A bteilung III C -3173/2006 {T 0/2} U rteil vom 13. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter Johannes Frölicher (Vorsitz); R ichter Francesco Parrino; R ichterin Franziska Schneider; G erichtsschreiberin Susanne Fankhauser. B._______, Beschw erdeführer, vertreten durch R echtsanw alt Konrad Bünzli, Bahnhofstr. 15, 5600 Lenzburg, gegen SU VA Schw eizerische U nfallversicherungsanstalt, Fluhm attstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern, Vorinstanz betreffend N ichteignung, Einspracheentscheid vom 18. M ärz 2005. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. B._______, geboren am 3. Januar 1962, ist seit 1. Januar 1987 bei der S._______ AG in D ._______ angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schw eizerischen U nfallversicherungsanstalt (nachfolgend SU VA) gegen Berufsunfälle und N ichtberufsunfälle versichert. Ab M ärz 1995 w ar B._______ in der Abfallentsorgung der S._______ AG tätig und m it der Bedienung und Ü berw achung der Ballenpresse betraut. M it U nfallm eldung vom 15. April 1996 teilte der Arbeitgeber der SU VA m it, dass B._______ seit N ovem ber 1995 ein R auschen/Sausen in beiden O hren verspüre (SU VA-Akte 2). D r. m ed. E._______, Spezialarzt FM H für O hren-N asen- H alskrankheiten sow ie H als- und G esichtschirurgie, diagnostizierte im Arztzeugnis U VG vom 29. April 1996 ein chronisches, akustisches Traum a m it Tinnitus und erhöhter akustischer Vulnerabilität. Auf die Frage, ob ausschliesslich U nfallfolgen vorliegen, antw ortete er m it ja ”bezüglich kürz- lich aufgetretener Lärm em pfindlichkeit und Tinnitus”, fügte aber gleich- zeitig hinzu, dass der Patient ”früher jedoch in einer Band G itarre gespielt und geschossen” habe (SU VA Akte 4). In einem SU VA-R apport vom 20. M ai 1996 w urde insbesondere festgehalten, dass die Ballenpresse einen ständigen Lärm pegel von 86,2 bis 86,9 D ezibel (dB) verursache, w ie SU VA-M essungen ergeben hätten. Auch sei es ”durchaus m öglich, dass die Lärm belastung bei B._______ zu G ehörproblem en führen kann. D ies, obw ohl ein anderer M itarbeiter seit drei Jahren die gleiche Arbeit ohne jegliche Problem e ausführt. (...)”. Eine andere Einsatzm öglichkeit von B._______ schien aus Sicht eines Betriebsvertreters nicht gegeben (SU VA-Akte 5). B. M it Verfügung vom 11. Septem ber 1996 erachtete die SU VA, dass die Voraussetzungen für die Ausrichtung von Leistungen für eine Berufs- krankheit im gem eldeten Fall nicht erfüllt seien. D ie dagegen erhobene Einsprache w ies sie m it Entscheid vom 27. Februar 1997 ab, w obei sie sich insbesondere auf eine ärztliche Beurteilung vom 12. Februar 1997 von D r. m ed. A._______, Facharzt FM H für O hren-N asen-H alskrankheiten sow ie H als- und G esichtschirurgie, speziell Allergologie und klinische Im m unologie, speziell Arbeitsm edizin, stützte (vgl. SU VA-Akte 20). B._______, vertreten durch R echtsanw alt D r. iur. Bünzli, liess gegen den Einspracheentscheid Beschw erde vor dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau führen. D ieses hob m it U rteil vom 27. O ktober 1999 den SU VA-Entscheid auf und w ies die Sache zur ergänzenden Abklärung im R ahm en einer neutralen Begutachtung an die Versicherung zurück. In den U rteilserw ägungen w urde zudem festgehalten, dass auch die Frage eines allfälligen Erlasses einer N ichteignungsverfügung zu prüfen sei (vgl. SU VA-Akte 26). C . In der Folge leitete die SU VA eine Begutachtung von B._______ ein, w elche am 19. April 2000 in der Klinik für O hren-, N asen-, H als- und G esichtschirurgie des Spitals G ._______ durchgeführt w urde. D r. C ._______, Leitender Arzt Audiologie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 20. April 2000 eine sensorineurale H ochtonschw erhörigkeit beidseits, 3 Tinnitus und H yperakusis nach beruflicher Lärm exposition, und bejahte die Erheblichkeit der H örbeschw erden. D ie Fragen, ob die geklagten H örbe- schw erden ausschliesslich oder vorw iegend durch die bei der beruflichen Tätigkeit innegehabte Lärm exposition verursacht w urden bzw . ob m it überw iegender W ahrscheinlichkeit nachgew iesen sei, dass durch die bei der beruflichen Tätigkeit innegehabte Lärm exposition ein Vorzustand beträchtlich verschlim m ert w urde, w urden verneint. Auf die Frage, ob B._______ bei der w eiteren Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit einer erheblichen G efährdung des G ehörs ausgesetzt sei, antw ortete der Experte m it ”M öglicherw eise (H yperakusis nach Tragen von Lärm schutz)”. Er em pfahl ausserdem eine neuropsychologische Abklärung (vgl. SU VA- Akte 33). D ie SU VA teilte am 11. M ai 2000 dem R echtsvertreter von B._______ m it, dass sie aufgrund des ärztlichen G utachtens an ihrer ursprünglichen Auffassung, w onach keine Berufskrankheit vorliege und sich keine besonderen M assnahm en aufdrängten, festhalten w erde. M it Schreiben vom 16. Juni 2000 m achte der R echtsvertreter W idersprüche im G utachten geltend und forderte – falls die SU VA auf ihrer Stellung beharre – zum in- dest ein Ergänzungsgutachten. Eine technische Beurteilung der SU VA vom 18. August 2000 ergab ihrerseits eine berufliche Lärm belastung von 86 dB(A) am Arbeitsplatz von B._______ (SU VA-Akte 40). Eine Ausw er- tung der SU VA, Arbeitssicherheit, Sektion Akustik, vom 30. August 2000 zeigte einen durchschnittlichen Belastungspegel (LEQ T) von 87 dB über 15 Jahre bzw . eine Lärm belastung von 87 dB seit 1984 (SU VA-Akte 41). D r. A._______ vom Ärzteteam U nfallm edizin der SU VA verneinte in seiner Beurteilung vom 5. Septem ber 2000 die Erheblichkeit der diagnostizierten H ochton-Innenohr-Schw erhörigkeit, anerkannte jedoch in Berücksichtigung der technischen Ausw ertungen, dass diese Schädigung vorw iegend durch die berufliche Lärm arbeit verursacht w orden sei, da der Versicherte w ährend 15 Jahren am Arbeitsplatz gegenüber grenzw ertig gehörgefähr- dendem Lärm exponiert w ar. H ingegen könne nicht beurteilt w erden, inw iefern auch der geklagte Tinnitus in kausalem Zusam m enhang m it der Exposition gegenüber diesem beruflichen Lärm stehe (SU VA-Akte 42). Auf R ückfrage der U nfallabteilung der SU VA bestätigte D r. A._______, dass sich seine Kausalitätsbeurteilung grundlegend geändert habe und dass eine Berufslärm schw erhörigkeit vorliege, die allerdings nicht erheblich sei bzw . die Erheblichkeitsgrenze von 70% nicht erreiche. Er erachtete auch eine R ückfrage beim G utachter bezüglich Erheblichkeit (der H ochton- Innenohr-Schw erhörigkeit) und Tinnitus als gerechtfertigt (SU VA-Akte 44). Am 7. D ezem ber 2000 beantw ortete D r. C ._______ die zusätzlichen Fragen der SU VA und unterstrich, dass es sich bei der von B._______ geklagten H örstörung um ein Problem von hohem subjektivem Krankheitsw ert handle. Als Experte sei m an im D ilem m a, w enn, w ie im vorliegenden Fall, die Beschw erden zw ar zw eifellos, w enn auch bisher nicht eindeutig objektivierbar, erheblich seien, die H örstörung nach der C PT-Form el dieses jedoch nicht sei; der W iderspruch sei nur dadurch lösbar, dass zw ischen ”subjektiver” und ”objektiver” Erheblichkeit streng 4 unterschieden w erde. D ie Kausalität des Tinnitus erachtete der Experte als nicht bestim m bar (SU VA-Akte 50). In einem Bericht vom 29. Januar 2001 hielt D r. A._______ insbesondere fest, dass die Voraussetzungen für den Erlass einer N ichteignungsverfügung aus arbeitsm edizinischer Sicht nicht gegeben seien. Ausserdem w urden neuropsychologische U ntersuchungen em pfohlen (vgl. SU VA-Akte 54). Am 14. M ai 2001 begutachtete Prof. D r. phil. H ._______ vom N europsychologischen Institut (N PI) Zürich B._______, w ozu am 4. Januar 2002 ein Bericht erging. D arin w urde verneint, dass eine neuropsychologische Störung vorliege, w enn auch ein krankhaftes G eschehen im Bereich des M ittelhirns nicht völlig ausgeschlossen w erden könne. In Frage kom m e am ehesten das Vorliegen eines Angiom s. D azu w urden w eitere U ntersuchungen (Kernspintom ografie, und/oder akustisch evozierte H irnstam m potenziale, und/oder D opplersonografie) em pfohlen. U nter dem Titel ”Bem erkungen” w urde zudem dringend ein Arbeitsw echsel angeraten (vgl. SU VA-Akte 68). N ach etlichen Abklärungen w urde B._______ am 22. August 2002 sow ie 2. Septem ber 2002 am Institut für D iagnostische R adiologie bzw . in der N eurologisch-N eurochirurgischen Poliklinik I._______, untersucht. D r. N ._______, O berarzt N eurologie, sow ie D r. L._______, Assistenzarzt, stellten gem äss Bericht vom 24. O ktober 2002 keine H irnschädigungen fest. U nterstrichen w urde, dass ein klarer zeitlicher Zusam m enhang m it der beruflichen Lärm exposition und dem Auftreten sow ohl des H örschadens w ie auch des Tinnitus bestehe; insbesondere sei früher in Ferienzeiten der Tinnitus deutlich regredient gew esen, w ährend er jetzt persistiere. D iagnostiziert w urden eine bilaterale Innenohrschw erhörigkeit bei berufsbedingter Lärm belastung sow ie ein Tinnitus. Schliesslich w urde ein Arbeitsplatzw echsel em pfohlen, da bei Tinnitus-Patienten ein lärm belastender Arbeitsplatz m it Lärm belastungen über 100 dB, w enn auch nur kurzfristig, absolut zu verm eiden sei (vgl. SU VA-Akten 90-91). Am 6. Februar 2003 w urde B._______ für eine fachärztliche U ntersuchung im H auptsitz der SU VA in Luzern aufgeboten. D er Bericht von D r. A._______ vom 19. Februar 2003 hielt verschiedene Beschw erden fest. Bei der audiologischen U ntersuchung w urde neben der leichten sensorineuralen H ochton-Innenohr-Schw erhörigkeit beidseits, bei w eitem nicht erheblichen G rades, zusätzlich eine Schallleitungsschw erhörigkeit vornehm lich links festgestellt sow ie eine ursächliche deutliche N asen- septum deviation nach links und eine schw ere chronische R hinosinusitis; bezüglich Tinnitus könne die Kausalität gegenw ärtig nicht beurteilt w erden, da insbesondere zuvor die N asenseptum deviation operativ saniert w erden m üsste (vgl. SU VA-Akte 105). Zusam m enfassend hielt D r. A._______ fest, dass die leichte (nicht erhebliche) H ochton-Innenohr-Schw erhörigkeit beidseits vorw iegend auf die berufliche Tätigkeit zurückgeführt w erden könne, eine dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen Integrität nicht vorliege und auch langfristig, bei der Fortsetzung der bisherigen Tätigkeit nicht m it einem erhöhten gesundheitlichen R isiko zu rechnen sei, w om it ein Arbeitsplatzw echsel nicht gerechtfertigt w äre (SU VA-Akte 106). 5 M it Schreiben vom 17. N ovem ber 2003 stellte der R echtsvertreter von B._______ der SU VA einen neuen U ntersuchungsbericht von D r. m ed. M ._______, Spezialarzt FM H für O hren-N asen-H alskrankheiten, vom 6. N ovem ber 2003 zu, in w elchem bejaht w urde, dass der Tinnitus auf die berufliche Lärm exposition zurückgeführt w erden m üsse. D ie N asenseptum deviation nach links sei nur gering und die G ehörgänge und Trom m elfell sow ie insbesondere auch die linke Tube seien schön durchgängig (vgl. SU VA-Akte 113). Eine technische Beurteilung vom 23. D ezem ber 2003 hielt zusam m en- fassend fest, dass die G ehörbelastung von B._______ w ährend der gesam ten Berufstätigkeit von 24 Jahren w ährend 16 Jahren im G renz- bereich der G ehörgefährdung gelegen habe und w ährend zw ei Jahren als gehörgefährdend zu beurteilen sei. D ies entspreche einer äquivalenten D auerbelastung LEQ von 87 dB(A) über 18 Jahre (vgl. SU VA-Akte 117). In seiner ärztlichen Beurteilung vom 12. Januar 2004 hielt D r. A._______ fest, dass – ausgehend davon, dass beim Versicherten eine erhöhte akustische Vulnerabilität vorliegen könnte – aus O R L-ärztlicher Sicht doch m it W ahrscheinlichkeit ein kausaler Zusam m enhang zw ischen dem subjektiv geklagten Tinnitus und der beruflichen Exposition gegenüber grenzw ertig gehörgefährdendem Lärm am Arbeitsplatz bestehe. Aufgrund der Angaben des Versicherten und von D r. M ._______ handle es sich um einen höchstens m ittelschw eren bis schw eren Tinnitus, nicht erheblichen G rades. Aufgrund der langjährigen Erfahrung in der SU VA sei es bisher auch noch nie vorgekom m en, dass grenzw ertig gehörgefährdender Lärm am Arbeitsplatz zu einem erheblichen Tinnitus geführt habe. Abschliessend w urde festgehalten, dass dem Versicherten die Fortsetzung der bisherigen Tätigkeit in vollem U m fang zuzum uten sei, da sich das G ehör im Vergleich zu den Voruntersuchungen vom 24. Januar 1996, 20. Juni 2000 und 6. Februar 2003 in keiner W eise verschlechtert habe; der Versicherte könne sich m ittels adäquatem G ehörschutz schützen (vgl. SU VA-Akte 118). D . M it Verfügung vom 4. Februar 2004 lehnte es die SU VA ab, B._______ Leistungen für eine Berufskrankheit auszurichten. D agegen liess B._______ am 2. M ärz 2004 Einsprache erheben. Am 22. M ärz 2004 reichte der Versicherte einen zusätzlichen m edizinischen Bericht von D r. M ._______ vom 15. M ärz 2004 ein, in dem insbesondere eine deutliche Verschlechterung des G ehörs von B._______ vor allem im H ochton- Bereich, links ausgeprägter als rechts, zw ischen dem Audiogram m von D r. Juchli vom 24. Januar 1996 und den von D r. M ._______ erhobenen audiom etrischen M essw erten vom 4. N ovem ber 2003 konstatiert w urde; auch im Vergleich zum R einton-Audiogram m vom 19. April 2000 der U niversitätsklinik Zürich könne ein leichtes Absinken links bei der Frequenz von 1000 um 15 dB festgestellt w erden, w ährend rechts die Kurven identisch seien. D er bestehende Tinnitus w urde als sehr schw er eingestuft (m it einem Integritätsschaden von 10% ), w obei der Patient glaubhaft angebe, dass der Tinnitus ganz eindeutig vordergründig gegenüber der Schw erhörigkeit sei, dauernd am Tag w ie auch in der N acht 6 bestehe und bei ihm einen hohen Leidensdruck auslöse. D ie vom Patienten geklagten Schlafstörungen, Konzentrationsschw ierigkeiten, Lärm em pfindlichkeit sow ie indirekt die allgem eine M üdigkeit seien m it dem Tinnitus vereinbar und könnten teilw eise dadurch ausgelöst sein. W eiterhin erachtete D r. M ._______, dass durch die bekannte Lärm -Exposition eine G esundheitsgefährdung vorliegen könne; trotz G ehörschutz-M öglichkeiten sei er der Ansicht, dass B._______ an einen nicht lärm exponierten Arbeitsplatz versetzt w erden m üsse (vgl. SU VA-Akte 131). M it Entscheid vom 19. Juli 2004 w ies die SU VA die Einsprache von B._______ ab. D arin w urde nam entlich festgehalten, dass es sich sow ohl bei der H örstörung als auch beim Tinnitus unbestrittenerm assen um eine Berufskrankheit handle, dass jedoch kein Entschädigungsanspruch bestehe. Bezüglich N ichteignungsverfügung w urde darauf verw iesen, dass diese Frage nicht zum Anfechtungsgegenstand gehöre (vgl. SU VA-Akte 132). G egen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte am 21. O ktober 2004 Beschw erde vor dem kantonalen Versicherungsgericht erheben. Am 25. O ktober 2004 ersuchte er die SU VA um Erlass einer N ichteignungsverfügung (vgl. SU VA-Akte 133). In einer w eiteren ärztlichen Beurteilung vom 10. N ovem ber 2004 betrach- tete D r. A._______ die Voraussetzungen für den Erlass einer N ichteig- nungsverfügung w iederum als nicht erfüllt. Insbesondere bestehe bei Fort- setzung der bisherigen Tätigkeit aus arbeitsm edizinischer Sicht keine erhebliche gesundheitliche G efährdung. Einerseits sei die bestehende H ochton-Innenohr-Schw erhörigkeit nicht erheblich, andererseits habe sie im Vergleich zu den Voruntersuchungen (vom 24. Januar 1996, 20. Juni 2000 und 6. Februar 2003) in keiner W eise zugenom m en. 1996 habe der bineurale H örschaden (das intakte G esam tgehör m it 200% veranschlagt) 22,7% , im Juni 2000 26,5% und im N ovem ber 2003 25,8% betragen. Aus arbeitsm edizinischer Sicht sei es durchaus zum utbar, dass sich der Versicherte w ährend lärm iger Arbeiten am Arbeitsplatz m ittels adäquatem H örschutz schütze. W as den Tinnitus betreffe, so sei die berufliche Lärm exposition nicht geeignet, einen schw eren oder noch höher gradigen Tinnitus zu verursachen. D essen U rsache sei m ultifaktoriell, w obei die beruflichen Faktoren hier von w eit untergeordneter Bedeutung sein dürften, so dass die Fortsetzung der bisherigen Tätigkeit nicht m it einem erhöhten R isiko verbunden w äre (SU VA-Akte 134; vgl. auch den detaillier- teren Bericht vom 11. N ovem ber 2004, SU VA-Akte 135). E. Am 24. N ovem ber 2004 bestätigte die SU VA verfügungsw eise, dass gestützt auf die m edizinische Beurteilung vom 10. N ovem ber 2004 für B._______ keine N ichteignungsverfügung ergehen könne (SU VA- Akte 136). M it Entscheid vom 18. M ärz 2005 w ies die SU VA die dagegen gerichtete Einsprache ab (SU VA-Akte 137). F. Am 20. April 2005 erhob B._______, w eiterhin vertreten durch R echts- anw alt Bünzli, gegen den Einspracheentscheid vom 18. M ärz 2005 Be- schw erde vor der dam als zuständigen eidgenössischen R ekurskom m ission für die U nfallversicherung (nachfolgend R ekurskom m ission U V). Er bean-7 tragte unter Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschw erdegegnerin die Aufhebung des Einspracheentscheids; es sei eine N ichteignungsverfügung zu erlassen und es seien dem Einsprecher die gesetzlichen Leistungen (w ie persönliche Beratung, Ü bergangstaggeld, Ü bergangsentschädigung etc.) zu erbringen; eventualiter sei die Sache an die Beschw erdegegnerin zur Vornahm e der erforderlichen Abklärungen zurückzuw eisen. Zur Begründung w urde im W esentlichen geltend gem acht, D r. A._______ habe sich im ganzen Verfahren als voreingenom m en und parteilich gezeigt. Insbesondere habe er im vorliegenden Fall – der der SU VA im April 1996 gem eldet w urde – w ährend Jahren bestritten, dass die U rsache der H ochton-Innenohr-Schw erhörigkeit und des Tinnitus in der beruflichen Lärm exposition von B._______ zu suchen sei; am 5. Septem ber 2000 habe er jedoch erst die Berufsbedingtheit der Schw erhörigkeit und am 12. Januar 2004 schliesslich auch den w ahrscheinlichen kausalen Zusam - m enhang zw ischen Tinnitus und der beruflichen Exposition gegenüber grenzw ertig gehörgefährdendem Lärm anerkennen m üssen. So sei denn auch im Einspracheentscheid vom 19. Juli 2004 bezüglich Leistungen nicht (m ehr) bestritten w orden, dass es sich bei der Schw erhörigkeit und dem Tinnitus grundsätzlich um Berufskrankheiten handle. D a sich die Verfü- gung vom 24. N ovem ber 2004 über die N ichteignung explizit auf die Beurteilung von D r. A._______ stütze, zudem auch der Einspracheentscheid vom 18. M ärz 2005 von ihm abgefasst w orden sei, jedoch keine Auseinandersetzung m it den gegenteiligen Ansichten der Fachärzte stattgefunden habe, m üsse auf m angelnde O bjektivität und Befangenheit geschlossen w erden; der Bew eisw ert der Berichte von D r. A._______ sei zu verneinen. D ie U nterlassung der Vorinstanz sei nachzuholen und die Einw ände des Beschw erdeführers von einem neutralen Facharzt überprüfen zu lassen. W eiter w urden die m edizinischen Beurteilungen von D r. A._______ im Einzelnen kritisiert und insbesondere bestritten, dass sich das G ehör des Beschw erdeführers im Zeitraum von sieben Jahren nicht verändert habe und dass bei Fortsetzung der bisherigen Tätigkeit keine erhebliche gesundheitliche G efährdung bestehe. U nterstrichen w urde auch der Zusam m enhang zw ischen der H ochton-Innenohrschw erhörigkeit, die sich links deutlich verschlechtert habe, und dem Tinnitus, der ebenfalls links stärker ausgeprägt sei. Verw eisend auf die SU VA-Broschüre ”Verhütung der beruflichen Lärm schw erhörigkeit” (Bestellnum m er 1909/1.d; SU VA- Akte 138) w urde erklärt, dass die SU VA in casu verpflichtet sei, die Arbeit an einem gehörgefährdenden Arbeitsplatz zu verbieten. D esgleichen seien dem Beschw erdeführer die auf die N ichteignung gestützten gesetzlichen Leistungen (persönliche Beratung, Ü bergangstaggeld und Ü bergangsent- schädigung) zu gew ähren. G . N ach Bezahlung des auf Fr. 500.- festgelegten Kostenvorschusses w urde die SU VA zur Stellungnahm e aufgefordert. In ihrer Vernehm lassung vom 17. Juni 2005 beantragte sie die Abw eisung der Beschw erde, sow eit darauf einzutreten sei, unter Kostenfolge zu Lasten des Beschw erde- führers. U nter Verw eis auf die beim kantonalen Versicherungsgericht 8 hängige Beschw erde von B._______ erklärte die SU VA, dass die R ekurs- kom m ission U V auf die Beschw erde, sow eit darin Leistungsansprüche geltend gem acht w ürden, nicht einzutreten habe. Ansonsten hielt sie an ihrer Auffassung fest, w onach der Beschw erdeführer bei der w eiteren Ausübung seiner bisherigen Tätigkeit keiner erheblichen G efährdung ausgesetzt sei, so dass keine N ichteignungsverfügung zu erlassen sei. D er Einspracheentscheid basiere auf konkreten Lärm m essungen am Arbeitsplatz sow ie auf konkreten Erhebungen und m edizinischen U ntersu- chungen des Beschw erdeführers. D er Beschw erdeführer sei aktuell nicht gehörgefährdendem Lärm ausgesetzt (ausgehend von einer gehörgefähr- denden Lärm exposition von Leq 88 dB(A) und m ehr), diese liege m it den gem essenen Leq 86 dB(A) lediglich im G renzbereich. D er Beschw erde- führer habe stets einen G ehörschutz getragen und ihm sei w eiterhin ein adäquater G ehörschutz zum utbar. D ie leichte, nicht erhebliche H ochton- Innenohr-Schw erhörigkeit habe von 1996 bis 2003 nicht zugenom m en. D er Tinnitus seinerseits sei m ultifaktoriell bedingt, w obei berufliche Aspekte eine untergeordnete R olle spielten. D es W eiteren w ies die SU VA die gegen D r. A._______ erhobenen Vorw ürfe als unbegründet zurück; dieser habe seine Beurteilungen sachlich und in Kenntnis der gesam ten Aktenlage verfasst. D ie insbesondere von D r. M ._______ geäusserte Verm utung, die Lärm exposition könne eine G esundheitsgefährdung darstellen, genüge dem erforderlichen Bew eisgrad der überw iegenden W ahrscheinlichkeit nicht; teilw eise bestätigten die Ausführungen von D r. M ._______ sogar die SU VA-Auffassung. Auch sei die Frage nach dem Vorliegen einer erheblichen G efährdung ausschliesslich arbeitsm edizinischer N atur, so dass es richtig sei, w enn die nochm alige Ü berprüfung dieser Angelegenheit im Einspracheverfahren durch die Abteilung Arbeitsm edizin erfolgt sei. Schliesslich verw ies die SU VA auf das ihr im R ahm en von N ichteignungsverfügungen zustehende Erm essen. H . M it R eplik vom 27. Septem ber 2005 präzisierte der Beschw erdeführer seinen Antrag dahingehend, dass die SU VA anzuw eisen sei, die gesetz- lichen Leistungen (w ie persönliche Beratung, Ü bergangstaggeld, Ü ber- gangsentschädigung etc.) zu erbringen; eventualiter sei die Sache zur Vornahm e der erforderlichen Abklärungen zurückzuw eisen. D azu w urde ausgeführt, dass die R ekurskom m ission U V sich zur Frage der N ichteig- nung äussern m üsse; bei G utheissung der Beschw erde habe hiernach die SU VA über die gesetzlichen Leistungen zu befinden. Ansonsten w urde an den in der Beschw erde vorgebrachten Einw änden festgehalten und die W idersprüchlichkeit der verschiedenen ärztlichen Beurteilungen unter- strichen. Betont w urde überdies, dass D r. A._______ die Schw erhörigkeit des Beschw erdeführers ausdrücklich als Berufskrankheit anerkannt habe. Zudem w urde eine unzutreffende Auslegung des Berichts des Inselspitals Bern vom 24. O ktober 2002 durch die SU VA gerügt. W eiter w urde der Zusam m enhang zw ischen H ochton-Innenohr-Schw erhörigkeit und Tinnitus (links ausgeprägter) hervorgehoben, w obei auffalle, dass sich die SU VA zum Tinnitus nicht äussere. Schliesslich w urde bestritten, dass die SU VA 9 im vorliegenden Fall ihr Erm essen pflichtgem äss ausgeübt habe. I. M it Eingabe vom 18. O ktober 2005 hielt die SU VA an ihrem Standpunkt fest und verzichtete darauf, eine D uplik einzureichen. D ie R ekurskom m is- sion U V teilte den Parteien am 1. D ezem ber 2006 m it, dass die Angele- genheit am 1. Januar 2007 dem Bundesverw altungsgericht übertragen w erde. J. D as Bundesverw altungsgericht gab am 7. M ai 2007 die Besetzung des Spruchkörpers der Abteilung III bekannt. D agegen w urden keine Einw ände erhoben. K. D ie übrigen Elem ente des Sachverhalts und die w eiteren rechtlichen und tatsächlichen Vorbringen der Parteien ergeben sich, sow eit sie für die U rteilsfindung von Bedeutung sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erw ägungen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D ie Schw eizerische U nfallver- sicherungsanstalt (SU VA) ist eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. e VG G . D ie Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht ist jedoch unzulässig, w enn ein anderes Bundesgesetz eine kantonale Behörde als zuständig erklärt (Art. 32 Abs. 2 Bst. b VG G ). 1.2 D ie sachliche Zuständigkeit zur Beurteilung von Beschw erden gegen Ver- fügungen der SU VA w ird grundsätzlich durch Art. 1 Abs. 1 des Bundesge- setzes vom 20. M ärz 1981 über die U nfallversicherung (U VG , SR 832.20) in Verbindung m it Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den allgem ei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG , SR 830.1) geregelt. D em - nach ist das kantonale Versicherungsgericht zuständig, w enn das G esetz über die U nfallversicherung nicht ausdrücklich eine Abw eichung vom ATSG vorsieht. Eine solche besondere R egelung der Zuständigkeit enthält Art. 109 U VG . G em äss Bst. c dieser Bestim m ung beurteilt das Bundesver- w altungsgericht – in Abw eichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG – Beschw erden gegen Einspracheentscheide über Anordnungen zur Verhütung von U nfällen und Berufskrankheiten. D ie Zuständigkeit des Bundesverw al- tungsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache ist deshalb zu bejahen, richtet sich die Beschw erde doch gegen einen Einspracheent- scheid über die N ichteignung. N ichteignungsverfügungen sind M assnah- m en, die im R ahm en der U nfallverhütung ergehen (siehe Art. 84 Abs. 2 U VG ). D as Bundesverw altungsgericht ist auch für den Fall der Ablehnung eines G esuchs eines Arbeitnehm enden um Erlass einer N ichteignungs- verfügung zuständig (vgl. zur Zuständigkeit der R ekurskom m ission U V 10 unveröffentlichtes U rteil der R ekurskom m ission U V vom 16. D ezem ber 2004, R EKU 571/03, E. 1b m it H inw eis). 1.3 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D eparte- m ente hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 2. 2.1 D as Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht richtet sich (w ie schon vor der R ekurskom m ission U V) nach dem Verw altungsverfahrensgesetz, sow eit das Verw altungsgerichtsgesetz nichts anderes bestim m t (Art. 37 VG G ; aArt. 109 Abs. 2 U VG ). 2.2 D ie Beschw erde w urde frist- und form gerecht durch den ordentlich vertre- tenen Beschw erdeführer eingereicht (vgl. Art. 49 ff. Vw VG ). 2.3 Als von einer allfälligen N ichteignung direkt betroffener Arbeitnehm er hat der Beschw erdeführer ein schützensw ertes Interesse an der Aufhebung oder Abänderung des angefochtenen Einspracheentscheids. Er ist auch form ell beschw ert und som it zur Beschw erde legitim iert (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). 2.4 Insow eit, als der Beschw erdeführer die Ausrichtung von Ü bergangstag- geldern oder einer Ü bergangsentschädigung gem äss Art. 83 und 86 der Verordnung vom 19. D ezem ber 1983 über die Verhütung von U nfällen und Berufskrankheiten (VU V, SR 832.30) beantragen m öchte, m uss die Zuständigkeit des Bundesverw altungsgerichtes verneint w erden. Bei den Ü bergangsleistungen handelt es sich nicht um Anordnungen zur Verhü- tung von U nfällen und Berufskrankheiten im Sinne von Art. 109 Abs. 1 Bst. c U VG , die von den D urchführungsorganen der Arbeitssicherheit bzw . der SU VA (vgl. hierzu Art. 85 U VG ) verfügt w erden. Zw ar handelt es sich bei den Ü bergangstaggeldern und der Ü bergangsentschädigung nicht um Versicherungsleistungen im engeren Sinne, sondern um Leistungen, die im Zusam m enhang m it der Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrank- heiten erbracht w erden (Kranken- und U nfallversicherung, R echtsprechung und Verw altungspraxis [R KU V] 1995 U 225 E. 2b S. 164; U rteil des Eidge- nössischen Versicherungsgerichts U 220/97 vom 13. M ärz 2000, E. 3a); dennoch sind es Leistungen, die zum Ziel haben, einen Erw erbsverlust zu kom pensieren. G em äss Art. 83 und 86 VU V richtet sich denn auch der Anspruch auf eine Ü bergangsleistung gegen den Versicherer, w ährend laut Art. 78 VU V die SU VA – in ihrer Eigenschaft als D urchführungsorgan der Arbeitssicherheit – die N ichteignung oder bedingte Eignung verfügt. Entsprechend ist im Bereich der Ü bergangsleistungen die Zuständigkeit der kantonalen Versicherungsgerichte gegeben (vgl. beispielsw eise U rteil des Verw altungsgerichts des Kantons Freiburg, in Sozialversicherungs- recht – R echtsprechung [SVR ] 2004 U V N r. 5; oder BG E 126 V 134, in dem ein U rteil des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau ange- fochten w urde). D as Bundesverw altungsgericht kann dam it nicht auf 11 diesbezügliche Streitigkeiten eintreten (siehe auch unveröffentlichtes U rteil der R ekurskom m ission U V vom 15. Juni 2000, R EKU 411/98, E. 1c). Präzi- sierend sei hierzu w eiter festgehalten, dass das Bundesverw altungsgericht – da es nicht für die Beurteilung von Leistungsstreitigkeiten zuständig ist – auch keine Anw eisungen in diesem Bereich geben kann. D ie Tatsache, dass die SU VA im vorliegenden Fall gleichzeitig Versicherer w ie auch D urchführungsorgan der Arbeitssicherheit ist, ändert nichts an der Zw eitei- lung der R echtsm ittel und den entsprechend ausgestalteten Kom petenzen der Beschw erdeinstanzen. Som it kann auch auf den in der R eplik um for- m ulierten Antrag des Beschw erdeführers insow eit nicht eingetreten w erden, als darin Leistungen zum G egenstand des vorliegenden Verfah- rens gem acht w erden. 3. D er Beschw erdeführende kann im R ahm en des Beschw erdeverfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des M issbrauchs oder der Ü berschreitung des Erm essens, die unrichtige oder unvollständige Fest- stellung des Sachverhalts sow ie die U nangem essenheit des Entscheids beanstanden (Art. 49 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht überprüft aber nur den Entscheid der unteren Instanz und setzt sich nicht an deren Stelle. Insbesondere dann, w enn die Erm essensausübung, die Anw endung unbestim m ter R echtsbe- griffe oder die Sachverhaltsw ürdigung hoch stehende, spezialisierte tech- nische oder w issenschaftliche Kenntnisse erfordert, ist eine Zurückhaltung des G erichts bei der Ü berprüfung vorinstanzlicher Bew ertungen angezeigt (vgl. BG E 130 II 449 E. 4.1, BG E 126 II 43 E. 4c, BG E 121 II 384 E. 1, BG E 108 V 130 E. 4c/dd; vgl. auch Verw altungspraxis der Bundesbe- hörden [VPB] 67.31 E. 2, VPB 68.133 E. 2.4; Sozialversicherungsrecht – R echtsprechung [SVR ] 1994 KV N r. 3 E. 3b; YVO H AN G AR TN ER , Behörden- rechtliche Kognitionsbeschränkungen in der Verw altungsrechtspflege, in: BEN O ÎT BO VA Y/M IN H SO N N G U YEN (H rsg.), M élanges en l'honneur de Pierre M oor, Bern 2005, S. 326f., BEATR IC E W AG N ER PFEIFFER , Zum Verhältnis von fachtechnischer Beurteilung und rechtlicher W ürdigung im Verw altungs- verfahren, in: ZSR , N F 116, I. H albbd., S. 442 f.). D as Bundesverw altungsgericht überprüft ansonsten den angefochtenen Entscheid frei, dies unter Berücksichtigung der vorgebrachten R ügen. D ie Beschw erdeinstanz hat m ithin nicht zu untersuchen, ob sich die angefoch- tene Verfügung unter schlechthin allen in Frage kom m enden Aspekten als korrekt erw eist, sondern untersucht im Prinzip nur die vorgebrachten Beanstandungen. Von den Verfahrensbeteiligten nicht aufgew orfene R echtsfragen w erden nur geprüft, w enn hiezu aufgrund der Parteivor- bringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hin- reichender Anlass besteht (BG E 119 V 347 E. 1a; ALEXAN D R A R U M O -JU N G O , R echtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bun- desgesetz über die U nfallversicherung, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 348). 4. 4.1 N ach Art. 84 Abs. 1 U VG können die D urchführungsorgane nach Anhören des Arbeitgebenden und der unm ittelbar betroffenen Versicherten 12 bestim m te M assnahm en zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufs- krankheiten anordnen (erster Satz). In diesem R ahm en können die D urch- führungsorgane Versicherte, die hinsichtlich Berufsunfällen oder Berufs- krankheiten durch bestim m te Arbeiten besonders gefährdet sind, von diesen Arbeiten ausschliessen (Art. 84 Abs. 2 erster Satz U VG ). In Anw en- dung von Art. 83 Abs. 1 erster Satz U VG erliess der Bundesrat konkre- tisierende Bestim m ungen in der Verordnung über die U nfallverhütung: G em äss Art. 78 VU V kann die SU VA einen Arbeitnehm enden, der den Vorschriften über die arbeitsm edizinische Vorsorge untersteht, von der gefährdenden Arbeit ausschliessen (N ichteignung) oder seine Beschäf- tigung bei dieser Arbeit unter bestim m ten Bedingungen zulassen (bedingte Eignung). N ach Abs. 2 derselben Bestim m ung kann die N ichteignung nur dann verfügt w erden, w enn der Arbeitnehm er bei der w eiteren Ausübung seiner bisherigen Tätigkeit einer erheblichen G efährdung ausgesetzt ist. D ie N ichteignung kann befristet oder dauernd sein. D ie Verfügung m uss auf die Beratungs- und Entschädigungsm öglichkeiten (Art. 82, 83 und 86 VU V) verw eisen. 4.2 Es ist festzuhalten, dass das Ziel der N ichteignungsverfügung einerseits in der Verhütung von bis anhin noch nicht eingetretenen, künftigen Berufs- unfällen oder Berufskrankheiten, sow ie andererseits auch in der Verm ei- dung des erneuten Auftretens oder der Verschlim m erung einer bestim m ten bereits zu Tage getretenen Berufskrankheit bzw . in der Verhütung der W iederholung von gleichartigen U nfällen liegt. Sinn und Zw eck der N icht- eignungsverfügung liegen sow ohl im Schutz des Arbeitnehm enden w ie auch in der Verm eidung der Entstehung von durch die U nfallversicherung abzudeckenden Kosten. N icht Zw eck der N ichteignungsverfügung ist es a priori, Leistungen auszulösen, auch w enn ein gew isser Zusam m enhang zw ischen N ichteignung und Ü bergangsleistungen besteht (siehe zuvor Erw ägung 2.4; siehe auch Art. 78 Abs. 2 zw eiter Satz VU V). 5. 5.1 D er Ausschluss eines Arbeitnehm enden von bestim m ten Arbeiten stellt einen schw eren Eingriff in die R echtssphäre der betroffenen Person dar. Angesichts dieser einschneidenden M assnahm e ist der Entscheid darüber in Verfügungsform zu kleiden (vgl. ALFR E D M AU R ER , Schw eizerisches U nfall- versicherungsrecht, Bern 1985, S. 591 Fn 1512a; D ER SELBE, Schw eizeri- sches Sozialversicherungsrecht, Bd. 1, Bern 1979, S. 170), w obei die verfassungsm ässigen Schranken für Eingriffe in Freiheitsrechte zu beach- ten sind. N am entlich m uss nebst der gesetzlichen G rundlage und des öffentlichen Interesses der G rundsatz der Verhältnism ässigkeit gew ahrt bleiben (Art. 36 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; vgl. U LR IC H H ÄFELIN / W ALTE R H ALLE R , Schw eizerisches Bundesstaatsrecht, 6. Aufl., Zürich/Basel/ G enf 2005, N . 302 ff.). Art. 84 Abs. 2 U VG bildet zw eifellos eine genügende gesetzliche G rundlage; zudem besteht ein erhebliches öffentliches Interesse am Schutz der Arbeitnehm enden und der Versichertengem einschaft (vgl. unveröffentlichte U rteile der R ekurskom m ission U V vom 16. D ezem ber 2004, R EKU 571/03, E. 4d vom 15. Juni 2000, R EKU 411/98, E. 3a, je m it 13 H inw eisen). Es m uss im R ahm en des Verhältnism ässigkeitsgrundsatzes geprüft w erden, ob der Versicherte bei der w eiteren Ausübung der bishe- rigen Tätigkeit einer erheblichen G efährdung ausgesetzt ist, die seinen generellen Ausschluss von eben dieser Tätigkeit zu rechtfertigen verm ag, oder ob im Sinne der m öglichsten Schonung seiner R echtssphäre das gesetzte Ziel der Verhütung von Berufskrankheiten auf w eniger einschnei- dende W eise erreicht w erden kann (unveröffentlichtes U rteil des Eidgenös- sischen Versicherungsgerichts vom 27. O ktober 1992 i.S. B.F.). 5.2 D ie Erfüllung dieser gesetzlichen Voraussetzungen für den Erlass einer N ichteignungsverfügung m uss generell gegeben sein: Sie ist nicht nur im Falle einer vom D urchführungsorgan von Am tes w egen erlassenen und vom Versicherten bestrittenen Verfügung, sondern – w ie vorliegend – auch im Fall einer vom Arbeitnehm er beantragten Verfügung erforderlich (vgl. U rteil der R ekurskom m ission U V vom 15. Juni 2000, R EKU 411/98, E. 3a). 5.3 Zu unterstreichen ist in diesem Zusam m enhang, dass der Erlass einer N ichteignungsverfügung angesichts des oben dargelegten Zw ecks nicht voraussetzt, dass eine Berufskrankheit bereits besteht bzw . anerkannt ist oder diese einen bestim m ten Schw eregrad erreicht, da die N ichteignungs- verfügung in erster Linie eine präventive W irkung bezw eckt. M it dem Beschluss über eine allfällige N ichteignung w ird nicht über das Bestehen einer Berufskrankheit entschieden. D ies bedeutet, dass die im Bereich der Berufskrankheiten geltenden G rundsätze, insbesondere bezüglich Kausali- tät zw ischen einer G esundheitsschädigung und beruflicher Tätigkeit, nicht unbesehen auf die Frage der N ichteignung angew andt w erden können. Bei der N ichteignung geht es um die zukünftige gesundheitliche Entw icklung bei einer w eiteren Ausübung der bisherigen Tätigkeit. Ausgehend von einer D iagnose ist die prognostische Einschätzung der G efahr eines Auftretens von Berufsunfällen oder -krankheiten m assgebend für die Bejahung bzw . Verneinung einer N ichteignung für eine bestim m te Tätigkeit oder einen bestim m ten Beruf. 6. 6.1 D er Beschw erdeführer lässt geltend m achen, dass bei ihm eine berufs- bedingte H ochton-Innenohr-Schw erhörigkeit sow ie ein ebenfalls berufsbe- dingter Tinnitus vorliege. Er bringt w eiter vor, dass sich diese H örbe- schw erden seit 1996 verstärkt hätten (insbesondere links) sow ie, dass Schw erhörigkeit und Tinnitus in einen Zusam m enhang gestellt w erden m üssten. D a eine "besondere O hrenkrankheit" vorliege, m üsse die SU VA dem Beschw erdeführer in Anw endung ihrer eigenen Praxis die Arbeit an einem gehörgefährdendem Arbeitsplatz verbieten. 6.2 Vorab ist auf das von der Vorinstanz in ihrer Vernehm lassung vorge- brachte Argum ent einzugehen, w onach einerseits die Kausalität zw ischen H ochton-Innenohr-Schw erhörigkeit sow ie Tinnitus und der lärm exponierten Tätigkeit des Beschw erdeführers nicht erw iesen sei (insbesondere bezüg- lich Tinnitus, aber auch die Schw erhörigkeit sei nur "kulanterw eise" als berufsbedingt anerkannt w orden; vgl. Vernehm lassung vom 17. Juni 2005, S. 4 Ziffer 5.2). Andererseits bestehe keine erhebliche G efährdung, so 14 dass sich eine N ichteignungsverfügung nicht rechtfertige. Angesichts dieser Argum entation ist nochm als zu betonen, dass sich im R ahm en der N ichteignungsverfügung nicht die Frage stellt, ob die H och- ton-Innenohr-Schw erhörigkeit und der Tinnitus des Beschw erdeführers berufsbedingt sind oder als Berufskrankheit zu w erten sind. Zu beantw or- ten ist lediglich die Frage, w ie sich die unbestrittenerm assen bestehenden H örschädigungen bei einer Fortführung der bisherigen Arbeit ausw irken und ob im Sinne einer präventiven M assnahm e zum Schutz des Arbeit- nehm ers diese Tätigkeit nicht m ehr angezeigt ist, w eil daraus ein Versicherungsfall entstehen könnte. D am it erübrigen sich grundsätzlich Ausführungen zur Frage, ob m an bereits heute einer Berufskrankheit gegenübersteht oder nicht. D iesbezüglich ist die Analyse der SU VA nicht klar bzw . in vielen Punkten ohne Bedeutung. Es genügt jedenfalls nicht, die N ichteignung m it dem Argum ent zu verneinen, dass (noch) keine Berufskrankheit vorliege, geht es bei der N ichteignung doch eben gerade darum , deren Eintreten bzw . eine Verschlim m erung zu verm eiden. 6.3 6.3.1 Festzuhalten ist, dass G ehörschädigungen durch die Berufstätigkeit verur- sacht w erden können und "erhebliche Schädigungen des G ehörs" als arbeitsbedingte Erkrankungen anerkannt sind (vgl. Art. 14 VU V sow ie Anhang 1 der VU V m it der Liste der schädigenden Stoffe und der arbeits- bedingten Erkrankungen). G em äss der SU VA-Broschüre "Verhütung der beruflichen Lärm schw erhörigkeit" sind Lärm einw irkungen von LEQ 88 dB(A) und m ehr gehörgefährdend. Als G renzbereich gilt ein Lärm von LEQ 85 bis 87 dB(A) (vgl. SU VA-Broschüre, S. 7; SU VA-Akte 138). 6.3.2 Im vorliegenden Fall hat D r. A._______ in seiner Beurteilung vom 5. Septem ber 2000 anerkannt, dass die diagnostizierte H ochton-Innenohr- Schw erhörigkeit vorw iegend durch die berufliche Lärm exposition verursacht w urde. Auch nach seiner persönlichen U ntersuchung des Beschw erdeführers bejahte er in seinem Bericht vom 19. Februar 2003 die Kausalität zw ischen der H ochton-Innenohr-Schw erhörigkeit und der beruf- lichen Tätigkeit des Beschw erdeführers. W eiter bestätigte die SU VA in ihrem Einspracheentscheid vom 19. Juli 2004 bezüglich Leistungen, dass eine Berufskrankheit vorliege; bestritten w urde darin einzig die Erheblich- keit der diagnostizierten Leiden. Angesichts dieser SU VA-eigenen Beur- teilungen erachtet es das Bundesverw altungsgericht als w idersprüchlich, w enn diese im vorliegenden Verfahren die Berufsbedingtheit der H ochton- Innenohr-Schw erhörigkeit des Beschw erdeführers erneut in Abrede stellen w ill. Zw ar enthalten die eingereichten m edizinischen Akten teilw eise ebenfalls w idersprüchliche Aussagen zur Kausalität der H ochton-Innenohr- Schw erhörigkeit, w elche beispielsw eise im G utachten von D r. C ._______ vom 20. April 2000 verneint w urde. D och folgerte die SU VA in Kenntnis aller Akten und nach U ntersuchung des Beschw erdeführers, es handle sich bei dessen Schw erhörigkeit um eine überw iegend berufsbedingte Schädigung. 15 6.3.3 Aus den Akten geht ebenfalls hervor, dass die H örbeschw erden des Beschw erdeführers erstm als im N ovem ber 1995 auftraten bzw . im April 1996 der SU VA gem eldet w urden, nachdem dieser im gleichen Betrieb zunächst als H ilfsarbeiter (ab 1990), später als Anlagew ärter (ab 1996) an einer Ballenpresse tätig w ar (vgl. SU VA-Akte 2, 41 und 71). Belegt ist gem äss den SU VA-Akten für diesen Arbeitsplatz ein ständiger Lärm pegel von 86,2 bis 86,9 dB (Bericht vom 20. M ai 1996; SU VA-Akte 5) bzw . von 86 dB(A) (gem äss Bericht vom 18. August 2000; SU VA-Akte 40), w as einem durchschnittlichen Belastungspegel (LEQ T) von 87 dB über 15 Jahre (Ausw ertung vom 30. August 2000; SU VA-Akte 41) bzw . einer äqui- valenten D auerbelastung (LEQ ) von 87 dB(A) über 18 Jahre (Beurteilung vom 23. D ezem ber 2003; SU VA-Akte 117) entspreche. Vor 1996 zurück- reichende Akten liegen keine vor. D er zeitliche Zusam m enhang zw ischen den H örbeschw erden und der Tätigkeit des Beschw erdeführers an einem lärm exponierten Arbeitsplatz w urde offenbar nie ernsthaft in Frage gestellt. 6.3.4 Bezüglich Tinnitus bzw . den diesen verursachenden Faktoren enthalten die dem Bundesverw altungsgericht vorliegenden Akten einige U nstim m ig- keiten. D iese Frage stand allerdings nur sporadisch im Vordergrund der ärztlichen Beurteilungen und w urde hauptsächlich – w ie auch die Frage der H ochton-Innenohr-Schw erhörigkeit – nur unter dem Aspekt der Berufs- krankheit behandelt. D ass in casu ein Tinnitus besteht, und dass dieser erstm als im April 1996 diagnostiziert w urde (vgl. Arztzeugnis U VG vom 29. April 1996; SU VA-Akte 4), ist unbestritten. W eiter ist auf den Bericht von D r. A._______ vom 12. Januar 2004 zu verw eisen, w onach ein kausaler Zusam m enhang zw ischen dem (subjektiv geklagten) Tinnitus und der beruflichen Exposition gegenüber grenzw ertig gehörgefährdendem Lärm am Arbeitsplatz als w ahrscheinlich erscheine. In ihrem Einsprache- entscheid vom 19. Juli 2004 bezüglich Leistungen hält die SU VA zudem fest, dass es sich "sow ohl bei der H örstörung w ie auch beim Tinnitus um Berufskrankheiten im Sinne des G esetzes handelt". 6.3.5 W enn auch diese Ausführungen die (hier nicht zu prüfende) Frage der Kausalität zw ischen dem heute bestehenden G esundheitsschaden und der bis anhin ausgeübten beruflichen Tätigkeit betreffen, so ist daraus im m er- hin klar erkennbar, dass ein Zusam m enhang zw ischen Lärm und einer Berufskrankheit bestehen kann. 6.4 6.4.1 Im H inblick auf eine allfällige N ichteignung ist zu untersuchen, ob eine w eitere berufliche Lärm exposition für den Beschw erdeführer eine erhebliche G efährdung in dem Sinne darstellt, dass eine Berufskrankheit eintreten oder eine bestehende Berufskrankheit sich verschlim m ern könnte. Aus den Akten geht hervor, dass diese Frage aus m edizinischer Sicht – obschon diese U nterlagen um fangreich sind – nie überzeugend abgeklärt w orden ist. D ies m ag sich daraus ergeben haben, dass sich der Streit vor allem um die hier irrelevante Frage des Bestehens einer Berufskrankheit drehte. D ie Verw altung, und vorliegend auch das G ericht, kann aber die Frage nach der N otw endigkeit einer N ichteignungsverfügung 16 nur beantw orten, w enn sich aus den m edizinischen Stellungnahm en eine w eitgehend klare Prognose ergibt. D eshalb genügt es nicht, w enn einzig aus den m edizinischen Aussagen zur Entstehung des H örschadens und dessen Kausalität zur beruflichen Tätigkeit seitens des G erichtes M utm as- sungen über die künftige Entw icklung getroffen w erden. Ein Arzt hat sich zur Frage zu äussern, ob bei dem sich aus den Akten ergebenden G esundheitsproblem eine erhebliche G efährdung besteht, dass sich der Schaden vergrössert oder ob dieses G efährdungspotential eben nicht vorhanden ist. D iese Frage lässt sich aber aus den vorhandenen Akten nicht schlüssig beantw orten. 6.4.2 D r. C ._______ w ies im Bericht vom 7. D ezem ber 2000 (Ergänzung zum G utachten vom 20. April 2000; SU VA-Akte 50) auf die schw ierige Beur- teilung von H örschäden – insbesondere auf die subjektive Kom ponente – hin. Am 14. M ai 2001 em pfahl Prof. D r. phil. H ._______ dringend einen Arbeitsw echsel (SU VA-Akte 68). G leiches taten auch D r. N ._______, O berarzt N eurologie, sow ie D r. L._______, im Bericht vom 24. O ktober 2002 (SU VA-Akten 90 und 91) m it dem H inw eis auf die besondere Problem atik bei bestehendem Tinnitus und w eiteren Lärm belastungen. Auch D r. M ._______ gibt am 15. M ärz 2004 (vgl. SU VA-Akte 131) an, ein Arbeitsplatz ohne Lärm exposition sei angezeigt. Es kann unter diesen U m ständen nun nicht einzig auf die M einung von D r. A._______ vom m edizinischen D ienst der SU VA abgestellt w erden, w elcher am 12. Januar 2004 (SU VA-Akte 118) die bisherige Tätigkeit als zum utbar erachtet und auch am 19. Februar 2003 (SU VA-Akte 106) bereits festgehalten hatte, dass ein Arbeitsw echsel nicht angezeigt sei. D iese Aussagen stehen im W iderspruch zu den Angaben der eingangs genannten Ärzte und es ist dem G ericht nicht m öglich zu entscheiden, w elcher ärztliche Bericht hier Vorrang hat; dies nicht zuletzt auch angesichts der sich w idersprechenden Einschätzungen betreffend den Schw eregrad der vorhandenen Schädi- gung und die durch die besondere Art der Schädigung bedingte Kom ple- xität der Beurteilung. Insbesondere darf nicht aus den Augen verloren w erden, dass es vorliegend nicht um die Beurteilung geht, ob ein norm al hörender Arbeitnehm er an einer lärm exponierten Arbeitsstelle w eiter beschäftigt w erden kann, sondern darum , ob eine bereits geschädigte Person dies tun kann. D r. A._______ setzt sich zudem nicht genügend m it den divergierenden Ansichten – insbesondere des O R L-Facharztes D r. M ._______ – auseinander; dies lässt sich nicht dam it rechtfertigen, dass die Frage der erheblichen G efährdung – w ie von der SU VA vorgebracht – eine rein technische sei, deren Beantw ortung nur den SU VA-Spezialisten zukom m e. 6.4.3 Eine zusätzliche U nstim m igkeit lässt sich zudem darin erkennen, dass D r. C ._______ am 20. April 2000 (Suva-Akte 33) eine gesundheitliche G efähr- dung in einer H yperakusis beim Tragen des G ehörschutzes erkannt hat, D r. A._______ hingegen gerade von einer Verm eidung der künftigen G esundheitsschädigung durch das Tragen des G ehörschutzes ausgeht. Auch diese Frage m uss zur Beurteilung der Prognose schlüssig geklärt w erden. Es kann nicht angehen, dass das Bundesverw altungsgericht die 17 N ichteignung insbesondere m it dem Argum ent, das G ehör lasse sich schützen, verw eigert, falls gerade dieser G ehörschutz eine zusätzliche G efährdung darstellen sollte. 6.4.4 W eiter bestehen unterschiedliche Einschätzungen bzw . U nklarheiten betreffend die Stabilität des G esundheitszustandes. D r. A._______ schreibt in seinem Bericht vom 12. Januar 2004, das G ehör des Versicherten habe sich "im Vergleich zu den Voruntersuchungen vom 24.1.1996, 20.6.2000 und 6.2.2003 in keiner W eise verschlechtert". Aus dem nächsten Satz geht aber hervor, dass der H örverlust im Jahr 1996 22.7% , im Juni 2000 26.5% und im N ovem ber 2003 25.8% betrug (SU VA- Akte 118). W eshalb trotz zunehm endem H örverlust keine Verschlechterung vorliegen soll, w ird nicht erläutert. Eine kurze Erklärung enthalten der Bericht von D r. A._______ vom 19. Februar 2003 (SU VA- Akte 105) und der Einspracheentscheid (SU VA-Akte 137, S. 3), w onach die Abnahm e im N orm albereich aufgrund des Alters sei. Im U nterschied zu D r. A._______ geht D r. M ._______ von einer "deutlichen Verschlechterung" gegenüber 1996 aus, w elche links ausgeprägter sei als rechts (Bericht vom 15. M ärz 2004, SU VA-Akte 131). D ie arbeitsm edi- zinischen Berichte der SU VA äussern sich dazu nicht und erklären insbe- sondere nicht, w eshalb eine altersentsprechende Abnahm e des G ehörs links ausgeprägter sein kann als rechts. Insofern fehlt eine nachvoll- ziehbare, schlüssige Beurteilung. 6.4.5 Es ist schliesslich auch zu bem erken, dass die Akten über die Entw icklung seit 2003 keine detailierten Angaben enthalten, obschon der Einsprache- entscheid erst am 18. M ärz 2005 erging. 6.4.6 Zusam m enfassend kann festgehalten w erden, dass es dem Bundesver- w altungsgericht angesichts der Aktenlage nicht m öglich ist, die Situation hinsichtlich der Prognose zu beurteilen und dam it auch nicht diejenige, ob bei einer w eiteren beruflichen Tätigkeit des bereits unbestrittenerm assen hörgeschädigten Beschw erdeführers in lärm exponierter Arbeitsstelle eine erhebliche G efährdung besteht und sich das Feststellen einer N ichteig- nung, oder bedingten N ichteignung, rechtfertigt oder nicht. 6.5 Angesichts der Tatsache, dass die Angelegenheit nicht beurteilt w erden kann, erübrigen sich w eitere Ausführungen zur Frage, ob die Berichte des SU VA-Arztes D r. A._______ – w ie vom Beschw erdeführer beantragt – aufgrund von Befangenheit unberücksichtigt bleiben m üssen. 7. D ie Beschw erde ist som it im Eventualantrag gutzuheissen, die ange- fochtene Entscheidung ist aufzuheben und die Angelegenheit zur w eiteren Abklärung an die SU VA zurückzuw eisen (Art. 61 Vw VG ). 8. D as Bundesverw altungsgericht auferlegt gem äss Art. 63 Abs. 1 Vw VG in der Entscheidungsform el die Verfahrenskosten, bestehend aus Spruchge- bühr, Schreibgebühren und Barauslagen, in der R egel der unterliegenden Partei. Keine Verfahrenskosten w erden Vorinstanzen oder beschw erdefüh- renden und unterliegenden Bundesbehörden auferlegt; anderen als Bun- desbehörden, die Beschw erde führen und unterliegen, w erden Verfahrens-18 kosten auferlegt, sow eit sich der Streit um verm ögensrechtliche Interessen von Körperschaften oder autonom en Anstalten dreht (Art. 63 Abs. 2 Vw VG ). Som it ist der vom Beschw erdeführer geleistete Kostenvorschuss zu erstatten. D er SU VA w erden keine G erichtskosten auferlegt. 9. D er obsiegende und durch einen R echtsanw alt vertretene Beschw er- deführer hat gem äss Art. 64 Abs. 1 Vw VG in Verbindung m it Art. 7 ff. des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver- w altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 (VG KE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Verw altung. D iese w ird auf Fr. 2'000.- (inkl. M ehrw ertsteuer) festgesetzt. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird im Eventualantrag gutgeheissen und der angefoch- tene Einspracheentscheid w ird aufgehoben. 2. D ie Angelegenheit w ird zur D urchführung w eiterer Abklärungen an die SU VA zurück gew iesen. 3. Es w erden keine G erichtskosten erhoben. D em Beschw erdeführer w ird der geleistete Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 500.-- zurückerstattet. 4. D em Beschw erdeführer w ird eine Parteientschädigung von Fr. 2000.-- (inklusive Auslagen und M ehrw ertsteuer) zugesprochen. D iese geht zu Lasten der SU VA. 5. D ieses U rteil w ird eröffnet (als G erichtsurkunde): - dem Beschw erdeführer - der Vorinstanz - dem Bundesam t für G esundheit, Abteilung Kranken- und U nfallversiche- rung D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Johannes Frölicher Susanne Fankhauser R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen 19 (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :