Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 11. Januar 2017 (810 16 302) ____________________________________________________________________ Rechtspflege Ausstandsbegehren gegen den ganzen Spruchkörper eines Gerichts Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, G erichtsschreiber Stefan Suter Beteiligte A.____ AG , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Bruno Pellegrini , Rechtsanwalt gegen B.____ , Beschwerdegegner , vertreten durch Dieter Roth , Advokat Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht , Bahnhof- platz 16, 4410 Liestal, Vorinstanz Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost , Hauptstrasse 108/110, 4450 Sissach Betreff Ausstandsbegehren (Entscheid des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, vom 5. April 2016) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Eingabe vom 15. Dezember 2015 stellte B.____, v ertreten durch Dieter Roth, Ad- vokat, beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost ein Ge such um vorsorgliche Beweisführung, darunter die Einvernahme von Zeugen und die Befragun g der Parteien, die Edition von Urkun- den sowie die Erstellung eines gerichtlichen Gutachtens. Dem Gesuch liegt ein Rechtsstreit zwischen B.____ und der A.____ AG über Schadenersatzanspr üche aus einem Arbeitsunfall zugrunde. Mit Verfügung vom 17. Dezember 2015 setzte P eter Brodbeck, Präsident der Kam- mer II des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost, der A._ ___ AG eine Frist zur schriftlichen Vernehmlassung bis am 11. Januar 2016. Auf Gesuch vom 5. Januar 2016 wurde die Frist bis zum 21. Januar 2016 erstreckt. B. Am 20. Januar 2016 stellte die A.____ AG, vertret en durch Dr. Bruno Pellegrini, Rechtsanwalt, beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost den Antrag, das Verfahren sei durch die Geschäftsleitung des Kantonsgerichts wegen Befangenhei t aller Richter des Zivilkreisge- richts Basel-Landschaft Ost an das Zivilkreisgericht Basel- Landschaft West abzutreten. Zur Be- gründung führte die A.____ AG aus, die Gegenpartei s ei seit anfangs September 2009 durch Rechtsanwalt Dieter Gysin vertreten. Dieser sei damals mi t einem Pensum von 30 % auch als Präsident des Bezirksgerichts Waldenburg tätig gewesen. Auf grund der Zusammenlegung der erstinstanzlichen Bezirksgerichte zu zwei Zivilkreisgerichten se i Dieter Gysin seit 1. April 2014 Präsident der Kammer IV des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost. Obwohl schon lange klar gewesen sei, dass es zu einem Gerichtsverfahren komme und auc h die Zusammenlegung der Bezirksgerichte seit längerem bekannt gewesen sei, habe Die ter Gysin das Haftpflichtmandat dennoch weitergeführt, trotz Wissen darum, dass er aufg rund der Unvereinbarkeitsregel vor dem zuständigen Zivilkreisgericht als Anwalt nicht werde auftreten können. Neu sei nunmehr Dieter Roth mandatiert. Dieter Roth und Dieter Gysin würden zusammen die Advokatur Gysin + Roth führen. Es sei ohne Weiteres erkennbar, dass Dieter Roth als Vertreter zur Umgehung der Unvereinbarkeitsbestimmung nur vorgeschoben werde und D ieter Gysin materiell und wirt- schaftlich das Mandat nach wie vor weiterführe. Dulde da s Gericht die offenkundige Umgehung dieser Bestimmung, schaffe es den Anschein, dass der faktisch von einem Gerichtsmitglied vertretenen Partei gegenüber der Gegenpartei ein Vor teil zukomme, wie auch immer der Spruchkörper zusammengesetzt sei. C. Mit Verfügung vom 26. Januar 2016 überwies Gerichtsp räsident Peter Brodbeck das Ausstandsgesuch zur Beurteilung an die Abteilung Zivilr echt des Kantonsgerichts Basel- Landschaft. Von dieser aufgefordert zur Stellungnahme beantragte er am 22. Februar 2016 die Abweisung des Ausstandsgesuchs mit der Begründung, dass e r sich als das mit dem Fall be- traute Präsidium absolut unbefangen und unvoreingenommen fühle, zumal ihm die geschilderte Mandatsführung durch Dieter Gysin völlig unbekannt sei. Die Parteivertretung durch Dieter Roth sei nicht zu beanstanden und vermöge keinen Ausstandsgrund zu begründen. Mit Eingabe vom 25. Februar 2016 stellte B.____ Antrag auf Abweisung des Ausstandsgesuchs. Zur Begründung führte er aus, die Vorwürfe seien unzutreffend, die A rgumente unbehelflich, unsubstantiiert und aus der Luft gegriffen. Dieter Roth habe sich durch di e Anwaltsvollmacht vom 20. November 2015 von ihm bevollmächtigen lassen und im Anschluss dara n das Gesuch um vorsorgliche Beweisführung vom 15. Dezember 2015 ausgearbeitet. Di eter Gysin habe sein Mandat rechts- gültig niedergelegt und sauber beendet. Er habe die Angelegenheit mit einem anderen Anwalt Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht aus der gleichen Kanzlei weiterführen wollen, was zum M andatsverhältnis mit Dieter Roth ge- führt habe. Dieter Gysin sei weder rechtlich noch wirt schaftlich weiterhin in die Angelegenheit involviert und führe das Verfahren vor dem Zivilkreisgeri cht auch nicht als Gerichtspräsident. Dieter Gysin und Dieter Roth würden eine Anwaltskanzlei in Form einer Unkostengemeinschaft betreiben und beide würden ihre eigenen Mandate in ihren eigenen Namen und auf eigene Rechnung führen. D. Mit Entscheid vom 5. April 2016 wies das Kantonsgerich t Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, das Ausstandsbegehren der A.____ AG ab. Das Gericht erwog im Wesentlichen, die A.____ AG habe am 23. Dezember 2015 vom gegen sie ang ehobenen Verfahren erfahren und den Ablehnungsantrag 28 Tage später eingereicht. Unt er den konkreten Umständen habe sie die Ablehnung der Gerichtspersonen rechtzeitig gelte nd gemacht und ihren Anspruch auf ein unvoreingenommenes Gericht nicht verwirkt, zumal die Ablehnung innerhalb der vom Zivilkreis- gericht erstreckten Frist zur erstmaligen Stellungnahme erfolgt sei. Ein Anschein der Befangen- heit sämtlicher Gerichtsmitglieder des Zivilkreisgerichts Ba sel-Landschaft Ost sei von ihr aller- dings nicht glaubhaft gemacht. Die vorprozessuale Mandat sführung durch Dieter Gysin stelle kein Problem dar, da er im vorliegenden Verfahren nich t als Richter eingesetzt sei. Eine Vorbe- fassung des zuständigen Gerichtspräsidenten Peter Brodbeck l iege nicht vor. Aus der Kanzlei- gemeinschaft von Dieter Gysin und Dieter Roth vermöge die A.____ AG zudem keine Befan- genheit der Gerichtsmitglieder herzuleiten. Ihre Vermu tung, es handle sich um eine fingierte Parteivertretung, könne sie mit ihren Argumenten wede r einzeln noch im Gesamtzusammen- hang glaubhaft machen. E. Der Rechtsmittelbelehrung folgend gelangte die A._ ___ AG, weiterhin vertreten durch Dr. Bruno Pellegrini, Rechtsanwalt, mit Beschwerde in Zivilsachen vom 29. April 2016 an das Bundesgericht und beantragte, der Entscheid des Kanton sgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Richter des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost in den Ausstand zu treten hätten mit der Folge, dass das Verfahren an das Zivilkreisgericht Basel-L andschaft West abzutreten sei. Sie rügte eine rechtsfehlerhafte Feststellung des Sachverh alts, eine Verletzung ihres Rechts auf Beweis und in der Sache eine Verletzung des Anspruchs auf ein verfassungsmässiges Gericht. Sie machte zusammengefasst geltend, die Vorinstanz hab e verkannt, dass in Kanzleigemein- schaft tätige Anwälte wie ein einziger Anwalt zu behan deln seien. Einem als Anwalt tätigen ne- benamtlichen Richter sei der Auftritt vor dem eigenen G ericht untersagt. Dasselbe müsse für alle in dessen Kanzleigemeinschaft tätigen Anwälte gel ten. Im vorliegenden Fall habe der ne- benamtliche Gerichtspräsident Dieter Gysin die Gegenpart ei über Jahre bis unmittelbar vor Prozessbeginn anwaltlich vertreten. Er habe für die Prozessführung seinen Kanzleipartner Diet- er Roth nur formal vorgeschoben. Das Zivilkreisgericht Ba sel-Landschaft Ost habe das Verbot einer Mandatsführung durch Dieter Roth nicht von Amte s wegen durchgesetzt, weshalb an der Unvoreingenommenheit sämtlicher Richterinnen und Richte r des Zivilkreisgerichts zu zweifeln sei. F. In seiner Beschwerdeantwort an das Bundesgericht vom 28 . Juni 2016 stellte B.____, weiterhin vertreten durch Dieter Roth, Advokat, den An trag auf Abweisung der Beschwerde, Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht soweit darauf einzutreten sei. Dies habe unter o/e-Kost enfolge zu geschehen. Er bekräftigte insbesondere, dass sein Rechtsvertreter das Mandat in Überei nstimmung mit den Standesre- geln für Rechtsanwälte selbstständig führe. Das Gesetz v erbiete es dem Bürokollegen eines Richters des Weiteren nicht, vor dessen Instanz aufzutreten. G. Das Bundesgericht trat mit Urteil vom 20. September 2016 (bundesgerichtliches Ver- fahren 4A_263/2016) nicht auf die Beschwerde ein. Es überwies die Beschwerde vom 29. April 2016 und die Antwort vom 28. Juni 2016 an das Kantonsg ericht Basel-Landschaft zur weiteren Behandlung und Entscheidfindung. Es begründete seinen Entscheid damit, dass das bundes- rechtliche Erfordernis des doppelten kantonalen Instanzenz ugs ("double instance") nicht einge- halten sei, da die Abteilung Zivilrecht des Kantonsger ichts das Ausstandsgesuch zwar als obe- res kantonales Gericht, nicht aber als Rechtsmittelinstanz, sondern als erste und einzige kanto- nale Instanz beurteilt habe. Entgegen der Rechtsmitte lbelehrung sei der Entscheid somit nicht mit Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht anfechtb ar. Zur Wahrung des doppelten Instanzenzugs habe das Kantonsgericht Basel-Landschaft ein en zweitinstanzlichen Entscheid zu fällen. H. In der Folge überwies die Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts am 11. Oktober 2016 die Verfahrensakten an die Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsge- richts. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 50 Abs. 2 der Schweizerischen Zivilprozessordn ung (ZPO) vom 19. Dezember 2008 i.V.m. Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZP O steht gegen erstinstanzliche Entscheide über strittige Ausstandsgesuche das Rechtsmittel der Beschw erde nach Art. 319 ff. ZPO offen. Da der Ausstand des ganzen Spruchkörpers des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost in Fra- ge steht, entschied mit der Abteilung Zivilrecht des Kan tonsgerichts der in der Hauptsache zu- ständige Spruchkörper des Kantonsgerichts als erste Instanz über das Ausstandsbegehren (§ 38 Abs. 1bis Ziff. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gericht e [GOG] vom 22. Februar 2001). Deren Entscheid ist beim Kantonsgericht anfechtb ar (§ 38 Abs. 2 GOG). Die Beschwer- deführerin ist durch den angefochtenen Entscheid beschwe rt und zur Beschwerde legitimiert. Der Entscheid wurde der Beschwerdeführerin am 21. April 2016 zugestellt. Mit der Postaufgabe der Beschwerde am 29. April 2016 wurde die Beschwerde frist von zehn Tagen (Art. 321 Abs. 2 ZPO) eingehalten. Die Beschwerdeerhebung an das Bundesg ericht schadet der Beschwerde- führerin nicht. Nachdem auch die weiteren Formalien e rfüllt sind, ist auf die vorliegende Be- schwerde einzutreten. Zuständig für die Beurteilung ist die Abteilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht des Kantonsgerichts (§ 38 Abs. 2 GOG in fin e), wobei die präsidierende Person durch Präsidialentscheid über die Beschwerde entscheidet (§ 1 Abs. 3 lit. f des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993 i.V.m. § 43 Abs. 2bis lit. b VPO). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Mit der Beschwerde können gemäss Art. 320 lit. a und b ZPO die unrichtige Rechtsan- wendung und die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden. Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismi ttel sind im Beschwerdeverfahren ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). 3.1 Die Beschwerdeführerin moniert zunächst in formell er Hinsicht die unvollständige und damit rechtsfehlerhafte Feststellung des Sachverhalts i m angefochtenen Entscheid. Sie bringt vor, ihr Beweisführungsanspruch sei verletzt worden, in dem die Vorinstanz auf die von ihr im Ausstandsbegehren vom 20. Januar 2016 beantragten Zeu geneinvernahmen von Dieter Roth und Dieter Gysin, auf die Parteibefragung des Beschwerdegegners sowie auf die verlangte Edi- tion des Gesellschaftsvertrags der Kanzlei "Advokatur Gysin + Roth" verzichtet habe. Diese Beweismittel hätten ihre Behauptung bewiesen, dass Diet er Gysin weiterhin verdeckt als Par- teivertreter agiere und wirtschaftlich am Verfahrensausga ng interessiert sei. Die Vorinstanz ha- be zudem offenkundige Fakten nicht gewürdigt und die Aussagen von Dieter Roth für glaubhaft eingestuft, ohne sämtliche Umstände in die Beweiswürdigung miteinbezogen zu haben. 3.2 Der Beweisführungsanspruch - der sich als Teilgehal t des Anspruchs auf rechtliches Gehör allgemein aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassun g der Schweizerischen Eidgenossen- schaft (BV) vom 18. April 1999 und für das Bundesprivatre cht besonders aus Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 ergibt, sowie seit Inkrafttre- ten der ZPO auch in Art. 152 ZPO verankert ist - verscha fft der beweispflichtigen Partei in allen bundesrechtlichen Zivilrechtsstreitigkeiten einen Anspruch darauf, für rechtserhebliche und streitige Sachvorbringen mit gesetzlich vorgesehenen und t auglichen Beweismitteln zum Be- weis zugelassen zu werden, sofern die Partei die betref fenden Beweismittel form- und fristge- recht beantragt hat (BGE 133 III 295 E. 7.1; Urteil des BGer 4A_607/2014 vom 9. Februar 2015 E. 2.2; Urteil des BGer 4A_452/2013 vom 31. März 2014 E. 3.1; JÜRGEN BRÖNNIMANN , in: Haus- heer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Bern 2012, Art. 152 ZPO Rz. 2). Das Recht auf Abnahme von Bewei sen gilt nicht uneingeschränkt. Die genannten Bestimmungen schreiben dem Gericht nicht vor, mit welchen Mitteln es den Sach- verhalt abzuklären hat (vgl. BGE 114 II 289 E. 2a) und sie schliessen namentlich die antizipierte Beweiswürdigung nicht aus. Wenn ein Gericht darauf verzich tet, beantragte Beweise abzuneh- men, weil es aufgrund bereits abgenommener Beweise sei ne Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung anne hmen kann, dass seine Überzeu- gung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde, ist der Beweisführungsanspruch nicht verletzt (BGE 141 I 60 E. 3.3; BGE 136 I 229 E. 5.3; BGE 134 I 140 E. 5.3). 3.3 Die Beweisanträge der Beschwerdeführerin (mit Au snahme des Editionsantrags) zielen auf den Beweis von Tatsachen ab, welche die Klienten-A nwalt-Beziehung der Gegenpartei be- treffen und die damit unter dem absoluten Schutz de s Anwaltsgeheimnisses stehen. Sämtliche an dieser Beziehung Beteiligten können sich auf umfassen de Mitwirkungsverweigerungsrechte berufen, die beiden Anwälte sind berufsrechtlich zur V erweigerung verpflichtet (vgl. H ANS NATER /GAUDENZ G. ZINDEL , in: Fellmann/Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwaltsge setz, 2. Aufl., Zürich 2011, Art. 13 BGFA Rz. 180 ff.). Aus der berechtigterweise verweigerten Mitwir- kung darf das Gericht nicht auf die zu beweisende Tatsach e schliessen (Art. 162 ZPO). Von Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht den beantragten Partei- resp. Zeugenbefragungen war en aus diesem Grund keine relevanten Erkenntnisse zu erwarten, weshalb schwerlich von (subjektiv) tauglichen Beweismitteln gespro- chen werden kann. Es fehlt aber in erster Linie an der Rechtserheblichkeit des unter Beweis gestellten Sachvorbringens. Tatsachenbehauptungen, die den Schluss auf das Bestehen von Ausstandsgründen nicht zulassen, sind im Ausstandsverfahren nicht rechtserheblich. Wie die nachfolgenden Erwägungen aufzeigen werden, spielt e s für den Ausgang des Verfahrens und für die Beantwortung der Frage des Ausstands des Gesamtsp ruchkörpers keine Rolle, ob Diet- er Gysin - wie von der Beschwerdeführerin behauptet - ver deckt als Parteivertreter agiert und über ein wirtschaftliches Interesse am Verfahrensausgan g verfügt. Die implizite Abweisung der Beweisanträge durch die Vorinstanz verletzt den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Beweis nicht. Aus demselben Grund stossen auch ihre Einwände der rechtsfehlerhaften Beweiswürdi- gung und unvollständigen Sachverhaltsfeststellung von Vornherein ins Leere. 4. In der Sache rügt die Beschwerdeführerin eine Verl etzung von Art. 47 ZPO sowie von Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950. 4.1 Nach Art. 30 Abs. 1 Satz 1 BV und dem inhaltlich g leichwertigen Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jede Person, deren Sache in einem gerichtlichen Ver fahren beurteilt werden muss, An- spruch auf ein durch Gesetz geschaffenes, zuständiges, una bhängiges und unparteiisches Ge- richt. Es soll gewährleistet werden, dass keine Umstände, welche ausserhalb des Prozesses liegen, in sachwidriger Weise zu Gunsten oder zu Lasten einer Partei auf das Urteil einwirken. Das Gericht und die einzelne Gerichtsperson müssen Gewähr f ür Entscheid-Offenheit bieten (BGE 140 III 221 E. 4.1; BGE 131 I 113 E. 3.4; P ETER DIGGELMANN , in: Brunner/Gasser/ Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kom mentar, 2. Aufl., Zürich 2016, Art. 47 ZPO Rz. 23). Die Garantie des verfassungsmässigen Richters wird verletzt, wenn bei objektiver Betrachtung Gegebenheiten vorliegen, die d en Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen, wenn also Umstände bestehen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Rich ters zu erwecken (BGE 140 I 240 E. 2.2; BGE 139 I 121 E. 4.1, je mit Hinweisen). Die persönliche Unbefangenheit des gesetzli- chen Richters wird im Grundsatz vermutet. Die Vermutung muss im Einzelfall umgestossen werden (BGE 114 Ia 50 E. 3b; Urteil des BGer 2C_171/ 2007 vom 19. Oktober 2007 E. 5.1; DAVID RÜETSCHI , in: Hausheer/Walter [Hrsg.], a.a.O., Vorb. zu Art. 47-51 ZPO Rz. 6). Auf sub- jektive Einschätzungen und Befürchtungen von Verfahrensb eteiligten kann dabei nicht abge- stellt werden, denn eine Justizordnung, die am Grundsatz des gesetzlichen Richters ausgerich- tet ist, verlangt nach regelhafter Urteilszuständigkeit und darf die Zusammensetzung der Rich- terbank deshalb nicht in das Belieben der Parteien stellen. Das justizbezogene Legalitätsprinzip schützt die Rechtsordnung nicht nur vor Manipulationen d urch staatliche Behörden, sondern auch vor einer Manipulation durch die Parteien. Der Anspruch richterlicher Unabhängigkeit kann dieser Zielsetzung nicht entgegenlaufen; keine Partei soll sich ihren Richter nach Belieben aus- suchen können, indem sie blosse Zweifel an seiner Unabhäng igkeit formuliert (REGINA KIENER , Richterliche Unabhängigkeit, Bern 2001, S. 70; R ÜETSCHI , a.a.O., Vorb. zu Art. 47-51 ZPO Rz. 6). Der Ausstand muss die Ausnahme bleiben und darf nicht leichtfertig bejaht werden. Auch müssen die Anforderungen an den Ausstand aller Mitglieder eines Gerichts oder aller Ge- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht richtspersonen eines ganzen Kantons strenger sein als an den Ausstand einer einzelnen Ge- richtsperson (vgl. BGE 105 Ia 157 E. 6b; Urteil des BGer 5A_109/2012 vom 3. Mai 2012 E. 3.2.3). 4.2 Art. 47 ZPO konkretisiert und umschreibt die Aussta ndsgründe für die Zivilgerichte auf Gesetzesebene. Es handelt sich diesbezüglich um eine zwinge nde und abschliessende Rege- lung, die vom kantonalen Recht weder umgestaltet noch ergänzt werden kann (R ÜETSCHI , a.a.O., Vorb. zu Art. 47-51 ZPO Rz. 13). Gemäss Art. 47 Abs. 1 ZPO tritt eine Gerichtsperson in den Ausstand, wenn einer der in den lit. a - f aufge zählten Umstände vorliegt, die das Mitglied des Gerichts als befangen erscheinen lassen. Der Gesetzgeber hat sich für eine Generalklausel in Verbindung mit einem nicht abschliessenden Beispielkatalog entschieden (vgl. Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, BBl 2006 7221, S. 7272). Art. 47 Abs. 1 lit. a ZPO verpflichtet die Gerichtsperson zum A usstand, wenn sie in der Sache ein per- sönliches Interesse hat. Dazu kommen die in den lit. b - e aufgeführten Tatbestände, welche aufgrund objektiver Umstände die Ausstandspflicht begrü nden (besondere Nähe zum Verfah- ren, Verwandtschaft resp. soziale Nahbeziehung zu einer P artei oder deren Vertreter). Ergänzt werden diese Tatbestände durch eine als Auffangtatbesta nd ausgestaltete Generalklausel, wo- nach die Gerichtsperson in den Ausstand zu treten hat, wenn sie aus anderen Gründen, insbe- sondere wegen Freundschaft oder Feindschaft mit einer Pa rtei oder ihrer Vertretung, befangen sein könnte (lit. f). 4.3 Die Beschwerdeführerin macht vorliegend den Ausstand sgrund der Befangenheit im Sinne von Art. 47 Abs. 1 lit. f ZPO geltend. Im Rahme n der Konkretisierung dieser Generalklau- sel sind die aus Art. 30 Abs. 1 BV fliessenden Grundsätze zu beachten (BGE 140 III 221 E. 4.2). Voreingenommenheit und Befangenheit werden nach der Rechtsprechung angenom- men, wenn im Einzelfall anhand aller tatsächlichen und verfahrensrechtlichen Umstände Gege- benheiten aufscheinen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters zu erwecken. Dabei ist nicht auf das subjektive Empfinden ein er Partei abzustellen. Das Misstrau- en in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objekti ver Weise begründet erscheinen (vgl. oben E. 4.1; BGE 140 III 221 E. 4.1; BGE 139 III 43 3 E. 2.1.1). Unter dem Gesichtswinkel von Art. 30 Abs. 1 BV bzw. Art. 6 Ziff. 1 EMRK wird meist die Frage aufgeworfen, ob besondere Umstände betreffend das Verhältnis zwischen einem Richter und einer Partei bei objektiver Be- trachtung geeignet seien, den Anschein der Befangenheit des Richters zu erwecken. Indessen ist es denkbar und von der Rechtsprechung ebenso anerk annt, dass - wie hier vorge- bracht - besondere Gegebenheiten hinsichtlich des Verhält nisses zwischen einem Richter und einem Parteivertreter die Voreingenommenheit des Erst eren begründen können, wobei dies allerdings nur bei Vorliegen spezieller Gegebenheiten und mit Zurückhaltung anzunehmen ist (BGE 139 I 121 E. 4.1; BGE 133 I 1 E. 5.2). Umständ e, welche Misstrauen in die Unparteilich- keit erwecken, können auch in einem bestimmten Verhalten der Gerichtsperson oder in gewis- sen äusseren Gegebenheiten funktioneller oder organisat orischer Natur begründet sein. Insbe- sondere kann das Verhalten einer Gerichtsperson gegenüber einer Partei die Unparteilichkeit als gefährdet erscheinen lassen und den Anschein der Bef angenheit erwecken, wenn daraus nach objektiver Betrachtung inhaltlich oder durch die Art der Kommunikation auf besondere Sympathien oder Antipathien oder eine Ungleichbehand lung der Parteien geschlossen werden Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann (S TEPHAN WULLSCHLEGER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], K ommen- tar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Z ürich 2016, Art. 47 ZPO Rz. 33; Urteil des BGer 4P.254/2006 vom 6. Dezember 2006 E. 2.2). De r Anspruch auf ein unabhängiges und unparteiisches Gericht umschliesst jedoch nicht die Garantie jederzeit fehlerfrei arbeitender Richterinnen und Richter. Mit der Tätigkeit der Gerich tsperson ist untrennbar verbunden, dass sie über Fragen zu entscheiden hat, die oft kontrovers oder weitgehend in ihr Ermessen gestellt sind. Selbst wenn sich die im Rahmen der normalen Ausübu ng ihres Amtes getroffenen Ent- scheide als falsch erweisen, lässt das nicht an sich schon auf eine Parteilichkeit schliessen. Zudem kann das Ausstandsverfahren in der Regel nicht zur Beurteilung behaupteter Verfah- rens- oder anderer Fehler des Richters dienen. Solche Rü gen sind im dafür vorgesehenen Rechtsmittelverfahren geltend zu machen (BGE 138 IV 142 E. 2.3; BGE 125 I 119 E. 3e; Urteil des BGer 2C_1/2011 vom 7. April 2011 E. 4.2). 5.1 Ausstandsgesuche sind unverzüglich zu stellen, sobald die Partei vom Ausstandsgrund Kenntnis erhalten hat (Art. 49 Abs. 1 ZPO). Dies gebie tet der Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 52 ZPO, Art. 5 Abs. 3 BV). Wer einen echten ode r vermeintlichen Ausstandsgrund nicht unverzüglich nach dessen Kenntnisnahme geltend macht, verwirkt den Anspruch auf seine spä- tere Anrufung (BGE 140 I 271 E. 8.4; BGE 139 III 12 0 E. 3.2.1; BGE 136 I 207 E. 3.4, je mit weiteren Hinweisen; Botschaft ZPO, a.a.O., S. 7273). Unverzüglich ist streng zu handhaben. Im Interesse einer raschen Klärung und eines speditiven Ver fahrens kann die der Partei zur Verfü- gung stehende Zeit nur Tage betragen (D IGGELMANN , a.a.O., Art. 49 Rz. 3). In der Lehre wird eine den massgebenden konkreten Umständen des Einzelfal les angepasste Frist in der Grös- senordnung von zehn Tagen propagiert (vgl. für eine Üb ersicht zum Meinungsstand: R EGINA KIENER , in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO , 2. Aufl., Basel 2014, Art. 49 ZPO Rz. 5). Die bundesgerichtliche Praxis ist ten denziell strenger: Unverzüglich bedeu- tet nach der Rechtsprechung, dass der Ausstand in den nä chsten Tagen nach Kenntnisnahme zu verlangen ist. Ein Gesuch, das maximal sechs bis sieben Ta ge nach Kenntnis des Aus- standsgrunds eingereicht wird, gilt nach ständiger Rechts prechung als rechtzeitig. Unzulässig ist hingegen ein Zuwarten während zwei oder drei Woch en (vgl. Urteil des BGer 1B_377/2016 vom 25. November 2016 E. 2.3; Urteil des BGer 8C_933 vom 2. März 2016 E. 2.2; Urteil des BGer 8C_434/2015 vom 28. August 2015 E. 2; Urteil des BGer 1B_357/2013 vom 24. Januar 2014 E. 5.3.3). 5.2 Die Beschwerdeführerin erlangte nach unbestrittene r vorinstanzlicher Sachverhalts- feststellung mit der gerichtlichen Zustellung der Eingab e des Beschwerdegegners am 23. Dezember 2015 Kenntnis von sämtlichen die Befangen heit begründenden Umständen. Bis zur Einreichung des Ausstandsbegehrens am 20. Januar 2016 vergingen 28 Tage. Im Lichte der oben aufgezeigten bundesgerichtlichen Rechtsprechung erscheint die Einreichung des Ausstandsgesuchs vier Wochen nach Kenntnisnahme des Ausstand sgrunds auch unter Be- rücksichtigung der Weihnachtsfeiertage klarerweise als ver spätet. Die Beschwerdeführerin macht keine Gründe geltend, weshalb sie mit dem Ausstand sbegehren derart lange zuwartete. Indem Gerichtspräsident Peter Brodbeck das Verfahren - bereits dies nach dem Dafürhalten der Beschwerdeführerin zu Unrecht - mit der Zustellung der Eingabe der Gegenseite und Fristan- setzung zur schriftlichen Vernehmlassung anhand nahm, gab er implizit zu erkennen, dass er Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Rechtsauffassung der Beschwerdeführerin, wonach die Eingabe von Amtes wegen zurück- zuweisen sei, nicht teilte. Es lagen keine Hinweise vor, er könnte sich selbst als befangen er- achten und in den Ausstand treten wollen. Die Beschwerde führerin durfte nicht untätig darauf vertrauen, dass er oder die übrigen von ihr als befange n abgelehnten Gerichtspersonen sich ohne Gesuch von selber in den Ausstand begeben würden, zu mal der geltend gemachte Aus- standsgrund nicht geradezu offensichtlich erscheint (vgl. W ULLSCHLEGER , a.a.O., Art. 49 ZPO Rz. 9; Urteil des BGer 8C_824/2015 vom 19. Mai 2016 E. 5.5; Urteil des BGer 1C_474/2014 vom 9. Februar 2015 E. 3.1). Die Pflicht zur sofortige n Geltendmachung besteht des Weiteren unabhängig davon, wann der nächste Verfahrensschritt fä llig ist, und auch unabhängig von al- lenfalls langen Entscheidungswegen bei der Partei (D IGGELMANN , a.a.O., Art. 49 ZPO Fn. 9). Aus dem Umstand, dass ihr die Frist für die Stellungnahm e zum Gesuch des Beschwerdegeg- ners bis zum 21. Januar 2016 erstreckt worden war, kann d ie Beschwerdeführerin so- mit - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Be- schwerdeführerin wurde vom gegen sie angehobenen Verfa hren auch nicht etwa überrumpelt. Wie sie im Ausstandsgesuch vom 20. Januar 2016 selber ausf ührt, war schon lange klar, dass es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen würde; der Beschwerdegegner hatte ihr den Gang vor Gericht denn auch angekündigt. Die schon vo rprozessual vom heutigen Rechts- vertreter vertretene Beschwerdeführerin musste mit der E inleitung eines Verfahrens betreffend vorsorgliche Beweisführung vor dem Zivilkreisgericht Basel- Landschaft Ost rechnen, dem - wie sie im Ausstandsbegehren selber ausführt - nach der Zivilp rozessordnung und kantonalen Ge- richtsorganisation einzigen dafür in Frage kommenden Zi vilgericht (Art. 13 ZPO i.V.m. Art. 34 Abs. 1 ZPO, § 16 Abs. 1 lit. a GOG). Die Tatsache, dass d er damalige Rechtsvertreter ihrer Gegenpartei gleichzeitig im Teilpensum als Präsident einer Kammer dieses Gerichts amtiert, und die damit für eine künftige gerichtliche Auseinan dersetzung einhergehende Problematik waren ihr bei pflichtgemässer anwaltlicher Aufmerksamkeit schon vor der Verfahrenseinleitung bekannt. Die Verbindung zwischen Dieter Roth und Diet er Gysin über das gemeinsame An- waltsbüro ergibt sich aus dem von der Kanzlei verwendeten Briefkopf. Sämtliche die Befangen- heit begründenden Fakten waren der Beschwerdeführeri n bekannt resp. mussten ihr bekannt sein, die Geltendmachung des Ausstandsgrunds erforderte ke ine weiteren Abklärungen, die erforderlichen Beweismittel hielt sie in der Hand. Es w ar der Beschwerdeführerin bzw. ihrem Anwalt demnach ohne Weiteres objektiv zumutbar, den Au sstand innerhalb weniger Tage nach dem 23. Dezember 2015 zu verlangen. Umso unverständli cher mutet es an, dass die Be- schwerdeführerin nicht umgehend handelte und mit der E ingabe vom 5. Januar 2016 sogar noch eine Stellungnahme betreffend Streitwert und e in Fristerstreckungsgesuch für die Ver- nehmlassung an eine Gerichtsperson richtete, die sie für b efangen hielt. Wie die Ausführungen bezüglich Streitwert und der Verweis auf die Akten in der Eingabe vom 5. Januar 2016 doku- mentieren, hatte sich die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt denn auch bereits mit den sich im Verfahren konkret stellenden Fragen und den ihr vorliegenden Akten befasst. Wer einen Ausstandsgrund nicht unverzüglich vorbringt, obwohl er da von Kenntnis hat, sondern sich zu- nächst stillschweigend und vorbehaltlos am Prozess beteilig t, verwirkt den Anspruch auf die Anrufung des Grundrechts auf Beurteilung durch ein una bhängiges, unvoreingenommenes Ge- richt (BGE 138 I 1 E. 2.2; BGE 132 II 485 E. 4.3; BGE 128 V 82 E. 2b; RÜETSCHI , a.a.O., Art. 49 ZPO Rz. 16). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, relativier t das Bundesgericht in seiner neusten Praxis die Anforderungen an die Unverzüglichkeit der Abl ehnung je nach der Schwere eines Ausstandsgrunds. Sind die Umstände, die den Anschein der Befangenheit bewirken, gravierend und derart offensichtlich, dass der Richter von sich aus hätte in den Ausstand treten müssen, ist dies stärker zu gewichten als eine verspätete Geltendmac hung (KIENER , Kurzkommentar ZPO, a.a.O., Art. 49 ZPO Rz. 5; W ULLSCHLEGER , a.a.O., Art. 49 ZPO Rz. 10; BGE 134 I 20 E. 4.3.2; Urteil des BGer 4A_151/2014 vom 14. Oktober 2014 E. 2. 1). So liess das Bundesgericht ver- spätete Ausstandsvorbringen etwa in einem Fall zu, in d em ein Richter eine Strafanzeige und Zivilklage gegen eine Verfahrenspartei eingereicht hatte (BGE 134 I 20) oder in dem ein neben- amtlicher Handelsrichter während des hängigen Verfahren s eine Verfahrenspartei in mehreren anderen Prozessen vor dem Handelsgericht als Parteiver treter vertreten hatte (Urteil des BGer 4F_8/2010 vom 18. April 2011). Die von der Beschwerde führerin konkret genannten Umstände erreichen nicht annähernd ein vergleichbares Gewicht un d der Anschein der Befangenheit liegt auch nicht offensichtlich auf der Hand. Sie führen nich t dazu, dass das Ausstandsbegehren vom 20. Januar 2016 noch als rechtzeitig erachtet werde n könnte. Das vorinstanzliche Urteil ist bereits deswegen zu schützen, weil die Beschwerdeführer in ihr Ausstandsgesuch zu spät ge- stellt hat. 6. Selbst wenn eine Verwirkung verneint würde, wäre das Ausstandsgesuch materiell abzuweisen. 6.1 Es steht ausser Frage, dass Dieter Gysin im vorliegende n Verfahren nicht als Richter eingesetzt ist und aufgrund seiner Vorbefasstheit auch nicht als Richter eingesetzt werden darf. Die Beschwerdeführerin gibt sich damit nicht zufrieden. Sie trägt vor, Dieter Gysin sei am Aus- gang des Verfahrens unmittelbar wirtschaftlich interessier t, da er für seine anwaltlichen Bemü- hungen seit 2009 noch nicht bezahlt worden sei. Er habe weiterhin die Möglichkeit, in die Akten des Parteivertreters und des Gerichts Einsicht zu nehmen s owie informelle Informationen in die eine oder andere Richtung weiterzuleiten. Der von sein em Bürokollegen Dieter Roth vertretene Beschwerdegegner verfüge dadurch über einen direkten Draht zum Gericht, was ihm einen Vorsprung an Gehörschancen verschaffe und die Verfahrens fairness gefährde. Es werde der Anschein erweckt, der Gegenpartei komme eine Vorzugsstel lung zu. Ohne Dieter Roths Aus- schluss als Parteivertreter werde ihr Anspruch auf ein unparteiisches Gericht verletzt. Diese Argumentation überzeugt schon aus grundsätzlichen Ü berlegungen nicht. Nach der Rechtsauffassung der Beschwerdeführerin darf vor einem Gericht keine Person auftreten, die eine besondere Nähe - seien dies familiäre, soziale ode r berufliche Beziehungen - zu einer nicht am konkreten Verfahren beteiligten Gerichtsperson a ufweist. Sie begründet dies damit, dass die Justizperson über ein potentielles Interesse am V erfahrensausgang verfügt und ver- sucht sein könnte, in irgendeiner Weise Einfluss auf das Verfahren zu nehmen und der nahe- stehenden Person durch ihr Insiderwissen zu einem Vorteil zu verhelfen. Im vorliegenden Fall betrifft dies eine Nähebeziehung zwischen einem unbeteiligten Richter und einem Rechtsvertre- ter, das Gleiche müsste aber umso mehr für die Nähe zu ei ner Partei gelten (die allerdings na- turgemäss nicht vom Verfahren ausgeschlossen werden könnte). Konsequent zu Ende gedacht würde die von der Beschwerdeführerin vertretene Auffa ssung bedeuten, dass sämtliche Mit- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht glieder einer Gerichtsinstanz in corpore in den Ausstand zu treten hätten, wenn ein einzelner Richter - unabhängig davon, ob er überhaupt mit der Sache befasst ist - wegen seiner besonde- ren Beziehung zu einer Partei oder deren Vertreter be fangen sein könnte. Dies unterläuft zum einen den Anspruch auf Beurteilung durch ein ordentl iches, durch Rechtssatz bestimmtes Ge- richt (vgl. oben E. 4.1), durch den damit verbundenen Wechsel des Gerichtsstands (§ 39 Abs. 2 GOG) die bundesrechtlichen Bestimmungen über die örtli che Zuständigkeit (Art. 9 ff. ZPO) und unter Umständen den verfassungsmässigen Anspruch der bekla gten Partei auf den Gerichts- stand am Wohnsitz (Art. 30 Abs. 2 BV). Zum anderen wid erspricht es augenscheinlich der ge- setzgeberischen Konzeption, wonach der Ausstandsgrund be i jeder abgelehnten Gerichtsper- son gesondert glaubhaft gemacht und einzeln geprüft we rden muss (Art. 47 Abs. 1 Ingress ZPO; RÜETSCHI , a.a.O., Art. 49 ZPO Rz. 4; vgl. auch Urteil des BGer 1B_418/2014 vom 15. Mai 2015 E. 4.5). Die persönliche Beziehung einer Gerichtsp erson zu einer befangenen Gerichts- person genügt für die Annahme der Befangenheit nicht , denn mittelbare Beziehungen begrün- den generell keine Befangenheit (vgl. W ULLSCHLEGER , a.a.O., Art. 47 ZPO Rz. 38). Eine etwai- ge Verletzung von Berufs- oder Standesregeln durch einen Parteivertreter führt ebenfalls prinzi- piell nicht zum Ausstand der mit dem Verfahren befassten Gerichtspersonen. 6.2 Zur Begründung des Ausstandsbegehrens moniert die Be schwerdeführerin die Verlet- zung einer Unvereinbarkeitsbestimmung. Sie bringt vor, Richterinnen und Richtern sei es nach dem Gerichtsorganisationsgesetz untersagt, vor dem Gericht, dem sie angehören, Parteivertre- tungen wahrzunehmen (§ 34 Abs. 4 GOG). Diese Bestimmun g müsse auch für die Bürokolle- gen eines Richters gelten. Gemäss Art. 30 Abs. 1 BV hat jede Person, deren Sache in einem gerichtlichen Verfahren beur- teilt werden muss, Anspruch auf ein durch Gesetz geschaf fenes, zuständiges, unabhängiges und unparteiisches Gericht. Der Anspruch auf ein verfassung smässiges Gericht umfasst insbe- sondere die Garantie, dass das Gericht richtig zusammengese tzt ist und nur Personen am Ent- scheid mitwirken, welche nach dem anwendbaren Organisa tionsrecht formell zur Ausübung richterlicher Funktionen befugt sind (R ENÉ RHINOW /HEINRICH KOLLER /CHRISTINA KISS /DANIELA THURNHERR /DENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, Rz. 470; vgl. BGE 136 I 207 E. 5). Der Anspruch wird unter an derem dann verletzt, wenn eine Person am Entscheid beteiligt ist, die aufgrund einer gesetzli chen Unvereinbarkeitsbestimmung das Richteramt nicht ausüben dürfte, denn Unvereinbarkeitsbe stimmungen bzw. Nebenbeschäfti- gungsverbote regeln personelle Inkompatibilitäten zwisch en Richteramt und anderen Funktio- nen und sichern die institutionelle Unabhängigkeit der Gerichtsperson (vgl. KIENER , Richterliche Unabhängigkeit, a.a.O., S. 249 ff.). Ist eine Unvereinbarkeit gegeben, kann das Richteramt nicht angetreten bzw. nicht ausgeübt werden (R EGINA KIENER /GABRIELA MEDICI , Anwälte und andere Richter, SJZ 2011, S. 374). Es kann vorliegend offengela ssen werden, ob § 34 Abs. 4 GOG überhaupt eine Unvereinbarkeit in diesem gerichtsorgani sationsrechtlichen Sinne statuiert und ob die Vorschrift auf sämtliche Mitglieder einer Anwa ltskanzlei anwendbar ist, der ein Richter angehört. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgeha lten hat, ist die Bestimmung im vorlie- genden Kontext gar nicht relevant, denn Dieter Roth wirkt als Parteivertreter am Verfahren mit. Er übt weder unmittelbar noch mittelbar eine spezifische gerichtliche Funktion aus. Die behaup- tete Verletzung der Unvereinbarkeitsbestimmung durch s eine Beteiligung am Verfahren be- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht schlägt somit nicht die ordnungsgemässe Zusammensetzung d es Gerichts. Was den von Art. 30 Abs. 1 BV mitumfassten Anspruch auf Beurteilun g durch einen unparteiischen Richter betrifft, so hat diese Rüge keine über Art. 47 ZPO hinausgehende eigenständige Bedeutung. 6.3.1 Die Beschwerdeführerin erblickt weiter im prozes sualen Verhalten der Gerichtsperso- nen einen Ausstandsgrund. Dieter Roth werde es vom Zivi lkreisgericht Basel-Landschaft Ost erlaubt, trotz dem ihm anzulastenden Verstoss gegen d ie kantonalrechtliche Unvereinbarkeits- bestimmung vor dem Gericht als Anwalt aufzutreten. Ind em das Gericht die Parteivertretung durch Dieter Roth zugelassen resp. seine Eingabe nicht von Amtes wegen zurückgewiesen und ihm den Auftritt vor seinen Schranken nicht verboten ha be, hätten sämtliche Richter die Auffas- sung manifestiert, die Unvereinbarkeitsbestimmung könne ausser Kraft gesetzt werden. Sie, die Beschwerdeführerin, müsse bei objektiver Betrachtung an der Unparteilichkeit aller Richterper- sonen zweifeln. 6.3.2 Die Rüge der Beschwerdeführerin, die Richterinn en und Richter des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost hätten zu Unrecht von der Rückweisung der vom Rechtsvertreter der Ge- genpartei unterzeichneten Eingabe abgesehen, betrifft die Verfahrensführung. Gemäss § 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilp rozessordnung (EG ZPO) vom 23. September 2010 ist für die Prozessleitung das Präsid ium des mit einem Fall befassten Ge- richts zuständig. Der Vorwurf, einen Fehler in der Verf ahrensführung begangen zu haben, kann von Vornherein nur ein Gerichtsmitglied treffen, das f ür die Prozessleitung zuständig ist. Mit Ausnahme des Gerichtspräsidenten der zuständigen Kammer II (oder allenfalls dessen nach § 4 Abs. 1bis GOG im begründeten Einzelfall bestellten Vertretung) ist es den übrigen Gerichts- personen des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost durch § 7 Abs. 1 EG ZPO untersagt, in einem Verfahren eigenmächtig verfahrensleitende Anor dnungen zu treffen. Es bleibt unerfind- lich, wie die Beschwerdeführerin die übrigen Gerichtsmit glieder für eine Unterlassung des Ver- fahrensleiters verantwortlich machen will. Offensichtlich u nzutreffend ist ihre Auffassung, diese Richterinnen und Richter seien allesamt persönlich verpf lichtet, einen Verstoss gegen § 34 Abs. 4 GOG durch ein anderes Gerichtsmitglied zu ahnden. Ebenso wenig nachvollziehbar ist ihre unsubstantiierte Behauptung, die übrigen Gerichtsm itglieder hätten sich die implizit zum Ausdruck gebrachte Rechtsauffassung des Gerichtspräsidenten zu eigen gemacht. 6.3.3 Nach dem soeben Ausgeführten kann sich der Vorwurf der Beschwerdeführerin a priori nur gegen den für die Prozessleitung verantwortlichen Ge richtspräsidenten Peter Brodbeck richten. Richterliche Rechtsfehler in materieller oder prozessualer Hinsicht vermögen allerdings nach der bundesgerichtlichen Praxis nur unter strengen V oraussetzungen den Anschein der Befangenheit der implizierten Gerichtspersonen zu begrü nden. Verfahrensmassnahmen resp. deren Nichtanordnung, seien diese Entscheidungen richtig oder falsch, sind grundsätzlich nicht geeignet, einen objektiven Verdacht der Voreingenomm enheit desjenigen Richters zu begrün- den, der sich für sie verantwortlich zeichnet (BGE 138 I V 142 E. 2.3; BGE 114 Ia 153 E. 3b/bb; Urteil des BGer 5A_446/2015 vom 14. August 2015 E. 3. 2; Urteil des BGer 4A_377/2014 vom 25. November 2014 E. 6.1). Auch Einschätzungsfehler od er falsche Sachentscheide im vorlie- genden oder in früheren Verfahren der Parteien begründen nur im Falle besonders krasser oder wiederholter einseitig zulasten einer Partei gerichte ter Irrtümer, die einer schweren Amtspflicht- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht verletzung gleichkommen, den Anschein der Voreingenommenheit infolge einer Haltung, die auf fehlender Distanz und Neutralität beruht (BGE 138 IV 142 E. 2.3; BGE 125 I 119 E. 3e; Urteil des BGer 5A_924/2012 vom 29. Mai 2015 E. 2.3; K IENER , Richterliche Unabhängigkeit, a.a.O., S. 105 f.; DIGGELMANN , a.a.O., Art. 47 ZPO Rz. 38; WULLSCHLEGER , a.a.O, Art. 47 ZPO Rz. 35). Den Anschein der Parteilichkeit des Gerichtspräsidenten kön nte der vorliegend bemängelte Verzicht auf die Rückweisung der Eingabe vom 15. Dezemb er 2015 nach dem Gesagten nur begründen, wenn darin ein krasses oder wiederholtes, ei nseitig zulasten der Beschwerdeführe- rin gerichtetes Verhalten erblickt werden müsste, das schl echterdings als unverständlich er- scheint (vgl. Urteil des BGer 5A_194/2014 vom 21. Mai 2 014 E. 3.3; Urteil des BGer 5A_206/2008 vom 23. Mai 2008 E. 3.2.2). Davon kann hie r nicht die Rede sein. Der von der Beschwerdeführerin gerügte einmalige Verfahrensfehler - sollte es denn einer sein - kann nicht als schwerwiegend bezeichnet werden, zumal beim Vorwurf einer unrechtmässigen Unterlas- sung besondere Zurückhaltung angebracht ist. Zudem ersch iene ein allfälliger Fehler alles an- dere als offensichtlich, ist Dieter Roth doch als im kant onalen Anwaltsregister eingetragener Rechtsanwalt nach Art. 68 Abs. 2 lit. a ZPO von Bundesre chts wegen zur berufsmässigen Ver- tretung von Parteien vor Gericht befugt. Für eine kan tonal anderslautende oder restriktivere Regelung besteht kein Raum (vgl. E RNST STAEHELIN /SILVIA SCHWEIZER , in: Sutter-Somm et al. [Hrsg.], a.a.O., Art. 68 ZPO Rz. 2). Es wäre zudem in erster Linie an der Beschwerdeführerin gelegen gewesen, frühzeitig zu intervenieren und die Rückweisung der Eingabe der Gegenpar- tei zu verlangen, wenn sie von einem gravierenden und of fensichtlichen Vertretungsmangel ausging. Einen entsprechenden Antrag hat sie nicht gest ellt. In diesem Zusammenhang er- scheint ihr prozessuales Verhalten, in Kenntnis der massgebenden Umstände auf einen soforti- gen entsprechenden Antrag zu verzichten, um nachher dem Gerichtspräsidenten ein nicht un- verzügliches Handeln als schweren Verfahrensfehler anzulasten, als treuwidrig und nicht schüt- zenswert. Dazu kommt, dass der behauptete Vorteil für die Gegenpartei ("Vorsprung an Ge- hörschancen") minim erscheint, was gegen ein einseitig zula sten der Beschwerdeführerin ge- richtetes richterliches Verhalten spricht. Die Frage von D ieter Roths Prozessführungsbefugnis als Rechtsvertreter im Hauptverfahren ist vorliegend entg egen der Ansicht der Beschwerdefüh- rerin nicht weiter zu erörtern, denn Rechts- und Verfa hrensfehler sind mit den Rechtsmitteln gegen den Sachentscheid geltend zu machen (vgl. oben E. 4.3). Das Ausstandsverfahren ist auf die Rüge der Verletzung von Ausstandsvorschriften b eschränkt (KIENER , Kurzkommentar ZPO, a.a.O., Art. 49 ZPO Rz. 6). 6.4 Schliesslich behauptet die Beschwerdeführerin, es li ege ein Fall von verdeckter Man- datsführung vor. Dieter Roth werde als Rechtsvertreter für das gerichtliche Verfahren nur vor- geschoben. In Wirklichkeit agiere dessen Bürokollege Dieter Gysin weiterhin als Parteivertreter. Sinngemäss macht sie damit geltend, durch den Anwaltsauf tritt eines teilamtlichen Gerichtsprä- sidenten vor einer anderen Kammer des eigenen Gerichts w erde der Anschein der Unbefan- genheit der anderen Richterkollegen getrübt. Nach langjähriger - vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) geschützter - Praxis des Bundesge richts ist es indessen grund- sätzlich zulässig, dass ein hauptberuflich als Anwalt tät iger nebenamtlicher Richter als Partei- vertreter vor dem betreffenden Gericht auftritt. Insbeso ndere hat das Bundesgericht erkannt, der pauschale Vorwurf, ein als Anwalt auftretendes Gerichtsmitglied besitze bei seinen Kollegen regelmässig erhöhte Autorität bzw. einen Insidervorteil, genüge bei objektiver Betrachtungswei- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht se nicht, den Anschein der Befangenheit des Gerichtsmitgl ieds zu begründen, denn die Mitglie- der eines Kollegialgerichts seien in ihrer Stellung voneinander unabhängig. Die Zusammenar- beit in Drittverfahren und die Möglichkeit kollegialer Gefühle erwecke in der Regel noch nicht den Anschein der Befangenheit (BGE 139 I 121 E. 5.3; BGE 133 I 1 E. 6, je mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des EGMR i.S. Wettstein gegen die Schweiz v om 21. Dezember 2000 [33958/96] § 47; K IENER /MEDICI , a.a.O., S. 378 ff.). Die bundesrechtlich zwingende u nd abschliessende Regelung der Ausstandsgründe (vgl. oben E. 4.2) schliesst aus, dass das von der Beschwerde- führerin herangezogene kantonale Recht zu einer anderen Beurteilung der Ausstandsfrage füh- ren könnte. Selbst wenn also - ohne dass ein konkreter H inweis dafür vorliegt - mit der Be- schwerdeführerin davon ausgegangen würde, dass Dieter Gysin faktisch als Anwalt vor seinem eigenen Gericht auftritt, wäre in diesem Umstand allei n kein Ausstandsgrund zu erblicken. Un- behelflich ist in diesem Zusammenhang der Hinweis der B eschwerdeführerin zur bundesge- richtlichen Rechtsprechung, wonach die in einer Kanzleige meinschaft zusammengefassten An- wälte wie ein einzelner Anwalt zu behandeln seien ( vgl. BGE 140 III 221 E. 4.3.2 mit Verweis auf BGE 139 III 433 E. 2.1.5). Wie der Beschwerdegeg ner zu Recht einwirft, betreffen die ent- sprechenden bundesgerichtlichen Erwägungen die hier nicht einschlägige Sachlage, in der sich zwei Anwälte der gleichen Bürogemeinschaft in den Rollen als nebenamtlicher Richter und Par- teivertreter gegenüberstehen. 6.5 Zusammenfassend sind vorliegend bei einer Gesamtbet rachtung keine Gegebenheiten ersichtlich, welche Misstrauen in die Unparteilichkeit spezi ell von Peter Brodbeck als verfah- rensleitendem Gerichtspräsidenten oder generell der üb rigen abgelehnten Gerichtspersonen des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost erwecken. Das Gericht ist ordnungsgemäss besetzt. Zwischen Peter Brodbeck als Richter und Dieter Roth als Pa rteivertreter besteht keine aus- standsrelevante persönliche oder berufliche Beziehung. An dieser Einschätzung würde sich selbst dann nichts ändern, wenn die Hypothese der Beschwer deführerin von einer verdeckten Mandatsführung durch Dieter Gysin zutreffen sollte. Ein e Vorbefassung oder persönliche Inte- ressen des Gerichtspräsidenten am Verfahrensausgang sind w eder ersichtlich noch dargetan. Auch eine parteiische Verfahrensführung kann ihm nicht vorgeworfen werden. Gegen die übri- gen Mitglieder des Gerichts werden ferner keine konkrete n Befangenheitsgründe geltend ge- macht, welche über eine pauschale Ablehnung hinausgehe n. Eine Verletzung von Art. 47 ZPO ist nicht erkennbar, der Anspruch der Beschwerdeführer in auf ein unabhängiges und unparteii- sches Gericht ist gewahrt. Die gegenteiligen Befürchtungen der Beschwerdeführerin lassen sich nicht objektivieren. 7. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Es ble ibt noch über die Kosten zu befinden. Massgebend für die Regelung der Kostenfol gen sind die allgemeinen Be- stimmungen der Art. 104 ff. ZPO, die auch für die Re chtsmittelinstanz gelten (Botschaft ZPO, a.a.O., S. 7296). Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, welche die Gerichts- kosten sowie die Parteientschädigung umfassen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), der unterliegenden Par- tei auferlegt. Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten, bestehend aus einer Entscheidgebühr in der Höhe von Fr. 1'000.--, d er Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. Darüber hinaus hat die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner antragsgemäss e ine Parteientschädigung auszu- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht richten. In seiner Honorarnote vom 5. Dezember 2016 mach t der Rechtsvertreter des Be- schwerdegegners einen Zeitaufwand von 7.0833 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen in der Höhe von insgesamt Fr. 134.40 geltend, was sich als tarifkonform (Art. 105 Abs. 2 ZPO) erweist und sowohl hinsichtlich des Stundenaufwands als auch des Stundenansatzes nicht zu bean- standen ist. Demzufolge hat die Beschwerdeführerin dem B eschwerdegegner eine Parteient- schädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 2'057.65 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) auszurich- ten. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- we rden der Beschwerde- führerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 1'000.-- verrechnet. 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner ei ne Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2'057.65 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) zu bezahlen. Präsidentin Gerichtsschreiber