BRKE III Nr. 130/2001 vom 14. November 2001 in BEZ 2001 Nr. 61 3. Der Bauherr ist verpflichtet, eine Baute so auszuführen, wie sie bewilligt worden ist, und er darf deren Zweckbestimmung nicht in relevanter W eise verändern. Für A b- weichungen ist eine neue oder abgeänderte Bewilligung einzuholen. Erhält die Behörde Kenntnis von einem ohne Bewilligung erstellten bzw. einer anderen Nutzung zugefüh r- ten Bauwerk, ist von Amtes wegen ein nachträgliches Baubewilligungsverfahren durc h- zuführen. Es blieb unbestritten, dass die erwähnte Umnutzung eigenmächtig erfolgte und grundsätzlich einer baurechtlichen Bewilligung bedarf. Die Rekurrenten wenden sich i n- dessen dagegen, dass sie selber und nicht der heutige Eigentümer verpflichtet wurden, die notwendigen Bauunterlagen (Revisionsplan) zur Beurteilung der materiellen Recht s- lage einzure ichen. Sie machen geltend, dass sowohl die streitbetroffene Eigentum s- wohnung als auch die andere Maisonette -Wohnung im selben Gebäude (hinsichtlich der die Vorinstanz eine gleichlautende A ufforderung an den heutigen Eigentümer gerichtet hat, der die entspr echende Umnutzung zugegebenermassen selbst vorgenommen hat) den Plänen entsprechend erstellt worden sei. 4. Massnahmen zur Behebung eines polizeiwidrigen Zustandes sind grundsätzlich gegen den Störer zu richten. Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung ist z u- nächst derj enige Störer, welcher eine polizeiwidrige Gefahr oder Störung selbst oder durch das unter seiner Verantwortung erfolgende Verhalten Dritter verursacht hat (Ve r- haltensstörer). Störer ist aber auch, wer über die Sache, die den ordnungswidrigen Z u- stand bewirkt, rechtliche oder tatsächliche Gewalt hat (Zustandsstörer; vgl. BGE 122 II 70 E.6a mit zahlreichen Ve rweisungen). Sind mehrere Störer gleichzeitig für einen pol i- zeiwidrigen Zustand verantwor tlich (m ehrere Personen haben den Zustand durch ihr Verhalten verursacht oder es liegen mehrere Zustandsstörer aufgrund einer geteilten Sachherrschaft vor oder neben dem Ve rhaltensstörer haftet eine andere Person als Z u- standsstörer), kann die Pflicht zur Störung s beseitigung alternativ oder kumulativ grun d- sätzlich j edem Verhaltens - und/oder Zustand sstörer auferlegt werden, wobei sich die Wahl am Grundsatz der Verhältnismässigkeit und am Gebot effektiver und schneller G e- fahrenbeseitigung zu orientieren hat. Wann und von wem der hier zu beurteilende rechtswidrige Zustand verursacht wurde, ist strittig und den Akten nicht schlüssig zu entnehmen. Zwar ist in dem vom he u- tigen Eige ntümer der Vorinstanz eingereichten Verkaufsdokument vom 8. Novemb er 1996 von einem «ausgebauten Dachboden zur vielseitigen Nutzung als dritte W ohn- ebene» die Rede, doch steht diese von der zum Verkauf der W ohnung beauftragten Immobilienfirma verfasste A ngabe in W iderspruch zu dem am 13. Dezember 1996 öffentlich beurkunde ten Kaufvertrag, wo mit Bezug auf die bewusste Fläche - 2 - beurkundeten Kaufvertrag, wo mit Bezug auf die bewusste Fläche ausdrücklich von «Estrich» die Rede ist. Die best ehenden Fakten reichen jedenfalls nicht aus, die Reku r- renten als Verhaltensstörer zu b etrachten. W eiterungen zur Ermittlung des wahren Sachverhaltes sind nicht angezeigt, zumal, sollten tatsächlich die Rekurrenten die ve r- pönte Umnutzung vorgenommen haben und damit tatsächlich die Verhaltensstörer sein, ohnehin zu berücksichtigen wäre, dass ihnen bereits seit Dezember 1996 die rechtliche und tatsächliche Ve rfügungsgewalt über den genannten Bauteil nicht mehr zukommt. Das hat zur Folge, dass die Rekurrenten einem allfälligen B efehl zu W iederherstellung des rechtmässigen Zustands nicht nachkommen könnten, sofern die heutigen Eigent ü- mer einen solchen Eingriff nicht billigten. Ein dahingehendes Vollstreckungshindernis ist soweit als möglich bereits bei der Störerauswahl zu beseitigen. Die heutigen Eigentümer der die umstrittene Nutzung au f- weisenden Stockwerkeinheit sind jedenfalls Zustandsstörer. Aufgrund dieser Eigen- schaft darf gegen sie vorgegangen werden, auch wenn sie die Störung nicht selber ve r- ursacht haben sol lten. Insbesondere kann der Inpflichtnahme nicht entgegengehalten werden, die Rechtsnac hfolger hätten das Grundstück bzw. die Stockwerkeinheit gu t- gläubig e rworben und vom pol izeiwidrigen Zustand nichts gewusst. Solche subjektiven Sachverhaltselemente sind für die Störereigenschaft nicht massgebend. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass allfällige Rechtsstreitigkeiten zwischen den fr ü- heren und den heutigen Eigentümern im Falle einer W iederherstellung des rechtmäss i- gen Z ustandes ausschliesslich Sache des Privatrechts sind und vor den Zivilgerichten auszutragen wären.