B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-6431/2012, A-6436/2012 U r t e i l v o m 1 6 . A p r i l 2 0 1 3 Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richterin Marie-Chantal May Canellas, Richter Pascal Mollard, Gerichtsschreiberin Susanne Raas. Parteien A._______, …, vertreten durch X._______ und Y._______, …, Beschwerdeführer, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung, Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI, Amtshilfe USA, Eigerstrasse 65, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Amtshilfe (DBA-USA). A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 26. September 2011 richtete die Steuerbehörde der Vereinigten Staa- ten von Amerika (USA; Internal Revenue Service in Washington [IRS]) ein Amtshilfegesuch an die Eidg enössische Steuerverwaltung (ESTV). Der IRS stützte sich dabei insbesondere auf Art. 26 des Abkommens vom 2. Oktober 1996 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbeste u- erung auf dem Ge biete der Steuern vom Einkommen (SR 0.672.933.61; DBA-USA 96) sowie das dazugehörige Protokoll (ebenfalls in SR 0.672.933.61 veröffentlicht; Protokoll 96). Das Gesuch betraf in den USA steuerpflichtige Personen (und mit diesen allenfalls verbundene Domizilgesellschaften), die bei der Credit Suisse Group AG und ihren Niederlassungen oder Tochtergesellschaften in der Schweiz Konten e r- öffnet oder gehalten hatten. Der IRS ersuchte um Herausgabe von Info r- mationen über solche Steuerpflichtige, die zu irgendeinem Zeitpunkt in den Jahren 2002 bis und mit 2010 eine Unterschriftsberechtigung oder eine andere Verfügungsbefugnis über Bankkonten bei der CS hatten bzw. wirtschaftlich an bei der CS gehaltenen bestimmten Konten berechtigt waren, die dort geführt, überwacht oder gepflegt wurden. B. B.a Am 5. April 2012 hiess das Bundesverwaltungsgericht eine B e- schwerde gut, die gegen eine gestützt auf dieses Amtshilfegesuch erla s- sene Schlussverfügung der ESTV gerichtet war (Verfahren A -737/2012). Die Begründung lautete im Wesentlichen, dass das Amtshilfegesuch vom 26. September 2011 zu offen formuliert gewesen sei und darunter vor a l- lem Personen gefallen wären, die sich höchstens – nach schweizerischer Terminologie – einer Steuerhinterziehung schuldig gemacht hätten. Für eine solche wird jedoch unter dem einschlägigen DBA -USA 96 keine Amtshilfe geleistet. B.b Daraufhin zog die ESTV die bereits erlassenen Schlussverfügungen, gegen die eine Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht hängig war, in Wiedererwägung, worauf das Bundesverwaltungsgericht die betreffenden Verfahren abschrieb. Darunter befanden sich auch die Verfahren A-1407/2012 und A -1409/2012, in welchem A._______ beschwerdefüh- rende Partei war. Diese Verfahren wurde n beim Bundesverwaltungsg e- richt am 15. Mai 2012 abgeschrieben. A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 3 C. Am 3. Juli 2012 reichte der IRS erneut ein Amtshilfegesuch bei der ESTV ein. Die Informationen, um die darin ersucht wird, betreffen – grundsätz- lich gleich wie im erwähnten früheren Gesuch vom 26. September 2011 – bestimmte in den USA steuerpflichtige Personen, welche Domizilgesel l- schaften gegründet haben, die bei der Credit Suisse Group AG und ihren Niederlassungen oder Tochtergesellschaften in der Schweiz (nachfo l- gend: CS) bestimmte Konten bzw. (nach schweizerischer Terminologie) Depots hielten. Der IRS ersucht um Herausgabe von Informationen über solche Steuerpflichtige, die zu irgendeinem Zeitpunkt in den Jahren 2002 bis und mit 2010 eine Unterschriftsberechtigung oder eine andere Verf ü- gungsbefugnis über Bankkonten bei der CS hatten bzw. wirtschaftl ich an bei der CS gehaltenen bestimmten Konten berechtigt waren, die dort g e- führt, überwacht oder gepflegt wurden. Die Eigenschaften, die ein Konto aufweisen muss, um vom Amtshilfegesuch betroffen zu sein, werden au f- gezählt. In rechtlicher Hinsicht beruft sich der IRS auf Art. 26 DBA-USA 96 und auf Ziff. 10 des Protokolls 96. D. Am 20. Juli 2012 forderte die ESTV die CS schriftlich auf, die vom IRS verlangten Unterlagen samt unterzeichneten «Certifications of Business Records» einzureichen. Die CS kam dieser Aufforderung fristgerecht nach. Zugleich forderte die ESTV die CS auf, die betroffenen Personen zu identifizieren, über das Amtshilfeverfahren zu informieren und sie au f- zufordern, einen Zustellungsbevollmächtigten in der Schweiz zu bezeic h- nen. E. In zwei am 8. November 2012 erlassenen Schlussverfügungen, die beide A._______ als vom Amtshilfegesuch betroffene Person nannten, gelangte die ESTV (nachfolgend: Vorinstanz) zum Ergebnis, es seien sämtliche Voraussetzungen erfüllt, um dem IRS Amtshilfe zu leisten und die en t- sprechenden Unterlagen zu edieren. F. F.a Gegen diese Schlussverfügungen liess A._______ (nachfolgend: Be- schwerdeführer) mit Eingabe vom 10. Dezember 2012 beim Bundesve r- waltungsgericht Beschwerde erheben. Er beantragt, die Schlussverf ü- gungen seien aufzuheben und das Verfahren sei wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei en die Schlussverfügungen aufzuheben und es sei die Amtshilfe definitiv und A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 4 vollumfänglich zu verweigern – alles unter Kosten - und Entschädigungs- folge. In formeller Hinsicht beantragt er die Vereinigung der Verfahren. Zur Begründung seines Rückweisungsantrags bringt der Beschwerdefü h- rer im Wesentlichen vor, er habe der Vorinstanz am 14. August 2012 eine schriftliche Vollmacht datierend vom 15. November 2011 eingereicht, wor- in er X._______ (nachfolgend: X._______ oder Vertreter des Beschwe r- deführers), zu seiner Vertretung ermächtigt habe. Obschon diese Vol l- macht wirksam sei und namentlich (auch) alle Stufen des vorliegenden Amtshilfeverfahrens umfasse, sei sie von der Vorinstanz nicht anerkannt worden. Die in der Folge dem Beschwerdeführer bzw. seinem Vertreter zu Unrecht vollständig verweigerte Akteneinsicht im vorinstanzlichen Ve r- fahren stelle eine besonders schwerwiegende Verletzung des r echtlichen Gehörs dar, die als solche im Beschwerdeverfahren nicht geheilt werden könne. F.b Bereits am 9. Dezember 2012 hatte der Beschwerdeführer der ESTV eine neue, am 3. Dezember 2012 unterzeichnete Vollmacht gleichen I n- halts wie jene vom 15. November 2011 zukommen lassen und der Vorin- stanz beantragt, die angefochtenen Schlussverfügungen wiedererw ä- gungsweise aufzuheben, die Verfahrensakten zuzustellen und eine Frist zur Stellungnahme anzusetzen. Dieses Wiedererwägungsgesuch wies die ESTV mit Verfügung vom 13. Dezember 2012 ab. G. Mit Zwischenverfügung vom 13. Dezember 2012 ersuchte das Bunde s- verwaltungsgericht die Vorinstanz, bis zum 10. Januar 2013 einzig zum Antrag des Beschwerdeführers auf Rückweisung der Streitsache eine Vernehmlassung einzureichen. H. In ih rer Vernehmlassung vom 10. Januar 2013 beantragt die Vorinstanz die kostenfällige Abweisung des Rückweisungsantrags und führt unter anderem aus, die Behauptung des Beschwerdeführers, es sei ihm infolge der Verweigerung des rechtlichen Gehörs nicht möglich gewesen, am Verfahren vor der Vorinstanz teilzunehmen, sei «grob aktenwidrig». Mit Blick auf die Prozessgeschichte stelle sich vielmehr die Frage, «ob der Vertreter des Beschwerdeführers mit seinem Verhalten nicht die Grenze zur mutwilligen Prozessführung überschritten» habe. A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 5 I. Mit Stellungnahme vom 25 . Januar 2013 verwahrt sich der Beschwerd e- führer insbesondere gegen den Vorwurf der «Aktenwidrigkeit» und «mut- willigen Prozessführung». J. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird – soweit sie entschei d- relevant sind – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen näher eing e- gangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesve r- waltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bu n- desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu diesen beim Bundesverwaltungsgericht a n- fechtbaren Verfügungen gehört auch die (angefochtene) Schlussverf ü- gung der ESTV im Bereich der internationalen Amtshilfe (Art. 32 VGG e contrario und Art. 20k Abs. 1 der Verordnung vom 15. Juni 1998 zum schweizerisch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommen vom 2. Oktober 1996 [Vo DBA-USA 96, SR 672.933.61]; vgl. zur Anwendba r- keit Letzterer: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -6011/2012 vom 13. März 2013 E. 1.1). Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur B e- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG; Art. 2 Abs. 4 VwVG). Der Beschwerdeführer erfüllt als Verfügung s- adressat die Voraussetzungen der Beschwerdebefugnis nach Art. 48 Abs. 1 VwVG. Auf die im Übrigen frist - und formgerecht (Art. 50 und 52 VwVG) eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 1.2.1 Grundsätzlich bildet jeder vorinstanzliche Entscheid ein selbständ i- ges Anfechtungsobjekt und ist deshalb einzeln anzufechten. Es ist g e- rechtfertigt, von diesem Grundsatz abzuweichen und die Anfechtung in einem gemeinsamen Verfahren mit eine m einzigen Urteil zuzulassen, wenn die einzelnen Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusa m- menhang stehen und sich in allen Fällen gleiche oder ähnliche Recht s- fragen stellen. Ein solches Vorgehen dient der Verfahrensökonomie und A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 6 liegt im Interesse alle r Beteiligten (vgl. BGE 131 V 222 E. 1, 127 V 156 E. 1, 123 V 214 E. 1; Urteile des Bundesgerichts 9C_831/2011 und 9C_832/2011 vom 24. Februar 2012 E. 1, 2C_188/2010 und 2C_194/2010 vom 24. Januar 2011 E. 1.1, 2C_872/2008 und 2C_873/2008 vom 7. Dezember 20 09 E. 1; [anstelle zahlreicher] Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -5499/2012 und A -5505/2012 vom 22. März 2013 E. 1.2.1; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEU- BÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.17). 1.2.2 Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall erfüllt: Von beiden Schlussverfügungen ist dieselbe natürliche Person als angeblich wir t- schaftlich Berechtigte betroffen; die hier angefochtenen Schlussverfügun- gen der ESTV wurden aufgrund desselben Amtshilfegesuch s erlassen, womit die Sachverhalte in engem inhaltlichen Zusammenhang stehen; es stellen sich gleiche oder gleichartige Rechtsfragen. Dementsprechend haben die Vertreter des Beschwerdeführers die angefochtenen Entsche i- de auch in derselben Beschwerdeschrift angefochten. Daher rechtfertigt es sich, die zwei Beschwerdeverfahren A-6431/2012 und A-6436/2012 – wie vom Beschwerdeführer beantragt – zu vereinigen und in einem einz i- gen Urteil zu erledigen. 2. 2.1 Gemäss Art. 11 Abs. 1 VwVG kann sich eine Partei, wenn sie n icht persönlich zu handeln hat, auf jeder Stufe des Verfahrens vertreten la s- sen. Das Recht auf Vertretung bildet einen Teilgehalt des in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) verankerten Anspruchs auf rechtliches Gehör (BGE 132 V 443 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A-1645/2012 vom 18. Dezember 2012 E. 3.1.1; RES NYFFENEGGER, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], VwVG, Kommentar zum Bundesges etz über das Verwaltungsverfahren, Z ü- rich/St. Gallen 2008 [VwVG-Kommentar], N 2 zu Art. 11; VERA MARANTEL- LI-SONANINI/SAID HUBER, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], VwVG, Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwa l- tungsverfahren, Zür ich/Basel/Genf 2009 [Praxiskommentar], N 2 zu Art. 11). 2.1.1 Die Bestellung eines Vertreters erfolgt durch dessen Bevollmächt i- gung. Dabei handelt es sich um ein einseitiges empfangsbedürftiges Rechtsgeschäft, das dem Vertreter die Befugnis verschafft, den Vertr ete-A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 7 nen Dritten gegenüber zu vertreten. Die Rechtsbeziehungen zwischen dem (gewillkürten) Vertreter und dem Vertretenen werden grundsätzlich vom Privatrecht bestimmt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1645/2012 vom 18. Dezember 2012 E. 3.1.2; NYFFENEGGER, in: VwVG- Kommentar, a.a.O., N 7 zu Art. 11; MARANTELLI-SONANINI/HUBER, in: Pra- xiskommentar, a.a.O., N 4 zu Art. 11). Soweit allerdings die Bevollmächti- gung zu prozessualem Handeln in Frage steht, untersteht diese dem Ver- fahrensrecht, wobei ergänze nd die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivi l- gesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht [OR], SR 220) über die Stellvertretung (Art. 32 ff. OR) anzuwenden sind (vgl. Entscheid der Ei d- genössischen Personalrekurskommission vom 19. August 2003 , verö f- fentlicht in: Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 68.5 E. 1a; NYFFENEGGER, in: VwVG-Kommentar, a.a.O., N 7 zu Art. 11). 2.1.2 Das Bestehen des Vertretungsverhältnisses muss der Steuerbehö r- de kundgegeben werden, damit es dieser gegenüber wirksam wird ( MAR- TIN ZWEIFEL/HUGO CASANOVA, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Zürich/Basel/Genf 2008, § 7 N 5). Die Behörde kann den Vertreter auffor- dern, sich durch schriftliche Vollmacht auszuweisen (Art. 11 Abs. 2 VwVG). Solange die Partei die eingeräumte Vollmacht nicht widerruft, muss die Behörde alle für die Partei bestimmten Mitteilungen direkt an deren Vertreter machen (vgl. Art. 11 Abs. 3 VwVG ; MOSER/ BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., N 3.4). Selbst wenn das Vertretungsve r- hältnis erloschen ist, hat sich die Behörde weiterhin an den Vertreter zu wenden und Zustellungen an diesen sind wirksam, solange die Beend i- gung der Vertretung nicht angezeigt wird ( vgl. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A -1410/2006 vom 17. März 2008 E. 5.2; MOSER/BEUSCH/ KNEUBÜHLER, a.a.O., N 3.4). 2.1.3 Aus den allgemeinen Lehren über die Willenserklärung ergibt sich, dass eine Bevollmächtigung auch stillschweigend bzw. konkludent eing e- räumt werden kann (BGE 101 Ia 39 E. 3, BGE 99 II 39 E. 1). Fehlt es an einer klaren schriftlichen Vollmacht, so darf ein Vertretungsverhältnis, vor allem im Hinblick auf das Steuergeheimnis, nur dann angenommen we r- den, wenn sich aus den Umständen eine ein deutige Willensäusserung des Steuerpflichtigen auf Bevollmächtigung eines Dritten ergibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Mai 1997 E. 2a, veröffentlicht in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 67 S. 395; Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts A-1645/2012 vom 18. Dezember 2012 E. 3.1.3 mit Hinwe i- sen; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., N 3.4 Fn. 18; ZWEIFEL/CASA-A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 8 NOVA, a.a.O., § 7 N 5). Der Nachweis, dass ein wirksames Vertretung s- verhältnis besteht und gegenüber den Steuerbehörden auch gehörig kundgegeben worden ist, obliegt nach der im Bereich des öffentlichen Rechts in Analogie zu Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) geltenden allgemeinen Beweislastr e- gel jener Partei, die sich darauf beruft (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Mai 1997 E. 2a, veröffentlicht in: ASA 67 S. 395; ZWEIFEL/CASANOVA, a.a.O., § 7 N 5; MARANTELLI-SONANINI/HUBER, in: Praxiskommentar , a.a.O., N 21 zu Art. 11). 2.1.4 Der Umfang der Vertretungsbefugnis bestimmt sich nach der vom Steuerpflichtigen erteilten Vollmacht (vgl. Art. 33 Abs. 2 OR). Die Befugnis kann allgemein und ohne zeitliche Begrenzung die Vertretung des Ste u- erpflichtigen in Steuersachen umfassen. Sie kann aber auch beispiel s- weise auf eine bestimmte Steuerperiode, eine bestimm te Steuer oder ein bestimmtes Verfahren beschränkt sein (vgl. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A-4355/2007 vom 20. November 2009 E. 3.1; ZWEIFEL/CA- SANOVA, a.a.O., § 7 N 7). Die Wirkungen der Vertretung bestehen darin, dass die vom Vertreter im Namen der vertretenen Partei vorgenommenen Handlungen oder Unterlassungen unmittelbar für oder gegen die vertr e- tene Partei gelten, wie wenn diese selbst gehandelt hätte (BVGE 2011/39 E. 4.1 mit Hinweis auf Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4355/2007 vom 20. November 2009 E. 3; NYFFENEGGER, in: VwVG -Kommentar, a.a.O., N 8 zu Art. 11). 2.2 Der Grundsatz der Gewährung des rechtlichen Gehörs ist in Art. 29 Abs. 2 BV festgehalten. Danach haben Parteien das Recht, in einem vor einer Verwaltungs- oder Justizbehörde gefü hrten Verfahren sich vor E r- lass eines belastenden Entscheids zur Sache zu äussern, Begehren zu stellen, Einblick in die Akten zu erhalten, erhebliche Beweise beizubri n- gen und mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden (BGE 135 II 286 E. 5.1, BGE 132 II 485 E. 3.2; BVGE 2009/36 E. 7.1; Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts A-4584/2011 vom 20. November 2012 E. 2.1 mit Hinweisen; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., N 3.84 ff. ). Der A n- spruch wird auf Gesetzesebene für das Bundesverwaltungsverfahren in den Art. 26 – 33 VwVG exemplarisch konkretisiert. 2.2.1 Das Recht auf Akteneinsicht ist somit ein Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Nach Art. 26 Abs. 1 VwVG hat jede Partei oder ihr Vertreter Anspruch darauf, in ihrer Sache die Verfahrensunterlagen am Sitz der verfügenden Behörde einzusehen. Das Akteneinsichtsrecht b e-A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 9 zieht sich auf sämtliche verfahrensbezogenen Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden. Die Akteneinsicht ist auch zu g e- währen, wenn die Ausübung des Akteneinsichtsrechts den Entscheid in der Sache nicht zu beeinflussen vermag. Die Einsicht in die Akten, die für ein bestimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann de m- nach nicht mit der Begründung verweigert werden, die fraglichen Akten seien für den Verfahrensausgang belanglos. Es muss vielmehr dem B e- troffenen selber überlassen sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen (BGE 132 V 387 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 1B_287/2012 vom 25. Juni 2012 E. 2.3). Die Behörde darf die Einsichtnahme in die Akten nur verweigern , wenn wesentliche öffentliche oder private Interessen (Art. 27 Abs. 1 Bst. a und b VwVG) oder das Interesse einer noch nicht abgeschlossenen amtlichen Untersuchung (Art. 27 Abs. 1 Bst. c VwVG) die Geheimhaltung erfordern. 2.2.2 Der Gehörsanspruch ist gemäss stä ndiger Rechtsprechung formel- ler Natur, mit der Folge, dass seine Verletzung ungeachtet der Erfolgs - aussichten der Beschwerde grundsätzlich zur Aufhebung des mit dem Verfahrensmangel behafteten Entscheids führt (vgl. BGE 135 I 6 E. 2.1, BGE 132 I 249 E. 5). Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann jedoch ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Recht s- mittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwe r- wiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen , wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnöt i- gen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2, BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE 133 I 201 E. 2.2; BVGE 2009/36 E. 7.3; statt vieler: Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts A-6738/2011 vom 30. Oktober 2012 E. 3.4.1 mit weiteren Hinwei- sen). Die Heilung ist jedoch ausgeschlossen, wenn es sich um eine b e- sonders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt (BGE 133 I 201 E. 2.2, BGE 126 V 130 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 1C_148/2010 vom 6. Sep tember 2010 E. 4.3; Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A-4584/2011 vom 20. November 2012 E. 2.3 mit Hinweisen; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwa l- tungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, N 1709 ff.). A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 10 3. 3.1 Im vorliegenden Fall i st vorab strittig, ob die Vorinstanz X._______ aufgrund der ihr am 14. August 2012 eingereichten schriftlichen Vollmacht als ordentlich bevollmächtigten Vertreter des Beschwerdeführers hätte anerkennen müssen. Die Vorinstanz stellt sich diesbezüglich auf d en Standpunkt, die fragliche Vollmacht sei zwar vom Beschwerdeführer unterzeichnet, trage jedoch das Datum des 15. Novembers 2011. Somit sei dieselbe Vollmacht b e- reits «für das [frühere] Amtshilfeverfahren gestützt auf das Ersuchen […] des IRS vom 26. Sept ember 2011 ausgestellt und erstmals auch dafür verwendet worden». Dieses (frühere) Amtshilfegesuch sei indessen info l- ge Rückzugs ge genstandslos geworden, womit auch die betreffende Vollmacht ihre Geltung verloren habe. Hinzu komme, dass die Anford e- rungen a n den Datenschutz und die Datensicherheit in Amtshilfefällen besonders hoch seien. Aus diesem Grund habe verhindert werden mü s- sen, «dass beim laufenden Amtshilfeverfahren Dokumente aus anderen, abgeschlossenen Verfahren verwendet werden». Dies alles sei de m Ver- treter des Beschwerdeführers umgehend, am 16. August 2012, mitgeteilt worden, zusammen mit der Aufforderung, eine aktuelle, mit Ort und D a- tum versehene Vollmacht einzureichen. Trotz mehrmaliger Fristverläng e- rung sei es diesem nicht gelungen, eine solc he Vollmacht beizubringen. Die Vorinstanz habe daher davon ausgehen müssen, dass für den B e- schwerdeführer kein gültiges Vertretungsverhältnis (mehr) vorliege. 3.1.1 Unbestritten ist, dass die fragliche Vollmacht vom Beschwerdeführer persönlich unterzeichnet ist. Im Weiteren enthält das Dokument keine Be- fristung und wurde der Vorinstanz am 14. August 2012 gehörig kundg e- geben (E. 2.1.2). Eine (schriftliche) Vollmacht, die unbefristet erteilt wu r- de, behält ihre Gültigkeit bis zu dem Zeitpunkt, in dem sie gegenüber d er entsprechenden Behörde widerrufen bzw. dieser das Erlöschen des Ve r- tretungsverhältnisses angezeigt wird (vgl. E. 2.1.2). Dass ein solcher Tat- bestand vorliegt, ist nicht ersichtlich und wird im Übrigen auch nicht – zumindest nicht explizit – geltend gemacht. Liegt wie vorliegend eine u n- befristete schriftliche Vollmacht vor, kann jedenfalls allein aus dem U m- stand, dass es dem Vertreter des Beschwerdeführers nicht bzw. nicht i n- nert Frist gelungen ist, eine neue Vollmacht einzureichen, noch nicht auf das Erlöschen des Vertretungsverhältnisses geschlossen werden. 3.1.2 Gleichermassen ins Leere stösst das (Haupt -)Argument der Vori n- stanz, die betreffende Vollmacht sei für das erwähnte frühere Amtshilf e-A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 11 verfahren «ausgestellt und auch dafür verwendet worden ». Sie macht damit sinngemäss geltend, die Vollmacht sei ihrem Umfang nach auf di e- ses frühere Verfahren beschränkt. Dies trifft indes nicht zu, umfasst die Vollmacht doch vielmehr und ausdrücklich das Recht «to perform […] all legal acts of (a) holder(s) of an unlimite d power of attorney, including the right to appoint proxies» «in the matter of Credit Suisse AG / Clariden Leu AG / Credit Suisse Trust AG / SFTA [ Swiss Federal Tax Administration; ESTV] concerning Administrative Assistance / Banking Relationship / Claim» bzw. in dieser Sache insbesondere «[the] representation before all courts of law, administrative authorities, and arbitral tribunals». Daraus ergibt sich zwar insofern eine sachliche Beschränkung, als die Vollmacht lediglich «in the matter of Credit Suisse AG / Clariden Leu AG / Credit Su- isse Trust AG / SFTA concerning Administrative Assistance / Banking Re- lationship / Claim» gilt. In diesem sachlichen Rahmen ist die Vertretung s- befugnis jedoch nicht auf ein bestimmtes (Amtshilfe -)Verfahren b e- schränkt. 3.1.3 Daran ändert auch das sinngemässe Vorbringen der Vorinstanz nichts, aufgrund besonderer Geheimhaltungs - bzw. Datenschutzinteres- sen in Amtshilfefällen wie dem vorliegenden sei die Einreichung einer «aktuellen» bzw. neuen Vollmacht für jedes Amtshilfeverfa hren im Ra h- men desselben Vertretungsverhältnisses einzeln notwendig. Der Umfang der vorliegenden, schriftlich und somit ausdrücklich eingeräumten, Vertre- tungsbefugnis bestimmt sich nach der vom Vertretenen erteilten Vol l- macht und wird demgemäss durch den V ollmachtgeber, also den B e- schwerdeführer, und nicht etwa durch die Vorinstanz bestimmt (E. 2.1.4). Ebenfalls nicht durchzudringen vermag diese mit dem impliziten Arg u- ment, die betreffende Vollmacht habe infolge der Gegenstandslosigkeit des früheren Amtshil feverfahrens ihre Wirksamkeit verloren. Der B e- schwerdeführer bringt in diesem Zusammenhang zu Recht vor, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die fragliche Vollmacht, obschon sie ihrem Umfang nach gerade nicht auf ein bestimmtes Verfahren beschränkt sei, aufgrund ihrer Verwendung in einem früheren, gegenstandslos geword e- nen Amtshilfeverfahren «gleich einem Zugbillet entwertet» worden sein soll. In der Tat findet sich für die entsprechende Auffassung der Vori n- stanz, sei diese nun mit besonderen Geheimhaltun gs- bzw. Datenschutz- interessen oder mit der Gegenstandslosigkeit des früheren Amtshilfeve r- fahrens begründet, keine gesetzliche Grundlage. 3.1.4 Schliesslich geht aus der zu beurte ilenden schriftlichen Vollmacht auch rechtsgenügend hervor, dass und in welcher Sac he der Beschwe r-A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 12 deführer (unter anderem) X._______ zu seiner Vertretung ermächtigt hat und dass diese Ermächtigung weder auf ein bestimmtes (Amtshilfe-)Verfahren noch auf eine bestimmte Verfahrensstufe b e- schränkt sein soll. Es rechtfertigt sich daher auch mit Blick auf das Ste u- ergeheimnis nicht, das Vorliegen eines wirksamen Vertretungsverhältni s- ses in Zweifel zu ziehen (E. 2.1.3). 3.1.5 Im Ergebnis erweist sich die zu beurteilende Vollmacht sowohl in formeller als auch in materieller Hinsicht als genügend. Die Vorinstanz hätte X._______ daher als ordentlich bevollmächtigten Vertreter des B e- schwerdeführers im vorinstanzlichen Verfahren anerkennen müssen. 3.2 Mit der Begründung, die eingereichte Vollmacht sei für das vorliege n- de Amtshilfeverfahren – anders als für das genannte frühere Verfahren – nicht mehr wirksam, lehnte die Vorinstanz den vom Vertreter des B e- schwerdeführers im vorinstanzlichen Verfahren mehrmals gestellten A n- trag auf Akteneinsicht und Stellungnahme ab und stellte die angefochtene Schlussverfügung der Kanzlei Z._______ AG als Zustellungsbevollmäch- tigte zu. Wird dem Vertreter die Akteneinsicht trotz Vorliegens eines rechtsgültigen Vertretungsverhältnisses verweigert, stellt dies eine Verlet- zung des rechtlichen Gehörs dar. Wie die Partei selbst, hat auc h ihr Ver- treter Anspruch auf Akteneinsicht (E. 2.2.1). Dass wesentliche öffentliche oder private Interessen oder das Interesse einer noch nicht abgeschlo s- senen amtlichen Untersuchung einer Einsichtnahme durch den Vertreter des Beschwerdeführers im vorinsta nzlichen Verfahren entgegengesta n- den hätten, wird nicht geltend gemacht und ist im Übrigen auch nicht e r- sichtlich (E. 2.2.1). Es stellt sich somit weiter die Frage, ob diese Gehörsverletzung als «be- sonders schwerwiegend» – mit den entsprechenden verfahrens rechtli- chen Konsequenzen – zu beurteilen ist (E. 2.2.2). Dies ist aus den nac h- stehenden Gründen zu bejahen. 3.2.1 Die Vorinstanz verweigerte dem Vertreter des Beschwerdeführers nicht bloss die Einsicht in einzelne Aktenstücke, sondern – eben weil sie (zu Unrecht) von einem fehlenden bzw. unwirksamen Vertretungsverhäl t- nis ausging – die Akteneinsicht überhaupt bzw. vollumfänglich. Insbeson- dere hatte der Vertreter keine Möglichkeit, zu den seitens der CS an die Vorinstanz übermittelten Akten vor Erlass der angefocht enen Schlussver- fügung Stellung zu nehmen. Aus dem gleichen Grund war es ihm im vor - instanzlichen Verfahren auch verwehrt, förmliche Begehren zu stellen, A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 13 Beweise beizubringen oder mit Beweisanträgen gehört zu werden. Schliesslich ist die Vorinstanz, indem s ie die angefochtene Schlussverf ü- gung nicht X._______ als rechtsgültiger Parteivertreter, sondern der g e- nannten bevollmächtigten Kanzlei zugestellt hat, auch Art. 11 Abs. 3 VwVG nicht nachgekommen, wonach die Behörde ihre Mitteilungen an den Vertreter mache n muss, solange die Partei die erteilte Vollmacht nicht widerruft (E. 2.1.2). Somit gilt es festzustellen, dass die Vorinstanz X._______ die Stellung als Parteivertreter zu Unrecht verweigert hat und dieser infolgedessen seine verfassungsrechtlich garantie rten Gehörs - bzw. Verfahrensrechte (E. 2.2) im vorinstanzlichen Verfahren soweit e r- sichtlich gar nicht, in jedem Fall nicht in einem auch nur annähernd rechtsgenügenden Umfang wahrnehmen konnte. Davon, dass diese Feststellung «aktenwidrig» sei, kann nicht die Rede sein. Schon aus diesem Grund ist vorliegend von einer «besonders schwe r- wiegenden» Gehörsverletzung (E. 2.2.2) auszugehen. Nur der Vollstä n- digkeit halber sei daher noch auf einen weiteren, in diesem Zusamme n- hang zusätzlich ins Gewicht fallenden, Aspekt hingewiesen: 3.2.2 Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshi l- fe in Steuersachen ist die Beschwerde an das Bundesgericht nur zulä s- sig, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeuten- den Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) handelt (Art. 84a BGG). Liegt keine solche Konstellation vor, – worüber das Bundesgericht zu befinden hat –, so e ntscheidet das Bundesverwaltungsgericht als zugleich erste und letzte gerichtliche Instanz über die Gewährung der i n- ternationalen Amtshilfe in Steuersachen. Hinzu kommt, dass dem en t- sprechenden bundesverwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren – so auch i n diesem Fall – kein verwaltungsinternes Einsprache - oder B e- schwerdeverfahren vorausgeht. Auch unter zusätzlicher Berücksichtigung dieser Verfahrensbesonderheiten muss die begangene Gehörsverletzung als «besonders schwerwiegend» qualifiziert werden (E. 2.2.2; vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -2866/2011 vom 12. Dezember 2011 E. 2.1, A-6722/2010 vom 11. August 2011 E. 4.2, A-6675/2010 vom 1. Juli 2011, A-3717/2010 vom 3. März 2011 E. 3 und 6.1; A -4034/2010 vom 11. Oktober 2010, A -4936/2010 vom 21. September 2010 E. 5.1 f., A-3123/2008 vom 27. April 2010 E. 2.2, je mit Hinweisen). A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 14 3.2.3 Unter den geschilderten Umständen (E. 3.2.1, 3.2.2) bzw. ang e- sichts der festgestellten besonderen Schwere der vorliegenden Gehör s- verletzung, ist eine Heilung im Beschwerdev erfahren ausgeschlossen und die Streitsache an die Vorinstanz zurückzuweisen (E. 2.2.2). 3.3 Abschliessend bleibt auf die (implizite) Rüge der Vorinstanz einzug e- hen, der Vertreter des Beschwerdeführers habe «mit seinem Verhalten [im bisherigen Verfahren] die Grenze zur mutwilligen Prozessführung überschritten». Zur Begründung macht die Vorinstanz – soweit ersichtlich – geltend, dem Vertreter sei es im vorinstanzlichen Verfahren trotz meh r- mals erstreckter Frist (insgesamt mindestens zweieinhalb Monate) nicht gelungen, die verlangte neue Vollmacht beizubringen. Hingegen habe er für das vorliegende Beschwerdeverfahren bereits «innert sieben Tagen nach Erlass der Schlussverfügung» eine solche Vollmacht erhältlich m a- chen können. Mutwillige Prozessführung ist grundsä tzlich die Einleitung eines Verfa h- rens, das nicht auf den Schutz berechtigter Interessen abzielt. Auch eine Verletzung der Mitwirkungspflicht kann unter Umständen mutwillige Pr o- zessführung sein, ebenso die vollmachtlose Prozessführung in fremdem Namen (vgl. NYFFENEGGER, in: VwVG -Kommentar, a.a.O., N 9 zu Art. 60 mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Lehre). Inwiefern dem Vertreter des Beschwerdeführers im laufenden bisherigen Amtshilfeverfahren eine solche Prozessführung vorgeworfen werden könnte, ist nicht ersichtlich. Auf die Behauptung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe bereits sieben Tage nach Erlass der Schlussverfügung eine neue Vollmacht be i- bringen können, kann es nicht ankommen. Dass die Vollmacht vom 15. November 2011 entgegen der Ansicht der Vorinstanz rechtsgenügend ist, wird vorstehend aufgezeigt (E. 3.1). Im Übrigen lässt sich aus dem Umstand, dass der Vertreter des Beschwerdeführers bei der Vorinstanz mehrmals eine Fristverlängerung für die Einreichung der (zu Unrecht) verlangten neuen Vol lmacht beantragt hat, offensichtlich nicht auf das Vorliegen einer mutwilligen Prozessführung im erwähnten Sinn schlie s- sen. Die entsprechende Rüge erweist sich als unbegründet. 4. Demnach ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen gutzuheissen und die Streit sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs und zum E r- lass einer neuen Schlussverfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang können Ausführungen zu den weiteren A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 15 Vorbringen des Beschwerdeführers unterbleiben. Die Amtshilfe ist – zu- mindest vorläufig – zu verweigern. 4.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu neuem Entscheid mit noch offenem Au s- gang als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei (BGE 132 V 215 E. 6.1; MARCEL MAILLARD, in: Praxiskommentar, a.a.O., N 14 zu Art. 63). Dem Beschwerdeführer sind demzufolge keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG e contrario). Die geleisteten Kosten- vorschüsse in der Höhe von insgesamt Fr. 15'000.-- sind ihm nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten. 4.2 Das Bundesverwaltungsgericht trifft den Entscheid über die Parteient- schädigung von Amtes wegen aufgrund der Kostennote, sofern vorha n- den, sowie den Akten und in der Regel ohne eingehende Begründung. Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat keine Kostennote eing e- reicht. Die Entschädigung wird aufgrund der Akten und nach freiem ric h- terlichen Ermessen auf Fr. 8'000.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 5. Verfahrensvorschriften sind grundsätzlich mit dem Tag ihres Inkrafttretens anwendbar (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N 327). Damit sind betref- fend Rechtsmittel im vorliegenden Fall Art. 83 Bst. h in Verbindung mit Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG in der am 1. Februar 2013 in Kraft getretenen Fassung anwendbar. Danach kann dieser Entscheid auf dem Gebiet der internation alen Amtshilfe in Steuersachen innerhalb von 10 Tagen nur dann mit Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegen- heiten an das Bundesgericht weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall im Sinn von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt. Ob dies der Fall ist, entscheidet das Bu n- desgericht. (Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite) A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Verfahren A-6431/2012 und A-6436/2012 werden vereinigt. 2. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. Die ange - fochtenen Schlussverfügungen vom 8. November 2012 werden aufgeh o- ben und die Streitsachen zur Gewährung des rechtlichen Gehörs und zum Erlass n euer Schlussverfügungen an die Vorinstanz zurückgewi e- sen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom Beschwerdeführer einbezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 15'000.-- wird ihm nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet. 4. Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteien t- schädigung in der Höhe von Fr. 7'500.-- auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Riedo Susanne Raas Rechtsmittelbelehrung: Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bu n- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grun d- sätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um A-6431/2012, A-6436/2012 Seite 17 einen besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG han- delt (Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). In der Rechtsschrift is t auszuführen, warum die jeweilige Vorau s- setzung erfüllt ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene En t- scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: