Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. August 2015 (720 13 116 / 190) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente; Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit; dem Ge- richtsgutachten kommt ausschlaggebende Beweiskraft zu; Bemessung des Invalidenein- kommens anhand der LSE-Tabellenlöhne; Bestimmung de r anwendbaren Tabelle und des massgebenden Anforderungsniveaus Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1974 geborene A.____ war vom 1. Januar 1998 bis 30. Juni 2010 bei der B.____ AG angestellt, wobei er zuletzt als Wirtscha ftsprüfer tätig war. Am 5. Mai 2010 meldete sich A.____ unter Hinweis auf Panikstörungen mit Ag oraphobie bei der Eidgenössischen Invali- denversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nachdem sie die gesundheitlichen und die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht erwerblichen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft beim Versi- cherten einen Invaliditätsgrad von 25 %. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte die IV-Stelle - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 7. März 2013 einen Anspruch von A.____ auf eine IV-Rente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 24. April 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefoc htene Verfügung aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 1. August 2010 eine ganze IV-Rente zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Juli 2013 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Am 6. September 2013 äusserte sich A.____ unaufgefor dert im Rahmen einer kurzen Replik zur Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin. Gleichz eitig reichte er einen Bericht sei- nes behandelnden Psychiaters Dr. med. C.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 21. August 2013 ein. Mit Schreiben vom 18. September 2 013 teilte die IV-Stelle mit, dass sie auf zusätzliche Ausführungen zu diesen Eingaben des Beschwerdeführers verzichte. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 26. September 201 3 gelangte das Kantonsgericht zum Ergebnis, dass eine abschliessende Beurteilung der Ange legenheit gestützt auf die vor- handene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Das Ger icht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur Klärung der medizinischen Sachlage e in psychiatrisches Gerichtsgutach- ten in Auftrag zu geben. Gleichzeitig gab es den Parte ien Gelegenheit, sich gemeinsam auf eine Gutachterperson zu einigen und zum vorgesehenen Fra genkatalog Stellung zu nehmen. Mit Eingaben vom 19. bzw. 26. November 2013 teilten d ie Parteien mit, dass sie gemeinsam Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, als Gerichtsgutachter vorschlagen wür- den. Zudem machten beide von der Möglichkeit Gebrauch, dem Experten Zusatzfragen zu un- terbreiten. In der Folge erteilte das Kantonsgericht Dr. D.____ am 4. Dezember 2013 den Auf- trag zur Erstellung des Gerichtsgutachtens. F. Am 16. Juli 2014 erstattete Dr. D.____ das in Auftr ag gegebene psychiatrische Ge- richtsgutachten. Die Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutach- tens und zur Frage zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse auf den Leistungsanspruch des Versicherten auswirken würden. Die IV-Stelle machte am 1 2. August 2014 hiervon Gebrauch, wobei sie ihrer Eingabe eine Beurteilung von Dr. med . E.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 6. August 2014 beilegte. Der Be- schwerdeführer wiederum liess sich am 27. September 2014 zum Gutachten und zu dessen Auswirkungen auf den Leistungsanspruch vernehmen. Gle ichzeitig legte er seinen Ausführun- gen eine umfangreiche “Psychologische Stellungnahme“ von lic. phil. F.____, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, vom 19. September 2014, ein Sch reiben des behandelnden Psychia- ters Dr. C.____ vom 22. September 2014 und einen Ber icht des Spitals G.____ vom 1. Juni 2014 bei. In der Folge nahm die IV-Stelle am 23. Okt ober 2014 zu diesen Eingaben des Be- schwerdeführers Stellung, wobei sie zusätzlich eine weiter e Beurteilung des RAD-Arztes Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. E.____ vom 20. Oktober 2014 einreichte. Der Versich erte nahm am 1. Dezember 2014 zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin vom 12. August 2014 Stellung. G. Da lic. phil. F.____ und Dr. C.____ in ihren Stel lungnahmen vom 19. bzw. 22. September 2014 die Ergebnisse des Gerichtsgutachten s in verschiedener Hinsicht kritisiert hatten, bat das Kantonsgericht den Experten Dr. D.____ am 15. Dezember 2014, aus seiner Sicht zu den vorgebrachten Einwänden Stellung zu nehm en. Mit Schreiben vom 15. Januar 2015 kam Dr. D.____ diesem Ersuchen nach. Im Rahmen ei nes abschliessenden kurzen Schriftenwechsels äusserten sich der Beschwerdeführer am 25. März 2015 und die IV-Stelle am 29. April 2015 zu diesen ergänzenden Ausführungen von Dr. D.____. Zudem legte der Be- schwerdeführer seinen Ausführungen einen Austrittbericht der Klinik H.____ vom 24. Dezember 2014 bei, in welchem über einen vom 17. Oktober 2014 b is 17. Dezember 2014 dauernden sta- tionären Klinikaufenthalt des Versicherten berichtet wird. H. Am 22. Juli 2015 gab der Beschwerdeführer überdies einen Austrittsbericht der Klinik I.____ vom 16. Juli 2015 zu den Akten. Diesem ist zu e ntnehmen, dass der Versicherte im Zeit- raum vom 26. Januar 2015 bis 27. April 2015 in der gen annten Klinik stationär behandelt wor- den war. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 24. April 2013 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Au fgabe es ist, seine Fachkenntnis- se der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um ein en bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, we nn die Gerichtsexpertise wider- sprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Ober gutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurt eilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fach experten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Ober- expertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende S chlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des medizinischen S achverhaltes als erstes Berichte der behandelnden Ärzte des Versicherten ein. Da diese U nterlagen nach Auffassung der IV- Stelle keine abschliessende Beurteilung des Gesundheitszustan des und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten zuliessen, gab sie bei Dr. med. J.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches dieser am 2 1. Dezember 2011 erstattete. Darin hielt der genannte Facharzt beim Versicherten a ls Diagnose mit Einfluss auf die Arbeits- fähigkeit eine Panikstörung mit Agoraphobie (ICD-10 F4 0.01) fest. Weitere Diagnosen - auch solche ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit - wur den von Dr. J.____ keine erhoben. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, sowohl in der bisherigen Tätigkeit als Treuhänder und Wirtschaftsprüfer als auch in jeder anderen, seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechenden Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 90 %. 5.2 Die IV-Stelle stützte sich in der Folge in der an gefochtenen Verfügung vom 7. März 2013 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vo llumfänglich auf dieses psychiatri- sche Gutachten von Dr. J.____ vom 21. Dezember 2011. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte ab März 2010 sowohl in der zuletzt ausge übten Tätigkeit als Treuhänder und Wirtschaftsprüfer als auch in allen anderen seinen Mög lichkeiten entsprechenden Verweistätig- keiten im Umfang von 90 % arbeitsfähig sei. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachte n externer Spezialärztinnen und - ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich der ersten in dieser Ange- legenheit erfolgten Urteilsberatung vom 26. Septembe r 2013 gelangte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auffassung, dass dem Gutachten von Dr. J. ____ vom 21. Dezember 2011 - ent- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegen der Sichtweise der IV-Stelle - aus verschiedenen G ründen keine ausschlaggebende Be- weiskraft beigemessen werden könne. So nehme es eine tei lweise nicht nachvollziehbare Ge- wichtung der vorhandenen medizinischen Akten vor (so etwa in Bezug auf die Berichte von lic. phil. F.____ vom 12. Februar 2010 und vom 7. Juni 201 0) und es gehe nicht oder nur unzu- reichend auf relevante Aspekte des Krankheitsbildes ein, wa s insbesondere in Bezug auf die Auswirkungen des in den Akten wiederholt beschriebenen a usgeprägten Vermeidungsverhal- tens des Versicherten gelte. Schliesslich vermöge das Gutac hten auch in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten nicht zu überzeugen, er weise es sich diesbezüglich doch als zu wenig differenzierend. Da die übrigen damals vorliegenden medizinischen Berichte ebenfalls keine ausreichende Grundlage für eine abschliessende Beurt eilung der Beschwerde bildeten, beschloss das Gericht, den Fall auszustellen und die erfor derliche zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachverhalts im Rahmen eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen, mit dessen Erstellung in der Folge Dr. D.____ beauftragt wurde. 6.1 Im Rahmen seiner Begutachtung hat Dr. D.____ den Versicherten zweimal ambulant psychiatrisch exploriert. Gestützt auf seine Untersuchungen hält Dr. D.____ in seinem Ge- richtsgutachten vom 16. Juli 2014 als Diagnosen eine Panikstörung mit agoraphobischen Zügen (ICD-10 F40.0), akzentuierte narzisstisch-neurotische Pers önlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.00), fest. In seiner Beurteilung legt der Gutachter dar, dass si ch beim Exploranden in Bezug auf die Ent- stehung des psychischen Krankheitsgeschehens eine deutlich e zeitliche Koinzidenz mit dem Verlauf seiner beruflichen Laufbahn finde. Während er anfangs als sogenannter “High flyer“ mit Rating 1 eingestuft worden sei, seien die Bewertungen in der Folge zunehmend ungünstiger ausgefallen, indem er mit Rating 2 sowie schliesslich m it Rating 3 beurteilt worden sei und ihm die Arbeitgeberin zu verstehen gegeben habe, dass auf der operativen Ebene keine weiteren Beförderungen mehr vorgesehen seien. Offenbar habe der Explorand im Laufe der Jahre mit zunehmenden Schwierigkeiten beziehungsweise mit einer gew issen Überforderung als Mana- ger zu kämpfen gehabt. Da er aufgrund seiner akzentui erten narzisstisch-neurotischen Persön- lichkeitszüge nur sehr beschränkt in der Lage sei, Gefühle differenziert wahrzunehmen und zu äussern, habe sich eine zunehmende phobische Symptomati k im Sinne von Panikattacken mit Agoraphobie entwickelt. Die Zurückstufung von Rating 1 b is schliesslich Rating 3 habe für den Exploranden eine eheblichen psychische und emotionale Belastung sowie überdies eine erheb- liche Kränkung bedeutet. Aufgrund seiner narzisstisch-neuro tischen Persönlichkeitszüge zeige der Versicherte eine sehr ausgeprägte Leistungsorientie rtheit und stelle sehr hohe Anforderun- gen an sich selbst. Diesen sei er wahrscheinlich aus einer gewissen fachlichen Überforderung je länger je weniger gewachsen gewesen, was schliesslich z u Ängsten geführt habe, welche sich in Form einer Panikstörung mit agoraphobischen Zügen manifestiert hätten. Der Versicher- te habe in der Folge ein ausgeprägtes Vermeidungsverha lten entwickelt. Er sei auch je länger je weniger in der Lage gewesen, seine eigenen Grenze n zu akzeptieren. Zudem erweise sich der Explorand als aggressionsgehemmt, wodurch die Entwi cklung seiner Angstproblematik zu- sätzlich gefördert worden sei. Es hätten sich beim Versich erten auch zunehmende regressive Tendenzen entwickelt, indem er schliesslich mit einem Bel astbarkeitstraining im Sinne berufli- cher Massnahmen der IV einverstanden gewesen sei. Auch sein e Forderung nach einem Ar- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht beitstraining in Photographie spreche für regressive Te ndenzen und für ein deutliches Vermei- dungsverhalten. Dieses erkläre nicht zuletzt auch das Scheitern der beruflichen Massnahmen. Somit könne davon ausgegangen werden, dass das psychische Le iden, nämlich Panikstörun- gen mit agoraphobischen Zügen, Ausdruck einer zunehmende n beruflichen Überforderung dar- stelle. Die berufliche Überforderung und die stetig schlechteren Qualifikationen durch die Ar- beitgeberin hätten beim Exploranden zu einer erhebli chen Verunsicherung und Selbstentwer- tung geführt. Im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten weist Dr. D.____ vorab darauf hin, dass dieser an und für sich sehr motiviert sei, Leistu ngen zu erbringen, er zeige jedoch, sobald er an seine eigenen Grenzen stosse, ein deutliche s Vermeidungsverhalten. Aus den dargelegten Gründen sei für die angestammte Tätigkeit als Manager mit Führungsfunktion von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Diese dürfte seit der letzten schweren psy- chischen Dekompensation im Mai 2009 vorliegen. Beruflich e Massnahmen mit dem Ziel, den Versicherten in eine alternative Tätigkeit umzuschulen, se ien nicht angezeigt, da dieser über fundierte kaufmännische Kenntnisse und eine lange Beruf serfahrung verfüge. Für sämtliche kaufmännische Tätigkeiten ohne Führungsfunktion bestehe beim Exploranden aus psychiatri- scher Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit. 6.2 In ihrer Stellungnahme vom 12. August 2014 zum Ge richtsgutachten von Dr. D.____ bezeichnet die IV-Stelle dieses als fachgerecht erstellt und schlüssig, weshalb bei der Beurtei- lung des Leistungsanspruchs des Versicherten auf dessen Ergebn isse abgestellt werden kön- ne. Demgegenüber erachtet der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in seiner Eingabe vom 27. September 2014 das Gerichtsgutachten insbesondere in Bezug auf die Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit in einer kaufmännischen Tätigkeit ohne Führungsfunktion als nicht nachvollzieh- bar. Entgegen der Auffassung des Gerichtsgutachters sei auch in einer solchen Verweistätigkeit von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Der Rechtsvertreter des Beschwerde- führers stützt seine Einschätzung auf zwei aktuelle, von ih m zum Gerichtsgutachten eingeholte Berichte, nämlich auf eine ausführliche “Psychologische St ellungnahme“ von lic. phil. F.____ vom 19. September 2014 und auf ein Schreiben des behandelnden Psychiaters Dr. C.____ vom 22. September 2014. Deren Ausführungen würden aufzeigen, dass das Problem des Versicher- ten mitnichten bloss darin bestehe, seine angestammte anspruchsvolle berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben zu können. Vielmehr sei es offensichtlich so , dass der Versicherte aufgrund sei- ner Erkrankung in seiner gesamten Lebensführung schwer betroffen sei und ihm somit klarer- weise auch die Ausübung einer einfacheren kaufmännischen Tätigkeit, wie vom Gutachter pos- tuliert, nicht möglich sei. Der Fachpsychologe lic. phil. F.____ lege überzeugend dar, dass sich die Erwartungsangst bzw. die Panikstörung beim Versicherten bei jeder Tätigkeit auswirke, wel- che eine strukturierte Arbeitsweise verlange und die in sofern eben druck- beziehungsweise angstauslösend sei. 6.3 In der Folge bat der Instruktionsrichter des Kantonsg erichts den Gerichtsgutachter Dr. D.____, zu den in der “Psychologischen Stellungnahm e“ von lic. phil. F.____ vom 19. Sep- tember 2014 und im Bericht von Dr. C.____ vom 22. Se ptember 2014 erhobenen Einwänden Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stellung zu nehmen. Mit Schreiben vom 15. Januar 2015 kam Dr. D.____ diesem Ersuchen nach. Dabei stellte er vorab die Schilderungen des Fach psychologen und des behandelnden Psychiaters, wonach die Symptome einer Panikstörung mit ag oraphobischen Zügen beim Ver- sicherten dauernd und bei jeder beruflichen Aktivität vorhanden seien, in Frage. Gemäss ICD- 10, so Dr. D.____ weiter, würden die Symptome dieses L eidens situationsabhängig auftreten. Auslöser könnten Ängste auf offenen Plätzen und in Men schenmengen oder Situationen sein, in denen sich der betroffene Kranke nicht sofort und l eicht auf einen sicheren Platz zurückzie- hen könne. Anfänglich sei das Ausmass der Panikstörung mit agoraphobischen Zügen weit ausgeprägter gewesen und habe dem Versicherten das Benu tzen öffentlicher Verkehrsmittel verunmöglicht. Demgegenüber habe der Explorand bei de n Untersuchungen im Februar 2014 angegeben, er könne zurzeit wieder Tram fahren, Zugre isen seien hingegen heikel. Zudem ha- be er berichtet, dass es ihm auch möglich sei, die Wohn ung ohne Begleitung zu verlassen, um Pflanzen, Tiere und Menschen zu fotografieren. Auch habe er geschildert, Kontakte zu früheren Freunden intensiviert zu haben. Wenn die Symptome einer Panikstörung mit agoraphobischen Zügen andauernd vorhanden wären, wäre jeder Patient mit einer Panikstörung dauerhaft ar- beitsunfähig. Dies stehe mit der klinischen Erfahrung jedoch in keiner Weise im Einklang. Im Falle des Exploranden habe sich die Behandelbarkeit des Leidens als schwierig erwiesen. Eine langjährige Psychotherapie und psychopharmakologische M assnahmen hätten zu keiner vollständigen Remission des Leidens geführt, sodass man kein e völlige Symptomfreiheit habe erzielen können. Hier sei auch der Grund der Überforde rung des Exploranden in der früheren Funktion als Manager zu suchen. Beurteile man die Ressou rcen des Versicherten für seine frühere Managertätigkeit nach Mini-ICF-APP, sei für diese Tätigkeit die Anpassung an Regeln und Routinen sowie die Planung und Strukturierung von Aufgaben leicht eingeschränkt. Mittel- gradig eingeschränkt seien die Flexibilität und Umstel lungsfähigkeit, die Anwendung fachlicher Kompetenzen sowie die Urteils- und Entscheidungsfähi gkeit. Die Durchhaltefähigkeit sei leicht eingeschränkt, während dem die Selbstbehauptungsfähig keit und die Kontaktfähigkeit zu Drit- ten mittelgradig eingeschränkt seien. Mittelgradige Ei nschränkungen würden sich auch bei den Spontanaktivitäten und der Verkehrsfähigkeit finden. Die genannten Einschränkungen seien auf dem Hintergrund einer zunehmenden beruflichen Überfor derung als Manager zu verstehen. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Exploranden für alt ernative Tätigkeiten - eine normale Treu- händerfunktion mit dem im Gutachten vom 16. Juli 2014 geschilderten Anforderungsprofil - kä- men die oben genannten Einschränkungen kaum mehr zum T ragen. In einer üblichen Treuhän- dertätigkeit verfüge der Versicherte über beachtliche Ressourcen. In diesem Zusammenhang sei auch mit aller Deutlichkeit festzuhalten, dass die Arbeitsfähigkeit bei Kranken mit einer Pa- nikstörung nicht aufgrund des Ausmasses der Symptomatik dies es Leidens, sondern anhand der Ressourcen und der Persönlichkeit des Betroffenen zu beurteilen sei. Der Versicherte leide an narzisstisch-neurotischen Persönlichkeitszügen, welche ih n ausserstande setzten würden, auf die Dauer eine Managerfähigkeit auszuüben. Insbeson dere sei die Fähigkeit, sich durchzu- setzen, sich zu behaupten und Mitarbeiter zu führen, ein geschränkt. Festzuhalten sei anderer- seits, dass der Explorand nicht an einer eigentlichen Pe rsönlichkeitsstörung im Sinne einer fra- gilen Persönlichkeit leide, sondern lediglich akzentuier te narzisstisch-neurotische Persönlich- keitszüge aufweise. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schliesslich sei auch festzuhalten, dass es sich bei den von li c. phil. F.____ und Dr. C.____ zitierten neurobiologischen Modellvorstellungen um the oretische Konzepte handle, die beim einzelnen Kranken nicht schlüssig beurteilt werden könnten. 7.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Ein schätzung der medizinischen Exper- ten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Ger ichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend erfüllt das Gerichtsgut- achten von Dr. D.____ vom 16. Juli 2014 die rechtsprechu ngsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsich t: Es weist weder formale noch inhalt- liche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht ver langt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten ab gegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der medizinischen Situati- on ein und es weist keinerlei Widersprüche auf. Überdies nimmt der Gutachter gestützt auf die Ergebnisse seiner Untersuchungen auch eine schlüssige und sorgfältig begründete Einschät- zung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor; vor allem setzt er sich - hauptsächlich in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 15. Januar 2015 - auch einlässlich und in überzeugender Weise mit der durch den Fachpsychologen lic. phil. F.__ __ und den behandelnden Psychiater Dr. C.____ erfolgten abweichenden Einschätzung der Ar beitsfähigkeit des Versicherten ausei- nander. Insbesondere zeigt er schlüssig auf, weshalb beim Versicherten - entgegen dessen Auffassung - in einer angepassten kaufmännischen Tätigke it ohne Führungsfunktion durchaus von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden kann. Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 6.1 und 6.3 hiervor) ausführlich wiedergegebe n Darlegungen des Gerichtsgutachters Dr. D.____ vermögen zu überzeugen, sodass an dieser Ste lle vollumfänglich darauf verwiesen und von weiteren Erörterungen hierzu abgesehen werden kann. 7.2 Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerde führer schliesslich aus den beiden von ihm zuletzt eingereichten Austrittsberichten d er Klinik H.____ vom 24. Dezember 2014 und der Klinik I.____ vom 16. Juli 2015. Die bei den Schreiben äussern sich zu den statio- nären Behandlungen, denen sich der Versicherte vom 17. Oktober 2014 bis 17. Dezember 2014 in der Klinik H.____ und vom 26. Januar 2015 bis 27. April 2015 in der Klinik I.____ unter- zogen hat. Nach ständiger Rechtsprechung hat das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmäs- sigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt zu beurteilen, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorgelegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither ve rändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweis). Daraus folgt, dass für die Beurteilung de r vorliegenden Beschwerde grundsätzlich der (medizinische) Sachverhalt massgebend ist, der am 7. März 2013, dem Zeitpunkt des Er- lasses der rentenablehnenden Verfügung der IV-Stelle, vorgelegen hat. Die nachträglich erfolg- ten, vom 17. Oktober 2014 bis 17. Dezember 2014 beziehu ngsweise vom 26. Januar 2015 bis 27. April 2015 dauernden stationären Behandlungen d es Versicherten sind daher im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nicht zu berücksichtigen mit d er Wirkung, dass auf die beiden Austrittsberichte der genannten Kliniken vom 24. Dezembe r 2014 und vom 16. Juli 2015 hier Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht weiter einzugehen ist. Zu ergänzen bleibt ledigli ch, dass der Versicherte zwischenzeitlich denn auch folgerichtig mit einem als Neuanmeldung dekla rierten Schreiben vom 27. Oktober 2014 wieder an die IV-Stelle gelangt ist. 7.3 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach festzuha lten, dass bei der Beurtei- lung des vorliegend massgebenden medizinischen Sachverhalt s vollumfänglich auf die Ergeb- nisse des Gerichtsgutachtens von Dr. D.____ vom 16. Jul i 2014 abgestellt werden kann. Somit ist mit dem Gerichtsgutachter davon auszugehen, dass der Versicherte zwar in der angestamm- ten Tätigkeit als Manager mit Führungsfunktion zu 100 % arbeitsunfähig ist, für sämtliche kauf- männische Tätigkeiten ohne Führungsfunktion hingegen ist beim Beschwerdeführer von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. 8.1 Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 3.2 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstäti- gen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. 8.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad d er überwiegenden Wahrschein- lichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. D ie Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend kann angenom- men werden, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsbeeinträchtigungen weiterhin seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer bei der B.____ AG nachgehen würde. Die IV- Stelle hat in der angefochtenen Verfügung gestützt au f die Auskünfte der genannten Arbeitge- berin (vgl. deren Angaben im “Fragebogen Arbeitgeber “ und deren Salärabrechnung für den Monat April 2010) in korrekter Weise für das Jahr 2010 - das Jahr eines möglichen Rentenbe- ginns - ein Valideneinkommen des Versicherten von Fr. 145 '905.-- ermittelt. Dieser Betrag ist dem nachfolgenden Einkommensvergleich als Valideneinkommen zu Grunde zu legen. 8.3.1 In Fällen, in denen die versicherte Person - wie hier der Beschwerdeführer - seit Eintritt der Gesundheitsschädigung keine zumutbare leidensangepa sste Tätigkeit ausübt, wird das Invalideneinkommen praxisgemäss unter Beizug der der Tab ellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statisti k ermittelt (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Diese s Vorgehen ist auch hier angezeigt und es wird denn auch von der IV-Stelle entgegen ihrer zwisch enzeitlich vertretenen Auffassung, wonach bei der Bemessung des Invalideneinkommens des Versich erten auf die Gehaltserhe- bungen von “veb.ch“, dem grössten Schweizer Verband für Rechnungslegung, Controlling und Rechnungswesen, abzustellen sei, in ihrer letzten Stellungnahme vom 29. April 2015 nicht mehr in Frage gestellt. Streitig zwischen den Parteien und im Folgenden zu prüfen ist hingegen, wel- che konkrete Tabelle der LSE und welches Anforderungsni veau zur Anwendung gelangen sol- len. Während der Beschwerdeführer die Auffassung vertri tt, es sei von der Tabelle TA1 (“Priva- ter Sektor“) und innerhalb dieser Tabelle vom Anforde rungsniveau 4 auszugehen, erachtet die IV-Stelle die Anwendung der Tabelle TA7 (“Privater S ektor und öffentlicher Sektor [Bund] zu- sammen“) und das Anforderungsniveau 2 für richtig. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, für die Ermittlung seines Invalidenein- kommens habe nicht die Tabelle TA7 (“Privater Sektor un d öffentlicher Sektor [Bund] zusam- men“), sondern die Tabelle TA1 (“Privater Sektor“) zur Anwendung zu gelangen, kann ihm nicht gefolgt werden. Es trifft zwar zu, dass nach der Rechtspre chung beim Einkommensvergleich auf Grund der LSE-Tabellenlöhne von der Tabellengrup pe A (standardisierte Bruttolöhne) aus- zugehen ist (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Es besteht jedoch kein Grundsatz, wonach stets auf Tabelle TA1 abzustellen ist. Welche Tabelle zur Anwend ung zu bringen ist, bestimmt sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls. Dabei kann es sich durchaus rechtfertigen, statt auf den Durchschnittslohn innerhalb eines bestimmten Wirtschaf tszweiges oder eines Teils hievon (Tabelle TA1) auf denjenigen für eine bestimmte Tätigkeit (Tabelle TA7) abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaub t. Tabelle TA7 enthält allerdings nur Lohnangaben für den privaten und öffentlichen Se ktor zusammen. Die entsprechenden Zahlen können daher nur zur Anwendung gelangen, wenn der versicherten Person auch der öffentliche Sektor offen steht (Kranken- und Unfall versicherung - Rechtsprechung und Verwal- tungspraxis [RKUV] 2000 Nr. U 405 S. 400). Dies ist im vo rliegenden Fall zu bejahen. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 7.3 hiervor) ist dem Versich erten aus medizinischer Sicht die Aus- übung sämtlicher kaufmännischer Tätigkeiten ohne Führun gsfunktion vollschichtig zumutbar. Auf Grund seiner kaufmännischen Ausbildung und seiner Weiterbildungen stehen dem Versi- cherten dabei sowohl Stellen im privaten wie auch im öffentlichen Sektor offen. Wie die Be- schwerdegegnerin zutreffend geltend macht, erweist sich s omit ein Abstellen auf die Tabelle TA7 (“Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zu sammen“) unter den konkreten Umstän- den des vorliegenden Falles durchaus als sachgerecht. 8.3.3 Näherer Prüfung bedarf sodann die Frage, von we lchem Anforderungsniveau innerhalb der anwendbaren Tabelle TA7 auszugehen ist. In den Tab ellenlöhnen der LSE werden je nach persönlicher Qualifikation der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers vier Anforderungsni- veaus des Arbeitsplatzes unterschieden. Bei der Frage, a uf welchen Wert der LSE abzustellen ist, sind die Ausbildung, die Berufserfahrung und der b erufliche Werdegang der versicherten Person zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass für ihn das Anforde- rungsniveau 4 zur Anwendung gelangen soll, in welchem l aut LSE einfache und repetitive Tä- tigkeiten zu verrichten sind. Dieser Betrachtungsweise kann klarerweise nicht gefolgt werden. In Anbetracht der Ausbildung, des beruflichen Werdegangs un d der Berufserfahrung des Versi- cherten kommt in seinem Fall als “niedrigstes“ Anforderu ngsniveau zweifellos nur jenes des Niveaus 3, in welchem Berufs- und Fachkenntnisse vorausg esetzt werden, in Frage. Man kann sich deshalb überlegen, ob bei der Bemessung des Invalide neinkommens des Versicherten allenfalls von diesem Anforderungsniveau auszugehen ist. Dieser Lösung hält die Beschwerde- gegnerin in ihrer Eingabe vom 12. August 2014 nun al lerdings entgegen, dass das berufliche Wissen und die Erfahrung des Versicherten weit über die Stufe einfacher “Berufs- und Fach- kenntnisse“ im Sinne des Anforderungsniveaus 3 hinausgin gen. Der Beschwerdeführer habe nach dem Erwerb des Handelsdiploms Weiterbildungen zum Treuhänder mit eidgenössischem Fachausweis und später zum diplomierten Wirtschaftsprüfer absolviert. Der Versicherte sei wei- terhin im Stand, seine bisherigen, im Rahmen seiner l angjährigen Berufserfahrung erworbenen Fähigkeiten nutzbringend anzuwenden und selbständige und qualifizierte Arbeit als Treuhänder Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu leisten. Somit sei es aber angezeigt, vom Anforderung sniveau 2, welches die Verrichtung selbständiger und qualifizierter Arbeiten umfasse, auszug ehen. Dieser Betrachtungsweise der IV-Stelle ist beizupflichten. Laut der massgebenden m edizinischen Einschätzung des Gutach- ters Dr. D.____ ist dem Versicherten lediglich die Täti gkeit als Manager mit Führungsfunktion nicht mehr zumutbar. Aufgrund seiner sehr guten Ausbi ldung und seiner langjährigen Berufser- fahrung ist der Beschwerdeführer aber nach wie vor in de r Lage, selbständige und qualifizierte Arbeiten ohne Führungsfunktion zu verrichten. Solche nicht mit einer Führungsfunktion verbun- dene qualifizierte Tätigkeiten fallen in der Treuhandbranche durchaus an und zwar auch in mitt- leren und eher kleineren Treuhandbetrieben. Ein Abste llen auf das Anforderungsniveau 2 wird daher der Ausbildung, dem beruflichen Werdegang und der langjährigen Berufserfahrung des Versicherten gerecht. 8.3.4 Laut Tabelle TA7 (“Privater Sektor und öffentli cher Sektor [Bund] zusammen“) der LSE 2010 beläuft sich der Zentralwert für die im Sektor “A ndere kaufmännisch-administrative Tätig- keiten“ im Anforderungsniveau 2 beschäftigten Männer auf Fr. 8’571.-- (LSE 2010, Tabelle TA7, Ziff. 23, Männer, Anforderungsniveau 2). Dabei ist zu beachten, dass dieser Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden ber uht und für das Jahr 2010 auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit dieser Branche von 4 1,3 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 03/2014 S. 88 Tabelle B 9.2, Sektor K “Erbringung vo n Finanz- und Versicherungsdienstleis- tungen“) umzurechnen ist. Daraus resultiert ein Monatsl ohn von Fr. 8'849.60 bzw. ein Jahres- gehalt von Fr. 106'195.--. Da der Versicherte laut den massgebenden medizinischen Unterlagen (vgl. E. 7 hiervor) eine solche Tätigkeit vollschichtig ausüben kann, entspricht dieser Betrag grundsätzlich dem im Einkommensvergleich zu berücksichtigenden Invalideneinkommen. 8.3.5 Zu ergänzen bleibt, dass von dem auf diese Weise erhobenen statistischen Wert pra- xisgemäss verschiedene Abzüge in Frage kommen. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlo hn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzuset- zen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umstä nden des konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, An zahl Dienstjahre, Nationali- tät/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welch e nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom stati stischen Lohn unter Berücksichti- gung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letzt lich aber auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Vorliegend hat die IV-Stelle dem Versicherten in der ange- fochtenen Verfügung keinen Abzug vom Tabellenlohn gewäh rt. Dies dürfte in Würdigung der persönlichen und beruflichen Umstände des Beschwerdeführe rs nicht zu beanstanden sein. Wie es sich damit verhält, kann letztlich aber offen bl eiben. Wenn man dem Versicherten einen Abzug vom Tabellenlohn zugestehen würde, käme unter de n konkreten Umständen maximal ein solcher von 10 % in Frage. Daraus würde aber, wie sich aus dem Folgenden ergibt, eben- falls kein Rentenanspruch des Versicherten resultieren. 8.4 Setzt man im Einkommensvergleich das vorstehend (vgl. E. 8.3.4 hiervor) ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 106'195.-- dem Valideneink ommen von Fr. 145'905.-- (vgl. E. 8.2 hiervor) gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbsei nbusse von Fr. 39'710.--, was einen In- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht validitätsgrad von 27,2 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 27 % ergibt. Bei Gewährung eines maximal in Frage kommende n Abzugs von 10 % vom Tabellen- lohn (vgl. E. 8.3.5 hiervor) würden die Erwerbseinbusse Fr. 50‘330.-- und der Invaliditätsgrad somit 34,5 % bzw. gerundet 35 % betragen. Somit liegt der Invaliditätsgrad des Versicherten aber in jedem Fall unter dem für einen Rentenanspruch mindestens erforderlichen Invaliditäts- grad von 40 %. Die IV-Stelle hat deshalb einen Rente nanspruch des Versicherten zu Recht abgelehnt. Die gegen die betreffende Verfügung vom 7 . März 2013 erhobene Beschwerde er- weist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 9. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. 9.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträg er die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Ma ssnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden h at, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick au f die Wahrung der Verfahrens- fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV- Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht wei ter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f . E. 4.4.2). Vorliegend war das Kan- tonsgericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung v om 26. September 2013 zum Ergebnis gelangt, dass das von der IV-Stelle eingeholte Gutachte n von Dr. J.____ vom 21. Dezember 2011 für die streitigen Belange nicht umfassend war (vgl. dazu E. 5.2 hiervor) und demnach den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein beweistaugliches Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a) nicht genügte. Da ein Entscheid in der Angeleg enheit gestützt auf die damals vorhande- ne Aktenlage nicht möglich war, beschloss das Kantonsgericht , die erforderliche zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachverhaltes im Rahmen eines psychiatrischen Gerichtsgutach- tens vornehmen zu lassen. Das in der Folge eingeholte Ge richtsgutachten des Dr. D.____ vom 16. Juli 2014 war mit anderen Worten für eine abschli essende Beurteilung des Rentenan- spruchs des Versicherten unerlässlich. Im Lichte der geschilde rten bundesgerichtlichen Recht- sprechung sind demnach die Kosten dieses Gutachtens, welche sich gemäss den eingereichten Honorarrechnungen vom 16. Juli 2014 und 15. Januar 2015 auf insgesamt Fr. 4'650.-- belaufen, der IV-Stelle zu auferlegen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3.1 Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat die obsiege nde Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Stellt man vorli egend ausschliesslich auf den Prozess- ausgang ab, so handelt es sich beim Beschwerdeführer um die unterliegende und bei der IV- Stelle um die obsiegende Partei mit der Folge, dass de m Beschwerdeführer nach dem Wortlaut der genannten Bestimmung keine Parteientschädigung zustehen würde und die ausserordentli- chen Prozesskosten stattdessen wettzuschlagen wären. Nun gil t es allerdings zu beachten, dass das damalige EVG in ständiger Rechtsprechung zum Par teientschädigungsrecht im Rah- men der bundesrechtlichen Vorschriften über die Partei entschädigung im kantonalen Be- schwerdeverfahren - wie etwa die damaligen Bestimmungen von Art. 85 Abs. 2 lit. f des Bun- desgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 und Art. 108 Abs. 1 lit. g des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 - das Verursacherprinzip anerkannt hat. Danach hat unnötige Kosten zu bezahlen, wer sie verursacht hat (BGE 125 V 375 E. 2b). Dementsprechend kann keine Parteientschädigung be- anspruchen, wer zwar im Prozess obsiegt, sich aber den Vorwurf gefallen lassen muss, er habe es wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht selber zu verantworten, dass ein unnötiger Prozess geführt worden sei (Sozialversicherungsrecht - Rechtsprech ung [SVR] 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Andererseits kann das Verurs acherprinzip aber auch dazu führen, dass die Behörde einer unterliegenden Partei die Part eikosten zu ersetzen hat, wenn sie das Verfahren durch einen Fehler veranlasst oder wenn sie de r Beschwerde führenden Partei - un- ter damaliger Optik - zumindest berechtigten Anlass zur E rgreifung des Rechtsmittels gegeben hat (vgl. zum Ganzen: M ARTIN BERNET , Die Parteientschädigung in der schweizerischen Ver- waltungsrechtspflege, Zürich 1986, S. 136 ff.). Diese im Rahmen von altArt. 85 Abs. 2 lit. f AHVG sowie altArt. 108 Abs. 1 lit. g UVG entwickelten Grundsätze zum Anspruch auf Partei- entschädigung im kantonalen Beschwerdeverfahren haben unter der Herrschaft des ATSG wei- terhin Geltung und sind demnach für die Auslegung von Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG massgebend (SVR 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1). 9.3.2 Wie oben geschildert (vgl. E. 5.2 hiervor), stütz te sich die IV-Stelle in der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 7. März 2013 bei der Beur teilung des medizinischen Sachver- halts vollumfänglich auf das psychiatrische Gutachten von D r. J.____ vom 21. Dezember 2011. In seiner Beschwerde vom 24. April 2013 rügte und begr ündete der Versicherte explizit, dass und weshalb das betreffende Gutachten von Dr. J.____ - entgegen der Sichtweise der IV-Stelle - für die streitigen Belange nicht umfassend sei und demnach den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein beweistaugliches Gutachten nicht genüge. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 26. September 2013 erachtete das Kantonsgericht diese vom Beschwerdeführer erhobenen Rügen als begründet (vgl. E. 5.2 hiervor); es ent- schied, den Fall auszustellen und zur Klärung des medizini schen Sachverhalts ein Gerichtsgut- achten in Auftrag zu geben. Der damalige Beschluss des Kantonsgerichts macht deutlich, dass die Erhebung der Beschwerde durch den Versicherten jedenfalls insoweit begründet war, als er darin in zutreffender Weise die vorinstanzliche Abkläru ng und Würdigung des medizinischen Sachverhalts beanstandete. Dies wiederum zeigt, dass der Versicherte - unter damaliger Optik - ausreichende Veranlassung hatte, die rentenablehnende Verfügung der IV-Stelle vom 7. März 2013 beim Kantonsgericht anzufechten. Vor diesem Hint ergrund rechtfertigt es sich, dem Be- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer für die von seinem Rechtsvertreter bis zu r ersten Urteilsberatung vom 26. September 2013 erbrachten notwendigen Bemühunge n eine angemessene Parteientschä- digung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Für diese Lösung spricht auch der Umstand, dass der Versicherte in gleicher Weise Anspruch auf eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle gehabt hätte, wenn das Kantons gericht anlässlich der ersten Urteilsbe- ratung den Fall nicht ausgestellt und ein Gerichtsgut achten in Auftrag gegeben, sondern statt- dessen die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die IV-Stelle zurückgewie sen hätte. Bei dieser Vorgehens- weise des Gerichts gilt nämlich nach ständiger bundesgerich tlicher Rechtsprechung die Be- schwerde führende Person als (vollständig) obsiegende Par tei, welche gemäss Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten des betroffenen Sozialversicherers hat (vgl. BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 9.3.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in sein er Honorarnote vom 6. Septem- ber 2013, die er im Hinblick auf die erste Urteilsber atung vom 26. September 2013 eingereicht hatte, einen Zeitaufwand von 21,83 Stunden und Auslag en von Fr. 125.50 geltend gemacht. Während die ausgewiesenen Auslagen zu keinerlei Beanstan dungen Anlass geben, muss der geltend gemachte Zeitaufwand als zu hoch bezeichnet we rden. In seiner Beschwerde setzte sich der Rechtsvertreter praktisch ausschliesslich mit der vori nstanzlichen Abklärung des medi- zinischen Sachverhalts auseinander, wobei sich seine Kritik w eitestgehend gegen das von der IV-Stelle eingeholte psychiatrische Gutachten von Dr. J.__ __ vom 21. Dezember 2011 richtete. Demgegenüber wurden der vorinstanzliche Einkommensvergl eich und die ihm zu Grunde lie- gende Bemessung des Validen- und des Invalideneinkommens i n der damaligen Beschwer- debegründung (noch) nicht thematisiert. Diese Aspekte, die ansonsten regelmässig einen nicht unerheblichen Bestandteil einer Rechtsschrift im IV-Beschw erdeverfahren bilden - was sich entsprechend auf den durch den Rechtsvertreter zu erbr ingenden Zeitaufwand auswirkt - wur- den in der Beschwerdebegründung vom 24. April 2013 gr össtenteils ausgeklammert. Unter die- sen Umständen muss jedoch der vom Rechtsvertreter des Versic herten ausschliesslich für die Beschwerdebegründung geltend gemachte Zeitaufwand von 10,5 Stunden als zu hoch be- zeichnet werden. Im Weiteren weist der Rechtsvertreter in seiner Honorarnote für Besprechun- gen, Telefone und den Mail-Verkehr mit seinem Mandant en einen Zeitaufwand von 5 Stunden und 15 Minuten aus. Ein derartiger Instruktionsaufwand für das Beschwerdeverfahren von Sei- ten des Klienten erweist sich als deutlich zu hoch; dies gilt umso mehr, wenn man berücksich- tigt, dass der Rechtsvertreter den Versicherten bereits im Vorbescheidverfahren vertreten und die wichtigsten für die Interessenwahrung relevanten Informationen bereits damals erhalten hat. Schliesslich hat der Rechtsvertreter dem Kantonsgericht unaufgefordert eine Replik zukommen lassen, für die er einen Zeitaufwand von 4 Stunden ge ltend macht. Auch diese Position erweist sich in Anbetracht des Umfangs der Eingabe letztlich als zu hoch. Im Lichte der geschilderten Beanstandungen rechtfertigt es sich deshalb, die Parteie ntschädigung vorliegend auf der Basis eines insgesamt als angemessen erachteten Zeitaufwandes v on 15 Stunden festzusetzen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen pra xisgemäss zur Anwendung ge- langenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. Dem Beschwerdeführer ist des- halb für seine im vorliegenden Beschwerdeverfahren bis z ur ersten Urteilsberatung vom 26. September 2013 erbrachten Bemühungen eine Partei entschädigung in der Höhe von Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 4‘185.55 (15 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 125.50 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 9.3.4 Die nach der ersten Urteilsberatung vom 26. Sept ember 2013 angefallenen ausseror- dentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 4‘650.-- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘185.55 (inkl. Ausla- gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 27 . November 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_880/2015 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht