Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. März 2018 (720 17 173 / 82) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Ausübung der bisherigen selbständigen Tätigkeit aus medizinischer Sicht nicht ideal. Im Vergleich zu seiner aktuellen Selbständig keit könnte der Versicherte die erwerbliche Verwertung seiner Arbeitsfähigkeit deut lich verbessern. Schaden- minderungspflicht. Die noch verhältnismässig lange berufliche Aktivitätsdauer steht einem Berufswechsel nicht entgegen. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Stephan Pau- kner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Raffaella Biaggi , Advok a- tin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1962 geborene A.____ ist gelernter Koch. 198 5 erlitt er beim Schlittschuhlaufen ei- nen ersten Unfall, bei dem er sich am linken Knie v erletzte. Wegen persistierender Beschwer- den wurde er in der Folge zum Spediteur umgeschult. 1989 hat er sich mit einem eigenem Res- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht taurant als Wirt selbständig gemacht. Seither arbeitet er unter anderem wieder als Koch. Nach- dem er infolge von Fehlbelastungen gesundheitliche Pro bleme auch mit dem rechten Knie be- kommen hatte, wurde ihm 2009 links und rechts jeweils ein e Total-Knieprothese (TKP) einge- setzt. Im Jahre 2012 hat er erneut einen Unfall erlitten, als er beim Schneeschaufeln gestürzt ist und sich dabei eine Schenkelhalsfraktur zugezogen hat. In der Folge wurde ihm eine Hüfttotal- prothese eingesetzt. B. Bereits im November 2008 hatte sich A.____ wegen s einer persistierenden Kniebe- schwerden bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsb ezug angemeldet. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) hat in der Folge die ge sundheitlichen und erwerblichen Verhältnis- se abgeklärt. Namentlich gestützt auf ein Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Orthopädie, vom 2. März 2013 ermittelte sie in Anwendung der ausser ordentlichen Bemessungsmethode die gesundheitlich bedingte Einschränkung in der Erwerb sfähigkeit des Versicherten. Für die Zeiten, in welchen der Versicherte als Koch gänzlich arbeitsunfähig gewesen war, resultierte für die Perioden von Juni 2009 bis März 2010, von Februar 2 012 bis September 2012 und von Juli 2014 bis Februar 2015 jeweils ein IV-Grad von 75% und damit ein Anspruch auf eine ganze Rente der IV. Bei einer 50%-igen Restarbeitsfähigkeit als Koch errechnete die IV-Stelle einen IV-Grad von 25%, weshalb insbesondere ab 1. März 2015 kein Rentenanspruch mehr festge- stellt werden konnte. Mit Verfügung vom 17. Mai 2017 sprach die IV-Stelle dem Versicherten die jeweiligen Rentenbetreffnisse zu, wobei sie den Rentenanspruch des Versicherten per Ende Februar 2015 befristete. C. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Adv okatin Raffaella Biaggi, am 2. Juni 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, A bteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) und beantragte unter o/e-Kostenfolge, dass ihm in Aufhebung der angefochte- nen Verfügung ab März 2015 mindestens eine halbe IV-R ente zuzusprechen sei. Eventualiter sei die Angelegenheit zwecks Einholung eines medizinischen Verlaufsgutachtens an die Vo- rinstanz zurückzuweisen. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmla ssung vom 17. August 2017 auf Abweisung der Beschwerde. D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 21. September 20 17 gelangte das Gericht zum Schluss, dass die von der IV-Stelle vertretene Optimieru ng des bestehenden Gastronomiebe- triebs des Versicherten zwar als wünschenswert, jedoch teil s als nicht praktikabel zu qualifizie- ren sei. Ausserdem leide der massgebende Abklärungsbericht betreffend die vor Ort erhobenen Verhältnisse an Widersprüchen. Dem Beschwerdeführer verbleibe indessen gemäss Gutachten von Dr. B.____ eine weiterhin zumutbare Arbeitsfähig keit in einer angepassten Verweistätigkeit im Umfang von 90%. Auch wenn beide Parteien davon au sgingen, dass der Versicherte in sei- nem Betrieb optimal eingegliedert sei, wäre es ihm u nter dem Aspekt der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht daher möglich, ein allenfall s rentenausschliessendes Einkommen mit einer unselbständigen Erwerbstätigkeit zu erzielen. Da sich bisher keine der Parteien zu dieser Frage geäussert habe, könne die Angelegenheit oh ne vorgängige Einholung des rechtli- chen Gehörs jedoch nicht entschieden werden. Der Fall w urde deshalb ausgestellt und es wur- de den Parteien die Gelegenheit eingeräumt, ihre di esbezüglichen Standpunkte ergänzend zu erläutern. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. In seiner Stellungnahme vom 3. November 2017 stell te sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass ihm die Aufgabe seiner selbständigen Tätigkeit nach mittlerweile 28 Jahren nicht zugemutet werden könne, zumal er dabei ein deutlich tieferes Ein- kommen erzielen würde als ihm dies als Selbständiger möglich wäre. Die IV-Stelle hielt mit Stel- lungnahme vom 5. Dezember 2017 fest, dass es ihr im Ra hmen ihrer Abklärungen vor Verfü- gungserlass nicht ohne weiteres möglich gewesen sei, das V alideneinkommen des Versicher- ten zu bestimmen. Gemäss dessen Auszug aus dem individuel len Konto (IK) habe er in den Jahren 1998 bis 2007 als valide Person ein durchschnittliche s Einkommen von Fr. 35‘500.— erzielt. Damit sei bei einer Restarbeitsfähigkeit von 90 % selbstredend von einem rentenaus- schliessenden Einkommen auszugehen. Dies gelte selbst dann, wenn für die Bemessung des Valideneinkommens auf die schweizerische Lohnstrukturerh ebung (LSE) abgestellt würde. Im Ergebnis sei der Rentenanspruch so oder anders per Ende Februar 2015 zu befristen, weshalb am Abweisungsantrag festgehalten werde. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist soweit n otwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 2. Juni 2017 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten – auch von Selb- ständigerwerbenden – ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invali- ditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Dazu wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat i n der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffe rnmässig möglichst genau ermit- telt und einander gegenübergestellt werden. Aus der E inkommensdifferenz lässt sich der Invali- ditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommen svergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). Insoweit die fraglichen Erwer bseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. 2.5 Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkomm en nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Method e für nicht erwerbstätige Versi- cherte (Art. 28a Abs. 2 IVG) ein Betätigungsvergleich a nzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (BGE 128 V 29 E. 1). Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Meth ode gemäss Art. 28a Abs. 2 IVG besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelba r nach Massgabe des Betätigungsver- gleichs als solchem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anha nd des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre er- werbliche Auswirkungen besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionel- len Leistungsvermögen eines Erwerbstätigen kann zwar, brau cht aber nicht notwendigerweise, eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben . Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs ab stellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versich erten die Invalidität nach Massga- be der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordent liches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 30 f. E. 1 mit Hinweisen). Umfasst die Arbe it der versicherten Person mehrere Teil- tätigkeiten, sind diese nicht nur nach Massgabe des zeitli chen Aufwands, sondern zusätzlich Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gestützt auf dem jeweiligen Bereich entsprechende Lo hnansätze auch masslich zu gewichten (BGE 128 V 29 E. 4). 3.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Die Beschwerdegegnerin holte zur Abklärung des Gesun dheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Beschwerdeführers ein rheumatologische s Gutachten bei Dr. B.____ ein. Mit Gutachten vom 2. März 2013 diagnostizierte Dr. B.____ m it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Gonarthrose links mit persistierende r leichter Bewegungseinschränkung bei Status nach komplexer Bandläsion und Rekonstruktion 1 985, nach mehreren Kniearthro- skopien und KTP links im Jahre 2009 sowie nach Kniemobilisation in Anästhesie; eine Gonarth- rose rechts ebenfalls mit persistierender leichter Bewegli chkeitseinschränkung bei Status nach KTP und Mobilisation in Anästhesie 2009 sowie bei manu eller Mobilisation 2009; sowie eine mehrfragmentäre mediale Schenkelhalsfraktur links bei vorstehender, leichter Coxarthrose links bei Status nach Hüfttotalprothese im Februar 2012. De r Anamnese zufolge bestünden aktuell ein Müdigkeits- und Schweregefühl in beiden Kniegele nken und mit zunehmender Belastung jeweils auch Schmerzen in den Knien sowie belastungsabhä ngige Beschwerden in der linken Hüfte. Auch längeres Sitzen sei mit einer unangenehmen Missempfindung verbunden. In der Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit führt Dr. B.____ au s, dass sich ein insgesamt gutes Resultat nach der KTP links bei noch leicht reduzierter Beweglich keit aufgrund einer persistierenden Fibrose der Weichteile zeige. Auch am rechten Knie beste he eine Fibrose bei Status nach KTP und wiederholter Mobilisation. Die im Februar 2012 i mplantierte Hüfttotalprothese weise zurzeit ebenfalls ein gutes Resultat auf. Es bestünden leichte Bewegungseinschränkungen gegenüber der gesunden rechten Hüfte. Insgesamt bestünden Einsc hränkungen für körperliche schwere und schwerste Arbeiten, wie es einer reduzierten Belas tbarkeit bei einer liegenden Totalprothe- se grundsätzlich entspreche. Ausserdem seien Arbeiten in d er Hocke oder im Knien durch die fibrosebedingten Funktionseinschränkungen beider Knieg elenke nur noch erschwert bis kaum mehr möglich. Die ursprüngliche Tätigkeit als Koch und Wirt sei im Zeitpunkt der Exploration noch zu 50% zumutbar. Alternative Tätigkeiten mit ge ringem körperlichem Belastungsprofil in Form leichter bis höchstens mittelschwerer Lasten, mit Arbeiten in wechselnden Positionen, wie beispielsweise als Spediteur mit vielen administrativen A rbeiten, seien ab 1. Juli 2012 im Um- fang von 90% zumutbar. Die Einschränkung im Umfang von 1 0% ergebe sich durch die Tatsa- che, dass der Versicherte weniger als eine Stunde am Stück sitzen könne und einen leicht er- höhten Pausenbedarf habe, um seine Kniegelenke etwas zu entlasten. Da der Versicherte in der angestammten und zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Koc h und Wirt eine dauerhafte Ein- schränkung zu vergegenwärtigen habe, werde eine teilzei tliche Beschäftigung im Bereich der umgeschulten Tätigkeit als Spediteur empfohlen. 4.2.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurte ilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vollumfän glich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. B.____ in seinem Gutachten vom 2. März 2013 gelang t war. Diese vorinstanzliche Beweis- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht würdigung ist nicht zu beanstanden. Das Gutachten von Dr. B.____ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgeri cht verlangt wird (Erwägung 3.4 hier- vor) – für die streitigen Belange umfassend und beruht auf allseitigen Untersuchungen. Es be- rücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, und leuchtet auch mit Blick auf die radiologischen Befunde i n der Darlegung der medizinischen Zu- sammenhänge sowie in der Beurteilung der medizinischen S ituation ein. Insbesondere nimmt es eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor. Der Beschwerdeführer lässt dagegen vorbringen, dass das Gutachten von Dr. B.____ veraltet und deshalb nicht verwertbar sei. Dies gelte umso mehr, weil er im Rahmen der Abklärungen f ür Selbständige angegeben habe, dass sich sein Gesundheitszustand sowie seine Belastbarkeit in Fo rm einer reduzierten Ge- und Stehzeit weiter verschlechtert hätten. 4.2.2 Dem Beschwerdeführer ist beizupflichten, dass das fragliche Gutachten mehr als vier Jahre vor Erlass der angefochtenen Verfügung ergangen ist. Entgegen der von ihm vertretenen Auffassung bestehen jedoch keine Anhaltspunkte, dass si ch sein Gesundheitszustand zwi- schenzeitlich verschlechtert hat. So trifft es gerade nicht zu, dass der Versicherte im Rahmen der durch die Abklärungsperson der IV-Stelle im März bzw. Mai 2016 vor Ort erhobenen Ver- hältnisse angegeben hat, sein Gesundheitszustand hätte sic h seit der Exploration durch den orthopädischen Gutachter verschlechtert. Dem entsprechenden Abklärungsbericht für selbstän- dig Erwerbende kann vielmehr das Gegenteil entnommen werden, wonach sowohl die operierte Schulter als auch die Hüfte keine Schwierigkeiten mehr b ereiten würden (IV-Dok 118, S. 1, ad Ziffer 1.1). Es trifft zwar zu, dass der Versicherte dabei angegeben hat, jeweils Anlaufschwierig- keiten zu haben, insbesondere wenn er längere Zeit g esessen sei. Ebenfalls müsse er sich beim Gehen und Treppensteigen mittlerweile viel mehr konzentrieren und könne nicht mehr problemlos vom Boden aus dem Sitz aufstehen. Diese Aussagen beziehen sich aber offensicht- lich auf einen Vergleichszeitpunkt noch vor der hier m assgebenden orthopädischen Begutach- tung Mitte Februar 2013. Sie sind daher nicht geeign et, eine seither allenfalls eingetretene Ver- schlechterung der orthopädischen Verhältnisse nahezulege n. Dies gilt umso mehr, weil der Versicherte auch zu Protokoll gegeben hat, grundsätzlich i n der Lage zu sein, alles machen zu können. Seinen weiteren Aussagen zufolge sei er „mehr oder weniger“ in den Bewegungen eingeschränkt und es machten sich insbesondere bei länge rem Stehen Belastungsschmerzen bemerkbar. Diese Beschwerden wurden im Gutachten von Dr . B.____ indessen alle gewürdigt und sind bei der Bemessung der dem Versicherten verbleib enden Restarbeitsfähigkeit umfas- send berücksichtigt worden (a.a.O., ad Ziffern 3.1 und 7.1). Es tritt hinzu, dass sich der Be- schwerdeführer widerspricht, wenn er einerseits festhält, die von Dr. B.____ attestierte 50%-ige Arbeitsunfähigkeit als Koch und Wirt werde nicht bestr itten (Beschwerdebegründung ad Ziffer 14), andererseits aber eine seither eingetretene Ver schlechterung behauptet, nachdem er in seinem Einwand vom 15. Juli 2016 noch die Auffassung einer klaren medizinischen Beurteilung vertreten hatte (IV-Dok 125, S. 3). Letztlich ist zu ber ücksichtigen, dass sich auch in den medi- zinischen Akten der behandelnden Ärzte keine Hinweise für eine allfällige Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse finden lassen. Dabei ist zunächst auf das Schreiben von Dr. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologi e des Bewegungsapparats, vom 30. Januar 2017 hinzuweisen, woraus keine Verschlechteru ng der gesundheitlichen Verhältnis- se hervorgeht (IV-Dok 127). Ausserdem hatte bereits am 1 . April 2015 auch Dr. med. D.____, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe gungsapparats, darüber berichtet, dass der Patient mit dem Ergebnis des Schultereingriffs i m September 2014 sehr zufrieden sei (IV-Dok 99). Auch von Seiten der Schulterbeschwerden sin d mithin keine Einschränkungen ausgewiesen (IV-Dok 98). Von einer seit der orthopädi schen Exploration durch Dr. B.____ zwi- schenzeitlich eingetretenen Veränderung des Gesundheitszustandes kann bei dieser Aktenlage somit auch hinsichtlich der im Jahr 2014 noch manifesten S chulterproblematik nicht ausgegan- gen werden. 4.3 Gestützt auf die Beurteilung von Dr. B.____ ist de r medizinische Sachverhalt vielmehr hinreichend abgeklärt. In antizipierter Beweiswürdigun g (BGE 126 V 130 E. 2a) kann deshalb auch auf zusätzliche medizinische Abklärungen verzichtet we rden. Als Zwischenergebnis ist somit davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer für di e vorliegend umstrittene Zeit ab März 2015 aus medizinisch-theoretischer Sicht weiterhin ei ne seinen Leiden adaptierte Ver- weistätigkeit insbesondere im Bereich der Administration zu 90 % zugemutet werden kann, er in seiner angestammten Tätigkeit als Koch und Wirt im Um fang jedoch lediglich noch im Umfang von 50% arbeitsfähig ist. 5.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen d ieser Einschränkungen. Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt der vorliegend umstrittenen Renteneinstellung per März 201 5 abzustellen (BGE 129 V 222 E. 4.3.1). Umstritten ist dabei insbesondere, welche Methode der Invaliditätsbemessung anzu- wenden ist. Während die IV-Stelle in ihrer Vernehmla ssung noch die Auffassung vertreten hat- te, dass die Anwendung des ausserordentlichen Bemessungsve rfahrens durch den Beschwer- deführer zu Recht nicht beanstandet worden sei, vertri tt sie in ihrer Stellungnahme vom 5. De- zember 2017 die Meinung, dass bei einer Restarbeitsfähi gkeit von 90% in Anwendung der all- gemeinen Methode des Einkommensvergleichs von einem renten ausschliessenden Einkom- men auszugehen sei. 5.2 Wie das Kantonsgericht bereits anlässlich seiner ersten Urteilsberatung festgehalten hatte, erweist sich die von der IV-Stelle vertretene Optimierung des bestehenden Gastronomie- betriebs des Versicherten zwar als wünschenswert, jedoch te ils als unpraktikabel oder nicht nachvollziehbar (IV-Dok 118). Wenn die IV-Stelle insbesondere die Auffassung vertritt, dass der Versicherte in höherem Umfang als bisher die administra tiven Arbeiten übernehmen könne, welche bisher von seiner Ehefrau erledigt worden sind, ist ihr zu entgegnen, dass der Be- schwerdeführer hierzu aus gesundheitlichen Gründen zwar ohne Weiteres in der Lage wäre, diese von der Vorinstanz vorgeschlagene Optimierung aber unter dem Aspekt der von ihr ange- rufenen Schadenminderungspflicht keinen Sinn macht, we il die Ehefrau diese Arbeiten bereits unentgeltlich ausübt (a.a.O., Ziffer 5.2). Der Versich erte würde diesfalls mit anderen Worten keine höheren Einnahmen generieren. Die einhergehend e Überlegung der IV-Stelle in deren Vernehmlassung erweist sich mithin als nicht gewinnbringe nd. Nichts anderes gilt in Bezug auf die schweren Einkäufe, welche der Versicherte jeweils am W ochenende mit einem Kollegen tätigt. Einerseits kann von Bekannten unter dem Aspekt der Schadenminderungspflicht keine dauerhafte Hilfe erwartet werden. Die Einkäufe könn ten zwar auch von einem Mitarbeiter über- nommen werden. Dieser würde dann aber im Betrieb des Versicherten fehlen, wo der Versi- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherte seinerseits wiederum aus gesundheitlichen Gründen nicht oder nur beschränkt in der Lage wäre, alle Arbeiten zu übernehmen. Zumal auch für den mittlerweile konsolidierten Mahl- zeitendienst gekocht werden muss, könnte insbesondere der angestellte Pizzaiolo aufgrund der in einem Restaurant notorisch erforderlichen Flexibilität für das Vorbereiten und das Rüsten von Speisen nur beschränkt eingesetzt werden. Die von der I V-Stelle proklamierte Optimierung er- weist sich insofern als zu theoretisch. Insbesondere ist es nicht realistisch, dass der Versicherte seinen Betrieb am frühen Abend bereits verlassen kann. E s kann an dieser Stelle auf die gast- gewerblichen Vorschriften verwiesen werden, wonach ein Wirt während den Betriebszeiten grundsätzlich vor Ort zu sein hat. Es tritt hinzu, dass sic h der massgebende Abklärungsbericht vom 1. Juni 2016 just in wichtigen Teilaspekten auch als un begründet erweist. So ist insbeson- dere nicht nachvollziehbar, weshalb in den Bereichen Koch en und Mahlzeitendienst – welche gesundheitlich bedingt unterschiedliche Belastungsprofil e mit sich bringen – seit Dezember 2014 eine Einschränkung von 45% bestehen soll. Die nur vage Formulierung des Abklärungs- dienstes, wonach unter der theoretischen Übernahme „g ewisser“ anderer Arbeiten nur eine „gewisse“ Einschränkung berücksichtigt werden könne (a.a.O ., S. 15 a. E.). vermag jedenfalls nicht zu überzeugen. Wie es sich damit im Detail verhält, kann jedoch, wie sogleich aufzuzeigen sein wird, offen bleiben. 6.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrsche inlichkeit als gesunde Person tat- sächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat dabei so korrekt wie möglich zu erfol- gen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person noch vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Gestü tzt auf die Ergebnisse ihres Abklärungs- dienstes hat die IV-Stelle hierzu festgestellt, dass auf grund zu hoher Schwankungen kein aus- sagekräftiges Valideneinkommen aus den Geschäftsabschlüssen des Versicherten abgeleitet werden kann (IV-Dok 118, S. 12; ebenso bereits IV-Dok 76, S. 10). Dieser Auffassung ist bei- zupflichten. Hintergrund bildet die zwischen den Partei en unbestritten gebliebene Tatsache, dass der Versicherte als valide Person – mithin noch vor de r Umstellung seines Betriebskon- zepts mit einem zusätzlichen Mahlzeitendienst – regelmässig Verluste erwirtschaftet hat und darüber hinaus schon dazumal viele invaliditätsfremde F aktoren wie ein Brand sowie ein Um- bau die Geschäftsabschlüsse beeinflusst haben (IV-Dok 36 , S. 12). Die IV-Stelle ist daher in Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsmethode (ob en, Erwägung 2.5) anhand der Lohnstrukturerhebung (LSE) per 2010 von einem (gewichteten) Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 60‘777.— ausgegangen (IV-Dok 35, S. 18; ebenso angefochtene Verfügung vom 17. Mai 2017). Dieses Valideneinkommen ist denn auch vo n keiner der Parteien bestritten wor- den. Wird das Valideneinkommen unmittelbar gestützt auf die Daten der LSE ohne einen ge- wichteten Betätigungsvergleich bemessen, resultiert per 2010 allerdings ein leicht höheres Vali- deneinkommen. Grundlage bildet diesfalls bei dem übe r einen Berufsabschluss als Koch sowie über eine lange Berufserfahrung verfügenden Versicher ten die LSE 2010, Tabelle TA1, Sektor 56 Gastronomie, Anforderungsprofil 1+2, Männer (Fr. 5 ‘108.— pro Monat). Nach Umrechnung auf die betriebliche Wochenarbeitszeit ergibt sich diesfa lls ein massgebendes Valideneinkom- men im Umfang von Fr. 63‘901.— (12 x Fr. 5‘108.— x 12 / 40 x 41,7). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Zu prüfen bleibt das Invalideneinkommen. Wie das G ericht bereits anlässlich seiner ersten Urteilsberatung festgehalten hat, gilt im Gebiet der Invalidenversicherung ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistun gen verlangt, alles ihr Zumutbare selbst vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenan- spruch ist deshalb stets dann zu verneinen, wenn die versich erte Person auch ohne Eingliede- rungsmassnahmen, nötigenfalls aber mit einem Berufswechse l, zumutbarerweise in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen . Diese Selbsteingliederung als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht ist ein e Last, welche die versicherte Per- son auf sich zu nehmen hat, soll ihr Leistungsanspruch – auf gesetzliche Eingliederungsmass- nahmen oder Rente – gewahrt bleiben. Von der versicher ten Person dürfen dabei nur Vorkeh- ren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der ges amten objektiven und subjektiven Ge- gebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (AHI-Praxis 2 001 S. 282, E. 5a/aa; BGE 113 V 28 E. 4a). Aufgrund dieser Schadenminderungspflicht dar f deshalb auch von selbständig Erwerb- stätigen zunächst erwartet werden, dass sie sich im Betri eb soweit möglich so organisieren, dass sie Arbeiten verrichten können, die ihnen gesundhei tshalber noch zumutbar sind. Ist dies überhaupt nicht möglich oder erscheint die bisherige Tä tigkeit aus gesundheitlichen Gründen als ungeeignet, so steht die Aufnahme einer unselbstä ndigen (Haupt-)Erwerbstätigkeit zur Dis- kussion. Nach der Rechtsprechung kann dem Einkommensvergleich eine solche unselbständi- ge Tätigkeit insbesondere dann zugrunde gelegt werde n, wenn hiervon eine bessere erwerbli- che Verwertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden k ann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsd auer, Ausbildung, Art der bisheri- gen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar e rscheint (Urteil K. des damaligen EVG vom 7. Juni 2006, I 38/06, E. 3.2 mit Hinweisen; AHI-Praxis 2001 S 283, E. 5a/bb mit Hin- weisen). Die Anforderungen an die Pflicht zur Selbstei ngliederung als Ausdruck der allgemei- nen Schadenminderungspflicht dürfen dabei zulässigerweise dort höher sein, wo eine verstärk- te Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage st eht. In die erforderliche Interessen- abwägung sind deshalb auch die in Frage stehenden Rente nleistungen einzubeziehen (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2009, 9C_111/2009, E. 2. 2.2 mit Hinweisen). Eine Betriebs- aufgabe ist nur unter strengen Voraussetzungen unzumut bar. Ein bestehender Betrieb einer selbständigen Person kann daher selbst dann nicht auf Ko sten der IV aufrechterhalten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von einer gew issen erwerblichen Bedeutung leistet (Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2017, 9C_525/2017, E. 3.1.2). 6.3.1 Obschon eine weitere Optimierung des bestehenden Gastronomiebetriebs des Versi- cherten als nicht realistisch zu bezeichnen ist (oben, Erwä gung 5.1), erweist sich die Ausübung seiner bisherigen selbständigen Tätigkeit aus medizinisc her Sicht nichts desto trotz als nicht ideal. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass er trotz einer Umstellung des Betriebskonzepts bei der Verrichtung diverser, schwerer Tätigkeiten auf d ie Hilfe von Drittpersonen angewiesen ist (oben, Erwägung 5.1). Während seine Arbeitsfähigkeit als selbständiger Gastronom unbese- hen des mittlerweile angepassten Betriebskonzepts gemäss theoretisch-medizinischer Ein- schätzung bei 50% liegt, wäre der Versicherte in einer se inen Leiden adaptierten Verweistätig- keit als unselbständiger Angestellter in der Lage, ein Pensum von 90% zu absolvieren (oben, Erwägung 4.3). Im Vergleich zu seiner aktuellen Selbständigkeit könnte er damit die erwerbliche Verwertung seiner Arbeitsfähigkeit deutlich verbessern. Hintergrund bildet der Umstand, dass Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beschwerdeführer seinen bestehenden Betrieb vom Ko nzept her zwar bereits optimal um- gestellt hat (Vernehmlassung der IV-Stelle vom 17. Augu st 2017, ad Ziffer 9c/aa), bei einer ihm verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 90% indessen bereits mit einer leichten Hilfstätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen in der Lage w äre. Entgegen seiner Auffas- sung, dass dem Beschwerdeführer eine Aufgabe seiner selbständigen Tätigkeit nach mittlerwei- le 28 Jahren nicht zugemutet werden könne, lässt die noch verhältnismässig lange berufliche Aktivitätsdauer des 1962 geborenen Versicherten einen Ber ufswechsel nicht als unzumutbar erscheinen. Es kann in dieser Hinsicht auf die strenge Rech tsprechung verwiesen werden, wo- nach die Zumutbarkeit eines Berufswechsels ebenfalls in e inem Fall einer 56-jährigen Wirtin bejaht worden war, die seit 30 Jahren ein eigenes Rest aurant geführt hatte (Urteil des Bundes- gerichts vom 7. September 2012, 9C_818/2011). Bei obje ktiver Betrachtung ist insbesondere auch nicht ersichtlich, weshalb die Aufnahme einer uns elbständigen Tätigkeit und die damit verbundene Umstellung der bisherigen Lebensweise unzumutb ar sein sollen. Auch wenn der Versicherte während vielen Jahren als erfolgreicher Wir t und Gastronom tätig war, ist es nicht Aufgabe der Invalidenversicherung, die Weiterführung eines bisherigen Erwerbsstils zu ermög- lichen oder gar die Aufrechterhaltung eines weniger oder allenfalls nicht einträglichen Gewerbes sicherzustellen (Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2017, 9C_525/2017, E. 3.3.3). 6.3.2 Wenn der Beschwerdeführer vorbringt, dass auf die unentgeltliche Mithilfe der Ehefrau, der Mutter und eines Freunde auch weiterhin nicht verzichtet werden könne, spricht auch dieser Umstand jedenfalls nicht gegen die Annahme eines hypoth etischen Berufswechsels hin zu ei- ner unselbständigen Tätigkeit. Auszugehen ist vielmehr vo m Gegenteil, wonach die Ehefrau im Rahmen einer hypothetischen Betriebsaufgabe ihrerseits mit einem künftigen Erwerb aus un- selbständiger Tätigkeit zum ehelichen Einkommen mit b eizutragen zusätzlich in der Lage wäre. Jedenfalls kann unter den gegebenen Umständen ihrer bish er unentgeltlichen Mithilfe im Gast- ronomiebetrieb des Versicherten nicht gesagt werden, dass die Aufgabe der Selbständigkeit die Ehefrau des Versicherten zu einer anderen Erwerbstätigkeit zwingen würde. Ein Berufswechsel wäre dem Beschwerdeführer demnach auch im Hinblick auf d ie Situation seiner Ehefrau zu- mutbar. Im Übrigen sind keine weiteren Gründe ersichtli ch, weshalb dem Versicherten unter Berücksichtigung der ihm obliegenden Schadensminderung spflicht die Aufgabe seiner zurzeit ausgeübten Beschäftigung nicht zuzumuten wäre. Zu betonen bleibt in diesem Zusammenhang, dass vom Beschwerdeführer nicht erwartet wird, dass er ta tsächlich einen Berufswechsel vor- nimmt. Aufgrund der ihm obliegenden Schadenminderung spflicht muss er sich unter den ge- schilderten Umständen aber im Rahmen des Einkommensverglei chs als Invalideneinkommen jene Einkünfte anrechnen lassen, die er in einer leid ensadaptierten Tätigkeit zumutbarer Weise erzielen könnte. Dies gilt umso mehr, weil er in der Vergangenheit bereits erfolgreich zum Spe- diteur umgeschult worden ist (IV-Dok 35, S. 2) und dami t über eine zusätzliche berufliche Aus- bildung verfügt, mit welcher er auf dem freien Arbeit smarkt reelle Chancen haben wird, ein tat- sächlich rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. 6.4 Auszugehen ist mit Blick auf die Parallelität zwische n Validen- und Invalideneinkom- men ebenfalls per 2010 (oben, Erwägung 6.1) von eine m zumutbarerweise erzielbaren Invali- deneinkommen im Umfang von Fr. 55‘180.—. Grundlage bi ldet somit ebenfalls die LSE 2010, Tabelle TA1, Totalwert Männer, Anforderungsprofil 4 für einfache und repetitive Arbeiten (12 x Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 4‘901.— x 12 / 40 x 41,7). Unter der Annahme eines leidensbedingten Abzugs im Umfang von maximal 10%, mit welchem über die ärztliche Bezeichn ung der massgebenden Zumutbar- keitsbeurteilung einer adaptierten Verweistätigkeit im Umfang von 90% hinaus zusätzlichen Einschränkungen Rechnung getragen würde, resultiert ein massgebendes Invalideneinkommen im Umfang von Fr. 49‘662.— (Fr. 55‘180.— x 90%). Dieses f ällt gar etwas tiefer aus, als es der Beschwerdeführer seiner eigenen Darstellung zufolge – gestützt auf die nicht massgebenden Geschäftsabschlüsse (oben, Erwägung 6.1; IV-Dok 76, S. 10; IV-Dok 118, S. 17) – als Selb- ständiger zu erzielen in der Lage sei (Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 3. November 2017). In Gegenüberstellung mit dem Valideneinkommen von Fr. 63‘901.— (oben, Erwägung 6.1) ergibt sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 14‘239.— u nd damit ein IV-Grad von 22%. Unbe- sehen der Nominallohnentwicklung auf den Zeitpunkt der strittigen Renteneinstellung per März 2015, auf deren Hinzurechnung angesichts der identischen Zahlenbasis der LSE 2010 an die- ser Stelle verzichtet werden kann, wird der für einen Re ntenanspruch ab März 2015 massge- bende Schwellenwert von 40% bei Weitem nicht erreicht. Daran ändert auch nichts, wenn von einem Invalideneinkommen im behaupteten Umfang von F r. 45‘295.— (Stellungnahme des Be- schwerdeführers vom 3. November 2017) ausgegangen würd e. Bei einer Erwerbseinbusse diesfalls von Fr. 15‘482.— ergibt sich ein IV-Grad von eb enfalls lediglich nur 29%. Die Rente des Beschwerdeführers ist daher per Ende Februar 2015 z u Recht befristet worden. Dies führt im Ergebnis zur Abweisung der vorliegenden Beschwerde. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1'000.— festgelegt . Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenr ahmens einheitlich auf Fr. 800.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie gend ist der Beschwerdeführer un- terliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten a ufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.— zu verrechnen sind. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.— werd en dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in Höhe von Fr. 800.— verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.