Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Juni 2014 (710 13 272) ____________________________________________________________________ Alters- und Hinterlassenenversicherung Beiträge Nichterwerbstätige; Multiplikation des Renteneinkommens mit dem Faktor 20 gemäss Art. 28 Abs. 2 AHVV Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschrei berin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen Ausgleichskasse Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Beiträge (897'042 / 120695.0.0 / 756.1148.7 971.68) A.1 Der 1948 geborene A.____ ging am 1. Februar 200 8 im Alter von 60 Jahren vorzeitig in Pension. Die Pensionskasse der B.____, teilte ihm m it Schreiben vom 13. November 2007 mit, dass er ab 1. Februar 2008 Anspruch auf eine lebens längliche Altersrente in Höhe von Fr. 61‘155.--/p.a. und vom 1. Februar 2008 bis 31. Januar 2013 (Erreichung des ordentlichen Rentenalters) auf eine Übergangsrente in Höhe von F r. 26‘520.--/p.a. habe. Weiter stehe ihm von der Ergänzungskasse der C.____ eine lebenslängliche Altersrente von Fr. 6‘694.80/p.a. zu. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.2 Mit Beitragsverfügung Nichterwerbstätige vom 30. Apr il 2013 erhob die Ausgleichskas- se Basel-Landschaft (Ausgleichskasse) von A.____ einen pe rsönlichen AHV/IV/EO-Beitrag für das Jahr 2010 in der Höhe von Fr. 7‘906.40. Die dageg en durch den Versicherten mit Eingabe vom 30. Mai 2013 erhobene Einsprache wies die Ausgleich skasse mit Entscheid vom 19. August 2013 ab. Zur Begründung führte sie aus, die Berechnung der Beiträge basiere auf einem Reinvermögen am Stichtag (31. Oktober 2010) von Fr. 3‘002‘271.-- und einem Renten- einkommen von Fr. 166‘585.--, welches mit dem Faktor 20 multipliziert den Betrag von Fr. 3‘331‘700.-- ergebe. In der Folge seien das Reinvermögen und das kapitalisierte Rentenein- kommen addiert und sodann halbiert worden. Der daraus resultierende Betrag von Fr. 3‘150‘000.-- habe das massgebende Vermögen ergeben. B. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 18. Septembe r 2013 Beschwerde beim Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicher ungsrecht (Kantonsgericht). Er bean- tragte sinngemäss, dass das für die Festsetzung des persönliche n AHV/IV/EO-Beitrages für das Jahr 2010 massgebende fiktive Vermögen auf Fr. 2‘702 ‘870.-- und damit der Beitrag auf- grund eines massgebenden Vermögens von Fr. 2‘850‘000.-- zu berechnen sei. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass die einmalige Ausza hlung von Fr. 7‘684.-- durch die C.____ nicht als Renteneinkommen zu betrachten sei. We iter sei es nicht rechtens, wenn die Übergangsrente mit dem Faktor 20 multipliziert werde. C. Mit Vernehmlassung vom 31. Oktober 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen laut Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgeset zes über die Alters- und Hinterlas- senenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 auf die Alters- und Hinterlassenenversi- cherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide d er Ausgleichskassen beim zu- ständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erho ben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen K antons, in dem die versicherte Per- son zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. V orliegend befindet sich dieser in Frenkendorf, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Ka ntonsgerichts Basel-Landschaft zu beja- hen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kant onsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gege n Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auc h sachlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen f rist- und formgerecht erhobene - Be- schwerde des Versicherten vom 18. September 2013 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Nach § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversi- cherungsrecht des Kantonsgerichts durch Präsidialentscheid St reitigkeiten bis zu einem Streit- wert von Fr. 10'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall liegt der Streitwert unter dieser Grenze, weshalb der Entscheid über die Beschwerde des Versicherten in die Kompetenz der präsidie- renden Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts fällt. 2. Der obligatorischen Alters- und Hinterlassenenversicher ung unterstehen gemäss Art. 1a Abs. 1 lit. a AHVG die natürlichen Personen m it Wohnsitz in der Schweiz. Nach Art. 3 Abs. 1 AHVG sind die Versicherten beitragspflich tig, solange sie eine Erwerbstätigkeit ausüben. Für Nichterwerbstätige beginnt die Beitrags pflicht am 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und sie dauert bis zum Ende des Monats, in welchem Frauen das 64. und Männer das 65. Altersjahr vollendet haben. 3.1 Gemäss Art. 10 Abs. 1 Satz 1 AHVG (in der bis Ende Dezember 2011 geltenden und vorliegend anwendbaren Fassung) bezahlen Nichterwerbstätige je nach ihren sozialen Verhält- nissen einen persönlichen AHV-Beitrag von Fr. 324.-- (i m hier massgebenden Jahr 2010: Fr. 382.--; siehe Art. 2 Abs. 2 der Verordnung 09 über An passungen an die Lohn- und Preisent- wicklung bei der AHV/IV/EO vom 26. September 2008) bi s Fr. 8'400.-- pro Jahr. Art. 10 Abs. 3 Satz 1 AHVG verpflichtet sodann den Verordnungsgeber, nähere Vorschriften über die Bei- tragsbemessung zu erlassen. Gestützt auf diese Norm hat d er Bundesrat in Art. 28 Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicher ung (AHVV) vom 31. Oktober 1947 bestimmt, dass sich die Beiträge der Nichterwerbstätigen, die mehr als den jährlichen Mindest- beitrag zu entrichten haben, aufgrund ihres Vermögens und Renteneinkommens bemessen, wobei die Beiträge nach der in Art. 28 Abs. 1 AHVV en thaltenen Tabelle berechnet werden. Verfügen Nichterwerbstätige gleichzeitig über Vermögen und Renteneinkommen, so wird der jährliche Rentenbetrag mit 20 multipliziert und zum Ve rmögen hinzugerechnet (Art. 28 Abs. 2 AHVV). Für die Berechnung des Beitrages ist dieser Betrag schliesslich auf die nächsten 50'000 Franken abzurunden (Art. 28 Abs. 3 AHVV). 3.2 Die Beiträge werden für jedes Beitragsjahr festgese tzt. Als Beitragsjahr gilt das Kalen- derjahr (vgl. Art. 29 Abs. 1 AHVV). Das für die Beitra gsberechnung Nichterwerbstätiger mass- gebende Vermögen wird durch die kantonalen Steuerbeh örden aufgrund der betreffenden rechtskräftigen kantonalen Veranlagung ermittelt (vgl. Art. 29 Abs. 3 AHVV). Die Steuerbehör- den übermitteln die Angaben für jedes Steuerjahr la ufend der Ausgleichskasse (Art. 29 Abs. 7 AHVV in Verbindung mit Art. 27 Abs. 2 AHVV). Die ent sprechenden Angaben der kantonalen Steuerbehörden sind für die Ausgleichskassen verbindlich (vg l. Art. 29 Abs. 7 AHVV in Verbin- dung mit Art. 23 Abs. 4 AHVV). Die Ausgleichskassen ermit teln das Renteneinkommen; sie arbeiten dabei mit den kantonalen Steuerbehörden zusammen (Art. 29 Abs. 4 AHVV). 3.3 Versicherte, die für ein Kalenderjahr als Nichterwe rbstätige gelten, können verlangen, dass die Beiträge von ihrem Erwerbseinkommen, die für d ieses Jahr bezahlt wurden, an die Beiträge angerechnet werden, die sie als Nichterwerbst ätige zu entrichten haben. In diesem Fall müssen sie die Beiträge, die von ihrem Erwerbseinkom men bezahlt wurden, jener Aus- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gleichkasse gegenüber nachweisen, der sie als Nichterwerb stätige angeschlossen sind (Art. 10 Abs. 3 letzter Satz AHVG in Verbindung mit Art. 30 AHVV). 4.1 Vorliegend erliess die Ausgleichskasse am 30. April 2013 eine Beitragsverfügung für das Jahr 2010, mit welcher sie die persönlichen AHV/IV/ EO-Beiträge des Beschwerdeführers als Nichterwerbstätiger auf Fr. 7‘906.40 festsetzte. Grun dlage dieses Entscheides war die AHV/IV-Meldung der Kantonalen Steuerverwaltung Base l-Landschaft vom 29. April 2013. Die- ser ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer und sein e Ehefrau im Jahr 2010 ein bei- tragspflichtiges Vermögen von Fr. 3‘002‘271.-- aufwies en. Weiter habe der Beschwerdeführer über ein Renteneinkommen in der Höhe von Fr. 102‘054 .-- und seine Ehefrau über ein solches von Fr. 64‘531.-- verfügt. Das gesamte Renteneinkommen der Ehegatten in Höhe von Fr. 166‘585.-- multiplizierte die Ausgleichskasse mit dem Faktor 20, woraus das für die Berech- nung der Beiträge gültige kapitalisierte Reineinkomme n von Fr. 3‘331‘700.-- resultierte. Dieses wurde zum Reinvermögen von Fr. 3‘002‘271.-- addiert. Der Gesamtbetrag von Fr. 6‘333‘971.-- wurde halbiert und gerundet, woraus sich der für die Berechnung massgebliche Betrag von Fr. 3‘150‘000.-- ergab (Fr. 3‘331‘700.-- + Fr. 3‘00 2‘271.-- = Fr. 6‘333‘971.-- / 2 = Fr. 3‘166‘985.50, gerundet Fr. 3‘150‘000.--). 4.2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die vorstehend aufgeführte Berechnung der Aus- gleichskasse sei fehlerhaft. Er moniert zunächst, dass er i m Jahr 2010 nicht über ein Renten- einkommen in Höhe von Fr. 102‘054.--, sondern über ein solches von Fr. 94‘370.-- verfügt ha- be. Die Differenz ergebe sich aus einer einmaligen Ausza hlung von freien Stiftungsmitteln der Ergänzungskasse der C.____ in Höhe von Fr. 7‘685.--. D iese einmalige Auszahlung könne nicht als Rentenleistung betrachtet werden. 4.2.2 Der Auffassung des Beschwerdeführers kann nicht gef olgt werden. Wie die Vorinstanz richtig festhielt, ist gemäss Rechtsprechung des Bundesgeri chts der Begriff des Rentenein- kommens im weitesten Sinne zu verstehen. Andernfalls würd en oft bedeutende Leistungen un- ter dem Vorwand, es handle sich weder um eine Rente i m eigentlichen Sinne noch um mass- gebenden Lohn (Art. 5 Abs. 2 AHVG) der Beitragspflich t entzogen. Entscheidend ist nicht, ob die Leistungen mehr oder weniger die Merkmale einer Rente aufweisen, sondern vielmehr, ob sie zum Unterhalt der versicherten Person beitragen, d.h . ob es sich um Einkommensbestand- teile handelt, welche die sozialen Verhältnisse der n ichterwerbstätigen Person beeinflussen. Ist dies der Fall, dann müssen diese Leistungen entsprechen d der Vorschrift des Art. 10 Abs. 1 AHVG bei der Beitragsberechnung berücksichtigt werden (U rteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2011, 9C_258/2011, E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 12 5 V 230 E. 3b S. 234, 120 V 163 E. 4a; je mit Hinweisen; U ELI KIESER , Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicher ung, Zürich 2012, N 31 ff.). Damit spielt es keine Rolle, ob der Betrag von Fr. 7‘685.-- aus nicht mehr benötigten Stiftungsmitteln stammt oder einen anderen Ursprung hat. Es steht einzig die Frage im Raum, ob das Geld dem Beschwerdeführer zum Unterhal t diente. Davon ist mit dem im So- zialversicherungsrecht üblicherweise geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein- lichkeit auszugehen (vgl. THOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrecht, Bern 2003, S. 451 f.). So ist weder den Akten noch den Ausführun gen des Beschwerdeführers zu entneh- men, dass die einmalige Auszahlung von freien Stiftungsm itteln in Höhe von Fr. 7‘685.-- nicht Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Bestreitung des Unterhalts und seiner Leistungsfähigkeit diente. Ein weiteres Indiz bildet die Veranlagungsverfügung der Steuerverwaltung Basel-Land schaft vom 21. Februar 2013 (vgl. Staatssteuer 2010 definitiv; Beilage 12 der Ausgle ichskasse), wonach gestützt auf die An- gaben des Beschwerdeführers unter Ziffer 202 „Renten a us Pensionskassen Person 2 oder Ehefrau“ ein Betrag von Fr. 102‘054.--, aufgeführt ist. Damit ging der Beschwerdeführer im Zeit- punkt der Einkommensdeklaration gegenüber der Steuerver waltung selbst davon aus, dass die einmalige Auszahlung durch die C.___ in Höhe von Fr. 7 ‘685.-- Renteneinkommen darstelle. Zwar besteht für die Ausgleichskasse in Bezug auf die Er mittlung des Renteneinkommens kei- ne Bindungswirkung an die durch die Steuerbehörde gem achten Feststellungen (vgl. U ELI KIESER , Abgrenzung zwischen Erwerbs- und Nichterwerbstätigen [e inschliesslich Festsetzung der Beiträge von Nichterwerbstätigen], in: Aktuelle Fr agen aus dem Beitragsrecht der AHV, St. Gallen, 1998, S. 88). Dennoch drängt sich im vorliege nden Fall eine von der Steuerbehörde abweichende Handhabung des Einkommens im Rahmen der Beitragserhebung durch die Aus- gleichskasse nicht auf. Weiter entspricht auch die durch den Beschwerdeführer eingereichte (undatierte) Rentenabrechnung für das Jahr 2010 von de r B.____ diesem Vorgehen. Dieser ist zu entnehmen, dass die B.____ dem Beschwerdeführer im Ja hr 2010 Fr. 102‘053.80 an Ren- tenleistungen ausgerichtet hat. Das von der Ausgleichskass e ermittelte Renteneinkommen in Höhe von insgesamt Fr. 166‘585.-- ist unter diesen Umständen nicht zu beanstanden. 5.1 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, dass die von der B.____ ausgerichtete Überbrückungsrente in Höhe von Fr. 26‘520.-- p.a., die ihm vom 1. Februar 2008 bis Ende Ja- nuar 2013 ausbezahlt worden sei, nicht mit dem Faktor 2 0 multipliziert und dem Vermögen hin- zugerechnet werden könne, da sie nur temporär ausgerich tet worden sei. Technisch gesehen handle es sich hierbei um eine temporäre Leibrente. Wo hl habe das Eidgenössische Versiche- rungsgericht (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtlic he Abteilungen [Bundesgericht]), in sei- nem Urteil vom 12. August 1987 (publiziert in: ZAK 1 988 S. 169) entschieden, dass es sich beim AHV-Vorschuss (der seiner Natur der Überbrückungsrente sehr ähnlich sei) um Renten- leistungen handle. Er wehre sich aber gegen die Multiplikation der Überbrückungsrente mit dem Faktor 20 im Sinne von Art. 28 Abs. 2 AHVV zur Errechnun g des Vermögenswertes. Dies sei bei temporären Leibrenten nicht sachgerecht und im konkreten Fall willkürlich. 5.2 Wie bereits vorstehend unter Erwägung 3.1 erwähnt, wird der jährliche Rentenbetrag mit 20 multipliziert und zum Vermögen hinzugerechnet, we nn Nichterwerbstätige gleichzeitig über Vermögen und Renteneinkommen verfügen. Dieses Vorgehen ist gemäss ständiger Rechtspre- chung des Bundesgericht gesetzmässig (vgl. H ANSPETER KÄSER , Unterstellung und Betragswe- sen in der obligatorischen AHV, Bern 1996, S. 234 mit Hinweisen). Der Kapitalisierungssatz gemäss Art. 28 Abs. 2 AHVV dient der Vergleichbarmachu ng von Vermögen und Rentenein- kommen. So wollte der Verordnungsgeber erreichen, da ss zwei Nichterwerbstätige mit insge- samt gleicher wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, der ei ne mit Renteneinkommen, der andere mit Vermögen, Beiträge in gleicher Höhe bezahlen müsse n (vgl. F RANZISKA GROB /G UDRUN KLEINLOGEL , Die Beiträge der Nichterwerbstätigen in der AHV, de r IV und der EO, in: CHSS 2008 S. 116 ff.). Dieser Faktor entspricht einer Kapitalisierung von 5%, d.h. es wird das Kapital errechnet, welches beliebig lange einen Kapitalertra g in Höhe einer Rente von 5% abwirft (vgl. PETER LANG , Leibrenten und AHV/IV/EO-Bemessung bei Nichterwerbst ätigen, in: Der Schwei- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zer Treuhänder, 4/00, S. 297). D as Renteneinkommen wird daher mit dem Faktor 20 multi pli- ziert und das Ergebnis einem Vermögen in diesen Umfang gleichgesetzt (vgl. GROB /K LEINLOGEL , a.a.O. S. 116). Zwar wurde Art. 28 Abs. 2 AHVV und die darauf basier ende Berechnung der Beiträge für Nichterwerbstätige aufgru nd einer Rentenkapitalisierung in der Literatur bereits verschiedentlich kritisiert, wobei voral lem die schematische, den individuellen Besonderheiten nicht Rechnung tragende Lösung beanstandet wurde (vgl. KIESER , Abgrenzung zwischen Erwerbs- und Nichterwerbstätigen [einschliesslich F estsetzung der Beiträge von Nichterwerbstätigen], in: Aktuelle Fragen aus dem Beitr agsrecht der AHV, St. Gallen, 1998, S. 91; KÄSER , a.a.O, S. 235; G ROB /K LEINLOGEL , a.a.O., S. 119 f.). Eine Anpassung durch den Verordnungsgeber wurde jedoch bis heute nicht vorgenomm en, weshalb Art. 28 Abs. 2 AHVV auch vorliegend anwendbar ist. Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist ein Vermögensertrag nur dann nicht als Renteneinkommen zu be handeln und nicht mit dem Faktor 20 zu kapitalisieren, wenn die Höhe des Vermögens bekann t ist oder von der Ausgleichskasse festgestellt werden kann (vgl. BGE 120 V 163 ff. E. 4.b; ZAK 1979 S. 559 E. 2b mit Hinweis). 5.3.1 Eingangs ist festzuhalten, dass die Bezüge des Besch werdeführers aus der Überbrü- ckungsrente der B.____ ungeachtet ihrer zeitlichen Befr istung ohne weiteres als Rentenein- kommen im Sinne der dargestellten Grundsätze einzustufen sind, tragen sie doch unbestritte- nermassen zum Unterhalt bei und beeinflusst die sozialen Verhältnisse des Beschwerdeführers. Aus diesem Grund müssen diese Leistungen entsprechend der Vorschrift des Art. 10 AHVG bei der Beitragsberechnung berücksichtigt werden (vgl. BGE 120 V 167 E. 4a; AHI 1994 S. 169 E. 4c; ZAK 1991 S. 415 E. 3a mit zahlreichen Hinweisen auf die Rechtsprechung). 5.3.2 Der Beschwerdeführer wurde am 1. Februar 2008 im Alter von 60 Jahren vorzeitig pen- sioniert. Seither erhielt er von der B.____ auch eine jährliche Überbrückungsrente in Höhe von Fr. 26‘520.--. Diese wurde ihm bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters im Januar 2013 und somit auf 5 Jahre befristet ausgerichtet. Diese Befr istung ändert aber - entgegen den Aus- führungen des Beschwerdeführers - nichts daran, dass die Ü berbrückungsrente als Rentenein- kommen mit dem Faktor 20 im Sinne von Art. 28 Abs. 2 AHVV zu multiplizieren ist. Zu beachten ist nämlich, dass die AHV-Beiträge gemäss Art. 22 Abs. 1 AHVV jeweils lediglich für ein Jahr festgelegt werden. Dementsprechend sind die im Erhebu ngsjahr (vorliegend 2010) massge- benden Verhältnisse zu berücksichtigen. Sind diese in ein em Jahr höher, ist es sachgerecht, dass auch höhere Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten sind (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 2. Februar 2006, H 160/05, E. 5; Art. 10 Ab s. 1 AHVG). Aus diesem Grund musste die Vorinstanz - dem klaren Wortlaut und Sinn der Best immung folgend - die Überbrückungs- rente der B.____ mit dem Faktor 20 multiplizieren und dem Vermögen hinzurechnen. 5.3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend una bhängig von der Tatsache, dass die Überbrückungsrente des Beschwerdeführers nur während fünf Jahren ausgerichtet wird, grundsätzlich davon auszugehen, dass sie mit dem Faktor 20 i m Sinne von Art. 28 Abs. 2 AHVV zu kapitalisieren und zum Vermögen hinzuzurechnen i st. Daran ändert der Vorwurf des Beschwerdeführers nichts, wonach das Vorgehen der Vorinst anz willkürlich sei. Nach der Rechtsprechung zu Art. 9 der Bundesverfassung (BV) vom 14. Mai 2002 ist eine Entscheidung dann willkürlich, wenn sie eine Norm oder einen klaren und unumstrittenen Rechtsgrundsatz Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht offensichtlich schwer verletzt, sich mit sachlichen Gründen schlechthin nicht vertreten lässt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläu ft (BGE 137 I 1 E. 2). Vorliegend entspricht das Vorgehen der Ausgleichskasse den heute ge ltenden gesetzlichen Bestimmun- gen, ist sachlich begründet und läuft in keiner Weise d em Gerechtigkeitsgedanken zuwider, weshalb es nicht als willkürlich bezeichnet werden kann. 5.4 Im Ergebnis erweist sich der Einspracheentscheid der Ausgleichskasse vom 19. August 2013 als rechtens. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbegründet und daher abzuweisen. 6. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor de m kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegend e Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde durch den Beschwerdeführer am 29. August 2014 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_617/2014 ) erhoben.