Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Januar 2017 (720 16 300 / 06) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente/ Beurteilung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin i.V. Noémie Müller Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Axel Delvoigt, Advo- kat, St. Johanns-Vorstadt 23, Postfach 1328, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1954 geborene A.____ meldete sich erstmals am 9. November 2006 mit Hinweis auf eine Schulterverletzung, Diskushernien und ein Schl eudertrauma bei der IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und er- werblichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – mit Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfügung vom 20. März 2009 einen Rentenanspruch des Ve rsicherten gestützt auf einen IV- Grad von 30 % ab. A.2 Am 7. Januar 2011 reichte der Versicherte eine we itere Anmeldung bei der IV-Stelle ein. Als Begründung gab er Fuss- und Schulterbeschwerden an. Die daraufhin erfolgten Abklärun- gen ergaben einen IV-Grad von 32 %, weshalb mit Verfü gung vom 23. Januar 2014 ein Ren- tenanspruch erneut abgewiesen wurde. A.3 Am 30. Januar 2015 meldete sich A.____ wieder zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an. Zur Begründung gab er an, dass sich seine Beschwerd en verschlimmert hätten und neu auch neurologische Ausfälle hinzugekommen seien, wesha lb mehrere Operationen notwendig seien. Die Abklärungen der IV-Stelle ergaben, dass sich d er Gesundheitszustand des Versi- cherten nicht wesentlich verschlechtert hätte. Mit Verfügung vom 12. August 2016 lehnte die IV- Stelle nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens einen Rentenanspruch des Beschwerde- führers gestützt auf einen IV-Grad von 28 % ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Dr. Axel Delvoigt, Advokat, am 14. September 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Base l-Landschaft, Abteilung Sozialver- sicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin wurde beantragt , es sei die Verfügung der IV-Stelle aufzuheben und ihm rückwirkend spätestens ab 1. Juni 2015 mindestens eine Dreiviertelsrente der Eidgenössischen Invalidenversicherung zuzusprechen. Event ualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die IV-Stelle zu rückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung gab er im Wesentlichen an, dass gemäss de n Ausführungen des behandeln- den Psychiaters von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % auszugehen sei. C. In ihrer Vernehmlassung vom 7. November 2016 beant ragte die IV-Stelle die Beschwer- de sei abzuweisen, da die medizinische Aktenlage keine a ndere Beurteilung des Gesundheits- zustandes des Beschwerdeführers erlaube. Diesem sei aus neut raler medizinischer Sicht die Ausübung einer seinen Leiden angepasste Tätigkeit vollumfänglich zumutbar. D. Mit Eingabe vom 7. Dezember 2016 nahm der Beschwerde führer Stellung zur Vernehm- lassung vom 7. November 2016 und legte den Arztbericht vo m 7. Dezember 2016 seines be- handelnden Psychiaters Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, bei. E. Hierzu nahm die IV-Stelle mit Schreiben vom 21. Deze mber 2016 Stellung und hielt an der Abweisung der Beschwerde fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 14. September 2016 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden ist zu prüfen, ob die IV -Stelle in der angefochtenen Verfü- gung vom 12. August 2016 gestützt auf den Sachverhalt, w ie er sich damals präsentiert hat, einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht abl ehnte (vgl. BGE 132 V 215, E.3.1.1). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 d ie voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Diese Definitionen e ntsprechen den vor Inkrafttreten des ATSG per 1. Januar 2003 von der Rechtsprechung entwickel ten Begriffen in der Invalidenversi- cherung (BGE 130 V 343 ff.). 3.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psy chischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.5 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.6 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 3.7 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invalidi tätsgrades verweigert und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invali- denversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961), so ist im Besch werdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch r elevante Änderung des Invaliditätsgra- des eingetreten ist. Nach der Rechtsprechung sind die b ei einem Revisionsfall geltenden Re- geln bei einer Neuanmeldung dabei analog anzuwenden (vgl. die in BGE 130 V 343 nicht publi- zierte E. 4 des Urteils des EVG vom 30. April 2004, I 626/03, mit Hinweisen). Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabge setzt oder aufgehoben (Art. 17 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Ä nderung in den tatsächlichen Ver- hältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus- sen. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Ver fügung oder der letzte rechtskräftige Ein- spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 122 V 108, 130 V 71 E. 3.2.3). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheiden d, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen b eruht, auch die geklagten Beschwer den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweis- würdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Forme n medizinischer Berichte und Gutach- ten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen ( vgl. die ausführlichen Zusammenstellun- gen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b un d in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). 4.3.1 So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens e ingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehend er Beobachtungen und Untersuchun- gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.3.2 Zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit d er Berichte und Gutachten versiche- rungsinterner Fachpersonen wird der Grundsatz betont, w onach ein Anstellungsverhältnis die- ser Person zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan- genheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diese n Berichten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten exter- ner Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berück- sichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtig keit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 4.4 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweis- würdigung dürfen allerdings auch die potentiellen St ärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Medi- ziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornher ein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite l ässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Ar ztes einerseits und Begutachtungsauf- trag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten a nderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab- weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjek- tiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach- tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007 I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Die IV-Stelle trat ohne weiteres auf die Neuanme ldung des Beschwerdeführers vom 30. Januar 2016 ein, nahm in der Folge Abklärungen vor und verneinte seinen Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 12. August 2016. Gemäss den vorstehenden rechtlichen Erwägungen ist bei der Beurteilung des Rentenanspruchs a nalog zur Rentenrevision zu prüfen, ob seit Erlass der Verfügung vom 12. August 2016 eine wesentliche Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, e inen Rentenanspruch zu begründen. Da- bei sind im Wesentlichen nachfolgende Berichte zu beachten: 5.1. Im Zusammenhang mit dem Erlass der Verfügung vom 23. Januar 2014 gab die IV- Stelle zur Abklärung des Gesundheitszustandes und der Ar beitsfähigkeit des Versicherten bei der MEDAS C.____ ein polydisziplinäres Gutachten – mit Beteiligung der Disziplinen Innere Medizin/Rheumatologie, Psychiatrie und Neurologie – in Auftrag, welches am 28. November 2012 erstattet wurde. Darin wurde eine volle Arbeitsun fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Maler/Bodenleger seit dem 7. September 2004 attest iert. In einer adaptierten Tätigkeit wur- de hingegen eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit festgestellt. Diese sollten ausgeübt werden ohne Arbeiten mit der rechten oberen Extremität über der Horizontalen, ohne Tätigkeiten auf Leitern, Gerüsten oder in anderen absturzgefährdeten Positionen wegen eingeschränkter Halte- funktion rechts, ohne Heben/Schieben/Ziehen/Reissen von Lasten mit der rechten oberen Ext- remität über 7,5 kg, ohne Arbeiten in dauerhaft extendierter oder flektierter HWS-Stellung, ohne Heben/Tragen von Lasten über 10 kg, ohne kraftanforde rnde oder repetitive manuelle Tätigkei- ten, ohne regelhaft bimanuelle feinmotorische Arbeite n und21 feinmotorische Arbeiten mit der linken Hand sowie nicht kniend oder hockend. 5.2.1 Im Rahmen der Neuanmeldung vom 30. Januar 2015 attestierte Dr. med. D.____, FMH Handchirurgie, am 8. Juli 2015 dem Beschwerdeführer neu rologische Ausfälle an den Händen, eine Neuropathie am Ellenbogen links, eine Arthrose de r Daumensattelgelenke und eine Du- puytrenkontraktur beidseits. Der Beschwerdeführer sei derzeit voll arbeitsfähig. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.2 Der behandelnde Psychiater Dr. B.____ diagnosti zierte in seinem Arztbericht vom 17. Februar 2016 eine Anpassungsstörung mit depressiver Störung mittleren Grades (ICD-10, F43.23) und bezifferte die Leistungseinschränkung ab 1. Januar 2015 dauerhaft mit 50 %. Der Beschwerdeführer sei seit 11. August 2015 bei ihm in Behandlung und er sehe ihn alle 14 Tage für eine Stunde. Auf eine medikamentöse Behandlung w erde jedoch verzichtet. Der Beschwer- deführer berichte, dass er seit ca. fünf Jahren ausgelaug t sei und sich nach der Pensionierung sehne. Dabei spiele eine wesentliche Rolle, dass tagtä glich der ganze Körper schmerze. Er sei dauernd müde, habe Mühe morgens aus dem Bett zu kommen und habe ein ausgeprägtes Morgentief. Früher sei er eine Frohnatur gewesen, e in Meister der Motivationskunst. Heute sei er still, mürrisch und habe ein dünnes Nervenkostüm. Au fgrund des reduzierten Antriebs fehle die Energie, genügend Arbeit zu akquirieren. Die dep ressive Entwicklung sei Folge der vielen körperlichen Beschwerden und der damit einhergehenden Schmerzen und Einschränkungen. Der Überlebenskampf im Geschäft führe zu einem Angstpege l, der auch zur depressiven Ge- mütslage beitrage. Man müsse davon ausgehen, dass sich in den drei Jahren bis zum Errei- chen des AHV-Alters in psychischer Hinsicht nichts ändern werde. 5.2.3 Dr. med. E.____, FMH für Psychiatrie und Psychothe rapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), widersprach mit Bericht vom 23. Mai 2016 den Ausführungen von Dr. B.____. Eine Anpassungsstörung sei definitionsgemäss eine vorübergehende Störung, der das Merkmal der Dauerhaftigkeit fehle. Vor allem sei die Ausprägung der depressiven Symptome geringer als die einer leichten depressiven Störung. Die leichte dep ressive Störung wiederum könne im Ein- klang mit den gutachterlichen Empfehlungen in aller Re gel keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Die von Dr. B.____ be schriebenen Befunde und Beschwerden würde zeigen, dass sich diese mehrheitlich an den subje ktiven Angaben des Beschwerdefüh- rers orientieren würden, hingegen fehle eine objektive Beschreibung der Affektlage, der Affekt- modulation und des Affektrapports in der Untersuchungssitu ation sowie eine genaue Beschrei- bung des beobachteten psychomotorischen Antriebs. Des Wei teren würden Argumente aufge- führt, die nicht einer psychischen Erkrankung zugeordnet werden könnten, sondern invaliditäts- fremd seien. Der Therapieintervall und der vollständ ige Verzicht auf eine antidepressive Medi- kation würden ebenfalls zu einer Anpassungsstörung mit i nsgesamt geringgradiger, also sub- depressiver Symptomatik, passen. Zusammengefasst würden im A rztbericht von Dr. B.____ keine Beschwerden, Befunde oder anderweitige Hinweise aufgeführt, die auf das Vorliegen ei- ner massgeblichen depressiven Störung und somit auf ein e massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der letzten Verfügung hinweisen. 5.2.4. Mit Bericht vom 13. September 2016 nimmt Dr. B .____ zu den Folgerungen des RAD- Arztes Stellung. Er bestreitet, dass eine Anpassungsstöru ng stets vorübergehend sei. Dies gel- te nur für Fälle, wo die provozierende Noxe abheile o der wegfalle und die damit verbundene Verarbeitungsschwierigkeiten aufgearbeitet sowie abgeba ut werden können. Beim Beschwer- deführer seien alle drei Kardinalsymptome einer Depressi on ausgeprägt vorhanden. Nach der Hamilton-Depressionsskala seien 21 von 29 Punkten gemessen worden, was einer ausgepräg- ten Depression entspreche. Nach dem Beck’schen Depressionsinventar ergäben sich 26 Punk- te und damit eine mittelgradige Depression. Weiter hält Dr. B.____ fest, dass der Beschwerde- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht führer stets in geordneter Kleidung erscheine. Er weise ein gequältes Gesicht auf und man se- he ihm von weitem eine depressive Verstimmung an. Zud em sei der psychomotorische Antrieb gehemmt. Er sei bereits am Morgen müde und es bestehe ein wesentliches Morgentief. Zudem bestünden eine deutliche Einengung der Lebensfreude u nd ein Interessenverlust sowie eine Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit. Die depressive Symptomat ik sei wohl Folge der chronisch somatischen Problematik, die sich seit vielen Jahren hinzi ehe und den Patienten bis zum Le- bensende nicht verlassen werde. Sie habe aber über die Jahre einen eigenständigen Krank- heitswert erhalten und verstärke die Leistungseinschränkung eigenständig. Da die Ursache sich nicht ändern liesse, bestehe auch keine Hoffnung auf Linderung. Zum Gesprächsintervall von 14 Tagen hielt Dr. B.____ fest, dass sich die Behandlun g notwendigerweise auf eine Langfris- tigkeit einzurichten und der Unabänderlichkeit der Pro blematik Rechnung zu tragen habe. Den Verzicht auf eine antidepressive Medikation rechtfertigt er dahingehend, dass eine solche leider nicht den propagierten Wirkungsumfang zeigen würde. Es g ebe keinen evidenzbasierenden Grund beim Vorliegen einer mittelgradigen Depression Antidepressiva zu fordern oder dies als Mangel in der Behandlung zu kritisieren. Er bleibe bei seiner Einschätzung einer Arbeitsfähig- keitseinschränkung von 50 %. 5.2.5 Hierzu äussert sich Dr. E.____ am 23. September 20 16. Er bemerkt, dass Dr. B.____ nunmehr eine mittelschwere depressive Störung diagnostizi ere. Für die Einschätzung des ob- jektiven medizinischen Zustandes sei das Beck’sche Depressionsinve ntar ungeeignet, da es sich um einen reinen Selbstevaluationsfragebogen handle . Bezüglich der Hamilton- Depressionsskala sei kritisch anzumerken, dass ein überprop ortionaler Anteil beispielsweise den Schlaf betreffe. Wenn der Beschwerdeführer aufgru nd somatischer Schmerzen schlecht schlafe, würde unweigerlich ein sehr hoher Wert auf de r Skala erscheinen. Daher sei dieser Test ungeeignet. Besser wäre der MADRs-Test, welcher abe r nicht durchgeführt worden sei. Zusammenfassend könne er die Diagnose einer mittelschwere n depressiven Störung nicht nachvollziehen. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen der gelte nd gemachten mittelgradigen Depression einerseits und der lediglich 14-täglichen B ehandlung sowie der fehlenden antide- pressiven Behandlung anderseits. Somit liege ein Indiz a uf bisher nicht ausgeschöpfte Thera- pieoptionen vor. 5.2.6 In seinem Bericht vom 7. Dezember 2016 weist Dr. B.____ auf das Ergebnis des mitt- lerweile durchgeführten MADRs-Test hin, der einen Sc ore von 32 ergeben habe, was auf das Vorliegen auf eine schwere Depression deute. Eine psychom otorische Antriebshemmung mit Morgentief liege vor. Die dadurch eingeschränkte Produ ktivität zeige sich etwas verzögert, weil der Beschwerdeführer durch jahrelanges Training sehr di szipliniert sei. Die pessimistische Prognose begründete er damit, dass die depressive Probl ematik durch die langjährigen und vielen somatischen Beschwerden ausgelöst worden sei. Diese habe sich inzwischen verselb- ständigt und sei nicht genügend erfolgreich therapier bar. Die deduktiven Ableitungen des RAD aus der Diagnose und der Behandlung seien unzulässig, d a eine Therapie nicht etwas verspre- chen sollte, was sie nicht einhalten könne und die angespannte Situation im Kräftemanagement des Beschwerdeführers nicht noch ungünstig beeinflussen so llte. Die somatischen Schmerzen und die entsprechenden körperlichen Einschränkungen seien nicht episodischer Natur, sondern unterhielten den depressiven Prozess. Der depressive Eindru ck basiere auf einer prädisponie- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht renden Persönlichkeitsstruktur bei der die Unversehrthei t und Kraft eine zentrale Rolle spielen würden. Das Krankheitsbild könne weder mit Medikamenten noch mit Psychotherapie aufgelöst werden. Der Sinn der Therapie müsse darin gesucht werden, eine weitere Verschlimmerung der psychischen Dynamik zu verhindern und die Restarbeitsfähi gkeit im heutigen Ausmass zu er- halten. 5.2.7 Hierzu führt Dr. E.____ am 19. Dezember 2016 fo lgendes aus: Im Wesentlichen ma- che Dr. B.____ eine schwere Depression geltend, nachdem e r zuvor in seinem Bericht vom Februar 2016 noch eine Anpassungsstörung diagnostiziert habe. Zwar würde nun das Ergebnis des MADRs-Tests von 32 vorliegen, ohne Hinweise zu beschreibe n, worauf die angebliche Verschlechterung im Vergleich zum Bericht vom Februar 20 16 beruhe. Zudem stimme das Er- gebnis dieses Tests nicht mit der von Dr. B.____ erwähnte Hamilton-Depressionsskala von 21 überein. Vielmehr sei davon auszugehen, dass ein seit Februar 2016 gleichförmiger Verlauf der somatischen und der psychischen Situation bestehe. Die erst e Einschätzung von Dr. B.____, wonach eine Anpassungsproblematik in schwieriger Lebenssituation vorliege, sei deshalb über- zeugender als die folgenden Einwände, in welchen eine schwere Depression geltend gemacht werde. Sowohl die allgemeine Lebens- und Alltagsbewäl tigung als auch die laufende Therapie (alle 14 Tage und ohne Medikation) stünden in krassem Wi derspruch zu einer schweren de- pressiven Episode. Dabei wäre der Betroffene nicht mehr in der Lage, sich aufzuraffen und zur Arbeit zu gehen. Des Weiteren wäre der Beschwerdeführ er nicht mehr in der Lage regelmässig Auto fahren. Dies sei eine Tätigkeit, die eine hohe Konzentration und Aufmerksamkeit verlange. Zudem sei die Begründung des Verzichts auf Antidepressiva nicht nachvollziehbar, weil in kei- nem der vorherigen Berichte und Abklärungen eine abnorme Auffälligkeit oder eine Störung der Persönlichkeit beschrieben werde. Zudem könne eine depr essive Symptomatik auch im Falle besonderer Persönlichkeitsmerkmale wirksam und zweckmässig mi t Antidepressiva behandelt werden. Eine depressive Symptomatik als Folge somatischer B eschwerden könne damit güns- tig beeinflusst werden, zumal bestimmte Medikamente na chweislich eine schmerzdistanzieren- de Wirkung hätten. Es lägen klare Hinweise auf nicht aus geschöpfte Therapieoptionen vor, die es nicht erlauben würden, bei einer Anpassungsstörung von einem dauerhaften und therapiere- sistenten Gesundheitsschaden auszugehen. Es bestehe ein deutl icher Widerspruch zwischen einer schweren Depression und dem Verzicht auf eine Behandlung, wie sie bei einem schweren Ausmass zu erwarten und indiziert wäre. Dr. E.____ stel lt zusammenfassend nochmals fest, dass die Diagnose einer Anpassungsstörung nachvollziehbar s ei, jedoch nicht eine mittel- schwere oder schwere Ausprägung derselben. Dagegen würden die Alltagsbewältigung und das Funktionsniveau auch für kognitiv anspruchsvolle Tätigkei ten sprechen. Mit der fehlenden antidepressiven Behandlung würden nicht ausgeschöpfte The rapieoptionen vorliegen, welche gegen einen erheblichen, therapieresistenten und dauer haften psychiatrischen Gesundheits- schaden sprechen würden. 6.1 Die IV-Stelle gelangte in der angefochtenen Verf ügung vom 12. August 2016 gestützt die Ausführungen Dr. E.____ vom 23. Mai 2016 zur Auff assung, dass dem Beschwerdeführer aus gesamtmedizinischer Sicht die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit zu 100% zumutbar sei. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3.2 hiervor), darf ei n medizinischer Sachverhalt einzig gestützt auf einen RAD-Bericht beurteilt werden, solange keine – auch nur geringe – Zweifel an der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Richtigkeit seiner Schlussfolgerungen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7). Vorliegend be- steht keinerlei Anlass, an der Richtigkeit der Einschätzung des RAD-Arztes Dr. E.____ zu zwei- feln. Dieser verfügt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen, um die Auswirkungen der diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu beurteilen (vgl. zu diesem Erfordernis: Urteil des Bund esgerichts vom 26. Januar 2010, 9C_736/2009, E. 2.1), sein Bericht setzt sich hinreichen d mit den bei den Akten liegenden me- dizinischen Unterlagen auseinander und er nimmt eine sch lüssige Zumutbarkeitsbeurteilung vor. Dazu kommt, dass sich in den Unterlagen – ausser jen e von Dr. B.____ – keine fachärztli- chen Berichte finden lassen, die sich abweichend zur Arbei tsfähigkeit der Versicherten in einer leidensangepassten Verweistätigkeit äussern würden. In p flichtgemässer Würdigung der medi- zinischen Aktenlage ist – entgegen der Auffassung des Bes chwerdeführers – daher festzuhal- ten, dass sich die IV-Stelle für die Beurteilung des Gesu ndheitszustandes und der Arbeitsfähig- keit des Versicherten zu Recht auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes stützte. 6.2 Daran ändern die Rügen des Beschwerdeführers bzw. d es behandelnden Psychiaters nichts. Dabei ist zunächst mit Blick auf die Ausführungen von Dr. B.____ festzuhalten, dass das Gericht in Bezug auf seine Beurteilung der Erfahrungst atsache Rechnung tragen darf, dass er als behandelnder Spezialarzt mitunter im Hinblick auf s eine auftragsrechtliche Vertrauensstel- lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten des Beschwerdefü hrers aussagt. Weiter lässt es die un- terschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeut isch tätigen (Fach-) Arztes einer- seits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fa chmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 200 1, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administ- rativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 , mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf drängt, weil die behandelnden Ärzte und Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlich er Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2. 1, mit Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Dr. B.____ nennt zuerst, der Beschwerde führer leidet an einer Anpassungsstö- rung mit depressiver Störung mittleren Grades (ICD-10, F43.23). Mit Bericht vom 7. Dezember 2016 diagnostiziert er hingegen eine schwere Depression. Dabei verzichtete er jedoch auf eine nachvollziehbare Begründung für diese Verschlechterung des Gesundheitszustanden. Gesamt- haft ist deshalb mit Dr. E.____ davon auszugehen, dass d ie Diagnose der Anpassungsstörung in schwieriger Lebenssituation überzeugender ist als die D iagnose einer schweren Depression. Zu beachten ist zudem im Zusammenhang mit mittelschwer en depressiven Episoden, dass psychische Störungen dieser Ausprägung nur als invalidisier end gelten, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) angehbar sind. Dies setzt bei noch nicht lange chronifizierten Krank- heitsgeschehen voraus, dass keine therapeutische Option m ehr gegeben ist und somit eine Behandlungsresistenz besteht (vgl. Urteile des Bundesgerich ts vom 21. März 2016, 9C_539/2015, E. 4.1.3.1, vom 8. Oktober 2015, 8C_303/ 2015, E.4.4, vom 14. Juli 2016, 8C_131/2016, E.5.3.1 sowie vom 14. April 2016, 9C_13 /2016, E.4.2.). Der Beschwerdeführer geht alle zwei Wochen zu Dr. B.____ in die Therapie und eine medikamentöse Behandlung wird nicht durchgeführt. Diese Bemühungen sind im Zusammenhang mit der diagnostizierten schwe- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren Depression keineswegs ausreichend und es wäre zu erwart en, dass der Beschwerdeführer die therapeutischen Massnahmen intensiviert. Dabei ist in sbesondere an eine medikamentöse Behandlung und an eine Intensivierung der Gesprächsthera pie zu denken. Aber auch die Mög- lichkeit einer Tagesklinik oder stationären Behandlung kö nnte – entgegen den Ausführungen von Dr. B.____ – vom Beschwerdeführer verlangt werden. Bereits unter diesen Aspekten ist mit der vorstehend zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts und mit Dr. E.____ davon auszu- gehen, dass der Beschwerdeführer an keinem invalidisierenden Gesundheitsschaden leidet. 6.3 Auch aus den weiteren Argumenten von Dr. B.____ ka nn der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. So erwähnt er im Rahmen de r Befundaufnahme unter anderem eine sichtbare depressive Verstimmung. Dabei handelt es sich um eine rein subjektive Äusse- rung des behandelnden Arztes, welcher ein fach-spezifisch er Inhalt fehlt und die nicht geeignet ist, die Diagnose einer schweren Depression zu belegen. Die Beschwerdegegnerin weist denn auch zu Recht auf mehrere Diskrepanzen in den dargelegt en Sachverhalten hin. So ist mit Dr. E.____ davon auszugehen, dass die geschilderten Alltagsbewältigung und das Funktionsniveau für kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten nicht mit der ge ltend gemachten Diagnose über- einstimmen. Auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer regelmässig Auto fährt und damit eine Tätigkeit bewältigt, die eine hohe Konzentration und Aufmerksamkeit verlangt, ist nicht in Einklang mit den Angaben von Dr. B.____ zu bringen. E benso wenig kann der Darstellung des Beschwerdeführers gefolgt werden, wonach er seit fün f Jahren mit psychischen Beschwerden kämpfe, ist doch keinem der vorliegenden Berichte ein Hinweis darauf zu entnehmen. Zudem erwähnte auch er bei der Neuanmeldung im Juni 2015 k eine solchen Beschwerden, weshalb die durch Dr. B.____ rückwirkend ab dem 1. Januar 2015 gestellten Diagnosen fraglich sind. 6.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die IV-Stelle i m Zusammenhang mit der Neuanmeldung des Beschwerdeführers zum Leistungsbezug vom 30. Januar 2015 bei der Be- urteilung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch der Arbeitsfähigkeit zu Recht auf den ausführlichen und einleuchtenden Bericht von Dr. E .____ vom 23. Mai 2016 abgestellt hat. Unter diesen Umständen kann entgegen dem Eventualbegehr en des Beschwerdeführers auf zusätzliche medizinische Abklärungen verzichtet werden. Dazu ist festzuhalten, dass vom Be- schwerdeführer eine relevante Änderung seines Gesundheitszustandes in somatischer Hinsicht nicht geltend gemacht wird. Der Anspruch auf rechtlich es Gehör umfasst zwar das Recht, Be- weisanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflich t der Behörde zur Beweisabnahme. Be- weise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs in dessen nur über jene Tatsa- chen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, da ss die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend ab- geklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzich tet werden. Die damit verbundene an- tizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgeri chtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Werden sodann die Sachverhalte, welche sowohl im Jahr 2009, 2014 als a uch im Jahr 2016 zur Ablehnung des Rentenanspruch geführt haben, verglichen, so steht fest , dass sich weder der Gesundheitszu- stand des Beschwerdeführers noch die Arbeitsfähigkeit seit der Rentenablehnung im Jahr 2014 massgeblich verändert hat. Damit steht fest, dass keine we sentliche Änderung in den tatsächli- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Verhältnissen eingetreten ist und damit die Vorauss etzungen der Revision von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind (vgl. oben E. 3.7). 7. Gemäss Art. 16 ATSG ist der IV-Grad bei erwerbstäti gen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Da der Beschwerdeführer nach dem vorstehend Gesag- ten in adaptierten Verweistätigkeiten vollständig arb eitsfähig ist, kann ein solcher allerdings un- terbleiben und ohne weitere Erörterungen festgehalte n werden, dass der IV-Grad im Erwerbs- bereich 0% beträgt. Die gegen die Verfügung vom 12. August 2015 erhobene Beschwerde er- weist sich daher als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 8. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahre n bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlege n sind. Sie werden mit dem bereits ge- leisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 9. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit den geleisteten Kosten vorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 29. Mai 2017 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_398/2017 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht