A bteilung III C -164/2006 {T 0/2} U rteil vom 4. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Trom m er (Vorsitz); R ichter Vaudan und R ichterin Beutler; G erichtsschreiber M äder. F._______, Beschw erdeführer, vertreten durch R echtsanw alt R oger M üller, Schw eizergasse 8, Postfach 2570, 8021 Zürich, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Einreisesperre. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er 1967 im Kosovo geborene Beschw erdeführer hielt sich zw ischen 1991 und 1996 m it Saisonbew illigungen in der Schw eiz auf. W ährend dieser Zeit, am 1. M ärz 1994, heiratete er im Kosovo die Landsfrau E._______. D ieser Ehe entstam m en die beiden Kinder A._______ (geb. 1994) und Y._______ (geb. 1996). Am 15. Januar 1997 liess er sich im Kosovo w ie- der scheiden. B. D rei W ochen später, am 3. Februar 1997 heiratete der Beschw erdeführer eine Schw eizerbürgerin. Anschliessend gelangte er im Fam iliennachzug in die Schw eiz und erhielt im Kanton St. G allen eine Aufenthaltsbew illigung. C . W ährend bestehender Ehe m it der Schw eizerbürgerin w urde dem Be- schw erdeführer von seiner Ex-Ehefrau im Kosovo am 23. April 1998 eine w eitere Tochter, X._______ geboren. D . Am 18. M ai 2001 w urde der Beschw erdeführer von seiner Schw eizer Ehe- frau geschieden. E. Am 4. April 2002 erteilte das kantonale Ausländeram t dem Beschw erde- führer die N iederlassungsbew illigung. F. Am 2. August 2002 heiratete der Beschw erdeführer im Kosovo erneut sei- ne erste Ehefrau, w elche ihm am 17. O ktober 2002 ein viertes Kind, die Tochter D ._______, gebar, und am 15. M ärz 2004 stellte der Beschw erde- führer für seine Ehefrau und die vier Kinder ein G esuch um Fam iliennach- zug. G . N ach vorgängiger G ew ährung des rechtlichen G ehörs verfügte das Aus- länderam t des Kantons St. G allen gegen den Beschw erdeführer am 12. Januar 2005 eine Ausw eisung für die D auer von zehn Jahren. In der H auptsache w urde die Verfügung dam it begründet, der Beschw erdeführer sei 1997 m it seiner Schw eizer Ehefrau eine Scheinehe eingegangen und habe sich die Erneuerung der Aufenthaltsbew illigung nach der Scheidung und die Erteilung der N iederlassungsbew illigung durch Verschw eigen w e- sentlicher Tatsachen erschlichen. Auf Beschw erde hin hob das Justiz- und Polizeidepartem ent des Kantons St. G allen die Ausw eisung in einem Ent- scheid vom 22. N ovem ber 2005 auf, w iederrief aber die N iederlassungsbe- w illigung und ordnete die W egw eisung aus dem Kantonsgebiet an. Eine gegen diesen Entscheid gerichtete Beschw erde w ies das Verw altungsge- richt des Kantons St. G allen m it U rteil vom 21. M ärz 2006 ab, die dagegen beim Bundesgericht eingereichte Verw altungsgerichtsbeschw erde w ies dieses m it U rteil vom 5. Juli 2006 ab. In der Folge setzte das Ausländer- am t des Kantons St. G allen dem Beschw erdeführer definitiv Frist zur Aus- reise an. H . Am 14. August 2006 verfügte das BFM (im Folgenden: Vorinstanz) die Ausdehnung der kantonalen W egw eisung auf das G ebiet der ganzen Schw eiz und das Fürstentum Liechtenstein. In Koordination m it der vom Kanton gew ährten Ausreisefrist w urde der Beschw erdeführer zur Ausreise 3 bis zum 7. Septem ber 2006 aufgefordert. Einem nachfolgenden Begehren des Beschw erdeführers um Sistierung dieser Frist bis zur Beurteilung einer gegen das U rteil des Bundesgerichts beim Europäischen G erichtshof für M enschenrechte in Strassburg eingereichten Beschw erde gab das kanto- nale Ausländeram t nicht statt. In der Folge verliess der Beschw erdeführer am 13. Septem ber 2006 die Schw eiz. I. Am 10. O ktober 2006 verfügte die Vorinstanz eine fünfjährige Einreise- sperre gegen den Beschw erdeführer. D ie M assnahm e w urde dam it be- gründet, dass die w eitere Anw esenheit des Beschw erdeführers w egen Ein- gehens einer Ehe zu ehefrem den Zw ecken und w egen Irreführung der Be- hörden unerw ünscht sei. Einer allfälligen Beschw erde w urde die aufschie- bende W irkung entzogen. J. M it Eingaben vom 15. N ovem ber 2006 liess der Beschw erdeführer beim Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) als der dam als zu- ständigen R echtsm ittelinstanz beantragen, die Einreisesperre sei aufzuhe- ben, eventualiter sei sie auf zw ei Jahre zu befristen, subeventualiter sei das Verfahren zu sistieren, bis der Europäische G erichtshof für M enschen- rechte über die Beschw erde gegen das U rteil des Bundesgerichts vom 5. Juli 2006 entschieden habe. Zur Begründung m achte er im W esentli- chen geltend, die angefochtene Verfügung beruhe auf einem unzutreffen- den Sachverhalt und sei auch sonst nicht verhältnism ässig. D ie fragliche Ehe sei nicht nur zum Schein eingegangen w orden. U nbesehen davon sei- en bei Verhängung der Fernhaltem assnahm e seine persönlichen Interes- sen zu w enig berücksichtigt w orden. Aufgrund von gesundheitlichen Pro- blem en befinde er sich zur Zeit in einer intensiven Schm erzbehandlung, w elche nicht abgebrochen w erden - eine ähnliche Therapie sei im H eim at- staat nicht m öglich - bzw . deren W iederaufnahm e nicht m ehr als zw ei Jah- re hinausgeschoben w erden sollte. D eshalb, aber auch w egen seines lan- gen Voraufenthaltes in der Schw eiz sei eine fünfjährige Einreisesperre un- verhältnism ässig und verstosse gegen die Bew egungsfreiheit (Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) und das R echt auf Selbstbestim m ung bzw . Privatsphäre (Art. 10 Abs. 2 und Art. 13 Abs. 1 BV). D er Beschw erde lagen zw ei m edizinische Atteste des Kantonsspitals St. G allen bei. K. M it Zw ischenverfügung vom 21. N ovem ber 2006 lehnte es das EJPD ab, das Verfahren zu sistieren. L. D ie Vorinstanz schloss in ihrer Vernehm lassung vom 22. D ezem ber 2006 auf Abw eisung der Beschw erde. D er Beschw erdeführer verzichtete auf die Einreichung einer R eplik. M . Auf den w eiteren Akteninhalt und die Vorbringen der Parteien w ird, sow eit rechtserheblich, in der Erw ägungen eingegangen.4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM betreffend Einreisesperren unterliegen der Be- schw erde an das Bundesverw altungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesge- setzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Auslän- der [AN AG , SR 142.20] i.V.m . Art. 31 ff. des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). 1.2 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verw altungsgerichtsgesetzes beim EJPD bereits hängige R echtsm ittelverfahren, die Einreisesperren zum G e- genstand haben, w erden vom Bundesverw altungsgericht übernom m en. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundes- verw altungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das Verw altungs- gerichtsgesetz nichts anderes bestim m t. D as Bundesverw altungsgericht entscheidet in der Beschw erdeangelegenheit endgültig (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.3 D er Beschw erdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung zur Beschw erdeführung legitim iert; auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde ist einzutreten (Art. 48 ff. Vw VG ). 2. M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Er- m essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb- lichen Sachverhaltes sow ie, w enn nicht eine kantonale Behörde als Be- schw erdeinstanz verfügt hat, die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 49 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht w endet im Beschw erdeverfah- ren das Bundesrecht von Am tes w egen an. Es ist gem äss Art. 62 Abs. 4 Vw VG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be- schw erde auch aus anderen als den geltend gem achten G ründen gut- heissen oder abw eisen. M assgebend ist grundsätzlich die Sach- und R echtslage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BG E 129 II 215 teilw eise publ. U rteils 2A.451/2002 vom 28. M ärz 2003). 3. 3.1 D as BFM kann über unerw ünschte Ausländer die Einreisesperre verhän- gen. Es kann ferner, jedoch für höchstens drei Jahre, die Einreisesperre verhängen über Ausländer, die sich grobe oder m ehrfache Zuw iderhand- lungen gegen frem denpolizeiliche oder andere gesetzliche Bestim m ungen und gestützt darauf erlassene behördliche Verfügungen haben zuschulden kom m en lassen. W ährend der Einreisesperre ist dem Ausländer jeder G renzübertritt ohne ausdrückliche Erm ächtigung der verfügenden Behörde untersagt (Art. 13 Abs. 1 i.V.m . Art. 15 Abs. 3 AN AG ). 5 3.2 3.2.1 D ie Einreisesperre ist ihrer N atur nach eine präventivpolizeiliche Adm inis- trativm assnahm e. Sie w ill der G efahr künftiger Störungen der öffentlichen O rdnung und Sicherheit sow ie anderer unter den Schutz der Frem denpoli- zei fallender Polizeigüter begegnen, die von einem Ausländer ausgeht (zum Kreis der Polizeigüter im Frem denpolizeirecht vgl. BG E 98 Ib 85 ff. E. 2C S. 89, 98 Ib 465 ff. E. 3A S. 467 f.). O b eine Polizeigefahr im oben dargelegten Sinne besteht, lässt sich naturgem äss nur in Form einer Prog- nose beurteilen, die sich auf das bisherige Verhalten des Ausländers ab- stützt. In diesem Sinne gelten nach ständiger Praxis Ausländer als „uner- w ünscht“, deren Vorleben darauf schliessen lässt, dass sie nicht w illens oder nicht fähig sind, sich in die geltende O rdnung einzufügen und deren Fernhaltung daher im öffentlichen Interesse liegt (BG E 128 IV 246 E. 3.2 S. 251; Entscheide des EJPD , publ. in Verw altungspraxis des Bundes [VPB] 63.1, 60.4, 58.53, sow ie PETER SU LG ER BÜ EL, Vollzug von Fernhalte- und Entfernungsm assnahm en gegenüber Frem den nach dem R echt des Bundes und des Kantons Zürich, D iss. Zürich 1984 = Europäische H och- schulschriften, R eihe II, R echtsw issenschaft, Bd. 352, Bern usw . 1984, S. 79 f., m it w eiteren N achw eisen). D er Tatbestand der U nerw ünschtheit w ird deshalb typischerw eise durch die Straffälligkeit einer ausländischen Person gesetzt. D ie U nerw ünscht- heit kann freilich auch andere U rsachen haben. N am entlich ist nach der vom EJPD übernom m enen R echtsprechung des Bundesverw altungsge- richts (vgl. U rteil 593/2006 vom 19. M ärz 2007) dann von einem klaren und schw erw iegenden Verstoss gegen die öffentliche O rdnung auszugehen, w enn eine ausländische Person die Ehe allein deshalb eingeht, um auslän- derrechtliche Bestim m ungen zu um gehen und dam it die zuständigen Be- hörden zu täuschen. Eine solche „Ausländerrechtsehe“ oder „Scheinehe“ gilt nicht als Zuw iderhandlung gegen frem denpolizeiliche Vorschriften im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Satz 2 AN AG , sondern stellt einen Verstoss ge- gen die öffentliche O rdnung ("ordre public") im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Satz 1 AN AG dar, w eshalb eine ausländische Person auch dann als uner- w ünscht zu betrachten ist, w enn sie eine Ehe aus sachfrem den G ründen eingeht. 3.2.2 D er Beschw erdeführer bestreitet (w ie schon im Zusam m enhang m it dem vorangegangenen Verfahren, das zum W iderruf der N iederlassungsbew illi- gung und zur W egw eisung aus der Schw eiz führte) auch im vorliegenden Verfahren, eine Scheinehe eingegangen zu sein. In besagtem kantonalen Verfahren w urde die Feststellung des Ausländeram tes, w onach es sich bei der Verbindung zw ischen dem Beschw erdeführer und seiner Schw eizeri- schen Ehegattin um eine Scheinehe handelte, von allen dagegen angeru- fenen R echtsm ittelinstanzen bis hin zum Bundesgericht einlässlich geprüft und bestätigt. D as Bundesverw altungsgericht hat keinen Anlass, von der dabei vorgenom m enen Sachverhaltsw ürdigung abzuw eichen, zum al sich der Beschw erdeführer in seiner R echtsm itteleingabe darauf beschränkt, den Sachverhalt erneut und einseitig aus seiner Sicht zu schildern, ohne 6 auf die zahlreichen Indizien einzugehen, w elche die Vorinstanzen zu ihrer Beurteilung herangezogen haben. Vor diesem H intergrund ist nicht zu beanstanden, w enn die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung davon ausging, der Beschw erdeführer habe durch das Eingehen einer Scheinehe zu Klagen Anlass gegeben und er sei deshalb als unerw ünschter Ausländer im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Satz 1 AN AG zu betrachten. 3.3 D ie vom Beschw erdeführer erhobene R üge, w onach die Einreisesperre gegen das verfassungsm ässig geschützte R echt auf persönliche Freiheit bzw . Bew egungsfreiheit und den Schutz der Privatsphäre verstosse, er- w eist sich, da ohne jede rechtliche Substanz, als unbegründet. 3.4 3.4.1 Zu prüfen bleibt som it, ob die Anordnung der Einreisesperre und deren D auer von fünf Jahren in Berücksichtigung der konkreten U m stände des Einzelfalles als verhältnism ässig und angem essen erscheint (vgl. Art. 49 Bst. a und c Vw VG ). In die rechtskonform e Erm essensausübung haben der G rundsatz des G esetzesvorranges (darunter fällt nam entlich die ver- fassungskonform e Erm essensausübung, vgl. JÖ R G PAU L M Ü LLE R , Elem ente einer schw eizerischen G rundrechtstheorie, Bern 1982, S. 77 ff.) und die allgem einen G rundsätze des Verw altungshandelns einzufliessen, w ie das W illkürverbot, das G ebot der rechtsgleichen Behandlung, das G ebot von Treu und G lauben und der G rundsatz der Verhältnism ässigkeit von Ver- w altungsakten. 3.4.2 U nter dem G esichtspunkt der Verhältnism ässigkeit ist eine w ertende Ab- w ägung vorzunehm en zw ischen dem öffentlichen Interesse an der M ass- nahm e einerseits und den von der M assnahm e beeinträchtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. D ie Stellung der verletzten oder gefährdeten R echtsgüter, die Besonderheiten des ordnungsw idrigen Ver- haltens und die persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelasteten bil- den dafür die G rundlage (vgl. statt vieler vgl. R EN É A. R H IN O W / BEAT KR ÄH EN M AN N , Schw eizerische Verw altungsrechtsprechung, Ergänzungsband zur 5. und 6. Auflage von Im boden / R hinow , Basel und Frankfurt a.M . 1990, N r. 67, S. 211. f., m it H inw eisen; U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLER / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich und St. G allen 2006, S. 127 f.). 3.4.3 W ie bereits erw ähnt, hat der Beschw erdeführer durch sein Verhalten zu Klagen Anlass gegeben. Er hat durch das Eingehen einer Scheinehe die schw eizerischen Behörden getäuscht und auf diese W eise ein Aufenthalts- recht erw irkt. Ein gew ichtiges öffentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschw erdeführers ergibt sich deshalb ohne w eiteres aus dessen Q ualifizierung als unerw ünschte Person. D ieses Verhalten, w elches vorab auf die Erlangung persönlicher Vorteile ausgerichtet w ar, verm ittelt das Bild einer G eringschätzung hiesiger Konventionen und G esetzesnorm en. Sow ohl aus G ründen der Spezial- als auch der G eneralprävention beste-7 hen som it gew ichtige öffentliche Interessen an einer Fernhaltung des Be- schw erdeführers. 3.4.4 Persönliche Interessen daran, nicht m it einer Fernhaltem assnahm e belegt zu w erden, m acht der Beschw erdeführer vor allem in Form einer laufenden m edizinischen Behandlung geltend. D ie eingereichten Atteste belegen, dass er sich in der zw eiten Jahreshälfte 2006 w egen einer langdauernden Schm erzstörung in Behandlung befand. D iese U m stände können im Zu- sam m enhang m it der Interessenabw ägung nicht von ausschlaggebender Bedeutung sein. Zum einen w urde nur behauptet, in keiner W eise aber be- legt, dass eine adäquate Behandlung im H eim atland nicht sicherzustellen ist. Zum andern ist das Interesse an einer Fortführung der Therapie in der Schw eiz nicht erst durch die Fernhaltem assnahm e, sondern schon durch die seit Som m er 2006 fehlende Aufenthaltsregelung tangiert. D enn es ist nicht davon auszugehen, dass eine solche Therapie (w ie sie gem äss den eingereichten Attesten angew endet w urde) in der Schw eiz w eitergeführt w erden kann, w enn der (visum spflichtige) Beschw erdeführer zu den jew ei- ligen Term inen aus dem Kosovo anreisen m üsste. Für den Fall, dass eine W eiterbehandlung in der Schw eiz trotz dieser geografischen D istanz als m edizinisch indiziert erachtet w erden sollte, bestünde die M öglichkeit, ein- zelfallw eise die zeitlich befristete Ausserkraftsetzung der Fernhaltem ass- nahm e bei der Vorinstanz zu beantragen (sog. Suspension, vgl. Art. 13 Abs. 1 in fine AN AG ). 3.4.5 D en erheblichen öffentlichen Interesse stehen solcherm assen keine be- sonders gew ichtigen privaten Interessen des R ekurrenten gegenüber, in naher Zukunft ohne besondere R estriktionen in die Schw eiz einreisen zu können. 3.4.6 W as den H inw eis des Beschw erdeführers auf seinen langen Voraufenthalt in der Schw eiz betrifft, so lässt sich dam it die Angem essenheit der Einrei- sesperre in ihrer zeitlichen D auer nicht ernsthaft in Frage stellen. D ie Be- deutung dieses Voraufenthaltes gilt es gleich in m ehrfacher H insicht zu re- lativieren. In den ersten sechs Jahren hielt er sich lediglich im R ahm en von Saisonbew illigungen in der Schw eiz auf. D aneben gründete er in seinem H eim atland eine eigene Fam ilie. D ie daran anschliessende Zeit beruhte im W esentlichen auf Bew illigungen, die - w ie aufgezeigt - auf m issbräuchliche W eise erw irkt w orden w aren. 3.4.7 Eine w ertende G ew ichtung der sich entgegenstehenden Interessen führt das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass die auf fünf Jahre ver- hängte Einreisesperre sow ohl von ihrem G rundsatz her als auch in ihrer D auer eine verhältnism ässige und angem essene M assnahm e zum Schutz der öffentlichen O rdnung und Sicherheit darstellt. 4. D ie Vorinstanz verletzte m it der angefochtenen Verfügung kein Bundes- recht (Art. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen. 5. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w ird der unterliegende Be- schw erdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrenskos- ten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des R e-8 glem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [SR 173.320.2]). (D ispositiv S. 9) 9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Kosten des Verfahrens in der H öhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schw erdeführer auferlegt. Sie sind durch den am 29. Januar 2007 in glei- chem U m fang geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (Einschreiben) - der Vorinstanz (Einschreiben, Akten 2 098 063 retour) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: A. Trom m er P. M äder Versand am :