<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-10-17-5A_828-2021.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_828/2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 17. Oktober 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied, </div> <div class="para">Bundesrichter Marazzi, Bovey, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Dürst. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Regionalgericht Bernina, Einzelrichter, Via della Pesa 8, 7742 Poschiavo. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Einvernehmliche private Schuldenbereinigung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts von Graubünden, Schuldbetreibungs- und Konkurskammer, vom 13. September 2021 </div> <div class="para">(KSK 21 44 und KSK 21 57). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">A.________ stellte mit Eingabe vom 12. April 2021 beim Regionalgericht Bernina ein Gesuch um Anordnung der einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigung. Das Regionalgericht Bernina wies das Gesuch mit Entscheid vom 22. Juni 2021 mit der Begründung ab, die finanzielle Situation von A.________ sowie die Identität der Gläubiger seien unklar und eine Schuldenbereinigung erscheine nicht realistisch. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Die gegen den Entscheid des Regionalgerichts erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht von Graubünden mit Entscheid vom 13. September 2021 als offensichtlich unbegründet ab. Das Gesuch von A.________ um unentgeltliche Rechtspflege wies das Kantonsgericht infolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">A.________ hat am 6. Oktober 2021 Beschwerde in Zivilsachen, eventualiter subsidiäre Verfassungsbeschwerde erhoben. Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung des Entscheids des Kantonsgerichts von Graubünden sowie die Rückweisung an das Kantonsgericht. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer stellt ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren. </div> <div class="para">Das Bundesgericht hat die kantonalen Akten beigezogen, indes keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Angefochten ist ein Entscheid über die Abweisung eines Gesuchs um Durchführung einer einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigung. Dabei handelt es sich um einen Endentscheid einer kantonalen Rechtsmittelinstanz in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen, welcher der Beschwerde in Zivilsachen unterliegt (<span class="artref">Art. 72 Abs. 2 lit. a BGG</span>). Über die Durchführung der einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigung entscheidet das Nachlassgericht. Die Beschwerde gegen Entscheide des Nachlassgerichts ist an keinen Streitwert gebunden (<span class="artref">Art. 74 Abs. 2 lit. d BGG</span>). Die Beschwerde in Zivilsachen ist das zutreffende Rechtsmittel, womit die ebenfalls erhobene subsidiäre Verfassungsbeschwerde nicht zulässig und darauf nicht einzutreten ist (<span class="artref">Art. 113 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Die Beschwerde in Zivilsachen ist ein reformatorisches Rechtsmittel (<span class="artref">Art. 107 Abs. 2 BGG</span>), womit ein materieller Antrag in der Sache zu stellen ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=13.10.2022&amp;to_date=01.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-313%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page313">BGE 137 II 313</a> E. 1.3). Das blosse Aufhebungsbegehren des Beschwerdeführers mit Rückweisungs- bzw. Anweisungsanträgen an die Vorinstanz genügt nicht. Aus der Begründung des Beschwerdeführers kann indes geschlossen werden, dass er die Anordnung der einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigung verlangt. Auf die Beschwerde ist aus dieser Sicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Mit der vorliegenden Beschwerde kann insbesondere die Verletzung von Bundesrecht gerügt werden (<span class="artref">Art. 95 lit. a BGG</span>). In der Beschwerde ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=13.10.2022&amp;to_date=01.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-I-377%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page377">BGE 143 I 377</a> E. 1.2). Die Verletzung verfassungsmässiger Rechte ist ebenfalls zu begründen, wobei hier das Rügeprinzip gilt (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=13.10.2022&amp;to_date=01.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">BGE 142 III 364</a> E. 2.4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Neue Tatsachen und Beweismittel sind nur soweit zulässig, als erst der angefochtene Entscheid dazu Anlass gibt (<span class="artref">Art. 99 Abs. 1 BGG</span>), was in der Beschwerde näher auszuführen ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=13.10.2022&amp;to_date=01.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-V-174%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page174">BGE 148 V 174</a> E. 2.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=13.10.2022&amp;to_date=01.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-393%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page393">133 III 393</a> E. 3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Anlass zur Beschwerde geben die Voraussetzungen für die Durchführung einer einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigung: Gemäss <span class="artref">Art. 333 Abs. 1 SchKG</span> kann ein Schuldner, der nicht der Konkursbetreibung unterliegt, beim Nachlassgericht die Durchführung einer einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigung beantragen. Das Nachlassgericht gewährt dem Schuldner eine Stundung von höchstens drei Monaten und ernennt einen Sachwalter, wenn die Schuldenbereinigung mit den Gläubigern nicht von vornherein als ausgeschlossen erscheint und die Kosten des Verfahrens sichergestellt sind (<span class="artref">Art. 334 Abs. 1 SchKG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Strittig ist vorliegend, ob die Schuldenbereinigung mit den Gläubigern des Beschwerdeführers von vornherein als ausgeschlossen erscheint. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.1.</b> Eine Schuldenbereinigung ist dann nicht aussichtslos, wenn sie geeignet ist, den Schuldner aus der Verschuldungssituation zu führen (ANDRES/NYFFELER, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 3. Aufl. 2021, N 3 zu <span class="artref">Art. 334 SchKG</span>; RONCORONI, in: Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N 1 zu <span class="artref">Art. 334 SchKG</span>). Der Schuldner hat glaubhaft darzulegen, dass eine plausible Chance für eine private Bereinigung besteht (GASSER, Schuldenbereinigung und Konkurs - Wege der Sanierung von Konsumenten, JKR 1997, S. 123; WALTHER, Die einvernehmliche Schuldenbereinigung als Retterin in der Not?, in: Insolvenz- und Wirtschaftsrecht 2001, S. 123. mit Hinweis). Die finanziellen Verhältnisse des Gesuchstellers müssen Grundlage für vernünftige Vertragsverhandlungen über eine teilweise Befriedigung der Gläubiger aus vorhandenen oder zukünftig anfallenden Eigenmitteln nahelegen (VOCK/MEISTER-MÜLLER, SchKG-Klagen nach der Schweizerischen ZPO, 2. Aufl. 2018, S. 433; ANDRES/NYFFELER, a.a.O., N 17 zu <span class="artref">Art. 333 SchKG</span>). Hierfür hat er in seinem Gesuch seine Schulden sowie seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen (<span class="artref">Art. 333 Abs. 2 SchKG</span>). Dies beinhaltet insbesondere eine Liste aller bekannten Gläubiger (UHLMANN, Private Schuldenbereinigung nach <span class="artref">Art. 333 ff. SchKG</span>, JKR 1999, S. 242; RONCORONI, a.a.O., N 3 zu <span class="artref">Art. 333 SchKG</span>). Von Vornherein ausgeschlossen ist eine Schuldenbereinigung etwa bei massiver Überschuldung des Privathaushalts, bei offensichtlich ungenügender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit oder mangels hinreichender Sanierungsquote (ANDRES/ NYFFELER, a.a.O., N 10 zu <span class="artref">Art. 334 SchKG</span>; VOCK/MEISTER-MÜLLER, a.a.O., S. 433). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.2.</b> Die Vorinstanz stellte fest, der Beschwerdeführer verfüge über keinen Einkommensüberschuss (Eingabe vom 12. April 2021), bzw. einen monatlichen Einkommensüberschuss von Fr. 84.61 (Eingabe vom 1. Juni 2021). In seinem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vor der Vorinstanz deklariere der Beschwerdeführer, zu diesem Zeitpunkt über einen monatlichen Betrag von Fr. 54.61 und ab dem 1. November 2021 über keinen Überschuss mehr zu verfügen. Weiter stellte die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe kein Vermögen, dagegen Schulden in der Höhe von mehr als Fr. 4 Mio. Diese Schulden setzten sich zusammen aus einem Betrag von über Euro 3 Mio. gegenüber mehr als 400 Gläubigern sowie einem Betrag von über Fr. 800'000.-- gegenüber Steuerbehörden und Ausgleichskassen. Die Vorinstanz erwog zur Aussicht auf Schuldenbereinigung, dass selbst dann, wenn der Beschwerdeführer wie von ihm vorgeschlagen mit über 400 Gläubigern unter Beteiligung seiner Berufshaftpflichtversicherung eine einvernehmliche Lösung finden könnte, es immer noch von vornherein aussichtslos erscheine, dass er ohne Sparquote daneben noch die offenen öffentlich-rechtlichen Forderungen von über Fr. 800'000.-- bedienen könne. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.3.</b> Mit dieser Begründung setzt sich der Beschwerdeführer nicht hinreichend auseinander. Er beschränkt sich auf den pauschalen Vorwurf, die Vorinstanz habe willkürlich die Schuldenbereinigung als aussichtslos erachtet. Er stützt sich dabei vergebens auf das in seinen Augen ausführliche und erfolgversprechende Sanierungskonzept, das jedoch im Kern einzig die Schadensdeckung durch seine Berufshaftpflichtversicherung vorsieht. Er wirft der Vorinstanz zu Unrecht vor, sie habe dieses Konzept nicht berücksichtigt. Er übersieht, dass die Vorinstanz die Ausgangslage selbst unter Berücksichtigung dieses Konzepts als hoffnungslos erachtete. Auch vor Bundesgericht klammert der Beschwerdeführer die öffentlich-rechtlichen Forderungen im Umfang von über Fr. 800'000.-- aus. Er zeigt weder auf, inwiefern die Feststellungen zu den öffentlich-rechtlichen Forderungen willkürlich sein sollen, noch begründet er, inwiefern es aussichtsreich bzw. überhaupt möglich sein soll, ohne Einkommen oder Vermögen mit den öffentlich-rechtlichen Gläubigern eine tragfähige Vergleichslösung zu finden. Auf diese Vorbringen ist nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.4.</b> Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, wie sie der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seinem Sanierungskonzept rügt, ist nicht auszumachen. Der angefochtene Entscheid ist im wesentlichen Punkt hinreichend begründet. Es ist klar zu erkennen, dass die Vorinstanz keine reelle Chance für die Bereinigung der öffentlich-rechtlichen Forderungen erkannte. Die Urteilsbegründung der Vorinstanz ermöglichte es dem Beschwerdeführer, sich über deren Tragweite Rechenschaft zu geben und das Urteil in voller Kenntnis der Sache beim Bundesgericht anzufechten. Damit ist der verfassungsrechtlichen Begründungspflicht Genüge getan (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=13.10.2022&amp;to_date=01.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-II-335%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page335">BGE 146 II 335</a> E. 5.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=13.10.2022&amp;to_date=01.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-III-324%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page324">145 III 324</a> E. 6.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=13.10.2022&amp;to_date=01.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-III-65%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page65">143 III 65</a> E. 5.2). Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs ist unbegründet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Umstritten ist darüber hinaus die Sicherstellung der Kosten des Verfahrens gemäss <span class="artref">Art. 334 Abs. 1 SchKG</span> in Verbindung mit den Voraussetzungen der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss <span class="artref">Art. 117 ZPO</span>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.1.</b> Erscheint eine Schuldenbereinigung nicht von vornherein als aussichtslos, sind nach Art. 334 Abs. 1 als weitere Stundungsvoraussetzung die Kosten des Verfahrens sicherzustellen. Die Kosten des Verfahrens umfassen die Gebühr für Bewilligung der Stundung sowie das Honorar des Sachwalters (<span class="artref">Art. 56 GebV SchKG</span>; SR 281.35). </div> <div class="para">Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege hat eine Person namentlich dann, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (<span class="artref">Art. 29 Abs. 3 BV</span>; <span class="artref">Art. 117 lit. b ZPO</span>). Ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist etwa aussichtslos, wenn die Schuldenbereinigung mangels Vermögenswerte von vornherein ausgeschlossen erscheint (vgl. IQBAL, SchKG und Verfassung - untersteht auch die Zwangsvollstreckung dem Grundrechtsschutz?, 2005, S. 166 f. mit Verweis auf Urteil 5P.196/1997 vom 28. August 1997 E. 4; ANDRES/NYFFELER, a.a.O., N 40 zu <span class="artref">Art. 334 SchKG</span>; WUFFLI/FUHRER, Handbuch unentgeltliche Rechtspflege im Zivilprozess, 2019, Rz. 44; GASSER, a.a.O., S. 123 f., Fn. 22). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.2.</b> Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdeführer habe erneut die unentgeltliche Rechtspflege beantragt und verfüge somit nicht einmal über die finanziellen Mittel, um die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens zu bezahlen. Der Beschwerdeführer verfüge bereits in diesem Verfahrensstadium nicht über die erforderlichen Mittel, womit es ausgeschlossen erscheine, dass er die weiteren Verfahrenskosten (auch exkl. Honorar des Sachwalters) tragen könne. Die Vorinstanz lehnte in der Folge auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege infolge Aussichtslosigkeit ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.3.</b> Der Beschwerdeführer bringt dagegen im Wesentlichen vor, die Vorinstanz habe die beiden kumulativen Voraussetzungen von <span class="artref">Art. 334 Abs. 1 SchKG</span> in einen unzulässigen Zusammenhang gebracht. Diese beiden Voraussetzungen seien gesondert zu beurteilen, ansonsten könne ein Schuldner "sein gesetzliches Recht" auf eine einvernehmliche private Schuldenbereinigung nie wahrnehmen. Ein Gesuch um Schuldenbereinigung könne nie erfolgreich sein, wenn wegen Aussichtslosigkeit keine unentgeltliche Rechtspflege gewährt würde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.4.</b> Dieser Vorhalt ist unbegründet. Die Vorinstanz hat beide Voraussetzungen von <span class="artref">Art. 334 Abs. 1 SchKG</span> geprüft und einzeln begründet, warum sie nicht vorliegen. Aus dem Umstand, dass es sich um kumulative Voraussetzungen handelt, kann der Beschwerdeführer auch nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dass im Falle des Beschwerdeführers gleich beide Voraussetzungen nicht erfüllt sind, ist gemäss dem angefochtenen Urteil auf die schlechte Einkommens- und Vermögenssituation im Verhältnis mit den beträchtlichen Schulden des Beschwerdeführers zurückzuführen. Diese Begründung vermag der Beschwerdeführer nicht umzustossen. Er scheint davon auszugehen, eine Stundung könne selbst bei hoher Verschuldung und ohne wirtschaftliche Leistungsfähigkeit oder Vermögen gewährt werden, was offensichtlich <span class="artref">Art. 334 Abs. 1 SchKG</span> widerspricht. Dem Beschwerdeführer kann dann auch nicht im Vorhalt gefolgt werden, die Vorinstanz habe mit der Abweisung des Gesuchs einen gesetzgeberischen Willen missachtet oder sich nicht mit der Funktion der einvernehmlichen privaten Schuldenbereinigung auseinandergesetzt. Eine Verletzung von <span class="artref">Art. 334 Abs. 1 SchKG</span> ist nicht ersichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.5.</b> Die Rüge des Beschwerdeführers, ihm sei zu Unrecht die unentgeltliche Rechtspflege verweigert worden, zielt ebenfalls in Leere. Vorliegend erscheint eine Schuldenbereinigung von vornherein als ausgeschlossen. Es ist auf dieser Grundlage nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege infolge Aussichtslosigkeit gemäss <span class="artref">Art. 117 lit. b ZPO</span> abgewiesen hat. Es kann dabei offen bleiben, ob die Bedürftigkeit eines Schuldners gemäss <span class="artref">Art. 117 lit. a ZPO</span> bzw. <span class="artref">Art. 29 Abs. 3 BV</span> eine Schuldenbereinigung als von vornherein ausgeschlossen gemäss <span class="artref">Art. 334 Abs. 1 SchKG</span> erscheinen lässt oder für das Verfahren um einvernehmliche private Schuldenbereinigung die unentgeltliche Rechtspflege gewährt werden kann, obwohl <span class="artref">Art. 334 Abs. 1 SchKG</span> vom Schuldner kumulativ die Sicherstellung der Kosten verlangt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist der Vorinstanz keine Verletzung von Bundesrecht vorzuwerfen, wenn sie das Gesuch um einvernehmliche private Schuldenbereinigung abgewiesen hat. </div> <div class="para">Der Beschwerde ist kein Erfolg beschieden, soweit darauf eingetreten werden kann. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege kann angesichts der Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren nicht gutgeheissen werden (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). Ausgangsgemäss trägt der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Regionalgericht Bernina, Einzelrichter, und dem Kantonsgericht von Graubünden, Schuldbetreibungs- und Konkurskammer, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 17. Oktober 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: Escher </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Dürst </div> </div></body></html>