B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2513/2012 U r t e i l v o m 11 . F e b r u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richter Kurt Gysi, Gerichtsschreiberin Sarah Straub. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 29. März 2012 / N (…). E-2513/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._______ (Jaffna District, Nordprovinz), verliess sein Heimatland eigenen Angaben zufolge (…), gelangte auf dem Luftweg über Doha (Katar) nach Rom (Italien ) und von dort am 23. April 2009 in einem Auto in die Schweiz . Er suchte gleichentags (…) um Asyl nach. Am 30. April 2009 wurde er zur Person befragt (BzP) und am 11. Mai 2009 erfolgte die Anhörung zu seinen Asylgründen. Zur Begründung seines Asylgesuches ma chte er geltend, sein Schwager C._______ sei Mitglied der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE ) ge- wesen. Er habe diesen und dessen Freunde zu Hause verpflegt, weshalb Soldaten zu ihm nach Hause gekommen u nd ihn bedroht hätten. Im (…) sei ungefähr fünf Kilometer von seinem Haus entfernt eine Bombe expl o- diert. Die Täter, Mitglieder der LTTE, seien danach durch sein Grundstück respektive durch die Strasse gerannt. Kurz darauf hätten ihn Armeeange- hörige aufgesucht und gefragt, ob er jemanden gesehen habe ; sie hätten ihn, als er angegeben habe, nicht zu wissen, wer die Leute gewesen se i- en, festgenommen. Er sei ins (…) Camp mitgenommen und sieben bis acht Mal geschlagen worden. Am nächsten Tag seien sein Vater und sei- ne Schwester ins Camp gekommen, worauf er freigelassen worden sei . Man habe ihm aber gesagt, wenn heraus komme, dass er Kontakt zu den LTTE habe, werde er nicht am Leben bleiben. Danach seien die Soldaten mehr als vier Mal zu ihm nach Hause gegangen und hätten ihn gesucht . Er sei deshalb (…) zu seiner Schwester nach B._______ gegangen, re- spektive sei er gleich nach seiner Freilassung zu seiner Schwester g e- gangen und Soldaten hätten erstmals (…) bei ihm zu Hause nach ihm ge- fragt. Sein Vater habe (…) eine Clearance für ihn beantragt und sei mit ihm (…) nach Colombo geflogen. Er habe sich in Colombo angemeldet und ein Agent habe seine Ausreise organisiert. Für die weiteren Aussagen wird auf die Akten und auf die nach stehenden Erwägungen verwiesen. B. Mit Verfügung vom 29. März 2012 – eröffnet am 10. April 2012 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte d essen Asylgesuch vom 23. April 2009 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. E-2513/2012 Seite 3 Zur Begründung führte das Bundesamt aus, die Vorbringen seien asy l- rechtlich unbeachtlich und hielten den Anforderungen an die Flüchtling s- eigenschaft nicht stand, auf allfällige Unglaubhaftigkeitselemente in de n Vorbringen sei deshalb nicht einzugehen. C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 7. Mai 2012 liess der Beschwerdeführer diesen Entscheid anfechten. Er beantragte in materieller Hinsicht die Auf- hebung der Verfügung und die Rückweisung der Sache an das BFM zur Neubeurteilung wegen Verlet zung formellen Rechts, eventualiter unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung die Feststellung der Flüch t- lingseigenschaft und die Gewährung von Asyl, subeventualiter unter Au f- hebung der Dispositivziffern 4 und 5 die Feststellung der Unzumutbarkeit des We gweisungsvollzuges. In prozessualer Hinsicht beantragte er, es sei dem unterzeichneten Anwalt vor Gutheissung der Beschwerde Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote und zur Bestimmung der Parteientschädigung anzusetzen; weiter sei ihm mitzuteilen, welcher Bun- desverwaltungsrichter oder welche Bundesverwaltungsrichterin und we l- cher Gerichtsschreiber oder welche Gerichtsschreiber in mit der Instrukt i- on des Verfahrens betraut seien und welche Richter an einem Entscheid weiter mitwirken würden. In d en Ausführungen zur materiellen Begrü n- dung der Beschwerde w urde zudem beantragt, falls die Sache nicht an die Vorinstanz zurückgewiesen werde, sei der Beschwerdeführer erneut direkt zu seiner heutigen Gefährdung anzuhören und es seien die no t- wendigen Länderinformationen beizuziehen, auch sei ihm eine angemes- sene Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel anzusetzen. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er diverse Dokumente (Beilagen 1-26 gemäss Verzeichnis auf S. 22 f. der Beschwerdeschrift) ein. Auf die Begründung der Rechtsbegehren und die eingereichten Dok u- mente wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 16. Mai 2012 hielt der Instruktionsrichter fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, und wies den Antrag auf Bekanntgabe des Spruchgremiums ab. Er verlegte den Entscheid über die weiteren Verfahrensanträge geg e- benenfalls auf einen späteren Zeitpunkt und forderte ihn unter Androhung des Nichteintretens auf die Beschwerde auf, innert Frist einen Kostenvor- schuss von Fr. 600.– einzuzahlen oder eine Fürsorgebestätigung einz u-E-2513/2012 Seite 4 reichen. Der Beschwerdeführer bezahlte den Kostenvorschuss fristg e- recht. E. Mit Eingabe vom 31. Mai 2012 wurden drei weitere Beweismittel sowie die Kostennote gleichen Datums eingereicht und es wurde erneut um Be- kanntgabe des Spruchgremiums ersucht. Der Instruktionsrichter hiess das Ersuchen am 21. Juni 2012 gut und tei l- te dem Beschwerdeführer die voraussichtliche Zusammensetzung des Spruchgremiums mit. F. In seiner Vernehmlassung vom 16. Juli 2012, welche dem Beschwerd e- führer am 8. August 2012 zur Kenntnisnahme gebracht wurde, hielt das Bundesamt ohne weitere Ausführungen an seinem angefoch tenen En t- scheid fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. G. Mit Eingabe vom 15. August 2012 machte der Beschwerdeführer ergä n- zende Ausführungen zur Situation in Sri Lanka und reichte weitere B e- weismittel hierzu ein (Beilagen 31-54 gemäss Verzeichnis auf S. 22 f. der Eingabe). Zur Vernehmlassung des BFM führte er aus, die Feststellung des Bundesamtes, die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erhebl i- chen Tatsachen und Beweismittel, sei offensichtlich unrichtig und zeige, dass es den Rügen und zusätzlichen Beweismitteln nichts materielles entgegenzusetzen habe. Es verletze damit die Begründungspflicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so E-2513/2012 Seite 5 auch vorliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgese t- zes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Voraussetzungen für das Eintreten auf die B eschwerde sind er- füllt. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Der Beschwerdeführer rügt verschiedene Verfahrensmängel, insbesonde- re die Verletzung des rechtlichen Gehörs und die unvollständige respekt i- ve unrichtige Abklärung des Sachverhaltes. Diese verfahrensrechtlichen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa- tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskommiss i- on [EMARK] 2004 Nr. 38 und 1994 Nr. 1; F RITZ GYGI, Bundesverwal - tungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 233, mit weiteren Hinweisen, S. 287 und 297; A LFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes; 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 4. 4.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ande r- seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstel lung des Einzelnen ei n- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor E r- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Bewe i- se beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen B e- weisanträgen gehört zu wer den und an der Erhebung wesentlicher B e- weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle E-2513/2012 Seite 6 Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfah- ren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann ( vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1 S. 293; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, dass sie d ie Vorbringen tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in ihrer Entscheidfindung angemessen berücksichtigt. Das gilt für alle form- und fristgerechten Äus- serungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streitfr a- ge geeignet und erforderlich ersch einen. Die Begründung muss so abge- fasst sein, dass der oder die Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegu n- gen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188). 4.2 4.2.1 In der Beschwerde wird vorgebracht, die ange fochtene Verfügung verletze den Anspruch des Beschwerdeführers auf vorgängige Anhörung und damit das rechtliche Gehör, weil die letzte Anhörung drei Jahre vor Erlass der angefochtenen Verfügung stattgefunden und die Vorinstanz es unterlassen habe, ihn noch mals anzuhören. Da sich die Situation in Sri Lanka heute anders darstelle als im Zeitpunkt der Bundesanhörung, hätte ihn das BFM unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Aktualität von Asylentscheiden erneut befragen oder ihm zumindest Gelegenheit zu e i- ner schriftlichen Stellungnahme geben müssen. Bezüglich dieser Rüge ist festzuhalten, dass die Untersuchungspflicht der Behörden ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht eines Gesuchstellers findet (Art. 8 AsylG), der auch die Substanziierungslast trägt (Art . 7 AsylG). Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer nach seiner letzten Befragung vom 11. Mai 2009 bis zum Ergehen der ang e- fochtenen Verfügung keine aktuellen Ereignisse zu Handen des BFM zu vermelden hatte, weshalb das Bundesamt zu Recht keine weiteren Abklä- rungen vornahm und insbesondere darauf verzichtete, ihn nochmals a n- zuhören. An dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die Situation in Sri Lanka seit dem Ende des Bürgerkrieges erheblich geändert hat, zumal die V orinstanz bezüglich dieser Veränderung ausre i- chend informiert ist. E-2513/2012 Seite 7 4.2.2 In der Beschwerde wird weiter gerügt, die Vorinstanz habe den An- spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt, weil sie zu wenig zu den Hintergründen seiner Verbindungen zu d en LTTE und den Suchaktionen durch die Armee und Paramilitärs gefragt habe. Anlässlich der Erstbefragung wurde der Beschwerdeführer summarisch zu seinen Gesuchsgründen befragt. Er gab an, sein Schwager sei bei den LTTE, worauf er nach dessen Namen und Funktion gefragt wurde. Andere Verbindungen zu den LTTE oder anderen Gruppierungen machte er nicht geltend; er gab an, ausser den erwähnten Fragen nach dem Schwager und den von ihm beobachteten flüchtenden LTTE-Mitgliedern keine Prob- leme mit Behörden, Organisationen oder weiteren Personen im Land g e- habt zu haben und niemals inhaftiert oder vor Gericht gewesen zu sein. Er sei weder politisch noch religiös tätig gewesen (vgl. Akten BFM A 1/10 S. 6). Anlässlich der Anhörung brachte er ergänzend vor, Mitglieder der LTTE zu Hause bewirtet zu haben. In der Folge wurden ihm hierzu zahl- reiche Fragen gestellt , und er hatte Gelegenh eit, sich ein lässlich zu sei- ner Verbindung zu den LTTE zu äussern (vgl. A 7/14 S. 4 f.). Auch zu den vorgebrachten Suchaktionen durch die Armee wurden ihm vertiefende Fragen gestellt ( vgl. A 7/14 S. 7 f.). Er hatte damit ausreichend Gelegen- heit, sich zu seinen Asylgründen zu äussern. 4.2.3 Nach dem Gesagten ist nicht ersichtlich, inwiefern der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt worden wäre. 5. 5.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nöt igenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Bstn. a-e). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mi t- wirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Dazu gehört, die Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzu- geben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der A n- hörung die Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismittel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwi d- riger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt E-2513/2012 Seite 8 worden sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegenüber unvollstä n- dig, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden ( vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, a.a.O., Rz. 630). Das Bundesverwaltungsgericht kann den rechtserheblichen Sachverhalt, wie ihn die Vorinstanz festgestellt hat, uneingeschränkt überprüfen (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Es ist dazu in dem Masse verpflichtet, als die Be- schwerdepartei die Sachverhaltsfeststellungen oder die ihr zugrunde li e- gende Beweiswürdigung als fehlerhaft rügt und sich mit der angefocht e- nen Verfügung sachbezogen auseinandersetzt (vgl. CHRISTOPH AUER, Streitgegenstand und Rüg eprinzip im Spannungsfeld der verwaltung s- rechtlichen Prozessmaximen, Diss. Bern 1997, S. 79 f.; Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts E-36/2008 vom 30. November 2011, E. 5.1). 5.2 5.2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe, indem sie ihn vor Erlas s des Entscheides nicht erneut zu seinen Asylgründen angehört habe, und indem zu wenig Fragen zu seiner Verbindung zu den LTTE und den Suchaktionen durch die Armee gestellt worden seien , den Sachverhalt unvollständig und unrichtig festgestellt Diesbezüglich kann auf die Ausführungen in den Erwägungen 4.2.1 r e- spektive 4.2.2 (vgl. vorstehend) verwiesen werden. Es bestand kein A n- lass, eine weitere Anhörung durchzuführen respektive weitergehende Fragen zu stellen. Aufgrund der Aussagen des Beschwerd eführers war davon auszugehen, dass er seine Asylgründe vollständig dargelegt hatte. Die diesbezüglich erhobene Rüge, wonach die Vorinstanz den Sachve r- halt unvollständig festgestellt habe, ist nach dem Gesagten unbegründet. 5.2.2 Weiter rügt der Beschwerdeführer, das Bundesamt habe den Sac h- verhalt weder vollständig noch richtig abgeklärt, da es das Grund satzur- teil des Bundesverwaltungsgerichtes 2011/24 vom 27. Oktober 2011 nicht berücksichtigt habe. Das BFM habe die dort aufgestellten Kriterien nicht beachtet und die notwendigen Sachverhaltsabklärungen nicht vorgenom - men. Es trifft zwar zu, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft nicht explizit auf das Grundsatzur- teil Bezug nimmt. Daraus kann jedoch nicht gesc hlossen werden, dass das BFM die diesbezügliche Rechtsprechung des Bundesverwaltungsg e-E-2513/2012 Seite 9 richts nicht berücksichtigt hätte. Das Bundesamt führte in seiner Verf ü- gung vom 29. März 2012 aus, in den Schilderungen des Beschwerdefü h- rers fänden sich keine Hinweise d afür, dass die sri -lankischen Behörden heute – drei Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges – ein ernsthaftes Interesse daran haben sollten, gerade ihn zu verfolgen. Daraus ist e r- sichtlich, dass die Vorinstanz durchaus die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung der in BVGE 2011/24 aufg e- führten Risikoprofile geprüft hat. Die Rüge, sie habe das Profil des B e- schwerdeführers und seine asylrelevante Gefährdung nicht korrekt e r- fasst und die notwendigen Abklärungen nicht getätigt, ist de shalb unbe- gründet. 5.2.3 Der Sachverhalt sei gemäss der Beschwerde auch deshalb unvol l- ständig abgeklärt worden, weil das Bundesamt es unterlassen habe, lä n- derspezifische Informationen zu erheben, und weil sich keine Länderb e- richte bei den Akten befinden würden. Aus der angefochtenen Verfügung ergibt sich – insbesondere auch in Be- rücksichtigung der neuen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ( vgl. BVGE 2011/24) – nicht, dass das BFM die aktuellen Länderinformationen über Sri Lanka unberücksichtigt gelassen hätte. Allein aus der Tatsache, dass in der angefochtenen Verfügung keine Länderberichte erwähnt wu r- den und sich keine solchen in den Akten finden, kann nicht der Schluss gezogen werden, von der Vorinstanz seien keine Länderberichte oder sonstige länderspezifische Informationen berücksichtigt worden. Da sich ferner das BFM mit ausreichender Begründung und unter Hinweis auf die Entwicklung der Sicherheitslage und der Lebensumstände im heutigen Zeitpunkt zum Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka geäussert hat, sind der angefochtenen Verfügung keine hinreichenden Anhaltspunkte zu ent- nehmen, welche den Schluss zuliessen, es habe den Sachverhalt unvoll- ständig abgeklärt respektive seine Begründungspflicht verletzt. 5.2.4 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, das BFM hätte zur Abklärung des vollständigen und richtigen Sachverhaltes Fragen zu Misshandlungen anlässlich seiner Festnahme (…) stellen und Abkläru n- gen betreffend allfällige gesundheitliche Folgen treffen müssen. Anlässlich der Anhörung vom 11. Mai 2009 brachte der Beschwerdeführer vor, er sei verhaftet und geschlagen worden. Soldaten hätten ihn mitge- nommen und sieben bis acht Mal geschlagen ; es sei Nacht geworden , und sie hätten ihn am Boden liegen gelassen und mit trockenen Palmblät-E-2513/2012 Seite 10 tern bedeckt. Am nächsten Tag sei er freigelassen worden ( vgl. A 7/14 S. 4 und S. 6). Auf die Frage, wie genau er geschlagen worden sei, gab er an, sie hätten ihn am Hemdkragen festgehalten und auf die Brust g e- schlagen, auch hätten sie ihn mit den Schuhen getreten. Wenn seine Familie nicht gekommen wäre, wäre er gestorben. Als sie ihn geschlagen hätten, habe er nicht gewusst, ob er lebendig nach Hause kommen werde (vgl. A 7/14 S. 7). Da er indessen weder Folgebeschwerden noch bl ei- bende Spuren von den Schlägen erwähnte, bestand kein Anlass, diesbe- züglich weitere Abklärungen zu tref fen. Die Frage nach der Art der Mis s- handlung ist dem Beschwerdeführer gestellt worden, und angesichts se i- ner An tworten war das BFM nicht gehalten, ihm d iesbezüglich weitere Fragen zu stellen. Eine unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes ist auch unter diesem Aspekt nicht ersichtlich. 5.2.5 Somit wurde der relevante Sachverhalt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers vom B undesamt hinreichend abgeklärt. Der A n- trag in der Rechtsmittelschrift, es seien zusätzliche Abklärungen vorz u- nehmen, ist abzuweisen, da nicht ersichtlich ist, inwiefern diese geeignet wären, zu einer anderen Einschätzung der flüchtlingsrechtlichen Rel e- vanz seiner Vorbringen zu führen. Die Rüge, der Sachverhalt sei unvol l- ständig erhoben worden, erweist sich daher als unbegründet. 5.3 Bei dieser Sachlage besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben, weshalb d er Antrag des Beschwerdeführers, die Verfügung des BFM vom 29. März 2012 sei w e- gen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör und wegen unvoll- ständiger oder unrichtiger Abklärung des rechtserheblichen Sachverha l- tes aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweise n, abzu- weisen ist. Da die Vorinstanz den Sachverhalt richtig und vollständig abgeklärt und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers nicht verletzt hat, besteht vorliegend kein Grund, auf Beschwerdestufe eine zusätzliche Anhörung durchzuführen. Der Beschw erdeführer hat auch im vorliegenden Verfa h- ren hinreichend Gelegenheit gehabt, zu seinen Asylgründen und seiner heutigen Situation Stellung zu nehmen , und hat sich in der Beschwerde und den weiteren Eingaben ausführlich geäussert und zahlreiche Beweis- mittel eingereicht. Der Antrag, er sei erneut anzuhören und es sei ihm e i- ne Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel anzusetzen , ist daher a b- zuweisen. E-2513/2012 Seite 11 6. Der Beschwerdeführer führt zum materiellen Recht aus, die Vorinstanz habe Bundes- und Völkerrecht verletzt, insbesondere Art. 3 und 7 AsylG, Art. 83 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) und Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30). 6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetz t zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nac hweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6.2 Nach der Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, die ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind, oder wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft solche Nachteile befürc h- ten muss. Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor künft i- ger Verfolgung muss nicht nur sachlich und zeitlich kausal für die Ausre i- se aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat, sondern auch im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein. Entsprechend sind Veränderungen der objektiven Situation im Heimatland im Zeitraum zwischen Ausreise und Asylentscheid zugunsten und zulasten der asylsuchenden Person zu b e- rücksichtigen (vgl. BVGE 2008/34 E. 7.1; BVGE 2007/31 5.3, je m.w.H.). 6.3 Das BFM führte zur Begründ ung seines Entscheides aus, die Vo r- bringen des Beschwerdeführers seien vor dem Hintergrund der allgemein E-2513/2012 Seite 12 angespannten Situation, welche während des Bürgerkrieges in Sri Lanka geherrscht habe, zu betrachten. Im Sommer 2006 sei es zu einem Wi e- deraufflammen des innerstaatlichen bewaffneten Konfliktes zwischen der sri-lankischen Armee und den LTTE gekommen, worunter insbesondere die tamilische Zivilbevölkerung gelitten habe. Die Situation stelle sich j e- doch seit Beendigung des Krieges im Mai 2009 anders dar. Zw ar sei die Sicherheitslage noch nicht in allen Teilen des Landes zufriedenstellend, aber die Anzahl von Gewaltereignissen sei erheblich zurückgegangen. Die LTTE würden über keine handlungsfähige Struktur mehr verfügen, und der Einfluss der bewaffneten Gruppen habe stark abgenommen. Nach wie vor werde gegen ehemalige Kämpfer und Führungspersönlic h- keiten der LTTE vorgegangen. Der Beschwerdeführer mache jedoch nicht geltend, aktives oder gar führendes Mitglied der LTTE gewesen zu sein , sondern lediglich, Leute der LTTE (…) bewirtet zu haben. Zudem gebe er an, nach seiner Festnahme (…) durch die sri-lankischen Sicherheitskräfte am Tag darauf freigelassen worden zu sein, und (…) unter Vorweisung einer Clearance sowie seines Identitätsausweises (…) nach Colombo ge- flogen zu sein und sich dort angemeldet zu haben. Dies mache deutlich, dass er bereits in diesem Zeitpunkt nicht ernsthaft verdächtigt worden sein könne, die LTTE aktiv zu unterstützen. Gemäss Erkenntnissen des BFM werde in Sri Lanka gegen Personen, welche ernsthaft im Verdacht stünden, eine Gefahr für die Sicherheit des Staates darzustellen, behör d- licherseits konsequent vorgegangen. Dies sei jedoch bei m Beschwerde- führer nicht der Fall gewesen. In seinen Schilderungen würden sich keine Hinweise dafür finden, dass die Behörden heute ein ernsthaftes Verfo l- gungsinteresse an ihm haben könnten. Es sei angesichts seines geringen politischen Profils nicht davon auszugehen, dass er mit erheblicher Wahr- scheinlichkeit von asylrelevanten Schwierigkeiten bedroht sei. Se ine Vor- bringen seien deshalb asylrechtlich nicht beachtlich und würden den A n- forderungen an Art. 3 AsylG nicht standhalten. Bei offensichtlich fehlender Asylrelevanz könne darauf verzichtet werden, auf allfällige Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen einzugehen. 6.4 In der Beschwerde wird dem entgegengehalten, der Beschwerdefüh- rer sei von den Soldaten als LTTE -Unterstützer wahrgenommen worden, weshalb er anlässlich seiner Verhaftung (…) ausgezogen und auf Spuren eines LTTE-Trainings untersucht worden sei. Man habe ihn offensichtlich einer aktiven Mittäterschaft verdächtigt. Danach sei er mehrere Male von Armeeangehörigen und Paramilitärs gesucht worden. Auf Beschwerd e-E-2513/2012 Seite 13 ebene wird neu vorgebracht, er habe den LTTE seit seiner Kindheit immer wieder geholfen und nebst der Verpflegung von LTTE -Leuten auch Trup- penbewegungen der sri -lankischen Armee beobachtet und an Gehei m- dienstleute weitergemeldet, auch habe er Unterkünfte für Kämpfer arra n- giert. Er sei hierfür eigens von den LTTE angeworben und angelernt wo r- den. Zwei seiner früheren Kontaktpersonen seien (…) festgenommen, verhört und vermutlich getötet worden. Da die Armee deren Festnahmen kategorisch bestreite, sei klar, dass sie harten Verhören unterzogen wo r- den und dabei verstorben seien und unter Folter auch die Aktivitäten des Beschwerdeführers verraten hätten. In der Beschwerde wird ebenfalls neu geltend gemacht, der Beschwerd e- führer sei mit einem der prominentesten LTTE -Führer, D._______, ve r- wandt. Es handle sich dabei um (…). Er habe dies bisher verschw iegen, weil er gedacht habe, dies könnte negative Auswirkungen auf sein Asy l- verfahren haben und seine Familie in Schwierigkeiten bringen. Es b e- stünden Zweifel darüber, ob D._______ tatsächlich – wie seinerzeit von regierungsfreundlichen Zeitungen bekanntgegeben – tot sei. Da man se i- ne Leiche nie identifiziert habe, sei es wahrscheinlich, dass er noch am Leben sei und sich ins Ausland abgesetzt habe. Es sei deshalb klar, dass die sri-lankischen Behörden alles daran setzen würden, ihn zu finden. Bei Kenntnis de r sri -lankischen Behörden von dieser verwandtschaftlichen Verbindung dürfte es klar sein, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückreise festgenommen und (…) befragt würde. Weiter bringt der Beschwerdeführer neu vor, er sei bereits (…) während zwei Wochen in Haft gewesen, da er verdächtigt worden sei, die LTTE zu unterstützen. Auf Anraten seines Bruders habe er bisher nichts davon ge- sagt. Damals sei gegen ihn und drei weitere Männer ein Gerichtsverfa h- ren eingeleitet worden; man habe ihn gegen Kaution freigel assen. Dieser neue Sachverhalt könne mit einer Haftbestätigung vom (…) und den Ge- richtsakten bewiesen werden. Diese wichtigen Dokumente in den Händen der sri-lankischen Behörden könnten bei einer Überprüfung anlässlich der Einreise als Nachweis einer früheren Verbindung zu den LTTE dienen. Der Beschwerdeführer betätige sich exilpolitisch, er habe an zahlreichen Demonstrationen und Kundgebungen teilgenommen. Er sei überzeugt, dass regierungsnahe Tamilen oder in der Schweiz aktive Mitglieder der Paramilitärs diese Veranstaltungen beobachtet und wahrscheinlich fot o- grafiert hätten und dies bei seiner Einreise nach Sri Lanka ins Gewicht fallen würde. E-2513/2012 Seite 14 Er erfülle mehrere der in BVGE 2011 /24 definierten Risikoprofile, insb e- sondere werde er auch nach dem Krieg verdäc htigt, mit den LTTE in Ver- bindung zu stehen respektive gestanden zu haben , und er sei als Rüc k- kehrer aus der Schweiz besonders gefährdet. Er habe die LTTE unter- stützt und sei deshalb mehrmals gesucht worden. Bereits (…) habe ge- gen ihn ein Haftbefehl bestan den, und (…) sei er in einen Gerichtspr o- zess verwickelt gewesen, zudem bestünden verwandtschaftliche Bezi e- hungen zu einem ranghohen LTTE-Führer. Im Zeitpunkt seines Asylgesu- ches sei er sehr wohl ernsthaft verdächtigt worden und er habe schon damals eine asylrelevante Verfolgung zu befürchten gehabt. Es sei davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr in asylrelevanter Weise verfolgt sei, da ihm aus heutiger Sicht ein Engagement für die LTTE nachgewi e- sen werden könne. Es sei deshalb seine Flüchtlingseigens chaft festz u- stellen und ihm Asyl zu gewähren. Der Wegweisungsvollzug sei unz u- mutbar. 7. 7.1 Die Vorinstanz hat zu Recht festgestellt, dass die Vorbringen des B e- schwerdeführers asylrechtlich unbeachtlich sind, weil sich die politische Lage in Sri Lanka seit Beend igung des Bürgerkrieges im Mai 2009 en t- spannt hat. In Übereinstimmung mit dem BFM ist festzuhalten, dass sich keine Hinweise dafür finden, die sri -lankischen Behörden hätten heute – mehr als drei Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges – ein ernsthaf- tes Interesse daran, ihn zu verfolgen. Zur Vermeidung von Wiederholu n- gen kann diesbezüglich auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägu n- gen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 7.2 Im Rechtsmittelverfahren wird erstmals vorgebracht, der Beschwerde- führer habe Truppeneinheiten der sri -lankischen Armee beobachtet und Unterkünfte für Kämpfer organisiert und er sei hierfür von den LTTE a n- geworben und ausgebildet worden, zudem sei er mit einem der prominen- testen LTTE-Führer verwandt, und er sei bereits (…) einmal in Haft gewe- sen. Dass er diese Sachverhalte nicht früher vorgebracht hat, begründete er damit, dass sein in der Schweiz lebender Bruder ihm dazu geraten h a- be, weil dies seine Familie in Schwierigkeiten hätte bringen können. Im gesamten vorangehen den Verfahren hat der Beschwerdeführer de m- gegenüber keine entsprechenden Aussagen gemacht und angegeben, ausser dem Erwähnten keine Probleme mit Behörden oder Organisati o- nen gehabt zu haben und auch nicht religiös oder politisch tätig gewesen zu sein ( vgl. A 1/10 S. 6, A 7/14 S. 12). Erst nachdem im negativen Asy l-E-2513/2012 Seite 15 entscheid festgestellt wurde, dass die sri -lankischen Behörden nach wie vor gegen ehemalige Kämpfer und Führungspersönlichkeiten der LTTE vorgehen würden, jedoch aufgrund seines geringen politische n Profils nicht von einem Interesse an seiner Person auszugehen sei , beruft er sich auf eine angebliche konkrete Tätigkeit für die LTTE und die Ver- wandtschaft mit einem prominenten LTTE -Führer. Beides wird indessen nicht belegt. Die eingereichten Beweismittel zu D._______ beziehen sich einzig auf dessen Person und haben hinsichtlich der angeblichen Ve r- wandtschaft zum Beschwerdeführer keinerlei Beweiswert. Die Dokumen- te bezüglich des Verschwindens seiner zwei Kontaktpersonen bei den LTTE lassen weder Rücksch lüsse auf die Gründe ihres Verschwindens noch auf eine mögliche Verbindung zum Beschwerdeführer zu. Dass di e- se Personen unter Folter angebliche Aktivitäten des Be schwerdeführers für die LTTE verraten hätten, wird damit nicht bewiesen und erscheint un- plausibel. Die Erklärung, er habe diese Informationen bisher aus Angst vor negativen Konsequenzen für seine Familie zurückbehalten, vermag in keiner Weise zu überzeugen und ist ein offensichtlicher Versuch, sich der für ihn ungünstigen Verfahrenslage anzupassen, weshalb sie als nachge- schoben qualifiziert werden muss. Gleiches gilt für die angebliche zweiwöchige Haft (…). Aus der eing e- reichten Haftbestätigung geht hervor, dass die genannte Person am (…) verhaftet worden sei (vgl. handschriftliche Eintragung unter Punkt 4. "Date, Time & Place of Arrest"). Dies steht i m klaren Widerspruch zum behaupteten Zeitpunkt der Haft ([…]). D en eingereichten Gerichtsakten (…) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer und drei weitere Pe r- sonen (…) angeklagt worden seien. Die Tat und der Straftatbestand wer- den nicht genannt. Unter anderem wird im Dokument (…) ausgeführt, es bestünden keine genügenden Gründe, um die Verdächtigen weiter in Haft zu behalten, es wird eine Kaution festgesetzt (Seite 2), und (…) steht, E._______ ersehe keine genügenden Beweise, die Verdächtigen würden entlassen (Seite 4) . Das Dokument des Gerichts lässt jedenfalls den Schluss zu, dass sich der Verdacht nicht erhärtet und es sich nicht um ein schweres Vergehen gehandelt haben kann, da man die Verdächtigen an- sonsten nicht freigelassen hätte. Dass das Verfahren im Zusammenhang mit einer vermuteten Unterstützung der LTTE gest anden habe, bleibt da- gegen unbelegt. Vor diesem Hintergrund muss die Authentizität der ei n- gereichten Dokumente (…) nicht überprüft werden. Insgesamt erscheint e s wenig wahrscheinlich, dass der Beschwerdefü h- rer, selbst wenn er wegen Verdachts auf Unterstützung der LTTE bereits E-2513/2012 Seite 16 (…) vorübergehend festgenommen worden sein sollte, heute deswegen verfolgt sein könnte. Er war niemals Mitglied der LTTE und verfügt, wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, nicht über ein politisches Profil, we l- ches ein Verfolgungsinteresse der sri-lankischen Behörden zu begründen vermöchte. Dies wird besonders deutlich aus seinen Antworten auf die Frage, weshalb er die LTTE-Mitglieder verpflegt habe. Er gab an, sie ver- pflegt zu haben, weil man nicht Nein sagen könne , wenn jemand Essen verlange, und weil dies alle getan hätten ( vgl. A 7/14 S. 4 und S. 5). Ein gezieltes Engagement für die LTTE ist aufgrun d dieser Aussagen sehr unwahrscheinlich. Auch der Umstand, dass er sein Heimatland während des Bürgerkrieges verlassen hat, sich seit bald vier Jahren in der Schweiz aufhält und hier ein Asylgesuch eingereicht hat, vermag nicht zur Annahme einer begrü n- deten Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu führen, da keine Anhaltspun k- te dafür bestehen, dass er sich im nahen Umfeld der LTTE bewegen wür- de. Die auf Beschwerdeebene behauptete exilpolitische Tätigkeit in der Schweiz ist durch nichts belegt und beschränkt sic h auf die Teilnahme an Kundgebungen. Die in der Eingabe vom 15. August 2012 erwähnten ano- nymen Drohbriefe betreffen den Beschwerdeführer offensichtlich nicht persönlich. Angesichts dessen besteht kein Anlass zur Annahme, er habe sich persönlich in einer Art und Weise exilpolitisch betätigt, die ihn beson- ders exponieren würde. Somit liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass er wegen der Beteiligung an exilpolitischen Aktivitäten einer spezifischen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sein könnte. 7.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und die Vorinstanz dessen Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat. 8. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer v erfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An- spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nic ht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach E-2513/2012 Seite 17 den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG, SR 142.20). 9.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völke r- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen. Da dem Beschwerdeführer keine Flüchtlingseigenschaft zukommt, ist das flüch t- lingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzuges beurteilt sich viel - mehr nach den allgemeinen verfassungs - und völkerrechtlichen Besti m- mungen (Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerisc hen Eid- genossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101]). Im Lichte dieser Bestimmungen sind keine Anhaltspunkte dafür auszumachen, der Beschwerdeführer wäre im Falle einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer verbotenen Strafe oder Be- handlung ausgesetzt. Der Wegweisungsvollzug ist demnach zulässig. 9.3 9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht nahm im Grundsatzurteil BVGE 2011/24 eine umfassende Analyse der Situation in Sri Lanka vor. Danach hat sich seit dem Ende des bewaffneten Konflikts die allgemeine Lage in diesem Land erheblich verbessert. Die Situation in der Ostprovinz hat sich weitgehend stabilisiert und normalisiert, so dass der Wegweisung s- vollzug in das gesamte Gebiet der Ostprovinz als grundsätzlich zumutbar zu erachten ist (vgl. a.a.O. E. 13.1). Die Lage in der Nordprovinz ist sehr unterschiedlich. So herrscht in den Gebieten, die bereits seit längerer Zeit unter Regierungskontrolle stehen, das heisst in den Distrikten Jaffna und in den südlichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar (mit anderen Worten: die Nordprovinz unter Aussch luss des so genannten Vanni - Gebietes) keine Situation allgemeiner Gewalt. Zudem ist die politische E-2513/2012 Seite 18 Lage nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als gen e- rell unzumutbar eingestuft werden müsste. Angesichts der im humanit ä- ren und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich al- lerdings beim Wegweisungsvollzug in dieses Gebiet eine zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien auf. Nebst der allg e- meinen Zumutbarkeit ist dabei auch dem zeitlichen Element Rechnung zu tragen. Für Personen, die aus der Nordprovinz stammen und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, ist der Wegweisungsvollzug (zurück) in dieses Gebiet als grundsätzlich z u- mutbar zu beurteilen, wenn davon ausgegangen werden kann, dass di e- se auf die gleiche oder gleichwertige Lebens - und Wohnsituation zurück- greifen können, die im Zeitpunkt der Ausreise geherrscht hat, und dem Wegweisungsvollzug zurück dorthin nichts im Wege steht. Liegt der letzte Aufenthalt in der Nordprovinz indessen längere Zeit zurück (vor Beend i- gung des Bürgerkrieges im Mai 2009) oder gehen konkrete Umstände aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstände seit der Ausreise massgeblich verändert haben können, sind die aktuell vorlie- genden Lebens- und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges hin zu überprüfen. In diesem Zusammenhang erscheinen namentlich die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes und die konkreten Möglichkeit en der Sicherung des Existenzminimums und der Wohnsituation als massgebliche Faktoren. Falls solche begünstigenden Faktoren in der Nordprovinz nicht vorliegen, ist die Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im übr i- gen Staatsgebiet, name ntlich im Grossraum Colombo zu prüfen (vgl. a.a.O. E. 13.2.1). 9.3.3 Der gemäss Aktenlage alleinstehende, gesunde Beschwerdeführer, der Sri Lanka nur Wochen vor der Beendigung des Krieges und der Ni e- derlage der LTTE im Mai 2009 verlassen hat, stammt aus dem Dist rikt Jaffna, hat gemäss eigenen Angaben von seiner Geburt an bis kurz vor der Ausreise dort gelebt und mehrere Jahre (…) gearbeitet. Seine Mutter sei verstorben, sein Vater und vier Schwestern lebten noch in der Heimat. Aus den Akten ergeben sich keine Anh altspunkte dafür, dass sich sein Vater und die Schwestern unterdessen nicht mehr dort aufhalten würden. Er hat somit in der Heimat ein verwandtschaftliches Beziehungsnetz, und es ist davon auszugehen, dass er an seinem langjährigen Wohn - und Ar- beitsort auc h über einen Freundes - und Bekanntenkreis verfügt. Diese Umstände sollten es ihm ermöglichen, eine neue Existenz aufzubauen. E-2513/2012 Seite 19 Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass er die in BVGE 2011/24 statuierten Kriterien für eine Bejahung der Zumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs erfüllt. Blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, g e- nügen nicht, um eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2). Es ist somit nicht davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat in eine existenzielle Notlage geraten wird. Soweit in der Beschwerde ausgeführt wird, zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers könne erst nach den notwendigen Sachverhaltsabklä- rungen Stellung genommen werden, ist festzuhalten, dass weder in der Beschwerde noch in den folgenden Eingaben an das Gericht gesundhei t- liche Probleme dargelegt oder angedeutet werden. Weshalb hierzu we i- tergehende Sachverhaltsabklärungen angebracht sein sollten, respektive was diese am Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ändern könn- ten, ist nicht ersichtlich. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich damit sowohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513-515), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblic hen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde i st nach dem Gesagten abzuweisen. Der Antrag, es sei vor Gutheissung der vorliegenden Beschwerde dem unterzeichneten Recht s- anwalt eine angemessene Frist zur Einreichung einer Kostennote zur B e- stimmung der Parteientschädigung anzusetzen, erweist sich unter diesen Umständen als gegenstandslos. E-2513/2012 Seite 20 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) , auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320. 2]) und mit dem am 31. Mai 2012 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) E-2513/2012 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ve r- rechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und (…). Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Bruno Huber Sarah Straub Versand: