<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">391</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</b></span><br/> <span class="ft3"><b>73</b></span> <span class="ft3"><b>Baubewilligung</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Bindung an die Schutzanliegen des ISOS im Rahmen des Ortsbild-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>schutzes (Erw. 4)</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Berücksichtigung des Umgebungsschutzes gemäss ISOS (Erw. 5) und</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Kulturgesetz (Erw. 6)</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Sofern Ersatzmassnahmen die beeinträchtigende Wirkung auf die</b></span><br/> <span class="ft3"><b>geschützten Objekte mindern, sind sie im Rahmen der Interessenab-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>wägung zu beachten (Erw. 7.3).</b></span><br/> <span class="ft6">Aus dem Entscheid des Regierungsrats i.S.</span> <span class="ft6">Y AG gegen den Entscheid des</span><br/> <span class="ft6">Departements Bildung, Kultur und Sport (Abteilung Kultur)/Stadtrats X vom</span><br/> <span class="ft6">19. März 2014 (RRB Nr. 2014-000285).</span><br/> <span class="ft8"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft10">4.</span><br/> <span class="ft10">Die Stadt X ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der</span><br/> <span class="ft10">Schweiz als Objekt von nationaler Bedeutung eingetragen</span> <span class="ft6">(</span><span class="ft10">Anhang</span><br/> <span class="ft10">zur Verordnung über das Bundesinventar der schützenswerten Orts-</span><br/> <span class="ft10">bilder der Schweiz, VISOS, vom 9. September 1981). Bei der In-</span><br/> <span class="ft10">ventarisierung werden die Ortsbilder in Ortsteile (Gebiete, Baugrup-</span><br/> <span class="ft10">pen, Umgebungszonen und Umgebungsrichtungen) aufgeschlüsselt.</span><br/> <span class="ft10">Jedem Ortsteil wird ein Erhaltungsziel zugeteilt. Das Erhaltungsziel</span><br/> <span class="ft10">soll Vorschläge zum Bewahren und Gestalten verbinden. Die Umset-</span><br/> <span class="ft10">zung der Erhaltungsziele soll sicherstellen, dass die wertvollen Ei-</span><br/> <span class="ft10">genheiten des Ortsbildes - und damit seine nationale Bedeutung -</span><br/> <span class="ft10">ungeschmälert bleiben. Durch die Aufnahme eines Objektes von na-</span><br/> <span class="ft10">tionaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes wird dargetan, dass es</span><br/> <span class="ft10">in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls aber</span><br/> <span class="ft10">unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatz-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">392</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">massnahmen die grösstmögliche Schonung verdient (Art. 6 Abs. 1</span><br/> <span class="ft10">NHG). Diese Schutzbestimmung gilt zwar nur bei der Erfüllung von</span><br/> <span class="ft10">Bundesaufgaben in unmittelbarer Weise (vgl. Art. 6 Abs. 2 NHG).</span><br/> <span class="ft10">Solche liegen vorliegend nicht vor. Gleichwohl haben die Kantone</span><br/> <span class="ft10">und die Gemeinden die Pflicht, die Bundesinventare zu berücksichti-</span><br/> <span class="ft10">gen. Diese Beachtungspflicht kann sich in der Anwendung der die</span><br/> <span class="ft10">Schutzanliegen umsetzenden Richt- und Nutzungsplanung, in der</span><br/> <span class="ft10">Normierung der Bau-, Natur-, Heimatschutz- und Denkmalpflegege-</span><br/> <span class="ft10">setzgebung sowie in der im Einzelfall erforderlichen Interessenab-</span><br/> <span class="ft10">wägung, welche die Heimatschutzanliegen berücksichtigt, ergeben</span><br/> <span class="ft10">(BGE 135 II 212).</span><br/> <span class="ft10">Der Kanton Aargau hat dem Schutzanliegen des ISOS mit dem</span><br/> <span class="ft10">Richtplan (S 1.5) sowie durch den Erlass von § 40 Abs. 1 lit. f BauG</span><br/> <span class="ft10">und des Kulturgesetzes Rechnung getragen. Die Ortsbilder nach</span><br/> <span class="ft10">ISOS werden somit in ihrer Einstufung anerkannt sowie festgesetzt</span><br/> <span class="ft10">(Richtplan S 1.5, Planungsanweisung und örtliche Festlegung Ziff.</span><br/> <span class="ft10">1.1) und sind entsprechend ihrer Bedeutung zu bewahren (§ 40</span><br/> <span class="ft10">BauG; AGVE 2007, S. 123 f. mit Hinweis) sowie zu erhalten (§ 25</span><br/> <span class="ft10">KG). Es ist deshalb darauf zu achten, dass sich Bauten und Anlagen</span><br/> <span class="ft10">so in die Umgebung einordnen, dass sie das betreffende Ortsbild</span><br/> <span class="ft10">nicht beeinträchtigen (§ 42 BauG).</span><br/> <span class="ft10">5.</span><br/> <span class="ft10">5.1</span><br/> <span class="ft10">Die umstrittenen Abluftkamine sollten nach Auffassung der Be-</span><br/> <span class="ft10">schwerdeführerin im Garten auf der Parzelle Y. gebaut werden. In</span><br/> <span class="ft10">diesem befinden sich das "O-Haus" und "H-Haus ", für welche ge-</span><br/> <span class="ft10">mäss ISOS das Erhaltungsziel A: "Integrales Erhalten aller Bauten,</span><br/> <span class="ft10">Anlageteile und Freiräume, Beseitigen störender Eingriffe" definiert</span><br/> <span class="ft10">wurde. Der Garten befindet sich gemäss ISOS im Gebiet "G/K/S",</span><br/> <span class="ft10">das als Umgebungszone qualifiziert ist und für welches das Erhal-</span><br/> <span class="ft10">tungsziel "a" gilt. Dies bedeutet gemäss den Erläuterungen zum</span><br/> <span class="ft10">ISOS "Erhalten der Beschaffenheit als Kulturland oder als Freifläche</span><br/> <span class="ft10">sowie der für das Ortsbild wesentlichen Vegetation und Altbauten.</span><br/> <span class="ft10">Beseitigung störender Veränderungen", wobei überdies folgende ge-</span><br/> <span class="ft10">nerellen Erhaltungshinweise gelten: "kein Baugebiet, Gestaltungs-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">393</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">vorschriften für standortgebundene Bauten, spezielle Vorschriften für</span><br/> <span class="ft10">Veränderungen an Altbauten".</span><br/> <span class="ft10">5.2</span><br/> <span class="ft10">Hinsichtlich des Erhaltungsziels für die Umgebungszone steht</span><br/> <span class="ft10">die Forderung nach Erhaltung der Beschaffenheit und des Bezugs zur</span><br/> <span class="ft10">schützenswerten Bebauung im Vordergrund. Der Sinn der Umge-</span><br/> <span class="ft10">bungszone liegt somit unter anderem darin, einen schützenden Puffer</span><br/> <span class="ft10">und damit einen Umgebungsschutz für die Schutzobjekte zu schaf-</span><br/> <span class="ft10">fen. Dieser Bereich lässt sich anhand der im ISOS enthaltenen Karte</span><br/> <span class="ft10">betreffend die Stadt X aufgrund des Massstabs von 1:5'000 eindeutig</span><br/> <span class="ft10">verifizieren. Entsprechend ist der gesamte Park ein national ge-</span><br/> <span class="ft10">schützter Perimeter. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin, es be-</span><br/> <span class="ft10">stehe kein Umgebungsschutz, treffen somit nicht zu. Vielmehr würde</span><br/> <span class="ft10">die Realisierung der Kamine im Park das auf eine Freihaltung von</span><br/> <span class="ft10">Bauten gerichtete Schutzziel der Umgebungszone klar verletzen und</span><br/> <span class="ft10">damit läge eine Abweichung von der ungeschmälerten Erhaltung im</span><br/> <span class="ft10">Sinne von Art. 6 Abs. 2 NHG vor. (...)</span><br/> <span class="ft10">(...)</span><br/> <span class="ft10">5.3</span><br/> <span class="ft10">(...)</span><br/> <span class="ft10">6.</span><br/> <span class="ft10">6.1</span><br/> <span class="ft10">Im Weiteren stehen das "O-Haus", das "H-Haus" sowie das</span><br/> <span class="ft10">ebenfalls im Park stehende "Z-Denkmal" unter kantonalem Schutz.