<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgrund neuester Erfahrungen und Forschungsergebnisse beauftragt, gesetzgeberisch tätig zu sein, um die Abgabe von Antidepressiva in der Schweiz massiv einzudämmen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt das Anliegen der Motionärin, dass dem zweckmässigen Einsatz von Antidepressiva in der Gesundheitsversorgung Beachtung zu schenken ist. Wie er bereits in seiner Antwort auf die Interpellation von Siebenthal 18.3521 festgehalten hat, erfordern Antidepressiva (die zu den Psychopharmaka gehören) einen sorgfältigen Einsatz, welcher nur auf Verschreibung durch einen Facharzt bzw. eine Fachärztin und unter deren Überwachung erfolgen darf. Die ärztliche Sorgfaltspflicht verlangt, dass die Abgabe von Arzneimitteln entsprechend dem aktuellen Fachwissen erfolgt.</p><p>Es liegt in der Zuständigkeit der Fachgesellschaften (wie z. B. der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, SGPP), mittels Richtlinien und Leitfäden der Ärzteschaft den fachgerechten Einsatz von Psychopharmaka aufzuzeigen und Empfehlungen abzugeben. Gemäss dem Bericht "Leistungssteigernde Arzneimittel" des Bundesrates vom 6. November 2014 (in Erfüllung der Postulate Fehr Jacqueline 09.3665, Ingold 13.3157 sowie 13.3012 der SGK-N) halten sich die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in der Regel an diese Behandlungsempfehlungen.</p><p>Diese Zuständigkeit der Fachgesellschaften ist zweckmässig, da sie nah an der Praxis sind. Die Fachgesellschaften sind auch in der Lage, die Relevanz neuer wissenschaftlicher Evidenz zu evaluieren und - falls angezeigt - in ihre Empfehlungen einfliessen zu lassen.</p><p>Der Bundesrat sieht daher keine Notwendigkeit, die Zuständigkeit der Fachgesellschaften für das Festlegen der fachlichen Vorgaben für die Verschreibung von Arzneimitteln infrage zu stellen und eine gesetzliche Einschränkung der Abgabe von Antidepressiva vorzunehmen. Eine wie in der Motion geforderte Einschränkung würde einen massiven Eingriff in die Behandlungsmöglichkeiten von Patientinnen und Patienten zur Folge haben.</p><p>Zur Verbesserung der Versorgung von psychisch kranken Personen hat der Bundesrat am 26. Juni 2019 den Entwurf der Änderung der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV; SR 832.102) und der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV; SR 832.112.31) in die Vernehmlassung gegeben. Mit der Einführung eines Anordnungsmodells zur Durchführung von Psychotherapien durch psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten kann nach Ansicht des Bundesrates auch eine verminderte Abgabe von Psychopharmaka erwartet werden.</p><p>Zudem engagieren sich Bund und Kantone gemeinsam mit der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz für die Prävention psychischer Erkrankungen und unterstützen Projekte zur Förderung der psychischen Gesundheit.</p><p>Der Bundesrat erachtet angesichts der eingebrachten Argumente Anpassungen auf Gesetzesstufe als nicht angezeigt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.