A bteilung IV D -3797/2006 {T 0/2} U rteil vom 20. Juni 2007 M itw irkung: R ichter Schürch, R ichter G alliker, R ichterin H irsig-Vouilloz G erichtsschreiberin Zürcher Z._______, geboren _______, Som alia, _______, vertreten durch Afra W eidm ann, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 24. M ai 2004 i. S. Vollzug der W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer verliess eigenen Angaben zufolge am 31. Januar 2004 sein H eim atland und sei über Äthiopien und D eutschland am 8. Februar 2004 unter U m gehung der G renzkontrollen in die Schw eiz gelangt, w o er am folgenden Tag um Asyl nachsuchte. Am 20. Februar 2004 w urde er im _______ sum m arisch befragt und m it Verfügung vom 23. Februar 2004 für die D auer des Asylverfahrens dem Kanton _______ zugew iesen. Am 15. M ärz 2004 w urde er von den zuständigen kantonalen Behörden angehört. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer geltend, er sei M itglied des D igil- C lans (U nterclan G eledi, Subsubclan G obron) und habe – m it Ausnahm e eines Aufenthaltes zw ischen 1980 und 1985 in _______, w o er eine französische Schule besucht habe – seit seiner G eburt bis am 31. Januar 2004 in _______, das etw a 70 Kilom eter von _______ entfernt und im Süden des Landes gelegen sei, gelebt. In _______ w ürden die C lans der G aladi, G aljecel und G arre leben. Im Jahr 1993 sei ihnen von den Aidid-M ilizen das Land w eggenom m en und sein Vater getötet w orden, w orauf sie gezw ungen w orden seien, für diese M ilizen w ie Sklaven zu arbeiten. Er sei im Jahr 2000 m it dem Bajonett verletzt und auch sonst viel geschlagen w orden. Aus Angst, dass er sich an ihnen für den Tod seines Vaters räche, hätten sie ihn zw ischen D ezem ber 2003 und Januar 2004 m it dem Tod bedroht. Ausserdem habe er gehört, dass m an die Angehörigen der im Jahr 1993 erm ordeten Leute ebenfalls töten w olle. U nter diesen U m ständen habe er sich zur Flucht in die Schw eiz entschlossen, da seine Tante aus _______ im Verlauf des Krieges die Stadt ebenfalls verlassen habe und er som it nicht zu ihr habe fliehen können. Vorher habe er das Land aus finanziellen G ründen nicht verlassen können. Er sei noch nie im Ausland gew esen. D er Beschw erdeführer gab keine heim atlichen Identitätspapiere ab. Er habe seine Identitätskarte und seinen G eburtsschein w ährend des Krieges im Jahr 1991 respektive 1993 verloren und seither keine neuen Identitätspapiere beantragt. D ie Abklärungen (Fingerabdruckvergleich) des BFM ergaben, dass der Beschw erdeführer am 17. Juni 2003 in Italien registriert w orden w ar und am 26. Juli 2003 in N orw egen unter einer andern als der in der Schw eiz angegebenen Identität ein Asylgesuch eingereicht hatte. M it Schreiben vom 19. April 2004 w urde ihm das rechtliche G ehör und die M öglichkeit einer Stellungnahm e dazu und zu einer allfälligen Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG gew ährt. Am 26. und 28. April 2004 nahm er zu diesem Abklärungsresultat Stellung. D abei m achte er geltend, in Italien nur ausländerrechtlich und nicht asylrechtlich erfasst w orden zu sein. In N orw egen sei er aus Angst, nach Italien abgeschoben zu w erden, unter einer falschen Identität aufgetreten. D ie in der Schw eiz verw endeten Personendaten seien korrekt. M it Schreiben vom 30. April 2004 w urde er ausserdem eingeladen, zu einer allfälligen vorsorglichen W egw eisung nach Italien Stellung zu nehm en, w as er m it Eingabe vom 10. M ai 2004 tat. 3 B. M it Verfügung vom 24. M ai 2004 – eröffnet am 26. M ai 2004 – stellte die Vorinstanz fest, dass der Beschw erdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, und lehnte das Asylgesuch ab. Zur Begründung w urde im W esentlichen angebracht, dass seine Vorbringen insgesam t den Anforderungen an die G laubhaftm achung nach Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG . SR 142.31) nicht genügten. D ie von ihm vorgebrachten Bedrohungen zw ischen D ezem ber 2003 und Januar 2004 durch die Aidid-M ilizen w ürden in einen Zeitraum fallen, in w elchem er sich gem äss den Abklärungen nicht m ehr in seinem H eim atland, sondern in Europa aufgehalten habe. Seine diesbezüglichen Ausführungen könnten som it nicht geglaubt w erden. Zudem sei das Verschw eigen der Auslandaufenthalte – w obei er in N orw egen unter einer andern Identität aufgetreten sei – nicht vereinbar m it glaubhaft vorgetragenen Asylgründen. Auch habe sich der Beschw erdeführer nicht ausgew iesen, w eshalb nicht ausgeschlossen w erden könne, dass er einem andern C lan angehöre. Bezüglich des W egw eisungsvollzuges w urde insbesondere dargelegt, dass die Situation im N orden und im N ordw esten (Som aliland) Som alias besser und die Verhältnisse stabiler gew orden seien. Zudem w ürden in diesen R egionen zahlreiche Program m e für den W iederaufbau durch die internationale Staatengem einschaft unterstützt. In Som aliland herrsche eine funktionierende R egierung zusam m en m it verschiedenen C lans. Einfache Bürger w ürden volle Bew egungsfreiheit geniessen. U nter diesen U m ständen sei es dem jungen und gesunden Beschw erdeführer zuzum uten, sich im N orden oder N ordw esten des Landes niederzulassen. Som it sei der Vollzug der W egw eisung nach Som alia als zulässig, zum utbar und m öglich zu betrachten. C . M it Eingabe vom 23. Juni 2004 an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragte der Beschw erdeführer im W esentlichen die Aufhebung der Ziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der U nzulässigkeit und U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges nach Som aliland, die G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e und in verfahrensrechtlicher H insicht die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege unter Einschluss des Verzichts auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Einzelheiten der Begründung w ird in den nachfolgenden Erw ägungen näher eingegangen. D er Beschw erde lagen verschiedene Berichte und ein G eburtszertifikat vom 18. Juni 2004, ausgestellt von der M ission Perm anente de la R épublique D ém ocratique de Som alie in G enf, bei. D . M it Zw ischenverfügung vom 29. Juni 2004 teilte der dam als zuständige Instruktionsrichter der AR K dem Beschw erdeführer m it, dass er den Ausgang des Beschw erdeverfahrens in der Schw eiz abw arten könne. Zudem stellte der Instruktionsrichter fest, dass sich die Beschw erde lediglich gegen den Vollzug der angeordneten W egw eisung richte. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses w urde gutgeheissen. E. In ihrer Vernehm lassung vom 9. Juli 2004 beantragte die Vorinstanz die 4 Abw eisung der Beschw erde und hielt vollum fänglich an ihren Erw ägungen fest. die Vorinstanz erinnerte daran, dass der Beschw erdeführer seine Aufenthalte in Italien und N orw egen den schw eizerischen Behörden gegenüber verschw iegen habe und m achte geltend, dass allein das Argum ent, es sei nur eine freiw illige R ückkehr nach Som aliland m öglich, keine vorläufige Aufnahm e rechtfertige. D as nachträglich eingereichte G eburtszertifikat verm öge als Bew eis für die H erkunft aus Südsom alia nicht zu genügen. D ie Vernehm lassung w urde dem Beschw erdeführern am 12. Juli 2004 ohne R eplikrecht zur Kenntnis gebracht. F. D er Beschw erdeführer verursachte zahlreiche Strafakten. G em äss einer M itteilung _______ vom 19. M ärz 2007 w urde er w egen M issachtung einer M assnahm e (Ausgrenzung), H ausfriedensbruch, Verletzung des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung (AN AG , SR 142.20) und Bussenum w andlung zu insgesam t 185 Tagen G efängnis verurteilt, w elche er seit dem 2. Januar 2007 verbüsst. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das AsylG ; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. D ie vorliegende Beschw erde richtet sich gegen die Ziffern 4 und 5 der Verfügung der Vorinstanz vom 24. M ai 2004. D ie Ziffern 1, 2 und 3 der angefochtenen Verfügung (betreffend Flüchtlingseigenschaft, Asylgew ährung und Anordnung der W egw eisung) sind som it in R echtskraft erw achsen. Im Folgenden ist daher nur zu 5 prüfen, ob die Vorinstanz den Vollzug der W egw eisung zu R echt angeordnet hat. 4. 4.1 Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 AN AG . D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 4.2 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. M ario G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in sein H eim atland ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in sein H eim aland dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti- Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16, S. 122, m .w .H .). Entgegen der Argum entation in der Beschw erdeschrift ist die Frage der Beschaffungsm öglichkeit eines Laissez-passer für Som aliland nicht unter dem 6 G esichtspunkt der Zulässigkeit des W egw eisungsvollzugs zu prüfen, sondern betrifft deren M öglichkeit. O b der Beschw erdeführer in Som aliland aufgenom m en w ürde, ist ebenfalls nicht unter dem Aspekt der Zulässigkeit zu prüfen. Aufgrund der – bereits rechtskräftig festgestellten – U nglaubhaftigkeit der Angaben des Beschw erdeführers über seine Fluchtgründe steht fest, dass er keine konkrete G efahr im Sinne eines "real risk" glaubhaft darstellen konnte. Som it ist davon auszugehen, dass ihm im Fall einer R ückkehr in sein H eim atland w eder Folter noch unm enschliche Behandlung droht. D ie allgem eine M enschenrechtssituation in seinem H eim atland lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 4.3 G em äss Art. 14a Abs. 6 AN AG findet der Absatz 4 (U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges) dieser Bestim m ung keine Anw endung, w enn der w eg- oder ausgew iesene Ausländer die öffentliche Sicherheit und O rdnung verletzt hat oder in schw erw iegender W eise gefährdet. Bei der Prüfung dieser Frage ist die nachfolgend zitierte, durch die AR K entw ickelte Praxis auch für das Bundesverw altungsgericht anw endbar. D ie Anw endung von Art. 14a Abs. 6 AN AG setzt eine Abw ägung zw ischen den Interessen des Ausländers auf Verbleib in der Schw eiz und denjenigen der Schw eiz an seiner W egw eisung voraus und schränkt dabei die Interessen des Staates auf den Schutz vor G efährdung der öffentlichen Sicherheit und O rdnung oder deren schw erw iegende Verletzung ein (vgl. EM AR K 2004 N r. 39, 2003 N r. 3, 1997 N r. 24, 1995 N r. 10 und 11). 4.3.1 N ach bisheriger Praxis ist die Ausschlussklausel von Art. 14a Abs. 6 AN AG m it Zurückhaltung und insbesondere unter Beachtung des Verhältnism ässigkeits- prinzipes anzuw enden (vgl. EM AR K 2003 N r. 3, 1995 N r. 10 und 11). Ein konkreter H inw eise darauf, w as hinsichtlich der Anw endung von Art. 14a Abs. 6 AN AG als verhältnism ässig gilt, ergibt sich aus dem in EM AR K 1995 N r. 20 festgehaltenen und in EM AR K 2004 N r. 39 w iederholten G rundsatz, w onach in Bezug auf diese Ausschlussklausel ein im Vergleich zu den Ausnahm en bei der w egen U nm öglichkeit angeordneten vorläufigen Aufnahm e w egen krim inellen, dissozialen oder rechtsm issbräuchlichen Verhaltens (vgl. Bundesratsbeschluss vom 20. April 1994 betreffend srilankische Staatsangehörige, w elche ihr Asylgesuch vor dem 1. Juli 1990 eingereicht haben) höherer M assstab anzusetzen ist. Som it genügt es nicht, w enn die krim inellen H andlungen der betreffenden Person den Schluss zulassen, dass diese nicht gew illt oder nicht fähig ist, sich an die elem entaren gesellschaftlichen R egeln des Zusam m enlebens zu halten. Vielm ehr m üssen diese H andlungen – w ie bereits erw ähnt – eine schw erw iegende G efährdung oder Verletzung der öffentlichen Sicherheit und O rdnung darstellen. D ie Verurteilung zu einer bedingten Freiheitsstrafe lässt beispielsw eise in der R egel nicht auf eine solche schliessen, jedoch kann deren Strafm ass oder der U m stand, dass durch das begangene D elikt besonders w ertvolle R echtsgüter betroffen sind, zum gegenteiligen Schluss führen. Bei der Interessensabw ägung ist der angedrohte Strafrahm en in Bezug zur verhängten Strafe zu setzen (EM AR K 1995 N r. 11). Auch die w iederholte D eliktsbegehung kann trotz bedingt ausgesprochener Freiheitsstrafe Anhaltspunkte für eine G efährdung der öffentlichen Sicherheit und O rdnung geben, stellt eine solche doch die verm utete 7 günstige Prognose erheblich in Frage. D es W eiteren kann das Vorleben der betroffenen Person bei der Interessensabw ägung m it berücksichtigt w erden (EM AR K 2003 N r. 3 E. 3a). D ie öffentliche Sicherheit und O rdnung kann im Ü brigen auch durch asoziales Verhalten verletzt oder gefährdet w erden, w obei auch hier eine schw erw iegende Störung vorliegen m uss (EM AR K 1997 N r. 24 und G attiker, a.a.O ., S. 99). 4.3.2 Vorliegend steht aufgrund der Akten fest, dass der Beschw erdeführer m it Strafbefehl vom _______ infolge der M issachtung einer Ausgrenzungsverfügung und w egen m ehrfacher Vertstösse gegen das Betäubungsm ittelgesetz vom 3. O ktober 1951 (Betm G , SR 812.121) zu 60 Tagen G efängnis, m it Strafbefehl vom _______ infolge eines Vergehens gegen das AN AG zu w eiteren 60 Tagen G efängnis, am _______ w egen H ausfriedensbruchs und anderen Tatbeständen zu nochm als 60 Tagen G efängnis sow ie am _______ infolge einer Bussenum w andlung zu fünf Tagen H aft verurteilt w urde. Seine G esam tstrafe betrug 185 Tage G efängnis oder H aft, w elche er seit dem 2. Januar 2007 verbüsst, w ie dem Vollzugsauftrag des _______ vom 19. M ärz 2007 entnom m en w erden kann. Vorab ist festzuhalten, dass die Straftaten des Beschw erdeführers w esentlich schw erer w iegen als die D elikte, die den in EM AR K 1995 N r. 10 und 11 publizierten U rteilen zugrunde lagen, in denen erw ogen w urde, die Verurteilung zu einer bedingten Freiheitsstrafe lasse in der R egel nicht auf eine schw erw iegende G efährdung oder Verletzung der öffentlichen Sicherheit und O rdnung schliessen. W urden die Beschw erdeführer in jenen Fällen zu einer einm aligen Freiheitsstrafe von sieben beziehungsw eise zehn Tagen sow ie einer Busse verurteilt, m usste der Beschw erdeführer vorliegend m ehrm als zu teilw eise erheblich längeren und unbedingt ausgesprochenen G efängnisstrafen verurteilt w erden. Zu U ngunsten des Beschw erdeführers fällt zudem ins G ew icht, dass die Verurteilungen innerhalb von zw eieinahlb M onaten erfolgten, w om it der Beschw erdeführer deutlich gezeigt hat, dass er nicht nur unw illig ist, sich an die elem entaren R egeln der schw eizerischen R echtsordnung zu halten, sondern dass er m it seinem deliktischen Verhalten die öffentliche Sicherheit und O rdnung innert einer relativ kurzen Zeitspanne w iederholt verletzt hat. G egen den Beschw erdeführer spricht sodann die Tatsache, dass er auch die zunächst bedingt ausgesprochenen G efängnisstrafen verbüssen m usste, w oraus zu schliessen ist, dass der bedingte Strafvollzug w iderrufen w urde. D araus ist einerseits auf eine relative Schw ere des Verschuldens und andererseits auf eine ungünstige Prognose zu schliessen. Letztere w ird auch im Strafbefehl vom _______ ausdrücklich festgehalten. Ferner ist in Betracht zu ziehen, dass bereits die _______ am _______ ausgesprochene und vom Beschw erdeführer m ehrm als nicht beachtete Ausgrenzungsverfügung die W ahrung der öffentlichen Sicherheit und O rdnung bezw eckt, w oraus deutlich w ird, dass der Beschw erdeführer m it der w iederholten M issachtung dieser Auflage unw eigerlich die öffentliche Sicherheit und O rdnung m ehrm als verletzt hat. D araus – und aus der nachfolgenden m ehrfachen D eliktsbegehung – ist ersichtlich, dass er Auflagen zur W ahrung der öffentlichen Sicherheit und O rdnung nicht zu beachten gedenkt und statt dessen Tendenzen zu einer deutlichen Steigerung des krim inellen U nrechts aufw eist. D ieses Verhalten unterm auert die Bereitschaft des Beschw erdeführers zu deliktischem Verhalten. 4.3.3 Angesichts der w iederholten, unbedingt ausgesprochenen und in ihrer G esam theit 8 schw erw iegenden Straftaten erw eisen sich die Voraussetzungen von Art. 14a Abs. 6 AN AG vorliegend als erfüllt. D er Beschw erdeführer hat die öffentliche Sicherheit und O rdnung im m er w ieder und – verglichen m it den EM AR K 1995 N r. 10 und 11 zugrunde liegenden und bloss bedingt ausgesprochenen Strafen – teilw eise gravierend verletzt. Seine H andlungen lassen darauf schliessen, dass von einem erheblichen D eliktspotential auszugehen ist und aufgrund der heutigen Aktenlage auch in Zukunft Tendenzen zu strafrechtlich relevantem Verhalten bestehen. In Abw ägung zw ischen dem privaten Interesse des Beschw erdeführers am w eiteren Aufenthalt in der Schw eiz und dem öffentlichen Interesse der Schw eiz am Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers überw iegt deshalb das öffentliche Interesse. 4.3.4 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass vorliegend die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges aufgrund der Anw endung von Art. 14a Abs. 6 AN AG nicht zu prüfen ist. 4.4 Es obliegt dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. M it der Vorinstanz ist übereinzustim m en, dass die Argum entation in der Beschw erde, nach Som aliland könne nur die freiw illige R ückkehr erfolgen, nicht zu einer vorläufigen Aufnahm e führt. 4.5 Insgesam t ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat den Vollzug zu R echt als zulässig und m öglich erachtet. D ie Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges braucht in Anw endung von Art. 14a Abs. 6 AN AG nicht geprüft zu w erden. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 5. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im Ergebnis Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). Auf die im Ü brigen gestellten Feststellungsanträge (Ziff. 3 bis 5 der Beschw erde) w ird im H inblick auf die bisherigen Erw ägungen nicht eingetreten. D ie Beschw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a dieser indessen als bedürftig im Sinne der G esetzgebung betrachtet, das Beschw erdeverfahren nicht als aussichtslos eingeschätzt und das G esuch um unentgeltliche R echtspflege nach Art. 65 Abs. 1 Vw VG m it Zw ischenverfügung vom 29. Juni 2004 gutgeheissen w urde, sind keine Kosten zu erheben. D as G esuch um Beiordnung eines unentgeltlichen R echtsanw altes nach Art. 65 Abs. 2 Vw VG w ird indessen abgew iesen, zum al beim vorliegenden – vom U ntersuchungsgrundsatz beherrschten – Verfahren strenge M assstäbe an die G ew ährung der unentgeltlichen Verbeiständung anzusetzen sind (vgl. EM AR K 2000 N r. 6 sow ie BG E 122 I 8 Erw . 2c S. 10) und diese praxisgem äss nur in besonderen Fällen gew ährt w ird, in w elchen in rechtlicher 9 oder tatsächlicher H insicht erhöhte Schw ierigkeiten bestehen, w as im vorliegenden Verfahren nicht der Fall ist. (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D as G esuch um unentgeltliche Verbeiständung nach Art. 65 Abs. 2 Vw VG w ird abgew iesen. 4. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertretung des Beschw erdeführers: 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: O riginal der angefochtenen Verfügung) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N _______, in Kopie) - _______ (in Kopie) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: H ans Schürch Eva Zürcher Versand am :