B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4546/2017 law/rep U r t e i l v o m 18 . M a i 2 0 2 1 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richter David R. Wenger, Richterin Contessina Theis, Gerichtsschreiber Philipp Reimann. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Advokaturbüro, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 11. Juli 2017 / N (…). D-4546/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie – suchte am 11. November 2015 in der Schweiz um Asyl nach. Am 16. November 2015 erhob das SEM im damaligen Empfangs- und Verfah- renszentrum (EVZ) B._______ seine Personalien und befragte ihn summa- risch zu seinem Reiseweg sowie zu seinen Asylgründen (sogenannte Be- fragung zur Person; BzP). Am 10. April 2017 hörte die Vorinstanz ihn ein- lässlich zu seinen Asylgründen an. Dabei machte der Beschwerdeführer zunächst hinsichtlich seiner persönlichen Verhältnisse geltend, er stamme aus dem Dorf C._______ (Gemeinde D._______, Bezirk E._______, Dis- trikt F._______, Nordprovinz), wo er von seiner Geburt an bis zur Ausreise zusammen mit seiner Familie gelebt habe. Er habe die Schule besucht und mit dem O-Level abgeschlossen. Nach dem Schulabschluss habe er gele- gentlich als Maler gearbeitet und sonst "einfach so gelebt". Sein Vater habe in G._______ gelebt und gearbeitet und auf diese Weise für seine Familie in Sri Lanka gesorgt. Er sei indessen am 17. April 2015 verstorben. Hinsichtlich seiner Asylgründe führte er aus, er sei erstmals im Verlaufe des Jahres 2008 festgenommen worden, weil sich in H._______ eine Land- minenexplosion ereignet habe. Er sei damals während einer Woche im Mi- litärcamp der s ri-lankischen Armee in D._______ festgehalten, gefoltert und verhört worden. Dabei habe man sich auch nach dem Ehemann einer Cousine erkundigt, der bei den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen sein soll. Auf Intervention seines via seine Mutter kontaktierten Schulleiters hin sei er gegen Bezahlung von Geld freigelassen worden. Da- nach habe er einige Zeit lang im Camp Unterschrift leisten müssen. Dar- über hinaus sei seine Identitätskarte beschlagnahmt worden. Im August 2008 habe man ihm diese zurück gegeben, da sich die Situation beruhigt habe. Dabei sei er fotografiert worden. Am 27. November 2014 hätten einige junge Männer aus seinem Dorf an- lässlich des Heldengedenktags der LTTE im örtlichen Tempel Lampen ent- zündet beziehungsweise die Tempelglocken geläutet. Am folgenden Tag seien Armeeangehörige in sein Dorf gekommen, hätten ihn und weitere junge Männer aus dem Dorf mitgenommen und ins Armeecamp von D._______ gebracht. Dort habe man ihn gefragt, ob er selber Lampen im Tempel entzündet beziehungsweise Tempelglocken geläutet habe, was er D-4546/2017 Seite 3 verneint habe. Ferner habe man ihn wiederum nach dem Verbleib des Ehe- mannes einer seiner Cousinen gefragt. Ausserdem sei er fotografiert wor- den. Nach ungefähr 30 Minuten sei er wieder entlassen worden. Ungefähr zwei Wochen später sei er auf dem Nachhauseweg von einem Besuch bei einem Onkel von zwei Männern auf Motorrädern überholt und angehalten worden. Diese hätten ihn ins I._______-Armeecamp mitge- nommen. Dort hätten ihn zwei Männer erwartet: Der eine von ihnen habe ihn zwei Wochen zuvor befragt, der andere fotografiert. Im Camp habe man ihn etwa 45 Minuten lang befragt und geschlagen, bis er ohnmächtig ge- worden sei. Man habe ihm eröffnet, zu wissen, dass er am 27. November 2014 die Glocken im Tempel seines Heimatortes geläutet und bereits im Jahr 2008 behördliche Probleme gehabt habe. Ausserdem habe man ihm damit gedroht, ihn zu erschiessen, falls er irgendjemandem von seiner jet- zigen Verhaftung erzählen sollte. Schliesslich sei er etwa 300 Meter vom Armeecamp entfernt in der Nähe eines Friedhofs freigelassen worden. Da- nach habe er sich zur Pflege in ein Privatspital begeben beziehungsweise sei er von seiner Mutter in ein solches gebracht worden. Zuhause habe er seiner Mutter erzählt, was sich alles ereignet habe. Seine Mutter habe das Erzählte einer Person namens J._______ (vgl. Prot. An- hörung) beziehungsweise K._______ (Beschwerde) berichtet, welche der Tamil National Alliance (TNA) angehört habe und in derartigen Fällen be- hilflich sei. Dieser habe diverse Bestätigungsschreiben für die von ihm er- lebten Probleme organisiert. Zwei Tage später habe er sich nochmals für einige Tage in spitalärztliche Pflege begeben. Danach sei er zu einem On- kel in L._______ gegangen und schliesslich am 22. Dezember 2014 mit einem gefälschten Reisepass via Colombo auf dem Luftweg nach M._______ gelangt, wo er bis Ende Oktober 2015 gelebt habe. Von dort aus sei er auf dem Luftweg in die Türkei und schliesslich mit PW's und Taxis am 11. November 2015 über ihm unbekannte Länder illegal in die Schweiz gelangt. Der Beschwerdeführer reichte im Rahmen des erstinstanzlichen Verfah- rens ein Antwortschreiben der Kommission zur Untersuchung von Be- schwerden bezüglich vermisster Personen betreffend seinen Onkel N._______ vom 14. Dezember 2015, eine Spitaldiagnose des (…) bezüg- lich seiner Person vom 16. Dezember 2014, ein Schreiben der sri -lanki- schen Menschenrechtskommission vom 5. Oktober 2015 hinsichtlich Schil- derungen seiner Mutter, was ihrem Sohn am (…) zugestossen sei und dies- bezügliche Bestätigungsschrei ben der Diözese von F._______ vom D-4546/2017 Seite 4 15. September 2015 und eines Friedensrichters aus F._______ vom 20. August 2015 ein. Im Weiteren reichte er ein Schreiben des (…) vom 25. September 2015 zu den Akten, worin bestätigt wird, dass er vom 12. bis 16. Dezember 2015 wegen Verletzungen durch Unbekannte behandelt worden sei. B. Mit Verfügung vom 11. Juli 2017 – eröffnet am 14. Juli 2017 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte dessen Asylgesuch ab, verfügte seine W egweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. C. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter am 14. August 2017 Beschwerde beim Bundesverwal- tungsgericht. In dieser wird beantragt, es sei festzustellen, dass die ange- fochtene Verfügung den Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung verletze und aus diesem Grund nichtig/ungültig sei, wobei das SEM anzu- weisen sei, das Asylverfahren weiterzuführen (Ziff. 2), die angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung des Willkürverbotes (Ziff. 3), eventualiter wegen Verletzung des Anspruchs auf das rechtliche Gehör (Ziff. 4), even- tualiter wegen Verletzung der Begründungspflicht (Ziff. 5), eventualiter zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachver- halts (Ziff. 6) aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vor - instanz zurückzuweisen. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer unter Auf- hebung der angefochtenen Verfügung und Feststellung der Flüchtlingsei- genschaft Asyl zu gewähren (Ziff. 7). Eventualiter sei die angefochtene Ver- fügung betreffend die Dispositivziffern 4 und 5 aufzuheben und die Unzu- lässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen (Ziff. 8). In prozessualer Hinsicht wird beantragt, das Bundesver waltungsgericht habe nach dem Eingang der Beschwerde unverzüglich darzulegen, welche Gerichtspersonen mit deren Behandlung betraut würden und zu bestäti- gen, dass diese tatsächlich zufällig ausgewählt worden seien (Ziff. 1). Für den Fall, dass das Bundesverwaltungsgericht materiell entscheiden sollte, stellte er verschiedene Beweisanträge (vgl. Beschwerde S. 36 Ziff. 6). D. Mit Schreiben vom 21. August 2017 bestätigte das Bundesverwaltungsge- richt den Eingang der vorliegenden Beschwerde. D-4546/2017 Seite 5 E. Mit Zwischenverfügung vom 14. September 2017 stellte der Instruktions- richter fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang seines Verfahrens in der Schweiz abwarten. Im Weiteren forderte er diesen auf, bis zum 29. September 2017 einen Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 1500. – ein- zuzahlen, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. Weiter teilte er dem Beschwerdeführer die Zusammensetzung des Spruchkörpers mit. F. Am 29. September 2017 zahlte der Beschwerdeführer den eingeforderten Kostenvorschuss ein. G. Mit Instruktionsverfügung vom 5. Dezember 2017 wies der Instruktionsrich- ter sowohl den Antrag auf Kontaktierung der (…) und der (…) Botschaft zwecks Einholung weitergehender Auskünfte über den politischen Hinter- grund des Ehemanns einer Cousine des Beschwerdeführers beziehungs- weise seines Vaters als auch jenen auf Ansetzung einer Frist zur Beibrin- gung zusätzlicher Informationen zu diesen Personen (vgl. Beschwerde S. 36, Beweisantrag Ziff. 6.2) ab, dies unter gleichzeitigem Hinweis auf die Möglichkeit, solche von sich aus innert nützlicher Frist nachzureichen (Art. 32 Abs. 2 VwVG). H. Mit Instruktionsverfügung vom 25. November 2020 lud das Bundesverwal- tungsgericht die Vorinstanz ein, bis zum 10. Dezember 2020 eine Ver- nehmlassung einzureichen. I. Am 4. Dezember 2020 liess sich das SEM zur Beschwerde vernehmen. J. Mit Verfügung vom 8. Dezember 2020 räumte das Bundesverwaltungsge- richt dem Beschwerdeführer die Gelegenheit ein, bis zum 23. Dezember 2020 eine Replik einzureichen. K. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2020 liess der Beschwerdeführer d urch seinen Rechtsvertreter eine Replik einreichen. Dieser fügte er mehrere vom Rechtsvertreter verfasste Berichte zu Sri Lanka auf CD (Länderbericht Sri Lanka vom 23. Januar 2020, Länderupdate Sri Lanka vom 26. Februar D-4546/2017 Seite 6 2020, Zusatzbericht Lagesituation Sri Lanka, Stand vom 10. April 2020 so- wie einen Rapport Ländersituation Sri Lanka 11. April – 26. Juni 2020) bei. L. Mit Zwischenverfügung vom 27. Januar 2021 teilte der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer mit, dass es sich bei dem Fachspezialisten Asyl mit dem Kürzel "(…)" um O._______, bei der Chefin (…) um die damalige Che- fin (…) in B._______, P ._______, handle. M. Mit Eingabe vom 29. Januar 2021 ersuchte der Beschwerdeführer mittels seines Vertreters das Bundesverwaltungsgericht unter Berufung auf des- sen Teilurteil D-1549/2017 E. 8, ihm im Zusammenhang mit der von der Vorinstanz nicht vorgenommenen Offenlegung der Namen der an der an- gefochtenen Verfügung beteiligten Personen unabhängig vom Ausgang des vorliegenden Verfahrens eine Parteientschädigung von p auschal Fr. 250.– zuzusprechen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül- tig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.3 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Die vorliegend anzuwendenden Ge- setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–7 und Art. 84) sind unverändert vom AuG ins D-4546/2017 Seite 7 AIG übernommen worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue Ge- setzesbezeichnung verwendet. 1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist, nachdem der Kos- tenvorschuss fristgerecht geleistet wurde – unter Vorbehalt der Erwägung 2.2 – einzutreten. 1.5 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5). 2. 2.1 Dem in der Beschwerde vorweg gestellten Antrag auf Bekanntgabe des Spruchkörpers hat das Gericht – unter Vorbehalt allfälliger Wechsel bei Ab- wesenheiten – bereits mit Zwischenverfügung vom 14. September 2017 entsprochen, auf welche an dieser Stelle zu verweisen ist (vgl. Sachverhalt Bst. E). 2.2 Auf den Antrag auf Bestätigung der zufälligen Zusammensetzung des Spruchkörpers ist nicht einzutreten (vgl. BVGE 2019 VI/6 E. 4). 3. 3.1 3.1.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Verfügung leide an ei- nem schweren formellen Mangel beziehungsweise sie verletze seinen An- spruch auf gleiche und gerechte Behandlung, weil aus ihr nicht hervorgehe, welche Personen für den erstinstanzlichen Asylentscheid verantwortlich gewesen seien (vgl. a.a.O. S. 10 ff.) Es handle sich hierbei um eine syste- matische Rechtsverweigerung der Em pfangszentren. Die angefochtene Verfügung sei deshalb für nichtig zu erklären. Gemäss dem verfassungsmässigen Grundsatz von Art. 29 Abs. 1 BV hat eine Person in einem Verwaltungsverfahren Anspruch auf gleiche und ge- rechte Behandlung und somit Anspruch auf eine rechtmässig zusammen- gesetzte, zuständige und unbefangene Behörde. Dieser Anspruch setzt die D-4546/2017 Seite 8 Bekanntgabe der personellen Zusammensetzung der Behörde voraus, wo- bei eine Bekanntgabe in irgendeiner Form ausreicht, beispielsweise, wenn deren Namen dem Betr offenen gar nicht persönlich mitgeteilt werden, diese jedoch einer allgemein zugänglichen Publikation wie etwa einem amtlichen Blatt, einem Staatskalender oder einem Rechenschaftsbericht der Behörde entnommen werden können. 3.1.2 Vorliegend erschliesst sich wede r der Name des "Fachspezialisten Asyl" des SEM mit dem Kürzel "(…) noch dasjenige der "(…)" aus den Ak- ten beziehungsweise dem Staatskalender. Jedoch ist – wie dem Kürzel auf dem Protokoll zu entnehmen ist – der Beschwerdeführer dieser Person be- reits in der Anhörung persönlich begegnet (vgl. act. A13/22 S. 1). Es ist daher anzunehmen, dass sich Gründe für etwaige Einwände (insbeson- dere für ein Ausstandsbegehren) gegen deren Involvierung in die Verfü- gung bereits aufgrund dieser Begegnung ergeben hätten und somit hätten geltend gemacht werden können. Zudem gab das Bundesverwaltungsge- richt dem Beschwerdeführer die Namen der beiden an der Verfügung be- teiligten Personen durch seine Verfügung vom 27. Januar 2021 bekannt. Der Mangel ist somit als geheilt zu erachten (vgl. zum Ganzen BVGE 2019 VI/6 E. 8). Folglich besteht auch keine Grundlage, die angefochtene Verfü- gung als nichtig zu erklären und die Sache an die Vorinstanz zurückzuwei- sen. 3.2 3.2.1 Weiter wird in der Beschwerde geltend gemacht, dass nur eine ver- kürzte BzP durchgeführt worden sei ( vgl. a.a.O. S. 15). Den diesbezügli- chen Akten ist indessen zu entnehmen, dass er in der BzP seine Asyl- gründe zunächst in freier Rede darlegen konnte, welche anschliessend durch mehrere Nachfragen vertieft wurden. Zudem bestätigte er auf Nach- frage, keine weiteren als die bereits genannten Gründe zu haben (vgl. act. A4/12 S. 7 f.). Sodann hatte er bei der Anhörung genügend Zeit, seine Asylgründe ausführlich darzulegen. Eine Verletzung des rechtlichen Ge- hörs ist daher nicht gegeben. 3.2.2 Alsdann wird in der Beschwerde eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör behauptet, da das SEM dem Beschwerdeführer trotz des grossen zeitlichen Abstands von eineinhalb Jahren zwischen BzP und der Anhörung Widersprüche in den Aussagen vorwerfe (vgl. a.a.O. S. 15 f.). Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör ergeben sich indessen keine zeit- lichen Vorgaben für das SEM (vgl. etwa Urteile des BVGer D -4285/2017 D-4546/2017 Seite 9 vom 6. Juli 2020 E. 3.3, E -4282/2018 vom 4. März 2020 E. 4.3.4 und E-4679/2018 vom 31. Januar 2020 E. 3.5). Bei dem vom Beschwerdefüh- rer zitierten Rechtsgutachten handelt es sich lediglich um eine Empfehlung von Prof. Dr. Walter Kälin an das SEM, aus welcher der Beschwerdeführer keine Ansprüche ableiten kann. Dasselbe gilt für die Medienmitteilung des SEM vom 26. Mai 2014. Der Länge des zwischen BzP und Anhörung ver- strichenen Zeitraums ist indessen bei der Würdigung der Glaubhaftigkeit der Aussagen Rechnung zu tragen. 3.2.3 Eine weitere Gehörsverletzung wird in der Beschwerde darin erblickt, dass sich das SE M im Zusammenhang mit den geltend gemachten be- hördlichen Übergriffen im Dezember 2014 und den daraus resultierenden Verletzungen mit zwei vom Beschwerdeführer als Beweismitteln einge- reichten Arztberichten in seiner Verfügung inhaltlich nicht auseinanderge- setzt habe, weshalb es die Verweigerung der Beweisabnahme der entspre- chenden Beweismittel nicht begründet habe (vgl. a.a.O. S. 16 f.). Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass das SEM in seiner Verfügung sämtliche vom Beschwerdeführer eingereichten Beweis mittel, also auch die beiden erwähnten Arztberichte, aufgeführt hat (vgl. a.a.O. S. 3 I/4.). An- gesichts der Tatsache, dass sowohl in der Spitaldiagnose des (…) bezüg- lich des Beschwerdeführers vom 16. Dezember 2014 als auch im Schrei- ben des (…) vom 25. September 2015 lediglich bestätigt wird, seine Ver- letzungen stammten von einem Übergriff Unbekannter, bestand für die Vo- rinstanz keine Veranlassung, die vorgenannten Beweismittel explizit zu kommentieren, da sie a priori nicht geeignet erscheinen, die geltend ge- machten Misshandlungen durch Armeeangehörige zu belegen. Eine Ver- letzung des rechtlichen Gehörs ist deshalb auch in diesem Zusammenhang zu verneinen. 3.3 Schliesslich liegt entgegen den diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerde auch keine Verletzung der Begründungspflicht vor (vgl. a.a.O. S. 17 ff.). Aus der Begründungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs ergibt sich, dass die Abfassung der Begründung dem Betroffenen ermögli- chen soll, den Entscheid sachgerecht anzufechten, was nur d er Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. Die Begründungs- dichte richtet sich dabei nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfah- rensumständen und den Interessen des Betroffenen, wobei bei schwerwie- genden Eingriffen in die rechtlich geschützten Interessen des Betroffenen – und um solche geht es bei Verfahren betreffend Asyl und Wegweisung – D-4546/2017 Seite 10 eine sorgfältige Begründung verlangt wird (vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1; 2008/47 E. 3.2). Es ist jedoch nicht erforderlich, dass sich die Begründung einer Verfügung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). In der angefochtenen Verfügung hat das SEM nachvollziehbar und hinrei- chend differenziert aufgezeigt, von welchen Überlegungen es sich leiten liess. Es hat sich auch mit sämtlichen wesentlichen Vorbringen des Be- schwerdeführers auseinandergesetzt (vgl. angefochtener Entscheid S. 4 bis 6) . Entgegen den Behauptungen in der Beschwerde ( vgl. a.a.O. S. 17 ff. Ziff. 4.4) bestand für die Vorinstanz keine Veranlassung, das vom Beschwerdeführer erwähnte Engagement für die TNA (Aufhängen von Pla- katen während den Wahlen und Teilnahme an Protestkundgebungen [vgl. act. A13/22 S. 19 F163 f.]) zu erwähnen, da der Beschwerdeführer dieses in keinerlei direkten Zusammenhang mit seinen Asylgründen beziehungs- weise seinen Problemen mit Angehörigen der sri-lankischen Armee stellte. Im blossen Umstand, dass der Beschwerdeführer die Auffassung und Schlussfolgerungen des SEM nicht teilt, liegt keine Verletzung der Begrün- dungspflicht begründet. Ob diese zutreffend sind, beschlägt allein die ma- terielle Würdigung des Sachverhalts. So stellt die entsprechende Rüge in der Beschwerde denn auch eine Kritik an der Würdigung des Sachverhalts durch das SEM und mithin eine Kritik in der Sache selbst dar. Da es dem Beschwerdeführer offensichtlich im Übrigen ohne weiteres möglich war, die angefochtene Verfügung sachgerecht anzufechten, ist die Rüge der Verlet- zung der Begründungspflicht unbegründet. 3.4 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge- listeten Beweismittel. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). 3.4.1 In der Beschwerde wird behauptet, das SEM habe den rechtserheb- lichen Sachverhalt unrichtig und unvollständig abgeklärt ( vgl. a.a.O. S. 19 ff.). So habe es bei der Bewertung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers unter anderem auf hypothetische Annahmen zur Rationalität des Handelns der sri -lankischen Sicherheitskräfte bezüglich seiner Verfolgung zurückgegriffen. Im Weiteren habe die Vorinstanz es un- terlassen, weitere Abklärungen hinsichtlich des LTTE -Hintergrunds des Ehemannes seiner Cousine und des politischen Hintergrunds seines bei- nahe vor 20 Jahren nach G._______ ausgereisten Vaters anzustellen. D-4546/2017 Seite 11 Dasselbe gelte in Bezug auf einen schon lange verschollenen Onkel. Damit sei unklar, ob ihm im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka allenfalls eine Reflexverfolgung drohe. Darüber hinaus habe das SEM es in der ange- fochtenen Verfügung versäumt, bei der Beurteilung seiner Flüchtlings ei- genschaft auf das aktuelle Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und die dort definierten Risikofaktoren hin- zuweisen beziehungsweise solche zu prüfen. Schliesslich habe die Vo- rinstanz die aktuelle Situation in Sri Lanka unvollständig und unkorrekt ab- geklärt und sich in verschiedenen für die Beurteilung seiner Flüchtlingsei- genschaft rechtserheblichen Bereichen auf falsche Länderinformationen gestützt. Die Menschenrechtssituation in Sri Lanka habe sich nicht verbes- sert und das vom SEM verwendete Lagebild sei fehlerhaft. Eine Rück- schaffung nach Sri Lanka stelle an und für sich eine asylrelevante Verfol- gungssituation dar. 3.4.2 Mit diesen Ausführungen werden die sich aus dem Untersuchungs- grundsatz ergebende Frage der Feststellung des rechtserheblichen Sach- verhalts mit der Frage der rechtlichen Würdigung der Sache, welche die materielle Entscheidung über die vorgebrachten Asylgründe betrifft, ver- mengt. Alleine der Umstand, dass das SEM seine Einschätzung der Lage in Sri Lanka auf andere Quellen stützt als vom Beschwerdeführer gefordert, spricht nicht für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung. Dasselbe gilt, wenn das SEM gestützt auf seine Quellen und die vorliegende Aktenlage die Asylvorbringen anders würdigt und die Gefährdung anders einschätzt als vom Beschwerdeführer erwartet. Ebenfalls trifft dies auf das Vorbringen zu, das SEM habe die Gefahr verkannt, welche von einer noch zu erfol- genden Vorsprache beim sri -lankischen Generalkonsulat zwecks Ersatz- reisepapierbeschaffung ausgehe. Die Vorinstanz zeigte sodann nachvoll- ziehbar und hinreichend differenziert auf, von welchen Überlegungen sie sich leiten liess. Hinsichtlich des Onkels des Beschwerdeführers ist anzu- führen, dass dieser laut Angaben des Beschwerdeführers bereits vor s ei- ner Geburt verschollen sei und er diesen nicht gekannt habe (vgl. act. A13/22 S. 2 F7). Darüber hinaus wusste der Beschwerdeführer auch nichts Näheres hinsichtlich der angeblichen politischen Vergangenheit seines in G._______ verstorbenen Vaters (vgl. a.a.O. S. 4 F30 bis 32) beziehungs- weise des (nunmehr angeblich in Q._______ weilenden) Ehemannes einer Cousine (vgl. a.a.O. S. 7 F 52 f.) zu berichten, weshalb nicht anzunehmen ist, die heimatlichen Behörden könnten diesbezüglich ein eminentes Inte- resse an der Person des Beschwerdeführers haben. Ferner ist es nicht Aufgabe des SEM, Abklärungen zu allfälligen früheren politischen Tätigkei-D-4546/2017 Seite 12 ten von im Exil lebenden respektive verstorbenen Verwandten vorzuneh- men. Vielmehr hätte es dem Beschwerdeführer im Rahmen seiner Mitwir- kungspflicht oblegen, Entsprechendes von sich aus vorzubringen, was je- doch selbst im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht unterlassen wird, dies obschon das Bundesverwaltungsgericht dem Be- schwerdeführer mit Instruktionsverfügung vom 5. Dezember 2017 hierzu ausdrücklich die Gelegenheit eingeräumt hatte (vgl. Sachverhalt Bst. G). Hinsichtlich des Vorwurfs in der Beschwerde, das SEM habe in seiner Ver- fügung vom 11. Juli 2017 die vom Bundesverwaltungsgericht im Referenz- urteil E-1866/2015 statuierten Risikofaktoren nicht berücksichtigt ( vgl. a.a.O. S. 14 i.V.m. S. 23), schliesst sich das Gericht der Sichtweise der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 4. Dezember 2020 an, dass sie auch ohne ausdrückliche Nennung der im Referenzurteil E-1866/2015 des Bundes- verwaltungsgerichts genannten Risikofaktoren den Aspekt einer allfälligen Reflexverfolgung des Beschwerdeführers durchaus berücksichtigt, indes- sen eine solche zufolge dessen bloss kurzen Befragung durch die sril-lan- kischen Armeeangehörigen über Verwandte verneint habe. Nachdem der rechtserhebliche Sachverhalt von der Vorinstanz insgesamt richtig und vollständig festgestellt wurde, besteht auch keine Veranlassung, die Akten der in der Beschwerde aufgeführten Verfahren von anderen, im Jahr 2017 nach Sri Lanka zurückgeschafften Tamilen beizuziehen, weshalb der ent- sprechende Antrag abzuweisen ist. 3.5 Im Übrigen wird in der Beschwerde geltend gemacht, die Vorinstanz habe das Willkürverbot im Sinne von Art. 9 BV verletzt (vgl. a.a.O. S. 12 ff.). Insbesondere habe die Vorinstanz aufgrund kleinerer Abweichungen in sei- nen Aussagen "sowie nicht weiter belegbaren Prämissen zum behördli- chen Handeln" auf Unglaubhaftigkeit der letztmaligen behördlichen Verfol- gungshandlungen gegen ihn geschlossen, zumind est zwei Beweismittel missachtet und die in E-1866/2015 statuierten Risikofaktoren nicht geprüft. Diesbezüglich ist auf die Ausführungen in E. 3.3.3, 3.5.1 und 3.5.2 zu ver- weisen. Eine Verletzung des Willkürverbots liegt nicht vor. Die Frage, ob sich die s oeben genannten Aspekte des Sachverhalts in Bezug auf eine allfällige asylrechtlich relevante Gefährdung des Beschwerdeführers aus- wirken, ist bei der materiellen Beurteilung der Asylvorbringen zu berück- sichtigen. D-4546/2017 Seite 13 4. Die formellen Rügen erweisen sich somit – mit Ausnahme der Rüge betref- fend die Nichtoffenlegung der Namen der beiden für die angefochtene Ver- fügung verantwortlich zeichnenden Personen (vgl. E. 3.2 hiervor) – als un- begründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Antrag auf Kassation der vorinstanzlichen Verfügung ist folglich abzuweisen. 5. 5.1 In der Beschwerde werden für den Fall einer materiellen Beurteilung derselben durch das Bundesverwaltungsgericht mehrere Beweisan träge gestellt (vgl. a.a.O. S. 36 Ziff. 6.1 – 6.3). 5.1.1 Soweit vorgebracht wird, der Beschwerdeführer sei durch das Bun- desverwaltungsgericht im Rahmen der diesem obliegenden Pflicht zur voll- ständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts er- neut anzuhören, ist festzuhalten, dass nach der Rechtsprechung ein An- spruch auf mündliche Anhörung nur ausnahmsweise gegeben ist, wenn eine solche zur Abklärung des Sachverhaltes unumgänglich ist. Die Not- wendigkeit einer Anhörung kann insbesondere dann ve rneint werden, wenn eine Partei im Beschwerdeverfahren Gelegenheit hatte, ihre Sach- verhaltsdarstellung und Beweisanerbieten umfassend schriftlich einzubrin- gen. Diese Voraussetzungen sind vorliegend als erfüllt zu erachten: Der Beschwerdeführer hatte mit de r Einreichung einer Beschwerde inklusive umfangreicher Beilagen sowie im Rahmen des Instruktionsverfahrens wie- derholt Gelegenheit, seine Asylvorbringen beziehungsweise seine Sach- verhaltsdarstellung und Beweisanerbieten schriftlich einzubringen. Des- halb besteht keine Notwendigkeit, ihn nochmals anzuhören, weshalb der diesbezügliche Beweisantrag (vgl. a.a.O. Ziff. 6.1) abzuweisen ist. 5.1.2 Über den weiteren Antrag, es sei für den Fall einer Nichtrückweisung der Sache an die Vorinstanz über ein Botschaftsersuchen bei den (…) und den (…) Behörden der politische Hintergrund des Ehemannes der Cousine des Beschwerdeführers und des Vaters des Beschwerdeführers abzuklä- ren beziehungsweise es sei ihm eine angemessene Frist zur Beibringung zusätzlicher Informationen zu diese n Personen anzusetzen, hat der zu- ständige Instruktionsrichter bereits mit Instruktionsverfügung vom 5. De- zember 2017 (vgl. Sachverhalt Bst. G) befunden. Diesbezüglich kann auch auf die Ausführungen in E. 3.5.2 vorstehend verwiesen werden. D-4546/2017 Seite 14 5.1.3 Über den in der Beschwerde gestellten Beweisantrag, es sei via eine Botschaftsabklärung die Echtheit der vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel zu überprüfen, falls an deren Echtheit seitens des Bundes- verwaltungsgerichts Zweifel bestehen sollten ( vgl. a.a.O. Ziff. 6.3), ist im Rahmen der nachfolgenden materiellen Prüfung der Asylvorbringen des Beschwerdeführers zu befinden. 6. 6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen a usgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub - haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent- scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D -5779/2013 vom 23. Februar 2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 7. 7.1 Das SEM führt zur Begründung seines Entscheides im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe im Verlaufe der Anhörung und der BzP widersprüchliche Angaben gemacht. So habe er in der BzP geltend ge- macht, man habe ihn (bei seiner zweiten Befragung im Jahr 2014) nahe des Friedhofs entlassen, worauf er in eine Privatklinik gegangen sei ( vgl. act. A4 S. 7). In der Anhörung habe er jedoch ausgeführt, dass er damals nach einem Schlag auf den Hinterkopf bewusstlos geworden und erst in einem privaten Spital wieder zu sich gekommen sei. Das mit dem Friedhof D-4546/2017 Seite 15 habe er lediglich deshalb erfahren, weil seine Mutter – von einer unbekann- ten Person darüber informiert, dass er dort liegen würde -, ihn dort ange- troffen und anschliessend in das Privatspital gebracht h abe (vgl. act. A12 [recte: A13] F44). Auf Vorhalt hin habe er diesen Widerspruch bei der An- hörung nicht schlüssig erklären können, sondern lediglich angegeben, man habe ihn damals nicht entlassen und im Übrigen seine dortigen Ausführun- gen wiederholt ( vgl. act. A13 F106 bis F112). Zudem habe er in der BzP angegeben, damals einige Stunden lang festgehalten worden zu sein (vgl. act. A4 S. 8), während er bei der Anhörung von nur gerade 45 Minuten ge- sprochen habe (vgl. act. A13 F87). Weiter habe er in der Anhöru ng bei seiner freien Erzählung angegeben, dass man ihn bei der zweiten Befragung im Jahr 2014 nach seinen Prob- lemen von 2008 gefragt habe (vgl. act. A13 F44). Bereits etwas später habe er bei dieser Anhörung auf die Frage hin, was man denn von ihm gewollt habe, nichts mehr von den Vorwürfen bezüglich den Ereignissen im Jahr 2008 erwähnt. Vielmehr habe er geltend gemacht, man habe ihm lediglich vorgeworfen, beim Glocken läuten beziehungsweise Lampen entzünden dabei gewesen zu sein und sich nach dem Aufenthal tsort seines Schwa- gers erkundigt (vgl. act. A13 F88, F94 bis F96). Des Weiteren habe er in der BzP ursprünglich geltend gemacht, man habe ihn verhaftet, weil im Tempel Lampen entzündet worden seien, während er bei der Anhörung ausgesagt habe, dass es wegen des Läutens von Tempelglocken gewesen sei. Zwar möge es sein, dass üblicherweise beides gleichzeitig getan werde. Er habe sich indessen jeweils nur auf eine Variante berufen und das Andere nicht geltend gemacht, was ebenfalls Fragen aufwerfe. Zudem gebe es zahlreiche Ungereimtheiten in seinen Vorbringen. So werfe seine Aussage, zwei Wochen später bei der Rückkehr vom Besuch eines Onkels auf dem Motorrad gestoppt und mitgenommen worden zu sein, etwa die Fragen auf, wie die Behörden hätten wissen können, wo er sich gerade aufhalte beziehungsweise vorbeifahren würde und wie sie ihn da- bei direkt hätten erkennen können. Eine derartige Aktion suggeriere eine geplante Aktion, welche eine vorherige Observation vonnöten gemacht hätte, was angesichts der Tatsache, da ss ihm bei der ersten Befragung nichts wirklich Schwerwiegendes vorgeworfen worden und er nach kurzer Zeit wieder entlassen worden sei, unverhältnismässig und sehr unwahr- scheinlich anmute. Dies auch deshalb, da den Behörden seine Adresse bekannt gewesen sei und man ihn ohne Probleme zuhause hätte abholen können. D-4546/2017 Seite 16 Schliesslich sei es nur schwer nachvollziehbar, weshalb man bei seiner zweiten Festnahme einen derart grossen Aufwand für seine Festsetzung betrieben haben sollte, um ihn dann in der Absicht auf Ant worten zu ver- prügeln, nach 45 Minuten aber ohne entsprechende Antworten wieder zu entlassen. Weiter entbehre es jeglicher Rationalität seiner angeblichen Verfolger, ihn 300 Meter vom Armeecamp abzusetzen, ihm aber gleichzei- tig unter Androhung schwerster Konsequenzen strikt zu verbieten, irgend- jemandem zu erzählen, wer ihn derart verprügelt habe. Auch wenn es nicht in seiner Verantwortung liege, ob seine angeblichen Verfolger tatsächlich rational handeln würden, sei doch davon auszugehen, dass rationale Ver- haltensweisen bei organisierten Verfolgern etabliert seien. Aus diesem Grunde erweckten seine Schilderungen den Eindruck von konstruierten Sachverhaltselementen. Weiter zeigten die von ihm eingereichten Beweismittel eine andere Ge- schichte als die von ihm Da rgebotene auf, nämlich, dass er nach seiner Rückkehr von einem TNA-Meeting von unbekannten Personen verprügelt worden sei. Die von ihm eingereichten Dokumente könnten seine Vorbrin- gen somit nicht untermauern. Aufgrund des Gesagten seien seine Vorbringen insgesamt als unglaubhaft zu erachten. Zwar sei es trotz etlicher Widersprüche denkbar, dass er für eine erste Befragung (im November 2014) kurz mitgenommen worden sei. Die darauffolgende Darstellung der restlichen Ereignisse halte allerdings einer vertieften Glaubhaftigkeitsprüfung nicht stand. 7.2 In seiner Beschwerde wird demgegenüber geltend gemacht, das SEM bestreite weder den familiären LTTE-Hintergrund des Beschwerdeführers noch seine einwöchige Inhaftierung im Jahr 2008 im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Beteiligung an einem Bombenanschlag der LTTE und die dabei erfolgten Verhöre und Übergriffe seitens der sri -lankischen Ar- mee. Ebenfalls als glaubhaft erachte die Vorinstanz seine Verhaftung im November 2014 im Zusammenhang mit einer Aktion tamilischer Jugendli- cher zugunsten der LTTE. Weiter sei anzunehmen, dass das SEM nicht in Zweifel gezogen habe, dass er sich zwischen 2008 und 2014 mehrfach für die TNA engagiert habe, indem er an deren regierungskritischen Veranstal- tungen teilgenommen und in seinem Heimatort Plakate für die TNA aufge- hängt habe. Strittig sei einzig, ob er im Anschluss an seine erste Fest- nahme im Jahr 2014 (Ende November 2014) ungefähr zwei Wochen später im Dezember 2014 abermals festgenommen, in einem Armeecamp be-D-4546/2017 Seite 17 fragt, massiv misshandelt und anschliessend bewusstlos bei einem Fried- hof liegen gelassen worden sei, wo ihn seine Mutter vorgefunden und an- schliessend in ein Spital gebracht habe. In der Folge sei wiederholt behörd- lich nach ihm gesucht worden, was ihn auf Anraten seiner Mutter schliess- lich zur Flucht verhalten habe. In diesem Konnex wird sodann auf das eingereichte "Diagnosis Ticket" vom 12. (recte: 16.) Dezember 2014 sowie ein ärztliches Zeugnis des (…) vom 25. September 2015 hin gewiesen, aus denen hervorgehe, dass der Be- schwerdeführer aufgrund erlittener Verletzungen während seiner Verhaf- tung vom 10. Dezember 2014 habe hospitalisiert werden müssen. Damit lägen objektive Beweismittel für die von ihm erlittenen Misshandlungen und damit ein Teilbeweis für seine diesbezüglichen Asylvorbringen vor. Indem das SEM diese Beweismittel ignoriert und stattdessen eine Glaubhaftig- keitsprüfung seiner diesbezüglichen Aussagen vorgenommen habe, habe es den Grundsatz des Beweises vor Glaubhaftigkeit verletzt. Hinsichtlich der weitere n Beweismittel, nämlich der Referenzschreiben der sri-lankischen Menschenrechtskommission vom 5. Oktober 2015, der Diözese von F._______ vom 15. September 2015 und eines Friedensrich- ters aus F._______ vom 20. August 2015, welche seine Mutter mit Hilfe eines bezahlten TNA-Aktivisten namensK._______ eingeholt habe, wird ei- nerseits zwar ausdrücklich auf den geringen Beweiswert der entsprechen- den Beweismittel hingewiesen, dem SEM aber andererseits opportunisti- sches Handeln unterstellt, solche Beweismittel im vorliegenden Fall zulas- ten seiner Glaubhaftigkeit auszulegen. Weiter wird hinsichtlich des vom SEM festgehaltenen Widerspruchs, wo- nach der Beschwerdeführer einerseits ausgesagt habe, er sei nach seiner Verhaftung im Dezember 2014 in der Nähe eines Friedhofs entlassen wor- den und er sei daraufhin in eine Privatklinik gegangen, andererseits aber erklärt habe, er sei damals bewusstlos in der Nähe eine Friedhofs liegen gelassen und später von seiner Mutter in eine Privatklinik gebracht worden, festgehalten, es ha ndle sich hierbei nicht um einen diametralen Wider- spruch zwischen BzP und Anhörung im Sinne des in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission (EMARK 1993 Nr. 3) publizierten Grundsatzentscheides, sondern um eine Abweichung hinsichtlich eines Details. Dies gelte auch bezüglich der Darstellung des SEM, der Beschwerdeführer habe bei der BzP hinsichtlich seiner zweiten D-4546/2017 Seite 18 Verhaftung im Jahr 2014 von mehreren Stunden, bei der Anhörung dage- gen nur von 45 Minuten gesprochen. Weiter sei darauf hinzuweisen, dass zwischen den beiden Befragungen eineinhalb Jahre gelegen hätten. Soweit sich die Vorinstanz für die Begründung der angeblichen Unglaub- haftigkeit seiner Inhaftierung im Dezember 2014 auf angeblich irrationales behördliches Handeln berufe, seien deren Erwägungen spekulativ, da we- der dem SEM, dem Beschwerdeführer noch dessen Rechtsvertreter die Vorgehensweise noch die Verfolgungsmotivation der sri-lankischen Behör- den bekannt sei. Schliesslich wird in der Beschwerde ergänzend darauf hingewiesen, der Beschwerdeführer habe sich in der Schweiz exilpolitisch betätigt, indem er etwa im Frühjahr 2016 an einer Demonstration gegen die Menschenrechts- verletzungen der sri -lankischen Regierung in R._______ teilgenommen und am 27. November 2016 mit seiner Teilnahme am Heldentag der LTTE in S._______ seine anhaltende Sympathie für die LTTE geäussert habe. Der Beschwerdeführer habe diesen Sachverhalt in seinem erstinstanzli- chen Verfahren nicht geltend gemacht, da er mit den relevanten Länder- hintergrundinformationen nicht vertraut gewesen und sich deshalb der Asylrelevanz seiner exilpolitischen Tätigkeiten nicht bewusst gewesen sei. Entsprechend hätten ihm seitens des SEM entsprechende Rückfragen ge- stellt werden müssen, zumal es sich bei einem exilpolitischen Engagement um einen der Hauptrisikofaktoren im Referenzurteil des Bundesverwal- tungsgerichts E-1866/2015 E. 8.5 vom 15. Juli 2015 handle. 7.3 In der Vernehmlassung hielt die Vorinstanz unter anderem fest, die (erst) auf Beschwerdeebene vorgebrachten Exilaktivitäten legten ein nie- derschwelliges Engagement des Beschwerdeführers nahe, weshalb kein Anlass zur Annahme einer drohenden Verfolgung im Falle seiner Rückkehr nach Sri Lanka bestehe. 7.4 In der Replik werden die Vorwürfe gegenüber der Vorinstanz wieder- holt, wonach diese weder alle eingereichten Beweismittel gewürdigt noch eine vollständige beziehungsweise richtige Abklärung der Risikofaktoren des Beschwerdeführers gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwal- tungsgerichts vorgenommen habe. Darüber hinaus müssten die einzelnen Risikofaktoren im Kontext der aktuellen Lage in Sri Lanka verstärkt Geltung haben. Zusätzlich wird anhand der vom Rechtsvertreter des Beschwerde- führers selbst verfasster Lagebeurteilungen zu Sri Lanka (vgl. Auflistung in D-4546/2017 Seite 19 Sachverhalt Bst. K) dessen persönliche Einschätzung der Entwicklung der politischen Lage in Sri Lanka erörtert. 8. 8.1 Es trifft zu, dass im vorliegenden Fall einzig umstritten ist, ob der Be- schwerdeführer ungefähr zwei Wochen nach seine r kurzzeitigen Fest- nahme am 28. November 2014 durch Armeeangehörige unter dem Ver- dacht, einen Tag zuvor anlässlich des Heldengedenktags der LTTE im Tem- pel seines Heimatdorfes Lampen entzündet und die Tempelglocken geläu- tet zu haben, abermals durch Angehöri ge der Armee aufgegriffen, erneut verhört und dabei massiv misshandelt worden sein soll. In diesem Zusam- menhang wird in der Beschwerde vorab behauptet, das SEM habe in sei- nem Entscheid vom 11. Juli 2017 die beiden Spitaldokumente vom 16. De- zember 2014 und vom 25. September 2015 nicht gewürdigt, die dokumen- tieren würden, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Verletzungen in- folge der ihm zugefügten behördlichen Misshandlung während der Verhaf- tung vom 10. Dezember 2014 habe hospitalisiert werden müssen ( vgl. a.a.O. S. 40 Ziff. 8). Damit habe die Vorinstanz anstelle einer sachlichen Würdigung dieser objektiven Beweismittel zu Unrecht eine unbehelfliche Glaubhaftigkeitsprüfung vorgenommen und damit den Grundsatz Beweis vor Glaubhaftigkeit verletzt (vgl. a.a.O. S. 40 f.). Diesbezüglich festzuhalten ist, dass das SEM in seiner Verfügung die bei- den Spitaldokumente im Sachverhalt explizit erwähnt hat (vgl. act. A14/10 S. 3, I/4.). Im Rahmen der Beweiswürdigung nahm sie zwar lediglich Bezug auf die drei Bestätigungssc hreiben und merkte dabei an, diese würden – anders als seine eigene Sachverhaltsdarstellung – bestätigen, dass er nach seiner Rückkehr von einem TNA-Meeting von unbekannten Personen verprügelt worden sei. Eine Sichtung der beiden Spitaldokumente zeigt in- dessen, dass auch dort vermerkt ist, die Verletzungen des Beschwerdefüh- rers seien auf einen Angriff durch unbekannte Personen zurückzuführen. Bei dieser Sachlage ist den Beweismitteln jegliche Eignung abzusprechen, die vom Beschwerdeführer behauptete Misshan dlung durch Armeeange- hörige während eines Verhörs am 10. Dezember 2014 zu belegen respek- tive glaubhaft zu machen. Die Darstellung in der Beschwerde , die Mutter des Beschwerdeführers und der TNA-Aktivist K._______ hätten bei der Be- schaffung der drei Bestätigungsschreiben den angegangenen Institutionen beziehungsweise Personen "verschleiert", dass der Beschwerdeführer von der sri-lankischen Armee im Zusammenhang mit den LTTE inhaftiert wor- den sei, um zusätzliche Schwierigkeiten mit den sri -lankischen Behörden D-4546/2017 Seite 20 zu vermeiden ( vgl. a.a.O. S. 41 Abs. 2), ist als Schutzbehauptung einzu- stufen. So ist nicht ersichtlich, weshalb in den vorgenannten Beweismitteln, die grösstenteils nach der Ausreise des Beschwerdeführers entstanden sind, die wahren Gründe für dessen erl ittene Verletzungen hätten ver- schleiert werden sollen. Fakt ist, dass die vom Beschwerdeführer einge- reichten Beweismittel in ihrer Gesamtheit eine vollkommen andere Sach- verhaltsdarstellung – nämlich das Verprügeln des Beschwerdeführers durch Unbekannte nach seiner Rückkehr von einem TNA-Meeting – bein- halten als diejenige, die der Beschwerdeführer vor den Schweizer Asylbe- hörden geltend gemacht hat. Die diesbezüglichen Feststellungen der Vor- instanz in ihrer Verfügung sind nicht zu beanstanden. Bei dieser Sachlage kann dahingestellt bleiben, ob es sich bei den vom Beschwerdeführer ein- gereichten Beweismitteln um Fälschungen handelt (vgl. Beweisantrag Ziff. 6.3 der Beschwerde und E. 5.1.3 hiervor). 8.2 Darüber hinaus beinhalten die Schilderungen des Beschwerdefüh rers in Bezug auf die Modalitäten seiner Festnahme einen gravierenden Wider- spruch. So legte er in der BzP dar, er sei nach dem Verhör vom 10. De- zember 2014 und dabei erlittenen Misshandlungen in der Nähe eines Friedhofs von den Armeeangehörigen entlassen worden und sei danach zu einer Privatklinik gegangen (vgl. act. A4/12 S. 7 Ziff. 7.01 i.V.m. S. 8 Ziff. 7.02). Demgegenüber erklärte er in der Anhörung, er sei während des Verhörs nach einem Schlag auf den Hinterkopf bewusstlos geworden und erst in einem Sp ital wieder zu Bewusstsein gelangt. Dass er von der sri - lankischen Armee beim Friedhof ausgesetzt worden sei, wisse er nur des- halb, weil seine Mutter ihn dort auf Meldung einer unbekannten Person vorgefunden und anschliessend ins Spital gebracht habe (vgl. A13/22 S. 6, Abs. 2 [F44]). Auf Vorhalt dieses Widerspruchs erklärte er lapidar, er habe auch in der BzP ausgesagt, von den Armeeangehörigen bewusstlos in der Nähe eines Friedhofs ausgesetzt worden und erst im Spital wieder aufge- wacht zu sein (vgl. act. A13/22 S. 12 f. F106 bis F112). Dieser Erklärungs- versuch überzeugt indessen angesichts der Klarheit des BzP -Protokolls nicht. Der vorgenannte, ein zentrales Element seiner Vorbringen beschla- gende Widerspruch ist derart prägnant, dass er für sich allein den Schluss zulässt, dass die Festnahme des Beschwerdeführers am 10. Dezember 2014 nicht den Tatsachen entspricht. Daran vermag der Umstand, dass zwischen der BzP und der Anhörung des Beschwerdeführers anderthalb Jahre gelegen haben, nichts zu ändern. Es kann an dieser Stelle deshalb auch darauf verzichtet werden, weitere Unglaubhaftigkeitselemente geson- dert zu prüfen. D-4546/2017 Seite 21 8.3 Im Weiteren schliesst sich das Bundesverwaltungsgericht der Ein- schätzung der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung an, dass der einwöchigen Inhaftierung des Beschwerdeführers im Jahr 2008 wegen des Verdachts, an einem Bombenattentat beteiligt gewesen zu sein, mangels hinreichenden zeitlichen und sachlichen Kausalzusammenhangs zum Zeit- punkt seiner Ausreise keine Asylrelevanz zukommt. Als zutreffend erweist sich auch die Einschätzung der Vorinstanz, wonach die bloss kurzzeitige Befragung des Beschwerdeführers im Armeecamp am 28. November 2014 wegen des Verdachts, anlässlich des Heldengedenktags der LTTE im Tem- pel seines Heimatdorfes Lampen entzün det und Glocken geläutet zu ha- ben, mangels Intensität kein asylrechtlich relevanter Verfolgungscharakter zukommt. Vielmehr ist anzunehmen, dass die Freilassung des Beschwer- deführers deswegen erfolgte, weil die sri-lankischen Behörden seiner Dar- stellung folgten, mit den fraglichen Geschehnissen nichts zu tun gehabt zu haben. 8.4 Insgesamt vermag der Beschwerdeführer nicht darzulegen, inwiefern die Vorinstanz die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen respektive deren Asyl- relevanz zu Unrecht verneint und dadurch den M assstab des Glaubhaft- machens gemäss Art. 7 AsylG beziehungsweise denjenigen in Bezug auf die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht richtig angewendet hat. 8.5 Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer trotz fehlender Vorverfol- gung bei einer Rückkehr in ihr Heimatland ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden . Der Beschwerdeführer führt diesbezüg- lich unter Hinweis auf seine Verhaftung im Jahr 2008 im Zusammenhang mit einem Bombenanschlag der LTTE, seine abermaligen Festnahmen im November und Dezember 2014 wegen Feierns des LTTE -Gedenktags, seine familiären LTTE-Verbindungen, den Eintrag seines Namens auf einer Stop-List, das exilpolitische Engagement, den langjährigen Auslandaufent- halt und das Fehlen von gültigen Ei nreisepapieren weiter aus, er erfülle zahlreiche Risikofaktoren. 8.5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hält im Referenzurteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 fest, bestimmte Risikofaktoren (Eintrag in die „Stop-List“, Verbindung zu den LTTE und exilpolitische Aktivitäten) seien als stark risi- kobegründend zu qualifizieren, da sie unter den im Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung einer begrün- deten Furcht führen könnten. Demgegenüber würden das Fehlen ordentli-D-4546/2017 Seite 22 cher Identitätsdokumente, eine zwangsweise respektive durch die IOM be- gleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobegrün- dende Faktoren darstellen. Dies bedeute, dass diese in der Regel für sich alleine genommen keine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteil en zu begründen vermöchten. Jegliche glaubhaft gemachten Risikofaktoren seien in einer Gesamtschau und in ihrer Wechselwirkung sowie unter Be- rücksichtigung der konkreten Umstände in einer Einzelfallprüfung zu be- rücksichtigen, mit dem Ziel, zu erwägen, ob m it beachtlicher Wahrschein- lichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung bejaht werden müsse (vgl. vorgenanntes Referenzurteil E. 8.5.5). Dass sich darüber hinaus auf- grund der vom Rechtsvertreter in der Beschwerde und der Replik erwähn- ten und doku mentierten Ereignisse, welche seit der Ausreise des Be- schwerdeführers eingetreten sind, in Sri Lanka das Risiko für tamilische Rückkehrer, im Falle der Rückkehr Menschenrechtsverletzungen zu erlei- den, generell verschärft hätte, lässt sich entgegen den in d en Eingaben prognostizierten Gefährdungsszenarien nicht feststellen. Die darin doku- mentierte Entwicklung verdeutlicht vielmehr, dass die im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 erwähnten Risikofaktoren, die zu einer asylrechtlich relevanten Gefährdung von nach Sri Lanka zurückkehrenden tamilischen Personen führen können, nach wie vor aktuell und dement- sprechend weiterhin zu prüfen sind. 8.5.2 Das SEM geht in seiner Verfügung vom 11. Juli 2017 implizit von der Glaubhaftigkeit der einwöchigen Inhaftierung des Beschwerdeführers im Jahr 2008 wegen des Verdachts, an einem Bombenattentat der LTTE be- teiligt gewesen zu sein, aus, verneinte sie doch deren Asylrelevanz man- gels hinreichenden zeitlichen und sachlichen Zusammenhangs zu seiner Ausreise im Dezember 2014. Er erfüllt damit zwar einen stark risikobegrün- denden Faktor. Fraglich ist jedoch, ob er dadurch zu jener Gruppe zu zäh- len ist, die bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrschein- lichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Er wurde im Jahr 2008 freigelassen und unterstand eine Zeitlang einer Mel- depflicht, ohne dass dieser Vorfall weitere Folgen nach sich gezogen hätte. Im November 2014 wurde er bereits nach einer halben Stunde wieder frei- gelassen, nachdem er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestritten hatte. Seine angebliche erneute Festnahme zwei Wochen später hat sich als un- glaubhaft erwiesen. Soweit in der Beschwerde behauptet wird, zumindest die frühere Verfolgung des Ehemannes einer Cousine des Beschwerdefüh- rers habe im Zusammenhang mit einer früheren LTTE-Tätigkeit desselben gestanden (vgl. a.a.O. S. 24 E. 4.5.5), ist festzuhalten, dass der Beschwer- deführer im Zeitpunkt seiner Ausreise seinetwegen keine Probleme hatte. D-4546/2017 Seite 23 Weiter wurde er keiner Straftat angeklagt oder verurteilt und verfügt somit auch nicht über einen Strafregistereintrag. Anzumerken ist ferner, dass der Beschwerdeführer weder zum angeblichen LTTE -Hintergrund des Ehe- manns einer Cousine noch zu den Gründen f ür die angebliche politische Verfolgung seines Vaters beziehungsweise Onkels irgendwelche näheren Angaben machen konnte. Auch im Beschwerdeverfahren wurden in die- sem Zusammenhang keinerlei weitergehende Informationen geliefert, wie- wohl das Gericht dem Beschwerdeführer hierzu ausdrücklich die Gelegen- heit einräumte (vgl. Sachverhalt Bst. G). Die in der Replik unvermittelt er- hobene, indessen durch nichts belegte Darstellung, sowohl der Ehemann der Cousine des Beschwerdeführers als auch sein Vater sowie sein ve r- schollener Onkel seien aktive Mitglieder und teilweise Kämpfer der LTTE gewesen (vgl. a.a.O. S. 17 Ziff. 40), stellt eine reine Parteibehauptung dar. Überdies ist an dieser Stelle nochmals zu betonen, dass der Onkel des Beschwerdeführers bereits vor desse n Geburt verschollen sein soll und sein Vater im Verlaufe des Jahres 2015 in G._______ verstorben ist. So besehen ist nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer wegen den drei vorerwähnten Verwandten bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nen- nenswerte behördliche Probleme haben sollte. Alleine aus der tamilischen Ethnie, der mehrjährigen Landesabwesenheit und temporären Reisepapie- ren kann er keine Gefährdung ableiten. Dass er in einer „Watch List“ auf- geführt ist, kann aufgrund seiner früheren Inhaftierung n icht gänzlich aus- geschlossen werden, dürfte aufgrund des Gesagten jedoch wenig wahr- scheinlich sein. Unter Würdigung aller Umstände ist somit anzunehmen, dass der Beschwerdeführer von der sri -lankischen Regierung nicht zu je- ner Gruppe gezählt wird, die best rebt ist, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, und so eine Gefahr für den sri -lankischen Ein- heitsstaat darstellt. Es ist nicht davon auszugehen, dass ihm persönlich im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden. Solches ergibt sich auch nicht aus den im vor- liegenden Beschwerdeverfahren eingereichten Dokumenten, Berichten und Länderinformationen. 8.6 8.6.1 Subjektive Nachfluchtgründe liegen vor, wenn eine asylsuchende Per- son erst durch ihre Ausre ise aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit subjektiven Nachfluchtgrün- den erhalten gemäss Art. 54 AsylG kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 und 2009/29 E. 5.1). D-4546/2017 Seite 24 8.6.2 Die exilpolitischen Tätigkeiten des Beschwerdeführers in der Schweiz werden erstmals in der Beschwerde geltend gemacht. So habe er im Frühjahr 2016 an einer Demonstration gegen die M enschenrechtsver- letzungen der sri-lankischen Regierung in R._______ und am 27. Novem- ber 2016 am Heldentag der LTTE in S._______ teilgenommen (vgl. a.a.O. S. 39 Ziff. 7.2). Über die näheren Umstände der Teilnahme wie auch seine konkreten Tätigkeiten anlässl ich der beiden Veranstaltungen äusserte er sich nicht und reichte auch keine Beweismittel zu den Akten. Bei dieser Sachlage ist übereinstimmend mit der Einschätzung der Vorinstanz von ei- nem niedrigschwelligen exilpolitischen Engagement des Beschwerdefüh- rers auszugehen, welches nicht geeignet ist, auf ihm drohende ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG im Falle der Rückkehr nach Sri Lanka zu schliessen. 8.6.3 Hinsichtlich der Behauptung in der Beschwerde, die Vorinstanz hätte ihn angesichts der Bedeutsamkeit exilpolitischer Aktivitäten bei der Bewer- tung seines Risikoprofils im Sinne der Rechtsprechung des Bundesverwal- tungsgerichts ausdrücklich auf exilpolitische Tätigkeiten ansprechen müs- sen (vgl. a.a.O. S. 39 Ziff. 7.2), ist auf die Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) des Beschwerdeführers zu verweisen . Darüber hinaus wurde er bereits während der BzP darauf hingewiesen, dass es ihm obliege, die Vorinstanz im Verlaufe des gesamten weiteren Asylverfahrens über allfällige Ereig- nisse wie beispielsweise exilpolitische Aktivitäten zu informieren, ansons- ten entsprechende Vorkommnisse bei der Entscheidfindung nicht berück- sichtigt werden könnten (vgl. act. A4/12 S. 2 Bst. b). Dies hat der Be- schwerdeführer unterlassen. Die entsprechende Rüge in der Beschwerde gegenüber der Vorinstanz erweist sich damit als unbegründet. 8.7 Die im Beschwerdeverfahren eingereichten Beweismittel, vermögen an der fehlenden Glaubhaftigkeit der Hauptvorbringen des Beschwerdefüh- rers nichts zu ändern. Dabei handelt es sich grossmehrheitli ch um Doku- mente, welche die allgemeine Lage und die politische Situation in Sri Lanka beschreiben. Der Beschwerdeführer kann daraus keine individuelle Verfol- gung ableiten. Das vorgebrachte Urteil des High Court Vavuniya (Verurtei- lung eines rehabilitierten LTTE-Mitglieds zu lebenslanger Haft wegen Zwangsrekrutierung einer jungen Frau für die LTTE) und die Verfahren vor dem High Court Colombo (Finanzierung der LTTE) sind nicht ansatzweise mit der Situation des Beschwerdeführers vergleichbar und weisen keinen Bezug zu ihm auf. D-4546/2017 Seite 25 8.8 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abge- lehnt. 9. 9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 9.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegw eisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 10.2 10.2.1 Das SEM führte zur Begründung des Wegweisungsvollzugs aus, es würden sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür ergeben, dass diesem im Falle einer Rück- kehr in den Heimatst aat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Die Rückkehr nach Sri Lanka erweise sich somit als zulässig. Sodann werde der Wegwei- sungsvollzug nach Sri Lanka – namentlich auch ins Vanni -Gebiet – auf- grund von substantiellen Verbesserungen zum heutigen Zeitpunkt als grundsätzlich zumutbar erachtet. Der Beschwerdeführer sei ein gesunder, junger Mann und verfüge über eine schulische Grundausbildung sowie über Berufserfahrung. Seine Mutter und seine Schwes ter lebten noch im- mer und ohne Probleme in Sri Lanka. Er habe regelmässigen Kontakt zu D-4546/2017 Seite 26 seiner Familie und dieser gehe es gut. Durch das Erbe seines Vaters sei seine Familie in einer finanziell gesicherten Situation, so dass er ohne Probleme zu seiner Mutter zurückkehren und dort leben könne. Der Weg- weisungsvollzug erweise sich folglich auch in individueller Hinsicht als zu- mutbar. Er sei zudem technisch möglich und praktisch durchführbar. 10.2.2 Dem wird in der Beschwerde entgegengehalten, gemäss der Recht- sprechung des EGMR habe eine Risikoanalyse äusserst gründlich zu er- folgen. Aufgrund der gut dokumentierten Ereignisse bei der Rückschaffung von tamilischen Asylgesuchstellern sei mit überwiegender Wahrscheinlich- keit davon auszugehen, dass jeder nach Sri Lanka zurückgeschaffte tami- lische Asylgesuchsteller jederzeit Opfer einer Verhaftung und von Verhören unter Anwendung von Folter werden könne. Der Wegweisungsvollzug sei somit unzulässig. Im Weiteren liege auch eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG vor, da er das Risiko eingehe, jederzeit Opfer einer Festnahme, Verschleppung oder Tötung durch die Sicherheitskräfte oder paramilitärischen Kräften werden zu können. Nach Sri Lanka zurück- kehrenden Tamilen würden bereits am Flughafen Verhöre und Verhaftung verbunden mit einer Misshandlungsgefahr drohen. Die Gefahr von Behel- ligungen, Belästigungen und Misshandlungen durch Behörden oder durch paramilitärische Gruppierungen bestehe auch nach der Einreise. Die sri - lankischen Behörden würden, ausgehend von den Abklärungen zwecks Papierbeschaffung, bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka sofort in Kenntnis darüber sein, was er für eine Vergangenheit in Sri Lanka aufweise. Auch werde ihnen bekannt sein, dass er sich während seines längeren Aufent- halts in der Schweiz exilpolitisch betätigt habe und damit einen Wiederauf- bau der LTTE anstrebe. Es könne nicht verneint werden, dass er sich den standardisierten Verhören der sri -lankischen Behörden nicht entziehen könnte. Aufgrund seiner LTTE-Verbindungen und seiner bereits er folgten Verfolgung bestehe in solchen Verhören eine akute Gefahr für seinen Leib und sein Leben. 10.3 10.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 10.3.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, D-4546/2017 Seite 27 zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Üb ereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie- mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be- handlung unterworfen werden. 10.3.3 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung zutreffend fest- gehalten, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrück- schiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine Anwendung findet und keine anderweitige n völkerrechtlichen Vollzugshindernisse er- kennbar sind. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts lasse die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den Wegwei- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als generell unzulässig erschei- nen. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurück- kehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenomme n werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37). Weder aus seinen Aussagen noch aus den Akten erge- ben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass ihm bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK ver- botene Strafe oder Behandlung drohe. Der Vollzug der Wegweisung ist so- mit zulässig. 10.4 10.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 10.4.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Nach einer eingehen- den Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka is t das Bundes- verwaltungsgericht zum Schluss gekommen, dass der Wegweisungsvoll- zug in die Nordprovinz zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen D-4546/2017 Seite 28 Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiä- ren oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil des BVGer E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2). In seinem als Refe- renzurteil publizierten Urteil D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 erachtet das Bundesverwaltungsgericht auch den Wegweisungsvollzug ins „Vanni- Gebiet“ als zumutbar (vgl. a.a.O. E. 9.5). Diese Einschätzung gilt auch un- ter Berücksichtigung der aktuellen politischen Situation. 10.4.3 In Bezug auf die individuellen Zumutbarkeitskriterien bringt der Be- schwerdeführer nichts vor, das geeignet wäre, die zutreffenden Ausführun- gen der Vorinstanz umzustossen, auf die zur Vermeidung von Wiederho- lungen vollumfänglich verwiesen werden kann. Der Vollzug der Wegwei- sung erweist sich somit nicht als unzumutbar. 10.5 10.5.1 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zustän- digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög- lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 10.5.2 Hinsichtlich der allfälligen, aufgrund der Corona -Pandemie derzeit gegebenen Unmöglichkeit des Vollzugs ist Folgende s festzuhalten: Ge- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist die Unmöglichkeit des Vollzugs dann festzustellen, wenn sich sowohl eine freiwillige Ausreise als auch ein zwangsweiser Vollzug klarerweise und aller Wahrscheinlichkeit nach für die Dauer von mindestens einem Jahr als undurchführbar erwei- sen (vgl. Urteil des BVGer E-7575/2016 vom 28. Juli 2017 E. 6.2). Dies ist in Anbetracht der derzeitigen Entwicklung der Pandemie nicht anzuneh- men. Der aktuellen Situation kann indessen im Rahmen der Ansetzung der Ausreisefrist Rechnung getragen werden. 10.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 11. Aus di esen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich D-4546/2017 Seite 29 überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit auf diese einzutreten ist. 12. 12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und zufolge seiner sehr um- fangreichen Beschwerde mit zahlreichen Beilagen ohne individuellen Be- zug zu ihm auf insgesamt Fr. 1‘500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle- ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der am 29. Sep- tember 2017 in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss is t zur Bezah- lung der Verfahrenskosten zu verwenden. 12.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er- wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Obsiegt eine Partei nur teilweise, so ist die Partei - entschädigung zu kürzen (Art. 7 Abs. 2 VGKE). Sind die Kosten verhältnis- mässig gering, kann von einer Parteientschädigung abgesehen werden (Art. 7 Abs. 4 VGKE). Als geringe Kosten gelten Aufwendungen von weni- ger als Fr. 100.– (analog zu Art. 13 Bst. b VGKE: als verhältnismässig hohe Kosten gelten Spesen von mehr als Fr. 100.–; vgl. zum Ganzen: M O- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge- richt, 2. Aufl. 2013, Rz. 4.69). Allein die (formelle) Rüge der Verletzung des sich aus Art. 29 BV ergebenden Anspruchs auf Bekanntgabe der personel- len Zusammensetzung der Behörde als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs erwies sich vorliegend als begründet, weshalb der Beschwerdeführer dies- bezüglich obsiegt. Mit allen anderen Rechtsbegehren ist er unterlegen. Da im vorliegenden Verfahren der Aufwand für die erwähnte Rüge entgegen der Einschätzung des Rechtsvertreters in dessen Eingabe vom 29. Januar 2021 (vgl. Sachverhalt Bst. M) als gering einzustufen ist (weniger als Fr. 100.–), ist keine Parteientschädigung auszurichten (vgl. auch Urteile des BVGer D -5281/2017 vom 11. Januar 2019 E. 10.2 und D -4285/2017 vom 6. Juli 2020 E. 11.2). (Dispositiv nächste Seite) D-4546/2017 Seite 30 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezah- lung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Philipp Reimann Versand: