<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2008 109 S.501</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflegegesetz</span> <span class="page_no">501</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft3"><b>109 Unterzeichnungsbefugnis</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Alle verfügungsberechtigten Mitarbeitenden des Kantons sind in das</b></span><br/> <span class="ft3"><b>von der Staatskanzlei geführte Register der unterzeichnungsbefugten</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Personen einzutragen.</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Mitarbeitende erhalten die Unterzeichnungsbefugnis bereits mit ich-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>rer Ermächtigung.</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Der Registereintrag hat rein deklaratorischen Charakter.</b></span><br/> <br/> <span class="ft6">Aus dem Entscheid des Regierungsrats vom 15. Oktober 2008 i.S. U.M. ge-</span><br/> <span class="ft6">gen den Entscheid des Departements Volkswirtschaft und Inneres</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">1.4. Zwischen § 20 und § 31 Abs. 2 des Organisationsgesetzes</span><br/> <span class="ft8">(Gesetz über die Organisation des Regierungsrats und der kantonalen</span><br/> <span class="ft8">Verwaltung) vom 26. März 1985 besteht in dem Sinn ein Spannungs-</span><br/> <span class="ft8">verhältnis, dass gemäss § 20 der Regierungsrat die Unterzeichnungs-</span><br/> <span class="ft8">befugnis (allein) regelt und die Staatskanzlei darüber ein Register</span><br/> <span class="ft8">führt, während gemäss dem Wortlaut von § 31 Abs. 2 Organisations-</span><br/> <span class="ft8">gesetz die Departemente ihrerseits berechtigt werden, selber weitere</span><br/> <span class="ft8">Personen für deren Aufgabenkreis zur Unterschrift zu ermächtigen.</span><br/> <span class="ft8">Die alleinige Kompetenz des Regierungsrats, die Unterzeich-</span><br/> <span class="ft8">nungsbefugnis der Mitarbeitenden selber zu regeln, wurde durch die</span><br/> <span class="ft8">Neufassung von § 31 Organisationsgesetz eingeschränkt. Zwar sah</span><br/> <span class="ft8">schon die ursprüngliche Fassung von § 31 Abs. 1 Organisationsge-</span><br/> <span class="ft8">setz vor, weiteren Personen (d.h. Chefbeamten) die Unterzeichnungs-</span><br/> <span class="ft8">befugnis für ihren Aufgabenbereich zu verleihen, die Ermächtigung</span><br/> <span class="ft8">musste aber vom Regierungsrat selber erteilt werden (a§ 31 Abs. 1</span><br/> <span class="ft8">Organisationsgesetz [in der bis zum 1. August 2005 gültigen Fas-</span><br/> <span class="ft8">sung]).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">502</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Bis zur Revision von § 31 Organisationsgesetz mussten offen-</span><br/> <span class="ft8">sichtlich alle zur Unterschrift ermächtigten Personen in das öffentli-</span><br/> <span class="ft8">che Register eingetragen werden, da der Regierungsrat die Unter-</span><br/> <span class="ft8">zeichnungsbefugnis für alle Mitarbeitenden selber regelte (a§ 31</span><br/> <span class="ft8">Abs. 1 i.V.m. § 20 Organisationsgesetz). Durch die neu eingeführte</span><br/> <span class="ft8">Möglichkeit, die Unterzeichnungsbefugnisse in den Departementen</span><br/> <span class="ft8">zu bestimmen, verloren die direkt durch den Regierungsrat erteilten</span><br/> <span class="ft8">Ermächtigungen an ihrer ursprünglichen Bedeutung und es fragt</span><br/> <span class="ft8">sich, ob die von den Departementen zur Unterschrift berechtigten</span><br/> <span class="ft8">Personen ebenfalls in das von der Staatskanzlei geführte Register</span><br/> <span class="ft8">eingetragen werden müssen.</span><br/> <span class="ft8">Der Wortlaut von § 20 Organisationsgesetz ist diesbezüglich</span><br/> <span class="ft8">nicht eindeutig, da sich das Wort "darüber" sprachlich sowohl auf die</span><br/> <span class="ft8">Unterzeichnungsbefugnis im Allgemeinen als auch nur auf die vom</span><br/> <span class="ft8">Regierungsrat erteilte Unterzeichnungsbefugnis beziehen kann. Je</span><br/> <span class="ft8">nach Auslegung müssten somit nicht alle, sondern nur die vom Re-</span><br/> <span class="ft8">gierungsrat selber zur Unterschrift ermächtigten Personen in das öf-</span><br/> <span class="ft8">fentliche Register eingetragen werden. Ein öffentliches Register über</span><br/> <span class="ft8">die - in ihrem Bereich - unterzeichnungsbefugten Personen macht</span><br/> <span class="ft8">aber für die von einer Verfügung Betroffenen nur Sinn, wenn darin</span><br/> <span class="ft8">tatsächlich alle Personen eingetragen werden, welche zur Unter-</span><br/> <span class="ft8">schrift berechtigt wurden. Des Weiteren kann berücksichtigt werden,</span><br/> <span class="ft8">dass der sprachlichen Unklarheit bis zur Revision des § 31 Organisa-</span><br/> <span class="ft8">tionsgesetz keine Bedeutung zukam, da bis zu diesem Zeitpunkt nur</span><br/> <span class="ft8">der Regierungsrat weiteren - im Gesetz nicht vorgesehenen - Perso-</span><br/> <span class="ft8">nen die Unterschriftsbefugnis erteilen konnte.</span><br/> <span class="ft8">Trotz des nicht ganz klaren Wortlauts ist aus dem geltungs-his-</span><br/> <span class="ft8">torischen Kontext und aus Sinn und Zweck von § 20 Organisations-</span><br/> <span class="ft8">gesetz deshalb zu schliessen, dass alle für den Kanton unterzeich-</span><br/> <span class="ft8">nungsbefugten Personen in das öffentliche Register eingetragen wer-</span><br/> <span class="ft8">den müssen. Der Registereintrag hat aber rein deklaratorischen Cha-</span><br/> <span class="ft8">rakter, ein konstitutives Element des Eintrages lässt sich aus dem</span><br/> <span class="ft8">Wortlaut von § 20 Organisationsgesetz nicht ableiten. Die Unter-</span><br/> <span class="ft8">zeichnungsbefugnis erhalten die betroffenen Mitarbeitenden dem-</span><br/> <span class="ft8">nach nicht erst durch den formellen Eintrag in dieses Register, son-</span><br/> <span class="ft8">dern bereits durch die erteilte Ermächtigung. Hingegen darf aus dem</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Verwaltungsrechtspflegegesetz</span> <span class="page_no">503</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">öffentlichen Register ohne weiteres geschlossen werden, dass eine</span><br/> <span class="ft8">eingetragene Person tatsächlich eine Ermächtigung erhalten hat und</span><br/> <span class="ft8">deshalb in ihrem Aufgabenbereich auch Verfügungen unterzeichnen</span><br/> <span class="ft8">darf. Es ist aber dennoch berechtigt, die fehlende Unterschriftsbe-</span><br/> <span class="ft8">rechtigung auf Grund eines fehlenden Registereintrages in einer Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerde zu rügen, da ansonsten der deklaratorische Registereintrag</span><br/> <span class="ft8">zum toten Buchstaben verkommen könnte.</span><br/></div> </div> </body> </html>