A bteilung IV D -5429/2006 scd/w ea {T 0/2} U rteil vom 11. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter D aniel Schm id, Kurt G ysi, Fulvio H aefeli G erichtsschreiber Alfred W eber 1. A ._______, geboren [...], Afghanistan, 2. B ._______, geboren [...], Afghanistan, 3. C ._______, geboren [...], Afghanistan, 4. D ._______, geboren [...], Afghanistan, 5. E._______, geboren [...], Afghanistan, [Adresse], G esuchsteller gegen U rteil der A sylrekurskom m ission (A R K ) vom 30. O ktober 2006 i.S. A syl und W eg- w eisung (R evision) / N [N um m er] B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Asylgesuche der G esuchsteller vom 13. Septem ber 2004 w ies das BFM m it Verfügung vom 21. Juli 2006 ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung der G e- suchsteller an. D en Vollzug der W egw eisung ersetzte es jedoch w egen U nzum ut- barkeit desselben durch die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e. D ie am 23. Au- gust 2006 gegen diesen Entscheid erhobene Beschw erde w ies die AR K m it U rteil vom 30. O ktober 2006 ab. B. M it Eingabe vom 8. D ezem ber 2006 (Poststem pel: 11. D ezem ber 2006) ersuchten die G esuchsteller um R evision des U rteils der AR K vom 30. O ktober 2006 und be- antragten unter Kosten- und Entschädigungsfolge, es sei auf das R evisionsgesuch einzutreten und das U rteil der AR K aufzuheben. D ie Sache sei hinsichtlich Fest- stellung der Flüchtlingseigenschaft und Erteilung von Asyl neu zu beurteilen. Es sei die Flüchtlingseigenschaft des G esuchstellers und der Fam ilie festzustellen und es sei ihnen Asyl in der Schw eiz zu gew ähren. Es sei die unentgeltliche R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verw al- tungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) zu gew ähren und von der Erhebung eines Kostenvorschusses sei abzusehen. Zur Begründung des G esuchs w urde im W esentlichen ausgeführt, die über den O nkel erhältlich ge- m achten Bew eism ittel (Schreiben der Sicherheitskräfte vom 3. Februar 2006, Schreiben des Innenm inisterium s an die lokale Polizei vom 30. April 2006 und ent- sprechendes Antw ortschreiben vom 5. M ai 2006, Schreiben [U rheber] vom 29. Juli 2006), bei denen es sich zum Teil um O riginale und zum Teil um beglaubigte Kopien handle, w ürden belegen, dass der G esuchsteller nach w ie vor aus politisch m otivierten G ründen in der H eim at gesucht w erde. C . M it Eingabe vom 13. D ezem ber 2006 reichten die G esuchsteller Bestätigungen der Lehrerinnen ihrer Tochter D ._______ und ihres Sohnes C ._______ sow ie ein per- sönliches Schreiben der Tochter zu den Akten. D . M it Zw ischenverfügung vom 31. Januar 2007 w urde das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG w egen Aus- sichtslosigkeit der Begehren abgew iesen und ein Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 1'200.--, zahlbar bis zum 15. Februar 2007, einverlangt. Zur Begründung w urde im W esentlichen ausgeführt, die Vorbringen – unterm auert m it den erw ähn- ten Bew eism itteln – dürften nicht neu im Sinne der revisionsrechtlichen Bestim - m ungen sein. Sodann seien w eder objektive noch subjektive H inderungsgründe ersichtlich, die es dem G esuchsteller verunm öglicht hätten, die Bew eism ittel be- reits w ährend des ordentlichen Verfahrens beizubringen, w ürden diese doch zum Teil vor der erstinstanzlichen Verfügung des BFM datieren. N icht unerw ähnt blei- ben dürfe in diesem Zusam m enhang, dass der G esuchsteller bereits m it der Be- schw erde Bew eism ittel über seinen O nkel eingereicht habe, w elche die geltend gem achte politisch m otivierte Suche nach ihm im H eim atland belegen sollten. 3 Zw ar seien im U rteil der AR K vom 30. O ktober 2006 unter anderem die U m stände der vom G esuchsteller geltend gem achten D okum entenbeschaffung aus diversen G ründen in Zw eifel gezogen w orden (vgl. Ziff. 4.3.1., S. 8 und 9, a.a.O .). Im vorlie- genden R evisionsgesuch w erde nun aber gerade diese vom G esuchsteller be- hauptete Vorgehensw eise der D okum entenbeschaffung in Form einer – in revisi- onsrechtlicher H insicht unbeachtlichen appellatorischen Kritik am U rteil der AR K – ins Feld geführt. M it anderen W orten gebe der G esuchsteller m it dieser Argum en- tation letztlich zu verstehen, dass es ihm m öglich und zum utbar gew esen w äre, die zur D iskussion stehenden Bew eism ittel rechtzeitig beziehungsw eise vor Erlass des U rteils der AR K vom 30. O ktober 2006 einzureichen. In casu dürfte sich der G e- suchsteller som it m angelnde Sorgfalt vorw erfen lassen m üssen respektive dürften keine entschuldbaren G ründe für das verspätete Beibringen vorliegen. W ie oben (Bst. A) ausgeführt, w urden die G esuchsteller in der Schw eiz vorläufig aufgenom - m en. D ie Frage einer offensichtlichen Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten: Europäische M enschenrechtskonvention (EM R K, SR 0.101) im Falle eines Vollzugs der W egw eisung (EM AR K 1995 N r. 9, S. 77 ff.) stelle sich vorliegend so- m it nicht. Im Zusam m enhang m it der appellatorischen Kritik am U rteil der AR K sei der Vollständigkeit halber noch zu erw ähnen, dass die rechtliche Betrachtungsw eise, also die Anw endung der R echtssätze auf den Sachverhalt, so- w ie die Bew ertung und W ürdigung des tatsächlichen M aterials keine revisionsbe- gründenden Tatsachen darstellen w ürden, denn die R evision ziele nicht auf die Verbesserung allfälliger rechtlicher Irrtüm er ab (vgl. U . BEER LI-BO N O R AN D , D ie au- sserordentlichen R echtsm ittel in der Verw altungsrechtspflege des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 131f.). E. D er Kostenvorschuss w urde am 12. Februar 2007 geleistet. F. M it Eingaben vom 12. Februar 2007 und vom 11. Juli 2007 (jew eils Poststem pel) ergänzten die G esuchsteller das R evisionsgesuch. Auf den Inhalt dieser Eingaben w ird – sow eit für den Entscheid relevant – in den nachfolgenden Erw ägungen ein- gegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht ist für die Beurteilung von G esuchen um R evision seiner U rteile zuständig (vgl. Art. 45 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]) und w endet es das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D abei entscheidet es in der Besetzung m it drei R ichtern oder R ichterinnen (Art. 21 Abs. 2 VG G ), sofern das R evisionsgesuch nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters beziehungsw eise der Einzelrichterin fällt (vgl. Art. 23 VG G ; Art. 111 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 4 142.31]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht ist ferner für die Beurteilung von ab dem 1. Januar 2007 gestellten R evisionsgesuchen zuständig (Art. 53 Abs. 2 VG G sinngem äss), w elche sich gegen Entscheide seiner Vorgängerinstitutionen (in casu: U rteil der AR K) richten, w obei für solche Verfahren die am 1. Januar 2007 geltenden Bestim - m ungen des Verw altungsverfahrensgesetzes zur Anw endung gelangen (Art. 37 VG G sow ie BVG E D -4889/2006 vom 12. Juli 2007 E. 3.3 u. 4.5). 1.3 Aus den nachstehend dargelegten G ründen liegt ein offensichtlich unbegründetes R evisionsgesuch vor, w eshalb der Entscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 3 AsylG in analogiam ). 2. 2.1 M it dem ausserordentlichen R echtsm ittel der R evision w ird die U nabänderlichkeit und M assgeblichkeit eines rechtskräftigen Beschw erdeentscheides angefochten, im H inblick darauf, dass die R echtskraft beseitigt w ird und über die Sache neu ent- schieden w erden kann (vgl. F. G YG I, Bundesverw altungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 229 f.). 2.2 G em äss Art. 66 Abs. 2 Vw VG zieht die Beschw erdeinstanz ihren Beschw erdeent- scheid auf Begehren einer Partei in R evision, w enn neue erhebliche Tatsachen oder Bew eism ittel vorgebracht w erden (Bst. a), w enn nachgew iesen w ird, dass sie aktenkundige erhebliche Tatsachen oder bestim m te Begehren übersehen (Bst. b) oder gew isse verfahrensrechtliche Bestim m ungen verletzt hat (Bst. c). 2.3 N ach Absatz 3 der genannten Bestim m ung können die erw ähnten R evi- sionsgründe nicht geltend gem acht w erden, w enn die Partei sie im R ahm en des vorangegangenen ordentlichen Verfahrens oder auf dem W ege einer Beschw erde gegen den Beschw erdeentscheid geltend m achen konnte. 2.4 N eu im Sinne dieser Bestim m ung sind Tatsachen und Bew eism ittel, die sich bis zum Abschluss des ordentlichen Verfahrens verw irklicht beziehungsw eise be- standen hatten, jedoch trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt w aren und daher nicht geltend gem acht w erden konnten. Erheblich sind Tatsachen und Be- w eism ittel dann, w enn sie zu einem anderen Entscheid hätten führen können (vgl. BG E 108 V 171 E. 1). 3. 3.1 Vorw eg ist festzuhalten, dass an die Begründung ausserordentlicher R echtsm ittel erhöhte Anforderungen gestellt w erden (vgl. Art. 66 Abs. 3 und 67 Abs. 3 Vw VG ). In der R echtsschrift ist die R echtzeitigkeit des R evisionsbegehrens darzutun; zu- dem ist anzugeben, w elcher gesetzliche R evisionstatbestand angerufen w ird und inw iefern Anlass besteht, gerade diesen G rund geltend zu m achen. Sind dem G e- such nicht genügend substanziierte, w irkliche R echtsm ittelgründe zu entnehm en, so ist darauf überhaupt nicht einzutreten (vgl. G YG I, a.a.O ., S. 198 f.). D em gegen- über ist im H inblick auf das Eintreten nicht erforderlich, dass die angerufenen R e- visionsgründe w irklich bestehen, sondern es genügt, w enn der G esuchsteller de- ren Vorliegen behauptet und hinreichend begründet (vgl. BG E 96 I 279; BEER LI-5 BO N O R AN D , a.a.O ., S. 148 f.). 3.2 D ie G esuchsteller haben ein schutzw ürdiges Interesse an der Aufhebung oder Än- derung des Beschw erdeurteils und sind daher zur Einreichung eines R evisionsge- suches legitim iert (Art. 48 Abs. 1 Bst. c des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG ; SR 172.021] in analogiam ; vgl. BEER LI-BO N O R AN D , a.a.O ., S. 65 ff.). 3.3 D ie G esuchsteller rufen den R evisionsgrund des nachträglichen Vorliegens erheb- licher Tatsachen beziehungsw eise entscheidender Bew eism ittel an. D ie Eingabe erw eist sich dam it als hinreichend begründet. Auf das im Ü brigen frist- und form ge- recht eingereichte (vgl. Art. 124 VG G ; Art. 47 VG G i.Vm . Art. 67 Abs. 3 Vw VG i.V.m . Art. 52 Vw VG ) R evisionsgesuch ist deshalb einzutreten. 4. M it der Zw ischenverfügung vom 31. Januar 2007 w urde den G esuchstellern aus- führlich dargelegt, w eshalb die Vorbringen in ihrer R evisionseingabe unter dem G esichtspunkt der revisionsrechtlichen Bestim m ungen nicht neu sind. Eine Ände- rung der Sachlage hinsichtlich ihrer Begehren von dam als ist zw ischenzeitlich auch nicht eingetreten. Insbesondere auch die Eingaben vom 12. Februar 2007 sow ie 11. Juli 2007 (vgl. Bst. F hievor) enthalten keine revisionsrechtlich relevan- ten Ausführungen. U m W iederholungen zu verm eiden kann daher vollum fänglich auf die Ausführungen in der erw ähnten Zw ischenverfügung verw iesen w erden (vgl. auch Buchstabe D hievor). Lediglich der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle festzuhalten, dass in Bezug auf die eingereichten Bew eism ittel auch hinsichtlich deren Erheblichkeit Zw eifel anzubringen sind. So sind die Schreiben [U rheber] vom 3. Februar 2006 und vom 5. M ai 2006 gem äss m iteingereichter Ü bersetzungen m it einem Stem pel aus dem Jahr 2004 versehen. D em Schreiben vom 29. Juli 2007 ist sodann zu entnehm en, dass die heim atlichen Behörden sehr w ohl davon ausgehen, dass sich der G esuchsteller nicht m ehr in Afghanistan aufhält ("Jetzt lebt er im Ausland"), w eshalb die Ausführungen im R evisionsgesuch, die Behörden gingen davon aus, dass sich der G esuchsteller in Afghanistan aufhalten ("offensichtlich eine Fehlinform ation") jedenfalls nicht zutreffen. 5. Zusam m enfassend ergibt sich, dass kein revisionsrechtlich relevanter Sachverhalt vorliegt, w eshalb das Begehren als offensichtlich unbegründet abzuw eisen ist. D as U rteil der AR K vom 30. O ktober 2006 bleibt in R echtskraft. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 1'200.-- den G esuchstellern aufzuerlegen (Art. 37 VG G i.V.m . Art. 68 Abs. 2 Vw VG sow ie Art. 63 Abs. 1 Vw VG ; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw al- tungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) und m it dem am 12. Februar 2007 in der gleichen H öhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D as R evisionsgesuch w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 1'200.--, w erden den G esuchstellern aufer- legt. D iese w erden m it dem am 12. Februar 2007 in der gleichen H öhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - die G esuchsteller (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N [N um m er]) - [kant. Behörde] ad [kant. Verfahrensnum m er] D er R ichter: D er G erichtsschreiber: D aniel Schm id Alfred W eber Versand am :