<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <span class="ft1">[...]</span><br/> <span class="ft3"><b>18</b></span> <span class="ft3"><b>Liegenschaftsunterhaltskosten</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Anwaltskosten eines Nachbarn im Planungsverfahren der von einem</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Bauprojekt nicht direkt betroffen ist und aus diesem keine einkommens-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>und/oder vermögensrelevanten negativen Folgen zu befürchten hat, sind</b></span><br/> <span class="ft3"><b>keine Unterhaltskosten.</b></span><br/> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">120</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 13. Juni</span><br/> <span class="ft4">2016, i.S. A.X. und B.X. gegen KStA (WBE.2015.270).</span><br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">1.</span><br/> <span class="ft1">1.1.</span><br/> <span class="ft1">Bei beweglichem Privatvermögen können die Kosten der Ver-</span><br/> <span class="ft1">waltung durch Dritte abgezogen werden (§ 39 Abs. 1 StG). Bei</span><br/> <span class="ft1">Liegenschaften im Privatvermögen können die Unterhaltskosten, die</span><br/> <span class="ft1">Kosten der Instandstellung von neu erworbenen Liegenschaften, die</span><br/> <span class="ft1">Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch Dritte</span><br/> <span class="ft1">abgezogen werden (§ 39 Abs. 2 StG).</span><br/> <span class="ft1">Nicht abziehbar sind sowohl im Bereich des beweglichen wie</span><br/> <span class="ft1">des unbeweglichen Vermögens Aufwendungen für die Anschaffung,</span><br/> <span class="ft1">Herstellung oder Wertvermehrung von Vermögensgegenständen</span><br/> <span class="ft1">(§ 41 lit. d StG) sowie Aufwendungen, die zur Erzielung von steuer-</span><br/> <span class="ft1">freien Kapitalgewinnen auf beweglichem Privatvermögen notwendig</span><br/> <span class="ft1">sind. Es handelt sich dabei um Anlagekosten (D</span><span class="ft4">IETER</span> <span class="ft1">E</span><span class="ft4">GLOFF</span><span class="ft1">, in:</span><br/> <span class="ft1">M</span><span class="ft4">ARIANNE</span> <span class="ft1">K</span><span class="ft4">LÖTI</span><span class="ft1">-W</span><span class="ft4">EBER</span><span class="ft1">/D</span><span class="ft4">AVE</span> <span class="ft1">S</span><span class="ft4">IEGRIST</span><span class="ft1">/D</span><span class="ft4">IETER</span> <span class="ft1">W</span><span class="ft4">EBER</span> <span class="ft1">[Hrsg.],</span><br/> <span class="ft1">Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri/Bern 2015</span><br/> <span class="ft1">[Kommentar StG], § 39 N 13). Die gleichen Regelungen finden sich</span><br/> <span class="ft1">in Art. 32 Abs. 1 und Abs. 2 bzw. Art. 34 lit. d DBG.</span><br/> <span class="ft1">Kosten, die dem Werterhalt dienen, sind demnach abzugsfähig.</span><br/> <span class="ft1">So können etwa Anwalts- und Gerichtskosten in Abzug gebracht</span><br/> <span class="ft1">werden, sofern die Streitigkeit die Nutzung oder die Erhaltung des</span><br/> <span class="ft1">Nutzwerts einer Liegenschaft zum Gegenstand hat (D</span><span class="ft4">IETER</span> <span class="ft1">E</span><span class="ft4">GLOFF</span><span class="ft1">,</span><br/> <span class="ft1">Kommentar StG, § 39 N 40, mit Hinweis). Die Frage, wie erfolg-</span><br/> <span class="ft1">reich diese anwaltlichen Bemühungen gewesen sind, muss dabei</span><br/> <span class="ft1">nicht geprüft werden, da auch unzweckmässige oder nutzlose</span><br/> <span class="ft1">(körperliche wie rechtliche) Unterhaltsvorkehren anrechenbar sind</span><br/> <span class="ft1">(AGVE 1994, S 486, mit Hinweis).</span><br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">2.1.-2.3. (...)</span><br/> <span class="ft1">2.4.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">121</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">2.4.1.</span><br/> <span class="ft1">In einem Urteil vom 28. Januar 2015 führt das Verwaltungsge-</span><br/> <span class="ft1">richt des Kantons Zürich (SB.2014.00099, Erw. 3.3) mit Bezug auf</span><br/> <span class="ft1">die Anerkennung von Anwalts- und Prozesskosten als Unterhalts-</span><br/> <span class="ft1">kosten aus, dass die Abweisung eines Rechtsmittels die Anrechnung</span><br/> <span class="ft1">nicht ausschliesse. Denn auch unzweckmässige und nutzlose körper-</span><br/> <span class="ft1">liche Unterhaltsarbeiten seien anrechenbar. Jedoch könnten Prozess-</span><br/> <span class="ft1">und Anwaltskosten zur Werterhaltung eines Grundstücks jedenfalls</span><br/> <span class="ft1">dann nicht vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, wenn</span><br/> <span class="ft1">das die Kosten auslösende Verfahren von vornherein als offensicht-</span><br/> <span class="ft1">lich aussichtslos erscheine. Diesfalls seien die entsprechenden Auf-</span><br/> <span class="ft1">wendungen von vornherein ungeeignet, um werterhaltend zu wirken,</span><br/> <span class="ft1">und es gehe ihnen die Eigenschaft von Gewinnungskosten, nämlich</span><br/> <span class="ft1">zum Erhalt des Vermögenssubstrates bzw. zur Erzielung der daraus</span><br/> <span class="ft1">fliessenden steuerbaren Einkünfte beizutragen, per se ab. Gemäss der</span><br/> <span class="ft1">Rechtsprechung des Steuerrekursgerichts des Kantons Zürich ist die</span><br/> <span class="ft1">offensichtliche Unbegründetheit eines Rechtsmittels gegeben, wenn</span><br/> <span class="ft1">eine Beschwerde bzw. ein Rekurs aus formellen Gründen (z.B. Ver-</span><br/> <span class="ft1">säumen einer Rechtsmittelfrist, fehlende Anfechtungsbefugnis) oder</span><br/> <span class="ft1">materiellen Erwägungen von vornherein aussichtslos ist (Entscheid</span><br/> <span class="ft1">vom 7. Februar 2013 [DB.2012.253; ST.2012.281], Erw. 1.c).</span><br/> <span class="ft1">2.4.2.</span><br/> <span class="ft1">Wie der Verfahrensgeschichte zu entnehmen ist, wurde die</span><br/> <span class="ft1">Legitimation der Beschwerdeführer im Verfahren betreffend die</span><br/> <span class="ft1">Nutzungs- und Gestaltungsplanung "Torfeld Süd" erstinstanzlich ver-</span><br/> <span class="ft1">neint, was anschliessend von den Rechtsmittelinstanzen geschützt</span><br/> <span class="ft1">wurde. Auch wenn es damit im Rahmen jenes Verfahrens einzig um</span><br/> <span class="ft1">die Legitimation der Beschwerdeführer ging, kann vorliegend nicht</span><br/> <span class="ft1">von einem von vornherein offensichtlich aussichtslosen oder unbe-</span><br/> <span class="ft1">gründeten Verfahren ausgegangen werden. Gerade in bau- und raum-</span><br/> <span class="ft1">planungsrechtlichen Angelegenheiten ist der Kreis der legitimierten</span><br/> <span class="ft1">Personen oftmals schwierig zu bestimmen. Dies wird auch aus dem</span><br/> <span class="ft1">Verfahren ersichtlich, welches die Beschwerdeführer selbst geführt</span><br/> <span class="ft1">haben. Die dabei befassten Instanzen setzten sich je intensiv und aus-</span><br/> <span class="ft1">führlich mit der Frage der Legitimation auseinander, was im vor-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">122</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">liegenden Fall gegen die offensichtliche Aussichtslosigkeit oder</span><br/> <span class="ft1">Unbegründetheit spricht.</span><br/> <span class="ft1">2.5.</span><br/> <span class="ft1">Die Abzugsfähigkeit der im Rahmen des Verfahrens betreffend</span><br/> <span class="ft1">die Nutzungs- und Gestaltungsplanung "Torfeld Süd" aufgewendeten</span><br/> <span class="ft1">Anwalts- und Prozesskosten kann somit nicht wegen offensichtlicher</span><br/> <span class="ft1">Aussichtslosigkeit oder Unbegründetheit des geführten Verfahrens</span><br/> <span class="ft1">verneint werden. Wie im Folgenden zu zeigen ist, fällt hier indes</span><br/> <span class="ft1">schon aus anderen Gründen ein Abzug ausser Betracht.</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.-3.2. (...)</span><br/> <span class="ft1">3.3.1.</span><br/> <span class="ft1">Das Bundesgericht hielt in seinem Urteil vom 25. April 2013</span><br/> <span class="ft1">(1C_204/2012) betreffend die Nutzungs- und Gestaltungsplanung</span><br/> <span class="ft1">Torfeld Süd fest, dass sich die Liegenschaft der Beschwerdeführer in</span><br/> <span class="ft1">einem städtischen Quartier befinde, welches aufgrund der dichten</span><br/> <span class="ft1">Überbauung und verschiedener Infrastrukturanlagen (Spital,</span><br/> <span class="ft1">Schulhäuser usw.) einer gewissen Verkehrsbelastung ausgesetzt sei.</span><br/> <span class="ft1">Bei der Weltistrasse, an welcher die Liegenschaft der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführer liege, handle es sich um eine verkehrsberuhigte Quartier-</span><br/> <span class="ft1">strasse (Tempo 30-Zone), welche nicht direkt zum neuen Pla-</span><br/> <span class="ft1">nungsgebiet führe. Nach den vorhandenen Studien würden die vor-</span><br/> <span class="ft1">gesehenen neuen Nutzungen im Gebiet Torfeld Süd voraussichtlich</span><br/> <span class="ft1">zwar auch auf der Weltistrasse zu etwas Mehrverkehr führen. Auch</span><br/> <span class="ft1">wenn sich die Zunahme nicht exakt bestimmen lasse, dürfte diese</span><br/> <span class="ft1">aber bescheiden bleiben. Denn als Quartierstrasse eigne sich die</span><br/> <span class="ft1">Weltistrasse nur sehr beschränkt zur Zufahrt zum Planungsgebiet. Je-</span><br/> <span class="ft1">denfalls sei aufgrund der vorhandenen Prognosen - auch nach jener</span><br/> <span class="ft1">der Beschwerdeführer - nicht davon auszugehen, dass die zu er-</span><br/> <span class="ft1">wartende Steigerung des Verkehrs für die Beschwerdeführer nach</span><br/> <span class="ft1">den Erfahrungswerten zu einer deutlich wahrnehmbaren Erhöhung</span><br/> <span class="ft1">des Lärmpegels führe (Urteil des Bundesgerichts, a.a.O., Erw. 8).</span><br/> <span class="ft1">Das Grundstück der Beschwerdeführer liege unbestrittenermassen</span><br/> <span class="ft1">rund 680 Meter vom Planungsgebiet Torfeld Süd entfernt. Es bestehe</span><br/> <span class="ft1">keine direkte Sichtverbindung und die Liegenschaft der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führer werde auch keinen Lärmimmissionen ausgesetzt, die vom Be-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">123</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">trieb des Stadions, vom Einkaufszentrum oder von anderen Nutzun-</span><br/> <span class="ft1">gen ausgehen würden (Urteil des Bundesgerichts, a.a.O., Erw. 5).</span><br/> <span class="ft1">Weiter begründete das Bundesgericht die Abweisung der Beschwerde</span><br/> <span class="ft1">damit, dass aufgrund der vorhandenen Prognosen - auch jener der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer - nicht davon auszugehen sei, dass die tägliche</span><br/> <span class="ft1">durchschnittliche Verkehrszunahme 25 % oder mehr betragen werde.</span><br/> <span class="ft1">Eine Steigerung des durchschnittlichen täglichen Verkehrsaufkom-</span><br/> <span class="ft1">mens um rund 25 % entspreche einer Zunahme von einem dB(A),</span><br/> <span class="ft1">was gemäss Erfahrungsregel gerade noch wahrnehmbar sei; bei ge-</span><br/> <span class="ft1">ringeren Verkehrsmengen sei es eine etwas kleinere Zunahme.</span><br/> <span class="ft1">3.3.2.</span><br/> <span class="ft1">In Bezug auf die Legitimation führt das Bundesgericht im er-</span><br/> <span class="ft1">wähnten Entscheid vom 25. April 2013 aus, dass nach bundes-</span><br/> <span class="ft1">gerichtlicher Rechtsprechung Nachbarn von Bauprojekten zur Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführung legitimiert sind, wenn sie mit Sicherheit oder zu-</span><br/> <span class="ft1">mindest grosser Wahrscheinlichkeit durch Immissionen (Lärm,</span><br/> <span class="ft1">Staub, Erschütterungen, Licht oder andere Einwirkungen), die der</span><br/> <span class="ft1">Bau oder Betrieb der fraglichen Anlage hervorruft betroffen werden.</span><br/> <span class="ft1">Als wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Betroffenheit dient in</span><br/> <span class="ft1">der Praxis die räumliche Distanz zum umstrittenen Bauvorhaben.</span><br/> <span class="ft1">Allerdings könne die Betroffenheit von Anwohnern auch aus Immis-</span><br/> <span class="ft1">sionen herrühren, die vom Zubringerverkehr ausgingen, die ein Bau-</span><br/> <span class="ft1">vorhaben verursache (Erw. 4). So kommt das Bundesgericht in sei-</span><br/> <span class="ft1">nem Urteil zum Schluss, dass die umstrittenen neuen Nutzungen die</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer mit Blick auf den Lärm zwar nicht gänzlich</span><br/> <span class="ft1">unberührt liessen, jedoch nicht von einer spezifischen Betroffenheit</span><br/> <span class="ft1">gesprochen werden könne, wie sie die Legitimation voraussetze. Bei</span><br/> <span class="ft1">gesamthafter Betrachtung könne nicht von einer besonderen</span><br/> <span class="ft1">Betroffenheit der Beschwerdeführer gesprochen werden (Erw. 8).</span><br/> <span class="ft1">3.3.3.</span><br/> <span class="ft1">Demzufolge wurde mit Bezug auf die Lärmimmissionen die</span><br/> <span class="ft1">spezifische Betroffenheit der Beschwerdeführer verneint. Diese</span><br/> <span class="ft1">Betroffenheit ist aber nicht nur in bau- und raumplanerischen Ange-</span><br/> <span class="ft1">legenheiten, sondern auch im Steuerrecht zu verlangen, wenn ein</span><br/> <span class="ft1">Abzug für Anwalts- und Prozesskosten zur Abwehr von Immissionen</span><br/> <span class="ft1">beantragt wird. Ebenso wie mit der Einschränkung des Kreises der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">124</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">legitimierten Personen im Bau-, Planungs- und Umweltrecht Po-</span><br/> <span class="ft1">pularbeschwerden verhindert werden sollen, kann es auch im Steuer-</span><br/> <span class="ft1">recht nicht angehen, dass Personen, welche nicht unmittelbar und in</span><br/> <span class="ft1">einschränkender Weise tangiert sind, Aufwendungen betreiben und</span><br/> <span class="ft1">diese dann von den Steuern abziehen können. Dazu bedarf es</span><br/> <span class="ft1">vielmehr einer spezifischen Betroffenheit. Dies wird bereits aus den</span><br/> <span class="ft1">in der einschlägigen Literatur jeweils verwendeten Beispielen er-</span><br/> <span class="ft1">sichtlich (D</span><span class="ft4">IETER</span> <span class="ft1">E</span><span class="ft4">GLOFF</span><span class="ft1">, Kommentar StG, § 39 N 40; F</span><span class="ft4">ELIX</span><br/> <span class="ft1">R</span><span class="ft4">ICHNER</span><span class="ft1">/W</span><span class="ft4">ALTER</span> <span class="ft1">F</span><span class="ft4">REI</span><span class="ft1">/S</span><span class="ft4">TEFAN</span> <span class="ft1">K</span><span class="ft4">AUFMANN</span><span class="ft1">/H</span><span class="ft4">ANS</span> <span class="ft1">U</span><span class="ft4">LRICH</span><br/> <span class="ft1">M</span><span class="ft4">EUTER</span><span class="ft1">, Handkommentar zum DBG, Zürich 2016, Art. 32 N 108, je</span><br/> <span class="ft1">mit Hinweisen; AGVE 1994, S. 486, Erw. 2.c):</span><br/> <span class="ft6">- Anwaltskosten zur Abwendung einer wertbeeinträchtigenden</span><br/> <span class="ft6">Umzonung des Grundstücks;</span><br/> <span class="ft6">- Baueinsprachen, welche den Zweck haben, den Wert der eigenen</span><br/> <span class="ft6">Parzelle zu erhalten;</span><br/> <span class="ft6">- Anwalts- und Gerichtskosten bei Streitigkeiten, welche die Nut-</span><br/> <span class="ft6">zung oder die Erhaltung des Nutzwerts einer Liegenschaft (z.B.</span><br/> <span class="ft6">die Einhaltung von Grenzabständen oder der Ausnützungsziffer</span><br/> <span class="ft6">bei Bauten auf Nachbargrundstücken; die Abwendung von über-</span><br/> <span class="ft6">mässigen Immissionen; die Abwendung einer wertbeeinträchti-</span><br/> <span class="ft6">genden Herabsetzung der Ausnützungsziffer usw.) zum Gegen-</span><br/> <span class="ft6">stand haben;</span><br/> <span class="ft6">- Anwaltskosten im Zusammenhang mit einem Rechtsmittelverfah-</span><br/> <span class="ft6">ren, mit welchem der Abbruch und Neubau einer Liegenschaft</span><br/> <span class="ft6">auf dem Nachbargrundstück, der zu einer Entwertung der eigenen</span><br/> <span class="ft6">Liegenschaft führen könnte, erreicht werden soll;</span><br/> <span class="ft6">- Anwaltskosten im Zusammenhang mit der Nichteinhaltung von</span><br/> <span class="ft6">Grenzabständen, mit früher bewilligten Bauten für die Tierhal-</span><br/> <span class="ft6">tung, welche am falschen Ort und ohne Beachtung der Auflagen</span><br/> <span class="ft6">erstellt wurden und der Nichteinhaltung der Bauzone ent-</span><br/> <span class="ft6">sprechende immissionsrechtliche Auflagen und Massnahmen für</span><br/> <span class="ft6">die ordnungsgemässe Tierhaltung auf dem Nachbargrundstück.</span><br/> <span class="ft1">In all diesen Beispielen ist das fragliche Grundstück von einer</span><br/> <span class="ft1">Massnahme direkt betroffen. Die Beeinträchtigung wirkt sich un-</span><br/> <span class="ft1">mittelbar auf einkommensrelevante (Eigenmietwert, erzielbare</span><br/> <span class="ft1">Fremdmieten) und/oder vermögensrelevante (Verringerung des</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">125</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Marktwerts) Eigenschaften einer Liegenschaft aus bzw. solche Aus-</span><br/> <span class="ft1">wirkungen sind zumindest ohne Einsatz der geltend gemachten Kos-</span><br/> <span class="ft1">ten im Zusammenhang mit der Abwehr einer Massnahme mit</span><br/> <span class="ft1">rechtlichen Mitteln mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Eine</span><br/> <span class="ft1">solche Beeinträchtigung im Miet- und/oder Vermögenswert der von</span><br/> <span class="ft1">den Beschwerdeführern bewohnten Liegenschaft ist hier - und zwar</span><br/> <span class="ft1">trotz der in den vorstehend behandelten Verfahren eingereichten Gut-</span><br/> <span class="ft1">achten - weder substanziiert behauptet noch erscheint sie sonst als</span><br/> <span class="ft1">plausibel. Bei der Liegenschaft der Beschwerdeführer handelt es sich</span><br/> <span class="ft1">um eine komfortable städtische Wohnliegenschaft in einem verkehrs-</span><br/> <span class="ft1">beruhigten Quartier. Der an der Liegenschaft vorbeiführende Verkehr</span><br/> <span class="ft1">wird als Folge der Massnahmen zur Erschliessung des Torfeldquar-</span><br/> <span class="ft1">tiers zwar in Zukunft mit einer erheblichen Wahrscheinlichkeit in</span><br/> <span class="ft1">einem moderaten Ausmass zunehmen. Dass der Miet- und/oder Ver-</span><br/> <span class="ft1">mögenswert der Liegenschaft in absehbarer Zukunft deswegen</span><br/> <span class="ft1">abnehmen oder nicht im gleichen Mass zunehmen wird wie bei Lie-</span><br/> <span class="ft1">genschaften in vergleichbarer Lage ohne Berührtheit durch den in-</span><br/> <span class="ft1">folge des neuen Quartiers "Torfeld Süd" entstehenden Verkehr, ist in-</span><br/> <span class="ft1">dessen äusserst unwahrscheinlich, so dass aus diesem Grund die gel-</span><br/> <span class="ft1">tend gemachten Anwaltskosten nicht als Liegenschaftsunterhalts-</span><br/> <span class="ft1">kosten qualifiziert werden können. Die geltend gemachten Kosten</span><br/> <span class="ft1">sind nicht abzugsfähig. Das führt zur Abweisung der Verwaltungsge-</span><br/> <span class="ft1">richtsbeschwerde.</span><br/> <span class="ft1">(Hinweis: Das Bundesgericht wies die gegen diesen Entscheid</span><br/> <span class="ft1">erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit</span><br/> <span class="ft1">Urteil vom 2. Februar 2017 [2C_690/2016] ab.)</span><br/></div> </div> </body> </html>