B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Abteilung IV D-8388/2010/sed U r t e i l v o m 1 4 . J u l i 2 0 11 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter François Badoud, Richter Thomas Wespi, Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren […], Kongo (Kinshasa), vertreten durch lic. iur. Pascale Bächler, BAS Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 3. November 2010 / N […]. D-8388/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge ihr Heimatland am 7. Januar 2008 und gelangte am folgenden Tag über den Luft weg an einen ihr unbekannten Ort, von wo aus sie per Taxi und per Zug in die Schweiz einreiste. Hier reichte sie am 8. Januar 2008 ein Asylgesuch ein. Infolge medizinischer Probleme wurde sie am folgenden Tag in eine Klinik eingewiesen. Mit Verfügung vom 31. Januar 2008 wurde sie für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton Z._______ zugeteilt. Am 6. März 2008 wurde sie am Herzen operiert. Am 12. November 2008 wurde sie im Empfangs- und Verfahrenszentrum Y._______ befragt und am 7. April 2009 führte das BFM eine direkte Anhörung durch. B. Die Beschwerdeführerin brachte vor, sie sei Staatsangehörige der Dem o- kratischen Republik Kongo (DRC) katholischen Glaubens, Angehörige der Mupende, verwitwet und habe seit ihrer Geburt bis zur Ausreise in X._______ gelebt. Sie habe die Schule bis zur dritten Sekundarklasse besucht und nach dem Tod ihres Ehemannes im Jahr 2002 zwischen 2003 und 2007 als Verkäuferin gearbeitet. Ihre Eltern seien gestor ben, und die vier im Zeitpunkt der Ausreise noch minderjährigen Töchter wür- den in X._______ leben. Sie habe für sich und ihre Töchter ein Haus im Quartier W._______ gemietet und einem angeblichen Professor erlaubt, auf dem hinter dem Haus gelegenen Platz E nglischkurse zu erteilen. Später habe sie erfahren, dass die Kursteilnehmer nicht Studenten, so n- dern Mitglieder des Mouvement de Libération du Kongo (MLC), der Partei von J.P. Bemba, seien. An einem Donnerstagabend im November 2007 seien zwei Jeeps mit Sicherheitsbehörden auf dem Platz hinter dem Haus der Beschwerdeführerin erschienen und hätten Schüsse abgefeuert. Der angebliche Professor und dessen Sekretär seien in ihr Haus geflohen. Da der Kommandant lauthals auch ihre Festnahme gefordert habe, sei sie auf das Angebot der beiden Männer, mit ihnen zusammen zu fliehen, ein- gegangen. Nach ihrer Flucht seien sie lange gefahren und zu einem Haus gekommen, in welchem sich die Beschwerdeführerin während eineinhalb Monaten versteckt habe. Anschliessend hätten die beiden MLC-Aktivisten die gemeinsame Reise in die Schweiz organisiert. Insbesondere hätten sie für die Beschwerdeführerin Reisepapiere besorgt und die Flugkosten bezahlt. D-8388/2010 Seite 3 Die Beschwerdeführerin reichte mehrere ärztliche Berichte über ihren Ge- sundheitszustand und drei Vorladungen zu den Akten. C. Das BFM verzichtete auf weitere Abklärungen. D. Mit Verfügung vom 3. November 2010 – eröffnet am folgenden Tag – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flücht lings- eigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ver fügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. Es b e- gründete seinen ablehnenden Entscheid damit, dass die Vor bringen ins- gesamt den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht ge nügten. Insbe- sondere seien die Aussagen der Beschwerde führerin als realitätsfremd und konstruiert zu betrachten, weil normalerweise die Strategie und Taktik vor einer Razzia und nicht erst anlässlich derselben festgelegt werde und die Flucht der Beschwerdeführerin durch den Hauptausgang des Hauses angesichts der Umstellung mit Sicherheitskräften nicht nachvollzogen werden könne. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin das Land o h- ne ihre vier Kinder verlassen habe, sei als weiteres Indiz für den fehle n- den Realitätsbezug zu sehen. Zudem sei die Bezahlung der Reisekosten durch die beiden Politaktivisten übertrieben und wirke deshalb ebenfalls konstruiert. Es könne auch nicht nachvollzogen werden, dass die Polita k- tivisten nur der Beschwerdeführer in mit der Begründung, sie sei unschul- dig, geholfen hätten, ihren Kindern, die ebenfalls unschuldig seien, inde s- sen nicht. Es sei ferner als unglaubhaft zu erachten, dass die Sicherheits - kräfte selbst zwei Jahre nach dem Verschwinden der Beschwerdeführerin immer noch an ihrem Wo hnort nach ihr suchten. D ie eingereichten B e- weismittel seien leicht käuflich erwerbbar, weshalb ihr Beweiswert als äusserst gering eingestuft werden müsse. Den Wegweisungsvollzug er - achtete die Vorinstanz als zulässig, zumutbar und möglich. Dies bezüglich legte sie dar, dass vor allem im Osten der DRK Spannungen herrschten. Nicht das gesamte Staatsgebiet sei von Krieg, Bürgerkrieg oder einer S i- tuation allgemeiner Gewalt betroffen und es könne nicht der Schluss g e- zogen werden, dass sämtliche Staatsangehörig en der DRK konkret g e- fährdet seien. Aus den Akten würden sich keine Anzeichen dafür ergeben, dass der Vollzug der Wegweisung zu einer konkreten Gefährdung der Be- schwerdeführerin führen würde. Obwohl sie an einer rheumatischen Herzkrankheit leide, mit eine m in der Schweiz operativ eingefügten Her z- klappenersatz lebe, ihr Leben lang blu tverdünnende Therapie benötige, regelmässig ärztlich kontrolliert und ein Mal jährlich von einem Herzsp e-D-8388/2010 Seite 4 zialisten untersucht werden müsse, sei der Vollzug der Wegweisung durchzuführen, weil die gesundheitlichen Probleme im Heimatland behan- delt werden könnten. Allein die Tatsache, dass in der Schweiz ein höherer Behandlungsstandard bestehe, stelle kein Wegweisungshindernis dar. Gemäss eigenen Angaben habe sich die Beschwerdeführ erin aus den gleichen gesundheitlichen Problemen auch in X._______ in (spital-)ärzt- liche Behandlung begeben können. Zudem könne ihr aufgrund der übr i- gen unglaubhaften Aussagen nicht geglaubt werden, dass die beiden P o- litaktivisten die Flugkosten übernommen hätten, weshalb davon auszuge - hen sei, diese seien von Familienangehörigen oder Verwandten bezahlt worden. Damit sei ihrer Angabe, sie verfüge in X._______ nicht über ein familiäres beziehungsweise soziales Beziehungsnetz, nicht als glaubhaft zu erachten. Es erscheine zudem realitätsfremd, dass sie seit dem Tod ih- res Ehemannes die vier Töchter allein und ohne substanzielle Unterstü t- zung durch Drittpersonen durchgebracht habe. Auch wenn Wegweisungs- hindernisse grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen seien, finde diese Untersuchungspflicht ihre Grenzen an der Mitwirkungs - und Wahrheit s- pflicht der gesuchstellenden Person. Vorliegend habe die Beschwerd e- führerin die ihr obliegende Mitwirkungs - und Wahrheitspflicht verletzt, i n- dem sie bei der Sachverhaltse rmittlung die Asylbehörden zu täuschen versucht habe. Unter diesen Umständen sei es nicht Sache der Asylb e- hörden, bei fehlenden Hinweisen seitens der Beschwerdeführerin nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen. E. Mit Eingabe der Rechtsvertreterin an das Bundesverwaltungsgericht vom 6. Dezember 2010 beantragte die Beschwerdeführerin, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass sie die Flüchtlingsei- genschaft erfülle, und es sei ihr Asyl zu gewähren, eventualiter sei info lge festgestellter Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Weg- weisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme anzuordnen und subeventuali- ter sei die Sache an die Vorinstanz zur Feststellung des rechtserhebl i- chen Sachverhalts unter Wahrung der Verfahrensrechte zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um eine angemessene Frist zur Beschaffung von weiteren Beweismitteln, um Gewährung der unen t- geltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhe bung eines Koste n- vorschusses. Zur Begründung wurde insbesondere vor gebracht, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin sehr wohl glaubhaft ausgefallen seien. So habe sie insbesondere während der Anhörung auffallend lang und ausführlich erzählt, was dafür spreche, dass sie über real Erlebtes be rich- tet habe. Zudem würden ihre Erzählungen zahlreiche emotional gefärbte D-8388/2010 Seite 5 Realkennzeichen aufweisen, welche von der Vorinstanz nicht berücksic h- tigt worden seien. Eine Abwägung zwischen den Aspekten für und denj e- nigen gegen die Glaubhaftigkeit habe nicht st attgefunden. Dass die be i- den Politaktivisten der Beschwerdeführerin geholfen hätten und ihren Kin- der nicht, sei durchaus nachvollziehbar. Nach der gemeinsamen Flucht im gemeinsamen Versteck habe es sich aufgedrängt, die Beschwerdefüh- rerin als Mitwisserin ins Ausland zu schaffen, weil damit habe sicherg e- stellt werden können, dass sie keine Informationen an Dritte von Seiten der Regierung weitergeben könne. Altruistische Motive hätten wohl kaum eine Rolle gespielt, was auch erkläre, warum den Kindern nicht g eholfen worden sei. Für die Glaubhaftigkeit sprächen auch ihre Schilderungen im gemeinsamen Versteck. Sie habe eindrücklich dargelegt, dass sie unter grosser Verwirrung gelitten habe und sicherlich unter Schock gestanden sei. Ferner sei anzumerken, dass sie sich kurz nach ihrer Einreise in die Schweiz einer schweren Herzoperation habe unterziehen müssen und e i- ne Narkose bekommen habe. Insgesamt müssten ihre Aussagen als glaubhaft erachtet werden. Gestützt auf verschieden e internationale Be- richte seien Anhänger der MLC insbesondere in X._______ massiven Re- pressalien durch die Regierung ausgesetzt. Da die Beschwerdeführerin während der Razzia selber gehört habe, dass auch sie festzunehmen sei, werde sie der Komplizenschaft verdächtigt. Die Suche nach ihrer Person auch nach ihrer Ausreise, welche mit den eingereichten Vorladungen b e- legt werde, zeige, dass nach wie vor ein Interesse an ihrer Person best e- he. Allein aus der Tatsache, dass Dokumente wie die eingereichten Vorla- dungen im Heimatland der Beschwerde führerin ohne Weiteres unrech t- mässig erworben werden könnten, dürfe nicht – wie von der Vorinstanz – die Konsequenz gezogen werden, sie als Beweismittel nicht zu berüc k- sichtigen. Aufgrund des Gesagten sei die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland einer as ylrelevanten Verfolgung ausgesetzt. Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs wurde geltend gemacht, dass gestützt auf die ge l- tende Praxis die Wegweisung in die DRK nur unter bestimmten Vorau s- setzungen vollzogen werde. Zudem verbiete das Non -Refoulementgebot nach Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) den Vollzug der Wegweisung, wenn Anhaltspunkte für ein "real risk" bestünden. Infolge der Tatsache, dass Anhänger des MLC in der DRK massiven Repressio- nen ausgesetzt seien und die Beschwerdeführerin über einen längeren Zeitraum gesucht worden sei, müsse davon ausgegangen werden, für sei bestehe im Fall einer Rückkehr in ihr Heimatland ein "real risk", einer u n- menschlichen Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK ausgesetzt zu we r- den. Darüber hinaus leide sie an einer rheumatischen Herzerkrankung D-8388/2010 Seite 6 mit einer schweren Mitralstenose, müsse mit blutverdünnenden und a n- deren Medikamenten (zur Unterdrückung der Rhythmusstörungen, Blu t- drucksenkung und Magenüber säuerung) behandelt werden und bedürfe einer regelmässigen Kontrolle. Dies sei – unter Hinweis auf die Erfahrung eines Mediziners in der DRK – gemäss den Kardiologen des […] in ihrem Heimatland nicht mög lich, weil eine adäquate Blutverdünnungstherapie nicht sichergestellt sei. Die Vorinstanz habe sich mit diesen Tatsachen nur teilweise auseinandergesetzt und keine Abklärungen im Heimatland g e- troffen. Von Seiten der Rechtsvertretung werde bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) eine entsprechende Recherche in Auftrag gegeben, deren Ergebnis nach Erhalt sofort zu den Akten gereicht werde. Bezüglich des Gesundheitszustandes sei zudem die frisch diagnostizierte Gebä r- mutterhalserkrankung in die Entscheidung mit einzubeziehen. Entgegen der Meinung der Vorinstanz verfüge die Beschwerdeführerin in ihrem Hei - matland nicht über ein tragfähiges Beziehungsnetz. Da sie sich ferner in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung befinde, könne sie keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Innerhalb ihres Umfeldes sei niem and in der Lage, die Kosten für die medizinische Behandlung zu übernehmen. In Be- rücksichtigung der gesamten Umstände sei folglich der Vollzug der We g- weisung weder zulässig noch zumutbar. Schliesslich sei noch festzuha l- ten, dass die Vorinstanz den Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs verletzt habe, indem der Sachverhalt nicht rechtsgenüglich abg e- klärt worden sei. Einerseits sei der Dolmetscher offensichtlich der deu t- schen Sprache nicht in dem Rahmen mächtig gewesen, wie es für die An- hörung nötig ge wesen wäre; andererseits habe es die Vorinstanz unte r- lassen, Informationen über die Möglichkeiten der medizinischen Verso r- gung im Heimatland in Erfahrung zu bringen. Der Beschwerde lagen nebst einer Kopie der angefochtenen Verfügung Kopien von medizinisc hen Akten, die Kopie einer Zeichnung, die Kopie einer E-Mail, die Kopie einer Fürsorgebestätigung und Kopien von Auszü - gen aus internationalen Berichten bei. F. Mit undatierter Eingabe eines andern Rechtsvertreters, welche am 8. D e- zember 2010 beim Bundesver waltungsgericht einging, erhob die B e- schwerdeführerin zusätzlich Beschwerde. G. Mit Zwischenverfügung vom 10. Dezember 2010 teilte der zuständige I n- struktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts der Beschwerdeführerin D-8388/2010 Seite 7 mit, dass sie den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz ab- warten könne. Die Be schwerdeführerin wurde aufgefordert, innert der a n- gesetzten Frist mitzuteilen, von wem sie im Asylverfahren vertreten we r- de. H. Mit Eingabe vom 13. Dezember 2010 klärte die Beschwerdeführerin ihr Vertretungsverhältnis. I. Mit Eingabe vom 14. Dezember 2010 reichte die Beschwerdeführerin e i- ne Kopie des Arztberichtes des […] vom 6. Dezember 2010 und eine H o- norarnote zu den Akten. Es wurde noch einmal das Mandatsverhältnis geklärt. J. Mit Eingabe vom 5. Januar 2011 wurde der in Aussicht gestellte Bericht der SFH eingereicht. K. Mit Zwischenverfügung vom 4. April 2011 wurde die Beschwerdeführerin aufgefordert, innert der angesetzten Frist einen aktuellen Arztbericht zu den Akten zu reichen, verbunden mit der Androhung, im Unterlassungsfall werde gestützt auf die Aktenlage entschieden. L. Mit Eingabe vom 4. Mai 2011 reichte die Beschwerdeführerin den Arztb e- richt vom 29. April 2011 zu den Akten. M. Mit Zwischenverfügung vom 10. Mai 2011 wurde der Vorinstanz die Gel e- genheit geboten, innert der angesetzten Frist eine Vernehmlassung nach- zureichen. N. Mit Verfügung vom 25. Mai 2011 kam die Vorinstanz auf ihre Verfügung vom 3. November 2010 teilweise zurück und nahm die Beschwerdeführ e- rin vorläufig auf. Die Ziff ern 4 und 5 des Disp ositivs der angefochtenen Verfügung wurden aufgehoben. O. Mit Zwischenverfügung vom 31. Mai 2011 wurde die Beschwerdeführerin D-8388/2010 Seite 8 ersucht, innert der ihr angesetzten Frist mitzuteilen, ob sie unter den g e- gebenen Umständen die Bes chwerde zurückzuziehen gedenke . Es wur- de ihr in Aussicht gestellt, dass im Unterlassungsfall davon ausgegangen werde, sie halte vollumfänglich an ihren Rechtsbegehren fest. P. Mit Eingabe vom 14. Juni 2011 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie an der Beschwerde festhalten wolle. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM g e- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs- gericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet im Bereich des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bunde s- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor d er Vorinstanz teilgenommen , ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. D-8388/2010 Seite 9 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen S achverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).$ 3. 3.1. Die Beschwerdeführerin macht in formeller Hinsicht geltend, dass der Grundsatz des rechtlichen Gehörs verletzt worden sei, indem die Vori n- stanz es unterlassen habe, Informationen über die medizinische Verso r- gung i n ihrem Heimatland zu beschaffen. Ausserdem sei die dolme t- schende Person der deutschen Sprache nicht in einem Mass mächtig gewesen, die für eine korrekte Durchführung der Anhörung nötig gew e- sen wäre, wie die der Anhörung beiwohnende Vertretung der Hilfswerke festgehalten habe. Mit der Beschwerdeführerin habe nicht ermittelt we r- den können, ob die dolmetschende Person korrekt übersetzt oder ihre Aussagen verzerrt habe. 3.2. Diese verfahrensrechtliche Rüge ist vorab zu prüfen, d a sie allenfalls geeignet wäre, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewi r- ken (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylr e- kurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 und 1994 Nr. 1; FRITZ GYGI, Bun- desverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 233 mit weiteren Hin - weisen, S. 287 und 297; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsver- fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225 mit weiteren Hinweisen). 3.3. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 und Art. 29 AsylG) ergibt sich, dass Asylsuchende zu ihren Asylgründen anzuhören sind und ihnen das Recht zur Äusserung und Anhör ung (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG) sowie die Möglichkeit, Einfluss auf die Ermittlung des rechtserheblichen Sachve r- halts zu nehmen, zu gewähren ist. 3.4. Aus d en beiden anlässlich der Befragung beziehungsweise der A n- hörung erstellten Protokollen sind die geltend gemachten Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der dolmetschenden Person nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin gab beide Male an, die dolmetschende Person gut zu verstehen, und durch die Übersetzung entstandene Unklarheiten erge - ben sich au s den Protokollen nicht. Die bei der Anhörung anwesende D-8388/2010 Seite 10 Hilfswerksvertretung hatte am Schluss der Anhörung kein e ergänzenden Fragen und brachte auch während der Anhörung keine Einwände vor. Un- ter diesen Umständen ist der Sachverhalt, der sich aus den Proto kollen ergibt, nicht als verzerrt zu betrachten. Hätten sich entscheidrelevante Ungereimtheiten ergeben, müssten diese in der einen oder andern Form in den Protokollen zum Ausdruck kommen, was indessen nicht der Fall ist. Selbst wenn die dolmetschende Pers on die deutsche Sprache nicht fliessend sprach und die wortwörtliche Übersetzung deswegen erschwert war, ist nicht von einer unkorrekten Sachverhaltsermittlung auszugehen. Schliesslich ist noch beizufügen, dass die Beschwerdeführerin den Vo r- wurf der unkorrekten Übersetzung im Beschwerdeverfahren nur pauschal vorbrachte und keine konkreten Anhaltspunkte darlegte, gestützt auf we l- che infolge einer nicht korrekt erfolgten Übersetzung von einer fehlerha f- ten Darstellung des Sachverhaltes auszugehen wäre. Folglic h kann ihr Einwand nicht gehört werden. 3.5. Der an die Vorinstanz gerichtete Vorwurf, sie habe darüber hinaus den relevanten Sachverhalt nicht genügend abgeklärt, weil sie keine I n- formationen über die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten im He i- matland beschafft habe, braucht nicht näher geprüft zu werden, nachdem das BFM die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 25. Mai 2011 wi e- dererwägungsweise vorläufig aufgenommen hat und somit medizinische Behandlungsmöglichkeiten im Heimatland keine Rolle mehr spielen. 3.6. Somit sind die formellen Einwände der Beschwerdeführer in unge- rechtfertigt, weshalb eine Kassation nicht in Frage kommt und die anläs s- lich der Befragung und der Anhörung protokollierten Aussagen für die Be- urteilung der Glaubhaftigkeit volle Verwendung finden dürfen. 4. 4.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim mten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens od er der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). D-8388/2010 Seite 11 4.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1. Vorliegend ist der Argumentation der Vorinstanz, wonach die Auss a- gen der Beschwerdeführerin insgesamt nicht als glaubhaft zu erachten sind, beizupflichten. Das BFM legte mit ausreichender Begründung dar, dass der Beschwerdeführerin nicht geglaubt werden könne, sie werde u n- ter dem Verdacht, Angehörige des MLC unterstützt zu haben, von den staatlichen Behörden gesucht, und habe deshalb mit zwei Vertretern des MLC ins Ausland fliehen müssen. Um unnötige Wiederholungen zu ve r- meiden, ist deshalb auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen. 5.2. Insbesondere ist mit dem BFM festzustellen, dass der geltend g e- machte Sachverhalt als konstruiert und realitätsfremd zu betrachten ist. Dass die Beschwerdeführerin und die beiden MLC -Angehörigen aus dem Haus der Beschwerdeführerin hätten fliehen können, in welchem sie sich zuvor wegen des Erscheinens der zahlreichen Angehörigen der Siche r- heitskräfte versteckt haben wollen, entbehrt jeglicher Realität. Es kann nicht als glaubhaft erachtet werden, dass die Sicherheitskräfte nur die Rückseite des Hauses umstellt haben, während sie die Vorderseite des Hauses unbeobachtet liessen. Dieses Vorgehen müsste insbesondere im Hinblick auf die Aussage der Beschwerdeführer in, um das Haus gebe es eine Mauer (vgl. Akte A20/22 S. 6), als unprofessionell bezeichnet we r- den, was angesichts der geschulten Sicherheitskräfte nicht zu überze u- gen vermag. 5.3. Ebenso wenig plausibel erscheint die Aussage der Beschwerdeführe- rin, sie habe aus dem Innern ihres Hauses gehört, wie der Komm andant geschrien habe, man soll e die beiden MLC -Anhänger mit der Hausbesi t- zerin festnehmen, weil diese eine Komplizin sei. Wie das BFM zutreff end feststellte, wäre auch ein solches Vorgehen nicht mit der Realität zu ve r- einbaren. Vielmehr ist davon auszugehen, dass im Fall eines Einsatzes D-8388/2010 Seite 12 der Sicherheitskräfte im Voraus besprochen worden wäre, welcher Pe r- sonen man habhaft werden möchte. 5.4. Nicht nachvollzogen werden kann ferner die Angabe der Beschwe r- deführerin, sie habe ihre Reise in die Schweiz kostenlos und ohne Vorb e- reitungen angetreten, weil die beiden MLC -Anhänger ihr Hilfe verspr o- chen hätten, nachdem diese sie in eine missliche Lage gebracht hätten. Dabei hätten sich die beiden MLC -Anhänger während der Flucht fürsor g- lich um sie gekümmert. Auch diese Aussagen sind als realitätsfremd zu betrachten. Wäre es – wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht – in der Tat zu einer Flucht aus ihrem Haus u nter den angegebenen Umstä n- den gekommen, hätten sich die beiden MLC -Anhänger nicht um die B e- schwerdeführerin gekümmert und in Kauf genommen, dass sie aus Sorge um eine herzkranke Frau, die ihnen das Gelingen der Flucht vereiteln könnte, in die Hände der Sicherheitskräfte fallen könnten. Vielmehr hätten sie aus Sorge um ihr eigenes Leben und ohne Rücksicht auf andere Menschen die Flucht ergriffen. Ebenso vermag ihre Angabe, sie habe für die Ausreise nichts bezahlen müssen, nicht zu überzeugen. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Generosität und Fürsorglichkeit kann folglich nicht als realitätskonform betrachtet werden. Der Einwand in der Beschwerde, nicht altruistische Motive hätten dazu geführt, dass man die Beschwerdeführerin mit ins Ausland gen ommen habe, sondern man habe sicherstellen wollen, dass sie keine Informationen an die Regierung weitergeben könne, vermag nicht zu überzeugen. Die Beschwerdeführ e- rin war nämlich gar nicht in der Lage, Geheimnisse oder Informationen über das MLC beziehungsweise die beiden MLC -Anhänger preiszu - geben, wie den beiden Protokollen leicht zu entnehmen ist. 5.5. Unplausibel ist zudem das Verhalten der Beschwerdeführerin und des MLC beziehungsweise dessen Anhänger mit Blick auf die vier Kinder der Beschwe rdeführerin. Sollten die beiden Vertreter de s MLC der B e- schwerdeführerin – wie von ihr persönlich vorgetragen – geholfen haben, weil sie ihretwegen in die missliche Situation geraten sei, obwohl sie u n- schuldig sei, ist nicht einzusehen, warum den Kindern, die in einer ve r- gleichbaren Situation stecken und ebenso unschuldig sind, von Seiten des MLC in keiner Weise geholfen wird. Zudem kann auch nicht nachvoll- zogen werden, dass die Beschwerdeführerin unter den von ihr dargele g- ten Umständen ihre Kinder allein z urücklässt, nur um sich selber in S i- cherheit zu bringen. D-8388/2010 Seite 13 5.6. In Ergänzung zur vorinstanzlichen Argumentation ist ausserdem festzuhalten, dass sich die Angaben der Beschwerdeführerin widerspr e- chen. So sagte sie anlässlich der Beschreibung ihres Hauses aus, we nn sie aus dem grossen Fenster im Untergeschoss (in der Stube) hinau s- schaue, sehe sie in die Stube ihres Nachbarn. Durch die beiden Fenster in den Kinderzimmern im oberen Stock könne man auf den "Tunnel" und den Platz hinter dem Haus sehen (vgl. Akte A20/2 2 S. 4 und 5). Anläs s- lich der Beschreibung dessen, was sie zur Flucht bewegt habe, gab sie zu Protokoll, sie habe aus dem Fenster ihrer Stube geschaut und die Mil i- tärs hätten überall geschossen. Sie habe mit eigenen Augen Kabila - Soldaten gesehen. Dabei hab e sie vom Kommandanten gehört, dass auch sie festgenommen werden sollte (vgl. Akte A20/22 S. 10). Später legte sie dar, sie habe gesehen, dass die Kabila -Soldaten überall g e- schossen hätten . Diese seien in zwei Jeeps über den "Tunnel" geko m- men (vgl. Akte A20/22 S. 13). Sie habe auch in der Dunkelheit alles g e- sehen (vgl. Akte A20/22 S. 14). Sollte sich die Beschwerdeführerin – wie von ihr dargestellt – während des Angriffs der Sicherheitskräfte in der Stube, von wo aus sie gemäss ihren Angaben in die Stube de s Nachbarn und nicht auf den "Tunnel" und den Platz hinter dem Haus sehen konnte, aufgehalten haben, kann sie weder den Angriff der Sicherheitskräfte noch deren Anzahl und Fahrzeuge, welche gestützt auf ihre Aussagen über den "Tunnel" auf den Platz hinter dem Haus gekommen sein sollen, g e- sehen haben. Auch die gemäss ihren Aussagen bereits eingesetzte Du n- kelheit und der an diesem Abend ausgefallene Strom dürften sie daran gehindert haben festzustellen , wie viele Fahrzeuge über den "Tunnel" zum Platz hinter dem Haus gekommen sind. I hre Aussage, sie habe alles gesehen, lässt sich somit nicht vereinbaren mit ihre n Angaben, sie habe während der Attacke der Sicherheitskräfte aus dem Stubenfenster g e- schaut und es sei dunkel gewesen. 5.7. Wie das BFM ferner zutreffend a usführte, sind die Vorbringen, w o- nach die Polizei auch zwei Jahre nach dem Vorfall noch regelmässig – beinahe wöchentlich – nach der Beschwerdeführerin suche, insbesond e- re im Hinblick darauf, dass sie nie als Anhängerin der MLC in Ersche i- nung getreten ist, realitätsfremd. 5.8. Insgesamt vermögen die Aussagen der Beschwerdeführerin nicht zu über zeugen. Infolgedessen besteht auch kein Anlass, dass sie im Fall einer Rückkehr in ihr Heimatland mit Nachteilen im Sin ne des Asylgesetzes zu rechnen hat. D-8388/2010 Seite 14 5.9. Die eingereic hten Beweismittel – drei Vorladungen – vermögen angesichts der zahlreichen Ungereimtheiten, welche sich aus dem Sachvortrag ergeben, die festgestellte Unglaubhaftigkeit nicht um zu- stossen. Bezeichnenderweise kann aus den Vorladungen nicht der Schluss gezo gen werden, die Beschwerdeführerin werde infolge der von ihr geltend gemachten Vorfälle gesucht. Vielmehr könnten auch andere Gründe die Vorladungen verursacht haben . Die Beweismittel sind somit – unabhängig von einer materiellen Prüfung der Echtheit – nicht geeignet, den aus andern Gründen als unglaubhaft festgestellten Sachverhalt zu belegen. Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass, ei - nen Amtsbericht der Schweizer Vertretung in X._______ zu den Vor la- dungen einzuholen, weshalb dieser Antrag abzuweisen ist. 5.10. An der zuvor festgestellten Unglaubhaftigkeit der Vorbringen ve r- mag – entgegen der Argumentation in der Beschwerde – auch die länge- re Schilderung durch die Beschwerdeführerin anlässlich der Anhörung nichts zu ändern. In den zentralen Punkten der Sachverhaltsdarstellung – nämlich dem geltend gemachten Angriff und der Flucht – enthalten die Aussagen nicht besonders viele Realkennzeichen, auch wenn dies in der Beschwerde behauptet wird. Vielmehr handelt es sich dabei um einige wenige Sätze, beginnend mit "Und an diesem Tag war ich einfach zu Hause mit meinen Kindern…." (vgl. Akte A20/22 S. 10 Mitte), endend mit dem Satz "Wir sind lange und weit gefahren" (vgl. Akte A20/22 S. 10 u n- tere Mitte). Die Schilderung des relevanten Vorfalls beschränkt sich somit auf 17 Zeilen. Ergänzende Frage n im Anschluss daran beantwortete die Beschwerdeführerin in der Regel knapp und manchen davon wich sie aus (vgl. Akte A20/22 S. 11 ff.). 5.11. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft machen oder belegen konnte, sie sei in ihrem Heimat - land aus asylrechtlich relevanten Gründen ernsthaften Nachteilen aus - gesetzt gewesen oder habe solche zu befürchten. Ihre Furcht vor ei ner Rückkehr in ihr Heim atland ist demnach als flüchtlingsrechtlich nicht begründet zu betrachten. 5.12. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde sowie die Beilagen im Ein - zelnen einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ände rn können. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass die Beschwer de- führerin keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft D-8388/2010 Seite 15 machen konnte. Das Bundesamt hat ihr Asylgesuch zu Recht abge - lehnt. 6. 6.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch a b oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 7. 7.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bu ndesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 7.2. Die Vo rinstanz kam im Rahmen des Schriftenwechsels auf ihre Verfügung vom 3. November 2010 zurück, soweit sie zuvor den Voll - zug der Wegweisung angeordnet hatte, und nahm mit Verfügung vom 25. Mai 2011 die Beschwerdeführer in infolge fehlender Zumutbarkeit des We gweisungsvollzuges vorläufig auf. Unter diesen Umständen ist auf eine Er örterung der beiden andern Kriterien – insbesondere der Zulässig keit des Wegweisungsvollzuges – zu verzichten. Zur Durch - führbarkeit des Wegweisungsvollzugs erübrigen sich im heutige n Zeit - punkt weitere Erwägungen. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im Asylpunkt Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG ). Die mit Eingabe vom 6. Dezember 2010 angehobene Beschwerde ist b e- züglich der Ziff ern 4 und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung D-8388/2010 Seite 16 gegenstandslos geworden. Bezüglich der Ziff ern 1 bis 3 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung ist sie abzuweisen. 9. Wird das Verfahren ohne Zutun der Parteien teilweise gegenstandslos, wie vorliegend, sind die Kosten auf Grund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes festzulegen (Art. 5 zweiter Satz des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigu ngen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im konkreten Fall ist au f- grund der Aktenlage vor Eintritt der teilweisen Gegenstandslosigkeit d a- von auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Eventualbege h- ren, es sei vom Vollzug einer Wegweisung abzusehen und sie sei in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, durchgedrungen wäre, da infolge ihrer angeschlagenen Gesundheit Wegweisungshindernisse, welche sich g e- gen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges gerichtet hätten, e r- kennbar waren. 10. 10.1. Unter diesen Umständen und b ei diesem Ausgang des Verfahrens ist für die Berechnung der Verfahrenskosten und der Parteientschädigung von einem hälftigen Obsiegen auszugehen. 10.2. Der Beschwerdeführerin wären reduzierte Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) , nachdem sich die Beschwerde im Asylpunkt von Anfang an als aussichtslos erwiesen hat . Da sich ihre Beschwerde indes- sen im Vollzugspunkt als nicht aussichtslos darstellte und sie fürsorgea b- hängig ist, sind in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unen t- geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG keine Verfa h- renskosten zu erheben. 10.3. Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verh ältnismässig hohe Kosten zu sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Rechtsvertreterin weist in ihrer Kostennote vom 14. Dezember 2010 Parteikosten von insgesamt Fr. 1'725.– aus, wo- bei sie von ei nem Stundenansatz von Fr. 150.– ausging und insgesamt 11.5 Stunden verrechnete. Der nach erfolgter Einreichung der Kostennote entstandene Aufwand wird auf Fr. 300. – geschätzt. Insgesamt ist von e i- nem Aufwand von Fr. 2'025.– auszugehen. Dieser Aufwand erscheint vor- liegend gerechtfertigt und wird infolge des hälftigen Obs iegens halbiert, D-8388/2010 Seite 17 weshalb das BFM der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'012.50 (inkl. Auslagen) auszurichten hat. (Dispositiv nächste Seite) D-8388/2010 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde ist gegenstandslos, soweit sie den Vollzug der Weg - weisung (Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung) betrifft. 2. Hinsichtlich der Anerkennung als Flüchtling und der Gewährung von Asyl sowie der Anordnung der Wegweisung an sich (Ziff ern 1 bis 3 des Dispo- sitivs der angefochtenen Verfügung) wird sie abgewiesen. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 4. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 5. Das BFM hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'012.50 (inkl. Auslagen) zu entrichten. 6. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: