Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 25. September 2014 (720 14 42) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Neuanmeldung, analoge Anwendung der bei einem Revisionsfall geltenden Regeln; keine Notwendigkeit einer polydisziplinären Begutachtung zur Prüfung des Vorliegens einer wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen Besetzung Vorsitzende Kantonsrichterin Elisabeth Be rger Götz, Kantonsrichter Markus Mattle, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Tobias Rebmann Parteien A.____, vertreten durch Roman Felix, Advok at, Hauptstrasse 8, Post- fach 732, 4153 Reinach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die am 5. Februar 1963 geborene A.____ meldete s ich mit Gesuch vom 14. Oktober 2002 bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Sie verwies dabei auf einen Darmverschluss, eine Toxoplasmose, Arthro se, Rheuma, ein Schleudertrauma (her- vorgerufen durch einen Unfall), eine Handgelenks-Op eration, psychische Probleme und Bron- chitis, bestehend seit mehreren Jahren. Nach durchg eführtem Vorbescheidverfahren lehnte die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht IV-Stelle einen Leistungsanspruch mit Verfügung vom 22. Februar 2007 aufgrund eines Invalidi- tätsgrades von 30% ab. Die Abklärungen der IV-Stelle e rgaben, dass die Ausübung einer kör- perlich leichten bis intermittierend mittelschweren, a daptierten Tätigkeit im Umfang von 70% zumutbar war. Die dagegen erhobene Beschwerde wies da s Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit G erichtsentscheid vom 22. Februar 2008 ab. Mit Urteil vom 15. September 2008 schützte d as Bundesgericht den Entscheid des Kantonsgerichtes. B. Mit Gesuch vom 21. Februar 2011 meldete sich A.____ aufgrund von chronischen Na- ckenschmerzen mit Schwindelanfällen, Übelkeit, Nervenwurz eleinklemmungen, Arthrose und Bandscheibenvorfall, bestehend seit 2004, erneut zum Lei stungsbezug bei der IV-Stelle Basel- Landschaft an. Zwecks Abklärung der gesundheitlichen Ve rhältnisse veranlasste die IV-Stelle ein rheumatologisches Gutachten bei Dr. med. B.____, F MH Innere Medizin und Rheumatolo- gie, welches am 10. April 2012 erstellt wurde und ein chronisches, überwiegend tendomyoti- sches cervicothoracovertebrales Schmerzsyndrom mit cervicocephal er Komponente sowie un- spezifischem Schwindel (ICD-10 M 53.9) festhielt. Dabei wurde eine 20%ige Leistungsein- schränkung attestiert, bedingt durch den Umstand, dass A._ ___ bei einer Vollzeitbeschäftigung auf das Durchführen von Pausen und Erholungsphasen ange wiesen sei. Auf Empfehlung von Dr. B.____ sowie des Regionalen Ärztlichen Dienstes beide r Basel (RAD) holte die IV-Stelle in der Folge bei der asim (Academy of Swiss Insurance Medici ne) ein bidisziplinäres Gutachten (neurologisch und HNO) ein, welches am 30. Januar 2013 erstellt wurde und von einer vollen Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten oh ne spezifische Anforderungen an das Gleichgewichtssystem ausging. Nach durchgeführtem Vorbesche idverfahren lehnte die IV- Stelle mit Verfügung vom 6. Januar 2014 das Rentengesuch von A.____ bei einem IV-Grad von 34%, nach wie vor ausgehend von einer leidensangepasste n Verweistätigkeit im Umfang von 70%, ab. C. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Roman Felix, am 6. Februar 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht. Es wurd e beantragt, in Aufhebung der an- gefochtenen Verfügung sei die IV-Stelle zu verpflichte n, der Beschwerdeführerin die gesetzli- chen Leistungen zu erbringen; dies unter o/e-Kostenfol ge. Im Weiteren sei der Beschwerdefüh- rerin die unentgeltliche Prozessführung für die orden tlichen und ausserordentlichen Kosten mit Advokat Roman Felix zu bewilligen. D. Die IV-Stelle liess sich mit Eingabe vom 19. März 2014 vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde. E. Mit Verfügung vom 27. März 2014 bewilligte das Kan tonsgericht der Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozess führung und die unentgeltliche Verbei- ständung mit Advokat Roman Felix als Rechtsvertreter. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. In ihrer Replik vom 28. Mai 2014 hielt die Beschwer deführerin vollumfänglich an ihren Anträgen fest. Am 17. Juni 2014 reichte sie eine ergänzende Stellungnahme sowie einen weite- ren Spitalbericht ein. Die IV-Stelle reichte ihre Duplik am 21. Juli 2014 ein und schloss weiterhin auf die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-Stelle vom 24. Juni 2013, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 l it. b des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen fr ist- und formgerecht erhobene Be- schwerde ist einzutreten. 2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Di e Invalidität kann Folge von Ge- burtsbrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invaliden- versicherung [IVG] vom 19. Juni 1959). 2.2 Arbeitsunfähigkeit ist nach Art. 6 ATSG die durch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zu m 31. Dezember 2002 ergangene, dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG, heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) bleibt f olglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% oder auf eine V iertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 2.5 War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditä tsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (A rt. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961), so ist i m Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenans pruch relevante Änderung des Invalidi- tätsgrades eingetreten ist. Nach der Rechtsprechung sind die bei einem Revisionsfall geltenden Regeln bei einer Neuanmeldung dabei analog anzuwenden (BGE 117 V 198 E. 3a). Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so w ird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wese ntliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhält nisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Ar- beitsfähigkeit verändert hat (Urteil des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009). Dage- gen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Au swirkungen eines im Wesentlichen un- verändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG dar. Zei tliche Vergleichsbasis für die Beur- teilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräf- tige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einsprach eentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rech tskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 122 V 108, BGE 130 V 71 E. 3.2.3). 2.6 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf die Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 2.7 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 2.8 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 2.9 Polydisziplinäre Gutachten, das heisst solche, an dene n drei oder mehr Fachdisziplinen beteiligt sind, haben nach dem Wortlaut von Art. 72 bis Abs. 1 der Verordnung über die Invaliden- versicherung (IVV) bei einer Gutachterstelle zu erfolgen , mit welcher das BSV eine Vereinba- rung getroffen hat. Gemeint sind die MEDAS im Sinne von Art. 59 Abs. 3 IVG. Die Vergabe der Aufträge erfolgt nach dem Zufallsprinzip (Art. 72 bis Abs. 2 IVV). Zu dessen Umsetzung hat das BSV die webbasierte Vergabeplattform SuisseMed@P eing erichtet, über welche der gesamte Verlauf der Gutachtenseinholung gesteuert und kontrolliert wird (vgl. SuisseMed@P: Handbuch für Gutachter- und IV-Stellen = Anhang V des Kreisschre ibens über das Verfahren in der Invali- denversicherung [KSVI], Stand 21. August 2012; http://w ww.suissemedap.ch). Bei mono- und bidisziplinären Gutachten dagegen werden die Aufträge nicht nach diesem System vergeben. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Damit ist der Kreis der in Frage kommenden Sachverständi gen hier weitaus grösser (z.B. Uni- versitätskliniken, frei praktizierende Ärzte und Gutachter; BGE 137 V 210 E. 3.1.1). 2.10 Es existieren keine festen Kriterien zur allgemei ngültigen Abgrenzung der Anwendungs- felder der verschiedenen Kategorien von Expertisen. Die grosse Vielfalt von Begutachtungssi- tuationen erfordert Flexibilität. Nach neuester Recht sprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juli 2013, 9C_207/2012 E.3.2) lassen sich jedoch die jeweiligen Einsatzbereiche wie folgt umreissen: Die umfassende administrative Erstbeguta chtung wird regelmässig polydiszip- linär und damit zufallsbasiert anzulegen sein; eine dir ekte Auftragserteilung soll die Ausnahme bleiben. Eine polydisziplinäre Expertise ist auch dann einzuholen, wenn der Gesundheitsscha- den zwar bloss als auf eine oder zwei medizinische Diszipline n fokussiert erscheint, die Be- schaffenheit der Gesundheitsproblematik aber noch nicht vo llends gesichert ist. In begründeten Fällen kann von einer polydisziplinären Begutachtung abgesehen und eine mono- oder bidiszip- linäre durchgeführt werden, sofern die medizinische Si tuation offenkundig ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt; weder dürfen weitere interdisziplinäre Bezüge (z.B. internisti- scher Art) notwendig sein (zur Interdisziplinarität der B egutachtung vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.4) noch darf ein besonderer arbeitsmedizinischer bzw. eingliederungsbezogener Klä- rungsbedarf bestehen. 3. Die IV-Stelle trat ohne weiteres auf die Neuanmel dung ein, nahm in der Folge Abklärun- gen vor und verneinte einen Anspruch der Beschwerdeführ erin auf eine Invalidenrente mit Ver- fügung vom 6. Januar 2014. Gemäss den vorstehenden recht lichen Erwägungen ist daher bei der Beurteilung des Rentenanspruchs analog zur Rentenre vision zu prüfen, ob seit Erlass der früheren Verfügung vom 22. Februar 2007 eine wesentli che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, einen Rentenanspruch zu begründen. 4.1 Die Beschwerdeführerin vertritt die Ansicht, die von der Beschwerdegegnerin vorge- nommenen medizinischen Abklärungen würden nicht genügen , um die Arbeitsfähigkeit der Be- schwerdeführerin beurteilen zu können. Sie macht geltend, es hätte eine polydisziplinäre Unter- suchung unter Einbezug einer psychiatrischen Fachperson erfolgen müssen. 4.2 Die IV-Stelle stützt sich in ihrer Verfügung vom 6. Januar 2014 auf das rheumatologi- sche Gutachten von Dr. B.____ vom 10. April 2012 sowie auf das bidisziplinäre Gutachten der asim (neurologisch und HNO) vom 30. Januar 2013. Beide Gutachten sind in Bezug auf die untersuchten Gebiete umfassend, sie beruhen auf allseiti gen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sind in Kenntnis der Vorakte n erstellt worden, sind grundsätzlich einleuchtend in der Darlegung der medizinischen Zusamme nhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation und die Schlussfolgerungen der Experten sind begründet. Den genann- ten Gutachten ist demnach voller Beweiswert zuzusprechen, was von den Parteien im Übrigen auch nicht in Frage gestellt wird. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 In der rentenablehnenden Verfügung vom 22. Febru ar 2007 stützte sich die IV-Stelle auf ein polydisziplinäres Gutachten des ABI (Aerztliches Beguta chtungsinstitut GmbH) vom 3. Mai 2006. Aus rheumatologischer Sicht ergab sich zum da maligen Zeitpunkt keine Ein- schränkung der Leistungsfähigkeit. Hingegen wurde der B eschwerdeführerin eine 30%ige Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert, resultierend aus der psychiatrischen Diagnose. 4.3.1 Im vorliegenden Verfahren hat die Beschwerdege gnerin kein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Jedoch wurde ein solches am 17. Au gust 2011 von Dr. C.____, FMH Psy- chiatrie und Psychotherapie, im Auftrag des Krankentaggel d-Versicherers „Nationale Suisse“ erstellt. In seiner Expertise führte Dr. C.____ aus, dass aus psychiatrischer Hinsicht keine be- hinderungsrelevante Diagnose zu stellen sei. Er wies in seiner Beurteilung darauf hin, dass die Beschwerdeführerin jegliche psychische Beschwerden vernein e und dass sie grundsätzlich ein fröhlicher Mensch sei. Sie aktiviere sich verschiedentlich, g ehe Interessen nach, pflege soziale Kontakte und verrichte soweit als möglich die Haushaltar beiten. In der Untersuchung habe sich eine redegewandte Explorandin gefunden, die ansonsten pathologisch völlig unauffällig gewe- sen sei. 4.3.2 Die psychiatrische Untersuchung im polydisziplinären Gutachten des ABI vom 3. Mai 2006 wurde ebenfalls durch Dr. C.____ vorgenomm en. Darüber hinaus wurde die Be- schwerdeführerin in einem weiteren polydisziplinären Gutachten des ABI, welches vom 18. De- zember 2003 datiert, bereits erstmalig von Dr. C.____ p sychiatrisch begutachtet. Im Gutachten vom 3. Mai 2006 stellte Dr. C.____ die Diagnosen einer psychoneurotischen Persönlichkeitsstö- rung (ICD-10 F60.8), einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie einer Agoraphobie (ICD-10 F40.0). Diese Diagnosen füh rten, wie bereits erwähnt, zur Beschei- nigung einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit. 4.3.3 Die Beschwerdeführerin rügt, der Bericht von D r. C.____ vom 17. August 2011 beruhe nicht auf umfassender Aktenkenntnis. Dr. C.____ sei sich ni cht einmal bewusst gewesen, dass er die Beschwerdeführerin in den Jahren 2003 und 200 6 bereits gutachterlich untersucht hatte. In der Tat erwähnt Dr. C.____ die früher von ihm dia gnostizierte Persönlichkeitsstörung sowie die somatoforme Schmerzstörung im Bericht vom 17. August 2011 nicht mehr, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass er sich der vorgängigen Un tersuchungen nicht mehr bewusst war. Zu diesem Schluss kommt auch die RAD-Ärztin Dr. D._ ___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, in ihrer Stellungnahme vom 10. März 201 4. Gleichwohl kann dem daraus ge- zogenen Schluss der Beschwerdeführerin, wonach der Berich t vom 17. August 2011 deshalb auf keinen Fall geeignet sei, als Grundlage für die B eurteilung einer Invalidität zu dienen, nicht gefolgt werden. Obwohl das Gutachten von Dr. C.____ vom 17. August 2011 nicht auf umfas- sender Aktenkenntnis beruht, so liegen trotzdem klare H inweise vor, dass sich die psychische Situation der Beschwerdeführerin merklich verbessert hat. Das Gutachten zeichnet das Bild Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer selbstständigen und mitunter auch fröhlichen Frau , die in problemlosen Familienverhält- nissen lebt und diverse soziale Kontakte pflegt. Weil das Gutachten vom selben Psychiater er- stellt wurde, welcher früher eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert hatte, liegt es nahe, dass sich der Zustand der Beschwerdeführerin tatsächlich gebe ssert hat. Eine Verzerrung durch die Untersuchung verschiedener Gutachter scheidet in jedem Fall aus. Zum Zeitpunkt der Untersu- chung bestanden keine Zweifel am psychischen Wohlbefinde n der Beschwerdeführerin. Im Weiteren fällt auf, dass die Beschwerdeführerin in ihr em Gesuch vom 24. Februar 2011 keine psychischen Leiden geltend machte. Erst mit Telefonanruf vom 20. August 2011 erkundigte sich die Beschwerdeführerin bei der Beschwerdegegnerin, ob auch ein psychiatrisches Gutachten erforderlich sei. Hätte die Beschwerdegegnerin noch imme r ein psychisches Leiden zu bekla- gen, so hätte sie dieses im erneuten Gesuch erwähnt. Dem gegenüber nannte sie nämlich bei ihrer erstmaligen Anmeldung vom 22. Oktober 2002 noch explizit psychische Gründe. 4.3.4 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass keiner lei Anhaltspunkte für das Be- stehen von psychischen Beschwerden bei der Beschwerdeführe rin vorliegen, geschweige denn für die Verschlechterung des psychischen Zustandes der Besch werdeführerin seit der letzten Verfügung vom 22. Februar 2007. Indem die Beschwerdefü hrerin geltend macht, es hätte ein polydisziplinäres Gutachten unter Einschluss einer psychiatrisch en Begutachtung eingeleitet werden müssen, verkennt sie, dass es sich bei ihrem Gesuch um eine Neuanmeldung und nicht um eine administrative Erstbegutachtung handelt. Währen d bei einer administrativen Erstbe- gutachtung das Einholen eines polydisziplinären Gutachtens den Regelfall darstellt, geht es bei einer Neuanmeldung lediglich darum zu prüfen, ob eine wesentliche Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen eingetreten ist. Ein Abweichen vom Gru ndsatz einer polydisziplinären Be- gutachtung kann daher im Zuge einer Neuanmeldung durc haus legitim sein, sofern, wie vorlie- gend, bereits genügend Informationen bestehen, um ei ne Änderung bzw. eine Verschlechte- rung des Gesundheitszustandes ausschliessen zu können. Die Beschwerdegegnerin hatte da- mit im Rahmen der vorliegenden Neuanmeldung keinen A nlass, weitere psychiatrische Abklä- rungen vorzunehmen resp. ein polydisziplinäres Gutachten unter Einschluss eines psychiatri- schen Gutachtens in Auftrag zu geben. 4.4 Weiter bemängelt die Beschwerdeführerin, Dr. B._ ___ habe in seinem rheumatologi- schen Gutachten noch nicht beurteilen können, wie sich ihre Knieproblematik bis zum Erlass der strittigen Verfügung entwickelt habe. Da am 11. Se ptember 2013 eine Operation am linken Knie stattfand, hätte die Beschwerdegegnerin deren Ausw irkungen auf die Arbeitsfähigkeit ab- klären müssen, so die Beschwerdeführerin. Diesbezüglich ist der Einschätzung des RAD-Arztes Dr. med. E.____, Facharzt für Innere Medizin FMH, vom 3 0. Oktober 2013 beizupflichten: Die Beschwerdeführerin erlitt beim Treppensteigen eine Schädigung des Innenmeniskus des linken Knies und liess den beschädigten Teil des verletzten Men iskus operativ entfernen. Dieser Vor- gang ist als interkurrentes Geschehen zu qualifizieren, da dieses durch die Operation als be- handelt zu gelten hat. Es lässt sich keine Veränderung d er Arbeitsfähigkeit in einer leidensan- gepassten Verweistätigkeit ableiten. Indem die Beschwerdeführerin geltend macht, die Operati- on habe nicht zu einer wesentlichen Verbesserung geführt, lässt sie ausser Acht, dass im Rah- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht men der zu prüfenden Neuanmeldung das Vorliegen mass geblich weiter einschränkender Ver- schlechterungen des Gesundheitszustandes ausgewiesen wer den müssen, um einen mögli- chen Rentenanspruch zu begründen. 5. Während sich der psychische Zustand der Beschwerdeführer in seit der letzten Verfü- gung vom 22. Februar 2007 verbessert hat, ist aus rheum atologischer Sicht im gleichen Zeit- raum eine Verschlechterung eingetreten. Dr. B.____ b escheinigte in seinem Gutachten vom 10. April 2012 eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit, wohingegen das Gutachten des ABI vom 3. Mai 2006 aus rheumatologisch er Sicht noch keine Einschrän- kung attestierte. Die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 30% resultierte einzig aus dem dama- ligen psychischen Leiden der Beschwerdeführerin. Nach de m Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin zwar (weiterhin) gesundheitliche Bee inträchtigungen hinnehmen muss, eine die Arbeitsfähigkeit massgeblich weiter einschränken de Verschlechterung des Gesund- heitszustandes jedoch nicht ausgewiesen ist. Demgemäss erübrigen sich weitere Ausführungen zum Einkommensvergleich sowie zum Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin. 6. Ferner macht die Beschwerdeführerin geltend, Dr. B .____ gehe in seinem Gutachten vom 10. April 2012 ab Dezember 2010 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus, weshalb ab Juni 2011 bis mindestens Ende Mai 2012 ein Rentenanspru ch bestehe. Eine retrospektive Be- urteilung der Arbeitsunfähigkeit ist indes generell schw ierig. Dr. B.____ führt in seinem Gutach- ten aus, bezüglich Verlauf der Arbeitsunfähigkeit sei diese retrospektiv aus gutachterlicher Sicht schwierig zu definieren, jedoch könne hierbei auf die zur Verfügung stehenden Akten abgestützt werden, wonach ab Zeitpunkt der Behandlung durch die Orthopädie des Kantonsspitals, ent- sprechend Dezember 2010, eine 50%ige Arbeitsunfähigkei t bestanden haben dürfte. Die von Dr. B.____ gewählten Formulierungen weisen darauf hin, dass seine Einschätzung mit Vorsicht zu würdigen ist. Darüber hinaus stützt er sich wiederum o ffenbar auf einen Bericht von Dr. F.____ (Kantonsspital) vom 18. April 2011, wonach d er Beschwerdeführerin wechselbelas- tendende Tätigkeiten „initial z.B. 50% über den ganzen Tag verteilt mit später Versuch einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit“ zumutbar seien. Dr. E.____ hält in seiner Stellungnahme vom 2. Juli 2012 fest, dass die Verfügung vom 22. Februar 2007 der Beschwerdeführerin eine Ar- beitsfähigkeit in leidensangepasster Verweistätigkeit vo n 70% bescheinigt habe und weiterhin Gültigkeit habe. Die eher vage, retrospektive Neueinsch ätzung aus rheumatologischer Sicht führe deshalb nicht zu einer Verschlechterung der Arbei tsfähigkeit, da bereits die im ABI- Gutachten vom 3. Mai 2006 bescheinigte Einschränkung d er Arbeitsfähigkeit einzig aufgrund von vermehrtem Pausenbedarf attestiert worden sei. Diese Ansicht verdient Zustimmung, womit mangels ausgewiesener massgeblich einschränkender Verschlec hterung des Gesundheitszu- stands ein Rentenanspruch für den geltend gemachten Zeitraum ausser Betracht fällt. 7.1 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, die Beschwer degegnerin hätte gestützt auf Art. 72 bis IVV ein polydisziplinäres Gutachten nach dem Zufallsprinzip in Auftrag geben müssen. Diese Bestimmung sei am 1. März 2012 in Kraft getreten. Zwar sei der Rheumatologe Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. B.____ im Januar 2012 mit der Begutachtung beauft ragt worden, erst nach Inkrafttreten der erwähnten Verordnungsbestimmung sei jedoch ein bidiszip linäres Gutachten bei der asim in Auftrag gegeben worden. Korrekterweise, so die Beschwer deführerin, hätte die Gutachtens- vergabe unter nochmaligem Einbezug einer rheumatologi schen Untersuchung erfolgen müs- sen, da insgesamt Abklärungen in mindestens drei Fachdiszip linen nötig gewesen seien. Die gewählte Vorgehensweise verletze Art. 72 bis IVV. 7.2 Es kann offen gelassen werden, ob die Beschwerdegegne rin verpflichtet gewesen wäre, ein polydisziplinäres Gutachten unter nochmaligem Einbe zug einer rheumatologischen Unter- suchung einzuholen, zumal die zusätzlichen Untersuchungen in den Fachdisziplinen Neurologie und HNO überhaupt erst im Gutachten von Dr. B.____ a ngeregt werden. Da die Beschwerde- gegnerin das rheumatologische Gutachten bei Dr. B.____ bereits im Januar 2012 in Auftrag gegeben hat, Art. 72 bis IVV demgegenüber erst am 1. März 2012 in Kraft getret en ist, findet die- se Bestimmung vorliegend gar keine Anwendung. 7.3 Auch der Einwand der Beschwerdeführerin, wonach sie vor der Vergabe der Gutach- tensaufträge (neurologisch und HNO) nicht angehört wo rden sei, läuft ins Leere. Der Be- schwerdeführerin wurde mit Schreiben vom 16. August 2012 das rechtliche Gehör gewährt. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochten e Verfügung nicht zu bean- standen ist und die Beschwerde abzuweisen ist. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschw erdeführerin unterliegende Par- tei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sin d. Der Beschwerdeführerin ist nun aller- dings mit Verfügung vom 27. März 2014 die unentgeltlic he Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 27. März 2014 die unentgeltliche Verbei- ständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt worden ist , ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Beschwer deführerin hat in seiner Honorarnote vom 12. August 2014 für das vorliegende Verfahren eine n Zeitaufwand von 12.6 Stunden gel- tend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 67.--. Dem Rechtsvertreter ist deshalb e in Honorar in der Höhe von Fr. 2'793.95 (12.6 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Ausla gen von Fr. 67.-- + 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 2'793.95 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.