A bteilung V E -6882/2006 hub/jap {T 0/2} U rteil vom 15. M ai 2007 M itw irkung: R ichter H uber, Lang, G ysi G erichtsschreiber Jaggi X._______, geboren _______, Türkei, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 12. N ovem ber 2003 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie und alevitischen G laubens aus A._______, Provinz Adiyam an, verliess seinen H eim atstaat eigenen Angaben zufolge am 11. Septem ber 2003 und gelangte am 15. Septem ber 2003 in die Schw eiz, w o er am selben Tag um Asyl ersuchte. Am 23. Septem ber 2003 erfolgte die Kurzbefragung in der Em pfangsstelle Basel und am 23. O ktober 2003 die Anhörung zu den Asylgründen durch das B._______. Zur Begründung des Asylgesuchs m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, er sei Sym pathisant der H AD EP gew esen. Im Jahre 1999 habe er anläss- lich der W ahlen zusam m en m it seiner Fam ilie Propaganda für die Partei und ins- besondere für einen C ousin seiner M utter nam ens B., Kandidat der H AD EP in A._______, gem acht. Seit den W ahlen sei er von den türkischen Behörden unter D ruck gesetzt w orden. Im Jahre 1999 hätten Angehörige der Sicherheitskräfte sein H aus nach Publikationen der H AD EP durchsucht und ihn auf den örtlichen Posten m itgenom m en, w o er eine N acht lang festgehalten, verbal bedroht und geschlagen w orden sei. Es sei ihm nahe gelegt w orden, die H AD EP nicht m ehr zu unterstützen. Im August 2003 sei er nach einer H audurchsuchung ein zw eites M al von Angehörigen der Sicherheitskräfte auf den örtlichen Polizeiposten verbracht und für einen Tag festgehalten w orden. Auch dieses M al sei er aufgefordert w or- den, sich von der H AD EP zu distanzieren. Seit den W ahlen im Jahr 1999 sei er zu- dem beim Verlassen des D orfes m ehrm als auf der Strasse einer Personenkontrol- le unterzogen w orden. D iese Ereignisse hätten ihn schliesslich dazu bew ogen, aus der Türkei auszureisen. N ach seiner Einreise in die Schw eiz habe er von seiner M utter erfahren, dass er von den türkischen Sicherheitskräften gesucht w orden sei. Auf die Frage anlässlich der kantonalen Anhörung, ob er in seinem H eim at- land jem als verhaftet w orden sei, erklärte er, er habe verm utlich im Jahre 1999 fünf Tage im G efängnis verbracht, w eil er die Steuern und die Busse nicht bezahlt habe. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen und, so- w eit entscheidw esentlich, auf die nachfolgenden Erw ägungen. D er Beschw erdeführer reichte im erstinstanzlichen Verfahren einen Auszug aus dem Fam ilienregister, einen Führerausw eis, eine Versicherungskarte, einen Perso- nalausw eis und zw ei Schreiben des D orfvorstehers von A._______ zu den Akten. B. M it Verfügung vom 12. N ovem ber 2003 stellte das BFM fest, die Vorbringen des Beschw erdeführers verm öchten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W eg- w eisung aus der Schw eiz und deren Vollzug an. C . M it Eingabe vom 10. D ezem ber 2003 beantragt der Beschw erdeführer die Aufhe- bung der angefochtenen Verfügung und die G ew ährung von Asyl, eventualiter den Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung unter gleichzeitiger Anordnung der vor- läufigen Aufnahm e von Am tes w egen. In prozessualer H insicht ersucht er um Ver-3 zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Erlass der Verfahrens- kosten. Zur Stützung der Vorbringen reicht er ein R eferenzschreiben der H AD EP, Ausw eiskopien von vier in der Schw eiz w ohnhaften Verw andten und eine Fürsor- gebestätigung des D urchgangszentrum s C ._______, vom 10. D ezem ber 2003 ein. Auf die Begründung der R echtsbegehren im Einzelnen w ird, sow eit entscheid- w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D . Am 8. Januar 2004 legte der Beschw erdeführer eine M itgliederliste der H AD EP aus A._______ ins R echt und ersucht im H inblick auf den Beschw erdeentscheid um entsprechende Berücksichtigung des D okum ents. E. M it Zw ischenverfügung vom 12. Januar 2004 w urde dem Beschw erdeführer m itge- teilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten könne. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses w urde verzichtet und der Entscheid über das G esuch um Erlass der Verfahrenskosten auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. G leichzeitig w urde der Beschw erdeführer aufgefordert, bis zum 27. Januar 2004 eine Ü bersetzung des der Beschw erde beigelegten R eferenzschreibens der H A- D EP in eine Am tssprache des Bundes einzureichen. F. Am 20. Januar 2004 reichte der Beschw erdeführer Ü bersetzungen des R eferenz- schreibens und der M itgliederliste der H AD EP ein. G . D as BFM beantragt in seiner Vernehm lassung vom 10. Februar 2004 die Abw ei- sung der Beschw erde. H . D er Beschw erdeführer hält in seiner R eplik vom 25. Februar 2004 an seiner Be- schw erde fest. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]).4 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as BFM lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers m it der Begründung ab, die Vorbringen verm öchten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen. Insbesondere handle es sich bei den zw ei geltend gem achten Fest- nahm en im Jahr 1999 und im August 2003 zw ar um Eingriffe in die physische Be- w egungsfreiheit, aber diese hätten dem Beschw erdeführer aufgrund ihrer verhält- nism ässig geringen D auer und Intensität ein m enschenw ürdiges Leben in der Tür- kei w eder verunm öglicht noch in unzum utbarer W eise erschw ert. D er Beschw erde- führer sei eigenen Angaben zufolge jew eils nach einer N acht ohne Auflagen w ie- der freigelassen w orden. Allerdings könnten im Zusam m enhang m it den W ahlen im Jahr 1999 und der Propaganda für die H AD EP (heutige D EH AP) Schikanen und Benachteiligungen nicht ausgeschlossen w erden, auch w enn die H AD EP dam als noch eine legale Partei gew esen sei. M it Beschluss vom 13. M ärz 2003 habe das türkische Verfassungsgericht ein Verbot der H AD EP verfügt und für 46 Führungs- m itglieder ein fünfjähriges politisches Betätigungsverbot verordnet. D ieses Partei- verbot führe jedoch bei einfachen Parteim itgliedern zu keiner rückw irkenden Ver-5 folgung. D ie vom Beschw erdeführer geltend gem achten Tätigkeiten für die H AD EP genügten nicht, um von einer begründeten Furcht vor einer zukünftigen asylrele- vanten Verfolgung auszugehen. Aus den Vorbringen ergebe sich, dass der Be- schw erdeführer nicht in einer exponierten Stellung für die H AD EP tätig gew esen sei. Er sei lediglich einfacher Sym pathisant gew esen und habe im Vorfeld der W ahlen von 1999 Propaganda betrieben. D eshalb bestehe keine beachtliche W ahrscheinlichkeit, dass sich die Befürchtungen des Beschw erdeführers, bei einer R ückkehr inhaftiert zu w erden, m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit verw irklichen könnten. Schliesslich sei das Vorbringen, er habe im Jahre 1999 eine fünftägige H aftstrafe w egen nicht bezahlten Steuern und einer Busse absitzen m üssen, asyl- rechtlich nicht relevant, w eil diese Strafe aus rechtsstaatlich legitim en M otiven er- folgt sei. An dieser Beurteilung verm öchten auch die eingereichten Bestätigungs- schreiben nichts zu ändern. 4.2 In der R echtsm itteleingabe führt der Beschw erdeführer aus, die N achstellungen seitens der türkischen Behörden hätten sich im Laufe der Jahre kum uliert und zu einem unerträglichen psychischen D ruck geführt, dem er sich nur durch Flucht ins Ausland habe entziehen können. W eiter sei zu beachten, dass er aus einer poli- tisch aktiven Fam ilie stam m e. Sein O nkel habe für die H AD EP gearbeitet und sei für diese Partei auch im Parlam ent gew esen. Verw andte von ihm hielten sich als anerkannte Flüchtlinge in der Schw eiz auf. D ie R ückkehr von abgew iesenen Flüchtlingen in die Türkei sei von M enschenrechtsorganisationen in D eutschland dokum entiert w orden, und es häuften sich Berichte über Verhaftungen von R ück- kehrern unm ittelbar nach der Einreise in die Türkei. Aus einem am 6. N ovem ber 2003 veröffentlichten Bericht der Schw eizerischen Flüchtlingshilfe gehe hervor, dass sich die M enschenrechtssituation in der Türkei in den letzten M onaten ver- schlechtert habe. 4.3 In seiner Vernehm lassung begründet das BFM den Antrag auf Abw eisung der Be- schw erde im W esentlichen dam it, die auf Beschw erdeebene eingereichten U nter- lagen verm öchten an den Erw ägungen in der angefochtenen Verfügung nichts zu ändern. Vorw eg falle auf, dass der Beschw erdeführer gem äss eingereichter Liste M itglied der H AD EP sei, w ährenddem er gem äss eigenen Aussagen lediglich Sym - pathisant gew esen sein w ollte. Zum eingereichten R eferenzschreiben von Lands- leuten sei sodann zu bem erken, dass die unterzeichnenden Personen dem BFM m ittlerw eile als Aussteller m ehrerer derartiger Bestätigungen bekannt seien; in- haltlich könne dem D okum ent kein H inw eis für eine konkrete und ernsthafte G e- fährdung des Beschw erdeführers entnom m en w erden. D es W eiteren sei dem BFM bekannt, dass zw ei entferntere Verw andte des Beschw erdeführers in der Schw eiz als Flüchtlinge anerkannt w orden seien; den Akten könnten jedoch keine konkre- ten Anhaltspunkte dafür entnom m en w erden, dass er aufgrund dieser Verw andten asylrelevante N achteile erlitten habe respektive ihm solche drohen w ürden. Zudem lebten seine übrigen Verw andten noch im H eim atdorf oder in der Provinz Adiya- m an. Schliesslich ergebe sich aus den Akten, dass der Beschw erdeführer ausser- halb seines D orfes nicht behelligt w orden sei, w eshalb er sich allfälligen zukünfti- gen behördlichen N achstellungen durch W egzug in einen anderen Landesteil ent- ziehen könne. 4.4 In seiner R eplik entgegnet der Beschw erdeführer, er sei seit einigen Jahren (vor den Volksw ahlen von 1999) M itglied der H AD EP, habe aber nie einen eigentlichen 6 M itgliederausw eis - solche w ürden aus Sicherheitsgründen nicht m ehr ausgestellt - besessen. M it der abgegebenen Liste habe er bew eisen können, dass er registrier- tes M itglied sei. Vielleicht sei deshalb anlässlich der kantonalen Anhörung der Ein- druck entstanden, dass er nur Sym pathisant der H AD EP sei. D ie zw ei in der Schw eiz als Flüchtlinge anerkannten Verw andten seien beide C ousins seines Va- ters, w elche den gleichen N achnam en w ie er hätten. Bereits die Tatsache, dass er denselben Fam iliennam en trage, genüge oft, dass ihm daraus N achteile ent- stünden. D iese könnten zw ar nicht in einen direkten Zusam m enhang m it den Er- eignissen gebracht w erden, hätten sich aber grundsätzlich negativ auf seine Situa- tion ausgew irkt und zusätzlich dazu geführt, dass er von den türkischen Sicher- heitskräften perm anent unter D ruck gesetzt w orden sei. Aus der Begründung des BFM in der Vernehm lassung, dass seine übrigen Verw andten in Adiym an geblie- ben seien, könne nicht abgeleitet w erden, dass er in der Türkei nicht verfolgt w er- de. Er sei durch seine politischen Aktivitäten aufgefallen und deshalb m assiv unter D ruck geraten. Trotzdem sei er zu w enig bekannt gew esen, um bis zu einem ge- w issen G rad geschützt zu w erden. Es sei für ihn unm öglich, in die Türkei zurück- zukehren. Von einer inländischen Fluchtalternative könne nicht ausgegangen w er- den, w eil er festgenom m en w ürde, sollte er sich w ieder für die D EH AP engagieren. Einzig ein Leben im U ntergrund und der Illegalität käm e in Frage, w as er als nicht m enschenw ürdig erachte. 5. 5.1 Vorw eg ist festzustellen, dass der Beschw erdeführer im erstinstanzlichen Verfah- ren zur Begründung seines Asylgesuchs nie vorbrachte, er habe in der Türkei w e- gen den zw ei in der Schw eiz als Flüchtlinge anerkannten C ousins seines Vaters ernsthafte N achteile seitens der türkischen Behörden erlitten. D ieses erst auf Be- schw erdeebene geltend gem achte Vorbringen m uss deshalb als nachgeschoben und nicht glaubhaft qualifiziert w erden. In den Anhörungsprotokollen ergeben sich entgegen den nicht w eiter substanziierten diesbezüglichen Ausführungen auf Be- schw erdeebene keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschw erdeführer w egen sei- nen verw andtschaftlichen Beziehungen ernsthaften N achteilen seitens der türki- schen Sicherheitskräfte ausgesetzt gew esen ist oder begründete Furcht haben m üsste, bei einer R ückkehr solche zu erleiden. Er gab als G rund für die kurzzeiti- gen Festnahm en vielm ehr an, die türkischen Sicherheitskräfte seien vorstellig ge- w orden, w eil er verdächtigt w orden sei, illegale Bücher zu H ause aufzubew ahren. Vor diesem H intergrund ist deshalb nicht m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit da- von auszugehen, dem Beschw erdeführer drohe künftig w egen seiner in der Schw eiz als Flüchtlinge anerkannten entfernten Verw andten eine so genannte R e- flexverfolgung. 5.2 W as das vom Beschw erdeführer dargelegte politische Engagem ent für die H AD EP und die daraus resultierenden Behelligungen durch die türkischen Sicherheitskräf- te anbelangt, verm ögen die dargelegten N achteile - w ie bereits das BFM zutref- fend festgestellt hat - den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standzuhalten. Insbesondere ist festzustellen, dass die zw ei geltend gem achten kurzzeitigen Fest- nahm en im Jahr 1999 und im August 2003 aufgrund ihrer geringen Eingriffsintensi-7 tät in die physische Bew egungsfreiheit und des zeitlichen Abstandes nicht dazu geführt haben, dass dem Beschw erdeführer dadurch ein m enschenw ürdiges Le- ben in der Türkei verunm öglicht oder in unzum utbarer W eise erschw ert w orden w äre. D er Beschw erdeführer w urde eigenen Aussagen zufolge jew eils am Folge- tag ohne Auflagen w ieder auf freien Fuss gesetzt, w eil sich der Verdacht der türki- schen Sicherheitskräfte, er könne sich im Besitz von illegalen Büchern befinden, nach den H ausdurchsuchungen als unbegründet erw iesen habe (Akten Vorinstanz A9/24 S. 13 ff.). Aufgrund der Akten ist davon auszugehen, dass der Beschw erde- führer gem äss eigenen Aussagen Sym pathisant der H AD EP (heutige D EH AP) w ar und desw egen w ie andere D orfbew ohner auch Schikanen und Benachteiligungen der Sicherheitskräfte erdulden m usste. Angesichts der Tatsache, dass der Be- schw erdeführer anlässlich der kantonalen Anhörung die Frage, ob er Parteim it- glied w ar oder sei, ausdrücklich verneinte und erklärte, er sei lediglich Sym pathi- sant (A9/24 S. 13), m uss die auf Beschw erdeebene zu den Akten gereichte M it- gliederliste der H AD EP, gem äss w elcher er Parteim itglied sei, als blosses G efällig- keitsschreiben qualifiziert w erden. Allein aus der Tatsache, dass der Beschw erdeführer Sym pathisant der H AD EP w ar und für diese Partei Propaganda betrieben hat, kann im heutigen Zeitpunkt keine begründete Furcht abgeleitet w erden, künftig im H eim atstaat ernsthaften N achteilen im Sinne des G esetzes ausgesetzt zu w erden. So w urden trotz des be- hördlichen Verbotes der H AD EP in der Folge in erster Linie m eist Kader der Partei oder offizielle W ahlkandidaten festgenom m en; die M itw irkung als einfaches M it- glied oder Sym pathisant genügt in der R egel für sich allein nicht, eine flüchtlings- rechtlich relevante G efährdung durch den türkischen Staat abzuleiten. D afür, dass dem Beschw erdeführer w egen seiner für die vorm als legale H AD EP erfolgten Akti- vitäten nach deren Verbot N achteile erw achsen w ürden, ergeben sich insgesam t keine Anhaltspunkte. Eine solche m it erheblicher W ahrscheinlichkeit drohende Verfolgungsgefahr ist den Akten auch nicht zu entnehm en, zum al der Beschw erde- führer verneinte, M itglied der H AD EP gew esen zu sein. An dieser Beurteilung verm ögen auch die im erstinstanzlichen Verfahren einge- reichten zw ei Schreiben des D orfvorstehers betreffend N achstellungen der türki- schen Sicherheitskräfte nichts zu ändern. D iesbezüglich ist festzustellen, dass der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge nach der letzten Festnahm e im Au- gust 2003 ohne Auflagen w ieder auf freien Fuss gesetzt w urde, w eshalb die an- gebliche Suche nach dem Beschw erdeführer und die diesbezüglichen Behelligun- gen der zurückgebliebenen Fam ilienangehörigen nicht zuletzt auch angesichts sei- ner regelm ässigen Abw esenheiten als Saisonnier realitätsfrem d und som it nicht glaubhaft sind. Schliesslich sind auch die zusam m en m it der Beschw erde eingereichten R eferenz- schreiben zw eier Landsleute m angels H inw eisen auf eine flüchtlingsrelevante G e- fährdung des Beschw erdeführers und die Ausw eise von Verw andten m angels Zu- sam m enhangs zu den gesuchsbegründenden Vorbringen nicht geeignet, zu einem anderen Schluss zu gelangen. 5.3 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde und in der R eplik einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. Zusam m enfassend folgt, dass der Beschw erdeführer keine 8 G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D ie Vorins- tanz hat das Asylgesuch des Beschw erdeführers dem nach zu R echt abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931[AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2-4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe vom 10. D ezem ber 1984 (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigen- der Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 7. 7.1 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission in Entscheide und M itteilungen der AR K / EM AR K 2001 N r. 21). 7.2 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M ario G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr in seinen H ei- m atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig.9 7.3 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in die Türkei dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste der Be- schw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m a- chen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behand- lung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m it w eiteren H inw eisen). Es ist nicht auzuschliessen, dass der Beschw erdeführer bei seiner Einreise in die Türkei nach seinem langjährigen Aufenthalt in W esteuropa befragt w erden w ird. D ieser U m stand allein ist jedoch vorliegend w eder asylrelevant, noch führt er zur U nzulässigkeit (und U nzum utbarkeit) des W egw eisungsvollzugs. D ie allgem eine M enschenrechtssituation in der Türkei für sich allein lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl-, als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 7.4 G em äss Art. 14a Abs. 4 AN AG ist der Vollzug der W egw eisung unzum utbar, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. D iese Bestim m ung bezieht sich in erster Linie auf so genannte G ew alt- flüchtlinge, das heisst auf Personen, die ihr Land w egen Krieg, Bürgerkrieg, einer Situation allgem einer G ew alt oder der herrschenden politischen Lage verlassen haben, denen jedoch nicht die Flüchtlingseigenschaft zukom m t, w eil sie nicht per- sönlich verfolgt w erden. Im W eiteren ist der Vollzug der W egw eisung nicht zum ut- bar für Personen, die nach ihrer R ückkehr aus anderen G ründen einer konkreten G efährdung ausgesetzt w ären, zum Beispiel, w eil sie sich m it beachtlicher W ahr- scheinlichkeit in einer existenzgefährdenden Situation befänden (vgl. EM AR K 2005 N r. 12 E. 10.3. S. 114 m it w eiteren H inw eisen). Angesichts der heutigen Lage in der Türkei kann nicht von einer Situation allgem einer G ew alt oder von kriegeri- schen oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen gesprochen w erden, w elche für den Beschw erdeführer bei einer R ückkehr eine konkrete G efährdung darstellen w ürde (vgl. die w eiterhin zutreffende Lagebeurteilung in EM AR K 2004 N r. 8). Zu- dem leben die M utter, die G eschw ister und die Ehefrau in der Provinz Adiyam an im H eim atdorf des Beschw erdeführers. Er verfügt folglich in der Türkei über ein in- taktes soziales Beziehungsnetz und w ird für die w irtschaftliche R eintegration auf die U nterstützung seiner Fam ilienm itglieder und w ohl auch auf diejenige seines früheren Arbeitgebers (vgl. A1/8 S. 2) zählen können. Es sind som it auch keine persönlichen G ründe ersichtlich, die gegen die R ückkehr des Beschw erdeführers sprechen. Zusam m enfassend folgt, dass der Vollzug der W egw eisung als zum utbar zu erach- ten ist. 7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist.10 8. Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1-4 AN AG ). 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist abzuw eisen. 10. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschw erdeführer einer Erw erbstätigkeit nachgeht, w eshalb das G esuch um Erlass der Verfahrenskosten (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) abzuw eisen und die auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzenden Verfahrens- kosten (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem - ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Be- schw erdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um Erlass der Verfahrenskosten w ird abgew iesen. D ie Verfahrens- kosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben, Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Vorakten (R ef.-N r. N _______; Kopie) - D ._______ des Kantons E._______ (Kopie) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: Bruno H uber Peter Jaggi Versand am :