B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-7508/2010 U r t e i l v o m 2 5 . M ä r z 2 0 1 3 Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Antonio Imoberdorf, Richter Andreas Trommer, Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer. Parteien A.K._______, vertreten durch Dr. iur. Barbara Wyler, Rechtsanwältin, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Erleichterte Einbürgerung. C-7508/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Die aus dem Gebiet der heutigen Republik Kosovo stammende B e- schwerdeführerin (geb. 1981) reiste 1992 erstmals in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Der Ausgang dieses Verfahrens geht aus den A k- ten weiter nicht hervor. Im Jahre 1998 stellte sie erneut ein Asylgesuch, das in der Folge abgewiesen wurde . Wegen Unzumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs wurde sie jedoch vorläufig aufgenommen. Nach Aufhe- bung der vorläufigen Aufnahme reiste sie im Mai 2000 aus. Am 19. Januar 2003 gelangte sie in Begleitung ihres am 16. November 2000 geborenen Sohnes Y ._______ wiederum in die Schweiz und stellte am darauffolgenden Tag ein weiteres Asylgesuch. Am 27. Juni 2003 heiratete sie den Schweizer Bürger X.K._______ (geb. 1947), woraufhin sie das (dritte) Asylgesuch zurückzog und das Verfahren am 1. September 2003 abgeschrieben wurde. Am 28. März 2004 wurde der gemeinsame Sohn Z._______ geboren. Der Ehemann erlag am 30. August 2007 seiner Krebserkrankung. B. Am 19. Mai bzw. 20. Juni 2008 ersuchte die Beschwerdeführerin um e r- leichterte Einbürgerung gemäss Art. 27 des Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952 (BüG, SR 141.0). B.a Die Vorinstanz beauftragte das Amt für Bürgerrecht und Zivilstand des Kantons St. Gallen am 18. Dezember 2008 mit der Durchführung von Erhebungen. Insbesondere sollten – angesichts des grossen Altersunter- schieds der Ehegatten – die Stabilität der ehelichen Gemeinschaft bis zum Tod des Ehemannes sowie die soziale und sprachliche Integration der Beschwerdeführerin abgeklärt werden. D iesem Auftrag kam der Ei n- bürgerungsrat der Wohnsitzgemeinde mit seinem Erhebungsbericht vom 6. Juli 2009 nach (vgl. Akt. 9 Vorakten). Diesem beigelegt waren Auszüge aus dem Betreibungsregister, Unterlagen zu einem Elterngespräch betref- fend den älteren Sohn der Beschwerdeführerin sowie das Ergebnis von Erhebungen, die zu einem früheren Zeitpunkt im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Scheinehe vorgenommen worden waren. Letztere präsentieren sich wie folgt: Aufgrund von anonymen Hinweisen beauftragte das Ausländeramt des Kantons St. Gallen die Kantonspolizei abzuklären, ob eine Scheinehe vorliege . In einem "Orientierungsbericht" vom 30. Januar 2006 hielt die Kantonspolizei fest, die Ehegatten lebten zusammen, der Briefkasten sei mit beiden Namen angeschrie ben. Der C-7508/2010 Seite 3 Ehemann sei homosexuell, deshalb hätten die Ehegatten getrennte Schlafzimmer. Die Ehefrau pflege eine Beziehung mit einem Landsmann, gegen den allerdings eine Einreisesperre bestehe. Auf entsprechende Nachfrage präzisierte die Kantonspolizei ihren Bericht am 21. Juni 2006: Der Ehemann sei wegen diverser Eigentumsdelikte bei der Kantonspol i- zei verzeichnet. Bezüglich der sexuellen Orientierung gebe es keine d i- rekten Informationen, es hand le sich "um eine im Verlauf der Zeit g e- wachsene Vermutung aus der Öffentlichkeit". Was die getrennten Schla f- zimmer anbelange, so sei er, der Rapportierende, nicht selber in der Wohnung gewesen. Anlässlich einer polizeilichen Befragung habe er den Ehemann jedoch indirekt danach gefragt. Dieser habe gemeint, es handle sich um Geschwätz, er und seine Frau schliefen miteinander. Was die angebliche Beziehung der Ehefrau, der Beschwerdeführerin, mit einem Landsmann anbetrifft, wird im Bericht festgehalten, dieser verfüge über eine Aufenthaltsbewilligung in Deutschland und sei trotz der Einreisesper- re mehrmals zu Besuch in die Schweiz gekommen. Die Beschwerdefüh- rerin soll gemäss Angaben des Ehemannes häufig nach Deutschland t e- lefoniert haben. Der Ehemann sei davon überzeugt, der leibliche Vater des 2004 geborenen Sohnes zu sei n. Er und seine Frau führten eine ganz normale Ehe. Einzig seine Krebserkrankun g sei ein "Schatten über der Ehe". Die Ärzte sprächen von einer Lebenserwartung von drei Ja h- ren. Der rapportierende Polizeibeamte kam zum Schluss, es lägen keine Hinweise auf eine Scheinehe vor. B.b Mit Schreiben vom 1 5. Februar 2010 teilte die Vorinstanz der B e- schwerdeführerin mit, es bestünden erhebliche Zweifel daran, dass sie mit ihrem Ehemann bis zu dessen Tod in einer stabilen ehelichen G e- meinschaft gelebt habe. Sie stellte der Beschwerdeführerin die Able h- nung des Einbürgerungsgesuches in Aussicht und wies sie darauf hin, dass sie das Gesuch entweder kostenfrei zurückziehen oder eine koste n- pflichtige, anfechtbare Verfügung verlangen könne. B.c Mit Schreiben vom 1. April, 2. Juni und 20. August 2010 ersuchte die Beschwerdeführerin um Erlass einer anfechtbaren Verfügung. C. Mit Verfügung vom 17. September 2010 wies die Vorinstanz das Gesuch der Beschwerdeführerin um erleichterte Einbürgerung ab . In der Begrün- dung wies sie auf die besonderen Voraussetzungen für eine erleichterte Einbürgerung hin, wenn der schweizerische Ehegatte vor der Einreichung des Einbürgerungsgesuches stirbt. Insbesondere müsse ein Härtefall vor-C-7508/2010 Seite 4 liegen. Ein solcher sei jedoch nicht gegeben: Weder entstamme der Ehe ein Kind, noch habe die Ehe mindestens zehn Jahre gedauert, noch halte sich die Beschwerdeführerin seit langem in der Schweiz auf. Dazu kämen offensichtliche, durch Fakten erhärtete Zweifel, dass die Ehegatten in e i- ner tatsächlichen, stabilen Ehe gelebt hätten. D. Mit Rechtsmitteleingabe vom 20. Oktober 2010 beantragt die Recht s- vertreterin namens der Beschwerdeführerin die Aufhebung der Verfügung der Vorinstanz sowie die Gutheissung des Gesuchs um erleichterte Ei n- bürgerung. Im Zusammenhang mi t dem Zustand der ehelichen Gemeinschaft bringt sie im Wesentlichen vor, die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann hätten trotz des grossen Altersunterschieds eine echte Beziehung geführt. Hätte ein Verdacht auf Scheinehe bestanden, hätten die Schweizer Behör den weder die Eheschliessung noch den Familiennachzug bewilligt. Dies u m- so mehr, als der Ehemann bevormundet gewesen sei (recte: verbeiratet nach Art. 395 Abs. 1 und Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210] in der bis 31. Dezember 2012 gültigen Fassung, BS 2 3 ). Von einer Scheinehe sei vorher nie die Rede gewesen. Der verstorbene Ehemann sei bi -sexuell gewesen, wie aus e i- nem Schreiben seines Psychiaters hervorgehe. Dafür spreche auch, dass die Ehe mit der Beschwerdefüh rerin bereits seine zweite gewesen sei. Die Ehegatten hätten erst getrennte Schlafzimmer gehabt, als der Eh e- mann aufgrund seiner Krebserkrankung unter starken Schmerzen gelitten habe. Aus den eingereichten Beweismitteln gehe hervor, dass sowohl die eheliche Gemeinschaft als auch die Familiengemeinschaft bis zum Tod des Ehemannes intakt gewesen sei en. Es treffe nicht zu, dass die B e- schwerdeführerin während der Ehe ein festes Verhältnis mit einem Landsmann gepflegt habe. Die Voraussetzungen für die erleichterte Einbürgerung, wie sie in der a n- gefochtenen Verfügung aufgeführt seien, sind nach Ansicht der Recht s- vertreterin erfüllt; insbesondere sei aus der Ehe ein gemeinsames Kind hervorgegangen. Im Weiteren macht die Rechtsvertreterin geltend, die Beschwerdeführerin sei gut integriert . Sie habe gute Sprachkenntnisse, sei nicht fürsorgea b- hängig, habe weder Schulden noch Betreibungen und geniesse einen gu- ten Ruf. C-7508/2010 Seite 5 Der Beschwerde beigelegt waren folgende Beweismittel: - Scheidungsurteil vom 2. Juli 1998 betreffend X.K._______ und seine ers- te Ehefrau (Beilage 3); - Bericht vom 6. März 2010 von Dr. med. H._______, Allgemeine Medizin FMH, dem ehemaligen Hausarzt von X._______ (Beilage 4); - Bericht des Psychiatrie -Zentrums (…) vom 12. März 2010 betreffend X.K._______ (Beilage 5); - Ärztliches Zeugnis vom 26. März 2010 von Dr. med. I._______, FMH All- gemeine Medizin , FA Akupunktur/traditionelle Medizin, der ehemaligen Hausärztin der Beschwerdeführerin (Beilage 6); - zwei Referenzen von Privatpersonen die Beschwerdeführerin betreffend, die von der Wohnsitzgemeinde mit Schreiben vom 12. März 2009 einge- holt worden waren (Beilage 7); - Schreiben vom 6. November 2009 des Vaters des älteren Sohnes der Beschwerdeführerin betreffend die Änderung des Familiennamens (Be i- lage 8); - Bericht vom 24. September 2010 der Amtsvormundschaft betreffend die Namensänderung von Y._______ (Beilage 9); - Bericht vom 2. Februar 2010 der Kinder - und Jugendpsychiatrischen Dienste St. Gallen betreffen die Namensänderung von Y._______ (Bei- lage 10); - Gutachten vom 31. Juli 2010 von Dr. med. J ._______, Kin der- und J u- gendpsychiatrie und -psychotherapie FMH, betreffend Namensänderung von Y.________ (Beilage 11). Mit Eingaben vom 16. und 24. November 2010 reichte die Rechtsvertrete- rin weitere Beweismittel zu den Akten: - Bericht der Amtsvormundschaft (…) vom 5. März 2008 über die von 1992 bis zum Tod X.K._______s bestehende Beiratschaft (Beilage 12); - Schreiben der Sozialen Dienste (…), Amtsvormundschaft , vom 17. November 2010 (Beilage 13). D.a Mit Vernehmlassung vom 9. Dezember 2010 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Sie räumt darin insbesondere ein , überse- hen zu haben, dass aus der Ehe der Sohn Z._______ stamme. Für den Fall einer Gutheissung der Beschwerde stellt sie den Eventualantrag, der Sohn Y ._______ sei nicht in die Einbürgerung seiner Mutter miteinzub e- ziehen. C-7508/2010 Seite 6 E. In ihrer Replik vom 10. bzw. 20. Januar 2011 hält die Rechtsvertreterin an den gestellten Anträge und der bisher vorgebrachten Begründung fest. F. Am 25. August 2 011 reichte die Rechtsvertreterin eine Bestätigung der Schulbehörde der Wohnsitzgemeinde vom 16. Juni 2011 als Beschwer- debeilage 14 ein, wonach der Sohn Y ._______ für das Schuljahr 2011/2012 in die vierte Klasse eingeteilt worden sei. Mit Schreiben vom 29. September 2011 teilte die Rechtsvertreterin dem Gericht mit, da ss der Antrag auf Änderung des Nachn amens von Y ._______ in K._______ bewilligt worden sei, und gab den entspreche n- den Entscheid als Beschwerdebeilage 15 zu den Akten. Am 8. März 2013 gab die Rechtsvertreterin Kopien des Reisepasses und des Ausländerausweises, die auf Y ._______ K._______ lauten, als B e- schwerdebeilagen 16 und 17 zu den Akten. G. Zusätzlich zu den Vorakten zog das Gericht die die Beschwerdeführerin betreffenden Akten der Migrationsämter der Kantone St. Gallen und Z ü- rich bei. H. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erw ä- gungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorb e- halt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen Ve r- fügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. D e- zember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG auf- geführten Behörde erlassen wu rden. Darunter fallen u.a. auch Verfügu n- gen des BFM betreffend erleichterte Einbürgerung (vgl. Art. 51 BüG). C-7508/2010 Seite 7 1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, ric h- tet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsg ericht nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz (Art. 37 VGG). 1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Beschwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtse r- heblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerd e- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Rechts- und Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2011/43 E. 6.1, BVGE 2011/1 E. 2 und BVGE 2007/41 E. 2). 3. 3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach der Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz g e- wohnt hat (Bst. a), seit einem Jahr hier wohnt (Bst. b) und seit drei Jahren in ehelicher Gemeinschaft mit einem Schweizer Bürger lebt (Bst. c). Die Einbürgerung setzt zudem voraus, dass die ausländische Person in der Schweiz integriert ist, die schweizerische Rechtsordn ung beachtet und die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (vgl. Art. 26 Abs. 1 BüG). Gemäss Wortlaut und Wortsinn von Art. 27 Abs. 1 BüG müssen sä mtliche Einbürgerungsvoraussetzungen sowohl im Zei t- punkt der Gesuchseinreichung als auch anlässlich der Einbürgerungsver- fügung erfüllt sein . Grundsätzlich ist somit die erleichterte Einbürgerung ausgeschlossen, wenn zum Zeitpunkt des Entscheids über das Gesuch die eheliche Gemeinschaft nicht mehr besteht (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 und BGE 129 II 401 E. 2.2 je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 1C_378/2007 vom 28. April 2008 E. 2). Von diesem Erfordernis kann g e- mäss Rechtsprechung und Verwaltungspraxis jedoch im Falle der Auflö-C-7508/2010 Seite 8 sung der ehelichen Gemeinschaft durch den Tod des schw eizerischen Ehegatten abgesehen werden, um Härtefälle zu vermeiden (vgl. zum Ganzen: BGE 129 II 401 E. 2.3 ff.; vgl. auch Ziffern 4.6.3.2 und 4.6.3.3 der Weisungen des BFM zum Bürgerrecht, Kapitel 4: Gemeinsame Vor- aussetzungen und Einbürgerungskriterien , w ww.bfm.admin.ch > Dok u- mentation > Rechtliche Grundlagen > Weisungen und Kreisschreiben > V. Bürgerrecht, besucht im März 2013, nachfolgend: Weisungen). Die üb- rigen Einbürgerungsvoraussetzungen müssen zum Zeitpunkt des Todes des schweizerischen Ehegatten jedoch offensichtlich erfüllt gewesen sein (BGE 129 II 401 E. 2.4; Urteil e des Bundesverwaltungsgerichts C-1752/2011 vom 13. Juli 2012 S. 5, C-2948/2010 vom 29. Mai 2012 S. 5 und C-2578/2007 vom 15. Oktober 2008 E. 3.3). 3.2 In der Praxis wird unterschieden, ob der Tod des Schweizer Ehega t- ten während hängigem Einbürgerungsverfahren eintritt oder vor der Ei n- reichung des Gesuchs. 3.2.1 Stirbt der Schweizer Ehegatte während des laufenden Einbürg e- rungsverfahrens, so kann die erleichterte Einbürgerung trotzdem erfo l- gen, wenn zum Zeitpunkt des Todes des schweizerischen Ehegatten die Voraussetzungen für die erleichterte Einbürgerung offensichtlich erfüllt waren. Dazu gehören die in Art. 27 und Art. 28 BüG erwähnten Fristen zu Wohnsitz- und Ehedauer sowie die in Art. 26 Abs. 1 BüG aufgeführten An- forderungen. Es dürfen aber auch keine erheblichen Zweifel daran beste- hen, dass die gesuchstellende Person mit dem schweizerischen Ehepar t- ner in einer tatsächlichen ehelichen Gemeinschaft gelebt hat (vgl. Ziff. 4.6.3.2 der Weisungen). 3.2.2 Stirbt der Schweizer Ehegatte vor Einreichung des Gesuchs um er- leichterte Einbürgerung, tritt das BFM auf dieses Gesuch nur ein ( in den Weisungen teilweise als "Vorbedingungen" bezeichnet , vgl. Ziff. 4.6.3.3 der Weisungen, so auch Ziff. 3 der angefochtenen V erfügung bzw. Ziff. 4 der Vernehmlassung), wenn sich die gesuchstellende Person nicht wieder mit einem Ausländer oder einer Ausländerin verheiratet hat, wenn die Fristen zu Wohnsitz - und Ehedauer zum Zeitpunkt des Todes des Schweizer Ehegatten erfüllt ware n und wenn mindestens eine von drei weiteren Voraussetzungen erfüllt ist (ein gemeinsames Kind; die Ehe hat mindestens zehn Jahre gedauert; die gesuchstellende Person hat sehr lange Zeit in der Schweiz gelebt). Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob die materiellen Voraussetzu n- gen für die erleichterte Einbürgerung (d.h. die in Art. 26 Abs. 1 BüG au f-C-7508/2010 Seite 9 geführten Anforderungen sowie die Intaktheit der ehelichen Gemei n- schaft) offensichtlich erfüllt waren. Massgeblicher Zeitpunkt ist auch hier der Tod des schweizerischen Ehegatten. 3.2.3 In den beiden dargestellten Fällen, bei denen vom Erfordernis der ehelichen Gemeinschaft zum Zeitpunkt der Verfügung abgesehen werden kann, genügt es jedoch für die erleichterte Einbürgerung noch nicht, dass die Voraussetzungen dafür im Zeitpunkt des Todes des schweizerischen Ehegatten offensichtlich erfüllt waren. Vielmehr muss die Verweigerung der Einbürgerung für die betroffene Person eine besondere Härte darstel- len (vgl. BGE 129 II 401 E. 2.4). Die besondere Härte kann dabei nicht in der Nichteinbürgerung selbst bestehen. Vielmehr muss sie sich aus den Folgen, welche die Verweigerung der erleichterten Ei nbürgerung für die betroffene Person hat, ergeben. Um dem Ausnahme - und Einzelfallcha- rakter der Härtefallbestimmungen gerecht zu werden, ist eine solche A n- nahme an das Vorliegen strenger Voraussetzungen zu knüpfen. Diese können nicht allgemein festgelegt w erden, sondern müssen mit Blick auf den Einzelfall geprüft werden. Dabei obliegt es der gesuchstellenden Person, die Gründe anzugeben und den Beweis zu erbringen, weshalb gerade in ihrem Fall die Härtefallklausel anzuwenden ist ( vgl. BGE 129 II 401 E. 2.5). 4. Der schweizerische Ehemann der Beschwerdeführerin ist vor der Einre i- chung des Gesuchs um erleichterte Einbürgerung verstorben, so dass es vorliegend um die Prüfung der in E. 3.2.2 und E. 3.2.3 erwähnten Voraus- setzungen geht. Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung bereits festgehalten hat, sind die in E. 3.2.2 dargelegten Anforderungen für die Anhandnahme des G e- suches erfüllt: Die Beschwerdeführerin hat sich nicht wieder verheiratet . Zum Zeitpunkt des Todes des Ehemannes am 30. August 2007 waren die Ehegatten etwas mehr als vier Jahre verheiratet und die Beschwerdefü h- rerin lebte während dieser ganzen Zeit in der Schweiz (vgl. die in Art. 27 Abs. 1 Bst. b und Bst. c BüG genannten Fristen). Unter Berücksichtigung der Zeit, welche die Beschwerdeführerin als Asylsuchende in der Schweiz verbracht hat (1998 bis 2000 ; erste Jahreshälfte 2003 ) erfüllt e sie zum massgeblichen Zeitpunkt auch die Bedingung von insgesamt fünf Jahren Aufenthalt in der Schweiz (vgl. Art. 27 Abs. 1 Bst. a BüG). Da aus der Ehe ein Kind hervorgegangen ist, ist a uch eine der drei alternativ zu erfülle n- den Voraussetzungen gegeben. Die von der Vorinstanz geäusserten C-7508/2010 Seite 10 Zweifel an der Vaterschaft sind angesichts der gesetzlichen Vaterschafts- vermutung (vgl. Art. 255 Abs. 1 ZGB) unbeachtlich, sol ange die Vate r- schaft nicht angefochten und aberkannt wurde. Zu prüfen bleiben daher die materiellen Voraussetzungen für die erleichterte Einbürgerung ( In- taktheit der ehelichen Gemeinschaft , Integration, Beachtung der Recht s- ordnung sowie die fehlende Gefährdung der inneren und äusseren S i- cherheit der Schweiz , vgl. Art. 26 Abs. 1 und Art. 27 Abs. 1 Bst. c BüG). Sofern diese Voraussetzungen zum massgeblichen Zeitpunkt offensich t- lich erfüllt waren, ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob die Verweige- rung der Einbürgerung für die Beschwerdeführerin eine besondere Härte darstellen würde. 5. 5.1 Vorliegend vertritt die Vorinstanz die Auffassung, dass Zweifel an der Intaktheit der ehelichen Gemeinschaft vor dem Tod des Schweizer Eh e- mannes bestünden. Als Gründe führt sie in ihrer Vernehmlassung vom 9. Dezember 2010 einerseits die Umstände der Eheschliessung (ungesi- cherter Aufenthalt im Rahmen eines Asylverfahren) und andererseits die Belastung der Beziehung durch die Krankheit des Ehemannes, durch die Schwierigkeiten aufgrund der bi -nationalen Ehe mit grossem Altersunte r- schied (34 ½ Jahre) und wegen der sozialen Probleme des älteren So h- nes der Beschwerdeführerin an. 5.2 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, der grosse Altersunte r- schied habe die Stabilität und die Intaktheit der Ehe nicht beeinflusst. Von einer Scheinehe könne nicht die Rede sein. Zwar seien in der Ehe sozi o- kulturelle Unterschiede zutage getreten , wie in anderen bi-nationalen Ehen auch, dies habe jedoch nichts dara n geändert, dass es sich um e i- ne echte Schicksalsgemeinschaft gehandelt habe. Die Ehe habe zwar nur etwas mehr als vier Jahre gedauert, sei aber sehr intensiv gelebt worden und bis zum Tod des schweizerischen Ehemannes intakt gewesen. Dies werde durch die eingereichten Beweismittel belegt. 6. 6.1 Der Begriff der ehelichen Gemeinschaft im Sinne von Art. 27 Abs. 1 Bst. c BüG bedeutet praxisgemäss mehr als nur das formelle Besteh en einer Ehe nach Art. 159 Abs. 1 ZGB. Verlangt wird vielmehr das Vorliegen einer tatsäc hlichen, stabile n Lebensgemeinschaft, die getragen ist vom gegenseitigen Willen, die Ehe auch künftig aufrecht zu erhalten (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 und BGE 130 II 482 E. 2 je mit Hinweisen ; Ziff. 4.6.2 der Weisungen). C-7508/2010 Seite 11 6.2 Die Vorinstanz bezieht sich in ihrer Argumentation auf Elemente, die in der Rechtsprechung grundsätzlich als geeignet angesehen werden, die Stabilität und Intaktheit einer ehelichen Gemeinschaft zu beeinträchtigen. So zeigt d ie Erfahrung, dass vielfach die Aufenthaltssicherung nach e i- nem erfolglos durchlaufenen Asylverfahren ein gewichtiges Motiv für eine Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger darstellt. Auch ein grosser Altersunterschied und schwierige soziale oder gesundheitliche Umstände beim Schweizer Ehepartner können Anzeichen für ein e Ehe sein, in der die Eheleute nicht eine eheliche Gemeinschaft im Sinne der oben ausg e- führten Rechtsprechung anstreben bzw. leben. 6.3 6.3.1 Aus den Akten ergibt sich , dass die Beschwerdeführerin erstmals 1992 in die Schweiz einreiste und ein Asylgesuch stellte (vgl. Bescheini- gung Fremdenpolizei Kanton Schwyz vom 14. Mai 2008, Akt. 2 Vorakten sowie Beschwerdeschrift Ziff. 4.1 S. 4). Allerdings gibt es keine Hinweise darauf, wie lange sie in der Schweiz geblieben ist . Danach hielt sie sich von November 1998 bis M ai 2000 wiederum im Rahmen eines Asylve r- fahrens bzw. der anschliessenden vorläufigen Aufnah me in der Schweiz auf. In dieser Zeit, im Jahre 1999, hat sie nach eigenen Angaben X.K._______ kennen gelernt. Dieser war von 1993 bis 1998 mit einer Landsfrau der B eschwerdeführerin verheiratet gewesen (vgl. Beschwer- debeilage 3). Am 16. November 2000 brachte die Beschwerdeführerin i h- ren Sohn Y ._______ zur Welt. Dessen Vater ist gemäss Erkenntnissen der Vorinstanz der Bruder der ersten Ehe frau X.K._______s. Im Januar 2003 kehrte die Beschwerdeführerin zusammen mit Y ._______ in die Schweiz zurück und stellte erneut ein Asylgesuch, das sie nach der Eh e- schliessung mit X.K._______ zurückzog. 6.3.2 Demnach versuchte die Beschwerdeführerin dreimal mittels Asylge- suchen zu einer Anwesenheitserlaubnis zu gelangen. Während des zwei- ten Asylverfahrens lernte sie den geschiedenen, um 34 ½ Jahre älteren , seit 1992 verbeirateten X.K._______ kennen. Wie es zu dieser Bekann t- schaft gekommen ist, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Es liegt j e- doch nahe, dass sie durch den Vater von Y ._______ vermittelt wurde, der bis 1998 Schwager X.K._______s gewesen war. Dieses Verwand t- schaftsverhältnis wird von der Beschwerdeführerin zwar nicht grundsät z- lich bestritten, sie will davon aber nichts gewusst ha ben. Diese Behau p- tung ist allerdings angesichts des kulturellen Umfeldes, aus dem die B e- teiligten stammen, und der Beziehung, welche die Beschwerdeführerin mit dem Ex -Schwager X.K._______ hatte, nur schwer zu glauben. Trotz C-7508/2010 Seite 12 aller Vorbehalte gegen anonyme Denunziationen erscheint v or diesem Hintergrund auch der Hinweis, wonach der Vater von Y ._______ sowohl die erste als auch die zweite Eheschliessung X.K._______s vermittelt ha- ben soll, in einem anderen Licht. Zu Fragen Anlass gibt auch die sexuelle Orienti erung des Schweizer Ehegatten und die Haltung der Beschwerdeführerin dazu. Mit Blick auf den Kulturkreis, aus dem sie stammt, ist davon auszugehen, dass sie den homosexuellen Neigungen ihres Ehemannes zumindest Vorbehalte en t- gegenbrachte (vgl. dazu JILL AESCHLIMANN, Kosovo: Homosexualität, Auskunft der SFH-Länderanalyse vom 21. Dezember 2011, www.fluechtlingshilfe.ch > Herkunftsländer > Koso vo, besucht im März 2013). Zu diesem Aspekt äussert sich die Beschwerdeführerinn nicht. Sie betont vielmehr, dass ihr verstorbener Ehemann sich (a uch) für Frauen interessiert habe. Angesichts dieser Umstände ist davon auszugehen, dass als Beweg- grund der Beschwerdeführerin für die Eheschliessung die Sicherung des Aufenthalts in der Schweiz im Vordergrund stand. Durch die Heirat mit ei- nem Schweizer Bürger erwarb sie einen Aufenthaltsanspruch und auch in wirtschaftlicher Hinsicht verbesserte sich ihre Situation mit diesem Schritt erheblich. 6.3.3 Auf der anderen Seite ist festzuhalten, dass zwar a ufgrund des be- reits erwähnten anon ymen Hinweises im Jahre 2005 vom Migrationsamt des Kantons St. Gallen Abklärungen betreffend Scheinehe angeordnet wurden. Die Polizei, die mit diesen Abklärungen beauftragt worden war, kam in ihrem Bericht vom 21. Juni 2006 jedoch zum Schluss, dass keine Hinweise auf eine Scheinehe vorlägen. Daraufhin wurde die Angelege n- heit nicht weiter verfolgt. Ebenfalls zu Gunsten einer intakten ehelichen Gemeinschaft sind die zahlreichen auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismittel – insb. Be- richte der Hausärzte der beiden Ehegatten und der Beirätin des verstor- benen Ehemannes sowie Gutachten im Zusammenhang mit der N a- mensänderung von Y ._______ – zu werten. Sie ergeben ein einheitliches Bild: Die eheliche Gemeinschaft und auch die Familiengemeinschaft zeig- te sich nach aussen als stabil und intakt. Die sexuelle Orientierung des Ehemannes hat sich gemäss dem behandelnden Arzt mit zunehmendem Alter hin zu (jüngeren) Frauen, verbunden mit dem Wunsch nach Familie, entwickelt. Insofern erfüllte sich auch der Ehemann mit der Eheschlies-C-7508/2010 Seite 13 sung den offenbar schon seit längerer Zeit gehegten Wunsch nach B e- ziehungen zu Frauen und nach einer Familie. Unbestrittenermassen belastete die schwere Erkrankung des Ehemannes die Beziehung in der letzten Phase vor dessen Tod. Den von der Vori n- stanz hervorgehobenen Stimmungsschwankungen, die sich gemäss B e- richt des Beistandes insb esondere in Zweifeln bezüglich der Vaterschaft des jüngeren Sohnes und dem Abfassen mehrerer, sich widerspreche n- der letztwillige r Verfügungen äusserten, darf jedoch angesichts dieser Ausnahmesituation keine überragende Bedeutung beigemessen werden. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind vielmehr auch andere Begeben- heiten, die darauf schliessen lassen, dass der Ehe mann sich vor seinem Tod als Teil einer intakten Familie fühlte. So berichtet die Beirätin von ei- ner Reise etwa einen Monat vor dem Tod des Ehemannes mit der ganzen Familie in die Heimat der Beschwerdeführerin, von der er glücklich z u- rückgekehrt sei. Auch erwähnt sie in ihrem Bericht, dass die Ehegatten in den letzten Monaten vor dem Tod X.K._______s immer mehr zusammen- gewachsen seien. 6.3.4 Die Vorinstanz hat somit zu Recht die Motivation , die der Eh e- schliessung zugrunde lag, in Frage gestellt. Die Gründe der Beschwerde- führerin für das Eingehen der Ehe – Sicherung des Aufenthaltsrechts in der Schweiz – entsprechen nicht den Anforderungen der bundesgerichtli- chen Rechtsprechung an die eheliche Gemeinschaft (vgl. E. 6.1). Zwar sind die Ehegatten offenbar in den letzten Monaten der Krankheit des Ehemannes immer mehr zusammen gewachsen. Wie weit dieses Z u- sammenwachsen im Zeitpunkt des Todes gediehen war, kann nicht a b- schliessend beurteilt werden, so dass Zweifel an der Intaktheit der ehel i- chen Gemeinschaft zum massgeblichen Zeitpunkt bestehen bleiben. 6.3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten , dass Zweifel daran bestehen, dass die eheliche Gemeinschaft im Zeitpunkt des Todes des schweizer i- schen Ehegatten intakt und stabil im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung war. Damit ist die Voraussetzung gemäss Art. 27 Abs. 1 Bst. c BüG nicht offensichtlich erfüllt, so dass gemäss Verwaltungspraxis und Rechtsprechung die erleichterte Einbürgerung nicht in Frage kommt. 6.4 Aber auch ohne die dargelegten Zweifel an der ehelichen Gemei n- schaft könnte die erleichterte Einbürgerung nicht erfolgen, da die weiteren Voraussetzungen f ür die erleichterte Einbürgerung , die sich in Art. 26 Abs. 1 BüG finden, ebenfalls nicht alle offensichtlich erfüllt sind . Die Vor-C-7508/2010 Seite 14 instanz hat sich allerdings weder in der angefochtenen Verfügung noch in ihrer Vernehmlassung dazu geäussert. Wie die Intaktheit und Stabilität der ehelichen Gemeinschaft, sind aber auch die Integration (Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG), die Beachtung der Rechtsordnung (Art. 26 Abs. 1 Bst. b BüG) sowie das Fehlen einer Gefahr der inneren oder äussere n Sicherheit der Schweiz (Art. 26 Abs. 1 Bst. c BüG), (materielle) Voraus- setzungen für die erleichterte Einbürgerung. Es gibt keinen Anlass, diese Elemente bei der Beurteilung, ob die Einbürgerungsvoraussetzungen zum Zeitpunkt des Todes des schweizerischen Ehegatten offensichtlich erfüllt waren, auszuklammern (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-2578/2007 vom 15. Oktober 2008 E. 3.4). 6.4.1 Unter Integration ist die Aufnahme der ausländischen Person in die schweizerische Gemeinschaft und die Bereitschaft der betreffenden Pe r- son, sich in das gesellschaftliche Umfeld einzufügen, zu verstehen. Die Integration ist ein Annäherungsprozess zwischen der einheimischen und der ausländischen Bevölkerung, der sowohl den Willen der ausländischen Person zur Eingliederung, aber auch die Offenheit der schweizerischen Bevölkerung voraussetzt. Bei der erleichterten Einbürgerung werden an die Integration weniger hohe Anforderungen gestellt als bei der ordentl i- chen Einbürgerung (vgl. BVGE 2008/46 E. 5.2.1 und E. 5.2.3 je mit Hi n- weisen). 6.4.2 Aus den eingereichten Unterlagen geht hervo r, dass die Beschwer- deführerin ausreichend Deutsch kann, um den Alltag zu bewältigen (vgl. Beschwerdebeilage 7) ; sie benötigte jedoch für ein Elterngespräch im November 2008 einen Dolmetscher (vgl. Beilage zum Erhebungsbericht vom 6. Juli 2009, oben Bst. B.a). Auch konnte sie 2009 die Erfüllung der sprachlichen Voraussetzungen für eine vorzeitige Erteilung der Niede r- lassungsbewilligung nicht nachweisen (vgl. Schreiben des Ausländeramts St. Gallen vom 16. Juni 2009 und die Rückzugserklärung vom 17. Juni 2009, vgl. Akten Kanton St. Gallen S. 154 und 155, Dokumente Nr. 92 und Nr. 93). Die Beschwerdeführerin hatte offenbar keine intensiven Kon- takte zu anderen Personen an ihrem Wohnort, klagte sie doch über Ein- samkeit nach dem Tod ihr es Ehemannes (Beschwerdebeila ge 6) und über Isolation in der Wohngemeinde (Beschwerdebeilage 11). Sie fühlt sich jedoch an ihrem Wohnort zuhause, nicht zuletzt, weil sich das Grab ihres Ehemannes dort befindet (Beschwerdebeilage 11). Zudem ersuchte sie am 27. Februar 2008 darum, ihren Wohnsitz in den Kanton Zürich ver- legen zu dürfen, da ihre engsten Bezugspersonen im Kanton Zürich le b- ten. Dieses Gesuch wurde zwar am 23. Juli 2008 gutgeheissen, sie C-7508/2010 Seite 15 machte davon jedoch of fenbar keinen Gebrauch (vgl. Akten Kanton Z ü- rich). Wie es zu dieser Isolation gekommen ist, lässt sich den Unterlagen nicht entnehmen; dazu beigetragen haben sicher die ausländische He r- kunft der Beschwerdeführerin, die zeitintensive Pflege ihres kranken Ehemannes und die Schwierigkeiten des älteren Sohnes in der Schule. In finanzieller Hinsicht ist das Auskommen der Beschwerdeführerin und ihrer Familie aufgrund der Witwen - und Waisenrenten gesichert ; zudem geht aus den Akten des Kantons St. Gallen hervor, dass die Beschwerdeführe- rin erwerbstätig ist. Insgesamt ist die Inte gration der Beschwerdeführerin angesichts der Dauer ihres Aufenthaltes in der Schweiz sowie der Tats a- che, dass sie mit einem Schweizer verheiratet war – was die Integration in der Regel erleichtert –, selbst unter Berücksichtigung der Umstände im Zusammenhang mit der Krankheit des Ehemannes, als unterdurchschnitt- lich anzusehen. Damit kann diese Voraussetzung für die erleichterte Ein- bürgerung nicht als zum Zeitpunkt des Todes des schweizerischen Eh e- gatten offensichtlich erfüllt angesehen werden. 6.4.3 Was die Bea chtung der schweizerischen Rechtsordnung (Art. 26 Abs. 1 Bst. b BüG) sowie d as Fehlen der Gefährdung der inneren und äusseren Sicherheit der Schweiz (Art. 26 Abs. 1 Bst. c BüG) anbelangt, so können diese Anforderungen als erfüllt angesehen werden. Einzig ein Strafbefehl vom 29. März 2011 aufgrund einer Verletzung der Verkehrsre- geln (Geschwindigkeitsüberschreitung), der zu einer Busse von Fr. 480.- führte, trübt in dieser Hinsicht das Bild (Akten Kanton St. Gallen , S. 166, Dokument Nr. 101). Die vom Sozialamt nach dem Tod des schweizer i- schen Ehemannes ausgerichtete, inzwischen wieder zurückerstattete Überbrückungshilfe (Akten Kanton St. Gallen , S. 144, Dokument Nr. 85), ist bei der vorliegend vorzunehmenden Beurteilung ebenfalls ohne B e- deutung. 6.5 Insgesamt kann somit gesagt werden, dass nicht alle Einbürgerungs- voraussetzungen zum massgeblichen Zeitpunkt offensichtlich erfüllt w a- ren. Zweifel bestehen insbesondere im Hinblick auf die Stabilität der ehe- lichen Gemeinschaft und die Integration der Beschwerde führerin. Aller- dings ist auch festzuhalten, dass die Vorinstanz den Voraussetzungen gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG bei ihrer Sachverhaltsabklärung offenbar kaum Bedeutung zugemessen hat, so dass es fraglich scheint, ob der Sachverhalt in dieser Hinsicht überhau pt vollständig abgeklärt ist. Wie es sich damit verhält, kann jedoch offen bleiben, da auch die von der Vori n- stanz ins Zentrum ihrer Begründung gestellte Vor aussetzung (eheliche Gemeinschaft) nicht offensichtlich erfüllt ist (vgl. E. 6.3.5). C-7508/2010 Seite 16 7. 7.1 Die Vorinstanz verneint das Vorliegen eines Härtefalles in Ziffer 6 der Vernehmlassung vom 9. Dezember 2010. Sie erwähnt in diesem Zusam- menhang den Nutzen, den die Beschwerdeführerin aus der Eheschlie s- sung mit einem Schweizer Bürger gezogen hat, weil sie so ihren Aufen t- halt sichern und das Asylgesuch zurückziehen konnte. Sodann habe d ie Beschwerdeführerin nach dem Tod ihres Ehemannes fast ein Jahr zug e- wartet, bis sie das Gesuch eingereicht habe. Zudem habe die Ehe ledi g- lich etwa vier Jahre gedauert. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass angesichts dieser Umstände nicht zwingend von einem Härtefall ausz u- gehen sei. Eine Ablehnung des Gesuches sei vertretbar, da die B e- schwerdeführerin das aufgrund der Ehe entstanden e Aufenthaltsrecht aufgrund der Tatsache, dass der jüngere Sohn Schweizer Bürger sei, nur verlieren könnte, wenn sie sich nicht korrekt verhalten würde. 7.2 Die Beschwerdeführerin führt dazu in ihrer Stellungnahme vom 10. Januar 2011 aus, dass die von der Vorinstanz aufgeführten Vorau s- setzungen für einen Härtefall vo rlägen: Sie habe nicht wieder geheiratet und sie habe innerhalb eines Jahres nach dem Tod ihres Ehemannes das Gesuch gestellt (S. 6 f. und 8 f.). Im Übrigen nimmt sie inhaltlich zu den Umständen Stellung, die von der Vorinstanz gegen das Vorliegen eines Härtefalles aufgeführt worden sind. In diesem Sinne hatte sie sich bereits in der als "Ergänzung der Beschwerdebegründung" bezeichneten Eing a- be vom 16. November 2010 geäussert. 7.3 Es ist nicht ersichtlich, welchen Zusammenhang die von der Vori n- stanz angeführten Umstände mit der Beurteilung haben können, ob durch die Nichteinbürgerung ein Härtefall entsteht . Vielmehr befassen sie sich mit der Frage nach der Stabilität und Ernsthaftigkeit der ehelichen G e- meinschaft. Zweifel in diesem Bereich sind jedoch bereits bei der Beurtei- lung, ob die eheliche Gemeinschaft – vgl. die Definition der bundesg e- richtlichen Rechtsprechung in E. 6.1 – vor dem Tod des Schweizer Eh e- gatten intakt und stabil war, zu berücksichtigen. Bei Vorliegen solcher Zweifel sind die Einbürgerungsvoraussetzungen nicht offensichtlich erfüllt, so dass es auf eine individuelle Härte nicht mehr ankommt ( vgl. E. 3.1). Einzig der Hinweis der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin habe aufgrund des Schweizer Bürgerrechts ihres Sohnes Z._______ ein gefestigtes Auf- enthaltsrecht, steht in einem Zusammenhang mit möglichen Auswirku n- gen der Verweigerung der erleichterten Einbürgerung: Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts haben ausländische Personen mit Kindern, die über das Schweizer Bürgerrecht verfügen, Anspruch auf C-7508/2010 Seite 17 Aufenthalt in der Schweiz, es sei denn, sie hätten sich etwas zuschulden kommen lassen (vgl. BGE 135 I 154 E. 2.2.4, bestätigt in BGE 137 I 247 E. 4.2.2). Angesichts dieser neuen Rechtsprechung stellt sich ohnehin grundsätzlich die Frage, inwiefern die Verweigerung der erleichterten Einbürgerung zu einer persönlichen Härte führen könnte, wenn aus der Ehe ein Kind mit Schweizer Bürgerrecht hervorgegangen ist. Da die aus- ländische Person nach der erwähnten Rechtsprechung grundsätzlich ein Aufenthaltsrecht hat, müsste n der persönlichen Härte andere rechtliche oder tatsächliche Vorteile zugrunde liegen, deren Verwirklichung durch die Verweigerung der Einbürgerung verhindert werden. Um was für Vo r- teile es sich dabei handeln könnte, wird die Praxis im Laufe der Zeit zei- gen müssen. 7.3.1 Aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin geht nicht hervor, worin ihrer Ansicht nach die besondere Härte bestünde, würde das G e- such um erleichterte Einbürgerung abgewiesen. Solche Gründe sind auch aus den übrigen Akten nicht ersichtlich. 7.3.2 Fehl geht die Beschwerdeführerin indessen, wenn sie geltend macht, es genüge für die Annahme eines Härtefalles, dass sie sich seit dem Tod nicht wieder mit einem Ausländer verheiratet und das Gesuch innerhalb eines Jahres nach dem Ablebe n ihres Ehemannes eingereicht habe sowie, dass ein gemeinsames Kind aus der Ehe hervorgegangen sei (vgl. Eingabe vom 16. November 2010). Dabei handelt es sich ledi g- lich um Bedingungen, die erfüllt sein müssen , damit das Gesuch übe r- haupt an die Hand genomme n und die weiteren Voraussetzungen sowie schlussendlich das Vorliegen einer persönlichen Härte geprüft wird (vgl. E. 3.1). 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für die e r- leichterte Einbürgerung im Zeitpunkt des Todes des Schweizer Ehegatten der Beschwerdeführerin nicht offensichtlich erfüllt waren. Aber selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, könnte die Beschwerde nicht gutg e- heissen werden, ist doch nicht ersichtlich, inwiefern die Verweigerung der erleichterten Einbürgerung bei der B eschwerdeführerin eine besondere Härte hervorrufen würde, welche die Einbürgerung trotz des Todes des Schweizer Ehegatten rechtfertigen könnte. 9. Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im E r-C-7508/2010 Seite 18 gebnis rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die B eschwerde ist demzufolge abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdefüh- rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 des Reg- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvo r- schuss gedeckt. 3. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung; Beilage: Akten Ref-Nr. [...]) – das Amt für Bürgerrecht und Zivilstand des Kantons St. Gallen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Ruth Beutler Barbara Kradolfer C-7508/2010 Seite 19 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, sowei t sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: