<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00370</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107142&amp;W10_KEY=4467144&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00370</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.02.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 29.08.2003 gutgeheissen und den Entscheid des Verwaltungsgerichts aufgehoben.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Wasser- und Abwassergebühren</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Wasser- und Abwassergebühren: Umstellung des Rechnungstermins<br/><br/>Kommunale Rechtsgrundlagen; Durchführung der Umstellung (E. 3).<br/>Die Begründung der Vorinstanz, die Gemeindeexekutive sei zuständig, die Übergangsregelung für die Umstellung zu erlassen, erweist sich als haltbar (E. 4).<br/>Unter Berücksichtigung von sinngemäss angewendeten steuerrechtlichen Begriffen (E. 5 b/c) und ausgehend von der v o r der Umstellung befolgten Praxis der Gebührenerhebung (E. 5d) bewirkt die konkrete Umstellung im Ergebnis eine doppelte Belastung der Gebührenpflichtigen im Jahr 2001 (E. 5 d am Ende).<br/>Gutheissung von zwei Beschwerden.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABWASSERGEBÃHR">ABWASSERGEBÃHR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃQUIVALENZPRINZIP">ÃQUIVALENZPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BENÃTZUNGSGEBÃHR">BENÃTZUNGSGEBÃHR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: GEBÃHREN">GEBÃHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KLÃRGEBÃHR">KLÃRGEBÃHR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENDECKUNGSPRINZIP">KOSTENDECKUNGSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PFUNGEN">PFUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WASSERGEBÃHR">WASSERGEBÃHR</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 8 BV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die Finanzverwaltung der Gemeinde X stellte am 11. Oktober 2001 der B AG fÃ¼r 13 nÃ¤her bezeichnete Liegenschaften sowie am 29. Oktober 2001 A fÃ¼r die Liegenschaft K-strasse die "GebÃ¼hren-Rechnung 2001" fÃ¼r Wasser, Abwasser, Kehricht und Gas zu. In ei­nem Beiblatt wurde angegeben, der Wasser- und Gasverbrauch werde fÃ¼r die Zeit vom 1. Ja­nuar 2001 bis 30. September 2001 verrechnet, obwohl auf der Rechnung die Periode vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2001 angegeben sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dagegen erhoben die B AG am 15. Oktober 2001 sowie A am 25. Januar 2002 Ein­sprache, mit der BegrÃ¼ndung, sie hÃ¤t­ten die Rechnungen fÃ¼r die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2001 fÃ¼r Wasser- und AbwassergebÃ¼hren bereits im FrÃ¼hjahr 2001 erhalten und bezahlt. Mit BeschlÃ¼ssen vom 8. April 2002 setzte der Gemeinderat X die Verbrauchs­ge­bÃ¼hren fÃ¼r Wasser und Ab­­wasser betreffend die genannten 14 Liegenschaften fÃ¼r die Zeit vom 1. Januar 2001 bis 30. Sep­tember 2001 auf Fr. 508.80 (Liegenschaft K-strasse von A) sowie auf Fr. 34'245.30 (13 Liegenschaften der B AG) fest. Diese VeranlagungsverfÃ¼gungen entsprachen betragsmÃ¤ssig den im Oktober 2001 zugestellten Rechnungen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Dagegen erhoben A am 23. April 2002 und die B AG am 3. Mai 2002 Rekurs, je mit dem Antrag, die VeranlagungsverfÃ¼gungen vom 8. April 2002 bzw. die ihnen vorangehenden Rechnungen vom Oktober 2001 ersatzlos aufzuheben. Der Bezirksrat Y wies die bei­den vereinigten Rekurse am 27. September 2002 ab. Die Rekurskosten wurden A zu ei­nem Viertel und der B AG zu drei Vierteln auferlegt. ParteientschÃ¤digungen wurden nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerden vom 30. Oktober 2002 beantragten die unterlegenen Rekurrierenden dem Verwaltungsgericht, den Beschluss des Bezirksrats vom 27. Oktober 2002 sowie die VeranlagungsverfÃ¼gungen des Gemeinderats X (Disp. Ziff. 1 der BeschlÃ¼s­­se vom 8. April 2002) aufzuheben, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 7. November 2002 wurden die beiden Verfahren zur gemeinsamen Behandlung vereinigt und der Beschwerdegegnerin sowie der Vorinstanz Frist zur Vernehmlassung angesetzt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat Y beantragte dem Gericht am 12. November 2002 Abweisung der Beschwerden, wobei er auf weitere AusfÃ¼hrungen verzichtete. Der Gemeinderat X beantragte am 30. Januar 2003, die Beschwerden abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrenden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 19c Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Die Beschwerdegegnerin rÃ¼gt, der Bezirksrat hÃ¤tte auf die Rekurse, soweit sie sich gegen die in Rechnung gestellten KlÃ¤rgebÃ¼hren richteten, nicht eintreten sollen; in den Rekursen sei entgegen § 23 Abs. 1 VRG mit keinem Wort dargelegt worden, weshalb die mit den Rechnungen der Finanzverwaltung vom Oktober 2001 geforderten und mit den Be­schlÃ¼ssen des Gemeinderats vom 8. April 2002 veranlagten KlÃ¤rgebÃ¼hren fÃ¼r die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 2001 gesetzwidrig seien. Die RÃ¼ge ist unbegrÃ¼ndet. Die Rekur­­­se richteten sich, wie sich aus den fÃ¶rmlichen Begehren in den Rekursschriften vom 23. April 2002 und 3. Mai 2002 ergibt, klarerweise auch gegen die veranlagten KlÃ¤rgebÃ¼hren der fraglichen Periode; das wird denn auch von der Rekursgegnerin nicht bestritten. Wenn in den RekursbegrÃ¼ndungen praktisch ausschliesslich auf die WassergebÃ¼hren Bezug genommen wurde, musste die RekursbehÃ¶rde dies nicht zum Anlass nehmen, bezÃ¼glich der KlÃ¤rgebÃ¼hren auf die Rechtsmittel nicht einzutreten. Zum einen ist eine Rekursschrift ohne BegrÃ¼ndung zwar mangelhaft (§ 23 Abs. 1 VRG), hat aber ein solcher Mangel nicht ohne weiteres zur Folge, dass auf das Rechtsmittel nicht einzutreten wÃ¤re (vgl. § 23 Abs. 2 VRG). Zum andern lassen sich hier die Rekursvorbringen, die auf die WassergebÃ¼hren Bezug nehmen, dahingehend verstehen, dass damit sinngemÃ¤ss auch die RechtmÃ¤ssigkeit der AbwassergebÃ¼hren bestritten wird.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Das am 1. Januar 1976 in Kraft getretene Reglement Ã¼ber die Wasserversorgung der Gemeinde X vom 18. Dezember 1975 (WasserR) ersetzte das Reglement vom 30. Dezember 1938, gemÃ¤ss welchem die von den LiegenschafteneigentÃ¼mern geschuldete Wasser­gebÃ¼hr unabhÃ¤ngig vom Verbrauch bemessen worden war. GemÃ¤ss dem neuen Reglement erhebt die Gemeinde nebst ErschliessungsbeitrÃ¤gen und Anschlussge­bÃ¼hren sogenann­te BetriebsgebÃ¼hren, die aus einer GrundgebÃ¼hr je Haushalt sowie einer VerbrauchsgebÃ¼hr bestehen (Art. 65). Dem Gemeinderat steht neben der Festsetzung der Ge­­bÃ¼hren (Art. 5 lit. g und Art. 66 Abs. 1) auch der Erlass der erforderlichen AusfÃ¼hrungsbestimmun­gen zu (Art. 5 lit. i). Die ZÃ¤hlerablesung erfolgt in regelmÃ¤ssigen ZeitabstÃ¤nden, auf jeden Fall auf Jahresende (Art. 68). Die Rechnungsstellung erfolgt jÃ¤hrlich einmal, in der Regel im FrÃ¼hjahr aufgrund des Vorjahresverbrauchs, an den im Zeitpunkt der Rechnungsstellung massgebenden HauseigentÃ¼mer (Art. 69). Die erstmalige Rechnungsstellung fÃ¼r die Grund- und GebrauchsgebÃ¼hren im Jahre 1976 erfolgte aufgrund der BezugsverhÃ¤lt­­nis­se und des Wasserverbrauchs im Jahre 1975 (Art. 77).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die auf 1. Januar 1980 in Kraft getretene Verordnung Ã¼ber GebÃ¼hren an Abwasser­anlagen (AbwGebV) regelt die Erhebung von Anschluss- und von KlÃ¤rgebÃ¼hren. Die KlÃ¤rgebÃ¼hr fÃ¼r Wohnbauten wird aufgrund des Frischwasserverbrauchs pro Kubikmeter festge­legt (Art. 16). FÃ¼r die KlÃ¤rgebÃ¼hr wird jÃ¤hrlich Rechnung gestellt. Sie kann zusam­­men mit anderen Abgaben bezogen werden (Art. 19).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GestÃ¼tzt auf diese Regelung stellte die Beschwerdegegnerin den betroffenen Grund­eigentÃ¼mern jeweils jÃ¤hrlich (in der Regel im MÃ¤rz) aufgrund des Verbrauchs im Vorjahr Rechnung fÃ¼r die Wasser- und AbwassergebÃ¼hren. Am 16. Oktober 2000 beschloss der Ge­­­meinderat im Zusammenhang mit der Festsetzung von neuen GebÃ¼hrentarifen eine Umstellung der "Ableseperiode" sowie der "Rechnungsperiode" fÃ¼r Gas, Wasser und Abwasser; inskÃ¼nftig wÃ¼rden die GebÃ¼hren im Herbst in Rechnung gestellt, und zwar aufgrund des Verbrauchs vom Oktober des Vorjahrs bis September des laufenden Jahrs. Die nÃ¤chste Ablesung erfolge per 30. September 2001, und zwar fÃ¼r die (im ersten Jahr der Umstellung gekÃ¼rzte) Verbrauchszeit vom 1. Januar bis 30. September 2001; die nach neuem Tarif be­messene Rechnung werde im Oktober/November 2001 ausgestellt. Dieser Beschluss wurde am 17./18. November 2000 publiziert. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Jahr 2001 erhielten die BezÃ¼ger, worunter auch die BeschwerdefÃ¼hrenden, zwei Rechnungen: Im Februar 2001 erging eine Rechnung aufgrund des Verbrauchs vom 1. Januar bis 31. Dezember 2000; im Titel wurde sie als "GebÃ¼hren-Rechnung 2000/2001" bezeichnet; im Text wurde erwÃ¤hnt, sie erfolge fÃ¼r die "Rechnungsperiode" vom 1. Januar bis 31. Dezember 2001. Im Oktober 2001 erging eine weitere Rechnung aufgrund des Verbrauchs vom 1. Januar bis 30. September 2001; im Titel wurde sie als "GebÃ¼hren-Rech­nung 2001" bezeichnet; im Beiblatt wurde vermerkt: "Der Wasser- und Gasverbrauch wird fÃ¼r die Zeit vom 1.1.2001 â 30.9.2001 verrechnet, obwohl auf der Rechnung eine Periode '1.1.2001-31.12.2001' angegeben ist. Aus technischen GrÃ¼nden konn­­ten wir die Rechnungs­periode nicht anpassen."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Offenbar im Zusammenhang mit den Einsprachen, welche die BeschwerdefÃ¼hrenden gegen die im Oktober 2001 ergangenen Rechnungen erhoben hatten, beantragte der Ge­­­meinderat der Gemeindeversammlung mit Weisung vom 25. MÃ¤rz 2002 eine Ãnderung von Art. 65, 68 und 69 WasserR. Die Gemeindeversammlung stimmte diesem Antrag am 23. Mai 2002 zu. In der Zwischenzeit hatte der Gemeinderat die beanstandeten Rechnungen vom Oktober 2001 mit den VeranlagungsbeschlÃ¼ssen vom 8. April 2002 bestÃ¤tigt. Ge­mÃ¤ss der Neufassung des Reglements wird in Art. 65 lit. a der Be­­griff "GrundgebÃ¼hr" durch "jÃ¤hrliche GrundgebÃ¼hr" ersetzt. Art. 68 WasserR (mit dem unverÃ¤nderten Randtitel "ZÃ¤hlerablesung") sieht wie bisher vor, dass die Ablesung in regel­­mÃ¤ssigen ZeitabstÃ¤nden erfolge; der Passus "auf jeden Fall auf Jahresende" wird jedoch ersetzt durch die Wendung "spÃ¤testens aber vor der Rechnungsstellung". Art. 69 WasserR (mit dem unverÃ¤nderten Rand­titel "Rechnungsstellung") bestimmt, dass die Rechnungsstel­lung "aufgrund des in der vorausgegangenen Bemessungsperiode ermittelten Verbrauches" erfolge (bisherige Fassung: "jÃ¤hrlich einmal, in der Regel im Folgejahr aufgrund des Vorjahresverbrauches"). Neu wird unter Hinweis auf Art. 5 lit. i WasserR die Kompetenz des Ge­meinderats erwÃ¤hnt, die ModalitÃ¤ten der Rechnungsstellung festzulegen. UnverÃ¤ndert wird die bisherige Regelung Ã¼bernommen, wonach als GebÃ¼hrenschuldner der EigentÃ¼mer im Zeitpunkt der Rechnungsstellung gilt und bei HandÃ¤nderungen der bisherige und der neue EigentÃ¼mer selbst abzurechnen haben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. In beiden Rekursen (vom 23. April und 3. Mai 2002) wurde unter anderem gerÃ¼gt, die im Jahr 2001 vorgenommene Umstellung in der Erhebung der Wasser- und Abwas­sergebÃ¼hren verstosse gegen Art. 68 und 69 WasserR. Das gelte sowohl hinsichtlich des publizierten Beschlusses des Gemeinderats vom 16. Oktober 2000, mit welchem diese Umstellung generell festgelegt worden sei, wie auch hinsichtlich der Veranlagungsentschei­­de vom 8. April 2002, mit welchen die Umstellung gegenÃ¼ber den heutigen Beschwer­­defÃ¼hrenden individuell-konkret umgesetzt worden sei. Der generelle Beschluss vom 16. Oktober 2000, publiziert am 17./18. November 2000, sei gesetzwidrig, weil eine derartige Regelung nicht in die Kompetenz des Gemeinderats falle und sich insbesondere nicht auf Art. 5 lit. i WasserR (Kompetenz des Gemeinderats zum Erlass der erforderlichen AusfÃ¼hrungsbestimmungen) stÃ¼tzen lasse. Dass jener generelle Beschluss von den Rekurrie­­renden nicht angefochten worden sei, schade ihnen nicht; denn im Rahmen des vorliegen­­den Rekursverfahrens Ã¼ber die VeranlagungsbeschlÃ¼sse vom 8. April 2002 kÃ¶nne er durch die Rekursinstanz akzessorisch Ã¼berprÃ¼ft werden, was bedeute, dass er wegen Kompe­tenzwidrigkeit als Rechtsgrundlage fÃ¼r die angefochtenen Veranlagungen ausser Betracht falle. Ebenso wenig bilde der Antrag des Gemeinderats vom 25. MÃ¤rz 2002 zur Ãnderung des Reglements eine hinreichende Rechtsgrundlage; Ã¼ber diesen Antrag habe die Gemeindeversammlung noch nicht befunden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat hat sich mit diesen Einwendungen auseinandergesetzt und sie verwor­fen. Er ist zum Schluss gelangt, der Gemeinderat sei gestÃ¼tzt auf Art. 5 lit. i WasserR befugt gewesen, die fÃ¼r die Umstellung der Ablese- und Abrechnungsperiode erforderliche Ãbergangsregelung zu erlassen, was er mit seinem Beschluss vom 16. Oktober 2000, publi­­ziert am 17./18. November 2000, getan habe (Rekursentscheid E. 5 lit. fâh) . In der Beschwerde wird ausdrÃ¼cklich erklÃ¤rt, die BeschwerdefÃ¼hrenden hielten an den diesbezÃ¼glichen Einwendungen nicht mehr fest. Im Rahmen der richterlichen Rechtsanwendung von Amtes ist zwar diese ErklÃ¤rung fÃ¼r das Verwaltungsgericht nicht bindend. Das Gericht hat jedoch keinen Anlass, die diesbezÃ¼glichen ErwÃ¤gungen des Bezirksrats, die von den BeschwerdefÃ¼hrenden akzeptiert werden, in Frage zu stellen. Sie erweisen sich jedenfalls als haltbar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) In den Beschwerden wird ausschliesslich der Einwand erneuert, die Beschwerde­­­gegnerin habe die BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r das Jahr 2001 zweimal mit VerbrauchsgebÃ¼h­­­ren fÃ¼r Wasser und Abwasser belastet, nÃ¤mlich mit Rechnungen vom Februar 2001 und vom Oktober 2001; in dieser zweimaligen GebÃ¼hrenerhebung liege eine unzulÃ¤ssige Doppel­­belastung fÃ¼r ein und dieselbe GebÃ¼hrenperiode. Die Doppelbelastung widerspreche dem Kostendeckungs- und dem Ãquivalenzprinzip. Der Gemeinderat und der Bezirksrat hÃ¤t­­ten verkannt, dass bei den streitigen GebÃ¼hren analog der Regelung der Einkommenssteuern zwischen Bemessungs- und GebÃ¼hrenperiode zu unterscheiden sei. Mit dem Inkraft­­treten des Wasserreglements auf 1. Januar 1976 sei, wie sich aus dessen Art. 68, 69 und 77 WasserR ergebe, eine "PrÃ¤numerandoerhebung mit Vergangenheitsbemessung" ein­gefÃ¼hrt worden, welches System kraft Art. 19 AbwGebV auch fÃ¼r die Erhebung der KlÃ¤r­ge­bÃ¼hren anwendbar sei. Die Wasser- und KlÃ¤rgebÃ¼hren seien in der Folge bis und mit dem Jahr 2000 entsprechend diesem System erhoben worden. Die im Jahre 2001 vorgenom­­­mene zeitliche Umstellung in den Bemessungs- und Rechnungsperioden habe zur Folge, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r dieses Jahr (verstanden als Rechnungsperiode) doppelt belastet wÃ¼rden. Die von der Gemeindeversammlung am 23. Mai 2002 beschlossene Reg­lementsÃ¤nderung bilde ebenfalls keine hinreichende Rechtsgrundlage fÃ¼r die im Jahr 2001 erfolgte Doppelbelastung; deren rÃ¼ckwirkende Anwendung werde zwar wie erwÃ¤hnt nicht beanstandet. Inhaltlich bestÃ¤tige die von der Gemeindeversammlung beschlossene Neufassung lediglich die vom Gemeinderat am 16. Oktober 2000 beschlossene Regelung. Die BeschwerdefÃ¼hrenden hÃ¤tten gegen diese Regelung an sich nichts einzuwenden; beanstandet werde jedoch deren Umsetzung im Jahr 2001, welche zu einer Doppelbelastung in diesem Jahr fÃ¼hre. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Im Einkommens- und Gewinnsteuerrecht, auf das sich die BeschwerdefÃ¼hrenden mit ihrer Argumentation berufen, kommt dem Prinzip der PeriodizitÃ¤t eine besondere Bedeu­­tung zu. Einkommens- und Gewinnsteuern werden nicht nur â wie andere Steuern auch â in regelmÃ¤ssigen AbstÃ¤nden erhoben; vielmehr sind auch Steuerobjekt, Steuerberechnungs­grundlage und Steuermass durch Zeitperioden bestimmt. Dabei wird zwischen Steuer-, Ver­anlagungs- und Bemessungsperiode unterschieden. Steuerperiode ist die Zeitperiode, fÃ¼r wel­­­che die Steuer geschuldet wird. Veranlagungsperiode ist die Periode, in denen die Steuer­erhebung â das Veranlagungsverfahren â durchgefÃ¼hrt wird. Bemessungsperiode ist der Zeit­­raum, welcher fÃ¼r die Berechnung des steuerbaren Einkommens bzw. Gewinns massgebend ist. Unterschieden wird ferner zwischen PrÃ¤numerandobesteuerung mit Vergangenheits­­­bemessung und Postnumerandobesteuerung mit Gegenwartsbemessung; die beiden Sys­teme kennzeichnen sich durch ein bestimmtes VerhÃ¤ltnis zwischen Steuer-, Veranlagungs- und Bemessungsperiode. Im System der PrÃ¤numerandobesteuerung decken sich Steuer- und Veranlagungsperiode, welcher die Bemessungsperiode vorausgeht (Vergangenheitsbemessung); im System der Postnumerandobesteuerung fallen Steuerperiode und Bemessungsperiode zusammen (Gegenwartsbemessung), wÃ¤hrend die Veranlagung im nachfolgenden Zeitraum erfolgt (vgl. zum Ganzen Ernst HÃ¶hn/Robert Waldburger, Steuerrecht, Band I, 9. A., Bern 2001, § 11 Rz. 12 ff.). Es versteht sich dabei von selbst, dass der Steuerpflichtige die Steuer, die er fÃ¼r eine bestimmte Periode schuldet, nur einmal zu entrichten hat. Hingegen ist es im Rahmen eines Systemwechsels, z.B. beim Ãbergang von der PrÃ¤numerando- zur Postnumerandobesteuerung durchaus mÃ¶glich und zulÃ¤ssig, dass ein bestimmter Zeitraum als Be­­­messungsperiode Ã¼berhaupt wegfÃ¤llt ("BemessungslÃ¼cke"), wÃ¤hrend der folgende Zeitraum Bemessungsgrundlage fÃ¼r zwei Steuerperioden bildet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) BenÃ¼tzungsgebÃ¼hren wie die hier streitigen VerbrauchsgebÃ¼hren fÃ¼r Wasser und Abwasser sind keine Steuern, sondern Kausalabgaben, die â anders als Steuern â an eine dem Abgabepflichtigen zurechenbare Leistung anknÃ¼pfen (zur Unterscheidung von Steuern und Kausalabgaben im Allgemeinen vgl. HÃ¶hn/Waldburger, § 1 Rz. 7). Allerdings kommt bei GebÃ¼hren oder GebÃ¼hrenkomponenten, die wie die hier betroffenen Wasser- und KlÃ¤rgebÃ¼hren den Verbrauch abgelten, dem Prinzip der PeriodizitÃ¤t ebenfalls eine gewisse Bedeutung zu. Dies rechtfertigt es, die in der Steuerrechtswissenschaft und in der Steuergesetzgebung im Zusammenhang mit dem PeriodizitÃ¤tsprinzip geprÃ¤gten Begriffe und Systeme (Steuer-, Veranlagungs- und Bemessungsperiode; PrÃ¤numerando- und Postnumerandobesteuerung) sinngemÃ¤ss auf den vorliegenden Fall anzuwenden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Von entscheidender Bedeutung ist somit die Auslegung von Art. 77 WasserR und die konkrete Umsetzung des Systemwechsel in den Jahren 1975/76. Nach dem bisheri­gen Reglement vom 30. Dezember 1938 wurde jeweils eine pauschale GebÃ¼hr als Abgel­tung des im Rechnungsjahr bezogenen Wassers erhoben. Unter Geltung dieses Reglements </span></p> <p class="Einzug1"><span>erfolgte letztmals im Jahr 1975 eine Rechnungsstellung, und zwar "pro 1975". § 77 des (neu­en) Wasserreglements vom 18. Dezember 1975 sah eine erstmalige Rechnungsstellung im Jahr 1976 aufgrund des Wasserverbrauchs im Jahr 1975 vor. Dies be­deutet, dass das Jahr 1975 die Bemessungsperiode und das Jahr 1976 die Abgabeperiode dar­­stellte. Dieses Sys­tem, das eine GebÃ¼hr fÃ¼r das im Rechnungsjahr bezogene Wasser unter Bezugnahme auf den Wasserverbrauch des Vorjahrs verrechnete, wurde wÃ¤hrend rund 25 Jah­ren unangefochten befolgt (vgl. die bei den Akten liegenden Rechnun­gen) und entspricht einer PrÃ¤numerandobesteuerung mit Vergangenheitsbemessung. Bezogen auf das Jahr 2001 hat dies zur Folge, dass die GebÃ¼hrenschuld fÃ¼r das Jahr 2001 mit der Bezahlung der Rechnungen vom Februar 2001 abgegolten ist. Die Rechnungen vom Ok­tober 2001, die sich eben­falls auf den Verbrauch im Jahr 2001 beziehen, fÃ¼hren somit zu einer Doppelbelastung der GebÃ¼hrenpflichtigen, ungeachtet der Tatsache, dass die Bemessungsgrundlage fÃ¼r diese Rechnungen eine an­de­re war (nÃ¤mlich Januar bis September 2001).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Die fÃ¼r das Jahr 2001 geplante Umstellung des GebÃ¼hrenbezugs hÃ¤tte richtigerwei­se so vorgenommen werden mÃ¼ssen, dass zunÃ¤chst der Ablesezeitpunkt in den Jahren 2001 und 2002 auf Ende September hÃ¤tte verlegt werden mÃ¼ssen. Die Rechnungsstellung fÃ¼r das Jahr 2001 wÃ¤re noch nach altem System erfolgt (Bemessungsperiode: Januar bis De­zember 2000; GebÃ¼hrenperiode: Jahr 2001; Rechnungsstellung im FrÃ¼hjahr 2001). Im Jahr 2002 hÃ¤tte dann mit einer Rechnungsstellung im Herbst das neue System eingefÃ¼hrt werden kÃ¶nnen (Bemessungsperiode: Oktober 2001 bis September 2002; GebÃ¼hrenperiode 2002).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der neue Bezugsrhythmus lÃ¤sst sich allerdings weder der PrÃ¤numerandobesteuerung mit Vergangenheitsbemessung noch der Postnumerandobesteuerung mit Gegenwartsbe­messung gleichsetzen. Da sich mit dem neuen System Bemessungs- und Steuerperiode teilweise Ã¼berschneiden, liegt eine Mischform vor, was jedoch nach dem Gesagten nichts da­ran Ã¤ndert, dass die Rechnungen von Oktober 2001 fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden eine un­zulÃ¤ssige Doppelbelastung fÃ¼r das Jahr 2001 bewirkt haben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. DemgemÃ¤ss sind die Beschwerden gutzuheissen und der Rekursentscheid des Be­zirksrats vom 27. September 2002 sowie die VeranlagungsverfÃ¼gungen vom 8. April 2002 aufzuheben. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerden werden gutgeheissen. Der Rekursentscheid des Bezirksrats vom 27. September 2002 und die VeranlagungsverfÃ¼gungen vom 8. April 2002 werden aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>