B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung VI F-290/2025 U r t e i l v o m 2 2 . J a n u a r 2 0 2 5 Besetzung Einzelrichterin Susanne Genner, mit Zustimmung von Richter Sebastian Kempe; Gerichtsschreiberin Selina Schmid. Parteien A._______, geboren am (…) 2005, Afghanistan, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver- fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung des SEM vom 7. Januar 2025 / N (…). F-290/2025 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer (afghanischer Staatsangehöriger) ersuchte am 17. Oktober 2024 in der Schweiz um Asyl. Ein Abgleich seiner Fingerab- drücke mit der europäischen Fingerabdruck -Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 8. Oktober 2024 in Kroatien um Asyl ersucht hatte. B. Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer am 8. November 2024 im Rahmen einer Erstbefragung für unbegleitete Minderjährige (fortan: Erst- befragung) das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensent- scheid und der Möglichkeit der Überstellung nach Kroatien, dessen Zustän- digkeit für die Behandlung des Asylgesuchs grundsätzlich in Frage komme. C. Das von der Vorinstanz am 20. November 2024 in Auftrag gegebene Gut- achten zur Altersschätzung wurde vom Institut für Diagnostische und Inter- ventionelle Radiologie des Universitätsspitals Zürich (USZ) am 26. Novem- ber 2024 erstattet. D. Mit Schreiben vom 4. D ezember 2024 gewährte die Vorinstanz dem Be- schwerdeführer das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Änderung seines Geburtsdatums auf den (…) 2005 (anstatt […] 2008). Dieser nahm mit Schreiben vom 6. Dezember 2024 Stellung. E. Am 11. Dezember 2024 passte die Vorinstanz das Geburtsdatum des Be- schwerdeführers im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf den (…) 2005 an und versah es mit einem Bestreitungsvermerk. F. Die kroatischen Behörden lehnten das Gesuch der Vorinstanz vom 11. De- zember 2024 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla- ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied- staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol- gend: Dublin-III-VO) am 21. Dezember 2024 gestützt auf Art. 8 Abs. 4 Dub- lin-III-VO ab. F-290/2025 Seite 3 G. Am 23. Dezember 2024 gelangte die Vorinstanz erneut an die kroatischen Behörden und ersuchte gestützt auf Art. 5 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durchführungsbe- stimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat ge- stellten Asylantrags zuständig ist (ABI. L 222/3 vom 5.9.2003) um eine Überprüfung der negativen Antwort (sog. Remonstrationsgesuch). Am 6. Januar 2025 stimmten die kroatischen Behörden dem Remonstrations- gesuch zu. H. Mit Verfügung vom 7. Januar 2025 (eröffnet am 8. Januar 2025) trat die Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Überstellung nach Kroatien an und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen (Dispositivziffern 1 –3). Gleichzeitig stellte sie fest, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS laute: (…) 2005 (Dispositivziffer 6). I. Mit Rechtsmitteleingabe vom 15. Januar 2025 gelangte der Beschwerde- führer an das Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, die angefoch- tene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten und das Asylverfahren in der Schweiz durchzufüh- ren. Die Vorinstanz sei anzuweisen, die Daten bezüglich seines Alters zu ändern. Eventualiter sei die Verfügung der Vorinstanz aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren Sachverhaltsabklärungen an die Vorinstanz zu- rückzuweisen. Subeventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, von den zu- ständigen Behörden Zusicherungen einzuholen, dass ab dem Zeitpunkt der Ankunft in Kroatien umgehend Obdach, Nahrung, eine adäquate und regelmässige medizinische sowie psychologische Behandlung zur Verfü- gung stehe. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Kroatien abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die vorlie- gende Beschwerde entschieden habe. Es sei auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses zu verzichten und ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. J. Am 16. Januar 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovisori- schen Vollzugsstopp an. F-290/2025 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG [SR 142.31]). 1.2. Die Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Nichteintretens - und Wegweisungsentscheid als auch gegen die ZEMIS -Eintragung betreffend das Geburtsdatum des Beschwerdeführers. Das Beschwerdeverfahren be- treffend ZEMIS-Datenbereinigung wird separat vom vorliegenden Asylver- fahren unter der Nummer F -348/2025 geführt und es werden zwei ge- trennte Urteile gefällt. Die Beschwerdebegehren betreffend Ziffer 6 der an- gefochtenen Verfügung sind somit nicht im Rahmen des vorliegenden Ver- fahrens zu behandeln. 1.3. Die Beschwerde gegen den Nichteintretens - und Wegweisungsent- scheid ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übrigen Sachur- teilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist [Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt. Auf die Be- schwerde ist einzutreten. Das Gericht entscheidet über diese endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 2. 2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summ ari- scher Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 3. 3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg- weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). F-290/2025 Seite 5 3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylan trag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch Art. 7 Abs. 1 Dublin -III-VO). Im Rahmen des Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständig- keitsprüfung nach Kapitel III Dublin -III-VO mehr statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). Der Mitgliedstaat, bei dem der erste Antrag auf internationalen Schutz gestellt wurde, ist gehalten, ein en Dritt- staatsangehörigen, der während der Prüfung seines Antrags in einem an- deren Mitgliedstaat einen neuen Antrag gestellt hat, gemäss den Modalitä- ten der Dublin-III-VO wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III- VO). 3.3. Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An- knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf inter- nationalen Schutz gestellt hat, sofern es dem Wohl der minderjährigen Per- son dient. Als Minderjähriger gilt ein Drittstaatsangehöriger unter achtzehn Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Unbegleitete Minderjährige sind vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, Dublin-III-VO, Wien 2014, Kap. 15 f. zu Art. 8). Vorliegend bestünde des- halb bei Minderjährigkeit des Beschwerdeführers eine der grundsätzlichen Wiederaufnahmezuständigkeit Kroatiens vorrangige Zuständigkeit der Schweiz (vgl. unter anderen: Urteil des BVGer F-6213/2020 vom 5. Januar 2021 E. 3.4). 3.4. Die Beweislast für die Minderjährigkeit liegt im Asylverfahren bei der gesuchstellenden Person und diese ist zumindest glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.3). Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, die für oder gegen die Richtig- keit der betreffenden Altersangaben sprechen, vorzunehmen. Wesentlich sind dabei als für echt befundene Identitätspapiere oder eigene Angaben der betroff enen Person (vgl. BVGE 2023 VI/4 E. 6.5 ). Dabei kommt es umso weniger auf eine Gesamtwürdigung der Beweise an, je stärker die medizinischen Abklärungen ein Indiz für das Vorliegen der Minder- respek- tive Volljährigkeit einer Person darstellen (BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2). 4. Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob d er Beschwerdeführer die behaup- tete Minderjährigkeit glaubhaft machen konnte. F-290/2025 Seite 6 4.1. Das Altersgutachten des Universitätsspitals Zürich vom 26. November 2024 kam zum Ergebnis, dass sich für den Beschwerdeführer zum Zeit- punkt der am 26. November 2024 durchgeführten Untersuchung ein durch- schnittliches Lebensalter von 18.5 bis 23.6 Jahren und ein Mindestalter von 19 Jahren erga b und dass das angegebene Geburtsdatum von 16 Jahren und (…) Monaten vor diesem Hintergrund nicht zutreffen kann. Dieser Einschätzung liegen insbesondere die Resultate einer Schlüssel- bein- respektive Skelettalter sanalyse und einer zahnärztlichen Untersu- chung zugrunde, welche rechtsprechungsgemäss zum Beweis einer Min- der- oder Volljährigkeit geeignet sind (BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1). Die im Gutachten genannten Altersangaben schliessen demnach eine Minderjäh- rigkeit des Beschwerdeführers aus. Gemäss Rechtsprechu ng ist ein sol- ches Ergebnis als starkes Indiz für die Volljährigkeit des Beschwerdefüh- rers zu werten (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2). Daran vermag auch die am Gutachten erhobene Kritik nichts zu ändern. 4.2. Die Aussagen des Beschwerdeführers sowie seine Vorbringen in Be- zug auf seine angebliche Minderjährigkeit fallen äusserst vage aus und vermögen nicht zu überzeugen. Insbesondere widersprechen sich die vom Beschwerdeführer angeführten Geburtsdaten (den kroatischen Behörden gab er im Oktober 2024 an, 17 Jahre alt zu sein; auf dem Personalienblatt für Asylsuchende führte er aus, im Jahr 2008 geboren zu sein; im Rahmen der Erstbefragung gab er als Geburtsdatum den […] 2007 an). Die Argu- mentation des Beschwerdeführers (andere Personen hätten für ihn bei den Registrierungen in Kroatien sowie in der Schweiz die Dokumente ausgefüllt und das Geburtsdatum spiele in Afghanistan keine grosse Rolle) vermag nichts daran zu ändern, dass die Angaben zu seinem Alter widersprüchlich erscheinen. Auch hat der Beschwerdeführer keine Identitätspapiere abge- geben, welche sein geltend gemachtes Alter beweisen könnten. Was die in Kopie zu den Akten gereichte Tazkira betrifft, ist festzustellen, dass diese Dokumente lediglich gestützt auf Parteiangaben (meist eine Altersschät- zung) ausgestellt werden, keine Sicherheitsmerkmale aufweisen, deshalb nicht fälschungssicher sind, die vermerkten Angaben oft unvollständig sind und daher zum Nachweis der Identität nicht ausreichen (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.2; 2013/30 E. 4.2.2). Bei dieser Ausgangslage erübrigt sich eine detaillierte Beweiswürdigung (BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2). Entsprechend ist die Sache auch nicht zur weiteren Abklärung des Alters an die Vorinstanz zurückzuweisen. 4.3. Der Beschwerdeführer vermochte die geltend gemachte Minderjährig- keit nicht glaubhaft zu machen. Folglich gelangt Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO F-290/2025 Seite 7 nicht zur Anwendung und der Beschwerdeführer ist vom Wiederaufnahme- verfahren nicht ausgenommen (siehe E. 3.3 hiervor). 5. 5.1. Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO grundsätzlich Kroatien für die Weiterführung des Verfahrens und gegebenenfalls für die Behandlung des Asylgesuchs des Beschwer- deführers zuständig ist, dass das kroatische Asylsystem rechtsprechungs- gemäss keine systemischen Mängel aufweist, aufgrund derer die Zustän- digkeit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin -III-VO auf die Schweiz überginge (vgl. Referenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 9.5), und dass vor- liegend keine völkerrechtlichen Vollzugshindernisse ersichtlich sind, wel- che die Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO verpflichten würden. Dabei hat sie namentlich die Vorbringen des Be- schwerdeführers im Hinblick auf die schlechte Behandlung seitens der kro- atischen Behörden (Abnahme der Fingerabdrücke unter Zwang , Einsper- ren, Vorenthalten des Mobiltelefons sowie fehlender Zugang zu gesund- heitlicher Versorgung) sowie auf seine gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen (gemäss den ärztlichen Unterlagen Warzen an der Fusssohle beidseits und leichtgradige Deckplattenimpressionsfraktur des 1. Lendenwirbelkör- pers bei keilförmiger Deformation sowie gemäss eigenen Aussagen Diar- rhö, Bauchschmerzen, Ängste und Flashbacks) berücksichtigt und recht- sprechungskonform gewürdigt. Darüber hinaus hat die Vorinstanz in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zukommenden Ermessens von einem freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. 5.2. Was der Beschwerdeführer auf Rechtsmit telebene vorbringt, vermag an der Richtigkeit der angefochtenen Verfügung nichts zu ändern. Den (im Beschwerdeverfahren nochmals eingereichten) Arztbericht vom 15. No- vember 2024 hat die Vorinstanz bereits in der angefochtenen Verfügung berücksichtigt. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerde- führers sind im vorliegenden Fall nicht derart gravierend, dass gestützt auf Art. 3 EMRK von einer Überstellung nach Kroatien abgesehen werden müsste. Sodann vermögen auch die vom Beschwerdeführer wiedergeg e- benen Berichte zur Situation in Kroatien, zu gewaltsamen Rückführungen (sogenannten Push-Backs) sowie zum Refoulement-Verbot keine systemi- schen Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO zu belegen. 5.3. Auch die formelle Rüge des Beschwerdeführers, wona ch die Vor- instanz ihre Untersuchungspflicht in Bezug auf den medizinischen Sach - verhalt, die Situation in Kroatien sowie die drohende Verletzung von Art. 3 F-290/2025 Seite 8 EMRK im Falle einer Kettenabschiebung, den Zugang zu einer Unterkunft und medizinischer Betreuung verletzt habe, blieb unsubstantiiert und er- weist sich als unbegründet. So wurde der Sachverhalt durch die Vorinstanz genügend festgestellt. Der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist auch in dieser Hinsicht abzuweisen. 6. Es besteht kein Anlass, die Vorinstanz anzuweisen, explizit Zusicherungen hinsichtlich Obdach, Nahrung und adäquate und regelmässige medizini- sche sowie psychologische Behandlung bei den kroatischen Behörden ein- zuholen (vgl. Referenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 12). Das entsprechende Subeventualbegehren ist ebenfalls abzuweisen. 7. Die Vorinstanz ist zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführe rs nicht eingetreten und hat die Wegweisung nach Kroatien angeordnet. 8. Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit vorliegendem Urteil fällt der am 16. Januar 2025 angeordnete Vollzugsstopp dahin und der Antrag auf Er- teilung der aufschiebenden Wirkung wird gegenstandslos. 9. 9.1. Die Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung abzuweisen ist. 9.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) F-290/2025 Seite 9 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Beschwerdeverfahren betreffend Datenbereinigung im ZEMIS (Dispo- sitivziffer 6 der angefochtenen Verfügung) wird vom vorliegenden Dublin - Verfahren getrennt und unter der Verfahrensnummer F-348/2025 geführt. 2. Die Beschwerde gegen den Nichteintretens - und Wegweisungsentscheid wird abgewiesen. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 4. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des vorliegenden Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan- tonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Susanne Genner Selina Schmid Versand: