<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">K 114/99 Ge </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>I. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Schön, Spira, Bundes- </div> <div class="para">richterin Leuzinger und Bundesrichter Ferrari; Gerichts- </div> <div class="para">schreiber Fessler </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 6. März 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Roche Pharma (Schweiz) AG, Schönmattstrasse 2, Reinach/BL, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, vertreten durch Fürsprecher Dr. </div> <div class="para">E.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. Konkordat der Schweizerischen Krankenkassen KSK/CAMS, </div> <div class="para"> Römerstrasse 20, Solothurn, </div> <div class="para">2. Krankenkasse Sanitas, Lagerstrasse 107, Zürich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerdegegner, beide vertreten durch Fürsprech </div> <div class="para">S.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Eidgenössische Rekurskommission für die Spezialitätenliste, </div> <div class="para">Lausanne </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Am 25. September 1998 stellte die Firma Roche </div> <div class="para">Pharma (Schweiz) AG (nachfolgend: Roche) das Gesuch um Auf- </div> <div class="para">nahme des Antiadipositums XENICAL in die Spezialitätenliste </div> <div class="para">(SL). Nach Anhören der Eidgenössischen Arzneimittelkommis- </div> <div class="para">sion (EAK) erliess das Bundesamt für Sozialversicherung </div> <div class="para">(BSV) am 28. Juni 1999 folgende Verfügung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"1.XENICAL wird (...) per 1. Oktober 1999 in die Speziali- </div> <div class="para"> tätenliste zu Preisen von Fr. 91.60/163.50 für 42/84 </div> <div class="para"> Caps. aufgenommen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.Die Aufnahme erfolgt unter den folgenden Limitationen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> -befristet auf zwei Jahre, d.h. bis 30. September </div> <div class="para"> 2001; </div> <div class="para"> -nur für die Behandlung von adipösen Patienten mit </div> <div class="para"> einem BMI von &gt; = 35. Die Behandlung muss nach 6 Mo- </div> <div class="para"> naten abgebrochen werden, wenn der Gewichtsverlust </div> <div class="para"> nicht mindestens 10 % des Körpergewichtes zu Beginn </div> <div class="para"> der Medikation beträgt. Bei Erreichen des Ziels wird </div> <div class="para"> die Therapie bis auf maximal 2 Jahre verlängert; </div> <div class="para"> -vorgängige Kostengutsprache durch den Vertrauensarzt </div> <div class="para"> des Krankenversicherers; </div> <div class="para"> -Erstellen einer Evaluation, die beweist, dass der er- </div> <div class="para"> zielte Gewichtsverlust von Dauer ist." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Hiegegen liessen das Konkordat der Schweizerischen </div> <div class="para">Krankenversicherer (KSK) und die Sanitas Krankenversiche- </div> <div class="para">rung bei der Eidgenössischen Rekurskommission für die Spe- </div> <div class="para">zialitätenliste Beschwerde einreichen und zur Hauptsache </div> <div class="para">beantragen, die Verfügung vom 28. Juni 1999 sei aufzuheben. </div> <div class="para">Das Begehren wurde damit begründet, die Aufnahmekriterien, </div> <div class="para">insbesondere dasjenige der Wirksamkeit, seien in Bezug auf </div> <div class="para">XENICAL nicht in rechtsgenüglicher Weise nachgewiesen. Zur </div> <div class="para">Frage der Beschwerdelegitimation des Konkordats und der </div> <div class="para">Sanitas wurde u.a. ausgeführt, mit der Aufnahme eines Mit- </div> <div class="para">tels in die Spezialitätenliste würden die Krankenversiche- </div> <div class="para">rer direkt verpflichtet, die Kosten hiefür zu übernehmen. </div> <div class="para">Da diese von Gesetzes wegen selber für ihr finanzielles </div> <div class="para">Gleichgewicht sorgen müssten, hätten sie ein eigenes ak- </div> <div class="para">tuelles Interesse daran, dass nicht laufend neue Leistungs- </div> <div class="para">pflichten im Medikamentenbereich geschaffen würden. </div> <div class="para"> Die Roche liess in der Vernehmlassung, unter ausdrück- </div> <div class="para">lichem Vorbehalt der Stellungnahme zum "Materiellen", bean- </div> <div class="para">tragen, der Beschwerde sei, insbesondere da die Legitima- </div> <div class="para">tion des KSK und der Sanitas offensichtlich nicht gegeben </div> <div class="para">seien, die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Die Berech- </div> <div class="para">tigung zur Erhebung einer "Drittbetroffenenbeschwerde" be- </div> <div class="para">stritt auch das BSV in seiner Stellungnahme und schloss </div> <div class="para">sich u.a. mit dieser Begründung dem Verfahrensantrag der </div> <div class="para">Roche an. </div> <div class="para"> Mit Zwischenverfügung vom 24. September 1999 wies die </div> <div class="para">Präsidentin der Rekurskommission das Gesuch um Entzug der </div> <div class="para">aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegen die Verfügung </div> <div class="para">vom 28. Juni 1999 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Die Roche lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde füh- </div> <div class="para">ren mit den Rechtsbegehren, es sei die Zwischenverfügung </div> <div class="para">vom 24. September 1999 aufzuheben und der Beschwerde des </div> <div class="para">Konkordates und der Sanitas gegen die Verfügung des Bundes- </div> <div class="para">amtes vom 28. Juni 1999 betreffend die Aufnahme (mit Limi- </div> <div class="para">tationen) von XENICAL in die SL die aufschiebende Wirkung </div> <div class="para">zu entziehen. </div> <div class="para"> Während KSK und Sanitas auf Nichteintreten auf die </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde, eventualiter deren Abweisung </div> <div class="para">schliessen lassen, beantragt das Bundesamt Gutheissung des </div> <div class="para">Rechtsmittels. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Auf die vorliegende Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">ist einzutreten, wenn und soweit die Verweigerung des Ent- </div> <div class="para">zugs der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde des Konkor- </div> <div class="para">dates und der Sanitas gegen die vom Bundesamt verfügte Auf- </div> <div class="para">nahme (mit Limitationen) von XENICAL per 1. Oktober 1999 </div> <div class="para">in die SL für die Roche einen nicht wieder gutzumachenden </div> <div class="para">Nachteil bewirken kann (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 OG</span>, Art. 5 Abs. 2 in </div> <div class="para">Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 und 2 lit. g sowie <span class="artref">Art. 55 </span></div> <div class="para">VwVG, <span class="artref">Art. 91 KVG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-22%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page25">BGE 124 V 25</a> Erw. 2a und SVR 1997 KV </div> <div class="para">Nr. 93 S. 309 Erw. 2a, je mit Hinweisen; zur Anwendbarkeit </div> <div class="para">des Verwaltungsverfahrensgesetzes [VwVG] auf das Beschwer- </div> <div class="para">deverfahren vor der Eidgenössischen Rekurskommission für </div> <div class="para">die Spezialitätenliste vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-412%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page412">BGE 122 V 412</a>). Diese Voraus- </div> <div class="para">setzung ist vorliegend als erfüllt zu betrachten. </div> <div class="para"> Es ist anzunehmen, dass viele Versicherte aufgrund der </div> <div class="para">fehlenden (aufgeschobenen) Kostenübernahme im Rahmen der </div> <div class="para">obligatorischen Krankenpflegeversicherung auf eine an sich </div> <div class="para">indizierte Behandlung mit XENICAL vorläufig verzichten, was </div> <div class="para">sich entsprechend negativ auf die Nachfrage nach diesem Me- </div> <div class="para">dikament auswirken dürfte. Ob dieser wahrscheinliche Effekt </div> <div class="para">durch die rückwirkende Kostenübernahme sichernde Vorkehren </div> <div class="para">wesentlich beeinflusst werden kann, erscheint fraglich, zu- </div> <div class="para">mal es diesbezüglich, soweit zulässig, an einer verbindli- </div> <div class="para">chen Anordnung fehlt. Eine solche kann, entgegen der offen- </div> <div class="para">baren Auffassung der Vorinstanz, nicht etwa in den mit der </div> <div class="para">Aufnahme verbundenen Limitationen, insbesondere dem Erfor- </div> <div class="para">dernis der vorgängigen Kostengutsprache des Vertrauensarz- </div> <div class="para">tes oder der Vertrauensärztin des jeweiligen Krankenversi- </div> <div class="para">cherers, erblickt werden. Denn der Suspensiveffekt hindert </div> <div class="para">die Vollstreckbarkeit und hat im Allgemeinen zur Folge, </div> <div class="para">dass die Wirksamkeit des Sachentscheides schlechthin, somit </div> <div class="para">auch in Bezug auf allfällige zeitliche und sachliche Be- </div> <div class="para">schränkungen aufgeschoben ist (Gygi, Bundesverwaltungs- </div> <div class="para">rechtspflege, 2. Aufl., S. 242 f.; ferner Kölz/Häner, Ver- </div> <div class="para">waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, </div> <div class="para">2. Aufl., S. 231 f. Rz 647). Bei rechtsgestaltenden Ver- </div> <div class="para">fügungen, wozu auch solche über die Aufnahme von Arznei- </div> <div class="para">mitteln in die SL gehören, ist Zweck der Gewährung der auf- </div> <div class="para">schiebenden Wirkung, bis zum Beschwerdeentscheid den vor </div> <div class="para">der Verfügung bestehenden Zustand (status quo) beizubehal- </div> <div class="para">ten (SVR 1997 KV Nr. 93 S. 311 Erw. 4a). Unbehelflich ist, </div> <div class="para">soweit prozessual zulässig (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 OG</span>), in diesem </div> <div class="para">Zusammenhang der Hinweis in der Vernehmlassung auf das </div> <div class="para">Rundschreiben Nr. 57/1999 des Konkordates vom 11. Oktober </div> <div class="para">1999, wo nach Information über die Rechtslage aufgrund der </div> <div class="para">Zwischenverfügung vom 24. September 1999 festgehalten wird, </div> <div class="para">"dass im Falle eines wider Erwarten positiven Zulassungs- </div> <div class="para">entscheides das Medikament rückwirkend per 1. Oktober 1999 </div> <div class="para">vergütet werden müsste". Weshalb diese selbstverständliche </div> <div class="para">Aussage zwingend zur Folge haben soll, dass die - dem Kon- </div> <div class="para">kordat beigetretenen und nur die - Krankenversicherer "un- </div> <div class="para">ter Beizug ihres Vertrauensarztes oder ihrer Vertrauens- </div> <div class="para">ärztin bereits heute diejenigen Fälle zu prüfen und zu do- </div> <div class="para">kumentieren haben, in welchen ein Anspruch auf Vergütung </div> <div class="para">von 'Xenical' bestünde, wenn das Mittel heute kassenpflich- </div> <div class="para">tig wäre", ist nicht ersichtlich. Im Übrigen weist das Bun- </div> <div class="para">desamt sinngemäss nicht zu Unrecht darauf hin, dass bei Be- </div> <div class="para">lassung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegen die </div> <div class="para">Aufnahme (mit Limitationen) von XENICAL in die SL Ärzte und </div> <div class="para">Ärztinnen für Verrichtungen im Zusammenhang mit der Anwen- </div> <div class="para">dung dieses Medikaments vorläufig nicht im Rahmen der obli- </div> <div class="para">gatorischen Krankenpflegeversicherung entschädigt werden </div> <div class="para">resp. würden, was sich auf deren grundsätzliche Bereit- </div> <div class="para">schaft, eine solche Therapie durchzuführen, auswirken könne </div> <div class="para">(zur Frage der Behandlungspflicht zugelassener Leistungs- </div> <div class="para">erbringer vgl. Eugster, Krankenversicherung, in: Schwei- </div> <div class="para">zerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], S. 137 Rz 266). </div> <div class="para"> Wenn schliesslich das Konkordat und die Sanitas vor- </div> <div class="para">bringen lassen, bis zur rechtskräftigen Aufnahme von XENI- </div> <div class="para">CAL in die SL sei ein aus welchen Gründen auch immer sin- </div> <div class="para">kendes oder fehlendes Nachfrageinteresse seitens der Ver- </div> <div class="para">sicherten Bestandteil des unternehmerischen Risikos, wird </div> <div class="para">übersehen, dass das zuständige Bundesamt die Aufnahme die- </div> <div class="para">ses Präparates (mit Limitationen) verfügt hat. Mit Bezug </div> <div class="para">auf die Frage des nicht wieder gutzumachenden Nachteils </div> <div class="para">ist es daher so zu halten, wie wenn XENICAL bereits in die </div> <div class="para">SL aufgenommen wäre (vgl. Gygi, a.a.O., S. 243 und Kölz/ </div> <div class="para">Häner, a.a.O., S. 231 unten, wonach grundsätzlich eine </div> <div class="para">Verfügung mit ihrer Eröffnung wirksam wird). Die gegen- </div> <div class="para">teilige Auffassung widerspräche der gesetzlichen Ordnung, </div> <div class="para">wonach es Sache des Bundesamtes ist, nach Anhören der zu- </div> <div class="para">ständigen Kommission eine Liste der pharmazeutischen Spe- </div> <div class="para">zialitäten und konfektionierten Arzneimittel mit Preisen zu </div> <div class="para">erstellen (<span class="artref">Art. 52 Abs. 1 lit. b KVG</span>); sie hätte, praktisch </div> <div class="para">wie bei einer negativen, der aufschiebenden Wirkung nicht </div> <div class="para">zugänglichen Verfügung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-185%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page188">BGE 117 V 188</a> Erw. 1b), regelmässig </div> <div class="para">zur Folge, dass sich mangels eines nicht wieder gutzuma- </div> <div class="para">chenden Nachteils die Frage des Entzugs der aufschiebenden </div> <div class="para">Wirkung der Beschwerde gegen eine Aufnahmeverfügung gar </div> <div class="para">nicht erst stellen könnte. </div> <div class="para"> Nach dem Gesagten kann die Verweigerung des Entzugs </div> <div class="para">des Suspensiveffektes der Beschwerde des Konkordates und </div> <div class="para">der Sanitas gegen die vom Bundesamt verfügte Aufnahme (mit </div> <div class="para">Limitationen) von XENICAL per 1. Oktober 1999 in die SL für </div> <div class="para">die Roche einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewir- </div> <div class="para">ken. Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher ein- </div> <div class="para">zutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- a) Nach <span class="artref">Art. 55 VwVG</span> hat die Beschwerde aufschie- </div> <div class="para">bende Wirkung (Abs. 1). Hat die Verfügung nicht eine Geld- </div> <div class="para">leistung zum Gegenstand, so kann die Vorinstanz als verfü- </div> <div class="para">gende Behörde einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung </div> <div class="para">entziehen; dieselbe Befugnis steht der Beschwerdeinstanz </div> <div class="para">oder, wenn es sich um eine Kollegialbehörde handelt, ihrem </div> <div class="para">Vorsitzenden nach Einreichung der Beschwerde zu (Abs. 2). </div> <div class="para">Verfügungen des Bundesamtes im Zusammenhang mit der SL </div> <div class="para">(Aufnahme oder Nichtaufnahme, Streichung, Preisanpassung) </div> <div class="para">haben keine Geldleistung im Sinne dieser Bestimmung zum </div> <div class="para">Gegenstand (SVR 1997 KV Nr. 93 S. 311 Erw. 4b mit Hinwei- </div> <div class="para">sen). Beschwerden gegen solche Anordnungen kann daher die </div> <div class="para">aufschiebende Wirkung entzogen oder diese allenfalls wie- </div> <div class="para">derhergestellt werden. </div> <div class="para"> Ob im Einzelfall der Suspensiveffekt zu belassen oder </div> <div class="para">zu entziehen ist, beurteilt sich aufgrund einer Interes- </div> <div class="para">senabwägung. Es ist zu prüfen, ob die Gründe, welche für </div> <div class="para">die sofortige Vollstreckbarkeit der Verfügung sprechen, </div> <div class="para">gewichtiger sind als jene, die für die gegenteilige Lösung </div> <div class="para">angeführt werden können. Dabei steht der urteilenden In- </div> <div class="para">stanz ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Im Allgemeinen </div> <div class="para">wird sie ihren Entscheid auf den Sachverhalt stützen, der </div> <div class="para">sich aus den vorhandenen Akten ergibt, ohne zeitraubende </div> <div class="para">weitere Erhebungen anzustellen. Bei der Abwägung der Gründe </div> <div class="para">für und gegen die sofortige Vollstreckbarkeit können auch </div> <div class="para">die Aussichten auf den Ausgang des Verfahrens in der Haupt- </div> <div class="para">sache ins Gewicht fallen; diese müssen allerdings eindeutig </div> <div class="para">sein. Im Weitern darf mit der getroffenen Lösung der Sach- </div> <div class="para">entscheid nicht in unzulässiger Weise präjudiziert werden </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IB-395%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page397">BGE 107 Ib 397</a> unten). Im Übrigen darf die verfügende Be- </div> <div class="para">hörde die aufschiebende Wirkung nur entziehen, wenn sie </div> <div class="para">hiefür überzeugende Gründe geltend machen kann (BGE 124 V </div> <div class="para">88 f. Erw. 6a, 117 V 191 Erw. 2b, 98 V 222 Erw. 4 sowie </div> <div class="para">RKUV 1994 Nr. K 952 S. 300 Erw. 3a; vgl. auch BGE 115 Ib </div> <div class="para">158 Erw. 2, 107 Ib 399 Erw. 2c; Kölz/Häner, a.a.O., S. 232 </div> <div class="para">f. Rz 650). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das Eidgenössische Versicherungsgericht hatte sich </div> <div class="para">bisher, soweit ersichtlich, lediglich im Zusammenhang mit </div> <div class="para">der Streichung von Arzneimitteln aus der Spezialitätenliste </div> <div class="para">oder deren Herabsetzung im Preis mit der Frage der auf- </div> <div class="para">schiebenden Wirkung von Beschwerden gegen Verfügungen des </div> <div class="para">Bundesamtes zu befassen. Dabei stufte es unter der Herr- </div> <div class="para">schaft des alten Rechts regelmässig das Interesse der Ver- </div> <div class="para">waltung an der sofortigen Vollstreckbarkeit seiner Anord- </div> <div class="para">nung geringer ein als dasjenige des Verfügungsadressaten an </div> <div class="para">der (vorläufigen) Belassung der fraglichen Präparate in </div> <div class="para">der SL zum bisherigen Preis (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F98-V-220%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page220">BGE 98 V 220</a>, RSKV 1979 </div> <div class="para">Nr. 380 S. 203; ferner nicht veröffentlichte Urteile D. AG </div> <div class="para">vom 23. September 1983 [K 51/83] und W. AG vom 7. Dezember </div> <div class="para">1992 [K 148/92]). Im Urteil A. AG vom 24. Dezember 1996 </div> <div class="para">(K 105/96, auszugsweise wiedergegeben in SVR 1997 KV Nr. 93 </div> <div class="para">S. 309 ff.) entschied das Eidgenössische Versicherungs- </div> <div class="para">gericht anders. Es verweigerte die Wiederherstellung der </div> <div class="para">vom Bundesamt entzogenen aufschiebenden Wirkung der Be- </div> <div class="para">schwerde gegen die im Rahmen der seriellen Überprüfung der </div> <div class="para">seit mehr als 15 Jahren in der Spezialitätenliste einge- </div> <div class="para">tragenen Arzneimittel (vgl. <span class="artref">Art. 52 Abs. 1 lit. b KVG</span> sowie </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 65 Abs. 7 KVV</span> und <span class="artref"><artref id="CH/832.112.31/37/2" type="start"></artref><artref id="CH/832.112.31/37/1" type="start"></artref>Art. 37 Abs. 1 und 2 KLV</span><artref id="CH/832.112.31/37/2" type="end"></artref><artref id="CH/832.112.31/2" type="end"></artref>) in jenem </div> <div class="para">Fall verfügte Preissenkung. Es mass dabei, insbesondere vor </div> <div class="para">dem Hintergrund der im damaligen Zeitpunkt nach wie vor be- </div> <div class="para">unruhigenden Kostenentwicklung dem Aspekt der Kosteneindäm- </div> <div class="para">mung im Gesundheitswesen als einer Hauptzielsetzung des </div> <div class="para">neuen Krankenversicherungsrechts grössere Bedeutung zu als </div> <div class="para">den (privaten) Interessen des betroffenen Pharmaunterneh- </div> <div class="para">mens (SVR, a.a.O., S. 313 Erw. 7). In den Folgefällen hat </div> <div class="para">es unter Berücksichtigung der jeweiligen konkreten Situa- </div> <div class="para">tion im gleichen Sinne entschieden. </div> <div class="para"> Einen Sachverhalt wie den vorliegenden, wo eine vom </div> <div class="para">Bundesamt verfügte Aufnahme (mit Limitationen) durch Dritte </div> <div class="para">angefochten wird, hatte das Eidgenössische Versicherungs- </div> <div class="para">gericht bisher nicht zu beurteilen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- a) Die Präsidentin der Rekurskommission hat - nach </div> <div class="para">Bejahung der Beschwerdelegitimation des Konkordates und der </div> <div class="para">Sanitas - zur Frage des Entzugs des Suspensiveffektes der </div> <div class="para">Beschwerde gegen die vom BSV verfügte Aufnahme (mit Limita- </div> <div class="para">tionen) von XENICAL in die SL per 1. Oktober 1999 erwogen, </div> <div class="para">nach summarischer Prüfung der Akten könne nicht gesagt wer- </div> <div class="para">den, welchen Ausgang das Verfahren in der Hauptsache nehmen </div> <div class="para">werde. Die Prozessaussichten seien damit für die Beurtei- </div> <div class="para">lung der Streitfrage nicht von Belang. Es gebe (aber) keine </div> <div class="para">einleuchtenden Gründe, welche vorliegend ein Abweichen von </div> <div class="para">der Regel der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde recht- </div> <div class="para">fertigen würden. Der Roche würde bei endgültiger Abweisung </div> <div class="para">des Rechtsmittels und Bestätigung der Aufnahme von XENICAL </div> <div class="para">in die SL kein besonderer Nachteil entstehen, da gemäss </div> <div class="para">Verfügung in jedem Fall die vorgängige Kostengutsprache </div> <div class="para">durch den Vertrauensarzt des Krankenversicherers erforder- </div> <div class="para">lich sei, sodass sämtliche Fälle aufgrund der verfügten </div> <div class="para">Limitatio bei den einzelnen Krankenversicherern ausreichend </div> <div class="para">dokumentiert sein werden. Die nachträgliche Kostenübernahme </div> <div class="para">durch die soziale Krankenversicherung wäre unter diesen Um- </div> <div class="para">ständen nicht mit einem besonders grossen oder unzumutbaren </div> <div class="para">Aufwand verbunden. Dagegen soll die aufschiebende Wirkung </div> <div class="para">der Beschwerde die Übernahme von erheblichen Kosten durch </div> <div class="para">die Krankenversicherer so lange verhindern, bis rechtskräf- </div> <div class="para">tig erstellt sei, dass XENICAL die Kriterien für die Auf- </div> <div class="para">nahme in die SL erfüllt. Dem Gesuch der Roche um Entzug der </div> <div class="para">aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegen die Verfügung </div> <div class="para">vom 28. Juni 1999 könne daher nicht entsprochen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Wäre, wovon der angefochtene Entscheid ausgeht, </div> <div class="para">aufgrund der verfügten Limitationen, insbesondere der vor- </div> <div class="para">gängigen Kostengutsprache durch den Vertrauensarzt oder die </div> <div class="para">Vertrauensärztin des jeweiligen Krankenversicherers, die </div> <div class="para">rückwirkende Kostenübernahme im Rahmen der obligatorischen </div> <div class="para">Krankenpflegeversicherung im Falle der Abweisung der Be- </div> <div class="para">schwerde gesichert, stellte dies, auch unter dem Gesichts- </div> <div class="para">punkt der Verhältnismässigkeit, in der Tat ein gewichtiges </div> <div class="para">Argument gegen den Entzug des Suspensiveffekts dar. Dem ist </div> <div class="para">indessen nicht so, wie in Erw. 1 im Zusammenhang mit der </div> <div class="para">Eintretensvoraussetzung des nicht wieder gutzumachenden </div> <div class="para">Nachteils ausführlich dargelegt worden ist. Die mit der </div> <div class="para">Aufnahme in die SL verbundenen Limitationen sind, wenn und </div> <div class="para">solange dem hiegegen eingelegten Rechtsmittel aufschieben- </div> <div class="para">de Wirkung zukommt, grundsätzlich unverbindlich. Damit ver- </div> <div class="para">bleibt als einziger nach Auffassung der Vorinstanz gegen </div> <div class="para">den Entzug des Suspensiveffektes sprechender Grund der Ge- </div> <div class="para">sichtspunkt der Kosten (eindämmung). Ohne die grosse Bedeu- </div> <div class="para">tung dieses Aspektes für das Gesundheitswesen zu unter- </div> <div class="para">schätzen, kann indessen selbst bei Bejahung eines erhebli- </div> <div class="para">chen Beurteilungsspielraums der Rekurskommission eine le- </div> <div class="para">diglich auf dieses Argument sich stützende Interessenabwä- </div> <div class="para">gung nicht mehr als haltbar bezeichnet werden. Diese ist </div> <div class="para">daher nachfolgend im Lichte der Argumente der Verfahrens- </div> <div class="para">beteiligten umfassend vorzunehmen. </div> <div class="para"> c) aa) Die von den Parteien ins Feld geführten Gründe </div> <div class="para">sprechen überwiegend für den Entzug der aufschiebenden Wir- </div> <div class="para">kung der Beschwerde des Konkordates und der Sanitas gegen </div> <div class="para">die Aufnahme (mit Limitationen) von XENICAL in die SL. Es </div> <div class="para">ist zwar aus gesundheitlicher und auch gesundheitspoliti- </div> <div class="para">scher Sicht keine besondere zeitliche Dringlichkeit für </div> <div class="para">eine möglichst rasche Verfügbarkeit dieses Medikaments im </div> <div class="para">Sinne der Übernahme der Behandlungskosten im Rahmen der ob- </div> <div class="para">ligatorischen Krankenpflegeversicherung auszumachen. Eine </div> <div class="para">solche wird zu Recht auch nicht, etwa unter Hinweis auf </div> <div class="para">irreversible Gesundheitsschäden bei zu langem Zuwarten, </div> <div class="para">geltend gemacht. Anderseits entspricht es der medizinischen </div> <div class="para">Erfahrung, dass (krankhafte) Adipositas häufig mit zahlrei- </div> <div class="para">chen körperlichen und sogar psychischen Leiden in (ursäch- </div> <div class="para">lichem) Zusammenhang steht. Insofern ist durchaus ein (öf- </div> <div class="para">fentliches) Interesse an der Aufnahme von XENICAL in die SL </div> <div class="para">auf den vom Bundesamt festgelegten Zeitpunkt (1. Oktober </div> <div class="para">1999) zu bejahen, zumal die gesetzten Limitationen geeignet </div> <div class="para">erscheinen, allfälligen Missbräuchen vorzubeugen. Im Wei- </div> <div class="para">tern trifft zwar zu, wie in der Vernehmlassung insoweit zu </div> <div class="para">Recht eingewendet wird, dass die Registrierung eines Medi- </div> <div class="para">kaments durch die Interkantonale Kontrollstelle für Heil- </div> <div class="para">mittel (IKS) keinen Anspruch auf Aufnahme in die SL gibt </div> <div class="para">(RKUV 1985 Nr. K 645 S. 230 und dortige Hinweise) und das </div> <div class="para">Bundesamt an die Meinungsäusserungen und Empfehlungen der </div> <div class="para">EAK grundsätzlich nicht gebunden ist (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 118 V 56</a>, </div> <div class="para">108 V 138 ff. Erw. 4). Indessen kommt jenem Umstand und der </div> <div class="para">(vorliegend grundsätzlich positiven) Beurteilung dieses </div> <div class="para">Fachgremiums für den materiellen Entscheid insofern erhöhte </div> <div class="para">Bedeutung zu, als bei der richterlichen Überprüfung von </div> <div class="para">Verfügungen über die Aufnahme von Medikamenten in die SL </div> <div class="para">praxisgemäss eine gewisse Zurückhaltung am Platze ist, wenn </div> <div class="para">es um rein medizinische und pharmazeutische Fragen geht, </div> <div class="para">dies jedenfalls so lange, als nicht ernsthafte Gründe </div> <div class="para">allenfalls ein Abweichen von der Expertenmeinung rechtfer- </div> <div class="para">tigen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page57">BGE 118 V 57</a> f. Erw. 5b, 108 V 140 Erw. 4c/dd; </div> <div class="para">zur Ausstandspflicht der Mitglieder der EAK vgl. BGE 119 V </div> <div class="para">456). Dies muss auch auf die Frage des Entzugs der auf- </div> <div class="para">schiebenden Wirkung von hiegegen erhobenen Beschwerden </div> <div class="para">durchschlagen. Daraus kann anderseits nicht etwa gefolgert </div> <div class="para">werden, dass, wie das Bundesamt sinngemäss unter Hinweis </div> <div class="para">auf seine "Aufgabe, die Spezialitätenliste herauszugeben </div> <div class="para">und damit die therapeutische Versorgung der Schweizer </div> <div class="para">Bevölkerung auf dem Gebiete der Arzneimittel sicherzustel- </div> <div class="para">len", geltend macht, bei Beschwerden gegen Aufnahmeverfü- </div> <div class="para">gungen das öffentliche Interesse in jedem Fall den Entzug </div> <div class="para">der aufschiebenden Wirkung des Rechtsmittels verlangt. Auch </div> <div class="para">in solchen Fällen ist, klare und eindeutige Prozessaussich- </div> <div class="para">ten vorbehalten, eine Abwägung der widerstreitenden (pri- </div> <div class="para">vaten und öffentlichen) Interessen vorzunehmen. Es verhält </div> <div class="para">sich insofern nicht anders, als wenn das Bundesamt seiner- </div> <div class="para">seits "gezwungen" ist, einen die Ablehnung eines Aufnahme- </div> <div class="para">gesuchs aufhebenden Entscheid der Rekurskommission ans Eid- </div> <div class="para">genössische Versicherungsgericht weiterzuziehen. Ob einer </div> <div class="para">solchen Verwaltungsgerichtsbeschwerde (ex lege) aufschie- </div> <div class="para">bende Wirkung zukommt oder nicht, beurteilt sich nach der </div> <div class="para">Praxis zu <span class="artref">Art. 111 OG</span> aufgrund der zu <span class="artref">Art. 55 VwVG</span> entwick- </div> <div class="para">elten Grundsätze (Verfügung vom 16. August 1999 [K 39/99] </div> <div class="para">und dortige Hinweise, insbesondere auf <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-V-503%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page507">BGE 119 V 507</a> </div> <div class="para">Erw. 4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Im Weitern liegt auf der Hand, dass auch die Ver- </div> <div class="para">sicherten vom Entscheid über die Frage des (Nicht-) Entzugs </div> <div class="para">des Suspensiveffektes mitbetroffen sind, sei es als Prä- </div> <div class="para">mienzahler, sei es im Hinblick auf eine mögliche Behandlung </div> <div class="para">mit XENICAL. Es rechtfertigt sich daher, die Folgen eines </div> <div class="para">"Für" oder "Wider" für sie bei der Interessenabwägung eben- </div> <div class="para">falls zu berücksichtigen, und zwar nach Massgabe von Art </div> <div class="para">und Grad der Betroffenheit sowie der eingestellten Optik </div> <div class="para">(Kosteneindämmung, qualitativ hochstehende Gesundheitsver- </div> <div class="para">sorgung etc.). In diesem Sinne mass das Eidgenössische Ver- </div> <div class="para">sicherungsgericht im erwähnten Fall K 39/99 dem von der da- </div> <div class="para">mals am Recht gestandenen Pharma-Firma ins Feld geführten </div> <div class="para">"Interesse der CMV-Retinitis-Patienten an der möglichst ra- </div> <div class="para">schen Verfügbarkeit von CYMEVENE Caps." weniger Gewicht bei </div> <div class="para">als den vom Bundesamt angeführten "Gründe (n) des öffentli- </div> <div class="para">chen Interesses (Nichtpräjudizierung des Hauptentscheids, </div> <div class="para">Vermeidung allfälliger administrativer Umtriebe, Kostenein- </div> <div class="para">dämmung) " (Verfügung vom 16. August 1999 Erw. 2c). In die- </div> <div class="para">sem Zusammenhang zu erwähnen ist auch das nicht veröffent- </div> <div class="para">lichte Urteil des Bundesgerichts vom 29. Mai 1998 in Sachen </div> <div class="para">X. Versicherungs-Gesellschaft (2A.156/1998), wo es zu ent- </div> <div class="para">scheiden galt, ob das Bundesamt für Privatversicherungswe- </div> <div class="para">sen einer allfälligen Beschwerde gegen das von ihm verfügte </div> <div class="para">Verbot zum Abschluss von bestimmten Versicherungen gestützt </div> <div class="para">auf die Allgemeinen Versicherungsbedingungen die aufschie- </div> <div class="para">bende Wirkung entziehen durfte. Das Bundesgericht bestätig- </div> <div class="para">te dabei den Standpunkt der Eidgenössischen Rekurskommis- </div> <div class="para">sion für die Aufsicht über die Privatversicherung, welche </div> <div class="para">diese Frage verneint und die Wiederherstellung des Suspen- </div> <div class="para">siveffektes der Beschwerde angeordnet hatte. Die Vorinstanz </div> <div class="para">hatte bei der Interessenabwägung die der Versicherungs- </div> <div class="para">Gesellschaft durch die behördlich verlangte sofortige Ände- </div> <div class="para">rung der Allgemeinen Vertragsbedingungen entstehenden Nach- </div> <div class="para">teile (hohe Kosten, allenfalls Schädigung des Rufs) der vom </div> <div class="para">Bundesamt ins Feld geführten möglichen "Gefährdung der In- </div> <div class="para">teressen der Versicherten" (mangelhafte Information über </div> <div class="para">verschiedene ihnen aufgrund der Verordnung über die Rechts- </div> <div class="para">schutzversicherung zustehende Rechte) gegenübergestellt. </div> <div class="para">Sie gewichtete den Standpunkt der Gesellschaft u.a. deshalb </div> <div class="para">stärker, weil sich diese bereit erklärt hatte, ihre Kunden </div> <div class="para">in den entsprechenden Fällen explizit auf diese Rechte auf- </div> <div class="para">merksam zu machen, sodass für den zeitlich begrenzten Rah- </div> <div class="para">men bis zum Endentscheid über die Beschwerde davon ausge- </div> <div class="para">gangen werden konnte, dem Informationsbedürfnis der Berech- </div> <div class="para">tigten sei Genüge getan. </div> <div class="para"> Im vorliegenden Fall würde bei Belassung der aufschie- </div> <div class="para">benden Wirkung und der daraus sich ergebenden Unverbind- </div> <div class="para">lichkeit der mit der Aufnahme in die SL verbundenen Limita- </div> <div class="para">tionen der Entscheid in der Sache in dem Sinne negativ prä- </div> <div class="para">judiziert, dass die für eine Behandlung mit XENICAL in Be- </div> <div class="para">tracht fallenden Versicherten nicht bloss das Risiko der </div> <div class="para">Gutheissung der Beschwerde zu tragen hätten. Vielmehr ist, </div> <div class="para">wie vom Pharma-Unternehmen zu Recht vorgebracht wird, bei </div> <div class="para">positivem Verfahrensausgang im Sinne der definitiven Auf- </div> <div class="para">nahme dieses Medikamentes in die SL die nachträgliche Kos- </div> <div class="para">tenübernahme im Rahmen der obligatorischen Krankenpflege- </div> <div class="para">versicherung nicht, weder rechtlich noch tatsächlich, ge- </div> <div class="para">nügend gesichert. Demgegenüber trifft sie als Vergütungs- </div> <div class="para">schuldner (<span class="artref">Art. 42 Abs. 1 KVG</span>) im umgekehrten Fall des </div> <div class="para">Entzugs der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde des Kon- </div> <div class="para">kordates und der Sanitas lediglich allenfalls die Pflicht </div> <div class="para">zur Rückerstattung der bereits erbrachten Zahlungen der </div> <div class="para">Krankenversicherer für die seit 1. Oktober 1999 schon </div> <div class="para">durchgeführten Behandlungen mit XENICAL. Dabei könnten (und </div> <div class="para">müssten) die betreffenden Versicherten darauf hingewiesen </div> <div class="para">werden, dass die Kostengutsprache und -übernahme unter dem </div> <div class="para">Vorbehalt einer allfälligen Gutheissung der Beschwerde </div> <div class="para">gegen die Aufnahme dieses Medikamentes in die SL erfolgt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> cc) Schliesslich kommt dem auch im angefochtenen Ent- </div> <div class="para">scheid implizit angeführten Kostenaspekt vorliegend keine </div> <div class="para">ausschlaggebende Bedeutung zu. Zum einen verbietet sich der </div> <div class="para">direkte Vergleich mit den in Erw. 2b hievor erwähnten (se- </div> <div class="para">riellen) Preissenkungen auf mehr als 15 Jahre in der SL </div> <div class="para">eingetragenen Arzneimitteln, da es hier um die (erstmalige) </div> <div class="para">Aufnahme eines Präparates (XENICAL) geht. Abgesehen davon </div> <div class="para">erfolgte die Anpassung in jenen Fällen aufgrund eines Aus- </div> <div class="para">landpreisvergleichs (vgl. <span class="artref">Art. 67 Abs. 1 KVV</span> sowie <span class="artref">Art. 34 </span></div> <div class="para">Abs. 2 lit. d und <artref id="CH/832.112.31/35" type="start"></artref>Art. 35 KLV<artref id="CH/832.112.31/34/2/d" type="end"></artref>). Zum andern rechtfertigt es </div> <div class="para">sich, wenn es um die Aufnahme von Arzneimitteln in die SL </div> <div class="para">geht, unter dem Gesichtspunkt der "Kosteneindämmung im Ge- </div> <div class="para">sundheitswesen" - gleichsam im Gegenzug - die infolge der </div> <div class="para">Kostenvergütung im Rahmen der obligatorischen Krankenpfle- </div> <div class="para">geversicherung zu erwartenden Einsparungen, beispielsweise </div> <div class="para">aufgrund tieferer Folgekosten für Nebenwirkungen (vgl. </div> <div class="para">Felix Epper, "Neu gleich teuer und dennoch billiger", in: </div> <div class="para">NZZ Nr. 291 vom 14. Dezember 1999 S. 29), ebenfalls mitzu- </div> <div class="para">berücksichtigen. Vorliegend kommt dazu, dass die zeitlichen </div> <div class="para">und indikativen Restriktionen sowie das Erfordernis der </div> <div class="para">vorgängigen Kostengutsprache durch den Vertrauensarzt oder </div> <div class="para">die Vertrauensärztin des jeweiligen Krankenversicherers </div> <div class="para">durchaus geeignet erscheinen, die Anwendung von XENICAL auf </div> <div class="para">ein auch hinsichtlich der Kosten vernünftiges Mass zu be- </div> <div class="para">schränken. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> dd) Zusammenfassend fällt die Interessenabwägung ent- </div> <div class="para">gegen der Auffassung der Rekurskommission zugunsten des </div> <div class="para">Entzugs der aufschiebenden Wirkung der vom Konkordat und </div> <div class="para">der Sanitas gegen die vom Bundesamt auf den 1. Oktober 1999 </div> <div class="para">verfügte Aufnahme von XENICAL (mit Limitationen) in die SL </div> <div class="para">erhobenen Beschwerde aus. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Da die (formellen und materiellen) Prozessaussich- </div> <div class="para">ten nicht eindeutig für oder gegen einen der kontroversen </div> <div class="para">Standpunkte sprechen, kommt diesem Gesichtspunkt für die </div> <div class="para">Frage des Entzugs des Suspensiveffektes des vor Vorinstanz </div> <div class="para">hängigen Rechtsmittels keine entscheidende Bedeutung zu. </div> <div class="para">Was die unter den Verfahrensbeteiligten umstrittene, von </div> <div class="para">der Präsidentin der Rekurskommission im vorliegenden Fall </div> <div class="para">(für das Zwischenverfahren) bejahte Legitimation von ein- </div> <div class="para">zelnen Krankenversicherern oder des Konkordates zur Be- </div> <div class="para">schwerde gegen Verfügungen des Bundesamtes über die Aufnah- </div> <div class="para">me von Arzneimitteln in die Spezialitätenliste im Besonde- </div> <div class="para">ren anbetrifft, gibt es zu dieser Grundsatzfrage keine Prä- </div> <div class="para">judizien. Davon abgesehen drängt sich weder im Lichte der </div> <div class="para">(nicht einschlägigen) Rechtsprechung des Eidgenössischen </div> <div class="para">Versicherungsgerichts noch der Vorbringen in den Rechts- </div> <div class="para">schriften eine bestimmte Lösung gebieterisch auf. Ebenfalls </div> <div class="para">nicht eindeutig beantworten lässt sich in materieller Hin- </div> <div class="para">sicht die bisher nicht aufgeworfene Frage der Zulässigkeit </div> <div class="para">der Limitationen, insbesondere der zeitlichen Befristung </div> <div class="para">(auf zwei Jahre) der Aufnahme von XENICAL in die Speziali- </div> <div class="para">tätenliste (vgl. in diesem Zusammenhang <span class="artref"><artref id="CH/832.10/33/3" type="start"></artref><artref id="CH/832.10/33/2" type="start"></artref>Art. 33 Abs. 2 und </span></div> <div class="para">3 KVG<artref id="CH/832.10/33/3" type="end"></artref><artref id="CH/832.10/3" type="end"></artref> sowie <span class="artref"><artref id="CH/832.102/33/c" type="start"></artref><artref id="CH/832.102/33/b" type="start"></artref>Art. 33 lit. b und c KVV</span><artref id="CH/832.102/33/c" type="end"></artref><artref id="CH/832.102/c" type="end"></artref>, <span class="artref">Art. 52 Abs. 1 lit. b </span></div> <div class="para">KVG und <span class="artref">Art. 73 KVV</span>; ferner zum alten Recht Art. 4 Abs. 5 </div> <div class="para">Vo VIII sowie <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-V-274%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page279">BGE 118 V 279</a> Erw. 2b und RKUV 1984 Nr. K 566 </div> <div class="para">S. 26). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Das Verfahren ist kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 134 OG</span> e </div> <div class="para">contrario; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F98-V-220%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page221">BGE 98 V 221</a> Erw. 3). Dem Prozessausgang </div> <div class="para">entsprechend sind die Gerichtskosten dem Konkordat und der </div> <div class="para">Sanitas zu gleichen Teilen unter Solidarhaft aufzuerlegen </div> <div class="para">(Art. 156 Abs. 1 und 6 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 135 OG</span>). </div> <div class="para"> Als obsiegender Partei steht der Roche Pharma </div> <div class="para">(Schweiz) AG eine Parteientschädigung zu (<span class="artref">Art. 159 Abs. 1 </span></div> <div class="para">OG). </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird </div> <div class="para"> die Zwischenverfügung der Eidgenössischen Rekurskom- </div> <div class="para"> mission für die Spezialitätenliste vom 24. September </div> <div class="para"> 1999 aufgehoben und der Beschwerde des Konkordates der </div> <div class="para"> Schweizerischen Krankenversicherer und der Sanitas </div> <div class="para"> Krankenversicherung gegen die Verfügung des Bundes- </div> <div class="para"> amtes für Sozialversicherung vom 28. Juni 1999 die </div> <div class="para"> aufschiebende Wirkung entzogen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Die Gerichtskosten von Fr. 2000.- werden dem Konkordat </div> <div class="para"> der Schweizerischen Krankenversicherer und der Sanitas </div> <div class="para"> Krankenversicherung zu gleichen Teilen auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Der Roche Pharma (Schweiz) AG wird der geleistete Kos- </div> <div class="para"> tenvorschuss von Fr. 2000.- rückerstattet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV.Das Konkordat der Schweizerischen Krankenversicherer </div> <div class="para"> und die Sanitas Krankenversicherung haben der Roche </div> <div class="para"> Pharma (Schweiz) AG für dieses Verfahren eine Partei- </div> <div class="para"> entschädigung von Fr. 2500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu </div> <div class="para"> bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">V.Dieses Urteil wird den Parteien, der Eidgenössischen </div> <div class="para"> Rekurskommission für die Spezialitätenliste und dem </div> <div class="para"> Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 6. März 2000 </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der I. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">i.V. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">i.V. </div> </div></body></html>