<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">C 185/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>IV. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Hadorn </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 24. Mai 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">M.________, 1976, Beschwerdeführer, vertreten durch </div> <div class="para">Fürsprecher P.________, </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Amt für den Arbeitsmarkt, Boulevard de Pérolles 24, Frei- </div> <div class="para">burg, Beschwerdegegner, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg, Givisiez </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit Verfügung vom 9. November 1998 verneinte das Kan- </div> <div class="para">tonale Amt für den Arbeitsmarkt Freiburg die Vermittlungs- </div> <div class="para">fähigkeit des 1976 geborenen M.________ ab 1. September </div> <div class="para">1998 und damit auch dessen Anspruch auf Arbeitslosenent- </div> <div class="para">schädigung. </div> <div class="para"> Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungs- </div> <div class="para">gericht des Kantons Freiburg mit Entscheid vom 22. April </div> <div class="para">1999 ab. </div> <div class="para"> M.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde führen </div> <div class="para">und beantragen, es sei ihm ab 1. September 1998 Arbeits- </div> <div class="para">losenentschädigung auszuzahlen. </div> <div class="para"> Das Amt für den Arbeitsmarkt verzichtet auf eine Ver- </div> <div class="para">nehmlassung, während sich das Bundesamt für Wirtschaft und </div> <div class="para">Arbeit (ab 1. Juli 1999: Staatssekretariat für Wirtschaft </div> <div class="para">[seco]) nicht vernehmen lässt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Das kantonale Verwaltungsgericht hat die vorlie- </div> <div class="para">gend massgebenden gesetzlichen Bestimmungen sowie die Pra- </div> <div class="para">xis zur Vermittlungsfähigkeit von Arbeitslosen, die einen </div> <div class="para">nicht bewilligten Kurs besuchen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-265%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page265">BGE 122 V 265</a>), zutreffend </div> <div class="para">dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Streitig und zu prüfen ist die Vermittlungsfähig- </div> <div class="para">keit des Beschwerdeführers ab 1. September 1998. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Am 1. Mai 1997 begann dieser auf eigene Initiative </div> <div class="para">eine Ausbildung zum Damencoiffeur an den Coiffeur- und Kos- </div> <div class="para">metikfachschulen X.________. Bis Ende August 1998 war er </div> <div class="para">zugleich im Schichtbetrieb berufstätig und absolvierte den </div> <div class="para">Lehrgang halbtags oder mit Unterbrüchen, welchen die </div> <div class="para">Schulleitung zugestimmt hatte. Ab Eintritt der Arbeits- </div> <div class="para">losigkeit am 1. September 1998 stand der Versicherte ganz- </div> <div class="para">tags in der Ausbildung. Die Vorinstanz räumte zwar ein, </div> <div class="para">dass er diese bei Antritt einer neuen Stelle jederzeit </div> <div class="para">unterbrechen oder wiederum halbtags hätte fortsetzen kön- </div> <div class="para">nen. Die ungenügenden Arbeitsbemühungen während der Periode </div> <div class="para">des ganztägigen Kursbesuchs belegten jedoch, dass der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer in erster Linie nicht einen neuen Arbeits- </div> <div class="para">platz finden, sondern die Ausbildung abschliessen wollte, </div> <div class="para">weshalb die Vermittlungsfähigkeit zu verneinen sei. </div> <div class="para"> b) Nach der Rechtsprechung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-265%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page266">BGE 122 V 266</a> Erw. 4) kann </div> <div class="para">die Vermittlungsfähigkeit von Arbeitslosen, die nicht be- </div> <div class="para">willigte Kurse besuchen, nur bejaht werden, wenn eindeutig </div> <div class="para">feststeht, dass sie bereit und jederzeit in der Lage sind, </div> <div class="para">den Kurs abzubrechen, um eine neue Stelle anzutreten. Dazu </div> <div class="para">gehört u.a., dass sie auch während des Kursbesuchs der </div> <div class="para">Pflicht zu persönlichen Arbeitsbemühungen nachkommen. Dabei </div> <div class="para">werden an die Disponibilität und Flexibilität solcher Ver- </div> <div class="para">sicherter erhöhte Anforderungen gestellt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-267%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page267">BGE 122 V 267</a> </div> <div class="para">Erw. 4). Fehlen entsprechende Aktivitäten und Dispositio- </div> <div class="para">nen, wird Vermittlungsunfähigkeit angenommen. Ein wichtiger </div> <div class="para">Punkt ist sodann die Frage, welche finanziellen Einbussen </div> <div class="para">die Versicherten bei einem Kursabbruch erleiden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Ab September 1998 macht der Beschwerdeführer jeden </div> <div class="para">Monat vier, im Dezember 1998 nur zwei Bewerbungen geltend. </div> <div class="para">Dies ist quantitativ ungenügend (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-234%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page234">BGE 124 V 234</a> Erw. 6). </div> <div class="para">Auch qualitativ sind die Bemühungen mangelhaft, da es sich </div> <div class="para">vor allem um Blindbewerbungen bei potenziellen Arbeitgebern </div> <div class="para">handelt, die keine Stelle ausgeschrieben hatten. Bewerbun- </div> <div class="para">gen auf Inserate werden nur wenige behauptet und keine be- </div> <div class="para">legt. In zwei Fällen (S.________ AG, A.________) wurde zu- </div> <div class="para">dem die selbe Firma mehrmals telefonisch angegangen. Dies </div> <div class="para">genügt den erhöhten Anforderungen nicht, welche an die Dis- </div> <div class="para">positionen von Versicherten gestellt werden, die nicht be- </div> <div class="para">willigte Kurse besuchen. Sodann hat der Beschwerdeführer </div> <div class="para">für seine Ausbildung eine Pauschale von Fr. 3600.- begli- </div> <div class="para">chen und musste für jeden zusätzlichen Monat weitere </div> <div class="para">Fr. 300.- nachzahlen. Auch dies spricht nicht dafür, dass </div> <div class="para">er bereit war, den Kurs während der Periode des ganztägigen </div> <div class="para">Kursbesuchs zu unterbrechen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen </div> <div class="para">eingewendet wird, vermag daran nichts zu ändern. Dass sich </div> <div class="para">die Vermittlungsfähigkeit nach Abschluss der Ausbildung </div> <div class="para">dank des neu erworbenen Diploms erhöht, entbindet nicht </div> <div class="para">davon, während der Kurse Stellen zu suchen. Unerheblich ist </div> <div class="para">auch, dass die Verwaltung die Arbeitsbemühungen vor der </div> <div class="para">Verneinung der Vermittlungsfähigkeit nicht beanstandet hat. </div> <div class="para">Bei einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen </div> <div class="para">ungenügender Arbeitsbemühungen ist praxisgemäss keine vo- </div> <div class="para">rangehende Mahnung vorgesehen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-225%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page233">BGE 124 V 233</a> Erw. 5b). </div> <div class="para"> Sinngemäss beruft sich der Beschwerdeführer auf den </div> <div class="para">Grundsatz von Treu und Glauben, indem er geltend macht, der </div> <div class="para">zuständige Sachbearbeiter der Verwaltung habe ihm zuge- </div> <div class="para">sichert, dass vier Bewerbungen pro Monat ausreichend seien. </div> <div class="para">Ob die Verletzung dieses Grundsatzes nach Art. 4 der bis </div> <div class="para">Ende 1999 gültig gewesenen Bundesverfassung vom 29. Mai </div> <div class="para">1974 (aBV) und der hiezu ergangenen Rechtsprechung oder im </div> <div class="para">Lichte von Art. 9 (und Art. 5 Abs. 3) der neuen, am 1. Ja- </div> <div class="para">nuar 2000 in Kraft getretenen Verfassung vom 18. April 1999 </div> <div class="para">zu prüfen ist, kann offen bleiben. Denn einerseits gilt die </div> <div class="para">Praxis zu <span class="artref">Art. 4 aBV</span> auch unter <span class="artref">Art. 9 BV</span> (nicht veröffent- </div> <div class="para">lichtes Urteil S. vom 9. Mai 2000, K 23/98), anderseits </div> <div class="para">bleibt die erwähnte Behauptung des Versicherten unbelegt, </div> <div class="para">sodass darauf nicht abgestellt werden kann. </div> <div class="para"> Die Aufnahme der Taggeldleistungen ab April 1999 hängt </div> <div class="para">damit zusammen, dass die Ausbildung beendet war, somit die </div> <div class="para">Vermittlungsfähigkeit wieder bejaht werden konnte. Damit </div> <div class="para">ist nichts darüber ausgesagt, ob die Bemühungen ab April </div> <div class="para">1999 genügend sind. Diese Frage aber ist hier nicht zu </div> <div class="para">prüfen. </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsge- </div> <div class="para"> richt des Kantons Freiburg, Sozialversicherungsge- </div> <div class="para"> richtshof, der Arbeitslosenkasse Syna, Winterthur, und </div> <div class="para"> dem Staatssekretariat für Wirtschaft zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 24. Mai 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der IV. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>