B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6171/2013 U r t e i l v o m 3 0 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Richterin Contessina Theis (Vorsitz), Richterin Esther Karpathakis, Richter Robert Galliker, Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. Parteien A._______, geboren (…), gemäss eigenen Angaben China (Volksrepublik), (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 4. Oktober 2013 / N (…). D-6171/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge ihr Heimatland am 7. April 2012 und gelangte nach einem etwa einjährige n Aufenthalt in Nepal am 13. Mai 2013 in die Schweiz, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchte. B. Sie wurde am 28. Mai 2013 zu ihrer Person und summarisch zum Reis e- weg sowie den Asylgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Eine eingehende Anhörung zu den Gesuchsgründen fand am 6. August 2013 statt. Die Beschwerdeführerin begründete ihr Asylgesuch damit, dass sie tibeti- scher Ethnie sei und von ihrer Geburt bis zur Ausreise in Tibet gelebt ha- be. Nachdem sie vor dem chinesischen Büro in ihrem Dorf demonstriert und Plakate aufgehängt habe, sei sie aus Angst vor den chinesischen Behörden zuerst nach Nepal und von dort in die Schweiz geflüchtet. C. Im Auftrag des BFM wurde am 24. Juni 2013 mittels Telefon-Interview ei- ne Evaluation des Alltagswissens durchgeführt. Der Sachverständige kam in seinem Gutachten vom 24. Juli 2013 zum Schluss, die W ahrscheinlich- keit, dass die Beschwerdeführerin im von ihr behaupteten geografischen Raum gelebt haben könnte, sei gering. Anlässlich der Anhörung gewährte das BFM der Beschwerdeführerin zum Abklärungsergebnis das rechtliche Gehör. Die Beschwerdeführerin hi elt dabei an ihre n Aussagen fest, in T i- bet aufgewachsen zu sein und bis zu ihrer Ausreise dort gelebt zu haben. D. Mit Verfügung vom 4. Oktober 2013 (Eröffnung am 8. Oktober 2013) lehn- te das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an, wobei der Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China explizit ausgeschlossen wu r- de. E. Diese Verfügung focht die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 1. N o- vember 2013 beim Bundesverwaltungsgericht an und beantr agte die Auf- hebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und zur Neubeurteilung an die D-6171/2013 Seite 3 Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei eine vorläufige Aufnahme wegen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs anzuordnen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ersucht. Des Weiteren seien ihr die Anhörungsprotokolle und zumindest auszugsweise die Eva- luation des Alltagswissens zuzustellen. F. Mit Zwischenverfügung vom 20. November 2013 wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gutgeheissen . Der Antrag auf Einsicht in den Evaluationsbericht zum Alltagswissen wurde abgewi e- sen. G. In seiner Vernehmlassung vom 16. Juni 201 4 hielt das BFM an seinen bisherigen Ausführungen fest und beantragte die Abweisung der B e- schwerde. Die Vernehmlassung wurde der Beschwerdeführerin am 18. Juni 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem d ie beschwerde- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). D-6171/2013 Seite 4 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Be - schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten soziale n Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freih eit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin begründete ihr Asylgesuch damit, dass sie ti- betischer Ethnie sei und aus dem Dorf B._______, Gemeinde C._______, Bezirk D._______, Präfektur E._______, autonomes Gebiet Tibet (Volk s- republik China) stamme. Dort habe sie von ihrer Geburt bis zur Ausreise gelebt. Sie sei nicht zu r Schule gegangen und habe mit ihren Eltern auf dem Feld gearbeitet oder sei im Haushalt tätig gewesen. (…) 2012 habe D-6171/2013 Seite 5 sie mit sechs weiteren Personen vor dem chinesischen Büro demonstriert und Plakate aufgehängt. Als daraufhin chinesische Polizisten gekommen seien, sei sie weggerannt und mit dem Auto nach F._______ geflüchtet. Von dort sei sie mit d em Lastwagen nach G._______ gelangt, wo sie mit Hilfe eines Schleppers illegal die Grenze nach Nepal überquert habe. In Nepal habe sie für et wa ein Jahr bei einer Frau gelebt , bevor sie per Flugzeug und mit dem Zug in die Schweiz gelangt sei. 4.2 Das BFM begründete seine Verfügung damit, dass bereits anlässlich der BzP Zweifel an der angeblichen Herkunft der Beschwerdeführerin aufgekommen seien. Der beigezogene Experte sei im durchgeführten All- tagswissenstest zum Schluss gekommen, die Wahrscheinlichkeit, d ass die Beschwerdeführerin im behaupteten geografischen Raum gelebt h a- be, sei ge ring, da die Kenntnisse über die Heimatregion mangelhaft sei- en. So habe sie die umliegenden Gemeinden nicht nennen können und auch nicht gewusst, zu welchem Kreis ihr Heimatort gehöre. Ausserdem habe sie den Fluss in der unmittelbaren Umgebung nicht benennen kö n- nen und das Kloster in B._______ nicht gekannt. Sie sei nicht in der Lage gewesen, konkrete Produkte und deren Preise anzugeben. Die Angabe, jeweils um 18.30 Uhr zu Bett gegangen zu sein, entspreche nicht dem ty- pischen Tagesablauf einer Bauernfamilie. Sie habe keine Namen von Liedern nennen können, obwohl sie nach eigenen Angaben regelmässig Radio gehört habe. Überdies sei en falsche Angaben zum Aussehen der chinesischen Wä hrung gemacht worden. Schliesslich habe der Experte auch festgestellt, dass sie kein Chinesisch spreche. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs sei es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, die Ergebnisse der Herkunftsanalyse zu widerlegen, zumal ihre Antworten mehrheitlich ausweichend und oberflächlich ausgefallen seien. Somit werde den geltend gemachten Ausreise - respektive Asylgründen jegliche Grundlage entzogen. Dieser Schluss werde durch die unsub - stanziierten, widersprüchlichen und realitätsfremden Aussag en zu den Kernpunkten der Fluchtgeschichte erhärtet. So sei es der Beschwerd e- führerin nicht gelungen, ihre Motivation zur Teilnahme an der Demonstr a- tion überzeugend darzulegen. Die Schilderungen der persönlichen Nach - teile, welche sie als Tibeterin zu gew ärtigen gehabt habe, seien pauschal ausgefallen und hätten sich auf allgemeine Gegebenheiten beschränkt. Die Demonstration selbst sei äusserst vage geschildert worden. Es e r- staune, dass sie nicht wisse, welche Folgen aus der Teilnahme resulti e- ren könnten und es sei anzuzweifeln, dass sie allein aufgrund der Vermu-D-6171/2013 Seite 6 tung einer Bekannten, man würde sie suchen, das Land verlassen habe. Schliesslich seien die Aussagen betreffend den konkreten Reiseweg sub- stanzlos und widersprüchlich. So vermittle insbesondere die Schilderung des Grenzübertritts nach Nepal nicht den Eindruck, auf eigenen Erlebni s- sen zu basieren, und die Beschwerdeführerin habe sich dahingehend w i- dersprochen, dass sie einmal angegeben habe, die Grenze mit vier weite- ren Personen überquert zu haben (BzP), bei der Anhörung dann aber von zehn bis 15 Personen gesprochen habe. Die Vorbringen zur Reise von Nepal in die Schweiz seien gehaltlos, da sie nicht in der Lage gewesen sei, nähere Angaben zur Route, den Fluggesellschaften, den Destinati o- nen sowie den verwendeten Reisedokumenten zu machen. Das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe sei ebenfalls zu verneinen. Die Hauptsozialisation habe mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht in Tibet stattgefunden und es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführ e- rin nie dort gelebt habe und somit weder illegal noch legal aus China ausgereist sei. Der Beschwerdeführerin sei es aufgrund ihrer unglaubhaften Aussagen nicht gelungen, ihre chinesische Staatsangehörigkeit glaubhaft zu m a- chen, zumal der blosse Umstand, dass s ie Tibetisch spreche und wah r- scheinlich tibetischer Ethnie sei, keinen hinreichenden Beweis darstelle. 4.3 In der Beschwerdeschrift wurde an den bisherigen Vorbringen fes t- gehalten. Die Beschwerdeführerin verfüge über nur geringe Kenntnisse der umliegenden Dör fer sowie der Verwaltungskreise, da sie nie zur Schule gegangen sei und die meiste Zeit zuhause oder auf dem Feld verbracht habe. Sie kenne die Preise der Produkte nicht, da ihre Familie selbstversorgend gewesen sei, und sie (die Beschwerdeführerin) nie ei n- gekauft habe. Ihre Schlafgewohnheiten hätten nichts mit dem Asylgesuch zu tun. Sie habe auf dem Feld gearbeitet und ihre Familie habe Tiere b e- sessen. Anlässlich der Evaluation des Alltagswissens sei sie nicht nach Liedertiteln gefragt worden und sie sprec he kein Chinesisch, da ihre E l- tern die Schule abgelehnt hätten, gerade weil sie (die Beschwerdeführ e- rin) dann Chinesisch gelernt und sich von den tibetischen Bräuchen en t- fernt hätte. Das BFM gehe davon aus, dass sie den chinesischen Behö r- den als ausgereiste Staatsangehörige bekannt sei, behaupte aber gleic h- zeitig, sie habe nie einen Fuss auf tibetanisches Gebiet gesetzt und ve r- füge über die indische Staatsangehörigkeit. Die Ablehnung eines Asylg e- suchs lediglich gestützt auf solch vage Vermutungen sei aber unzulässig. D-6171/2013 Seite 7 5. 5.1 Das BFM hat im Ergebnis das Asylgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht abgelehnt. 5.2 Im Länderurteil BVGE E-2981/2012 vom 20. Mai 2014 präzisierte das Bundesverwaltungsgericht seine Praxis gemäss EMARK 2005 Nr. 1 d a- hingehend, dass bei Personen tibetischer Ethnie, die ihre wahre Herkunft verschleiern oder verheimlichen würden, vermutungsweise davon ausz u- gehen sei, dass keine flüchtlings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort bestünden. Denn die Abklärungspflicht der Asylbehörden finde ihre Grenze an der Mitwi r- kungspflicht der asy lsuchenden Person. Verunmögliche eine tibetische Asylsuchende durch die Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht die Abklärung, welchen effektiven Status sie in Nepal respekt ive in Indien innehabe, könne namentlich keine Drittstaatenabklärung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden. Überdies werde durch die Verheimlichung und Verschleierung der wahren Herkunft auch die Prüfung der Flüch t- lingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives He i- matland verunmöglicht (vgl. BVGE E -2981/2012 vom 20. Mai 2014 E. 5.9 f.). 5.3 Aufgrund der Aktenlage besteht Grund zur Annahme, dass die B e- schwerdeführerin ihre wahre Herkunft zu verschleiern versucht. Dabei kann z ur Hauptsache auf die Evaluation des Alltagswissens verwiesen werden. Diese stammt von einer qualifizierten Person und vermag au f- grund ihrer sorgfältigen, ausführlichen und ausgewogenen Begründung zu überzeugen, wohingegen es der Beschwerdeführerin im Rahm en des rechtlichen Gehörs und in der Beschwerde nicht gelungen ist, die Schlussfolgerungen der Evaluation zu entkräften. So erweist sich der auf Beschwerdeebene erneut vorgebrachte Erklärungsversuch, sie spreche kein Chinesisch, da sie nie zur Schule gegan gen sei, als unbehelflich. Dieser Einwand vermag nicht überzeugend zu erklären, wieso eine bei der Ausreise etwa (Alter) Beschwerdeführerin in völliger Unkenntnis von einfachsten chinesischen Lehnwörtern an ihrem angeblich stets gleichen Herkunftsort hätte aufwachsen sollen. Im Gegenteil, es ist vielmehr davon auszugehen, dass die zuletzt in der Landwirtschaft und im Haushalt tätige Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer alltäglichen Verrichtungen durchaus mit anderen Leuten in Kontakt gekommen und dabei mit de m in der U m- gangssprache gebräuchlichen Chinesisch konfrontiert worden wäre und sich mit diesem Idiom schliesslich auch vertraut gemacht haben dürfte. Jedenfalls ist festzuhalten, dass für das Fehlen von einfachstem Chin e-D-6171/2013 Seite 8 sisch keine nachvollziehbaren Gründe auszumachen sind. Ebenfalls nicht überzeugend ist der Einwand anlässlich der Anhörung, es habe zwar ve r- einzelt Chinesen in ihrer Gegend gegeben, aber sie habe diesen keine Beachtung geschenkt (vgl. act. A14 F89). Die mangelnden Kenntnisse über den Kreis, welchem ihr Heimatdorf zuzuordnen ist, vermag sie in der Anhörung nicht überzeugend zu erklären, zumal die Erklärung, die adm i- nistrative Zuteilung nicht zu kennen, da sie nicht zur Schule gegangen sei, zu kurz greift. Ebenfalls nicht durchzudringen vermag sie mit der E r- klärung, sie habe keine exakten Preise für Produkte nennen können, da ihre Familie selbstversorgend gewesen sei und sie nicht einkaufen g e- gangen sei, da dies die unzutreffenden Preisangaben für Süssigkeiten, die sie gemäss Angaben in der Anhö rung (vgl. act. A14 F86) auch selbst gekauft habe, nicht zu begründen vermag . Den Vorwurf, keine Lieder nennen zu können, obwohl sie angab regelmässig Radio zu hören, ve r- suchte die Beschwerdeführerin in der Beschwerde erneut mit der pau- schalen und nicht überzeugenden Bestreitung zu entkräften, sie sei im Rahmen der Evaluation gar nicht nach den Liedertiteln gefragt worden. Des Weiteren weisen auch die Ausführungen zum Reiseweg sowie zu den Fluchtgründen darauf hin, dass die Beschwerdeführerin ihre Herkunft zu verheimlichen versucht. Zu Recht bemerkt das BFM die widersprüchli- che Schilderung des Grenzübertritts nach Nepal . Überdies erstaunt es, dass die Beschwerdeführer in – selbst vor dem Hintergrund ihrer angeb- lich mangelnden Lesefähigkeit – überhaupt keine Angaben zur Flugreise machen konnte, zumal die Flughäfen oder Fluglinien sowohl im Flugzeug als auch vor Ort immer wieder bei Ansagen namentlich erwähnt werden. Ebenfalls nicht zu überzeugen vermag ihre Erklärung, sie besitze keine n Ausweis, da dieser erst ab 18 Jahren beantragt werden könne, zumal sie im Zeitpunkt der Ausreise kurz vor dem 20. Geburtstag stand und gemäss Erkenntnissen des Gerichts der Besitz von eigenen Ausweisen bereits ab dem 1 6. Altersjahr obligatorisch ist (vgl. Art. 2 des Law of the People's Republic of China on Resident Identity Cards) . Nur bedingt zu überze u- gen vermag denn auch ihre Erklärung, sie habe sich nie ausweisen müs- sen, da sie nur selten ausser Haus gewesen und wenn jeweils von ihren Eltern beglei tet worden sei. In diesem Zusammenhang ist noch zu e r- wähnen, dass die Beschwerdeführerin bis zum heutigen Zeitpunkt keine Reise- oder Identitätspapiere zu den Akten gegeben hat, die es erlauben würden, verbindliche Rückschlüsse auf ihre Identität zu liefern. Es liegen auch keine weiteren Dokumente vor, die zumindest Hinweise auf ihre wahre Identität geben könnten. Gemäss Art. 8 AsylG obliegt es den Asy l-D-6171/2013 Seite 9 suchenden im Rahmen ihrer Mitwirkung spflicht unter anderem, ihre Ide n- tität offen zu legen und Reisepapiere und Identitätsausweise abzugeben. Ihre stereotypen Antworten anlässlich der Befragungen erschöpften sich indes in der Erklärung, dass sie keine Dokumente besitze und niemanden in Tibet kontaktieren könne, und es ist nicht ersichtlich, ob respektive was die Be schwerdeführerin hinsichtlich einer Beschaffung von Identitätsd o- kumenten bisher unternommen hat. Mithin hat sie es unterlassen, die ihr obliegende zumutbare und mögliche Mitwirkung hinsichtlich der Papie r- beschaffung wahrzunehmen, weshalb sie die daraus res ultierenden nachteiligen Konsequenzen in Eigenverantwortung zu tragen hat. Schliesslich ist auch das fluchtauslösende Ereignis unglaubhaft geschi l- dert worden. Bereits die Ausführungen zur Motivation, an der Demonstr a- tion teilzunehmen, wurde n sehr allgemein formuliert , und die Beschwe r- deführerin konnte keine persönlich erlebten Schikanen seitens der chine- sischen Behörden schildern, sondern verlor sich vielmehr in allgemein gehaltenen Ausführungen (vgl. act. A14 F26 bis F28 und F59 ). Bei der Beschreibung der Demonstration widerspricht sich die Beschwerdeführ e- rin, indem sie in der BzP ausführte, mit einem Auto, das sie und ihre Mit- demonstranten in der Nähe geparkt hätten, geflüchtet zu sein (vgl. act. A5 S. 8) und in der Anhörung demgegenüber angab, die Flucht mit einem Taxi ergriffen zu haben (act. A14 F31 und F41 f.). Aus diesen Ausführungen ergibt sich, dass das BFM zu Recht feststellte, dass die Beschwerdeführerin über ihre Herkunft täuschende Angaben gemacht hat. In Anwendung der in BVGE E-2981/2012 vom 20. Mai 2014 E. 5.10 entwickelten Rechtsprechung und unter Verweis auf die Ausfü h- rungen in voranstehender Erwägung 5.2 ist das Asylgesuch der B e- schwerdeführerin mithin abzulehnen und der Vollzug für zulässig, zumu t- bar und möglich zu erachten. Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass auf Rückweisung zur Neubeurteilung an die Vorinstanz, weshalb der Event u- alantrag anzuweisen ist. 5.4 Nachdem diejenigen Tibeterinnen und Tibeter, die die chinesische Staatsbürgerschaft besitzen und illegal das Land verlassen haben, in Be- zug auf China zumindest subjektive Nachfluchtgründe haben, weil sie als Unterstützer des Dalai Lama und damit als separatistisch gesinnte Opp o- sitionelle betrachtet werden und – wiederum in Bezug auf China – die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. BVGE 2009/29 ), ist an dieser Stelle, im Sinne einer Klarstellung und in Übereinstimmung mit der Dispositivzi f- fer 5 der angefochtenen Verfügung, (nochmals) darauf hinzuweisen, dass D-6171/2013 Seite 10 für alle Exil -Tibeterinnen und -Tibeter ein Vollzug der Wegweisung nach China auszuschliessen ist, da ihnen dort gegebenenfalls eine unmensch- liche Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK droht. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). Die Beschwerde i st abzuweisen. 7. Da das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Si n- ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 20. November 2013 gutgeheissen wurde und nicht von einer Veränderung der finanzie l- len Verhältnisse der Beschwerdeführerin auszugehen ist , sind keine Ve r- fahrenskosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) D-6171/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona- le Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Contessina Theis Linus Sonderegger Versand: