Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 6. Februar 2019 (810 18 159) ____________________________________________________________________ Übriges Verwaltungsrecht Formelle Enteignung / Abgekürztes Plangenehmigungsverfahren Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer, Claude Jeanneret, Gerichts- schreiber Marius Wehren Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Dieter Völlmin, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Abgekürztes Plangenehmigungsverfahren (RRB Nr. 864 vom 5. Juni 2018) A. Mit Entscheid vom 16. Dezember 2011 beschloss die Ba u- und Umweltschutzdirektion (BUD) des Kantons Basel-Landschaft das Bauprojekt "Erneue rung Ortszentrum Reinach" als kantonalen Nutzungsplan. Der dazugehörige Landerwerbspl an sah in Bezug auf die im Eigen- tum von A.____ stehende Parzelle Nr. 21, Grundbuch Rei nach, eine Fläche von 154 m 2 zur Abtretung und eine Fläche von 200 m 2 zur vorübergehenden Beanspruchung vor. Mit Entscheid der BUD vom 31. Oktober 2012 wurde festgestellt, dass de r kantonale Nutzungsplan "Erneue- rung Ortszentrum Reinach" in Rechtskraft erwachsen sei. Da s Steuer- und Enteignungsgericht Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Enteignungsgericht, bewil ligte dem Kanton Basel-Landschaft mit Beschluss vom 12. April 2013 die vorzeitige Besitzeinweisung für die fraglichen Flächen. B. Mit Urteil des Enteignungsgerichts vom 10. April 201 4 wurde A.____ für die Abtretung von 154 m 2 der Parzelle Nr. 21 eine Entschädigung aus formeller E nteignung in der Höhe von Fr. 200'200.-- (Fr. 1'300.-- pro m 2) zulasten des Kantons Basel-Landschaft zugesprochen. C. Mit Schreiben vom 25. Juni 2014 wandte sich die BUD an A.____ und teilte ihm mit, dass für die Wiederaufstellung des Wegkreuzes, welches sich vor den Bauarbeiten auf seiner Parzelle befunden habe, eine Fläche von 29 m 2 benötigt werde. Man sei interessiert, dieses Land freihändig zu erwerben. In einem weiteren Schre iben vom 8. Januar 2016 unterbreitete die BUD A.____ das Angebot, das Land freihändig zu e inem Preis von Fr. 1'300.-- pro m 2 zu erwerben. Sie wies ihn darauf hin, dass man andernfall s das Enteignungsverfahren einleiten müsse und gewährte ihm diesbezüglich das rechtliche Gehör. Am 10. März 2016 teilte A.____, neu vertreten durch Dr. Dieter Völlmin, Advokat, der BUD mit, dass er nicht bereit sei, eine Flä- che von 29 m 2 abzutreten. D. Mit Entscheid vom 5. Juli 2016 ordnete die BUD für den Erwerb einer zusätzlichen Flä- che von 29 m 2 das abgekürzte Plangenehmigungsverfahren gemäss § 41 des Gesetzes über die Enteignung (EntG) vom 19. Juni 1950 an und stellt e A.____ einen Auszug aus dem Werk- plan sowie den anpassten Landerwerbsplan und das angepasste Landerwerbsblatt zu. E. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ am 18. Juli 2 016 Einsprache, welche mit Ent- scheid der BUD vom 25. August 2017 abgewiesen wurde. De r Landerwerbsplan und das Land- erwerbsblatt wurden genehmigt. Das vom Grundeigentümer auf der Parzelle Nr. 21 aufgestellte Kreuz sei zu entfernen, sodass das geschützte Wegkreuz aufgestellt werden könne. F. Die von A.____ am 6. September 2017 gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wurde vom Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft m it Entscheid vom 5. Juni 2018 ab- gewiesen. G. Am 18. Juni 2018 erhob A.____, vertreten durch Dr . Dieter Völlmin, Advokat, gegen den Entscheid des Regierungsrats Beschwerde beim Kanton sgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Er stellt das Begehren, es seien der angefochtene Entscheid sowie die Entscheide der BUD vom 25. August 2017 und 5. Juli 2016 aufzuheben (Ziff. 1). Es sei festzu- stellen, dass die Voraussetzungen für eine enteignungsrechtliche Inanspruchnahme der Parzel- le Nr. 21, Grundbuch Reinach, nicht erfüllt seien (Ziff. 2); dies unter o/e-Kostenfolge. Am 16. Juli 2018 reichte der Beschwerdeführer die Begründung ein. H. Der Beschwerdegegner beantragt in seiner Vernehml assung vom 14. September 2018 die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. I. Mit Verfügung vom 25. September 2018 wurde der F all der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht J. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung – mit vorgä ngigem Augenschein vor Ort – hielten die Parteien vollumfänglich an den gestellten Begehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzli cher Ausschlusstatbestand vor- liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Be urteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben. 1.2 Der Beschwerdeführer ist Eigentümer der von der E nteignung betroffenen Parzelle Nr. 21, Grundbuch Reinach, und damit zur Beschwerde le gitimiert (§ 47 Abs. 1 lit. a VPO). Da auch die weiteren formellen Voraussetzungen erfüllt sin d, ist auf die Beschwerde grundsätzlich einzutreten. 1.3 Dem Feststellungsbegehren gemäss Ziffer 2 der Besc hwerde kommt neben dem Leis- tungsbegehren (Ziffer 1) keine selbständige Bedeutung zu, weshalb darauf nicht einzutreten ist (vgl. BGE 126 II 300 E. 2c mit Hinweisen). 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können g emäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bild et die Frage, ob die Enteignung ei- ner Fläche von 29 m 2 der Parzelle Nr. 21, Grundbuch Reinach, im Rahmen des abgekürzten Verfahrens gemäss § 41 EntG zu Recht erfolgte. 3.2 Die strittige formelle Enteignung ist mit einem E ingriff in die Eigentumsgarantie verbun- den (Art. 26 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid genossenschaft [BV] vom 18. April 1999). Dieser ist nach Art. 36 BV zulässig, wenn er auf einer gesetzlichen Grundlage beruht (Abs. 1), im öffentlichen Interesse liegt (Abs. 2) und verhältnismässig ist (Abs. 3). 4.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, dass kei ne Rechtsgrundlage für die Enteignung bestehe. Es sei unbestritten, dass der Gegens tand des vorliegenden Verfahrens bildende Bereich der Parzelle Nr. 21 im kantonalen N utzungsplan "Erneuerung Ortszentrum Reinach" als Rabatte/Grünfläche ausgeschieden sei und gemäss Legende zum auflagerelevan- ten Inhalt des Nutzungsplans gehöre. Entgegen der Auff assung des Regierungsrats sei die Standortverlegung des Wegkreuzes jedoch nicht Bestandteil d es kantonalen Nutzungsplans Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht geworden. Im genannten Plan sei zwar auf der Rabatte der Parzelle Nr. 21 ein rotes Quadrat mit einem Punkt innerhalb einer Seitenlinie eingezeich net. Das fragliche Symbol finde sich je- doch nicht in der Legende unter dem auflagerelevanten Inhalt der Nutzungsplanung. Es beste- he somit keine Grundlage, das abgekürzte Verfahren nach § 41 EntG für die Enteignung der für die Aufstellung des Wegkreuzes benötigten Fläche der Parz elle des Beschwerdeführers durch- zuführen. 4.2 Der Regierungsrat erwog im angefochtenen Entschei d, dass im kantonalen Nutzungs- plan (Plan Nr. 6 "Situation, Gesamtperimeter") im Be reich der Parzelle Nr. 21 eine Rabat- te/Grünfläche eingetragen sei. Innerhalb dieser Fläch e sei das Wegkreuz symbolisch mit sei- nem alten, nunmehr die Strassenlinie überschreitenden Standort quadratisch schwarz gepunk- tet markiert. Der neue Standort sei ca. 4 m östlich in der Rabatte/Grünfläche liegend quadra- tisch rot markiert. In der Legende sei das Wegkreuz weder im auflagerelevanten noch im orien- tierenden Inhalt aufgeführt. Allerdings sei für den Beschwerdeführer erkennbar gewesen, dass es sich bei den auf seinem Grundstück eingetragenen Symbol en um den alten und neuen Standort des Wegkreuzes handelt. Dem Beschwerdeführer se i namentlich aus den vorange- gangenen Landerwerbsverhandlungen die Absicht des Kant ons bekannt gewesen, das Weg- kreuz in Absprache mit der kantonalen Denkmalpflege und der Zunft zu Rebmessern auf der Parzelle Nr. 21 umzuplatzieren. 4.3.1 Gemäss § 77 Abs. 1 des Raumplanungs- und Baugesetz es (RBG) vom 8. Januar 1998 wird dem planenden Gemeinwesen mit dem rechtskräftige n Erlass der Nutzungsplanung auch das Enteignungsrecht für die darin vorgesehenen Werke gewährt. In § 41 Abs. 1 EntG ("Abge- kürztes Verfahren") ist geregelt, dass die BUD, sofern die von der Enteignung Betroffenen ge- nau bestimmt werden können, und wenn es ihr tunlich er scheint, vor allem bei verhältnismässig kleiner Zahl der Enteigneten, bei nachträglichen Plan änderungen und bei der Erneuerung be- fristeter Rechte anstelle der Planauflage das abgekürzte Plangenehmigungsverfahren anordnen kann. Bei diesem Verfahren wird die persönliche Anzeig e an den Enteigneten ergänzt durch eine Kopie des ihn betreffenden Ausschnittes des Werkplanes (§ 41 Abs. 2 EntG). 4.3.2 Die vorliegend zur Enteignung vorgesehene Fläche von 29 m 2 ist im Perimeter des kantonalen Nutzungsplans als Rabatte/Grünfläche ausgewi esen und gehört gemäss der Le- gende des Nutzungsplans zum auflagerelevanten Inhalt. Dem Kanton steht für die fragliche Fläche demnach das Enteignungsrecht zu (§ 77 Abs. 1 RBG ). Was die Standortverlegung des Wegkreuzes anbelangt, so ist vorab festzustellen, dass mit B eschluss des Regierungsrats Nr. 928 vom 21. Mai 1972 das "Wegkreuz in Reinach, g elegen auf Parzelle Nr. 20", in das lnventar der geschützten Baudenkmäler aufgenommen wurde. Der ursprüngliche Standort des Wegkreuzes ist auf dem in den Akten befindlichen Dienstb arkeitsvertrag zwischen dem Be- schwerdeführer und der Zunft zu Rebmessern vom 24. Augu st 1974 bzw. dem dazugehörigen Situationsplan ersichtlich. Der fragliche Standort befand sich seit der Mutation von 1986 auf der neu geschaffenen Parzelle Nr. 21. Im Grundbuch wurde d ementsprechend auf der Parzelle Nr. 21 die Anmerkung "Wegkreuz im Inventar der geschützt en Baudenkmäler aufgenommen" eingetragen. Im kantonalen Nutzungsplan (Plan 6, "Si tuation, Gesamtperimeter") ist am ur- sprünglichen Standort des Wegkreuzes ein Quadrat mit e inem Punkt in der Mitte als zu entfer- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nendes Element (gepunktete schwarze Linie) gekennzeichnet. Rund 4 m weiter östlich ist ein entsprechendes Symbol (Quadrat mit einem Punkt in der Mitte) in roter Farbe dargestellt. Eine analoge Darstellung findet sich im ursprünglichen Land erwerbsblatt zu Parzelle Nr. 21 (Pos. Nr. 13), welches Bestandteil des Nutzungsplans bildet und auf welchem zudem deutlich er- kennbar ist, dass das zu entfernende Element mit einem K reuz überlagert ist. Gestützt darauf ist mit den Vorinstanzen festzustellen, dass der alte un d neue Standort des Wegkreuzes aus dem kantonalen Nutzungsplan hinreichend klar hervorgehen. Hinzu kommt, dass der Be- schwerdeführer bereits im Rahmen der Landerwerbsverhandl ungen auf das genannte Lander- werbsblatt bzw. dessen Entwurf und die darin vorgesehe ne Umplatzierung des Wegkreuzes hingewiesen wurde (Schreiben des Amts für Liegenschaftsve rkehr vom 9. November 2011, Ziff. 6). Soweit er sich nunmehr darauf beruft, die Standortverlegung des Wegkreuzes bilde nicht Gegenstand des kantonalen Nutzungsplans, kann ihm a uch unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) nicht gefolgt werden. 5.1 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass der Kanton im Rahmen des Baupro- jekts "Erneuerung Ortszentrum Reinach" bereits die Abtre tung von 154 m 2 sowie die vor- übergehende Beanspruchung von 200 m 2 der Parzelle Nr. 21 enteignungsrechtlich durchgesetzt habe. Im entsprechenden Landerwerbsblatt Nr. 13 sei di e vorliegend strittige Fläche lediglich zur "vorübergehenden Beanspruchung" gekennzeichnet. Es finde sich keinerlei Vorbehalt, dass das fragliche Areal zu einem späteren Zeitpunkt zu Eige ntum beansprucht werden könnte. Der Kanton habe insofern gegenüber dem Beschwerdeführer e inen vertrauensbegründenden Zu- stand geschaffen und sein Vorgehen, zusätzlich eine Fläch e von 29 m 2 zu enteignen, wider- spreche Treu und Glauben. 5.2 Inwiefern die vorliegend strittige nachträgliche Enteignung einer zusätzlichen Fläche im Rahmen des abgekürzten Verfahrens gemäss § 41 EntG zu ein er Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben (Art. 9 BV) führen soll, ist nicht ersichtlich. Der Umstand, dass der Kan- ton die fragliche Fläche gemäss dem ursprünglichen Lander werbsblatt (Pos. Nr. 13) lediglich zur "vorübergehenden Beanspruchung" vorgesehen hatte, be gründet entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keine Vertrauensgrundlage und steht einer nachträglichen (dauernden) Enteignung dieser Fläche nicht entgegen. Der Beschwerde führer macht im Übrigen auch nicht geltend, dass er gestützt auf die von ihm behauptete V ertrauensgrundlage nachteilige Disposi- tionen getroffen hat, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Dies wäre jedoch eine Voraussetzung für eine Berufung auf den Vertrauensschutz ( vgl. BGE 137 I 69 E. 2.5.1 mit Hinweisen). Soweit die BUD ursprünglich davon abgesehe n hat, die strittige Fläche (dauernd) zu enteignen, erscheint dies sodann als nachvollziehbar. Na mentlich weist die BUD zu Recht darauf hin, es sei nicht damit zu rechnen gewesen, da ss sich der Beschwerdeführer der Wie- deraufstellung des Wegkreuzes widersetzen könnte, nachdem dieses seit Jahrzehnten auf sei- ner Parzelle gestanden hatte. Die Rüge der Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben (Art. 9 BV) erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet. 6. Der Beschwerdeführer bestreitet im Weiteren das Vor liegen eines öffentlichen Interes- ses, das Wegkreuz an dem vom Kanton vorgesehenen Standort aufzustellen und die strittige Fläche zu diesem Zweck zu enteignen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Er macht zusammengefasst geltend, dass der Regierungsr at das Wegkreuz mit Be- schluss Nr. 928 vom 21. Mai 1972 unter Schutz gestellt hab e. Das Baudenkmal sei durch die- sen Beschluss an seinem damaligen Standort geschützt worde n und die Eigentumsrechte der Grundeigentümer würden im Umfang der damaligen Unte rschutzstellung beschränkt. Die Auf- nahme in das Inventar der geschützten Baudenkmäler bein halte nicht das Recht, das Bau- denkmal nach Belieben der BUD an irgendeiner anderen Stelle auf der Parzelle Nr. 21 aufzu- stellen. Dies zeige auch der die Unterschutzstellung ergän zende Dienstbarkeitsvertrag zwi- schen dem Beschwerdeführer und der Zunft zu Rebmessern von 1974, welcher sich ausdrück- lich auf den damaligen Standort beschränkt habe. Gemäss d em Unterschutzstellungsentscheid des Regierungsrats von 1972 liege der örtliche Bezug des W egkreuzes darin, dass es am Dorf- ausgang gegen Aesch stehe und gegen den Dorfmittelpu nkt von Reinach blicke. Diese Be- schreibung habe auf den früheren Standort des Denkmals z ugetroffen. Im Laufe der Zeit hätten sich die für die Unterschutzstellung massgebenden örtlichen Verhältnisse jedoch vollständig verändert. Wesentlich zu dieser Veränderung beigetragen habe nicht zuletzt auch das Projekt "Erneuerung Ortszentrum Reinach". Die bisherige Kreuzu ng sei in ihrer Kapazität, aber auch baulich erweitert und die Verkehrsfläche in Richtung d er bestehenden Gebäude ausgedehnt worden. Der für die ursprüngliche Unterschutzstellung mass gebliche örtliche und historische Bezug fehle am neu vorgesehenen Standort auf der Par zelle Nr. 21. Dem Denkmal komme kaum mehr Raum zu, sondern es werde zwischen ein Mehrfami lienhaus und eine intensiv von allen Kategorien von Verkehrsteilnehmern befahrene Kreuzung gezwängt. Zudem finde sich am Rand der Rabatte eine rein funktionale Verkehrsleitkab ine, welche offensichtlich nicht den ge- ringsten ästhetischen Ansprüchen zu genügen habe und de n öffentlichen Raum ausgerechnet mit dem Denkmal teilen solle. Wenn das Denkmal schon von seiner ursprünglichen und histori- schen Stelle entfernt worden sei, so sei ein neuer Stan dort danach auszuwählen, dass er den historischen Bezügen (Dorfausgang Richtung Aesch) gerecht werde und geeignet sei, dem ge- schützten Baudenkmal auch die für seine räumliche Wirkung n otwendige Umgebung zu ver- schaffen. Dies sei am vorgesehenen Standort nicht der Fall. 6.2 Vorab ist festzustellen, dass dem Kanton mit dem rech tskräftigen Erlass des kantona- len Nutzungsplans "Erneuerung Ortszentrum Reinach" für d ie vorliegend strittige Fläche das Enteignungsrecht gewährt wurde (E. 4.3.2 hiervor). Die Ausscheidung dieser Fläche als Rabat- te/Grünfläche und die Standortverlegung des Wegkreuzes, wie sie im Nutzungsplan vorgese- hen sind, erwuchsen in Rechtskraft und können im vorliege nden Verfahren grundsätzlich nicht mehr überprüft werden. Auf die Vorbringen des Beschwe rdeführers ist insofern einzugehen, als damit das öffentliche Interesse an der Umsetzung der im kantonalen Nutzungsplan vorgesehe- nen Standortverschiebung des Wegkreuzes bzw. der zu dies em Zweck vorgesehenen Enteig- nung einer Fläche von 29 m 2 bestritten wird. 6.3.1 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass der Kanton mit der Entfernung des Wegkreuzes gegen § 7 Abs. 3 des Gesetzes über den Denkmal- und Heimatschutz (DHG) vom 9. April 1992 verstossen habe, kann ihm nicht gefolgt werden. Zutreffend ist, dass der Standort des Wegkreuzes aufgrund des Bauprojekts "Erneuerung Or tszentrum Reinach" angepasst wer- den musste und gemäss dem kantonalen Nutzungsplan um ca. 4 m in östlicher Richtung ver- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht schoben wurde (E. 4.3.2 hiervor). Beim Wegkreuz handelt es sich um ein sog. "bewegliches Kulturdenkmal", welches ohne Substanzveränderung in sein er Lage verändert werden kann (vgl. WALTER ENGELER , Das Baudenkmal im schweizerischen Recht, St. Gallen 20 08, S. 128). Die kantonale Denkmalpflege erteilte für die Standort verlegung des Wegkreuzes am 7. Juli 2011 die gemäss § 8 Abs. 3 DHG erforderliche Zustimmun g. Ein Verstoss gegen § 7 Abs. 3 DHG ist in diesem Zusammenhang nicht ersichtlich. Die vo rübergehende Entfernung des Weg- kreuzes von seinem bisherigen Standort hat entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers auch nicht zur Folge, dass die auf der Parzelle Nr. 21 eingetragene Anmerkung zu löschen wä- re. 6.3.2 Was das öffentliche Interesse an der Wiederaufst ellung des Wegkreuzes auf der Par- zelle Nr. 21 anbelangt, so ist dieses durch die Aufnahm e des Wegkreuzes im Inventar der ge- schützten Baudenkmäler (§ 8 DHG) ohne weiteres ausgewiese n (E. 4.3.2 hiervor). Daran än- dert auch die vom Beschwerdeführer monierte Standortv erlegung des Wegkreuzes, wie sie im kantonalen Nutzungsplan vorgesehen ist, nichts. Denkmäler sind ortsgebundene Objekte, die geschichtlichen Zeugniswert haben (vgl. Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege [EKD], Leitsätze zur Denkmalpflege in der Schweiz [Leitsätze], Ziff. 1.2). Das Denkmal ist in Entste- hung, Weiterentwicklung und heutiger Wirkung bedingt durch seinen ursprünglichen Bauplatz und dessen Umgebung. Es darf in der Regel nicht davon entfernt und andernorts wieder aufge- baut werden (vgl. EKD, Leitsätze, Ziff. 5.7). Diesen Grundsätzen hat das kantonale Recht da- hingehend Rechnung getragen, dass die Standortverlegu ng von Kulturdenkmälern bewilli- gungspflichtig ist (§ 8 Abs. 3 DHG). Die Bewilligung ist nicht zu erteilen, wenn wesentliche Gründe des Denkmalschutzes gegen die beabsichtigte Massnahme sprechen (§ 8 Abs. 4 DHG). Die Vorinstanz führt zutreffend aus, dass mit de r im Nutzungsplan vorgesehenen – von der kantonalen Denkmalpflege bewilligten – Verlegung des Standorts des Wegkreuzes um we- nige Meter dessen örtlicher und historischer Bezug beste hen bleibt. Inwiefern dieser Bezug an einem anderen Standort besser gewahrt werden könnte, ist nicht ersichtlich und wird vom Be- schwerdeführer auch nicht substantiiert dargelegt. Dem B eschwerdeführer kann auch nicht ge- folgt werden, soweit er das öffentliche Interesse an de r Wiederaufstellung des Wegkreuzes am vorgesehenen Standort bestreitet, weil sich die Umgebung des Wegkreuzes im Laufe der Jahre und Jahrzehnte geändert habe. Namentlich ist dadurch der geschichtliche Zeugniswert des Wegkreuzes an seinem bisherigen Standort bzw. in unmitte lbarer Nähe dieses Standorts nicht verloren gegangen, wie der Vertreter der kantonalen Denkmalpflege anlässlich der heutigen Verhandlung überzeugend ausführte. Die Vorinstanz hat zudem nachvollziehbar dargelegt, dass das Wegkreuz am vorgesehenen Standort nach wie vor g ebührend zur Geltung kommen kann und diese Einschätzung hat sich anlässlich des heutigen Augenscheins vor Ort bestätigt. 6.4 Nach dem Gesagten besteht ein öffentliches Interesse d aran, das Wegkreuz am vor- gesehenen Standort innerhalb der im Nutzungsplan ausg ewiesenen Rabatte/Grünfläche aufzu- stellen und die fragliche Fläche zu diesem Zweck zu enteignen. 7.1 Der Beschwerdeführer bestreitet im Weiteren die Verhältnismässigkeit der vorgesehe- nen Enteignung. Diese sei ihm nicht zumutbar, weil im Zusammenhang mit dem Ausbau der Kreuzung bereits 154 m 2 der Parzelle Nr. 21 enteignet worden seien. Er habe damit praktisch Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht die gesamte für den Ausbau der Kreuzung benötigte Flä che beigesteuert und die Fahrbahnflä- che bzw. der Verkehrsfluss seien näher an seine Liegenscha ft herangeschoben worden. Nun solle er zusätzlich gezwungen werden, einen weiteren Ar ealstreifen zwischen dem Gebäude und der Fahrbahn abzutreten. Das (bestrittene) öffent liche Interesse an einem Standort für das Wegkreuz auf dem beanspruchten Areal neben der Verkehrsl eitkabine sei geringer zu werten als sein privates Interesse als Eigentümer der Parzelle N r. 21. Dem Kanton sei es zuzumuten und möglich, andere und geeignetere Standorte für das Wegkreuz zu finden. 7.2 An der Umsetzung des kantonalen Nutzungsplans "Erne uerung Ortszentrum Reinach" bzw. der darin vorgesehenen Standortverschiebung des We gkreuzes besteht mit Blick auf des- sen Aufnahme in das Inventar der kantonal geschützten Kulturdenkmäler (§ 8 DHG) ein gewich- tiges öffentliches Interesse. Die Enteignung der stritti gen Fläche ist zur Erreichung dieses Zwecks geeignet und erforderlich, nachdem sich der Beschwe rdeführer der Aufstellung des Wegkreuzes auf seiner Parzelle und einem freihändigen Er werb des Landes widersetzte. Der mit der Enteignung verbundene Eingriff in die Eigent umsgarantie erweist sich überdies als zu- mutbar. Zwar trifft zu, dass im Zuge des Bauprojekts "Erneuerung Ortszentrum Reinach" bereits eine Fläche von 154 m 2 der Parzelle Nr. 21 enteignet wurde. Mit der nachträglichen Enteignung einer zusätzlichen Fläche im Umfang von 29 m 2 geht zweifellos ein weiterer Eingriff in die Ei- gentumsrechte des Beschwerdeführers einher. Die vom Besch werdeführer (insgesamt) abzu- tretende Fläche ist indes bezogen auf die Gesamtfläche der Parzelle Nr. 21 von 2'789 m 2 als relativ gering zu bezeichnen und das verbleibende Grun dstück ist jedenfalls weiterhin sinnvoll nutzbar. Hinzu kommt, dass die Ausscheidung der fraglichen Fläche im Nutzungsplan als Ra- batte/Grünfläche und die damit verbundene Nutzungsvor gabe bereits zu einer Einschränkung des Grundeigentums führte, was vom Beschwerdeführer auch selbst eingeräumt wird (Be- schwerdebegründung, Ziff. 6). Zusammenfassend ist festzu stellen, dass sich die strittige Ent- eignung als verhältnismässig erweist. 8. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen steht fest, dass die Voraussetzungen für die nachträgliche Enteignung einer Fläche von 29 m 2 der Parzelle Nr. 21 erfüllt sind. Die Be- schwerde ist demnach vollumfänglich abzuweisen. 9. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Im vorliegenden Fall sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. Der Beschwerdeführer hat demnach restliche Verfahrensk osten in der Höhe von Fr. 800.-- zu bezahlen. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber