Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 25. November 2020 (810 20 209) ____________________________________________________________________ Straf- und Massnahmenvollzug Bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Daniel Ivanov, Markus Clausen, Hans Furer, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A. ____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Tanja Schneeberger, Rechtsanwältin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal, Be- schwerdegegner Betreff Verweigerung der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug (RRB Nr. 1090 vom 18. August 2020) A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft (Straf gericht) vom 4. September 2019 wur- de der italienische Staatsangehörige A.____, geboren am XX.XX.1985, wegen mehrfacher ein- facher Körperverletzung, Tätlichkeiten, Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, räuberischer Erpressung, mehr- facher Beschimpfung, mehrfacher, teilweise versuchter Dr ohung, Nötigung, Ungehorsams ge- gen amtliche Verfügungen sowie mehrfachen unbefugten Konsums von Betäubungsmitteln zu Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer Freiheitsstrafe von 28 1/2 Monaten verurteilt. Des Weiteren wurde gegen A.____ eine Lan- desverweisung für die Dauer von sieben Jahren ausgespr ochen. An die Freiheitsstrafe wurden die am 14. Dezember 2018 sowie die vom 11. Januar 2019 bis 4. September 2019 ausgestan- dene Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie der vorzeit ige Strafvollzug von insgesamt 238 Tagen angerechnet. Zwei Drittel der Strafe waren am 14. Juni 2020 verbüsst, das effektive Strafende wird am 30. März 2021 sein. Am 18. März 201 9 hatte Dr. med. B.____, leitender Arzt der C.____, ein forensisch-psychiatrisches Gutachten über A.____ erstellt, auf welches auch das Strafgericht in seinem Urteil vom 4. September 2019 Bezug genommen hatte. Seit dem 15. Mai 2019 lebt A.____ in der Justizvollzugsanstalt (JVA) D.____ im Normalvollzug. B. Mit Eingabe vom 9. September 2019 meldete A.____ gegen das Urteil des Strafgerichts vom 4. September 2019 Berufung an, welche er nach Vo rliegen des schriftlich begründeten Urteils mit Eingabe vom 14. Oktober 2019 wieder zurückz og. Mit Beschluss des Kantonsge- richts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 28. O ktober 2019 wurde das Berufungsver- fahren sodann als erledigt abgeschrieben. Mit Verfügu ng des Strafgerichts vom 11. November 2019 wurden für die Dauer des Berufungsverfahrens we itere 54 Tage Haft an die mit Urteil des Strafgerichts vom 4. September 2019 gegenüber A.____ ausgefällte Freiheitsstrafe angerech- net. C. Mit Eingabe vom 30. April 2020 stellte A.____ ei n Gesuch für die bedingte Entlassung nach Verbüssung von zwei Dritteln seiner Freiheitsstraf e, worauf die JVA D.____ am 11. Mai 2020 ihren Vollzugsbericht über A.____ beim Amt für Jus tizvollzug des Kantons Basel- Landschaft (AJV) einreichte. Die JVA D.____ führte dar in aus, dass A.____ sich gut in den All- tag der JVA einfüge. lm Wohnbereich lebe er eher zurü ckgezogen und nutze die vorhandenen Freizeitangebote. Private Besuche erhalte A.____ nicht und sein Gesundheitszustand sei gut. Seit dem 18. Dezember 2019 lebe A.____ in einer Mehr fachzelle, wobei er sich gut mit seinen Zellenmitbewohnern verstehe. Er erbringe gute Arbeitsl eistungen. Obwohl er seine Suchtprob- lematik erkenne, wolle er während des Justizvollzuges kein e therapeutische Aufarbeitung be- ginnen, da er diese nach seiner Entlassung in seinem H eimatland in seiner Muttersprache ma- chen wolle. Materielle Wiedergutmachung leiste A.____ keine. In seiner Freizeit betätige sich A.____ gerne sportlich und er könne den ihm zur Verfü gung stehenden Anteil des Lohnes gut einteilen. Nach seiner Entlassung wolle er in E.____ ( Italien) eine Arbeit als Pizzaiolo aufneh- men, wobei er zunächst bei Bekannten wohnen könne. Tro tz schlechter Legal- und Bewäh- rungsprognose werde eine bedingte Entlassung empfohlen , sofern die vom Strafgericht ausge- sprochene Landesverweisung vollzogen werden könne. D. Nachdem A.____ am 3. Juni 2020 das rechtliche Gehör gewährt worden war, verweiger- te ihm das AJV mit Verfügung vom 11. Juni 2020 die bed ingte Entlassung nach Verbüssung von zwei Dritteln der Freiheitsstrafe. Zur Begründung führte das AJV an, dass das Vollzugsver- halten der bedingten Entlassung zwar nicht entgegenstün de, jedoch sei festzuhalten, dass das Vollzugsverhalten keine Rückschlüsse auf die Fähigkeit zulasse, schwierige Lebenssituationen in Freiheit selbständig bewältigen zu können. Die län ger zurückliegenden Vorstrafen von A.____ und seine mangelnde Einsicht in die Behandlung sbedürftigkeit seiner risiko- und delikt- relevanten Persönlichkeitseigenschaften würden sich belasten d auf seine Legalprognose aus- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht wirken. Auch der Umstand, dass er eine Therapie ausgesch lagen habe, sei Iegalprognostisch negativ zu werten. lm Sinne einer Differenzialprognose sei zudem nicht ersichtlich, wie sich die Fortdauer des Strafvollzugs negativ auf die Legalprognose und Resozialisierung von A.____ auswirken solle. E. Gegen die Verfügung vom 11. Juni 2020 erhob A.___ _, nachfolgend immer vertreten durch Tanja Schneeberger, Advokatin, mit Eingabe vom 2 2. Juni 2020 Beschwerde beim Re- gierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) . Darin wurde die Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 11. Juni 2020 begehrt, ve rbunden mit der sofortigen bedingten Entlassung von A.____ aus dem Strafvollzug. Weiter wurde um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht, alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde vorgebracht, die Vo- raussetzungen der bedingten Entlassung seien erfüllt. Insbesondere sei der Umstand, dass sich die JVA D.____ in ihrem Vollzugsbericht vom 11. Mai 20 20 für die bedingte Entlassung ausge- sprochen habe, positiv zu gewichten. Zudem bestünde die Drogenproblematik seit dem Vollzug der Freiheitsstrafe nicht mehr und die Vorstrafen in I talien würden nicht negativ ins Gewicht fallen. Des Weiteren brachte A.____ vor, dass er nach seiner Rückkehr nach Italien bei seinem ehemaligen Arbeitgeber als Pizzaiolo arbeiten könne. Zudem habe er in Italien Familie und Freunde. F. Der Regierungsratsrat wies mit Beschluss (RRB) Nr. 202 0-1090 vom 18. August 2020 die Beschwerde ab und kam zusammenfassend zum Schluss, da ss aufgrund der wiederholten Delinquenz von A.____, der nicht objektiv nachvollziehbar en Auseinandersetzung mit seinen Delikten, des möglichen Rückfallrisikos und des ungewissen u nd instabilen sozialen und beruf- lichen Empfangsraums eine bedingte Entlassung zum aktuell en Zeitpunkt nicht in Frage kom- me. Dabei vermöge das neutral zu wertende Vollzugsverhal ten des Beschwerdeführers die soeben erwähnten Negativpunkte nicht aufzuwiegen. Dem G esuch um unentgeltliche Rechts- pflege und Verbeiständung wurde entsprochen. G. Gegen diesen Beschluss erhob A.____ mit Eingabe vom 2 9. August 2020 beim Kan- tonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde und wiederholte die bereits vor dem Regierungsrat gestellten Rechtsbegehren. H. Mit Vernehmlassung vom 11. September 2020 beantrag te der Regierungsrat die Abwei- sung der Beschwerde. I. Das Gerichtspräsidium überwies am 16. September 202 0 den Fall der Kammer zur Be- urteilung und verfügte, über das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung werde zusammen mit der Hauptsache entschieden. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügun gen und Entscheide des Regierungs- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht rats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kanton sgericht zulässig. Da weder ein Aus- schlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilun g der vorliegenden Beschwerde gege- ben. Die weiteren formellen Voraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, so dass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gem äss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochte nen Rechtsaktes ist dem Kantonsge- richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Strittig ist vorliegend, ob die vom Beschwerdeführer beantragte bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug zu Recht abgewiesen wurde. 4.1. Die Vorinstanz verweigerte die bedingte Entlassu ng mit der Begründung, dass das Vor- leben des Beschwerdeführers legalprognostisch als ungünstig zu werten sei. Des Weiteren ha- be der Beschwerdeführer im Strafvollzug keine therapeut ische Aufarbeitung seiner Delikte be- ginnen wollen. Es liege keine objektiv nachvollziehbare Auseinandersetzung mit den Straftaten vor, so dass auch die Täterpersönlichkeit legalprognostisch ungünstig sei. Negativ wurde zu- dem gewertet, dass der Beschwerdeführer keine Wiederg utmachungszahlungen geleistet habe und seine Suchtprobleme und die Schwere der Anlassdeli kte eher klein rede. Die bei einem Rückfall bedrohten Rechtsgüter würden sowohl Leib und Leben als auch Eigentumsrechte be- treffen, so dass auch ein geringes Rückfallrisiko somit gru ndsätzlich nicht in Kauf genommen werden müsse. Gemäss Gutachten vom 18. März 2019 bestehe beim Beschwerdeführer so- dann eine Rückfallgefahr. Die Ausführungsgefahr sei we gen der Trennung von seiner Freundin als eher gering einzuschätzen, wobei die Gefahr ähnlich er Verhaltensmuster im Falle einer neuen Beziehung als wesentlich höher einzuschätzen sei. Somit würde sich das deliktische und sonstige Verhalten des Beschwerdeführers auch negativ zu Buche schlagen. Die Lebensver- hältnisse des Beschwerdeführers, welche ihn nach seiner Haf tentlassung erwarten würden, würden nicht die erforderliche Stabilität und Verlässli chkeit bieten. Die Angaben des Beschwer- deführers würden sich primär auf das Ausland beziehen und seien schwierig zu überprüfen. Sie würden jedoch einer Plausibilitätsprüfung nicht stan dhalten und würden zu vage bleiben. Der Beschwerdeführer verfüge nach einer bedingten Entlassung weder über einen stabilen sozialen Empfangsraum noch über ein stabiles berufliches Umfeld mit deliktprotektivem Charakter. Auch die Differenzialprognose falle zu Ungunsten des Beschwe rdeführers aus, weil der Beschwerde- führer bei einer ordentlichen Entlassung bis zum 30. M ärz 2021 Zeit hätte, seine sozialen und beruflichen Pläne zu ordnen und sich bis zum ordentlichen Strafende mit seinen Delikten ausei- nanderzusetzen. Zudem sei die Möglichkeit, nach seiner allfälligen bedingten Entlassung mittels sachgerechter Weisungen und/oder Bewährungshilfen auf den Beschwerdeführer einzuwirken, faktisch unmöglich. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2. Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde u nter anderem gelten, die Vor- instanz verkenne die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführe r bis zu seinem 25. Lebensjahr und auch nach der letzten Vorstrafe in Italien während fünf Jahren (Entlassung aus dem Ge- fängnis in Italien im Jahr 2013) wohl verhalten habe. Des Weiteren gehe es "bei den Vorfällen in der Schweiz um ein Beziehungsdelikt". Hintergrund sei d ie on-off-Beziehung gewesen, in wel- cher sich der Beschwerdeführer damals mit seiner Exfre undin befunden habe. Die Exfreundin habe ihn mehrmals wieder zu sich geholt. Diese Beziehung sei seit über einem Jahr beendet. Des Weiteren sei der Beschwerdeführer trotz anderslauten der Empfehlung des Gutachters Dr. med. B.____ weder zu einer Massnahme noch zu einer Therapie verurteilt worden. Es sei stossend, wenn ihm nun vorgeworfen werde, dass er keine solche begonnen habe. Der Be- schwerdeführer habe glaubhaft zu Protokoll gegeben, da ss er in Italien eine langjährige Thera- pie in seiner Muttersprache beginnen werde. Er habe si ch im Rahmen des Strafverfahrens so- fort und weitgehend geständig gezeigt und sich bei sein er Exfreundin entschuldigt. Der Be- schwerdeführer könne nach der Entlassung bei Verwandten wohnen und habe konkrete Pläne als Pizzaiolo tätig zu sein. Es könne ihm nicht zum Vorwu rf gemacht werden, dass eine Über- prüfung im Ausland nicht möglich sei. Der Beschwerdefüh rer befinde sich seit zwei Jahren im Gefängnis. Die Personen, welche ihn im Alltag beobacht en würden und ihn kennengelernt hät- ten, hätten ihm ein sehr positives Verhalten attestiert und würden ganz klar die bedingte Entlas- sung empfehlen. Zudem stelle die Entlassung die Regel dar und von dieser Regel könne ledig- lich aus guten Gründen abgewichen werden. Die Verwei gerung der bedingten Entlassung sei vorliegend unverhältnismässig. 4.3. In seiner Vernehmlassung vom 11. September 2020 weist der Regierungsrat insbeson- dere auf die Wichtigkeit einer im Strafvollzug erfolgt en Tat- und Deliktbearbeitung im Strafvoll- zug hin. Sei eine Bearbeitung der problematischen Risi ken beim Täter (im vorliegenden Fall problematischer Konsum von Suchtmitteln, ADHS und ein e dissoziale Persönlichkeitsstörung) nicht erfolgt und fehle es grundlegend an der Einsicht in die deliktrelevante Problematik und in die Notwendigkeit einer Veränderung, müsse von einer erhöhten Rückfallgefahr und damit einer ungünstigen Legalprognose ausgegangen werden. 5.1. Gemäss Art. 86 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbu chs (StGB) vom 21. De- zember 1937 ist der Gefangene nach Verbüssung von zwei Dri tteln der Strafe bedingt zu ent- lassen, wenn es das Verhalten im Strafvollzug rechtfertig t und nicht anzunehmen ist, er werde weitere Verbrechen oder Vergehen begehen. Die zuständige Behörde hat von Amtes wegen zu prüfen, ob der Gefangene bedingt entlassen werden kann. Dabei hat sie diesen anzuhören und einen Bericht der Anstaltsleitung einzuholen (Art. 86 Abs. 2 StGB). Die bedingte Entlassung stellt die Regel und die Verweigerung die Ausnahme d ar. In dieser Stufe soll der Entlassene den Umgang mit der Freiheit erlernen, was nur in Fre iheit möglich ist. Diesem rein spezialprä- ventiven Zweck stehen die Schutzbedürfnisse der Allgemeinh eit gegenüber, welchen umso hö- heres Gewicht beizumessen ist, je hochwertiger die gefähr deten Rechtsgüter sind. Die Progno- se über die künftige Legalbewährung (sog. Legal- oder Bewährungsprognose) ist in einer Ge- samtwürdigung zu erstellen. Es sind das Vorleben des Verurteilten, die Täterpersönlichkeit, das deliktische und sonstige Verhalten des Täters und die vo raussichtlichen Lebensverhältnisse nach einer Entlassung einzubeziehen, wobei v.a. "die ne uere Einstellung, der Grad der Reife Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer allfälligen Besserung" (Urteil des BGer 6B_961 /2009 vom 19. Januar 2010 E. 2.2.3 m.w.H.) zu prüfen sind (C ORNELIA KOLLER , in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strafrecht I, Art. 1- 136 StGB, 4. Aufl., Basel 2 019, Art. 86 Rz. 5 f.; BGE 133 IV 201 E. 2.3; BGE 125 IV 113 E. 2a m.w.H.; vgl. zum Ganzen Art. 2 Abs. 3 der Richtlinien der Konkordats- konferenz des Strafvollzugskonkordats der Nordwest- und Inn erschweizer Kantone betreffend die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug vom 26. Oktober 2018). Des Weiteren sind im Sinne einer Differenzialprognose die Vorzüge und Nachteile der Vollverbüssung der Strafe den- jenigen einer Aussetzung des Strafrests gegenüberzustel len. Die Strafvollzugsbehörden haben insbesondere zu prüfen, ob die Gefährlichkeit des Täters bei einer Vollverbüssung der Strafe abnehmen, gleichbleiben oder zunehmen wird (A NDREA BAECHTOLD /JONAS WEBER /UELI HOSTETTLER , Strafvollzug, 3. Aufl., Bern 2016, S. 272; Urteil d es BGer 6B_215/2017 vom 19. Juli 2017 E. 2.4; BGE 124 IV 193 E. 5b/bb; Urtei l des Kantonsgerichts, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 23. September 2020 [210 20 191] E. 4.1). 5.2. Bei der Beurteilung der Legalprognose kommt de r zuständigen Behörde Ermessen zu (BGE 133 IV 201 E. 2.3). Eine Ermessensüberschreitung kann etwa darin liegen, auf eine Ge- samtwürdigung aller für die Prognose relevanten Umstä nde zu verzichten und die günstige Le- galprognose allein gestützt auf das Bedenken weckende Vorleben der vom Freiheitsentzug be- troffenen Person zu verneinen (BGE 133 IV 201 E. 3.2) . Aus dem gleichen Grund darf eine be- dingte Entlassung auch nicht einzig aufgrund einzelner g ünstiger Faktoren - etwa dem Wohl- verhalten des Täters im Strafvollzug - bewilligt werden , wenn gewichtige Anhaltspunkte für die Gefahr neuer Rechtsbrüche sprechen (K OLLER , a.a.O. Art. 86 Rz. 12; Urteil des BGer 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.3; Urteil des BGer 6B_331/2010 vom 12. Juli 2010 E. 3.3.5; KGE VV vom 23. September 2020 [210 20 191] E. 4.2). 5.3. Der Beschwerdeführer hat bereits zwei Drittel sein er Strafe verbüsst, womit die zeitliche Voraussetzung von Art. 86 Abs. 1 StGB erfüllt ist. Des We iteren steht sein Vollzugsverhalten auch nach Ansicht der Vorinstanz einer bedingten Entlassu ng nicht entgegen. Der Entscheid über die bedingte Entlassung hängt damit einzig davon ab, ob dem Beschwerdeführer eine günstige Prognose im Sinn von Art. 86 Abs. 1 StGB gestellt werden kann. 6.1. Zum Vorleben des Beschwerdeführers muss festgehalten werden, dass dieser mit Urteil des Strafgerichts vom 4. September 2019 in der Schweiz er stmalig verurteilt wurde. Gemäss Ausführungen im genannten Urteil ist der Beschwerdeführer in Italien mehrfach vorbestraft. Das Gerichtspräsidium von F.____ (Italien) verurteilte ih n am 28. Oktober 2010 wegen Diebstahls und Fahrens ohne Führerausweis zu einer bedingt vollzieh baren Freiheitsstrafe sowie einer Busse. Am 8. November 2011 verurteilte ihn das Beruf ungsgericht von G.____ (Italien) wegen sexueller Handlungen mit einer Person jünger als 14 J ahren zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jah- ren und 4 Monaten. Am 20. November 2012 wurde er vom Gericht von H.____ (Italien) wegen Drohung und Gewalt gegen Beamte zu einer bedingt vo llziehbaren Busse von 15'000.-- Euro verurteilt. Auch wenn die Vorstrafen länger zurückliegen, belasten diese, insbesondere die Ver- urteilung wegen sexueller Handlungen mit einer Person jünger als 14 Jahre, die Legalprognose. Daran vermag auch das Argument des Beschwerdeführers, e r habe sich bis zu seinem 25. Le- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht bensjahr und auch nach der letzten Vorstrafe in Italie n während fünf Jahren wohl verhalten, nichts zu ändern. 6.2.1. Bei den prognostisch zu berücksichtigenden Persönli chkeitsmerkmalen des Täters han- delt es sich wie bei anderen strafrechtlichen Prognosen um Merkmale, welche auf strafrechtlich relevante Denk- und Verhaltensmuster hinweisen, wie u.a. eine erhöhte Kränkbarkeit, Impulsivi- tät, Selbstbezogenheit, Aggressivität, eine Tendenz, Ver halten und Absichten anderer generell als feindselig wahrzunehmen, ein übersteigerter Domina nzanspruch sowie ein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis oder sexuell deviante Interessen. Umgek ehrt können personenbezogene Ressourcen (u.a. Selbstkontrolle, vorhandene [realistische ] Lebensziele, ausreichende soziale Kompetenzen, ausreichende kognitive Kompetenzen zur Lösu ng von Alltagsproblemen sowie gutes Planungs- und Entscheidungsverhalten) sowie auch um weltbezogene Ressourcen (u.a. emotionale Bindung an eine zuverlässige Person, Einbind ung in sowie Unterstützung durch ein normkonformes soziales Netzwerk, gute Schulausbildung/beruf liche Anstellung, positive Frei- zeitgestaltung) fallspezifisch, d.h. abhängig vom individue llen Deliktmechanismus, prognostisch positiv gewertet werden. Zu beurteilen ist, ob "ein Wa ndel zum Besseren" stattgefunden hat, ob sich die innere Einstellung des Verurteilten verändert hat, ob er Einsicht in die Folgen seiner Tat gewonnen hat und seine Tat bereut. Ferner, ob eine R eifung und Festigung der Persönlichkeit durch therapeutische Einwirkungen oder dergleichen festzustellen ist. Die Bedeutung einer ver- tieften Auseinandersetzung mit seiner Tat wird in der Kriminologie zunehmend erkannt. Der prognostischen Bedeutung von Einstellungen steht allerd ings die Schwierigkeit ihrer Erschlies- sung entgegen. Gefordert wird daher "eine objektiv nach vollziehbare Auseinandersetzung". Dabei darf auch erwartet werden, dass der Gefangene i m Rahmen einer Therapie an seinen Defiziten arbeitet, auch wenn das Gericht keine Therapie angeordnet hat, oder zur Aufarbeitung seiner Risikofaktoren das Gespräch mit seiner Sozialarbeiterin sucht. Fehlende Tataufarbeitung darf als prognoserelevant erachtet und negativ gewürdi gt werden. Veränderungen in risikorele- vanten Denk- und Verhaltensmustern manifestieren sich in d en Bereichen "Wollen", "Wissen" und "Können". Ersteres hat eine stabile, deliktrelevant e Veränderungsbereitschaft zum Ziel, welche abhängig ist von der Ausprägung insbesondere de r Aspekte Problembewusstsein, Ver- antwortungsübernahme für eigene Handlungen und Entsch eidungen sowie Legalbewährungs- absicht. Der Bereich "Wissen" strebt an, dass der Verurtei lte "Experte" wird in Bezug auf sein Delikt, d.h. sein eigenes Problemprofil und den eigenen Deliktmechanismus kennt und versteht, Risikosituationen und Frühwarnzeichen für risikoerhöhende Entwicklungen erkennt sowie Be- wältigungsstrategien kennt. Beim Bereich "Können" geh t es darum, dass der Verurteilte das erarbeitete Wissen auf der Handlungsebene umsetzen kan n (vgl. zum Ganzen K OLLER , a.a.O. Art. 86 Rz. 19 m.w.H.). 6.2.2. In dem im Rahmen des strafrechtlichen Verfahre ns im Auftrag der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft erstellten forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 18. März 2019 stellt der Sachverständige Dr. med. B.____ die Diagnose eines Erw achsenen-Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätssyndroms (ADHS), einer komorbiden dissoziale n Persönlichkeitsstörung sowie einer akuten Alkohol- und Kokainintoxikation auf der G rundlage eines schädlichen Gebrauches dieser beiden Substanzen. Das auffällige Verhalten de s Angeschuldigten zeige sich sowohl im nüchternen als auch im intoxikierten Zustand und sei somit Ausdruck einer patriarchalen, um Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht zu sagen misogynen (frauenfeindlichen) Einstellung des Angeschuldigten, die möglicher- weise in seiner dissozialen Persönlichkeitsstörung begründet sei. Der Sachverständige bejaht die Frage, ob beim Beschwerdeführer die Gefahr besteh e, erneut Straftaten zu begehen. Auf die Frage, welche Straftaten mit welcher Wahrscheinli chkeit zu erwarten seien, führt der Gut- achter aus, dass trotz der hohen Punktezahl von 4 im DyRiAS- Test, welche eine erhöhte Aus- führungsgefahr indiziere, diese Ausführungsgefahr zum heutigen Zeitpunkt nach erfolgter Tren- nung von seiner Partnerin als eher gering einzuschätzen sei. Allerdings sei die Gefahr ähnlicher Verhaltensmuster im Falle einer neuen Beziehung als we sentlich höher einzuschätzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer in einer neu en Beziehung zu ähnlichen Verhal- tensmuster greife, wie er sie gegenüber I.____ gezeigt habe, sei gross. Einerseits bestehe die Gefahr erneuter solcher Straftaten aufgrund seiner p sychischen Störung und Abhängigkeit von Suchtstoffen, andererseits aber auch aufgrund der gesam ten Lebensumstände. Zum Zeitpunkt der Begutachtung leide der Beschwerdeführer nach wie vo r unter einem Erwachsenen ADHS und einer dissozialen Persönlichkeitsstörung. Im Übrigen sei auch anzunehmen, dass latent der schädliche Gebrauch von Alkohol und Kokain nach wie vor b estehe. Auf die Frage, wie eine Behandlung aussehen sollte, welcher der Gefahr neuerli cher Straftaten begegne, erklärt der Gutachter, beim Beschwerdeführer sei in erster Linie e ine integrierte milieutherapeutische Be- handlung mit Arbeitstätigkeit, Psychotherapie und gegeb enenfalls einer medikamentösen Be- handlung seiner ADHS indiziert. 6.2.3. Das Strafgericht hält im Urteil vom 4. Septembe r 2019 in den Ausführungen fest, dass der Beschwerdeführer zwar ein Teilgeständnis abgelegt habe, doch sei darin weder Einsicht in das Unrecht seiner Tat noch Reue zum Ausdruck gekommen . So vertrete er offensichtlich die Ansicht, seine Eifersucht legitimiere ihn, körperliche w ie auch verbale Übergriffe gegen seine Partnerin zu begehen. Des Weiteren habe er vor dem St rafgericht zu Protokoll gegeben, dass er auch früher viel Alkohol getrunken habe, dies aber nie ein Problem gewesen sei. Erst mit dem Opfer habe er sehr viel getrunken und Kokain konsumiert. Im Austrittsbericht der Psychiat- rie J.____ vom 28. Dezember 2018 habe er jedoch angeg eben, seit einem Jahr 6 - 7 Liter Bier pro Tag zu trinken und seit zehn Jahren 2 - 3 Gramm Ko kain zu konsumieren. Der massive Konsum von psychotropen Substanzen habe also nicht erst na ch dem Kennenlernen des Op- fers begonnen. 6.2.4. Der Beschwerdeführer erklärt im Gesuch um bedin gte Entlassung vom 30. April 2020, dass sein Vollzugsverhalten im Justizvollzug gut und er bere it sei, die Schweiz nach dem Straf- vollzug zu verlassen und nach Italien zurückzukehren. Er w erde in E.____ bei Bekannten woh- nen können und als Pizzaiolo tätig sein. Er werde eine Stelle suchen, wenn er wieder in Italien sei. Zu den begangenen Straftaten führt er aus, dass er diese unter Einfluss von Alkohol be- gangen habe. In Zukunft wolle er nicht mehr ins Gefä ngnis kommen und sei deshalb bereit, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Er wünsche, ein e Familie zu gründen und ein gewöhnliches Leben zu führen. 6.2.5. Die JVA D.____ kommt in ihrer Empfehlung zum Gesuch um bedingte Entlassung vom 11. Mai 2020 zum Schluss, dass das Verhalten des Beschwerd eführers im Justizvollzug in vie- lerlei Hinsicht unproblematisch sei. Er scheine die Suc htprobleme und die Schwere seiner An- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht lassdelikte jedoch eher klein zu reden. Es sei allerdings festzustellen, dass er Respekt vor dem Wiedereintritt in ein Leben in Freiheit habe, da er schon oft erfahren habe, wo für ihn die Risi- ken für ein Misslingen und für Rückfälle in delinquente Verhaltensmuster lägen. Eine therapeu- tische Aufarbeitung der Delikte während des Vollzugs ha be er abgelehnt. Er habe erklärt, dass er eine solche Behandlung in seinem Heimatland nach seiner Entlassung aufnehmen wolle. Für Tat- und Bearbeitungsgespräche im Rahmen des Strafvollzu gs sei der Beschwerdeführer an- gemeldet. Die JVA D.____ hoffe, dass Tatbearbeitungsge spräche noch vor seiner Entlassung stattfinden könnten, damit dazu mehr und bessere Infor mationen vorhanden seien und seine Sensibilisierung auf die Probleme erhöht werde. Aus Sicht des Justizvollzuges und auf Grund des Verzichts auf die Anordnung einer Massnahme durch das Gericht empfehle die JVA D.____ trotz der schlechten Legal- und Bewährungsprognose di e bedingte Entlassung, sofern die Lan- desverweisung vollzogen werden könne. 6.2.6. Der Beschwerdeführer antwortet am 3. Juni 2020 im Rahmen des rechtlichen Gehörs zum Verfahren der bedingten Entlassung auf die Frage, weshalb er die ambulante Behandlung beim Forensisch-Psychiatrischen Dienst der Universität K.__ __ nicht wie von der JVA D.____ empfohlen, aufgenommen habe, dass er keinen Psychiater benötige. Wenn er wieder in Freiheit sei, werde er wissen, was zu tun sei. Alkohol und Drogen hätten ihn ins Gefängnis gebracht, das wolle er nicht mehr. Auf den Hinweis, dass er in se inem Gesuch um bedingte Entlassung angegeben habe, dass er eine Therapie aufnehmen wolle, führt er aus, dass er dies für den Fall der Entlassung und seiner Rückkehr nach Italien geschrie ben habe. Jetzt in der JVA D.____ brauche er keinen Therapeuten. Auf die Frage, ob ih m das vorliegende Gutachten bekannt sei, antwortet der Beschwerdeführer, er wisse, dass der Guta chter eine Therapie für ihn empfohlen habe. Er selbst sei anderer Meinung, er benötige keine Therapie. Weshalb er damals nicht auf- gehört habe, Drogen und Alkohol zu konsumieren, wiss e er nicht. Zu den begangenen Strafta- ten erklärt der Beschwerdeführer weiter, er wisse, dass er einen Fehler gemacht habe und übernehme dafür die Verantwortung. Nach dem Strafvol lzug wolle er all dies hinter sich lassen. In Italien würde er arbeiten und keine Straftaten m ehr begehen, weil er nicht mehr ins Gefäng- nis kommen wolle. Er habe bereits einen grossen Teil se ines Lebens im Gefängnis verbracht, das wolle er nicht mehr. Auf die Frage, wie es ihm in Zukunft gelingen könne, auf Alkohol und Drogen zu verzichten, antwortet er, bereits früher auf Alkohol und Drogen verzichtet zu haben. Auf die Frage, weshalb er nicht bereits vor oder zum T atzeitpunkt freiwillig zum Psychologen gegangen sei, als er den Konsum nicht mehr habe stoppen können, erwidert der Beschwerde- führer, die Frage nicht beantworten zu können. Er sei jedoch seit zwei Jahren abstinent. Er wis- se jetzt, was künftig wichtig sei, dies sei ihm im Str afvollzug klar geworden. Er wolle ein gutes Leben führen und eine Familie gründen. Abschliessend e rklärt der Beschwerdeführer, dass er künftig auf jeden Fall auf den Konsum von Alkohol und Drogen verzichten und keine neuen De- likte mehr begehen wolle. Dies sei ihm jetzt über zwei Jahre gelungen. Er habe im Gefängnis viel gelernt. Er sei sich sicher, dass alles gut gehe. 6.2.7. Soweit der Beschwerdeführer in der Beschwerde a n das Kantonsgericht einwendet, dass es sich bei den Vorfällen in der Schweiz um ein Bezi ehungsdelikt handle, es sich bei der Beziehung um eine on-off-Beziehung gehandelt habe und die Beziehung beendet sei, so dass keine Rückfallgefahr mehr bestehe, ist ihm in Bezug auf die geringe Rückfallgefahr gegenüber Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht seiner ehemaligen Partnerin I.____ Recht zu geben. So hält auch der Gutachter in seinem Gut- achten vom 18. März 2019 fest, dass die Ausführungsgefahr zum heutigen Zeitpunkt nach er- folgter Trennung von seiner Partnerin als eher gering einzuschätzen sei. Allerdings schätzt der Gutachter, wie in der Erwägung 6.2.2 hiervor ausgefüh rt, die Wahrscheinlichkeit, dass der Be- schwerdeführer in einer neuen Beziehung zu ähnlichen Ve rhaltensmuster greift, wie er sie ge- genüber I.____ gezeigt hat, als gross ein. Die grosse Wah rscheinlichkeit, dass der Beschwer- deführer ähnliche Delikte in einer neuen Beziehung beg ehen könnte, fällt negativ ins Gewicht, zumal sich die Delikte auch gegen Leib und Leben gerichtet haben und somit auch ein geringes Rückfallrisiko grundsätzlich nicht in Kauf genommen werden muss. 6.2.8. Des Weiteren ist dem Urteil des Strafgerichts vo m 4. September 2019 zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer zwar ein Teilgeständnis abgelegt habe, jedoch sei darin weder Ein- sicht in das Unrecht seiner Taten noch Reue zum Ausdruck ge bracht worden. Auch dieser Um- stand ist bei der Beurteilung der Legalprognose negat iv zu werden. Zudem leistet der Be- schwerdeführer keine Zahlungen vom Arbeitsentgelt an die geschädigte Exfreundin I.____. Er führt diesbezüglich aus, dass er die Forderungen anerken ne, jedoch sei er während des Justiz- vollzuges nicht in der Lage, Zahlungen zu leisten. Gemäss Urteil vom 4. September 2019 ist der Beschwerdeführer neben einer Parteientschädigung von Fr. 6'867.15 zu einer Genugtuung von Fr. 2'000.-- zuzüglich Zinsen verurteilt worden. Es ist verständlich, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner äusserst bescheidenen finanziellen Verh ältnisse (siehe E-Mail vom 2. Septem- ber 2020 der JVA D.____ mit Aufstellung der Guthabe n des Beschwerdeführers) nicht in der Lage ist, die Genugtuungssumme an die Geschädigte zu bezah len. Jedoch hat er auch keine Teilzahlung geleistet, was negativ zu werten ist. 6.2.9. Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde geltend, ihm werde in rechtsverlet- zender Weise vorgeworfen, dass er im Gefängnis keine Th erapie begonnen habe. Der Be- schwerdeführer sei trotz anderslautender Empfehlung des Gutachters weder zu einer Mass- nahme noch zu einer Therapie verurteilt worden, da klar erweise die Grundlage dazu gefehlt habe. Es sei geradezu stossend, wenn dem Beschwerdeführer nun vorgeworfen werde, dass er in der verhältnismässig kurzen Zeit im Gefängnis keine The rapie begonnen habe. Der Be- schwerdeführer habe anlässlich der Anhörung vom 3. Juni 2020 im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs zur bedingten Entlassung glaubh aft zu Protokoll gegeben, dass er in Italien eine langjährige Therapie beginnen werde. D ies einerseits, weil er dann einen eigenen Therapeuten auswählen könne, andererseits Zeit für ein e lange Therapie habe und nicht zu- letzt, da er diese in seiner Muttersprache zu absolvie ren wünsche. Diese Gründe seien nach- vollziehbar und legitim. Dem ist entgegen zu halten, dass wie in der Erwägung 6. 2.1. hiervor ausgeführt, die Tatsache, dass der Beschwerdeführer den Besuch einer Therapie abg elehnt hat, im Rahmen der Beurtei- lung der Persönlichkeitsmerkmale des Täters negativ gewe rtet werden kann, auch wenn mit dem Strafgerichtsurteil keine Therapie angeordnet wu rde. Die JVA D.____ hatte dem Be- schwerdeführer empfohlen, sich beim Forensisch-Psychiatrischen Dienst in eine ambulante Behandlung zu begeben. Gemäss Führungsbericht vom 11. Ma i 2020 war der Beschwerdefüh- rer dafür nicht motiviert und hat keine weiteren Schri tte, nämlich sich dafür anzumelden, unter- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nommen. Des Weiteren lassen die Aussagen des Beschwerdef ührers den Schluss zu, dass er der Meinung sei, er brauche keine Therapie. Die Aussa ge, er werde eine solche nach der Ent- lassung in Italien machen, erscheint im Rahmen der übri gen Aussagen, als wenig glaubhaft. Soweit die sprachlichen Schwierigkeiten angesprochen werden, sind keine Versuche unter- nommen worden, die Therapie mit Hilfe eines Übersetze rs oder eines mehrsprachigen Thera- peuten durchzuführen. 6.2.10. Das Gutachten stellt dem Beschwerdeführer ein e negative Legalprognose. Sowohl aus dem Strafgerichtsurteil als auch aus dem Gutachten al s auch aus der Empfehlung der JVA D.____ geht hervor, dass der Beschwerdeführer dazu neigt , seine Suchtprobleme und die Schwere seiner Anlassdelikte eher klein zu reden. Auch sei ne Aussagen in seinem Gesuch um bedingte Entlassung und in der Stellungnahme im Rahm en des rechtlichen Gehörs, dass er keine Therapie benötige bzw. er erst in Italien dann eine machen werde und er nach seiner Ent- lassung dann schon wisse, was er zu tun habe, lassen den Sch luss zu, dass der Beschwerde- führer zwar den innigen und wohl auch aufrichtigen Wunsch hat, drogenfrei zu bleiben und nicht wieder zu delinquieren, jedoch lassen diese Aussagen di e nötige Einsicht in seine Persönlich- keitsstörungen und die Notwendigkeit der Behandlungsbed ürftigkeit seiner risiko- und deliktre- levanten Persönlichkeitseigenschaften bzw. die Notwendig keit einer nachhaltigen Verhaltens- änderung für ein deliktfreies Leben missen. Es ist keine o bjektiv nachvollziehbare Auseinander- setzung sichtbar, die aufzeigt, dass der Beschwerdeführer nicht nur den Wunsch hat, deliktfrei zu leben, sondern dass er auch Reife in Bezug auf die Erkennung seines eigenen Problempro- fils und Deliktmechanismus und der Risikosituationen gewo nnen hat und er Wissen erarbeitet hat, wie sich in diesen Lebenssituationen zu verhalten, u m nicht in eine erneute Sucht und De- linquenz abzudriften. Die prognostisch zu berücksichtigen den Persönlichkeitsmerkmale fallen damit negativ ins Gewicht. 6.3.1. Des Weiteren ist das übrige deliktische Verhalt en und sonstige Verhalten des Be- schwerdeführers zu bewerten. Als negatives Prognoseelemen t ist jedenfalls die Weigerung zu gewichten, an Resozialisierungsbemühungen aktiv mitzuwir ken. Das Gleiche muss in Bezug auf die Einhaltung des Vollzugsplans und Erreichung der Vollzugsziele gelten. Dazu kann die Inanspruchnahme eines freiwilligen Therapieangebotes, die Teilnahme an einem Sozialkompe- tenztraining oder die Aufarbeitung von Risikofaktoren i m Gespräch mit dem Sozialdienst gehö- ren. Therapiearbeit im Strafvollzug ist mithin keine P rivatangelegenheit, sondern eine Pflicht des Gefangenen der Allgemeinheit gegenüber (K OLLER , a.a.O. Art. 86 Rz. 10 m.w.H.). Berück- sichtigt werden dürfen auch die Umstände, welche zur Stra ftat geführt haben, sofern diese Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Straftäters und damit auch auf sein zukünftiges Verhal- ten zulassen. Beim Entscheid über die bedingte Entlassu ng fällt nicht nur die Wahrscheinlich- keit eines Rückfalls, sondern auch die Art der gefährdet en Rechtsgüter ins Gewicht. Je höher- wertigere Rechtsgüter in Gefahr sind, desto grösser ist das Sicherheitsinteresse der Allgemein- heit und desto geringer darf das Risiko sein, das eine b edingte Entlassung mit sich bringt (BGE 124 IV 193 E. 4). Weiter gehören dazu allfällige Le istungen zur Schadenswiedergutmachung und das Verhalten in der Vollzugsanstalt, soweit diese R ückschlüsse auf künftige Verhalten zulässt (KOLLER, a.a.O. Art. 86 Rz. 10). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3.2. Wie bereits aufgeführt, hat der Beschwerdeführe r keine Therapie besuchen wollen, ob- wohl ihm dies von der JVA D.____ empfohlen wurde. Er hat auch dem Opfer keine Zahlungen zukommen lassen. Der Beschwerdeführer hat sein Opfer unte r anderem mehrmals gewürgt. Im Zusammenhang mit diesen Delikten steht sein Drogen- un d Alkoholkonsum und gemäss Straf- gerichtsurteil vom 4. September 2019 vertrete er offensi chtlich die Ansicht, seine Eifersucht legitimiere ihn, körperliche wie auch verbale Übergrif fe gegen seine Partnerin zu begehen. Das Verhalten im Vollzug ist abgesehen von den drei Tagen Arrest im Januar 2020 wegen Besitzes von verbotenen Gegenständen als gut zu werten. Gemäss V ollzugsbericht füge sich der Be- schwerdeführer in den Alltag der Justizvollzugsanstalt gut ein. Es sei leicht feststellbar, dass er sich gewohnt sei zu arbeiten, da er die zugewiesenen Arb eiten gut und speditiv verrichte. Im Wohnbereich lebe er eher zurückgezogen und nutze die vorh andenen Freizeitangebote. Er be- tätige sich gerne sportlich und gehe regelmässig zum tägl ichen Spaziergang. Den ihn zur Ver- fügung stehenden Anteil des Arbeitsentgelts könne er gu t einteilen. Er verstehe sich gut mit seinen Zellenmitbewohnern. Allein aus einem guten Ver halten im Vollzugsalltag lässt sich je- doch keine prognoserelevante Veränderung in Bezug au f seine Rückfallgefährdung ableiten (vgl. BGE 103 Ib 27 E. 1; Urteil des BGer 6B_93/2015 vom 19. Mai 2015 E. 5.3). Der Vollzugs- alltag ist reglementiert und der Kontakt mit Drogen u nd Alkohol kann gemieden werden. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer sich gut in der Vollzug sanstalt zurechtfindet und in der Anstalt drogen- und alkoholfrei lebt, sagt nichts übe r seine Fähigkeit aus, in der Freiheit die Le- bensschwierigkeiten zu bewältigen und insbesondere auf D rogen und Alkohol zu verzichten (vgl. KGE VV vom 23. September 2020 [810 20 191] E. 6 .3), da die engen Strukturen im Straf- vollzug gerade versuchen, negative Verhaltensweisen von I nsassen zu unterbinden. Prognos- tisch negativ zu Buche schlägt, dass der Beschwerdeführer ke ine objektiv nachvollziehbaren Anstrengungen unternommen hat, seine risiko- und delikt relevanten Persönlichkeitseigenschaf- ten anzugehen und sich dabei helfen zu lassen, Strategi en zu entwickeln, um sucht- und delikt- frei zu bleiben. Gemäss Vollzugsbericht vom 11. Mai 202 0 sei zwar festzustellen, dass der Be- schwerdeführer Respekt vor dem Wiedereintritt in ein Leb en in Freiheit habe, da er schon oft erfahren habe, wo für ihn die Risiken für ein Misslinge n und für Rückfälle in delinquente Verhal- tensmuster lägen, aber Respekt davor zu haben, sagt ni chts darüber aus, sich mit den eigenen Persönlichkeitseigenschaften auseinandergesetzt zu haben, um diese Risikosituationen zu meiden bzw. in solchen ein anderes Verhalten an den Tag zu legen. 6.4. Zu den erwartenden Lebensverhältnissen ist festzuhal ten, dass der Beschwerdeführer nach seiner Entlassung nach Italien zurückkehren muss. Der Beschwerdeführer erklärt in sei- nem Gesuch um bedingte Entlassung vom 30. April 2020 in E.____ bei Bekannten wohnen zu können. Er wolle eine Arbeit als Pizzaiolo suchen und v om Lohn seiner Arbeit leben. Aufgrund der Tatsache, dass die wirtschaftliche Situation vor allem jetzt in der durch die Massnahmen gegen COVID-19 geprägten Zeit äusserst schwierig ist, u nd eine Arbeit als Pizzaiolo zurzeit sehr schwer zu finden sein dürfte, erscheinen die zu er wartenden wirtschaftlichen Lebensver- hältnisse alles andere als gut. Auch bleibt die Unsicher heit, wie sich die Wohnsituation entwi- ckeln würde, wenn der Beschwerdeführer über längere Zei t keinen Lohn generieren sollte. Der Beschwerdeführer erklärt, mit der Mutter, dem Bruder und der Schwester Kontakt zu haben. Jedoch wohnen nach seinen Aussagen der Bruder und die S chwester mit jeweiliger Familie in der Region L.____ (Italien). Aus den Akten geht nicht hervor, wo die Mutter wohnt. Somit fallen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Geschwister als unmittelbare mögliche Unterstützung d es Beschwerdeführers in E.____ ausser Betracht. Die zu erwartenden Lebensverhältnisse k önnen demzufolge nicht als stabil und gut bezeichnet werden. 6.5. Aufgrund der obigen Ausführungen ist die Legalp rognose als negativ zu werten. 7.1. Als letztes ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsp rechung eine sogenannte Differen- zialprognose zu erstellen. Danach ist zu prüfen, ob die Gefahr einer Begehung weiterer Strafta- ten bei einer bedingten Entlassung oder bei Vollverbü ssung der Strafe höher einzuschätzen ist. Zudem ist zu prüfen, ob die bedingte Entlassung mit der Möglichkeit von Auflagen und Bewäh- rungshilfen eher zu einer Resozialisierung des Täters f ührt als die Vollverbüssung der Strafe. Als Vorzüge der Vollverbüssung kommen etwa in Betracht di e Möglichkeit im Rahmen einer Therapie mit der Deliktaufarbeitung zu beginnen, sich m it seinen Persönlichkeitsmerkmalen auseinanderzusetzen und einen Veränderungsprozess durch zumachen sowie die schrittweise Heranführung an die Freiheit im Rahmen von Vollzugsöffnungen. Dagegen scheiden Ansetzung einer Probezeit sowie sämtliche Formen der Nachbetreuun g und Kontrolle (Bewährungshilfe und Weisungen) aus. Bei Ausländern, die die Schweiz n ach dem Strafvollzug zu verlassen ha- ben, darf der Umstand, dass Kontrollmöglichkeiten für Weisungen und Bewährungshilfen im Ausland fehlen, für die Legalprognose berücksichtigt we rden. Ferner ist zu beachten, dass im Falle einer Nichtbewährung ausserhalb der Schweiz ein W iderruf der bedingten Entlassung häufig weder angeordnet noch vollstreckt werden kann, w eshalb eine bedingte Entlassung zu- rückhaltender zu bewilligen ist, wenn der Betroffene in seine Heimat entlassen wird. Dies darf jedoch nicht zu einer pauschalen Benachteiligung von Ausländern führen (K OLLER , a.a.O. Art. 86 Rz. 16). 7.2. Nachteilig wirkt sich eine verweigerte bedingte E ntlassung grundsätzlich insofern aus, als dass dem Straftäter die Möglichkeit genommen wird, si ch schrittweise und mit behördlicher Begleitung an das Leben in Freiheit zu gewöhnen. Die mit der bedingten Entlassung verfolgte Wiedereingliederung des Rechtsbrechers ist nicht Selbstzweck, sondern auch ein Mittel, um die Allgemeinheit vor neuen Straftaten zu schützen (BGE 124 IV 193 E. 3). Der Entlassene soll den Umgang mit der Freiheit erlernen, was nur in Freihei t möglich ist (BGE 133 IV 201 E. 2.2; BGE 125 IV 113 E. 2a). Im Falle des Beschwerdeführers kann dieser spezialpräventive Zweck aller- dings nicht erreicht werden: Der Beschwerdeführer wird infolge der vom Strafgericht ausge- sprochenen Landesverweisung das Land gezwungenermassen ver lassen und die Vollzugsbe- hörde kann deshalb im Falle einer bedingten Entlassung der Rückfallgefahr nicht mit den In- strumenten der Bewährungshilfe und Weisungen (Art. 87 Abs. 2 StGB) entgegenwirken. Der bedingte Straferlass verliert seine Präventivfunktion, wenn der Täter die Rückversetzung de facto nicht mehr ernstlich zu befürchten hat (GÜNTER STRATENWERTH /FELIX BOMMER , Schweize- risches Strafrecht, Allgemeiner Teil II, 3. Aufl., Bern 2020, Rz. 90; BGE 105 IV 167 E. 2; Urteil des BGer 6B_119/2018 vom 22. Mai 2018 E. 4.5 m.w.H.) . Dieser Vorteil der bedingten Entlas- sung fällt damit weg. Des Weiteren ermöglicht die Vol lverbüssung der Strafe, dass der Be- schwerdeführer bis zum 30. März 2021 Zeit hat, seine be rufliche und soziale Zukunft besser zu planen und Vorkehrungen zu treffen, die ihm ein straf freies Leben nach seiner definitiven Ent- lassung ermöglichen. Überdies hat der Beschwerdeführer bis zum Verbüssungsende der Strafe Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Möglichkeit, sich mit seinen Delikten und seinen ri siko- und deliktrelevanten Persönlich- keitseigenschaften auseinanderzusetzen. Aus diesen Gründe n fällt die Legalprognose des Be- schwerdeführers im Falle der Vollverbüssung der Strafe b esser aus. Somit fällt die Differenzial- prognose zu Ungunsten des Beschwerdeführers aus. 8. Schliesslich stellt die Verweigerung der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug eine geeignete und erforderliche Massnahme dar, um die Allg emeinheit, aber auch den Beschwer- deführer vor neuen Straftaten zu schützen. Zudem überwi egen die öffentlichen Interessen, den Beschwerdeführer, der rückfallgefährdet ist, weiterhi n im Strafvollzug zu belassen, die privaten Interessen des Beschwerdeführers, früher aus dem Freihei tsentzug entlassen zu werden. Die Verweigerung der bedingten Entlassung ist damit auch verhältnismässig. 9.1. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfah rens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1'400.-- sind demzufolge dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die Parteientschädigung ist gemäss § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen. 9.2. Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Beschwer de die unentgeltliche Prozessfüh- rung und Verbeiständung. Gemäss § 22 Abs. 1 VPO wird eine Partei auf ihr Begehren von der Bezahlung der Verfahrenskosten und der Kosten von Beweismassnahmen befreit, sofern ihr die nötigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensich tlich als aussichtslos erscheint. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind als aussichtslos Begehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlu stgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Wa age halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei , die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliess en würde. Eine Partei soll einen Pro- zess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führe n würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 142 III 138 E. 5 .1; BGE 138 III 217 E. 2.2.4; BGE 133 III 614 E. 5; STEFAN MEICHSSNER , Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 BV], Basel 2008, S. 106 f.). 9.3. Im vorliegenden Verfahren wurden die Legalprogn osen von allen involvierten Behörden, Instanzen und vom Gutachter Dr. med. B.____ einhellig und ausnahmslos als ungünstig beur- teilt. Des Weiteren war klar, dass aufgrund der umgehe nden Ausreise des Beschwerdeführers nach Italien der spezialpräventive Zweck der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug entfal- len würde. Der Beschwerdeführer hätte bei dieser Sac hlage handfeste und sehr gute Gründe vorbringen müssen, um die von den Vorinstanzen vorgenomm ene Beurteilung in Zweifel zu ziehen. Solche Gründe wurden nicht vorgebracht, so da ss die Beschwerde als aussichtlos zu bezeichnen und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Verb eiständung wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin Die gegen diesen Entscheid am 26. Januar 2021 beim Bundesgericht (Verfahrensnummer 6B_100/2021) erhobene Beschwerde wurde abgewiesen.