<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00313</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106929&amp;W10_KEY=4467145&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00313</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.10.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 12.09.2003 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nutzungsplanung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nutzungsplanung: Umzonung in Wohnzone, Richterswil<br/><br/>Neue Tatsachenbehauptungen sind vorliegend zulässig, da im Genehmigungsverfahren das Verwaltungsgericht als erste gerichtliche Instanz entscheidet und im Festsetzungsverfahren der private Beschwerdeführer bislang gar nicht beigeladen worden ist (E. 3).<br/>Kognitionsfragen (E. 4c).<br/>Sollte die unterlassene Anhörung des privaten Beschwerdeführers eine Gehörsverletzung darstellen, so ist sie unter den gegebenen Umständen geheilt (E. 5).<br/>Die Legitimation eines Naturschutzverbandes hätte im Rekursverfahren angesichts der Folgen für die Parteientschädigung geprüft werden müssen (E. 6a). Legitimationsvoraussetzungen im Allgemeinen. Eine nutzungsplanerische Festsetzung, welche die Einzonung eines Gebietes zu Wohnzwecken umfasst, begründet keine Legitimation eines Naturschutzverbandes (E. 6b).<br/>Verhältnis von Richtplan zu Nutzungsplan (E. 7a). Begriff des Anordnungsspielraums (E. 7c). Räumlich kann der Anordnungsspielraum nicht schematisch mit zwei Bautiefen definiert werden; es ist auf die konkrete Tiefe der Bauzonenfläche abzustellen. Die Materialien zum Richtplan 1995 belegen, dass das Siedlungsgebiet im streitigen Bereich nicht erweitert werden sollte und der Anordnungsspielraum gemäss Gesamtplan 1978 bereits ausgeschöpft ist (E. 7d). Es liegt ausserdem keine zulässige Durchstossung des Richtplans durch die nutzungsplanerische Festsetzung vor (E. 7e).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANORDNUNGSSPIELRAUM">ANORDNUNGSSPIELRAUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEILADUNG">BEILADUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DURCHSTOSSUNG (NUTZUNGSPLAN)">DURCHSTOSSUNG (NUTZUNGSPLAN)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NUTZUNGSPLAN">NUTZUNGSPLAN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: RAHMENNUTZUNGSPLÃNE">RAHMENNUTZUNGSPLÃNE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RICHTERSWIL">RICHTERSWIL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RICHTPLAN">RICHTPLAN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: RICHTPLÃNE (PLANUNGSGRUNDSÃTZE)">RICHTPLÃNE (PLANUNGSGRUNDSÃTZE)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHVERHALTSERMITTLUNG">SACHVERHALTSERMITTLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: SACHVERHALTSFESTSTELLUNG">SACHVERHALTSFESTSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERBANDSLEGITIMATION">VERBANDSLEGITIMATION</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 12 NHG</span><br/><span class="ungerade">§ 16 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 338a Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 33 lit. III a RPG</span><br/><span class="gerade">§ 51 VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 52 lit. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2002 Nr. 75 S. 179</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die Gemeindeversammlung Richterswil revidierte am 28. und 30. MÃ¤rz 2000 ihre Richt- und Nutzungsplanung und wies dabei unter anderem einen Teil der bisherigen Reser­­vezone Gumerrain der zweigeschossigen Wohnzone W2 zu. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diese Festsetzung erhobenen die Pro Natura Schweiz und E gemeinsam Re­kurs und beantragten, der angefochtene Beschluss sei hinsichtlich der Ein­zonung dieses Ge­bietes aufzuheben. Die Baurekurskommission II hiess das Rechtsmittel am 21. August 2001 wegen Verletzung des kantonalen Richtplans gut und hob die genannte Festlegung auf. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen diesen Rekursentscheid wandten sich die Gemeinde Richterswil (VB.2001.00313) und der EigentÃ¼mer des betroffenen Gebietes, B (VB.2001.00315), mit separaten Eingaben vom 24. September 2001 an das Verwaltungsgericht und beantragten die Wiederherstellung des aufgehobenen Gemeindebeschlusses. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der AbteilungsprÃ¤sident des Verwaltungsgerichts vereinigte die beiden Beschwerde­verfahren am 10. Oktober 2001, lud die Gemeinde ein, den Beschluss der Gemeindeversammlung Ã¼ber die erst vorsorglich erfolgte Beschwerdeerhebung nachzureichen, und ersuchte die Baudirektion, baldmÃ¶glichst den Genehmigungsentscheid zu treffen bzw. beim Regierungsrat einzuholen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Gemeindeversammlung Richterswil hiess die vorsorgliche Beschwerdeerhebung am 5. Dezember 2001 gut. Am 30. April 2002 verweigerte der Regierungsrat der strit­­tigen ZonenplanÃ¤nderung die Genehmigung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>IV. Gegen diesen Regierungsratsbeschluss erhoben B am 3. Juni 2002 (VB.2002.00194) und die Gemeinde Richterswil am 5. Juni 2002 (VB.2002.00192) ebenfalls Beschwerde und beantragten dessen Aufhebung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die vier Beschwerdeverfahren wurden am 19. Juni 2002 vereinigt. Gleichzeitig wur­de allen Verfahrensbeteiligten sowie den beiden Vorinstanzen Frist angesetzt, um sich zu den Beschwerden vernehmen zu lassen. Die Baurekurskommission II beantragte am 9. Ju­li 2002 ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerden. Den gleichen An­­trag stellte die Baudirektion am 18. Juli 2002. Die Gemeinde Richterswil beantragte am 5. September 2002, die beiden Beschwerden von B seien gutzuheissen. Die Pro Natura und E liessen sich am 6. September 2002 vernehmen und beantragten die Abweisung der vier Be­schwerden. B schliesslich Ã¤usserte sich nicht zu den Beschwerden der Gemeinde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) in Verbindung mit § 329 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975/8. Juni 1997 (PBG) zur Behandlung der vorliegenden, einen kommu­nalen Nutzungsplan betreffenden Beschwerden zustÃ¤ndig (RB 1998 Nr. 26). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Als GrundeigentÃ¼mer des vom Nutzungsplan betroffenen Areals ist der private Be­schwerdefÃ¼hrer ohne weiteres zur Beschwerdeerhebung legitimiert (§ 338a Abs. 1 PBG). Die Beschwerdeberechtigung der in ihrer Planungsautonomie betroffenen Gemeinde ist ebenfalls gegeben (§ 21 lit. b VRG). Dies gilt nicht nur bezÃ¼glich des Rekursentscheides, sondern ebenso mit Bezug auf den Nichtgenehmigungsentscheid, nachdem das kantonale Recht diesen mit § 43 lit. Abs. 1 lit. d VRG ausdrÃ¼cklich zum Anfechtungsobjekt erhoben hat (anders noch unter der Herrschaft des alten VRG, als die Anfechtbarkeit der Nichtgenehmigung noch aus Art. 33 Abs. 2 RPG abgeleitet werden musste, der nicht dem Schutz der Gemeindeautonomie dient; vgl. VGr, 2. April 1996, VB.1996.00006; </span>ZBl 95/1994, S. 275 E. 2c<span>).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Weil auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwer­­den einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Da die Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse fÃ¼r die sich vorliegend stellenden Fragen ohne Belang sind, kann auf die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins, wie ihn die Vertreterin der Beschwerdegegner verlangt, verzichtet werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Beide BeschwerdefÃ¼hrende beanstanden die Sachverhaltsfeststellungen der Vor­instanzen und bringen verschiedene neuen Tatsachenbehauptungen ins Verfahren ein, insbe­sondere hinsichtlich des Quartierplans GrÃ¼t aus dem Jahre 1970, der seither erfolgten Er­schliessungsaufwendungen, der UmstÃ¤nde der Reservezonenzuweisung im Jahre 1984 und der bestehenden BauzonenkapazitÃ¤ten in der Gemeinde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss § 51 VRG kann mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht jede fÃ¼r den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts angefochten werden. Dabei kÃ¶nnen allerdings, wenn das Verwaltungsgericht als zweite gerichtliche Instanz entscheidet, neue Tatsachen nur soweit geltend gemacht werden, als es durch die angefochtene Anordnung notwendig geworden ist (§ 52 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im vorliegenden Beschwerdeverfahren gegen den Nichtgenehmigungsentscheid ent­scheidet das Verwaltungsgericht als erste gerichtliche Instanz, so dass in diesem Verfahren von vornherein kein Novenverbot besteht. Eine solche BeschrÃ¤nkung ist aber auch im Be­schwerdeverfahren gegen den Rekursentscheid, wo das Verwaltungsgericht als zweite ge­richtliche Instanz entscheidet, nicht am Platz. Der im Rekursverfahren nicht beigeladene private BeschwerdefÃ¼hrer hatte bisher gar keine MÃ¶glichkeit, seine Sachdarstellung vorzubringen und muss daher neue Tatsachen unabhÃ¤ngig davon behaupten kÃ¶nnen, ob diese erst durch den Rekursentscheid notwendig geworden sind oder nicht. </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Die Baurekurskommission erachtete E als StimmbÃ¼rger gemÃ¤ss § 151 Abs. 1 Ziff. 1 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 fÃ¼r legitimiert, den Gemeindebeschluss wegen Verletzung des kantonalen Gesamtplanes anzufechten. BezÃ¼glich der Pro Natura Schweiz erwog sie, soweit sich diese Organisation gegen Bewilligungen von Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen richte oder soweit sie gegen die Ausschei­dung von Klein­bauzonen die Umgehung von Art. 24 RPG geltend mache, sei sie zur Anfechtung gestÃ¼tzt auf § 338a Abs. 2 PBG berechtigt. Obwohl es vorliegend nicht um eine Kleinbauzone gehe, bestehe eine gewisse Analogie dazu, wenn die Organisation behaup­te, die Bauzone liege im kantonalen Nichtsiedlungsgebiet, ohne dass die Voraussetzun­gen von Art. 24 RPG erfÃ¼llt seien. Da der von beiden Rekurrierenden gemeinsam erhobene Rekurs indessen ohnehin zu behandeln sei, mÃ¼sse die Frage nicht abschliessend geklÃ¤rt werden. In der Folge Ã¼berprÃ¼fte die Baurekurskommission den angefochtenen Entscheid auf dessen Ãbereinstimmung mit dem kantonalen Richtplan und hiess ihn gut. Ãber die ZweckmÃ¤ssigkeit und Angemessenheit der Festlegung Ã¤usserte sie sich nicht. Diese Kog­nitionsbeschrÃ¤nkung der Rekursinstanz entspricht der stÃ¤ndigen Praxis bei Planungsrekursen von Seiten eines StimmbÃ¼rgers (BEZ 1985 Nr. 27).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Regierungsrat hat seine Nichtgenehmigung damit begrÃ¼ndet, dass die fragliche Festlegung den gemÃ¤ss kantonalem Richtplan bestehenden Anordnungsspielraum Ã¼ber­schreite, und diese infolgedessen aufgehoben. Dabei unterlag der Regierungsrat bei seiner PrÃ¼fungsbefugnis allerdings keiner EinschrÃ¤nkung, da ihm gemÃ¤ss § 5 Abs. 1 PBG auch die ÃberprÃ¼fung der Angemessenheit und ZweckmÃ¤ssigkeit obliegt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Das Verwaltungsgericht Ã¼berprÃ¼ft den angefochtenen Entscheid im Beschwerdeverfahren grundsÃ¤tzlich nur auf Rechtsverletzungen hin einschliesslich Ermessensmissbrauch und ErmessensÃ¼berschreitung (§ 50 Abs. 1 und 2 VRG). Es hat jedoch gestÃ¼tzt auf § 50 Abs. 3 VRG und Art. 33 Abs. 2 und 3 RPG unter UmstÃ¤nden auch eine ErmessensÃ¼ber­prÃ¼fung vorzunehmen, wenn nÃ¤mlich anders die volle ÃberprÃ¼fung der NutzungsplÃ¤ne durch wenigstens eine BeschwerdebehÃ¶rde nicht gewÃ¤hrleistet wÃ¤re (vgl. RB 1994 Nr. 17 = BEZ 1994 Nr. 22). Dies ist regelmÃ¤ssig dann der Fall, wenn ein grundeigentÃ¼merfreundliche Planung von dritter Seite nicht angefochten wurde, und demgemÃ¤ss eine erstmalige ÃberprÃ¼fung des Nutzungsplanes erst im Rahmen der GrundeigentÃ¼merbeschwerde gegen eine all­fÃ¤l­­lige Nichtgenehmigung erfolgt. Ob das gleiche auch dann gilt, wenn die fragliche Planung von dritter Seite angefochten und im Rekursverfahren unter Beiladung des GrundeigentÃ¼mers mit voller Kognition Ã¼berprÃ¼ft worden ist, erscheint fraglich, kann hier aber offen blei­ben. Die Baurekurskommission hat zwar einen Rekurs von dritter Seite zu beurteilen gehabt, dabei jedoch ihre Kognition infolge des gegebenen Rahmens der Stimmrechtsbeschwerde auf die Rechtskontrolle beschrÃ¤nkt und zudem dem GrundeigentÃ¼mer keine Gelegenheit ge­ge­ben, sich am Verfahren zu beteiligen. Der private BeschwerdefÃ¼hrer konnte daher entgegen den Anforderungen von Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG bisher noch keine volle ÃberprÃ¼fung der Nutzungsplanung fÃ¼r sich in Anspruch nehmen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss hat das Verwaltungsgericht den regierungsrÃ¤tlichen Entscheid ausnahms­­weise auch einer Ermessenskontrolle zu unterziehen. Dabei hat es sich allerdings in gleicher Weise wie der Regierungsrat eine gewisse ZurÃ¼ckhaltung aufzuerlegen. Mit Bezug auf den Rekursentscheid hingegen bleibt das Gericht auf die Rechtskontrolle beschrÃ¤nkt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Der private BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt vorab, dass er im Rekursverfahren nicht beigeladen und damit vor dem negativen Rekursentscheid nicht angehÃ¶rt worden sei. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts spricht einiges dafÃ¼r, den betroffenen Grund­eigentÃ¼mer im Planungsrekursverfahren Dritter zur Sicherstellung des rechtlichen GehÃ¶rs von Amtes wegen beizuladen (vgl. RB 1996 Nr. 10; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/ Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 110). Indessen braucht diese Frage vorliegend nicht weiter behandelt zu werden, da der private BeschwerdefÃ¼hrer als Konsequenz aus der beanstandeten GehÃ¶rs­verletzung eine RÃ¼ckweisung an die Baurekurskommission nur dann verlangt, wenn ein Beschwerdeentscheid zu seinen Ungunsten eine Folge der beschrÃ¤nkten Kognition des Verwaltungsgerichtes wÃ¤re. Dies ist hier nicht der Fall (vgl. E. 7), weshalb eine allfÃ¤llige Ge­hÃ¶rsverletzung im Beschwerdeverfahren als geheilt betrachtet werden kann.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. a) Gegen den Rekursentscheid bringen die BeschwerdefÃ¼hrenden weiter vor, die Baurekurskommission hÃ¤tte auf den Rekurs der Pro Natura Schweiz nicht eintreten dÃ¼rfen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei Rechtsmitteln verschiedener RechtsmittelklÃ¤ger sind die Eintretensvoraussetzun­gen grundsÃ¤tzlich fÃ¼r jeden Beteiligten einzeln zu prÃ¼fen. Allerdings wird im Baurekurs­verfahren zuweilen auf diese separate PrÃ¼fung verzichtet, wenn entweder das Rechtsmittel ohnehin abgewiesen werden muss oder aber wenn einer von zwei RechtsmittelklÃ¤gern legitimiert ist und die materielle Beurteilung des Rechtsmittels unabhÃ¤ngig davon aus­-</span></p> <p class="Einzug1"><span>fÃ¤llt, ob die Legitimation des anderen bejaht werde oder nicht. Dieses Vorgehen ist prozess-Ã¶konomisch und grundsÃ¤tzlich nicht zu beanstanden, da die Legitimation auch in zweiter In­stanz einer uneingeschrÃ¤nkten ÃberprÃ¼fung unterliegt (vgl. die diesbezÃ¼glich unberechtigte Kritik von Tobias Jaag, Die Rechtsmittel des zÃ¼rcherischen Gemeinderechts in ZBl 90/1989, S. 473). Dies setzt jedoch voraus, dass keiner der Parteien ein Nachteil aus der fehlenden Le­gitimationsprÃ¼fung erwachsen darf. Soll hingegen mit dem Rechtsmittelentscheid dem un­ter­­liegenden Rechtsmittelgegner zugunsten des obsiegenden RechtsmittelklÃ¤gers eine Par­tei­entschÃ¤digung auferlegt werden, so setzt dies eine Bejahung der Rechtsmittelbefugnis vor­aus, da ein Nichteintreten eine solche ParteientschÃ¤digung von vornherein ausschliesst. Es war daher im vorliegenden Fall unzulÃ¤ssig, die Legitimationsfrage hinsichtlich der Pro Na­tura Schweiz offen zu lassen und ihr alsdann mit Disp.-Ziff. III eine ParteientschÃ¤digung Ã¼ber Fr. 800.- zuzusprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss § 338a Abs. 2 PBG sind die gesamtkantonal tÃ¤tigen ideellen VerbÃ¤nde, die sich seit wenigstens zehn Jahren im Kanton statutengemÃ¤ss dem Natur- und Heimatschutz widmen, zur Rechtsmittelerhebung berechtigt gegen Anordnungen und Erlasse, soweit sie sich auf den III. Titel oder § 238 Abs. 2 PBG stÃ¼tzen, sowie gegen Bewilligungen fÃ¼r Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen. Da sich die strittige Nutzungsplanung we­der auf eine Bestimmung Ã¼ber den Natur- und Heimatschutz noch auf § 238 Abs. 2 PBG stÃ¼tzt, kommt als Anfechtungsobjekt einer Verbandsbeschwerde im vorliegenden Fall nur eine Bewilligung fÃ¼r Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen in Frage. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auch ohne entsprechende kantonalrechtliche Grundlage sind die Kantone aufgrund von Art. 12 des Bundesgesetzes Ã¼ber den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 (NHG) in Verbindung mit Art. 33 Abs. 3 lit. a RPG verpflichtet, ideelle Verbandsbeschwer­den in </span></p> <p class="Einzug1"><span>diesem Bereich zuzulassen, da die Anwendung von Art. 24 RPG als Bundesaufgabe im Sin­­ne von Art. 2 NHG zu betrachten ist (BGE 123 II 289 E. 1e, 117 Ib 97 E. 3a). Dabei lÃ¤sst das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung nicht nur die RÃ¼ge zu, Art. 24 RPG sei falsch angewendet worden, sondern auch, Art. 24 RPG sei zu Unrecht gar nicht zur Anwen­­dung gelangt bzw. umgangen worden. Damit wurde das mÃ¶gliche Anfechtungsobjekt Ã¼ber die eigentliche Ausnahmebewilligung im Sinne von Art. 24 RPG hinaus ausgedehnt auf VerfÃ¼gungen, welche die ZonenkonformitÃ¤t einer Baute ausserhalb der Bauzonen bejahen (als Anfechtungsobjekt seit 1. September 2000 ausdrÃ¼cklich in Art. 34 Abs. 1 RPG er­wÃ¤hnt) sowie auf Planfestsetzungen fÃ¼r eine bestimmtes Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen (vgl. die zusammenfassende Darlegung in BGE 117 Ib 9 E. 2b). Mit Bezug auf die ideelle Verbandsbeschwerde betreffend die Bewilligung von Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen geht die kantonale Rechtsmittellegitimation nicht weiter als diejenige der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Entgegen den ErwÃ¤gungen der Baurekurskommission besteht kein Anlass, das Anfechtungsobjekt der Verwaltungsgerichtsbeschwerde und damit auch das Verbandsbeschwer­­­­derecht des kantonalen Rekurs- und Beschwerdeverfahrens generell auf Nutzungsplanungen, die eine Neueinzonung beinhalten, auszudehnen. NutzungsplÃ¤ne sind grundsÃ¤tz­­lich nur mit staatsrechtliche Beschwerde anfechtbar und daher einer ideellen Verbandsbeschwerde nicht zugÃ¤nglich. Das ergibt sich einerseits aus der BeschrÃ¤nkung des Anfech­tungsobjekts auf VerfÃ¼gungen gemÃ¤ss Art. 97 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. De­­zember 1943 (OG), aus der ErwÃ¤hnung der PlÃ¤ne im Negativkatalog (Art. 99 Abs. 1 lit. c OG) sowie aus Art. 34 Abs. 1 und 3 RPG und andererseits aus dem Umstand, das die Raumplanungspflicht im Allgemeinen noch keine Bundesaufgabe im Sinne von Art. 2 NHG darstellt, deren ErfÃ¼l­lung die ideellen VerbÃ¤nde Ã¼berprÃ¼fen lassen kÃ¶nnen (vgl. BGE 120 Ib 27 E. 2; 107 Ib 112; Heinz Aemisegger/Stephan Haag in: Kommentar zum Bundesgesetz Ã¼ber die Raumplanung, ZÃ¼rich 1999, Art. 33 N. 51). Ausnahmen von diesem Grund­satz sind daher nur dann angezeigt, wenn nutzungsplanerische Anordnungen aufgrund eines engen Bezugs zu spezifischem Bundesverwaltungsrecht oder infolge eines konkreten Projektbezugs weitgehend Ver­fÃ¼gungen gleichkommen, welche ihrerseits der Verwaltungs­­gerichtsbeschwerde unterstÃ¼nden (vgl. BGE 123 II 88 E. 1a; <a id="_Hlt21233052">BGE 121 II 72 E. 1d;</a> Walter Haller/Peter Karlen, Rechtsschutz im Raumplanungs- und Baurecht, ZÃ¼rich 1998, N. 1016 ff.). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im vorliegenden Fall wehrte sich die Pro Natura Schweiz nicht gegen eine projektbezogene Sondernutzungsplanung, sondern allgemein gegen die neue Einzonung eines Wohn­­gebietes. Diese Festlegung weist weder einen Bezug zum Bundesverwaltungsrecht auf, noch beinhaltet sie eine Bewilligung im Sinne von Art. 24 RPG oder eine Umgehung dieser Bestimmung. Die Ausscheidung neuer Bauzonen hat nach den Zielen und GrundsÃ¤tzen der Art. 1 und 3 RPG zu erfolgen, ohne dass dabei Art. 24 RPG zur Anwendung gelangen wÃ¼rde. Diese Beurteilung hÃ¤tte dazu fÃ¼hren mÃ¼ssen, dass auf den Rekurs der Pro Natura Schweiz nicht einzutreten gewesen wÃ¤re, dies im Gegensatz zur Beschwerdeerledigung bei projektbezogenen SondernutzungsplÃ¤nen fÃ¼r planungspflichtige Vorhaben, wo das Bun­­desgericht zwar auf die Beschwerde eintritt, diese jedoch mangels Anwendbarkeit von Art. 24 RPG ohne weiteres abweist (vgl. BGE 117 Ib 9 E. 2b; Haller/Karlen N. 1018). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) DemgemÃ¤ss ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als auf den Rekurs der Pro Natura Schweiz (Beschwerdegegnerin 1 VB.2001.00313+315) eingetreten und ihr eine ParteientschÃ¤digung zugesprochen worden ist. Da sich E (Beschwerdegegner 2 VB.2001.00313+315) mit der ihm von der Rekursinstanz zugesprochenen ParteientschÃ¤digung Ã¼ber Fr. 800.- abgefunden hat, muss an dieser Stelle nicht weiter geprÃ¼ft werden, ob die EntschÃ¤digungshÃ¶he bei einem Nichteintreten auf den Rekurs der Beschwerdegegnerin 1 fÃ¼r den obsiegenden Beschwerdegegner 2 allenfalls hÃ¶her ausgefallen wÃ¤re.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. a) </span>Die Planungen unterer Stufen haben derjenigen der obern Stufe, die Nutzungs­pla­nungen jeder Art und Stufe der Richtplanung zu entsprechen (§ 16 Abs. 1 PBG). Ab­wei­­chungen sind nur zulÃ¤ssig, wenn sie sachlich gerechtfertigt und untergeordneter Natur sind (§ 16 Abs. 2 PBG).<span> Ob und inwieweit die Richtplanung der Nutzungsplanung fÃ¼r die parzel­lenscharfe Zonenabgrenzung einen Anordnungsspielraum belÃ¤sst oder nicht, ist eine Frage der RichtplankonformitÃ¤t des Nutzungsplanes und damit eine Rechtsfrage. Wird ein Anordnungsspielraum verneint, so stellt sich die weitere Rechtsfrage, ob allenfalls eine zu­lÃ¤ssige Durchstossung der Richtplanung im Sinne von § 16 Abs. 2 PBG vorliegt. Wird je­doch ein Anordnungsspielraum bejaht, so liegt es grundsÃ¤tzlich an der nachfolgenden Nutzungsplanung, diesen Spielraum unter AbwÃ¤gung aller raumrelevanten Interessen zu nutzen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das streitbetroffene Areal liegt am nÃ¶rdlichen Ende des grossflÃ¤chigen Landwirt­schaftsgebietes zwischen Richterswil und Samstagern. GemÃ¤ss dem kantonalen Richtplan vom 31. Januar 1995 verlÃ¤uft die Grenze zwischen dem Siedlungs- und dem Landwirtschafts­­­gebiet im fraglichen Bereich entlang den Ã¼berbauten GrundstÃ¼cken sÃ¼dwestlich der Bachtelstrasse und entspricht damit der bisherigen kommunalen Bauzonengrenze. Das nun­mehr neu der Wohnzone zugewiesene Gebiet grenzt unmittelbar sÃ¼dwestlich daran an, umfasst je eine Bautiefe nordÃ¶stlich und sÃ¼dwestlich der geplanten Quellenstrasse und erstreckt sich Ã¼ber eine LÃ¤nge von 175 bis 225 m, eine Tiefe von 60 bis 70 m und eine GesamtflÃ¤che von ca. 13â400 m2. Diese kommunale Festlegung entspricht nur dann dem kantonalen Richt­plan, wenn dieser der Nutzungsplanung im fraglichen Umfang einen Anordnungsspielraum belÃ¤sst.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission stellte in ihrem Entscheid vorab fest, dass der kommuna­le Siedlungsplan vom 25. Mai bzw. 9. Juni 1982, welcher im fraglichen Gebiet ein Bauent­wick­lungsgebiet festgelegt habe, (noch) nicht dem revidierten kantonalen Richtplan vom 31. Ja­nuar 1995 angepasst worden sei und fÃ¼r die anstehende Beurteilung daher nicht mass­gebend sei. Weiter erwog die Rekursinstanz, das am Rande des kantonalen Siedlungsgebietes liegende Areal kÃ¶nne rein umfangmÃ¤ssig noch als im Anordnungsspielraum zwischen Bau- und Nichtbaugebiet liegend betrachtet werden. Jedoch bestehe weder aus ErschliessungsgrÃ¼nden noch im Hinblick auf den GelÃ¤ndeverlauf ein Bedarf nach Arrondierung der bisher sinnvoll abgegrenzten Bauzone. Zudem benÃ¶tige die Gemeinde kein zusÃ¤tzliches Bauland, da die bestehenden Bauzonen Ã¼ber eine mehr als ausreichende KapazitÃ¤t verfÃ¼gen wÃ¼rden. Die strittige Festlegung sei demnach vom Zweck des Anordnungsspielraumes nicht gedeckt und widerspreche damit der Ã¼bergeordneten Planung. Dieser Argumentation schloss sich der Regierungsrat bei der Nichtgenehmigung an.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der sich aus dem kantonalen Richtplan ergebende Anordnungsspielraum zwischen verschiedenartigen Festlegungen entspricht dessen generalisierter, nicht parzellenschar­fer Darstellungsweise. Er soll unter anderem den Gemeinden als TrÃ¤ger der Nutzungs­planung denjenigen Ermessensspielraum gewÃ¤hren, den es fÃ¼r eine parzellenscharfe, die Ã¶rt­lichen Besonderheiten und Interessen berÃ¼cksichtigende Zonenplanung braucht. Das Ver­waltungsgericht hat bereits in frÃ¼heren Entscheiden unter Hinweis auf den </span>Bericht des Kantonsrats zum kantonalen Richtplan 1995 festgehalten, dass trotz der mit der Richtplanrevision aufgegebenen kartographischen Darstellung des Anordnungsspielraumes ein solcher nach wie vor bestehe und sich aus den KarteneintrÃ¤gen sowie den im Text beschriebenen Zielsetzungen und konkret formulierten AuftrÃ¤gen an die einzelnen PlanungstrÃ¤ger er­gebe. Dabei wurde jedoch ausdrÃ¼cklich abgelehnt, den Anordnungsspielraum erst aufgrund einer WÃ¼rdigung aller fÃ¼r die Nut­zungs­planung massgebenden Gesichtspunkte zu definieren, da damit das Resultat der fÃ¼r die Nutzungsplanung massgeben­den InteressenabwÃ¤gung bereits vorweggenommen wÃ¼rde (<span>BEZ 1998 Nr. 1 = RB 1997 Nr. 67; VGr, 3. MÃ¤rz 1997, Z</span>Bl 98/1997, S. 473 E. 3a). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss wohnt dem Anordnungsspielraum sowohl eine quantitativ-rÃ¤umliche als auch eine qualitativ-raumplanerische Komponente inne. Da nur die erstere einer kartographischen Darstellung Ã¼berhaupt zugÃ¤nglich ist, hat der Kantonsrat folgerichtig bei der Revision der Richtplanung im Jahr 1995 auf diese Darstellungsweise ganz verzichtet. FÃ¼r die Ermittlung des Umfangs des Anordnungsspielraums sind jedoch beide Komponenten in einem sinnvollen Zusammenspiel zu berÃ¼cksichtigen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Mit Bezug auf die rÃ¤umliche Komponente des Anordnungsspielraums hat die Bau­­rekurskommission erwogen, dass die vorliegend strittige Erweiterung der Bauzone um zwei Bautiefen umfangmÃ¤ssig gerade noch innerhalb des zulÃ¤ssigen Rahmens liege. Dieser Beurteilung kann nicht gefolgt werden. Zwar erstreckt sich der Anordnungsspielraum in rÃ¤um­­licher Hinsicht nach der Praxis jeweils tatsÃ¤chlich auf ein bis zwei Bautiefen (vgl. BEZ 1998 Nr. 1 E. 7 = RB 1997 Nr. 67 E. 3). Diese Dimension ergab sich im Kanton ZÃ¼rich jedoch aus der Breite des ursprÃ¼nglich kartographisch dargestellten weissen Bandes zwi­schen den verschiedenen Gebieten des Gesamtplanes 1978, welche Ã¼blicherweise rund 40 m mass und daher je nach massgebender Zone einer bis zwei Bautiefen entsprach. Es sind daher in rÃ¤umlicher Hinsicht keineswegs die Anzahl der Bautiefen massgebend, sondern die konkrete Tiefe der beanspruchten BauzonenflÃ¤che. Sollen wie hier zwei Bautiefen mit einer dazwischen liegenden neuen Strasse und damit eine Tiefe von bis zu 70 m eingezont werden, so Ã¼berschreitet dies den Ã¼blichen Rahmen betrÃ¤chtlich. Es fragt sich daher, ob raumplanerische Aspekte der kantonalen Richtplanung eine solche Erweiterung des An­ordnungsspielraums im konkreten Fall rechtfertigen kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der kantonale Siedlungs- und Landschaftsplan 1978 hatte die Baugebietsgrenze im fraglichen Bereich noch nÃ¶rdlich der Kreuzung ChrummbÃ¤chliweg/Bachtelstrasse mehr oder weniger in Ost-West-Richtung gezogen, sÃ¼dlich davon den Anordnungsspielraum in Form eines weniger als 30 m breiten weissen Bandes dargestellt und anschliessend parallel dazu sÃ¼dlich der Kreuzung ChrummbÃ¤chliweg/Bachtelstrasse Bauentwicklungsgebiet ausgeschieden. Diesen damaligen Anordnungsspielraum zwischen Bau- und Bauentwicklungs­­gebiet nutzte der Zonenplan 1984 dahingehend aus, dass er eine Bautiefe sÃ¼dwestlich der Bachtelstrasse der Einfamilienhauszone zuwies und erst anschliessend im SÃ¼dwesten eine Reservezone ausschied. Gemessen an diesem ursprÃ¼nglichen Siedlungsplan liegt die heute strittige nutzungsplanerische Festsetzung, welche zwei weitere Bautiefen in sÃ¼dwestlicher Richtung einzont, nicht mehr im kartographisch dargestellten Anordnungsspielraum zwischen Bau- und Nichtbaugebiet. Nur gerade das nordwestliche Ende des strittigen Areals kommt in die­sen Bereich zu liegen, wÃ¤hrend der grÃ¶ssere Teil davon bereits das seinerzeitige Bauentwick­lungsgebiet Ã¼berlagert. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei der Richtplanrevision im Jahr 1995 wurden als Siedlungsgebiet im Wesentlichen jene Gebiete ausgeschieden, die bereits bis dahin rechtskrÃ¤ftig als Bau- oder Reservezonen innerhalb des Baugebietes gemÃ¤ss Gesamtplan 1978 festgesetzt waren (Kantonaler Richtplan 1995, Ziff. 2.2.2 a). Auf die Ausscheidung von Bauentwicklungsgebiet wurde in Anbetracht der ausgewiesenen KapazitÃ¤ten weitgehend verzichtet. Die frÃ¼heren Bauentwick­lungsgebiete gemÃ¤ss Gesamtplan 1978 wurden daher zum grÃ¶ssten Teil dem Landwirt­schaftsgebiet zugewiesen, in begrÃ¼ndeten FÃ¤llen dem Siedlungsgebiet, und nur ausnahmsweise wurden Bauentwicklungsgebiete beibehalten (Ziff. 2.2.2 b). Verschiedene Ein­­wendungen bezweckten, FlÃ¤chen des bisherigen Bauentwicklungsgebiets zum Siedlungsgebiet zu schlagen, darunter auch eine ein GrundstÃ¼ck im ChrummbÃ¤chli in Richters­wil betreffende Einwendung. Der Kantonsrat folgte diesen AntrÃ¤gen unter Hinweis auf die vorhandenen KapazitÃ¤ten nicht und wies darauf hin, dass die betreffenden FlÃ¤chen von der Reservezone in die Landwirtschaftszone zu verlegen seien (Bericht zu den nicht berÃ¼cksich­tigten Einwendungen, S. 35 f.). Dementsprechend ersetzte der neue Richtplan das im frag­lichen Bereich ausgeschiedene Bauentwicklungsgebiet gemÃ¤ss Gesamtplan 1978 durch Landwirtschaftsgebiet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vor diesem Hintergrund bestehen keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass der Richtplan 1995 das Siedlungsgebiet im fraglichen Bereich tatsÃ¤chlich erweitern wollte. Vielmehr pass­te der Plan den Grenzverlauf zwischen Siedlungs- und Nichtsiedlungsgebiet hier ledig­lich an die neue Ãberbauungssituation an, welche nunmehr aufgrund des Zonenplanes 1984 unter Beanspruchung des ursprÃ¼nglichen Anordnungsspielraums bereits eine Bautiefe sÃ¼dwestlich der Bachtelstrasse miteinschloss. WÃ¼rde dem Siedlungsplan 1995 in diesem Punkt eine andere Bedeutung zugemessen, so hiesse dies nichts anderes, als dass eine Gemeinde bei jeder kantonalen Anpassung der Baugebietsgrenze an die bestehende Ãberbauung neu ein bis zwei Bautiefen an Anordnungsspielraum hinzu gewinnen wÃ¼rde, den sie als­dann erneut fÃ¼r eine Zonenerweiterung nutzen kÃ¶nnte. Dies widerspricht klar dem Grund­satz der haushÃ¤lterischen Bodennutzung (Art. 1 Abs. 1 RPG). Zwar legt sich eine Ge­meinde mit einer einmal erfolgten Zonengrenzziehung innerhalb eines gegebenen Anord­nungsspielraums tatsÃ¤chlich nicht fÃ¼r alle Zeiten fest, und es steht ihr daher in einem spÃ¤­teren Zeitpunkt auch frei, ihr Planungsermessen â vorbehÃ¤ltlich des Grundsatzes der Plan­bestÃ¤ndigkeit â anders als bisher auszuÃ¼ben. Jedoch liegt hier der Fall wesentlich anders, wenn die Gemeinde Richterswil den ihr vom kantonalen Gesamtplan 1978 gewÃ¤hrten Anordnungsspielraum mit dem Zonenplan 1984 bereits ausgeschÃ¶pft hat und der Kanton ihr keinen neuen diesbezÃ¼glichen Spielraum erÃ¶ffnen wollte. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In WÃ¼rdigung der massgebenden Aspekte ist daher festzustellen, dass die Ã¼bliche rÃ¤umliche Tiefe des Anordnungsspielraumes von rund 40 m aus raumplanerischen GrÃ¼nden hier in wesentlich geringerem Umfang besteht, wenn nicht sogar ganz aufgehoben ist. Um so mehr muss mit den beiden Vorinstanzen ein Anordnungsspielraum Ã¼ber die beanspruchte Tiefe von 60 bis 70 m verneint werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Liegt die fragliche Umzonung daher ausserhalb des Anordnungsspielraums des kantonalen Gesamtplans, so ist weiter zu fragen, ob eine zulÃ¤ssige Durchstossung im Sinne von § 16 Abs. 2 PBG vorliege. Die Baurekurskommission hat diese Frage verneint, da die Neueinzonung weder sachlich gerechtfertigt noch untergeordneter Natur sei. Der Regierungs­rat kam zum gleichen Schluss. Die BeschwerdefÃ¼hrenden, welche vom Bestehen eines Anordnungsspielraums ausgehen, setzen sich mit diesem Teil der BegrÃ¼ndung kaum aus­einander. Sie scheinen jedoch diejenigen Argumente, welche ihrer Ansicht nach fÃ¼r eine Einzonung innerhalb des Anordnungsspielraums sprechen, auch als Argumente fÃ¼r eine zu­lÃ¤ssige Durchstossung des Richtplanes zu erachten. Insbesondere weisen sie darauf hin, dass bereits der Quartierplan GrÃ¼t die Erschliessung des strittigen Areals in zweiter Etappe vorsah, hierfÃ¼r auch wesentliche Vorinvestitionen geleistet wurden und der GrundeigentÃ¼mer bei der Nutzungsplanung 1984 entgegen einer Vorlage auf Einzonung des Areals selber um eine Zuweisung zur Reservezone ersucht hatte. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese Argumente Ã¼berzeugen nicht. Der Quartierplan GrÃ¼t stammt aus dem Jahre 1970 und entstand damit Jahre vor Inkrafttreten des Planungs- und Baugesetzes und des Raumplanungsgesetzes. Er ist daher nicht geeignet, den Widerspruch zwischen der spÃ¤ter entstandenen kantonalen Gesamtplanung und der kommunalen Nutzungsplanung zu legitimieren. Die Gemeinde Richterswil teilte das Gemeindegebiet erstmals mit dem Zonenplan 1984 den bundesrechtlich gebotenen Nutzungszonen zu und traf damit die erforderliche Unterscheidung zwischen Bau- und Nichtbauzonen. Wenn der private BeschwerdefÃ¼hrer sich damals, aus welchen GrÃ¼nden auch immer, dafÃ¼r einsetzte, dass sein Land einer Re­­serve- anstatt einer Bauzone zugewiesen werde, so kann dies heute bei der Revision die­ser Nutzungsplanung keine Rolle mehr spielen. Da das Gebiet weitgehend ausserhalb des Anordnungsspielraumes des Gesamtplanes 1978 lag, wÃ¤re eine Einzonung auch im Jahr 1984 richtplanwidrig gewesen. AllfÃ¤llige Investitionen des GrundeigentÃ¼mers im Hinblick auf eine spÃ¤tere Erschliessung hÃ¤tten daher schon damals keine Einzonung gerechtfertigt, sondern im besten Fall dazu dienen kÃ¶nnen, aus der Zuweisung des Areals zur Reservezone einen Anspruch auf eine EntschÃ¤digung aus materieller Enteignung abzuleiten. Selbst ein allfÃ¤lliger Bedarf nach zusÃ¤tzlichen Bauzonen in der Gemeinde kÃ¶nnte nicht rechtfertigen, dass dieser Bedarf ausserhalb des kantonalen Siedlungsgebietes und des dazugehÃ¶renden Anordnungsspielraums gedeckt wÃ¼rde. Ausserdem rechtfertigen weder die konkrete to­pographische Lage noch die tatsÃ¤chlichen ErschliessungsverhÃ¤ltnisse im Gebiet Gumerrain eine Durchstossung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Schliesslich bleibt ohnehin fraglich, ob die Abweichung von der Richtplanung ange­sichts der strittigen ArealflÃ¤che von rund 13â400 m2 Ã¼berhaupt noch als untergeordnet bezeichnet werden kann (vgl. etwa VGr, 20. September 2001, VB.2001.00048, </span>BEZ 2001 Nr. 44, wo die Durchstossung bezÃ¼glich 7'000 m2 zugelassen wurde, im Gegensatz zu VGr, 29. August 2000, VB.2000.00199, RB 2000 Nr. 86 = BEZ 2000 Nr. 49, wo bei einer FlÃ¤che von 20'000 m2 eine untergeordnete Abweichung verneint wurde; beide Entscheide vollstÃ¤ndig verÃ¶ffentlicht unter http://<span class="MsoHyperlink"><span>www.vgrzh.ch/rechtsprechung</span></span>).</p> <p class="MsoEndnoteText"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerden gegen den Rekursentscheid sind daher in der Hauptsache abzuweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>8. Ist demnach die Aufhebung der kommunalen Festlegung zu Recht erfolgt, so entfÃ¤llt damit das Objekt der kantonalen Genehmigung. Die Beschwerden gegen den Nichtgenehmigungsentscheid des Regierungsrat (VB.2002.00192 und VB.2002.00194) sind daher als gegenstandslos geworden abzuschreiben. Damit kann offen bleiben, ob die Beschwerde­­fÃ¼hrenden gestÃ¼tzt auf das Schreiben der Baudirektion vom 4. November 1998 auf einen positiven Genehmigungsentscheid vertrauen durften. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>9. Damit obsiegen die BeschwerdefÃ¼hrenden in einem geringfÃ¼gigen Punkt, unterliegen jedoch in der Hauptsache. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdeverfahren VB.2002.00192 und VB.2002.00194 werden als gegenstands­los geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerden VB.2001.00313 und VB.2001.00315 wird der Entscheid der Baurekurskommission II vom 21. August 2001 insoweit aufgehoben, als damit auf den Rekurs der Beschwerdegegnerin 1 eingetreten und dieser eine Prozess­­entschÃ¤digung zugesprochen worden ist. Im Ã¼brigen Umfang werden die beiden Be­schwerden abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">...</p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>