A bteilung V E -7085/2006/sca {T 0/2} U rteil vom 14. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichterin R egula Schenker Senn, R ichter M artin Zoller, François Badoud G erichtsschreiber R udolf R aem y A ._______, Sri Lanka, vertreten durch B._______, Zürcher Freiplatzaktion für Asylsuchende, Langstrasse 64, 8004 Zürich, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 28. M ai 2002 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer, ein srilankischer Staatsangehöriger tam ilischer Ethnie aus Kurunagar, Jaffna, stellte am 20. D ezem ber 2000 unter Beilage m ehrerer Bew eis- m ittel ein schriftliches Asylgesuch bei der Schw eizer Botschaft in C olom bo. M it er- gänzenden Eingaben vom 24. Januar 2001 und vom 17. M ai 2001 reichte er w eite- re Bew eism ittel zu den Akten. Am 14. Juni 2001 w urde er durch die Schw eizer Botschaft in C olom bo zu seinen Asylgründen angehört. M it Verfügung vom 3. Septem ber 2001 lehnte das dam als zuständige BFF das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab und verw eigerte dessen Einreise in die Schw eiz. B. G em äss eigenen Angaben verliess der Beschw erdeführer sein H eim atland am 5. N ovem ber 2001 m it einem Frachtschiff und erreichte die Schw eiz via Italien am 19. M ärz 2002. G leichentags stellte er bei der Em pfangsstelle des BFF in C ._______ ein Asylgesuch. C . Am 22. M ärz 2002 w urde der Beschw erdeführer in der Em pfangsstelle C ._______ zu seinen Asylgründen befragt. Am 16. April 2002 führte das BFM eine direkte An- hörung durch. D . Am 13. M ai 2002 liess der Beschw erdeführer dem BFF durch das M igrationsam t des Kantons Zürich vier Fotos als Bew eism ittel zukom m en. E. M it Verfügung vom 28. M ai 2002 lehnte das BFF das Asylgesuch ab und ordnete gleichzeitig die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz an. Zur Be- gründung führte es aus, seine Schilderungen genügten w eder den Anforderungen an die G laubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft. F. M it Eingabe vom 28. Juni 2002 beantragte der Beschw erdeführer die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides. Es sei festzustellen, dass er die Flüchtlingsei- genschaft erfülle und es sei ihm Asyl zu gew ähren. Eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der W egw eisung unzulässig sow ie unzum utbar sei und er sei vor- läufig aufzunehm en. Im W eiteren sei ihm die unentgeltliche R echtspflege zu ge- w ähren und eine angem essene Parteientschädigung zu entrichten. W eiter bean- tragte er vollständige Einsicht in die Verfahrensakten, insbesondere bezüglich des Botschaftsverfahrens, sow ie die G ew ährung einer angem essenen N achfrist zur Einreichung ergänzender Bew eism ittel und zur allfälligen Beschw erdeergänzung. Auf die Begründung der gestellten Begehren w ird, sow eit erforderlich, in den nach- folgenden Erw ägungen eingegangen. Zum Bew eis der Vorbringen reichte der Be- schw erdeführer m ehrere Bew eism ittel, darunter zw ei Fotos, eine Videokassette, einen Jahresbericht von Am nesty International, einen Artikel m it dem Titel "Zur Er- füllbarkeit der Anforderungen der Asylanhörung für traum atisierte Flüchtlinge aus psychologischer Sicht" sow ie eine H aftbestätigung "H um an D evelopm ent C entre Jaffna" zu den Akten. G . M it Zw ischenverfügung vom 8. Juli 2002 gew ährte die Schw eizerische Asylrekurs- kom m ission (AR K) dem Beschw erdeführer antragsgem äss Einsicht in die Akten 3 des ersten Asylverfahrens und G elegenheit zur ergänzenden Beschw erdebegründung sow ie zur Einreichung w eiterer Bew eism ittel bis zum 24. Juli 2002. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege w urde gutgeheissen. H . Am 23. Juli 2002 und am 11. August 2002 reichte der Beschw erdeführer unter Bei- lage eines ärztlichen Zeugnisses ergänzende Eingaben zu den Akten. I. M it Vernehm lassung vom 26. August 2002 beantragte das BFF die Abw eisung der Beschw erde. J. M it R eplik vom 17. Septem ber 2002 hielt der Beschw erdeführer an den gestellten Begehren und deren Begründung fest und reichte einen neuen Arztbericht über seine folterbedingten Spuren und Beschw erden sow ie eine Todesurkunde und ei- nen Arztbericht betreffend seinen Vater sow ie ein G utachten vom 16. Septem ber 2002 von M artin Stürzinger zur M ahattaya Fraktion der LTTE und einer m öglichen G efährdungslage eines ehem aligen LTTE-M itgliedes als w eitere Bew eism ittel zu den Akten. K. Am 19. Januar 2007 heiratete der Beschw erdeführer eine srilankische Staatsange- hörige m it W ohnsitz in Kanada. L. M it Zw ischenverfügung vom 3. M ai 2007 w urde dem Beschw erdeführer vom neu zuständigen Bundesverw altungsgericht das rechtliche G ehör in Bezug auf eine all- fällige Anw endung von Art. 52 Abs. 1 Bst. b des Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) gew ährt. M . M it Stellungnahm e vom 21. M ai 2007 stellt sich der Beschw erdeführer unter Beila- ge m ehrerer Bew eism ittel auf den Standpunkt, Art. 52 Abs. 1 Bst. b AsylG könne ihn betreffend nicht zur Anw endung gelangen. N . D er Beschw erdeführer reichte am 31. Juli 2007 eine Kostennote im U m fang von Fr. 1'315.-- ins R echt. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das AsylG ; das Bundesverw al- tungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht hat per 1. Januar 2007, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der vorm als bei der AR K hängigen R echtsm ittel übernom m en. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ).4 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. U nd 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist einzu- treten. 3. 3.1 G em äss Art. 52 Abs. 1 AsylG w ird einer Person, die sich in der Schw eiz befindet, in der R egel kein Asyl gew ährt, w enn sie sich vor ihrer Einreise einige Zeit in ei- nem D rittstaat aufgehalten hat, in den sie zurückkehren kann (Bst. a) oder in einen D rittstaat ausreisen kann, in dem nahe Angehörige leben (Bst. b). Ein Asylbew er- ber kann in einen D rittstaat zurückkehren, w enn angenom m en w erden kann, dass die Behörden dieses Staates ihm die Einreise gestatten und ihm einen dauerhaften Aufenthalt erlauben w erden. Sind der Ehegatte des Asylbew erbers und die ge- m einsam en m inderjährigen Kinder Angehörige dieses D rittstaates, liegen ausrei- chende Anhaltspunkte für eine Annahm e in diesem Sinne vor, selbst w enn der Be- troffene nicht ohne w eiteres über die notw endigen Bew illigungen verfügt (vgl. Pra- xis der AR K in Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurs- kom m ission / EM AR K 1996 N r. 24 S. 241 ff., w elche vom Bundesverw altungsge- richt übernom m en w ird). 3.2 Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschw erdeführer am 19. Januar 2007 in der Schw eiz eine srilankische Staatsangehörige m it W ohnsitz in Kanada geheiratet hat. In Zusam m enhang m it Art. 52 Abs. 1 Bst. b AsylG ist dem nach zu prüfen, ob es als erw iesen erachtet w erden kann, dass der Beschw erdeführer in den W ohn- sitzstaat seiner Ehefrau ausreisen kann und dort die M öglichkeit eines dauerhaften Verbleibs hat. 3.3 D er Beschw erdeführer m acht geltend, die LTTE w erde in Kanada als terroristische G ruppe geführt und Tätigkeiten für die LTTE w ürden nach dem C rim inal C ode ge- ahndet. Finanzielle oder ideologische U nterstützung der LTTE w erde m it hohen G efängnisstrafen oder W egw eisung aus dem Land bestraft. Aufgrund seiner Tätig- keiten für die LTTE sei er von diesen Sanktionen unm ittelbar betroffen. Ein G e- spräch m it dem kanadischen Anw alt seiner Ehefrau habe zudem ergeben, dass ihm die kanadischen Behörden die Einreise nicht bew illigen w ürden, zum al er von der kanadischen Vertretung in Frankreich zu seinen Asylgründen befragt w ürde. Von den Sanktionierungsm assnahm en gegen die LTTE sei zudem auch der Fam i- liennachzug betroffen. O bschon er also m it einer in Kanada aufenthaltsberechtig- ten srilankischen Staatsbürgerin verheiratet sei, bestehe für ihn w egen seiner LTTE-Tätigkeit kein Anspruch auf Fam iliennachzug nach Kanada. Zum Bew eis sei- ner Vorbringen reichte der Beschw erdeführer eine Telefaxkopie eines Schreibens des Anw alts seiner Ehefrau vom 15. M ai 2007 sow ie einen Internetausdruck "Pub- lic Safety C anada" zu den Akten. 3.4 Abklärungen des Bundesverw altungsgerichts - unter anderem bei den kanadi- schen Vertretungen in C olom bo und Paris - haben ergeben, dass der Beschw erde- führer als Ehegatte einer in Kanada dauerhaft aufenthaltsberechtigten Frau unbe- sehen seines Aufenthaltsstatus in der Schw eiz ein G esuch um Fam iliennachzug 5 beziehungsw eise dauerhaften Aufenthalt in Kanada stellen könnte. Alle G esuche sind beim C ase Processing C entre in M ississauga (Kanada) einzureichen und w erden von diesem behandelt beziehungsw eise zur W eiterbehandlung an die zuständigen Stellen ausserhalb Kanadas w eitergeleitet. Für das G esuch des Beschw erdeführers w äre aufgrund seines Aufenthalts in der Schw eiz die kanadische Botschaft in Paris zuständig. G em äss Abklärungen des G erichts w ürde eine Anhörung - entw eder in Paris oder zw eim al jährlich in Bern - durchgeführt zur Feststellung, ob die Beziehung zu der in Kanada aufenthaltsberechtigten Person "bona fides" sei und um abzuklären, ob eine Zulassung des G esuchstellers aus krim inellen und sicherheitstechnischen G ründen m öglich sei ("The purpose of the interview w ould be to determ ine w hether the relationship w ith the sponsor is bona fides and to assess the applicant's adm issibility on crim inal and security grounds"). In diesem Zusam m enhang w ürden Fragen zu Beziehungen des G esuchstellers zu politischen, sozialen und anderen G ruppen gestellt, w elche m it grosser W ahrscheinlichkeit seine Vorbringen zu seinem Asylgesuch in der Schw eiz betreffen w ürden. Ein G esuch um dauerhaften Aufenthalt in Kanada kann abgw iesen w erden, w enn eine Zulassung aus krim inellen G ründen nicht statthaft ist ("is 'crim inally' inadm issible to C anada"). M assgebend sind dabei die im Zeitpunkt der G esuchstellung in Kraft stehenden strafrechtlichen Bestim m ungen ("The C anadian crim inal law provisions in place at the tim e of the application for perm anent residence are to be used to determ ine the crim inal adm issibility of the applicant" vgl. dazu http://w w w .irb-cisr.gc.ca/en/references/legal/iad/sponappeal/ sponappeal02_e.htm , besucht am 4. Juli 2007). D ie vom G ericht getätigten Abklärungen haben sodann ergeben, dass das kanadische M inisterium für Public Safety die LTTE am 8. April 2006 gestützt auf den C rim inal C ode auf die Liste terroristischer O rganisationen aufgenom m en hat, und dass es für alle Personen als illegal erklärt w urde, an Aktivitäten terroristischer G ruppen teilzunehm en oder diese zu unterstützen, w as beispielsw eise auch die finanzielle U nterstützung beinhaltet («The H onourable Stockw ell D ay, M inister of Public Safety, today announced that C anada’s new governm ent has listed the Liberation Tigers of Tam il Eelam (LTTE) as a terrorist group, effective April 8, 2006, pursuant to the C rim inal C ode. (...) The objective of the C rim inal C ode list is to help com bat terrorist activities, including im peding terrorist financing. It is illegal for any person to provide support, facilitate or participate in the activities of a terrorist group. This includes providing any financial support.»vgl. http://w w w .publicsafety.gc.ca/m edia/ nr/2006/nr20060 410 -en.asp , besucht am 4. Juli 2007). Vor dem H intergrund dieser Abklärungsresultate ist davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer im Verfahren um Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung in Kanada über seine vom Bundesverw altungsgericht als w eitgehend glaubhaft erachteten Aktivitäten und U nterstützungstätigkeiten für die LTTE (vgl. dazu nachfolgend E. 6) Auskunft geben m üsste. O bw ohl diese bereits einige Zeit zurückliegen, kann insbesondere in Berücksichtigung der aktuellen Verhältnisse im H eim atland des Beschw erdeführers sow ie der w eltw eit generell zunehm enden Verschärfung von Einreisebestim m ungen nicht als erstellt erachtet w erden, dass G esuche des Beschw erdeführers um Bew illigung der Einreise und dauerhaften Verbleib in Kanada beziehungsw eise Fam ilienvereinigung von den kanadischen Behörden positiv behandelt w ürden.6 3.5 Zusam m enfassend ist som it festzustellen, dass nicht m it genügender Sicherheit davon ausgegangen w erden kann, dass dem Beschw erdeführer ein dauerhafter le- galer Aufenthalt in Kanada m öglich w äre, beziehungsw eise dass ihm die Einreise nach Kanada überhaupt erlaubt w ürde, so dass m it dem Beschw erdeführer festzu- stellen ist, dass Art. 52 Abs. 1 Bst. b AsylG vorliegend nicht zur Anw endung gelan- gen kann. 4. 4.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 4.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 5. 5.1 Zur Begründung des ersten - bei der Schw eizer Vertretung in C olom bo eingereich- ten - Asylgesuches m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, er sei am 22. April 1998 in G urunagar, Jaffna, durch die Arm ee verhaftet w orden, w eil er verdächtigt w orden sei, in Kontakt zur LTTE zu stehen. W ährend seiner Inhaftie- rung sei er w iederholt brutal m isshandelt und gefoltert w orden. N arben dieser M isshandlungen seien an seinem Körper sichtbar. Am 18. M ai 1998 sei er w äh- rend der H aft vom IKR K besucht w orden, nachdem seine Eltern auf seine Veran- lassung am 16. M ai 1998 bei diesem eine Klage eingereicht hätten. W eil seine El- tern das IKR K inform iert hätten und er von diesem besucht w orden sei, sei er er- neut gefoltert w orden. Am 20. M ai 1998 sei er unter der Auflage, sich täglich bei der Arm ee zu m elden und seine U nterschrift zu leisten, freigelassen w orden. Bei der Erfüllung seiner U nterschriftspflicht sei er im m er w ieder beleidigt und be- schim pft w orden und habe lange Zeit w arten m üssen, so dass er als Folge davon seine Arbeit verloren habe. R egelm ässig sei er zudem in der N acht zu H ause von Arm eeangehörigen aufgesucht w orden, w elche ihn und seine Fam ilie beschim pft und bedroht hätten. Am 10. N ovem ber 2000, als er im C am p der Arm ee seine U n- terschrift geleistet habe, sei er für eine Befragung festgehalten und dabei unter an- derem m it einer brennenden Zigarette m isshandelt w orden. Vor dem H intergrund der erlittenen und aus Angst vor w eiteren M isshandlungen habe er am 7. N ovem - ber 2000 seine H eim atregion verlassen und habe sich nach C olom bo begeben, um von dort aus das H eim atland zu verlassen. Seither sei seine Fam ilie im m er w ieder nach ihm und seinem Aufenthaltsort befragt w orden. D abei hätten Angehörige der Arm ee unter anderem gedroht, den Bruder des Beschw erdeführers zu verhaften. 7 Aufgrund dieser Bedrohungen habe seine Fam ilie das H aus verlassen und sei in eine andere R egion gezogen. Zum Bew eis seiner Vorbringen reichte der Beschw erdeführer eine Bestätigung des IKR K, eine H aftentlassungsbestätigung des Verteidigungsm inisterium s, eine G eburtsurkunde, eine Passkopie, m ehrere Fotos, ein Bestätigungsschreiben sow ie ein ärztliches Zeugnis zu den Akten. Zur Begründung des in der Schw eiz eingereichten G esuches verw ies der Beschw erdeführer auf die im R ahm en des bei der Schw eizer Vertretung in C olom bo eingereichten G esuchs geltend gem achten Vorbringen. Ergänzend zu diesen Ausführungen m achte er geltend, er sei von 1992 bis 1997 für die LTTE in der G ruppe von M ahattaya im politischen Bereich tätig gew esen. Er habe auch verletzte Leute gepflegt, diese unterstützt und ihnen zu Essen gegeben. W eiter habe er detaillierte Angaben über die getöteten Käm pfer gesam m elt und die Leichen zu den Angehörigen gebracht. N achdem M ahattaya getötet w orden sei, habe er aufgrund seiner M itgliedschaft bei dessen G ruppe ab Ende 1997 Problem e bekom m en. W ährend seiner Inhaftierung vom 22. April 1998 bis zum 20. M ai 1998 habe er unter dem D ruck der M isshandlungen Leute der LTTE verraten m üssen und sei in der Folge von dieser ebenfalls bedroht w orden. Als er in C olom bo gew esen sei, habe er von seinem Vater Briefe erhalten, in w elchen ihm m itgeteilt w orden sei, dass er von bew affneten Leuten der LTTE gesucht w orden sei. D ie LTTE habe nun an seiner Stelle seinen Bruder verhaftet. In C olom bo sei er m ehrfach von der Polizei kontrolliert, befragt und nach jew eils zw ei bis vier Stunden w ieder freigelassen w orden. Am 20. Septem ber 2001 - nach einem Angriff auf den Flughafen - sei er in C olom bo von der Polizei festgenom m en und zw ei Tage lang festgehalten und dabei m assiv gefoltert w orden. Zum Bew eis seiner Vorbringen reichte der Beschw erdeführer eine Identitätskarte sow ie vier Fotos zu den Akten. Für die w eiteren Aussagen des Beschw erdeführers w ird auf die Akten verw iesen. 5.2 D ie Vorinstanz w ies das G esuch des Beschw erdeführers m it der Begründung ab, seine Vorbringen hielten w eder den Anforderungen an die G laubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft stand. Aufgrund w idersprüchlicher, un- substanziierter und nachgeschobener Angaben sei nicht glaubhaft, dass er der LTTE angehört und von dieser gesucht w orden sei, dass sein Bruder von der LTTE entführt w orden sei und dass er - der Beschw erdeführer - in C olom bo von den srilankischen Behörden verhaftet und zw ei Tage lang m isshandelt w orden sei. An diesen Erkenntnissen verm öchten auch die nachgereichten Fotos nichts zu än- dern. D ie geltend gem achten Ü bergriffe in C olom bo seien, selbst w enn sie zutref- fen w ürden, asylrechtlich nicht relevant, zum al er seither keine w eiteren Benach- teiligungen m ehr erlitten habe und auch nicht behelligt w orden sei, w eil bezie- hungsw eise obw ohl er sich in Jaffna der M eldepflicht entzogen habe. Vielm ehr sei ihm in C olom bo sogar ein R eisepass ausgestellt w orden. Sow eit die nachträglich geltend gem achte Verfolgung durch die LTTE betreffend, handle es sich dabei um Ü bergriffe, w elche sich auf den N orden und den O sten des Landes beschränkten. Es sei ihm indessen zum utbar, im Süden des Landes vor diesen Zuflucht zu neh- m en. 5.3 In der R echtsm itteleingabe m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen gel- tend, entgegen der Ansicht der Vorinstanz seien seine Vorbringen zu seiner Funk-8 tion und den Tätigkeiten für die LTTE als exakt, klar und substanziiert zu bezeich- nen und w ies darauf hin, dass er schon zu Beginn seiner Ausführungen durch den Befrager unterbrochen w orden sei. Sodann entspreche es den G epflogenheiten der LTTE, dass sich die M itglieder innerhalb dieser O rganisation aus Sicherheits- gründen nur unter C odenam en kennen w ürden, w as er anlässlich der Anhörung glaubhaft dargelegt habe. Sow eit das Verschw inden seines ehem aligen Vorge- setzten M ahattaya und seine dadurch begründeten eigenen Problem e m it der LTTE betreffend, hielt der Beschw erdeführer fest, dass er bereits seit der Verhaf- tung M ahattayas perm anente Angst gehabt habe, einer internen Säuberungsaktion der LTTE zum O pfer zu fallen, dass er aber trotzdem bis 1997 w eiter für die LTTE gearbeitet habe. W eil er dann aber - unter anderem aufgrund im m er grösserer D if- ferenzen zum Führungsstab - seine Arbeit für die LTTE eingestellt habe, sei er noch m ehr unter D ruck geraten. Spätestens seit seinem Ausstieg aus der LTTE und seiner einm onatigen H aft durch die Arm ee sow ie den dort gem achten Aussa- gen, habe er m it R epressalien durch die tam ilische G uerilla rechnen m üssen. Er habe sich deshalb ausschliesslich in dem von der srilankischen Arm ee kontrollier- ten G ebiet in Jaffna aufgehalten, zum al die LTTE dort keinen Zugriff auf ihn gehabt habe. N ach den ersten Friedensgesprächen sei indessen die M ilitärpräsenz gelo- ckert w orden, so dass es der LTTE verm ehrt m öglich gew esen sei, ausserhalb der von ihr kontrollierten G ebiete aktiv zu w erden. N achdem sie ihn indessen nicht vor- gefunden hätten, sei im D ezem ber 2001 sein jüngerer Bruder von der LTTE ver- haftet und entführt w orden. Seine Tätigkeiten für die LTTE habe er bei der Anhö- rung in C olom bo verschw iegen, w eil er den tam ilischen M itarbeitern und D olm et- schern in der Botschaft nicht vertraut habe. Zum Bew eis seiner Tätigkeit für die LTTE reichte der Beschw erdeführer einerseits eine Videokassette zu den Akten, auf w elcher zu sehen sei, w ie ihm vom LTTE-Führer Vellupillai Prabakaran im Jah- re 1993 eine Auszeichnung überreicht w orden sei. Andererseits reichte der Be- schw erdeführer ein Foto von dieser Ü bergabe ein. Entgegen der Einschätzung der Vorinstanz seien sodann auch seine Angaben zu den verschiedenen W ohnorten in C olom bo als schlüssig zu betrachten. Sow eit es vom BFF als unlogisch bezeichnet w erde, dass er sich in C olom bo norm al ange- m eldet habe, nachdem er sich der M eldepflicht in Jaffna entzogen habe, rügte der Beschw erdeführer, dass er diese Frage an der direkten Bundesanhörung nicht ver- standen habe und vom Befrager unter D ruck gesetzt w orden sei. Er habe zudem darauf hingew iesen, dass er auf den Kopf geschlagen w orden sei und sich desw e- gen nicht m ehr genau erinnern könne. Aufgrund dessen sei er bei den anschlie- ssenden Fragen sichtlich irritiert gew esen. Entgegen der Ansicht des BFF habe er überdies die geltend gem achte H aft in C olom bo nicht vage geschildert, und es sei nachvollziehbar, dass er sich unter dem Eindruck der schw eren Folter die genaue U m gebung nicht eingeprägt habe. D ie ihm vorgehaltenen D ifferenzen zur Ausrei- sedauer habe er ferner bereits anlässlich der direkten Bundesanhörung aufgelöst. W eiter rügte der Beschw erdeführer, dass die Befragung in einem für ihn schw ieri- gen Klim a stattgefunden habe. Er habe sich nicht w ohl gefühlt und sei auf G rund des Befragungsstils sow ie seines persönlichen H intergrundes eingeschüchtert ge- w esen. Selten habe er G elegenheit gehabt, auf D etails einzugehen und sei in sei- nen Ausführungen m ehrfach unterbrochen w orden. Auch habe er seine Folterspu-9 ren nicht zeigen dürfen. Ferner m üsse berücksichtigt w erden, dass tam ilische M enschen einen anderen kulturellen U m gang m it traum atisierenden Erlebnissen hätten. Zudem existierten zahlreiche psychologische Fallstudien zum Aussagever- halten von traum atisierten Personen, w elche ergeben w ürden, dass Betroffene zu Begebenheiten, w elche aus ihrer Sicht nebensächlich erschienen, ungenaue Ant- w orten gäben und es zu U nstim m igkeiten kom m e. Ergänzend w ies der Beschw erdeführer darauf hin, dass er aufgrund seiner traum a- tischen Erlebnisse in ärztlicher Behandlung sei und m achte geltend, sein Vater, w elcher schon seit längerer Zeit schw ere psychische Problem e gehabt habe und hospitalisiert gew esen sei, habe aufgrund der Entführung des Bruders des Be- schw erdeführers Selbstm ord begangen. Aufgrund all dieser U m stände m üsse davon ausgegangen w erden, dass der Be- schw erdeführer nach w ie vor m it R epressalien und m assiver Verfolgung seitens der srilankischen Behörden und der LTTE zu rechnen habe. 5.4 In ihrer Vernehm lassung führte die Vorinstanz im W esentlichen aus, dem Be- schw erdeführer gelinge es nicht, die U ngereim theiten in seinen Aussagen über- zeugend aufzulösen. Selbst w enn jedoch alle seine Vorbringen zutreffen w ürden, erfülle er die Flüchtlingseigenschaft nicht, da er - insbesondere im H inblick auf den bereits länger andauernden W affenstillstand und die Friedensgespräche zw ischen der srilankischen R egierung und der LTTE - keine begründete Furcht vor erneuter asylrechtlich relevanter Verfolgung habe. Zum gegenw ärtigen Zeitpunkt seien kei- ne Ü bergriffe von srilankischen Behörden auf LTTE-Verdächtige bekannt, und es gebe auch keine Anzeichen dafür, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern könn- te. Vielm ehr solle die LTTE sogar legalisiert w erden. 5.5 In seiner R eplik m achte der Beschw erdeführer unter anderem geltend, das BFF halte seinen sehr ausführlichen D arlegungen zur G laubhaftigkeit der Vorbringen betreffend seine LTTE-Vergangenheit nichts Substanziiertes entgegen, sondern belasse es bei der nicht näher begründeten Feststellung, w onach nicht alle U nge- reim theiten hätten aufgelöst w erden können. Indirekt relativiere das BFF diese Feststellung jedoch selber, indem es ausführe, dass der Beschw erdeführer, selbst w enn alle Angaben zutreffen w ürden, die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. M it seinen von ihm geltend gem achten - auch vom BFF nicht bestrittenen - schw erw ie- genden Erlebnissen m ache er jedoch ganz besonders ausgeprägte, objektiv nach- vollziehbare G ründe für eine persistierende subjektive Furcht vor w eiterer Verfol- gung durch die ehem aligen Folterer geltend. M it den nunm ehr einw andfrei beleg- ten, schw eren N achw irkungen der erlittenen Folter sei auch die Schw elle "triftiger G ründe" im Sinne der G enfer Flüchtlingskonvention erreicht. Für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft sei dam it das Erfordernis einer w ahrscheinlichen, zu- künftigen Verfolgung durch die srilankische Arm ee nicht erforderlich. W eiter rügt der Beschw erdeführer, dass das BFF seine vorgebrachte Furcht vor einer zukünfti- gen Verfolgung durch die LTTE unberücksichtigt lasse. Er habe hinreichend darge- tan, dass er von der LTTE gezielt gesucht w erde. D ie Verschleppung seines Bru- ders sow ie die Psychiatrisierung seines Vaters und dessen Suizid stellten deutli- che Indizien dafür dar. Zum Bew eis seiner Vorbringen reichte der Beschw erdefüh- rer eine Todesurkunde und einen Arztbericht betreffend seinen Vater, einen neuen 10 Arztbericht über seine eigenen folterbedingten Spuren und Beschw erden sow ie ein G utachten von M artin Stürzinger zur "M ahattaya F(r)aktion der LTTE und einer m öglichen G efährdungslage eine(s) ehem aligen LTTE-M itglieds" als w eitere Be- w eism ittel zu den Akten. 6. 6.1 D ie Vorbringen des Beschw erdeführers zur Begründung des ersten Asylgesuches w urden von der Vorinstanz nicht bestritten. D as Bundesverw altungsgericht sieht sich nicht veranlasst, seinerseits an deren G laubhaftigkeit zu zw eifeln, können die- se doch aufgrund der eingereichten Bew eism ittel als erstellt erachtet w erden. Es ist m ithin davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer am 22. April 1998 von der Arm ee in G urunagar, Jaffna w egen verm uteter LTTE-Tätigkeit verhaftet und bis zum 20. M ai 1998 festgehalten w urde. W ährend seiner Inhaftierung m usste er unter anderem schlim m e M isshandlungen und Folter über sich ergehen lassen. N ach beziehungsw eise w egen einem gestützt auf eine Klage seiner Eltern erfolg- ten Besuch durch das IKR K kam es zu einer Intensivierung der M isshandlungen. Am 20. M ai 1998 w urde der Beschw erdeführer unter der Auflage, sich täglich bei der Arm ee zu m elden und seine U nterschrift zu leisten, freigelassen. Bei der Erfül- lung seiner U nterschriftspflicht w urde er beleidigt und beschim pft und m usste lan- ge Zeit w arten, so dass er als Folge davon seine Arbeit verlor. Einm al w urde er im C am p der Arm ee für eine Befragung festgehalten und dabei unter anderem m it ei- ner brennenden Zigarette m isshandelt. R egelm ässig w urde er zudem in der N acht von Arm eeangehörigen zu H ause aufgesucht, beschim pft und bedroht. N ach sei- nem W egzug nach C olom bo w urde seine Fam ilie im m er w ieder nach ihm und sei- nem Aufenthaltsort befragt und von Angehörigen der Arm ee w urde unter anderem gedroht, den Bruder des Beschw erdeführers zu verhaften, so dass sich seine Fa- m ilie gezw ungen sah, das H aus zu verlassen und in ein anderes G ebiet zu ziehen. 6.2 Bestritten beziehungsw eise als unglaubhaft erachtet w erden von der Vorinstanz dagegen die erst im Asylverfahren in der Schw eiz geltend gem achten Tätigkeiten des Beschw erdeführers für die LTTE sow ie die im Anschluss an ein Attentat auf den Flughafen geltend gem achte Verhaftung im Jahre 2001 in C olom bo. 6.2.1 D azu ist in Erw ägung zu ziehen, dass von der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung nicht bestritten w ird, dass auf zw ei der vier als Bew eism ittel eingereich- ten Fotos der Beschw erdeführer zu sehen ist, auf einem davon m it "einem M ilitär". Sie stellt sich dagegen auf den Standpunkt, dass dieses eine Foto die erheblichen Zw eifel an einer LTTE-Tätigkeit des Beschw erdeführers nicht auszuräum en ver- m öge. Aus den R ekursakten ergibt sich, dass das vom BFF in seiner Verfügung erw ähnte Foto ein Bild aus der als Bew eism ittel im R ekursverfahren eingereichten Videokassette ist. Auf dieser ist zu sehen, w ie dem Beschw erdeführer von einer Person in m ilitärischem Kam pfanzug eine Auszeichnung übergeben w ird. O b es sich bei dieser Person tatsächlich um den ehem aligen Führer der LTTE, Velupillai Prabakaran, handelt, w ie vom Beschw erdeführer geltend gem acht, lässt sich nicht m it absoluter Sicherheit sagen. G estützt auf einen Vergleich m it (den w enigen) öf- fentlich zugänglichen Fotos des verstorbenen Velupillai Prabakaran kann indessen aufgrund der grossen, w enn nicht sogar frappanten Ähnlichkeit, ohne W eiteres da- von ausgegangen w erden, dass es sich in der Tat um diesen handelt, w odurch es indessen dem Beschw erdeführer ohne Zw eifel gelingt, eine zum indest gew isse 11 N ähe zur LTTE liquide darzutun. Entgegen der Ansicht des Vorinstanz, w elche sich in ihrer Vernehm lassung einer Stellungnahm e zur eingereichten Videokasset- te enthielt, ist dem nach gestützt darauf als erstellt zu erachten, dass der Be- schw erdeführer in der von ihm geltend gem achten Zeit in irgendeiner Form für die LTTE tätig gew esen w ar, ansonsten ihm von Prabakaran w ohl kaum eine Aus- zeichnung übergeben w orden w äre. W orin seine Tätigkeit für die LTTE letztlich aber genau bestanden hat, kann gestützt auf die Aktenlage und insbesondere die w enig konkreten und oftm als ausw eichenden Angaben des Beschw erdeführers nicht exakt bestim m t w erden. Aufgrund seiner vagen und unsubstanziierten Aus- führungen ist aber als unglaubhaft zu erachten, dass er in einer G ruppe von w eni- gen Personen für M ahattaya gearbeitet habe. Angesichts der hohen Funktion, w el- che Letzterer in der LTTE ausgeübt hat (vgl. dazu auch die oben erw ähnte, vom Beschw erdeführer eingereichte Beilage zu seiner R eplik von M artin Stürzinger), w ären vom Beschw erdeführer - selbst in Berücksichtigung des U m standes, dass der Befragungsstil anlässlich der Befragung durch die Vorinstanz in Ü bereinstim - m ung m it dem Beschw erdeführer über w eite Strecken als unsachgem äss bezeich- net w erden m uss einerseits sow ie der schw erw iegenden Erlebnisse andererseits – w eit detailreichere und substanziiertere Angaben zu erw arten, hätte er tatsächlich für M ahattaya gearbeitet. D ie vom Beschw erdeführer für die LTTE ausgeübten Tä- tigkeiten können gestützt auf die bestehende Aktenlage nicht als in einer Art und W eise ausgestaltet betrachtet w erden, als ihm dabei eine Führungsfunktion oder Befehlsgew alt zugesprochen w erden könnte, w odurch er allenfalls in den Anw en- dungsbereich von Art. 1 F FK fallen und entsprechend gestützt auf die von der AR K entw ickelte Praxis einen Asylausschluss nach sich ziehen w ürde (vgl. dazu EM AR K 2002 N r. 9). 6.2.2 Entgegen der Ansicht der Vorinstanz erscheint in Berücksichtigung der gesam ten U m stände die vom Beschw erdeführer geltend gem achte Verhaftung in C olom bo vom 20. Septem ber 2001 nicht a priori als unglaubhaft. Einerseits ist diesbezüglich in Ü bereinstim m ung m it dem Beschw erdeführer auf den in keiner Art und W eise sachgerechten Befragungsstil anlässlich der Anhörung durch die Vorinstanz hinzu- w eisen. Andererseits ist bekannt, dass es nach dem vom Beschw erdeführer er- w ähnten Bom benanschlag auf den Flughafen von C olom bo zu zahlreichen w illkür- lichen Verhaftungen gekom m en ist. D a diese Verhaftung indessen für den Aus- gang des Verfahrens nicht als entscheidend erachtet w ird, erübrigt es sich, w eiter darauf einzugehen. 6.2.3 Vor dem H intergrund der als glaubhaft zu erachtenden Vorbringen des Beschw er- deführers erscheint schliesslich auch die geltend gem achte Entführung seines Bru- ders plausibel, entspricht dies doch dem bekannten Vorgehen der LTTE, w elche dadurch versuchte, D ruck auf den Beschw erdeführer auszuüben, um sich seiner habhaft zu w erden. Als nachvollziehbar in Berücksichtigung dieser U m stände ist sodann die geltend gem achte, daraus resultierende Verzw eiflung seines Vaters, w elche in dessen Suizid gipfelte (vgl. eingereichter Totenschein, ausgestellt am 16. M ai 2002 [Beilage zur R eplik]). 6.3 6.3.1 Aus den glaubhaften Schilderungen des Beschw erdeführers ergibt sich unter an- derem , dass er w ährend seiner H aft ernsthafte N achteile im Sinne von Art. 3 12 AsylG erlitten hat. Vergangene Verfolgung ist grundsätzlich nur dann für die Aner- kennung als Flüchtling beachtlich, als sie noch andauert oder - falls sie bereits ab- geschlossen ist - die Furcht vor künftiger Verfolgung begründet erscheinen lässt, beziehungsw eise w enn die R ückkehr in den Verfolgerstaat aus zw ingenden G rün- den, die auf die frühere Verfolgung zurückgehen, nicht zugem utet w erden kann (vgl. EM AR K 1993 N r. 31, S. 222 f. i.V.m . EM AR K 1995 N r. 16 Erw . 6). Es stellt sich m ithin die Frage, ob der Beschw erdeführer aufgrund der von ihm glaubhaft gem achten Vorkom m nisse zum Zeitpunkt seiner Ausreise begründete Furcht vor künftiger Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG haben m usste und im jetzigen Zeit- punkt noch haben m uss. 6.3.2 G estützt auf Art. 3 AsylG w ird als Flüchtling anerkannt, w er begründete Furcht vor Verfolgung hat. Begründete Furcht vor künftigen staatlichen Verfolgungsm assnah- m en ist dann im Sinne von Art. 3 AsylG asylrelevant, w enn glaubhaft gem acht w ird, dass begründeter Anlass zur Annahm e besteht, die Verfolgung w erde sich m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft verw irklichen. Bloss entfernte M öglichkeiten künftiger Verfolgung genügen nicht; vielm ehr m üssen kon- krete und tatsächliche Anhaltspunkte bestehen, w elche die Furcht vor drohender Verfolgung als realistisch erscheinen lassen (vgl. EM AR K 1993 N r. 21; W . Kälin, G rundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a.M . 1990, S. 143 ff.). Eine begrün- dete Furcht vor künftiger Verfolgung ist zu bejahen, "w enn jem and aufgrund kon- kreter Indizien m it guten G ründen, das heisst objektiv nachvollziehbar, befürchten m uss, dass ihm m it erheblicher W ahrscheinlichkeit Verfolgung drohe, und ihm des- halb ein w eiterer Verbleib im H eim atstaat nicht zugem utet w erden kann." (Kälin, a.a.O . S. 145). D abei können insbesondere bereits früher erlittene Verfolgungs- handlungen, die für sich allein m angels Intensität nicht asylrelevant w ären, als In- dizien, w elche die Furcht vor Verfolgung nachvollziehbar und begründet erschei- nen lassen, berücksichtigt w erden (Kälin, a.a.O ., S. 146). D ie Furcht vor Verfol- gung enthält eine subjektive und eine objektive Kom ponente (vgl. W . Kälin, a.a.O ., S. 137 ff.; A. Acherm ann/C h. H ausam m ann, H andbuch des Asylrechts, Bern/Stutt- gart 1991, S. 108). Flüchtling ist nur, w er Furcht vor Verfolgung hat; diese subjekti- ve Angst m uss aber objektiv begründet sein, das heisst sie m uss angesichts der tatsächlichen Situation gerechtfertigt erscheinen. M assgebend für die Bestim m ung der begründeten Furcht ist nicht allein, w as ein norm al em pfindender M ensch an- gesichts der geschehenen oder drohenden Verfolgungsm assnahm en zu R echt an Furcht em pfunden hätte. D iese rein objektive Betrachtungsw eise ist zusätzlich durch das vom Betroffenen bereits Erlebte und das W issen um Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu ergänzen. D abei hat derjenige, der bereits früher staatli- chen Verfolgungen ausgesetzt w ar, objektive G ründe für eine ausgeprägtere (sub- jektive) Furcht als jem and, der erstm als in Kontakt m it staatlichen Sicherheitskräf- ten kom m t (vgl. EM AR K 1998 N r. 4 E. 5d S. 27; 1994 N r. 24 E. 8b S. 177 f.; 1993 N r. 11 E. 4c S. 71 f.). Sind erlittene (asylrelevante) N achteile bei der Bew ertung der Begründetheit zu berücksichtigen, so genügt bereits die subjektive Furcht, w enn sie zw ar diejenige eines vernünftig denkenden M enschen übersteigt, aber trotzdem nachvollziehbar bleibt (vgl. EM AR K 1993 N r. 6 E. 4 S. 37). 6.3.3 D urch die unbestrittene Inhaftierung w egen verm uteter LTTE-Zugehörigkeit, den dam it verbundenen schw eren M isshandlungen sow ie die w eiteren als glaubhaft zu erachtenden Vorbringen des Beschw erdeführers (vgl. dazu oben E.6.2) hatte der 13 Beschw erdeführer - jedenfalls im Zeitpunkt der Ausreise - in Anbetracht des be- kannten Vorgehens der srilankischen Arm ee gegen verm utete LTTE-M itglieder ob- jektiv begründete Furcht vor w eiteren Verfolgungsm assnahm en. Im H inblick auf die Verhältnisse im H eim atland des Beschw erdeführers ist denn auch ohne W eite- res davon auszugehen, dass er aufgrund der geschilderten U m stände den Behör- den als verdächtige Person bekannt w ar. Angesichts des w ährend seiner Inhaftie- rung Erlebten hat der Beschw erdeführer eine objektiv begründete, ausgeprägtere (subjektive) Furcht als jem and der befürchtet, erstm als in Kontakt m it den Sicher- heitskräften zu kom m en. D er Beschw erdeführer m usste daher - entgegen der An- sicht der Vorinstanz - objektiv nachvollziehbar davon ausgehen, dass ihm m it er- heblicher W ahrscheinlichkeit auch in Zukunft asylrechtlich relevante Verfolgung drohe. An dieser Erkenntnis verm ögen auch die H inw eise in der Vernehm lassung vom 26. August 2002 auf einen bereits länger andauernden W affenstillstand und Friedensgespräche zw ischen der srilankischen R egierung und der LTTE sow ie auf eine Beruhigung der allgem einen Situation im H eim atland nichts zu ändern, m uss doch diese Eintschätzung aufgrund der aktuellen Ereignisse im H eim atland des Beschw erdeführers als überholt bezeichnet w erden. G estützt auf die aktuelle Ent- w icklungen in Sri Lanka kann im heutigen Zeitpunkt w eder von einer Entspannung noch von einer Stabilisierung der Lage ausgegangen w erden, so dass die Verfol- gungsfurcht des Beschw erdeführers als objektiv nach w ie vor begründet zu be- trachten ist. D er Beschw erdeführer erfüllt daher auch im heutigen Zeitpunkt die Voraussetzungen von Art. 3 AsylG . 6.3.4 Angesichts der gesam ten Verfahrensum stände ist nicht davon auszugehen, dass dem Beschw erdeführer eine sichere Fluchtalternative innerhalb seines H eim atlan- des zur Verfügung stehen w ürde, an deren N achw eis praxisgem äss hohe Anforde- rungen zu stellen w ären (vgl. EM AR K 1996 N r. 1 S. 6 ff.). 6.3.5 Aufgrund der Aussagen des Beschw erdeführers ist davon auszugehen, dass er sich zu G unsten der LTTE betätigt hat, w obei – w ie unter E. 6.2.1 erw ähnt – keine konkreten H inw eise bestehen, w elche auf ein Fehlverhalten schliessen liessen, das unter Art. 1 F FK um fassten Tatbestände zu subsum ieren w äre. Eine tatbe- ständliche G rundlage für einen Ausschluss von der G eltung der Flüchtlingskonven- tion und m ithin der Anerkennung als Flüchtling liegt dem nach nicht vor. D am it sind säm tliche Kriterien der in Art. 3 AsylG enthaltenen D efinition des Flüchtlingsbe- griffs als erfüllt zu betrachten. 6.3.6 Flüchtlingen w ird Asyl erteilt, sofern keine Asylausschlussgründe vorliegen (vgl. Art. 2 und 52 ff. AsylG ). 6.3.7 Es liegen keine H inw eise vor, dass gesetzliche Asylausschlussgründe erfüllt sein könnten. D em Beschw erdeführer ist m ithin Asyl zu erteilen. 6.3.8 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Voraussetzungen von Art. 3 und 7 AsylG erfüllt sind. D ie angefochtene Verfügung ist aufzuheben und das BFM anzuw eisen, den Beschw erdeführer als Flüchtling anzuerkennen und ihm Asyl zu erteilen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). 8. G em äss Art. 7 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) haben 14 obsiegende Parteien Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erw ach- senen notw endigen Kosten. Vorliegend ist der Beschw erdeführer m it seinen Be- gehren durchgedrungen. M it Eingabe vom 31. Juli 2007 reichte sein R echtsvertre- ter eine Kostennote in der H öhe von Fr. 1'315.-- ein, w elche in dieser H öhe als an- gem essen zu beurteilen ist. Som it ist dem Beschw erdeführer von der Vorinstanz eine Parteientschädigung von total Fr. 1'315.-- (inkl. Auslagen) auszurichten. (D ispositiv nächste Seite)15 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. 2. D ie Verfügung des BFF vom 28. M ai 2002 w ird aufgehoben. D ie Vorinstanz w ird angw iesen, die Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers anzuerkennen und ihm Asyl zu gew ähren. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. D as BFM hat dem Beschw erdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 1'315.-- (inkl. Auslagen) zu entrichten. 5. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - D ._______ D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: R egula Schenker Senn R udolf R aem y Versand am :