Baurekursgericht des Kantons Zürich 4. Abteilung G.-Nr. R4.2011.00055 BRGE IV Nr. 0195/2011 Entscheid vom 22. Dezember 2011 Mitwirkende Abteilungsvizepräsidentin Margrit Manser, Baurichter Kurt Gutknecht , Bau- richter Reto Philipp, Gerichtsschreiberin Nicole Herzig in Sachen Rekurrent X.Y., […..] vertreten durch Rechtsanwalt […..] gegen Rekursgegnerinnen 1. Baubehörde D. […..] 2. Baudirektion Kanton Zürich, […..] betreffend Baubehördenbeschluss vom 9. März 2011 und Verfügung der Baudirektion BVV 07 -0997 vom 26. Januar 2011; Teilweise Verweigerung der (z.T . nachträglichen) raumplanungsrechtl. Bewilligung bzw. Wiederherstellung s- befehl betr. Umgebungsgestaltung, Kat.-Nr. […..] _______________________________________________________ R4.2011.00055 Seite 2 hat sich ergeben: A. Mit Verfügung vom 26. Januar 2011 verweigerte die Baudirektion Kanton Zürich X.Y. die nachträgliche raumplanungsrechtliche Bewilligung bzw. Ausnahmebewilligung für einen gedeckten Sitzplatz, eine Vorplatzvergrö s- serung, Quadersteine beim Verteilerkasten, eine Einfriedung sowie eine Baumschule auf dem Grundstück Kat.-Nr. […..] in D. Die Verfügung der Baudirektion Kanton Zürich vom 26. Januar 2011 erfolg- te im koordinierten Verfahren und wurde gleichzeitig mit dem Beschluss der Baubehörde D. vom 9. März 2011 eröffnet, mit der X.Y. eine Frist bi s zum 31. Mai 2011 angesetzt wurde, um den rechtmässigen Zustand b ezüglich des gedeckten Sitzplatzes sowie der Bepflanzung wieder herzuste llen. Be- züglich der Quadersteine beim Verteilerkasten wurde auf einen Rückbau verzichtet. B. Hiergegen wandte sich X.Y. mit Rekurseingabe vom 15. April 2011 fristge- recht an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und stellte folgende A n- träge: "1. Dispositiv-Ziffer I.2 des angefochtenen Entscheides sei aufzuheben. Für den gedeckten Sitzplatz, die Vorplatzvergrösserung, die Quader- steine beim Verteilerkasten, die Einfriedung und die Baumschule sei die baurechtliche Bewilligung zu erteilen. 2. Es sei ein Augenschein vor Ort durchzuführen. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegn e- rin." C. Mit Verfügung vom 19. April 2011 wurde vom Rekurseingang Vormerk g e- nommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. R4.2011.00055 Seite 3 Die Baubehörde D . beantragte mit Stellungnahme vom 18. Mai 2011 die Abweisung des Rekurses; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulas- ten des Rekurrenten. Auch die Baudirektion Kanton Zürich schloss mit Vernehmlassung ebenfalls vom 18. Mai 2011 auf Abweisung des Rekurses. D. Auf Antrag des Rekurrenten vom 30. Mai 2011 wurde ein zweiter Schri f- tenwechsel durchgeführt. Der Rekurrent hielt mit Replik vom 20. Juni 2011 an seinen Anträgen fest. Die Baudirektion Kanton Zürich verwies mit Duplik vom 13. Juli 2011 eben- falls unverändert auf ihre Vernehmlassung, e benso die Baubehörde D. mit Duplik vom 11. Juli 2011. E. Am 16. August 2011 führte eine Delegation der 4 . Abteilung des Baure- kursgerichts des Kantons Zürich im Beisein der Parteien einen Auge n- schein auf dem Lokal durch. F. Auf die Vorbringen der Parteien sowie auf die anlässlich des Augenscheins gemachten Feststellungen wird, soweit für die Entscheidfindung erforder- lich, in den nachstehenden Erwägungen Bezug genommen. R4.2011.00055 Seite 4 Es kommt in Betracht: 1. Der Rekurrent ist als Baugesuchsteller und Adressat der angefochtenen Entscheide ohne weiteres nach § 338a Abs. 1 des Planungs- und Bauge- setzes (PBG) zur Rekurserhebung legitimiert. Da auch die übrigen formel l- rechtlichen Voraussetzungen unbestrittenermassen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 2. Das Baugrundstück liegt in der Landwirtschaftszone und ist mit einem vor dem 1. Juli 1972 erstellten Wohnhau s und verschiedenen Nebenbauten überstellt, welche bis ins Jahre 1994 einem Gärtnereibetrieb dienten. D a- nach wurde das umliegende Land an einen benachbarten Landwirt ve r- pachtet und das Wohnhaus zur reinen Wohnnutzung bzw. ab 2002 als The- rapiestätte für ehemalige Drogenabhängige vermietet, bis es im Jahre 2007 vom Rekurrenten gekauft wurde. Diesem erteilte die Baudirektion Kanton Zürich am 21. August 2007 eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24d des Raumplanungsgesetzes (RPG) für den Umbau des Wohnhauses sowie den Anbau einer Terrasse. Gestützt auf die gleiche Bestimmung wurden dem Rekurrenten mit Verfügung der Baudirektion Kanton Zürich vom 17. Juli 2009 der Ersatz des Dachgeschosses bewilligt und auch die nun strittigen Projektänderungen beurteilt. Gemäss Art. 24d Abs. 1 RPG können in landwirtschaftlichen Wohnbauten, die in ihrer Substanz erhalten sind, landwirtschaftsfremde Wohnnutzungen zugelassen werden. Die Anwendung dieser Ausnahmebestimmung setzt entsprechend voraus, dass eine landwirtschaftliche Nutzun g bestanden hat und über den Stichtag vom 1. Juli 1972 hinaus andauerte. Für Wohnba u- ten, welche bereits vor dem 1. Juli 1972 nicht mehr der landwirtschaftlichen Wohnnutzung dienten und damit mit der Trennung der Bau - von den Nicht- bauzonen zonenwidrig wurde n, ist Art. 24c RPG anzuwenden. Diese B e- stimmung schützt bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen au s- serhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, grundsätzlich in ihrem Bestand (Abs. 1). Solche Bauten und Anlagen können mit Bewill i- gung der zuständigen Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll e r- R4.2011.00055 Seite 5 weitert oder wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind. In jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wicht i- gen Anliegen der Raumplanung vorbehalten (Abs. 2). Der Umfang der b e- willigungsfähigen Änderungen wird in Art. 42 der Raumplanungsverordnung (RPV) konkretisiert. Der Rekurrent macht somit zu Recht geltend, die umstrittenen Veränd erun- gen seien nicht nach Art. 24d RPG, sondern nach Art. 24c RPG zu beurtei- len. Streitbetroffen ist der nachträglich verlangte und eingereichte Umgebung s- plan, mit dem der Garten mit bereits bestehendem gedeckten Sitzplatz, aber auch die Nutzung eines Teils des Grundstückes als Baumschule mit Hecke zum Schutz der Pflanzen vor W ind und mit befestigter Zufahrt im Bereich zwischen dem Ökonomiegebäude Assek.-Nr. 265 und dem Wer k- stattgebäude, die mit Rasengitter oder Schotterbelag befestigt werden soll, sowie eine Mauer aus Quadersteinen beurteilt wurden. 3.1. Bezüglich der Baumschule bringt der Rekurrent vor, es sei nicht danach zu fragen, ob eine Fläche für sich allein betrachtet genügend Ertrag abwerfen würde, um ein selbsttragender Betrieb zu sein, sondern es gehe darum, ob die Fläche Teil eines selbsttragenden Betriebes sei. Dab ei sei nicht mas s- gebend, ob die Kulturflächen dieses Betriebes zusammenhängend seien oder nicht. Die umstrittene Baumschule sei Teil eines professionellen, auf Gewinnerzielung ausgerichteten, bodenabhängig produzierenden Garte n- baubetriebes mit einer Gesamtfläche von rund 11' 000 m2. Sie sei daher für sich betrachtet zonenkonform und könne nach Art. 16a RPG bewilligt we r- den. Auch wenn man die streitbetroffene Fläche in Zusammenhang mit der Wohngebäudenutzung betrachte, sei von einer Bewilligungsfähigkeit nac h Art. 24c RPG auszugehen, da es sich ursprünglich um einen Gartenbaub e- trieb gehandelt habe und somit die Situation des Referenzzustandes zum Zeitpunkt der Rechtsänderung wieder hergestellt werde. Schliesslich argumentiert der Rekurrent, wenn in ehemalige n Gewerbebau- ten nebst anderen Betrieben auch eine Wohnnutzung zugelassen werde, würde es auch dem Gesetzessinn widersprechen, wenn gleichzeitig der R4.2011.00055 Seite 6 Betriebsrestnutzung die Bestandesgarantie verweigert würde. Entspr e- chend stelle auch Art. 24 Abs. 1bis RPG (recte wohl Art. 24d Abs. 1bis RPG) die Freizeitlandwirtschaft i n Zusammenhang mit der nichtlandwir t- schaftlichen Wohnnutzung. Und eine Baumschule entspreche viel eher den raumplanerischen Grundsätzen gemäss Art. 3 RPG als ein mit der Woh n- nutzung zusammenhängender Garten. 3.2. Die Baudirektion Kanton Zürich macht geltend, bei der Baumschule handle es sich aufgrund der sehr geringen Anbaufläche von bloss 1'500 m2 klar um ein nicht zonenkonformes Vorhaben des produzierenden Gartenbaus. Der Rekurrent habe zwar m itgeteilt, dass er innerhalb der Bauzone ein Bl u- mengeschäft (mit Gartenpflege, Gartenbau und Grünarchitektur) führe, also einen Pflanzen - und Blumenhandel mit Dienstleistungsbetrieb, au sserhalb der Bauzonen bestehe jedoch nach vorhandenen Akten keine b odenab- hängige und zonenkonforme Produktion. Dies sei dem Rekurrenten meh r- fach mitgeteilt worden. Dieser habe jedoch nie im Sinne eines verbindlichen Konzeptes aufgezeigt, dass es sich dennoch um einen zone nkonformen Betrieb handle. Im Rahmen der Vernehmlassung äussert sich die Baudirek- tion Kanton Zürich zu den Argumenten des Rekurrenten, dass die Bau m- schule zu einem bestehenden Gartenbaubetrieb gehöre, nicht weiter. Bezogen auf die Wohnnutzung begründet die Baudirektion Kanton Zürich die Verweigerung der Bewi lligung für die Baumschule in ihrer Vernehmla s- sung nicht mehr mit Art. 24d RPG, sondern neu mit Art. 24c RPG und hält fest, dass aufgrund ihrer Ausdehnung und Entfernung die Identität der U m- gebung des Wohnhauses nicht gewahrt werde. 3.3. Anlässlich des Augenscheins wurde vereinbart, dass der Rekurrent die zur Beurteilung seines Betriebes notwendigen Daten nachreicht und die Baudi- rektion Kanton Zürich anhand der dazu gewonnenen Erkenntnisse eine Neubeurteilung vornimmt. Diese erfolgte mit Verfügung vom 6. Oktober 2011. Die Baudirektion Kanton Zürich hielt dabei fest, dass der Betrieb en t- sprechend den Angaben des Rekurrenten die Bereiche Gartenpfl ege/Gar- tenbau/Beratung, Grünarchitektur und Planung, Friedhofgärtnerei, Blume n- geschäft/Festdekorationen sowie Ausstellungen und Innenbegrünungen be- inhaltet. Die dafür nötigen Gehölze und Blumen werden teilweise selber gezogen und im Übrigen extern eingekauft. Für die Überprüfung der Z o- R4.2011.00055 Seite 7 nenkonformität ausserhalb der Bauzone könnten nur die Bestandteile des Betriebes her angezogen werden, welche die bodenabhängige Produktion betreffen (Baumschulen und Schnittpflanzen mit einer Gesamtanba ufläche von 7 '512 m2) und in beschränktem Umfang die bodenunabhängige Pr o- duktion (max. 35 % der bodenabhängigen Produktion, vorliegend jed och nur ein Gewächshaus mit 180 m2). Unter der Annahme, dass es sich bei sämtlichen Kulturen um Spezialkulturen handle, ergebe sich darauf ein Um- fang von 0.24 Standardarbeitskräfte (SAK), womit der Mindestumfang von 0.65 SAK für ein zonenkonformes Vorhaben nicht erreicht werde. 3.4. Gemäss Art. 16a Abs. 1 RPG ist neben der landwirtschaftlichen Bewir t- schaftung auch der produzierende Gartenbau in der Landwirtschaftszone zonenkonform. Ob ein Landwirtschaftsbetrieb als zonenkonform anzusehen ist, beurteilt sich primär nach Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB). Nach dieser Bestimmung gilt als lan dwirt- schaftliches Gewerbe eine Gesamtheit von landwirtschaftlichen Grun dstü- cken, Bauten und Anlagen, die als Grundlage der landwirtschaf tlichen Pro- duktion dient und zu deren Bewirtschaftung, wenn sie landesüblich ist, mi n- destens eine Standardarbeitskraft nötig ist. In einer Landwirtschaftszone ist derjenige Gartenbau als zonenkonform anzuerkennen, der in A rbeitsweise und Landbedarf mit der landwirtschaftlichen Nutzung vergleic hbar ist und zur Bewirtschaftung freien Landes eine hinreichend enge B eziehung hat. Gemeint sind damit namentlich Freilandgärtnereien (BGE 125 II 278, 281 E. 3b) Nach Art. 7 Abs. 2 BGBB gelten Betriebe des produzierenden Gar- tenbaus unter den in Art. 7 Abs. 1 BGBB genannten Vorausse tzungen als landwirtschaftliches Gewerbe . Es muss sich somit um einen Haupt - oder Nebenbetrieb (eines landwirtschaftlichen Gewerbes) handeln und nicht um Freizeitlandwirtschaft (Art. 34 Abs. 5 RPV). Diese Abgrenzung wird im Ei n- zelfall aufgrund verschiedener Indikatoren vorgenommen. Ein Indiz dafür, dass bloss nicht zonenkonforme Freizeitlandwirtschaft betrieben wird, kann beispielsweise im Umstand gesehen werden, dass g ewisse Mindestgrö s- sen - etwa jene, die zum Bezug von Direktzahlungen b erechtigt - nicht er- reicht werden. Für die Beantwortung der Frage, ob im konkreten Fall Fre i- zeitlandwirtschaft vorliege, kann unter Umständen auch auf den auf dem Betrieb bestehenden Arbeitsbedarf - bemessen in Standard-Arbeitskräften oder Standard-Arbeitsstunden - abgestellt werden. R4.2011.00055 Seite 8 Mit der beantragten Baumschule würden zwar Pflanzen produziert, welche weiterverkauft werden, doch wird der nach konstanter Praxis der Baudirek- tion Kanton Zürich vorausgesetzte Betri ebsumfang von 0.65 SAK mit 0.24 SAK so deutlich unterschritten, dass die Indikatoren auch bei einer Annahme von nicht starren Grenzen klar gegen einen zonenkonformen produzierenden Gartenbau sprechen. Es liegt mithin kein landwirtschaftli- ches Gewerbe im Si nne von Art. 7 BGBB vor. Die Baumschule ist als N e- benbetrieb zu einem in der Landwirtschaftzone nicht zonenkonformen G e- werbebetrieb zu qualifizieren. 3.5. Es bleibt zu prüfen, ob eine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 ff. RPG für die Baumschule erteilt werden könnte. Die Raumplanungsgesetzgebung sieht den Fall eines landwirtschaftlichen Nebenbetriebes zu einem nichtlandwirtschaftlichen Betrieb nicht vor. Au f- grund des Hintergrundgedankens der Raumplanung, die in der Landwir t- schaftszone nur ausnahmsweise Nu tzungen zulassen will, welche nicht e i- nem existenzfähigen und zukunftsorientierten Landwirtschaftsbetrieb zug e- hören und freizeitlandwirtschaftliche Betätigungen grundsätzlich nicht z u- lassen, ist zu folgern, dass diese Konstellation bewusst nicht aufgeführt wurde und aus der Zugehörigkeit zu einem nichtlandwirtschaftlichen Betrieb keine Privilegierung erfolgen sollte. Vielmehr ist die betriebliche Zug ehörig- keit zu einem in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonformen G ewerbe- betrieb aus raumplanungsrechtlicher Sicht irrelevant. Die massgebende Be- triebsgrösse ist mit dem landwirtschaftlichen Bereich zu erre ichen. Dies ist vorliegend bei 0.24 SAK nicht der Fall, weshalb raum -planungsrechtlich trotz der Verknüpfung mit dem rekurrentischen Betrieb von einer Freize it- landwirtschaft im Sinne von Art. 34 Abs. 5 RPV, resp. von einem landwir t- schaftlichen Kleinstbetrieb auszugehen ist, welche als nicht zonenkonform zu gelten haben und welche auch keiner Ausnahmebewill igung als Neben- betrieb zugänglich sind. Ebenso wenig kann von einer negativen oder positiven Standortgebunde n- heit im Sinne von Art. 24 RPG ausgegangen werden, da die Baumschule auch auf einem Grundstück innerhalb der Bauzonen entstehen könnte und auch nicht zwingend auf den Standort auf dem Baugrundstück ange wiesen ist. R4.2011.00055 Seite 9 Art. 24a RPG betrifft die Umnutzung von Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen und bezweckt, unter bestimmten Voraussetzungen in best e- henden, rechtmässig bewilligten, aber für zonenkonforme Zwecke nicht mehr oder nicht mehr vollständig ben ötigten Bauten eine andere Aktivität zuzulassen. Diese Norm trifft auf den strittigen Sachverhalt nicht zu. Genauer zu betrachten ist jedoch die Anwendungsmöglichkeit von Art. 24c RPG. Bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die seinerzeit in Übereinstimmung mit dem materiellen Recht erstellt oder geändert wurden, dann aber durch eine nachträgliche Änd e- rung von Erlassen oder Plänen zonenwidrig geworden sind, sind in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt (Art. 24c Abs. 1 RPG i.V.m. Art. 41 RPV). Ihre Erneuerung, teilweise Änderung, massvolle Erweiterung und ihr Wi e- deraufbau können von der zuständigen Behörde bewilligt werden (Art. 24c Abs. 2 RPG). Eine Erneuerung liegt vor, wenn der Umfang, die Erscheinung und die B e- stimmung der Baute oder Anlage nicht verändert werden. Die Grenze der erlaubten Änderungs - und Erweiterungsmassnahmen liegt dort, wo die Identität der Baute oder Anlage einschliesslich ihrer Umgebung in den w e- sentlichen Zügen verloren geht, wobei jeweils der Zustand der Baute oder Anlage im Zeitpunkt der Erlass - oder Planänderung zum Vergleich hera n- zuziehen ist (Art. 42 Abs. 1 und 2 RPV). Ob die Identität der Baute oder An- lage im Wesentlichen gewahrt bleibt, ist unter Würdigung der gesamten Umstände zu beurteilen. Si e ist jedenfalls dann nicht mehr gewahrt , wenn die zonenwidrig genutzte Fläche um mehr als 30 % erweitert wird (Erweite- rungen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens werden nur zur Hälf- te angerechnet) oder die zonenwidrig genutzte Fläche innerhalb oder a us- serhalb des bestehenden Gebäudevolumens um insgesamt mehr als 100 m2 erweitert wird (Art. 42 Abs. 3 lit. b RPV). Dieser Rahmen wird von der rund 1' 500 m2 umfassenden Baumschule mit Wildhecke und befestigter Zufahrt bei weitem gesprengt. Daran ändert auch nichts, dass der streitbetroffene Grundstücksbereich allenfalls früher bereits einmal einem Gartenbaubetrieb diente, da diese Nutzung offensicht- lich zwischenzeitlich aufgegeben, das Land an den benachbarten Landwirt verpachtet und von diesem zonenkonform zur landwirtschaftlichen Produk- tion eingesetzt wurde. Damit ist im Übrigen die von Art. 24c RPG e rfasste R4.2011.00055 Seite 10 Besitzstandsgarantie dahingefallen. Dasselbe gilt auch mit Bezug auf eine allfällige Ausnahmebewilligung gestützt auf Art. 37a RPG. 3.6. Soweit der Rek urrent Art. 24d Abs.1bis RPG ins Spiel bringt, ist diese B e- stimmung nicht auf die Hobbylandwirtschaft als solche, sondern einzig auf die hobbymässige Tierhaltung zugeschnitten und im vorliegenden Fall nicht anwendbar. 3.7. Bezüglich der Baumschule ist som it festzustellen, dass die beantragte Nu t- zung in der vorgesehenen Grösse weder zonenkonform noch einer Au s- nahmebewilligung zugänglich ist und ihre Zugehörigkeit zum rekurrent i- schen nicht landwirtschaftlichen Betrieb zu keiner Privilegierung führen kann. En tsprechend ist auch die Verweigerung der Bewilligung der zum Schutz bzw. zur Bewirtschaftung der Baumschule beantragten Hecke und der befestigten Zufahrt zwischen dem Ökonomiegebäude Assek.-Nr. 265 und dem Werkstattgebäude zu bestätigen. Insoweit als die b estehende He- cke verdichtet wurde, ist auch eine Wiederherstellung des rechtmäss igen Zustandes (Auslichtung bis zur vorbestehenden Bestockung) nicht u nver- hältnismässig und somit von der kommunalen Vorinstanz zu Recht ve rlangt worden. Die provisorische Befes tigung des Bere iches zwischen dem Ök o- nomiegebäude Assek.-Nr. 265 und dem Werkstattgebäude mit Kies diente gemäss der Aussage des Rekurrenten dem Baustellenverkehr und wird entsprechend mit Abschluss der Bauarbeiten zum Zufahrtsweg ebe nfalls rückzubauen sein. 4.1. Bezüglich des gedeckten Sitzplatzes bringt der Rekurrent vor, das 3.50 m x 4.50 m grosse, dünne Dach auf seinen schmalen Stelzen sei sehr u n- scheinbar und könne als Nebenanlage, die sich im funktionellen Rahmen der ursprünglichen Zweckbestimmung der Hauptbaute bewege, deren Iden- tität nicht stören. Zudem handle es sich ohnehin um eine vorbestehende Baute. Die feste Überdachung sei in den 1980er Jahren entstanden und bereits im Jahre 2002 beim Umnutzungsgesuch für die Drogentherapiestation dokumentier t worden. Die Liegenschaft sei seither mehrfach Gegenstand baurechtlicher R4.2011.00055 Seite 11 Prüfverfahren gewesen und nie beanstandet worden. Zumindest sei es also treuwidrig, nun den Abbruch zu befehlen. 4.2. Die Baudirektion Kanton Zürich erklärt in ihrer Vernehmlassung auch hier Art. 24c RPG für massgebend, während die Verweigerung noch aufgrund von Art. 24d RPG ausgesprochen wurde. Sie macht geltend, die Umg e- bungsgestaltung sei erst jetzt Gegenstand eines Baugesuches. Der rech t- mässige Vorbestand des gedeckten Sitzplatze s habe weder durch Akten aus dem Bauarchiv der Gemeinde noch durch die weiteren Sachverhal ts- ermittlungen (Eingaben des Rekurrenten; act. 13.7) nachgewiesen we rden können. Im Rahmen der Identitätswahrung im Sinne von Art. 24c RPG würden Sitzplätze mit oder ohne Überdachung nach konstanter Praxis der Baudirektion Kanton Zürich nur im Nahbereich (ca. 7 m) der Wohnbaute bewilligt. Da der streitbetroffene Sitzplatz jedoch rund 25 m vom Wohnhaus entfernt stehe, bestehe kein funktionaler Zusammenhang und eine nac h- trägliche Bewilligung könne nicht erteilt werden. 4.3. Nachdem der Rekurrent lediglich undatierte oder unscharfe Fotos und ein e Ausbesserungs-Rechnung aus dem Jahre 1991 vorlegen konnte, gelang es ihm nicht, den Nachweis eines über 30 -jährigen Bestehens d es gedeckten Sitzplatzes zu erbringen und es ist aufgrund der vorgebrachten Hinwe ise von einem jüngeren Baujahr au szugehen. Somit ist abzuklären, ob der bi s- lang unbewilligte, gedeckte Sitzplatz von der Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24c RPG miterfasst werden könnte, oder ob er den Rahmen der Ident i- tätswahrung sprengt. Die Praxis der Baudirektion Kanton Zürich erachtet diese Voraussetzung bei überdachten Sitzplätzen als erfüllt, wenn sie im Nahbereich des Wohnhauses erstellt werden. Sie begrenzt diesen Nahb e- reich auf rund 7 m Abstand zur Wohnbaute, was einen Hinweis d arauf gibt, was regelmässig als noch zum Wohnhaus gehörend empfunden wird. Ein solches Mass entbindet jedoch nicht davon, die konkrete Situation individ u- ell zu betrachten. Anlässlich des Lokalte rmins fiel ins Auge, dass der reku r- rentische Garten eine sehr grosse Fläche aufweist. Er besteht grösstenteils aus einer ebenen Rasenfläche, umrandet mit Büschen und kleineren Pfla n- zen. Das Wohnhaus befindet sich an der nordwestlichen Grundstücksgre n- ze, welche durch eine ebenfalls mit Büschen überwac hsene Mauer abg e- grenzt wird, die bis zum gedeckten Sitzplatz führt. Au fgrund der Weite des R4.2011.00055 Seite 12 nach aussen durch die Mauern und Hecken klar a bgegrenzten Gartens wir- ken die beiden an der Nordwestgrenze stehenden Bauten trotz des deutlich höheren Abstandes im konkreten Fall dennoch als zusammengehörend. Ein striktes Abstellen auf die im Regelfall ang ewendeten Zahlen erscheint bei diesen Relationen nicht gerechtfertigt. Der zu vermeidende Eindruck der Zersiedelung durch verstreute Kleinbauten entsteht in diesem Fall nicht. Eine Identitätswahrung erscheint hier trotz der Entfernung durchaus geg e- ben und ein überwiegendes öffentliches Intere sse, welches dieser konkr e- ten Überdachung entgegenstünde, ist nicht e rkennbar. Zu beachten ist zu- dem, dass auch der Garten als solcher unter das Bestandesprivileg von Art. 24c PRG fällt. Unter diesem Aspekt ist ev ident, dass es sich beim gedec k- ten Gartensitzplatz um eine massvolle E rweiterung handelt, welche die Identität der gesamten Gar tenanlage wahrt. Der Rekurs ist deshalb in di e- sem Punkt gutzuheissen und die Ausnahm ebewilligung im Sinne von Art. 24c RPG ist nachträglich zu erteilen. 5.1. Bezüglich der Quadersteine in der nordöstlichen Grundstückecke macht der Rekurrent geltend, diese seien im Zusammenhang mit dem Verteile r- kasten und Hydranten entstanden und zwar gestützt auf eine informelle Absprache mit der Gemeinde und in Zusammenarbeit mit dieser. Mit den Quadersteinen sei bezweckt worden, den Verteilerkasten bzw. den Hydran- ten einerseits optisch zu kaschieren und diese andererseits vor Beschäd i- gungen zu schützen. Zwar habe nun die kommunale Vorinstanz auf die Entfernung der Steine verzichtet, doch sei bereits ein Verstoss gegen Art. 42 Abs. 1 und 2 RPV nicht erkennbar, weshalb auch für diese eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG zu erteilen sei. Die Quadersteine würden vor dem Werkstattgebäude optisch nicht genügend ins Gewicht fa l- len, um die Identität der Umgebung wesentlich zu beeinflussen. 5.2. Die Baudirektion Kanton Zürich begründet ihren Entscheid damit, dass ausserhalb der Bauzonen Böschungen und keine Mauern erwünscht seien. Die umstrittenen Quadersteine seien zur Sicherung dieses Geländes nicht notwendig und sie stünden zudem in beträchtlicher Entfernung zum Woh n- haus, weshalb auch eine Ausnahmebewilligung nicht in Betracht komme. R4.2011.00055 Seite 13 5.3. Die umstrittenen Quadersteine befinden sich in der nordöstlichen Ecke des Grundstücks im Bereich der Zufahrt und entlang des angrenzenden öffen t- lichen Weges. Die Mauer wirkt in dieser Grösse und an dieser prominenten Stelle als Fremdkörper. Zudem erreicht die insgesamt rund 14 m lange dreireihige Quadersteinmauer fast die Höhe des Verteilerkastens und ragt damit über das gewachsene Terrain hinaus, welches als kleine Böschung hätte beibehalten werden können. Die Verweigerung der raumplanung s- rechtlichen Bewilligung durch die Baudirektion Kanton Zürich ist damit nachvollziehbar und liegt innerhalb ihres Ermessensspielraums. Der R e- kurs ist dementsprechend in diesem Punkt abzuweisen. Da jedoch die kommunale Vorinstanz aufgrund der Entstehungsgeschichte der Quade r- steinmauer auf einen Rückbau verzichtet hat, kann diese in der bestehe n- den Form belassen werden. 6.1. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Rekurs in Bezug auf den g e- deckten Sitzplatz g utzuheissen ist. Die Baudirektion Kanton Zürich ist ein- zuladen, die entsprechende Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24c RPG nachträglich zu erteilen. Im Übrigen sind die angefochtenen Entscheide u n- ter Abweisung des Rekurses zu bestätigen. Die Frist zur Wiede rherstellung des rechtmässigen Zustandes bezüglich der verdichteten Hecke ist neu auf drei Monate nach Rechtskraft dieses Entscheides anzusetzen, damit allfä l- lige Umsetzungen in einer günstigen Jahreszeit erfolgen können. 6.2. Ausgangsgemäss sind die Verf ahrenskosten zu vier Fünfteln dem Reku r- renten und zu einem Fünftel der Baudirektion Kanton Zürich aufzuerlegen (§ 13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwa l- tungsgerichts (GebV VGr) legt d as Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimmbaren Streitwert oder dem tatsächlichen Streitinteresse fest. Liegt wie hier ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die G e- richtsgebühr in der Regel Fr. 1'000. -- bis Fr. 50' 000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 3 GebV VGr). R4.2011.00055 Seite 14 Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 4'700.-- festzusetzen. 6.3. Der Rekurrent wie auch die Baubehörde D. beantragen die Zusprechung einer angeme ssenen Umtriebsentschädigung. Dem mehrheitlich unterli e- genden Rekurrenten kommt eine solche von vornherein nicht zu. Für die kommunale Vorinstanz, die beim Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone lediglich über die Wiederherstellung des rechtmässigen Zusta n- des zu befinden hatte, handelt es sich um einen vergleichsweise einfachen Fall. Dementsprechend hatte die Vorinstanz keinen besonderen, über die Bearbeitung im Bewilligungsverfahren erheblich hinausgehenden Zusat z- aufwand zu treiben. Die Ausrichtung einer Umtriebsentschädigung ist daher nicht gerechtfertigt (§ 17 VRG; vgl. BRKE II Nr. 0039/2005 in BEZ 2005 Nr. 15; www.baurekursgericht-zh.ch). Das Baurekursgericht erkennt: I. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Demgemäss werden die angefochtene Verfügung der Baudirektion Kanton Zürich vom 26. Januar 2011 sowie der angefochtene Beschluss der Ba u- behörde D. vom 9. März 2011 insoweit aufgehoben, als sie den g edeckten Sitzplatz betreffen. Die Baudirektion Kanton Zürich wird eingeladen, den gedeckten Sitzplatz im Ra hmen einer Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24c RPG nachträglich zu bewilligen. Im Übrigen wird der Rekurs abgewiesen. Die Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes bezüglich der Hecke wird neu auf drei Monate ab Rechtskraft dieses Entscheide s an- gesetzt, unter Androhung der Ersatzvornahme auf Kosten des Pflichtigen im Unterlassungsfall. […..]