Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. November 2013 ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschreiber Ma rtin Kaiser Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen KIGA Baselland , Postfach , 4133 Pratteln 1 , Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Der 1951 geborene A.____ arbeitete vom 1. Juli 200 4 bis zum 31. Januar 2011 als Geschäftsführer bei der B.____ AG. In der Zeit vom 16 . November 2010 bis zum 18. Oktober 2011 war er zu 100 % arbeitsunfähig. Mit K ündigung vom 25. Juli 2011 wurde A.____ ab 24. November 2011 von der Arbeit frei gestellt. B. Am 26. Januar 2012 meldete sich A.____ beim RAV La ufen zur Arbeitsvermittlung und per 1. Februar 2012 zum Bezug von Leistungen der Arb eitslosenversicherung an. Am 27. Feb- ruar 2012 stellte A.____ ein Gesuch zur Förderung der selbständigen Erwerbstätigkeit. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Auf dem Nachweispapier betreffend persönliche Arb eitsbemühungen für die Monate Dezember 2011 und Januar 2012 gab A.____ anfangs Febru ar 2012 folgendes an: "Keine Ar- beitsbemühungen in diesem Zeitraum, da Planung und Vorbereitung zur Aufnahme einer selb- ständigen Erwerbstätigkeit. Arztzeugnis folgt". D. Mit Verfügung vom 9. März 2012 wurde A.____ in der Anspruchsberechtigung wegen fehlender Arbeitsbemühungen für acht Tage eingestellt, da er in der Zeit vor der Anmeldung zum Leistungsbezug bzw. in der Zeit vor der Stellenlosi gkeit keine Arbeitsbemühungen nach- weisen konnte. E. Mit Eingabe vom 19. März 2012 erhob A.____ gegen d iese Verfügung Einsprache, die am 8. März 2013 abgewiesen wurde. F. Am 5. April 2013 erhob A.____ ohne Rechtsvertretung gegen den Einspracheentscheid beim Kantonsgericht Basel-Landschaft (Kantonsgericht), Abteilung Sozialversicherungsrecht, Beschwerde, mit dem Begehren, dass der Einspracheentschei d aufzuheben sei und verlangt die Ausrichtung der Arbeitslosentaggelder. G. In seiner Vernehmlassung vom 23. Mai 2013 beantragte das KIGA Baselland die Ab- weisung der Beschwerde. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligat orische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungs gericht erhoben werden. Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit den Art. 128 Abs. 1 und 119 Abs. 1 lit. a der Verord- nung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung un d die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 richtet sich die örtliche Zuständigk eit des kantonalen Versicherungsge- richts für die Beurteilung von Beschwerden gegen Einspra cheentscheide der Kassen, welche die Arbeitslosenentschädigung betreffen, nach dem Ort, wo die versicherte Person die Kontroll- pflicht erfüllt. Vorliegend erfüllt der Beschwerdeführ er die Kontrollpflicht im Kanton Basel- Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kanto nsgerichts Basel-Landschaft zu beja- hen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kant onsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gege n Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auc h sachlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und for mgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten ist deshalb einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig und zu prüfen ist vorliegend einzig, ob da s KIGA den Beschwerdeführer zu Recht für acht Tage wegen fehlender Arbeitsbemühungen in der Anspruchsberechtigung einge- stellt hat. 3. Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Der Höchstbetrag des versicherten Verdienstes entspricht gemäss Art. 23 Abs. 1 AVIG demjenigen der obligatorischen Unfallversicherung und kommt gemäss Art. 15 Abs. 3 UVG i.V.m. 22 UVV auf Fr. 346.-- pro Tag zu liegen. Die Angelegenheit ist folglich präsidial zu entscheiden. 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 AVIG hat die versicherte P erson mit Unterstützung des Ar- beitsamtes alles Zumutbare zu unternehmen, um eine Ar beitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Schadenminderungspflicht; vgl. BGE 114 V 285 E. 3, 108 V 165 E. 2a). Im Rahmen der Schadensminderungspflicht ist die versicherte Person in sbesondere verpflichtet, Arbeit zu suchen und ihre diesbezüglichen Bemühungen nachzuweisen ( Art. 17 Abs. 1 Satz 2 AVIG). Gemäss konstanter Praxis muss sich die versicherte Person grund sätzlich bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit um eine neue Stelle bemühen. Sie hat sich dementsprechend während ei- ner allfälligen Kündigungsfrist, aber auch generell während der Zeit vor der Anmeldung, intensiv um Stellen zu bemühen (Urteil des Bundesgerichts vom 14 . Juni 2011, 8C_271/2011, E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2007, C 239/0 6, E. 3.2 mit Hinweisen). Sie darf sich nicht darauf verlassen, dass sie nach Ablauf der Kündigu ngsfrist innert kurzer Zeit eine neue Stelle finden könne, sondern muss vielmehr alles d aran setzen, ohne Arbeitslosigkeit nahtlos auf das Ende des alten Arbeitsverhältnisses ein ne ues Arbeitsverhältnis beginnen zu können (vgl. ARV 1987 Nr. 2). 4.2 Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versich erte Person genügend um zumutba- re Arbeit bemüht hat, ist sowohl die Quantität wie au ch die Qualität ihrer Bewerbungen von Be- deutung (BGE 112 V 217 E. 1b, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2006, C 90/06, E. 1 mit Hinweisen). Die versicherte Person h at sich in der Regel in Form einer or- dentlichen Bewerbung gezielt um Arbeit zu bemühen (A rt. 26 Abs. 1 AVIV). Gemäss der Ver- waltungspraxis werden in der Regel durchschnittlich zehn bis zwölf Bewerbungen pro Monat verlangt, wobei stets auch die Umstände des Einzelfalles z u berücksichtigen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2005, C 10/05, E. 2.3.1). Zu beachten sind dabei insbesonde- re die persönlichen Umstände und Möglichkeiten der versich erten Person, namentlich Alter, Schul- und Berufsausbildung sowie die Usanzen des für sie in Betracht fallenden Arbeitsmark- tes (vgl. BGE 120 V 78 E. 4a). Mit dem Nachweis der ge tätigten Arbeitsbemühungen soll die Verwaltung in die Lage versetzt werden, Quantität und Qualität der Anstrengungen zur Über- windung der Arbeitslosigkeit umfassend abzuklären und zu würdigen (vgl. BGE 120 V 77 E. 3c; THOMAS NUSSBAUMER , in: Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweizerisches Bundesverwaltungs- recht, Soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicherung, Basel 2007, Rz 837). 4.3 Kommt die versicherte Person der Verpflichtung, sich persönlich genügend um zumut- bare Arbeit zu bemühen, nicht nach, kann die zuständig e Arbeitslosenkasse gemäss Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 30 AVIG eine Einstellung in der Anspruchsberec htigung verfügen. Die Bestimmung soll Arbeitslose zur Stellensuche anspornen und eine missbräuch liche Beanspruchung der Arbeits- losenversicherung verhindern. Die Einstellung in der Ans pruchsberechtigung bezweckt mithin eine angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person an jenem Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung na türlich und adäquat kausal verursacht hat (BGE 124 V 227 E. 2b; vgl. auch Urteil des Bundes gerichts vom 14. Juni 2011, 8C_271/2011, E. 2.2). Die Einstellung hat folglich d ie Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, welche die versicherte Person hät te vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht (vgl. N USSBAUMER , a.a.O., Rz 822). Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad de s Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG) . Eine Einstellung ist jeweils für je- den Monat mit ungenügenden Arbeitsbemühungen vorzunehm en (N USSBAUMER , a.a.O., Rz 838). 4.4. Der Beschwerdeführer argumentiert vorliegend, da ss die seine Person betreffenden, individuellen Umstände bezüglich Arbeitssuche zu Unrecht keinerlei Würdigung finden würden und dass das Gesetz, nachdem er im Oktober 2011 einen S chlaganfall erlitten hatte, in nicht genügender Weise auf eine 60-jährige Person mit Krankheitshintergrund Rücksicht nehme. 4.5 Im Weiteren stellt er sich auf den Standpunkt, da ss er sich während der Kündigungs- frist intensiv mit dem Aufbau einer selbständigen Erwerbstätigkeit befasst habe und es in dieser Zeit, entgegen der Auffassung des KIGA, sehr wohl entspr echende Arbeitsbemühungen gege- ben habe. Diese seien allerdings nicht in schriftlich do kumentierter Form, sondern mittels zahl- reichen Gesprächen und Telefonaten getätigt worden. Im Nachgang zu vielen persönlichen Ge- sprächen mit Inhabern und Geschäftsführern befreundete n Unternehmern, mit denen er in den vergangenen Jahren partnerschaftlich zusammengearbeitet habe, sei dem Beschwerdeführer nämlich relativ schnell bewusst geworden, dass eine Anste llung auf dem Arbeitsmarkt zu glei- chen Bedingungen ("Status und Lohn") wie bis anhin nicht realistisch sein könne. Er wisse über die Situation von Betroffenen, die zehn Jahre jünge r seien als er und teilweise seit zwei Jahren vergeblich eine Anstellung suchen. Diese Einschätzung se i auch dadurch bestätigt worden, dass ausgeschriebene Stellen bezüglich Anforderungspro fil zwar auf ihn zutrafen, er aber für die Stelle jeweils zu alt gewesen sei. Aus diesem Grund reifte bei ihm sehr schnell der Ent- schluss, anstatt eine Anstellung zu suchen, eine selbständig e Tätigkeit aufzunehmen. Aus die- sem Grund habe er sich seit Dezember 2011 denn auch inte nsiv mit der Planung und Vorberei- tung einer selbständigen Erwerbstätigkeit beschäftigt. 4.6 Er habe sich im Übrigen, nach 40-jähriger Berufst ätigkeit, auch erstmals mit dem Um- stand der Arbeitslosigkeit konfrontiert gesehen, der ihn im Sinne eines unverschuldeten Schick- salsschlags getroffen habe. Dennoch habe er insgesamt al les in seiner Macht stehende unter- nommen, um vor dem Hintergrund der konkreten Umstände die bestmögliche Lösung zu finden. Es werde seiner Situation folglich nicht gerecht, wenn e r in der Anspruchsberechtigung für acht Tage wegen fehlender Arbeitsbemühungen eingestellt werde, weil er in der Zeit vor der Anmel- dung beim RAV bzw. in der Zeit vor der Stellenlosigkei t keine schriftlichen Arbeitsbemühungen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nachweisen könne. Vielmehr habe er nach seinem (subjekti ven) Verständnis der Schadens- minderungspflicht mit seinen getätigten Bemühungen we sentlich sinnvoller entsprochen, als was von ihm von Gesetzes wegen verlangt werde. 4.7 Zusammenfassend macht der Beschwerdeführer sinngemäss ge ltend, dass die Ver- pflichtung, sich gemäss gesetzlicher Vorgaben persönlich ge nügend um zumutbare Arbeit zu bemühen - und dies entsprechenden schriftlich nachzuweis en -, aufgrund der in seiner Person liegenden individuellen Umstände wie Alter, bisherige r beruflicher Status und sein Krankheits- hintergrund insofern als sinn- und zwecklos erscheinen, da er eine adäquate Arbeitsstelle zu gleichen Bedingungen (Status und Lohn) gar nicht hätt e finden können. Aus diesem Grund ha- be er durch sein individuelles Tätigwerden - jedoch ohn e schriftlichen Nachweis seiner Bemü- hungen - der Schadensminderungspflicht insgesamt dennoch besser entsprochen, als durch die vom Gesetz vorgeschriebene Vorgehensweise. Sein individuel les Tätigwerden zur Beseitigung seiner Arbeitslosigkeit sei aufgrund seiner spezifischen Situation und aufgrund der (begrenzten) Möglichkeiten und Chancen für eine Anstellung in einer Gesamtbetrachtung folglich die best- mögliche gewesen, weshalb ihm daraus kein Rechtsnachteil erwachsen könne und er in der Anspruchsberechtigung nicht eingestellt werden dürfe. 5.1 Wie bereits ausgeführt, ist jede versicherte Person grundsätzlich verpflichtet, Arbeit zu suchen und ihre diesbezüglichen Bemühungen mittels entspr echenden Bewerbungen nachzu- weisen. Die Argumentation des Beschwerdeführers, dass die se Pflicht auf seine individuelle Situation keine Rücksicht nehmen würde, führt bereits im Grundsatz ins Leere. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers wird beim Nachweis der Stelle nbemühungen stets auf die per- sönliche Situation eines Versicherten Rücksicht genommen, denn bei der Beurteilung der Quali- tät und Quantität der verlangten Bewerbungen werden stets die Umstände des Einzelfalles be- rücksichtigen, wobei insbesondere die Möglichkeiten zur erfolgreichen Stellensuche und die persönlichen Umstände der versicherten Person wie Alter, B ildung und die Usanzen für sie in Betracht fallenden Arbeitsmarktes beachtet werden. Entgegen seiner Auffassung entbindet folg- lich die persönliche Situation des Beschwerdeführers ihn nicht von der grundsätzlichen Pflicht, gemäss Art. 17 AVIG Arbeit zu suchen und die entsprec henden Bemühungen nachzuweisen. Die Arbeitsbemühungen sind denn auch unabhängig von den Erfolgsaussichten vorzunehmen (ARV 1980 N 69 S. 159 f.). Die vom Beschwerdeführer g eltend gemachten persönlichen Um- stände sind nicht bereits bei der Stellensuche als solches, sondern vielmehr erst im Nachgang an die getätigten Bewerbungen bei der Frage der rechtsgenüglichen Qualität und Quan tität die- ser Bewerbungen zu berücksichtigen. Dem Argument des Besc hwerdeführers, dass entspre- chende, von Gesetzes wegen verlangte Bewerbungen in seiner Situation von vornherein keinen Sinn machen würden und er diese somit auch nicht zu tä tigen habe, kann somit nicht gefolgt werden. 5.2 Nicht zu folgen ist auch dem Argument des Beschwerde führers, dass er keine ange- messene Stelle zu gleichen Bedingungen wie bis anhin g efunden hätte. Ein Versicherter ist gemäss Art. 16 Abs. 1 und 2 AVIG verpflichtet, jede ih m zumutbare Arbeit anzunehmen. Über die Frage, ob eine Arbeit zumutbar ist oder nicht, ist jeweils im Einzelfall zu entscheiden. Ge- mäss Art. 16 Abs. 2 lit. i. AVIG ist es einem Versicherten grundsätzlich dann unzumutbar, eine Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stelle anzunehmen, die ihm einen Lohn einbringt, de r geringer als 70 % des versicherten Ver- dienstes ist. Eine Ausnahme hierzu liegt gemäss Art. 1 7 lit. c AVIV jedoch dann vor, wenn der versicherte Verdienst aus einer Tätigkeit stammt, die hoch bezahlt war, und wenn anzunehmen ist, dass der Versicherte keine vergleichbare Tätigkeit mit entsprechendem Einkommen mehr ausüben kann. Das Argument des Beschwerdeführers, keine von ihm gewünschte Stelle betref- fend Status und Lohn finden zu können, führt folglich i ns Leere. Die Frage, ob bezüglich Lohn und Status eine dem Beschwerdeführer zumutbare Arbeit vorliegt oder nicht, stellt sich wiede- rum (auch) nicht von vornherein, sondern - unter Ber ücksichtigung der konkreten Umstände seiner Situation - vielmehr erst dann, wenn ein entsprechendes Stellenangebot tatsächli ch vor- liegt. 5.3 Der Beschwerdeführer argumentiert, dass er in den Monaten Dezember 2011 und Ja- nuar 2012 sehr wohl Arbeitsbemühungen getätigt habe. Er habe diese Bemühungen aber nicht in schriftlicher Form dokumentiert, weil er diese mittel s zahlreichen Gesprächen und Telefona- ten durchgeführt habe. Aus dieser Argumentation kann der Beschwerdeführer ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten, denn entgegen der Ansicht d es Beschwerdeführers hält Art. 17 Abs. 1 letzter Satz AVIG diesbezüglich fest, dass die ve rsicherte Person ihre Arbeitsbemühun- gen (schriftlich) nachweisen muss. Art. 26 Abs. 1 AVIV kon kretisiert dabei, dass die Bemühun- gen in der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbun g, d.h. schriftlich zu tätigen sind. Im Wei- teren gab der Beschwerdeführer auch an, dass aufgrund d er genannten Gespräche und Tele- fonate bei ihm sehr schnell der Entschluss gereift sei, eine selbständige Tätigkeit aufzunehmen, weshalb er sich seit Dezember 2011 denn auch intensiv mit der Planung und Vorbereitung einer selbständigen Erwerbstätigkeit beschäftigt habe. Dem ist im Weiteren entgegenzuhalten, dass ausschliessliche Bemühungen für den Aufbau einer selbständigen Tätigkeit keine Arbeitsbemü- hungen im Sinne von Art. 17 Abs. 1 AVIG darstellen (BGE 112 V 328 f. E. 3a und 3d). 5.4 Der Beschwerdeführer kann auch aus einem weiteren G rund nichts zu seinen Gunsten ableiten, wenn er geltend macht, er habe sich ab Dezember 2011 intensiv mit dem Aufbau einer selbständigen Erwerbstätigkeit befasst. Sinngemäss bezieht sich der Beschwerdeführer mit dieser Aussage auf Art. 71 a ff. AVIG., wonach eine versicherten Person, die eine d auernde selbständige Erwerbstätigkeit aufnehmen will, u.a. dur ch die Ausrichtung von höchstens 90 be- sonderen Taggeldern während der Planungsphase eines Pro jekts unterstützt werden kann. Gemäss Art. 71 b Abs. 3 AVIG ist die versicherte Person dabei von ihren P flichten nach Art. 17 AVIG, d.h. von der Pflicht der Stellensuche, befreit. Der Beschwerdeführer reichte vorliegend erst am 27. Februar 2012 ein entsprechendes Gesuch zur F örderung der selbständigen Er- werbstätigkeit ein, wobei die Befreiung von sämtlichen Pflichten gegenüber der Arbeitslosen- versicherung gemäss Art. 71 b Abs. 3 AVIG erst ab dem ersten Tag nach Gutheissung de s Ge- suches zur Förderung der selbständigen Erwerbstätigkeit gil t. Bis zu diesem Zeitpunkt - und somit für die Monate Dezember 2011 und Januar 2012 - u nterstand der Beschwerdeführer ge- mäss den ausgeführten Erwägungen der Pflicht, sich in quantitativ und qualitativ angemessener Weise um eine unselbständige Erwerbstätigkeit zu bemühe n, seine Bemühungen monatlich nachzuweisen und jede zumutbare Arbeit anzunehmen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Zu beachten ist in Zusammenhang mit einer selbstän digen Tätigkeit auch folgendes: Nimmt eine versicherte Person während gemeldeter Arbei tslosigkeit eine selbstständige Er- werbstätigkeit auf, so zieht dies die Prüfung des Leistu ngsanspruchs unter den Aspekten des Aufbaus einer auf Dauer angelegten oder nur vorüberge henden Selbstständigkeit und der Ver- mittlungsfähigkeit nach sich (Urteil des Bundesgericht vom 1. Dezember 2009, 8C_635/2009, E. 3.2, E. 3.3 und E 3.4.3; vgl. auch zur Aufnahme ein er selbstständigen Erwerbstätigkeit eines unfreiwillig aus dem Arbeitsverhältnis Ausgeschiedenen vor Anmeldung zum Leistungsbezug: Urteil des Bundesgerichts vom 27. August 2009, 8C_81/200 9, E. 3.3 und 3.4). Dabei muss der Leistungsanspruch bei der Arbeitslosenversicherung dann end en, wenn die Absicht zur Auf- nahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit so weit f ortgeschritten ist, dass die Annahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nicht oder kaum mehr m öglich ist, da die aktuellen Bestre- bungen vorwiegend in der Vorbereitung der bevorstehen den Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit liegen (ARV 1993/1994 N 30 S. 212). Verhält es sich so, ist die versicherte Person grundsätzlich als vermittlungs un fähig zu betrachten, gleich wie eine Person, welche eine selbständige Erwerbstätigkeit im Haupterwerb ausüb t (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 24. Februar 2010, 8C_757/2009, E.2.2). Der Beschw erdeführer kann somit aus der Argu- mentation, intensiv mit dem Aufbau einer selbständigen Erwerbstätigkeit befasst gewesen zu sein, in grundsätzlicher Weise nichts zu seinen Gunsten a bleiten, da dies aufgrund der damit verbundenen Vermittlungsunfähigkeit sogar vielmehr gegen einen Anspruch auf Arbeitslosen- taggelder des Beschwerdeführers für die Monate Dezember 2011 und Januar 2012 sprechen würde. Da die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdefüh rers vorliegend aber nicht in Frage zu stellen ist, muss darauf vorliegend nicht näher eingegangen werden. 6. Als Resultat festzuhalten bleibt aus dem Gesagten, da ss die Einstellung der An- spruchsberechtigung des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG für die Mo- nate Dezember 2011 und Januar 2012 gerechtfertigt war. 7.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Gr ad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem , 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 A VIV). Innerhalb dieses Rahmens fällt das KIGA seinen Entscheid nach pflichtgemässem Erme ssen. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts b zw. deren präsidierende Person bei Präsidialentscheiden die angefochtene Verfügung a uch auf deren Angemessenheit zu überprüfen, sie greift jedoch bei der Beurteilung der durch das KIGA angeordneten Einstel- lungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in dessen Ermessensspielraum ein. 7.2 Das KIGA hat das Verhalten des Beschwerdeführers ent sprechend dem Einstellraster des seco als leichtes Verschulden qualifiziert (vgl. AVIG- Praxis ALE, Arbeitsmarkt und Arbeits- losenversicherung, gültig ab Januar 2013, Sanktionen [Tei l D], Rz D 72, vorher: Kreisschreiben über die Arbeitslosenentschädigung, gültig ab Januar 20 03, Sanktionen [Teil D], Rz D 72). Für ungenügende Arbeitsbemühungen während der Kündigungs frist sieht das Einstellraster bei dreimonatiger Kündigungsfrist eine Einstelldauer von neun bis zwölf Tagen vor. Die vorliegende Sanktion (acht Tage) erweist sich als nicht zu beanstanden. 8. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerde voll umfänglich abzuweisen ist. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten, soweit sie vorliegen d überhaupt entstanden sind, sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.