Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. August 2019 (720 19 85 / 210) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Frage nach einer für eine Rentenrevision gemäss Art. 17 ATSG rentenrelvante Verän- derung des Gesundheitszustandes ist beweismässig nicht zuverlässig dargetan; Rück- weisung an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch S tephan Bläsi, Rechtsan- walt, Birsigstrasse 34, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1965 geborene A.____ hatte sich erstmals mit Gesu ch vom 18. November 1993 unter Hinweis auf eine Stoffwechsel- und Vitaminmangelerkrankung bei der Eidgenössischen In- validenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Mi t Verfügung vom 6. Juni 1994 lehnte die IV-Stelle des Kantons Solothurn das Leistungsbegehren ab. Am 23. Juni 2004 meldete sich A.____ abermals zum Leistungsbezug an, wobei er im entsprechenden Antragsformular als Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesundheitliche Beschwerden Gichtschübe, eine chronische Darmentzündung sowie Flüssigkeit in den beiden Knien angab. In der Folge sprach ihm di e IV-Stelle des Kantons Solothurn eine Umschulung zu, die der Versicherte im Juli 2007 mit dem Bürofachdiplom erfolgreich abgeschlos- sen hat. Hiernach gewährte sie ihm zwei Arbeitstrainings. Seit Mai 2010 arbeitet der Versicherte als Allrounder bei der Garage B.___ GmbH in X.____ im Umfang eines Pensums von 50%. Nach Abklärung der erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse sprach ihm die IV-Stelle des Kan- tons Solothurn mit Verfügung vom 25. Februar 2011 mit Wirkung ab 1. Juni 2004 eine ganze Rente, ab 1. Oktober 2005 eine Dreiviertelsrente und ab 1. April 2006 eine halbe Rente der Inva- lidenversicherung zu. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Im März 2015 leitete die nunmehr zuständige IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) ein Revisionsverfahren ein. Nach Durchführung des Vorbesch eidverfahrens reduzierte sie mit Verfügung vom 19. Februar 2019 die halbe Rente per 1 . April 2019 auf eine Viertelsrente. Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, dass sich der Gesundheitszustand des Versicher- ten insofern verbessert habe, als nicht mehr nur von eine r Arbeitsfähigkeit von 70%, sondern vielmehr von einer solchen von 80% auszugehen sei. Bei ansonsten unveränderten Verhältnis- sen resultiere neu ein Invaliditätsgrad von 42% und damit ein Anspruch auf eine Viertelsrente. B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertret en durch Stephan Bläsi, Advokat, mit Eingabe vom 11. März 2019 Beschwerde beim Kantons gericht des Kantons Basel-Land- schaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, die Verfügung der IV-Stelle vom 19. Februar 2019 sei ersatzlos aufzu heben. Eventualiter sei die IV-Stelle in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 19. Februa r 2019 anzuhalten, vertiefte Sachver- haltsabklärungen zu treffen, um in der Folge erneut ü ber den Rentenanspruch zu entscheiden; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass die Beurteilung von Dr. med. C.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), auf die sich die Verfügung stütze, im Widerspruch zu den Einschätzungen seiner behandelnden Ärzte und den Angaben seines gegenwärtigen Arbeitgebers stünde. Seit der ursprünglichen Ren- tenzusprache habe sich keine wesentliche Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen erge- ben, womit nach wie vor Anspruch auf eine halbe Rente bestehe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 4. April 2019 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Be- schwerde. D. Mit Beschluss vom 23. Mai 2019 stellte das Kantonsger icht den Fall aus und gab dem Beschwerdeführer Gelegenheit, sich vernehmen zu lassen und die Möglichkeit des Beschwerde- rückzugs. Zur Begründung wurde festgehalten, dass das Kantonsgericht – im Falle eines Urteils – die angefochtene Verfügung aufheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-La ndschaft zurückweisen würde. Die Neu- bestimmung des Invaliditätsgrads könne möglicherweise zu einer Schlechterstellung (reformatio in peius) führen. E. Am 17. Juni 2019 liess der Beschwerdeführer mitteil en, dass er an seiner Beschwerde festhalte. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge- recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invalidi- tätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei einem Inva liditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre- chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). U nter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allge meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem st rukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksi chtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ander- seits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einord- nung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer recht- lich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbr ingen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E . 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die d em Beschwerdeführer seit 1. April 2006 ausgerichtete halbe Invalidenrente zu Recht per 1. April 2019 auf eine Viertelsrente herabgesetzt hat. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidenre nten für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheb- lichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu be- einflussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesundheits- zustandes der versicherten Person, wobei die reale Veränderung eines medizinischen Sachver- halts von einer bloss nur nominellen Differenz zu unterscheiden ist. Darüber hinaus ist eine Rente aber auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich geblie- benen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). Es obliegt dem Versicherungsträger, eine erhebliche Verä nderung des Invaliditätsgrades nach- zuweisen, wenn er eine Rente reduzieren oder aufheben will (SVR 2014 UV Nr. 7 S. 21). Hinter- grund bildet der Umstand, dass der Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) die Verwal- tung verpflichtet, von Amtes wegen Gründe für und gege n das Vorliegen oder Fehlen eines Sa- chumstands heranzuziehen (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.2). Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts mit Blick auf eine revisionsweise Änderung einer zuvor zugesprochenen Versi- cherungsleistung nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt (BGE 129 V 177 E. 3.1), bleibt es nach dem Grundsatz der mat eriellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 2013, 8C_48/2013, E. 2.4). 3.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision. Bloss auf einer anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Differenzen sind daher von revisi- onsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Dabei ist zu beachten, dass eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abwei cht, obwohl sich der beurteilte Gesund- heitszustand effektiv nicht verändert hat, meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizi- nischen Ermessens zurückzuführen ist (BGE 137 V 253 E. 3.4. 2.3, Urteil des Bundesgerichts vom 12. Dezember 2012, 8C_549/2012, E. 2.3). Dabei ist weiter zu berücksichtigen, dass auch eine Veränderung von versicherungsmedizinischen Beurteilungsparametern zu einer abweichen- den ärztlichen Schlussfolgerung führen kann (SVR 2012 I V Nr. 18 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 8. November 2012, 8C_459/2012, E. 4.2.1). 3.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle des Kantons Solothurn mit unangefochten in Rechtskraft er wachsener Verfügung vom 25. Februar 2011 dem Versicherten eine auf einem Invaliditätsgrad vo n 54% basierende Invalidenrente zu. Infolge des im März 2015 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens gelangte Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht die nunmehr zuständige IV-Stelle mit Verfügung vom 19. Februar 2019 zur Auffassung, dass die dem Versicherten im damaligen Zeitpunkt zugesprochene halbe Rente aufgrund einer Verbesse- rung des Gesundheitszustandes auf eine Viertelsrente zu reduzieren sei. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältn issen eingetreten ist, die eine revisions- weise Herabsetzung der bis anhin ausgerichteten halben Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der rentenzusprechend en Verfügung vom 25. Februar 2011 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorlie gend angefochtenen Verfügung vom 19. Februar 2019. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge- mutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin ische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So führte das Bund esgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den E inschätzungen des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfü- gung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizi nisch zu erfassen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht entsprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm eingeholten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Exper- tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). Schli esslich lässt es die Natur des Begutach- tungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E . 2b), ein Administrativ- oder Gerichtsgut- achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urtei l des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom G ericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelan gt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Mei nungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigke it des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Ober- expertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutach- tens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). 5.1 Im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung st ützte sich die IV-Stelle des Kantons Solothurn auf das Gutachten der Swiss Insurance Medicine (asim) vom 6. Juli 2009 mit den Fach- disziplinen Neurologie und Rheumatologie. Aus gesamtmedizinischer Sicht wurde darin mit Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Spondarthropathie mit Sakroiliitis beidseits und peripherem Ge- lenkbefall diagnostiziert, aktuell aktiv im zweiten proxima len Interphalangealgelenk der linken Hand, am Knie rechts anamnestisch intermittierend seit 2004. Ferner wurden rezidivierende Gichtattacken an den Gelenken der unteren Extremitäten (Knie, oberes Sprunggelenk und Grosszehengrundgelenke beidseits 1998-2004) und im Weiteren beginnende degenerative Ver- änderungen am rechten Kniegelenk, bei Meniskusdegeneration rechts medial mit Hinterhornriss, bei kleinem osteokartilaginärem Defekt am medialen Femurkondylus und bei aktuell klinisch un- auffälligen Verhältnissen sowie eine Fehlstatik der Füsse diagnostiziert. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden Osteochondrosen der Le ndenwirbelsäule (LWS) auf Höhe L4/5 links, ferner Spannungskopfschmerzen und eine Migräne ohne Aura. Die 2004 bildgebend doku- mentierte beginnende Sakroiliitis sei gemäss aktueller Anamnese asymptomatisch, als Korrelat der beklagten Knieschmerzen seien beginnende degenerative Veränderungen bildgebend nach- gewiesen. Entzündliche Manifestationen seien phasenweise subklinisch bis klinisch vorhanden, aktuell sei jedoch klinisch kein signifikanter Ausdruck ei ner persistierenden peripheren spon- darthropathischen Aktivität identifizierbar. Im linken Zeigefinger möge eine leichtgradige Synovitis vorliegen, im Labor würden aber Entzündungszeichen feh len. Klinisch gebe es keine Hinweise auf eine chronische Gichtarthropathie, neu seien aber Ko rrelate einer kutanen Psoriasis auszu- machen. Trotz Absetzen der antiinflammatorischen Medikation würde aktuell nur eine leichtgra- dige gastrointestinale Aktivität stattfinden. Die Sympt omatik beschränke sich auf drei bis vier dünnflüssige Entleerungen pro Tag ohne Blutabgang und ohne Darmkrämpfe. Dies habe nur eine geringe Auswirkung im Sinne einer Einschränkung der kör perlichen Leistungsfähigkeit, so dass nach Rücksprache mit einem Gastroenterologen auf eine gastroenterologische Begutachtung verzichtet worden sei. Es bestehe eine grosse Diskrepanz zwischen der angegebenen Beschwer- deintensität mit Einschränkung im Alltag und den klinisch erhobenen Befunden. Es sei eine sub- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht jektive Krankheitsüberzeugung feststellbar. Die Leistungsfähigkeit sei sicherlich reduziert, grund- sätzlich könne aber mit adäquaten pharmakologischen Massnahmen eine Beschwerdeverschlim- merung in engen Grenzen gehalten werden. Die geklagten Knöchelbeschwerden seien am ehes- ten Ausdruck einer mechanischen Fuss-Fehlstatik. Die angeg ebenen Hand- und Ellbogenbe- schwerden seien ohne entsprechende Korrelate, ebenso wie die Schulterbeschwerden, wobei intermittierend leichte entzündliche Beschwerdeschübe denk bar seien. Die geklagten Kopf- schmerzen und die Migräne hätten schon vor Auftreten der Arthropathien bestanden und seien damals nicht arbeitseinschränkend gewesen. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit wurde aus gesamtmedizinscher Sicht für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten – wie die angestammte Tätigkeit als Sanitärinstallateur – eine vollstän- dige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Aufgrund der Stuh lfrequenz müsse eine körperliche Schwä- chung anerkannt werden. Die Colitis ulcerosa sei eine ch ronische Erkrankung, daher sei mit er- neuten, die Arbeitsfähigkeit vorübergehend beeinträchtigenden Schüben zu rechnen. Zudem be- stünden rezidivierend schmerzhafte Gelenksbeschwerden. Insg esamt sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30% anzuerkennen. Eine körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit, ohne muskuloskelettäre und ohne ausgesprochen kniegelenksspezifische Belastung ohne repe- titives Heben, Stossen und Ziehen von Lasten von mehr al s 3-5kg, ohne vorwiegend stehende und gehende Anteile, nicht ausschliesslich sitzend mit der Möglichkeit zum selbständigen Wech- seln der Körperposition und mit einem WC in der Nähe des Arbeitsplatzes sei dem Versicherten seit dem 1. Januar 2006 im Umfang von 70% zumutbar. 5.2 Gestützt auf die Ergebnisse des vorstehend zitierten Gutachtens sprach die IV-Stelle des Kantons Solothurn dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 25. Februar 2011 ab 1. April 2006 eine halbe Rente zu. 5.3. Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Revisionsverf ahren holte die IV-Stelle zur Ab- klärung des massgebenden medizinischen Sachverhalts bei den behandelnden Ärzten des Ver- sicherten medizinische Berichte ein. 5.4.1 In seinem Bericht vom 28. April 2015 stellte Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, die bereits bekannten Diagnosen mit Auswirkung a uf die Arbeitsfähigkeit: Eine Colitis ulcerosa, eine Seronegative Spondylarthropathie mit be ginnender Sakroiliitis beidseits, einen Status nach Oligoarthritis urica mit Befall der Kniege lenke beidseits und des oberen Sprungge- lenkes links, eine Meniskus-Degeneration rechts medial und ein Meniskusriss im Hinterhornbe- reich des rechten Kniegelenks sowie eine symptomatische Feh lstatik der Füsse. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er zusätzlich beginnende entzündliche Läsionen in beiden ISG mit entsprechendem Enhacement nach Gadoliniumga be, vereinbar mit einer beginnenden Sakroiliitis sowie einem radikulären Irritationsphänomen in C7 rechts bei wahrscheinlicher Disko- pathie C6/C7 rechts. Es bestünden dreimal täglich weich e bzw. wässrige Durchfälle sowie all- abendliche Kniegelenksschmerzen und Erschöpfung. Körperlich sei der Explorand schnell ermü- det und erschöpft, er brauche längere Erholungsphasen. Mit eingeschränktem Belastungsprofil sei der Patient viereinhalb Stunden pro Tag arbeitsfähig mit circa zwei bis drei Ruhepausen von circa einer Viertelstunde pro Nachmittag. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4.2 Mit Bericht vom 14. September 2015 stellte Dr. m ed. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, fest, dass die Colitis ulcerosa gegenwärtig remittiert und der Patient vom Darm her be- schwerdefrei sei. Allein aufgrund der Darmprobleme sei keine IV-Abklärung notwendig. Die letzte Konsultation habe am 3. Juli 2015 stattgefunden. 5.4.3 Mit Stellungnahme vom 26. Oktober 2015 führte D r. C.____, RAD, aus, dass sich den Berichten von Dr. E.____ und Dr. D.____ eine Verbesserung des Gesundheitszustandes entneh- men lasse. Es sei eine Änderung des Schweregrades der D iagnosen eingetreten. Dr. D.____ berichte zwar – wie dies im Gutachten der asim festgehalten werde – von dreimaligem wässrigem Stuhlgang pro Tag. Dr. E.____ habe die Colitis ulcerosa aber als remittiert und den Versicherten als beschwerdefrei bezeichnet. Folglich könne nicht meh r von einer Restarbeitsfähigkeit von le- diglich 70% ausgegangen werden. Die körperliche Schwä chung sei im damaligen Zeitpunkt auf die erhöhte Stuhlfrequenz zurückzuführen gewesen. Diese h abe sich nunmehr normalisiert, so dass von keiner körperlichen Schwächung mehr auszugehen sei. Die Arbeitsfähigkeit betrage spätestens seit 3. Juli 2015 80%. Die verbleibende Einschränkung von 20% sei mit einer vermin- derten Stresstoleranz bei Colitis ulcerosa begründbar. Gesamtmedizinisch habe sich der Ge- sundheitszustand verbessert, eine psychische Begleitmorbidität bestehe nicht. Ferner seien auch die 2009 noch regelmässig aufgetretenen Gichtattacken remittiert. Der Versicherte könne daher sein Pensum bei der B.____ GmbH auf 80% erhöhen. 5.4.4 Am 16. August 2016 bestätigte Dr. E.____ infolg e einer weiteren Konsultation die Voll- remission der Colitis ulcerosa. In einem weiteren Beric ht vom 12. September 2016 bestätigte auch Dr. D.____ seine Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung vom 28. April 2015. Krankheitshalber stün- den die extreme Müdigkeit und der Konzentrationsabfal l nach vier bis fünf Stunden Arbeiten im Vordergrund. Der Patient leide nach wie vor unter Durchfällen und das rechte Knie schwelle nach dem Laufen an. 5.4.5 In seiner hierzu ergangenen Beurteilung vom 5. O ktober 2016 führte Dr. C.____ aus, dass der Bericht von Dr. D.____ keine neuen medizinischen Fakten enthalte. Objektive Befunde, die auf eine so ausgeprägte Fatigue hindeuten würden, seien nicht mehr auszumachen. Seine frühere Stellungnahme vom 26. Oktober 2015 habe daher weiterhin Geltung. 5.4.6 Nachdem der Versicherte Einwand gegen den Vorbe scheid vom 13. Oktober 2017 er- hoben hatte, nahm Dr. C.____ am 19. Dezember 2017 e rneut zur Sache Stellung. Hinsichtlich der begehrten Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) führte er aus, dass eine solche im vorliegenden Fall nicht angebra cht sei. Eine praktische Erprobung der Leistungsfähigkeit im Rahmen einer EFL oder eines Arbe itstrainings müsse nicht zwingend die tatsächliche Arbeitsfähigkeit wiederspiegeln, da die tatsächlich erbrachten Leistungen auch von sozialversicherungsrechtlichen Überlegungen beeinflusst werd en könnten. Hinsichtlich der ent- zündlichen Darmerkrankung empfahl er infolge Hinweise auf bisher unberücksichtigte Fakten die Einholung einer Stellungnahme bei Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4.7 Dr. F.____ hielt am 9. Januar 2018 fest, dass in folge der Colitis ulcerosa aktuell keine Schmerzen des Abdomens bei wechselndem Stuhlgang mit Du rchfall und Verstopfung bestün- den. Bei längerer körperlicher Belastung resultierten aber eine schnelle Erschöpfung sowie Kon- zentrationsschwierigkeiten. Zudem bestünden Knieschmerzen beidseits, rechts mehr als links. Eine Arbeit in einem Pensum im Umfang von 100% sei nicht denkbar. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des medizinischen Sachver- halts und der Frage, ob seit der Rentenzusprache mit Verfügung vom 25. Februar 2011 eine anspruchserhebliche Änderung in den gesundheitlichen Ve rhältnissen eingetreten ist, vollum- fänglich auf die RAD-Beurteilungen von Dr. C.____, n amentlich auf seine Stellungnahme vom 26. Oktober 2015. Anhand dieser Grundlagen und eines Vergleichs zwischen der aktuellen Be- urteilung und der Beurteilung im Zeitpunkt der Rentenzusprache hat sie erwogen, dass eine sol- che in Form einer Verbesserung des Gesundheitszustandes au sgewiesen sei. Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, das von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte gesteigerte Leistungsvermögen finde in den A kten keine Stütze. Vielmehr ermüde er nach wie vor sehr rasch und er sei überdies auch in psych ischer Hinsicht beeinträchtigt. Der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann – wie nachfolgen d aufzuzeigen sein wird – aus ver- schiedenen Gründen nicht gefolgt werden. 6.2.1 Wie unter Erwägung 4.3 hiervor ausgeführt, sind an die Beweiswürdigung strenge An- forderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohn e Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs- sigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so verliert die Beurteilungsgrundlage rechtsprechungsgemäss ihren Beweiswert. Solche Zweifel ergeben sich vorliegend insbesondere aus der Tatsache, dass Dr. C.____ die im Vergleich zur gutachterlichen Beurteilung vom 6. Juli 2009 um 10% erhöhte Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen mit der Remission der Colitis ulcerosa begründet. Dabei gilt es zu beachten, dass bereits zum da maligen Zeitpunkt eine nur leichtgra- dige gastrointestinale Aktivität erhoben werden konnte und mit Blick auf die im Bericht von Dr. D.____ vom 28. April 2015 beschriebene Symptomatik mit drei täglichen Entleerungen weitge- hend unveränderte gesundheitliche Verhältnisse vorlieg en. Entgegen den Ausführungen des RAD-Arztes trifft es sodann gerade nicht zu, dass die A rbeitsunfähigkeit im Gutachten der asim vom 6. Juli 2009 einzig mit der besagten Diagnose begründet wurde. Vielmehr wird im Rahmen der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung explizit auf die zusätzlich bestehenden rezidivierenden Gelenks- beschwerden hingewiesen und aus einer Gesamtsicht heraus e ine Arbeitsunfähigkeit von 30% veranschlagt (vgl. Gutachten S. 8 und 24 sowie E. 5.1 hiervor). Diese rheumatologischen Be- schwerden haben in den Berichten von Dr. C.____ jedoch keinerlei Würdigung erfahren. Diese Tatsachen sowie die Diskrepanzen der im hier zu beurteil enden Revisionsverfahren beigezoge- nen Berichte hätten die Beschwerdegegnerin veranlassen müssen, den Gesundheitszustand des Versicherten vor Verfügungserlass eingehender – mithin in Form eines externen Verwaltungsgut- achtens – abklären zu lassen. Eine solche Begutachtung wä re alsdann umso mehr angezeigt gewesen, als hinsichtlich der unberücksichtigt gebliebenen Gelenksbeschwerden gar Hinweise für eine Verschlechterung ausgemacht werden können, ind em neu zusätzlich Beschwerden im linken Knie dokumentiert werden. Nachdem die Beschwerde gegnerin jedoch lediglich versiche- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsmedizinische Aktenbeurteilungen bei Dr. C.____ einholte, ist sie ihrer – aus dem Untersu- chungsgrundsatz resultierenden – Pflicht zur richtigen und vollständigen Abklärung des rechtser- heblichen Sachverhalts nur unzureichend nachgekommen. 6.2.2 Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer h ingegen, soweit er geltend macht, er sei auch in psychischer Hinsicht beeinträchtigt. Hierzu finden sich in den Akten keinerlei Hin- weise, welche diese Aussagen stützten würden. Im Gegenteil wird im Bericht von Dr. D.____ vom 28. April 2015 explizit festgehalten, dass keine geistig en und psychischen Beeinträchtigungen bestünden. Unter diesen Umständen können aber weitere A bklärungen in psychiatrischer Hin- sicht in antizipierter Beweiswürdigung unterbleiben (vgl . zur Zulässigkeit einer antizipierten Be- weiswürdigung: BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6.3 Nach dem Gesagten kommt der Beurteilung von Dr. C.____ hinsichtlich der Würdigung des massgebenden medizinischen Sachverhalts keine ausschlagge bende Beweiskraft zu. Die übrigen, im Verfügungszeitpunkt bei den Akten liegenden medizinischen Berichte bilden aber ebenfalls keine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Die Frage, ob und welche konkreten Ge- sichtspunkte in der Krankheitsentwicklung des Versicherten zu einer mittlerweile – wesentlich – abweichenden Einschätzung des Schweregrads in gesamtmedizinischer Hinsicht geführt haben, kann anhand der vorliegenden Aktenlage nicht zuverlässig beurteilt werden. 7.1 Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts bei einer nach Art. 17 ATSG strittigen Revision nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit dargetan, bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand und der angefochtene Entscheid ist zu kassieren (Urteil des Bun- desgerichts vom 7. Juni 2017, 9C_143/2017, E. 4.4; ebe nso Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 2013, 8C_481/2013, E. 2.4). Anders ist zu ent scheiden, falls zwar Anhaltspunkte für eine rechtserhebliche Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse vorliegen, sich ein Revisi- onsgutachten jedoch nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung der gesundheitlichen Situation stattgefunden hat. Sin d die in diesem Zusammenhang entschei- denden Fragen mit anderen Worten bisher medizinisch nic ht zuverlässig und widerspruchsfrei geklärt worden und existiert für eine anspruchserheblich e Änderung des Sachverhalts mithin keine verlässliche Grundlage, welche eine anspruchserhebliche Veränderung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejahen (oder ausschliessen) würde, ist die Angelegenheit diesfalls nicht zu kassieren, sondern an die Vorinstanz zur ergänzenden Abkl ärung zurückzuweisen (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Dezember 2016, 8C_575/2016, E. 7). 7.2 Im vorliegenden Fall bestehen mehr als nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Aktenbeurteilungen von Dr. C.____ (vgl. E. 6.2 hiervor). Angesichts der Tatsa- che, dass Dr. C.____ nur die Colitis ulcerosa zum Gegenstan d seiner Beurteilung erhoben hat, kann die Frage einer allfälligen Veränderung der gesundheitlichen Situation nicht zuverlässig und widerspruchsfrei geklärt werden. Hinzu tritt, dass in Bezug auf die vollständig unberücksichtigt gebliebene rheumatologische Problematik Anhaltspunkte für eine Veränderung des Gesundheits- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht zustandes vorliegen, die gar auf eine Verschlechterung desselben hindeuten. Ein verlässlich fest- stehender, medizinisch nachvollziehbar erstellter Sachverhalt, der es erlauben würde, ohne wei- tere medizinische Abklärungen auf den Eintritt einer an spruchsrelevanten Veränderung zu schliessen, liegt damit jedenfalls nicht vor. Die Angele genheit ist daher zur ergänzenden Abklä- rung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird den aktuellen Gesundheitszustand des Versicherten und die Frage, ob sich dieser in renten relevantem Ausmass verändert hat, im Rahmen eines externen Verwaltungsgutachtens untersuchen zu lassen haben. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird die Beschwerdegegner in über die Ansprüche des Be- schwerdeführers neu zu verfügen haben. 7.3 Soweit der Beschwerdeführer mit Blick auf weitere von der Verwaltung zu veranlassende Abklärungen geltend macht, es sei zwecks Ermittlung seines tatsächlichen Leistungsvermögens eine EFL durchzuführen, so erscheint diese nach bisheri gem Aktenstand nicht zielführend. Wie die Beschwerdegegnerin diesbezüglich zutreffend ausführt, sind valide Ergebnisse mit einer EFL nur dann zu erzielen, wenn keine Zweifel über die Leistungsbereitschaft bestehen. Zumal bereits im Gutachten der asim vom 6. Juli 2009 Diskrepanzen zwisch en den geklagten Beschwerden und den klinischen Befunden ausgemacht werden konnten, ist fraglich, ob mit einer EFL-Testung verlässliche Ergebnisse zu erwarten wären. Dessen ungeachte t ist eine EFL allenfalls dann in Betracht zu ziehen, wenn sich die beteiligten Fachärzte ausser Stande sehen, eine zuverlässige Einschätzung des leistungsmässig Machbaren vorzunehmen und d eshalb eine konkrete leis- tungsorientierte berufliche Abklärung als zweckmässigste Massn ahme ausdrücklich empfehlen. Mangels rechtsgenüglich erstellten Sachverhalts wird die Angelegenheit zur Einholung eines Ver- waltungsgutachtens – welches Klarheit bezüglich des Lei stungsvermögens des Beschwerdefüh- rers schaffen soll – zurückgewiesen. Insofern erscheint e ine abschliessende Klärung dieser Frage zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin als wenig sinnvoll (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Dezember 2016, 9C_497/2016, E. 5.3). 8. Nachdem die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen u nd zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, führt dies im Erge bnis zur Gutheissung der Be- schwerde. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsge- richt kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hat deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- sind der IV-Stelle aufzuerlegen. Der Beschwerdeführer erhält seinen bereits geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 9.2 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO steht dem obsiegenden Beschwer deführer eine Parteient- schädigung zu. Der Honorarnote vom 12. April 2019 zufol ge beläuft sich der geltend gemachte Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf in sgesamt 5 Stunden und 35 Minuten, was sich angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und R echtsfragen als angemessen er- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht weist. Ebenfalls nicht zu beanstanden sind die geltend gemachten Auslagen im Umfang von ins- gesamt Fr. 105.30. Die Bemühungen sind zu dem in Sozi alversicherungsprozessen praxisge- mäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Parteien tschädigung in der Höhe von Fr. 1‘616.70 (5 Stunden und 35 Minuten à Fr. 250.-- zuzüglich Spesen und Auslagen von Fr. 105.30 sowie 7.7%) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesg ericht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge- gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständi gkeit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewi rken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort e inen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er- sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid , sondern um einen Zwischenent- scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch f ür einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset- zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 A bs. 1 BGG genannten Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesg ericht. Die nachstehende Rechtsmittel- belehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 19. Februar 2019 aufge- hoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Der Kostenvorschuss in der Höh e von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 1‘616.70 (inkl. Ausla gen und Mehr- wertsteuer) zu bezahlen.