Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 30. Mai 2018 (810 17 257) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung / Straffälligkeit Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsricht er Markus Clausen, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Yves Thommen , Gerichtsschreiberin i.V. Irina Trutmann Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Nicolas Roulet , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligun g und Wegweisung (RRB Nr. 1242 vom 12. September 2017) A. Der aus Sri Lanka stammende A.____, geb. 1988, r eiste am 9. Oktober 1996 mit seiner Mutter und einem Bruder als Asylsuchender in die Schweiz ein. Sein Vater hielt sich bereits seit dem Jahr 1991 als Asylsuchender in der Schweiz auf. Im Jahr 1999 kam der 1991 geborene Bruder von A.____ ebenfalls in die Schweiz . Im Jahr 2000 wurden die Asylgesuche der Familie mangels Flüchtlingseigenschaft abgelehn t, jedoch wurde die Familie gestützt auf Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Bundesratsbeschluss betreffend Humanitäre Aktion 2000 vorläufig aufgenommen. Seit dem 13. März 2003 verfügt A.____ über eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton Basel-Landschaft. B. A.____ hat weder die Schulpflicht erfüllt – er ha t das Werkjahr abgebrochen – noch hat er eine Berufsausbildung abgeschlossen. A.____ wurde al s Jugendlicher wiederholt straffällig. Am 3. Januar 2005 wurde er wegen Raubes zu einer Arbe itsleistung von fünf Tagen à acht Stunden verurteilt. Am 7. Dezember 2006 wurde er wege n qualifizierten Raubes in eine Anstalt für Nacherziehung (Jugendheim Aarburg) eingewiesen, nach dem er einem Opfer mit einem Baseballschläger auf den Kopf geschlagen hatte. C. Am 23. Mai 2007 verwarnte das Amt für Migration de s Kantons Basel-Landschaft (AfM) A.____ aufgrund der Verurteilungen ausländerrechtlich. D. Mit der in der Schweiz niedergelassenen serbischen St aatsangehörigen B.____ hat A.____ zwei Söhne, C.____ und D.____ (geb. 2007 und 2009). Die Kindsmutter hat die elterli- che Sorge über die beiden Kinder C.____ und D.____ inne. E. Am 29. September 2008 ersuchte A.____ das Migration samt des Kantons Basel-Stadt um Wohnsitznahme im Kanton Basel-Stadt bei seiner Freu ndin B.____ und dem gemeinsamen Kind. Am 2. Februar 2009 wies das Migrationsamt des Kan tons Basel-Stadt das Gesuch von A.____ um Kantonswechsel wegen dessen Straffälligkeit und drohender Fürsorgeabhängigkeit ab und wies ihn darauf hin, dass er die Beziehung zur Freundin und dem Kind gegebenenfalls vom Kanton Basel-Landschaft aus pflegen könne. F. Am 8. Februar 2010 wurde A.____ wegen Betruges zu m Nachteil der Sozialhilfe- behörde zu einer Geldstrafe von 32 Tagessätzen à Fr. 50. -- und einer Busse von Fr. 800.-- verurteilt. G. Am 1. Juni 2010 verwarnte das AfM A.____ zum zwei ten Mal ausländerrechtlich. H. Im Jahr 2012 trennten sich B.____ und A.____ endgü ltig. Zwischen Oktober 2012 und Juli 2013 zeigte B.____ A.____ zweimal wegen häuslicher Gewalt an, worauf A.____ am 6. Juli 2013 polizeilich aus der Wohnung von B.____ weggewiese n wurde. Weil A.____ in der Folge gegen die Wegweisung und das Kontaktverbot verstossen ha tte, wurde er wegen mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen mit Strafbefehl vom 7. August 2013 zu einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt. I. Am 22. Januar 2014 wurde A.____ wegen einfacher K örperverletzung zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à Fr. 20.-- verurteilt. J. Mit Urteil vom 5. Februar 2014 wurde A.____ wegen versuchter Veruntreuung, ver- suchten Betrugs, Urkundenfälschung, Diebstahls, geringfü gigen Diebstahls, Hausfriedens- bruchs sowie mehrfacher Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Freiheitsstrafe von 14 Mona- ten und einer Busse von Fr. 600.-- verurteilt. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. Am 1. März 2016 wurde A.____ wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Bun- desgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz, BetmG) vom 3. Oktober 1951, mehrfacher einfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmit- telgesetz, versuchten Raubs, Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Waffen, Waffenzu- behör und Munition (Waffengesetz, WG) vom 20. Juni 19 97, gewerbsmässigen Betrugs, mehr- fachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsa nlage, mehrfacher Urkunden- fälschung, mehrfacher Hehlerei sowie einfacher Verletzun g der Verkehrsregeln zu einer Frei- heitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil vom 5. Feb- ruar 2014 verurteilt. L. Seit dem 1. März 2016 (Rechnerischer Vollzugsbeginn: 31. August 2014, Vollzugs- ende: 16. August 2019) befindet sich A.____ im Strafvollzug. M. Am 28. April 2017 verfügte das AfM die Nichtverlän gerung der Aufenthaltsbewilligung von A.____ und dessen Wegweisung aus der Schweiz. N. Eine von A.____, vertreten durch Nicolas Roulet, Adv okat in Basel, dagegen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat des Kantons Basel-Land schaft (Regierungsrat) mit Be- schluss (RRB) Nr. 1242 vom 12. September 2017 ab und or dnete die Wegweisung von A.____ aus der Schweiz innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Besch lusses bzw. unmittelbar nach der Entlassung aus dem Strafvollzug an. Der Antrag um Bewil ligung der unentgeltlichen Prozess- führung und Verbeiständung wurde abgewiesen. O. Dagegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokat Nicolas Roulet, mit Eingabe vom 25. September 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit den Rechtsbegehren, es sei der RRB vom 12. September 2017 vollumfänglich aufzuheben sowie festzustellen, dass A.____ weiterhin über eine gültige Niederlassungsbewilligung (Aufentha ltsbewilligung) im Kanton Basel-Land- schaft verfüge, und es sei von einer Wegweisung abzusehen . Eventualiter sei die Angelegen- heit zur neuen Entscheidung im Sinne der Erwägungen a n die Vorinstanz zurückzuweisen. So- dann sei der vorinstanzliche Kostenentscheid aufzuheben. Für das vorinstanzliche und das kan- tonsgerichtliche Beschwerdeverfahren sei ihm die unentge ltliche Prozessführung und Ver- beiständung zu bewilligen; unter o/e-Kostenfolge. P. Am 14. Dezember 2017 liess sich der Regierungsrat vern ehmen und schloss auf kos- tenfällige Abweisung der Beschwerde. Q. Seit Anfang Februar 2018 verbüsst der Beschwerdeführe r seine Reststrafe in Form von Electronic Monitoring; dies nachdem er einen Lehrvert rag als Küchenangestellter EBA (Ausbildungsdauer bis 31. Juli 2019) abgeschlossen hat. R. Mit Eingabe vom 5. März 2018 beantragte A.____ au fgrund der Entwicklung im Straf- vollzug die Sistierung des Beschwerdeverfahrens und die Verschiebung des angesetzten Ver-Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlungstermins (30. Mai 2018) auf einen späteren Z eitpunkt. Mit Verfügung vom 7. März 2018 wies das Kantonsgericht den Sistierungsantrag ab. S. Am 24. Mai 2018 reichte der Beschwerdeführer zwei Schreiben der E.____ ein. Zudem beantragte er die Anordnung einer kinderpsychologischen Abklärung seiner beiden Söhne im Hinblick auf seine mögliche Wegweisung. Mit Eingabe vom 28. Mai 2018 reichte der Beschwer- deführer einen Bericht der Erziehungsbeistände der Söh ne ein. Am 29. Mai 2018 reichte er einen Bericht der Psychologin seines älteren Sohnes ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der Angelegenheit gege- ben. Der Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochten en Entscheids berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt werden. Die Überprüfung der Angemessenheit ist dem K antonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt ( § 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und die damit verbundene Wegwei- sung zu Recht erfolgten. 3.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinne n und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständig e kantonale Behörde entscheidet gemäss den Art. 18 ff. und 27 ff. AuG im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die Zulassun g zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Ertei lung einer Aufenthaltsbewilligung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Ver- pflichtungen sehen dies vor (vgl. BGE 133 I 185 E. 2.3 ; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). 3.2 Gemäss Art. 33 Abs. 3 AuG ist die Aufenthaltsbewil ligung befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. Nach Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann die zuständige Behörde die Bewilligung widerrufe n, wenn eine ausländische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde . Als "längerfristig" gilt jede Freiheitsstrafe, deren Dauer ein Jahr überschreitet (BGE 139 I 31 E. 2.1), und zwar unabhängig davon, ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt zu vollzie hen ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). 3.3 Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen ein en Widerrufsgrund gesetzt, indem er aufgrund seiner Straftaten rechtskräftig zu unbedin gten Freiheitsstrafen von 14 Monaten sowie drei Jahren und neun Monaten verurteilt wurde. Er wurde damit zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG verurteilt. 4.1 Der Beschwerdeführer macht einen Anwesenheitsansp ruch aus dem Grundrecht auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff . 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäische Menschen rechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 geltend. Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 E MRK sowie dem inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen E idgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens können ausländi- sche Staatsangehörige in besonderen Fällen einen Anspr uch auf Aufenthalt oder Verbleib in einem andern Staat ableiten, wenn eine staatliche En tfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitgliedern führt (vgl. A NDREAS ZÜND /THOMAS HUGI YAR , Aufenthaltsbeendende Mass- nahmen im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, Europäische Grundrechte-Zeitschrift [EuG RZ] 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien können somit dann verletzt sein , wenn einer ausländischen Person, deren Familienangehörige in der Schweiz weilen, die A nwesenheit untersagt und damit das gemeinsame Familienleben vereitelt wird. Gemäss ständige r bundesgerichtlicher Rechtspre- chung müssen die sich hierzulande aufhaltenden Angehörige n über ein gefestigtes Anwesen- heitsrecht verfügen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruh t. Zudem müssen diese Personen zur Kernfamilie (Ehegatten und minderjährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsächliche und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Indessen gehen der Europäisch e Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) und das Bundesgericht in ihrer Rechtsprechung in Fällen von aufenthaltsbeendenden Massnahmen erwachsener Ausländer der zweiten Generation von einem kombinierten Schutz- bereich von Privat- und Familienleben aus (BGE 130 II 281 E. 3.2.2; BGE 129 II 193 E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts 2C_480/2013 vom 24. Oktober 2013 E. 4.4.1; Urteil des EGMR M.P.E.V. et al. gegen die Schweiz [3910/2013] vom 8. Juli 2014 § 32; Urteil des EGMR Maslov gegen Österreich [1638/03] vom 23. Juni 2008 § 63). D abei wird nicht verlangt, dass notwendi- gerweise die Bedingungen für einen allein aus dem Schutz des Privatlebens abgeleiteten Bewil- ligungsanspruch (überdurchschnittliche, besondere Integrat ion) vorliegen müssten (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_4 51/2009 vom 7. Dezember 2009 E. 2.2). Nach der Rechtsprechung fallen die sozialen Bindungen einer ausländischen Person im Aufenthaltsstaat und zur Gemeinschaft, in der sie lebt – insbesondere wenn sie im Aufent- haltsstaat geboren wurde –, in den Schutzbereich des Pr ivatlebens. Unabhängig vom Bestehen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines Familienlebens wird deshalb bei im Aufenthaltsst aat geborenen und aufgewachsenen (erwachsenen) Ausländerinnen und Ausländern der zweiten Generation insbesondere dann ein Anspruch aus der kombinierten Garantie des Privat- und Fa milienlebens angenommen, wenn eine aufenthaltsbeendende Massnahme die Trennung von de n hier lebenden Eltern und Ge- schwistern bedeutet (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts 2 C_445/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 2.3; 2C_1193/2013 vom 27. Mai 2014 E. 2.2; 2C_551 /2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.4; Urteil des EGMR Emre gegen die Schweiz [42034/04] vom 23. Juni 2008 § 60; Urteil des EGMR Üner gegen die Niederlande [46410/99] vom 18. O ktober 2006 § 59; M ARTIN BERTSCHI /T HOMAS GÄCHTER , Der Anwesenheitsanspruch aufgrund der Garantie des Privat- und Familienlebens, Schweizerisches Zentralblatt für Staats - und Verwaltungsrecht [ZBl] 2003, S. 231; Urteile des Kantonsgerichts, Abteilung Verfa ssungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 4. März 2015 [810 14 305] E. 3.4 ff. und vom 4. März 2015 [810 14 255] E. 4.4.1). 4.2 Liegt ein Widerrufsgrund im Sinne von Art. 62 Ab s. 1 lit. b AuG vor, muss die Massnah- me im konkreten Fall auch verhältnismässig sein (Art. 96 Ab s. 1 AuG). Dies erfordert eine Inte- ressenabwägung, welche die wesentlichen Umstände des Einze lfalls berücksichtigt (BGE 135 II 110 E. 2.1). Der Beschwerdeführer wurde zwar nicht in der Schweiz geboren, aber er ist bereits im Alter von acht Jahren zusammen mit seine r Mutter zu seinem Vater in die Schweiz eingereist. Im Jahr 1999 wurde sodann auch sein Bruder nachgezogen. Die Eltern sowie ein Bruder – ein anderer Bruder wurde infolge Straffälligkeit rechtskräftig aus der Schweiz weggewiesen – leben in der Schweiz. Aus den Verfahrensa kten geht hervor, dass die Bezie- hung zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Kindern ge lebt wird. Folglich ist der regie- rungsrätlichen Auffassung zu folgen, wonach sich der Besch werdeführer auf den Anspruch aus dem kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV berufen kann. Über die landesrechtli che Verhältnismässigkeitsprüfung hinaus ist eine solche gemäss dem Konventionsrecht vorzunehmen ( Art. 8 Ziff. 2 EMRK; BGE 122 II 1 E. 2). Die konventionsrechtliche Verhältnismässigkeitsprüf ung entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AuG und kann in einem einzigen Schritt vorgeno mmen werden (Urteile des Bundesge- richts 2C_551/2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.4 und 2C_ 11/2013 vom 25. März 2013 E. 3.1 mit Hinweisen). Bei der Prüfung sind namentlich die Sc hwere des Verschuldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile zu beachten (BGE 1 39 I 31 E. 2.3.3 mit Hinweisen; 135 II 377 E. 4.3). Unter anderem ist in diesem Zusamm enhang auch dem Kindesinteresse Rechnung zu tragen. Einem Ausländer, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll der weitere Aufenthalt zwar nur mit besonderer Zurückhaltu ng verweigert werden, doch ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verb racht hat. Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz besteht – überwie gende private oder familiäre Bindungen vorbehalten – auch in diesen Fällen ein öffentliches I nteresse daran, zur Aufrechterhaltung der Ordnung bzw. Verhütung von (weiteren) Straftaten die Anwesenheit des Ausländers zu been- den (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.1 und 2.3.2 mit Hinwei sen). Zudem dürfen beim Beschwerdefüh- rer, der sich nicht auf das Abkommen zwischen der Schweizeri schen Eidgenossenschaft einer- seits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgli edstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA) vom 21. Juni 1999 berufen kann, im Rahmen der Interessenabwägung auch Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht generalpräventive Gesichtspunkte berücksichtigt werden (Urt eil des Bundesgerichts 2C_373/2014 vom 20. Mai 2014 E. 2.1.1 mit Hinweis). 4.3 Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschu ldens und die fremden- polizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht verhängte Strafe (Urteil des Bundes- gerichts 2C_295/2009 vom 25. September 2009, E. 5.3 n icht publ. in BGE 135 II 377; BGE 129 II 215 E. 3.1). 4.4 Gestützt auf das Urteil des Strafgerichts des Kantons B asel-Landschaft vom 5. Februar 2014 (siehe vorne lit. J) ist in Bezug auf die migrati onsrechtliche Interessenabwägung von ei- nem schweren Verschulden des Beschwerdeführers auszugehen. D er Beschwerdeführer ver- fügte bereits zum Zeitpunkt der Verurteilung über eine n vorbelasteten Leumund. Unmittelbar nach Ablauf der Probezeit der gegen ihn am 8. Februa r 2010 ausgesprochenen Geldstrafe ist er erneut straffällig geworden und seine deliktische Be tätigung erstreckte sich über das ganze Jahr 2012. Aus dem Urteil geht hervor, dass Regeln und N ormen den Beschwerdeführer unbe- eindruckt liessen. Reue oder Einsicht in die Unrechtmässigke it seiner Handlungen waren nicht ansatzweise erkennbar. Weiter ist ersichtlich, dass der Besc hwerdeführer aufgrund seiner schlechten finanziellen Ressourcen die Vermögensdelikte beg angen hatte. Eine effektive Not- lage, die ihn zu diesem Handeln gezwungen hätte, war nicht auszumachen. Seine Vorgehens- weise bei den einzelnen Delikten erschien rücksichtslos und u nverfroren. So hatte er seine Ex- Freundin massiv unter Druck gesetzt, um an den Schlüssel i hres Arbeitsortes zu gelangen und so an Bargeld und im Laden zum Verkauf angebotene War en zu gelangen. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang auch der hohe Deliktsbetrag von Fr. 21'976.--. Im Übrigen ist auch gestützt auf das Urteil des Strafgerichts vom 1. März 2016 (siehe vorne lit. K) von einem schwe- ren Verschulden des Beschwerdeführers auszugehen. Aus die sem Urteil geht hervor, dass der Beschwerdeführer für die Verfolgung seiner finanzielle n Interessen keine Grenzen kannte. Das zeigte sich insbesondere im Fall seiner Ex-Freundin, de ren Konto er, nach heimlicher Entnah- me und Austausch ihrer Bankkarte, geplündert hatte (mehrfacher Missbrauch einer Datenverar- beitungsanlage; vgl. Urteil des Strafgerichts vom 1. Mä rz 2016 S. 125). Damit hat er nicht nur der Ex-Freundin geschadet, sondern auch den gemeinsamen Kindern, für welche er unterhalts- pflichtig ist, was besonders verwerflich ist. Aus dem Urtei l geht schliesslich hervor, dass der Beschwerdeführer trotz laufendem Strafverfahren, trot z Untersuchungshaft und trotz Verurtei- lung unbeirrt und massiv weiter delinquiert hat. In A nbetracht dessen ist ihm auch unter der Berücksichtigung der im Urteil ausgesprochenen Freiheitsst rafe von drei Jahren und neun Monaten eine schlechte Prognose auszustellen. Dass sich de r Beschwerdeführer seit diesen Taten nichts mehr hat zuschulden kommen lassen, vermag ei ne Rückfallgefahr nicht auszu- schliessen. Eine gute Führung im Strafvollzug – welche b eim Beschwerdeführer unbestrittener- massen gegeben ist – wird allgemein erwartet und lässt k eine verlässlichen Rückschlüsse auf das künftige Verhalten zu. Im Übrigen ändern daran auc h die Entlassung des Beschwerde- führers aus dem Normalvollzug, der Beginn einer Ausbildung im Rahmen des Restvollzugs und das Absolvieren der Reststrafe in Form von Electronic Moni toring nichts. Es kann nicht von einer nachhaltigen Bewährung ausgegangen werden, zumal beim Beschwerdeführer auch bereits früher eine Angepasstheit im Rahmen des Straf- und Massnahmenvollzugs beobachtet werden konnte (vgl. Urteil des Strafgerichts vom 1. März 2 016 S. 122). Hinzu kommt, dass für Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Legalprognosen in fremdenpolizeilicher Hinsicht mit Bli ck auf das im Vordergrund stehende Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ein strengerer Beurteilungsmassstab zum Tragen kommt als im strafrechtlichen Sanktionenrecht (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.2.2 mit Hinwei- sen). Insgesamt besteht ein erhebliches sicherheitspolizeil iches Interesse daran, dem Be- schwerdeführer die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu verweigern. 5.1 Den öffentlichen Interessen an der Wegweisung des Beschwerdeführers sind die priva- ten Interessen des Beschwerdeführers an dessen Verbleib i n der Schweiz gegenüberzustellen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_1058/2013 vom 11. September 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Der Beschwerdeführer ist im Alter von acht Jahren i n die Schweiz eingereist. Den Grossteil seiner Kindheit und die prägenden Jugendjahr e hat er in der Schweiz verbracht, wo auch seine Eltern, ein Bruder, seine beiden – bei der Ex-Freundin lebenden – Kinder und weite- re Bekannte leben. Der Beschwerdeführer lebt bereits sei t 22 Jahren in der Schweiz, wobei in Bezug auf seine Aufenthaltsdauer zu berücksichtigen ist, dass er sich während dieser Zeit bereits mehrere Jahre im Strafvollzug befunden hat bzw . noch befinden wird. Der Beschwer- deführer ist sodann sprachlich gut integriert. Seit 2012 lebt der Beschwerdeführer getrennt von der Mutter seiner Kinder. Soweit der Beschwerdeführer diesbezüglich geltend macht, es sei der Mutter seiner Kinder und den Kindern nicht zumutbar, die Schweiz nach Sri Lanka zu verlassen, geht sein Vorbringen an der Sache vorbei. Die verfügte Wegweisung betrifft einzig den Be- schwerdeführer selbst und das AfM ist nie davon ausgegan gen, dass die Ex-Freundin, die sich im Übrigen trotz Gewährung des rechtlichen Gehörs nicht z ur Wegweisung des Beschwer- deführers geäussert hat, ihm zusammen mit den Kindern nach Sri Lanka folgen würde. Unbe- stritten ist jedoch, dass zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Söhnen eine enge Bezie- hung besteht. Aus dem Bericht des Kinder- und Jugenddienstes des Kantons Basel-Stadt (KJD) vom 25. Mai 2018 (siehe vorne lit. S) geht hervor, dass der Beschwerdeführer inzwischen die Rolle des fürsorglichen, besorgten und interessierten V aters übernommen hat. Weiter ergibt sich daraus, dass der ältere Sohn sehr darunter gelitten habe, dass er den Vater wegen des langen Gefängnisaufenthalts nicht habe regelmässig sehen können. Er habe deswegen Prob- leme in der Schule gehabt und sei durch aggressives Verh alten aufgefallen. Aus diesem Grund gehe der ältere Sohn des Beschwerdeführers regelmässig zu einer Psychologin. Im Übrigen gehe es dem älteren Sohn wieder besser, seit er seinen Vater regelmässiger sehen könne. Beide Söhne würden für eine positive Entwicklung ihrer Identität die Präsenz des Vaters brau- chen, sodass bei einer Ausschaffung des Beschwerdeführers ein e Beeinträchtigung des psy- chischen Wohls der Kinder zu befürchten sei. Diese Einschät zung teilt der Bericht der Psycho- login des älteren Sohnes (siehe vorne lit. S). Seit der Bewilligung des Electronic Monitoring hät- ten regelmässige Besuche und Übernachtungen beim Vate r stattfinden können. Diese Zeit sei unabdingbar für die gesunde psychische und emotionale En twicklung des älteren Sohnes. Die Psychologin gelangt in ihrem Bericht zum Schluss, dass eine erneute Trennung vom Vater sich negativ auf die weitere Entfaltung des Kindes auswirke n würde. Demnach sind die privaten Interessen des Beschwerdeführers an dessen Verbleib in d er Schweiz wegen seiner langen Anwesenheit und insbesondere mit Blick auf seine hier lebenden Kinder insgesamt bedeutend. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Zwar können familiäre Beziehungen dazu führen, da ss von einer Entfernung eines straffällig gewordenen Ausländers abzusehen ist, wenn d ie Massnahme wegen der Unzumut- barkeit der Ausreise für die Familienangehörigen zu ei ner Trennung der Familiengemeinschaft führt. Die Anzahl und die Schwere der hier begangen en Delikte, das Verschulden des Be- schwerdeführers und der Umstand, dass weder die zwei auslä nderrechtlichen Verwarnungen noch ein laufendes Strafverfahren bzw. die Untersuchungsh aft den Beschwerdeführer von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten vermochten, l assen eine solche Rücksichtnahme vorliegend nicht zu, zumal auch die Beziehung zu seinen beiden Söhnen ihn nicht davon abge- halten hat, immer weiter und schwerer straffällig zu we rden. Mit diesem Verhalten setzte der Beschwerdeführer die Möglichkeit, seine Beziehung zu de n bei der Kindsmutter in der Schweiz lebenden Kindern und den weiteren Verwandten zu lebe n, leichtfertig aufs Spiel. Zudem ist zu berücksichtigen, dass sich der Beschwerdeführer in beruflich er und wirtschaftlicher Hinsicht in der Schweiz nicht integrieren konnte; aus den Vorakten er gibt sich, dass er – obwohl er flies- send Deutsch spricht – 10 Schnupperlehren abgebrochen un d keine Ausbildung abgeschlossen hat. Der Beschwerdeführer hat einzig Gelegenheitsarbe iten auf temporärer Basis ausgeübt. Sein Vorbringen, es dürfe nicht übersehen werden, dass Integration keine einseitige, sondern eine zweiseitige Angelegenheit sei, und es bedürfe zur Integration auf Seiten der ansässigen Bevölkerung eine entsprechende Integrationsbereitschaf t, was im Fall tamilischer Flüchtlinge lange Zeit nicht der Fall gewesen sei, ist nicht zu h ören. Dem Beschwerdeführer wurden ent- sprechende Hilfestellungen angeboten (z.B. im Rahmen de r Massnahme im Jugendheim Aarburg), welche er jedoch nicht wahrnahm. Dem Betre ibungsregisterauszug vom 28. August 2017 ist sodann zu entnehmen, dass auf den Beschwerdefü hrer rund 97 Betreibungen im Gesamtbetrag von Fr. 223'937.95 und 83 Verlustscheine in der Höhe von Fr. 159'287.65 regi- striert sind, womit er auch wirtschaftlich nicht integri ert ist. Der Beschwerdeführer mag zwar mit den heimischen Verhältnissen nicht mehr gross vertraut sein , da er seit seiner Einreise in die Schweiz nicht mehr in Sri Lanka war. Dennoch verfügt e r in seiner Heimat über persönliche Kontakte, insbesondere lebt seine – wenn auch betag te – Grossmutter in der Heimat. Sodann spricht er tamilisch, weshalb es ihm – wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat – zumutbar sein wird, in sein Heimatland zurückzukehren und sich dort wieder einzugliedern. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er sei der tamilischen Schrift nicht mächtig, ist es ihm auch zuzumuten, diese in seiner Heimat zu lernen. Die nun in Angriff genommene Ausbildung als Koch kann dem Beschwerdeführer sodann beim Aufbau einer Existenz in seiner Heimat dien- lich sein. In Anbetracht aller Umstände überwiegen die privaten Interessen des Beschwerde- führers und seiner Kinder das sicherheitspolizeiliche Interesse nicht, seinen Aufenthalt zu been- den, selbst wenn die familiäre Beziehung zu den Kinde rn und seinen Eltern – wie bereits wäh- rend des Strafvollzugs – deshalb nur noch unter erschwert en Bedingungen, d.h. von der Heimat aus mit Besuchen und Kontakten über das Internet sowie mittels der klassischen Kommunika- tionsmittel, gelebt werden kann. Die verfügte Nicht verlängerung der Aufenthaltsbewilligung er- weist sich somit als verhältnismässig. 6.2 Zusammengefasst erweist sich die Nichtverlängerung de r Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und seine Wegweisung aus der Schweiz a ls recht- und verhältnismässig. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Der Beschwerdeführer beantragte in seiner Eingabe vo m 24. Mai 2018 eine kinder- psychologische Abklärung zur Entwicklung des Kindeswohls seiner beiden Söhne im Zusam- menhang mit seiner Wegweisung aus der Schweiz. Ob ein s olches Gutachten einzuholen ist, liegt im Ermessen der Behörden. Kann der massgebliche Sachverhalt auch auf andere Weise abgeklärt werden, so erweist sich der Verzicht auf die An ordnung eines Gutachtens nicht als bundesrechtswidrig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_505/2013 vom 20. August 2013 E. 5.2.2 m.H.). Vorliegend reichte der Beschwerdeführer mit Ei ngabe vom 24. Mai 2018 einen Bericht der Heilpädagogin seines älteren Sohnes und des Klassen lehrers seines jüngeren Sohnes im Hinblick auf die Vater-Kind-Beziehung ein. Mit Schreibe n vom 28. Mai 2018 reichte der Beschwerdeführer sodann einen Bericht des KJD, ebenfall s in Bezug auf das Kindeswohl seiner Söhne, ein. Schliesslich reichte er – notabene a m Abend vor der Urteilsberatung – am 29. Mai 2018 einen undatierten Bericht der Kinderpsych ologin seines älteren Sohnes ein. Aus all diesen Berichten geht hervor, dass eine Wegweisung des Beschwerdeführers die beiden Söhne hart treffen würde, was – wie zuvor dargelegt – unbestritten ist. Ebenfalls ist jedoch er- sichtlich, dass die Kinder bereits in der Vergangenheit wegen der Inhaftierungen des Beschwer- deführers und der dadurch verursachten Trennung bzw. un regelmässigen Besuche im Gefäng- nis gelitten haben. Nichts anderes ist bei einer Wegweis ung zu erwarten. Unter diesen Um- ständen sind von einer kinderpsychologischen Abklärung keine n euen Erkenntnisse zu erwar- ten, weshalb darauf verzichtet werden kann. Im Übrigen ist anzumerken, dass der Beschwerde- führer sowohl die Inhaftierungen als auch die Wegweisung selbst zu verantworten hat. 8. Der Beschwerdeführer beantragte sodann, es sei der regierungsrätliche Kostenent- scheid aufzuheben und ihm auch für das vorinstanzliche Ver fahren die unentgeltliche Prozess- führung und Verbeiständung zu bewilligen. Der Regieru ngsrat verweigerte dem Beschwerde- führer die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistan ds mit der Begründung, dass sich die Beschwerde angesichts der langjährigen bundesgerichtlic hen Rechtsprechung über die Weg- weisung von Ausländern, die zu langjährigen Freiheitsstra fen verurteilt worden seien, als aus- sichtslos erweise. Bei schwerer Delinquenz werde im Übrigen vom Bundesgericht eine strenge Praxis verfolgt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_218/201 0 vom 27. Juli 2010 E. 3.3.1). Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer zweimal zu längerfri stigen Freiheitsstrafen verurteilt wor- den sei, er nur über eine Aufenthaltsbewilligung verf üge, hoch verschuldet und schlecht integriert sei, führe fast zwangsläufig zu einer Wegwei sung. Folglich sei der Antrag um Gewäh- rung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeistän dung aufgrund der Aussichtlosigkeit der Beschwerde abzuweisen. Gemäss Art. 29 Abs. 3 BV hat die bedürftige Partei in einem für sie nicht aussichtslosen Verfahren Anspruch auf unentgelt liche Rechtspflege; soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechts- beistand (BGE 128 I 225 E. 2.3 mit Hinweisen). Als aus sichtslos sind im Sinne von § 23 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 und Art. 29 Abs. 3 BV Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewin naussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als e rnsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn si ch Gewinnaussichten und Verlust- gefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur we nig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanzielle n Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Pa rtei soll einen Prozess, den sie auf Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet. In Anbetracht der vorstehend geschilderten Sach- und Rechtslage ist nicht zu beanstanden, dass der Regierungsrat in seinem Beschwerdeverfahren zum Schluss gekommen ist, dass die Gewinnaussichten deutlich geringer sind als di e Verlustgefahren. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. 9. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Beschwerd everfahrens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantons gericht kostenpflichtig. Die Ver- fahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferl egt (§ 20 Abs. 3 VPO). Das vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch um Bewilligung der u nentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung ist nach der geschilderten Sach- und Re chtslage infolge Aussichtslosigkeit ab- zuweisen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- sind dem Ausgang des Verfahrens entsprechend dem unterlegenen Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die Parteikosten sind wettzu- schlagen (§ 21 Abs. 2 VPO). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Ver beiständung wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 10. September 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahrensnummer 2C_794/2018) erhoben.