Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. April 2015 (720 14 391 / 89) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Prüfung und Verneinung der Frage, ob die Beschwerde führerin in Anbetracht ihres fort- geschrittenen Alters auch in einem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gelten und die ihr verbliebene Leistungsfähigkeit erwerblich verwerten kann Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Stephan Müller, Advo- kat, c/o Procap Schweiz, Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die im August 1953 geborene, zuletzt von Juni 20 04 bis August 2010 im Rahmen ei- nes Teilzeitpensums von 50 % als Haushaltshilfe erw erbstätig gewesene A.____ meldete sich am 18. März 2013 unter Hinweis auf „Schmerzen im Sc hultergelenk“ bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitli- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen und der erwerblichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft bei der Versi- cherten ab 26. März 2013 (Ablauf des Wartejahres) einen Invaliditätsgrad von 50 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach die IV-Stelle A.____ - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 11. November 2014 rückwirkend ab 1. September 2013 eine halbe Rente zu. In Bezug auf den Rentenbeginn wies die IV-Stelle d ie Versicherte darauf hin, dass der Ren- tenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten na ch Geltendmachung des Leistungs- anspruchs entstehe. Vorliegend sei ihre Anmeldung im M ärz 2013 eingegangen, weshalb die Rente erst ab 1. September 2013 ausgerichtet werden könne. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Stephan Müller, am 12. Dezember 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angef ochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr mit Wirkung ab 1. September 2013 eine ganze I nvalidenrente zuzusprechen; unter o/e- Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Januar 2015 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Am 4. Februar 2015 äusserte sich die Beschwerdeführe rin unaufgefordert zur Ver- nehmlassung der IV-Stelle. Gleichzeitig reichte sie aktu elle Arztberichte von Dr. med. B.____, Allgemeinmedizin FMH, vom 30. Dezember 2014 und von Dr . med. C.____, Neurologie FMH, vom 8. Dezember 2014 ein. Die Beschwerdegegnerin wiede rum nahm mit Schreiben vom 11. Februar 2015 zur Eingabe der Beschwerdeführerin und zu den genannten beiden Berichten Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 12. Dezember 2014 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Die IV-Stelle gab zur Abklärung des Gesundheitszusta ndes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten bei Dr. med. D.____, Rheumatologie F MH und Innere Medizin FMH, ein rheumatologisches Gutachten in Auftrag, welches dieser am 21. Oktober 2013 erstattete. Darin hielt der genannte Facharzt folgende rheumatologische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest: (1) eine Psoriasis-Arthropathie (Seronegative Spondarthropathie) mit (1.1) Periarthropathia humeroscapularis tendinotica beidseit s und symptomatische AC- Gelenksarthrose linksbetont bei (1.1.1) Schulter rechts: Tendinopathie der Supraspinatussehne Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit Radiärriss im Insertionsbereich, ansatznahe Partiall äsion Subscapularissehne rechts, AC- Gelenksarthrose, Zeichen erosiver Veränderungen am Hume ruskopf (Psoriasis-Arthropathie; MR-Arthrographie Schulter 30.09.2011 und Arthrosonog raphie 09.10.2013) und bei (1.1.2) Schulter links: Tendinopathie ohne Läsion, leichte Bursit is subdeltoidea und aktivierte AC- Gelenksarthrose (Arthrosonographie 09.10.2013) sowie (1 .2) einen Status nach Arthritis OSG, Handgelenke und Metocarpophalangealgelenke (Szintigraphie 2004); (2.1) ein chronisches zer- vikales und zervikothorakales Schmerzsyndrom bei Assimilation sstörung der oberen Halswir- belsäule und degenerativen Veränderungen bis C3 (CT HWS 03.12.2012) und (2.2) eine leichte segmentale Dysfunktion der unteren Halswirbelsäule, kein Radikulärsyndrom; (3) eine Plantar- fasciitis Fuss links mit Fersensporn und Ruptur der Tibiali s posterior Sehne (MRT OSG/Fuss vom 21.06.2013). Zur Frage der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer S icht führte Dr. D.____ aus, infolge der Schultergelenkspathologien, der Periarthropathien, des zervikothorakalen Schmerzsyndroms und des Schultergürtelschmerzsyndroms bestehe keine Arbeits fähigkeit mehr in der ange- stammten Tätigkeit als Haushaltshilfe. Insbesondere seie n Tätigkeiten mit den Armen über der Schulterhorizontalen nicht mehr möglich. Ebenso könnten zurzeit längere Gehstrecken nicht ohne Stockhilfe zurückgelegt werden. Eine leichte adapt ierte Verweistätigkeit könne medizi- nisch-theoretisch zu 50 % ausgeübt werden, sofern folgen de Einschränkungen berücksichtigt würden: Kein längeres Gehen und Stehen über fünf Min uten, kein repetitives Treppensteigen, vorwiegend sitzende Tätigkeit (80-90 %), kein Hantieren über der Schulterhorizontalen, keine Arbeiten in Zwangshaltungen des Schulter- und Nacken- so wie des Lendenwirbelsäulenbe- reichs. In einer sitzenden Tätigkeit könnten fein- und g robmanuelle Tätigkeiten an einem Pult ausgeübt werden. Dies entspreche auch der von der Explo randin geäusserten regelmässigen Hobbytätigkeit des Nähens und Strickens, die sie stundenwei se ausübe. Eine Einschränkung der Haushaltsführung sei zu 20 % gegeben, sie beziehe sich auf mittelschwere Tätigkeiten und Arbeiten über Brusthöhe. Bei fehlender Schulbildung und Erfahrung sei eine administrative Tä- tigkeit im kaufmännischen Bereich nicht möglich. Eine Um schulung sei schulisch und altershal- ber nicht realisierbar. 5.2 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des G esundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. D.____ in sei- nem rheumatologischen Gutachten vom 21. Oktober 2013 gel angt ist. Sie ging demzufolge da- von aus, dass die Versicherte in einer leidensadaptierte n Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beansta nden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfa hrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und b ei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indi- zien liegen hier keine vor. Das Gutachten des Dr. D.___ _ vom 21. Oktober 2013 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenn tnis der Vorakten abgegeben wor- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht den, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhand enen ärztlichen Einschätzungen aus- einander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeug end. Insbesondere nimmt der Gutach- ter auch eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor. 5.3 Der geschilderte medizinische Sachverhalt und insbes ondere auch die vorinstanzliche Würdigung desselben sind von der Versicherten in ihrer Beschwerde vom 12. Dezember 2014 - nach dem vorstehend Gesagten zu Recht - nicht in Frag e gestellt worden. In der Zwischenzeit hat die Versicherte nun allerdings am 4. Februar 2015 aktuelle Berichte des Hausarztes Dr. B.____ vom 30. Dezember 2014 und der Neurologin D r. C.____ vom 8. Dezember 2014 eingereicht. Diese würden laut der Beschwerdeführerin bestätigen, dass sie an einem Karpal- tunnelsyndrom beidseits (und nicht nur, wie Dr. D.____ festgehalten habe, an einem solchen rechts) sowie - als bisher nicht bekannte Diagnose - an einem essentiellen Tremor der Hände leide. Beide Diagnosen würden die Hände betreffen un d damit genau diejenigen manuellen Tätigkeiten, die Dr. D.____ noch als zumutbar bezeichne t habe, stark beeinträchtigen. Unter diesen Umständen sei sehr zweifelhaft, ob die Zumutbar keitsbeurteilung von Dr. D.____ über- haupt noch Gültigkeit haben könne. Im Zusammenhang mit diesem Einwand der Beschwerde- führerin gilt es vorab klarzustellen, dass das Sozialversicher ungsgericht nach ständiger Recht- sprechung die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachver- halt zu beurteilen hat, wie er im Zeitpunkt des Verf ügungserlasses vorgelegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Ta tsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand ein er neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweis). Daraus folgt, dass für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde grundsätzlich der (medizinische) S achverhalt massgebend ist, der am 11. November 2014, dem Zeitpunkt des Erlasses der an gefochtenen Verfügung der IV- Stelle, vorgelegen hat. Die demnach massgebende Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Versicherten im Zeitraum zwischen der Begutachtung durc h Dr. D.____ und dem Erlass der angefochtenen Verfügung tatsächlich in einem Masse versch lechtert hat, welches sich auf die verbleibende Restarbeitsfähigkeit auswirkt, braucht an dieser Stelle nun allerdings nicht weiter geprüft zu werden. Wie es sich damit verhält, kann aus den nachfolgenden Erwägungen letzt- lich offen bleiben. 6. Die Versicherte bestreitet in ihrer Beschwerde im W esentlichen, dass sie in Anbetracht ihres fortgeschrittenen Alters auf dem ausgeglichenen A rbeitsmarkt realistischerweise noch als vermittelbar gelten und die ihr verbliebene Leistungsfähigkeit erwerblich verwerten kann. 6.1 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein in validitätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die e iner versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen An spruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermö- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Ein zelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und sei ner Folgen, der absehbare Um- stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruk- tur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbild ung, beruflicher Werdegang oder An- wendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 460 E. 3.1 mit Hinweisen). 6.2 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitr aum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen all fälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Als massgeblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit fallen grundsätzlich der Tag, ab dem eine volle oder teilweise Erwerbstätig- keit medizinisch zumutbar ist, jener des Rentenbeginns r esp. der Änderung des Rentenan- spruchs, weiter der Zeitpunkt, in dem eine Arbeitsfähig keit aus medizinischer Sicht feststeht, oder derjenige des Verfügungserlasses in Betracht. Wie d as Bundesgericht im Entscheid 138 V 457 ff. präzisiert hat, ist für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter zu beantworten ist, auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkei t abzustellen. Vorliegend verschaffte das von der Verwaltung eingeholte Gutachten des Dr. D. ____ vom 21. Oktober 2013, welches nach dem oben Gesagten (vgl. E. 5.2 hiervor) die mass gebende medizinische Grundlage für den Rentenentscheid bildete, Klarheit darüber, dass bzw . in welchem Umfang der Versicherten die Ausübung einer Erwerbstätigkeit aus medizinischer Sicht zumutbar ist. Die IV-Stelle ist des- halb der Auffassung, dass im vorliegenden Fall hinsichtli ch des Zeitpunktes, in welchem über die Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit e ntschieden werden konnte, auf den 21. Oktober 2013, das Datum, an welchem Dr. D.____ se in Gutachten ablieferte, abzustellen ist. Dieser Auffassung der Vorinstanz kann nun allerding s nicht beigepflichtet werden. Die Be- schwerdeführerin hält ihr zu Recht entgegen, dass einer versicherten Person die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit unter Verweis auf die ihr obliegende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast (vgl. BGE 113 V 28 E. 4a mit Hinweisen; Urteil P. vom 20. Juni 2011, 9C_916/2010, E. 2.2) erst zumutbar ist, wenn (auch) für sie - die versicherte Person - Klarheit darüber besteht, dass bzw. in welchem Umfang ihr die Ausübung einer Er- werbstätigkeit aus medizinischer Sicht zumutbar ist. Dies ist, wie die Beschwerdeführerin zutref- fend geltend macht, erst der Fall, wenn sie Kenntnis v on der entsprechenden gutachterlichen Einschätzung hat. Vorliegend hatte die Versicherte laut ihrer - von der IV-Stelle unwiderspro- chen gebliebenen Darstellung - erst mit dem Erhalt des Vorbescheids vom 30. Juni 2014 davon Kenntnis erhalten, dass das Gutachten des Dr. D.____ mit tlerweilen vorlag. Somit wusste sie frühestens ab anfangs Juli 2014, dass bzw. in welchem Umfa ng ihr die Ausübung einer Er- werbstätigkeit aus gutachterlicher Sicht zumutbar war. I m genannten Zeitpunkt, in welchem demnach über die Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit entschieden werden konnte, war die Beschwerdeführerin 60 Jahre und knapp 11 Monate alt. 6.3 Wie das Bundesgericht im Urteil M. vom 10. Septembe r 2013 (8C_345/2013) aufzeigt, hatte es sich schon verschiedentlich mit Fällen von Versiche rten zu befassen, in denen sich die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Frage stellte, ob diese angesichts ihres fortgeschrittene n Alters in einem als ausgeglichen un- terstellten Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gelten un d die ihr verbliebene Leistungsfähigkeit erwerblich verwerten konnten. So hatte laut der vom Bu ndesgericht im genannten Urteil in E. 4.3.2 wiedergegebenen Kasuistik das damalige EVG einen 60-jährigen Versicherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war, als zwar nicht leicht vermittelbar erachtet. Es sah aber mit Bezug auf den hypothetischen a usgeglichenen Arbeitsmarkt gleich- wohl Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilf sarbeiten auf dem hypothetischen, ausge- glichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden, und der Versicher- te zwar eingeschränkt (weiterhin zumutbar waren leichte und mittelschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), aber immer noch im Rahmen eines Vollpen- sums arbeitsfähig war (Urteil B. vom 5. August 2005, I 376/05, insbesondere E. 4.2). Bejaht hat das Eidgenössische Versicherungsgericht auch die Verwertba rkeit der Restarbeitsfähigkeit ei- nes (ebenfalls) 60-jährigen Versicherten mit einer aufg rund verschiedener psychischer und physischer Limitierungen (es bestanden u.a. rheumatologi sche und kardiale Probleme) um 30 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit (Urteil S. vom 2 2. Januar 2007,I 304/06, E. 4.1 und 4.2). Schliesslich erachtete das Bundesgericht die Chancen eines 60 Jahre alten Versicherten, der für körperlich leichte Arbeiten, die abwechslungswe ise sitzend oder stehend ausgeführt werden können, ohne regelmässiges Heben oder Tragen von Gewichten über 10 kg, ohne häu- fige Arbeiten über der Horizontalen und ohne regelmä ssige Kraftanwendung des linken Arms bei voller Stundenpräsenz im Umfang von 80 % arbeitsfäh ig, auf eine Anstellung für intakt (Ur- teil F. vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.3). Vern eint wurde die Verwertbarkeit der Restar- beitsfähigkeit hingegen bei einem über 61-jährigen V ersicherten, der über keine Berufsausbil- dung verfügte, bezüglich der aus medizinischer Sicht im Umfang von 50 % zumutbaren feinmo- torischen Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse besass, desse n Teilarbeitsfähigkeit weiteren krankheitsbedingten Einschränkungen unterlag und dem vo n den Fachleuten der Berufsbera- tung die für einen Berufswechsel erforderliche Anpassungsfähigkeit abgesprochen wurde (Urteil S. vom 23. Oktober 2003, I 392/02, E. 3.2 und 3.3). A ls unverwertbar erachtet wurde auch die 50 %-ige, durch verschiedene Auflagen zusätzlich limitiert e Arbeitsfähigkeit eines knapp 64- jährigen Versicherten mit multiplen, die Arbeitsfähi gkeit einschränkenden Beschwerden (Urteil W. vom 4. April 2002, I 401/01, E. 4c und d), ebenso eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit einer im Verfügungszeitpunkt 61 Jahre und einen Monat alten Versi cherten, die bezüglich der für sie in Frage kommenden Tätigkeiten einer Umschulung bedurft hätte (Urteil R. vom 19. März 2009, 9C_437/2008, E. 4 mit weiteren Hinweisen). In einem neueren Entscheid hat das Bundesgericht bei einem 60 Jahre alten Versicherten, welcher in sei ner über 20 Jahre dauernden Tätigkeit als Hotelportier meist mittelschwere bis schwere Arbeiten ausg eführt hatte und behinderungsbe- dingt nur noch teils stehend, teils sitzend tätig sein kann , wobei nur noch Gewichte bis 5 kg zu- mutbar und ihm wegen seiner Krankheit sowohl Schichtdie nste als auch das Führen von Fahr- zeugen und Maschinen nicht mehr möglich sind, erkannt, er würde mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keinen A rbeitgeber mehr finden (Urteil K. vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012 E. 3.2). Zu ergänzen i st diese Kasuistik um zwei seither er- gangene höchstrichterliche Entscheide: So hat das Bundesg ericht bei einem Versicherten im Alter von 62 Jahren und 10 Monaten unter Hinweis auf se ine seit rund 20 Jahren andauernde Selbstständigkeit und auf die damit verbundenen Schwier igkeiten, sich in ein hierarchisches Betriebsgefüge einzuordnen, sowie auf die relativ kurze D auer eines allfälligen Rentenan- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht spruchs von weniger als zwei Jahren und zwei Monaten, währe nd welcher zudem ein Umstel- lungs- und Einarbeitungsaufwand nicht von der Hand zu weisen ist, auf die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit geschlossen (Urteil A. vom 28. Mai 2014, 9C_52/2014, E. 3.1). In glei- cher Weise entschieden hat das Bundesgericht schliesslich im Fall einer im massgeblichen Zeitpunkt 61 Jahre alten Versicherten, die über einen sehr geringen Ausbildungsstand und ein stark eingeschränktes Tätigkeitsprofil verfügte. Laut dies em Profil musste die Versicherte nicht nur ihre Arbeitsposition regelmässig wechseln und nach Bedarf Pausen einlegen können; sie war auch körperlich stark limitiert und darüber hinaus a uf eine wohlwollende Führung und ein stressfreies Klima angewiesen. Zusätzlich beachtete das Bun desgericht in diesem Fall als Ar- gumente gegen die Verwertbarkeit der verbliebenen Arb eitsfähigkeit die seit 1999 andauernde Abstinenz der Versicherten vom Arbeitsmarkt sowie den dami t verbundenen Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand (Urteil A. vom 19. Dezember 2014, 9C_456/2014, E. 3.3). 6.4 Vorliegend verblieb der Beschwerdeführerin im ma ssgebenden Zeitpunkt (vgl. dazu E. 6.2 hiervor) eine relativ kurze Aktivitätsdauer von drei Jahren und einem Monat bis zum Er- reichen des AHV-Alters. In den Jahren vor Eintritt der invalidisierenden Gesundheitsbeeinträch- tigungen war die Versicherte während Jahren als Haushaltshilfe erwerbstätig. Diese Arbeit kann sie heute laut der schlüssigen - und von beiden Parteien unbestritten gebliebenen - Beurteilung des Gutachters Dr. D.____ aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verrichten. Die Ausübung einer leidensadaptierten Verweistätigkeit ist der Besch werdeführerin nach dem oben Gesagten (vgl. E. 5.1 und 5.2 hiervor) lediglich noch im Umfang von 50 % zumutbar - mit den zusätzlichen Einschränkungen, dass es sich um eine Tätigkeit handeln mu ss, die kein längeres Gehen und Stehen über fünf Minuten, kein repetitives Treppenstei gen, eine vorwiegend sitzende Tätigkeit (80-90 %), kein Hantieren über der Schulterhorizontal en und keine Arbeiten in Zwangshaltun- gen des Schulter- und Nacken- sowie des Lendenwirbelsäule nbereichs erfordert. Dieses Zu- mutbarkeitsprofil macht deutlich, dass die Art des Gesund heitsschadens den Kreis möglicher Verweistätigkeiten der Beschwerdeführerin beträchtlich einschränkt. Dazu kommt, dass sich das Spektrum der bisherigen beruflichen Erfahrungen de r Versicherten als eher gering erweist und dass ihr Bildungsstand als ausserordentlich bescheiden bezeichnet werden muss. Wie be- reits der Gutachter Dr. D.____ in seiner Beurteilung festgehalten hat, kommen für die Be- schwerdeführerin aus diesen Gründen denn auch keine kaufm ännische Tätigkeiten bzw. Arbei- ten an einem PC in Frage - Arbeiten also, bei denen es sich in ihrem Fall ansonsten grundsätz- lich um leidensadaptierte Verweistätigkeiten handeln w ürde. Als Argument für eine Verwertbar- keit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit der Versicherten liesse sich allenfalls einwenden, dass einem geringen Bildungsstand und mangelnden beruflichen Erfahrungen bei der Ausübung von anderen, nicht kaufmännischen Hilfstätigkeiten erfahrun gsgemäss eine eher untergeordnete Rolle zukommt. Diese persönlichen Umstände sind im vorli egenden Fall aber nichtsdestotrotz von Bedeutung, ist doch nicht von der Hand zu weisen, dass si ch diese zumindest ungünstig auf die für einen Berufswechsel erforderliche Anpassungs fähigkeit auswirken. Überdies führen der geringe Bildungsstand und die mangelnden beruflic hen Erfahrungen der Versicherten un- streitig auch zu einer nicht zu unterschätzenden Erhöhung des Zeitaufwandes, der für eine Ein- arbeitung in ein grundlegend neues berufliches Betäti gungsfeld in jedem Fall erforderlich ist. Dieser Faktor wiederum dürfte manchen potentiellen ne uen Arbeitgeber - zusätzlich - von einer Anstellung der Versicherten abhalten, wodurch die Zahl der für die Versicherten überhaupt noch Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht in Frage kommenden Arbeitsstellen weiter eingeschränkt wird. Im Lichte all der genannten As- pekte ist es letztlich denn auch nicht weiter erstaunlich, dass es die IV-Stelle bis anhin unterlas- sen hat, konkrete Verweistätigkeiten zu nennen, deren Au sübung der Versicherten zumutbar wäre. 6.5 Stellt man die geschilderten persönlichen, gesund heitlichen und beruflichen Gegeben- heiten der Beschwerdeführerin den objektiven Anforderu ngen eines ausgeglichenen Arbeits- marktes gegenüber, so ist davon auszugehen, dass die Beschwe rdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen Arbeitgeber mehr findet, der sie für eine geeignete Tätigkeit einstel- len würde, zumal behindertengerechte Arbeitsplätze von gesundheitlich Beeinträchtigten in jun- gem und mittlerem Alter ebenfalls stark nachgefragt we rden. Zusammenfassend ist daher fest- zuhalten, dass die der Beschwerdeführerin verbliebene Re starbeitsfähigkeit auf dem ausgegli- chenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefr agt wird und ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zugemutet werden kann. Ist die Restarbeitsfähigkeit aber wirtschaftlich nicht mehr verwer tbar, liegt eine vollständige Erwerbs- unfähigkeit vor und die Versicherte hat Anspruch auf eine ganze IV-Rente. 7. Aus dem Gesagten folgt als Ergebnis, dass die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle vom 11. November 2014 aufzuheben und festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. September 2013 Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat. Entsprechend ist die vorliegende Beschwerde gutzuheissen. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist d ie Beschwerdeführerin obsiegen- de und die IV-Stelle unterliegende Partei. 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstan zen - vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten au ferlegt werden. Aufgrund dieser Be- stimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterlie gens nicht für die Verfahrenskosten auf- zukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden P rozess keine Verfahrenskosten er- hoben werden. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. De r Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin hat in seiner Honorarnote vom 4. Februar 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 8,3 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stel- lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erw eist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschni ttliche Fälle zur Anwendung Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen . Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen v on Fr. 85.60. Der Beschwerdeführe- rin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘333.45 (8,3 Stunden à Fr. 250.- + Auslagen von Fr. 85.60 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 11. November 2014 aufg ehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin mit Wi rkung ab 1. September 2013 Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘333.45 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.