<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00240</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205037&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00240</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.04.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 20.02.2006 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Immissionen (Kirchenglockengeläut)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zeitschlag durch Kirchenglocken in der Nacht: Lärmermittlung; Gutachtenskosten.<br/><br/>Die Vorinstanz hat die vom Beschwerdeführer eingereichte private Lärmmessung zu Recht als wenig aussagekräftig eingestuft. Dennoch lassen die Werte eine übermässige Lärmbelastung als möglich erscheinen, weshalb eine Ermittlung der Aussenlärmimmissionen im Sinn von Art. 36 Abs. 1 LSV durch die Vollzugsbehörde geboten war. Die von der Vorinstanz vorgenommene antizipierte Beweiswürdigung vermag diese Abklärung nicht zu ersetzen; obwohl ihre qualitativen Überlegungen grundsätzlich richtig sind, vermögen diese eine erhebliche Störung nicht mit hinreichender Sicherheit auszuschliessen (E. 4.2). Die vom Beschwerdeführer ermittelten Lärmwerte liefern genügend Anhaltspunkte für eine übermässige Lärmbelastung, was den Beizug eines Lärmgutachtens notwendig macht. Zusammenfassung des Gutachtens: Mit Aufwachreaktionen sei zu rechnen, doch sei ihre Wahrscheinlichkeit gering (E. 4.3).<br/><br/>Gestützt auf Art. 46 Abs. 1 USG ist die Kirchgemeinde als Inhaberin der streitbetroffenen Anlage verpflichtet, die für den Vollzug notwendigen Abklärungen durchzuführen. Da die Kosten für eine solche Abklärung, soweit sie nicht direkt beim Auskunftspflichtigen anfallen, durch die den Auftrag erteilende Vollzugsbehörde auf den Anlageninhaber überwälzt werden können, sind die Gutachtenskosten der Kirchgemeinde aufzuerlegen (E. 8).<br/><br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLOCKENSCHALL">GLOCKENSCHALL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTENSKOSTEN">GUTACHTENSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KIRCHENGLOCKEN">KIRCHENGLOCKEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENVERLEGUNG">KOSTENVERLEGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRMGUTACHTEN">LÃRMGUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRMIMMISSION">LÃRMIMMISSION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRMMESSUNG">LÃRMMESSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: LÃRMSCHUTZ">LÃRMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHTLÃRM">NACHTLÃRM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STÃRUNG">STÃRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERURSACHERPRINZIP">VERURSACHERPRINZIP</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 36 Abs. I LSV</span><br/><span class="ungerade">Art. 15 USG</span><br/><span class="gerade">Art. 46 Abs. I USG</span><br/><span class="ungerade">§ 13 Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2005 Nr. 31</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Schreiben vom 27. November 2002 beantragte A dem Gemeinderat Gossau, die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Gossau zu EinschrÃ¤nkungen des KirchengelÃ¤uts und des Stundenschlags zu verpflichten. Der Gemeinderat lehnte den Antrag am 16. April 2003 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den von A hiergegen erhobenen Rekurs wies die Baurekurskommission III am 21. April 2004 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 26. Mai 2004 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen:</p> <p class="EinzugZitat">"1. Es sei der Entscheid vom 21.4.2004 aufzuheben und die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Gossau zu verpflichten, ab sofort die Nachtruhe einzuhalten und auf die Stunden- und ViertelstundenschlÃ¤ge zwischen 21.45 Uhr und 6.00 Uhr zu verzichten.</p> <p class="EinzugZitat">2. Es sei der Entscheid vom 21.4.2004 aufzuheben und der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Gossau (unter Vorbehalt der nachfolgenden Ziffer 3) zu verbieten, mit dem KirchengelÃ¤ut und mit den Stunden- und ViertelstundenschlÃ¤gen im Schlafzimmer des BeschwerdefÃ¼hrers (bei gekipptem Fenster) einen Schallpegel von 72 dB zu Ã¼berschreiten.</p> <p class="EinzugZitat">3. Es sei der Entscheid vom 21.4.2004 aufzuheben und der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Gossau zu verbieten, mit dem KirchengelÃ¤ut von Gottesdiensten auf dem Balkon des BeschwerdefÃ¼hrers einen Schallpegel von 80 dB zu Ã¼berschreiten.</p> <p class="EinzugZitat">4. Unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegner."</p> <p class="Urteilstext">Zur BegrÃ¼ndung wurde im Wesentlichen vorgebracht, GelÃ¤ut und StundenschlÃ¤ge verletzten die Bestimmungen des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG) und der LÃ¤rmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV) sowie die Ruhezeitbestimmungen der Polizeiverordnung der Gemeinde Gossau vom 4. Februar 1998 (PolizeiV). Die kirchlichen Emissionen verletzten den dieser Kirche nicht zugehÃ¶rigen BeschwerdefÃ¼hrer in seiner Religions- und in seiner persÃ¶nlichen Freiheit. Zur SachverhaltsabklÃ¤rung wurden eine LÃ¤rmmessung sowie ein Lokaltermin des Gerichts beantragt.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz schloss am 11. Juni 2004 auf Abweisung der Beschwerde und die Evangelisch-refomierte Kirchgemeinde Gossau verzichtete am 24. Juni 2004 auf Beschwerdeantwort. Die Gemeinde Gossau liess am 2. September 2004 Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge beantragen.</p> <p class="Urteilstext">Am 27. Oktober 2004 beschloss das Verwaltungsgericht die Einholung eines LÃ¤rmgutachtens und ernannte am 16. November 2004 den Leiter der Abteilung Akustik der EidgenÃ¶ssischen MaterialprÃ¼fungs- und Forschungsanstalt (EMPA), zum Gutachter. Dieser erstattete sein Gutachten am 2. Februar 2005. Der Gemeinderat Gossau liess dazu am 28. Februar 2005 mehrere ErgÃ¤nzungsfragen stellen und einstweilen auf Stellungnahme verzichten. Der BeschwerdefÃ¼hrer liess am 23. MÃ¤rz 2005 Stellung nehmen und gleichzeitig seine BeschwerdeantrÃ¤ge dahingehend modifizieren, dass auch tagsÃ¼ber mit dem Stundenschlag und dem GelÃ¤ut ein Schallpegel von 62 dB(A) gemessen im Schlafzimmer bei gekipptem Fenster und mit dem GelÃ¤ut vor Gottesdiensten ein Pegel von 70 dB(A) gemessen auf dem Balkon nicht Ã¼berschritten werden dÃ¼rften.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der Beschwerde gegen einen Entscheid der Baurekurskommission III zustÃ¤ndig. Der BeschwerdefÃ¼hrer, dessen Wohnung vom Turm der reformierten Kirche Gossau 200 m entfernt liegt und Ã¼ber direkte Sichtverbindung zu diesem verfÃ¼gt, ist gemÃ¤ss § 21 lit. a VRG bzw. § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) zur Beschwerde legitimiert.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>GemÃ¤ss § 54 VRG muss die Beschwerdeschrift einen Antrag und dessen BegrÃ¼ndung enthalten. Durch den Antrag wird der Streitgegenstand vor Verwaltungsgericht bestimmt; nach Ablauf der Beschwerdefrist kann der Antrag nur noch bezÃ¼glich Nebenpunkten ergÃ¤nzt oder erweitert werden (RB 1963 Nr. 26, 1965 Nr. 27). Die BeschrÃ¤nkung eines ursprÃ¼nglich gestellten Antrags auf ein Minus (TeilrÃ¼ckzug) ist dagegen jederzeit zulÃ¤ssig (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 54 N. 5).</p> <p class="Urteilstext">Mit seinem Beschwerdeantrag 1 gemÃ¤ss Beschwerdeschrift vom 26. Mai 2004 hat der BeschwerdefÃ¼hrer die Einhaltung der Nachtruhe und entsprechend den Verzicht auf Stunden- und ViertelstundenschlÃ¤ge zwischen 21.45 und 06.00 Uhr verlangt. An diesem Antrag hÃ¤lt der BeschwerdefÃ¼hrer unverÃ¤ndert fest. Hingegen werden mit den in der Stellungnahme zum Gutachten am 23. MÃ¤rz 2005 eingebrachten Ãnderungen der AntrÃ¤ge 2 und 3, mit denen der BeschwerdefÃ¼hrer neu eine Begrenzung der LautstÃ¤rke gemessen im Schlafzimmer des BeschwerdefÃ¼hrers bei gekipptem Fenster auf 62 statt auf 72 dB(A) und gemessen auf dem Balkon auf 70 statt auf 80 dB(A) verlangt, weitergehende BeschrÃ¤nkungen beim Betrieb des streitbetroffenen GlockengelÃ¤uts gefordert. Damit werden die innerhalb der Beschwerdefrist gestellten AntrÃ¤ge in unzulÃ¤ssiger Weise erweitert. Auf diese erweiterten AntrÃ¤ge ist nicht einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Bundesgericht hat sich soweit ersichtlich bisher in zwei FÃ¤llen mit als stÃ¶rend empfundenem, kirchlichem GlockengelÃ¤ut befasst. In BGE 126 II 366 (= URP 2000, S. 795) schÃ¼tzte es einen Entscheid des ZÃ¼rcher Verwaltungsgerichts vom 29. Januar 1999, welcher den Zeitpunkt des FrÃ¼hgelÃ¤uts in Bubikon betraf. In einem weiteren Urteil vom 13. Mai 2003 (URP 2003, S. 685) befasste es sich mit dem FrÃ¼hgelÃ¤ut der ParitÃ¤tischen Kirche von Thal (SG). Nach dieser (im Folgenden zusammengefasst wiederzugebenden) Rechtsprechung des Bundesgerichts kann kirchliches GlockengelÃ¤ut, auch soweit es Teil der ReligionsausÃ¼bung darstellt und unter dem Schutz der Glaubens- und Gewissensfreiheit steht (Art. 15 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV]), zum Schutz der Ã¶ffentlichen Ruhe gewissen EinschrÃ¤nkungen unterworfen werden; insbesondere ist die Umweltschutzgesetzgebung grundsÃ¤tzlich auch auf KirchengelÃ¤ut anwendbar. Die GlockengelÃ¤ute von Kirchen stellen Anlagen im Sinn von Art. 7 Abs. 7 USG und Art. 2 Abs. 1 LSV dar. Soweit sie, wie hier dasjenige der Kirche in Gossau, bereits vor dem Inkrafttreten des Umweltschutzgesetzes bestanden haben, unterstehen GelÃ¤ute nicht den Vorschriften fÃ¼r Neuanlagen, sondern es ist gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 1 USG eine Sanierung anzuordnen, wenn sie den Vorschriften des Umweltschutzgesetzes nicht genÃ¼gen. Auch fÃ¼r Kirchenglocken gilt ferner das Vorsorgeprinzip (Art. 11 Abs. 2 USG), und die Emissionsbegrenzungen (Art. 12 USG) sind zu verschÃ¤rfen, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter BerÃ¼cksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schÃ¤dlich oder lÃ¤stig werden (Art. 11 Abs. 3 USG). Schutzmassnahmen nach Art. 12 Abs. 2 USG sind dabei nicht erst zu treffen, wenn die Umweltbelastung schÃ¤dlich oder lÃ¤stig wird, sondern es mÃ¼ssen gestÃ¼tzt auf das Vorsorgeprinzip schon sÃ¤mtliche unnÃ¶tigen Emissionen vermieden werden. Das ist allerdings nicht so zu verstehen, dass jeder im strengen Sinn nicht nÃ¶tige LÃ¤rm untersagt werden mÃ¼sste. Es gibt keinen absoluten Anspruch auf Ruhe; vielmehr sind geringfÃ¼gige, nicht erhebliche StÃ¶rungen hinzunehmen. DarÃ¼ber hinaus ist im vorliegenden Zusammenhang zu beachten, dass die LÃ¤rmschutzvorschriften auf GerÃ¤usche zugeschnitten sind, die als unerwÃ¼nschte Nebenwirkungen einer bestimmten TÃ¤tigkeit auftreten. Daneben gibt es aber GerÃ¤usche, welche den eigentlichen Zweck einer bestimmten TÃ¤tigkeit ausmachen, so die Musik beim Spielen von Instrumenten oder eben der Klang beim LÃ¤uten der Glocken. Solche LÃ¤rmemissionen kÃ¶nnen nicht vÃ¶llig vermieden und in der Regel auch nicht in der LautstÃ¤rke wesentlich reduziert werden, ohne dass zugleich der Zweck der sie verursachenden TÃ¤tigkeit vereitelt wÃ¼rde. Derartige LÃ¤rmemissionen als unnÃ¶tig und unzulÃ¤ssig zu qualifizieren, wÃ¼rde implizieren, die betreffende TÃ¤tigkeit generell als unnÃ¶tig zu betrachten. Solche TÃ¤tigkeiten werden zwar aufgrund des Umweltschutzgesetzes beurteilt, aber zugleich unter BerÃ¼cksichtigung des Interesses an der LÃ¤rm verursachenden TÃ¤tigkeit nicht vÃ¶llig verboten, sondern bloss einschrÃ¤nkenden Massnahmen unterworfen. Da eine Reduktion der SchallintensitÃ¤t meist den mit der betreffenden TÃ¤tigkeit verfolgten Zweck vereiteln wÃ¼rde, bestehen die emissionsbeschrÃ¤nkenden Massnahmen in der Regel nicht in einer Reduktion des Schallpegels, sondern in einer EinschrÃ¤nkung der Betriebszeiten. Dabei ist eine InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen zwischen dem RuhebedÃ¼rfnis der BevÃ¶lkerung und dem Interesse an der lÃ¤rmverursachenden TÃ¤tigkeit. Da fÃ¼r die Beurteilung solcher GerÃ¤usche keine vom Bundesrat festgelegten Belastungsgrenzwerte (AnhÃ¤nge 3â8 LSV) bestehen, mÃ¼ssen die LÃ¤rmimmissionen im Einzelfall nach den Kriterien der Art. 15, 19 und 23 USG bewertet werden (Art. 40 Abs. 3 LSV). Zu beachten sind insbesondere der Charakter des LÃ¤rms, Zeitpunkt, Dauer und HÃ¤ufigkeit seines Auftretens sowie die LÃ¤rmempfindlichkeit bzw. LÃ¤rmvorbelastung der betroffenen Zone. Dabei ist nicht auf das subjektive LÃ¤rmempfinden einzelner Personen abzustellen, sondern eine objektivierte Betrachtung unter BerÃ¼cksichtigung von Personen mit erhÃ¶hter Empfindlichkeit (Art. 13 Abs. 2 USG) vorzunehmen. Den Ã¶rtlichen BehÃ¶rden ist ein gewisser Beurteilungsspielraum zuzugestehen, soweit es sich um AnlÃ¤sse mit lokaler AusprÃ¤gung oder Tradition handelt.</p> <p class="Urteilstext">Zu berÃ¼cksichtigen ist sodann, dass die LÃ¤rmimmissionen des GlockengelÃ¤uts von einer Kirche ausgehen und nicht von einem Unternehmen, das nach marktwirtschaftlichen Prinzipien, das heisst gewinnorientiert, betrieben wird. Insofern kann das in Art. 11 Abs. 2 USG fÃ¼r die ZulÃ¤ssigkeit von vorsorglichen Massnahmen genannte Kriterium der wirtschaftlichen Tragbarkeit nicht angewendet werden, sondern wird durch eine VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung ersetzt (BGE 127 II 306 E. 8 S. 318 = URP 2001, S. 1075; 124 II 517 E. 5a S. 522; AndrÃ© Schrade/Theo Loretan in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 1998, Art. 11 N. 35a).</p> <p class="Urteilstext">ZusÃ¤tzlich ist zu prÃ¼fen, inwieweit das GelÃ¤ut kultischen Zwecken dient und damit eine unter dem Schutz von Art. 15 BV stehende religiÃ¶se Handlung darstellt. Als solche darf es gemÃ¤ss Art. 36 Abs. 2 und 3 BV durch staatliches Handeln nur solchen EinschrÃ¤nkungen unterworfen werden, die zum Schutz Ã¶ffentlicher Interessen oder von Grundrechten Dritter gerechtfertigt und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sind. Dabei sind die gegenlÃ¤ufigen privaten und Ã¶ffentlichen Interessen nicht nur abstrakt, sondern anhand konkreter UmstÃ¤nde objektiv zu wÃ¼rdigen. Massnahmen, welche die DurchfÃ¼hrung einer religiÃ¶sen Handlung als solche verunmÃ¶glichen oder wesentlich erschweren, kÃ¶nnen deshalb nur angeordnet werden, wenn Ã¶ffentliche Interessen oder Rechte Dritter konkret beeintrÃ¤chtigt oder bedroht werden, aber nicht schon vorsorglich in dem Sinn, dass abstrakt eine BeeintrÃ¤chtigung erfolgen kÃ¶nnte (vgl. BGr, 19. MÃ¤rz 2003, URP 2003, S. 353, E. 3.3).</p> <p class="Urteilstext">Nicht unter dem Schutz der Kultusfreiheit stehen das GelÃ¤ut zu weltlichen Zwecken, wie beispielsweise das LÃ¤uten der Glocken an nationalen Feiertagen oder zur Einberufung der Gemeindeversammlung und die ZeitverkÃ¼ndung durch das Schlagen der Kirchenglocken. Aber auch das FrÃ¼hlÃ¤uten gehÃ¶rt wie das Mittag- und AbendlÃ¤uten zum so genannten bÃ¼rgerlichen LÃ¤uten, das anders als das GelÃ¤ut vor und nach Gottesdiensten, Beerdigungen, Hochzeiten und anderen kirchlichen Handlungen, nicht Bestandteil des kirchlichen Kultus bildet (OGr, 27. April 1998, ZR 99/2000 Nr. 1 [vom BGr bestÃ¤tigt am 30. Juni 1998]; OGr, 8. Juli 1968, SJZ 64/1968 Nr. 179) und deshalb nicht unter dem Schutz der Kultusfreiheit steht.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Nach der LÃ¤utordnung der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Gossau vom 1. Januar 2001, mit welcher auf das bisherige tÃ¤gliche FrÃ¼hlÃ¤uten um 05.00 Uhr und auf das VorlÃ¤uten zum Gottesdienst am Sonntag um 07.45 Uhr ersatzlos verzichtet wurde, lÃ¤uten die Glocken der Kirche Gossau wie folgt:</p> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid"> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"><b>Zeit:</b></p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"><b>Glocke:</b></p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"><b>Dauer:</b></p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">11.01</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Montag â Samstag</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">15.01</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">4</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Montag â Samstag/Winterzeit</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">16.01</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">4</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Montag â Samstag/Sommerzeit</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">variabel</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">3</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Montag â Freitag/vor Eindunkeln</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">variabel</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Samstag â Sonntag/vor Eindunkeln</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">09.16/10.16</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Gottesdienst</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">19.16</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Gottesdienst</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13.01</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Beerdigung</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">14.01</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Beerdigung</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">19.31</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Kardonnerstag</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">05.01</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">7</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Karfreitag</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">05.01</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Ostern</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">19.31</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Ostermontag</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">19.31</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Auffahrt-Mittwoch</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">05.01</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">7</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Pfingsten</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">19.31</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Pfingstmontag</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">19.46</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1. August</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">05.01</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">7</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Bettag</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">18.16</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Heilig Abend</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">21.46</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">13</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Heilig Abend</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">05.01</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">7</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Weihnachten</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext"> </p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">23.31</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">28</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Silvester</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">00.01</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1â5</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">28</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Neujahr</p> </td> </tr> </table> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Urteilstext">Im Herbst 2002 wurde zudem beschlossen, das LÃ¤uten an Silvester/Neujahr von je 28 Minuten auf je 13 Minuten zu verkÃ¼rzen. Neben diesem GelÃ¤ut, bei dem eine oder alle fÃ¼nf Glocken zum Schwingen gebracht werden und der KlÃ¶ppel die Glocken zum Klingen bringt, werden die Stunden geschlagen, und zwar die vollen Stunden der Uhrzeit entsprechend mit 1 bis 12 SchlÃ¤gen und die Viertelstunden mit jeweils einem bis vier SchlÃ¤gen. FÃ¼r diesen Uhrschlag werden die Glocken durch einen Hammer zum Klingen gebracht, wobei laut den Feststellungen der Baurekurskommission die ViertelstundenschlÃ¤ge "relativ fein" ausfallen, wÃ¤hrend die auf einer anderen Glocke angeschlagenen vollen Stunden etwas lauter angezeigt werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach Art. 36 Abs. 1 LSV muss die VollzugsbehÃ¶rde die AussenlÃ¤rmimmissionen einer ortsfesten Anlage ermitteln bzw. ermitteln lassen, wenn sie Grund zur Annahme hat, dass die massgebenden Belastungsgrenzwerte Ã¼berschritten sind. Diese Bestimmung ist nicht nur auf die Errichtung neuer, sondern auch auf die Sanierung bestehender Anlagen anwendbar (BGE 115 Ib 446 E. 3a und d). Bei Anlagen, fÃ¼r welche keine Grenzwerte bestehen, gilt der Grundsatz sinngemÃ¤ss (<a id="OLE_LINK1">BGE 115 Ib 446 E. 3b</a>; Robert Wolf in: Kommentar USG, 2000, Art. 25 N. 95).</p> <p class="Urteilstext">Bei der Frage, ob Grund fÃ¼r die Annahme einer GrenzwertÃ¼berschreitung besteht, steht der BehÃ¶rde ein gewisses Ermessen zu. An die Wahrscheinlichkeit einer Ãberschreitung dÃ¼rfen jedoch keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden. Nach dem Sinn der Vorschrift ist die Ermittlung erforderlich, wenn erhebliche Anhaltspunkte fÃ¼r eine Ã¼bermÃ¤ssige LÃ¤rmbelastung sprechen (vgl. BGE 115 Ib 446 E. 3a; BGr, <span>2. September 2002, </span>URP 2002, S. 685, E. 2.4).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat im Rekursverfahren die Resultate einer privaten LÃ¤rmmessung eingereicht, welche im April/Mai sowie im Oktober/November 2002 an drei Standorten beim Zentrum "M", in dem sich seine Wohnung befindet, ermittelt wurden. FÃ¼r die Messorte auf drei Balkonen der Ãberbauung ergab sich laut den Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers vor der Renovation der Kirche im Sommer 2002 ein durchschnittlicher Schallpegel von 74,62 dB(A) fÃ¼r das NachmittagslÃ¤uten und von 84,47 dB(A) fÃ¼r das MesselÃ¤uten um 10.20 Uhr. Nach der Renovation der Kirche, bei der auch das LÃ¤utwerk gereinigt und dessen Ketten ausgewechselt wurden, seien Werte zwischen 77,63 dB(A) beim AbendlÃ¤uten an Wochentagen und 90,62 dB(A) am Wochenende ermittelt worden.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz hat diese Messungen als nicht aussagekrÃ¤ftig gewÃ¼rdigt, weil nicht bekannt sei, ob Berechnungsverfahren und MessgerÃ¤te den Anforderungen gemÃ¤ss Anhang 2 LSV genÃ¼gt hÃ¤tten und ob NebengerÃ¤usche zuverlÃ¤ssig ausgeblendet worden seien. Zudem stÃ¼nden die Messwerte im Widerspruch zu einer vom Rekurrenten eingereichten Stellungnahme des Bundesamts fÃ¼r Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) vom 15. Oktober 1999, wonach in 50 m Distanz von einem mittelhohen Kirchturm bei mittelgrossen Kirchenglocken am Ohr der Betroffenen ein Schalldruckpegel von 60 dB(A) zu erwarten sei; Ã¼bertragen auf die hier zu beurteilenden VerhÃ¤ltnissen mit einer Distanz von 200 m zwischen Kirchturm und Wohnung des BeschwerdefÃ¼hrers bedeute dies, dass dort mit Werten unter 60 dB(A) zu rechnen sei, und zwar auch dann, wenn mit mehreren Glocken gelÃ¤utet werde.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der Vorinstanz ist zunÃ¤chst beizupflichten, dass die vom BeschwerdefÃ¼hrer vorgeleg<span class="UrteilstextChar">ten Messergebnisse wenig Aussagekraft haben. Insbesondere fehlt ein Messbericht, welcher Ã¼ber die verwendeten MessgerÃ¤te, ihre Kalibrierung, die genauen Messorte, den Betrieb der LÃ¤rmquelle (GelÃ¤ut mit einer oder mehreren Glocken, kurze oder lÃ¤ngere StundenschlÃ¤ge), Wetter und NebengerÃ¤usche Auskunft gibt und welcher den Messvorgang nachvollziehbar und verstÃ¤ndlich macht (Robert Hofmann, LÃ¤rm und LÃ¤rmbekÃ¤mpfung in der Schweiz, DÃ¼bendorf 1997, Ziff. 5.8). </span>Immerhin liegen die gemessenen Werte aber in einem Bereich, bei welchem eine Ã¼bermÃ¤ssige LÃ¤rmbelastung durchaus mÃ¶glich ist, sodass gemÃ¤ss Art. 36 Abs. 1 LSV eine Ermittlung der AussenlÃ¤rmimmissionen durch die VollzugsbehÃ¶rde geboten war. Daran fÃ¼hren auch die quantitativen Ãberlegungen der Baurekurskommission nicht vorbei: Wenn laut der vom BeschwerdefÃ¼hrer im Rekursverfahren eingereichten Stellungnahme des BUWAL vom 15. Oktober 1999 davon auszugehen ist, dass (bei gekipptem Fenster) "in 50 m Distanz von einem mittelhohen Kirchturm bei mittelgrossen Kirchenglocken am Ohr der Betroffenen ein Schalldruckpegel von mehr als 60 dB(A) zu erwarten ist", so ist eine solche SchÃ¤tzung allenfalls ein Hinweis auf Messfehler bei den Erhebungen des BeschwerdefÃ¼hrers, jedoch ungeeignet zur quantitativen Erfassung des hier zu beurteilenden Sachverhalts.</p> <p class="Urteilstext">Auch die von der Vorinstanz vorgenommene antizipierte BeweiswÃ¼rdigung vermag die gemÃ¤ss Art. 36 Abs. 1 LSV gebotene AbklÃ¤rung nicht zu ersetzen. Aufgrund des von einer Delegation (Referent und juristische SekretÃ¤rin) anlÃ¤sslich eines Lokaltermins an einem Vormittag gewonnenen Eindrucks der LÃ¤rmbelastung hat die Rekurskommission erwogen, der auf dem Balkon gut wahrnehmbare Stundenschlag mÃ¼sse von sich gestÃ¶rt fÃ¼hlenden Betroffenen auch wÃ¤hrend der Nacht hingenommen werden, da es sich beim Stundenschlag um einen wesentlichen und nach dem "Empfinden des verstÃ¤ndigen Durchschnittsmenschen" zumindest akzeptablen Bestandteil der herkÃ¶mmlichen Dorfkultur handle. Dasselbe gelte fÃ¼r das etwas lautere GelÃ¤ut, das mit wenigen Ausnahmen in Zeiten stattfinde, zu denen die BevÃ¶lkerung mehrheitlich noch nicht zu ruhen pflege. Ausserhalb dieser Zeiten wÃ¼rden die Glocken nur an einigen kirchlichen Feiertagen gelÃ¤utet. Solcher sporadisch auftretender LÃ¤rm sei fÃ¼r die StÃ¶rwirkung von geringer Bedeutung und Ã¼berdies voraussehbar sowie von konstanter IntensitÃ¤t, was die StÃ¶rwirkung weiter mildere. Zwar kÃ¶nnten durch das GelÃ¤ut an den hohen kirchlichen Feiertagen um 05.01 bzw. 21.46 Uhr sowie an Silvester/Neujahr um Mitternacht die um diese Zeit schlafenden Bewohner benachbarter GebÃ¤ude aufgeweckt werden, doch sei dies gesamthaft betrachtet keine erhebliche StÃ¶rung, welche die Anordnung von BeschrÃ¤nkungen rechtfertige.</p> <p class="Urteilstext">Diese qualitativen Ãberlegungen sind zwar grundsÃ¤tzlich richtig; jedoch lÃ¤sst sich angesichts der vom BeschwerdefÃ¼hrer ermittelten Pegelwerte eine erhebliche StÃ¶rung nicht mit hinreichender Sicherheit ausschliessen. So ist bei der bereits erwÃ¤hnten Kirche in Thal laut den ErwÃ¤gungen des Bundesgerichts noch in einer Entfernung von 370 m ein Maximalpegel von 51,8 dB(A) gemessen worden. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass die hohen Pegelwerte, die gemÃ¤ss den vom BeschwerdefÃ¼hrer eingereichten Aufstellungen gemessen worden sind, auf Besonderheiten des streitbetroffenen GelÃ¤uts zurÃ¼ckzufÃ¼hren sind, dessen Klang und LautstÃ¤rke nicht nur von Gewicht, GrÃ¶sse und Form der Glocken, sondern auch von GrÃ¶sse und Bauart des Glockenturms, von Art und Material der AufhÃ¤ngung der Glocken, von Technik, Geschwindigkeit und Abfolge der SchlÃ¤ge, sowie von der AbnÃ¼tzung des Materials beeinflusst werden (Vertraute KlÃ¤nge â stÃ¶rende KlÃ¤nge? Eine Handreichung fÃ¼r Kirchgemeinden, Kirchlicher Informationsdienst, ZÃ¼rich. Sodann trifft es zwar zu, dass LÃ¤rmproblemen mit einer rein zahlenmÃ¤ssigen Behandlung nicht beizukommen ist; Messungen stellen jedoch zumindest in GrenzfÃ¤llen den notwendigen Ausgangspunkt fÃ¼r die qualitativen Ãberlegungen dar, welche fÃ¼r sich allein die gebotene Objektivierung nicht zu gewÃ¤hrleisten vermÃ¶gen (vgl. Hofmann, Ziff. 7.2.2). Das gilt hier besonders fÃ¼r die nÃ¤chtlichen StundenschlÃ¤ge: Nach dem von einer Delegation der Baurekurskommission um 11 Uhr vormittags gewonnenen Eindruck lÃ¤sst sich nicht schlÃ¼ssig beurteilen, ob der Stundenschlag eine StÃ¤rke erreicht, die in der Nacht zu Aufwachreaktionen fÃ¼hren kann.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die vom BeschwerdefÃ¼hrer ermittelten LÃ¤rmwerte liefern somit hinreichende Anhaltspunkte fÃ¼r eine Ã¼bermÃ¤ssige LÃ¤rmbelastung, was gemÃ¤ss Art. 36 Abs. 1 LSV den Beizug eines LÃ¤rmgutachtens erforderlich macht.</p> <p class="Erwgung2">Das LÃ¤rmgutachten der EMPA, das auf einer Messung bei der Wohnung des BeschwerdefÃ¼hrers mittels einer automatischen Messstation Ã¼ber den Zeitraum von etwas mehr als einer Woche im Januar 2005 beruht, kommt zusammengefasst zu folgenden Feststellungen: FÃ¼r die Stunden- und ViertelstundenschlÃ¤ge zeigt die Auswertung der Messungen im Mittel Maximalpegel von rund 61 bis 69 dB(A) und Mittelungspegel von rund 54 bis 61 dB(A). FÃ¼r das GelÃ¤ut ergeben sich deutlich hÃ¶here Pegel, nÃ¤mlich im Mittel Maximalpegel zwischen rund 80 bis 87 dB(A) und Mittelungspegel zwischen rund 70 bis 78 dB(A). Zur Frage des Gerichts nach der Interpretation dieser Messerergebnisse, insbesondere von Aufwachreaktionen als Folge des Stundenschlags, Ã¤ussert sich der Gutachter wie folgt (Gutachten, Ziff. 6):</p> <p class="EinzugZitat">"Zur BelÃ¤stigungsreaktion in der BevÃ¶lkerung von GlockengelÃ¤ut kann keine Aussage gemacht werden, weil dazu die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen fehlen. Hingegen ist ein Hinweis auf die StÃ¶rung der Kommunikation mÃ¶glich. Es zeigt sich, dass wÃ¤hrend des GelÃ¤uts die Kommunikation beim BeschwerdefÃ¼hrer aus rein akustischen GrÃ¼nden im Freien (auf dem Balkon) und im Innern bei geÃ¶ffneten Fenstern durch die Immissionen des GelÃ¤uts erheblich gestÃ¶rt wird. Auch bei geschlossenen Fenstern ist in der Wohnung mit einer â wenn auch geringeren â StÃ¶rung der Kommunikation zu rechnen.</p> <p class="EinzugZitat">FÃ¼r die Beurteilung der Nacht kann ein Vergleich zum FluglÃ¤rm zugezogen werden, da das GlockengelÃ¤ut auch intermittierend auftritt. Die Maximalpegel verursacht durch Stunden- und ViertelstundenschlÃ¤ge am Ohr der schlafenden Person bei einem spaltweise geÃ¶ffneten Fenster betragen 46â54 dB(A). Sie liegen damit unter dem Pegel, wie er vom Buwal im Fall 'FrÃ¼hgelÃ¤ut Bubikon' mit 60 dB(A) in Anlehnung an die Regelung der LÃ¤rmschutzverordnung fÃ¼r FluglÃ¤rm angegeben wird. Mit Aufweckreaktionen ist trotzdem zu rechnen, jedoch ist deren Wahrscheinlichkeit gering."</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>In ihren Stellungnahmen zum Gutachten beantragen die Parteien weitere Beweiserhebungen. WÃ¤hrend der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r den Fall, dass die Beschwerde nicht bereits auf Grund des vorliegenden Gutachtens gutgeheissen wird, die Einholung eines LÃ¤rmwirkungsgutachtens beantragt, lÃ¤sst der Gemeinderat Gossau verschiedene ErgÃ¤nzungsfragen an den Gutachter stellen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.1 </b>Im Gutachten wird darauf hingewiesen, dass Ã¼ber die allgemeine BelÃ¤stigungswirkung von KirchengelÃ¤ut keine Aussagen gemacht werden kÃ¶nnen, weil wissenschaftliche Grundlagen dazu fehlen. Auch das vom BeschwerdefÃ¼hrer ergÃ¤nzend beantragte "LÃ¤rmwirkungsgutachten" kÃ¶nnte sich deshalb nicht auf solche Grundlagen stÃ¼tzen, sondern solche wÃ¤ren, wie auch der BeschwerdefÃ¼hrer einrÃ¤umt, vorgÃ¤ngig zu erarbeiten. Eine derartige Forschung sprengt jedoch den Rahmen eines Rechtsmittelverfahrens und der Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers auf Beizug eines LÃ¤rmwirkungsgutachtens ist deshalb abzuweisen. Es liegt in der Natur der beim Fehlen von Grenzwerten gebotenen einzelfallweisen Beurteilung, dass die Bewertung der Immissionen durch die VerwaltungsbehÃ¶rden bzw. die Rechtsmittelinstanzen vorgenommen wird und dabei nur auf bereits vorhandene wissenschaftliche Grundlagen abgestellt werden kann. Dabei ist es jedoch zulÃ¤ssig und geboten, zur Bewertung der Immissionen auf Forschungsergebnisse abzustellen, die andere LÃ¤rmarten betreffen, soweit daraus SchlÃ¼sse auf die Wirkung der hier in Frage stehenden Immissionen gezogen werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.2 </b>Sodann kann auf eine ErgÃ¤nzung des Gutachtens im Sinn der Fragen des Gemeinderats Gossau verzichtet werden. Ob sich das fÃ¼r die Messungen verwendete Mikrofon am Fenster eines Kinderschlafzimmers befand (Frage 1), ist unerheblich; entscheidend ist, dass die Messung beim Fenster eines lÃ¤rmempfindlichen Raums im Sinn von Art. 2 Abs. 6 lit. a LSV vorgenommen wurde. Keine entscheidwesentlichen Fragen werden auch mit den Fragen 2 bis 4 angeschnitten. Ob Schallmessungen auch bei anderen Kirchen vorgenommen wurden und mit welchen Ergebnissen ist fÃ¼r den vorliegenden Entscheid unerheblich; entscheidend ist, ob zur Beurteilung der BelÃ¤stigungswirkung von Kirchenglocken Untersuchen vorliegen, was der Gutachter bereits verneint hat. DarÃ¼ber, ob und allenfalls durch welche technischen Massnahmen beim Kirchturm und am GlockengelÃ¤ut der Schallpegel reduziert werden muss (was mit Frage 5 gemeint sein dÃ¼rfte), wird aufgrund der nachfolgenden ErwÃ¤gungen zu entscheiden sein.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Beschwerdeantrag 1 soll die Kirchgemeinde dazu verpflichtet werden, "ab sofort die Nachtruhe einzuhalten und auf die Stunden- und ViertelstundenschlÃ¤ge zwischen 21.45 Uhr und 06.00 Uhr zu verzichten".</p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar"><b>5.1 </b></span>Wie im Gutachten ausgefÃ¼hrt wird, beschÃ¤ftigt sich die LÃ¤rmwirkungsforschung beim NachtlÃ¤rm vor allem mit FluglÃ¤rm, wobei die Forschungsergebnisse teilweise widersprÃ¼chlich sind und sich daraus keine direkt in der Praxis verwendbare Grenzwerte ableiten lassen. So sind bei intermittierenden GerÃ¤uschen verschiedene physiologische Wirkungen bei Maximalpegeln von 45 bis 55 dB(A) am Ohr der schlafenden Person festgestellt worden. In den WHO-Guidelines werden als niedrigste Pegel, bei denen die Gesundheit beeintrÃ¤chtigt werden kann (critical health effect) fÃ¼r intermittierende GerÃ¤usche ein Maximalpegel von 45 dB(A) in Kombination mit einem Mittelungspegel Leq von 30 dB(A) genannt; um empfindliche Personen zu schÃ¼tzen, sind sogar tiefere Schwellen vorzuziehen (Birgitta Berglund, Thomas Lindvall, Dietrich H. Schwela, Guidelines for Community Noise, World Health Organisation, Genf 2002; http://whqlibdoc.who.int/hq/1999/a68672.pdf). Mark Brink <span class="UrteilstextChar">erwÃ¤hnt fÃ¼r FluglÃ¤rm als prÃ¤ventivmedizinische Schutzziele einen Mittelungspegel Leq von maximal 36 dB(A) und einen Maximalpegel von weniger als 50 bis 55 dB(A) fÃ¼r ein einzelnes Ereignis </span>(SchlafqualitÃ¤t und FluglÃ¤rm in den Nachtrandstunden: Methodik und erste Ergebnisse einer Feldstudie im Umkreis des ZÃ¼rcher Flughafens, Manuskript zu Talk â Akustisches <span class="UrteilstextChar">Kolloquium vom 28. Januar 2004 an der ETH ZÃ¼rich; <span>http://www.isi.ee.ethz.ch/education/lectures/ak1/ak1_link/kolloquium_brink_2004.pdf)</span>. Der Gutachter weist sodann auf einen von Griefahn gefundenen Zusammenhang von Maximalpegeln, Anzahl Ereignissen und Aufwachreaktion hin, wonach beispielsweise bei zwei Ereignissen mit 60 dB(A) eine Aufwachwahrscheinlichkeit von 10% besteht. In der LÃ¤rmschutzverordnung habe als Grundlage fÃ¼r die Festsetzung der Nachtgrenzwerte eine kritische Schwelle des Maximalpegels von 60 dB(A) am Ohr der schlafenden Person gedient, wobei durch die Wahl eines 1h-Mittelungspegels die Anzahl der Ereignisse ebenfalls in die Beurteilung einbezogen worden sei. Sodann verweist der Gutachter auf BGE </span>126 II 366 (= URP 2000, S. 795) <span class="UrteilstextChar">betreffend das FrÃ¼hgelÃ¤ut in Bubikon, in welchem eine Stellungnahme des BUWAL wiedergegeben wird, wonach gemÃ¤ss Untersuchungen der SUVA in 50 Metern Entfernung von einem mittelhohen Kirchturm bei mittelgrossen Kirchenglocken am Ohr des Betroffenen im Innern eines GebÃ¤udes (bei gekipptem Fenster zur BelÃ¼ftung des Zimmers) ein Schalldruckpegel von mehr als 60 dB(A) entstehe; bei einem solchen Schallruckpegel sei nachts mit Aufwachreaktionen zu rechnen, sodass von einer erheblichen StÃ¶rung im Sinn von Art. 15 USG gesprochen werden mÃ¼sse.</span></p> <p class="Urteilstext">Unter Bezugnahme auf diese Beurteilungen der Schallwirkung kommt der Gutachter bezÃ¼glich des nÃ¤chtlichen Stundenschlags zum Schluss, dass die Maximalpegel von 46 bis 54 dB(A) am Ohr der schlafenden Person bei einem spaltweise geÃ¶ffneten Fenster zwar noch unter dem Pegel von 60 dB(A) liege, bei welchem gemÃ¤ss BUWAL mit Aufwachreaktionen zu rechnen sei; gleichwohl sei mit solchen Reaktionen zu rechnen, doch sei ihre Wahrscheinlichkeit gering.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>ZunÃ¤chst ist festzuhalten, dass die Liegenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers in der Wohnzone mit Gewerbeerleichterung WG3 gemÃ¤ss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Gossau vom 29. Juni 1998 (BZO) liegt und der Empfindlichkeitsstufe (ES) III zugewiesen ist. WÃ¤hrend der ersten und zweiten (22.00â23.00 Uhr bzw. 23.00â24.00 Uhr) und wÃ¤hrend der letzten Nachtstunde (05.00â06.00 Uhr) gilt fÃ¼r den LÃ¤rm des Gesamtverkehrs von Kleinluftfahrzeugen und Grossflugzeugen in der ES III ein Immissionsgrenzwert von 55 dB(A). Dieser Wert liegt in der zweiten und letzten Nachtstunde um 5 dB(A) Ã¼ber demjenigen der Stufe II (vgl. Anhang 5 Ziff. 222 LSV). Auch wenn diese Grenzwerte nicht fÃ¼r den nÃ¤chtlichen Stundenschlag Ã¼bernommen werden kÃ¶nnen, lÃ¤sst sich ihnen doch der Hinweis entnehmen, dass bezÃ¼glich des nÃ¤chtlichen LÃ¤rms und der damit verbundenen Auswirkungen, insbesondere der Wahrscheinlichkeit des Aufwachens, in der ES III stÃ¤rkere BeeintrÃ¤chtigungen hingenommen werden mÃ¼ssen als in einer ES II.</p> <p class="Erwgung2">In einer der ES III zugewiesenen Zone erscheint deshalb die nur geringe Wahrscheinlichkeit, wegen des nÃ¤chtlichen Stundenschlags aufzuwachen, von welcher das Gutachten aufgrund der ermittelten Maximalpegel ausgeht, nicht zwingend als erhebliche StÃ¶rung im Sinn von Art. 15 USG. In diese Richtung weist auch der Umstand, dass die vom Gutachter ermittelten Maximalpegel von 46 bis 54 dB(A) am Ohr der schlafenden Person bei einem spaltweise geÃ¶ffneten Fenster zwar Ã¼ber den Werten liegen, ab welchen gemÃ¤ss WHO-Guidelines StÃ¶rungen des Schlafs mÃ¶glich sind, aber unter den von Brink <span class="UrteilstextChar">fÃ¼r den FluglÃ¤rm postulierten prÃ¤ventivmedizinischen Schutzzielen. Der vom Gutachter geschÃ¤tzte Mittelungspegel fÃ¼r die ganze Nacht liegt mit 26 dB(A) sodann deutlich nicht nur unter den von Brink, sondern auch unter den in den WHO-Guidelines postulierten Werten.</span></p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar"><b>5.3 </b></span><span class="UrteilstextChar">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht in seiner Stellungnahme zum Gutachten geltend, er und seine Familie pflegten wÃ¤hrend rund neun Monaten im Jahr bei offenem Fenster und nur in den drei kÃ¤ltesten Monaten bei spaltweise geÃ¶ffnetem (gekipptem) Fenster zu schlafen.</span></p> <p class="Erwgung2"><span class="UrteilstextChar">GemÃ¤ss Art. 39 Abs. 1 LSV werden bei GebÃ¤uden die LÃ¤rmimmissionen in der Mitte der offenen Fenster lÃ¤rmempfindlicher RÃ¤ume ermittelt; FluglÃ¤rmimmissionen kÃ¶nnen auch in der NÃ¤he der GebÃ¤ude ermittelt werden. Ob die Belastungsgrenzwerte gemÃ¤ss den AnhÃ¤ngen zur LÃ¤rmschutz-Verordnung erreicht sind, ist aufgrund der so ermittelten AussenlÃ¤rmimmissionen zu prÃ¼fen, das heisst anhand der in der Mitte der geÃ¶ffneten Fenster ermittelten Werte. Wenn wie hier beim Fehlen von Belastungsgrenzwerten im Einzelfall zu bestimmen ist, ob Immissionen die BevÃ¶lkerung in ihrem Wohlbefinden erheblich stÃ¶ren (Art. 15 USG in Verbindung mit Art. 40 Abs. 3 LSV), so ist deshalb grundsÃ¤tzlich vom gemessenen AussenlÃ¤rm auszugehen. Bereits die Tatsache, dass zur Begrenzung der Aufwachwahrscheinlichkeit auf ein vertretbares Mass, hier die Fenster nicht geÃ¶ffnet, sondern nur gekippt werden kÃ¶nnen, weist deshalb auf eine StÃ¶rung hin. Das gilt umso mehr, als nach dem Grundsatz von Art. 11 Abs. 1 USG die Emissionen in erster Linie durch Massnahmen an der Quelle zu begrenzen sind. Auch hier gilt aber, dass sich die Liegenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers in der ES III befindet und ihm deshalb ein gewisses Mass an BeeintrÃ¤chtigung zuzumuten ist. Kirchen mit ihren GlockengelÃ¤uten liegen regelmÃ¤ssig in den Ortszentren, welche zahlreiche weitere mit Emissionen verbundene Funktionen erfÃ¼llen. Solche Zentren sind in der Regel gemischten Zonen und entsprechend der ES III zugewiesen, weshalb an den LÃ¤rmschutz keine Ã¼berhÃ¶hten Anforderungen gestellt werden dÃ¼rfen. So ist in diesen Gebieten auch in den Nachtstunden mit dem LÃ¤rm zu rechnen, der vom Betrieb von GaststÃ¤tten, Unterhaltungslokalen und dergleichen ausgeht. Zudem weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass es sich beim Glockenklang um ein von den meisten Menschen grundsÃ¤tzlich positiv bewertetes GerÃ¤usch handelt, was sich auch im Sprachgebrauch niederschlÃ¤gt. Die Forschungsergebnisse Ã¼ber die Wahrnehmung des FluglÃ¤rms, der bekanntermassen von der Mehrheit der betroffenen BevÃ¶lkerung als stÃ¶rend empfunden wird, kÃ¶nnen deshalb nicht ohne weiteres auf den nÃ¤chtlichen Stundenschlag Ã¼bertragen werden. Sodann handelt es sich beim Zeitschlagen um einen jahrhundertealten Brauch, der bei einem erheblichen Teil der BevÃ¶lkerung auch heute noch fest verankert oder zumindest akzeptiert ist. Es ist deshalb nicht rechtsverletzend, wenn die Ã¶rtlichen BehÃ¶rden und mit ihnen die Vorinstanz davon ausgehen, dass in der BevÃ¶lkerung von Gossau der mit dem Stundenschlag verbundene Schall nicht oder jedenfalls nicht als erheblich stÃ¶rend wahrgenommen wird und dass deshalb auch die Notwendigkeit, zur Senkung der Aufwachwahrscheinlichkeit die Fenster teilweise geschlossen zu halten, als zumutbare EinschrÃ¤nkung erscheint.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Hinsichtlich des nÃ¤chtlichen Stundenschlags erweist sich damit die Beschwerde als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss den massgeblichen ursprÃ¼nglichen BeschwerdeantrÃ¤gen 2 und 3 (vgl. vorn, E. 1.2) soll der Kirchgemeinde verboten werden, mit dem KirchengelÃ¤ut und den Stunden- und ViertelstundenschlÃ¤gen im Schlafzimmer des BeschwerdefÃ¼hrers (bei gekipptem Fenster) einen Schallpegel von 72 dB(A) zu Ã¼berschreiten bzw. mit dem KirchengelÃ¤ut von Gottesdiensten auf dem Balkon des BeschwerdefÃ¼hrers eine solchen von 80 dB(A). Aufgrund der Formulierung ist zu schliessen, dass sich diese Werte auf die Maximalpegel beziehen.</p> <p class="Urteilstext">Wie die Schallmessungen des Gutachters ergeben haben (Gutachten, Ziff. 4.2), liegen die am Fenster ermittelten Maximalpegel des GelÃ¤uts mehrheitlich Ã¼ber dem Wert von 80 dB(A) und erreichen HÃ¶chstwerte von 87 dB(A) bei Beerdigungen. Im Innern ist bei gekipptem Fenster mit einer Reduktion von 15 dB(A) zu rechnen, was Werte zwischen 65 und 72 dB(A) ergibt.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Damit wird der vom BeschwerdefÃ¼hrer in seinem Schlafzimmer bei gekipptem Fenster geforderte (Maximal-)Pegel von 72 dB(A) auch durch das GlockengelÃ¤ut nicht Ã¼berschritten. Beschwerdeantrag 2 erweist sich damit als gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Zur StÃ¶rungswirkung des GelÃ¤uts wÃ¤hrend des Tages verweist der Gutachter wiederum auf Untersuchungen, welche im Zusammenhang mit dem FluglÃ¤rm gemacht wurden. Dabei wurde die StÃ¶rung der Kommunikation geprÃ¼ft und daraus die Forderung abgeleitet, dass fÃ¼r eine befriedigende/ausreichende Nutzung des Aussenbereichs der StÃ¶rschallpegel 59 dB(A) nicht Ã¼bersteigen solle. Bei Maximalpegeln von rund 80 bis 87 dB(A) und Mittelungspegeln von 70 bis 78 dB(A) sei auf dem Balkon des BeschwerdefÃ¼hrers die Kommunikation durch die Immissionen des GelÃ¤uts stark behindert oder sogar verunmÃ¶glicht.</p> <p class="Erwgung2">Laut Protokoll der Baurekurskommission hat deren Delegation das GelÃ¤ut um 11.00 Uhr als "von durchschnittlicher IntensitÃ¤t und von durchaus gÃ¤ngigem Ausmass" gewÃ¼rdigt. Ob es die Kommunikation zu beeintrÃ¤chtigen vermochte, lÃ¤sst sich den Feststellungen der Baurekurskommission nicht entnehmen. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass der Lokaltermin an einem Werktag erfolgte, an welchen nur mit einer einzigen Glocke gelÃ¤utet wird. Zu den sonntÃ¤glichen Gottesdiensten, fÃ¼r das AbendlÃ¤uten an Wochenenden, zu Beerdigungen und fÃ¼r das FrÃ¼h- und AbendlÃ¤uten an kirchlichen Feiertagen sowie fÃ¼r das LÃ¤uten an Silvester und Neujahr wird jedoch mit allen fÃ¼nf Glocken gelÃ¤utet.</p> <p class="Erwgung2">Selbst wenn mit dem Gutachter davon auszugehen ist, dass das LÃ¤uten der Glocken ein GesprÃ¤ch auf dem Balkon des BeschwerdefÃ¼hrers stark erschwert, ist es angesichts der kurzen Dauer der Beschallung nicht rechtsverletzend, wenn die Vorinstanzen darin keine erhebliche StÃ¶rung des Wohlbefindens sehen. Das Mittag- (11.00 Uhr), das Abend- (15.00 bzw. 16.00 Uhr) und das BetzeitlÃ¤uten (DÃ¤mmerung) fÃ¼hren zu drei StÃ¶rungen tÃ¤glich. Hinzu kommen das Ein- und AuslÃ¤uten des Gottesdiensts an Sonntagen sowie bei Abdankungen, das EinlÃ¤uten bei Hochzeiten, Abendgottesdiensten und Trauungen, das MorgenlÃ¤uten an kirchlichen Feiertagen, das LÃ¤uten an Silvester und Neujahr sowie vor Gemeindeversammlungen. Auch wenn dadurch die Kommunikation im Freien mehrmals tÃ¤glich wÃ¤hrend fÃ¼nf Minuten und bei einzelnen AnlÃ¤ssen wÃ¤hrend 10 Minuten gestÃ¶rt wird, muss darin nicht zwingend eine StÃ¶rung des Wohlbefindens gesehen werden. Abgesehen davon, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Familie nicht tÃ¤glich und in der kÃ¤lteren Jahreszeit nur selten auf dem Balkon aufhalten dÃ¼rften, gilt auch hier, dass sich die Liegenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers in einer zentrumsnahen Mischzone befindet und deshalb der ES III zugewiesen ist. Wie der Stundenschlag wird das GelÃ¤ut von den meisten Menschen grundsÃ¤tzlich positiv gewertet und als Teil des kulturellen Erbes zumindest akzeptiert. Ein Teil des GelÃ¤uts dient Ã¼berdies kultischen Zwecken und darf deshalb keinen vorsorglichen BeschrÃ¤nkungen unterworfen werden. Vor diesem Hintergrund ist es nicht unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn wegen einer zeitlich eng begrenzten StÃ¶rung, die nur wenige als BelÃ¤stigung empfinden, keine zusÃ¤tzlichen Massnahmen angeordnet wurden. Mit dem Verzicht auf das FrÃ¼hlÃ¤uten um 05.00 Uhr und das VorlÃ¤uten zum Gottesdienst am Sonntag um 07.45 Uhr sind hier die gebotenen Anpassungen an die gewandelten Lebensgewohnheiten vorgenommen worden. Insofern unterscheidet sich der vorliegende Fall von demjenigen, in welchem das Verwaltungsgericht die Verschiebung des tÃ¤glichen FrÃ¼hgelÃ¤uts von 06.00 auf 07.00 Uhr anordnete (VGr, 24. Oktober 2001, VB.2001.00167, www.vgrzh.ch). Anders als dort erfolgt das LÃ¤uten in Gossau mit wenigen Ausnahmen, die mehrheitlich durch Kultuszwecke gerechtfertigt sind, nicht wÃ¤hrend der in Art. 32 Abs. 2 PolizeiV festgesetzten Nachtruhe.</p> <p class="Erwgung2">Damit erweist sich die Beschwerde auch in diesem Punkt als unbegrÃ¼ndet.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Da somit die angefochtene Anordnung des Gemeinderats Gossau auf zutreffender Rechtsgrundlage und einer vertretbaren AbwÃ¤gung der gegenlÃ¤ufigen Interessen beruht, braucht nicht geprÃ¼ft zu werden, ob und mit welchen Massnahmen der Schall der Glocken an der Quelle reduziert werden kann. Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass sich die gemessenen Pegelwerte am oberen Rand des Vertretbaren bewegen, obwohl der Messpunkt 200 m von der Schallquelle entfernt liegt. Bei geringeren Entfernungen zwischen Quelle und lÃ¤rmempfindlichen RÃ¤umen wÃ¤re mit um 12 dB(A) hÃ¶heren Werten zu rechnen. Auch unter BerÃ¼cksichtigung des Beurteilungsspielraums der Ã¶rtlichen BehÃ¶rde dÃ¼rfte in einem solchen Fall der Rahmen des Vertretbaren gesprengt sein, und es wÃ¤ren zeitliche BeschrÃ¤nkungen und/oder technische Massnahmen an der Quelle anzuordnen, wie sie in der erwÃ¤hnten BroschÃ¼re des kirchlichen Informationsdiensts vorgeschlagen werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>8.1 </b>Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens grundsÃ¤tzlich dem mit seinen AntrÃ¤gen unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG).</p> <p class="Erwgung2">GemÃ¤ss § 13 Abs. 2 Satz 2 VRG sind dagegen Kosten, die eine Partei verursacht hat, dieser ohne RÃ¼cksicht auf den Ausgang des Verfahrens zu Ã¼berbinden; nach der Praxis wird dieses Verursacherprinzip Ã¼ber die im Gesetz aufgezÃ¤hlten TatbestÃ¤nde hinaus auf vergleichbare Situationen angewandt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 20). So wurden einer Partei die Kosten eines im Rekursverfahren angeordneten Gutachtens trotz ihres Obsiegens grossenteils auferlegt, weil sie nach den anwendbaren Bestimmungen ohnehin verpflichtet gewesen wÃ¤re, entsprechende AbklÃ¤rungen vorzunehmen (RB 1998 Nr. 4; KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 13 N. 21). Dies tritt hier fÃ¼r die Kirchgemeinde als Inhaberin der streitbetroffenen Anlage zu:</p> <p class="Urteilstext">GestÃ¼tzt auf Art. 46 Abs. 1 USG kann der Inhaber der Anlage nicht nur dazu verpflichtet werden, die fÃ¼r den Vollzug notwendigen AuskÃ¼nfte zu erteilen, sondern nÃ¶tigenfalls auch AbklÃ¤rungen durchzufÃ¼hren (Ursula Brunner in: Kommentar USG, 1999, Art. 46 N. 14 f.), also z.B. ein LÃ¤rmgutachten beizubringen (Wolf, Art. 25 N. 97). Soweit die Kosten dieser AbklÃ¤rungen direkt beim Auskunftspflichtigen anfallen, hat er sie selber zu tragen (BGr, 7. Juli 1998, URP 1998, S. 538 E. 4d; Brunner, Art. 46 N. 29; Wolf, Art. 25 N. 101). Wird der Auftrag fÃ¼r die Ermittlungen von der VollzugsbehÃ¶rde erteilt, kann diese die Kosten mittels GebÃ¼hren auf den Inhaber der Anlage Ã¼berwÃ¤lzen. Die GebÃ¼hren mÃ¼ssen jedoch verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein und bedÃ¼rfen einer gesetzlichen Grundlage im kantonalen Recht (BGE 119 Ib 389 E. 4 = URP 1994, S. 1; Brunner, Art. 46 N. 29a, Art. 48 N. 14 a.E. und 16; Wolf, Art. 25 N. 101), was hier gemÃ¤ss § 1 lit. E.3 oder E.4 der Verordnung Ã¼ber die GebÃ¼hren der GemeindebehÃ¶rden vom 8. Dezember 1966 (LS 681) zutrifft. Die Kosten des Gutachtens liegen innerhalb des gegebenen GebÃ¼hrenrahmens von Fr. 5'000.- (lit. E.4) bzw. Fr. 10'000.- (lit. E.3) und erscheinen in Anbetracht der auf dem Spiel stehenden Interessen als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</p> <p class="Urteilstext">Die Gutachtenskosten von Fr. 4'409.50 sind deshalb der Beschwerdegegnerin 1 aufzuerlegen.</p> <p class="Erwgung2"><b>8.2 </b> Der BeschwerdefÃ¼hrer ist als Unterliegender sodann zu einer UmtriebsentschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an den anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner 2 zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 4'409.50 Gutachten<br/> Fr. 210.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 6'619.50 Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Kosten des Gutachtens im Betrag von Fr. 4'409.50 werden der Beschwerdegegnerin 1 auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Die Ã¼brigen Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">5. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an den Beschwerdegegner 2 verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung anâ¦â¦<br/> <br/> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>