</span><br/> <span class="ft10">Darüber hinaus befinden sich an der K-Strasse das unter kantonalem</span><br/> <span class="ft10">Schutz stehende Gebäude "K" und unmittelbar daneben das "S". Die</span><br/> <span class="ft10">beantragten Kamine stehen damit in einer Entfernung von rund 10 m</span><br/> <span class="ft10">zum "K", je 30 m zum "S" sowie zum "Z-Denkmal", 53 m zum "O-</span><br/> <span class="ft10">Haus" und rund 86 m zum "H-Haus".</span><br/> <span class="ft10">Die Qualifizierung der vorliegenden Bauten als Kulturgüter</span><br/> <span class="ft10">wird von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt. Umstritten</span><br/> <span class="ft10">ist jedoch, in welchem Ausmass die Kulturgüter unter denkmalpfle-</span><br/> <span class="ft10">gerischem Schutz stehen bzw. inwieweit durch den Bau der Abluft-</span><br/> <span class="ft10">kamine neben dem Umgebungsschutz gemäss ISOS (vgl. Erw. 5.2)</span><br/> <span class="ft10">derjenige im Sinne von § 32 KG tangiert wird.</span><br/> <span class="ft10">6.2</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">394</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">(...)</span><br/> <span class="ft10">6.3</span><br/> <span class="ft10">6.3.1</span><br/> <span class="ft10">Ziel des Umgebungsschutzes ist es, die Wirkung der kantonal</span><br/> <span class="ft10">geschützten Baudenkmäler zu erhalten. Der Umgebungsschutz um-</span><br/> <span class="ft10">fasst sowohl einen Nahschutz (in der Regel bis zu einer Distanz von</span><br/> <span class="ft10">einer Bautiefe um das Areal, auf dem das Schutzobjekt steht), als</span><br/> <span class="ft10">auch einen Fernschutz (im Bereich von Sichtachsen auf das Objekt,</span><br/> <span class="ft10">insbesondere in dessen Vorder- und Hintergrund), wobei der vom</span><br/> <span class="ft10">Umgebungsschutz betroffene Bereich abhängig ist vom Schutzob-</span><br/> <span class="ft10">jekt, dessen Lage und der vorgesehenen Baute oder Anlage (vgl.</span><br/> <span class="ft10">dazu § 32 KG in Verbindung mit § 29 der Verordnung zum Kultur-</span><br/> <span class="ft10">gesetz, VKG; vom 4. November 2009, Botschaft des Regierungsrats</span><br/> <span class="ft10">des Kantons Aargau an den Grossen Rat vom 20. August 2008,</span><br/> <span class="ft10">Kulturgesetz, S. 47).</span><br/> <span class="ft10">6.3.2</span><br/> <span class="ft10">Insgesamt lässt sich somit gestützt auf die einschlägigen ge-</span><br/> <span class="ft10">setzlichen Grundlagen bestimmen, wann in räumlicher Hinsicht ein</span><br/> <span class="ft10">relevanter Bezug zu den geschützten Objekten besteht. Dieser Bezug</span><br/> <span class="ft10">ist vorliegend zweifellos gegeben. Zum einen beträgt die Distanz</span><br/> <span class="ft10">zwischen den Denkmälern und den beantragten Kaminen sicherlich</span><br/> <span class="ft10">weniger als eine Bautiefe, wodurch der Nahschutz tangiert wird.</span><br/> <span class="ft10">Zum anderen wäre bei einem Bau der Kamine auch der Fernschutz</span><br/> <span class="ft10">betroffen. Diesbezüglich mag es zwar zutreffen, dass beim Gehen auf</span><br/> <span class="ft10">der K-Strasse und bei einem konsequenten Blick in eine Wind-</span><br/> <span class="ft10">richtung die Kamine je nachdem kaum oder nicht wahrnehmbar sind.</span><br/> <span class="ft10">Ein durchschnittlicher Betrachter nimmt die Umgebung jedoch nicht</span><br/> <span class="ft10">in einem solchen eingeschränkten Rahmen wahr, sondern verfügt</span><br/> <span class="ft10">über eine ausgedehnteres, umherschweifendes Sichtfeld. Im Übrigen</span><br/> <span class="ft10">nähern sich sicherlich zahlreiche Passanten den geschützten Objek-</span><br/> <span class="ft10">ten nicht bloss entlang der K-Strasse, sondern zirkulieren frei im und</span><br/> <span class="ft10">am Rand des Parks. Angesichts dieses Umstands und der Tatsache,</span><br/> <span class="ft10">dass die geplanten Kamine im Rahmen von wenigen Metern umge-</span><br/> <span class="ft10">ben von geschützten Denkmälern gebaut werden sollen, liegt es auf</span><br/> <span class="ft10">der Hand, dass die Kamine im Bereich von mehreren Sichtachsen auf</span><br/> <span class="ft10">die Denkmäler zu stehen kämen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">395</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">6.3.3</span><br/> <span class="ft10">In einem nächsten Schritt bleibt somit zu prüfen, ob und</span><br/> <span class="ft10">allenfalls in welchem Mass die Wirkung der Denkmäler durch die</span><br/> <span class="ft10">projektierten Kamine beeinträchtigt werden könnte. (...)</span><br/> <span class="ft10">Die Beschwerdeführerin beantragt eine Baubewilligung für eine</span><br/> <span class="ft10">21.35 m hohe Kaminanlage, bestehend aus zwei Abluftrohren mit je</span><br/> <span class="ft10">einem Durchmesser von 0.66 m. Von dieser projektierten Anlage</span><br/> <span class="ft10">entfernt befinden sich in einem Radius von weniger als hundert</span><br/> <span class="ft10">Metern fünf unter kantonalem Denkmalschutz stehende Objekte.</span><br/> <span class="ft10">Getrennt sind diese Objekte von den begehrten Kaminen zum einen</span><br/> <span class="ft10">durch die K-Strasse und zum anderen durch die sich in der Parkan-</span><br/> <span class="ft10">lage befindlichen Pflanzen und Bäume. Aufgrund der eingereichten</span><br/> <span class="ft10">Visualisierung ist es zwar glaubhaft, dass die Kamine in der Vegeta-</span><br/> <span class="ft10">tionsperiode durch das Laub der Bäume teilweise verdeckt und damit</span><br/> <span class="ft10">weniger stark wahrnehmbar sind. Da dieser Zeitraum jedoch im</span><br/> <span class="ft10">Mittelland nicht von überaus langer Dauer ist, wären sie ausserhalb</span><br/> <span class="ft10">dieser Zeitperiode und damit während mehreren Monaten gut sicht-</span><br/> <span class="ft10">bar. Schliesslich lässt sich gestützt auf die Visualisierung nicht fest-</span><br/> <span class="ft10">stellen, dass die Kamine beim Blick in den Park oder aus dem Park</span><br/> <span class="ft10">hinaus ähnlich wie Baumstämme wahrgenommen werden würden.</span><br/> <span class="ft10">Vielmehr ist der Abteilung Kultur zuzustimmen, dass eine Kamin-</span><br/> <span class="ft10">anlage mit einer Höhe von 21.35 m für Passanten unverständlich und</span><br/> <span class="ft10">deplatziert wirkt. Insgesamt ist somit erstellt, dass aus zahlreichen</span><br/> <span class="ft10">Perspektiven sowohl die denkmalgeschützten Gebäude als auch die</span><br/> <span class="ft10">Kamine wahrgenommen werden können. Darüber hinaus wirken der</span><br/> <span class="ft10">Park mit den in ihm auf einer ebenen Fläche stehenden Gebäuden</span><br/> <span class="ft10">zusammen zweifellos als optische Einheit. In erster Linie nimmt der</span><br/> <span class="ft10">unbefangene, durchschnittliche Betrachter die Parkanlage und in die-</span><br/> <span class="ft10">sem Zusammenhang die Gebäude wahr. Falls eine Baubewilligung</span><br/> <span class="ft10">für die Kamine erteilt würde, würden diese Teil dieser Einheit wer-</span><br/> <span class="ft10">den. Damit bestünde nicht nur ein unmittelbarer optischer Bezug</span><br/> <span class="ft10">zwischen der beantragen Anlage und den Objekten, sondern ange-</span><br/> <span class="ft10">sichts der Grösse der Kaminanlage vielmehr eine störende Auswir-</span><br/> <span class="ft10">kung auf die Gebäude. Hinzu tritt erschwerend, dass die Kaminan-</span><br/> <span class="ft10">lage und das Gebäude "K" nur durch die K-Strasse und damit nur</span><br/> <span class="ft10">durch eine Entfernung von rund 10 m getrennt wären.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">396</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">(...)</span><br/> <span class="ft10">Zusammenfassend ist vorliegend bei einem Bau der Kamin-</span><br/> <span class="ft10">anlage von einer starken Beeinträchtigung der Wirkung geschützter</span><br/> <span class="ft10">Denkmälern auszugehen.</span><br/> <span class="ft10">7.</span><br/> <span class="ft10">7.1</span><br/> <span class="ft10">(...)</span><br/> <span class="ft10">7.2</span><br/> <span class="ft10">(...)</span><br/> <span class="ft10">7.3</span><br/> <span class="ft10">7.3.1</span><br/> <span class="ft10">(...)</span><br/> <span class="ft10">7.3.2</span><br/> <span class="ft10">Vorgesehene Ersatz- und Wiederherstellungsmassnahmen sind</span><br/> <span class="ft10">bei der Interessenabwägung bezüglich der ungeschmälerten Er-</span><br/> <span class="ft10">haltung im Sinne von Art. 6 NHG zu gewichten. Dies ergibt sich be-</span><br/> <span class="ft10">reits aus dem Wortlaut von Art. 6 Abs. 1 NHG, wonach die grösst-</span><br/> <span class="ft10">mögliche Schonung ausdrücklich "unter Einbezug von Wiederher-</span><br/> <span class="ft10">stellungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen" zu beurteilen ist.</span><br/> <span class="ft10">Es ist folglich im Anwendungsbereich des NHG eine Prüfung der</span><br/> <span class="ft10">Schadenminderung durch allfällige Wiederherstellungs- oder Ersatz-</span><br/> <span class="ft10">massnahmen vorzunehmen (BBl 1998, S. 2616). Vorliegend ist je-</span><br/> <span class="ft10">doch eine Berücksichtigung der zwischen der Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft10">und dem AH-Verein vereinbarten Ersatzmassnahmen mangels di-</span><br/> <span class="ft10">rekter Anwendung des NHG nicht zwingend. Soweit allerdings durch</span><br/> <span class="ft10">allfällige Ersatzmassnahmen die beeinträchtigende Wirkung der</span><br/> <span class="ft10">Anlage auf die kantonal geschützten Baudenkmälern geringer</span><br/> <span class="ft10">ausfällt, ist eine Berücksichtigung im Rahmen der Verhältnismässig-</span><br/> <span class="ft10">keitsprüfung gestützt auf § 32 KG angezeigt. Das öffentliche Interes-</span><br/> <span class="ft10">se am Erhalt des derzeitigen Zustands reduziert sich insofern, wenn</span><br/> <span class="ft10">die Beeinträchtigung der Wirkung der Denkmäler durch getroffene</span><br/> <span class="ft10">Massnahmen geringer ausfällt.</span><br/> <span class="ft10">7.3.3</span><br/> <span class="ft10">Der AH-Verein bezieht sich hinsichtlich der vorgesehenen</span><br/> <span class="ft10">Aufwertungsmassnahmen auf den Bericht der landschaftsarchitekto-</span><br/> <span class="ft10">nischen Begleitplanung vom 2. September 2013. Danach sind Auf-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">397</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft10">wertungsmassnahmen vorgesehen, welche sich auf den Park bezie-</span><br/> <span class="ft10">hen (...). Dass die geplanten Anstrengungen geeignet sind, das Po-</span><br/> <span class="ft10">tential des Parks im Vergleich zum heutigen Zustand zu steigern, ist</span><br/> <span class="ft10">grundsätzlich glaubhaft. Die Aufwertungsmassnahmen beziehen sich</span><br/> <span class="ft10">jedoch zur Hauptsache nur auf eine Verbesserung des Potentials des</span><br/> <span class="ft10">Parks und nicht darauf die Beeinträchtigungen auf die Denkmäler zu</span><br/> <span class="ft10">mindern oder zu beseitigen, welche durch den Bau der Kaminanlage</span><br/> <span class="ft10">entstehen würden. Insgesamt lässt sich somit aus der genannten Ver-</span><br/> <span class="ft10">einbarung nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin ableiten. Ent-</span><br/> <span class="ft10">sprechend kann offen gelassen werden, ob angesichts der Höhe der</span><br/> <span class="ft10">Kaminanlage sowie der Konzentration von geschützten Denkmälern</span><br/> <span class="ft10">im und um den Park überhaupt Massnahmen denkbar sind, welche</span><br/> <span class="ft10">die beeinträchtigende Wirkung in relevanter Weise zu vermindern</span><br/> <span class="ft10">vermögen.</span><br/> <span class="ft10">(...)</span><br/> <span class="ft10">(Anm.: Das Verwaltungsgericht wies die gegen diesen Ent-</span><br/> <span class="ft10">scheid erhobene Beschwerde mit Urteil vom 26. März 2015,</span><br/> <span class="ft10">WBE 2014.138, ab.)</span><br/></div> </div> </body> </html>