210 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2014 terhin Sozialhilfeleistungen zu erbringen, wozu nötigenfalls auch eine Notunterkunft gehört (vgl. THOMET, a.a.O., Rz. 148). Diese kann beim Fehlen entsprechender Unterbringungsmöglichkeiten auch in der vor übergehenden Einquartierung in einem günstigen Hotelzimmer bestehen. Dass die fallführende Gemeinde für die Ver - mittlung des Hotelzimmers besorgt war, ist von keiner Bedeutung. Ohnehin wurde die Unterbringung im Hotel zu Beginn mit dem Übertritt in die Tagesklinik begründet. Aufgrund von weiteren Kli - nikaufenthalten und Therapieabbrü chen liegt nahe, dass eine vor - übergehende Unterbringung im Sinne einer Notunterkunft im V order- grund stand. Im Zeitpunkt des E ntscheids des Kantonalen Sozi al- dienstes war C. – abgesehen von den sta tionären Klinikaufenthalten – während rund 3 Monaten im Hotelzimmer einquartiert. Un ter die- sen Umständen hat die V orinstanz zu Recht erwogen, dass der Hotel- aufenthalt in D. eine vorübergehende Notunterkunft war. Bei drogen- abhängigen Personen kann einer befristeten resp. unklaren Wohnsituation keine ausschlaggebende Bedeutung zukommen (Ur - teil des Bundesgerichts vom 5. Juli 2010 [8C_223/2010], Erw. 4.2). Damit wurde in D. kein n euer Unterstützungswohnsitz begründet. Ohnehin wäre selbst ein länger dauernder Aufenthalt (von beispiels - weise 6 Monaten) in derselben Gemeinde nicht V oraussetzung, son- dern lediglich ein Indiz für die Begründung eines neuen Unterstüt - zungswohnsitzes (v gl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juli 2010 [8C_223/2010], Erw. 4.2). Weitere Bezugspunkte zur Gemeinde D. bestehen nach den Akten nicht. (…) 38 Sozialhilfe; Subsidiarität - Die Notlage bzw. Bedürftigkeit ist Anspruchsvorausse tzung des ver - fassungsmässigen Rechts auf Hilfe in Notlagen und des ge setzlichen Anspruchs auf Sozialhilfe. - Ein freiwilliger Einkommensverzicht lässt bei fortgesetzter und auf Dauer angelegter Freiwilligenarbeit (Pflege und Betreuung) den An - spruch auf Sozialhilfeleistungen dahinfallen. 2014 Sozialhilfe 211 Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 18. September 2014 in Sa- chen A. gegen Beschwerdestelle SPG und Gemeinderat B. (WBE.2014.155). Aus den Erwägungen 2.2. Nach Art. 12 BV hat, wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind. Gemäss § 5 Abs. 1 SPG besteht Anspruch auf Sozialhilfe, so - fern die ei genen Mittel nicht genügen und andere Hilfeleistungen nicht rechtzeitig erhältlich sind oder nicht ausreichen. Damit wird der Grundsatz der Subsidiarität der Sozialhilfe ausgedrückt. Die hilfesu - chende Person ist ver pflichtet, sich nach Möglichkei t selbst zu hel - fen; sie muss alles Zumutbare unternehmen, um eine Notlage aus eigenen Kräften abzuwenden oder zu beheben. Wer objektiv in der Lage wäre, sich aus eigener Kraft die für das Leben erforderlichen Mittel selber zu verschaffen, hat keinen An spruch auf Sozialhilfe, da sich eine solche Person nicht in einer Not situation befindet, auf wel- che das Recht auf Hilfe in Notlagen und damit die Aus richtung von Sozialhilfe zugeschnitten ist. Bei ihr fehlt es bereits an den An - spruchsvoraussetzungen (BGE 130 I 71, Erw. 4; AGVE 2009, S. 225; vgl. SKOS-Richtlinien, Kapitel A.4). In solchen Fällen erüb rigt sich die Prüfung, ob die V oraussetzungen für einen Eingriff in das Grund- recht er füllt sind, denn dies setzt einen rechtmässigen An spruch voraus. E benso wenig ist in derartigen Konstellationen zu un tersu- chen, ob ein rechtsmissbräuchliches Verhalten der unterstützungs be- dürftigen Person vorliegt, welches allen falls eine vollständige Verweigerung der Unterstützungsleistungen recht fertigen könnt e (BGE 139 I 218, Erw. 3.3 mit Hinweisen). 3. 3.1. (…) 3.2. Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer seit mehreren Jahren intensiv in der Pflege und der Haushaltführung von 212 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2014 C. beschäftigt ist, jedoch dafür kein Entgelt verlangt. Wegen die ser Beschäftigung war der Beschwerdeführer auch nicht bereit, bei den Integrationsbemühungen des Gemeinderats zu kooperieren. 3.3. Das Recht auf Existenzsicherung durch die Sozialhilfe entlastet den Einzelnen nicht von der Verpflichtung, die eigene Arbeitskraft zu mobilisieren und die Sozialhilfe erst in Anspruch zu nehmen, wenn er objektiv darauf angewiesen ist (vgl. KA THRIN AMSTUTZ, Das Grundrecht auf Existenz sicherung, Bern 2002, S. 172). Die unter - stützungsbedürftige Person hat somit kein Wahlrech t zwischen dem Einsatz der eigenen Arbeitskraft und der Inanspruchnahme der Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien, Kapitel A.4; AGVE 2005, S. 293). Jede Arbeitsleistung kann je nach Art der Tätigkeit und des er - strebten Ziels als Arbeits - oder Werkvertrag, als Au ftrag oder Gefälligkeit qualifiziert werden. Freiwilligenarbeit soll in der Regel nicht als (rechtlich nicht bindende) Gefälligkeitshandlung qualifiziert werden, soweit sie fortgesetzt und auf Dauer angelegt ist, insbeson - dere wenn sie im wirtschaftliche n Interesse des Begünstigten erfolgt und messbare Auswirkungen auf des sen Vermögen hat ( GABRIELA RIEMER-KAFKA, Freiwilligenarbeit aus [ar beits-] vertraglicher und sozialversicherungsrechtlicher Sicht, in: Arbeits recht, Zeitschrift für Arbeitsrecht und Arbeitslosenversicherung [ARV] 2007, S. 58 f.). Im Arbeitsverhältnis hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den Lohn zu entrichten, der verabredet oder üblich oder durch Normalar - beitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag bestimmt ist (Art. 322 Abs. 1 OR). Lebt der Arbeitnehmer in Hausgemeinschaft mit dem Arbeitge- ber, so bildet der Unterhalt im Hause mit Unterkunft und Verpfle - gung einen Teil des Loh nes, sofern nichts anderes verabredet oder üblich ist (Abs. 2). Gemäss Art. 394 Abs. 2 OR stehen Verträge über Arbeitsleistung, die keiner be sonderen Vertragsart dieses Gesetzes unterstellt sind, den V orschriften über den Auftrag. Eine Vergütung ist zu leisten, wenn sie verabredet oder üblich ist (Abs. 3). Sie ist im Unterschied zum Arbeitsvertrag nicht be griffswesentlich (vgl. MANFRED REHBINDER/JEAN-FRITZ STÖCKLI, in: Berner Kommentar, Das Obligationenrecht, Band VI, Der Arbeitsvertrag, Bern 2010, Art. 319 N 12; WOLFGANG PORTMANN, in: Basler Kommentar, Obli -2014 Sozialhilfe 213 gationenrecht I, Art. 1 – 529, 5. Auflage, 2011, Art. 319 N 12; RIEMER-KAFKA, a.a.O., S. 61). Eine unentgeltliche Gefälligkeits - handlung wird in der Praxis auch hier nicht angenom men, wenn bspw. erkennbare wirtschaftliche oder sonstwie geschützte Interessen des Tätigwerdenden bestehen und Auswirkungen auf sein Vermögen bestehen. Diesfalls kann nach Treu und Glauben kaum ein unent - geltlicher Auftrag angenommen werden (vgl. ROLF H. WEBER, in: Basler Kommentar, Obligationenrech t I, a.a.O., Art. 394 N 16; BGE 116 II 695, Erw. 2). (…) Aus diesen Angaben kann der Schluss gezogen werden, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Arbeitsleistung – unabhängig von der Qualifikation des Vertragsverhältnisses – gegenüber C. einen Anspruch auf Entgelt hat, welcher den Betrag der beanspruchten Sozialhilfe ohne Weite res deckt. C. wäre aufgrund seiner Einkom - mens- und Vermögenssituation (Reinvermögen gemäss Steuerver - anlagung 2012: […]; Total der Einkünfte: […]) in der Lage, ein die privaten Pflege- und Betreuungskosten deckendes Entgelt zu bezah - len. Dies wird vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass er den Anspruch auf Ent gelt gegenüber C. nötigenfalls gerichtlich geltend machen und durch - setzen kann. Nachdem der Beschwerdeführer für erbrachte Arbeitsleistungen auf Mittel verzichtet, mit welchen er seinen Lebensunterhalt bestrei - ten könnte, gilt er nicht als bedürftig im Sinne von § 5 Abs. 1 SPG. 2014 Schulrecht 215 VIII. Schulrecht 39 Einschulung; vorsorgliche Massnahmen - Der Anspruch auf Beschulung und die Schulpflicht erfordern bei Ge- fährdung der schulischen Entwicklung während des Beschwerdever - fahrens den Erlass von vorsorglichen Massnahmen. - Ist der Entscheid über die Zuweisung in die Einschulungsklasse angefochten, sind diejenigen vorsorglichen Massnahmen zu treffen, welche der summarisch beurteilten Rechtslage am ehesten entspre - chen. Verfügung des Verwaltungsrichters, 3. Kammer, vom 20. Januar 2014 in Sa- chen A. gegen Schulpflege B., Schulrat des Bezirks C. und Regierungsrat (WBE.2013.561). Aus den Erwägungen 2. 2.1. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat aufschiebende Wir - kung, wenn nicht im a ngefochtenen Entscheid oder durch besondere V orschrift etwas anderes bestimmt wird ( § 46 Abs. 1 VRPG). Im angefochtenen Entscheid hat der Regierungsrat zur aufschiebenden Wirkung nichts angeordnet und eine von § 46 Abs. 1 VRPG abwei - chende gesetzliche Bestimmung im Schulgesetz fehlt. Der Laufbahn- oder Promotionsentscheid der Schulpflege, mit welchem der Besuch einer anderen, höheren Schulstufe bewilligt wird, ist eine positive Anordnung. Der Suspensiveffekt des Rechts - mittels hat bei solchen Gestaltungsv erfügungen zur Folge, dass bis zum rechtskräftigen Entscheid im Rechtsmittelverfahren ein recht li- ches Vakuum entsteht, da der Übertritt in die Schulstufe ge mäss erstinstanzlicher Verfügung nicht vollzogen werden kann und ein