<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">307</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>59</b></span> <span class="ft2"><b>Grundstückgewinnsteuer; Ersatzbeschaffung (§ 98 Abs. 1 StG; § 44</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Abs. 2 StGV).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Steueraufschub beim Erwerb von je einer Wohnliegenschaft durch die</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Ehegatten aus dem Verkaufserlös der bisher gemeinsam bewohnten, sich</b></span><br/> <span class="ft2"><b>im Alleineigentum eines Ehegatten befindenden Liegenschaft.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Steuerrekursgerichtes vom 24. Juni 2010 in Sachen</span><br/> <span class="ft3">M. + B.S. (3-RV.2009.217)</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Bei Miteigentum wird die Ersatzbeschaffung auf dem Erlös-</span><br/> <span class="ft1">anteil gewährt, der dem im Grundbuch eingetragenen Miteigentums-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">308</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">anteil entspricht; bei Gesamteigentum auf dem Erlösanteil, welcher</span><br/> <span class="ft1">der Quote des Innenverhältnisses entspricht (§ 44 Abs. 1 StGV). Er-</span><br/> <span class="ft1">folgt die Veräusserung der Wohnliegenschaft durch den einen und</span><br/> <span class="ft1">der Erwerb der Ersatzliegenschaft durch den anderen Eheteil, so</span><br/> <span class="ft1">gelten die veräussernde und die erwerbende Person als identisch und</span><br/> <span class="ft1">es kann, sofern die übrigen Voraussetzungen gegeben sind, die Er-</span><br/> <span class="ft1">satzbeschaffung beansprucht werden (§ 44 Abs. 2 StGV). § 44 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">StGV reduziert somit die Anforderungen an den Steueraufschub bei</span><br/> <span class="ft1">der Ersatzbeschaffung von Wohneigentum durch Ehegatten (RGE</span><br/> <span class="ft1">vom 25. September 2008 in Sachen T.D.).</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">4.1.</span><br/> <span class="ft1">Vorliegend steht die Auslegung von § 44 Abs. 2 StGV zur Dis-</span><br/> <span class="ft1">kussion. Es ist zu prüfen, ob mit dem Veräusserungserlös der Wohn-</span><br/> <span class="ft1">liegenschaft, die im Alleineigentum eines Ehegatten steht, beide</span><br/> <span class="ft1">Ehegatten je eine Ersatzliegenschaft erwerben und hierfür die Er-</span><br/> <span class="ft1">satzbeschaffung gemäss § 98 StG beanspruchen können.</span><br/> <span class="ft1">4.2.</span><br/> <span class="ft1">4.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Sowohl der Wortlaut von § 98 Abs. 1 StG wie auch von § 44</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 StGV spricht nur von der Veräusserung und vom Erwerb einer</span><br/> <span class="ft1">Liegenschaft.</span><br/> <span class="ft1">4.2.2.</span><br/> <span class="ft1">4.2.2.1.</span><br/> <span class="ft1">§ 44 Abs. 2 StGV entspricht im Wesentlichen § 38 aStGV</span><br/> <span class="ft1">(vgl. Bereinigter Bericht zum Entwurf StGV vom 15. August 2000</span><br/> <span class="ft1">S. 18). § 33 des Entwurfs zur aStGV (= § 38 aStGV) sah noch vor,</span><br/> <span class="ft1">dass das Ersatzbeschaffungsprivileg "auch dann gewährt" wird,</span><br/> <span class="ft1">"wenn der Erwerber einer Ersatzliegenschaft nicht mit dem Eigen-</span><br/> <span class="ft1">tümer der veräusserten Wohnliegenschaft identisch ist, die Identität</span><br/> <span class="ft1">aber durch ein steueraufschiebendes Rechtsgeschäft im Sinne von</span><br/> <span class="ft1">§ 69 vorgängig hätte herbeigeführt werden können". Das aargauische</span><br/> <span class="ft1">Verwaltungsgericht brachte in seiner Stellungnahme vom 13. Juni</span><br/> <span class="ft1">1984 zum "Entwurf Verordnung zum Steuergesetz" zu § 33 aStGV-</span><br/> <span class="ft1">Entwurf Vorbehalte gegen diese Bestimmung vor. Sie könnte "zur</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">309</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Folge haben, dass die Ersatzbeschaffung auch Steuerpflichtigen</span><br/> <span class="ft1">gewährt werden müsste, welche sonst (...) nie auf den Gedanken</span><br/> <span class="ft1">gekommen wären, sie zu beanspruchen. Es wäre sogar denkbar, dass</span><br/> <span class="ft1">mehrere Erwerber von Ersatzliegenschaften (z.B. Kinder des</span><br/> <span class="ft1">Eigentümers der veräusserten Wohnliegenschaft) gleichzeitig das</span><br/> <span class="ft1">Ersatzbeschaffungsprivileg beanspruchen würden. Die Ersatz-</span><br/> <span class="ft1">beschaffung würde ausufern". Gestützt auf diese Bedenken wurde</span><br/> <span class="ft1">die Privilegierung auf Ehegatten beschränkt (7.</span> <span class="ft1">Protokoll der</span><br/> <span class="ft1">Arbeitsgruppe "Verordnung zum neuen Steuergesetz" vom 18. Juni</span><br/> <span class="ft1">1984).</span><br/> <span class="ft1">4.2.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Zu beachten ist, dass sich bis zum Inkrafttreten des neuen Ehe-</span><br/> <span class="ft1">rechts am 1. Januar 1988 der Wohnsitz der Ehefrau automatisch nach</span><br/> <span class="ft1">demjenigen des Ehemannes richtete und ungetrennte Ehegatten nicht</span><br/> <span class="ft1">getrennte Wohnsitze nehmen konnten. Die Konstellation, dass aus</span><br/> <span class="ft1">dem Erlös des Verkaufs der ehelichen Wohnliegenschaft je eine</span><br/> <span class="ft1">Wohnliegenschaft an den verschiedenen Wohnsitzen der ungetrenn-</span><br/> <span class="ft1">ten Ehegatten erworben werden könnte, war deshalb bei der Legi-</span><br/> <span class="ft1">ferierung von § 38 aStGV noch nicht absehbar.</span><br/> <span class="ft1">§ 3 Abs. 2 aStGV kannte hingegen bereits die tatsächliche</span><br/> <span class="ft1">Trennung der Ehe, "wenn der gemeinsame Haushalt aufgehoben ist</span><br/> <span class="ft1">und zwischen den Ehegatten keinerlei Gemeinschaftlichkeit der</span><br/> <span class="ft1">Mittel für Wohnung und Unterhalt mehr besteht". Es kann kein</span><br/> <span class="ft1">Zweifel bestehen, dass es der gesetzgeberischen Absicht entsprach,</span><br/> <span class="ft1">dass § 44 Abs. 2 aStG nur bei intakten Ehen, d.h. nicht (faktisch und</span><br/> <span class="ft1">rechtlich) getrennten Ehegatten, greifen konnte.</span><br/> <span class="ft1">4.2.2.3.</span><br/> <span class="ft1">Aus der Entstehungsgeschichte von § 44 StGV bzw. § 38</span><br/> <span class="ft1">aStGV ergibt sich somit zum einen, dass es sich um eine Norm mit</span><br/> <span class="ft1">Ausnahmecharakter handelt, die deshalb grundsätzlich nur zurück-</span><br/> <span class="ft1">haltend anzuwenden ist (VGE vom 9. Januar 2001 in Sachen R. +</span><br/> <span class="ft1">A.F. [BE.1999.00248]). In der erwähnten Stellungnahme des aar-</span><br/> <span class="ft1">gauischen Verwaltungsgerichts kann zum andern ein Indiz dafür ge-</span><br/> <span class="ft1">sehen werden, dass das Ersatzbeschaffungsprivileg beim Verkauf</span><br/> <span class="ft1">einer Wohnliegenschaft nur einer Ersatzliegenschaft zuteil werden</span><br/> <span class="ft1">soll.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">310</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">4.2.2.4.</span><br/> <span class="ft1">Für eine restriktive Auslegung von § 44 Abs. 2 StGV spricht</span><br/> <span class="ft1">auch der Rechtsvergleich mit der Regelung anderer Kantone. Bei-</span><br/> <span class="ft1">spielsweise wird in den Kantonen Zürich, Bern und St. Gallen der</span><br/> <span class="ft1">Verkauf einer Wohnliegenschaft durch den einen Ehegatten, der</span><br/> <span class="ft1">Alleineigentümer ist, und der Kauf der Ersatzliegenschaft durch den</span><br/> <span class="ft1">anderen Ehegatten zu Alleineigentum nicht als Ersatzbeschaffung</span><br/> <span class="ft1">akzeptiert (Richner/Frei/Kaufmann/ Meuter, a.a.O., §</span> <span class="ft1">216 StG</span><br/> <span class="ft1">N 336; Langenegger, Handbuch zur bernischen Grundstückgewinn-</span><br/> <span class="ft1">steuer 2001, Muri/Bern 2002, Art.</span> <span class="ft1">134 StG N</span> <span class="ft1">2; BVR</span> <span class="ft1">1995</span><br/> <span class="ft1">S. 439 ff.; GVP 1999 Nr. 29).</span><br/> <span class="ft1">4.2.3.</span><br/> <span class="ft1">Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass gemäss dem Wort-</span><br/> <span class="ft1">laut und der gesetzgeberischen Absicht von § 98 Abs. 1 StGV in</span><br/> <span class="ft1">Verbindung mit § 44 Abs. 2 StGV grundsätzlich aus dem Verkaufs-</span><br/> <span class="ft1">erlös einer Liegenschaft, die sich im Alleineigentum eines Ehegatten</span><br/> <span class="ft1">befindet, auch nur eine Liegenschaft ersatzbeschafft und § 44 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">StGV nur mit Bezug auf intakte, d.h. (faktisch und rechtlich)</span><br/> <span class="ft1">ungetrennte Ehen angewendet werden kann.</span><br/> <span class="ft1">4.2.4.</span><br/> <span class="ft1">4.2.4.1.</span><br/> <span class="ft1">§ 44 Abs. 2 StG geht einerseits von der Fiktion der Identität der</span><br/> <span class="ft1">Eheleute aus, verlangt anderseits aber gleichzeitig, dass auch "die üb-</span><br/> <span class="ft1">rigen Voraussetzungen gegeben sind".</span><br/> <span class="ft1">4.2.4.2.</span><br/> <span class="ft1">Die "übrigen Voraussetzungen" ergeben sich aus § 98 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">StG (in Übereinstimmung mit Art. 12 Abs. 3 lit. e StHG). Verlangt</span><br/> <span class="ft1">wird die "Veräusserung einer dauernd und ausschliesslich selbst ge-</span><br/> <span class="ft1">nutzten Wohnliegenschaft" und die Verwendung des Erlöses inner-</span><br/> <span class="ft1">halb der Ersatzbeschaffungsfrist von zwei Jahren vor oder drei Jah-</span><br/> <span class="ft1">ren nach der Veräusserung "zum Erwerb oder zum Bau einer gleich</span><br/> <span class="ft1">genutzten Ersatzliegenschaft in der Schweiz". Mit "gleich genutzt"</span><br/> <span class="ft1">ist die dauernde und ausschliessliche Selbstnutzung gemeint. Statt</span><br/> <span class="ft1">von "selbst genutzt" wäre allerdings besser die Rede von "selbst</span><br/> <span class="ft1">bewohnt". Eine Selbstnutzung im Sinne von § 98 Abs. 1 StG liegt</span><br/> <span class="ft1">nämlich nur vor, wenn die (veräusserte) Liegenschaft durch den</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">311</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Steuerpflichtigen selbst dauernd und ausschliesslich zu Wohn-</span><br/> <span class="ft1">zwecken genutzt wird (RGE vom 25. Juni 2009 in Sachen S.H.). Das</span><br/> <span class="ft1">Ersatzbeschaffungsprivileg gemäss § 98 Abs. 1 StG gilt also nur für</span><br/> <span class="ft1">selbstbewohntes Grundeigentum. Sowohl die veräusserte als auch die</span><br/> <span class="ft1">Ersatzliegenschaft müssen von der steuerpflichtigen Person ganzjäh-</span><br/> <span class="ft1">rig selbst und tatsächlich bewohnt werden (Kommentar zum Aar-</span><br/> <span class="ft1">gauer Steuergesetz, a.a.O., § 98 StG N 6; Richner/Frei/Kaufmann/</span><br/> <span class="ft1">Meuter, a.a.O., § 216 StG N 333).</span><br/> <span class="ft1">4.2.4.3.</span><br/> <span class="ft1">Im RGE vom 21. Juni 2001 in Sachen P.P. hat das Steuerrekurs-</span><br/> <span class="ft1">gericht Folgendes ausgeführt:</span><br/> <span class="ft3">"Für einen Steueraufschub infolge Ersatzbeschaffung (§ 70 aStG) wird</span><br/> <span class="ft3">in jedem Fall vorausgesetzt, dass sowohl die veräusserte wie auch die er-</span><br/> <span class="ft3">worbene Liegenschaft vom Steuerpflichtigen selber bewohnt wird. Der Re-</span><br/> <span class="ft3">kurrent hat die verkaufte Liegenschaft in B. nie selber bewohnt. Der Wille,</span><br/> <span class="ft3">in B. zu wohnen, reicht allein nicht aus (RGE vom 31. Mai 1995 in Sachen</span><br/> <span class="ft3">S. mit Verweis auf den VGE vom 29. Dezember 1994 in Sachen G.). Der</span><br/> <span class="ft3">Rekurrent kann somit das Ersatzbeschaffungsprivileg nicht beanspruchen."</span><br/> <span class="ft1">4.2.4.4.</span><br/> <span class="ft1">§ 44 Abs. 2 StGV basiert wie gesagt auf der rechtlichen Fiktion</span><br/> <span class="ft1">der Einheit (Identität) der Eheleute. Es spielt infolge dieser Fiktion</span><br/> <span class="ft1">keine Rolle, ob der die bisherige eheliche Wohnliegenschaft ver-</span><br/> <span class="ft1">äussernde Ehepartner selber die neue eheliche Wohnliegenschaft er-</span><br/> <span class="ft1">wirbt oder ob der Erwerb durch den anderen Ehepartner erfolgt. Die</span><br/> <span class="ft1">Fiktion der Einheit bringt es gleichzeitig auch mit sich, dass die von</span><br/> <span class="ft1">§</span> <span class="ft1">98 Abs.</span> <span class="ft1">1 StG vorausgesetzte dauernde und ausschliessliche</span><br/> <span class="ft1">Selbstnutzung der bisherigen wie auch der neuen Wohnliegenschaft</span><br/> <span class="ft1">von beiden Ehepartnern erfüllt sein muss, damit § 44 Abs. 2 StG zur</span><br/> <span class="ft1">Anwendung kommen kann (vgl. Basellandschaftliche Steuerpraxis</span><br/> <span class="ft1">XII S. 376 [die steuerfreie Ersatzbeschaffung von Wohneigentum</span><br/> <span class="ft1">verlangt, dass die erworbene Liegenschaft von den Ehegatten aus-</span><br/> <span class="ft1">schliesslich und dauernd bewohnt wird; es genügt nicht, wenn ledig-</span><br/> <span class="ft1">lich die Ehefrau zeitweise ein Zimmer des betreffenden Hauses be-</span><br/> <span class="ft1">legt]). Ein Steueraufschub kann hingegen grundsätzlich nicht ge-</span><br/> <span class="ft1">währt werden, wenn der die bisherige eheliche Liegenschaft ver-</span><br/> <span class="ft1">äussernde Ehegatte eine durch den anderen Ehegatten erworbene</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">312</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">neue Liegenschaft nicht ebenfalls dauernd und ausschliesslich be-</span><br/> <span class="ft1">nutzt. Ein allfälliger Wille zur dauernden und ausschliesslichen Be-</span><br/> <span class="ft1">nutzung genügt nicht.</span><br/> <span class="ft1">4.2.5.</span><br/> <span class="ft1">Es bestehen vorliegend keine Anhaltspunkte dafür, dass die Re-</span><br/> <span class="ft1">kurrentin die von ihrem Ehemann am 15. Mai 2008 gekaufte Liegen-</span><br/> <span class="ft1">schaft in U. bis zu ihrem Wegzug nach R. per 1. September 2008</span><br/> <span class="ft1">(bzw. gemäss der Wohnsitzbestätigung der Einwohnerkontrolle B.</span><br/> <span class="ft1">per 30. September 2008) jemals bewohnt hat, wobei eine solche</span><br/> <span class="ft1">kurze Zeitspanne auch nicht als "dauernd" qualifiziert werden</span><br/> <span class="ft1">könnte. Dagegen sprechen die in den drei Kaufverträgen vereinbar-</span><br/> <span class="ft1">ten Termine des Eigentumsantritts bzw. des Übergangs von Nutzen</span><br/> <span class="ft1">und Gefahr. Die Liegenschaften in U. (15. Mai 2008) und R.</span><br/> <span class="ft1">(25. Juni 2008) wurden nicht nur vor dem Verkauf der ehelichen Lie-</span><br/> <span class="ft1">genschaft in B. (11. Juli 2008) erworben, sondern auch der Übergang</span><br/> <span class="ft1">von Nutzen und Gefahr erfolgte bei den neu erworbenen Liegen-</span><br/> <span class="ft1">schaften in U. (1. Mai 2008) und R. (14. Juli 2008) deutlich vor</span><br/> <span class="ft1">demjenigen der veräusserten ehelichen Liegenschaft in B.</span><br/> <span class="ft1">(1. September 2008). Dadurch konnten die direkten Umzüge der</span><br/> <span class="ft1">Rekurrentin von der ehelichen Liegenschaft in B. in ihre neue Woh-</span><br/> <span class="ft1">nung in R. und ihres Ehegatten in seine neue Liegenschaft in U. ge-</span><br/> <span class="ft1">währleistet werden.</span><br/> <span class="ft1">Von der Rekurrentin wird auch nicht geltend gemacht, die Lie-</span><br/> <span class="ft1">genschaft in U. sei (als eheliche Wohnung) als Ersatz für die eheliche</span><br/> <span class="ft1">Liegenschaft in B. gekauft worden. Zwar kann gemäss Art. 162 ZGB</span><br/> <span class="ft1">ein Ehepaar grundsätzlich über mehrere eheliche Wohnungen an</span><br/> <span class="ft1">verschiedenen Orten verfügen. Vorausgesetzt wird jedoch auch in</span><br/> <span class="ft1">diesem Fall, dass die Ehegatten zumindest mit einer gewissen Re-</span><br/> <span class="ft1">gelmässigkeit in diesen Wohnungen zusammenwohnen (Honsell/</span><br/> <span class="ft1">Vogt/Geiser, Zivilgesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, 3. Auflage, Basel</span><br/> <span class="ft1">2006, Art. 162 ZGB N 7). Dies trifft bei den Rekurrenten auf ihre</span><br/> <span class="ft1">Wohnungen in U. und R. nicht zu.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss den eigenen Angaben der Rekurrentin erfolgte der Ver-</span><br/> <span class="ft1">kauf des gemeinsam bewohnten Einfamilienhauses in B. und der Er-</span><br/> <span class="ft1">werb der Liegenschaften in U. und R. im Hinblick auf die Trennung.</span><br/> <span class="ft1">Eine gemeinsame Nutzung beider Ersatzliegenschaften wie auch eine</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">313</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Nutzung als eheliche Wohnung waren nie vorgesehen. Selbst wenn</span><br/> <span class="ft1">die Rekurrentin anfänglich den Willen gehabt hätte, die Liegenschaft</span><br/> <span class="ft1">in U. mitzubewohnen, würde dies gemäss dem zitierten RGE vom</span><br/> <span class="ft1">21. Juni 2001 in Sachen P.P. nicht ausreichen, um hinsichtlich des</span><br/> <span class="ft1">Kaufes der Liegenschaft in U. durch ihren Ehemann einen Steuerauf-</span><br/> <span class="ft1">schub infolge Ersatzbeschaffung zu gewähren.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>