<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 312/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>I. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Schön, Bundesrichte- </div> <div class="para">rin Widmer, Bundesrichter Meyer und Ferrari; Gerichts- </div> <div class="para">schreiber Fessler </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 22. Mai 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle Schwyz, Rubiswilstrasse 8, Ibach, Beschwerde- </div> <div class="para">führerin, </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.________, 1984, Beschwerdegegnerin, vertreten durch ihre </div> <div class="para">Eltern, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz, Schwyz </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Bei der 1984 geborenen I.________ bestehen seit </div> <div class="para">Geburt eine Erkrankung des Nervensystems und eine mitochon- </div> <div class="para">driale Stoffwechselstörung. Die medizinische Behandlung </div> <div class="para">dieser von der Invalidenversicherung als Geburtsgebrechen </div> <div class="para">anerkannten Leiden, umfassend u.a. auch Ergo-, Physio- und </div> <div class="para">Logopädie sowie pädagogisch-therapeutische Massnahmen, er- </div> <div class="para">folgt im Rehabilitationszentrum des Kinderspitals </div> <div class="para">Z.________ in A.________, wo auch die Sonderschulung </div> <div class="para">durchgeführt wird. Neuroorthopädisch versorgt und neuro- </div> <div class="para">pädiatrisch betreut wird I.________ am Kinderspital </div> <div class="para">B.________. Dort werden auch die notwendigen Hilfsmittel </div> <div class="para">angepasst. An den Wochenenden und in den Schulferien wohnt </div> <div class="para">I.________ bei ihrer Familie in E.________. </div> <div class="para"> Im Zusammenhang mit der Verlängerung der Sonderschul- </div> <div class="para">massnahmen wird im Bericht des Rehabilitationszentrums des </div> <div class="para">Kinderspitals Z.________ vom 28. Januar 1998 zum Krank- </div> <div class="para">heitsverlauf Folgendes ausgeführt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"I.________ leidet trotz der intensiven Therapien im Reha- </div> <div class="para">bilitationszentrum auf Grund ihrer Grundkrankheit an einer </div> <div class="para">zunehmenden Einschränkung ihrer Fähigkeiten. Sie bedarf </div> <div class="para">einer Plazierung mit medizinischen Interventionsmöglich- </div> <div class="para">keiten, da ihr Gesundheitszustand labil ist. Die Pflege </div> <div class="para">wird zunehmend aufwendiger, da sie mit dem Fortschreiten </div> <div class="para">der Krankheit an Selbständigkeit verliert. Derzeit kann </div> <div class="para">sie noch mit dem Löffel zerkleinerte Nahrung selber essen, </div> <div class="para">braucht aber viel Hilfe für das An- und Ausziehen und </div> <div class="para">Waschen, Hilfe auf der Toilette, Hilfe beim Transfer. Sie </div> <div class="para">hat aufgehört zu gehen und ist im Elektrorollstuhl mobil. </div> <div class="para">Ihre Kommunikation wird zunehmend verlangsamt, die Artiku- </div> <div class="para">lation schlechter, ihre Informationsverarbeitung langsamer </div> <div class="para">und ihre Ermüdbarkeit erhöht sich. Schulisch macht sie </div> <div class="para">nach wie vor Fortschritte und arbeitet am Canon-Comunica- </div> <div class="para">tor in der Schule. </div> <div class="para">(...) " </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Auf Grund der Verschlechterung des Gesundheitszustan- </div> <div class="para">des - es haben sich zwischenzeitlich auch Skelettdeformi- </div> <div class="para">täten entwickelt - benötigt I.________ ein Korsett (Rumpf- </div> <div class="para">orthese), und es musste u.a. der Elektro-Rollstuhl durch </div> <div class="para">einen Spezial-Rollstuhl mit stufenlos nach hinten kippbarer </div> <div class="para">Sitzschale ersetzt werden. Die Invalidenversicherung er- </div> <div class="para">brachte hiefür die gesetzlichen Leistungen. Hingegen lehnte </div> <div class="para">es die IV-Stelle Schwyz ab, an die Kosten der behinderten- </div> <div class="para">gerechten Anpassung des von ihren Eltern zum Kauf beabsich- </div> <div class="para">tigten Toyota Hi-Ace von voraussichtlich Fr. 16'030.-, wo- </div> <div class="para">von u.a. Fr. 9800.- für den Einbau eines elektro-hydrauli- </div> <div class="para">schen Lifts für den Verlad des Rollstuhls, Beiträge zu </div> <div class="para">leisten und/oder einen Teil des Anschaffungspreises von </div> <div class="para">Fr. 37'000.- zu übernehmen. Nachdem die Verwaltung die </div> <div class="para">Sache zweimal dem Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) </div> <div class="para">vorgelegt hatte, erliess sie am 7. Dezember 1998 eine Ver- </div> <div class="para">fügung, womit sie weisungsgemäss "aufgrund der (fehlenden) </div> <div class="para">Voraussetzung der Volljährigkeit" den Anspruch auf Über- </div> <div class="para">nahme der invaliditätsbedingten Abänderungen am neuen Auto </div> <div class="para">verneinte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Die von den Eltern von I.________ hiegegen er- </div> <div class="para">hobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons </div> <div class="para">Schwyz nach Einholung der Vernehmlassung der IV-Stelle in </div> <div class="para">dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob </div> <div class="para">und die Invalidenversicherung verpflichtete, "die invali- </div> <div class="para">ditätsbedingten Abänderungen (...) zu übernehmen" (Disposi- </div> <div class="para">tiv-Ziffer 1), verknüpft mit der Nebenbestimmung, "dass </div> <div class="para">während mindestens 6 Jahren keine Taxitransportkosten (...) </div> <div class="para">übernommen werden können" (Dispositiv-Ziffer 2; Entscheid </div> <div class="para">vom 10. März 1999). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Die IV-Stelle führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">mit dem Rechtsbegehren, es sei der kantonale Entscheid auf- </div> <div class="para">zuheben. </div> <div class="para"> Die Eltern von I.________ beantragen die Abweisung der </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde, das Bundesamt für Sozialver- </div> <div class="para">sicherung deren Gutheissung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Bei Streitigkeiten betreffend den Anspruch auf </div> <div class="para">Hilfsmittel im Sinne von Art. 21 f. IVG und der </div> <div class="para">dazugehörigen Verordnungen geht es um die Bewilligung oder </div> <div class="para">Verweigerung von Versicherungsleistungen im Sinne von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 132 OG</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-134%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page136">BGE 122 V 136</a> Erw. 1 mit Hinweisen). Die </div> <div class="para">Überprüfungsbefugnis des Eidgenössischen Versicherungs- </div> <div class="para">gerichts ist daher nicht auf die Verletzung von Bundesrecht </div> <div class="para">einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er- </div> <div class="para">messens (<span class="artref">Art. 104 lit. a OG</span>) beschränkt, sondern sie </div> <div class="para">erstreckt sich auch auf die Angemessenheit des angefoch- </div> <div class="para">tenen Entscheids (lit. a). Dabei ist das Gericht nicht an </div> <div class="para">die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen </div> <div class="para">Sachverhalts gebunden (lit. b), und es kann über die </div> <div class="para">Begehren der Parteien zu deren Gunsten oder Ungunsten </div> <div class="para">hinausgehen (lit. c). </div> <div class="para"> Im Weitern ist das Gericht im Rahmen der Rechtsanwen- </div> <div class="para">dung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren </div> <div class="para">gebunden. Es kann, immer unter Beachtung der Verfahrens- </div> <div class="para">rechte der Parteien, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gut- </div> <div class="para">heissen oder abweisen aus anderen Gründen als von den Par- </div> <div class="para">teien vorgetragen oder von der Vorinstanz erwogen (Art. 114 </div> <div class="para">Abs. 1 am Ende in Verbindung mit <span class="artref">Art. 132 OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-34%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page36">BGE 122 V 36</a> </div> <div class="para">f. Erw. 2b und c mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- a) Gemäss <span class="artref">Art. 21 Abs. 2 IVG</span> hat der Versicherte, </div> <div class="para">der infolge seiner Invalidität für die Fortbewegung, für </div> <div class="para">die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die </div> <div class="para">Selbstsorge kostspieliger Geräte bedarf, im Rahmen einer </div> <div class="para">vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die </div> <div class="para">Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel (vgl. auch </div> <div class="para">Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Abgabe von </div> <div class="para">Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung [HVI]). Hat </div> <div class="para">der Versicherte ein Hilfsmittel, auf das er Anspruch </div> <div class="para">besitzt, auf eigene Kosten angeschafft, so kann ihm die </div> <div class="para">Versicherung Amortisationsbeiträge gewähren (Art. 21bis </div> <div class="para">Abs. 1 IVG). </div> <div class="para"> Die durch das Eidgenössische Departement des Innern </div> <div class="para">(EDI) gestützt auf <span class="artref">Art. 21 Abs. 4 IVG</span> und <span class="artref">Art. 14 IVV</span> er- </div> <div class="para">lassene Liste der Hilfsmittel ist im Anhang zur HVI ent- </div> <div class="para">halten. Nach dessen Ziffer 10.05 in der seit 1. Januar 1997 </div> <div class="para">geltenden Fassung übernimmt die Invalidenversicherung inva- </div> <div class="para">liditätsbedingte Abänderungen von Motorfahrzeugen, sofern </div> <div class="para">die versicherte Person volljährig ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die vom 1. Januar 1993 bis 31. Dezember 1996 gültig </div> <div class="para">gewesene Fassung von Ziffer 10.05 HVI Anhang enthielt das </div> <div class="para">Anspruchserfordernis der Volljährigkeit nicht und umschrieb </div> <div class="para">den Hilfsmittelanspruch lediglich mit "invaliditätsbedingte </div> <div class="para">Abänderungen von Motorfahrzeugen". Sie verzichtete damit im </div> <div class="para">Unterschied zu der bis 31. Dezember 1992 gültig gewesenen </div> <div class="para">Fassung einerseits auf das damals im Ingress von Ziffer 10 </div> <div class="para">HVI Anhang erwähnte Kriterium, dass der Versicherte das Mo- </div> <div class="para">torfahrzeug selbstständig gefahrlos bedienen kann, ander- </div> <div class="para">seits durch Streichung des * auf die bis dahin gültig gewe- </div> <div class="para">sene erwerbliche Ausrichtung nach <span class="artref">Art. 21 Abs. 1 IVG</span> und </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 2 Abs. 2 HVI</span> (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-258%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page261">BGE 121 V 261</a> ff. Erw. 3a und b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- a) Das kantonale Gericht hat zur Frage der Über- </div> <div class="para">nahme der Kosten der unbestrittenermassen invaliditäts- </div> <div class="para">bedingten Abänderungen am Fahrzeug der Eltern von </div> <div class="para">I.________ durch die Invalidenversicherung im Wesentlichen </div> <div class="para">erwogen, es fehle am Erfordernis der Volljährigkeit gemäss </div> <div class="para">Ziffer 10.05 HVI Anhang, weshalb ein Anspruch gestützt auf </div> <div class="para">diese Grundlage von der Verwaltung zu Recht abgewiesen </div> <div class="para">worden sei. Im Sinne einer Lückenfüllung seien indessen </div> <div class="para">nach den Grundsätzen der Zweckmässigkeit und der Kosten- </div> <div class="para">günstigkeit von Invalidenversicherungsleistungen behinde- </div> <div class="para">rungsbedingte Abänderungskosten an Motorfahrzeugen auch </div> <div class="para">dann durch die Invalidenversicherung zu übernehmen, wenn </div> <div class="para">mit dem Fahrzeug regelmässig und wiederkehrend Fahrten aus- </div> <div class="para">geführt werden, auf welche Anspruch auf Reisekostenvergü- </div> <div class="para">tung besteht, und durch diese Fahrten Taxifahrten einge- </div> <div class="para">spart werden können und wenn sich bei mittelfristiger Be- </div> <div class="para">trachtung dadurch Einsparungen gegenüber der Taxikosten- </div> <div class="para">vergütung ergeben. Die im HVI Anhang getroffene Lösung </div> <div class="para">könne dann nicht im wohlverstandenen Sinne des Gesetzes </div> <div class="para">sein, wenn sie einerseits zu Mehrkosten führe und wenn </div> <div class="para">anderseits die Übernahme der Abänderungskosten für die </div> <div class="para">Versicherte und ihre Angehörigen zweckmässiger sei. Diese </div> <div class="para">Voraussetzungen seien im Falle von I.________ erfüllt. Zum </div> <div class="para">einen hätte sie Anspruch auf Vergütung der Reisekosten nach </div> <div class="para">A.________ und nach B.________ und zwar, da ihr die Be- </div> <div class="para">nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in Anbetracht der </div> <div class="para">Schwere der Behinderung nicht zumutbar wäre, nach Massgabe </div> <div class="para">der Verwaltungspraxis in Form einer Kilometervergütung. Zum </div> <div class="para">andern wären die Abänderungskosten am privaten Motorfahr- </div> <div class="para">zeug von Fr. 16'030.- nach 88 Wochenenden mit Fahrten zwi- </div> <div class="para">schen E.________ und A.________ bei Transport mit einem ge- </div> <div class="para">werbsmässigen Invalidentaxi amortisiert. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Die Beschwerde führende IV-Stelle beruft sich zur </div> <div class="para">Stützung ihres gegenteiligen anspruchsablehnenden Stand- </div> <div class="para">punktes hauptsächlich auf das IV-Rundschreiben 111 vom </div> <div class="para">17. Dezember 1996, in welchem das Bundesamt den auf den </div> <div class="para">1. Januar 1997 in Ziffer 10.05 HVI Anhang eingefügten </div> <div class="para">Zusatz "sofern die versicherte Person volljährig ist" </div> <div class="para">erläutert, und zwar wie folgt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"Mit der Änderung vom 9. Oktober 1992, in Kraft seit </div> <div class="para">1.1.1993, wollte man den Anspruch auf IV-Leistungen bei </div> <div class="para">Abänderungskosten von Motorfahrzeugen auf zwei Seiten hin </div> <div class="para">ausdehnen: Einerseits auf erwerbstätige Behinderte, welche </div> <div class="para">nicht selber autofahren können (z.B. Blinde), anderseits </div> <div class="para">auf nichterwerbstätige Behinderte, bei letzteren jedoch </div> <div class="para">nur unter der Voraussetzung, dass diese das Fahrzeug sel- </div> <div class="para">ber lenken können. Auf Weisungsebene präzisierte das BSV </div> <div class="para">seine Absicht, bei Nichterwerbstätigen den Anspruch auf </div> <div class="para">diese Versichertengruppe zu beschränken, was vom Eidg. </div> <div class="para">Versicherungsgericht in einem Urteil vom Dezember 1995 </div> <div class="para">[<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-258%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page258">BGE 121 V 258</a>] als nicht verordnungskonform bezeichnet </div> <div class="para">wurde. Um die Verordnung dem ursprünglich beabsichtigten </div> <div class="para">Willen des Verordnungsgebers anzupassen, war die vorlie- </div> <div class="para">gende Änderung nötig." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Vorab ist von Amtes wegen die Frage der Gesetzes- </div> <div class="para">und Verfassungsmässigkeit des Anspruchserfordernisses der </div> <div class="para">Volljährigkeit in Ziffer 10.05 HVI Anhang zu prüfen (BGE </div> <div class="para">115 V 320 Erw. 2a in fine). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Nach der Rechtsprechung kann das Eidgenössische </div> <div class="para">Versicherungsgericht Verordnungen des Bundesrates oder im </div> <div class="para">Rahmen zulässiger Subdelegation des Departementes grund- </div> <div class="para">sätzlich, von hier nicht in Betracht fallenden Ausnahmen </div> <div class="para">abgesehen, auf ihre Rechtmässigkeit hin überprüfen. Bei un- </div> <div class="para">selbstständigen Verordnungen geht es in erster Linie darum </div> <div class="para">zu beurteilen, ob sie sich im Rahmen der Delegationsnorm </div> <div class="para">halten. Besteht ein sehr weiter Spielraum des Ermessens für </div> <div class="para">die Regelung auf Verordnungsebene, muss sich das Gericht </div> <div class="para">auf die Prüfung beschränken, ob die umstrittenen Vorschrif- </div> <div class="para">ten offensichtlich aus dem Rahmen der im Gesetz delegierten </div> <div class="para">Kompetenzen herausfallen oder aus andern Gründen gesetz- </div> <div class="para">oder verfassungswidrig sind. Es kann jedoch sein eigenes </div> <div class="para">Ermessen nicht an die Stelle desjenigen des Bundesrates </div> <div class="para">oder Departementes setzen, und es hat auch nicht die Zweck- </div> <div class="para">mässigkeit zu untersuchen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-21%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page30">BGE 125 V 30</a> Erw. 6a, 124 II 245 </div> <div class="para">Erw. 3, je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> In intertemporalrechtlicher Hinsicht rechtfertigt es </div> <div class="para">sich mit Blick auf die Rechtsnatur der Überprüfung un- </div> <div class="para">selbstständigen Verordnungsrechts als Form der verfassungs- </div> <div class="para">rechtlichen Normenkontrolle, die am 1. Januar 2000 in Kraft </div> <div class="para">getretene neue Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge- </div> <div class="para">nossenschaft vom 18. April 1999 im Rahmen anhängiger </div> <div class="para">Verfahren selbst dann anzuwenden, wenn der angefochtene </div> <div class="para">Entscheid, wie im vorliegenden Fall, vor diesem Zeitpunkt </div> <div class="para">ergangen ist (Erw. 3b des zur Publikation in BGE 126 V be- </div> <div class="para">stimmten Urteils H. vom 21. Januar 2000 [C 301/98]). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) aa) Art. 21 Abs. 2 (und 1) IVG räumt dem Bundesrat </div> <div class="para">bzw. auf Grund von <span class="artref">Art. 14 IVV</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 21 </span></div> <div class="para">Abs. 4 IVG dem Departement für den Erlass der Hilfsmittel- </div> <div class="para">liste einen weiten Spielraum der Gestaltungsfreiheit ein. </div> <div class="para">Dieses kann bestimmen, "welche Arten von Vorrichtungen und </div> <div class="para">Apparaten unter den Begriff Hilfsmittel (...) fallen" (Bot- </div> <div class="para">schaft zum Entwurf eines Bundesgesetzes über die Invaliden- </div> <div class="para">versicherung [...], BBl 1958 II 1137 ff., 1186). Das Depar- </div> <div class="para">tement kann im Rahmen des Willkürverbotes eine Auswahl </div> <div class="para">treffen und die Zahl der Hilfsmittel beschränken (BGE 113 V </div> <div class="para">270 Erw. 3b, 105 V 27 f. Erw. 3b; ZAK 1988 S. 181 ERw. 2a). </div> <div class="para">In die Hilfsmittelliste aufzunehmen sind kraft positiver </div> <div class="para">gesetzlicher Anordnung einzig Zahnprothesen, Brillen und </div> <div class="para">Schuheinlagen (<span class="artref">Art. 21 Abs. 1 Satz 2 IVG</span>). Steht es dem </div> <div class="para">Verordnungsgeber somit grundsätzlich frei, ob er einen </div> <div class="para">Gegenstand, welchem Hilfsmittelcharakter zukommt (vgl. dazu </div> <div class="para">BGE 115 V 194 Erw. 2c sowie BBl 1958 II 1185), in die im </div> <div class="para">Anhang zur HVI enthaltene Liste aufnehmen will, kann er </div> <div class="para">umso mehr im Rahmen des Gesetzes die Abgabe eines Hilfsmit- </div> <div class="para">tels an weitere Bedingungen und Auflagen knüpfen (BGE 124 V </div> <div class="para">9 f. Erw. 5b/aa). </div> <div class="para"> bb) Trotz der fraglos weit gehenden Befugnisse des De- </div> <div class="para">partementes stellt das Alter als solches kein zulässiges </div> <div class="para">Kriterium dar, um den Anspruch auf Abgabe eines (einmal) </div> <div class="para">in die Hilfsmittelliste aufgenommenen Gegenstandes oder </div> <div class="para">Gerätes (oder entsprechende Ersatzleistungen im Sinne von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 21bis IVG</span>) zu beschränken. Einerseits wird das Alter </div> <div class="para">in <span class="artref">Art. 21 IVG</span> nicht erwähnt, insbesondere wird weder in </div> <div class="para">Abs. 1 noch in Abs. 2 dieser Bestimmung nach diesem </div> <div class="para">Gesichtspunkt differenziert, dies im Unterschied zum </div> <div class="para">(erwerblichen oder nicht erwerblichen) Eingliederungsziel. </div> <div class="para">Anderseits lässt <span class="artref">Art. 10 Abs. 1 IVG</span> allgemein und in </div> <div class="para">Konkretisierung von <span class="artref">Art. 4 Abs. 2 IVG</span>, wonach die </div> <div class="para">Invalidität als eingetreten gilt, sobald sie die für die </div> <div class="para">Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung </div> <div class="para">erforderliche Art und Schwere erreicht hat, den Anspruch </div> <div class="para">auf Eingliederungsmassnahmen entstehen, sobald solche im </div> <div class="para">Hinblick auf Alter und Gesundheitszustand des Versicherten </div> <div class="para">angezeigt sind. Darin kommt zum Ausdruck, dass das Alter </div> <div class="para">zwar für die Entstehung des Anspruchs von Bedeutung ist, </div> <div class="para">indessen lediglich im Sinne einer gleichsam variablen </div> <div class="para">Grösse zur Bestimmung des Eintritts der allgemeinen </div> <div class="para">invaliditätsmässigen (<span class="artref">Art. 8 Abs. 1 IVG</span>) und der besonderen </div> <div class="para">auf die jeweilige in Frage stehende Vorkehr bezogenen </div> <div class="para">Voraussetzungen nach Massgabe der Umstände des konkreten </div> <div class="para">Falles (BBl 1958 II 1169 f. und 1255 f.; Meyer-Blaser, </div> <div class="para">Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], in: </div> <div class="para">Murer/Stauffer [Hrsg.], Die Rechtsprechung des Bundes- </div> <div class="para">gerichts zum Sozialversicherungsrecht, Zürich 1997, </div> <div class="para">S. 67 f.). Umgekehrt ergibt sich aus der dargelegten </div> <div class="para">gesetzlichen Ordnung, dass das Alter als solches, abgesehen </div> <div class="para">von den im Gesetz selber geregelten Fällen (vgl. u.a. </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 13 Abs. 1 IVG</span> [medizinische Massnahmen bei Geburts- </div> <div class="para">gebrechen], <span class="artref">Art. 19 Abs. 1 IVG</span> [Sonderschulung], <span class="artref">Art. 20 </span></div> <div class="para">Abs. 1 IVG [Pflegebeitrag für die Betreuung hilfloser </div> <div class="para">Minderjähriger]), keine Bedingung für den Anspruch auf </div> <div class="para">Eingliederungsmassnahmen darstellt. Ein Blick in die im </div> <div class="para">Anhang zur HVI enthaltene Liste zeigt im Übrigen denn auch, </div> <div class="para">dass mit Ausnahme der hier zur Diskussion stehenden </div> <div class="para">Ziffer 10.05 bei keinem Hilfsmittel nach diesem Aspekt </div> <div class="para">differenziert wird. Das in dieser Verordnungsbestimmung </div> <div class="para">enthaltene, ungeachtet der Umstände des Einzelfalles, </div> <div class="para">insbesondere des Gesundheitszustandes und der daraus sich </div> <div class="para">ergebenden invaliditätsbedingten Notwendigkeit der </div> <div class="para">Abänderung eines Motorfahrzeuges für die Fortbewegung, für </div> <div class="para">die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die </div> <div class="para">Selbstsorge geltende Anspruchserfordernis der Volljäh- </div> <div class="para">rigkeit steht im Widerspruch zur klaren gesetzlichen Ord- </div> <div class="para">nung, welche einen rein altersabhängigen Leistungsaus- </div> <div class="para">schluss verbietet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Im Weitern hält Ziffer 10.05 HVI Anhang in Bezug </div> <div class="para">auf das Anspruchserfordernis der Volljährigkeit auch einer </div> <div class="para">verfassungsmässigen Überprüfung nicht stand. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> aa) Nach <span class="artref">Art. 8 BV</span> sind alle Menschen vor dem Gesetz </div> <div class="para">gleich (Abs. 1). Niemand darf diskriminiert werden, nament- </div> <div class="para">lich nicht wegen (...) des Alters, (...) oder wegen einer </div> <div class="para">körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung </div> <div class="para">(Abs. 2). Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf beson- </div> <div class="para">deren Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer </div> <div class="para">Entwicklung (<span class="artref">Art. 11 Abs. 1 BV</span>). Als Grundrechte (vgl. </div> <div class="para">Überschrift zum ersten Kapitel des zweiten Titels) müssen </div> <div class="para">die aufgezählten Garantien in der ganzen Rechtsordnung zur </div> <div class="para">Geltung kommen; und wer staatliche Aufgaben wahrnimmt, ist </div> <div class="para">daran gebunden und verpflichtet, zu ihrer Verwirklichung </div> <div class="para">beizutragen (vgl. <span class="artref"><artref id="CH/101/35/2" type="start"></artref><artref id="CH/101/35/1" type="start"></artref>Art. 35 Abs. 1 und 2 BV</span><artref id="CH/101/35/2" type="end"></artref><artref id="CH/101/2" type="end"></artref>). Einschränkungen </div> <div class="para">bedürfen einer gesetzlichen Grundlage, müssen durch ein </div> <div class="para">öffentliches Interesse gerechtfertigt und verhältnismässig </div> <div class="para">sein (vgl. <span class="artref"><artref id="CH/101/36/3" type="start"></artref><artref id="CH/101/36/1" type="start"></artref>Art. 36 Abs. 1-3 BV</span><artref id="CH/101/36/3" type="end"></artref><artref id="CH/101/3" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Die Entstehungsgeschichte von <span class="artref">Art. 8 Abs. 2 BV</span> </div> <div class="para">zeigt, dass in der bundesrätlichen Botschaft vom 20. Novem- </div> <div class="para">ber 1996 (BBl 1997 I 1 ff.) das Alter noch nicht explizit </div> <div class="para">als verfassungsrechtlich unzulässiges Unterscheidungsmerk- </div> <div class="para">mal genannt wurde (BBl 1997 I 142 f. und 590). Erst das </div> <div class="para">Parlament nahm nach ausführlicher Diskussion das Alter in </div> <div class="para">den Nichtdiskriminierungskatalog auf (Amtl. Bull. 1998 [Se- </div> <div class="para">paratdruck] S 33 ff. und 155, N 152 ff.), wobei ausdrück- </div> <div class="para">lich neben den Betagten die Kinder und Jugendlichen als </div> <div class="para">diskriminierungsgefährdete Gruppe genannt wurden (vgl. </div> <div class="para">Amtl. Bull. 1998 [Separatdruck] S 34, N 155 und 168). Im </div> <div class="para">Weitern wurde auch <span class="artref">Art. 11 BV</span> erst im Rahmen der </div> <div class="para">parlamentarischen Beratung geschaffen (BBl 1997 I 591 sowie </div> <div class="para">Amtl. Bull. 1998 [Separatdruck] N 191 ff., 417 ff. und 467 </div> <div class="para">ff., S 156 f., 206 ff. und 225 ff.). </div> <div class="para"> Die Bedeutung der spezifischen Diskriminierungsverbote </div> <div class="para">liegt darin, "dass ungleiche Behandlungen einer besonders </div> <div class="para">qualifizierten Begründungspflicht unterstehen. Sie dürfen </div> <div class="para">nicht einfach an das Unterscheidungsmerkmal anknüpfen, an </div> <div class="para">die Eigenschaft, welche die diskriminierte Gruppe defi- </div> <div class="para">niert" (Amtl. Bull. 1998 [Separatdruck] S 37 [Votum Rhinow, </div> <div class="para">Berichterstatter]; zur Bedeutung der Materialien für die </div> <div class="para">Auslegung der neuen Bundesverfassung vgl. Pierre Tschannen, </div> <div class="para">Die Auslegung der neuen Bundesverfassung, in: Ulrich </div> <div class="para">Zimmerli [Hrsg.], Die neue Bundesverfassung, Konsequenzen </div> <div class="para">für Praxis und Wissenschaft, Berner Tage für die </div> <div class="para">juristische Praxis [BTJP] 1999, Bern 2000, S. 223 ff., </div> <div class="para">insbes. S. 246 ff.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> cc) Der Ausschluss der Minderjährigen vom Hilfsmittel- </div> <div class="para">anspruch gemäss Ziffer 10.05 HVI Anhang einzig auf Grund </div> <div class="para">des Alters fällt in den Schutzbereich sowohl des Rechts- </div> <div class="para">gleichheitsgebotes als auch des Verbotes altersbedingter </div> <div class="para">Diskriminierungen Behinderter (Auer/Malinverni/Hottelier, </div> <div class="para">Droit constitutionnel suisse, Band II, Les droits fonda- </div> <div class="para">mentaux, Bern 2000, S. 509 Rz 1043; vgl. auch Jörg Paul </div> <div class="para">Müller, Die Diskriminierungsverbote nach Art. 8 Abs. 2 der </div> <div class="para">neuen Bundesverfassung, in: BTJP 1999 S. 119 f.). Diese </div> <div class="para">qualifizierte Ungleichbehandlung lässt sich im Lichte von </div> <div class="para"><span class="artref"><artref id="CH/101/8/2" type="start"></artref><artref id="CH/101/8/1" type="start"></artref>Art. 8 Abs. 1 und 2 BV</span><artref id="CH/101/8/2" type="end"></artref><artref id="CH/101/2" type="end"></artref> weder durch die für die invaliden- </div> <div class="para">versicherungsrechtliche Hilfsmittelversorgung im Allgemei- </div> <div class="para">nen (Gesundheitsschaden, invaliditätsbedingte Notwendig- </div> <div class="para">keit, Eingliederungsziel) noch durch die auf Grund von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 21 Abs. 2 IVG</span> und <span class="artref">Art. 2 Abs. 1 HVI</span> im Rahmen von </div> <div class="para">Ziffer 10.05 HVI Anhang im Besonderen (Gehunfähigkeit, </div> <div class="para">Transportbedürftigkeit) massgebenden Wertungsgesichtspunkte </div> <div class="para">rechtfertigen. Auf Grund dieser im Gesetz selber </div> <div class="para">festgelegten Umstände kann auch der mit der Einfügung des </div> <div class="para">Anspruchserfordernisses der Volljährigkeit offenbar </div> <div class="para">verfolgte Zweck der Begrenzung der Hilfsmittelkosten nicht </div> <div class="para">genügen, und zwar weder als Motiv für die qualifizierte </div> <div class="para">Begründungspflicht noch um ein öffentliches Interesse im </div> <div class="para">Sinne von <span class="artref">Art. 36 Abs. 2 BV</span> darzutun für eine nach dem </div> <div class="para">Alter differenzierende Regelung, dies umso weniger, als die </div> <div class="para">Anspruchsberechtigung unabhängig von der Möglichkeit einer </div> <div class="para">Eingliederung ins Erwerbsleben besteht (Art. 8 Abs. 2 in </div> <div class="para">Verbindung mit <span class="artref">Art. 21 Abs. 2 IVG</span>). Im Lichte der </div> <div class="para">vorstehenden Ausführungen ist das in Ziffer 10.05 HVI </div> <div class="para">Anhang enthaltene Erfordernis der Volljährigkeit mit dem in </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 35 Abs. 1 BV</span> verankerten Gebot zur Verwirklichung der </div> <div class="para">Grundrechte (zu deren konstitutiven Funktion vgl. Biaggini, </div> <div class="para">Verfassungsreform in der Schweiz, in: Zeitschrift für </div> <div class="para">öffentliches Recht [ZÖR] 1999 S. 464) nicht vereinbar, </div> <div class="para">weshalb es mit dem Inkrafttreten der neuen Bundesverfassung </div> <div class="para">am 1. Januar 2000 keinen Bestand mehr haben kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Das in Ziffer 10.05 HVI Anhang mit Wirkung ab </div> <div class="para">1. Januar 1997 eingefügte zusätzliche Anspruchserfordernis </div> <div class="para">der Volljährigkeit verletzt daher Gesetz und Verfassung, </div> <div class="para">weshalb ihm im vorliegenden Fall die Anwendung zu versagen </div> <div class="para">ist mit der Folge, dass die Übernahme der Kosten der in </div> <div class="para">Frage stehenden invaliditätsbedingten Abänderungen am </div> <div class="para">Fahrzeug der Eltern von I.________ durch die </div> <div class="para">Invalidenversicherung nicht mit dem Hinweis auf deren </div> <div class="para">Fehlen verneint werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 5.- Es ist auf Grund der aus den Akten hervorgehenden </div> <div class="para">multiplen und progredienten schwerwiegenden Behinderungen </div> <div class="para">erstellt und wird im Übrigen von keiner Seite bestritten, </div> <div class="para">dass I.________ nur versehen mit ihrer Rumpforthese und in </div> <div class="para">dem für sie individuell angefertigten Rollstuhl in einem </div> <div class="para">entsprechend angepassten und ausgerüsteten Motorfahrzeug </div> <div class="para">mitfahren kann. Sie hat daher nach der hier nach wie vor </div> <div class="para">anwendbaren Rechtsprechung zu Ziffer 10.05 HVI Anhang in </div> <div class="para">der vom 1. Januar 1993 bis 31. Dezember 1996 gültig </div> <div class="para">gewesenen Fassung (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-264%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page264">BGE 121 V 264</a> Erw. 4) grundsätzlich </div> <div class="para">Anspruch auf invaliditätsbedingte Abänderungen von </div> <div class="para">Motorfahrzeugen, d.h. im Falle der eigenen Anschaffung </div> <div class="para">(durch ihre Eltern) auf Vergütung der entsprechenden Kosten </div> <div class="para">im Rahmen des Einfachen und Zweckmässigen (Art. 21bis </div> <div class="para">Abs. 1 IVG in Verbindung mit <span class="artref">Art. 14 lit. a IVV</span> und <span class="artref">Art. 8 </span></div> <div class="para">Abs. 1 HVI; zur Einordnung dieser Abgabeform in die </div> <div class="para">Systematik der Hilfsmittelarten vgl. Meyer-Blaser, a.a.O., </div> <div class="para">S. 163 f.). Insoweit hat die Vorinstanz im Ergebnis richtig </div> <div class="para">entschieden, was zur Abweisung der </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde führt. Indessen besteht für </div> <div class="para">den vom kantonalen Gericht angeordneten Leistungsausschluss </div> <div class="para">in dem Sinne, dass während mindestens sechs Jahren keine </div> <div class="para">Taxitransportkosten übernommen werden können </div> <div class="para">(Dispositiv-Ziffer 2) nach dem Gesagten kein Grund, weshalb </div> <div class="para">er aufzuheben ist (<span class="artref">Art. 132 lit. c OG</span>). </div> <div class="para"> Die IV-Stelle wird über die Leistungspflicht der Inva- </div> <div class="para">lidenversicherung in masslicher und zeitlicher Hinsicht zu </div> <div class="para">befinden haben. Dabei wird sie unter dem Gesichtspunkt der </div> <div class="para">Einfachheit der Massnahme insbesondere zu prüfen haben, ob </div> <div class="para">nicht - anstelle des elektro-hydraulischen Lifts, der mit </div> <div class="para">Fr. 9800.- am meisten zu Buche schlägt - eine Rampe genügt </div> <div class="para">hätte, um den Eingliederungszweck zu erreichen. Im Weitern </div> <div class="para">wird die Verwaltung je nach Prognose in Bezug auf die Dauer </div> <div class="para">der Eingliederungswirksamkeit der fraglichen Abänderungen </div> <div class="para">am Motorfahrzeug der Eltern von I.________ aus der Sicht </div> <div class="para">der Verhältnisse bei Verfügungserlass am 7. Dezember 1998 </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F110-V-99%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page102">BGE 110 V 102</a> oben mit Hinweis) die Anpassungskosten über- </div> <div class="para">nehmen oder unter Berücksichtigung der sechsjährigen Amor- </div> <div class="para">tisationsfrist (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-V-255%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page255">BGE 119 V 255</a>) anstelle einer Einmal- </div> <div class="para">zahlung jährliche Beiträge daran leisten, deren Ausrichtung </div> <div class="para">sie einstellen kann, wenn die Anspruchsvoraussetzungen vor </div> <div class="para">deren Ablauf dahinfallen sollten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird im Sinne der </div> <div class="para"> Erwägungen abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Dispositiv-Ziffer 2 des Entscheides des Verwaltungs- </div> <div class="para"> gerichts des Kantons Schwyz vom 19. März 1999 wird </div> <div class="para"> aufgehoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Die Sache wird an die IV-Stelle Schwyz zurückgewiesen, </div> <div class="para"> damit sie, nach Aktenergänzungen im Sinne der Erwägun- </div> <div class="para"> gen, über den Leistungsanspruch in masslicher Hinsicht </div> <div class="para"> neu befinde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">V.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungs- </div> <div class="para"> gericht des Kantons Schwyz und dem Bundesamt für </div> <div class="para"> Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 22. Mai 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der I. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>