Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. Juni 2018 (720 17 407 / 152) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Beurteilung der Vorinstanz in Bezug auf die med izinische Sachlage und das Warte- jahr ist nicht zu beanstanden. Beim Invalideneinkommen kann ein Pensum von mehr al s 100 % berücksichtigt werden, sofern dies auch beim Valideneinkommen erfolgte. Ein solches Vorgehen ist allerdings nur dann zulässig, wenn keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Bea t Hersberger, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Monica Armesto , Advok a- tin, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.1 Der 1967 geborene A.____ war vom 1. Oktober 2005 bis 31. Januar 2011 bei der B.____AG in einem Pensum von 80 % und vom 1. Juli 200 8 bis 30. Juni 2010 bei der C.____GmbH in einem Pensum von 60 % als Hauswart angeste llt. Am 19. Oktober 2007 mel- dete er sich unter Hinweis auf unfallbedingte Beschwerd en bei der Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) an, wobei er berufliche Massnahmen beantragte. Mit Verfügung vom 24. Sep- tember 2008 lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) dieses Leistungsbegehren mit der Begründung ab, dass der Versicherte nicht arbeitsunfähig sei. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. A.2 Am 9. September 2010 meldete sich A.____ unter Hi nweis auf unfall- und krankheitsbe- dingte Beschwerden im linken Knie und im rechten Arm er neut bei der IV zum Leistungsbezug an. Nachdem die IV-Stelle die gesundheitlichen und e rwerblichen Verhältnisse abgeklärt hatte, kam sie zum Schluss, dass der Versicherte das Wartejahr nicht erfüllt habe. In der Folge wies sie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfüg ung vom 2. November 2011 einen Anspruch von A.____ auf eine Rente ab. Hiergegen erhob er, vertreten durch Advokatin Monica Armesto, am 7. Dezember 2011 Beschwerde beim Kantonsge richt, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht; Verfahren Nr. 720 11 440). Nachdem die IV-Stelle die angefochte- ne Verfügung vom 2. November 2011 lite pendente zwecks Du rchführung weiterer medizini- scher Abklärungen aufgehoben hatte, schrieb die instruier ende Präsidentin des Kantonsge- richts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, das Verfahren mi t Beschluss vom 14. Juni 2012 in- folge Gegenstandslosigkeit ab. Nach weiteren Abklärunge n ermittelte die IV-Stelle beim Versi- cherten ab 1. Januar 2012 einen Invaliditätsgrad von 66 % und ab 1. März 2014 einen solchen von 0 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach sie A.____ mit Verfügung vom 2. November 2017 rückwirkend vom 1. Januar 2013 bis 31. Mai 2014 eine Dreiviertelsrente zu. B. Hiergegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokatin Monica Armesto, am 4. Dezember 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht und bea ntragte, in Gutheissung der Be- schwerde sei die Verfügung vom 2. November 2017 aufzuh eben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm mit Wirkung ab 1. März 2011 bis 31. März 2012 eine Viertelsrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrads von 41 % und mit Wirkung ab 1. April 2012 eine unbefristete ganze Rente nach Massgabe eines Invaliditätsgrads von 82 % auszurichten. Eventualiter sei die Verfügung vom 2. November 2017 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflich- ten, ihm mit Wirkung ab 1. Februar 2011 eine Viertel srente nach Massgabe eines Invaliditäts- grads von 41 %, mit Wirkung ab 1. April 2012 eine ga nze Rente nach Massgabe eines Invalidi- tätsgrads von 82 % und ab 1. Juni 2014 wieder eine Vi ertelsrente nach Massgabe eines Invali- ditätsgrads von 41 % auszurichten. Subeventualiter sei d ie Verfügung vom 2. November 2017 aufzuheben und die Angelegenheit an die Beschwerdege gnerin zur Vornahme weiterer Abklä- rungen zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Durchführung einer öffentlichen Parteiverhandlung und die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Advokatin Armesto als Rechtsvertreterin. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass der angefochtene E ntscheid auf unzureichenden medizini- schen Unterlagen beruhe. Zudem sei der Beginn des Wart ejahrs nicht korrekt festgelegt und der Einkommensvergleich nicht zutreffend durchgeführt worden. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Mit Verfügung vom 6. Dezember 2017 wurde dem Beschw erdeführer für das vorliegen- de Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Ad- vokatin Armesto als Rechtsvertreterin bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 21. Februar 2018 beantr agte die IV-Stelle, die Beschwer- de sei in dem Sinne teilweise gutzuheissen, als dem V ersicherten vom 1. Januar 2013 bis 31. Mai 2014 eine befristete ganze Rente zuzusprechen sei. E. Am 27. Februar 2017 zog das Kantonsgericht bei der zuständigen Unfallversicherung die Akten des Versicherten bei. F. Mit Verfügung vom 14. März 2018 wurde der Fall dem Gericht zur Beurteilung überwie- sen. Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Durchführu ng einer Parteiverhandlung zwecks Vornahme einer Partei- und Zeugenbefragung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. L aut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 4. Dezember 2017 ist demnach einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügu ng vom 2. November 2017 ent- wickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgem äss die zeitliche Grenze der richterli- chen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich er reichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es geli ngt, auf objektivierter Beurteilungs- grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 3.5 Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG haben nur diejen igen versicherten Personen Anspruch auf eine Rente, die während eines Jahres ohne wesentlich en Unterbruch durchschnittlich min- destens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (sog. Wartejah r). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Gesetzesbestimmung liegt dann vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen vol l arbeitsfähig gewesen ist (vgl. Art. 29 ter der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Die War- tezeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge treten ist. Als erheblich gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (Urteil des Bundesgerichts vom 24. November 2010, 9C_757/2010, E. 4.1). Unerheblich ist, auf welche gesundheitlich be dingten Ursachen die Arbeitsunfähigkeit zurückzuführen ist (Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozial versicherungen [BSV] über In- validität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, Rz. 2009). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Re chnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach- )Arztes einerseits und von Begutach- tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Exp erten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/ 00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administra- tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen un d zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautende n Einschätzungen gelangen. Vorbe- halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behan- delnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver är ztlicher Interpretation entspringende – As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversi cherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zah lreiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folge nden sollen indessen lediglich diejeni- gen Gutachten und Berichte wiedergegeben werden, wel che sich für den vorliegenden Ent- scheid als zentral erweisen. 6.2 Am 18. Mai 2010 bestätigte PD Dr. D.____, FMH Ki nder- und Handchirurgie, dass der Versicherte multiple Insertionsstendinosen an beiden obe ren Extremitäten mit kompletter Dys- balance zwischen Beuge- und Streckmuskulatur aufweise. Er attestierte vom 5. Februar 2010 bis 30. Mai 2010 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 6.3 Am 2. März 2011 stellten die behandelnden Ärzte d es Kantonsspitals E.____ funktio- nelle Beschwerden an beiden Handgelenken und Unterar men fest. Zum Untersuchungszeit- punkt am 21. Januar 2011 könne in Korrespondenz mit der Feststellung von PD Dr. D.____ vom 5. Februar 2010 kein spezieller pathologischer Befun d, namentlich keine Bewegungsein- schränkung, kein wesentlicher Kraftverlust und keine Funkt ionseinschränkung der Handgelen- ke, erhoben werden. Eine handchirurgische Diagnose könne derzeit nicht gestellt werden. Dem Versicherten sei eine vollständige Arbeitsfähigkeit zu bescheinigen. 6.4 Am 30. November 2011 diagnostizierte der Kreisarzt Dr. med. F.____, FMH Chirurgie, einen Status nach Kniedistorsion am 8. Juni 1985, nach lateraler Meniscektomie am 16. Juli Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1985, nach Arthroskopie, lateraler Teilmeniscektomie un d Débridement am 2. November 2009 und nach Implantation einer lateralen Schlittenproth ese am linken Knie am 21. Juli 2010. Der postoperative Verlauf nach Implantation der lateralen Schlittenprothese gestalte sich komplika- tionslos und zeitgerecht. Ab dem 4. Oktober 2010 sei de r Versicherte wieder voll arbeitsfähig. Es bleibe jedoch eine Minderbelastbarkeit des linken Kn iegelenks und eine mässige Flexions- einschränkung bestehen. Die orthopädische Behandlung d es linken Knies sei zwischenzeitlich abgeschlossen worden. Aufgrund der Unfallfolgen am li nken Knie sei dem Versicherten eine angepasste wechselbelastende Tätigkeit ganztags zumutbar. 6.5 Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. H.____ FMH Physikalische Medizin und Rehabilita tion sowie Rheumatologie, mit ei- nem bidisziplinären Gutachten. Am 10. März 2014 diagno stizierte Dr. G.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Aufmerksamkeitsdefizit-/H yperaktivitätsstörung (ADHS; ICD-10 F90). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünde ein Status nach depressiver Episode (ICD-10 F32.1/32.2). Differentialdiagnostisch zum ADHS sei an eine Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und emotional instabilen Anteilen zu denken . Aus psychiatrischer Sicht sei das Fähigkeitsniveau gemessen am Mini-ICF-APP nicht wesentli ch beeinträchtigt. Auf struktureller Ebene liesse sich eine leichtgradige Impulskontrollstör ung erkennen. Eine weitere relevante Beeinträchtigung sei nicht nachgewiesen. Es liessen sich i ndes leichtgradige Konzentrations- und Funktionsstörungen sowie eine gewisse psychomotorische Unruhe erkennen. Aufgrund dieser Beschwerden bestehe keine quantitative Einschränkun g der Arbeitsfähigkeit; der Versi- cherte habe stets in einem Vollzeitpensum arbeiten könne n. In qualitativer Hinsicht bestünden aber gewisse Einschränkungen. So sei es dem Versicherten nicht möglich, ganztags eine sit- zende Tätigkeit auszuüben. Bürotätigkeiten seien genere ll nicht zumutbar. Wegen depressiver Beschwerden hätte ab Anfang 2012 eine vorübergehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 70 % bestanden. Aktuell liesse sich aber ke ine Depression feststellen. Wegen der unpräzisen Angaben des Versicherten könne keine ver lässliche Beurteilung über den Zeit- punkt der Verbesserung des Gesundheitszustandes gemacht we rden. Aus diesem Grund gelte die aktuelle Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Unte rsuchungszeitpunkt. In Bezug auf die Beur- teilung der behandelnden Ärztin Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. September 2012 würden sich diagnostisch keine wesentli chen Diskrepanzen ergeben. Das- selbe gelte für den Bericht des behandelnden Arztes Dr . med. J.____, Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 23. November 2007. Dr. H.__ __ diagnostizierte am 20. März 2014 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit persistierende Kniesch merzen links und eine verminderte Belastbarkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkei t bestünden unspezifische Arthralgien der Handgelenke rechts mehr als links, ein Status nach Kn iearthroskopie rechts mit medialer Teilmeniskektomie am 17. Dezember 2010, nach leichtgra diger Epicondylopathia humeri radia- lis rechts und nach Teilamputation des Endglieds am rech ten Zeigfinger. Beim Beschwerdefüh- rer stünden die persistierenden Kniegelenkschmerzen im Vor dergrund. Daneben bestünden Handgelenksschmerzen und ein Tennisarm. Wegen der Beschw erden an den Armen sei dem Versicherten nie eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wor den. Diese Beschwerden hätten auch ak- tuell keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aus rheumatologischer Sicht seien dem Versicher- ten körperlich schwere oder das Kniegelenk spezifisch belast ende Tätigkeiten nicht mehr zu- mutbar. Perioperativ sei der Versicherte vorübergehend arbeitsunfähig gewesen. Für wechsel- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht belastende Tätigkeiten mit Gewichtsbelastungen bis 15 kg und ohne Zwangshaltungen für das linke Kniegelenk bestünde eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. 6.6 Im Bericht der Klinik K.____ vom 30. Oktober 2014 w urde festgehalten, dass es in An- betracht der Biographie des Versicherten kaum möglich s ei, eine ADHS mit hinreichender Zu- verlässigkeit zu diagnostizieren. Aktuell seien die Sympto me einer ADHS vor allem im Hinblick auf die Aufmerksamkeitsleistung nicht ausreichend, um die Diagnose mit hinreichender Zuver- lässigkeit zu stellen. Nach dem Klassifikationssystem Diagnostic and Statistical Manual of Men- tal Disorders (DSM-IV) wäre der Subtyp „hyperaktiv-impu lsiv“ möglich. Eine diagnostische Ab- klärung hinsichtlich einer Achse-II-Erkrankung sei anzura ten, da der Versicherte starke Interak- tionsprobleme aufweise. 6.7 Am 18. Juni 2015 hielt Dr. I.____ fest, dass sie de n Versicherten seit dem 26. April 2012 regelmässig behandle. Sie diagnostizierte eine schwere bis mittelschwere depressive Epi- sode (ICD-10 F32.2) und eine Persönlichkeitsstörung vom i mpulsiven Typ (ICD-10 F60.31). Eine ADHS-Erkrankung liege gemäss Abklärung der Klinik K. ____ nicht vor. Die Arbeit habe dem Versicherten Selbstbestätigung und Sinngebung gege ben. Durch deren Wegfall seien die psychischen Erkrankungen zum Durchbruch gekommen. Die Argume ntation des Gutachters Dr. G.____, wonach der Versicherte immer gearbeitet habe und dies auch in Zukunft tun könne, sei nicht nachvollziehbar. Die Arbeitsfähigkeit sei star k an bestimmte Bedingungen gekoppelt gewesen. Die veränderten Umstände hätten zu einem versch lechterten Gesundheitszustand geführt. Das schwere depressive Zustandsbild und die schw ere Persönlichkeitsstörung würden zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der freien Wirtschaft führen. 6.8 Am 25. Juli 2015 stellte Dr. G.____ fest, dass de r Versicherte ihm gegenüber resp. im Rahmen der Untersuchung in der Klinik K.____ unterschie dliche Angaben gemacht habe und dass er in seinem Gutachten differentialdiagnostisch eine Persönlichkeitsstörung in Betracht gezogen habe. Die Tatsache, dass der Versicherte stets in einem Vollzeitpensum gearbeitet habe, sei im Gutachten lediglich als Begründung für de n Schweregrad einer in Betracht zu zie- henden Persönlichkeitsstörung angeführt worden. Unter B erücksichtigung der Tatsache, dass im Bericht der Klinik K.____ vom 30. Oktober 2014 die Diagnose einer ADHS nicht mit hinrei- chender Zuverlässigkeit habe gestellt werden können, sei vorliegend eher von einer Persönlich- keitsstörung auszugehen. Der Schweregrad der im Gutachten diagnostizierten ADHS und der differentialdiagnostisch in Betracht gezogenen Persönlichkeitsstörung sei nur leicht ausgeprägt. Gründe für eine Dekompensation seien im Rahmen der U ntersuchung nicht ersichtlich gewor- den. Aufgrund der Angaben des Versicherten anlässlich der Exploration liessen sich zudem auf der beziehungs- und der beruflichen Ebene Konstanten n achweisen, die bei Vorliegen eines ausgeprägten Schweregrads einer ADHS oder einer Persö nlichkeitsstörung nicht möglich wä- ren. 6.9 Am 6. November 2015 führte Dr. G.____ ergänzend aus, dass die behandelnde Psy- chiaterin in einem früheren Bericht vom 6. September 2012 nebst einer schweren bis mittel- schweren Episode eine ADHS diagnostiziert habe. Im aktuellen Bericht vom 18. Juni 2015 gehe sie aber nicht auf den von ihr gemachten Diagnosewechse l ein, was nicht nachvollziehbar sei. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bei der Einschätzung des Schweregrads der Persönlichkeitsstörung habe die behandelnde Ärz- tin die Fähigkeiten des Versicherten ausser Acht gelassen. So pflege der Versicherte mit seinen drei Kindern, zwei langjährigen Freunden, seinem Bruder und einer Schwester eine gute Bezie- hung. In beruflicher Hinsicht habe er sich mit seinen Mit arbeitern und den Vorgesetzten mehr- heitlich gut verstanden. Zudem habe er berichtet, dass er in der Regel geschätzt worden sei. Bei dieser Sachlage liege keine stark ausgeprägte Persön lichkeitsstörung vor. Dementspre- chend resultiere bei der Testung gemäss Mini-ICF-APP ke ine wesentliche Beeinträchtigung. Eine Verschlechterung der Beschwerden der Persönlichkeit sstörung sei ebenfalls nicht ausge- wiesen. Entgegen der Beurteilung der behandelnden Psyc hiaterin habe im Rahmen der aktuel- len Exploration keine Depression festgestellt werden können. 7.1.1 Streitig ist zunächst der Beginn der Wartezeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG. Die IV-Stelle ging in der angefochtenen Verfügung vom 2. November 2017 davon aus, dass beim Versicherten erst seit Januar 2012 eine eingeschränkte L eistungsfähigkeit ohne wesentlichen Unterbruch bestehe und der Versicherungsfall demnach mit Ablauf der einjährigen Wartezeit im Januar 2013 eingetreten sei. Demgegenüber stellt sich de r Beschwerdeführer auf den Stand- punkt, dass das Wartejahr bereits im Januar 2010 begonnen habe. 7.1.2 Der Auffassung des Beschwerdeführers kann nicht bei gepflichtet werden. Aus den vorliegenden Akten ergibt sich zwar, dass die behandelnd en Ärzte dem Beschwerdeführer ab dem 4. Januar 2010 krankheits- bzw. unfallbedingt eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attestierten. Zu beachten ist aber, dass PD Dr. D.____ dem Beschwerdeführer ledig- lich bis 30. Mai 2010 eine (krankheitsbedingte) Arbeitsu nfähigkeit bescheinigte (vgl. E. 6.2 hier- vor). Für die Zeit danach ist fachärztlich keine Einschrä nkung der Arbeitsfähigkeit aus Krank- heitsgründen ausgewiesen. So hielten die behandelnde n Ärzte des Kantonsspitals E.____ am 2. März 2011 fest, dass zum Untersuchungszeitpunkt am 21. Januar 2011 kein spezieller patho- logischer Befund habe festgestellt werden können und der Versicherte aus chirurgischer Sicht vollständig arbeitsfähig sei. Vor diesem Hintergrund kommen den anderslautenden Attesten von Dr. med. L.____, FMH Gynäkologie und Geburtshilfe, vo m 21. Oktober 2010 und 2. Dezember 2010, wonach der Beschwerdeführer seit dem 4. Oktober 2010 krankheitsbedingt vollständig arbeitsunfähig sei, beweismässig keine Bedeutung zu. Vie lmehr ist mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass über den 30. Mai 2010 hinaus keine krankheitsbedingte Einschränkung in der Leistungsfähigkeit bestand. Nachdem überdies der Kreisarzt Dr. F.____ in seiner Beurteilung der Unfallfolgen vom 30. November 2011 ab dem 4. Oktober 2010 eine voll- ständige Arbeitsfähigkeit bescheinigte (vgl. E. 6.4 h iervor), und der Beschwerdeführer die Un- fallversicherung am 13. Oktober 2010 darüber informiert e, dass er seit dem 4. Oktober 2010 wiederum voll arbeitsfähig sei (vgl. Unfallakten doc. 46 ), ist davon auszugehen, dass die im Januar 2010 begonnene einjährige Wartezeit am 4. Okto ber 2010 unterbrochen wurde. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass ihm die Tätigkeit als Hauswart nicht mehr vollumfänglich zumutbar gewesen sei, ist ihm entgegenzuhalten, dass ab Oktober 2010 keine fachärztlichen Zeugnisse bei den Akten liegen, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bescheinigen würden. Vor diesem Hintergrund ist hinreichend erstellt, dass die Warte- zeit am 4. Oktober 2010 unterbrochen wurde und erst a b dem 1. Januar 2012 (vgl. E. 6.5 hier- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht vor) wieder zu laufen begonnen hat. Die entsprechende Beurteilung der Vorinstanz ist im Er- gebnis nicht zu beanstanden. 7.2 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung d es Gesundheitszustands und der Leis- tungsfähigkeit vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu de nen die Dres. G.____ und H.____ in ihren Gutachten vom 10. März 2014 und 20. März 2014 gel angt waren. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte von Anfang 2012 bis zum 26. Februar 2014 ohne wesentlichen Unterbruch im Umfang von 70 % in der Arbeitsfähigkei t eingeschränkt gewesen sei, danach aber wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit in ei ner angepassten Verweistätigkeit bestanden habe. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ä rzte, die aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Die Beurteilungen der Dres. G.____ und H.____ weisen weder formale noch entscheidreleva nte inhaltliche Mängel auf, sie sind – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.3 hie rvor) – für die streitigen Belange um- fassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, berücksic htigen die geklagten Beschwerden, sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, sind in der Darlegung der medizinischen Zu- sammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizini schen Situation schlüssig, setzen sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und enthalten einleuchtende Schlussfolgerungen. Insbesondere nehmen di e Gutachter eine schlüssige Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. Insgesa mt ist die Beurteilung der Dres. G.____ und H.____ in ihrer Gutachten vom 10. Mär z 2014 und 20. März 2014 sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen überzeugend, weshalb die IV-Stelle bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage darauf abstellen durfte. 7.3 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ist ni cht geeignet, Zweifel an der Be- weiskraft der Gutachten der Dres. G.____ und H.____ zu wecken. Zwar weist er zu Recht da- rauf hin, dass die Annahme von Dr. H.____, wonach ihm wegen der Beschwerden in den Ar- men nie eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, nicht zutrifft (Bericht von PD Dr. D.____ vom 18. Mai 2010; vgl. E. 6.2 hiervor). Dieser Tatsache kommt vorliegend aber keine Bedeu- tung zu, da das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 l it. b IVG – wie unter E. 7.1 aufgezeigt – erst ab Anfang 2012 zu laufen begann. Demnach vermag die aktenwidrige Feststellung im Gut- achten von Dr. H.____ dessen Beweiswert nicht zu schmälern . Soweit der Beschwerdeführer rügt, die Beurteilung von Dr. G.____ stehe im Widersp ruch zu den medizinischen Vorakten, ist in diesem Zusammenhang zunächst darauf hinzuweisen, da ss eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolg en kann. Sie eröffnet dem begutachten- den Psychiater praktisch immer einen Spielraum für versch iedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen, was zulässig und zu respektieren ist, sofern der Experte – wie hier – lege artis vorgegangen ist. Daher kann es nicht angehen, eine med izinische Administrativexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abkläru ngen zu nehmen, wenn die behan- delnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelang en oder an vorgängig geäusserten Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht abweichenden Auffassungen festhalten (BGE 124 I 170 E . 4; Urteil vom 4. März 2013, 9C_794/2012, E. 4.2 mit Hinweisen). Dies gilt vorlieg end umso mehr, als sich Dr. G.____ in seinen Stellungnahmen vom 25. Juli 2015 und 6. Novemb er 2015 mit den Erkenntnissen des Abklärungsberichts der Klinik K.____ vom 30. Oktober 2014 und der abweichenden Beurteilung der behandelnden Psychiaterin Dr. I.____ detailliert a useinandersetzte. Er kam dabei zum Schluss, dass im Zeitpunkt der Begutachtung keine schwerw iegende psychische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auszumachen war. Zwar trifft es zu, dass der Bericht der behandelnden Ärztin Dr. I.____ vom 18. Juni 2015 einen detaillierten Beschrieb des Lebens- laufs und des beruflichen Werdegangs des Beschwerdeführer s enthält. Daraus kann aber nicht geschlossen werden, die Beurteilung des Gesundheitszusta ndes und der Zumutbarkeit im Gut- achten vom 10. März 2014 basiere auf einem unzutreffenden oder unvollständigen Sachverhalt. Vielmehr legte der Gutachter unter Berücksichtigung der früheren ärztlichen Berichte und des Mini-ICF-Ratings für Aktivitäts- und Partizipationsstörungen bei psychischen Erkrankungen ein- leuchtend dar, weshalb trotz der Beschwerden von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in ange- passten Verweistätigkeiten auszugehen ist. Insgesamt lässt das Gutachten von Dr. G.____ eine zuverlässige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähig keit des Versicherten zu, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mi t zahlreichen Hinweisen) auf die bean- tragte zusätzliche Abklärung verzichtet werden kann. 7.4 Nach dem Gesagten ist gemäss der massgebenden Beurteil ung im bidisziplinären Gutachten der Dres. H.____ und G.____ vom 10. März 2014 und 20. März 2014 davon auszu- gehen, dass der Beschwerdeführer von Anfang 2012 bis 26 . Februar 2014 eine vorübergehen- de Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 70 % aufwies. Hernach sind ihm ange- passte Verweistätigkeiten vollumfänglich zumutbar. 8.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gung. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Ver- sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dabei ist in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des fr ühestmöglichen Rentenbeginns abzu- stellen (BGE 129 V 222, 128 V 174), welcher – gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG – auf den 1. Januar 2013 zu liegen kommt. Für den nachfolgend durchzuführenden Einkommensvergleich sind demnach die in diesem Zeitpunkt gegebenen Einkommensverhältnisse massgebend. 8.2 Die IV-Stelle ging in der angefochtenen Verfügun g vom 2. November 2017 davon aus, dass der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Beeinträchtigung weiterhin als Hauswart tätig gewesen wäre. Gestützt auf die Schweizerische Lohnstrukture rhebung des Bundesamtes für Statistik 2012 (LSE), Tabelle TA 1, Sektor sonstige wir tschaftliche Dienstleistungen, Spalte Männer, und in Berücksichtigung der Nominallohnentwicklu ng von 2,4 % sowie unter Umrech- nung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 42 Stunden, ermittelte sie ein jährli- ches Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 52‘276.-- ( Pensum 90 %). Dabei verkannte sie – wie in der Beschwerde zu Recht gerügt –, dass der Beschwe rdeführer vor Eintritt des Gesund- heitsschadens zeitgleich bei zwei verschiedenen Arbeitgebern angestellt war und insgesamt ein Pensum von 140 % aufwies. Dabei erzielte er im Jahr 200 9 bei der B.____AG ein Jahresein- kommen von Fr. 51‘840.-- und bei der C.____GmbH ein solches von Fr. 36‘004.80. Unter Be- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht rücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0,9 % (2010) , 0,5 % (2011), 0,8 % (2012) und 1,1 % (2013) im Wirtschaftszweig sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (vgl. Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex, Tabellen T1.93 und T.1.1.10), resultiert für das Jahr 2013 ein mas- sgebendes Jahreseinkommen von Fr. 90‘778.90. 8.3 Bei der Ermittlung des trotz Gesundheitsschadens zumutb arerweise erzielbaren Ein- kommens (Invalideneinkommen) stützte sich die IV-Stelle au f die Tabelle TA1 der LSE 2012. Dieses Vorgehen wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten. Demnach belief sich das Total aller Männerlöhne im Kompetenzniveau 1 (“ein fache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art“) im Jahre 2012 auf Fr. 5'210.-- ( LSE 2012, Privater Sektor, Tabelle TA1, Männer, Kompetenzniveau 1, Zeile “Total“). Unter Ber ücksichtigung der durchschnittlichen Wo- chenarbeitszeit von 41,7 Stunden (Bundesamt für Statisti k, Statistik der betriebsüblichen Ar- beitszeit nach Wirtschaftszweigen, “Total“) und einer No minallohnentwicklung von 0,8 % im Jahr 2013 (vgl. BFS T39: Entwicklung der Nominallöhne) resultiert ab 1. Januar 2013 (Arbeits- fähigkeit von 30 %) ein Invalideneinkommen von Fr. 19‘ 709.55 (Fr. 5'210.-- : 40 x 41,7 x 12 x 100,8 % x 30 %). Weiter hat die IV-Stelle einen Abzug vom Tabellenlohn von 10 % für invalidi- tätsbedingte Beeinträchtigung vorgenommen. Unter Wü rdigung sämtlicher Kriterien (Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad; BGE 124 V 323 E. 3b/aa) erscheint d ieser Abzug angemessen. Unter Be- rücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn von 10 % beträ gt das massgebende Invaliden- einkommen Fr. 17‘738.60 (Fr. 19‘709.55 x 90 %). 8.4 Setzt man im Einkommensvergleich die oben ermittel ten Validen- und Invalidenein- kommen von Fr. 90‘778.90 bzw. von Fr. 17‘738.60 einand er gegenüber, resultiert ein Invalidi- tätsgrad von gerundet 80% ([Fr. 90‘778.90 - Fr. 17‘7 38.60] : Fr. 90‘778.90 x 100; vgl. zur Run- dungspraxis: BGE 130 V 121 ff.), was Anspruch auf eine g anze Rente gibt. Der massgebenden Beurteilung im Gutachten der Dres. H.____ und G.____ vom 10. März 2014 und 20. März 2014 zufolge war der Versicherte spätestens ab dem Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung am 27. Februar 2014 in einer angepassten Tätigkeit wieder um vollständig arbeitsfähig. Folgerichtig hat der Beschwerdeführer ab 1. Januar 2013 – unter Be rücksichtigung der dreimonatigen Über- gangsfrist (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV) – bis 31. Mai 201 4 Anspruch auf eine ganze Rente. Die Beschwerde ist in diesem Punkt gutzuheissen. Für die Ze it danach resultiert – selbst unter Be- rücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn von 10 % – b ei einem Invalideneinkommen von Fr. 59‘128.65 (Fr. 65‘698.50 x 90 %; vgl. E. 8.3 hiervor) ein rentenausschliessender Invaliditäts- grad von rund 35 % ([Fr. 90‘778.90 - Fr. 59‘128.65] : Fr. 90‘778.90 x 100). Der IV-Stelle ist zwar beizupflichten, dass beim Invalideneinkommen ein Pensum von mehr als 100 % berücksichtigt werden kann, sofern dies auch beim Valideneinkommen er folgte. Ein solches Vorgehen ist al- lerdings nur dann zulässig, wenn keine gesundheitlichen G ründe dagegen sprechen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Dezember 2011, 9C_766/2011, E . 3.2). Wie es sich damit verhält, ist aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten nicht zweifelsfrei erstellt, da sich die Gutach- ter nicht über die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführ ers bei einem Pensum von mehr als 100 % äussern. Da vorliegend so oder anders ein rentena usschliessender Invaliditätsgrad re- sultiert, braucht diese Frage nicht abschliessend geklärt zu werden. Die angefochtene Verfü- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung vom 2. November 2011, mit welcher der Rentenans pruch des Beschwerdeführers ab 1. Juni 2014 abgewiesen wurde, ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. 8.5 Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 2. Novemb er 2017 aufzuheben und festzustel- len, dass der Beschwerdeführer vom 1. Januar 2013 bis 31. Mai 2014 Anspruch auf eine ganze Rente hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festgelegt . Bei Fällen wie dem vorliegenden, in de- nen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrens- kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Beim Ent scheid über die Verlegung der Prozess- kosten ist somit grundsätzlich auf den Prozessausgang abzust ellen. In casu ist der Beschwer- deführer mit seinen Rechtsbegehren teilweise durchgedr ungen. Bei diesem Ausgang des Ver- fahrens hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu bea chten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht int eressierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess kei- ne Verfahrenskosten erhoben werden. 9.2 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwe rde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Fraglich ist, ob die Partei entschädigung allenfalls wegen bloss teil- weisen Obsiegens zu reduzieren ist. In diesem Zusammenhang ist vorab klarzustellen, dass es bundesrechtswidrig wäre, die Parteientschädigung ausschlie sslich nach dem anteilsmässigen Prozesserfolg zu bemessen. Mit einem solchen Vorgehen würde in unzulässiger Weise von den bundesrechtlichen Bemessungskriterien der „Bedeutung de r Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses“ (Art. 61 lit. g Satz 2 ATSG) abgewichen ( BGE 117 V 407 E. 2c). Gegen eine Reduktion der Parteientschädigung wegen bloss teilweisen Obsiegens sprechen zudem folgen- de Überlegungen: Der Beschwerdeführer hätte sich damit begnügen können, in seinem Rechtsbegehren die Zusprechung einer höheren Rente zu verlangen (BGE 101 V 223 E. 4). In diesem Fall wäre der Prozesserfolg nicht anteilsmässig quantifizierbar und dem Beschwerde- führer würde wegen Obsiegens eine volle Parteientschädig ung zugesprochen (BGE 117 V 406 E. 2b). Zu beachten ist sodann, dass praxisgemäss selbst d ann eine volle Parteientschädigung ausgerichtet wird, wenn das kantonale Gericht in einem Rentenverfahren keinen materiellen Entscheid trifft, sondern die Sache zu ergänzender Ab klärung und anschliessender Neubeurtei- lung an den Versicherungsträger zurückweist (BGE 117 V 40 6 f. E. 2b mit Hinweisen). Berück- sichtigt man diese Überlegungen, so rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer für das vorlie- gende Verfahren eine volle und nicht eine wegen blo ss teilweisen Obsiegens reduzierte Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Di e Rechtsvertreterin hat in ihrer Hono- rarnote vom 26. März 2018 für das vorliegende Beschwerd everfahren einen Zeitaufwand von Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10,91 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Di eser Aufwand ist mit dem im Sozi- alversicherungsrecht üblichen Stundenansatz von Fr. 250. -- zu vergüten (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. Nov ember 2003). Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 45.60. Dem Beschwerde- führer ist demnach eine Parteientschädigung in der Höh e von Fr. 2‘995.-- ([10,91 Stunden x Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 45.60]; inkl. 8 % Mehrw ertsteuer auf Fr. 2‘185.15 [Fr. 174.80] und 7,7 % Mehrwertsteuer auf Fr. 589.65 [Fr. 45.40]) zu L asten der Beschwerdegegnerin zuzuspre- chen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver- fügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 2. November 2017 aufge- hoben und festgestellt, dass der Beschwerdeführer vom 1. Januar 2013 bis 31. Mai 2014 Anspruch auf eine ganze Rente h at. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2‘995.-- (inkl. Auslagen und 8 % bzw. 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht