<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00196</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203849&amp;W10_KEY=4467143&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00196</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.10.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verfahrensvereinigung (E. 1). Legitimation von Gemeinden (§ 21 lit. b VRG), wenn sie in ihrer qualifizierten Entscheidungs- und Ermessensfreiheit betroffen sind (E. 2a). Baurechtswidrige Bauten dürfen umgebaut werden, sofern keine überwiegenden öffentlichen oder nachbarlichen Interessen entgegenstehen (357 Abs. 1 PBG); die Gemeinde ist legitimiert, eine Verletzung von 357 Abs. 1 PBG geltend zu machen (E. 2b+c; Änderung der Rechtsprechung). Massgeblicher Sachverhalt (E. 3). Profillinie liegt über der gemäss § 281 Abs. 1 lit. b PBG zulässigen Höhe (untergeordneter Mangel, der zu einer Nebenbestimmung führt; E. 4). Die Änderung einer vorschriftswidrigen Baute ist nicht schon dann unzulässig, wenn die durch die verletzte Norm geschützten Rechtsgüter zusätzlich beeinträchtigt werden. Dem Bauvorhaben stehen im konkreten Fall keine überwiegenden nachbarlichen Interessen (§ 357 PBG) entgegen (E. 5). Wiederherstellung der Baubewilligung verbunden mit einer Nebenbestimmung (E. 6). Teilweise Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTANDSVORSCHRIFT">ABSTANDSVORSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHGESCHOSS">DACHGESCHOSS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN">ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSSPIELRAUM">ERMESSENSSPIELRAUM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEAUTONOMIE">GEMEINDEAUTONOMIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZABSTAND">GRENZABSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEAN MANAGEMENT">LEAN MANAGEMENT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION DER GEMEINDE">LEGITIMATION DER GEMEINDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROFILLINIEN">PROFILLINIEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 271 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 275 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 281 Abs. I lit. b PBG</span><br/><span class="gerade">§ 357 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 21 lit. b VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2004 Nr. 8</span><br/><span class="ungerade">RB 2003 Nr. 14</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Am 11. September 2002 erteilte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich B und C die Bewilligung fÃ¼r den Umbau des Wohn- und GeschÃ¤ftshauses L-Strasse 1.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Den hiergegen von den Erben von D als EigentÃ¼mer der Nachbarliegenschaft an der M-Strasse erhobenen Rekurs hiess die Baurekurskommission I am 24. April 2003 insoweit gut, als sie die Bewilligung fÃ¼r die projektierte Erweiterung des Dachgeschosses aufhob; im Ãbrigen wies sie den Rekurs ab, soweit sie darauf eintrat.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Gegen diesen Rekursentscheid erhoben die Stadt ZÃ¼rich am 27. Mai und die Bauherrschaft am 21. Juni 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht, je mit dem Hauptantrag, die angefochtene Baubewilligung vollumfÃ¤nglich wieder herzustellen. Die privaten BeschwerdefÃ¼hrer beantragten neben der Kostenauflage an die Gegenpartei die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Vorinstanz schloss am 26. Juni 2003 auf Abweisung der Beschwerden. Die Beschwerdegegner liessen am 4. September 2003 beantragen, die Beschwerden unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. Die Beschwerden, fÃ¼r deren Behandlung das Verwaltungsgericht ohne weiteres zustÃ¤ndig ist, betreffen den nÃ¤mlichen Rekursentscheid; sie sind zweckmÃ¤ssigerweise zu vereinigen. Beide Beschwerden sind rechtzeitig erfolgt; die privaten BeschwerdefÃ¼hrer haben die verzÃ¶gerte Zustellung des Rekursentscheids erwiesenermassen nicht zu vertreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. a) Die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts zu § 21 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) in der frÃ¼heren Fassung anerkannte die Rekurs- und Beschwerdebefugnis der Gemeinde, wenn sie sich fÃ¼r die Durchsetzung und richtige Anwendung ihres kommunalen Rechts wehrte, wenn sie einen Eingriff in ihre qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit oder einen Eingriff in ihr Finanz- oder Verwaltungs­vermÃ¶gen geltend machte und wenn sie wie eine Privatperson betroffen war (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 62, mit Hinweisen). An diese Rechtsprechung knÃ¼pft auch § 21 lit. b VRG an (RB 1998 Nr. 14; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 70). Indem aber mit § 21 lit. b VRG in der revidierten Fassung vom 8. Juni 1997 die Gemeinde zur rekursweisen Wahrung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen berechtigt wurde, ist die Gemeindelegitimation in einer Weise erweitert worden, wie sie von der Lehre seit langem gefordert (Alfred KÃ¶lz, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZÃ¼rich 1978, § 21 N. 79) und von der bisherigen Praxis punktuell bereits vorgenommen wurde (vgl. RB 1993 Nr. 1). Entsprechend hat das Verwaltungsgericht die Legitimation der Gemeinde bejaht bei einer Betroffenheit in Interessen oder Aufgaben, welche die Gemeinde wahrnehmen oder erfÃ¼llen muss, wenn sich die angefochtene VerfÃ¼gung auf einen grossen Teil der Einwohnerschaft auswirkt (RB 1998 Nr. 13) oder wenn sich die Gemeinde gegen ihr auferlegte finanzielle Verpflichtungen wehrt (RB 2001 Nr. 9 = ZBl 102/2001, S. 525). Ein schutzwÃ¼rdiges Interesse ist hingegen auch nach der neuen Fassung dann nicht gegeben, wenn die Gemeinde nicht ihr eigenes, sondern kantonales oder Bundesrecht anzuwenden hat und es ihr einzig um die Durchsetzung ihrer eigenen Rechtsauffassung geht (RB 1998 Nr. 14; vgl. auch BGE 125 II 192 E. 2a/aa).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Baurekurskommission hob die Baubewilligung der beschwerdefÃ¼hrenden Gemeinde fast vollstÃ¤ndig auf. Nach Auffassung der Vorinstanz verletzt die geplante Erweiterung des Dachgeschosses die Abstandsvorschrift von § 274 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG). Dieser Verstoss sei als weiter gehend im Sinne von § 357 Abs. 1 Satz 2 PBG zu qualifizieren und folglich unzulÃ¤ssig. Die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde macht mit ihrer Beschwerde in erster Linie geltend, die Baurekurskommission habe § 357 Abs. 1 PBG falsch ausgelegt. Damit ist zu prÃ¼fen, ob die Vorschrift der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde eine qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit einrÃ¤umt, die sie zu Rekurs und Beschwerde legitimiert.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Zur Frage der Legitimation der Gemeinde in Streitigkeiten bei der Anwendung von § 357 PBG hat sich bisher noch keine konsistente Praxis entwickelt. Vor dem Inkrafttreten der heutigen Fassung von § 21 lit. b VRG bejahte das Gericht zunÃ¤chst die Legitimation von Gemeinden, die sich gegen die Aufhebung ihrer Baubewilligungen durch die Baurekurskommission zur Wehr setzten (in den dort entschiedenen FÃ¤llen erachtete die Baurekurskommission die Voraussetzungen von § 357 Abs. 1 PBG ebenfalls als nicht erfÃ¼llt; VGr, 22. MÃ¤rz 1985, VB 84/174+175; VGr, 26. April 1990, VB 89/0144+145, E. 2b; beide unpubliziert). In anderen FÃ¤llen liess das Verwaltungsgericht die Frage ausdrÃ¼cklich offen (VGr, 1. November 1991, VB 91/0060, E. 1b; VGr, 6. Februar 1992, VB 90/0147+0156, E. 3c/bb). In einem spÃ¤teren Fall, in dem es ebenfalls um die Auslegung von § 357 Abs. 1 PBG ging, verneinte das Gericht die Legitimation der Gemeinde (VGr, 28. Oktober 1994, VB 94/0068; unpubliziert).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Wenn das Verwaltungsgericht, wie im zuletzt erwÃ¤hnten Entscheid, auf Beschwerden der Gemeinden nicht eintritt, fÃ¼hrt dies zum unbefriedigenden Resultat, dass die Legitimation der Gemeinde nach kantonalem Recht enger definiert wird als auf Bundesebene. Die Gemeinde kann den Entscheid der Baurekurskommission nicht ans Verwaltungsgericht, wohl aber ans Bundesgericht weiterziehen (Autonomiebeschwerde gemÃ¤ss Art. 189 Abs. 1 Bst. b der Bundesverfassung vom 18. April 1999). â Im zuletzt erwÃ¤hnten Verfahren (VGr, 28. Oktober 1994, VB 94/0068) war dies denn auch der Fall: Das Bundesgericht trat auf eine gegen den Nichteintretensentscheid des Verwaltungsgerichts erhobene Beschwerde ein. Die im angefochtenen Urteil vertretene restriktive Auffassung hÃ¤lt gemÃ¤ss dem Bundesgerichtsentscheid zwar vor dem WillkÃ¼rverbot (Art. 9 BV) stand. Insofern sei es zwar unzweckmÃ¤ssig, aber zulÃ¤ssig, die Legitimation der Gemeinde im kantonalen Verfahren enger zu fassen als vor Bundesgericht. Mangels entsprechender RÃ¼gen liess das Bundesgericht jedoch ausdrÃ¼cklich offen, "ob diese restriktive Handhabung der Legitimationsregeln gegen zÃ¼rcherisches Gesetzes- oder Verfassungsrecht verstÃ¶sst" (BGr, 5. Dezember 1995, ZBl 98/1997, S. 260, 265 E. 3c). â In Verfahren, in denen es wie hier nur um die Auslegung kantonalen Rechts geht, besteht zwar keine Verpflichtung, die Legitimation im gleichen Umfang zu gewÃ¤hrleisten wie vor Bundesgericht (vgl. Art. 98a Abs. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943; OG). Im Hinblick auf die geplante EinfÃ¼hrung der Einheitsbeschwerde erscheint es jedoch als unbefriedigend, wenn der Entscheid einer Rekurskommission nicht an ein kantonales Gericht, wohl aber ans Bundesgericht weitergezogen werden kann.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) FÃ¼r die Legitimation der Gemeinde spricht jedoch auch, dass § 357 Abs. 1 PBG der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde einen betrÃ¤chtlichen Entscheidungsspielraum einrÃ¤umt. Danach wird eine Bewilligung fÃ¼r den Umbau einer baurechtswidrigen Baute erteilt, sofern keine Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen oder nachbarlichen Interessen entgegenstehen. Diese unbestimmten Rechtsbegriffe sind in hohem Masse konkretisierungsbedÃ¼rftig und mÃ¼ssen gegeneinander abgewogen werden (BGr, 5. Dezember 1995, ZBl 98/1997, S. 260, 263, auch zum Folgenden). Zudem durchbricht die Erteilung einer Ãnderungsbewilligung gemÃ¤ss § 357 Abs. 1 PBG die kommunale Bau- und Zonenordnung und berÃ¼hrt insofern die Planungsautonomie der Gemeinde (so E. 1b der Minderheitsmeinung in VGr, 28. Oktober 1994, VB 94/0068, unpubliziert; teilweise wiedergegeben in KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 65 und 71). Schliesslich dient der Vorbehalt Ã¼berwiegender Ã¶ffentlicher Interessen (§ 357 Abs. 1 PBG) auch der BerÃ¼cksichtigung spezifischer Ã¶rtlicher VerhÃ¤ltnisse sowie dem Schutz der Planungsinteressen der Gemeinde. Insgesamt kommt der Gemeinde bei der Anwendung von kantonalem Recht somit eine qualifizierte Entscheidungs- und Er­messensfreiheit zu, die fÃ¼r die BegrÃ¼ndung der Legitimation gemÃ¤ss § 21 lit. b (in Verbindung mit § 70) VRG ausreicht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">An der im erwÃ¤hnten Entscheid (VGr, 28. Oktober 1994, VB 94/0068) vertretenen Auffassung kann nach dem Gesagten nicht mehr festgehalten werden. Eine Gemeinde ist vielmehr zur RÃ¼ge legitimiert, die Baurekurskommission habe die Vorschrift Ã¼ber die Ãnderung an vorschriftswidrigen Bauten (§ 357 Abs. 1 PBG) falsch ausgelegt. Auf die Beschwerde der Gemeinde ist daher einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Dem Streit liegt gemÃ¤ss der unbestritten gebliebenen Darstellung der Baurekurs­kommission folgender Sachverhalt zu Grunde (E. 2 des vorinstanzlichen Entscheids): "Das streitbetroffene GebÃ¤ude an der L-Strasse steht traufstÃ¤ndig in einer strassenseitig geschlossenen HÃ¤userzeile. SÃ¼dlich (genauer: sÃ¼dwestlich; nachfolgend werden die Himmelsrichtungen vereinfachend bezeichnet) ist das GebÃ¤ude Ã¼ber seine ganze Tiefe an das NachbargebÃ¤u­de an der L-Strasse 2 auf dem GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 6 angebaut. NÃ¶rdlich ist das streit­betroffene GebÃ¤ude Ã¼ber eine Tiefe von 6,3 m mit dem auf dem EckgrundstÃ¼ck Kat.Nr. 7 stehenden rekurrentischen GebÃ¤ude an der M-Strasse zusammengebaut; hinter dieser Tiefe verlÃ¤uft die auf die Grenze zum GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 7 gestellte rÃ¼ckwÃ¤rtige FlÃ¤che des rekurrentischen GebÃ¤udes zunÃ¤chst um 2,8 m nach SÃ¼den und hernach rechtwinklig nach Osten. Diese GebÃ¤udeflucht ist mit anderen Worten hinter der zusammengebauten Tiefe seitlich eingerÃ¼ckt. â Das streitbetroffene GebÃ¤ude weist Ã¼ber dem 3. Obergeschoss ein Ã¼ber seine ganze Tiefe von rund 6 m angebautes 4. Obergeschoss unter einem Satteldach (Zinnendach) auf. Dieses Geschoss soll auf der durch die Decke des 3. Ober­geschosses gebildeten hofseitigen (ostseitigen) Flachdachterrasse um einen seinerseits ein Flachdach aufweisenden Anbau erweitert werden. Auf der SÃ¼dseite soll dieser Anbau an die Brandmauer des NachbargebÃ¤udes an der L-Strasse 2 gestellt werden; nÃ¶rdlich, d.h. gegen das GrundstÃ¼ck der Rekurrenten hin, wÃ¼rde der gegenÃ¼ber der darunter liegenden Fassade zurÃ¼ckversetzt gestellte Anbau frei stehen." Unbestritten ist ferner, dass bei dieser Sachlage dort, wo das streitbetroffene GebÃ¤ude mit demjenigen der anfechtenden Nachbarn nicht zusammengebaut ist, von den bereits bestehenden Bauten der gebotene Abstand nicht eingehalten wird. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Im Rekursverfahren haben die Nachbarn unter anderem geltend gemacht, durch die Erweiterung verliere das vierte Geschoss seine QualitÃ¤t als Dachgeschoss, was zu einer AusnÃ¼tzungsÃ¼berschreitung fÃ¼hre. Die Baurekurskommission hat diesen Einwand mit der BegrÃ¼ndung verworfen, der aus dem bisherigen Dachgeschoss und der projektierten Erwei­te­rung gebildete GeschosskÃ¶rper liege vollstÃ¤ndig unter dem auf der West- und der Ostsei­te (Strassen- und Hofseite) des bestehenden GebÃ¤udes je mit einer Neigung von 45% angesetz­ten Satteldachprofil, weshalb es auch in der geplanten erweiterten Form als Dachgeschoss im Sinn von § 275 Abs. 2 PBG einzustufen sei.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Dieser Betrachtungsweise ist insofern beizupflichten, als sie die Auffassung der Bau­herrschaft und der BaubewilligungsbehÃ¶rde verwirft, das streitbetroffene GebÃ¤ude weise eine besondere Form auf, die es erlaube, zwei Firstrichtungen zu bestimmen, nÃ¤mlich im Bereich des bisherigen Dachgeschosses eine lÃ¤ngs zur L-Strasse und im Bereich des ge­planten Anbaus eine quer dazu verlaufende. Abgesehen davon wÃ¤ren bei einer angenom­menen Firstrichtung quer zur L-Strasse die Profillinien nicht nur an der SÃ¼d-, sondern auch an der Nordseite anzulegen, wo das fÃ¼r das Dachgeschoss zulÃ¤ssige Profil durch die geplante Erweiterung offenkundig verletzt wird. Dass dort an das Nachbarhaus angebaut werden kann, vermag daran nichts zu Ã¤ndern. Sodann ist es jedenfalls im vorliegenden Fall nicht unzulÃ¤ssig, den First des fÃ¼r die Bestimmung des zulÃ¤ssigen Profils massgeblichen SchrÃ¤gdachs quer zur grÃ¶sseren GebÃ¤udelÃ¤nge anzusetzen. Diese Dachaus­richtung drÃ¤ngt sich angesichts des Zusammenbaus mit der HÃ¤userzeile L-Strasse 2 und 3, welche ebenfalls traufseitig an der L-Strasse steht, und der Ausrichtung des bestehenden Dach­geschosses geradezu auf. Ob die vom Beschwerdegegner angerufene Praxis der Baurekurs­kommissionen (BEZ 2001 Nr. 40), wonach bei Grundrissen in Form eines mehr oder weni­ger lang gezogenen Rechtecks das Profil des SchrÃ¤gdachs unter Zugrundelegung der GebÃ¤u­delÃ¤ngsseite als Trauffassade zu bilden ist, dann gerechtfertigt ist, wenn keine solchen UmstÃ¤nde vorliegen, kann offen bleiben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Allerdings hat die Baurekurskommission Ã¼bersehen, dass die GebÃ¤udetiefe von 15,5 m dazu fÃ¼hrt, dass der Schnittpunkt der an der Ost- und der Westseite angelegten Profillinien Ã¼ber der gemÃ¤ss § 281 Abs. 1 lit. b PBG zulÃ¤ssigen HÃ¶he von 7 m liegt, was dazu fÃ¼hrt, dass die hofseitig anzulegende Profillinie einen geringeren Winkel als 45° aufweisen muss. Das verkleinert das fÃ¼r das Attikageschoss zur VerfÃ¼gung stehende Profil, so dass das Attikageschoss zur Hofseite hin (Osten) um rund einen Meter verkÃ¼rzt werden muss. Diesem Mangel kann gestÃ¼tzt auf § 321 Abs. 1 PBG mit einer Nebenbestimmung Rechnung getragen werden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. Die Baurekurskommission hat jedoch die Baubewilligung fÃ¼r die Erweiterung des Dachgeschosses vollstÃ¤ndig aufgehoben, weil das streitbetroffene GebÃ¤ude den erforderlichen Abstand zum NachbargebÃ¤ude verletze und die geplante Dachgeschosserweiterung eine weiter gehende Regelverletzung beinhalte, was gemÃ¤ss § 357 Abs. 1 PBG unzulÃ¤ssig bzw. nur aufgrund einer Ausnahmebewilligung zulÃ¤ssig sei.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Diese Auffassung ist in zweifacher Hinsicht falsch. ZunÃ¤chst wird der Grenz- und entsprechend auch der GebÃ¤udeabstand (§ 271 PBG) gemÃ¤ss § 22 Abs. 2 der Allgemeinen Bauverordnung vom 22. Juni 1977 (ABauV) rechtwinklig zu den Fassaden und radial Ã¼ber die GebÃ¤udeecken gemessen, in keiner Weise aber zum Dach. Daran Ã¤ndert sich auch dann nichts, wenn statt eines Dachgeschosses unter einem SchrÃ¤gdach ein Attikageschoss erstellt wird. Schon aus diesem Grund fÃ¼hrt der umstrittene Ausbau des Dachgeschosses nicht zu einer weiter gehenden Verletzung der durch die bestehenden Bauten nicht eingehaltenen Abstandsvorschriften. Sodann hat das Verwaltungsgericht sich in RB 2002 Nr. 81 = BEZ 2002 Nr. 20 mit der Frage der Aufstockung abstandswidriger Bauten eingehend aus­einander gesetzt, insbesondere auch mit der Auffassung der Baurekurskommissionen, wonach eine solche jedenfalls als unzulÃ¤ssige weiter gehende Abweichung einzustufen sei. Das Verwaltungsgericht hat diese Auffassung mit eingehender BegrÃ¼ndung verworfen, und der neue Entscheid der Baurekurskommission I bietet keine Veranlassung, diese Praxis in Frage zu stellen. Zwar bietet der Wortlaut der Bestimmung Raum fÃ¼r die eine oder die andere Auslegung, doch trÃ¤gt die Auffassung des Verwaltungsgerichts den Intentionen des Gesetzgebers besser Rechnung, der die Ãnderung vorschriftswidriger Bauten ausdrÃ¼cklich hat erleichtern wollen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Damit ist gemÃ¤ss § 357 Abs. 1 PBG zu prÃ¼fen, ob dem Bauvorhaben keine Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen oder nachbarlichen Interessen entgegenstehen. Die Baurekurs­kommission hat die einzig in Betracht fallenden entgegenstehenden privaten Interessen angesichts des Ausmasses ohne weiteres als Ã¼berwiegend eingestuft. Eine solche schematische Betrachtungsweise wird jedoch der gebotenen einzelfallbezogenen InteressenabwÃ¤gung nicht gerecht. Insbesondere hat sie ausser Acht gelassen, dass die an die weit hÃ¶here Brandmauer des angrenzenden GebÃ¤udes L-Strasse 2 angelehnte Dachgeschosserwei­terung nur eine unbedeutende BeeintrÃ¤chtigung der Besonnungs- und BelichtungsverhÃ¤ltnisse bewirkt, die sich durch die gebotene VerkÃ¼rzung des Anbaus noch verringert. FÃ¼r die Bewohner der tiefer liegenden Geschosse der Liegenschaft der Beschwerdegegner wird das umstrittene Bauvorhaben deshalb nur geringfÃ¼gige Auswirkungen haben. Hingegen entstehen fÃ¼r die Bewohner des 3. und 4. Obergeschosses insofern Nachteile, als sie nicht mehr nur auf die Dachterrasse und die dahinter liegende, mindestens 9,5 m entfernte Brand­mau­er, sondern auf den nur noch mindestens 5 m entfernten Anbau blicken und ihnen neu in relativ geringem Abstand die FensterÃ¶ffnungen bewohnter RÃ¤ume gegenÃ¼berliegen werden. Diese Nachteile werden allerdings dadurch abgeschwÃ¤cht, dass sich dort, wo der Abstand am geringsten ist, sich im Haus der Beschwerdegegner das Treppenhaus und SanitÃ¤rrÃ¤ume befinden. Die MÃ¶glichkeit, die angrenzende, bereits etwas weiter entfernte KÃ¼che auch als WohnkÃ¼che zu nutzen, wird durch den umstrittenen Ausbau ebenfalls nicht wesentlich beeintrÃ¤chtigt. Auf der anderen Seite machen die privaten BeschwerdefÃ¼hrer zu Recht geltend, dass das streitbetroffene GebÃ¤ude auch nach dem geplanten Ausbau immer noch weit geringere vertikale Ausmasse aufweisen wÃ¼rde als die angrenzenden Nachbarbauten. Die BaubehÃ¶rde konnte deshalb ohne Rechtsverletzung davon ausgehen, dass dem Bauvorhaben jedenfalls keine Ã¼berwiegenden nachbarlichen Interessen entgegenstehen. Anzumerken ist, dass unter dem Gesichtswinkel der Schonung der nachbarlichen Interessen die gebotene ProjektÃ¤nderung (E. 4) nicht zu geringeren AbstÃ¤nden zum NachbargebÃ¤ude fÃ¼hren darf, denn die Grenze der zulÃ¤ssigen BeeintrÃ¤chtigung nachbarlicher Interessen ist mit dem bisher geplanten Abstand zum NachbargebÃ¤ude bereits erreicht. Aus demselben Grund werden auch keine VorsprÃ¼nge im Sinne von § 292 Abs. 1 lit. b PBG zu bewilligen sein.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. Damit erweist sich die Beschwerde der Bauherrschaft als teilweise begrÃ¼ndet. Der Rekursentscheid ist aufzuheben und die Baubewilligung wieder herzustellen, jedoch mit der Nebenbestimmung zu verbinden, wonach der Dachgeschossanbau so zu verkÃ¼rzen ist, dass er innerhalb der gemÃ¤ss § 281 Abs. 1 lit. a und b PBG ost- und westseitig angelegten Profillinien Platz findet. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind gemÃ¤ss § 13 Abs. 2 VRG die Rekurskosten zu je 1/6 den Nachbarn unter solidarischer Haftung fÃ¼r 2/3 der Gesamtkosten und zu je 1/6 den Bauherren unter solidarischer Haftung fÃ¼r 1/3 der Gesamtkosten aufzuerlegen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind zu je 1/12 den solidarisch haftenden privaten BeschwerdefÃ¼hrern, zu 1/6 der Stadt ZÃ¼rich und zu je 1/6 den solidarisch haftenden Beschwer­degegnern aufzuerlegen. Da keine der privaten Parteien vollstÃ¤ndig obsiegt hat, sind keine ParteientschÃ¤digungen zuzusprechen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><a id="Text12"></a>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Beschwerdeverfahren VB.2003.00196 und VB.2003.00230 werden vereinigt;</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">und entscheidet:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1.<span> </span>Die Beschwerden der Bausektion der Stadt ZÃ¼rich und von B und C werden teilweise gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden der Rekursentscheid vom 24. April 2003 aufgehoben und die angefochtene Bewilligung der Bausektion der Stadt ZÃ¼rich vom 11. September 2002 wieder hergestellt, jedoch mit folgender Nebenbestimmung verbunden:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug1"> Der ostseitig des bestehenden Dachgeschosses projektierte, mit einem Flachdach versehene Anbau ist so zu verkÃ¼rzen, dass er innerhalb der gemÃ¤ss § 281 Abs. 1 lit. a und b PBG ost- und westseitig angelegten Profillinien Platz findet. </p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">2.<span> </span>Die Kosten des Rekursverfahrens werden zu je 1/6 den Nachbarn unter solidarischer Haftung fÃ¼r 2/3 der Gesamtkosten und zu je 1/6 den Bauherren unter solidarischer Haftung fÃ¼r 1/3 der Gesamtkosten auferlegt. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'090.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Die Gerichtskosten werden zu je 1/12 den privaten BeschwerdefÃ¼hrern (unter solidarischer Haftung fÃ¼r 1/6 des Gesamtbetrags), zu 1/6 der Stadt ZÃ¼rich und zu je 1/6 den Beschwerdegegnern (unter solidarischer Haftung fÃ¼r 2/3 des Gesamtbetrags) auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">5. Es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext">6. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>