<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: PB.2004.00068</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204678&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>PB.2004.00068</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.12.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Personalrecht / Lohnzahlung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Kündigung (umstrittene Kündigungsfrist; Frage des Zustandekommens eines Aufhebungsvertrags)<br/><br/>Anwendbarkeit der Besoldungsverordnung der Gemeinde X. Es gibt danach grundsätzlich drei verschiedene Möglichkeiten, ein Arbeitsverhältnis aufzulösen: 1. ordentliche Kündigung (Frist: drei Monate) 2. Kündigung aus wichtigen Gründen (Frist: drei Monate oder fristlos) 3. Aufhebungsvertrag (einvernehmliche Abkürzung der Dreimonatsfrist). Voraussetzungen des Aufhebungsvertrags im Allgemeinen (E. 2.1+2). Zur Anstellungsbehörde (E. 2.3). Das Kündigungsschreiben der Beschwerdeführerin war unklar formuliert. Zur Auslegung sind die allgemeinen Grundsätze des OR beizuziehen. Die Beschwerdegegnerin durfte das Kündigungsschreiben nach Treu und Glauben nicht einseitig zu ihren Gunsten auslegen (E. 3.2+3). Der Antrag zum Abschluss eines Aufhebungsvertrages traf bei der Anstellungsbehörde gleichzeitig wie dessen Widerruf ein und hat dadurch als nicht erfolgt zu gelten. Die Anstellungsbehörde lehnte einen weiteren Antrag bezüglich einer Kündigungsfrist von einem Monat ab. Somit gilt die ordentliche Kündigungsfrist von drei Monaten (E. 4). Berechnung der Lohnforderung. Zins (E. 5). Kostenfolgen (E. 6).<br/>Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANSTELLUNGSBEHÃRDE">ANSTELLUNGSBEHÃRDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANTRAG">ANTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFHEBUNGSVERTRAG">AUFHEBUNGSVERTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLEGUNG">AUSLEGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: BEENDIGUNG DES DIENSTVERHÃLTNISSES">BEENDIGUNG DES DIENSTVERHÃLTNISSES</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BRUTTOLOHN">BRUTTOLOHN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINVERNEHMLICHE AUFLÃSUNG">EINVERNEHMLICHE AUFLÃSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORDERUNG">FORDERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KÃNDIGUNG">KÃNDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KÃNDIGUNGSFRIST">KÃNDIGUNGSFRIST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAG">VERTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSPRINZIP">VERTRAUENSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUF">WIDERRUF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WILLENSERKLÃRUNG">WILLENSERKLÃRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZINS">ZINS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 5 Abs. 1 OR</span><br/><span class="gerade">Art. 9 Abs. 1 OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 102 OR</span><br/><span class="gerade">Art. 324 Abs. 2 OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 337c Abs. 2 OR</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>A wurde mit Beschluss des Gemeinderats X per 1. November 2002 als Mit­arbeiterin des Zivilstandsamtes und Stellvertreterin der Zivilstandsbeamtin angestellt. Am 10. November 2003 Ã¼bergab sie ihrer direkten Vorgesetzten persÃ¶nlich ein vom 7. November 2003 datierendes Schreiben, worin sie "auf Ende November" kÃ¼ndigte. Aufgrund der "gegebenen UmstÃ¤nde" sei es ihr nicht mehr mÃ¶glich, als Stellvertreterin der Zivilstandsbeamtin weiter zu arbeiten. Sie erachtete eine sofortige Freistellung fÃ¼r beide Parteien als mÃ¶glicherweise sinnvoll. Die Gesundheitsabteilung der Gemeinde X nahm mit Schreiben vom selben Tag Kenntnis von der KÃ¼ndigung "ohne Einhaltung der dreimonatigen KÃ¼ndigungsfrist" und fÃ¼gte an, der Gemeinderat werde an seiner Sitzung vom 12. November 2003 darÃ¼ber orientiert. Dem Wunsch von A auf sofortige Freistellung werde entsprochen, unter Vorbehalt der nachtrÃ¤glichen Zustimmung des Gemeinderats.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>A wandte sich mit Schreiben vom 11. November 2003 gegen die BestÃ¤tigung ihrer KÃ¼ndigung und hielt fest, sie habe auf Ende November 2003 unter Einhaltung der normalen KÃ¼ndigungsfrist von drei Monaten auf Ende Februar 2004 kÃ¼ndigen wollen. Insbesondere aufgrund der momentanen Arbeitsmarktsituation sei nie die Meinung gewesen, vorzeitig und ohne Einhaltung der KÃ¼ndigungsfrist kÃ¼ndigen zu wollen. Es sei ihr aber bewusst, dass sie dies im KÃ¼ndigungsschreiben falsch formuliert habe. Aus finanziellen GrÃ¼nden sei es ihr nicht mÃ¶glich, auf eine KÃ¼ndigung ohne KÃ¼ndigungsfrist einzugehen, weshalb sie die Gemeindeverwaltung X darum bitte, "einer KÃ¼ndigungsfrist bis Ende Dezember 2003 zuzustimmen". Gleichzeitig reichte sie ein vom 11. November 2003 datierendes Arztzeugnis ein, wonach sie vom 10. November bis 30. November 2003 krank geschrieben war. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Gemeinderat X sandte A am 18. November 2003 eine "KÃ¼ndigungsbestÃ¤tigung" und orientierte sie darÃ¼ber, dass der Gemeinderat mit Zirkular­beschluss vom Vortag von der KÃ¼ndigung vorzeitig per 30. November 2003 "Kenntnis genommen" und der sofortigen Freistellung entsprochen habe. Mit Eingabe vom 18. November 2003 hielt A erneut daran fest, dass ihr Schreiben vom 10. November 2003 falsch aufgefasst worden sei und sie nie habe ausserordentlich kÃ¼ndigen oder die KÃ¼ndigungsfrist verkÃ¼rzen wollen, was sie am 11. November 2003 umgehend mitgeteilt habe. Sie ersuchte um WiedererwÃ¤gung. Die Rechtsschutzversicherung von A fÃ¼hrte am 21. November 2003 gegenÃ¼ber der GemeinderÃ¤tin D aus, A habe die Begriffe "KÃ¼ndigungsfrist" und "KÃ¼ndigungstermin" verwechselt. Sie sei keine Juristin, was bei der Auslegung der WillenserklÃ¤rung zu berÃ¼cksichtigen sei. A habe ordentlich gekÃ¼ndigt per Ende Februar 2004. Bis und mit 30. November 2003 sei sie zwar arbeitsunfÃ¤hig, jedoch biete sie fÃ¼r die Zeit danach weiterhin ihre Arbeitsleistung an.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Gemeinderat vertrat mit Schreiben vom 27. November 2003 der Rechtsschutzversicherung gegenÃ¼ber unter anderem die Auffassung, A habe gemÃ¤ss Art. 9.2 der Besoldungsverordnung vom 1. Dezember 1993 (BVO) eine AbkÃ¼rzung der KÃ¼ndigungsfrist vorschlagen dÃ¼rfen und der Gemeinderat habe sich dazu entschlossen, seine Zustimmung zur AuflÃ¶sung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses zu erteilen. Auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch vom 18. November 2003 sei der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 26. November 2003 nicht eingegangen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Auf Anfrage der Rechtsschutzversicherung versah der Gemeinderat seinen Beschluss vom 17. November 2003 mit einer Rechtsmittelbelehrung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>A liess am 9. Dezember 2003 gegen den Beschluss des Gemeinderates Rekurs an den Bezirksrat Y erheben und die Aufhebung des Entscheids sowie Lohnfortzahlung bis Ende Februar 2004 beantragen. Der Bezirksrat wies das Rechtsmittel mit Beschluss vom 7. Juli 2004 ab und stellte fest, die AuflÃ¶sung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses zwischen A und der Gemeinde X per Ende November 2003 werde bestÃ¤tigt; eine Lohnfortzahlungspflicht bis Ende Februar 2004 bestehe nicht.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen den Entscheid des Bezirksrats liess A am 20. September 2004 Beschwerde vor Verwaltungsgericht fÃ¼hren und folgendes Rechtsbegehren stellen:</span></p> <p class="EinzugZitat">" Der Entscheid des Bezirksrates Y vom 7. Juli 2004 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der BeschwerdefÃ¼hrerin Fr. 6'920.65 netto (unter Abrechnung der AHV/ALV-BeitrÃ¤ge) zuzÃ¼glich 5% Zins seit 1. MÃ¤rz 2004 zu bezahlen;<br/> Eventualiter sei das Verfahren zur Feststellung des Sachverhaltes an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen.<br/> Alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Rekursgegnerin."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Urteilstext"><span>DemgegenÃ¼ber liess die Gemeinde X die vollumfÃ¤ngliche Abweisung der Beschwerde beantragen, soweit darauf einzutreten sei; unter EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 74 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflege­gesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r die Behandlung von Beschwerden gegen personalrechtliche Rekursentscheide des Bezirksrats zustÃ¤ndig. Angesichts der geforderten "Fr. 6'920.65 netto zuzÃ¼glich AHV/ALV" ist der Einzelrichter zum Entscheid berufen (§ 38 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Am 26. Februar 2004 gab die Arbeitslosenkasse des Kantons ZÃ¼rich der Beschwerdegegnerin davon Kenntnis, dass sie der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r die Zeit vom 1. Dezember 2003 bis zum 29. Februar 2004 insgesamt Fr. 11'752.- ausbezahlt habe und die Beschwerdegegnerin in diesem Umfang keine Zahlungen mit befreiender Wirkung an die BeschwerdefÃ¼hrerin leisten kÃ¶nne.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Umfang der Zahlung von Arbeitslosengeldern gehen die AnsprÃ¼che der zu Unrecht entlassenen Person von Gesetzes wegen auf die Arbeitslosenkasse Ã¼ber (Art. 29 Abs. 2 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes vom 25. Juni 1982; SR 837.0). Will der Arbeitnehmer die fristlose Entlassung anfechten, kann er nicht mehr den ganzen Lohn einklagen, sondern nur noch den Rest. Insofern war die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin im Rekursverfahren ab Auszahlung der Arbeitslosengelder entgegen dem angefochtenen Entscheid tatsÃ¤chlich beschrÃ¤nkt (vgl. Ullin Streiff/Adrian von Kaenel, Arbeitsvertrag, 5. A., ZÃ¼rich 1993, Art. 337c N. 11; JÃ¼rg BrÃ¼hwiler, Kommentar zum Einzelarbeitsvertrag, 2. A., Bern etc. 1996, Art. 337c N. 5). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist VerfÃ¼gungsadressatin und Partei im vorinstanzlichen Verfahren, weshalb ihre Legitimation zu bejahen ist (§ 21 lit. a VRG; </span>Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, <span>§ 21 N. 31 ff.). Der Streitgegenstand vor Verwaltungsgericht wird durch den Antrag bestimmt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 53 N. 1). Die BeschwerdefÃ¼hrerin fordert in ihrem Antrag bereits eine um die Zahlungen der Arbeitslosenkasse verringerte Summe. Die Reduktion von Sachbegehren auf ein Minus des ursprÃ¼nglichen Antrags wird vom Verbot der StreitgegenstandsÃ¤nderung nicht erfasst (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 20 N. 36).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Da auch die Ã¼brigen Voraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 10 lit. e der Gemeindeordnung der politischen Gemeinde X vom 26. September 1996 (im Folgenden: GemO) beschliesst die Gemeindeversammlung die Besoldungsverordnung fÃ¼r die Gemeindeorgane und das Gemeindepersonal. Am 1. Dezember 1993 wurde die Besoldungsverordnung erlassen und am 1. Januar 2004 durch die Personalverordnung ersetzt. Die KÃ¼ndigung erfolgte noch im Jahr 2003, weshalb auf die vorliegende Streitigkeit die Besoldungsverordnung von 1993 anzuwenden ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>GemÃ¤ss Besoldungsverordnung ist die AuflÃ¶sung von ArbeitsverhÃ¤ltnissen auf drei verschiedene Arten mÃ¶glich, wobei zwischen Beamten- und DienstverhÃ¤ltnissen von Angestellten unterschieden wird. Beamte kÃ¶nnen wÃ¤hrend der Amtsdauer mit einer Frist von drei Monaten auf Gesuch hin entlassen werden (Art. 7.2); die AuflÃ¶sung des BeamtenverhÃ¤ltnisses aus wichtigen GrÃ¼nden ist entweder mit einer Dreimonatsfrist oder fristlos mÃ¶glich (Art. 7.4); schliesslich kann dem Entlassungsgesuch auf eine Frist von weniger als drei Monaten entsprochen werden und damit sinngemÃ¤ss ein Aufhebungsvertrag abgeschlossen werden (Art. 7.2 Satz 2 BVO). Bei AngestelltenverhÃ¤ltnissen ist die ordentliche KÃ¼ndigung mit einer Frist von drei Monaten (Art. 9.1 BVO), die fristlose AuflÃ¶sung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses (Art. 9.2 BVO) und die AuflÃ¶sung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses unter AbkÃ¼rzung der KÃ¼ndigungsfrist in gegenseitigem Einvernehmen (Aufhebungsvertrag) vorgesehen (Art. 9.2 BVO).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Genaueres zum Aufhebungsvertrag und zu dessen Zustandekommen regelt die Besoldungsverordnung nicht. Es sind somit die Bestimmungen des Obligationenrechts (OR) anwendbar, auf welche die Besoldungsverordnung ergÃ¤nzend verweist (Art. 45 BVO).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Aufgrund der privatrechtlichen Vertragsfreiheit ist die einverstÃ¤ndliche AuflÃ¶sung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses grundsÃ¤tzlich jederzeit mÃ¶glich. Als zweiseitiges RechtsgeschÃ¤ft unterliegt der Aufhebungsvertrag den KÃ¼ndigungsschutzvorschriften nicht. Wird er jedoch zum Zweck einer Gesetzesumgehung abgeschlossen, so ist er unzulÃ¤ssig. Dies ist insbesondere der Fall, wenn ein einseitiger Verzicht des Arbeitnehmers vorliegt (Manfred Rehbinder/Wolfgang Portmann, Basler Kommentar, 3. A., 2003, Art. 335 OR N. 16 ff.; Manfred Reh­binder, Berner Kommentar, 1992, Art. 335 OR N. 2). Beim Ã¼berjÃ¤hrigen Vertrag darf die KÃ¼ndigungsfrist nicht unter einen Monat verkÃ¼rzt werden (Streiff/von Kaenel, Art. 335c N. 4).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Es stellt sich im Folgenden die Frage, ob ein Aufhebungsvertrag zwischen den Parteien zustande gekommen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Der Gemeinderat wÃ¤hlt bzw. stellt das gesamte fest beschÃ¤ftigte Personal der Gemeindeverwaltung und -betriebe an (Art. 24 Abs. 1 GemO). Mit Gemeinderatsbeschluss vom 30. Oktober 2002 wurde die BeschwerdefÃ¼hrerin als Mitarbeiterin des Zivilstandsamtes und Stellvertreterin der Zivilstandsbeamtin angestellt. Die Anstellung erfolgte "im Sinne der Besoldungsverordnung (BVO)". Alle Beteiligten â so auch die Vorinstanz â scheinen davon auszugehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin als Angestellte im Ã¶ffentlich-rechtlichen DienstverhÃ¤ltnis gemÃ¤ss Art. 8 f. BVO beschÃ¤ftigt wurde und nicht als Beamtin im Sinne von Art. 5 ff. BVO, obwohl die Liste der Beamten auch Zivilstandsbeamte und deren Stellvertretende umfasst (Art. 6.1 BVO). Es ist jedoch nicht weiter zu prÃ¼fen, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin Beamtin oder Angestellte war, da sich die AuflÃ¶sung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses unter AbkÃ¼rzung der KÃ¼ndigungsfrist â aus Sicht der arbeitnehmenden Partei â in beiden FÃ¤llen in etwa gleich ge­staltet (vorne 2.2). In beiden FÃ¤llen ist zudem der Gemeinderat die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vorliegend steht insbesondere Inhalt bzw. Ãbermittlung der WillensÃ¤usserung der BeschwerdefÃ¼hrerin in Frage; dies hÃ¤ngt wiederum nicht davon ab, ob sie Beamtin oder Angestellte war.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Ãber die Vorkommnisse des 10. November 2003 liegen widersprÃ¼chliche Angaben vor. Die Vorinstanz stÃ¼tzte sich weitgehend auf die Angaben der Beschwerdegegnerin. Sie fÃ¼hrte im Wesentlichen Folgendes aus: Aus dem Lebenslauf von A gehe hervor, dass sie bereits an verschiedenen Orten gearbeitet habe und die ArbeitsverhÃ¤ltnisse mit einer Ausnahme jeweils nie lÃ¤nger als zehn Monate gedauert hÃ¤tten. In vier von sieben FÃ¤llen habe sie die Arbeitsstelle auf eigenen Wunsch verlassen und somit selber die KÃ¼ndigung eingereicht. Auch wenn sie keine Juristin sei, kÃ¶nne davon ausgegangen werden, dass A die Folgen ihres KÃ¼ndigungsschreibens gekannt habe und sich deren auch bewusst gewesen sei. Beim KÃ¼ndigungsschreiben kÃ¶nne nicht von einer impulsiven Reaktion gesprochen werden, da es vom 7. November 2003 (Freitag) datiere und erst am 10. November 2003 (Montag) Ã¼bergeben worden sei. Das Schreiben sei deshalb "mit Sicherheit nicht in Eile" verfasst worden; sie habe anscheinend genau diese Art der Formulierung und diese Art der KÃ¼ndigung gewollt. Darauf weise auch der Umstand hin, dass die Rekurrentin am 10. November 2003 ihren Arbeitsplatz vollstÃ¤ndig gerÃ¤umt hatte und die Pendenzen in einer Unterschriftenmappe auf ihrem Pult deponiert habe. Sie scheine davon ausgegangen zu sein, bis zur Beendigung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses nicht mehr fÃ¼r ihren Arbeitgeber tÃ¤tig zu sein. Dazu passe auch das Arztzeugnis, welches sie genau fÃ¼r die Zeit vom 10. bis 30. November 2003 fÃ¼r arbeitsunfÃ¤hig erklÃ¤rt habe. GemÃ¤ss AusfÃ¼hrungen der Rekursgegnerin hÃ¤tten der stellvertretende Gemeindeschreiber und eine Arbeitskollegin ausserdem bestÃ¤tigt, dass die Rekurrentin vor Ãbergabe des KÃ¼ndigungsschreibens den Willen geÃ¤ussert habe, das AnstellungsverhÃ¤ltnis kurzfristig auf Ende November 2003 aufzulÃ¶sen. Aufgrund der gesamten UmstÃ¤nde habe die Rekursgegnerin die WillensÃ¤usserung der Rekurrentin ohne weiteres dahingehend verstehen dÃ¼rfen, dass sie das ArbeitsverhÃ¤ltnis vorzeitig auf Ende November 2003 habe beendigen wollen. Eine nachtrÃ¤gliche Berufung auf Irrtum kÃ¶nne nicht geschÃ¼tzt werden. Im Ãbrigen sei der Aufhebungsvertrag gÃ¼ltig und ein widersprÃ¼chliches Verhalten nicht zu schÃ¼tzen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Es ist nicht ohne weiteres ersichtlich, weshalb die Vorinstanz die Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht stÃ¤rker in die ErwÃ¤gungen mit einbezog. Erstellt scheint jedenfalls einzig, dass der Arbeitsplatz der BeschwerdefÃ¼hrerin am 10. November 2003 gerÃ¤umt und die Pendenzen in einer Unterschriftenmappe auf dem Pult deponiert waren. Aus diesem Umstand alleine lassen sich jedoch kaum RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die Art der KÃ¼ndigung ziehen, zumal die BeschwerdefÃ¼hrerin sich offenbar krank fÃ¼hlte und fÃ¼r die Zeit vom 10. bis zum 30. November 2003 arbeitsunfÃ¤hig war. Angesichts der von der BeschwerdefÃ¼hrerin vorgeschlagenen Freistellung erscheint die RÃ¤umung ihres Arbeitsplatzes zudem konsequent, ohne dass darin gleich die Beendigung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses auf Ende November 2003 erkannt werden mÃ¼sste.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Das mit "KÃ¼ndigung" betitelte Schreiben der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 7. November 2003 lautet folgendermassen:</span></p> <p class="EinzugZitat">" Sehr geehrte Frau E<br/> aufgrund der gegebenen UmstÃ¤nden ist es mir nicht mehr mÃ¶glich, als Zivilstandsbeamtin-Stv. weiterzuarbeiten, weshalb ich auf Ende November 2003 kÃ¼ndige. Eine sofortige Freistellung wÃ¤re in dieser Situation mÃ¶glicherweise fÃ¼r beide Parteien sinnvoll."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss Art. 9.1 BVO kann das DienstverhÃ¤ltnis mit einer KÃ¼ndigungsfrist von drei Monaten "auf das Ende eines Monats" aufgelÃ¶st werden. Eine AbkÃ¼rzung der KÃ¼ndigungsfrist ist in gegenseitigem Einvernehmen mÃ¶glich (Art. 9.2 BVO). Die BeschwerdefÃ¼hrerin kÃ¼ndigte zwar "auf Ende November", Ã¤usserte sich in ihrem Schreiben jedoch nicht zur KÃ¼ndigungsfrist. Der Wortlaut des Schreibens ist somit nicht vollstÃ¤ndig klar. Alleine aus dem Umstand, dass das Schreiben vom 7. November 2003 datiert und erst am 10. desselben Monats Ã¼bergeben wurde, lÃ¤sst sich jedenfalls nicht darauf schliessen, dass "genau diese Formulierung und diese Art der KÃ¼ndigung" gewollt war. Dies ergibt sich schon aus der unverzÃ¼glich erfolgten Reaktion der BeschwerdefÃ¼hrerin auf das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 10. November 2003, worin die BeschwerdefÃ¼hrerin darauf hinwies, dass sie ordentlich habe kÃ¼ndigen wollen (vorn I). Zudem ist das KÃ¼ndigungsschreiben mit einem Druckfehler behaftet ("gegebenen UmstÃ¤nden"), was eher auf eine unÃ¼berlegte und rasche Verfassung des Schreibens hindeutet. Aus den vorgÃ¤ngig erfolgten, mehreren Stellenwechseln der BeschwerdefÃ¼hrerin lÃ¤sst sich nicht auf eine ausgeprÃ¤gte Erfahrung im Verfassen von KÃ¼ndigungsschreiben schliessen, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin zu Recht vorbringt. Dies umso weniger, als die UmstÃ¤nde der vorangehenden AuflÃ¶sungen der ArbeitsverhÃ¤ltnisse der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht bekannt sind und insbesondere keine diesbezÃ¼glichen KÃ¼ndigungsschreiben aktenkundig sind.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Wie die Beschwerdegegnerin die unklare WillensÃ¤usserung der BeschwerdefÃ¼hrerin verstehen durfte, ist nach allgemeinen GrundsÃ¤tzen des Obligationenrechts zu beurteilen, zumal Art. 45 BVO das Schweizerische Obligationenrecht als ergÃ¤nzendes Recht fÃ¼r anwendbar erklÃ¤rt, soweit die Verordnung selbst keine Regelung vorsieht.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.3.1 </span></b><span>Nach dem Vertrauensprinzip sind WillenserklÃ¤rungen so auszulegen, wie sie vom EmpfÃ¤nger in guten Treuen verstanden werden durften und mussten (BGE 129 III 118 E. 2.5; Peter Gauch et al., Schweizerisches Obligationenrecht Allgemeiner Teil, Bd. I, 8. A., ZÃ¼rich 2003 N. 207, mit Hinweisen). Kommt das Vertrauensprinzip zur Anwendung, fordert es ein Urteil vom Standpunkt des EmpfÃ¤ngers aus. Dies bedeutet aber keine einseitige BegÃ¼nstigung des EmpfÃ¤ngers zu Lasten des ErklÃ¤renden. Als verstÃ¤ndig und redlich Urteilender hat sich der EmpfÃ¤nger in den Grenzen zumutbarer Sorgfalt darum zu bemÃ¼hen, dass er den ErklÃ¤renden tatsÃ¤chlich richtig versteht; nach Treu und Glauben kann von einem vernÃ¼nftigen und korrekten EmpfÃ¤nger erwartet werden, dass er unter BerÃ¼cksichtigung aller ihm erkennbaren (bedeutsamen) UmstÃ¤nde prÃ¼ft, was der ErklÃ¤rende gemeint hat. Das Vertrauensprinzip schÃ¼tzt somit nicht nur ihn, sondern auch den ErklÃ¤renden (Gauch, N. 216, mit Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.3.2 </span></b><span>Der Wortlaut des KÃ¼ndigungsschreibens der BeschwerdefÃ¼hrerin war wie erwÃ¤hnt (vorn 3.2) nicht restlos klar. Die Vorinstanz schloss unter anderem aus dem Wunsch der BeschwerdefÃ¼hrerin nach Freistellung darauf, dass sie die ordentliche KÃ¼ndigungsfrist abkÃ¼rzen wolle. Die Besoldungsverordnung befasst sich nicht mit der Freistellung der Angestellten. Im Obligationenrecht ist diese MÃ¶glichkeit nicht explizit geregelt. Art. 324 Abs. 2 OR wird jedoch durch das Bundesgericht dahingehend ausgelegt, dass in analoger Anwendung von Art. 337c Abs. 2 OR der freigestellte Arbeitnehmer sich den anderweitig erzielten Verdienst an den Lohn anrechnen lassen muss (vgl. BrÃ¼hwiler, Art. 324 OR N. 10, Streiff/von Kaenel, Art. 324 OR N. 13). Bei ArbeitsverhÃ¤ltnissen nach Obligationenrecht sind somit Freistellungen mit Lohnfortzahlungen ohne weiteres mÃ¶glich. FÃ¼r Ã¶ffentlichrechtliche ArbeitsverhÃ¤ltnisse kann sodann exemplarisch § 15 Abs. 2 der Vollzugsverordnung zum Personalgesetz vom 19. Mai 1999 (LS 177.111) beigezogen werden: Darin wird die MÃ¶glichkeit statuiert, Angestellte "in begrÃ¼ndeten FÃ¤llen wÃ¤hrend der KÃ¼ndigungsfrist ohne Einfluss auf die Lohnfortzahlung" freizustellen. Freistellungen wÃ¤hrend der KÃ¼ndigungsfrist sind somit jedenfalls nicht ungewÃ¶hnlich. Aus dem Vorschlag der BeschwerdefÃ¼hrerin, eine sofortige Freistellung sei "mÃ¶glicherweise sinnvoll", durfte deshalb nicht auf einen Verzicht auf die KÃ¼ndigungsfrist geschlossen werden. Auch die RÃ¤umung des Arbeitsplatzes gab hierzu keinen Anlass (vgl. dazu oben 3.1).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.3.3 </span></b><span>Die Beschwerdegegnerin wÃ¤re daher gehalten gewesen zu prÃ¼fen, von welcher KÃ¼ndigungsfrist die BeschwerdefÃ¼hrerin wirklich ausgegangen war. Dies gilt umso mehr, als die BeschwerdefÃ¼hrerin offenbar bereits einmal im April 2003 die "KÃ¼ndigung" ausgesprochen hatte, sich die Parteien hernach aber Ã¼ber eine Aufrechterhaltung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses wieder einigten. Nach Treu und Glauben durfte die Beschwerdegegnerin den eher unklaren Wortlaut des KÃ¼ndigungsschreibens jedenfalls nicht einseitig zu ihren Gunsten verstehen, um damit eine ihr allenfalls willkommene Gelegenheit zur AbkÃ¼rzung der KÃ¼ndigungsfrist zu ergreifen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Die AbkÃ¼rzung der KÃ¼ndigungsfrist auf weniger als drei Monate kann nur im gegenseitigen EinverstÃ¤ndnis geschehen (Art. 9.1 und 9.2 BVO), also mittels Aufhebungsvertrag. Dessen Zustandekommen richtet sich nach analog anzuwendenden allgemeinen obligationenrechtlichen GrundsÃ¤tzen (Art. 1 ff. OR).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>HÃ¤tte die BeschwerdefÃ¼hrerin â entsprechend der Ansicht der Beschwerdegegnerin â eine AbkÃ¼rzung der KÃ¼ndigungsfrist gewollt, so wÃ¤re das KÃ¼ndigungsschreiben vom 10. November 2003 â unter vertragsrechtlichen Gesichtspunkten â als Antrag zum Abschluss eines Aufhebungsvertrages mit abgekÃ¼rzter KÃ¼ndigungsfrist zu qualifizieren. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.2.1 </span></b><span>Der Antrag ist die zeitlich erste WillenserklÃ¤rung eines Vertrages; fÃ¼r den Abschluss des Vertrages bedarf es nur noch der Annahme durch den AntragsempfÃ¤nger (Gauch, N. 363). Bei einem Antrag ohne Annahmefrist ist zu unterscheiden zwischen An- und Abwesenden (Art. 4 f. OR). AnstellungsbehÃ¶rde war der Gemeinderat (vgl. oben 2.3), weshalb auch ein Aufhebungsvertrag nur mit dieser BehÃ¶rde oder einem Abschlussvertreter gÃ¼ltig abgeschlossen werden konnte. Die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼berreichte das Schreiben am 10. November 2003 der vorgesetzten Zivilstandsbeamtin. Der Gemeinderat war somit nicht zugegen oder vertreten, weshalb die Bestimmungen "unter Abwesenden" gelten.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.2.2 </span></b><span>Wer einen Antrag stellt, bleibt bis zu dem Zeitpunkt gebunden, wo der Eingang der Antwort bei ihrer ordnungsmÃ¤ssigen und rechtzeitigen Absendung erwartet werden darf (Art. 5 Abs. 1 OR). Wird der Antrag widerrufen und trifft der Widerruf vor oder mit dem Antrag beim EmpfÃ¤nger ein, so ist der Antrag als nicht geschehen zu betrachten (Art. 9 Abs. 1 OR). Der Widerruf ist solange mÃ¶glich, als die widerrufene ErklÃ¤rung noch nicht zur Kenntnis des Adressaten gelangte (vgl. Eugen Bucher, Basler Kommentar, Art. 9 OR N. 10).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Somit ist zu prÃ¼fen, wann der Gemeinderat als Adressat vom Antrag einerseits und vom Widerruf andererseits Kenntnis genommen hat. Das Zivilstandsamt X ist organisatorisch der Gesundheitsabteilung des Gemeinderates angegliedert. Die Gesundheitsabteilung â Gesundheitsvorstand D und Abteilungsleiter F â beantwortete das KÃ¼ndigungsschreiben der BeschwerdefÃ¼hrerin am 10. November 2003 folgendermassen:</span></p> <p class="EinzugZitat">" (â¦)<br/> Ihre KÃ¼ndigung vom 7. November 2003 ohne Einhaltung der dreimonatigen KÃ¼ndigungsfrist vorzeitig per Ende November 2003 nehmen wir zur Kenntnis. Der Gemeinderat wird an seiner Sitzung vom 12. November 2003 durch Gesundheitsvorstand D darÃ¼ber orientiert.<br/> Ihrem Wunsch auf sofortige Freistellung kÃ¶nnen wir unter Vorbehalt der nachtrÃ¤glichen Zustimmung durch den Gemeinderat entsprechen. Mit der letzten SalÃ¤rauszahlung Ende November 2003 sind damit alle AnsprÃ¼che inkl. Ferien abgegolten. (â¦)<br/> Besten Dank fÃ¼r Ihre Kenntnisnahme."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Urteilstext"><span>Aus der Unterschriftenregelung der Gemeinde X geht zwar hervor, dass der Abteilungsleiter der Gesundheitsabteilung zusammen mit dem Gesundheitsvorstand kollektiv zeichnungsberechtigt ist fÃ¼r "externe und interne Korrespondenz und Unterlagen mit rechtsverbindlichen Anordnungen/Zusicherungen". Diese Regelung findet jedoch nur Anwendung im Rahmen der Gesundheitsabteilung, Bereich Gesundheit. Daraus lÃ¤sst sich hingegen nicht auf eine Zeichnungsberechtigung fÃ¼r den Gemeinderat insgesamt schliessen. Die Kenntnisnahme des Antrags durch den in Personalangelegenheiten zustÃ¤ndigen Gemeinderat erfolgte deshalb nicht schon am 10. November 2003. GemÃ¤ss dem soeben erwÃ¤hnten Schreiben sollte der Gemeinderat durch Gesundheitsvorstand D an der Sitzung vom 12. November 2003 Ã¼ber die KÃ¼ndigung orientiert werden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin verlieh mit Brief vom 11. November 2003 ihrem Erstaunen darÃ¼ber Ausdruck, dass keine KÃ¼ndigungsfrist gelten solle; sie erklÃ¤rte, sie habe per Ende Februar 2004 kÃ¼ndigen wollen, und ersuchte um GewÃ¤hrung einer KÃ¼ndigungsfrist bis Ende Dezember 2003. Dieses Schreiben wÃ¤re â wiederum nach vertragsrechtlichen Kriterien â einerseits als Widerruf des Antrags vom Vortage zu qualifizieren und andererseits als neuer Antrag fÃ¼r einen Aufhebungsvertrag mit einer KÃ¼ndigungsfrist von einem Monat. GemÃ¤ss KÃ¼ndigungsbestÃ¤tigung des Gemeinderats vom 18. November 2003 hatte der Gemeinderat am 17. November 2003 auf dem Zirkulationsweg Kenntnis genommen vom KÃ¼ndigungsschreiben der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 11. November 2003 (recte: 10. November 2003). Es kann deshalb dahingestellt bleiben, ob die angekÃ¼ndigte "Orientierung" des Gemeinderates Ã¼berhaupt stattfand. Ebenfalls im Schreiben vom 18. November 2003 wurde der Eingang des Arztzeugnisses bestÃ¤tigt. Zum Folgeschreiben der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 11. November 2003 Ã¤usserte sich der Gemeinderat in diesem Brief nicht. Aus dem Protokollauszug vom 26. November (Zirkularbeschluss des Gemeinderates vom 17. November 2003) geht jedoch klar hervor, dass der Gemeinderat damals nicht nur Kenntnis vom KÃ¼ndigungsschreiben, sondern auch vom Schreiben der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 11. November 2003 hatte. Durch die gleichzeitige Kenntnisnahme des Widerrufs und des ursprÃ¼nglichen Antrags ist aber der Antrag auf einen Aufhebungsvertrag ohne Einhaltung der dreimonatigen KÃ¼ndigungsfrist "als nicht geschehen" zu betrachten (Art. 9 Abs. 1 OR). Der Gemeinderat "unterstÃ¼tzte" zudem das "Gesuch um eine VerlÃ¤ngerung der KÃ¼ndigungsfrist bis Ende Dezember 2003 nicht", lehnte mithin den zweiten Antrag betreffend AbÃ¤nderung der ordentlichen KÃ¼ndigungsfrist von drei Monaten ab.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b><span>Der Aufhebungsvertrag ist somit nicht zustande gekommen, weshalb keine AbkÃ¼rzung der KÃ¼ndigungsfrist in gegenseitigem Einvernehmen im Sinne von Art. 9.2 BVO vorliegt. Mangels gegenseitigen Einvernehmens gilt deshalb die ordentliche KÃ¼ndigungsfrist von drei Monaten (Art. 9.1 BVO). Das ArbeitsverhÃ¤ltnis endete damit erst per Ende Februar 2004. Die BeschwerdefÃ¼hrerin war vom 10. bis 30. November 2003 krank geschrieben und bot fÃ¼r die Zeit danach ausdrÃ¼cklich ihre Arbeitsleistung an. Die Beschwerdegegnerin trifft somit eine Lohnfortzahlungspflicht fÃ¼r den Zeitraum vom 1. Dezember 2003 bis 29. Februar 2004.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin klagt einen Betrag von "Fr. 6'920.65 netto (unter Abrechnung der AHV/ALV-BeitrÃ¤ge)" zuzÃ¼glich 5% Zins seit 1. MÃ¤rz 2004 ein. Massgebend fÃ¼r die Berechnung ist jedenfalls der Brutto-Monatslohn fÃ¼r die Monate Dezember 2003, Januar und Februar 2004. Der Brutto-Monatslohn wird im Verfahren unbestrittenerweise mit Fr. 6'642.35 beziffert und auch belegt. Vom Brutto-Monatslohn sind die aus der Lohnabrechnung Mai 2003 hervorgehenden AbzÃ¼ge zu subtrahieren und durch die Beschwerdegegnerin mit den ArbeitgeberbeitrÃ¤gen an die entsprechenden Stellen abzufÃ¼hren. Dies gilt entgegen der Ansicht der BeschwerdefÃ¼hrerin auch fÃ¼r die BVG-BeitrÃ¤ge, da das ArbeitsverhÃ¤ltnis erst per Ende Februar 2004 endete. Davon ist schliesslich die der BeschwerdefÃ¼hrerin ausgerichtete EntschÃ¤digung der Arbeitslosenkasse von Fr. 11'752.- netto abzuziehen. Die Beschwerdegegnerin ist somit zu verpflichten, der BeschwerdefÃ¼hrerin die ausstehenden Lohnzahlungen im Sinne dieser ErwÃ¤gung zu leisten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangt auf ihre Forderung ausserdem Zins zu 5 % ab 1. MÃ¤rz 2004. Ãffentlichrechtliche Geldforderungen sind im Verzugsfall grundsÃ¤tzlich zu ver­zin­sen, und zwar zu einem Satz von 5 % (vgl. RenÃ© Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel/Frankfurt am Main 1990, Nr. 31 B I und V). In analoger Anwendung der Regelung von Art. 102 Abs. 1 OR setzt auch die Zinspflicht bei Ã¶ffentlichrechtlichen Forderungen im Allgemeinen eine Mahnung voraus, sofern kein VerfalltagsgeschÃ¤ft vorliegt. Die gesetzliche Pflicht zur Lohnausrichtung auf das Monatsende gemÃ¤ss Art. 323 OR fÃ¼hrt allerdings nicht zur Annahme eines Verfalltags (vgl. Rolf Weber, Berner Kommentar, 2000, Art. 102 OR N. 111; Wolfgang Wiegand, Basler Kommentar, 2003, Art. 102 OR N. 10; Manfred Rehbinder, Berner Kommentar, 1985, Art. 323 OR N. 24). Dasselbe gilt fÃ¼r den vorliegenden Fall, wo die Anstellung auf VerfÃ¼gung beruht, selbst wenn der Lohn in der Regel an einem bestimmten Tag des Kalendermonats auszuzahlen gewesen sein sollte, was jedoch aus der BVO selbst nicht hervorgeht (VGr, 3. November 2004, PB.2004.00021, E. 5.5 mit Hinweis, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Als Mahnung ist die gehÃ¶rige Geltendmachung des Anspruchs anzusehen (Rhinow/KrÃ¤­henmann, Nr. 31 IV). Sie muss die klare WillensÃ¤usserung des GlÃ¤ubigers bzw. der GlÃ¤ubigerin, die Bezahlung der geschuldeten Leistung zu verlangen, zum Ausdruck bringen (Weber, Art. 102 OR N. 66 ff.). Eine deutliche Mahnung zur Zahlung ist im Schreiben der Rechtsschutzversicherung vom 21. November 2003 nicht zu erblicken. Hingegen stellte die BeschwerdefÃ¼hrerin ihre Geldforderung unmissverstÃ¤ndlich im Rekursverfahren mit Eingabe vom 9. Dezember 2003. Die Zinsforderung ist deshalb ausgewiesen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verfahren ist gemÃ¤ss § 80b VRG kostenlos.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Da die BeschwerdefÃ¼hrerin obsiegt hat, steht ihr eine ParteientschÃ¤digung zu. Die ParteientschÃ¤digung muss zwar angemessen sein, jedoch keineswegs kostendeckend (§ 17 Abs. 2 VRG; vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 32+36). Vorliegend rechtfertigt es sich, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 2'200.- (inkl. Mehrwertsteuer) zuzusprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. In Gutheissung der Beschwerde werden die Dispositiv-Ziffern I und III des Beschlusses des Bezirksrats Y vom 7. Juli 2004 aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin im Sinne der ErwÃ¤gungen den Brutto-Monatslohn fÃ¼r Dezember 2003 sowie fÃ¼r Januar und Februar 2004, abzÃ¼glich die von der Arbeitslosenkasse geleisteten BeitrÃ¤ge von Fr. 11'752.- zu bezahlen, nebst 5 % Zins seit 1. MÃ¤rz 2004 auf dem zu leistenden Betrag.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'560.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</p> <p class="Einzug2">4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, die BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren mit insgesamt Fr. 2'200.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu entschÃ¤digen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>