<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Über welche Daten und Informationen der Schweizer Finanzinstitute verfügt der Bundesrat betreffend die Entwicklung der finanziellen Risiken, die mit der Biodiversität verbunden sind, und betreffend den Umgang der Schweizer Finanzinstitute mit diesen Risiken, und welche Schlussfolgerungen zieht er daraus?</p><p>2. Ist der Bundesrat bereit, bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) zu intervenieren, damit diese die aufsichtsrechtlichen Erwartungen konkretisieren und veröffentlichen, die sie gegenüber den Finanzmarktakteuren haben in Bezug auf die Messung und die Verringerung der Biodiversitätsrisiken?</p><p>3. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass die SNB und die FINMA gemäss dem Vorsorgeprinzip alle ihnen zur Verfügung stehenden mikro- und makroprudenziellen Instrumente einsetzen sollten, um das Finanzsystem vor den erheblichen Biodiversitätsrisiken zu schützen? Falls ja, welche Instrumente hält er für besonders wirksam?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1.-3.: Die Schweiz unterstützt die Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) und ist Mitglied des "Stewardship Council", dem beratenden Organ der TNFD. Die TNFD ist eine international breit abgestützte Initiative, die am WEF 2019 ins Leben gerufen wurde. Während den nächsten drei Jahre soll ein Rahmenwerk ausgearbeitet werden, das es Unternehmen und Finanzinstitutionen ermöglicht, ihre naturbezogenen Risiken zu bewerten, verwalten und darüber zu berichten.</p><p>Im Rahmen ihrer Mandate befassen sich FINMA und SNB grundsätzlich mit allen wesentlichen potenziellen Risiken für Finanzinstitute und das Finanzsystem. Im Bereich der Umweltrisiken stehen aktuell die klimabezogenen Finanzrisiken im Vordergrund. Der Biodiversitätsverlust wird aber in der Finanzwelt auch vermehrt als Umweltrisiko thematisiert, das auch bei Finanzinstituten finanzielle Risiken hervorrufen kann.</p><p>Als Mitglieder des Networks for Greening the Financial System (NGFS) sind FINMA und SNB Teil des Austausches unter Aufsichtsbehörden und Zentralbanken über mögliche Finanzrisiken im Zusammenhang mit dem Biodiversitätsverlust. Ein Occasional Paper des NGFS (Biodiversity and financial stability: building the case for action) zeigt auf, dass Auswirkungen des Verlustes von biologischer Vielfalt auf einzelne Finanzinstitute und Finanzsysteme möglich sind, jedoch noch weiter erforscht werden müssen, um die komplexen Übertragungsmechanismen auf das Finanzsystem besser zu verstehen. Die FINMA wird sich ihrerseits entsprechend ihrer strategischen Ziele bis 2024 verstärkt mit potenziellen, neu auftretenden oder zunehmenden Nachhaltigkeitsrisiken befassen und dabei auch die Risiken im Zusammenhang mit dem Biodiversitätsverlust näher analysieren. Aufgrund der aktuellen Wissensgrundlage und des Fortschritts der genannten international abgestimmten Arbeiten sind spezifische Datenerhebungen zu diesem Risiko bei Finanzinstituten zurzeit noch verfrüht.</p><p>Der prinzipien- und risikobasierte Ansatz der Schweizer Finanzmarktregulierung ermöglicht bereits heute die Berücksichtigung aller wesentlichen Risikotreiber. Finanzinstitute stehen generell in der Pflicht, alle materiellen Finanzrisiken im Rahmen des Risikomanagements zu erfassen und diese angemessen zu bewirtschaften. Erhärten sich die Finanzrisiken im Zusammenhang mit dem Biodiversitätsverlust, so kommen die klassischen Aufsichtsinstrumente für diese Risiken zu tragen.</p>  Antwort des Bundesrates.