A bteilung III C -7674/2006 {T 0/2} U rte il v o m 2 1 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichterin R uth Beutler (Vorsitz), R ichter Andreas Trom m er, R ichter Bernard Vaudan, G erichtsschreiber D aniel Brand. T._______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verw eigerung der Einreisebew illigung in Bezug auf W . B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandC -7674/2006 Sachverhalt: A . Am 18. O ktober 2006 ersuchte W ._______ (geb. 1987, Thailand) bei der Schw eizerischen Botschaft in Bangkok um ein Visum für einen dreim onatigen Besuchsaufenthalt bei ihrem im Kanton Zürich w ohnhaften Vater T._______ (Beschw erdeführer). N ach form loser Verw eigerung überm ittelte die Schw eizerische Vertretung das G esuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz. B . N achdem das M igrationsam t des Kantons Zürich beim G astgeber er- gänzende Auskünfte eingeholt hatte, w ies die Vorinstanz m it Verfügung vom 7. D ezem ber 2006 das Einreisegesuch m it der Begründung ab, die G esuchstellerin stam m e aus einer R egion, aus w elcher der Zu- w anderungsdruck als Folge der dort herrschenden w irtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse bekannterw eise nach w ie vor stark anhalte. Viele ihrer Landsleute versuchten, ihren Aufenthalt in der Schw eiz durch Ausschöpfung säm tlicher rechtlicher M ittel zu verlän- gern, um sich so in U m gehung der bundesrätlichen Begrenzungs- m assnahm en eine verm eintlich bessere Zukunft aufzubauen. D er Ein- geladenen oblägen im H eim atland w eder zw ingende berufliche oder gesellschaftliche Verpflichtungen noch fam iliäre Verantw ortlichkeiten, die gegebenenfalls G ew ähr für eine fristgerechte R ückkehr bieten könnten. Zudem hätten Abklärungen ergeben, dass die finanziellen G arantien ungenügend seien. C . M it Verw altungsbeschw erde an das Eidgenössische Justiz- und Poli- zeidepartem ent (EJPD ) vom 27. D ezem ber 2006 beantragt der Be- schw erdeführer sinngem äss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfü- gung und die Erteilung des gew ünschten Besuchervisum s. Zur Be- gründung bringt er im W esentlichen vor, seine Tochter habe durchaus gesellschaftliche Verpflichtungen und fam iliäre Verantw ortlichkeiten, m üsse sie sich doch im H eim atland um ihre 84-jährige, gesundheitlich angeschlagene G rossm utter küm m ern. D ie finanzielle G arantie für die G esuchstellerin w erde von seinem (ebenfalls in W interthur w ohnhaf- ten) Schw ager R ._______ übernom m en. D er Eingabe w ar ein entsprechendes Schreiben von R ._______ vom 27. D ezem ber 2006 beigelegt, w onach er die finanziellen G arantien S eite 2C -7674/2006 übernehm en und nötigenfalls eine G arantieerklärung unterzeichnen w erde. D . In ihrer Vernehm lassung vom 16. M ärz 2007 spricht sich die Vorinstanz für die Abw eisung der Beschw erde aus und hält ergänzend fest, die Eingeladene sei jung, ledig, kinderlos und nach Abbruch ihres Studi- um s ohne feste Anstellung. Ü berdies sei der Beschw erdeführer nicht in der Lage, die notw endigen finanziellen G arantien zu übernehm en. D aran verm öge auch die von einem Bekannten aus reiner G efälligkeit abgegebene Verpflichtungserklärung nichts zu ändern. E. M it verfahrensleitender Anordnung vom 27. M ärz 2007 w urde dem Beschw erdeführer die M öglichkeit gew ährt, zur Vernehm lassung der Vorinstanz Stellung zu nehm en. D ie hierfür gesetzte Frist blieb unge- nutzt. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Verfügungen des Bundesam tes für M igration (BFM ) betreffend Verw eigerung der Einreisebew illigung unterliegen der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht (A rt. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20] i.V.m . A rt. 31 und A rt. 33 Bst. d des Verw altungs- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verw altungsgerichtsge- setzes am 1. Januar 2007 bei Eidgenössischen R ekurs- oder Schieds- kom m issionen oder bei Beschw erdediensten der D epartem ente hängi- gen R echtsm ittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (A rt. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 G em äss A rt. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundes- verw altungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). D as U rteil ist endgültig (A rt. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . A rt. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). S eite 3C -7674/2006 1.4 D er Beschw erdeführer ist als "M itbeteiligter" (Vater und zugleich G astgeber) gem äss A rt. 20 Abs. 2 AN AG zur Beschw erdeführung legi- tim iert; auf die frist- und form gerechte Beschw erde ist daher einzutre- ten (A rt. 48 ff. Vw VG ). 2. Ausländer/-innen sind zur Anw esenheit in der Schw eiz berechtigt, w enn sie eine Aufenthalts- oder N iederlassungsbew illigung besitzen oder w enn sie keiner solchen bedürfen (vgl. A rt. 1a AN AG ). D ie Behör- de entscheidet, im R ahm en der gesetzlichen Vorschriften und der Ver- träge m it dem Ausland, nach freiem E rm essen über die Bew illigung von Aufenthalt oder N iederlassung (A rt. 4 AN AG ). D aher räum t das schw eizerische R echt w eder einen Anspruch auf Einreise noch auf Er- teilung eines Visum s ein (vgl. PETER U EBE R SA X, Einreise und Anw esen- heit, in: Peter U ebersax/Peter M ünch/Thom as G eiser/M artin A rnold (H rsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen R echt, P rivatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schw eiz, Basel/G enf/M ünchen 2002, S. 143). D em behördlichen Erm essen steht som it im Falle der E rteilung einer Einreisebew illigung ein w eiterer Spielraum offen als beispielsw eise bei der Verlängerung einer allm äh- lich den Vertrauensschutz verfestigenden Anw esenheitserlaubnis. 3. Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schw eiz neben einem Pass ein Visum , sofern sie nicht aufgrund besonderer R egelung von diesem Erfordernis ausgenom m en sind (vgl. A rt. 1, A rt. 3 und A rt. 4 der Verordnung vom 14. Januar 1998 über Einreise und Anm eldung von Ausländerinnen und Ausländern [VEA, SR 142.211]). D ie G esuchstellerin kann sich auf keine Ausnahm eregelung berufen; sie ist aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit visum spflichtig. D as Visum w ird verw eigert, w enn die Ausländerin oder der Ausländer die Einreisevoraussetzungen nach A rt. 1 VEA nicht erfüllt (vgl. A rt. 14 Abs. 1 VEA). So m üssen Personen, die in die Schw eiz reisen m öchten, unter anderem G ew ähr bieten, dass sie fristgerecht w ieder ausreisen w erden (A rt. 1 Abs. 2 Bst. c. VEA). D azu lassen sich jedoch, da ein künftiges Verhalten zu beurteilen ist, in der R egel keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Voraussagen m achen. D abei sind säm tliche U m stände des konkreten Einzelfalles zu w ürdigen. Im W eitern m üssen die Eingeladenen über genügend M ittel verfügen, S eite 4C -7674/2006 um ihren Lebensunterhalt w ährend der D urchreise oder des Aufent- halts in der Schw eiz zu bestreiten, oder in der Lage sein, sich diese M ittel auf legale W eise zu beschaffen (vgl. A rt. 1 Abs. 2 Bst. d i.V.m . A rt. 6-8 VEA). 4. 4.1 Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten W iederausreise können sich aus der allgem einen Lage im H erkunftsland der Besuche- rin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw . R egionen m it politisch oder w irtschaft- lich vergleichsw eise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeu- ten, dass die persönliche Interessenlage in solchen Fällen nicht m it dem Ziel und Zw eck einer zeitlich befristeten Einreisebew illigung in Einklang steht. 4.2 D ie Asienkrise von 1997 liess auch die W irtschaft Thailands schrum pfen, dem Land gelang allerdings schnell der U m schw ung hin zu neuem W irtschaftsw achstum . Seit 2005 sind die W achstum sw erte w ieder leicht rückläufig. H auptträger des W achstum s 2005 w aren, ge- stützt durch um fangreiche Konjunkturprogram m e der R egierung, der Export und öffentliche Investitionen, die den privaten Verbrauch als W achstum sm otor klar abgelöst haben (Q uelle: http://w w w .auswaerti- ges-am t.de, Stand: O ktober 2006). D ie grundsätzlich erm utigenden w irtschaftlichen Entw icklungen können aber nicht über die Tatsache hinw egtäuschen, dass nach w ie vor breite Bevölkerungsschichten von vergleichsw eise schw ierigen ökonom ischen und sozialen Lebensbe- dingungen betroffen sind. D as Bruttoinlandprodukt pro Kopf der Bevöl- kerung betrug im Jahre 2005 nur gerade 2'628 U SD. Entsprechend hoch ist der Anteil jener, die versuchen, ins Ausland zu gelangen, um sich unter günstigeren Lebensbedingungen eine bessere Existenz si- chern zu können. D er Trend zeigt sich erfahrungsgem äss dort beson- ders stark, w o durch die Anw esenheit von Verw andten oder Bekannten bereits ein m inim ales soziales Beziehungsnetz im Ausland besteht. Im Falle der Schw eiz führt dies angesichts der restriktiven Zulassungsre- gelung nicht selten zur U m gehung ausländerrechtlicher Bestim m un- gen. 4.3 Bei der R isikoanalyse sind aber nicht nur solch allgem eine U m - stände und Erfahrungen, sondern auch, w ie unter Ziffer 3 ausgeführt, säm tliche G esichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichti- gen. O bliegt einem G esuchsteller oder einer G esuchstellerin im H ei- S eite 5C -7674/2006 m atstaat beispielsw eise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder fam iliäre Verantw ortung, kann dieser U m stand durchaus die Pro- gnose für eine anstandslose W iederausreise begünstigen. Anderer- seits m uss bei G esuchstellern, die in der H eim at keine der erw ähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer m öglichen Em igration abhal- ten könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das R isiko eines frem denpolizeilich nicht vorschriftsgem ässen Verhaltens (nach bew il- ligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt w erden. 4.4 Bei der G esuchstellerin handelt es sich um einen unverheiratete 20-jährige Frau, w elche sich im Einreisegesuch als Studentin bezeich- nete, gem äss den Angaben der Schw eizerischen Botschaft in Bangkok allerdings ihr Studium seit letztem Sem ester abgebrochen haben soll (vgl. Bem erkungen zum Einreisegesuch vom 18. O ktober 2006). Für die Annahm e, die Eingeladene ginge m ittlerw eile in Thailand einer ge- regelten Erw erbstätigkeit nach und sei nunm ehr in der Arbeitsw elt inte- griert, ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte. D er Beschw erdeführer verw eist hingegen auf das intakte soziale U m - feld der eingeladenen Tochter im H eim atland und bringt in diesem Zu- sam m enhang vor, seine 84-jährige M utter, die gesundheitlich ange- schlagen sei, sei auf die ständige H ilfe ihrer Enkelin angew iesen. D ie- ses Argum ent verm ag schon deshalb nicht zu überzeugen, w eil der U m stand, dass gleich eine m ehrm onatige Landesabw esenheit geplant ist, nicht ohne w eiteres darauf schliessen lässt, die Präsenz der G e- suchstellerin sei für die Belange ihrer Fam ilie unverzichtbar; aufgrund der Aktenlage ist eher davon auszugehen, die von ihr geleistete U nter- stützung könne durchaus für längere Zeit auch auf andere W eise si- chergestellt w erden. Insofern darf bezw eifelt w erden, dass der Eingela- denen im H eim atland besondere Verpflichtungen obliegen, die sie ernsthaft von einer Em igration abzuhalten verm öchten, zum al m it dem R ekurrenten – ihrem Vater – sow ie der ebenfalls in W interthur leben- den M utter N ._______ und älteren Schw ester P._______ bereits nächste Fam ilienangehörige definitiv in die Schw eiz übersiedelt sind. D iesem G esichtspunkt gilt es bei der Beurteilung des vorliegenden Einreisegesuches ebenfalls R echnung zu tragen, ist doch das R isiko, dass w eitere Angehörige aus dem engeren Fam ilienkreis (w ie bei- spielsw eise die G esuchstellerin), die im H eim atland m öglicherw eise m it den gleichen oder zum indest ähnlichen Problem en zu käm pfen ha- ben, ebenfalls einen dauerhaften Aufenthalt in der Schw eiz anstreben könnten, nicht bloss als gering einzustufen. Vor diesem H intergrund S eite 6C -7674/2006 m üssen die Beteuerungen des Beschw erdeführers, w onach seine Tochter die Schw eiz fristgerecht verlassen w erde, als nicht ausschlag- gebend bezeichnet w erden. Im Ü brigen hegte auch die Schw ei- zerische Vertretung in Bangkok, w elche m it den sozialen, w irtschaftli- chen und politischen Verhältnissen im H erkunftsstaat der Ausländerin gut vertraut ist und sich som it durchaus ein Bild der Einreisew illigen m achen kann, grosse Bedenken bezüglich der anstandslosen W ieder- ausreise und verw eigerte form los die Einreisebew illigung. 4.5 N ach dem G esagten durfte die Vorinstanz daher zu R echt davon ausgehen, die W iederausreise der Eingeladenen sei im Sinne der m assgeblichen Bestim m ungen nicht gesichert. Zw ar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, um die E rteilung eines Einreisevisum s – auf das, w ie erw ähnt, kein R echtsanspruch besteht – abzulehnen. D aran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Beschw erdeführer für die rechtzeiti- ge R ückreise der G esuchstellerin garantieren w ürde; denn eine solche G arantie ist trotz bester und ehrlicher Absichten nicht m öglich bzw . rechtlich nicht durchsetzbar (vgl. Verw altungspraxis der Bundesbehör- den [VPB] 57.24; U rteil des Bundesverw altungsgerichts C -2341/2006 vom 7. August 2007 E. 6). D ie Voraussetzungen gem äss A rt. 1 Abs. 2 Bst. c VEA sind som it nicht erfüllt, w eshalb die Vorinstanz die Einreise- bew illigung zu R echt verw eigert hat. Bei dieser Sachlage kann letztlich die Frage offen gelassen w erden, ob die G esuchstellerin über genügend M ittel verfügt hätte, um ihren Lebensunterhalt w ährend des Aufenthaltes in der Schw eiz zu bestrei- ten oder ob der R ekurrent als G astgeber – allenfalls in der Lage gew e- sen w äre, die erforderliche finanzielle G arantie zugunsten der eingela- denen Tochter zu leisten (vgl. A rt. 1 Abs. 2 Bst. d VEA). 5. Aus diesen D arlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bun- desrecht nicht verletzt. D er rechtserhebliche Sachverhalt w urde richtig und vollständig festgestellt und die Vorinstanz hat das ihr zustehende E rm essen pflichtgem äss und zutreffend gehandhabt (A rt. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist dem zufolge abzuw eisen. 6. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w ird der unterliegende Beschw erdeführer kostenpflichtig (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfah- renskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (A rt. 1, A rt. 2 und A rt. 3 S eite 7C -7674/2006 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. Sie w erden m it dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (Einschreiben) - die Vorinstanz (Akten R ef-N r. [...] zurück) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: R uth Beutler D aniel Brand Versand: S eite 8