<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: AN.2020.00002</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221176&amp;W10_KEY=13013476&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>AN.2020.00002</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 31.03.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einführungsverordnung zur Verordnung über die Einschränkung der Zulassung von Leistungserbringern zur Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Kantonale Verordnung zum Ärzte-Zulassungsstopp. Entscheidbefugnis des Verwaltungsgerichts bei abstrakten Normenkontrollen (E. 1.2). In der Regel stellen Rechtssetzungsakte keine Vertrauensgrundlage dar. Das Prinzip des Vertrauensschutzes kann aber dann angerufen werden, wenn die Privaten durch eine unvorhersehbare Rechtsänderung in schwerwiegender Weise in ihren gestützt auf die bisherige gesetzliche Regelung getätigten Dispositionen getroffen werden und keine Möglichkeit der Anpassung an die neue Rechtslage haben. Hier ergibt sich aus dem Prinzip des Vertrauensschutzes u.U. ein Anspruch auf eine angemessene Übergangsregelung. Namentlich trifft dies zu, wenn in wohlerworbene Rechte eingegriffen wird oder sich der Gesetzgeber über frühere eigene Zusicherungen hinwegsetzt, welche den Privaten zu nicht wieder rückgängig zu machenden Dispositionen veranlasst haben (E. 2.2). Diese Voraussetzungen sind hier nicht gegeben (E. 2.3). Gemäss Art. 49 Abs. 1 BV geht das Bundesrecht entgegenstehendem kantonalen Recht vor. Dieser verfassungsmässige Grundsatz des Vorrangs des Bundesrechts steht der Annahme oder Anwendung kantonaler Regeln im Weg, die bundesrechtliche Vorschriften vereiteln oder namentlich durch ihren Zweck oder durch die von ihnen eingesetzten Mittel deren Sinn und Geist widersprechen oder die in Bereiche eingreifen, die der Bundesgesetzgeber abschliessend geregelt hat (E. 4.2). Die kantonale Verordnung widerspricht Art. 55a KVG nicht (E. 4.3 ff.). Die Zulassung oder Nichtzulassung als Leistungserbringer zulasten der obligatorischen Krankenversicherung stützt sich auf Art. 55a KVG als gesetzliche Grundlage und ergeht in einem Bereich, der auf Verfassungs- und Gesetzesstufe relativ weitgehend der Wirtschaftsfreiheit entzogen ist. Durch die Nichtzulassung als Leistungserbringer wird faktisch allerdings auch die privatwirtschaftliche Tätigkeit des Arztes berührt. In einer solchen Beschränkung oder Erschwerung der Berufsausübung kann ausnahmsweise ein Grundrechtseingriff liegen, wenn die entsprechenden Auswirkungen die Betroffenen im Ergebnis in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit gleich beeinträchtigen wie die Einschränkung einer rechtlichen Befugnis (E. 5.2). Da der Zulassungsstopp zwar kein rechtliches Verbot der selbständigen Berufsausübung, wohl aber eine weitgehende faktische Beeinträchtigung einer solchen darstellt, fällt er in den Anwendungsbereich von Art. 95 Abs. 2 Satz 2 BV (E. 5.4). Art. 55a Abs. 3 KVG weist den Entscheid über die Zulassung neuer Leistungserbringer (gleich wie für Spitäler) mit Blick auf die regional unterschiedlichen Bedürfnisse den Kantonen zu, was die bundesrätliche Zulassungsverordnung mit ihren Höchstzahlen vorgabenkonform umsetzt. Dies bedingt jedoch zwangsläufig, dass dem Zulassungsentscheid nur eine auf den betreffenden Kanton beschränkte Wirkung zukommen kann, ansonsten der gesetzgeberische Wille, die Zulassung jeweils den einzelnen Kantonen vorzubehalten, zum Vornherein illusorisch würde. Würde der Kanton Zürich Bewerber einzig deshalb anders (bevorzugt) behandeln, weil sie bisher in einem anderen Kanton niedergelassen gewesen sind, würde er potenziell denjenigen gegenüber rechtsungleich handeln, welche direkt im Kanton Zürich um Zulassung nachsuchen (E.5.4). Art. 55a KVG kann zwar eine indirekte Diskriminierung darstellen, diese wäre jedoch aufgrund der Sicherstellung der öffentlichen Gesundheit gerechtfertigt (E. 6.2). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTRAKTE NORMENKONTROLLE">ABSTRAKTE NORMENKONTROLLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃRZTE">ÃRZTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INDIREKTE DISKRIMINIERUNG">INDIREKTE DISKRIMINIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KRANKENKASSE">KRANKENKASSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VEREIN">VEREIN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORRANG DES BUNDESRECHTS">VORRANG DES BUNDESRECHTS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTSFREIHEIT">WIRTSCHAFTSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZULASSUNGSSTOPP">ZULASSUNGSSTOPP</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 55a KVG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>aVerwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=52212" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">AN.2020.00002<br/> AN.2020.00010</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 3. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">31. MÃ¤rz 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter AndrÃ© Moser<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Andreas Frei, Verwaltungsrichterin Tamara NÃ¼ssle, Verwaltungsrichter Matthias Hauser, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Nicole BÃ¼rgin.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A AG,<b> </b>vertreten durch Prof. Dr. iur. B </span></p> <p class="MsoNormal"><span>und/oder Dr. iur. C, <br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend EinfÃ¼hrungsverordnung zur Verordnung Ã¼ber die <br/> EinschrÃ¤nkung der Zulassung von Leistungserbringern zur TÃ¤tigkeit zulasten <br/> der obligatorischen Krankenpflegeversicherung,</b></p> <b><span><br/> </span></b> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><span>Am 10. Dezember 2019 beschloss der Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich, es werde eine EinfÃ¼hrungsverordnung zur Verordnung Ã¼ber die EinschrÃ¤nkung der Zulassung von Leistungserbringern zur TÃ¤tigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (EV VEZL) erlassen (Dispositiv-Ziffer I). Die EinfÃ¼hrungsverordnung zur eidgenÃ¶ssischen Verordnung Ã¼ber die EinschrÃ¤nkung der Zulassung von Leistungserbringern zur TÃ¤tigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vom 10. Juli 2013 hob er auf (Dispositiv-Ziffer II). Die neue Verordnung trete am 13. Dezember 2019 in Kraft (Dispositiv-Ziffer III). Dem Lauf der Beschwerdefrist und der Einreichung einer Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Dispositiv-Ziffer V; ABl 2019-12-13; OS 74, 576). </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>Mit Eingabe vom 13. Januar 2020 erhob die A AG Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragte die Aufhebung des Beschlusses bzw. der EinfÃ¼hrungsverordnung im Ausmass ihrer Rechtswidrigkeit, im Ãbrigen die Feststellung von deren Rechtswidrigkeit. Es seien im Sinn einer angemessenen Ãbergangsregelung diejenigen Arztpersonen bzw. Institutionen vom Zulassungsstopp auszunehmen, welche ihr Gesuch um Erteilung der BerufsausÃ¼bungsbewilligung bzw. Assistenzbewilligung bis Ende Januar 2020 bei der Gesundheitsdirektion eingereicht haben. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. Januar 2020 wurde der Schriftenwechsel zunÃ¤chst auf die Frage der ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts fÃ¼r die Beurteilung der Beschwerde beschrÃ¤nkt. Die Gesundheitsdirektion beantragte am 13. Februar 2020, die Beschwerde mangels ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts an das Bundesverwaltungsgericht zu Ã¼berweisen.</span><span> </span><span>Das Bundesverwaltungsgericht, bei dem die A AG am 13. Januar 2020 ebenfalls eine Beschwerde gegen die streitgegenstÃ¤ndige Verordnung eingereicht hatte, erÃ¶ffnete mit VerfÃ¼gung vom 18. MÃ¤rz 2020 einen Meinungsaustausch mit dem Verwaltungsgericht Ã¼ber die ZustÃ¤ndigkeit. Nach dessen Abschluss trat es mit Urteil vom 31. Juli 2020 auf die bei ihm erhobene Beschwerde nicht ein und Ã¼berwies die Sache an das Verwaltungsgericht, welches die Sache als Verfahren AN.2020.00010 anlegte. Mit Beschluss vom 7. September 2020 vereinigte das Verwaltungsgericht die Verfahren AN.2020.00002 und AN.2020.00010 und erklÃ¤rte sich fÃ¼r die Behandlung der Beschwerden zustÃ¤ndig. Letzteres erwuchs in der Folge unangefochten in Rechtskraft. Die Gesundheitsdirektion beantragte am 16. Oktober 2020 die Abweisung der Beschwerden, soweit darauf einzutreten sei. Der prozessuale Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen. Mit Beschluss der Kammer vom 19. November 2020 wurde das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>C. </span></b><span>Die A AG replizierte am 3. Dezember 2020. Die Gesundheitsdirektion liess sich in der Folge nicht mehr vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit Beschluss vom 7. September 2020 erklÃ¤rte sich das Verwaltungsgericht fÃ¼r die Behandlung der Beschwerde vom 13. Januar 2020 zustÃ¤ndig. Sodann wurde ihr vom Bundesverwaltungsgericht die bei diesem ebenfalls am 13. Januar 2020 eingereichte, in materieller Hinsicht inhaltlich gleichlautende Beschwerde zur Behandlung Ã¼berwiesen. Das Verwaltungsgericht ist auch fÃ¼r die Behandlung dieser Beschwerde zustÃ¤ndig.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Dem Zweck der abstrakten Normenkontrolle entsprechend hat das Verwaltungsgericht eine rein kassatorische Entscheidbefugnis. Aufgrund der Gewalten- und der Aufgabenteilung in der Rechtsetzung ist es dem Verwaltungsgericht verwehrt, den rechtsetzenden BehÃ¶rden verbindliche Weisungen zum Inhalt einer Rechtsnorm zu erteilen (Marco Donatsch in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 20 N. 100). Das Gericht hat sich bei Gutheissung der Beschwerde darauf zu beschrÃ¤nken, die rechtswidrigen Verordnungsbestimmungen aufzuheben. Der Entscheid darÃ¼ber, wie und gegebenenfalls ob der Regierungsrat die Verordnung an das Ã¼bergeordnete Recht anpassen will, bleibt diesem vorbehalten (vgl. VGr, 7. Juli 2015, AN.2015.00001, E. 1.3). Dementsprechend kann auf die Beschwerde insofern nicht <span>eingetreten werden</span>, als die BeschwerdefÃ¼hrerin dem Verwaltungsgericht beantragt, es seien im Sinne einer angemessenen Ãbergangsregelung diejenigen Arztpersonen bzw. Institutionen vom Zulassungsstopp auszunehmen, welche ihr Gesuch um Erteilung der BerufsausÃ¼bungsbewilligung bzw. Assistenzbewilligung bis Ende Januar 2020 bei der Gesundheitsdirektion eingereicht haben.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>BezÃ¼glich des Antrags der BeschwerdefÃ¼hrerin, es sei im Ãbrigen die Rechtswidrigkeit der Verordnung festzustellen, ist Folgendes festzuhalten: Feststellungsbegehren setzen ein spezifisches schutzwÃ¼rdiges Interesse voraus. Ein solches ist gegeben, wenn der Bestand, Nichtbestand oder Umfang Ã¶ffentlich-rechtlicher Rechte und Pflichten unklar ist. Kein schutzwÃ¼rdiges Feststellungsinteresse besteht jedoch, wenn der Gesuchsteller das mit dem Feststellungsbegehren bezweckte Ziel auch mit einem Leistungs- oder Gestaltungsbegehren erreichen kÃ¶nnte; insofern sind Feststellungsbegehren subsidiÃ¤r (VGr, 23. August 2019, VB.2019.00014, E. 1.3; VGr, 18. Dezember 2013, VB.2013.00731, E. 1.2 mit Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Der Entscheid Ã¼ber den Hauptantrag der BeschwerdefÃ¼hrerin, wonach der angefochtene Beschluss bzw. die EV VEZL im Ausmass ihrer Rechtswidrigkeit aufzuheben sei, bedingt bereits die Auseinandersetzung mit der Frage der RechtmÃ¤ssigkeit der Verordnung. Der mit der Beschwerdeerhebung verfolgten Absicht der BeschwerdefÃ¼hrerin ist damit GenÃ¼ge getan. Auf ihr Feststellungsbegehren ist mangels schutzwÃ¼rdigen Feststellungsinteresses nicht einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.4 </b>GemÃ¤ss § 58 Abs. 1 der Verordnung vom 18. Juli 2007 Ã¼ber die Organisation des Regierungsrats und der kantonalen Verwaltung (VOG RR) richten sich die ZustÃ¤ndigkeitsbereiche der Direktionen nach Anhang 1 VOG RR. Demnach ist die Gesundheitsdirektion unter anderem fÃ¼r den Bereich Gesundheitswesen, einschliesslich Bewilligungen und Aufsicht zustÃ¤ndig (Anhang 1 lit. E Ziff. 1 VOG RR). In ihrem ZustÃ¤ndigkeitsbereich bereiten die Direktionen die GeschÃ¤fte des Regierungsrats vor und erledigen selbstÃ¤ndig die ihnen durch die Gesetzgebung oder durch besondere Delegation des Regierungsrats Ã¼bertragenen Aufgaben (§ 58 Abs. 2 VOG RR). Die Vertretung der Gesundheitsdirektion in Rechtsmittelverfahren gehÃ¶rt gemÃ¤ss Anhang 3 der Organisationsverordnung der Gesundheitsdirektion vom 27. Oktober 2011 zu den Kernaufgaben des Bereichs Recht des Generalsekretariats. Unter diesen UmstÃ¤nden ist davon auszugehen, dass die Gesundheitsdirektion ermÃ¤chtigt war, die Beschwerdeantwort auszuarbeiten bzw. zu unterzeichnen.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.5 </b>Im Ãbrigen sind die Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt, weshalb auf die Beschwerde insofern einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt, aus dem Grundsatz von Treu und Glauben ergebe sich, dass die Verordnung einer Ãbergangsregelung bedÃ¼rfe.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>In der Regel stellen Rechtsetzungsakte keine Vertrauensgrundlage dar. Das Prinzip des Vertrauensschutzes steht einer Ãnderung des geltenden Rechts grundsÃ¤tzlich nicht entgegen. Die Privaten kÃ¶nnen nicht ohne Weiteres auf den Fortbestand eines geltenden Gesetzes vertrauen, sondern mÃ¼ssen mit dessen Revision rechnen. Das Prinzip des Vertrauensschutzes kann aber dann angerufen werden, wenn die Privaten durch eine unvorhersehbare RechtsÃ¤nderung in schwerwiegender Weise in ihren gestÃ¼tzt auf die bisherige gesetzliche Regelung getÃ¤tigten Dispositionen getroffen werden und keine MÃ¶glichkeit der Anpassung an die neue Rechtslage haben. Hier ergibt sich aus dem Prinzip des Vertrauensschutzes u.<span> </span>U. ein Anspruch auf eine angemessene Ãbergangsregelung (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. A., ZÃ¼rich/St. Gallen 2020, Rz. 640 f., mit weiteren Hinweisen). Namentlich trifft dies zu, wenn in wohlerworbene Rechte eingegriffen wird oder sich der Gesetzgeber Ã¼ber frÃ¼here eigene Zusicherungen hinwegsetzt, welche den Privaten zu nicht wieder rÃ¼ckgÃ¤ngig zu machenden Dispositionen veranlasst haben (BGE 122 II 113 E. 3b/cc). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Zwar verzichtete der Regierungsrat mit der EinfÃ¼hrungsverordnung zur eidgenÃ¶ssischen Verordnung Ã¼ber die EinschrÃ¤nkung der Zulassung von Leistungserbringern zur TÃ¤tigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vom 10. Juli 2013 einst auf die WiedereinfÃ¼hrung des Zulassungsstopps, dies bildet aber noch keine Vertrauensgrundlage. Insbesondere mit der Botschaft vom 9. Mai 2018 zur Ãnderung des Bundesgesetzes Ã¼ber die Krankenversicherung, welche anstelle der Ã¼blichen VerlÃ¤ngerung der MÃ¶glichkeit des Zulassungsstopps diesen neu und unbefristet regelt (BBl 2018 3125), musste zumindest in Betracht gezogen werden, dass nun auch der Kanton ZÃ¼rich seine Haltung zum Zulassungsstopp Ã¼berdenken werde. Weiter ist zu beachten, dass diejenigen Personen, welche bereits Ã¼ber eine Bewilligung zur TÃ¤tigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung verfÃ¼gen, diese nicht verlieren. Die Verordnung trifft nur Personen, welche vor Inkrafttreten noch kein Gesuch eingereicht haben. Selbst wenn diese bereits einige Dispositionen im Hinblick auf eine baldige Einreichung ihres Gesuchs getÃ¤tigt haben, ist weiter festzuhalten, dass damit nicht die AusÃ¼bung ihres Berufs verhindert wird, sondern ihnen lediglich die MÃ¶glichkeit genommen wird, zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung tÃ¤tig zu sein. Sodann bestehen auch keine wohlerworbenen Rechte, weshalb der Vertrauensschutz auch insofern keine Ãbergangsregelung erfordert. Zwar besteht die MÃ¶glichkeit, dass aufgrund spezieller VerhÃ¤ltnisse sich eine Ãbergangsregelung im Einzelfall aufdrÃ¤ngen kÃ¶nnte; dies ist jedoch nicht im Rahmen der abstrakten Normenkontrolle, sondern im konkreten Einzelfall zu prÃ¼fen. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die angefochtene kantonale Verordnung fÃ¼hrt eine bundesrÃ¤tliche Verordnung aus, die sich ihrerseits auf Art. 55a des Bundesgesetzes vom 18. MÃ¤rz 1994 Ã¼ber die Krankenversicherung (KVG) und damit auf ein Bundesgesetz stÃ¼tzt. Dessen Vorgaben sind gemÃ¤ss Art. 190 der Schweizerischen Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) fÃ¼r das Verwaltungsgericht verbindlich, selbst wenn sie verfassungswidrig sein sollten. Dies wirkt sich auf die ÃberprÃ¼fungsbefugnis in Bezug auf die nachgelagerten Verordnungen insofern aus, als auch sie als massgeblich zu gelten haben, soweit darin lediglich eine Verfassungsverletzung Ã¼bernommen wird, die sich bereits aus dem Bundesgesetz selber ergibt (BGE 130 I 26 E. 2.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Als Ausfluss von Art. 190 BV kann das Verwaltungsgericht einen kantonalen Hoheitsakt nicht aufheben, soweit dessen Inhalt durch ein Bundesgesetz vorgegeben bzw. abgedeckt ist, namentlich dann nicht, wenn der Bundesgesetzgeber eine Materie an die Kantone delegiert und ihnen vorgegeben hat, wie sie diese zu regeln haben. Die gleiche EinschrÃ¤nkung gilt, wenn sich die Delegation an die Kantone auf eine bundesrÃ¤tliche Verordnung stÃ¼tzt, die ihrerseits nur im soeben dargelegten eingeschrÃ¤nkten Rahmen Ã¼berprÃ¼ft werden kann. Der Zusammenhang zwischen der kantonalen und der bundesgesetzlichen Regelung muss dabei zwingend oder zumindest sehr eng sein. Wo kein enger bzw. zwingender Sachzusammenhang zwischen einer allenfalls als verfassungswidrig erkannten kantonalen Bestimmung und einer fÃ¼r die Gerichte massgebenden bundesrechtlichen Regelung besteht, rechtfertigt es sich nicht, bei der Sanktionierung einer kantonalen Verfassungswidrigkeit ZurÃ¼ckhaltung zu Ã¼ben. Massgebend ist, ob die wirksame DurchfÃ¼hrung der im Bundesgesetz enthaltenen Regelungsidee zwingend nach der entsprechenden kantonalen LÃ¶sung ruft. Hinsichtlich der einzelnen beanstandeten Punkte wird deshalb jeweils der Frage nachzugehen sein, ob bzw. wie weit der Inhalt der angefochtenen Verordnung durch Sinn und Geist von Art. 55a KVG bzw. die durch diesen abgedeckte Umsetzung in der Zulassungsverordnung bundesgesetzlich vorgegeben und deshalb im Sinne von Art. 190 BV ebenfalls massgebend ist; im entsprechenden Umfang kann sie durch das Verwaltungsgericht nicht aufgehoben werden (vgl. BGE 130 I 26 E. 2.2.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, § 1 Abs. 2 sowie § 4 EV VEZL wÃ¼rden Art. 55a KVG widersprechen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>GemÃ¤ss Art. 49 Abs. 1 BV geht das Bundesrecht entgegenstehendem kantonalen Recht vor. Dieser verfassungsmÃ¤ssige Grundsatz des Vorrangs des Bundesrechts steht der Annahme oder Anwendung kantonaler Regeln im Weg, die bundesrechtliche Vorschriften vereiteln oder namentlich durch ihren Zweck oder durch die von ihnen eingesetzten Mittel deren Sinn und Geist widersprechen oder die in Bereiche eingreifen, die der Bundesgesetzgeber abschliessend geregelt hat (BGE 140 V 574 E. 5.1).</p> <p class="Erwgung2">Aus dem Wortlaut der Verordnung vom 3. Juli 2013 Ã¼ber die EinschrÃ¤nkung der Zulassung von Leistungserbringern zur TÃ¤tigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (VEZL), der Systematik und der Entstehungsgeschichte von Art. 55a KVG ergibt sich, dass der Bundesgesetzgeber und der Bundesrat auf dem Gebiet der Zulassung zur TÃ¤tigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung eine unmittelbar anwendbare bundesrechtliche Regelung erlassen haben, die von den Kantonen vollzogen wird und in den entsprechenden AusfÃ¼hrungsverordnungen nur konkretisiert werden kann, da die Ãbertragung der bundesrechtlichen Regelung in das kantonale Recht unselbstÃ¤ndiges Vollzugsrecht darstellt (BGE 130 I 26 E. 5.3.2). Auf der Grundlage der bundesrechtlichen Regelung obliegt es den Kantonen zu entscheiden, ob die vom EinschrÃ¤nkungsregime betroffenen Leistungserbringer, die eine Bewilligung zur AusÃ¼bung ihres Berufs erhalten, ihre TÃ¤tigkeit auch zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ausÃ¼ben kÃ¶nnen (BGE 140 V 574 E. 5.2.5; BGr, 13. September 2010, 9C_219/2010, E. 5.3).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Nach Art. 55a KVG kann der Bundesrat die Zulassung von folgenden Personen zur TÃ¤tigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung von einem BedÃ¼rfnis abhÃ¤ngig machen: a. Ãrztinnen und Ãrzte nach Art. 36, ob sie nun ihre TÃ¤tigkeit selbstÃ¤ndig oder unselbstÃ¤ndig ausÃ¼ben und b. Ãrztinnen und Ãrzte, die ihre TÃ¤tigkeit in Einrichtungen nach Art. 36a (Einrichtungen, die der ambulanten Krankenpflege durch Ãrztinnen und Ãrzte dienen) oder im ambulanten Bereich von SpitÃ¤lern nach Art. 39 ausÃ¼ben. GemÃ¤ss Art. 36 Abs. 1 KVG sind Ãrzte und Ãrztinnen zugelassen, wenn sie das eidgenÃ¶ssische Diplom besitzen und Ã¼ber eine vom Bundesrat anerkannte Weiterbildung verfÃ¼gen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Nach § 1 Abs. 2 EV VEZL gilt der Zulassungsstopp sowohl fÃ¼r Ãrztinnen und Ãrzte, die ihre TÃ¤tigkeit fachlich eigenverantwortlich, als auch fÃ¼r solche, die ihre TÃ¤tigkeit unter fachlicher Aufsicht einer Ãrztin oder eines Arztes nach Art. 36 KVG oder in einer Einrichtung nach Art. 36a KVG ausÃ¼ben.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin bringt vor, aus dem klaren Wortlaut von Art. 55a KVG gehe hervor, dass ein BedÃ¼rfnisnachweis lediglich Ãrztinnen und Ãrzte treffen kÃ¶nne, welche fachlich eigenverantwortlich tÃ¤tig werden wollten. Dem wÃ¼rde § 1 Abs. 2 EV VEZL widersprechen. Die BegrÃ¼ndung des angefochtenen Beschlusses hÃ¤lt dazu fest, § 1 Abs. 2 EV VEZL stelle klar, dass neben den Ãrztinnen und Ãrzten, die ihre TÃ¤tigkeit fachlich eigenverantwortlich ausÃ¼bten, auch jene darunterfielen, die ihre TÃ¤tigkeit unter fachlicher Aufsicht einer Ãrztin oder eines Arztes nach Art. 36 KVG oder in einer Einrichtung nach Art. 36a KVG ausÃ¼bten. Damit werde verhindert, dass Ãrztinnen und Ãrzte, die dem Zulassungsstopp bei fachlich eigenverantwortlicher BerufsausÃ¼bung unterstehen wÃ¼rden, diesen umgehen wÃ¼rden, indem sie sich in Praxen oder ambulanten Ã¤rztlichen Institutionen anstellen lassen wÃ¼rden. </p> <p class="Urteilstext">Nach Art. 55a in Verbindung mit Art. 36 Abs. 1 KVG gilt der Zulassungsstopp fÃ¼r Ãrzte und Ãrztinnen, die das eidgenÃ¶ssische Diplom besitzen und Ã¼ber eine vom Bundesrat anerkannte Weiterbildung verfÃ¼gen. Dies gilt unabhÃ¤ngig davon, ob die Ãrztinnen und Ãrzte ihre TÃ¤tigkeit selbstÃ¤ndig oder unselbstÃ¤ndig und unter Aufsicht ausfÃ¼hren. DemgemÃ¤ss fallen auch Ãrztinnen und Ãrzte darunter, die nicht in fachlicher Eigenverantwortung tÃ¤tig werden, obwohl sie dies kÃ¶nnten. § 1 Abs. 2 EV VEZL ist dabei als Konkretisierung von Art. 55a KVG zu verstehen. Weil kantonales Recht bundesrechtskonform auszulegen ist (BGE 138 II 173 E. 7.2 und 8.1; Giovanni Biaggini, BV Kommentar, Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, 2. Aufl., ZÃ¼rich 2017, Art. 49 N. 5), ist § 1 Abs. 2 EV VEZL â auch wenn der Wortlaut allein diesbezÃ¼glich nicht eindeutig ist â so zu verstehen, dass Ãrztinnen und Ãrzte ohne Weiterbildungstitel nicht unter den Zulassungsstopp fallen. DemgemÃ¤ss verstÃ¶sst § 1 Abs. 2 EV VEZL nicht gegen Art. 55a KVG und somit auch nicht gegen den Vorrang des Bundesrechts nach Art. 49 Abs. 1 BV.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>§ 4 EV VEZL sieht vor, dass der Zulassungsstopp auch fÃ¼r Ãrztinnen und Ãrzte gilt, die in einem anderen Kanton zur TÃ¤tigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zugelassen sind und beabsichtigen, fortan im Kanton ZÃ¼rich tÃ¤tig zu sein. Die Bestimmung geht dabei nicht darÃ¼ber hinaus, was Art. 55a KVG zulÃ¤sst. Denn Art. 55a Abs. 4 KVG sieht vor, dass die Kantone die Personen nach 55a Abs. 1 KVG bestimmen. Sie kÃ¶nnen deren Zulassung an Bedingungen knÃ¼pfen. DemgemÃ¤ss ist der Entscheid Ã¼ber die Zulassung neuer Leistungserbringer mit Blick auf die regional unterschiedlichen BedÃ¼rfnisse den Kantonen zugewiesen worden, was die bundesrÃ¤tliche Zulassungsverordnung mit ihren HÃ¶chstzahlen vorgabenkonform umsetzt. Dies bedingt jedoch zwangslÃ¤ufig, dass dem Zulassungsentscheid nur eine auf den betreffenden Kanton beschrÃ¤nkte Wirkung zukommen kann, ansonsten der gesetzgeberische Wille, die Zulassung jeweils den einzelnen Kantonen vorzubehalten, zum Vornherein illusorisch wÃ¼rde. Die kantonalen HÃ¶chstzahlen kÃ¶nnten so beliebig umgangen werden, was nicht Sinn und Zweck von Art. 55a KVG entspricht (BGE 130 I 26 E. 7.2.1). Nach dem Gesagten ist daher auch § 4 EV VEZL mit Art. 55a KVG vereinbar und es liegt kein Verstoss gegen den Vorrang des Bundesrechts nach Art. 49 Abs. 1 BV vor.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt, der Zulassungsstopp fÃ¼r ausserkantonale Personen beeintrÃ¤chtige Art. 95 Abs. 2 Satz 2 BV sowie die Binnenmarktfreiheit.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die Zulassung oder Nichtzulassung als Leistungserbringer zulasten der obligatorischen Krankenversicherung stÃ¼tzt sich auf Art. 55a KVG als gesetzliche Grundlage und ergeht in einem Bereich, der auf Verfassungs- und Gesetzesstufe relativ weitgehend der Wirtschaftsfreiheit entzogen ist (BGE 130 I 26 E. 4.3). Durch die Nichtzulassung als Leistungserbringer wird faktisch allerdings auch die privatwirtschaftliche TÃ¤tigkeit des Arztes berÃ¼hrt. In einer solchen BeschrÃ¤nkung oder Erschwerung der BerufsausÃ¼bung kann ausnahmsweise ein Grundrechtseingriff liegen, wenn die entsprechenden Auswirkungen die Betroffenen im Ergebnis in ihrer wirtschaftlichen TÃ¤tigkeit gleich beeintrÃ¤chtigen wie die EinschrÃ¤nkung einer rechtlichen Befugnis. Ein grosser Teil der Ã¤rztlichen Leistungen wird Ã¼ber die obligatorische Krankenpflegeversicherung abgerechnet. Durch den Zulassungsstopp wird den betroffenen Ãrzten zwar nicht rechtlich, aber doch faktisch die FÃ¼hrung einer eigenen Praxis wesentlich erschwert. Sofern sie dennoch eine solche erÃ¶ffnen, erleiden sie durch die Nichtzulassung einen erheblichen Wettbewerbsnachteil, weshalb sie sich gegenÃ¼ber den bereits zugelassenen Ãrzten auf die Rechtsgleichheit und auf den in der Wirtschaftsfreiheit verankerten Grundsatz der Gleichbehandlung der Gewerbegenossen berufen kÃ¶nnen (BGE 130 I 26 E. 4.4). Der Wirtschaftsfreiheit kommt im Wesentlichen die Bedeutung zu, sicherzustellen, dass eine allfÃ¤llige Zugangsregelung nur nach sachlich haltbaren, den GrundsÃ¤tzen des Wettbewerbs unter Konkurrenten sachgerecht Rechnung tragenden Kriterien erfolgt. UnzulÃ¤ssig sind wirtschaftspolitische oder standespolitische Massnahmen, die den freien Wettbewerb behindern, um gewisse Gewerbezweige oder Bewirtschaftungsformen zu sichern oder zu begÃ¼nstigen, oder sonst wie den Wettbewerb verzerren (BGE 130 I 26 E. 4.5).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Nach Art. 95 Abs. 2 Satz 2 BV gewÃ¤hrleistet der Bund, dass Personen mit einer wissenschaftlichen Ausbildung oder einem eidgenÃ¶ssischen, kantonalen oder kantonal anerkannten Ausbildungsabschluss ihren Beruf in der ganzen Schweiz ausÃ¼ben kÃ¶nnen. Die Kantone sind zur gegenseitigen Anerkennung von AusbildungsabschlÃ¼ssen verpflichtet (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 Ã¼ber den Binnenmarkt [BGBM]). Nach der Rechtsprechung wird dadurch nicht nur die Anerkennung von Diplomen garantiert, sondern in allgemeiner Weise der gleiche Zugang zur BerufsausÃ¼bung und das Verbot einer Ã¼bermÃ¤ssigen, sachlich ungerechtfertigten Erschwerung der BerufsausÃ¼bung, wie sie sich aus unterschiedlichen kantonalen Regelungen ergibt (BGE 130 I 26 E. 7.1; BGE 125 II 56 E. 3a; BGE 123 I 259 E. 2b).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Da der Zulassungsstopp zwar kein rechtliches Verbot der selbstÃ¤ndigen BerufsausÃ¼bung, wohl aber eine weitgehende faktische BeeintrÃ¤chtigung einer solchen darstellt (E. 5.2), fÃ¤llt er in den Anwendungsbereich von Art. 95 Abs. 2 Satz 2 BV. Wie die Wirtschaftsfreiheit selber kann indessen auch deren binnenmarktbezogene Komponente beschrÃ¤nkt werden (vgl. BGr, 6. Juli 1999, 2P.362/1999, publ. in: ZBl 101/2000 S. 496 ff., E. 3 und 4; Art. 3 BGBM [SR 943.02] und dazu BGE 128 I 295 E. 4 S. 303 ff.). Art. 55a Abs. 3 KVG weist den Entscheid Ã¼ber die Zulassung neuer Leistungserbringer (gleich wie fÃ¼r SpitÃ¤ler) mit Blick auf die regional unterschiedlichen BedÃ¼rfnisse den Kantonen zu, was die bundesrÃ¤tliche Zulassungsverordnung mit ihren HÃ¶chstzahlen vorgabenkonform umsetzt. Dies bedingt jedoch zwangslÃ¤ufig, dass dem Zulassungsentscheid nur eine auf den betreffenden Kanton beschrÃ¤nkte Wirkung zukommen kann, ansonsten der gesetzgeberische Wille, die Zulassung jeweils den einzelnen Kantonen vorzubehalten, zum Vornherein illusorisch wÃ¼rde. Leistungserbringer einer Kategorie, die in einem Kanton vom Zulassungsstopp ausgenommen sind, kÃ¶nnten sich in diesem niederlassen und anschliessend in einen anderen wechseln, in dem sie der BeschrÃ¤nkung unterliegen, womit die entsprechenden kantonalen Regelungen beliebig umgangen wÃ¼rden, was nicht Sinn und Zweck von Art. 55a KVG entspricht. Mit diesem geht einher, dass alle Personen, welche in den Geltungsbereich der entsprechenden kantonalen Regelung fallen, rechtsgleich zu behandeln sind (Art. 8 Abs. 1 BV). WÃ¼rde der Kanton ZÃ¼rich Bewerber einzig deshalb anders (bevorzugt) behandeln, weil sie bisher in einem anderen Kanton niedergelassen gewesen sind, wÃ¼rde er potenziell denjenigen gegenÃ¼ber rechtsungleich handeln, welche direkt im Kanton ZÃ¼rich um Zulassung nachsuchen (vgl. BGE 125 I 276 E. 4c; zum Ganzen BGE 130 I 26 E. 7.2.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.5 </b>Wie die BeschwerdefÃ¼hrerin an sich zu Recht geltend macht, wird die Zahl der Leistungserbringer gesamtschweizerisch nicht erhÃ¶ht, wenn ein Arzt, der bisher bereits zulasten der Krankenpflegeversicherung in einem Kanton praktiziert hat, seine Praxis in einen anderen verlegt. Indessen geht die bundesrechtliche Regelung der ZulassungsbeschrÃ¤nkung eben doch davon aus, dass die Versorgungsgebiete kantonal festgelegt sind. Wohl stÃ¶sst diese Vorgabe in einem gewissen Mass ins Leere, da Ãrzte auch Patienten behandeln kÃ¶nnen, die in einem anderen Kanton Wohnsitz haben; dem wird aber insofern Rechnung getragen, als die Kantone bei ihrem Entscheid jeweils die Versorgungsdichte in den Nachbarkantonen, in der Grossregion, zu welcher sie nach Anhang 2 gehÃ¶ren, und in der Schweiz mitberÃ¼cksichtigen mÃ¼ssen (Art. 2 Abs. 2 VEZL). Im Lichte der bundesrechtlichen Regelung ist es damit grundsÃ¤tzlich auch insofern von Bedeutung, in welchem Kanton jemand praktiziert. In spezifisch gelagerten EinzelfÃ¤llen, bei denen die Praxis aus wichtigen GrÃ¼nden in einen anderen Kanton verlagert wird, ist indessen nicht zum Vornherein auszuschliessen, dass eine entsprechende "Neuzulassung" in verfassungskonformer Auslegung im Einzelfall gestÃ¼tzt auf Art. 95 Abs. 2 BV wird gewÃ¤hrt werden mÃ¼ssen. Art. 55a KVG deckt nicht jede beliebige EinschrÃ¤nkung der interkantonalen Niederlassungsfreiheit ab (BGE 130 I 26 E. 7.2.2). DemgemÃ¤ss erweist sich die Regelung auch als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.6 </b>Somit ist weder die Wirtschaftsfreiheit noch die Binnenmarktfreiheit (als Ausfluss von Art. 95 Abs. 2 Satz 2 BV) verletzt, sodass offenbleiben kann, ob eine allfÃ¤llige Verletzung nicht aufgrund von 190 BV trotzdem anzuwenden wÃ¤re.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt sodann eine Verletzung des Diskriminierungsverbotes gemÃ¤ss dem Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FZA). </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Art. 55a Abs. 1 KVG verlangt von sÃ¤mtlichen Ãrztinnen und Ãrzten einen BedÃ¼rfnisnachweis fÃ¼r die Zulassung zur TÃ¤tigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. DiesbezÃ¼glich liegt weder eine direkte noch eine indirekte Diskriminierung vor. Art. 55a Abs. 2 KVG sieht zudem eine Befreiung vom BedÃ¼rfnisnachweis fÃ¼r Ãrztinnen und Ãrzte vor, welche mindestens drei Jahre an einer anerkannten schweizerischen WeiterbildungsstÃ¤tte gearbeitet haben. Letzteres wirkt sich zum Nachteil auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶riger aus, da Schweizer StaatsbÃ¼rgerinnen und StaatsbÃ¼rger, welche ihren Weiterbildungstitel mehrheitlich in der Schweiz erwerben, bevorzugt werden. Sofern darin allenfalls eine indirekte Diskriminierung, zu sehen wÃ¤re, die gegen das in Art. 2 FZA enthaltene Diskriminierungsverbot verstiesse, liesse sich diese Regelung jedoch mit dem Schutz der Ã¶ffentlichen Gesundheit, namentlich der GewÃ¤hrleistung einer bezahlbaren Gesundheitsversorgung, der Patientensicherheit und der QualitÃ¤tssicherung des schweizerischen Gesundheitssystems rechtfertigen und erschiene sie auch als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Zudem ist die Ausnahmeregelung kohÃ¤rent mit der schweizerischen Gesundheitspolitik, namentlich was die HeranfÃ¼hrung der Ãrztinnen und Ãrzte an das schweizerische Gesundheitswesen und den Ausbau eines beruflichen Netzwerks betrifft (vgl. BVGE 2018 V/1 E. 9.6 f.). DemgemÃ¤ss ist die durch die Verordnung allenfalls resultierende indirekte Diskriminierung sachlich gerechtfertigt und erweist sich die angefochtene Regelung damit auch in dieser Hinsicht als mit dem Ã¼bergeordneten Recht vereinbar.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Nach dem Gesagten sind die Beschwerden abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG) und steht ihr keine ParteientschÃ¤digung zu. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 6'600.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 240.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 6'840.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>