B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1752/2013 U r t e i l v o m 1 2 . A p r i l 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Martin Zoller; Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…), Mongolei, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. März 2013 / N _______. D-1752/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die Beschwerdeführerin – eine mongolische Staatsangehörige mon- golischer Ethnie – ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 15. Dezember 2011 verliess und am 19. Dezember 2011 via C._______ und D._______ illegal in die Schweiz einreiste, wo sie am 20. Dezember 2011 im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ um Asyl nachsuchte, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Einreichung des Asylgesuchs im EVZ E._______ schriftlich aufgefordert wurde, innert 48 Stunden ein Reise- oder Identitätspapier abzugeben, sie die ser Aufforderung jedoch nicht nachgekommen ist, dass am 13. August 2012 die Befragung zur Person stattfand und die Be- schwerdeführerin am 19. Oktober 2012 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu ihren Asylgrü n- den angehört wurde, dass erhebliche Zw eifel an der Glaubhaftigkeit ihrer Angabe n zur Her- kunft bestanden, weshalb am 14. November 2012 ein telefonisches Inter- view aufgezeichnet wurde, welche s zwei Sprach- und Herkunftsexpertin- nen auswerteten, dass der Schluss gezogen wurde, die Beschwerdeführerin spreche ein reines Khalkh-Mongolisch der Mongolei, ohne Hinweise auf Spuren des in der Inneren Mongolei gesprochenen Zakhar-Mongolischen, dass die Beschwerdeführerin zu diesem Resultat mit Schreiben vom 25. Februar 2013 Stellung nahm, wobei sie darauf bestand, in der Inn e- ren Mongolei aufgewachsen zu sein und nur deshalb K halkh-Mongolisch gesprochen zu haben, weil sich die Expertin während des LINGUA - Interviews ebenfalls dieser Sprache bedient habe, dass für die Begründung des Asylgesuchs vollumfänglich auf die protokol- lierten Aussagen zu verwei sen ist (vgl. Befragungsprotokoll vom 13. A u- gust 2012, A7; Anhörungsprotokoll vom 19. Oktober 2012, A13), dass das BFM mit Verfügung vom 25. März 2013 – eröffnet am 27. März 2013 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin vom 20. Dezember 2011 nicht eintrat und die D-1752/2013 Seite 3 Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsv ollzug anordne- te, dass das BFM zur Begründung anführte, die Beschwerdeführerin habe geltend gemacht, aus der Inneren Mongolei zu stammen, je doch im Alter von sechzehn Jahren von ihrem Vater an einen in der Mongolei lebenden Chinesen als Zweitfrau verkauft worden zu sein, dass sie damals lediglich mit einem weissen Papier mit ihrem Namen über die Grenze gebracht worden sei, welches sie ihrem Ehemann abge- geben habe, so dass sie auch nicht über chinesische Identitätsdokume n- te verfüge, dass sie von der Mongolei ebenfalls keine Dokumente besitze, da sie dort während der ganzen Jahre illegal gelebt habe, dass sie ihre Reise bis in die Schweiz mit dem Pass einer anderen Pe r- son unternommen habe, welchen sie dem Schlepper nach Überquerung der Schengen-Grenze habe zurückgeben müssen, dass das BFM vor dem Hintergrund der beiden LINGUA -Gutachten und der unglaubhaften Vorbringen feststelle, die Beschwerdefüh rerin stamme mit grosser Wahrscheinlichkeit aus der Mongolei und nicht wie von ihr behauptet aus der Inneren Mongolei, dass sie angeblich mit einem Chinesen gelebt und nur auf dem Hof gea r- beitet habe, weshalb schwer vorstellbar sei, wie sie gelernt haben s olle, ein reines Khalkh-Mongolisch zu sprechen, dass ihre landeskundlichen Kenntnisse über die Innere Mongolei sehr al l- gemein seien und ebenso gut mit einer Reise oder einigen Nachfo r- schungen hätten erworben werden können, dass folglich auch die Begründung zu ihrer Papierlosigkeit hinfällig werde, dass sie weiterhin als mongolische Staatsbürgerin betrachtet werde, dass deshalb keine entschuldbaren Gründe bestünden, die es ihr veru n- möglichten, Reise- oder Identitätspapiere einzureichen, dass im Weiteren die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anford e- rungen an die Glaubhaftigkeit nicht standhielten, D-1752/2013 Seite 4 dass ihre Schilderungen durchwegs undetailliert und unsubstanziiert g e- wesen seien und nicht den Ei ndruck hinterliessen, sie habe das Gesagte selbst erlebt, dass sie beispielsweise nur sehr allgemein und knapp geschildert habe, wie G., die erste Frau ihres verstorbenen Mannes, versucht habe, sie zu verkaufen oder wie die Begegnungen mit dem Chinesen, den sie ange b- lich hätte heiraten sollen, abgelaufen seien, dass darüber hinaus ihre zeitlichen Angaben äusserst ungenau gewesen seien, dass sich in ihren Vorbringen ausserdem diverse Widersprüche fänden, dass sie an der Befragung zur Person beispielsweise angegeben habe, G. hätte versucht, für sie einen neuen Ehemann zu finden und hätte ihr zwei, drei junge Männer vorgestellt, dass sie im Rahmen der Anhörung zu den Asylgründen jedoch die Frage verneint habe, ob es ausser dem älteren Chinesen , welchen sie bei der ersten Befragung nicht erwähnt habe, noch andere Männer geg eben ha- be, dass sie sich erst daran erinnert habe, als sie von der Befragerin auf di e- sen Widerspruch hingewiesen worden sei, dass es sich dabei indessen um ein wesentliches Vorbringen handle, weshalb nicht geglaubt werden könne, sie habe nicht mehr daran g e- dacht, dass auch die Aussage der Beschwerdeführerin, sie habe nie eine Schule besucht, weil sie in der Mongolei über keine Papiere verfügt habe, wide r- sprüchlich sei, dass sie gemäss eigenen Angaben bis zum Alter von sechzehn Jahren in der Inneren Mongolei gelebt haben wolle, weshalb davon auszugehen sei, sie sei dort auch zur Schule gegangen, dass ihre Vorbringen schliesslich jeglicher Logik des Handelns widersprä- chen und realitätsfremd seien, D-1752/2013 Seite 5 dass beispielsweise nicht nachvollzogen werden könne, dass sie nur ge- rade dreimal mit dem Chinesen habe mitgehen müssen, obwohl dieser angeblich über Mona te hinweg zweim al pro Woche zu Besuch gewesen sei, dass die Beschwerdeführerin sich dem wohl kaum hätte entziehen kö n- nen, wenn G. sie tatsächlich an diesen Chinesen hätte verkaufen wollen, dass diesbezüglich sicherlich auch die Hilfe der Nachbarin, bei der sie erst drei oder vier Monate vor ihrer Ausreise teilweise nachts habe ble i- ben können, nicht geholfen hätte, dass auch der Umstand unlogisch erscheine, dass sie da s Geld, welches sie von ihrem Ehemann bekommen habe, sofort nach Erhalt ihrer Nac h- barin gebracht habe, obwohl der Ehemann zu jenem Zeitpunkt noch g e- lebt habe und noch überhaupt keine Bedrohung von G. ausgegangen sei, dass dieses Handeln im Wissen darum, da ss die Nachbarin das Geld auf ihr eigenes Konto einbezahlt und die Zinsen behalten habe, mithin die Beschwerdeführerin keinen freien Zugang dazu mehr gehabt habe, umso unverständlicher sei, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und Art. 7 AsylG nicht erfülle und zusätzliche Abklärungen zur Festste l- lung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshinde r- nisses aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien, dass somit in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylge- such nicht einzutreten sei, dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 2. April 2013 (Poststempel vom 3. April 2013) gegen die se Verfügung beim Bundesverwaltungsge- richt Beschwerde erhob und dabei beantragte, der Nichteintretensen t- scheid des BFM sei aufzuheben, dass sie als Flüchtling anzuerkennen und ihr Asyl zu gewähren sei, dass festzustellen sei, der Vollzug der Wegweisung sei unzulässig, u n- zumutbar und unmöglich und die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei, D-1752/2013 Seite 6 dass die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei, dass um Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung ersucht wurde, dass eventualiter die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederher- zustellen sei, dass die zuständige Behörde vorsorglich anzuweisen sei, die Kontaktau f- nahme mit den Behörden des Heimat - oder Herkunftsstaats sowie jegl i- che Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, dass die Beschwerdeführerin eventualiter über eine bereits erfolgte Da- tenweitergabe in einer separaten Verfügung zu informieren sei, dass auf die Begründung der Beschwerde – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen wird, dass die vorinstanzlichen Akten am 5. April 2013 beim Bundesverwa l- tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme in casu nicht vorliegt, weshalb das Bunde s- verwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass die Beschwerdeführ erin am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Än- derung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde - mit Ausnahme des Antrags auf Asylgewährung (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73, E. 5.6.5 S. 90 f.) und unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägu n-D-1752/2013 Seite 7 gen - einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass der Beschwerde in der angefochtenen Verfügung die aufschiebende Wirkung nicht entzog en wurde, weshalb auf das Eventualbegehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung mangels eines Recht s- schutzinteresses nicht einzutreten ist, dass Personendaten von Asylsuchenden, anerkannten Flüchtlingen und Schutzbedürftigen dem Heimat- oder Herkunftsstaat nicht bekannt geg e- ben werden dürfen, wenn dadurch die betroffene Person oder ihre Ang e- hörigen gefährdet würden; über ein Asylgesuch dürfen keine Angaben gemacht werden (Art. 97 Abs. 1 AsylG), dass jedoch die für die Organisation der Ausreise zuständige Behörde zwecks Beschaffung der für den Vollzug der Wegweisungsverfügung notwendigen Reisepapiere mit dem Heimat - oder Herkunftsstaat Kontakt aufnehmen kann, wenn in erster Instanz das Vorliegen der Flüchtlingse i- genschaft verneint wurde (Art. 97 Abs. 2 AsylG), dass gemäss Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 11. August 1999 über den Vollzug der Weg- und Ausweisung von ausländischen Personen (VVWA, SR 142.281) das Vorliegen der Flüchtlingseigenschaft als verneint gilt, wenn das Asylgesuch abgelehnt oder ein Nichteintretensentscheid ve r- fügt wurde, dass das BFM auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 25. März 2013 ni cht eintrat, weshalb formal die Voraussetzungen gemäss Art. 97 Abs. 2 AsylG erfüllt sind, dass im Übrigen aufgrund der dem Bundesverwaltungsgericht derzeit vor- liegenden Akten nichts auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerd e- führerin durch eine allfällige Bekanntgabe der in Art. 97 Abs. 3 Bstn. a -c AsylG erwähnten Personendaten gegenüber der zuständigen ausländ i- schen Behörde hindeutet, D-1752/2013 Seite 8 dass folglich der Antrag, die zuständige Behörde sei vorsorglich anzuwe i- sen, die Kontaktaufnahme mit dem Heimatstaat sowie jegliche Datenwei- tergabe an denselben zu unterlassen, abzuweisen ist, dass aus den dem Gericht vorliegenden Akten nicht hervorgeht, die Vo r- instanz habe die Beschwerdeführerin betreffende Daten an den Heima t- staat weitergegeben, weshalb auf das Eventualbegeh ren, die Beschwe r- deführerin sei bei bereits erfolgter Datenweitergabe in einer separaten Verfügung zu informieren, mangels Rechtsschutzinteresses im Rahmen dieses Verfahrens nicht einzutreten ist, dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit d enen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32 – 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetre ten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mat e- riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die S a- che zu ne uer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass indessen im Falle des Nichteintretens auf e in Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerde verfahren ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nichtein - tretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise D-1752/2013 Seite 9 einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asyls u- chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), aufgrund der A n- hörung sowie gestützt auf Art. 3 und Art. 7 AsylG die Flüchtlingseige n- schaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder sich aufgrund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugs hindernisses nö- tig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der Aktenlage davon au s- geht, die Beschwerdeführerin habe die ihr obliegende gesetzliche Mitwi r- kungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) missachtet, dass darüber hinaus in der angefochtenen Verfügung überzeugend da r- gelegt wurde, weshalb für das Nichteinreichen von Reise- oder Identitäts- papieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen, dass aus der Rechtsmitteleingabe nicht hervorgeht, weshalb die B e- schwerdeführerin keine Identitätspapiere im Original abgegeben hat, dass sich sodann die Aktenlage nach der Direktanhörung dermassen klar präsentierte, dass bereits aufgrund einer summarischen Prüfung der ei n- deutige Schluss gezogen werden konnte, die Beschwerdeführe rin erfülle die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht, dass der Beschwerde nicht zu entnehmen ist, weshalb das Bundesve r- waltungsgericht zu einer anderen Einschätzung als das BFM gelangen sollte, D-1752/2013 Seite 10 dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe im Wesentl ichen daran festhält, in der Inneren Mongolei geboren und aufgewachsen zu sein, dass sie mit sechzehn Jahren in die Mongolei gekommen sei, wo sie mit einem Chinesen verheiratet gewesen sei und das K halkh-Mongolische gelernt habe, dass sie zudem ihre in der Stellungnahme vom 25. Februar 2013 vertr e- tene Argumentation wiederholt, wonach sie nur K halkh-Mongolisch g e- sprochen habe, weil sich die Expertin ebenfalls dieser Sprache bedient habe, dass sie aber auch der Sprache der Inneren Mongolei mächtig sei, wenn man sie mit einer Person aus diesem Gebiet sprechen lasse, dass sie sich vor einer Abschiebung nach China fürchte, da sie dort seit dem Jahr 1997 nicht mehr gelebt habe, dass LINGUA -Analysen im Rahmen der Untersuchungspflicht gemäss Art. 12 VwVG erstellt werden dürfen, selbst wenn der späteren Verfügung nicht der Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG zugrunde gelegt wird, dass LINGUA -Analysen gemäss der von der vormals zuständigen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) begründeten und vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführten Praxis lediglich als schriftliche Auskünfte einer Drittperson im Sinne von Art. 12 Bst. c VwVG bezi e- hungsweise Art. 49 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP, SR 273) i.V.m. Art. 19 VwVG gelten, derar- tigen Analysen jedoch ein erhöhter Beweiswert zuzumessen ist, sofern bestimmte Anforderungen an die fachliche Qualifikation, Objektivität und Neutralität des Experten wie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit der Analyse erfüllt werden (v gl. EMARK 2003 Nr. 14 E. 7 S. 89, EMARK 1998 Nr. 34 S. 284 ff.), dass die LINGUA-Analysen vom 7. Januar 2012 und 19. Dezember 2012 einen nachvollziehbaren und überzeugenden Eindruck hinterlassen und zu keinen Beanstandungen Anlass geben, weshalb ihnen nach den vor- stehend erwähnten Kriterien erhöhter Beweiswert zuzumessen ist, dass das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf die Einschätzung der LINGUA-Expertinnen übereinstimmend mit dem BFM zum Schluss kommt, die Beschwerdeführerin sei nicht wie von ihr behauptet in der I n-D-1752/2013 Seite 11 neren Mongolei sozialisiert worden, sondern stamme aus der Republik Mongolei, dass sie im Weiteren aus dem Vorbringen, sie habe nur Khalkh - Mongolisch gesprochen, weil die Expertin ebenfalls diese Sprache b e- nutzt habe, nic hts zu ihren Gun sten ableiten kann , zumal im LINGUA - Gutachten vom 7. Januar 2012 der Schluss gezogen wurde, das Khalkh - Mongolische, das Mongolische der Republik Mongolei, sei die Mutte r- sprache der Beschwerdeführerin und in ihrer Sprechweise lasse sich nichts finden, was a uf das Zakhar -Mongolische der Inneren Mongolei hindeuten würde (vgl. a.a.O., S. 5), dass die Beschwerd eführerin nach dem Gesagten als Staatsangehörige der Republik Mongolei anzusehen ist, dass eine Rückführung in die Innere Mongolei, Volksrepublik China, damit von vornherein ausser Betracht fällt, weshalb sich die diesbezügliche B e- fürchtung als unbegründet erweist, dass von der Be schwerdeführerin vor dem Hintergrund, wonach sie die Flucht ergriffen haben will, weil sie an Männer verkauft worden sei, zu e r- warten gewesen wäre, sie hätte diesbezüglich sowohl bei der Befra gung zur Person als auch bei der Anhörung zu den Asylgründen identische An- gaben gemacht, dass des Weiteren davon auszugehen ist, der Chinese hätte sich nicht so leicht davon abhalten lassen, di e Beschwerdeführerin zu treffen, weshalb ihre Vorbringen, er habe sie in Ruhe gelassen, nachdem die Nachbarin mit ihm geschimpft habe beziehungsweise mit der Polizei gedroht habe (vgl. A13 S. 7 F53, S. 9 F79), als realitätsfremd zu qualifizieren sind, dass im Übrigen zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Erwägu n- gen in der angefochtenen Verfügung, denen sich das Bundesverwa l- tungsgericht anschliesst, verwiesen werden kann, dass sich angesichts der gesamten Umstände die Erkenntnis ergibt, es bestehe weder Anlass zur Vornahme zusätzlicher Abklärungen zur Fes t- stellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshi n- dernisses noch gar zur direkten Feststellung der Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG sowie BVGE 2007/8 E. 2.1), D-1752/2013 Seite 12 dass das BFM somit in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21), wes- halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Besti m- mungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wu r- de, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme vo n Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass der Voll zug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgend einer Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegw eisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip de s flüchtlingsrechtlichen Non - Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass darüber hinaus keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossensch aft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter D-1752/2013 Seite 13 und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind , die der Beschwerdeführerin im Heimatland droht, dass auch die allgemeine Menschenrechtssituation i n der Mongolei den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig e r- scheinen lässt, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im H eimat- oder Herkunftsstaat aufg rund von Situati o- nen wie Krieg, B ürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage in der Mongolei noch individuelle Grü n- de auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückführung der B e- schwerdeführerin in ihre Heimat schliessen lassen, dass es sich den Akten zufolge um eine gesunde junge Frau handelt, welche in Anlehnung an die Ausführungen im LINGUA -Gutachten vom 7. Januar 2012 vermutungsweise auch die Schule besuchte (vgl. a.a.O., S. 4), Voraussetzungen, die ihr beim Aufbau einer neuen Existenz von Nutzen sein werden, dass ausserdem vom Vorhandensein eines Beziehungsnetzes auszug e- hen ist, da die Beschwerdeführerin in der Mongolei einen Sohn hat (vgl. A7 S. 5) und im Übrigen eine Nachbarin dort lebt, von we lcher sie bereits Hilfe erhalten haben will (vgl. A13 S. 4 F33), dass es ihr zuzumuten ist, den angeblich verlorenen Kontakt zu dieser Bekannten (vgl. A13 S. 4 F32) wiederum herzustellen, dass sich der Wegweisungsvollzug somit auch als zumutbar erweist, dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den He i- matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihr obliegt, bei der Beschaffung gültiger Rei- sepapiere mitzuwirke n (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG, dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), D-1752/2013 Seite 14 dass nach dem Gesag ten der vom Bundesamt verfügte Wegweisung s- vollzug insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG), dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, d en rechts- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n- gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG unbesehen der geltend gemachten B e- dürftigkeit der Beschwerdeführerin abzuweisen ist, da sich die Beschwe r- de als aussichtslos erwiesen hat, dass das Gesuch um Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung g e- mäss Art. 65 Abs. 2 VwVG mange ls Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen ist, dass mit dem Urteil in der Hauptsache das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos wird, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.- (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-1752/2013 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch, die zuständige Behörde sei vorsorglich anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit dem Heimatstaat sowie jegliche Datenweitergabe an denselben zu unterlassen, wird abgewiesen. 3. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 4. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand: