21. Juni 1991 1349 Postulat Danuser sinnvollen Uebergangsregelung Rechnung zutragen. Zweck- massig und sinnvoll ist eine solche Uebergangsregelung dann, wenn sie das Ausbildungskonzept und die Pflicht zum Besuch von Kursen und Uebungen raschmöglichst dem Kon- zept von «Zivilschutz 95» anpasst. Analog zur Armee ist ein erster Schritt (z. B. Aufhebung der Ausbildungspflicht für über 57jährige) bereits auf den 1. Ja- nuar 1991 anzuordnen. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 27. März 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 mars 1991 Die Kantone wurden am 7. Dezember 1990 über die Neurege- lung ins Bild gesetzt, wonach die Gemeinden ab 1991 auf die Einberufung der Mannschaftsjahrgänge 1931 -1934 zu Ausbil- dungsdiensten verzichten können. Ab 1992 ist der Verzicht auf die Ausbildung von Mannschaftsjahrgängen gesamtschwei- zerisch wie folgt angeordnet: -1992 die Jahrgänge 1932-1938 -1993 die Jahrgänge 1933-1942 -1994 die Jahrgänge 1934-1943. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erfüllt abzuschrei- ben. Abgeschrieben - Classé #ST# 90.923 Postulat Fankhauser Sexuelle Ausbeutung von Kindern Abus sexuels sur des enfants Wortlaut des Postulates vom 10. Dezember 1990 Der Bundesrat wird eingeladen, in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Selbsthilfeorganisationen Massnahmen zu ent- wickeln und durchzuführen, die folgende zwei Punkte beinhal- ten: - Hilfe für die Opfer von sexueller Ausbeutung im Kindesalter sowie für deren Familien, wo sehr oft der Täter auch zu finden ist. - Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern. Texte du postulat du 10 décembre 1990 Le Conseil fédéral est invité, en collaboration avec les cantons et les organisations d'aide mutuelle, à prendre des mesures s'appliquant aux deux points suivants: - Aide aux enfants victimes d'abus sexuels ainsi qu'à leurs fa- milles, dont l'auteur de l'abus fait souvent partie. - Lutte contre les abus sexuels sur des enfants. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bäumlin, Boden- mann, Braunschweig, Brügger, Bundi, Carobbio, Danuser, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller, Herczog, Jeanprêtre, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Mauch Ursula, Rechsteiner, Ruffy, Stappung, Ulrich, Zbinden Hans, Züger (24) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Laut Kinderagentur werden jährlich 40 000 bis 45 000 Kinder ausgebeutet. In 90 Prozent aller Fälle soll der ausbeutende Er- wachsene dem Kind bekannt sein. Anlässlich der Beratung der StGB-Revision «Strafbare Hand- lungen im Sexualbereich» wurde bald einmal klar, dass Straf- normen nur marginal die Problematik erfassen können. Zu sehr sind Opfer und Täter gesellschaftlich verbunden, zu kom- plex sind die Rollen von Klägerin und Angeklagtem. Es kann daher nicht erwartet werden, dass einzig eine verschärfte Strafandrohung die Tabus brechen wird. Aufklärung, Information und Aussprachemöglichkeiten brin- gen den Opfern Linderung. Eine öffentliche Enttabuisierung des Themas würde dazu beitragen, die Anzahl der sexuell aus- gebeuteten Kinder in unserem Land zu reduzieren. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 4. März 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 4 mars 1991 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 90.939 Postulat Danuser Revision der Abgasverordnung 87 Gaz d'échappement. Révision de l'ordonnance 87 Wortlaut des Postulates vom 12. Dezember 1990 Der Bundesrat wird aufgefordert, eine Revision der Abgasver- ordnung 87 vorzubereiten und dabei die Emissionsvorschrif- ten für Fahrzeuge dem Stand der Technik anzupassen, wie er kürzlich in den neuen Emissionsvorschriften in Kalifornien festgeschrieben wurde. Bei dieser Revision sollen endlich auch Emissionsgrenzwerte für Baumaschinen und landwirt- schaftliche Fahrzeuge festgelegt werden. Texte du postulat du 12décembre 1990 Le Conseil fédéral est invité à préparer la révision de l'ordon- nance de 1987 sur les gaz d'échappement, afin d'adapter les prescriptions sur les émissions des véhicules à l'évolution de la technique, comme la Californie vient de le faire. Il saisira cette occasion pour fixer enfin des valeurs limites d'émission pour les machines de chantier et les véhicules agricoles. Mitunterzeichner-Cosignataires: Ammann, Bär, Bäumlin, Bé- guelin, Bircher Silvio, Braunschweig, Carobbio, Diener, Euler, Fankhauser, Hafner Rudolf, Haller, Herczog, Jaeger, Leder- gerber, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Leute- neggerOberholzer, Maeder, Mauch Ursula, Meier-Glattfelden, Meier Samuel, Meyer Theo, Neukomm, Rechsteiner, Ruffy, Schmid, Seiler Rolf, Stamm, Steffen, Uchtenhagen, Ulrich (32) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Bekanntlich hat der Bundesrat, abgesegnet vom Parlament, schon vor Jahren wichtige Zielvorgaben in der Luftreinhalte- Politik formuliert und auch in der Luftreinhalte-Verordnung in Form von Immissionsgrenzen festgeschrieben. Heute wissen wir alle, dass diese Ziele, insbesondere die Ein- haltung der Belastungsgrenzwerte, bis ins Jahr 1994/1995 nicht erreicht werden können. Gleichzeitig erweist sich in den neusten Ergebnissen der Waldschadenuntersuchungen, dass der Wald heute mehr denn je geschädigt ist und dass ein Ende dieser dramatischen Entwicklung nicht abzusehen ist. Alle Versuche, das Problem an der Quelle zu lösen, sind bis jetzt gescheitert. Der private Strassenverkehr wächst mit Zu- wachsraten von vier bis fünf Prozent jährlich weiter, und mit ihm wachsen die Umweltbelastungen. Es führt deshalb kein Weg daran vorbei, die technisch machbaren Verbesserungen einzuführen, d. h., die Abgasvorschriften müssen neu dem technisch Machbaren angepasst werden.Postulat Leutenegger Oberholzer 1350 N 21 juin 1991 Dieses Postulat ist um so mehr fällig, als auch das Umwelt- schutzgesetz verlangt, dass die Massnahmen zur Emissions- verminderung und zum Schutz der Umwelt dem Stand der Technik entsprechen sollen. Was «Stand der Technik» ist, hat Kalifornien mit seinen neuen Emissionsvorschriften für Fahr- zeuge demonstriert. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 15. Mai 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 15 mai 1991 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Präsident: Das Postulat wird von Herrn Scherrer bekämpft. Die Diskussion wird verschoben. Verschoben - Renvoyé #ST# 91.3066 Postulat Reimann Maximilian Unterbindung von Mehrfach-Asylanträgen Requêtes multiples de demandeurs d'asile Wortlaut des Postulates vom 14. März 1991 Der Bundesrat wird eingeladen, durch geeignete organisatori- sche Massnahmen beim Bundesamt für Flüchtlinge sicherzu- stellen, dass die an den Empfangsstellen administrativ erho- benen Fingerabdruckbogen von Asylbewerbern sofort, in je- dem Fall aber innert Wochenfrist, in das System Afis eingele- sen und mit den bereits im System befindlichen Fingerab- drücken verglichen werden, damit die häufigen Mehrfachge- suche von Asylbewerbern rasch erkannt und entsprechend behandelt werden können. Texte dupostulatdu 14 mars 1991 Le Conseil fédéral est invité à garantir que des mesures organi- sationelles soient prises à l'Office fédéral des réfugiés pour que les données dactyloscopiques des requérants d'asile re- cueillies dans les centres d'enregistrement à des fins admi- nistratives soient introduites dans le système AFIS immédiate- ment ou du moins dans un délai d'une semaine et que ces données soient comparées avec celles qui s'y trouvent déjà afin de découvrir au plus vite les nombreux cas de demandes d'asile multiples et d'y remédier. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aregger, Basler, Berger, Bezzola, Blocher, Sonny, Bühler, Burckhardt, Cavadini, Cin- cera, Columberg, Coutau, Daepp, Dietrich, Dreher, Eppenber- ger Susi, Fäh, Fischer-Hägglingen, Fischer-Sursee, Fischer- Seengen, Frey Walter, Friderici, Früh, Graf, Grassi, Gros, Gy- sin, Hari, Heberlein, Hess Otto, Hildbrand, Hösli, Houmard, Iten, Jeanneret, Kohler, Kühne, Loretan, Luder, Massy, Mauch Rolf, Meier Fritz, Müller-Wiliberg, Nebiker, Neuenschwander, Portmann, Reichling, Rohrbasser, Ruf, Rutishauser, Rütti- mann, Rychen, Sager, Scherrer, Schnider, Schwab, Seiler Hanspeter, Spalti, Spoerry, Steffen, Steinegger, Stucky, Tschuppert, Weber-Schwyz, Wellauer, Widmer, Wyss Paul, Wyss William, Zölch, Zwingli (70) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Mit dem Automatisierten Fingerabdruck-Identifikations- system (Afis) steht dem Erkennungsdienst des Schweizeri- schen Zentralpolizeibüros in Bern ein effizientes Hilfsmittel zur raschen und sicheren Vergleichung von Fingerabdrücken zur Verfügung. Auch das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) be- dient sich im Rahmen der erkennungsdienstlichen Behand- lung von Asylbewerbern in den vom Bund bezeichneten Emp- fangsstellen dieses Systems. Bei der Verarbeitung der an den Empfangsstellen administra- tiv erhobenen Fingerabdruckbogen dauert es oftmals viel zu lange, bis diese Bogen ins Afis eingelesen werden, was offen- sichtlich auf personelle Unterdotierung und auf eine unzweck- mässige Organisation beim BFF zurückzuführen ist. So dauert es oft mehrere Monate, bis festgestellt werden kann, dass ein bestimmter Asylbewerber unter einem anderen Na- men bereits früher ein Asylgesuch eingereicht oder zumindest an einer anderen Empfangsstelle auch schon um Asyl nach- gesucht hat. Derartige Fälle von Mehrfachanträgen häufen sich und verur- sachen in den Kantonen und beim Bund unnötige Mehrarbeit, speziell wenn Beschwerdeverfahren durchgezogen werden müssen. Im vergangenen Jahr wurden allein im Kanton Aar- gau rund 100 derartige Mehrfachgesuche aufgedeckt, die bei früherer Erkennung mit einem beträchtlichen Minderaufwand hätten bearbeitet werden können. Eine speditive Eingabe der Asylanten-Fingerabdruckbogen ins Afis ist notwendig und dringlich, weil durch die rasche Er- kennung von Mehrfach-Asylanträgen viel unnötige Arbeit der Sachbearbeiter eingespart werden kann, weil sich dadurch die hohen Dolmetscherkosten reduzieren lassen und weil ge- nerell der Anreiz für abgewiesene Asylbewerber, einfach ein Zweit- oder Drittgesuch einzureichen, wesentlich vermindert werden könnte. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 15. Mai 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 15 mai 1991 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 91.3122 Postulat Leutenegger Oberholzer Schweizer Pass für Schweizerinnen Passeport des Suissesses Wortlaut des Postulates vom 22. März 1991 Der Bundesrat wird eingeladen, im Schweizer Pass dem Gleichstellungsartikel der Bundesverfassung vollumfänglich Rechnung zu tragen, indem er durchwegs eine korrekte, das weibliche Geschlecht nicht diskriminierende Sprache gewähr- leistet. Dazu sind insbesondere die Texte auf Seite 1 und Sei- te 3 des Passes («Der Inhaber dieses Passes ist Schweizerbür- ger ....» bzw. «Unterschrift des Inhabers») entsprechend zu än- dern. Texte du postulat du 22 mars 1991 Le Conseil fédéral est invité à faire appliquer l'article constitu- tionnel sur l'égalité entre femmes et hommes dans la formula- tion des textes figurant dans le passeport suisse et de faire ré- diger ceux-ci dans une langue correcte qui ne discrimine par les femmes. Il convient en particulier de modifier ceux qui se trouvent aux pages 1 et 2 («Le titulaire de ce passeport est ci- toyen suisse....» et «signature du titulaire»). Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Bäumlin, Diener, Dor- mann, Fankhauser, Gardiol, Grendelmeier, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller, Heberlein, Jeanprêtre, Leemann, Nab- holz, Pitteloud, Stamm, Stocker, Uchtenhagen, Ulrich (19)Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Danuser Revision der Abgasverordnung 87 Postulat Danuser Gaz d'échappement. Révision de l'ordonnance 87 In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.939 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 21.06.1991 - 08:00 Date Data Seite 1349-1350 Page Pagina Ref. No 20 020 068 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.