A bteilung III C -89/2007 {T 0 /2 } U rteil vom 2. Juli 2007 M itw irkung: R ichter Stefan M esm er; R ichter Francesco Parrino; R ichter Eduard Acherm ann; G erichtsschreiberin Susanne M arbet C oullery. A ._______, Beschw erdeführerin, gegen Leitender A usschuss für die eidgenössischen M edizinalprüfungen, Bundesam t für G esundheit, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend A nerkennung eines polnischen A rztdiplom s, Verfügung vom 7. D ezem ber 2006 des Leitenden A usschusses für die eidgenössischen M edizinal- prüfungen. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie polnisch-schw eizerische D oppelbürgerin A._______ erw arb am 12. N ovem ber 1985 an der M edizinischen Akadem ie in X._______ ihr pol- nisches Arztdiplom . Am 13. Septem ber 2006 stellte sie beim Leitenden Ausschuss für die eidgenössischen M edizinalprüfungen des Bundesam tes für G esundheit (im Folgenden: LA) ein G esuch um Anerkennung dieses D iplom s – gestützt auf das Abkom m en vom 21. Juni 1999 zw ischen der Schw eizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen G em einschaft und ihren M itgliedstaaten andererseits über die Freizügig- keit (im Folgenden: FZA, SR 0.142.112.681), insbesondere auf die am 1. April 2006 erfolgte Inkraftsetzung der Ausdehnung des FZA auf diejenigen zehn Staaten, die am 1. M ai 2004 der EU beigetreten sind. B. M it Entscheid vom 7. D ezem ber 2006 w ies der LA das Anerkennungs- gesuch der Beschw erdeführerin ab. Zur Begründung führte er aus, nach Art. 2b Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. D ezem ber 1877 betreffend die Freizügigkeit des M edizinalpersonals in der Schw eizerischen Eidgenos- senschaft (im Folgenden: FM PG , SR 811.11) w ürden nur ausländische D iplom e anerkannt, die auf G rund eines Vertrages über die gegenseitige Anerkennung m it dem entsprechenden Staat als gleichw ertig gelten. D as FZA stelle eine derartige vertragliche Vereinbarung dar. Sow ohl Art. 3 der Verordnung vom 17. O ktober 2001 über die W eiterbildung und die An- erkennung der D iplom e und W eiterbildungstitel der m edizinischen Berufe (im Folgenden: VO FM PG , SR 811.113) w ie das FZA verw iesen betreffend D iplom anerkennung auf die entsprechenden EU -R ichtlinien. Aufgrund von Art. 9 Abs. 1 der R ichtlinie vom 5. April 1993 des R ates zur Erleichterung der Freizügigkeit der Ärzte und zur gegenseitigen Anerkennung ihrer D ip- lom e, Prüfungszeugnisse und sonstigen Befähigungsausw eise (in der per 1. M ai 2004 konsolidierten Fassung; im Folgenden: R ichtlinie 93/16/ EW G ) w erde ein D iplom aus Polen, das vor dem 1. M ai 2004 (Beitritt Polens zur EU ) erw orben w orden sei, nur dann anerkannt, w enn dem D iplom eine Bescheinigung beigefügt sei, dass sich die gesuchstellende Person w äh- rend den letzten fünf Jahren m indestens drei Jahre lang ununterbrochen tatsächlich und rechtm ässig den betreffenden Tätigkeiten gew idm et habe. D ies sei bei der Beschw erdeführerin nicht der Fall, da sie in den letzten fünf Jahren nicht m ehr ärztlich tätig gew esen sei, sondern aufgrund einer Bew illigung der G esundheitsdirektion des Kantons Zürich vom 9. O ktober 2001 als selbständige nichtärztliche H om öopathin arbeite. D ie ärztliche Tä- tigkeit sei ihr in der erw ähnten Bew illigung ausdrücklich untersagt w orden. C . G egen diesen Entscheid erhob die Beschw erdeführerin am 28. D ezem ber 2006 bei der Eidgenössische R ekurskom m ission für m edizinische Aus- und W eiterbildung (R EKO M AW ) Beschw erde und beantragte sinngem äss, der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben und ihr polnisches Arztdip- lom sei als gleichw ertig anzuerkennen. Zur Begründung führte sie aus, vor 3 sechs Jahren hätte m an ihr m itgeteilt, sie dürfe als selbstständige Ärztin in der Schw eiz nicht arbeiten, w eil sie kein eidgenössisches D iplom besitze, die bilateralen Verträge noch nicht in Kraft getreten seien und Polen noch nicht zur EU gehöre. D ie G esundheitsdirektion des Kantons Zürich habe ihr in der Folge lediglich eine Bew illigung für nichtärztliche H om öopathie erteilt. D anach habe sie w ohl Krankheiten – sow eit sie nicht m eldepflichtig sind – behandeln dürfen, aber keine rezeptpflichtigen M edikam ente ver- schreiben, keine chirurgischen, geburtshilflichen und gynäkologischen Eingriffe vornehm en und ihre Leistungen nicht nach dem Bundesgesetz vom 18. M ärz 1994 über die Krankenversicherung (KVG , SR 832.10) ab- rechnen können. Trotzdem habe sie in ihrem Beruf gearbeitet, da H om öo- pathie auch zu den m edizinischen Berufen gehöre. Sie verfüge über m eh- rere Jahre Spitalerfahrung und sei im Besitz eines Fähigkeitsausw eises in H om öopathie der Verbindung Schw eizer Ärztinnen und Ärzte (FM H ) und des Schw eizerischen Vereins H om öopathischer Ärztinnen und Ärzte (SVH A). Zudem absolviere sie regelm ässig Fortbildungsprogram m e nach dem Fortbildungsreglem ent für das D iplom "Arzt/Ärztin für H om öopathie SVH A". D . D ie an die R EKO M AW gerichtete Beschw erde w urde in der Folge zustän- digkeitshalber an das Bundesverw altungsgericht w eitergeleitet, w elches seine Tätigkeit am 1. Januar 2007 aufgenom m en hat und bei w elchem die Beschw erde am 4. Januar 2007 einging. E. In seiner Vernehm lassung vom 2. M ärz 2007 beantragte der LA, die Be- schw erde sei abzuw eisen. Zur Begründung bestätigte er seine Ausfüh- rungen im angefochtenen Entscheid vom 7. D ezem ber 2006 und hielt im W eiteren fest, der Erlass von Verfügungen betreffend die Zulassung zur Berufsausübung liege in der Kom petenz der Kantone. D er LA als Bundes- behörde sei in diesem Zusam m enhang bloss zur Erteilung bzw . Anerken- nung von Arztdiplom en zuständig, an rechtskräftige kantonale Entscheide über die Berufsausübung sei er gebunden. D a der Beschw erdeführerin von der G esundheitsdirektion des Kantons Zürich m it Verfügung vom 9. O kto- ber 2001 jegliche ärztliche Tätigkeit untersagt w orden sei, könne für die letzten fünf Jahre auch keine rechtm ässige ärztliche Tätigkeit nachge- w iesen w erden. Trotz der Ausdehnung des FZA auf Polen sei daher eine Anerkennung des D iplom s der Beschw erdeführerin ausgeschlossen. F. M it Verfügung vom 8. M ärz 2007 w urde der Schriftenw echsel geschlossen und den Parteien die Zusam m ensetzung des G erichtes zum Entscheid bekannt gegeben. Innert der gesetzten Frist ging kein Ablehnungsbe- gehren ein. G . Anlässlich der auf Antrag der Beschw erdeführerin durchgeführten m ündli- chen und öffentlichen Verhandlung vom 21. Juni 2007 erhielten die Par- teien die G elegenheit, ihren Standpunkt nochm als darzulegen. Sie bestä-4 tigten ihre Anträge und ergänzten deren Begründung. D ie Beschw erde- führerin reichte zudem w eitere Bew eism ittel betreffend ihre Tätigkeit als H om öopathin ein. H . Auf die Ausführungen der Parteien ist in den folgenden Erw ägungen – so- w eit erforderlich – näher einzugehen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. Angefochten ist die Verfügung des LA vom 7. D ezem ber 2006, m it w elcher das G esuch der Beschw erdeführerin um Anerkennung ihres polnischen Arztdiplom s abgew iesen w orden ist. 1.1 G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- verw altungsgericht (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungs- gericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172. 021), die von den als Vorinstanzen in Art. 33 und 34 VG G genannten Be- hörden erlassen w urden. D azu gehören die Verfügungen des LA über die Anerkennung ausländischer Arztdiplom e, so dass das Bundesverw altungs- gericht m angels einer Ausnahm e gem äss Art. 32 VG G zum Entscheid in vorliegender Sache zuständig ist. 1.2 G em äss Art. 48 Abs. 1 Vw VG ist zur Beschw erdeführung vor dem Bundes- verw altungsgericht legitim iert, w er vor der Vorinstanz am Verfahren teilge- nom m en hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. D ie Beschw erdeführerin hat als G esuchstellerin am vorinstanzlichen Ver- fahren teilgenom m en, ist als Adressatin durch die angefochtene Verfügung ohne Zw eifel besonders berührt und hat an deren Aufhebung bzw . Ab- änderung ein schutzw ürdiges Interesse. D a die Beschw erdeführerin den m it Verfügung vom 18. Januar 2007 eingeforderten Verfahrenskostenvor- schuss fristgerecht geleistet hat, ist auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde einzutreten. 2. D as Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht richtet sich im W esentli- chen nach den Vorschriften des Vw VG sow ie des VG G , w obei das neue, am 1. Januar 2007 in Kraft getretene Verfahrensrecht anw endbar ist (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 2.1 M it der Beschw erde kann gerügt w erden, die angefochtene Verfügung ver- letze Bundesrecht (einschliesslich der Ü berschreitung oder des M iss- brauchs von Erm essen), beruhe auf einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder sei unangem essen (Art. 49 Vw VG ). Entsprechend um fassend ist die Kognition des Bundes- verw altungsgerichts.5 2.2 D as G ericht ist gem äss dem G rundsatz der R echtsanw endung von Am tes w egen nicht an die Begründung der Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 Vw VG ). Es kann die Beschw erde auch aus anderen als den geltend gem achten G ründen gutheissen oder den angefochtenen Ent- scheid im Ergebnis m it einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abw eicht (vgl. FR ITZ G YG I, Bundesverw altungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212). 3. D ie Beschw erdeführerin m acht geltend, der LA habe ihr ausländisches, an der m edizinischen Akadem ie der Stadt X._______ in Polen erw orbenes Arztdiplom zu U nrecht nicht als gleichw ertig anerkannt. 3.1 Vor dem Inkrafttreten des FZA und der R evision des FM PG im Jahre 2002 hatten einzig die Kantone zu entscheiden, ob ein vorgelegtes ärztliches D iplom zur unselbstständigen und selbstständigen Berufsausübung auf ihrem Kantonsgebiet berechtigt. Zur Tätigkeit zu Lasten der sozialen Kran- kenversicherung dagegen w aren grundsätzlich nur Ärztinnen und Ärzte zugelassen, die über ein eidgenössisches D iplom und über eine vom Bun- desrat anerkannte W eiterbildung verfügten (vgl. Art. 36 KVG ). G em äss dem bis zum 31. M ai 2002 gültig gew esenen Art. 39 der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung (KVV, SR 832. 102) w aren ihnen Ärztinnen und Ärzte gleichgestellt, die über einen ausländischen w is- senschaftlichen Befähigungsausw eis verfügten, der von der zuständigen Stelle des Bundes – nach Anhören der Kantone und der Berufsverbände – als gleichw ertig anerkannt w orden w ar. D ie Anerkennung der G leichw ertig- keit ausländischer Befähigungsausw eise konnte von der Bedingung ab- hängig gem acht w erden, dass auch der ausstellende Staat die eidgenössi- schen M edizinaldiplom e anerkannte. 3.2 M it Inkrafttreten des FZA und der R evision des FM PG per 1. Juni 2002 hat sich die R echtslage grundlegend geändert. G em äss Art. 2a Abs. 2 FM PG ist eine Person, die das eidgenössische D iplom als Ärztin oder Arzt erw orben hat, berechtigt, bis zum Erw erb eines eidgenössischen W eiterbil- dungstitels unter der Aufsicht von Inhaberinnen oder Inhabern eines ent- sprechenden W eiterbildungstitels ärztliche H andlungen vornehm en (vgl. Art. 11 Abs. 1 FM PG ). D arüber hinaus können die Kantone – entspre- chend ihrer w eiterhin bestehenden Kom petenz zur R egelung der Berufs- ausübung – eine derartige unselbständige ärztliche Tätigkeit auch Perso- nen erlauben, die (noch) nicht im Besitze eines eidgenössischen D iplom s sind (vgl. etw a § 8 Abs. 3 der Ärzteverordnung des Kantons Zürich vom 6. M ai 1998 [LS 811.11]). G em äss Art. 2b FM PG sind den eidgenössischen D iplom en jene ausländi- schen D iplom e gleichgestellt, die vom LA anerkannt w erden. D ie Aner- kennung ausländischer D iplom e setzt voraus, dass sie auf G rund eines Vertrages über die gegenseitige Anerkennung m it dem ausstellenden Staat als gleichw ertig gelten. Eine Anerkennung ausländischer D iplom e ist dam it nur noch m öglich, w enn die G leichw ertigkeit im R ahm en eines Staatsvertrages festgestellt w orden ist. D ies bedeutet, dass seit dem 6 1. Juni 2002 die einzelfallw eise Anerkennung von ausländischen D iplom en ohne entsprechenden Staatsvertrag über die gegenseitige Anerkennung ausgeschlossen ist (vgl. ER IKA SC H M ID T, D ie M edizinalberufe und das Ab- kom m en über die Freizügigkeit der Personen, in: D AN IEL FELD ER /C H R ISTIN E KAD D O U S, Accords bilatéraux Suisse-U E [C om m entaires] – Bilaterale Ab- kom m en Schw eiz EU [Erste Analysen], Basel 2001, S. 408). D ie G leich- w ertigkeit eines ausländischen D iplom s w ird dem nach nicht auf G rund einer Ü berprüfung im konkreten Einzelfall, sondern generell-abstrakt, im R ahm en der staatsvertraglichen Verhandlungen anerkannt (vgl. AR IAN E AYER , Les effets des accords bilatéraux entre la Suisse et la C om m unauté européenne dans les cantons, en particulier en m atière de reconnaissance des diplôm es de professions de santé, D euxièm e partie, Institut de droit de la santé, U niversité de N euchâtel, N euchâtel 2000, S. 17). D ie R egelung des G esetzgebers ist eindeutig und die Form ulierung von Art. 2b Abs. 1 FM PG lässt keinen Zw eifel drüber offen, dass seit dem 1. Juni 2002 aus- ländische D iplom e vom LA nur anerkannt w erden können, w enn sie auf G rund eines entsprechenden Staatsvertrages als gleichw ertig gelten (vgl. BG E 132 II 135 E. 4). 3.3 Sow ohl das FZA, das eine vertragliche Vereinbarung im Sinne von Art. 2b Abs. 1 FM PG darstellt, als auch Art. 3 VO FM PG regeln die Anerkennung von M edizinaldiplom en aus EU -Staaten durch Verw eis auf die entspre- chenden EU -R ichtlinien – für Arztdiplom e auf die R ichtlinie 93/16/EW G . D a Polen seit dem 1. M ai 2004 M itglied der EU und seit dem 1. April 2006 auch dem FZA angeschlossen ist, sind im vorliegenden Verfahren, in w elchem über die Anerkennung eines polnischen Arztdiplom s zu befinden ist, die Vorschriften der R ichtlinie 93/16/EW G anw endbar (vgl. Art. 1 und Anhang III Ziff. 4 des Protokolls vom 26. O ktober 2004 zum Abkom m en zw ischen der Schw eizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen G em einschaft und ihren M itgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit im H inblick auf die Aufnahm e der Tschechischen R e- publik, der R epublik Estland, der R epublik Zypern, der R epublik Lettland, der R epublik Litauen, der R epublik U ngarn, der R epublik M alta, der R e- publik Polen, der R epublik Slow enien und der Slow akischen R epublik als Vertragsparteien infolge ihres Beitritts zur Europäischen U nion [im Folgenden: Protokoll zum FZA, AS 2006 995]). D ies gilt ungeachtet dessen, dass Schw eizerbürger m it W ohnsitz in der Schw eiz an sich gegenüber den schw eizerischen Behörden aus dem FZA keine R echte ableiten können. D as D iskrim inierungsverbot von Art. 2 FZA besagt, dass die Staatsangehörigen einer Vertragspartei, die sich recht- m ässig im H oheitsgebiet einer anderen Vertragspartei aufhalten, bei der Anw endung dieses Abkom m ens gem äss den Anhängen I, II und III nicht auf G rund ihrer Staatsangehörigkeit diskrim iniert w erden. Art. 2b FM PG verlangt aber einzig, dass die Schw eiz in einem Staatsvertrag eine be- stim m te D iplom art als gleichw ertig anerkannt hat (vgl. Art. 3 VO FM PG ). Ist dies der Fall, so haben auch Schw eizer und nicht nur Staatsangehörige der übrigen Vertragsstaaten Anspruch auf Anerkennung eines durch einen EU -Staat ausgestellten D iplom s durch die Schw eizer Behörden. D ie H er-7 kunft des D iplom s bildet einen grenzüberschreitenden Anknüpfungspunkt, der im Interesse der Verm eidung einer D iskrim inierung aufgrund der Staatsangehörigkeit und eines Verstosses gegen den G rundsatz der Inlän- dernichtdiskrim inierung ausreichend erscheint (vgl. dazu BG E 131 V 209 E. 6, BG E 129 II 249 E. 4.3). Abgesehen davon, dass sich die Beschw er- deführerin aufgrund ihrer fortbestehenden polnischen Staatsbürgerschaft ohnehin auf das FZA berufen kann, steht der Anw endung dieses Abkom - m ens auch nicht entgegen, dass sie heute zusätzlich Schw eizerbürgerin ist. 3.4 D ie R ichtlinie 93/16/EW G schreibt vor, dass bestim m te, in ihrem Anhang A ausdrücklich genannte D iplom e, Prüfungszeugnisse und sonstige Befähi- gungsnachw eise eines M itgliedstaates von anderen M itgliedsstaaten bzw . der Schw eiz anerkannt w erden, und dass ihnen die gleiche W irkung in Be- zug auf die Aufnahm e und Ausübung der Tätigkeiten einer Ärztin bzw . eines Arztes verliehen w erden m uss, w ie eigenen Ausw eisen (Art. 1 und 2 R ichtlinie 93/16/EW G ). 3.4.1 D ie Voraussetzungen für die Anerkennung von D iplom en, die vor der Ver- bindlichkeit der R ichtlinie 93/16/EW G für den betreffenden Staat erw orben w orden sind, sind in ihrem Art. 9 festgelegt. D anach sind auch D iplom e jener M itgliedstaaten, die am 1. M ai 2004 der EU beigetreten sind, zu an- erkennen, w enn sie den Abschluss einer Ausbildung belegen, die vor dem 1. M ai 2004 begonnen w urde – selbst dann, w enn diese Ausbildung nicht allen M indestanforderungen nach den Vorschriften der R ichtlinie 93/16/ EW G genügt. D ie Anerkennung derartiger D iplom e setzt aber voraus, dass ihnen eine Bescheinigung darüber beigefügt w ird, dass sich die D iplom in- haberin bzw . der D iplom inhaber "w ährend der letzten fünf Jahre vor Aus- stellung der Bescheinigung m indestens drei Jahre lang ununterbrochen tatsächlich und rechtm ässig den betreffenden Tätigkeiten gew idm et hat" (Art. 9 Abs. 1 R ichtlinie 93/16/EW G ). 3.4.2 D er klare W ortlaut von Art. 9 Abs. 1 R ichtlinie 93/16/EW G lässt es nach Auffassung des Bundesverw altungsgerichts nicht zu, in jenen Fällen auf den N achw eis einer praktischen Tätigkeit zu verzichten, in denen die Verm utung der N ichterfüllung der M indestanforderungen an die Ausbildung im Einzelfall w iederlegt w ird, w ie dies in einem D okum ent der Euro- päischen Kom m ission, G D Binnenm arkt, vom 9. Januar 2007 postuliert w ird (vgl. http://ec.europa.eu/internal_m arket/qualifications/specific-sectors _reports_de.htm ). D ieses D okum ent, das laut ausdrücklichem H inw eis keinerlei rechtlichen W ert haben und keine R echte gew ähren soll, ist für Schw eizer Behörden in keiner W eise verbindlich. N ach dem schw eize- rischen System soll die autom atische Anerkennung von Arztdiplom en aufgrund der staatsvertraglich, generell-abstrakt festgestellten G leich- w ertigkeit von D iplom en und dam it Ausbildungen erfolgen, und nicht etw a aufgrund eines einzelfallw eisen N achw eises der G leichw ertigkeit (vgl. E. 3.2 hiervor) – w ie dies offenbar auch Praxis gew isser EU -Staaten ist (vgl. etw a für Ö sterreich die Verordnung der Bundesm inisterin für G esundheit und Frauen vom 14. Septem ber 2004 betreffend die ärztlichen und zahn- ärztlichen D iplom e, Prüfungszeugnisse und sonstigen Befähigungsnach-8 w eise aus dem Europäischen W irtschaftsraum und der Schw eizerischen Eidgenossenschaft (im Folgenden: EW R -ÄZV 2004, Bundesgesetzesblatt für die R epublik Ö sterreich III N r. 359/2004). Es ist daher nicht zu be- anstanden, dass die Vorinstanz im vorliegenden Verfahren den N achw eis einer ausreichenden praktischen Tätigkeit verlangt hat. 3.4.3 Als "betreffende Tätigkeiten" im Sinne von Art. 9 Abs. 1 R ichtlinie 93/16/ EW G haben für Ärztinnen und Ärzte nach Auffassung des Bundes- verw altungsgerichts jene m edizinisch-beruflichen Tätigkeiten zu gelten, für w elche im R ahm en der ärztlichen Ausbildung die erforderlichen Kennt- nisse, Fähigkeiten und Erfahrungen erw orben w orden sind und zu deren Ausübung das D iplom berechtigt. D ie zusätzlich geforderte berufliche Tätigkeit dient als Ergänzung zu den (allenfalls nicht vollum fänglich ein- gehaltenen) Anforderungen an die Ausbildung zur Erlangung eines ärzt- lichen D iplom s gem äss Art. 23 R ichtlinie 93/16/EW G . Es ist daher in Ü ber- einstim m ung m it der R egelung in EU -Staaten (vgl. etw a § 6 EW R -ÄZV 2004) zu fordern, dass durch eine Bescheinigung belegt w ird, dass die D iplom inhaberin bzw . der D iplom inhaber w ährend drei Jahren ununter- brochen tatsächlich und rechtm ässig als Ärztin bzw . Arzt gearbeitet hat. 3.4.4 Art. 9 Abs. 1 R ichtlinie 93/16/EW G stellt eine Ü bergangsbestim m ung dar, die sicherstellen soll, dass die betreffende Person nicht nur eine (allenfalls nicht den M inim alanforderungen entsprechende) ärztliche Ausbildung ab- solviert hat, sondern auch tatsächlich über die erforderlichen praktischen und insbesondere aktuellen Kenntnisse und Erfahrungen als Ärztin bzw . als Arzt verfügt. Angesichts des am 1. M ai 2004 erfolgten Beitritts der zehn neuen M itgliedstaaten – darunter auch Polens – zur Europäischen U nion ist die Ausstellung einer richtlinienkonform en Bescheinigung über eine dreijährige ärztliche Tätigkeit w ährend der letzten fünf Jahre frühestens ab diesem Zeitpunkt m öglich, da andernfalls vor langer Zeit erw orbene D iplom e zu anerkennen w ären, die in keiner W eise Art. 23 R ichtlinie 93/16/EW G entsprechen, und deren Inhaber m öglicherw eise seit längerer Zeit nicht m ehr ärztlich tätig gew esen ist – und daher nicht (m ehr) über die den heutigen m edizinischen und technischen Anforderungen entspre- chenden Kenntnisse und Erfahrungen verfügt. D eshalb kann im Verfahren um Anerkennung eines D iplom s nur eine aktuelle Bescheinigung berück- sichtigt w erden, w elche eine ärztliche Tätigkeit belegt, die w ährend der letzten fünf Jahre vor ihrer Ausstellung ausgeübt w orden ist. 3.4.5 D ie Anerkennung eines "altrechtlichen" polnischen Arztdiplom s setzt dam it voraus, dass dieses in Anhang A der R ichtlinie 93/16/EW G aufgeführt ist, und dass zudem durch Vorlage einer aktuellen Bescheinigung bew iesen w ird, dass die G esuchstellerin bzw . der G esuchsteller in den letzten fünf Jahren vor ihrer Ausstellung w ährend m indestens drei Jahren ununterbro- chen tatsächlich und rechtm ässig als Arzt bzw . Ärztin tätig w ar. Es ist Sa- che der G esuchstellerin bzw . des G esuchstellers, eine derartige Beschei- nigung beizubringen (Art. 13 Abs. 1 Vw VG ). 3.5 D as an der M edizinischen Akadem ie in X._______ erw orbene Arztdiplom der Beschw erdeführerin entspricht unbestrittenerm assen den in Anhang A 9 der R ichtlinie 93/16/EW G genannten polnischen Ausw eisen, w as auch durch die Bescheinigung vom 24. Juli 2006 der R egionalen Ärztekam m er in X._______ bestätigt w ird (Vorakten pag. 28). D as D iplom w urde allerdings am 12. N ovem ber 1985, also vor dem Beitritt Polens zur EU ausgestellt, so dass es nur dann als gleichw ertig gelten und anerkannt w erden könnte, w enn ihm die erw ähnte Bescheinigung über eine drei- jährige, ununterbrochene und rechtm ässige Tätigkeit der Beschw erdefüh- rerin als Ärztin beigefügt w äre. Eine solche Bescheinigung liegt indessen nicht vor. 3.5.1 D ie von der Beschw erdeführerin geltend gem achten (unselbständigen) ärztlichen Tätigkeiten erfolgten allesam t in den Jahren 1985 bis 1998. Sie w erden durch Bescheinigungen belegt, die (teilw eise lange) vor dem Bei- tritt Polens zur EU ausgestellt w orden und nicht m ehr aktuell sind. Für die Jahre nach 1998 kann die Beschw erdeführerin keine Tätigkeit als Ärztin nachw eisen. Eine selbstständige ärztliche Tätigkeit ist ihr m it Verfügung der G esundheitsdirektion des Kantons Zürich vom 9. O ktober 2001 aus- drücklich untersagt w orden, so dass sie seither ausschliesslich als nicht- ärztliche H om öopathin beruflich tätig ist. Eine unselbständige ärztliche Tätigkeit (etw a als Assistenzärztin) nach dem Jahr 1998 m acht sie nicht geltend. 3.5.2 Es m ag w ohl zutreffen, dass die Beschw erdeführerin über eine m ehr- jährige m edizinische Berufserfahrung verfügt, da sie – aufgrund der Aus- nahm ebew illigung der G esundheitsdirektion des Kantons Zürich vom 9. O ktober 2001 – im Bereich der nichtärztlichen H om öopathie tätig w ar und auch diverse Fortbildungsprogram m e absolviert hat. D iese Tätigkeiten verm ögen aber den Anforderungen von Art. 9 Abs. 1 R ichtlinie 93/16/EW G in keiner W eise zu genügen, w ird doch eine tatsächlich und rechtm ässig ausgeübte Tätigkeit als Ärztin verlangt (vgl. E. 3.4.3 hiervor). Auch w enn in den von der Beschw erdeführerin ausgeübten Tätigkeiten eine gew isse N ähe zum Arztberuf auszum achen ist, können diese die geforderte Berufs- erfahrung als (selbstständig oder unselbstständig) praktizierende Ärztin zw eifellos nicht ersetzen. D ie anlässlich der Parteiverhandlung vom 21. Ju- ni 2007 nachgereichten U nterlagen zur Tätigkeit als H om öopathin können daher nicht entscheidrelevant oder gar ausschlaggebend sein, so dass sie nicht zu berücksichtigen sind (Art. 32 Abs. 2 Vw VG ). 3.6 D ie Voraussetzungen für eine Anerkennung des D iplom s vom 12. N ovem - ber 1985 sind m angels des N achw eises einer ausreichenden ärztlichen Tätigkeit offensichtlich nicht erfüllt. U nter diesen U m ständen erübrigt es sich zu prüfen, ob die G esam tdauer der geforderten dreijährigen ärztlichen Tätigkeit auch auf Teilzeitbasis er- bracht w erden kann, w ie dies für die ärztliche W eiterbildung vorgesehen ist (vgl. Art. 25 und Anhang I, Ziff. 2 R ichtlinie 93/16/EW G ). 4. D ie Beschw erdeführerin m acht allerdings geltend, vor sechs Jahren sei ihr m itgeteilt w orden, sie könne in der Schw eiz nicht als selbstständige Ärztin arbeiten, w eil sie kein eidgenössisches D iplom besitze und – da Polen 10 noch nicht zur EU gehöre – auch kein Staatsvertrag über die gegenseitige Anerkennung der D iplom e existiere. In der Zw ischenzeit sei jedoch Polen M itgliedstaat der EU , und ihr D iplom w erde trotzdem nicht als gleichw ertig anerkannt, obschon sie in den letzten Jahren sehr w ohl in ihrem Beruf ge- arbeitet habe. D am it beruft sie sich sinngem äss auf den G rundsatz von Treu und G lauben. D en Argum enten der Beschw erdeführerin ist entgegenzuhalten, dass es grundsätzlich ihr obliegt, sich hinsichtlich der Voraussetzungen für eine selbstständige ärztliche Tätigkeit über die geltende R echtslage zu infor- m ieren und abzuklären, w elche Bedingungen zu erfüllen sind, dam it ein ausländisches D iplom anerkannt w ird, oder unter w elchen Voraussetzun- gen ärztliche Leistungen zu Lasten der sozialen Krankenversicherung ab- gerechnet w erden können – w as letztlich Ziel der Beschw erdeführerin ist. Es w äre ihr zudem durchaus m öglich und zuzum uten, die erforderliche berufliche Tätigkeit als Ärztin nachzuholen. Auch w urde der Beschw erdeführerin nie von einer zuständigen Behörde ausdrücklich und verbindlich zugesichert, dass ihr D iplom nach dem Beitritt Polens zur EU ohne w eiteres anerkannt w erden w ürde. U nter diesen Vor- aussetzungen kann sie im vorliegenden Verfahren aus dem G rundsatz von Treu und G lauben nichts zu ihren G unsten ableiten. 5. Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass der LA die Anerkennung des polnischen Arztdiplom s der Beschw erdeführerin zu R echt verw eigert hat. D ie Beschw erde ist daher vollum fänglich abzuw eisen. 6. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 6.1 Als unterliegende Partei hat die Beschw erdeführerin die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D iese setzen sich zusam m en aus der G erichtsgebühr und den Auslagen, und w erden unter Berücksichtigung des U m fanges und der Schw ierigkeit der Streitsache, der finanziellen Lage der Parteien sow ie dem U m stand, dass das G ericht eine Parteiverhand- lung durchzuführen hatte, im vorliegenden Verfahren auf pauschal Fr. 1'400.-- festgesetzt (Art. 63 Abs. 4bis und 5 Vw VG , Art. 1, 2 und 3 des R eg- lem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173. 320.2]). Sie sind teilw eise m it dem bereits geleisteten Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 800.-- zu verrechnen. 6.2 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG e contrario).11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten w erden auf insgesam t Fr. 1'400.-- festgelegt. Sie w erden der Beschw erdeführerin zur Bezahlung auferlegt und teilw eise m it dem bereits geleisteten Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 800.-- verrechnet. D ie Beschw erdeführerin w ird aufgefordert, den R estbetrag in der H öhe von Fr. 600.-- m ittels beiliegendem Einzahlungsschein zu begleichen. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (als G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. 712.0001.0000-761, als G erichtsurkunde) - dem eidgenössischen D epartem ent des Innern (als G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Stefan M esm er Susanne M arbet C oullery R echtsm ittelbelehrung: G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundes- gericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eis- m ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Be- w eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :