U rteil vom 27. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Bruno H uber, R ichterinnen M arianne Teuscher, R egula Schenker Senn G erichtsschreiberin M areile Lettau X._______, geboren _______, Afghanistan, vertreten durch Berner R echtsberatungsstelle für Asylsuchende, Fürsprecherin Laura R ossi, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 9. Februar 2007 i. S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw ei- sung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l A bteilung V E -1350/2007 hub/let {T 0/2}2 Sachverhalt: A. G em äss eigenen Angaben verliess der Beschw erdeführer, ein H azara aus A._______ (Provinz Zabul), seinen H eim atstaat M itte Juli 2005 auf dem Landw eg und gelangte über Pakistan, Iran, Turkm enistan, R ussland und ihm unbekannte Länder am 13. M ärz 2006 in die Schw eiz, w o er gleichentags ein Asylgesuch stellte. B. Am 22. M ärz 2006 w urde der Beschw erdeführer im B ._______ befragt. Ein vom BFM in Auftrag gegebenes LIN G U A-G utachten vom 31. M ärz 2006 bestätigte die ethnische Zugehörigkeit des Beschw erdeführers und die H erkunft aus Afghanistan. Am 12. Juli 2006 erfolgte die kantonale Anhörung des Beschw erdeführers. Zur Begründung seines Asylgesuches führte der Beschw erdeführer aus, er sei im Alter von 18 Jahren von seinem Vater m it der Tochter eines D orfbew ohners verlobt w orden. Anschliessend habe er sein H eim atland verlassen und sei nach Pakistan gegangen, um dort zu arbeiten; er habe einige Jahre als Friseur in C ._______ gearbeitet und von Pakistan aus im m er w ieder G eld nach H ause und an die Fam ilie seiner Verlobten geschickt. Als er im Jahr 2005 vom Tod seines Vaters Kenntnis erlangt habe, sei er nach A._______ zurückgekehrt. D ort habe er erfahren, dass seine Verlobte in seiner Abw esenheit einem anderen M ann zur Frau gegegeben w orden sei. Es sei deshalb zw ei bis drei W ochen nach seiner R ückkehr zum Streit m it D ._______, dem Vater seiner ehem aligen Verlobten, gekom m en. Er sei von diesem und von M ännern aus dessen fam iliären U m feld längere Zeit in einem Keller festgehalten w orden. Sie hätten ihn m ehrfach geschlagen und zw eim al vergew altigt. Schliesslich habe er eingew illigt, auf seine Ex-Verlobte zu verzichten. Bei der Freilassung durch D ._______ sei es zu H andgreiflichkeiten gekom m en; der Beschw erdeführer habe ihn m it einem Stock niedergeschlagen, w orauf dieser liegengeblieben sei. Er habe m it H ilfe eines Freundes nach Pakistan und w eiter in den Iran fliehen können, w o er seinen O nkel getroffen habe und m it diesem nach Turkm enistan gereist sei. M it H ilfe eines Schleppers sei er über R ussland, w o er sich etw a vier M onate aufgehalten habe, in die Schw eiz gelangt. Als Erklärung für die N ichtabgabe eines R eisepasses oder einer Identitätskarte gab der Beschw erdeführer zu Protokoll, er habe seine Identitätskarte zu H ause gelassen; er sei so durcheinander gew esen, dass er sie vergessen habe. C . M it Verfügung vom 9. Februar 2007 - eröffnet am gleichen Tag - trat das BFM in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein und ordnete die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug an. Zur Begründung hielt es fest, der Beschw erde- führer habe innert 48 Stunden nach G esuchseinreichung keine R eise- oder Identi- tätspapiere abgegeben und keine entschuldbaren G ründe dafür glaubhaft ge- m acht. Er erfülle zudem die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 und 7 AsylG nicht und zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder 3 eines W egw eisungsvollzugshindernisses seien aufgrund der Aktenlage nicht erfor- derlich. D . M it Eingabe vom 20. Februar 2007 an das Bundesverw altungsgericht beantragt der Beschw erdeführer durch seine R echtsvertreterin, die Verfügung des BFM vom 9. Februar 2007 aufzuheben und auf das Asylgesuch einzutreten, eventualiter die U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges festzustellen und die vorläufige Auf- nahm e zu veranlassen. Im Sinne einer vorsorglichen M assnahm e beantragt er zu- dem , die Vollzugsbehörde vorsorglich anzuw eisen, die Kontaktaufnahm e m it dem H eim at- oder H erkunftsstaat sow ie jegliche D atenw eitergabe an dieselben zu un- terlassen. In prozessualer H insicht ersucht er um die G ew ährung unentgeltlicher R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) sow ie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. D er Beschw erde lag eine Fürsorgebestätigung E._______, vom 14. Februar 2007 und eine H onorarnote der R echtsvertreterin vom 20. Februar 2007 bei. E. M it Zw ischenverfügung vom 23. Februar 2007 bestätigte der Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts die Berechtigung des Beschw erdeführers zur An- w esenheit in der Schw eiz bis zum Abschluss des Verfahrens, hiess das G esuch um G ew ährung unentgeltlicher R echtspflege gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. G leichzeitig w urde festgehalten, dass aktuell keine Ver- anlassung bestehe, vorsorgliche M assnahm en zu treffen. F. In seiner Vernehm lassung vom 9. M ärz 2007 hält das BFM vollum fänglich an sei- nen Erw ägungen fest und beantragt die Abw eisung der Beschw erde. G . D ie Vernehm lassung des BFM vom 9. M ärz 2007 w urde dem Beschw erdeführer m it Verfügung vom 22. M ärz 2007 zur Kenntnis gebracht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM , w elche gestützt auf das AsylG erlassen w urden; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 4 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bun- desrecht, einschliesslich M issbrauch und Ü berschreitung des Erm essens, die un- richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. 2.1 D ie vorliegend zu beurteilende Beschw erde richtet sich gegen eine Verfügung, laut deren D ispositiv (Ziffer 1) das BFM auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten ist. D ie Verfügung bildet als Anfechtungsgegenstand in der Bun- desverw altungsrechtspflege den äusseren R ahm en, innerhalb w elchem die Partei- en der R echtsm ittelinstanz ein R echtsverhältnis zur Beurteilung unterbreiten kön- nen. D er durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand darf nicht über den Anfechtungsgegenstand hinaus reichen. G egenstand des Beschw erdeverfahrens kann grundsätzlich nur sein, w as G egenstand des erstinstanzlichen Verfahrens w ar oder nach richtiger G esetzesauslegung hätte sein sollen (vgl. C H H R ISTO PH AU ER , Streitgegenstand und R ügeprinzip im Spannungsfeld der verw altungsrechtlichen Prozessm axim en, Bern 1997, S. 63; ALFR ED KÖ LZ/ISABELLE H ÄN E R , Verw altungsverfah- ren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149). W er- den N ichteintretensentscheide, m it denen es das BFM der Form nach ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG ), m it Be- schw erde angefochten, so ist dem entsprechend einzig zu beurteilen, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist. D ie Beurteilungs- kom petenz der Beschw erdeinstanz ist m it anderen W orten darauf beschränkt, im Fall der Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuw eisen (vgl. Ent- scheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K ] 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.). M it dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen N ichteintretensgrund von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG hat der G esetzgeber ein Sum m arverfahren ge- schaffen, in w elchem über das Bestehen beziehungsw eise N ichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend m ateriell zu entscheiden ist, sow eit dies im R ahm en einer sum m arischen Prüfung m öglich ist (vgl. zur Publikation vorgesehe- nes U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 insbes. E. 5.6.5). D em entsprech- end ist im Beschw erdeverfahren auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegen- stand (vgl. BVG E a.a.O . E. 2.1). N icht beschränkt ist die Beurteilungszuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts zudem in der Frage der W egw eisung und deren Vollzugs, w eil das BFM sich diesbezüglich gem äss Art. 44 AsylG in Verbindung m it Art. 14a des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlas- sung der Ausländer (AN AG , SR 142.20) m ateriell zur Sache zu äussern hat. 2.2 D er Beschw erdeführer ist legitim iert, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 108A AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und Art. 50 ff. Vw VG ). 5 3. 3.1 G em äss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG w ird auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, w enn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einrei- chung des G esuches "R eise- oder Identitätspapiere" abgeben. Keine Anw endung findet diese Bestim m ung, w enn Asylsuchende entschuldbare G ründe für das U n- verm ögen, innerhalb von 48 Stunden nach G esuchseinreichung "R eise- oder Iden- titätspapiere" abzugeben, glaubhaft m achen können (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ), w enn auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht- lingseigenschaft festgestellt w ird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ) oder sich die N ot- w endigkeit zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG ). Vor Erlass einer N ichteintretensverfügung nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG hat eine Anhörung nach den Artikeln 29 und 30 AsylG stattzufinden (vgl. Art. 36 Abs. 1 AsylG ). 3.2 D er Begriff "R eise- oder Identitätspapiere", w ie er in der revidierten Bestim m ung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG verw endet w ird, ist in Berücksichtigung der Ziel- setzung der am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen G esetzesänderung in einem engen Sinne zu verstehen. Es fallen darunter diejenigen D okum ente, w elche so- w ohl eine zw eifelsfreie Identifizierung als auch die R ückschaffung ohne (grossen) adm inistrativen Aufw and erm öglichen. D iesen beiden Anforderungen genügen in der Praxis regelm ässig R eisepässe und Identitätskarten (vgl. zur Publikation vor- gesehenes U rteil BVG E D -2279/2007 vom 11. Juli 2007 E. 4-6). 3.3 D er unveränderte Begriff der "entschuldbaren G ründe" im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ist im Sinne der Praxis zum bisherigen R echt zu verstehen (vgl. zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 3.2; EM AR K 1999 N r. 16 E. 5c.aa S. 109 f.). 3.4 D er Beschw erdeführer reichte kein D okum ent zur Bestätigung seiner Identität ein; entschuldbare G ründe für das N ichteinreichen eines R eise- oder Identitätspapieres innerhalb von 48 Stunden seit der G esuchseinreichung w erden vom Beschw erde- führer nicht nam haft gem acht. In den Befragungen führte er aus, er habe seine Identitätskarte zu H ause gelassen; er sei nach dem Vorfall m it D ._______ so durcheinander gew esen, dass er sie vergessen habe (vgl. act. A1, S. 4; A13, S. 3). D ies stellt jedoch keinen entschuldbaren G rund für die N ichtabgabe eines Identi- tätspapieres dar. D ie Vorinstanz w eist zu R echt darauf hin, dass sich der Be- schw erdeführer die Identitätskarte nach Pakistan hätte senden lassen können, w o er gem äss seinen Angaben m ehrere Jahre gelebt hat. Auch nach Einreise des Be- schw erdeführers in die Schw eiz sind keine Bem ühungen zur Beschaffung der Identitätskarte ersichtlich. So hat etw a der Beschw erdeführer nicht m it H ilfe seines in Turkm enistan lebenden O nkels versucht, dieses D okum ent zu beschaffen, son- dern w enig überzeugend behauptet, er erinnere sich nicht m ehr an die Telefon- num m er seines O nkels und könne deshalb keinen Kontakt zu diesem herstellen (vgl. act. A13, S. 3). Insgesam t fehlt es dam it an entschuldbaren G ründen für das Versäum nis, Identi- tätspapiere einzureichen.6 4. W eiter hielt die Vorinstanz fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft gem äss Art. 3 und 7 AsylG nicht und es seien auf G rund der Aktenlage kei- ne zusätzlichen Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder ei- nes W egw eisungsvollzugshindernisses erforderlich. So enthielten die Vorbringen des Beschw erdeführers in w esentlichen Punkten er- hebliche W idersprüche: zum einen hinsichtlich der D auer der Festhaltung im Keller des H auses seiner ehem aligen Verlobten, zum anderen hinsichtlich der Personen, die ihn angeblich m isshandelten. Aufgrund der erheblichen W idersprüche könnten die Vorbringen nicht den Tatsachen entsprechen. 4.1 D er Beschw erdeführer vetritt die Auffassung, die Bestim m ung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG sei völkerrechtsw idrig. D er sich aus dem Abkom m en über die R echtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 (FK, SR 0.142.30) ergebende Begriff des Flüchtlings dürfe nicht enger definiert w erden. Eine Bestim m ung, w el- che das Eintreten auf ein Asylgesuch von der Abgabe von Identitätsausw eisen ab- hängig m ache, dürfe nicht dazu führen, dass Flüchtlinge im Sinne der FK oder Personen, die im Sinne von Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschen- rechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) und ande- rer relevanter M enschenrechtsgarantien gefährdet seien, in Verletzung des N on- refoulem ent-Prinzips oder ohne G ew ährung des von der FK vorgeschriebenen Schutzes in ihren H eim at- oder H erkunftsstaat zurückgeschickt w ürden. D as Feh- len von Papieren spreche nicht gegen die Flüchtlingseigenschaft. U m Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG völkerrechtskonform anw enden zu können, m üsste die Vorinstanz das Vorliegen von H inw eisen auf Verfolgung überprüfen. N ur bei offensichtlich haltlosen H inw eisen auf Verfolgung dürfe das Vorliegen der Flücht- lingseigenschaft m ittels eines N ichteintretensentscheides vorfragew eise ausge- schlossen w erden. Zudem sei entsprechend der alten R echtslage von einem w eiten Verfolgungsbegriff auszugehen, w orunter auch erlittene oder befürchtete N achteile von M enschenhand fielen. Auch sei nach w ie vor ein tiefes Bew eism ass anzuw enden, w onach auf ein Asylgesuch einzutreten sei, w enn sich bei einer sum - m arischen Prüfung der Vorbringen greifbare H inw eise auf m ögliche N achteile er- gäben. D ie M isshandlung des Beschw erdeführers durch Private ergäbe eindeutig H inw ei- se auf Verfolgung, w elche ein Eintreten auf das Asylgesuch gefordert hätten. Es handle sich in den Vorbringen des Beschw erdeführers nicht um „krasse W ider- sprüche“, sondern lediglich um kleine U ngereim theiten, die im Ü brigen m it der An- zahl der Tage der Festhaltung und dem genauen Täterkreis die Erlebnisse des Be- schw erdeführers w ährend des Eingesperrtseins im Keller betroffen hätten. D em Beschw erdeführer fiele es schw er, über diese Erlebnisse der M isshandlung zu sprechen; er sei w ährend der Schilderung der sexuellen G ew alt in Tränen ausge- brochen. Vor diesem H intergrund seien gew isse U ngenauigkeiten in den Aussagen durchaus verständlich. Eine eingehende m aterielle Prüfung sei angesichts dieser Situation notw endig. D ie Vorinstanz hätte zusätzliche Abklärungen zur Feststel- lung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses vor- nehm en m üssen. 4.2 D em ist entgegenzuhalten, dass der G esetzgeber nicht nur in Bezug auf Q ualität der abzugebenden Identitätspapiere, sondern auch hinsichtlich der Bew eism ass-7 anforderungen und des zulässigen Prüfungsum fangs m it der N euform ulierung des N ichteintretensgrundes der Papierlosigkeit eine Verschärfung beabsichtigte. Er hat - w ie im W esentlichen bereits vorstehend ausgeführt - m it der Bestim m ung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG ein Sum m arverfahren geschaffen, in w el- chem über das Bestehen beziehungsw eise das N ichtbestehen der Flüchtlingsei- genschaft abschliessend m ateriell befunden w ird, sow eit dies im R ahm en einer sum m arischen Prüfung m öglich ist. Einzutreten ist auf das Asylgesuch, w enn be- reits auf G rund einer sum m arischen Prüfung festgestellt w erden kann, dass die asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne der D efinition von Art. 3 AsylG offensichtlich erfüllt (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ). N icht einzutreten ist dem - gegenüber auf das Asylgesuch, w enn bereits auf G rund einer sum m arischen Prü- fung festgestellt w erden kann, dass die asylsuchende Person die Flüchtlingseigen- schaft offensichtlich nicht erfüllt. D ie O ffensichtlichkeit der fehlenden Flüchtlingsei- genschaft kann sich dabei aus der U nglaubhaftigkeit der Vorbringen, aber auch aus der fehlenden Asylrelevanz ergeben. Kann auf G rund einer sum m arischen Prüfung nicht abschliessend festgestellt w erden, ob die asylsuchende Person of- fensichtlich Flüchtling ist oder offensichtlich nicht Flüchtling ist, ist auf das Asylge- such zw ecks w eiterer im ordentlichen Verfahren vorzunehm ender Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft einzutreten, w obei auch der Bedarf w eite- rer Abklärungen zu W egw eisungsvollzugshindernissen zu einem ordentlichen Ver- fahren führt (vgl. zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 3-5). D a für die Frage des N ichteintretens eine sum m arische Prü- fung vorzunehm en ist, ob ein Asylgesuchsteller offenkundig die Flüchtlingseigen- schaft nicht erfüllt, und dieser Entscheid in Anbetracht der form ellen, durch das Asylgesetz aufgestellten Bedingungen in einem fairen Verfahren getroffen w ird, erw eist sich ein solcher Entscheid als völkerrechtskonform , w eshalb sich w eitere Ausführungen zu den diesbezüglichen Einw änden des Beschw erdeführers erüb- rigen. 4.3 Aus den Akten ist w eiter zu schliessen, dass der Beschw erdeführer die Flücht- lingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG offensichtlich nicht erfüllt. Auch w enn nicht auszuschliessen ist, dass der Beschw erdeführer O pfer sexueller Ü bergriffe gew orden ist, stellt sich die geltend gem achte Verfolgung als unglaub- haft dar. D ie vom BFM aufgeführten W idersprüche sind tatsächlich erheblich. So hat der Beschw erdeführer in der Erstbefragung behauptet, er sei zw anzig Tage eingesperrt gew esen (vgl. act. A1, S. 5), in der kantonalen Anhörung gab er jedoch zu Protokoll, es seien zehn Tage gew esen (vgl. act. A13, S. 6, 8). D es w eiteren w i- derspricht er sich hinsichtlich des Täterkreises, sagte erst aus, die Söhne des Va- ters seiner ehem aligen Verlobten hätten ihn zusam m engeschlagen und sich an ihm vergangen (vgl. act. A1, S. 5), gab dann aber in der kantonalen Anhörung an, diese hätten nichts getan, vielm ehr hätten ihn der Vater seiner Ex-Verlobten sow ie dessen Schw iegersohn und Freunde des Schw iegersohnes geschlagen (vgl. act. A13, S. 8, 12). Im G egensatz zur Auffassung der Beschw erdeseite betreffen diese W idersprüche den zentralen Sachverhalt und sind nicht m inim al. Ausserdem be- ziehen sie sich auch nicht nur auf das Ereignis eines sexuellen Ü bergriffes an sich m it der Folge m öglicher U ngenauigkeiten infolge Traum atisierung, sondern auf die Begleitum stände, näm lich die D auer des Eingesperrtseins und den Kreis der Täter. Ein w eiterer W iderspruch fällt hinsichtlich des W ohnortes des O nkels des Be-8 schw erdeführers in Turkm enistan auf, sagte der Beschw erdeführer in der Erstbe- fragung doch noch aus, sein O nkel w ohne in F._______, w o er sich bei seiner Ausreise aus dem H eim atland eine W oche aufgehalten haben w ill (vgl. act. A1, S. 3, 6), w usste dann aber bei der Zw eitbefragung nicht m ehr, in w elcher Stadt der O nkel w ohnt und w o in Turkm enistan er diesen bei seiner Ausreise angetroffen haben w ill (vgl. act. A13, S. 4, 11). D as BFM hat dem nach zu R echt festgestellt, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht. G leichzeitig w eist in den Erw ägungen des Am tes nichts darauf hin, dass das N ichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft nicht offen- sichtlich gew esen w äre, m it der Konsequenz, dass das BFM in dieser H insicht eine nicht bloss sum m arische m aterielle Prüfung hätte vornehm en oder einen grossen Begründungsaufw and hätte betreiben m üssen. Ebenso w enig bestehen Anzeichen dafür, dass die Vorinstanz zusätzliche sachliche oder rechtliche Abklärungen hätte treffen m üssen, um zur Erkenntnis zu gelangen, dass der Beschw erdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und keine W egw eisungsvollzugshindernisse be- stehen. Sow eit die R echtsvertreterin des Beschw erdeführers rügt, allein m it dem H inw eis, die Flüchtlingseigenschaft sei nicht erfüllt, hätte die Vorinstanz nicht die N otw endigkeit zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigen- schaft verneinen dürfen, sondern nach Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG w eitere Abklä- rungen vornehm en m üssen, ist dem entgegenzuhalten, dass nur für den Fall, dass nach sum m arischer Prüfung nicht abschliessend festgestellt w erden kann, ob der Beschw erdeführer offensichtlich Flüchtling ist oder offensichtlich nicht Flüchtling ist, Abklärungen im ordentlichen Verfahren vorzunehm en sind. W egen des offen- sichtlichen Fehlens der Flüchtlingseigenschaft w aren aber keine derartigen zusätz- lichen Abklärungen notw endig. 4.4 Zusam m enfassend kann festgehalten w erden, dass im vorliegenden Fall die Vor- aussetzungen für ein N ichteintreten auf das Asylgesuch in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG gegeben w aren. D as BFM ist dem nach zu R echt auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten. 5. 5.1 Tritt das BFM auf das Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw ei- sung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). 5.2 Vorliegend hat der Kanton keine Aufenthaltsbew illigung erteilt (Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). D er Beschw erde- führer kann sich auch nicht auf einen dahingehenden Anspruch berufen (vgl. EM AR K 2001 N r. 21). Seine W egw eisung aus der Schw eiz steht som it im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen. 6. 6.1 Es bleibt zu prüfen, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entge- genstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Voll- zugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen über die vorläufige Auf- nahm e nach AN AG zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ). 9 6.2 Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ). D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat ausreisen oder dorthin gebracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz ei- ner W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. N icht zum utbar kann der Vollzug der W egw eisung insbesondere sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (vgl. Art. 14a Abs. 2, 3 und 4 AN AG ). 6.3 D ie erw ähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw ei- sung (U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit, U nm öglichkeit) sind alternativer N atur: So- bald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim - m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (EM AR K 2001 N r. 1 S. 2 E. 6a). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e steht dem (ab- und w eggew iesenen) Asylsuchenden nach Art. 105 Abs. 1 AsylG die Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht offen, w obei in dem Verfahren säm tliche Vollzugs- hindernisse von Am tes w egen und nach M assgabe der zu diesem Zeitpunkt herr- schenden Verhältnisse (EM AR K 2006 N r. 6 E. 4.2. S. 54 f., EM AR K 1997 N r. 27 S. 205 ff.) von neuem zu prüfen sind. W ie bereits unter Ziffer 2 ausgeführt, nim m t die Vorinstanz - so auch vorliegend - bei einem N ichteintertensentscheid eine m a- terielle Prüfung des W egw eisungsvollzuges vor m it der Folge der vollen Kongnition des Bundesverw altungsgerichts, w eshalb die in der Beschw erdeschrift geäusserte Kritik, eine m aterielle Prüfung des W egw eisunsgvollzuges m üsse in einem ordent- lichen Verfahren erfolgen, nicht verfängt. 7. 7.1 D er Vollzug der W egw eisung kann gem äss Art. 14a Abs. 4 AN AG insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allge- m einer G ew alt kennzeichnet, angenom m en w erden. Ferner ist von einer konkreten G efährdung auszugehen, w enn eine Person nach ihrer R ückkehr die absolut not- w endige m edizinische Versorgung nicht erhalten könnte oder - aus objektiver Sicht - w egen der vorherrschenden Verhältnisse m it grosser W ahrscheinlichkeit unw iederbringlich in völlige Arm ut gestossen w ürde, dem H unger und som it einer ernsthaften Verschlechterung ihres G esundheitszustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert w äre (vgl. EM AR K 1995 N r. 5 E. 6e S. 47, EM AR K 1994 N r. 18 S. 139 ff., EM AR K 1994 N r. 19 S. 145 ff. und EM AR K 1994 N r. 20 S. 155 ff.). 7.2 D as BFM führt in seiner Verfügung aus, dass gem äss R echtsprechung der vor- m als zuständigen AR K die W egw eisung in jene R egionen Afghanistans zum utbar sei, in denen seit dem Jahr 2004 keine m ilitärischen Aktivitäten m ehr stattfänden und die nicht einer perm anent instabilen Lage ausgesetzt seien (EM AR K 2006 N r. 9). D azu gehöre die H eim atregion (Provinz Zabul) des Beschw erdeführers 10 zw ar nicht, aber es stünde dem Beschw erdeführer offen, eine innerstaatliche W ohnsitzalternative, beispielsw eise im G rossraum Kabul, w ahrzunehm en. In Kabul stellten H azara eine bedeutende M inderheitengruppe dar und verfügten über ent- sprechende N etzw erke, w eshalb der Beschw erdeführer nicht befürchten m üsse, dort auf G rund seiner Ethnie O pfer asylrelevanter N achteile zu w erden. Trotz der allgem ein schw ierigen w irtschaftlichen Lage sei davon auszugehen, dass es dem Beschw erdeführer dank seiner in Pakistan erw orbenen Berufserfahrung und Sprachkenntnisse m öglich sein w erde, eine Existenzgrundlage aufzubauen, w es- halb er über eine zum utbare W ohnsitzalternative verfüge. Zudem könne der Be- schw erdeführer R ückkehrhilfe in Anspruch nehm en. 7.3 In ihrem in EM AR K 2006 N r. 9 publizierten U rteil nahm die AR K aufgrund der poli- tischen Entw icklung seit dem Sturz des Taliban-R egim es im Jahre 2001 eine diffe- renzierte Lagebeurteilung vor und prüfte - nach in EM AR K 2003 N r. 10 und 30 publizierten U rteilen - erneut die Zum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung nach Afghanistan. Auf der G rundlage der neuen Verfassung vom Januar 2004 w urde der bisherige Präsident der Ü bergangsregierung, H am id Karzai, anlässlich der Präsidentschafts- w ahlen vom O ktober 2004 an der Spitze der R egierung bestätigt. In der Folge fan- den am 18. Septem ber 2005 Parlam entsw ahlen statt, und Anfang D ezem ber 2005 w urde das O berhaus geschaffen. Trotz dieser Entw icklung auf institutioneller Ebe- ne konnten viele Problem e im Bereich der Sicherheit, der D em okratie, des R echts- staats, der w irtschaftlichen Entw icklung und der m edizinischen Infrastruktur noch nicht gelöst w erden. D ie hum anitäre und w irtschaftliche Situation bleibt w eiterhin prekär (vgl. EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.bb S. 67 f.). Bezüglich der Sicherheitslage ist festzuhalten, dass in Afghanistan nach w ie vor ausländische Truppen stationiert sind, die der International Security Assistance Force (ISAF) zugehören. Ihre Akti- onen sind vorw iegend gegen Partisanen des alten R egim es und Personen, die der Zugehörigkeit oder N ähe zur Al-Q a’ida verdächtigt w erden, gerichtet. D ie ISAF hat sich seit O ktober 2003 kontinuierlich von Kabul in den N orden und N ordosten Afghanistans vorangearbeitet und w esentlich zur Stabilisierung dieser R egionen beigetragen. Im Septem ber 2005 konnte sie die w eitgehende Befriedung der R e- gionen im W esten des Landes sicherstellen und beabsichtigt, ihren Aktionsradius im Süden auszudehnen. D ank der Bem ühungen der R egierung und der internatio- nalen Truppen konnte in der Stadt Kabul, in ihrer U m gebung und in verschiedenen im N orden der H auptstadt gelegenen Städten ein genügendes Sicherheitsniveau geschaffen w erden. In M azar-e-Sharif kann die Sicherheitslage heute als befriedi- gend bezeichnet w erden, und auch im W esten in der Provinz H erat ist von einer relativ ruhigen Lage auszugehen. In den R egionen im O sten, Südosten und Süden Afghanistans hingegen m uss im m er noch von einer Situation allgem einer G ew alt gesprochen w erden. Zusam m enfassend kam die AR K , deren Beurteilung im W esentlichen vom Bundes- verw altungsgericht übernom m en w ird, in ihrem in EM AR K 2006 N r. 9 publizierten U rteil zum Schluss, dass der Vollzug der W egw eisung nur in R egionen als zum ut- bar zu bezeichnen ist, in denen seit 2004 keine bedeutenden m ilitärischen Aktivitä- ten m ehr zu verzeichnen sind oder keine dauernde Instabilität besteht. D arunter fallen die Provinz Kabul (vgl. bereits EM AR K 2003 N r. 10), die nördlich der H aupt- stadt gelegenen Provinzen Parw an, Baghlan, Takhar, Badakhshan, Kunduz, Balkh, 11 Sari Pul und die G ebiete um Sam angan, die nicht zum H azarajat gehören (traditio- nelles Siedlungsgebiet der H azara, vgl. EM AR K 2003 N r. 30 E. 7a S. 193) sow ie die Provinz H erat im W esten des Landes. D er Vollzug der W egw eisung ist nur für Personen als zum utbar zu erachten, die aus diesen R egionen stam m en oder dort über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügen und w enn konkrete M öglichkeiten der Sicherung des Existenzm inim um s und der W ohnsituation bestehen (vgl. dazu EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.cc S. 68, EM AR K N r. 30 E. 7b S. 193 f.). 7.4 Fraglich ist dem nach, ob es dem Beschw erdeführer, w ie von der Vorinstanz gel- tend gem acht, zuzum uten ist, sich im G rossraum Kabul oder in einer der anderen vorgenannten Provinzen niederzulassen. D ies ist dann der Fall, w enn dort ein trag- fähiges Beziehungsnetz vorhanden ist sow ie konkrete M öglichkeiten der Sicherung des Existenzm inim um s und der W ohnsituation bestehen (vgl. EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.cc S. 68, EM AR K N r. 30 E. 7b S. 193 f.). Zw ar hat der junge, gesunde und alleinstehende Beschw erdeführer m ehrere Jahre Berufserfahrung (als C oiffeur in Pakistan) und sich Frem dsprachenkenntnisse an- geeignet (vgl. act. A1, S. 2). Aber es ist ihm trotz dieser für einen W egw eisungs- vollzug sprechenden Argum ente nicht zuzum uten, sich in Kabul niederzulassen, da er dort nicht über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügt. G em äss den Befra- gungsprotokollen sind seine Eltern gestorben (vgl. act. A13, S. 3, 4). Ausser einem O nkel väterlicherseits in Turkm enistan und dessen Fam ilie hat er keine Fam ilien- angehörigen (vgl. act. A13, S. 4); es ergeben sich aus den Akten keinerlei H inw ei- se auf in Kabul lebende Angehörige. D ie R echtsvertreterin des Beschw erdeführers m acht dem nach zu R echt geltend, angesichts des Fehlens einer gesicherten W ohnsituation und eines tragfähigen Fa- m ilien- oder Beziehungsnetzes, um sich in Kabul eine Existenzgrundlage aufbauen beziehungsw eise sichern zu können, sei eine W egw eisung nach Kabul oder in eine andere Provinz dem Beschw erdeführer entsprechend der in EM AR K 2003 N r. 10 aufgeführten restriktiven Voraussetzungen nicht zum utbar. 7.5 Zusam m enfassend ist festzustellen, dass der Vollzug der W egw eisung nach Af- ghanistan für den Beschw erdeführer im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG als unzu- m utbar zu bezeichnen ist. Aus den Akten ergeben sich im Ü brigen keine H inw eise auf allfällige Ausschlussgründe gem äss Art. 14a Abs. 6 AN AG . 8. Entsprechend den Ausführungen ist die Beschw erde bezüglich des N ichteintretens auf das Asylgesuch und die W egw eisung abzuw eisen; sow eit die Beschw erde die Anordnung des W egw eisungsvollzuges betrifft, ist die Beschw erde gutzuheissen. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 9. Februar 2007 sind aufzuheben, und das BFM ist anzuw eisen, den Aufenthalt des Be- schw erdeführers nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Auf- nahm e zu regeln (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 14a Abs. 4 AN AG ). 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens w ären die reduzierten Verfah- renskosten in H öhe von Fr. 300.-- dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 12 Abs. 1 Vw VG ). D a das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) m it Zw ischenverfügung vom 23. Februar 2007 gutgeheissen w urde, w ird von der Kostenauferlegung abgesehen. 9.2 G em äss Art. 64 Abs. 1 Vw VG und Art. 7 Abs. 1 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 (VG KE, SR 173.320.2) ist dem teilw eise obsiegenden und vertretenen Beschw er- deführer eine reduzierte Parteientschädigung für die ihm notw endigerw eise er- w achsenen und verhältnism ässigen Kosten zuzusprechen. D ie R echtsvertreterin m acht in ihrer H onorarnote vom 20. Februar 2007 einen zeitlichen Aufw and von 8 Stunden bei einem Stundensatz von Fr. 150.-- geltend und stellt für ihre Tätigkeit zusätzlich eine nicht näher konkretisierte D ossiereröffnungspauschale von Fr. 50.-- in R echnung. D ie N otw endigkeit und Verhältnism ässigkeit dieses Pauschalbetra- ges erschliesst sich nicht, w eshalb er nicht zu erstatten ist. Zudem w erden Spesen von Fr. 50.-- in R echnung gestellt. D ie G esam tvertretungskosten von Fr. 1'250.-- (nach Abzug der D ossiereröffnungspauschale) w erden als angem essen erachtet. D a der Beschw erdeführer nur teilw eise obsiegt hat, ist ihm für das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 625.-- (ohne M ehrw ertsteuer) zu entrichten. (D ispositiv nächste Seite)13 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird teilw eise gutgeheissen, indem festgestellt w ird, dass der W egw eisungsvollzug unzum utbar ist. D arüber hinaus w ird die Beschw erde abge- w iesen. 2. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung vom 9. Februar 2007 w erden aufgehoben. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführer w egen U nzum ut- barkeit des W egw eisungsvollzuges vorläufig aufzunehm en. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D as BFM hat dem Beschw erdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht eine anteilsm ässige Parteientschädigung von Fr. 625.-- zu entrichten. 5. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin des Beschw erdeführers (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Vorakten (R ef.-N r. N _______; Kopie) - G ._______ des Kantons H ._______ (Kopie) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Bruno H uber M areile Lettau