Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. August 2018 (720 18 159 / 233) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung eines externen Verwaltungsgutachtens im Lichte der höchstrichterlichen Be- weisregel, wonach der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens wesentlich davon abhängt, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts bzw. vorliegend effektive Veränderung des Gesundheits- zustands – bezieht Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Roman Felix , Advokat , Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____, geboren 1961, meldete sich am 1. April 1 996 unter Hinweis auf ein Band- scheibenleiden bei der Eidgenössischen Invalidenver sicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerbliche n Verhältnisse sprach ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügungen vom 20 . Juni 1997 und vom 3. Juli 1997 mit Wir- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht kung ab dem 1. Februar 1996 eine ganze Invalidenrente zu. Nachdem der Hausarzt des Versi- cherten im Rahmen von Revisionsverfahren in den Jahren 1 999, 2005 und 2010 einen unver- änderten Gesundheitszustand angegeben hatte, teilte di e IV-Stelle dem Versicherten jeweils mit, dass er weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente habe. Im September 2015 leitete die IV- Stelle erneut ein Revisionsverfahren ein und klärte die gesundheitlichen und erwerblichen Ver- hältnisse von A.____ ab. Gestützt auf die Ergebnisse eine s von ihr eingeholten bidisziplinären Gutachtens ging die IV-Stelle davon aus, dass sich der Ge sundheitszustand seit der Rentenzu- sprache verbessert habe. Aufgrund eines ermittelten Inval iditätsgrads von 22 % stellte sie des- halb nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfü gung vom 4. April 2018 die ganze Rente per 31. Mai 2018 ein. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durc h Advokat Roman Felix, am 9. Mai 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozi alversicherungsrecht (Kantonsge- richt) mit den Begehren, es sei die angefochtene Verfü gung aufzuheben und es sei die Be- schwerdegegnerin zu verpflichten, ihm auch nach dem 31. M ai 2018 eine ganze Rente auszu- richten; eventualiter sei ein Gerichtsgutachten anzuordnen; alles unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Juni 2018 beantragt e die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die ei ngereichten Unterlagen wird in den Erwä- gungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. Strittig und zu prüfen ist, ob die Rentenaufhe- bung per 31. Mai 2018 gerechtfertigt ist. 2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). E rwerbsunfähigkeit ist der durch Be- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegl ichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu be rücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 2.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern könn en (lit. a), die während eines Jahres Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindeste ns 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindest ens 40 % invalid sind (lit. c). Bei ei- nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspru ch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Ren te, bei einem Invaliditätsgrad von min- destens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerde- fall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztli che und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des A rztes oder der Ärztin ist es, den Ge- sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehm en, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsun fähig ist. Im Weiteren sind die ärztli- chen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurtei lung der Frage, welche Arbeitsleistun- gen der versicherten Person noch zugemutet werden könn en (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinwei- sen). 3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezüge rin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entspre- chend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen V erhältnissen, die geeignet ist, den Invali- ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustande s, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustan- des erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mi t Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich geb liebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen a uf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts vom 11. Mai 2009, 9C_261/2009, E. 1.2 und vom 28. August 2003, I 212/03, E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschie dliche Beurteilung der Auswirkungen ei- nes im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheit szustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. 3.2 Wird die Frage nach einer anspruchsrelevanten Verä nderung des Sachverhalts im Sinne einer revisionsbegründenden erheblichen Gesundheit sveränderung bejaht, ist der Invali- ditätsgrad auf der Grundlage eines richtig und vollstän dig festgestellten Sachverhalts neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu erm itteln (BGE 141 V 9 mit weiteren Hin- weisen). 3.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte rechtskräftige Ver fügung, welche auf einer materiellen Prü- fung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts abklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruhte (BGE 133 V 108; vgl. auc h BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2010, 9C_438/2009, E. 1 mit Hinweisen). Vorliegend erfolgte letztmals mit der Rentenzusprache im Jahr 1997 eine mate rielle Prüfung des Anspruchs. Zu Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht prüfen ist daher, ob sich die konkreten Verhältnisse seit 1997 bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 4. April 2018 wesentlich verändert haben. 4.1 Zum Zeitpunkt der Rentenzusprache im Jahre 1997 la gen die folgenden medizinischen Berichte vor: 4.2 Dr. med. B.____, Arzt für allgemeine Medizin FMH, und Hausarzt des Beschwerdefüh- rers, diagnostizierte im Bericht vom 22. Mai 1996 ein D iskusbulging auf Höhe L3/L4, weniger L4/L5 mit linksseitigen radikulären Schmerzen. Seit dem 13. Februar 1995 gebe der Patient chronische lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das li nke Bein, teilweise auch mit Ausstrahlung in das rechte Bein an. Zudem werde ein Hu sten- und Niesschmerz angegeben. Seit dem 8. Mai 1995 bis auf weiteres bestehe eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf. Zu einer allfälligen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit musste sich Dr. B.____ aufgrund des damaligen Formulars nicht äussern. 4.3 Dr. med. C.____, Spezialarzt FMH für orthopädische Chirurgie, stellte in seinem ortho- pädischen Gutachten vom 27. September 1996 die Diagno sen eines chronischen lumboverteb- ralen und lumbospondylogenen Syndroms mit Schmerzausstrahl ung zur Zeit wieder in beide Beine bei degenerativen Veränderungen der unteren L WS (Chondrose mit beginnender Osteo- chondrose und leichter dorsaler Diskusprotrusion L4/5 sow ie Chondrose L3/4 mit breitbasiger zirkulärer Diskusprotrusion), zur Zeit ohne sichere radikulär e Symptome sowie einer depressi- ven Stimmungslage. Im Rahmen der Beurteilung der Arbe itsfähigkeit im bisherigen Aufgaben- bereich hielt Dr. C.____ fest, dass die mehrfachen und sorgfältigen Untersuchungen von rheu- matologischer, neurologischer und neurochirurgischer Seite keine sicheren neurologischen Ausfälle ergeben hätten, allenfalls die Möglichkeit ei ner Wurzelirritation. Deshalb sei keine ope- rative Indikation gestellt worden. Trotz des eindrücklichen und weitgehend auch überzeugenden Schmerzverhaltens des Versicherten sei bereits von den Ärzt en des Spitals D.____ festgehal- ten worden, dass die angegeben Beschwerden nur teilwei se mit den Befunden korrelieren wür- den, weshalb von einer starken psychogenen Überlagerung ausgegangen worden sei. Den Ärz- ten der Klinik E.____ sei ebenfalls aufgefallen, dass d er klinische Hauptbefund auf der linken Seite, der myelographische Befund hingegen auf der re chten Seite gelegen sei. Auch die heuti- ge Untersuchung habe den Eindruck einer Diskrepanz zwischen den unbestreitbar vorhande- nen, aber nicht gravierenden Veränderungen einerseits und den angegebenen massiven Schmerzen andererseits ergeben. Die sicher vorhandene sozi o-kulturelle Problematik lasse jedenfalls die Möglichkeit einer zusätzlichen psychosomatisc hen Entwicklung im Sinne einer somatoformen Schmerzstörung offen. Der Explorand sei in seinem gegenwärtigen Zustand als Maurer sicher nicht arbeitsfähig. Es sei auch nicht gut vorstellbar, dass er in irgendeinem ande- ren Beruf eingegliedert werden könne, da ihm weder l ängeres Stehen noch Sitzen noch Gehen möglich sei. Bevor jedoch jeder Versuch einer Umschulung aufgegeben werde, sei der Explo- rand einer psychiatrischen Beurteilung zu unterziehen, dam it allfällige therapeutische Möglich- keiten von dieser Seite her abgeklärt werden könnten. In Bezug auf allfällige Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit äusserte sich Dr. C._ ___ dahingehend, dass auf somati- schem Gebiet bisher mehrfach intensive Behandlungen durch geführt worden seien, ohne dass eine bleibende oder wesentliche Besserung habe erzielt werden können. Weitere somatische Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bemühungen würden kaum in der Lage sein, den gegenwä rtigen Zustand massgeblich zu ver- bessern. Berufliche Massnahmen seien heute nicht angezeigt. 4.4 In der Folge liess die Beschwerdegegnerin den Besch werdeführer auch psychiatrisch begutachten. Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie/Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Gut- achten vom 3. Januar 1997 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.5), eine Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion, gem ischt (ICD-10 F43.22), akzentu- ierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) sowie ein chro nisches lumbovertebrales und lumbo- spondylogenes Syndrom mit Schmerzausstrahlung zur Zeit wieder in beide Beine bei degenera- tiven Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule. U nter den Angaben zum Psychostatus hielt Dr. F.____ fest, dass der Explorand während den Gesprächen bewusstseinsklar, allseits orientiert, im Denken geordnet, aufmerksam und konzentr iert gewesen sei. Die Affektivitätsstö- rung habe durch seine Klagsam- und Jammrigkeit imponier t. Schmerz, Kummer und Ängstlich- keit seien vom Exploranden ausdrucksstark mit Worten, Mim ik und Gestik vorgetragen worden. Hinzu komme die ausgeprägte depressive Symptomatik. Er sei deprimiert, traurig, hoffnungslos, verzweifelt und in seinen Vitalgefühlen stark eingeschränkt gewesen. Er habe kaum ruhig sitzen können, sei immer wieder unter Stöhnen und Seufzen auf gestanden und habe versucht, her- umzugehen, was ihm abermals Schmerzen bereitet habe, d ie er wiederum deutlich zum Aus- druck gegeben habe. Die seit Beginn der Erkrankung besteh ende Diskrepanz zwischen den somatischen Befunden und dem Ausmass der geschilderten Schm erzen und der physischen Behinderung sei durch die Aggravation mit der somatoformen Schmerzstörung erklärbar. Schon zu Beginn der Abklärungen sei die Diskrepanz zwischen dem somatischen Beschwerdebild und der diagnostischen Beurteilung aufgefallen. Während d er ersten Hospitalisation sei eine psy- chogene Überlagerung diagnostiziert worden. Aufgrund d es Verlaufs gehe er davon aus, dass beim Exploranden zusätzlich akzentuierte Persönlichkeitszüge im Sinne von histrionischen Per- sönlichkeitszügen vorliegen würden, ohne dass das Vollbi ld einer histrionischen Persönlich- keitsstörung beschrieben werden könne. Diese Persönlichkeitszü ge würden bei der Verarbei- tung der Rückenschmerzen deutlich zum Ausdruck kommen, inde m der Explorand in einem theatralischen Ausmass seine Schmerzen darstelle und mit entsprechenden Äusserungen auch mitteile. Die zur Zeit der Untersuchung deutlichen de pressiven Symptome seien als Anpas- sungsstörung mit einer länger dauernden depressiven Reaktion zu verstehen. Erschwerend und prognostisch ungünstig sei die Tatsache zu werten, dass d er Explorand alleine lebe und von seiner Familie getrennt sei. Er leide stark unter diese r Einsamkeit und dem sozialen Rückzug. Die Schmerzsymptomatik habe sich trotz intensiver somatischer Bemühungen kaum gebessert. Allenfalls könne eine antidepressive Therapie zu einer Sch merzverminderung beitragen, wobei diese wenig erfolgversprechend sei. Der Explorand könne k einen Zusammenhang zwischen einer somatischen Symptomatologie und seiner Persönlichke it herstellen. Eine Psychotherapie sei daher nicht erfolgversprechend. Die psychische Behinde rung des Exploranden sei derart, dass er nicht arbeitsfähig sei und mit einer Verbesserun g der Arbeitsfähigkeit könne kaum ge- rechnet werden. Weitere medizinische Massnahmen seien we nig erfolgversprechend und eine berufliche Wiedereingliederung dränge sich nicht auf, da er ja nicht in der Lage sei, längere Zeit zu Sitzen oder zu Stehen. In Bezug auf die Arbeitsfäh igkeit stellte Dr. F.____ fest, dass der Ex- plorand durch seine psychische und physische Behinderung der art eingeschränkt sei, dass er Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht arbeitsfähig sei. Eine Verbesserung der Arbeits fähigkeit durch medizinische Massnahmen sei seines Erachtens nicht möglich. Berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt. 4.5 In der Folge erliess die Beschwerdegegnerin die R entenverfügungen vom 20. Juni 1997 bzw. vom 3. Juli 1997 und nannte als Grund für die Rente eine langandauernde Krankheit, die sie nicht näher spezifizierte. Aus den vorstehend ziti erten ärztlichen Unterlagen und dem Ablauf der Sachverhaltsermittlung ergibt sich aber, dass gestützt auf die Begutachtung durch Dr. F.____ eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt, sowie ein chronisches lumbove rtebrales und lumbospondyloge- nes Syndrom zur Berentung führten. Dr. F.____ hielt fest, dass die psychische Behinderung des Beschwerdeführers derart sei, dass dieser nicht arbeitsf ähig sei. Eine Verbesserung der Ar- beitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen sei seines Era chtens nicht möglich. Auch wenn festzustellen ist, dass sich Dr. F.____ nicht sehr differe nziert mit der Frage auseinander setzte, inwiefern die angestammte Tätigkeit und eine allfäl lige Verweistätigkeit durch das psychiatri- sche Krankheitsbild eingeschränkt werden, geht dennoch kla r daraus hervor, dass aus primär psychischen Gründen eine Berentung erfolgte. Auch Dr. C. ____ wies sowohl in der Diagnose- liste als auch in der Beurteilung auf ein psychiatrisches K rankheitsbild, insbesondere eine de- pressive Stimmungslage und eine starke psychogene Überlager ung, hin. In Bezug auf die Ar- beitsfähigkeit des Beschwerdeführers nahm Dr. C.____ lediglich Stellung betreffend die Arbeits- fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Maurer. Im Zusammenhang mit der Eingliederung des Beschwerdeführers führte er aus, dass diese nicht gut vorstellbar sei, da dem Versicherten weder längeres Stehen noch Sitzen noch Gehen möglich sei. Bevor jedoch jeder Versuch einer Umschulung aufgegeben werde, müsse der Versicherte einer psychiatrischen Beurteilung un- terzogen werden, damit allfällige therapeutische Mögl ichkeiten abgeklärt werden könnten. Da- mit machte er eine abschliessende Beurteilung der Frage nach der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von einer psychiatrischen Begutachtung abhängig. Entgegen der Auffassung des Beschwerde- führers attestierte er damals nicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten. 5. Anlässlich des im Jahr 1999 durchgeführten Revisionsver fahrens gab Dr. B.____ mit Arztbericht vom 10. Februar 1999 an, dass keine Besserung der Beschwerden eingetreten sei. Der Patient klage über unveränderte Schmerzen. Er sei akt uell und (wahrscheinlich) auch zu- künftig zu 100 % arbeitsunfähig. Es bestünden chronische , therapieresistente lumbale Rücken- schmerzen bei Mehretagen-Diskopathie (im CT: L3/L4, L4/L5, L5/S1) sowie eine leichte arteriel- le Hypertonie. Der Patient gebe dauernde lumbale Rücke nschmerzen an, die durch längeres Sitzen, Stehen oder Gehen noch verstärkt würden und die in beide Beine ausstrahlen würden. Zudem werde ein Husten- und Niesschmerz angegeben. Die Beschwerden seien seit Beginn der Rückenschmerzen unverändert, es sei keinerlei Besserung auf bisherige Therapien einge- treten. Bei sehr starken Schmerzen könne mit Brufen ei ne kurzfristige Besserung erreicht wer- den. Anlässlich des im Jahr 2010 eingeleiteten Revisionsver fahrens bestätigte Dr. B.____ die bekannte somatische Diagnose und attestierte einen glei chgebliebenen Gesundheitszustand. Es bestünden keine geistigen oder psychischen Einschränkung en. In körperlicher Hinsicht sei- en keine schweren körperlichen Tätigkeiten möglich, kein längeres Stehen, Sitzen und Gehen. Wahrscheinlich sei keine Tätigkeit mehr möglich (Bericht vom 25. Juli 2010). Dr. med. G.____, Regionaler ärztlicher Dienst beider Basel, hielt in sei ner Stellungnahme vom 3. August 2010 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht fest, dass die Revisionen auf der Basis der Arztberichte von Dr. B.____ abgeschlossen worden seien, der vor allem aus somatischer Sicht weiterhin ein e volle Arbeitsunfähigkeit attestiert ha- be. Die von Dr. B.____ weiterhin attestierte volle A rbeitsunfähigkeit schliesse deshalb eine ren- tenrelevante Verbesserung mit Sicherheit aus. Ein Verlaufsgutachten sei nicht nötig (IV-act 13). In der Folge schloss die Beschwerdegegnerin auch dieses Re visionsverfahren mit Mitteilung vom 4. August 2010 ab und hielt fest, dass keine Änderung habe festgestellt werden können. 6.1 Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenau fhebenden Verfügung vom 4. April 2018 lagen die nachfolgenden medizinischen Berichte vor: 6.2 Dr. B.____ hielt im Arztbericht vom 6. Oktober 2015 erneut chronische, therapieresis- tente lumbale Rückenschmerzen bei Mehretagen-Diskopathie fest. Der Patient beklage weiter- hin in den letzten Jahren zunehmende, lumbale Rückenschmer zen mit Ausstrahlung in das rechte, teilweise neu auch in das linke Bein. Schmerze n würden sowohl im Stehen, Gehen und auch im Liegen auftreten. Bei längerem Gehen verspür e er zusätzlich stechende Schmerzen in beiden Fersen und in der Nacht ein Hitzegefühl in be iden Füssen. In der angestammten Tätig- keit bestehe eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit. Gegen wärtig werde Physiotherapie durchge- führt. Geistig und psychisch bestünden keine Einschränkung en. In körperlicher Hinsicht sei der Patient nicht belastbar. Wahrscheinlich sei keine Tätigk eit mehr möglich. Jegliche Körperpositi- on könne der Patient nur kurzzeitig einnehmen, ausfüh rlicher könne er dies aber nicht beurtei- len. Konzentrationsvermögen, Auffassungsvermögen und A npassungsfähigkeit seien nicht ein- geschränkt. Unklar sei die Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit (IV-act 21). 6.3 Dr. med. H.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, RA D, hielt in seiner Stellungnahme vom 11. März 2016 (IV-act. 23) fest, dass die Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit derzeit unklar seien. Aus den aktuellen Berichten könne mit überwiegender Wahrschein- lichkeit eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands, der in der Vergangenheit auch für behinderungsangepasste Tätigkeiten eine vollst ändige Arbeitsunfähigkeit begründet habe, angenommen werden. Zur Abklärung sei ein bidiszi plinäres Gutachten in Auftrag zu ge- ben. 6.4 In der Folge beauftragte die Beschwerdegegnerin D r. med. I.____, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, und Dr. med. J.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit der rheu- matologisch-psychiatrischen Verlaufsbegutachtung des Beschwerdeführers. Mit Gutachten vom 23. Juli 2017 diagnostizierten die beiden Gutachter mi t Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches therapieresistentes thoracolumbospondylog enes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5) mit Osteochondrose L4/L5 sowie beginnend L5/S1 und L3/L4, mit Spondylarthrosen bilateral L4/L5 und L5/S1, mit einer Wirbelsäulenfeh lform und Fehlhaltung sowie muskulärer Dysbalance betont thoracolumbal rechts, aktuell keinen Hin weisen auf ein lumboradikuläres Reizsyndrom, sowie eine chronische Schmerzproblematik mit S chmerzfehlverarbeitung und Selbstlimitierung. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien nicht weiter einzuordnende belastungsabhängige Fussschmerzen beidseits, eine asymptom atische Hyperurikämie, der Verdacht auf eine Osteopenie, eine arterielle Hyperto nie, eine Hyperlipidämie, eine unspezifi- sche Schmerzfehlentwicklung (ICD-10 F68.0), akzentuierte Persönlichkeitszüge möglich (ICD- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10 /73.1) und ein Status nach Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) zu diagnostizieren. In der Beurteilung hielten die Gutachter fest, dass es darum g ehe, eine Verlaufsbegutachtung durch- zuführen, nachdem dem Exploranden seit 1996 eine volle Invalidenrente ausgerichtet werde, primär aufgrund einer Rückenschmerzproblematik und wo schliesslich auch aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit angenommen worden sei. Zwischenzeitlich sei der Explorand in hausärztlicher Betreuung gestanden, eine psychiatrische oder psychologische Therapie sei nie durchgeführt worden. Der Explorand gebe an, dass si ch sein Zustand subjektiv eher ver- schlechtert habe. Aus somatischer Sicht imponiere ein chronisches therapieresis tentes thoracolumbospondylo- genes Schmerzsyndrom, wodurch sich eine gewisse Beeinträcht igung erklären lasse, doch zeigten sich deutliche Hinweise auf eine chronische Schmer zproblematik mit möglicher Schmerzfehlverarbeitung und Selbstlimitierung. Der Sc hweregrad des Leidens müsse als eher gering eingestuft werden. Der Explorand habe sich an d en aktuellen Zustand gewöhnt und ver- halte sich insgesamt passiv. Es würden deutliche Inkonsistenzen und Diskrepanzen vorliegen. Aus psychiatrischer Sicht könne die in der Vergangenheit gestellte Diagnose einer somatofor- men Schmerzstörung nicht bestätigt werden. Hinweise auf eine affektive Störung hätten sich nicht gefunden. Diesbezüglich sei eine Remission eingetre ten. Weitere psychiatrische Störun- gen mit Behinderungswert hätten nicht gefunden werden können. Daher lasse sich insgesamt eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht meh r begründen, dies auch in Übereinstim- mung mit den subjektiven Angaben des Exploranden. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutach ter fest, dass dem Exploranden aus somati- scher Sicht körperlich belastende Tätigkeiten auch weiterh in in vollem Umfang nicht mehr zu- mutbar seien. Theoretisch seien ihm leichte körperlich adaptierte Tätigkeiten mit einer gewissen Verlangsamung, das heisst im Rahmen einer 20 %-igen Le istungseinbusse, möglich. Aus psy- chiatrischer Sicht könne keine Einschränkung der Arbeitsfäh igkeit begründet werden. Aus ge- samtmedizinischer Sicht sei dem Exploranden deshalb ab Jul i 2016 eine körperlich adaptierte Tätigkeit mit höchstens 20 %-iger Leistungseinschränkung zumutbar. 6.5 Dr. H.____ äusserte sich in seiner Stellungnahme vom 27. Juli 2017 (IV-act. 31) dahin gehend, dass das Gutachten von Dr. I.____ und Dr. J.__ __ die Anforderungen der höchstrich- terlichen Rechtsprechung erfülle. Gestützt darauf eracht ete Dr. H.____ eine Besserung des psychischen Gesundheitsschadens als erstellt und ging davon aus, dass bei der bisherigen Tätigkeit aufgrund des somatischen Gesundheitsschadens we iterhin eine 100 %-ige Arbeitsun- fähigkeit vorliege. Für behinderungsangepasste Tätigkei ten (leichte sowie wechselbelastende mittelschwer körperlich belastende Tätigkeiten) könne ein e 80 %-ige Arbeitsfähigkeit ange- nommen werden. Anlässlich der Einwände des Beschwerdefüh rers im Rahmen des Vorbe- scheidverfahrens hielt Dr. H.____ am 5. Mai 2017 (IV-act . 51) fest, dass keine medizinische Auseinandersetzung mit dem Gutachten stattgefunden habe . Eine Übereinstimmung in der Be- urteilung durch Dr. B.____ und Dr. I.____ könne bezüglich des Wirbelsäulenschadens gefunden werden. Dieser somatische Gesundheitsschaden wirke sich auf die bisherige Tätigkeit insofern aus, als diese weiterhin als nicht mehr zumutbar erachtet werde. Für die Beurteilung der Ar- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht beitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigk eit sei der psychische Gesundheits- schaden entscheidend. Dieser habe sich gemäss den ausführlich en gutachterlichen Ausführun- gen gebessert bzw. sei nicht mehr nachweisbar. Da im Ra hmen des Einwandes hierzu nicht Stellung genommen worden sei, sei anzunehmen, dass die gutachterliche Beurteilung nicht angezweifelt werde. Eine psychiatrische Therapie erfolge nicht. Daher sei an der bisherigen Beurteilung festzuhalten. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Annahme einer Verbesserung des Gesundheits- zustandes auf das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten vo n Dr. I.____ und Dr. J.____ vom 23. Juli 2016. Der Beschwerdeführer vertritt die Au ffassung, dass das Gutachten den be- weisrechtlichen Anforderungen an ein Revisionsgutachten nicht gerecht werde und sich sein Gesundheitszustand nicht wesentlich verändert habe. 7.2 Grundsätzlich ist hinsichtlich des Beweiswertes eines ä rztlichen Berichtes entschei- dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfa ssend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinische n Zusammenhänge und in der Beur- teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Der Beweiswert eines zwecks Renten- revision erstellten Gutachtens hängt zudem wesentlich da von ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverha lts – bezieht. Mit anderen Worten mangelt es einer für sich allein betrachtet vollständige n, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erst malige Beurteilung der Rentenberechti- gung beweisend wäre, in der Regel am rechtlich erford erlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nich t hinreichend darüber ausspricht, in- wiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustan des stattgefunden hat (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 2016, 9C_699/2015, E. 4 mit Hinweis auf Urteil vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2). 7.3.1 Das Gutachten von Dr. I.____ und Dr. J.____ berü cksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise, wurde in Kenntnis der Vorakten und nach der Vornahme einer fachspezifischen klinischen Untersuchung erstattet. 7.3.2 Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung hält Dr . J.____ fest, dass das Bewusst- sein des Beschwerdeführers klar und die Orientierung all seits erhalten gewesen sei und sich keine Störung der kognitiven Funktionen gezeigt habe. Der Gedankengang sei formal unauffäl- lig gewesen. Es hätten sich keine Hinweise auf Zwänge, Wahn und psychotische Phänomene gefunden. Der Affekt sei euthym und freundlich gewesen . Der Beschwerdeführer habe angege- ben, dass er sich nicht übermässig verstimmt, gereizt oder aggressiv fühle, diffuse Ängste habe er keine. Die affektive Modulation sei erhalten gewesen, ebenfalls die gestische und mimische Mitbeteiligung. Psychomotorisch sei der Beschwerdeführer unauffällig gewesen. In Anbetracht dieses Befundes erscheint die Beurteilung von Dr. J.____, dass der Beschwerdeführer in keiner Weise depressiv imponiere und die Diagnose einer Anpass ungsstörung nicht mehr gestellt werden könne und diesbezüglich eine Remission angenommen werden müsse, als nachvoll- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ziehbar. Seine Schlussfolgerung, dass von einer deutlich en Besserung des psychischen Ge- sundheitszustands auszugehen sei, da sich im Vergleich zur U ntersuchung bei Dr. F.____ kei- ne Hinweise mehr auf eine affektive Störung finden la ssen würden (S. 14), ist begründet und plausibel. Sie stimmt zudem mit der Feststellung des lang jährigen Hausarztes Dr. B.____ über- ein, wonach geistig und psychisch keine Einschränkungen bestü nden und sie steht ausserdem auch im Einklang mit der Tatsache, dass der Beschwerdefüh rer seit Jahren keine psychiatri- sche Behandlung in Anspruch nimmt. Dem Einwand des Be schwerdeführers, Dr. J.____ setze sich nicht mit dem Beweisthema der Revision auseinander, ka nn damit nicht zugestimmt wer- den. Dr. J.____ legt weiter dar, dass er die Diagnose der som atoformen Schmerzstörung rückwir- kend nicht bestätigen könne. Dem Exploranden sei 1996 aus nicht ganz klaren Gründen eine volle Rente zugesprochen worden. Er setzt damit ein Fr agezeichen hinter die damalige Vorge- hensweise, wofür ihm ein gewisses Verständnis entgegenzubringen ist, denn dem Beschwerde- führer wurde aus psychischen Gründen eine ganze Rente zuge sprochen, obwohl nie eine psy- chiatrische Behandlung stattgefunden hatte. Die Bemerku ng von Dr. J.____ spielt für das vor- liegende Revisionsverfahren aber keine ausschlaggebende Rolle. Denn wie bereits in Erwä- gung 3.2 hiervor dargelegt, genügt die ausgewiesene V erbesserung im affektiven Bereich, der damals unter anderem Grund für die Rentenzusprache wa r, als Grundvoraussetzung für die Rentenrevision im Sinne von Art. 17 ATSG. Damit können die Anspruchsvoraussetzungen ohne Bindung an frühere Beurteilungen geprüft werden. Da rauf weist die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung zu Recht hin. Eine Neubeurteilung der S chmerzstörung durch Dr. J.____ ist damit zulässig und kann losgelöst von der Einschätzung von Dr. F.____ vorgenommen werden, das heisst, diesbezüglich ist keine Besserung nachzuweisen. Dr. J.____ legt auf S. 14 dar, weshalb er die Diagnose der somatoformen Schmerzstörung heute nicht mehr bestätigen kann. Darauf ist an dieser Stelle zu verweisen. Insgesamt sind damit die Einwände des Beschwerde- führers gegen die aus psychiatrischer Sicht erfolgten gu tachterlichen Einschätzungen nicht stichhaltig. 7.3.3 Auch Dr. I.____ setzt sich mit den vorhandenen B erichten auseinander und legt mehr- fach dar, dass seit Jahren in etwa die gleichen Befunde beschrieben würden (S. 8). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit zieht er den Vergleich zur E inschätzung von Dr. C.____ und führt auf S. 10 aus, dass schwere körperlich belastende Tätigkeiten weiterhin nicht mehr zumutbar seien. In Bezug auf leidensangepasste Tätigkeiten formuliert Dr. I.____ ein Leistungsprofil, ohne dabei einen Vergleich zur Beurteilung von Dr. C.____ zu ziehe n. Dieser Umstand kann Dr. I.____ aber nicht zum Vorwurf gereicht werden und schmälert de n Beweiswert seines Teilgutachtens nicht, da sich Dr. C.____ diesbezüglich nicht äusserte und die Beurteilung der zumutbaren Tä- tigkeit – wie bereits in Erwägung 4.5 hiervor dargeleg t – von der Einschätzung eines psychiatri- schen Facharztes abhängig machte. Dr. C.____ stellte sein e Beurteilung, dem Beschwerdefüh- rer sei weder längeres Stehen, Sitzen oder Gehen mögli ch, einzig in den Kontext der berufli- chen Eingliederung (S. 8). Davon unabhängig darf ein e Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. I.____ erfolgen, da die Verbesserung im psychisch en Bereich und damit ein Revisi- onsgrund ausgewiesen sind. Damit vermag der Beschwerdeführer mit seiner Rüge, unabhängig Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht von einer Veränderung des psychischen Gesundheitszustands sei eine Revision nicht zulässig, da der somatische Gesundheitszustand gleichgeblieben sei, nicht durchzudringen. 8. Die eingebrachten Einwände des Beschwerdeführers vermö gen nach dem Gesagten ein Abweichen vom rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten von Dr. I.____ und Dr. J.____ vom 23. Juli 2016 nicht zu rechtfertigen. Dieses erfüllt die praxisgemässen Kriterien vollumfänglich, so dass darauf abzustellen ist. Der Revisionssachverhalt erweist sich als rechtsgenüglich abge- klärt, weshalb auf weitere medizinische Abklärungen und d amit insbesondere auf die eventuali- ter beantragte Einholung eines Gerichtsgutachtens verzich tet werden kann. Nach dem Gesag- ten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden B eweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der für die Rentenzu sprache entscheidende psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 1997 wesentli ch verbessert hat. Damit ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die Revision svoraussetzung der wesentli- chen Verbesserung des Gesundheitszustands nach Art. 17 ATSG erfüllt ist. 9.1 Gestützt auf dieses Zwischenergebnis ist in einem nächs ten Schritt zu prüfen, wie sich die geschilderte Entwicklung auf den Rentenanspruch des Be schwerdeführers auswirkt. Zur Beantwortung dieser Frage sind die Anspruchsberechtigun g und allenfalls der Umfang des An- spruchs pro futuro zu prüfen. Es gilt mit anderen Worten , auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts den Invaliditäts grad bei Erlass der streitigen Revisions- verfügung zu ermitteln (Urteile des Bundesgerichts vom 3. April 2017, 9C_766/2016, E. 1.2, und vom 29. Juni 2015, 9C_173/2015, E. 2.2, je mit Hinweisen). 9.2 Ausgangspunkt der Beurteilung des (heutigen) Ren tenanspruchs bildet die Frage, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Wie bereits in Erwägung 6.4 hiervo r ausgeführt, hält das bidisziplinäre Gut- achten von Dr. I.____ und Dr. J.____ diesbezüglich fes t, dass aus gesamtmedizinischer Sicht von einer 20 %-igen Arbeitsunfähigkeit für leichte körp erlich adaptierte Tätigkeiten auszugehen sei. Da diesem Gutachten voller Beweiswert zukommt, ist bezüglich der aktuellen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers darauf abzustellen. 9.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der Verfügung vom 4 . April 2018 einen Einkommens- vergleich vorgenommen und dabei einen IV-Grad von 22 % ermittelt. Das von der Beschwerde- gegnerin anhand lohnstatistischer Angaben berechnete Va liden- und Invalideneinkommen wur- de vom Beschwerdeführer nicht beanstandet. Nachdem sich au s den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes w egen durch das Gericht eine andere Einschätzung vorzunehmen wäre, erübrigt sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit den ermittelten Vergleichseinkommen sowie der Berechnung des IV-Grads. Es kann diesbezüg- lich vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der ange- fochtenen Verfügung verwiesen werden. Damit ist als we iteres Zwischenergebnis festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü gung zutreffend festgestellte, dass der Beschwerdeführer aktuell keinen Anspruch mehr auf eine Invalidenrente habe. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.1 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz all gemein der Grundsatz, dass die invali- de Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumu tbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vor- kehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 28 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Laut ständiger Rechtsprechung i st im Regelfall eine medizinisch attes- tierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug und/oder auf Grund des fortgeschrittenen Alters der versicherten Person können jedoch ausnahmsweise Erfor dernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigke it und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versi cherten Person nicht möglich ist (Ur- teil des Bundesgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2 011, E. 6.1 mit Hinweis auf Urteil vom 10. September 2010, 9C_163/2009, E. 4.1 und 4.2. 2). Die Verwaltung muss sich vor der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente verg ewissern, ob sich ein medizinisch- theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tiefe- ren Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür – aus nahmsweise – im Einzelfall eine erwerbs- bezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinne vorausgesetzt ist (Ur teil des Bundesgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis a uf Urteil vom 10. September 2010, 9C_768/2009, E. 4.1.2). 10.2 Im Urteil vom 26. April 2011, 9C_228/2010, hat das Bundesgericht sodann festgehal- ten, dass aus Gründen der Rechtssicherheit diejenigen Fä lle, in welchen der Ausnahmetatbe- stand der Notwendigkeit (vorgängiger) befähigender ber uflicher Massnahmen trotz wiederge- wonnener Arbeitsfähigkeit als erfüllt zu betrachten i st, vom Regelfall deren sofortiger erwerbli- cher Verwertbarkeit abzugrenzen sind. Es hat deshalb d ie vorstehend geschilderte Rechtspre- chung dahingehend präzisiert, dass sie grundsätzlich auf Sa chverhalte zu beschränken ist, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invaliden- rente eine versicherte Person betrifft, die das 55. Alt ersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.3). Die Übernahme dieser beiden Abgrenzungskriterien bedeutet nun allerdings nicht, da ss die darunter fallenden Rentnerinnen und Rentner im revisions- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) bzw. geg ebenenfalls wiedererwägungsrechtli- chen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext einen Besitzstandsansp ruch geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zugestanden, dass – von Ausnahmen a bgesehen – aufgrund des fortge- schrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.5). 10.3 Der Beschwerdeführer bezog mehr als 15 Jahre lang eine Invalidenrente und zählt somit unstreitig zum Personenkreis, auf den die vorstehend wiedergegebene Rechtsprechung Anwendung findet. In Kenntnis dieses Umstandes hat ihm d ie Beschwerdegegnerin im laufen- den Revisionsverfahren denn auch berufliche Eingliederu ngsmassnahmen angeboten. Nach- dem sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt gestel lt hatte, dass er aus gesundheitli- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Gründen an keinen Massnahmen teilnehmen könne, forderte ihn die Beschwerdegegnerin in Anwendung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens auf, sei nen Entscheid zu überdenken (Schreiben vom 3. November 2016, iv-act. 36f.). In der F olge liess sich der Beschwerdeführer nicht mehr vernehmen. Das vom ihm in diesem Zusammenhang gezeigte Verhalten lässt den Schluss auf eine subjektive Behinderungsüberzeugung zu, w ie sie auch von Dr. I.____ und Dr. J.____ festgestellt wurde, die jeglichen Eingliederungsbemühungen bzw. einer Prüfung der- selben von Vornherein entgegensteht. Hält man sich dies v or Augen, so durfte die Beschwer- degegnerin von einer fehlenden subjektiven Eingliederu ngsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgehen und von der Planung und Durchführung berufl icher Eingliederungsmassnahmen ab- sehen. 11. Zusammenfassend ist damit festzustellen, dass die Beschw erdegegnerin die Invaliden- rente des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 4. April 2018 zu Recht per 31. Mai 2018 ein- gestellt hat. Damit ist die Beschwerde abzuweisen. 12.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeve rfahrens zu befinden. Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei. 12.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom S treitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnitt- licher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksich- tigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Die Verfahrenskos- ten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterlie- genden Partei auferlegt. Dem Prozessausgang entsprechend hat deshalb der Beschwerdefüh- rer als unterliegende Partei die Verfahrenskosten von Fr . 800.-- zu tragen. Dieser Betrag ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- zu verrechnen. 12.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsp rechend sind die Parteikosten wettzuschlagen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht