JAAC69.104 Auszug aus dem Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 15. Dezember 2004 i.S. Kanton Bern, auch erschienen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 3 Art. 105LAsi. Art. 48let. aPA.Art. 8CEDH.Art. 14bal. 2LSEE.Décision constatantl’extinctiondel’admissionprovisoireetlafindel’obligation deremboursementincombantàlaConfédération. Compétence. Qualité ducantonpourrecourir. Droitàuneautorisationdeséjourfondésur l’art. 8CEDH.Extinctiondel’admissionprovisoireencasdedroitàune autorisationdeséjour? 1. LaCommissionsuissederecoursenmatièred’asileestcompétente pourtraiterdesrecourscontrelesdécisionsparlesquellesl’Office fédéraldesréfugiés(ODR)constatel’extinctiondel’admission provisoire. Lesdécisionsdeconstatationenrelationavecl’obligation deremboursementincombantàlaConfédérationressortissentau Départementfédéraldejusticeetpolice(consid. 1). 2. Si,commeconséquence(indirecte)d’unedécisiondel’ODR,ilsurgit uneprétentionfinancièrechiffrablecontrelecanton,celui-ciaun intérêtactueldignedeprotectionàl’annulationdecettedécisionet estlégitiméàrecourir,danslamesureoùcelle-ciletoucheégalement dansl’accomplissementdesestâchespubliquesoul’exercicedesa souveraineté(consid. 2). 3. Lesétrangersquibénéficientdelaprotectiondel’art. 8CEDHont droitàuneautorisationdeséjourdepolicedesétrangers. L’admission provisoireprononcéeenremplacementd’unemesurederenvoi inexécutablen’estpasconstitutived’unetelleautorisation(consid. 3.1. à3.3.). 14. Lerenvoiprononcéàl’issued’uneprocédured’asileresteenvigueur aussilongtempsqu’uneautorisationdepolicedesétrangersn’apas étédélivrée(confirmationdelajurisprudence;JICRA2000n°30,JICRA 2001n°21= JAAC66.33). Tantqu’iln’existequ’unesimpleprétentionàla délivranced’uneautorisationdeséjour,ilnesejustifienideconstater l’extinctionnideprononcerlalevéed’uneadmissionprovisoireselon l’art. 14bal. 2LSEE(consid. 3.4. et3.5.). Art. 105AsylG.Art. 48Bst. aVwVG.Art. 8EMRK.Art. 14bAbs. 2 ANAG.FeststellungsverfügungbetreffendErlöschendervorläufigen AufnahmeundEndederKostenerstattungspflichtdesBundes. Zuständigkeit. BeschwerdelegitimationdesKantons. Anspruchauf AufenthaltsbewilligunggemässArt. 8EMRK.Erlöschendervorläufigen AufnahmebeiAnspruchaufErteilungeinerAufenthaltsbewilligung? 1. DieSchweizerischeAsylrekurskommissionistzuständigfürdie BehandlungvonBeschwerdengegenVerfügungendesBundesamtes fürFlüchtlinge(BFF),indenendiesesdasErlöscheneinervorläufigen Aufnahmefeststellt. FeststellungsverfügungenmitBezugaufdie KostenerstattungspflichtdesBundesfallenindenKompetenzbereich desEidgenössischenJustiz-undPolizeidepartements(E.1). 2. Wennals(indirekte)FolgeeinerVerfügungdesBFFeinbezifferbarer finanziellerAnspruchgegendenKantonentsteht,hatdieserein aktuelles,qualifiziertschutzwürdigesInteresseanderAufhebung dieserVerfügungundistzurBeschwerdelegitimiert,sofernerdurch dieVerfügungauchinseinenöffentlichenoderhoheitlichenAufgaben betroffenist(E.2). 3. Ausländer,dieunterdemSchutzvonArt. 8EMRKstehen, habenAnspruchaufdieErteilungeinerfremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung. DievorläufigeAufnahme,als ErsatzmassnahmefüreinenundurchführbarenWegweisungsvollzug, istkeinederartigeBewilligung(E.3.1.-3.3.). 4. DieimAsylverfahrenangeordneteWegweisungbleibtinKraft,bis einefremdenpolizeilicheBewilligungerteiltwordenist(Bestätigungder Rechtsprechung;EMARK2000Nr. 30,EMARK2001Nr. 21= VPB66.33). SolangeblosseinAnspruchaufErteilungeinerAufenthaltsbewilligung besteht,rechtfertigtdieswederdieFeststellungdesErlöschensnochdie AufhebungeinervorläufigenAufnahmegemässArt. 14bAbs. 2ANAG(E. 3.4. und3.5.). Art. 105LAsi. Art. 48lett. aPA.Art. 8CEDU.Art. 14bcpv. 2LDDS. Decisionecheconstatal’estinzionedell’ammissioneprovvisoriaelafine dell’obbligodellaConfederazionedirimborsarelespese. Competenza. LegittimazionearicorreredelCantone. Dirittoadunpermessodi soggiornosullabasedell’art. 8CEDU.Estinzionedell’ammissione provvisoriadell’aventedirittoalpermessodisoggiorno? 21. LaCommissionesvizzeradiricorsoinmateriad’asiloècompetente atrattareiricorsiinterposticontroledecisionidell’Ufficiofederale deirifiugiati(UFR)checonstatanol’estinzionedell’ammissione provvisoria. Ledecisionidiconstatazioneriguardantil’obbligodi rimborsodellaConfederazionesonodicompetenzadelDipartimento federaledigiustiziaepolizia(consid. 1). 2. Se,qualeconseguenza(indiretta)diunadecisionedell’UFR,risulta unapretesapecuniarianeiconfrontidelCantone,suscettibiled’essere espressaincifre,ilCantonemedesimohauninteresseattualedegnodi protezioneall’annullamentodelladecisioneedèquindilegittimatoa ricorrere,nellamisuraincuitaledecisionelotangeneipropripoteri sovraniovveronell’eserciziodicompitid’interessepubblico(consid. 2). 3. Glistranieri,chebeneficianodellaprotezionederivantedall’art. 8 CEDU,hannodirittoalrilasciodiunpermessodidimoradipoliziadegli stranieri. L’ammissioneprovvisoria,qualemisurasostitutivanelcaso d’unallontanamentoinattuabile,nonequivaleadunsiffattopermesso (consid. 3.1.-3.3.). 4. Lapronunciadell’esecuzionedell’allontanamentoèattuabilefino alrilasciodiunpermessodipoliziadeglistranieri(confermadella giurisprudenza;GICRA2001n. 21eGICRA2000n. 30eGICRA2001 n. 21= GAAC66.33). Fintantochenonsussistecheunamerapretesa alrilasciodiunpermessodisoggiorno,nonsigiustificaconstatare l’estinzione,népronunciarelarevocadell’ammissioneprovvisoriain applicazionedell’art. 14bcpv. 2LDDS(consid. 3.4. e3.5.). ZusammenfassungdesSachverhalts: M.R.,ihrdamaligerEhemannS.R.unddiebeidengemeinsamenKinder (geboren1988und1990)stelltenam20. Dezember1990inderSchweizein Asylgesuch. Am2. Juli1993wurdedieEhevonM.R.undS.R.geschieden; dasSorgerechtfürdieKinderwurdeM.R.zugesprochen. S.R.,derseiner Unterhaltspflichtbisanhinnichtnachgekommenist,heirateteam23. September1993eineSchweizerBürgerin. M.R.unddiebeidenKinder wurdenmitVerfügungvom23. September1996wegenUnmöglichkeit desWegweisungsvollzugsindenKosovovorläufigaufgenommen. Am16. Dezember1997wurdenS.R.unddiebeidenKindererleichterteingebürgert. InderFolgelehntendiezuständigenBehördendesKantonsBernzweiGesuche vonM.R.umErteilungeinerAufenthaltsbewilligungab. ZurBegründung führtensieimWesentlichenan,einAnspruchaufeineBewilligungbestehe nicht,esseidenn,derAntragstellerkönnesichaufeinespezielleRechtsnorm, beispielsweiseArt. 8Ziff. 1derKonventionvom4. November1950zum SchutzederMenschenrechteundGrundfreiheiten(EMRK,SR0.101)berufen. VorliegendkönnedieseBestimmungindessennichtzurAnwendunggelangen, dasieeinzigdasfaktischeZusammenlebenderFamilieschütze. Diesem AnspruchseimitirgendeinerAnwesenheitserlaubnisGenügegetan. Es bestehedaherangesichtsderbestehendenvorläufigenAufnahmekein AnspruchaufeineAufenthaltsbewilligung. ImÜbrigenerfülleM.R.zwar 3dieKriterieneinesHärtefallesnachArt. 13Bst. fderVerordnungvom6. Oktober1986überdieBegrenzungderZahlderAusländer(BVO,SR823.21). UngeachtetdessenliegeesaberinAnwendungvonArt. 4desBundesgesetzes vom26. März1931überAufenthaltundNiederlassungderAusländer(ANAG, SR142.20)imErmessendeszuständigenKantons,unterBerücksichtigung dermassgeblichenGesetzesbestimmungenundvölkerrechtlichenVerträge eineBewilligungzuverweigern,wennbeispielsweisewievorliegend anhaltendeFürsorgeabhängigkeitfestgestelltwerde. DieErteilungeiner AufenthaltsbewilligungkommedahernichtinBetracht. DieVoraussetzungen füreineschwerwiegendepersönlicheNotlageimSinnevonArt. 44Abs. 3 desAsylgesetzesvom26. Juni1998(AsylG,SR142.31)erachtederKanton Bernindessenalserfüllt. SchliesslichsteheArt. 8Ziff. 1EMRKeinem Wegweisungsvollzugentgegen,weshalbdieserauchalsunzulässigerkannt werdenmüsste. DasBundesamtfürFlüchtlinge(BFF),welchesdieAufhebungdervorläufigen AufnahmeinBetrachtgezogenhatte,ersuchtedenKantonBern,dieoben dargelegteRechtssauffassungzuüberprüfen. SeinerAnsichtnachstelledie vorläufigeAufnahmeeineErsatzmassnahmefürdenundurchführbaren VollzugderWegweisungdar. EinAnspruchaufAufenthaltsbewilligung nachArt. 8Ziff. 1EMRKseiindessennichteinHindernisfürdenVollzug, sondernfürdieWegweisungansich. Dadieseunterdengegebenen Bedingungengarnichtangeordnetwerdendürfe,stellesichauchdieFrage nachErsatzmassnahmennicht. DievorläufigeAufnahmeseidamitobsolet. FernerersuchtedasBFFumMitteilungdesDatumsderEinbürgerungder Kinder,daderBundabdiesemZeitpunktkeineBeiträgeandieFürsorgekosten mehrzuleistenhabe. DieseRechtsauffassungwurdeauchM.R.mitgeteilt, wobeisiezurRegelungihreskünftigenAufenthaltsandiekantonalen Migrationsbehördenverwiesenwurde. Am10. Mai2004erliessdasBFFaufErsuchendesMigrationsdienstesdes KantonsBerneineVerfügungmitimWesentlichenfolgendemInhalt: Weilder VollzugderWegweisungnichtmöglichgewesensei,seialsErsatzmassnahme dievorläufigeAufnahmeangeordnetworden. DerSchutzderFamilie imSinnevonArt. 8EMRKseieinWegweisungshindernis(gemeintist, wieausdervorangehendenKorrespondenzdesBFFhervorgeht: ein HindernisderWegweisungalssolcher,nichtnurderenVollzuges)und verpflichtedenStaatunterbestimmtenBedingungenzurRegelungdes Aufenthaltsverhältnisses. VorliegendseiendieseBedingungengegeben. DemnachseidieursprünglichimAsylverfahrenangeordneteWegweisung weggefallenundsomitauchdievorläufigeAufnahme-alsErsatzmassnahme fürdenVollzugderWegweisung-erloschen. Esobliegedenkantonalen Behörden,denAufenthaltvonM.R.inderSchweizzuregeln. NachArt. 88Abs. 1AsylGendesodanndieKostenerstattungspflichtdesBundesimZeitpunkt derEntstehungeinesAnspruchesaufeineAufenthaltsbewilligung. Aufgrund dieserErwägungenverfügtedasBFF,erstensseidievorläufigeAufnahmevon M.R.aufGrunddesWegfallsderWegweisungerloschenundzweitenshabedie KostenerstattungspflichtdesBundesam16. Dezember1997geendet. Inder RechtsmittelbelehrungwurdederKantonBernandasEidgenössischeJustiz- undPolizeidepartement(EJPD)verwiesen. 4DasAmtfürMigrationundPersonenstanddesKantonsBerngelangtemit Beschwerdevom8. Juni2004andasEJPDundbeantragtedieAufhebungder Verfügungvom10. Mai2004unddieAnweisungandieVorinstanz,esseidie vorläufigeAufnahmevonM.R.wegenUnzulässigkeitdesWegweisungsvollzugs nachArt. 44Abs. 2AsylGanzuordnen. ZurBegründungführteesim Wesentlichenaus,dieausländischeMuttervonSchweizerKindernhabe keinengesetzlichenAnspruchaufeineAufenthaltsbewilligung. Einsolcher könnesichuntergewissenBedingungenausArt. 8EMRKoderausArt. 14der BundesverfassungderSchweizerischenEidgenossenschaftvom18. April1999 (BV,SR101)ergeben. DiekantonalenMigrationsbehördenseienzuständig,zu befinden,obdieentsprechendenVoraussetzungenkonkretvorlägen. Wenn dasBFFentscheide,esbesteheeinAnspruch,verletzeesdieKompetenzdes KantonsundverunmöglichedieallfälligePrüfungdesAusnahmetatbestandes vonArt. 8Abs. 2EMRK.Darausfolge,dassdasBFFauchnichtberechtigtsei, dievorläufigeAufnahmeohneweiteresaufzuheben. Vielmehrhättendie ZulässigkeitunddieZumutbarkeitdesVollzugsgeprüftwerdenmüssen. Bei pflichtgemässerPrüfunghättedasBFFfeststellenmüssen,derVollzugsei nichtzulässig,daerinVerletzungvonArt. 8EMRKerfolgenmüsste. Mitder vorläufigenAufnahmebesteheauchdieKostenerstattungspflichtdesBundes fort. DerBeschwerdedienstdesEJPD(imFolgenden: BDEJPD)überwies dieBeschwerdeam16. Juni2004inAnwendungvonArt. 8Abs. 1des Bundesgesetzesvom20. Dezember1968überdasVerwaltungsverfahren (VwVG,SR172.021)andieseinerAuffassungnachzuständigeSchweizerische Asylrekurskommission(ARK).DieARKbestätigteinihremSchreibenvom 3. September2004dieAuffassungdesBDEJPD,wonachsiezurBeurteilung derBeschwerdezuständigsei,soweitdiesedasErlöschendervorläufigen AufnahmeaufgrunddesWegfallsderWegweisung(Ziff. 1desDispositivs derangefochtenenVerfügung)betreffe. SoweithingegendieFeststellung desEndesderKostenerstattungspflichtdesBundesbetroffensei(Ziff. 2des DispositivsderangefochtenenVerfügung),haltesiedasEJPDfürzuständig. ImfolgendenMeinungsaustauschverfahrenschlosssichderBDEJPDder MeinungderARKan. GleichzeitigsistierteerdasVerfahren,soweitesinden ZuständigkeitsbereichdesEJPDfällt. DieARKheisstdieBeschwerde,soweitsiefürderenBehandlungzuständigist, gut. AusdenErwägungen: 1. 1.1. InZiff. 1desDispositivsderangefochtenenVerfügunghieltdasBFF fest: «DievorläufigeAufnahmeistaufGrunddesWegfallsderWegweisung erloschen.»MitdieserFormulierunggestaltetdasBFFwedereinrechtliches Verhältnis(indemesz. B.dievorläufigeAufnahmewegenWegfallsder UnmöglichkeitdesWegweisungsvollzugsaufhebenwürde),nochverpflichtet esdenKantonzueinerLeistung. MitdemzitiertenDispositivwirdvielmehr derrechtlicheStatusvonM.R.festgestellt,wieernachAuffassungdesBFF schonvorErlassderVerfügungundohneZutunderselbenbestandenhat. Es liegteineFeststellungsverfügungimSinnevonArt. 25VwVGvor(vgl. A.Kölz/ I.Häner,VerwaltungsverfahrenundVerwaltungsrechtspflegedesBundes,2. überarbeiteteAuflage,Zürich1998,Rz. 200ff.). 5ZuständigfürdenErlasseinerFeststellungsverfügungistdieinderSachfrage kompetenteBehörde(vgl. Kölz/Häner,a.a.O.,Rz. 212). DieFeststellungsverfügungunterliegtnachArt. 44VwVGebensoder BeschwerdewieGestaltungs-undLeistungsverfügungen(vgl. Kölz/Häner, a.a.O.;Rz. 483). 1.2. VorliegendergibtsichdieZuständigkeitfürdieBeschwerdeausArt. 105AsylG,welcherdiesachlicheZuständigkeitfürBeschwerdengegen VerfügungendesBFFregelt. NachArt. 105Abs. 1Bst. cundeAsylGistdieARKunteranderemzuständig fürBeschwerdengegenVerfügungendesBFFbetreffenddieWegweisungund betreffenddieAufhebungdervorläufigenAufnahme. Art. 105Abs. 1Bst. cAsylGstelltsämtlicheBeschwerdengegenVerfügungen desBFF,dieimAsylverfahrenergehenunddieWegweisungbetreffen,in dieZuständigkeitderARK.DiesistimFallevonZiff. 1derangefochtenen VerfügungklarerweisederFall,indemfestgestelltwird,dieimRahmendes AsylverfahrensangeordneteWegweisungseiweggefallen. DerUmstand,dass sichdasBFFhierbeiaufÜberlegungenausdemAusländerrechtstützt,vermag einAbweichenvonderZuständigkeitsregelungnichtzurechtfertigen,zumal solcheÜberlegungenjederimAsylverfahrenangeordnetenWegweisung zugrundeliegen. DanebenstelltedasBFFfest,dievorläufigeAufnahmeseierloschen. DieFigur desErlöschenseinervorläufigenAufnahme,welcheinArt. 14bAbs. 2ANAG geregeltist,istimRegelfallnichtGegenstandeinerVerfügungunddaherauch inArt. 105Abs. 1Bst. eAsylGnichtexplizitalsbeschwerdefähigvorgesehen. AufgrunddesengensachlichenZusammenhangsmitderAufhebungeiner vorläufigenAufnahmeistdieAuffassungdesBDEJPD,dieARKsei-entgegen derRechtsmittelbelehrunginderVerfügungdesBFFvom10. Mai2004-zur BehandlungeinerentsprechendenBeschwerdeauchohneausdrückliche ErwähnunginArt. 105Abs. 1AsylGzuständig,zuteilen. NachdemdieARKinderSachfrage(Wegweisungbzw. Aufhebungder vorläufigenAufnahme)zuständigist,istsieesauchfürdieBeschwerdegegen einediesbezüglicheFeststellungsverfügung. 1.3. Ziff. 2desDispositivsderangefochtenenVerfügunglautet: «Die KostenerstattungspflichtdesBundesendetam16. Dezember1997»,d. h. amTagderEinbürgerungderKinder,andemnachAuffassungdesBFF einAnspruchvonM.R.aufdieErteilungeinerAufenthaltsbewilligung entstandenist. Eskannoffenbleiben,obhierebenfallseine(rückwirkende) FeststellungsverfügungodereineLeistungsverfügung,dieVerpflichtung nämlichzurRückleistungderseitdemgenanntenDatumvomBund ausgerichtetenFürsorgekosten,vorliegt. InbeidenFällenistdieBeschwerde andienachArt. 105AsylGzuständigeBehördemöglich(vgl. 1.1.). DiehierinteressierendeKostenerstattungspflichtdesBundesistinArt. 105 Abs. 1AsylGnichtaufgeführt,weshalbderAuffangtatbestandvonArt. 105Abs. 4AsylGzurAnwendungkommt. NachdieserBestimmungistdasDepartement, konkretdasEJPD,füralleBeschwerdenüberMaterien,dienichtinArt. 105 Abs. 1AsylGerwähntsind,zuständig. 6DasEJPDistdaherfürdieBehandlungderBeschwerdezuständig,soweitsie dieKostenerstattungspflichtdesBundesbeziehungsweisederenEndebetrifft. 1.4. DiehierdargelegteRechtsauffassungführtzueinerGabelungdes Rechtswegs. ImFolgendengilteszuuntersuchen,obdiesesansichnicht wünschenswerteResultatvorliegendgerechtfertigtist. DieARKistnachArt. 105Abs. 1AsylGzuständigfürBeschwerdenim eigentlichenAsylverfahren,indemderrechtlicheStatusvonschutzsuchenden Ausländerngeregeltwird. DieAuswirkungen,diedieserStatusaufdie gegenseitigenRechteundPflichtendesBundesundderKantoneunter andereminfinanziellerHinsichthabenmag,fallenindieKompetenzdes EJPD.DieseAufteilungderZuständigkeitistsachgerecht,nachvollziehbar undhatzueinerbewährtenPraxisderbeidenBeschwerdeinstanzenim jeweilseigenenZuständigkeitsbereichgeführt. DassdieAsylbehördenhierbei nichtausschliesslichasylrechtliche,sondernauchausländerrechtliche Bestimmungenanwenden,istinderAusgestaltungderentsprechenden Verfahrenbegründet. DieZuständigkeitdesEJPDfürdieGesamtheitder angefochtenenVerfügung,unddamitdieVermeidungeinerGabelungdes Rechtsweges,kannsomitnichtdurchdenUmstand,dassAusländerrechtzur Anwendungkommt,begründetwerden(vgl. 1.1. und1.2.). Diedargestellte AufteilungderKompetenzenrechtfertigtsichauchausdemUmstand,dass imRegelfalldieAnordnungendesBFFindenverschiedenenBereichen unterschiedlicheAdressatenhaben. DiebeidenZiffernderangefochtenenVerfügungsteheninsofernin einemZusammenhang,alsdassnachAuffassungdesBFFdasErlöschen dervorläufigenAufnahmeAnknüpfungspunktfürdasEndeder KostenerstattungspflichtdesBundesist. AbgesehenvondieserVerbindungin derSystematikderangefochtenenVerfügungbestehtindessenkeinsachlicher Zusammenhang,dereinAbweichenvonderRegelungdesArt. 105AsylG rechtfertigenkönnte. ImUmstand,dassvorliegendeineVerfügungdes BFFausnahmsweisebeideBereichebetrifft,kannjedenfallskeinsolcher Zusammenhanggesehenwerden. LetztlichrechtfertigtsichdieZuständigkeitdesEJPDauchausdemUmstand, dassdasDepartementnachArt. 103Bst. bdesBundesrechtspflegegesetzes vom16. Dezember1943(OG,SR173.110)grundsätzlichlegitimiertwäre,beim BundesgerichtVerwaltungsgerichtsbeschwerdegegendenKantonBernzu führen,soferndieübrigenProzessvoraussetzungengegebenwären. 1.5. ImRahmendesMeinungsaustauschverfahrenshatsichderBDEJPD dieobendargelegteRechtsaufassungderARKzueigengemachtundsiemit Schreibenvom22. September2004bestätigt. 1.6. AlsZwischenergebnisbleibtfestzuhalten,dassdieARKfürdieBeurteilung derBeschwerdesachlichzuständigist,soweitsichdiesegegenZiff. 1des DispositivsderangefochtenenVerfügungrichtet. HingegenistdasEJPDzuständigfürdieBeurteilungderFrage,obdas BFFinZiff. 2derangefochtenenVerfügungzuRechtfestgestellthat, dieKostenerstattungspflichtdesBundeshabemitdemEntsteheneines grundsätzlichenAnspruchesaufdieErteilungeinerAufenthaltsbewilligung geendet. EsobliegtsomitdemEJPDzuentscheiden,obsichdasBFFzuRecht aufArt. 88Abs. 1AsylGberiefoderobdasEndederKostenerstattungspflicht 7fürvorläufigAufgenommenenichteherinArt. 14cAbs. 5ANAGgeregeltist. EbensoistdieFrageeinerallenfallsrechtsmissbräuchlichbeanspruchten KostenerstattungspflichtdesBundesdurchdenKantonBernnichtdurchdie ARK,sonderndurchdasEJPDzubeurteilen. DieARKüberweistdemnachdieBeschwerde,soweitsichdiesegegenZiff. 2 desDispositivsderangefochtenenVerfügungrichtet,andashierfürzuständige EJPD. 2. 2.1. DerKantonistnachArt. 48Bst. bVwVGinVerbindungmitArt. 105 Abs. 2AsylGzurBeschwerdeandieARKlegitimiert,wennseinemAntrag bezüglichdervorläufigenAufnahmeoderdesVollzugsderWegweisung imZusammenhangmitderPrüfungderschwerenpersönlichenNotlage nichtstattgegebenwird. DieseBestimmungistaufdenvorliegendenFall klarerweisenichtanwendbar. 2.2. GestütztaufArt. 48Bst. aVwVGistderKantonzurBeschwerdeführung legitimiert,wennervonderangefochtenenVerfügungwieeinPrivater betroffenist(vgl. I.Häner,DieBeteiligtenimVerwaltungsverfahrenund Verwaltungsprozess,Zürich2000,Rz. 825f.,829ff.;Kölz/Häner,a.a.O.,Rz. 566; P.Saladin,DasVerwaltungsverfahrendesBundes,BaselundStuttgart1979, S.181;F.Gygi,Bundesverwaltungsrechtspflege,2. Aufl.,Bern1983,S.167ff.; EntscheidungenundMitteilungenderSchweizerischenAsylrekurskommission [EMARK]2002Nr. 1= VPB66.81 undEMARK2002Nr. 17). VorliegendistdieLegitimationdesKantonszurAnfechtungvonZiff. 2 desDispositivsderangefochtenenVerfügungunproblematisch. Mitdieser wirddiePflichtzurRückleistungdervomBunderstattetenFürsorgekosten festgestelltbeziehungsweiseauferlegtundsomitinsVermögendesKantons Berneingegriffen. DieseristvonZiff. 2derVerfügungbetroffenwieein PrivaterundsomitnachArt. 48Bst. aVwVGzurBeschwerdelegitimiert. DasichindessennachdemunterE.1GesagteneineGabelungdesRechtswegs aufdrängt,istauchdieLegitimationbezüglichderAnfechtungvonZiff. 1des DispositivsderangefochtenenVerfügunggesondertzubetrachten. 2.3. NachneuererLehreundRechtsprechungsinddieKantoneauchzur Beschwerdelegitimiert,wennsieinihrenöffentlichenoderhoheitlichen Aufgabenbetroffensindundeinaktuelles,qualifiziertschutzwürdiges Interessevorhandenist(vgl. EMARK2002Nr. 1= VPB66.81 undEMARK 2002Nr. 17;Kölz/Häner,a.a.O.,Rz570;sowieHäner,a.a.O.,Rz838ff. und diedortzitiertenAutorenundEntscheide). InwelchenKonstellationenein solchesInteressevorliegt,istweitgehendungeklärt. DieLehrestütztsich massgeblichaufdiebundesgerichtlicheKasuistikab. EineErschwerungder AufgabenerfüllungreichtjedenfallsebensowenigauswiedasInteresseander richtigenRechtsanwendung(vgl. Kölz/Häner,a.a.O.,Rz. 572;Häner,a.a.O.,Rz. 841). DieARKhatbisherinzweipubliziertenUrteileneinqualifiziert schutzwürdigesInteresseunddamitdieBeschwerdelegitimationdesKantons anerkannt: InEMARK2002Nr. 1= VPB66.81 erkanntedieARKeinqualifiziert schutzwürdigesInteressedesKantonsinderTatsache,dassdie«Humanitäre Aktion2000»faktischmitderKompetenzdesKantonszurErteilungvon 8AufenthaltsbewilligungeninKonkurrenzstehe. DieLegitimationdesKantons ergabsichindiesemFallausdemPrinzipdesFöderalismus. InEMARK2002 Nr. 17wurdeeinschützwürdigesInteressedesKantonsanerkannt,dadieser imFallederVerweigerungeinervorläufigenAufnahmebeiUnmöglichkeit desVollzugsimSinnevonArt. 46Abs. 2AsylGverpflichtetsei,einerechtliche LösungfüreinetatsächlicheSituationzufindenunddieanfallendenKostenzu übernehmen. 2.4. ImvorliegendenVerfahrenrügtderKantonBerneinenEingriffin seineKompetenzendurchdasBFF,indemdiesesdenAnspruchaufeine AufenthaltsbewilligungunddamitdenWegfallderWegweisungfestgestellt habe. EristsomitdurchdieangefochteneVerfügunginseinenhoheitlichen Aufgabenbetroffen. EsstelltsichsomitimFolgendendieFrage,oberauchein qualifiziertschutzwürdigesInteresseanderAufhebungderangefochtenen Verfügunghat. EinsolchesInteressekannlautHäner(vgl. a.a.O.,Rz. 852)unteranderem auchdannvorliegen,wennderKantonNachteilegeltendmacht,diefür ihnblossindirektinErscheinungtreten,jedocheinenkausalenKonnexmit demStreitgegenstandaufweisen. DiesistvorliegendderFall,danachder SystematikderangefochtenenVerfügungderWegfallderWegweisungunddas ErlöschendervorläufigenAufnahmedieinhaltlich-materielleBegründungfür dasrückwirkendfestgestellteEndederKostenerstattungspflichtdesBundesist. DieVerfügungstelltsomiteinenKausalzusammenhangzwischendenbeiden ZiffernderangefochtenenVerfügungher. DieserKonnexerhelltsichauchaus derTatsache,dassinderselbenVerfügungderWegfallderWegweisungund dasEndederKostenerstattungspflichtdesBundesfestgestelltwerden. Der NachteilinFormderRückerstattungspflichttrittalsindirekteFolgedesinZiff. 1festgestelltenSachverhaltsinErscheinung,welchesichdirektnuraufden rechtlichenStatusderM.R.auswirkt. 2.5. InHinsichtaufdiesenausdrücklichenKonnexzwischendem WegfallderWegweisungunddemrückwirkendfestgestelltenEnde derKostenerstattungspflichtunterscheidetsichdervorliegendeFall massgeblichvondenKonstellationen,dieEMARK2000Nr. 30undEMARK 2001Nr. 21= VPB66.33 zuGrundegelegenhaben. IndiesenEntscheiden wurdevonderARKfestgehalten,diePrüfungeinesAnspruchesauf eineAufenthaltsbewilligungfalleindieZuständigkeitderkantonalen FremdenpolizeibehördenunddieAsylbehördenaufBundesebenekönnten, wenneinsolcherAnspruchfestgestelltwordensei,keineWegweisungund entsprechendauchkeinevorläufigeAufnahmeverfügen. EstrifftohneZweifel zu,dassdemzuständigenKantonauchindiesenKonstellationenfinanzielle Pflichtenerwachsenkönnen(z. B.imFalleeinerFürsorgeabhängigkeit). MitdenentsprechendenFeststellungenderAsylbehörden,esbesteheein AnspruchaufeineAufenthaltsbewilligung,werdendieKantonejedochnicht, wievorliegend,gleichzeitigmiteinerfinanziellenForderungdesBundes konfrontiert. DiefinanziellenVerpflichtungendesKantonsrealisieren sichindiesenFällen,wennüberhaupt,erstnacherfolgterFeststellung dessenKompetenzundsindbeiErlassderentsprechendenVerfügungweder bezifferbarnochgesichertvoraussehbar,sodassdavonausgegangenwerden kann,dassdasErfordernisderAktualitätdesInteressesregelmässignicht erfülltseinwird. DemgegenüberergibtsichdieAktualitätdesInteresses 9vorliegendgeradeausderTatsache,dassinderselbenVerfügungsowohlder WegfallderWegweisungalsaucheinkonkreter,bezifferbarerfinanzieller AnspruchdesBundesgegendenKantonfestgestelltwird. NachdiesenÜberlegungenkönntesichEMARK2002Nr. 17insofernals präzisierungsbedürftigerweisen,alsdieserEntscheidfesthält,diePflicht zurKostenübernahmebegründeansichschoneinqualifiziertschutzwürdiges InteressedesKantons(vgl. EMARK2002Nr. 17S.138). Diesistindessen, wiedargelegt,nurdannderFall,wenndasfinanzielleInteresseauch aktuellist. DaimvorliegendenFall-wiesoebenaufgezeigt-einaktuelles RechtsschutzinteressedesKantonsgegebenist,erübrigtsichindesseneine einlässlicheÜberprüfungderbisherigenPraxisderARK. 2.6. Zusammenfassendergibtsich,dassderKantonBerndurchZiff. 1des DispositivsderangefochtenenVerfügunginseinenhoheitlichenInteressen berührtistundeinqualifiziertschutzwürdigesInteresseanderenAufhebung hat. WürdesieinRechtskrafterwachsen,würdenachihrerSystematik indirektdieGrundlagefüreinenkonkreten,bezifferbarenfinanziellen AnspruchdesBundesgegendenKantonBerngeschaffen. Dieseristsomit zurBeschwerdegegenZiff. 1desDispositivslegitimiert. DaauchdieübrigenformellenVoraussetzungenerfülltsind,istaufdieform- undfristgerechteBeschwerdeeinzutreten,soweitsiesichgegenZiff. 1des DispositivsderangefochtenenVerfügungrichtet. 3. DasBFFhältfest,mitEntstehendesAnspruchsaufeine AufenthaltsbewilligungseidieasylrechtlicheWegweisungweggefallen, wasdasErlöschendervorläufigenAufnahmebewirkthabe. ImFolgendenmusszunächstuntersuchtwerden,obM.R.ausder EinbürgerungderKinderAnsprücheableitenkann(E.3.1.) undworaufsich dieseAnsprüchegegebenenfallsbeziehen(E.3.2. und3.3.). Anschliessend stelltsichdieFrage,obunterdenfestgestelltenBedingungendieasylrechtliche Wegweisungwegfallen(E.3.4.) beziehungsweisedievorläufigeAufnahme erlöschenkonnte(E.3.5.). 3.1. M.R.indenvorangehendenBewilligungsverfahrenunddasBFFin derangefochtenenVerfügungmachengeltend,jenehabeeinenAnspruch aufdieErteilungeinerAufenthaltsbewilligungausArt. 8Abs. 1EMRK.Sie stützensichdabeiaufdiein BGE109Ib183 ,BGE110Ib201 begründete undseitherinzahlreichenUrteilen(vgl. z. B. BGE125II633 ,BGE126II 382,BGE126II425 ,BGE127II60 )bestätigtesogenannteReneja-Praxis desBundesgerichts. IndiesenUrteilenhatdasBundesgerichtentschieden, ausländischeFamilienmitgliedereinerPerson,dieinderSchweizüberein gefestigtesAnwesenheitsrechtverfüge,hättenausArt. 8Abs. 1EMRKeinen AnspruchaufeineAufenthaltsbewilligung. DieARKhatdiesePraxisinEMARK 1995Nr. 12übernommenundwendetsieseitherkonstantan. ZudenFamilienbeziehungen,dienachdemBundesgerichtunterdenSchutz vonArt. 8Abs. 1EMRKfallen,gehörtnebenjenerderGattenauchjene zwischenElternundihrenminderjährigenKindern. DassdasBundesgericht inderFolgeweiterefamiliäreBeziehungenalsschutzberechtigtanerkannt hat,brauchtvorliegendnichtzuinteressieren,dadasVerhältniszwischenM.R. undihrenminderjährigenKindernzubeurteilenist. 10DiesoumschriebenenFamilienmitgliederkönnensichaufArt. 8Abs. 1 EMRKberufen,wennmindestenseinesvonihnenüberein«gefestigtes Anwesenheitsrecht»inderSchweizverfügt. EinsolchesRechthabenneben SchweizerBürgernPersonen,dieübereineNiederlassungsbewilligungoder eineAufenthaltsbewilligungmitAnspruchaufVerlängerungverfügen,sowie solche,derenAnwesenheitsverhältnisineinemStaatsvertraggeregeltist (vgl. P.Grant,Laprotectiondelaviefamilialeetdelavieprivéeendroitdes étrangers,Genf2000,S.383unddiedortzitiertenAutorenundEntscheide). DieKindervonM.R.sindSchweizerBürgerundverfügenalssolcheüberein gefestigtesAnwesenheitsrechtimSinnederRechtsprechung. IndenSchutzbereichvonArt. 8Abs. 1EMRKfallenFamilienmitglieder, wenndieBeziehungzuranwesenheitsberechtigtenPersontatsächlichgelebt wird. DieserSachverhaltistanhandobjektivüberprüfbarerUmstände nachzuweisen. VorliegendwurdeM.R.imScheidungsurteildasSorgerecht überdieKinderzugesprochen,welchessieimmernochwahrnimmt. M.R.unddieKinderwohnenimselbenHaushalt. Weiterfallenindiesem ZusammenhangStellungnahmen,diedieSchulederKinderimRahmendes BeschwerdeverfahrensaufkantonalerEbeneabgegebenhat,insGewicht. M.R. wirddortalsinteressierteundengagierteMutterbeschrieben,diemitgrosser AnteilnahmeLeistungenundGedeihenderKinderverfolge. Aufgrunddieser objektivenUmständekannalserstelltgelten,dassM.R.undihreKinderdie Familienbeziehungtatsächlichleben. SindwievorliegenddiebeschriebenenVoraussetzungen-enge,tatsächlich gelebtefamiliäreBeziehungzueineranwesenheitsberechtigtenPerson- erfüllt,hatdieausländischePersonnachderdargelegtenRechtsprechung «AnspruchaufAnwesenheit». 3.2. EsistinLehreundPraxisunbestritten,dassderuntechnische Begriff«AnspruchaufAnwesenheit»alsAnspruchaufeineformelle Aufenthaltsbewilligungzuverstehenist(vgl. Grant,a.a.O.,S.430). DieseAuslegung,dieüberdenKernbereichvonArt. 8Abs. 1EMRK hinausgeht,erklärtsichausprozessrechtlichenÜberlegungen. Imersten Reneja-Entscheid(vgl. BGE109Ib183 )hattedasBundesgerichtüber seinesachlicheZuständigkeitzurBeurteilungderentsprechenden Verwaltungsgerichtsbeschwerdezubefinden. DieeinschlägigeNorm,Art. 100Abs. 1Bst. bZiff. 3OG,besagt,aufdemGebietderFremdenpolizeisei dieVerwaltungsgerichtsbeschwerdeunzulässiggegendieErteilungoder VerweigerungvonBewilligungen,aufdiekeinAnspruchbesteht. Indemdas BundesgerichtseineZuständigkeitgestütztaufdieseBestimmungbejaht,stellt esfest,dassArt. 8Abs. 1EMRKnachseinemVerständnisüberdenSchutzdes faktischenZusammenlebenshinauseinenAnspruchaufdieErteilungeiner formellenAufenthaltsbewilligungbegründet. WiedasBFFzutreffendfestgehaltenhat,istdievorläufigeAufnahmekeine formelleBewilligungimSinnevonArt. 100Abs. 1Bst. bZiff. 3OG,sondern eineErsatzmassnahmefürdenundurchführbarenVollzugderWegweisung. DiesewirdnachArt. 44Abs. 1AsylGangeordnet,wenneinAsylsuchender nachAbschlussdesVerfahrensseinRechtaufAnwesenheitinderSchweizaus Art. 42Abs. 1AsylGverliertundüberkeinefremdenpolizeilicheBewilligung verfügt. DievorläufigeAufnahmeersetztindiesemRahmenwederdie fehlendefremdenpolizeilicheBewilligung,nochstelltsieeineBewilligung 11auseigenemRechtdar. SiekannvielmehralsErsatzmassnahmenurneben einerrechtskräftigenWegweisungBestandhaben,dieihrerseitsnursolang besteht,alskeineBewilligungvorliegt. AlsZwischenergebniskannsomitfestgehaltenwerden,dassM.R. ausArt. 8Abs. 1EMRKAnspruchaufdieErteilungeinerformellen AufenthaltsbewilligunghatunddassdiesemAnspruchmitderAnordnungder vorläufigenAufnahmenichtGenügegetanist. AndiesemBefundvermagdieTatsache,dassArt. 14aff. ANAGerstimJahr 1986undsomitdreiJahrenachderBegründungderReneja-PraxisinKraft getretensind,nichtszuändern. DiePraxishatseitherBestandundessind keineHinweiseaufeine-dogmatischohnehinschwierigbegründbare- ÄnderungimSinneeinerGleichstellungdervorläufigenAufnahmemitden formellenBewilligungenersichtlich. 3.3. MitderAnerkennungdesAnspruchesaufeineBewilligungsei,sodas Bundesgerichtin BGE109Ib187 ,nochnichtsüberdiematerielleBeurteilung einesentsprechendenGesuchsgesagt. Art. 8Abs. 1EMRKbeschränke indessendasdenkantonalenBehördenausArt. 4ANAGzustehendefreie Ermessen. DiesehabenbeiVorliegeneinesAnspruchsnurnocheine Alternative: SiekönnendasGesuchgutheissenoderablehnen(vgl. Grant, a.a.O.,S.432)undmüssenihrenEntscheidunterBerücksichtigungvonArt. 8 EMRKunddereinschlägigenRechtsprechungtreffen. DerkantonaleEntscheid istvorBundesgerichtmitVerwaltungsbeschwerdeanfechtbar. SomusstrotzVorliegenseinesAnspruchesdieAufenthaltsbewilligungnicht erteiltwerden,wenndemanwesenheitsberechtigtenFamilienmitglied-jenem mitSchweizerBürgerrechtodereinerderobengenanntenBewilligungen-die AusreiseindeninFragekommendenausländischenStaatzugemutetwerden kann. DieZumutbarkeitergibtsichausdenUmständendesEinzelfalls. Im vorliegendenFallhättendiezuständigenfremdenpolizeilichenBehörden somitzuprüfen,obesdenKindern,die1990imAltervonzweiJahren beziehungsweisefünfMonatenausdemKosovoindieSchweizgekommen undsoweitersichtlichseithernieinihreursprünglicheHeimatzurückgekehrt sind,zuzumutenwäre,mitihrerMutterindenKosovozurückzukehren undindemfürsiefremdenLandeineExistenzaufzubauen. Siehättenzu berücksichtigen,dasssiedieSchuleninderSchweizbesuchthabenundhier nachallenmassgeblichenKriterienintegriertsind. WäredieZumutbarkeitdergemeinsamenAusreisederFamilienichtgegeben, sokönntedieAufenthaltsbewilligungnurnochauseinemderinArt. 8Abs. 2 EMRKabschliessendgenanntenGründeabgelehntwerden. Dadiegesetzliche GrundlagemitdemANAGundAsylGgegebenist,wäredurchdiezuständige Behördezuprüfen,obdieWegweisungderM.R.ineinerdemokratischen GesellschaftnotwendigistfürdienationaleoderöffentlicheSicherheit, daswirtschaftlicheWohlderSchweiz,dieAufrechterhaltungderOrdnung, zurVerhütungvonStraftaten,zumSchutzderGesundheitoderderMoral oderzumSchutzderRechteundFreiheitenanderer. ImvorliegendenFall müssteerwogenwerden,obdieFürsorgeabhängigkeitvonM.R.unterdiesen BedingungenausschlaggebendeBedeutunghabenkönnte. 3.4. DieWegweisungwirdnachArt. 44Abs. 1AsylGangeordnet,wenn einAsylsuchendernachAbschlussdesVerfahrensseinRechtauf AnwesenheitinderSchweizausArt. 42Abs. 1AsylGverliertundüberkeine 12fremdenpolizeilicheBewilligungverfügt. SiebleibtmitanderenWortenso langeinKraft,bisderbetroffeneAusländereineBewilligungerlangthat. Die gleichzeitigeAnordnungdervorläufigenAufnahmealsErsatzmassnahme fürdenundurchführbarenVollzugvermaghierannichtszuändern. Stellt sichnämlichzueinemspäterenZeitpunktheraus,dassdieGründe,diezur AnordnungderErsatzmassnahmegeführthaben,weggefallensind,wirddie vorläufigeAufnahmeaufgehobenunddieWegweisungvollzogen,ohnedass sieneuangeordnetwerdenmüsste. DieARKhatteinEMARK2000Nr. 30undEMARK2001Nr. 21= VPB 66.33Gelegenheit,sichmitdemVerhältniszwischenderasylrechtlichen WegweisungunddemAnspruchaufeinefremdenpolizeilicheBewilligung auseinanderzusetzen. WenndasBFFinseinerVerfügunginErwägungzieht,Art. 8Abs. 1EMRKsei einWegweisungshindernis-gemeintisteinUmstand,derderAnordnung derWegweisungalssolcherundnichtblossderenVollzugentgegensteht -,beziehtessichaufEMARK2001Nr. 21= VPB66.33. IndiesemEntscheid hatdieARKerkannt,dassdieAsylbehördenimlaufendenAsylverfahren keineWegweisungverfügendürfen,wenneinevorfrageweisePrüfung ergibt,dassdiebetroffenePersoneinengrundsätzlichenAnspruchaufeine Aufenthaltsbewilligunghat. DieVorinstanzverkenntdabei,dassdieUmstände imvorliegendenFallsichvonjenen,dieinEMARK2001Nr. 21= VPB66.33 beurteiltwurden,massgeblichunterscheiden. DerAnspruchvonM.R.istmit derEinbürgerungderKinderam16. Dezember1997entstanden,während ihrAsylverfahrenbereitsam2. September1996mitdemUrteilderARK rechtskräftigabgeschlossenwar. DiezitierteRechtsprechungbeziehtsich indesseneinzigaufFälle,indenenderAnspruchwährenddeshängigen Verfahrensentsteht. FürFälle,indenen-wievorliegend-nachrechtskräftigemAbschlusseines AsylverfahrenseinAnspruchaufeineAufenthaltsbewilligungentstandenist, istEMARK2000Nr. 30einschlägig,derfesthält,dasseinsolcherAnspruch keinenGrundfüreinRückkommenaufeineasylrechtlicheWegweisung darstelle. ZurBegründungwirdangeführt,dassdiemateriellePrüfung desAnspruchesindieKompetenzderfremdenpolizeilichenBehörden (letztinstanzlichdesBundesgerichts)falle. Gegenübereinemineinem solchenVerfahrenerlangtenAufenthaltstitelhättendieAnordnungendes BFFkeinenBestand. EinZurückkommenaufdieWegweisungsverfügung seidannnichtmehrnötig. ImHinblickaufeinemöglicheVerweigerung derBewilligungdurchdiefremdenpolizeilichenBehördenhättendie AnordnungendesBFFbetreffendWegweisungundVollzugdagegeninKraftzu bleiben. WürdeandersentschiedenundmüsstedieWegweisungbeiVorliegen einesAnspruchesaufgehobenwerden,müsstenachderVerweigerung derBewilligungeinneuesWegweisungsverfahrenangestrengtwerden. DieARKentschiedunterHinweisaufdieMaterialien,dasseszusolchen verfahrensmässigenDoppelspurigkeitennachdurchgeführtemAsylverfahren nichtkommensolle. WennaufgrunddiesersachgerechtenBegründungschon eineAufhebungderWegweisungbeiVorliegeneinesAnspruchesnichtin Betrachtkommt,sogiltdiesumsomehrfürderenautomatischesWegfallen, wieesvomBFFgeltendgemachtwird. 13Zusammenfassendistfestzustellen,dassdieimAsylverfahrenangeordnete WegweisunginKraftbleibt,biseinefremdenpolizeilicheBewilligungerteilt wurde. Wirdeinesolcheverweigert,kanndieWegweisungohneweiteres Verfahrenvollzogenwerden,soferndieübrigenBedingungenerfülltsind. DasBFFhatnachdemGesagtenzuUnrechtfestgestellt,dieWegweisungsei weggefallen. 3.5. DadieWegweisungnichtweggefallenist,istauchdieArgumentationdes BFF,dievorläufigeAufnahmealsErsatzmassnahmeseiwegendesWegfallsder Wegweisungerloschen,unhaltbar. NachArt. 14bAbs. 2ANAGSatz2erlischtdieWegweisung,wennder AusländerfreiwilligausreistodereineAufenthaltsbewilligungerhält. Diese AufzählungderGründeistabschliessend(vgl. N.Wisard,Lesrenvoisetleur exécutionendroitdesétrangersetendroitd’asile,Genf1996,S.433). Beides ist,wieobendargelegt,nichtderFall. EbensoistdasVorliegeneinesAnspruchesaufeineAufenthaltsbewilligung keinGrund,dievorläufigeAufnahmeaufzuheben. NachArt. 14bAbs. 2 ANAGSatz1kanndiesnurerfolgen,wenndieGründe,diezurAnordnung dervorläufigenAufnahmegeführthaben,weggefallensindundsichin derZwischenzeitkeineneuenGründefüreinesolcheMassnahmeergeben haben. VorliegendistderVollzugderWegweisungindenKosovonichtmehr unmöglich. Erwäredaherzuprüfen,oberzulässigundzumutbarist. Zudem gälteeszubeachten,dasseinrechtskräftigerEntscheidimSinnevonArt. 44 Abs. 3AsylGnurdannvorliegt,wennletztinstanzlichnebendemnegativen AsylentscheidundderWegweisungauchderenVollzugangeordnetworden ist(vgl. EMARK2001Nr. 20= VPB66.31). Diesisthinsichtlichdervorläufig aufgenommenenM.R.nichtderFall. Da,seitdemsieihrAsylgesuchgestellt hat,mehralsvierJahrevergangensind,müsstesomitgeprüftwerden,obeine schwerwiegendepersönlicheNotlagevorliegt. Einesolchemussangesichts desvierzehnjährigenununterbrochenenAufenthaltsinderSchweizund derIntegrationvonM.R.unddenKindernohneZweifelangenommen werden. AusdiesemGrundkanndievorläufigeAufnahmenichtaufgehoben werden,obwohlderGrund,derzuihrerAnordnunggeführthat,mittlerweile weggefallenist. 3.6. AufgrunddervorstehendenÜberlegungenkannfestgehaltenwerden, dassM.R.ausArt. 8Abs. 1EMRKeinenAnspruchaufdieErteilungeiner AufenthaltsbewilligungimSinnevonArt. 5ANAGhat. Imkonkreten Verfahrenbedeutetdies,dassdiekantonalenBehördenihrenAntragauf dieErteilungeinersolchenBewilligungeinzigablehnenkönnen,wennsiezum Schlusskommen,denKindernvonM.R.seieszuzumuten,mitdieserinden Kosovozuziehen,oderwennsieeinederinArt. 8Abs. 2EMRKaufgeführten Bedingungenrealisiertsehen. M.R.stehtgegeneinenallfälligenabschlägigen letztinstanzlichenkantonalenEntscheiddieVerwaltungsgerichtsbeschwerde andasBundesgerichtoffen. DerAnspruchaufErteilungeinerAufenthaltsbewilligungbewirktindessen nichtdenWegfallderimAsylverfahrenangeordnetenWegweisung. Ebenso wenigistdievorläufigeAufnahmeerloschen. DieentsprechendeFeststellung inZiff. 1desDispositivsderangefochtenenVerfügungverletztBundesrecht. Sieistaufzuheben. 1415Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 69.104 - Auszug aus dem Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 15. Dezember 2004 i.S. Kanton Bern, auch erschienen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 3 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2005 Année Anno Band 69 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 006 734 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.