Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 4. März 2015 (810 14 255) ___________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz Besetzung Vorsitzender Niklaus Ruckstuhl, Kantonsri chter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Christian Haidlauf , Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschreiber Stefan Suter Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Daniel Ordàs , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz (RRB Nr. 1182 vom 19. August 2014) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der mazedonische Staatsangehörige A.____, geboren a m xx.xx.1978, kam am 15. März 1985 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schw eiz und wurde daraufhin in die Niederlassungsbewilligung seiner Eltern mit einbezogen. Am 15. November 2002 heiratete er in Mazedonien seine Landsfrau B.____, geboren am xx.xx.1984, welche er in die Schweiz nach- zog. Aus der Ehe gingen die Kinder C.____ (geboren am xx.xx.2006) und D.____ (geboren am xx.xx.2008) hervor. Seit dem 22. Januar 2008 sind die Eheg atten gerichtlich getrennt, die Kin- der stehen unter der Obhut der Mutter. B. A.____ gab wiederholt zu Klagen Anlass und wurde de shalb wie folgt strafrechtlich verurteilt und ausländerrechtlich verwarnt: - Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Berner Jura - Se eland vom 4. Dezember 1998 we- gen grober Verletzung der Verkehrsregeln: Busse Fr. 9 00.-- bedingt, Probezeit von 2 Jahren; - Strafbefehl des Bezirksstatthalteramtes Arlesheim vom 10 . Januar 2001 wegen Fah- rens trotz Führerausweisentzug und einfacher Verletzung der Verkehrsregeln: 10 Tage Haft bedingt, Probezeit von 1 Jahr, sowie Busse von Fr. 150.--; - Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 14. März 2 007 wegen schwerer Körper- verletzung (Versuch) und Angriffs: Freiheitsstrafe von 7 Monaten bedingt, Probezeit von 2 Jahren. Am 12. Dezember 2007 wurde A.____ vom Amt für Migrati on des Kantons Basel-Landschaft (AfM) ausländerrechtlich ermahnt. Es folgten: - Strafbefehl des Bezirksstatthalteramtes Arlesheim vom 1 1. Mai 2009 wegen Sachbe- schädigung: Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 10.-- be dingt, Probezeit von 2 Jah- ren, sowie Busse von Fr. 500.--; - Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 9. Dezembe r 2010 wegen qualifizierter einfa- cher Körperverletzung (Versuch), Vergehens gegen das Bet äubungsmittelgesetz, mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes, F ahrens in fahrunfähigem Zu- stand, Missbrauchs von Schildern und Ausweisen sowie Führens eines nicht betriebs- sicheren Fahrzeuges: Freiheitsstrafe von 14 Monaten sowie Busse von Fr. 400.--, Voll- zug der Vorstrafen vom 14. März 2007 und 11. Mai 2009, aufgeschoben zugunsten ambulanter Massnahme zur Suchtbehandlung. Am 30. Mai 2011 wurde A.____ wiederum ausländerrechtl ich verwarnt. Er wurde in der Folge erneut straffällig: - Strafbefehle vom 26. August 2011 (Kanton Zürich), vo m 26. August 2011, 2. September 2011, 23. September 2011 und 30. Septe mber 2011 (Kanton St. Gallen) Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sowie vom 12. Oktober 2011 und 16. April 2012 (Kanton Luzern) wegen einfacher Ver- letzung der Verkehrsregeln: Bussen; - Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel- Stadt vom 9. Mai 2012 wegen Sachbeschädigung, Gewalt und Drohung gegen Behörden u nd Beamte, Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Übertretung des B etäubungsmittelgesetzes: Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.-- sowie Busse von Fr. 450.--. Mit Verfügung vom 14. Juni 2012 verwarnte ihn das AfM ein drittes Mal. Das Amt für Justizvoll- zug des Kantons Basel-Stadt, Abteilung Strafvollzug, hob die ambulante Massnahme am 26. Oktober 2012 auf, nachdem sich deren Fortführung a ls aussichtslos erwiesen hatte. Im An- schluss kam es abermals zu strafrechtlichen Verurteilungen: - Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-S tadt, Strafbefehlsdezernat, vom 22. April 2013 wegen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrun- fähigkeit, Entwendung zum Gebrauch, mehrfacher einfach er Verletzung der Verkehrs- regeln, pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall sowie Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeuges: Geldstrafe von 50 Tagessätzen à Fr. 30.-- sowie Busse von Fr. 1'000.--; - Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 9. September 2013 wegen mehrfacher Tät- lichkeit, mehrfacher Drohung, mehrfacher Nötigung (teil weise Versuch), Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfacher Übertretu ng des Betäubungsmittelge- setzes sowie mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffenge setz: Freiheitsstrafe von 9 Monaten sowie Busse von Fr. 700.--. Seit dem 18. März 2013 befindet sich A.____ in Untersu chungshaft resp. im (vorzeitigen) Straf- vollzug, aus dem er am 13. August 2014 bedingt entlasse n wurde. Seither lebt er bei seinen Eltern, die auch für seinen Lebensunterhalt aufkommen. C. Mit Verfügung vom 4. Februar 2014 widerrief das Af M unter Berufung auf die ergange- nen strafrechtlichen Verurteilungen sowie die erheblich e Verschuldung die Niederlassungsbe- willigung von A.____ und wies ihn unverzüglich auf (bedingte) Entlassung aus dem Strafvollzug aus der Schweiz weg. D. Die dagegen von A.____ beim Regierungsrat des Kanto ns Basel-Landschaft (Regie- rungsrat) erhobene Beschwerde wies dieser mit Entscheid Nr. 1182 vom 19. August 2014 ab. Der Regierungsrat verfügte weiter, dass er die Schweiz 3 0 Tage nach Rechtskraft des Ent- scheids zu verlassen habe. Der Entscheid wurde hauptsächlich damit begründet, dass A.____ wiederholt und teilweise schwer delinquiert und auch privatrechtliche Verpflichtungen nicht er- füllt habe. Er habe folglich neben dem Widerrufsgrun d der Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe auch den Widerrufsgrund des schwerwiegen den Verstosses gegen die öffentli- che Ordnung und Sicherheit erfüllt. Da er keine intakte Beziehung zu Ehefrau und Töchtern führe, könne er sich weiter nicht auf das Recht auf Ach tung des Familienlebens berufen, wobei andernfalls ein Eingriff ohnehin gerechtfertigt sei. E ine Rückkehr nach Mazedonien sei sodann Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zumutbar, es liege ausserdem kein Härtefall vor. Es be stünden gewichtige öffentliche Interes- sen an einer Wegweisung. Der Widerruf der Niederlassu ngsbewilligung halte somit trotz einer langen Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers in der S chweiz vor dem Verhältnismässig- keitsprinzip stand. E. Mit Eingabe vom 1. September 2014 hat A.____, ver treten durch Daniel Ordàs, Advo- kat, gegen den Regierungsratsbeschluss vom 19. August 2014 Beschwerde beim Kantonsge- richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kan tonsgericht), erhoben. Er beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben. Eventualiter sei die vorläufige Aufnahme anzuord- nen. Dies habe unter o/e-Kostenfolge zu geschehen, wobei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen sei. In der innert Frist eingereichten Beschwerdebegründung vom 6. Oktober 2014 rügt er in formeller Hinsicht zunächst, die Vorinstanz habe zu Unrecht davon abgesehen, seine Töchter anzuhören. In der Sache führt der Beschwerdef ührer zusammenfassend aus, die Vor- instanz habe bei der Beurteilung das familiäre Umfeld, die drohende Trennung von Ehefrau und Kindern, die Suchterkrankung sowie die vom Beschwerdef ührer erzielten Erfolge bei der Reso- zialisierung ausser Acht gelassen. Die Delinquenz und die Verschuldung seien Folgen der Dro- gensucht, vor seiner Erkrankung habe er ein unauffällig es Leben geführt. Mittlerweile habe er eine echte Rehabilitation in Angriff genommen und e s könne ihm eine günstige Prognose ge- stellt werden. Durch eine Wegweisung in ein Land, zu dem er keinerlei Verbindungen habe, würden die erzielten Fortschritte zunichte gemacht. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweise sich in Anbetracht der Gesamtumstände als unverhältnismässig. F. In seiner Vernehmlassung vom 21. November 2014 stellt der Regierungsrat das Be- gehren auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist er in erster Linie auf den angefochtenen Entscheid. Zusätzlich unterstreicht er, dass die geltend gemachte Re- habilitation des Beschwerdeführers als unbelegte Behaup tung zu betrachten sei, zumal dieser erst seit Kurzem in Freiheit sei und früher bereits meh rere Suchtbehandlungen abgebrochen habe. G. Mit Präsidialverfügung vom 17. Dezember 2014 wurde der Fall der Kammer zur Beur- teilung überwiesen und dem Beschwerdeführer die unen tgeltliche Prozessführung sowie Ver- beiständung bewilligt. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Be schwerdeführer Adressat des ange- fochtenen Entscheides ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat, die üb- rigen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl di e örtliche wie auch die sachliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsg erichtlichen Beschwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsver letzungen zu überprüfen bzw. zu prü- fen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen re chtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Wei- teren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist de m Kantonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Der Beschwerdeführer rügt zunächst in formeller Hin sicht, der Beschwerdegegner ha- be zu Unrecht auf die persönliche (mündliche) Anhörung seiner beiden Töchter verzichtet. Er macht nicht geltend, er habe im vorinstanzlichen Verfahre n die persönliche Anhörung der Kin- der beantragt. Es ist demnach zu fragen, ob der Beschwe rdegegner im Rahmen der Sachver- haltsabklärung von Amtes wegen verpflichtet war, eine mündliche Kindesanhörung durchzufüh- ren. Wie die Vorinstanz gestützt auf die einschlägige b undesgerichtliche Rechtsprechung zu- treffend dargelegt hat, sichert Art. 12 des Übereinko mmens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK) dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen es berührenden Angele genheiten bzw. Gerichts- und Verwal- tungsverfahren unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle frei zu äus- sern und angehört zu werden. Indessen ist das Kind nicht zwingend mündlich, sondern lediglich in angemessener Weise anzuhören, wobei diese Anhörung j e nach der zu behandelnden Prob- lematik und den Umständen des Einzelfalles auch schriftli ch oder über einen Vertreter vorge- nommen werden kann (BGE 136 II 78 E. 4.8; BGE 124 I I 361 E. 3c; Urteil des BGer 2C_103/2014 vom 13. Januar 2015 E. 2; vgl. A LEXANDRA RUMO -JUNGO /M ARC SPESCHA , Kin- deswohl, Kindesanhörung und Kindeswille in ausländerrec htlichen Kontexten, AJP 2009, S. 1106 f.). Im Unterschied etwa zu einem Scheidungsverfahren, wo die Interessen der Beteilig- ten nicht gleichläufig sind und sich eine persönliche Anh örung der Kinder aus diesem Grund aufdrängt, kann in einem ausländerrechtlichen Verfahre n grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass sich die Haltung der Kinder mit jener der Eltern deckt und sich ihr Standpunkt ohne Weiteres den Eingaben und Rechtsschriften entnehme n lässt (Urteil des BGer 2C_576/2011 vom 13. März 2012 E. 3.3; Urteil des BGer 2C_746/2009 vom 16. Juni 2010 E. 4.1). Anders liegen die Dinge in solchen fremdenpo lizeilichen Fällen, wo nur das Kind selbst über nicht rechtsgenüglich bekannte aber für die Entsch eidfindung wesentliche Tatsachen er- gänzend Aufschluss zu erteilen in der Lage ist, insbesond ere wo die genaue Kenntnis des Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Standpunktes der Kinder aufgrund der Sachlage einen E influss auf das Ergebnis der vorzu- nehmenden Interessenabwägung haben könnte (vgl. Urteil des BGer 2C_192/2011 vom 14. September 2011 E. 3.3.2; Urteil des BGer 2A.423/ 2005 vom 25. Oktober 2005 E. 5.4; Urteil des BGer 2A.82/2002 vom 23. Mai 2002 E. 1.4). Nach d em Gesagten genügt es, wenn der Be- schwerdeführer das Anliegen seiner Kinder in das Verfahr en einbringen konnte, was er bereits im Verfahren vor dem AfM getan hatte. Die Aussagen d er Kindsmutter liegen den Akten eben- falls bei, wobei sich ihr Standpunkt zu den Kinderbelangen mit demjenigen des Beschwerdefüh- rers deckt und sie im Schreiben die relevanten Äusserunge n der Kinder konkret zitiert. Es ist weder ersichtlich noch dargetan, welche neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse, die sich nicht bereits aus den Akten ergeben, durch eine mündliche Bef ragung der Töchter des Beschwerde- führers hätten gewonnen werden können. Folglich ist ni cht zu beanstanden, dass die Vo- rinstanz auf die mündliche Befragung der Kinder verzichtet hat. 4. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und die damit einhergehende Wegweisung zu Recht erfolgten. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinne n und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zustän dige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. AuG und 27 ff. AuG - im Rahmen der g esetzlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland - nach freiem Ermessen über die Zulassun g zu einem Aufenthalt mit oder oh- ne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Gewäh rung einer Anwesenheitsbewilligung hat die ausländische Person grundsätzlich nicht, es sei de nn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 185 E. 2.3 ; P ETER UEBERSAX , in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg. ], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 4.2 Zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der R epublik Mazedonien be- steht kein Staatsvertrag, der dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz gewähren würde. Es sind entsprechend die Bestimmun gen des AuG, vorbehältlich anderer völkerrechtlicher Verträge, anwendbar. 4.3 Gemäss Art. 34 Abs. 1 AuG verleiht die Niederlassung sbewilligung ihrem Inhaber grundsätzlich einen zeitlich unbefristeten und unbedingt en Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz. Es ist somit von einem grundsätzlichen gesetzlichen Anspruch des Beschwerdefüh- rers auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. 4.4 Des Weiteren macht der Beschwerdeführer sinngemäss ei nen Anwesenheitsanspruch aus dem Grundrecht auf Achtung des Privat- und Familienlebens geltend. 4.4.1 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Sch utze der Menschenrechte und Grund- freiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 sowie dem Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverf assung der Schweizerischen Eidgenos- senschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienle- bens können ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufent- halt oder Verbleib in einem andern Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitgliedern führt (vgl. A NDREAS ZÜND /THOMAS HUGI YAR , Aufent- haltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrec ht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, EuGRZ 2013, S. 1 0 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien können somit dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familien- angehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit unt ersagt und damit das gemeinsame Fa- milienleben vereitelt wird. Gemäss ständiger bundesgeri chtlicher Rechtsprechung müssen die sich hierzulande aufhaltenden Angehörigen über ein ge festigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie das Schweizer Bürg errecht oder eine Niederlassungs- bewilligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbewill igung verfügen, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht. Zudem müssen diese P ersonen zur Kernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende, minderjährige Kin der) gehören und es muss eine enge, tatsächliche und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Nach der Rechts prechung fallen zudem die sozialen Bin- dungen eines Ausländers im Aufenthaltsstaat und zur Gemei nschaft, in der er lebt - insbesondere wenn er im Aufenthaltsstaat geboren wurde oder im jungen Kindesalter ein- gereist ist -, bei einer langen Aufenthaltsdauer in de n Schutzbereich des Privatlebens (kombi- nierter Schutzbereich des Privat- und Familienlebens, vg l. Urteil des BGer 2C_445/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 2.3; Urteil des BGer 2C_1193/2013 vom 27. Mai 2014 E. 2.2). 4.4.2 Der Beschwerdeführer führt keine tatsächliche und intakte Beziehung zu seiner Ehe- frau, so dass der grundrechtliche Schutzbereich in dieser Hinsicht nicht eröffnet ist. 4.4.3 Anders ist die Sachlage im heutigen Zeitpunkt in Bezug auf seine Töchter zu beurtei- len. Diese verfügen mit der Niederlassungsbewilligung über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht. Der Regierungsrat erwog, der Beschwerdeführer könne sich nicht auf den grundrechtlichen An- spruch berufen, denn er lebe mit seinen Kindern nicht i m gleichen Haushalt. Er könne seine familiäre Beziehung demnach von Vornherein nur in besch ränktem Rahmen leben, nämlich über die Ausübung des ihm eingeräumten Besuchsrechts. Diese Einschätzung wird jedoch den speziellen tatsächlichen Verhältnissen des vorliegenden F alles nicht (mehr) gerecht: Der Be- schwerdeführer wohnt bei seinen Eltern in einem Mehrfa milienhaus unmittelbar neben der Wohnung seiner Ehefrau und seiner Töchter. Gemäss den ü bereinstimmenden Angaben der Beteiligten besteht im Alltag ein unkomplizierter fo rtwährender Kontakt zwischen Vater und Töchtern, ohne dass das Besuchsrecht formell hätte gereg elt werden müssen. Unter diesen Umständen trifft es zwar zu, dass der Beschwerdeführer nich t obhutsberechtigt ist und mit sei- nen Kindern nicht im selben Haushalt lebt, dennoch ist seine Situation und die Qualität der heu- te gelebten Beziehung mit einer derartigen Familienk onstellation zumindest vergleichbar. Es ist angesichts dessen nicht angezeigt, die zu Vätern mit eingeschränktem Besuchsrecht entwickel- te Rechtsprechung heranzuziehen. Der Beschwerdeführer wie auch seine Kinder haben im vor- liegenden Verfahren wiederholt betont, dass für sie d er kontinuierliche Kontakt im Alltag von grosser Bedeutung sei. Die familiäre Beziehung wird somi t tatsächlich gelebt und ist soweit er- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichtlich eng und intakt. Wird in einer Gesamtbetrachtun g zudem weiter berücksichtigt, dass sich der Beschwerdeführer seit Kindesbeinen - konkret sei t mittlerweile dreissig Jahren - in der Schweiz aufhält, dass alle Mitglieder der näheren Familie in der Schweiz wohnen und er mit der Niederlassungsbewilligung einen gefestigten Anwesenhei tsanspruch zu verlieren droht, so er- scheint der Schutzbereich von Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners als eröffnet. 4.5 Zusammenfassend kann sich der Beschwerdeführer vorliege nd somit auf den durch die Niederlassungsbewilligung im Rahmen des Ausländerge setzes gewährten Rechtsanspruch auf Aufenthalt in der Schweiz sowie auf das Grundrec ht auf Achtung des Privat- und Familien- lebens berufen. 5. Indes gelten weder der gesetzliche Anspruch auf Au fenthalt nach Art. 34 Abs. 1 AuG noch der grundrechtliche Anspruch auf Privat- und Fam ilienleben absolut. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist selbst dann möglich, wenn die ausländische Person in der Schweiz geboren wurde und ihr ganzes bisheriges Leben hie r zugebracht hat (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BGE 139 I 16 E. 2.2.1). 5.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 li t. b AuG kann die Niederlassungsbe- willigung widerrufen werden, wenn die Ausländerin od er der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Das Bundesgericht hat das Kriterium der Längerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahingehend konkretisiert, dass es einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere unterjährige St rafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden dürfen (BGE 137 II 297 E. 2; BGE 135 II 377 E. 4.2). Keine Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wur de (Urteil des BGer 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Ein Widerruf ist ebenfalls mö glich, wenn die ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefährdet hat (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Die Praxis geht hiervon aus, wenn er durch sein Handeln besonders hochwertige Rechtsgüter verletzt oder in Gefahr gebracht hat, sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht be eindrucken lässt und sich im Rah- men einer Gesamtbetrachtung zeigt, dass er auch künftig weder gewillt noch fähig erscheint, sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 297 E. 3; Urteil des BGer 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2). Aus beiden Gründen kann di e Niederlassungsbewilligung auch bei Ausländern widerrufen werden, die sich seit mehr als fünfzehn Jahren ununterbrochen und ord- nungsgemäss in der Schweiz aufhalten (Art. 63 Abs. 2 AuG ). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK darf in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut eingegriffen we rden, soweit der Eingriff gesetzlich vor- gesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnu ng, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. 5.2 Mit der Verurteilung zu einer teilbedingten Frei heitsstrafe von 14 Monaten durch das Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 9. Dezember 20 10 ist vorliegend eine längerfristige Freiheitsstrafe ausgesprochen worden und der Widerruf sgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht i.V.m. Art. 62 lit. b AuG gegeben, was vom Beschwerde führer zu Recht nicht in Frage gestellt wird. Ob sein Verhalten zugleich als schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist, wie es die Vorinstanzen an- genommen haben, bedarf keiner näheren Betrachtung, weil dieser Widerrufsgrund nur dann zur Anwendung kommt, wenn es an den Voraussetzungen für ei nen Widerruf aufgrund der Verur- teilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe fehlt (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2; Urteil des BGer 2C_888/2012 vom 13. März 2013 E. 3; Urteil des BGer 2C _1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.1). In der vorliegenden Konstellation kommt ihm so mit nur subsidiäre und damit keine ent- scheidwesentliche Bedeutung zu. Der gesetzliche Anwesenh eitsanspruch ist damit grundsätz- lich erloschen. Die Verurteilung zu einer längerfristig en Freiheitsstrafe rechtfertigt dem Grund- satz nach gleichzeitig einen Eingriff in den grundrechtl ich begründeten Anwesenheitsanspruch, denn der angefochtene Entscheid stützt sich auf eine ges etzliche Grundlage und er bezweckt die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sowie die Verhinderung weiterer strafbarer Handlungen. Er verfolgt damit öffentliche Interessen, die in Art. 8 Ziff. 2 EMRK ausdrücklich erwähnt sind. 6. Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 Au G führt nicht zwingend zum Entzug der Niederlassungsbewilligung. Vielmehr rechtfe rtigt sich der Widerruf und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) n ach Art. 96 Abs. 1 AuG nur dann, wenn diese Massnahme im Einzelfall gestützt auf eine u mfassende Güterabwägung verhält- nismässig erscheint. Dabei sind alle Umstände des Einzelfa lls zu berücksichtigen und die öf- fentlichen und privaten Interessen sorgfältig gegenein ander abzuwägen (M ARTINA CARONI , in: Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela Thurnherr [Hrsg. ], Bundesgesetz über die Auslände- rinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 51 Rz. 3; A NDREAS ZÜND /LADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Rz. 8.48). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen am Belass en der Bewilligung und der öffent- lichen Interessen an deren Widerruf, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Zur Beurtei- lung der Frage, ob dies der Fall ist, sind namentlich d ie Schwere des Delikts und des Verschul- dens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zei traum, das Verhalten des Ausländers während diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3). Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll zwar nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werd en, doch ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. z.B. da s Urteil des BGer 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.3 [Widerruf der Niederlassu ngsbewilligung eines hier geborenen, wiederholt straffällig gewordenen 43-jährigen Türken ]). Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz, insbesondere bei Gewalt- u nd Betäubungsmitteldelikten, besteht ein wesentliches öffentliches Interesse, zur Aufrechterhaltun g der Ordnung bzw. Verhütung von (weiteren) Straftaten die Anwesenheit des Ausländers zu beenden (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BGE 137 II 233 [nicht publ.] E. 3.1). Was das Fernhaltein teresse anbetrifft, so muss gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei schweren Straftate n - wozu auch gravierende Delikte gegen Leib und Leben gehören - selbst ein geringes Re strisiko weiterer Delinquenz nicht in Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kauf genommen werden (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 13 0 II 176 E. 4.2-4.4 mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang ist auch auf die Bestimmungen von Art. 121 Abs. 3-6 BV hinzuweisen. Gemäss diesen Bestimmungen verlieren Ausländerinnen und Ausländer unabhängig von ihrem ausländerrechtlichen Status ihr Aufenthaltsrecht sowie a lle Rechtsansprüche auf Aufenthalt in der Schweiz, wenn sie unter anderem wegen eines "Gewalt delikts" rechtskräftig verurteilt wor- den sind (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV). Zwar sind diese V erfassungsbestimmungen gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht direkt anwendb ar, das Bundesgericht hat aber fest- gehalten, der vom Verfassungsgeber zum Ausdruck gebrachte n Wertung sei insoweit Rech- nung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht bzw. zu keinen Kon- flikten mit dem Beurteilungsspielraum führe, den der E uropäische Gerichtshof für Menschen- rechte (EGMR) den einzelnen Konventionsstaaten bei der Umsetzung ihrer Migrations- und Ausländerpolitik zugestehe (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 139 I 16 E. 5.3). Gleich wie Art. 96 Abs. 1 AuG verlangt auch die EMRK in diesem Zusammenhan g eine Abwägung der sich ge- genüberstehenden privaten Interessen an der Belassung d er Niederlassungsbewilligung und den öffentlichen Interessen an deren Widerruf. Der EG MR stützt sich bei der Beurteilung der Zulässigkeit aufenthaltsbeendender Massnahmen im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK auf die gleichen Aspekte wie die bundesgerichtliche Praxis (Z ÜND /H UGI YAR , a.a.O., S. 13; BGE 139 I 31 E. 2.3.3). Daraus folgt, dass eine Massnahme, die sich im Sinne von Art. 96 Abs. 1 AuG als verhältnismässig erweist, grundsätzlich auch vor Art. 8 EMRK standhält (vgl. Urteil des BGer 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 4). 7. Somit bleibt nachfolgend anhand der der dargelegt en Rechtslage zu prüfen, ob unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des vorliegenden F alles die öffentlichen Interessen am Widerruf der Niederlassungsbewilligung die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz überwiegen. 7.1.1 Der Beschwerdeführer ist in der Schweiz wiederhol t straffällig geworden. Er wurde zwar nur einmal zu einer Freiheitsstrafe von über einem Jahr verurteilt, insgesamt erwirkte er aber vier Freiheitsstrafen von insgesamt über 30 Monate n; dazu kommen drei Geldstrafen von gesamthaft 160 Tagessätzen sowie unzählige Bussen. Darunt er fallen Verurteilungen wegen Tätlichkeiten, wegen schwerer und qualifizierter einfach er Körperverletzung, wegen Angriffs sowie wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Damit ist der Beschwerdefüh- rer mehrfach wegen Gewaltdelikten verurteilt worden und in dieser Hinsicht rückfällig geworden. Sein Gewaltpotential manifestierte er verschiedentlich auch mittels Drohungen und Nötigungen, bei denen er vor dem Einsatz von Waffen (scharfkantige S cherbe, Faustfeuerwaffe) nicht zu- rückschreckte. Weiter ist er auch durch eine Vielzahl von Ver kehrsregelverletzungen aufgefal- len und hat damit eine erhöhte Gefahr von Verletzungs - und Todesfolgen für andere Verkehrs- teilnehmer geschaffen. Die Natur der verwirklichten Stra ftatbestände und die grosse Anzahl an Verurteilungen offenbaren insgesamt ein schweres straf rechtliches Verschulden. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers lassen sich diese Delikte n icht mit seiner Suchterkrankung erklären, insbesondere handelt es sich ganz offenkundig n icht um typische Beschaffungskrimi- nalität. Im Zusammenhang mit seiner Drogensucht ist ih m zudem vorzuwerfen, dass er sämtli- che Hilfestellungen und Bemühungen der Behörden um ei ne Behandlung durch mangelnde Kooperation so lange hintertrieben hat, bis die ambul ante Massnahme zufolge Aussichtslosig- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit aufgehoben werden musste. Trotz zahlreicher geboten er Chancen, sich doch noch zu be- währen, hat sich der Beschwerdeführer als unfähig oder unwillig gezeigt, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten. So liess er sich weder durch st rafrechtliche Probezeiten noch durch ausländerrechtliche Verwarnungen davon abhalten, unve rdrossen und in hoher Kadenz immer wieder Straftaten zu begehen. Dass sich der Beschwerdefüh rer um die hiesigen Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens foutiert, zeigt sich au ch in seinem Umgang mit öffentlich- rechtlichen und privatrechtlichen Verpflichtungen. So w eist der bei den Akten liegende Betrei- bungsregisterauszug vom 22. Juli 2014 insgesamt 30 offen e Betreibungen über einen Gesamt- betrag von Fr. 204'735.84 auf, dazu kommen zwölf Verlu stscheine über gesamthaft Fr. 122'608.85. Demgegenüber weist der Betreibungsre gisterauszug vom 23. Juli 2007 Betrei- bungen im Gesamtbetrag von Fr. 15'898.65 aus, Schuldscheine waren damals keine registriert. Der Beschwerdeführer hat somit innert weniger Jahre m assiv Schulden angehäuft. Ernsthafte Bemühungen, die Verbindlichkeiten abzutragen oder eine m weiteren Anwachsen der Ausstän- de entgegenzuwirken, sind nicht ersichtlich. Sein über Ja hre an den Tag gelegtes Verhalten zeugt damit insgesamt von einer Geringschätzung der schweize rischen Rechtsordnung. Da er sich weder durch Untersuchungshandlungen und Sanktionen der Strafverfolgungsbehörden noch durch Betreibungen noch durch insgesamt drei fre mdenpolizeiliche Verwarnungen beein- drucken und von weiteren Straftaten und einer stetig w eiter anwachsenden Verschuldung ab- halten liess, entsteht vom Beschwerdeführer das Bild ein es uneinsichtigen, gewalttätigen Ge- wohnheitsdelinquenten, der die ihm gewährten Chancen nicht zu nutzen vermochte und bei welchem die in einem Rechtsstaat zur Verfügung stehenden Sanktionen augenscheinlich wir- kungslos sind. 7.1.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, massive innerf amiliäre Probleme im Zusam- menhang mit der Einreise seiner Ehefrau hätten zu einer völligen Überforderung geführt und ihn aus der Bahn geworfen. Deswegen sei er in die Betäubun gsmittelabhängigkeit und Kriminalität abgerutscht. Bis zur Erkrankung habe er ein vorbildliches L eben geführt. Wegen seiner Sucht sei er heute in ärztlicher Behandlung. Im Strafvollzug habe er zu seinem eigentlichen Wesen zurückgefunden und sei mittlerweile erfolgreich resozia lisiert worden. Er stelle heute keine Ge- fahr für die Sicherheit und Ordnung mehr dar und an seiner Wegweisung bestehe deshalb kein öffentliches Interesse. Vorauszuschicken ist, dass mit dem vorliegenden Widerruf de r Niederlassungsbewilligung in erster Linie das in der Vergangenheit an den Tag gelegte Verhalten sanktioniert wird und dieses Gebaren nach der gesetzlichen Regelung von Art. 63 AuG ein öffentliches Interesse an seiner Fernhaltung impliziert. Nach der Rechtsprechung kommt der Rückfallgefahr bzw. der Wahr- scheinlichkeit eines künftigen Wohlverhaltens ausserhalb de s Geltungsbereichs des Freizügig- keitsabkommens keine zentrale Bedeutung zu (Urteil des BG er 2C_331/2010 vom 16. September 2010 E. 3.3; Urteil des BGer 2C_218/20 10 vom 27. Juli 2010 E. 3.3.1; vgl. auch BGE 130 II 176 E. 4.2). Die Legalprognose wird zwar auch in Fällen von Drittstaatsangehörigen im Rahmen der Interessenabwägung mitberücksichtigt, ist aber nicht allein ausschlaggebend (vgl. Urteil des BGer 2C_296/2011 vom 25. August 2011 E . 3.3). Bei einem schweren Ver- schulden der ausländischen Person hat eine günstige Lega lprognose zudem regelmässig nur geringe Auswirkungen auf die Interessenabwägung, zumal im Zusammenhang mit Gewaltdelik- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten selbst ein relativ geringes Restrisiko nicht hingenom men werden muss (Urteil des BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5; Urteil des BGe r 2C_477/2008 vom 24. Februar 2009 E. 2.3 mit Hinweis). Hinzu kommt, dass für Legalprognos en in fremdenpolizeilicher Hinsicht mit Blick auf das im Vordergrund stehende Interesse der öffe ntlichen Ordnung und Sicherheit ein strengerer Beurteilungsmassstab zum Tragen kommt als im str afrechtlichen Sanktionenrecht (Urteil des BGer 2C_218/2011 E. 3.3.1; BGE 120 Ib 129 E. 5b). Den Ausführungen des Beschwerdeführers ist konkret zunächst entgegenzuhalten, dass er schon vor seiner Heirat im Jahr 2002 und damit vor Entsteh ung der als ursächlich angeführten innerfamiliären Probleme und späteren Drogensucht ne gativ aufgefallen ist. Bei der im Jahr 1998 begangenen groben Verletzung der Verkehrsregeln h andelt es sich dabei keineswegs eine Bagatelle, wie er dies suggeriert. Erschwerend fü r ihn kommt hinzu, dass er im Jahr 2000 innerhalb der strafrechtlichen Probezeit erneut durch ein Verkehrsdelikt auffiel, wobei er trotz entzogenem Führerausweis ein Fahrzeug lenkte. Offenbar hatte er schon damals keine Hem- mungen, seine eigenen Bedürfnisse vor die Rechtsordnung zu stellen, wobei augenscheinlich weder verhängte noch angedrohte Sanktionen sein Verha lten ausreichend zu beeinflussen vermochten. Bereits zum damaligen Zeitpunkt zeigt sich de mnach in den Grundzügen ein Ver- haltensmuster, das sich später wiederholen sollte. Weite r unterstreichen die Ausführungen des Beschwerdeführers seine im gesamten Verfahrensablauf ge zeigte Tendenz, die Verantwortung für seine fortgesetzte Delinquenz auf externe Faktoren ab zuschieben und ihn als Opfer von widrigen Umständen erscheinen zu lassen. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Taten und tatsächliche Einsicht in das begangene Unrecht sind j edenfalls keine erkennbar. Indem der Beschwerdeführer sein Verschulden fortwährend bagatell isiert, ergeben sich zusätzliche Si- cherheitsbedenken. So sind denn die von ihm vorgebrachten Ursachen für die Delinquenz nach wie vor präsent: Er befindet sich erst am Anfang einer auf dauerhafte Drogenabstinenz ausge- richteten psychiatrischen-psychotherapeutischen Behandlung, so dass die Sucht - auch ge- mäss seinen eigenen Angaben - in keiner Weise als überwun den gelten kann. Der Beschwer- degegner weist diesbezüglich zu Recht darauf hin, dass in der Vergangenheit mehrere ambu- lante Therapieversuche gescheitert sind. Weiter fällt au f, dass er noch im vorinstanzlichen Ver- fahren angekündigt hatte, nach der bedingten Entlassun g aus dem Strafvollzug eine stationäre Therapie in Angriff nehmen zu wollen. Dass er dann abe r offenbar davon abgesehen hat und lediglich regelmässige Therapiegespräche im Rahmen eine r ambulanten Behandlung belegt, erweckt grundsätzliche Skepsis gegenüber seiner Motivation und seinem Durchhaltewillen. Des Weiteren ist nicht ersichtlich, inwiefern sich die frühere n Unstimmigkeiten innerhalb der Familie mittlerweile aufgelöst haben sollen. Aus den im vorlieg enden Verfahren eingereichten Schrei- ben von Familienmitgliedern geht vielmehr hervor, dass sich das Verhältnis zu seinen Eltern und Geschwistern nach wie vor schwierig gestaltet. Auch die Beziehung zu seiner Ehefrau und ihr Verhältnis zu seiner übrigen Familie bleiben gemäs s den Angaben der Familienmitglieder weiterhin schwer belastet. Prognostisch ebenfalls ungünst ig erscheint, dass dem Beschwerde- führer die Reintegration ins Erwerbsleben nicht gelung en ist und damit kurzfristig auch nicht gerechnet werden kann (vgl. ärztliche Bescheinigung der Psychiatrie Baselland vom 15. September 2014). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1.3 Mit Blick auf die Vorgeschichte bleiben im vorlieg enden Fall trotz der Beteuerungen des Beschwerdeführers nicht auszuräumende Zweifel daran b estehen, ob er sich zukünftig wohl verhalten wird, namentlich aufgrund seiner Unbe lehrbarkeit und seiner Neigung zur Baga- tellisierung des deliktischen Verhaltens. Die von der Kumulation der Straftaten, der langjährigen Delinquenz insbesondere im Gewaltbereich sowie der u nter Tatbeweis gestellten Unbelehrbar- keit ausgehenden (abstrakten) Risiken für die öffentliche Sicherheit und Ordnung begründen ein öffentliches Interesse ersten Ranges an der Fernhaltung des Beschwerdeführers aus der Schweiz. Auch unter Berücksichtigung von Art. 121 Abs. 3 lit. a BV ist von einem gewichtigen öffentlichen Fernhalteinteresse auszugehen. Nach dem Ge sagten besteht ein erhebliches öf- fentliches Interesse daran, die Niederlassungsbewilligun g des Beschwerdeführers zu widerru- fen und ihn aus der Schweiz wegzuweisen. 7.2 Bei der Ermittlung der privaten Interessen des Besch werdeführers am Verbleib in der Schweiz ist ihm zunächst darin zu folgen, dass sich sein Lebe nsmittelpunkt seit seinem siebten Lebensjahr in der Schweiz befindet und er in den vergan genen 30 Jahren soziale Beziehungen zur Schweiz geknüpft hat, die er durch eine Wegweisung z u verlieren droht. Seine beiden Kin- der, die Eltern sowie zwei Schwestern leben hier, dazu kommen weitere Verwandte väter- und mütterlicherseits. Die Schweiz und das hiesige familiäre Umfeld verlassen zu müssen, würde ihn und sein unmittelbares familiäres Umfeld gewiss hart treffen. Insbesondere der Kontakt zu den Kindern würde wesentlich erschwert. Eine Wegweisung führte vorliegend dazu, dass die Töchter weitgehend ohne Vater aufwachsen müssten, wod urch ein Risiko für nachteilige psy- chosoziale Folgen für die Kinder geschaffen wird. Wie der Beschwerdeführer zutreffend darlegt, würde die Wegweisung weiter auch dazu führen, dass er d er Familie als (potentieller) finanziel- ler Versorger nicht zur Verfügung stände. Zusammenfassend ist insbesondere aufgrund seiner langen Aufenthaltsdauer und seiner hier lebenden Kindern von einem gewichtigen privaten Inte- resse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz auszugehen. 7.3 Dem genannten öffentlichen Interesse sind die soebe n erwähnten privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Wie ausgeführt wurde, besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Fer nhaltung des Beschwerdeführers. Ihm ist gleichzeitig darin beizupflichten, dass die Niederlassu ngsbewilligung aufgrund seiner langen Aufenthaltsdauer nur mit Zurückhaltung widerrufen wer den soll. Auch wenn es sich bei ihm nicht um einen Ausländer der zweiten Generation handel t, so gilt es trotzdem zu berücksichti- gen, dass er sich seit rund 30 Jahren in der Schweiz aufh ält, wobei er die prägenden Jugend- jahre hier verbracht hat. In Bezug auf seine Person i st schon alleine aufgrund der langen Auf- enthaltsdauer von gewichtigen privaten Interessen an ei nem Verbleib in der Schweiz auszuge- hen. Bezüglich der Integration ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer fliessend schwei- zerdeutsch spricht und die hiesigen Schulen abgeschlossen sowie erfolgreich eine Lehre als Elektromonteur absolviert hat. Gleichwohl war er vor sei ner Verhaftung im März 2013 offenbar über Jahre arbeitslos und hat auch vorübergehend Sozialhilfe bezogen. Seit der bedingten Ent- lassung aus dem Strafvollzug wird er vollumfänglich von seinen Eltern unterstützt. Es muss so- mit davon ausgegangen werden, dass sich der Beschwerdef ührer auf dem Arbeitsmarkt nicht nachhaltig zu integrieren vermochte und dass seine wirt schaftlichen Perspektiven in der Schweiz dementsprechend ungünstig einzuschätzen sind. Sei ne gesamthafte Integration in der Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schweiz kann angesichts der wiederholten Delinquenz und massiven Schuldenwirtschaft nicht als gelungen bezeichnet werden. Vielmehr scheint es ihm trotz langem Aufenthalt und weitge- hender Sozialisation in der Schweiz am Verständnis für die hiesige Rechtsordnung zu mangeln. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann eine schlechte Integration eine lange Aufent- haltsdauer denn auch relativieren (vgl. Urteil des BGe r 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 3.3.2). Die drohende Trennung von seinen Kindern und von seinen engsten Familienangehö- rigen ist zugunsten des Beschwerdeführers zu berücksichtige n. Zugleich ist allerdings darauf hinzuweisen, dass er vor seiner Inhaftierung seine Frau und Kinder verlassen hatte und ihn sei- ne Kinder in den ersten Lebensjahren kaum je gesehen h atten. In der Haft kam es nur zu ver- einzelten Besuchen. Bemühungen, wenigstens finanziell fü r deren Unterhalt aufzukommen, sind ebenfalls keine erkennbar. Der durch die Wegweisun g resultierende Umstand, dass die Töchter weitgehend ohne Vater aufwachsen müssten, stellt in dieser Konstellation ohne zusätz- liche hinzu tretende Faktoren kein ungewöhnlich gewicht iges privates Interesse an einem Ver- bleib in der Schweiz dar. Der Beschwerdeführer ist allei n dafür verantwortlich, wenn ein ge- meinsames Familienleben - abgesehen von allfälligen B esuchsaufenthalten und telefonischen oder elektronischen Kontakten - nicht mehr gepflegt werden kann. Eine Rückkehr nach Mazedonien wäre sodann unbestreitbar m it persönlichen und wirtschaftli- chen Nachteilen für den Beschwerdeführer selbst und fü r ihm nahestehende Personen verbun- den. Trotzdem erscheint sie gesamthaft betrachtet zumut bar. Nach eigenen Angaben hat er in Mazedonien keine lebenden Verwandten. Dennoch verfügt e r entgegen seiner Darstellung durchaus über Verbindungen zu seinem Heimatland, hat er doch die ersten Lebensjahre im Land verbracht und dieses danach mehrfach besucht; darüber hinaus hat er als Erwachsener in Mazedonien neun Monate Militärdienst geleistet. Es kan n somit davon ausgegangen werden, dass ihm die dortigen kulturellen und sozialen Gepflogen heiten nicht völlig unbekannt sind. Er kennt sein Heimatland nicht nur von Erzählungen seiner Eltern oder von Ferienaufenthalten und er spricht mit der Muttersprache Albanisch eine der Amtss prachen. Seine Deutschkenntnisse und der Berufsabschluss als Elektromonteur werden ihm darüber hinaus den beruflichen Ein- stieg erleichtern und beim Aufbau einer neuen Existenz behilflich sein. Wie das AfM bereits im vorinstanzlichen Verfahren aufgezeigt hat, wird die ther apeutische Behandlung seiner Suchter- krankung auch in Mazedonien angeboten (vgl. die Vernehm lassung des AfM vom 2. Mai 2014 und den als Beilage eingereichten Aufsatz aus einem sozialmedizinischen Fachjournal aus dem Jahr 2011). Einer Rückkehr stehen somit keine ernsthaften Hindernisse im Weg. Auch wenn die Niederlassungsbewilligung von Ausländern, die als Kind in die Schweiz eingereist sind und eine lange Aufenthaltsdauer vorweisen können, nur mit Zurückh altung zu widerrufen ist, so erweist sich vorliegend ein Widerruf als einzig geeignete und als erforderliche ausländerrechtliche Mas- snahme, um den Sicherheitsinteressen der Schweiz gerecht zu werden. Das AfM hat trotz der bereits früher gesetzten Widerrufsgründe über Jahre d ie angezeigte Zurückhaltung walten las- sen. Das Amt hat den Beschwerdeführer insgesamt drei Mal verwarnt und ihm mit Nachdruck die möglichen gravierenden ausländerrechtlichen Folgen w eiterer Delinquenz und Schulden- wirtschaft aufgezeigt. Nachdem er sämtliche gewährten Ch ancen ungenutzt verstreichen liess, wäre eine erneute Verwarnung offensichtlich nicht zielf ührend. Obschon der Beschwerdeführer wegen der Dauer seines Aufenthalts und mit Blick auf se in Alter bei der Einreise ein gewichti- ges privates Interesse an einem Verbleib geltend macht und die Wegweisung zur Trennung von Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht seinen Kindern und übrigen Familienmitgliedern führt , so überwiegt letztendlich angesichts der schweren und wiederholten Delinquenz und des öffentlic hen Sicherheitsbedürfnisses das öf- fentliche Interesse an der aufenthaltsbeendenden Massnahme. Damit erweist sich der Widerruf im Ergebnis als verhältnismässig und der Eingriff in das Recht auf Privat- und Familienleben als gerechtfertigt. 8. Was der Beschwerdeführer gegen dieses Ergebnis weite r vorbringt, dringt nicht durch. 8.1 So geht er offenbar davon aus, dass vorliegend als m ilderes Mittel zur Wegweisung die vorläufige Aufnahme in Betracht kommt und beantragt de mentsprechend im Eventualbegeh- ren - allerdings erstmals im Verfahren und damit im Grunde genommen in nach § 6 Abs. 1 VPO unzulässiger Ausdehnung des Streitgegenstands - die A nordnung der vorläufigen Aufnahme. Die vorläufige Aufnahme kommt jedoch erst in Frage, wen n der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zumutbar ist (vgl. A rt. 83 Abs. 1 AuG). Die vorläufige Aufnah- me bildet somit keine in der Verhältnismässigkeitsprüfun g in Erwägung zu ziehende mildere Massnahme zur Wegweisung, sondern es handelt sich um eine E rsatzmassnahme, falls sich die Entfernungsmassnahme als undurchführbar erweist (R UEDI ILLES , in: Caroni/Gächter/ Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., Art. 83 Rz. 2). Wie vorgeh end aufgezeigt wurde, stehen der Wegwei- sung im vorliegenden Fall keine Hindernisse im Weg; di ese ist nach heutigem Kenntnisstand möglich, zulässig und zumutbar. Folglich besteht keine Ve ranlassung, beim Staatssekretariat für Migration die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers zu beantragen. 8.2 Nicht stichhaltig ist schliesslich auch die Rüge des Besch werdeführers, die gegen ihn verfügte fremdenpolizeiliche Massnahme stelle eine unzulässi ge Doppelbestrafung dar. Eine verbotene Doppelbestrafung (Grundsatz ne bis in idem) liegt vor, wenn ein Beschuldigter we- gen derselben Tat mehrmals verfolgt und bestraft wird ( vgl. Art. 4 Abs. 1 des Protokolls Nr. 7 zur EMRK vom 22. November 1984; BGE 128 II 355). In kon stanter Rechtsprechung und in Berücksichtigung der Praxis des EGMR geht das Bundesgericht davon aus, dass Administra- tivmassnahmen der hier vorliegenden Art, welche als Folge von strafrechtlichen Verurteilungen verfügt werden, nicht Strafcharakter haben und folglich nicht zu einer verkappten Doppelbestra- fung führen (BGE 135 IV 6 E. 4.2; Urteil des BGer 2C _530/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.2; Urteil des BGer 2C_19/2011 vom 27. September 2011 E. 3 mit Hinweisen). 9. Zusammengefasst erweist sich der Widerruf der Niederl assungsbewilligung des Be- schwerdeführers und seine Wegweisung aus der Schweiz als ve rhältnismässig. Der Regie- rungsrat hat entsprechend den rechtlichen Anforderunge n die öffentlichen Interessen, die per- sönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration i m Rahmen einer umfassenden Interes- senabwägung berücksichtigt. Anhaltspunkte dafür, dass er d as ihm zustehende Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hätte, bestehen ausserdem kein e. Der Widerruf der Niederlassungs- bewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, was zur vollumfänglichen Abweisun g der Beschwerde führt. Dem Be- schwerdeführer ist eine neue Ausreisefrist von 30 Tagen n ach Rechtskraft dieses Urteils anzu- setzen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahr ens zu befinden. 10.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Ka ntonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von insge samt Fr. 1'400.-- dem unterlegenen Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Bewilligung de r unentgeltlichen Rechtspflege gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 10.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die ausserordentlichen Kosten sind demnach wettzuschlagen. Zufolge Be- willigung der unentgeltlichen Rechtspflege ist dem R echtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar zulasten der Gerichtskasse auszurichten. In seiner H onorarnote vom 16. Januar 2015 macht er einen Zeitaufwand von 12 Stunden und 10 Minuten geltend, was nicht zu beanstanden ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwäl tinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltl icher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Für die Auslagen stellt der Rechtsvertreter Fr. 111.55 in Rechnung, wobei er für Tele- fonauslagen und Porti einen Pauschalbetrag von 3 % der Honorarforderung einsetzt. Diese Auslagen sind allerdings gemäss § 16 Abs. 1 TO nach dem tatsächlichen Aufwand in Rechnung zu stellen. Fehlt es in dieser Hinsicht an einer tarifkonformen Honorarnote, so sind die Auslagen vom Gericht nach Ermessen festzusetzen (vgl. § 18 Abs. 1 TO) . Im vorliegenden Fall erscheint ein Auslagenersatz in der Höhe von total Fr. 50.-- ange messen. Daraus ergibt sich ein aus der Gerichtskasse auszurichtendes Gesamthonorar von Fr. 2'682.- - (inkl. 8 % MWST von Fr. 198.65). 10.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hinge wiesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in de r Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft dieses Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Ver- fahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'682.-- (inkl. Auslagen und 8 % MWST) aus der Ger ichtskasse aus- gerichtet. Vorsitzender Gerichtsschreiber