Initiative du canton de Genève 1466 N 9 octobre 1986 Propositions de la commission - à l'unanimité avec 2 abstentions, de ne pas donner suite à l'initiative -par 17 voix contre 1, moins une abstention, d'adopter la motion ci-après: Motion de la commission. Bourses d'études. Modification de la loi fédérale Le Conseil fédéral est chargé de préparer, à l'intention des Chambres fédérales, une révision de la loi fédérale du 19 mars 1985 sur l'allocation de subventions pour les dépenses des cantons en faveur de bourses d'études. Cette révision devra notamment porter sur les points suivants: 1. Les prestations de la Confédération et des cantons et les clés de répartition seront fixées de manière à permettre d'allouer des bourses d'études convenables. 2. Les différences actuelles en matière de bourses d'études seront réduites dans toute la mesure du possible, par un aménagement approprié des conditions de subventionne- ment, s'il y a lieu. 3. Les conditions mises à l'octroi de bourses et en particulier le cercle des bénéficiaires, le droit à une bourse d'études ainsi que le domicile des boursiers prévu par la loi, devront être réglés de manière uniforme. 4. Le même système de calcul doit être appliqué à toutes les catégories d'éducation et de formation. Präsident: Wir können dieses Geschäft nur behandeln, wenn keine längere Diskussion entsteht. Es haben sich zwei Ratsmitglieder für kurze Erklärungen gemeldet. M. Carobbio: Je voudrais faire une très brève déclaration. Avant tout, je confirme que je suis d'accord de retirer mon initiative en faveur de la motion de la commission et j'ajoute, que j'approuve les quatre points que la commission a éla- borés dans sa motion. Je regrette que l'on ait laissé tomber un cinquième point concernant l'adaptation au renchérisse- ment des bourses d'études. J'espère que cette question pourra être reprise au cours de l'examen de ce problème. En conclusion, je souhaite que le Conseil fédéral puisse rapidement présenter des propositions concrètes quant à ces bourses d'études, car il y a fort longtemps que les étudiants attendent une solution à ce problème. Müller-Aargau: Einerseits habe ich dafür Verständnis, dass Herr Carobbio seine parlamentarische Initiative angesichts der angeblich fortgeschrittenen Arbeiten an der Revision des Bundesgesetzes von 1965 zurückgezogen hat. Anderer- seits entspricht der Text der Kommissionsmotion bei den Mindestbeiträgen in einem Punkt, und zwar im wichtigsten, den Intentionen des Initianten nicht. Ich weiss, dass leider der Motionstext im Rat nicht geändert werden kann. Was ich aber vermag, ist, dieser Motion einen kurzen Begleitbrief beizulegen. Im März 1984, als ich mich zur Neuverteilung der Aufgaben zwischen Bund und Kantonen äusserte, brachte ich einen Antrag ein, dass die Minimalansätze für Stipendien vom Bund festgelegt werden. Nur dann würde ich der Kantonali- sierung des Stipendienwesens zustimmen. Unter dem Motto «Wer nicht zahlt, befiehlt auch nicht» wurde mein Antrag abgelehnt und ich zum Nein gezwungen. Ich muss nun kurz auf diese Minimalansätze zurückkom- men: Wenn jetzt in der Volksabstimmung entschieden wor- den ist, dass der Bund bei den Stipendien mitverantwortlich sein soll, hat sich die Situation geändert, und man kann wirklich sagen: «Wer zahlt, befiehlt.» Daher sollte die Frage der Mindestbeiträge wieder aufgegriffen werden. Ich hänge an diesen Mindestbeiträgen - Föderalismus hin oder her-, und deshalb wollte ich der Motion diesen Avis noch beifü- gen. Bei Philipp! sehen wir uns wieder, wenn dann das Gesetz behandelt wird. Ich bitte Sie, die Motion zu unterstützen und in der Folge, im Sinne meiner Ausführungen - jeder nach seinen Möglich- keiten -, zu wirken und zu werken. Präsident: Die Kommission beantragt, der Initiative keine Folge zu geben. Ein anderer Antrag ist nicht gestellt. So beschlossen. Zur Motion hat Bundespräsident Egli das Wort. - Der Bun- desrat nimmt die Motion entgegen. Ein anderer Antrag ist aus der Mitte des Rates nicht gestellt. Die Motion wird überwiesen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 85.203 Initiative des Kantons Genf StGB. Alternativstrafen Initiative du canton de Genève Code pénal. Peines de substitution Beschluss des Ständerates vom 5. Dezember 1985 Décision du Conseil des Etats du 5 décembre 1985 Wortlaut der Initiative vom 26. Juni 1985 In seiner Sitzung vom 15. Februar 1985 hat der Grosse Rat des Kantons Genf eine Motion angenommen, die den Staatsrat auffordert, von seinem Vorschlagsrecht bei den eidgenössischen Räten Gebrauch zu machen, um die Ein- führung von Alternativstrafen ins schweizerische Strafrecht zu fördern. In dieser Hinsicht wäre es dringend nötig, die beiden sehr positiven und bewährten Institute des bedingten Strafvoll- zugs und der bedingten Entlassung zu verbessern. Vor allem sollten die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs und der bedingten Entlassung grosszügiger ausgestaltet werden (Art. 38 und 41 StGB). Texte de l'initiative du 26 juin 1985 Dans sa séance du 15 février 1985, le Grand Conseil gene- vois a adopté une motion invitant le Conseil d'Etat à faire usage de son droit d'initiative auprès des Chambres fédé- rales en vue de favoriser l'introduction de peines de substi- tution dans le système pénal suisse. A cet égard, il serait urgent d'améliorer le fonctionnement de deux institutions très positives qui ont fait leurs preuves, à savoir le sursis à l'exécution de la peine et la libération conditionnelle. En particulier, les conditions mises à l'octroi du sursis et à la libération conditionnelle mériteraient d'être assouplies (art. 38 et 41 CPS). Herr Steinegger unterbreitet im Namen der Petitions- und Gewährleistungskommission den folgenden schriftlichen Bericht: 1. Der Staatsrat des Kantons Genf reichte am 26. Juni 1985 eine Standesinitiative ein. Darin fordert er die eidgenössis- chen Räte auf, die Einführung von Alternativstrafen ins schweizerische Strafrecht zu fördern. Dabei sollen die bei- den sehr positiven und bewährten Institute des bedingten Strafvollzugs und der bedingten Entlassung verbessert wer- den und insbesondere die Voraussetzungen für ihre Gewäh- rung grosszügiger gestaltet werden (Art. 38 und 41 StGb). 2. Die Kommission prüfte die Standesinitiative am 3. Februar 1986. Sie stellte fest, dass National- und Ständerat am 21. Juni bzw. am 5. Dezember 1985 eine Motion gleichen Inhalts (85.404) überwiesen haben. Dem mit der Standesini- tiative vorgebrachten Anliegen ist somit Rechnung getragen worden. Antrag der Kommission Aus diesem Grund beantragt die Petitions- und Gewährleis-9. Oktober 1986 1467 Motion Ott tungskommission einstimmig, die Standesinitiative Genf ab- zuschreiben. Proposition de la commission Pour ce motif, la Commission des pétitions et de l'examen des constitutions cantonales propose à l'unanimité de clas- ser l'initiative du canton de Genève. Angenommen - Adopté An den Bundesrat - Au Conseil fédéral #ST# 86.201 Initiative des Kantons Bern StGB. Alternativstrafen Initiative du canton de Berne Code pénal. Peines de substitution Beschluss des Ständerates vom 25. September 1986 Décision du Conseil des Etats du 25 septembre 1986 Wortlaut der Initiative vom 18. Dezember 1985 Das eidgenössische Strafgesetzbuch ist dahingehend zu ergänzen, dass für kurze Freiheitsstrafen bis zu drei, even- tuell sechs, Monaten alternative Sanktionen neben den Frei- heitsstrafen vorgesehen werden. Texte de l'initiative du 18 décembre 1985 Pour ce qui se rapporte aux peines privatives de liberté de courte durée-jusqu'à trois mois, éventuellement six mois- lé code pénal suisse doit être complété de telle sorte que d'autres sanctions (de substitution) soient prévues, à côté des peines précitées. Herr Steinegger unterbreitet im Namen der Petitions- und Gewährleistungskommission den folgenden schriftlichen Bericht: 1.Am 18. Dezember 1985 reichte der Regierungsrat des Kantons Bern eine Standesinitiative ein. Darin fordert er die eidgenössischen Räte auf, das eidgenössische Strafgesetz- buch dahingehend zu ergänzen, dass für kurze Freiheits- strafen bis zu drei eventuell sechs Monaten alternative Sank- tionen neben den Freiheitsstrafen vorgesehen werden. 2. Die Kommission prüfte die Standesinitiative am 21. April 1986. Sie stellte fest, dass National- und Ständerat am 21. Juni bzw. am 5. Dezember 1985 eine Motion gleichen Inhalts (85.404) sowie eine Standesinitiative des Kantons Genf vom 26. Juni 1985 überwiesen haben. Dem mit der Standesinitiative vorgebrachten Anliegen ist somit Rech- nung getragen worden. Antrag der Kommission Aus diesem Grund beantragt die Petitions- und Gewährleis- tungskommission einstimmig, die Standesinitiative Bern ab- zuschreiben. Proposition de la commission Pour ce motif, la Commission des pétitions et de l'examen des constitutions cantonales propose à l'unanimité de clas- ser l'initiative du canton de Berne. • Angenommen - Adopté An den Bundesrat - Au Conseil fédéral Präsident: Wir kommen zur Behandlung der persönlichen Vorstösse gemäss der separaten Liste. #ST# 85.445 Motion Ott Natur- und Heimatschutz Protection de la nature et sauvegarde du patrimoine national Wortlaut der Motion vom 4. Juni 1985 Der schweizerische Natur- und Heimatschutz kann die ihm durch Artikel 24sexies BV und durch das Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 zugewiesene Aufgabe nicht zureichend erfüllen. Die Rechtsgrundlagen sind zwar genügend, nicht aber der Vollzug. Das zeigt sich im fortschreitenden Landschaftszer- fall, der u. a. in dem krassen Missverhältnis begründet ist, welches zwischen dem landschaftszerstörerischen Aufwand privater und öffentlicher Bautätigkeit einerseits und den geringfügigen Mitteln zum Schutz der Landschaft anderer- seits besteht. Angesichts dieses offenkundigen Vollzugsnotstandes wird der Bundesrat ersucht, Beschlüsse für geeignete Massnah- men vorzubereiten, um den Natur- und Heimatschutz des Bundes in finanzieller, personeller, konzeptioneller und organisatorischer Hinsicht zu stärken. Die zuständigen Dienststellen sollen in die Lage versetzt werden, wirksam und in völliger Unabhängigkeit von konkurrenzierenden Sachinteressen die Anliegen des Natur- und Heimatschutzes zu vertreten. Texte de la motion du 4 juin 1985 La tâche qui est confiée, par l'article 24sexies de la constitu- tion et la loi fédérale du 1er juillet 1966, à la protection delà nature et à celle du patrimoine national ne peut être accom- plie de manière satisfaisante. Sans doute, les bases légales sont-elles suffisantes, mais c'est l'application qui laisse à désirer. Cela s'extériorise notamment dans les progrès inquiétants que l'on observe dans la dégradation des pay- sages; or, c'est le hiatus flagrant entre les travaux de cons- truction publics et privés, c'est-à-dire la gravité de l'atteinte aux paysages que cela implique, d'une part, et les moyens très modestes mis en oeuvre pour protéger les sites, d'autre part, qui est à l'origine de cette situation déplorable. Compte tenu de cette inefficacité manifeste dans l'applica- tion de la loi, le Conseil fédéral est chargé de préparer des arrêtés prévoyant des mesures qui soient de nature à renfor- cer, sur le plan des moyens financiers, du personnel, de la conception et de l'organisation, la protection de la nature et celle du patrimoine national. Les services administratifs compétents doivent être mis en état de défendre efficace- ment et en toute indépendance les objectifs de la protection de la nature et du paysage, face aux intérêts matériels qui leur sont contraires. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bundi, Ruch-Zuchwil (2) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Zeit dürfte endgültig vorbei sein, wo man den Natur- und Heimatschutz noch als eine marginale Staatsaufgabe mit vorwiegend idealistischer Zielsetzung betrachten konnte. Heute wird immer deutlicher, dass hier ganz vitale gesell- schaftliche und ökonomische Interessen auf dem Spiel ste- hen. Die verbliebenen Reste der Schönheit unserer schwei- zerischen Landschaft müssen heute um jeden Preis geschützt und erhalten werden, denn sie gehören zu den wenigen «Rohstoffen», die wir besitzen und auf denen auch der Wohlstand unseres Volkes beruht. 1. Der heutige Vollzugs-Notstand beim Landschaftsschutz Heute ist die Situation gerade auf diesem Sektor alarmie- rend geworden. Der Ansturm auf noch unverdorbene Land- schaften ist ungebrochen. Die Landschaftszerstörung schreitet rasch fort. Abwehrmassnahmen sind zu schwach oder nur punktuell wirksam. Jedes Jahr gehen unersetzlicheSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Initiative des Kantons Genf StGB. Alternativstrafen Initiative du canton de Genève Code pénal. Peines de substitution In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1986 Année Anno Band III Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 85.203 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.10.1986 - 08:00 Date Data Seite 1466-1467 Page Pagina Ref. No 20 014 665 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.