B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-5133/2011 U r t e i l v o m 1 2 . J u n i 2 0 1 2 Besetzung Richter Frank Seethaler (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Philippe Weissenberger, Gerichtsschreiberin Marion Sutter. Parteien B._______, vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic, Rechtsberatung für Ausländer Go-Re-Ma, Quaderstrasse 18/2, 7000 Chur, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenrente. B-5133/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der am 1. Februar 1957 geborene B._______ (im Folgenden: Beschwe r- deführer), Staatsangehöriger von Serbien, der in den Jahren 1987 bis 1996 in der Schweiz gearbeitet und hierbei Beiträge an die schweizer i- sche AHV/IV entrichtet hatte, meldete sich am 14. Oktober 1996 erstmals zum Bezug einer Rente der schweizerischen Invalidenversicherung an (IV-Akt. 1). B. Mit Verfügung vom 7. Juli 1998 lehnte die IV-Stelle X._______ das B e- gehren des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung ab (IV-Akt. 32). Die dagegen erhobene Beschwerde lehnte das Verwa l- tungsgericht des Kantons Y ._______ mit Entscheid vom 3. November 1999 ab (IV-Akt. 45). C. Mit Schreiben vom 8. Oktober 2002 liess der Versicherte, nunmehr vertre- ten durch lic. iur. G. Relji ć, ein neues Leistungsgesuch stellen (IV-Akt. 52). Die infolge Wegzugs des Beschwerdeführers ins Ausland zu- ständige IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (im Folgenden: Vorin- stanz) führte die medizinische Sachverhaltsabklärung durch und erliess den Vorbescheid vom 3. Juli 2003. Darin teilte sie dem Beschwerdeführer mit, es bestehe ab dem 15. Oktober 2002 Anspruch auf eine halbe Rente (IV-Akt. 102). Dieser Vorbescheid wurde mit der Verfügung der Vorinstanz vom 15. Dezember 2003 (IV-Akt. 120) bestätigt. D. Gegen die Verfügung vom 15. Dezember 2003 liess der Beschwerdefü h- rer Einsprache erheben und beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze IV -Rente zuzusprechen. Mit Einspracheen t- scheid vom 16. Februar 2004 lehnte die Vorinstanz die Einsprache ab und bestätigte die Verfügung vom 15. Dezember 2003 (IV -Akt. 126). Der Beschwerdeführer zog diesen Einspracheentscheid weiter an die eidg e- nössische Rekurskommission der AHV / IV. Diese hiess die Beschwerde mit Entscheid vom 28. Dezember 2005 (IV -Akt. 158) gut, hob den Ei n- spracheentscheid vom 16. Februar 2004 auf und wies die Angelegenheit an die Vorinstanz zur neuen Abklärung und zum neuen Entscheid zurück. Im Einzelnen trug sie der Erstinstanz auf, die Psyche des Beschwerd e- führers fachärztlich abzuklären, die Berichte der serbischen Ärzte ausre i- chend zu würdigen sowie die zur bereits reduzierten Arbeitsfähigkeit z u-B-5133/2011 Seite 3 sätzliche Einschränkung des Beschwerdefü hrers im massgebenden Zei t- raum klar festzulegen und entsprechend zu beurteilen, welche Verweistä- tigkeiten ihm noch zumutbar waren. Die Vorinstanz gab in der Folge die orthopädische Begutachtung vom 10. Mai 2007 (IV -Akt. 175) sowie die psychiatrische Beguta chtung vom 7. Juni 2007 (IV -Akt. 179) in Auftrag und erliess gestützt auf diese neuen ärztlichen Unterlagen den Vorb e- scheid vom 1. Oktober 2007 . Da keine Verschlechterung belegt sei, b e- stehe weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente (IV-Akt. 183). Diesen Vor- bescheid bestätigte sie mit der Verfügung vom 1. Oktober 2007 (IV-Akt. 190), welche unangefochten blieb und somit in Rechtskraft e r- wuchs. E. Mit Schreiben vom 6. Juni 2008 liess der Versicherte ein Revisionsg e- such stellen (IV -Akt. 223). Mit Vorbescheid vom 30. Oktober 2008 teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit, die zugestellten Unterlagen liessen nicht auf eine erhebliche Änderung seines Invaliditätsgrades schliessen (IV-Akt 250) und bestätigte diesen Befund mit Verfügung vom 12. März 2009 (IV-Akt. 263), welche in Rechtskraft trat. F. Mit Schreiben vom 20. Januar 2011 kündigte die Vorinstanz eine Überprü- fung der ausgerichteten halben Rente von Amtes wegen an (IV-Akt. 264). Mit Schreiben vom 23. Februar 2011 reichte der Beschwerdeführer diver- se medizinische Unterlagen serbischer Ärzte ein, machte eine wesentl i- che Verschlechterung seines Gesundheitszustands geltend und bea n- tragte die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente (IV -Akt. 304). Mit Ver- fügung vom 13. September 2011 befand die Vorinstanz, die Über prüfung des Invaliditätsgrades habe keine anspruchsbeeinflussende Änderung ergeben und bestätigte die bisher ausbezahlte halbe Invalidenrente (IV-Akt. 338). G. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 15. September 2011 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er be- antragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zuspre- chung einer ganzen Invalidenrente respektive eine erneute Abklärung. Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, es gehe aus der aus- führlichen spezialärztlichen Dokumentation aus Serbien hervor, dass sich sein Gesundheitszustand seit der letzten Verfügung wesentlich ve r- schlechtert habe beziehungsweise die Voraussetzungen für eine ganze B-5133/2011 Seite 4 Invalidenrente erfüllt seien. Dabei bemängelt er die durch die Vorinst anz veranlasste Beurteilung durch Dr. med. V._______. Diese Ärztin sei in Anbetracht ihres Facharzttitels (physikalische Medizin und Rehabilitation) nicht in der Lage, sämtliche Leiden in gesamtmedizinischer Hinsicht z u- verlässig zu beurteilen. H. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Oktober 2011 beantragt die Vorinstanz, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung zu bes- tätigen. Sie legt dar, ob eine anspruchsrelevante Veränderung eingetreten sei, beurteile sich vorliegend mittels Vergleichs der g esundheitlichen Ver- hältnissen des Beschwerdeführers, wie sie im Zeitpunkt der letzten mat e- riell geprüften Verfügung vom 1. Oktober 2007 bestanden haben, mit j e- nen im Zeitpunkt der angefochtenen Revisionsverfügung vom 13. Se p- tember 2011. Die beurteilende IV -Ärztin habe gestützt auf die vorliege n- den pluridisziplinären Abklärungen und Akten aus dem vorangehenden Verfahren ein nachvollziehbares Bild des bisherigen Krankheitsverlaufes und insofern schlüssige Vergleichsaussagen mit den nun neu vorgetr a- genen Medizinalakten bilden können. Gestützt darauf sei sie zur Schluss- folgerung gelangt, dass sich keine neuen Sachverhaltselemente ergeben hätten, die auf eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitsz u- standes hindeuten würden. I. Mit Replik vom 9. November 2011 lässt der Beschwerdeführer ausführen, die Beurteilungen der RAD -Ärzte seien in Anbetracht ihres Facharzttitels nicht akzeptabel und hält seine Beschwerde aufrecht. J. Mit Duplik vom 22. Dezember 2012 hält die Vorinstanz an ihrer Verneh m- lassung fest. K. Mit Zwischenverfügung vom 7. März 2012 gewährte das Bundesverwa l- tungsgericht dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör hinsichtlich e i- ner allfälligen Verfahrenserledigung mittels Rückweisung der Angelegen- heit an die Vorinstanz zur neuen Abklärung und zum neuen Entscheid. L. Mit Schreiben vom 9. März 2012 erklärt sich der Beschwerdeführer mit einer allfälligen Rückweisung zur neuen Abklärung und neuem Entscheid B-5133/2011 Seite 5 an die Vorinstanz einverstanden und reicht dem Bundesverwaltungsge- richt weitere medizinische Unterlagen serbischer Ärzte ein. M. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nac h- folgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 in Verbindung mit Art. 33 lit. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) und Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Inval i- denversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bu n- desverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der schweizerischen IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2. Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ände- rung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist. 1.3. Auf die frist - und formgerecht (Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG) ei n- gereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. 2.1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständi ge Feststellung des rechtserheb lichen Sachverhalts und die Unange messenheit, wenn nicht eine kan tonale Be- hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG). 2.2. Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der B e- gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die B e- schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gu t- heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer B e-B-5133/2011 Seite 6 gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. HÄBERLI, in: Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Art. 62 N 40). 2.3. Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so- fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei s- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mö g- lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlich s- te würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 3. Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur Anwendung gelangen. 3.1. Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Einspracheverfügung (hier: 17. Februar 2011) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massg e- bend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329 E. 2.3). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). Damit finden im vorliegenden Verfahren grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 13. September 2011 in Kraft standen (Be- stimmungen der 5. IV-Revision). Noch keine Anwendung findet vorliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Massnahmenpaket der 6. IV-Revision (IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659]). 3.2. Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVG), soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Inde s findet das Verwaltungsverfahren s- gesetz auf Grund von Art. 3 Bst. d bis VwVG keine Anwendung in Sozia l- versicherungssachen, soweit das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversich e- rung (Art. 1a – 26bis und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht au s- drücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. B-5133/2011 Seite 7 3.3. Nach dem Zerfall der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien blieben zunächst die Bestimmungen des Abkommens zwischen der Schweizer i- schen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung vom 8. Juni 1962 (SR 0.831.109.818.1) für alle Staatsangehörigen des ehemaligen Jugoslawiens anwendbar (BGE 126 V 203 E. 2b, 122 V 382 E. 1, 119 V 101 E. 3). Zwischenzeitlich hat die Schweiz mit gewissen Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Slowenien und Mazedonien), nicht aber mit Serbien oder mit dem Kosovo, neue Abkommen über Soziale Sicherheit abgeschlosse n. Für den Beschwerdeführer als Bürger von Serbien findet demnach we i- terhin das schweizerisch -jugoslawische Sozialversicherungsabkommen vom 8. Juni 1962 Anwendung. Nach Art. 2 dieses Abkommens stehen die Staatsangehörigen der Vertragsstaaten in ihren Recht en und Pflichten gemäss den in Art. 1 dieses Abkommens genannten Rechtsvorschriften, zu welchen die schweizerische Bundesgesetzgebung über die Invalide n- versicherung gehört, einander gleich, soweit nichts anderes bestimmt ist. Bestimmungen, die hinsichtlich der Voraussetzungen des Anspruchs auf eine schweizerische Invalidenrente und der anwendbaren Verfahrensb e- stimmungen von dem in Art. 2 des Abkommens aufgestellten Grundsatz der Gleichstellung abweichen, finden sich weder im Abkommen selbst noch in den seit herigen schweizerisch -jugoslawischen Vereinbarungen. Die Bestimmung der Invalidität und die Berechnung des Invaliditätsgr a- des und der Rentenhöhe richten sich demnach allein nach den schweiz e- rischen Rechtsvorschriften, insbesondere dem IVG, der Verordnung ü ber die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 832.201), dem ATSG sowie der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allg e- meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 83 0.11; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4). 4. Im vorliegenden Verfahren ist in der Hauptsache streitig und vom Bu n- desverwaltungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht nach der Überprüfung der bisher ausbezahlten halben Rente von Amtes wegen sowie der Geltendmachung einer wesentlichen Verschlechterung seines Gesundheitszustands und Beantragung einer ganzen Invalidenrente durch den Beschwerdeführer befand, es habe sich keine anspruchsbeein- flussende Änderung ergeben und die bisher dem Beschwerdeführer au s- bezahlte halbe Rente (an Stelle der vom Beschwerdeführer beantragten ganzen Rente) bestätigte. B-5133/2011 Seite 8 Zunächst sind die zur materiellen Beurteilung der Streitsache massg e- benden gesetzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entw i- ckelten Grundsätze darzulegen. 4.1. Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat, wer invalid im Sinn des Gesetzes ist (Art. 7, 8, 16 ATSG; Art. 4, 28, 28a, 29 IVG) und beim Versicherungsfall mindestens während dreier Jah- re (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invali- denversicherung geleistet hat. Diese zwei Bedingungen müssen kumul a- tiv erfüllt sein. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer während mi n- destens 3 Jahren Beiträge geleistet hat. Der Beschwerdeführer hat seit dem 1. Oktober 2002 eine halbe IV-Rente bezogen. Zu prüfen ist nachfolgend, ob sich d er Anspruch begründende Invaliditätsgrad in einem Mass erhöht hat, dass ihm ab dem Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (vgl. Art. 88bis Abs. 1 lit. b IVV), eine ganze oder (zumindest) eine Dreiviertelsrente zusteht. Hierbei steht die Frage im Zentrum, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in ren- tenrelevanter Weise verschlechtert hat beziehungsweise ob der Sachver- halt durch die Vorinstanz rechtsgenügend abgeklärt und gewürdigt wo r- den ist. 4.2. Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 A bs. 1 IVG ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Beeinträchtigung der körpe rlichen oder geistigen Gesundheit ver- ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych i- schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisher i- gen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande ren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 4.3. Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen ge- ben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 5 0 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindes- tens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invali-B-5133/2011 Seite 9 ditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 4.3.1. Für die Bestimmun g des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsei n- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglied e- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezi e- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 aIVG bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG). 4.3.2. Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen - und In- valideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfäll i- ge rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinko mmen bis zum Ve r- fügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222, 128 V 174; SVR 2003 IV Nr. 11 E. 3.1.1). 4.4. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und g egebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Ge- sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in wel- chem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinwei- sen). Die – arbeitsmedizinische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen b e- steht darin, sich dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in i h- ren körperlichen oder geistigen Funktionen lei densbedingt eingeschränkt ist. Die Frage, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der medi- zinischen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeite n der versicherten Person in Frage kommen, ist demgegenüber nicht von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung bzw. von der B e- rufsberatung zu beantworten (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts I 457/04 vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV Nr. 10, E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 17 E. 2b). B-5133/2011 Seite 10 4.5. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah- ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi- cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unte r- suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der Z usammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si- tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit wede r die Herkunft des Beweismittels noch die Be- zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts vom 26. Januar 2006 [I 268/2005] E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a). 5. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entspr e- chend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhe bung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu b e- rücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiter andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). 5.1. Ein Revisionsgrund ergibt sich aus jeder wesentlichen Änderung der tatsächlichen Verhältnisse, die geeignet sind, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspr uch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 E. 3.5, mit weiteren Hinweisen, SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E. 2). Keine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse bedeuten eine unterschiedliche Beurtei- lung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts (zum Beispiel eine andere Einschätzung der zumutbaren Arbeitsleistung, vgl. SVR 2004 IV 5, E. 3.3; 1996 IV Nr. 70 E. 3a). B-5133/2011 Seite 11 5.2. Ob eine anspruchserhebliche Tatsachenänderung eingetreten ist, beurteilt sich stets durch Vergleich der Sachlagen in zwei unterschiedl i- chen Zeitpunkte n (revisionsrechtlicher Vergleichszeitraum). In Änderung einer alten Praxis hat das Eidgenössische Versicherungsgericht (heute: Bundesgericht) zuerst bezüglich der Neuanmeldung und dann auch bei der Rentenrevision (auf Gesuch hin oder von Amtes wegen) als zeitlichen Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades nicht mehr die erste (ursprüngliche) sondern die letzte rechtskräftige Verfügung bezeichnet, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mi t rechtskonformer Sachverhaltsabkl ä- rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108 E. 5). Am Ende des revisionsrechtlichen Ve r- gleichszeitraumes steht immer die angefochtene Verfügung, nicht etwa eine ihr zu Grunde li egende interne Beschlussbefassung der Verwaltung (vgl. BGE 109 V 262). 6. Wie eingangs dargelegt, sprach die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 15. Dezember 2003 (IV -Akt. 120) ab dem 1. Oktober 2002 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 59 % eine halbe Rente zu. Auf Grund der Einsprache des Beschwerdeführers überprüfte die Vori n- stanz den Sachverhalt neu, wobei sie die Verfügung mit dem Einsprache- entscheid vom 16. Februar 2004 bestätigte. Diesen Einspracheentscheid zog der Beschwerdeführer an die eidgenössische Rekurskommission der AHV / IV weiter, welche die Beschwerde mit Entscheid vom 28. Deze m- ber 2005 (IV -Akt. 158) guthiess, den Einspracheentscheid vom 16. Fe b- ruar 2004 aufhob und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückwies. Damit steht f est, dass zu keinem Zeitpunkt weder die ursprüngliche Ve r- fügung vom 15. Dezember 2003 noch der Einspracheentscheid vom 16. Februar 2004 in Rechtskraft traten. Vielmehr hatte die Vorinstanz nach der verbindlichen Anweisung der eidgenössischen Rekurskommi s- sion der AHV / IV eine neue Verfügung nach erneuter Abklärung (insb e- sondere nach der Vornahme einer fachärztlichen Abklärung der Psyche des Beschwerdeführers) zu erlassen. Dieser Aufforderung kam die Vorinstanz mit der Verfügung vom 1. Okt o- ber 2007 nach. In dieser befand sie, es sei weder durch die mit der Ein- sprache des Beschwerdeführers eingereichten ärztlichen Unterlagen noch durch die neu eingeholten beiden Gutachten vom 10. Mai 2007 [IV-Akt. 175] sowie vom 7. Juni 2007 [IV-Akt. 179]), eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers belegt, womit er wei-B-5133/2011 Seite 12 terhin Anspruch auf eine halbe Rente habe (IV -Akt. 190). Die Vorinstanz nahm damit offenbar zu Unrecht vor Erlass der Verfügung vom 1. Oktober 2007 die Prüfung einer Verschlechterung gegenüber der (nicht rechtskräf- tigen) Verfügung vom 15. Dezem ber 2003 vor, anstatt den Gesundheit s- zustand des Beschwerdeführers seit der Neuanmeldung vom 8. Oktober 2002 neu zu überprüfen. Es ist aber davon auszugehen, dass die Vori n- stanz mit ihrer Verfügung vom 1. Oktober 2007 an dem in der Verfügung vom 15. Dezember 2003 dargestellten medizinischen Sachverhalt festhal- ten wollte. Damit erachtete die Vorinstanz offenbar auch nach Einholung der erwähnten Gutachten weiterhin den hinsichtlich der aufgehobenen Verfügung vom 15. Dezember 2003 vorgenommene n Einkommensver- gleich (IV-Akt. 28) sowie den seinerzeit gefassten Beschluss betreffend Invalidität (IV-Akt. 101) als gültig. Es wurde dem Beschwerd eführer ent- sprechend erstmalig mit der Verfügung vom 1. Oktober 2007 rechtskräftig eine halbe Rente nach der Vornahme einer materiellen Prüfung des Ren- tenanspruchs zugesprochen. Mit der letzten, in den Vorakten vorliegenden rechtskräftigen Verfügung vom 12. März 2009 (IV-Akt. 263) wurde der Invaliditätsgrad nicht materiell überprüft, sondern lediglich ein Nichteintreten hinsichtlich des Revision s- gesuchs des Beschwerdeführers verfügt. Damit ist, wie dies die Vorinstanz in der Vernehmlassung vom 15. Se p- tember 2011 vorschlägt, die Verfügung vom 1. Oktober 2007 als Anfang des revisionsrechtlichen Vergleichszeitraums festzulegen. Am Ende des revisionsrechtlichen Vergleichszeitraumes steht die angefochtene Verf ü- gung vom 13. September 2011. Im Nachfolgenden ist die Beurteilung der Vorinstanz, ob eine anspruchserhebliche Tatsachenänderung eingetreten ist, zu überprüfen. Im Einzelnen ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die be i- den Zeitpunkte vom 1. Oktober 2007 und 13. September 2011 korrekt verglichen und deren Ergebni sse gehörig, ohne Missbrauch oder Übe r- schreitung des Ermessens gewürdigt hat. 7. Die der Vorinstanz mit Schreiben des Beschwerdeführers vom 23. Febr u- ar 2011 (IV-Akt. 302) eingereichten Arztunterlagen betreffen ausschlies s- lich den massgebenden Vergleichszeitraum. Demgegenüber datieren die mit Schreiben vom 9. März 2012 dem Bundesverwaltungsgericht neu eingereichten 8 Arztberichte mit Ausnahme der beiden Arztberichte vom 4. März 2011 nach dem massgebenden Ver gleichszeitraum. Da diese Arztberichte jedoch auch Rückschlüsse auf den massgebenden Zeitraum B-5133/2011 Seite 13 zulassen, sind sie bei der nachfolgend vorzunehmenden Beurteilung der Frage einer Veränderung des Gesundheitszustandes dennoch zu berück- sichtigen (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b i.f.). 8. 8.1. Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Verfah- ren vor der Vorinstanz diverse Arztberichte in serbischer Sprache ein ge- reicht hat (IV-Akt. 270 bis 302). Bei diesen Arztberichten handelt es sich mehrheitlich um ärztliche Ko n- trollrapporte, in denen dem Beschwerdeführer zum Be ispiel Tropfen, Me- dikamente oder eine Therapie verschrieben wird. In einigen wird er we i- terverwiesen an einen Spezialarzt oder zurückverwiesen an die bisher behandelnde orthopädische Klinik, in anderen wird eine Kontrolluntersu- chung nach einer gewissen Anz ahl von Tagen angeordnet. In zwei der Rapporte werden die Ergebnisse von Blutwertmessungen beim B e- schwerdeführer wiedergegeben. In gewissen Rapporten ist ausdrücklich die Rede von "normal, keine speziellen Befunde" oder zumindest "unve r- änderter Zustand". D ie Berichte sind zumeist kurz gefasst und auf eine vereinzelte Kontrolluntersuchung bezogen, ohne Bezug auf die früheren Diagnosen. Die Rapporte zeigen aber, dass der Beschwerdeführer stä n- dig in ärztlicher Behandlung ist und mehrmalig von Spezialist zu Spe zia- list verwiesen wurde. Es sind offensichtlich laufend medizinische Abkl ä- rungen im Gange. Im Bericht vom 4. September 2008 äusserte Dr. R._______, Facharzt für allgemeine Chirurgie, erstmals den Verdacht einer Achalsie (IV-Akt. 313). Im Bericht von Ass. Dr. sci. Med. A._______, Fachärztin für innere Med i- zin, gleichen Datums wird ebenfalls die Diagnose Alchasie, Megaö- sophagus mit einem Fragezeichen vermerkt, gleichfalls wie die Diagnose Gastritis antritis chr. aufgeführt (IV-Akt. 314). Im (nicht datierten) Entlassungsschreiben des Zentrums für Ösophagus - chirurgie wird schliesslich die Durchführung einer Operation zwischen dem 15. September und dem 1. Oktober 2008 beschrieben (IV-Akt. 315). Hiernach sei der Beschwerdeführer auf Grund von bereits seit mehreren Jahren andauernden dysphagischen Beschwerden einer klinischen U n- tersuchung sowie einer Laboruntersuchung unterzogen worden. Es sei ein Kontraströntgen durchgeführt worden, das eine Erweiterung des Ösophaguskörpers angezeigt habe. Die Endoskopie des oberen Verdau-B-5133/2011 Seite 14 ungstraktes habe einen erheblichen Spasmus des unteren Sphinkters und eine Flüssigkeitsansammlung im Distalbereich des Ösophagus a n- gezeigt sowie die Ösophagus -Manometrie einen aperistaltischen Ösophaguskörper, eine verminderte Entspannung des Sphinkters des un- teren Ösophagus und einen erhöhten Basaltonus. Nach einer kurzen präoperativen Vorbereitung sei die Operation Laparotomia mediana supe- rior. Oesophagocardiomyotomia longitunalis sec. Hellier et fundoplication partialis anterior sec. Dor. durchgeführt worden, wobei der postoperative Verlauf ohne Auffälligkeiten ergangen sei. Erst nach dieser Operation wurden die Diagnosen Haeria ventralis pos t- operative libera recidivans gemäss dem Bericht des chirurgischen Spezi- alarztes Goran Filipovic vom 29. März 2011 (IV -Akt. 330) sowie st. post herniaectomiam gemäss dem Rapport des Ärztezentrums K ._______ vom 6. März 2010 (IV -Akt. 326), des Chirurg en Dr. med. F._______ vom 6. April 2010 (IV-Akt. 329) sowie eines im Arztbericht nicht namentlich be- zeichneten Arztes mit dem Kürzel M. P . vom 6. März 2010 (IV-Akt. 326) geäussert. 8.2. Mit Schreiben vom 19. Juli 2011 nahm die durch die Vorinstanz be i- gezogene Ärztin Dr. med. V._______ zu den neuen Arztberichten Stel- lung. Sie erklärte, die Alchasie sei bereits lange bekannt und am 15. Sep- tember 2008 zufriedenstellend operiert worden. Ebenfalls habe sie auf der Grundlage der ihr vorliegenden Ergebnisse festgestellt, dass beim Versicherten am 23.02.2009 eine Mittelohrentzündung erfolgreich mit A n- tibiotika behandelt worden sei. Des Weiteren sei am 20.01.2010 eine Distalhernie L5-S1 bei ihm festgestellt worden, die bereits auf einem Scan aus dem Jahr 2005 sichtbar gewesen und mit Physiotherapie b e- handelt worden sei. Im März / April 2010 habe sich der Beschwerdeführer mehrfach der Ablation einer rezidiven (Inguinal-?) Hernie unterzogen. Aus all diesen Unterlagen gehe keinerlei neues Dokument hervor, das ihre vo- rangegangene Stellungnahme ändern würde. Sie wies aber darauf hin, dass die Inguinalhernien ebenso wie die bereits bekannte Distalhernie das Tragen und Heben schwerer Lasten verbieten würden (IV-Akt. 335). 8.3. Mit Schreiben vom 9. März 2012 hat der Beschwerdeführer dem Bundesverwaltungsgericht weitere medizinische Unterlagen serbischer Ärzte eingereicht, deren Übersetzung das Bundesverwaltungsgericht ei n- geholt hat (siehe Instruktionsverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. März 2012). Bei den neuen Berichten handelt es sich erneut mehrheitlich um reine Kontrollberichte mit Therapieanordnungen oder der B-5133/2011 Seite 15 Feststellung von unveränderten Körperbefunden. Bei zwei Berichten je- doch wird je dieselbe, in den bisherigen Arztbefunden noch nicht erwähn- te Diagnose Lumboschialgia (Hexenschuss) gestellt. Mit Blick auf die b e- reits bestehende Gesundheitseinschränkung, wodurch dem Beschwerde- führer ohnehin nur noch eine leichte bis mittelschwere Verweistätigkeit zumutbar ist (vgl. IV-Akt. 175, S. 9), führt diese neue Diagnose nach der allgemeinen Lebenserfahrung jedoch nicht zu einer zusätzlichen Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit. 8.4. Die vorangehend geschilderte Operation, welcher sich der B e- schwerdeführer zwischen dem 15. September und dem 1. Oktober 2008 unterzogen hatte (IV-Akt. 315), erfolgte im massgebenden Vergleichszeit- raum. Damit konnte sich das im Hinblick auf die revisionsrechtlich rel e- vante Verfügung vom 1. Oktober 2007 und knapp ein Jahr vor der e r- wähnten Operation eingeholte orthopädische Gutachten vom 10. Mai 2007 (IV-Akt. 175) nicht zu den Auswirkungen jener Operation auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers äussern. Der der Vorinstanz zuletzt bekannte und in der Verfügung vom 1. Oktober 2007 berücksichtigte Gesundheitszustand des Beschwerdeführer wird in jenem Gutachten von Prof. Dr. med. G._______ vom 10. Mai 2007 wie- dergegeben: Auf der Höhe L4/5 fand Prof. Dr. med. G._______ nach der eigenen Untersuchung den Nachweis einer flächenhaften medio-lateralen Diskushernie links mit möglicher Tangierung der L5 -Wurzel links beim Abgang aus dem Duralschlauch. Auf der Höhe L5/S1 fand er den Nac h- weis einer rechtsbetonten medianen Diskushernie mit Ruptur des Anulus fibrosus ohne neurale Beeinträchtigung. Demgegenüber fand er keinen Nachweis einer weiteren Diskushernie bzw. relevanten Diskusprotrusion im Bereich der übrigen Bandscheiben. Zusammen fassend stellte er die folgende Diagnose: Degenerative Veränderung der Lendenwirbelsäule im Bereiche L4/5 und L5/S1 mit einer Diskushernie ohne neutrale Kompression L5/S1 und einer flächenhaften Diskushernie links L4/5 mit möglicher Beeinträchtigung der Wurzel L5 (S. 5, 7 des Gutachtens). Im Zeitpunkt der Erstellung dieses Gutachtens lag Prof. Dr. med. G._______ die folgende dokumentierte Krankheitsgeschichte des B e- schwerdeführers vor: Nach dem Baumfällen sei der Beschwerdeführer unter einen fallenden Baum geraten, wonach eine Commotio cerebri so- wie eine Kontusion der Lendenregion diagnostiziert wurde n (S. 1 des B-5133/2011 Seite 16 Gutachtens). Rheumatologisch wurde n die Diagno sen eines chronisch rezividierenden lumbo-iliosakralen Syndroms, eines Staus nach Kontus i- on, einer Fascitis des Beckendammes links dorsal und einer Segmentde- generation L4/5 und L5/S1 gestellt. Weiter fanden sich ein Rundrücken, ein paralumbaler Muskelhartspann, eine Schwellung über dem linken B e- ckenkamm mit einer Druckdolenz der Dornfortsätze der unteren Brustwi r- belsäule, der Lendenwirbelsäule und der Spina iliaca posterior superior beidseitig und über dem Susculus piriformis sowie schmerzhafte Bewe- gungseinschränkungen der Lendenwirbelsäule. Es wurde insgesamt die Diagnose eines tendomyotischen Lubmosakralsyndroms gestellt. Auf ei- nem Computertomogramm der Lend enwirbelsäule zeigte sich eine Protrusion der Bandscheiben L4/5 und L5/S1 mit winziger medianer me- diorechtslateraler Herniation von L5/S1 ohne Wurzelkompression (S. 2 des Gutachtens). N eurochirurgisch wurde ein therapierefratkäres lumbo- vertebrales Beschwerdebild bei Status nach lumbaler Kontusion diagnos- tiziert (S. 3 des Gutachtens). 9. Die Überprüfung der vom Beschwerdeführer vor der Vorinstanz sowie dem Bundesverwaltungsgericht mit Blick auf den massgebenden Revis i- onszeitraum eingereichten Arztberichte sowie deren Vergleich mit dem auf Grund des vorangehend geschilderten Gutachtens von Prof. Dr. med. G._______ vom 10. Mai 2007 im Zeitpunkt der Verfügung vom 1. Oktober 2007 bereits bekannten Diagnosen zeigt die nachfolgenden Ergebnisse: Die seit dem 4. September 2008 medizinalaktenkundige Alchasie scheint tatsächlich, wie dies Dr. med. V._______ in ihrer Stellungnahme vom 19. Juli 2011 darlegte, mit der Operation zwischen dem 15. September und 1. Oktober 2008 zufried enstellend behandelt worden zu sein, zumal diese Diagnose in den später ergangenen Arztberichten nicht mehr aufgeführt wird. Die Operation scheint ausserdem auf den ersten Blick positiv ver- laufen zu sein (vgl. Entlassungsschreiben des Zentrums für Ösophag u- schirurgie Arztrapport in IV-Akt. 315). In der Folge wurden jedoch die nachfolgenden beiden, in den bisherigen, dem Bundesverwaltungsgericht vorliegenden Medizinalakten der Vori n- stanz nicht erwähnten Diagnosen gestellt: Haeria ventralis postoperative libera recidivans sowie st. post herniaectomiam (siehe vorangehend E. 8.1. i.f.) . Der Begriff postoperative deutet auf eine zusätzliche, erst nach der Operation aufgetretene Beschwerde hin. Beim Begriff haeria (recte wohl: haernia) deutet alles darauf hin, dass es sich hierbei um eine B-5133/2011 Seite 17 leichtere Weichteilverletzung handelt (vgl. ICD-10 K43.9: Hernia ventralis) handelt. Da sich Dr. med. V._______ in ihrer Stellungnahme vom 19. Juli 2011 mit diesen neuen Diagnosen nicht näher auseinandersetzt, kann auf Grund der vorliegenden Akten eine allfällige zusätzliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht durch das Bundesve r- waltungsgericht beurteilt werden. 10. 10.1. Das Bundesgericht hat sich in seiner Rechtsprechung verschiedent- lich zum Beweiswert eines RAD-Berichts geäussert, beispielsweise in den Urteilen I 142/07 vom 20. November 2007 und I 143/07 vom 14. Sep- tember 2007. In L etzterem wurde festgestellt, dass interne Berichte des Regionalen Ärztlichen Diensts (RAD) nach Art. 49 Abs. 3 IVV eine andere Funktion haben als die medizinischen Gutachten (Art. 44 ATSG) oder die Untersuchungsberichte des RAD im Sinne von Art. 49 Abs. 2 IVV. Sie e r- heben nicht selber medizinische Befunde, sondern würdigen die vorha n- denen Befunde aus medizinischer Sicht. Auf Grund dieser unterschiedli- chen Funktion können und müssen sie nicht die an ein medizinisches Gutachten gestellten inhaltlichen Anforderungen erfüllen. Es kann ihnen aber nicht jegliche Aussen - oder Beweiswirkung abgesprochen werden. Sie sind vielmehr entscheidrel evante Aktenstücke. Ihre Funktion besteht darin, aus medizinischer Sicht - gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben - den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorz u- nehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abz u- stellen oder aber eine zusätzliche Unt ersuchung vorzun ehmen sei (I 143/07 E. 3.3). Die genannte Bestimmung von Art. 49 Abs. 3 IVV stand bis zum 31. Dezember 2007 in Kraft und wurde dann aufgehoben. Auf den 1. Januar 2008 wurde Art. 59 Abs. 2bis IVG eingeführt, wonach die re- gionalen ärztlichen Dienste den IV -Stellen zur Beurteilung der medizin i- schen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung stehen und die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten festsetzen, eine zumutba- re Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. 10.2. Die in IV -Akt. 335 vorliegende RAD-ärztliche Stellungnahme von Dr. med. V._______ vom 19. Juli 2011 lässt die Frage einer allfälligen durch die neuen Diagnosen Haeria ventralis postoperative libera recid i-B-5133/2011 Seite 18 vans und st. post herniaectomiam Hernie verursachten zusätzlichen Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers offen. 10.3. Obwohl das Bundesverwaltungsgericht volle Kognition bei der Beur- teilung von Beschwerden hat, ist es nicht in jedem Fall seine Aufgabe, die von der Vorinstanz ungenügend vorgenommenen Abklärungen nachzuho- len. Grundsätzlich hat das Bundesverwaltungsgericht bei ungenügender Abklärung des medizinischem Sachverhalts durch die Verwaltung ein Ge- richtsgutachten einzuholen. Hiervon gibt e s nach dem BGE 137 V 210 (Urteil 9C_243/2010 vom 28. Juni 2011; MEDAS-Urteil) jedoch Ausnah- men, zum Beispiel wenn e ine rechtserhebliche, medizinische Frage im Verwaltungsverfahren vollständig ungeklärt blieb. Darunter fallen jene Fälle, in denen eine Abklä rung notwendig erscheint, diese aber – zumin- dest bezüglich einzelner Fragen – gar nicht durchgeführt worden ist und allein dies Anlass zur Rückweisung gibt. Der erwähnte Bundesgericht s- entscheid will nicht das vorinstanzliche Abklärungsverfahren ins gericht li- che Beschwerdeverfahren verschieben. Die unvollständige Sachverhalt s- abklärung bleibt ein Rechtsfehler, der von der primär zuständigen Verwal- tung zu beheben ist. Das Bundesverwaltungsgericht darf sein Ermessen denn auch nicht ohne triftigen Grund an Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; die Beschwerdebehörde muss sich somit auf Gegebenheiten a b- stützen können, welche eine Überschreitung oder ein Missbrauch der Ermessensausübung der Vorinstanz als naheliegen d erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E. 6, 123 V 15 0 E. 2 mit Hinweisen). Auch ist den Bestre- bungen der Verwaltung bzw. der Versicherer Rechnung zu tragen, die darauf abzielen, durch interne Weisungen, Richtlinien, Tabellen, Skalen usw. eine rechtsgleiche Behandlung der versicherten Personen zu g e- währleisten (BGE 123 V 150 E. 2, 114 V 315 E. 5a). Damit mangelt es dem Verfahren im jetzigen Zeitpunkt insgesamt an Ent- scheidungsreife und es rechtfertigt sich, die Streitsache zur neuen Abklä- rung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückzu- weisen (Art. 61 Abs. 1 VwVG). I nsbesondere wird der Vorinstanz aufg e- tragen, eine allfällige zusätzliche Auswirkung der erwähnten neuen Dia g- nosen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers abzuklären. 11. Die Verfahrenskosten hat in der Regel die unterliegend e Partei zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die vorliegend vorzunehmende Rückweisung ist in Bezug auf die Kostenfrage praxisgemäss als Obsiegen der beschwe r- deführenden Partei zu betrachten (BGE 132 V 215 E. 6). Der unterli e-B-5133/2011 Seite 19 genden Vorinstanz sind allerdings k eine Verfahrenskosten auf zuerlegen, womit bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Der Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Ko sten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) A n- spruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz. Da er ke i- ne Kostennote eingereicht hat, ist die ihm zuzusprechende Parteien t- schädigung nach Ermessen und auf Grund der Akten auf Fr. 1'500.-- (in- klusive Auslagen) festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Nicht zu en t- schädigen ist die Mehrwertsteuer (Art. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 8 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 1 des Mehrwertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009; MWSTG SR 641.20). B-5133/2011 Seite 20 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als die Verfügung vom 13. September 2011 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz z u- rückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägungen neu über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvo r- schuss in der Höhe von Fr. 400. -- wird dem Beschwerdeführer nach Ei n- tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer innert 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils eine Parteientschäd i- gung in der Höhe von Fr. 1'500.-- auszurichten. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungs - formular) – die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Frank Seethaler Marion Sutter B-5133/2011 Seite 21 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ang e- fochtene Entscheid und die Bewe ismittel sind, soweit sie der Beschwe r- deführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 12. Juni 2012