Angeschuldigte Person (Verfahren O2V 20 67) / Beschwerdeführer (Verfahren O2V 20 69) A. vertreten durch: RA AA. Vorinstanz Steuerverwaltung Appenzell Ausserrhoden, Gutenberg-Zentrum, 9102 Herisau Beigeladene (Verfahren O2V 20 69) Eidg. Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Eigerstrasse 65, 3003 Bern Obergericht Appenzell Ausserrhoden 2. Abteilung Zirkular-Urteil vom 11. Mai 2021 Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg Oberrichterin J. Lanker Oberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger Obergerichtsschreiberin A. Mauerhofer Verfahren Nr. O2V 20 67 O2V 20 69 Gegenstand Versuchte Hinterziehung der Staats- und Gemeindesteuern sowie der direkten Bundessteuer 2011 Gerichtliche Beurteilung der Strafverfügung der kantonalen Steuerverwaltung vom 29. Oktober 2020 Seite 2 Dispositiv Strafverfügung vom 29. Oktober 2020 1. Infolge der versuchten Hinterziehung der Staats- und Gemeindesteuern 2011 wird dem Be- schuldigten eine Busse von Fr. 6‘000 auferlegt. 2. Infolge der versuchten Hinterziehung der direkten Bundessteuer 2011 wird dem Beschuldig- ten eine Busse von Fr. 3‘100 auferlegt. 3. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 350 festgesetzt. Rechtsbegehren von A. 1. Die Einsprache gegen die Strafverfügung betreffend die Direkte Bundessteuer 2011 sei ge- stützt auf Art. 182 Abs. 3 i.V.m. Art. 132 Abs. 2 Bundesgesetz über die Direkte Bundessteuer (DBG) als Beschwerde an das Obergericht des Kantons Appenzell A.Rh. weiterzuleiten und die Verfahren betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 2011 sowie betreffend die Direkte Bundessteuer 2011 seien gleichzeitig zu beurteilen; 2. Die Strafverfügung vom 29. Oktober 2020 sei aufzuheben, der Beschuldigte sei vom Vorhalt der versuchten Steuerhinterziehung der Staats- und Gemeindesteuern 2011 freizusprechen und es sei von der Erhebung einer Busse abzusehen; 3. Die Strafverfügung vom 29. Oktober 2020 sei aufzuheben, der Beschuldigte sei vom Vorhalt der versuchten Steuerhinterziehung der Direkten Bundessteuer 2011 freizusprechen und es sei von der Erhebung einer Busse abzusehen; 4. Eventualiter sei bei Verurteilung des Beschuldigten wegen versuchter Steuerhinterziehung im Jahr 2011 die Busse für die Staats- und Gemeindesteuern 2011 auf CHF 1‘355.30 und die Busse für die Direkte Bundessteuer 2011 auf CHF 698.00 festzusetzen. Seite 3 Sachverhalt A. A. (nachfolgend auch: Angeschuldigter) und seine Ehefrau erbringen gemeinsam Beratungs- dienstleistungen […]. In der von den vorliegenden Verfahren betroffenen Steuerperiode 2011 wurden die Leistungen über die Unternehmung C. mit Sitz in D. erbracht. Während sich die Ehegatten gemäss eigenen Angaben ausschliesslich um das operative Geschäft dieser Un- ternehmung kümmerten, wurde die Ad ministration und das Re chnungswesen der C. durch den Treuhänder E. bzw. dessen Unternehmung F. (nachfolgend auch: F.; ursprünglicher Fir- menname: G.) besorgt. E. war zudem auch persönlicher Steuerberater des Ehepaars. B. In der Steuerperiode 2011 waren der Angeschuldigte und seine Ehefrau in H. wohnhaft und somit in Appenzell Ausserrhoden persönlich steu erpflichtig. Die Ehe gatten reichten ihre Steuerdeklaration für die Steuer periode 2011 im März 201 3 bei der kantonalen Steuer ver- waltung Appenzell Ausserrhoden (nachfolgend auch: Vorinstanz) ein und deklarierten für das Jahr 2011 ein steuerbares Einkommen von Fr. […].-- und ein steuerbares Vermögen von Fr. […].-- (KStV.AR.act. 3). C. Im Mai 2012 erstattete die Steuerverwaltung des Kantons St. Gallen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (nachfolgend: EStV), Abteilung Strafsachen und Untersuchungen (nach - folgend: ASU), eine Meldung über die Treuhandgesellschaft F. sowie deren Aktionär und Geschäftsführer E. Der Steuerverwaltung des Kantons St. Gallen war aufgefallen, dass seit über zehn Jah ren im Umfeld von E. und der F. immer wieder Gesellschaften gegründet wor den waren, die wiederholt ihr Domizil und ihre Firma wechselten. Verschiedentlich stimmten die Angaben zu angeblich von solchen Firmen erbrachten Leistungen gar nicht mit dem je weils für die betroffene Gesellschaft im Handelsregister eingetragenen Geschäftszweck über ein. Es drängte sich der Verdacht auf, dass diverse im Ei nfluss von E. stehende Gesellschaften fiktive Leistungen und fingierte Lie ferungen verbucht hatten, wo durch sie mut masslich zu tiefe Gewinne bzw. regelmässig einen Verlust auswiesen. Kurz darauf wurde dann Konkurs über diese Gesellschaften eröffnet, was jeweils dazu führte, dass mangels Aktiven keine Be- steuerung mehr möglich war. Daraufhin wurden wieder neue Ge sellschaften mit ähnlichem Namen gegründet. Im Rahmen der in der Folge eingeleiteten umfangreichen Untersuchungen durch die ASU wurde unter anderem auch die Geschäftstätigkeit der C. genauer über prüft. Die ASU Seite 4 gelangte zum Schluss, dass bei der C. Gewinnsteuern in gros sem Um fang hinterzogen worden waren. Die Untersuchungsergebnisse der ASU sind im Bericht vom 31. Mai 2017 (KStV.AR.act. 1) festgehalten. Gemäss Ermittlungen der ASU waren der Angeschuldigte und seine Ehefrau zunächst als Aktionäre der I. mit Sitz in J. bzw. später in K. im Handelsregister eingetragen gewesen; diese Unternehmung war im gleichen Geschäftsbereich tätig gewesen wie später die C. Im März 2007 wurden die Kunden der I. darüber informiert, dass die Leistungen neu über die (unter Mitwirkung von E. bzw. dessen Mitarbeiterin) gegründete C. angeboten würden. Der Angeschuldigte und seine Ehefrau deklarierten zwar die Aktien der C. erst im Rahmen der hier betroffenen Steuererklärung 2011 offiziell als ihr Vermögen, die ASU ging aber aufgrund ihrer Un tersuchungen davon aus, dass sie be reits ab Grün dung der C. im September 2006 die tatsächlichen Aktio näre der Ge sellschaft gewesen waren und schon damals eine faktische Organschaft ausgeübt hatten. Die Steuerverwaltung des Kantons St. Gal len leitete aufgrund der im ASU -Bericht festge- stellten Ungereimtheiten gegen die in D. ansässige C. ein Nachsteuer- und Steuerhinterzieh- ungsverfahren ein. Gegen E. wurden in verschiedenen Kantonen Ermittlungen eingeleitet im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung und Steuerbetrug. D. Am 18. November 2013 reichten der Angeschuldigte und seine Ehefrau bei der Vorin stanz eine Selbstan zeige wegen Steuerhinterziehung ein und schickten der Vorinstanz am 10. März 2014 und 20. Januar 2016 wei tere Un terlagen in diesem Zusammenhang zu (KStV.AR.act. 4). Betreffend die bereits rechtskräftig veranlagten Steuerperioden bis und mit Steuerjahr 2010 ergingen in der Folge mehrere Nachsteuerverfügungen. Die erhobenen Nachsteuern wurden vom Angeschuldigten und seiner Ehefrau ohne weiteres akzeptiert und bezahlt. Die von den vorliegenden Verfahren betroffene Steuerperiode 2011 war noch nicht rechtskräftig veranlagt, weshalb eine Korrektur der in der Steuerklärung 2011 de klarierten Faktoren direkt im Rahmen des Veranlagungsverfahrens vorgenommen werden konnte. Bei der definitiven Veranlagung 2011 vom 30. Oktober 2018 ging die Vorinstanz anstelle des in der Steuererklärung deklarierten steuerbaren Einkommens im Betrag von Fr. […].-- von einem deutlich höheren steuerbaren Einkommen von insgesamt Fr. […].-- bei den Staats - und Gemeindesteuern bzw. Fr. […].-- bei der direkten Bundessteuer und einem steuerbaren Vermögen von Fr. […].-- (anstatt wie deklariert Fr. […].--) aus, nachdem beim Ein kommen diverse nicht deklarierte geldwerte Leistungen der C. berücksichtigt und beim Vermögen die Steuerwerte für nicht ko tierte Titel angepasst und eine in der Steuererklärung nicht dekla - rierte Lebensversicherung berücksichtigt wurde (vgl. KStV.AR.act. 3). Seite 5 E. Am 21. Dezember 2018 leitete die Vorinstanz ein Steuerstrafverfahr en gegen den An ge- schuldigten und dessen Ehefrau ein wegen vollendeter Steuerhinterziehung in den Steu er- perioden 2008 bis 2010 bzw. wegen versuchter Steu erhinterziehung in der Steuerperiode 2011. Die Vorinstanz warf dem Angeschuldigten vor, dass er während der Steu erperioden 2008 bis 2010 ins gesamt Einkommen von rund Fr. 538‘000. -- sowie Vermögen von über Fr. 2.7 Mio. nicht korrekt deklariert habe. Bezüglich Steuerperiode 2011 ging die Vorinstanz davon aus, dass in der bei ihr ein gereichten Steu ererklärung Ein kommen von rund Fr. 60‘000.-- nicht deklariert worden seien (KStV.AR.act. 5). Nachdem dem Angeschuldigten und seiner Ehefrau das rechtliche Gehör ein geräumt und Einsicht in die Akten gewährt worden war (siehe betreffend das hier interessierende Steuer- jahr 2011 insbesondere KStV.AR.act. 6 bis 12), wurden die Vorwürfe betreffend die Steuer- periode 2008 infolge zwischenzeitlichem Ver jährungseintritt nicht weiter verfolgt. Für die übrigen Steuerperioden 2009 bis 2011 er liess die Vorin stanz je zwei separate Strafverfü - gungen an den Angeschuldigten einerseits und seine Ehefrau andererseits. Am 17. Dezember 2019 erging eine erste Strafverfügung gegen den Angeschuldigten betref- fend vollendete Steuer hinterziehung in den Steu erperioden 2009 und 2010 (KStV.AR.act. 17). Gegenstand der vorliegenden Verfahren ist die zweite Strafverfügung vom 29. Oktober 2020 gegen den Angeschuldigten (im Beilagenordner der Vorinstanz, ohne Nummerierung). Mit dieser St rafverfügung fällte die Vorinstanz wegen ver suchter Steuerhinterziehung von Staats- und Gemeindesteuern bzw. direkten Bundes steuern in der Steuer periode 2011 die eingangs angeführten und in den vorliegenden Verfahren angefochtenen Bussen aus. F. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2020 (act. 2) reichte der Angeschuldigte bei der Vorinstanz ein Begehren um gerichtliche Beur teilung der Strafverfügung vom 29. Oktober 2020 durch das Obergericht ein bzw. erhob, insoweit der Bundessteuerbereich betroffen war, gleichzeitig Einsprache gegen die Strafverfügung, verbunden mit dem Antrag auf Wei terleitung dieser Einsprache als Sprungbeschwerde ans Obergericht. G. Am 3. Dezember 2020 überwies die Vorinstanz dem Obergericht die Straf verfügung vom 29. Oktober 2020 zur gericht lichen Beurteilung. Aufgrund der im Bundes steuerbereich gleichzeitig erhobenen Sprungbeschwerde wurden direkt zwei Verfahren zur Beurteilung der angefochtenen Strafverfügung eröffnet: Das Verfahren O2V 20 67 betrifft die gerichtliche Beurteilung der Strafverfügung, insoweit es um die dem Ange schuldigten vorgeworfene versuchte Hinterziehung der Staats- und Ge- meindesteuern 2011 geht; das Verfahren O2V 20 69 betrifft die gerichtliche Beurteilung der Seite 6 Strafverfügung im Zusammenhang mit der dem Angeschuldigten vorgeworfenen versuchten Hinterziehung der direkten Bundessteuer 2011. H. Nachdem beim Angeschuldigten für beide Verfahren ein Kostenvorschuss angefordert und ihm anschliessend Akteneinsi cht gewährt worden war, verzichtete er mit Schreiben vom 18. Dezember 2020 in beiden Verfahren ausdrücklich auf eine mündliche Ver handlung. Die Vorinstanz und die im Verfahren O2V 20 69 beigeladene EStV erhoben dagegen keine Ein- wendungen und verzicht eten stillschweigend auf Einreichung einer materiellen Stel lung- nahme zur Angelegenheit. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde beim Obergericht bereits im ersten Halbjahr 2020 von Beratungen vor Ort weitgehend abgesehen. Als nach bloss vorübergehender Wiederaufnah- me des ordentlichen Verhandlungs- und Sitzungsbetriebs im Spätsommer 2020 in folge der weiteren Entwicklung der Pandemie bereits ab Herbst 2020 erneut soweit möglich von Be - ratungen vor Ort abge sehen werden musste, fällten die Richter, um einem Auf schub der Behandlung der Angelegenheit entgegenzuwirken, schliesslich einstimmig das vorlie gende Zirkular-Urteil. I. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den Akten sowie die Vorbringen der Parteien in den Rechtsschrif ten wird, so weit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwä gungen näher eingegangen. Seite 7 Erwägungen 1. Formelles 1.1 Die von der kantonalen Steuerverwaltung in der Strafverfügung vom 29. Oktober 2020 wegen versuchter Steuerhinterziehung im Steuerjahr 2011 ausgesprochenen Bussen beziehen sich einerseits auf die Staats - und Gemeindesteuern sowie ander erseits auf die direkte Bundessteuer. Mit Blick auf die unterschiedlichen Rechtsgrundlagen im kan tonalen Recht einerseits und im Bundessteuerrecht andererseit s hat das Obergericht, wie dies praxisge - mäss üblich ist, zwei Verfahren zur Beurteilung der in Frage stehenden Strafverfügung vom 29. Oktober 2020 eröffnet (O2V 20 67 betreffend Staats- und Gemeindesteuern, O2V 20 69 betreffend direkte Bundessteuer). Weil sich in der Sache allerdings inhaltlich gesehen - un- abhängig davon, ob es um Staats - und Gemeindesteuern oder um direkte Bundessteuern geht - dieselben Rechtsfragen stellen, können die beiden Verfahren O2V 20 67 und O2V 20 69 vom Obergericht auch gemeinsam behandelt werden (so auch Urteil des Bundesgerichts 2C_298/2020 vom 9. Oktober 2020 E. 1.1 m.w.H.). Eine gemeinsame Behandlung der Ver- fahren erscheint im kon kreten Fall sinnvoll, wes halb das Ober gericht die Verfahren O2V 20 67 und O2V 20 69 vereinigt und mit vorliegendem Entscheid gemeinsam beurteilt. 1.2 Der Entscheid über Steuerstreitsachen - wozu auch die Anfechtung von wegen Steuerhinter- ziehung ausgefällten Bussen gehört (Art. 261 Abs. 1 i.V.m. Art. 262 Steuergesetz [StG, bGS 621.11], Art. 132 Abs. 1 i.V.m. Art. 182 Abs. 3 Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG, SR 642.11] bzw. im konkreten Fall, wo im Bundessteuerbereich eine Sprung be- schwerde erhoben wurde, ausserdem Art. 132 Abs. 2 DBG i.V.m. Art. 9 A bs. 2 der Verord- nung über die Durchführung des DBG [bGS 625.11]) - fällt unabhängig vom Streitwert in die Zuständigkeit der Abteilungen des Obergerichts (vgl. Art. 29 Abs. 1 lit. a Justizgesetz [JG, bGS 145.31] e contrario). Das Gesamtgericht hat Steuerstreitsachen der 2. Abteilung zur Beurteilung zugewiesen (so publiziert im aktuellen Staatskalender des Kan tons Appen zell Aus serrhoden [https://staatskalender.ar.ch/organizations/pdf], Ziff. 2.6.1.2), weshalb diese zur Behandlung der Verfahren O2V 20 67 und O2V 20 69 zuständig ist. Da die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung auch der übrigen Prozessvoraussetzung- en ergibt, dass diese erfüllt sind, ist in beiden Verfahren auf die Streitsache einzutreten. Seite 8 2. Materielles 2.1 Wer als steuerpflichtige Person vorsätzlich oder fahrlässig bewirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt oder dass eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, wird mit Busse bestraft (Art. 243 Abs. 1 StG bzw. Art. 175 Abs. 1 DBG). Der Tatbestand der vollen- deten Steuerhinterziehung ist im kantonalen und im Bundessteuerrecht überein stimmend dahingehend geregelt, dass eine solche anzunehmen ist, wenn a) eine Steuer geschuldet ist, wobei b) der Täter herbeiführt, dass die Veranlagung unvollständig vorgenommen wird. Die Steuerhinterziehung kann als Sonderdelikt nur von der steu erpflichtigen Person selbst begangen werden. Als Erfolgsdelikt ist beim Tatbestand einer vollendeten Steuerhinterzieh- ung vorausgesetzt, dass es zu einem Steuer ausfall gekommen und eine richtige Veran la- gung im ordentlichen Verfahren nicht mehr möglich ist, weil die entsprechenden Steuerperi- oden bereits rechtskräftig veranlagt sind (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommen- tar zum DBG, 3. Aufl. 2016, N. 22 ff. zu Art. 175 DBG). In den vorliegend zu beurteilenden Verfahren steht keine vollendete Steuerhinterziehung zur Diskussion: Der Angeschuldigte und seine Ehefrau hatten die Steuererklärung 2011 zwar bereits bei der Vorinstanz eingereicht, aber waren noch nicht rechtskräftig veranlagt worden, als die Vorinstanz feststellte, dass entgegen der Steuerdeklaration diverse Auf rechnungen sowohl beim Einkommen als auch beim Vermögen vorzunehmen waren. Somit ist keine Steuerverkürzung eingetreten. 2.2 Gemäss Art. 244 StG bzw. Art. 176 DBG ist allerdings auch bereits der Versuch einer Steu- erhinterziehung strafbar: a. Der Versuch ist sowohl im Bundessteuerrecht als auch im kantonalen Recht als eigenstän - diger Steuerübertretungstatbestand ausgestaltet, wobei das geschützte Rechtsgut demjeni- gen von Art. 243 StG bzw. Art. 175 DBG entspricht. Anstelle einer (be reits eingetretenen) Steuerverkürzung, welche zu den Tatbestandsmerkmalen der vollendeten Steuerhinterzieh- ung gehört, genügt beim Versuch eine blosse Steuergefährdung. b. Die versuchte Steuerhinterziehung ist gemäss Rechtsprechung und Lehre nur bei Vorsatz strafbar, wobei schon Even tualvorsatz genügt (anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 2C_362/2018 vom 19. Ju ni 2019 E. 3.1 m.w.H.). Der Tatbestand der versuchten Steuer - hinterziehung setzt also eine zu mindest eventualvorsätzliche Gefährdung des gesetzlichen Steueranspruchs voraus. Ob ein (Even tual-)vorsatz vorliegt oder nicht, beurteilt sich nach Seite 9 allgemeinen strafrechtlichen Grundsätzen, also namentlich Art. 12 Abs. 2 und 3 Strafgesetz- buch (StGB, SR 311; Art. 333 Abs. 1 i.V.m. Art. 104 StGB). c. Gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB begeht ein Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt nach der Definition des Gesetzgebers aber auch bereits, wer die Verwirklichung der Tat bloss für möglich hält. Ein solcher Even- tualvorsatz liegt vor, wenn der Täter den als mög lich vorausgesehenen Erfolg für den Fall seines Eintritts billigt, sich mit ihm abfindet oder ihn in Kauf nimmt. Bloss fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen dagegen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rück sicht nimmt. Pflicht widrig ist die Un - vorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht be achtet, zu der er nach den Um ständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). 2.3 a. Beim Verfahren, das zur Sanktionierung einer Steuerhinterziehung führt, handelt es sich um eine strafrechtliche Anklage im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK (anstelle vieler: Urteil des Bun- desgerichts 2C_362/2018 vom 19. Juni 2019 E. 3.5 m.w.H.), womit die Unschuldsvermutung zum Tragen kommt. Im Sinne einer Beweiswürdigungsregel ergibt sich aus der Un schulds- vermutung, dass den Steu erstrafen keine Sachverhaltselemente zugrunde gelegt wer den dürfen, über deren Ver wirklichung bei objektiver Würdigung der gesamten Beweis lage Zweifel bestehen oder die nur als wahrscheinlich gelten (anstelle vieler: Urteil des Bundes- gerichts 2C_683/2018 vom 3. Oktober 2019 E. 4.2 m.w.H.). b. Der Nachweis der subjektiven Tat bestandsmerkmale, welche auf (Eventual -)Vorsatz oder Fahrlässigkeit schliessen lassen, obliegt grundsätzlich der Steuerbehörde: Dem Grund satz in dubio pro reo entsprechend, hat die Steuerbehörde in der Funktion als An klagebehörde die Umstände nachzuweisen, welche eine Steuerbusse be gründen, und zwar auch dann, wenn Schuldausschliessungsgründe von der gebüssten Person lediglich behauptet werden und / oder zweifelhaft erscheinen (SIEBER/MALLA, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. Aufl. 2017, N. 28 zu Art. 175 DBG; RICHNER/FREI/KAUF- MANN/MEUTER, a.a.O., N. 121 und 129 f. zu Art. 182 DBG). Da das Verschulden immer auf einem in neren Vorgang beim Täter grün det, muss die ses bei feh lendem Ein geständnis gestützt auf kon krete äussere Tat sachen und Abläufe bzw. an hand von über zeugenden Indizien dargelegt wer den (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 36 ff. zu Art. 175 DBG). Der Nachweis eines Hinterziehungsvorsatzes erfordert somit immer eine sorgfältige Abklärung der Verhältnisse des Einzelfalls. Selbst wenn die steuerpflichtige Person jeglichen Vorsatz bestreitet, ist von Eventualvorsatz auszugehen, wenn sich der steu erpflichtigen Seite 10 Person der Erfolg ihres Verhaltens als so wahrscheinlich aufdrängt, dass ihr Ver halten ver- nünftigerweise nur als In kaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann ( RICHNER/FREI/ KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 3 f. zu Art. 176 DBG). Eine absolute Ge wissheit über die Schuld der betroffenen Person wird also nicht verlangt (Urteil des Bun desgerichts 2C_298/2020 vom 9. Oktober 2020 E. 3.2.2 m.w.H). Auch bei Berücksichtigung des Grund- satzes in dubio pro reo genügt es, wenn mit hinreichender Sicherheit feststeht, dass sich die einer Steuerhinterziehung beschuldigte Person der Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der gemachten Angaben bewusst war: Ergibt die Abklärung der Verhältnisse, dass das Vorgehen des Steu erpflichtigen nur mit der Ab sicht, eine ge setzeswidrige Steu erverkürzung zu erreichen, erklärt wer den kann - was vo raussetzt, dass die Steuerbarkeit des ent spre- chenden Sach verhalts für die steuerpflichtige Per son er kennbar oder zu mindest mit ver - tretbarem Aufwand festzustellen war -, so ist davon auszugehen, dass die Person auch mit Willen handelte, d.h. eine Täuschung der Steuerbehörden beabsichtigt und eine zu niedrige Veranlagung bezweckt (direkter Vorsatz) oder zumindest in Kauf genommen hat (Eventual- vorsatz). Diese Vermu tung lässt sich nicht leicht ent kräften, solange kein anderer Be weg- grund für d ie Unrichtig keit oder Un vollständigkeit der gemachten An gaben zu mindest möglich erscheint (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 2C_362/2018 vom 19. Juni 2019 E. 3.4 m.w.H.). Der allge meinen Lebenserfahrung folgend ist namentlich dann der auf eine Steuerverkürzung gerichtete Wille zu bejahen, wenn aufgrund einer nicht ordnungsgemäss geführten Buchhaltung wissentlich eine unvollständige Steuererklärung eingereicht wird. Das Wissen um die Un vollständigkeit der De klaration beurteilt sich so dann insbesondere auch nach der Erkennbarkeit der Ab weichung von den tat sächlichen Ver hältnissen, wes halb immer auch das Quantitative zu berücksichtigen ist (SIEBER/MALLA, a.a.O., N. 28 ff. zu Art. 175 DBG). c. Die Inkaufnahme des deliktischen Erfolgs unterscheidet den Eventualvorsatz von der bewus- sten Fahrlässigkeit, bei welcher der Täter darauf zählt oder leichtfertig darauf vertraut, dass der - als möglich vorausgesehene, aber nicht gewollte - Erfolg nicht eintritt; der Täter braucht den Eintritt des Erfolgs dabei nicht begünstigt zu haben. Nach Auffassung des Bun des- gerichts ist Eventualvorsatz in Abgrenzung zur bewussten Fahr lässigkeit im Allge meinen umso eher zu bejahen, je höher die für den Täter erkennbare Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Erfolgs anzusetzen und als je bedeutender die Sorgfaltspflichtverletzung zu würdigen ist (SIEBER/MALLA, a.a.O., N. 32 ff. zu Art. 175 DBG). 2.4 Der Angeschuldigte bestreitet die zwischenzeitlich in Rechtskraft erwachsene Steuerveran- lagung für die Steuerperiode 2011 bzw. die dort von der Vorinstanz zusätzlich zur Deklaration Seite 11 vorgenommenen Aufrechnungen nicht und anerkennt ausdrücklich, dass durch Nicht dekla- ration von Einkommens - und Vermögenswerten in der Steuererklärung 2011 Verfahrens - pflichten verletzt worden seien. Er bestreitet jedoch, dass diese Verletzung wissentlich und willentlich erfolgt sei und macht geltend, nicht er und seine Ehefrau, sondern der von ihnen beigezogene Treu händer E. habe die versuchte Steuerhinterziehung herbei geführt, dies durch eine höchst unprofessionelle Buchführung. Die Verantwortung für die Entstehung der geldwerten Leistungen liege daher zur Hauptsache bei E., während der Angeschuldigte und seine Ehefrau, wenn auch leichtgläubig, darauf vertraut hät ten, dass der mandatierte Treu- händer seine Tätigkeit nach den Vorschriften der Gesetze ordnungsgemäss ausübe. 2.5 Im konkreten Fall ist von erheblicher Bedeutung, dass das einer steuerpflich tigen Person zurechenbare Wissen um die Un vollständigkeit einer Deklaration gemäss Rechtsprechung und Lehre entscheidend von der Erkennbarkeit der Abweichung von den tatsächlichen Ver- hältnissen abhängt (vgl. dazu SIEBER/MALLA, a.a.O., N. 31 zu Art. 175 DBG, m.w.H.). Diese Erkennbarkeit war im Fall des Angeschuldigten klar gegeben, jedenfalls, was die offensicht- lich zu tiefe Deklaration von Einkommens- und Vermögenswerten in der hier in Frage steh - enden Steuererklärung 2011 betrifft: a. Der Angeschuldigte und seine Ehefrau gaben in der Steuererklärung 2011 ein steuerbares Einkommen von Fr. […].-- und ein steuerbares Vermögen von Fr. […].-- an. In der definitiven Steuerveranlagung ging die Vorinstanz bei den Staats- und Gemeindesteuern dagegen von einem über einem Drittel höheren steuerbaren Einkom men im Betrag von Fr. […].-- und einem annähernd zwei Drittel höheren steuer baren Vermögen von Fr. […].-- aus; bei der definitiven Veranlagung der direkten Bundessteuer ergab sich e in steuerbares Einkommen von Fr. […].-- (vgl. dazu die Unterlagen in KStV.AR.act. 3). Diese schliesslich von den Ehe- gatten akzeptierten definitiv veranlagten Ein kommens- und Ver mögenssteuerwerte 2011 waren damit allesamt deutlich höher als die vom Angeschuldigten und seiner Ehefrau selber deklarierten Werte. b. Es ist unter diesen Umständen schlichtweg unvorstellbar, dass der Angeschuldigte, als ihm die Steuererklärung 2011 vom Treu händer zur Un terzeichnung vorgelegt wurde, nicht be- merkt haben soll, dass etwas mit der ab gegebenen Deklaration so nicht stim men konnte. Sowohl beim Einkommen als auch beim Vermögen ist die erhebliche quan titative Abwei- chung der Deklaration von den Werten der definitiven Veranlagung als geradezu augenfällig zu qualifizieren. Unter den gegebenen Umständen - der Angeschuldigte hatte in der Steuer- erklärung 2011 nun auch die Aktien der C. aufgeführt, allerdings wurden die Steuerwerte im Rahmen der Veranlagung noch an gepasst - verzichtete die Vorinstanz auf eine weitere Prüfung einer Be strafung des Angeschuldigten wegen versuchter Steuerhinterziehung von Seite 12 Vermögenssteuern. Die im vor liegenden Verfahren angefochtene Bus senauflage betrifft einzig den Vorwurf der versuchten Hinterziehung von Einkommenssteuern. 2.6 Die massive Abweichung der deklarierten von den tat sächlichen Einkommensverhältnissen spricht per se dafür, dass der Angeschuldigte die Steuer hinterziehung zumindest eventual- vorsätzlich begangen hat: a. Eventualvorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung einer Tat bloss für mög lich hält und in Kauf nimmt. Je höher die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, umso mehr ist anzunehmen, die Tatbestands- verwirklichung werde in Kauf genommen. In einer Konstellation, wie sie beim An geschul- digten vorliegt, drängt sich der Erfolg seines Ver haltens für eine Steu erhinterziehung als derart wahrscheinlich auf, dass schon allein aufgrund des Quantitativen auf Eventualvorsatz zu erkennen ist: Da dem Angeschuldigten selbst bei einer lediglich summa rischen Prüfung der deklarierten Faktoren in der Steuererklärung 2011 nicht verborgen bleiben konnte, dass sich die tatsächlichen Einkommensverhältnisse ganz anders präsentierten als in der Steuer- deklaration, ist eine andere Erklärung, als dass er mit der Einreichung der somit offensichtlich falschen Steuererklärung eine Steuerver kürzung zumindest in Kauf ge nommen hat, kaum denkbar (vgl. etwa auch Urteil des Bundesgerichts 2C_682/2018 vom 14. Mai 2019 E. 6.3). b. Dass der Angeschuldigte einen Treuhänder und Steuerberater beigezogen hat, ändert daran nichts: Von der Sorgfaltspflicht betreffend Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben in der Steuererklärung kann sich eine steuerpflichtige Person nämlich nicht dadurch dispensieren, dass sie die Besorgung ihrer Steu erangelegenheiten einem Vertreter über bindet ( SIE- BER/MALLA, a.a.O., N. 32 ff. zu Ar t. 175 DBG). Die steuerpflichtige Person muss ihre per - sönliche Steuererklärung wahrheitsgetreu und vollständig ausfüllen (Art. 161 Abs. 2 StG; Art. 124 Abs. 2 DBG); es besteht dabei die gesetzlich vorgesehene Pflicht, alles zu tun, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen (Art. 163 Abs. 1 StG; Art. 126 Abs. 1 DBG). Wird das Aus füllen der Steuererklärung einem Steuerberater übertra gen, bedeutet dies nicht, dass die steuer pflichtige Person deshalb nicht weiterhin selber ge mäss dieser gesetzlichen Bestimmungen dafür die Verantwortung trägt, dass die bei der Steu erbehörde eingereichte Steuererklärung wahrheitsgetreu und vollständig ist, sondern die steuerpflichti- ge Person trifft auch bei Zuhilfenahme der Dienste Dritter bei der Erstellung der Steuererklä- rung die gleiche, allgemeine hohe Sorgfaltspflicht, wie wenn sie selbst gehandelt hätte. Daher kann sie ihre Ver antwortung nicht mit der blossen Be hauptung von sich abwälzen, für sie habe ein Vertreter gehandelt (vgl. RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 71 ff. zu Art. 175 DBG). Seite 13 c. Das gilt auch für den Fall, dass der Angeschuldigte sich nicht im Geringsten darum geküm - mert haben sollte, welche Steuer faktoren in der Steuererklärung deklariert waren und des- halb tatsächlich nicht bemerkt haben sollte, dass die abgegebene Deklaration offensichtlich zu tief sein musste: Die billigende Inkaufnahme des inkriminierten Erfolgs ist gemäss Recht- sprechung nämlich auch dann zu vermuten, wenn die steuerpflichtige Person sich in keiner Weise darum küm mert, ob die von ihr im Veranla gungsverfahren ge machten Angaben zutreffend sind. Die diesfalls resultierende Vermutung, es sei eine zu nied rige Veranlagung angestrebt oder zumin dest in Kauf genommen wor den, lässt sich zu dem nicht leicht ent - kräften, weil in der Regel ein anderer Beweggrund für die Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der gemachten Angaben nur schwer vorstellbar ist (Urteile des Bundesgerichts 2C_257/2018 vom 11. November 2019 E. 4.4.1 f.; 2C_682/2018 vom 14. Mai 2019 E. 3.2; je m.w.H.). Kon- kret heisst dies: Kümmert sich eine steuerpflichtige Person nicht im Geringsten um die per- sönlichen steuerlichen Ver pflichtungen bzw. unter zeichnet sie von ei nem Treu händer er- stellte Unterlagen unbesehen, obwohl ihr erhebliche Fehler bei der Ein kommens- und Ver- mögensdeklaration bei zumutbarer Sorgfalt ohne weiteres hätten auffallen müssen, handelt sie gemäss Rechtsprechung nicht bloss fahrlässig, sondern (ebenfalls) zumindest eventual- vorsätzlich (vgl. auch BGE 134 III 59 mit Verweis auf die Urteile 2A.187/2000 und 2A.195/2000 vom 3. November 2000 E. 3c/cc). d. Unabhängig davon, dass ein Treuhänder die Steuererklärung für den Angeschuldigten aus- gefüllt hat, ist somit im konkreten Fall bereits aufgrund der offensichtlich erheblichen quanti- tativen Abweichung zwischen Steuerdeklaration und tatsächlichen Verhältnissen ein eventu- alvorsätzliches Vorgehen des Angeschuldigten dem Grundsatz nach zu vermuten. 2.7 Wurden von einer steuerpflichtigen Person verschiedene Steuerfaktoren hinter zogen bzw. wurde ein Versuch unternommen, eine Steuerhinterziehung herbeizuführen, sind mit Bezug auf die einzelnen Faktoren allfällige Unterschiede hinsichtlich des Verschuldens zu berück- sichtigen und es ist gege benenfalls auch hinsichtlich des Zeit verlaufs zu diffe renzieren: Wurde z.B. eine bestimmte Position anfänglich noch fahrlässig nicht deklariert, kann in spä- teren Steuerperioden bezüglich desselben Betreffnisses schliesslich vorsätzliche Hinterzieh- ung vorliegen (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 41 zu Art. 175 DBG). Somit sind auch hier die ein zelnen Faktoren, bezüglich welcher dem Angeschuldigten eine versuchte Steuerhinterziehung vorgeworfen wird, jeweils separat und unter konkreter Berücksichtigung der von ihm jeweils zu den einzelnen Faktoren vor getragenen Recht fertigungsgründe abschliessend auf das Verschulden im Einzelfall hin zu über prüfen. Da der Angeschuldigte jeglichen (Eventual-)vorsatz bestreitet, wird namentlich zu klären sein, ob allenfalls Beweise Seite 14 oder Indizien vorliegen, die mit Bezug auf einen kon kreten Faktor genügen, um die grund - sätzliche Vermutung des Eventualvorsatzes umzustossen. Dabei wird sich am Vorwurf des Eventualvorsatzes nichts ändern, wenn die Schuld des An geschuldigten auch im Rahmen dieser Einzelfallprüfung weiterhin mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststeht; bloss abstrakte und theoretische Zweifel ändern daran nichts, da solche immer möglich sind und gerade dann, wenn das Verschulden mangels Schuldeingeständnis einzig aufgrund der äusseren Begleitumstände beurteilt wer den muss, eine abso lute Gewissheit nicht verlangt werden kann (vgl. Urteil des Bundes gerichts 2C_682/2018 vom 14. Mai 2019 E. 3.3.2 m.w.H.). Im Einzelnen geht es um folgende Sachverhalte: a. Privat vereinnahmter Umsatz der C. (KStV.AR.act. 13) Die ASU stellte im Rahmen ihrer Untersuchungen gegen die C. fest, dass diese in verschie- denen Jahren Fremdleistungen zu Lasten des Erfolgs verbucht hatte, welche der L. bzw. deren Inhaber M., der damals noch als Berater der C. fungierte, zugeordnet werden konnten. Die Rechnungen wurden von der ASU stichprobenweise daraufhin überprüft, ob die C. den [Kunden] entsprechende Leistungen verrechnet hatte. Es ergaben sich keine Hinweise, dass die L. nicht begründete Rechnungen gestellt hatte, wobei der tatsächliche Umfang der durch M. erbrachten Leistungen nicht überprüft werden konnte. Im Rahmen der Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen gelangte die ASU allerdings zum Schluss, dass in den Bank - unterlagen der C. Belastungsanzeigen für Zahlungen an die L. fehlten; andere Belastungs- anzeigen waren hingegen vorhanden. Die zusätzliche Edition von Detailunterlagen bei der N. ergab schliesslich, dass die Zahlungen tatsächlich zu Gunsten der auf den Rechnungen angegebenen Bankverbindung bzw. auf M. lautende Konti erfolgt waren, so dass die in den Buchhaltungskonti der C. ausgewiesenen Fremdhonorare letztlich als bei der C. geschäfts- mässig begründet angesehen werden konnten. Für das von den vorlie genden Verfahren betroffene Jahr 2011 stellte die ASU im Zusammenhang mit diesen Fremdhonoraren jedoch fest, dass Rechnungen von insgesamt Fr. 81‘099.30 in bar an die L. bezahlt und ent - sprechend von M. quittiert worden waren. Die entsprechenden Verbuchungen liessen hier nicht nachvollziehen, wann, durch wen und mit welchen Mi tteln diese Rechnungen bezahlt worden waren. Weder der An geschuldigte noch seine Ehefrau machten dazu nähere An - gaben. Mangels konkreter Hinweise darauf, dass es sich um fiktive Rechnungen handelte, wurde zwar ein geschäfts mässig begründeter Aufwand bei der C. in entsprechendem Um- fang anerkannt, ungeachtet gewisser Zweifel darüber, ob M. diese verrechneten Leistungen wirklich erbracht hatte. Da weder der Angeschuldigte noch seine Ehefrau einen Nachweis zu erbringen vermochten, wie die Bezahlung der Rechnungen finanziert worden war, blieb die Mittelherkunft aber unklar und die ASU ging unter den gege benen Umständen davon aus, Seite 15 dass der Umsatz der C. nicht vollständig ver bucht worden war, was im Re sultat zu einer Aufrechnung der Fr. 81 ‘099.30 zum Gewinn der C. führte. Die ASU wies in ihrem Bericht darauf hin, dass der Betrag zudem als verdeckte Ge winnausschüttung zu je 50% beim Einkommen des Angeschuldigten und seiner Ehefrau zu berücksichtigen sei (vgl. zum Sach- verhalt auch ASU-Bericht, KStV.AR.act. 1, S. 26 ff., Ziff. 3.2.6, insbesondere Ziff. 3.2.6.6). Die Vorinstanz ging gestützt auf die Sachverhaltsermittlungen und Schlussfolgerungen der ASU von einer entsprechenden geldwerten Leistung an den Angeschuldigten im Betrag von Fr. 40‘549.65 aus. Da diese geldwerte Leistung von ihm in der Steuererklärung 2011 nicht deklariert worden sei, wäre, wenn dieser Umstand nicht vor der definitiven Veranlagung ent- deckt worden wäre, eine Steuerverkürzung eingetreten, womit der objektive Tatbestand der versuchten Steuerhinterziehung erfüllt sei (vgl. dazu Strafverfügung, S. 3, Ziff. 18 ff.). Der Angeschuldigte bestreitet weder die Besteuerung der Fr. 40‘549.65 als geldwerte Leis - tung bei seinem Einkommen, noch, dass mit der Nichtdeklaration der Fr. 40‘549.65 in seiner Steuererklärung eine Steuerkürzung eingetreten wäre, wäre dieser Umstand nicht im Rah - men der definitiven Veranlagung durch eine Aufrechnung von Einkommen korrigiert worden. Allerdings habe der Angeschuldigte weder K enntnisse des Schweizerischen Steu errechts noch von buch halterischen Vorgängen. Aus diesem Grund habe er den Steuer berater E. beigezogen. Dieser habe die Rechnungen verbucht. Es liege auf der Hand, dass die kreativen Steu ersparmodelle des Bera ters in der privaten Steuererklärung wei tergeführt worden seien. Das Verschulden des Angeschuldigten liege höchstens darin, E. zu wenig kontrolliert zu haben. Die Instruktion an ihn sei gewesen, dass die Vor gänge korrekt erfasst werden sollen. Der Angeschuldigte sei somit nur fahrlässig vorgegangen und die Nichtdekla- ration sei aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit erfolgt. Daher sei der subjektive Tat bestand einer versuchten Steuerhinterziehung nicht erfüllt. Das Obergericht zieht hierzu Folgendes in Erwägung: Eine Steuerhinterziehung tritt dann ein, wenn eine steuerpflichtige Person der Steuerbehörde falsche Angaben übermittelt, also namentlich durch Einreichung einer unvollständigen oder nicht wahr heitsgetreuen Steuer erklärung (Urteil des Bundesgerichts 2C_298/2020 vom 9. Oktober 2020 E. 4.1 m.w.H.). Für die Beurteilung des subjektiven Tatbestands kann zwar auch der Zeitpunkt der Üb ergabe der Rechnungen an den Treu händer wichtige In dizien liefern, entscheidend ist hier aber vor allem das Wissen und der Willen des Angeschuldigten im Zeitpunkt der Unterzeich nung und Einreichung der Steu ererklärung, in wel cher eine anerkanntermassen geldwerte Leis tung nicht ausge wiesen war. Was genau bei der Über - gabe der Rechnungen vom Angeschuldigten an den Treuhänder gesprochen oder vereinbart wurde, ist im konkreten Fall nicht mit Sicherheit eruierbar. Unabhängig davon, was der Ange- schuldigte bei der Übergabe der Rechnungen gesagt hat, ist er aber im spä teren Zeitpunkt, Seite 16 wenn er die Steuererklärung unterzeichnet und einreicht, an seine ge setzlichen Sorgfalts- pflichten gebunden. Wie bereits dargelegt, hat der An geschuldigte für das hier betroffene Steuerjahr 2011 eine Steuererklärung mit einer offensichtlich zu tiefen Einkommensdeklaration abgegeben. Dieser Umstand war angesichts der quantitativen Verhältnisse für den Ange schuldigten ohne wei- teres erkennbar. Hätte der Angeschuldigte, als ihm die Steuererklärung zur Unterschrift vor- gelegt wurde, das deklarierte Einkommen genauer geprüft, wäre ihm unter anderem aufge- fallen, dass hier etwas nicht stimmen kann - zumal er ja gar nicht bestreitet, dass ihm und seiner Ehefrau im Zusammenhang mit der L. bzw. M. geldwerte Leistungen von insgesamt über Fr. 81‘000.-- aufzurechnen sind. Dabei handelt es sich, gerade auch in Relation zum deklarierten Einkommen, keineswegs um einen blos sen Bagatellbetrag, der ohne weiteres übersehen werden kann. Wenn der Angeschuldigte trotz offensichtlicher Anhaltspunkte, dass etwas mit der abgegebenen Einkommens deklaration nicht stimmen kann, die zu tiefe Steuererklärung dennoch einreicht, spricht dies klar für eine zumindest eventualvorsätzlich versuchte Steuerhinterziehung. Dasselbe gilt, sollte sich der An geschuldigte allenfalls überhaupt nicht darum gekümmert haben, was für Einkommenswerte in der Steuererklärung deklariert worden waren, womit er somit quasi blindlings die vom Treuhänder ausgefüllte Steuererklärung unterzeichnet hätte: Diesfalls hätte er nämlich die zu tiefe Steuererklärung eingereicht, ohne im Geringsten dafür besorgt zu sein, dass die de klarierten Werte korrekt sind, was gemäss dar gestellter Recht- sprechung ebenfalls zum Schluss führt, dass ein anderer Beweggrund als eine zumindest in Kauf genommene Steuerhinterziehung nicht denkbar ist (vgl. anstelle vieler Ur teil des Bundesgerichts 2C_257/2018 und 2C_308/2018 vom 11. November 2019 E. 4.4.4). So oder so ist somit mit Bezug auf die hier betroffene nicht dekla rierte geldwerte Leistung von Fr. 40‘549.65 im Zu sammenhang mit dem privat vereinnahmten Umsatz der C. auf Eventualvorsatz des Angeschuldigten zu schliessen. Notabene macht der An geschuldigte nicht geltend, er sei bei Abgabe der Steuer erklärung bloss irrtümlicherweise davon ausge- gangen, dass die hier in Frage stehende, grundsätzlich als solche anerkannte geld werte Leistung nicht hätte deklariert werden müssen. Im Gegenteil: Er gab ausdrücklich an, er habe E. instruiert, „die Vorgänge korrekt [zu erfassen]“ und geht selber davon aus, dass die nicht weitere Kontrolle der Umsetzung dieser angeblichen Anweisung als fahrlässiges Vorgehen zu werten ist (Begehren um gerichtliche Beurteilung der Strafverfügung, act. 2, S. 9, Ziff. 23). Dies zeigt, dass der An geschuldigte sehr wohl weiss, dass es einen Un terschied gibt zwischen pri vaten Le benshaltungskosten einerseits und ge schäftsmässig begrün deten Aufwendungen andererseits, welche über die Firma zu verbuchen sind. Zu diesem Schluss ist das Gericht überdies auch in den zeitgleich mit den vor liegenden Verfahren O2V 20 67 und O2V 20 69 behandelten Steuerhinterziehungs verfahren betreffend die Steuerperioden Seite 17 2009 und 2010 (Verfahren O2V 20 5 und O2V 20 7) ge langt, womit als gerichts notorisch gelten kann, dass es sich bei der hier zu beurteilenden versuchten Steuerhinterziehung nicht etwa um einen Einzelfall, sondern um ein fortge setztes Verhalten des Angeschuldigten während mehrerer Steuerperioden handelte. Es bedarf keiner besonderen Kenntnisse des Steuerrechts, sondern auch steuerrechtlichen Laien ist ohne wei teres bewusst, dass eine persönliche Bereicherung eintritt, wenn ei nem Unternehmen private Kosten belastet werden. Selbst wenn der Ange schuldigte, wie er gel- tend macht, über keinerlei Kennt nisse des Steuer rechts verfügen sollte, musste ihm - vor dem Hintergrund seiner höheren Ausbildung und seiner langjährigen aktiven beruflichen Ge- schäftstätigkeit erst recht - ohne weiteres bewusst sein, dass eine Nichtdeklaration von Ein- kommen in Form von geldwerten Leistungen der C. in der Steuererklärung unzulässig war und bei Entdeck ung entsprechende Konsequenzen haben würde. Hinzu kommt, dass der Angeschuldigte sich, worauf die Vorinstanz in der St rafverfügung hinweist (Strafverfügung, S. 9, Ziff. 54 mit Verweis auf KStV.AR.act. 2), nach weislich bereits in früheren Jahren in P. mit einem Steu erhinterziehungsverfahren konfron tiert sah und dort vom [zuständigen Gericht] schliesslich wegen Einkommens- und Umsatzsteuerhinterziehung zu einer beding- ten Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Der Angeschuldigte musste sich angesichts dieser Umstände auch bei der hier in Frage stehenden Steuererklärung 2011 erst recht be wusst gewesen sein, dass bei der Abgabe einer Steuererklärung die nötige Sorgfalt aufzu bringen war. Ein anderer Schluss, als dass er sein Handeln sehr wohl als Steuerhinterziehung einord- nen konnte und auch um dessen Unrechtsgehalt wusste, ist geradezu unvorstellbar. Die vertiefte Prüfung der konkreten Gesamtumstände führt somit zu sammengefasst dazu, den von der Vorinstanz angenommenen zumindest even tualvorsätzlich auf Steuer verkür- zung gerichteten Willen beim Angeschuldigten zu be stätigen. Die Vorinstanz ist zu Rec ht davon ausgegangen, dass der Tatbestand der versuchten Steuerhinterziehung beim An ge- schuldigten in Bezug auf die hier betroffene geldwerte Leistung im Betrag von Fr. 40‘549.65 erfüllt ist. b. Flugkosten 2011 (KStV.AR.act. 14) Die ASU hatte im Rahmen ihrer Sachverhaltsermittlung festgestellt, dass die mit Kreditkarte bezahlten Kosten für einen Flug nach Q. per 2011 zu Lasten der C. verbucht worden waren; aufgrund des Reiseziels und der Reiseteilnehmer (nämlich der An geschuldigte, seine Ehe- frau und deren beide Söhne) ging die ASU von einer offensicht lich privaten Reise aus (vgl. dazu ASU-Bericht, KStV.AR.act. 1, S. 50, Ziff. 3.3.20). Der An geschuldigte bestreitet dies nicht und hat entsprechend die Aufrechnung einer geldwerten Leistung bei der ordentlichen Steuerveranlagung ohne weiteres akzeptiert. In der hier zu be urteilenden Strafverfügung Seite 18 nahm die Vorinstanz bezogen auf die dem An geschuldigten in diesem Zusammenhang zu- gerechnete geldwerte Leistung von Fr. 418.75 (die andere Hälf te des Gesamtbetrags der Reise von Fr. 837.55 wurde beim Einkommen der Ehefrau auf gerechnet) eine versuchte Steuerhinterziehung an. Der Angeschuldigte macht allerdings geltend, die korrekte Deklaration dieser geldwerten Leistung in der Steuererkläru ng 2011 sei bloss aus pflichtwidriger Unvorsicht unterblieben. Er oder seine Ehefrau hätten dem Treuhänder den Rechnungsbeleg mit der Instruktion einer korrekten Verbuchung übergeben. Die Verbuchung hätte über das Privatkonto des Beschul- digten erfolgen sollen. E. habe sich nicht daran gehalten und die Rech nung bei der C. als Aufwand erfasst. Er habe sich somit nur eine mangelnde Kon trolle von E. vorwerfen zu lassen und sei daher lediglich fahrlässig, nicht aber vorsätzlich, vorgegangen. Der subjektive Tatbestand einer Steuerhinterziehung sei somit nicht erfüllt. Das Obergericht zieht hierzu Folgendes in Erwägung: Nachdem die Aufrechnung der geldwerten Leistung bei den Nachsteuern ohne weiteres an- erkannt wurde, kann sich der Angeschuldigte seiner Verantwortlichkeit nicht einzig dadurch entziehen, dass er geltend macht, E. habe die geldwerte Leistung entgegen seiner Instruktion nicht korrekt verbucht. Was genau bei der Übergabe der Rechnung an E. gesagt wurde, lässt sich ohnehin kaum mehr mit Sicherheit eruieren. Bereits aus den beim Obergericht penden- ten Verfahren O2V 20 5 und O2V 20 7 ist dem urtei lenden Gericht jedenfalls bekannt, dass eine Verbuchung von Privataufwänden zu Lasten der C. durchaus System hatte. Wie bereits dargelegt, hat der Angeschuldigte auch für das hier betroffene Steuerjahr 2011 eine Steuer- erklärung mit einer offensichtlich zu tiefen Einkommensdeklaration abgegeben. Dieser Um- stand war für ihn allein auf grund der quantitativen Verhältnisse ohne we iteres erkennbar. Hätte der Angeschuldigte, als ihm die Steuererklärung zur Unterschrift vorgelegt wurde, spä- testens jetzt genauer geprüft, wie es zu der erheblichen Abweichung der Deklaration von den tatsächlichen Verhältnissen kommt, wäre ih m unter anderem auch bezüglich der Q.-Reise - zumal er ja selber an gibt, den Treuhänder konkret angewiesen zu haben, die Rechnung korrekt über sein Privatkonto zu verbuchen - ebenfalls ohne weiteres aufgefallen, dass hier eine nicht geschäftsmässig begründete Verbuchung zu Lasten der Firma vorgenommen und die ihm damit zukommende geldwerte Leistung somit nicht deklariert wor den war. Wenn er in der Folge die zu tiefe Steuererklärung dennoch einreicht, wäre ihm ein direkter Vorsatz zur Steuerhinterziehung vorzuwerfen. Nachdem der Angeschuldigte einen sol chen allerdings ausdrücklich bestreitet, erweist es sich zwar als faktisch kaum möglich, ihm diesen direkten Vorsatz nachzuweisen. Dem Angeschuldigten ist aber mit der Vorinstanz zumindest eventu- alvorsätzliches Handeln vorzuwerfen: Selbst wenn in dubio pro reo zu seinen Gunsten davon ausgegangen wird, dass er trotz der Er kennbarkeit des of fensichtlich zu tief de klarierten Seite 19 Einkommens in der Steuer erklärung auf eine eig entlich an gezeigte nähere Prü fung ver - zichtete, würde dies nämlich bedeuten, dass er die zu tiefe Steuererklärung einreichte, ohne sich im Geringsten darum zu küm mern, dass die de klarierten Werte kor rekt sind. Auch in diesem Fall ist ein anderer Beweggrund als ei ne zumindest in Kauf ge nommene Steu - erhinterziehung nicht denkbar. Von dieser in Kauf genommenen Steuerhinterziehung ist auch die nicht deklarierte geldwerte Leistung von Fr. 418.75 im Zusammenhang mit der Q.-Reise betroffen. Die Vorinstanz ging somit auch in diesem Zusammenhang zu Recht von zumindest eventualvorsätzlich versuchter Steuerhinterziehung aus. c. Fahrtraining Porsche 2011 (KStV.AR.act. 15) Per 5. Januar 2011 verbuchte die C. im Konto 6660 Marketing Drucksachen eine Rechnung der Porsche O. über EUR 5‘940.--. Bei der ASU-Befragung äusserte sich der Angeschuldigte auf Rückfrage hin wie folgt dazu: „Dazu sage ich nichts, das müssen wir zuerst noch werten. Ich war dort anwesend, habe bei Porsche ein Fahr sicherheitstraining absolviert“ (KStV.AR.act. 15, Einvernahmeprotokoll, S. 17, Ziff. 85; als Antwort auf die Frage: Im Ge - schäftsjahr 2011 wurde eine Rechnung der Firma Porsche für einen Kundenevent Ice-Force über EUR 5‘940 dem Geschäftsaufwand belastet. Wir sind der Auffassung, dass diese Kos- ten nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit der C. stehen, sondern dass es sich um Privataufwand handelt. Wie äussern Sie sich dazu?). Die Vorinstanz kam gestützt auf die Ermittlungen und Erkenntniss e der ASU zum Schluss, dass die im Zusammenhang mit diesem Fahrtraining bei der C. verbuchten Kosten von umgerechnet Fr. 7‘772.50 in keinem Zusammenhang mit der Ge schäftstätigkeit der C. standen und dementsprechend nicht geschäftsmässig begründet gewesen seien. Im ent sprechenden Umfang habe somit eine geldwerte Leistung an den Angeschuldigten vor gelegen. Die Übergabe der Belege mit den privaten Fahrtrainingskosten an den Treuhänder zur Verbuchung als Aufwand bei der C. sei nicht anders als mit dem Ziel einer Steuerhinterziehung erklärbar. Da die geldwerte Leistung nicht korrekt als Einkommen in der Steuererklärung 2011 deklariert worden sei, wäre eine Steuerverkürzung eingetreten, sofern die Handlung nicht vor Vornahme der Ver anlagung entdeckt worden wäre. Damit sei der Tatbestand einer versuchten Steuer hinterziehung erfüllt. Der Angeschuldigte bestreitet den Sachverhalt dieses Vorhaltes nicht und hat die Aufrech - nung der geldwerten Leistung im Betrag von Fr. 7‘772.50 bei der Steuerveranlagung 2011 ohne weiteres akzeptiert. Allerdings macht er geltend, die Nichtdeklaration der geldwerten Leistung sei bloss auf eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit zurückzuführen. Er habe nicht mit dem Ziel einer Steuerhinterziehung gehandelt, sondern die Rechnung über das Fahrtraining dem Treuhänder mit der Instruktion übergeben, sie über das Privatkonto zu verbu chen. Er Seite 20 habe sich daher einzig die mangelnde Kontrolle des Steuerberaters vorwerfen zu lassen. Die Nichtdeklaration der geldwerten Leistung in der Steuererklärung sei wiederum fahrlässig er- folgt. Aus diesem Grund sei er vom Vorwurf der versuchten Steuerhinterziehung freizuspre- chen. Das Obergericht zieht hierzu Folgendes in Erwägung: Was genau bei der Übergabe der Rechnun g vom Angeschuldigten an den Treu händer gesprochen oder vereinbart wur de, ist faktisch kaum mehr mit Sicherheit eruierbar. Un ab- hängig davon, was der Ange schuldigte bei der Übergabe der Rechnung gesagt hat, ist er aber jedenfalls im späteren Zeit punkt, wenn er die Steuererklärung unterzeichnet und ein - reicht, an seine gesetzlichen Sorgfaltspflichten gebunden. Auch hier gilt: Für das hier betroffene Steuerjahr 2011 hat der Angeschuldigte, wie bereits dargelegt, eine Steuererklärung mit einer offensichtlich zu tiefen Einkommensdeklaration ab- gegeben. Dieser Umstand war für den Angeschuldigten ohne weiteres erkennbar. Hätte er, als ihm die Steuererklärung zur Unterschrift vorgelegt wurde, spä testens jetzt genauer ge - prüft, wie es zu d ieser erheblichen Abweichung der Deklaration von den tat sächlichen Ver- hältnissen kommt, wäre ihm unter anderem auch bezüglich der Rechnung über das Porsche- Fahrtraining - zumal er ja selber angibt, den Treuhänder konkret angewiesen zu haben, diese Rechnungen korrekt über das Privatkonto zu verbuchen - ohne weiteres aufgefallen, dass hier eine nicht geschäftsmässig begründete Verbuchung zu Lasten der Firma vorgenommen und die ihm da mit zukommende geldwerte Leistung (wobei es sich bei eine m Betrag von annähernd Fr. 8‘000.-- nicht um einen blossen Ba gatellbetrag handelte, der allenfalls hätte vergessen werden können) somit nicht deklariert worden war. Nachdem der Angeschuldigte einen direkten Vorsatz ausdrücklich bestreitet, ist ihm zu mindest ein eventualvorsätzliches Handeln vorzuwerfen: Selbst wenn nämlich in dubio pro reo zu seinen Gunsten davon aus- gegangen wird, dass er trotz der Erkennbarkeit des offensichtlich zu tief deklarierten Einkom- mens in der Steuererklärung auf eine eigentlich angezeigte nähere Prüfung verzichtete bzw. die deklarierten Werte gar nicht zur Kenntnis nahm, wür de dies nämlich bedeuten, dass er die zu tiefe Steu ererklärung einreichte, ohne sich im Ge ringsten darum zu kümmern, dass die dort deklarierten Werte korrekt sind. Auch in diesem Fall ist ein anderer Beweggrund als eine zumindest in Kauf genommene Steuer hinterziehung nicht denk bar. Wie bereits aufgezeigt, weiss der An geschuldigte nämlich sehr wohl, dass es einen Un terschied gibt zwischen pri vaten Le benshaltungskosten einerseits und ge schäftsmässig begrün deten Aufwendungen andererseits, welche über die Firma zu verbuchen sind. Auch steuerrechtli- chen Laien ist ohne weiteres bewusst, dass eine persönliche Bereicherung eintritt, wenn ei- nem Unternehmen private Kosten belastet werden. Selbst wenn der Angeschuldigte, wie er geltend macht, über keinerlei Kenntnisse des Steuerrechts verfügen sollte, musste ihm - vor Seite 21 dem Hintergrund seiner höheren Ausbildung und seiner langjährigen aktiven beruflichen Ge- schäftstätigkeit sowie der Tatsache, dass er wegen Steuerhinterziehung bereits in P. verur- teilt worden war, erst recht - ohne weiteres bewusst sein, dass eine Nichtdeklaration von Einkommen in Form von geld werten Leistungen der C. in der Steuerer klärung unzulässig war. Dies führt auch hier dazu, den von der Vorinstanz angenommenen zumindest even tualvor- sätzlichen auf Steuerverkürzung gerichteten Willen beim Angeschuldigten zu bestätigen. Der Tatbestand der versuchten Steuerhinterziehung ist auch bei den Fr. 7‘772.50 im Zusammen- hang mit der geldwerten Leistung betreffend das Porsche-Fahrtraining erfüllt. d. Rechnung der G. vom 5. Mai 2011 (KStV.AR.act. 16) Per 11. Mai 2011 verbuchte die C. eine Rechnung der F. (damals noch: G.) im Betrag von Fr. 21‘400.-- im Konto 4210 Fremdleistungen Inland für „Personelle Bereitstellung für Pro - jektarbeit“ und vergütete den Betrag auf das PC-Konto der F. Nebst dieser Rechnung stellte die F. weitere Treuhandleistungen von Fr. 30‘623.-- in Rechnung. Während die F. ab Steuer- periode 2011 keine Steuererklärungen mehr einreichte, konnten weder der Angeschuldigte noch seine Ehefrau nähere Anga ben zur Rechnung von Fr. 21‘400. -- (bzw. Fr. 23‘112.-- inklusive Mehrwertsteuer) machen. Die ASU fand weder in den Unterlagen der C. noch der F. weitere Do kumente dazu und kam aufgrund der Gesamt umstände zum Schluss, die Rechnung sei nicht nach vollziehbar und es fehle insbesondere am Nachweis einer ge - schäftsmässigen Begründetheit bzw. am Nachweis, dass überhaupt ei ne Leistung erbracht worden sei. Die Rechnung habe offensichtlich einzig zur Beschaf fung von flüssigen Mitteln für die Bezüge von E. und zur Sicherung der Liqui dität seiner Gesellschaften gedient (vgl. zum Sachverhalt ASU-Bericht, KStV.AR.act. 1, S. 50 f., Ziff. 3.3.22 sowie Strafv erfügung, S. 5, Ziff. 34 ff.). Die Vorinstanz ging gestützt auf die Sachverhaltsermittlung und Schlussfolgerungen der ASU davon aus, dass mangels Rückforderungsantrag der C. eine verdeckte Gewinnausschüttung der C. an eine nahe stehende Person ( E. bzw. die F.) vorliege, da die Fr. 21‘400. -- ohne angemessene Gegenleistung erfolgt seien. Entsprechend sei der Betrag als geldwerte Leistung dem steuerbaren Einkommen des Angeschuldigten und dessen Ehefrau zuzurech- nen (wobei in der Strafverfügung die Hälf te des Betrags, ausmachend Fr. 10‘700.--, dem Angeschuldigten zugeordnet wurde). Da das aus dieser geldwerten Leistung stammende Einkommen vom Angeschuldigten in der Steuererklärung 2011 nicht deklariert worden sei, wäre eine Steuerverkürzung eingetreten, sofern die Handlung nicht vor der definitiven Veran- lagung entdeckt worden wäre. Damit sei der Tatbestand der versuchten Steuerhinterziehung erfüllt. Seite 22 Der Angeschuldigte bestreitet den Sachverhalt dieses Vorhaltes grundsätzlich nicht. Er macht aber geltend, es handle sich hier um eine Transaktion, die ausschliesslich von E. durchgeführt worden sei. Wie schon die ASU erkannt habe, sei ungewiss, ob der Angeschul- digte von der Verbuchung und der Zahlung durch E. gewusst habe. Das spiele eine wesent- liche Rolle. Die Deklaration der (grundsätzlich als solche anerkannten) geldwerten Leistung sei aus pflicht widriger Unvorsicht unterblieben. Mangels Wissen über die konkrete Trans - aktion habe der Angeschuldigte gar keinen Willen zu einer Steuerverkürzung haben können. Zudem sei der Angeschuldigte aufgrund seiner Ausbildung gar nicht in der Lage, die genauen rechtlichen Folgen der Deklaration abzuschätzen, da er Ingen ieur und nicht Jurist sei. Ihm seien die Folgen der falschen Verbuchung somit ohnehin nicht bewusst gewesen. Da er davon erst mit Eröffnung des Verfahrens durch die ASU erfahren habe, habe er die Tragweite für die Deklaration von geldwerten Leistungen in der persönlichen Steuererklärung aber zum Vornherein nicht erkennen können. Wenn über haupt, wäre ihm in diesem Zusammenhang höchstens bewusste Fahrlässigkeit vorzu werfen. Da bei fahrlässigem Handeln keine ver - suchte Steuerhinterziehung vorliege, sei er von Schuld und Strafe freizusprechen. Das Obergericht zieht hierzu Folgendes in Erwägung: Der Angeschuldigte hat zwar, wie bereits dargelegt, für die hier im Zentrum stehende Steu - erperiode 2011 eine Steuererklärung eingereicht, bei der die Abweichung der tatsächlichen von den deklarierten Einkommensverhältnissen geradezu offensichtlich war. Dies gilt nota - bene selbst ohne jegliche Berücksichtigung der hier in Frage stehenden geldwerten Leistung von insgesamt Fr. 21‘400.-- an den Angeschuldigten und dessen Ehefrau; auch ohne diese geldwerte Leistung bleibt es dabei, dass allein aufgrund der auch so immer noch quantitativ erheblichen Abweichung der deklarierten Werte zum steuerbaren Einkommen auf fallen musste, dass mit der Steuerdeklaration etwas nicht stimmen konnte. Trotzdem kann dem Angeschuldigten mit Bezug auf diese konkrete Nichtdeklaration der geldwerten Leistung, mit welcher sich E. bzw. die F. offenbar selbst begünstigt hat, nicht ohne weiteres ein Wissen- müssen unterstellt werden: Auch in diesem Ein zelfall ist zwar ein per sönlicher Bezug zum Angeschuldigten naheliegend, aber - da der Angeschuldigte jeglichen Vorsatz ausdrücklich bestreitet - unter den gegebenen Umständen letztlich nicht in genügendem Ausmass nachgewiesen. Hier steht - anders als bei den übrigen im Rah men des vorliegenden Verfahrens zu beurteilenden Positionen - eine Rechnung in Frage, die E. dem Angeschuldig- ten und seiner Ehefrau möglicherweise gar nie vorgelegt, sondern ohne deren Wissen erstellt und verbucht hat (dies zum Beispiel mit dem Ziel, sich damals be nötigte Liquidität zu be - schaffen). Aus den vorhandenen Unterlagen er geben sich keine konkreten Indizien dafür, dass eine An weisung, E. bzw. die F. durch Verbuchung dieser Rechnung über die C. zu begünstigen, vom An geschuldigten (und / oder dessen Ehefrau) kommen musste. Es Seite 23 erscheint hier theore tisch genauso möglich, dass E. ohne jegliche Rücksprache mit dem Angeschuldigten und dessen Ehefrau im Alleingang vorgegangen ist. Auch im ASU -Bericht ist festgehalten, dass sich letztlich nicht schlüssig nachvollziehen lasse, ob die Verbuchung und Zahlung der Rech nung mit Wissen des Angeschuldigten und dessen Ehefrau (welche unbestrittenermassen als faktische Organe der C. zu betrachten sind) erfolgte (KStV.AR.act. 1, S. 51, Ziff. 3.3.22). Unter diesen Umständen liegen bezogen auf die geldwerte Leistung von insgesamt Fr. 21‘400.--, deren Steuerbarkeit der Angeschuldigte und seine Ehefrau gar nicht in Abrede stellen, nicht genügend Anhaltspunkte vor, um auf Eventualvorsatz des Angeschuldigten zu erkennen. Nachdem die versuchte Steuerhinterziehung lediglich bei Vorsatz strafbar ist, ist der Tatbestand daher hier mangels Nachweises eines solchen nicht erfüllt. 2.8 Zusammengefasst ist unter den gegebenen Umständen mit der Vorinstanz davon auszugeh- en, dass dem Angeschuldigten mit Bezug auf die ihm vorgeworfene versuchte Steuerhinter- ziehung in der Steuerperiode 2011 im Zusammenhang mit den meisten ihm zuzurechnenden geldwerten Leistungen (konkret: privat vereinnahmter Umsatz der C., Flugkosten, Porsche- Fahrtraining) in subjektiver Hinsicht zumindest Eventualvorsatz vorzuwerfen ist: Der Nach weis des Vorsatzes gilt nach bun desgerichtlicher Rechtsprechung als erbracht, wenn mit hinreichender Sicherheit feststeht, dass sich die der Steuerhinterziehung beschul- digte Person der Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der gemachten Angaben bewusst war (anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 2C_362/2018 vom 19. Juni 2019 E. 3.4 m.w.H.). Dies ist beim Angeschuldigten der Fall: Dass die tat sächlichen Einkommens- und Vermö- gensverhältnisse - wie später im Rahmen des Veranlagungsverfahrens vom An geschuldig- ten auch gar nicht bestritten wurde - erheblich von der Steuerdeklaration abwichen, musste selbst einer nicht fachkundigen Person ohne weiteres auffallen (und somit dem An geschul- digten, der über eine höhere Berufsbildung verfügt und ausserdem ein erfahrener Unterneh- mer und Geschäftsmann ist, erst recht). Schon allein aufgrund der quantitativen Verhältnisse (vgl. dazu auch Urteile des Bundesgerichts 2C_898/2011 vom 28. März 2012 E. 2.2; 2C_78/2019 vom 20. September 2019 E. 6.2; je m.w.H.) ist im konkreten Fall das Wis sen um die Falschdeklaration mit der erforderlichen an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit erstellt, jedenfalls, solange keine Indizien vorliegen, die ein Nichtwissen als genauso möglich erscheinen lassen würden. Zum selben Resultat führt die Annahme, der An geschuldigte habe die Steuererklärung 2011 völlig unbesehen eingereicht: Vertraut eine steu erpflichtige Person quasi blindlings einem Steuervertreter und unterzeichnet die von diesem ausgefüllte Steuererklärung unter sträflichster Vernachlässigung der elementarsten Vorsichtsmassnah- men wie wenigstens einer summarischen Prüfung der Deklaration und reicht diese somit trotz Seite 24 erkennbarer Fehler ohne weiteres so ein (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 2C_257/2018 und 2C_308/2018 vom 11. November 2019 E. 4.4.4), kann sie sich dadurch nicht entlasten. Gemäss Bundesgericht ist bei erstelltem Wissen um die Unrichtigkeit bzw. Unvollständigkeit einer Steuererklärung in der Regel automatisch darauf zu schliessen, eine Schädigung des Fiskus sei von der steuerpflichtigen Person zumindest in Kauf genommen worden. Während die einer (versuchten) Steuerhinterziehung beschuldigte Person aufgrund des Grundsatzes in dubio pro reo somit zwar nicht gehalten ist, ihre Unschuld zu beweisen, ist sie im Anwen- dungsbereich dieses von der Rechtsprechung entwickelten Erfahrungssatzes im merhin in der Pflicht, konkrete und substantiierte Anhaltspunkte darzulegen, die der Ver mutung, sie habe eine Steuerhinterziehung in Kauf genommen, entgegenstehen. Die Ver mutung lässt sich dabei nicht leicht entkräften, weil in der Regel ein anderer Beweggrund für die Unrich - tigkeit oder Unvollständigkeit der gemachten Angaben nur schwer vorstellbar ist. Im konkre- ten Fall hat der Angeschuldigte nichts vorgebracht, was einen zumindest even tualvorsätzli- chen Willen zur Steuerhinterziehung konkret in Frage stellen würde. Des halb schloss die Vorinstanz bei einer Gesamtwürdigung der Umstände zu Recht, dass er auch mit Willen han- delte, d.h. eine Täuschung der Steuerbehörden beabsichtigt und eine zu niedrige Ver anla- gung zumindest in Kauf genommen hat (vgl. auch Urteil des Bun desgerichts 2C_362/2018 vom 19. Juni 2019 E. 3.4 und 3.5 m.w.H.). Von dieser Schlussfolgerung ausgenommen bleibt lediglich die dem Angeschuldigten und seiner Ehefrau vor geworfene versuchte Steuerhinterziehung im Betrag von insgesamt Fr. 21‘400.-- im Zusammenhang mit der Rechnung der G. vom 5. Mai 2011. In diesem Einzel- fall erscheint es genauso gut möglich, dass sich der Treu händer hier selbst begünstigt hat, ohne dass ein konkretes Zutun des Angeschuldigten (und / oder dessen Ehefrau) ersichtlich wäre. Da versuchte Steuerhinterziehung lediglich bei Nachweis eines (Eventual-)Vorsatzes, nicht aber bei Fahrlässigkeit strafbar ist, ist der Tatbestand entgegen den Annahmen in der angefochtenen Strafverfügung mit Bezug auf die geldwerte Leistung im Gesamtbetrag von Fr. 21‘400.-- (wovon, was nicht bestritten ist, dem Angeschuldigten die Hälfte beim Einkom- men aufzurechnen war) nicht erfüllt. Entsprechend ist er vom Vor wurf einer versuchten Steuerhinterziehung der in diesem Zusammenhang auf ihn entfallenden Fr. 10‘700.-- freizu- sprechen. 2.9 a. Der Versuch einer Steuerhinterziehung ist sowohl gemäss kantonalem Recht (Art. 244 StG) als auch nach Bundessteuerrecht (Art. 176 DBG) mit Busse zu bestrafen. Entgegen den Anträgen des Angeschuldigten kommt angesichts der vorstehenden E rwägungen ein voll - ständiger Freispruch vom Vorwurf der versuchten Steuerhinterziehung nicht in Frage. Dem Seite 25 Angeschuldigten ist in der Steuerperiode 2011 - ohne Berücksichtigung der geld werten Leistung im Zusammenhang mit der Rechnung der G. - eine zumindest eventualvorsätzlich versuchte Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit ihm unbestrittenermassen zusätzlich zum deklarierten Einkommen zuzurechnenden geldwerten Leis tungen von insgesamt an - nähernd Fr. 49‘000.-- bei den Staats- und Gemeindesteuern vorzuwerfen (entsprechend der insgesamt aufgerechneten geldwerten Leistungen von Fr. 59‘440.90 abzüglich der Fr. 10‘700.-- im Zusammenhang mit der Begünstigung von E. bzw. der F.); bei der direkten Bundessteuer geht es bei Herausrechnung der geldwerten Leistung im Zusammenhang mit der G. um aufzurechnende Ein kommen von über Fr. 29‘000. --. Auf diese in der Steuer - erklärung 2011 nicht deklarierten Einkommen fallen Steuern von abgerundet Fr. 5‘000.-- bei den Staats- und Gemeindesteuern 2011 bzw. Fr. 2‘500. -- bei den direkten Bundes steuern 2011 (bei analoger Berechnung wie in den vorinstanzlichen Unterlagen zur Bus senbemes- sung in KStV.AR.act. 19). b. Die Busse bei versuchter Steuerhinterziehung beträgt zwei Drittel der Busse, die bei vorsätz- licher und vollendeter Steuerhinterziehung festzusetzen wäre (Art. 244 Abs. 2 StG; Art. 176 Abs. 2 DBG). Dementsprechend ging die Vorinstanz bei der Festlegung der Bussen zunächst von Art. 243 Abs. 2 StG bzw. Art. 175 Abs. 2 DBG aus. Dort ist vorgesehen, dass die Busse bei vorsätzlicher vollendeter Steuerhinterziehung in der Regel das Einfache der hin terzo- genen Steuer beträgt. Dieses Regelstrafmass bildet den Ausgangspunkt für die kon krete Strafzumessung nach dem Verschul densprinzip (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 90 zu Art. 175 DBG) . Bei leichtem Verschulden kann die Busse bis auf einen Drittel des Regelstrafmasses ermässigt, bei schwe rem Ver schulden bis auf das Drei fache erhöht werden (Art. 243 Abs. 2 Satz 2 StG, Art. 175 Abs. 2 Satz 2 DBG). Nebst dem Ver schulden sind bei der Bussenbemessung ausserdem die persönlichen Ver hältnisse des Täters im Zeitpunkt der Urteilsfällung zu berücksichtigen, nach welchen sich seine Strafempfindlichkeit beurteilt (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 90 zu Art. 175 DBG). c. Die Vorinstanz ging bei der Bussenbemessung für versuchte Steuerhinterziehung davon aus, dass bei theoretischer Annahme einer vollendeten Steuerhinterziehung unter den ge ge- benen Umständen eine Busse von 150% des hinterzogenen Steuerbetrags angemes sen wäre. Der Angeschuldigte widerspricht dem und bringt vor, selbst wenn wider Erwarten der Tatbestand der versuchten Steuerhinterziehung erfüllt wäre (was der Fall ist: wie ausführlich dargelegt wurde, ist der Tat bestand einer versuchten Steuerhinterziehung mit Bezug auf in der Steuererklärung 2011 nicht deklarierte Einkommen von annähernd Fr. 49‘000.-- erfüllt), würde bei ihm jedenfalls kein schwe res Verschulden vorliegen. Abgesehen von dem in weiten Teilen unbehelflichen (bzw. einzig mit Bezug auf die geldwerte Leistung im Zu sam-Seite 26 menhang mit der Rechnung der G. überzeugenden) Argument, wonach dem Angeschuldig- ten lediglich Fahrlässigkeit vorzuwerfen sei, wird konkret als straf mindernd zu berück - sichtigender Umstand angeführt, dass der Ange schuldigte über keine De tailkenntnisse in Buchhaltung verfüge. Einen weiteren Strafmin derungsgrund sieht der An geschuldigte ausserdem in den Selbstanzeigen, die er und seine Ehefrau bei der Vor instanz einreichten (vgl. KStV.AR.act. 4), wenngleich der Angeschuldigte selbst einräumen muss, diese würden nicht zur völligen Straflosigkeit führen. Dem ist entgegenzuhalten, dass ausgewiesene Buchhaltungskenntnisse zwar allenfalls ver- schuldenserhöhend ins Gewicht fallen könnten, ein Fehlen von Detail kenntnissen in der Buchhaltung aber um gekehrt bei einer Gesamtwürdigung der konkreten Umstände keinen Strafminderungsgrund darstellt. Dass nämlich die - vom Angeschuldigten notabene allesamt als solche anerkannten - geldwerten Leis tungen beim steuerbaren Ein kommen zu deklarieren gewesen wären, bedarf keineswegs fundierter Buchhaltungskenntnisse, sondern ist auch Laien bekannt. Der Angeschuldigte verfügt zudem über eine höhere Bildung , ist berufserfahren und kann daher erst recht nicht ernsthaft behaupten, die Nichtdeklaration der geldwerten Leistungen sei nur deshalb erfolgt, weil er über keine Buchhaltungs kenntnisse verfügte. Schliesslich betonte der Angeschuldigte selber mehrfach, er habe E. instruiert, die geldwerten Leistungen korrekt über sein Privatkonto zu verbuchen, was gerade zeigt, dass er sich durchaus be wusst war, dass Privatbezüge von Aufwen dungen, die über die Firma verbucht werden können, abzugrenzen sind. Bei genauerer Betrachtung der Unterlagen in KStV.AR.act. 4 ergibt sich schliesslich, dass dort diverse Sach verhalte angeführt sind, die gar nicht die in den vorliegenden Verfahren behandelten Sachverhalte betreffen, weshalb die Selbstanzeigen mit Bezug auf die hier vorzunehmende Strafzu messung zum Vorn herein nicht von entscheidender Relevanz sein können. Es ist ge richtsnotorisch, dass dem An - geschuldigten auch schon in vergang enen Steuerperioden ver schiedene Steuerhinterzieh- ungshandlungen vorzuwerfen waren (vgl. dazu Verfahren O2V 20 5 und O2V 20 7). In gering- em Mass strafmindernd berücksichtigt werden kann allen falls, dass der Angeschuldigte so- wohl die mit Bezug auf frühere Steuerperioden verfügten Nachsteuern offenbar ohne weite- res akzeptiert und die Nach steuern (gemeinsam mit seiner Ehefrau) unverzüglich bezahlt hat, als auch, dass er die im Rah men der Ver anlagung 2011 aufgerechneten geldwerten Leistungen akzeptierte und die darauf ent fallenden Steu ern ordentlich entrichtete. Dieser Umstand lässt zumindest auf eine gewisse Einsicht schliessen. Bei einer Gesamtbetrachtung fallen allerdings die straferhöhenden Umstände deutlich mehr ins Gewicht: Grundsätzlich ist von schwerem Verschulden auszugehen, wenn eine Person über mehrere Jahre hinweg auf verschiedenste Weise Steuern hinterzieht und es sich dabei klar nicht um einen einmaligen Verstoss im Einzelfall handelt (vgl. dazu auch RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., N. 103 ff. zu Art. 175 DBG, m.w. H.). Das Bundesgericht hat in sei ner Recht sprechung Seite 27 mehrfach hervorgehoben, dass geringfügige Deklarationsfehler bei der Bus senbemessung klar anders zu ge wichten sind als even tualvorsätzliche und über meh rere Jahre hinweg begangene Steuerhinterziehung in erheblichem Umfang - wie sie auch dem Angeschuldigten vorzuwerfen ist - und hat in solchen Fällen jeweils das Regelstrafmass übersteigende Bussen bestätigt (vgl. z.B. Urteile des Bundesgerichts 2C_257/2018 und 2C_308/2018 vom 11. No- vember 2019 E. 4.5.3: dort wur de eine Busse von 200% des hin terzogenen Steuerbetrags ausgefällt; im Urteil 2C_449/2017 vom 26. Februar 2019 E. 5.6 hielt das Bundesgericht selbst bei Miteinbezug diverser straf mindernden Umstände - wie sie im vorliegenden Fall nicht ersichtlich sind - immer noch einen Bussenfaktor von 1,2 als angemessen). Bei der Strafzumessung sind ausserdem immer auch die persönlichen Verhältnisse zu be - rücksichtigen. Dazu gehören nicht nur die Art und Weise der He rbeiführung des Taterfolgs und die Beweggründe, sondern insbesondere auch die wirtschaftlichen Verhältnisse. Letzte- re führen dazu, dass bei gleichem Verschulden der wirtschaftlich leistungsfähigeren Person in der Regel eine höhere Stra fe aufzuerlegen sein wird als der weniger bemittelten (Ur teil des Bundesgerichts 2C_298/2020 vom 9. Oktober 2020 E. 11.1; RICHNER/FREI/KAUFMANN/ MEUTER, a.a.O., N. 107 ff. zu Art. 175 DBG). Es erscheint im konkreten Fall zwar nach voll- ziehbar, dass der Angeschuldigte ohne Mitwirkung seines Steuerberaters und Treuhänders die ihm vorgeworfene Steuerhinterziehung kaum in derselben Art hätte herbeiführen können. Seine klar erkennbaren Beweggründe, sich selber wiederholt und mit Bezug auf diverse ver- schiedene Sachverhalte durch eine Steuerverkürzung zu begünstigen, sind gerichtsnotorisch (vgl. auch das Urteil des Obergerichts in den Verfahren O2V 20 5 und O2V 20 7) und werden damit allerdings nicht entschuldigt. Die Vorinstanz ist unter Würdigung der aktuellen Einkom- mens- und Vermögens verhältnisse des Angeschuldigten und dessen Ehefrau (vgl. dazu Strafverfügung, S. 9, Ziff. 55) zum nachvollziehbaren und sei tens des Angeschuldigten un- bestritten gebliebenen Schluss gelangt, dass die aktuellen wi rtschaftlichen Verhältnisse keinen Anlass für eine Strafminderung darstellen. Der Betrag der Hinterziehungsbusse ist „je nach den Verhält nissen des Täters“ so festzusetzen, „dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist“ (Art. 106 Abs. 3 StGB); im Rah men dieses Grund - satzes stand der Vorinstanz bei der Strafzumessung grundsätzlich ein weiter Spielraum des Ermessens zu (vgl. auch SIEBER/MALLA, a.a.O., N. 47 zu Art. 175 DBG, m.w.H.). Das Obergericht sieht sich bei einer Gesamtwürdigung der Umstände nicht dazu veranlasst, den Schluss der Vorinstanz, bei theoretischer Annahme einer vollendeten Steuerhin ter- ziehung wäre der Bussenbetrag auf rund 150% des hin terzogenen Steuerbetrags festzu- setzen, zu korrigieren. Nachdem im konkreten Fall in der Steuererklärung 2011 nicht dekla- rierte Einkommen von annähernd Fr. 49‘000.-- fehlten, wären Steuern im Betrag von rund Fr. 5‘000.-- bei den Staats- und Gemeindesteuern bzw. Fr. 2‘500.-- bei den direkten Bundes-Seite 28 steuern hinterzogen worden, hätte die Vorinstanz nicht im Rahmen der Veranlagung die geld- werten Leistungen aufgerechnet (dies unter Herausrechnung der geldwerten Leistung im Zu- sammenhang mit der Rechnung der G. in KStV.AR.act. 19; siehe dazu vorstehend, E. 2.9/a). Wird gestützt darauf ein Bussenbetrag von 150% der hinter zogenen Steuer wiederum auf 2/3 gekürzt, nachdem es sich lediglich um versuchte Steuer hinterziehung handelte, ergibt dies somit im Resultat eine Bussenauflage an den Angeschuldigten von F r. 5‘000.-- betref- fend versuchte Hinterziehung von Staats - und Ge meindesteuern 2011 bzw. Fr. 2‘500.-- betreffend versuchte Hinterziehung der direkten Bundessteuer 2011. Die von der Vorinstanz in der angefochtenen Strafverfügung ausgefällten Bussen sind somit entsprechend zu korri- gieren. d. Die vorinstanzliche Kostenauflage von Fr. 350.-- an den Angeschuldigten ist nicht angefoch- ten. Da die von der Vorinstanz ausgefällten Bussen nur teilweise zu reduzieren sind, er - scheint die Kostenauflage auch unter Berücksichtigung der korrigierten Bussenbeträge un - verändert als angemessen und ist entsprechend so zu belassen. 3. Kosten und Entschädigungsfolgen 3.1 Während im Bereich der Staats- und Gemeindesteuern die Kosten- und Entschädigungsfol- gen kantonal geregelt sind (vgl. Art. 53 i.V.m. Art. 19 ff. des Verwaltungsrechtspflegegeset - zes [VRPG, bGS 143.1 ]), regelt im Bereich der direkten Bundessteuer Art. 144 DBG die Verlegung der Kosten und Ent schädigungen. Die Höhe der Kosten bestimmt sich auch im Bundessteuerbereich nach dem kantonalen Recht (Art. 144 Abs. 5 DBG). Die 2. Abteilung des Obergerichts hat in der vorliegenden Sache als Ver waltungsgericht entschieden. Vor Ver waltungsgericht betragen die Verfahrenskosten ge mäss Art. 4a des Gesetzes über die Ge bühren in Verwaltungssachen (bGS 233.2) grund sätzlich bis zu Fr. 5‘000.--. Innerhalb des Gebührenrahmens sind die Gebühren nach dem Zeit- und Arbeits- aufwand, der Bedeutung des Geschäfts sowie nach dem Interesse und der wirt schaftlichen Leistungsfähigkeit der Gebührenpflichtigen zu bemessen (Art. 20 VRPG) . Im Vergleich zur Gebühr von in vom Aufwand her ähnlichen Fällen im Bereich Steu errecht erscheint im kon- kreten Fall für die vereinigten Verfahren O2V 20 67 und O2V 20 69 die Erhebung einer Ge- bühr von insgesamt Fr. 3‘500. -- bis Fr. 4‘500. -- als angemessen. Unter Berücksichtigung, dass sich in den zeitgleich beim Gericht behandelten Verfahren be treffend die Ehefrau des Angeschuldigten bezüglich derselben Steuerperioden teilweise derselbe Sachverhalt, dies allerdings jeweils mit Bezug auf das Verschulden der Ehefrau, stellten und sich der Aufwand Seite 29 angesichts des Verzichts des Angeschuldigten auf eine mündliche Verhandlung ent spre- chend reduzierte, verzichtet das Gericht auf eine volle Ausschöpfung dieses Kostenrahmens und legt die Gerichtsgebühr für die vereinigten Verfahren auf Fr. 3‘500.-- fest. Im Rechtsmittelverfahren ist gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf dessen Rech tsmittel nicht eingetreten wird (Art. 53 Abs. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 3 VRPG). Der Angeschuldigte hat in den vorliegenden Verfahren eine Reduktion der von der Vorinstanz ausgefällten Bussen von insgesamt Fr. 9‘100. -- auf Fr. 7‘500. -- erreicht. Dies entspricht einem Obsiegen von rund 20%. Somit ist die Gerichtsgebühr lediglich im Umfang von 80%, entsprechend Fr. 2‘800. --, dem Angeschuldigten zu überbinden und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. Die vom Angeschuldigten geleisteten Kosten vorschüsse (2 x Fr. 800.--) sind an den von ihm zu tragenden Anteil anzurechnen. 3.2 Der Angeschuldigte hat keinen Entschädigungsantrag gestellt. Während unter diesen Um - ständen im Bereich der kantonalen Steuern praxisgemäss unabhängig vom Verfahrensaus- gang von der Zusprache einer Entschädigung abgesehen wird (Art. 53 Abs. 3 i.V.m. Art. 24 VRPG; siehe auch Urteil des Obergerichts II 2004 35 vom 29. September 2010 E. 4), ist im Bundessteuerbereich kein ausdrücklicher Entschädigungsantrag verlangt und eine der ganz oder teilweise obsiegenden steuerpflichtigen Person auszurichtende Ent schädigung grund- sätzlich von Amtes wegen festzusetzen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]). Gemäss Art. 13 Abs. 1 lit. c Anwaltstarif (AT, bGS 145.53) kommt vor Ver waltungsgericht in Steu ersachen die pauschale Bemessung zur Anwendung, wobei ein Honorarrahmen von Fr. 1‘000. -- bis Fr. 10‘000.-- vorgesehen ist (Art. 16 Abs. 1 AT). Bei der Festlegung der Entschädigungspau- schale ist den konkreten Um ständen Rechnung zu tragen. Zu be rücksichtigen sind ins be- sondere Art und Umfang der Bemühungen, die Schwierigkeiten des Falles und die wirtschaft- lichen Verhältnisse der Beteiligten (Art. 17 AT). Unter Berücksichtigung des – gemessen an seinen Anträgen einem rund 20% entsprechenden - teilweisen Obsiegens des Angeschul- digten wird die Vorinstanz im konkreten Fall verpflichtet, ihm in den ver einigten Verfahren O2V 20 63 und O2V 20 65 eine pau schale Entschädigung von Fr. 650.-- (inklusive Baraus- lagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. Seite 30 Demgemäss erkennt das Obergericht: 1. Die Beschwerdeverfahren O2V 20 67 und O2V 20 69 werden vereinigt und aufgrund des Sachzusammenhangs im vorliegenden Urteil gemeinsam beurteilt. 2. Unter teilweiser Gutheissung der Anträge werden die A. aufzuerlegenden Bussen wie folgt festgesetzt: - Fr. 5‘000.-- betreffend versuchter Hinterziehung von Staats- und Gemeindesteuern 2011; - Fr. 2‘500.-- betreffend versuchter Hinterziehung der direkten Bundessteuer 2011. Im Übrigen wird die angefochtene Strafverfügung bestätigt. 3. Die Entscheidgebühr für die vereinigten Verfahren wird auf Fr. 3‘500.-- festgelegt. A. werden davon unter Berücksichtigung seines teilweisen Obsiegens Fr. 2‘800. -- auferlegt; die restliche Gebühr wird auf die Staatskasse genommen. Die in den Verfahren O2V 20 67 und O2V 20 69 bereits geleisteten Kostenvorschüsse von insgesamt Fr. 1‘600.-- sind auf den A. auferlegten Betrag anzurechnen. 4. Die Vorinstanz wird verpflichtet, A. eine Parteientschädigung von Fr. 650. -- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. 5. Rechtsmittel: Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, schriftlich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entschei d sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 6. Zustellung an den Angeschuldigten über dessen Vertreter, die Vorinstanz und die Eidgenös- sische Steuerverwaltung. Im Namen der 2. Abteilung des Obergerichts Der Obergerichtspräsident: lic. iur. Ernst Zingg Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. Annika Mauerhofer versandt am: 12. Mai 2021