B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3313/2015 U r t e i l v o m 2 3 . N o v e m b e r 2 0 1 5 Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. Parteien A._______, geboren am (...), gemäss eigenen Angaben China (Volksrepublik), Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 24. April 2015 / N (...). D-3313/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin gelangte gemäss eigenen Angaben am 29. Okto- ber 2012 in die Schweiz, wo sie am gleichen Tag um Asyl nachsuchte. B. Sie wurde am 21. November 2012 zu ihrer Person sowie summarisch zu ihrem Reiseweg und zu den Gründen des Asylgesuchs befragt (Befragung zur Person [BzP]). C. Eine vertiefte Anhörung zu den Gründen des Asylgesuchs fand am 22. Mai 2014 statt. Die Beschwerdeführerin begründete ihr Asylgesuch im Wesentlichen da- mit, dass sie Tibeterin sei, an einer Demonstration für den Dalai Lama und Tibet teilgenommen habe und dabei auch Plakate aufgehängt habe. Des- wegen werde sie von der chinesischen Polizei gesucht. D. Am 15. Januar 2015 wurde sie von einer sachverständigen Person über ihr Alltagswissen (in den Bereichen Geographie, Alltagsleben, Transportmittel und Ausweise) hinsichtlich ihrer angeblichen Herkunftsregion befragt. Mit Schreiben vom 6. Februar 2015 wurde ihr vom SEM das rechtliche Ge- hör zu den Ergebnissen der Evaluation des Alltagswissens gewährt. E. Am 16. Februar 2015 ersuchte die Beschwerdeführerin das SEM, die Ge- sprächsaufzeichnung anhören zu können. Diesem Ersuchen wurde vom SEM am 17. Februar 2015 stattgegeben. F. Mit Schreiben vom 19. Februar 2015 äusserte sich die Beschwerdeführerin zum Alltagswissenstest und reichte als Beweismittel einen Brief ihres Va- ters aus Tibet, dessen deutsche Übersetzung und ein Foto des Vaters so- wie einen Brief vom (...) in Genf ein. G. Mit Schreiben vom 14. April 2015 äusserte sich die Beschwerdeführerin zur D-3313/2015 Seite 3 Gesprächsaufzeichnung und reichte die bereits am 19. Februar 2015 ein- gereichten Dokumente erneut in Kopie ein. H. Mit Verfügung vom 24. April 2015 (Eröffnung frühestens am 25. April 2015) lehnte das SEM das Asylgesu ch der Beschwerdeführerin ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. I. Diese Verfügung focht die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 23. Mai 2015 (Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht an und beantragte die Aufhebung der angefoc htenen Verfügung und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei sie aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe als Flüchtling vorläufig aufzunehmen. Subeventualite r sei sie wegen Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechts- pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Gewährung der aufschiebenden Wir- kung ersucht. Mit der Beschwerde wurden nebst Kopien gewisser vorinstanzlicher Akten die bereits am 20. Februar 2015 erstmals eingereichte Kopie eines Briefes ihres Vaters aus Tibet sowie eine Fürsorgebestätigung als Beweismittel eingereicht. J. Mit Zwischenverfügung vom 28. Mai 2015 stellte das Bundesverwaltungs- gericht fest, dass die Beschwerdeführerin den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten kann und hiess den Antrag um Gewährung der un- entgeltlichen Rechtspflege gut. K. Mit Eingabe vom 25. Juni 2015 (Poststempel) ergänzte die Beschwerde- führerin ihre Beschwerde und reichte gleichzeitig die Kopien eines Briefes ihres Vaters und eines Briefs ihres ehemaligen Mannes aus Tibet als Be- weismittel ein. L. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Juli 2015 äusserte sich die Vorinstanz zu den Ausführungen in der Beschwerdeschrift. D-3313/2015 Seite 4 M. Die Beschwerdeführerin nahm mit Replik vom 11. August 2015 (Poststem- pel) Stellung zur Vernehmlassung der Vorinstanz. Als Beweismittel lagen die bereits am 25. Juni 2015 erstmals eingereichten Kopien eines Briefes ihres Vaters und eine s Briefes ihres ehemaligen Mannes, sowie ein Zwi- schenzeugnis des Alters- und Pflegeheim der Gemeinde B._______ vom Juli 2015 bei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin sei ihr die angefochtene Verfügung am 27. April 2015 eröffnet worden. Ein früheres Eröffnungsda- tum lässt sich aufgrund der Akten nicht feststellen, da der im Dossier be- findliche Rückschein unerklärlicherweise kein Zust elldatum trägt. Dessen ungeachtet ist jedoch die Beschwerde rechtzeitig eingereicht, da selbst un- ter der Annahme, die Verfügung vom 24. April 2015 sei gleichentags eröff- net worden, mit der am 23. Mai 2015 erfolgten Postaufgabe die dreissigtä- tige Beschwerdefrist gewahrt wäre. Die Beschwerde ist daher fristgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs- weise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die – auch formgerecht eingereichte – Beschwerde ist einzutreten. D-3313/2015 Seite 5 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässig en Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif ischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin begründete ihr Asylgesuch damit, dass sie ti- betischer Ethnie sei und aus dem Dorf C._______, Gemeinde D._______, Bezirk E._______, Präfektur F._______, Volksrepublik China stamme. Sie habe nie die Schule besucht und habe sich stattdessen um ihre Kinder und ihre kranke Mutter gekümmert sowie auf dem familieneigenen Feld gear- beitet. Ihr Bruder sei am (...) 2012 von der Geheimpolizei fes tgenommen worden und fünf Tage in Haft gewesen, während welcher er misshandelt worden sei. Nach den fünf Tagen sei er wieder nach Hause gekommen, wo er allerdings aufgrund der in Haft erlittenen Verletzungen in der Nacht vom (...) 2012 gestorben sei. Dies sei der Grund gewesen, warum sie kurz da- rauf am (...) 2012 an einer Demonstration gegen die Chinesen vor dem Kloster G._______ teilgenommen habe. Zusammen mit anderen Leuten, unter anderem auch mit zwei Freundinnen, hätte sie demonstriert. Zur De- monstration hätten die Freundinnen auch antichinesische Plakate mitge- bracht, welche sie gemeinsam anschliessend in der Nacht an den Wänden D-3313/2015 Seite 6 des Klosters aufgehängt hätten. Anlässlich der Plakataktion seien sie von Geheimpolizisten beobachtet worden, was sie aufgrund eines Lichtstrahls in der Dunkelheit gemerkt hätten. Daraufhin seie n sie sofort weggerannt. Eine der Freundinnen sei jedoch festgenommen worden. Sie selbst sei zu- rück in ihr Dorf geflüchtet. Auf dem Nachhauseweg sei sie am Haus einer ihrer Freundinnen vorbeigekommen, wo sie von dessen Vater und ihrem eigenen Ehemann hereingerufen worden sei. Ihr Ehemann habe ihr gera- ten, umgehend zu fliehen, da die Polizei sie sonst wie ihre Freundin fest- nehmen würde. Ohne sich von ihrer Mutter oder von ihren Kindern verab- schieden zu können, habe sie sich dann einem von ihrem Ehemann auf- gebotenen Mann folgend auf den Weg nach Nepal begeben. Nach fünf bis sechs Tagen sei sie dort angekommen, wo sie dann für einige Monate bei einer tibetischen Frau untergekommen sei . Dort sei ihr geraten worden, Nepal zu verlassen, da es auch dort Polizisten habe, welche Rundgänge machen würden. Folglich sei sie am 27. Oktober 2012 mit einer Zwischen- landung in ein ihr unbekanntes Land geflogen. Dort habe sie einmal über- nachtet und sei am nächsten Tag – am 29. Oktober 2012 – mit dem Auto und dem Zug nach H._______ gelangt. 4.2 Das SEM begründete seine Verfügung damit, dass in seinem Auftrag am 15. Januar 2015 mit der Beschwerdeführerin mittels eines Telefon -In- terviews eine Evaluation des Alltagswissens durchgeführt worden sei. Die sachverständige Person, welche das aufgezeichnete Gespräch ausgewer- tet habe, sei zum Schluss gekommen, dass die Beschwerdeführerin in kei- nem der gewerteten Alltagswissen -Bereichen (Geographie, Alltagsleben, Transportmittel, Ausweise) in der Lage gewesen sei, hinreichende Anga- ben zu machen. Sporadisch habe sie zutreffende Angaben gemacht, wel- che aber noch keinen Aufenthalt in Tibet voraussetzen würden. Auch zur administrativen Gliederung ihrer Region habe sie unzutreffende Aussagen gemacht, obschon Einheimische jene normalerweise kennen und r ichtig nennen könnten, sowohl auf Tibetisch wie auch auf Chinesisch. Zudem habe sie die Umgebung von C._______, wo sie gemäss eigenen Angaben während (...) Jahren gelebt habe, nur sehr ungenau beschreiben können, zum Beispiel in Bezug auf die Berge, Bergke tten, Strassen und Dörfer in der Umgebung. Auch die Angaben zu den Aufgaben, welche die Beschwer- deführerin erledigt habe, seien sehr unpräzise ausgefallen. So sei unter anderem ihre Behauptung, ihr Ehemann und ihr Bruder hätten Raupenpilze gesammelt, wenn sie keine Arbeit auf dem Feld gehabt hätten, ohne dass sie Genaueres zum Verkaufsort und Ertrag gewusst habe, absolut nicht nachvollziehbar. Gemäss Experte gebe es im gesamten Kreis E._______ D-3313/2015 Seite 7 gar keine Raupenpilze. Ausserdem beteilige sich gewöhnlich die ganze Fa- milie am Sammeln, weshalb alle auch den genauen Marktpreis kennen würden. Des Weiteren habe die Beschwerdeführerin in Bezug auf das an- geblich von ihr selbst zubereitete Essen, die Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, das Schulwesen und die gängigen Personalausweise unstimmige Angaben gemacht. Zudem entsprächen die fehlenden Chinesisch-Kennt- nisse der Beschwerdeführerin nicht den Erwartungen an eine Person, wel- che in Tibet hauptsozialisiert geworden sei. Im Interview sei diesbezüglich festgestellt worden, dass sie selbst einfache Sätze in chinesischer Sprache nicht verstehe. In Anbetracht dieser Ausführungen sei die sachverständige Person zum Schluss gekommen, dass die Beschwerdeführerin nicht das Alltagswissen demonstriert habe, das jeman dem entspreche, der (...) Jahre in Tibet verbracht haben will. Mit Schreiben vom 6. Februar 2015 sei der Beschwerdeführerin das recht- liche Gehör zu diesen Abklärungen gewährt worden. In ihrer Replik vom 19. Februar 2015 habe sie mit Einreichung eines Briefes ihres Vaters die Aussage, sie sei nicht in Tibet hauptsozialisiert worden, zu widerlegen ver- sucht. Inwiefern der nachgereichte Brief dies belegen solle, sei jedoch un- ergründbar. Zudem habe sie argumentiert, dass zur Kenntnis genommen werden müsse, dass "noch lange nicht alle Tibeter die chinesische Sprache sprechen". Diese Feststellung könne wiederum bejaht werden. Nichts der- gleichen sei je im Verlauf des Verfahrens seitens des SEM behauptet wor- den, sondern nur, dass ihre fehlenden Chinesisch-Kenntnisse nicht den Er- wartungen entsprächen. Selbst Einwohner abgelegener Regionen könnten sich normalerweise rudimentär auf Chinesisch verständigen oder würden zumindest gewisse chinesische Wörter kennen, was bei ihr eindeutig nicht der Fall sei. Auch das in der Replik kommentarlos beigelegte Schreiben des (...) erlaube keine weiteren Rückschlüsse, da es einerseits bloss eine Kopie sei, und andererseits dieses Gefälligkeitsschreiben weder ihre Iden- tität noch ihre Herkunft beweise. Aufgrund dieser Ausführungen stehe fest, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des Asylverfahrens die Behörden über ihre Identität getäuscht habe. Bezeichnenderweise habe sie auch keine Identitätspapiere einge- reicht, welche die behauptete Herkunft aus der Volksrepublik China bele- gen könnten. Zudem seien ihre Angaben zum Reiseweg sehr stereotyp ausgefallen. So sei insbesondere negativ aufgefallen, wie reibungs - und komplikationslos ihre Ausreise verlaufen sei, obwohl sie Hals über Kopf und ohne jegliche Planung aus ihrem Dorf geflüchtet se in wolle. Dadurch wirke ihre Fluchtbeschreibung realitätsfremd und konstruiert. D-3313/2015 Seite 8 Obschon den gesamten Asylvorbringen der Beschwerdeführerin, die sich vollumfänglich auf eine Vorverfolgungssituation in der Volksrepublik China abstützen würden, durch den Alltagswissenstest eigentlich jegliche Grund- lage entzogen worden sei, sei vollständigkeitshalber noch auf einige frap- pante Unstimmigkeiten in ihren Schilderungen hingewiesen, die diese Vor- verfolgung eindeutig als Sachverh altskonstrukt entlarven würden. In der BzP und der Anhörung habe sich die Beschwerdeführerin in dermassen grosse Widersprüche verstrickt, dass der Sachverhalt separat habe erstellt werden müssen. So habe sie i n der BzP zu Protokoll gegeben, sie hätte am (...) 2012 zusammen mit drei Freundinnen an einer antichinesischen Massenprotestkundgebung im Kloster G._______ teilgenommen und dort Plakate aufgehängt. In der Anhörung jedoch habe sie behauptet, sie habe diese Demo zusammen mit zwei Freundinnen selbst organisiert und drei oder vier andere Demon stranten hätten sich später dazugesellt. Weiter habe sie in der BzP ausgesagt, nachdem die chinesischen Sicherheits- kräfte aufgetaucht seien und eine ihrer Kolleginnen verhaftet hätten, sei sie zusammen mit den zwei verbliebenen Freundinnen in ihr Dorf geflohen. In der Anhörung hingegen habe sie ausgeführt, dass sie und ihre zwei Freun- dinnen, als die chinesischen Sicherheitskräfte aufgetaucht seien, separat die Flucht ergriffen hätten, noch bevor sie die eigens geschriebenen Pla- kate hätten aufkleben können. Sie habe ihre Kolleginnen bei einem zuvor ausgemachten Treffpunkt in der Nähe ihres Dorfes wiedergefunden und habe mit ihnen zusammen die Plakate noch am selben Abend bei einem Chörten auf dem Weg zum Kloster aufgeklebt. Die Aufstellung der Wider- sprüche und anderer Unglaubhaftigkeitselemente liesse sich beliebig wei- terführen. Angesichts der Eindeutigkeit des Alltagswissenstests werde da- rauf verzichtet, diese vollständig aufzulisten. Somit stehe fest, dass die Be- schwerdeführerin nicht habe glaubhaft machen können, dass sie des Schutzes vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG bedürfe. 4.3 In der Beschwerde wurde vorgebracht, die Beschwerdeführerin ver- füge, entgegen den Ausführungen des SEM, über genügende Kenntnisse ihrer Herkunftsregion. Die Verwaltungseinheiten in Tibet seien anders als in der Schweiz, weshalb es möglicherweise Missverständnisse gegeben habe. Die chinesischen Begriffe für die administrativen Einheiten kenne sie nicht, da sie kein Chinesisch verstehe und es habe auch niemand aus ihrer Umgebung die Ortschaften auf Chinesisch genannt. Die geografischen An- gaben seien korrekt so, wie sie diese angegeben habe. Ihr Dorf C._______ bestehe nur aus Häusern, welche direkt an Felswände angebaut seien, und wovon alle von Dorfbewohnern bewohnt seien. Insgesamt gebe es etwa (...) Familien in C._______. Für Einkäufe, Spitalbesuche und Schulen D-3313/2015 Seite 9 müsse man in die nächst grösste Stadt J._______ gehen. Wenn man je- doch Grosseinkäufe mache, dann gehe man gleich in die Stadt E._______. In Bezug auf ihre nicht vo rhandenen Chinesisch -Kenntnisse wolle sie nochmals darauf hinweisen, dass sie in einem kleinen Dorf aufgewachsen und nie zur Schule gegangen sei und lediglich Tibeter in ihrem näheren Umfeld gehabt habe, weshalb sie kein Chinesisch gelernt habe. Es habe zu ihrer Zeit auch gar keine Schule in unmittelbarer Nähe gegeben. Hin- sichtlich der Raupenpilze sei die Behauptung des Experten falsch, dass es im Kreis E._______ keine Raupenpilze gebe. Obwohl das Hauptverbrei- tungsgebiet der Pilze eher im Osten Tibets sei, finde man entlang der tibe- tisch-nepalesischen Grenze auch Raupenpilze. Ihr Ehemann und ihr Bru- der hätten die Raupenpilze in den höheren Lagen in den Bergen gesa m- melt. Wo genau, wisse sie allerdings nicht, da ihr Ehemann und ihr Bruder jeweils für ein bis eineinhalb Monate weggegangen seien, um die Raupen- pilze zu sammeln. Danach hätten sie sie auf dem Markt in E._______ ver- kauft und den Erlös anschliessend nach Hause gebracht. Die Behauptung des Experten der Evaluation ihres Alltagswissens, dass beim Raupenpilz- sammeln normalerweise die ganze Familie beteiligt sei, möge vielleicht für die Leute im Osten stimmen. Sie jedoch habe nicht für ein bis eineinhalb Monate mit in die Berge gehen können, da sie sich um ihre kleinen Kinder und Eltern habe kümmern müssen. Zu ihren fehlenden Ausweispapieren gab sie einerseits an, dass sie ursprünglich im Besitz einer Identitätskarte gewesen sei. Diese habe sie aber im Laufe der Flucht nach der Einreise in die Schweiz ihrem Fluchtbegleiter abgeben müssen. Sie bezweifle, dass sie den Schlepper noch kontaktieren könne, da sie nicht wisse, wo sich jener aufhalte. Andererseits führte sie weiter aus, ihr Familienbüchlein wie auch ihre Identitätskarte würden sich im Besitz ihres Onkels befinden, wel- chen sie aber nicht kontaktieren könne. Gereist sei sie übrigens mit Reise- papieren einer anderen Person, welche ihr der Schlepper gegeben habe. Diese Papiere habe sie ihm aber am Ende der Flucht wieder zurückgeben müssen. Letztere sei sehr traumatisch für sie gewesen, weshalb sie sich auch an keine Details erinnern könne . Zu den ihr vorgewor fenen Wider- sprüchen zwischen den Ausführungen der BzP und jenen der Anhörung sei festzuhalten, dass ein gro sser Zeitraum von eineinhalb Jahren zwischen den zwei Befragungen gelegen habe – ein Umstand, d er berücksichtigt werden müsse. In Bezug auf die Indizien, dass sie im Exil in Indien oder Nepal gelebt habe , gebe es keine Beweise. Eine andere Staatsbürger- schaft als die chinesische habe sie nie erworben. In Nepal habe sie zwar einige Monate nach ihrer Flucht aus Tibet gewohnt, aber sie habe sich dort nie offiziell registrieren lassen. Eine Rückschiebung nach Nepal käme für D-3313/2015 Seite 10 sie nicht in Frage, auch weil eine grosse Gefahr bestehe, dass sie die ne- palesischen Behörden nach Tibet respektive China ausliefern würden. Auf- grund ihrer tibetischen Ethnie und der Herkunft aus China sowie der illega- len Ausreise seien ihr zumindest subjektive Nachfluchtgründe zuzuerken- nen. Schliesslich bitte sie, falls ihr die Flüchtlingseigenschaft nicht zuer- kannt und ihr kein Asyl gewährt würde, dass ihr die vorläufige Aufnahme in der Schweiz gewährt und der Vollzug der Wegweisung als nicht durchführ- bar eingestuft würde. Sie wisse gar nic ht, wohin sie gehen solle, falls der Wegweisungsvollzug entschieden würde, da sie von Geburt an bis zum Tag ihrer Flucht in Tibet gelebt habe, dorthin ja aber nicht mehr zurückkeh- ren könne. 4.4 In der Vernehmlassung nahm das SEM zu den Vorbringen der Be- schwerdeführerin dahingehend Stellung, dass ihr beigepflichtet werden müsse, dass der – in den Erwägungen aufgeführte – Ausschluss eines Wegweisungsvollzugs in die Volksrepublik China im Dispositiv ausdrüc k- lich zu erwähnen gewesen wäre. Falls das Bundesverwaltungsgericht die- sen Mangel als schwerwiegend erachten sollte, wäre das SEM gerne be- reit, die angefochtene Verfügung zu ersetzen. 4.5 In der Replik wies die Beschwerdeführerin im Wesentlichen darauf hin, dass sie zu allen Punkten, welche das SEM bemängelt habe, in der Be- schwerde Stellung genommen habe. Des Weiteren führte sie ihren Integ- rationswillen aus und untermauerte ihren Wunsch in der Schweiz zu blei- ben. 5. 5.1 Das SEM hat im Ergebnis das Asylgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht abgelehnt. 5.2 Im Länderurteil BVGE 2014/12 präzisierte das Bundesverwaltungsge- richt seine Praxis gemäss EMARK 2005 Nr. 1 dahingehend, dass bei Per- sonen tibetischer Ethnie, die ihre wahre Herkunft verschleiern oder ver- heimlichen, vermutungsweise davon auszugehen sei, dass keine flücht- lings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an ih- ren bisherigen Aufenthaltsort beständen. Denn die Abklärungspflicht der Asylbehörden finde ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchen- den Person. Verunmögliche eine tibetische Asylsuchende durch die Verlet- zung ihrer Mitwirkungspflicht die Abklärung, welchen effektiven Status sie in Nepal respektive in Indien innehabe, könne namentlich keine Drittstaa-D-3313/2015 Seite 11 tenabklärung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden. Über- dies werde durch die Verheimlichung und Verschleierung der wahren Her- kunft auch die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmöglicht (vgl. BVGE 2014/12). 5.3 Aufgrund der Aktenlage besteht Grund zu r Annahme, dass die Be- schwerdeführerin ihre wahre Herkunft zu verschleiern versucht. Dabei kann hauptsächlich auf die Evaluation des Alltagswissens (act. A15) ver- wiesen werden. Diese stammt von einer qualifizierten Person und vermag im Ergebnis zu überzeug en, wohingegen es der Beschwerdeführerin im Rahmen des rechtlichen Gehörs nicht gelungen ist, die S chlussfolgerun- gen zu entkräften. Zwar vermochte sie die Feststellung des Experten der Herkunftsanalyse, dass ihr Wissen zum Vorkommen der Raupenpilze un- genügend sei, mit dem Hinweis zu relativieren, dass es durchaus Raupen- pilze in den nahegelegenen Bergen gebe (vgl. Beschwerde Abbildung 1 S. 5). Auch die Ausführungen der Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer an- geblich mangelhaften Kenntnisse der Verkaufsorte u nd des Marktpreises der Raupenpilze sind plausibel. Dass sie ihren Ehemann und ihren Bruder nicht für ein bis eineinhalb Monate in die Berge habe begleiten können, um sich beim Raupenpilzsammeln zu beteiligen, weil sie sich zuhause um ihre zwei kleinen Kin der und ihre kranke Mutter habe kümmern müssen, ist nachvollziehbar. Alle anderen Einwände der Beschwerdeführerin, welche sie in der Beschwerdeschrift aufführte, vermögen die Ergebnisse aus dem Alltagswissenstest allerdings nicht zu widerlegen. Die Kenntnisse der Be- schwerdeführerin über die geografischen Gegebenheiten ihrer angebli- chen Herkunftsregion weisen markante Lücken respektive Fehler auf, die bei einer tatsächlich dortigen Sozialisation nicht zu erwarten wären. Das blosse Festhalten an de r Richtigkeit ihrer Aussagen in der Beschwerde- schrift sowie der Replik vermag diese Schlussfolgerung nicht zu entkräften. Dies gilt insbesondere für ihr Unwissen hinsichtlich der Erschliessung ihres Dorfes (vgl. act. A15 S. 3). Aber auch der Umstand, dass sie den in der Umgebung ihres Herkunftsortes liegenden markanten Berg nicht kennt (vgl. act. A15 S. 1 f.), begründet Zweifel an ihrer Herkunftsangabe. Eben- falls nicht zu überzeugen vermochten die Aussagen hinsichtlich des Schul- wesens, zumal sie zwei Kinder im schulpflichtigen Alter habe (vgl. act. A15 S. 3). Die Ausführungen zu ihren Identitätspapieren begründen ebenfalls gewichtige Zweifel, da sie in den Befragungen und der Beschwerde insge- samt drei verschiedene Versionen über den Verbleib ihrer Papiere er- wähnte. Alleine in der Beschwerde führt sie zwei widersprüchliche Varian- ten aus, und zwar einerseits, dass sie ihre Identitätskarte dem Schlepper habe abgeben müssen, und diese nicht mehr zurückerhalten habe, und D-3313/2015 Seite 12 andererseits, dass sich die Identitätskarte bei ihrem Onkel in Tibet befinde, welchen sie nicht kontaktieren könne. Eingereicht hat sie weder die Origi- nale noch Kopien der Identitätspapiere, wobei an der Unmöglichkeit des Ein- oder Nachreichens ihrer Ausweispapiere Zweifel bestehen. Die Be- schwerdeführerin gibt an, sie könne sich keine offiziellen Dokumente, wel- che ihre Identität beweisen würden, von ihrer Familie schicken lassen, da sie keinen Kontakt mehr zu ihr habe. Im Verlauf des Asyl - und Beschwer- deverfahren hat sie aber mehrere Briefe ihres Vaters und ihres Ehemannes erhalten und eingereicht, welche ihr jene aus Tibet geschickt haben sollen. Folglich hätten somit mehrere Möglichkeiten existiert, diesen Briefen min- destens Kopien ihre Ausweispapiere beizulegen. Sogar per Telefon sei die Beschwerdeführerin mit ihrem Vater in Kontakt gestanden, wie jener in ei- nem seiner Briefe vermerkte. Dies obwohl sie in der Anhörung noch zu Protokoll gegeben hatte, dass sie kein Telefon hätten und telefonieren des- wegen unmöglich sei (vgl. act. A13 S. 2). Schliesslich ist zu bemerken, dass sie kein Chinesisch spricht, was ebenfalls als gewichtiges Indiz zu werten ist. So ist davon auszugehen, dass sie im Rahmen ihres Alltags mit anderen Leuten in Kontakt gekommen und dabei mit dem in der Umgangs- sprache gebräuchlichen Chinesisch konfrontiert worden wäre und sich mit dieser Sprache schliesslich auch vertraut gemacht haben dürfte. Jedenfalls ist festzuhalten, dass für das Fehlen von einfachstem Chinesisch keine nachvollziehbaren Gründe angebracht wurden. Die Erklärungen, kein Chi- nesisch zu können, da sie die Schule nicht besucht habe, in einem kleinen Dorf aufgewachsen und nur von Tibetern und keinen Chinesen umgeben gewesen sei , greifen in Anbetracht der nicht unwesentlichen Durchdrin- gung der Alltagssprache durch das Chinesische zu kurz. 5.4 Die Annahme einer Täuschung über die tatsächliche Herkunft wird durch die Ausführungen der Beschwerdeführerin zu ihrer Flucht aus Tibet bestätigt. In diesen Punkten kann auf die zutreffenden Ausführungen in der vorinstanzlichen Verfügung verwiesen werden (vgl. dazu E. 4.2), welchen auf Beschwerdestufe nichts Substanzielles entgegnet wurde. In Überein- stimmung mit den vorinstanzlichen Ausführungen und unter Verweis auf eben diese, ist schliesslich festzuhalten, dass auch die Vorfluchtgründ e wenig substanziiert und widersprüchlich geschildert wurden (vgl. dazu E. 4.2). 5.5 Schliesslich vermögen auch die von der Beschwerdeführerin einge- reichten Beweismittel – die Schreiben ihres Vaters, ihres Ehemannes und des (...) – diese Schlussfolgerungen nicht umzustossen (vgl. dazu E. 4.2). D-3313/2015 Seite 13 Die von der Beschwerdeführerin gemachten Ausführungen und eingereich- ten Beweismittel zur Integrationswilligkeit sind für das vorliegende Verfah- ren von keiner Relevanz, so dass darauf nicht weiter einzugehen ist. 5.6 Gestützt auf eine Gesamtwürdigung dieser Elemente ist in Überein- stimmung mit dem SEM festzustellen, dass die Beschwerdeführerin über ihre Herkunft täuschende Angaben gemacht hat. In Anwendung der BVGE 2014/12 E. 5.10 entwickelten Rechtsprechung hat das SEM daher zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführerin verfüg t weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Unter Hinweis auf die in Erwägung 5.2 skizzierte Rechtsprechung ist der Vollzug der Wegweisung für zulässig, zumutbar und möglich zu erach- ten. 7.3 Da die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen tibetischer Ethnie ist und dadurch auch die Möglichkeit nicht auszuschliessen ist, dass sie die chinesische Staatsangehörigkeit besitzt, ist vorliegend der Wegweisungs-D-3313/2015 Seite 14 vollzug nach China, wie für alle Exil-Tibeterinnen und -Tibeter – in Überein- stimmung mit der Begründung (nicht aber dem Dispositiv) der angefochte- nen Verfügung – auszuschliessen, da ihr dort gegebenenfalls eine Refou- lement-Verletzung und unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK droht. Denn diejenigen Tibeterinnen und Tibeter, welche die chine- sische Staatsbürgerschaft besitzen, haben in Bezug auf China zumindest subjektive Nachfluchtgründe, weil sie als Unterstützer des Dalai Lama und damit als separatistisch gesinnte Oppositionelle betrachtet werden und – wiederum in Bezug auf China – die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. BVGE 2009/29). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Da das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 28. Mai 2015 gutge- heissen wurde, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) D-3313/2015 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China ist ausgeschlos- sen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Linus Sonderegger Versand: