Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. Februar 2021 (725 20 309 / 36) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Abweisung der Beschwerde; Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Heil- behandlungskosten der Kniebeschwerden der Beschwerdeführerin besteht mangels Kau- salzusammenhangs zum Unfallereignis nicht. Was die Narben an der Hand sowie die übri- gen Beschwerden anbelangt, ist die Leistungseinstellung zu Recht erfolgt, da bei der Be- schwerdeführerin der sog. medizinische Endzustand eingetreten ist. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch B.____ gegen SWICA Krankenversicherung AG , Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A.1 Die 1985 geborene A.____ war in einem Teilzeitpe nsum beim Restaurant C.____ in X.____ angestellt und deswegen bei der SWICA Krankenv ersicherung AG (SWICA) unfallversi- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht chert. Am 4. November 2018 erlitt die Versicherte einen Unfall, wobei sie auf ihrem Nachhause- weg von der Arbeit beim Überqueren eines Fussgängerstreifens von einem Personenwagen er- fasst und nach vorne geschleudert wurde und mit der recht en Körperseite auf dem Asphalt auf- schlug. Gemäss Austrittsbericht des Spitals D.____ vom 4. November 2018 wurden folgende Di- agnosen gestellt: Eine contusio capitis (Schädelprellung) und eine Kontusion der rechten Schul- ter. Im weiteren Verlauf traten bei A.____ ausserdem Visusstörungen an den Augen und später noch Schmerzen am rechten Knie auf. Der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstö- rung konnte nicht bestätigt werden, jedoch wurde eine Fehlverarbeitung nach Unfall mit depres- siven Symptomen festgestellt. A.2 Nachdem die SWICA nach dem Unfallereignis Versicheru ngsleistungen in Form von Heilbehandlungskosten und Taggeldern erbracht hatte, lehnte sie mit Verfügung vom 6. Novem- ber 2019 eine weitere Leistungspflicht ab, zumal bezüglich der Beschwerden der Halswirbelsäule (HWS) mit keiner namhaften Besserung der Gesundheitsschä digung mehr gerechnet werden könne und die Kniebeschwerden rechts nur möglicherweise Folge des Unfall-ereignisses seien. Eine gegen diese Verfügung erhobene Einsprache von A.____ wurde mit Entscheid vom 25. Juni 2020 abgewiesen. B. Mit Schreiben vom 30. Juli 2020 (Eingang am 27. Aug ust 2020) erhob A.____ Be- schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht), und beantragte sinngemäss, der Einspracheents cheid vom 25. Juni 2020 sei aufzuhe- ben und die SWICA sei zu verpflichten, ihr weiterhin die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, sie habe bis zum Unfall vom 4. November 2018 keinerlei Beschwerden am rechten Knie gehabt. Sollte sich in Zukunft eine Operation als notwen- dig erweisen, seien die anfallenden Kosten durch die SWICA zu decken. Des Weiteren wolle sie die durch den Unfall zurückgebliebenen Narben an der rechten Hand durch eine plastische Ope- ration entfernen lassen, falls diese in absehbarer Zeit nicht verheilen sollten. C. In ihrer Vernehmlassung vom 21. September 2020 schl oss die SWICA auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 Abs. 1 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zei t der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person oder des Beschwerde führen- den Dritten im Ausland, so ist das Versicherungsgericht d esjenigen Kantons zuständig, in dem Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in d em ihr letzter schweizerischer Arbeit- geber Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 2 ATSG). Die Versicher te lebte zuletzt in Y.____ (BL) und ar- beitete im Restaurant C.____ in X.____ sowie im Restau rant E.____ in Y.____, bevor sie nach Z.____ ausgewandert ist, weshalb die örtliche Zuständig keit des Kantonsgerichts Basel-Land- schaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Geset zes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versiche- rungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kanton s Beschwerden gegen Einspracheent- scheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behand- lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – u nter Berücksichtigung des Fristenstill- standes gemäss Art. 22a Abs. 1 lit. b des Bundesgeset zes über das Verwaltungsverfahren (VwVG) vom 20. Dezember 1968 vom 15. Juli bis und mi t 15. August – auch frist- und formge- recht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 30. Juli 2020 (Eingang 27. August 2020) ist demnach einzutreten. 2. Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Besc hwerdegegnerin ihre Leistungen, na- mentlich für Heilbehandlungskosten, zu Recht per 6. November 2019 eingestellt hat. Zur Diskus- sion stehen insbesondere Heilbehandlungen für die Beschwerden am rechten Knie sowie für die Narbenbeseitigung an der rechten Hand der Beschwerdeführerin. Nicht mehr streitig ist hingegen, dass bezüglich der HWS-Beschwerden, der Visusstörungen sow ie der psychischen Beschwer- den ein Endzustand erreicht ist. Des Weiteren wird auch die Haarlosigkeit an der Schläfe von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nicht mehr thematisiert. Schliesslich ist auch der Anspruch auf UVG-Taggelder nicht mehr streitig, zumal die Beschwerdeführerin ge- stützt auf die medizinischen Akten in Tätigkeiten, die nicht regelmässige Positionen in einer tiefen Hocke bedingen, wieder uneingeschränkt arbeitsfähig ist und ausserdem auch keine Taggeld- leistungen fordert. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun- fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung), namentlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt (lit. a). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG An- spruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbei tsunfähigkeit 80% des versicherten Ver- dienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs. 1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene In tegritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Ren tenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheit sschaden nur insoweit, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3). Dabei spielt die Adäquanz als r echtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich orga- nisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2). 3.3 Die vorübergehenden Leistungen wie Taggelder und Heilbehandlung hat der Unfallver- sicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – nur so lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Was darunter zu verste- hen ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit. Die Verwendung des Begriffes "namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinweisen). Kommt der Versicherungsträger hingegen zum Schluss, dass eine Fortsetzung der ärztlichen Behandlung nicht mehr zu einer nennenswerten Besserung führt, oder hält er eine Behandlung, die vom Versicherten oder seinem Arzt vorgeschlagen worden ist, für unzweckmäs- sig, kann er gestützt auf Art. 48 UVG die Fortsetzung der Behandlung ablehnen. Ein Anspruch auf weitere medizinische Behandlung besteht somit nur, wenn damit eine erhebliche Besserung des Gesundheitszustandes erreicht werden kann. Hingegen verleihen weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats wegen der Fortsetzu ng einer ärztlichen Behandlung noch ein geringfügiger therapeutischer Fortschritt, der von weiteren Massnahmen erwartet wird, An- spruch auf die Durchführung der Massnahmen. In diesem Zu sammenhang muss der Gesund- heitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellun- gen beurteilt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts v om 27. März 2014, 8C_836/2013, E. 4.3). Nicht notwendig für den Fallabschluss ist hingegen, dass keine ärztliche Behandlung mehr erfor- derlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.2.2). Ist ein End- zustand eingetreten, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzei- tiger Prüfung des Anspruches auf eine Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung ab- zuschliessen (Art. 19 Abs. 1 UVG). 3.4 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- stands – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig au f Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 157 E. 1b mit zahlrei- chen weiteren Hinweisen). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wich- tige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit Hinweisen). 3.5 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wes- halb es auf die eine und nicht auf die andere medizin ische These abstellt. Hinsichtlich des Be- weiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob de r Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen St ellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 3.6 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Dag egen sind bei Entscheiden gestützt auf versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, an die Beweiswürdigung strenge Anfor- derungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Ver- fahren nach Art. 44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialver sicherungsprozess sind vom Un- tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Ver- waltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes we gen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Bleiben erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmass- nahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sin d (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.3 und vom 19. November 2007, 8C_364/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts liege n zahlreiche ärztliche Unterlagen vor, welche vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Na chfolgend werden jedoch nur die für den vorliegenden Fall entscheidrelevanten Berichte aufgeführt. 5.1 Im Austrittsbericht des Spitals D.____ vom 4. Nove mber 2018 wurde festgehalten, dass die Versicherte anlässlich des Unfalls eine contusio capitis und eine Kontusion der rechten Schul- ter erlitten habe. Ein CCT und HWS habe weder eine akute intrakranielle Blutung noch eine akute Schädelbasis-, Kalotten- oder HWS-Fraktur ergeben. Es lägen eine Weichteilschwellung und ein Weichteilhämatom rechts frontal vor. 5.2 Mit Bericht vom 19. Dezember 2018 diagnostizierte d ie behandelnde Hausärztin, Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und l nfektiologie, eine commotio capitis mit persistierenden Visusstörungen, eine Schulterprellung rechts ohne Sehnen- oder Gelenksläsion, diverse Schürfwunden im Gesicht und an der rechten Hand sowie einen Verdacht auf eine post- traumatische Belastungsstörung. Die Patientin arbeite wi eder zu 50% ihres Pensums, sei aber anschliessend immer sehr erschöpft. Sie sei in der Konzentration, aber auch im Heben von Las- ten und bei langem Stehen und Gehen noch eingeschränkt. 5.3 Mit Verlaufsbericht vom 6. Februar 2019 vermeldete Dr. F.____ gute Fortschritte, indem die Schmerzen im Schulter-/Nackenbereich und die Visusstö rungen abgenommen und sich die kognitiven Fähigkeiten verbessert hätten. In der letzte n Zeit seien zusätzlich Knieschmerzen rechts in den Vordergrund getreten, wobei aktuell weder eine Bewegungseinschränkung noch ein Behandlungsbedarf bestehe. Das Arbeitspensum habe auf 60% gesteigert werden können. 5.4 Mit Bericht vom 5. April 2019 teilte Dr. F.____ m it, dass die Beschwerdeführerin wieder zu 80% ihres alten Pensums arbeite und in den nächsten Wochen eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne. Wegen der Knieschmerzen rechts er folge eine Vorstellung bei Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates. 5.5 Mit Konsultationsbericht vom 12. April 2019 hiel t Dr. G.____ eine Irritation des Streckap- parates im rechten Knie fest, entweder im Rahmen der Kontusion oder einer gewissen Fehlbe- lastung nach dem Unfall. Beschwerden seien vor allem im Schneidersitz und in der tiefen Hocke vorhanden. 5.6 Nachdem Dr. G.____ die Beschwerdeführerin für ein MRI des rechten Knies an die Klinik H.____ zugewiesen hatte, beurteilte Dr. med. I.____, FMH Radiologie, in ihrem Bericht vom 28. Mai 2019 die Beschwerden am rechten Knie nach dem MRI wie folgt: mediale Meniskopathie (bei) intrameniskalen Substanzdefekten und zartem Horizon talriss mit Kontakt zur Unterfläche; hypertrophe elongierte Plica rnediopatellaris, perifokal leichtes Ödem des Fettkörpers; mässiger Gelenkserguss, reizfreie Patellarsehne; keine hyaline Chondropathie, kein bone bruise. 5.7 Mit Bericht vom 10. Juni 2019 stufte Dr. F.____ ihr e Patientin als 100%ig arbeitsfähig ein, da in der klinischen Untersuchung in Ruhe keine Be wegungseinschränkungen seitens des Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechten Knies erkennbar seien. Die volle Arbeitsfähigk eit gelte jedoch nur, wenn die Beschwer- deführerin vom Tragen schwerer Lasten befreit wäre, was aber bei ihren beiden aktuellen Anstel- lungen als Serviceangestellte und Köchin nicht möglich sei. 5.8 Im weiteren Verlauf beauftragte die Beschwerdegeg nerin Dr. med. J.____, FMH Ortho- pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit einer spezialärztlichen Un- tersuchung zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit, des weiteren Behandlungspfades sowie der na- türlichen Kausalität. Dr. J.____ diagnostizierte in seiner Kurzbeurteilung vom 18. Juni 2019 einen Auffahrunfall vom 4. November 2018 mit Weichteilverletz ungen der Hände, commotio cerebri, HWS-Distorsion sowie oligosymptomatischer Meniskopathie im medialen Hinterhorn des rechten Knies. Dr. J.____ kam zusammenfassend zum Schluss, dass mangels Einschränkungen im All- tag und aufgrund des Auftretens der Probleme nur in tiefer Beugestellung betreffend Knie ein Handeln nicht notwendig sei. Bei Zunahme der Beschwerden könne primär von einer Kortisonin- filtration Besserung erwartet werden. Ein operativer E ingriff mit Meniskusnaht sei aktuell nicht notwendig. Ob dieser notwendig sein werde, hänge davon ab, welchen beruflichen Tätigkeiten die Explorandin im Ausland nachgehen wolle. Mit Vort eil sollten endgradige Flexionen bei der Arbeit vermieden werden. Für eine behinderungsangepasste Tätigkeit rein im Stehen oder Gehen oder im Sitzen mit freiem Einsatz der oberen Extremitäten könne eine 100%ige Arbeit zugemutet werden. Die Frage nach dem ursächlichen Zusammenhang der Kniebeschwerden mit dem Unfall vom 4. November 2018 könne nicht sicher beantwortet werden; es liege eine bloss mögliche Tei- lursache vor. Da vom rechten Knie weder Aufnahmen aus de r Zeit vor dem Unfall noch zeitnah nach dem Unfall bestünden, lasse sich nicht beweisen, o b schon vor dem Unfall eine asympto- matische Meniskopathie bestanden habe, welche sich durch den Unfall verschlechtert habe, oder ob diese durch das Unfalltrauma verursacht worden sei. Für Letzteres spreche das hochenerge- tische Trauma, für Ersteres der Umstand, dass das rechte Kni e nach dem Unfall in keinem der initialen Berichte erwähnt worden sei. Hätte die Expl orandin ligamentäre Verletzungen gehabt, wäre dies klinisch in Erscheinung getreten. Es wäre sinn voll, bei der Hausärztin nachzufragen, wann die Kniebeschwerden aufgetreten seien. 5.9 Mit Konsultationsbericht vom 19. Juni 2019 gab Dr. G.____ an, seine Patientin verspüre nach wie vor nur in tiefer Hocke oder im Schneidersitz Beschwerden im rechten Knie. Da sie in Kürze für längere Zeit nach Z.____ reise, habe er ihr in erster Linie eine konservative Behandlung mit Vermeiden der auslösenden Situationen (belastende tiefe Flexion) empfohlen. Erst wenn es zu Blockaden oder einer Zunahme der Schmerzen komme, w ürde er eine Kniearthroskopie mit Meniskusrefixation empfehlen. 5.10 Mit Stellungnahme vom 16. Juli 2019 brachte Dr. G.____ vor, die Beschwerdeführerin sei bis zum Unfallereignis absolut beschwerdefrei gewesen , weshalb die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben sei. Mit Bericht vom 20. August 2019 gab Dr. F.____ an, ihre Patientin habe die Beschwerden (Schmerzen zen tral im Knie) erstmals im Januar 2019 geäussert und in früheren Konsultationen nie über Knieschmerzen geklagt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.11 Mit Kurzstellungnahme vom 28. August 2019 gab Dr. J.____ vorerst an, dass die Menis- kusverletzung mit grosser Wahrscheinlichkeit unfallbedingt sei, da aus dem Bericht der Hausärz- tin hervorgehe, dass die Explorandin vor dem Unfall kein e Beschwerden am Knie gehabt habe. In der Folge wies die Beschwerdegegnerin Dr. J.____ auf die unbestrittene Rechtsprechung hin, wonach die Beweisregel "post hoc ergo propter hoc" im Sinne einer natürlichen Vermutung, Be- schwerden müssten unfallbedingt sein, wenn eine vorbesteh ende Erkrankung bis zum Unfall schmerzfrei war, medizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich daher nicht zulässig sei. Daraufhin nahm Dr. J.____ am 30. September 2019 erneut Stellung und führte aus, es sei klar festzuhalten, dass posteriore Meniskusläsionen sogar ohne Symptome vorhanden seien. Dies würde sicherlich dafürsprechen, dass eine Läsion vorgeherrscht hätte, ohne dass sie symptomatisch gewesen wäre. Unter dem 40. Lebensjahr könnten Verletzungen des posterioren Meniskus auch ohne li- gamentäre Verletzungen auftreten. Somit schliesse das Fehlen einer solchen eine Ruptur nicht aus. Jedoch hätten die Verletzten einen bone bruise. Da s MRI des Knies der Versicherten sei erst etwa sieben Monate nach dem Unfall durchgeführt worden. Dort liesse sich nach dieser Zeit kein bone bruise nachweisen. Auch liessen sich nach diese r Zeit abgeheilte Partialrupturen der Seitenbänder nicht eindeutig verifizieren. Dieses Kriterium könne somit nicht eindeutig als Beweis angewendet werden. Des Weiteren führte Dr. J.____ aus, dass die Beschwerdeführerin keine prädisponierenden Faktoren, die für eine degenerative Meniskusläsion sprechen würden, auf- weise. Die Versicherte habe ein hochenergetisches Trauma erlitten, als sie vom Fahrzeug erfasst worden sei. Dies würde genügen, um eine Meniskusläsion zu verursachen. Da ein unmittelbar posttraumatisches MRI fehle, könne nicht lückenlos beantwortet werden, ob ein bone bruise oder eine Partialruptur des medialen Seitenbandes vorgele gen habe. Zusammenfassend hielt Dr. J.____ fest, dass man rein mathematisch von einer nur mögl ichen Unfallkausalität sprechen müsste. 5.12 Dr. med. K.____, FMH Plastische, Rekonstruktive un d Ästhetische Chirurgie sowie Handchirurgie, berichtete am 9. April 2020, die Patie ntin weise mehrere traumatisch bedingte Narben im Bereich der rechten Hand dorsal auf. Bei der klinischen Untersuchung hätten sich drei bis vier verbreiterte nicht dolente Narben mit zum Teil Tendenz zur Hypertrophie im Bereich des rechten Handrückens gezeigt. Die Narben seien frei versch iebbar. Es seien keine Tinelzeichen auslösbar. Die Sensibilität und Zirkulation der Finger seien normal. Die Beweglichkeit der Finger und des Handgelenks seien seitengleich. Zusätzlich weise die Beschwerdeführerin eine narbige Alopezie (Haarlosigkeit) im Bereich der rechten Schläfe auf. Neben Narbenmassage mit Narben- creme hätten sie eine Therapie mit Cica care begonnen. Zusätzlich solle die Versicherte die Nar- ben nicht der Sonne aussetzen. 5.13 Dr. F.____ führte am 28. Juli 2020 aus, Knieschm erzen rechts seien erstmals am 7. De- zember 2018 erwähnt worden. Vor dem Unfall habe sie d ie Patientin seit dem 23. August 2017 viermal gesehen, dabei seien nie Knieschmerzen erwähnt worden. Leider sei ihr nicht bekannt, bei wem sich die Beschwerdeführerin vorher in hausärztlicher Betreuung befunden habe. Am 31. Januar 2019 hätten die Knieschmerzen weiterhin bestanden. Die Versicherte habe erwähnt, dass sie beim Unfall auch auf das rechte Knie gestürzt sei. Es sei eine Kniebandage verordnet worden. Bei persistierenden Schmerzen in der Konsultation vom 27. März 2019 sei die Patientin zur or- thopädischen Beurteilung an Dr. G.____ überwiesen word en. Dieser habe die Diagnose einer Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kniekontusion gestellt und Physiotherapie verordnet. Au fgrund der persistierenden Schmerzen habe Dr. G.____ dann im Mai 2019 ein MRI veranlasst, d as einen schräg verlaufenden Menis- kuseinriss gezeigt habe. Dr. F.____ habe die Beschwerdeführerin zuletzt am 24. Mai 2019 gese- hen. 6.1 Die Beschwerdeführerin macht in Bezug auf das Knie keine aktuell anfallenden Behand- lungen geltend. Es gehe ihr lediglich darum, dass die Kosten durch die Versicherung gedeckt seien, falls sich in Zukunft eine Operation als notwendig erweisen sollte. Sie sei der Auffassung, dass der Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den Knie-Beschwerden zweifellos ge- geben sei, zumal sie vor dem Unfall keinerlei Beschwerd en am rechten Knie gehabt habe. Ge- stützt auf die Beurteilungen von Dr. J.____ vom 18. Juni 2019 und vom 30. September 2019 ist jedoch festzuhalten, dass die Kniebeschwerden lediglich möglicherweise auf das Unfallereignis vom 4. November 2018 zurückzuführen sind. Dies insbesonde re aufgrund der Tatsache, dass kein unmittelbar posttraumatisches MRI vorliegt und auch direkt nach dem Ereignis keine Be- schwerden beklagt wurden. Die Knieschmerzen sind zeitlich verzögert zum Unfallereignis aufge- treten. Gemäss Dr. F.____ hat die Beschwerdeführerin Kniebeschwerden erstmals im Dezember 2018 resp. im Januar 2019 beklagt (vgl. E. 5.10 und 5.13 hiervor). Dementsprechend kann der Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 4. November 2018 und den Kniebeschwerden nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiege nden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden. Auch der Umstand, dass vor dem Unfall keine symptomatischen rechtsseitigen Kniebe- schwerden bestanden haben, begründet für sich alleine keine Unfallkausalität. Wie die Beschwer- degegnerin zu Recht erwähnt hat, ist die Beweisregel "post hoc ergo propter hoc" nicht zulässig. Eine gesundheitliche Schädigung gilt beweisrechtlich pra xisgemäss nicht schon dann als durch den Unfall verursacht, weil sie nach diesem aufgetrete n ist (Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2020, 8C_772/2019, E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen). Des Weiteren ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass auch eine übermässige Belastung wie häufiges, schweres Heben und ständiges "In-die-Hocke-Gehen" zu den möglichen Auslösern einer Meniskopathie gehören ( https://www.bauerfeind.de/de/gesundheit/diagnose-therapie/dossier-knie-und-kniescheibe/meniskusriss/ , besucht am 1. März 2021). Meniskopathien sind häufig und oft be stehen keine Schmerzen oder Ein- schränkungen. Die Versicherte hat in ihrer Beschwerde selber ausgeführt, dass sie bei der Arbeit in den Restaurants oft im Schneidersitz gearbeitet habe oder in die Hocke habe gehen müssen. Auch hat sie darauf hingewiesen, dass Z.____innen für das Vorbereiten von Mahlzeiten oft in die Hocke gehen würden. Somit ist es durchaus auch möglich, dass eine übermässige Belastung die Knie-Beschwerden bei der Beschwerdeführerin ausgelöst h at. Die Beschwerdegegnerin ist je- denfalls im Ergebnis zu Recht gestützt auf die schlüssige n Ausführungen von Dr. J.____ davon ausgegangen, dass die Meniskusläsion höchstens mit dem Bewe isgrad der Möglichkeit durch den Unfall vom 4. November 2018 verursacht worden ist . Weder die behandelnden Ärzte noch die Beschwerdeführerin selbst bringen etwas vor, das Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs- sigkeit der Beurteilung von Dr. J.____ zu erwecken vermöchte. Da es sich beim natürlichen Kau- salzusammenhang zwischen einer Gesundheitsschädigung und einem Unfall um einen leistungs- begründenden Sachverhalt handelt, trägt die Beschwerdeführerin die Folgen der Beweislosigkeit. Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für Heilbehandlungskosten betreffend die Kniebe- schwerden der Versicherten ist demnach zu verneinen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die Narben an der rechten Hand würden sie sehr stören. Dies nicht nur aus Sicht einer Frau, son dern auch weil sie als Rezeptionistin in einem fünf Sterne Hotel arbeite. Aufgrund beruflich er Anforderung sei es notwendig, diese Nar- ben zu entfernen. Sollten die Narben in absehbarer Zeit nicht verheilen, ersuche sie das Gericht, ihrem Antrag auf Wiederherstellung durch eine plastische Operation stattzugeben. Mit der Be- schwerdegegnerin ist jedoch festzuhalten, dass die Narbenbeseitigung vor allem ästhetisch mo- tiviert ist, wofür die Unfallversicherung nicht leistungspf lichtig ist. Der Beschwerdegegnerin ist auch insofern zuzustimmen, als das im vorliegenden Verfahren eingereichte Foto der Hand kei- nesfalls eine entstellende Wirkung der Narben zeigt. Schliesslich hat die Beschwerdeführerin ge- mäss Dr. K.____ durch die Narben an der Hand auch weder Einschränkungen der Handbeweg- lichkeit noch behandlungsbedürftige Schmerzen (vgl. E. 5.12 hiervor). Eine plastische Operation würde demnach nicht zu einer erheblichen Besserung des Gesundheitszustandes der Beschwer- deführerin führen. 6.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine Leistungspfl icht der Beschwerdegegnerin für die Heilbehandlungskosten der Kniebeschwerden der Be schwerdeführerin mangels Kausal- zusammenhangs zum Unfallereignis vom 4. November 2018 nicht besteht. Was die Narben an der Hand sowie die übrigen Beschwerden anbelangt, ist die Leistungseinstellung per 6. Novem- ber 2019 zu Recht erfolgt, da bei der Beschwerdeführ erin der sog. medizinische Endzustand eingetreten ist. Es ist nicht ersichtlich, mit welchen weit eren medizinischen Therapien der Ge- sundheitszustand noch namhaft verbessert werden sollte. Gemäss Dr. F.____ ist die Beschwer- deführerin denn auch seit dem Bericht vom 10. Juni 2019 für Tätigkeiten ohne Tragen schwerer Lasten wieder zu 100% arbeitsfähig. 7. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungen, nament lich für Heilbehandlungskosten, im Ergebnis zu Recht per 6. November 2019 eingestellt und den Fall abgeschlossen. Dementspre- chend ist die Beschwerde der Versicherten abzuweisen. 8. Die Versicherte ist an dieser Stelle jedoch erneut auf Art. 11 UVV hinzuweisen, wonach die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfo lgen gewährt werden. Sofern in Zu- kunft ein Rückfall oder eine Spätfolge des Unfalles vom 4. November 2018 auftreten sollte, kann die Beschwerdeführerin von ihrem Rückfallmelderecht Gebrauch machen. Dies gilt aufgrund des vorliegenden Entscheids aber folgerichtig nicht für die Kniebeschwerden. 9. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 gü ltig gewesenen, hier anwendbaren Fassung (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 1. Januar 2021) hat der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird keine Parteient- schädigung zugesprochen (Art. 61 lit. g ATSG). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht