B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-4739/2013 U r t e i l v o m 2 7 . F e b r u a r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Michael Peterli, Gerichtsschreiberin Barbara Camenzind. Parteien Kanton Thurgau, Schlossmühlestrasse 9, 8510 Frauenfeld, handelnd durch Departement für Finanzen und Soziales, Schlossmühlestrasse 9, 8510 Frauenfeld, Beschwerdeführer, gegen Beschlussorgan der Interkantonalen Vereinbarung über die hochspezialisierte Medizin (HSM Beschlussorgan), Speichergasse 6, Postfach 684, 3000 Bern, vertreten durch lic. iur. Andrea Gysin, Advokatin, Dufour Advokatur Notariat, Dufourstrasse 49, 4010 Basel, Vorinstanz. Gegenstand Planung der hochspezialisierten Medizin (HSM) im Bereich der grossen seltenen viszeralchirurgischen Eingriffe: Pankreasresektion, Leberresektion, komplexe bariatrische Chirurgie, tiefe Rektumresektion, Oesophagusresektion; Entscheide des HSM-Beschlussorgans vom 4. Juli 2013. C-4739/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass das Beschlussorgan der Interkanton alen Vereinbarung über die hochspezialisierte Medizin (HSM-Beschlussorgan) mit fünf Beschlüssen vom 4. Juli 2013, publiziert im Bundesb latt am 10. September 2013, en t- schied, medizinische Eingriffe im Bereich der grossen seltenen Visze ral- chirurgie (Pankreasresektion, Oesophagusresektion, Leberresektion, tiefe Rektumresektion, ba riatrische Chirurgie) schweizweit auf einzel ne Lei s- tungserbringer zu konzentrieren und diesen provisorische oder defi nitive Leistungsaufträge zu erteilen, dass der Kanton Thurgau (im Folgenden: Kanton bzw. Beschwerdefü h- rer), handelnd durch das Departement für Finanzen und Soziales, mit e i- ner Eingabe vom 9. Oktober 2013 b eim Bundesverwaltungsgericht B e- schwerde gegen die fünf Beschlüsse des HSM -Beschlussorgans vom 4. Juli 2013 erhob, die Aufhebung der angefochtenen Beschlü sse bean- tragte und um Sistierung des Verfahrens bis zur Beendigung eines allfä l- ligen Streitbeilegungsverfahrens ersuchte (act. 1, Verfahren C-4739/2013, C-5730/2013, C-5731/2013, C-5733/2013, C-5734/2013), dass das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 18. Oktober 2013 die fünf Verfahren vereinigte, darauf hinwies, dass die Beschwerdeverfah- ren unter der Verfahrensnummer C -4739/2013 weitergeführt würden und die Vorinstanz einlud, zum Antrag auf Sistierung des Verfahrens Stel lung zu nehmen (act. 2), dass die Vorinstanz mit Eingabe vom 7. November 2013 Stellung nahm, die Abweisung des Sistierungsgesuchs bean tragte und zudem geltend machte, das s das Beschlussorgan vorliegend Spitallistenentscheide g e- troffen habe, wofür ein spezieller Rechtsmittelweg, welcher dem Streitbei- legungsverfahren nach Art. 11 IVHSM vorgehe, bestehe, (act. 3), und zieht in Erwägung, dass gemäss Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) gegen Beschlüsse des HSM-Beschlussorgans im Sinne von Art. 39 Abs. 2 bis KVG beim Bundes- verwaltungsgericht Be schwerde gefü hrt werden kann (BVGE 2012/9 E. 1), C-4739/2013 Seite 3 dass die vorliegend angefochtenen Beschlüsse gestützt auf Art. 39 KVG erlassen wurden und das Bundesverwaltungsgericht deshalb zur Beurte i- lung der Beschwerde zuständig ist (vgl. auch Art. 90a Abs. 2 KVG), dass sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem Bunde s- gesetz über das Verwaltungsverfa hren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) richtet, wobei allfällige Abweichungen des VGG und die b e- sonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG vorbehalten bleiben, dass im Zusammenhang mit Spitall istenentscheiden Anfechtungsgegen- stand einer Beschwerde nicht die Spitalliste als solche sein kann, so n- dern nur die Verfügung , welche das individuelle Rechtsverhältnis eines betroffenen Leistungserbringers regelt (BVGE 2012/9 E. 3.3), dass vorliegend nicht ein betroffener Leistungserbringer Beschwerd e führt, sondern die Regierung eines Kantons, welcher seine Zuständigkeit gemäss Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG zum Erlass der Spitalliste im Bereich der HSM an das HSM-Beschlussorgan übertragen hat (vgl. Art. 9 IVHSM) und sich die Frage nach der Legitimation zur Beschwerdeführung stellt, dass Art. 48 Abs. 2 VwVG die Beschwerdelegitimation einer Behörde nur bei einer spezialgesetzlichen Ermächtigung vorsieht und eine entspr e- chende Ermächtigungsnorm weder dem KVG noch der IVHSM entno m- men werden kann, dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde ausführt, der Kanton sei von den angefochtenen Beschlüssen betroffen, dass das Bundesverwaltungsgericht in seinem Entscheid BVGE C-5634/2013 vom 9. Januar 2014 die Beschwerdelegitimation des Ka n- tons Glarus betreffend die fünf Beschlüsse des HSM -Beschlussorgans verneint hat, dass es zur Begründung insbesondere ausgeführt hat, das zu beschre i- tende Verfahren gemäss anwendbarem Konkordatsrecht - Streitbeile- gungsverfahren mit anschliessender Klage an das Bundesgericht - sei vorliegend nicht eingehalten worden, weshalb die funktionelle Zuständig- keit des Bundesverwaltungsgerichts nicht gegeben sei (E. 3.2.2.5, E. 3.2.2.9) und ein Kanton weder gestützt auf Bundesrecht noch auf Konkordatsrecht dazu legitimiert sei, gegen einen Spita llistenentscheid C-4739/2013 Seite 4 des HSM -Beschlussorgans Beschwerde an das Bundesverwaltungsg e- richt zu erheben (E.3.2), dass die Beschwerdelegitimation des Kantons Thurgau aus den gleichen Gründen zu verneinen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens auf die in der Beschwerde ge- stellten Anträge und erhobenen Rügen des Beschwerdeführers nicht n ä- her einzugehen ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C- 5634/2013 vom 9. Januar 2014 E. 3.5), dass der Antrag auf Sistierung des Verfahrens mit dem Nichteintreten s- entscheid gegenstandslos wird, dass somit gemäss Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG im einzelrichterlichen Ver- fahren auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, dass die unterliegende Partei gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Regel die Verfahrenskosten trägt; anderen als B undesbehörden, die Beschwer- de führen und unterliegen, die Verfahrenskosten nur auferlegt werden, soweit sich der Streit um vermögensrechtliche Interessen von Körpe r- schaften oder autonomen Anstalten dreht (Art. 63 Abs. 2 zweiter Halbsatz VwVG), dass vorliegend nicht (direkte) Vermögensinteressen des Kantons betro f- fen sind, weshalb der unterliegenden Beschwerdeführerin keine Verfa h- renskosten aufzuerlegen sind (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht, Basel 2008, S. 209, Rz. 4.49 m.w.H.), dass die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwac h- sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen kann (Art. 64 Abs. 1 Vw VG und Art. 7 Abs. 1 VGKE); jedoch Bundesbehörden und, in der Regel, andere Behörden, die – wie vorliegend die Vorinstanz – als Parteien auftreten (Art. 7 Abs. 3 VGKE), keinen Anspruch auf Parte i- entschädigung haben, weshalb der obsiegenden Vorinstanz keine Partei- entschädigung zuzusprechen ist (vgl. BVGE 2012/9, nicht publizierte E. 5.2; Urteil e des Bundesverwaltungsgerichts C-5634/2013 vom 9. Januar 2014 E. 4.2 und C-5305/2010 vom 16. Mai 2013 E. 8.2), C-4739/2013 Seite 5 dass die Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegen heiten an das Bundesgericht gemäss Art. 83 Bst. r BGG im vorliegenden Fall unzulässig und der vorliegende Entscheid endgültig ist. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. BBl 2013 6792/6801/6809/6817/6826; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Gesundheit Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Barbara Camenzind Versand: