A bteilung III C -812/2006 {T 0/2} U rteil vom 13. A pril 2007 M itw irkung: R ichter Antonio Im oberdorf, Blaise Vuille und Andreas Trom m er; G erichtsschreiberin Evelyne Sturm S._______, Beschw erdeführer, vertreten durch H errn R echtsanw alt Yassin Abu-Ied, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Verw eigerung der Einreisebew illigung im B ezug auf B ._______ und A ._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. Am 8. Juni 2006 ersuchten B._______ (nachfolgend G esuchstellerin 1) und ihre jüngere Schw ester A._______ (nachfolgend G esuchstellerin 2) bei der Schw eizerischen Botschaft in D am askus um eine Einreisebe- w illigung für einen zw eim onatigen Besuchsaufenthalt bei ihren im Kanton Basel-Landschaft w ohnhaften Eltern. D ie Auslandvertretung verw eigerte die beantragten Visa vorerst form los und überm ittelte anschliessend die G esuche der Vorinstanz zum form ellen Entscheid. B. N achdem die Vorinstanz beim Am t für M igration des Kantons Basel- Landschaft ergänzende Auskünfte eingeholt hatte, lehnte sie beide Einrei- sebegehren jew eils m it Verfügung vom 20. Juli 2006 ab. Zur Begründung w urde im W esentlichen für beide G esuchstellerinnen ausgeführt, die an- standslose und fristgerechte W iederausreise könne angesichts der w irt- schaftlichen und soziokulturellen Lage im H erkunftsland, aber auch unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse nicht als gesichert be- trachtet w erden. Ausserdem w ürden keine G ründe vorliegen, w elche eine Einreise trotzdem zw ingend notw endig erscheinen liessen. C . M it Beschw erde vom 21. August 2006 an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) beantragt der anw altlich vertretene Vater, S._______ (nachfolgend Beschw erdeführer), die Aufhebung der beiden vorinstanzlichen Verfügungen und die Erteilung der Besuchervisa. Im W esentlichen bringt er zur Begründung vor, die G esuchstellerinnen seien bereits früher zu Besuch in die Schw eiz eingereist und anschliessend w ie verlangt nach Syrien zurückgekehrt. Er und seine Frau hätten ausserdem ein grosses Interesse daran, dass ihre Kinder w eiterhin in ihrem H eim atland zur Schule gingen. Zudem habe die W ohngem einde des Beschw erdeführers nichts gegen den Besuchsaufenthalt einzuw enden. Er sei auch bereit, G arantien für die Ausreise zu leisten. D arüber hinaus rügt der Beschw erdeführer, die Ausführungen der Vorinstanz seien zu all- gem ein gehalten und auf den vorliegenden Fall nicht anw endbar. D . In ihrer Vernehm lassung vom 29. Septem ber 2006 beantragt die Vorin- stanz die Abw eisung der Beschw erde und w eist darauf hin, insbesondere jüngere Personen aus der H erkunftsregion der G esuchstellerinnen w ürden versuchen, sich im w estlichen Ausland eine bessere Zukunft aufzubauen. G estützt auf die Erfahrungen in ähnlich gelagerten Fällen, könne nicht aus- geschlossen w erden, dass sich die G esuchstellerinnen bei ihrem Vater dauerhaft niederlassen m öchten. D er Beschw erdeführer, w elcher sich als Asylbew erber m it einem hängigen R ekursverfahren in der Schw eiz auf- halte, sei zudem nicht berechtigt, die erforderlichen G arantien zu leisten. Ausserdem hätten sich die beiden Töchter nur im R ahm en des Asylver- fahrens der gesam ten Fam ilie in der Schw eiz aufgehalten und seien beim Beschw erdeführer bisher nie zu Besuch gew esen. E. D er Parteivertreter m acht dagegen in seiner R eplik vom 2. N ovem ber 2006 geltend, gem äss der Europäischen M enschenrechtskonvention sei das 3 R echt auf Fam ilienleben ein fundam entaler Anspruch, w eshalb der Kontakt der Eltern zu ihren Kindern nicht m it pauschalisierten Argum enten und schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit verw ehrt w erden dürfe. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. Verfügungen des Bundesam tes für M igration (BFM ) betreffend Einreise- verw eigerung unterliegen der Beschw erde an das Bundesverw altungsge- richt (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufent- halt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20], Art. 31 ff. des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). D as U rteil ist entgültig (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bun- desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 2. D as Bundesverw altungsgericht übernim m t die bei Inkrafttreten des Verw al- tungsgerichtsgesetzes bei Eidgenössischen R ekurs- oder Schieds- kom m issionen oder bei Beschw erdediensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 VG G ). D em nach richtet sich das Verfahren nach den Be- stim m ungen des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Ver- w altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) sow eit das Verw altungsgerichts- gesetz nichts anderes bestim m t (vgl. Art. 37 VG G ). 3. D er Beschw erdeführer ist als Vater und G astgeber gem äss Art. 20 Abs. 2 AN AG i.V.m . Art. 48 Vw VG zur Beschw erdeführung legitim iert. Auf die frist- und form gerechte Beschw erde ist daher einzutreten (Art. 49 – 52 Vw VG ). 4. Ausländer/-innen sind zur Anw esenheit in der Schw eiz berechtigt, w enn sie eine Aufenthalts- oder N iederlassungsbew illigung besitzen oder w enn sie keiner solchen bedürfen (vgl. Art. 1a AN AG ). D ie Behörde entscheidet, im R ahm en der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge m it dem Aus- land, nach freiem Erm essen über die Bew illigung von Aufenthalt oder N ie- derlassung (Art. 4 AN AG ). D aher räum t das schw eizerische R echt w eder einen Anspruch auf Einreise noch auf Erteilung eines Visum s ein (vgl. PETER U EBER SA X, Einreise und Anw esenheit, in: Peter U ebersax/Peter M ünch/Thom as G eiser/M artin Arnold, Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen R echt, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schw eiz, Basel/G enf/M ünchen 2002, S. 143). D em behördlichen Er- m essen steht som it im Falle der Erteilung einer Einreisebew illigung ein w eiterer Spielraum offen als beispielsw eise bei der Verlängerung einer all- m ählich den Vertrauensschutz verfestigenden Anw esenheitserlaubnis. D ies gilt auch für die Beurteilung von Einreiseersuchen zur Anw esenheit von bis zu drei M onaten, die bew illigungsfrei aber unter U m ständen visum pflichtig sind (vgl. Art. 2 Abs. 1 AN AG i.V.m den nachstehenden Visum sbestim m ungen). 5. D as Visum w ird verw eigert, w enn die Ausländerin oder der Ausländer die Einreisevoraussetzungen nach Art. 1 der Verordnung vom 14. Januar 1998 4 über Einreise und Anm eldung von Ausländerinnen und Ausländer (VEA, SR 142.211) nicht erfüllt (vgl. Art. 14 Abs. 1 VEA). So m üssen Personen, die in die Schw eiz reisen m öchten, unter anderem G ew ähr bieten, dass sie fristgerecht w ieder ausreisen w erden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c. VEA). D es W eiteren w ird die Einreise nicht bew illigt, w enn begründete Zw eifel am Aufenthaltszw eck bestehen (vgl. Art. 14 Abs. 2 Bst. c VEA). 6. D ie G esuchstellerinnen können sich auf keine Ausnahm eregelung berufen und unterliegen aufgrund ihrer N ationalität den Visum sbestim m ungen (vgl. Art. 1-5 VEA). Für die Prüfung, ob das Kriterium der gesicherten W ieder- ausreise erfüllt ist, m uss ein zukünftiges Verhalten beurteilt w erden. D azu lassen sich in der R egel keine gesicherten Feststellungen, sondern ledig- lich Voraussagen m achen. D abei sind säm tliche U m stände des konkreten Einzelfalles zu w ürdigen. 6.1 D er Beschw erdeführer bringt vor, die Berufung auf die Zuw anderung aus dem arabischen R aum und die Berücksichtigung negativer Einzelfälle aus der Vergangenheit sei zu pauschalisiert, w eshalb sie für die Beurteilung des vorliegenden Falles nicht herangezogen w erden dürften. D ie Berück- sichtigung der allgem einen Lage im H erkunftsland sow ie der Zuw an- derungssituation ergibt sich jedoch im plizit aus Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA, können daraus doch Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten W ie- derausreise gew onnen w erden. Insbesondere Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten beziehungsw eise R egionen m it po- litisch oder w irtschaftlich vergleichsw eise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeuten, dass die persönliche Interessenlage in solchen Fällen nicht m it dem Ziel und Zw eck einer zeitlich befristeten Einreisebe- w illigung in Einklang steht. 6.2 M it der Am tsübernahm e durch Bashar al-Assad im Juli 2000 hat sich die politische Atm osphäre in Syrien zw ar kurz entspannt. So w urden H underte von politischen G efangenen aus der H aft entlassen. Seit 2001 w urden je- doch m ehrere Initiativen zur Entw icklung einer offenen G esellschaft w ieder m it polizeistaatlichen M itteln überw acht und teilw eise unterdrückt. Zivilge- sellschaftliches Engagem ent w ird von den Sicherheitsdiensten streng kon- trolliert. W irtschaftlich zeichnet sich hingegen eine langsam e Ö ffnung ab, so dass die seit 2003 vorangetriebenen W irtschaftsreform en 2006 zur Er- richtung von Privatbanken sow ie privaten Versicherungen führten. D ennoch ist das Land m it zahlreichen Entw icklungsproblem en konfrontiert. D azu gehören insbesondere ein hohes Bevölkerungsw achstum (fast 40% der Bevölkerung sind jünger als 14 Jahre) sow ie eine hohe Arbeitslosig- keit. D ie verdeckte Arbeitslosigkeit liegt Einschätzungen zufolge bei über 30% (Länder- und R eiseinform ationen auf der W ebsite des Ausw ärtigen Am tes, Länder- und R eiseinform ationen > Syrien > W irtschaft, <http://w w w .ausw aertiges-am t.de>, besucht am 14. M ärz 2007). Ein gros- ser Teil der Bevölkerung ist zudem von U nterbeschäftigung betroffen (vgl. hierzu Syria, C ountry of O rigin Inform ation R eport vom 20. Februar 2007, U K H om e O ffice, S. 10). 6.3 In Anbetracht der schw ierigen w irtschaftlichen Situation und unter Berück-5 sichtigung, dass die Bereitschaft, das H eim atland zu verlassen, erfah- rungsgem äss dort begünstigt w ird, w o bereits Verw andte oder Bekannte im Ausland leben, ist die Beurteilung der Vorinstanz, die das R isiko einer nicht fristgerechten W iederausreise als relativ hoch einschätzte, nicht zu beanstanden. Es w äre jedoch zu schem atisch und nicht haltbar, generell und ohne spezifische Anhaltspunkte ausschliesslich aufgrund der allgem einen Lage im H erkunftsland auf eine nicht hinreichend gesicherte W iederausreise zu schliessen. D ie eben genannten U m stände entbinden die Vorinstanz daher nicht von einzelfallbezoger Beurteilung. N am entlich können berufliche, gesellschaftliche oder fam iliäre Verpflichtungen die Prognose einer anstandlosen W iederausreise begünstigen. 7. 7.1 D ie G esuchstellerin 1 ist 16-jährig und Schülerin. W ie sich aus den Akten ergibt, lebt sie zusam m en m it ihrer 13-jährigen Schw ester, G esuch- stellerin 2, unter grosselterlicher O bhut in D am askus. D ie Vorinstanz stellte zu R echt fest, dass den beiden G esuchstellerinnen bisher keine Be- w illigung erteilt w urde, um zu Besuchszw ecken in die Schw eiz zu reisen. W ährend drei Jahren (zw ischen 2001 und 2004) hielten sie sich zw ar im R ahm en des Asylverfahrens zusam m en m it ihrer Fam ilie in der Schw eiz auf. Im Juli 2004 zogen die Eltern jedoch die Asylgesuche für ihre beiden Töchter zurück, dam it diese ihre w eitere Schulbildung in Syrien absol- vierten. In der Folge schrieb das BFM die Asylgesuche der G esuch- stellerinnen als gegenstandslos gew orden ab und veranlasste ihre R ück- reise nach Syrien. D as von ihnen anschliessend im Juli 2005 gestellte G e- such um Erteilung einer Einreisebew illigung in die Schw eiz w urde form los abgew iesen, ohne dass dagegen rechtliche Schritte unternom m en w orden w ären. Folglich kann sich der Beschw erdeführer nicht auf eine frühere fristgerechte W iederausreise der G esuchstellerinnen nach einem Be- suchsaufenthalt berufen. 7.2 D ie persönlichen Verhältnisse der G esuchstellerinnen begünstigen die Prognose der fristgerechten W iederausreise ebenfalls nicht. M assgebliche Bedeutung kom m t der Tatsache zu, dass sich die Eltern und die vier jüngeren G eschw ister der noch m inderjährigen G esuchstellerinnen in der Schw eiz aufhalten. Säm tliche nahen Angehörigen, von denen die G esuch- stellerinnen erst seit ihrer R ückkehr nach Syrien im Jahr 2004 getrennt leben, befinden sich som it in der Schw eiz. D er fam iliäre Bezug scheint daher prim är zur Schw eiz zu bestehen. Ausserdem sprechen die erst kurze Aufenthaltsdauer in Syrien und das Alter der beiden G esuch- stellerinnen ebenfalls nicht für einen entscheidenden Bezug zu ihrem H eim atland, zum al die G esuchstellerinnen nicht in Syrien, sondern in den Vereinigten Arabischen Em iraten aufgew achsen sind. 7.3 Ebenso w enig lässt ihre Ausbildung in Syrien auf eine Verw urzelung im H eim atland schliessen, die ausreichend G ew ähr für eine fristgerechte R ückkehr bieten w ürde. M it dem Entscheid des Beschw erdeführers und seiner Frau, die Asylgesuche der beiden Töchter zurückzuziehen und sie zu Ausbildungszw ecken in ihr H eim atland zu schicken, dürfte zw ar durch-6 aus zum dam aligen Zeitpunkt ein Interesse am Verbleib der G esuch- stellerinnen in Syrien bestanden haben. D er Beschw erdeführer und seine Fam ilie w urden jedoch inzw ischen m it Entscheid vom 2. August 2005 w egen unzulässigen W egw eisungsvollzuges vorläufig aufgenom m en. Eine Beschw erde auf Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft ist noch hängig. Angesichts der vorläufigen Aufnahm e und der über zw eijährigen Trennung ist fraglich, ob das Interesse der G esuchstellerinnen am Verbleib in ihrem H eim atland und dem Abschluss der begonnen Schulbildung w eiterhin besteht. M angels eines gefestigten Anw esenheitsrechts verfügt der Be- schw erdeführer jedoch über keinen Anspruch, die G esuchstellerinnen in die Schw eiz nachzuziehen, w eshalb im vorliegenden Fall das R isiko be- steht, die Einreiseersuchen könnte zur Fam ilienzusam m enführung verw endet w erden. 7.4 Vor diesem H intergrund erscheinen die vorgebrachten Verpflichtungen im H eim atland nicht ausreichend, um eine fristgerechte Ausreise nach er- folgtem Besuchsaufenthalt als gesichert zu erachten. H inzu kom m t, dass zur Beurteilung der W iederausreise die persönliche Situation der G esuch- stellerinnen m assgebend ist (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA), w eshalb die rechtlich nicht durchsetzbare Zusicherung des Beschw erdeführers, für die fristgerechte Ausreise besorgt zu sein, (vgl. U rteil des Bundesverw altungs- gerichts C -694/2006 vom 27. Februar 2007 S. 6), und seine Absicht, ent- sprechende G arantien leisten zu w ollen, keine hinreichende G ew ähr für eine fristgerechte W iederausreise bieten. D arüber hinaus bestehen auch begründete Zw eifel am geltend gem achten Aufenthaltszw eck, w eil - w ie unter Ziffer 7.3 ausgeführt - nicht auszuschliessen ist, dass die G esuch- stellerinnen sich w ieder dauerhaft bei ihren Eltern aufhalten m öchten. D ie gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebew illigung zu Besuchszw ecken sind som it nicht erfüllt (vgl. Art. 14 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. c in fine VEA). 8. D em öffentlichen Interesse an der Einhaltung der Einreisevorschriften steht das Interesse der G esuchstellerinnen und ihrer Eltern an einem von staatlichen Eingriffen ungestörten Fam ilienleben gegenüber, w elches in allgem einer W eise von Art. 13 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) und Art. 8 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) geschützt w ird. D am it stellt sich die Frage, ob die Verw eigerung der Einreise vor diesen Bestim m ungen stand- hält. 8.1 D er Schutzbereich des Fam ilienlebens im Sinne der genannten N orm en um fasst einerseits Konstellationen, in denen es um die Anw esenheitsrege- lung bzw . den Aufenthaltsanspruch von Fam ilienm itgliedern geht. Anderer- seits w erden aber auch Konstellationen abgedeckt, die keinen Zusam m en- hang m it einem Anw esenheitsanspruch haben (dazu M AR TIN BER TSC H I/TH O M AS G ÄC H TER , D er Anw esenheitsanspruch aufgrund der G aran- tien des Privat- und Fam ilienlebens, Schw eizerisches Zentralblatt für Staats- und Verw altungsrecht [ZBL], 2003, S. 241). Im vorliegenden Fall geht es um den persönlichen Kontakt zw ischen den m inderjährigen Kin-7 dern und ihren Eltern in der Schw eiz. D ie Pflege eines solchen Kontaktes im R ahm en von Besuchsaufenthalten kann in den Schutzbereich von Art. 8 EM R K fallen (vgl. U rteil des Bundesgerichts 2A.10/2001 vom 11. M ai 2001 E. 2b). 8.2 D ie EM R K bzw . die BV garantiert indessen kein R echt auf Einreise oder auf ein Fam ilienleben an einem bestim m ten O rt (vgl. BG E 130 II 281 E. 3.1 [m it H inw eisen]; ferner STEPH AN BR EITEN M O SE R , in: Bernhard Ehrenzeller/Philippe M astronardi/ R ainer J. Schw eizer/Klaus A. Vallender, D ie schw eizerische Bundesverfassung, Zürich/Basel/G enf 2002, Kom m entar zu Art. 13 BV, N . 25; AR TH U R H AEFLIG ER /FR AN K SC H Ü R M AN N, D ie Europäische M enschenrechtskonvention und die Schw eiz, D ie Bedeutung der Konvention für die schw eizerische R echtspraxis, 2. Aufl., Bern 1999, S. 261). Ein Eingriff in den Schutzbereich des Fam ilienlebens liegt daher grundsätzlich erst vor, w enn sich die Betroffenen überhaupt nirgends treffen könnten und der persönliche Kontakt deshalb nur in der Schw eiz m öglich w äre. D ie Visum sverw eigerung für die beiden G esuchstellerinnen w ürde som it dann zu einem Eingriff führen, w enn dem Beschw erdeführer R eisen ins Ausland generell oder zum indest noch w ährend längerer Zeit verw ehrt w ären und dam it der Kontakt zu seinen Töchtern verunm öglicht w ürde. Für den Beschw erdeführer ist es jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen den persönlichen Kontakt zu den G esuchstellerinnen in einem D rittstaat zu pflegen. O bschon die Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers noch G egenstand einer beim Bundesverw altungsgericht hängigen Beschw erde ist, w ürde es ihm offen stehen, im R ahm en der Verordnung vom 27. O ktober 2004 über die Ausstellung von R eisedokum enten für aus- ländische Personen (R D V, SR 143.5) beim BFM um R eisedokum ente zu ersuchen, die es ihm erm öglichen könnten, die G esuchstellerinnen im Aus- land zu treffen. Sow eit aus den Akten ersichtlich, hat der Beschw erde- führer diesbezüglich bis anhin keine Schritte eingeleitet. D ie Erteilung eines solchen R eisedokum ents ist indessen nicht G egenstand des vorliegenden Verfahrens, w eshalb darüber nicht zu befinden ist. 8.3 Selbst w enn das Vorliegen eines Eingriffs in das R echt auf Fam ilienleben gem äss Art. 8 Ziff. 1 EM R K zu bejahen und eine Verhältnism ässigkeitsprü- fung nach Art. 8 Abs. 2 EM R K vorzunehm en w äre, erschiene die Verw ei- gerung der Einreisebew illigungen für die beiden G esuchstellerinnen zum jetzigen Zeitpunkt zulässig. D er Beschw erdeführer und seine Frau zogen die Asylgesuche der G esuchstellerinnen zurück und veranlassten an- schliessend die R ückkehr der beiden Töchter nach Syrien. Som it be- schlossen die Eltern, dass die G esuchstellerinnen von ihnen getrennt auf- w achsen sollen, ohne dass ein staatlicher Eingriff zu dieser Trennung ge- führt hätte. Insbesondere da das Asylgesuch der Eltern zum dam aligen Zeitpunkt noch erstinstanzlich hängig w ar, entschieden sie sich som it be- w usst für einen längerfristigen Verzicht auf persönlichen Kontakt. W ird je- doch von den Betroffenen selbst die Entscheidung gefällt, von der Fam ilie getrennt im Ausland zu leben, stellt die Verw eigerung der Einreise nicht ohne W eiteres einen Verstoss gegen die Pflicht zur Achtung des Fa-8 m ilienlebens dar (vgl. dazu JO C H EN ABR . FR O W EIN /W O LFG AN G PEU KER T, Europäische M enschenrechtskonvention, EM R K-Kom m entar, 2. Aufl., Kehl/Strassburg/Arlington 1996, Kom m entar zu Art. 8 EM R K, N . 26). Vor diesem H intergrund erscheint daher das persönliche Interesse des Be- schw erdeführers den Kontakt zu seinen Töchtern pflegen zu können, das öffentliche Interesse an der Einhaltung der Einreisebestim m ungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu überw iegen. 9. Aus diesen G ründen ist som it nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das öffentliche Interesse sow ie die Beachtung der geltenden Vorschriften entsprechend hoch gew ichtete und den G esuchstellerinnen die Eineise verw eigerte. D ie angefochtenen Verfügungen sind daher im Lichte von Art. 49 Vw VG nicht zu beanstanden. 10. D ie Beschw erde ist som it abzuw eisen und die Verfahrenskosten sind dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 1 und Art. 2 sow ie Art. 3 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.- w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. Sie sind durch den am 19. Septem ber 2006 geleisteten Kosten- vorschuss gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben) - der Vorinstanz (eingeschrieben, Akten R ef-N r. 1 902 312 und N 415 375 retour) D er Kam m erpräsident: D ie G erichtsschreiberin: A. Im oberdorf E. Sturm Versand am :