<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 732/99 Ge </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>IV. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Borella, Rüedi und nebenamtlicher Richter </div> <div class="para">Bühler; Gerichtsschreiber Maillard </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 4. Mai 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Z.________, 1956, Beschwerdeführer, vertreten durch </div> <div class="para">Fürsprecher S.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Der 1956 geborene, aus dem Kosovo stammende </div> <div class="para">Z.________ war in den Jahren 1985 bis 1991 sowie von 1993 </div> <div class="para">bis September 1996 in verschiedenen Bauunternehmungen als </div> <div class="para">Gipser tätig. Er leidet an Asthma bronchiale und Gips- </div> <div class="para">allergie, was zur Berufsunfähigkeit als Gipser führte. Am </div> <div class="para">16. Dezember 1996 meldete er sich bei der Invalidenversi- </div> <div class="para">cherung zum Leistungsbezug an und beantragte eine Umschu- </div> <div class="para">lung. Die IV-Stelle des Kantons Zürich holte Berichte der </div> <div class="para">Frau H.________, prakt. Ärztin, sowie der Medizinischen </div> <div class="para">Klinik des Spitals X.________ ein und liess die beruflichen </div> <div class="para">Eingliederungsmöglichkeiten sowie die erwerblichen Verhält- </div> <div class="para">nisse durch ihren Berufsberater abklären. Gestützt darauf </div> <div class="para">lehnte sie mit Verfügungen vom 20. November und 12. Dezem- </div> <div class="para">ber 1997 sowohl einen Umschulungs- als auch einen </div> <div class="para">Rentenanspruch ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Beschwerdeweise liess Z.________ beantragen, es </div> <div class="para">sei ihm eine Umschulung zu gewähren und ab Eintritt der In- </div> <div class="para">validität eine ganze Invalidenrente auszurichten. Das So- </div> <div class="para">zialversicherungsgericht des Kantons Zürich zog einen Be- </div> <div class="para">richt des Dr. med. S.________, Spezialarzt für Neurologie </div> <div class="para">FMH, vom 2. Juli 1999, bei und wies die Beschwerde mit Ent- </div> <div class="para">scheid vom 25. Oktober 1999 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt Z.________ </div> <div class="para">beantragen, die Verfügungen vom 20. November und </div> <div class="para">12. Dezember 1997 sowie der vorinstanzliche Entscheid seien </div> <div class="para">aufzuheben und die Sache an das kantonale Gericht zurückzu- </div> <div class="para">weisen. Ihm seien nach "umfassenden Abklärungen in einer </div> <div class="para">MEDAS", eventuell "gemäss der medizinischen Einschätzung </div> <div class="para">durch Prüfung von Eingliederungsmassnahmen", die gesetzli- </div> <div class="para">chen Leistungen zu erbringen. Weiter wird um Gewährung der </div> <div class="para">unentgeltlichen Rechtspflege ersucht. </div> <div class="para"> Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Verwaltungs- </div> <div class="para">gerichtsbeschwerde, während sich das Bundesamt für Sozial- </div> <div class="para">versicherung nicht vernehmen lässt. </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Im Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder </div> <div class="para">Verweigerung von Versicherungsleistungen ist die Überprü- </div> <div class="para">fungsbefugnis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">nicht auf die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich </div> <div class="para">Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens beschränkt, </div> <div class="para">sondern sie erstreckt sich auch auf die Angemessenheit der </div> <div class="para">angefochtenen Verfügung; das Gericht ist dabei nicht an die </div> <div class="para">vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachver- </div> <div class="para">halts gebunden und kann über die Begehren der Parteien zu </div> <div class="para">deren Gunsten oder Ungunsten hinausgehen (<span class="artref">Art. 132 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- a) Die Vorinstanz hat die vorliegend massgeblichen </div> <div class="para">gesetzlichen Bestimmungen und Grundsätze über den Begriff </div> <div class="para">der Invalidität (<span class="artref">Art. 4 Abs. 1 IVG</span>), den Umfang des Renten- </div> <div class="para">anspruchs (<span class="artref">Art. 28 Abs. 1 und Abs. 1bis IVG</span>), die Bemessung </div> <div class="para">der Invalidität von Erwerbstätigen nach der Methode des </div> <div class="para">Einkommensvergleichs (<span class="artref">Art. 28 Abs. 2 IVG</span>), die Aufgabe des </div> <div class="para">Arztes im Rahmen der Invaliditätsbemessung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-V-133%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page134">BGE 115 V 134</a> </div> <div class="para">Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3, 105 V 158 Erw. 1) und die Beweis- </div> <div class="para">würdigung von Arztberichten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-157%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page160">BGE 122 V 160</a> Erw. 1c mit Hin- </div> <div class="para">weisen; siehe auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-351%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page352">BGE 125 V 352</a> ff. Erw. 3) zutreffend </div> <div class="para">dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) aa) Gemäss <span class="artref">Art. 17 Abs. 1 IVG</span> hat der Versicherte </div> <div class="para">Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, </div> <div class="para">wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und </div> <div class="para">dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder </div> <div class="para">wesentlich verbessert werden kann. Nach der Rechtsprechung </div> <div class="para">ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliede- </div> <div class="para">rungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die not- </div> <div class="para">wendig und geeignet sind, dem vor Eintritt der Invalidität </div> <div class="para">bereits erwerbstätig gewesenen Versicherten eine seiner </div> <div class="para">früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu ver- </div> <div class="para">mitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden </div> <div class="para">Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbil- </div> <div class="para">dungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter </div> <div class="para">Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der </div> <div class="para">Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Ein- </div> <div class="para">gliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, </div> <div class="para">nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmögli- </div> <div class="para">chen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung le- </div> <div class="para">diglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall not- </div> <div class="para">wendig, aber auch genügend ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-108%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page110">BGE 124 V 110</a> Erw. 2a mit </div> <div class="para">Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Der Umschulungsanspruch setzt eine Invalidität </div> <div class="para">oder die unmittelbare Bedrohung durch eine solche voraus </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 8 Abs. 1 IVG</span>). Als invalid im Sinne von <span class="artref">Art. 17 IVG</span> </div> <div class="para">gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert ist, weil der Ge- </div> <div class="para">sundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche </div> <div class="para">die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder </div> <div class="para">teilweise unzumutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad </div> <div class="para">ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben; nach der </div> <div class="para">Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn der Versicherte in </div> <div class="para">den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren </div> <div class="para">Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dau- </div> <div class="para">ernde Erwerbseinbusse von etwa 20 Prozent erleidet (BGE 124 </div> <div class="para">V 110 f. Erw. 2b mit Hinweisen; AHI 2000 S. 62 Erw. 1, 1997 </div> <div class="para">S. 80 Erw. 1b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> cc) Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne </div> <div class="para">der erwähnten Rechtsprechung ist in erster Linie auf die </div> <div class="para">miteinander zu vergleichenden Erwerbsmöglichkeiten im ur- </div> <div class="para">sprünglichen und im neuen Beruf oder in einer dem Versi- </div> <div class="para">cherten zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Dabei geht es </div> <div class="para">jedoch nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen </div> <div class="para">- gleichsam im Sinne einer Momentaufnahme - ausschliesslich </div> <div class="para">vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten </div> <div class="para">Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen </div> <div class="para">Ausbildungsstand einerseits und die damit zusammenhängende </div> <div class="para">künftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten ander- </div> <div class="para">seits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vor- </div> <div class="para">zunehmenden Prognose (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F110-V-99%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page102">BGE 110 V 102</a> Erw. 2) und unter Be- </div> <div class="para">rücksichtigung der gesamten Umstände nicht nur der Ge- </div> <div class="para">sichtspunkt der Verdienstmöglichkeit, sondern der für die </div> <div class="para">künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame quali- </div> <div class="para">tative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mit- </div> <div class="para">zuberücksichtigen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-108%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page111">BGE 124 V 111</a> f. Erw. 3b; AHI 1997 S. 81 </div> <div class="para">f. Erw. 2b und S. 86 Erw. 2b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- a) Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das So- </div> <div class="para">zialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der angefoch- </div> <div class="para">tenen Verfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt, der </div> <div class="para">zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-362%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page366">BGE 121 V 366</a> </div> <div class="para">Erw. 1b mit Hinweisen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt </div> <div class="para">seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand </div> <div class="para">einer neuen Verwaltungsverfügung sein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-362%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page366">BGE 121 V 366</a> </div> <div class="para">Erw. 1b mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren ist vom Untersu- </div> <div class="para">chungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Verwaltung und </div> <div class="para">Sozialversicherungsrichter von sich aus für die richtige </div> <div class="para">und vollständige Abklärung des Sachverhalts zu sorgen. Die- </div> <div class="para">ser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt. Die be- </div> <div class="para">hördliche und richterliche Abklärungspflicht umfasst nicht </div> <div class="para">unbesehen alles, was von einer Partei behauptet oder ver- </div> <div class="para">langt wird. Vielmehr bezieht sie sich nur auf den im Rahmen </div> <div class="para">des streitigen Rechtsverhältnisses (Streitgegenstand) </div> <div class="para">rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle </div> <div class="para">Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den </div> <div class="para">streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist </div> <div class="para">(Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, </div> <div class="para">S. 43 und 273). In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden </div> <div class="para">und Sozialversicherungsrichter zusätzliche Abklärungen </div> <div class="para">stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu aufgrund </div> <div class="para">der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten erge- </div> <div class="para">benden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 </div> <div class="para">V 282 Erw. 4a mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Der Beschwerdeführer macht in zweierlei Hinsicht </div> <div class="para">eine unvollständige Abklärung des rechtserheblichen Sach- </div> <div class="para">verhalts geltend. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Mit Bezug auf die Art und Schwere seines Gesund- </div> <div class="para">heitsschadens verweist er auf den Bericht des Dr. med. </div> <div class="para">S.________ vom 2. Juli 1999, der anlässlich der Unter- </div> <div class="para">suchungen vom 11. November und 10. Dezember 1997 eine </div> <div class="para">schwere reaktive Depression festgestellt und ihn zur </div> <div class="para">Behandlung an die Psychiatrische Poliklinik des Spitals </div> <div class="para">Y.________ überwiesen hat. Dieser psychische Gesundheits- </div> <div class="para">schaden und seine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei </div> <div class="para">von der IV-Stelle noch abzuklären. </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer übersieht, dass es zur Annahme </div> <div class="para">einer durch einen geistigen Gesundheitsschaden verursachten </div> <div class="para">Erwerbsunfähigkeit nicht genügt, dass ein Versicherter </div> <div class="para">nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist viel- </div> <div class="para">mehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähig- </div> <div class="para">keit sei ihm sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder </div> <div class="para">- als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesell- </div> <div class="para">schaft untragbar (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F102-V-165%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page165">BGE 102 V 165</a>; AHI 1996 S. 302 Erw. 2a, </div> <div class="para">S. 305 Erw. 1a, S. 308 Erw. 2a; ZAK 1992 S. 170 Erw. 2a mit </div> <div class="para">Hinweisen). Diese rechtserhebliche Frage liess sich aber im </div> <div class="para">November/Dezember 1997, das heisst im Zeitpunkt des Erlas- </div> <div class="para">ses der angefochtenen Verfügungen (vgl. Erw. 3a) vom </div> <div class="para">20. November und 12. Dezember 1997, hinsichtlich der da- </div> <div class="para">mals, soweit aus den Akten ersichtlich, erstmals aufgetre- </div> <div class="para">tenen depressiven Erkrankung des Beschwerdeführers noch gar </div> <div class="para">nicht beurteilen. Denn dabei handelt es sich um ein labiles </div> <div class="para">pathologisches Geschehen, für dessen Behandlung eine rela- </div> <div class="para">tiv breite Palette von Therapien zur Verfügung steht. Ob </div> <div class="para">und in welchem Masse einem an Depressionen leidenden Versi- </div> <div class="para">cherten die Verwertung seiner Arbeitsfähigkeit auf dem </div> <div class="para">freien Arbeitsmarkt nicht mehr zumutbar ist, kann daher </div> <div class="para">erst nach Durchführung therapeutischer oder rehabilitativer </div> <div class="para">Massnahmen beurteilt werden. Beim Beschwerdeführer waren </div> <div class="para">therapeutische Massnahmen im Zeitpunkt des Erlasses der </div> <div class="para">angefochtenen Verfügungen vom 20. November und 12. Dezember </div> <div class="para">1997 eben erst eingeleitet worden, weshalb Vorinstanz und </div> <div class="para">Verwaltung die allfälligen invalidisierenden Auswirkungen </div> <div class="para">seines depressiven Leidens zu Recht nicht abgeklärt und </div> <div class="para">berücksichtigt haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Hinsichtlich des massgebenden Valideneinkommens </div> <div class="para">macht der Beschwerdeführer geltend, sein Nebenerwerbsein- </div> <div class="para">kommen als Hauswart sei von Vorinstanz und Verwaltung nicht </div> <div class="para">berücksichtigt worden. </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer hat in seiner Anmeldung vom </div> <div class="para">16. Dezember 1996 eine Nebenbeschäftigung als Hauswart in </div> <div class="para">der Zeit vom 1. Juni 1994 bis 30. März 1995 angegeben. In </div> <div class="para">der Folge hat er diesen Nebenerwerb gegenüber dem Berufs- </div> <div class="para">berater der IV-Stelle nie mehr erwähnt, namentlich auch </div> <div class="para">nicht bei der Abklärung seiner erwerblichen Verhältnisse. </div> <div class="para">Die Akten enthalten daher keinerlei Anhaltspunkte, dass es </div> <div class="para">sich bei der fraglichen Nebenbeschäftigung um eine nicht </div> <div class="para">bloss gelegentlich und nicht nur während verhältnismässig </div> <div class="para">kurzer Zeit ausgeübte Nebenerwerbstätigkeit gehandelt hat, </div> <div class="para">so dass sie bei der Ermittlung des hypothetischen Validen- </div> <div class="para">einkommens zu berücksichtigen wäre (ZAK 1980 S. 593 </div> <div class="para">Erw. 3a). Dementsprechend haben Vorinstanz und Verwaltung </div> <div class="para">mangels Rechtserheblichkeit dieses Nebenerwerbseinkommens </div> <div class="para">auf entsprechende Abklärungen zu Recht verzichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 5.- a) Vorinstanz und Verwaltung haben für die Bemes- </div> <div class="para">sung des vom Beschwerdeführer ohne Invalidität erzielbaren </div> <div class="para">Einkommens in seinem angestammten Beruf als angelernter </div> <div class="para">Gipser auf den für im Gipsergewerbe tätige Berufsarbeiter </div> <div class="para">mit mehrjähriger Erfahrung (Kat. B) gesamtarbeitsvertrag- </div> <div class="para">lich festgelegten Mindestlohn von Fr. 4419.- monatlich im </div> <div class="para">Jahre 1997 abgestellt, was inkl. 13. Monatslohn einem Vali- </div> <div class="para">deneinkommen von rund Fr. 4780.- entspricht. Es liegt </div> <div class="para">nichts dafür vor, dass dieser Tariflohn geringer wäre als </div> <div class="para">die in der Gipserbranche durchschnittlich, effektiv bezahl- </div> <div class="para">ten Löhne und somit der gesamtarbeitsvertragliche Normal- </div> <div class="para">lohn für die Festlegung des Valideneinkommens nicht reprä- </div> <div class="para">sentativ wäre. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) aa) Für die Bemessung des Invalideneinkommens sind </div> <div class="para">Vorinstanz und Verwaltung davon ausgegangen, dass dem Be- </div> <div class="para">schwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt unter Be- </div> <div class="para">rücksichtigung seiner asthmatisch bedingten Einschränkung </div> <div class="para">auf Arbeiten ohne oder mit minimer Staubexposition ein </div> <div class="para">breiter Fächer von geeigneten Verweisungsberufen offen </div> <div class="para">steht: Lagermitarbeiter, interner oder Auto-Kurier, Kassa- </div> <div class="para">tätigkeit im Verkauf, Kontroll-, Überwachungs- oder Sor- </div> <div class="para">tierarbeiten, Tätigkeit in der Spedition oder Verpackung, </div> <div class="para">eventuell auch im Gastgewerbe. Soweit dem Beschwerdeführer </div> <div class="para">entsprechende Arbeitsstellen aufgrund seines Status als </div> <div class="para">Asylbewerber aus fremdenpolizeilichen Gründen nicht zugäng- </div> <div class="para">lich sind, ist die gescheiterte Arbeitsvermittlung nicht </div> <div class="para">auf gesundheitlich bedingte, sondern auf invaliditätsfremde </div> <div class="para">Schwierigkeiten zurückzuführen und daher für die Belange </div> <div class="para">der Invalidenversicherung unbeachtlich. </div> <div class="para"> Die Vorinstanz hat anhand der Tabellengruppe A der </div> <div class="para">Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 1996 (LSE 1996) einen </div> <div class="para">durchschnittlichen Bruttolohn (inkl. 13. Monatslohn) für </div> <div class="para">mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau </div> <div class="para">4) beschäftigte Männer von Fr. 4671.- monatlich ermittelt. </div> <div class="para">Da dieser Tabellenlohn auf einer Wochenarbeitszeit von </div> <div class="para">40 Stunden basiert, hat die Vorinstanz ihn auf eine be- </div> <div class="para">triebsübliche Arbeitszeit von 41,9 Wochenstunden um- sowie </div> <div class="para">die Nominallohnentwicklung im Jahre 1997 aufgerechnet. Für </div> <div class="para">den Zeitpunkt der angefochtenen Verfügungen ergab sich so </div> <div class="para">ein hypothetischer Invalidenlohn von Fr. 4898.- monatlich. </div> <div class="para">Davon hat die Vorinstanz einen Abzug von 10 % vorgenommen, </div> <div class="para">so dass ein massgebliches Invalideneinkommen von rund </div> <div class="para">Fr. 4400.- monatlich resultierte. Diese Bemessung des trotz </div> <div class="para">gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise noch rea- </div> <div class="para">lisierbaren Einkommens nach Massgabe der statistischen </div> <div class="para">Tabellenlöhne ist rechtsprechungskonform (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page322">BGE 124 V 322</a> f. </div> <div class="para">Erw. 3b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Der Beschwerdeführer rügt die Höhe des Abzuges. </div> <div class="para">Dieser sei auf 25 % festzusetzen. </div> <div class="para"> Nach der Rechtsprechung ist bei der Ermittlung des </div> <div class="para">Invalideneinkommens der Umstand zu berücksichtigen, dass </div> <div class="para">gesundheitlich beeinträchtigte Personen, welche nicht mehr </div> <div class="para">voll leistungsfähig sind, das durchschnittliche Lohnniveau </div> <div class="para">im fraglichen Wirtschaftszweig häufig nicht erreichen. Ob </div> <div class="para">ein sogenannter "leidensbedingter Abzug" gerechtfertigt ist </div> <div class="para">und allenfalls in welcher Höhe, ist anhand der gesamten Um- </div> <div class="para">stände des Einzelfalles zu prüfen. Es kommt nicht generell </div> <div class="para">und in jedem Fall ein Abzug von 25 % zur Anwendung (RKUV </div> <div class="para">1999 Nr. U 343 S. 413 Erw. 4b/cc; AHI 1998 S. 177 Erw. 3a). </div> <div class="para"> Im vorliegenden Fall ist zu beachten, dass der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer für die erwähnten Verweisungstätigkeiten </div> <div class="para">voll arbeitsfähig ist und einer solchen während der be- </div> <div class="para">triebsüblichen Normalarbeitszeit nachgehen könnte, ohne </div> <div class="para">dass ein potentieller Arbeitgeber auf gesundheitliche Ein- </div> <div class="para">schränkungen seines Leistungsvermögens Rücksicht nehmen </div> <div class="para">müsste. Diesen Verhältnissen hat die Vorinstanz mit einer </div> <div class="para">Kürzung des Tabellenlohnes um 10 % angemessen Rechnung </div> <div class="para">getragen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 6.- a) Aus der Gegenüberstellung der von der Vorin- </div> <div class="para">stanz nach dem Gesagten rechtskonform ermittelten Ver- </div> <div class="para">gleichseinkommen von Fr. 4780.- (Valideneinkommen) und </div> <div class="para">Fr. 4400.- (Invalideneinkommen) resultiert ein Invalidi- </div> <div class="para">tätsgrad von weniger als 10 %, weshalb ein Rentenanspruch </div> <div class="para">entfällt. </div> <div class="para"> b) Die für den Beschwerdeführer in einem ohne zusätz- </div> <div class="para">liche berufliche Ausbildung zumutbaren Verweisungsberuf re- </div> <div class="para">sultierende Erwerbseinbusse liegt deutlich unter der für </div> <div class="para">den Umschulungsanspruch erforderlichen Mindestinvalidität </div> <div class="para">von 20 % (vgl. Erw. 2b/bb), weshalb ein solcher von vornhe- </div> <div class="para">rein ausgeschlossen ist. Werden das qualitative Ausbil- </div> <div class="para">dungsniveau des Beschwerdeführers in seinem früheren Beruf, </div> <div class="para">dessen Stellenwert und die künftige Einkommensentwicklung, </div> <div class="para">die er in seiner angestammten Tätigkeit als angelernter </div> <div class="para">Gipser hätte erwarten können, mit den Ausbildungsanforde- </div> <div class="para">rungen, dem Stellenwert und den erwerblichen Möglichkeiten </div> <div class="para">in den zumutbaren Verweisungsberufen verglichen, kann auch </div> <div class="para">die annähernde Gleichwertigkeit der zu vergleichenden Be- </div> <div class="para">rufe nicht verneint werden. Denn der Beschwerdeführer hat </div> <div class="para">keine Berufslehre absolviert und kann sich die in seinem </div> <div class="para">früheren Beruf erworbene Erfahrung und manuelle Fertigkeit </div> <div class="para">ohne zusätzliche berufliche Ausbildung auch in einem der </div> <div class="para">Verweisungsberufe selbst aneignen. Es besteht auch aus </div> <div class="para">diesem Grund kein Anspruch auf Umschulung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Zusammenfassend erweisen sich die vom Beschwerde- </div> <div class="para">führer verlangten ergänzenden medizinischen Sachverhalts- </div> <div class="para">abklärungen als unerheblich und die Verwaltungsgerichtsbe- </div> <div class="para">schwerde ist sowohl mit Bezug auf den streitigen Renten- </div> <div class="para">als auch den Umschulungsanspruch abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 7.- Da es im vorliegenden Verfahren um Versicherungs- </div> <div class="para">leistungen geht, sind gemäss <span class="artref">Art. 134 OG</span> keine Gerichtskos- </div> <div class="para">ten zu erheben. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege </div> <div class="para">im Sinne der Befreiung von den Gerichtskosten erweist sich </div> <div class="para">daher als gegenstandslos. Die unentgeltliche Verbeiständung </div> <div class="para">kann hingegen gewährt werden (Art. 152 in Verbindung mit </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 135 OG</span>), da die Bedürftigkeit aktenkundig ist, die Be- </div> <div class="para">schwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen und die Ver- </div> <div class="para">tretung geboten war (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-201%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page202">BGE 125 V 202</a> Erw. 4a mit Hinweisen). </div> <div class="para">Es wird indessen ausdrücklich auf <span class="artref">Art. 152 Abs. 3 OG</span> auf- </div> <div class="para">merksam gemacht, wonach die begünstigte Partei der Ge- </div> <div class="para">richtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie später </div> <div class="para">dazu im Stande ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>III. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung</i> </div> <div class="para"> wird Fürsprecher S.________ für das Verfahren vor dem </div> <div class="para"> Eidgenössischen Versicherungsgericht aus der Ge- </div> <div class="para"> richtskasse eine Entschädigung (einschliesslich Mehr- </div> <div class="para"> wertsteuer) von Fr. 1500.- ausgerichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>IV. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversiche-</i> </div> <div class="para"> rungsgericht des Kantons Zürich, der Ausgleichskasse </div> <div class="para"> des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Sozialversi- </div> <div class="para"> cherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 4. Mai 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der IV. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>