Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 28. Oktober 2016 (810 16 276) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Ausstandsbegehren gegen Entscheidträger der KESB Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, G erichtsschreiber Stefan Suter Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Daniel Bitterli , Rechts - anwalt gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegner Betreff Ausstandsbegehren (Zwischenverfügung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 9. September 2016) A. D.____ und A.____ sind die nicht miteinander ver heirateten Eltern von E.____ (geb. 2006). Die Elternbeziehung ist seit Jahren konfliktbeladen. Seit einem Entscheid des damaligen Kantonalen Vormundschaftsamtes aus dem Jahr 2011 st eht das Kind unter der alleinigen elter- lichen Sorge der inzwischen mit einem anderen Mann verheirateten Mutter. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 8. Januar 2015 ersuchte der Kindsvater die Kinde s- und Erwachsenenschutzbe- hörde B.____ um Zusprechung der gemeinsamen elterli chen Sorge. Die Behörde entsprach dem Begehren mit Entscheid vom 18. Mai 2016. Das gleich zeitig geführte Verfahren betreffend Besuchsrecht blieb weiterhin hängig. Gegen die Erteilu ng der gemeinsamen elterlichen Sorge erhob A.____ mit Eingabe vom 20. Juni 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht (Verfahren Nr. 810 16 177 ). In der Beschwerdebegründung rügte sie zahlreiche Verfahrensfehler, insbesondere Verl etzungen ihres Anspruchs auf rechtli- ches Gehör. So habe die KESB offenbar ohne ihren Einb ezug mehrfach informelle Gespräche mit dem Kindsvater geführt. Ein solches Vorgehen verstosse gegen ihren Anspruch auf unab- hängige und unparteiische Beurteilung durch die Behör de. Sollte die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen werden, so habe der Präsi dent der KESB in den Ausstand zu treten (Ziffer 10 der Beschwerdebegründung). C. Diese Ausführungen in der Beschwerdeschrift vom 20. J uni 2016 nahm die KESB zum Anlass, um die Parteien mit Verfügung vom 12. Juli 201 6 zur Mitteilung allfälliger begründeter Ausstandsbegehren einzuladen. In der Folge verlangte A .____ am 19. August 2016 den Aus- stand von C.____, dem Präsidenten der Kindes- und Erwach senenschutzbehörde B.____. Mit Zwischenverfügung vom 9. September 2016 wies die KESB das Ausstandsbegehren ab, soweit darauf eingetreten wurde. Die Vernehmlassung der KESB vom 4. August 2016 im kantonsge- richtlichen Verfahren Nr. 810 16 177 wurde zum integra len Bestandteil der Verfügung erklärt. Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. D. Gegen die Zwischenverfügung der KESB vom 9. Septe mber 2016 hat A.____, vertre- ten durch Daniel Bitterli, Rechtsanwalt und Notar, m it Eingabe vom 19. September 2016 Be- schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), erhoben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Präsident der KESB habe hinsichtlich des Verfahrens in Sachen E.____ in den Ausstand zu treten. Eventuali- ter sei festzustellen, dass die Verfügung der KESB vollu mfänglich nichtig sei. Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dies alles habe unter Kos- ten- und Entschädigungsfolge zu geschehen. E. Das Kantonsgericht hat die Akten des kantonsgerichtliche n Verfahrens Nr. 810 16 177 und die vorinstanzlichen Akten beigezogen. Die Vorinstanz und der Beschwerdegegner haben auf die Einreichung einer Vernehmlassung verzichtet. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1. Angefochten ist vorliegend ein Entscheid über ein Au sstandsbegehren und damit ein selbständig eröffneter Zwischenentscheid. Gemäss § 43 Abs. 2 bis lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können Zwi- schenverfügungen betreffend den Ausstand selbständig mit der verwaltungsgerichtlichen Be- schwerde angefochten werden. Voraussetzung ist, dass das Ka ntonsgericht in der Hauptsache zuständig ist. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10. Dezember 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gege n (End-)Entscheide einer Kindes- schutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kanto- nalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Ab- teilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständi g, weshalb auch der vorliegende Zwi- schenentscheid der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde unterliegt. Über Beschwerden gegen Zwischenverfügungen entscheidet die präsidierende Person (§ 1 Abs. 3 lit. f VPO). Bei der bun- desrechtlich nicht geregelten Anfechtung von Zwischenverfü gungen richtet sich das Verfahren nach den Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessr echts (Art. 450f ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB; vgl. Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änder ung des Schweizerischen Zivilge- setzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesr echt], BBl 2006 7001, S. 7084). Die Beschwerdeführerin ist durch den angefochtenen Entsc heid berührt und hat ein schutzwür- diges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Besch werde legitimiert ist (§ 47 Abs. 1 lit. a VPO). Die Beschwerdefrist von 10 Tagen (§ 48 VPO) ist eingehalten, auf die - im Weiteren formgerecht (§ 5 VPO) erhobene - Beschwerde kann eingetreten werden. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht dagegen - abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen - untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3.1 Die Beschwerdeführerin rügt in formeller Hinsicht eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör und beantragt die Feststellung der Nichtigkeit, zumindest aber die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Zur Begründung bringt si e vor, die Vorinstanz sei ihrer Begrün- dungspflicht nicht nachgekommen, indem sie gemäss Wortla ut des Entscheiddispositivs das Ausstandsbegehren abweise, soweit sie überhaupt darauf eintrete, ohne dass aus der Begrün- dung hervorgehe, inwiefern sie auf das Begehren eintre te oder dieses abweise. Auch in der Sache genüge die Entscheidbegründung den Anforderung en an die Begründungsdichte nicht, insbesondere sei es unzulässig, zur Begründung pauschal auf Beilagen oder andere Aktenstü- cke zu verweisen. Die von der Vorinstanz auch für komplexe Sa chverhalte verwendete Technik des "in Erwägung dass..., dass ..."-Satzes erschwere zudem das Verständnis und damit die Anfechtung ihres Entscheids in unzulässiger Weise. Die Vorin stanz habe es ebenso unterlas- sen, sich in genügendem Masse mit ihren vorgebrachten Argumenten auseinanderzusetzen. 3.2 Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verankerte Anspruch der Partei en auf rechtliches Gehör gewährleistet dem Einzelnen allgemein eine effektive Mitwirkung im V erfahren zum Erlass von Entscheidun- gen, die in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreife n (GEROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur schweizerischen Bu ndesverfassung, 3. Aufl., Zürich 2014, Rz. 42 zu Art. 29 BV). Als Teilgehalte des rechtlichen G ehörs zählen in der Rechtsprechung und Lehre die Ansprüche auf vorgängige Äusserung und A nhörung, der Anspruch auf Berück- sichtigung der Vorbringen, der Anspruch auf Teilnahme am Beweisverfahren unter Einschluss des Rechts, Beweisanträge zu stellen, das Recht auf Aktene insicht und das Recht auf einen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht begründeten Entscheid (vgl. J ÖRG PAUL MÜLLER /MARKUS SCHEFER , Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 860 ff.; M ICHELE ALBERTINI , Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des moder nen Staates, Bern 2000, S. 202 ff.; BGE 141 V 557 E. 3.1; BGE 135 II 286 E. 5.1; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 24. Februar 20 16 [810 15 369] E. 5.1). Mit dem Anspruch auf effektive Mitwirkung korrespondiert, dass die Behörde die Vorbringen der Beteilig- ten tatsächlich hört, prüft und berücksichtigt sowie ihre n Entscheid vor diesem Hintergrund be- gründet. Darzulegen sind der zugrunde gelegte Sachverha lt und die rechtliche Würdigung, d.h. die Überlegungen, von denen sich die Behörde hat leite n lassen und auf die sich ihr Entscheid gestützt hat. Die Begründung eines Entscheids muss so abgef asst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Die s ist nur möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite d er Entscheidung ein Bild machen können (vgl. A LBERTINI , a.a.O., S. 403; U LRICH HÄFELIN /GEORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allge- meines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 107 0 ff.; BGE 138 IV 81 E. 2.2; BGE 136 I 229 E. 5.2; Urteil des BGer 5A_401/2015 vom 7. Septe mber 2015 E. 3.1). In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie sich in ihrem Entscheid stü tzt (BGE 134 I 83 E. 4.1). Es stellt keine Verletzung der Begründungspflicht dar, wenn sich die Entscheidbehörde auf die für den Ent- scheid wesentlichen Argumente beschränkt (R ENÉ RHINOW /HEINRICH KOLLER /CHRISTINA KISS / DANIELA THURNHERR /DENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, Rz. 345; KGE VV vom 24. Februar 2016 [810 15 369] E. 5.2). 3.3 Ist ein Entscheid in Verletzung des Gehörsanspruchs erg angen, ist dieser verfahrens- fehlerhaft. Eine derartige Verfügung ist im Allgemeinen anfechtbar. Sie wird auf Beschwerde hin von der zuständigen Rechtsmittelbehörde aufgehoben. Vo n der Anfechtbarkeit zu unterschei- den ist die Nichtigkeit einer Verfügung. Nichtigen Verf ügungen geht von Anfang an jede Ver- bindlichkeit und Rechtswirksamkeit ab. Nach Rechtsprechu ng und Lehre ist eine Verfügung nichtig, wenn der ihr anhaftende Mangel besonders schwer und offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und zudem die Rechtssicherheit dadur ch nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nichtigkeitsgrund fallen hauptsächlich funktionelle und sachliche Unzuständigkeit einer Behörde sowie schwerwiegende Verfahrensfehler in Betracht. Bei Verfahrensfehlern ist die Praxis jedoch äusserst zurückhaltend (BGE 139 II 243 E. 11.2; BGE 132 II 21 E. 3.1; H ÄFELIN /MÜLLER / UHLMANN , a.a.O., Rz. 1098 ff.; R HINOW /KOLLER /KISS /THURNHERR /BRÜHL -MOSER , a.a.O. Rz. 274). Selbst gravierende Verletzungen des Anspruchs auf rechtliches Gehör - wie etwa eine gänzlich fehlende Begründung - ziehen nicht ohne Weite res die Nichtigkeit des Entscheides nach sich. Verfahrensmängel, die in Gehörsverletzungen liegen, sind an sich heilbar und führen in der Regel nur zur Anfechtbarkeit des fehlerhaften Entscheids. Nur in Extremfällen, etwa wenn der Betroffene von einer Entscheidung mangels Eröffnun g gar nichts weiss bzw. wenn er gar keine Gelegenheit erhalten hat, an einem gegen ihn l aufenden Verfahren teilzunehmen, ist Nichtigkeit anzunehmen. Auch die Häufung von für sich all ein betrachtet weniger gewichtigen Verfahrensfehlern setzt keinen Nichtigkeitsgrund, sondern kann allenfalls dazu führen, dass das Verfahren insgesamt als derart mangelhaft bezeichnet werden muss, dass eine Heilung im Rechtsmittelverfahren ausgeschlossen ist (H ÄFELIN /MÜLLER /UHLMANN , a.a.O., Rz. 1116; ALBERTINI , a.a.O., S. 450 ff.; BGE 129 I 361 E. 2.1; BGE 124 V 180 E. 4b; Urteil des BGer Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5A_737/2014 vom 26. Mai 2015 E. 4.1). Selbst wenn vo rliegend davon ausgegangen würde, dass sämtliche Verfahrensrügen der Beschwerdeführerin be rechtigt wären, handelte es sich - auch bei einer Gesamtbetrachtung - nicht um der art schwerwiegende Mängel, dass die Feststellung der Nichtigkeit in Betracht zu ziehen wäre. Es ist somit nachfolgend zu prüfen, ob der angefochtene Entscheid rechtswidrig ist. 3.4 Es trifft zu, dass aus der Entscheidbegründung nicht he rvorgeht, auf welchen Teil des Ausstandsbegehrens eingetreten wurde und welcher Teil abgewiesen wurde, und inwiefern die Eintretensvoraussetzungen nicht erfüllt sein sollten. M öglicherweise handelt es sich auch um einen Nichteintretensentscheid als Hauptstandpunkt mit dem Sachentscheid als Eventualstand- punkt, was grundsätzlich prozessual zulässig wäre (vgl. R HINOW /KOLLER /KISS /THURNHERR / BRÜHL -MOSER , a.a.O., Rz. 948). Unklar bleibt auch, welche Rechtsw irkungen die Vorinstanz erzeugen wollte, indem sie in Dispositiv-Ziffer 2 der an gefochtenen Zwischenverfügung ihre Vernehmlassung vom 4. August 2016 an das Kantonsgericht ausdrücklich zum integralen Be- standteil der Verfügung erklärte. Es ist allerdings nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführerin aus diesem vorinstanzlichen Vorgehen Nachteile erwachsen wären, denn sie erfährt aus der Begründung, dass die Vorinstanz ihr Begehren für verwir kt und in der Sache unbegründet hält, weshalb sie ihm nicht entspricht. Dem Einwand der Beschwer deführerin, der vorinstanzliche Verweis auf die Akten und die Vernehmlassung vom 4. Aug ust 2016 sei grundsätzlich unzuläs- sig und verletze die Begründungspflicht, kann des Weiter en nicht gefolgt werden. Auch wenn eine Behörde zur Begründung auf konkrete Aktenstücke und dort enthaltene Ausführungen verweist, erfüllt sie ihre Begründungspflicht (vgl. BGE 140 II 262 E. 6.2; BGE 136 I 229 E. 5.2). Die Beschwerdeführerin weist grundsätzlich zutreffend da rauf hin, dass die besagte Vernehm- lassung vom Beschwerdegegner unterzeichnet worden war und dass die vom Ausstandsbegeh- ren betroffene Person nicht beim Entscheid über den eig enen Ausstand oder dessen Begrün- dung mitwirken kann. Es ist dem Spruchkörper der Vorinstanz allerdings nicht verwehrt, sich die Rechtsauffassung des Beschwerdegegners zu eigen zu machen. Die Beschwerdeführerin mo- niert weiter eine durch die verwendete Begründungstech nik hervorgerufene ungenügende Ver- ständlichkeit der Begründung. Die Begründung ist in de r Tat in einem einzigen Satz abgefasst, der sich über mehrere Seiten hinzieht. Die Technik des " in der Erwägung dass..., dass ..."- Satzes ist insbesondere bei umfangreichen Sachentscheiden wenig leserfreundlich und für Laien wie für Juristen schwer verständlich. Im vorliegend en Fall hält sich die Komplexität des Sachverhalts und der zu beurteilenden Rechtsfrage in G renzen, weshalb - entgegen dem Da- fürhalten der Beschwerdeführerin - keine erhöhten Anforderungen an die Begründungsdichte zu stellen sind. Die verwendete Begründungstechnik erschwert zwar die Lesbarkeit des Ent- scheids, verstösst vorliegend jedoch nicht gegen die Begrün dungspflicht, zumal durch den Ver- weis auf die Vernehmlassung vom 4. August 2016 zumindest ein Teil der Begründung in Haupt- sätzen abgefasst ist. Das rechtliche Gehör verlangt im Übrigen nicht, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück- lich widerlegt. Die Beschwerdeführerin überspannt den Inhalt des grundrechtlichen Anspruchs, wenn sie von der Vorinstanz verlangt, dass sämtliche von ihr behaupteten Verfahrensfehler des Beschwerdegegners im Ausstandsverfahren einlässlich zu prüfen und die rechtliche Beurteilung mit einer entsprechenden vertieften Begründung zu ve rsehen sei. Solche Rügen sind im Rechtsmittelverfahren zu erheben und dort zu prüfen (vgl. unten E. 6.1 mit Hinweisen). Die Be- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gründung des Ausstandsentscheids kann sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Aus der Begründung der angefochtenen Verfü gung geht im vorliegenden Fall mit genügender Klarheit hervor, dass die Vorinstanz die Au ffassung der Beschwerdeführerin, wo- nach dem Beschwerdegegner zahlreiche Fehler in der V erfahrensführung vorzuwerfen seien, nicht teilt. Die Beschwerdeführerin wurde durch die im Entscheid enthaltene Begründung und den Verweis auf die Vernehmlassung in die Lage versetzt, sich über die Tragweite des Ent- scheids Rechenschaft zu geben und ihn in voller Kenntnis d er Sache weiterzuziehen, wie auch die vorliegende Beschwerdeeingabe vom 19. September 2016 zeigt. Ob die Begründung über- zeugt bzw. inhaltlich standhält, bildet keine Frage des rechtlichen Gehörs (A LBERTINI , a.a.O., S. 405). Die Rüge der Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV ist deshalb unbegründet. 4. In der Sache beanstandet die Beschwerdeführerin e ine Verletzung der Ausstandsvor- schriften. 4.1 Die bundesrechtlichen Bestimmungen über das Verfah ren vor der Kindes- und Er- wachsenenschutzbehörde (Art. 443 ff. ZGB) regeln den A usstand von Behördenmitgliedern nicht (Urteil des BGer 5A_462/2016 vom 1. September 2 016 E. 2.1; Urteil des BGer 5A_254/2014 vom 2. September 2014 E. 2.1). Sinngemä ss anwendbar sind deshalb die Best- immungen der Zivilprozessordnung, soweit die Kantone ni chts anderes bestimmen (Art. 450f ZGB). Der Kanton Basel-Landschaft regelt das Verfahren vor den Kindes- und Erwachsenen- schutzbehörden in den §§ 67 ff. EG ZGB. Gemäss § 69 Abs. 4 EG ZGB sind subsidiär die Best- immungen des kantonalen Verwaltungsverfahrensrechts anwe ndbar. Der Ausstand bestimmt sich folglich nach § 8 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Ba sel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988. 4.2 Wer eine Verfügung zu treffen oder diese vorzubere iten hat, tritt gemäss § 8 Abs. 1 VwVG BL in den Ausstand, wenn er in der Sache ein per sönliches Interesse hat (lit. a), mit ei- ner Partei in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis zum 3. Grade verwandt oder verschwägert oder durch Ehe, Verlobung, eingetragene Partnerschaft oder faktische Lebensgemeinschaft verbunden ist, wobei die Auflösung der Gemeinschaft d en Ausstandsgrund nicht aufhebt (lit. b), Vertreter einer Partei ist oder für eine Partei in der gleichen Sache tätig war (lit. c) oder wenn er aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnte ( lit. d). § 8 VwVG BL und besonders die zuletzt genannte Generalklausel (§ 8 Abs. lit. d VwV G BL) stellen eine Konkretisierung des Anspruchs auf einen Entscheid durch eine unbefangene Ver waltungsbehörde nach Art 29 Abs. 1 BV dar (vgl. A LFRED KÖLZ /ISABELLE HÄNER /MARTIN BERTSCHI , Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 425; BGE 132 II 485 E. 4.2). 4.3 Der Anspruch auf eine unbefangene Behörde ist d er Garantie des gesetzmässigen, unabhängigen, unparteiischen und unvoreingenommenen G erichts nach Art. 30 Abs. 1 BV nachgebildet, wobei die Bestimmung im Verwaltungsver fahren keine direkte Anwendung findet und die Rechtsprechung zur richterlichen Unabhängigkeit nicht in jedem Fall unbesehen über- tragen werden kann (B ENJAMIN SCHINDLER , Die Befangenheit der Verwaltung, Zürich 2002, S. 65 ff.; BGE 125 I 209 E. 8). Indessen gewährleiste t auch Art. 29 Abs. 1 BV die vorliegend angerufene korrekte Besetzung der Entscheidbehörde; das G ebot der Unbefangenheit bildet Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen Teilgehalt des Anspruchs auf gleiche und gerech te Behandlung (vgl. BGE 140 I 326 E. 5.2; BGE 137 I 340 E. 2.2). Der Anspruch auf Unpar teilichkeit der Verwaltungsbehörde be- deutet, dass kein befangenes Behördenmitglied am Entsche id mitwirken darf (Urteil des BGer 2C_308/2015 vom 7. Juli 2015 E. 2.2; Urteil des BGer 1 C_388/2009 vom 17. Februar 2010 E. 4.1). In Analogie zu Art. 30 Abs. 1 BV verpflicht et Art. 29 Abs. 1 BV eine Amtsperson zum Ausstand, wenn Umstände vorliegen, die nach objektiven Ge sichtspunkten geeignet sind, den Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen, wenn also Umstände bestehen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Behördenvertre- ters zu erwecken (vgl. BGE 139 I 121 E. 5.1; BGE 138 I 1 E. 2.2; BGE 137 I 227 E. 2.1). Bei Ausstandsbegehren gegen Verwaltungsbehörden ist den je weiligen konkreten Verhältnissen, etwa der besonderen Verantwortung zur Erfüllung best immter öffentlicher Aufgaben, Rechnung zu tragen (BGE 140 I 326 E. 5.2; BGE 125 I 209 E. 8a ). Im Interesse einer beförderlichen Rechtspflege sind Ablehnungs- und Ausstandsbegehren ge gen nicht richterliche Justizperso- nen bzw. gegen Personen, die an einem Verwaltungsentsc heid in irgendeiner Form beratend oder instruierend mitwirken, nicht leichthin gutzuheisse n (BGE 137 II 431 E. 5.2; Urteil des BGer 1B_22/2007 vom 29. Mai 2007 E. 3.3; KÖLZ /HÄNER /BERTSCHI , a.a.O., Rz. 429). 5. Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, die Vorinstanz h abe ihren Anspruch auf eine unparteiische und unbefangene Behörde zu Unrecht für verwirkt erachtet. 5.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss der Ablehnungs- bzw. Aus- standsgrund sofort geltend gemacht werden, wenn der Bet roffene davon Kenntnis hat; wer sich trotzdem stillschweigend auf das Verfahren einlässt, verzich tet auf die Geltendmachung seiner Rechte. Das verspätete Geltendmachen von Ausstandsgründen verstösst nach der Praxis ge- gen den für Private wie Behörden geltenden Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) und führt zu einer Verwirkung des Anspruchs (vgl. BG E 140 I 207 E. 3.3; BGE 136 I 207 E. 3.4; SCHINDLER , a.a.O., S. 207 ff.). 5.2 Die Vorinstanz erwog hierzu, die Beschwerdeführerin habe in der Beschwerdeeingabe an das Kantonsgericht vom 20. Juni 2016 ausgeführt, der Beschwerdegegner sei befangen. Sie habe jedoch keinen entsprechenden Antrag auf Ausstand ges tellt. Vielmehr habe sie ihr Aus- standsbegehren erst knapp zwei Monate später eingereicht, weshalb ihr Gesuch nach der Rechtsprechung bereits infolge Verwirkung abzuweisen sei. 5.3 Dieser Auffassung kann unter den vorliegenden konkrete n Umständen nicht gefolgt werden. 5.3.1 Vor der Vorinstanz werden resp. wurden zwei Verfa hren mit den selben beteiligten Personen geführt: Eines hatte die Erteilung der gemei nsamen elterlichen Sorge zum Gegen- stand, das andere die Regelung des Besuchsrechts. Aus dem a ngefochtenen Entscheid geht nicht hervor, für welches dieser beiden Verfahren der Ausstand geprüft wurde. In der Verfügung vom 12. Juli 2016 führte die Vorinstanz aus, die Ausführ ungen in der Beschwerdeschrift an das Kantonsgericht vom 20. Juni 2016 liessen darauf schliessen , dass der Präsident der KESB nach Meinung der Beschwerdeführerin im Verfahren bezüg lich gemeinsames Sorgerecht vor- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht eingenommen sein soll. In der Entscheidbegründung wird dann einerseits auf die im Verfahren betreffend gemeinsame elterliche Sorge eingereichte Ve rnehmlassung vom 4. August 2016 verwiesen, andererseits wird die "unumgängliche fortlau fende Bearbeitung und Betreuung" durch die KESB hervorgehoben, womit nur das die Regelu ng des Besuchsrechts betreffende Verfahren gemeint sein kann. 5.3.2 Soweit die Vorinstanz einen Ausstandsentscheid im Verfahren betreffend die Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge getroffen haben wil l, so ergibt ihr Vorgehen keinen Sinn. Gemäss § 8 Abs. 1 Ingress VwVG BL tritt in den Ausstand, w er eine Verfügung zu treffen oder diese vorzubereiten hat. Wie der klare Gesetzeswortlaut aufzeigt, betrifft die Ausstandsproble- matik die Phase des Verwaltungsverfahrens vor dem Erlass einer Verfügung. Die Ausstands- pflicht soll die objektive Prüfung durch eine unbefan gene Behörde in einem fairen Verfahren gewährleisten und präventiv ein fehlerhaftes Zustandeko mmen des Sachentscheids verhindern (SCHINDLER , a.a.O., S. 213; KÖLZ /HÄNER /BERTSCHI , a.a.O., Rz. 423). Deshalb ist über den strei- tigen Ausstand auch vorab in der Form einer verfahrensl eitenden Verfügung zu entscheiden (REGINA KIENER , in: Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich 2014, Rz. 50 zu § 5a VRG; SCHINDLER , a.a.O., S. 205; BGE 132 V 376 E. 2.7). Nach Erlass des Sachentscheids kann nicht nachträglich in einem Zwischenentscheid über den Ausstand befunden werden. Werden Aus- standsgründe bekannt, nachdem der behauptetermassen infol ge Befangenheit eines Behör- denmitglieds fehlerhaft zustande gekommene Verwaltung sentscheid in Rechtskraft erwachsen ist, können allenfalls die Voraussetzungen für eine Wie deraufnahme oder Revision des Verfah- rens (§ 39 ff. VwVG BL) erfüllt sein (S CHINDLER , a.a.O., S. 213 f.). Im vorliegenden Fall liegt kein rechtskräftiger Entscheid der KESB vor. Vielmehr hat ihn die Beschwerdeführerin ange- fochten und ist dabei bezüglich der Ausstandsproblematik auch prozessual korrekt vorgegan- gen. Erhält nämlich eine Partei trotz aller Sorgfalt erst zusammen mit dem Sachentscheid Kenntnis von Umständen, die ein Ausstandsbegehren als beg ründet erscheinen lassen, so hat sie die Verletzung der Ausstandsnormen - gleich wie alle Verfahrensrügen - mit dem Rechtsmit- tel gegen den Entscheid geltend zu machen. Hierbei ist es zulässig, in Verbindung mit den erst neu entdeckten Umständen bereits früher bekannte Tatsach en in die Begründung der Rechts- mittelschrift einzubeziehen, vorausgesetzt, dass erst die Gesamtwürdigung aller Umstände eine Ausstandspflicht bewirkt (KIENER , a.a.O., Rz. 43 zu § 5a VRG; S CHINDLER , a.a.O., S. 213; BGE 140 I 240 E. 2.4; BGE 115 V 257 E. 4c). Die Vorinstan z hätte - falls ihr Entscheid nach ihrer Meinung im Verfahren bezüglich gemeinsames Sorgerecht ergangen sein sollte - den Ausstand ihres Präsidenten geprüft, nachdem der von ihm mitveran twortete Sachentscheid bereits gefällt und dagegen Beschwerde erhoben worden war. Da das vori nstanzliche Kindesschutzverfahren zum Zeitpunkt der Behandlung der Ausstandsfrage bereits abgeschlossen und die Entscheid- zuständigkeit an das Kantonsgericht übergegangen war, e rschliesst sich nicht, welche Rechts- wirkungen ihr negativer Entscheid nach ihrem Dafürhalte n zeitigen sollte. Ob der Beschwerde- gegner im Verfahren betreffend gemeinsame elterliche Sorge befangen war und ob die Aus- standsgründe rechtzeitig geltend gemacht wurden, wird d as Kantonsgericht im Verfahren Nr. 810 16 177 zu beurteilen haben. 5.3.3 Sollte der angefochtene Zwischenentscheid das be i der Vorinstanz hängige Verfahren bezüglich Besuchsrecht betreffen, was die Beschwerdefüh rerin in ihrer Eingabe an die Vor-Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht instanz vom 19. August 2016 ausdrücklich beantragt hatte und wovon im Zweifel auszugehen ist, kann der Beschwerdeführerin entgegen der Ansicht der Vorinstanz keine Verletzung von Treu und Glauben vorgeworfen werden. Die Beschwerdefü hrerin hatte bei der Vorinstanz zu- nächst gar kein Ausstandsgesuch gestellt, über dessen Re chtzeitigkeit zu befinden gewesen wäre. Die Vorinstanz leitete das Ausstandsverfahren vielme hr von Amtes wegen ein und ge- währte der Beschwerdeführerin eine (später bis zum 19. A ugust 2016 erstreckte) Frist bis zur Begründung eines entsprechenden Antrags. Zu Recht rügt die Beschwerdeführerin das Vorge- hen der Vorinstanz als widersprüchlich und treuwidrig, wenn diese zunächst eine Frist zur Mit- teilung von Ausstandsgründen gewährt, um alsdann fes tzuhalten, die innert Frist erfolgte Be- kanntgabe dieser Gründe sei verspätet erfolgt. Vor die sem Hintergrund lässt sich die Abwei- sung des Gesuchs nicht auf die verspätete Geltendmachung der Ausstandsgründe stützen. 6. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, der Beschwe rdegegner sei befangen und habe in den Ausstand zu treten. 6.1 Voreingenommenheit und Befangenheit werden nach der Rechtsprechung angenom- men, wenn im Einzelfall anhand aller tatsächlichen und verfahrensrechtlichen Umstände Gege- benheiten aufscheinen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Behördenver- treters zu erwecken. Dabei ist nicht auf das subjektive Em pfinden einer Partei abzustellen. Das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begründet er- scheinen (BGE 140 III 221 E. 4.1; BGE 139 III 433 E. 2.1.1; BGE 134 I 238 E. 2.1). Solche Um- stände können entweder in einem bestimmten Verhalten der Person oder in gewissen äusseren Gegebenheiten funktioneller oder organisatorischer Nat ur begründet sein. Insbesondere kann das Verhalten eines Behördenvertreters gegenüber einer Partei die Unparteilichkeit als gefähr- det erscheinen lassen und den Anschein der Befangenheit erwecken, wenn daraus nach objek- tiver Betrachtung inhaltlich oder durch die Art der Kommunikation auf besondere Sympathien oder Antipathien oder eine Ungleichbehandlung der Pa rteien geschlossen werden kann (Urteil des BGer 4P.254/2006 vom 6. Dezember 2006 E. 2.2). D er Anspruch auf Unparteilichkeit der Verwaltungsbehörde umschliesst nicht auch die Garantie jederzeit fehlerfrei arbeitender Verwal- tungsangestellter. Verfahrens- oder Einschätzungsfehler sind deshalb ebenso wenig Ausdruck einer Voreingenommenheit wie ein inhaltlich falscher Entscheid in der Sache. Materielle oder prozessuale Rechtsfehler vermögen den Ausstand der impli zierten Amtsperson nur dann zu begründen, wenn sie besonders krass sind und wiederholt auftreten, so dass sie einer schwe- ren Amtspflichtverletzung gleichkommen und sich einseit ig zu Lasten einer der Verfahrenspar- teien auswirken; andernfalls begründen sie objektiv keinen Anschein der Befangenheit (Urteil des BGer 5A_283/2014 vom 3. September 2014 E. 5; Urte il des BGer 1B_121/2014 vom 13. Juni 2014 E. 2.1; BGE 115 Ia 400 E. 3b, je mit Hinweisen; SCHINDLER , a.a.O., S. 137 ff.). Mit der Tätigkeit der Amtsperson, insbesondere der Verfahre nsleitung, ist untrennbar verbunden, dass sie über Fragen zu entscheiden hat, die oft kontrove rs oder weitgehend in ihr Ermessen gestellt sind. Selbst wenn sich die im Rahmen der normalen Ausübung ihres Amtes getroffenen Entscheide oder organisatorischen Anordnungen als falsch erweisen, lässt das nicht an sich schon auf eine Parteilichkeit schliessen. Zudem kann das A blehnungsverfahren in der Regel nicht zur Beurteilung behaupteter Verfahrens- oder an derer Fehler des Behördenvertreters die- nen. Solche Rügen sind im dafür vorgesehenen Rechtsmitt elverfahren geltend zu machen (Ur- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht teil des BGer 2C_1/2011 vom 7. April 2011 E. 4.2; BGE 125 I 119 E. 3e). Das verfahrensrechtli- che Instrument des Ausstandes ist des Weiteren auch nicht geeignet, die Unfähigkeit von Amts- trägern zu rügen (SCHINDLER , a.a.O., S. 139). 6.2 Die Beschwerdeführerin warf dem Beschwerdegegner in der Beschwerdebegründung vom 20. Juni 2016, worauf sie in ihrer Eingabe an die KESB vom 19. August 2016 verwies, zu- sammengefasst vor, er habe als Präsident des Spruchkörpe rs und Verfahrensleiter mehrfache Verletzungen des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu verantworten. So sei ihr Sohn im Verfah- ren nicht persönlich angehört worden. Im Weiteren habe sie nur nach mehrfacher Aufforderung und dann nur unvollständig Einsicht in die Akten der KES B erhalten. Ausserdem habe der Be- schwerdegegner offenbar informelle Gespräche mit dem Kindsvater geführt, über welche sie nicht in Kenntnis gesetzt worden sei. Diesbezüglich se i ihr auch das Replikrecht verweigert worden. Weiter seien unbewiesene Tatsachenbehauptungen des Kindsvaters unreflektiert übernommen worden. Diese Vorkommnisse zeigten in ihrer Gesamtheit, dass ihr Anspruch auf ein faires Verfahren durch eine unabhängige und unpa rteiische Behörde verletzt worden sei. Die Vorinstanz bestreitet in ihrer Vernehmlassung vom 4. August 2016 jede Verletzung des Ge- hörsanspruchs. Ob die Auffassung der Beschwerdeführerin zu trifft, wird im Rahmen der von ihr erhobenen Beschwerde im Verfahren bezüglich gemeinsame elterliche Sorge zu beurteilen sein. Selbst wenn der Entscheid über die gemeinsame el terliche Sorge aber aufgrund der gel- tend gemachten prozessualen Fehler rechtsmittelweise au fgehoben werden sollte, so wäre da- mit noch kein Ausstandsgrund erfüllt, denn die behaupte ten Fehlleistungen stellen keine be- sonders krassen Verfahrensfehler dar, die einer schweren Amtspflichtverletzung gleichkommen (vgl. auch Urteil des BGer 4A_381/2009 vom 16. Oktober 2009, wo selbst der Umstand, dass ein Entscheid zum zweiten Mal aufgehoben und zurückgewi esen werden musste, keinen An- schein der Befangenheit zu erwecken vermochte). 6.3 Weiter erblickt die Beschwerdeführerin in gewissen Formulierungen in der vom Be- schwerdegegner persönlich unterzeichneten Vernehmlassung vom 4. August 2016 eine emoti- onale und persönlich gefärbte Note, welche den Anschei n der Befangenheit unterstreiche. So sei in der Vernehmlassung ausgeführt worden, die Argum entation der Beschwerdeführerin ver- möge in keiner Weise zu überzeugen und sei nicht einma l von akademischem Interesse. Die Beschwerdeführerin kritisiert, es gehe nicht an, wenn si ch ein Behördenmitglied für Vorbringen einer Partei nicht interessiere. Damit gibt sie die ent sprechenden Ausführungen in der Ver- nehmlassung sinnentstellend wieder. Die Vorinstanz widersp richt in der Vernehmlassung der Ansicht der Beschwerdeführerin und hält gewisse ihrer Rü gen für nicht verfahrensrelevant. Die Rechtsfragen interessieren in ihren Augen nicht, von ein em Desinteresse für die Partei kann keine Rede sein. Es steht in ihrem Ermessen, bei gewissen B eschwerdepunkten auf eine Stel- lungnahme zu verzichten. Von einer dadurch begangenen Rechtsverweigerung, wie sie die Be- schwerdeführerin dem Beschwerdegegner vorwirft, kann nich t die Rede sein. Ohnehin vermag nach der Rechtsprechung eine in den Augen der Betrof fenen angeblich falsche Rechtsauffas- sung keinen Anschein der Befangenheit zu begründen (BG E 135 II 430 E. 3.3.2; Urteil des BGer 2C_1/2011 vom 7. April 2015 E. 4.2). Bei der w eiteren Lektüre der bemängelten Ver- nehmlassung erscheint auch der pauschale und unsubstanti ierte Vorwurf der mangelnden Sachlichkeit nicht nachvollziehbar. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Zusätzlich moniert die Beschwerdeführerin, jeder V erfügung werde in unzulässiger Weise systematisch die aufschiebende Wirkung entzogen und der Entscheid oft kurzfristig er- lassen, so dass damit Fakten geschaffen werden sollten. Eine Anfechtung sei dadurch stets erst im Nachhinein möglich. Dabei spricht sie aber kein s pezifisches Verhalten des Beschwer- degegners, sondern eine generelle - allerdings nicht un problematische (vgl. hierzu die im Ver- fahren Nr. 810 16 177 ergangene Präsidialverfügung vom 18. Juli 2016 E. 5.1 und 5.2) - Praxis der Vorinstanz an. Diese behördliche Praxis betrifft all e Verfahrensbeteiligten in vielen von der Vorinstanz geführten Verfahren und kann deshalb nicht a ls Zeichen der Voreingenommenheit gegenüber der Beschwerdeführerin gedeutet werden. De r vorliegend ohne Mitwirkung des Be- schwerdegegners ergangene Entscheid, in dem einer allfä lligen Beschwerde ebenfalls die auf- schiebende Wirkung entzogen wurde (wobei die aufschieben de Wirkung bei negativen Verfü- gungen wie der vorliegenden gar keine Wirkungen zeitig t, vgl. K ÖLZ /HÄNER /BERTSCHI , a.a.O., Rz. 1071), illustriert dies deutlich. 6.5 Schliesslich bemängelt die Beschwerdeführerin die a llgemeine Verfahrensführung durch den Beschwerdegegner. Diese zeichne sich durch kurze Fristansetzungen ohne die Mög- lichkeit von Fristerstreckungen aus, wobei für dieses Vorge hen keine Gründe ersichtlich seien. Symptomatisch sei auch der Versand von Entscheiden am Fre itag mit A-Post Plus, so dass diese am Samstag ins Postfach zugestellt würden und die B eschwerdefrist faktisch gekürzt werde. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht auf und es i st auch nicht ersichtlich, inwiefern die beschriebenen behördlichen Verfahrenshandlungen unzul ässig sind und weshalb sie sich ein- seitig zu ihren Lasten auswirken sollten. Von dieser Ve rfahrensführung ist die Gegenpartei ge- nauso betroffen. Wie die Beschwerdeführerin selber aus führt, pflegt die Vorinstanz ihre Ent- scheide vorab per Fax zu übermitteln. Dazu wäre sie recht lich nicht verpflichtet. Dadurch er- langt die Beschwerdeführerin aber noch vor der Zustellu ng des Entscheids Kenntnis von des- sen Inhalt, weshalb nicht von einer faktischen Verkürzung, sondern von einer faktischen Ver- längerung der Beschwerdefrist zu sprechen ist. Aus der geschilderten Verfahrensführung lässt sich der Vorwurf der Befangenheit nicht erhärten. 6.6 Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass ke ine Umstände gegeben sind, welche bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommen- heit des Beschwerdegegners erwecken könnten. 7. Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz das gegen ihren Präsidenten gerichtete Aus- standsgesuch im Ergebnis zu Recht abgewiesen. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist deshalb abzuweisen. Mit dem vorliegenden verfahrensabschliessenden Entscheid in der Sache erweist sich der sinngemässe Antrag der Beschwerdef ührerin auf Erlass einer vorsorgli- chen Massnahme als gegenstandslos. 8. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- sind dementsp rechend der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu v errechnen. Die Parteikosten sind ausgangsgemäss wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Besch werdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber