Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht Vom 26. September 2017 (400 17 204) ____________________________________________________________________ Partnerschaftsgesetz Partnerschaftsschutz / Unterhaltsbeitrag Besetzung Präsident Roland Hofmann, Richter Dieter Freiburghaus (Ref.), Richterin Barbara Jermann Richterich; Gerichtsschreiberin Karin Arber Parteien A. ____ vertreten durch Advokatin Gabrielle Bodenschatz, Elisabethenstrasse 28, Postfach 425, 4010 Basel, Gesuchsbeklagte und Berufungsklägerin gegen B. ____ vertreten durch Advokat Marco Albrecht, Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz, Gesuchsklägerin und Berufungsbeklagte Gegenstand Eingetragene Partnerschaft / Partnerschaftsschutz Berufung gegen das Urteil des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost vom 23. März 2017 A. Die Parteien lebten seit dem Jahr 2009 in einer Bez iehung und seit dem 1. Dezember 2011 in einer eingetragenen Partnerschaft. Am 3. März 2012 kam C.____, der Sohn von B.____ Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht (nachfolgend Berufungsbeklagte), und am 19. Juli 2014 D.____, die Tochter von A.____ (nach- folgend Berufungsklägerin) zur Welt. Im Hinblick auf di e Geburt von C.____ schlossen die bei- den Partnerinnen am 2. Dezember 2011 eine Vereinbar ung betreffend Partnerschaft, Pflege und Unterhalt des Kindes. Hinsichtlich der Geburt von D. ____ schlossen sie am 10. Juli 2014 eine praktisch gleichlautende Vereinbarung. In beiden Vereinbarungen wurden die Betreuung und die Erwerbstätigkeit geregelt und vorgesehen, dass die Berufungsbeklagte in einem Ar- beitspensum von 30% arbeitet und die Berufungsklägerin in einem solchen von 80%. Diese Arbeitspensen wurden unbestrittenermassen auch so gel ebt. Die beiden Partnerinnen trennten sich am 1. Dezember 2016. Die Berufungsklägerin zog mit i hrer Tochter nach Deutschland und die Berufungsbeklagte blieb mit ihrem Sohn in der Wohnung in der Schweiz. B. Mit Gesuch vom 23. November 2016 an das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost er- suchte die Berufungsbeklagte im Hinblick auf den Auszug de r Berufungsklägerin um die Rege- lung des Getrenntlebens. Sie beantragte die Bewilligu ng des Getrenntlebens und die Verpflich- tung der Berufungsklägerin zur Leistung eines monatliche n Unterhaltsbeitrags an die Beru- fungsbeklagte von mindestens CHF 2‘318.00. An der Gericht sverhandlung vom 3. März 2017 reduzierte sie den Unterhaltsantrag auf CHF 2‘100.00 und beantragte unter anderem noch ein Besuchsrecht zwischen ihr und D.____ von mindestens einem Sonntag pro Monat mit Über- nachtung. Die Berufungsklägerin stellte sich dagegen auf den Standpunkt, es sei kein Unter- haltsbeitrag geschuldet. Mit Urteil des Zivilkreisgericht spräsidenten Basel-Landschaft Ost vom 23. März 2017 wurde den Partnerinnen des Getrenntlebe n bewilligt und festgestellt, dass sie seit dem 1. Dezember 2016 getrennt leben (Dispositiv Ziffer 1) und die Benützung der Wohnung und des Hausrates einvernehmlich geregelt hätten (Disposi tiv Ziffer 2). Weiter wurde festge- stellt, dass die Partnerinnen einig seien, dass die Toch ter der Berufungsklägerin, D.____, min- destens einen Sonntag pro Monat bei der Berufungsbekla gten und deren Sohn C.____ ver- bringt und dieser monatliche Aufenthalt mit einer Übe rnachtung von D.____ zu verbinden sei (Dispositiv Ziffer 3). Die Berufungsklägerin wurde verpfl ichtet, der Berufungsbeklagten mit Wir- kung ab 1. Dezember 2016 monatliche und vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge in Höhe von CHF 1‘145.00 zu bezahlen (Dispositiv Ziffer 4). Beiden Parteien wurde sodann die unentgeltli- che Rechtspflege bewilligt (Dispositiv Ziffer 5). Die G erichtkosten wurden ihnen je hälftig aufer- legt und die Parteikosten wettgeschlagen, wobei die Re chtsvertreter aus der Gerichtskasse entschädigt wurden. C. Mit Eingabe vom 9. Juni 2017 an das Kantonsgericht Bas el-Landschaft, Abteilung Zivil- recht, erklärte A.____ die Berufung gegen den Entscheid vom 23. März 2017. Sie beantragte, Ziffer 4 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass kein Un- terhaltsbeitrag geschuldet sei. Eventualiter sei Ziffe r 4 aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädig ungsfolgen. Die Berufungskläge- rin ersuchte überdies um Bewilligung der unentgeltliche n Rechtspflege und stellte diverse Ver- fahrensanträge, unter anderem den Antrag, den Fall durch die Dreierkammer beurteilen zu las- sen. Die Berufungsklägerin machte im Wesentlichen gelte nd, es bestehe grundsätzlich keine Unterhaltspflicht. Weiter monierte sie, zu ihren Laste n sei ihre Quellensteuer unberücksichtigt geblieben und in der Bedarfsberechnung der Berufungs beklagten sei der Mietkostenanteil von deren Sohn nicht ausgeschieden worden. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Die Berufungsbeklagte beantragte mit Berufungsantwo rt vom 26. Juni 2017 die Abwei- sung der Berufung, unter Kosten- und Entschädigungsfo lgen zu Lasten der Berufungsklägerin. Sie ersuchte ebenfalls um unentgeltliche Rechtspflege und stellte verschiedene Verfahrensan- träge. Auf die vorinstanzliche Entscheidbegründung und d ie Ausführungen in den Berufungs- schriften wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. E. Mit Verfügung vom 18. Juli 2017 schloss der Präsident des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, den Schriftenwechsel u nd liess die Parteien zu einer Haupt- verhandlung vor die Dreierkammer vorladen. Hinsichtlich d er vorinstanzlich zugesprochenen Unterhaltsbeiträge für die Monate Dezember 2016 bis M ärz 2017 gewährte er der Berufung die aufschiebende Wirkung. Er teilte mit, dass über die Ge suche beider Parteien um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit der Hauptsache entschieden werde. Weiter zog er die Ak- ten betreffend Aufschub der Vollstreckbarkeit des Kanton sgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht (Verf. Nr. 430 17 183) bei und wies die Anträge der Berufungsklägerin auf Entbindung der ärztlichen Schweigepflicht des Arztes der Berufungsbeklagten und auf Einholung eines ärzt- lichen Gutachtens zu deren gesundheitlichen Situation ab. F. Am 26. September 2017 fand die Hauptverhandlung vor der Dreierkammer des Kantons- gerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, statt. Eine Einigung kam nicht zustande. Die Berufungsklägerin hielt an ihren bereits mit der Beruf ung gestellten Rechtsbegehren fest und beantragte zusätzlich ein gegenseitiges Besuchsrecht für beide Parteien zum jeweiligen Kind der Partnerin von je einem Tag pro Monat mit Übernach tung. Die Berufungsbeklagte hielt an ihren Rechtsbegehren gemäss Berufungsantwort fest. Erwägungen 1.1 Gegen erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnah men kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO Berufung erhoben werden, wobei in vermögensrechtlichen Angelegenheiten die Berufung nur zulässig ist, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegeh- ren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Bei wiederkehrenden Leistungen wie Unterhaltsbeiträgen gilt der Kapitalwert als Str eitwert. Im vorliegenden Verfahren geht es um die Regelung des Getrenntlebens bei eingetragener Partnerschaft. Es gelten das summari- sche Verfahren (Art. 305 ZPO) und die gleichen Verfah rensregeln, welche auch im Eheschutz- verfahren zur Anwendung gelangen (Art. 306 i.V. mit A rt. 272 und 273 ZPO). Wie Ehe- schutzentscheide, stellen auch Entscheide über das Getrennt leben von zwei in eingetragener Partnerschaft lebenden Parteien vorsorgliche Massnahmen i m Sinne von Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO dar, welche der Berufung unterliegen. Die Beruf ungsbeklagte beantragte bei der Vor– instanz einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 2‘100.00 vom 1. Dezember 2016 bis min- destens August 2018. Der erforderliche Streitwert gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO ist somit zweifel- los erreicht. Die Berufung ist schriftlich und begründet innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids bzw. seit der nachträglichen Zuste llung der Entscheidbegründung bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 311 Abs. 1 ZPO). Im vorliegen- den Fall wurde das schriftlich begründete Urteil des Zi vilkreisgerichtspräsidenten Basel- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Landschaft Ost vom 23. März 2017 der Berufungsklägerin bzw. deren Rechtsvertreterin am 30. Mai 2017 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist ist durch die Berufungseingabe vom 9. Juni 2017 eingehalten. Mit Berufung vom 9. Juni 2017 wehrt sich die Berufungsklägerin gegen den vor- instanzlich festgesetzten Unterhaltsbeitrag und macht sinn gemäss eine unrichtige Rechtsan- wendung und eine unrichtige Feststellung des Sachverhal ts durch die Vorinstanz geltend. Die Berufung vom 9. Juni 2017 gegen den verfügten Unterha ltsbeitrag wurde form- und fristgerecht erhoben, so dass auf diesen Teil der Berufung einzutreten ist. 1.2 Die Berufungsklägerin stellte an der zweitinstanzlichen H auptverhandlung ein neues Rechtsbegehren bezüglich eines Kontaktrechts zum Sohn der Berufungsbeklagten. Dieses Kontaktrecht war im vorinstanzlichen Verfahren nicht Them a. An der erstinstanzlichen Haupt- verhandlung beantragte lediglich die Berufungsbeklagte ein Besuchsrecht zu D.____ (Tochter der Berufungsklägerin) von mindestens einem Sonntag pro Monat mit Übernachtung bei ihr. Die Berufungsklägerin antwortete darauf, die Berufungsbekla gte könne D.____ öfters haben, auch über Nacht (Protokoll der vorinstanzlichen Gerichtsverhandlung vom 23. März 2017, S. 4). Dem vorinstanzlichen Protokoll ist allerdings nicht zu entneh men, dass die Berufungsklägerin ihrer- seits einen Antrag auf ein Besuchsrecht zu C.____ (Sohn der Berufungsbeklagten) stellte. Ein solches Besuchsrecht zu C.____ wurde im vorinstanzlichen Verfahren nicht beantragt und stellt somit ein neues Rechtsbegehren im Sinne einer Klagänd erung dar. Gemäss Art. 317 Abs. 2 ZPO ist eine Klageänderung nur noch zulässig, wenn die Voraussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind und sie zudem auf neuen Tatsach en und Beweismitteln beruht. Vor- liegend werden neue Tatsachen und Beweismittel weder von der Berufungsklägerin genannt, noch sind solche ersichtlich. Die Berufungsklägerin hätte bereits bei der Vorinstanz ihrerseits ein Besuchsrecht zu C.____ beantragen können. Neue Tatsachen und Beweismittel liegen nicht vor, welche ihr eine Klageänderung im Berufungsverfahren bzw. die Beantragung des Besuchs- rechts erst im vorliegenden Rechtsmittelverfahren erlaube n würden. Die Vorinstanz musste auch nicht von Amtes wegen ein solches Besuchsrecht prüfen, da C.____ in keinem Kindsver- hältnis zur Berufungsklägerin steht. Auf den Antrag der Berufungsklägerin auf Einräumung ei- nes Besuchsrechts zu C.____ ist daher nicht einzutreten. 1.3 Für Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Zi vilkreisgerichte, die im summari- schen Verfahren ergangen sind, ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. a des kantonalen Einführungsgeset- zes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG ZPO, SGS 221) grundsätzlich das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts zuständig. Allerdings ist eine solche Streitigkeit auf Antrag einer Partei durch die Dreierkammer zu beurteil en (§ 6 Abs. 2 EG ZPO). Die Berufungs- klägerin machte von diesem Wahlrecht Gebrauch, sodass die vorliegende Streitsache durch die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts zu beurteilen ist. 2. An der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung vom 26. Sep tember 2017 reichten beide Parteien noch verschiedene Unterlagen ein, welche – wi e im Folgenden noch aufgezeigt wird – für die Beurteilung des Unterhaltsbeitrags jedoch nicht relevant sind, so dass offen gelassen werden kann, ob es sich um zulässige Noven handelt. 3.1 Die Vorinstanz hat einen Unterhaltsanspruch bejaht und führte dazu aus, beide Partnerin- nen hätten während dem Zusammenleben in eingetragen er Partnerschaft je ein Kind geboren. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Partnerinnen würden zum Kind ihrer Partnerin je weils in keinem Kindsverhältnis stehen, hätten jedoch vor beiden Geburten je eine schriftliche Vereinbarung bezüglich Pflege und Un- terhalt des Kindes abgeschlossen, aus welchen hervorgehe, dass beide Kinder von beiden Partnerinnen gewünscht gewesen seien. Weiter sei gemäss d er Vereinbarungen geplant gewe- sen, dass die Berufungsbeklagte 30% und die Berufungskläge rin 80% arbeiten würden. Diesen Arbeitspensen seien die Partnerinnen bis zur Aufnahme des Getrenntlebens auch nachgegan- gen. Die Berufungsbeklagte habe angesichts ihres geringe ren Arbeitspensums hauptsächlich die Kinder betreut. Auch wenn sich jede Partnerin um ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit be- mühen müsse, sei nach einer dauerhaften Pensenreduktio n eine Erhöhung lediglich schrittwei- se und mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung möglich. Aufgrund der aktuellen, gemein- schaftsbedingten Erwerbseinbusse habe die Berufungsbeklagt e gegenüber der Berufungsklä- gerin einen grundsätzlichen Unterhaltsanspruch. 3.2 Die Berufungsklägerin macht geltend, die Vorinstanz ha be betreffend Unterhaltspflicht auf die vereinbarte Rollenverteilung abgestellt, dabei j edoch verkannt, dass jeweils wechselseitig nur ein Kindsverhältnis zu einem Kind bestehe und jede P artei nach der Trennung das eigene Kind vollumfänglich zu betreuen habe. Die bisherige Rollenteilung könne nicht mehr gelebt werden, sodass an dieser Aufgabenteilung nicht schematisch festzuhalten sei. Es sei den Par- teien bewusst gewesen, dass im Trennungsfall jede für da s eigene Kind zu sorgen habe, wes- halb kein schützenswertes Vertrauen auf den Fortbestand der Rollenverteilung nach der Tren- nung bestehe. Die Berufungsbeklagte erhalte durch die T rennung einen Grossteil der Hand- lungsfreiheit zurück und könne am ursprünglichen Zustand anknüpfen. Es sei ihr möglich und zumutbar, einem Arbeitspensum von 100% nachzugehen und fü r sich und das Kind selbst zu sorgen. Aufgrund eines Bandscheibenvorfalls der Berufun gsbeklagten sei von der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens abgesehen worden. Eine Einschränkung der Erwerbsfähig- keit der Berufungsbeklagten aufgrund eines Bandscheibenvo rfalls werde jedoch bestritten und sei nicht substantiiert worden. 3.3 Die Berufungsbeklagte entgegnet, die Parteien hätten sich gemeinsam entschieden, eine Familie zu gründen und je ein Kind zur Welt zu bringen . Sie hätten die gelebten Rollenvertei- lungen vereinbart und sich gemeinsam für dieses Familie nmodell entschieden, was die Vor- instanz zu Recht berücksichtigt habe. Zwecks Betreuungsaufgab en habe die Berufungsbeklag- te zu Gunsten der Familie auf das berufliche Fortkommen verzichtet. Es sei derzeit an ihrem Arbeitsort zudem aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, das Arbeitspensum aufzustocken. Daran ändere nichts, dass ein familiärer Bezug zu den Gesc häftsinhabern bestehe. Überdies leide sie an Bandscheibenproblemen und befinde sich sei t längerem in ärztlicher Behandlung. Sie strebe jedoch ab 1. August 2018, wenn ihr Kind i n die 1. Klasse komme, eine Pensenerhö- hung an, wobei alsdann Drittbetreuungskosten entstehen würden, welche zu berücksichtigen seien. 3.4 Unter dem Kapitel „Wirkungen der eingetragenen Part nerschaft“ sieht Art. 13 PartG be- treffend Unterhalt vor, dass beide Partnerinnen oder Partner gemeinsam nach ihren Kräften für den gebührenden Unterhalt ihrer Gemeinschaft sorgen. Wird das Zusammenleben aufgehoben, muss gemäss Art. 17 Abs. 2 lit. a PartG das Gericht auf Antrag die Geldbeiträge festlegen, wel- che die Partnerinnen oder Partner einander schulden. Nach der Trennung besteht keine Ver- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sorgungsgemeinschaft mehr, aber noch immer eine Solid argemeinschaft, welche zu Unter- haltspflichten führen kann. Jede Partnerin und jeder Partner muss sich bemühen, nach der Auf- lösung des Zusammenlebens wirtschaftlich eigenständig zu w erden. Für die Frage der Ei- genversorgung ist jedoch entscheidend, wie die Erwerbsrol len in der Gemeinschaft verteilt wa- ren und wie lange das so beibehalten wurde. In Analog ie zum Eherecht ist von der gestützt auf Art. 13 PartG vereinbarten Aufgabenteilung auszugehen . Reichen die verfügbaren Mittel beider Partnerinnen zur Deckung der mit der Begründung zweier Haushalte regelmässig verbundenen Mehrbelastung unter Beibehaltung der bisherigen Leben shaltung, gilt der Grundsatz des Fort- bestands der vereinbarten Aufgabenteilung weiter. Reich en die finanziellen Mittel zur Deckung der Kosten zweier Haushalte bei gleicher Lebenshaltu ng nicht aus, müssen beide Partnerinnen Abstriche an der bisherigen Lebenshaltung in Kauf nehme n (FamKomm Eingetragene Partner- schaft, B ÜCHLER /V ETTERLI , Art. 17 N 5; F REIBURGHAUS , in: Zürcher Kommentar zum Partner- schaftsgesetz, Art. 17 N 16 f.). Nach der Auflösung einer eingetragenen Partnerschaft ist grundsätzlich jede Partnerin und jeder Partner für den eigenen Unterhalt verantwortlich (Art. 34 Abs. 1 PartG). Selbst nach der Auflösung einer einget ragenen Partnerschaft kann jedoch noch eine Unterhaltspflicht bestehen, zum einen für die Dau er einer gemeinschaftsbedingten Er- werbseinbusse, bis der Unterhalt durch eigene Erwerbstäti gkeit gesichert werden kann (Art. 34 Abs. 2 PartG), zum anderen zur Behebung einer durch die Auflösung eingetretenen Bedürftig- keit (Art. 34 Abs. 3 PartG). 3.5 Die Parteien haben sich in den beiden Vereinbarunge n vom 2. Dezember 2011 (im Hin- blick auf die Geburt von C.____, Sohn der Berufungsbekl agten) und vom 10. Juli 2014 (im Hin- blick auf die Geburt von D.____, Tochter der Berufungskl ägerin) darüber geeinigt, wie die Be- treuung und die Erwerbstätigkeit aufgeteilt werden so llen. Sie sahen eine Erwerbstätigkeit der Berufungsklägerin zu 80% und der Berufungsbeklagten zu 30% vor. Diesen Arbeitspensen sind die beiden Partnerinnen unbestrittenermassen so nachgeg angen. Bereits die Vorinstanz hielt fest, dass die Berufungsbeklagte aufgrund ihres geringere n Arbeitspensums hauptsächlich die Betreuung der beiden Kinder übernommen hat, was eben falls nicht bestritten wurde. Diese ver- einbarte und gelebte Aufgabenverteilung verliert nac h der Trennung nicht einfach an Gültigkeit, zumal sie bis zur Trennung rund 4.75 Jahre so gelebt wurde. Bereits in der ersten Vereinbarung vom 2. Dezember 2011 wurden die Arbeitspensen von 30% bzw. 80% vereinbart und in der zweiten Vereinbarung vom 10. Juli 2014 auch nicht ge ändert. Somit wurde diese Aufgabenver- teilung auch für die Betreuung nur eines Kindes – des Sohnes der Berufungsbeklagten – ab- gemacht und gelebt, woran auch die Geburt des zweiten Kindes – der Tochter der Berufungs- klägerin – nichts geändert hat. Der Einwand der Beruf ungsklägerin, die Berufungsbeklagte er- halte nach der Trennung einen Grossteil der Handlungsf ähigkeit zurück, geht daher fehl. Die Partnerinnen haben sich beide die Kinder gewünscht und die Aufgabenteilung so vereinbart, auch damals, als das zweite Kind noch nicht auf der Welt und nur der Sohn der Berufungsbe- klagten zu betreuen war. Die Berufungsbeklagte ist daher in ihrem Vertrauen auf den Fortbe- stand der vereinbarten und gelebten Rollenverteilung zu schützen. Daran vermag der Umstand, dass nunmehr jede Partnerin ein Kind betreut, nichts zu ändern. Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, ist nach einer dauerhaften Pensenreduktion – wie hier vorliegend – eine Erhöhung lediglich schrittweise und mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung möglich. Der Ansicht der Berufungsklägerin, wonach die Berufungsbeklagte ihr Pensum sogleich nach der Trennung hät- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht te erhöhen und für sich selber sorgen können, ist daher nicht zu folgen und der Berufungsbe- klagten derzeit noch kein höheres Arbeitspensum anzure chnen. Das aktuelle Monatseinkom- men der Berufungsbeklagten für ihr Arbeitspensum von 3 0% von netto CHF 1‘665.95 (exkl. Kinderzulage), wie von der Vorinstanz eingesetzt, ist dahe r nicht zu ändern. Allerdings hat sich die Berufungsbeklagte zu bemühen, wirtschaftlich eigens tändig zu werden. Je länger die Tren- nung dauert, desto höher wird die Anforderung an die Berufungsbeklagte, finanziell wieder selbständig zu werden. Dabei kann sich die Berufungsbekla gte nicht darauf beschränken, auf die Möglichkeit einer Erhöhung ihres Arbeitspensums bei ihrer heutigen Arbeitgeberin zu war- ten, sondern muss allenfalls schon früher eine andere A rbeitsstelle mit einem höheren Pensum oder eine zusätzliche weitere Teilzeitstelle suchen, um ihr Pensum zu erhöhen. 3.6 Den Ausführungen der Berufungsklägerin, wonach die V orinstanz der Berufungsbeklagten aufgrund eines Bandscheibenvorfalls kein hypothetisches Einko mmen angerechnet habe, kann nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz hat lediglich auf die Rollenverteilung während des Zusam- menlebens abgestellt und den Gesundheitszustand der Be rufungsbeklagten in ihrem Entscheid nicht berücksichtigt. Dies zu Recht, denn es lag der Vori nstanz keine ärztliche Bescheinigung über eine gesundheitsbedingte Erwerbsunfähigkeit ode r -einschränkung der Berufungsbeklag- ten vor. Auch der an der zweitinstanzlichen Verhandlung vo n der Berufungsbeklagten einge- reichte Arztbericht vom 14. September 2017 enthält keine entsprechenden Aussagen. 4. Die Berufungsklägerin beantragte mit ihrer Berufung , es sei Ziffer 4 des angefochtenen Urteils aufzuheben und festzustellen, dass kein Unterhalts beitrag geschuldet sei, eventualiter (d.h. bei Bejahung einer grundsätzlichen Unterhaltspfli cht) sei der Fall zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Berufung ist grundsät zlich ein reformatorisches Rechtsmit- tel, was bedeutet, dass die Rechtsmittelinstanz einen neu en Entscheid fällt, soweit der ange- fochtene Entscheid nicht bestätigt wird (siehe Art. 318 A bs. 1 lit. a und b ZPO). Eine Rückwei- sung an die erste Instanz ist gemäss Art. 318 Abs. 1 lit. c ZPO nur vorgesehen, wenn ein we- sentlicher Teil der Klage nicht beurteilt wurde (Zif fer 1) oder der Sachverhalt in wesentlichen Teilen zu vervollständigen ist (Ziffer 2). Vorliegend si nd diese Voraussetzungen nicht erfüllt. Weder wurde ein Teil der Klage nicht beurteilt, noch ist der Sachverhalt zu vervollständigen, wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zeigen wird. Der Sachverhalt stellt sich gleich wie bereits bei der Vorinstanz dar und der Fall ist spruchrei f. Die von der Berufungsbeklagten an der zweitinstanzlichen Gerichtsverhandlung vorgebrachten Ausführungen, wonach sich die Wohnsituation der Berufungsklägerin ändern soll, sind n icht relevant, da sich die Wohnsituation derzeit gleich präsentiert wie bei der Vorinstanz. Der B erufungsbeklagten ist es unbenommen, nach Änderung der Wohnsituation der Berufungsklägerin ein Abänderungsgesuch bei der Erst- instanz einzureichen. Der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist ent- sprechend diesen Ausführungen abzuweisen. Es ist nunmeh r die vorinstanzliche Unterhaltsbe- rechnung bzw. es sind die von den Parteien gerügten Positionen in dieser Berechnung zu über- prüfen. 5.1 Die Berufungsklägerin moniert, die Vorinstanz habe ih re Quellensteuerbelastung nicht berücksichtigt. Die Steuerbelastung von CHF 1‘223.00 ha be sie durch den Vorauszahlungsbe- scheid über die Einkommenssteuer 2017 und 2018 des Fina nzamts Lörrach ausgewiesen. Da- rin sei auch die Quellensteuerbelastung berücksichtigt. Im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Ent- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheids sei aktenkundig und geltend gemacht gewesen, dass d ie Berufungsklägerin seit dem Umzug nach Deutschland nun der Quellensteuerbelastung in Höhe von monatlich CHF 283.00 unterliege. Diese Quellensteuer sei in der Bedarfsber echnung zu berücksichtigen. Die Beru- fungsbeklagte stellt sich demgegenüber auf den Standpun kt, da eine Mangellage vorliege, sei- en die Steuern nicht zu berücksichtigen, eventualiter sei der hälftige Quellensteuerbetrag ange- sichts des neuen Unterhaltsrechts der Tochter D.____ anzurechnen. 5.2 Bei knappen Verhältnissen sind die Steuern im Bedarf d er Unterhaltsschuldnerin nicht zu berücksichtigen (BGE 140 III 337 mit weiteren Hinweisen ), ausgenommen davon ist die direkt vom Lohn abgezogene Quellensteuer (Urteil des Bundesger ichts 5C.99/2004 vom 7. Juni 2004 E. 3.1 mit Verweis auf BGE 90 III 33; H AUSHEER /S PYCHER , Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Aufl. 2010, N 12.75 f.). Diese wird indirekt berü cksichtigt, weil vom Nettoeinkommen der Un- terhaltsschuldnerin, welches tatsächlich ausbezahlt wird, a uszugehen ist, mithin vom Nettolohn nach Abzug der Quellensteuer. Es trifft zu, dass die V orinstanz die Quellensteuer nicht berück- sichtigte. Diese ging nämlich vom Einkommen der Berufung sbeklagten gemäss provisorischem Jahreslohnkontoauszug 2016 vom 9. Dezember 2016 aus. Da die Berufungsklägerin im Jahr 2016 – zumindest bis zum 1. Dezember 2016 – in der Schw eiz wohnte, unterlag sie damals nicht der Quellensteuer und es sind daher im Lohnkontoa uszug auch keine solchen aufgeführt. Indem sie seit 1. Dezember 2016 in Deutschland wohnt un d weiterhin in der Schweiz arbeitet, ist sie in der Schweiz quellensteuerpflichtig. Bereits be i der Vorinstanz legte die Berufungsbe- klagte den Vorauszahlungsbescheid der deutschen Steuerbeh örde vor. Diesem ist ein Steuer- betrag nach dem Grundtarif von Euro 15‘679.00 zu ent nehmen, von welchem die in der Schweiz zu bezahlende Steuer (Quellensteuer) von Euro 3 ‘091.00 abgezogen wird. Bei einem Kurs von CHF 1.1 entspricht die Quellensteuer einem jähr lichen Betrag von CHF 3‘400.00 bzw. von monatlich CHF 283.00, wie von der Berufungsklägerin geltend gemacht. Diese monatliche Quellensteuer von CHF 283.00 wird direkt vom Lohn abg ezogen, so dass das anrechenbare Einkommen der Berufungsklägerin um diesen Betrag zu redu zieren ist. Die Quellensteuer ist somit nicht wie von der Berufungsklägerin beantragt in ihrem Bedarf einzurechnen, sondern von ihrem vorinstanzlich angerechneten Einkommen abzuziehen un d beschlägt folglich ihre Leis- tungsfähigkeit. Die Vorinstanz berechnete das monatliche Nettoeinkommen der Berufungsklä- gerin auf CHF 5‘498.00, was von keiner Partei bestritten wurde. Nach Abzug der Quellensteuer von CHF 283.00 resultiert ein Nettoeinkommen der Beru fungsklägerin von CHF 5‘215.00, wel- ches der Unterhaltsberechnung zu Grunde zu legen ist. 5.3 Daran ändert auch die Rechtsprechung des Kantonsgerichtsg erichts, Abteilung Zivilrecht, vom 21. August 2012, Nr. 400 12 137, E. 2.6, auf wel che die Berufungsbeklagte die beantragte Nichtberücksichtigung der Steuern stützt, nichts. Im gena nnten Entscheid wurden die vom Un- terhaltsschuldner in Deutschland zu leistenden Steuern a ufgrund der Mangellage nicht berück- sichtigt, jedoch ist dem Entscheid zu entnehmen, dass die Vorinstanz die Quellensteuer bei der Ermittlung des anrechenbaren Einkommens berücksichtigte. Im vorliegenden Fall liegt die glei- che Sachlage vor. Die Quellensteuer der Berufungsklägerin ist nunmehr im Betrag von CHF 283.00 von ihrem monatlichen Nettoeinkommen abzu ziehen und die darüber hinaus in Deutschland zu bezahlenden Steuern sind im Grundbedarf der Berufungsklägerin angesichts der knappen Verhältnisse nicht zu berücksichtigen. Die Berufungsklägerin selber hat dies in der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Berufung auch gar nicht mehr geltend gemacht, sondern lediglich die Berücksichtigung der Quellensteuer. 6.1 Die Berufungsklägerin stellt sich auf den Standpunkt, von den Wohnkosten der Beru- fungsbeklagten sei ein Betrag von CHF 360.00 (rund 30 % der Wohnkosten) als Mietkostenan- teil für deren Kind auszuscheiden, da die Berufungskläge rin für das Kind der Berufungsbeklag- ten nicht unterhaltspflichtig sei. Die Berufungsbeklagte wehrt sich gegen eine Reduktion der Wohnkosten und führt aus, es sei bereits eine Ungleich behandlung von der Vorinstanz vorge- nommen worden, indem die Tochter D.____ im Bedarf d er Berufungsklägerin miteinberechnet worden sei, wogegen im Bedarf der Berufungsbeklagten deren Sohn C.____ keine Berücksich- tigung gefunden habe. Der Bedarf der Berufungsbeklag ten sei nicht annähernd gedeckt, wes- halb keine weitere Reduktion der Wohnkosten vorzunehmen sei. 6.2 Zwischen der Berufungsklägerin und dem Sohn C.____ der Berufungsbeklagten besteht kein Kindsverhältnis, so dass die Berufungsklägerin gegenü ber C.____ nicht unterhaltspflichtig ist. Allerdings sieht Art. 27 Abs. 1 PartG vor, dass wen n eine Person Kinder hat, ihr die Partne- rin oder der Partner unter anderem in der Erfüllung der Unterhaltspflicht beizustehen hat. Ange- sichts dieser Beistandspflicht ist es nicht angemessen, von de n Wohnkosten der Berufungsbe- klagten einen Wohnanteil für C.____ auszuscheiden. Dies gilt umso mehr, als C.____ ein Wunschkind von beiden Partnerinnen war und sich die Beruf ungsklägerin in der Vereinbarung vom 2. Dezember 2011 bereit erklärte, für das Kind aufz ukommen. Zu berücksichtigen gilt wei- ter, dass die Berufungsbeklagte nach der Trennung die Wohnkosten für sich und den Sohn mit- tels Umzug in ein anderes Mietobjekt bereits senkte und n unmehr einen tiefen Mietbetrag von CHF 1‘080.00 bezahlt. Eine weitere Reduktion mittels Ausscheidung des Wohnanteils für C.____ ist auch aus diesem Grund nicht angezeigt. Folgl ich sind die von der Vorinstanz be- rücksichtigten Mietkosten der Berufungsbeklagten von CHF 1‘ 080.00 nicht zu ändern. Die von der Berufungsbeklagten angesprochene Ungleichbehandlu ng, wonach im Bedarf der Beru- fungsklägerin deren Tochter D.____ berücksichtigt wurde u nd dagegen der Sohn C.____ im Bedarf der Berufungsbeklagten keine Berücksichtigung fand , gründet darauf, dass die Unter- haltspflicht der Berufungsklägerin gegenüber ihrem Kin d, dem partnerschaftlichen Unterhalts- beitrag vorgeht, wie bereits die Vorinstanz zu Recht a usführte. Folglich sind die Kosten von D.____ im Bedarf der Berufungsklägerin einzurechnen, wie dies die Vorinstanz tat. 7.1 Die Berufungsbeklagte ihrerseits macht geltend, die von der Vorinstanz berücksichtigten Kinderbetreuungskosten der Berufungsklägerin von Euro 7 00.00 bzw. CHF 770.00 würden die- ser nicht anfallen und seien daher nicht zu berücksichti gen, eventualiter sei ein Betrag von ma- ximal CHF 200.00 einzusetzen. Sie führt dazu aus, der von der Berufungsklägerin eingereichte Vertrag über die Kinderbetreuung habe die Berufungskl ägerin mit ihrer Mutter geschlossen, welche ihr ein Darlehen gewährt habe. Dieses Darlehen werde nun unter dem Deckmantel „Be- treuungsgeld“ zurückbezahlt. Die Betreuungskosten würden nicht effektiv anfallen, zumal Be- treuungen innerhalb der Familie üblicherweise nicht a bgegolten würden. In Deutschland beste- he zudem ein Anspruch auf einen Platz in einer öffen tlichen Kindertagesstätte, welche bedeu- tend günstiger seien, so dass die Berufungsklägerin gar n icht auf die Betreuung ihres Sohnes durch ihre Mutter angewiesen sei. Die Berufungsbeklagt e sei überdies nach wie vor bereit, die Betreuung der Tochter der Berufungsklägerin während deren Arbeitseinsätzen zu übernehmen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Die Berufungsklägerin führte bereits an der vorinstanzli chen Hauptverhandlung aus, sie leiste Schichtarbeit zu Zeiten, welche die Kindertagesstä tten nicht abdecken würden. An der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung erklärte sie, ihre Mutter würde zu ihr nach Hause kom- men und D.____ hüten, wenn sie arbeite. Sie arbeite im Schichtdienst und sei auch an Wo- chenenden und Feiertagen im Arbeitseinsatz. 7.3 Angesichts der Kostenansätze in deutschen Kindertagesstä tten scheint der von der Beru- fungsklägerin geltend gemachte Betrag von monatlich C HF 770.00 für die Kinderbetreuung hoch. Es besteht allerdings die Schwierigkeit, dass Kinder tagesstätten in der Regel nicht auf Schichtarbeitsverhältnisse ausgerichtet sind und die Betr euung weder zu allen Tageszeiten abdecken noch an Sonn- und Feiertagen. Da die Berufu ngsklägerin Schichtdienst arbeitet und früh morgens, spät abends und auch an Wochenenden und F eiertagen Schichtdienst hat, was unbestritten ist, ist sie für die Betreuung von D.____ a uf eine Lösung ausserhalb einer Kinder- tagesstätte angewiesen. Grosseltern hüten die Grosskinder h äufig kostenlos. Das muss aber nicht so sein. Im vorliegenden Fall hütet die Grossmutt er D.____ nicht nur gelegentlich oder an regelmässigen Wochentagen, sondern immer dann, wenn d ie Berufungsklägerin ihre unregel- mässigen Schichten arbeitet. Das erfordert von der Grossmu tter nicht nur einen umfassenden Einsatz, sondern auch, dass sie sich den Arbeitszeiten der Berufungsklägerin anpasst und sich um diese herum ihr Leben flexibel organisieren muss. Au fgrund des umfassenden, in den per- sönlichen Alltag eingreifenden Einsatzes der Grossmutter f ür die Betreuung von D.____ kann nicht von einer unentgeltlichen Betreuung ausgegangen werden. Der Betrag von CHF 770.00 ist angesichts dieses grossen Einsatzes nicht unangemessen. E s liegen auch keine ausrei- chenden Anzeichen dafür vor, dass der Betreuungsvertrag fi ngiert sein soll und die Zahlungen der Berufungsklägerin an ihre Mutter der Abzahlung ei nes Darlehens dient. Auch aus dem Da- tum des Betreuungsvertrages kann die Berufungsbeklagte nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Berufungsklägerin ist unbestrittenermassen per 1. Dezemb er 2016 bei der Berufungsbeklagten ausgezogen. Der Betreuungsvertrag datiert vom 1. Dezem ber 2016 und sieht den Vertragsbe- ginn per 1. Dezember 2016 vor. Darin sind keine Unrege lmässigkeiten ersichtlich. Der von der Vorinstanz berücksichtigte Betrag von CHF 770.00 für die K inderbetreuung im Bedarf der Beru- fungsklägerin ist folglich nicht abzuändern. 8. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass eine Unte rhaltspflicht der Berufungs- klägerin gegenüber der Berufungsbeklagten aufgrund der vereinbarten und gelebten Aufgaben- verteilung besteht und der Berufungsbeklagten angesich ts der über mehrere Jahre gelebten Aufgabenteilung derzeit kein höheres Arbeitspensum anzur echnen ist. Die vorinstanzliche Un- terhaltsberechnung ist bezüglich Einkommen der Berufungskl ägerin um die Quellensteuer zu reduzieren. In den Bedarfsberechnungen sind dagegen keine Änderungen vorzunehmen, weder bezüglich der Kinderbetreuungskosten der Berufungsklägerin noch hinsichtlich der Wohnkosten der Berufungsbeklagten. Andere Positionen der vorinsta nzlichen Unterhaltsberechnung wurden im Berufungsverfahren nicht bestritten. Angesichts des Be darfs der Berufungsklägerin von CHF 4‘353.50 und ihres Einkommens nach Abzug der Quelle nsteuer von CHF 5‘215.00 resul- tiert ein monatlicher Überschuss von CHF 861.50. Da der Berufungsklägerin das Existenzmini- mum entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu belassen ist, kann kein höherer Unterhaltsbeitrag als dieser Überschuss zugesprochen wer den, auch wenn damit das Manko Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Berufungsbeklagten von CHF 1‘138.05 (Bedarf der Be rufungsbeklagten von CHF 2‘804.00 abzüglich ihr Nettoeinkommen exkl. Kinderzulage von CHF 1‘665.95) nicht gedeckt ist. Die Aus- führungen der Berufungsklägerin über die Überschussverte ilung und Sparquote werden somit obsolet. 9.1 Beide Parteien haben um Bewilligung der unentgeltl ichen Rechtspflege ersucht. Gemäss Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltli che Rechtspflege, wenn sie einerseits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a; sog. „Mittellosigkeit“ oder „Bedürftigkeit“) und andererseits ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos ersche int (lit. b). Wer diese Bedingungen erfüllt, hat ausserdem Anspruch auf einen unentgeltlich en Rechtsbeistand, soweit dies zur Wahrung der Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Die unentgeltliche Rechtspflege umfasst die Befreiung von Vorschuss- und Sicherheitsleist ungen sowie Gerichtskosten. Die Mittellosigkeit wird gemeinhin dann bejaht, wenn der Aufwand des notwendigen Lebensunter- halts (sog. „zivilprozessualer Notbedarf“) das massgebliche Einkommen übersteigt, bzw. aus der Differenz nur ein kleiner Überschuss resultiert, welcher es dem Gesuchsteller nicht erlauben würde, die Prozesskosten innert nützlicher Frist zu bezahlen . Nach der basellandschaftlichen Gerichtspraxis gilt eine Partei nicht als bedürftig, wenn ihr Einkommen grösser als das um 15 % des Grundbetrags und die laufende Steuerbelastung erwe iterte betreibungsrechtliche Exis- tenzminimum ist (vgl. BLKGE 400 13 57 vom 30. April 201 3 E. 3.1). Ist die Bedürftigkeit auf- grund der Einkommensverhältnisse der gesuchstellenden Partei im Zeitpunkt der Einreichung zu bejahen, so ist zu prüfen, ob allenfalls bestehendes Vermögen der Bewilligung der unentgelt- lichen Rechtspflege entgegensteht. Dabei ist zu beachten , dass ein gewisser Umfang an Ver- mögen als „Notgroschen“ beansprucht werden darf und n icht zur Prozessführung angetastet werden muss. Bei ungenügendem Einkommen wird ein Vermö gen von etwa CHF 20'000.00 bis maximal CHF 25'000.00 als noch verhältnismässig gering un d deshalb einem Gesuch um un- entgeltliche Rechtspflege nicht entgegenstehend betrachtet. 9.2 Aus den vorstehenden Ausführungen geht hervor, dass kein e der Parteien entsprechend ihrem Einkommen, ihrem Grundbedarf und dem nunmehr festzulegenden Unterhaltsbeitrag von CHF 861.00 über einen Überschuss verfügt, sodass beide Pa rteien aufgrund der Einkommens- verhältnisse als bedürftig im zivilprozessualen Sinne gelten . Die Berufungsklägerin verfügt über kein Vermögen, welches der Gewährung der unentgeltliche n Rechtspflege entgegenstehen könnte, so dass ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu bewi lligen ist. Die Berufungsbeklagte verfügte per 3. Juli 2017 über ein Vermögen von CHF 3 1‘767.00 (siehe Entscheid vom 18. Juli 2017 betreffend Aufschub der Vollstreckbarkeit, Verf. Nr . 430 17 183). Aus den von ihr an der kantonsgerichtlichen Verhandlung eingereichten Kontoauszügen geht hervor, dass das Vermö- gen auf ihren Bankkonten per 20. September 2017 um r und CHF 5‘400.00 abgenommen hat. Es liegt damit noch immer ein Vermögen vor, welches kna pp über dem Notgroschen liegt. Al- lerdings besteht bei der Berufungsbeklagten eine Mangel lage. In der vorinstanzlichen Bedarfs- berechnung der Berufungsbeklagten ist deren Sohn C.___ _ nicht berücksichtigt. Unter Berück- sichtigung der Kosten für C.____ wird die Unterdeckung d er Berufungsbeklagten noch grösser und sie muss zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts auf i hr Vermögen zurückgreifen, so dass das den Notgroschen übersteigende Vermögen derzeit nicht für Verfahrenskosten aufgewendet Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden kann. Folglich ist der Berufungsbeklagten die unentgeltliche Rechtspflege ebenfalls zu bewilligen. 10.1 Es bleibt über die Verteilung der Prozesskosten des Ber ufungsverfahrens, bestehend aus den Gerichtskosten sowie der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), zu befinden. Massge- bend für die Regelung der Kostenfolgen sind die Bestim mungen der Art. 104 ff. ZPO, die auch im Berufungsverfahren gelten, da das Gesetz für das Recht smittelverfahren keine speziellen Kostenregelungen vorsieht (vgl. S EILER , Die Berufung nach ZPO, Rz 1560). Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden P artei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Von diesem Verteilungsgrundsatz kann das Gericht unter gewissen Um- ständen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verte ilen (Art. 107 ZPO). Entspre- chend den vorstehenden Erwägungen dringt die Berufung sklägerin mit ihrer Berufung teilweise durch. Sie beantragte die Aufhebung des vorinstanzlich festgelegten Unterhaltsbeitrages von CHF 1‘145.00. Mit vorliegendem Entscheid wird der Unterhaltsbeitrag um rund einen Viertel auf nunmehr CHF 861.00 gesenkt. Die Gerichtsgebühr, welche in Anwendung von § 9 Abs. 1 i.V. mit § 8 Abs. 1 lit. h des Gebührentarifs (SGS 170.31) auf pauschal CHF 2‘000.00 festzusetzen ist, ist entsprechend dem Ausgang des Verfahrens zu drei V ierteln der Berufungsklägerin und zu einem Viertel der Berufungsbeklagten aufzuerlegen. Z ufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für beide Parteien gehen diese Kosten vor läufig zu Lasten des Staates (Art. 122 Abs. 1 lit. b ZPO). 10.2 In Anwendung von Art. 106 Abs. 2 ZPO sowie unter Ber ücksichtigung, dass es sich vor- liegend um Schutzmassnahmen bei eingetragenen Partnerschaften und somit um eine familien- rechtliche Angelegenheit handelt, hat jede Partei für ihre eigenen Parteikosten aufzukommen. Da beiden Parteien die unentgeltliche Rechtspflege f ür das Berufungsverfahren zu bewilligen ist, sind die beiden unentgeltlichen Rechtsbeistände vom Kanton angemessen zu entschädigen (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO). 10.3 Die Rechtsvertreterin der Berufungsklägerin macht mit H onorarnote vom 26. September 2017 ein Honorar von CHF 5‘045.30 basierend auf einem Stundenansatz für Volontäre von CHF 130.00 geltend, so dass es sich um einen Zeitaufwand von 38.81 Stunden handelt, zuzüg- lich Spesen von insgesamt CHF 209.90. Ein Aufwand von 3 8.81 Stunden ist angesichts der vorliegenden Streitsache, welche nicht als besonders schwierig zu gelten hat, und in Anbetracht des Umfangs der Berufungsschrift von 6.5 Seiten (inkl. T itelseite) klarerweise übermässig. Auf- fallend ist insbesondere der immense Aufwand nach Ei nreichung der Berufung vom 9. Juni 2017, obwohl von der Berufungsklägerin keine weitere Eingabe einzureichen war. Es gab im vorliegenden Verfahren lediglich zwei Verfügungen. Mit Verfügung vom 13. Juni 2017 wurde Frist zur Berufungsantwort angesetzt und mit Verfügung vom 18. Juli 2017 wurde der Schrif- tenwechsel geschlossen, die Parteien zur Hauptverhandlung vorgeladen sowie über den Antrag auf aufschiebende Wirkung und die Beweisanträge entschied en. Von den Parteien wurden kei- ne Unterlagen und Stellungnahmen mehr eingefordert, welche einen zusätzlichen Aufwand be- gründet hätten. Mit Eingabe vom 18. September 2017 hat die Rechtsvertreterin der Berufungs- klägerin lediglich noch die Substitution für die Verhandlung vom 26. September 2016 angezeigt. Übermässig ist insbesondere der Aufwand von 3.00 Stunden am 17.07.2017 unter dem Titel Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht „Unterlagen ordnen“ und der Aufwand von insgesamt 17 Stunden für die Vorbereitung der Hauptverhandlung inkl. Recherchen vom 02.08./03.08./13.09./14.09.2017 wie auch die Bespre- chungen inkl. Vor- und Nachbereitung von insgesamt 3.7 5 Stunden am 15.09./18.09.2017, dies notabene nachdem die Berufung bereits längstens einge reicht und folglich mit der Klientin be- sprochen war. Der Mehraufwand, welcher offenbar dadurch entstand, dass der Fall bei der Rechtsvertreterin während dem Berufungsverfahren vom Volontär, welcher die Berufung erstell- te, an dessen nachfolgenden Volontär, welcher an der Hauptverhandlung teilnahm, weitergege- ben wurde, ist der internen Organisation der Rechtsvert reterin zuzuschreiben und nicht vom Staat zu vergüten. Das zu vergütende Honorar kann nicht h öher sein, als wenn die Rechtsver- treterin den Fall selber betreut hätte. Deren Aufwan d würde folgendermassen geschätzt: Be- sprechung mit Klientin hinsichtlich Berufung 1.00 Stunde , Erstellen der Berufungsschrift inkl. Doppel und Korrespondenz an Klientin 7.00 Stunden, d iverse Korrespondenzen 2.00 Stunden, Vorbereitung Berufungsverhandlung inkl. Klientengesprä ch 2.50 Stunden, Hauptverhandlung 2.50 Stunden, Weg zur/von Hauptverhandlung 1.00 Stun de. Dies entspricht insgesamt einem Aufwand von 16 Stunden à CHF 200.00 bzw. einem Honor ar von CHF 3‘200.00. Nach Hinzu- rechnung der geltend gemachten Spesen von CHF 209.90 un d der Mehrwertsteuer resultiert eine Entschädigung von CHF 3‘682.70 (inkl. Auslagen von CHF 209.90 und MWST von 8% auf CHF 3‘409.90 = CHF 272.80), welche der Rechtsvertreter in der Berufungsklägerin, Advokatin Gabrielle Bodenschatz, aus der Gerichtskasse auszurichten ist. 10.4 Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten macht mit Honorarnote vom 25. September 2017 einen Aufwand ohne zweitinstanzliche Hauptverhandlu ng von 10.92 Stunden à CHF 200.00 sowie einen Aufwand von 5.75 Stunden à CHF 130.00 geltend, total somit 16.67 Stunden bzw. CHF 2‘930.85 ohne Hauptverhandlung. Nicht nachvollziehbar ist der in der De- servitenkarte aufgeführte Aufwand am 22.09.2017 von 240 Minuten unter dem Titel „Vereinba- rung“. Folglich ist der zum Ansatz für Volontäre geltend gemachte Aufwand um 240 Minuten bzw. 4.00 Stunden zu kürzen auf 1.75 Stunden. Für die Hauptverhandlung, zu welcher die Vo- lontärin erschien, ist wie auch bei der Gegenseite ein Aufwand von 2.50 Stunden und für den Weg zu/von der Verhandlung von 1.00 Stunde hinzurechne n, so dass der Aufwand für die Vo- lontärin inkl. Teilnahme an der Verhandlung und Weg insgesamt 5.25 Stunden à CHF 130.00 beträgt, was CHF 682.50 entspricht. Wird dieser Betrag zum geltend gemachten Honorar des Rechtsvertreters von CHF 2‘183.35 hinzugezählt, bemisst sich der Aufwand auf CHF 2‘865.85. Dieser Betrag ist auch im Vergleich mit dem zugestanden en Aufwand für die Gegenseite von CHF 3‘200.00 angemessen, zumal das Erstellen einer Beru fungsschrift in der Regel mehr Zeit beansprucht als die Ausfertigung der Berufungsantwort, welche sich in etlichen Punkten jeweils auf das Bestreiten beschränken kann. Werden die geltend gemachten Auslagen von CHF 66.50 und die Mehrwertsteuer addiert, resultiert eine Entschädigung von CHF 3‘166.95 (Honorare von CHF 2‘183.35 und CHF 682.50, Auslagen von CHF 66.50 und Mehrwertsteuer von 8% auf CHF 2‘932.35 = CHF 234.60), welche dem Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten, Advokat Marco Albrecht, aus der Gerichtskasse auszubezahlen ist. 10.5 Jede Partei ist zur Nachzahlung ihres Anteils an der Ent scheidgebühr sowie der an ihren unentgeltlichen Rechtsbeistand ausbezahlten Entschädigung verpflichtet, sobald sie dazu in der Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjährt zehn Jahre na ch Abschluss des Verfahrens (Art. 123 ZPO). Demnach wird erkannt: ://: I. In teilweiser Gutheissung der Berufung wird Ziffer 4 des Entscheids des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost vom 23. März 2017 aufgehoben und durch folgenden Entscheid ersetzt: "4. Die Gesuchsbeklagte hat der Gesuchsklägerin mit Wirkung ab 1. Dezember 2016 monatliche und vorauszahlbare Unterh altsbe i- träge in Höhe von CHF 861.00 zu bezahlen.“ II. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren von CHF 2‘000.00 wird zu drei Vierteln bzw. CHF 1‘500.00 der Berufungskläger in und zu einem Viertel bzw. CHF 500.00 der Berufungsbeklagten auferle gt. Zufolge un- entgeltlicher Rechtspflege für beide Parteien gehen ihre Anteile an den Gerichtskosten vorläufig zu Lasten des Staates. III. Jede Partei hat für ihre eigenen Parteikosten aufzukom men. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege für beide Parteien werde n an deren Rechtsvertreter folgende Honorare aus der Gerichtskasse ausbezahlt: • an Gabrielle Bodenschatz CHF 3‘682.70 (inkl. Auslagen von CHF 209.90 und MWST von CHF 272.80) • an Marco Albrecht CHF 3‘166.95 (inkl. Auslagen von CHF 66.50 und MWST von CHF 234.60) IV. Jede Partei ist zur Nachzahlung ihres Anteils an der Entsc heidgebühr sowie der an ihren unentgeltlichen Rechtsbeistand ausb ezahlten Ent- schädigung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfah rens (Art. 123 ZPO). Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiberin Karin Arber