<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">440</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft3"><b>89</b></span> <span class="ft3"><b>Formelle Enteignung; Einigungsverhandlung / Überweisung unerledigter</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Einwendungen gegen die Enteignung an sich zum Entscheid an den Re-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>gierungsrat (§§ 153 f. BauG) (Bestätigung der Rechtsprechung)</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Ist eine Enteignung offensichtlich zulässig, würde eine Überweisung an</b></span><br/> <span class="ft3"><b>den Regierungsrat einen formalen Leerlauf darstellen. Das Gericht be-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>hält sich vor, die Richtigkeit des Eingriffs in diesem Ausnahmefall selbst</b></span><br/> <span class="ft3"><b>zu erkennen.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abteilung Kausalabga-</span><br/> <span class="ft4">ben und Enteignungen, vom 11. Dezember 2013 in Sachen Kanton Aargau ge-</span><br/> <span class="ft4">gen M.+D.B. (4-EV.2012.14).</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen</span> <span class="page_no">441</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">3.5.</span><br/> <span class="ft1">Zusammenfassend scheitert der Widerstand gegen die Enteig-</span><br/> <span class="ft1">nung an sich am unstrittig vorhandenen Titel, der sich auch in der</span><br/> <span class="ft1">Nachkontrolle als richtig erwiesen hat. Alle Einwendungen hätten</span><br/> <span class="ft1">gegen das Lärmsanierungsprojekt vorgetragen werden können bzw.</span><br/> <span class="ft1">müssen. Prozessual sind die Vorbringen daher unzulässig, wie schon</span><br/> <span class="ft1">das Gesetz sagt (§ 152 Abs. 1 lit. a BauG). Es fragt sich, ob das Ver-</span><br/> <span class="ft1">fahren unter den gegebenen Umständen der Form halber noch - wie</span><br/> <span class="ft1">gesetzlich (§ 154 Abs. 1 BauG) eigentlich ebenfalls vorgeschrieben -</span><br/> <span class="ft1">an den Regierungsrat überwiesen werden soll.</span><br/> <span class="ft1">Das SKE hat indessen die Verpflichtung, eine Einigungsver-</span><br/> <span class="ft1">handlung auch über Einwendungen gegen die Enteignung durchzu-</span><br/> <span class="ft1">führen (§ 153 BauG), stets als Kompetenz verstanden, die betreffen-</span><br/> <span class="ft1">den Begehren mit aller Zurückhaltung einer rechtlichen "Grundprü-</span><br/> <span class="ft1">fung" zu unterziehen und ein klares Ergebnis in einem Entscheid</span><br/> <span class="ft1">festzuhalten (AGVE 1996 S. 447, mit Hinweis; unpublizierter SKEE</span><br/> <span class="ft1">EV.2003.50022 / EV.2003.50024 vom 22. Juni 2004).</span><br/> <span class="ft1">Bei vorliegendem Enteignungstitel sind zwei der drei von</span><br/> <span class="ft1">Art. 26 BV vorgegebenen Voraussetzungen für Eigentumseingriffe</span><br/> <span class="ft1">(gesetzliche Grundlage, öffentliches Interesse und Verhältnismässig-</span><br/> <span class="ft1">keit) ohne weiteres erfüllt. Die gesetzliche Grundlage ergibt sich aus</span><br/> <span class="ft1">dem BauG, das öffentliche Interesse aus dem Enteignungstitel. Offen</span><br/> <span class="ft1">bleibt die Verhältnismässigkeit. Hier wird aber nicht einmal von den</span><br/> <span class="ft1">Gesuchsgegnern behauptet, dass die notwendige Bereinigung der</span><br/> <span class="ft1">Rechtslage ohne Eingriff oder auch nur mit einem milderen Eingriff</span><br/> <span class="ft1">zu erreichen wäre.</span><br/> <span class="ft1">3.6.</span><br/> <span class="ft1">Es ist somit festzuhalten, dass die Gesuchsgegner mit ihren Ein-</span><br/> <span class="ft1">wendungen gegen die Enteignung nicht durchdringen. Die Enteig-</span><br/> <span class="ft1">nung an sich ist somit rechtmässig und zulässig.</span><br/></div> </div> </body> </html>