B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1062/2014 U r t e i l v o m 1 . S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn; Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren (...), Serbien, B._______, geboren (...), C._______, geboren (...), D._______, geboren (...), E._______, geboren (...), Mazedonien, alle vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 4. Februar 2014 / N_______. D-1062/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass das BFM mit Verfügung vom 14. November 2011 gestützt auf Art. 7 AsylG (SR 142.31) die Asylgesuche der Beschwerdeführenden vom 15. August 2011 ablehnte und die Wegweisung sowie deren Vollzug a n- ordnete, dass die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 15. Deze m- ber 2011 mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -6745/2011 vom 2. Februar 2012 abgewiesen wurde, dass die Beschwerdeführenden beim BFM am 28. Januar 2014 ein Wi e- dererwägungsgesuch einreichten und beantragten, es sei die ursprüngl i- che Verfügung des BFM vom 14. November 2011 im Wegweisungspunkt aufzuheben, es sei festzustellen, dass seit Erlass der ursprünglichen Ver- fügung eine wiedererwägungsrechtlich massgebliche Änderung der Sach- lage eingetreten sei , es sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen, und in pr o- zessualer Hinsicht um Gewährung der aufschiebenden Wirkung des G e- suchs und um Anweisung an das Migrationsamt des Kantons F._______, den Vollzug während der Behandlung des vorliegenden Gesuchs ausz u- setzen, ersuchten, dass die Beschwerdeführerin darin zur Begründung im Wesentlichen vor- brachte, ihre Kinder seien heute etwas mehr als (...), (...), (...) und (...) Jahre alt und alle in der Schweiz geboren, dass – abgesehen vom jüngsten Sohn – alle, ausser in der Zeit zwischen dem Jahr (...) und (...), als sie in Mazedonien gewesen seien und die Wo- chenenden meistens in Serbien verbracht hätten, immer in der Schweiz gelebt hätten, dass sich das Bundesverwaltungsgericht bereits im Rahmen seines B e- schwerdeurteils vom 2. Februar 2012 zur Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs unter Berücksichtigung des Kindeswohls geäussert habe und zum Schluss gekommen sei, ein Wegweisungsvollzug sei nicht u n- zumutbar, da keine erhebliche Prägung durch das hiesige kulturelle und soziale Umfeld zu bejahen sei, weshalb eine Rückkehr der Kinde r keine Entwurzelung aus dem sozial -schulischen oder persönlichen Umfeld b e- deute, D-1062/2014 Seite 3 dass seither zwei Jahre vergangen seien und sich die Situation wesen t- lich verändert habe, da die Kinder nach der Wiedereinreise im Jahre 2011 erfolgreich eingeschult worden s eien und deren Integration weitere For t- schritte gemacht habe, dass die beiden älteren Kinder B._______ und D._______ heute in einem Alter seien, in welchem sie sich von ihren Eltern weg nach aussen orien- tierten und ihre Mutter nicht mehr als ihre alleinige wesentliche Bezugs- person bezeichnet werden könne, dass die Verwurzelung der Kinder mit der Schweiz bei objektiver Betrach- tung sehr viel stärker als diejenige in Serbien sei, da sie während ihres dortigen Aufenthaltes die Wochenenden jeweils bei ihrer Mutter verbracht hätten, wodurch die gesellschaftliche Einbettung in Mazedonien eine Be- einträchtigung erfahren habe, dass ferner aufgrund der am (...) vollzogenen Scheidung und der ihr zu- gesprochenen Obhut und Erziehung der Kinder ein Wegweisungsvollzug nicht mehr nach Mazedonien, sondern nur noch nach Serbien in Betracht falle, wo ihre Kinder nie sozialisiert gewesen seien und ein Wegwe i- sungsvollzug nicht eine Rückkehr, sondern eine Abschiebung an einen ihnen unbekannten Ort und somit eine Entwurzelung bedeutete, dass ihr (...) Sohn C._______ in der Schweiz eine Sonderschule bes u- chen könne, was sie als Mutter sehr entlaste, zumal sie nicht in der Lage wäre, selber vollumfänglich für ihn zu sorgen, dass ein Wegweisungsvollzug nach Serbien nicht als zumutbar erachtet werden könne, da sie alleinerziehende Mutter von vier Kindern sei, von welchen eines behindert und das jüngste noch ein Kleinkind sei, weshalb sie fremde Hilfe benötige und noch genau geklärt werden müsste, wo sie überhaupt wohnen könnten, dass allein gestützt auf den Umstand, dass ihre Eltern noch in Serbien lebten, nicht auf ein bestehendes tragfähiges Beziehungsnetz geschlo s- sen werden könne, dass das BFM mit Verfügung vom 4. Februar 2014 – frühestens eröffnet am 5. Februar 2014 – das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdefüh- renden vom 28. Januar 2014 abwies, die Verfügung vom 14. November 2011 als rechtskräftig und vollstreckbar erklärte, eine Gebühr von D-1062/2014 Seite 4 Fr. 600.– erhob und feststellte, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu, dass zur Begründung im Wesentlichen angeführt wurde, das Bundesve r- waltungsgericht habe sich zu den schulischen und medizinischen B e- handlungsmöglichkeiten des an (Nennung Krankheit) leidenden Sohnes in Serbien bereits in seinem Urteil vom 2. Februar 2012 geäussert und eine grundsätzliche Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzugs bejaht, dass die Gesundheitsversorgung in Serbien grundsätzlich gewährleistet sei und bei einer Rüc kkehr dorthin nicht von einer drastischen oder l e- bensbedrohlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes von C._______ ausgegangen werden müsse, dass in diesem Punkt auch keine veränderte Sachlage eingetreten sein dürfte, weshalb es sich vorliegend erüb rige, vertiefter auf dieses Vorbri n- gen einzugehen, dass die angeführte neue Sachlage, wonach die Beschwerdeführerin mittlerweile geschieden und die Integration der Kinder in der Schweiz b e- reits fortgeschritten sei, nicht zu einer veränderten Beurteilung de r Z u- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu führen vermöge, dass diesbezüglich zunächst vollumfänglich auf die Ausführungen des Bundesverwaltungsgerichts in seinem Urteil vom 2. Februar 2012 zu ve r- weisen sei, wonach zum Urteilszeitpunkt keine erhebliche Präg ung durch das hiesige kulturelle und soziale Umfeld angenommen worden sei, dass die eingereichten Schulberichte zudem nicht den Eindruck zu ve r- mitteln vermöchten, die Kinder hätten sich seit dem erwähnten Urteil in einem überdurchschnittlichen Masse in das hiesige soziale Umfeld inte g- riert, zumal darin von einigen Integrationsschwierigkeiten die Rede sei, die – wenn auch teilweise durch familiäre Probleme ausgelöst – den Um- gang mit dem sozialen Umfeld in der Schweiz erschwerten, dass bei einer Rückkehr nach Serbien auch nicht von einer kompletten sozialen, kulturellen und sprachlichen Entwurzelung ausgegangen we r- den könne, zumal die Kinder in den Jahren (...) bis (...) jeweils die W o- chenenden dort verbracht hätten, D-1062/2014 Seite 5 dass ferner die Beschwerdeführerin mit der Wegweisungsanordnung im Jahre 2011 selber die Möglichkeit gehabt hätte, ihren Kindern eine Wi e- dereingliederung in das serbische Schulsystem zu ermöglichen, dass in Serbien weder Krieg, Bürgerkrieg noch eine Situation der allg e- meinen Gewalt herrsche und die Beschwerdeführerin dort über ein sozia- les Beziehungsnetz verfüge, auf dessen Hilfe sie bei der Reintegration zählen könnte , und überdies in J._______ und der Schweiz zahlreiche Verwandte besitze, die sie nach der Rückkehr zumindest finanziell unte r- stützen könnten, dass der Wegweisungsvollzug nach Serbien grundsätzlich möglich sei und bezüglich der Rückübernahme der Kinder, welche nicht über eine serbische Staatsangehörigkeit verfügten, das Rückübernahmeabkommen zwischen der Schweiz und Serbien (SR 0.142.116.829) zur Anwendung gelangen könne, zumal gemäss dessen Art. 3 Abs. 1 Bst. b Serbien alle Drittstaatsangehörigen übernehme, sofern nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werde, dass diese Personen nach einem Aufenthalt im Hoheit s- gebiet der Republik Serbien i llegal und direkt in das Hoheitsgebiet der Schweiz eingereist seien, dass diese Voraussetzungen vorliegend mit der illegalen Wiedereinreise in die Schweiz im Jahre 2010 gegeben seien, was die Rückübernahme der Beschwerdeführenden nach Serbien demnach ermögliche, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 28. Februar 2014 g e- gen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erh o- ben und beantragten, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, es sei die ursprüngliche Verfügung des BFM vom 14. November 2011 im Wegweisungspunkt aufzuheben, es sei die Unzumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen, es sei dem Gesuch die aufschiebende Wirkung zu gewähren und das Migra- tionsamt des Kantons F._______ sei anzuweisen, den Vollzug während der Behandlung des vorliegenden Gesuchs auszusetzen, dass sie ferner um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchten, dass die Beschwerdeführerin zur Begründung den vorinstanzlichen Au s- führungen im Wesentlichen entgegenhielt, vorliegend sei der Bezug ihrer D-1062/2014 Seite 6 Kinder zur Schweiz demjenigen zu S erbien gegenüberzustellen, um den Grad der Entwurzelung für diese zu ermitteln, zumal gemäss dem ang e- fochtenen Entscheid nur noch Serbien für einen zumutbaren Vollzug der Wegweisung für die Familie in Frage komme, dass unbestritten sei, dass die Kinder in der Schweiz geboren seien, sich den grössten Teil ihres bisherigen Lebens hier aufgehalten hätten und sich seit der Wiedereinreise im Jahre 2010 seit über drei Jahren ununte r- brochen in der Schweiz befänden, alle Deutsch sprechen würden, hier Freunde hätten und die drei älteren hier erfolgreich eingeschult worden seien, weshalb ein gewisser Grad an Integration kaum in Abrede gestellt werden könne, dass sie jedoch in Serbien nie ihren Lebensmittelpunkt gehabt hätten, nicht über die serbische Staatsangehörigke it verfügten, der serbischen Sprache nicht mächtig seien, dort nie zur Schule gegangen seien und – ausser ihren Grosseltern – über keinerlei soziale Kontakte verfügten, dass die vorinstanzliche Argumentation sehr einseitig zu ihren Ungunsten ausgefallen se i, sich einzig auf den Bericht des Klassenlehrers von B._______ stütze und das BFM daraus nur die Punkte ziehe, die gegen die Assimilierung sprechen würden, ohne auch die positiven Aspekte zu erwähnen, und die Integration der beiden anderen Kinder komplett aus- blende, dass ein Bezug zu Serbien, falls ein solcher überhaupt existiere, als sehr gering einzuschätzen sei und es fraglich sei, ob von einer Rückkehr nach Serbien eigentlich gesprochen werden könne, zumal die Kinder zu ke i- nem Zeitpunkt ihren Lebensmittelpunkt dort gehabt hätten, dass der verfügte Wegweisungsvollzug mit Sicherheit eine Entwurzelung darstelle, zumal die drei älteren Kinder aufgrund ihres Alters durch den langen Aufenthalt in der Schweiz geprägt worden seien, dass die Krankheit des Sohnes C._______ nicht unberücksichtigt bleiben dürfe, auch wenn die vergleichsweise besseren Entwicklungsmöglichke i- ten für diesen in der Schweiz für sich alleine vermutlich nicht die Unz u- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Serbien begründen könnten, dass au ch C._______ sich im Rahmen seiner Möglichkeiten in der Schweiz integriert habe, indem seine Hauptsprache Deutsch sei, er in der Schule einen guten Freund gefunden habe und sich insgesamt seine D-1062/2014 Seite 7 heutige Lebenssituation verglichen mit derjenigen im Zeitpunkt des Erlas- ses der ursprünglichen Verfügung viel besser darstelle, dass ferner das Argument des BFM, die Beschwerdeführerin hätte mit der Wegweisungsandrohung im Jahre 2011 die Möglichkeit gehabt, ihren Kindern eine Wiedereingliederung ins serbische Schulsy stem zu ermögli- chen, bei der Beurteilung des Kindeswohls nicht beachtet werden könne, zumal die Kinder für das Handeln oder Nichthandeln ihrer Mutter nicht zur Rechenschaft gezogen werden könnten, dass überdies die Vorinstanz bei ihren Überlegungen verkenn e, dass die Kinder nie in Serbien eingeschult gewesen seien und auch ihren L e- bensmittelpunkt nie dort gehabt hätten, dass mit Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. März 2014 der Vollzug der Wegweisung ausgesetzt und festgehalten wurde, die B e- schwerdeführenden könnten den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, dass die Behandlung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen und antragsgemäss auf die Erhe bung eines Kosten- vorschusses verzichtet wurde, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass vorliegend der Entscheid vom 4. Februar 2014, mit welchem das von den Beschwerdeführenden gestellte Gesuch vom 28. Januar 2014 um Wiedererwägung der ursprünglichen Verfügung des BFM vom 14. November 2011 abgewiesen wurde, eine Verfügung des BFM im B e-D-1062/2014 Seite 8 reich des Asyls darstellt, die mit Beschwerde an das letztinstanzlich z u- ständige Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden kann, dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und d aher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sac hverhalts gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass nach Abs. 2 Satz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylgesetzes bei Wiedererwägungs - und Mehr- fachgesuchen für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 14. Dezember 2012 dieses Gesetzes, d.h. am 1. Februar 2014, hängigen Verfahren bisheriges Recht gilt, dass vorliegend das Verfahren am 28. Januar 2014 anhängig gemacht wurde und somit bisheriges Recht anzuwenden ist, dass über offensichtlich begründete Besc hwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Besc hwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesg e- richts aus Art. 29 BV unter bestimmten Voraussetzungen ein verfassungs- mässiger Anspruch auf Wiedererwägung abgeleitet wird (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen), wonach auf ein Wiedererwägungsg e- such einzutreten ist, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem D-1062/2014 Seite 9 ursprünglichen Entscheid beziehungsweise seit dem Urteil der mit B e- schwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verä n- dert hat und mithin die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an die nac h- träglich eingetretenen Veränderungen der Sachlage anzupassen ist, ohne dass deren Gegenstand neu beurteilt wird, dass gemäss Untersuchungsgrundsatz die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachve r- haltes zu sorgen hat, die für das Verfahren notwendi gen Sachverhaltsun- terlagen beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände abklären s o- wie ordnungsgemäss darüber Beweis führen muss, dieser Grundsatz j e- doch nicht uneingeschränkt gilt, sondern sein Korrelat in der Mitwirkung s- pflicht des Asylsuchenden findet (vgl. Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG) und sich trotz Untersuchungsgrundsatzes die entscheidende Behörde in der Regel darauf beschränken kann, die Vorbringen der Asylgesuchsteller zu würdigen und die von ihr angebotenen Beweise abzunehmen, ohne we i- tere Abklärungen vornehmen zu müssen, dass vorliegend die Vorinstanz einen Wegweisungsvollzug nach Serbien als möglich erachtete und hinsichtlich einer Rückübernahme der Kinder der Beschwerdeführerin, die über die mazedonische Staatsangehörigkeit verfügen, die Anwendbarkeit von Art. 3 Abs. 1 Bst. b des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Se r- bien über die Rückübernahme von Personen mit unbefugten Aufenthalt (abgeschlossen am 30. Juni 2009, in Kraft getreten durch Notenau s- tausch am 1. Mai 2010) bejahte, dass gemäss dieser Bestimmung Serbien Drittstaatsangehörige rück ü- bernimmt, sofern nachgewiesen oder glaubhaft gemacht wird, dass diese Personen nach einem Aufenthalt im Hoheitsgebiet der Republik Serbien oder einer Durchreise du rch ihr Hoheitsgebiet illegal und direkt in das Hoheitsgebiet der Schweiz eingereist sind, dass die Vorinstanz anführte, dies e Voraussetzungen seien vorliegend mit der illegalen Wiedereinreise in die Schweiz im Jahre 2010 gegeben, weshalb die Rückübernahme der Beschwerde führenden durch Serbien möglich sei, dass die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung in den Akten jedoch keine Stütze findet, zumal aus dem in Frage stehenden Protokoll der Be- fragung zur Person (BzP) im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ ) D-1062/2014 Seite 10 G._______ und demjenigen der direkten Anhörung sowie den Kopien der Reisepässe der Beschwerdeführen den hervorgeht, dass sie aus Maz e- donien ausreisten respektive zuletzt das Dorf H._______ in Mazedonien – wo sie vorher zehn bis zwölf Tage am Wohnort der Schwiegereltern der Beschwerdeführerin respektive der Grosseltern der Kinder blieben – ver- liessen, mit dem Auto nach I._______ fuhren, von dort mit dem Flugzeug am (...) nach J._______ (K._______) reisten und sich dort während (...) Monaten ununterbrochen aufhielten, bevor sie im (...) in die Schweiz wei- terreisten (vgl. act. A6/16 S. 2 und 9 f.; A16/13 S. 3 ff.), dass daher die Beschwerdeführenden weder vom Hoheitsgebiet Serbiens ausreisten noch von dort illegal und direkt in das Hoheitsgebiet der Schweiz g elangten, weshalb hinsichtlich einer Rückübernahme der Ki n- der durch Serbien die vorinstanzliche Annahme, wonach Art. 3 Abs. 1 Bst. b des oben erwähnten Rückübernahmeabkommens Anwendung fi n- de, auf einer unrichtigen und unvollständigen Sachverhaltsfeststellu ng beruht, dass nämlich ein Sachverhalt insbesondere dann unrichtig erhoben ist, wenn der Verfügung falsche beziehungsweise aktenwidrige Tatsachen zugrunde gelegt wurden sowie wenn Beweise unzutreffend gewürdigt wurden (vgl. OLIVER ZIBUNG/ELIAS HOFSTETTER, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Weissenberger (Hrsg.), Zürich 2009, Art. 49 N 37), dass ein Sachverhalt dann als unvollständig festgestellt gilt, wenn nicht über alle rechtserheblichen Umstände Beweis geführt wurde oder wenn eine entscheidrelevante Tatsache zwar erhoben wurde, diese jedoch dar- aufhin nicht gewürdigt wurde und nicht in den Entscheid einfloss (vgl. OLIVER ZIBUNG/ELIAS HOFSTETTER, in: Praxiskommentar VwVG, Wal d- mann/Weissenberger (Hrsg.), Zürich 2009, Art. 49 N 38; siehe zum Ga n- zen auch BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler (Hrsg.), Ko m- mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Z ü- rich 2008, Rz. 28 zu Art. 49), dass deshalb die Frage, ob und inwiefern die Kinder der Beschwerdefü h- rerin von Serbien rückübernommen w ürden, vorliegend nicht schlüssig beantwortet werden kann, dass vor diesem Hintergrund eine Beurteilung der Möglichkeit des We g- weisungsvollzugs der Beschwerdeführenden nach Serbien nicht ohne Vornahme weiterer Abklärungen möglich ist, D-1062/2014 Seite 11 dass es nicht die Auf gabe des Gerichts sein kann, nachträglich für eine vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen, weshalb die Sache zur Abklärung des vollständigen und richtigen recht s- erheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinsta nz zu- rückzuweisen ist, dass sich unter diesen Umständen Ausführungen zur Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs erübrigen, dass nach dem Gesagten die Beschwerde im Sinne der vorstehenden Er- wägungen gutzuheissen und die Verfügung des Bundesamtes vom 4. Februar 2014 aufzuheben ist, weshalb es sich erübrigt, auf die weit e- ren Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe weiter einzugehen, dass das BFM anzuweisen ist, den rechtserheblichen Sachverhalt rechtsgenüglich abzuklären und neu zu entscheiden, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten aufz u- erlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), weshalb sich das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfü hrung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG als gegenstandslos erweist, dass den obsiegenden Beschwerdeführenden eine Parteientschädigung für die ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass zwar keine Kostennote z u den Akten gereicht worden ist, sich j e- doch der notwendige Vertretungsaufwand aufgrund der Aktenlage hinre i- chend zuverlässig abschätzen lässt (Art. 14 Abs. 2 VGKE), dass in diesem Zusammenhang die Rüge zur nicht ausreichenden Prü- fung der fortgeschrittenen Integration der Kinder in der Schweiz durch die Vorinstanz mit Blick auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Beschwerde kürzer hätte dargelegt werden können, dass die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung unter Berücksichtigung obiger Erwägungen und gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) auf insgesamt Fr. 600.– (inkl. Auslagen) festzusetzen ist. D-1062/2014 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Die Verfügung des BFM vom 4. Februar 2014 wird aufgehoben und die Sache zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur Ne u- beurteilung im Sinne der Erwägungen an das BFM zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Das BFM wird angewies en, de n Beschwerdeführenden eine Parteien t- schädigung in der Höhe von Fr. 600.– auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: