Strassenverkehrsrecht. Art. 14 Abs. 1, Art. 32 Abs. 1, Art. 36 Abs. 2 SVG. Art. 1 Abs. 8 Satz 2, Art. 15 Abs. 3 VRV. Art. 22 Abs. 1 VZV. Richtlinien Nr. 7 (Abnahme von Führerprüfungen) der Vereinigung der Strassenverkehrsämter vom 29. Mai 2009. Art. 57 VRP V. Nichtbestehen der Führerprüfung. Überprüfungsbefugnis des beschwerdeweise angerufenen Obergerichtes. Bei der Überprüfung von Examen sleistungen auferlegt sich das Gericht eine gewisse Zurückhaltung. Es ergibt sich b ereits aus der Natur von Entscheiden über Schul - und Examensleistungen, dass eine freie Überprüfung der Notengebung au sgeschlossen ist. Von Verfassungs wegen ist eine freie Überprüfung der materiellen Aspekte des Examens nicht erforderlich. Vie lmehr kann die Rechtsmittelbehörde, selbst wenn sie an sich über eine unbeschränkte Kognition verfügt, grundsätzlich ohne Verletzung des Willkürverbots darauf ve rzichten, ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Prüfungsbehörde zu setzen. S oweit sich ein Gericht mit auf Fachwissen beruhenden und starken e rmessensgeprägten Bewertungen zu befassen hat, kann es regelmässig sinnvollerweise nur unters uchen, ob die für den Entscheid zuständigen und fachlich kompetenten Behörden unter Wahrung der verfassungsrechtlich gewährleisteten Verfahrensgarantien alle w esentliche Gesichtspunkte vollständig und gewissenhaft geprüft haben bzw. ob sich die Bewertung allenfalls als offensichtlich bzw. krass falsch d.h. willkürlich, erweist. Die dargelegte Zurückhaltung gilt nur bei der Bewertung der Prüfungsleistungen. Sind inde ssen die Auslegung und Anwendung von Rechtsvorschriften streitig oder werden Verfahrensmä ngel im Prüfungsablauf gerügt, hat die Beschwerdeinstanz die erhobenen Einwände in freier Kognition zu prüfen, andernfalls sie eine formelle Rechtsverweigerung begeht. Vortrittsregelung. Die Fahrzeuge, die vom Bauernhofweg oder der Einmündung Stichstrasse Gurtenmundstrasse 7/9/15 in die Gurte nmundstrasse, Altdorf, einbiegen wollen, müssen den sich auf der Gurtenmundstrasse befindenden Fahrzeugen den Vortritt gewähren. D emzufolge kann das Nichtbest ehen der praktischen Führerprüfung nicht damit begründet werden, der Beschwerdeführer habe zweimal einen Rechtsvortritt missachtet. Trotzdem ist die negative B ewertung der Prüfungsfahrt gerechtfertigt. Der Beschwerdeführer missa chtete zweimal die signalisierte Höchstgeschwindigkeit bzw. passte die Geschwindigkeit den U mständen nicht an. Des Weiteren war die Spurgestaltung und Kurventechnik mange lhaft. Zudem fehlte wiederholt die Bremsbereitschaft. Obergericht, 28. September 2012, OG V 12 14 Aus den Erwägungen: 2. a) Die Überprüfungsbefugnis (Kognition) des Obergerichtes bestimmt sich nach Massgabe von Art. 57 VRPV. Danach können – von hier nicht interessierenden Ausnahmen abgesehen – nur Rechtsverletzungen sowie die unrichti ge oder ungenügende Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes ge ltend gemacht werden. Die Rüge der Unangemessenheit ist ausgeschlossen (Art. 57 Abs. 4 VRPV). b) Das Obergericht prüft in der Regel mit freier Kognition, ob eine Rechtsverletzung i m Sinne von Art. 57 Abs. 1 und 2 VRPV vorliegt. Eine Einschränkung dieser an sich freien Kognition verletzt gemäss Rechtsprechung dann nicht das rechtliche Gehör, wenn die Natur der Streitsache einer unbeschränkten Überprüfung des angefochtenen Entscheides entgegensteht. Dies gilt n amentlich bei der Überprüfung von Examensleistungen. Hier auferlegt sich das Gericht unter verschiedenen Gesichtspunkten eine gewisse Zurückha ltung, indem es in Fragen, die durch gerichtliche Behörden naturgemäss nur schwer überp rüfbar sind, nicht ohne Not von den Beurteilungen durch Organe von Bildung seinrichtungen und deren Experten abweicht. Der Grund dafür liegt darin, dass der Rechtsmittelbehörde zumeist nicht alle massgeblichen Faktoren der Bewertung bekannt sind und es ihr deshalb nicht möglich ist, sich ein zuverlässiges Bild über die Gesamtheit der Leistungen des B eschwerdeführers zu machen. Hinzu kommt, dass Prüfungen Spezialgebiete zum Gegenstand haben, in denen die Rechtsmittelbehörde über keine eig enen Fachkenntnisse v erfügt. Eine freie Überprüfung der Examensbewertung würde zudem die Gefahr von Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber anderen Kandidaten in sich bergen (BVGE 2010/10 E. 4.1). Im Weiteren hat die spezial isierte Behörde Gegebenheiten zu berücksichtig en, bezüglich welcher sie sich aufgrund ihrer weiten Vergleichsbasis und ihres grösseren Gesamtüberblickes genauer auskennt als die Gerichte, welchen ja nur einzelne Fälle zum Entscheid vorgelegt werden (vgl. BGE 119 Ib 40 E. 3b). Es entspricht gerade der Hauptaufgabe der Vorinstanz, zu unterscheiden, bei welchen Bewerbern die erforderlichen Kenntnisse vorhanden sind und bei welchen nicht. Entsprechend hat sich das Gericht bei der Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse und des Entscheides der Vorinstanz Z urückhaltung aufzuerlegen. Auch ohne entsprechende gesetzliche Regelung ergibt sich bereits aus der Natur von Entscheiden über Schul - und Examensleistungen, dass eine freie Überprüfung der Notengebung ausgeschlossen ist. Von Verfassungs wegen ist eine frei e Prüfung der materiellen Aspekte des Examens nicht erforderlich; vielmehr kann die Rechtsmittelbehörde, selbst wenn sie an sich über eine unbeschränkte Kognition verfügt, grundsätzlich ohne Verle tzung des Willkürverbotes darauf verzichten, ihr Ermessen an die Stelle de sjenigen der Prüfungsbehörde zu setzen. Es entspricht im Übrigen der allg emeinen schweizerischen Praxis, dass die Rechtsmittelinstanzen bei der materiellen Beurteilung des Examens – einschliesslich einer allfälligen Kritik an der Aufgabe nstellung – ihre Kognition analog der bundesgerichtlichen Praxis beschränken (BGE 2P.44/2007 vom 02.08.2007 E. 2.2). c) Die dargelegte Zurückhaltung gilt nur bei der Bewertung der Prüfungsleistungen. Sind indessen die Auslegung und Anwendung von Rechtsvors chriften streitig oder werden Verfahrensmängel im Prüfungsablauf gerügt, hat die Beschwerdeinstanz die erhobenen Einwände in freier Kognition zu prüfen, a ndernfalls sie eine formelle Rechtsverweigerung begeht (BVGE 2008/14 E. 3.3; BVGE B-2208/2006 vom 25.07.2007 E. 5.2). Auf Verfahrensfragen h aben alle Einwendungen Bezug, die den äusseren Ablauf des Examens oder der Bewertung betreffen (BGE 106 Ia 3). 3. Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung des Anspruches auf rechtliches Gehör. Dazu bringt er vor, dass auf seine begründeten Argumente nicht eingegangen worden sei. Vielmehr sei nach dem Gesetz des Stärkeren geha ndelt worden. Des Weiteren hätte die Vorinstanz die geltend gemachte schwere Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht oder nur teilweise beurteilt. a) Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches G ehör. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs als persönlich keitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom En tscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die grun dsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Der Bürger soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die Begründung eines Entscheides muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anf echten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinne mü ssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde le iten lie ss und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 129 I 236 E. 3.2). So hält Art. 12a Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV; SR 741.51) fest, dass das Pr üfungsergebnis der praktischen Führerprüfung dem Kandidaten eröffnet werden muss. Das Nichtbestehen der Prüfung ist zu begründen, auf Verlangen schriftlich. b) Der Verkehrsexperte hielt im Prüfungsbericht vom 5. August 2011 die Fehler fest, welche der Beschwerdeführer während der Prüfungsfahrt begangen h aben soll. Des Weiteren wurden dem Beschwerdeführer die Gründe des Nichtbestehens der Führerprüfung in einem Gespräch mit dem Verkehrse xperten und in einer Aussprache mit dem Vorsteher des Amtes für Strassen - und Schiffsverkehr Uri noch am Tag der Prüfungsfahrt erläutert. Dabei hatte er Gelegenheit seine Sicht der Dinge darzulegen. Der abschlägige En tscheid wurde ihm darauf auch noch schriftlich am 7. September 2011 mitgeteilt. Letztlich erliess das Amt für Strassen - und Schiffsverkehr Uri am 20. Se ptember 2011 eine anfechtbare Verfügung. Darin wurden folgende Gründe für das Nichtbestehen der Führerprüfung genannt:  Spurgestaltung und Kurventechnik mussten beanstandet werden;  fehlende Bremsbereitschaft an neuralgischen Stellen;  zweimaliges Nichtbeachten des Rechtsvortrittes;  zweimaliges Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit um ca. 5 - 8 km/h bei signalisierter Höchstgeschwindigkeit von 40 + 50 km/h. In Anbetracht des Prüfungsberichtes vom 5. August 2011, der mündlichen Nachbesprechungen vom 5. August 2011 und der nachgelieferten schriftl ichen Begründungen vom 7. September 2011 und 20. September 2011 ist e ine Gehörsverletzung nicht ersichtlich. So wurde der Beschwerdeführer stets a ngehört und seine Argumente berücksichtigt. Insgesamt erscheinen sowohl die Be gründungen des Prüfungsexperten bzw. des Amtes für Strassen- und Schiffsverkehr Uri als auch der Vorinstanz als genügend. 4. Der Beschwerdeführer beanstandet ferner, dass der Verkehrsexperte nicht b ereits beim ersten angeblichen Fehler die Führerprüfung abbrach oder ihn auf den gemachten Fehler ansprach. Diese Rüge tangiert den äusseren Ablauf der Pr üfung. Sie ist daher uneingeschränkt zu prüfen. a) Gemäss Anhang 12 Ziff. VII (1) VZV wird bei jeder Verkehrslage bewertet, wie vertraut der Fahrschüler im Umgang mit den verschiedenen Einrichtu ngen des Fahrzeuges ist und wie geschickt und sicher er sich im Verkehr ei nordnet. Der Verkehrsexperte muss sich während der gesamten praktischen Führerprüfung sicher fühlen. Bei Fahrfehlern oder gefährlichen Verhal tensweisen, die das Prüfungsfahrzeug, seine Insassen oder andere Teilnehmer am Strassenverkehr unmittelbar gefährden, wird die praktische Führerpr üfung unabhängig davon, ob der Verkehrsexperte oder die Begleitperson ei ngreifen mussten oder nicht, vorzeitig abgebrochen. Der Verkehrsexperte kann jedoch frei entscheiden, ob die praktische Führerprüfung zu Ende zu führen ist. b) Damit steht es dem Verkehrsexperten frei, aktiv während der Prüfung sfahrt auf Fehler des zu Prüfenden hinzuweisen oder auf solche Hinweise zu verzichten. Alsdann kann er eine Prüfungsfahrt trotz Fehler, die ein negatives Prüfungsresultat rechtfertigen, bis zum Schluss durchführen. Somit lässt sich aus dem Umstand, dass vorliegend der Prüfungsexperte den Beschwerd eführer die Prüfungs fahrt beenden liess, ohne auf Fehler hinzuweisen, nichts zugunsten der Rechtsposition des Beschwerdeführers ableiten. 5. Der Beschwerdeführer führt weiter aus, dass die Vorgehensweise des Verkehrsexperten auf bestehendem Recht zu basieren habe und nicht willkürlich erfolgen dürfe. Vorliegend würde es sich klar um eine Ermessensüberschreitung handeln. Dabei beanstandet der Beschwerdeführer vor allem die vorgeworfene zweimalige Missachtung des Rechtsvortrittes in der Gurtenmundstrasse und die angeblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen. Gemäss Art. 14 Abs. 1 SVG wird der Führ erausweis erteilt, wenn die amtliche Prüfung ergeben hat, dass der Bewerber die Verkehrsregeln kennt und Fahrzeuge der Kategorie, für die der Ausweis gilt, s icher zu führen versteht. M it der praktischen Führerprüfung stellt der Verkehrsexperte fest, ob der Gesuchsteller fähig ist, ein Motorfahrzeug der entsprechenden Kategorie unter Einhaltung der Verkehrsreglemente auch in schwierigen Ve rkehrssituationen vorausschauend und mit Rücksich t auf die übrigen Verkehrsteilnehmer zu führen (Art. 22 Abs. 1 VZV). Dabei verfügt der Verkehrsexperte über einen gewissen Ermessensspielraum. Die Frage, ob ein Motorfahrzeugfü hrer fähig ist, sein Fahrzeug sicher zu führen, hängt also wesentlich von der Be urteilung einer Fachperson ab. Soweit sich ein Gericht mit solchen auf Fachwissen beruhenden und stark ermessensgeprägten Bewertungen zu befa ssen hat, kann es regelmässig sinnvollerweise nur untersuchen, ob die für den Entscheid zuständigen und fachlich ko mpetenten Behörden unter Wahrung der verfassungsrechtlich gewährleisteten Verfahrensgarantien alle wesentlichen Gesichtspunkte vollständig und gewissenhaft geprüft haben bzw. ob sich die Bewertung allenfalls als offensichtlich bzw. krass falsch d.h. willkürlich, erweist (vgl. BGE 136 II 63 E.1.1.1). 6. Der Beschwerdeführer bestreitet die zweimalige Missachtung des Rechtsvortrittes in der Gurtenmundstrasse. So sei der Fahrzeuglenker, der auf der Gurte nmundstrasse Richtung Attinghauserstrasse fährt bei der Einmündung Bauernhofweg und der Einmündung Stichstrasse Gurtenmundstrasse 7/9/15 nicht rechtsvortrittsbelastet. Der Grund dafür liege in der Ausnahmebestimmung von Art. 15 Abs. 3 Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11), was das Gu tachten der Projekta AG , einem Ingenieurbüro, vom 15. Juni 2011 bestätige. Hingegen ging die Vorinstanz davon aus, dass auf der Gurtemundstrasse Rechtsvortritt gelte, sofern diese nicht als Hauptstrasse geführt werde oder der Vortritt durch Signale anders geregelt würde. a) Auf Strassenverzweigungen hat gemäss Art. 36 Abs. 2 SVG grundsätzlich das von rechts kommende Fahrzeug den Vortritt. Strassen sind die von Motorfahrzeugen, motorlosen Fahrzeugen oder Fussgängern benützten Ve rkehrsflächen (Art. 1 Abs. 1 VRV), wobei der dem Fahrverkehr dienende Teil als Fahrbahn bezeichnet wird (Art. 1 Abs. 4 VRV). Verzweigungen sind Kreuzungen, Gabelungen oder Einmündungen von Fahrbahnen (Art. 1 Abs. 8 Satz 1 VRV). Aus dieser Begriffsumschreibung folgt, dass die Rechtsvortrittsregel von Art. 36 Abs. 2 SVG dem Grundsatze nach immer gilt, wenn Fahrbahnen in Form von Kreuzungen, Gabelungen oder Einmündungen au feinandertreffen bzw. sich schneiden. Von dieser Regel sehen das Gesetz und die Verordnung Ausnahmen vor. So haben nach Art. 36 Abs. 2 SVG Fahrzeuge auf gekennzeichneten Hauptstrassen den Vortritt, auch wenn sie von links kommen, wobei weitere abweichende Regelungen durch Signale oder durch die Polizei vorbehalten bleiben. Ferner gilt gemäss Art. 1 Abs. 8 Satz 2 VRV das Zusammentreffen von Rad- oder Feldwegen, von Garage -, Parkplatz -, Fabrik -, oder Hofausfahrten usw. mit der Fahrbahn nicht als Verzwe igung. In Übereinstimmung hiermit hat nach Art. 15 Abs. 3 VRV, wer aus Fabrik -, Hof - oder Garageausfahrten, aus Feldwegen, Radwegen, Parkplä tzen, Tankstellen und dergleichen oder über ein Trottoir auf eine Haupt - oder Nebenstrasse fährt, den Benützern dieser Strassen den Vortritt zu gewähren (BGE 117 IV 500 E. 3). Ausnahmen von der Rechtsvortrittsregel, wie sie Art. 1 Abs. 8 Satz 2 VRV vorsieht, s ind unfallträchtig. Im Interesse der Verkehr ssicherheit müssen sie daher auf Fälle beschränkt werden, die auch ohne Signalisierung für die Beteiligten, selbst für Ortsunkundige und bei erschwe rten Sichtverhältnissen, zweifelsfrei erkennbar sind. Im Zweifel ist stets für die normale Ordnung, nicht für die Ausnahme zu entscheiden. Derartige Au snahmesituationen sind namentlich Ausfahrten, die nur einzelnen Gebäuden oder Par kplätzen usw. dienen, unabhängig von ihrem Ausbau, also auch bei Längen um ca. 100 m. Fe rner liegt eine Ausnahmesituation bei eigentlichen Feldwegen vor, die schmal sind und keinen Belag aufweisen. Für Fälle, in denen eine Klassierung unter die in Art. 1 Abs. 8 Satz 2 VRV genannten Be ispiele nicht eindeutig ist, wird zusätzlich auf die Bedeut ung des Verkehrsweges abgestellt, die dieser für den allgemeinen Fahrverkehr hat, insbesondere im Vergleich mit der Strasse, mit der er zusammentrifft. So gilt etwa der Rechtsvortritt nicht, wo Strässchen, die nur bestimmten Personen offenstehen oder als S tichstrassen beziehungsweise Sackgassen wenige Häuser bedienen, in Durchgangsstrassen einmünden (BGE 123 IV 220 f. E. 3a, 117 IV 501 E. 4a). b) Der Bauernhofweg mündet westlich in die Gurtenmundstrasse und verläuft dazwischen ringförmig, wobei er eini ge Gebäude und Aussenparkfelder erschliesst. Auf der östlichen Seite ist der Bauernhofweg mit einem allgeme inen Fahrverbot belegt, davon ausgenommen sind die Anwohner (Gutachten der Projekta AG vom 15.06.2011). Es besteht also kein öffentliches Durc hfahrtsrecht. So dürfte der Bauernhofweg mehrheitlich von den Anwohnern benutzt werden. Es handelt sich beim Bauernhofweg also um eine b eschränkt befahrene Strasse, die grundsätzlich nur wenigen Personen z ugänglich ist und dem Innenverkehr im Quartier Bauernhof d ient. Im Gege nsatz dazu handelt es sich bei der Gurtenmundstrasse nicht um einen bloss dem Inne nverkehr eines Quartiers dienenden Verkehrsweg, sondern um die Verbindung zwischen den bevölkerungsreichen Quartieren Steinmatt, Matte, Weltigasse, Attinghauserstrasse mit der Gegend um den Bahnhof, also um eine Strasse, die zeitweise stark befahren wird. Es besteht also zwischen der Gurtenmundstrasse und dem vergleichsweise wenig benutzten Bauernho fweg ein eindeutiges Verkehrsgefälle, welches für den Strassenbenützer ohne Weiteres erkennbar ist. Bei der Einmündung Stichtrasse Gurtenmundstra sse 7/9/15 handelt es sich um eine nicht einmal 100 m lange Sackgasse zur E rschliessung dreier Liegenschaften (Gutachten der Projekta AG vom 15.06.2011), womit sie gegenüber der Gurtenmundstrasse von untergeordneter Bede utung ist. Insgesamt kann also die von der Vorinstanz dargestellte Rechtsvortrittsbelastung der Gurtenmundstrasse nicht bestätigt werden. So ist der Rechtsauffassung des Beschwerdeführers zu folgen, wonach die Fah rzeuge, die vom Bauernhofweg oder der Einmündung Stichstrasse Gu rtenmundstrasse 7/9/15 in die Gurtenmundstrasse einbiegen wollen, den sich auf der Gurtenmundstrasse befindenden Fahrzeugen den Vortritt gewähren müssen. Demzufolge kann das Nichtbestehen der praktischen Fü hrerprüfung nicht damit begründet werden, der Beschwerdeführer habe zweimal einen Rechtsvortritt missachtet. 7. Der Beschwerdeführer beanstandet die ihm zur Last gelegte zweimalige Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit um ca. 5 - 8 km/h in Bereichen, die mit Höchstgeschwindigkeiten von 40 km/h bzw. 50 km/h signalisiert gewesen wären. Die Geschwindigkeitsüberschreitungen seien in den Strassenbereichen Umfa hrungsstrasse Abschnitt Schächenbrücke (bzw. RUAG) in Schattdorf und bei D ucrey/Muoser ebenfalls in Schattdorf begangen worden. Erstere der beiden G eschwindigkeitsüberschreitungen soll in einem Baustellenbereich erfolgt sein. In einem solchen gelte es, ein besonderes Augenmerk auf die angepasste Geschwindigkeit zu legen, da Personen in unm ittelbarer Nähe arbeiten würden, unter Umständen Lieferungen für die Baustelle erfolgen oder andere unvorhergesehene Hindernisse auftreten könnten. Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein, dass am Tag der praktischen Führerprüfung auf und neben dem entspr echenden Strassenabschnitt keine Bauarbeiten ausgeführt worden seien. Die Höchstgeschwindigkeit wäre kurze Zeit danach auch wieder von 40 km/h auf 60 km/h erhöht worden. a) Das Einhalten von Geschwindigkeitsvorschriften ist wesentlich für die Verkehrssicherheit. Übersetzte Geschwindigkeit ist eine der Hauptursachen für schwere Unfälle im Strassenverkehr (BGE 1C_224/2010 vom 06.10.2010 E. 4.4). Nach Art. 32 Abs. 1 SVG ist die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, namentlich den Strassen - Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Gemäss Richtlinien Nr. 7 (Abnahme von Führerprüfungen) der Vereinigung der Strassenverkehrsämter vom 29. Mai 2009 (nachfolgend: asa Richtlinien Nr. 7) soll der Verkehrsexperte die Verhaltensweisen des Fahrschülers b ewerten. Dabei hat er ein Augenmerk darauf zu legen, dass die maximal zugela ssene Geschwindigkeit nicht überschritten wird. Die Geschwindigkeit ist an die Wetter - und Verkehrsbedingungen anzupassen und es ist mit solchen Geschwindigkeiten zu fahren, dass das Anhalten innerhalb der sichtbaren freien Strecke möglich ist (S. 39 f.). Wird die Geschwindigkeit den Strassenverhältnissen nicht angepasst, so begeht die zu prüfende Person einen schweren Fehler, der bereits bei einem einmaligen Auftreten zu einem negativen En tscheid führen kann (asa Richtlinien Nr. 7 S. 42). b) Wie in der angefochtenen Verfügung zu Recht ausgeführt wurde, muss es dem Verkehrsexperten möglich sein, dem Kandidaten eine Geschwindigkeitsüberschreitung anzulasten, ohne dass eine exakte Messung der Geschwindigkeit stattgefunden hat. Sodann liegt es im Ermessen des Verkehrsexperten, zu beurteilen, ob eine Geschwindigkeit der Verkehrssituation angepasst ist. Vorliegend hat der Verkehrsexperte eine zweimalige Missachtung der Höchstgeschwindigkeit festge stellt. Im ersten Fall überschritt der Beschwerdeführer die Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h, als er den Stra ssenbereich der Umfahrungsstrasse Abschnitt Schächenbrücke in Schattdorf durchfuhr. Die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 40 km/h in diesem Strassenabschnitt erfolgte aufgrund von Bauarbeiten. Deswegen hätte vom Beschwerdeführer vielmehr erwarten werden dürfen, dass er seine Geschwindigkeit angepasst hätte. 8. Dem Beschwerdeführer kann zwar nicht vorgeworfen werden, er habe zweimal den Rechtsvortritt missachtet. Trotzdem ist die negative Bewertung der Prüfung sfahrt gerechtfertigt. Der Beschwerdeführer missachtete zweimal die signalisierte Höchstgeschwindigkeit bzw. passte die Geschwindigkeit den Umständen nicht an. Des Weiteren bemängelte d er Verkehrsexperte die Spurgestaltung und Ku rventechnik des Beschwerdeführers. Schliesslich fehlte wiederholt die Bremsbereitschaft. Insgesamt kann die Einschätzung des Verkehrsexperten nicht als wil lkürlich bezeichnet werden. Er hat auch nicht das ihm zustehende Ermessen überschritten.