A. Verwaltungsentscheide 1459 5 fel rechtmässig, womit auch die Voraussetzung für e ine akzessorische Überprüfung des Quartierplans nicht gegeben sind. Departement Bau und Umwelt, 22.12.2008 1459 Baubewilligungsverfahren . Bei der Anwendung der kommunalen Bauvorschriften steht der Gemeinde eine erhebliche Ermessens- freiheit zu. Die Rekursinstanz hebt folglich den En tscheid der Vorinstanz nicht ohne weiteres auf, es sei denn, es würde ein offensichtlicher Ermessensmissbrauch vorliegen. Aus den Erwägungen: 5. b) Die Gestaltung der Siedlungen, Bauten und Anlagen i st eines der Anliegen, auf welches die Behörden bei de r Erfüllung ihres Raumplanungsauftrages Rücksicht zu nehmen haben. In sbesondere haben die mit Planungsaufgaben Betrauten darauf zu achten, dass sich Bauten und Anlagen in die Landschaft einordnen , was dann der Fall ist, wenn sich einerseits die einzelnen Bauwer ke in sie einordnen, andererseits Einzelbauten untereinander ein ausgewo genes Sied - lungsbild ergeben (Art. 3 Abs. 2 lit. b RPG; EJPD/BRP, Erläuterungen z u m R P G , N 3 1 z u A r t . 3). In diesem Sinne bestimmt Art. 112 Abs. 1 BauG, dass sich Bauten und Anlagen so in ihre bauli che und landschaftliche Umgebung einzufügen haben, dass ein e gute Ge - samtwirkung entsteht (Einordnungsgebot); sie dürfen das Orts -, Quartier- und Landschaftsbild nicht wesentlich beeinträchtig en (Beeinträchtigungsverbot). Daneben sind auch die Gemeinden befugt, eigene Gest altungs- vorschriften zu erlassen. Dies ergibt sich insbeson dere aus Art. 15 Abs. 2 lit. e und h BauG, wonach die Gemeinden in ihren Bau - reglementen Bestimmungen über "Anforderungen an die architekto - nische Gestaltung" und kommunale Schutzvorschriften erlassen dürfen. Das kantonale Recht lässt mithin den Gemein den im Bereich der Gestaltung einen geschützten Autonomiebereich. Dies ermöglicht den Gemeinden unter anderem, auf ihre eigenen örtli chen Ver - hältnisse Rücksicht zu nehmen und lokale öffentlich e Interessen im Bereich des Bauwesens zu wahren. Inhaltlich müssen diese 5A. Verwaltungsentscheide 1459 6 Bestimmungen über die kantonalen Vorschriften, die als Grundan - forderung zu betrachten sind, welchen jedes Bauvorh aben zu genügen hat, hinausgehen, damit ihnen selbständige Bedeutung zukommt. Gleichzeitig haben sie sich als verfassung s- und ver - hältnismässig zu erweisen. In diesem Sinne bestimmt Art. 27 Abs. 2 BauR, dass in der Ortsbildschutzzone, sowie im Sich tbereich von künstlerisch oder geschichtlich wertvollen Stätten, Bauten und Bau - teilen erhöhte Anforderungen an die Gestaltung von Bauten und Anlagen gelten. Diese Bauten und Anlagen, inklusive der Umge - bungs- und Strassenraumgestaltung, haben sich in Bezug au f ihre Gesamtwirkung, insbesondere Bedachung, Form und Gli ederung der Baumassen, Wirkung von Materialien und Farbe, Stell ung und Grösse der Bauten, Bepflanzung etc. so in die landschaftli che und bauliche Umgebung einzugliedern, dass eine gute Einpassung i n das Orts- und Landschaftsbild erreicht wird. c) Grundsätzlich steht der Rekursinstanz die volle Übe rprüfungs- befugnis in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht zu. Indes ergeben sich etwa bei Ermessensbestimmungen des kommunalen Rechts oder dort, wo das kantonale Recht den Gemeinden ein e relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit einräumt, aufgrund der Gemeinde - autonomie bestimmte Einschränkungen dieses Grundsat zes. In die - sem Sinne auferlegen sich die Verwaltungsbehörden b ei der Aus - legung von Ästhetikvorschriften eine gewisse Zurück haltung; sie heben einen Entscheid nicht wegen einer anderen äst hetischen Wertung des Falles auf. Ein Einschreiten ist hingeg en dann gerechtfertigt, wenn die umstrittene kommunale Lösu ng aus dem Blickwinkel der übergeordneten Interessen als unzwe ckmässig er - scheint (vgl. BGE 1 16 Ia 227; 113 Ia 194 f.). Eine blosse Will - kürprüfung würde nicht ausreichen (vgl. BGE 115 Ia 6 ff.). Bei der Anwendung von Art 27 BauR steht der Gemeind e eine erheb - liche Ermessensfreiheit, wie oben erwähnt, zu. Die Rekursinstanz hebt folglich den Entscheid der Vorinstanz nicht oh ne weiteres auf, es sei denn, es würde ein offensichtlicher Ermessensmi ssbrauch vor - liegen. d) Der Rüge, dass das Bauvorhaben durch seine Dichtigk eit und Massigkeit gegen das Einordnungsgebot verstosse und hinsichtlich ästhetischer und kubischer Gestaltung jegliche Sens ibilität vermissen lasse, ist entgegenzuhalten, dass die Anordnung und Gliederung der Bauten sowie das Verhältnis zur Regelbauweise berei ts im Quartier - 6A. Verwaltungsentscheide 1459 7 plan festgelegt wurde und sich das Bauvorhaben an d iesen zu halten hat. In diesem Sinn hat das Bauvorhaben keinesfalls vollständig mit der bestehenden Siedlungsstruktur der R. überein zu stimmen. Daran vermögen auch die von R.B. am 20. November 2008 ein gereichten Fotomontagen nichts zu ändern, zumal die geplanten Gebäude durch die vorgesehene Fassadengliederung und Dachstruktur weit weniger massiv in Erscheinung treten werden, als es R.B. be i einer blossen Verbindung der Visiere zu veranschaulichen versucht . Der Augen - schein hat im Weiteren aufgezeigt, dass die aktuell e Situation mit der bestehenden Migros, bei welcher weder auf das denkm algeschützte Haus noch das Grubenmann -Haus auf der anderen Strassenseite Rücksicht genommen wurde, nicht gerade als architek tonische bzw. ästhetische Meisterleistung bezeichnet werden kann. Durch den geplanten Bau wird den Anforderungen an das Ortsbil d insoweit Rechnung getragen, als der Kopfbau mit einem Schräg dach versehen wird und dieser verschiedene durch den Ortsbildschu tz bedingte gestalterische Auflagen einhalten muss. Insofern wi rd das bestehende Ortsbild durch den Neubau keinesfalls beeinträchtig t, was zur Folge hat, dass dieser den Anforderungen an das Einordnun gsgebot zu entsprechen vermag. In Bezug auf den sich in der kommunalen Ortsbildsch utzzone befindlichen Kopfbau ist im Weiteren hervorzuheben, dass ein erstes Baugesuch nach einer Einsprache des Heimatschutzes abge- schrieben wurde und die Bauherrschaft die gerügten Mängel beim neuen Projekt entsprechend korrigiert hat. Die Bauh errschaft wurde bei der Ausarbeitung des neuen Projekts betreffend Gestaltung durch das Fachgremium für Architektur - und Ortsbildberatung T. (F.A.O.T) und später ebenfalls durch die Denkmalpflege berate n. Damit sollte auch sichergestellt werden, dass die architektonisc he Gestaltung der Bauten gemäs s Art. 9 der Sonderbauvorschriften (SBV) innerhalb eines Baufelds insbesondere bezüglich der Gebäudefo rm und der Materialisierung der Fassaden aufeinander abgestimm t ist. Beim F.A.O.T handelt es sich unbestritten um ein mit den örtlichen Ver - hältnissen vertrautes Gremium. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass mit dessen Beratung sowie durch die in Ziffer 3.1 des Entscheids der Baubewilligungskommission T. verfügt en Auflagen den gestalterischen Anforderungen hinreichend Rechn ung getragen werden wird. Daran vermögen die Ausführungen der Re kurrentin nichts zu ändern, in welchen sie die Kompetenz des F.A.O.T. in Frage 7A. Verwaltungsentscheide 1460 8 stellt und andere gestalterische Präferenzen bekund et, zumal sie diesbezügliche Behauptungen nicht genügend substant iiert. Im Weite- ren vermag die Rekurrentin mit ihren pauschalen Aus führungen nicht zu begründen, inwiefern das Bauvorhaben gegen das E inord- nungsgebot verstösst oder weshalb die notwendigen A ufschüttungen und Terrainveränderungen sich mangelhaft auf das Te rrain auswirken sollten. Zusammenfassend ist daher kein Ermessensmissbrauc h der Vorinstanz ersichtlich, womit der Entscheid der Bau bewilligungs- kommission T. in gestalterischer Hinsicht nicht zu beanstanden ist. Das Departement Bau und Umwelt i.V. kommt damit zum Schluss, dass das Bauprojekt unter Beachtung der verfügten A uflagen in gestalterischer Hinsicht bewilligungsfähig ist. Departement Bau und Umwelt, 22.12.2008 1460 Baubewilligungsverfahren . Quartierplankonformität: Grundeigentü - merverbindlich sind nur die Festlegungen im Plan so wie die Sonder - bauvorschriften. Allfällige Beilagepläne haben nur richtungsweisenden Charakter. Aus den Erwägungen: 2. Zu prüfen ist vorab der sinngemässe Einwand des Rek urrenten, das bewilligte Bauvorhaben sei nicht quartierplanko nform. So sei an - lässlich der Genehmigung des Quartierplans von eine m öffentlich zugänglichen Waschplatz, einer Tankstelle sowie 13 (recte 14) Park - plätzen niemals die Rede gewesen. Damals sei nur ge ltend gemacht worden, die Einrichtungen (Waschplatz und allenfall s Tankstelle) würden dem Eigengebrauch dienen, weshalb davon ausg egangen werden konnte, dass sich der zusätzliche Verkehr in Grenzen halten werde. Der Quartierplan sei somit unter falschen Vo raussetzungen erstellt und auch genehmigt worden, da das vorliege nde Projekt nur noch wenig mit dem Vorprojekt zu tun habe, welches Grundlage des Quartierplans gewesen sei. 2.1 Gemäss dem rechtskräftigen Zonenplan der Gemeinde W . vom 29. März 1994 soll das strittige Bauvorhaben in der Gewerbe - zone II realisiert werden, welche zusätzlich mit ei ner Zone für Quar - 8