<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00869</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221798&amp;W10_KEY=13013470&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00869</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.11.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA des Beschwerdeführers wurde widerrufen, nachdem er u.a. wegen der versuchten vorsätzlichen Tötung im Zustand der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit zu einer stationären Massnahme verurteilt worden ist und er seine Arbeitsstelle verloren hat.] Der Beschwerdeführer hat aufgrund der andauernden Erwerbslosigkeit seine Arbeitnehmereigenschaft verloren und kann keinen Anwesenheitsanspruch mehr daraus ableiten (E. 3). Der Beschwerdeführer kann kein bedingungsloses Verbleiberecht geltend machen, da er nicht wegen einer Berufskrankheit dauernd arbeitsunfähig geworden ist und auch keinen Anspruch auf eine Rente eines schweizerischen Versicherungsträgers hat (E. 4). Der Beschwerdeführer verfügt nicht über ausreichende finanzielle Mittel, um für seinen Lebensunterhalt aufzukommen. Er wäre in der Folge von der Sozialhilfe abhängig und kann deshalb kein Anwesenheitsrecht als Nichterwerbstätiger geltend machen (E. 5). Seine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA wäre auch aufgrund seiner Straffälligkeit nicht mehr zu verlängern (E. 6). Die Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA liegt auch im pflichtgemässen Ermessen (E. 7). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=54835" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00869</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">10. November 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">A, geboren 1993, StaatsangehÃ¶riger von Spanien, reiste am 26. Januar 2015 in die Schweiz ein. Am 1. August 2015 trat er eine unbefristete Stelle als Serviceangestellter (Arbeitspensum 80 %) im Hotel C in D, an. In der Folge wurde ihm eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit GÃ¼ltigkeit bis 25. Januar 2020 ausgestellt. </p> <p class="Urteilstext">Aufgrund des Verdachts, eine schwere Straftat gegen Leib und Leben begangen zu haben, wurde A am 3. Februar 2016 verhaftet und in Untersuchungshaft versetzt. Sein ArbeitsverhÃ¤ltnis mit dem Hotel C wurde zu einem unbestimmten Zeitpunkt fristlos aufgelÃ¶st. </p> <p class="Urteilstext">Mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 8. Mai 2017 wurde festgestellt, dass A die TatbestÃ¤nde der versuchten vorsÃ¤tzlichen TÃ¶tung, der Drohung, der Gewalt und Drohung gegen BehÃ¶rden und Beamte und der einfachen KÃ¶rperverletzung im Zustand der nicht selbst verschuldeten SchuldunfÃ¤higkeit begangen hat, und es wurde eine stationÃ¤re Massnahme im Sinn von Art. 59 Abs. 1 Schweizerisches Strafgesetzbuch vom 21. Dezember 1937 (StGB; Behandlung von psychischen StÃ¶rungen) angeordnet. Am 7. Dezember 2017 trat A die stationÃ¤re Massnahme in der psychiatrischen Klinik E an. Mit VerfÃ¼gung vom 13. Mai 2019 wies das Amt fÃ¼r Justizvollzug (BewÃ¤hrungs- und Vollzugsdienste) ein Gesuch von A um bedingte Entlassung aus der stationÃ¤ren Massnahme ab und hielt fest, die stationÃ¤re Behandlung werde weitergefÃ¼hrt.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 16. MÃ¤rz 2020 widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, wies A aus der Schweiz weg und ordnete an, die Wegweisung werde auf das Ende des Massnahmenvollzugs vollzogen. Einem allfÃ¤lligen Rekurs gegen diese VerfÃ¼gung entzog es die aufschiebende Wirkung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 3. November 2020 ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden war, und ordnete an, A habe die Schweiz nach Beendigung des Massnahmenvollzugs unverzÃ¼glich zu verlassen. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 8. Dezember 2020 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 4. November 2020 und die diesem zugrunde liegende VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 16. MÃ¤rz 2020 seien aufzuheben. Es sei das Migrationsamt anzuweisen, die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu verlÃ¤ngern, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen fÃ¼r das vorliegende und vorinstanzliche Verfahren (zahlbar an die Rechtsvertreterin zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer) zulasten der Staatskasse. Eventualiter sei die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu bewilligen und A in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu bestellen. </p> <p class="Urteilstext">Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion verzichtete auf Vernehmlassung. Das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein.</p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 1. Februar 2021 reichte A dem Verwaltungsgericht die VerfÃ¼gung der BewÃ¤hrungs- und Vollzugsdienste vom 18. Januar 2021 zu den Akten. Am 4. Februar 2021 reichte A ein Schreiben der Zentralen Ausgleichsstelle ZAS ein und teilte mit, dass die RentenabklÃ¤rung in Spanien andauere.</p> <p class="Urteilstext"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, vormals AuG) gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige der Mitgliedstaaten der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihre FamilienangehÃ¶rigen nur so weit, als das FreizÃ¼gigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA) keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AIG gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer als StaatsangehÃ¶riger von Spanien auf das FZA berufen kann, ist unbestritten.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Das FreizÃ¼gigkeitsabkommen bezweckt die diskriminierungsfreie EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs fÃ¼r erwerbstÃ¤tige (Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie SelbstÃ¤ndigerwerbende [Art. 1 lit. a FZA]) sowie nichterwerbstÃ¤tige (Art. 1 lit. c FZA) AngehÃ¶rige eines EU-Mitgliedstaats und ihre FamilienangehÃ¶rigen (vgl. Art. 3 Anhang I FZA). Entsprechend ist den genannten Personenkategorien im Rahmen der Voraussetzungen des Anhangs I FZA etwa gestattet, sich â mit einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA â in der Schweiz aufzuhalten und hier einer unselbstÃ¤ndigen oder selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit nachzugehen (vgl. Art. 6 ff. Anhang I FZA).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Als StaatsangehÃ¶riger von Spanien hat der BeschwerdefÃ¼hrer <span>das Recht, sich nach Massgabe des FZA in der Schweiz aufzuhalten und hier einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachzugehen.</span> Der BeschwerdefÃ¼hrer ging nach seiner Einreise in die Schweiz am 26. Januar 2015 ab dem 1. August 2015 einer ErwerbstÃ¤tigkeit mit einem Pensum von 80 % nach; das Arbeitspensum wurde per 1. September 2015 auf 60 % herabgesetzt. Der BeschwerdefÃ¼hrer ging dieser ErwerbstÃ¤tigkeit lÃ¤ngstens bis zu seiner Verhaftung am 3. Februar 2016 nach. Seither befand er sich zunÃ¤chst in Untersuchungshaft und seit dem 1. Dezember 2017 in einer stationÃ¤ren Massnahme nach Art. 59 StGB. Er hat sich bei seiner Anmeldung bei der IV zur PrÃ¼fung eines Rentenanspruchs am 28. Juni 2019 als 100 % arbeitsunfÃ¤hig bezeichnet. Aufgrund der andauernden Erwerbslosigkeit besteht beim BeschwerdefÃ¼hrer keine Arbeitnehmereigenschaft mehr und es besteht keine Aussicht darauf, dass er diese in naher Zukunft wiedererlangen wird. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat somit seine freizÃ¼gigkeitsrechtliche Arbeitnehmereigenschaft verloren und kann keinen Anwesenheitsanspruch mehr daraus ableiten.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>DarÃ¼ber hinaus sieht Art. 4 Anhang I FZA vor, dass die StaatsangehÃ¶rigen einer Vertragspartei und ihre FamilienangehÃ¶rigen nach Beendigung ihrer ErwerbstÃ¤tigkeit unter gewissen UmstÃ¤nden ein Recht auf Verbleib im Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei haben. Bei <i>dauernder</i> ArbeitsunfÃ¤higkeit besteht ein bedingungsloses Verbleiberecht, wenn StaatsangehÃ¶rige der EU oder EFTA wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit dauernd arbeitsunfÃ¤hig geworden sind und Anspruch auf eine Rente eines schweizerischen VersicherungstrÃ¤gers haben oder wenn sie nach zweijÃ¤hrigem stÃ¤ndigem Aufenthalt in der Schweiz aus einem anderen Grund dauerhaft arbeitsunfÃ¤hig werden (Art. 4 Abs. 2 Anhang I FZA in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 lit. b der Verordnung (EWG) Nr. 1251/70 bzw. Art. 2 Abs. 1 lit. b der Richtlinie 75/34/EWG). </p> <p class="Erwgung2">GemÃ¤ss den genannten Bestimmungen muss die unselbstÃ¤ndige bzw. selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit gerade "infolge dauernder ArbeitsunfÃ¤higkeit" aufgegeben worden sein, was nicht der Fall ist, wenn die Erwerbsaufgabe auf andere GrÃ¼nde zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist bzw. der Arbeitnehmerstatus bei Eintritt der ArbeitsunfÃ¤higkeit bereits entfallen war (vgl. BGE 141 II 1 E. 4.2.3). Wer sich auf ein Verbleiberecht im Sinn der genannten Bestimmungen berufen kann, behÃ¤lt seine als selbstÃ¤ndig oder unselbstÃ¤ndig ErwerbstÃ¤tiger erworbenen Rechte und hat insbesondere auch Anspruch auf Sozialhilfe (vgl. BGE 144 II 121 E. 3.2). </p> <p class="Erwgung3">Als Berufskrankheiten gelten Krankheiten, die bei der beruflichen TÃ¤tigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch bestimmte Arbeiten verursacht worden sind oder andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark Ã¼berwiegend durch die berufliche TÃ¤tigkeit verursacht worden sind (Art. 3 Bundesgesetz Ã¼ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 [ATSG] und Art. 9 Abs. 1 und 2 Bundesgesetz Ã¼ber die Unfallversicherung vom 20. MÃ¤rz 1981 [UVG]). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer hielt sich zum Zeitpunkt des Eintritts der ArbeitsunfÃ¤higkeit noch keine zwei Jahre in der Schweiz auf. Er kann deshalb nur dann ein bedingungsloses Verbleiberecht geltend machen, wenn er wegen einer Berufskrankheit oder eines Arbeitsunfalls dauernd arbeitsunfÃ¤hig geworden ist und Anspruch auf eine Rente eines schweizerischen VersicherungstrÃ¤gers hat (vgl. E. 4.1). Dies ist im Folgenden zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.1 </b>Beim BeschwerdefÃ¼hrer wurde eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Er macht geltend, dass sich die von ihm angetretene Arbeitsstelle als Ã¼beraus ausbeuterisch erwiesen habe. Er habe an sechs bis sieben Tagen insgesamt ca. 60 Stunden pro Woche arbeiten mÃ¼ssen. Er sei zudem schlecht behandelt worden, beispielsweise sei er abschÃ¤tzig als "Araber" bezeichnet worden. Im ersten Arbeitsvertrag sei ein Arbeitspensum von 80 % mit einem Bruttolohn von Fr. 2'000.- vereinbart worden, im zweiten ein Arbeitspensum von 60 % mit einem Bruttolohn von Fr. 2'150.-. Es liege auf der Hand, dass vom Arbeitgeber der Anschein erweckt werden sollte, dass die arbeitsrechtlichen Bestimmungen eingehalten worden seien. Das tatsÃ¤chliche Pensum habe aber weit Ã¼ber dem im Arbeitsvertrag festgelegten Arbeitspensum gelegen. Aufgrund dessen sei er in einen Zustand dauerhafter ErschÃ¶pfung und Schlaflosigkeit geraten. Er habe Ende 2015 ein sich ausweitendes paranoides Wahnsystem, u.<span> </span>a. mit StimmenhÃ¶ren, entwickelt. Aufgrund der Erkrankung mÃ¼sse von einer dauernden ArbeitsunfÃ¤higkeit ausgegangen werden. Es sei deshalb eine Anmeldung bei der IV erfolgt. Obwohl am 22. August 2019 ein negativer IV-Vorbescheid ergangen sei, seien seitens der Klinik weiterhin AbklÃ¤rungen betreffend IV-Rente im Gang. Der negative IV-Vorbescheid hÃ¤nge sodann massgeblich mit den fehlenden Beitragszahlungen des ehemaligen Arbeitgebers Hotel C zusammen. Es werde nun versucht, diese auf verschiedenen Wegen erhÃ¤ltlich zu machen. Sodann sei der Rentenanspruch infolge langwieriger AbklÃ¤rungen in Spanien nach wie vor nicht abschliessend geklÃ¤rt. Insbesondere sei die BerÃ¼cksichtigung der aus Spanien importierbaren Beitragsjahre bzw. RentenansprÃ¼che noch offen. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.2 </b>Die IV-Stelle der Versicherung F hat das Leistungsgesuch des BeschwerdefÃ¼hrers mit Vorbescheid vom 22. August 2019 abgelehnt. Das IV-Verfahren ist indes noch nicht abgeschlossen. <span>Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf die MigrationsbehÃ¶rde bei geltend gemachter dauernder ArbeitsunfÃ¤higkeit so lange nicht Ã¼ber den weiteren Aufenthaltsstatus entscheiden, als die IV-AbklÃ¤rungen bezÃ¼glich der dauernden ArbeitsunfÃ¤higkeit noch im Gang sind. Im Zweifelsfall ist die VerfÃ¼gung der zustÃ¤ndigen IV-Stelle abzuwarten. Der Aufenthaltsstatus darf nur dann frÃ¼her geregelt werden, wenn die IV-rechtliche Ausgangslage als Vorfrage zum Bewilligungsentscheid klar und eindeutig erscheint (BGE 141 II 1 E. 4.2.1; BGr, 27. August 2015, 2C_771/2014, E. 2.3.3; BGr, 8. Juli 2014, 2C_1102/2013, E. 4.4; BGr, 30. Oktober 2013, 2C_587/2013, E. 4.3). Eine Sistierung des migrationsrechtlichen Beschwerdeverfahrens, um das Ergebnis des sozialversicherungsrechtlichen Verfahrens abzuwarten, ist vorliegend jedoch nicht angezeigt. Entgegen der Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers wurde sein IV-Gesuch nicht massgeblich wegen fehlender Beitragszahlungen des Hotels C abgewiesen, sondern weil er die Beitragszeit von drei Jahren nicht ausgewiesen hat (vgl. Art. 36 Abs. 1 Bundesgesetz Ã¼ber die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG]) und die </span>Erkrankung bereits vor der Einreise in Schweiz bestanden hat. Dass er die Mindestbeitragszeit in der Schweiz erfÃ¼llt, macht der BeschwerdefÃ¼hrer nicht geltend. Solches ist auch nicht anzunehmen, war der BeschwerdefÃ¼hrer doch maximal von August 2015 bis am 3.<span> </span>Februar 2016 erwerbstÃ¤tig. Was die noch offenen, aus Spanien importierbaren Beitragsjahre betrifft, substanziiert der BeschwerdefÃ¼hrer mit keinem Wort, dass und inwiefern er dort die Beitragszeit erfÃ¼llt hÃ¤tte. Wie den Akten zu entnehmen ist (vgl. psychiatrisches Gutachten vom 21. November 2016), hat der BeschwerdefÃ¼hrer diesbezÃ¼glich angegeben, er habe in Spanien eine 15-monatige Ausbildung als ... abgeschlossen, in diesem Beruf aber keine Arbeit gefunden. Danach habe er mit dem Kiffen angefangen und zwei bis drei Jahre mehr oder minder auf der Strasse herumgehangen. Sporadisch habe er in verschiedenen Jobs gearbeitet, zum Beispiel als â¦ Es erscheint daher unwahrscheinlich, dass er die Beitragszeit in Spanien erreicht hat.</p> <p class="Erwgung2">Ob er die Mindestbeitragszeit erfÃ¼llt hat, ist aber letztlich nicht ausschlaggebend. Es ist entgegen seinem Einwand auch nicht davon auszugehen, dass die Krankheit erst mit der ErwerbstÃ¤tigkeit angefangen hat und das ArbeitsverhÃ¤ltnis aufgrund der Krankheit aufgelÃ¶st worden ist. GemÃ¤ss dem psychiatrischen Gutachten von Dr.<span> </span>med. G, Facharzt fÃ¼r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Forensische Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 21. November 2016 habe beim BeschwerdefÃ¼hrer wahrscheinlich mit der Ãbersiedlung in die Schweiz Anfang 2015 eine schleichende psychische Destabilisierung (Prodromalphase) aufgrund Ãberforderung mit der neuen Lebenssituation und dem halluzinogenen Cannabiskonsum stattgefunden. Ende 2015 sei eine psychische VerÃ¤nderung im Sinn einer wechselhaften, gereizten Stimmung und Angetriebenheit am Arbeitsplatz auffÃ¤llig geworden. Etwa zwei Wochen vor der Tatbegehung habe sich die Schwester des BeschwerdefÃ¼hrers in Anbetracht der psychischen AuffÃ¤lligkeiten gezwungen gesehen, ihn zu betreuen. Sie habe ihn mithilfe eines weiteren Bruders nach Spanien zurÃ¼ckbringen wollen. SpÃ¤testens ab diesem Zeitpunkt habe sich ein ausweitendes paranoides Wahnsystem als lebensbestimmende Wirklichkeit mit bedrohlichen, unkorrigierbaren Ãberzeugungen der RealitÃ¤t, die eindeutig im Widerspruch sowohl zur Wirklichkeit der Mitmenschen als auch zu eigenen Vorerfahrungen entwickelt. Weiter fÃ¼hrt er aus, es wÃ¼rden sich keine Hinweise fÃ¼r eine relevante StÃ¶rung im Entwicklungsverlauf ergeben, die sich in mehreren Lebensbereichen zeitÃ¼berdauernd bis zum Erwachsenenalter zeigten. Dr.<span> </span>med. G geht in seinem Gutachten somit davon aus, dass die paranoide Schizophrenie sich kurz nach seiner Einreise entwickelt habe. Wie dem Behandlungsplan vom 4. September 2019 zu entnehmen ist, geht demgegenÃ¼ber die psychiatrische Klinik H davon aus, dass es schon in Spanien zu einer beginnenden Verschlechterung gekommen sei. </p> <p class="Erwgung2">Es ist aufgrund dieser EinschÃ¤tzungen davon auszugehen, dass die Krankheit bereits vor der Aufnahme der ErwerbstÃ¤tigkeit bestanden hat und dass die Krankheit nicht (Ã¼berwiegend) durch die ErwerbstÃ¤tigkeit verursacht worden ist. Es handelt sich somit nicht um eine Berufskrankheit (vgl. E. 4.1). Zu diesem Schluss ist auch die SVA in ihrem Vorbescheid gekommen. Schliesslich trifft entgegen der Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers auch nicht zu, dass er seine Arbeitsstelle aufgrund der Krankheit verloren hat, sondern weil er aufgrund der Tatbegehung in Untersuchungshaft versetzt wurde.</p> <p class="Erwgung2">Es erscheint unter diesen UmstÃ¤nden klar, dass der BeschwerdefÃ¼hrer keinen Anspruch auf eine IV-Rente hat. Der Abschluss des IV-Verfahrens muss deshalb nicht abgewartet werden. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer aus dem Recht, bei dauernder ArbeitsunfÃ¤higkeit in der Schweiz verbleiben zu kÃ¶nnen, keinen Anspruch auf VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA ableiten kann. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">Zu prÃ¼fen bleibt subsidiÃ¤r, ob der BeschwerdefÃ¼hrer die Voraussetzungen von Art. 24 Anhang I FZA erfÃ¼llt. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Nicht erwerbstÃ¤tige Personen, die Ã¼ber kein anderes freizÃ¼gigkeitsrechtliches Aufenthaltsrecht verfÃ¼gen, erhalten eine Aufenthaltserlaubnis mit einer GÃ¼ltigkeitsdauer von mindestens fÃ¼nf Jahren, sofern sie nachweisen, dass sie (a) fÃ¼r sich selbst und ihre FamilienangehÃ¶rigen Ã¼ber ausreichende finanzielle Mittel verfÃ¼gen, sodass sie wÃ¤hrend ihres Aufenthalts keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen mÃ¼ssen, und (b) sie zudem Ã¼ber einen Krankenversicherungsschutz verfÃ¼gen, der sÃ¤mtliche Risiken abdeckt (Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA). Das Aufenthaltsrecht entfÃ¤llt, wenn die Berechtigten diese Bedingungen nicht (mehr) erfÃ¼llen (Art. 24 Abs. 8 Anhang I FZA). Was die Ã¶konomischen Aufenthaltsvoraussetzungen betrifft, genÃ¼gt es nach dem Wortlaut sowohl von Art. 24 Abs. 1 lit. a Anhang I FZA wie auch von Art. 1 Abs. 1 der Richtlinie 90/364/EWG, dass die Person, welche die StaatsangehÃ¶rigkeit einer Vertragspartei bzw. der Mitgliedstaaten besitzt, Ã¼ber ausreichende finanzielle Mittel verfÃ¼gt, sodass sie wÃ¤hrend ihres Aufenthalts keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen muss. Irgendwelche Anforderungen in Bezug auf die Herkunft dieser Mittel bestehen nicht. Die finanziellen Mittel kÃ¶nnen somit auch von FamilienangehÃ¶rigen oder sonstigen Dritten stammen. Die Regelung Ã¼ber die Ã¶konomischen Aufenthaltsvoraussetzungen soll verhindern, dass die Ã¶ffentlichen Finanzen des Aufnahmestaates Ã¼ber GebÃ¼hr belastet werden. Das ist gewÃ¤hrleistet, ohne dass es darauf ankÃ¤me, aus welcher Quelle, einer eigenen oder einer fremden, die Existenzmittel der Betroffenen stammen (vgl. BGE 135 II 265 E. 3.3). Nicht als eigene Mittel gelten hingegen allfÃ¤llige ErgÃ¤nzungsleistungen nach dem Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006 (ELG), falls sie bei einer Erteilung bzw. Aufrechterhaltung des freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Anwesenheitsrechts fÃ¼r NichterwerbstÃ¤tige tatsÃ¤chlich in Anspruch genommen werden (vgl. zu Ganzen BGr, 2. November 2015, 2C_243/2015, E. 3.4.1 f. mit weiteren Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Wie bereits festgehalten wurde, ist vorliegend nicht davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer eine IV-Rente erhalten wird (vgl. E. 4.2.2). Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, er habe gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber eine Zivilklage eingereicht und habe eine EntschÃ¤digung in der HÃ¶he von Fr. 86'380.70 eingefordert. Bei einer entsprechenden Zahlung sei er in der Lage, wÃ¤hrend fÃ¼nf Jahren fÃ¼r seinen Lebensunterhalt aufzukommen, was fÃ¼r den Nachweis genÃ¼gender finanzieller Mittel genÃ¼ge. Wie indes bereits die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, ist der Ausgang dieser Zivilklage ungewiss. Es kann deshalb nicht darauf abgestellt werden. Selbst wenn er die EntschÃ¤digung erhalten wÃ¼rde, mÃ¼sste der BeschwerdefÃ¼hrer zunÃ¤chst seine Schulden begleichen. GemÃ¤ss Auszug aus dem Betreibungsregister des Betreibungsamtes I vom 26. Juni 2019 liegt eine Betreibung in der HÃ¶he von Fr. 1'290.30 vor und Verlustscheine in der HÃ¶he von Fr. 30'461.80. Die ihm zur VerfÃ¼gung stehenden Mittel wÃ¼rden dadurch entsprechend verringert. Zum heutigen Zeitpunkt verfÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer nicht Ã¼ber ausreichende finanzielle Mittel, um fÃ¼r seinen Lebensunterhalt aufzukommen. Er wÃ¤re in der Folge von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig und kann deshalb aus Art. 24 Anhang I FZA kein Anwesenheitsrecht ableiten. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2">Es ergeben sich weder aus dem FZA, dem AIG oder der EMRK weitere Anspruchsgrundlagen. Der BeschwerdefÃ¼hrer kann nach dem Gesagten keinen Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA geltend machen. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, wÃ¤re unter diesen UmstÃ¤nden nicht mehr zu prÃ¼fen, ob ein Anspruch des BeschwerdefÃ¼hrers auf VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf das FZA aufgrund seiner StraffÃ¤lligkeit auch zu verneinen wÃ¤re. VollstÃ¤ndigkeitshalber ist dennoch mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die EinschrÃ¤nkung eines Anspruchs gestÃ¼tzt auf Art. 5 Abs. 1 FZA gerechtfertigt wÃ¤re. </p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer ist mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 8. Mai 2017 wegen versuchter vorsÃ¤tzlicher TÃ¶tung, Drohung, Gewalt und Drohung gegen BehÃ¶rden und Beamte und einfacher KÃ¶rperverletzung im Zustand der nicht selbst verschuldeten SchuldunfÃ¤higkeit zu einer stationÃ¤ren Massnahme im Sinn von Art. 59 Abs. 1 StGB verurteilt worden. Er hat damit den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG (Anordnung einer strafrechtlichen Massnahme im Sinn der Artikel 59â61) gesetzt. Durch sein Verhalten verletzte und gefÃ¤hrdete der BeschwerdefÃ¼hrer besonders hochwertige RechtsgÃ¼ter (kÃ¶rperliche IntegritÃ¤t, Leib und Leben) und erfÃ¼llt damit auch den Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG (vgl. BGr, 1. Juli 2011, 2C_74/2011, E. 2.4; VGr, 11. Juli 2018, VB.2.018.00269). Der BeschwerdefÃ¼hrer hat am 3. Februar 2016 einen Coiffeursalon betreten und einen Coiffeur angegriffen. Dabei hat er ihn mit einer Nagelschere in die linke Brust gestochen und mehrfach versucht, gegen seinen Hals zu stechen, was ihm auch einmal gelungen ist. In der Folge versuchte er, weiter auf den Coiffeur einzustechen, bis es diesem gelang, den BeschwerdefÃ¼hrer aus dem Salon zu stossen. Dabei gelang es dem BeschwerdefÃ¼hrer, erneut in den Brustbereich des Coiffeurs einzustechen. Zudem hat er ihn mit dem Tod bedroht und den herbeieilenden Polizisten Verletzungen zugefÃ¼gt. Was die RÃ¼ckfallgefahr betrifft, kÃ¶nnen angesichts der Schwere der Rechtsgutsverletzung an die gegenwÃ¤rtige Wahrscheinlichkeit eines RÃ¼ckfalls keine hohen Anforderungen gestellt werden, bevor von einer GefÃ¤hrdung im Sinn von Art. 5 Anhang I FZA auszugehen ist (vgl. BGE 139 II 121 E. 5.3, BGr, 21. April 2016, 2_C604/2015, E. 3.2.2). GemÃ¤ss dem psychiatrischen Gutachten vom 21. November 2016 (Violence Risk Appraisal Guide [VRAG]) liegt das RÃ¼ckfallrisiko fÃ¼r Gewalttaten innerhalb von zehn Jahren beim BeschwerdefÃ¼hrer bei 31 %. Auch wenn sich die RÃ¼ckfallgefahr im Zeitpunkt der Entlassung aus heutiger Sicht nicht abschliessend beurteilen lÃ¤sst, ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass eine zu hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass der BeschwerdefÃ¼hrer erneut schwerwiegende StraftatbestÃ¤nde begehen kÃ¶nnte. Angesichts der Schwere des begangenen Delikts, auch wenn der BeschwerdefÃ¼hrer dieses im Zustand der vÃ¶lligen SchuldunfÃ¤higkeit begangen hat, und der RÃ¼ckfallgefahr ist von einer hinreichend schweren und tatsÃ¤chlichen GefÃ¤hrdung der Gesellschaft auszugehen, um eine EinschrÃ¤nkung von freizÃ¼gigkeitsrechtlichen AnsprÃ¼chen zu rechtfertigen. Es kann im Ãbrigen auf die zutreffenden vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen verwiesen werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>7.1 </b>Es bleibt zu prÃ¼fen, ob dem BeschwerdefÃ¼hrer wegen eines wichtigen Grunds gemÃ¤ss Art. 20 VEP oder wegen eines schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefalls gemÃ¤ss Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu erteilen ist. Die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung aus diesen GrÃ¼nden steht im pflichtgemÃ¤ssen Ermessen der BehÃ¶rde. Der Beschwerdegegner und die Vorinstanz verweigerten die Erteilung einer entsprechenden Bewilligung.</p> <p class="Erwgung2"><b>7.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer reiste im Januar 2015 im Alter von 21 Jahren in die Schweiz ein und hÃ¤lt sich mittlerweile seit Ã¼ber sechs Jahren hier auf. Dieser mehrjÃ¤hrige Aufenthalt ist jedoch insofern zu relativieren, als dass er sich seit Februar 2016 zunÃ¤chst in Untersuchungshaft befand bis er im Dezember 2017 die stationÃ¤re Massnahme in der psychiatrischen Klinik E antrat. Es hat damit noch kaum eine Eingliederung in die hiesigen VerhÃ¤ltnisse stattgefunden. Der BeschwerdefÃ¼hrer dÃ¼rfte sodann mit seinem Heimatland nach wie vor gut vertraut sein. Dort leben seine Mutter sowie zehn Geschwister, die ihn bei der Wiedereingliederung unterstÃ¼tzen kÃ¶nnen. Sodann kann er seine psychische Erkrankung auch in Spanien behandeln lassen. <span>Eine RÃ¼ckkehr erscheint dem BeschwerdefÃ¼hrer zumutbar.</span></p> <p class="Erwgung1">Der Schluss von Beschwerdegegner und Vorinstanz, dem BeschwerdefÃ¼hrer auch im Rahmen des pflichtgemÃ¤ssen Ermessens die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA nicht zu erteilen bzw. nicht zu verlÃ¤ngern, ist demnach nicht rechtsverletzend.</p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>8.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen; eine ParteientschÃ¤digung steht ihm nicht zu (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 sowie § 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>8.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und des unentgeltlichen Rechtsbeistands. Nach § 16 Abs. 1 VRG ist Privaten, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, auf entsprechendes Ersuchen die Bezahlung von Verfahrenskosten und KostenvorschÃ¼ssen zu erlassen. Sie haben nach Abs. 2 derselben Bestimmung Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Offensichtlich aussichtslos sind Begehren, bei denen die Aussichten zu obsiegen wesentlich geringer sind als die Aussichten zu unterliegen, und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (statt vieler VGr, 18. August 2016, VB.2016.0019, E. 5.). </p> <p class="Erwgung2"><b>8.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer befindet sich in einer stationÃ¤ren Massnahme und hat kein Einkommen. Es ist deshalb von seiner Mittellosigkeit auszugehen. Die vorliegende Beschwerde erweist sich aufgrund der dargelegten UmstÃ¤nde nicht als offensichtlich aussichtslos und der BeschwerdefÃ¼hrer ist offensichtlich nicht in der Lage, seine Rechte im Verfahren selbst zu wahren, weshalb dem Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und dem Gesuch um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung zu entsprechen ist. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist damit RechtsanwÃ¤ltin B als unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu bestellen. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird darauf aufmerksam gemacht, dass er zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4 VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>8.4 </b>RechtsanwÃ¤ltin B weist in ihrer Kostennote einen zeitlichen Aufwand von 7,83 Stunden aus,<span> was einer EntschÃ¤digung von Fr. 1'967.- (inkl. Barauslagen von Fr. 103.40 und Mehrwertsteuer) entspricht. Dieser zeitliche Aufwand erscheint fÃ¼r das vorliegende Verfahren als angemessen (Stundenansatz von Fr. 220.- gemÃ¤ss § 9 Abs. 1 GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 23. August 2010 [GebV VGr] i.</span><span> </span><span>V.</span><span> </span><span>m. § 3 Verordnung Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren vom 8. September 2010 [AnwGebV]).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>9. </b> </p> <p class="Erwgung1">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zulÃ¤ssig (BGr, 2. November 2017, 2C_260/2017, E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (siehe Art. 83 lit. c Ziff. 2 und 4 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. <span>Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren gewÃ¤hrt und in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren bestellt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. <span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.-</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.-</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt, jedoch einstweilen <br/> zufolge GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung auf die Gerichtskasse genommen. Die Nachzahlungspflicht des BeschwerdefÃ¼hrers nach § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. <span>RechtsanwÃ¤ltin B wird fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'967.- (Mehrwertsteuer inklusive) aus der Gerichtskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht des BeschwerdefÃ¼hrers nach § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Gegen dieses Urteil kann <span>im Sinn der ErwÃ¤gungen </span>Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Mitteilung an â¦</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>