<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 99 S.348</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">348</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>99</b></span> <span class="ft1"><b>Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung; Vollzug der Wegweisung</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Vollzug der Wegweisung trotz psychischer Probleme des Beschwerdefüh-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>rers bei entsprechenden Vorkehrungen zulässig (Erw. II./8.2.).</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Sollte der Vollzug aufgrund der psychischen Probleme unzulässig werden,</b></span><br/> <span class="ft1"><b>wäre beim BFM eine vorläufige Aufnahme zu beantragen (Erw. II./8.3.).</b></span><br/> <br/> <span class="ft2">Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 27. Juni</span><br/> <span class="ft2">2007 in Sachen B.A. betreffend Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung</span><br/> <span class="ft2">(1-BE.2007.11).</span><br/> <br/> <span class="ft3"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft4">II. 8.2. Im vorliegenden Fall ist zu prüfen, ob es dem Be-</span><br/> <span class="ft4">schwerdeführer aufgrund seiner psychischen Situation allenfalls</span><br/> <span class="ft4">nicht zumutbar ist, in sein Heimatland zurückzukehren. Andere Voll-</span><br/> <span class="ft4">zugshindernisse sind nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend</span><br/> <span class="ft4">gemacht.</span><br/> <span class="ft4">Gemäss Beurteilung des Kantonsarztes vom 5. April 2006 rea-</span><br/> <span class="ft4">giert der Beschwerdeführer regelmässig mit einer Verschlechterung</span><br/> <span class="ft4">seiner psychischen Situation und wird suizidal, wenn das Migrations-</span><br/> <span class="ft4">amt konkrete Massnahmen für den Vollzug der Wegweisung ankün-</span><br/> <span class="ft4">digt. Aus diesem Grund sei der Beschwerdeführer jeweils behand-</span><br/> <span class="ft4">lungsbedürftig und nicht reisefähig. Eine Prognose über die psychi-</span><br/> <span class="ft4">sche Situation des Beschwerdeführers bei künftigen Vollzugsmass-</span><br/> <span class="ft4">nahmen sei nicht möglich.</span><br/> <span class="ft4">Aufgrund der Beurteilung des Kantonsarztes steht fest, dass der</span><br/> <span class="ft4">Beschwerdeführer im Falle des Vollzugs der Wegweisung fachärztli-</span><br/> <span class="ft4">cher, insbesondere psychiatrischer, Betreuung bedarf. Andernfalls</span><br/> <span class="ft4">muss mit Suizidhandlungen gerechnet werden. Dies bedeutet indes-</span><br/> <span class="ft4">sen nicht, dass der Vollzug der Wegweisung für den Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft4">rer in jedem Fall eine konkrete Gefährdung darstellt. Eine konkrete</span><br/> <span class="ft4">Gefährdung wäre erst dann zu bejahen, wenn der Vollzug der Weg-</span><br/> <span class="ft4">weisung nicht so ausgestaltet werden kann, dass die notwendige Be-</span><br/> <span class="ft4">treuung des Beschwerdeführers sichergestellt ist. Es ist hingegen</span><br/> <span class="ft4">nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer vor, während und</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des Migrationsamts</span> <span class="page_no">349</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">nach dem Vollzug der Wegweisung nicht entsprechend betreut wer-</span><br/> <span class="ft4">den kann, zumal eine psychiatrische Behandlung auch im Heimat-</span><br/> <span class="ft4">land möglich ist. Derartige Massnahmen wären insbesondere dann in</span><br/> <span class="ft4">Betracht zu ziehen bzw. in die Wege zu leiten, wenn der Beschwer-</span><br/> <span class="ft4">deführer nicht dazu bewegt werden kann, freiwillig in sein Heimat-</span><br/> <span class="ft4">land zurückzukehren. Diesfalls wäre allenfalls zu prüfen, ob der Be-</span><br/> <span class="ft4">schwerdeführer in Begleitung eines Arztes auszuschaffen und gege-</span><br/> <span class="ft4">benenfalls direkt in eine psychiatrische Klinik einzuweisen wäre, wie</span><br/> <span class="ft4">dies der Kantonsarzt bereits in seiner Stellungnahme vom 27. April</span><br/> <span class="ft4">2006 anregte. Im Weiteren gibt es keine Hinweise darauf, dass die</span><br/> <span class="ft4">notwendige Behandlung nur in der Schweiz sichergestellt werden</span><br/> <span class="ft4">könnte.</span><br/> <span class="ft4">Nach dem Gesagten ist nicht ersichtlich, weshalb im vorliegen-</span><br/> <span class="ft4">den Fall der Vollzug der Wegweisung unzulässig oder unzumutbar</span><br/> <span class="ft4">sein sollte.</span><br/> <span class="ft4">8.3. Anzumerken bleibt, dass selbst wenn sich die Situation wi-</span><br/> <span class="ft4">der Erwarten ändern und der Vollzug der Wegweisung des Be-</span><br/> <span class="ft4">schwerdeführers aus gesundheitlichen Gründen unmöglich würde,</span><br/> <span class="ft4">lediglich eine vorläufige Aufnahme zu beantragen wäre. Dies hätte</span><br/> <span class="ft4">jedoch nicht zur Folge, dass dem Beschwerdeführer eine Aufent-</span><br/> <span class="ft4">haltsbewilligung zu erteilen wäre.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>