilität, jedoch auf keinen Fall die so beschriebene klassischen Be- funde einer OCD am Talus als eindeutig krankheitskausale Pathologie rechtfertigen. Die nach- träglich dokumentierte Pathologie am Talus sei mit wei t überwiegender Wahrscheinlichkeit un- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht fallkausal nicht zu begründen. Mit an Sicherheit grenze nder Wahrscheinlichkeit handle es sich bei den Beschwerden des Versicherten weder um Folgen o der Teilfolgen des Ereignisses vom 29. Juni 2011. Beim von Prof. Dr. C.____ am 18. Dezem ber 2013 erhobenen Arthroskopie- Befund handle es sich mit weit überwiegender Wahrschein lichkeit um den krankheitskausalen Befund einer OCD. Beim Ereignis vom 29. Juni 2011 sei von einem distorsiellen Vorgang bzw. von der Aktivierung einer schweren und vorbestehenden O SG-Arthrose auszugehen. Daraus resultiere ein Status quo ante von acht bis zehn Wochen. Die Beurteilung der Dres. G.____ und H.____ sei mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit zut reffend. Als Begründung sei die man- gelnde Sinnfälligkeit des geschilderten Unfallereignisse s mit bei weitem nicht ausreichender Energie zu sehen, um am Talus gar eine undislozierte Fr aktur zu verursachen. Hinzu trete die Arteriosklerose und die geradezu klassische Beschreibung einer OCD in den arthroskopisch erhobenen Befunden am 18. Dezember 2013. Die zeitlich e Eingrenzung des Unfalls auf höchs- tens drei bis vier Jahre könne nicht nachvollzogen werden. Pathophysiologisch sei die Begrün- dung von Dr. E.____ nicht nachvollziehbar. Genau genomm en handle es sich um drei vonei- nander unabhängige Pathologien am betroffenen OSG d es Versicherten: 1. die Spätfolge einer chronischen OSG-Instabilität, 2. ein unverhältnismässige s Trauma am 29. Juni 2011 in Form der Aktivierung der vorbestehenden Arthrose und 3. um ei nen isolierten, von beiden Vorereig- nissen unabhängigen Prozess im Talus in Form einer nachwe isbar schweren Sklerose der zu- führenden arteriellen Gefässversorgung und den erhoben en klassischen Befunden einer OCD. Der Feststellung von Dr. E.____, dass der indolente Pa tient symptomarm eine gewisse Zeit habe weiter leben können, könne in keiner Weise gefolgt werden. Tatsächlich gebe es indolente Patienten. Aber während zweier Jahre eine akut entsta ndene Talusfraktur im beschriebenen Ausmass mit dem dann klar erhobenen Befund einer krankhe itskausalen OCD unfallkausal be- gründen zu wollen, sei realitätsfremd. Zwei Jahre an einer nicht dislozierten Fraktur am Talus zu leiden, sei biologisch ohne andere relevante Gründe nicht nachvollziehbar. 6.8 Der Stellungnahme von Dr. E.____ vom 4. Januar 20 16 zufolge stelle die Antwort von Dr. F.____ auf Frage 1 eine Behauptung dar. Seine A ntwort zu Frage 2 bringe neu eine OSG- Arthrose ins Spiel. Die OSG-Arthrose sei aber durch kla ssische Befunde im Röntgenbild diag- nostizierbar, welche hier nicht vorlägen. Die Behauptun g von Dr. F.____, wonach Prof. C.____ eine klassische Beschreibung einer OCD in seinem Arthrosk opiebericht festgehalten habe, sei absolut haltlos, da die beschriebenen Befunde sehr gu t zu einer osteochondralen Läsion pas- sen, welche multiple Ursachen haben könne. Eine bessere direkte Beurteilung als bei der erst- maligen Operation, welche von einem äusserst erfahrenen und hochspezialisierten Facharzt durchgeführt worden sei, sei nicht möglich. Man könne also sagen, dass wenn Prof. C.____ die intraoperativen Befunde als Fraktur einschätze, dies auc h der Fall sein dürfte. Die Antwort von Dr. F.____ auf die Frage 3 sei ebenfalls eine reine Behauptung. Die eigene Einschätzung, dass die Pathologie kaum älter als drei bis vier Jahre zurückli egen könne, fusse auf der Erkenntnis, dass eine derart schwergradige Pathologie unweigerlich zu einer deutlichen und radiologisch erkennbaren Arthrose führen müsste, was beim Patienten aber nicht der Fall sei. Der Hinweis bezüglich des Unfallhergangs, welcher zur Fraktur passen w ürde, entspreche lediglich einer Plausibilitätserklärung. Der vom Patienten geschilderte Unfall sowie auch die Verletzungsmus- ter, wie sie bei der Arthroskopie von Prof. C.____ beschr ieben worden seien, würden zur Loka- lisation der Läsion am Talus passen. In seiner Antwort z ur Frage 6 beschreibe Dr. F.____ die Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht eigentliche Situation, wie sie recht häufig anzutreffen sei. Es gebe sehr viele Patienten, die eine unfallbedingte Schädigung annähernd symptomfrei eine gewisse Zeit sehr gut tolerieren wür- den. Insgesamt sei festzuhalten, dass die schriftliche Zusa mmenfassung der Arthroskopie von Prof. C.____ im Dezember 2013 als Schlüsseldokument angesehen werden müsse. 7.1 Entgegen den von den Parteien gegenteilig vertret enen Auffassungen lässt sich aus den vorliegenden medizinischen Unterlagen weder eine ü berwiegende Wahrscheinlichkeit für noch wider das Bestehen einer unfallkausalen Ursache fü r die geltend gemachten Beschwer- den am linken OSG erstellen. Was den Beweiswert zunächst der beiden behandelnden Ärzte des Versicherten betrifft, macht der Beschwerdeführer g rundsätzlich zu Recht geltend, dass insbesondere Prof. Dr. C.____ den entscheidenden Kenntn isstand hat. So trifft es zu, dass ge- rade die Aussagen des Erstoperateurs wesentlich sind, da diese auf eigenen und insbesondere echtzeitlichen Erhebungen im Zeitpunkt der Arthroskopie vom 18. Dezember 2013 beruhen. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass Prof. Dr. C .____ keineswegs unmittelbar nach der Arthroskopie vom 18. Dezember 2013, sondern erst am 4. September 2014 und mithin mit deut- licher Verspätung eine eindeutige Kausalitätsbeurteilun g abgegeben hat (vgl. Stellungnahme von Prof. Dr. C.____ vom 4. September 2014). In dies em Zusammenhang ist des Weiteren zu beachten, dass die beiden Operateure Prof. Dr. C.____ und Dr. E.____ in ihren Berichten und Stellungnahmen keinen Bezug auf ein konkretes Unfallere ignis nehmen. Was andererseits den Beweiswert der von der Beschwerdegegnerin angerufenen Unterlagen betrifft, handelt es sich sowohl bei Dr. G.____ als auch bei Dr. F.____ um rein e vertrauensärztliche Beurteilungen. Da- ran vermag auch die nachträgliche, von Dr. F.____ als Gutachten bezeichnete Stellungnahme vom 6. November 2015 nichts zu ändern. Diese stellt eine r eine Aktenbeurteilung ohne Beizug oder Untersuchung der versicherten Person dar, weshalb si e in formeller Hinsicht keinen höhe- ren Beweiswert beanspruchen kann. Nicht anders verhält es sich mit der Einschätzung von Dr. G.____ vom 6. August 2014. Diese fällt zum Vorneherei n derart summarisch aus, dass bereits aus grundsätzlichen Überlegungen nicht darauf abgestellt werden kann. 7.2 In inhaltlicher Hinsicht fällt mit Blick auf den let ztlich von Dr. E.____ als auch von Dr. F.____ als Schlüsseldokument bezeichneten Operation sbericht von Prof. Dr. C.____ vom 19. Dezember 2013 auf, dass darin festgehalten wird, d ass ein ursächliches Trauma nicht erin- nerlich sei. Seinem Folgebericht vom 2. April 2014 ist sodann lediglich zu entnehmen, dass ein Unfall nicht ausgeschlossen werden könne. Diese offensi chtlich eher zurückhaltende Schluss- folgerung stützt sich auf die im Bericht vom 2. April 2 014 wiedergegebene Aussage des Versi- cherten, dass dieser „wohl“ am 29. Juni 2011 gegen eine n schweren Gegenstand geschlagen habe und nun dieses Trauma mit der Exarzerbation seiner Beschwerden verbinde. Diese auf anamnestische Angaben zurückzuführenden Aussagen von Prof. Dr. C.____ erstaunen in Ge- genüberstellung mit seiner deutlichen Einschätzung vom 4 . September 2014, wonach die vom Patienten geschilderten Beschwerden sowie die erhobenen klinischen Befunde „in eindeutiger Kausalität mit dem Unfall vom 29. Juni 2011“ stehen wü rden. Zumal – wie bereits erwähnt – keine Bezugnahme auf das konkrete Unfallereignis und dem in diesem Zusammenhang mass- gebenden Bewegungsmechanismus erfolgt, erweist es sich als nicht nachvollziehbar, weshalb Prof. Dr. C.____ seine klare Kausalitätsbeurteilung m ithin nicht bereits in ähnlich deutlicher Form spätestens im Bericht vom 2. April 2014 geäussert ha t. Auf der Basis seiner insofern ab- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht weichenden Berichterstattungen kann ein natürlicher Kausalzusammenhang mit überwiegender Wahrscheinlichkeit daher nicht bejaht werden. Nicht ande rs verhält es sich letztlich mit den Aussagen des Zweitoperateurs Dr. E.____. Seiner Einschä tzung liegen insgesamt drei Stel- lungnahmen zu Grunde, wobei im ersten Operationsbericht vom 18. Juni 2014 lediglich auf eine Distorsionsverletzung vor über zwei Jahren verwiesen wird. Daraus alleine lässt sich in Bezug auf die Kausalität der geltend gemachten Beschwerden ebenfalls nichts zu Gunsten des Be- schwerdeführers ableiten. In Bezug auf die zweite Stell ungnahme von Dr. E.____ vom 2. September 2015 ist sodann die Aussage bemerkenswert, dass die fragliche Talusfraktur typi- scherweise bei einem Misstritt auf unebenem Boden entste ht. Diese Einschätzung jedoch wi- derspricht dem vom Beschwerdeführer geschilderten Unfall ablauf. Auch wenn Dr. E.____ am Schluss seines zweiten Berichts klarstellt, dass die Fraktur des Taluskörpers mit dem vom Ver- sicherten beschriebenen Unfallhergang mit höchster Wahrsc heinlichkeit übereinstimme, ver- bleibt hier letztlich ein nicht übersehbarer Widerspruch . Dies gilt umso mehr, weil wie zuvor schon in den ärztlichen Unterlagen von Prof. Dr. C.____ kein eigentlicher Bezug auf den kon- kreten Unfallablauf genommen wird, wie er ursprünglich aus der Schadenmeldung vom 22. Ja- nuar 2014 und den anschliessend gegenüber der Beschwerd egegnerin am 13. März 2014 er- folgten Bestätigung hervorgeht. Die dritte Stellungna hme von Dr. E.____ vom 4. Januar 2016 stellt schliesslich eine Stellungnahme im Rahmen des vorst ehend dazumal bereits hängigen Beschwerdeverfahrens dar. Dieser Umstand aber schliesst eb enfalls aus, dass ohne weiteres darauf abgestellt werden kann. Insbesondere aber vermag auch diese Stellungnahme inhaltlich nicht zu überzeugen. Namentlich erweist sich der darin enthaltene Verweis auf Prof. Dr. C.____ als nicht zielführend. So hat – wie bereits erwähnt – P rof. Dr. C.____ seinerseits erst sehr spät eine klare Aussage zur vorliegend strittigen Kausalität vorgenommen. Vor dem Hintergrund der von Dr. E.____ soweit nachvollziehbaren Einschätzung, dass eine zuverlässigere Beurteilung als anlässlich der Erstoperation vom 18. Dezember 2013 durch Prof. Dr. C.____ durchgeführten Arthroskopie nicht möglich sei, erweist sich sein Verwe is auf die erst verspätete und anfänglich unklare Einschätzung von Prof. Dr. C.____ mithin als ei gentlich Zirkelschluss, der eine unfall- kausale Verursachung nicht rechtsgenüglich zu belegen vermag. 7.3 Was die Stellungnahme von Dr. G.____ vom 6. August 2014 betrifft, kann auf das be- reits Gesagte verwiesen werden (vgl. Erwägung 7.1 hie rvor). Diese vertrauensärztliche Stel- lungnahme ist nicht begründet und derart summarisch a usgefallen, dass darauf nicht abgestellt werden kann. Was sodann die als Aktengutachten bezeichnet e Stellungnahme von Dr. F.____ vom 6. November 2015 betrifft, handelt es sich ebenfall s um ein erst im Rahmen des vorste- hend hängigen Prozesses eingebrachtes Beweismittel. Wie bereits bei der Stellungnahme von Dr. E.____ vom 4. Januar 2016 schliesst dieser Umstand au ch hier aus, dass ohne weiteres darauf abgestellt werden kann. Es ist daran zu erinnern, dass bereits geringe Zweifel die Zuver- lässigkeit und Schlüssigkeit versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu erschüttern ver- mögen (BGE 135 V 470 E. 4.4 a.E.). Solche Zweifel liegen hier auch in inhaltlicher Hinsicht vor. Die Erwägungen von Dr. F.____, wonach mit dem vom Versi cherten geltend gemachten Fuss- kick eine für die Verursachung einer Talusfraktur nur ungenügende Gewalteinwirkung hervorge- rufen worden sei, vermag auf den ersten Blick zwar nachvo llziehbar erscheinen. Dieses Argu- ment wird von Dr. F.____ jedoch nicht prioritär vorg ebracht. Der Vertrauensarzt der Beschwer- degegnerin hält in erster Linie vielmehr dafür, dass eine OCD als vorbestehender Krankheitsbe- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht fund im Talus angenommen werden müsse. In diesem Zusammenhang geht als massgebendes Kernargument aus den Darlegungen von Dr. F.____ hervo r, dass bereits aus dem Arthrosko- piebericht von Prof. Dr. C.____vom 19. Dezember 2013 der krankheitsbedingte Befund einer OCD herausgelesen werden könne. Eine für das Gericht i n diesem Sinne nachvollziehbare Äusserung lässt sich dem Operationsbericht von Prof. Dr. C.____ vom 19. Dezember 2013 aber gerade nicht entnehmen. Es fehlt insbesondere an einer Aussage des erstbehandelnden Ope- rateurs, wonach die anlässlich der Arthroskopie direkt ein gesehen Verhältnisse offenkundig für eine krankheitsbedingte Genese sprechen würden. Daran än dert auch nichts, dass Prof. Dr. C.____ in seinem Kurzbericht vom 2. April 2014 von einer möglichen OCD spricht, schliesst er doch gleichermassen eine unfallkausale Ursache ebenso wenig aus. Ebenfalls nicht nach- vollziehen lässt sich andererseits, ob die beschriebenen Ar throskopie-Befunde zu einer Läsion passen, welche gemäss den Ausführungen von Dr. E.____ vom 4. Januar 2016 offenbar multip- le Ursachen haben könne. Fehlt es offenbar aufgrund der gegenteilig vertretenen Auffassungen medizinischer Natur an einem ohne wesentlichen Widerspr uch erhobenen Befund, verbietet sich das Abstellen auf das Aktengutachten von Dr. F.____ aber aus grundsätzlichen Überle- gungen. 7.4 Der offenbar entscheidende Meinungsstreit, ob als vorstehender Krankheitsbefund eine OCD anzunehmen ist oder nicht, lässt sich auf der Basis der vorliegenden medizinischen Unterlagen letztlich nicht entscheiden. Dieser Meinungsstr eit hat sich allerdings schon früh ab- gezeichnet. Bereits spätestens im Einspracheverfahren war klar, dass sich die beiden Opera- teure Prof. Dr. C.____ und Dr. E.____ auf den Standpunkt stellen, dass die Kausalität zwischen Unfallereignis vom 29. Juni 2011 und den im Zusammenha ng mit der Talusfraktur geltend ge- machten Beschwerden zu bejahen sei. Die Beschwerdegegneri n hat es indes unterlassen, im Rahmen der ihr obliegenden Untersuchungspflicht berei ts in diesem Zeitpunkt ein unabhängi- ges Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG einzuholen. Sie hat sich vielmehr auf eine offensicht- lich nur summarische und deshalb nicht verwertbare Stell ungnahme ihres Vertrauensarztes Dr. G.____ beschränkt. Letztlich ist sie damit ihrer Unt ersuchungspflicht nicht nachgekommen (vgl. Erwägung 4.1 hiervor). Daran ändert aus den bere its dargelegten Gründen (vgl. Erwägun- gen 7.1 ff. hiervor) auch das erst im Rahmen der Dupli k eingereichte Aktengutachten von Dr. F.____ nichts. 8. Trotz der von beiden Parteien im Rahmen des vorlie genden Prozesses eingereichten ärztlichen Stellungnahmen ist die Aktenlage dem Gesagten zufolge weiterhin unklar. Die Sache kann deshalb nicht durch freie Beweiswürdigung zu Gunsten der einen oder anderen fachlichen Betrachtungsweise entschieden werden. Mangels Einholung eines überzeugenden externen Verwaltungsgutachtens kann auch nicht im Sinne einer anti zipierten Beweiswürdigung (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236) gesagt werden, von eine r zusätzlichen, nachvollziehbar und schlüssig begründeten medizinischen Beurteilung seien keine Entscheid relevanten Erkenntnis- se mehr zu erwarten. Die Angelegenheit ist daher in Gu theissung der Beschwerde an die Be- schwerdegegnerin zur erneuten Abklärung der strittigen Kausalitätsfrage zurückzuweisen. Die- se wird ein medizinisches Gutachten zur Klärung anzuord nen und danach über die Angelegen- heit neu zu entscheiden haben. Unter diesen Umständen ka nn deshalb auch offen bleiben, ob die Basler - wie der Beschwerdeführer vorbringt (vgl. Beschwerdebegründung Ziffer 4.5 a.E.) - Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Begründungspflicht und damit den Anspruch auf rec htliches Gehör des Versicherten (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88) verletzt hat. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt un d ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schw ierigkeit des Prozesses bemessen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bundesrechtlichen Anspruch auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem S inne, dass der Beschwerde führen- den Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verf ügung und der Rückweisung der Sa- che an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neue n Beurteilung alle Rechte im Hinblick auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 132 V 215 E. 6.2). Nachdem die Be- schwerde gutzuheissen und die Sache zur erneuten Abklärun g im Sinne der Erwägungen an die Basler zurückzuweisen ist, hat diese dem Beschwerdefüh rer eine Parteientschädigung aus- zurichten. Dessen Rechtsvertreter wies in seiner Honorarn ote vom 13. Januar 2016 einen Zeit- aufwand von insgesamt 17 Stunden aus, was sich in Anbetr acht der sich stellenden Sachver- halts- und Rechtsfragen sowie des wiederholten Schrift enwechsels als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zum in Sozialversicherungsprozessen p raxisgemäss für durchschnittli- che Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von CHF 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausge wiesenen Auslagen von CHF 212.10. Dem Versicherten ist somit eine Parteientsch ädigung in der Höhe von CHF 4‘819.05 (17 Stunden à CHF 250.-- + Auslagen von CHF 212.10 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Basler zuzusprechen. 10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Besch werde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG ). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einsprach eentscheid der Basler Versicherung AG vom 17. April 2015 aufgehoben, und die An- gelegenheit wird an die Basler Versicherung AG zur ergä nzenden Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse sowie der Ka usalitätsfra- ge zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Basler Versicherung AG hat dem Beschwerdeführer eine Partei- entschädigung in der Höhe von CHF 4‘819.05 (inkl. Ausla gen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.