2000 Zivilprozessrecht 51 11 § 112 Abs. 2 ZPO. Verlegung der Parteikosten im Falle teilweisen Obsiegens bei unterschiedlich hohen Parteiaufwendungen. Aus dem Entscheid des Obergerichts, 1. Zivilkammer, vom 1. Dezember 2000, in Sachen P.G. AG ca. A. & Co. Aus den Erwägungen 2. a) Gemäss § 112 ZPO werden die Gerichts - und Parteikosten des Gegners in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt (Abs. 1); obsiegt keine Partei vollständig, werden die Kosten ver - hältnismässig verteilt (Abs. 2). Dabei werden die Parteikosten bei der Parteien als Ganzes genommen (AGVE 1956 S. 53) und die Bruch - teile des Obsiegens bzw. Unterliegens der Parteien vor ab gegenein- ander aufgerechnet bzw. verrechnet. Alsdann wird die mehrheitlich unterliegende Partei verpflichtet, dem obsiegen den Prozessgegner dessen Parteikosten in einem der Differenz zwischen den beiden Bruchteilen entsprechenden Verhältnis zu ersetzen (SJZ 1981 Nr. 52 S. 343; Guido Fischer, Die Kosten verteilung im aargauischen Zivil - prozessrecht, Diss. Basel 1984, S. 91 f.; Frank/Sträuli /Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zi vilprozessordnung, 3. A., Zürich 1998, N 18 zu § 69 ZPO). Es werden somit nicht für beide Parteien betragsmässig bestimmte Prozessentschädigungen ermittelt, die dann miteinander zu ver rechnen wären, sondern die Ve rrechnung findet bereits statt zwischen den Anteilen, mit denen jede Partei an der Ko - stentragung beteiligt ist. Nur der allfällig überschiessende Anteil ei - ner Partei wird anschliessend in eine entsprechende Summe als Ent - schädigung umgerechnet. Demge mäss sind in dem Fall, da beide Parteien je zur Hälfte unterliegen, die Prozessentschädigungen wett - zuschlagen (SJZ 1981 Nr. 52 S. 343). Ob die Parteikosten einer Par - tei höher sind als diejenigen der andern, z.B. weil nur eine Partei sich durch einen A nwalt vertreten liess, bleibt ohne Ein fluss auf den 52 Obergericht 2000 Verteilschlüssel (Bühler/Edelmann/Killer, Kommentar zur aargaui - schen Zivilprozessordnung, Aarau/Frankfurt am Main 1998,, N 6 zu § 112 ZPO). b) Der vorinstanzliche Richter ist beim Kostenentscheid von einem hälftigen Obsiegen der Klägerin ausgegangen, was von dieser nicht beanstandet wird. Er hat sodann die Parteikosten wettge schla- gen, obwohl nur die Klägerin anwaltlich vertreten war. Die Klägerin hält dem entgegen, dass eine Verrechnung bei erheblich differieren- den Parteikosten nicht zulässig sei; in diesem Fall seien vielmehr bei hälftigem Obsiegen jeder Partei die Hälfte der Parteikosten der Gegenpartei aufzuerlegen. Wie vorab dargelegt, wäre indes eine Kostenverlegung unter Verrechnung der tats ächlichen Parteiaufwen- dungen unstatthaft, könnte sie doch zum stos senden Resultat führen, dass diejenige Partei, die keinen Anwalt beizog oder deren Rechts - vertreter das geringere Honorar ver langt hat, unter Umständen selbst dann die grössere Prozess entschädigung bezahlen muss, wenn sie in überwiegendem Mass ob siegt (SJZ 1981 S. 343). Das Vorgehen der Vorinstanz, die das je hälftige Durchdringen der Parteien im Haupt - punkt beim Ent scheid über die Kostentragung anteilsmässig gegeneinander aufgerechnet hat, erweist sich somit als zutreffend. 12 §§ 112, 113 lit. c und 114 Abs. 1 ZPO. Die Nichtbestätigung bzw. der Widerruf des gemeinsamen Schei dungsbe- gehrens gemäss Art. 111 und 112 ZGB stellt keinen Klagerückzug im Sinne von § 114 Abs. 1 ZPO dar, wes halb die Kostenverteilung gestützt auf § 112 resp. 113 lit. c ZPO und nicht ge stützt auf § 114 Abs. 1 ZPO vorzunehmen ist. Aus dem Entscheid des Obergerichts, 4. Zivilkammer, vom 5. Dezember 2000 in Sachen M. K. gegen H. J. K.