A bteilung II B -2129/2006 {T 0 /2 } U rteil vom 4. A pril 2007 M itw irkung: R ichter H ans U rech (vorsitzender R ichter), R ichterin M aria Am gw erd, R ichter Bernard M aitre (Abteilungspräsident); G erichtsschreiberin Beatrice Brügger T._______, Beschw erdeführer, gegen Vollzugsstelle für den Zivildienst, Aarestube, U ttigenstrasse 19, 3600 Thun, Vorinstanz, betreffend D isziplinarm assnahm e. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. T._______ w urde m it Verfügung vom 21. Juli 2006 vom R egionalzentrum N ottw il zu einem Zivildiensteinsatz vom 14. August bis 8. Septem ber 2006 beim Einsatzbetrieb O ._______ aufgeboten. G em äss dem Pflichtenheft handelte es sich um die M ithilfe bei Elem entarschäden. Am 15. August 2006 verliess er den Einsatzbetrieb. In einem undatierten Schreiben an das R egionalzentrum (Eingangsstem pel: 17. August 2006) erklärte T._______, er habe den Einsatzbetrieb am Vortag verlassen. D as Verhältnis zw ischen ihm und dem Einsatzbetrieb sei so schlecht gew esen, dass ein W eiterführen des Einsatzes für beide Seiten unzum utbar gew e- sen sei. Zudem habe der Einsatzbetrieb seine Pflichten nicht erfüllt. Er sei schlecht aufgenom m en, nicht in die Arbeiten eingeführt, kritisiert und schi- kaniert w orden. Ausserdem sei seine Einstellung als Vegetarier nicht res- pektiert, sondern eher belächelt w orden. Er sei in einem Abstellzim m er im Estrich m it einem zu kleinen Bett zw ischen trockenen Tannenästen und al- ten G ew ehren untergebracht gew esen. D ie Arbeit habe m it H ilfe nach ei- ner Ü berschw em m ung nichts zu tun gehabt. D er Einsatzbetrieb erklärte m it Schreiben vom 23. August 2006, T._______ habe am ersten M orgen leichte Arbeit und am N achm ittag Auf- räum arbeiten auf dem Feld verrichtet. Am zw eiten Tag habe er w ieder leichte Arbeit verrichtet. Beim M ittagessen sei er völlig ausgerastet und habe scharfe und unfaire Vorw ürfe gegen die Bäuerin und das ganze U m - feld gerichtet. N achm ittags bei der H euernte habe er sich nicht kooperativ verhalten. Abends um 19 U hr habe er den Betrieb auf eigenen W unsch verlassen. M it Schreiben vom 18. Septem ber 2006 forderte das R egionalzentrum N ottw il T._______ auf, Stellung zu nehm en zu den Vorw ürfen des Einsatz- betriebs. T._______ w ies m it Schreiben vom 20. Septem ber 2006 die Vorw ürfe zu- rück. Er erklärte, er habe keine unfairen Vorw ürfe gem acht und niem anden beleidigt. Er bem ängelte die fehlende G eduld ihm gegenüber. Er sei zum ersten M al auf einem Bauernhof tätig gew esen. Er habe es w ichtig gefun- den, dass auch sein Standpunkt gesehen w erde, dam it ein gutes Arbeits- verhältnis zu Stande hätte kom m en können. Frau O ._______ habe ihm ge- sagt, es w erde nicht diskutiert. D ie Kom m unikation sei gestört gew esen und seine Kritik sei nicht gehört w orden. Bei der H euernte am zw eiten Tag sei er andauernd gehässig korrigiert und zu schnellerem Arbeiten aufgefor- dert w orden. N ach dem Verzetteln habe er m itgeholfen, den Zaun w ieder aufzustellen. Schliesslich hätten sie bis 20 U hr das H eu zusam m engesam - m elt. Er sei zu schnellerem Arbeiten aufgefordert und auch schikaniert w orden. Er habe sich ausgenutzt gefühlt. Aus Anstand und Verpflichtung habe er noch m itgeholfen bis alles H eu im Schopf gew esen sei. Er hätte 3 es bei dieser Fam ilie nicht einen Tag länger ausgehalten. M it Verfügung vom 1. D ezem ber 2006 erteilte die Vollzugsstelle für den Zi- vildienst (Vollzugsstelle) T._______ eine Busse von Fr. 200.-- . Zur Be- gründung führte sie aus, T._______ habe den Einsatz ohne vorherige R ücksprache m it dem R egionalzentrum m it W issen und W illen abgebro- chen. D am it sei der Tatbestand des Zivildienstversäum isses erfüllt gew e- sen. R echtfertigungsgründe lägen keine vor. D a der Einsatz aufgrund von M einungsverschiedenheiten, w elche erst w ährend des Einsatzes hätten festgestellt w erden können, abgebrochen w orden sei, handle es sich noch knapp um einen leichten Fall und es w erde auf eine Strafanzeige verzich- tet. D ie vorgebrachten Entlastungsgründe (Zurechtw eisungen, U nterkunft, Pflichtenheft) seien zu w enig plausibel, als dass m an von einem leichten Verschulden ausgehen könnte. Auch w enn T._______ die Zurechtw eisun- gen als Schikane em pfunden habe, hätten diese keine Erlaubnis für einen unangekündigten Einsatzabbruch dargestellt, zum al die Belehrungen of- fenbar nicht ohne G rundlage erfolgt seien. Statt den Betrieb einfach zu verlassen, w äre es ihm ohne W eiteres zuzum uten gew esen, das R egional- zentrum über allfällige Problem e im Führungsstil, bei der U nterkunft und m it dem Pflichtenheft zu inform ieren. Für T._______ spreche die koopera- tive H altung bei der Abklärung des Sachverhalts. D as Verschulden er- scheine als m ittelschw er und eine Busse von Fr. 200.-- sei aufgrund seiner finanziellen Verhältnisse als Student angem essen. B. T._______ (Beschw erdeführer) erhob am 11. D ezem ber 2006 (Poststem - pel) bei der R ekurskom m ission EVD Beschw erde gegen diese Verfügung und beantragt die vollständige Aufhebung der D isziplinarm assnahm e. Er m acht geltend, der Einsatzbetrieb habe sich nicht an das Pflichtenheft, das sich auf das Aufräum en von U m w eltschäden beschränkt habe, gehalten. D en Einsatz habe er m it vorgängiger Billigung des Einsatzbetriebes abge- brochen. Er sei davon ausgegangen, dieser habe ihm gegenüber W ei- sungsgew alt, die sich auch auf den Abbruch des Einsatzes beziehe. Eine andere R egelung sei ihm am Infotag des Zivildienstes nicht m itgeteilt w or- den. Auch habe der Einsatzbetrieb das R egionalzentrum , w ie von ihm vor- ausgesetzt, offenbar nicht über seinen Abbruchw unsch inform iert, w as er als m angelndes Interesse des Betriebes an ihm w erte. H err O ._______ sei klar einverstanden gew esen m it dem Abbruch. D iese Leute hätten ihn als unfähig angesehen und entsprechend abschätzig behandelt. Er sei zudem Vegetarier und könne insbesondere die Schlachtung von Tieren nicht seh- en. D er Einsatzbetrieb habe dies gew usst und ihn trotzdem gedrängt, den Kadaver zu entsorgen. Er habe sich gew eigert, denn die Teilnahm e an ei- ner Schlachtung sei eine Beeinträchtigung seiner persönlichen R echte. D ies sei ein klarer Verstoss gegen seine M enschenw ürde. Es sei abzuklä- ren, ob der Einsatzbetrieb schon Anlass zu Beschw erden gegeben habe. Er habe vorher schon zw ei Zivildiensteinsätze (Spital, Jugendzentrum ) ta- dellos absolviert und an einem O rt sei er sogar w egen einer W eiterbe- schäftigung angefragt w orden. D er angefochtene Entscheid sei von Perso- nen gefällt w orden, die keine praktische Erfahrung im Zivildienst hätten. Es 4 fehle eine Begründung, die auf Erfahrung basiere. Als Student treffe ihn die Busse von Fr. 200.-- schw er. In Anbetracht seiner bisherigen tadello- sen Führung in zw ei Zivildiensteinsätzen sei sie unverhältnism ässig C . M it Vernehm lassung vom 12. Januar 2007 beantragt die Vollzugsstelle die Abw eisung der Beschw erde. Sie m acht geltend, der Beschw erdeführer habe den Einsatz zw ar ordnungsgem äss angetreten, ihn aber am 15. Au- gust 2006 eigenm ächtig abgebrochen. Er habe am folgenden Tag das R e- gionalzentrum telefonisch inform iert. Er sei gleichentags vom R egionalzen- trum aufgefordert w orden, den Abbruch des Einsatzes schriftlich zu be- gründen. D er Vorw urf, der Einsatzbetrieb habe das Pflichtenheft nicht ein- gehalten, sei nicht haltbar. D en Ausführungen des Einsatzbetriebes sei zu entnehm en, dass die Aufgaben durchaus dem Pflichtenheft entsprochen hätten. D er Beschw erdeführer m ache w eiter geltend, der Einsatzbetrieb habe ihn in seiner M enschenw ürde nicht respektiert, w eil er, obw ohl er Ve- getarier sei, einen Kadaver habe entsorgen m üssen. In seiner ersten Stel- lungnahm e vom 17. August 2006 habe er lediglich bem ängelt, dass seine Einstellung als Vegetarier nicht im m er respektiert sondern eher belächelt w orden sei. Auch w enn er darin einen m angelnden R espekt gegenüber seiner Person erkannt habe, ändere dies nichts an der R echtsw idrigkeit des eigenm ächtigen Einsatzabbruchs. Es hätte ihm zugem utet w erden können, beim Einsatzbetrieb eine U nterredung zu verlangen und das R egi- onalzentrum über allfällige Problem e im Zusam m enhang m it dem Einsatz zu inform ieren. Im Ü brigen sei es bei Einsätzen in diesem Betrieb bisher zu keinen Problem en gekom m en. D er Beschw erdeführer erkläre, er sei von einer W eisungsgew alt des Einsatzbetriebes bezüglich des Einsatzab- bruchs ausgegangen. D er Stellungnahm e des Einsatzbetriebes vom 23. August 2006 sei zu entnehm en, dass der Beschw erdeführer den Be- trieb auf eigenen W unsch verlassen habe. Zudem w erde im R ahm en des Einführungskurses (Art. 9 Bst. a ZD G ) darüber inform iert, dass ein Einsatz auf schriftliches G esuch hin nur von der Vollzugsstelle abgebrochen w er- den dürfe und bei Problem en das R egionalzentrum kontaktiert w erden soll- te. Es sei deshalb davon auszugehen, dass es dem Beschw erdeführer m öglich gew esen sei, die R echtsw idrigkeit seines Verhaltens zu erkennen. D er Beschw erdeführer verw eise auf seine bisherigen tadellos absolvierten Zivildiensteinsätze. D iese seien in Ziff. 3 der angefochtenen Verfügung in strafm ildernder W eise berücksichtigt w orden. D ie Vollzugsstelle habe das Verschulden des Beschw erdeführers zw ar als m ittelschw er betrachtet, die Busse jedoch im unteren Bereich des vorgesehenen R ahm ens angesetzt. D abei seien auch die finanziellen Verhältnisse des Beschw erdeführers be- rücksichtigt w orden. D . M it prozessleitender Anordnung vom 22. Januar 2007 inform ierte das Bun- desverw altungsgericht über die Ü bernahm e des Beschw erdeverfahrens und gab das Spruchgrem ium bekannt. Es stellte dem Beschw erdeführer die Vernehm lassung der Vorinstanz und Kopien der Vorakten zu und gab ihm G elegenheit, bis zum 19. Februar 2007 eine Stellungnahm e einzurei- chen. 5 D er Beschw erdeführer reichte keine Stellungnahm e ein. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. O b die Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf eine Beschw erde ein- zutreten ist, hat die entscheidende Instanz von Am tes w egen und m it freier Kognition zu prüfen (vgl. BG E 130 II 65 E. 1) D er Entscheid der Vollzugsstelle für den Zivildienst (Vollzugsstelle) vom 1. D ezem ber 2006 stellt eine Verfügung nach Art. 5 Abs. 1 des Bundesgeset- zes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) dar. Sie kann nach Art. 63 des Bundesgesetzes vom 6. O ktober 1995 über den zivilen Ersatzdienst (Zivildienstgesetz, ZD G , SR 824.0) im R ahm en der allgem einen Bestim m ungen über die Bundesver- w altungsrechtspflege (Art. 44 ff. Vw VG i. V. m . den Art. 31, 33 Bst. d, 37 ff. und Ziffer 105 des Anhangs des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Verw altungsgericht, Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32, in Kraft seit 1. Januar 2007) m it Beschw erde beim Bundesverw altungsgericht angefochten w erden. D as Bundesverw altungsgericht hat am 1. Januar 2007 seine Tätigkeit auf- genom m en und beurteilt Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG (vgl. Art. 31 VG G ). D iese Instanz ersetzt die bisherigen Eidgenössi- schen R ekurs- und Schiedskom m issionen sow ie die Beschw erdedienste der Eidgenössischen D epartem ente. Sofern es zuständig ist, übernim m t das Bundesverw altungsgericht die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes bei Eidgenössischen R ekurs- oder Schieds- kom m issionen oder bei Beschw erdediensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D er Beschw erdeführer hat am Verfahren vor der Vollzugsstelle teilgenom - m en und ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Er hat zudem ein als schutzw ürdig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhe- bung oder Änderung, w eshalb er zur Beschw erde legitim iert ist (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). Eingabefrist und -form sind gew ahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 Vw VG ) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (vgl. Art. 46 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist daher einzutreten. 2. D er Beschw erdeführer m acht geltend, der Entscheid sei von Personen ge- fällt w orden, die keine praktische Erfahrung im Zivildienst hätten. Im M ilitär seien für D isziplinarm assnahm en und strafrechtliche Entscheide M ilitäran- gehörige zuständig. N ur so könne das nötige Einfühlungsverm ögen bei der Fällung von Entscheiden sichergestellt w erden. Er verm isse eine Begrün-6 dung, die auf Erfahrung basiere. Aus der Beschw erde geht nicht klar her- vor, ob der Beschw erdeführer die Zuständigkeit der Vollzugsstelle oder eine Verletzung der Begründungspflicht rügt oder ob er lediglich ausdrü- cken w ill, er sei m it dem Entscheid nicht zufrieden. N ach Art. 71 ZD G ist die Vollzugsstelle zuständig, ein D isziplinarverfahren einzuleiten, es durchzuführen und m it einer Verfügung zu erledigen. Sie kann nach Art. 68 ZD G einen schriftlichen Verw eis oder eine Busse bis zu 2'000 Franken verfügen. Vorliegend verfügte die Vollzugsstelle aufgrund eines D isziplinarverfahrens eine Busse im Betrag von Fr. 200.-- . D ie an- gefochtene Verfügung w urde som it von der zuständigen Behörde erlassen. D er G rundsatz des rechtlichen G ehörs als persönlichkeitsbezogenes M it- w irkungsrecht verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Ent- scheid in seiner R echtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, sorgfäl- tig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. D araus folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begrün- den. D er Bürger soll w issen, w arum die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. D ie Begründung eines Entscheids m uss deshalb so ab- gefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfech- ten kann. D ies ist nur m öglich, w enn sow ohl er w ie auch die R echtsm ittel- instanz sich über die Tragw eite des Entscheids ein Bild m achen können. In diesem Sinne m üssen w enigstens kurz die Ü berlegungen genannt w erden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf w elche sich ihr Entscheid stützt (BG E 129 I 232 E. 3.2, BG E 126 I 97 E. 2b S. 102 f. m it H inw eisen). D er angefochtene Entscheid enthält in den Erw ägungen die für den Ent- scheid w esentlichen G esichtspunkte. Aufgrund der Erw ägungen ist nach- vollziehbar w ie die Vollzugsstelle zu ihrem Entscheid kam . D ie Vollzugs- stelle kam som it ihrer Begründungspflicht nach. Sollte der Beschw erdeführer die Kom petenz der Vollzugsstelle oder eine Verletzung der Begründungspflicht rügen, können diese R ügen nicht ge- hört w erden. 3. M ilitärdienstpflichtige, die glaubhaft darlegen, dass sie den M ilitärdienst m it ihrem G ew issen nicht vereinbaren können, leisten einen zivilen Ersatz- dienst (Zivildienst) (Art. 1 ZD G ). D ie Zivildienstpflicht um fasst die Pflicht zur Erbringung ordentlicher Zivildienstleistungen, bis die G esam tdauer er- reicht ist. D ie Vollzugsstelle bietet die zivildienstpflichtige Person zum Zivil- dienst auf (Art. 22 Abs. 1 ZD G ). D ie zivildienstleistende Person befolgt die Aufgebote und W eisungen der Vollzugsstelle oder der von ihr beauftragten Personen (Art. 27 Abs. 3 Bst. b ZD G ). Verletzt die zivildienstpflichtige Person vorsätzlich oder fahrlässig Pflich- ten, die ihr das G esetz oder darauf gestützte Verordnungen auferlegen, so kann die Vollzugsstelle eine D isziplinarm assnahm e verfügen; vorbehalten bleiben die Strafbestim m ungen der Art. 72 - 78 ZD G (Art. 67 Abs. 1 ZD G ). D ie Vollzugsstelle kann die folgenden D isziplinarm assnahm en verfügen: 7 a) schriftlichen Verw eis; b) Busse bis zu 2'000 Franken (Art. 68 ZD G ). D ie Vollzugsstelle bestim m t die D isziplinarm assnahm e nach dem Verschulden; sie berücksichtigt Bew eggründe, Vorleben, persönliche Verhältnisse und die bisherige Führung im Zivildienst (Art. 69 ZD G ). W er ohne die Absicht, den Zivildienst zu verw eigern, eine Zivildienst- leistung, zu der er aufgeboten ist, nicht antritt, seinen Einsatzbetrieb ohne Erlaubnis verlässt oder nach einer rechtm ässigen Abw esenheit nicht zu ihm zurückkehrt, w ird m it G efängnis bis zu sechs M onaten, m it H aft oder Busse bestraft. In leichten Fällen erfolgt disziplinarische Bestrafung (Art. 73 Abs. 1 und 3 ZD G in der bis 1. Januar 2007 geltenden Fassung vom 6. O ktober 1995, AS 1996 1445). D isziplinarische M assnahm en sind Sanktionen gegenüber Personen, die in einem Sonderstatusverhältnis (z.B. Beam te, Schüler) oder unter einer be- sonderen Aufsicht des Staates (z.B. R echtsanw älte, M edizinalpersonen) stehen. Sie sind adm inistrative Sanktionen und dam it grundsätzlich keine Strafen im R echtssinne. Sie dienen der Aufrechterhaltung der O rdnung so- w ie der W ahrung des Ansehens und der Vertrauensw ürdigkeit der Verw al- tungsbehörden. D isziplinarische M assnahm en bew irken (präventiv oder re- pressiv) die Erfüllung der Pflichten derjenigen Personen, die unter der D is- ziplinargew alt stehen (U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N, G rundriss des Allgem einen Verw altungsrechts, 5. Aufl., Zürich 2006, R z. 1191 f., FR ITZ G YG I, Verw altungsrecht, Bern 1986, S. 333 f.). In einem Sonderstatusver- hältnis und dam it dem D isziplinarrecht unterstellt sind auch die zivildienst- pflichtigen Personen (vgl. Art. 67 ff. ZD G ). D isziplinarm assnahm en haben sich auf eine generell-abstrakte N orm , w el- che in einem G esetz im form ellen Sinn enthalten ist, zu stützen. W enn die D isziplinierten in einem Sonderstatusverhältnis stehen, sind an die Be- stim m theit des R echtssatzes und an das Erfordernis der G esetzesform kei- ne allzu hohen Anforderungen zu stellen (H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a. a. O ,, R z. 1202 ff.). Eine D isziplinarm assnahm e darf nur angeordnet w erden, w enn ein D isziplinarfehler vorliegt, näm lich w enn die D ienst- oder Verhal- tenspflichten schuldhaft - vorsätzlich oder fahrlässig - verletzt w urden (vgl. H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a. a. O ., R z. 1203, G YG I, a. a. O ., S. 334, W ALTE R H IN TER BER G ER , D isziplinarfehler und D isziplinarm assnahm en im R echt des öffentlichen D ienstes, St. G allen 1986, S. 97 ff.). D ie D isziplinarstrafe ist ein (blosses) H ilfsm ittel zur Aufrechterhaltung der D isziplin, sie m uss ge- eignet sein, die Erfüllung der D ienstpflicht sicherzustellen. D ie Behörde be- rücksichtigt dabei objektive und subjektive Elem ente und kann auf G rund des O pportunitätsprinzips auch ganz auf die Verhängung einer M assnah- m e verzichten, w enn sie zum Schluss kom m t, der Zw eck des D isziplinar- rechts verlange keine Sanktion (H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a. a. O ., R z. 1205). 4. U nbestritten ist, dass der Beschw erdeführer einen Zivildiensteinsatz abge- brochen hat. 8 Zuständig für den Abbruch eines Einsatzes aus w ichtigen G ründen ist die Vollzugsstelle (Art. 23 Abs. 1 ZD G ). D ie zivildienstleistende Person kann, falls sie der Ansicht ist, der Einsatzbetrieb habe ihr U nrecht zugefügt, beim Einsatzbetrieb eine U nterredung im Beisein einer Vertretung der Vollzugs- stelle verlangen (Art. 62 Abs. 1 ZG D ). Kom m t keine Einigung zustande, so kann die zivildienstleistende Person bei der Vollzugsstelle eine Anzeige gegen den Einsatzbetrieb einreichen. D ie Vollzugsstelle hört die Betei- ligten unverzüglich an und ergreift die erforderlichen M assnahm en (Art. 62 Abs. 2 ZG D ). Im vorliegenden Fall w urde der Einsatz nicht von der Vollzugsstelle abge- brochen. D er Beschw erdeführer m acht aber geltend, er habe den Einsatz m it Billigung des Einsatzbetriebs abgebrochen. Er sei davon ausgegangen, dass dieser ihm gegenüber W eisungsgew alt habe und sich diese auch auf den Abbruch des Einsatzes beziehe. Es sei ihm im R ahm en des Inform ati- onstages des Zivildienstes keine andere R egelung kom m uniziert w orden. D er vorm als aus Art. 4 aBV abgeleitete und nunm ehr in Art. 9 BV veran- kerte G rundsatz von Treu und G lauben verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, bestim m te Erw artungen begründendes Verhalten der Behörden (BG E 126 II 377 E. 3a, BG E 122 II 113 E. 3b/cc S. 123; zu den Vorausset- zungen im Einzelnen vgl. BG E 118 Ia 245 E. 4b S. 254, BG E 117 Ia 285 E. 2b S. 287 m it H inw eisen). Auf diesen Vertrauensschutz kann sich der Be- schw erdeführer nicht berufen, denn er kann nicht nachw eisen, dass er von den Behörden eine falsche Inform ation erhalten hätte. In ihrer Vernehm las- sung vom 12. Januar 2007 erklärt die Vorinstanz, im R ahm en des Einfüh- rungskurses der Vollzugsstelle gem äss Art. 9 Bst. a ZD G sei darüber infor- m iert w orden, dass ein Einsatz auf schriftliches G esuch hin nur von der Vollzugsstelle abgebrochen w erden dürfe und die Zivildienstleistenden nicht einfach den Betrieb verlassen dürfen. Es w erde ihnen ebenfalls ge- sagt, dass sie bei Problem en im Einsatz das R egionalzentrum kontaktieren sollen. D ies entspricht Art. 77a Abs. 1 und 3 der Verordnung über den zivi- len Ersatzdienst vom 11. Septem ber 1996 (Zivildienstverordnung, ZD V, SR 824.01), w onach die Vollzugsstelle im Einführungskurs oder einer persönli- chen Anhörung das erforderliche W issen über R echte und Pflichten der zi- vildienstpflichtigen Personen und über den Vollzug des Zivildienstes ver- m ittelt. D er Beschw erdeführer verzichtete darauf, diese Aussage der Vor- instanz zu w iderlegen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass dem Be- schw erdeführer die entsprechenden Inform ationen verm ittelt w urden. Selbst w enn dies nicht der Fall w äre, käm e der Vertrauensschutz nicht zur Anw endung. D er Beschw erdeführer erklärt in seiner Beschw erde: "Ich ging davon aus, ... dass sich diese W eisungsgew alt (des Einsatzbetriebs) auch auf den Abbruch des Einsatzes beziehen m usste." D em zufolge stützte er sich nicht auf eine Inform ation der Behörden sondern auf seine eigene Auslegung der W eisungsgew alt. Zudem kann auch aus den D arlegungen des Beschw erdeführers nicht geschlossen w erden, der Einsatzbetrieb 9 habe den Abbruch des Einsatzes angeordnet. Auch der Einsatzbetrieb er- klärte in seiner Eingabe vom 23. August 2006, der Beschw erdeführer habe den Einsatzbetrieb "auf eigenen W unsch" verlassen. D er Beschw erdeführer m acht verschiedene Problem e im Einsatzbetrieb geltend. Sie betreffen die Art der Arbeit, die U nterkunft und den Führungs- stil. Ferner geht es um den geltend gem achten m angelnden R espekt des Beschw erdeführers als Vegetarier, w obei die Vorfälle allerdings nicht sehr substanziiert geschildert und teilw eise erst im nachhinein erw ähnt w urden. Es m uss nicht geprüft w erden, ob diese Problem e, w enn der Be- schw erdeführer sie der R egionalstelle gem eldet hätte, einen G rund für den Abbruch des Einsatzes dargestellt hätten. Es kann auch offen gelassen w erden, ob Einsätze im gleichen Betrieb bereits Anlass zu Beschw erden gegeben haben. Festzustellen ist, dass die Problem e nicht derart schw er- w iegend w aren, dass der Beschw erdeführer sofort den Betrieb verlassen m usste. Vielm ehr w äre es ihm zuzum uten gew esen, vor dem Verlassen des Betriebes eine U nterredung im Beisein einer Vertretung der Vollzugs- stelle zu verlangen oder sich allenfalls auch direkt an das R egionalzentrum zu w enden, zum al er, w ie aus seiner Stellungnahm e vom 20. Septem ber 2006 hervorgeht, bereits im Verlaufe des Tages in Betracht zog, den D ienst abzubrechen. 5. Es steht dem nach fest, dass der Beschw erdeführer seine D ienstpflicht ver- letzt hat. Zu prüfen bleibt, ob die von der Vollzugsstelle angeordnete D iszi- plinarm assnahm e bezüglich ihrer Schw ere verhältnism ässig ist. G em äss Art. 68 ZD G handelt es sich bei den D isziplinarm assnahm en, die von der Vollzugsstelle verfügt w erden können, um einen schriftlichen Verw eis oder eine Busse bis zu 2'000 Franken. D ie Vollzugsstelle bestim m t die D iszipli- narm assnahm e nach dem Verschulden; sie berücksichtigt Bew eggründe, Vorleben, persönliche Verhältnisse und die bisherige Führung im Zivil- dienst (Art. 69 ZD G ). D isziplinarische Sanktionen unterstehen dem G rundsatz der Verhältnis- m ässigkeit. Von Verfassungs w egen ist dem nach geboten, dass sie zu Art und Schw ere der begangenen Pflichtw idrigkeit in einem angem essenen Verhältnis stehen und nicht über das hinausgehen, w as erforderlich ist, um Störungen des geordneten D iensteinsatzes zu verhindern. D er D isziplinar- behörde steht bei der W ahl und nam entlich bei der Bem essung der Sank- tion ein gew isser Spielraum des Erm essens offen, in den das Bundesge- richt - und m ithin auch das Bundesverw altungsgericht - nicht eingreift. D ie Behörde ist auf G rund des Prinzips der Verhältnism ässigkeit aber gehal- ten, das unterschiedliche G ew icht der verschiedenen Sanktionen und die darin zum Ausdruck kom m ende R angordnung zu beachten (BG E 106 Ia 100 E. 13) D ie Vollzugsstelle verfügt in der Verhängung von D isziplinarm assnahm en sow ohl über Ausw ahl- als auch über Entschliessungserm essen (vgl. ALFR ED 10 KÖ LZ/ISAB ELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, R z. 634), zum al sie den zu D isziplinie- renden schriftlich verw eisen oder eine Busse bis zu Fr. 2'000.-- verhängen (Art. 68 ZD G ), aber auch - im Sinne des O pportunitätsprinzips - auf eine D isziplinarm assnahm e verzichten kann (vgl. Art. 67 Abs. 2 ZD G ; G YG I, a. a. O ., S. 335 f., H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a. a. O ., R z. 1205, H IN TER BER G ER , a. a. O ., S. 351 ff.). D er Beschw erdeführer m acht geltend, in Anbetracht seiner bisherigen ta- dellosen Führung in zw ei Zivildiensteinsätzen und seiner finanzieller Situa- tion sei die Busse unverhältnism ässig. D ie Vollzugsstelle führt in der ange- fochtenen Verfügung aus, die vorgebrachten Entlastungsgründe seien zu w enig plausibel, als dass m an von einem leichten Verschulden ausgehen könnte. Berücksichtigt w urden jedoch die kooperative H altung des Be- schw erdeführers bei der Abklärung des Sachverhalts. D ie Vollzugsstelle kam zum Schluss, das Verschulden erscheine als m ittelschw er und eine Busse von Fr. 200.-- sei aufgrund der finanziellen Verhältnisse des Be- schw erdeführers, der Student sei, angem essen. D er Vollzugsstelle ist beizupflichten, dass das Verschulden des Beschw er- deführers als leicht zu betrachten und auf eine Strafanzeige zu verzichten ist, unter den D isziplinarm assnahm en jedoch als m ittelschw er einzustufen ist. Es hätte dem Beschw erdeführer näm lich ohne W eiteres zugem utet w erden können, das R egionalzentrum über allfällige Problem e im Füh- rungsstil, bei der U nterkunft und m it dem Pflichtenheft zu inform ieren. So- dann berücksichtigte die Vollzugsstelle die gem äss Art. 69 ZD G für die Be- m essung der D isziplinarm assnahm e relevanten Faktoren. Sie berücksich- tigte strafm ildernd die kooperative H altung des Beschw erdeführers bei der Abklärung des Sachverhalts und trug seinen finanziellen Verhältnissen R echnung. M it Fr. 200.-- liegt die Busse im unteren Bereich des angedroh- ten Strafrahm ens (vgl. Art. 74 Abs. 3 i. V. m . Art. 68 ZD G ). G estützt auf diese Ausführungen ist festzuhalten, dass die dem Beschw erdeführer auf- erlegte Busse als verhältnism ässig und den U m ständen angepasst er- scheint. Sie liegt im R ahm en des der Vollzugsstelle zustehenden Erm es- senspielraum s und ist nicht zu beanstanden. 6. Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass eine D ienstpflichtverletzung vor- liegt und die hierfür von der Vollzugsstelle auferlegte D isziplinarbusse von Fr. 200.-- als verhältnism ässig erscheint. D ie Beschw erde w ird daher als unbegründet abgew iesen. 7. N ach Art. 65 ZD G sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen und es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen. 8. D ieser Entscheid kann nicht m it Beschw erde in öffentlichrechtlichen Ange- legenheiten an das Bundesgericht w eiter gezogen w erden (Art. 83 Bst. i des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht, Bundes-11 gerichtsgesetz, BG G , SR 173.110). Er ist som it endgültig. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben, m it R ücksendung der Beschw erdebeilagen) - der Vorinstanz (R ef-N r. 30006/332.1-456/lin) (eingeschrieben, m it R ücksendung der Vorakten) und m itgeteilt: - der Vollzugsstelle für den Zivildienst, R egionalzentrum N ottw il - dem Eidgenössischen Volksw irtschaftsdepartem ent D er Abteilungspräsident: D ie G erichtsschreiberin: Bernard M aitre Beatrice Brügger Versand am : 19. April 2007