Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2021 18 Entscheid vom 31. Mai 2021 Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident lic.iur. Karl Gasser, Richter Irene Thalmann, Richterin MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber Parteien A.________ und B.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt C.________, gegen 1.Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Postfach 1260, 6431 Schwyz, Vorinstanz, 2.Gemeinderat Steinen, Postplatz 8, 6422 Steinen, Beigeladener, Gegenstand Planungs- und Baurecht (Schutzwürdigkeit eines Gebäudes)2 Sachverhalt: A.B.________ ist die Alleineigentümerin des in der Landwirtschaftszone ge- legenen Grundstückes KTN __01 (55'703 m 2), Steinen, auf welchem sich das Bauernhaus "D.________" befindet. Das Bauernhaus ist nicht im kantonalen Schutzinventar (KSI), aber im Bauernhausinventar unter der Nummer __02 auf- geführt. Nachdem B.________ im Rahmen erster Vorabklärungen hinsichtlich ei- nes beabsichtigten Abbruchs und Neubaus des Bauern- bzw. Wohnhauses an die kantonale Denkmalpflege gelangt war, führte diese am 8. Juli 2019 eine Hausbesichtigung durch. Nach einer Begehung/Untersuchung vor Ort am 16. Ok- tober 2019 erstattete das E.________ im Januar 2020 seine von der kantonalen Denkmalpflege veranlasste bauarchäologische Einschätzung (Bf-act. 5; nachste- hend: Gutachten). Mit E-Mail vom 6. Februar 2020 an B.________ hielt die kantonale Denkmalpfle- gerin im Sinne einer "vorläufige[n] und rechtlich nicht bindende[n] Einschätzung" fest, das Haus erfülle die Aufnahmekriterien ins KSI (Vi-act. 1). Diese Auffassung erneuerte die kantonale Denkmalpflege in der Folge anlässlich einer Bespre- chung am 27. Februar 2020 gegenüber B.________ und A.________; detaillierte Aussagen zum Schutzumfang könnten jedoch erst bei Vorliegen eines Projekts gemacht werden (vgl. Vernehmlassung des Bildungsdepartements S. 2). Nach von ihrem Architekten mit dem ARE getroffenen Vorabklärungen reichten B.________ und A.________ am 30. Juni 2020 bei der Gemeinde Steinen ein Baugesuch ein für den "Abbruch und Neubau Wohnhaus, D.________, Steinen, KTN __01 […]" (vgl. Amtsblatt Nr. ____ vom ____ S. ___). Auf Antrag der kanto- nalen Denkmalpflege sistierte das ARE das kantonale Baubewilligungsverfahren mit Schreiben vom 30. Juli 2020 bis zum Abschluss der Schutzwürdigkeitsab- klärung (Bf-act. 6). Zur weiteren Sachverhaltsabklärung führte das Amt für Kultur am 29. September 2020 einen Augenschein vor Ort durch unter Anwesenheit von F.________ (da- maliger Eigentümer), B.________ (heutige Eigentümerin) und A.________ mit ih- rem Rechtsvertreter sowie ihrem Architekten, G.________ (Bauverwaltung Ge- meinde Steinen), Regierungsrat Michael Stähli (Vorsteher Bildungsdepartement), H.________ (kantonale Denkmalpflegerin) sowie I.________ (Vorsteher Amt für Kultur) (Vi-act. 6). Am 19. Oktober 2020 beantragte die Gemeinde Steinen (Bauverwaltung) beim Regierungsrat, das Bauernhaus aus dem KSI zu entlassen (in: Vi-act., "Weitere Verfahrensakten" [Verzeichnis ohne Nummerierung]). 3 B.Mit Beschluss (RRB) Nr. 972/2020 vom 22. Dezember 2020 entschied der Regierungsrat wie folgt: 1. Das Bauernhaus D.________, Steinen, KTN __01, wird ins KSI unter der Nummer __03 aufgenommen und als regional eingestuft. Es geniesst den Schutzumfang nach § 5 Bst. b DSV (Pflicht zur Erhaltung des äusseren Er- scheinungsbildes, Bewahrung der Raumstrukturen). 2. Im Fall einer Restaurierung des Hauses D.________ in Steinen muss die Pla- nung von der kantonalen Denkmalpflege begleitet werden (§ 6 DSG). 3. Das Objekt ist im Grundbuch anzumerken. Die Kosten trägt der Kanton (Amt für Kultur). 4.-6. (Rechtsmittelbelehrung; Zustellung). C.Gegen diesen RRB Nr. 972/2020 (Versand am 29.12.2020) lassen B.________ und A.________ mit Eingabe vom 21. Januar 2021 (Postaufgabe am gleichen Tag) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz er- heben mit den folgenden Anträgen: 1. Der Beschluss Nr. 972/2020 des Regierungsrates des Kantons Schwyz vom 22. Dezember 2020 sei vollumfänglich aufzuheben und es sei festzustellen, dass das Bauernhaus D.________, Steinen, KTN __01, nicht schutzwürdig im Sinne des kantonalen Denkmalschutzgesetzes ist. 2. Eventualiter sei der Beschluss Nr. 972/2020 des Regierungsrates des Kantons Schwyz vom 22. Dezember 2020, Dispositiv-Ziffer 1 aufzuheben und dem Bau- ernhaus D.________, Steinen, KTN __01 den Schutzumfang nach § 5 Bst. c DSV (Schutzziel III) zu gewähren. 3. Subeventualiter sei der Beschluss Nr. 972/2020 des Regierungsrates des Kan- tons Schwyz vom 22. Dezember 2020 aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 4. Es sei ein Augenschein vor Ort mit anschliessender öffentlicher Verhandlung durchzuführen. 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. gesetzlicher MwSt.) zu Lasten der Vorinstanz. D.Der Gemeinderat verzichtet mit Schreiben vom 10. Februar 2021 unter Verweis auf die schriftliche Stellungnahme des Bauamtes Steinen vom 19. Ok- tober 2020 im regierungsrätlichen Verfahren auf das Einreichen einer Vernehm- lassung. Das Bildungsdepartement beantragt mit Vernehmlassung vom 26. Feb- ruar 2021, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdefüh- rer abzuweisen. E.Am 18. Mai 2021 führte das Verwaltungsgericht den beantragten Augen- schein durch. An der anschliessenden öffentlichen Verhandlung konnten sich die Beschwerdeführer, der Regierungsrat bzw. das Bildungsdepartement und der Gemeinderat replizierend und duplizierend sowie im Rahmen ihrer abschliessen-4 den Stellungnahmen gleichzeitig auch zum Beweisergebnis des Augenscheines äussern. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Gemäss § 27 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRP; SRSZ 234.110) vom 6. Juni 1974 hat die Behörde vor Erlass eines Entscheides von Amtes we- gen zu prüfen, ob die Voraussetzungen für einen Sachentscheid erfüllt sind. Ist eine dieser Voraussetzungen nicht gegeben, so trifft die Behörde einen Nichtein- tretensentscheid. Entscheidungsvoraussetzung ist unter anderem die frist- und formgerechte Geltendmachung des Rechtsanspruches (§ 27 Abs. 1 lit. f VRP). 1.2Das Bildungsdepartement macht am 26. Februar 2021 vernehmlassend (S. 1 unten) geltend, das Verwaltungsgericht beziehe sich beim Gegenstand der vorliegenden Beschwerde auf das Planungs- und Baurecht. Der Fristenstillstand gelte nicht für Rechtsmittelverfahren in Planungs- und Bausachen, so dass die Frist zur Beschwerdeeinreichung nicht eingehalten wäre. 1.3Gesetzlich vorgeschriebene Fristen dürfen grundsätzlich nicht geändert werden (vgl. § 155 Abs. 1 des Justizgesetzes [JG; SRSZ 231.110] vom 18.11.2009). Gesetzliche Fristen stehen gemäss § 157 Abs. 1 lit. c JG unter an- derem still vom 18. Dezember bis und mit dem 7. Januar. Diese Vorschrift gilt un- ter anderem nicht für das Einsprache- und Rechtsmittelverfahren in Planungs- und Bausachen (§ 157 Abs. 2 lit. b JG). 1.4Die Beschwerdefrist beträgt 20 Tage (§ 17 Abs. 1 des Gesetzes über die Denkmalpflege und Archäologie [Denkmalschutzgesetz, DSG; SRSZ 720.100] vom 6.2.2019 i.V.m. § 56 Abs. 1 VRP; vgl. Disp.-Ziff. 4 des angefochtenen Be- schlusses). 1.5.1 Zwar weist das Bildungsdepartement zu Recht darauf hin, dass das Ver- waltungsgericht die vorliegende Beschwerde unter dem Betreff bzw. Gegenstand "Planungs- und Baurecht" führt. Indes ist dies darauf zurückzuführen, dass das Verwaltungsgericht Natur-, Landschafts- und Heimatschutz sowie das Planungs- und Baurecht gemeinsam als einen verwaltungsrechtlichen Bereich administriert (vgl. Erfassung der Entscheide aus diesen Rechtsbereichen im jährlichen Re- chenschaftsbericht in einer gemeinsamen Rubrik; Publikation ausgewählter Ent- scheide der genannten Rechtsbereiche in den EGV-SZ jeweils unter der gleichen Nummer [B 8]). Die Abgrenzung wird in der Regel durch eine präzisierende Be- merkung bei der Nennung des Gegenstandes im Rubrum (vorliegend "Schutz-5 würdigkeit eines Gebäudes") signalisiert. Das Bildungsdepartement kann folglich allein aus der Begrifflichkeit mit Blick auf die Frage der Fristwahrung nichts zu seinen Gunsten ableiten. 1.5.2 Mit dem in EGV-SZ 2000 A.1 publizierten Entscheid VGE 1036/00 vom 27. September 2000 hatte das Verwaltungsgericht zu beurteilen, ob das Gestal- tungsplanerlassverfahren als Bausache zu gelten hat, welche die alte Gerichts- ordnung (aGO; SRSZ 231.110) vom 10. Mai 1974 vom Fristenstillstand - im Un- terschied zu Planungssachen - ausgenommen hatte (§ 94 aGO). Unter anderem erwog das Verwaltungsgericht namentlich (Erw. 2.b/aa ff.), der Gesetzgeber ha- be "für die Regelung der Gerichtsferien im Bereich des Verwaltungs- und Verwal- tungsgerichtsverfahrens die Methode der Generalklausel mit gewissen Ausnah- men, die ausdrücklich aufgezählt werden", gewählt. Diese Konzeption ergebe ein eindeutiges Ergebnis in dem Sinne, dass alles, was vom Gesetzgeber bei den Ausnahmen nicht ausdrücklich aufgelistet worden sei, unter die Grundregel (Ge- neralklausel) falle. Was zu den Bausachen gehöre, erläutere die Bestimmung be- treffend die Ausnahmen von der Geltung der Gerichtsferien nicht. Hingegen un- terscheide der Gesetzgeber im kantonalen Planungs- und Baugesetz zwischen Planungs- und Bausachen. Im Wesentlichen hieraus schloss das Verwaltungs- gericht, dass beim Gestaltungsplanerlassverfahren die Gerichtsferien zu beach- ten seien. Als Folge dieses Entscheides wurden auch Planungssachen explizit vom Fristenstillstand ausgenommen. Nachdem § 157 Abs. 2 JG die Ausnahmen vom Fristenstillstand nach wie vor abschliessend regelt und der Denkmalschutz/Heimatschutz unbestreitbar in ei- nem eigenen Gesetz geregelt wird und als eigenständiges Rechtsgebiet zu be- trachten ist, lässt es sich mit Blick auf die Fristenregelungen sachlich nicht unter das Planungs- und Baurecht subsumieren. Der Fristenstillstand kommt somit zur Anwendung. Anzufügen ist, dass bereits nach Vorgabe der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) vom 18. April 1999 jeden- falls die Raumplanung (Art. 75 BV) einerseits und Natur- und Heimatschutz (Art. 78 BV) anderseits voneinander abzugrenzen sind. 1.5.3 Zu Recht hat das Bildungsdepartement folglich von einer expliziten An- tragsstellung auf Nichteintreten infolge Fristversäumnisses verzichtet. Nachdem der angefochtene RRB vom 22. Dezember 2020 (Versand am 29.12.2020) den Beschwerdeführern am 30. Dezember 2020 zugegangen ist (vgl. Bf-act. 2-4), er- folgte die Beschwerdeerhebung am 21. Januar 2021 (Postaufgabe) unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes vom 18. Dezember (2020) bis und mit dem 7. Januar (2021) rechtzeitig. Da die übrigen Prozessvoraussetzungen 6 gemäss § 27 Abs. 1 VRP ebenfalls gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzu- treten. 2.1.1 Das seit dem 1. Januar 2020 geltende Denkmalschutzgesetz sowie die dazugehörige Verordnung über die Denkmalpflege und Archäologie (Denkmal- schutzverordnung, DSV; SRSZ 720.111) vom 10. Dezember 2019 bezwecken unter anderem die Erhaltung, den Schutz und die Pflege der Ortsbilder und Kul- turdenkmäler (§ 1 Abs. 1 DSG). Als Schutzobjekte der Denkmalpflege gelten Ob- jekte, denen ein erheblicher kultureller, geschichtlicher, kunsthistorischer oder städtebaulicher Wert zukommt (§ 3 Abs. 1 DSG). Schutzobjekte können neben Ortsbilder auch Gebäudegruppen und Einzelbauten unter Einbezug ihrer Ausstattung und der für ihre Wirkung wesentlichen Umgebung sein (§ 3 Abs. 2 lit. a und b DSG). Der Kanton führt ein Inventar der geschützten Bauten und Objekte gemäss § 3 Abs. 2 lit. b DSG (§ 4 Abs. 1 DSG). In dieses Schutzinventar werden besonders schutzwürdige Gebäudegruppen und Einzelbauten aufgenommen, denen im Sinne von § 3 Abs. 1 DSG ein erheblicher Wert zukommt. Nach Aufnahme ins Inventar handelt es sich um Schutzobjekte. Das Schutzziel wird für jedes Schut- zobjekt im Inventar festgehalten (§ 4 Abs. 2 DSG). Der Regierungsrat nimmt gemäss § 5 Abs. 1 DSG Objekte nach Anhörung des Eigentümers und der Standortgemeinde ins Schutzinventar auf, sofern (lit. a) das Objekt besonders schutzwürdig ist sowie einen erheblichen kulturellen, ge- schichtlichen, kunsthistorischen oder städtebaulichen Wert aufweist, und (lit. b) der Unterschutzstellung keine überwiegenden öffentlichen oder privaten Interes- sen entgegenstehen. Der Eigentümer erhält im Rahmen der Anhörung Gelegen- heit zur schriftlichen Stellungnahme. Es wird ihm ein begründeter, anfechtbarer Aufnahmeentscheid zugestellt (§ 5 Abs. 2 DSG). Der Regierungsrat beschliesst über die Aufnahme von Objekten ins kantonale Schutzinventar (§ 15 Abs. 1 lit. a DSG). Die kantonale Fachstelle für Denkmalpflege ist zuständig für die Überprü- fung der Schutzwürdigkeit eines Objekts im Einzelfall (§ 3 Abs. 3 lit. f DSV). Be- reits unter dem durch das DSG ersetzten alten Gesetz über den Natur- und Hei- matschutz und die Erhaltung von Altertümern und Kunstdenkmälern (aKNHG; SRSZ 720.110) vom 29. November 1927 entschied der Regierungsrat über die Schutzwürdigkeit eines Objektes (§ 6 aKNHG; vgl. RRB Nr. 708/2017 vom 19.9.2017 betr. "Gesetz über die Denkmalpflege und Archäologie [Denkmal- schutzgesetz, DSG], Bericht und Vorlage an den Kantonsrat" [nachstehend: RRB Nr. 708/2017] S. 6). 7 2.1.2 Der zweite Abschnitt der DSV regelt das Kantonale Schutzinventar (KSI). Gemäss § 5 DSV werden die folgenden Schutzziele unterschieden: a) Schutzziel I: Pflicht zur ungeschmälerten Erhaltung der äusseren und inneren Bauteile, Raumstrukturen und festen Ausstattungen; b) Schutzziel II: Pflicht zur Erhaltung des äusseren Erscheinungsbildes, Bewah- rung der Raumstrukturen; c) Schutzziel III: Pflicht zur Erhaltung des Charakters. § 6 DSV formuliert die Aufnahmekriterien ins KSI, welche Anwendung auf Ein- zelbauten und Gebäudegruppen gemäss § 3 Abs. 2 lit. b DSG finden (§ 6 Abs. 2 DSV). Ein kulturell, geschichtlich, kunsthistorisch oder städtebaulich erheblicher Wert im Sinne der §§ 3 Abs. 1 und 5 Abs. 1 DSG liegt gemäss § 6 Abs. 1 DSV vor, wenn Objekte namentlich Bedeutung haben als: a) wichtige Zeugen der Schwyzer oder Schweizer Geschichte; b) prägende Elemente der traditionellen Siedlungslandschaft oder des baukulturel- len Erbes; c) (…); d) mittelalterliche und neuzeitliche Blockbauten mit einem hohen Anteil an origina- ler Bausubstanz; e) (…); f) Bauten mit hohem Erinnerungs- oder Identifikationswert; g) (…). Die Schutzobjekte werden ihrer Bedeutung entsprechend in die Kategorien "nati- onal", "regional" oder "lokal" eingeteilt (§ 7 DSV). 2.2.1 Im Bauernhausinventar (BHI; Kurzinventar; allgemein einsehbar über das kantonale WebGIS > Geokategorie "Gesellschaft, Kultur" > Denkmalpflege > Bauernhausinventar [BHI] mit jeweiligem Datenblatt) ist das Gebäude beschrie- ben als "Blockbau mit unregelmässigen Vorstössen im Wohngeschoss". Erwähnt wird weiter "Rillenfries sichtbar im WG und 1. OG (im OG abgearbeitet)". Die "Giebelwand SW" sei neu, "der Dachstuhl erhöht, erneuert, Spitzziegel doppelt". Die Stube soll 1941 renoviert und das Büffet entfernt worden sein. Der Kachel- ofen stamme aus dem 20. Jh. Hingewiesen wird auf ein "Pestloch 'Bületodloch' 56 x 62 cm in Stubenwand (sichtbar im Gang unter der Treppe)". 8 2.2.2 Die von der kantonalen Fachstel- le eingeholte bauarchäologische Ein- schätzung (Gutachten) des E.________ vom Januar 2020 (vgl. vorstehend In- gress lit. A) äussert sich namentlich zur Lage und dem äusseren Erscheinungs- bild (S. 2), beschreibt den Bau (S. 3 ff.) und Spuren früherer Bewohner (S. 9 f.) und nimmt abschliessend eine Zusam- menfassung und Würdigung vor (S. 11 f). Das Gutachten führt im We- sentlichen Folgendes aus: Die Hauptfassade sei die gegen Süden (Süd-Ost) gerichtete Giebelfassade. Über einem massiv gemauerten So- ckelgeschoss erhöben sich zwei Voll- geschosse mit einem eingeschossigen Dachraum. Das Satteldach sei asym- metrisch gegen Osten erweitert. Die Fassaden seien in der Regel, d.h. aus- ser dort, wo ausnahmsweise jeweils stehende Bretter zum Einsatz gekom- men seien, unverkleidet. Auffällig sei die nicht symmetrische Anlage der Fensteröffnungen, die in der Regel mit Schlagläden zu verschliessen seien. Die Giebelfassaden wiesen Vordächer über den Fensteröffnungen auf und der Eingangsbereich im Westen sei mit Aussägearbeiten dekoriert. Im Innern führe ein auf jedem Geschoss quer zum First liegender Mittelgang zu den nach Norden und Süden abgehenden Räu- men. Der Kernbau lasse sich gut re- konstruieren, da einige Innenräume zwar verkleidet, andere aber unverklei- det seien (S. 2). Unter dem Titel "Der spätmittelalterliche Kernbau" hält das Gutachten (unter Verweis auf entsprechende Abbildungen) fest, der Holzaufbau des Gründungs- (Foto) Südfassade (Foto) Nordfassade (oberer Bereich) (Foto) Ostfassade (Foto) Westfassade (Eingangsbereich)9 baus sei in Blockbautechnik errichtet worden und weise einen annähernd qua- dratischen Grundriss von 11.8 m auf 11.5 m auf. Die Balken - hochkant überein- ander geschichtet und bestehend aus Fichten- und Tannen-Markholz - wiesen eine Wandstärke von 14 cm auf und seien 21 bis 34 cm hoch. Im Gefüge kämen lediglich die Aussenkanten der Balken, da diese konkav gearbeitet seien, aufein- ander zu liegen; sie würden durch die Last aufeinandergedrückt und es entstehe ein Wulst; die Zwischenräume seien mit Moos verfüllt. Die Balken seien an den Ecken des Gevierts so verkämmt worden, dass das für Blockbauten typische kreuzförmige Eckgewätt entstehe (S. 3). Die Geschossunterteilung geschehe durch Bohlen, die ringsum in Nuten bzw. Falzen der Wände lägen. Eine einzige Bohlenlage trenne die Geschosse; die Decke des unteren Geschosses sei gleichzeitig Boden des darüber liegenden Geschosses. In den repräsentativen Räumen (kleine und grosse Stube) des ersten Wohngeschosses seien profilierte Bohlen-Balken-Decken zu erwarten; aktuell seien die Decken mit einer Kasset- tendecke resp. mit Nut- und Federbrettern verkleidet. Im zweiten Geschoss kön- ne an der Südwand im Raum 2.4 als einzige Stelle eine bauzeitliche Fensteran- lage vermutet werden; die aktuellen Fensteröffnungen überformten die bauzeitli- che Version in der Regel. "Möglicherweise zeig(t)en" die Eingangstüren ins Haus und in die Stuben Mantelstüde (S. 4). Unter dem Untertitel "die Aussengestalt" (S. 6 in initio) führt das Gutachten aus, im bauzeitlichen Zustand seien die Fassaden des Hauses unverkleidet gewesen, so dass sich anhand der Vorstösse die Binnenstruktur am Aussenbau habe able- sen lassen. Beide Trauffassaden hätten eine Laube aufgewiesen, die über die gesamte Haustiefe reichten. Die östliche Laube sei durch den pfostenflankierten Ausgang belegt. In ähnlicher Weise sei ein solcher für die westliche Traufseite zu rekonstruieren. Die Westfassade weise einen Zettelrahmen auf, der zur Vorberei- tung des Längsfadens eines Gewebes fürs Aufspannen auf den Webstuhl ge- dient habe. Unter dem Untertitel "Die Innenräume" (S. 6, Mitte) hält das Gutach- ten sodann fest, das Haus sei bauzeitlich wie im angetroffenen Zustand über die Trauffassaden erschlossen worden. Der Haupteingang liege im Westen, der rückwärtige Ausgang im Osten, wobei die Gutachterin (in Fn 12) anfügt, dass der heutige Eingang in Raum 1.0 nachträglich sein dürfte und ursprünglich die Eingangstür in der Ostwand des Mit- telganges (Raum 1.1) gesessen habe. Nach dem Betreten des ersten Wohnge- schosses sei man in den quer zum First 10 orientierten [Mittel-]Gang (Raum 1.1) gelangt, welcher die beiden Stuben im Vor- derhaus (Räume 1.2 und 1.3) und die zum Gang hin offene Küche (Raum 1.5), die bauzeitlich eine offene Rauchküche gewesen sei, sowie die hintere Stube (Raum 1.4) und eine Kammer (Raum 1.0) im Hinterhaus erschlossen habe. In der westlichen Querwand habe ein bauzeitlicher Wandkasten - solche seien Vor- läufer des Büffets und spätestens ab dem beginnenden 18. Jahrhundert an der gegenseitigen Wand der grossen Stube von diesem abgelöst - gelegen, der sich mit 60 x 53 cm gegen die grosse Stube öffne; solche Öffnungen würden um- gangssprachlich und irrtümlicherweise als Pestlöcher bezeichnet. Der Korpus (82 x 104 x 45 cm) im Gang unter dem ins zweite Wohngeschoss führenden Trep- penlauf sei in umlaufender Nut gelegen. Als Dekorationselemente seien die Konsolbalken (oberste[r] Wandbalken) der beiden Stuben mit einem ca. 8 cm hohen vierrilligen Fries ausgestaltet; auch un- ter den Fensterreihen des ersten Wohngeschosses verlaufe über die gesamte Fassadenbreite ein mehrrilliger Fries, welcher zu den Seiten hin in ein Viertelrund auslaufe. Im gesamten Gründungsbau habe ein rötlich bis schwarz-brauner An- strich auf den Balken festgestellt werden können. Diese Anstriche hätten dem äs- thetischen Wohnempfinden gedient und es werde davon ausgegangen, dass der Zimmermann das Streichen der Oberflächen mit einem Gemisch aus einem Russpigment und einem pflanzlichen oder tierischen Bindemittel als letzte Hand- lung vorgenommen habe (S. 7). Je einen pigmentierten schwarzen Anstrich gebe es sicher in den Räumen 1.1 (= [Mittel-]Gang des ersten Wohngeschosses; am östlichen Pfosten des Wandkastens an der Südwand) und 2.4 (am 2. Balken von oben an der Nordwand); zwei solche Anstriche gebe es sicher im Raum 2.1 (am 2. Balken von unten an der Südwand) (vgl. S. 7 f. Abb. 10). Die typologische Datierung verweise auf eine Entstehung in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Gemäss dendrochronologischer Altersbestimmung seien die ca. 100 für den Bau eines Hauses dieser Grösse notwendigen Bäume in den Winterhalbjahren 1542/43 bis 1547/48 geschlagen und im jeweils folgenden Frühjahr verbaut worden. Die Zeitspanne von vier Winterhalbjahren sei bemer- kenswert, da das Fälldatum üblicherweise ein bis zwei Winterhalbjahre umfasse (S. 8 Mitte mit Fn 16). Unter dem Titel "Spätere Interventionen" nennt das Gutachten namentlich die Anhebung des Dachs um etwa 1.5 m "vermutlich im 19. Jahrhundert" sowie die eventuell gleichzeitige Vergrösserung der Fensteröffnungen, Entfernung der westlichen Laube, Verschalung der Laube im Osten und Ziehen des Dachs bis über die Erweiterung im Osten. Sodann seien die Nordwestecke "ausgewechselt" und ein ca. 5 m breiter Bereich in der Südfassade ersetzt worden; im Innern sei-11 en im Raum 1.4 vor 1985 Einrichtungen für den sanitären Komfort erfolgt (S. 8 [unten] f.). Die unverkleidete "(Schlaf?) Kammer" im Vorderhaus (Raum 2.4) ermögliche einen Einblick in die spätmittelalterliche Glaubenswelt. Als Spuren früherer Be- wohner liessen sich eine Reihe von Zeichen ausmachen, welche als Zeug- nis der Volksfrömmigkeit interpretiert werden dürften: Neben flämmchenför- migen Einbrennspuren in der West- wand sowie einem in einem Riss ebenda liegenden Besteckstil bezeichnet das Gutachten zahlreiche kleine weisse und braune verschnürte Päckchen, die in die Wand gelegt worden seien, als besonders eindrücklich (S. 9 f.). Sodann seien an mehreren Orten des Hauses keilförmige Holzstücke, sog. Geisterbanndübel, zu beobachten, die zur Abwehr des Toggelis, eines Nachtmahrs, dienen sollten. Bisherige archäologische Beobachtungen sprächen für ein Einbringen dieser Zeichen in der Bauzeit; Ein Geisterbanndübel-Exemplar habe dendrochronolo- gisch "unter Vorbehalt" in die Bauzeit datiert werden können. Zusammenfassend nimmt das Gutachten folgende Würdigung vor (S. 12 f.): Das Haus wird durch Fällarbeiten im Winter 1542 vorbereitet. Ab Frühjahr 1548 erfolgt der Bau eines zweige- schossigen Blockgefüges auf gemau- ertem Sockel. Der Bau beeindruckt durch seine stattliche Volumetrie: mit seiner knapp 12 x 11.5 m grossen Grundfläche steht es in der Reihe der Bauten in ________, ________stras- se (________), ________, ________weg (________), ________ (________) oder in ________, ________ (________), die allesamt mit herrschaftlichen, auf Repräsentation ausgelegtem Anspruch erbaut worden sein dürften. Mit seiner Grundrissdisposition und den typischen Konstruktionsmerkmalen gehört das Haus zur spätmittelalterlichen Wohnbaugruppe in der Innerschweiz, deren Charakteristika an baugeschichtlich untersuchten Häusern festgestellt werden konnten. Der Wohnbautypus hat seinen Anfang im 12. Jahrhundert und wird mit kleinen Änderungen die Jahrhunderte hindurch bis ins 20. Jahrhundert beibehal- ten. Das Haus D.________ oberhalb Steinens ist ein Vertreter des mittleren 16. Jahrhunderts, der die oben beschriebenen Merkmale vollständig aufweist. (Foto) Ostfassade (Südbereich) - Blick Richtung _______und Fronalpstock12 Der stolze Bau beeindruckt durch die Qualität des Baumaterials und dessen äus- serst sorgfältige Verarbeitung, was Kriterium für den guten Erhaltungszustand sein dürfte. Vom Gründungsbau ist der Hauptteil des ursprünglichen Bestandes noch enthal- ten. Es fehlen die Nordwestecke des Gebäudes, ein Teil der Südfassade, ein Teil der rückwärtigen Gangwand im ersten Wohngeschoss und ein Teil der Wand zwi- schen R. 1.4 und R. 1. Vermutlich liegen noch alle Boden-/Deckenbohlen unter den modernen Verkleidungen - grundsätzlich ist die bauzeitliche Substanz vom Kellergeschoss bis hin zum Dachraum mit Kammer und selbst die tragende Dach- konstruktion (Pfetten, Rafen), wenngleich nicht mehr am Ursprungsort, noch vor- handen. Die nachträglichen Interventionen, wie das Ersetzen von Fassadenteilen, das Einfügen von Leichtbauwänden oder die Erhöhung des Daches sind zurück- haltend ausgeführt worden und gewährleisten weiterhin die Lektüre des Blockbaus in seiner charakteristischen, regionaltypischen Form. 2.3Die Beurteilung des Bildungsdepartements bzw. der kantonalen Denkmal- pflegerin im vorinstanzlichen Verfahren lässt sich im Wesentlichen dem Protokoll zum Augenschein vom 29. September 2020 (Vi-act. 6), dem Sistierungsantrag gegenüber dem ARE vom 30. Juli 2020 (vgl. Bf-act. 6) sowie dem E-Mail vom 6. Februar 2020 an die Beschwerdeführerin (Vi-act. 1) entnehmen. 2.3.1 Mit E-Mail vom 6. Februar 2020 zuhanden der Beschwerdeführerin knüpft die kantonale Denkmalpflegerin wie folgt ans Gutachten an (Vi-act. 1; vgl. Bf- act. 6): Beim Bauernhaus D.________ in Steinen handelt es sich um einen typischen Bau- zeugen des mittleren 16. Jahrhunderts. Vom Gründungsbau ist der Hauptteil des ursprünglichen Bestandes noch erhalten. Mit seiner Grundrissdisposition und den typischen Konstruktionsmerkmalen gehört das Haus zur spätmittelalterlichen Wohnbaugruppe in der Innerschweiz. Nach der Einschätzung der Bauforscherin ist der Erhaltungszustand des Blockbaus gut. Das Haus erfüllt somit die Aufnahmekriterien ins kantonale Schutzinventar (KSI) gemäss § 6 Abs. 1 lit. d […] DSV. Es handelt sich um einen spätmittelalterlichen Blockbau mit einem hohen Anteil an originaler Bausubstanz. 2.3.2 Im Protokoll vom 2. Oktober 2020 zum Augenschein vom 29. September 2020 im vorinstanzlichen Verfahren werden die entsprechenden Ausführungen der kantonalen Denkmalpflegerin wie folgt wiedergegeben (Vi-act. 6 S. 2 Ziff. II): Das um 1548 erbaute Wohnhaus liegt nördlich des Ortskerns von Steinen an der ________ in Alleinlage an einem Südhang. Der Bau beeindruckt durch seine statt- liche Volumetrie auf annähernd quadratischem Grundriss (12 x 11.50 Meter). Es handelt sich um einen zweigeschossigen Blockbau auf gemauertem Sockel un- ter Satteldach. Nach Nordosten ist das Volumen erweitert und das Dach verlängert worden. Die Fassaden zeigen grösstenteils die Konstruktion anhand der Vorstösse der Binnenwände und sind nur teilweise mit Brettern verkleidet. Die Befensterung ist unregelmässig mit Schlagläden. Die Giebelfassaden besitzen Vordächer. Beide 13 Trauffassaden wiesen ursprünglich eine Laube auf. Die Nordwestecke musste vermutlich aufgrund eines Feuchtigkeitsschadens ausgewechselt werden. Die Konstruktion und Raumstruktur sind weitgehend bauzeitlich erhalten. Im 19. Jahrhundert wurde das Dach - unter Beibehaltung der Firstpfette und einiger Rafen - um etwa 1.50 Meter angehoben. Vermutlich wurden gleichzeitig die Fens- teröffnungen vergrössert, die westliche Laube entfernt und die Laube im Osten verschalt. Der Hauptzugang zum ersten Wohngeschoss führt an der südwestlichen Trauffas- sade über eine einläufige aussenliegende Steintreppe. Die innere Erschliessung verläuft über einen Gang. Im Vorderhaus liegen die beiden grossen Stuben, im Hinterhaus die hintere Stube, die zum Gang hin offene Küche und eine Kammer. Die Küche war bauzeitlich eine offene Rauchküche mit seitlichen Kammern. Der Bau weist im Vorderhaus des ersten Wohngeschosses einen mehrrilligen Fries als Bauschmuck auf und es kann vermutet werden, dass sich unter dem Holztäfer eine bauzeitliche Bohlen-Balkendecke verbirgt. Der gesamte Gründungsbau weist im Inneren einen rötlich bis schwarz-braunen Anstrich auf. In der westlichen Quer- wand ist die Öffnung eines bauzeitlichen Wandkastens erhalten. Verpflöckungen, Dübel und Einbrennspuren zeigen Spuren zeittypischer Volksfrömmigkeit des Mit- telalters und der Neuzeit. Ausserdem weisen Spuren handwerklicher Tätigkeit auf Heimarbeit hin. Der Vorsteher des Amts für Kultur hielt am Augenschein vom 29. September 2020 fest (vgl. Augenscheinprotokoll S. 1 Ziff. I): Da sich das Haus im Bauernhausinventar (BHI __02) befindet, wurde die Schutz- würdigkeit von der Fachstelle abgeklärt. Die Denkmalpflege kommt zum Schluss, dass das Haus schutzwürdig ist. 2.3.3 Zu spätmittelalterlichen Bauten in Steinen äusserte sich auch die Eid- genössische Kommission für Denkmalpflege (EDK) in einem Gutachten vom 19. Dezember 2016 (Vi-act. 3). Die EDK führte darin u.a. aus (S. 10 Ziff. 6), das Dorf Steinen habe "ein äusserst interessantes und vielfältiges Corpus an spätmit- telalterlichen und frühneuzeitlichen Wohnbauten, die die hohe Qualität des Orts- bilds prägen". Als Standortgemeinde verfüge Steinen damit über ein sehr attrak- tives und aussergewöhnliches Potential an historischer Baukultur. Die Konservie- rung und Restaurierung, gegebenenfalls das Weiterbauen an Denkmälern ver- stehe die EKD als Teil der heutigen Kultur. 2.4Den Gebäudezustand beschrieb im Weiteren auch die J.________ GmbH, welche im Auftrag der Beschwerdeführerin am 11. April 2019, also vor den er- wähnten denkmalpflegerischen Abklärungen und in Unkenntnis des Alters des Gebäudes, eine Verkehrswertschätzung vornahm. Die Wohnlage wird als ruhig "mit guten Aussichts- und Besonnungsverhältnissen, aber einer teilweise einge- schränkten Zufahrt und an eher dezentraler Lage" charakterisiert. Die Nachfrage nach Liegenschaften an solchen Lagen könne dennoch als gut bezeichnet wer-14 den (S. 10/32). Der gesamte Innenausbau sei in einem sehr einfachen Standard ausgeführt und entspreche nicht mehr heutigen Anforderungen und Erwartungen. Ungenügend sei die Wärmedämmung. Die Raumhöhen seien fast durchgehend ungenügend; die Anordnung demodiert. Die Treppen seien schmal (S. 10/32). Das gesamte Wohnhaus befinde sich in einem sehr stark abgenutzten Zustand; die technische Abbruchreife werde vermutlich in den nächsten Jahren erreicht (S. 11/32). In einem stark abgenutzten Zustand befinde sich auch der Stall (S. 12/32). Das 8 ½-Zimmer-Wohnhaus mit einer gesamten Geschossfläche von insgesamt 460.42 m 2 weise eine anrechenbare und nicht anrechenbare Ge- schossfläche von 181.6 m 2 bzw. 214.5 m 2 auf (S. 16/32). Der Verkehrswert des Wohnhauses wurde auf Fr. 294'705.-- eingeschätzt, für den Stall auf Fr. 36'970.-- und für das (zusätzliche) Land (Wiesland 46'719 m2 zu Fr. 4.--/m2, Wald 6'632 m2 zu Fr. 0.5/m 2 sowie unproduktive Fläche 702 m 2 zu Fr. 0.--) auf Fr. 190'192.--, der Verkehrswert der Liegenschaft insgesamt also auf Fr. 521'867.--, gerundet Fr. 520'000.--. 2.5Die Gemeinde Steinen, Baukommission, nahm mit Schreiben vom 19. Ok- tober 2020 (in: Vi-act., "Weitere Verfahrensakten" [Verzeichnis ohne Nummerie- rung]) Stellung gegenüber dem Amt für Kultur und bat den Regierungsrat, "das Haus an der D.________ […] aus dem kantonalen Schutzinventar zu entlassen. Die Gemeinde Steinen beantragt somit die Entlassung aus dem Bauernhaus- inventar […]". Der Bauherrschaft solle ermöglicht werden, den Hof zu überneh- men und Landwirtschaft zu betreiben. Eine Sanierung komme teurer als ein Neubau, wobei aufgrund des bäuerlichen Bodenrechts die Finanzierung eines möglichen Umbaus von der Bank nicht mehr unterstützt werde. Bei einer Unter- schutzstellung könnte das Haus nicht saniert bzw. bewohnt werden und ein Zer- fall wäre die Konsequenz. Sodann sei ein Nutzen für Dritte nicht gegeben, da die Lage ausserhalb der Bauzone eher nicht einsehbar sei und kein öffentlicher Fuss-/Fahrweg vorbeiführe. 2.6Der Regierungsrat hat im angefochtenen Entscheid erwogen, mit der baua- rchäologischen Einschätzung des E.________ vom Januar 2020 als auch mit der Würdigung der kantonalen Fachstelle sei das Erfordernis eines vorgängigen wis- senschaftlichen Befundes für eine Unterschutzstellung erfüllt (Erw. 2.1). Der Er- halt des Hauses als Vertreter der spätmittelalterlichen Wohnbaugruppe in der In- nerschweiz sei als gewichtig zu qualifizieren (Erw. 2.2). Vergleichbare in den vergangenen Jahren restaurierte Häuser bewiesen, dass zeitgemässes Wohnen auch in historischer Bausubstanz ermöglicht werden könne. Um den Bedürfnis- sen des Eigentümers einerseits weit möglichst Rechnung zu tragen und ander- seits die zu grossen Teilen original erhaltene Gebäudestruktur zu erhalten, werde 15 das Schutzziel II gemäss § 5 lit. b DSV (Pflicht zur Erhaltung des äusseren Er- scheinungsbildes, Bewahrung der Raumstrukturen) festgelegt (Erw. 2.4). Mit gu- ten architektonischen Lösungen habe insbesondere der Raumhöhe bei vielen Beispielen von restaurieren Häusern begegnet werden können (Erw. 2.5). Trotz der nicht guten Einsehbarkeit für den Allgemeinbetrachter bleibe das Haus D.________ dennoch ein wichtiger Teil der traditionellen Streusiedlungsland- schaft des Kantons Schwyz (Erw. 2.6). Die Kosten für eine Restaurierung blieben im zumutbaren Rahmen und die Unterschutzstellung sei verhältnismässig (Erw. 2.7). Abstriche hinsichtlich des Betriebskomforts müssten aus denkmal- rechtlichen Gründen hingenommen werden. Unter Würdigung der gegebenen tatsächlichen und rechtlichen Umstände seien solche Einschränkungen im Bau- bewilligungsverfahren verhältnismässig und nicht willkürlich. Dies gelte auch vor- liegend bzgl. Erhaltung des Wohnhauses im Zusammenhang mit dem geplanten Landwirtschaftsbetrieb der Bauherrschaft (Erw. 2.8). 3.1.1 Die Beschwerdeführer machen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Die ehemalige Eigentümerin sei nie in die Abklärung der Schutzwürdig- keit einbezogen und weder angehört worden noch habe sie Gelegenheit zur Stel- lungnahme erhalten. Sie sei zu keinem Zeitpunkt Verfahrensbeteiligte gewesen und habe ihre zustehenden Rechte nicht wahrnehmen können. Daher sei der formell mangelhafte angefochtene RRB aufzuheben, falls er nicht sogar nichtig sei (S. 7 f., Rz. 13 insbesondere). 3.1.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst die Rechte und Pflichten der Parteien auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung (vgl. EGV-SZ 2008 B 2.1 Erw. 1.2.1 m.H., u.a. auf BGE 122 V 157 Erw. 1a). In Konkretisierung des Anspruchs auf rechtliches Gehör hält § 5 Abs. 1 DSG (u.a.) fest, dass der Regierungsrat Objekte nach Anhörung des Eigentümers und der Standortgemeinde ins Schutzinventar aufnimmt. Der Eigentümer erhält im Rahmen der Anhörung Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme (§ 5 Abs. 2 Satz 1 DSG). 3.1.3 Der Augenschein vom 29. September 2020 erfolgte u.a. im Beisein von F.________ (jun. [gemäss. Auszug GERES, Stand 26.3.2021]) in Vertretung der Eigentümerin, der Erbengemeinschaft K.________ (Vi-act. 6; vgl. Bf-act. 8; Ver- nehmlassung des Bildungsdepartements S. 4 unten). Das Augenschein-Protokoll wurde letzterer sodann mit Schreiben vom 2. Oktober 2020 zugestellt und es wurde ihr - wie im Übrigen auch den Beschwerdeführern (vgl. Schreiben vom 16 2.10.2020, in: Vi-act., "Weitere Verfahrensakten") - die Gelegenheit gewährt, hierzu Stellung zu nehmen. Gleichzeitig wurde die Erbengemeinschaft ebenfalls um "Stellungnahme im Rahmen des Aufnahmeverfahrens gemäss § 5 DSG" er- sucht (Vi-act. 7; dieses Schreiben vom 2.10.2020 wurde am 6.10.2020 zugestellt [Vi-act. 8]). Die Beschwerdeführer liessen hierauf am 26. Oktober 2020 Stellung nehmen, nicht aber die vormalige Eigentümerschaft, wobei es sich bei der Be- schwerdeführerin immerhin um die Tochter eines Mitgliedes der Erbengemein- schaft handelt. Damit verzichtete die Erbengemeinschaft als vormalige Eigentü- merin implizit auf die Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs. Insoweit rügen die Beschwerdeführer zu Unrecht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Ob die vormalige Eigentümerin mit ihrem Verzicht auf eine Stellungnahme angesichts der bevorstehenden Handänderung allenfalls gleichzeitig ihr Desinteresse am Unterschutzstellungsverfahren signalisierte, ist dabei irrelevant. 3.1.4 Die Beschwerdeführerin Ziff. 1 erwarb das Grundstück KTN __01 per 1. Dezember 2020 zu Eigentum (Bf-act. 7), also noch vor der regierungsrätlichen Unterschutzstellung des Hauses mit dem angefochtenen RRB vom 22. De- zember 2020, aber während laufendem Unterschutzstellungsverfahren. Die vor- malige Eigentümerschaft war mithin von der Unterschutzstellung nicht mehr be- troffen. Insoweit stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren überhaupt befugt sind, eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der vormaligen Eigentümerschaft zu rügen. Wäre indes davon auszugehen, dass der Eigentumsübergang während laufendem bzw. hängigem Verfahren erfolgt, könn- te und dürfte in Würdigung der Sachlage ohne Weiteres ein Parteiwechsel (vgl. § 13 VRP i.V.m. Art. 83 ZPO) angenommen und auf den Verzicht der vormaligen Eigentümerschaft auf die Weiterführung des Verfahrens i.S. einer Prozessstand- schaft geschlossen werden. 3.2.1 Unter dem Titel der Verletzung von Verfahrensvorschriften rügen die Be- schwerdeführer (vgl. S. 8 lit. D), nach Vorliegen der bauarchäologischen Ein- schätzung im Januar 2020 und nach Inkrafttreten des neuen DSG habe der Re- gierungsrat bzw. das Amt für Kultur mit der kantonalen Denkmalpflege mehr als ein halbes Jahr verstreichen lassen, ohne die Schutzwürdigkeit weiter zu prüfen oder vorsorgliche Massnahmen anzuordnen, obwohl die Beschwerdeführer eine Klärung der Schutzwürdigkeit verlangt hätten. Zu dieser Klärung sei das Amt nicht bereit gewesen und habe mit einer Schutzwürdigkeitsabklärung in gesetz- widriger Weise, unter Verletzung von § 8 Abs. 1 DSG, bis zum Einreichen des Baugesuchs zugewartet. Wenn das Objekt schutzfähig und schutzwürdig wäre, hätte man dies schon vor Einreichung eines Baugesuchs beurteilen können und müssen (S. 9 Rz. 15 f.). Mit der unrechtmässigen Sistierung des Baubewilli-17 gungsverfahrens habe das ARE sodann gegen § 81 Abs. 1 PBG verstossen. Für die bei einer Unterschutzstellung nutzlos gewordenen Planungskosten sei der Kanton aus materieller Enteignung entschädigungspflichtig (S. 10 Rz. 17 f.; Re- plik S. 4 f. Ziff. 3 ff.). Aus diesen Rügen können die Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren nichts zu ihren Gunsten herleiten. 3.2.2 § 21 DSG enthält Übergangsbestimmungen: Im (vormaligen) Kantonalen Inventar für geschützte Bauten und Objekte (KIGBO) verzeichnete Gebäude werden mit Inkrafttreten des DSG ins Schutzinventar überführt (Abs. 2). Es wird eine Inventarbereinigung durchgeführt. Der Regierungsrat regelt die Inventarbe- reinigung und legt den Zeitplan fest. Ist die Inventarbereinigung erfolgt, informiert das zuständige Departement die Grundeigentümer (Abs. 3). Zuständig für die Überführung und Inventarbereinigung ist die kantonale Denkmalpflege (§ 13 Abs. 1 DSV, wobei gemäss § 13 Abs. 2 DSV der Regierungsrat die Einzelheiten regelt. Laut einer Medienmitteilung des Bildungsdepartements vom 29. Juni 2020 wurde die Bereinigung des KSI ab 2020 in den Gemeinden Rothenthurm und Tuggen im Sinne eines Pilotprojektes in Angriff genommen, das Erkenntnisse für die Inventarbereinigung in den weiteren Gemeinden bringen soll. Laut RRB Nr. 911/2018 vom 11. Dezember 2018 ("Stellungnahme zum Ergebnis der Kom- missionsberatung zur Totalrevision des Kantonalen Natur- und Heimatschutzge- setzes [KNHG]", S. 4 Ziff. 2.6) sind 988 Objekte (Stand 12/2018; hiervon 644 Ob- jekte für welche Kantonsbeiträge gesprochen wurden) ins KSI zu überführen. Nach Inkrafttreten des DSG soll gemäss § 5 DSG auch geprüft werden, welche Objekte neben den vom KIGBO direkt ins KSI überführten Gebäuden neu ins kantonale Schutzinventar aufzunehmen (und welche allenfalls aus dem KSI zu entlassen) sind (vgl. RRB Nr. 708/2017 S. 9 oben [zu § 4]). Zur Frist, innerhalb welcher diese Prüfung zu erfolgen hat, macht das Gesetz (DSG wie DSV) keine Vorgaben. Es ist denn auch nicht ersichtlich, dass der Vor- instanz/Denkmalpflege bis zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde ein Verschleppen des Unterschutzstellungsverfahrens bzw. eine Verletzung des Beschleunigungs- gebots vorgehalten wurde (vgl. BGE 138 II 513 Erw. 6.5 mit weiteren Hinweisen). Insbesondere aber lässt sich das halbjährige Ruhen des Verfahrens aufgrund der Akten nicht bestätigen (zur Chronologie vgl. vorstehend Ingress lit. A; angefoch- tener RRB Ziff. 1 [Sachverhalt]; Vernehmlassung Bildungsdepartement S. 2; 8.7.2019: Besichtigung seitens der Denkmalpflege mit anschliessender Veran- lassung eines bauarchäologischen Untersuchs; Januar 2020: Vorliegen des Gut- achtens; 4./6.2.2020: E-Mail-Korrespondenz zwischen Denkmalpflege und Be-18 schwerdeführerin; 27.2.2020: Besprechung der Denkmalpflege mit den Be- schwerdeführern; 8./15.6.2020: Anfrage der Denkmalpflege beim ARE betreffend baurechtliche Abklärungen seitens der Beschwerdeführer [vgl. Vi-act. 1]; 30.6.2020: Baugesuch; 22.7.2020: baurechtliche Einsprache des Heimatschut- zes; 30.7.2020: Antrag der Denkmalpflege auf Sistierung des Verfahrens; zum weiteren Verfahrensablauf vgl. vorstehend Ingress lit. A). Des Weiteren betrifft die geltend gemachte Unrechtmässigkeit der Sistierung an und für sich das Baubewilligungsverfahren und wäre entsprechend in jenem Ver- fahren zu rügen. Der von den Beschwerdeführern angerufene § 8 Abs. 2 DSG, wonach innerhalb von drei Monaten nach getroffenen vorsorglichen Massnahmen über die Unter- schutzstellung entschieden werden muss (vgl. Beschwerde S. 8 Rz. 14 in fine), ist vorliegend nicht einschlägig. Vorsorgliche Massnahmen gestützt auf § 8 Abs. 1 DSG erfolgen dann, wenn bei einem nicht inventarisierten Objekt Er- kenntnisse zu Tage treten, die einen Schutz des Objektes angezeigt erscheinen lassen. Vorsorgliche Massnahmen im Sinne dieser Bestimmung sind nach den gesetzgeberischen Intentionen zu treffen, wenn man "bereits am Bauen respekti- ve Abreissen ist" (vgl. Voten KR M. Brun und M. Müller, Protokoll der a.o. Kan- tonsratssitzung [nachstehend: Ratsprotokoll] vom 6.2.2019 S. 824). Im Unter- schied hierzu wurde vorliegend die kantonale Denkmalpflege angesichts des Ein- trages des Hauses im BHI richtigerweise bereits im Voraus beigezogen. Abgese- hen davon wurde seitens des Regierungsrates (M. Stähli) anlässlich der Bera- tung im Rat (vgl. Ratsprotokoll S. 825) darauf hingewiesen, dass es sich bei den drei Monaten um eine Ordnungsfrist handelt. 3.2.3 Allenfalls nutzlos gewordene Planungskosten und ein allfälliger Anspruch auf einen Ersatz für planerische Nachteile (vgl. § 36k PBG) sind nicht Gegen- stand des vorliegenden Unterschutzstellungsverfahrens. Die von den Beschwer- deführern (vorsorglich) geltend gemachte materielle Enteignung fällt zudem in den Zuständigkeitsbereit der kantonalen Schätzungskommission, die festzustel- len hat, ob bei Eigentumsbeschränkungen, die in ihrer Wirkung einer Enteignung gleichkommen (§ 14 Abs. 1 Enteignungsgesetz [EntG; SRSZ 470.100] vom 22.4.2009), eine materielle Enteignung zu bejahen ist (§ 14 Abs. 2 EntG und § 36 lit. c EntG; vgl. § 36l PBG i.V.m. EntG). Mithin hat nicht das Verwaltungsgericht (erstinstanzlich) hierüber zu befinden (vgl. VGE III 2021 17 vom 29.3.2021 Erw. 7.2). 3.2.4 Den Beschwerdeführern ist darin beizupflichten, dass die Prüfung der Schutzwürdigkeit grundsätzlich unabhängig von einem konkreten Baugesuch zu 19 erfolgen hat. Der RRB Nr. 708/2017 (S. 16 zu § 23 Übergangsbestimmungen) nennt als Grundlagen für die Prüfung einer allfälligen Schutzwürdigkeit das BHI, die Kunstdenkmäler-Inventare (KDM) und das Inventar der neueren schweizeri- schen Architektur (INSA). Die in diesen Werken verzeichneten Bauten dürften vorab im Fokus einer allfälligen Unterschutzstellung stehen. Eine frühzeitige Prü- fung einer Inventarisierung im KSI - soweit es die Ressourcen des zuständigen Amtes erlauben - stünde dabei wohl grundsätzlich unabhängig von einem aktuel- len Bauvorhaben im Interesse der Eigentümer. Was die erforderlichen Ressour- cen anbelangt ist indes zu beachten, dass das KIGBO (bzw. KSI) wie erwähnt gegen 1'000 Objekte enthält, deren Prüfung einer Überführung ins KSI in erster Linie zu erfolgen hat(te), während die Prüfung der Inventaraufnahme neuer Ob- jekte (so beispielsweise auch von im BHI verzeichneter Gebäude) erst in zweiter Priorität geplant ist/war. 3.3.1 Die Beschwerdeführer sind der Ansicht, die Voraussetzungen, unter wel- chen einem Objekt ein kulturell, geschichtlich, kunsthistorisch oder städtebaulich erheblicher Wert i.S.v. §§ 3 Abs. 1 und 5 Abs. 1 DSG zukomme, seien lediglich auf Stufe Verordnung in § 6 Abs. 1 DSV geregelt. Da es sich bei der Unter- schutzstellung um einen schweren Eingriff in die Eigentumsgarantie handle, genüge diese Umschreibung für die Unterschutzstellung auf Verordnungsstufe nicht. Das Erfordernis der Gesetzesform sei verletzt (Beschwerde S. 12 Rz. 22; Replik S. 7 ff. lit. C Ziff. 8 ff.). Die Beschwerdeführer rügen mithin einen Verstoss gegen das Gesetzmässigkeitsprinzip. 3.3.2 Das Gesetzmässigkeitsprinzip, d.h. das Erfordernis der Gesetzesform, be- sagt, dass die wichtigen Rechtsnormen, auf denen die Verwaltungstätigkeit be- ruht, in einem Gesetz enthalten sein müssen (vgl. § 3 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Schwyz [KV; SRSZ 100.100] vom 24.11.2010: Grundlage staatlicher Tätigkeit ist das Recht). Auf Bundesebene gehören hierzu nach Art. 164 Abs. 1 lit. b BV die grundlegenden Bestimmungen unter anderem über die Einschrän- kungen verfassungsmässiger Rechte. Für die Umschreibung der Wichtigkeit ei- ner Rechtsnorm sind namentlich die Kriterien der Eingriffsintensität, der Zahl der von einer Regelung betroffenen Personen, die finanzielle Bedeutung sowie die Akzeptierbarkeit massgebend (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwal- tungsrecht, 8. Aufl., Zürich 2020, Rz. 351 ff.; Wiederkehr, in: Wiederkehr/Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Bern 2012, § 5 Rz. 1377). Der Ge- setzgeber trifft dabei die Grundentscheidungen und legt die grossen Linien fest. Der Verordnungsgeber befasst sich dagegen mit den Details sowie mit denjeni- gen Fragen, die besondere Fachkenntnisse verlangen (Häfelin/Müller/Uhlmann, 20 a.a.O., Rz. 360; Wiederkehr, a.a.O., § 5 Rz. 1379; vgl. auch Tschannen/Zimmer- li/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl. 2009, § 19 Rz. 17 f., 36 ff.). 3.3.3 Die in Art. 26 BV gewährleistete Eigentumsgarantie umfasst die Baufrei- heit, welche die Nutzung eines Grundstücks durch Überbauung schützt. Die Un- terschutzstellung eines privaten Gebäudes stellt daher einen Eingriff in die Eigen- tumsgarantie dar. Beschränkungen dieses Nutzungsrechts müssen als Grund- rechtseingriffe die Voraussetzungen von Art. 36 BV erfüllen und damit namentlich auf einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage beruhen. Während schwerwie- gende Einschränkungen im formellen Gesetz selbst vorgesehen sein müssen, genügt für leichte Eingriffe eine Grundlage im Verordnungsrecht. Ein schwerer Eingriff liegt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung namentlich vor, wenn die bisherige oder künftig mögliche, bestimmungsgemässe Nutzung eines Grundstücks durch Verbote oder Gebote verunmöglicht oder stark erschwert wird (BGE 145 I 156 Erw. 4.1). Ein schwerer Eingriff in die Eigentumsgarantie wurde bezüglich einer Unterschutzstellung bejaht, die den Umbau eines Gebäudes we- sentlich beschränkte, weil insbesondere Volumen und Fassaden aufrechterhalten werden mussten (Urteil BGer 1C_212/2014 vom 18.11.2014 Erw. 4.2), ebenso bei einer Unterschutzstellung nicht nur des Äusseren des Gebäudes, sondern auch der inneren Raumaufteilungen und verschiedener Ausstattungselemente, was die Umbaumöglichkeit wesentlich beschränkt (vgl. Urteil BGer 1C_368/2019 vom 9.6.2020 Erw. 9.3). Jedenfalls stellt eine Unterschutzstellung unter die Schutzziele I und II (vorste- hend Erw. 2.1.2) mithin einen schweren Eingriff in die Eigentumsfreiheit dar. 3.3.4 Mit dem DSG besteht die erforderliche gesetzliche Grundlage (im formel- len) Sinn, welche einen Eingriff in die Eigentumsfreiheit rechtfertigen kann. Das DSG umschreibt die Schutzobjekte, namentlich auch Einzelbauten, sowie die Kri- terien zur Bestimmung der Schutzwürdigkeit (vgl. vorstehend Erw. 2.1.1). Die Beurteilung, ob die Schutzkriterien erfüllt sind, wurde vom Gesetzgeber dem Regierungsrat übertragen; er wurde auch mit dem Vollzug und dem Erlass der erforderlichen Vollzugsvorschriften beauftragt sowie der Aufsicht über die Ge- meinden und Bezirke beim Vollzug des Gesetzes (§ 20 Abs. 1 und 2 DSG; vgl. auch § 59 Abs. 1 KV). Zum einen wurde diese Regelung damit begründet, dass die Unterschutzstellung von Objekten zwar einen (weitreichenden) Eingriff ins Ei- gentumsrecht darstellt (RRB Nr. 708/2017 vom 19.9.2017 S. 14 zu § 17 Ent- wDSG). Zum andern bedingen Heimat- und Denkmalschutz zweifelsohne beson- dere Fachkenntnisse. Entsprechend wurde dem Regierungsrat nicht nur die Be- zeichnung des zuständigen Departements übertragen, sondern auch der kanto-21 nalen Fachstellen für Denkmalpflege (und Archäologie) sowie die Bestimmung von deren Aufgaben. Diese Zuständigkeitsregelung ist sachgerecht. 3.3.5 Im Rahmen seines Vollzugsauftrags hat der Regierungsrat in § 6 DSV die Aufnahmekriterien näher definiert. Es kann nicht gesagt werden, dass diese Um- schreibungen (vgl. vorstehend Erw. 2.1.2) nicht den Vorgaben des Gesetzes ("kulturell, geschichtlich, kunsthistorisch oder städtebaulich", "erheblicher Wert") gerecht werden. Bei diesen Umschreibungen im (formellen) Gesetz handelt es sich um offen formulierte (unbestimmte) Rechtsbegriffe, welche dem Rechtsan- wender bei deren Ausfüllung einen weiten Ermessensspielraum eröffnen. Der Regierungsrat hat - entsprechend seinem Vollzugsauftrag - diesen unbestimmten Begriffen in § 6 Abs. 1 DSV einen konkreteren Inhalt gegeben und sie dadurch insbesondere eingeengt. Diese Ausfüllung unbestimmter Rechtsbegriffe im Ge- setz steht gleichzeitig auch im Zeichen der Rechtssicherheit und rechtsgleichen Behandlung betroffener Eigentümer. Die Rechtssicherheit wurde denn auch uni- sono als ausdrückliches Ziel des DSG genannt (vgl. RRB Nr. 708/2017 S. 1 Ziff. 1, S. 4 Ziff. 3.2; Ratsprotokoll S. 816 [Kommissionssprecher KR M. Bach- mann], S. 817 [KR M. Brun], S. 818 [KR J. Prelicz und KR M. Müller], S. 819 [KR D. Blunschy und M. Spirig]). Auch wenn die Gleichbehandlung im Rat kein Thema war, ist sie dennoch von Verfassung wegen zwingend auch zu beachten (Art. 8 BV; § 10 KV i.V.m. Art. 8 BV). Eine Verletzung des Gesetzmässigkeits- prinzips kann insoweit nicht erkannt werden. 3.3.6 Ein Gleiches gilt hinsichtlich der Schutzziele, die gemäss § 4 Abs. 2 DSG für jedes Schutzobjekt im Inventar festzuhalten sind. Mit der Definition eines Schutzzieles bekommt der Eigentümer "erstmals … eine grobe Umschreibung, was von seiner Liegenschaft schützenswert ist" (vgl. KR M. Müller, Ratsprotokoll S. 818; ansonsten wurden die Schutzziele in der Ratsdiskussion nicht mehr er- wähnt). Das Bildungsdepartement führt vernehmlassend aus (S. 7 ad III. Ziff. 26), dass die Kommission für Bildung und Kultur im Gesetz den Schutzumfang beste- hend aus "Schutzziel und Schutzbestimmungen" habe festlegen wollen. Dem sei indes entgegengehalten worden, dass damit einerseits ein grosser administrati- ver Aufwand und entsprechend hohe Kosten verbunden wären; anderseits würde der Handlungsspielraum der Grundeigentümer und der Denkmalpflege unnötig stark eingeschränkt, wenn der Schutzumfang bereits bei der Inventarisierung sehr konkret und detailliert festgeschrieben werden müsste. Wenn sich der Regierungsrat in § 5 DSV auf drei unterschiedliche Schutzziele beschränkt hat, entspricht dies somit ebenfalls den Intentionen des Gesetzge- bers im Sinne einer Kompromisslösung. Die relativ offene Umschreibung der drei Schutzziele in der DSV mit einer graduell unterschiedlichen Eingriffsintensität in 22 die Eigentumsfreiheit der betroffenen Eigentümer steht nicht im Widerspruch zu den Vorgaben des DSG und kann gleichzeitig einen Beitrag zur Rechtssicherheit und Gleichbehandlung leisten, ohne den Handlungsspielraum, um dem Einzelfall (im Rahmen eines allfälligen von der kantonalen Fachstelle zu begleitenden Baubewilligungsverfahrens betreffend Restaurierungen oder Veränderungen an Schutzobjekten, vgl. § 6 Abs. 2 DSG) gleichwohl noch gerecht werden zu kön- nen, durch ergänzende normierte Schutzbestimmungen einzuengen. Eine Ver- letzung des Gesetzmässigkeitsgrundsatzes ist auch betreffend die Schutzziele nicht erkennbar. Die Auffassung der Beschwerdeführer, der Regierungsrat habe für jedes Bauteil den Schutzumfang zuzuweisen (Replik S. 9 f. Ziff. 14), geht fehl. Der Hinweis auf BGE 120 Ia 270 (Erw. 4 f. [Badischer Bahnhof]) kann vorliegend nicht einschlägig sein. Abgesehen davon, dass - wie ausgeführt - der Gesetzgeber die den Be- schwerdeführern vorschwebende Schutzumfangbestimmung für einzelne Ge- bäudebereiche/-teile explizit nicht wollte und vielmehr bloss eine relativ grobe Dif- ferenzierung dem Willen des Gesetzgebers entspricht (vgl. auch Vernehmlas- sung des Bildungsdepartements S. 7 ad III. Ziff. 26), könnte(n) beim vorliegenden Bauernhaus mit einer Grundfläche von knapp 12 m x 12 m eine differenzierte Un- terschutzstellung bzw. differenzierte Schutzziele im Unterschied zu grossdimen- sionierten Bauten und Anlagen wie dem erwähnten Badischen Bahnhof, wo ver- schiedene Räume/Säle von einer Unterschutzstellung ausgenommen wurden, naheliegenderweise nicht oder nur sehr schwer realisiert werden. Zudem weist das Bildungsdepartement vernehmlassend (am erwähnten Ort) darauf hin, dass die Inventarbereinigung im Sinne von § 21 (Abs. 3) DSG für die Gemeinde Stei- nen noch nicht erfolgt sei, und ein Inventarblatt für das Haus D.________ daher noch fehle. 4.1.1 Die Beschwerdeführer rügen insbesondere auch eine unvollständige Fest- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts. Der Regierungsrat verkenne, dass weder in der bauarchäologischen Einschätzung noch von der kantonalen Denk- malpflegerin die Schutzwürdigkeit und/oder Schutzfähigkeit bejaht bzw. verneint werde. Die bauarchäologische Einschätzung mache zudem keinerlei Aussagen dazu, inwiefern ein kulturell, geschichtlich, kunsthistorisch oder städtebaulich er- heblicher Wert vorliege, und genüge damit den Anforderungen an einen wissen- schaftlichen Befund nicht. Sodann bezeichne sich diese Einschätzung selber als Kurzinventar und entspreche nicht den Anforderungen an einen hinreichenden wissenschaftlichen Befund. Die Unterschutzstellung erfolge willkürlich (S. 5 ff., Rz. 9 f.; Replik S. 8). 23 Selbst wenn das Erfordernis der Gesetzesform nicht verletzt wäre, seien die Vor- aussetzungen für die Unterschutzstellung nicht erfüllt. Die Ausführungen des Re- gierungsrats stützten sich auf Einschätzungen, die weitestgehend keine fundier- ten wissenschaftlichen Untersuchungen darstellten, sondern aus Mutmassungen bestünden, sodass die Annahme eines erheblichen kulturellen Werts des Bau- ernhauses willkürlich und unter nicht vollständig festgestelltem Sachverhalt erfol- ge. Der Regierungsrat führe weder aus, worin die originale Bausubstanz erhalten sei, noch worin die Erheblichkeit des kulturellen Werts liege. Die bauarchäologi- sche Einschätzung und die Einschätzung der kantonalen Denkmalpflege äusser- ten sich ebenso mit keinem Wort dazu, worin der kulturelle Wert des Bauernhau- ses liegen soll, geschweige denn zur Erheblichkeit dieses kulturellen Wertes. Auf weitere mögliche Beurteilungspunkte werde weder im angefochtenen RRB noch in der bauarchäologischen Einschätzung noch in der Einschätzung der kantona- len Denkmalpflege eingegangen. Die Voraussetzungen nach §§ 3 Abs. 1, 4 Abs. 2 und 5 Abs. 1 DSG i.V.m. § 6 Abs. 1 DSV seien nicht erfüllt (vgl. Be- schwerde S. 12 ff., Ziff. 23 in initio und Ziff. 25 insbesondere; Replik S. 8 Rz. 10 ff.). Da der Regierungsrat das Bauernhaus pauschal unter Schutz stelle und ihm den nur generell-abstrakten Schutzumfang nach § 5 lit. b DSV zuweise bzw. dem Schutzziel II unterstelle, sei nicht ersichtlich, worin genau der Schutzumfang lie- ge. Der Regierungsrat verletze damit § 4 Abs. 2 DSG (S. 14 Rz. 26). Die Unterschutzstellung des Bauernhauses liege nicht im öffentlichen Interesse. Dem Bauernhaus komme kein erheblicher kultureller Wert zu; der Automatismus, wonach dem Bauernhaus insofern ein erheblich kultureller Wert zukomme, als es einen angeblich hohen Anteil originaler Bausubstanz aufweise, entspreche nicht der Absicht des Gesetzgebers. Das Haus sei für die Allgemeinheit weder zugänglich noch einsehbar; Dritte hätten keinen Nutzen an einer Unterschutzstel- lung und ein Mehrwert für die Volkswirtschaft oder den Ortsbildschutz sei nicht ersichtlich (S. 15 f. Rz. 29 f.; Replik S. 10 f. Ziff. 18 f.). Die Unterschutzstellung sei auch nicht verhältnismässig. Da nicht ersichtlich sei, worin nebst dem angeblich hohen Anteil originaler Bausubstanz der erhebliche kulturelle Wert des Gebäudes liege, sei die Unterschutzstellung nur schon des- halb weder geeignet noch erforderlich. Auch die Zumutbarkeit sei nicht gegeben, da gewichtige private Interessen höher zu gewichten seien als das angebliche öf- fentliche Interesse. Die Beschwerdeführer würden beabsichtigen, den Hof zu übernehmen, weiterhin Landwirtschaft zu betreiben und planten ein Generatio- nenhaus mit zwei Wohneinheiten. Das bisherige Haus weise namentlich unge- nügende Raumhöhen sowie eine stark demodierte Raumanordnung auf. Die 24 Wohnhygiene entspreche nicht heutigem Standard. Die beabsichtigte landwirt- schaftliche Tätigkeit würde erschwert oder ganz verhindert; die Wirtschaftsfreiheit werde in unzumutbarer Weise verletzt. Eine Sanierung des Hauses und des Stal- les käme aufgrund der Unterschutzstellung erheblich teurer als die Realisierung eines Neubaus; der bauliche Zustand würde Sanierungsmassnahmen unzumut- bar machen, wobei mit Zusatzkosten bis zu Fr. ___'000.-- zu rechnen sei. Der Regierungsrat habe die finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführer ungenü- gend oder gar nicht abgeklärt. Erschwerend komme hinzu, dass die Zusatzkos- ten nicht mit Fremdkapital gestemmt werden könnten, da die Belastungsgrenze bei [rund] Fr. ___'000.-- liege. Die Unterschutzstellung stelle für die geplante Wei- terführung und Ausbau des Landwirtschaftsbetriebs eine unzumutbare Hürde dar und ferner sei der Eingriff ins Eigentum auch in faktischer Hinsicht unzumutbar (S. 17 ff. Rz. 32 ff.; Replik S. 11 ff. Ziff. 20 ff.). Die Unterschutzstellung sei ebenso im Lichte ihr entgegenstehender öffentlicher Interessen unzumutbar und unverhältnismässig: Sie erschwere oder verunmögli- che die Fortführung der landwirtschaftlichen Tätigkeit und laufe damit den land- wirtschaftlichen und raumplanerischen Interessen zuwider (S. 21 f. Rz. 36). 4.1.2 Zum Eventualantrag argumentieren die Beschwerdeführer, in erster Linie gehe es um die Bewahrung der Bausubstanz, des äusseren Erscheinungsbildes sowie des Charakters des Bauernhauses; so führe der Regierungsrat aus, dem Bau komme als prägendes Element der traditionellen Siedlungslandschaft und als spätmittelalterlicher Blockbau ein erheblicher kultureller Wert zu. Darin liege der Fokus der Unterschutzstellung. Mit dem Schutzziel II werde "über das Ziel hinausgeschossen". Der Regierungsrat habe bei der Schutzzielfestlegung die er- forderliche Interessenabwägung nicht oder nicht umfassend vorgenommen. Dem öffentlichen Interesse an der Unterschutzstellung könne mit einer milderen, zu- mutbareren und damit verhältnismässigeren Massnahme (Festlegung des Schutzziels III nach § 5 lit. c DSV) entsprochen werden. Dem Denkmalschutz werde damit hinreichend Rechnung getragen (S. 23 ff. Rz. 38 ff.; Replik S. 16 f. Ziff. 31 f.). 4.2Neben der gesetzlichen Grundlage, welche mit dem DSG (und der DSV) gegeben ist, müssen Einschränkungen von Grundrechten durch ein öffentliches Interesse gerechtfertigt und verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 2 und 3 BV). 4.3.1 Die Beschwerdeführer rügen, es bestehe heute die Tendenz der Behörden und Rechtsmittelinstanzen, das bei der Einschränkung von Grundrechten zu prü- fende öffentliche Interesse mit der gesetzlichen Grundlage in eins zu setzen. So habe die Vorinstanz und auch das Verwaltungsgericht im VGE III 2020 173 vom 25 30. Dezember 2020 verfahren. Sinngemäss wird damit gleichzeitig eine Verlet- zung der Begründungspflicht reklamiert. 4.3.2 Beim Begriff des öffentlichen Interesses handelt es sich um eine wer- tungsbedürftige Generalklausel, einen unbestimmten Rechtsbegriff, welcher kon- kretisierungsbedürftig ist und verschiedenste Interessen beinhalten kann, die sich hauptsächlich aus der Verfassung, den Ziel- und Zweckartikeln in Sachgesetzen und (in seltenen Fällen) aus Verordnungen gewinnen lassen. Im öffentlichen In- teresse liegt grundsätzlich alles, was der Staat zum Gemeinwohl vorkehren muss, um eine ihm obliegende Aufgabe zu erfüllen (Wiederkehr, a.a.O., Rz. 1854 f.). Das öffentliche Interesse hat hinreichend bestimmt, aktuell und kon- kret zu sein (Wiederkehr, a.a.O., Rz. 1862). Eigentumsbeschränkungen zum Schutz von Baudenkmälern liegen nach der Rechtsprechung allgemein im öffentlichen Interesse (Urteile BGer 1C_499/2019 vom 7.7.2020 Erw. 3.3; 1C_553/2010 vom 23.2.2011 Erw. 2.1). Wie gewichtig dieses öffentliche Interesse ist und in welchem Ausmass es einen denkmalpflegerischen Schutz eines Objekts verlangt, ist gemäss ständiger bun- desgerichtlicher Rechtsprechung bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne im Einzelfall zu prüfen (Urteile BGer 1C_368/2019 vom 9.6.2020 Erw. 11.3; 1C_499/2019 vom 7.7.2020 Erw. 3.3; 1C_101/2010 vom 11.5.2010 Erw. 3.1). Dabei ist von einer sachlichen, auf wissenschaftliche Kriterien abge- stützten Gesamtbetrachtung auszugehen, die den kulturellen, geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Zusammenhang eines Bauwerkes mit- berücksichtigt (Urteil BGer 1C_499/2019 vom 7.7.2020 Erw. 3.3 mit Hinweisen; BGE 118 Ia 384 Erw. 5a S. 389; 120 Ia 270 Erw. 4a S. 275; 135 I 176 Erw. 6.2 S. 182; je mit Hinweisen). Wo es um die Frage geht, in welchem Umfang ein Ob- jekt geschützt werden soll, ist zu beachten, dass ein Bauwerk nach den prakti- zierten Grundsätzen der Denkmalpflege grundsätzlich als Ganzes betrachtet wird, zu dem auch weniger bedeutungsvolle Räume gehören können. Der Schutz einzelner Bauteile ohne Rücksicht auf das Zusammenwirken von Innerem und Äusserem entspricht den heutigen Auffassungen über den Denkmalschutz nicht mehr (BGE 120 Ia 270 Erw. 4.b; BGE 118 Ia 384 Erw. 5.3; Urteile BGer 1C_300/2011 vom 3.2.2012 Erw. 5.1.2; 1P.79/2005 vom 13.9.2005 Erw. 4.3). Zu berücksichtigen ist des Weiteren zum einen, dass sich der Denkmalschutz heute nicht nur auf Altertümer und Bauten von überragender Schönheit, kunsthis- torischem Wert und geschichtlicher Bedeutung erstreckt, sondern auch auf Ob- jekte aus neuerer Zeit und auf Gebäude, welche für ihre Entstehungszeit charak- teristisch sind (Urteil BGer 1C_55/2011 vom 1.4.2011 Erw. 6.1 mit zahlreichen Hinweisen, u.a. auf BGE 121 II 8 Erw. 3b, Urteil BGer 1P.67/1986 vom 2.7.1986, 26 in: ZBl 88/1987 S. 538; W. Engeler, Das Baudenkmal im schweizerischen Recht, 2008, S. 183 ff.). Zum andern dürfen Denkmalschutzmassnahmen als häufig schwerwiegende Eigentumseingriffe nicht lediglich im Interesse eines begrenzten Kreises von Fachleuten erlassen werden. Sie müssen breiter abgestützt sein und von einem grösseren Teil der Bevölkerung befürwortet werden, um Anspruch auf eine gewisse Allgemeingültigkeit erheben zu können (Urteil BGer 1C_55/2011 vom 1.4.2011 Erw. 6.1; BGE 135 I 176 Erw. 6.2). Die Frage, ob die Schutzwür- digkeit der betroffenen Gebäude oder Anlagen für einen "Allgemeinbetrachter" oder "Durchschnittsbürger" ohne Weiteres erkennbar ist, ist nach der bundesge- richtlichen Rechtsprechung indessen kein entscheidendes Kriterium für die Be- jahung des öffentlichen Interesses an der Unterschutzstellung (Urteil BGer 1C_55/2011 vom 1.4.2011 Erw. 6.3.2). 4.3.3 Der RRB Nr. 708/2017 definiert "Denkmalpflege und Archäologie als öf- fentliche Aufgabe" (S. 2 Ziff. 2.1.1). Es kann kaum in Abrede gestellt werden, dass öffentliche Aufgaben schon im Grundsatz von einem öffentlichen Interesse abgedeckt sind und/oder von öffentlichem Interesse sein müssen. Andernfalls verkäme die öffentliche Aufgabe zu einem sinnentleerten Selbstzweck. Gemäss den Ausführungen in diesem RRB (unter Ziff. 2.1.1) verfügt der Kanton Schwyz über eine enorm vielfältige Kulturlandschaft sowie eine reichhaltige Baukultur. Es wird weiter ausgeführt, dass die schützenswerten Einzelobjekte zusammen mit den bedeutenden Ortsbildern einen wesentlichen Teil der kollektiven Identität ausmachten. Diese Zeugen der Vergangenheit seien "für die Gesellschaft wichti- ge Orientierungspunkte in einer schnelllebigen, globalen und zunehmend virtuell geprägten Welt". Es sei folgerichtig, dass die Pflege der Denkmäler als öffentli- che Aufgabe betrachtet werde; Denkmalschutz und Denkmalpflege seien öffentli- che und wichtige Aufgaben des Staates. Dieses derart umschriebene öffentliche Interesse artikuliert sich in der Zweckbe- stimmung des DSG (§ 1), wonach das Gesetz unter anderem die Erhaltung der Kulturdenkmäler bezweckt, wozu auch der Schutz von Einzelbauten unter Einbe- zug ihrer Ausstattung und der für ihre Wirkung wesentlichen Umgebung zählt (vgl. § 3 Abs. 2 lit. b DSG). Das allgemeine öffentliche Interesse an einer Unter- schutzstellung, wie es sich aus dem Gesetz ergibt, bedarf mithin nicht einer ei- genen (einlässlichen) Beurteilung. Das gewissermassen individualisierte öffentliche Interesse am Schutz eines Ein- zelobjektes widerspiegelt sich in den ebenfalls im Gesetz bzw. der Verordnung normierten Kriterien (§ 3 Abs. 1 DSG und § 5 Abs. 1 lit. a DSG i.V.m. § 6 Abs. 1 DSV). Sind diese Kriterien bzw. ist eines davon gegeben, ist auch das öffentliche Interesse an einer Unterschutzstellung - unter Vorbehalt entgegenstehender öf-27 fentlicher oder privater Interessen (§ 5 Abs. 1 lit. b DSG) - grundsätzlich gege- ben. Die Grundlagen für die Beurteilung der Kriterien liefern die Fachleute (vgl. § 3 Abs. 3 lit. f DSV). 4.3.4 Die Gewichtigkeit des öffentlichen Interesses und dessen Konsequenzen für die Intensität der Unterschutzstellung sind indes gemäss der erwähnten bun- desgerichtlichen Rechtsprechung (erst) bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne zu prüfen. Aspekte wie die von den Beschwerdeführern ange- führte fehlende Zugänglichkeit und Einsehbarkeit für die Allgemeinheit und der fehlende Nutzen für Dritte (vgl. Replik S. 10 f. Ziff. 18) sind mithin bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit zu gewichten. 4.4.1 Einem Entscheid zur Schutzwürdigkeit eines Objekts hat wie gesagt (vorstehend Erw. 4.3.2, Erw. 4.3.3 i.f.) ein wissenschaftlicher Befund voranzugehen. In diesem Zusammenhang gilt es darauf hinzuweisen, dass die Kantone gestützt auf Art. 25 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) vom 1. Juli 1966 verpflichtet sind, Fachstellen für den Naturschutz, den Heimatschutz und die Denkmalpflege zu bezeichnen. Gemäss Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz (NHV; SR 451.1) vom 16. Januar 1991 sorgen die Kantone für einen sachgerechten und wirksamen Vollzug von Verfassungs- und Gesetzesauftrag und sie haben dazu Amtsstellen als Fachstellen für Naturschutz, Heimatschutz und Denkmal- pflege zu bezeichnen. Diese Aufgabe erfüllt im Kanton Schwyz in Bezug auf die Denkmalpflege die kantonale Denkmalpflege. Diesen Fachstellen kommt beim Vollzug des Heimatschutzes eine zentrale Bedeutung zu (VGE III 2020 173 vom 30.12.2020 Erw. 2.1.3 m.H.a. VGE III 2014 116 vom 25.11.2014 Erw. 7.1). Inhalt- lich stellt ein Amtsbericht i.S.v. § 24 Abs. 1 lit. a VRP einer Behörde, welche auf- grund ihrer Tätigkeit besondere Sachkenntnisse besitzt, ein Gutachten dar (Plüss, in: Kommentar VRG, 3. A., § 7 Rz. 60, 149). Kommt den Feststellungen der fachkundigen Behörde zu den Qualitäten eines Schutzobjektes somit grosses Gewicht zu, dürfen sich die rechtsanwendenden Behörden nicht ohne triftige Gründe darüber hinwegsetzen und müssen sie Abweichungen begründen (Urtei- le BGer 1C_179/2015 vom 11.5.2016 Erw. 5.2 mit Hinweisen auf BGE 140 II 264 Erw. 2.3; BGE 137 III 226 Erw. 4; 1C_595/2013 vom 21.2.2014 Erw. 4.1.2; 1C_626/2017 und 1C_628/2017 vom 16.8.2018 Erw. 5.4; Saputelli, Umfassende Interessenabwägung beim Denkmalschutz, PBG 2016/3 S. 33). Solche triftigen Gründe liegen etwa vor, wenn ein Gutachten Irrtümer, Lücken oder Wider- sprüche enthält (Urteil BGer 1C_595/2013 vom 21.2.2014 Erw. 4.1.1). Gelangt die rechtsanwendende Behörde jedoch zur Auffassung, dass ein Gutachten nicht schlüssig ist, sind nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu 28 erheben (Urteil BGer 1C_17/2010 vom 8.9.2010 Erw. 3.2 m.H.). Das Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen zusätzli- chen Beweiserhebungen kann gegen das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung verstossen (Urteil BGer 1C_288/2012 vom 24.6.2013 Erw. 2.4.3). Das Gleiche gilt auch, wenn ein Gericht oder eine Behörde auf der Grundlage der festgestell- ten Tatsachen unhaltbare Schlussfolgerungen zieht. 4.4.2 Die fachliche Qualifikation der Verantwortlichen für das Gutachten, L.________ (Studium der Kunstgeschichte, klassischen Archäologie sowie Ge- schichte mit Schwerpunkt Mittelalter, Mitwirkung bei zahlreichen Publikationen und Fachbeiträgen, gleichzeitig Inhaberin der Einzelunternehmung E.________), kann nicht bestritten werden. Dies gilt ebenso für die kantonale Denkmalpflegerin sowie den Vorsteher des Amtes für Kultur (vgl. VGE III 2020 173 vom 30.12.2020 Erw. 2.2). Die Vorbringen der Beschwerdeführer gegen diese Fachpersonen, namentlich gegen die Gutachterin L.________ (Replik S. 5 Ziff. 6 f.), sind unbegründet und erscheinen als überzogen. Der Beweiswert einer Begutachtung definiert sich über den Inhalt des gutachterlichen Berichts und nicht über die Bezeichnung ("Kurzinventar"). Der Vergleich mit BGE 137 V 210 (betr. Einholung von Adminis- trativ- und Gerichtsgutachten bei Medizinischen Abklärungsstellen [MEDAS]) kann nicht verfangen; von einer "Industrie" kann vorliegend nicht die Rede sein (was der Zahlenvergleich beispielsweise mit den im Jahr 2020 allein vom Zen- trum für Medizinische Begutachtung, Basel [ZMB] - als einem von rund 30 Gut- achterstellen mit einem Vertrag mit dem BSV - erstellten 320 Gutachten zeigt). Zudem ist zu bedenken, dass es im Lichte der Gleichbehandlung sinnvoll - wenn nicht sogar geboten - sein kann, dass denkmalpflegerische Abklärungen durch erfahrene und mit den lokalen und regionalen Verhältnissen vertraute Fachper- sonen vorgenommen werden. Entscheidend ist indessen die Schlüssigkeit eines Gutachtens/Fachberichtes (vgl. Erw. 4.4.1). Konkrete Ausstandsgründe gegen die Gutachterin werden von den Beschwerdeführern, soweit ersichtlich, nicht vorgebracht, jedenfalls keine hinreichend substantiierten. Im Weiteren konnten die Abklärungen vor Ort nicht ohne das Einverständnis der Beschwerdeführer und/oder ihrer Rechtsvorgänger erfolgen (vgl. auch Aussage des Beschwerdeführers, Protokoll S. 27). Schliesslich lassen sich dem Protokoll zum Augenschein der Vorinstanz vom 29. September 2020, an welchem das Gutachten "L.________" einleitend als bekannt vorausgesetzt wurde, keine ent- sprechenden Beanstandungen entnehmen. Die geltend gemachte Gehörsverlet- zung im Zusammenhang mit den denkmalpflegerischen Abklärungen erweist sich insgesamt als unbegründet. 29 4.5.1 Soweit die Beschwerdeführer bemängeln, weder der Regierungsrat noch das Gutachten noch die kantonale Denkmalpflege führten aus, worin die Erheb- lichkeit des kulturellen Wertes liege, vermögen sie mit ihren diesbezüglichen Vorbringen nicht durchzudringen. 4.5.2 Mit VGE III 2020 173 vom 30. Dezember 2020 führte das Verwaltungsge- richt aus, dass i) die Erheblichkeit des Wertes i.S.v. § 6 Abs. 1 DSV anhand der dort genannten Kriterien zu messen ist, ii) es sich bei "erheblich" um einen unbe- stimmten Rechtsbegriff handelt, den ausfüllend anzuwenden bei der entschei- denden Behörde, d.h. dem für die Unterschutzstellung zuständigen Regierungs- rat liegt und iii) es hingegen an den Fachinstanzen und allfälligen Gutachtern liegt, der entscheidenden Behörde die für die Beurteilung der Erheblichkeit er- forderlichen Sachverhaltselemente zu liefern (Erw. 3.3.1; zum unbestimmten Rechtsbegriff vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 390 ff., 413 ff.). 4.5.3 Im Gutachten wird das im BHI (Nr. __02) verzeichnete Bauernhaus typolo- gisch in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts datiert (Gutachten S. 8). Im Ein- klang mit dieser Datierung steht die vom M.________ vorgenommene dendro- chronologische Altersbestimmung (nachfolgend: dendrochronologisches Gutach- ten) vom 13. November 2019, gemäss welcher die Bäume in den Winterhalbjah- ren 1542/1543 bis 1547/1548 geschlagen worden waren (Gutachten S. 3 [inkl. Fn 4] i.V.m. S. 8). Allfällige Zweifel an der Richtigkeit dieser chronologischen Ein- ordnung entbehren einer Grundlage. 4.5.4 Das Gutachten äussert sich ausführlich zum spätmittelalterlichen Kernbau des Gebäudes, verortet das Haus D.________ zusammenfassend und würdi- gend als Vertreter des mittleren 16. Jahrhunderts zur spätmittelalterlichen Wohn- baugruppe in der Innerschweiz und weist sodann auch auf den guten Erhal- tungszustand sowie bezüglich Gründungsbau auf das Vorhandensein des Haupt- teils des ursprünglichen Bestandes hin (vgl. vorstehend Erw. 2.2.2, vgl. auch Vernehmlassung des Bildungsdepartements S. 4). Die denkmalpflegerische Ein- schätzung folgt dieser gutachterlichen Würdigung (vgl. vorstehend Erw. 2.3.1). Das Gutachten kann die für die Beurteilung der Erheblichkeit erforderlichen Sachverhaltselemente, abgestützt auf verschiedene Forschungsgrundlagen (vgl. Vernehmlassung des Bildungsdepartements S. 3) sowie auf das im Rahmen der Gutachtenerstellung angefertigte dendrochronologische Gutachten, rechtsgenüg- lich liefern. Die Einwände der Beschwerdeführer beschränken sich daher im We- sentlich zu Recht auf - unbehelfliche - formelle Rügen. Es ist einem Gutachten auch nicht zu verargen, wenn es sich zu unbestimmten Rechtsbegriffen (wie "er- heblicher Wert") zurückhaltend äussert (zur diesbezüglichen Rüge vgl. Replik 30 S. 5 Ziff. 7), liegt die Rechtsanwendung und somit die Beurteilung, ob die Erheb- lichkeit zu bejahen ist oder nicht, als Rechtsfrage (vgl. Wiederkehr, a.a.O., Rz. 1419 ff.) doch bei der entscheidenden Behörde (d.h. dem Regierungsrat). 4.5.5 Der Regierungsrat hat die Unterschutzstellung im Wesentlichen damit be- gründet (vgl. vorstehend Erw. 2.6), dass der Bau weitgehend bauzeitlich erhalten geblieben sei. Ihm komme als "prägendes Element der traditionellen Siedlungs- landschaft und als spätmittelalterlicher Blockbau mit einem hohen Anteil an origi- naler Bausubstanz "ein erheblicher kultureller Wert" zu. Damit seien die Voraus- setzungen im Sinne von §§ 3 Abs. 1 und 5 Abs. 1 DSG i.V.m. § 6 Abs. 1 lit. d DSV für eine Unterschutzstellung gegeben (Erw. 2.2 f.). Es kann mithin nicht ge- sagt werden, die Vorinstanz habe sich zur Erheblichkeit nicht geäussert. 4.5.6 Das Verwaltungsgericht konnte sich anlässlich des Augenscheines vom vom Regierungsrat ins Zentrum gerückten Charakter eines Blockbaus mit einem hohen Anteil an originaler Bausubstanz überzeugen. Bauliche Veränderungen (wie die Vergrösserung der Fenster, Entfernung der Laube auf der Westseite, Verschalung der Laube auf der Ostseite, Höherstellung des Daches zwecks Ein- ziegelung) sind dieser Beurteilung nicht abträglich. Es ist leicht einsichtig, dass nicht erwartet und für die Bejahung einer Schutzwürdigkeit verlangt werden kann, dass an einem im 16. Jh. erstellten Haus, das damals beispielsweise noch über eine offene Rauchküche verfügte, keine Veränderungen vorgenommen wurden. Insbesondere kann den Beschwerdeführern nicht gefolgt werden, dass das Haus abbruchreif ist (Replik S. 8 Rz. 11; vgl. Replik S. 12 f. Rz. 23). Hiergegen spricht allein schon der durch einen Schätzungsexperten auf rund Fr. 340'000.-- ermittel- te Sachwert bzw. rund Fr. 294'000.-- ermittelte Verkehrswert des Gebäudes bzw. Fr. 520'000.-- für die ganze Liegenschaft (vgl. vorstehend Erw. 2.4) und der noch über diesem Wert liegende (Ver-)Kaufpreis der Liegenschaft von Fr. 550'000.-- (Bf-act. 18). Die Einschätzung des Immobilienbewerters, die technische Abbruch- reife werde vermutlich in den nächsten Jahren erreicht (vgl. vorstehend Erw. 2.4), steht nicht nur in gewissem Widerspruch zum Schätzungswert, sondern erfolgte insbesondere in Unkenntnis der Bauzeit des Hauses und des Alters des Block- baus. Die Liegenschaft wäre als Grundstück mit einem Sanierungs- oder Abbruch- objekt an und für sich wie ein unüberbautes Grundstück zu bewerten, wobei als Verkehrswert der Landwert abzüglich der Abbruchkosten gilt (Richner/Frei/Kauf- mann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl., Zürich 2013, § 220 Rz. 169 mit Hinweisen; vgl. SVKG, Das Schweizerische Schätzerhand- buch, 5. Aufl., Aarau 2019, S. 93 Ziff. 3.1.4.2; kantonale Steuerverwaltung, An-31 hang Schätzungsanleitung [Teil III, schätzungstechnische Grundlagen = RRB Nr. 1099/2005 vom 24.8.2005, Kapitel 3 Ziff. 1; Kapitel 4 Ziff. 1.1). 4.5.7 Gemäss WebGIS sind derzeit im BHI wie auch im KSI gemäss den ge- richtlichen Feststellungen (und ohne absolute Gewähr) folgende Häuser der Ge- meinde Steinen verzeichnet: BHI-Nr. KSI-Nr. Bezeichnung/Adresse Datierung (gem. KSI) Einstufung 05.03-36 05.014 Haus ________ 1253 regional 05.03-15 05.010 Haus ________ 13./14. Jh. regional 05.03-25 05.041 Haus ________ 1306 national 05.03-9 05.015 Haus ________ 1472 regional 05.03-9 05.047 Haus ________ 1472 regional 05.04-65 05.035 Haus ________ 1554 national 05.03-18 05.006 ________haus 1653 regional 05.04-200 05.023 Kapelle ________ 1665 regional 05.01-76 05.030 Haus ________ 1668 lokal 05.03-15-a 05.011 Haus ________ 1740 (ca.) regional 05.03-40 05.031 Haus ________ 1758 regional 05.04-98 05.024 Haus ________ 1760 (ca.) lokal 05.03-6 05.018 Haus ________ 1781 lokal 05.04-49 05.037 Haus ________ 1791 (ca.) lokal 05.02-69 05.026 Haus ________ 18. Jh. lokal 05.03-16 05.004 Haus ________ 18. Jh. lokal 05.03-19 05.007 Haus ________ 18. Jh. regional 05.03-7 05.017 Haus ________ 18. Jh. lokal 05.04-117 05.025 Haus ________ 18. Jh. lokal 05.03-20 05.008 Haus ________ 18./19. Jh. regional 05.03-17 05.005 ________ 1800 (ca.) lokal 05.01-86 05.028 Haus ________ 1821 regional 05.01-119 05.044 Haus ________ 1830 (ca.) lokal 05.03-22 05.020 Haus ________ 19. Jh. lokal 05.01-88 05.029 Haus ________ 19. Jh. lokal32 Daneben bestehen in Steinen folgende KSI-Objekte (ohne Bezug zum BHI): KSI-Nr. Bezeichnung/Adresse Datierung Einstufung 05.032 ________Kapelle 1470 (ca.) regional 05.002 ________haus 1517 national 05.001 Pfarrkirche St. Jakob 1540 (teils 1318) national 05.003 Kirchenbogen 1640 (vor) regional 05.036 Kapelle ________ 1691 Regional 05.038 Kapelle ________ 1691 national 05.009 Haus ________ 18. Jh. (Kernbau: 1310) lokal 05.013 Haus ________ 1880 (ca.) lokal 05.022 Haus ________ 1898 (ca.) lokal 05.033 Haus ________ 19. Jh. lokal 05.043 ________ 19. Jh. lokal 05.039 Haus ________ 19. Jh. lokal 05.021 Haus ________ 19./20. Jh. lokal 05.046 Haus ________ 1900 lokal 05.012 Haus ________ 1902 (Anfänge 12. Jh.) regional Im BHI (nicht aber im KSI) sind knapp 50 Gebäude verzeichnet. Datierungen fin- den sich nur zu folgenden Gebäuden: BHI-Nr. Flurname Funktion Datierung 05.03-50 ________ Wohnhaus 1305 05.02-58 ________ Wohnhaus 1756 05.03-54 Wohnhaus 1783 05.04-124 ________ Vielzweckbau 1799 05.03-41 ________ Mosti/Brennerei/Waschhaus/Holz 18. Jh. 05.01-44 ________ Heustall 18. Jh. 05.01-38 ________ Wohnhaus 18. Jh. 05.04-125 ________ Wohnhaus 1818 05.02-59 ________ Wohnhaus 1825 05.01-13 ________ Wohnhaus 1870 05.01-14 ________ Heustall 1870 05.04-44 ________ Heustall 1872 05.04-43 ________ Wohnhaus 19. Jh. 05.03-100 ________ Gasthaus 1903 05.03-33 ________ Wohnhaus 1937 Der Vollständigkeit halber ist auch festzuhalten, dass den bestehenden gut 70 Einträgen im BHI in der Gemeinde Steinen 33 Abgänge in der Gemeinde Steinen gegenüberstehen. 33 Mithin erweist sich, dass nach derzeitigem Kenntnisstand neben den national bedeutsamen Gebäuden Pfarrkirche und ________haus sowie Haus ________ mit nationaler Einstufung bis anhin kein (noch bewohntes) Gebäude ins 16. Jahr- hundert zurückgeführt werden kann. Der Regierungsrat hat daher den Erhalt des Hauses zu Recht als gewichtig qualifiziert (angefochtener Beschluss Erw. 2.2) und auch in diesem Sinne die Erheblichkeit des kulturellen und geschichtlichen Wertes des Gebäudes unterstrichen. Bei der gebotenen, dem Gesetz zugrunde- liegenden objektiven Betrachtungsweise ist mit dem Gebäude durchaus ein ho- her Erinnerungs- und Identifikationswert (§ 6 Abs. 1 lit. f DSV) verbunden. 4.5.8 Die Beschwerdeführer betonen auch verschiedentlich, das DSG sei vom gesetzgeberischen Willen mitgeprägt, dass von Unterschutzstellungen in Hoch- schätzung und Respektierung der Eigentumsfreiheit, nur zurückhaltend Ge- brauch gemacht werden soll (vgl. Replik S. 9 Ziff. 12). Damit wird sinngemäss geltend gemacht, dass an die "Erheblichkeit" des (kultu- rellen, geschichtlichen etc.) Wertes eines Schutzobjektes eher hohe Ansprüche zu setzen sind. Die gebotene Zurückhaltung entbindet indessen nicht von einer Unterschutzstellung in denjenigen Fällen, in denen die gesetzlichen Vorgaben unter Wahrung des dem Regierungsrates als zuständige Behörde zustehenden Ermessensspielraumes erfüllt sind. Insbesondere kann aus einer vom Gesetz- geber gewollten zurückhaltenden Rechtsanwendung nicht auf eine bestimmte Quotierung geschlossen werden. Überdies ist zum einen nicht zu verkennen, dass die Zentralschweiz (ital.: Svizze- ra primitiva; frz.: Suisse primitive = ursprüngliche Schweiz) mit den Urkantonen und ihrer Bedeutung für die Eidgenossenschaft von einer verhältnismässig gros- sen Zahl (spät-)mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Bauten geprägt ist mit ei- nem entsprechend hohen Identifikationsgehalt. Der RRB Nr. 708/2017 spricht in diesem Sinne durchaus zu Recht von der Bedeutung der Schutzobjekte für die kollektive Identität (vgl. vorstehend Erw. 4.3.3; vgl. auch Eidgenössische Kom- mission für die Denkmalpflege, Leitsätze zur Denkmalpflege in der Schweiz, Zürich 2007, S. 16 Ziff. 2.3). Dennoch kann zum andern nicht gesagt werden, dass (bis anhin) eine überdurchschnittliche Vielzahl von Bauten unter Schutz ge- stellt oder gar eine inflationäre Unterschutzstellungstätigkeit um sich gegriffen hätte. Dies belegen statistische Vergleiche. Schweizweit waren (Stand 2016; vgl. Bundesamt für Statistik, Denkmäler in der Schweiz, Neuenburg 2018 [nachfol- gende Seitenzahl-Angaben nehmen hierauf Bezug]; vgl. auch Bf-act. 15 S. 26) insgesamt rund 272'000 Einzelobjekte erfasst, die besondere denkmalpflegeri- sche Qualitäten aufweisen, ohne jedoch zwingend einem formellen Schutz zu un- terstehen. Unter Schutz standen 75'084 Baudenkmäler (national, regional und lo-34 kal). Auf den Kanton Schwyz entfallen mit rund 650 Objekten weniger als 1 % (S. 6 f., S. 11), wobei der Anteil an den national geschützten Denkmälern mit 61 Objekten (bei gesamtschweizerisch insgesamt 2'752 Objekten) bei 2.2 % liegt (vgl. S. 13). Der Anteil geschützter Sakralbauten an den im Kanton Schwyz ge- schützten Bauten beträgt 22 % (gesamtschweizerischer Durchschnitt 10 %), der Anteil geschützter Profanbauten an den im Kanton Schwyz geschützten Bauten 78 % (gesamtschweizerischer Durchschnitt 90 %; vgl. S. 15). 4.5.9 Zusammenfassend ist als Zwischenergebnis festzuhalten, dass der Regie- rungsrat die Schutzwürdigkeit des Hauses und das öffentliche Interesse an einer Unterschutzstellung zu Recht bejaht hat. Eine Rechtsverletzung kann ihm nicht angelastet werden. Seine Beurteilung beruht auch auf einer rechtsgenüglichen Grundlage im Tatsächlichen. Die Rüge der unvollständigen Feststellung des Sachverhaltes sowie die damit verbundene Willkürrüge (Beschwerde S. 6 f. Ziff. 10) erweisen sich als unbegründet. Vom replizierend beantragten (Replik S. 7 Ziff. 7) gerichtlichen Gutachten zur Schutzwürdigkeit des Gebäudes kann ohne Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und/oder des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführer abgesehen werden. 4.6Einer Unterschutzstellung entgegenstehende öffentliche Interessen, die zudem überwiegen müssten, sind nicht ersichtlich. 4.6.1 Dies gilt vorab für die im RRB Nr. 708/2017 (S. 9 zu § 5) genannten öffent- lichen Interessen wie die Anliegen des energieeffizienten Bauens und der Nut- zung erneuerbarer Energien. Beidem vermag die heutige Technologie und Tech- nik grundsätzlich auch im Rahmen des Erhalts/Restaurierung/Umbaus schüt- zenswerter Gebäude Rechnung zu tragen. Da dieses Argument grundsätzlich je- der Unterschutzstellung entgegengehalten werden kann, bedarf es klarer An- haltspunkte dafür, dass eine sinnvolle Nutzung aus energetischer Sicht bei einer Unterschutzstellung nicht mehr möglich ist. Dies heisst indes nicht, dass dieses Argument bei der Bestimmung des Schutzzieles nicht mitberücksichtigt werden darf. 4.6.2 Auch die ins Feld geführten öffentlichen Interessen an der Fortführung der landwirtschaftlichen Tätigkeit sowie der Raumplanung vermögen am dargelegten Ergebnis nichts zu ändern. Es ist dem Bildungsdepartement (Vernehmlassung S. 8 ad III. Ziff. 34 ff.) beizupflichten, dass der (Weiter-)Betrieb des landwirtschaft- lichen Betriebes, sei es durch die Beschwerdeführer selber oder einen allfälligen Nachfolger, durch die Unterschutzstellung des Bauernhauses nicht verhindert und die Beschwerdeführer insofern in ihrer Wirtschaftsfreiheit nicht behindert werden (vgl. Replik S. 12 f. Rz. 23). 35 4.6.3 Unbehelflich ist den Beschwerdeführern die Berufung auf raumplanungs- rechtliche Grundsätze, namentlich Art. 1 Abs. 2 lit. c und d des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) vom 22. Juni 1979 betreffend das Hinwirken auf eine angemessene Dezentralisation der Besiedlung und Wirtschaft sowie die Sicherung einer ausreichenden Versorgungsbasis des Landes (vgl. Beschwerde S. 21 f. Rz. 36). Mit dem Planungsziel der angemesse- nen Dezentralisierung macht das RPG deutlich, dass es keinen Freipass für wei- tere Streubauweise liefern will, sondern eine konzentrierte Dezentralisation auf regionaler und örtlicher Ebene fordert (Waldmann/Hänni, Handkommentar RPG, Art. 1 Rz. 45; Tschannen, in: Praxiskommentar RPG: Richt- und Sachplanung, Interessenabwägung, Art. 1 Rz. 41). "Dezentralisierung" meint eine Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur mit breiter Streuung von Haupt-, Mittel- und Kleinzentren und will keine disperse Siedlungsstruktur (Tschannen, a.a.O., Art. 1 Rz. 40 f.). Die Unterschutzstellung eines Gebäudes steht dieser Zielsetzung nicht entge- gen. Hingegen deuten die restriktiven Normen zum Bauen ausserhalb der Bau- zonen (Art. 24 RPG) auf die gesetzgeberische Absicht eines weitgehenden Kon- servierens des baulichen Status quo ausserhalb der Bauzone hin. Inwieweit die Unterschutzstellung eines Gebäudes, soweit diese dennoch eine zweckgemässe Nutzung der Baute und des Landwirtschaftsbetriebes erlaubt, der Sicherung ei- ner ausreichenden Versorgungsbasis zuwiderläuft, ist nicht ersichtlich. Dass es kaum eine Option sein kann, ein von einer allfälligen Unterschutzstellung betrof- fenes Gebäude verlottern zu lassen, ergibt sich aus dem damit allenfalls verbun- denen Verlust der Bestandesgarantie. Es ist diesbezüglich auf Art. 24d Abs. 2 RPG hinzuweisen, welche Bestimmung unter gewissen Voraussetzungen eine vollständige Zweckänderung von als schützenswert anerkannten Bauten und An- lagen in der Landwirtschaftszone ermöglicht, auch wenn sich allein hieraus kein Anspruch ableiten lässt, das ganze Volumen der geschützten Baute einer inten- sive(re)n Nutzung (z.B. als Wohnfläche) zuzuführen (vgl. Muggli, in: Praxiskom- mentar RPG: Bauen ausserhalb der Bauzone, Zürich 2017, Art. 24d Rz. 25). 4.6.4 Was die sinngemässe beschwerdeführerische Rüge anbelangt, das sich im Privateigentum befindende Schutzobjekt sei aufgrund seiner Situierung nur beschränkt bzw. überhaupt nicht einsehbar, hat das Verwaltungsgericht im VGE III 2020 173 vom 30. Dezember 2020 erwogen (Erw. 3.4.1), mit Blick auf das öf- fentliche Interesse an einer Unterschutzstellung könne weder massgebend sein, dass ein Gebäude von überall her einsehbar sei und/oder ein Wanderweg oder allgemein zugänglicher Weg daran vorbeiführe, noch dass das Gebäude für die Allgemeinheit zugänglich sei. Diese Feststellung hat auch vorliegend Gültigkeit. Andernfalls hätte bis anhin wohl eine Vielzahl privater Gebäude, die der Zugäng- lichkeit und/oder selbst der Wahrnehmung seitens der Öffentlichkeit entzogen 36 sind, nicht unter Schutz gestellt werden können. Im konkreten Fall kann dem Ge- bäude mit dem Regierungsrat auch die Qualität als ein prägendes Element der traditionellen Siedlungslandschaft (vgl. § 6 Abs. 1 lit. b DSV) zugesprochen wer- den. 4.7.1 Neben der angesprochenen Wirtschaftsfreiheit und dem Schutz der per- sönlichen Freiheit machen die Beschwerdeführer namentlich einer Unterschutz- stellung entgegenstehende private Interessen finanzieller Art geltend (vgl. Be- schwerde S. 18 [unten] ff.; Replik S. 13 ff. Ziff. 25 ff.). 4.7.2 Das private Interesse der Beschwerdeführer ist namentlich nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu prüfen. Dementsprechend müssen Denk- malschutzmassnahmen nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit für das Erreichen des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet, erforderlich und dem Betroffenen zumutbar sein. Ein durch Schutzmassnahmen verursachter Grundrechtseingriff ist namentlich dann unverhältnismässig, wenn eine ebenso geeignete mildere Anordnung für den angestrebten Erfolg ausreicht. Ob eine aus Gründen des Denkmalschutzes erfolgende Nutzungsbeschränkung das dem Ei- gentümer zumutbare Mass überschreitet, ist einzelfallweise aufgrund der gesam- ten Umstände zu beurteilen. Dabei sind Rentabilitätsüberlegungen umso gerin- ger zu gewichten, je schutzwürdiger eine Baute ist (BGE 126 I 219 Erw. 2c). Zu- dem können rein finanzielle Interessen bei ausgewiesener Schutzwürdigkeit für sich genommen nicht ausschlaggebend sein (Urteile BGer 1C_55/2011 vom 1.4.2011 Erw. 7.1 mit Hinweisen; 1C_285/2017 vom 27.10.2017 Erw. 3.3; 1C_128/2019 + 1C_134/2019 vom 25.8.2020 [zur Publikation vorgesehen] Erw. 10.4). 4.7.3 Unter dem Schutz der persönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV) steht die individuelle Selbstbestimmung, namentlich die Verfügungsfreiheit über den eige- nen Körper sowie das eigene Leben, aber auch die Möglichkeit zur Teilnahme am sozialen Leben oder die freie Entscheidung einer Arbeit nachzugehen und die Freizeit nach eigenem Gutdünken zu gestalten (vgl. Schweizer, St. Galler Kommentar, Art. 10 BV Rz. 38 ff.). Es ist mithin nicht erkennbar, dass die Beschwerdeführer durch die Unterschutz- stellung in ihrer persönlichen Freiheit tangiert werden. Als subsidiäres (Auffang-) Grundrecht kann Art. 10 Abs. 2 BV ohnehin nicht über die enger gefassten Grundrechte wie Wirtschafts- und Eigentumsfreiheit hinausgehen. In ihrer Wirt- schaftsfreiheit werden die Beschwerdeführer, wie erwähnt, nicht behindert. Die persönliche Freiheit sowie die Wirtschaftsfreiheit der Beschwerdeführer kön- nen das öffentliche Interesse an einer Unterschutzstellung mithin weder im Lichte 37 der Abwägung des öffentlichen Interesses an einer Unterschutzstellung mit ei- nem gegenüberstehenden privaten (wie öffentlichen) Interesse gemäss § 5 Abs. 1 lit. b DSG noch der Verhältnismässigkeit verdrängen. 4.7.4 Das private finanzielle Interesse kann grundsätzlich bei allen Unterschutz- stellungen angeführt werden, da Unterschutzstellungen von Gebäuden regel- mässig mit höheren (Bau-)Kosten verbunden sind (vgl. VGE III 2020 173 vom 30.12.2020 Erw. 3.4.2; Vernehmlassung des Bildungsdepartements S. 8). Die Beschwerdeführer, welche die Liegenschaft im Wissen um die mögliche Un- terschutzstellung und damit allenfalls verbundene Kosten erworben haben, bezif- fern die Mehrkosten einer Sanierung auf bis zu Fr. ___'000.-- (Beschwerde S. 19). Die Kostenschätzungen des von den Beschwerdeführern beigezogenen Architekturbüros (Bf-act. 11) - worauf die Beschwerdeführer verweisen - zeigen Mehrkosten von rund Fr. ___'000.-- (Fr. _'___'500.-- [Erhalt/Sanierung] ./. Fr. _'___'750.-- [Neubau]) bzw. Fr. ___'000.-- (Fr. _'___'133.-- [Mittelwert von drei Kostenschätzungen für einen Vergleichsbau] ./. Fr. _'___'750.--). Von geringeren Mehrkosten als den vorliegend geltend gemachten Fr. ___'000.-- gingen im früheren Verfahrensstadium (vgl. Vi-act. 6 S. 3) auch die Beschwerdeführer sel- ber ("Zusatzkosten in der Höhe von ___'000-___'000 Franken") sowie ihr beige- zogener Architekt ("Mehrkosten von 18%" = Fr. ___'775.-- [Fr. _'___'750.-- / 100 x 18]) aus. Nähere Angaben zur Berechnungsweise bestehen indes nicht. Diese schutzbedingten Aufwendungen würden sich bei einem Beitragssatz von 21 % an die substanzerhaltenden Massnahmen entsprechend der Einstufung als regi- onal reduzieren (ggf. zzgl. weiterer Beiträge [Bundesmittel] vgl. "Merkblatt für Re- staurierungen" [undatiert; abrufbar unter https://www.sz.ch/public/upload/as- sets/46818/Merkblatt.pdf], wobei auch hier keine weiteren konkreten Anhalts- punkte für die effektive Höhe eines allfälligen Beitrages bestehen. Das Vorbrin- gen, wonach die Mehrkosten für die Sanierung von bis zu Fr. ___'000.-- mit eige- nen Mitteln und aufgrund der Belastungsgrenze gemäss Art. 73 BGBB nicht mit Fremdkapital gestemmt werden könnten, ist insofern zu relativieren, als dass auch die Kostenschätzung für den Neubau (Fr. _'___'750.--) mit einer möglichen Preisdifferenz von +/- 25% (entsprechend Fr. ___'687.50) behaftet ist (vgl. Bf- act. 11). Gemäss den mit der Replik vorgelegten Steuerdeklarationen 2019 weisen die Beschwerdeführer gemeinsam Vermögenswerte (von total rund Fr. __'000.--) aus, welche bei einem Mindestanteil von Eigenmitteln zu mindestens 20% (vgl. https://www.szkb.ch/pub/privatkunden/hypothekenkredite/hypothekarberatung/ei- genheim) und bei einer Belastungsgrenze von rund Fr. ___'000.-- (abzüglich be- stehende Belastung von Fr. ___'000.--) bei einem Neubau zu den rund 38 Fr. _'___'000.-- auch zu einer nicht unbeträchtlichen Finanzierungslücke führen müssen. Angesichts des jugendlichen Alters der Beschwerdeführer kann noch nicht von nennenswerten für einen Hausbau beziehbaren Vorsorgegeldern ge- rechnet werden. Auch das finanzielle Interesse kann einer Unterschutzstellung vorliegend somit nicht entgegenstehen, selbst wenn nicht zu verkennen ist, dass mit einem Bei- tragssatz von 21 % vier Fünftel der Mehrkosten von der Bauherrschaft zu tragen sind, was angesichts der erwähnten Vergleichsberechnungen einem Plus von rund 15 % (9% bis 16 % gemäss der Schätzung der Architekten) an Baukosten entspricht (bei angenommen [Neu-]Baukosten von Fr. _._ Mio. und von den Be- schwerdeführern zu tragenden Mehrkosten bei einer Unterschutzstellung von angenommen Fr. ___'000.--). Vom beantragten Gutachten zur finanziellen Trag- barkeit einer Unterschutzstellung kann mithin abgesehen werden. Anzufügen ist, dass den Beschwerdeführern nicht gefolgt werden kann, dass die Rechtsprechung gemäss BGE 109 Ia 257, der einen künftig entgehenden Ge- winn betroffen habe, vorliegend nicht massgebend sein könne (Replik S. 12 Ziff. 22). Bei einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise ist auch ein tieferer Er- tragswert (Eigenmietwert) oder die durch eine Unterschutzstellung allenfalls ver- unmöglichte Erweiterung (zusätzliche Wohnung[en]) als künftig entgehender Gewinn zu qualifizieren. 4.8Das öffentliche Interesse an einer Unterschutzstellung ist vorliegend somit zu bejahen und als gewichtig zu veranschlagen. Entgegenstehende öffentliche Interessen sind nicht erkennbar, allfällige private Interessen an einer Nichtunter- schutzstellung im Sinne der vorinstanzlichen Argumentation als mindergewichtig einzustufen. 5.Zu prüfen ist nachstehend die Verhältnismässigkeit einer Unterschutzstel- lung (vgl. vorstehend Erw. 4.2). 5.1Das Gebot der Verhältnismässigkeit verlangt, dass eine behördliche Mass- nahme für das Erreichen des im öffentlichen oder privaten Interesse liegenden Zieles geeignet und erforderlich ist und sich für die Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtseinschränkung zumutbar und verhältnismässig erweist. Erforderlich ist eine vernünftige Zweck-Mittel-Relation. Eine Massnahme ist un- verhältnismässig, wenn das Ziel mit einem weniger schweren Grundrechtseingriff erreicht werden kann (BGE 136 I 87 Erw. 3.2). 5.2Zu bejahen ist vorliegend auch die Verhältnismässigkeit einer Unterschutz- stellung im Grundsatz. Eine solche ist erforderlich und geeignet, um die Erhal-39 tung und den Schutz des Gebäudes zu gewährleisten. Ebenso wird die Verhält- nismässigkeit im engeren Sinne, d.h. die Zweck-Mittel-Relation, und die Zumut- barkeit gewahrt und zwar unter Berücksichtigung allfälliger (vorerwähnter) priva- ter Interessen der Beschwerdeführer, hierfür kann auf die vorstehenden Erwä- gungen verwiesen werden. Verhältnismässig und somit gerechtfertigt erweist sich im Sinne der gutachterlichen Würdigung und Einschätzung der Vorinstanz sowie anhand des Vergleichs der Kategorisierung anderer unter Schutz gestellter Gebäude in der Gemeinde Steinen auch die Qualifikation als regional schutzwür- dig (vgl. vorstehend Erw. 2.1.2). Jedenfalls lässt sich den Ausführungen der Be- schwerdeführer nichts Stichhaltiges entnehmen, wonach sich eine Klassifizierung als national oder bloss lokal schutzwürdig aufdrängte. 5.3Zu bejahen ist vorliegend grundsätzlich insbesondere auch die Möglichkeit einer wirtschaftlich sinnvollen Weiternutzung des Bauernhauses trotz Unter- schutzstellung. Hingegen kann nicht gesagt werden, dass die Beschwerdeführer in ihrer Eigentums- und Wirtschaftsfreiheit wesentlich beschnitten werden. Hierfür spricht auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Augen- scheines vom 29. September 2020 selber ausführte, dass der Stall trotz Sanie- rungsbedürftigkeit aus Sicht der Eigentümerschaft/Bauherrschaft unter Schutz gestellt werden könne (vgl. Vi-act. 6 [Protokoll des Augenscheines vom 29.9.2020] S. 3). Ebenso erweist sich die Rüge der Willkür (hierzu vgl. Urteil BGer 1C_318/2019 vom 31.8.2020 i.Sa. H. vs. GR Wollerau Erw. 5.1) als unbe- gründet. Weder erweist sich die Unterschutzstellung als "offensichtlich unhalt- bar", noch steht sie zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch; ebenso- wenig wird eine Norm oder ein unumstrittener Rechtsgrundsatz krass verletzt oder läuft die Unterschutzstellung in stossender Weise dem Gerechtigkeitsge- danken zuwider. Die Voraussetzungen für den mit einer Unterschutzstellung verbundenen Eingriff in die Eigentumsfreiheit der Beschwerdeführer sind somit gegeben. 5.4Im Sinne des Eventualantrages (Antrag Ziff. 2) der Beschwerdeführer ist jedoch auch zu prüfen, wie es sich mit der Verhältnismässigkeit hinsichtlich des vom Regierungsrat festgelegten Schutzzieles (vgl. vorstehend Erw. 2.1.2) im Be- sonderen verhält. 6.1.1 Bezüglich des Schutzziels erwog der Regierungsrat (Erw. 2.4 f.), das Bau- ernhaus sei von der Grundrissdisposition her vergleichbar mit dem "________" in ________ (vgl. Vi-act. 5 S. 231 ff.) oder dem Haus ________ in ________ (vgl. Vi-act. 4 S. 243 ff). Beide Gebäude hätten in den vergangenen Jahren er- folgreich restauriert werden können und würden beweisen, dass zeitgemässes 40 Wohnen (z.B. Raumhöhen, Wohnhygiene, Schall- und Brandschutz) auch in his- torischer Bausubstanz ermöglicht werden könne. Insbesondere was die Raum- höhen betreffe, sei darauf hinzuweisen, dass es viele Beispiele von restaurierten Häusern gebe, bei denen dieser Fragestellung mit guten architektonischen Lö- sungen habe begegnet werden können. Um den Bedürfnissen der Eigentümerin einerseits weit möglichst Rechnung zu tragen und andererseits die zu grossen Teilen original erhaltene Gebäudestruktur zu erhalten, werde das Schutzziel II gemäss § 5 lit. b DSV festgelegt. Das Schutzziel II verpflichtet "zur Erhaltung des äusseren Erscheinungsbildes" sowie zur "Bewahrung der Raumstrukturen", während das Schutzziel III nur die "Pflicht zur Erhaltung des Charakters" beinhal- tet (vgl. vorstehend Erw. 2.1.2). Das Gutachten und die kantonale Denkmalpflege äusser(te)n sich, soweit er- sichtlich, nicht zum Schutzumfang, während die Gemeinde, wie erwähnt, die Ent- lassung aus dem Schutzinventar beantragt. 6.1.2 Das Bildungsdepartement hält vernehmlassend fest (S. 9), die hochwertige Zimmermannskunst sei geschossweise in einer Art Bauklotzsystem aufgebaut worden, jedes Geschoss bilde ein eigenes statisches System. Die innere Struktur sei somit eng mit der äusseren Struktur verzahnt und bilde ein homogenes Grundsystem. Die Erhaltung des inneren Raumgefüges gehöre daher zum stati- schen Gefüge und zum Grundsystem des Blockbaus. Die bauzeitliche Grund- rissstruktur mit Nebenstube und Stube, Querkorridor und Hinterhaus eigne sich für zeitgemässes Wohnen. Das Hinterhaus biete sich für eine interessante räum- liche, aber auch zeitgemässe Umsetzung an. Da das Hinterhaus die meisten Veränderungen erfahren habe, sei es auch der richtige Ort, um wiederum weiter- bauen zu können. Das Schutzziel II sei geeignet, erforderlich und zumutbar. 6.2.1 Aufgrund des anlässlich des Augenscheines gewonnenen Eindruckes im Verbund mit den Fachberichten, den aktenkundigen Fotoaufnahmen (vgl. insbe- sondere Fotodokumentation, in: Vi-act., "Weitere Verfahrensakten") sowie den Parteiäusserungen kommt das Verwaltungsgericht zur Auffassung, dass der Wert des Bauernhauses hauptsächlich im von den Fachleuten und der Vorinstanz (un- ter Einschluss der Vernehmlassung des Bildungsdepartements) beschriebenen Blockbau und dessen Grundsystem besteht. Grundsätzlich pflichtet das Verwaltungsgericht den Vorinstanzen auch darin bei, dass Denkmalpflege auf den Schutz von Bauwerken als Ganzes abzielt. Der in- tegrale Schutzumfang ist insofern grundsätzlich richtig, als es nicht darum gehen kann, gewissermassen nur eine Kulisse zu konservieren (VGE III 2020 173 vom 30.12.2020 Erw. 5.2.2). Dieser Grundsatz hat auch Eingang in § 3 Abs. 2 lit. b 41 DSG ("unter Einbezug ihrer Ausstattung") gefunden. Er darf und kann aber nicht verabsolutiert werden; andernfalls müsste sich das Schutzziel III als überflüssig erweisen. 6.2.2Zwar dürfte die Durchformung der Aussen- und Innengestaltung vorliegend insofern von den Erbauern gewollt sein, als dass gemäss Bildungsdepartement der Bau in einer Art Bauklotzsystem aufgebaut worden war, jedes Geschoss ein eigenes statisches System bildet und somit die innere eng mit der äusseren Struktur verzahnt ist und ein homogenes System bildet; für die Beurteilung des Stellenwerts kann dieser Durchformung auch - als weiterer Aspekt - eine gewisse Bedeutung für das Verständnis der Architektur, ein Zeugniswert allgemeiner Art, zugesprochen werden (vgl. BGE 120 Ia 270 S. 280 Erw. 5c). Der Bau zeugt aber auch von einem kontinuierlichen Weiterbauen am Haus; erwähnt sei beispiels- weise die offene Rauchküche, welche (naheliegenderweise) nicht mehr besteht. Zu beachten ist auch, dass die innere Struktur und Ausstattung des privaten Bauernhauses der Öffentlichkeit bis anhin entzogen war und bleibt - worauf die Beschwerdeführer zurecht hinweisen (Beschwerde S. 25 oben). Es kann offen- sichtlich nicht tel quel mit der Öffentlichkeit zugänglichen Gebäuden von regiona- ler oder gar nationaler Schutzwürdigkeit (wie z.B. das Rathaus Schwyz, das Café Odeon [BGE 109 Ia 257], das Theater Küchlin in Basel [BGE 118 Ia 384]; Badi- scher Bahnhof in Basel) verglichen werden, wo namentlich Teilaspekten wie Durchformung, Verständnis der Architektur, Zeugniswert allgemeiner Art eine (hohe) Massgeblichkeit zugesprochen wurde (vgl. VGE III 2020 173 vom 30.12.2020 Erw. 5.2.2). Kommt hinzu, dass es grundsätzlich bei einer Vielzahl von Gebäuden unterschiedlicher Bauart und -zeit zutreffen dürfte, dass auch die Innengestaltung statische Funktion übernimmt, und daher diesbezüglich vorlie- gend nicht von einem überwiegenden Erhaltenswert gesprochen werden kann. Die im Gutachten erwähnten (hiervor Erw. 2.2.2) (Innen-)Dekorationselemente (namentlich Fries am Konsolbalken der beiden Stuben), die Wandfarbe sowie die Spuren früherer Bewohner (namentlich Volksfrömmigkeitszeichen und Zeichen handwerklicher Tätigkeit) werden zur Begründung der/des Schutzwürdigkeit/ -ziels weder im angefochtenen RRB noch in der Vernehmlassung des Bildungs- departements erwähnt, woraus zu schliessen ist, dass die Entscheidbehörde den diesbezüglichen Elementen keine wesentliche Relevanz beimisst. Der Fokus (vgl. auch Beschwerde S. 24 Rz. 40 unten) des öffentlichen Interes- ses ist vorliegend, wie dargelegt, zur Hauptsache einerseits auf die Qualität des Gebäudes als Element einer traditionellen Siedlungslandschaft, anderseits als spätmittelalterliche Blockbaute mit einem hohen Anteil an originaler Bausubstanz gerichtet. Dabei ist das öffentliche Interesse an einer Bewahrung der (inneren) 42 Raumstrukturen und Bauteile vorliegend als gering(er) zu veranschlagen, was auch bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Schutzintensität (Schutzziel) mitberücksichtigt werden kann (vgl. vorstehend Erw. 2.1.2). Selbst die EDK (vgl. hiervor Erw. 2.3.3) spricht zwar allgemein von "ungeschmälertem" Erhalten, was auf das Schutzziel I hindeuten würde, schliesst indes auch die Möglichkeit einer "zeitgemässen Anpassung solcher [spätmittelalterlichen] Bauten" nicht aus. Im Übrigen kann - wie erwähnt (hiervor Erw. 3.3.6) - vorliegend bzw. gemäss den gesetzgeberischen Vorgaben eine differenzierte Unterschutzstellung bzw. kön- nen differenzierte Schutzziele nicht greifen. 6.2.3 Im Hausinnern konnte das Verwaltungsgericht (nach Massgabe der Laien- sphäre) bei der baulichen Qualität und der Ausstattung mehr oder weniger erheb- liche Unterschiede (namentlich zwischen Vorder- und Hinterhaus) ausmachen. Hinzu kommt, dass alle Räume (sehr) klein dimensioniert sind (maximal rund 16 m2) und insbesondere von sehr geringer Höhe sind (teils 1.9 m oder noch we- niger). Selbst wenn energetische Sanierungen und teils Absenken oder Anheben von Böden technisch realisierbar sein sollten, blieben die diesbezüglichen Aus- führungen aller beteiligten Fachleute (des Kantons wie der Bauherrschaft bzw. deren Architekten) betreffend diese Möglichkeiten - namentlich auch unter Kos- tengesichtspunkten - sehr im Vagen. Das Verwaltungsgericht kommt daher zum Schluss, dass ein zeitgerechtes Wohnen unter Beibehalten der Raumstrukturen nur mit unverhältnismässigen Mitteln zu realisieren ist und insbesondere aus Schutzüberlegungen nicht unabdingbar ist. 6.2.4 Die Verpflichtung der Beschwerdeführer zur Bewahrung der Raumstruktu- ren und somit die Anordnung des Schutzzieles II erweist sich mithin als der inne- ren Struktur und Qualität der Ausstattung des Gebäudes bei einer Gesamtwürdi- gung nicht mehr adäquat und daher als unverhältnismässig. Einzelne besondere Elemente wie das "Pestloch" (eine Art Durchreiche für den Service; vorliegend gemäss Gutachten eine Wandkastenöffnung) oder einzelne Zeugnisse von Volksfrömmigkeit können das Schutzziel II auch nicht rechtfertigen. Indes ist da- von auszugehen, dass sie auf dem zu erstellenden Inventarblatt dokumentiert und insofern für die Nachwelt erhalten werden. Entsprechend dem Eventualantrag des Beschwerdeführers ist neu für das Bau- ernhaus der Beschwerdeführer das Schutzziel III festzusetzen. 6.3Auch unter dem Schutzziel III erscheint es dem Verwaltungsgericht wün- schenswert, dass eine Restaurierung sich nicht nur auf das Beibehalten des Blockbaucharakters beschränkt, sondern allenfalls einzelne bestehende Bauele- mente und die eine oder andere Kammer in die Planung miteinbezieht, sofern 43 dies mit einem noch vertretbaren (Mehr-)Aufwand realisiert werden kann. Zu ei- nem landwirtschaftlichen (Neben-)Betrieb, der sich an der Pro Specie Rara aus- richtet, dürfte dies gut passen. 7.1Die Beschwerde erweist sich somit hinsichtlich des (Haupt-)Antrags Ziff. 1 als unbegründet. Hingegen ist der Eventualantrag (Antrag Ziff. 2) gutzuheissen. Abzuweisen ist daher auch der Subeventualantrag (Antrag Ziff. 3, Rückwei- sungsantrag). Dies bedeutet, dass für das Bauernhaus D.________ neu das Schutzziel III festgelegt wird. 7.2.1 Das Unterliegen der Beschwerdeführer ist auf zwei Drittel zu veranschla- gen. Der beigeladene Gemeinderat hat mit Schreiben vom 10. Februar 2021 zwar seinen Verzicht auf eine Vernehmlassung mitgeteilt, indes auf die Stellung- nahme des Bauamtes Steinen vom 19. Oktober 2020 verwiesen und die dortigen Ausführungen vollumfänglich gestützt. Ebenso hat der Gemeinderat an der öf- fentlichen Verhandlung Antrag auf Gutheissung gestellt im Sinn des Beschwer- deantrags Ziff. 1 (vgl. Ingress lit. D i.V.m. lit. A in fine), womit der Gemeinderat ebenfalls unterliegt. Diesem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten für das verwaltungs- gerichtliche Verfahren (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten, Barauslagen, Augen- schein sowie Kosten der öffentlichen Verhandlung) von insgesamt Fr. 3'600.-- zur Hälfte (Fr. 1'800.--) den Beschwerdeführern - unter solidarischer Haftbarkeit -, zu einem Sechstel dem Gemeinderat Steinen (Fr. 600.--) und zu einem Drittel (Fr. 1'200.--) dem Kanton aufzuerlegen (§ 72 Abs. 2 VRP). 7.2.2 Die Beschwerdeführer haben ebenfalls diesem Verfahrensausgang ent- sprechend Anspruch auf eine reduzierte Parteientschädigung zu Lasten des Kan- tons. Diese wird in Beachtung des kantonalen Gebührentarifs für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975, der ordentlicherweise für das Honorar in Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in § 14 einen Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht und in § 2 die Bemessungskriterien erwähnt, unter Ausübung des pflichtgemässen Ermessens auf Fr. 2'400.-- (inkl. Barausla- gen und MwSt) festgelegt. 7.3Für den angefochtenen RRB Nr. 972/2020 vom 20. Dezember 2020 wur- den weder Kosten erhoben noch Parteientschädigungen gesprochen, was un- verändert bleibt.44 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als Dispositiv-Ziffer 1 Satz 2 des angefochtenen RRB Nr. 972/2020 vom 20. Dezember 2020 aufgeho- ben und für das Bauernhaus "D.________" (KTN __01 Steinen) im Sinne der Erwägungen neu das Schutzziel III gemäss § 5 lit. c DSV ("Pflicht zur Erhaltung des Charakters") festgelegt wird. Im Übrigen wird die Beschwer- de abgewiesen. 2. Die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten, Barauslagen, Augenschein sowie Kosten der öffentlichen Verhandlung) von insgesamt Fr. 3'600.-- werden zur Hälfte (Fr. 1'800.--) den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit, zu einem Sechstel (Fr. 600.--) der Gemeinde Steinen und zu einem Drittel (Fr. 1'200.--) dem Kanton auferlegt. Die Beschwerdeführer haben am 1. Februar 2021 einen Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- geleistet, so dass ihnen Fr. 700.-- aus der Gerichtskasse zurückzuerstatten sind. Die Gemeinde Steinen hat ihren Anteil von Fr. 600.-- innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids auf das Postkonto 60-22238-6 des Verwal- tungsgerichts zu überweisen. Auf das Inkasso des Kantonsanteils von Fr. 1'200.-- wird verzichtet. 3. Der Kanton hat den beanwalteten Beschwerdeführern für das verwaltungs- gerichtliche Beschwerdeverfahren eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2'400.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) zu bezahlen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau- sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 5. Zustellung an: - den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (2/R) - den Gemeinderat Steinen (R) - den Regierungsrat 45 - das Sicherheitsdepartement, Rechts- und Beschwerdedienst (EB) - das Bildungsdepartement (EB) - das Amt für Kultur (EB) - das Bundesamt für Kultur, 3003 Bern (A) - und das Bundesamt für Raumentwicklung, 3003 Bern (A). Schwyz, 31. Mai 2021 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 17. Juni 2021