B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1424/2012 spn/sts/kna/mel U r t e i l v o m 3 . A p r i l 2 0 1 3 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richter Daniel Willisegger, Richter Thomas Wespi, Gerichtsschreiberin Sara Steiner. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 7. Februar 2012 / N (…). D-1424/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge Sri Lanka am 28. September 2008 per Flugzeug via Qatar in Richtung Griechenland, wo er sich bis am 2. Februar 2009 aufgehalten habe. Am 2. Februar 2009 landete er am Flughafen Zürich, wo er am 3. Februar 2009 um Asyl nach- suchte. Am 4. Februar 2009 wurde er summarisch zu seinen Asylgründen befragt und am 17. Februar 2009 eingehend angehört. Zur Begründung seines Asylgesuches brachte der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie – im Wesentlichen vor, er stamme aus dem Distrikt Jaffna, wo er zeitlebens auch gewohnt habe. Er sei im Mai 2006, als er noch die Schule besucht habe, von de n Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gezwungen worden, mit seinen Klassenkameraden an einem fünftäg igen Kampfhandlungstraining teilz u- nehmen. Darüber sei auch in einer Zeitung berichtet worden . Die sri- lankische Armee habe dies erfahren und ihn daraufhin im Juni 2006 auf- gefordert, ins Camp zu kommen . Im Camp sei er zum Kampfhandlung s- training und zu dessen Teilnehmenden befragt worden. Als er nicht g e- antwortet habe, sei er geschlagen worden. Anschliessend hätten die So l- daten ihn freigelassen und ihn aufgefordert, am nächsten Tag wieder zu kommen. In d en nächsten Tagen habe sich das Prozedere wiederholt. Danach hätten die Soldaten ihm auferlegt, sich einmal pro Woche im Camp zu melden. Während dieser Meldepflicht hätten ihn die Soldaten nicht mehr geschlagen oder gefoltert . Er sei aber gezwungen worden, Auskunft über zwei Kameraden zu geben , welche ebenfalls an diesem Kampfhandlungstraining teilgenommen hätten . Einer dieser beiden sei später wohl von der Armee umgebracht worden. Nach drei Monaten, im September 2006, hätten die Soldaten ihn von der Meldep flicht befreit und ihm gesagt, dass sie ihn holen würden, wenn sie ihn wieder bräuchten. In dieser Zeit habe er den LTTE geholfen, indem er beispielsweise Telefon- karten gekauft oder für sie gekocht habe. Zudem habe er auf dem Ba u- ernhof seines Vaters gearbe itet. Im August 2008 hätte er sich wieder im Camp melden sollen. Er habe aber Angst gehabt und sei untergetaucht. Sein Vater habe Schmuck verkauft und mit Personen im Ausland Kontakt aufgenommen, um die Ausreise zu finanzieren. Da er einem Mitglied der Eelam People's Democratic Party (EPDP) 50'000 Rupien Schmiergeld bezahlt habe, hätten seine Mutter und er ein "Clearance Certificate" e r- halten und seien am 24. August 2008 nach Colombo geflogen. In Colo m-D-1424/2012 Seite 3 bo hätten sie noch bis am 28. September 2008 in einer Lo dge gewohnt, bevor er nach Athen geflogen sei. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer unter ande- rem die Kopie seines Geburtsscheins und seines Schulabschlusszeug- nisses zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 7. Februar 2012 – eröffnet am 9. Februar 2012 – lehn- te das BFM das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. C. Mit Eingabe vom 12. März 2012 erhob der Beschwerdeführer – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid beim Bunde s- verwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfü- gung sei aufzuheben und die Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Eventualiter sei die Flüchtli ngseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren, eventualiter die Verfügung des BFM betreffend die Dispositivz iffern 4 und 5 aufzuheben und die Unz u- lässigkeit respektive die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs fes t- zustellen. Sodann sei dem Rechtsv ertreter eine angemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote zur Bestimmung der Parteien t- schädigung anzusetzen. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer diverse A r- tikel aus dem Internet , verschiedene Berichte zur aktuellen Lage in Sri Lanka, darunter die Richtlinien des Amtes des Hohen Flüchtlingskommis- sars der Vereinten Nationen (UNHCR) betreffend den internationalen Schutzbedarf sri -lankischer Asylsuchender und das Themenpapier der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) sowie den Gesetzestext des Pr e- vention of Terrorism Act (PTA) zu den Akten. D. Mit Verfügung vom 19. März 2012 stellte die Instruktionsrichterin fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz a b- warten, und forderte ihn auf, ein en Kostenvorschuss von Fr. 600.– einzu- bezahlen. Der Beschwerdeführer wurde zudem aufgefordert, die in Au s- sicht gestellten respektive die von ihm als notwendig erachteten Bewei s- mittel innert Frist im Original und übersetzt in eine Amtssprache nachz u-D-1424/2012 Seite 4 reichen mit dem Hinweis, dass im Unterlassungsfall aufgrund der bisher i- gen Akten entschieden werde. Gleichzeitig wurde ihm – unter Vorbehalt nachträglicher Veränderungen – das Spruchgremium mitgeteilt. E. Am 2. April 2012 wurde der Kostenvorschuss in der Höhe von F r. 600.– fristgerecht einbezahlt. F. Mit Eingabe vom 26. April 2012 reichte der Beschwerdeführer weitere Beweismittel zu den Akten. Dabei handelt es sich um den Totenschein seines Kameraden, dessen Namen er an die Armee verraten habe (inklu- sive deutsche Übe rsetzung), diverse Fotos, das Original des Abschlus s- zeugnisses, das Zustellcouvert, mit welchem diese Unterlagen in die Schweiz gelangt seien, eine Kopie des britischen Reisepasses des Br u- ders sowie Artikel aus dem Internet. Zudem wies er auf seine exilpol iti- sche Tätigkeit hin. G. Mit Verfügung vom 5. Dezember 2012 stellte das Bundesverwaltungsg e- richt die Akten der Vorinstanz zu und ersuchte sie , eine Vernehmlassung unter Beilage der gesamten Akten einzureichen. H. In seiner Vernehmlassung vom 12. Dezember 2012 hielt das BFM vollum- fänglich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. I. Mit Verfügung vom 19. Dezember 2012 stellte die Instruktionsrichterin e i- ne Kopie der Vernehmlassung des BFM dem Beschwerdeführer zu und gab ihm Gelegenheit, eine Replik einzureichen. J. Am 3. Januar 2013 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein und machte dabei auf seine neusten persönlichen Entwicklungen sowie auf die aktuelle Lage in Sri Lanka aufmerksam. Zur Stützung seiner Vorbri n- gen reichte er div erse Berichte und Artikel, welche die aktuelle Lage von Tamilen in Sri Lanka und im Ausland beschreiben, sowie eine detaillierte Kostennote seines Rechtsvertreters zu den Akten. D-1424/2012 Seite 5 K. Mit Eingabe vom 14. März 2013 reichte der Beschwerdeführer weitere Beweismittel zu den Akten. Dabei handelt es sich um vier Fotos, welche ihn anlässlich einer Demonstration vom (…) in B._______ zeigen sollen, einen Bericht aus dem Internet, welcher über diese Demonstration berich- tet, inklusive dessen deutsche Übersetzung und di verse Bilder von den Demonstranten, sowie verschiedene weitere Berichte und Artikel über die allgemeine Lage in Sri Lanka. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgül- tig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG ni chts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an de ren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige D-1424/2012 Seite 6 oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Nachfolgend sind die formellen Rügen vorab zu prüfen, da diese g e- gebenenfalls zur Kassation der vorinstanzlichen Verfügung füh ren kö n- nen. 3.2 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellt die Asylbehörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts kann nach Art. 49 Bst. b VwVG beziehungsweise Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG gerügt werden. "Un- richtig" ist die Sachverhaltsfeststellung beispielsweise dann, wenn der Verfügung ein aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. "Unvollständig" ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz der geltenden Untersuchungsmaxime den Sac h- verhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder nicht alle für den En t- scheid wesentlichen Sachumstände berücksichtigt wurden (vgl. dazu BENJAMIN SCHINDLER, Art. 49, in: Christoph Auer/Markus Müller, Benjamin Schindler, VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltung s- verfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 28, S. 676 f.). Ihre Grenze findet die Untersuchungspflicht allerdings in der Mitwirkungspflicht des Asyls u- chenden (vgl. Art. 8 AsylG). 3.3 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesver- fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101], Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verf ü- gende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung der Verfügung soll es dem Betrof- fenen ermöglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufech- ten. Art. 35 Abs. 1 VwVG umschreibt den Inhalt der Begründungspflicht nicht näher; verlangt wird aber, dass die Begründung eines Entscheides so abgefasst wird, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. (vgl. LORENZ KNEUBÜHLER, Art. 35, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Rz. 6 ff., S. 510 ff.; BVGE 2007/30 E. 5.6). D-1424/2012 Seite 7 3.4 Der Beschwerdeführer stellte den Antrag, die angefochtene Verf ü- gung sei wegen unrichtiger und unvollständiger Sachverhaltsfeststellung und wegen der Verletzung des Prinzips des rechtlichen Gehörs aufzuh e- ben und die Akten seien zur Vornahme entsprechender Abklärungen an die Vorinstanz zu überweisen. Angesichts der seit der letzten Anhörung am 17. Februar 2009 veränderten Gefährdungssituation in Sri Lanka hät- te er zudem vor Erlass der BFM-Verfügung erneut angehört oder ihm zu- mindest die Gelegenheit zu einer ergänzenden schriftlichen Stellungna h- me gegeben werden müssen. Weiter habe das BFM zahlreiche Elemente, welche er vorgebracht habe, weder in den Sachverhaltsfeststellungen, noch in den rechtlichen Würdigungen erwähnt oder mit einbezogen und damit schlicht ignoriert. Namentlich handle es sich hierbei um seinen Bruder, welcher in London aufgrund seiner Verbindungen zu den LTTE um Asyl ersuche, die Teilnahme an Demonstrationen gegen die Regi e- rung, die Hilfsdienste für die LTT E, den Verrat zweier Kameraden wä h- rend des Verhörs, worauf einer von beiden getötet worden sei , oder auch die Umstände seiner Ausreise . Zudem halte das BFM die eingereichten Beweismittel bei der Sachverhaltsfeststellung nur unvollständig fest oder ignoriere diese bewusst und erwähne zentrale Elemente der Asylvorbrin- gen mit keinem Wort. Weiter habe das BFM keinerlei Abklärungen bezüg- lich der veränderten Situation unternommen, was sich auch daraus erg e- be, dass sich keine Länderberichte oder spezifische n Länderinformatio- nen in den Akten befänden und nicht ersichtlich werde, dass solche über- haupt beigezogen worden seien. Somit seien das Recht auf Prüfung der Parteivorbringen, die Begründungspflicht und das rechtliche Gehör ve r- letzt worden sowie der rechtse rhebliche Sachverhalt weder vollständig noch richtig abgeklärt worden. 3.5 Wie den Befragungsprotokollen zu entnehmen ist, wurde der B e- schwerdeführer ausführlich zu seinen Asylgr ünden befragt (vgl. BFM A k- ten A15, S. 3). Auch die Hilfswerkvertretung machte diesbezüglich keine Anmerkungen, wonach die Befragung unvollständig gewesen sei (vgl. A15, "Unterschriftenblatt der Hilfswerksvertretung (HWV) gemäss Art. 30 Abs. 4 AsylG"). Die Protokolle stellen somit eine genügende Basis für e i- nen Entscheid über die asylrel evante Verfolgung beziehungsweise dr o- hende begründete Furcht dar, womit der Sachverhalt in entscheidreifer Weise abgeklärt ist. Zudem bezieht sich das BFM in seiner Verfügung in Verbindung mit der Wegweisung klar auf die neuste Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE 2011/24), weshalb davon ausgegan- gen werden kann , dass sich das BFM der aktuellen Lage in Sri Lanka bewusst ist. Ferner kann zudem auf die Mitwirkungspflicht verwiesen D-1424/2012 Seite 8 werden (Art. 8 AsylG), da dem Beschwerdeführer genügend Zeit zur V er- fügung gestanden hat, sich zu einer allfälligen neuen persönlichen Situ a- tion in Verbindung mit den Ereignissen in Sri Lanka seit dem Jahr 2009 zu äussern. Bezüglich des angeblichen Ignorieren s von zentralen El e- menten ist festzuhalten, dass sich das BFM b ei der Begründung seiner Verfügung auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte b e- schränken durfte und nicht gehalten war, sich ausdrücklich mit jeder tat- beständlichen Behauptung auseinander zu setzen (BGE 126 I 97 E. 2.b S.102 f.). Da der Beschwerdeführer mit seinem Asylgesuch lediglich Do- kumente einreichte, welche seine Identität darlegen sollten, und keine in der Sache wesentlichen Beweismittel, war das BFM nicht gehalten, diese explizit in seiner Verfügung zu erwähnen. Zudem handelt es sich, entg e- gen der Ansicht des Beschwerdeführers , bei den von ihm erwähnten Elementen nicht um zentrale Punkte der Asylvorbringen , welchen en t- scheidende Bedeutung zukommt, weshalb die Vorinstanz davon absehen konnte, diese explizit in der angefochtenen Verfügung zu erwähnen. Auch wenn das BFM die vom Beschwerdeführer aufgezählten Elemente in se i- ner Verfügung nicht ausdrücklich nennt, geht aus der Verfügung insg e- samt hervor, dass es sich deren bewusst zu sein scheint. In Bezug auf die Abklärungen des BFM bezüglich der veränderten Situation in Sri La n- ka gilt es festzuhalten, dass Fachwissen als solches wie etwa Kenntnisse über das Herkunftsland nicht ediert werden kann. Eine Offenlegung b e- ziehungsweise eine Auflistung sämtlicher verwendeter Quellen in Verfü- gungen ist im Verwaltungsverfahren denn auch weder üblich noch erfo r- derlich, zumal es sich bei einer Verfügung nicht um eine wissenschaftl i- che Abhandlung handelt. Die Begründungspflicht dient nicht der Offenl e- gung von Amtswissen. Sie verlangt viel mehr, dass das Bundesamt die wesentlichen Überlegungen nennt, die es dem konkreten Entscheid zugrunde legt. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung b e- gründet, inwiefern sich die Situation in Sri Lanka seit dem Ende des Bü r- gerkriegs verändert habe , indem es insbesondere auf BVGE 2011/24 verweist. Die Beschwerde selbst zeigt denn auch, dass eine sachgerec h- te Anfechtung möglich war. Es ist somit festzustellen, dass den Akten kei- ne Hinweise zu entnehmen sind, wonach das BFM den Sachverhalt u n- genügend festgestellt beziehungsweise sich mit diesem nicht auseina n- dergesetzt hätte. 3.6 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass keine Verle t- zungen der Verfahrensgarantien vorliegen. Folglich ist der Rückwe i- sungsantrag abzuweisen. D-1424/2012 Seite 9 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihr er politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, d ie einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massg eblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das BFM im Wesentlichen aus, aus den Akten seien keine genügend konkreten Hinweise dafür zu erkennen, welche darauf hinweisen würd en, dass der Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka mit erheblicher Wahrscheinlic h- keit damit zu rechnen hätte, in absehbarer Zukunft seitens der heimatl i- chen Behörden Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG aus- gesetzt zu werden. Di e sri-lankische Armee hätte ihn im Juni 2006 nicht aus der vorübergehenden Haft entlassen, wenn sie ihn tatsächlich polit i- scher Aktivitäten zugun sten der LTTE verdächtigt hätte . Seine Freila s- sung spreche dafür, dass die sri-lankische Armee ihn keines nennenswer- ten Engagements für die LTTE verdächtigt habe. Die vorübergehende Festnahme sei zudem bereits mangels Intensität asylrechtlich nicht b e- achtlich, zumal diese für den Beschwerdeführer keine konkreten Verfo l- gungsmassnahmen nach sich gezogen habe. Immerhin habe er bis zu seiner Ausreise Ende September 2008 unbescholten im Heimatland g e- lebt und die Schule besucht respektive auf dem familieneigenen Bauer n- hof gearbeitet. Die Ausstellung eines "Clearance Certificate" durch die Armee für den Flug nach Co lombo und die problemlose Registrierung in Colombo durch den Lodgebesitzer seien weitere Hinweise dafür, dass es sich beim Beschwerdeführer nicht um eine von den sri -lankischen Behör-D-1424/2012 Seite 10 den gesuchte Person handeln könne. Zudem kämen Massnahmen wie einer Meldepflicht bereits aufgrund ihrer Intensität in der Regel kein Ve r- folgungscharakter zu. Darüber hinaus hätten die Personenkontrollen ein- zig darauf ab gezielt, die Infiltrierung von LTTE -Kämpfern in die Zivilg e- sellschaft zu unterbinden, was in asylrechtlicher Hi nsicht keine relevante Verfolgungssituation darstelle. Dem sei anzufügen, dass der Beschwe r- deführer nicht über ein Profil verfüge, das ihn zum heutigen Zeitpunkt g e- genüber den sri-lankischen Behörden noch verdächtig machen würde. So sei er nie Mitglied der LTTE gewesen und sei seit der Festnahme im Juni 2006 nicht mehr in die LTTE involviert gewesen. Ausserdem sei den sri - lankischen Behörden bekannt, dass Personen gezwungen worden seien, mit den LTTE zu kollaborieren. Solche Personen würden heute von den sri-lankischen Behörden in der Regel nicht mehr geahndet. Bei offensichtlich fehlender Asylrelevanz könne drauf verzichtet werden, auf allfällige Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen des B e- schwerdeführers einzugehen. In diesem Zusammenhang sei jedoc h fest- zustellen, dass der Beschwerdeführer einen zwar unverfälschten Reis e- pass abgegeben habe, er aber nicht der rechtmässige Inhaber dieses Reisepasses sein könne. Damit stehe seine Identität nicht fest. Unter di e- sem Blickwinkel bestünden erhebliche Zweifeln an seinen Asylvorbringen, da vermutet werden könne, dass der Beschwerdeführer bestimmte Info r- mationen verheimliche, welche seine Asylvorbringen widerlegen oder in ein anderes Licht stellen würden. 5.2 In der Beschwerde brachte der Beschwerdeführer im Wesen tlichen vor, es seien im Hinblick auf die Tatsache, dass die letzte Anhörung vor über drei Jahren stattgefunden habe , folgende Sachverhaltselemente zu beachten. Von den 15 Schüler n der Klasse, welche alle bei dem Kamp f- handlungstraining hätten teilnehmen mü ssen, seien mindestens drei im Jahr 2008 getötet worden. Eine n der drei habe er anlässlich seines Ve r- höres verraten müssen. Die übrigen Schüler seien alle geflüchtet und würden nicht mehr im Heimatland leben. So wäre er der einzige aus di e- ser Gruppe, welch er bei einer allfälligen Rückkehr im Heimatdorf leben würde, was eine zusätzliche Gefährdung darstelle n würde. Im Zeitungs- bericht, in welchem über das Kampfhandlungstraining berichtet worden sei, sei auch ein Gruppenfoto mit entsprechender Namensangabe ver öf- fentlicht worden. Ferner sei sein Bruder LTTE-Mitglied gewesen und habe dabei eine Ausbildung durchlaufen, was auch der Grund gewesen sei , weshalb dieser im Jahr 2000 nach Grossbritannien geflohen sei. Seit sei- ner Ankunft in der Schweiz engagiere er (der Beschwerdeführer) sich D-1424/2012 Seite 11 exilpolitisch, indem er regelmässig an Demonstrationen teilnehme. Er h a- be deswegen auch schon anonyme Drohanrufe erhalten, woraus zu schliessen sei, dass den paramilitärischen Gruppierunge n sein Engag e- ment bekannt sei. In Bezug auf den Reisepass habe er schon von Anfang an ausgeführt, dass er vom Schlepper einen falschen Pass erhalten ha- be, und seine richtige Identität sofort bekannt gegeben. Zudem habe er Kopien seiner Identitätsk arte, der Geburtsurkunde und eines Schul ab- schlusszeugnisses eingereicht. Das Verwenden eines gefälschten Pa s- ses sei ein absolut gängiges Vorgehen bei der Flucht aus dem Heima t- land und insofern sei daraus nicht auf die Unglaubwürdigkeit der betroffe- nen Person zu schliessen. Das Urteil des Bundesverwaltungsgericht BVGE 2011/24, in welchem verschiedene Risikoprofile bezüglich der Flüchtlingseigenschaft von tam i- lischen Personen in Sri Lanka definiert würden, basiere auf Berichten aus dem Jahr 2010. Deshalb müsse bei der Beurteilung der vorlieg enden Sa- che auch die aktuelle Lage in Sri Lanka und die Rechtsprechung des Eu- ropäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) berücksichtigt wer- den. (Es folgen allgemeine Ausführungen hierzu). Er selber sei verdäc h- tigt mit den LTTE zusammenzuarbeiten, und wäre im Falle einer Wegwei- sung ein Rückkehrer aus der Schweiz. Somit erfülle er zwei der fünf Ris i- koprofile, welche in BVGE 2011/24 beschrieben würden. Er habe ve r- schiedene Verbindungen zu den LTTE ausgewiesen. So habe er gemein- sam mit seinen Schulkamerad en an einem Training der LTTE teilgeno m- men, was die Behörden wissen würden, sei an einer Demonstration in Sri Lanka gewesen und habe verschiedene Hilfstätigkeiten für die LTTE wahrgenommen. Ausserdem habe er einen Bruder, welcher bei den LTTE Mitglied gewesen sei , und habe sich in der Schweiz exilpolitisch eng a- giert. Somit sei er auch nach Juni 2006 in die LTTE involviert gewesen , indem er verschiedene Unterstüt zungsleistungen getätigt hab e. Weiter sei er nur mittels Bestechung eines EPD P-Mitgliedes an ein "Clearance Certificate" für die Reise nach Colombo gekommen und habe auch nur mithilfe von Bestechung der zuständigen Behörde einen Pass erhal ten, mit welchem er anschliessend habe ausreisen können. Er habe auch ausgeführt, sich gegenüber dem Lodgebesitzer ausgewiesen zu haben, jedoch nie korrekt bei der Polizei registriert worden zu sein. Die Ausfü h- rungen des BFM seien insofern unbehelflich und schlicht falsch. Die Fre i- lassung aus d er Haft im Jahr 2006 könne nichts darüber aussagen, wie das aktuelle Interesse der sri-lankischen Behörden am Beschwerdeführer aussehe. So würde der Umstand, dass er sich im Sommer 2008 nicht im Camp gemeldet habe, ihn bereits verdächtig machen. Auch die d rei Klas-D-1424/2012 Seite 12 senkameraden seien erst im Jahr 2008 getötet worden. Dass die Behör- den ein aktuelles Interesse an ihm hätten, sei zudem daran ersichtlich, dass vor zwei Monaten seine Familie in Sri Lanka registriert und dabei i n- tensiv über den Verbleib von ihm und seinem Bruder befragt worden sei. Dafür sei sein Vater einen Tag ins Militärcamp mitgenommen, verhört und geschlagen worden. Zusammenfassend weise er klar ein Profil auf, aus dem zu schliessen sei, dass er auch zum aktuellen Zeitpunkt der Verbi n- dung zu den LTTE verdächtigt werde. Es sei davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr bereits am Flughafen festgenommen, verhört und i n- haftiert werden würde. Zudem sei die Gefahr , aufgrund der generellen Verdächtigungen inhaftiert und bei der Freilassung Opfer ein er extralega- len Tötung zu werden, massiv gewachsen. 5.3 In der Beweismitteleingabe vom 26. April 2012 ergänzte der B e- schwerdeführer seine Kenntnisse über die Schicksale der Schulkamer a- den, welche mit ihm das Kampfhandlungstraining absolviert hätten. Einer dieser Kameraden, über welchen er habe Auskunft geben müssen , sei gemäss eingereichtem Todesschein am 7. August 2008 durch eine Schussverletzung, welche ihm durch die Armee zugefügt worden sei, ver- storben. Zudem wies er darauf hin, dass er am (…) an einer Demonstra- tion in B._______ teilgenommen habe und die sri -lankische Regierung exilpolitische Aktivitäten von Tamilen in der Schweiz systematisch übe r- wache und auswerte. So sei er an dieser und anderen Kundgebungen durch Mitarbeiter des s ri-lankischen Konsulates fotografisch festgehalten worden. Spätestens bei der Ersatzpapierbeschaffung müsste er damit rechnen, als exilpolitischer Aktivist zugunsten der LTTE identifiziert zu werden. Der Artikel, welcher nach dem Kampfhandlungstraining in der Zeitung erschienen sei, könne hingegen nicht mehr beschafft werden, da dieses Ereignis zu lange zurück liege. 5.4 In seiner Vernehmlassung vom 12. Dezember 2012 hielt das BFM fest, bezüglich der geltend gemachten exilpolitischen Aktivtäten, namen t- lich an einer Kundgebu ng in B._______ am (…), sei nicht davon ausz u- gehen, dass die heimatlichen Behörden davon Kenntnis genommen hä t- ten, da die blosse Teilnahme an niederschwelligen Massenveranstaltu n- gen keinesfalls das Ausmass eines Engagements erreichen dürfte, we l- ches aufgrund seiner staatsgefährdenden politischen Natur das Interesse der Behörden wecken würde. 5.5 In seiner Replik wies der Beschwerdeführer umfangreich auf die S i- cherheitslage in Sri Lanka hin, welche sich durch Ereignisse in der G e-D-1424/2012 Seite 13 gend von Jaffna im November und Dezember 2012, wo es seit Stude n- tenprotesten zu einer neuen Verhaftungswelle gekommen sei, erheblich verschlechtert habe. So sei festzuhalten, dass zwar die direkte militär i- sche Konfrontation in Sri Lanka im Mai 2009 zu Ende gegangen sei, der Kampf der Reg ierung, welche um jeden Preis ein Wiedererstarken der LTTE verhindern wolle, gegen diese aber noch keineswegs abgeschlo s- sen sei und sich durch die immer neuen und zusätzlichen Massnahmen die Verfolgungsstruktur von oppositionellen Tamilen dauernd weiterentwi- ckeln würde. In Anbetracht dessen und der neuen UNHCR -Richtlinie be- treffend den internationalen Schutzbedarf sri-lankischer Asylgesuchsteller vom 21. Dezember 2012 sei festzuhalten, dass das Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts betreffend d ie Einschätzung der Sicherheit s- lage und d ie asylrelevante Gefährdung von rückkehrenden Tamilen nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten entspreche und dringend übera r- beitet werden müsse. Zu beachten sei zudem, dass er bei einem negat i- ven Asylentscheid zur Gr uppe der tamilischen abgewiesenen Asylg e- suchstellern gehören würde, welche bei einer Rückschaffung nach Sri Lanka gefährdet seien, und er deshalb in asylrelevanter Art und Weise bedroht wäre. Neben rehabilitierten LTTE-Mitgliedern mache die sri-lanki- sche Regierung vor allem die politischen Aktivitäten der Tamilen im Au s- land für den befürchteten beginnenden neuen Aufstand der Tamilen ve r- antwortlich, weshalb diese genauestens überwacht würden. Die Kontro l- len und Verhöre von zurückgeschafften Asylgesuchstellern, insbesondere zu deren Aktivitäten im Exil, würden nun umso strenger sein. Dazu komme, dass er seit der letzten Eingabe erneut mehrfach bei seiner Familie durch die Armee gesucht worden sei und diese sich nach seinem Aufenthaltsort erkundigt habe. Dies zeige, dass er auch zum heutigen Zeitpunkt aufgrund seiner Verbindungen zu den LTTE, seines Asylgesu- ches und seines Bruders in Grossbritannien in Sri Lanka verfolgt werden würde. In Bezug auf seine exilpolitischen Tätigkeiten würden entgegen der B e- hauptung des BFM die sri -lankischen Behörden unabhängig vom Mass eines öffentlich sichtbaren exilpolitischen Engagements versuchen, durch aktive (Bespitzelung und eigene Bild - und Videoaufnahmen) sowie passi- ve Überwachungsmassnahmen (beispielsweise Auswertung öff entlicher Quellen im Internet) aufgrund der paranoiden Angst vor Wiedererstarkung einer tamilischen Bewegung möglichst alle Aktivisten zu erfassen. Nac h- dem im Dezember 2012 die sri -lankische Regierung gerade wieder die Aktivitäten von Exiltamilen für die n eusten Unruhen in Jaffna verantwor t-D-1424/2012 Seite 14 lich gemacht habe, zeige sich auch hier der klare Fokus der Regierung auf die systematische Überwachung von Exiltamilen, unabhängig von d e- ren Funktion bei exilpolitischen Aktivitäten der LTTE. Die Behauptung des BFM in se iner Vernehmlassung, wonach ihm aufgrund seiner exilpolit i- schen Betätigung keine Verfolgung drohe, sei somit unrichtig. Er habe bei Kundgebungen die spezielle Aufgaben inne, Fahnen der LTTE zu verkau- fen. Daneben sei er politisch auf Facebook tätig und nehm e regelmässig an Veranstaltungen der LTTE in C._______ teil, wobei er im Vorfeld aktiv bei in der Schweiz ansässigen Tamilen durch Hausbesuche Propaganda für die LTTE mache. Somit sei er in vielfältiger Weise als LTTE -Aktivist erkennbar. 6. In der Beweismitteleingabe vom 14. März 2013 fügte der Beschwerdefüh- rer im Wesentlichen an, die in dieser Eingabe eingereichten Fotos zeigten ihn mit Fahnen, welche er bei Demonstrationen öffentlich verkauft habe. Über diese Demonstration vom (…) sei auf D._______ berichtet worden, wobei die Fotos auch ihn anlässlich des Umzuges zeigen würden. Die eingereichten Bilder belegten, dass er sich in der Schweiz tatsächlich exilpolitisch engagiere. Wegen der bereits erwähnten Drohanrufe, welche er nach einer Demonstratio n im Frühjahr 2012 erhalten habe , und auf- grund des nun im Internet veröffentlichten Be richts, sowie des Umstands, dass er sich mittels de r Fahnenverkäufe exponiert habe, sei davon au s- zugehen, dass die sri -lankischen Behörden über sein exilpolitisches E n- gagement Bescheid wüssten. Dies insbesondere v or dem Hintergrund der Aussagen der sri-lankischen Regierung, dass die Überwachung der Auslandaktivitäten der LTTE eine der wichtigsten Strategien des Verteid i- gungsministeriums sei. Daraus ergebe sich, dass sri -lankische Behörden mutmassliche LTTE-Unterstützer bereits im Ausland aufspüren und übe r- wachen könnten und im Stande seien, diese bei der Rückkehr nach Sri Lanka gezielt abzufangen, zu überprüfen und zu inhaftieren. Weiter habe sich die Situation in Sri Lanka seit der letzten Eingabe am 3. Januar 2013 weiter verändert. Somit liege ein anderer rechtserheblicher länderspezif i- scher Sachverhalt vor als zum damaligen Zeitpunkt. Gemäss einem B e- richt des UNHCR beschränke sich die militärische Präsenz nicht nur auf die offenkundige physi sche Präsenz, sondern komme besonders stark durch deren Einfluss auf zivile Institutionen zur Geltung. Weiter werde die anhaltende Überwachung der Rehabilitierten kritisiert und äusserst gro s- se Bedenken bezüglich des Rehabilitierungspro zesses ausgesprochen. Ferner bestätige der Bericht das nach wie vor existierende Phänomen des "Verschwindenlassens", welches in der Regel unaufgeklärt und stra f-D-1424/2012 Seite 15 frei bleibe, die extralegalen Tötungen und die mangelnde Politik der Ve r- söhnung. Das im Länderupdate der SFH thematisierte Risiko, nach der Rückkehr entführt, verhaftet oder gefoltert zu werden, meist in Zusa m- menhang mit dem generellen Verdacht einer allfälligen exilpolitischen Be- tätigung zugunsten der LTTE, werde im Bericht des Immigration and Re- fugee Board of Canada erneut bestätigt. Überdies sei in Grossbritannien, als Reaktion auf einen Bericht von Human Rights Watch, am 27. Februar 2013 erneut eine Ausschaffung von mehreren dutzend Tamilen gestoppt worden. Das Gericht habe diese Massnahme damit b egründet, dass in Grossbritannien die Länderinformationen und Richtlinien zu Sri Lanka ge- rade überarbeitet würden. Dies mache deutlich, dass bezüglich der G e- fährdung von tamilischen Rückkehrer n und Rückkehrerinnen weitere Sachverhaltsabklärungen notwendig seien. Zusammenfassend zeigten diese Ereignisse, dass tamilische Asylsuchende, die eine asylrelevante Verfolgung geltend gemacht hätten, deren Asylgründe aber nicht als glaubhaft qualifiziert und die folglich abgewiesen worden seien, bei einer Rückkehr nach Sri Lanka trotzdem einer unmenschlichen Behandlung im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ausgesetzt sei- en. Einerseits dokumentierten sie das Versagen der akt uellen europä i- schen Asylpolitik bei der Identifizierung der gefährdeten Personen, da in einigen Fällen von erneut geflüchteten Tamilen, welche bei ihrer Rüc k- kehr Folterspuren aufgewiesen hätten, nachträglich Asyl gewährt worden sei, andererseits hielten si e fest, dass die Kenntnis dieser Ereignisse zu einem Umdenken auf Stufe des britischen High Courts geführt habe. Dies müsse nun zwingend auch in der schweizerischen Praxis berücksichtigt werden. 7. Der Beschwerdeführer macht geltend , er heisse A._______ und sei am (…) geboren, was er unter anderem mit der Einreichung einer Kopie der Geburtsurkunde und eines Schulabschlusszeugnissen zu untermauern versucht. Dem widersprechend gab er anlässlich der Einreichung seines Asylgesuchs einen fremden sri-lankischen Reisepass zu den Akten, bei dem keine objektiven Fälschungsmerkmale festgestellt werden können. Dazu führte der Beschwerdeführer aus, diesen Pass in Griechenland von seinem Schlepper erhalten zu haben, wobei er gleichzeitig seinen eig e- nen ausgehändigt habe. Dieses Vorgehen erscheint durchaus logisch und plausibel. Zudem hat der Beschwerdeführer von Beginn weg angegeben, warum er in Besitz eines fremden Passes sei , und hat auch während des gesamten Verfahrens die angegebene Identität beibehalten. Somit er-D-1424/2012 Seite 16 scheint seine Identität durchaus glaubhaft. Auch in Bezug auf die Glau b- haftigkeit der übrigen Aussagen des Beschwerdeführers kann insgesamt festgehalten werden, dass seine Vorbringen im Allgemeinen schlüssig und plausibel sind. Seine Vorbringen waren meist detailliert und weitg e- hend ohne grundlegende Widersprüche. Somit ergibt eine Durchsicht der Protokolle, dass die Schilderung der Ereignisse den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit durchaus zu genügen vermag. 8. 8.1 Seit Mai 2009 ist gemäss weitgehend übereinsti mmenden Berichten insgesamt von einer seit Beendigung des militärischen Konflikts zwischen der sri-lankischen Armee und den LTTE erheblich verbesserten Lage in Sri Lanka auszugehen. Militärisch gelten die LTTE als vernichtet; es gibt keine Anzeichen, dass sie heute noch in der Lage wären, Angriffe auf die Sicherheitskräfte oder sonstige Attentate auszuführen. Die Sicherheitsl a- ge hat sich in bedeutsamer Weise stabilisiert, auch wenn sich das Land immer noch in einem Entwicklungsprozess befindet. Die Mensche n- rechtslage hat sich jedoch gleichzeitig namentlich hinsichtlich der Me i- nungsäusserungs- und der Pressefreiheit weiter verschlechtert. Politisch Oppositionelle jeglicher Couleur werden seitens der Regierung als Staatsfeinde betrachtet und müssen mit entspre chenden Verfolgung s- massnahmen rechnen (vgl. BVGE 2011/24 E. 7.6). Aus diesem Grunde definierte das Bundesverwaltungsgericht im Grundsatzurteil BVGE 2011/24 – im Sinne von Risikogruppen – Personenkreise, deren Zugehö- rige einer erhöhten Verfolgungsgefahr unt erliegen. Zu diesen Risikogru p- pen gehören namentlich (1) Personen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen beziehungsweise gestanden zu sein, (2) kritisch auftretende Journalisten und Medienschaffende, (3) Menschenrechtsaktivisten und regimekritische Nichtregierungsorganisationen-Vertreter, ferner (4) Personen, die Opfer oder Zeuge schwerer Menschenrechtsverstösse wurden oder diesbezü g- lich juristische Schritte einleiten, sowie (5) Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kon takte zu den LTTE unterstellt werden beziehungs weise die über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen (BVGE 2011/24 E. 8). In- nerhalb der Risikogruppen muss im Einzelfall untersucht werden, ob die individuellen Begebenheiten eine asylrelevante Verfolgungsgefahr zu be- gründen vermögen. Namentlich bildet nach Auffassung des Bundesve r- waltungsgerichts der Umstand allein, dass ein Angehöriger der tamil i- schen Ethnie im Zeitraum vor dem Ende des Bürgerkriegs mit den LTTE in Kontakt kam, k ein ausreichendes Kriterium für eine asylrechtlich rel e- vante Gefährdung. Diese Einschätzung trifft auch zum heutigen Zeitpunkt D-1424/2012 Seite 17 zu, ist doch aufgrund der in den ehemals von den LTTE kontrollierten Ge- bieten von dieser Organisation aufgebauten Strukturen davo n auszuge- hen, dass praktisch die gesamte dortige Bevölkerung in bestimmter We i- se entsprechende Kontakte aufwies. Die Wahrscheinlichkeit eines ko n- kreten Verfolgungsrisikos setzt vielmehr ein entsprechendes besonderes Profil der betreffenden Person voraus (vgl. beispielsweise Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts E-1858/2012 vom 24. Januar 2013 E. 6.2). Diese Lageeinschätzung des Grundsatzurteils BVGE 2011/24 des Bundesve r- waltungsgerichts ist weiterhin zutreffend und wird in der jüngsten Ei n- schätzung des UNHCR und in den weiteren vom Beschwerdeführer ei n- gereichten Berichten betreffend die politische und menschenrechtliche Lage in Sri Lanka bestätigt (vgl. UNHCR: Eligibility Guidelines for Asses- sing the International Protection Needs of Asylum Seekers from Sri L an- ka, 21. Dezember 2012; AMNESTY INTERNATIONAL [AI], Report 2012, Lo n- don 2012, S. 314 ff. [AI -Index: POL 10/001/2012]; DIES., Sri Lanka: L o- cked away: Sri Lanka's security detainees, London 2012 [AI -Index: ASA 37/003/2012]; HUMAN RIGHTS WATCH, World Repor t 2012, New York 2012, S. 388 ff.; INTERNATIONAL CRISIS GROUP, Sri Lanka's North I: The Denial of Minority Rights, Crisis Group Asia Report N°219, Colo m- bo/Brüssel 2012; SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE (SFH), Sri Lanka: Aktuelle Situation Situation für aus dem Norden oder Osten stammende TamilInnen in Colombo und für RückkehrerInnen nach Sri Lanka, Bern 2011 sowie Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -2625/2011 vom 22. Januar 2013 E.5.5.3). Auch im neusten Bericht der SFH wird klar zum Ausdruck gebracht, es gebe keine Hinweise, dass sämtliche Rückke h- renden systematisch entführt, verhaftet oder gefoltert werden würden (vgl. SFH, Aktuelle Situation, Bern, 15. November 2012, S. 20 ff.). Somit kann davon ausgegangen werden, dass auch nach Konsultation insb e- sondere der vom Beschwerdeführer eingereichten Quellen bezüglich der Einschätzung der Lage in Sri Lanka rückkehrenden Tamilen gemäss der nach wie vor geltenden Rechtsprechung nicht in genereller Weise u n- menschliche Behandlung droht (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). 8.2 Mit der Gefährdungssituation, jedoch im Hinblick auf eine EMRK - widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, hat sich auch der Europä i- sche Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) wiederholt befasst (vgl. NA. v. United Kingdom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008; P .K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. J a- nuar 2011; T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; E.G. v. United K ingdom, Application no. 41178/08, D-1424/2012 Seite 18 Entscheid vom 31. Mai 2011). Auch der EGMR hält fest, dass nicht in ge- nereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe unmenschliche Behandlung; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr versch iedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende erns t- hafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Interesse. Als derartige risikobegründende Faktoren nennt der EGMR namentlich Aspekte wie eine frühere Registrie- rung als verdächtigtes oder tatsächliches LTTE -Mitglied, das Bestehen einer Vorstrafe oder eines offenen Haftbefehls, die Flucht aus der Haft oder aus Kautionsauflagen, die Unterzeichn ung eines Geständnisses oder ähnlicher Dokumente, die Anwerbung als Informant der Sicherheit s- kräfte, die Existenz von Körpernarben, die Rückkehr nach Sri Lanka von London oder von einem anderen Ort, welcher als LTTE -Finanzmittel- beschaffungszentrum gilt, d as Fehlen von Identitätsp apieren oder and e- ren Dokumenten, die Asylgesuchstellung im Ausland oder die Verwand t- schaft mit einem LTTE-Mitglied (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). 8.3 An dieser Stelle ist festzuhalten, dass der Antrag des Beschwerdefüh- rers, im vorliegenden Fall die neusten britischen Richtlinien abzuwarten, abgelehnt wird. Der rechtserhebliche Sachverhalt, insbesondere in Hi n- blick auf die allgemeine Lage in Sri Lanka, ist nach der eingehenden Konsultation diverser – auch vom Beschwerdeführer eingereichter – Be- richte genügend festgestellt, weshalb sich weitere Abklärungen erübrigen. Weiter wird die Ansetzung einer Frist, innert welcher der Beschwerdefü h- rer weitere Informationen im Zusammenhang mit der asylrelevanten G e- fährdung von tamilischen R ückkehrern und Rückkehrerinnen einreichen kann, ebenfalls abgelehnt , da nicht ersichtlich ist, wie die Einreichung weiterer ähnlicher Beweismittel etwas an den nachfolgenden Schlussfo l- gerungen ändern könnte. Im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung ist dem rechtlichen Gehör somit Genüge getan. 8.4 8.4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, zwei verschiedenen Risik o- gruppen anzugehören. Zum einen werde er verdächtigt, in Verbindung zu den LTTE zu stehen, und zum anderen sei er im Falle eines abgewies e- nen Asylgesuchs ein Rückkehrer aus der Schweiz, welchem nahe Ko n- takte zu den LTTE unterstellt würden ( vgl. BVGE 2011/24 E. 8.1 und E. 8.4), wobei bei be iden Gruppen eine Verbindung zu den LTTE beste- hen muss. D-1424/2012 Seite 19 8.4.2 Der Beschwerdeführer gab an, im Mai 2006 von den LTTE gezwun- gen worden zu sein , an einem fünftägigen Kampfhandlungstraining tei l- zunehmen, von welchem die sri-lankischen Behörden per Zeitungsbericht erfahren hätten. Diesbezüglich ist zu bemerken, dass – gemäss den Aus- sagen des Beschwerdeführers – die ganze Klasse ge zwungen worden ist, an diesem Kampfhandlungstraining teilzunehmen, und der Beschwer- deführer nicht vorbringt, sich dabei speziell exponiert zu haben. Ferner sind seit diesem Training schon rund sieben Jahre vergangen, in welchen sich die Situation in Sri La nka stark verändert hat. Weiter wurde der Be- schwerdeführer nach den Verhören im Camp im Jahr 2006 nach kurzer Zeit immer wieder freige lassen und zudem nach drei Monaten – im Sep- tember 2006 – endgültig von der Meldepflicht befreit (vgl. A15 S. 4). Der Beschwerdeführer brachte weder vor, mit hochrangigen Personen der LTTE in Kontakt gekommen zu sein, noch machte er geltend, an Kriegs- handlungen teilgenommen zu haben. Zu den vorgebrachten Tätigkeiten zwischen den Jahren 2006 und 2008, welche als unter geordnete Tätig- keiten betrachtet werden müssen, ist zu bemerken, dass alle Personen, welche im von den LTTE kontrollierten Gebiet gelebt haben, Kontakt mit den LTTE hatten und nicht alleine aufgrund dessen Schutz gemäss des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) benötigen (vgl. UNHCR, a.a.O. 2012, S. 26). Dass er im Jahr 2008 tatsächlich erneut von der Armee gesucht wurde, erscheint überdies fraglich. So brachte der Beschwerdeführer nicht vor, von der sri- lankischen Armee selber aufgefordert worden zu sein, sich im Camp zu melden, sondern machte lediglich geltend, von einem der zwei Kamer a- den, die er an die Armee verraten hab e (vgl. A15 S. 8), respektive von Dorfbewohnern (vgl. A6 S. 11) dazu aufgefordert wor den zu sein. Weiter gibt es auch keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz der Verbindung mit den LTTE verdächtigt wurde. Der Umstand, dass in der letzten Zeit die sri -lankische Armee den Beschwerdeführer gesucht und sich nach ihm erkundigt haben soll – was aufgrund der fehlenden Beweise eine Behauptung bleibt –, ist kein ko n- kretes Indiz für eine künftige Verfolgung. Aus den eingereichten Eingaben wird nicht ersichtlich, in welcher Angelegenheit, wie oft und wann genau sich die Armee nach dem Beschwerdeführer erkundigt haben soll, was al- lerdings in Anbetracht der Relevan z dieser Tatsachen zu erwarten gewe- sen wäre. Weiter sprechen auch die Umstände seiner Ausreise gegen e i- ne asylrelevante Verfolgung. So kann nicht n achvollzogen werden, w a- rum der Beschwerdeführer erst im Jahr 2008 die Ausreise organisiert hat, obschon die Verfolgungsgefahr im Jahr 2006 wesentlich grösser gewesen zu sein scheint. Im Hinblick darauf, dass er zu Protokoll gegeben hat, die D-1424/2012 Seite 20 finanzielle Lage seiner Familie im Jahr 2006 habe für eine Flucht nicht ausgereicht, erstaunt es, dass die Ausreise im Jahr 2008 derart sc hnell organisiert werden konnte, er zudem mit dem Flugzeug nach Colombo geflogen sei und ihn dabei auch noch seine Mutter begleite n konnte, ob- schon eine Reise mit dem Bus wesentlich kostengünstiger gewesen wä- re. Somit vermögen diese Tätigkeiten für die LTTE sowie die gesamten Umstände keine asylrelevante Verbindung zu den LTTE aufzuzeigen. 8.4.3 Seine Ausführungen versucht der Beschwerdeführer mit einer gros- sen Zahl von Beweismitteln zu belegen, welche sich zur politischen und menschenrechtlichen Lage in Sri Lanka und deren Entwicklung im Verlauf der letzten Jahre äussern und ohne konkreten Bezug zur Person des B e- schwerdeführers und dessen in dividuellen Asylvorbringen sind. Aus di e- sen Berichten geht hervor – und ist aus Sicht des Bundesverwaltungsg e- richts nicht bestri tten –, dass die allgemeine Men schenrechtssituation in Sri Lanka auch nach dem Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009 noch in verschiedener Hinsicht als problematisch zu bezeichnen ist und ehemal i- ge Angehörige und Anhänger der LTTE unter bestimmten Umständen mit erheblichen Problemen konfrontiert sind. Allerdings ist gestützt auf die genannten Quellen (vgl. E. 7.1) und weitere Berichte unabhängiger Insti- tutionen und Organisationen – und zwar auch diejenigen, auf welche sich der Beschwerdeführer stützt – ebenfalls festzustellen, dass die Wah r- scheinlichkeit einer konkreten asylrechtlich relevanten Gefährdung zum heutigen Zeitpunkt ein ents prechendes Profil der betreffenden Person voraussetzt. 8.4.4 Nach dem Gesagten sind den Asylvorbringen des Beschwerdefü h- rers keine konkreten und stichhaltigen Hinweise zu entnehmen, dieser weise ein Risikoprofil auf, das ihn zum heutigen Zeitpunkt und unter den derzeit in Sri Lanka herrschenden Bedingungen in seinem Heimatstaat als in asylrelevanter Weise gefährdet erscheinen lässt. 8.5 Soweit der Beschwerdeführer zur Untermauerung seiner Gefährdung auf seinen Bruder oder auf die Schulkameraden verweist, ist Folgend es festzustellen: Es besteht kein Grund zur Annahme, der Beschwerdeführer habe wegen seines Bruders mit Nachteilen zu rechnen, zumal sich den Akten keine Hinweise dafür entnehmen lassen, dass seit der Flucht des Bruders im Jahr 2000 der Beschwerdeführer oder seine im Heimatstaat verbliebenen Verwandten (Eltern, Geschwister) deswegen irgendwelche Repressalien erlitten hätten. In Bezug auf die Schicksale der Schulkam e- raden liegen keine konkreten Angaben zu den Hintergründen der von den D-1424/2012 Seite 21 Behörden gegen diese Pe rsonen getroffenen Massnahmen vor. Die Vo r- bringen betreffend diese Personen sind demnach ebenfalls nicht geei g- net, eine asylrelevante Gefährdung des Beschwerdeführers zu belegen. 8.6 In Bezug auf sein exilpolitisches Engagement, kann festgestellt we r- den, dass der Beschwerdeführer neben dem (…) und dem (…) keine konkreten Daten vorbringen kann, an welchen er an Demonstrationen teilgenommen habe, weshalb davon auszugehen ist, sein politisches E n- gagement habe sich im Wesentlichen auf wenige Veranstaltungen be- schränkt. Bei den beiden genannten Demonstrationen handelt es sich um Massenveranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmenden, wobei es den sri -lankischen Behörden nicht möglich gewesen sei n kann, jeden Demonstranten zu identifizieren. Und auch wenn er , wie vo rgebracht, Fahnen der LTTE verkauft habe, ist davon auszugehen, dass diese Tätig- keit nicht ausreicht, um sich in einer grösseren Masse von Menschen derart zu exponieren, dass die sri -lankischen Behörden auf ihn aufmer k- sam geworden wären. Auf dem Bild des am 14. März 2013 eingereichten Berichts ist das Gesicht des Beschwerdeführers nicht zu erkennen, womit eine Verfolgung der sri -lankischen Behörden aufgrund dieses Berichts nicht möglich erscheint. Auch die übrigen eingereichten Fotos vom 26. April 2012 und vom 14. März 2013 zeigen ihn lediglich am Rande von Grossdemonstrationen. Was se ine Tätigkeit auf Facebook , die Prop a- ganda für die LTTE in C._______ und die Drohanrufe anbelangt, sind dies durch nichts belegte Behauptungen und zudem in den Eingaben äusserst unsubstanziiert ausgeführt. Somit sind auch diese nicht geeig- net, ein Profil des Beschwerdeführers zu belegen, welches über die blo s- se Teilnahme an Demonstrationen hinausgeht, und so auf entsprechende Kontakte sowie auf das Vorliegen subjektiver Nachflu chtgründe schlies- sen lassen. 8.7 Zusammenfassend ist nach einer Gesamtwürdigung aller relevanter Faktoren festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine bestehende oder unmittelbar drohende asylrelevante Verfolgungsge- fahr nachzuweisen. So mit hat die Vorinstanz zu Recht dessen Flüch t- lingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgewiesen. 9. 9.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an ; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). D-1424/2012 Seite 22 9.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegweis ung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezemb er 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Be- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E.10.2 S. 502; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Ru - din/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 10.2 Der Vollzug ist nicht zuläss ig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein L and g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlich er oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 10.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft e rfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e-D-1424/2012 Seite 23 fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh- rers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 10.4 Sodann ergeben sich weder aus seinen Aussagen noch aus den Ak- ten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung mit b e- achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der B e- schwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaub- haft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder u n- menschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). 10.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht nahm in BVGE 2011/24 zur Frage der Gefährdung von Personen aus Sri Lanka eine Lageana lyse vor. Es gebe Personenkreise, die immer noch einer erhöhten Verfol gungsgefahr ausgesetzt sein könnten. Indes ist entgegen den Ausführungen in der Be- schwerde nicht in genereller Weise davon auszugehen, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka unmenschli che Behandlung (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2, SFH, a.a.O, S. 20 ff.; UNHCR, a.a.O, S. 26 ff.). Auch der EGMR unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon auszu - gehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe unmenschliche Behand lung; eine entsprechende Ris ikoeinschätzung müsse vielmehr ver schiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Ein zelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürch- tung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befra gung ein Interesse. 10.4.2 Eine entsprechende konkrete Gefahr, die dem Beschwerdeführer drohen könnte, ist jedoch nicht ersichtlich. So wurde bereits festgestellt, dass die Asylvorbrin gen des Beschwerdeführers nicht auf begründete Furcht vor ernst haften Nachteilen im Falle der Rückkehr ins Heimatland schliessen lassen. Gegenteiliges vermag der Beschwerdeführer auch nicht mit den eingereichten Beweismitteln, aus denen kein "real risk" ab- geleitet werden kann, zu belegen. D-1424/2012 Seite 24 10.5 Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Weg- weisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt entgegen den wenig stich halti- gen Beschwerdevorbringen ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 10.6 10.6.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürger krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind, Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 10.6.2 Mit BVGE 2011/24 hat das Bundesverwaltungsgericht die in BVGE 2008/2 publizierte Wegweisungsvollzugspraxis teilweise abgeändert. Im Distrikt Jaffna – aus welchem der Beschwerdeführer stammt und wo auch seine Eltern und drei Geschwister leben würden – hat sich die S i- cherheits- und Versorgungslage seit dem Kriegsende deutlich verbessert. Die Militärpräsenz hat abgenommen, ist aber nach wie vor auf pr aktisch jeder Strasse sichtbar. Gleichzeitig haben die Polizei - und Zivilbehörden ihre Funktionen und Tätigkeiten wieder aufgenommen, so dass keine S i- tuation allgemeiner Gewalt mehr herrscht. Die politische Lage ist ebe n- falls nicht dermassen angespannt, da ss eine Rückkehr in dieses Gebiet als generell unzumutbar eingestuft werden muss. Angesichts der im h u- manitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber beim Wegweisungsvollzug in dieses Gebiet eine sorgfältige, zu- rückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien auf, bei der auch das zeitliche Element (Ausreise vor oder nach dem Ende des Bürgerkrieges im Mai 2009) gebührend zu berücksichtigen ist (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). 10.6.3 Der Beschwerdeführer stammt gemäss eigenen Angaben aus dem Distrikt Jaffna, wo er auch lebte. Gemäss eigenen Aussagen leben nach wie vor die Eltern, zwei Brüder und eine Schwester in Sri Lanka. Somit ist anzunehmen, dass er über ein familiäres Beziehungsnetz sowie über e i- ne gesicherte Wo hnsituation verfügt, und er sich trotz der längeren A b- wesenheit wieder integrieren kann. Vor der Ausreise aus Sri Lanka arbe i-D-1424/2012 Seite 25 tete er auf dem familieneigenen Bauernhof, wobei davon ausgegangen werden kann, dass dies auch nach seiner Rückkehr wieder möglich sein wird. Ferner ist d er Beschwerdeführer ein junger , lediger und – soweit den Akten nichts anderes entnommen werden kann – gesunder Mann. 10.7 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 10.8 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zustä n- digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegw ei- sung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 10.9 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde - führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 -3 des Regle ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 13. März 2012 in gleicher Höhe geleiste- ten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-1424/2012 Seite 26 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600. – werden dem Beschwerdeführer au f- erlegt. Dieser Betrag wird mit dem in derselben Höhe geleisteten Koste n- vorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner Versand: