Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. Mai 2013 (725 12 371) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Leistungen Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves T hommen, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A._____, Beschwerdeführer, vertreten durch Ste phan Bläsi, Advokat, Birsigstrasse 34, Postfach, 4011 Basel gegen AXA Winterthur , Generaldirektion, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen (UVGON 12.257.607/32) A. Der 1971 geborene A.____ arbeitet bei der B.____ und ist in dieser Eigenschaft bei der AXA Winterthur (nachfolgend AXA) gegen die Folgen vo n Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen versichert. Am 2. November 2011 erlitt er gemäss Schaden smeldung seiner Arbeitgeberin vom 28. November 2011 als Fahrgast bei einem Tramunfall verschiedene Verletzungen. B. Nachdem die AXA für die Unfallfolgen zunächst Leistu ngen in Form von Übernahme der Heilbehandlungskosten und Taggeldern ausgerichtet hatte, teilte sie dem Versicherten mit Ver- fügung vom 14. August 2012 mit, dass sie die Leistungen a us der obligatorischen Unfallversi- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherung per 23. Februar 2012 einstelle. Die hiergegen erhobene Einsprache wies sie am 25. Oktober 2012 ab. C. Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde, die der Versicherte, vertreten durch Advokat Stephan Bläsi, am 27. November 2 012 beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt), erhob. Er beantragte, in Auf- hebung des Entscheids vom 25. Oktober 2012 sei die Beschwe rdegegnerin zu verurteilen, die gesetzlichen Leistungen, insbesondere die Übernahme der Heilungskosten, rückwirkend wieder zu erbringen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin u nter Aufhebung des Einspracheent- scheids vom 25. Oktober 2012 zu verpflichten, über die h ier streitige Kausalitätsfrage, nämlich ob die geklagten Beschwerden ab dem 23. Februar 2012 unfallkausal seien oder nicht, ein Gut- achten einzuholen, um hernach gestützt auf dieses Gutacht en über den Leistungsanspruch erneut zu befinden. Alles unter o/e- Kostenfolge zulast en der Beschwerdegegnerin. In der Be- schwerdebegründung wurde im Wesentlichen festgehalten, dass das Abstellen auf die Ausfüh- rungen der Vertrauensärzte nicht rechtmässig sei, da di ese den Angaben der behandelnden Orthopäden und des Osteopathen widersprechen würden. D. Die AXA schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 13. Febr uar 2013 auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim sachlich wie ör tlich zuständigen Gericht erhobe- ne Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 23. Februar 2012 hin- aus Anspruch auf gesetzliche Leistungen, insbesondere Übernahme der Heilbehandlungskos- ten, aus der obligatorischen Unfallversicherung besitzt. 3. Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Un fallversicherung (UVG) vom 20. März 1981, hat der Unfallversicherer in der obliga torischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per- son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfo lgen (Heilbehandlung). Dabei hat der Unfallversicherer die Pflegeleistungen so lange zu erbringen, als davon eine namhafte Bes- serung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann ( Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspr uch entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag und erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 1 6 Abs. 2 UVG). Ist die versicherte Per- son infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder tei lweise Erwerbsunfähigkeit. Diese ent- spricht dem durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbl eibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden ausgeglichenen Arbeits- markt (Art. 7 ATSG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustand es der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederu ngsmassnahmen der Invalidenversiche- rung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleis- tungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versi cherte Person durch den Unfall eine dau- ernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rent enanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 4.1 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbe itsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund heit bedingte, volle oder teilweise Un- fähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu mutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten P erson ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Un terlagen angewiesen, die vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufg abe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem U mfang und bezüglich welcher Tätig- keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ä rztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätig- keiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauig- keit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schla uri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversiche- rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an fö rmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi alversicherungsgericht alle Be- weismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entsc heidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 323 E. 5.1 , 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesger ichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Be- richte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigu ng aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 136). Während im Zivil- und Strafverfahren die richterliche Überzeugung grundsätzlich auf dem vollen Beweis gründet, hat die rechtsanwendende Behörde im Sozialver sicherungsrecht ihren Entscheid, so- fern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei sgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Verwaltung und Gericht hab en vielmehr jener Sachverhaltsdarstel- lung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensab läufen als die wahrscheinlichste wür- digen (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). 5. Für die Beurteilung der strittigen Frage sind im W esentlichen nachfolgende medizi- nische Berichte zu berücksichtigen: 5.1 Im Austrittsbericht des Universitätsspitals Basel, Inter disziplinäre Notfallstation, Am- bulante Chirurgie, vom 3. November 2011 wurden beim Beschwerdeführer eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) und eine Kontusion des Digit III linke Hand diagnostiziert. Er habe sich bei zunehmenden Schmerzen der linken Schulter bei Sta tus nach Tramentgleisung am vorheri- gen Tag selbst eingewiesen. Er sei durch den Unfall a us seinem Sitzplatz auf sein Gesäss ge- worfen worden. Dabei habe er ein direktes Trauma des M ittelfingers der linken Hand sowie der rechten, jedoch nicht der linken Schulter erlitten. Über Nacht sei es zu einer zunehmenden Ver- spannung im Bereich der unteren Halswirbelkörper (HWK) und zu Schmerzen in der linken Schulter gekommen. Aufgrund der Röntgenaufnahmen der HWS und des Fingers hätten ossäre Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Läsionen jedoch ausgeschlossen werden können. Der Beschwerdeführer wurde in der Folge für 3 Tage bis zum 6. November 2011 100% krankgeschrieben. 5.2 Am 7. November 2011 suchte der Beschwerdeführer se inen Hausarzt Dr. med. Hans-Peter Naegeli, FMH Allgemeine Innere Medizin, au f. Dieser führte in seinem Bericht vom 12. Dezember 2011 aus, dass der Beschwerdeführer anlässli ch des Tramunfalls vom 2. November 2011 vom Sitzplatz auf den Boden gestürzt sei . In Bezug auf die Diagnosen ver- wies er auf den vorgenannten Bericht des Universitätsspi tals vom 3. November 2011. Die Fra- ge, ob der Beschwerdeführer bereits vorher unter ähnlich en Beschwerden gelitten habe, wurde verneint. Dr. Naegeli erachtete den Beschwerdeführer vom 3. November 2011 bis 4. Dezember 2011 als 100% arbeitsunfähig. Mit einem Behandlungsab schluss sei in drei bis vier Wochen zu rechnen. Er überwies den Beschwerdeführer sodann zur Physiotherapie. Am 13. Februar 2012 teilte Dr. Naegeli mit, dass die Schmerzen an der rechten Schulter per- sistieren würden. Auf entsprechende Frage führte er a us, dass schon vorgängig eine Zervi- kobrachialgie bestanden habe, die am 27. August 2011 m it Physiotherapie behandelt worden sei. 5.3 Im Bericht der IMAMED Radiologie Nordwestschweiz Bas el vom 23. Februar 2012 beurteilte Dr. med. Andreas Schmid, FMH Radiologie, dass eine leichtgradige Tendinose der Supraspinatussehne und eine geringe Bursitis subacromiali s/subdeltoidea sowie beidseits eine aktuell reizlose leichte AC-Gelenkarthrose vorläge. Hinwe is für eine Sehnen- oder Partialruptur wurden verneint. 5.4 Dr. med. Marcel Isay, FMH Orthopädische Chirurgie, diagnostizierte am 12. März 2012 ein posttraumatisches Impingement der Schultern b eidseits bei Status nach Kontusion und eine Distorsion der HWS. Er führte aus, der Beschwe rdeführer sei am 2. November 2011 im Tram gesessen als dieses entgleist und umgestürzt sei. D abei sei er mehrere Meter im um- gestürzten Tram vom Sitz weggeschleudert worden und habe eine Kontusion beider Schultern und eine Distorsion der HWS erlitten. Er leide noch an belastungsabhängigen Schulterbe- schwerden beidseits, wobei die Beschwerden vor allem be i Arbeiten über der Horizontalen auf- treten würden. Ebenso erwähne er gelegentliche Nacht- und Ruheschmerzen sowie ein Ein- schlafgefühl beider Vorderarme. Als objektive Befunde e rhob Dr. Isay ein deutliches positives Impingement und einen schmerzhaften Bogen, wobei die Beweglichkeit nicht eingeschränkt sei. Der Bandapparat sei stabil und es bestünde weder eine AC-Gelenksymptomatik noch ein Kraft- verlust. Im MRI-Bildbericht seien eine posttraumatische Bu rsitis subacromialis sowie eine leich- te Tendinose der Supraspinatussehne nachgewiesen worde n. Dr. Isay hielt weiter fest, dass er die HWS des Beschwerdeführers nicht untersucht habe. 5.5 Die Beschwerdegegnerin legte am 20. März 2012 die vorhandenen medizinischen Berichte ihrem beratenden Arzt Dr. med. Dieter Hötsch, FMH Orthopädische Chirurgie, vor. In seiner Stellungnahme vom 20. April 2012 führte dieser aus, dass der Beschwerdeführer beim Ereignis vom 2. November 2011 Distorsionen und Kontusione n in mehreren Körperregionen erlitten habe, ohne sich dabei wesentliche strukturelle Läsionen zugezogen zu haben. Dies ma- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht che das Auftreten von Schmerzen und einer Einschränkung d er Arbeitsfähigkeit während eini- ger Wochen plausibel, üblicherweise während höchstens zw ei Monaten. Spätestens mit dem Datum vom 23. Februar 2012, als MR-tomographisch unfallbedingte Verletzungen beider Schul- tern haben ausgeschlossen werden können, dürfe jedenf alls von einem Status quo sine in Be- zug auf den initial erwähnten Unfall ausgegangen werd en. Die unfallbedingte Behandlung habe ab diesem Datum abgeschlossen werden können. 5.6 Dr. Isay teilte der Beschwerdegegnerin am 19. Juni 2012 mit, dass er die Beurtei- lung von Dr. Hötsch in keiner Weise nachvollziehen könne . Gemäss Aussagen des Beschwer- deführers und nachdem er die Bilder des umgestürzten Tra ms gesehen habe, sei es mit gros- ser Wahrscheinlichkeit zu einer Kontusion beider Schultern gekommen. Da der Beschwerdefüh- rer vor dem Unfall von Seiten der Schultern beschwerdef rei gewesen sei, würden eindeutig Un- fallfolgen vorliegen. 5.7 Niels Fischer Demuth, dipl. Physiotherapeut und Osteo path FOI, führte am 15. Juli 2012 gegenüber der Beschwerdegegnerin aus, dass der Besc hwerdeführer wegen rein funktio- nellen Beschwerden schon vor dem Unfallereignis vom 2. No vember 2011 bei ihm in Behand- lung gestanden habe. Diese Beschwerden hätten aber vollständig behoben werden können und seien unabhängig von jenen des Tramunfalls zu betrachten. Die post-traumatisch entstandenen Beschwerden der HWS und der Schulter würden in direkte m Zusammenhang mit dem Unfall vom 2. November 2011 stehen. 5.8 Die Beschwerdegegnerin legte die beiden vorstehen den Berichte erneut ihrem bera- tenden Arzt Dr. Hötsch vor. Am 3. August 2012 führte dieser aus, dass sich die sehr kurz gehal- tenen Ausführungen von Dr. Isay im Wesentlichen auf die zuletzt vom Beschwerdeführer ge- machten Aussagen stützen würden. Diese würde aber mit de n zeitnahen Angaben zum Unfall- ablauf differieren. Der Hinweis, dass die Bilder des umgestürzten Trams eine beidseitige Schul- terkontusion mit grosser Wahrscheinlichkeit bestätigten, se i doch äusserst gewagt und medizi- nisch in dieser Form nicht haltbar. Auch die Ausführungen des Physiotherapeuten würden led iglich einen möglichen Zusammen- hang mit dem Unfall vom 2. November 2012 und den aktuellen Beschwerden darlegen. So wer- de der Beschwerdeführer auch jetzt wegen funktioneller B eschwerden behandelt. Dies sei zu- mindest in Bezug auf beide Schultern im MRI bestätigt , wo symmetrisch relativ geringe Struktu- ralterationen ohne traumatischen Hintergrund vorliegen würden. Ein kausaler Zusammenhang zwischen den Schmerzen an der Fusssohle und dem initialen Unfallereignis, wie dies der Phy- siotherapeut auch erwähne, lasse sich weitgehend ausschlie ssen. Die dazu gelieferte Begrün- dung, wonach eine Verletzung an irgend einer Stelle am Körper zu Schmerzen an irgend einer anderen Stelle des Körpers führen könne, da der Körper immer als Ganzes reagiere, sei in die- ser Form zumindest auf organischer Ebene kaum haltbar. Hi ngegen sei mit dem Physiothera- peuten einig zu gehen, dass Patienten mit einer HWS- Distorsion keine durchgehende Therapie benötigen würden. Allerdings seien seines Erachtens auc h intermittierende Behandlungen sehr häufig nicht zweckmässig oder gar unnötig, da der natürli che Heilungsverlauf in den allermeis- ten Fällen günstig verlaufe. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.9 Dr. med. Christoph Wullschleger, FMH Orthopädische C hirurgie, diagnostizierte am 13. September 2012 eine HWS-Distorsion (persistierende Irritation der Facettengelenke, Myo- gelosen der Nackenmuskulatur), Kontusion beider Schulter n (reflektorische Myogelosen, seg- mentale Dysfunktion der Brustwirbelsäule [BWS] und post traumatisches Impingement) und des Mittelfingers der linken Hand. Es sei offensichtlich, dass ein Tramunfall stattgefunden habe und der Beschwerdeführer im Tram anwesend gewesen und durch dieses geschleudert worden sei. Somit handle es sich ganz klar um eine Unfallereignis. Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, weshalb Dr. Hötsch ab dem 23. Februar 2012 von einem Status quo ante spreche, da der Be- schwerdeführer ja vorgängig keine Schulterbeschwerden gehabt habe. Es sei auch nicht ein- sehbar, weshalb er nun plötzlich Schulterbeschwerden entw ickelt haben soll. Die Beschwerden seien nach dem Unfall aufgetreten, hätten sich im Verl aufe zwar gebessert, seien aber noch nicht ganz ausgeheilt. Angeblich fände sich in den (noch nicht eingesehenen) MRI-Bildern keine strukturelle Verletzungen. Im Vordergrund stehe auch kein e strukturelle Verletzung, sondern eine reflektorische segmentale Dysfunktion der BWS und der HWS sowie Verspannungsbe- schwerden (Myogelosen) der scapulären Nacken- und Rückenmusku latur mit einem posttrau- matischen Impingement. Nach Einsicht in die medizinischen Unterlagen und nochmali ger Konsultation des Beschwerde- führers hielt Dr. Wullschleger am 24. September 2012 fest, dass noch leichte Restbeschwerden an beiden Schultern nach Tramunfall vom 2. November 2 011 bestehen würden. Obwohl keine strukturelle Verletzung nachgewiesen worden sei, müsse mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von posttraumatischen Beschwerden ausgegangen werden, we il der Beschwerdeführer vor dem Unfall keine Schulterbeschwerden gehabt habe und hier eine zeitgenaue Korrelation vor- liege. Bereits bei der Erstkonsultation im Universitätssp ital vom 3. November 2011 seien unmit- telbar posttraumatische Schulterschmerzen genannt worden. 5.10 Dr. med. Johannes A. Häuptli, FMH Chirurgie, fü hrte als Vertrauensarzt der Be- schwerdegegnerin am 22. Oktober 2012 zunächst aus, dass es durchaus nachvollziehbar sei, dass es anlässlich des Unfallereignisses vom 2. November 201 1 zu multiplen Kontusionen ge- kommen sei. Offensichtlich sei dabei die rechte Schulter betroffen gewesen. Anlässlich der Erstkonsultation sei eine direkte Traumatisierung der li nken Schulter aber klar verneint worden. Selbst unter der Annahme, dass auch die linke Schulter kontusioniert worden sei, bleibe festzu- halten, dass eine artikuläre strukturelle Schädigung n icht eingetreten sei. Eine reine Kontusio- nierung könne aber initial zu recht heftigen, behinde rnden Schmerzen führen, zeige aber erfah- rungsgemäss im Ablauf von einem bis drei Monaten einen regredienten Verlauf bis zur Aushei- lung auf. Das Vorliegen einer HWS-Distorsion sei durch aus denkbar, die diesbezüglichen Sym- ptomatik erscheine im vorliegenden Fall stark rückläufig und es sei von einer Ausheilung innert circa drei Monaten auszugehen. Es sei in diesem Zusammenha ng auch darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer bereits vorgängig zum Unfallereignis vom 2. November 2011 mehr- fach wegen zervikalen Beschwerden behandelt worden sei. Z usammenfassend bleibe festzu- stellen, dass die jetzt bestehenden Beschwerden höchsten s mit dem Beweisgrad der Möglich- keit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Un fall vom 2. November 2011 stehe. Die anlässlich der MRI-Untersuchung vom 23. Februar 2012 festgestellten leichten bis mässi- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen symmetrischen pathologischen Veränderungen der Schul tergelenke seien ganz klar dege- nerativer Art und hätten nichts mit dem Unfall vom 2. November 2011 zu tun. Tendinosen der Supraspinatussehne würden als degenerative Erscheinung im Alter von 40 Jahren (und darun- ter) bereits recht häufig gesehen. Diese seien in der Lage, gewisse Beschwerden zu verursa- chen, durch welche eine Lockerung resultiere, was eine korr ekte Zentrierung des Hume- ruskopfes im Glenoid nicht möglich mache. Durch das leichte Höhersteigen des Humeruskopfes resultiere dann das Impingement, wie es durch Dr. Wul lschleger festhalten worden sei. Der ge- naue Zeitpunkt, in welchem der Status quo ante vel sin e erreicht worden sei, sei schwierig zu schätzen. Grosszügig beurteilt sei dieser nach allgemeiner Erfahrung drei Monate nach dem Unfall wieder erreicht. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrer Verfüg ung vom 14. August 2012 und ihrem Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2012 auf die Ausführungen ihrer Vertrauensärzte Dr. Hötsch vom 20. März 2012/3. August 2012 sowie Dr. Hä uptli vom 22. Oktober 2012. Sie kommt zum Schluss, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwisc hen dem Unfallereignis vom 2. November 2011 und den geltend gemachten Beschwer den (Schulterschmerzen) ab 23. Februar 2012 nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinli chkeit gegeben sei. Der Beschwerde- führer stellt sich demgegenüber gestützt auf die Ausführ ungen der behandelnden Ärzte auf den Standpunkt, dass der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen sei. 6.2 Nach Würdigung der medizinischen Unterlagen ist fest zustellen, dass eine zuver- lässige Beurteilung der streitigen Sache gestützt auf di e vorstehenden Berichte nicht möglich ist. Es steht fest, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Tramunfalls vom 2. November 2012 eine HWS-Distorsion erlitt und in der Folge über Schulterschmerzen klagte, welche mit Physiotherapie behandelt wurden. Nachdem die Schulterschmerzen persistierten, wurde am 23. Februar 2012 eine MRI-Untersuchung veranlasst. Die Besc hwerdegegnerin legte den MRI- Bericht (und sämtliche vorhandenen Akten) zunächst ihrem Vertrauensarzt Dr. Hötsch vor, wel- cher am 20. April 2012 angab, die per MRI festgestellt en Beschwerden (leichtgradige Tendino- se der Supraspinatussehne und eine geringe Bursitis subacro mialis/subdeltoidea sowie beid- seits eine aktuell reizlose leichte AC-Gelenkarthrose) s eien nicht mehr unfallkausal. Diese Be- gründung ist nicht nachvollziehbar. Dr. Hötsch bezeichne te die geklagten Beschwerden zu- nächst als ursprünglich unfallkausal. Nach Ablauf von zwei M onaten erachtete er aber einen Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Unfal l nicht mehr als gegeben, ohne dass er verständlich darlegt, weshalb die unfallbedingte Heilbehandlung der Distorsion der HWS und der in der Folge persistierenden Schulterbeschwe rden lediglich zwei Monate in An- spruch genommen hätte. Zudem setzte sich Dr. Hötsch auch nicht mit den seinen Schlussfolge- rungen widersprechenden Ausführungen des Hausarztes und des behandelnden Orthopäden Dr. Isay auseinander. Auf seine Ausführungen kann daher nicht abgestellt werden. Unzurei- chend und als Entscheidgrundlage nicht verwertbar sind auch die Ausführungen von Dr. Häupt- li. Er schloss zunächst in seinem Bericht vom 22. Oktober 2 012 nicht aus, dass auch die linke Schulter durch den Unfall kontusioniert wurde. Weiter f ührte er aus, eine solche Kontusion kön- ne initial zu recht heftigen behindernden Schmerzen f ühren, welche jedoch nach zwei bis drei Monaten abklingen würden. Damit dehnte er zwar im Ver gleich zu Dr. Hötsch die Dauer der Heilbehandlung um einen Monat aus, verzichtete in der Folge jedoch auch auf eine Begründung Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dieser Annahme. Weiter hielt er dafür, dass die im MR I-Bericht vom 22. Februar 2012 festge- stellten leichten bis mässigen symmetrischen pathologischen Veränderungen der Schulterge- lenke ganz klar degenerativer Natur seien. Vor allem di e Tendinosen der Supraspinatussehne würden im Alter von 40 Jahren schon recht häufig als deg enerative Erscheinungen auftreten. Damit beschränkte er sich einzig auf die Betrachtungswei se, dass eine unfallbedingte Verlet- zung wie die vorliegende bei einem 40-jährigen Versiche rten innert einer bestimmten Zeit als abgeheilt zu gelten hat und dementsprechend weiterhin verbleibende Restbeschwerden nicht unfallkausal sein können. Er erklärt damit aber nicht, a us welchem Grund er beim Beschwerde- führer vom Erreichen des Status quo sine ausgeht, sondern hält sich an allgemeine Ausführun- gen, die seine Ansicht stützen. Allein der Umstand, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall wegen einer Zervikobrachialgie Physiotherapie benötigte , lässt jedoch nicht schon darauf schliessen, dass die fortbestehenden Beschwerden ausschliessli ch krankheitsbedingt sind. Vor dem Unfall hat nachweislich keinerlei Arbeitsunfähigkeit des Versicherten bestanden. Es liegt auf der Hand, dass der Unfall zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes geführt hat. Dr. Häuptli setzte sich aber gerade nicht mit der Frage auseinander, ob der Status quo ante vel sine bereits erreicht worden ist, sodass erhebliche Zweifel am Beweiswert seine Beurteilung bestehen. Da den vertrauensärztlichen Ausführungen bere its bei geringen Zweifeln an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit kein Beweiswert im vorgesch riebenen Sinne mehr zukommt (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4), kann auf die Ausführunge n von Dr. Häuptli nicht abgestellt wer- den. Weiter ist aber zu beachten, dass auch die Berichte d er behandelnden Ärzte (Dres. Isay und Wullschleger) nicht überzeugen und als Entscheidgrundlage dienen können. So begründen sie die Kausalität der Beschwerden in erster Linie dami t, dass vor dem Unfall keine Beschwer- den bestanden haben. Sie legen ihrer Argumentation somit die Formel "post hoc, ergo propter hoc" zu Grunde, nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetr eten ist, was aber unzulässig ist (vgl. dazu auch ALFRED MAUERER , Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 460, N 1205). 6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der medizinische S achverhalt weiterer Abklärungen bedarf, da er namentlich in Bezug auf die Ursächlichkeit der geklagten Beschwer- den nicht genügend abgeklärt wurde und widersprüchlich ist. 6.2 Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversiche- rungsgerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat viel mehr im Regelfall selbst ein Ge- richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltu ngsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürf tig hält oder wenn eine Administrativex- pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskrä ftig ist (vgl. BGE 137 V 263 ff. E. 4.4.1 ff). Da die Beschwerdegegnerin nicht alle no twendigen Abklärungen zur Beurteilung der natürlichen Kausalität vorgenommen hat und es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische Abklär ungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz auch unter Berücksichtigung de r neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. Demzufolge ist die Angelegenheit in Aufhebung des angefoch- tenen Einspracheentscheids vom 25. Oktober 2012 zur weite ren Abklärung an die Beschwer- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht degegnerin zurückzuweisen. Diese hat den Beschwerdefüh rer insbesondere in Bezug auf die Frage, ob die noch bestehenden Beschwerden im Schulter- und Nackenbereich natürlich kausal zum Unfallereignis vom 2. November 2011 sind, von einer unabhängigen Ärzteschaft untersu- chen zu lassen. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergän zung wird die Beschwerdegegnerin über die Ansprüche des Beschwerdeführers neu zu verfügen haben. Die Beschwerde ist in dem Sinne gutzuheissen. 7.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führe nde Person Anspruch auf Er- satz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgeset zt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und na ch der Schwierigkeit des Prozesses be- messen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts ist unter Obsiegen im Streit um eine Leis- tung in der Sozialversicherung nicht nur das materielle Obsiegen in dem Sinne zu verstehen, dass die Beschwerde führende Person die beantragte Leist ung erhält. Vielmehr genügt für den bundesrechtlichen Anspruch auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Sinne, dass der Beschwerde führenden Person durch die Au fhebung der angefochtenen Verfü- gung und der Rückweisung der Sache an die Verwaltung z ur weiteren Abklärung und neuen Beurteilung alle Rechte im Hinblick auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (ZAK 1987, S. 266 ff.). Nachdem die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zur medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Versicherung zurückzuweisen ist, hat diese dem Beschwerde- führer eine Parteientschädigung auszurichten. In seiner Honorarnote vom 11. März 2013 hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Aufwand von 6.56 Stunden geltend gemacht, was angemessen ist. Bei einem praxisgemässen Stundenansat z von Fr. 250.-- hat die AXA dem Beschwerdeführer demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'975.70 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 8. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid her beiführen und damit einen bedeutenden Aufw and an Zeit oder Kosten für ein weit- läufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtli- chen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisun gsentscheid an den Versiche- rungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuver fügung nicht um einen Endent- scheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von A rt. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materiell e Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspra cheentscheid vom 25. Oktober 2012 aufgehoben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass eine r neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1'975.70 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu entrichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht