Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. Januar 2014 (720 13 134) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Wiedererwägung/Revision; Anwendbarkeit der Rechtsprechung zur somatoformen Schmerzstörung und von Art. 7 ATSG sowie der Schlussbestimmungen zur 6. IV- Revision auf bestehende Renten Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Monica Armesto, Advo- katin, indemnis, Spalenberg 20, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Die 1964 geborene A.____ arbeitete vom 1. März 19 95 bis 30. Juni 1996 als Abpackerin bei der B.____. Am 3. März 1995 erlitt sie bei einem Unfall eine Femurkontusion links und ein leichtes Schädelhirn-Trauma mit Commotio cerebri. Zude m wurde der Verdacht auf eine Com- motio spinalis mit geringen sensiblen Ausfällen ab C4 links, verstärkt ab Th 10 links, geäussert. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.2 Am 12. März 1997 meldete sich A.____ unter Hinweis auf den am 3. März 1995 erlitte- nen Körperschaden bei der Eidgenössischen Invalidenversic herung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse ab. Mit Verfügung vom 5. Januar 2001 sp rach sie der Versicherten vom 1. März 1996 bis 31. Dezember 2000 eine ganze Rente zu. Mit Wi rkung ab 1. Januar 2001 wurde der Rentenanspruch bei einem IV-Grad von 53% auf eine ha lbe Rente reduziert. An diesem An- spruch hielt die IV-Stelle nach eingehender Prüfung d es Rentenanspruchs mit Mitteilung vom 21. Februar 2003 fest. A.3 Mit Schreiben vom 25. Juni 2004 ersuchte die Versich erte die IV-Stelle um Überprüfung ihres Rentenanspruchs. In der Folge holte die IV-Stelle verschiedene medizinische Berichte ein und teilte der Versicherten - nach durchgeführtem Vorbe scheidverfahren - am 13. März 2007 mit, dass sie gestützt auf einen IV-Grad von 60% mit Wirk ung am 1. Juni 2004 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe. A.4 Am 6. September 2010 leitete die IV-Stelle erne ut eine Revision des Rentenanspruchs ein, in deren Folge sie - nach Abklärung des gesundhei tlichen und erwerblichen Sachverhaltes sowie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens - mit V erfügung vom 19. März 2013 den Anspruch der Versicherten bei einem IV-Grad von 54% von einer Dreiviertelrente auf eine halbe Rente per Ende April 2013 reduzierte. Zur Begründung brachte die IV-Stelle sinngemäss vor, dass aufgrund der aktuellen Begutachtung des C.____ dav on auszugehen sei, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit dem 1. Januar 2001 nicht verschlechtert habe. Es sei deshalb festzustellen, dass die Versicherte lediglich Anspr uch auf eine halbe Rente habe. Aus diesem Grund sei die Verfügung vom 13. März 2007 fälschli cherweise ergangen, weshalb sie als zweifellos unrichtig zu bezeichnen sei und in Wiedererwägung gezogen werden müsse. B. Hiergegen richtet sich die Beschwerde, welche die Ve rsicherte, vertreten durch Advoka- tin Monica Armesto, am 6. Mai 2013 beim Kantonsgericht , Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), erhob. Sie beantragte, dass die Verfü gung vom 19. März 2013 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, ihr auch über den 1. Mai 2013 hinaus eine Dreiviertelsrente auszurichten. Weiter sei ihr die unent geltliche Prozessführung und die unent- geltliche Verbeiständung mit der Unterzeichneten zu gew ähren. Zur Begründung wurde im We- sentlichen vorgebracht, dass die Vorinstanz sich in ihrem E ntscheid auf unzureichende medizi- nische Berichte stütze. Zudem seien die Voraussetzungen fü r die wiedererwägungsweise Auf- hebung der Dreiviertelsrente nicht erfüllt. C. Mit Verfügung vom 2. Juli 2013 bewilligte das Kan tonsgericht der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Armes- to als Rechtsvertreterin. D. Zur Beschwerde liess sich die IV-Stelle am 22. Juli 20 13 vernehmen und beantragte deren Abweisung. Sie führte im Wesentlichen aus, dass die Voraussetzungen für die wiederer- wägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 13. März 2007 erfüllt seien und die Beschwerde- führerin Anspruch auf eine halbe Rente habe. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochte n werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV- Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtli- che Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu b ejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist so- mit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versich erten vom 6. Mai 2013 ist demnach einzutreten. 2. Materiell strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin über den 30. April 2013 hinaus Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat. 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gült ig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung) hat die versicherte Per- son Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindes tens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wen n sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezemb er 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung]). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, d as die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invalidität sgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG ist die Verwaltung befug t, auf formell rechtskräftige Ver- fügungen oder Einspracheentscheide zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Indem die genannte Bestimmung ausdrücklich die Verfügung und den Einspracheentscheid a ls Objekt der Wiedererwägung be- zeichnet, wird klargestellt, dass Entscheide eines Gerichts n icht in Wiedererwägung gezogen werden können (U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 53 Rz. 27). Der Wiedererwägung zugänglich sind mit anderen Worten nur Verfügungen und Einsprache- entscheide, die nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben. 4.2 Die Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 AT SG dient der Korrektur einer an- fänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrich tiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts. Sie ist jederzeit möglich (vgl. Art. 53 Abs. 3 ATSG), insbesondere auch wenn die Voraussetzungen der Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind (Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2008, 9C_342/208, E . 5.1 mit Hinweisen). Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenver fügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die im Revisionsverfahren verfügte Aufhebung der Rente mit dieser substituierten Be- gründung schützen (BGE 125 V 369 E. 2; Urteil des Bun desgerichts vom 4. Mai 2007, I 61/2007, E. 3). 5.1 Die Wiedererwägungsvoraussetzung der erheblichen Bed eutung ist vorliegend ohne weiteres erfüllt, da eine periodische Dauerleistung P rozessgegenstand bildet (vgl. BGE 119 V 440 E. 1c mit Hinweisen; SVR 2001 IV Nr. 1 S. 3 E. 5c). Zu prüfen bleibt dagegen, ob auch das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit der Rentenverfügung vom 13. März 2007 gegeben ist. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Die Frage nach der zweifellosen Unrichtigkeit als Voraussetzung für die Wiedererwä- gung ist gemäss ständiger Praxis nach der Sach- und Recht slage zu beurteilen, welche be- stand, als die ursprüngliche Rentenverfügung erging (BGE 125 V 389 E. 3 mit Hinweisen). 5.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann die wiedererwägungsweise Auf- hebung einer Invalidenrente nur bei Unvertretbarkeit d er ursprünglichen Rentenzusprache er- folgen. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Sch luss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - möglich (Urteile des Bundesgerichts vom 12. August 2010, 9C_181/2010, E. 3 und vom 14. Januar 2009, 8C_512/2008, E. 6.1 mit Hinweise n; vgl. auch BGE 125 V 392 f. E. 6a). Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit - als Schr anke für ein wiedererwägungsweises Zurückkommen auf eine formell rechtskräftige Leistungszuspr echung - ist deshalb so zu hand- haben, dass die Wiedererwägung nicht zum Instrument e iner voraussetzungslosen Neuprüfung von Dauerleistungen wird, zumal es nicht dem Sinn der Wiedererwägung entspricht, laufende Ansprüche zufolge nachträglicher besserer Einsicht der Durch führungsorgane jederzeit einer Neubeurteilung zuführen zu können. Das Erfordernis der zw eifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige Leistungszusprechu ng auf Grund falscher oder unzu- treffender Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn massge bliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Be- reich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Be urteilung in Bezug auf gewisse Schritte und Elemente (z.B. Invaliditätsbemessung, Einsch ätzungen der Arbeitsunfähigkeit, Be- weiswürdigungen, Zumutbarkeitsfragen) notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung solcher Anspruchsvoraussetzungen (einschliessl ich ihrer Teilaspekte wie etwa die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) vor dem Hinterg rund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung d arbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (Urteile des Bun desgerichts vom 12. August 2010, 9C_181/2010, E. 3 und vom 7. Mai 2007, I 907/06, E. 3.2.1, je mit Hinweisen). 6. Für die Beurteilung der Frage, ob die Verfügung vom 13. März 2007 wiedererwä- gungsweise aufzuheben ist, sind im Wesentlichen nachfolgende Berichte zu berücksichtigen: 6.1 Im Rahmen der Erstberentung stütze sich die IV-Stel le auf das Gutachten des C.___ vom 27. Januar 1999. Gestützt auf eine allgemeinmedizinische, eine orthopädische, eine neuro- logische und eine psychiatrische Untersuchung diagnostizierte n die Fachärzte eine Somatisie- rungsstörung und eine Periarthrose des linken Hüftgele nkes. Die Beschwerdeführerin sei aus rein konstitutionellen Gründen nicht in der Lage, gan ztags einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und darüber hinaus auch noch den Haushalt zu erledige n. In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 19. August 1999 führte das C.____ weiter aus, dass di e Beschwerdeführerin in der freien Wirtschaft sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch i n jeder anderen angepassten Arbeit zu 50% arbeitsfähig. Im Haushalt betrage die Arbeitsfähigkeit ebenfalls circa 50%. 6.2 Nachdem die Beschwerdeführerin am 25. Juni 2004 ei ne Verschlechterung des Ge- sundheitszustandes geltend gemacht hatte, holte die IV-St elle bei Dr. med. D.____, FMH All- gemeine Innere Medizin und Gastroenterologie, einen Bericht ein. In seinem Schreiben vom Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 22. Juli 2004 führte Dr. D.____ aus, dass er die Beschw erdeführerin seit September 2002 be- treue. Seither hätten die Abdominalschmerzen kontinui erlich zugenommen. Wegen massiven Adhäsionen habe ein chirurgischer Eingriff vorgenommen werden müssen. Durch diese starken Schmerzen sei die Lebensqualität der Beschwerdeführer in deutlich eingeschränkt und die bis- herige 50%ige Arbeitsfähigkeit müsse überdacht und eventuell erhöht werden. 6.3 Prof. Dr. med. E.____, FMH Allgemeinchirurgie u nd Traumatologie sowie Viszeralchi- rurgie, diagnostizierte am 8. Februar 2005 zuhanden D r. D.___ chronisch rezidivierende links- betonte diffuse teils kolikartige postprandiale Abdomin alschmerzen (differentialdiagnostisch: Laktoseintoleranz, andere Nahrungsmittelallergien, infe ktiöse Enterokolitis, abortive Form von Inflammatory Bowel Disease, Adhäsionen, Bauchwandhernie) bei Status nach dreimaliger Sec- tio cesarea, Zustand nach abdominaler Hysterektomie, Zu stand nach Salpingektomie rechts und nach dreimaliger laparoskopischer Adhäsiolyse. In de r Zwischenanamnese hielt Prof. Dr. E.____ fest, dass es der Beschwerdeführerin nach der ern euten laparoskopischen Adhäsiolyse anfangs Juli 2004 während sechs bis acht Wochen ordentlich gegangen sei. Danach seien die- selben Abdominalbeschwerden wie vorher aufgetreten. Di ese seien meist kolikartig, immer zehn Minuten postprandial auftretend, im linken Unter bauch/linken Mittelbauch beginnend, mit Ausstrahlung ins gesamte Abdomen und in die linke Flank e. Es bestünden drei bis fünf Stuhl- gänge pro Tag von dünner bis breiiger Konsistenz. Nach d er Defäkation trete eine Besserung des Zustandes ein. Die Beschwerdeführerin habe in den letzten zwei Wochen drei Kilo abge- nommen und bisweilen bestünde auch ein peranaler Abgan g von hellrotem Blut sowie von Schleim, ohne Stuhlbeimengung. 6.4 Am 25. Mai 2005 führte Dr. D.____ aus, dass die B eschwerdeführerin an multiplen Adhäsionen mit chronischen massiven Bauchschmerzen bei Status nach diversen Laparoto- mien und an einer rezidivierenden segmentalen Colitis leide. Sie sei als Hausfrau seit dem 17. April 2003 zu 60% arbeitsunfähig. 6.5 Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. F._ ___, FMH Allgemeine Medizin, hielt am 30. Mai 2005 zuhanden des Regionalen Ärztlichen Dien stes (RAD) fest, dass keine Ver- schlechterung des Allgemeinzustandes bestehe. Er könne abe r keine abschliessende Stellung- nahme abgeben, weil die Beschwerdeführerin ihn nur ge legentlich aufsuche. Wegen den Ab- dominalbeschwerden sei sie in Behandlung bei Dr. D.____. 6.6 Am 30. Dezember 2005 und am 25. Januar 2006 führ te Dr. D.____ zuhanden des RAD aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund einer Verschlecht erung des Gesundheitszustandes (Abdominalbeschwerden) sowohl als Packerin als auch als Hausfrau zu 60% arbeitsunfähig sei. 6.7 Der RAD kam in seiner Stellungnahme vom 27. Januar 2006 zum Schluss, dass der medizinische Sachverhalt nunmehr genügend dokumentiert worden sei und von einer Ver- schlechterung des Gesundheitszustandes mit einer Arbeitsun fähigkeit von 60% ausgegangen werden müsse. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Mit Verfügung vom 13. März 2007 erhöhte die IV-St elle gestützt auf die vorstehenden Berichte den Anspruch der Beschwerdeführerin von einer h alben Rente auf eine Dreiviertels- rente. Dieses Vorgehen kann in Übereinstimmung mit der IV-Stelle nicht geschützt werden. So ist festzustellen, dass die Ausführungen von Dr. D.____ insgesamt sehr kurz gefasst sind und ihnen eine Verschlechterung des Gesundheitszustanden ni cht mit überwiegender Wahrschein- lichkeit zu entnehmen ist. So führte er in seinen Berich ten eine segmentale Colitis und Adhäsi- onen nach mehreren Laparotomien als Ursache für die Be schwerden auf. Er verzichtete jedoch auf labormässige oder bildgebende Untersuchungen, um di ese Diagnosen zu stützen. Damit beruht seine Einschätzung einer Verschlechterung des Gesu ndheitszustandes einzig auf einer unvollständigen Beurteilung des medizinischen Sachverhalt s. Die IV-Stelle hätte deshalb unter Berücksichtigung der Ausführungen im Gutachten des C.__ __ vom 27. Januar 1999, in wel- chem adominelle Beschwerden mit psychosomatischem Hintergr und erwähnt wurden, nicht ohne weitergehende Abklärung einzuleiten von einer Ver schlechterung des Gesundheitszu- standes ausgehen dürfen. Daran ändert auch nichts, dass d er RAD mehrmals bei Dr. D.____ eine Stellungnahme zu den geltend gemachten Beschwerden einforderte. Eine kritische Bewer- tung derselben hätte ergeben, dass seine Angaben unzu reichend sind. Die Berichte von Dr. D.____ sind aber auch in Bezug auf die Zumutbarke itsbeurteilung unvollständig, entspricht doch die vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht den in der Rechtsprechung genannten Anforderungen (vgl. BGE 125 V 351). So ist keiner seiner Eingaben zu entnehmen, ob und in welchem Umfang die Beschwerdeführerin in ein er Verweistätigkeit arbeiten könnte. Dr. D.____ beschränkte sich auch in seiner letzten Eing abe vom 25. Januar 2006 einzig darauf mitzuteilen, dass die Beschwerdeführerin sowohl als Packe rin als auch als Hausfrau zu 60% arbeitsunfähig sei. Hinweise oder Angaben zu einer an gepassten Tätigkeit nannte Dr. D.____ jedoch nicht, weshalb das Abstellen auf seine Ausführun gen als zweifellos unrichtig zu be- zeichnen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 31. Januar 2 012, 8C_676/2011, E. 5.2). Damit steht aber fest, dass sich die Vorinstanz entgegen den Vor bringen der Beschwerdeführerin in ihrer Invaliditätsbemessung auf eine offensichtlich un richtige und unvollständige fachärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit stützte. 7.2 Zusammenfassend steht fest, dass die IV-Stelle die Zu sprechung einer unbefristeten Dreiviertelsrente aufgrund klar unzulänglicher Unterlag en mit Recht als zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinn aufgefasst hat. Die wi edererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 13. März 2007 ist daher nicht zu beanstanden. 8.1 Steht die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglic hen Rentenverfügung fest und ist die Berichtigung von erheblicher Bedeutung, sind in einem nächsten Schritt die Anspruchsberechti- gung und allenfalls der Umfang des Anspruchs pro futuro zu prüfen. Es ist wie bei einer materi- ellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG auf der Grundlage eines richtig und vollständig festge- stellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad bei Erlass de r streitigen Verfügung zu ermitteln, wo- raus sich die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben (Urteile des Bundesgerichts vom 14. April 2009, 9C_1014/2008, E . 3.3, und vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.3, je mit Hinweisen). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Ausgangspunkt der Beurteilung des (heutigen) Rent enanspruchs der Beschwerdefüh- rerin bildet die Frage, in welchem Ausmass diese aufgrun d ihrer gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Ar beitsunfähigkeit die durch eine Beein- trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge sundheit bedingte, volle oder teil- weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbe reich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tät igkeit in einem andern Beruf oder Auf- gabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 8.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 8.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 8.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.6 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körper- liche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundhe itsschadens und damit invali- denversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, wel- che die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Wi llens, die verbleibende Leistungsfähig- keit zu verwerten, abwenden könnte. Das Mass des Forderbar en wird dabei weitgehend objek- tiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Bee inträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu ein er Erwerbsunfähigkeit im Sinne von Art. 7 ATSG, als angenommen werden kann, die Verwe rtung der Arbeitsfähigkeit nach Art. 6 ATSG sei der versicherten Person sozial-praktisch n icht mehr zumutbar (BGE 135 V 201 E. 7.1.1, 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c). 9.1 Nach Einleitung des Revisionsverfahrens im Oktober 2010 gab die IV-Stelle zur Abklä- rung des aktuellen medizinischen Sachverhaltes beim C.____ ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 16. August 2011 erstattet wurd e. Darin hielt die Fachärzteschaft der Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Orthopädie, Neurolog ie und Psychiatrie folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest: (1) di ssoziative Störung, gemischt (= Konversi- onsstörung, differentialdiagnostisch: Somatisierungsstörun g und Münchhausen-Syndrom), his- trionisch akzentuierte Persönlichkeitszüge (differentialdia gnostisch: histrionische Persönlich- keitsstörung) und (2) degenerative Veränderungen der lu mbalen Wirbelsäule (Chondrose L5/S1). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden unter anderen chronischen Schmerzen über dem Trochanter major links, chronische, anamnestisch. z.T. blutige Unterbauchschmerzen und Durchfallepisoden unklarer Ätiologie seit mindestens 2002 (differentialdiagnostisch: ent- zündliche Darmerkrankung im Rahmen der rezidivierenden Ova rialzysten), Osteoporose des peripheren Achsenskeletts und Migräne ohne Aura genann t. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit gelangten die Gutachter in ihrer Konsensbeurteilung zum Ergebnis, dass die Versicherte auf- grund der leichten degenerativen Veränderungen am Be wegungsapparat keine körperlichen Schwerarbeiten mehr ausüben könne; alle übrigen Tätig keiten seien ihr aus somatischer Sicht zumutbar. Aus internistischer Sicht seien die geklagten Bauchbeschwerden sowie die wech- selnden Durchfälle mit Obstipation somatisch nicht obje ktivierbar und eindeutig im Rahmen der Konversionsstörungen zu verstehen. In neurologischer Hinsicht sei die Migräne deutlich von einem psychosomatischen Spannungskopfschmerz überlagert. Für die passageren Beinläh- mungen und Bewusstseinsverluste gebe es keine neurologischen Erklärungen. Die Ursache sei auch diesbezüglich eindeutig die Konversionsstörung, was a uch für die Gehörsproblematik gel- te. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine psychosomatische Grundlage für die multiplen immer wieder wechselnden geklagten Beschwerden. Darüber hinau s würden sich auch multiple psychovegetative Symptome finden lassen. Heute sei eine Akz entuierung der Symptome in dem Sinne festzustellen, als eine klare Konversionsstörun g vorliege. Es bestünden multiple pseudoneurologische Phänomene und eine sogenannten "b elle indifférence", d.h. die Be- schwerdeführerin klage ihre schweren Symptome und Beschwer de so, als ob sie von den Be- schwerden einer Drittperson spreche. Aus psychiatrischer Si cht liege eindeutig eine Abwehr gegen ein psychisches Leiden als Hintergrund einer Konve rsionsstörung vor. Hierzu passe auch die histrionische Symptomatik. In Bezug auf die Först er-Kriterien wurde ausgeführt, dass Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Beschwerdeführerin keine schwere Komorbidität zei ge und keinen ausgewiesenen sozialen Rückzug aus allen Belangen des Lebens ausweise. Es müsse aber angenommen werden, dass hintergründig ein innerseelischer Verlauf, der sich nun seit Jahren abspiele, die wahre Ursache der ebenfalls als wahrscheinlich anzunehmenden, seit Jahren bestehenden psychosomatischen Beschwerden sei. Es bestehe seitens der Versicherten eine deutliche Abwehr, sodass eine Dis- kussion der wirklichen Probleme kaum möglich sei. Von eine m unbefriedigenden Behandlungs- ergebnis könne aber nicht gesprochen werden. Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin hin führte das C.__ __ am 30. Januar 2012 aus, dass bei der Beschwerdeführerin eine psychosomatische Entwicklung im weitesten Sinne bestehe, wel- che im Rahmen der ICD-10-Klassifizierung bei Vorliegen von vorwiegend pseudoneurologi- schen Phänomen als dissoziative Störung im Sinne einer Konversionsstörung zusammenge- fasst werden könne. Man könnte diese Störung aber auch als Somatisierungsstörung eventuell auch als Münchhausensyndrom klassifizieren. Weiter wurde fe stgestellt, dass seit der Erstbe- gutachtung im Jahr 1999 keine wesentliche Veränderung in der Arbeitsfähigkeit eingetreten sei. So sei die Beschwerdeführerin weiterhin sowohl in ihre r angestammten Tätigkeit wie auch in jeder Verweisarbeit zu 50% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. 9.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 19. März 2013 bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts vollu mfänglich auf die Ergebnisse ab, zu denen die Ärzteschaft des C.____ in ihrem polydisziplinä ren Gutachten vom 16. August 2011 und ihrer Stellungnahme vom 30. Januar 2012 gelangt w aren. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung einer leidensa daptierten Tätigkeit mit einer Leis- tungseinschränkung von 50 % zumutbar sei. Diese Beurteilun g der Vorinstanz ist nicht zu be- anstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 8.5 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsver- fahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier entgegen den Ausführungen der Beschwerde- führerin keine vor. Die begutachtenden Fachärzte haben die Versicherte eingehend untersucht, sie gehen in ihrem ausführlichen Gutachten einlässlich a uf deren Beschwerden ein, sie setzen sich mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unter lagen auseinander und sie vermitteln ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand der Bes chwerdeführerin. Schliesslich er- weist sich auch die vom C.____ in der polydisziplinären Kon sensbeurteilung vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten als n achvollziehbar. Die Fachärzteschaft kam zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der d iagnostizierten dissoziativen Störung zu 50% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. 9.3.1 In Hinblick auf die psychischen Beschwerden ist jedoch auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts hinzuweisen, wonach auch die dissoziative St örung zum Geltungsbereich der zunächst nur auf die somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) bezogenen Rechtsprechung nach BGE 130 V 352 ff. gehört (vgl. Urteil des Bunde sgerichts vom 19. Juni 2013, 8C_32/2013, E. 2 mit Hinweis auf SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149). Nac h erwähnter Rechtsprechung vermögen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht anhaltende somatoforme Schmerzstörungen nur dann - ausn ahmsweise - eine Invalidität im Rechtssinne zu begründen, wenn sie von einer psychischen Komor bidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer begleitet sind und/oder zusätzliche Beeinträchtigun- gen/Umstände gegeben sind, welche eine adäquate Schmerzbewältigung objektiv konstant und intensiv behindern. Zu letzteren Faktoren gehören recht sprechungsgemäss namentlich: chroni- sche körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, ch ronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, t herapeutisch nicht mehr beeinflussba- rer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psych isch aber entlastenden Konfliktbe- wältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit") und das Scheitern einer kon- sequent durchgeführten ambulanten oder stationären Beh andlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der ve rsicherten Person (BGE 131V 49 E. 1.2). 9.3.2 Gestützt auf die Ausführungen im Gutachten des C.____ ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin keine Komorbidität aufweist, n achdem als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine dissoziative Störung, g emischt (= Konversionsstörung), welche für sich alleine eben keine Invalidität zu begründen vermag, und eine degenerative Veränderungen der lumbalen Wirbelsäule (Chondrose L5/S1) genannt w urden. Als zusätzliche Beeinträchti- gung, welche eine adäquate Schmerzbewältigung objektiv konstant und intensiv behindert, nannte das C.____ jedoch den verfestigten, therapeutisch nicht mehr beeinflussbaren innersee- lischen Verlauf, der sich nun seit Jahren abspiele und d er als wahre Ursache der ebenfalls seit Jahren bestehenden psychosomatischen Beschwerden vorhanden sei. Dieses Kriterium scheint bei der Beschwerdeführerin derart dominant zu sein, d ass eine komplette willentliche Schmerz- überwindung grundsätzlich nicht möglich ist, weshalb die vom C.____ vorgenommene Ein- schätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit letztlich nicht zu beanstanden ist. An diesem Ergeb- nis ist auch aufgrund nachfolgender Ausführungen festzuhalten: 9.4.1 In BGE 135 V 215 hat es das Bundesgericht abgele hnt, die Schmerzrechtsprechung nach BGE 130 V 352 (vgl. vorstehend E. 9.3.1) auf bestehende Renten auszudehnen. Es hielt fest, dass dieses Urteil keinen hinreichenden Anlass bilde , um unter dem Titel der Anpassung an eine geänderte Gerichtspraxis auf Renten zurückzukommen , welche zu einem früheren Zeitpunkt mittels formell rechtskräftiger Verfügung zugesprochen worden seien. Weiter wurde in Erwägung 7 von BGE 135 V 215 erkannt, dass auch der mi t der 5. IV-Revision per 1. Januar 2008 in das Gesetz aufgenommene Art. 7 Abs. 2 ATSG, wo nach eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliege, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindba r sei, keinen Rückkommenstitel für be- stehende Renten bilde. Diese Aussage wurde im kürzlich er gangenen und zur Publikation vor- gesehenen Urteil des Bundesgerichts vom 31. Oktober 2013, 8C_972/2012, E. 5.6 ff., bestätigt. Zwar führte das Bundesgericht darin aus, dass mit der Präzisierung von Art. 7 ATSG die Recht- sprechungsentwicklung sowohl zur Frage der Zumutbarkeit bzw . Überwindbarkeit von gesund- heitlichen Beeinträchtigungen als auch zu deren Objekti vierbarkeit durch den Gesetzgeber be- stätigt worden sei (vgl. auch KIESER , a.a.O., N. 31 ff. zu Art. 7 ATSG). Diese Bestätigu ng bezie- he sich allerdings nur auf Neuanmeldungen und nicht au f bestehende Renten, weshalb auch sie vorliegend keine Anwendung findet. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.4.2.1 Schliesslich bleibt zu prüfen, ob das für Fälle wie den vorliegenden, in welchen eine Aufhebung der Rente weder nach der Rechtsprechung zur s omatoformen Schmerzstörung noch nach Art. 7 ATSG möglich ist, neu geschaffene gesetzl iche Fundament in Form von lit. a Abs. 1 Schlussbestimmungen (SchlB) IVG, in Kraft seit 1. Januar 2012, an diesem Ergebnis etwas zu ändern vermag. Gemäss lit. a Abs. 1 SchlB werde n Renten, die bei pathogenetisch- ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundla- ge (sog. PÄUSBONOG; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juli 2013, 8C_1014/2012, E. 7.2.1; vgl. auch A LEXANDRA RUMO -JUNGO /H OLZER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozial- versicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung , 4. Aufl. 2012, S. 132) gespro- chen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttrete n dieser Änderung überprüft. Abs. 4 der SchlB präzisiert, dass Abs. 1 keine Anwendung findet auf Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahre n eine Rente der Invalidenversicherung be- ziehen. Massgeblicher Anknüpfungspunkt für den Tatbestand, wonach Abs. 1 der Norm nicht für Personen gilt, die seit mehr als 15 Jahren eine Re nte der Invalidenversicherung beziehen, ist der Beginn des Rentenanspruchs (vgl. BGE 139 V 442 ff. E. 4.3). 9.4.2.2 Vorliegend sprach die Beschwerdegegnerin der V ersicherten mit Verfügung vom 5. Januar 2001 eine ganze Rente mit Wirkung ab 1. März 1996 und ab 1. Januar 2001 eine hal- be Rente zu. Die Beschwerdeführerin hat demnach bereit s seit mehr als 15 Jahren Anspruch auf die Rente. Aus diesem Grund kommen die SchlB vorliegend ebenfalls nicht zur Anwendung. 9.5 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), ist de r Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimme n. Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 19. März 2013 zur Ermittlung des Invalidi tätsgrades den erforderlichen Ein- kommensvergleich vorgenommen, wobei sie - wie vorstehend a usführlich dargelegt - zurecht davon ausging, dass die Beschwerdeführerin in einer lei densadaptierten Tätigkeit zu 50% ar- beitsfähig sei. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstellung von Validen- und zumutbarem Inva- lideneinkommen einen Invaliditätsgrad von 54 % ermit telt, woraus ein Anspruch auf eine halbe Rente resultiert. Die konkrete Berechnung, die von de r Versicherten in der vorliegenden Be- schwerde nicht beanstandet wurde, erweist sich als rechten s, weshalb diesbezüglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Ve rfügung vom 19. März 2013 verwiesen werden kann. 10. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass die IV-Stelle in der an- gefochtenen Verfügung vom 19. März 2013 zu Recht die der Beschwerdeführerin bisher ausge- richtete Dreiviertelsrente wiedererwägungsweise aufgeho ben und gleichzeitig der Versicherten für die Zukunft eine halbe Rente zugesprochen hat. Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach in allen Punkten als rechtens, weshalb die dage gen erhobene Beschwerde als unbe- gründet abgewiesen werden muss. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen si nd. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 2. Juli 2013 die unentgel tliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 11.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 2. Juli 2013 die unentgeltliche Verbei- ständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden i st, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarif ordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 180.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin der Beschw erdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 13. August 2013 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 7 Stunden und 10 Minuten (inkl. Nachbesprechung mit Klientin, welche zu entschädigen ist; vgl. dazu: Urteil des Kantonsgerichts [KGSV] vom 31. Januar 2013, 720 11 192) sowie Auslagen von Fr. 73.-- geltend gemacht. Dieser Aufwand erweist sich umfangmässi g in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘472.05 (7 Stunden und 10 Minut en à Fr. 180.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 73.-- + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wird der Rechts- vertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘472.05 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichts- kasse bezahlt. http://www.bl.ch/kantonsgericht