<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2006 89 S.439</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">439</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Besoldung</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>89</b></span> <span class="ft3"><b>Kantonales Dienstverhältnis. Höhe des Leistungsanteils.</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Für die Beurteilung der Frage, wie hoch ein Leistungsanteil festzu-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>setzen ist, darf nicht bloss auf den Vergleich mit einzelnen Mitarbei-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>tenden derselben Funktion abgestellt werden. Zu berücksichtigen ist</b></span><br/> <span class="ft3"><b>vielmehr die Positionierung sämtlicher Mitarbeitenden mit ver-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>gleichbaren Voraussetzungen über alle Lohnstufen hinweg.</b></span><br/> <br/> <span class="ft6">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 8. September 2006 in</span><br/> <span class="ft6">Sachen T. gegen Regierungsrat (2-BE.2005.50017).</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">T. wurde ursprünglich in die Lohnstufe 12 eingeteilt; sein Jah-</span><br/> <span class="ft8">resbruttolohn von Fr. 101'131.80 wurde per 1. April 2001 unverän-</span><br/> <span class="ft8">dert überführt. Per 1. Januar 2002 erfolgte eine Lohnerhöhung auf</span><br/> <span class="ft8">Fr. 103'811.45.</span><br/> <span class="ft8">Aufgrund einer Neubewertung des Arbeitsplatzes von T. wurde</span><br/> <span class="ft8">er mit Verfügung vom 2. Mai 2002 rückwirkend per 1. April 2001</span><br/> <span class="ft8">der Lohnstufe 13 zugeordnet. Die Jahresbruttolöhne 2001 und 2002</span><br/> <span class="ft8">wurden unverändert auf Fr. 101'131.80 bzw. Fr. 103'811.45 belassen.</span><br/> <span class="ft8">T. verlangt, die per 1. Januar 2002 gewährte Lohnerhöhung sei nach</span><br/> <span class="ft8">Massgabe der Einreihung in die Lohnstufe 13 rückwirkend neu fest-</span><br/> <span class="ft8">zulegen.</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">II/1. Gemäss § 4 LD setzt sich der Lohn zusammen aus einem</span><br/> <span class="ft8">Positionsanteil, einem Leistungsanteil und allfälligen Lohnzulagen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">440</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Umstritten ist in concreto die Höhe des Leistungsanteils ab dem</span><br/> <span class="ft8">1. Januar 2002.</span><br/> <span class="ft8">2.</span><br/> <span class="ft8">2.1. Bei der Festlegung des Anfangslohnes werden die für die</span><br/> <span class="ft8">vorgesehene Arbeit bedeutsamen Berufs- und Lebenserfahrungen im</span><br/> <span class="ft8">Leistungsanteil berücksichtigt (§ 8 Abs. 1 LD). Der Regierungsrat</span><br/> <span class="ft8">bzw. das Obergericht oder die von diesen bezeichneten Stellen ermit-</span><br/> <span class="ft8">teln jährlich auf Grund der Leistungsbeurteilung und der bisherigen</span><br/> <span class="ft8">Lohnentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Leis-</span><br/> <span class="ft8">tungsanteil (§ 6 Abs. 1 LD). Die Bandbreite für den Leistungsanteil</span><br/> <span class="ft8">beträgt 40 % des Positionsanteils (§ 6 Abs. 4 LD).</span><br/> <span class="ft8">2.2. Gemäss § 35 Abs. 3 PLV erfolgt die Festsetzung des An-</span><br/> <span class="ft8">fangslohns unter Berücksichtigung der Erfahrungen in früheren Stel-</span><br/> <span class="ft8">len, ausgewiesenen Fähigkeiten und der besonderen Eignung für die</span><br/> <span class="ft8">neue Stelle; Lebenserfahrung sowie Erfahrungen in Haus-, Erzie-</span><br/> <span class="ft8">hungs- und Betreuungsarbeit werden angemessen einbezogen. § 36</span><br/> <span class="ft8">Abs. 1 PLV schreibt vor, dass für die Lohnentwicklung innerhalb des</span><br/> <span class="ft8">Leistungsanteils folgende Aspekte massgebend sind:</span><br/> <span class="ft6">"a) die für die Leistungshonorierung verfügbare Lohnsumme,</span><br/> <span class="ft6">b) die auf Grund des jährlichen Gesprächs erfolgte Beurteilung der Leistun-</span><br/> <span class="ft6">gen der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters,</span><br/> <span class="ft6">c) die aktuelle Lohnposition der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters inner-</span><br/> <span class="ft6">halb des Leistungsanteils,</span><br/> <span class="ft6">d) das pflichtgemässe Ermessen der Anstellungsbehörde."</span><br/> <span class="ft8">2.3. Ergänzend zu den zitierten Bestimmungen des Lohndekrets</span><br/> <span class="ft8">sowie der Personal- und Lohnverordnung erliess der Regierungsrat</span><br/> <span class="ft8">die "Richtlinien zur Festlegung des Leistungsanteils des Lohnes"</span><br/> <span class="ft8">vom 29. August 2001 (im Folgenden: Richtlinien). Darin wird unter</span><br/> <span class="ft8">anderem festgehalten, dass jährlich eine Leistungsbeurteilung (DIA-</span><br/> <span class="ft8">LOG) erfolgt (Richtlinien Ziffer 2). Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter</span><br/> <span class="ft8">mit einer A-, B1- oder B2-Beurteilung steigen im Leistungsband</span><br/> <span class="ft8">schrittweise bis zum Maximum von 140 %, wobei der Anstieg bei</span><br/> <span class="ft8">einer A-Beurteilung rascher erfolgt als bei einer B1- bzw. B2-Beur-</span><br/> <span class="ft8">teilung (Richtlinien Ziffer 3, in Kraft seit 18. September 2002). Mit-</span><br/> <span class="ft8">arbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer regelmässigen C-Beurteilung</span><br/> <span class="ft8">können nicht bis zum Maximum der Lohnstufe ansteigen und nicht</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">441</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">mit einer kontinuierlichen Lohnerhöhung rechnen (Richtlinien Zif-</span><br/> <span class="ft8">fer 4). Nach der Überführung in das neue Lohnsystem noch beste-</span><br/> <span class="ft8">hende oder durch Neuanstellungen entstandene, ungerechtfertigte</span><br/> <span class="ft8">Lohnunterschiede werden ausgeglichen (Richtlinien Ziffer 5 Abs. 1).</span><br/> <span class="ft8">Bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit vergleichbarem Amts-</span><br/> <span class="ft8">und Lebensalter, die in der gleichen Lohnstufe eingereiht sind und</span><br/> <span class="ft8">gleich beurteilt werden, aber im Leistungsband unterschiedlich posi-</span><br/> <span class="ft8">tioniert sind, sollen die im Leistungsband tiefer Stehenden einen pro-</span><br/> <span class="ft8">zentual höheren Leistungsanteil erhalten (Richtlinien Ziffer 5 Abs.</span><br/> <span class="ft8">2). Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben keinen Rechtsanspruch</span><br/> <span class="ft8">auf eine jährliche Lohnerhöhung (Richtlinien Ziffer 6).</span><br/> <span class="ft8">2.4. In Bezug auf das Übergangsrecht ist wesentlich, dass die</span><br/> <span class="ft8">früheren Besoldungen grundsätzlich per 1. April 2001 unverändert in</span><br/> <span class="ft8">das neue Lohnsystem gemäss Lohndekret überführt wurden (Aus-</span><br/> <span class="ft8">nahme: die frühere Besoldung lag unter dem Minimum oder über</span><br/> <span class="ft8">dem Maximum der neuen Lohnstufe und die Voraussetzungen betref-</span><br/> <span class="ft8">fend Wahrung des Besitzstands waren nicht erfüllt; vgl. Ziffer 1 ff.</span><br/> <span class="ft8">des Anhangs III Lohndekret). Die erstmaligen individuellen Lohnan-</span><br/> <span class="ft8">passungen erfolgten per 1. Januar 2002 (Ziffer 5 Anhang III LD).</span><br/> <span class="ft8">Eine explizite Bestimmung, bis zu welchem Zeitpunkt das neue</span><br/> <span class="ft8">Lohnsystem vollumfänglich eingeführt bzw. durch die Überführung</span><br/> <span class="ft8">perpetuierte oder neu entstandene Lohnungleichheiten eliminiert sein</span><br/> <span class="ft8">müssen, lässt sich den einschlägigen Erlassen nicht entnehmen.</span><br/> <span class="ft8">3.</span><br/> <span class="ft8">3.1. Trotz nachträglicher Zuweisung des Beschwerdeführers in</span><br/> <span class="ft8">die Lohnstufe 13 (anstatt 12) wurde darauf verzichtet, seine Besol-</span><br/> <span class="ft8">dung rückwirkend per 1. Januar 2002 zu erhöhen. Die Vorinstanz</span><br/> <span class="ft8">führt im Wesentlichen aus, dass sich der Beschwerdeführer gemäss</span><br/> <span class="ft8">der (rückwirkenden) Lohnverfügung vom 20. Dezember 2002 im</span><br/> <span class="ft8">fraglichen Zeitraum innerhalb des Lohnbandes der Lohnstufe 13 bei</span><br/> <span class="ft8">113,54 % befunden habe. Gegenüber zwölf Vergleichspersonen der</span><br/> <span class="ft8">Funktion P., welche per 1. Januar 2002 einen höheren Zuwachs des</span><br/> <span class="ft8">Leistungsanteils erhielten, habe er sich damit an vierthöchster Stelle</span><br/> <span class="ft8">befunden. Damit erscheine das Lohngefüge innerhalb der Funktions-</span><br/> <span class="ft8">gruppe P. durchaus kohärent und nachvollziehbar. Es könne nicht ge-</span><br/> <span class="ft8">sagt werden, für den Beschwerdeführer habe im damaligen Zeitpunkt</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">442</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">lohnmässig ein "Nachholbedarf" bestanden, um ihn innerhalb der</span><br/> <span class="ft8">Lohnstufe 13 höher zu positionieren. Trotz dem Umstand, dass eine</span><br/> <span class="ft8">Vergleichsperson per 1. Januar 2002 einen rund Fr. 550.-- höheren</span><br/> <span class="ft8">Leistungsanteilzuwachs erhielt, könne von einer Verletzung des</span><br/> <span class="ft8">Lohngleichheitsgrundsatzes keine Rede sein.</span><br/> <span class="ft8">3.2. Die Argumentation der Vorinstanz beschränkt sich auf die</span><br/> <span class="ft8">folgenden Vergleiche: Den Vergleich mit einzelnen Mitarbeitenden</span><br/> <span class="ft8">der Funktion P. (betreffend Höhe des Zuwachses des Leistungsanteils</span><br/> <span class="ft8">per 1. Januar 2002), den Vergleich mit sämtlichen Mitarbeitenden</span><br/> <span class="ft8">dieser Funktionsgruppe (betreffend Stellung innerhalb des Lohnban-</span><br/> <span class="ft8">des per 1. Januar 2002) sowie den Vergleich mit einer bestimmten</span><br/> <span class="ft8">Person. Diese Vergleiche vermögen indessen insofern nicht zu genü-</span><br/> <span class="ft8">gen, als nach dem ausdrücklichen Wortlaut der Richtlinien ("Bei</span><br/> <span class="ft8">Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern [...], die in der gleichen Lohn-</span><br/> <span class="ft8">stufe eingereiht sind [...]"; Richtlinien Ziffer 5 Abs. 2) der Vergleich</span><br/> <span class="ft8">mit sämtlichen einer bestimmten Lohnstufe zugewiesenen Mitarbei-</span><br/> <span class="ft8">terinnen und Mitarbeitern massgebend ist. Ein derartiger Vergleich</span><br/> <span class="ft8">wurde in concreto unterlassen. Die Argumentation der Vorinstanz</span><br/> <span class="ft8">erweist sich demzufolge von vornherein als mangelhaft.</span><br/> <span class="ft8">3.3. Die von der Vorinstanz vorgenommene Beschränkung der</span><br/> <span class="ft8">Vergleichsbasis lässt sich auch nicht auf das Lohndekret oder die</span><br/> <span class="ft8">Personal- und Lohnverordnung stützen, im Gegenteil: Gemäss § 36</span><br/> <span class="ft8">Abs. 1 lit. c PLV erfolgt die Lohnentwicklung unter anderem nach</span><br/> <span class="ft8">Massgabe der aktuellen Lohnposition der Mitarbeiterin oder des Mit-</span><br/> <span class="ft8">arbeiters innerhalb des Leistungsanteils. Eine Einschränkung, wo-</span><br/> <span class="ft8">nach die aktuelle Lohnposition nur in Relation zu einer bestimmten</span><br/> <span class="ft8">Funktionsgruppe oder zu einer bestimmten Lohnstufe (vgl. Richtli-</span><br/> <span class="ft8">nien Ziffer 5 Abs. 2) zu berücksichtigen wäre, fehlt. Insofern erweist</span><br/> <span class="ft8">sich nicht nur die Argumentation der Vorinstanz als zu eng, sondern</span><br/> <span class="ft8">auch die Formulierung der Richtlinien. Massgebend ist nicht der</span><br/> <span class="ft8">Vergleich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der gleichen</span><br/> <span class="ft8">Funktion oder der gleichen Lohnstufe, sondern der Vergleich über</span><br/> <span class="ft8">alle Funktionen und Lohnstufen hinweg. Nur so lässt sich gewähr-</span><br/> <span class="ft8">leisten, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unabhängig</span><br/> <span class="ft8">davon, welcher Lohnstufe sie zugeordnet sind, innerhalb des Leis-</span><br/> <span class="ft8">tungsbandes grundsätzlich gleichmässig entwickeln.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">443</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">3.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die vorinstanzliche Be-</span><br/> <span class="ft8">gründung a priori fehlerhaft ist. Für die Beurteilung der Frage, wel-</span><br/> <span class="ft8">cher Leistungsanteil einer Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter zu-</span><br/> <span class="ft8">steht, darf nicht bloss auf die Positionierung anderer Mitarbeitenden</span><br/> <span class="ft8">derselben Funktion abgestellt werden; zu berücksichtigen ist viel-</span><br/> <span class="ft8">mehr die Positionierung sämtlicher Mitarbeitenden mit vergleichba-</span><br/> <span class="ft8">ren Voraussetzungen über alle Lohnstufen hinweg. In der Praxis lässt</span><br/> <span class="ft8">sich dieser Vergleich durch ein so genanntes "Lohntool" erreichen.</span><br/> <span class="ft8">Vorliegend kann offen bleiben, ob die Software, welche die kanto-</span><br/> <span class="ft8">nale Abteilung Personal + Organisation verwendet, den entsprechen-</span><br/> <span class="ft8">den Anforderungen genügt.</span><br/> <span class="ft8">3.5. Der Vollständigkeit halber gilt es, zusätzlich auf die nach-</span><br/> <span class="ft8">folgenden Punkte hinzuweisen:</span><br/> <span class="ft8">3.5.1. Die vorstehenden Ausführungen bedeuten keineswegs,</span><br/> <span class="ft8">dass sich die Lohnentwicklungen stringent nach einem bestimmten</span><br/> <span class="ft8">"Lohntool" zu richten hätten. Vielmehr steht es der Anstellungsbe-</span><br/> <span class="ft8">hörde frei, im Rahmen ihres pflichtgemässen Ermessens hiervon ab-</span><br/> <span class="ft8">zuweichen. Dabei hat sie eine "ganzheitliche Auseinandersetzung mit</span><br/> <span class="ft8">der Lohnentwicklung der einzelnen Mitarbeitenden und der ge-</span><br/> <span class="ft8">samten Organisationseinheit" sicherzustellen; dabei sind auch dieje-</span><br/> <span class="ft8">nigen relevanten Gesichtspunkte zu berücksichtigen, die in der Leis-</span><br/> <span class="ft8">tungsbeurteilung bzw. im "Lohntool" keinen Niederschlag finden</span><br/> <span class="ft8">(z.B. Lohnentwicklungen der jeweiligen Mitarbeitenden in den ver-</span><br/> <span class="ft8">gangenen Jahren, Weiterbildungen, etc.). Ausgangspunkt für die</span><br/> <span class="ft8">Lohnfestsetzung ist und bleibt jedoch stets der Gesamtvergleich über</span><br/> <span class="ft8">sämtliche Lohnstufen und Organisationseinheiten hinweg; Abwei-</span><br/> <span class="ft8">chungen sind einzelfallweise zu begründen. Nur so lässt sich errei-</span><br/> <span class="ft8">chen, dass die Lohnentwicklung in der gesamten Verwaltung nach</span><br/> <span class="ft8">einem grundsätzlich einheitlichen Massstab erfolgt.</span><br/> <span class="ft8">3.5.2. Es kann vorliegend offen gelassen werden, ob mit den</span><br/> <span class="ft8">erstmaligen individuellen Lohnanpassungen per 1. Januar 2002 das</span><br/> <span class="ft8">neue Lohnsystem bereits vollumfänglich umgesetzt oder ob dieses</span><br/> <span class="ft8">Ziel erst in einem späteren Zeitpunkt erreicht wurde. Ebenso kann in</span><br/> <span class="ft8">Bezug auf die zweitgenannte Variante offen bleiben, ob und gegebe-</span><br/> <span class="ft8">nenfalls für welche Zeitdauer über den 1. Januar 2002 hinaus mit der</span><br/> <span class="ft8">vollständigen Einführung des neuen Lohnsystems zugewartet werden</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">444</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">durfte. Wesentlich ist indessen, dass allfällige durch die Überführung</span><br/> <span class="ft8">entstandenen Verzerrungen über die gesamte Verwaltung hinweg</span><br/> <span class="ft8">nach einheitlichen Gesichtspunkten ausgeglichen werden mussten.</span><br/> <span class="ft8">Selbst für den Fall, dass dem Beschwerdeführer aus übergangsrecht-</span><br/> <span class="ft8">lichen Gründen per 1. Januar 2002 noch nicht die ihm gemäss neuem</span><br/> <span class="ft8">Lohnsystem zustehende Besoldung zugesprochen werden konnte, er-</span><br/> <span class="ft8">weist sich demzufolge ein Gesamtvergleich als unumgänglich.</span><br/> <span class="ft8">Im Übrigen erscheint die von der Vorinstanz als massgeblich er-</span><br/> <span class="ft8">achtete Vergleichsbasis (Mitarbeitende innerhalb einer bestimmten</span><br/> <span class="ft8">Funktionsgruppe) namentlich auch aus Gründen des Übergangsrechts</span><br/> <span class="ft8">unzulässig. Dies ergibt sich daraus, dass jene Funktionen, welche mit</span><br/> <span class="ft8">dem neuen Lohnsystem auf ein höheres Lohnniveau angehoben wur-</span><br/> <span class="ft8">den, aufgrund der Übergangsregelung (Ziff. 1 Abs. 1, Ziff. 2 Abs. 1</span><br/> <span class="ft8">sowie Ziff. 3 Abs. 1 Anhang III LD) per 1. April 2001 tendenziell im</span><br/> <span class="ft8">unteren Bereich des Lohnbands ihrer Lohnstufe lagen (je grösser der</span><br/> <span class="ft8">Anstieg des Lohnniveaus, desto tiefer die Position innerhalb des</span><br/> <span class="ft8">Lohnbandes). Würde sich in den Folgejahren die Lohnentwicklung</span><br/> <span class="ft8">primär nach dem Lohnvergleich innerhalb der einzelnen Funktionen</span><br/> <span class="ft8">richten, würden die Besoldungen der Betroffenen deutlich weniger</span><br/> <span class="ft8">schnell ansteigen als nach Massgabe des Vergleichs über alle Lohn-</span><br/> <span class="ft8">stufen hinweg.</span><br/> <span class="ft8">4. Im Zusammenhang mit der erwähnten unzulässigen Be-</span><br/> <span class="ft8">schränkung der Vergleichsbasis ergibt sich, dass relevante Ver-</span><br/> <span class="ft8">gleichszahlen inklusive einer Berechnung des Lohns des Beschwer-</span><br/> <span class="ft8">deführers gemäss einem geeigneten "Lohntool" fehlen. Ebenso man-</span><br/> <span class="ft8">gelt es an jeglichen Angaben darüber, welche spezifischen Gründe in</span><br/> <span class="ft8">concreto ein allfälliges Abweichen vom "Lohntool" rechtfertigen</span><br/> <span class="ft8">könnten. Der Sachverhalt ist insofern nur mangelhaft abgeklärt. Ent-</span><br/> <span class="ft8">sprechend ist der angefochtene Entscheid aufzuheben und das Ver-</span><br/> <span class="ft8">fahren an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dem Personalrekursgericht</span><br/> <span class="ft8">steht zwar grundsätzlich die Ermessensüberprüfung zu, doch ist in</span><br/> <span class="ft8">concreto Zurückhaltung geboten, da über den Einzelfall hinaus</span><br/> <span class="ft8">grundsätzliche Fragestellungen betreffend die Umsetzung des neuen</span><br/> <span class="ft8">Lohnsystems tangiert sind. Es erweist sich daher nicht als sachge-</span><br/> <span class="ft8">recht, den Fall im vorliegenden Verfahren abschliessend zu beurtei-</span><br/> <span class="ft8">len. Dies gilt umso mehr, als auch das Interesse des Beschwerdefüh-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">445</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">rers an einer nochmaligen Beschwerdemöglichkeit für eine Rückwei-</span><br/> <span class="ft8">sung spricht. Die dadurch verursachte Verzögerung des Verfahrens ist</span><br/> <span class="ft8">in Kauf zu nehmen. Nachdem die Vorinstanz für den Entscheid,</span><br/> <span class="ft8">welcher nunmehr aufgehoben wird, sehr viel Zeit aufwendete, ohne</span><br/> <span class="ft8">dass aus den Akten ein entsprechender Instruktionsaufwand ersicht-</span><br/> <span class="ft8">lich wäre, wird sie angehalten, die Angelegenheit beförderlich zu be-</span><br/> <span class="ft8">handeln.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>