<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2015-09-28-1B_272-2015.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1B_272/2015 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 28. September 2015</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Fonjallaz, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Merkli, Karlen, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Härri. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, </div> <div class="para">Molkenstrasse 15/17, Postfach 2251, 8026 Zürich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Strafverfahren; Zuständigkeit, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss vom 6. Juli 2015 des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Strafkammer. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Am 29. Januar 2012, um ca. 03.10 Uhr, verursachte A.________ mit einem Personenwagen einen Selbstunfall mit Sachschaden. </div> <div class="para">Mit Strafbefehl vom 11. Mai 2012 auferlegte ihr die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland wegen verschiedener Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 100.-- und einer Busse von Fr. 1'500.--. Dagegen erhob A.________ Einsprache. </div> <div class="para">Am 2. September 2013 trat die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland die Strafuntersuchung wegen Wechsels der fallführenden Staatsanwältin zur Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich an Letztere ab. </div> <div class="para">Am 11. Juli 2014 erhob die Staatsanwaltschaft IV Anklage. </div> <div class="para">Am 27. November 2014 sprach die Einzelrichterin des Bezirksgerichts Bülach A.________ schuldig der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall sowie der vorsätzlichen Verletzung der Verkehrsregeln und verurteilte sie zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 80.-- und einer Busse von Fr. 1'000.--. Vorfrageweise befand die Einzelrichterin, aufgrund des Wechsels der fallführenden Staatsanwältin zur Staatsanwaltschaft IV sei Letztere zur Erhebung der Anklage zuständig gewesen. </div> <div class="para">A.________ erhob Berufung. Dabei machte sie unter anderem geltend, die Staatsanwaltschaft IV sei zur Erhebung der Anklage nicht zuständig gewesen. </div> <div class="para">Am 6. Juli 2015 beschloss das Obergericht des Kantons Zürich (I. Strafkammer), auf die Anklage der Staatsanwaltschaft IV werde eingetreten. Auf die Berufung von A.________ gegen das Urteil der Einzelrichterin werde somit eingetreten und es finde keine Rückweisung statt. Das Obergericht bejahte die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft IV zur Erhebung der Anklage. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">A.________ führt Beschwerde in Strafsachen mit dem Antrag, der Beschluss des Obergerichts sei aufzuheben. Das Dossier sei an die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich zwecks Zuweisung der Rechtssache an die zuständige Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. Eventualiter sei das Strafverfahren "Fahren in fahruntüchtigem Zustand" wegen krasser Verschleppung des Strafverfahrens einzustellen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Das Obergericht und die Staatsanwaltschaft IV haben auf Vernehmlassung verzichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Verfahrensgegenstand ist hier einzig, ob die Staatsanwaltschaft IV zur Erhebung der Anklage sachlich zuständig war. Auf alle Vorbringen der Beschwerdeführerin, die damit nichts zu tun haben, kann von vornherein nicht eingetreten werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Soweit die Beschwerdeführerin die mangelnde sachliche Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft IV geltend macht, ist die Beschwerde nach <span class="artref">Art. 92 Abs. 1 BGG</span> zulässig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Gemäss <span class="artref">Art. 12 lit. b StPO</span> ist Strafverfolgungsbehörde unter anderem die Staatsanwaltschaft. Nach <span class="artref">Art. 14 StPO</span> bestimmen die Kantone ihre Strafbehörden und deren Bezeichnungen (Abs. 1). Sie regeln Wahl, Zusammensetzung, Organisation und Befugnisse der Strafbehörden, soweit dieses Gesetz oder andere Bundesgesetze dies nicht abschliessend regeln (Abs. 2). Sie können Oberstaatsanwaltschaften vorsehen (Abs. 3). Sie können mehrere gleichartige Strafbehörden einsetzen und bestimmen für diesen Fall den jeweiligen örtlichen und sachlichen Zuständigkeitsbereich (...) (Abs. 4). </div> <div class="para">Inwiefern die Vorinstanz diese Bestimmung bzw. andere Bestimmungen der Strafprozessordnung zur sachlichen Zuständigkeit falsch angewendet haben soll, legt die Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar dar und ist nicht erkennbar. </div> <div class="para">Die Vorinstanz stützt ihren Entscheid im Wesentlichen auf einfaches kantonales Recht. Dessen Verletzung kann die Beschwerdeführerin hier nicht rügen (<span class="artref">Art. 95 lit. d BGG</span> e contrario). Sie hätte nur geltend machen können, die Vorinstanz habe kantonales Recht willkürlich angewandt und damit <span class="artref">Art. 9 BV</span> verletzt (<span class="artref">Art. 95 lit. a BGG</span>). Insoweit stellt die Rechtsprechung qualifizierte Anforderungen an die Beschwerdebegründung; das Bundesgericht prüft nur klar und detailliert erhobene Rügen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=29&amp;from_date=20.09.2015&amp;to_date=09.10.2015&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-385%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page385">BGE 140 III 385</a> E. 2.3 S. 387 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, inwiefern die Vorinstanz kantonales Recht willkürlich angewandt haben soll. Das Bundesgericht hat sich deshalb dazu nicht zu äussern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde - im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 BGG</span> - abzuweisen, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann. </div> <div class="para">Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt die Beschwerdeführerin die Kosten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG</span>). Eine Parteientschädigung steht ihr schon deshalb nicht zu, weil sie unterliegt (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/68/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/68/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Staatsanwaltschaft IV und dem Obergericht des Kantons Zürich (I. Strafkammer) schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 28. September 2015 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Fonjallaz </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Härri </div> </div></body></html>