Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. Juni 2017 (720 17 27 / 147) (720 17 28 / 148) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Anwendbarkeit der gemischten Methode / Würdigung des Haushaltabklärungs- berichts / Rentenbeginn nach erfolgter Neuanmeldung zum Leistungsbezug Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Markus Wick , Adv o- kat, Pauer Wick & Mayer, Falknerstrasse 12, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1982 geborene, zuletzt bis zur Geburt ihres ersten Sohnes bzw. bis Ende 2008 als Verpackerin bei der B.____ AG tätig gewesene A.____ meldete sich am 7. Juli 2010 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an, wobei sie angab an “Rheuma - Morbus Bechterew“ zu leiden. Nach Abkläru ng der gesundheitlichen, der erwerbli- chen und der hauswirtschaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft bei der Versicherten in Anwendung der gemischten Bemessungs methode mit je 50 %-igen Anteilen an Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwerbs- und Haushaltstätigkeit einen Invaliditätsgrad v on 0 %. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte die IV-Stelle - nach durchgeführtem Vorbescheid verfahren - mit Verfügung vom 13. Au- gust 2012 einen Rentenanspruch von A.____ ab. Hiergeg en erhob die Versicherte, vertreten durch Advokat Dr. Markus Wick, Beschwerde beim Kantonsger icht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Mit Urteil vom 21. März 201 3 wies das Kantonsgericht diese Be- schwerde ab, soweit es darauf eintreten konnte (Verfa hren-Nr. 720 12 256 / 60). Dieser Ent- scheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 18. September 2013 meldete sich A.____ unter Hinw eis auf eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes wiederum bei der IV zum Leistungsbezug an. Nach erneuter Abklärung der gesundheitlichen, der erwerblichen und der hauswi rtschaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle bei der Versicherten in Anwendung der gemisc hten Methode der Invaliditätsbemes- sung mit Anteilen von 40 % an Erwerbs- und von 60 % an Haushaltstätigkeit ab 1. Januar 2013 einen Invaliditätsgrad von 0 % und ab 20. Juni 2014 einen solchen von 48 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach durchgeführ tem Vorbescheidverfahren mit Verfü- gung vom 15. Dezember 2016 ab 1. Januar 2017 eine V iertelsrente zu. Gleichzeitig hielt die IV- Stelle fest, dass sie nach Klärung einer allfälligen Verrechnung der Nachzahlung mit erbrachten Leistungen Dritter über den rückwirkenden Rentenanspruc h von A.____ verfügen werde. Am 5. Januar 2017 erliess die IV-Stelle diese in der Verfügung vom 15. Dezember 2016 in Aussicht gestellte zusätzliche Verfügung. Darin sprach sie A.____ a uch für den Zeitraum vom 1. Juni 2014 bis 31. Dezember 2016 eine Viertelsrente zu. Gleic hzeitig setzte sie die Höhe des der Versicherten nachzuzahlenden Rentenbetrags fest. B. Gegen die Verfügungen vom 15. Dezember 2016 und 5 . Januar 2017 erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokat Dr. Wick, am 31. Janua r 2017 zwei separate, inhaltlich je- doch übereinstimmende Beschwerden beim Kantonsgericht. In beiden Rechtsmitteln beantragte sie jeweils, es sei die angefochtene Verfügung aufzuhebe n und es sei ihr (bei Ablehnung der gemischten Methode) ab 1. März 2013 eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei ihr (bei Anwendung der gemischten Methode) vom 1. März 2013 bis 20. Juni 2014 eine halbe und ab 20. Juni 2014 eine ganze Rente zuzusprechen. Subeventualiter sei die Sache zum Erlass einer den vorstehenden Anträgen entsprechenden Verfügung an d ie Beschwerdegegnerin zurückzu- weisen; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihr die unentgel tliche Prozessführung und die unentgeltli- che Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter zu bewilligen seien. C. Mit Verfügung vom 1. Februar 2017 legte das Kanto nsgericht, wie von der Versicherten in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt, die beiden Beschwerdeverfahren zwischen A.____ und der IV-Stelle betreffend die Rentenverfügungen vom 15. Dezember 2016 und 5. Januar 2017 (Beschwerdeverfahren Nr. 720 17 27 und 720 17 28) zusammen. D. Mit einer weiteren Verfügung vom 2. März 2017 bew illigte das Kantonsgericht der Be- schwerdeführerin gestützt auf die eingereichten Unterlag en für die vorliegenden Beschwerde- verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Dr. Markus Wick, als Rechtsvertreter. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. In ihrer Vernehmlassung vom 17. März 2017 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der beiden Beschwerden. Dabei hielt sie allerdings fest , dass bei der Versicherten bereits ab März 2012 von einer Arbeitsunfähigkeit von 70 % und ein er Einschränkung von 13 % im Haus- halt auszugehen sei. Die Invaliditätsbemessung sei entsprechend anzupassen. Die Neuberech- nung anhand der gemischten Methode führe für den Zei traum vom 1. Januar 2013 bis 19. Juni 2014 zu einem Invaliditätsgrad von nunmehr 17,80 % und nicht, wie in den angefochtenen Ver- fügungen festgehalten, zu einem solchen von 0 %. Diese Korrektur ändere aber nichts daran, dass man einen Rentenanspruch vor Juni 2014 zu Recht verneint habe. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekte der vorliegenden Verfahren bilden zwei Verfügungen der IV-Stelle Base l-Landschaft, sodass die örtliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset- zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung ( VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan- tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-S telle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Au f die - im Übrigen frist- und formge- recht erhobenen - Beschwerden der Versicherten vom 31. Januar 2017 ist demnach einzutre- ten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglied erungsmassnahmen durch eine ihr zu- mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie n icht invalid geworden wäre. Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Unterva- rianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 313 E. 3a) und der ausseror- dentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3.3 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werde n kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abge stellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Ab s. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me- thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 20 E. 3.2). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatte n oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Inval iditätsgrad in beiden Bereichen zu be- messen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Met hode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 V 20 f. E. 3.2 mit Hinweisen). Ist bei diesen Versi cherten anzunehmen, dass sie im Zeit- punkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschade n ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach d en Grundsätzen für Erwerbstäti- ge zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde (BGE 141 V 20 E. 3.1). Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sond ern in welchem Pensum sie hypo- thetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit H inweisen). Bei im Haushalt tätigen Ver- sicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiäre n, sozialen und erwerblichen Verhält- nisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Bega- bungen zu berücksichtigen (BGE 125 V 150 E. 2c). Die Sta tusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Ve rfügung (hier: 15. Dezember 2016/ 5. Januar 2017) entwickelt haben, wobei für die hypot hetische Annahme einer im Gesundheits- fall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 20 E. 3.1 mit Hinweisen). 4.2 Die IV-Stelle hat den Invaliditätsgrad der Versich erten nach der gemischten Methode bemessen. Die Beschwerdeführerin hingegen ist der Auff assung, dass die gemischte Methode vorliegend nicht zur Anwendung gelangen dürfe. Sie rü gt unter Hinweis auf das Urteil des Eu- ropäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Sach en Di Trizio gegen die Schweiz (7186/09) vom 2. Februar 2016, dass die gemischte Method e gemäss geltender Rechtspre- chung „geschlechterdiskriminierend“ sei und Art. 14 in Verbindung mit Art. 8 EMRK verletze. 4.3.1 Dem EGMR-Urteil vom 2. Februar 2016 lag der Fa ll einer Versicherten zugrunde, wel- che unter dem Status einer Vollerwerbstätigen eine Inva lidenrente beanspruchen konnte und diesen Anspruch allein aufgrund des Umstandes verlor, dass sie wegen der Geburt ihrer Kinder und der damit einhergehenden Reduktion des Erwerbspen sums für die Invaliditätsbemessung neu als Teilerwerbstätige mit einem Aufgabenbereich qu alifiziert wurde. Der EGMR betrachtete es als Verletzung von Art. 14 (Diskriminierungsverbot) in Verbindung mit Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Familienlebens), dass die sich aus dem Statuswechsel ergebende Änderung in den Grundlagen der Invaliditätsbemessung - anstelle de s auf Vollerwerbstätige anwendbaren Einkommensvergleichs (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG) gelangte nun die gemischte Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) zur Anwendung - zur Aufhebung der Invalidenrente führte und sich damit zu Ungunsten der Versicherten auswirkte (BGE 143 I 63 E. 3.3.1). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3.2 In seinem zur Umsetzung des EGMR-Urteils vom 2. Fe bruar 2016 ergangenen BGE 143 I 50 ff. entschied das Bundesgericht, dass zwecks Herstellung eines konventionskonformen Zustandes in derartigen Konstellationen fortan auf die Aufhebung der Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG allein zufolge eines Statuswechs els von "vollerwerbstätig" zu "teiler- werbstätig mit Aufgabenbereich" zu verzichten ist (BGE 14 3 I 59 E. 4.2). Für die Versicherte, die damals am Recht stand, hatte dies zur Folge, dass sie unverändert Anspruch auf die bisher ausgerichtete halbe Rente der Invalidenversicherung hatte. 4.3.3 Im IV-Rundschreiben Nr. 355 vom 31. Oktober 2016 hat das Bundesamt für Sozialversi- cherungen (BSV) das weitere Vorgehen nach dem Urteil d es EGMR vom 2. Februar 2016, so- weit nicht eine "'Di Trizio' ähnliche Ausgangslage" vorli egt, was namentlich einen familiär be- dingten Grund für die Reduktion der Arbeitszeit voraussetzt, wie folgt umschrieben: "Wie der Bundesrat bereits in seinem Bericht [vom 1. Juli 2015 (Beantwortung des Postula- tes Jans [12.3960 "Schlechterstellung von Teilerwerbstäti gen bei der Invalidenversiche- rung"])] festgehalten hat, kann eine Verbesserung für teilerwerbstätige Personen mit einem entsprechend angepassten Berechnungsmodell realisiert werden. Der Bundesrat beabsich- tigt nun, ein solches Berechnungsmodell für die gemischte Methode einzuführen. Bis zum Inkrafttreten dieser neuen, generell-abstrakten Regelung wird es im Hinblick auf eine einheit- liche und rechtsgleiche Behandlung der Versicherten not wendig sein, dass das bisherige Recht soweit als möglich weiterhin zur Anwendung gelan gt. Dementsprechend ist beispiels- weise bei einer erstmaligen Rentenzusprache bei einer Person, die bereits vor der Renten- prüfung einer Teilerwerbstätigkeit nachgegangen ist, das bisherige Recht und das bisherige Berechnungsmodell der gemischten Methode anzuwenden." In den bisherigen, nach Eintritt der Rechtskraft des EGMR-Urteils in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 gefällten Entscheiden ist da s Bundesgericht im Sinne dieses IV- Rundschreibens Nr. 355 vom 31. Oktober 2016, welches den C harakter einer Verwaltungswei- sung hat, vorgegangen (Urteil A. des Bundesgerichts vom 1 5. März 2017, 9C_525/2016, E. 4.2.2 mit weitern Hinweisen). 4.4 Die Versicherte hat im September 2008 ihre bis dah in ausgeübte Vollzeittätigkeit auf- gegeben. Seither ist sie - bzw. wäre sie, wenn sie gesund geblieben wäre - bis zur vorinstanzli- chen Prüfung ihres Rentenanspruchs (Dezember 2016/Januar 2017) lediglich im Rahmen einer Teilzeittätigkeit einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkei t nachgegangen. Gemäss der geschil- derten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. E. 4. 3.3 hiervor) ist demnach in ihrem Fall, in welchem eine erstmalige Rentenzusprache zur Diskussion steht , das bisherige Recht und das bisherige Berechnungsmodell der gemischten Methode anzuwe nden. Wie auch die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung vom 17. März 2017 zutreffend gelten d macht, kann die Beschwerdefüh- rerin somit aus dem EGMR-Urteil in Sachen Di Trizio geg en die Schweiz vom 2. Februar 2016 nichts zu ihren Gunsten ableiten. Folglich hat die IV- Stelle die Invalidität der Versicherten zu Recht nach der gemischten Methode bemessen. 4.5.1 Im Rahmen der Anwendung der gemischten Methode ist die IV-Stelle davon ausge- gangen, dass die Versicherte ohne gesundheitliche Beei nträchtigungen in einem Pensum von Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 40 % eines Vollpensums einer Erwerbstätigkeit nachgehen und im Umfang von 60 % den Haushalt besorgen würde. Demgegenüber macht die Versich erte in ihrer Beschwerde geltend, dass sie ein Jahr nach der Geburt ihrer Zwillinge, d.h. ab September 2013 zu 50 % und mit Ein- tritt der Zwillinge in den Kindergarten, d.h. ab Spätsommer 2016 zu 80 % erwerbstätig gewesen wäre. Ab Eintritt der Zwillinge in die Primarschule, der im Spätsommer 2019 erfolge, würde sie die Erwerbstätigkeit in einem Vollpensum ausüben. Im Z eitraum vom 1. September 2013 bis 31. August 2016 würden sich der Erwerbs- und der Haushal tsanteil somit auf je 50 % belaufen. Vom 1. September 2016 bis 31. August 2019 betrage der Erwerbsanteil 80 % und der Haus- haltsanteil 20 %. Ab 1. September 2019 schliesslich sei von einer Vollerwerbstätigkeit auszuge- hen. 4.5.2 Im Zusammenhang mit diesen Ausführungen der Be schwerdeführerin ist vorab klarzu- stellen, dass das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigke it der Verwaltungsverfügun- gen nach ständiger Rechtsprechung in der Regel nach d em Sachverhalt zu beurteilen hat, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorgelegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Daraus folgt, dass für die Beurt eilung der vorliegenden Beschwerden grundsätzlich der Sachverhalt massgebend ist, wie er sich bis zum 15. Dezember 2016 bzw. bis zum 5. Januar 2017, den Zeitpunkten des Erlasses der beid en angefochtenen Rentenverfügun- gen, entwickelt hat. Die Frage, in welchem Umfang die Versicherte im Gesundheitsfall einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre, ist mit anderen Worten lediglich für den Zeitraum ab frühestmöglichem Rentenbeginn bis zu den g enannten beiden Terminen zu beant- worten. Offen bleiben kann heute dagegen, ob anzunehm en ist, dass die Beschwerdeführerin, wenn sie gesund geblieben wäre, ab September 2019 tat sächlich wieder voll erwerbstätig sein würde. 4.5.3 Laut den Angaben im “Fragebogen zur Ermittlun g der Erwerbstätigkeit“ erklärte die Versicherte anlässlich der Haushaltsabklärung vom 13. Janu ar 2015, dass sie aktuell ohne ge- sundheitliche Einschränkung in einem Pensum von 30 - 50 % berufstätig wäre und sich in der restlichen Zeit um ihre drei Kinder kümmern würde. Sie habe immer gerne gearbeitet und würde dies auch heute noch gerne tun. Allerdings wäre ihr nur ein Pensum von ca. 40 % möglich, da die Kinder sie noch stark beanspruchen würden. Sie würde teilweise am Abend arbeiten, wenn ihr Ehemann zu Hause sei, oder zwischendurch auch tagsüber . Dann würden die Kinder zu Hause in Liestal von der Grossmutter, die in C.____ wo hne, betreut. Diese Erklärung bestätigte die Beschwerdeführerin am 16. Januar 2015, also 3 Tage später, unterschriftlich, sodass davon auszugehen ist, dass die Aussage einen bewussten und refle ktierten Hintergrund hat. Es ist ihr jedenfalls ein grösseres Gewicht beizumessen als der erstma ls im Rahmen des Vorbescheid- verfahrens abgegebenen Erklärung, wonach sie bis Ende Aug ust 2016 zu 50 % und anschlies- send - nach dem Kindergarteneintritt der beiden jünge ren Kinder - zu 80 % erwerbstätig gewe- sen wäre. Was das von der IV-Stelle den angefochtenen Verfügungen zu Grunde gelegte Pen- sum von 40 % betrifft, ist es zwar zutreffend, dass die Versicherte anlässlich der Haushaltabklä- rung zunächst ein Pensum einer ausserhäuslichen Erwerbstä tigkeit „von 30 - 50 %“ erwähnt hat, danach hat sie aber von einem Pensum „von ca. 40 %“ gesprochen. Es ist deshalb keines- falls willkürlich, wenn die IV-Stelle von einer mutmasslichen Erwerbstätigkeit von 40 % und nicht von einer solchen von 50 % ausgegangen ist. Auffallend ist sodann, dass die Versicherte da- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht mals nicht erklärt hat, dass sie bereits im September des Folgejahres, d.h. ab September 2016 ihr Pensum auf 80 % aufstocken würde. Die Ausübung eine s Arbeitspensums von 80 % mit zwei vierjährigen und einem achtjährigen Kind erscheint denn auch weniger realistisch und zu- mindest nicht überwiegender wahrscheinlich als die Anna hme der IV-Stelle, wonach die Versi- cherte während der ganzen hier interessierenden Zeitspa nne bis Mitte Dezember 2016 bzw. anfangs Januar 2017 zu 40 % erwerbstätig gewesen wäre. S chliesslich ist in diesem Zusam- menhang auch zu beachten, dass die Versicherte offenbar a uch nicht aus finanziellen Gründen auf die Ausübung eines höheren Pensums angewiesen gewesen ist. 4.6 Im Ergebnis ist nach dem Gesagten nicht zu beanstande n, dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 15. Dezember 2016 den In validitätsgrad der Versicherten in Anwendung der gemischten Methode mit einem Erwerbsante il von 40 % und einem Haus- haltanteil von 60 % bemessen hat. 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und de r Beurteilung der Arbeitsfähig- keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter- lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsle istungen der versicherten Person noch zu- gemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszust andes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten unter anderem Berichte der behandeln den Rheumatologin Dr. med. D.____, Rheumatologie FMH, ein. Zudem gab sie ein fachärztliche s Gutachten bei Dr. med. E.____, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, das am 20. Sept ember 2014 erstattet wurde, und schliesslich noch ein rheumatologisches/psychiatrisches Gutachte n bei Dr. E.____ und Dr. med. F.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in Auftrag. Im letztgenannten bidiszipli- nären Gutachten vom 30. November 2015 hielten die die beiden Fachärzte folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest: (1) ei ne chronisch seronegative Spondylarthritis (ED 2004) mit vorwiegend axialem Befall, aktuell beto nt thoracal BWK6-BWK12 sowie Costo- vertebralgelenke BWK4/5-BWK10/11, primär ISG-Arthriti s beidseits mit/bei (1.1) Status nach immunsupprimierender Therapie und Anti-TNF-alpha-Ant agonisten im Zeitraum 12/2007 bis 05/2015, abgesetzt wegen Schwangerschaft oder ungenügendem Wirkungseffekt sowie Unver- träglichkeit mit zunehmenden Kopfschmerzen und Blutdru ckschwankungen, (1.2) Status nach einmaliger Applikation von Stelara 08/2015, abgesetzt wegen Kopfschmerzen sowie arterieller Hypertonie und (1.3) aktuell persistierend erhöhter system ischer Entzündungsaktivität (BSR 38 mm/h, CRP 9 mg/l); (2) eine depressive Störung leichten Ausmasses (ICD-10 F32.0), DD: An- passungsstörung (ICD-10 F43.2). In ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten hiel- ten die Dres. E.____ und F.____ fest, aufgrund der de rzeit nicht beherrschbaren Entzündungs- aktivität der rheumatologischen Grundkrankheit sei die E xplorandin ab Sommer 2014 in sämtli- chen beruflichen Tätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig. 6.2 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des G esundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit der Versicherten in Bezug auf den Zeitr aum ab Sommer 2014 vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen die Dres. E.____ und F.____ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 30. November 2015 gelangt sind. Sie ging demzufolge davon aus, dass bei der Versicherten ab Juni 2014 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit au szugehen sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Das Gutachten de r Dres. E.____ und F.____ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) - für die streitigen Belange umf assend, es beruht auf allseitigen Untersu- chungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abge- geben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizi nischen Zusammenhänge bzw. der Be- urteilung der medizinischen Situation ein, es setzt sich mi t den vorhandenen ärztlichen Ein- schätzungen auseinander und es ist in den Schlussfolgerun gen überzeugend. Zu ergänzen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht bleibt, dass dieser medizinische Sachverhalt und die vori nstanzliche Würdigung desselben von der Versicherten in ihrer Beschwerde denn auch - zu Rech t - nicht in Frage gestellt werden. Somit kann von zusätzlichen Ausführungen hierzu abgesehen werden. 6.3 Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Zei traum vor Juni 2014 zog die IV-Stelle das von ihr früher eingeholte monodisziplinäre Gutachten vo n Dr. E.____ vom 20. September 2014 bei. Darin hatte dieser der Versicherten ab Frühjahr 2 012 bis zum Begutachtungszeitpunkt (20. Juni 2014) eine 70 %-ige Arbeitsunfähigkeit fü r jegliche leidensadaptierte Verweistätigkeit attestiert. Diese fachärztliche Beurteilung erweist sich al s rechtens und sie wird denn auch von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt. Zu erg änzen bleibt allerdings, dass die IV-Stelle in den angefochtenen Verfügungen im Einkommensvergle ich bei der Bemessung des bis zum 19. Juni 2014 massgebenden Invalideneinkommens fälschlicherweise von einer Arbeitsunfähig- keit der Versicherten von lediglich 50 % ausgegangen ist. In ihrer Vernehmlassung hat sie je- doch dieses Versehen korrigiert und den Vorbringen de r Beschwerdeführerin folgend aner- kannt, dass für den Zeitraum von März 2012 bis 19. Juni 2014 von einer 70 %-igen Arbeitsun- fähigkeit auszugehen sei. Entsprechend hat sie in ihrer Vernehmlassung für den genannten Zeitraum richtigerwiese einen neuen Einkommensvergleic h auf der Basis einer 70 %-igen Ar- beitsunfähigkeit vorgenommen (vgl. dazu E. 7 hiernach). 7. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist gem äss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkomme nsvergleichs zu bestimmen. Dassel- be gilt im Rahmen der gemischten Methode der Invalidi tätsbemessung für die Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich. Die IV-Stelle h at die erforderlichen Einkommensverglei- che vorgenommen, wobei sie in den angefochtenen Verfü gungen für die Zeit ab 20. Juni 2014 einen Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 100 % u nd in ihrer Vernehmlassung für den Zeit- raum davor (bis 19. Juni 2014) einen solchen von 25 % e rmittelt hat. Die konkreten Berechnun- gen, die von der Versicherten nicht beanstandet worden sind, erweisen sich als rechtens, wes- halb diesbezüglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in den Verfügungen vom 15. Dezember 2016 bzw. 5. Januar 2017 sowie in der Ver nehmlassung vom 17. März 2017 verwiesen werden kann. 8. Zu prüfen bleibt, in welchem Masse die Versicherte zuf olge ihrer gesundheitlichen Be- schwerden im Haushalt eingeschränkt ist. 8.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind - analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von A rztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Hau shaltsabklärungsbericht ist beweis- kräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verfasst wird, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen u nd Behinderungen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die A ngaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Bet eiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und a ngemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erho- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht benen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; Urteil P. des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch ätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebi etet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkret en Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil A. des Bund esgerichts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 f. E. 4). 8.2 Die IV-Stelle hat zur Ermittlung der Einschränkun g der Versicherten im Haushaltsbe- reich beim Abklärungsdienst die hierfür vorgesehene Abklä rung vor Ort in Auftrag gegeben. In ihrem Haushaltsbericht vom 21. Januar 2015 ermittelte di e Abklärungsperson gesamthaft eine Beeinträchtigung der Versicherten von 13 %. Die Versicherte erachtet dieses Ergebnis als deut- lich zu tief. Sie verweist auf die Einschätzung der Dres. E.____ und F.____, die in ihrem bidis- ziplinären Gutachten vom 30. November 2015 festgehalten hatten, dass bei der Versicherten seit Juni 2014 von einer 50%-igen Einschränkung in der H aushalttätigkeit auszugehen sei. Die- ser fachärztlichen Einschätzung komme grösseres Gewicht zu a ls den Ergebnissen der Haus- haltabklärung. Letzterem Einwand der Beschwerdeführer in kann nicht beigepflichtet werden. Das Bundesgericht hat zwar schon mehrfach festgehalten, d ass im Falle eines Widerspruchs zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und den f achmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Auf gaben zu erfüllen, den ärztlichen Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht einzuräumen sei als dem Bericht über die Haus- haltsabklärung (vgl. etwa das Urteil Z. des Bundesgerich ts vom 5. September 2011, 9C_201/2011, E. 2). Diese Rechtsprechung ist jedoch nur einschlägig, wenn es darum geht, die Einschränkung im Haushaltsbereich bei Versicherten zu er mitteln, die an psychischen Gesund- heitsbeeinträchtigungen leiden. Sind die Einschränkunge n - wie im vorliegenden Fall - weitest- gehend somatisch bedingt, so ist der Haushaltsbericht grun dsätzlich massgeblich, soweit er korrekt in Anwesenheit der versicherten Person erhoben wur de sowie vollständig und in sich widerspruchsfrei ist. 8.3 Der Abklärungsbericht vom 21. Januar 2015 ist an sich formal korrekt erstellt worden und er ist auch vollständig. Von Relevanz ist jedoch Folgendes: Wie aus Ziffer 1.3. (Seite 2) des Berichts klar hervorgeht, ging die Abklärungsperson im Rahmen der Abklärung davon aus, dass der Versicherten aus fachärztlicher Sicht in einer ausser häuslichen Tätigkeit lediglich eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit und im Haushalt eine 30 %-ige Einschränkung attestiert worden sei. Das Gutachten der Dres. E.____ und F.____ vom 30. Nove mber 2015, welchem nach dem oben Gesagten voller Beweiswert zukommt, hat nun aber ergeben, dass bei der Versicherten bereits seit Juni 2014 - und somit auch im Zeitpunkt de r Haushaltabklärung vom Januar 2015 - eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen beruflichen Tätigkeiten bestanden hat. Zudem war ihr ärztlicherseits für denselben Zeitraum eine Ein schränkung im Haushalt von 50 % attes- tiert worden. Daraus folgt, dass der Abklärungsbericht v om 21. Januar 2015 offensichtlich auf einem in erheblichem Masse unzutreffenden medizinischen S achverhalt beruht. Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens ist sich die IV-Stelle dessen bewu sst geworden und sie hat die Ab- klärungsperson gebeten, zu diesem Aspekt Stellung zu nehme n. Die Abklärungsperson ist die- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sem Ersuchen zwar nachgekommen, sie hat sich jedoch in ihr er Stellungnahme vom 25. Mai 2016 in keiner Weise zur eigentlichen Problematik, won ach der Bericht auf einer erheblich un- zutreffenden medizinischen Grundlage beruht, geäussert. Sie hat sich vielmehr darauf be- schränkt zu bekräftigen, dass sie an der ermittelten Beein trächtigung im Haushaltbereich von 13 % festhalte. Dieses Antwortschreiben der Abklärungspe rson vermag klarerweise nicht zu überzeugen und es ist insbesondere nicht geeignet, die Vermutung zu entkräften, dass der dem Bericht zu Grunde liegende, in erheblichem Masse unzutreffende medizinische Sachverhalt das Abklärungsergebnis beeinflusst haben dürfte. Es bleibt s o jedenfalls durchaus vorstellbar, dass die Beurteilung in einzelnen Bereichen des Haushalts - und zwar insbesondere dort, wo es um die Bewertung körperlich schwererer Haushaltsarbeiten g eht - anders ausgefallen wäre, wenn sich die Abklärungsperson bewusst gewesen wäre, dass die Ver sicherte in sämtlichen berufli- chen Tätigkeiten vollständig und nicht bloss zu 50 % ar beitsunfähig ist. Die Stellungnahme der Abklärungsperson vom 25. Mai 2016 vermag aber auch aus e iner weiteren Überlegung inhalt- lich nicht zu überzeugen. Hält man sich vor Augen, dass im H aushalt grossmehrheitlich körper- liche Arbeiten zu verrichten sind, so ist es, selbst wenn man unter dem Titel der Schadenminde- rung die Mithilfe des Ehegatten in einem angemessenen Umfang mitberücksichtigt, im Ergebnis nur schwer nachvollziehbar, dass bei einer Person, die a ufgrund somatischer Leiden in jeder beruflichen Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig ist, i m Haushaltbereich leidglich eine Einschrän- kung von insgesamt 13 % bestehen soll. 8.4 Unter den geschilderten Umständen kann - entgegen der Auffassung der IV-Stelle - bei der Beurteilung der Einschränkung im Haushaltbereich n icht auf die Ergebnisse des Haushalt- berichts vom 21. Januar 2015 abgestellt werden. Vielmehr ist festzuhalten, dass die IV-Stelle dadurch, dass sie ihre Einschätzung der Einschränkung im Ha ushalt auf einen Bericht abge- stützt hat, der auf einem in erheblichem Masse unzutreffe nden medizinischen Sachverhalt be- ruht, ihrer Abklärungspflicht nicht rechtsgenüglich nachgekommen ist. Die IV-Stelle hat deshalb dieses Defizit zu korrigieren und nochmals eine Haushalts abklärung vorzunehmen, wobei die- ser unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Versicherte seit Juni 2014 in jeder berufli- chen Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig ist, zu erstel len ist. Da sich die bisherige Abklärungs- person durch die Abklärung vor Ort im Januar 2015 und in sbesondere durch die Abgabe der wenig überzeugenden Stellungnahme vom 25. Mai 2016 schon zu eingehend mit dem Fall be- fasst hat, um noch als unvoreingenommen zu gelten, ist es angezeigt, die Abklärung durch eine neue, bis anhin noch nicht mit der Angelegenheit betr aute Abklärungsperson durchzuführen zu lassen. 9. Bei dieser Sachlage könnte an sich die letzte noch u mstrittene Frage, nämlich die Fra- ge, ab wann der Rentenanspruch der Versicherte zu lauf en beginnt, vorläufig noch offen blei- ben. Da die Parteien sich in ihren Rechtsschriften mit d ieser Thematik beschäftigt haben, kann dieser Aspekt jedoch heute beurteilt werden. Wie dem Sachverhalt entnommen werden kann, hatte sich die Versicherte am 7. Juli 2010 bei der IV-Stelle zum Bezug einer Rente angemeldet. Dieses Verfahren fand verwaltungsintern mit dem Erlass d er rentenablehnenden Verfügung vom 13. August 2012 seinen Abschluss. Eine von der Versicher ten gegen diese Verfügung er- hobene Beschwerde wies das Kantonsgericht mit Urteil vom 21. März 2013 ab. Da dieser Ent- scheid unangefochten blieb, wurde die damalige Rentena blehnung auch materiell rechtskräftig. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Am 18. September 2013 meldete sich die Versicherte dann unter Hinweis auf eine Verschlech- terung des Gesundheitszustandes bei der IV-Stelle erneu t zum Rentenbezug an. Dieses Leis- tungsbegehren bildet den Ausgangspunkt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Die IV- Stelle vertritt unter Hinweis auf diesen Zeitablauf un d auf die Bestimmung von Art. 29 Abs. 1 IVG, wonach der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend- machung des Leistungsanspruchs entsteht, den Standpunkt, dass vorliegend ein Rentenan- spruch der Versicherten frühestens sechs Monate nach der am 18. September 2013 erfolgten Neuanmeldung entstehen könne. Die Beschwerdeführerin hält dieser Auffassung entgegen, es sei ihr nicht zumutbar gewesen, eine Neuanmeldung wäh rend des noch laufenden (ersten) IV- Verfahrens vorzunehmen. Aus diesem Grund sei auf die sec hsmonatige Wartefrist seit der er- neuten Anmeldung zu verzichten. Dieser Betrachtungsweise der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. Entgegen ihrer Darstellung stand - soweit aus den Akten ersichtlich - eine Neu- anmeldung während des hängigen ersten IV-Verfahrens ga r nie zur Debatte, wurde im damali- gen Verfahren doch gar nie eine Verschlechterung des G esundheitszustandes geltend ge- macht. Erst nach rechtskräftigem Abschluss des ersten IV-Verfa hrens hat sich herausgestellt, dass bereits damals eine relevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestand. Diese gab denn auch Anlass zur relativ rasch nach Abschluss des ersten V erfahrens erfolgten Neuanmel- dung. Wie die IV-Stelle zu Recht ausführt, liegt in Bezug auf die damalige rechtskräftige Vernei- nung des Leistungsanspruchs im Übrigen auch kein gültiger Rückkommenstitel vor. Somit ge- langt aber im Zusammenhang mit der zweiten Anmeldung die Bestimmung von Art. 29 Abs. 1 IVG (erneut) zur Anwendung. Da die Leistungsanmeldun g am 18. September 2013 erfolgte, kann demnach ein Rentenanspruch der Versicherten frühestens ab März 2014 entstehen. 10. Zusammenfassend sind demnach die angefochtenen Verfü gungen der IV-Stelle aufzu- heben und die Angelegenheit ist an die IV-Stelle zurü ckzuweisen. Diese hat zur Klärung der Einschränkung der Versicherten im Haushalt einen neuen Abklärungsbericht Haushalt durch eine mit der Angelegenheit noch nicht befasste Abklärun gsperson erstellen zu lassen. An- schliessend hat sie gestützt auf die Ergebnisse der Aktenerg änzung den Rentenanspruch der Versicherten, der nach dem Gesagten frühestens ab März 2014 entstehen kann, in Anwendung der gemischten Methode mit einem Erwerbsanteil von 40 % und einem Haushaltanteil von 60 % zu bemessen und darüber neu zu verfügen. 11. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeve rfahrens zu befinden. 11.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV -Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 11.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten u m die Bewilligung oder die Verwei- gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verf ahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 11.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. De r Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin hat in seiner Kostennote vom 3. April 2017 für die beiden Beschwerdeverfahren ein Hono- rar von insgesamt Fr. 4‘105.70 geltend gemacht, das sich aus der Entschädigung für den er- brachten Aufwand in der Höhe von Fr. 3‘266.70, aus A uslagen von Fr. 534.90 und aus der Mehrwertsteuer von 8 % im Betrag von Fr. 304.10 zusamm ensetzt. Diese Kostennote ist in An- betracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfrag en nicht zu beanstanden. Der Be- schwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘105.70 zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 12.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 12.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 12.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g - wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG ) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil K. des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch Urteil K. des Bundesge- richts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerden werden in dem Sinne gutgeheisse n, als die ange- fochtenen Verfügungen der IV-Stelle Basel-Landschaft vo m 15. De- zember 2016 und 5. Januar 2017 aufgehoben und die An gelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu m Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landscha ft zurückge- wiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘105.70 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht