Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 4. Juli 2018 (810 18 73) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und Fremdplatzierung / Missbrauchsvor- würfe Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Hans Furer , Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschreiberin i.V. Jenny Rohr Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Rechtsanwältin Claudia Sigel gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwältin Juliane Wyss-Rieder Betreff Bestätigung der superprovisorischen Verfügu ng vom 17.01.2018 / Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft / Regelung des Besuchsrechts (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 9. Februar 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. D.____ (geb. 2012) ist der gemeinsame Sohn der ve rheirateten Eltern A.____ (Kindsmutter) und C.____ (Kindsvater). B. Am 7. Januar 2018 trennten sich die Ehegatten (vgl . Urteil des Gerichtspräsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 17. April 2018). C. Am 9. Januar 2018 reichte C.____ bei der Kindes- u nd Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) eine Gefährdungsmeldung betreffend D._ ___ ein wegen des Verdachts auf körperliche Misshandlungen durch Schläge und sexuelle Überg riffe seiner Ehefrau gegenüber D.____. D. Am 15. und 16. Januar 2018 wurde der Kindsvater a lleine bzw. in Begleitung seiner Eltern von der KESB angehört. Die Eltern des Kindsvat ers bestätigten anlässlich der Anhörung vom 16. Januar 2018 die Vorwürfe gegenüber der Kindsmutter sinngemäss. E. Am 17. Januar 2018 wurde D.____ von Mitarbeitern der KESB am Kindergartenein- gang abgeholt und zu den Grosseltern väterlicherseits geb racht. Am selben Tag fand im Bei- sein des Kinderpsychiaters Dr. E.____, ein Gespräch mit D .____ statt, worauf die KESB mit superprovisorischer Verfügung den Kindseltern das Aufenth altsbestimmungsrecht entzog und eine Fremdplatzierung von D.____ bei seinen Grosseltern väterlicherseits verfügte. Der Kinds- mutter wurde dieser Entscheid in den Räumlichkeiten der KESB persönlich eröffnet. F. Am 22. Januar 2018 hörte die KESB die Kindsmutter an. Diese bestritt die Vorwürfe und beantragte die Aufhebung der Fremdplatzierung. G. Im Beisein ihrer Anwälte fand am 29. Januar 2018 e ine Anhörung beider Elternteile statt, in dessen Rahmen der Kindsvater eine Fremdplatzierung von D.____ bei den Grosseltern väterlicherseits als optimal erachtete. Die Beschwerdeführerin beantragte, dass ihr Sohn wieder zu ihr zurückkehre und eine Beiständin eingesetzt werde. S ollte ihr Sohn nicht zu ihr zurück- kehren dürfen, sei D.____ bis zur Erstellung eines Gutach tens fremd zu platzieren und beiden Elternteilen ein Besuchsrecht einzuräumen. Eine Platzi erung bei den Grosseltern väterlicher- seits erachte sie als ungeeignet, da sie eine Manipulation von D.____ befürchte. H. Mit Entscheid vom 9. Februar 2018 bestätigte die KES B die superprovisorische Verfü- gung vom 17. Januar 2018 betreffend Platzierung von D._ ___ bei dessen Grosseltern väterli- cherseits (Dispositiv Ziff. 1 und 2). Zusätzlich errichtete die KESB per sofort für D.____ eine Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 des Schw eizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907. Als Beistand ernannte sie F .____, Berufsbeistandschaft (Dispositiv Ziff. 3 bis 7). Sodann entschied die KESB, da ss das Aufenthaltsbestimmungsrecht den Eltern weiterhin entzogen und bei der KESB bleib t (Dispositiv Ziff. 8), und sie räumte der Kindsmutter ein vorerst begleitetes Besuchsrecht ein (Dispositiv Ziff. 9 bis 12). Weiter setzte die KESB dem Kindsvater Frist bis zum 16. Februar 2018, um i hr mitzuteilen, ob eine Strafanzeige eingereicht worden sei (Dispositiv Ziff. 14). Einer all fälligen Beschwerde gegen diesen Ent- scheid entzog die KESB die aufschiebende Wirkung (Dispositiv Ziff. 19). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht I. Am 19. Februar 2018 erstattete der Kindsvater bei der Staatsanwaltschaft Basel-Land- schaft Anzeige gegen die Kindsmutter wegen sexuellen Hand lungen mit einem Kind, Tätlich- keiten und Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht. J. Gegen den Entscheid der KESB vom 9. Februar 2018 erh ob die Kindsmutter, vertreten durch Rechtsanwältin Claudia Sigel, am 12. März 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgeri cht). Sie beantragt die Aufhebung der Ziff. 1 und 2 des Entscheids der KESB vom 9. Februa r 2018 sowie der superprovisorischen Verfügung der KESB vom 17. Januar 2018. Ferner sei D.____ unter die Obhut seiner Mutter zu stellen, eventualiter sei eine Einschätzung von geschulte m Personal einzuholen und D.____ in der Zwischenzeit an einem neutralen Ort in G.____ zu pl atzieren, wobei den Kindseltern min- destens ein wöchentliches begleitetes Besuchsrecht einzuräume n sei. Für den Fall, dass D.____ fremdplatziert werde, sei ein Kindesanwalt ei nzusetzen. Schliesslich beantragt die Be- schwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung; alles unter o/e-Kostenfolge. K. Mit Entscheid vom 16. April 2018 errichtete die KESB für D.____ eine vorsorgliche Ver- tretungsbeistandschaft nach Art. 314a bis ZGB und ernannte Rechtsanwältin H.____ als dessen Beiständin im hängigen Strafverfahren. Zur Begründung führte die KESB aus, dass aufgrund des hängigen Strafverfahrens gegen die Kindsmutter zurze it beide Eltern nicht geeignet seien, D.____ zu vertreten. L. Am 17. April 2018 wurde D.____ im Rahmen des Stra fverfahrens im Beisein von Rechtsanwältin H.____ einvernommen. M. Mit Urteil des Gerichtspräsidenten vom 17. April 201 8 des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost wurde den Ehegatten das Getrenntleben bewilligt. N. Mit Vernehmlassung vom 17. April 2018 beantragt d ie KESB die Abweisung der Be- schwerde unter o/e-Kostenfolge. O. Der Beschwerdegegner (Kindsvater), vertreten durch A dvokatin Juliane Wyss-Rieder, beantragt in seiner Vernehmlassung vom 18. April 2018 , die Beschwerde vom 12. März 2018 sei vollumfänglich abzuweisen und der Entscheid der KES B vom 9. Februar 2018 zu bestäti- gen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Ne ubeurteilung zurückzuweisen. Ferner sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und Verbeistän dung zu bewilligen, alles unter o/e- Kostenfolge. P. Mit Verfügung vom 8. Mai 2018 hat das Kantonsgeri cht die Akten des Strafverfahrens beigezogen. Q. Am 24. Mai 2018 wurde der Fall zur Beurteilung im Rahmen einer Parteiverhandlung an die Kammer überwiesen und entschieden, dass vorgängig zur Parteiverhandlung eine Kinds-Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht anhörung durchgeführt wird. Weiter wurde der Beistand aufgefordert, dem Gericht einen schrift- lichen Bericht einzureichen. R. Am 14. Juni 2018 reichte der Beistand F.____ den Be richt über die Beistandschaft ein. Gleichentags reichten die Rechtsvertreterinnen der Beschw erdeführerin und des Beschwerde- gegners ihre Honorarnoten ein. S. Am 27. Juni 2018 fand die Kindsanhörung statt. T. Mit Entscheid vom 29. Juni 2018 bewilligte der Prä sident der KESB als vorsorgliche Massnahme den Eltern des Kindsvaters mit D.____ vom 30. Juni 2018 bis und mit 12. August 2018 nach I.____ in die Ferien zu fahren. U. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 2. Juli 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht, das zu eröffnende Beschwerdeverfahren (Verfahrensnummer 810 18 179) sei mit dem Beschwerde- verfahren 810 18 73 zu vereinigen und den übrigen Par teien anlässlich der bevorstehenden Parteiverhandlung im Verfahren 810 18 73 vom 4. Juli 2018 Gelegenheit zu geben, zur Be- schwerde Stellung zu nehmen. V. An der heutigen Parteiverhandlung hielten die Par teien an ihren Anträgen und Begrün- dungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 Z GB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht e rhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzb uches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach A rt. 450 Abs. 1 ZGB das Kantons- gericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). N ach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren bete iligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als direkte Verfahrensbeteiligte zur Beschwerdeerhebung legitimier t. Da auch die übrigen Prozess- voraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststell ung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kanton sgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 2.1 Die Beschwerdeführerin beantragt in verfahrensrecht licher Hinsicht, das Beschwerde- verfahren betreffend Bewilligung von Ferien im Ausland als vorsorgliche Massnahme (Verfah- rensnummer 810 18 179) mit dem vorliegenden Beschwerdeverfahren 810 18 73 zu vereinigen. Die beiden Verfahren betreffen zwar die gleichen Par teien und sind inhaltlich zum Teil vonei- nander abhängig. In Anbetracht des unterschiedlichen V erfahrensstandes und der unterschied- lichen Zuständigkeiten des Gerichts (Präsidium bzw. Kamm er) wird jedoch von einer Vereini- gung der beiden Verfahren 810 18 179 und 810 18 73 abgesehen. 2.2 In beweisrechtlicher Hinsicht stellen die Beschwerdef ührerin und der Beschwerdegeg- ner die Anträge, es seien diverse Personen (Nachbarinnen, Mitarbeiterinnen der Opferhilfe, Kindergärtnerin) als Zeugen zu befragen. Inwiefern d iese Personen relevante Auskünfte über die erhobenen Anschuldigungen betreffend der Vorfälle im familiären Umfeld erteilen könnten, ist nicht ersichtlich und wird von den Parteien auch nicht dargelegt. Da somit keine entscheid- relevanten Ergebnisse zu erwarten sind, sind die Beweisanträge abzuweisen. 3.1 Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid a us, der Beschwerdegegner habe am 9. Januar 2018 eine Gefährdungsmeldung bei der KE SB eingereicht, in welcher er der Beschwerdeführerin Misshandlungen durch Schläge und sexue lle Übergriffe gegenüber ihrem gemeinsamen Sohn zum Vorwurf mache. Auch die Grosseltern väterlicherseits hätten diese Aussagen anlässlich einer persönlichen Anhörung sinngem äss bestätigt. Aufgrund dieser schwerwiegenden Vorwürfe sei D.____ mittels superprovisori schen Entscheids vom 17. Januar 2018 bei den Grosseltern fremdplatziert worden. Im Ge spräch mit Dr. E.____ vom 17. Januar 2018 habe D.____ ausgesagt, dass er sich gerne bei den Grosseltern aufhalte. Es lägen immer noch schwerwiegende Vorwürfe seitens des Kindsvaters sowie d en Grosseltern väterlicherseits gegen die Beschwerdeführerin vor, weshalb D.____ vorerst nicht zur Kindsmutter zurückkehren könne und eine Fremdplatzierung bzw. ein definitiver En tzug des Aufenthaltsbestimmungs- rechts der Kindsmutter angezeigt sei. Insgesamt wiege der Schutz von D.____ vor einem ver- meintlichen Missbrauch schwerer als das Interesse der Kindsmutter. 3.2 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, der Ent zug des Aufenthaltsbestimmungs- rechts sowie die Fremdplatzierung würden sich nicht als verh ältnismässig erweisen, da aufgrund ihrer Erziehung und des Umgangs mit D.____ ke ine Gefährdung des Kindeswohls vorliege. Sexuelle Übergriffe oder Misshandlungen durch Schläge gegenüber D.____ habe sie nie begangen. Insbesondere verstosse die von der KESB a ngeordnete Massnahme gegen das Subsidiaritätsprinzip, da der vom Beschwerdegegner vorgeb rachten Kindeswohlgefährdung auch mit einer milderen Massnahme, namentlich mit der Errichtung einer Erziehungsbeistand- schaft im Sinne von Art. 308 ZGB und einer sozialpädago gischen Familienbegleitung hätte begegnet werden können. Der Entscheid der KESB vom 17 . Januar 2018 stütze sich lediglich auf unwahre und vage Aussagen des Beschwerdegegners und dessen Eltern, welche nicht der Wahrheit entsprechen würden. Sie bringt vor, es sei auf fällig, dass der Beschwerdegegner die Gefährdungsmeldung zu jenem Zeitpunkt eingereicht habe, in welchem die Beschwerdeführerin Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht beabsichtigt habe, ihn – zusammen mit dem gemeinsamen Sohn – zu verlassen. Es sei somit davon auszugehen, dass der Beschwerdegegner die KESB lediglich instrumentalisiert habe, um das alleinige Sorgerecht sowie die Zuweisung der alle inigen Obhut über D.____ zu erlangen. Die Beschwerdeführerin bringt ferner vor, dass die Ehe mit dem Kindesvater durchgehend mit grossen Spannungen belastet gewesen sei und sich die Eltern des Kindsvaters, zu welchen der Kindsvater ein enges Verhältnis pflege, schon von Anfang an gegen die Verbindung mit ihr gestellt hätten. Aufgrund ihrer noch mangelnden Deutschkenntnisse sei sie von ihrem Ehemann stark abhängig und seinen Launen ausgesetzt gewesen. H abe sie sich seinen Anweisungen widersetzt, habe er sie vor D.____ angeschrien und sei i hr gegenüber gewalttätig geworden. Aus Angst, ihr Ehemann könnte seine Drohungen realisier en und ihr das Kind wegnehmen, habe sie entsprechende strafrechtliche Anzeigen allerding s immer wieder zurückgezogen bzw. davon Abstand genommen. Sie gehe davon aus, dass der Beschwerdegegner und die Gross- eltern D.____ stark manipulieren würden, was bereits zu einem Loyalitätskonflikt geführt habe. Schliesslich sei auch von Seiten der Kindergärtnerin und des Kinderarztes zu keinem Zeitpunkt eine Verhaltensauffälligkeit von D.____ festgestellt wor den. In Anbetracht dieser Umstände sei es im Sinne des Subsidiaritätsprinzips angezeigt gewesen, mit einem milderen Mittel als dem Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und einer Fremdpl atzierung zu reagieren. Allenfalls in Form einer Erziehungsbeistandschaft und einer Familienbegleitung. 3.3 Der Beschwerdegegner beruft sich in seiner Vernehml assung mit Verweis auf den Entscheid der Vorinstanz vom 9. Februar 2018 auf eine ko nkrete und unmittelbare Gefährdung des Wohls von D.____. Er moniert in seiner Vernehmlassu ng vom 18. April 2018, er habe schon mehrere Vorfälle miterlebt, die auf eine gestört e Beziehung von D.____ zur Beschwer- deführerin hindeuten würden. Die sexuellen Übergriffe beobachte er schon seit D.____ ein Baby gewesen sei. Er habe allerdings lange nicht erkannt , in welchem Ausmass D.____ tat- sächlich gefährdet gewesen sei. Nach den Sommerferien im Jahr 2017 habe D.____ innert kur- zer Zeit mehrere fragwürdige Aussagen gemacht, Verhalt ensauffälligkeiten gezeigt und die Be- schwerdeführerin habe mit der Ausreise gedroht. Infolge dessen und auf Ratschlag der Polizei, welche aufgrund eines Beziehungsdelikts vor Ort gewesen se i, habe er schliesslich eine Ge- fährdungsmeldung bei der KESB eingereicht. Aufgrund der Vorkommnisse habe er zudem am 16. Februar 2018 einen Strafantrag gegen die Beschwer deführerin bei der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft gestellt. Die Fremdplatzierung bei den Grosseltern sei zum Wohl von D.____. Auch die Kindergärtnerin von D.____ habe seit der Fre mdplatzierung starke positive Verbesse- rungen beobachten können. Die Anschuldigungen der Besch werdeführerin hingegen, er würde sie schlagen und respektlos behandeln, seien haltlos. Es läg en auch keinerlei Polizeirapporte vor, welche die Vorwürfe der Beschwerdeführerin beleg en könnten. Entgegen den Aussagen der Beschwerdeführerin habe er ihr mehrere Deutschkurse finanziert und ihr sogar eine Arbeits- stelle vermittelt. Diese habe sie allerdings aufgrund e iner überstürzten Abreise ins Heimatland verloren. Dies zeuge von einem fehlenden Integrationswi llen der Beschwerdeführerin. Weiter bestreitet er, dass er mit Drogen deale und dass es be reits zu Razzien in der ehelichen Woh- nung gekommen sei. Insbesondere wolle er festhalten, dass er nicht wegen Betäubungsmittel- delikten vorbestraft sei. Aufgrund der dargelegten Umst ände liege eine ernstzunehmende Ge- fährdung von D.____ durch die Kindsmutter vor und es sei en keine milderen Kindesschutz- massnahmen ersichtlich, die geeignet wären, D.____ genügend zu schützen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4 Die Vorinstanz hält in der Vernehmlassung an ihrem Entscheid fest und führt ergän- zend aus, am 17. April 2018 sei D.____ von der Staatsan waltschaft bezüglich den Vorwürfen der Misshandlungen und sexuellen Übergriffen angehört w orden, die Videoaufzeichnung läge ihr allerdings noch nicht vor. Auch sei D.____ zurzei t bei Dr. E.____ in psychologischer Thera- pie. Ferner sei vorgesehen, nach den ersten Therapiesit zungen eine Einschätzung von Dr. E.____ einzuholen und nach einer Auswertung der Anhörung von D.____ gemeinsam mit allen Beteiligten die Platzierung und potenzielle fla nkierende Massnahmen zu diskutieren und zu prüfen. 4.1 Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz den Eltern zu Recht das Aufenthaltsbestimmungsrecht über D.____ definitiv entzogen und das Kind bei den G rosseltern fremdplatziert hat. In diesem Zusammenhang ist zu beurteilen, ob die Voraussetzungen f ür diese Kindesschutzmassnahmen gegeben sind. 4.2 Kann der Gefährdung des Kindes nicht anders begegn et werden, so hat die Kindes- schutzbehörde es den Eltern oder, wenn es sich bei Dritten befindet, diesen wegzunehmen und in angemessener Weise unterzubringen (Art. 310 Abs. 1 ZGB). Diese Kindesschutzmassnahme hat zur Folge, dass das Recht, den Aufenthaltsort des Kin des zu bestimmen, den Eltern bzw. einem Elternteil entzogen und der Kindesschutzbehörde übertragen wird, die nunmehr für die Betreuung des Kindes verantwortlich ist (Urteil des Bunde sgerichts 5A_335/2012 vom 21. Juni 2012 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Gefährdung des Kinde s, die Anlass zum Entzug des Aufent- haltsbestimmungsrechts gibt, muss darin liegen, dass das K ind im Umfeld der Eltern bzw. des Elternteils nicht so geschützt und gefördert wird, wi e es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung nötig wäre (Urteile des Bundesger ichts 5A_875/2013 vom 10. April 2014 E. 3.1; 5A_729/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 4.1; 5 A_238/2010 vom 11. Juni 2010 E. 4, in: FamPra.ch 2010 S. 713). Unerheblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverh alten des Kindes, der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen. Desgleichen spielt es keine Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung trifft. Massgebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt der Entziehung. An die Würdigung der Umstände ist ein strenger Massstab zu legen . Die Entziehung ist nur zulässig, wenn andere Massnahmen ohne Erfolg geblieben sind oder von vornherein als ungenügend erscheinen (Urteile des Bundesgerichts 5A_401/2015 vom 7. September 2015 E. 5.2; 5A_212/2013 vom 5. September 2013 E. 3.1; 5A_238/20 10 vom 11. Juni 2010 E. 4, in: FamPra.ch 2010 S. 713). Der Entzug des Rechts, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen, ist somit nur zulässig, wenn der Gefährdung des Kindes nich t durch andere Massnahmen gemäss Art. 307 und Art. 308 ZGB begegnet werden kann (Grundsätze der Verhältnismässig- keit und der Subsidiarität; Urteil des Bundesgerichts 5A_ 875/2013 vom 10. April 2014 E. 3.1; zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 5A_70/2016 vom 25. April 2016 E. 3.1; 5A_548/2015 vom 15. Oktober 2015 E. 4.3). 4.3 Massive Missbrauchsanschuldigungen sind immer wieder Th ema für eine Herausnah- me des Kindes, sie erfordern indessen wegen des Missbrauchsp otenzials des Missbrauchsvor- wurfs vor allem auch eine umgehende und gleichzeitig dennoch möglichst sorgfältige Abklärung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht (vgl. YVO BIDERBOST , in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Auflage 2016, N 2 zu Art. 310 ZGB). Da auch der Obhutsentzug Risiken einschli esst, sind einschneidende Massnah- men in der Regel nur nach fachkundiger Abklärung (stat ionär in einem Durchgangsheim oder ambulant, gegebenfalls durch eine sogenannte "Kinder schutzgruppe") anzuordnen. Bei An- schuldigung wegen sexuellen Missbrauchs ist Bedacht darauf zu legen, dass Missbräuchen nachhaltig begegnet wird, aber nicht aufgrund unbele gter Anschuldigungen intakte oder ander- weitig etwas belastete Strukturen zum grösseren Schaden des Kindes abgebrochen werden, weshalb bei zunehmend verbreiteten Anschuldigungen nicht notwendig ein sofortiger Obhuts- entzug, sondern vor allem eine sorgfältige Untersuchung (und in deren Rahmen gegebenenfalls eines stationäre Begutachtung) zu erfolgen hat (P ETER BREITSCHMID in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Auflage, Basel 2014, N 4 f. zu Art.310). Auch wenn – wie vorliegend – parallel ein Strafverfahren l äuft, ist es wichtig, das Kindesschutz- verfahren mit den entsprechenden Abklärungen eigenständi g aufgrund seiner eigenen Regeln durchzuführen und sich nicht einfach an das Strafverfahren "anzulehnen", da das Strafverfahren andere Zwecke als das Kindesschutzverfahren verfolgt (LINUS CANTIENI /STEFAN BLUM , in: Foun- toulakis/Affolter-Fringeli/Biderbost/Steck [Hrsg.], Fach handbuch zum Kindes- und Erwachse- nenschutzrecht, Zürich/Basel/Genf 2016, N 15.90 und FN 102). 5.1 Aus den Akten erhellt, dass die Kindsmutter vor dem Entzug des Aufenthaltsbestim- mungsrechts die Hauptbetreuungsperson im Alltag von D._ ___ war, während der Kindsvater erwerbstätig war. Bis zur Trennung der Kindseltern wur de sodann nie eine Kindeswohlgefähr- dung geltend gemacht. Aus den beigezogenen Akten der St aatsanwaltschaft Basel-Landschaft ergeben sich keine konkreten und glaubhaften Anhaltspun kte für eine drohende Kindeswohlge- fährdung durch die Kindsmutter. Vielmehr sprechen die E rkenntnisse aus der Kindesanhörung vom 17. April 2018 deutlich gegen eine konkrete schwerwiegende Gefährdung des Kindeswohls durch die Kindsmutter. Sodann konnte die Beschwerdeführerin im Rahmen des Strafverfahrens das vom Beschwerdegegner vorgebrachte auffällige Verhal ten von D.____ nachvollziehbar erklären. Zudem ist anzumerken, dass bereits die Anzeige le diglich auf Vermutungen und sehr vagen Aussagen des Beschwerdegegners beruhte, welche er au ch in der Folge nie substan- tiiert hat. Sodann ergibt sich aus den Akten, dass die Vorinstanz keine eigenen Abklärungen betreffend der erhobenen Vorwürfe bzw. einer mögliche n schwerwiegenden Kindeswohlgefähr- dung durch die Kindsmutter vorgenommen hat. Von Seite n des beigezogenen Kinderpsychia- ters Dr. E.____ liegt bis heute kein Bericht bzw. Gutacht en vor, welches sich zu den Vorwürfen des Kindsvaters äussert. Dem Protokoll der Anhörung vom 13. Juni 2018 in den Räumlichkeiten der KESB ist einzig zu entnehmen, dass der Kinderpsychiat er die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs bis anhin noch nicht abgeklärt hat, was er mit dem noch hängigen Strafverfahren begründet. Ob die von ihm festgestellten Verhaltensauf fälligkeiten von D.____ auf einen Miss- brauch oder die Erziehung zurückzuführen seien, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht ein- schätzen und eine entsprechende Abklärung könne noch ein ige Zeit in Anspruch nehmen. D.____ habe sich jedoch sehr gefreut, seine Mutter im R ahmen einer gemeinsamen Sitzung zu sehen und sei sehr traurig gewesen, als diese bei der nä chsten Sitzung nicht dabei gewesen sei. Er habe auch keine Auffälligkeiten festgestellt, al s D.____ mit der Beschwerdeführerin alleine gespielt habe. Weiter führte er aus, dass die Familie Unterstützung brauche. Diese sei Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht allerdings nicht aufgrund der sexuellen Vorwürfe, sond ern betreffend Erziehung von D.____ angezeigt. 5.2 Aus dem eingeholten Bericht des Beistands vom 14. Jun i 2018 ergibt sich, dass sich die Eltern geeinigt haben, dass die Besuche der Kindsmutter von nun an unbegleitet und neuer- dings drei Mal pro Woche stattfinden können. Sofern d ie Rückmeldung positiv ausfalle, könne die Anzahl der Besuche der Beschwerdeführerin weiter e rhöht werden. Auch sei die Kinds- mutter anfangs Juli 2018 in eine 3.5-Zimmerwohnung umgezogen, wo sie ausreichend Platz für D.____ habe. Die Besuchsbegleiterin berichtet von ein em adäquaten und liebevollen Umgang der Kindsmutter mit D.____. Sie führt aus, die Beschw erdeführerin bringe grundsätzlich die erforderlichen erzieherischen Fähigkeiten mit, es gäbe allerdings in gewissen Erziehungsberei- chen (selbständiges Duschen, zuckerhaltige Ernährung etc.) noch Unterstützungs- und Ent- wicklungspotential. Durch die Kurzintervention mit ihr h abe die Beschwerdeführerin allerdings bereits Fortschritte gemacht. 5.3 Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wurden vo n den Parteien keine neuen sach- relevanten Tatsachen vorgebracht. Insgesamt scheint es, d ass die kulturell bedingten Differen- zen bezüglich der Kindererziehung das grösste Problem d arstellen. Allerdings reichen weder diese noch allfällig festgestellte untergeordnete Erzie hungsdefizite vorliegend aus, um das Aufenthaltsbestimmungsrecht der Eltern definitiv zu entzie hen und D.____ fremdzuplatzieren. Die Kindsmutter ist aktuell in der Lage, sämtliche Bedü rfnisse von D.____ abzudecken. Der Vorwurf, die Mutter könne sich aufgrund sprachlicher Sch wierigkeiten nicht mit D.____ verstän- digen, erweist sich sodann als unzutreffend. Die Mutter hatte bereits während des Zusammen- lebens die Erziehung des gemeinsamen Sohnes übernommen. Unter dem Aspekt der Kinderer- ziehung gibt es von beiden Elternteilen noch Entwicklun gspotenzial. Insofern ist nicht zu bean- standen, dass die KESB eine Erziehungsbeistandschaft und so zialpädagogische Familien- begleitung angeordnet hat. 5.4 Hingegen ist nach dem Ausgeführten nicht ersichtlich , weshalb zurzeit aus Gründen des Kindeswohls ein definitiver Entzug des Aufenthaltsb estimmungsrechts der Kindseltern gerechtfertigt sein könnte. Die ohnehin vagen und im Gesamtkontext eines Trennungskonflikts geäusserten Vorwürfe des Beschwerdegegners erhärteten sich nicht und eine schwerwiegende Kindeswohlgefährdung von D.____ bei einem Verbleib be i der Kindsmutter ist nicht ersichtlich. Demgemäss kann der Vorinstanz auch nicht gefolgt werden, wenn sie ausführt, es müsse noch abgewartet werden, wie sich die Situation entwickle. N ach dem Gesagten erweist sich die Be- schwerde als begründet und der Entzug des Aufenthaltsbe stimmungsrechts und die Fremd- platzierung sind aufzuheben. Da die Kindsmutter, welche bereits zuvor die Hauptbezugsperson von D.____ war, aktuell fähig ist, D.____ persönlich zu betreuen, und der Kindsvater nie vor- gebracht hat, er sei in der Lage, sich persönlich um D.____ zu kümmern, erhält die Kindsmutter vorübergehend die Obhut über D.____. Im Übrigen wird die Angelegenheit zum umgehenden Entscheid über die Obhutsanteile und das Besuchsrecht an die KESB zurückgewiesen. 5.5 Zusammenfassend zeigen die obigen Ausführungen, da ss der Entzug des Aufenthalts- bestimmungsrechts und die damit verbundene angeordnete F remdplatzierung zu Unrecht er-Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht folgten. Die Beschwerde ist demzufolge gutzuheissen und Ziffer 1 und 2 sowie Ziff. 8 bis 12 des angefochtenen Entscheids sind aufzuheben. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Der Beschwerd egegner ersucht um unentgeltli- che Rechtspflege. Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassun g der Schweizerischen Eidge- nossenschaft (BV) vom 18. April 1999 hat jede Person, d ie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn i hr Rechtsbegehren nicht als aus- sichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte n otwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand. Eine Person ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Prozesskosten aufzukommen, ohne da ss sie Mittel beanspruchen müsste, die zur Deckung des Lebensunterhaltes für sie und ihre F amilie notwendig sind (B ERNHARD WALDMANN , in: Waldmann/Belser/Epiney [Hrsg.], Basler Kommentar , Bundesverfassung, Basel 2015, N 77 zu Art. 29 BV). Mit Eingabe vom 18. April 2018 hat der Beschwerdegegner ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege g estellt und die erforderlichen Belege eingereicht. In Berücksichtigung dieser Unterlagen ist s eine Bedürftigkeit für das vorliegende Beschwerdeverfahren nachgewiesen. Da auch die weiteren V oraussetzungen gemäss § 22 VPO erfüllt sind, ist das Gesuch des Beschwerdegegners um u nentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. 6.2 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausma ss auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Der Vorinstanz werden keine Kosten auferlegt (§ 20 Abs. 3 und 4 VPO). Entsprechend dem Aus- gang des Verfahrens ist dem Beschwerdegegner ein hälfti ger Verfahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 1'050.-- aufzuerlegen. Zufolge Bewillig ung der unentgeltlichen Prozessführung geht der Verfahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 1'050.-- zu Lasten der Gerichtskasse. 6.3 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann ge mäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Ausgang des Verfa hrens entsprechend ist der Be- schwerdeführerin eine Parteientschädigung zuzusprechen. D er von der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin in ihrer Honorarnote vom 14. Juni 2018 geltend gemachte Aufwand von 9 Stunden à Fr. 200.-- ist nicht zu beanstanden. Zusätzl ich werden ihr für die heutige Parteiverhandlung 2 Stunden à Fr. 200.-- zugesproche n. Die aufgeführten 62 Kopien wurden mit einem Betrag von Fr. 0.50 pro Kopie berechnet und die Spesen und Auslagen demzufolge insgesamt auf Fr. 145.20 reduziert. Der Beschwerdeführer in ist demnach eine Parteientschä- digung in der Höhe von Fr. 3'850.50 (inkl. Auslagen u nd 7.7 % Mehrwertsteuer) zuzusprechen, welche je zur Hälfte, d.h. im Umfang von je Fr. 1'92 5.25, dem Beschwerdegegner und der Vor- instanz aufzuerlegen ist. 6.4 Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspf lege ist der Rechtsvertreterin des Beschwerdegegners ein Honorar zulasten der Gerichtskasse auszurichten. Die Rechtsver- treterin macht in ihrer Honorarnote vom 14. Juni 201 8 einen Aufwand von 1 Stunde à Fr. 200.-- und 13.25 Stunden à Fr. 100.-- sowie Spesen und Ausla gen in der Höhe von Fr. 166.90 gel-Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht tend, was nicht zu beanstanden ist. Ihrem Substitut wir d für die heutige Parteiverhandlung weitere 2 Stunden à Fr. 100.-- zugesprochen. Folglich i st der Rechtsvertreterin des Beschwer- degegners aus der Gerichtskasse ein Honorar in der Höhe v on Fr. 2'037.58 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) auszurichten. 7. Der Beschwerdegegner wird ausdrücklich darauf hingewi esen, dass er zur Nach- zahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung d er unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald e r dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsor ganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden die Ziff. 1 und 2 sowie Ziff. 8 bis 12 des Entscheids der Kindes- und Erwachsenenschutzbehö rde B.____ vom 9. Februar 2018 aufgehoben und die Angele genheit im Sinne der Erwägungen an die Kindes- und Erwachsenenschu tz- behörde B.____ zurückgewiesen. 2. Das Gesuch des Beschwerdegegners um unentgeltliche Prozessfüh- rung und Verbeiständung wird bewilligt. 3. Dem Beschwerdegegner wird ein Verfahrenskostenante il in der Höhe von Fr. 1'050.-- auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung geht der Ver- fahrenskostenanteil zulasten der Gerichtskasse. 4. Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigu ng in der Höhe von Fr. 3'850.50 (inkl. Auslagen und 7.7% Mehrwertsteue r) zugespro- chen, welche je zur Hälfte, d.h. im Umfang von je Fr. 1 '925.25, dem Beschwerdegegner und der Vorinstanz auferlegt wird. 5. Der Rechtsvertreterin des Beschwerdegegners wird zufol ge Bewilli- gung der unentgeltlichen Verbeiständung ein Honorar von Fr. 2'037.58 (inkl. Auslagen und 7.7% Mehrwertsteuer) aus der Gericht skasse aus- gerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.