A bteilung IV D -1407/2007 {T 0/2} U rteil vom 15. M ai 2007 M itw irkung: R ichter Zoller (Vorsitz), R ichter Bovier, R ichterin Spälti G iannakitsas G erichtsschreiberin Leisinger V._______, geboren_______, Bosnien, w ohnhaft_______, G esuchsteller betreffend G esuch um R evision des U rteils der Schw eizerischen A sylrekurskom m ission (A R K ) vom 19. Juni 2006 i.S. A syl und W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der G esuchsteller am 22. Februar 2007 beim Bundesverw altungsgericht um R evi- sion des U rteils der AR K vom 19. Juni 2006 ersuchte, und in form eller H insicht sinnge- m äss beantragte, es sei der Vollzug der W egw eisung für die D auer des R evisionsver- fahrens auszusetzen und die unentgeltliche R echtspflege zu gew ähren, dass der G esuchsteller zur Begründung des R evisionsgesuches im W esentlichen gel- tend m achte, er könne nunm ehr neue Bew eism ittel einreichen, w elche seine im ordentli- chen Verfahren als unglaubhaft erachteten Asylvorbringen unterm auern w ürden und er in diesem Zusam m enhang zw ei Internetartikel, veröffentlicht auf der Internetplattform "D ani", zu den Akten reichte, dass der G esuchsteller ausführte, m it dem Artikel "Persönlichkeiten im Fokus, Serif Pat- kovic" w ürden die im ordentlichen Asylverfahren als unglaubhaft erachteten Asylvorbrin- gen nunm ehr bestätigt, dass durch den im W eiteren eingereichten, ebenfalls auf genannter Internetplattform er- schienen Artikel vom 26. Januar 2007 die im m er noch aktuelle Them atik des D ienstes von arabischen Soldaten in der bosnischen Arm ee vor Kriegsgerichten belegt w erde, von denen er viele m it verschiedenen höheren M ilitärs photographiert habe, w eshalb er enorm exponiert und gefährdet sei, dass der G esuchsteller im W eiteren ausführte, sein aktueller G esundheitszustand habe sich verschlim m ert und diesbezüglich auf das Arztzeugnis vom 27. D ezem ber 2006 ver- w ies, w elches bereits im R ahm en eines W iedererw ägungsgesuches eingereicht w orden sei und sich bei den vorinstanzlichen Akten befinde, und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht für die Beurteilung von ab dem 1. Januar 2007 ge- stellten, gegen U rteile der AR K gerichteten R evisionsgesuchen zuständig ist und dabei das neue Verfahrensrecht anw endet (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32] sinngem äss), dass es in der Besetzung m it drei R ichtern oder R ichterinnen befindet (Art. 21 Abs. 1 VG G ), sofern das R evisionsgesuch nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters bezie- hungsw eise der Einzelrichterin fällt (vgl. Art. 23 VG G ; Art. 111 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]), dass m it dem ausserordentlichen R echtsm ittel der R evision die U nabänderlichkeit und M assgeblichkeit eines rechtskräftigen Beschw erdeentscheides angefochten w ird, im H inblick darauf, dass die R echtskraft beseitigt w ird und über die Sache neu entschieden w erden kann (vgl. FR ITZ G YG I, Bundesverw altungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 229 f.), dass der G esuchsteller als Beschw erdeführer im ordentlichen Beschw erdeverfahren vor der AR K und als Adressat des abw eisenden U rteils vom 19. Juni 2006 besonders be-3 rührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat, w eshalb er zur Einreichung eines G esuches um R evision des U rteils legitim iert ist (vgl. Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw al- tungsverfahrensgesetz [Vw VG , SR 172.021]) analog; vgl. U R SIN A BEER LI-BO N O R AN D , D ie ausserordentlichen R echtsm ittel des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 65 ff.), dass er sodann auch den einverlangten Kostenvorschuss innert angesetzter Frist in vol- lem U m fang geleistet hat, w eshalb das R evisionsgesuch den form ellen Anforderungen an dieses R echtsm ittel zu genügen verm ag (vgl. Art. 47 VG G i.V.m . Art. 67 Abs. 3 und Art. 52 Vw VG ), dass der zuständige Instruktionsrichter m it Verfügung vom 23. Februar 2007 im Sinne einer superprovisorischen M assnahm e den Vollzug der W egw eisung vorsorglich aus- setzte, dass nach Eingang der Akten m it Zw ischenverfügung vom 15. M ärz 2007 und unter Ver- w eis auf das nach sum m arischer Ü berprüfung als zum Vornherein aussichtslos zu beur- teilende R evisionsgesuch das sinngem ässe G esuch um Aussetzung des Vollzuges ab- gew iesen w urde, ebenso w ie das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echts- pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG und dem G esuchsteller Frist bis zum 30. M ärz 2007 zur Leistung eines Kostenvorschusses in H öhe von Fr. 1'200.-- gesetzt w urde (vgl. Art. 37 VG G i.V.m . Art. 63 Abs. 4 Vw VG ), verbunden m it der Androhung, bei ungenutz- tem Fristablauf w erde auf das R evisionsgesuch nicht eingetreten, dass der G esuchsteller m it Eingabe vom 27. M ärz 2007 (Telefaxeingabe) unter Verw eis auf seine aktuelle H ospitalisation um Fristverlängerung zur Leistung des einverlangten Kostenvorschusses ersuchte, dass m it Zw ischenverfügung vom 2. April 2007 festgestellt w urde, den vom G esuchstel- ler angeführten G esuchsgründen kom m e keine R elevanz im H inblick auf das als zum Vornherein aussichtslos beurteilte R evisionsverfahren zu, hingegen der aktuellen Situa- tion des G esuchstellers R echnung getragen w erde und die Frist zur Leistung eines Kos- tenvorschusses in H öhe von Fr. 1'200.-- unpräjudiziell und einm alig bis zum 16. April 2007 erstreckt w erde, dass der G esuchsteller m it undatiertem Schreiben (Eingang beim Bundesverw altungs- gericht am 11. April 2007) um Bew illigung der R atenzahlung ersuchte, dass der Kostenvorschuss am 16. April 2007 vollum fänglich geleistet w urde, dass für die R evision von Entscheiden des Bundesverw altungsgerichts die Artikel 121- 128 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BG G , SR 173.110) sinngem äss gelten (Art. 45 VG G ), dass sich das vorliegende R evisionsgesuch nicht gegen einen Entscheid des Bundes- verw altungsgerichts, sondern gegen einen solchen der AR K richtet, dass dahingestellt bleiben kann, ob die Artikel 121-128 BG G – trotz des W ortlauts von Art. 45 VG G – Anw endung finden oder aber die Artikel 66-68 Vw VG als gesetzliche G rundlage heranzuziehen sind, da diese Frage – w ie nachfolgend aufgezeigt – keinen Einfluss auf den Ausgang des vorliegenden Verfahrens hat, dass die Frage der Anw endbarkeit vorliegend näm lich w eder in Bezug auf die Fristw ah- rung noch im H inblick auf die m aterielle Begründetheit des R evisionsgesuchs von ent-4 scheidender Bedeutung ist, da es den R evisionsvorbringen bereits an der Erheblichkeit im revisionsrechtlichen Sinne m angelt, dass w esentlich für die revisionsrechtliche Erheblichkeit nicht die Frage ist, ob die ein- gereichten Bew eism ittel eine flüchtlingsrelevante G efährdung in einer den Anforderun- gen von Art. 3 AsylG genügenden W eise bew eiskräftig aufzuzeigen verm ögen sondern ob sie, sow eit im ordentlichen Verfahren bereits bekannt, zum indest geeignet gew esen w ären, zu einem anderen Entscheid zu führen (vgl. BG E 108 V 171 E.1), dass die Tätigkeit des G esuchstellers als Fotograf bei D iensteinsätzen im ordentlichen Verfahren von der Beschw erdeinstanz nicht in Zw eifel gezogen w urde sondern lediglich die von ihm geltend gem achten Bedrohungen zu einem späteren Zeitpunkt durch seinen ehem aligen Kom m andanten Serif Patkovic, dass der eingereichte Artikel, besagten Kom m andanten betreffend aber lediglich dazu geeignet ist, die nicht in Zw eifel gezogenen Vorbringen des G esuchstellers zu seiner Tätigkeit als Fotograf und Kam eram ann im D ienste der bosnischen Arm ee zu unterm au- ern, dass besagter Artikel hingegen in keinem Bezug zu den als unglaubhaft erachteten w ei- teren Vorbringen, nam entlich den angeblichen Bedrohungen ihm gegenüber steht und auch ansonsten nicht geeinget ist, die als unglaubhaft erachtete Asylbegründung in ei- nem anderen Licht erscheinen zu lassen, dass durch den eingereichten Artikel sodann sogar ein w eiterer W iderspruch auszum a- chen ist, näm lich der, als im Artikel ausgeführt w ird, Serif Patkovic sei auch unter dem N am en G eler bekannt gew esen, der G esuchsteller hingegen, der in der R evisionseinga- be darauf verw eist, die N am en Serif Petkovic und G eler in den Befragungen verschie- dentlich erw ähnt zu haben, diese N am en tatsächlich erw ähnte, jedoch Petkovic und G e- ler explizit als zw ei verschiedene Personen angegeben hat (vgl. Akte A 6, S. 2), dass der im W eiteren bisher ohne Ü bersetzung eingereichte, ebenfalls auf genannter In- ternetplattform erschiene Artikel vom 26. Januar 2007, in w elchem im G enerellen über den D ienst von arabischen Soldaten in der bosnischen Arm ee vor Kriegsgerichten be- richtet w erden soll, ebenfalls nicht geeignet ist, die Vorbringen des G esuchstellers im or- dentlichen Verfahren zu unterm auern, da sie in keinem konkreten Bezug zum G esuch- steller oder dessen Asylbegründung stehen, dass, sofern m it dem R evisionsgesuch generell darauf abgezielt w ird, eine andere als die von der Beschw erdeinstanz vorgenom m ene Beurteilung zu erw irken, es sich um in- haltliche Kritik am Beschw erdeurteil handelt, die der revisionsrechtlichen Beurteilung nicht unterliegt, dass die vom G esuchsteller geltend gem achte Verschlechterung seines G esundheitszu- standes keinen R evisionsgrund im Sinne der gesetzlichen R evisionsbestim m ungen dar- stellt, sondern allenfalls im R ahm en eines W iedererw ägungsgesuches beim BFM gel- tend gem acht w erden kann, dass der G esuchsteller von dieser M öglichkeit bereits G ebrauch gem acht hat und der G esundheitszustand und das bei den Akten befindliche ärztliche Zeugnis vom 27. D e- zem ber 2006 bereits G egenstand des am 19. Januar 2007 beim BFM eingereichten W iedererw ägungsgesuches bildeten, w elches der G esuchsteller am 1. Februar 2007 zu- rückgezogen hat,5 dass es sich aufgrund des im R evisionsverfahren eingereichten ärztlichen Zeugnisses vom 19. April 2007, laut w elchem der G esuchsteller sich seit dem 7. M ärz 2007 in statio- närer psychiatrischer Therapie in der Klinik W ._______ befindet, rechtfertigt, die Akten m it besagtem Zeugnis an das BFM zur allfälligen Anhandnahm e als W iedererw ä- gungsgesuch beziehungsw eise zur Ansetzung einer grosszügigen Ausreisefrist zu über- w eisen, dass das R evisionsgesuch aus diesen G ründen abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 1'200.-- dem G esuchsteller aufU rteil_2006_05_02zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2] und m it dem am 16. April bereits geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D as R evisionsgesuch w ird abgew iesen. 2. D ie Kosten des Verfahrens in H öhe von Fr. 1'200.-- w erden dem G esuchsteller auferlegt und m it dem am 16. April 2007 in gleicher H öhe geleisteten Kostenvor- schuss verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - den G esuchsteller (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten im Sinne der Erw ägungen (vgl. S. 5, erstes Lem m a; R ef.-N r. _______; in Kopie) - _______ D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M artin Zoller C onstance Leisinger Versand am :