B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1858/2012 U r t e i l v o m 2 4 . J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Kurt Gysi (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richterin Regula Schenker Senn, Gerichtsschreiber Nicholas Swain. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Flüchtlingseigenschaft; Verfügung des BFM vom 29. Februar 2012 / N (…). E-1858/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein tamilischer Volkszugehöriger mit letztem Wohnsitz in B._______, Distrikt C._______ − reiste am 11. August 2008 illegal in die Schweiz ein und stellte gleichentags im Empfangs - und Ver- fahrenszentrum (EVZ) Basel ein Asylgesuch. Nach der Kurzbefragung im EVZ vom 14. August 2008 wurde er für die Dauer des Verfahrens dem Kanton D._______ zugewiesen. Am 30. Juli 2009 fand eine direkte Anhö- rung durch das BFM gemäss Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) statt. B. Der Beschwerdeführer brachte zur Begründung seines Asyl gesuches im Wesentlichen vor, er habe Hilfsleistung en für die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) erbracht. Im Jahre 1996 habe er auf einen entspreche n- den Aufruf der LTTE hin nach einem Angriff derselben auf ein Armeecamp in C._______ mit seinem Traktor geholfen, die Leichen getöteter Kämpfer zum Spita l beziehungsweise zu einem Gerichtsgebäude zu transporti e- ren. Bei einem in diesem Zusammenhang erfolgten Angriff der Regi e- rungskräfte habe er durch eine Granatsplitterverletzung die Sehkraft auf dem linken Auge weitgehend verloren. In den Jahren 2006 und 2 007 ha- be er für die LTTE gegen Entlöhnung als Chauffeur gearbeitet. Am 20. Juni 2008 sei er von de n LTTE festgenommen und zwangsweise als Kämpfer rekrutiert worden. Er habe für die Tigers zusammen mit drei oder vier anderen Männern Holzstämme zu einer ihrer Stellungen transportie- ren müssen. Nachdem einer dieser Männer durch ein Artilleriegeschoss getötet worden sei, habe er sich zur Flucht entschlossen, habe am (…) unbemerkt einen Checkpoint der LTTE passiert und sei zu einer seiner Schwestern in E._______ gereist. Auf dieser Re ise sei er durch die A r- mee angehalten worden. Diese habe ihn einen Tag festgehalten, und ihm seinen LTTE-Ausweis abgenommen , seinen Nationalitätenausweis ko- piert sowie eine Video-Aufnahme von ihm gemacht. Nach einem dreitägi- gen Aufenthalt bei seiner Schwester habe ihn ein Freund seines Vaters nach Colombo gebracht und seine Ausreise in die Wege geleitet. Am (…) sei er mit einem gefälschten Reisepass über F._______ nach G._______ geflogen, von wo er per Auto in die Schweiz gebracht wor den sei. Nach seiner Ausreise hätten Leute, welche mit der Armee kollaborierten, mehrmals bei seiner Schwester nach ihm gesucht. Im Übrigen sei eine seiner Schwestern am 1. Januar 2008 ebenfalls durch die LTTE zwang s- rekrutiert worden. Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer eine E-1858/2012 Seite 3 Identitätskarte, einen Geburtsregisterauszug, einen Passierschein der LTTE, ein Unterstützungsschreiben eines sri -lankischen Parlamentariers vom 14. März 2009 sowie zwei Fotos mit Erklärungen ein. C. Mit Verfügung vom 29. Februar 2012 – eröffnet am 1. März 2012 – stellte das BFM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, wies sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Hingegen verfügte die Vorinstanz, dass der Vollzug der Wegweisung wegen Unzumutbarkeit nicht vollzogen, sondern zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben werde. Auf die Begründung wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vo m 2. April 2012 beantragte der Beschwerdeführer, die Verfügung vom 29. Februar 2012 sei – soweit die Fragen der Flüchtlingseigenschaft, der Asylgewährung und der Wegwe i- sung betreffend – aufzuheben und zur Gewährung de s rechtlichen G e- hörs, eventualiter zur Feststellung des vollständigen und richtigen recht s- erheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu- rückzuweisen. Eventualiter sei ihm die Flüchtlingseigenschaft zuzuerke n- nen und ihm das Asyl zu gewähren. In formeller Hinsicht ersuchte er dar- um, es sei ihm das für das vorliegende Verfahren zuständige Spruchgr e- mium bekanntzugeben, es sei ihm eine angemessene Frist zur Beibri n- gung weiterer Beweismittel aus dem Ausland einzuräumen, und es sei ihm vor einer Gutheissung eine Frist zur Einrei chung einer detaillierten Kostennote anzusetzen. Mit der Beschwerdeschrift wurden als Bewei s- mittel ein angeblich anlässlich seiner Ausbildung bei de n LTTE aufge- nommenes Foto, ein Auszug aus dem Heiratsregister vom (…) in Kopie inklusive Übersetzung, eine Relief Assistance Card seiner Ehefrau, einen Zeitungsartikel vom 11. Dezember 2011, zwei Fotos einer Schwester des Beschwerdeführers, sowie zahlreiche Lageberichte verschiedener Org a- nisationen und Artikel von Medien in Bezug auf die politische und me n- schenrechtliche Situation in Sri Lanka eingereicht. Auf die Begründung wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. E. Mit Zwischenverfügung vom 18. April 2012 forderte der Instruktionsrichter den Beschwerdeführer zur Zahlung eines Kostenvorschusses innert Frist auf, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall, und gab ihm das für sein Verfahren zuständige Spruchgremium bekannt . Der An-E-1858/2012 Seite 4 trag auf Einräumung einer Frist zur Beibringung weiterer Beweismittel wurde abgewiesen. F. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 3. Mai 2012 ersuchte der B e- schwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und reichte eine U n- terstützungsbedürftigkeitserklärung des Kantonalen Sozialdie nstes D._______ vom 2. Mai 2012 ein. G. Mit Instruktionsverfügung vom 8. Mai 2012 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) gut, ho b die Dispositiv -Ziffern 3 und 4 der Zwischenverf ü- gung vom 18. April 2012 auf und verzichtete wiedererwägungsweise auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig wurde die Vori n- stanz zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. H. In seiner Vernehmlassung vom 14. Mai 2012 hielt das BFM an seiner Ver- fügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. I. Mit Eingabe vom 31. Mai 2012 machte der Beschwerdeführer von dem ihm mit Instruktionsverfügung vom 16. Mai 2012 eingeräumten Recht zur Replik Gebrauch und bekräftigte seine Beschwerdevorbringen. Zudem reichte er weitere Beweismittel (Übersetzung des Zeitungsartikels vom 11. Dezember 2011 und Artikel vom 14. Januar 2012, inklusive Überse t- zung, zwei Fotos des Grundstücks seiner Ehefra u, inklusive Zustellcou- vert, Kostennote des Rechtsvertreters vom 31. Mai 2012) ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von E-1858/2012 Seite 5 Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht i st daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Ar t. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berü hrt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rechtsbegehren erhoben. Diese sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. En t- scheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylr e- kurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 und EMARK 1994 Nr. 1; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 233, mit weiteren Hinweisen, S. 287 und 297 f.; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 3.2 Vorab ist festzustellen, dass der Umstand, dass in der Beschwerd e- schrift neue Umstände (Noven) vorgebracht werden, nicht per se eine Kassation der angefochtenen Verfügung zu rechtfertigen vermag. E ine Kassation und Rückweisung an die Vorinstanz hat gemäss Art. 61 Abs. 1 E-1858/2012 Seite 6 VwVG nur ausnahmsweise zu erfolgen, namentlich, wenn weitere Tats a- chen festgestellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzuführen ist und die Herstellung der fehlen den Entscheidungsreife durch die Beschwerdeinstanz nicht angebracht erscheint (vgl. BVGE E-4324/2012 vom 19. September 2012 E. 5; Entscheidungen und Mittei- lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 E. 7.1, mit weiteren Hinweisen). 3.3 Die Rüge, das BFM habe den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt und den Sachverhalt nicht vollständig und nicht richtig abgeklärt, weil es ihn vor fast drei Jahren letztmals angehört und ihn vor dem Entscheid weder erneut nach der aktuellen individuellen Ge- fährdungslage befragt, noch ihm die Gelegenheit zur Einreichung einer diesbezüglichen schriftlichen Stellungnahme eingeräumt habe, ist offe n- sichtlich unbegründet. Der Untersuchungsgrundsatz verpflichtet die Asyl- behörden nicht zu e rgänzenden Abklärungen, wenn der Sachverhalt – wie vorliegend – als erstellt erscheint. Die Mitwirkungspflicht der gesuch- stellenden Partei gebietet, dass diese die Behörde von sich aus info r- miert, wenn während eines hängigen Verfahrens eine wesentliche Änd e- rung des Sachverhalts eintritt und die Behörde ohne eine entsprechende Mitteilung keine Kenntnis davon erhalten würde. Die Behörde darf sich darauf verlassen, dass die vormals erteilten Auskünfte bei passivem Ve r- halten der Partei nach wie vor der Wirklich keit entsprechen (BGE 132 II 113 E. 2; CHRISTOPH AUER, in: Auer/Müller/Schindler (Hrsg.), Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich 2008, Rz. 9 zu Art. 13). Auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe seiner Mitwirkungspflicht Genüge getan, zumal er dem BFM jederzeit für eine weitere Anhörung zur Verfügung gestanden wäre, ist unzutreffend, weil die Mitwirkungspflicht nach Lehre und Praxis auch die Pflicht u m- fasst, wahrheitsgemässe und vollständige Angaben zum Sachverhal t zu machen (vgl. bereits EMARK 1995 Nr. 18 S. 186 ff.). 3.4 3.4.1 Im Weiteren rügt der Beschwerdeführer, der wesentliche Sachve r- halt sei in wesentlichen Punkten nicht vollständig und nicht richtig abge- klärt und damit sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden, weil das Bundesamt das Grund satzurteil des Bundesverwaltungsgerichts betreffend die Risikoprofile von Asylsuchenden aus Sri Lanka (Urteil E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011) in keiner Weise berücksichtigt und auch keine länderspezifische n Informationen oder Länderberichte zur Beurteilung seines Asylgesuchs beigezogen habe, obwohl die Beurteilung E-1858/2012 Seite 7 der Glaub haftigkeit seiner Vorbringen und seiner persönlichen Gefäh r- dungslage nur vor diesem Hintergrund erfolgen könne. 3.4.2 Es trifft zwar zu, dass die Vorinst anz in der angefochtenen Verf ü- gung nicht explizit auf das Grundsatzurteil BVGE 2011/24 (E -6220/2006) Bezug nimmt. Daraus kann jedoch nicht gefolgert werden, dass das BFM die diesbezügliche Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht berücksichtigt h ätte. Das Bundesamt führte in seiner Verfügung vom 29. Februar 2012 aus, der Beschwerdeführer verfüge nicht über ein Profil, das ihn im heutigen Zeitpunkt aus Sicht der sri -lankischen Behörden als verdächtig erscheinen lassen würde, woraus erhellt, dass di e Vorinstanz sehr wohl die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers unter B e- rücksichtigung der in BVGE 2011/24 aufgeführten Risikoprofile geprüft hat. 3.4.3 Die Rüge, das BFM habe sich bei der Entscheidfindung auf keine länderspezifischen Informationen gestützt, entbehrt jeder Grundlage. Viel- mehr kann – insbesondere auch in Berücksichtigung der neuen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE 2011/24) – der angefochtenen Verfügung nicht entnommen werden, inwiefern das BFM die aktuellen Länderinformationen über Sri Lanka unberücksichtigt gelassen hätte. A l- lein aus der Tatsache, dass in der angefochtenen Verfügung keine Lä n- derberichte erwähnt wurden und sich keine solchen in den Akten finden, kann nicht der Schluss gezogen werden, von der Vorinstanz seien keine Länderberichte oder sonstige n länderspezifischen Informationen berück- sichtigt worden. Der angefochtenen Verfügung sind demnach keine hi n- reichenden Anhaltspunkte zu entnehmen, welche den Schluss zuliessen, das BFM habe seine Begründungspflicht verletzt. Je denfalls lässt der Umstand per se, dass die vom BFM vorgenommene Einschätzung der Gefährdungssituation von derjenigen des Beschwerdeführers abweicht, nicht den Schluss auf eine Gehörsverletzung zu. Somit ist auch die in diesem Zusammenhang vorgebrachte Rüg e der Verletzung des rechtl i- chen Gehörs unbegründet. 3.5 Nach dem Gesagten sind die Anträge des Beschwerdeführers, die angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs und unrichtiger beziehungsweise unvollständiger Sachverhaltsabklärung zu kassieren und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, abzuweisen. E-1858/2012 Seite 8 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind , den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG) 5. 5.1 Das BFM führte zur Begründung seiner Verfügung aus, es liessen sich den Akten keine konkreten Hinweise dafür entnehmen, dass d er Be- schwerdeführer im Falle seiner Rückkehr nach Sri Lanka mit flüchtling s- rechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen seitens der LTTE oder der Behörden rechnen müsse. Der Umstand, dass er von der sri -lankischen Armee nach der Festnahme im Juli 2008 wieder freigelassen worden sei, lasse darauf schliessen, dass er keines nennenswerten Engagements für die LTTE verdächtigt worden sei. Darüber hinaus werde mit derartigen Personenkontrollen die Absicht verfolgt, die Infiltration von LTTE -Kämp- fern in die Zivilgesellschaft zu verhindern, weshalb solche Kontrollen nicht als eine asylrelevante Verfolgung zu qualifizieren seien. Der Beschwerde- führer verfüge auch nicht über ein Profil, welches ihn im heutigen Zei t- punkt aus Sicht der sri -lankischen Behörden als verdäch tig erscheinen lasse. Er sei nach seinen Angaben nie Mitglied der LTTE gewesen. Es sei den Behörden bekannt, dass viele Tamilen im Einflussgebiet der LTTE von diesen zur Kollaboration gezwungen worden sei en, weshalb solche Personen in der Regel nicht verfolgt würden . Verfolgungsmassnahmen seitens der LTTE seien im heutigen Zeitpunkt als unwahrscheinlich zu e r- achten, da diese Organisation nach dem militärischen Sieg der sri - lankischen Armee im Mai 2009 zerschlagen worden sei. Die eingereic h- ten Beweismit tel vermöchten an dieser Einschätzung nichts zu ändern, E-1858/2012 Seite 9 da sie nur den vom Beschwerdeführer vorgebrachten Sachverhalt wi e- dergeben würden beziehungsweise keinen direkten Zusammenhang mit diesem hätten. Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermöchten de m- nach den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen. 5.2 Der Beschwerdeführer brachte zur Begründung seiner Beschwerde zunächst vor, er habe im erstinstanzlichen Verfahren auf Anraten anderer tamilischer Asylsuchender sowie des bei der Anhörung durch das BFM anwesenden Dolmetschers nicht seine gesamten Aktivitäten für die LTTE offengelegt. In Tat und Wahrheit sei er bereits im Jahre 1992 freiwillig den Tigers beigetreten und habe bei diesen ein sechsmonatiges militärisches Training absolviert. Danach sei er in den Jahren 1993 bis 1996 als Kämp- fer in der Infanterie der LTTE an verschiedenen Fronten in Gefechten zum Einsatz gekommen. Die Augenverletzung habe er sich im Jahr 1996 nicht bei der Bergung von Leichen, sondern bei einem Kampfeinsatz z u- gezogen. Viele der Aktivisten, mit denen er zusammen gekämpft habe, hätten sich bei der Abspaltung im Jahre 1994 (recte: 2004) der Karuna - Gruppe angeschlossen. Anlässlich seiner Festnahme am (…) sei einer seiner ehemaligen, nun der Karuna -Gruppe angehörenden Kameraden anwesend gewesen. Dieser habe ihn erkannt und ihm aufgrund ihrer fr ü- heren freundschaftlichen Beziehung zur Freilassung nach einem Tag ver- holfen. Da er nun keine Angst mehr vor Verfolgung durch die LTTE habe, hätte er, falls ihm dazu Gelegenheit g egeben worden wäre, bereits vor Ergehen des erstinstanzlichen Entscheids sein gesamtes Engagement für diese Organisation offengelegt. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei davon auszugehen, dass seine früheren Aktivitäten für die LTTE und seine Augenverletzung ihn im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka als verdächtig erscheinen lassen würden. Zudem sei dem Grundsatzurteil E-6220/2006 des Bundesverwal- tungsgerichts zu entnehmen, dass nicht nur hochrangige LTTE -Aktivisten verfolgt würden. Es sei z u beachten, dass in Sri Lanka gesetzliche Grundlagen – namentlich der Prevention of Terrorism Act (PTA) − für die Verfolgung und Bestrafung sämtlicher Aktivi sten und Unterstützer der LTTE vorliegen würden, und die sri -lankische Regierung habe klar zum Ausdruck gebracht, dass sie dieses Ziel verfolge. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeige auch, dass sie dies konsequent umsetze. Die Behörden hätten nach Kriegsende durch die Auswertung erbeuteter Akten der LTTE sowie durch Verhöre zahlreicher Aktivisten weitgehende Kennt- nisse über die Aktivitäten der Unterstützer dieser Bewegung erlangt. Es sei deshalb davon auszugehen , dass ihnen auch seine Aktivitäten als E-1858/2012 Seite 10 LTTE-Kämpfer von 1992 bis 1996 sowie seine Einsätze für diese Partei in den Jahren 2006 bis 2008 be kannt seien, zumal ihnen die bei seiner Festnahme am (…) gewonnenen Daten zur Verfügung stehen würden. Er erfülle somit eines der im Grundsatzentscheid E -6220/2006 genannten Risikoprofile. Es müsse aber auch die derzeitige Situation in Sri Lanka berücksichtigt werden. Dass die Behörden die ihnen zur Verfügung st e- henden Informationen über Aktivitäten von LTTE-Unterstützern in Sri Lan- ka sowie im Exil professionell auswerten würden, sei bekannt. Ebenso seien Misshandlungen und Folter von Personen, die aus dem Ausland nach Sri Lanka zurückkehrten − auch solchen die keine tatsächliche Ver- bindung zu den LTTE hätten −, breit dokumentiert. Seit Anfang des Ja h- res 2011 werde die tamilische Bevölkerung erneut systematisch regis t- riert, was auch dem Zweck der Identifizierung und Auffindung von Mitglie- dern und Unterstützern der LTTE diene. Gemäss Rechtsprechung des EGMR seien zurückkehrende Tamilen und Tamilinnen, welche verdächtigt würden, eine Verbindung zu den LTTE zu haben, dem Risiko von Mis s- handlungen im Sinne von Ar t. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ausgesetzt.. Seine Ehefrau und die Kinder seien nach Kriegsende zunächst in einem Camp in E._______ untergebracht worden, seien aber nach ihrer Freilas- sung weggeschickt worden, weil sie einer LTTE -Familie angehören wü r- den. Sie würden sich nun ohne korrekte Anmeldung im Vanni -Gebiet auf- halten und seien daher in Gefahr. Im Jahre 2010 habe die Armee bei se i- nen Eltern nach ihm gesucht. Im Weiteren sei ei n Cousin (H._______), welcher im Jahre 2008 von den LTTE zwangsrekrutiert und nur wenige Tage im Einsatz gewesen sei, am (…) durch den Armeegeheimdienst CID verhaftet worden. Das Schicksal seiner ebenfalls durch die LTTE zwangs- rekrutierten Schwester, welche bei einer Spezialeinheit eingesetzt worden sei und sich nach Beendigung des Bürgerkriegs im Som mer 2009 in e i- nem Camp aufgehalten habe , sei seiner Familie unbekannt . Sie befürch- teten, sie sei einer Massenhinrichtung zum Opfer gefallen. Aus den gen annten Gründen sei er als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm das Asyl zu gewähren 5.3 Das BFM stellte sich in seiner Vernehmlassung auf den Standpunkt, die Begründung des Beschwerdeführers dafür, das wahre Ausmass se i- nes Engagements für die LTTE bisher ver schwiegen zu haben, vermöge E-1858/2012 Seite 11 nicht zu überzeugen. Es wäre ihm möglich gewesen, sich diesbezüglich durch eine Rechtsberatungsstelle beraten zu lassen. 5.4 Der Beschwerdeführer wies in seiner Replik darauf hin, dass das BFM die Glaubhaftigkeit seiner auf Beschwer deebene vorgebrachten langjährigen Mitgliedschaft bei den LTTE nicht in Frage stelle. Daraus e r- gebe sich aber im Lichte der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsg e- richts eine begründete Furcht vor flüchtlingsrechtlich relevanter Verfo l- gung. Dass diese Noven erst auf Beschwerdeebene vorgebracht worden seien, könne nur im Rahmen der Kostenauferlegung sowie der Beme s- sung der Parteientschädigung sanktioniert werden. Einem der beiliege n- den Zeitungsartikel sei zu entnehmen, dass einer seiner Mitaktivisten zu Unrecht in Sri Lanka in Abwesenheit wegen exilpolitische r Aktivitäten an- geklagt worden sei. Die sri -lankischen Behörden würden anscheinend im Falle bekannter LTTE -Aktivisten auch zum Mittel falscher Anschuldigu n- gen greifen. Ein weiterer Zeitungsartikel betreffe seinen Cousin H._______ Dieser sei aus einem Internierungslager der Armee nach I n- dien geflüchtet, danach aber nach Sri Lanka zurückgekehrt und wenige Tage darauf verhaftet worden. Er sei schliesslich in den vierten Stock (des Hauptquartiers des CID) in Colombo verlegt worden. Da seither jede Spur von ihm fehle , müsse davon ausgegangen werden, dass er getötet worden sei. Diese Umstände würden aufzeigen, dass die Einschätzung des BFM bezüglich des Gefährdungsprofils von LTTE-Aktivisten nicht den Tatsachen entspreche. Ferner hätten Beamte des CID sich bei seiner Ehefrau nach ihm erkundigt und ihr zu verstehen gegeben, dass sie Kenntnis seines Aufenthalts in der Schweiz hätten. 6. 6.1 Die erst auf Beschwerdeebene vorgebrachte Darstellung des B e- schwerdeführers, er sei den Tigers im Jahre 1992 freiwillig beigetreten und während mehrerer Jahre als Kämpfer für diese aktiv gewesen, muss als nachgeschoben und damit unglaubhaft qualifiziert werden. Da es sich dabei um einen wesentlichen Sachverhalt bezüglich seiner Asylgründe handelt, wäre von ihm zu erwarten gewesen, dass er dies bereits anläs s- lich der Befragungen vorgebracht hätte, zumal er ausdrücklich auf seine Mitwirkungs- respektive Wahrheitspflicht aufmerksam gemacht worden war (Akten BFM A 11/8 S. 2). Die Begründung des Beschwerdeführers für das angebliche Verschweigen dieser Umstände im Rahmen des ersti n- stanzlichen Verfahrens vermag nicht zu überzeugen, liegt es doch gerade im Interesse eines Asylsuchenden , sämtliche Umstände, welche eine asylrechtlich relevante Gefährdung begründen könnten, offenzulegen. Es E-1858/2012 Seite 12 ist auch nicht nachvollziehbar , inwiefern Dritte ein Interesse an der G e- heimhaltung des Einsatzes des Be schwerdeführers als LTTE-Kämpfer gehabt habe n soll en, zumal er keine detaillierten Angaben hierzu ge- macht hat. Die zum Beleg dieser neuen Vorbringen eingereichte Fotogra- fie, welche eine Gruppe junger bewaffneter und uniformierter Männer zeigt, hat keinen massgeblichen Beweiswert, da der Beschwerdeführer aufgrund der schlechten Qualität der Aufnahme darauf nicht eindeutig identifizierbar ist und sie ohnehin nicht zu belegen vermag, dass er ta t- sächlich an Kampfeinsätzen teilnahm. Aufgrund dieser Erwägungen besteht kein Anlass, weitere Abklärungen vorzunehmen, weshalb die diesbezüglichen Beweisanträge (z. B . Durch- führung einer Anhörung) abzuweisen sind. 6.2 In Bezug auf die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers ist Fol- gendes festzuhalten: Unbestritten ist, dass die allgemeine Men schenrechtssituation in Sri La n- ka nach dem Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009 a uch heute noch in verschiedener Hinsicht als problematisch zu bezeichnen ist. Während sich die Sicherheitslage seither weitestgehend stabilisiert hat, hat sich dagegen die Menschenrechtslage, namentlich hinsichtlich der Meinungs - äusserungs- und Pressefreiheit, weiter verschlechtert (vgl. BVGE 2011/24, welches Urteil eine detaillierte und aktualisierte Lageanalyse be- inhaltet). Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts s e- hen sich Personen, die gewissen Risikogruppen angehö ren, einer erhöh- ten Verfolgungsgefahr ausgesetzt. Zu diesen Risikogruppen gehören n a- mentlich Personen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdäch- tigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen beziehungsweise ge - standen zu sein, kritisch auftretende Journalisten und Medienschaffende, Menschenrechtsaktivisten und regimekritische Nichtregierungsorganisati- onen-Vertreter, ferner Personen, die Opfer oder Zeuge schwerer Me n- schenrechtsverstösse wurden oder diesbe züglich juristische Schritte ei n- leiten, sowie Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kon takte zu den LTTE unterstellt werden beziehungs weise die über beträchtliche finan - zielle Mittel verfügen (vgl. BVGE 2011/24 E. 8). Innerhalb der Risikogrup- pen muss im Einzelfall untersucht werden, ob die individuellen Begeben- heiten eine asylrelevante Verfolgungsgefahr zu begründen vermögen. Namentlich bildet nach Auffassung des Gerichts der Umstand allein, dass ein Angehöriger der tamilischen Ethnie im Zeitraum vor dem Ende des Bürgerkriegs mit den LTTE in Kontakt kam, kein ausreichendes Kriterium E-1858/2012 Seite 13 für eine asylrechtlich relevante Gefährdung (auch) zum heutigen Zei t- punkt, ist doch aufgrund der in den ehemals von den LTTE kontrollierten Gebieten von dieser Organisation aufgebauten Strukturen davon ausz u- gehen, dass praktisch die gesamte dortige Bevölkerung in bestimmter Weise entsprechende Kontakte aufwies. Die Wahrscheinlichkeit eine s konkreten Verfolgungsrisikos setzt vielmehr ein entsprechendes besonde- res Profil der betreffenden Person voraus (vgl. Urteil d es Bundesverwal- tungsgerichts D-3747/2011 vom 13. Juli 2012 E. 5.5). Diese Einschätzung steht mit der vom Beschwerdeführer zitierten Rechtsprechung des Euro- päische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) im Einklang und en t- spricht auch den Darstellungen in de n von ihm eingereichten Berichten betreffend die politische und menschenrechtliche Lage in Sri Lanka (vgl. anstelle vieler etwa AMNESTY INTERNATIONAL [AI], Report 2012, London 2012, S. 314 ff. [AI -Index: POL 10/001/2012]; DIES., Sri Lanka: Locked away: S ri Lanka's security detainees, London 2012 [AI -Index: ASA 37/003/2012]; HUMAN RIGHTS WATCH, World Report 2012, New York 2012, S. 388 ff.; INTERNATIONAL CRISIS GROUP, Sri Lanka's North I: The Denial of Minority Rights, Crisis Group Asia Report N°219, Colo m- bo/Brüssel 2012; SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE (SFH), Sri Lanka: Situation für aus dem Norden oder Osten stammende TamilInnen in C o- lombo und für RückkehrerInnen nach Sri Lanka, Bern 2011). 6.3 Da der Beschwerdeführer seinen angeblichen Einsatz als LTTE - Kämpfer nicht glaubhaft zu machen vermag (vgl. E. 6.1), ist davon au s- zugehen, dass er für die Tigers lediglich untergeordnete Hilfstätigkeiten (Transport von Leichen und Baumstämmen, vorübergehende Anstellung als Chauffeur) verrichtet hat. Seine Kontakte zu dieser Bewegung gingen demnach nicht in wesentlicher Weise über das hinaus, was ein grosser Teil der lokalen Bevölkerung in den nördlichen und östlichen tamilischen Siedlungsgebieten Sri Lankas in jenem Zeitraum erlebte. Daraus ist zu schliessen, dass er kein besonders exponiertes Profil aufweist , welches das Augenmerk der sri -lankischen Behörden oder ihnen nahestehender paramilitärischer Gruppierungen auf sich gezogen haben könnte. Diese Beurteilung wird dadurch gestützt, dass der Beschw erdeführer nach e i- gener Darstellung anlässlich der Kontrolle durch die sri -lankische Armee im Juli 2008 nach kurzer Zeit wieder freigelassen wurde. Vor diesem Hintergrund muss das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei nach seiner Ausreise bei seinen Angehörigen durch den CID sowie mit der Armee kollaborierende Gruppen gesucht worden, bezweifelt we r-E-1858/2012 Seite 14 den. Jedenfalls lassen sich diesem Vorbringen keine konkreten Anhalt s- punkte für eine Gefährdung in asylrelevantem Ausmass entnehmen. 6.4 Soweit der Beschwerdeführer zur Untermauerun g seiner Gefährdung auf die Schicksale zweier Verwandter sowie eines ehemaligen Mitaktivi s- ten verweist, ist Folgendes festzustellen: Es besteht kein Grund zur A n- nahme, der Beschwerdeführer habe wegen seiner angeblich von de n LTTE zwangsrekrutierten, verschwundenen Schwester mit N achteilen zu rechnen, zumal sich den Akten keine Hinweise dafür entnehmen lassen, dass seine im Heimatstaat verbliebenen Verwandten (Eltern, Geschwi s- ter) deswegen irgendwelche R epressalien erlitten hätten . Dass es sich bei den in de n eingereichten Zeitungsartikeln genannten Personen ta t- sächlich um einen Cousin beziehu ngsweise einen Bekannten des B e- schwerdeführers handelt, ist eine durch nichts belegte Behauptung , und es liegen keine konkreten Angaben zu den Hintergründen der von den Behörden gegen diese Personen getroffenen M assnahmen vor. Die Vor- bringen betreffend diese Personen sind demnach ebenfalls nicht geeig- net, eine asylrelevante Gefährdung des Beschwerdeführers zu belegen. 6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine im Sinne von Art. 3 AsylG asylrelevante Verfo l- gungsgefahr nachzuweisen oder glaubhaft darzutun. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch demzufolge zu Recht abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). 7.3 Da der Beschwerdeführer von der Vorinstanz wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufgenommen wurde, erübrigen sich Ausführungen zur Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des We g- weisungsvollzugs. E-1858/2012 Seite 15 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da indessen mit Zwischen- verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 8. Mai 2012 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde und keine Anhaltspunkte dafür bestehe n, dass sich seine finanzielle Lage seither entscheidrelevant verändert hä t- te, ist auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) E-1858/2012 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Kurt Gysi Nicholas Swain Versand: