B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-926/2014 U r t e i l v o m 11 . S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Gérald Bovier (Vorsitz), Richter Walter Stöckli, Richter Fulvio Haefeli, Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), Staat unbekannt, angeblich Volksrepublik China, vertreten durch lic. iur. Bettina Schwarz, Rechtsanwältin, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 21. Januar 2014 / N _______. D-926/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin ihren Heimatstaat am 2. April 2013 und gelangte am 16. Oktober 2013 via B._______, C._______ und ihr unbekannte Orte illegal in die Schweiz, wo sie gleichentags im Empfangs - und Verfahrenszentrum D._______ um Asyl nachsuchte. Am 5. November 2013 fand die Befragung zur Person statt. Weil aufgrund der äusserst unsubstanziierten und teilweise offe n- sichtlich tatsachenwidrigen Aussagen grosse Zweifel an der angegeb e- nen Herkunft, mithin auch an der geltend gemachten Staatsangehörigkeit und der illegalen Ausreise aufkamen, führte ein externer Experte am 4. Dezember 2013 mit der Beschwerdeführerin eine Herkunftsanalyse (sog. LINGUA -Analyse) durch. Am 16. Januar 2014 wurde sie gestützt auf Art. 29 Abs. 1 und Art. 41 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) zu ihren Asy l- gründen angehört. Im Rahmen dieser Anhörung wurde ihr zum Ergebnis der Herkunftsanalyse das rechtliche Gehör ge währt und sie wurde über den Werdegang und die Qualifikation des Experten informiert. Zur Begründung des Asylgesuchs ist vollumfänglich auf die protokollierten Aussagen zu verweisen (vgl. Befragungsprotokoll vom 5. November 2013, A6; Anhörungsprotokoll vom 16. Januar 2014, A21). A.b Bei der Einreichung des Asylgesuchs wurde die Beschwerdeführerin schriftlich und im Laufe des Verfahrens auch mündlich aufgefordert, innert 48 Stunden rechtsgenügliche Reise - und/oder Identitätspapiere einzure i- chen. Dieser Aufforderung kam sie indessen bis zum heutigen Zeitpunkt nicht nach. B. B.a Mit Verfügung vom 21. Januar 2014 – eröffnet am 24. Januar 2014 – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht, lehnte deren Asylgesuch vom 16. Oktober 2013 ab und or d- nete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Gleichzeitig wurde der Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China ausgeschlossen. B.b Mit Eingabe vom 21. Februar 2014 liess die Beschwerdeführerin g e- gen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erh e- ben und beantragen, es sei die Verfügung des BFM vom 21. Januar 2014 aufzuheben. Es sei die Flüchtlingseigenschaft und die Unzulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen. Eventualiter sei die Sache zur D-926/2014 Seite 3 erneuten Beurteilung an das BFM zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf die Er hebung eines Kostenvorschu s- ses ersucht. Als Beweismittel liess die Beschwerdeführerin eine Sprachanalyse v on Frau E._______ vom 13. Februar 2014 inkl. Beilagen, die Vorladung des BFM vom 13. Februar 2014 zwecks Anhören des mit der Beschwerdefüh- rerin aufg ezeichneten Experten-Gesprächs und eine Fürsorgeabhängi g- keitserklärung vom 21. Februar 2014 ins Recht legen. Auf die Beschwerdebegründung und die Beweismittel wird – soweit ent- scheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen. C. Mit Zwischenverfügung vom 20. März 2014 teilte der zuständige Instrukti- onsrichter der Beschwerdeführerin mit, sie dürfe den Abschluss des Ve r- fahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig gab er ihr Gelegenheit, bis zum 4. April 2014 eine Be schwerdeergänzung nachzureichen und wies die Gesuche um Befreiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten, um amtliche Verbeiständung gemäss Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab. Die Beschwerde- führerin wurde unter Hinweis auf die Säumnisfolge auf gefordert, bis zum 4. April 2014 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– einzuzahlen. D. Mit Eingabe vom 27. März 2014 liess die Beschwerdeführerin eine B e- schwerdeergänzung nachreichen und dabei beantragen, das BFM sei anzuweisen, in die LINGUA -Analyse beziehungsweise in das LINGUA - Telefoninterview-Protokoll Einsicht zu gewähren und die Zwischenverf ü- gung vom 20. März 2014 sei unter Einbezug der Beschwerdeergänzung in Wiedererwägung zu ziehen. Auf die Begründung der Beschwerdeergänzung wird – soweit entscheid- relevant – in den Erwägungen eingegangen. E. Der Kostenvorschuss wurde am 31. März 2014 fristgerecht einbezahlt. D-926/2014 Seite 4 F. Mit Zwischenverfügung vom 3. April 2014 wies der zuständige Instrukt i- onsrichter die Anträge auf Einsicht in die LINGUA -Analyse beziehungs- weise in d as LINGU A-Telefoninterview-Protokoll sowie den Antrag auf Wiedererwägung der Zwischenverfügung vom 20. März 2014 ab. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügunge n nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zustä ndig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme liegt in casu nicht vor, weshalb das Bundesve r- waltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Das Verfahren war im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylgesetzes am 1. Februar 2014 bereits hängig, weshalb vorliegend das neue Recht gilt (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 14. Dezember 2012 im Asylgesetz [Sta nd am 1. Fe b- ruar 2014], Abs. 1). 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ä nderung. Sie ist daher zur Einreich ung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. D-926/2014 Seite 5 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile g elten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Zur Begründung seines a blehnenden Asylentscheids legte das BFM im Wesentlichen dar, gemäss dem Resultat des Herkunftstests bestehe nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerdeführerin in dem von ihr behaupteten geogr aphischen Raum – Autonomes Gebiet Tibet in der Volksrepublik China – gelebt habe (vgl. Akte A14). Seitens des Exper- ten sei zunächst festgestellt worden, dass ihre Ausfü hrungen über die Ausstellung des Personalausweises tatsachenwidrig gewesen seien und nicht der Realität entspr echen würden. Dadurch bestünden für das BFM bereits erste Zweifel bezüglich ihrer Herkunft und der damit verbundenen obligatorischen Erlangung einer Identitätskarte. Sodann habe der Experte D-926/2014 Seite 6 bestätigt, dass die Schilderungen der Beschwerdeführerin, wie sie die t i- betische Identitätskarte erlangt haben wolle, nic ht der Praxis entspr ä- chen. Gestützt würden diese Zweifel durch die Tatsache, dass sie die t o- pographischen Gegebenheiten im Kreis F._______ nicht richtig beschrie- ben habe. Darüber hinaus habe der Experte verschiedene in der angeg e- benen Gegend sehr bekannte Touristenattraktionen genannt, welche die Beschwerdeführerin jedoch nicht gekannt habe. Weiter verfüge sie über mangelndes spezifisches Alltagswissen, das bei in der Region einheim i- schen Personen vorauszusetzen wäre. So entsprächen ihre Ausführu n- gen zur landwirtschaftlichen Tä tigkeit, der ihre Familie nachgegangen sein solle, nicht der lokalen Realität im Autonomen Gebiet Tibet. Sie habe weder korrekte Angaben zu den genauen Saat- und Erntezeiten, zu den alltäglichen Produkten, die in Tibet aus Weizen und Gerste hergestellt würden, noch zu den jeweiligen Herstellverfah ren machen können, o b- wohl ihre Familie diese Getreidearten angebaut haben wolle. Auch sei sie nicht in der Lage gewesen, Preise für Dinge des täglichen Bedarfs zu nennen. Obschon sie angegeben habe, in einem Restau rant gearbeitet zu haben, habe sie, als sie nach Nahrungsmitteln und Getränken, die in Restaurants verkauft würden, gefragt worden sei, nicht die in Tibet übl i- chen Portionen beziehungsweise Getränkegrössen verwendet und habe auch ni cht alle im Autonomen Ge biet Tibet gebräuchlichen Geldnoten richtig benennen können. Schliesslich habe der Experte festgestellt, dass sie, obwohl sie behaupte, wenig Chinesisch zu sprechen, nicht einmal einfachstes Chinesisch könne und teilweise nicht die in Tibet üblichen Ausdrücke und Worte für Dinge des täglichen Lebens benutze. Ihre B e- gründung, in ihrer Region habe es keine Chinesen gegeben, greife nicht, zumal viele chinesische Begriffe durch die Sozialisation im fraglichen G e- biet von selbst ins Vokabular der Bewohner einfliessen und teilweise tibe- tische Begri ffe ersetzen würden . Die Schilderung der angeblichen L e- bensumstände in der Heimat stünde im Gegensatz zur Lebenswirklichkeit in der zeitgenössischen Gesellschaft des Autonomen Gebiets Tibet, wes- halb das BFM davon au sgehen könne, dass die Beschwerdeführ erin nie dort gelebt habe. Die Stellungnahme der Beschwerdeführerin im Rahmen des rechtlichen Gehörs zu den Vorhalten bestünde fast ausschlies slich aus Ausflüchten, welche die Feststellungen des Experten nicht in Frag e zu stell en ve r- möchten (vgl. A21 S. 11-13). Ferner sei auf die in wesentlichen Punkten unglaubhaften Aussagen zum Reiseweg hinzuweisen. So sei die Beschwerdeführerin nicht in der Lage D-926/2014 Seite 7 gewesen, ihre Reise bis nach G._______ widerspruchsfrei zu schildern (vgl. A6 S. 6, A21 S. 9f.). Auch die Ausführungen hinsichtlich der weiteren Reise von G._______ bis nach B._______ seien sehr detailarm, kurz gehalten und entsprächen in keiner Weise der zu erwartenden dichten Schilderung einer Person, welche eine solche i llegale Ausreise tatsäc h- lich erlebt habe (vgl. A6 S. 6f., A2 1 S. 10). Die Darstellung, wie d ie Be- schwerdeführerin die Reise von B._______ in die Schweiz finanziert h a- be, sei ebenfalls widersprüchlich ( vgl. A6 S. 6, A21 S. 10f.). Aufgrund der unglaubhaften Schilderung der Ausreise sei davon ausz ugehen, dass sie nie aus dem Autonomen Gebiet Tibet ausgereist sei und stattdessen u n- ter Verwendung eigener Identitäts- und Reisepapiere von einem anderen Herkunftsstaat aus in die Schweiz gelangt sei. Demnach könnten ihr we- der ihre angebliche Herkunft aus dem Autonomen Gebiet Tibet, Volksre- publik China, diese Staatsangehörigkeit noch die illegale Ausreise von dort geglaubt werden. Vor dem Hintergrund, dass die Hauptsozialisation der Beschwerdeführ e- rin mit grosser Wa hrscheinlichkeit nicht in Tibet erfolgt sei, werde ih ren Ausreise- beziehungsweise Asylgründen jegliche Grundlage entzogen. Mangels Aussagen, welche die offensichtliche Unkenntnis hinsichtlich der lokalen Gegebenheiten plausibel erklären könnten, sei davon auszuge- hen, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Leben nie einen Fuss auf tibe- tisches beziehungsweise chinesisches Gebiet gesetzt habe, weswegen sie von dort – weder illegal noch legal – ausgereist und den chinesischen Behörden auch nicht als ausgereiste Staatsangehörige bekannt sei. BVGE 2009/29 sei daher in casu nicht anwendbar. Es würden keine sub- jektiven Nachfluchtgründe vorliegen. Nebst den Erwägungen zur Herkunft sei festzuhalten, dass auch die u n- glaubhafte Art und Weise, wie die Beschwerdeführerin eine chinesische Identitätskarte erlangt haben wolle, die Einschätzungen des BFM stütze (vgl. A6 S. 5f., A14 S. 3). Es könne somit davon ausgegangen werden, dass sie nie eine chinesische Identitätskarte besessen habe, wie sie auch nie auf dem Territorium der Volksrepublik China gelebt habe. Ihre Auss a- gen seien nicht geeignet, die angegebene Staatsangehörigkeit glaubhaft zu machen. Allein die Tatsache, dass sie tibetisch spreche und wah r- scheinlich tibetischer Ethnie sei, stelle naturgemäss keinen hinreichenden Beweis dafür dar, dass sie chinesische Staatsbürgerin sei. Auch wenn zahlreiche Tibeter ihre chinesische Staatsangehörigkeit im Exil beibehie l- ten, sei darauf hinzuweisen, dass insbesondere Tibeter aus Indien ve r- mehrt die indische Staatsangehörigkeit be antragten und diese auch e r-D-926/2014 Seite 8 hielten, zumal es auch in Indien und Nepal Regionen gebe, die zum tib e- tischen Kulturkreis gehörten und in denen es eine einheimische tibetische Bevölkerung gebe (u.a. Ladakh in Indien, Mustang in Nepal). Es sei der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen, die behauptete chines i- sche Staatsangehörigkeit glaubhaft zu machen. Ihre tatsächliche Staat s- angehörigkeit sei unbekannt. Ihre Vorbringen hielten weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjenig en an die Flüchtlingseigenschaft g e- mäss Art. 3 AsylG stand, weshalb das Asylgesuch abzulehnen sei. Die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs sei zwar grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen. Diese Unters u- chungspflicht finde j edoch nach Treu und Glauben ihre vernünftigen Grenzen an der Mitwirkungspflicht des Gesuchstellers, welcher im Übr i- gen auch die Substanziierungslast trage. Es sei nach ständiger Rech t- sprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht Sache der Asylbehö r- den, bei fehlenden Hinweisen seitens des Gesuchstellers nach etwaigen Wegweisungsvollzugshindernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu forschen. Mit Verweis auf den Grundsatz der Rechtsgleichheit könne aus Sicht des BFM vorliegend nicht von der geltenden Praxis abgewichen werden. Die Beschwerdeführerin habe somit die Folgen ihrer unglaubhaf- ten Identitätsangaben und der Unglaubhaftigkeit ihres Sachverhaltsvor- trags zu tragen, indem vermutungsweise davon auszugehen sei, es stü n- den einer Wegweisung in ihren tatsächlichen Heimatstaat keine Vollzugs- hindernisse im Sinne von aArt. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2 –4 AuG (SR 142.20) entgegen. Abschliessend stelle sich die Frage nach der Möglichkeit eines allfälligen Wegweisungsvollzugs bei der Verheimlichung der w ahren Identität. Es könne keineswegs gesagt werden, dieser sei von vornherein nicht mö g- lich oder t echnisch nicht durchführbar. Der Beschwerdeführerin sei es vielmehr zuzumuten, sich bei d er zuständigen Vertretung ihres Heimat- landes die allenfalls benötigte n Reisepapiere zu beschaffen. Auch das Bundesverwaltungsgericht erachte in seiner ständigen Rechtsprechung den Vollzug der Wegweisung grundsätzlich als möglich, selbst wenn ein Gesuchsteller seine wahre Identität oder Staatsangehörigkeit verheiml i- che. D-926/2014 Seite 9 5.2 5.2.1 In der Rechts mitteleingabe wird zunächst geltend gemacht, dem Ergebnis der LINGUA-Analyse und den daraus gezogenen Schlussfolge- rungen sei zu widersprechen. Die Fallbesprechung der Rechtsvertretung mit der Beschwerdeführerin – unter Beiziehung der Übersetzer in E._______ – habe ergeben, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass die vorliegenden Herkunftsangaben korrekt seien. So habe d ie Dolmetsche- rin den Akzent der Beschwerdeführerin sofort erkannt und er klärt, dieser werde in der von der Beschwerdeführerin als H erkunftsregion angegebe- nen geographischen Region gespro chen. Im Weiteren habe die B e- schwerdeführerin bestätigt, dass sie die Expertin teilweise nicht gut ve r- standen habe, da diese aus einem anderen Gebiet in Tibet stamme. Während sie die in Tsang üblichen Begriffe verwendet habe, habe die Ex- pertin einen Kham -Dialekt gesprochen. Dieser Umstand sei von der B e- schwerdeführerin bereits bei der Anhörung beanstandet (vgl. A21 S. 11 F107), vom BFM jedoch pauschal als "Ausflüchte" klassifiziert worden. Dass es zwisc hen Tibetern aus verschiedenen Regionen Verständ i- gungsprobleme gebe, habe sich nicht zuletzt auch während der Anhörung gezeigt, wo die Dolmetscherin verschiedentlich habe nachfragen müssen, da sie Dialektwörter nicht verstanden habe (vgl. A21 S. 8 F72). Im Übrigen sei der Schluss des BFM, die Beschwerdeführerin habe keine chinesische Staatsangehörigkeit , weil sie allenfalls ganz oder überwi e- gend ausserhalb Tibets aufgewachsen sei, unzutreffend. Vielmehr sei es für Exil-Tibeter in Indien oder in Nepal nicht möglich, die jeweilige Staats- angehörigkeit zu erwerben oder eine gesicherte Aufenthaltsmöglichkeit zu erhalten, so dass sie chinesische Staatsangehörige blieben. Infolgede s- sen müsse man bei Feststellung, dass eine Person – wie im vorliegenden Fall – tibetischer Ethnie sei, auf eine chinesische Staatsangehö rigkeit schliessen. Die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Staatsangehör i- ge "unbekannter Herkunft" sei somit falsch. Auch der vom BFM vorg e- nommenen Beurteilung, wonach die geltend gemachten Vor bringen w i- dersprüchlich, unsubstanziiert und realitätsfremd seien, sei zu widerspr e- chen, zumal die Beschwerdeführerin ihre Verfolgungsgeschichte schlü s- sig dargelegt habe. Möge man davon ausgehen, dass bei der Beschwerdeführerin vor ihrer Ausreise keine b egründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung besta n- den habe, so habe sich dieser Zustand durch die illegale Ausreise verä n- dert. Gestützt auf BVGE 2009/29 habe sie begründete Furcht, bei einer Rückkehr nach China ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG D-926/2014 Seite 10 ausgesetzt zu sein. Da die illegale Ausreise als subjektiver Nachfluch t- grund qualifiziert werde, sei sie als Flüchtling vorläufig aufzunehmen. Das BFM habe durch den rechtswidrigen und unsachgemässen Schluss der unbekannten Herkunft versucht, eine p raxisgemässe vorläufige Aufna h- me zu umgehen. Dieses Handeln sei nicht tolerierbar, zumal in zahlre i- chen anderen, ähnlich gelagerten Fällen anders entschieden worden sei. 5.2.2 In der Beschwerdeergänzung wird im Wesentlichen ausgeführt, der Beschwerdeführerin sei zwar Einsicht in die CD, welche das LINGUA - Interview enthalte, gewährt worden, dennoch bleibe die unhaltbare Situa- tion bestehen, dass ihr lediglich eine Zusammenfassung des angeblichen Inhalts der Analyse zur Kenntnis gebracht worden sei. Der Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt, weil es ihr nicht möglich gewesen sei, eine vollständige Einsicht in die LINGUA -Analyse wahrzunehmen. Ausserdem habe sie die Aufzeichnung des Telefoninterviews nur unter erschwerten Bedingungen erstellen können. Die Fragen seien sehr schnell aufeina n- derfolgend gestellt worden, weshalb sie schon während der L INGUA- Anhörung Probleme gehabt habe, ausführlich darauf einzugehen. Auf- grund ihrer Schilderungen und der von ihr notierten Fragen und Antwo r- ten (u.a. zu den Themen Alltag , Lebensumstände, Nahrungsmittel) seien grosse Zweifel an der Richtigkeit der Analyse angebracht, so dass es als unerlässlich erscheine, die LINGUA -Analyse zu protokollieren und Ei n- sicht in dieses Protokoll wie auch in die daraus entstandene Analyse zu gewähren. Im Weiteren wird insbesondere geltend gemacht, die Beschwerdeführerin habe ihren Reiseweg widerspruchsfrei geschildert. Bei der Anhörung sei sie gefragt worden, wie viele Personen im Auto Platz finden würden. Ihre Antwort, im Auto hätten fünf Pers onen Platz, sei schlüssig. Eine konkrete Frage, wie viele Personen effektiv mitgefahren seien, habe man ihr nicht gestellt. Auch die dargelegten Ausreise- und Asylgründe seien in keiner Weise unglaubhaft und entsprächen der Realität in Tibet. Wie dem von der Beschwerdeführerin verfassten LINGUA -Protokoll entnommen we r- den könne, hätten viele herkunftsrelevante Fragen keinen Eingang in eine Sachverhaltsabklärung und damit in die angefochtene Verfügung gefu n- den. Irrtümlicherweise hätten sogar falsch überm ittelte Informationen zur Nichtannahme einer tibetischen Herkunft geführt. Die Beschwerdeführerin habe sehr spezifische Fragen beantwortet, was ohne Zweifel ihre tibet i- sche Herkunft bestätige. Ihre Angaben wären nicht möglich gewesen, hät- te sie nie in Tibet gelebt. D-926/2014 Seite 11 5.3 5.3.1 Gemäss der von der vormals zuständigen Schweizerischen Asylr e- kurskommission (ARK) begründeten und vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführten Praxis gelten LINGUA-Analysen lediglich als schriftliche Auskünfte einer Drittperson im Sinne von Art. 12 Bst. c VwVG bezie- hungsweise Art. 49 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP , SR 273) i.V.m. Art. 19 VwVG, wobei derar- tigen Analysen jedoch ein erhöhter Beweiswert zuzu messen ist , sofern bestimmte Anforderungen an die fa chliche Qualifikation, Objektivität und Neutralität des Experten wie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit der Analyse erfüllt werden (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 14 E. 7 S. 89, 1998 Nr. 34 S. 284 ff.). D er Analysebericht muss in zu- sammenfassender Weise die von der Fachperson dem Probanden g e- stellten Fragen und den wesentlichen Inhalt der darauf erhaltenen An t- worten wiedergeben sowie die weiteren in den Akten enthalte nen B e- weiselemente, auf welche die Fachperson ihre Einschätzung stützt, ne n- nen, um d em nach Art. 29 Abs. 1 BV garantierten Grundsatz des fairen Prozesses zu genügen (vgl. EMARK 2003 Nr. 14 E. 9 S. 89 f.). Was den vorliegenden Analysebericht Evaluation des Alltagswissens vom 6. Dezember 2013 (vgl. A14 ) anbelangt, so ist festzustellen, dass dieser einen nachvollziehbaren und überzeugenden Eindruck hinterlässt und zu keinen Beanstandungen Anlass g ibt, weshalb ih m nach den genannten Kriterien erhöhter Be weiswert zuzumessen ist. Vor diesem Hintergrund besteht entgegen anderslautender Auffassung kein Grund, d as Evaluati- onsergebnis, wonach die Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerdeführ e- rin im behaupteten geographischen Raum gelebt haben könnte, klein sei, zu bezweifeln. Dies umso weniger, als sie nicht in der Lage war, den Vor- würfen zur Unkenntnis hinsichtlich ihrer angeblichen Herkunftsregion e t- was Stichhaltiges entgegenzusetzen (vgl. A21 S. 11 -13). So erklärte sie beispielsweise, als sie mit verschiedenen vom Alltagsspezialisten gestell- ten Fragen und ihren Antworten konfrontiert wurde, sie könne sich an sol- che Fragen nicht erinnern (vgl. A21 S. 12 F114, S. 13 F117/118). Im Wei- teren hätte sie i n Anbetracht dessen, dass sie aus Tibet stammen und dort gelebt haben will, über das tibetische Schulsystem besser Bescheid wissen müssen, auch wenn sie selbst keine Schule besucht haben sollte. Ihr Argument, über die Schule könne sie wenig sagen, weil sie selbst ja nicht zur Schule gegangen sei (vgl. A21 S. 13 F120), ist d emnach als un- behelfliche Schutzbehauptung zu qualifizieren. Wie sie ohne Schulbesuch die tibetische Schrift lernen konnte – das Personalienblatt im Empfang s-D-926/2014 Seite 12 zentrum wurde von ihr eigenhändig und mit geübter Handschrift ausg e- füllt und unterschrieben –, bleibt ohne Erklärung. Es darf vielmehr davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin in einer tibetischen Schule – wahrscheinlich in Indien in einem Umfeld, wo auch andere Exi l- tibeter ihren Tsang-Dialekt gesprochen haben, unwahrscheinlicher in N e- pal, d a die dortige Exilbevöl kerung sprachlich stärk er gemischt wird – mehrere Jahre zur Schule gegangen ist. Auch aus den angeblichen Ve r- ständigungsschwierigkeiten während des Telefoninterviews vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. So ist angesichts dessen, dass der Alltagsspezialist nicht nur muttersprachlich einen Kham- Dialekt spricht, sondern zusätzlich die exiltibetische Koine dazugelernt hat (vgl. Qualifikationsschreiben vom 30. April 2013, A15), welche auf dem dBus-Dialekt, eine r Untergruppe des dBus-gTsang, basiert , davon auszugehen, dass er die Beschwerdeführerin, welche die in Tsang übli- chen Begriffe verwendete (vgl. Beschwerde, S. 4), gut verstanden hat. Werden die in der Beschwerdeergänzung aufgeführten Fragen und An t- worten mit den Ausführungen in der LINGUA -Analyse verglichen, so sind durchaus einzelne Widersprüche erkennbar. Der Alltagsspezialist führte in der Analyse beispielsweise aus, die Beschwerdeführerin habe nicht g e- wusst, ob es in der Gemeinde H._______ ein Kloster gebe (vgl. A14 S. 1). Gemäss der Beschwerdeergänzung nannte sie jedoch als bekan n- tes Kloster in ihrer Gegend I._______. Der Analyse zufolge wusste sie im Weiteren nicht, was man aus der Gerste macht (vgl. A14 S. 2), laut B e- schwerdeergänzung konnte sie hingegen erklären, wie Gerstensuppe z u- bereitet wird. Gemäss der Analyse verwendete sie nicht wie in Tibet al l- gemein üblich die Begriffe für die v erschiedenen Kannengrössen (vgl. A14 S. 2), der Beschwerdeergänzung zufolge erwähnte sie indessen ei- nen grossen und kleinen Thermos krug als entsprechende Grössen . Demgegenüber ergibt eine Durchsicht der Akten , dass die Beschwerd e- führerin über verschiedene Begebenheiten in ihrer angeblichen Heima t- region Tibet nicht Bescheid wusste. Namentlich erklärte sie, auf den Ber- gen gebe es Wald, obwohl es im Kreis F._______ keinen solchen gibt, auch nicht auf den Bergen (vgl. A14 S. 1). Sie konnte zudem nicht genau sagen, was am Berg J._______ speziell ist, nämlich dass er (…) (vgl. A14 S. 1/2). D arüber hinaus schien sie weder das grosse und be kannte (…) zu kennen (vgl. A14 S. 2), noch wusste sie, dass die Schule in Tibet gratis ist, und erklärte, es gebe keine Schuluniformen, obwohl tibetische Kinder solche tragen (vgl. A14 S. 3). Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die zwischen der Beschwerdeergänzung und der LINGUA -Analyse bestehenden Widersprüche nicht geeignet sind, die Schlussfolgerung des D-926/2014 Seite 13 Alltagsspezialisten, wonach die Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwe r- deführerin im behaupteten geographis chen Raum gelebt haben könnte, klein sei, umzustossen. Bei dieser Sachlage kann die Beschwerdeführ e- rin auch aus der eingereichten Sprachanalyse vom 13. Februar 2014 nichts zu ihrem Vorteil ableiten. 5.3.2 Aufgrund des Umstands, wonach die Beschwerdeführerin verm u- tungsweise nie oder jedenfalls seit vielen Jahren nicht mehr in dem von ihr behaupteten geographischen Raum gelebt hat, ist den dem Asylg e- such zugrundeliegenden Ereignissen, welche sich in Tibet zugetragen haben sollen, jegliche Grundlage entzogen, so das s es sich erübrigt, dar- auf näher einzugehen. Aus demselben Grund kann im Übrigen davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin weder legal noch i l- legal aus Tibet ausgereist ist, weshalb der in der Be schwerde erwähnte BVGE 2009/29 mangels Vorliegens subjektiver Nachfluchtgründe keine Anwendung findet. Die Furcht vor einer Rückkehr nach China erweist sich als unbegründet, da der Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China explizit ausgeschlossen wurde (vgl. Dispositiv - Ziffer 5 der ang e- fochtenen Verfügung). Auch aus den weite ren Ausführungen vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. So wurde sie bei der Anhörung zu den Asylgründen – entgegen der in der Beschwerdee r- gänzung vertretenen Ansicht – nicht gefragt, wie viele Pers onen im Auto Platz finden würden, sondern sie beantwortete zunächst die Frage, wie sie von K._______ nach G._______ gekommen sei, dahingehend, es sei nachts "per Shoute" gewesen, und erklärte noch zusätzlich von sich aus, das sei ein Fahrzeug, in welches so fünf bis zehn Personen reinpa ssen würden (vgl. A21 S. 9 F88). Im Weiteren entspricht der Hinweis, im Ra h- men der Anhörung sei eine konkrete Frage, wie viele Personen effektiv mitgefahren seien, unterlassen worden, nicht den Tatsachen. Vielmehr wurde die Beschwerdeführerin diesbezüglich gefragt, wie viele Personen sich im Fahrzeug befunden hätten, woraufhin sie antwortete, sie glaube, sie seien fünf gewesen (vgl. A21 S. 10 F89). Der Widerspruch zur Befra- gung, wo sie e rklärte, sie seien bis nach G._______ zu zweit gewesen (vgl. A6 S. 6), bleibt damit bestehen. 5.4 5.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht hielt in der zur Publikation vorges e- henen E. 5.8 des Urteils E-2981/2012 vom 20. Mai 2014, welches die in EMARK 2005 Nr. 1 publizierte Rechtsprechung aktualisiert, fest, dass für asylsuchende Personen tibetischer Ethnie, die unglaubhafte Angaben über ihren angeblichen Sozialisierungsraum in China machen, grundsätz-D-926/2014 Seite 14 lich folgende mögliche Konstellationen bezüglich der Staatsangehörigkeit bestehen: a. Besitz der chinesischen St aatsangehörigkeit ohne Aufen t- haltsbewilligung in Nepal oder Indien (blosse Duldung im betreffenden Drittstaat), b. Besitz der chinesischen Staatsangehörigkeit mit entspr e- chender Aufenthaltsbewilligung im Drittstaat Nepal oder Indien, c. Besitz der Staatsangehörigkeit von Nepal oder von Indien (und damit einherg e- hendem Verlust der chinesischen Staatsangehörigkeit). Liegen die Kons- tellationen a oder b vor, wäre eine Prüfung der Drittstaatenregelung im Sinne von Art. 31 a Abs. 1 Bst. c AsylG durch die Asylbehör den möglich, vorausgesetzt die asylsuchende Person legt den schweizerischen Behö r- den alle Fakten im Verfahren dar. Hat der tibetische Asylsuchende die Staatsangehörigkeit von Nepal oder Indien erlangt (Konstellation c), wäre die Flüchtlingseigenschaft in Bezug auf Nepal beziehungsweise Indien zu prüfen. Vermutungsweise gilt, dass die asylsuchende Person im Land i h- rer (neu erlangten) Staatsangehörigkeit keine asylrelevante Gefährdung zu befürchten hat, wenn sie keine entsprechenden Vorbringen glaubhaft vorträgt. Die Abklärungspflicht der Asylbehörden findet ihre Grenze an der Mitwi r- kungspflicht der asylsuchenden Person. Verunmöglicht ein tibetischer Asylsuchender durch die Verletzung seiner Mitwirkungspflicht die Abkl ä- rung, welchen effektiven Status er in Ne pal respektive in Indien innehat, kann namentlich keine Drittstaatenabklärung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden. Durch die Verheimlichung und Verschleierung der wahren Herkunft wird auch die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmöglicht (vgl. Urteil E-2981/2012 vom 20. Mai 2014 E. 5.9 [zur Publikation vorge- sehen]). 5.4.2 Vorliegend steht fest, dass die Beschwerdeführerin, welche u n- bestrittenermassen tibetischer Ethnie ist, die i hr obliegende Mitwirkung s- pflicht verletzt hat, indem sie unglaubhafte Angaben zu ihrer wahren He r- kunft gemacht hat. Dadurch wird den Asylbehörden die Abklärung veru n- möglicht, welchen effektiven Status die Beschwerdeführerin in Nepal r e- spektive in Indien innehat, beziehungsweise die Prüfung, welche Staat s- angehörigkeit sie besitzt. Da die Abklärungspflicht der Asylbehörden ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden findet, hat die B e- schwerdeführerin die Folgen ihrer fehlenden Mitwirkung insofer n zu tr a- gen, als vermutungsweise davon auszugehen ist, es würden keine flücht- lings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an ih- ren bisherigen Aufenthaltsort sprechen (vgl. a.a.O., E. 5.10 [zur Publikati-D-926/2014 Seite 15 on vorgesehen]). Deshalb sind auch d ie Wegweisung und der Wegwe i- sungsvollzug zu Recht angeordnet worden. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt ( Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde - führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) , auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 31. März 2014 in gleicher Höhe einb e- zahlten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-926/2014 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Der einb ezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfa h- renskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona- le Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Gérald Bovier Karin Schnidrig Versand: