<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2005.00026</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205367&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2005.00026</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.09.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 09.06.2006 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzungen 2001 und 2002</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Buchführungspflichtige Steuerpflichtige haben ihren Bargeldverkehr in einem Kassabuch festzuhalten. Werden Vorjournale oder Vorbücher, z.B. Registrierkassenstreifen, verwendet, sind die Aufzeichnungen in solchen Hilfsbüchern zeitnah in das Kassabuch zu übertragen. Zudem ist dieses regelmässig, bei intensivem Bargeldverkehr täglich, zu saldieren und mit dem tatsächlichen Bargeldbestand durch Kassensturz zu vergleichen; festgestellte Differenzen sind sofort zu buchen. Entspricht die Buchführung nicht diesen Anforderungen, resultiert eine nicht zu beseitigende Ungewissheit über Höhe von Ertrag und Aufwand sowie von Aktiven und Passiven. Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BARGELD">BARGELD</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BUCHFÃHRUNG">BUCHFÃHRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DEBITORENLISTE">DEBITORENLISTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSEINSCHÃTZUNG">ERMESSENSEINSCHÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EXCELTABELLE">EXCELTABELLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HILFSBÃCHER">HILFSBÃCHER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KASSABUCH">KASSABUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KASSENSTURZ">KASSENSTURZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REGISTRIERKASSENSTREIFEN">REGISTRIERKASSENSTREIFEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMSATZ">UMSATZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 957 OR</span><br/><span class="gerade">§ 18 Abs. III StG</span><br/><span class="ungerade">§ 64 StG</span><br/><span class="gerade">§ 135 Abs. I StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2005 Nr. 86 S. 194</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A fÃ¼hrt als SelbstÃ¤ndigerwerbende in X eine Apotheke. WÃ¤hrend die Erfolgsrechnung des GeschÃ¤ftsjahrs 2000 noch einen Reingewinn von Fr. â¦ ausgewiesen hatte, ging dieser in den nachfolgenden GeschÃ¤ftsjahren 2001 und 2002 auf Fr. â¦ bzw. Fr. â¦ zurÃ¼ck. Der steueramtliche Revisor nahm eine BuchprÃ¼fung fÃ¼r die GeschÃ¤ftsjahre 2001 und 2002 vor und verlangte die Vorlage eines ordnungsgemÃ¤ss gefÃ¼hrten Kassabuchs, eine ErklÃ¤rung fÃ¼r die seiner Auffassung nach unter dem Branchenschnitt liegenden Bruttogewinnmargen sowie die Debitorensaldoliste per 31. Dezember 2002. Diese Auflage mahnte er in der Folge vergeblich. Hierauf veranlagte das kantonale Steueramt A am 21. Juli 2004 fÃ¼r die Steuerperioden 2001 und 2002 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ bzw. Fr. â¦ und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. â¦ bzw. Fr. â¦ Dabei schÃ¤tzte es das Einkommen aus selbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit der Pflichtigen nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen im Sinn von § 139 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) auf Fr. â¦ bzw. Fr. â¦, indem es von einer Bruttogewinnmarge von 35 % auf dem verbuchten Warenaufwand ausging. Diese EinschÃ¤tzung bestÃ¤tigte das Steueramt mit Einspracheentscheid vom 26. Oktober 2004 und auferlegte der Pflichtigen die Verfahrenskosten. Es erwog, diese habe keine ordnungsgemÃ¤ssen KassabÃ¼cher gefÃ¼hrt und es sei der RÃ¼ckgang der Bruttogewinnmargen um 5 % gegenÃ¼ber dem Jahr 2000 nicht nachvollziehbar. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Steuerrekurskommission I wies den hiergegen gerichteten Rekurs der Pflichtigen am 31. Januar 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit der Post am 7. MÃ¤rz 2005 Ã¼bergebener Beschwerde liess die Pflichtige dem Verwaltungsgericht beantragen, sie sei fÃ¼r die Steuerperioden 2001 und 2002 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. â¦ bzw. Fr. â¦ einzuschÃ¤tzen. </p> <p class="Urteilstext">Die Steuerrekurskommission I und das kantonale Steueramt schlossen auf Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 StG alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden.</p> <p class="Erwgung2">Das <span class="UrteilstextCharChar">Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Rekurskommission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekurskommission zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich</span> lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessensÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch (RB 1999 Nr. 147).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Im Beschwerdeverfahren gilt das Novenverbot. FÃ¼r das Verwaltungsgericht ist somit die gleiche Aktenlage massgebend wie fÃ¼r die Rekurskommission. Tatsachen oder Beweismittel, die nicht spÃ¤testens im Rekursverfahren behauptet bzw. vorgelegt oder angerufen worden sind, dÃ¼rfen infolgedessen im Beschwerdeverfahren grundsÃ¤tzlich nicht nachgebracht werden (RB 1999 Nrn. 149 und 150; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 153 N. 43, auch zum Folgenden). Vom Novenverbot ausgenommen sind dagegen echte Noven, namentlich neue tatsÃ¤chliche Behauptungen und Beweismittel, die auf einem Revisions- oder Nachsteuergrund (§ 155 beziehungsweise § 160 StG) beruhen oder der StÃ¼tzung von geltend gemachten Rechtsverletzungen dienen, die ihrer Natur nach neuer tatsÃ¤chlicher Vorbringen oder Beweismittel bedÃ¼rfen. Neue, erstmals vor Verwaltungsgericht gestellte Rechtsbegehren sind schliesslich allgemein zulÃ¤ssig, sofern sie sich nicht auf Tatsachen und Beweismittel stÃ¼tzen, welche unter das Novenverbot fallen (RB 1999 Nr. 149).</p> <p class="Erwgung2">Diese Rechtslage im Steuerbeschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht ist vergleichbar mit derjenigen im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren vor Bundesgericht, wo gemÃ¤ss Art. 105 Abs. 2 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 (OG) die Sachverhaltsfeststellung das Bundesgericht bindet, wenn eine richterliche BehÃ¶rde als Vorinstanz den Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig, unvollstÃ¤ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt hat, woraus sich in solchen FÃ¤llen die UnzulÃ¤ssigkeit neuer Tatsachen und Beweismittel ergibt (BGE 130 II 149 E. 1.2 mit weiteren Hinweisen; BGr, 2. Mai 2000, 2A.499/1999 E. 1b, www.bger.ch; Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, N. 940 ff.). Damit befindet sich das vor dem ZÃ¼rcher Verwaltungsgericht bei Steuerbeschwerden geltende Novenverbot auch in Ãbereinstimmung mit Art. 98a Abs. 3 OG.</p> <p class="Erwgung2">Kein anderes Ergebnis folgt schliesslich aus der Rechtsweggarantie von Art. 29a der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) und aus der harmonisierungsrechtlich gebotenen ParallelitÃ¤t des Instanzenzugs von kantonalen Steuern und direkter Bundessteuer (vgl. Michael Beusch, <span>Auswirkungen der Rechtsweggarantie von Art. 29a BV auf den Rechtsschutz im Steuerrecht</span>, ASA 73 [2004/05], 719 f.; ders., Vereinbarkeit eines Novenverbots vor der zweiten kantonalen Instanz mit den Vorgaben des Bundesgesetzes Ã¼ber die direkte Bundessteuer sowie dem Steuerharmonisierungsgesetz, Bemerkungen zum Bundesgerichtsentscheid vom 27. Oktober 2004, 2A.609/2003 = StE 2005 A 23.2 Nr. 2, in AJP 2005, 869 ff.).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Steuerbar sind nach § 18 Abs. 1 StG die EinkÃ¼nfte aus selbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit, von welchen gemÃ¤ss § 27 Abs. 1 StG die geschÃ¤fts- oder berufsmÃ¤ssig begrÃ¼ndeten Kosten abgezogen werden. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Erwerbseinkommen SelbstÃ¤ndigerwerbender ist VermÃ¶gensstandsgewinn. Dieser entspricht dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Eigenkapital des Unternehmens am Schluss des laufenden und dem Eigenkapital am Schluss des vorangegangenen GeschÃ¤ftsjahrs, vermehrt um den Wert der im laufenden GeschÃ¤ftsjahr erfolgten Privatentnahmen und vermindert um den Wert der im Lauf des GeschÃ¤ftsjahrs getÃ¤tigten Privateinlagen. Bei SelbstÃ¤ndigerwerbenden, die nach Obligationenrecht buchfÃ¼hrungspflichtig sind oder freiwillig kaufmÃ¤nnisch Buch fÃ¼hren, ergibt sich der VermÃ¶gensstandsgewinn aus Bilanz und Erfolgsrechnung (§ 64 in Verbindung mit § 18 Abs. 3 StG), soweit diese auf ordnungsmÃ¤ssig gefÃ¼hrten BÃ¼chern beruhen (vgl. Markus Reich, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, 2.A. Basel/Genf/MÃ¼nchen 2002, Art. 8 StHG N. 20 und 23 ff.).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b><span>Der Steuerpflichtige muss laut § 135 Abs. 1 StG alles tun, um eine vollstÃ¤ndige und richtige EinschÃ¤tzung zu ermÃ¶glichen. Ist dieser als SelbstÃ¤ndigerwerbender zur FÃ¼hrung von Ge­schÃ¤ftsbÃ¼chern im Sinn von Art. 957 des Obligationenrechts (OR) verpflichtet, so hat er laut § 134 Abs. 2 StG der SteuererklÃ¤rung die unterzeichneten Jahresrechnungen (Erfolgsrechnungen und Bilanzen) der Steuerperiode beizulegen. Um die ÃberprÃ¼fung dieser Beilagen zu ermÃ¶glichen, muss der Steuerpflichtige auf Verlangen der SteuerbehÃ¶rde insbesondere die GeschÃ¤ftsbÃ¼cher, einschliesslich der Belege, einreichen oder deren Einsichtnahme an Ort und Stelle dulden (§ 135 Abs. 2 und § 132 Abs. 2 StG). </span></p> <p class="Urteilstext">Weil die Jahresrechnung auf formell und materiell ordnungsgemÃ¤ssen GeschÃ¤ftsbÃ¼chern beruhen muss (Art. 957 OR), ist die Verletzung der obligationenrechtlichen BuchfÃ¼hrungsgrundsÃ¤tze zugleich als nicht gehÃ¶rige ErfÃ¼llung der Pflicht zur Beilage der Jahresrechnung zu wÃ¼rdigen.<span> <span>Die dem Steuerpflichtigen Ã¼berbundene Pflicht zur ordnungsgemÃ¤ssen BuchfÃ¼hrung obliegt ihm somit zugleich auch als steuerrechtliche Verfahrenspflicht (RB 1963 Nr. 71, 1977 Nr. 72, 1988 Nr. 33). Wird diese Pflicht trotz Mahnung verletzt und erscheint deswegen der GeschÃ¤ftserfolg als ungewiss, so wird der Steuerpflichtige fÃ¼r sein gesamtes GeschÃ¤ftseinkommen kraft § 139 Abs. 2 StG nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen eingeschÃ¤tzt.</span></span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.1 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht hat erkannt, dass buchfÃ¼hrungs- und aufzeichnungspflichtige Steuerpflichtige den Bargeldverkehr in einem Kassabuch festzuhalten haben. Darin sind die Bareinnahmen und -ausgaben fortlaufend, lÃ¼ckenlos, wahrheitsgetreu und tÃ¤glich aufzuzeichnen. Werden Vorjournale oder VorbÃ¼cher, wie z.B. Registrierkassenstreifen, verwendet, so sind die Aufzeichnungen in solchen HilfsbÃ¼chern zeitnah in das Kassabuch zu Ã¼bertragen. Dieses ist zudem regelmÃ¤ssig â</span><span> </span><span>bei intensivem Bargeldverkehr tÃ¤glich â zu saldieren und mit dem tatsÃ¤chlichen Bargeldbestand (durch sog. Kassensturz) zu vergleichen. Werden dabei Differenzen festgestellt, so sind sie sofort zu buchen. Gleiches gilt auch fÃ¼r andere MÃ¤ngel in der Aufzeichnung (RB 1994 Nr. 44, 1995 Nr. 43 = StE 1995 B 92.3 Nr. 7). Eine KassabuchfÃ¼hrung, die diesen Anforderungen nicht entspricht, bewirkt die Vermutung der Unrichtigkeit der gesamten Buchhaltung, indem sie eine nicht zu beseitigende Ungewissheit Ã¼ber HÃ¶he von Ertrag und Aufwand sowie von Aktiven und Passiven schafft (vgl. RB 1983 Nr. 51).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.2 </span></b><span>Die Rekurskommission hat zutreffend dargelegt, dass und weshalb die Pflichtige fÃ¼r die von ihr gefÃ¼hrte Apotheke, die sich durch einen bargeldintensiven GeschÃ¤ftsverkehr auszeichnet, in den GeschÃ¤ftsjahren 2001 und 2002 keine ordnungsgemÃ¤ssen KassabÃ¼cher gefÃ¼hrt hat; es kann daher vorab auf die vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen verwiesen werden (vgl. § 161 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976). Die Pflichtige verkennt, dass die von ihr fÃ¼r jeden Arbeitstag mit einer Excel-Tabelle â was fÃ¼r sich betrachtet nicht zu beanstanden ist â erstellten Kontrolljournale zusammen mit den Kassenstreifen lediglich VorbÃ¼cher bzw. -journale sind und fÃ¼r sich allein kein Kassabuch als Teil des Hauptbuchs bilden. Es ist zu betonen, dass ein Kassabuch nur dann ordnungsgemÃ¤ss gefÃ¼hrt ist, wenn der aufgrund der HilfsbÃ¼cher ermittelte tÃ¤gliche Saldo mit dem tatsÃ¤chlichen Barbestand in der Kasse verglichen wird, mit anderen Worten ein Kassensturz erfolgt. Fehlt dieser, bieten die Aufzeichnungen keine GewÃ¤hr fÃ¼r die lÃ¼ckenlose Erfassung aller Bargeldbewegungen. Wenn â wie hier â nirgends Differenzen zwischen dem buchmÃ¤ssig ausgewiesenen und dem durch NachzÃ¤hlen ermittelten tÃ¤glichen Barbestand aufgetreten und keine Korrekturen gebucht worden sind, was bei hohen TagesumsÃ¤tzen der Erfahrung widerspricht, so muss angesichts dessen, dass der tatsÃ¤chliche tÃ¤gliche Bargeldbestand selber nicht eigens vermerkt wurde, zwangslÃ¤ufig vermutet werden, dass selten oder gar nie ein Kassensturz durchgefÃ¼hrt worden ist, dessen Ergebnis Eingang in die vorgelegte Buchhaltung gefunden hat. Unter diesen UmstÃ¤nden kann aber nicht gesagt werden, der Bargeldverkehr sei zuverlÃ¤ssig aufgezeichnet worden. Fehlt aber das Vertrauen in die Aufzeichnungen, trifft der Einwand der Pflichtigen nicht zu, wichtig sei doch, dass der Umsatz mit den Additionsstreifen Ã¼bereinstimme, denn ohne Kontrolle des Barbestands kann auch nicht zuverlÃ¤ssig gesagt werden, ob wirklich alle Einnahmen mit der Registrierkasse erfasst worden sind. Darum hilft es nichts, wenn "die Zahlen 1:1 vom Kassastreifen ins Kassabuch Ã¼bernommen" werden, wenn nicht zusÃ¤tzlich festgehalten wird, ob der Saldo mit dem tatsÃ¤chlichen Kassabestand Ã¼bereinstimmt. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit der Vorinstanz ist folglich die KassabuchfÃ¼hrung und damit auch die Buchhaltung der Apotheke fÃ¼r die GeschÃ¤ftsjahre 2001 und 2002 als ordnungswidrig zu wÃ¼rdigen. Weil die Pflichtige dergestalt auch die ihr obliegenden steuerlichen Verfahrenspflichten nicht erfÃ¼llt hat, durfte das kantonale Steueramt nach erfolgter Mahnung ihr Einkommen aus der selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit in Anwendung von § 139 Abs. 2 StG nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen schÃ¤tzen. Lediglich anzumerken ist, dass die Pflichtige trotz Mahnung auch keine Debitorenliste per 31. Dezember 2002 vorgelegt hatte. Die von ihr entgegen der Behauptung ihres Vertreters erstmals (und nicht "nochmals") mit der Beschwerde eingereichte Liste bildet ein neues Beweismittel, das unter das Novenverbot fÃ¤llt und daher nicht zu berÃ¼cksichtigen ist (vgl. vorn E. 1.2). Im Ãbrigen kann diese Liste nicht als ordnungsgemÃ¤sse Debitorenliste gewÃ¼rdigt werden, weil die AusstÃ¤nde darin nur nach ausstehenden Waren aufgelistet sind, ohne dass die Debitoren Ã¼berhaupt angegeben werden. Der gesetzlichen Schweigepflicht von Art. 321 StGB, welcher Apotheker unterliegen, kann ohne weiteres Rechnung getragen werden, z.B. durch Angabe der Initialen der Schuldner (vgl. Martin Zweifel, Art. 42 StHG N. 52).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.1 </b>Eine EinschÃ¤tzung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen kann der Steuerpflichtige gemÃ¤ss § 140 Abs. 2 Satz 1 StG nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Wegen des im Beschwerdeverfahren geltenden Novenverbots (vgl. vorn E. 1.2) hat der Steuerpflichtige im Einspracheverfahren, spÃ¤testens aber im Rekursverfahren nachzuweisen, dass die ErmessenseinschÃ¤tzung offensichtlich unrichtig ist. Er hat den Nachweis dadurch zu erbringen, dass er innerhalb der Rechtsmittelfrist die versÃ¤umten Verfahrenspflichten erfÃ¼llt, eine zur Beseitigung der Ungewissheit Ã¼ber die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse erforderliche substanziierte Sachdarstellung gibt und hierfÃ¼r notwendige Beweismittel beibringt oder zumindest anbietet (RB 1999 Nr. 150). </p> <p class="Urteilstext">Die Pflichtige, deren KassabuchfÃ¼hrung als ordnungswidrig erscheint, ist naturgemÃ¤ss nicht in der Lage gewesen, die verletzte BuchfÃ¼hrungs- und Verfahrenspflicht im Einsprache- und Rekursverfahren zu erfÃ¼llen. Sie hat infolgedessen den ihr obliegenden Unrichtigkeitsnachweis nicht erbracht.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.2 </b>Bei dieser Rechtslage fragt es sich nur noch, ob die SchÃ¤tzung des Einkommens der Pflichtigen aus der FÃ¼hrung der Apotheke offensichtlich unrichtig, d.h. willkÃ¼rlich, ausgefallen ist. WillkÃ¼rlich ist eine SchÃ¤tzung dann, wenn sie sich nach den Akten als geradezu unmÃ¶glich, als sachlich nicht begrÃ¼ndbar erweist (RB 1963 Nr. 62 = ZBl 65, 384 = ZR 65 Nr. 13).</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanzen haben die Bruttogewinnmarge, d.h. das VerhÃ¤ltnis zwischen Umsatz und Warenaufwand, fÃ¼r die streitbetroffenen GeschÃ¤ftsjahre 2001 und 2002 entsprechend der im GeschÃ¤ftsjahr 2000 erzielten Gewinnmarge, welche sich auf 35,78 % belief, auf 35 % geschÃ¤tzt. DemgegenÃ¼ber hat die Pflichtige im Rekursverfahren untaugliche Bruttogewinnanalysen beigebracht, welche entweder verschiedene rein zufÃ¤llig ausgewÃ¤hlte Medikamente auffÃ¼hrten oder nur einen Umsatz von rund 22 % umfassten, und ist die mit der Beschwerde erstmals eingereichte Analyse der Monate Januar 2001 und Mai 2002 wegen des Novenverbots (vgl. vorn E. 1.2) nicht zu berÃ¼cksichtigen. Ausserdem hat sich die Pflichtige im Rekursverfahren nicht zu den Auswirkungen der Umstellung auf die per 1. Juli 2001 erfolgte sog. leistungsorientierte Abgeltung (LOA) fÃ¼r kassenpflichtige Medikamente mit Blick auf die Einnahmen aus ihrer Apotheke geÃ¤ussert; ihre diesbezÃ¼glichen Darlegungen in der Beschwerdeschrift sind indessen angesichts des Novenverbots nicht zu hÃ¶ren (vgl. vorn E. 1.2). Unter diesen UmstÃ¤nden kann nicht gesagt werden, die SchÃ¤tzung des Erwerbseinkommens aus der Apotheke der Jahre 2001 und 2002 gestÃ¼tzt auf eine Bruttogewinnmarge von 35 % sei geradezu unmÃ¶glich oder sachlich nicht begrÃ¼ndbar; sie erscheint vielmehr als plausibel.</p> <p class="Urteilstext">Das fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>