Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 29. Juni 2016 (810 15 122) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Jgnaz Jermann, Niklaus Ruckstuhl, Gerichtsschreiber Martin Michel Beteiligte A.A.____ , Beschwerdeführer 1 B.A.____ , Beschwerdeführerin C.A.____ , Beschwerdeführer 2, gesetzlich vertreten durch den Beschwerdeführer 1 und die Beschwerdeführerin alle vertreten durch Dr. Andreas Noll, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligun g (RRB Nr. 0621 vom 21. April 2015) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.A.____ (geboren am 13. März 1989) reiste am 26. Juli 2009 in die Schweiz ein, wo er am 2. Oktober 2009 die Schweizer Staatsbürgerin B.A .____ heiratete. Daraufhin erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung. B. Am 9. Januar 2011 schlug A.A.____ mit einem Biergl as auf den Kopf des Wirtes einer Bar ein und in der Folge versetzte er einer am Boden kauernden Frau, die er für den Wirt hielt, mit dem zerbrochenen Bierglas mehrere Schläge. Dafür wurde er rechtskräftig wegen ver- suchter Tötung zum Nachteil der Frau und versuchter schwerer Körperverletzung zu Lasten des Wirts zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren ver urteilt (vgl. letztinstanzliches Urteil des Bundesgerichts 6B_132/2014 vom 1. Mai 2014). C. Am 27. September 2011 wurde der gemeinsame Sohn vo n A.A.____ und B.A.____, C.A.____, geboren. D. Das Bezirksgericht Liestal regelte am 15. Januar 2013 das Getrenntleben von A.A.____ und B.A.____. In der Folge trennten sich di e Ehegatten jedoch nicht. Nach einem Streit zwischen den Ehegatten am 19. Januar 2014 wurde A.A.____ von der Polizei für zwölf Tage aus der ehelichen Wohnung weggewiesen und mit einem Kontaktverbot belegt. E. Am 28. April 2013 mischte sich A.A.____ in ein Hand gemenge ein und schlug einen gläsernen "Halbliter-Bierhumpen" auf den Kopf eines M itbeteiligten. Dafür wurde A.A.____ mit Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 1. Juli 2015 d es Raufhandels und einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand schu ldig erklärt und zu 12 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Gegen dieses Urteil erhob A.A.____ beim Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt Berufung. Das Berufungsverfahren ist derzeit noch hängig. F. Seit dem 21. Juli 2014 befindet sich A.A.____ im Strafvollzug. G. Am 27. November 2014 verfügte das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligu ng und die Ausreise bei der (bedingten) Entlassung aus dem Strafvollzug. H. Eine von A.A.____, seiner Ehefrau und seinem Soh n, vertreten durch Dr. Andreas Noll, Advokat in Basel, dagegen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat mit Entscheid vom 21. April 2015 ab, soweit er darauf eintrat. Sodann wies der Regierungsrat den Antrag um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung ab. I. Dagegen liessen A.A.____, seine Ehefrau und sein So hn, weiterhin vertreten durch Dr. Andreas Noll, Advokat in Basel, am 4. Mai 2015 Be schwerde beim Kantonsgericht, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), erheben, mit den sinngemässen Rechtsbegehren, 1. Es sei ihm eine Aufenthaltsbewillig ung zu erteilen bzw. es sei das AfM anzuweisen, ihm eine Aufenthaltsbewilligung zu ertei len; 2. Es sei ihm für den Eventualfall des Unterliegens die unentgeltliche Prozessführung und Ve rbeiständung für das vorinstanzliche Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeverfahren zu bewilligen; 3. Es sei ihm für de n Eventualfall des Unterliegens die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung für d as Vorbescheidverfahren vor dem AfM zu bewilligen; Alles unter o/e-Kostenfolge, eventualit er sei der Beschwerdeführerschaft die unentgeltliche Rechtspflege mit dem unterzeichneten Ad vokaten als deren unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bewilligen. Sodann beantragten die Beschwerdeführer, es sei eine münd- liche Parteiverhandlung durchzuführen und alle Beschwe rdeführenden seien zur Verhandlung zu laden. J. Mit Eingabe vom 5. Juni 2015 beantragten die Beschwe rdeführer, es sei die Frist zur Einreichung einer Beschwerdebegründung zu erstrecken und e s sei vorweg über den Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zu entscheiden. K. Am 8. Juni 2015 setzte das Kantonsgericht die Frist zu r Einreichung einer Beschwer- debegründung sowie zur Leistung eines Kostenvorschusses vorderhand aus. L. Mit Verfügung vom 30. Juni 2015 wies die Präsidentin der Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts das Gesuch der Beschwe rdeführer um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung wegen Aussichtslosigkeit ab. M. Dagegen erhoben die Beschwerdeführer am 1. Juli 2 015 Einsprache bei der Kammer des Kantonsgerichts. Zugleich stellten die Beschwerdeführer ein Ausstandsbegehren gegen die Abteilungspräsidentin. N. Das Ausstandsbegehren gegen die Abteilungspräsidentin wies die Kammer des Kantonsgerichts mit Beschluss vom 6. August 2015 ab. Die v on den Beschwerdeführern dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit U rteil vom 24. September 2015 (Verfahrensnummer 2C_821/2015) ab. O. Mit Beschluss vom 19. August 2015 wies die Kammer die Einsprache betreffend Ver- weigerung der unentgeltlichen Rechtspflege der Beschw erdeführer ab. Die von den Beschwer- deführern dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesg ericht mit Urteil vom 23. Novem- ber 2015 (Verfahrensnummer 2C_980/2015) ab. P. Am 10. Februar 2016 reichten die Beschwerdeführer innert nachperemptorisch erstreckter Frist ihre ergänzende Beschwerdebegründung ein. Darin beantragten sie zusätzlich, es sei eine Kindsanhörung durchzuführen und über die Du rchführung derselben sei vorab im Wege einer selbständig anfechtbaren Zwischenverfügung zu entscheiden. Weiter ersuchten sie um eine Nachfrist zur Verbesserung der Beschwerdebegründung. Q. Mit Verfügung vom 11. Februar 2016 hielt das Kan tonsgericht fest, dass die Be- schwerde prima facie den gesetzlichen Anforderungen ents preche, weshalb auf eine Rückwei- sung zur Verbesserung der Begründung verzichtet werden könne. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht R. Mit Vernehmlassung vom 1. März 2016 beantragte der Regierungsrat, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. S. Am 9. März 2016 überwies die Abteilungspräsidentin den Fall der Kammer zur Beur- teilung im Rahmen einer Urteilsberatung. T. Mit Eingabe vom 7. April 2016 beantragten die Be schwerdeführer, es sei über die Durchführung einer Parteiverhandlung und der Kindsanhö rung vorab in einer selbständig an- fechtbaren Zwischenverfügung zu entscheiden. U. Die Abteilungspräsidentin teilte den Beschwerdeführ ern mit Schreiben vom 11. April 2016 mit, dass der Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung überwie- sen worden sei und demgemäss die Kammer über die Beweisa nträge (Durchführung einer Par- teiverhandlung und persönliche Anhörung des Kindes) entsc heiden und die allfällig notwendi- gen Beweismassnahmen anordnen werde. Auf die von den Be schwerdeführern dagegen erho- bene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 30 . Mai 2016 ( Verfahrensnummer 2C_447/2016) nicht ein. V. Nachdem das Kantonsgericht die Beschwerdeführer darüb er informiert hatte, dass die Urteilsberatung am 13. Juli 2016 stattfinden wird, be antragten die Beschwerdeführer am 2. Mai 2016 unter Hinweis darauf, dass ihr Rechtsvertreter vom 2. Juli 2016 bis zum 2. August 2016 ferienbedingt abwesend sei: 1. Es sei die auf den 13. Juli 2016 angesetzte Urteilsberatung auf einen anderen, in Absprache mit der Beschwerdeführersch aft festzulegenden Termin umzu- bieten; 2. Es sei Kantonsrichter Stefan Schulthess als Mitglied des die vorliegende Beschwerde beurteilenden Gerichtskörpers einzusetzen und 3. Die vorst ehenden Anträge seien vorab in einer selbständig anfechtbaren Zwischenverfügung zu entscheiden. W. Mit Verfügung vom 9. Mai 2016 setzte das Kantonsge richt die Urteilsberatung neu auf den 29. Juni 2016 an und teilte den Beschwerdeführern die vorgesehenen Mitglieder des Spruchkörpers dieses Verhandlungstages mit. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kant onsgericht zulässig. § 47 Abs. 1 lit. a VPO sieht vor, dass zur Beschwerde befugt ist, we r durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schu tzwürdiges Interesse an dessen Än- derung oder Aufhebung hat. Da die Beschwerdeführer ein schutzwürdiges Interesse an der Auf- hebung des angefochtenen Entscheids haben und die übrig en formellen Voraussetzungen erfüllt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Bei der Beurteilung der verwaltungsgerichtlichen Be schwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO dar auf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu üb erprüfen bzw. zu prüfen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehler haft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Kanton sgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3.1 Ausländische Ehegatten von Schweizer Bürgern haben Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005). Die Ansprüche nach Art. 42 AuG erlöschen unter a nderem dann, wenn Widerrufsgründe nach Art. 63 AuG vorliegen (Art. 51 Abs. 1 lit. b Au G). Dies ist namentlich der Fall, wenn eine ausländische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde (Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art 62 lit. b AuG). Als "längerfr istig" gilt jede Freiheitsstrafe, deren Dauer ein Jahr überschreitet (BGE 139 I 31 E. 2.1) und zwar unabh ängig davon, ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt zu vollziehen ist (Urteil de s Bundesgerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). 3.2 Der Beschwerdeführer 1 hat unbestrittenermassen ei nen Widerrufsgrund gesetzt, indem er aufgrund seiner Straftat rechtskräftig zu ein er unbedingten Freiheitsstrafe von vierein- halb Jahren und damit zu einer längerfristigen Freihe itsstrafe im Sinne von Art. 62 lit. b AuG verurteilt wurde. 4.1 Die Beschwerdeführer rügen im Wesentlichen eine Ver letzung von Art. 8 der Konven- tion zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheite n (EMRK) vom 4. November 1950 bzw. Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 und § 6 der Verfassung des Kantons Basel-Landschaft (KV) vom 17. Mai 1984 und machen geltend, die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei unverhältnismässig. 4.2 Liegt ein Widerrufsgrund im Sinne von Art. 62 li t. b AuG vor, muss die Massnahme im konkreten Fall auch verhältnismässig sein (Art. 96 Abs. 1 AuG). Dies erfordert eine Interessen- abwägung, welche die wesentlichen Umstände des Einzelfal ls berücksichtigt (BGE 135 II 110 E. 2.1). Da der Beschwerdeführer 1 mit der Beschwerdef ührerin, einer Schweizerin, verheiratet ist und – abgesehen von seiner Zeit im Strafvollzug – mi t ihr und dem gemeinsamen Kind, dem Beschwerdeführer 2, zusammenlebt, kann er auch das Recht a uf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK anruf en. Somit ist über die landesrechtliche Verhältnismässigkeitsprüfung hinaus eine solche gemäss dem Konventionsrecht vorzunehmen (Art. 8 Ziff. 2 EMRK; BGE 122 II 1 E. 2). Die konvent ionsrechtliche Verhältnismässigkeitsprü- fung entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AuG. Die Prü fung kann in einem einzigen Schritt vor- genommen werden (Urteile des Bundesgerichts 2C_551/2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.4 und 2C_11/2013 vom 25. März 2013 E. 3.1 mit Hinweisen). B ei der Prüfung sind namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Integration bzw. d ie Dauer der bisherigen Anwesen- heit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile zu beachten (BGE Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 139 I 31 E. 2.3.3 mit Hinweisen; 135 II 377 E. 4.3). Unter anderem ist in diesem Zusammen- hang auch dem Kindesinteresse Rechnung zu tragen. Eine m Ausländer, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll der weitere Aufentha lt zwar nur mit besonderer Zurückhaltung verweigert werden, doch ist dies bei wiederholter bzw. sch werer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat. Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz besteht – überwiegende pri- vate oder familiäre Bindungen vorbehalten – auch in di esen Fällen ein öffentliches Interesse daran, zur Aufrechterhaltung der Ordnung bzw. Verhüt ung von (weiteren) Straftaten die Anwe- senheit des Ausländers zu beenden (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.1 und 2.3.2 mit Hinweisen). Nach der ständigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine m Ausländer nach bloss kurzer Aufenthaltsdauer und bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr in der Regel selbst dann kein Aufenthaltstitel mehr zu erteilen, wenn der schweizerischen Ehe- partnerin die Ausreise nicht oder nur schwer zuzumuten ist . Gleichzeitig rief das Bundesgericht aber in Erinnerung, dass es sich bei dieser sog. "Zweijahr esregel" keinesfalls um eine feste Grenze handle, die nicht über- oder unterschritten werden dürfe; entscheidend sei weiterhin die Abwägung der widerstreitenden öffentlichen und private n Interessen im Einzelfall (sog. "Reneja"-Praxis, vgl. ausführlich BGE 139 I 145 E. 3.4-3.9, mit Hinweisen). 4.3 Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Versc huldens und die fremdenpoli- zeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht ver hängte Strafe (Urteil des Bundes- gerichts 2C_295/2009 E. 5.3 nicht publ. in BGE 135 II 377; BGE 129 II 215 E. 3.1). Bei schwe- ren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz besteht regelmässig ein wesentliches öf- fentliches Interesse daran, zur Aufrechterhaltung der O rdnung bzw. Verhütung von (weiteren) Straftaten die Anwesenheit des Ausländers zu beenden ( BGE 139 I 31 E. 2.3.1 f.). Zudem dürfen bei ausländischen Personen, welche sich wie der Beschwerdeführer 1 nicht auf das Frei- zügigkeitsabkommen berufen können, im Rahmen der Inte ressenabwägung auch generalprä- ventive Gesichtspunkte berücksichtigt werden (Urteil des Bu ndesgerichts 2C_373/2014 vom 20. Mai 2014 E. 2.1.1 mit Hinweis). 4.4 Gestützt auf das Urteil des Strafgerichts des Kantons B asel-Stadt vom 15. März 2012 (bestätigt von Appellationsgericht und Bundesgericht; siehe vorne lit. B) ist – mit der Vorinstanz – auch in Bezug auf die migrationsrechtliche Interessen abwägung von einem schweren Verschulden des Beschwerdeführers 1 auszugehen. Der Beschwer deführer 1 schlug mit einem Bierglas auf den Kopf eines Wirts ein und versetzte in der Folge einer am Boden kauernden Frau, welche er für den Wirt hielt, mit dem zerbrochenen Bierglas mehrere Schläge. Dabei fügte er dem Wirt nur durch Zufall keine lebensgefährlichen Verletzungen zu. Erschwerend kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer 1 am 28. April 2013 – d.h. noch während des laufenden Be- rufungsverfahrens – erneut eine ähnliche Tat begangen hat. Dies, nachdem das Strafgericht zuvor in seinem Urteil vom 15. März 2012 noch zu Gunsten des Beschwerdeführers 1 berück- sichtigt hatte, dass es keine Hinweise für eine generell erhöhte Gewaltbereitschaft bei ihm gebe und dass seit dem Delikt über ein Jahr vergangen sei, i n welchem er sich nichts mehr habe zuschulden kommen lassen. Ebenso wurde dem Umstand leicht en tlastend Rechnung getra- gen, dass der Beschwerdeführer 1 eine direkte Bezugs- und Betreuungsperson für den Beschwerdeführer 2 war (Urteil des Strafgerichts des Ka ntons Basel-Stadt vom 15. März 2012 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht S. 22). Trotzdem haben diese Umstände den Beschwerdeführer 1 nicht daran gehindert, erneut eine Tat zu begehen. Die strafrechtliche Beurteilung d erselben ist zwar noch nicht rechtskräftig erfolgt; der Beschwerdeführer 1 anerkennt jedoch, dass er einen anderen Beschuldigten mit einem Bierglas am Kopf verletzt hat (vgl. Schreiben de s Beschwerdeführers an den Regierungsrat vom 20. März 2015 S. 1). Dass der Beschwerd eführer 1 sich seit dieser zweiten Tat nun nichts mehr hat zuschulden kommen lassen, vermag e ine Rückfallgefahr nicht auszu- schliessen. Insbesondere wird eine gute Führung im Straf vollzug – welche beim Beschwerde- führer unbestrittenermassen gegeben ist – allgemein er wartet und lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf das künftige Verhalten zu. Damit kann nich t von einer nachhaltigen Bewäh- rung ausgegangen werden. Hinzu kommt, dass für Legalpr ognosen in fremdenpolizeilicher Hin- sicht mit Blick auf das im Vordergrund stehende Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ein strengerer Beurteilungsmassstab zum Tragen kommt als im strafrechtlichen Sanktionenrecht (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.2.2 mit Hi nweisen). Damit besteht ein erhebliches sicherheitspolizeiliches Interesse daran, dem Beschwerdeführe r die Verlängerung der Aufent- haltsbewilligung zu verweigern. 5.1 Den öffentlichen Interessen an der Wegweisung des B eschwerdeführers 1 sind die pri- vaten Interessen an dessen Verbleib in der Schweiz gege nüberzustellen. Zu prüfen sind dabei auch die Nachteile, die sich bei der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung für die Familie des Beschwerdeführers 1, d.h. für die Beschwerdeführerin und den Beschwerdeführer 2, ergä- ben (zum Ganzen BGE 135 II 377 E. 4.3; Urteil des Bund esgerichts 2C_1058/2013 vom 11. September 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss sind dabei die Dauer der ehelichen Beziehung und weitere Gesichtspunkte relevant, welche Rückschlüsse auf deren Intensität zulassen. 5.2 Der Beschwerdeführer 1 ist im Alter von 20 Jahren in die Schweiz eingereist. Seine Kindheit und die prägenden Jugendjahre hat er in Brasilien verbracht, wo ein unehelicher Sohn, sein Vater, seine beiden Brüder, sowie weitere Familie nangehörige leben. Der Beschwerde- führer 1 hält sich erst seit knapp sieben Jahren ordnu ngsgemäss in der Schweiz auf, wobei in Bezug auf die Aufenthaltsdauer in der Schweiz zusätzlic h zu berücksichtigen ist, dass er sich während dieser Zeit seit bald zwei Jahren im Strafvollzu g befindet. In beruflicher Hinsicht konn- te sich der Beschwerdeführer 1 in der Schweiz nicht inte grieren; er übte einzig Gelegenheits- arbeiten auf temporärer Basis aus, wobei die längste Anstellung lediglich zwei Wochen dauerte. Zu Gute zu halten ist dem Beschwerdeführer 1 hingegen, dass er sich seit der Geburt des Beschwerdeführers 2 um dessen Betreuung gekümmert hat und damit der Beschwerdeführerin ihre Ausbildung ermöglicht hat. Die Beschwerdeführer si nd jedoch weiterhin von der Sozialhilfe abhängig. Der Beschwerdeführer 1 wohnte bis zum Strafa ntritt mit der Beschwerdeführerin sowie dem Beschwerdeführer 2, dem gemeinsamen Sohn, zu sammen und das Familienleben ist – trotz eines Eheschutzverfahrens und eines Vorfalls häu slicher Gewalt – gemäss überein- stimmenden Angaben beider Ehegatten intakt. Eine For tsetzung des Familienlebens ist nach dem Strafende beabsichtigt. Der Beschwerdeführer 1 hat denn auch, was seine beim Kantons- gericht eingereichte Fotodokumentation belegt, während des Strafvollzugs im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten das Familienleben weiter gep flegt. Der Beschwerdeführerin und dem Beschwerdeführer 2 ist eine Ausreise nach Brasilien nur schwer zuzumuten, sodass die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fortführung der familiären Beziehung, falls der Beschwe rdeführer die Schweiz verlassen müsste, erschwert würde. Demnach sprechen beachtliche pri vate Interessen für den Verbleib des Beschwerdeführers 1 in der Schweiz. 6.1 Zwar können familiäre Beziehungen dazu führen, da ss von einer Entfernung eines straffällig gewordenen Ausländers abzusehen ist, wenn d ie Massnahme wegen der Unzumut- barkeit der Ausreise für die Familienangehörigen zu ei ner Trennung der Familiengemeinschaft führt. Die Schwere des hier begangenen Gewaltdelikts u nd das Verschulden des Beschwerde- führers, welches – trotz der vom Strafgericht berücksichtigte n mildernden Umstände – noch zu einer Verurteilung geführt hat, die weit über der " Grenze" von zwei Jahren gemäss der "Reneja"-Praxis liegt, sowie der Umstand, dass weder d ie Ehe mit der Beschwerdeführerin, noch die Geburt des Beschwerdeführers 2, noch ein hängi ges Berufungsverfahren den Be- schwerdeführer 1 von der Begehung einer weiteren Stra ftat abzuhalten vermochten, lassen eine solche Rücksichtnahme nicht zu. Mit diesem Verhalten setzte der Beschwerdeführer 1 die Möglichkeit, sein Familienleben in der Schweiz zu führen, leichtsinnig aufs Spiel. Der Beschwer- deführer 1 ist zudem mit den heimatlichen Verhältnissen bestens vertraut und verfügt dort nach wie vor über persönliche Kontakte, weshalb es ihm – wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat – zumutbar sein wird, in sein Heimatland zurückzukeh ren und sich dort wieder einzuglie- dern. In Anbetracht aller Umstände und mit Blick auf das Verhalten des Beschwerdeführers 1 überwiegt das öffentliche Interesse am Schutz der Bevölke rung vor potenziell rückfallgefährde- ten ausländischen Straftätern aus Drittstaaten das priva te Interesse sowohl des Beschwerde- führers 1, als auch der Beschwerdeführerin und des Beschw erdeführers 2 am Verbleib des Beschwerdeführers 1 in der Schweiz, selbst wenn die fam iliäre Beziehung deshalb nur noch unter erschwerten Bedingungen – besuchsweise oder über d ie modernen Kommunikationsmit- tel – gelebt werden kann. Dies rechtfertigt sich umso me hr, als sich der Beschwerdeführer 1 trotz des siebenjährigen Aufenthalts in der Schweiz beruf lich nicht integrieren konnte. Das öffentliche Interesse an der Entfernung des Beschwerde führers 1 überwiegt somit sein privates Interesse sowie dasjenige der Beschwerdeführerin und de s Beschwerdeführers 2 an einem weiteren Verbleib des Beschwerdeführers 1 in der Schweiz klar und die verfügte Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung erweist sich ebenso als verhältnismässig. 6.2 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass eine strafrech tliche Verurteilung die Erteilung einer neuen Aufenthaltsbewilligung nicht zwingend ein für allemal verunmöglicht. Unter gewis- sen Voraussetzungen kann nach einer angemessenen Bewährun gsdauer im Heimatland eine Neubeurteilung angezeigt sein (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 2C_1170/2012 vom 24. Mai 2013 E. 3 mit Hinweisen). In diesem Rahmen ist der Zei tablauf, verbunden mit Deliktsfreiheit, angemessen zu berücksichtigen. Damit wird dem Umstand Rech nung getragen, dass die seit der Tat verflossene Zeit und das seitherige Verhalten des Ausländers beim bewilligungs- rechtlichen Entscheid mitzuberücksichtigen sind (Urteil des B undesgerichts 2C_953/2013 vom 16. September 2014 E. 3.3, mit Hinweisen). 7.1 Die Beschwerdeführer verlangen unter Berufung auf Art. 29 Abs. 2 und 3 BV, § 9 Abs. 1 und 3 KV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK eine mün dliche Parteiverhandlung. Zum Anspruch auf rechtliches Gehör gehört das Recht des Betroffenen, si ch vor Erlass eines in seine Rechts-Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellung eingreifenden Entscheides zur Sache zu äussern so wie auf Abnahme der rechtzeitig und formrichtig angebotenen rechtserheblichen Beweismit tel (BGE 127 I 54 E. 2b). Indessen räumen weder Art. 29 Abs. 2 BV noch § 9 KV – entgege n der Auffassung der Beschwerdeführer – ein unbedingtes Recht auf mündliche Anhörung durch das urteilende Gericht ein. Auch steht diese Verfassungsgarantie einer vorweggenommenen Bewei swürdigung nicht entgegen. Das Gericht kann auf die Abnahme von Beweisen verzichten, w enn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat u nd ohne Willkür annehmen kann, seine Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (BGE 134 I 140 E. 5.3; 130 II 425 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_276/2011 vom 10. Oktober 2011 E. 2.1, nicht publ. in: BGE 137 II 393). Im Verfahren auf Ni chtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sind zahlreiche Umstände objektiver Natur sowie das in der Vergangenheit liegende Verhalten des betroffenen Ausländers zu berücksichtigen. Dem persönl ichen Eindruck kann dabei keine überwiegende Bedeutung zukommen, weshalb es verfassungsr echtlich zulässig ist, aufgrund der Akten zu entscheiden. 7.2 Entgegen der Auffassung können die Beschwerdeführer aus Art. 6 EMRK nichts zu ihren Gunsten ableiten. Verfahren betreffend die Gew ährung von Asyl, die Zuerkennung oder Verweigerung des Aufenthaltsrechts in einem Staatsgebiet einschliesslich Verfahren betreffend aufenthaltsbeendende Massnahmen von Ausländern sowie Verf ahren über die Verleihung und die Aberkennung der Staatsbürgerschaft sind nicht vom B egriff der "civil rights" erfasst und fallen damit nicht in den Anwendungsbereich von Art. 6 EMRK (vgl. C HRISTOPH GRABENWAR - TER /K ATHARINA PABEL , Europäische Menschenrechtskonvention, 5. Auflage, Münche n 2012, S. 390 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 2C_463/2011 vom 23. August 2011 E. 2.1). 7.3 Die Beschwerdeführer hatten sowohl in den vorinsta nzlichen Verfahren als auch im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren Gelegenhei t, ihre Situation umfassend darzu- legen, wovon sie auch Gebrauch gemacht haben. Aufgrund der vorliegenden Aktenlage kann davon abgesehen, die Beschwerdeführer persönlich anzuhören, zumal nicht ersichtlich ist, dass weitere relevante Ausführungen in einer Anhörung hät ten ermittelt werden können. Demnach erübrigt sich Durchführung einer mündlichen Parteiverhandlung. 8.1 Die Beschwerdeführer berufen sich des Weiteren im We sentlichen unter Hinweis auf verschiedene Garantien des Übereinkommens über die Recht e des Kindes (KRK) vom 20. November 1989 (z.B. das Diskriminierungsverbot, Vorrang des Kindeswohls etc.) sowie der BV und der KV auf das Interesse des Beschwerdeführers 2, dass der Beschwerdeführer 1 in der Schweiz bleiben könne. In diesem Zusammenhang verlangen sie insbesondere gestützt auf Art. 12 KRK sowie auf eine analoge Anwendung von Ar t. 314a des Schweizerischen Zivil- gesetzbuchs (ZGB) vom 10. Dezember 1907 und Art. 298 der Schweizerischen Zivilprozessord- nung (ZPO) vom 19. Dezember 2008 eine persönliche Anhörung des Beschwerdeführers 2. 8.2 Nach Art. 12 KRK sichern die Vertragsstaaten dem Ki nd, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in alle n es berührenden Angelegenheiten frei zu äussern, und sie berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife. Zu diesem Zweck wird de m Kind insbesondere Gelegenheit Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegeben, in allen das Kind berührenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder unmit- telbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignet e Stelle im Einklang mit den innerstaat- lichen Verfahrensvorschriften gehört zu werden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind Kinder (im Rahmen von Scheidungsverfahren) aus kinde rpsychologischen Gründen grundsätzlich erst etwa ab dem 6. Altersjahr persönlich anzuhören. Zudem verlangt Art. 12 KRK dort, wo das Verfahren hauptsächlich schriftlich ist, wi e namentlich im ausländerrechtlichen Verfahren, nicht zwingend, dass das Kind persönlich angeh ört wird, sofern sein Gesichtspunkt angemessen, d.h. durch eine schriftliche Erklärung des Ki ndes selber oder seines Vertreters ausgedrückt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 2C_9 30/2012 vom 10. Januar 2013 E. 4.4.1, mit Hinweisen). Vorliegend wurden die Interessen des Beschwerdeführers 2 durch den Beschwerdeführer 1 und die Beschwerdeführerin, welche seine gesetzlichen Vertreter sind, sowie die anwaltliche Vertretung eingehend vorgebracht. Die Aktenlage und die schriftlichen Eingaben der Beschwerdeführer ermöglichten, sich das erf orderliche Bild über die massgebli- chen Verhältnisse für die Überprüfung des Entscheids über die Aufenthaltsbewilligung zu machen. Daher erübrigt sich eine zusätzliche Anhörung des Beschwerdeführers 2, zumal dieser auch noch keine fünf Jahre alt ist. 9. Zusammengefasst erfolgten die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers 1 und seine Wegweisung aus der Schweiz zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 10.1 Die Beschwerdeführer beantragen sodann für den F all des Unterliegens, es sei ihnen für das "Vorbescheidverfahren" vor dem AfM ebenfalls di e unentgeltliche Verbeiständung zu bewilligen. Das AfM verweigerte den Beschwerdeführern d ie Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands mit der Begründung, es sei keine sachl iche Notwendigkeit eines Rechtsbei- standes ersichtlich. Zudem würden sich keine komplizierten Re chtsfragen stellen und die Darlegung der Sachinformationen sei den Betroffenen ohne Rechtsbeistand möglich. Voraus- setzung für den Anspruch auf unentgeltliche Rechtspfleg e gestützt auf § 23 des Verwaltungs- verfahrensgesetzes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 und Art. 29 Abs. 3 BV (BGE 128 I 225 E. 2.3 mit Hinweisen) ist auch im nichtst reitigen Verwaltungsverfahren das Vorliegen von Bedürftigkeit des Betroffenen (vgl. daz u BGE 128 I 225 E. 2.5.1), die Nicht-Aus- sichtslosigkeit der Rechtssache (dazu BGE 129 I 129 E. 2.3. 1) und die Notwendigkeit der Verbeiständung (dazu BGE 128 I 225 E. 2.5.2). Ein Ansp ruch auf unentgeltliche Verbeistän- dung besteht demnach, soweit sie für die Wahrung der Rechte notwendig ist und der Betroffene seine Sache – auf sich allein gestellt – nicht sachgerecht und hinreichend wirksam vertreten kann. Die Notwendigkeit der Verbeiständung beurteilt sich aufgrund der Gesamtheit der konkre- ten Umstände; dazu zählen insbesondere die Schwere der Betroffenheit in grundlegenden Interessen, die tatsächlichen und rechtlichen Schwierig keiten, die anwendbaren Verfahrensvor- schriften sowie die Fähigkeit, sich im Verfahren zurecht zufinden (BGE 128 I 225 E. 2.5.2). Mit dem AfM ist festzuhalten, dass im Fall der Beschwerdefüh rer ausländerrechtlich keine komple- xe Situation vorlag und auch sonst keine Gründe (wie z. B. eine Unfähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden) ersichtlich sind, die einen Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand im erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren hätten begründe n können. Die Beschwerde erweist sich damit auch in diesem Punkt als unbegründet. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2 Ebenso ist die Beschwerde abzuweisen, soweit die Beschwerdeführer rügen, die Vorinstanz habe zu Unrecht den Antrag um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung infolge Aussichtslosigkeit abgewiesen. In Anbetracht der vorstehend geschil- derten Sach- und Rechtslage ist nicht zu beanstanden, d ass bereits der Regierungsrat in seinem Beschwerdeverfahren zum Schluss gekommen ist, dass d ie Gewinnaussichten deutlich geringer sind als die Verlustgefahren. 11. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Beschwer deverfahrens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Das von den Beschwerdeführern gestellte Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung wurde bereits mit Zwischenentscheid infol ge Aussichtslosigkeit abgewiesen (siehe vorne lit. L und O). Demgemäss sind die Verfahre nskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem Ausgang des Verfahrens entsprechend den unterlegenen Beschwerdeführern aufzuer- legen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 2 VPO). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden den Beschwerdeführern auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 15. September 2016 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahrensnummer 2C_870/2016) erhoben.