Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Juni 2014 (720 13 363 / 144) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhaltes Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Dr. Patrick Somm, Advokat, Steinenvorstadt 73, Postfach, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1954 geborene A.____ war vom 1. Oktober 1987 bis 31. Oktober 2011 im Rahmen eines Teilzeitpensums von 90 % als Sachbearbeiterin bei der B.____ AG tätig. Am 13. April 2010 meldete sie sich unter Hinweis auf die Folgen einer am 31. Januar 2009 erlittenen Fraktur des Malleolus medialis links bei der Eidgenössische n Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlic hen, der erwerblichen und der hauswirt- schaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft bei der Versicherten in An- wendung der gemischten Methode der Invaliditätsbeme ssung ab 3. Februar 2010 (Ablauf des Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wartejahres) einen Invaliditätsgrad von 100 %, ab 8. März 2010 einen solchen von 46 % und ab 1. Januar 2011 einen Invaliditätsgrad von 11 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV- Stelle A.____ nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 20. November 2013 für den Zeitraum vom 1. Oktober 2010 bis 31. März 2011 eine befristete IV-Viertelsrente zu. Gleichzeitig hielt sie fest, dass ab 1. April 2011 ke in Rentenanspruch mehr bestehe. In Be- zug auf den Beginn der befristet zugesprochenen IV-Vi ertelsrente wies die IV-Stelle die Versi- cherte darauf hin, dass der Rentenanspruch frühestens na ch Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs entstehe. Vorliegen d sei die Anmeldung der Versi- cherten im April 2010 eingegangen, weshalb die IV-Vie rtelsrente erst ab 1. Oktober 2010 aus- gerichtet werden könne. B. Gegen diese Verfügung erhob Advokat Dr. Patrick Somm namens und im Auftrag von A.____ am 13. Dezember 2013 Beschwerde beim Kantonsg ericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei en der Beschwerdeführerin die ihr zu- stehenden gesetzlichen Ansprüche aus der Invalidenversicherung (Rente) durch die Beschwer- degegnerin auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Februar 2014 beant ragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Beschwerdeführerin in ihrer Replik vom 21. März 2014 und die IV-Stelle in ihrer Duplik vom 3. April 2014 an ihren bisherigen Anträgen und wesentlichen Begründungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 13. Dezember 2013 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil H. des Bu ndesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versiche rten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 20. November 2013) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit de r im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erford erlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.2 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten nach der gemischten Methode bemessen, was von der Beschwerdeführerin - zu R echt - nicht bestritten wird. Die IV- Stelle hat bei der Festlegung der Anteile der Erwerb stätigkeit und der Haushalttätigkeit auf die im “Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit“ w iedergegebenen Angaben der Versicher- ten abgestellt, wonach diese ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen wie bis anhin im Umfang von 90 % eines Vollpensums als Sachbearbeiterin erwerbstä tig wäre. Gestützt auf diese Aus- sage der Versicherten hat die IV-Stelle den Anteil der Erwerbstätigkeit auf 90 % und jenen der Haushalttätigkeit entsprechend auf 10 % festgesetzt, w as nicht zu beanstanden ist und denn auch von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt wird. 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 f. E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 Wie den medizinischen Akten entnommen werden kann, war die Versicherte nach Ab- lauf des Wartejahres Ende Januar 2010 auf Grund der Fo lgen des ein Jahr zuvor erlittenen Un- falls noch vollständig arbeitsunfähig. Ab März 2010 bes tand sodann aufgrund einer Verbesse- rung des Gesundheitszustandes in der angestammten Tätigke it als Sachbearbeiterin im bis anhin verrichteten Teilpensum von 90 % wieder eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit. Insoweit ist der (medizinische) Sachverhalt zwischen den Parteien unbestritt en und er bedarf diesbezüglich keiner Weiterungen. Uneinigkeit besteht hingegen, ob bei der Versicherten im Zeitpunkt des Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erlasses der strittigen Rentenverfügung (20. November 20 13) weiterhin - wie von ihr geltend gemacht - von einer 50 %-igen oder aber - dem Stand punkt der IV-Stelle entsprechend - von einer deutlich höheren Arbeitsfähigkeit auszugehen ist. 6.2 Die IV-Stelle gab zur Abklärung des Gesundheitszustand es und zur Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähigkeit der Versicherten bei Dr. me d. C.____, Rheumatologie FMH, Innere Medizin FMH, Manuelle Medizin SAMM, und PD Dr. med. D .____, Psychiatrie und Psychothe- rapie FMH, ein rheumatologisches/psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am 10. Februar 2012 erstattet wurde. Im psychiatrischen Fach teil dieses Gutachtens gelangte PD Dr. D.____ zum Ergebnis, dass keine psychiatrischen Dia gnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden könnten. Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit liege einen Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21) vor. Im rheumatologischen Teilgutachten stellte Dr. C.____ b ei der Versicherten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest: (1) chronische, belastungsabhängige Schmerzen und Schwellungszustände im linken Fuss mit/bei (1.1) Stat us nach Osteosynthese medialer Malleolus, Rekonstruktion des Ligamentum deltoideum, l eicht varisierender supramalleolärer Osteotomie Tibia, Korrektur-Osteotomie verifiziert nach Lambrinudi und Transfer der Flexor digitorum longus-Sehne nach lateral links am 03.09.2009 infolge dislozierter Fraktur infolge Sturzes am 31.01.2009, durch konservative Therapie nich t geheilt; (1.2) Status nach Metallent- fernung, Tenolyse und Raffung der transferierten Flexo r digitorum longus-Sehne links am 15.09.2010; (2) ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereiche des rechten Iliosakralgelenks mit Insertionstendinosen in diesem Bereich. 6.3 Zwischen den Parteien besteht weitgehend Einigkeit , dass in Bezug auf die Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes der Versicherten auf die Ergebnisse abgestellt werden kann, zu denen die Dres. C.____ und D.____ gestützt auf ihre fachärztlichen Untersuchungen gelangt sind. Somit kann von weiteren Erörterungen hi erzu abgesehen und stattdessen auf die entsprechenden Ausführungen der beiden Fachärzte in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 10. Februar 2012 verwiesen werden. Strittig und im F olgenden zu prüfen ist hingegen, wie sich die vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten auswirken. 7.1 In ihrer gemeinsam verfassten Beurteilung der Arb eitsfähigkeit der Versicherten ge- langten die Dres. C.____ und D.____ in ihrem Gutachte n vom 10. Februar 2012 zum Ergebnis, dass bei der Explorandin seit Ende Dezember 2010 für di e angestammte, langjährig ausgeübte Bürotätigkeit als Sachbearbeiterin eine Arbeitsfähigk eit von 80 % bezogen auf ein Ganzta- gespensum bestehe. Die Einschränkung von 20 % resultiere aus einem erhöhten Pausenbedarf mit vermehrter Notwendigkeit zu entlasten sowie zeitweilig den Fuss hoch zu lagern und Entlas- tungsstellungen einzunehmen. Auf die Frage nach der Ar beitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit führten die Gutachter aus, es könne keine Verweistätigke it genannt werden, in welcher eine höhere Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne. Eine Bürotätigkeit erweise sich für die Exploran- din grundsätzlich als ideal. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 20. November 2013 bei der Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähigkeit der V ersicherten vollumfänglich auf die Ergebnis- se, zu denen die Dres. C.____ und D.____ in ihrem bi disziplinären Gutachten vom 10. Februar 2012 gelangt sind. Sie ging demzufolge davon aus, dass b ei der Versicherten seit Ende De- zember 2010 für die angestammte, langjährig ausgeübte Bürotätigkeit als Sachbearbeiterin eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bestehe. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu bean- standen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen un d -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen g elangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 10. Februar 2012 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zu- sammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen a useinander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Insbesondere nimmt es auch eine schlüssige Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor. 7.3 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, ist nicht ge eignet, die ausschlaggebende Be- weiskraft des Gutachtens der Dres. C.____ und D.____ vom 10. Februar 2012 in Frage zu stel- len. 7.3.1 Die Versicherte beruft sich im Wesentlichen auf verschiedene bei den Akten liegende fachärztliche Berichte und Stellungnahmen von Prof. Dr. med. E.____, Chefarzt, Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital F.____ (vgl. dessen Schreiben vom 4. Juli 2012, 23. Oktober 2012, 30. Januar 2013 und 5. April 2013). Darin weist dieser im Wesentli- chen darauf hin, dass die Versicherte an den Folgen ein er Poliomyelitis leide. Diese seien bis zum Unfall von Ende Januar 2009 annähernd kompensiert gewesen, d.h. die Versicherte sei mit den Beeinträchtigungen einigermassen zurecht gekommen. Seit dem Ereignis treffe dies aber leider nicht mehr zu. Ein Unfall, der bei einer nich t behinderten Person als eher einfaches Er- eignis angesehen werde, könne bei einer behinderten Person durchaus erheblichere Auswir- kungen haben. So könnten die eingeschliffenen Kompensa tionsmechanismen der funktionellen Störung, namentlich der fehlenden Muskelkraft und der an der unteren Extremität bekannten ausfallenden Blockierungsmechanismen zur Stabilisierung des Beines, häufig auch mit gröss- tem Willen nicht mehr wieder hergestellt werden. Die s treffe denn auch im Falle der Versicher- ten zu. Es sei deshalb von einer 50%-igen Arbeitsunfäh igkeit der Versicherten auszugehen. Dieser Einschätzung des behandelnden Arztes kann jedoch nicht beigepflichtet werden. Wie die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung zutreffend festhält, stellt der rheumatologische Gutachter Dr. C.____ nicht in Frage, dass bei der Explorandin im Vergleich zum Zustand vor dem Unfall ein Defizit bestehe. Entscheidend ist aber, dass seine Beg utachtung nach dem Unfall erfolgt ist und er dessen Auswirkungen bei der Beurteilung der Arbe itsfähigkeit mitberücksichtigt hat. Da- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei ist er, wie oben ausgeführt, zum schlüssigen Ergebnis gelangt, dass der Versicherten noch eine Arbeitstätigkeit im Umfang von 80 % - bezogen au f ein Ganztagespensum - zumutbar ist. Demgegenüber legt Prof. Dr. E.____ nicht dar, weshal b und inwiefern sich der seit dem Unfall veränderte Gesundheitszustand der Versicherten in dem v on ihm postulierten erheblichen Ausmass auf die Arbeitsfähigkeit in der von allen Betei ligten als ideal bezeichneten Bürotätig- keit auswirken sollte. Letztlich handelt es sich bei der E inschätzung von Prof. Dr. E.____ um eine durch den behandelnden Arzt erstellte abweichende Zumutbarkeitsbeurteilung. Eine sol- che vermag jedoch nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung f ür sich alleine das Ergebnis der fachärztlichen Expertise nicht umzustossen, ohne dass zusätzl iche objektive, den Beweiswert des Gutachtens beeinträchtigende Gründe hinzutreten (Ur teil P. des Bundesgerichts vom 15. April 2010, 9C_182/2010, E. 2.3). Dies ist, auch darin ist der IV-Stelle beizupflichten, hier nicht der Fall. 7.3.2 Die Beschwerdeführerin beanstandet sodann, dass fü r die Erstellung des Gutachtens ein rheumatologischer und nicht ein orthopädischer Fac harzt beigezogen worden sei. Mit die- sem Einwand kann sie vorliegend ebenfalls nichts zu ihre n Gunsten ableiten. Wie das Bundes- gericht in einem jüngeren Entscheid festgehalten hat, stehen die genannten beiden medizini- schen Disziplinen nicht etwa für unterschiedliche Konzepte , wie ein Gesundheitsschaden und dessen Folgen zu betrachten seien. Vielmehr scheine sich, so das Bundesgericht weiter, im Sinne einer praktischen Aufgabenteilung für die Einschät zung der funktionellen Auswirkungen von Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates der Beizug der Rheumatologie durchzuset- zen, während die Orthopädie eher im Zusammenhang mit (hier nicht interessierenden) Fragen der Therapie zuständig sei (Urteil F. des Bundesgericht s vom 6. Juni 2011, 9C_134/2011, E. 3.3). Im Lichte dieser Rechtsprechung ist deshalb nic ht zu beanstanden dass die IV-Stelle vorliegend den Rheumatologen Dr. C.____ mit der Begu tachtung der somatischen Gesund- heitsbeeinträchtigungen und deren funktionellen Auswir kungen auf die Arbeitsfähigkeit beauf- tragt hat. Im Übrigen weist die IV-Stelle zu Recht dar auf hin, dass von begutachtenden Fach- ärzten erwartet werden darf, dass sie den jeweiligen A uftraggeber auf die Notwendigkeit einer zusätzlichen Begutachtung durch einen Experten aus einem anderen Fachbereich hinweisen, falls sie sich nicht in der Lage sehen, die im konkreten Fall zur Beurteilung stehende gesund- heitliche Problematik in ihrem gesamten Umfang zu erfasse n. Vorliegend sind keinerlei An- haltspunkte ersichtlich, dass sich die von der IV-Stelle mit der Begutachtung beauftragten Dres. C.____ und D.____ nicht an diesen Grundsatz gehalten hätten, wenn sie im Rahmen ihrer Un- tersuchungen den Beizug eines zusätzlichen Experten einer weiteren Fachrichtung für erforder- lich erachtet hätten. 7.3.3 Die medizinischen Akten des vorliegenden Falles en thalten auch ein rheumatologi- sches Gutachten, welches Dr. med. G.____, Rheumatologie FMH, am 29. November 2012 zu Handen des Unfallversicherers der Beschwerdeführerin, der H.____ AG, erstellt hat. In ihrer Beschwerde erhebt die Versicherte verschiedene Einwände gegen eine beweisrechtliche Ver- wertbarkeit dieses Gutachtens. Wie es sich damit verhält, b raucht nun allerdings nicht weiter geprüft zu werden, nachdem sich die IV-Stelle in der a ngefochtenen Verfügung vom 20. November 2013 bei der Beurteilung des Gesundhei tszustandes und der aktuellen Arbeits- fähigkeit der Versicherten ohnehin vollumfänglich auf di e Ergebnisse gestützt hat, zu denen die Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dres. C.____ und D.____ in ihrem bidisziplinären Gutac hten vom 10. Februar 2012 gelangt sind, und diesem Gutachten nach dem vorstehend Gesagten a uch nach Auffassung des Kan- tonsgerichts ausschlaggebende Beweiskraft beizumessen ist. 7.4 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach in Bez ug auf die strittige Frage der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin festzuhalten, dass diese nach Ablauf des Wartejahres (Ende Januar 2010) noch bis März 2010 vollständig arbei tsunfähig war. Ab März 2010 ist so- dann bis Dezember 2010 von einer 50 %-igen und anschlie ssend ab Ende Dezember 2010 bis auf Weiteres von einer 80 %-igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und als ideal zu erach- tenden Tätigkeit als Sachbearbeiterin auszugehen. 8. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimme n. Dasselbe gilt im Rahmen der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung für die Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich. Da die Beschwerdeführerin laut dem vor stehend Gesagten nach Ablauf des Wartejahres (Ende Januar 2010) noch bis März 2010 in sämt lichen beruflichen Tätigkeiten voll- ständig arbeitsunfähig war, kann ohne weitere Erörter ungen festgehalten werden, dass der In- validitätsgrad im genannten Zeitraum 100 % betrug. Fü r die nachfolgenden Perioden, in denen die Versicherte in ihrer angestammten Tätigkeit vorerst wieder zu 50 % (März 2010 bis Dezem- ber 2010) und anschliessend (ab Ende Dezember 2010) b is auf Weiteres zu 80 % arbeitsfähig war, hat die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 20. November 2013 die zur Ermittlung des Invalidi- tätsgrades erforderlichen Einkommensvergleiche vorgenommen. Dabei hat sie anhand der Ge- genüberstellung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen für den Erwerbsbereich ab März 2010 einen IV-Grad von 50 % und ab Ende Dezember 2010 einen solchen von 11 % er- mittelt. Die konkreten Berechnungen, die von der Versich erten in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet worden sind, erweisen sich als rechtens , weshalb diesbezüglich auf die ent- sprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügu ng vom 20. November 2013 verwiesen werden kann. 9.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch hat die IV-Stelle eine Haus- haltabklärung in Auftrag gegeben. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellt die in Art. 69 Abs. 2 IVV vorgesehene Abklärung an Ort und St elle eine grundsätzlich geeignete und im Regelfall genügende Basis dafür dar, unter Berücksicht igung der konkreten Verhältnisse die Unmöglichkeit der versicherten Person festzustellen, sich i m bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Im Rahmen der Haushaltabklärung werden di e im Haushalt anfallenden Arbeitspro- zesse von einer qualifizierten Abklärungsperson, deren fach liche Kompetenz vorausgesetzt wird (vgl. dazu BGE 128 V 93 f. E. 4 und 130 V 62 f. E. 6.1 und 6.2), an Ort und Stelle einzeln besprochen und allfällige Einschränkungen werden im jeweiligen Bereich festgehalten. Von den Ergebnissen einer solchen Abklärung ist nur ausnahmsweise abzuweichen, handelt es sich doch bei der Einschätzung der Behinderungen im Rahmen eines Betätigungsvergleichs um einen Ermessensentscheid (vgl. BGE 114 V 316, 98 V 131). 9.2 Vorliegend ergab die Haushaltabklärung vor Ort gem äss Bericht vom 31. Mai 2012 eine Einschränkung von 7 %. Dieses Ergebnis wird von der Versicherten in ihrer Beschwerde in Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht verschiedenen Punkten in Frage gestellt. Wie es sich mit diesen Einwänden verhält, kann vor- liegend aus folgenden Gründen offen bleiben: Nach de m oben Gesagten (vgl. E. 4.2 hiervor) beträgt der Anteil der Erwerbstätigkeit der Versichert en 90 % und jener der Haushalttätigkeit 10 %. Bei einer Einschränkung im Erwerbsbereich von 11 % (vgl. E. 8 hiervor) resultiert für die- sen Bereich ein (gewichteter) IV-Grad von 10 % (0,9 x 11 %). Daraus folgt aber, dass bei der Beschwerdeführerin ab Ende Dezember 2010 selbst dann kein rentenbegründender IV-Grad bestehen würde, wenn man in der Haushalttätigkeit, di e lediglich einen Anteil von 10 % der ge- samten Tätigkeit ausmacht, von einer Einschränkung von 10 0 % ausgehen würde. In diesem Fall betrüge der IV-Grad insgesamt 20 % ([0,9 x 11 %] + [0,1 x 100 %]). In Anbetracht dieses Ergebnisses kann aber eine Auseinandersetzung mit den einzelnen Rügen der Beschwerdefüh- rerin zur Haushaltabklärung bzw. zu den Ergebnissen des betreffenden Berichts unterbleiben. 10.1 In Anwendung der gemischten Methode der Invalidit ätsbemessung ergibt sich auf Grund des Gesagten für den Zeitraum von Ende Januar 201 0 bis anfangs März 2010 ein IV- Grad von 100 %, für die Periode von anfangs März 2010 b is Ende Dezember 2010 ein solcher von 46 % und ab Ende Dezember 2010 noch ein IV-Grad von maximal 20 %. 10.2 Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellten IV -Grade auf den Beginn und die Dauer des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin auswirken. Bezüg lich der Frage des Rentenbeginns ist mit der IV-Stelle auf Art. 29 Abs. 1 IVG hinzuweisen, wonach der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Vorliegend ist die Anmeldung der Versicherten im April 2010 bei der IV- Stelle eingegangen. Somit kann der Versicherten eine R ente frühestens ab 1. Oktober 2010 ausgerichtet werden. Im genannten Zeitpunkt betrug d er IV-Grad der Versicherten 46 %, wes- halb die IV-Stelle der Beschwerdeführerin zu Recht m it Wirkung ab 1. Oktober 2010 eine Vier- telsrente zugesprochen hat. Ab Ende Dezember 2010 betr ug der IV-Grad der Versicherten ma- ximal noch 20 %, was keinen Rentenanspruch mehr ergib t. In diesem Zusammenhang gilt es jedoch die Bestimmung von Art. 88a Abs. 1 der Verordn ung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 zu beachten, wonach bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabset zung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen ist, in welchem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich län- gere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksi chtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussich tlich weiter andauern wird. Da bei der Beschwerdeführerin ab Ende Dezember 2010 eine anspr uchsbeeinflussende, längere Zeit dauernde Verbesserung der Erwerbsfähigkeit eingetrete n ist, hat sie gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV noch bis Ende März 2011 Anspruch auf die Vier telsrente. Dies wiederum bedeutet, dass die Aufhebung der Viertelsrente mit Wirkung ab 1. April 2011 zu erfolgen hat. 10.3 Die angefochtene Verfügung vom 20. November 2013, mit welcher die IV-Stelle der Versicherten für den Zeitraum vom 1. Oktober 2010 bis 3 1. März 2011 eine befristete Viertels- rente zugesprochen und gleichzeitig einen weiteren Rentenanspruch ab 1. April 2011 abgelehnt hat, ist demnach nicht zu beanstanden. Die dagegen erho bene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschw erdeführerin unterliegende Par- tei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 11.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht