Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. Januar 2014 (720 13 238 / 06) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Vorliegen einer invalidisierenden Gesundheitsschädigung als Voraussetzung für den Leistungsanspruch (Suchtproblematik) Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Micha el Guex, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Vijitha Schniepper-Muthuthamby Parteien A._____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Martin Lutz , Advokat , Falknerstrasse 3, Postfach, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1964 geborene A.____ meldete sich erstmals mit G esuch vom 12. Juni 1997 unter Hinweis auf seine Rückenbeschwerden (Diskushernie) bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle sprach i hm eine Umschulung zum technischen Kaufmann zu, die er im Juli 2000 erfolgreich abschloss. In der Folge ging der Versicherte keiner Tätigkeit mehr nach. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mit Gesuch vom 1. Dezember 2011 (Eingang) meldete sich A .____ erneut unter Hinweis auf Diskushernie, Hepatitis C und Opiatabhängigkeit bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an. Nach medizinischer Abklärung sowie nach Durchführung des Vo rbescheidverfahrens lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 27. Juni 2013 einen Ansp ruch von A.____ auf Leistungen der IV ab. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen gelten d, die medizinischen Abklärungen hät- ten ergeben, dass beim Versicherten eine primäre Sucht problematik vorliege. Invalidität bei Sucht liege jedoch nur vor, wenn die Sucht Folge eines Gesundheitsschadens sei, der zur Inva- lidität führe, oder wenn sie zu einem solchen geführt habe. Somit bestehe keine Invalidität im Sinne des Gesetzes, welche einen Anspruch auf Leistungen der IV geben würde. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Martin Lutz, mit Eingabe vom 29. August 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel -Landschaft, Abteilung Sozialver- sicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung auf- zuheben und es sei ihm eine volle Rente ab dem 1. Juni 2012 zuzusprechen. Eventualiter seien ihm berufliche Massnahmen zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Verfügung vom 5. September 2013 gewährte das Kantonsgericht dem Beschwerde- führer die unentgeltliche Prozessführung und die unen tgeltliche Verbeiständung mit Advokat Lutz. D. Die IV-Stelle liess sich mit Eingabe vom 27. Septem ber 2013 vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes übe r die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 29. August 201 3 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle eine n Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der IV – wie berufliche Massnahmen oder eine Rente – zu Recht mit der Begrün- dung abgelehnt hat, beim Beschwerdeführer liege keine invalidisierende Gesundheitsschädi- gung vor. 3.1.1 Die Gewährung von Leistungen der IV setzt voraus, dass die versicherte Person invalid oder – falls Eingliederungsmassnahmen beansprucht werden – von einer Invalidität bedroht ist. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invalid ist eine Person, die voraussichtlich bleibend ode r längere Zeit ganz oder teilweise er- werbsunfähig ist (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Sie gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leist ung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). 3.1.2 Unter Erwerbstätigkeit ist der durch Beeinträch tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Beha ndlung und Eingliederung ver- bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög lichkeiten auf dem in Betracht kom- menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 A bs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich Folgen der gesundheitli- chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.1.3 Arbeitsunfähig ist eine Person, welche, bedingt durch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, ganz oder t eilweise unfähig ist, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 Satz 1 ATSG). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 Abs. 2 ATSG). 3.2.1 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von e iner Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notw endig und geeignet sind, die Er- werbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Vorausset- zungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erf üllt sind (lit. b). Laut Art. 8 Abs. 3 IVG bestehen die Eingliederungsmassnahmen in medizinischen Massnahmen (lit. a), in Integra- tionsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein gliederung (lit. abis ), in Massnahmen beruflicher Art (lit. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. c). 3.2.2 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mi ndestens 40% invalid sind (lit. c). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wen n sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.1 Die vorstehend wiedergegebenen Legaldefinitionen und gesetzlichen Umschreibungen der hauptsächlichen Leistungsansprüche (Eingliederung smassnahmen, Rente) machen deut- lich, dass in jedem Fall eine auf ein Geburtsgebrechen ( Art. 2 Abs. 2 ATSG), eine Krankheit (Art. 3 Abs. 1 ATSG) oder einen Unfall (Art. 4 ATSG ) zurückzuführende, invalidisierende Ge- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sundheitsschädigung vorliegen muss, damit eine versicherte Person Leistungen der IV bean- spruchen kann. 4.2 Zu ergänzen ist in diesem Zusammenhang, dass nach d er Rechtsprechung die Annah- me einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundh eitsschädigung eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssys- tem voraussetzt (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Dabei ist zu betonen, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen L eiden belastenden psychoso- zialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Kr ankheitswert zukommt. Eine invalidi- sierende Gesundheitsschädigung im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, da s die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehm en ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative Voraussetzung – so- gar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 4.3 Nach ständiger Rechtsprechung begründet eine Droge nsucht, für sich allein betrachtet, keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird ei ne solche Sucht im Rahmen der Inva- lidenversicherung bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine K rankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge eine körperliche oder geistige Gesundhe itsschädigung eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge einer körperlichen oder geistigen Gesundheitsschädigung ist, welcher Krankheitswert zukommt (Urteil des damaligen Eidgenö ssischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 6. November 2006, I 955/05, E. 3.1 mit Hinweisen). 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurt eilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 135 V 469 f. E . 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externe r Spezialärztinnen und -ärzte, wel- che aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Ak- ten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien ge- gen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinwei- sen). 6.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszu standes und zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten als erstes einen Beri cht bei den behandelnden Ärzten der Klinik B._____ ein. Die behandelnden Ärzte der Klinik B.____ hielten in diesem Bericht vom 22. Dezember 2011 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1), eine Dysthymia (ICD-10 F34. 1), eine rezidivierend depressive Störung (gegenwärtig remittiert; ICD-10 F33.4), Essat tacken bei anderen psychischen Störun- gen (ICD-10 F50.4), eine Persönlichkeits- und Verhalten sstörung (ICD-10 F11.71) bei Opioi- dabhängigkeit (gegenwärtig Diaphin Substiution; ICD-10 F11.22), eine Kokainabhänigkeit (ICD- 10 F14.24) und ein schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD -10 F10.1) fest. Aufgrund des lang- jährigen chronischen Verlaufes sei davon auszugehen, da ss keine Besserung der depressiven Symptomatik und Dysthymia zu erwarten sei. Eine Abstinenz v on Opioiden und Kokain sei auf- grund des frühen Erkrankungsalters nicht wahrscheinlich. I m Rahmen der depressiven Erkran- kung und als Folge des langjährigen Opioid-, Kokain- und Alkoholkonsums leide der Versicherte unter deutlichen Einschränkungen von Konzentration, Mot ivation, Leistungsfähigkeit und An- trieb. Aus medizinischer Sicht sei die bisherige Tätigk eit nicht zumutbar und die Einschränkun- gen des Versicherten würden sich durch medizinische Massnahmen nicht vermindern lassen. Dem Bericht legen die Ärzte der Klinik B.____ einen p sychodiagnostischen Abklärungsbericht der Klinik B.____ vom 16. Februar 2011 bei, der die gleichen Diagnosen festhält. 6.2.1 Die IV-Stelle entschloss sich, zur einlässlicheren Abklä rung des Gesundheitszustandes des Versicherten ein bidisziplinäres Gutachten bei Dr. me d. C.____, FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, und bei Dr. med. D.____, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, einzu- holen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.2 In rheumatologischer Hinsicht hält Dr. C.____ mi t Gutachten vom 31. Oktober 2012 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein ch ronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5) fest. Als Diagnosen ohne Au swirkung auf die Arbeitsfähigkeit führt er einen unklaren Prozess in Höhe der Dornfortsä tze Th8-10 unklarer Zuordnung, eine diskrete Epicondylitis humeri radialis rechtsseitig (ICD-10 M77.1) sowie einen Verdacht auf Ent- rapment-Syndrom des Nervus ulnaris rechtsbetont (ICD-10 G56.2) auf. Nach wie vor bestehe seit 1999 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für körperlich schwere bis mittelschwere Tätigkeiten mit Notwendigkeit sich wiederholt zu bücken, repetitiv L asten über 10kg zu heben, tragen oder stossen sowie bei Arbeiten in zwanghaften Körperhaltun gen wie beispielsweise bei der Arbeit auf der Baustelle im Flachdachbau. Dabei würden die se it Jahren bekannten degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS) interferie ren, die die Durchführung dieser Tätig- keiten weiterhin nicht mehr ermöglichen. Hingegen best ehe aus rheumatologischer Sicht für eine körperlich leichte Tätigkeit bei der Arbeit als te chnischer Kaufmann weiterhin keine rele- vante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei der klini schen Untersuchung sowie bei den ra- diomorphologischen Abklärungen im Bereiche der LWS hät ten sich keine relevanten Verände- rungen von klinischer Relevanz feststellen lassen. Eine Täti gkeit mit wechselnder körperlicher Position (Sitzen, Stehen, Gehen) sei in diesem Fall von Vorteil und aus rheumatologischer Sicht völlig zumutbar. Der Explorand zeige die Fähigkeit, sich selbständig zu bewegen, um seinen alltäglichen Bedürfnissen und Tätigkeiten nachzugehen . Dadurch lasse sich eine relevante Verminderung am Bewegungsapparat nicht objektivieren. D ie neu entstandenen Veränderun- gen im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) hätten bis j etzt keinen Einfluss auf die Arbeitsfähig- keit gehabt, da sie zu keiner relevanten Instabilität der BWS führen würden. Es handle sich um einen unklaren Prozess im Bereich der Dornfortsätze Th8 – Th10 sowie im Bereich der nahelie- genden Weichteile. Relevante ossäre Destruktionen würden nicht vorliegen, welche eine Insta- bilität der BWS bewirken könnten. Der Explorand sei auch für jegliche Verweistätigkeiten voll- ständig arbeitsfähig, wobei lediglich körperlich leichte Tätigkeiten (im Sinne einer Büroarbeit) zumutbar seien. 6.2.3 In psychiatrischer Hinsicht hält Dr. D.____ mit Gut achten vom 6. Juli 2012 fest, dass beim Versicherten keine Diagnose mit Einfluss auf die Ar beitsfähigkeit erhoben werden könne. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ne nnt er eine Polytoxikomanie (Alkohol, Opiate, Kokain; ICD-10 F19.2). Mit 16 Jahren habe der Explorand mit dem Konsum von Alkohol und Cannabis begonnen. Im Alter von 18 Jahren began n er zudem Kokain und mit 21 oder 22 Jahren Heroin zu konsumieren. Er habe damals nicht unter einer psychiatrischen Störung gelit- ten. Während Jahren habe der Explorand einen hohen Alkohol- und Heroinkonsum betrieben. Trotzdem sei der Explorand in der Lage gewesen, zu arbe iten. Der Explorand leide unter leich- ten Durchschlafstörungen, die im Zusammenhang mit der langjährigen Alkohol- und Drogenab- hängigkeit stünden. Er habe morgens keine Mühe aufzuste hen und könne ohne Schwierigkei- ten seine Aktivitäten in der Stadt nachgehen. Er lei de nicht unter depressiven Verstimmungen, einem sozialen Rückzug, einem Lebensverleider oder Suizidg edanken. Es hätten keine Kon- zentrations- und Gedächtnisstörungen festgestellt werden können. Bei der psychiatrischen Un- tersuchung sei der Explorand nicht depressiv gewesen. Ge legentlich, insbesondere während den Wintermonaten, leide der Explorand während Tage n unter leichten depressiven Verstim- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht mungen. Dr. D.____ hält hierzu fest, dass der Explorand bis anhin sich nie in ambulanter psy- chiatrischer Behandlung befunden habe und auch nie ant idepressiv behandelt worden sei. Es bestünden keine Hinweise auf eine behandlungsbedürftig e, rezidivierende depressive Störung. Der Explorand berichte auch auf expliziter Nachfrage hi n nicht über Ängste. Weder zuhause noch ausserhalb der Wohnung sei der Explorand im Allta g durch irgendwelche Ängste einge- schränkt. Es könne zusammenfassend beim Exploranden einzig d ie Diagnose einer Polytoxi- komanie festgestellt werden. Es handle sich dabei um ei ne primäre Abhängigkeitserkrankung. Es seien keine Hinweise auf vorbestehende psychiatrische Stö rungen ersichtlich, zu deren Be- handlung er die Drogen eingesetzt hätte. Zudem gebe es keine Hinweise auf irreversible geisti- ge oder psychische Einschränkungen nach langjähriger Droge nabhängigkeit. Die depressiven Verstimmungen seien im Zusammenhang mit der Kokainabh ängigkeit zu sehen. So gehe es dem Exploranden doch immer deutlich besser, wenn er Koka in konsumiere. Bei Kokainentzug hingegen neige er vermehrt zu depressiven Verstimmungen. Sowohl in der bisherigen Tätigkeit wie auch in einer anderen Tätigkeit erachtet Dr. D. ____ den Exploranden aus psychiatrischer Sicht für vollständig arbeits- und leistungsfähig. Er h ält jedoch fest, aufgrund der fehlenden Mo- tivation mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen aufzuhör en, könne eine Entzugsbehand- lung nicht erfolgreich durchgeführt werden. Zudem zeige der Explorand keinerlei Motivation, in die Berufswelt zurückzukehren. 6.3 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens reichte der Versi cherte der IV-Stelle ein Schrei- ben der Klinik B.____ vom 27. März 2013 ein. Darin wird festgehalten, dass der Versicherte seit Februar 2007 in ihrer ambulanten psychiatrischen, Diacetyl morphin-gestützten Behandlung sei. Diagnostisch bestehe eine Heroin- und Kokainabhängigke it, die als sekundär, d.h. als Folge von vorbestehenden psychiatrischen Erkrankungen, zu betrach ten sei. Seit dem jungen Er- wachsenenalter leide der Versicherte unter rezidivierend en depressiven Episoden, die im Rah- men einer Dysthymie im Sinne einer „double depression“ a uftreten würden. Ebenfalls sei eine generalisierte Angststörung diagnostiziert worden. Der Versicherte leide zudem seit seiner Ado- leszenz an chronischen Rückenbeschwerden. Die Abhängigkeitserkrankung habe sich im Sinne eines Selbstbehandlungsversuches der depressiven Erkrankun g sowie der Rückenschmerzen entwickelt und sei deshalb als Folge eines vorbestehende n Gesundheitsschadens einzuschät- zen. Gleichzeitig seien durch den langjährigen Substan zkonsum massive gesundheitliche Ein- schränkungen entstanden, deren Auswirkungen im Alltag erh eblich seien. So würden weiterhin deutliche Konzentrationsstörungen, eine Verminderung des Antriebs sowie geringe Frustrati- onstoleranz und Anpassungsfähigkeit bestehen, was sich in e iner verminderten Leistungsfähig- keit niederschlage. Aufgrund eines Gesundheitsschadens sei der Versicherte arbeitsunfähig. Folglich sei die Abhängigkeitserkrankung entstanden. 6.4 Zunächst ist festzuhalten, dass die rheumatologische B eurteilung durch Dr. C.____ un- bestritten ist. Demnach besteht aus somatischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten bei der Arbeit als technischer Kaufmann. Nachfolgend ist ledig- lich zu prüfen, ob aus psychiatrischer Sicht eine Einschrä nkung der Arbeitsfähigkeit gegeben ist. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.5 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verf ügung vom 27. Juni 2013 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes des Versicherten und der Frage, ob vorliegend von ei- ner primären Drogenabhängigkeit oder von einer IV-r elevanten Sucht auszugehen sei, vollum- fänglich auf die Beurteilung des Gutachtens von Dr. D. ____ vom 6. Juli 2012. Demzufolge ging die IV-Stelle von einem reinen Suchtverhalten aus. Di e Arbeitsunfähigkeit sei insbesondere durch das Abhängigkeitsverhalten begründet, sodass keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege. Diese vorinstanzliche Würdigung des medizinische n Sachverhaltes ist nicht zu bean- standen. Wie bereits ausgeführt, ist den im Rahmen des V erwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuve rlässigkeit der Expertisen spre- chen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachte n von Dr. D.____ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bund esgericht verlangt wird – für die streiti- gen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Unter suchungen, es berücksichtigt die ge- klagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abge geben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der medizinischen Situati- on ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinan- der und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Insbesondere zeigt das Gutachten von Dr. D.____ auch nachvollziehbar auf, dass bzw. aus welch en Gründen beim Versicherten von einer primären Drogenabhängigkeit gesprochen werden muss und dass bei ihm keine Hinweise auf irreversible geistige oder psychische Schäden nach lan gjährigem Drogenkonsum bestehen. Damit liegt– wie die IV-Stelle zur Recht festgehalten hat – keine invalidisierende Gesundheits- schädigung im Sinne von Gesetz und Rechtsprechung vor. 6.6.1 An diesem Ergebnis vermögen sowohl die Berichte der Klinik B.____ als auch die Rü- gen des Beschwerdeführers – wie nachfolgend aufgezeigt wird – nichts zu ändern. 6.6.2 So reichte der Beschwerdeführer im Beschwerdever fahren ein weiteres Schreiben der Klinik B.____ vom 27. August 2012 ein. Die behandelnden Ärzte führen darin aus, dass aus der blossen Tatsache, dass der Patient vor der Diagnostizierung der invalidisierenden, psychischen Erkrankungen Drogen konsumierte, nicht von einer primären Drogenabhängigkeit ausgegangen werden könne. Dr. D.____ hält in seinem Gutachten v om 6. Juli 2012 in diesem Zusammen- hang nachvollziehbar fest, dass keine Hinweise auf vorbe stehende psychiatrische Störungen bestehen. Der Beschwerdeführer konsumierte mehrere Jahre (massiv) Drogen, bevor eine psy- chiatrische Diagnose gestellt wurde. Unter diesen Umstände n erweist sich die Diagnose einer primären Drogensucht als begründet. Gegen die Annahme einer invalidisierenden Beeinträchti- gung durch die Drogensucht spricht insbesondere auch, dass der Beschwerdeführer trotz des hohen Konsums imstande war, von 1982 bis 1997 zu arbeiten. Danach konnte er nicht mehr im Flachdachbau tätig sein, weil bei ihm im Jahr 1999 ei n lumbospondylogenes Syndrom bei He- misacralisation von L5 mit rechtsseitiger Nearthrosenbildu ng zwischen dem Querfortsatz und den Os sacrum bei bekannten Diskushernien L3/L4 und L5/S 1 diagnostiziert wurde. Damals war nie die Rede von einer psychischen Erkrankung. Es kann gestützt auf die Akten mit der Vorinstanz zuverlässig verneint werden, dass die Drogensu cht des Beschwerdeführers Folge Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer krankheitswerten Gesundheitsschädigung ist. Ebenfalls ist zu verneinen, dass eine invali- disierende psychisch bedingte Beeinträchtigung hinzugekom men ist. Aufgrund des Gutachtens von Dr. D.____ ist die IV-Stelle zu Recht davon ausgega ngen, dass die depressiven Verstim- mungen des Beschwerdeführers durch den Substanzkonsum veru rsacht werden, also als Be- gleiterscheinung dazu auftreten. Damit liegt kein inval idisierender Gesundheitsschaden im Sin- ne des Gesetzes vor. Zudem ist zu beachten, dass die Berich te der Klinik B.____ – im Gegen- satz zu den Gutachten von Dr. C.____ und Dr. D.____ – n icht in Kenntnis der Vorakten abge- geben worden sind. Zudem werden im Bericht vom 16. Februar 2011 keinerlei Ausführungen zu einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit gemacht. Erst im Schreiben vom 27. März 2013 wird äusserst kurz und knapp sowie ohne nähere Begründung festgehalte n, dass der Beschwerdeführer auf- grund eines Gesundheitsschadens arbeitsunfähig sei. In we lchem Umfang er arbeitsunfähig ist oder ob allenfalls eine Arbeitsfähigkeit in einer Ver weistätigkeit besteht, dazu wird keine Stel- lung genommen. 6.6.3 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, Dr. D.___ _ werde von der IV-Stelle häufig be- auftragt, sodass nicht mehr von einer Unabhängigkeit des Gutachters ausgegangen werden könne, so ist diese Rüge zu allgemein gehalten, als dass sie unter dem Titel formeller Ableh- nungsgründe behandelt werden könnte. Ausserdem lässt na ch ständiger höchstrichterlicher Praxis auch eine ausgedehnte Gutachtertätigkeit eines A rztes oder einer Ärztegemeinschaft für die Sozialversicherungsträger nicht per se auf deren Befa ngenheit oder Voreingenommenheit schliessen. Der regelmässige Beizug eines Gutachters oder ei ner Begutachtungsinstitution durch den Versicherungsträger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutach- ten und Berichte sowie das daraus resultierende Honorarvo lumen führt für sich allein genom- men nicht zum Ausstand (BGE 137 V 210 E. 1.3.3; 123 V 175 E. 4b, 132 V 381 E. 6.2; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 4. Februar 2009, 8C _509/2008 E. 6.2, und vom 28. August 2007, 9C_67/2007 E. 2.4). Hierfür ist vielm ehr eine persönliche Befangenheit der Gutachterperson erforderlich (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3 .3 mit weiteren Hinweisen). Aufgrund der vorliegenden Unterlagen sind indes keine formellen Ausstands- oder Ablehnungsgründe ersichtlich, die gegen Dr. D.____ sprechen, weshalb die Rüge abzuweisen ist. 6.6.4 Soweit der Beschwerdeführer des Weiteren die fa chliche Ausbildung von Dr. D.____ beanstandet oder in Zweifel zieht, ist darauf hinzuwei sen, dass das Bundesgericht nebst dem Erfordernis einer entsprechenden Fachausbildung bei d er Beurteilung der persönlichen und fachlichen Eignung von Gutachtern bislang keine weiteren Erfordernisse für die Ausübung einer gutachterlichen Tätigkeit, wie beispielsweise eine Zert ifizierung durch die Swiss Insurance Me- dicine (SIM), forderte. Dr. D.____ verfügt über eine in der Schweiz erworbene Fachausbildung in Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. BAG; www.medregom .admin.ch; vgl. auch FMH- Ärzteindex, www.doctorfmh.ch). Es besteht somit kein Anl ass, an seiner Kompetenz als Fach- arzt zu zweifeln. 6.6.5 Schliesslich bringt der Beschwerdeführer noch vor, er sei nicht angefragt worden, ob er mit der Begutachtung durch Dr. C.____ und Dr. D.____ einverstanden sei und ob er Ergän- zungsfragen habe, sodass seine Mitwirkungsrechte verletzt se ien. Den Akten ist tatsächlich nicht zu entnehmen, ob die IV-Stelle dem Beschwerdefüh rer vorgängig die begutachtenden Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fachärzte bekannt gegeben und ihn über die Möglichkeit, allfällige Ergänzungsfragen einzu- reichen, informiert hat. Dies ändert jedoch nichts am B eweiswert der Gutachten, da der Be- schwerdeführer vorbehaltlos an den Untersuchungen durch die jeweiligen Gutachterpersonen teilgenommen, bis heute keine inhaltlichen Einwände vo rgebracht und auch keine Ergänzungs- fragen gestellt hat. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Gutachten vo n Dr. C.____ und Dr. D.____ eine zuverlässige Beurteilung des rheumatologischen und psychischen Gesundheitszustandes erlauben. Beim Beschwerdeführer liegt demnach eine pr imäre Drogenabhängigkeit vor. Die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit ist dem Beschwerd eführer zu 100% zumutbar. Da der Beschwerdeführer durch die IV-Stelle im Jahr 2000 zum technischen Kaufmann erfolgreich um- geschult wurde, ihm diese Tätigkeit vollumfänglich zumu tbar ist und somit keine Invalidität bzw. auch keine drohende Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliegt, besteht auch kein Anspruch auf berufliche Massnahmen. Dementsprechend erweist sich die B eschwerde als unbegründet und ist abzuweisen. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 5. September 2013 die un entgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse ge- nommen. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 5. September 2013 die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt wo rden ist, ist dieser für seine Bemühun- gen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die An- wältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der hier anwendbaren, bis Ende 2013 gültig gewesenen Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltli cher Verbeiständung Fr. 180.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 26. November 2013 für das vorliegende Verfahren eine n Zeitaufwand von 8 Stunden und 53 Minuten sowie Auslagen von Fr. 60.50 geltend gema cht. Dieser Aufwand erweist sich um- fangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘792.25 (8 Stunden und 53 Minuten à Fr. 180.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 60.50 + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichts- kasse auszurichten. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufm erksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘792.25 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.