Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. März 2021 (720 20 363 / 69) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf Arbeitsvermittlung bejaht; Aufgrund de r zahlreich vorhandenen gesund- heitlichen Beeinträchtigungen ist davon auszugehen, dass dem Versicherten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr genügend zumu tbare Tätigkeiten offenstehen und er für das Finden einer passenden Stelle auf da s Fachwissen und die Hilfe der Ver- mittlungsbehörden angewiesen ist. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch N icolai Fullin, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Berufliche Massnahmen / Arbeitsvermittlung A.a Der 1965 geborene A.____ war bei der B.____ AG als Lastwagenchauffeur tätig, als er am 3. August 2006 beim Ausladen von Waren einen Unfall erlitt und sich dabei eine Fusskontu- sion rechts mit mehreren Frakturen zuzog. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Suva) erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistung en. Mit Verfügung vom 19. Juli 2010 sprach sie dem Versicherten aufgrund der Unfallrestfolge n eine UVG-Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 15% zu. Im Rahmen eine s von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens wurden die Rentenleistungen zufolge V erbesserung der erwerblichen Ver- hältnisse mit Einspracheentscheid vom 10. Oktober 2014 rü ckwirkend per 1. März 2012 man- gels rentenbegründender Invalidität (Invaliditätsgrad von 4%) eingestellt. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Entscheid vom 20. August 2015 (V erfahren-Nr. 725 14 354 / 202) in dem Sinne gut, als es den Einspracheentscheid vom 10. Oktober 2014 aufhob und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Er lass einer neuen Verfügung an die Suva zurückwies. Nachdem die Suva die vom Kantonsgericht geforderten Abklärungen durch- geführt hatte, erliess sie am 17. Mai 2017 eine neue Verfügung, wobei sie an der rückwirkenden Leistungseinstellung per 1. März 2012 zuletzt mit Einspr acheentscheid vom 14. August 2018 festhielt. In medizinischer Hinsicht stützte sie sich dabei im Wesentlichen auf ein Gutachten von Prof. Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie un d Traumatologie des Bewegungsappa- rates, vom 15. Dezember 2016. Die gegen den Einspracheentscheid geführte Beschwerde wies das Kantonsgericht mit Urteil vom 11. Juli 2019 (Verfahren-Nr. 725 18 295 / 173) ab. A.b Bereits am 7. Oktober 2008 meldete sich A.____ bei der Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung de r erwerblichen und gesundheitli- chen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft ( IV-Stelle) mit Verfügung vom 14. Juli 2011 einen Rentenanspruch von A.____ bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 15% ab. A.c Mit Gesuch vom 5. Mai 2017 (Eingang) meldete sich A. ____ erneut bei der IV zum Leistungsbezug an, wobei er Schwindel und Schmerzen gelt end machte. Mit Verfügung vom 3. Dezember 2019 lehnte die IV-Stelle nach Durchführung der erforderlichen Abklärungen einen Rentenanspruch unter Hinweis auf einen Invaliditätsgr ad von 10% erneut ab. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Mit Verfügung vom 3. September 2020 verneinte die IV- Stelle auch einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung. B. Gegen die Verfügung vom 3. September 2020 erhob d er Versicherte, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, mit Eingabe vom 25. Septemb er 2020 Beschwerde beim Kantonsge- richt. Darin beantragte er, die Verfügung vom 3. Sept ember 2020 sei aufzuheben und die Be- schwerdegegnerin zu verpflichten, ihm Arbeitsvermittlung zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die unen tgeltliche Prozessführung und die un- entgeltliche Verbeiständung mit Advokat Fullin als R echtsvertreter. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, dass er bei der Stellensuche a us speziellen gesundheitlichen Grün- den erheblich eingeschränkt sei. C. In ihrer Vernehmlassung vom 6. Oktober 2020 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Mit prozessleitender Verfügung vom 27. Oktober 2020 bewilligte die instruierende Prä- sidentin dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Proze ssführung und die unentgeltliche Ver- beiständung mit Advokat Fullin als Rechtsvertreter. E. Mit Replik vom 10. November 2020 legte der Beschwer deführer einen Bericht des Spi- tals I.____ vom 4. September 2020 ins Recht. Ergänzend brachte er vor, dass er seit Jahren psychiatrisch behandelt werde und das Antidepressivum Venlaf axin einnehme. Dieser Aspekt sei von der IV-Stelle bisher zu wenig beachtet worden. Im Übrigen hielt er an seinen Begehren und wesentlichen Begründungen fest. F. In ihrer Duplik vom 27. November 2020 hielt die I V-Stelle unter Verweis auf einen Be- richt von Dr. med. D.____, Facharzt für Allgemeinmedizin (D), Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 20. November 2020 vollumfänglich an ihrem Standpunkt fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Arbeit svermittlung des Beschwerdeführers. 3.1 Ausgangspunkt jedes Anspruchs auf berufliche Massnahmen der IV ist das Vorhan- densein eines (drohenden) invalidisierenden Gesundheit sschadens. Die Gewährung von Leis- tungen der IV setzt somit grundsätzlich voraus, dass die ver sicherte Person invalid oder – falls Eingliederungsmassnahmen beansprucht werden – von einer Invalidität bedroht ist. Invalid ist eine Person, die voraussichtlich bleibend oder längere Ze it ganz oder teilweise erwerbsunfähig ist (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Die Invalidität kann Folg e von Geburtsgebrechen, Krank- heit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Sie gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begrün- dung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). 3.2 Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmö glichkeiten auf dem in Betracht kom- menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 A bs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Fol- gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähig- keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Arbeitsunfähig ist eine Person, welche, bedingt d urch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, ganz ode r teilweise unfähig ist, im bisheri- gen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu lei sten (Art. 6 Satz 1 ATSG). Bei langer Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem and eren Beruf oder Aufgabenbereich be- rücksichtigt (Art. 6 Satz 2 ATSG). 4.1 Nach dem Grundsatz von Art. 8 Abs. 1 IVG haben Inva lide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahme n (vgl. E. 3.1 hiervor), soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigke it oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben- bereich zu betätigen, wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a), und soweit die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). 4.2 Im Zusammenhang mit dem vorliegend strittigen Ansp ruch auf Arbeitsvermittlung be- stimmt Art. 18 Abs. 1 IVG, dass arbeitsunfähige Versich erte, welche eingliederungsfähig sind, Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines ge eigneten Arbeitsplatzes sowie auf begleitete Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhal tung ihres Arbeitsplatzes haben. Die IV- Stelle hat diese Massnahmen unverzüglich zu veranlassen, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (A rt. 18 Abs. 2 IVG). Zur Arbeitsvermittlung nach Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG ist somit nur berechtigt , wer aus invaliditätsbedingten Gründen spezielle Anforderungen an den Arbeitsplatz oder den Ar beitgeber stellen muss und demzufol- ge aus invaliditätsbedingten Gründen für das Finden e iner Stelle auf das Fachwissen und die entsprechende Hilfe der Vermittlungsbehörden angewiesen ist. 4.3 Art. 18 Abs. 1 IVG setzt als Anspruchsvoraussetzung e ine Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 6 ATSG voraus. Damit ist nicht nur dessen erste r Satz gemeint, sondern ist auch auf den zweiten verwiesen: "Bei langer Dauer wird auch di e zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt". Zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermitt- lung bedarf es auch nach Inkrafttreten der 5. IV.-Revisi on zusätzlich einer spezifischen Ein- schränkung gesundheitlicher Art, wenn die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit betroffen ist, als dem Versicherten nur leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Au- gust 2020, 9C_329/2020, E. 3.2.3 mit zahlreichen Hinwe isen; ferner Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2015, 9C_142/2015, E. 4.2 mit Hinweis). Di e leistungsspezifische Invalidität des Anspruchs liegt vor, wenn die Behinderung Probleme bei der Stellensuche verursacht. Dies trifft z. B. zu, wenn wegen Stummheit oder mangelnder Mobili tät kein Bewerbungsgespräch möglich ist oder dem potenziellen Arbeitgeber die besonderen M öglichkeiten und Grenzen des Versi- cherten erläutert werden müssen (z.B. welche Tätigkeiten trotz Sehbehinderung erledigt werden können), damit der Behinderte überhaupt eine Chance h at, den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalten (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2015, 9C_142/2015, E. 4.2 mit Hinweis). 5.1 Zwischen den Parteien besteht Einigkeit, dass der A nspruch auf Arbeitsvermittlung weder eine Invalidität noch einen Mindestinvalidität sgrad voraussetzt. Es genügt, dass eine Ar- beitsunfähigkeit eingetreten ist, um einen Leistungsan spruch auszulösen. Nicht streitig ist fer- ner, dass bei voller Zumutbarkeit leidensadaptierter le ichter Tätigkeiten zusätzlich eine spezifi- sche Einschränkung gesundheitlicher Art vorausgesetzt wird . Im Hinblick auf die Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdeführer die geschilderten Anspruchsvoraussetzungen für die Ge- währung einer Arbeitsvermittlung erfüllt, gilt es zu nächst die gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen desselben näher zu beleuchten. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen, BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztli- chen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die B eurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zulet zt ausgeübte Berufsarbeit von der versi- cherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnis- sen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise no ch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhau- ser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an för mliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Eidgenössisc hen Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung en) mit dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Fo rmen medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustelle n (vgl. die ausführlichen Zusammenstel- lungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). 6.1 Im Zentrum der medizinischen Beurteilung stehen im Wesentlichen die folgenden me- dizinischen Berichte: Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Die IV-Stelle zog zur Abklärung des Anspruchs die S uva-Akten bei, wobei sie sich ins- besondere auf das monodisziplinäre Gutachten von Dr. C. ____ vom 15. Dezember 2016 stütz- te, welches Grundlage für die zuletzt mit Urteil des Kantonsgerichts vom 11. Juli 2019 bestätigte rückwirkende Leistungseinstellung durch die Suva bildete. Dr. C.____ stellte darin Restbe- schwerden bei Vernarbung am Mittelfuss 10 Jahre und 4 Monate nach schwerer Quetschverlet- zung rechts fest. Die Narbe/Einziehung am dorsalen Fussrücken sei ein äusserliches Residuum der stattgehabten Quetschverletzung. Der Mittelfuss sei kl inisch stabil. Bei fehlender Anreiche- rung der angrenzenden Gelenkflächen (fehlender Ergu ss oder Synovialitis [ Gelenkinnenhaut- entzündung] ) gebe es keine Hinweise für eine entzündliche aktive Deg eneration. Die aktuellen MR-Bilder würden mit den Aufnahmen der Spect-CT vom 1 4. Juli 2008 korrelieren, sodass da- von auszugehen sei, dass es sich um seit Jahren stabile Verän derungen nach der schweren Quetschverletzung handle. Hinsichtlich der Tätigkeit al s Lastwagenchaffeur bestehe keine Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit. Allerdings könne die Sicherheit des Exploranden beim Be- und Entladen von schweren Lasten beeinträchtigt sein. 6.3 Im Bericht des Spitals E.____ vom 26. April 2017 wu rde über eine notfallmässige Selbstvorstellung des Versicherten berichtet. Der Patient klage über chronische Schmerzen der Lendenwirbelsäule (LWS) und der Halswirbelsäule (HWS). Der Schmerz sei permanent vor- handen. Die geschilderten Beschwerden würden im Rahmen der Exazerbation des bekannten Schmerzsyndroms gewertet. Es sei eine analgetische Therapie zu empfehlen. 6.4 In einem Bericht der Klinik F.____ vom 4. Mai 201 7 wurden ein dorsoradiales Handge- lenksganglion, minimale Spondylarthrosen der LWS, Ban dscheibendegenerationen C4-C7 so- wie ein Verdacht auf entzündliche Prozesse im Bereich der Kieferhöhlen diagnostiziert. Der Patient berichte über zunehmende Schmerzen, Schwäche un d Schwindel. Empfohlen wurde: zunächst Labor sowie gegebenenfalls eine HNO-ärztliche un d neurologische Vorstellung; die Behandlung der muskulären Schmerzpunkte könnte mit Infiltrationen 2x wöchentlich über einen Zeitraum von 6-8 Wochen erfolgen. Anlässlich einer we iteren Untersuchung vom 20. Juli 2017 in derselben Klinik wurde hinsichtlich der körperlichen Einschränkungen insbesondere auf durch den Schwindel verursachte Konzentrationsstörungen hingew iesen. Die angestammte Tätigkeit wurde dem Versicherten als nicht mehr zumutbar erachtet. 6.5 Mit Bericht vom 8. August 2017 der Psychiatrie G.___ _ wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Ohne Auswi rkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD- 10 F43.21). Die aktuelle Behand- lung stelle eher eine psychosoziale Begleitung dar. Der bisherige Verlauf der depressiven Symptomatik zeige eine direkte Abhängigkeit vom körperlichen Zustand und der sozialen Situa- tion des Patienten. Die Ungewissheit und die Arbeitslosi gkeit würden sich negativ auf das psy- chische Wohlbefinden auswirken. Die Hauptproblematik sei im somatischen Bereich zu sehen. Da bisher keine Besserung der zahlreichen somatischen Besch werden erreicht worden sei und sich die sozioökonomische Situation immer weiter verschlech tere, falle es dem Patienten sehr schwer, sich an diese negativen Veränderungen anzupassen. Darauf reagiere er mit leichten depressiven Symptomen, die in diesem Kontext nicht unbed ingt als pathologisch anzusehen seien. Die Schwindel- und Übelkeitsanfälle seien weder als eine Somatisierung noch als eine Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Panikstörung zu interpretieren, weil die notwendigen Kriterien nicht erfüllt seien und eine soma- tische Erklärung vorliege. Es sei jedoch nicht auszuschliesse n, dass sich einige Schmerzen in der Zwischenzeit chronifiziert hätten. Im Persönlichkeitsb ereich könnte man von sehr leichten Akzentuierungen sprechen. Der Patient reagiere oft mi sstrauisch und neige zu negativen Fehl- interpretationen der Absichten anderer. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Einschränkungen seien somatisch bedingt. 6.6 Im Abschlussbericht der Psychiatrie G.____ vom 13. Juni 2 018 (ambulante Behand- lung vom 30. November 2016 - 7. Mai 2018) wurde bei bereits bekannter Diagnose einer An- passungsstörung ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit er neut auf die Hauptproblematik im so- matischen Bereich hingewiesen. Die Behandlung sei in be idseitigem Einvernehmen beendet worden. 6.7 In einem Bericht vom 11. September 2018 stellte Dr. med. H.____, FMH Neurologie und Neurochirurgie, als Diagnosen mit Auswirkung auf d ie Arbeitsfähigkeit Schwindel, Übelkeit und ein Zervikalsyndrom fest. Ohne Auswirkung auf die Arb eitsfähigkeit diagnostizierte er Krämpfe in den Händen, Druck im Nacken sowie Rückenschme rzen. Der Gesundheitszustand des Patienten würde sich verschlechtern. 6.8 Am 11. Dezember 2018 wurden im Rahmen einer angi ologischen Verlaufskontrolle im Spital I.____ ein Beinarterienverschluss beidseits, Stad ium IIa links, Stadium I rechts, chroni- sche Rückenschmerzen sowie ein Status nach Hepatitis C diag nostiziert. Im Vergleich zur Vor- untersuchung im Juni 2018 zeige sich ein stabiler Befund eines Beinarterienverschlusses Sta- dium IIa links bei bekanntem langstreckigen Verschluss der Aorta Femoralis superficialis. Neu seien wieder periphere Fusspulse links zu tasten, was für eine gute Kompensation spreche. Die vom Rücken ausgehenden belastungsabhängigen Oberschenkelschmerzen und die Reithosen- anästhesie seien im Rahmen der bekannten Spinalkanalsten ose und nicht aufgrund einer Mak- roperfusionsstörung zu interpretieren. Primär sei weite rhin kein hoher Leidensdruck im Alltag erkennbar und ein konservatives Vorgehen zu empfehlen. 6.9 Mit Bericht vom 23. Januar 2019 führte der Hausarzt Dr. med. J.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, zuhanden der Beschwerdegegnerin aus, dass der Gesundheitszustand statio- när sei und berufliche Massnahmen nicht zu empfehlen sei en. Aus internistischer Sicht seien unter Berücksichtigung der Rückenbeschwerden körperlich leicht e, rückenschonende Tätigkei- ten ohne Einschränkung möglich. Wegen der peripheren a rteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) seien längere Gehstrecken am Stück über 300m nicht sinnvoll. 6.10 Am 23. September 2019 nahm Dr. D.____, RAD, ei ne Aktenbeurteilung vor. Dabei führte er folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar beitsfähigkeit auf: eine PAVK beidseits, Stadium ha (wohl: IIa) links, Stadium I rechts, Sehstö rungen unklarer Genese 2016, ein lum- bovertebrales Syndrom bei degenerativen LWS Veränderu ngen, ein Status nach chronischer Hepatitis C sowie eine beginnende COPD. Seit Septembe r 2017 bestehe eine Arbeitsunfähig- keit von 100% in der angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur. Hinsichtlich einer körper- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Zwangsh altungen und ohne längere Gehstre- cken als 300m, bestehe seit jeher eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit. 7.1 Vor diesem medizinischen Hintergrund hat die IV-Ste lle erwogen, dass der Versicherte in einer leidensangepassten, körperlich leichten, rücke nschonenden, wechselbelastenden Tä- tigkeit ohne Zwangshaltungen voll arbeitsfähig sei. Zu beachten seien dabei weitere Einschrän- kungen wie eine maximale Gehstrecke von 300m und die Unf ähigkeit, im beruflichen Kontext Auto zu fahren. Eine spezifische Einschränkung gesundheitl icher Art, die bei der Stellensuche Probleme verursache, sei jedoch nicht gegeben. Die Einschränkungen würden sich lediglich auf das Stellenprofil auswirken, hingegen keine direkten Pro bleme bei der Stellensuche verursa- chen. Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass er nicht ledig- lich auf einfache Tätigkeiten beschränkt sei, sondern zusät zliche Einschränkungen bestehen würden. So liege bei ihm eine Sehstörung vor, welche der RAD zwar als Diagnose mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit aufführe, im Rahmen der Verweistätigkeiten aber nicht berücksich- tigt habe. Ferner seien in den Akten auch psychische Pro bleme dokumentiert. Alsdann habe er in der Vergangenheit während Jahren unter Schwindel und Übelkeitsanfällen gelitten, was beim Anforderungsprofil ebenfalls ohne weitere Begründung unberücksichtigt gelassen worden sei. Wie nachfolgend darzulegen sein wird, kann der Auffassun g der Beschwerdegegnerin nicht gefolgt werden. 7.2 Zwar ist der Beschwerdegegnerin dahingehend beizup flichten, dass weder ein psychi- scher Leidensdruck von Krankheitswert noch eine psychisch bed ingte Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit ausgewiesen ist. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist es daher nicht zu beanstanden, dass psychische Beschwerden bei der Formulierung der Verweistätigkeit durch den RAD-Arzt Dr. D.____ bzw. durch die IV-Stelle keine Berücksichtigung gefunden ha- ben. Wie sich den Berichten der Psychiatrie G.____ vom 8. August 2017 und 13. Juni 2018 (vgl. E. 6.5 und 6.6 hiervor) entnehmen lässt, haben die l eichten depressiven Symptome ihre Ursa- che in der sozioökonomischen Situation und den körperlich en Beschwerden des Versicherten und stehen in einer direkten Abhängigkeit zu diesen Faktoren. Die Symptomatik wurde gerade nicht als pathologisch gewertet. Ferner konnten keine psych ischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden. Alsdann lä sst sich der vom Beschwerdeführer replik- weise vorgebrachte Einwand, wonach er seit Jahren psychiatrisch behandelt werde und Antide- pressiva einnehme, anhand der vorliegenden Akten nicht verifizieren, zumal er sein Vorbringen auch nicht mit entsprechenden medizinischen Unterlagen untermauert. Der vorliegenden Akten- lage lassen sich weder Hinweise auf psychische Beschwerden n och auf eine Fortsetzung der psychiatrischen Behandlung entnehmen. Den psychischen Beschwe rden kann daher im Hin- blick auf die Beurteilung des Anspruchs auf Arbeitsvermitt lung keine Bedeutung beigemessen werden. 7.3 Wie der Beschwerdeführer indessen zu Recht einwende t, ist seit dem Jahr 2016 eine Sehstörung unklarer Ätiologie dokumentiert (vgl. Bericht e des Spitals E.____ vom 11. November 2016 und vom 6. April 2017, IV-act. 119 , S. 12 ff.). Diese Diagnose wird auch in der RAD-Beurteilung von Dr. D.____ vom 23. September 2019 unter den Diagnosen mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit geführt. Zwar mag e s zutreffen, wie die Beschwerdegegnerin Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht argumentiert, dass damit keine relevante Beeinträchtigu ng einer Verweistätigkeit einhergeht. Gleichwohl kann nicht darüber hinweggesehen werden, dass auch Dr. D.____ dieser Diagnose in Übereinstimmung mit der medizinischen Aktenlage Auswi rkungen auf die Arbeitsfähigkeit beimisst. Es ist daher nicht einsehbar, weshalb diese Dia gnose den Versicherten nicht auch in einer Verweistätigkeit beeinträchtigen soll. Der Auffassu ng der Beschwerdegegnerin, wonach dieser Diagnose keine Auswirkungen zukommen soll, kann da her nicht gefolgt werden. Ferner fällt auch ins Gewicht, dass in der rentenablehnenden Verfügung vom 3. Dezember 2019, wel- che auf der Grundlage des durch Dr. D.____ formuliert en Zumutbarkeitsprofils erging, über die anerkannten Einschränkungen hinaus, zusätzlich ein Abzug v on 10% für eine leidensbedingte Beeinträchtigung vorgenommen wurde. Die Gründe, wel che die IV-Stelle zu einem entspre- chenden Abzug veranlasst haben, lassen sich der Verfügung s elbst indes nicht entnehmen. Rechtsprechungsgemäss rechtfertigen leidensbedingte Grün de in Nachachtung des Verbots der doppelten Berücksichtigung gleicher Gesichtspunkte dort einen Abzug, wo die zu erwarten- den Lohnnachteile nicht bereits in der quantitativen U mschreibung der Restarbeitsfähigkeit mit- berücksichtigt sind, so bspw. wo darüber hinaus qualitative Einschränkungen bestehen (z.B. bei Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit bei körperlich leichten Tätigkeiten [Urteil des Bundes- gerichts vom 10. August 2011, 9C_648/2010, E. 3.6.4], b ei einem engen Spektrum an Ver- weistätigkeiten [BGE 126 V 82 E. 7b; Urteil des Bundes gerichts vom 8. September 2011, 8C_312/2011, E. 5.2] oder bei einer Häufung von gesu ndheitlichen Beeinträchtigungen, welche die Einsetzbarkeit einschränken [Urteil des Bundesgeri chts vom 10. Februar 2011, 9C_617/2010, E. 4.3]) (vgl. auch Urteil des Bundesgerich ts vom 16. Juni 2015, 8C_163/2015, E. 3.2.2). Jedenfalls ist damit erstellt, dass beim Beschw erdeführer nicht nur eine Arbeitsunfä- higkeit, sondern ein eigentlicher Invaliditätsgrad von 1 0% vorliegt. Das durch Dr. D.____ um- schriebene Zumutbarkeitsprofil weist bereits einige qual itative Einschränkungen auf. Die IV- Stelle hat alsdann weiteren Beschwerden durch ein noch e nger gefasstes Zumutbarkeitsprofil Rechnung getragen. In diesem Kontext hervorzuheben ist insbesondere die Tatsache, dass der Versicherte aufgrund der Schwindelproblematik, wie von der Beschwerdegegnerin in der Ver- nehmlassung vom 6. Oktober 2020 selbst anerkannt wird, kein e Personentransporte ausführen und im beruflichen Kontext überhaupt keine Fahrzeuge f ühren kann. Das Führen eines Fahr- zeuges dürfte indessen für viele Stellen eine unabding bare Voraussetzung darstellen. Zu den- ken ist dabei etwa an Verkehrsüberwachungen im Baustelle nbereich. Überdies werden dem Versicherten auch keine Arbeiten an Maschinen mit Eigen- und Fremdgefährdung als zumutbar erachtet, womit bspw. Arbeiten, wie die Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die besagte Gefäh rdungen beinhalten, ebenfalls nicht in Betracht kommen dürften. 7.4 Vor diesem Hintergrund kann aber nicht mehr davon gesprochen werden, dass damit lediglich Einschränkungen in Bezug auf das Stellenprofi l bestehen, die keine Probleme bei der Stellensuche verursachen würden. Angesichts der zahlreich vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen lassen die medizinischen Unterlagen vielmehr den Schluss zu, dass dem Versicherten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht me hr genügend zumutbare Tätigkei- ten offenstehen und er für das Finden einer passenden Stelle auf das Fachwissen und die Hilfe der Vermittlungsbehörden angewiesen ist. Entsprechend e inem weiteren Einwand des Be- schwerdeführers können die Ausführungen im Schlussbericht der Stiftung OVERALL (Einsatz Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 10. Oktober 2017 bis 9. November 2017) vom 26. Novemb er 2014 (recte: 2017) (IV- act. 185) aus einer Gesamtwürdigung heraus dabei auch nicht vollständig ausser Acht gelassen werden, zumal sie die vorliegenden Schlussfolgerungen bekräftigen. Neben der vom Be- schwerdeführer angeführten Tatsache, dass darin die Eing liederungsfähigkeit im ersten Ar- beitsmarkt per se in Frage gestellt wird, wird hinsichtl ich einer Verweistätigkeit ein auf den Ver- sicherten zugeschnittenen Arbeitsplatz als erforderlich be trachtet. Die Beschwerdegegnerin hat sich mit diesen Ausführungen nicht auseinandergesetzt. Unter zusätzlicher Berücksichtigung des fortgeschrittenen Alters des Versicherten ist davon a uszugehen, dass der Versicherte eine seiner Restarbeitsfähigkeit entsprechende Arbeitsstelle auf dem massgebenden ausgegliche- nen Arbeitsmarkt nicht ohne Arbeitsvermittlung durch die IV-Stelle finden kann. Entsprechend hat er Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Stellensuche. 8. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde demnach gutzuhei ssen. Die angefochtene Verfügung vom 3. September 2020 ist aufzuheben und di e Beschwerdegegnerin zu verpflich- ten, dem Beschwerdeführer Arbeitsvermittlung zu gewähren. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferl egt. In casu hat deshalb die IV- Stelle als unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- sind der IV-Stelle aufzuerlegen. 9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 10. November 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 8 Stunden und 35 Minuten geltend gemacht, was umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als ange messen erscheint. Dieser Aufwand ist mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Stundenansat z von Fr. 250.-- zu vergüten (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwä lte vom 17. November 2003). Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewie senen Auslagen in der Höhe von Fr. 35.90. Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Parte ientschädigung in der Höhe von Fr. 2'348.80 (6,58 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslage n von Fr. 35.90 zuzüglich 7,7 % Mehr- wertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die ange fochtene Verfügung vom 3. September 2020 wird aufgehoben. Die IV-Stelle Basel- Landschaft wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer Ar beitsvermittlung zu gewähren. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2'348.80 (inkl. Ausla gen und 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht