Abteilung III C-5392/2009 {T 0/2} U r t e i l v o m 7 . S e p t e m b e r 2 0 1 0 Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richterin Elena Avenati-Carpani, Richter Stefan Mesmer, Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. X._______, Israel, vertreten durch Galili Tomer, Attorney at law, 4 Ezra St. Eshkol Center, IL-76200 Rehovot, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. IV (Rente). B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandC-5392/2009 Sachverhalt: A. Die am (...) 1958 geborene, verheiratete Schweizerbürgerin X._______ lebt seit ihrer Geburt in Israel (act. 1). Sie hat in Israel bis im Jahr 2007 als Buchhalterin gearbeitet und seit dem Jahr 1995 Beiträge an die freiwillige Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden- versicherung entrichtet (AHV/IV, act. 1 und 4). Sie hat am 27. Novem - ber 2007 ein Gesuch auf Ausrichtung von Leistungen der schweizeri- schen Invalidenversicherung (IV) eingereicht (act. 1). B. Mit Verfügung vom 9. Juli 2009 (act. 49) hat die mit dem Leistungs- gesuch befasste IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA) gemäss Vorankündigung im Vorbescheid vom 19. März 2009 (act. 40) das Leistungsbegehren von X._______ abgewiesen. Die IVSTA zog zur Beurteilung des Gesuchs namentlich folgende Unterlagen bei: den Fragebogen für den Arbeitgeber (act. 7), den Fragebogen für den Versicherten und den Fragebogen für die im Haushalt tätigen Versicherten vom 9. März 2008 (act. 8 und 9), die Atteste von Dr. med. A._______, Rheumatologe, vom 22. Juni 2007 (act. 15) und vom 9. März 2008 (act. 12), die Gutachten von Prof. B._______, Arzt für Innere Medizin und Rheumatologie, vom 10. Juli 2006 (act. 13) und vom 20. Mai 2008 (act. 44), den Bericht von Dr. med. C._______, Ärztin für „Beschäftigungsmedizin“, vom 14. Mai 2007 (act. 14), den Arztfragebogen (Verfasser unleserlich; act. 36), den Bericht von Dr. med. D._______, Psychiater, vom 3. Februar 2009 (act. 37) sowie die medizinischen Stellungnahmen von Dr. med. E._______, Arzt für Allgemeinmedizin, vom 18. Mai 2008 (act. 17), vom 15. März 2009 (act. 39) und vom 2. Juli 2009 (act. 48). Die Ärzte diagnostizierten bei X._______ im Wesentlichen eine Fibromyalgie. C. Gegen die Verfügung vom 9. Juli 2009 hat X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt Tomer Galili, am 27. August 2009 (Posteingang) Beschwerde beim Bundes - verwaltungsgericht erhoben. Sie beantragte die Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung sowie die Zusprache von mindestens einer Vier- Seite 2C-5392/2009 telsrente. Zur Begründung führte sie aus, sie sei aufgrund der Fibro- myalgie nicht mehr arbeitsfähig. D. Am 16. September 2009 ist der mit Zwischenverfügung vom 31. Au- gust 2009 einverlangte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- beim Bundesverwaltungsgericht eingegangen. E. Mit Vernehmlassung vom 25. Januar 2010 hat die IVSTA die Abwei- sung der Beschwerde beantragt, da sich alleine aus der Diagnose der Fibromyalgie keine Invalidität ableiten lasse, sofern keine objektiven, funktionellen Einschränkungen des Bewegungsapparates vorlägen. F. Die Beschwerdeführerin liess sich nicht mehr vernehmen. G. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Be- weismittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwal- tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfü- gungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Ver- waltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts ande- res bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 lit. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmun - gen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver- sicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Seite 3C-5392/2009 Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invaliden- versicherung anwendbar (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbestimmungen grund- sätzlich diejenigen Rechtssätze Anwen dung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung be- rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung, so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerde legi- timiert ist. 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der Kostenvor- schuss innert Frist geleistet wurde, ist darauf einzutreten. 2. 2.1 In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, dei bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). Für die Beurteilung des Leistungsanspruchs sind bis zum 31. Dezem - ber 2007 das IVG und das ATSG in der Fassung vom 21. März 2003 und die IVV in der Fassung vom 21. Mai 2003 (4. IV-Revision, AS 2003 3837 beziehungsweise AS 2003 3859, in Kraft vom 1. Januar 2004 bis 31. De zember 2007) anwendbar. Am 1. Januar 2008 sind die Ände rungen des IVG und des ATSG vom 6. Oktober 2006 sowie der IVV vom 28. Sep tember 2007 (5. IV-Re vision, AS 2007 5129 bezie- hungsweise AS 2007 5155) in Kraft getreten. Soweit sich der Renten- anspruch auf die Zeit nach dem 1. Januar 2008 bezieht, sind die Be- stimmungen der erwähnten Erlasse in der seit diesem Datum gelten- den Fassung anwendbar. Sofern sich die einschlägigen Bestimmungen materiell nicht verändert Seite 4C-5392/2009 haben, werden im Folgenden – falls nichts Gegenteiliges vermerkt – die Bestimmungen lediglich in der ab 1. Januar 2008 gültig gewesenen Fassung zitiert. 2.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Entscheides eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 2.3 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde- verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss- brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessen- heit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 3. 3.1 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG (4. IV-Revision) die rentenberechtigten Versicherten, die bei Ein- tritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge an die schweizerische Sozialversicherung geleistet haben. Meldet sich ein Versicherter mehr als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs an, so werden die Leistungen in Abweichung von Artikel 24 Absatz 1 ATSG lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet (Art. 48 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung]). 3.2 Versicherte haben Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 Prozent invalid sind, bei einem Invaliditätsgrad von min- destens 50 Prozent besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente, bei mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG [4. IV-Revision] respektive Art. 28 Abs. 2 IVG [5. IV-Revision]). Gemäss Art. 28 Abs. 1ter IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 Prozent entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinbarungen eine ab- weichende Regelung vorsehen, was für Israel nicht der Fall ist. Seite 5C-5392/2009 3.3 Der Rentenanspruch nach Artikel 28 entsteht nach den Vorschrif- ten der 4. IV-Revision frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Ver- sicherte mindestens zu 40% bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist (Art. 29 Abs. 1 lit. a IVG [4. IV-Revision]) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes- tens zu 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG [4. IV-Revision]). Nach den Bestimmungen der 5. IV-Revision haben Anspruch auf eine Rente Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Un terbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 lit. a bis c IVG [5. IV- Revision]). 3.4 3.4.1Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge- sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie- derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög - lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits- markt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu- mutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 3.4.2Gemäss Rechtsprechung setzt die Annahme einer invalidisie- renden (psychischen) Gesundheitsstörung im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG, namentlich auch einer soma- toformen Schmerzstörung oder Fibromyalgie, zunächst eine fachärzt- lich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 132 V 65 E. 3.4, 130 V 352 E. 2.2.3 und 2.2.4, 130 V 396). Wie jede andere psychische Be einträchtigung begründet indes auch eine diagnostizierte anhal- Seite 6C-5392/2009 tende somatoforme Schmerzstörung als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerz- störung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewäl- tigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwen- digen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, ent- scheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vorder- grund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von er- heblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so insbesondere chronische körperliche Be- gleiterkrankungen, ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger- dauernde Rückbildung, ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Le- bens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer inner- seelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlas- tenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit") und das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambu- lanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem the- rapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Per- son. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmswei- se – die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen; vgl. auch den am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Art. 7 Abs. 2 ATSG). Diese Grund- sätze gelten auch für gewisse Somatisierungsstörungen, die zum glei- chen Symptomenkomplex mit pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gehören (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5). Bei anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen im Besonderen ist zu beachten, dass diese wesentlich durch psychosoziale Probleme und/oder emotionale Konflikte verursacht werden (vgl. BGE 130 V 396 E. 6.1). Dabei ist zu differenzieren: Soweit psychosoziale und sozio- kulturelle Faktoren selbständig und insofern direkte Ursache der Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit sind, liegt keine Krankheit im Sinne der Invalidenversicherung vor. Wenn und soweit solche Umstände zu einer eigentlichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechter- Seite 7C-5392/2009 halten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invalidi- tätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteile des BGer 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 4.2, 9C_578/2007 vom 13. Februar 2008 E. 2.2 und I 514/06 vom 25. Mai 2007 E. 2.2.2.2, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 5a und SVR 2008 IV Nr. 62). Die Fibromyalgie ist eine von der WHO anerkannte Erkrankung des rheumatischen Formenkreises (ICD-10: M79.70), ein nichtentzündlich bedingtes Schmerzsyndrom mit chronischen Weichteilbeschwerden, das klinisch als generalisierte Tendomyopathie mit chronischen Mus- kelschmerzen beschrieben wird, die von subjektiven Begleitsympto- men wie Morgensteifigkeit, Müdigkeit, peripheren Parästhesien und Schwellungsgefühlen an den Händen, Spannungskopfschmerz und Reizkolon überlagert werden. Die Diagnose lautet auf ausgedehnte, seit mindestens drei Monaten bestehende Schmerzen in rechter und linker Körperhälfte, ober- und unterhalb der Hüfte sowie mindestens 11 von 18 schmerzhaften Druckpunkten bei Druck von ca. 4 kg/cm (Ur- teil des Bundesverwaltungsgerichts C-5948/2007 vom 2. Juli 2009 E. 5.3 mit Hinweisen). Die Fibromyalgie weist zahlreiche mit den somatoformen Schmerz- störungen gemeinsame Aspekte auf. Die Grundsätze, welche die Rechtsprechung im Rahmen der somatoformen Schmerzstörungen entwickelt hat, sind deshalb analog anzuwenden in Fällen, in welchen die Frage zu klären ist, ob eine diagnostizierte Fibromyalgie invali- disierende Auswirkungen hat (BGE 132 V 65; Urteile des BGer I 288/04 vom 13. April 2005 E. 5.2, und I 645/05 vom 13. April 2006 E. 3.2.1). 3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stel- len haben. Aufgabe des Arztes im schweizerischen Invalidenversiche- rungsverfahren ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und gegebenenfalls bezüg- lich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Die ärzt- lichen Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage für die Beur- teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). Seite 8C-5392/2009 3.5.1Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweis- mittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Be- schwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Da- nach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Be weise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfas- send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterla- gen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medi- zinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Be weismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 3.5.2Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei- dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all- seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be- rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts [BGer] I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3.a). Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswür- digung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat- ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Experti- se sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren Hinweisen). Be- richte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund deren auf- tragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu Seite 9C-5392/2009 würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein prakti- zierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 3.5.3Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Be- weiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be- gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begrün- det erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweisen). 3.6 Vor der Berechnung des Invaliditätsgrades muss jeweils beurteilt werden, ob die versicherte Person als (teil-)erwerbstätig oder nichter- werbstätig einzustufen ist, was entsprechenden Einfluss auf die anzu- wendende Methode der Invaliditätsgradbemessung hat (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs, gemischte Methode, spezifische Methode des Betätigungsvergleichs, vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2, Abs. 2bis und Abs. 2ter IVG [4. IV-Revision] und Art. 28a IVG [5. IV-Revision]). 3.6.1Zu prüfen ist, was die versicherte Person bei im Übrigen unver- änderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti- gung bestünde. So sind insbesondere bei im Haushalt tätigen Versi- cherten die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Ver- hältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu be- rücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü- gung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialver- sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein- lichkeit ausreicht (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3, 133 V 477 E. 6.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen). 3.6.2Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für Hausfrauen, die vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens nicht ganztägig erwerbstä- tig waren, die sogenannte gemischte Methode anzuwenden (vgl. Seite 10C-5392/2009 BGE 130 V 393 mit Hinweisen). Dabei wird die Invalidität im Bereich der Erwerbstätigkeit aufgrund des Einkommensvergleichs bestimmt, im Bereich der üblichen Tätigkeit im Haushalt jedoch anhand des Betäti- gungsvergleichs bemessen (Art. 28 Abs. 2ter IVG [4. IV-Revision] und Art. 28a Abs. 3 IVG). Danach wird zunächst der Anteil der Erwerbstä- tigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande- rem im Haushalt) bestimmt, wobei sich die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, beur- teilt. Der Invaliditätsgrad ergibt sich schliesslich aus einer Addition der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten. Beim Einkommensvergleich wird das Erwerbseinkommen, das die ver- sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (all- gemeine Methode des Einkommensver gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1). Für den Einkommensvergleich sind die Ver- hältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenan- spruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass res- pektive bis zum Einspracheentscheid zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4). Für die Ermittlung des Einkommens, welches der Versicherte ohne Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was er im fraglichen Zeitpunkt nach dem im Sozial- versicherungsrecht allgemein gültigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen) als Gesunder tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der rea- len Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von die- Seite 11C-5392/2009 sem Grundsatz müssen ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlich- keit erwiesen sein, damit sie berücksichtigt werden können. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er- werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist – wie hier – kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom- men nach Eintritt der Invalidität mehr gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder zumindest keine zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so sind nach der Rechtsprechung die gesamtschweizerischen Tabellen- löhne gemäss den vom BFS periodisch herausgegebenen Lohnstruk- turerhebungen (LSE) heranzuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Massgebend sind dabei die monatlichen Bruttolöhne (Zentralwerte) im jeweiligen Wirtschaftssektor. 4. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die IVSTA das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat. 4.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei nicht mehr arbeits- fähig, da sie zufolge der Schmerzen stark eingeschränkt sei. 4.2 Die IVSTA entgegnet, es sei den ärztlichen Unterlagen zwar zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an Fibromyalgie leide, es sei jedoch weder eine psychiatrische Diagnose noch eine somatische Komorbidität festgestellt worden, weshalb davon auszugehen sei, dass die Schmerzen überwindbar seien. Eine Arbeitsunfähigkeit liege daher nicht vor. 4.3 4.3.1Den Attesten von Dr. med. A._______, Arzt für Rheumatologie, vom 22. Juni 2007 und vom 9. März 2008 ist zu entnehmen, die Be- schwerdeführerin leide an Fibromyalgie. Sie sei nicht mehr in der Lage als Buchhalterin zu arbeiten respektive einer Tätigkeit ausserhalb ihres Hauses nachzugehen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage mindestens 80%. 4.3.2Gemäss den Gutachten von Prof. B._______, Arzt für Innere Medizin und Rheumatologie, vom 10. Juli 2006 und vom 20. Mai 2008 leidet die Beschwerdeführerin an Fibromyalgie, weshalb ihre Arbeits- fähigkeit auf vier bis fünf Stunden pro Tag, ohne lange Reisen, redu- ziert sei. Seite 12C-5392/2009 4.3.3Dr. med. C._______, Ärztin für "Beschäftigungsmedizin", attes- tiert der Beschwerdeführerin in ihrem Bericht vom 14. Mai 2007 das Vorliegen einer Fibromyalgie sowie einer nicht näher bezeichneten de- pressiven Störung. 4.3.4Dem Arztfragebogen (act. 36) ist zu entnehmen, dass bei der Be schwerdeführerin eine Fibromyalgie mit vielen tender points vor- liege. Sie sei seit dem Jahr 2006 zu 50% arbeitsunfähig und ab dem 20. Juli 2007 liege eine volle Arbeitsunfähigkeit vor. 4.3.5Dem Bericht von Dr. med. D._______, Psychiater, vom 3. Feb- ruar 2008 ist zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin an- lässlich der durchgeführten Untersuchung keine akute oder chronische Psychopatholgie habe festgestellt werden können. 4.3.6Dr. med. E._______, Arzt für Allgemeinmedizin, attestiert der Beschwerdeführerin in seinen medizinischen Stellungnahmen vom 15. März 2009 und vom 2. Juli 2009 eine Fibromyalgie, welche jedoch mangels weiterer Gesundheitsprobleme überwindbar und somit nicht invalidisierend sei. 4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Ärzte übereinstim- mend davon ausgehen, bei der Beschwerdeführerin liege eine Fibro- myalgie vor. Insbesondere mit dem von Prof. B._______ durchgeführ- ten Dolorimeter-Test wurde der von der Beschwerdeführerin an den für die Fibromyalgie typischen tender points und den geprüften Kontroll- punkten empfundene Schmerz nachvollziehbar aufgezeigt. An 16 der 18 geprüften tender points konnte eine auffällige, an den Kontrollpunk- ten hingegen kaum eine Empfindlichkeit festgestellt werden. Zudem stimmen die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden mit dem Bild einer Fibromyalgie überein. Hinweise für eine Aggravation oder Simulation liegen nicht vor. Bei der Einschätzung einer zusätzlichen psychischen Beeinträchtigung sind sich die Ärzte allerdings nicht einig. Dr. med. D._______, Psychiater, geht davon aus, es liege keine psychische Erkrankung vor. Dr. med. C._______, welche allerdings nicht Psychiaterin sondern "Beschäftigungsmedizinierin" ist, attestiert der Beschwerdeführerin eine nicht näher bezeichnete depressive Störung. Dr. med. A._______, Arzt für Rheumatologie, Prof. B._______, Arzt für Innere Medizin und Rheumatologie, sowie der (unbekannte) Arzt, der Seite 13C-5392/2009 den Fragebogen ausgefüllt hat, gehen davon aus, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei erheblich eingeschränkt. Aus den ärzt- lichen Unterlagen geht allerdings nicht hervor, wie die attestierte Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit begründet wird und ob es sich um eine Beurteilung der Zumutbarkeit der Überwindung oder eher um eine rheumatologische Einschätzung handelt. Der auf Anraten von Dr. med. E._______ des medizinischen Dienstes der IVSTA befragte Psychiater, Dr. med. D._______, hat sich mangels einer entsprechen- den Aufforderung durch die IVSTA (vgl. act. 18 und 32) nicht zur Frage der zumutbaren Überwindung geäussert, obwohl es bei Vorliegen einer Fibromyalgie rechtsprechungsgemäss die eigentlich zu klärende Frage wäre, um die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können. Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass – entgegen der Ein- schätzung von Dr. med. E._______ – gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht nur das Vorliegen von (Begleit-)Erkrankungen sondern auch weitere Faktoren (wie beispielsweise ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf) einer zumutbaren Überwindung ent- gegenstehen könnten und nicht ohne weiteres davon auszugehen ist, Fibromyalgie sei ein überwindbarer Zustand und somit nicht invalidi- sierend. Es ist demnach festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin zwar von allen Ärzten das Vorliegen einer Fibromyalgie bestätigt wurde, jedoch unklar bleibt, inwiefern sie dadurch eingeschränkt ist respektive ob und inwiefern es ihr zumutbar ist, diesen Zustand zu überwinden. Obwohl ein psychiatrischer Bericht eingeholt worden ist, kann nicht auf diesen abgestellt werden, da der beurteilende israelische Arzt, welcher die schweizerische Rechtsprechung nicht kennt, nicht darüber infor- miert wurde, dass er die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Zumut- barkeit der Überwindung abzuklären hat. Ferner kann nicht auf die Ein- schätzungen der Arbeitsfähigkeit der anderen Ärzte abgestellt werden, da sie nicht begründet sind. Indem die IVSTA die Frage, ob die bei der Beschwerdeführerin dia- gnostizierte Fibromyalgie zumutbarerweise überwindbar ist, nicht wei- ter abgeklärt hat, obwohl einige Ärzte der Beschwerdeführerin eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestierten und aufgrund der Ak- ten nicht ohne weiteres von einer Überwindbarkeit ausgegangen wer- den kann, hat sie den Sachverhalt unvollständig ermittelt. Die Be- Seite 14C-5392/2009 schwerde ist daher teilweise gutzuheissen und die angefochtene Ver- fügung ist aufzuheben. Die Sache ist an die IVSTA zurückzuweisen, damit diese eine psychiatrische Abklärung durchführe und unter Be- rücksichtigung der von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ermitt- le respektive den Invaliditätsgrad festlege. 5. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteientschädigung. 5.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Eine Rückweisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der beschwerde- führenden Partei (BGE 132 V 215 E. 6), so dass der Beschwerde- führerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Ihr ist der geleiste- te Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- nach Eintritt der Rechts- kraft des vorliegenden Entscheids auf ein von ihr bekannt zu geben- des Konto zurückzuerstatten. Der unterliegenden Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuer- legen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 5.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zu- sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 des Reg lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä- digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie all- fällige weitere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Die Be- schwerdeführerin ist vorliegend anwaltlich vertreten. Ihr ist daher eine Parteientschädigung für die ihr entstandenen notwen digen Kosten zuzusprechen. Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Partei- entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 800.- erscheint unter Berücksichtigung des aktenkundigen Aufwandes als angemes sen. Seite 15C-5392/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die ange- fochtene Verfügung vom 9. Juli 2009 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwä gun- gen vorgeht und über den Rentenanspruch neu verfügt. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kosten- vorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 800.-- zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: - die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein; Beilage: For- mular Zahladresse) - die Vorinstanz (Ref-Nr. ...) - das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis Seite 16C-5392/2009 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Vor- aussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG). Versand: Seite 17