<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp319552"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>128 V 176<br/><br/><br/><div class="paraatf">30. Urteil i.S. Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland gegen L. und Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft C 343/01 vom 30. April 2002</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp321024"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 11 Abs. 3 AVIG</span>; <span class="artref">Art. 3 Abs. 2 UVG</span>; <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 lit. b UVV</span>: Anrechenbarer Arbeitsausfall. <div class="paratf">- Leistungen einer Kollektiv-Krankentaggeldversicherung nach VVG stellen nicht Lohn- oder Entschädigungsansprüche im Sinne von <span class="artref">Art. 11 Abs. 3 AVIG</span> dar, weshalb sie der Anrechenbarkeit eines Arbeitsausfalles nicht entgegenstehen. </div> <div class="paratf">- <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 lit. b UVV</span> ändert daran nichts, da bei der Beurteilung der Anspruchsberechtigung im Sinne von <span class="artref">Art. 11 Abs. 3 AVIG</span> rechtsprechungsgemäss auf die AHV-Gesetzgebung abzustellen ist und auf Grund von <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 lit. b AHVV</span> Leistungen für krankheits- oder unfallbedingten Lohnausfall, welche betriebsfremde Versicherungen erbringen, nicht zum beitragspflichtigen Erwerbseinkommen gehören. </div> </div> </div> <a name="idp335600"></a> <a name="idp350288"></a> <br/><div> <a name="idp364576"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 177</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page177"></a><div class="center pagebreak">BGE 128 V 176 S. 177</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp366288"></a><span class="bold">A.- </span>Die 1955 geborene L. war vom 1. März 1999 bis 30. November 2000 als Officeaushilfe in einem 60%-Pensum bei der M. AG tätig, welche das Arbeitsverhältnis am 19. Oktober 2000 wegen einer seit 25. Februar 2000 andauernden Krankheit auf Ende November 2000 kündigte. Aufgrund einer von der Arbeitgeberin bei der Visana abgeschlossenen Kollektiv-Krankentaggeldversicherung nach dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) bezog sie wegen einer Arbeitsunfähigkeit von 100% bis Ende Dezember 2000 Taggeldleistungen. Am 15. Dezember 2000 meldete sie sich bei der Arbeitslosenversicherung zum Leistungsbezug an.</div> <div class="paraatf">Mit Verfügung vom 8. Februar 2001 verneinte die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland die Anspruchsberechtigung, solange die Versicherte Taggelder von der Visana beziehe.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp368816"></a><span class="bold">B.- </span>Das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft hiess die von L. gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde gut und wies die Sache zur Neubeurteilung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Arbeitslosenkasse zurück (Entscheid vom 19. September 2001). Leistungen der Krankentaggeldversicherung stellten weder Lohn- noch Entschädigungsansprüche im Sinne des AVIG dar, weshalb die Versicherte einen anrechenbaren Lohnausfall erlitten habe.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp370688"></a><span class="bold">C.- </span>Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland die Aufhebung des kantonalen Entscheids. L. lässt auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft verzichtet auf eine Vernehmlassung.</div> <br/><div> <a name="idp372256"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp373264"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt unter anderem auch einen anrechenbaren Arbeitsausfall voraus (<span class="artref">Art. 8 Abs. 1 lit. b AVIG</span>). Nicht anrechenbar ist ein Arbeitsausfall, für den dem Arbeitslosen Lohnansprüche oder wegen vorzeitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses Entschädigungsansprüche zustehen (<span class="artref">Art. 11 Abs. 3 AVIG</span>).</div> <div class="paraatf"> <a name="page178"></a><div class="center pagebreak">BGE 128 V 176 S. 178</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp379392"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span>a) Die Vorinstanz vertritt gestützt auf den klaren Wortlaut von <span class="artref">Art. 11 Abs. 3 AVIG</span> und auf die in der Literatur geäusserten Meinungen die Auffassung, dass die Leistungen der Krankentaggeldversicherung weder Lohn- noch Entschädigungsansprüche im Sinne von <span class="artref">Art. 11 Abs. 3 AVIG</span> darstellten.</div> <div class="paraatf">b) Die Arbeitslosenkasse weist demgegenüber im Wesentlichen auf <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 lit. b UVV</span> hin, wonach als Lohn im Sinne von <span class="artref">Art. 3 Abs. 2 UVG</span> (Ende der Versicherung bei Wegfall des Lohnes) auch Taggelder der obligatorischen Unfallversicherung, der Militärversicherung, der Invalidenversicherung und der Erwerbsersatzordnung sowie jene der Krankenkassen und privaten Kranken- und Unfallversicherer gelten, die die Lohnfortzahlung ersetzen. Somit träten Taggeldleistungen privater Krankenversicherer an die Stelle des primären Lohnanspruchs, was gemäss <span class="artref">Art. 11 Abs. 3 AVIG</span> zu einem nicht anrechenbaren Arbeitsausfall führe. Bei der von der M. AG bei der Visana für ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abgeschlossenen Kollektiv-Krankentaggeldversicherung handle es sich um einen Vertrag, welcher unter <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 lit. b UVV</span> falle. Und nach der Rechtsprechung beende die Auflösung des Arbeitsverhältnisses den Anspruch eines arbeitsunfähigen Arbeitnehmers auf Taggeld aus einer kollektiven Taggeldversicherung nach VVG nicht (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2002&amp;to_year=2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-III-106%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page109">BGE 127 III 109</a> Erw. 3b).</div> <div class="paraatf">c) Der Auffassung der Arbeitslosenkasse kann aus folgenden Gründen nicht beigepflichtet werden. Nach dem klaren Wortlaut von <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 lit. b UVV</span> geht es um Taggelder, die die Lohnfortzahlung ersetzen (vgl. dazu auch RKUV 1999 Nr. U 347 S. 472 Erw. 2b, 1997 Nr. U 282 S. 285 Erw. 4). Dies ist bei den im Dezember 2000 durch die Visana ausgerichteten Taggeldern gerade nicht der Fall, denn das Arbeitsverhältnis zwischen der Beschwerdegegnerin und der M. AG war Ende November 2000 beendet. Im Übrigen besitzen die Versicherten, zu deren Gunsten vom Arbeitgeber eine Kollektiv-Krankentaggeldversicherung abgeschlossen worden ist, einen direkten Forderungsanspruch gegenüber dem Versicherer (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2002&amp;to_year=2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-81%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page81">BGE 122 V 81</a>, <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2002&amp;to_year=2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-38%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page42">BGE 120 V 42</a> Erw. 3c/bb mit Hinweisen). Aus diesen Gründen ist auch der Frage nicht weiter nachzugehen, inwieweit das von der Beschwerdeführerin zitierte Urteil R. vom 27. August 2001, U 285/99, hier massgebend sein sollte. Denn in diesem Urteil wird nicht gesagt, unter welchen Voraussetzungen eine durch den Arbeitgeber abgeschlossene kollektive Krankentaggeldversicherung nach VVG nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses überhaupt Lohnersatz darstellt.</div> <div class="paraatf"> <a name="page179"></a><div class="center pagebreak">BGE 128 V 176 S. 179</div> </div> <div class="paraatf">d) Die mit Art. 11 der Verordnung vom 24. Januar 1996 über die Unfallversicherung von arbeitslosen Personen in lit. b von <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 UVV</span> eingefügte neue Ordnung, welche den Begriff des Lohnes gemäss <span class="artref">Art. 3 Abs. 2 UVG</span> (Ende der Versicherung mit dem 30. Tag nach dem Tage, an dem der Anspruch auf mindestens den halben Lohn aufhört) definiert, findet indessen unabhängig vom Sachverhalt des vorliegenden Falles auf <span class="artref">Art. 11 Abs. 3 AVIG</span> keine Anwendung. Dies ergibt sich aus den folgenden Überlegungen, welche neben die von der Vorinstanz aufgrund der Literatur deutlich gemachten Gründe treten, wonach Entgelte des Arbeitgebers bei vollständiger oder teilweiser Beendigung des Arbeitsverhältnisses als massgebender Lohn zu qualifizieren sind, wenn sie wenigstens mittelbar einen Lohn- oder lohnähnlichen Charakter aufweisen und damit der Abgeltung entsprechender (Ersatz-)Forderungen dienen. Ansprüche, die sich auf solche Entgelte beziehen, stellen Lohnansprüche im Sinne von <span class="artref">Art. 11 Abs. 3 AVIG</span> dar. Unter den Begriff der Entschädigungsansprüche bei vorzeitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses gemäss <span class="artref">Art. 11 Abs. 3 AVIG</span> fallen Ansprüche aus gerechtfertigter und ungerechtfertigter Entlassung (THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Rz 132; GERHARDS, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bd. I, N 76 und 85 zu Art. 11).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp439280"></a><span class="bold" id="consideration_3.">3. </span>a) Nach der Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der Anspruchsberechtigung im Sinne von <span class="artref">Art. 11 Abs. 3 AVIG</span> auf die AHV-Gesetzgebung (<span class="artref">Art. 5 Abs. 4 AHVG</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 und <artref id="CH/831.101/7" type="start"></artref>Art. 7 AHVV</span><artref id="CH/831.101/6/2" type="end"></artref>) abzustellen (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2002&amp;to_year=2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-V-390%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page391">BGE 126 V 391</a> Erw. 5a). Dem blossen Lohnanspruch gleichgestellt ist Lohn, der dem Versicherten beim Verlassen seiner Arbeitsstelle für die Zeit des nachfolgenden Arbeitsausfalles effektiv ausbezahlt worden ist (GERHARDS, a.a.O., N 67 f. und N 79 zu <span class="artref">Art. 11 AVIG</span>; NUSSBAUMER, a.a.O, Rz 133).</div> <div class="paraatf">b) Der Begriff des Lohnes ist in der Arbeitslosenversicherung nicht nur im Rahmen der Beurteilung der Anspruchsberechtigung, sondern auch für die Beitragsbemessung wesentlich. Die beiden Begriffe sind einheitlich auszulegen. Wie im Rahmen der Beitragsbemessung (<span class="artref">Art. 3 AVIG</span>) und der Festlegung des versicherten Verdienstes (<span class="artref">Art. 23 Abs. 1 AVIG</span>) ist daher auch bei der Beurteilung der Anspruchsberechtigung auf den massgebenden Lohn im Sinne der AHV-Gesetzgebung abzustellen. Daraus ergibt sich für die Beitragsbemessung, dass auf dem massgebenden Lohn Beiträge zu <a name="page180"></a><div class="center pagebreak">BGE 128 V 176 S. 180</div>entrichten sind und im Gegenzug die diesem Lohnwert entsprechende Ausfallzeit (GERHARDS, a.a.O., N 79 zu Art. 11) nicht zu entschädigen ist (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2002&amp;to_year=2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-V-390%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page391">BGE 126 V 391</a> Erw. 5a mit Hinweis auf das nicht veröffentlichte Urteil B. vom 5. September 1996, C 267/95).</div> <div class="paraatf">c) Nach <span class="artref">Art. 5 Abs. 2 Satz 1 AHVG</span> gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in unselbstständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Die zum massgebenden Lohn gehörenden Bestandteile werden in <span class="artref">Art. 7 AHVV</span> beispielhaft näher aufgeführt, während <span class="artref">Art. 8 AHVV</span> die Ausnahmen davon umschreibt. Demgegenüber bestimmt <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 AHVV</span> als Ausführungsnorm zu <span class="artref">Art. 4 Abs. 1 AHVG</span>, was nicht zum Erwerbseinkommen (aus unselbstständiger oder selbstständiger Tätigkeit) zählt.</div> <div class="paraatf">Zum massgebenden Lohn im Sinne der AHV-Gesetzgebung gehören begrifflich sämtliche Bezüge des Arbeitnehmers und der Arbeitnehmerin, die wirtschaftlich mit dem Arbeitsverhältnis zusammenhängen, gleichgültig, ob dieses Verhältnis fortbesteht oder gelöst worden ist und ob die Leistungen geschuldet werden oder freiwillig erfolgen. Als Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit gilt somit nicht nur unmittelbares Entgelt für geleistete Arbeit, sondern grundsätzlich jede Entschädigung oder Zuwendung, die sonstwie aus dem Arbeitsverhältnis bezogen wird, soweit sie nicht kraft ausdrücklicher gesetzlicher Vorschrift von der Beitragspflicht ausgenommen ist (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2002&amp;to_year=2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-V-221%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page222">BGE 126 V 222</a> Erw. 4a, <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2002&amp;to_year=2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-100%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page101">BGE 124 V 101</a> Erw. 2, je mit Hinweisen).</div> <div class="paraatf">d) Nach <span class="artref">Art. 5 Abs. 4 AHVG</span> kann der Bundesrat Sozialleistungen sowie anlässlich besonderer Ereignisse erfolgende Zuwendungen eines Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer vom Einbezug in den massgebenden Lohn ausnehmen. Der Bundesrat hat von dieser Befugnis u.a. in <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 AHVV</span> Gebrauch gemacht. Nicht zum Erwerbseinkommen gehören gemäss <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 lit. b AHVV</span> Versicherungsleistungen bei Unfall, Krankheit oder Invalidität, ausgenommen die Taggelder nach <span class="artref">Art. 25ter IVG</span>. Zum massgebenden Lohn dagegen gehören Leistungen des Arbeitgebers für den Lohnausfall infolge Unfalles oder Krankheit (<span class="artref">Art. 7 lit. m AHVV</span>).</div> <div class="paraatf">e) <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 lit. b AHVV</span> enthält keine Einschränkung in dem Sinne, dass Versicherungsleistungen dann, wenn sie in Abgeltung der obligationenrechtlichen Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers bei unverschuldeter Verhinderung des Arbeitnehmers an der Arbeitsleistung wegen Krankheit oder Unfalls erbracht werden (<span class="artref"><artref id="CH/220/324^a" type="start"></artref>Art. 324a und b OR</span><artref id="CH/220/b" type="end"></artref>), zum beitragspflichtigen Erwerbseinkommen <a name="page181"></a><div class="center pagebreak">BGE 128 V 176 S. 181</div>gehören. Die AHVV unterscheidet bei den Leistungen für krankheits- oder unfallbedingten Lohnausfall einzig nach deren Herkunft. Werden sie vom Arbeitgeber selbst erbracht, unterliegen sie aufgrund von <span class="artref">Art. 7 lit. m AHVV</span> der Beitragspflicht, werden sie hingegen von betriebsfremden Versicherungen erbracht, gehören sie nach dem klaren Wortlaut von <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 lit. b AHVV</span> nicht zum Erwerbseinkommen (ZAK 1983 S. 21, 1969 S. 372 Erw. 3, 1952 S. 185 f.; nicht veröffentlichtes Urteil T. vom 17. April 1989, I 466/88).</div> <div class="paraatf">f) Deswegen musste in <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 lit. b UVV</span> im Hinblick auf das Ende der Versicherung als Ausnahme festgeschrieben werden, dass Taggelder, welche die Lohnfortzahlung ersetzen, als Lohn im Sinne von <span class="artref">Art. 3 Abs. 2 UVG</span> gelten. Denn lit. a von <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 UVV</span> hält als Grundsatz bereits fest, dass als Lohn im Sinne von <span class="artref">Art. 3 Abs. 2 UVG</span> der nach AHVG massgebende Lohn gilt.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp498384"></a><span class="bold" id="consideration_4.">4. </span>Aus dem Gesagten folgt, dass die von der Visana im Monat Dezember 2000 an die Beschwerdegegnerin ausgerichteten Taggelder keine Lohn- oder Entschädigungsansprüche im Sinne von <span class="artref">Art. 11 Abs. 3 AVIG</span> darstellen. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist unbegründet.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp501584"></a><span class="bold" id="consideration_5.">5. </span>Der Vollständigkeit halber kann die Beschwerdeführerin auf die Koordinationsnorm des <span class="artref">Art. 28 Abs. 2 AVIG</span> hingewiesen werden, wonach Taggelder der Kranken- oder Unfallversicherung, die Erwerbsersatz darstellen, von den Arbeitslosentaggeldern abgezogen werden. Als Taggelder der Krankenversicherung im Sinne dieser Bestimmung zählen Leistungen aus der freiwilligen Taggeldversicherung (<span class="artref">Art. 67 ff. KVG</span>) und solche aus den mit anerkannten Krankenkassen gestützt auf <span class="artref"><artref id="CH/832.10/12/3" type="start"></artref><artref id="CH/832.10/12/2" type="start"></artref>Art. 12 Abs. 2 und 3 KVG</span><artref id="CH/832.10/12/3" type="end"></artref><artref id="CH/832.10/3" type="end"></artref> sowie privaten Versicherungseinrichtungen (vgl. <span class="artref">Art. 100 Abs. 2 VVG</span>) abgeschlossenen Versicherungsverträgen (NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 357). Damit statuiert <span class="artref">Art. 28 Abs. 2 AVIG</span> die Subsidiarität der Leistungspflicht der Arbeitslosenversicherung im Verhältnis zur Krankenversicherung.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp514672"></a><span class="bold" id="consideration_6.">6. </span>(Gerichtskosten und Parteientschädigung)</div> </div></body></html></html>