<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Anwaltskommission</span> <span class="page_no">344</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">[...]</span><br/> <span class="ft3"><b>73</b></span> <span class="ft3"><b>Art. 12 lit. d BGFA</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Gemäss Art. 12 lit. d BGFA können Anwältinnen und Anwälte Werbung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>machen, solange diese objektiv bleibt und solange sie dem Informations-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>bedürfnis der Öffentlichkeit entspricht.</b></span><br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid der Anwaltskommission vom 24. April 2017</span><br/> <span class="ft4">i.S. Aufsichtsanzeige (AVV.2016.42).</span><br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Anwaltsrecht</span> <span class="page_no">345</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1. - 3.2. (...)</span><br/> <span class="ft1">3.3.</span><br/> <span class="ft1">3.3.1. Die vorliegende Reportage (...) wurde zwar von einem</span><br/> <span class="ft1">durch den Zeitungsverleger bezeichneten Dritten erstellt, sie erfolgte</span><br/> <span class="ft1">jedoch gestützt auf Interviews mit den beanzeigten Anwälten. Die</span><br/> <span class="ft1">Reportage wurde in einer Regionalzeitung veröffentlicht. Gemäss</span><br/> <span class="ft1">eigenen Angaben hat die Anwaltskanzlei die Gelegenheit zum</span><br/> <span class="ft1">Gegenlesen erhalten und in besagtem Text weder damals noch heute</span><br/> <span class="ft1">unsachliche Aussagen erkannt. Festzuhalten ist, dass sich die Repor-</span><br/> <span class="ft1">tage an eine unbestimmte Vielzahl von Personen richtet und eine ge-</span><br/> <span class="ft1">wisse Breitenwirkung entfaltet. Sie beinhaltet die publikumswirk-</span><br/> <span class="ft1">same Bekanntmachung, dass die die Anwaltskanzlei anwaltliche</span><br/> <span class="ft1">Dienstleistungen anbietet. Damit handelt es sich bei dieser Reportage</span><br/> <span class="ft1">um Werbung im Sinne von Art. 12 lit. d BGFA.</span><br/> <span class="ft1">3.3.2. Bezüglich Objektivität der Werbung ist vorab festzuhal-</span><br/> <span class="ft1">ten, dass vorliegend auf reisserische, aufdringliche oder marktschrei-</span><br/> <span class="ft1">erische Methoden verzichtet wurde. (...)</span><br/> <span class="ft1">3.3.3. Die fragliche Werbung hat auch keine übertrieben</span><br/> <span class="ft1">auffällige Form. Die Reportage ist Teil einer Serie, mit welcher die</span><br/> <span class="ft1">Regionalzeitung die Gewerbebetriebe in der Region porträtiert. (...)</span><br/> <span class="ft1">Bei einer Gesamtbetrachtung verletzt das betreffende Inserat die von</span><br/> <span class="ft1">der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geforderte Zurückhaltung</span><br/> <span class="ft1">nicht.</span><br/> <span class="ft1">3.3.4. Grundsätzlich besteht ein Informationsbedürfnis der</span><br/> <span class="ft1">Öffentlichkeit, dass Anwaltskanzleien über ihre Existenz sowie ihre</span><br/> <span class="ft1">Tätigkeitsgebiete orientieren. Den potentiellen Interessenten wird</span><br/> <span class="ft1">dadurch ermöglicht, dass sie entsprechende Informationen zu den</span><br/> <span class="ft1">Anwaltskanzleien finden können, sofern sie einen anwaltlichen Rat</span><br/> <span class="ft1">oder einen Rechtsvertreter benötigen. Hinzu kommt, dass die</span><br/> <span class="ft1">Anwaltskanzleien ohnehin mittels Internetauftritten Werbung betrei-</span><br/> <span class="ft1">ben, welche in ähnlichem Umfang auch als zulässig zu betrachten</span><br/> <span class="ft1">sind. Vorliegend ist die Werbung sehr wohl wahrnehmbar, der Ad-</span><br/> <span class="ft1">ressat hat aber auch die Möglichkeit, sie zu übergehen. Die potenzi-</span><br/> <span class="ft1">ellen Mandanten haben bei dieser Art Werbung die Möglichkeit, sich</span><br/> <span class="ft1">frei zu entscheiden, ob sie mit der werbenden Kanzlei in Kontakt tre-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Anwaltskommission</span> <span class="page_no">346</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ten wollen (vgl. W</span><span class="ft4">ALTER</span> <span class="ft1">F</span><span class="ft4">ELLMANN</span><span class="ft1">, BGFA-Kommentar, Art. 12</span><br/> <span class="ft1">N 116). Vorliegend wurde das Informationsbedürfnis der Öffentlich-</span><br/> <span class="ft1">keit - insbesondere der Zeitungsabonnenten des (...) - nicht über-</span><br/> <span class="ft1">schritten.</span><br/> <span class="ft1">3.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die beanzeigten</span><br/> <span class="ft1">Anwälte nicht gegen die Berufspflichten nach Art. 12 lit. d BGFA</span><br/> <span class="ft1">verstossen haben.</span><br/></div> </div> </body> </html>