- +9 .670423RQ<$ B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4729/2024 U r t e i l v o m 5. A u g u s t 2 0 2 4 Besetzung Einzelrichterin Contessina Theis, mit Zustimmung von Richterin Esther Marti; Gerichtsschreiber Nikola Nastovski. Parteien A._______, geboren am (…), Afghanistan, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (sicherer Drittstaat); Verfügung des SEM vom 19. Juli 2024 / N (…). D-4729/2024 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer reichte am 9. April 2024 in der Schweiz ein Asylgesuch ein. Anlässlich seines Asylgesuchs reichte er ein griechisches Reisedokument, gültig bis (…) 2029, und eine griechische Asylbewerberkarte, gültig bis (…) 2026, ein (vgl. SEM-ID 001/1 und 002/1). A.b Ein am 1 1. April 2024 durchgeführter Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank EURODAC ergab, dass der Beschwerdeführer bereits am (…) 2023 in Griechenland um Asyl ersucht hatte. A.c Am 16. April 2024 fand die Personalienaufnahme (PA) statt. Gleichentags ersuchte das SEM die griechischen Behörden gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rats vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal anwesender Drittstaatsangehöriger (nachfolgend: Rückführungs-Richtlinie) und auf das Abkommen zwischen der Schweiz und der Hellenischen Republik über die Rückübernahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt vom 28. August 2006 (SR 0.142.113.729) um die Rückübernahme des Beschwerdeführers. A.d Am 17. April 2024 wiesen die griechischen Behörden darauf hin, dem Beschwerdeführer am 23. November 2023 internationalen Schutz gewährt zu haben und hiessen das Gesuch des SEM um Rückübernahme gut. A.e Der Beschwerdeführer wurde am 30. April 2024 im Rahmen eines per- sönlichen Gesprächs und des rechtlichen Gehörs zum Nichteintretensent- scheid sowie zur Rückführung in einen sicheren Drittstaat gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) an- gehört. A.f Am 17. Juli 2024 stellte das SEM der Rechtsvertretung des Beschwer- deführers den Entscheidentwurf zur Stellungnahme zu. Gleichentags über- mittelte diese der Vorinstanz ihre Stellungnahme. B. B.a Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 19. Juli 2024 trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des D-4729/2024 Seite 3 Beschwerdeführers nicht ein, wies ihn aus der Schweiz weg und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, ansonsten er in Haft genommen und unter Zwang nach Grie- chenland zurückgeführt werden könne. Weiter wurde n der Kanton B._______ mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt und ihm die editi- onspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis ausgehändigt. B.b Am 22. Juli 2024 legte die Rechtsvertretung ihr Mandat nieder. C. Mit Eingabe vom 25. Juli 2024 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes- verwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die Verfügung der Vo- rinstanz sei vollumfänglich aufzuheben und sie sei anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei dem Beschw erdeführer die vor- läufige Aufnahme zu gewähren. Subeventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subsubeventualiter seien spezifische Garantien von den griechischen Behörden einzuholen, um eine angebrachte Unterbringung und medizinische Versorgung sicher- zustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um aufschiebende Wirkung und um die superprovisorische Aussetzung des Wegweisungsvollzugs. Ferner sei der zuständige Kanton B._______ über die Aussetzung der Wegweisung bis zum Entscheid über die vorliegende Beschwerde in Kenntnis zu setzen. Zudem beantragte er die Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses. Die Beschwerde enthielt die vorinstanzliche Verfügung als Beilage. D. Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 26. Juli 2024 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsge- richt vom 17. Juni 2005 (VGG; SR 173.32) beurteilt das Bundesverwal- tungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des D-4729/2024 Seite 4 Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG; SR 172.021). Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BGG; SR 173.110]). 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerech t eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist – unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausführungen (vgl. E. 1.3 hiernach) – einzutreten. 1.3 Auf den Antrag, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu er- teilen respektive der Vollzug der Wegweisung sei auszusetzen , ist nicht einzutreten, da der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wir- kung zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 42 AsylG), und diese von der Vorinstanz nicht entzogen wurde. 2. 2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer- deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie D-4729/2024 Seite 5 nachstehend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Das SEM stellt in der angefochtenen Verfügung fest, der Beschwerde- führer sei in Griechenland als Flüchtling anerkannt worden und Griechen- land habe sich bereit erklärt, ihn zurückzunehmen. Damit fehle es ihm an einem schutzwürdigen Interesse an der Feststellung der Flüchtlingseigen- schaft. 4.2 Zu den geltend gemachten Problemen in Griechenland führt das SEM mit Verweis auf die Praxis des Bundesverwaltungsgerichts aus, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen im Grunde gesunden Mann handle, der nicht in die Kategorie äusserst vulnerabler Personen gemäss Referenz- urteil des Bundesverwaltungsgerichts falle (vgl. Verfügung des SEM, S. 6 ff. mit Hinweis auf das Urteil des BVGer D -4738/2021 vom 7. Juni 2022 sowie das Referenzurteil des BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022). Der Wegweisungsvollzug von Personen mit einem Schutz- status in Griechenland sei zulässig und zumutbar. Auch wenn die Lebens- bedingungen anerkanntermassen nicht einfach seien, könne er sich auf die Garantien der Richtlinie 2011/95/EU des europäischen Parlaments und des Rats vom 13. Dezember 2011 über Normen für die Anerkennung von Dritt- staatsangehörigen oder Staatenlosen als Personen mit Anspruch auf inter- nationalen Schutz, für einen einheitlichen Status für Flüchtlinge oder für Personen mit Anrecht auf subsidiären Schutz und für den Inhalt des zu ge- währenden Schutzes (sog. Qualifikationsrichtlinie) berufen. Es könne von ihm erwartet werden, sich bei Unterstützungsbedarf an die griechischen Behörden zu wenden. Ferner gehe die Vorinstanz davon aus, dass es dem Beschwerdeführer zumutbar sei, sich um Aufnahme bei den vor Ort vor- handenen Unterstützungsprogrammen zu bemühen und die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg einzufordern . Es werde anerkannt, dass die Lebensbedingungen in Gr iechenland schwierig seien, dennoch liege es am Beschwerdeführer, die Regelvermutung der Asylbehörde um- zustossen und konkret nachzuweisen, dass ihm Griechenland völker- rechtswidrig seine Rechte verweigern und Unterstützungsleistungen unter- lassen würde. Dies sei ihm jedoch nicht gelungen (vgl. Verfügung des SEM, S. 7). D-4729/2024 Seite 6 4.3 Zudem könne der Beschwerdeführer aus der Anwesenheit einer Tante mütterlicherseits in der Schweiz kein Aufenthaltsrecht für sich herleiten. Eine Tante gelte nicht als Familienangehörige im Sin ne der Rechtspre- chung des Bundesgerichts und es würden keine Hinweise auf ein beson- deres Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihm und seiner Tante in der Schweiz bestehen. 4.4 In Bezug auf die geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen hielt das SEM fest, dass die medizinische Versorgung in Griechenland für Personen mit Schutzstatus grundsätzlich gewährleistet sei und davon ausgegangen werden könne, dass eine adäquate medizinische Behand- lung im EU-Staat Griechenland gegeben sei. Andernfalls sei es ihm unbe- nommen, seine Rechte bei den griechischen Behörden gerichtlich geltend zu machen. Aus den vorliegenden Akten würden sich allerdings keine Hin- weise auf lebensbedrohliche physische oder psychische gesundheitliche Beeinträchtigungen ergeben, die bei einer Überstellung nach Griechenland zu einer gesundheitlichen Gefährdung führen und die hohe Schwelle einer Verletzung des Art. 3 EMRK überschreiten könnten. Für den Fall einer Ver- schlechterung seines Gesundheitszustands, stehe es dem Beschwerde- führer jederzeit offen, sich erneut an das Gesundheitspersonal in der ihm zugewiesenen Unterkunft zu wenden. Das SEM erachtet den Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Griechenland als grundsätzlich zulässig, zumutbar sowie technisch möglich und praktisch durch führbar (vgl. Verfügung des SEM, S. 8 f.). 5. 5.1 In der Beschwerde beschrieb der Beschwerdeführer zunächst die An- kunft in Griechenland und die dortigen Lebensbedingungen. Er sei von den Wärtern geschlagen worden und habe bis heute sehr starke (…). Obwohl er nachgefragt habe, habe er keine Behandlung erhalten. Er sei gezwun- gen worden, seine Fingerabdrücke abzugeben, da er ansonsten in die Tür- kei zurückgeschickt worden wäre. Nachdem er den Flüchtlingsstatus er- halten habe, sei er aus dem Camp ausgeschlossen worden. Seither habe er keine Unterstützung erhalten und sei völlig auf sich allein gestellt gewe- sen (vgl. Beschwerdeschrift, S. 4). Zudem herrsche in Afghanistan eine erbitterte Familienfehde und sein Le- ben sei deswegen in Gefahr gewesen. Da sich der Bruder sei nes ermor- deten Cousins ebenfalls in Griechenland aufgehalten habe, habe er, der Beschwerdeführer, sich auch dort vor Rache und um sein Leben gefürchtet (vgl. Beschwerdeschrift, S. 4). D-4729/2024 Seite 7 Seit den Schlägen in Griechenland hätten sich seine (…) verschlimmert und er könne (…). Er habe sich diesbezüglich mehrmals beim Gesund- heitsdienst im BAZ C._______ gemeldet, die Ursachen seiner (…) seien aber nicht weiter untersucht worden. Der Beschwerdef ührer forderte eine dringende Abklärung seiner gesundheitlichen Situation, um die Auswirkun- gen der Verweigerung der medizinischen Versorgung in Griechenland ab- schätzen zu können (vgl. Beschwerdeschrift, S. 4). Der Beschwerdeführer habe in Griechenland kein soziales Netz und es sei ihm unmöglich, Arbeit zu finden. Nach Erhalt seines Schutzstatus habe er dort auf der Strasse gelebt. Es sei sehr wahrscheinlich, dass ihm bei einer Rückkehr erneut die faktische Obdachlosigkeit drohen würde. Er spreche zudem kein Griechisch (vgl. Beschwerdeschrift, S. 4 f.). 5.2 Im Folgenden machte der Beschwerdeführer Ausführungen zur deso- laten Situation für Asylsuchende in Griechenland , insbesondere in Bezug auf die Unterbringung und den Zugang zum Arbeitsmarkt, zu den Sozial- leistungen sowie zur Gesundheitsversorgung, und zitierte in diesem Zu- sammenhang sowohl einen Bericht der Asylum Information Database (AIDA) als auch die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR). Ferner hätten Personen mit internation alem Schutzstatus in Griechenland keinen Zugang zu wirksamen Rechtsbehel- fen (vgl. Beschwerdeschrift, S. 5 ff.). Im Weiteren enthält die Beschwerdeschrift hauptsächlich Wiederholungen zu den Lebensumständen für Asylsuchende und Personen mit Schutzsta- tus in Griechenland (vgl. Beschwerdeschrift, S. 8 ff.). Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, im drohe aufgrund sei- nes Gesundheitszustands, der Bedrohungssituation wegen der Familien- fehde, der Mittellosigkeit in Kombination mit der fehlenden medizinis chen Versorgung, dem fehlenden Wohnraum und nichtexistenten Zugang zu so- zialen Diensten eine ernsthafte Gefahr («real risk») in Griechenland unfrei- willig in eine Situation extremer materieller Armut zu geraten und seine ele- mentarsten Bedürfnisse nicht mehr befriedigen zu können . Er zitierte in diesem Zusammenhang Urteile aus der Bundesrepublik Deutschland und machte darauf aufmerksam, dass in den Niederlanden und in Frankreich ähnliche Rechtsprechungsentwicklungen festzustellen seien (vgl. Be- schwerdeschrift, S. 9 ff.). D-4729/2024 Seite 8 5.3 In Bezug auf den Wegweisungsvollzug erklärte der Beschwerdeführer, dieser widerspreche zwingendem internationalem Recht, da ein reales Ri- siko bestehe, dass er in Griechenland gravierenden Menschenrechtsver- letzungen ausgesetzt wäre. Im Falle e iner Wegweisung würde er der Ob- dachlosigkeit preisgegeben sein, der Bedrohung durch seinen Cousin schutzlos ausgesetzt sein, medizinische Hilfeleistung würde ihm verwehrt werden und er würde in eine existenzielle Notlage geraten. Der Beschwer- deführer sei d aher infolge Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Weg- weisungsvollzugs vorläufig in der Schweiz aufzunehmen (vgl. Beschwer- deschrift, S. 11). 5.4 Überdies macht der Beschwerdeführer einen Verstoss des SEM gegen den Untersuchungsgrundsatz geltend. Der medizinisc he Sachverhalt sei noch nicht genügend erstellt, obwohl er für die Qualifikation einer beson- ders schutzbedürftigen Person relevant sei. Der Beschwerdeführer habe sich zwar mehrmals beim Gesundheitspersonal im Camp wegen seiner (…) gemeldet, diese seien aber nicht weiter abgeklärt worden. Ausserdem habe es die Vorinstanz unterlassen, die konkrete Situation des Beschwerdeführers vor Ort in Griechenland rechtsgenüglich zu analysie- ren und seine Aussagen diesbezüglich zu würdigen. So habe sie nicht be- rücksichtigt, dass er wegen seines Cousins in Griechenland einer Lebens- gefahr ausgesetzt würde. Ein allgemeiner Verweis auf die Qualifikation Griechenlands als «sicherer Drittstaat» sei nicht ausreichend (vgl. Be- schwerdeschrift, S. 11 f.). 5.5 Ferner seien aufgrund der geltend gemachten Vulnerabilität des Be- schwerdeführers individuelle Garantien von den griechischen Behörden einzuholen, dass er in Griechenland umgehend Obdach, Nahrung und eine nahtlose, adäquate und regelmässige medizinische psychologische Be- handlung erhalte. 6. 6.1 In der Beschwerdeschrift wird vorgebracht, die Vorinstanz habe gegen den Untersuchungsgrundsatz verstossen. Zunächst ist auf diese formelle Rüge einzugehen, da diese allenfalls zu einer Kassation der vorinstanzli- chen Verfügung führen kann. 6.2 Im Verwaltungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 ff. VwVG). Die Behörden sorgen – unter Vorbehalt der Mitwirkungspflichten der Parteien – für die richtige und vollständige Abklärung des D-4729/2024 Seite 9 rechtserheblichen Sachverhalts (vgl. BGE 140 I 285 E. 6.3.1). Die unrich- tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts kann nach Art. 49 Bst. b VwVG gerügt werden. Unrichtig ist die Sachver- haltsfeststellung beispielsweise dann, wenn der Verfügung ein aktenwidri- ger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Un- vollständig ist die Sachverhaltsfeststellung dann, wenn die Behörde trotz der geltenden Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen rechtsgenüglich abgeklärt oder nicht alle für den Entscheid wesent- lichen Sachumstände berücksichtigt hat (vgl. SCHINDLER, in: Auer /Mül- ler/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwal- tungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 49 N 29). 6.3 Vorliegend wurde gerügt, die Vorinstanz habe den medizi nischen Sachverhalt unvollständig abgeklärt und es fehle eine umfassende ge- sundheitliche Abklärung des Beschwerdeführers (vgl. hiervor, E. 5.4; Be- schwerdeschrift, S. 11 f.). Allerdings bleibt die Beschwerdeschrift im Unkla- ren darüber, inwiefern damit der Untersuchungsgrundsatz im vorliegenden Fall verletzt worden sei. Der Beschwerdeführer wurde am persönlichen Ge- spräch vom 30. April 2024 zu seiner gesundheitlichen Verfassung befragt und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er sich bei medizinischen Prob- lemen jederzeit an Medic-Help wenden könne, und dass dies in seiner Ver- antwortung liege. Angesprochen auf seine (…) gab er bekannt, dass er nicht (…) könne. Wenn er sich setzen würde, würde es beim Aufstehen schmerzen. In der Nacht schwitze er stark und er sei bereits bei der Pflege gewesen (vgl. SEM-Akten 18/3, S. 2 f.). Gestützt auf diese Aussagen allein bestand für die Vorinstanz offensichtlich kein Anlass, von sich aus vertief- tere Abklärung in die Wege zu leiten. Zudem ist aus den Akten ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer nur einmalig im BAZ C._______ aufgrund von (…) gemeldet habe, bei Medic- Help indessen gar nicht. In Zusammenhang mit dem Schwitzen in der Nacht habe er sich weder im BAZ C._______, noch im BAZ D._______ gemeldet (vgl. SEM-Akte 20/2). In der angefochtenen Verfügung nahm die Vorinstanz sodann umfassend Bezug zum medizinischen Sachverhalt (vgl. Verfügung des SEM, S. 4 und 8 f.). Diese Rüge schlägt somit fehl. 6.4 Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass mit Blick auf das vorinstanzliche Verfahren das Vorliegen von Verfahrensfehlern zu ver- neinen ist . Es besteht keine Veranlassung, die Sache zur weiteren D-4729/2024 Seite 10 Abklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Ziff. 1 [recte: 4] der Rechtsbegehren). Das entsprechende Subeventualbe- gehren ist abzuweisen. 7. 7.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch in der Re- gel nicht eingetreten, wenn die asylsuchende Person in einen nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren kann, in welchem sie sich vorher aufgehalten hat. 7.2 Der Bundesrat bezeichnet Staaten, in denen nach seinen Feststellun- gen effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht, als sichere Drittstaaten (Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG). Mit Be- schluss des Bundesrats vom 14. Dezember 2007 wurden sämtliche Länder der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandelsassozia- tion (EFTA) als sichere Drittstaaten bezeichnet. 7.3 Bei Griechenland – einem Mitgliedstaat der EU – handelt es sich um einen sicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG. Sodann geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer sich zuvor dort auf- gehalten hat und von diesem Staat am (…) 2023 als Flüchtling anerkannt wurde. Er verfügt über eine gültige Aufenthaltsbewilligung und die griechi- schen Behörden haben sei ner Rückübernahme am (…) 2024 explizit zu- gestimmt. Er kann folglich nach Griechenland zurückkehren und das SEM ist zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asyl- gesuch nicht eingetreten. 8. 8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es d arauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän- derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei- lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutba r oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; D-4729/2024 Seite 11 Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Auslän- der und über die Integration vom 16. Dezember 2005 [AIG; SR 142.20]). 9.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be- weisen, wenn der stri kte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 9.3 9.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK; SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder er- niedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat – wie das SEM zutreffend festhält – mit Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 festgestellt, dass der Voll- zug der Wegweisung nach Griechenland für Personen, die dort einen Schutzstatus erhalten haben, grundsätzlich zulässig ist (vgl. a.a.O. E. 11.2 und 11.4). Namentlich wurde erwogen, dass nicht von einer Situation aus- zugehen sei, in der jeder Person mit Schutzst atus in Griechenland eine unangemessene und erniedrigende Behandlung im Sinne einer Verletzung von Art. 3 EMRK drohen würde. Die Ausführungen in der Beschwerde so- wie die vom Beschwerdeführer angeführten Quellen ändern nichts an die- ser bundesverwaltungsgerichtlichen Einschätzung, zumal die schwierigen Lebensbedingungen von Schutzberechtigten in Griechenland bereits be- kannt waren und diesen Umständen im Rahmen der Beurteilung im D-4729/2024 Seite 12 Referenzurteil Rechnung getragen wurde. An der Einschätzung des Ge- richts vermag auch der Entscheid des EGMR vom 18. April 2024 nichts zu ändern, zumal es sich hier um Einzelfälle handelte, in denen konkrete Ver- letzungen erkannt worden sind. Daraus den Schluss zu ziehen, Asylsu- chende und Schutzberechtigte seien in Griechenland generell einer unzu- lässigen Behandlung ausgesetzt, verfängt nicht. 9.3.3 Vorliegend sind keine individuellen Gründe zu erkennen, die die Ver- mutung der Zulässigkeit umzustossen vermögen, zumal dem Beschwerde- führer in Griechenland Schutz gewährt wurde und er dort bis anhin keinen menschenunwürdigen Lebensbedingungen ausgesetzt war. Sollte er sich tatsächlich aufgrund der Familienfehde in Griechenland bedroht fühlen, hätte er sich bei den zuständigen griechischen Behörden um Schutz zu bemühen. Aus den Akten gehen sodann kei ne gesundheitlichen Beein- trächtigungen des Beschwerdeführers hervor , die derart schwerwiegend sind, dass bei einer Überstellung nach Griechenland eine ernsthafte, ra- pide und irreversible Verschlechterung seiner Lage, verbunden mit über- mässigem Leiden oder einer bedeutenden Verkürzung der Lebenserwar- tung, zu erwarten wäre, wie sie zur Annahme der Unzulässigkeit des Weg- weisungsvollzugs aus medizinischen Gründen gefordert wird. Für den Fall, dass die medizinischen Leiden des Beschwerdeführers weiterbestehen oder sich gar verschlimmern sollten, geht das Gericht davon aus, dass zu- mindest die notwendige medizinische Versorgung in Griechenland gewähr- leistet sein wird , auch wenn der Beschwerdeführer dies anders sieht . Selbst unter Berücksichtigung der Schwächen des griechischen Aufnah- mesystems vermag allein die blosse Möglichkeit, in nicht absehbarer Zeit aus nicht voraussehbaren Gründen in eine missliche Lebenssituation zu geraten, die hohe Schwelle zum «real risk» nicht zu erreichen. 9.3.4 Diesen Erwägungen zufolge erwei st sich der Vollzug der Wegwei- sung als zulässig. 9.4 9.4.1 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht ferner die Vermutung, dass eine Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist (vgl. a.a.O. E. 11.3). Die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung gilt im Hinblick auf Griechenland grundsätzlich auch für vulnerable Personen, wie zum Beispiel Personen, die an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind (vgl. a.a.O. E. 11.5.1). D-4729/2024 Seite 13 9.4.2 Es obliegt der betroffenen Person, diese Vermutung umzustossen. Dazu hat sie ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, dass sie im Fall einer Rückkehr nach Griechenland dort aufgrund von individuellen Um- ständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existen- zielle Notlage geraten würde (vgl. a.a.O. E. 11.4). 9.4.3 Der Beschwerdeführer vermag die oben umschriebene Legalvermu- tung nicht umzustossen und konkrete Anhaltspunkte dafür glaubhaft zu machen, dass er im Falle einer Rück führung nach Griechenland in eine existenzielle Notlage geraten würde. Auch wenn die Situation für aner- kannte Flüchtlinge in Griechenland schwierig ist, wird es dem Be schwer- deführer bei der Rückkehr möglich sein, sich für eine Unterkunft und Sozi- alleistungen an die entsprechenden Stellen zu wenden und im Bedarfsfall seine Rechte einzufordern sowie nötigenfalls die unentgeltliche Hilfe der zahlreich vorhandenen Nichtregierungsorganisationen zu beanspruchen, zumal er diesbezüglich nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben scheint (vgl. SEM-Akte 18/3, S. 2). Dies gilt auch in Anbetracht des jungen Alters, der mangelhaften Sprachkenntnisse und dem fehlenden sozialen Netzwerk in Griechenland. In der Beschwerde wird geltend gemacht, dass der Schutz für Personen mit Schutzstatus in Griechenland nur auf dem Pa- pier existiere (vgl. Beschwerde S. 9). Das Gericht verkennt nicht, dass das griechische Asylsystem Schwachstellen aufweist, alleine damit ist die Le- galvermutung aber nicht umgestossen. Auch ist festzu halten, dass die Nichtregierungsorganisationen in Griechenland von verschiedenen Akteu- ren (wie etwa der Europäischen Union) gerade finanziert werden, um staat- liche Angebote zu ergänzen (vgl. Referenzurteil a.a.O. E. 9). 9.4.4 Schliesslich steht auch der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh- rers einer Überstellung nach Griechenland nicht entgegen. Er macht zwar in seiner Beschwerdeschrift geltend, dass er aufgrund seiner Gesundheits- probleme als spezifisch vulnerabel einzustufen sei (vgl. Beschwerdeschrift, S. 9). Indessen handelt es sich hierbei bloss um eine pauschale, unsub- stanziierte Behauptung ohne Belege. Damit gehört der Beschwerdeführer – selbst unter Berücksichtigung seiner geltend gemachten (…) und seiner (…) – nicht zu den äusserst vulnerablen Personen, die an schweren Krank- heiten im Sinne des erwähnten Referenzurteils leiden, bei denen der Voll- zug der Wegweisung nur bei Vorliegen besonders günstiger Umstände zu- mutbar ist. Eine allfällig notwendige medizinische Behandlung stünde ihm grundsätzlich auch in Griechenland zur Verfügung. D-4729/2024 Seite 14 9.4.5 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs mit zutreffender Begründung bejaht. Um Wiederho- lungen zu vermeiden, ist auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfü- gung zu verweisen (vgl. Verfügung des SEM, S. 5 ff.). 9.5 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich schliesslich auch als möglich, zumal die griechischen Behörden am (…) 2024 der Rückübernahme des Beschwerdeführers explizit zugestimmt haben und er über eine bis zum (…) 2026 gültige Aufenthaltsbewilligung verfügt. 9.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). 10. Aus diesen Erwägungen e rgibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. 11.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzuweisen, weil sich die Beschwerde entsprechend den vorstehenden Er- wägungen als aussichtlos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erwiesen hat. Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun- gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]) dem Be- schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 11.2 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist mit dem vorliegenden Urteil in der Sache gegenstandslos geworden. (Dispositiv nächste Seite) D-4729/2024 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die ka ntonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Contessina Theis Nikola Nastovski Versand: