<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">C 337/98 Hm </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>I. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Schön, Spira, Bundes- </div> <div class="para">richterin Widmer und Bundesrichter Meyer; Gerichtsschrei- </div> <div class="para">berin Kopp Käch </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 31. Januar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. C.________, </div> <div class="para">2. M.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerdeführer, beide vertreten durch Rechtsanwalt </div> <div class="para">B.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich, Rudolf Diesel-Stras- </div> <div class="para">se 28, Winterthur, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- C.________ arbeitete ab 1. Januar 1993 als Baufüh- </div> <div class="para">rer bei der Firma X.________. Ab 10. Februar 1995 war er </div> <div class="para">zudem Mitglied des Verwaltungsrates. Mit Schreiben vom </div> <div class="para">12. November 1995 erklärte er seinen Rücktritt aus dem Ver- </div> <div class="para">waltungsrat. Seine Ehefrau M.________ war im selben Unter- </div> <div class="para">nehmen ab 1. Juli 1977 als kaufmännische Angestellte tätig. </div> <div class="para">Über die Firma wurde am 21. Februar 1996 der Konkurs eröff- </div> <div class="para">net. Am 29. Februar 1996 ersuchten M.________ und </div> <div class="para">C.________ die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich um die </div> <div class="para">Ausrichtung von Insolvenzentschädigung für die Zeit ab </div> <div class="para">1. Januar bis 20. Februar 1996. Die Arbeitslosenkasse ver- </div> <div class="para">neinte einen solchen Anspruch mit Verfügungen vom 11. Juni </div> <div class="para">1996. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Hiegegen liessen C.________ und M.________ Be- </div> <div class="para">schwerde erheben und beantragen, die Arbeitslosenkasse habe </div> <div class="para">C.________ eine Insolvenzentschädigung von Fr. 23'799.45 </div> <div class="para">und M.________ eine solche von Fr. 17'174.75 zu entrichten. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 26. August 1998 wies das Sozialversiche- </div> <div class="para">rungsgericht des Kantons Zürich die Beschwerde ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lassen </div> <div class="para">C.________ und M.________ beantragen, die Arbeitslosenkasse </div> <div class="para">habe ihnen die Insolvenzentschädigung gemäss den gesetzli- </div> <div class="para">chen Ansprüchen auszurichten; eventualiter sei die Sache </div> <div class="para">zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para"> Die Arbeitslosenkasse verzichtet auf eine Stellungnah- </div> <div class="para">me. Das Bundesamt für Wirtschaft und Arbeit (ab 1. Juli </div> <div class="para">1999 Staatssekretariat für Wirtschaft, nachfolgend seco) </div> <div class="para">hat sich nicht vernehmen lassen. </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer auf Insolvenzentschädigung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Nach <span class="artref">Art. 51 Abs. 1 lit. a AVIG</span> haben beitrags- </div> <div class="para">pflichtige Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der </div> <div class="para">Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der </div> <div class="para">Schweiz Arbeitnehmer beschäftigen, Anspruch auf Insolvenz- </div> <div class="para">entschädigung, wenn gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs </div> <div class="para">eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen </div> <div class="para">zustehen. </div> <div class="para"> Keinen Anspruch auf Insolvenzentschädigung haben laut </div> <div class="para">Abs. 2 derselben Bestimmung, in Kraft seit 1. Januar 1996, </div> <div class="para">Personen, die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, als </div> <div class="para">finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines </div> <div class="para">obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entschei- </div> <div class="para">dungen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beein- </div> <div class="para">flussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten. </div> <div class="para"> Die Insolvenzentschädigung deckt Lohnforderungen für </div> <div class="para">die letzten sechs Monate (bis 31. Dezember 1995: drei Mona- </div> <div class="para">te) des Arbeitsverhältnisses, für jeden Monat jedoch nur </div> <div class="para">bis zum Höchstbetrag nach <span class="artref">Art. 3 Abs. 1 AVIG</span> (<span class="artref">Art. 52 Abs. </span></div> <div class="para">1 Satz 1 AVIG in der ab 1. Januar 1996 geltenden Fassung). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Die Arbeitslosenkasse hat in ihren Verfügungen vom </div> <div class="para">11. Juni 1996 festgehalten, dass der Beschwerdeführer Mit- </div> <div class="para">glied des Verwaltungsrates der Arbeitgeberin gewesen sei </div> <div class="para">und seine Ehefrau im Betrieb mitgearbeitet habe, weshalb </div> <div class="para">bei beiden gestützt auf <span class="artref">Art. 51 Abs. 2 AVIG</span> ein Anspruch </div> <div class="para">auf Insolvenzentschädigung zu verneinen sei. </div> <div class="para"> Nachdem die Vorinstanz einen Anspruch auf Insolvenz- </div> <div class="para">entschädigung ebenfalls unter Hinweis auf <span class="artref">Art. 51 Abs. 2 </span></div> <div class="para">AVIG abgelehnt hatte, machen die Beschwerdeführer vor dem </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgericht geltend, dass diese </div> <div class="para">Bestimmung erst am 1. Januar 1996 in Kraft getreten sei. </div> <div class="para"> 4.- Zu prüfen ist zunächst, ob das AVIG in seiner al- </div> <div class="para">ten, bis Ende 1995 geltenden Fassung oder aber der am 1. </div> <div class="para">Januar 1996 in Kraft getretene <span class="artref">Art. 51 Abs. 2 AVIG</span> anwend- </div> <div class="para">bar ist, somit die Frage nach der intertemporalrechtlichen </div> <div class="para">Anwendbarkeit der neuen Gesetzesbestimmung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Nach der Rechtsprechung ist eine gesetzliche Ord- </div> <div class="para">nung dann rückwirkend, wenn sie auf Sachverhalte angewendet </div> <div class="para">wird, die sich abschliessend vor Inkrafttreten des neuen </div> <div class="para">Rechts verwirklicht haben. Eine solche Rückwirkung ist ohne </div> <div class="para">ausdrückliche gesetzliche Grundlage nur möglich, wenn sich </div> <div class="para">die Rückwirkung aus dem Gesetzesinhalt als klar gewollt </div> <div class="para">ergibt und wenn sie durch triftige Gründe veranlasst und </div> <div class="para">zeitlich beschränkt ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-405%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page408">BGE 122 V 408</a> Erw. 3b/aa, 120 V </div> <div class="para">329 Erw. 8b, je mit Hinweisen). Von dieser Rückwirkung im </div> <div class="para">eigentlichen Sinne zu unterscheiden ist die so genannte </div> <div class="para">unechte Rückwirkung. Hier findet das neue Recht - gestützt </div> <div class="para">auf Sachverhalte, die früher eingetreten sind und noch </div> <div class="para">andauern - lediglich für die Zeit seit Inkrafttreten (ex </div> <div class="para">nunc et pro futuro) Anwendung. Diese Rückwirkung ist bei </div> <div class="para">kantonalen Erlassen und bundesrechtlichen Verordnungen </div> <div class="para">grundsätzlich als zulässig zu erachten, sofern ihr nicht </div> <div class="para">wohlerworbene Rechte entgegenstehen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-III-266%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page271">BGE 124 III 271</a> </div> <div class="para">Erw. 4e, 122 II 124 Erw. 3b/dd, 122 V 8 Erw. 3a, 408 </div> <div class="para">Erw. 3b/aa, je mit Hinweisen). Sieht hingegen ein Bundes- </div> <div class="para">gesetz ausdrücklich oder sinngemäss die unechte Rückwirkung </div> <div class="para">vor oder untersagt es eine solche, ist diese Anordnung </div> <div class="para">gemäss Art. 113 Abs. 3 und 114bis Abs. 3 aBV für den </div> <div class="para">Richter zum Vornherein verbindlich und kann nicht überprüft </div> <div class="para">werden. Ob einer neuen bundesgesetzlichen Bestimmung die </div> <div class="para">Bedeutung unechter Rückwirkung zukommt, muss sich aus dem </div> <div class="para">Wortlaut (insbesondere der Übergangsbestimmungen), der </div> <div class="para">sinngemässen Auslegung oder durch Lückenfüllung ergeben </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-6%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page8">BGE 122 V 8</a> Erw. 3a mit Hinweis). </div> <div class="para"> b) Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat in sei- </div> <div class="para">ner Rechtsprechung - in Übereinstimmung mit jener des Bun- </div> <div class="para">desgerichts und der Doktrin - immer wieder den intertempo- </div> <div class="para">ralen Grundsatz bestätigt, dass der Beurteilung einer Sache </div> <div class="para">jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die in Geltung </div> <div class="para">standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen füh- </div> <div class="para">rende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklichte </div> <div class="para">(vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-127%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page128">BGE 125 V 128</a> Erw. 1, 123 V 28 Erw. 3a, 122 V 36 </div> <div class="para">Erw. 1 mit Hinweis). Bei zusammengesetzten Tatbeständen, </div> <div class="para">d.h. bei Rechtsnormen, welche den Eintritt der in ihr vor- </div> <div class="para">gesehenen Rechtsfolge von der Verwirklichung mehrerer sub- </div> <div class="para">sumtionsrelevanter Sachverhaltselemente abhängig machen, </div> <div class="para">hat die Rechtsprechung erkannt, dass für die Entscheidung </div> <div class="para">der intertemporalrechtlichen Anwendbarkeit massgeblich ist, </div> <div class="para">unter der Herrschaft welcher Norm sich der Sachverhaltskom- </div> <div class="para">plex schwergewichtig, überwiegend ereignet hat (BGE 123 V </div> <div class="para">28 Erw. 3a; AHI 1995 S. 3 ff., 1994 S. 140 f. Erw. 5, je </div> <div class="para">mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Bei diesen Regeln handelt es sich um Richtlinien, </div> <div class="para">die nicht stereotyp anzuwenden sind. Vielmehr entscheidet </div> <div class="para">sich auch die Frage der intertemporalrechtlichen Geltung </div> <div class="para">einer Norm primär nach den allgemein anerkannten Ausle- </div> <div class="para">gungsgrundsätzen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-V-25%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page29">BGE 123 V 29</a> Erw. 3b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 5.- a) <span class="artref">Art. 51 Abs. 2 AVIG</span> schliesst einen bestimmten </div> <div class="para">Kreis von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und damit von </div> <div class="para">Versicherten im Sinne des Arbeitslosenversicherungsrechts </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 2 Abs. 1 AVIG</span>) vom Anspruch auf Insolvenzentschädi- </div> <div class="para">gung aus. Demgegenüber waren die in dieser Bestimmung ge- </div> <div class="para">nannten Personengruppen unter dem alten, bis 31. Dezember </div> <div class="para">1995 gültig gewesenen Recht nicht grundsätzlich von der </div> <div class="para">Anspruchsberechtigung ausgeschlossen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F112-V-55%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page55">BGE 112 V 55</a>; ARV </div> <div class="para">1986 Nr. 14 S. 53; Botschaft des Bundesrates zur zweiten </div> <div class="para">Teilrevision des AVIG, BBl 1994 I 361, 379). Diese Schlech- </div> <div class="para">terstellung einer bestimmten Kategorie von an sich Versi- </div> <div class="para">cherten spricht gegen die rückwirkende Anwendung des </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 51 Abs. 2 AVIG</span> in dem Sinne, dass es für die intertem- </div> <div class="para">poralrechtliche Frage einzig auf den Zeitpunkt der Konkurs- </div> <div class="para">eröffnung ankommen könnte. Es kommt dazu, dass das Datum </div> <div class="para">des Konkurserkenntnisses oft von Zufälligkeiten abhängt, </div> <div class="para">auf welche die Versicherten praktisch keinen Einfluss haben </div> <div class="para">(vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page58">BGE 114 V 58</a> Erw. 3c). Dieser Gesichtspunkt hat in </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 52 Abs. 1 AVIG</span> (in den ab 1. Januar 1992 geltenden </div> <div class="para">Fassungen) seinen Niederschlag gefunden, indem für die </div> <div class="para">zeitliche Bemessung der Insolvenzentschädigung nicht, wie </div> <div class="para">unter früherem Recht, der Tag der Konkurseröffnung (vgl. </div> <div class="para">BGE 114 V 56), sondern der Zeitpunkt der Beendigung des </div> <div class="para">Arbeitsverhältnisses massgebend ist (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page61">BGE 119 V 61</a> </div> <div class="para">Erw. 4b). Auf Grund der vorstehenden Ausführungen wider- </div> <div class="para">spricht es Bundesrecht, für die Frage nach der intertempo- </div> <div class="para">ralen Geltung des <span class="artref">Art. 51 Abs. 2 AVIG</span> einzig auf den - mehr </div> <div class="para">oder weniger zufälligen - Zeitpunkt der Konkurseröffnung </div> <div class="para">abzustellen. Vielmehr sind weitere Umstände mitzuberück- </div> <div class="para">sichtigen, insbesondere der Zeitpunkt des Eintritts der </div> <div class="para">Insolvenz des Arbeitgebers, welcher nicht mit dem Konkurs </div> <div class="para">zusammenfallen muss, und der Beendigung des Arbeitsverhält- </div> <div class="para">nisses (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page59">BGE 114 V 59</a> Erw. 3d). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die Vorinstanz hat erwogen, dass der Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rer per 12. November 1995 aus dem Verwaltungsrat der Ar- </div> <div class="para">beitgeberin ausgeschieden ist, dies ungeachtet des Umstan- </div> <div class="para">des, dass die Änderung im Handelsregister nicht eingetragen </div> <div class="para">worden ist. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat </div> <div class="para">bisher offen gelassen, ob es im Rahmen des <span class="artref">Art. 51 Abs. 2 </span></div> <div class="para">AVIG auf den Zeitpunkt des tatsächlichen Rücktritts oder </div> <div class="para">auf die Löschung im Handelsregister ankommt (unveröffent- </div> <div class="para">lichtes Urteil G. vom 12. Mai 1998, C 404/97). Diese Frage </div> <div class="para">ist nunmehr entsprechend der Praxis zur Haftbarkeit der </div> <div class="para">Verwaltungsräte für Schadenersatz nach <span class="artref">Art. 52 AHVG</span> zu </div> <div class="para">beantworten. Eine parallele Betrachtungsweise drängt sich </div> <div class="para">auf, weil es in beiden Bereichen um die Frage geht, bis </div> <div class="para">wann der Verwaltungsrat tatsächlich auf die Tätigkeit der </div> <div class="para">Gesellschaft Einfluss nehmen kann. Dies ist der Zeitpunkt </div> <div class="para">des effektiven Rücktritts, welcher unmittelbar wirksam ist, </div> <div class="para">und nicht die Löschung im Handelsregister oder das Datum </div> <div class="para">der Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt (BGE </div> <div class="para">112 V 5 Erw. 3c mit Hinweisen; vgl. Forstmoser, Die aktien- </div> <div class="para">rechtliche Verantwortlichkeit, 2. Aufl., S. 238 Rz 769; </div> <div class="para">Nussbaumer, Die Haftung des Verwaltungsrates nach <span class="artref">Art. 52 </span></div> <div class="para">AHVG, in: AJP 9/96 S. 1081; Frésard, La responsabilité de </div> <div class="para">l'employeur pour le non-paiement de cotisations d'assu- </div> <div class="para">rances sociales selon l'art. 52 LAVS, in: SVZ 1987 S. </div> <div class="para">11). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Die massgebliche Einflussmöglichkeit als Verwal- </div> <div class="para">tungsrat als wesentliches Sachverhaltselement hat sich dem- </div> <div class="para">zufolge vorliegend vor dem 1. Januar 1996 verwirklicht. </div> <div class="para">Ebenso haben die finanziellen Schwierigkeiten, die </div> <div class="para">schliesslich zum Konkurs geführt haben, bereits beim Aus- </div> <div class="para">tritt aus dem Verwaltungsrat und somit vor dem 1. Januar </div> <div class="para">1996 bestanden, wurde doch bereits im Schreiben der I. AG </div> <div class="para">vom 22. November 1995 erwähnt, dass möglicherweise die Bi- </div> <div class="para">lanz der Arbeitgeberfirma hinterlegt werden müsse, und er- </div> <div class="para">folgte die Kündigung am 28. November 1995 aus wirtschaftli- </div> <div class="para">chen Gründen. Der Beschwerdeführer äusserte denn auch in </div> <div class="para">seinem Rücktrittsschreiben vom 12. November 1995, vom be- </div> <div class="para">vorstehenden Verkauf der Firma gehört zu haben. Bis ins </div> <div class="para">Jahr 1996 hinein, nämlich bis 20. Februar 1996 und somit </div> <div class="para">bis einen Tag vor der Konkurseröffnung, dauerte indessen </div> <div class="para">sein Arbeitsverhältnis als Bauführer. Wohl fiel demzufolge </div> <div class="para">der Zeitraum der Einflussmöglichkeit des Beschwerdeführers </div> <div class="para">ins Jahr 1995 (10. Februar bis 12. November 1995) und war </div> <div class="para">der in <span class="artref">Art. 51 Abs. 2 AVIG</span> angesprochene Sachverhalt an </div> <div class="para">sich vor dem 1. Januar 1996 abgeschlossen, doch dauerten </div> <div class="para">die Folgen, nämlich die misslichen finanziellen Verhältnis- </div> <div class="para">se, die schliesslich zum Konkurs führten und für die ein in </div> <div class="para">der Firma selber mitarbeitender Verwaltungsrat ohne weitere </div> <div class="para">Prüfung seiner effektiven Einflussmöglichkeiten einzustehen </div> <div class="para">hat (vgl. ARV 1997 Nr. 41 S. 226 Erw. 1b), über den Aus- </div> <div class="para">tritt aus dem Verwaltungsrat an. Dieser Sachverhalt ist </div> <div class="para">nach den erwähnten Grundsätzen der unechten Rückwirkung </div> <div class="para">auch unter der Herrschaft des neuen <span class="artref">Art. 51 Abs. 2 AVIG</span> zu </div> <div class="para">berücksichtigen. Der Beschwerdeführer hat daher ab 1. Ja- </div> <div class="para">nuar 1996 für den vorher verwirklichten Sachverhalt einzu- </div> <div class="para">stehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass in </div> <div class="para">Übereinstimmung mit den Verfügungen der Arbeitslosenkasse </div> <div class="para">und dem vorinstanzlichen Entscheid ein Anspruch auf Insol- </div> <div class="para">venzentschädigung zu verneinen ist, soweit es um Lohn ab </div> <div class="para">1. Januar 1996 geht. Wie aus den Akten hervorgeht, sind </div> <div class="para">vorliegend jedoch auch Löhne für das Jahr 1995 streitig, </div> <div class="para">nämlich Entschädigung für nicht bezogene Ferientage. Dies- </div> <div class="para">bezüglich besteht auf Grund der Rechtslage bis Ende 1995 </div> <div class="para">grundsätzlich ein Entschädigungsanspruch, der näher abzu- </div> <div class="para">klären und verfügungsweise zu erledigen sein wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 6.- Das Verfahren ist kostenlos (<span class="artref">Art. 134 OG</span>). Dem </div> <div class="para">Prozessausgang entsprechend haben die Beschwerdeführer </div> <div class="para">Anspruch auf eine reduzierte Parteientschädigung (Art. 135 </div> <div class="para">in Verbindung mit <span class="artref">Art. 159 Abs. 3 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbe-</i> </div> <div class="para"> schwerde werden der Entscheid des Sozialversicherungs- </div> <div class="para"> gerichts des Kantons Zürich vom 26. August 1998 und </div> <div class="para"> die Verfügungen der Arbeitslosenkasse des Kantons </div> <div class="para"> Zürich vom 11. Juni 1996 aufgehoben, soweit damit ein </div> <div class="para"> Anspruch auf Insolvenzentschädigung für 1995 verneint </div> <div class="para"> wird, und die Sache an die Arbeitslosenkasse zurück- </div> <div class="para"> gewiesen, damit sie nach ergänzenden Abklärungen über </div> <div class="para"> eine allfällige Insolvenzentschädigung für Löhne des </div> <div class="para"> Jahres 1995 befinde. Im Übrigen wird die Verwaltungs- </div> <div class="para"> gerichtsbeschwerde abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>III. Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich hat den Be-</i> </div> <div class="para"> schwerdeführern für das Verfahren vor dem Eidgenössi- </div> <div class="para"> schen Versicherungsgericht eine Parteientschädigung </div> <div class="para"> von Fr. 500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu </div> <div class="para"> bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>IV. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich wird</i> </div> <div class="para"> über eine Parteientschädigung für das kantonale Ver- </div> <div class="para"> fahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen </div> <div class="para"> Prozesses zu befinden haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>V. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversiche-</i> </div> <div class="para"> rungsgericht des Kantons Zürich, dem Amt für Wirt- </div> <div class="para"> schaft und Arbeit, Zürich, und dem Staatssekretariat </div> <div class="para"> für Wirtschaft zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 31. Januar 2000 </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der I. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>