<h2>SubmittedText<h2><p>Mehrere Tausend Informatikstellen sind derzeit unbesetzt, geeignete Bewerberinnen und Bewerber werden gesucht. Es gibt Bestrebungen, mittels besonderer Massnahmen neue Bildungsmöglichkeiten zu schaffen, die diesen Mangel beseitigen sollen. Dabei besteht die Gefahr, dass neu ausgebildete Informatikerinnen und Informatiker angesichts der sehr spezialisierten Nachfrage den Forderungen des Arbeitsmarktes nicht genügen können.</p><p>Daher bitte ich den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Sind die spezifischen Anforderungen des Arbeitsmarktes im Segment "Informatikerinnen und Informatiker" für mögliche Korrekturmassnahmen des Bundes genügend bekannt?</p><p>2. Wenn nein: Ist es möglich, diese Anforderungen (Qualifizierung und Spezialisierung) kurzfristig mittels geeigneter Mittel (z. B. Inserateanalyse, Umfragen) zu erfassen, zu analysieren und darzustellen?</p><p>3. Welche gezielten Massnahmen zur Unterstützung der Informatikerausbildung und allenfalls zur besseren Qualifizierung und Spezialisierung sind vorgesehen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement verfolgt den Arbeitsmarkt im Informatikbereich aufmerksam. Doch wechseln die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes wegen der raschen technologischen Entwicklung ständig, und Erhebungen darüber sind jeweils im Detail rasch überholt. Eine "Analyse de l'offre et de la demande de travail dans les métiers de l'informatique à Genève" des "Observatoire universitaire de l'emploi" der Universität Genf machte aber im Oktober 1998 grundsätzliche Feststellungen zum Informatikarbeitsmarkt, die auch in der Deutschschweiz und noch heute gelten dürften:</p><p>- Es ist zwischen Unternehmen zu unterscheiden, in denen die Informatik als wichtiges Instrument eingesetzt wird (Benutzer), und solchen, die Informatikdienstleistungen (ID) anbieten.</p><p>- Benutzerunternehmen suchen Generalisten mit einzelnen Spezialkenntnissen, während ID-Unternehmen Spezialisten mit äusserst kurzlebigen und sofort umsetzbaren Kenntnissen verlangen.</p><p>- Schon längere Zeit gefragt sind Personen mit Hochschulabschluss (Universität, Fachhochschule), Netzwerkspezialisten, Personen für den technischen Support und Benutzerberater.</p><p>- Personen, die zwar im Informatikbereich gearbeitet haben, aber keine strukturierte Grundausbildung nachweisen können und arbeitslos geworden sind, bekunden grosse Mühe, sich wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.</p><p>2. Zwar stellen die Sozialwissenschaften eine breite Palette von Instrumenten zur Erfassung der Anforderungen in Bezug auf die beruflichen Qualifikationen zur Verfügung, doch kann damit ein grundlegendes Problem der Berufsbildung nicht gelöst werden: Werden zu einem bestimmten Zeitpunkt neue berufliche Qualifikationsanforderungen bekannt, so verstreicht eine gewisse Dauer, bis die entsprechenden Ausbildungen vermittelt sind; im Falle der beruflichen Grundausbildung dauert dies drei bis vier Jahre, auf der Ingenieurstufe sieben bis acht Jahre. Auf der Weiterbildungsstufe können die Reaktionen rascher erfolgen, da die entsprechenden Curricula auf eine kürzere Dauer ausgelegt sind. Im Informatikbereich ist dieses Phänomen aufgrund des raschen technologischen Wandels besonders ausgeprägt.</p><p>Um die Transparenz zu verbessern, lässt das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) im Rahmen des Projektes I-CH (vgl. unten stehende Antwort auf Frage 3) zurzeit das vorhandene Zahlenmaterial zum Bedarf an Informatikfachleuten zusammentragen.</p><p>3. Das BBT revidiert im Rahmen des Projektes I-CH zurzeit die Ausbildungsvorschriften für die vierjährige Informatiklehre; dabei wird Wert auf eine solide, vergleichsweise breite Grundausbildung gelegt; Vertiefung und Spezialisierung sind für die Weiterbildungsstufe vorgesehen. Die vom BBT am 21. März 2000 herausgegebene Broschüre "Informatik Berufsbildung Schweiz - Konzept zur Strukturierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung" stellt die Massnahmen zur Informatikausbildung ausführlich dar. Dieselbe Information kann unter der Adresse www.admin.ch/bbt/NEWS/INDEX.HTM gefunden werden.</p>  Antwort des Bundesrates.