Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 7. Februar 2022 ZK2 2021 24 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Prof. Dr. Reto Heizmann, Kantonsrichterinnen Dr. Veronika Bürgler Trutmann und Bettina Krienbühl, Gerichtsschreiberin lic. iur. Gabriela Thurnherr. In Sachen A.________, Gesuchsgegner und Berufungsführer, vertreten durch Rechtsanwältin B.________, gegen C.________, Gesuchstellerin und Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin D.________, betreffend vorsorgliche Massnahmen (Berufung gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 8. April 2021, ZES 2020 149 / ZES 2019 615);- hat die 2. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Die Parteien sind die verheirateten Eltern von J.________ und K.________. a) Die Berufungsgegnerin reichte am 8. Dezember 2019 beim Bezirksge- richt March ein Eheschutzgesuch ein (Vi-act. 1, ZES 19 615). An der Eini- gungsverhandlung vom 26. Februar 2020 erklärten beide Parteien, sich schei- den lassen zu wollen, sodass das Eheschutzverfahren nicht weitergeführt, sondern das Scheidungsverfahren (ZEO 20 22) rechtshängig gemacht wurde (Vi-act. 10, ZES 19 615). Am 2. April 2020 stellte die Berufungsgegnerin ein Gesuch um vorsorgliche/superprovisorische Massnahmen mit folgenden An- trägen (Vi-act. 1): 1. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin zur Deckung des Barbedarfs der Kinder J.________ und K.________ einen Unterhaltsbeitrag zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder ver- traglicher Familienzulagen in Höhe von CHF 9’135.00 für J.________ und CHF 9’254.00 für K.________ zu bezahlen, zahl- bar ab 1. April 2020 und für die weitere Dauer des Scheidungsver- fahrens jeweils monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 2. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin ei- nen persönlichen Unterhaltsbeitrag in Höhe von CHF 22’214.00 zu bezahlen, zahlbar ab dem 1. April 2020 und für die weitere Dauer des Getrenntlebens jeweils monatlich im Voraus auf den Ersten ei- nes jeden Monats. 3. […] 4. Die Anträge Ziffer 1. bis Ziffer 4. vorstehend seien in Form einer superprovisorischen Massnahme und daher ohne Anhörung des Gesuchsgegners mit sofortiger Wirkung anzuordnen. 5. […] Mit Verfügung vom 14. April 2020 verpflichtete der Einzelrichter am Bezirksge- richt March den Berufungsführer superprovisorisch unter anderem, der Beru-Kantonsgericht Schwyz 3 fungsgegnerin Unterhaltsbeiträge von Fr. 5‘000.00 je Kind nebst der jeweiligen Kinderzulage sowie von Fr. 8‘000.00 für die Berufungsgegnerin zu bezahlen. Der Gesuchsgegner bzw. Berufungsführer stellte vor dem Erstrichter mit Ge- suchsantwort vom 4. Juni 2020 folgende Anträge (Vi-act. 5): 1. […] 2.1 Es sei Dispositiv-Ziffer 2.1.2 lit. a) der superprovisorischen Verfü- gung vom 14. April 2020 vollumfänglich aufzuheben und es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, rückwirkend ab 1. April 2020 für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens folgende Kindesun- terhaltsbeiträge zu bezahlen: für den Sohn J.________ CHF 5’366.00 zzgl. Ausbil- dungszulagen (inklusiv Schulkos- ten L.________, wobei die Ge- suchstellerin zu verpflichten ist, die Schulkosten von J.________ direkt zu bezahlen) für den Sohn K.________ CHF 5’334.00 zzgl. Ausbildungs- zulage (inklusiv Schulkosten L.________, wobei die Gesuch- stellerin zu verpflichten ist, die Schulkosten von K.________ di- rekt zu bezahlen) 2.2 Es sei Dispositiv-Ziffer 2.1.2 lit. b) der superprovisorischen Verfü- gung vom 14. April 2020 vollumfänglich aufzuheben und es sei von der Zusprechung von persönlichen Unterhaltsbeiträgen an die Ge- suchstellerin ab 1. April 2020 für die weitere Dauer des Schei- dungsverfahrens abzusehen. 2.3 [Anrechnung bereits bezahlter Rechnungen, Kosten und Unter- haltsbeiträge] 3.-8. […] Die Prozessleitung ordnete verschiedene Editionen zum Einkommen der Be- rufungsgegnerin an (Vi-act. 6, 15). Am 25. Januar 2021 fand die Anhörung von K.________ statt (Vi-act. 34). An der Verhandlung vom 1. Februar 2021 befragte der Vorderrichter die Parteien und versuchte, eine Einigung zu finden (Vi-act. 37).Kantonsgericht Schwyz 4 Am 8. April 2021 verfügte der Einzelrichter am Bezirksgericht March Folgen- des (Vi-act. 45): 1. [Obhut der Mutter über K.________] 2. [Verzicht Regelung Besuchsrecht K.________] 3. Der Gesuchsgegner/Vater wird verpflichtet, der Gesuchsteller- in/Mutter an den Unterhalt der Kinder J.________ und K.________ ab 01.05.2020, jeweils zuzüglich Kinderzulage, monatlich im Vor- aus folgende Beiträge an den Barunterhalt zu bezahlen: für J.________ Fr. 6’250.00 für K.________ Fr. 6’230.00 4. Der Gesuchsgegner/Ehemann wird verpflichtet, der Gesuchsteller- in/Ehefrau an ihren persönlichen Unterhalt ab 01.05.2020 monat- lich im Voraus Fr. 8’590.00 zu bezahlen. 5. [Verrechnung] 6. [Im Übrigen Abweisung] 7. [Erledigung Verfahren ZES 19 615] 8.-12. [Verfahrenskosten, Rechtsmittel, Mitteilung] b) Dagegen erhob der Gesuchsgegner bzw. Berufungsführer am 19. April 2021 Berufung mit folgenden Anträgen (KG-act. 1): 1. Es sei Ziffer 3 der Verfügung des Bezirksgerichts March vom 8. April 2021 aufzuheben, und es sei der Berufungskläger zu ver- pflichten, an den Unterhalt der beiden Kinder J.________ und K.________ folgende Unterhaltsbeiträge zuzüglich allfällige Kin- der- und Ausbildungszulagen zu bezahlen, zahlbar jeweils im Vor- aus auf den Ersten eines jeden Monates: Für J.________: ab 1. Mai 2020 bis und mit Juni 2021: CHF 5’544.00 ab 1. Juli 2021: CHF 2’544.00 Für K.________: ab 1. Mai 2020: CHF 5’515.00 2. Es sei Ziffer 3 der Verfügung des Bezirksgerichts March vom 8. April 2021 aufzuheben, und es sei der Berufungskläger zu ver-Kantonsgericht Schwyz 5 pflichten, an den Unterhalt der Berufungsbeklagten persönlich fol- gende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monates: ab 1. Mai 2020 bis und mit Juni 2021: CHF 7’460.00 ab 1. Mai 2021: CHF 0.00 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsbeklag- ten (zuzüglich MwSt.). Mit Berufungsantwort vom 3. Mai 2021 beantragte die Berufungsgegnerin die vollumfängliche Abweisung der Berufung und die Bestätigung des erstinstanz- lichen Urteils unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzliche MWST zu Lasten des Berufungsführers (KG-act. 7). Der Berufungsführer änderte sein Berufungsbegehren Ziff. 2 mit Stellungnah- me vom 17. Mai 2021 insofern, als der Berufungsgegnerin der persönliche Unterhaltsbeitrag von Fr. 7‘460.00 lediglich bis und mit 1. April 2021 zuzu- sprechen sei (KG-act. 9). Weitere Stellungnahmen datieren vom 14. Juni 2021 (Berufungsgegnerin, KG- act. 11), 6. Juli 2021 (Noveneingabe der Berufungsgegnerin, KG-act. 15), 13. Juli 2021 (Stellungnahme des Berufungsführers, KG-act. 17), 26. Juli 2021 (Noveneingabe der Berufungsgegnerin, KG-act. 21) sowie vom 1. September 2021 (Noveneingabe der Berufungsgegnerin, KG-act. 27) 2. Der inzwischen mündige J.________ erteilte seine Zustimmung, dass die Berufungsgegnerin seine Unterhaltsbeiträge auch über seine Volljährigkeit hinaus geltend macht (Vi-act. 39; angef. Verfügung, E. 5.2.1). Die Vorinstanz erachtete die einstufig-konkrete Methode der Unterhaltsberechnung als an- wendbar (angef. Verfügung, E. 5.2.2), was nicht umstritten ist. Auf die ohnehin zutreffenden rechtlichen Ausführungen zu dieser Berechnungsmethode kann verwiesen werden (§ 45 Abs. 5 JG). Zu ergänzen ist, dass die neueste Recht- sprechung des Bundesgerichts, wonach für das Kindesunterhaltsrecht grundsätzlich die zweistufige Methode mit Überschussverteilung anwendbar Kantonsgericht Schwyz 6 ist, namentlich bei sehr guten finanziellen Verhältnissen eine einstufig- konkrete Berechnung nicht ausschliesst (vgl. BGE 147 III 265, E. 6.6). Der Berufungsführer moniert verschiedene Bedarfspositionen der Berufungsgeg- nerin und der beiden Söhne sowie die Höhe des der Berufungsgegnerin ange- rechneten Einkommens (KG-act. 1, S. 3). Im Berufungsverfahren werden neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) grundsätzlich nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorge- bracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Dies gilt grundsätzlich auch im Anwendungsbereich des eingeschränkten Untersuchungsgrundsatzes (z.B. Art. 272 ZPO). Unterliegt das Verfahren hingegen dem uneingeschränk- ten Untersuchungsgrundsatz, wie dies in Kinderbelangen der Fall ist (Art. 296 Abs. 1 ZPO), können die Parteien im Berufungsverfahren Noven selbst dann vorbringen, wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349, E. 4.2.1). Weil vorliegend auch Kinderbelange zu beur- teilen sind, sind die im Berufungsverfahren neu eingebrachten Behauptungen und Beweismittel also zu berücksichtigen. 3. Die Vorinstanz errechnete folgende Bedarfszahlen für die Berufungs- gegnerin und die beiden Söhne (angef. Verfügung, E. 5.2.5): Berufungsgeg- nerin J._____ ___ K.______ __ Wohnkosten 2’250.00 1’200.00 1’200.00 Reinigung 630.00 Krankenkasse 611.75 148.25 169.05 a.o. Gesundheits- kosten 53.00 Kommunikati- on/Handy 201.00 80.00 80.00 Zahnarzt & DH 120.00 45.00 45.00 Haare 245.00 35.00 35.00 Massage 120.00 Kosmetik 100.00 Nicht pfl. Medi/Pflege 230.00 Haftpflicht- /Hausratvers. 100.00 Rechts- /Steuerberatung 100.00Kantonsgericht Schwyz 7 Auto & ÖV 840.00 137.00 137.00 Restaurant/ausw. Verpflegung 400.00 160.00 160.00 Ferien 330.00 100.00 100.00 Sommerhaus Schwe- den 120.00 Hund 270.00 Abzahlung HSG 200.00 Abos (Kultur) 67.00 Lebensmittel, Haus- haltsbedarf 1’000.00 400.00 400.00 Kleidung 1’000.00 200.00 200.00 Freizeit (Spa bzw. Hobbies) 353.70 200.00 200.00 Schule 3’000.00 3’000.00 Taschengeld 300.00 250.00 Steuern 850.00 500.00 500.00 Total 10’191.45 6’505.25 6’476.05 a) Die Vorinstanz erwog zu den Wohnkosten, die Berufungsgegnerin habe grundsätzlich Anspruch auf ähnliche Wohnverhältnisse wie während des Zu- sammenlebens. Aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz folge, dass einer Par- tei, die sich bezüglich des Wohnkomforts einschränke, hypothetisch derjenige (höhere) Betrag anzurechnen sei, der den an sich angemessenen Mietkosten entspreche; dies auch rückwirkend, zumindest bei guten finanziellen Verhält- nissen (angef. Verfügung, E. 5.2.3.1). Nach der Würdigung der Parteivorbrin- gen und der Beilagen erachtete die Vorinstanz monatliche Auslagen während des Zusammenlebens in der ehelichen Liegenschaft von total Fr. 6‘185.00 (Hypo M.________ (Bank I) Fr. 4‘300.00, Hypo N.________ (Bank II) Fr. 367.00, Unterhalt Fr. 42.00, Alarmanlage Fr. 111.00, Lift Fr. 60.00, Boden- sanierung Fr. 584.00, Strom Fr. 340.00, Wasser Fr. 100.00, Heizung O.________ Fr. 115.00, Garten Fr. 166.00) als glaubhaft (angef. Verfügung, E. 5.2.3.1 lit. a-k). Die aktuellen Wohnkosten der Berufungsgegnerin für einen Dreipersonenhaushalt in einer 4.5 Zimmerwohnung von Fr. 3‘315.00 ent- sprächen nicht dem während des Zusammenlebens üblichen Standard. Sie habe sich offensichtlich eingeschränkt. Aufgrund des verkleinerten Haushaltes rechtfertige sich jedoch ein Abzug von den bisherigen Wohnkosten, die für einen Vierpersonenhaushalt angefallen seien, weshalb der Berufungsgegnerin und den Kindern Wohnkosten von total Fr. 4‘650.00 (rund 25 % weniger als die bisher angefallenen Wohnkosten) angerechnet würden, aufgeteilt nach Kantonsgericht Schwyz 8 grossen und kleinen Köpfen, wobei die Kinder beinahe erwachsen seien, weshalb der Berufungsgegnerin Fr. 2‘250.00 und je Kind Fr. 1‘200.00 als Wohnkosten anzurechnen seien (angef. Verfügung, E. 5.2.3.1 lit. k). Der Berufungsführer moniert, nachdem die eheliche Liegenschaft der Beru- fungsgegnerin mit superprovisorischer Verfügung vom 14. April 2020 zur allei- nigen Benutzung zugewiesen worden sei, sei sie kurze Zeit später in ihre heu- te bewohnte Wohnung umgezogen. Der Auszug sei somit freiwillig erfolgt. Mit dem freiwilligen Auszug und der Wahl ihrer Wohnung habe die Berufungsgeg- nerin zum Ausdruck gebracht, dass diese ihren Bedürfnissen und ihrem Le- bensstandard entspreche. Zudem lasse die Vorinstanz ausser Acht, dass sich das Pilates Studio der Berufungsgegnerin in der ehelichen Liegenschaft be- funden habe, für deren externe Anmietung sie seit ihrem Auszug Fr. 1‘490.00 sowie Fr. 150.00 für die Garage geltend mache. Es fielen Mietkosten für Woh- nung und Studio von insgesamt Fr. 5‘105.00 an, welche unter Berücksichti- gung des Umstandes, dass sich die Familie von vier auf drei Köpfe verkleinert habe, durchaus den bisherigen Wohnkosten entsprächen. Es sei deshalb auf die effektiven Wohnkosten abzustellen und der Berufungsgegnerin Fr. 1‘657.00 zuzüglich Fr. 150.00 für die Garage sowie den Kindern je Fr. 829.00 anzurechnen (KG-act. 1, S. 5). Die Familie wohnte unbestrittenermassen seit 2008 in der ehelichen Liegen- schaft (Vi-act. 1, S. 5; Vi-act. 5, S. 7). Die von der Vorinstanz errechneten Wohnkosten von total Fr. 6‘185.00 bemängelt der Berufungsführer nicht. Die- se Wohnkosten entsprachen somit dem langjährigen Lebensstandard der Fa- milie während des Zusammenlebens. Die Berufungsgegnerin beantragte erst- instanzlich die Zuweisung der Liegenschaft zur alleinigen Nutzung an sich und die Kinder (Vi-act.1, Rechtsbegehren Ziff. 3). Der Berufungsführer schloss sich diesem Antrag an (Vi-act. 5, Rechtsbegehren Ziff. 3), womit er die An- rechnung der bisherigen Wohnkosten im Bedarf der Berufungsgegnerin aner- kannte. Am 14. April 2020 verfügte der Vorderrichter (superprovisorisch) die Kantonsgericht Schwyz 9 Zuweisung der ehelichen Liegenschaft an die Berufungsgegnerin zur aussch- liesslichen Benutzung für sich und die Kinder während der Dauer des Ge- trenntlebens (Vi-act. 2, Dispositiv-Ziff. 2.1.3). Die eheliche Liegenschaft wurde jedoch Ende Juli 2020 verkauft (Vi-act. 37, Aussage Berufungsgegnerin, Frage 5 f.). Die Berufungsgegnerin bewohnt zusammen mit den Söhnen seit dem 1. Juli 2020 (Vi-act. 37, Fragen 17 f.) eine Mietwohnung mit einem Mietzins von 3‘315.00 zuzüglich der Miete eines Einstellplatzes von Fr. 150.00 (Vi-act. 14/1). Die Wohnkosten liegen damit effektiv tiefer als es der bisherige Lebensstandard erlauben würde. Auch wenn die Berufungsgegnerin in ihrer derzeitigen Wohnung bleiben möchte (Vi- act. 37, Fragen 27 f.), hat sie dennoch – jedenfalls während des laufenden Scheidungsverfahrens – Anspruch auf Beibehaltung des bisherigen ehelichen Lebensstandards. Dies anerkannte ursprünglich auch der Berufungsführer, indem er die Zuteilung der Liegenschaft an die Berufungsgegnerin während des Scheidungsverfahrens beantragte (Vi-act. 5, Rechtsbegehren Ziff. 3 sowie Tragung der Kosten durch die Berufungsgegnerin S. 14), sodass auch er da- von ausgehen musste, dass weiterhin Wohnkosten in der bisherigen Höhe anfallen würden. Deshalb ist für die Bemessung des Unterhalts nicht auf die effektiven Ausgaben abzustellen (vgl. Urteil BGer 5A_385/2012 und 5A_389/2012 vom 21. September 2012, E. 6.5), sondern auf die ausgewiese- nen Wohnkosten während des Zusammenlebens. Die Berechnung der Vor- instanz – aufgrund des um eine Person verkleinerten Haushalts um 25 % re- duzierte Wohnkosten von Fr. 4‘650.00 – erscheint damit angemessen. Der Berufungsführer rechnet die Mietkosten des Pilatesstudios ebenfalls zu den Wohnkosten, weil sich das Studio zunächst in der ehelichen Liegenschaft befunden habe (KG-act. 1, S. 6). Wie noch festzustellen sein wird, unterrichte- te die Berufungsgegnerin jedoch bloss zu Beginn ihrer Selbständigkeit in der ehelichen Liegenschaft. Auf den vom Berufungsführer eingereichten Fotos befinden sich verschiedene Fitness-Kleingeräte („Ballettstangen“, Fitnessmat-Kantonsgericht Schwyz 10 ten, Hocker) in einem Raum mit anderen Einrichtungsgegenständen (KG- act. 9/1). Diese Geräte sind ohne Weiteres transportabel. Ob der abgebildete Raum ausschliesslich für die Pilatesstunden oder ebenfalls als Wohnraum genutzt wurde, ist nicht ersichtlich. Ebenso wenig ist feststellbar, ob die Fotos lediglich zu Werbezwecken angefertigt wurden (vgl. die Behauptung der Beru- fungsgegnerin in KG-act. 11, S. 6) und die Pilatesstunden effektiv nicht in die- sem Raum stattfanden. Jedenfalls befinden sich die Fitnessgeräte auf den von der Berufungsgegnerin eingereichten Fotos in einem anderen Raum, angeb- lich in der ehemaligen Waschküche (KG-act. 11/8). Es ist nicht definitiv beur- teilbar, ob die Berufungsgegnerin tatsächlich in der ehelichen Liegenschaft während einer gewissen Zeit über ein konstant eingerichtetes Pilatesstudio verfügte, das nur zu diesem Zweck gebraucht wurde. Zudem betrieb sie be- reits in den Jahren 2010-2013 ein externes Pilatesstudio, das sie vor ihrem Wegzug nach Italien verkauft hatte (Vi-act. 37, Fragen 64 und 68-72), sodass glaubhaft ist, dass die Benutzung eines Raumes der ehelichen Liegenschaft lediglich dem anfänglichen Aufbau der Selbständigkeit diente und sie die Tätigkeit langfristig wieder in einer separaten Lokalität ausführen wollte. Nachdem die Berufungsgegnerin ihr erstes Pilatesstudio während des Zu- sammenlebens betrieb, ist davon auszugehen, dass der Berufungsführer mit diesem Betriebskonzept einverstanden war, sodass der Berufungsgegnerin in Nachachtung des Lebensstandards ein separates Studio zugutezuhalten ist. Die Berufung ist demnach in diesem Punkt abzuweisen. b) Zu den Reinigungskosten hielt die Vorinstanz fest, in den Akten lägen diverse Rechnungen der P.________ GmbH für die Monate Juni bis Oktober 2019. Die Berufungsgegnerin habe Anspruch auf eine gleichartige Wohnsitua- tion wie während des Zusammenlebens. Die Putzhilfe habe unbestrittener- massen zum bisherigen Lebensstandard und damit zum gebührenden Bedarf gehört, weshalb die Kosten für eine Putzhilfe anzurechnen seien. Ausgehend von den bisherigen Kosten von Fr. 4‘202.10 für fünf Monate, durchschnittlich Fr. 840.00 pro Monat, jedoch reduziert um 25 % aufgrund des verkleinerten Kantonsgericht Schwyz 11 Haushaltes, seien Kosten in der Höhe von monatlich Fr. 630.00 anzurechnen (angef. Verfügung, E. 5.2.3.2). Der Berufungsführer macht geltend, die von der Berufungsgegnerin einge- reichten Rechnungen seien nicht an die Parteien, sondern an das Pilates Stu- dio adressiert. Dies zeige, dass ein nicht unerheblicher Teil der geltend ge- machten Reinigungskosten nicht privat, sondern im Zusammenhang mit der Reinigung des Studios angefallen seien. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, rechtfertige es sich, neben der Reduktion infolge verkleinerten Haus- halts eine zusätzliche Reduktion von 25 % vorzunehmen, womit die Reini- gungskosten mit Fr. 420.00 pro Monat zu veranschlagen seien (KG-act. 1, S. 6). Die Rechnungen der P.________ GmbH für die Monate Mai bis November 2019 (KG-act. 11/9; vgl. Juni bis Oktober 2019 in Vi-act. 9/5, ZES 19 615) sind durchwegs an die Q.________ AG (Handelsregisterauszug in Vi-act. 1/23) adressiert. Ohne die offensichtlich nicht jeden Monat durchgeführte Fenster- reinigung von Fr. 880.00 im Juli betrug der durchschnittliche Rechnungsbetrag in den Monaten Mai bis August Fr. 672.34. In den Monaten nach Bezug des externen Pilatesstudios, d.h. von September bis November 2019, stieg der Rechnungsbetrag auf durchschnittlich Fr. 786.63. Folglich kann der anfänglich in der ehelichen Liegenschaft ausgeübte Pilatesunterricht nicht zu (wesentlich) erhöhten Reinigungskosten geführt haben. Eine weitere Reduktion der Reini- gungskosten aufgrund des inzwischen im separaten Studio stattfindenden Pilatesunterrichtes rechtfertigt sich folglich nicht. Die Berufung ist in diesem Punkt ebenfalls abzuweisen. c) Die Vorinstanz rechnete der Berufungsgegnerin aufgrund einer Rech- nung für die Dentalhygiene, welche die Berufungsgegnerin zwei Mal pro Jahr vornehmen lasse, einen Betrag von Fr. 240.00 pro Jahr an. Hinzu addierte sie, ausgehend von einer Kostenschätzung von Fr. 3‘649.55, die nicht jährlich an-Kantonsgericht Schwyz 12 falle, sondern auf drei Jahre aufgeteilt wurde, Zahnarztkosten von monatlich Fr. 100.00. Insgesamt betrage die Position Zahnarzt/Dentalhygiene Fr. 120.00 (angef. Verfügung, E. 5.2.3.9). Der Berufungsführer anerkennt Kosten für zwei Dentalreinigungen pro Jahr von insgesamt Fr. 240.00 bzw. Fr. 20.00 pro Monat. Die Kosten für die angeb- liche Zahnbehandlung würden sich hingegen auf einen Kostenvoranschlag vor zwei Jahren stützen. Die Berufungsgegnerin habe nicht glaubhaft gemacht, dass sie diese Zahnbehandlung tatsächlich in Angriff genommen habe. Man- gels Belegen müsse davon ausgegangen werden, dass die Behandlung nicht begonnen worden sei, weshalb es sich nicht rechtfertige, diese rückwirkend oder künftig, für eine unbestimmte Dauer, im Bedarf aufzunehmen (KG-act. 1, S. 6). Die Berufungsgegnerin verwies für ihre Zahnarztkosten auf die Kostenschät- zung von Dr. med. dent. E.________ vom 17. April 2019 über Fr. 3‘649.55 (Vi- act. 9/7 in ZES 19 615 = Vi-act. KB 29; Verweis in Vi-act. 1, S. 30). An der Parteibefragung sagte sie aus, alle zwei Jahre habe sie etwas „reparieren“ lassen müssen (Vi-act. 37, Frage 232 f.). Die letzte Rechnung sei um die Fr. 4‘000.00 gewesen (Frage 234, vgl. 237). Auf die Frage, ob das ausseror- dentlich gewesen sei, antwortete sie, sie habe schon ein paar (Rechnungen) gehabt, nicht alle zwei Jahre, aber leider alle drei, vier Jahre (Frage 238). Der Berufungsführer antwortete auf die Frage nach den Zahnarztkosten der Beru- fungsgegnerin, sie habe auf die Scheidung hingearbeitet und ihn genötigt, dass er das zahlen müsse (Vi-act. 37, Frage 87). Der Berufungsführer bestritt damit nicht, dass für die Berufungsgegnerin regelmässig, alle drei bis vier Jah- re, grössere Zahnarztrechnungen anfielen. Zweitinstanzlich macht die Beru- fungsgegnerin geltend, die Rechnung des Kostenvoranschlages von Fr. 3‘649.00 habe der Berufungsführer bezahlt und die Rechnung für sich be- halten (KG-act. 7, S. 7), was angesichts der erstinstanzlichen Aussage des Berufungsführers glaubhaft erscheint. Ein Betrag von monatlich Fr. 100.00 Kantonsgericht Schwyz 13 erweist sich angesichts der im Recht liegenden Rechnung als angemessen. Die Berufung ist auch in diesem Punkt abzuweisen. d) Zur Position Hausrat- und Haftpflichtversicherung hielt die Vorinstanz fest, die Berufungsgegnerin mache einen Betrag von Fr. 308.00 geltend, rei- che allerdings keine Belege ein, weil der Berufungsführer im Besitze der Poli- ce sei. Der Berufungsführer anerkenne Fr. 60.00 und habe an der Parteibe- fragung angegeben, die Hausrat- und Haftpflichtversicherung sei teuer gewe- sen, man käme (kombiniert) sicher auf Fr. 1‘000.00 pro Monat. Die Beru- fungsgegnerin habe Anspruch auf den bisherigen Lebensstandard. Unter Berücksichtigung des kleineren Haushaltes und Hausrates sowie dass bei einem Mietverhältnis die Gebäudeversicherung wegfalle, würden monatliche Auslagen von Fr. 100.00 angemessen erscheinen (angef. Verfügung, E. 5.2.3.12). Der Berufungsführer wendet ein, zum bisherigen Lebensstandard gehöre nur, dass die Berufungsgegnerin Anspruch auf eine Hausrat- und Haftpflichtversi- cherung habe, nicht jedoch, dass ihr höhere als die effektiven Kosten ange- rechnet würden. Jährliche Kosten von Fr. 720.00 bzw. Fr. 60.00 pro Monat seien üblich und angemessen. Höhere Kosten seien nicht glaubhaft, ge- schweige denn nachgewiesen. Ein Nachweis wäre ihr zumutbar und möglich gewesen, zumal sie über eine eigene Wohnung verfüge, weshalb sie auch im Besitze einer eigenen Versicherungspolice sei (KG-act. 1, S. 7). Wie bereits die Vorinstanz festhielt, bestehen weder Unterlagen zur Hausrat- und Haftpflichtversicherung für die eheliche Liegenschaft noch solche für die Mietwohnung der Berufungsgegnerin. Der Berufungsführer sagte an der Par- teibefragung, kombiniere man die Hausrat- mit der Haftpflichtversicherung, dann sei dies mit allem teuer. Das seien sicher Fr. 1‘000.00 pro Monat gewe- sen (Vi-act. 37, Fragen 24-26). Die Berufungsgegnerin hätte demnach grundsätzlich Anspruch auf Weiterführung einer eher gehobenen Hausrat- und Kantonsgericht Schwyz 14 Haftpflichtversicherung. Der von der Vorinstanz geschätzte Betrag von Fr. 100.00 pro Monat erscheint angesichts des kleineren Haushaltes in einer Mietwohnung anstatt einer Liegenschaft und des Wegfalls der Gebäudeversi- cherung angemessen. Der Einwand des Berufungsführers ist abzuweisen. e) Zu den Mobilitätskosten erwog die Vorinstanz, ein bzw. zwei Fahrzeuge hätten unbestrittenermassen zum Lebensstandard gehört. Die Prämienrech- nung der Versicherung, der Leasingvertrag und die Rechnung für die Stras- senverkehrssteuer lägen im Recht. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Beru- fungsgegnerin zurzeit auf ein Auto angewiesen sei und worüber (über welches Geschäfts-/Privatkonto) die Kosten bezahlt worden seien. Sie habe entspre- chend dem zuletzt gemeinsam gelebten Standard Anspruch auf die für ein Fahrzeug anfallenden Kosten. Ausgehend von jährlich 30‘000 gefahrenen Kilometern seien monatliche Kosten von total Fr. 800.00 (inkl. Benzin) anzu- rechnen (angef. Verfügung, E. 5.2.3.14). Der Berufungsführer moniert, die Berufungsgegnerin verbuche sämtliche Fahrzeugkosten über ihr Geschäft. Im Bedarf seien nur solche Fahrzeugkos- ten aufzunehmen, die im Zusammenhang mit dem Privatgebrauch des Fahr- zeugs anfallen würden. Es erscheine angemessen, monatliche Kosten von Fr. 360.00 zu berücksichtigen. Diese Kosten seien ihr andererseits als Ein- kommen aufzurechnen. Anerkannt seien für die Benutzung des öffentlichen Verkehrs Kosten in der Höhe von Fr. 40.00 pro Monat (KG-act. 1, S. 7 f.). Unbestritten ist, dass die Nutzung eines geleasten Fahrzeuges je Ehegatte dem ehelichen Lebensstandard entsprach (vgl. Aussage Berufungsgegnerin: Vi-act. 37, Fragen 190-202). Die Kosten für das aktuelle Fahrzeug der Beru- fungsgegnerin (Leasingvertrag, Strassenverkehrssteuer: Vi-act. 1/30; Motor- fahrzeugversicherung: Vi-act. 9/1) lauten auf die R.________ GmbH. In deren Bilanz 2019 sind Leasingverbindlichkeiten aufgeführt (Vi-act. 9/2, Position 2420). Die Bilanz 2020 enthält Positionen Leasingverbindlichkeiten (Vi-Kantonsgericht Schwyz 15 act. 9/3, Position 2420) und in der Erfolgsrechnung 2020 sind die Aufwandpo- sitionen Fahrzeug Rep., Service (Position 6200), Fahrzeug Benzin (Position 6210) sowie Fahrzeug Steuern, Gebühren (Position 6230) aufgelistet (Vi- act. 9/3). Damit ist nachgewiesen, dass die Berufungsgegnerin die Fahrzeug- kosten über ihr Unternehmen abrechnet. Die Vorinstanz berücksichtigte die- sen Umstand jedoch insofern, als sie die Autokosten vom Geschäftsverlust abzog, weil diese bereits im gebührenden Bedarf berücksichtigt worden seien (angef. Verfügung, E. 6.2.2.2, lit. a in fine und lit b in fine). Werden die Fahr- zeugkosten aus der Geschäftsrechnung gestrichen, sind der Berufungsgegne- rin die Kosten im Bedarf anzurechnen, was die Vorinstanz korrekterweise tat. Die Berufungsgegnerin fährt zwar mit dem Privatauto zur Arbeit (Vi-act. 37, Frage 127). Der Arbeitsweg ist aber sehr kurz (vgl. die Adresse im Mietver- trag: Vi-act. 9/1) und sie benutzte ihr Fahrzeug bisher privat intensiv für Ein- käufe, den Schulweg der Kinder sowie einige Langstrecken (Deutschland, Italien, Schweden); insgesamt ca. 30‘000 km pro Jahr (Via-ct. 37, Fragen 196- 202). Vor diesem Hintergrund erscheint die berufliche Nutzung des Autos ge- ring, sodass die gesamten Fahrzeugkosten im Bedarf anzurechnen sind. Mit dem öffentlichen Verkehr fuhr die Berufungsgegnerin lediglich nach Mailand (Vi-act. 37, Fragen 188 f.). Regelmässig anfallende, wesentliche Kosten für den öffentlichen Verkehr sind damit nicht glaubhaft, weshalb sie nicht zu berücksichtigen sind. Auch in diesem Punkt ist die Berufung daher abzuwei- sen. f) Zum Sommerhaus in Schweden erwog die Vorinstanz, es müsse davon ausgegangen werden, dass dieses gewisse Kosten verursache. Nachdem der Berufungsführer die von der Berufungsgegnerin geltend gemachten Kosten nicht substantiiert bestreite, jedoch vorbringe, er habe auch Anspruch, diese Liegenschaft nutzen zu können, werde ein Anteil von monatlich Fr. 120.00 als plausibel erachtet (angef. Verfügung, E. 5.2.3.21).Kantonsgericht Schwyz 16 Der Berufungsführer macht geltend, die Feststellung, wonach die Kosten für das Ferienhaus unbestritten geblieben seien, sei aktenkundig falsch. Weil die Berufungsgegnerin die geltend gemachten Kosten nicht substantiiert bzw. glaubhaft gemacht habe, seien in ihrem Bedarf keine solchen Kosten zu berücksichtigen. Des Weiteren werde das Ferienhaus derzeit zwangsverstei- gert und stünde beiden Parteien nicht mehr zur Verfügung, womit in diesem Zusammenhang auch künftig keine Kosten mehr anfielen (KG-act. 1, S. 8). Die Berufungsgegnerin reichte verschiedene Rechnungen auf Schwedisch ein (Vi-act. KB 41; vgl. auch Vi-act. 9/10 in ZES 19 615). Rechnungssteller sind zumeist „F.________“ und „G.________“, sodass die Behauptung, es handle sich um Stromrechnungen, plausibel erscheint. Die Berufungsgegnerin ant- wortete an der Parteibefragung, für das Cottage in Schweden fielen ca. Fr. 200.00 bis Fr. 300.00 pro Monat an. Es müsse immer geheizt werden (Vi-act. 37, Fragen 213-216). Auf Vorhalt dieser Angaben antwortete der Beru- fungsführer, wahrscheinlich komme man gemeinsam für den Strom mit Fr. 200.00 pro Monat durch. Es brauche sonst keinen Unterhalt (Vi-act. 37, Frage 93). Der Berufungsführer anerkannte damit Stromkosten von (mindes- tens) monatlich Fr. 200.00. Angesichts des Umstandes, dass beide Parteien Anspruch auf Nutzung eines (gemeinsamen) Ferienhauses haben, erscheint der von der Vorinstanz eingesetzte Betrag von Fr. 120.00 angemessen. Beide Parteien scheinen das Sommerhaus in Schweden verkaufen zu wollen (vgl. die Parteiaussage es Berufungsführers in Vi-act. 37, Frage 92 und das Schreiben der Rechtsanwältin der Berufungsgegnerin vom 31. März 2021 in KG-act. 1/2). Für die Unterhaltsbemessung ist jedoch der bisherige Lebens- standard der Parteien massgebend, auf dessen Weiterführung die Berufungs- gegnerin im Rahmen der vorsorglichen Massnahmen Anspruch hat. Die Beru- fungsgegnerin gab denn auch an, dass sie seit 2016 häufig die ganzen Som- merferien im Cottage in Schweden verbracht hätten (Vi-act. 37, Fragen 203 f.). Wird das gemeinsame Sommerhaus in Schweden tatsächlich verkauft, Kantonsgericht Schwyz 17 hat die Berufungsgegnerin Anspruch auf Nutzung eines vergleichbaren Fe- rienhauses. Die entsprechenden Kosten sind daher einstweilen weiterhin im Bedarf aufzuführen. Der Einwand des Berufungsführers ist somit abzuweisen. g) Zur Position Abzahlung S.________ hielt die Vorinstanz fest, es seien verschiedene (zitierte) Zahlungen je im Umfang von Fr. 200.00 ausgewiesen, weshalb ein Betrag von monatlich Fr. 200.00 für die Abzahlung der Weiterbil- dung zu berücksichtigen sei (angef. Verfügung, E. 5.2.3.15). Der Berufungsführer macht geltend, es handle sich nicht um eheliche Schul- den, weshalb diese auch nicht im Bedarf zu berücksichtigen seien. Zudem datiere die letzte Rechnung vom 3. Januar 2020. Es sei daher davon auszu- gehen, dass die Schuld ab diesem Zeitpunkt vollständig getilgt worden sei und deshalb keine Zahlungen mehr angefallen seien, sodass sich eine Berücksich- tigung dieser Kosten nicht rechtfertige (KG-act. 1, S. 8 f.). Monatliche Ratenzahlungen zwischen dem 28. Februar 2019 und dem 3. Ja- nuar 2020 (ausser Dezember 2019) sind ausgewiesen (Vi-act. 5/15). Die T.________ der Universität S.________ bestätigte mit Schreiben vom 27. April 2021, dass die Berufungsgegnerin für den Kurs AA.________ zwischen dem 3. April 2018 und dem 29. Dezember 2010 den Betrag von Fr. 6‘000.00 bezahlt habe. Per 26. April 2021 sei noch der Betrag von Fr. 18‘000.00 ge- schuldet (KG-act. 7/6). Die Ratenzahlungen von monatlich Fr. 200.00 sind damit einerseits nachgewiesen und dauern andererseits noch an (vgl. auch die Aussagen der Berufungsgegnerin: Vi-act. 37, Fragen 286-289). Entgegen der Behauptung des Berufungsführers wurde die Schuld demnach nicht be- reits am 3. Januar 2020 vollständig getilgt. Rechtsprechungsgemäss gehen persönliche, nur einen der Ehegatten treffen- de Schulden gegenüber Dritten der familienrechtlichen Unterhaltspflicht nach und gehören nicht zum Existenzminimum. Zum Bedarf hinzuzurechnen sind Kantonsgericht Schwyz 18 grundsätzlich nur diejenigen regelmässig abbezahlten Schulden, welche die Ehegatten für den gemeinsamen Lebensunterhalt aufnahmen oder für die sie solidarisch haften (Urteil BGer 5A_780/2015 vom 10. Mai 2016, E. 2.7; vgl. BGE 127 III 289, E. 2.a/bb; vgl. Urteil BGer 5A_816/2014 vom 3. März 2015, E. 4.2). Die Berufungsgegnerin sagte an der erstinstanzlichen Befra- gung sinngemäss, nachdem sie aus Florenz wieder in die Schweiz gekommen sei, habe sie gedacht, die Weiterbildung könnte eine Möglichkeit sein, wieder in die Finanzwelt zurückzukehren. Nach Beginn des Eheschutzverfahrens habe sie sich für diese Ausbildung entschlossen. Sie habe danach versucht, bei Banken Fuss zu fassen und sich bei der V.________ AG (Bank III), bei W.________ (Bank IV) und bei der X.________ (Bank V) beworben, was aber nicht erfolgreich gewesen sei (Vi-act. 37, Fragen 78, 83-86). Die Schuld ent- stand somit zwar erst während des Getrenntlebens. Weil die Berufungsgegne- rin bereits am 12. September 2017 ein erstes Eheschutzverfahren einleitete (vgl. angef. Verfügung, E. B), die Fortführung der Ehe somit bereits damals fraglich erschien, und die beiden Kinder bereits vierzehn und zwölf Jahre alt waren, war die Berufungsgegnerin aber gehalten, ihre Arbeitskraft (im Hinblick auf eine allfällige zukünftige Unterhaltsstreitigkeit) bestmöglich auszunutzen (vgl. BGE 147 III 265, E. 7.4, „besondere Anstrengungspflicht“). Angesichts ihrer Ausbildung (deutscher Universitätsabschluss in Betriebswirtschaftslehre, Vi-act. 27, Frage 55) und der erfolgreichen beruflichen Tätigkeit (bei verschie- denen, teilweise internationalen Banken in unterschiedlichen Ländern, Vi- act. 37, Frage 57) vor der Kinderpause erscheint die absolvierte Weiterbildung im Hinblick auf den Wiedereinstieg in die bisherige Berufswelt angebracht. Nach einer langen Ehe mit klassischer Rollenteilung und ehebedingten Be- rufsnachteilen der vorher erfolgreich tätigen Berufungsgegnerin erscheint es angemessen, dass der Berufungsführer im Rahmen seiner ehelichen Unter- stützungspflicht (Art. 163 ZGB) die Kosten des beruflichen Wiedereinstiegs seiner Ehefrau mitzutragen hat, zumal sie damit in vernünftiger Weise ihre künftige wirtschaftliche Selbständigkeit zu erlangen versuchte und die finanzi- ellen Mittel hierfür vorhanden sind. Schliesslich dienen Massnahmen zur be-Kantonsgericht Schwyz 19 ruflichen Wiedereingliederung eines Ehegatten während des Eheschutz- bzw. Scheidungsverfahrens insofern dem gemeinsamen Lebensunterhalt, als damit die finanziellen Mittel der Familie erhöht werden. Aus diesen Gründen rechtfertigt es sich, die regelmässige Schuldentilgung im Bedarf der Beru- fungsgegnerin aufzunehmen, selbst wenn es sich nicht um eheliche Schulden handeln würde. Auch diesbezüglich ist die Berufung abzuweisen. h) Die Vorinstanz nahm die Schulkosten von monatlich Fr. 3‘000.00 je Kind für die L.________ im Bedarf der Kinder auf (angef. Verfügung, E. 5.2.4.13). Der Gesuchsteller anerkennt dies grundsätzlich, macht aber geltend, J.________ werde die Schule per 17. Juni 2021 beendet haben. Die Schul- kosten seien ab diesem Zeitpunkt aus seinem Bedarf zu streichen. Der weite- re Ausbildungsweg von J.________ sei ungewiss und allfällige künftige Aus- bildungskosten seien unbekannt, weshalb ab 1. Juli 2021 keine weiteren Aus- bildungskosten zu berücksichtigen seien. J.________ solle den weiteren Aus- bildungsweg mit ihm besprechen und sich mit ihm auf allfällige Kosten einigen (KG-act. 1, S. 9). Dem Kontoauszug der L.________ vom 31. März 2020 ist zu entnehmen, dass beide Kinder bereits im Jahr 2013 und (nach dem Italienaufenthalt) in den Jahren 2017-2020 diese Schule besuchten (Vi-act. 5/8). Der Berufungs- führer anerkannte erstinstanzlich die Schulkosten von J.________ an der L.________ von monatlich Fr. 3‘000.00 (Vi-act. 5, S. 90; für K.________: Vi- act. 5, S. 93; KG-act. 1, S. 9). Die Schulkosten gehörten somit zum bisheri- gen, vom Berufungsführer anerkannten Lebensstandard der Familie, auf des- sen Fortführung während des Scheidungsverfahrens auch J.________ An- spruch hat. Die tatsächlichen Verhältnisse änderten sich insofern, als J.________ inzwischen (im Sommer 2021) die Schule abschloss. Die Beru- fungsgegnerin sagte erstinstanzlich aus, in der Schweiz könne J.________ nicht studieren. J.________ habe eine andere Form von Examen (IB) ge- macht, nicht die Matura. Aufgrund seiner Lernstörung hätte J.________ in der Kantonsgericht Schwyz 20 Schweiz keine Matura machen können. In der Schweiz müsste man mit IB top Noten haben und die meisten Ausbildungen seien auf Deutsch. Es gebe ein paar wenige (Vi-act. 37, Frage 390). Y.________ von der L.________ bestätigte mit E-Mail vom 28. Mai 2021, dass J.________ die Zulassungsvor- aussetzungen für eine öffentliche Schweizer Uni nicht erfülle. Er habe dies auch in seinem Schulplan der zehnten Klasse nicht geplant, wie aus dem Schulplanformular der zwölften Klasse ersichtlich sei (KG-act. 11/15). Damit ist glaubhaft, dass J.________ mit seinem Abschluss an der L.________ kaum in der Schweiz studieren könnte. Wurde ein bestimmter Lebensplan für ein Kind bewusst angelegt oder zumindest praktiziert, ist dessen Kontinuität mit Blick auf das Kindeswohl zu schützen (Breitschmid, a.a.O., N 23 zu Art. 285 ZGB; Urteil BGer 5A_159/2009 vom 16. Oktober 2009, E. 4.2; Urteil BGer 5A_288/2009 vom 10. September 2009, E. 4.2). Damit hat J.________ grundsätzlich Anspruch auf Weiterführung seines Ausbildungsplanes, der ein Studium an einer ausländischen Universität umfasst. Bereits insofern ist glaubhaft, dass auch nach Abschluss der L.________ im Sommer 2021 Aus- bildungskosten für J.________ anfallen. Der Berufungsführer flog Mitte Februar 2020 mit J.________ nach Montreal in Kanada, um Universitäten zu besichtigen (KG-act. 7/10, S. 3). Der Berufungs- führer gab zu, dass diese Reise der Evaluation einer möglichen Universität im Falle eines Studiums in Kanada diente (KG-act. 9, S. 8). Er lehnt ein Studium von J.________ nicht ab (vgl. KG-act. 9, S. 9), ist jedoch der Ansicht, J.________ solle zuerst als Durchdiener ein Zwischenjahr im Militär machen, das täte ihm gut. Die Uni laufe ihm nicht davon (Vi-act. 37, Fragen 189, 191). Mit der Aktennotiz per E-Mail vom 6. März 2020 hielt der Berufungsführer fest, beim gleichentags stattgefundenen Meeting mit verschiedenen Personen sei es darum gegangen, dass erarbeitet werde, wie und ob die gewünschte Aus- bildung von J.________ in Kanada, Z.________, umgesetzt werden könne (KG-act. 7/10). Dies deutet darauf hin, dass der Berufungsführer mit einem Studium in Kanada einverstanden wäre. Das angebliche Wahlfachformular der Kantonsgericht Schwyz 21 Universität in Kanada, das der Berufungsführer unterschrieben haben soll (KG-act. 7/10, S. 2), ist unleserlich, sodass daraus keine Zustimmung des Berufungsführers abgeleitet werden kann. Es erübrigte sich aber, das Formu- lar leserlich einzufordern, nachdem der Berufungsführer wusste, dass J.________ wenn, dann im Ausland studieren muss, ein Studium nicht grundsätzlich ablehnt und mit J.________ Universitäten in Kanada besuchte. Damit ist glaubhaft, dass er dem Vorhaben von J.________ nicht gänzlich entgegenstand. Die I.________ liess J.________ mit Schreiben vom 18. Februar 2021 für den Studiengang Management & Organizational Studies zu (KG-act. 7/9). Mit Schreiben vom 11. März 2021 wurde ihm der Eintritt in den Studiengang „Ba- chelor of Arts, Major in Economics, Faculty of Arts & Sciences“ der Z.________ angeboten (KG-act. 11/18). J.________ informierte den Beru- fungsführer per Kurznachricht, dass er das Angebot der Universität in Kanada angenommen habe (undatierte Nachricht: KG-act. 11/19). Gemäss Facebook- Eintrag der Berufungsgegnerin reiste J.________ tatsächlich nach Kanada (KG-act. 27/1). Somit steht der weitere Ausbildungsweg von J.________ fest, weshalb glaubhaft ist, dass in den nächsten Jahren Kosten für die Universität in Kanada anfallen werden. Schul- bzw. Ausbildungskosten sind typische Be- darfspositionen von Kindern (vgl. BGE 147 III 265, E. 7.2), die bei der Unter- haltsberechnung zu berücksichtigen sind. Weil der inzwischen mündige J.________ seine Zustimmung erteilte, dass die Berufungsgegnerin seine Unterhaltsbeiträge im vorliegenden Verfahren auch über seine Volljährigkeit hinaus geltend macht (Vi-act. 39; angef. Verfügung, E. 5.2.1), muss sich J.________ nicht (wie dies der Berufungsführer geltend macht, KG-act. 1, S. 9) aussergerichtlich mit seinem Vater über die Kosten einigen. Die effektive Höhe dieser Kosten ist zwar nicht nachgewiesen. J.________ hat aber, wie bereits erwähnt, Anspruch auf Weiterführung seines bereits mit dem Besuch der L.________ angelegten Lebensplanes (Breitschmid, a.a.O., N 23 zu Art. 285 ZGB; Urteil BGer 5A_159/2009 vom 16. Oktober 2009, E. 4.2; Urteil Kantonsgericht Schwyz 22 BGer 5A_288/2009 vom 10. September 2009, E. 4.2) sowie Anspruch auf Be- teiligung an der guten Lebensstellung des Berufungsführers (Schweighauser, in: FamKomm Scheidung, Bern 2017, N 27 f. zu Art. 285 ZGB). Angesichts der im Vergleich zur Schweiz höheren Universitätskosten in Kanada (vgl. KG- act. 7/9, S. 2) erscheint ein Betrag von monatlich Fr. 3‘000.00 angemessen. Die Berufung ist in diesem Punkt ebenfalls abzuweisen. i) Zusammenfassend sind die Rügen des Berufungsführers betreffend den Bedarf der Berufungsgegnerin und der beiden Söhne vollumfänglich abzuwei- sen, sodass es bei der vorinstanzlichen Berechnung bleibt. 4. Die Vorinstanz ging davon aus, dass der Berufungsführer im Hinblick auf den bisherigen Lebensstandard leistungsfähig sei, ohne sein Einkommen, das der Berufungsführer selber mit höchstens Fr. 28‘000.00 zzgl. Ausbildungszu- lagen pro Monat angegeben habe, definitiv festzulegen (angef. Verfügung, E. 6.1). Dies ist im Anwendungsbereich der einstufig-konkreten Unterhaltsbe- rechnung zulässig und nicht umstritten. Das Einkommen der Kinder besteht in den Kinderzulagen von je Fr. 250.00 ab 1. Mai 2020, was ebenso wenig um- stritten ist (angef. Verfügung, E. 6.2.3). Der Berufungsführer moniert aber das der Berufungsgegnerin angerechnete Einkommen. a) Die Vorinstanz erwog zum Einkommen der Berufungsgegnerin, vom 4. Februar 2019 bis am 29. August 2019 (als sie zu Hause Pilates unterrichte- te) seien auf das Konto der H.________ GmbH Einnahmen von knapp Fr. 17‘700.00 eingezahlt worden. Ab Bezug des Pilatesstudios per 1. Septem- ber 2019 seien im Jahr 2019 rund Fr. 12‘000.00 eingegangen. Gemäss Bilanz der R.________ GmbH seien für das Jahr 2019 Einnahmen von Fr. 2‘560.00 verbucht, und diese stünden einem Verlust von Fr. 6‘917.60 gegenüber. Die- ser Verlust sei mindestens um die Ausgaben, die bereits im Bedarf berück- sichtig worden seien (Abzahlung S.________, Autokosten, Jahresgebühr U.________), zu reduzieren (angef. Verfügung, E. 6.2.2.2 lit. a). Zwischen Kantonsgericht Schwyz 23 dem 3. Januar 2020 und 31. August 2020 seien auf das Konto der H.________ GmbH Einzahlungen von Drittpersonen von Fr. 1‘460.00 und von der Arbeitslosenkasse von Fr. 5‘369.05 erfolgt. Auf das Konto der R.________ GmbH seien vom 1. Januar 2020 bis am 30. Juni 2002 Einnahmen von Pri- vatpersonen von Fr. 17‘427.00 eingegangen. Gemäss Zwischenabschluss der R.________ GmbH hätten die Einnahmen per 30. Juni 2020 Fr. 17‘465.00 für Pilates normal und Fr. 1‘708.00 für Pilates Streaming betragen. Im zweiten Halbjahr seien von Privatpersonen Fr. 49‘074.00 eingegangen. Im Jahr 2020 sei von Totaleinnahmen von Privatpersonen von knapp Fr. 65‘000.00 auszu- gehen. Zusätzlich habe die Berufungsgegnerin eine Auszahlung der Arbeitslo- senkasse von Fr. 5‘369.05 erhalten. Im Jahr 2020 sei von Bruttoeinnahmen von rund Fr. 70‘300.00 auszugehen (angef. Verfügung, E. 6.2.2.2 lit. b). Die Bruttoeinnahmen im Jahr 2020 würden auf ein gut angelaufenes Pilatesstudio hindeuten. Dass trotzdem kein Gewinn und kein Einkommen habe erwirtschaf- tet werden können, hinterlasse gewisse Fragezeichen. Es sei davon auszuge- hen, dass die Berufungsgegnerin einige ihrer Ausgaben über ihr Geschäft abwickle. Für die Zeit von anfangs Februar 2019 bis am 31. August 2019, als die Berufungsgegnerin Pilates zu Hause unterrichtet habe, seien Fr. 17‘700.00 eingegangen. Ab Bezug des Pilatesstudios ab 1. September 2019 bis Ende 2020 seien Einnahmen von rund Fr. 82‘000.00 eingegangen. Für den Beginn des Jahres 2021 bzw. ab 18. Dezember 2020 sei aufgrund der aktuellen Lage (Covid19) und dem voraussichtlich bis mindestens April 2021 geschlossenen Pilatesstudio von keinen Einnahmen auszugehen. Anfangs Februar 2019 bis Ende August 2019 dürften marginale Kosten angefallen sein. Fixkosten für das Pilatesstudio seien erst ab September 2019 angefallen. Totale Fixkosten ab 1. September 2019 von Fr. 1‘820.00 bzw. ab 1. März 2020 von Fr. 1‘970.00 seien ausgewiesen. Auslagen von rund Fr. 3‘000.00 würden plausibel er- scheinen. Es sei glaubhaft, dass während des Betriebs des Pilatesstudios ab 1. September 2019 bis Ende 2020 monatlich Auslagen für Kundenextras an- gefallen seien. Ausgaben im Zusammenhang mit dem Pilatesstudio inkl. der Kundenextras von rund Fr. 3‘500.00 seien plausibel. Ab Bezug des Pilatess-Kantonsgericht Schwyz 24 tudios bis Ende April 2021 sei von Bruttoeinnahmen von rund Fr. 82‘000.00 auszugehen. Bei monatlich durchschnittlichen Auslagen von Fr. 3‘500.00 dürf- ten monatliche Nettoeinnahmen von Fr. 600.00 angefallen sein (Fr. 82‘000.00/20 – Fr. 4‘500.00). Es rechtfertige sich, Nettoeinnahmen aus den Pilatesstunden von durchschnittlich monatlich Fr. 600.00 anzurechnen. Zudem seien die Positionen Mobilität Auto, Abzahlung S.________ und Jah- resabo U.________, die in ihrem Bedarf berücksichtigt seien und ab 1. Sep- tember 2019 über ihre GmbH abgerechnet worden seien, ab 1. September 2019 als Privatbezüge anzurechnen. Es scheine somit gerechtfertigt zu sein, der Berufungsgegnerin ein tatsächliches durchschnittliches monatliches Net- toeinkommen von gerundet Fr. 1‘600.00 anzurechnen (angef. Verfügung, E. 6.2.2.5). Der Berufungsführer rügt, die ausserordentlichen Umstände in der Vergan- genheit – Schliessung des Studios vom Dezember 2020 bis April 2021 wegen Covid – könnten für die Berechnung des künftigen Einkommens nicht berück- sichtigt werden, zumal keine Anzeichen bestünden, dass das Studio wegen einem erneuten Lockdown geschlossen werden müsste. Die Berufungsgegne- rin betreibe das Studio seit 2018 und verfüge über einen grossen Kunden- stamm. Es sei ihr zumutbar und möglich, ein volles Arbeitspensum aufzuneh- men. Gemäss ihrer Homepage biete sie Trainingsstunden zu einem Tarif zwi- schen Fr. 100.00 und Fr. 160.00 an, was durchschnittlich Fr. 130.00 ergebe. Ausgehend von fünf Einheiten pro Tag sei es ihr möglich und zumutbar, einen täglichen Umsatz von mindestens Fr. 650.00 bzw. einen solchen von Fr. 14‘137.50 pro Monat zu generieren (21.75 Tage). Unter Berücksichtigung von vier Wochen Ferien ergäben sich monatliche Einkünfte von mindestens Fr. 12‘960.00, was sie ohne Übergangsfrist ab 1. Mai 2021 generieren könne. Den Einkünften stünden Auslagen von Fr. 3‘500.00 gegenüber. Zusätzlich seien die mit der beruflichen Nutzung des Fahrzeugs anfallenden Auslagen von Fr. 400.00 zu berücksichtigen, was insgesamt geschäftliche Aufwendun- gen von monatlich Fr. 3‘900.00 ergebe. Der Berufungsgegnerin seien ab Kantonsgericht Schwyz 25 1. Mai 2021 monatliche Nettoeinnahmen von mindestens Fr. 9‘060.00 anzu- rechnen. Hinzu kämen die von der Vorinstanz angerechneten Privatbezüge von Fr. 1‘000.00, die um den im Bedarf berücksichtigten Betrag von Fr. 400.00 für private Fahrkosten zu reduzieren seien. Das Gesamteinkommen sei mit monatlich Fr. 9‘660.00 zu veranschlagen. Für die Zeit vom 1. Mai 2019 bis Ende Mai 2021 seien die Einkünfte unter Berücksichtigung der in ihrem Bedarf berücksichtigten Fahrkosten mit Fr. 1‘200.00 festzusetzen (KG-act. 1, S. 9- 11). b) Vorab ist festzuhalten, dass zwar beim Eheschutz- bzw. Massnahmen- verfahren grundsätzlich von den bisherigen, ausdrücklichen oder stillschwei- genden Vereinbarungen der Ehegatten über die Aufgabenteilung und die Geldleistungen, die der ehelichen Gemeinschaft eine bestimmte Struktur ga- ben (vgl. Art. 163 Abs. 2 ZGB), auszugehen ist. Der Richter hat aber zu berücksichtigen, dass der Zweck von Art. 163 Abs. 1 ZGB, für den gebühren- den Unterhalt der Familie zu sorgen, im Falle der Aufhebung des gemeinsa- men Haushalts einen jeden Ehegatten dazu verpflichtet, nach seinen Kräften für die zusätzlichen Kosten aufzukommen, welche die Führung zweier separa- ter Haushalte nach sich zieht. Daraus kann folgen, dass der Richter die von den Eheleuten getroffenen Vereinbarungen ändern muss, um sie an die neu- en Lebensverhältnisse anzupassen. In diesem Sinne ist die Rechtsprechung zu verstehen, wonach im Rahmen der Festsetzung des Unterhalts nach Art. 163 ZGB auch die für den nachehelichen Unterhalt geltenden Kriterien (Art. 125 ZGB) zu berücksichtigen sind, wenn eine Wiederherstellung des gemein- samen Haushalts nicht mehr zu erwarten ist (Urteile BGer 5A_681/2018 vom 1. Mai 2019, E. 5.1; 5A_493/2017 vom 7. Februar 2018, E. 3.1; je mit Hinw.). Insoweit darf dem Ziel der wirtschaftlichen Selbständigkeit des bisher nicht oder bloss in beschränktem Umfang erwerbstätigen Ehegatten bereits eine gewisse Bedeutung zugemessen werden (Urteil BGer 5A_795/2008 vom 2. März 2010, E. 4.4). Die Frage der Eigenversorgungskapazität stellt sich bei der Bestimmung des nachehelichen Unterhalts zwar akzentuierter als bei der Kantonsgericht Schwyz 26 Festsetzung des ehelichen Unterhalts im Rahmen vorsorglicher Massnahmen oder eines Eheschutzverfahrens (BGer, Urteil 5A_912/2010 vom 11. April 2011 E. 3.2; BGer, Urteil 5A_319/2016 vom 27. Januar 2017 E. 4.2). Bei vor- derhand weiterbestehender Ehe ist das Element der wirtschaftlichen Ei- genständigkeit der Ehegatten kleiner und ihre bisher gelebte Rollenteilung in grösserem Umfang zu schützen als bei der Scheidung. Aber auch namentlich im Rahmen vorsorglicher Massnahmen wird bei fehlender Aussicht auf eine Wiederaufnahme des Ehelebens dem unterhaltsberechtigten Ehegatten be- reits ab der Trennung die Wiederaufnahme oder Ausdehnung der Erwerbs- tätigkeit zugemutet (BGer, Urteil 5A_319/2016 vom 27. Januar 2017 E. 4.2), falls die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Im Rahmen der Festsetzung der zu leistenden Unterhaltsbeiträge ist grundsätzlich vom tatsächlich erzielten Einkommen auszugehen (Six, Ehe- schutz, 2. A. Bern 2014, Rz. 2.128; für die unterhaltsberechtigte Partei: Urteil BGer 5A_7/2021 vom 2. September 2021, E. 4.4; für die unterhaltspflichtige Partei: BGE 143 III 233, E. 3.2; BGE 137 III 118, E. 2.3; Urteil BGer 5A_299/2012 vom 21. Juni 2012, E. 3.2). Bei der Bestimmung der Leis- tungskraft eines Selbständigerwerbenden wird grundsätzlich auf das Durch- schnittseinkommen mehrerer Jahre – in der Regel der letzten drei – abgestellt (vgl. BGE 143 III 617, E. 5.1 mit Hinw.). Als Einkommen Selbständigerwer- bender gilt der Reingewinn, der entweder als Vermögensstandsgewinn (Diffe- renz zwischen dem Eigenkapital am Ende des laufenden und am Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres) oder als Gewinn in einer ordnungs- gemässen Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen wird (Urteil BGer 5A_344/2019, E. 3.1; BGE 143 III 617, E. 5.1). Für die Behauptung des Berufungsführers, die Berufungsgegnerin betreibe bereits seit 2018 ein Pilatesstudio (KG-act. 1, S. 10), sind den Akten (insbe- sondere den Jahresrechnungen der H.________ GmbH, Vi-act. 1/22) keine Hinweise zu entnehmen. Gemäss Ausdruck der Homepage des Pilatesstudios Kantonsgericht Schwyz 27 (KG-act. 17/1) eröffnete die Berufungsgegnerin das Studio im Januar 2019. Die R.________ GmbH wurde am ________ im Handelsregister eingetragen. Die Berufungsgegnerin sagte an der Parteibefragung, sie habe im Jahr 2019 begonnen, in der ehelichen Liegenschaft Pilates zu unterrichten (Vi-act. 37, Frage 90 f.). Per 1. September 2019 mietete sie Geschäftsräume für ihr Pila- tesstudio (Vi-act. 9/1). Während ca. 6 ½ Monaten konnte die Berufungsgegne- rin dieses Studio aufbauen. Der erste Lockdown, d.h. die Schliessung öffent- lich zugänglicher Einrichtungen, insbesondere Freizeit- und Sporteinrichtun- gen, begann am 17. März 2020 (Art. 6 Abs. 2 lit. d Covid-19-Verordnung 2 vom 13. März 2020, Stand 17. März 2020; SR 818.101.24). Ab 11. Mai 2020 waren Sportaktivitäten ohne Körperkontakt von Einzelpersonen und in Grup- pen bis zu fünf Personen wieder erlaubt (Art. 6 Abs. 4 lit. a Covid-19- Verordnung 2). Der für das Pilatesstudio der Berufungsgegnerin relevante Schliessungszeitraum betrug damit knapp zwei Monate. Danach konnte sie während ca. sieben Monaten im Studio unterrichten. Die Berufungsgegnerin sagte denn auch an der vorinstanzlichen Parteibefragung, nach dem ersten Corona-Lockdown bis im Dezember 2020 habe sie arbeiten können (Vi- act. 37, Frage 102). Sie habe ein bis vier Teilnehmende pro Tag gehabt (Vi- act. 37, Frage 108 f.), was aber noch ausbaufähig sei (Vi-act. 37, Frage 111). Am 22. Dezember 2020 mussten Sportbetriebe ein zweites Mal schliessen (vgl. Vi-act. 37, Frage 96; Art. 5d Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 15 Covid-19- Verordnung besondere Lage, Stand 22. Dezember 2020, SR 818.101.26). Ab 22. Juni 2021 konnten Sporteinrichtungen unter Einhaltung von Schutzmass- nahmen den Betrieb wieder aufnehmen (Art. 5d Abs. 1 i.V.m. Art. 15 Covid- 19-Verordnung besondere Lage, Stand 19. April 2021). Seither ist Sportunter- richt – unter Auflagen – möglich. Zusammengefasst konnte die Berufungs- gegnerin zwei Mal während ungefähr eines halben Jahres und zuletzt während etwa eines dreiviertel Jahres, unterbrochen durch mehrmonatige Schliessungen des Studios, ihr selbständiges Unternehmen betreiben. Die Vorinstanz errechnete ein Nettoeinkommen aus dem Pilatesstudio von rund Fr. 1‘600.00.Kantonsgericht Schwyz 28 Nach dem Schritt in die Selbstständigkeit ist erfahrungsgemäss mit zwei bis drei Jahren zu rechnen, bis ein volles Erwerbseinkommen erzielt werden kann (BGE 143 III 617 E. 5.4.3; vgl. Urteil 5A_75/2007 vom 25. Mai 2007 E. 3.2, in: FamPra.ch 2007 S. 886). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Fitnessbran- che besonders unter den erschwerten Bedingungen seit Beginn der Corona- Epidemie leidet. Angesichts der neusten Entwicklungen (Anstieg der Fallzah- len, ansteckende Omikron-Virus-Variante) ist noch nicht absehbar, wann sich die Lage dauerhaft entspannt. Die erfolgreiche Etablierung des Pilatesstudios wird sich demnach verzögern. Vorliegend sind die Unterhaltsbeiträge für die Dauer des Scheidungsverfahrens festzulegen. Angesichts der besonderen Umstände und der sehr guten finanziellen Gesamtlage der Familie (vgl. die Lohnausweise 2018 und 2019 des Berufungsführers in Vi-act. 5/30) wäre es grundsätzlich gerechtfertigt, mindestens für die nächsten ein bis zwei Jahre auf die tatsächlichen, ausgewiesenen Finanzkennzahlen abzustellen, wie dies bereits die Vorinstanz tat. Indessen sagte die Berufungsgegnerin selber, dass ihr derzeitiges Arbeitspensum ausbaufähig sei (Vi-act. 37, Frage 111), und dass sie, wenn das Studio laufe, mit Einnahmen von ca. Fr. 6‘000.00 vor Steuern und AHV rechne (Vi-act. 37, Fragen 114-116). Deshalb ist grundsätz- lich zu prüfen, ob ihr ein höheres, hypothetisches Einkommen angerechnet werden kann. Reicht das tatsächlich erzielte Einkommen nicht aus, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, kann ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist (BGE 143 III 233, E. 3.2; Urteil BGer 5A_299/2012 vom 21. Juni 2012, E. 3.2; BGE 137 III 118, E. 2.3; vgl. Schwander, in: Basler Kommentar zum ZGB, 5. A., Basel 2014, N 4 zu Art. 176 ZGB). Vorliegend sind jedoch die finanziellen Verhältnisse mehr als ausreichend für den Bedarf der Familie (vgl. die Lohnausweise 2018 und 2019 des Berufungsführers in Vi-act. 5/30). Zudem ist glaubhaft und vom Beru- fungsführer nicht bestritten, dass die Berufungsgegnerin in der Finanzbranche nach der langen Familienpause auch mit einer angemessenen Weiterbildung Kantonsgericht Schwyz 29 („AA.________“ an der Universität S.________; Vi-act. 37, Frage 78) nicht mehr Fuss fassen konnte (Vi-act. 37, Fragen 83-87). Sie betrieb denn auch bereits in den Jahren 2010 bis 2013, d.h. noch während des Zusammenle- bens, ein Pilatesstudio (Vi-act. 37, Fragen 64, 70). Der Berufungsführer wen- det nichts gegen die selbständige Tätigkeit der Berufungsgegnerin in einem eigenen Pilatesstudio ein. Der jüngere der beiden Söhne war im Trennungszeitpunkt (1. Mai 2020) 15- jährig und vollendete das 16. Altersjahr am ________ 2021. Der Berufungs- gegnerin war somit gemäss neuster Rechtsprechung zunächst ein Pensum von 80 % und ab ________ 2021 eine Vollzeitbeschäftigung zumutbar (BGE 144 III 481, E. 4.7.6). Verlässliche Angaben zum durchschnittlichen Ar- beitspensum der Berufungsgegnerin sind den Akten und Parteiaussagen nicht zu entnehmen. Festzuhalten ist, dass die Berufungsgegnerin auch bei behörd- lich angeordneten Schliessungen des Studios online Pilatesunterricht erteilen kann. So sagte sie selber aus, zwei Mal pro Woche Zoom-Klassen anzubieten (Vi-act. 37, Frage 96). Sie kündigte per Social Media verschiedentlich live stream Lektionen an (Vi-act. 5/2A ff.). Demzufolge sind im Kontoblatt des ers- ten Halbjahres 2020 Einnahmen für Streaming-Stunden verbucht (Vi-act. 18/3, S. 25). Glaubhaft erscheint allerdings, dass online Kurse weniger nachgefragt werden, weil kostenlose Angebote verfügbar sind (Vi-act. 37, Frage 100). Darüber hinaus erteilte die Berufungsgegnerin private Fitnessstunden im Frei- en (VITA Parcours: Vi-act. 5/2K; crossfit: Vi-act. 5/2L). Sie scheint demnach mit den behördlichen Massnahmen konstruktiv umgehen und trotz Einschrän- kungen Einnahmen generieren zu können. An der erstinstanzlichen Parteibe- fragung sagte sie, wenn das Studio laufe, rechne sie mit Einnahmen von ca. Fr. 6‘000.00 vor Steuern und AHV (Vi-act. 37, Fragen 114-116). Bei Abzug von gut 15 % Sozialversicherungsbeiträgen ergäbe sich ein Nettoeinkommen von gerundet Fr. 5‘000.00. Dieses Einkommen erscheint realistisch, zumal die Berufungsgegnerin dies anhand eines Businessplans im Rahmen ihres Wei- terbildungsabschlusses errechnete (Vi-act. 37, Frage 115 i.V.m. Frage 82), Kantonsgericht Schwyz 30 den der Berufungsführer nicht in Frage stellte, weshalb im Rahmen der vor- sorglichen Massnahmen einstweilen darauf abgestellt werden kann. Eine Be- rechnung des hypothetischen Einkommens anhand von geschätzten Teilneh- merzahlen und (brutto-) Stundentarifen, wie dies der Berufungsführer tut, er- scheint demgegenüber weder realistisch noch angemessen. Um der besonde- ren Situation Rechnung zu tragen, rechtfertigt es sich, der Berufungsgegnerin eine Umstellungsfrist bis Ende Dezember 2022 zu gewähren, um dieses hypo- thetische Einkommen zu erzielen. Diese Frist ist dem Berufungsführer im Rahmen seiner ehelichen Beistandspflicht während des Scheidungsverfah- rens angesichts der langen Ehedauer (Heirat am ________), der klassischen Rollenteilung (Vi-act. 37, Befragung Berufungsgegnerin, Fragen 61-64) mit wesentlicher Beeinflussung der Erwerbstätigkeit der sehr gut ausgebildeten Berufungsgegnerin (der Wiedereinstieg in die Bankenbranche misslang: Vi- act. 37, Befragung Berufungsgegnerin, Fragen 83-88) und im Hinblick auf die sehr guten finanziellen Verhältnisse (vgl. die Lohnausweise 2018 und 2019 des Berufungsführers in Vi-act. 5/30) zumutbar (und auch möglich). Für den Zeitraum vor dem 31. Dezember 2022 ist der Berufungsgegnerin das von der Vorinstanz berechnete Einkommen von Fr. 1‘600.00 anzurechnen. Wird der Berufungsgegnerin in teilweiser Gutheissung der Berufung ab 1. Januar 2023 ein höheres als von der Vorinstanz berücksichtigtes Einkommen angerechnet, sind im Folgenden die Unterhaltsbeiträge ab diesem Zeitpunkt neu zu be- stimmen. 5. Der Unterhaltsberechnung sind die folgenden, erstinstanzlich festgestell- ten Bedarfszahlen zugrunde zu legen (angef. Verfügung, E. 5.2.5): Bedarf Berufungsgegnerin: Fr. 10’191.45 Bedarf J.________: Fr. 6’505.25 Bedarf K.________: Fr. 6’476.05 a) Für den Zeitraum vom 1. Mai 2020 bis am 31. Dezember 2022 bleibt es bei dem von der Vorinstanz berechneten Einkommen der Berufungsgegnerin Kantonsgericht Schwyz 31 und damit bei der vorinstanzlichen Unterhaltsberechnung. Der Berufungsfüh- rer hat demnach folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen (gerundet): für J.________: Fr. 6’250.00 für K.________: Fr. 6’230.00 für die Berufungsgegnerin: Fr. 8’590.00 b) Ab 1. Januar 2023 ergeben sich für die Kinderunterhaltsbeiträge keine Änderungen. Nach Abzug des Einkommens der Berufungsgegnerin von Fr. 5‘000.00 von ihrem Bedarf von Fr. 10‘191.45 verbleibt ein ungedeckter Bedarfsanteil von Fr. 5‘191.45. Der Berufungsführer ist demnach zu verpflich- ten, der Berufungsgegnerin ab 1. Januar 2023 einen Ehegattenunterhaltsbei- trag von gerundet Fr. 5‘190.00 zu bezahlen. Diesbezüglich ist die Berufung teilweise gutzuheissen. 6. Zusammenfassend unterliegt der Berufungsführer im Hinblick auf die beantragte Reduktion der Kinderunterhaltsbeiträge vollständig. Betreffend den Ehegattenunterhalt unterliegt er mit seinem Reduktionsbegehren bis 31. De- zember 2022 vollständig. Ab 1. Januar 2023 wird der vorinstanzliche zuge- sprochene Ehegattenunterhalt von Fr. 8‘590.00 auf Fr. 5‘190.00 reduziert, wohingegen der Berufungsführer eine vollständige Aufhebung des Unterhalts- beitrages beantragte (KG-act. 1, Antrag Ziff. 2), sodass er in diesem Zeitraum zu rund 60 % unterliegt. Das Unterliegen betreffend den Ehegattenunterhalt beträgt insgesamt schätzungsweise zwei Drittel. Im Gesamten kann der Beru- fungsführer als im Berufungsverfahren zu 4/5 unterliegend angesehen wer- den. a) Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Die angefochtene Verfügung wird lediglich betreffend Ehegat- tenunterhalt in eher geringem Ausmass zugunsten des Berufungsführers an- gepasst. Insbesondere betreffend Ehegattenunterhalt lagen die Parteien mit Kantonsgericht Schwyz 32 ihren erstinstanzlichen Anträgen derart weit auseinander (Berufungsführer: Verzicht auf Unterhalt; Berufungsgegnerin: Fr. 22‘214.00), dass die Änderung nicht sehr ins Gewicht fällt. Zudem entschied die Vorinstanz zusätzlich über die elterliche Sorge, das Besuchsrecht für K.________ und die superproviso- rischen Anträge (angef. Verfügung, Dispositiv). Im Ergebnis erscheint die je hälftige Teilung der Gerichtskosten und Wettschlagung der Parteientschädi- gungen (angef. Verfügung, Dispositiv Ziff. 8 und 9) für das erstinstanzliche Verfahren weiterhin angemessen. b) Die Kosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss (s.o., E. 6) dem Berufungsführer zu 4/5 und der Berufungsgegnerin zu 1/5 aufzuerlegen. Die Rechtsvertreterinnen der Parteien reichten keine Kostennoten ein. In summarischen Verfahren beträgt das Honorar praxisgemäss auch im Beru- fungsverfahren Fr. 300.00 bis Fr. 4‘800.00 (§ 10 GebTRA). Die Entschädigung des Berufungsführers für die rund zehnseitige Berufung (KG-act. 1) und zwei unaufgeforderte Stellungnahmen (KG-act. 9, 13) wird angesichts der nicht sehr komplizierten Sach- und Rechtslage, wobei jedoch die selbständige Tätigkeit der Berufungsgegnerin zu beurteilen war, ermessensweise auf Fr. 3‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) festgelegt. Der Aufwand der Beru- fungsgegnerin für die siebzehnseitige Berufungsantwort (KG-act. 7), eine Stel- lungnahme (KG-act. 11) und verschiedene Kurzschreiben lag in etwa gleich hoch. Nach gegenseitiger Verrechnung der Entschädigungen hat der Beru- fungsführer der Berufungsgegnerin 3/5 ihrer Entschädigung, d.h. Fr. 1‘800.00, zu bezahlen;-Kantonsgericht Schwyz 33 beschlossen: 1. In teilweiser Gutheissung der Berufung wird Dispositivziffer 4 der ange- fochtenen Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 8. April 2021 (ZES 20 149 / ZES 19 615) aufgehoben und wie folgt er- setzt: 4. a) Der Gesuchsgegner/Ehemann wird verpflichtet, der Ge- suchstellerin/Ehefrau an ihren persönlichen Unterhalt ab 1. Mai 2020 bis am 31. Dezember 2022 monatlich im Voraus Fr. 8’590.00 zu bezahlen. b) Der Gesuchsgegner/Ehemann wird verpflichtet, der Ge- suchstellerin/Ehefrau an ihren persönlichen Unterhalt ab 1. Januar 2023 monatlich im Voraus Fr. 5’190.00 zu bezah- len. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen. 2. Die Kosten des Berufungserfahrens von Fr. 5‘000.00 werden dem Beru- fungsführer zu 4/5 sowie der Berufungsgegnerin zu 1/5 auferlegt und vom Kostenvorschuss des Berufungsführers bezogen. Die Berufungs- gegnerin hat dem Berufungsführer ihren Anteil von Fr. 1‘000.00 zu er- setzen. 3. Der Berufungsführer hat die Berufungsgegnerin für das Berufungsver- fahren reduziert mit Fr. 1‘800.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu ent- schädigen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsa- chen wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte (Art. 98 BGG) beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerde- schrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert übersteigt Fr. 30'000.00.Kantonsgericht Schwyz 34 5. Zufertigung an Rechtsanwältin B.________ (2/R), Rechtsanwältin D.________ (2/R), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten), die Staatsanwalt- schaft (1/R an die 1. Abteilung betr. SU 2020 1056) und die Kantonsge- richtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 2. Zivilkammer Der Kantonsgerichtspräsident Die Gerichtsschreiberin Versand 10. Februar 2022 kau