A bteilung IV D -5350/2007 {T 0/2} U rteil vom 15. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Fulvio H aefeli, R ichterin C laudia C otting, R ichter R obert G alliker G erichtsschreiberin G abriela Freihofer A._______, G eorgien, alias A._______, R ussland, Em pfangs- und Verfahrenszentrum , D öbelistrasse 13, 8280 Kreuzlingen, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 31. Juli 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge am 19. Juni 2007 in die Schw eiz gelangte und und hier gleichentags um Asyl ersuchte, dass er anlässlich der Em pfangszentrum sbefragung in Kreuzlingen vom 26. Juni 2007 geltend m achte, er stam m e aus B._______, N ordossetien (R ussland), dass er sein Leben abw echslungsw eise zw ischen N ordossetien bei seinen Eltern und D agestan (R ussland) bei seiner G rossm utter verbracht habe, dass sein Vater früher C hef der Krim inalabteilung der Stadt gew esen sei, grosse U ntersuchungen gegen D ealer und Krim inelle geleitet und diese ins G efängnis gebracht habe, w oraufhin er unter D ruck geraten und suspendiert w orden sei, dass das H aus der Fam ilie in Brand gesteckt, das Auto seines Vaters beschossen und dieser verletzt w orden sei, dass sein Vater und er aus Angst vor R ache der Krim inellen, die bald aus dem G efängnis entlassen w ürden, das H eim atland verlassen hätten, dass er (der Beschw erdeführer) daraufhin nach D agestan geschickt w orden sei und er deshalb auch die M arineschule habe beenden m üssen, dass sein Vater nach M oskau geflüchtet sei und er von seinen Eltern ein Flugticket nach Kiev bekom m en habe, von w o aus er m it einem Kleinbus durch ihm unbekannte Länder illegal in die Schw eiz gekom m en sei, dass der Beschw erdeführer trotz entsprechender Aufforderung im Em pfangszentrum Kreuzlingen keine Identitätspapiere zu den Akten reichte, dass Abklärungen des BFM ergaben, dass der Beschw erdeführer am 13. April 2004 in Ö sterreich um Asyl ersuchte, sich das Verfahren im Stande der Berufung befindet und gegen den Beschw erdeführer bis am 19. Juli 2015 ein Aufenthaltsverbot erlassen w urde, dass dem Beschw erdeführer am 5. Juli 2007 anlässlich einer direkten Anhörung durch das BFM das rechtliche G ehör dazu gew ährt w urde, dass ein vom BFM (Fachstelle „LIN G U A“) beauftragter Experte anhand eines Telefongesprächs m it dem Beschw erdeführer vom 29. Juni 2007 am 23. Juli 2007 einen LIN G U A-Analysebericht erstellte, dass das BFM dem Beschw erdeführer am 27. Juli 2007 anlässlich einer Anhörung das rechtliche G ehör zum w esentlichen Inhalt dieses Berichts gew ährte, ihm gleichzeitig den W erdegang und die Q ualifikation der sachverständigen Person offen legte, dass der Beschw erdeführer dabei an seiner H erkunft festhielt, dass das BFM m it Verfügung vom 31. Juli 2007 – eröffnet am 2. August 2007 - in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf dieses Asylgesuch nicht eintrat und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung anführte, der Beschw erdeführer habe versucht, die 3 Behörden über seine Identität zu täuschen, indem er falsche Angaben bezüglich seiner Ethnie beziehungsw eise H erkunft und N ationalität gem acht habe, um so Vorteile im Asylverfahren zu erlangen, dass seine Angaben bezüglich Ethnie, H erkunft und N ationalität durch den w issenschaftlichen LIN G U A-Test eindeutig w iderlegt seien, w oran auch die Ausführungen anlässlich der G ew ährung des rechtlichen G ehörs nichts zu ändern verm öchten, dass aus seinen Aussagen zu verschiedenen Bereichen w ie beispielsw eise G eographie, Politik, Verw altung und Alltagsgegebenheiten m angels korrekter beziehungsw eise substanziierter Angaben eindeutig hervorgehe, dass er w eder in N ordossetien noch in D agestan, sondern sehr w ahrscheinlich in einem georgischen M ilieu G eorgiens sozialisiert w orden sei, dass auch seine Sprache nicht der eines O sseten in R ussland entspreche, er näm lich w eder ein W ort O ssetisch spreche oder verstehe, dass unter diesen U m ständen auch nicht näher auf die vom Beschw erdeführer vorgebrachten Fluchtgründe einzugehen sei, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 9. August 2007 (Poststem pel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde erhob und dabei sinngem äss die Aufhebung der Verfügung der Vorinstanz und die R ückw eisung der Sache zur Prüfung des Asylgesuches beantragte, dass die vorinstanzlichen Akten am 10. und am 13. August 2007 beim Bundesverw altungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG ), und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 Vw VG ) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 VG G ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BG G ), dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide praxisgem äss auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it darauf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. EM AR K 4 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungsgericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass auf Asylgesuche nicht eingetreten w ird, w enn Asylsuchende die Behörden über ihre Identität täuschen und diese Täuschung aufgrund der Ergebnisse der erkennungsdienstlichen Behandlung oder anderer Bew eism ittel feststeht (Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG ), dass der Begriff der Identität im asylrechtlichen Sinn unter anderem auch die Staatsangehörigkeit und die Ethnie um fasst (Art. 1 Bst. a AsylV 1), dass im vorliegenden Fall das BFM über seine Fachstelle LIN G U A den Beschw erdeführer einer H erkunftsanalyse auf der Basis charakteristischer M erkm ale in der Sprechw eise sow ie landeskundlich-kultureller Anhaltspunkte unterzogen und ihm am 27. Juli 2007 das rechtliche G ehör zum Abklärungsergebnis gew ährt hat, dass die betreffende fachkundige Person zur Erkenntnis gelangt ist, die H auptsozialisation des Beschw erdeführers habe eindeutig nicht in N ordossetien respektive D agestan stattgefunden, sondern sehr w ahrscheinlich in G eorgien, dass das Bundesverw altungsgericht die LIN G U A-Analyse des BFM nicht als Sachverständigengutachten (Art. 12 Bst. e Vw VG ; Art. 57 ff. BZP i.V.m . Art. 19 Vw VG ), sondern als schriftliche Auskünfte einer D rittperson (Art. 12 Bst. c Vw VG ; Art. 49 BZP i.V.m . Art. 19 Vw VG ) anerkennt, ihnen indessen - sofern bestim m te Anforderungen an die fachliche Q ualifikation, O bjektivität und N eutralität des Experten w ie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit und N achvollziehbarkeit der Analyse erfüllt sind - erhöhten Bew eisw ert zum isst (vgl. EM AR K 2003 N r. 14 E. 7 S. 89; 1998 N r. 34 S. 284 ff.), dass der vorliegend zu beurteilenden LIN G U A-Analyse nach den erw ähnten Kriterien erhöhter Bew eisw ert zukom m t, dass die Einw endungen des Beschw erdeführers anlässlich der G ew ährung des rechtlichen G ehörs, w orin er im W esentlichen lediglich w eiter auf seiner H erkunft beharrt, offensichtlich nicht geeignet sind, das Ergebnis der LIN G U A-Analyse zu entkräften, dass der Beschw erdeführer auch in seiner R echtsm itteleingabe den Erw ägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung nichts Substanziiertes entgegenhält, sondern im W esentlichen seine angeblichen Verfolgungsgründe w iederholt, ohne jedoch auf die Erw ägungen der Vorinstanz konkret einzugehen, dass die Vorinstanz nach einer Prüfung der Akten zu R echt m it Verw eis auf das Ergebnis der LIN G U A-Analyse davon ausgegangen ist, der Beschw erdeführer stam m e nicht w ie behauptet aus N ordossetien, dass dem nach in casu eine Identitätstäuschung m it genügender Sicherheit feststeht (vgl. EM AR K 1999 N r. 19 E. 3d S. 125 f.; 2003 N r. 27),5 dass es sich bei der klaren Sachlage erübrigt, die Beibringung von Identitätsdokum enten abzuw arten respektive eine entsprechende Frist anzusetzen, dass das BFM , auf dessen zutreffende Erw ägungen verw iesen w erden kann, dem nach in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG zu R echt auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten ist, dass das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz zur Folge hat, vorliegend der Beschw erdeführer w eder eine Aufenthaltsbew illigung besitzt noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat, w eshalb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG , Art. 32 Bst. a AsylV 1; vgl. EM AR K 2001 N r. 21), dass zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entgegenstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Vollzugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen des AN AG über die vorläufige Aufnahm e zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ), dass grundsätzlich von Am tes w egen zu prüfen ist, ob der Vollzug der W egw eisung nicht zulässig, nicht zum utbar oder nicht m öglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ), diese U nter- suchungspflicht jedoch nach Treu und G lauben ihre G renze an der M itw irkungspflicht der Asylsuchenden findet (Art. 8 AsylG ), w elche auch die Substanziierungslast tragen (Art. 7 AsylG ), und es deshalb nicht Sache der Asylbehörden sein kann, nach allfälligen W egw eisungshindernissen in hypothetischen H erkunftsländern zu forschen, dass der Beschw erdeführer deshalb die Folgen seiner m angelhaften M itw irkung zu tragen hat, indem verm utungsw eise davon auszugehen ist, es w ürden einer W egw eisung in den tatsächlichen H eim atstaat keine Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG entgegenstehen (vgl. EM AR K 2005 N r. 1 E. 3.2.2. S. 5 f.), dass es dem Beschw erdeführer dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 VG KE) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (durch Verm ittlung des BFM , Em pfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen, m it der Bitte, dieses U rteil der Beschw erdeführerin gegen beigelegte Em pfangsbestätigung auszuhändigen und diese dem Bundesverw altungsgericht zuzustellen; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Em pfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen, ad N (vorab per Telefax) (R ef.-N r. ) - das M igrationsam t (per Telefax) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Fulvio H aefeli G abriela Freihofer Versand am :