Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. März 2015 (725 14 304 / 50) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Rentenrevision, Nachweis eines Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG durch den Unfallversicherungsträger nicht erbracht Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Kathrin Bichsel, Advo- katin, Blumenrain 3, 4001 Basel gegen Allianz Suisse Versicherungs -Gesellschaft AG , Postfach , 8010 Zürich, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen (Schaden-Nr. 1988 6621290) A. Die 1961 geborene A.____ arbeitete seit 1. März 1987 als IPS-Schwester im Spital B.____ in Basel. In dieser Eigenschaft war sie bei der Elvia Schweizerische Versicherungsge- sellschaft ([Elvia] bzw. ab 28 November 2002 Allian z Suisse Versicherungs-Gesellschaft [Alli- anz]) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- un d Nichtberufsunfällen versichert. Am 15. Dezember 1988 fiel ihr bei der Arbeit das Gehäu se des Röntgenapparates auf den Kopf, wobei sie sich eine Stauchung der HWS und der BWS z uzog. Die Elvia anerkannte ihre Leis- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungspflicht und erbrachte in der Folge die gesetzliche n Leistungen. Bereits 10 Tage nach dem Unfall nahm A.____ ihre Arbeit wieder zu 100% auf. Die medizinische Behandlung wurde im Frühjahr 1989 abgeschlossen. Im Mai 1990 wurde der El via ein Rückfall gemeldet. In diesem Zusammenhang wurde die Diagnose einer Neurasthenie sow ie einer Erschöpfungsdepression gestellt. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete A.____ bei der C.___ als Kundenberaterin. Im November 1990 meldete sie sich zudem bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbe- zug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerbl ichen Verhältnisse sprach die IV- Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) der Versicherten mit Verfügung vom 29. Oktober 1993 ab 1. August 1990 eine halbe Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 53% und ab 1. März 1991 eine ganze Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 73% zu. Darauf folgend sprach die Elvia A.____ mit Verfügung vom 21. September 1995 ei ne Komplementärrente im Umfang von monatlich Fr. 3‘253.- sowie eine Integritätsentschädigu ng von 40% zu. Diese Verfügung ist in Rechtskraft erwachsen. B. Im Rahmen eines Revisionsverfahrens, welches die IV-S telle von Amtes wegen einlei- tete, wurde das zunächst von der IV-Stelle eingeholte G utachten samt ergänzender Stellung- nahme vom Regionalen Ärztlichen Dienst beider Basel ( RAD) nicht als geeignete Entscheid- grundlage befunden. In der Folge beauftragte die IV -Stelle die D.____ mit einer stationären Ab- klärung. Nachdem der RAD auch das Gutachten der D.___ b eanstandet hatte, holte die IV- Stelle ein weiteres psychiatrisches Gutachten ein. Die geg en die gestützt darauf ergangene Verfügung geführte Beschwerde hiess das Kantonsgericht d es Kantons Basel-Landschaft, Ab- teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) mit Urt eil vom 10. Mai 2012 gut. Es ent- schied, dass bei im Wesentlichen gleich gebliebener Diagnose und Symptomatik, keine wesent- liche Veränderung des Gesundheitszustandes erstellt sei. Hi nsichtlich des Gutachtens der D.____ befand das Gericht, dass dieses umfassend und schlüssig sei und von weiteren Abklä- rungen keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten seien. Entsprechend sei die Einholung eines weiteren Gutachtens nicht geboten. C. Im Mai 2013 leitete auch die Allianz ein Revisionsve rfahren ein. Gestützt auf das von der IV-Stelle eingeholte Gutachten der D.____, stellt e sie mit Verfügung vom 30. August 2013 die Leistungen rückwirkend auf den 30. Juni 2013 ein. Zu r Begründung führte sie an, dass die leistungszusprechende Verfügung vom 21. September 1995 i nsofern zweifellos unrichtig sei, als der versicherte Verdienst falsch berechnet worden sei, mit der Folge, dass zu hohe Renten- leistungen ausbezahlt worden seien. Demzufolge sei ein Wi edererwägungsgrund gegeben. Überdies sei auch ein Revisionsgrund gegeben, da bezüglic h der unfallkausalen Beschwerden eine Besserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Es sei der Status quo sine einge- treten, so dass die aktuellen Beschwerden nicht mehr nat ürlich kausal auf das Unfallereignis zurückzuführen seien. Dessen ungeachtet fehle es zweifello s an der Adäquanz des aktuellen Beschwerdebildes. Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Allianz mit Ein- spracheentscheid vom 1. September 2014 ab. Dabei führte sie im Wesentlichen aus, dass zwar kein Wiedererwägungsgrund vorliege, da der versicherte V erdienst zum damaligen Zeitpunkt vergleichsweise festgelegt worden sei. Indessen liege ab er ein Revisionsgrund vor, da sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit der Rentenzuspra che erheblich verschlechtert habe. Demnach könne der Rentenanspruch umfassend neu überprü ft werden. Die Frage nach dem Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht natürlichen Kausalzusammenhang könne offen bleiben, da das Kriterium der Adäquanz zweifel- los zu verneinen sei. Dies weil der Unfall grundsätzlich als leichter Bagatellunfall zu qualifizieren sei. Selbst wenn von einem mittelschweren Unfall auszugeh en wäre, ergebe die Adäquanzprü- fung nach BGE 115 V 133, dass keines der erforderlichen Kriterien erfüllt sei. D. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durc h Advokatin Kathrin Bichsel, am 2. Oktober 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte sie, in Aufhebung des an- gefochtenen Einspracheentscheids vom 1. September 2014 seien ihr weiterhin ab 1. Juli 2013 die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei festzustellen, dass die Versiche- rungsleistungen erst per 1. Oktober 2013 eingestellt we rden könnten; alles unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass das Unfallereignis sehr eindrücklich und äusserst traumatisierend gewesen sei, wesh alb von einem mittelschweren Unfall auszugehen sei. Die Frage könne indessen offen bleiben, da sich ihr Gesundheitszu- stand nicht wesentlich verschlechtert habe. Vielmehr er gebe sich anhand eines Vergleichs zwi- schen den ärztlichen Beurteilungen im Zeitpunkt der urspr ünglichen Rentenzusprache und den aktuellen ärztlichen Beurteilungen, dass keine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades er- stellt sei. Entsprechend sei eine Revision der Rente nicht zulässig. E. Mit Vernehmlassung vom 22. Dezember 2014 beantrag te die Allianz die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 AT SG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in Liestal, weshal b die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des G esetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurtei lt das Kantonsgericht als Versi- cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kanton s Beschwerden gegen Einsprache- entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. E s ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 2. Oktober 2 014 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die B eschwerdegegnerin die Versiche- rungsleistungen zu Recht mit Einspracheentscheid vom 1. S eptember 2014 rückwirkend per Ende Juni 2013 eingestellt hat. Massgebend ist dabei de r Sachverhalt, wie er sich bis zum Er- lass des angefochtenen Einspracheentscheids vom 1. Septem ber 2014 entwickelt hat. Dieser Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbe- fugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Nach der Legaldefinition von Art. 4 ATSG gilt als Unfall die plötzliche, nicht beabsi chtigte schädigende Einwirkung eines un- gewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körpe r, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zu r Folge hat. Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenren- te (Art. 18 Abs. 1 UVG). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allge meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Die Invalidenrente beträgt bei Vollinvalidität 8 0 Prozent des versicherten Verdienstes; bei Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG). Hat der versicherte An- spruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (IV) ode r auf eine Rente der Alters- und Hin- terlassenenversicherung (AHV) so wird ihm gemäss Art. 20 Abs. 2 UVG eine Komplementärren- te gewährt; diese entspricht der Differenz zwischen 90 P rozent des versicherten Verdienstes und der Rente der IV oder der AHV, höchstens aber dem für Voll- oder Teilinvalidität vorgese- henen Betrag (Satz 1). Die Komplementärrente wird be im erstmaligen Zusammentreffen der erwähnten Renten festgesetzt und lediglich späteren Änd erungen der für Familienangehörige bestimmten Teile der Rente der IV oder AHV angepasst ( Satz 2). Nach Abs. 3 desselben Arti- kels erlässt der Bundesrat nähere Vorschriften, namentlich über die Berechnung der Komple- mentärrenten in Sonderfällen, von welcher Rechtsetzungsko mpetenz er in Art. 31 ff. UVV Ge- brauch gemacht hat. 3.4 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UV G setzt – unter anderem – voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigun g) ein natürlicher und adäquater Kausalzu- sammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzu- sammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. n icht zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall di e alleinige oder unmittelbare Ursa- che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In tegrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl . BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, zu deren B eantwortung die rechtsanwenden- de Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – auf ärztliche Erkenntnisse ange- wiesen sind. Für den Nachweis des natürlichen Kausalzusamme nhangs genügt der im Sozial- versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden W ahrscheinlichkeit. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründu ng eines Leistungsanspruchs nicht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geei gnet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) . Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftu ngsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzu- sammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eing etretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechts erhebliche Kausalzusammenhang be- steht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Ge- richt zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 3.5 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist darauf hinzuwe isen, dass der Sozialversicherungs- prozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist. Danach h aben der Sozialversicherer und das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht unbeschränkt; er findet sein Kor- relat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 1 25 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen). Wegen der Massgeblichkeit des Untersuchungsgrundsatzes entfällt im Sozialversicherungsrecht eine Beweisführungslast. Immerh in tragen die Parteien im Sozialver- sicherungsverfahren eine dahingehende Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (BGE 121 V 208 E. 6a, 115 V 133 E. 8a). 4.1 Wie eingangs erwähnt, hat die Allianz die mit Ver fügung vom 21. September 1995 in- folge eines Rückfalles, in erster Linie aufgrund psychische r Gesundheitsbeeinträchtigungen, zugesprochene Komplementärrente im Rahmen eines von Amt es wegen eingeleiteten Revisi- onsverfahrens mit Verfügung vom 30. August 2013 unter V erweis auf einen Wiedererwägungs- bzw. Revisionsgrund im Sinne von Art. 53 Abs. 2 bzw. Art. 17 Abs. 1 ATSG aufgehoben. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 1. September 201 4 hat sie erwogen, dass zwar kein Wiedererwägungsgrund gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG vorliege , da die ursprüngliche Verfügung nicht zweifellos unrichtig gewesen sei, wohl aber ein Revi sionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG gegeben sei. 4.2. Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG ist die Verwaltung befu gt auf formell rechtskräftige Ver- fügungen oder Einspracheentscheide zurückzukommen, wenn d ie ursprüngliche Leistungszu- sprechung zweifellos unrichtig war und ihrer Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die Frage nach der zweifellosen Unrichtigkeit als Voraussetzu ng für die Wiedererwägung ist ge- mäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung nach de r Sach- und Rechtslage zu beur- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilen, die zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverf ügung bestand (vgl. BGE 125 V 389 E. 3 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen Rech tsprechung kann die wiedererwä- gungsweise Aufhebung einer Invalidenrente nur bei Unver tretbarkeit der ursprünglichen Ren- tenzusprache erfolgen. Voraussetzung bildet, dass nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - möglich ist (vgl. Urtei le des Bundesgerichts 9C_181/2010 vom 12. August 2010 E. 3 und 8C_512/2008 vom 14. Januar 2 009 E. 6.1 mit Hinweisen). Das Erfor- dernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige Leis- tungszusprechung aufgrund falscher oder unzutreffender Re chtsregeln erlassen wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. 4.3 Dass ein Zurückkommen auf den damals vergleichsweise festgel egten versicherten Verdienst vorliegend mangels zweifelloser Unrichtigkeit desselben ausser Betracht fällt, hat die Beschwerdegegnerin, unter Hinweis auf die massgebende Rechtsprechung, eingehend darge- legt. Darauf kann verwiesen und entsprechend auf eine weitere Auseinandersetzung mit den Vorbringen der Parteien zu diesem Punkt verzichtet werden (vgl. den Einspracheentscheid vom 1. September 2014, S. 4). 5. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist einzig, ob die erforderlichen Voraussetzungen für eine revisionsweise Überprüfung bzw. Aufhebung der R ente im Sinne von Art. 17 ATSG erfüllt sind. 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 5.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urt eil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend sprach die Allianz der Versicherten mit Verfügung vom 21. September 1995 eine Komplementärrente auf der Basis eines vergleichsweise vereinbarten Invaliditätsgrades von 75% ab 1. September 1995 zu. Im Rahmen des vorliegend strittigen, im Mai 2013 von Amt es wegen eingeleiteten Revisionsver- fahrens zog die Allianz die Akten der IV-Stelle, namen tlich das anlässlich deren Revisionsver- fahren eingeholte Gutachten der D.____, bei und über prüfte daraufhin insbesondere die er- werblichen Verhältnisse der Versicherten. Gestützt auf di e Ergebnisse zu denen die Gutachter gelangt waren, stellte die Allianz mit Verfügung vom 3 0. August 2013 die Leistungen rückwir- kend per Ende Juni 2013 ein. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Erlass des vorliegend angefochtenen Einspracheentschei des vom 1. September 2014 al- lenfalls eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnisse n eingetreten ist, die eine revisionswei- se Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Komplementär rente rechtfertigt, bildet im Lichte der vorstehenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung demnach die Situation, wie sie gemäss Verfügung vom 21. September 1995 bestand. 5.4. Bei der Rentenanpassung infolge Änderungen des G esundheitszustandes sind dieje- nigen Änderungen massgebend, welche die versicherte Gesundheitsschädigung betreffen. Ver- langt wird eine Veränderung des auf die gleiche medi zinische Ursache zurückzuführenden Ge- sundheitsschadens (vgl. U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009 Art. 17 Rz. 17). Vor dem Hintergrund der gemachten Ausführungen (vgl. E. 3.4 hiervor), wonach die Leistungspflicht des Unfallversicherers unter anderem voraussetzt, dass zwischen dem schädigenden Ereignis und der gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, kann im unfallversicherungsrechtlichen Revisionsve rfahren entsprechend – anders als im Rahmen von Revisionen der Invalidenversicherung – ei ne Revision nur zulässig sein, wenn in Bezug auf die unfallkausalen Gesundheitsschäden eine tatsächliche Veränderung der ge- sundheitlichen Verhältnisse im Sinne einer Besserung ode r Verschlechterung eingetreten ist (vgl. hierzu auch Urteil des EVG vom 5. Juni 2003, U 38/01, E. 5.2 ff.). 6. Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob die erford erlichen Voraussetzungen im Sinne einer massgeblichen Veränderung der unfallkausalen Ges undheitsbeeinträchtigungen seit der am 21. September 1995 erfolgten Rentenzusprache vorlie gen, so dass eine revisionsweise Aufhebung der Rente gemäss Art. 17 ATSG zulässig war. 6.1.1 Aus der medizinischen Aktenlage lässt sich entnehmen , dass sich die Allianz im Zeit- punkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 21. Septe mber 1995 zur Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versichert en massgeblich auf das neurologi- sche Gutachten von Dr. med. E.____, FMH Neurologie, vom 3. Dezember 1994 sowie auf die psychiatrische Beurteilung von PD Dr. med. F.____, FMH Psych iatrie und Psychotherapie, vom 21. September 1994 stützte. Die Gutachter stellten darin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose einer Panikstörung mit Agoraphobie (ICD- 10: F40.01), welche von rezidivieren- den, teils schweren depressiven Episoden (ICD-10: F33.2) unterlagert sei. Aus psychiatrischer Sicht wurde hierzu festgehalten, dass der seelische Gesundheitszustand der Versicherten prak- tisch ausschliesslich durch den Unfall vom 15. Dezember 198 8 beeinflusst worden sei und die auf den Unfall folgenden Angstzustände, das phobische V ermeidungsverhalten sowie die sich Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht entwickelten Depressionen kausal auf dieses Ereignis zurückzu führen seien. In Bezug auf die organisch-pathologischen Befunde hielt Dr. E.____ fest, dass diese fünf bis sechs Jahre nach dem Unfall nur noch sehr spärlich auszumachen seien. Es be stehe nur noch ein leichtes Cervi- calsyndrom bei einem Status nach HWS-Distorsion. Überdies bestünden leichte Hirnleistungs- störungen mit vermehrter Ermüdbarkeit. Insgesamt sei be züglich dieser Reststörungen von ei- ner Integritätseinbusse von circa 20% auszugehen. Bezüglich der psychopathologischen Symp- tomatik sei den im psychiatrischen Gutachten gemachten Ausführungen von Dr. F.____ zufolge von einer Arbeitsfähigkeit von 75% in einer leidensan gepassten Tätigkeit auszugehen. In der angestammten Tätigkeit als Krankenschwester bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. 6.1.2 Gestützt auf die Ergebnisse dieser medizinischen B erichte sprach die Allianz der Be- schwerdeführerin mit Verfügung vom 21. September 1995 auf der Basis eines vergleichsweise vereinbarten Invaliditätsgrades von 75% eine Komplemen tärrente im Umfang von monatlich Fr. 3‘253.- zu. 6.2 Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Revisionsverf ahren zog die Allianz zur Ab- klärung des massgeblichen medizinischen Sachverhalts und de r Beurteilung der Arbeitsfähig- keit das durch die IV-Stelle in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten der D.____ bei. Darin diagnostizierten die Gutachter bei der Versicherten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Neurasthenie (ICD 10: F48.0). Ohne Einfluss auf die A rbeitsfähigkeit diagnostizierten sie unter anderem einen Status nach chronischem cervikovertebralem S yndrom nach Halswirbelsäulen- kontusion am 15. Dezember 1988. In ihrem Bericht führten die Gutachter aus, dass die Neuras- thenie durch den Unfall am 15. Dezember 1988 und den daraus resultierenden Stress deutlich sichtbar geworden sei. Es sei jedoch anzunehmen, dass die P rädisposition zur Entwicklung der Neurasthenie bereits vorher bestand. Bezüglich der durch Dr. F.____ bzw. Dr. E.____ im Zeit- punkt der ursprünglichen Rentenzusprache gestellten Di agnose der Panikstörung mit Agora- phobie (ICD-10: F40.01), welche von rezidivierenden, te ils schweren depressiven Episoden (ICD-10: F33.2) unterlagert ist, hielten die Gutacht er fest, dass sie diese nicht bestätigen könn- ten. Die depressiven Symptome seien bei der Patientin n icht anhaltend und schwer genug, um die Kriterien einer depressiven Störung zu erfüllen. D ie Angstsymptomatik und das Vermei- dungsverhalten seien vielmehr im Rahmen der Neurasthe nie und nicht als eigenständige affek- tive Störung zu sehen. Hingegen erachteten die Gutachte r, die in früheren medizinischen Be- richten gestellten Diagnosen der Erschöpfungsdepression sowie der ausgeprägten depressiven Neurose mit angstneurotischen Momenten und Somatisieru ngstendenzen, welche massgebli- che Grundlage für die Zusprechung der ganzen Rente durch die IV-Stelle mit Verfügung vom 29. Oktober 1993 bildeten, als zutreffend (vgl. hierzu das Urteil des Kantonsgerichts 720 11 393 / 127 vom 10. Mai 2012, E. 4.2). Die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit a ls Pfle- gefachfrau bestehe weiterhin. Die Arbeit als Beraterin, welche sie auch in geschütztem Rahmen ausführen könnte, sei für 2-3 Stunden pro Woche vorstellbar. 7.1 Die Allianz stützte sich bei der Beurteilung des m edizinischen Sachverhalts und der Frage, ob seit der Zusprache der Komplementärrente mit Verfügung vom 21. September 1995 eine anspruchserhebliche Änderung in den gesundheitliche n Verhältnissen eingetreten ist, voll- umfänglich auf das Gutachten der D.____. Anhand diese r Grundlage und eines Vergleichs zwi- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen der aktuellen Beurteilung und der Beurteilung im Zeitpunkt der Rentenzusprache hat sie insbesondere gestützt auf die unterschiedliche Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit erwogen, dass sich daraus eine in unfallversicherungsrechtlicher Hinsicht wesentliche Verände- rung des Gesundheitszustandes ergebe. So sei dem Gutacht en der D.____ zu entnehmen, dass die Arbeit als Beraterin für 2-3 Stunden pro Woche zumutbar sei. Dies entspreche einer Arbeitsfähigkeit von 5%. Im Vergleich zur gutachterli ch attestierten Arbeitsfähigkeit von 25% im Jahre 1995 habe sich die Arbeitsfähigkeit um mindeste ns 20% verändert, womit eine Ver- schlechterung des Gesundheitszustandes erstellt sei und ein Revisionsgrund gemäss Art. 17 ATSG vorliege. Demgegenüber stellt sich die B eschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass sich ihr Gesundheitszustand nicht verändert habe. Die verbleibende zumutbare Arbeitsfä- higkeit sei im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzuspr ache nie definitiv festgelegt worden, weshalb die von der Allianz behauptete Reduktion der Ar beitsfähigkeit von 25% auf 5% nicht belegt sei. Divergierende Diagnosen allein bei unverän derter Arbeitsunfähigkeit würden aber noch keinen Revisionsgrund darstellen. Insgesamt sei es der Allianz demnach nicht gelungen, einen solchen nachzuweisen. 7.2 Den Ausführungen der Beschwerdegegnerin, wonach g estützt auf das Gutachten der D.____ eine Veränderung des Gesundheitszustandes einget reten sei und damit ein Revisions- grund vorliege, der eine allseitige Prüfung des Renten anspruchs pro futuro ermögliche, kann nicht beigepflichtet werden. Wie bereits ausgeführt (vg l. E. 4.4 hiervor), kann im unfallversiche- rungsrechtlichen Revisionsverfahren eine Revision nur zulä ssig sein, wenn in Bezug auf die unfallkausalen Gesundheitsschäden eine Veränderung eing etreten ist. Für das Vorliegen eines entsprechenden Revisionsgrundes ist der Versicherungsträ ger beweispflichtig. Er muss eine wesentliche Veränderung des Unfallschadens mit dem Beweis grad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit nachweisen. Wie die Beschwerdeführerin in g rundsätzlicher Hinsicht richtig er- kannte, ist der Beschwerdegegnerin dieser Beweis im vorli egenden Verfahren jedoch misslun- gen. Die Beschwerdegegnerin verkennt in diesem Zusamme nhang, dass irgendeine Verände- rung in den gesundheitlichen Verhältnissen im Bereich der Unfallversicherung noch kein taugli- cher Revisionsgrund darstellen kann, sondern diese Verände rung sich auf die unfallkausalen Gesundheitsschäden beziehen muss. Insgesamt macht sie gestützt auf ein Gutachten, welches für die IV-Stelle erstellt wurde, eine Veränderung d es Gesundheitszustandes geltend. Sie stützt sich damit auf eine medizinische Beurteilung, die sich ni cht spezifisch auf die unfallkausalen Unfallschäden beschränkt, sondern sämtliche gesundheitlichen Beeinträchtigungen, somit auch die unfallfremden, berücksichtigt. Überdies macht sie zur Begründung der Einstellung der Leis- tungspflicht keine Verringerung des Unfallschadens im Si nne eines nachträglichen Wegfallens der natürlichen Kausalität geltend. Mit anderen Wort en legt die Beschwerdegegnerin anhand der vorliegenden medizinischen Beurteilungen nicht dar, inwiefern im massgebenden Zeitraum der Rentenzusprache Gesundheitsbeeinträchtigungen besta nden haben, die einerseits kausal auf das Ereignis vom 15. Dezember 1988 zurückzuführen sin d und andererseits im Vergleich zur im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache er folgten Beurteilung im Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 1. September 2014 in anspruchse rheblicher Weise weggefallen sind. Hingegen beurteilt sie die natürliche Kausalität bzw. insbesondere die adäquate Kausalität aus heutiger Sicht mit freiem Ermessen. So hält sie unte r Hinweis auf mehrere medizinische Berichte fest, dass sich die psychiatrischen Experten im da maligen Zeitpunkt über die Frage Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach dem natürlichen Kausalzusammenhang der psychischen Besc hwerden uneins gewesen seien, diese Frage indessen aber letztlich offen bleibe n könne, da es zweifellos an der Adä- quanz fehle (vgl. den Einspracheentscheid vom 1. Septem ber 2014, S. 11). Nach umfassender Überprüfung kommt sie diesbezüglich zum Schluss, dass dieses K riterium hinsichtlich der psy- chischen Beschwerden nie erfüllt gewesen sei. Im Ergebni s nimmt die Beschwerdegegnerin dadurch materiell eine Wiedererwägung vor, ohne dass d ie Voraussetzungen der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung vorliegen w ürden, noch dass diese diesbezüglich überhaupt vorgebracht werden. 7.3 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist zusamme nfassend festzuhalten, dass es der Beschwerdegegnerin nicht gelungen ist, das Vorliegen eines Revisionsgrundes im Sinne einer wesentlichen Veränderung der unfallkausalen Ge sundheitsbeeinträchtigungen nachzu- weisen, womit eine erneute Beurteilung des Rentenansp ruchs unzulässig ist. Die Frage nach der Unfallkausalität braucht mithin nicht weiter überp rüft zu werden. Demzufolge ist der ange- fochtene Einspracheentscheid vom 1. September 2014 in Gutheissung der Beschwerde aufzu- heben, mit der Folge, dass die bisherigen Rentenleist ungen weiterhin an die Beschwerdeführe- rin auszurichten sind. 8.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Versicherte ob siegende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzuspreche n. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin machte in ihrer Honorarnote vom 6. August 2014 für das vorliegende Ver- fahren einen Zeitaufwand von 13.83 Stunden geltend, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als a ngemessen erweist. Die Bemühungen sind zum in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durch schnittliche Fälle zur An- wendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu e ntschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann grundsätzlich die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen. Jedoch beträgt der Auslagenersatz für Massenkopien gemäss § 15 Abs. 2 der Tar ifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 lediglich Fr. 0.50, weshalb die Auslagenentschädigung entsprechend zu kürzen ist. Der Beschwerdeführerin ist e ine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'848.80 (13.83 Stunden à Fr. 250.-- + Auslag en von Fr. 285.10 [154 Kopien à Fr. 0.50 sowie Fr. 26.80 für Porti und Fr. 1.60 für Telefonie ] zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angef ochtene Einsprache- entscheid vom 1. September 2014 wird aufgehoben. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG hat d er Beschwer- deführerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘848.80 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.