<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung dieser Fragen:</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass eine Förderung der Nutzung von Nährstoffen basierend auf einheimischen Hofdüngern und Biomasse Mineraldüngerimporte ersetzen und somit Überschüsse reduzieren kann?</p><p>2. Gedenkt der Bundesrat im Rahmen der Weiterentwicklung der Suisse-Bilanz die Standardwerte des Pflanzenbedarfs (GRUD) zu prüfen und wo nötig differenziert anzupassen?</p><p>3. Gedenkt der Bundesrat im Rahmen der Vereinfachung und der Weiterentwicklung der Suisse-Bilanz, Nährstoffanalysen von Hofdüngern für alle Landwirtschaftsbetriebe als Ersatz der Standardwerte anzuerkennen?</p><p>4. Wie beurteilt der Bundesrat die Möglichkeit, die Transparenz zu verbessern, indem Kunstdüngerlieferungen im Sinne einer Gesamtbilanz im Erfassungssystem HODUFLU eingerechnet werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1) Der Bundesrat teilt die Einschätzung, dass mit einer Förderung organischer Dünger Mineraldünger ersetzt und Nährstoffüberschüsse reduziert werden können. Denn mit steigender Effizienz des Einsatzes von Hof- und Recyclingdünger sinkt der Mineraldüngerbedarf. Somit sind eine Förderung der Nutzung von Hof- und Recyclingdünger und im speziellen die Erhöhung der Effizienz im Einsatz dieser Nährstoffe sinnvoll. Der Bund unterstützt dies indirekt mit effizienzsteigernden Massnahmen im Bereich des Stickstoffs mit bodennahen Ausbringtechniken, Güllelagerabdeckungen oder aktuellen Forschungsarbeiten im Bereich der Gülleansäuerung. Allen Massnahmen ist gemein, dass weniger Ammoniak-Verluste entstehen und der Pflanze potenziell mehr Stickstoff zur Verfügung steht. Weiter begrüsst der Bund grundsätzlich das Aufkommen spezialisierter Transport- und Lohnunternehmen, die den Hof- und Recyclingdünger effizient mit modernster Technik, auch interkantonal, transportieren und ausbringen.</p><p>2) und 3) Die aktuelle Verwendung von Standardwerten in der GRUD basiert auf repräsentativen Forschungsresultaten und diese u. a. auf Daten landwirtschaftlicher Betriebe. Sie entspricht der Anforderung nach einer administrativ einfach umsetzbaren Nährstoffbilanzierung. Die GRUD wird periodisch revidiert, wobei jeweils unter anderem auch der Nährstoffbedarf der verschiedenen Kulturen überprüft wird. Die Verwendung von Analyseresultaten bei korrekter Probennahme und ausreichender Anzahl Proben könnte sicherlich einen Mehrwert bringen. Aufgrund des erhöhten Aufwands (preislich teurer, zeitintensiver, erhöhter Kontrollaufwand), sind Standardwerte jedoch weiterhin das Mittel der Wahl. Ausserdem sind technische Weiterentwicklungen mit Sensoren im Gang, welche die Nährstoffgehalte der ausgebrachten Hof- und Recyclingdünger im Durchfluss ermitteln. Der Bund prüft, ob solche Daten zukünftig für die Nährstoffbilanzierung verwendet werden können.</p><p>4) In der Wintersession 2020 hat der Nationalrat im Rahmen der parlamentarischen Initiative 19.475 den Artikel 164a LwG (Offenlegungspflicht für Nährstofflieferungen) aufgenommen. Der Ständerat wird sich in der Frühlingssession damit befassen. Aus Sicht des Bundesrats ist diese Offenlegungspflicht ein Schlüsselelement zur Erreichung der Ziele betreffend Absenkpfad der Nährstoffüberschüsse. Im Rahmen des Projekts "Digitales Nährstoff- und Pflanzenschutzmittelmanagement" entwickelt daher das Bundesamt für Landwirtschaft BLW die digitale Erfassung der Nährstoffe, einschliesslich Mineraldünger und Futtermittel. Die Erfassung würde ähnlich wie HODUFLU umgesetzt.</p>  Antwort des Bundesrates.