B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-3696/2012 U r t e i l v o m 1 4 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Richter Michael Beusch (Vorsitz), Richter Daniel Riedo, Richter Markus Metz, Gerichtsschreiber Ralf Imstepf. Parteien A._______ AG, Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Eigenverbrauchssteuer und Vorsteuerabzugskürzung. A-3696/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die A._______ AG mit Sitz in Z._______ (…) bezweckt den Betrieb eines Logistikunternehmens. Sie wurde per 15. Mai 2006 ins Register der Mehrwertsteuerpflichtigen eingetragen. Gemäss übereinstimmender Sachverhaltsvorbringen der A._______ AG und der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) wird die A._______ AG zu 100% durch die B._______ AG gehalten, deren Alleinaktionär Dr. h.c. C._______ sei. Daneben halte C._______ rund 70% der Anteile der börsenkotierten D._______ Holding AG, welche ihrerseits zu 10 0% die D._______ AG halte. Die D._______ Gruppe beschäftige über 1000 Mitarbeiter. Sie sei Entwicklerin und Herstellerin von kundenspezifischen (…) Indikationen. A.b Am 28. Oktober 2009 führte die ESTV bei der Revisionsstelle der A._______ AG Kontrollen bet reffend die Steuerperi oden vom 2. Quartal 2006 bis zum 2 . Quartal 2009 (Zeitraum vom 15. Mai 2007 bis zum 30 . Juni 2009) durch. Die ESTV ste llte dabei fest, dass das Haupt aktivum in der Bilanz der A._______ AG, das Flugzeug mit dem Kennzeichen HB-…, dank zinsloser Darlehen der B._______ AG erworben und anschliessend der E._______ AG ins Aircraft -Management übergeben worden sei. N e- ben Flugleistungen für "Drittkunden" (sog. gewerbsmässige Operationen) seien durch die E._______ AG auch Flüge für die A._______ AG (sog. private Operationen) erbracht worden. Für die Flüge für "Drittkunden" ha- be die E._______ AG sämtliche operationellen Kosten getragen und der Steuerpflichtigen eine nach Flugminuten ausgewiesene Mietentschäd i- gung bezahlt; für die Flüge für die A._______ AG seien ihr die Aufwen- dungen der E._______ AG sowie angefallene Drittkosten (weiter - )verrechnet worden. Da das Flugzeug auch für "private Operationen" ge- nutzt geworden sei, habe auf dem Umfang der entsprechenden Aufwe n- dungen kein Anspruch auf Vorsteuerabzug bestanden. In folge eines Nachlassverfahrens über die E._______ AG habe die A._______ AG den Aircraft-Management-Vertrag im Dezember 2008 aufgelöst, das Flugzeug von der E._______ AG abgezogen und es dem Verein F._______ ins Aircraft-Management übergeben . Ab diesem Zeit punkt habe die A._______ AG keine (genügenden) steuerbaren Umsätze mehr getätigt, weshalb die Löschung im Mehrwertsteuerregister per 30. Juni 2009 zu er- folgen habe. Infolgedessen forderte die ESTV gegenüber der A._______ AG für die betreffenden Perioden mit Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. 308'977 vom A-3696/2012 Seite 3 15. Dezember 2009 den Steuerbetrag von Fr. 375'880.-- nach, welcher sich einerseits aus der Rückbelastung der geltend gemachten Vorsteuern auf den den "privaten Operationen" zuordenbaren Betriebskosten der Jahre 2006 bis 2009 und andererseits aus der Rückbelastung der nicht zum Abzug berechtigenden Anteilen an Vorsteuern auf dem Investition s- gut (dem Flugzeug) zusammensetze. A.c Nach diverser Korrespondenz und einem Telefongespräch mit der ESTV bezog die A._______ AG mit Schreiben vom 28. Januar 2010 Stel- lung zur Löschung im Register der Steuerpflichtigen. Die Löschung stehe im Widerspruch zu Art. 56 Abs. 3 des (alten) Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG; AS 2000 1300 ). Falls die ESTV an der Löschung dennoch festhalten wolle, verlangte sie die Zustellung einer anfechtbaren Verfügung. Even tualiter beantragte sie den Eintrag ins Register auf den 1. Januar 2010 gestützt auf das Bu n- desgesetz vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer (MWSTG; SR 641.20). A.d Im Nachgang zur Besprechung der Parteien vom 15. Juni 2010 e r- suchte die ESTV mit Schreiben vom 27. Juni 2011 um Einreichung weit e- rer Unterlagen. Mit Schreiben vom 29. Juli 2011 liess die A._______ AG der ESTV die geforderten Unterlagen mit Ausna hme der einverlangten Angaben zu den Passagieren, welche weder vorhanden noch relevant seien, zukommen. In rechtlicher Hinsicht bestritt die A._______ AG die Löschung durch die ESTV und bestritt die in der EA Nr. 308'977 vorges e- hene Aufrechnung. Die A._______ AG brachte hierzu vor, dass sie ihre Aufwendungen ausschliesslich für vorsteuerabzugsberechtigte Au s- gangsumsätze verwendet habe, wozu insbesondere auch die Umsätze aus den Flügen für die B._______ AG bzw. diejenigen für C._______ zäh- len würden. B. Am 31. Mai 2012 verfügte die ESTV gestützt auf Art. 82 MWSTG, die A._______ AG schulde ihr für die Steuerperioden vom 2. Quartal 2006 bis zum 4. Quartal 2009 (Zeitraum vom 1. April 2006 bis zum 31. Dezember 2009) Mehrwertsteuern im Betrag von Fr. 343'470.-- zuzüglich die gesetz- lichen Verzugszinsen (wobei die bereits geleisteten Zahlungen in der H ö- he von gesamthaft Fr. 60'000.-- anzurechnen seien). Daneben kam sie auf die per 30. Juni 2009 vorgenommene Löschung der A._______ AG zurück und stellte fest, dass die A._______ AG im Register der Meh r- wertsteuerpflichtigen eingetragen bleibe. Zur Begründung führte die A-3696/2012 Seite 4 ESTV im Wesentlichen an, es liege "offensichtlich" eine gemischte Ve r- wendung des Flugzeugs vor, was zu einer Kürzung des Vorsteuerabzugs führen müsse. Steuerbare respektive steuerbefreite Beförderungsleistu n- gen würden nämlich nur dann vorliegen, wenn die A._______ AG nach- gewiesen hätte, dass die Leistungsempfänger die Flugleistungen für g e- schäftsmässig begründete "sprich steuerbare" Zwecke verwendet hätten. Diesen Nachweis vermöge die Beschwerdeführerin mangels vollständiger Passagierlisten, welche den Grund für den jeweiligen Flug angäben, nicht zu erbringen , womit es an einem Leistungsaustausch bei den privaten Operationen fehle. Dies gelte insbesondere auc h für die Flüge für die D._______ AG respektive die D._______ Holding AG. Aus diesen Grü n- den dringe die A._______ AG mit ihren Rügen bezüglich der Vorsteue r- abzugskürzungen nicht durch. In Bezug auf die von der A._______ AG angebrachte Kritik an dem von der ESTV angewendeten Vorsteuerkürzungsschlüssel führte die ESTV aus, die von ihr gewählte Methode sei sachgerecht. Die Überprüfung des Schlüssels habe indes zwei Unstimmigkeiten ergeben, was zur Gutschrift zu Gunsten der A._______ AG in der Höhe von Fr. 32'4 10.-- führe (Gutschriftsanzeige [GS] Nr. 308'281). C. Gegen die Verfügung der ESTV vom 31. Mai 2012 gelangte die A._______ AG (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) am 2. Juli 2012 via die ESTV an das Bundesverwaltungsgericht und verlangt, die Beschwe r- de gemäss Art. 83 Abs. 4 MWSTG als Sprungbeschwerde entgegenz u- nehmen oder eventualiter als Einsprache der Vorinstanz zu überweisen. Weiter beantragt die Beschwerdeführerin, die Ziffern 1 und 2 des Disposi- tivs der Verfügung vom 31. Mai 2012 betreffend die Nachbelastung in der Höhe von Fr. 343'470.-- und deren teilweisen Verrechnung mit der bereits geleisteten Zahlung von Fr. 60'000.-- aufzuheben und die ESTV anzuwei- sen, die bereits unter Vorbehalt geleistete n Zahlungen in der Höhe von Fr. 60'000.-- zuzüglich Vergüt ungszins zurückzuerstatten bzw. gutz u- schreiben. Eventualiter sei die Steuernachforderung (Eigenverbrauch s- steuer und Vorsteuer abzugskürzung) neu zu berechnen und zwar au f- grund einer in der Beilage zur Beschwerde spezifizierten Methode, we l- che auf "die effektive Verwendung des Flugzeugs" abstelle, dies alles un- ter Kosten - und Entschädigungsfolge zu Lasten der ESTV. Zur Begrü n- dung ihres Hauptantrags − der Aufhebung der Ziffern 1 und 2 der Verfü- gung vom 31. Mai 2012 − bringt die Beschwerdeführerin zunächst vor, dass Leistungen an Nahestehende ebenfalls Leistungsaustauschverhäl t-A-3696/2012 Seite 5 nisse darstellen würden. Es sei nicht ersichtlich, weshalb dies in sog. "Flugzeugfällen" anders sein sollte. Der für die Annahme eines Lei s- tungsaustauschs in solchen Fällen von der ESTV ge forderte Nachweis, dass die nahestehende Person (also der Leistungsempfänger) das Flu g- zeug für einen geschäftsmässig begründeten Zweck verwende, fehle jeg- liche gesetzliche Grundlage und höh le die Grundprinzipien des Meh r- wertsteuerrechts völlig aus. Aufgrund des Vorsteuerabzugsrechts bei b e- freiten Auslandsumsätzen sei es "nichts Aussergewöhnliches", dass es zu Vorsteuerüberhängen komme, was aber für sich allein nicht zu einer Ver- weigerung des Vorsteuerabzugs führen dürfe. Für den Fall, dass die ESTV im Übrigen im Rahmen der Vernehmlassung Art. 38 Abs. 8 aMWSTG an zuwenden gedenke, bringt die Beschwerd e- führerin zudem vor, dass Darlehen nicht als Gesellschafterbeiträge qual i- fiziert werden dürften. Und selbst wenn Gesellschafterbeiträge vorliegen würden, sei festzuhalten, dass die Finanzierung durch einen Gesellschaf- ter grundsätzlich noch nicht zu einer Vorsteuer abzugskürzung führt e, ausser es läge eine Spende vor. Eine solche sei vorliegend jedoch nicht auszumachen. In Bezug auf ihren Eventualantrag − der Neuberechnung der Vorsteuer- abzugskürzung und der Eigenverbrauchssteuer aufgrund der angeblich gemischten Verwendung − bringt die Beschwerdeführerin vor, die von der ESTV angewendete Kürzungsmethode sei rechtswidrig. Gestützt auf Art. 41 aMWSTG habe die Kürzung nach dem Verhältnis der Verwendung zu erfolgen. Es sei darauf abzustellen, inwiefern Eingangsleistungen in abzugsberechtigte oder eben nicht abzugsberechtigte Ausgangsumsätze fliessen würden. Die Finanzierung sei aber gerade kein Indikator für die Verwendung einer vorsteuerbelasteten Aufwendung. Auch eine Steuerumgehung könne vorliegend nicht in Betracht kommen, da die Beschwerdeführerin mit dem Flugzeug Drittflüge durch geführt und Umsätze mit Dritten erzielt habe, womit sie nicht nur den privaten Bedü rf- nissen des Aktionärs diene. D. In ihrer Vernehmlassung vom 2. November 2012 beantragt die ESTV die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwe r- deführerin. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen an, dass gemäss (neuer) bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei Flugzeugeigentümerge- sellschaften, die steuerbare respektive steuerbefreite Drittumsätze erzi e-A-3696/2012 Seite 6 len, die aber das Flugzeug auch dem wirtschaftlichen Berechtigen und ihm nahestehende Personen zum privaten Gebrauch überlassen, im Um- fang dieser privaten Verwendung von einer Steuerumgehung auszugehen sei. Die Flugzeugeigentümergesellschaft habe den Nachweis des g e- schäftlichen Zwecks für jeden einzelnen Flug des wirtschaftlich Berechtig- ten sowie der ihr zuzurechnenden nahestehenden Personen zu erbri n- gen, wenn sie daraus Ansprüche auf Vorsteuerrückerstattungen ableiten wolle. Diesen Nachweis habe die Beschwerdeführerin mit den von ihr eingereichten Passagierlisten nicht erbringen können. Es fehlten die nach Flug sortierten notwendigen Angaben bezüglich der Passagiere und des geschäftlichen Zwecks der jeweiligen Flugreise. In Anwendung der geä n- derten Rechtsprechung des Bundesgerichts sei mit Bezug auf die Flüge von C._______, der D._______ Holding AG respektive der D._______ AG sowie der B._______ AG (im Gegensatz zu den Ausführungen in der Ver- fügung vom 31. Mai 2012) zwar nicht mehr von einem Innenumsatz au s- zugehen, sondern von einem "Leistungsaustausch" zwischen der B e- schwerdeführerin und ihrem wirtschaftlich Berechtigten und der nahest e- henden Gesellschaften. Die Beschwerdeführerin bleibe aber den nach der neuen Praxis des Bundesgerichts geforderten Nachweis für eine steuerpflichtige Verwendung des Flugzeugs insgesamt schuldig, womit sich daraus die natürliche Vermutung ergäbe, dass das Flugzeug auch für private Zwecke der Nahestehenden verwendet würde. Eine Vorsteuer ab- zugskürzung sei deshalb in allen diesen Fällen der Steuerumgehung u n- erlässlich. Im Übrigen bringt sie erstmals vor, C._______ habe die A._______ AG via die B._______ AG mit einem Aktienkapital von Fr. 250'000.-- ausges- tattet und die weiteren zur Finanzierung der Tätigkeit nötigen Mittel darl e- hensweise zur Verfügung gestellt, wobei die Aktionärsdarlehen in der Hö- he von ca. Fr. 5'000'000. -- nicht verzinst worden seien. Soweit diesen Beiträgen Aufwendungen gegenüberstünden, welche nicht in steuerbare oder steuerbefreite Umsätze mündeten, so wie für die privaten Flüge von C._______ oder wie für die Flüge der B._______ AG, der D._______ Holding AG bzw. der D._______ AG, seien die Beiträg e als Spenden zu qualifizieren und machten gemäss Art. 38 Abs. 8 aMWSTG eine verhäl t- nismässige Vorsteuerabzugskürzung nötig. Zur Kürzung des Vorsteuerabzugs führt die ESTV aus, dass die gewählte Methode − anders als der von der Beschwerdeführerin vorgeschl agene Kürzungsschlüssel − sowohl der privaten sowie nicht nachgewiesenen geschäftlichen Verwendung des Flugzeugs als auch der Finanzierung der A-3696/2012 Seite 7 Beschwerdeführerin mit Spendencharakter in sachgerechter Weise Rechnung trage. Am Ergebnis der angefochtenen Verfügung sei daher in der Folge vollumfänglich festzuhalten. E. Mit einem als "Replik" bezeichneten Schreiben vom 5. Februar 2013 b e- zieht die Beschwerdeführerin Stellung zur Vernehmlassung der ESTV. Sie legt im Wesentlichen dar, dass das von ihr gehaltene Flugz eug an die E._______ AG bzw. nach deren Nachlassstundung an den Verein F._______ vermietet worden sei. Gemessen an den Flugmi nuten sei es hauptsächlich zur Durchführung von Drittflügen eingesetzt worden. Schon allein aufgrund dieser Drittflüge sei offenkun dig, dass für das Halten des Flugzeugs ein geschäftlicher Zweck bestehe. Zusätzlich sei das Flugzeug für Geschäftsflüge der nahestehenden Unternehmen D._______ AG und B._______ AG genutzt worden. Obwohl sie hierfür nicht beweispflichtig sei, habe die Beschwerdeführerin ausreichend dargelegt, dass es sich bei diesen Flügen um Geschäftsflüge gehandelt habe. Nur zu einem geri n- gen Teil seien private Flüge für C._______ durchgeführt worden. Es liege daher keine Steuerumgehung vor. Im Übrigen liege mit den Darlehen (auch soweit Rangrücktritt erklärt wu r- de) und dem ihr von der ESTV unterstellten Zinsverzicht keine Spende vor. Daher entbehre auch der von der ESTV gewählte Kürzungsschlüssel mit Einbezug von kalkulatorischen Zinsen jeglicher Rechtsgrundlage. F. Mit Schreiben vom 15. März 2013 bezieht die ESTV Stellung zur Replik der Beschwerdeführerin vom 5. Februar 2013. Sie macht geltend, dass die Beschwerdeführerin die mit der Replik eingereichten Nachweise f ür die Verwendung der Flüge der ihr nahestehenden Personen für g e- schäftsmässige Zwecke verspätet eingereicht habe. Der ESTV dürfe bei einer allfälligen teilweisen Gutheissung daher keinerlei Kosten erwac h- sen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung könnt en steuerbare U m- sätze der steuerpflichtigen Person nur dann vorliegen, wenn sie den Nachweis erbringe, dass die ihr nahestehende Person die vorsteuerb e- lasteten Eingangsumsätze der steuerpflichtigen Person für eigenen g e- schäftliche Zwecke eingesetzt habe. Könne dieser Nachweis nicht e r- bracht werden, liege eine Steuerumgehung vor. Nachdem die Beschwe r- deführerin die erforderlichen Nachweise für die Mehrheit der Flüge (even-A-3696/2012 Seite 8 tuell für sämtliche Flüge) für die D._______ AG nunmehr erbracht habe, sei die Beschwerde diesbezüglich gutzuheissen. In Bezug auf die Flüge für die B._______ AG erbringe die Beschwerdeführerin dagegen weite r- hin keine Nachweise der geschäftlichen Verwendung. Im Umfang dieser Flüge wie auch der privaten Flüge für C._______ seien die Vorsteuerab- züge der Steuerpflichtigen zu kürzen. G. Mit als "Stellungnahme zur Duplik der ESTV" bezeichnetem Schreiben vom "4. Februar 2013" (recte: 4. April 2013) äussert sich die Beschwerde- führerin zu den Vorbringen der ESTV vom 15. März 2013. Für die Frage, ob beim Steuerpflichtigen ein "steuerbarer Umsatz" und damit eine der Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs vorliege, sei es unerheblich, wie der Leistungsempfänger (die nahestehende Person) das Flugzeug eing e- setzt habe. Der Nachweis der geschäftlichen Verwendung du rch Nah e- stehende müsse vom Steuerpflichtigen nur geführt werden, wenn die b e- gründete Vermutung bestehe, dass keine geschäftlichen Gründe für das Halten des Flugzeugs vorliegen würden. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Daher hätte die ESTV auch ohne die e ingereichten Unterlagen die strittige Nachforderung nicht verfügen dürfen und das Beschwerdeverfah- ren sei folglich von der ESTV und nicht von der Beschwerdeführerin ve r- ursacht. H. Mit Schreiben vom 15. Mai 2013 ersucht die ESTV um Sistierung des Verfahrens. Sie habe gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3688/2012 vom 8. April 2013 am 13. Mai 2013 fristgerecht Beschwerde beim Bundesgericht erhoben. Da das nun vor Bundesgericht hängige Verfahren auch für das vorliegende Verfahren von präjudizieller Bedeu- tung sei, rechtfertige sich eine Sistierung. I. Mit Schreiben vom 24. Mai 2013 bezieht die Beschwerdeführerin Stellung zum Sistierungsgesuch der ESTV. Dem Gesuch sei nicht stattzugeben, da von Seiten der Beschwerdeführerin ein Interesse an ihrer Auflösung bestehen würde, was solange nicht möglich sei, als dass das vorliegende Verfahren hängig sei. Anderseits sei es auch im allgemeinen Interesse , wenn das Bundesgericht zur Festset zung seiner neuen Praxis zu den Flugzeugfällen mit dem vorliegenden Verfahren einen weiteren Sachver- halt zu beurteilen hätte. A-3696/2012 Seite 9 J. Auf die weiteren Vorbringen in den Eingaben der Parteien wird − soweit entscheidwesentlich − in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Bundesg e- setzes vom 17. Juni 2005 über das Bu ndesverwaltungsgericht (VGG; SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge- setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah ren (VwVG; SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. E i- ne solche liegt hier nicht vor. Die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die B e- urteilung der vorliegenden Beschwerde sachlich zuständig. 1.2 Am 1. Januar 2010 ist das MWSTG in Kraft getreten. Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt hat sich in den Jahren 2006 bis 2009 zug e- tragen, also vor dem Inkrafttreten des MWSTG. Gemäss Art. 112 Abs. 1 MWSTG bleiben die bisherigen gesetzliche n Bestimmungen sowie die gestützt darauf erlassenen Vorschriften grundsätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse anwendbar. Das vorliegende Verfahren untersteht deshalb in materieller Hinsicht dem aMWSTG sowie der dazugehörigen Verordnung vom 29. März 2000 (aMWSTGV; AS 2000 1347). Demgegenüber ist das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht im Sinne von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des Inkraft- tretens hängige und damit grundsätzlich auch auf das vorliegende Verfah- ren anwendbar. Allerdings ist Art. 113 Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv zu handhaben, als gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung nur e i- gentliche Verfahrensnormen sofort auf hängige Verfahren anzuwenden sind und es dabei nicht zu einer Anwendung von neuem materiellen Recht auf altrechtliche Sachverhalte kommen darf (ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3). A-3696/2012 Seite 10 1.3 1.3.1 Im vorliegenden Fall wurde die Verfügung vom 31. Mai 2012 der Vorinstanz angefochten. Hinsichtlich der funktionalen Zuständigkeit ist Folgendes zu bemerken. 1.3.2 1.3.2.1 Die Einsprache ist das vom Gesetz besonders vorgesehene förm- liche Rechtsmittel, mit dem eine Verfügung bei der verfügenden Verwa l- tungsbehörde zwecks Neuüberprüfung angefochten wird. Die Einsprache ist kein devolutives Rechtsmittel, welches die Entscheidungszuständigkeit an eine Rechtsmittelinstanz übergehen lässt (vgl. BGE 132 V 368 E. 6.1, 131 V 407 E. 2.1.2.1; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, N. 1815). Das Einspracheverfahren ermöglicht eine Abklärung komplexer tatsächl i- cher oder rechtlicher Verhältnisse und eine umfassende Abwägung der verschiedenen von einer Verfügung berüh rten Interessen ( HÄFE- LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 1816). 1.3.2.2 Im Bereich der Mehrwertsteuer ist das Einspracheverfahren in Art. 83 MWSTG gesetzlich vorgesehen. Eine Ausnahme hierzu bildet die sog. "Sprungbeschwerde": Richtet sich die Einsprache gegen eine ei n- lässlich begründete Verfügung der ESTV, so ist sie auf Antrag oder mit Zustimmung des Einsprechers oder der Einsprecherin als Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht weiterzuleiten (Art. 83 Abs. 4 MWSTG; vgl. zur Sprungbeschwerde Urteil des Bundesverwal tungsgerichts A-1184/2012 vom 31. Mai 2012 E. 2 ff. auch zum Folgenden). Der Erlass eines Einspracheentscheids setzt ausführungsgemäss voraus, dass vo r- gängig eine Verfügung ergangen ist, welche überhaupt Gegenstand eines Einspracheverfahrens bilden kann. 1.3.3 Bei der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 31. Mai 2012 handelt es sich unbestrittenermassen um eine im Sinne des Art. 83 Abs. 4 MWSTG einlässlich begründete Verfügung, welche auf Antrag der B e- schwerdeführerin durch die ESTV an das Bundesverwaltungsgeri cht wei- tergeleitet wurde. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die B e- urteilung der vorliegenden Beschwerde auch funktional zuständig. Auf die im Übrigen frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutr e- ten. 1.4 Die Steuerbehörde trägt die Bew eislast für Tatsachen, welche die Steuerpflicht als solche begründen oder die Steuerforderung erhöhen, A-3696/2012 Seite 11 das heisst für die steuerbegründenden und -mehrenden Tatsachen. Dem- gegenüber ist die steuerpflichtige Person für die steueraufhebenden und steuermindernden Tatsachen beweisbelastet, das heisst für solche Tatsa- chen, welche Steuerbefreiung oder Steuerbegünstigung bewirken (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, veröffentlicht in: A r- chiv für schweizerisches Abgaberecht [ASA] 75 S. 495 ff. E. 5.4; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1373/2006 vom 16. November 2007 E. 2.1). Von der steuerpflichtigen Person zu beweisende steuermindernde Tatsachen stellen etwa die Erfüllung der Voraussetzungen für das Recht zum Vorsteuerabzug dar (Urteil des Bundesgerichts 2A.406/2002 vom 31. März 2004 E. 3.4; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1648/2006 vom 27. April 2009 E. 2.7). 1.5 1.5.1 Gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 der Bundesverfassung der Schweize- rischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (SR 101) sowie (in Bezug auf zivilrechtliche Ansprüche und Verpflichtungen und strafrechtliche A n- klagen) Art. 6 Ziff. 1 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101) haben die Parteien eines Gerichtsverfahrens Anspruch auf rechtliches Gehör und auf ein fa i- res Gerichtsverfahren, unter Beachtung des Grundsatzes der Waffe n- gleichheit. Diese Garantien umfassen das Recht, von allen bei Gericht eingereichten Stellungnahmen Kenntnis zu erhalten und sich dazu äu s- sern zu können, unabhängig davon, ob die Eingaben neue und/oder w e- sentliche Vorbringen enthalten. Es ist Sache der Parteien zu beurteilen, ob eine Entgegnung erforderlich ist oder nicht. Nach der neueren bu n- desgerichtlichen Rechtsprechung besteht dieses Rep likrecht denn auch unabhängig davon, ob ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet, eine Frist zur Stellungnahme angesetzt oder die Eingabe lediglich zur Kenn t- nisnahme oder zur Orientierung zugestellt worden ist. Dabei wird freilich erwartet, dass eine Partei , die eine Eingabe ohne Fristansetzung erhält und dazu Stellung nehmen will, dies umgehend tut oder zumindest bea n- tragt; ansonsten wird angenommen, sie habe auf eine weitere Eingabe verzichtet (BGE 138 I 484 E. 2.1 f., mit weiteren Hinweisen). 1.5.2 Die Vernehmlassung der Vorinstanz wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18. November 2012 zugestellt, ohne dass ausdrüc k- lich eine Frist zur Einreichung einer Replik angesetzt worden wäre. Am 18. Januar 2013 meldete sich daraufhin die Beschwerdeführerin telef o- nisch und bat um die Zustellung von Beilagen zur vorinstanzlichen Ve r- nehmlassung, was gleichentags erfolgte. Am 5. Februar 2013 reichte die A-3696/2012 Seite 12 Beschwerdeführerin alsdann ein als " Replik" bezeichnetes Schreiben ein (vgl. oben E). Ob diese im Lichte der erwähnten bundesgerichtlichen An- forderungen noch als zeitgerecht bezeichnet werden kann, ist zwar zwe i- felhaft (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -2628/2012 vom 5. Februar 2013 E. 1.2.6) . Die Frage kann mangels Relevanz der in der Replik enthaltenen Äusserungen für den vorliegenden Entscheid aber o f- fen bleiben. 1.6 1.6.1 Die ESTV verlangt mit Schreiben vom 15. Mai 2013 die Sistierung des vorliegenden Verfahrens. Die Sistierung des Beschwerdeverfahrens muss durch zureichende Gründe gerechtfertigt sein, andernfalls von einer mit dem Beschleunigungsgebot von Art. 29 BV nicht zu vereinbarenden Rechtsverzögerung auszugehen wäre ( ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht, Basel 2008 , N. 3.14 ff.) . Eine Verfahrenssistierung fällt in s- besondere in Betracht, wenn ein anderes Verfahren hängig ist, dessen Ausgang für das zu sistierende von präjudizieller Bedeutung ist (BGE 123 II 1 E. 2b; BGE 122 II 211 E. 3e). Als weiterer Sistierungsgrund gilt ferner der Umstand, dass Verhandlungen betreffend eine allfällige einvernehmli- che Lösung zwischen den Beteiligten aufgenommen wurden, wobei die konkrete Verhandlungsbereitschaft aller Beteiligten vorauszusetzen ist und die Verhandlungen darauf abzielen müssen, eine Lösung herbeiz u- führen, die das Beschwerdeverfahren zumindest teilweise gegenstand s- los werden liesse. Eine Sistierung ist des Weiteren auch zulässig, wenn sie aus anderen wichtigen Gründen geboten erscheint und ihr keine überwiegenden öffentlichen und privaten Interessen en tgegenstehen. Beim Entscheid darüber, ob ein Verfahren zu sistieren ist, steht dem Rich- ter ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 119 II 386 E. 1b). 1.6.2 Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt ist liquid und entschei d- reif. Mit Blick auf das verfassungsr echtliche Beschleunigungsgebot recht- fertigt sich daher die vorliegende, direkte Entscheidung in der Sache. Das Bundesgericht hat mit mehreren neueren Entscheiden seine Rechtspr e- chung zu den Flugzeugfällen angepasst (E. 2.1.4). Diese Rechtspr e- chung hat das Bundesverwaltungsgericht aufgenommen und in der nach seiner Auffassung korrekten Weise in einem Fall angewendet (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3688/2012 vom 8. April 2013), den die ESTV an das Bundesgericht weitergezogen hat. Die Beurteilung des vor- liegenden Sachverhalts durch das Bundesgericht würde (falls das vorli e- gende Urteil denn angefochten wird) zur weiteren Klärung der Rechtslage A-3696/2012 Seite 13 beitragen. Der Antrag der ESTV auf Sistierung des Verfahrens ist somit abzuweisen. 2. 2.1 2.1.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen die im Inland gegen Entgelt er - brachten Lieferungen von Gegenständen und Dienstleistungen (Art. 5 Bst. a und b aMWSTG). Zum Entgelt gehört alles, was der Empfänger oder an seiner Stelle ein Dritter für die Lieferung oder Dienstleistung au f- wendet. Dies erfasst auch den Ersatz aller Kosten, selbst wenn diese g e- sondert in Rechnung gestellt werden (Art. 33 Abs. 2 aMWSTG). Als Dienstleistung gilt jede Leistung, die keine Lieferung eines Gegenstandes ist (Art. 7 Abs. 1 aMWSTG). 2.1.2 Damit überhaupt eine steuerbare Leistung vorliegt, muss sie im Austausch mit einem Entgelt erfolgen (sog. "Leistungsverhältnis"; vgl. hierzu IVO P. BAUMGARTNER/DIEGO CLAVADETSCHER/MARTIN KOCHER, Vom alten zum neuen Mehrwertsteuergesetz, Langenthal 2010, § 4 N. 3; ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER/MARCEL R. JUNG/SIMEON L. PROBST, Handbuch zum Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], 3. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 2 012, Rz. 592; FELIX GEIGER, in: Felix Geiger/Regine Schluckebier [Hrsg.] , MWSTG Kommentar, Zürich 2012, N. 2 zu Art. 18). Die Entgeltlichkeit stellt – vom Eigenverbrauch ab- gesehen (vgl. Art. 5 Bst. c aMWSTG) – ein unabdingbares Tatbestands- merkmal einer mehrwertsteuerlichen Leistung dar. Besteht zwischen Leis- tungserbringer und -empfänger kein Austauschverhältnis im erwähnten Sinn, ist die Aktivität mehrwertsteuerlich irrelevant und fällt nicht in den Geltungsbereich der Mehrwertsteuer (anstelle zahlreicher: BGE 132 II 353 E. 4.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5745/2008 vom 11. Juni 2010 E. 2.3). 2.1.3 Die Annahme eines solchen Leistungsverhältnisses setzt voraus, dass zwischen Leistung und Entgelt eine innere wirtschaftliche Verknü p- fung gegeben ist (BGE 138 II 239 E. 3.2; 132 II 353 E. 4.1; 126 II 443 E. 6a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 2A.410/2006 vom 18. Januar 2007 E. 5.1). Die Beurteilung, ob ein Leistungsverhältnis b e- steht, hat in erster Linie nach wirtschaftlichen, tatsächlich en Kriterien zu erfolgen (sog. "wirtschaftliche Betrachtungsweise"). Die zivil - bzw. ve r- tragsrechtliche Sicht ist nicht entscheidend, hat aber immerhin Indizwi r- kung (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 2A.304/2003 vom 14. N o- vember 2003 E. 3.6.1; BVGE 2 007/23 E. 2.3.2 mit Hinweisen; Urteil des A-3696/2012 Seite 14 Bundesverwaltungsgerichts A-6001/2011 vom 21. Mai 2013 E. 2.1.3). Für die Annahme eines Leistungsverhältnisses genügt es, dass Leistung und Entgelt innerlich derart verknüpft sind, dass die Leistung das Entgelt au s- löst. Ausreichend kann folglich auch sein, wenn einer Leistung ein erwa r- tetes (Üblichkeit) oder erwartbares Entgelt (nach den Umständen ist e r- wartbar, dass eine Leistung die Entrichtung eines Entgelt auslöst) gegen - übersteht, d.h. dass nach den Umständen d avon auszugehen ist, die Leistung löse die Entrichtung eines Ent gelts aus (statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6001/2011 vom 21. Mai 2013 E. 2.1.4 mit Hinweisen). 2.1.4 Damit von einem steuerbaren Leistungsverhältnis gesprochen we r- den kann, muss die Leistung die betriebliche Sphäre verlassen und sich an einen Leistungsempfänger richten. Ein Leistungsverhältnis setzt g e- mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits begriffsnotwendig das Vorhandensein mehrerer Beteiligter – eines Leistungserbringers und e i- nes Leistungsempfängers – voraus. In zwei älteren Entscheiden ging das Bundesgericht davon aus, dass es sich bei Tätigkeiten einer Gesellschaft zu Gunsten einer ihr nahestehenden Person (insbesondere zu Gunsten ihres Alleinaktionärs) mangels vonei nander unabhängigen Beteiligten nicht um steuerbare Leistungsverhältnisse handeln würde, sondern um nichtsteuerbare "Innenleistungen" (Urteile des Bundesgerichts 2A.748/2005 vom 25. Oktober 2006 E. 3.2; 2C_632/2007 vom 7. April 2008 E. 2.1). Mit seinem Urt eil 2A.264/2006 vom 3. September 2008 E. 3.3 f. hat das Bundesgericht diese Rechtsprechung geändert. De m- nach sind Leistungen gegenüber nahestehenden Personen mit Bezug auf die Steuerbarkeit nicht anders zu behandeln als Leistungen gegenüber unabhängigen Dritten. Neuerdings ist im Verhältnis zwischen der jurist i- schen Person und dem Nahestehenden zu prüfen, ob es sich bei der fraglichen Tätigkeit um eine Innenleistung zur betrieblichen oder unte r- nehmerischen Leistungserstellung handelt oder ob es sich bei der Leis- tung bereits um das Endprodukt handelt, das den betrieblichen Bereich verlässt (vgl. zu dieser Änderung der Rechtsprechung ausdrücklich das Urteil des Bundesgerichts 2C_836/2009 vom 15. Mai 2012 E. 5 insb. E. 5.2). 2.2 Mehrwertsteuerpflichtig ist grundsät zlich, wer eine mit der Erzielung von Einnahmen verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbs t- ständig ausübt, sofern seine Lieferungen und seine Dienstleistungen im Inland jährlich gesamthaft Fr. 75'000.-- übersteigen (Art. 21 Abs. 1 aMWSTG). Eine Ausnahme von der Steuerpflicht besteht insofern, als die A-3696/2012 Seite 15 nach Abzug der Vorsteuer verbleibende Steuer (sog. Steuerzahllast) r e- gelmässig nicht mehr als Fr. 4'000.-- beträgt; diese Ausnahme bleibt auf Jahresumsätze bis zu Fr. 250'000.-- beschränkt (Art. 25 Abs. 1 Bst. a aMWSTG). 2.3 2.3.1 Verwendet der Steuerpflichtige Gegenstände oder Dienstleistungen für steuerbare Ausgangsleistungen, so kann er in seiner Steuerabrec h- nung die auf seinen Eingangsleistungen lastende Steuer als Vorsteuer abziehen (Art. 38 Abs. 1 und 2 aMWSTG). Der Vorsteuerabzug, der ein zentrales Element des Mehrwertsteuersystems (Netto -Allphasensystem) darstellt, bewirkt, dass der Unternehmer nur seinen Nettoumsatz verste u- ern muss, obgleich die Bemessungsgrundlage das Gesamtentgelt ohne Umsatzsteuer ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_653/2008 vom 24. Februar 2009 E. 6.3). 2.3.2 Als im Sinne von Art. 38 Abs. 2 aMWSTG verwendet hat eine Ei n- gangsleistung dann zu gelten, wenn sie in steuerbare Ausgangsleistu n- gen einfliesst, d.h. für einen geschäftlich begrü ndeten Zweck eingesetzt wird. Trifft dies nicht zu, liegt mit Bezug auf diese Eingangsleistung En d- verbrauch beim Steuerpflichtigen vor (vgl. BGE 132 II 353 E. 10, ferner E. 8.2; DANIEL RIEDO, Vom Wesen der Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer und von den entsprechenden Wirkungen auf das schweizerische Recht, Bern 1999, S. 141 f.). Denn Endverbrauch ist nicht zwingend privat. Auch steuerpflichtige Unternehmen können ein Nebe n- einander von unternehmerischer und nichtunternehmerischer Betätigung aufweisen (sog. "Verbrauch in der Unternehmenssphäre"; statt vieler: BGE 123 II 295 E. 7a). Von der Steuer ausgenommene Umsätze, Nich t- umsätze und Umsätze aus hoheitlic her Gewalt berechtigen nicht zum Vorsteuerabzug. Dienen die bezogenen Gegenstände und Dienstlei stun- gen sowohl der Erzielung steuerbarer Umsätze als auch anderen Zw e- cken, so ist der Abzug nach dem Verhältnis der Verwendung zu kürzen (Art. 41 Abs. 1 aMWSTG). Eine de taillierte Regelung der Kür - zungsmethoden lässt sich dem aMWSTG nicht entnehmen. Gemäs s der Rechtsprechung hat die Kürzung "sachgerecht" zu erfolgen und muss "den tatsächlichen Verhältnissen des Einzelfalls soweit als möglich ent - sprechen" (Urteil des Bun desverwaltungsgerichts A -1595/2006 vom 2. April 2009 E. 2.7; bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 2C_309/2009 vom 1. Februar 2010). Gemäss der von der ESTV als gesetzlich bzw. e f- fektiv bezeichneten Metho de erfolgt die Kürzung primär nach dem Ve r- hältnis der effektiven Verwendung. Dabei sind zuerst sämtliche Aufwe n-A-3696/2012 Seite 16 dungen und Investitionen aufgrund ihrer Verwendung entweder den steu- erbaren oder den von der Mehrwertsteuer ausgenommenen Tätigkeiten zuzuordnen, wobei für jeden einzelnen Gegenstand und jede Dienstlei s- tung soweit möglich aufgrund von betriebswirtschaftlichen, sachgerechten Kriterien eine direkte Zu ordnung vorzunehmen ist. Soweit eine direkte Zuordnung zu abzugsberechtigenden und nicht abzugsberechtigenden Umsätzen nicht möglich ist, muss die Zuordnung mit Hilfe von Schlüsseln erfolgen, welche auf betrieblich-objektiven Kriterien beruhen (z.B. Fläche, Volumen, Umsätze, Lohn summe). Weil die gesetzliche Methode oft als wenig praktikabel erscheint bzw. dem Steuerpflichtigen unverhältnismä s- sig hohen Aufwand verursacht, sieht die Praxis der ESTV die Möglichkeit vor, den Vorsteue rabzug anhand von Pauschalmethoden zu kürzen (Art. 58 Abs. 3 aMWSTG; zum Ganzen statt vieler: Urteil des Bundes ver- waltungsgerichts A -1595/2006 vom 2. April 2009 E. 2.7 mit Hin weisen; bestätigt mit Ur teil des Bundesgerichts 2C_309/2009 vom 1. Februar 2010; zu den ein zelnen Pauschalmethoden vgl. statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1394/2006 vom 3. Juni 2008 E. 2.5). 2.3.3 2.3.3.1 Als Spenden gelten freiwillige geldwerte Unterstützungen an Dritte ohne entsprechende Gegenleistung. Soweit ein steuerpflichtiges Unte r- nehmen solche Zuwendungen erhält, ist sein Vorsteuerabzug verhältni s- mässig zu kürzen (Art. 38 Abs. 8 aMWS TG; BGE 132 II 353 E. 7.1; BVGE 2007/39 E. 3.4.1). 2.3.3.2 Von den Spenden zu unterscheiden sind die Beiträge (Einlagen) eines Gesellsc hafters an die Gesellschaft. Solche Leistungen werden aufgrund der gesellschaftsrechtlichen Beteiligungsverhältnisse erbracht. Es handelt sich um Finanzierungsvorgänge – Einlagen in das Eigenkap i- tal oder Darlehen –, die keinen Umsatz im mehrwertsteuerrecht lichen Sinn bewirken. Sie fliessen weder direkt noch indirekt in die Leistungse r- stellung ein und stehen ausserhalb des Mehrwertsteuerrechts (BGE 132 II 353 E. 4.3, Urteil des Bundesgerichts 2C_229/2008 vom 13. Oktober 2008 E. 5.4). Sie geben daher grundsät zlich keinen Anspruch auf Abzug der Vorsteuer (mit Ausnahme der Vorsteuern auf Gründungskosten, Ko s- ten bei Kapitalerhöhung u.ä., BGE 132 II 353 E. 6.2). 2.3.3.3 Solche Finanzierungsvorgänge wirken sich in der Regel auch nicht derart aus, dass der Vorsteuerabzug ge kürzt werden müsste (BGE 132 II 353 E. 10). Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Gesellschaft unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Grundsätze eine ang e-A-3696/2012 Seite 17 messene Rentabilität erzielt (BGE 132 II 353 E. 9.2) und ob die Gesel l- schafterbeiträge von einem direkt an der Kapitalgesellschaft bzw. Geno s- senschaft Beteiligten stammen. Einlagen in das Eigenkapital und das Gewähren von Fremdkapital durch die Gesellschafter gelten vielmehr als sog. Gesellschaftereinlagen, die nicht zu einer Kürzung des Vorsteue rab- zugs nach Art. 38 Abs. 8 MWSTG führen ( SONJA BOSSART, Zum Einfluss von Nichtumsätzen auf den Vorsteuerabzug bzw. die Vorsteuerabzug s- kürzung, in: Michael Beusch/ISIS [Hrsg.], Entwicklungen im Steuerrecht 2009, Zürich/Basel/Genf 2009, S. 366 ff. ). Solche Kapitaleinlagen wie auch Darlehen von Gesellschaftern stellen blosse Finanzierungsmittel dar, die es der Gesellschaft ermöglichen sollen, eine Mehrwert generi e- rende Tätigkeit nach den Gesetzen des Marktes auszuüben. Anders wü r- de es sich nur verhalten, wenn die Gesellschaft private Zwecke verfolgen würde (etwa private Anliegen ihres Aktionärs, BGE 132 II 353 E. 10; Urteil des Bundesgerichts 2C_229/2008 vo m 13. Oktober 2008 E. 5.4; BVGE 2007/39 E. 3). 2.4 2.4.1 Eine Steuerumgehung wird nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung angenommen, wenn erstens eine von den Beteiligten gewäh l- te Rechtsgestaltung als ungewöhnlich (insolite), sachwidrig oder abso n- derlich, jedenfalls den wirtschaftlichen Gegebenheiten völlig unangeme s- sen erscheint. Für die Annahme einer Steueru mgehung muss m.a.W. e i- ne Sachverhaltsgestaltung vorliegen, die – wenn man von den steuerl i- chen Aspekten absieht – jenseits des wirtschaftlich Vernünftigen liegt (sog. "objektives" Element oder "Umwegstruktur"). Zweitens muss ang e- nommen werden können, dass die gewählte Rechtsgestaltung mis s- bräuchlich lediglich deshalb getroffen wurde, um Steuern einzusparen, die bei sachgemässer Ordnung der Verhältnisse geschuldet wären. Di e- ses sog. "subjektive" Element spielt insofern eine entscheidende Rolle, als die Annah me einer Steuerumgehung ausgeschlossen bleibt, wenn andere als blosse Steuerersparnisgründe bei der Rechtsgestaltung eine relevante Rolle spielen. Drittens müsste das gewählte Vorgehen tatsäc h- lich zu einer erheblichen Steuerersparnis führen, sofern es von den Steu- erbehörden hingenommen würde (sog. "effektives" Element). Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist aufgrund der konkreten Umstände des Einzelfalls zu prüfen. Wird eine Steuerumgehung bejaht, ist der Besteu e- rung die Rechtsgestaltung zugrunde zu le gen, die sachgemäss gewesen wäre, um den erstrebten wirtschaftlichen Zweck zu erreichen (statt vieler: BGE 131 II 627 E. 5.2; 138 II 239 E. 4.1 m.w.H.; zur bundesgerichtlichen A-3696/2012 Seite 18 Rechtsprechung vgl. MARLENE KOBIERSKI, Der Durchgriff im Gesel l- schafts- und Steuerrecht, Diss. Bern 2012, S. 87 ff.). 2.4.2 Das Bundesgericht will die Steuerumgehungsdoktrin – im Sinne e i- ner rechtsmissbräuchlichen Anrufung des als massgeblich geltenden Sinns einer Norm – nur in ganz ausserordentlichen Situationen anwe n- den. Eine solche liegt vor, wenn trotz Heranziehung des Normsinns als Auslegungsschranke eine Besteuerung oder eine Steuerbefreiung nicht möglich ist, das Gesetz also angewendet werden kann, das Ergebnis aber aufgrund der konkreten Ausgestaltung des Sachverhal ts in hohem Mass als stossend erscheint bzw. einer Willkür gleichkäme. Wird das Vor- liegen einer Steuerumgehung mit dieser Gewichtung geprüft, so stellen die genannten Kriterien einen tauglichen Prüfraster für die Abgrenzung von der steuerlich zu akzeptiere nden Steuervermeidung dar (BGE 138 II 239 E. 4.1 m.w.H.). 2.4.3 Diese Rechtsprechung gilt ausdrücklich auch für die Mehrwertste u- er. In seiner mittlerweile präzisierten Rechtsprechung geht das Bunde s- gericht davon aus, dass das Halten eines Flugzeugs über eine Ges ell- schaft nicht in jedem Fall als ungewöhnlich im Sinne der Steuerumg e- hungstheorie angesehen werden kann. Anders ist aber die Situation zu beurteilen, wenn eine Gesellschaft in erster Linie dazu da ist, dem Allei n- aktionär für dessen privaten Belange ein Fl ugzeug zur Verfügung zu stel- len. Zwar liegt der Missbrauch in solchen Fällen nicht darin, dass für das Halten eines privat verwendeten Flugzeugs eine juristische Person g e- gründet wird. Missbräuchlich ist es jedoch, wenn mit einer solchen G e- sellschaft überdies versucht wird, Steuern zu sparen. Es ist daher in so l- chen Konstellationen zu prüfen, ob sich der Einsatz der Gesellschaft bloss rechnet, weil damit vom Vorsteuerabzug profitiert werden kann (BGE 138 II 239 E. 4.3.2 f.; Urteile des Bundesgerichts 2C_487/2011 vom 13. Februar 2013 E. 2.8 [betr. Fürstentum Liechtenstein]; 2C_146/2010 vom 15. August 2012 E. 4.1; 2C_129/2012 vom 15. Juni 2012 E. 5 und 2C_732/2010 vom 28. Juni 2012 E. 5; Urteil e des Bundesverwaltungsge- richts A-3688/2012 vom 8. April 2013 E. 2. 4.3; A-4695/2010 vom 14. Januar 2013 E. 4; DIEGO CLAVADETSCHER, Mehrwertsteuerliche Flug- zeugfälle, Der Schweizer Treuhänder 2013/1-2, S. 83 ff.; ROGER ROHNER, Mehrwertsteuerliche Behandlung der Nutzung von Flugzeugen durch den Alleinaktionär, zsis) 2013 Best Case Nr. 1, Ziff. 2.2.2). 2.4.4 Das Vorliegen der Voraussetzungen einer Steuerumgehung ist g e- mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung durch die Steuerbehörde zu A-3696/2012 Seite 19 beweisen. Diese kann sich dabei aber darauf beschränken darzulegen, dass keine wirtschaftlichen ode r geschäftlichen Gründe für das Halten des Flugzeugs ersichtlich sind. Daraus ergibt sich – so das Bundesgericht – die natürliche Vermutung, dass das Flugzeug für private Zwecke des Aktionärs und ihm Nahestehender verwendet wird. Die Gesellschaft kann diese Vermutung jedoch durch den Nachweis entkräften, dass das Flu g- zeug für geschäftliche Zwecke benötigt wird (vgl. BGE 138 II 239 E. 4.4; Urteile des Bundesgerichts 2C_487/2011 vom 13. Februar 2013 E. 2.7 f. [betr. Fürstentum Liechtenstein]; 2C_476/2010 vom 19. März 2012 E. 3.4). 3. 3.1 3.1.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet unter anderem die Rechtmässigkeit von Steuernachforderungen der ESTV gegenüber der Beschwerdeführerin in der Höhe von Fr. 343'470.-- (zuzüglich Ver- zugszins seit 31. Mai 2008), welche sich zusammensetzen aus Rückfo r- derungen der bereits in den Jahren 2006, 2007, 2008 und 2009 geltend gemachten Vorsteuern auf den Betriebskosten, welche gesamthaft den Flügen für C._______ und ihm Nahestehenden zugeordnet worden w a- ren, sowie der Rückbel astung der gemäss ESTV nicht zum Abzug b e- rechtigenden Vorsteuern auf dem Flugzeug in Folge Nutzungsänderung. Die ESTV begründet diese Rückforderung im Wesentlichen damit, dass die Verwendung des Flugzeugs für die Flüge für C._______, die B._______ AG und die D._______ Holding AG bzw. die D._______ AG privater und nicht geschäftliche r Natur gewesen sei , womit gemäss bu n- desgerichtlicher Rechtsprechung eine Steuerumgehung vorliege. Nach- dem die Beschwerdeführerin mit ihrer Replik diverse Unterlagen ins Recht gelegt hat, geht die ESTV nun davon aus, dass für die "Mehrheit der Flüge, eventuell für sämtliche Flüge, der D._______ AG" der Nac h- weis der geschäftlichen Verwendung erbracht sei. Für die Flüge für die B._______ und für C._______ sei der behauptete gesellsc haftliche Zweck nicht nachgewiesen, was im "Umfang dieser Flüge" zu einer Vo r- steuerkürzung führen müsse. Dagegen ist für die Beschwerdeführerin der geforderte Nachweis, dass die nahestehende Person (also der Lei s- tungsempfänger) das Flugzeug für einen gesch äftsmässig begründeten Zweck verwende, rechtswidrig und willkürlich. Eine Steuerumgehung li e- ge nicht vor, weil das Flugzeug nicht einzig den privaten Bedürfnissen des (indirekten) Alleinaktionärs gedient habe. A-3696/2012 Seite 20 3.1.2 Nicht mehr umstritten ist die Frage, ob zwisch en der Beschwerd e- führerin als Leistungserbringerin und den Leistungsempfängern (C._______, B._______ AG, D._______ AG bzw. D._______ Holding AG) ein Leistungsverhältnis bestanden hat. Gemäss der neuesten Rechtspr e- chung des Bundesgerichts ist auch aus Sicht der Verfahrensbeteiligten davon auszugehen, dass zwischen einem Steuerpflichtigen und seinem Alleinaktionär bzw. seiner nahestehenden Personen Leistungsverhältni s- se und nicht nur sog. "Innenumsätze" bestehen können (E. 2.1.4). Bei den von den genannten Leistungsempfängern bezogenen Flügen handelt es sich demnach um steuerbare Leistungen , zumal sie gegen Entgelt e r- folgten. Es bleibt zu prüfen, ob die von der Besch werdeführerin bzw. ih- rem Alleinaktionär gewählte Rechtsgestaltung eine Steuerumgehung da r- stellt (E. 3.2) und daher eine Kürzung des Vorsteuerabzugs zu erfolgen hat oder ob allenfalls eine verhältnismässige Kürzung gemäss Art. 38 Abs. 8 aMWSTG vorzunehmen ist (E. 3.3). Nur falls ein Grund für e ine Kürzung vorläge, wäre in einem dritten Schritt der von der ESTV ang e- wandte Vorsteuerabzugskürzungsschlüssel zu prüfen. 3.2 3.2.1 Das Nichtbeachten der Steuersubjektivität der Beschwerdeführerin bzw. deren Anrecht auf Vorsteuerabzug für Eigentümerflüge rechtfert igt sich gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts dann, wenn die drei oben beschriebenen Voraussetzungen der Steuerumgehung (objektives, subjektives und effektives Element) erfüllt sind ( E. 2.4.1). Mit Bezug auf das objektive Element hat das Bundesgericht in seiner neusten Rech t- sprechung festgehalten, es sei absonderlich und den wirtschaftlichen G e- gebenheiten völlig unangemessen, wenn eine Gesellscha ft in erster Linie dazu da sei, dem Alleinaktionär für dessen private Belange ein Flugzeug zur Verfügung zu stellen (E. 2.4.3). Dabei ist für die B eantwortung der Frage, ob eine ungewöhnliche Rechtsgestaltung (Umwegstruktur) vo r- liegt, auf die private Verwendung der Flüge durch den Alleinaktionär bzw. die ihm Nahestehenden abzustellen und nicht etwa darauf, ob die Flu g- leistungen Teil der steuerbaren Geschäftstätigkeit der Leistungserbringern – vorliegend also der Beschwerdeführerin – bilden. Anders als bei der Beurteilung der Voraussetzungen der Mehrwertsteuerpflicht oder des Vorsteuerabzugsrechts muss bei der Beurteilung der Voraussetzungen der Steuerumgehung nämlich nicht der geschäftliche Charakter der Tätig- keit der Beschwerdeführerin nachgewiesen werden, sondern die g e- schäftliche Verwendung der Leistungen durch den nahestehenden Lei s- tungsempfänger (E. 2.4.3). A-3696/2012 Seite 21 3.2.2 3.2.2.1 In Anwendung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gilt es daher zunächst zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin "in erster Linie" d a- zu da ist bzw. dazu da war, dem (indirekten) Alleinaktionär für dessen "private Belange" das Flugzeug zur Verfügung zu stellen. Nur falls dies zutrifft, kann von einer Umwegstruktur im Sinne der Steuerumgehung s- doktrin ausgegangen werden. Das Bundesgericht stellt hierfür auf die Gesamtumstände des kon kreten Einzelfalls ab. Als Kriterium dient dabei insbesondere das quantitative Verhältnis zwischen den Umsätzen aus Flügen mit privatem Charakter und solchen mit geschäftlichem Charakter. Überwiegen letztere, so kann – falls nicht weitere Umstände das Gege n- teil nahelegen – nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwe r- deführerin "in erster Linie" der privaten Bedürfnisbefriedigung des Allei n- aktionärs dienen sollte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_487/2011 vom 13. Februar 2013 E. 3.7 e contrario). Demna ch ist nachfolgend zunächst zu prüfen, in welchem quantitativen Verhältnis die "privaten" zu den "g e- schäftlichen" Umsätzen der Beschwerdeführerin stehen (E. 3.2.2.2). 3.2.2.2 Unbestrittenermassen hält bzw. hielt die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Zwecksetzung als Gesellschaft im Luftfahrtbereich als ei n- ziges Aktivum das Flugzeug mit dem Kennzeichen H B-…. C._______ ist der alleinige Aktionär und wirtschaft lich Berechtigte an der B._______ AG, welche ihrerseits alle Anteile an der Beschwerdeführerin hält. Vorab ist festzuhalten, dass das Flugzeug nur teilweise (und nicht vollständig) dafür verwendet wurde, Flüge für den (indirekten) Alleinaktionär C._______ auszuführen. Unbestrittenermassen wurden nämlich neben den Flügen für C._______ und ihm Nahestehende , wozu die B._______ AG und die D._______ AG bzw. die D._______ Holding AG gehören, auch Flüge für von ihm unabhängige Dritte angeboten. Gemäss unbestrit- tenen Vorbringen der Beschwerdeführerin verteilen sich die in den G e- schäftsjahren 2006 bis 2009 geflogenen Flugminuten folgendermassen auf die einzelnen Leistungsempfänger: (Die Übersicht befindet sich auf der nächsten Seite) A-3696/2012 Seite 22 Jahr Flugminuten C._______ Flugminuten B._______ AG/ D._______ AG bzw. D._______ Holding AG Flugminuten unabhängige Dritte (operiert durch E._______ AG bzw. Verein F._______ [ab 2009]) Flugminuten Total (inkl. der hier nicht separat ausgewiese- nen Flugminu- ten der A._______ AG für sich selber) 2006/07 1'001 (7.12%) 1'600 (11.73%) 11'400 (81.03%) 14'068 (100%) 2007/08 1'928 (7.48%) 1'017 (3.95%) 22'684 (87.96%) 25'789 (100%) 2008/09 4'618 (28.56%) 275 (1.7%) 11'203 (69.27%) 16'172 (100%) 2009/10 733 (25.09%) 95 (3.25%) 1'858 (63.61%) 2'921 (100%) Für alle sich innerhalb des hier interessierenden Zeitraums befindlichen Geschäftsjahre ergibt sich ein deutliches Überwiegen der Flugminuten – und damit auch zwangsläufig der Umsätze aus den Flügen – für unab- hängige Dritte. 3.2.2.3 Mit Bezug auf die Flüge für C._______ wird nicht geltend g e- macht, dass diese geschäftlicher Natur wären. Zwischen den Parteien besteht vielmehr Einigkeit darüber, dass diese Flüge privat verwendet wurden. Es sind denn auch – die Flüge für C._______ betreffend – keine wirtschaftlichen Gründe für deren Bezug ersichtlich. Bei den Umsätzen aus Flügen für unabhängige Dritte ist unbestrittenermassen von deren geschäftlichem Charakter auszugehen. Um beurteilen zu können, ob die Beschwerdeführerin in erster Linie n ur darum besteht, um die privaten Bedürfnisse des Alleinaktionärs zu befriedigen, braucht aufgrund des kla- ren Überwiegens der Flüge für unabhängige Dritte (E. 3.2.2.2) nicht ge- prüft zu werden, ob die Flüge für die B._______ AG und diejenigen für die D._______ Holding AG bzw. die D._______ AG privater oder geschäftl i- cher Natur waren. Denn aufgrund ihres verhältnismässig geringen Anteils an den Gesamtfl ügen vermöchten diese Flüge das Gesamtbild – selbst wenn es sich um privat verwendete Fl üge handeln sollte – nicht zu ä n- dern. 3.2.2.4 Das dargestellte Verhältnis zwischen "privaten" und "geschäftl i- chen" Flügen (bzw. Umsätzen) lässt somit den Schluss zu, dass die Be- schwerdeführerin – entgegen den Vorbringen der ESTV – zur aktiven A-3696/2012 Seite 23 Teilnahme am Wirtschaftsleben gegründet wurde (respektive geführt wird). 3.2.2.5 Auch die ins Recht gelegten Verträge, welche die Beschwerdefüh- rerin mit der E._______ AG bzw. mit dem Verein F._______ geschlossen hat, lassen nicht den Schluss zu, dass die Beschwerdeführerin allein die Zurverfügungstellung eines Flugzeugs für die private Verwendung durch C._______ bezweckt bzw. bezweckt hat. So wurde im Vertrag zwischen der Beschwerdeführerin und der E._______ AG vom 1. April 2006 zwar vereinbart, dass das Flugzeug "in einem ersten Schritt ausschliesslich im Rahmen einer privaten Operation für den Eigentümer oder durch ihn b e- stimmte Drittpersonen" eingesetzt werden darf . Doch wurde ebenfalls festgelegt, dass "in einem zweiten Schritt im Rahmen einer gewerbsmä s- sigen Operation unter (…) der E._______ für Dritt-Kunden" Flüge durc h- geführt werden sollen. Bei Konflikten zwischen Buchungen durch die B e- schwerdeführerin und Drittk unden genoss die Beschwerdeführerin nicht in jedem Fall Priorität. Sie musste sich gemäss Vertrag in jedem Fall vo r- gängig anmelden. Erfolgte die Anmeldung nicht mindestens 72 Stunden vor Abflug, garantierte die E._______ AG die Verfügbarkeit des Flu g- zeugs nicht. Die E._______ AG verpflichtete sich zudem – falls das Flug- zeug nicht mehr als 15 0 Jahresstunden für die Beschwerdeführerin ei n- gesetzt wurde und es mehrheitlich in der Schweiz stationiert blieb –, das Flugzeug für mindestens 200 Jahresstunden an ihre Drittkunden zu "ver- mieten". Anders als im Sachverhalt, welcher dem Urteil des Bundesg e- richts 2C_732/2010 vom 28. Juni 2012 zu Grunde lag, hatte die B e- schwerdeführerin (bzw. C._______) somit nicht zu jeder Zeit Zugriff auf das Flugzeug. Auch war – anders a ls im zitierten Entscheid – eine Zu- stimmung der Beschwerdeführerin für die Zurverfügungstellung an Drit t- personen nicht notwendig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_732/2010 vom 28. Juni 2012 E. 5.5; Urteil des Bundesgerichts 2C_1003/2011 vom 18. Februar 2013 E. 4.7). Nicht wesentlich anders präsentiert sich die Rechtslage unter dem Ve r- trag vom 30. Oktober 2009 der Beschwerdeführerin mit dem Verein F._______. Zwar verpflichtete sich der Verein F._______, die Operation und das Management ausschliesslich für Mitglieder des Vereins oder Flü- ge für durch Mitglieder bestimmte Drittpersonen durchzuführen. Mit ande- ren Worten durfte der Verein F._______ keine Flüge für Dritte ohne Z u- stimmung der Vereinsmitglieder anbieten. Nichtsdestotrotz ist auch unter dem Vertrag vom 30. Oktober 2009 das Rechtsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und dem Verein F._______ nicht derart ausgestaltet, A-3696/2012 Seite 24 dass der Alleinaktionär (durch die Beschwerdeführerin) jederzeit Zugriff auf das Flugzeug gehabt hätte. So wird ausdrücklich festg ehalten, dass die Reservationen des Flugzeugs "nach dem Prinzip der Erstanfrage" be- rücksichtigt werden. 3.2.2.6 Nach dem Angeführten legen der Vergleich der Umsatzzahlen (E. 3.2.2.2 ff.) und der Wortlaut der Verträge vom 1. April 2006 und vom 30. Oktober 2009 (E. 3.2.2.5) somit nicht den Schluss nahe, dass die Be- schwerdeführerin in erster Linie dazu da ist bzw. dazu da war, ihrem (indi- rekten) Alleinaktionär C._______ für dessen private Belange ein Flugzeug zur Verfügung zu stellen. An diesem Gesamtbild vermag – entgegen dem entsprechenden Vorbringen der ESTV – die Finanzierung der Beschwe r- deführerin durch das Aktionärsdarlehen mit Rangrücktritt nichts zu ä n- dern. Zwar kann die Art der Finanzierung zur Beantwortung der Frage, ob eine Umwegstruktur vorliegt, als Kriterium herangezogen werden. Im vo r- liegenden Fall muss aber das Kriterium der Finanzierung mit Blick auf die anderen Kriterien – insbesondere dem Vorliegen massgeblicher Umsätze aus Flügen mit geschäftlichem Charakter – vollends in den Hintergrund treten. Auch ändert der Umstand, dass die Beschwerd eführerin nicht Ge- winn bringend gewirtschaftet hat, nichts an der vorgenommenen Beurte i- lung. So ist nicht unüblich, dass Unternehmungen zu Beginn der G e- schäftstätigkeit Verluste erzielen. Die Erklärungen der Beschwerdeführ e- rin, das wirtschaftliche Umfeld i n den Jahren 2008 und 2009 hätte eine diesbezügliche Verbesserung verhindert, erachtet das Bundesverwa l- tungsgericht insbesondere aufgrund der vorliegenden Veränderungen bei der Anzahl Flugminuten in besagtem Zeitraum als glaubhaft (zur Finan- zierung auch E. 3.3). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt somit im Zusammenhang mit dem Halten des Flugzeugs durch die Beschwerdeführerin keine absonderliche oder den wirtschaftlichen Gege- benheiten völlig unangemessene Rechtsgestaltung (Umwegstruktur) vor. Der alleinige Umstand, dass das Flugzeug auch durch den (indirekten) Al- leinaktionär der Beschwerdeführerin mitbenutzt wird bzw. wurde, kann für sich alleine nicht dazu führen, dass die gewählte Rechtsgestaltung als rechtsmissbräuchlich im Sinne der Steuerumgehungsdoktrin zu qualifizie- ren ist (E. 2.4.2). Eine solche ist demnach vorliegend nicht anzunehmen. 3.2.2.7 Da mangels ungewöhnlicher Rechtsgestaltun g keine Steueru m- gehung vorliegt, ist auch das Halten des Flugzeugs mit Bezug auf die Umsätze der Beschwerdeführerin aus den Flügen für C._______ und al- lenfalls für die ihm Nahestehenden nicht als (teilweise) Steuerumgehung zu qualifizieren. Bei diesen Umsätzen handelt es sich somit grundsätzlich A-3696/2012 Seite 25 um bei der Beschwerdeführerin steuerbare (bzw. steuerbefreite) Leistun- gen (hier unbestrittenermassen gegen Entgelt), welche zu keiner Vo r- steuerabzugskürzung führen. Eine separate Beurteilung der Umsätze aus Flügen mit privater Natur und solchen aus Flügen mit geschäftlicher Natur drängt sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur auf, falls die Voraussetzungen der Steuerumgehung erfüllt sind. In solchen Fällen ist mit Bezug auf die Umsätze aus Flügen mit priva ter Natur von einer (tei l- weisen) Steuerumgehung auszugehen. Die Umsätze aus Flügen mit g e- schäftlichem Charakter bleiben dagegen von der Steuerumgehung grundsätzlich unberührt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_732/2010 vom 28. Juni 2012 E. 5.5; CLAVADETSCHER, a.a.O., S. 86). 3.3 3.3.1 Die ESTV bringt – erstmals im Rahmen ihrer Vernehmlassung – zur Begründung der Kürzung der Vorsteuer alternativ vor, dass eine solche nicht nur aufgrund der Steuerumgehung (und damit wegen Art. 34 Abs. 4 aMWSTG), sondern auch aufgrund von Art. 38 Abs. 8 aMWSTG zu erfol- gen habe. So habe C._______ die Beschwerdeführerin "via" B._______ AG mit einem Aktienkapital von Fr. 250'000.-- und unverzinslichen Aktio- närsdarlehen in der Höhe von Fr. 5'000'000.-- finanziert. Ein Teil der Dar- lehen seien zudem mit einem Rangrücktritt versehen worden. Soweit di e- sen Beiträgen des Gesellschafters Aufwendungen gegenüberstehen wü r- den, die nicht in steuerbare oder steuerbefreite Umsätze münden, so wie für die privaten Flügen von C._______ oder wie für die gesc häftsmässig nicht nachgewiesenen Flüge der B._______ AG und der D._______ Hol- ding AG resp. der D._______ AG, seien die Beiträge wie oben dargelegt als Spenden zu qualifizieren und würden von Gesetzes wegen eine ve r- hältnismässige Vorsteuerabzugskürzung nöti g machen. Dagegen bringt die Beschwerdeführerin vor, ein Gesellschafterbeitrag liege mit dem g e- währten Rangrücktritt auf einem Teil der Darlehen nicht vor. Auch eine Spende könne nicht angenommen werden , da zum Zeitpunkt der Grü n- dung von einer erfolgreiche n Entwicklung der Beschwerdeführerin au s- gegangen werden konnte. 3.3.2 Vorliegend ist somit stritt ig, ob die von der B._______ AG der Be- schwerdeführerin gewährten Darlehen in der Höhe von rund Fr. 5'000'000.-- (teilweise mit Rangrücktritt) und der damit verbundene Zinsverzicht eine Vorsteuerabzugskürzung gemäss Art. 38. Abs. 8 aMWSTG nach sich ziehen . Wie bereits dargestellt (E. 2.3.3), gelten als Spenden, welche zu einer Vorsteuerkürzung führen, freiwillige geldwerte Unterstützungen an Dritte ohne entsprechende Gegenleistung. Nicht zu A-3696/2012 Seite 26 einer verhältnismässigen Kürzung führen dagegen sog. Gesellschafte r- beiträge. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprech ung kommt es dabei aber nicht darauf an, ob die Gesellschaft eine angemessene Rentabilität erzielt. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zeichnet sich eine nicht zu einer verhältnismässigen Vorsteuerabzugskürzung führende F i- nanzierung einer Gesellsch aft mittels einer Kapitaleinlage bzw. einem Gesellschafterbeitrag (im Unterschied zu einer Spende) dadurch aus, dass sie die Gesellschaft befähigen soll, eine Mehrwert generierende Tä- tigkeit nach den Gesetzen des Marktes auszuüben (E. 2.3.3.2 f.). Das Bundesverwaltungsgericht hat hieraus abgeleitet, dass mit dem Gesel l- schafterbeitrag zumindest die Hoffnung auf eine wirtschaftlichen Vorteil für den Aktionär verbunden sein muss (BVGE 2007/39 E. 4.2.2 f.). Im a n- geführten Fall wurde dabei entschieden, dass bei einer Gesellschaft, we l- che über zehn Jahre defizitär Zeitungen verlegt hatte und nur aufgrund der Zuschüsse des Aktionärs überleben konnte, diese Ho ffnung nicht be- steht. Es hätten vielmehr ideelle Interessen an der Aufrechterhaltung der Herausgabe der Zeitung (u.a. das Interesse an der Erhaltung der Me i- nungsvielfalt) im Vordergrund gestanden. Angesichts der schlechten F i- nanzlage der Gesellschaft war a ugenfällig, dass es sich bei den Intere s- sen des Aktionärs nicht um wirtschaftliche handeln konnte und ein wir t- schaftlicher Vorteil aus den Zuschüssen nicht zu erwarten war. 3.3.3 Die Beschwerdeführerin war während der Geschäftsjahre 2006 bis 2010 defizitär. Um nicht den handelsrech tlichen Überschuldungstatb e- stand zu erfüllen (Art. 725 Abs. 2 des Obligationenrechts vom 30. März 1911 [OR; SR 220]), war das Aktionariat vom ersten Geschäftsjahr an ge- zwungen, zwecks Kompensation eines Teils des alljährlichen Verlusts auf dem ganzen Darlehensbetrag auf Zinseinnahmen zu verzichten und e i- nen Teil des Darlehens mit einem Rangrücktritt zu versehen. Dies kann für sich alleine aber nicht genügen, um die Darleh en (mit Rangrücktritt) bzw. der Zinsverzicht oder allenfalls sogar das liberierte Aktienkapital als Spende im Sinne von Art. 38 Abs. 8 aMWSTG anzusehen. Bei der B e- schwerdeführerin handelte es sich nämlich im vorliegend interessiere n- den Zeitraum vom 2006 bis 2010 um eine Gesellschaft, welche sich noch immer in einer eigen tlichen wirtschaftlichen Aufbauphase befand, in we l- cher Verluste nicht unüblich sind. Die Beschwerdeführerin kann glaubhaft darlegen, dass sie zumindest bis zur Reorganisation des Aircraft- Managements im Jahr 2009 das Ziel verfolgte, durch die Durchführung von Drittflügen eine Mehrwert generierende Tätigkeit nach den Gesetzen des Marktes auszuüben. Dafür spricht insbesondere auch der verhältni s- mässig hohe Anteil an Drittflügen (E. 3.2.2.2) und der in den Anfangsja h-A-3696/2012 Seite 27 ren erzielte positive Cash Flow . Aber auch die nunmehr geäusserte A b- sicht der Beschwerdeführerin – nachdem unter dem neuen Aircraft - Management-Vertrag mit dem Verein F._______ die Umsatzzahlen ei n- gebrochen sind –, ihr Flugzeug zu veräussern und sich aufzulösen, de u- ten eher auf die von ihr geltend gemachte, im Zeitpunkt der Gründung bestandende Absicht hin, am Markt wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Die Sachlage präsentiert sich im Ergebnis s omit anders als in dem zitierten Entscheid BVGE 2007/39 des Bundesverwaltungsgerichts. In Anbetracht dessen, dass eine Finanzierung einer Gesellschaft über Gesellschafte r- beiträge gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur in engen Grenzen als Spende anz usehen ist (E. 2.3.3.3), darf in der vorliegenden Konstellation nicht von einer solchen mehrwertsteuerlichen Spende aus- gegangen und diesbezüglich keine Vorsteuerabzugskürzung vorgeno m- men werden. 3.4 Die Beschwerde ist nach dem Ausgeführten im Sinne der Erwägu n- gen gutzuheissen. Auf das Eventualvorbringen der Beschwerdeführerin betreffend des Vorsteuerabzugskürzungsschlüssels ist aufgrund der Gu t- heissung der Beschwerde nicht einzugehen. 4. 4.1 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin keine Verfahrenskosten zu tragen. Der ESTV sind ebenfalls keine Verfahren s- kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der dem Bundesve r- waltungsgericht einbezahl te Kostenvorschuss im Umfan g von Fr. 10'000.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids zurückzuerstatten. 4.2 Die ESTV hat der obsiegenden Beschwerdeführerin die ihr erwac h- senen notwendigen Kosten zu entschädigen (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und En t- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [ VGKE; SR 173.320.2]). Die Beschwerdeführerin reichte für das vorliegende B e- schwerdeverfahren am 4. April 2013 ei ne detaillierte Kostennote in der Höhe von insgesamt Fr. 50'389.55 (inkl. MWST) ein. Diese Kostennote erweist sich als ausreichend detailliert (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 4.85), so dass von ihr ausgegangen werden kann. Der ver- rechnete Ansatz von Fr. 350. -- pro Stunde für die anwaltliche Vertretung entspricht den Vorgaben von Art. 10 Abs. 3 VGKE. Die Parteikosten sind – unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausführungen – auch als notwendig A-3696/2012 Seite 28 zu betrachten (Art. 7 ff. VGKE), da sie zur sachgerechten und wirksamen Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung unerlässlich erscheinen. 4.3 Für die Kostenverteilung bzw. für die Zuweisung der Parteientschäd i- gung ist schliesslich – entgegen einem entsprechenden Vorbringen der ESTV – unerheblich, dass seitens der Be schwerdeführerin erst vor Bu n- desverwaltungsgericht Beweismittel (von der ESTV akzeptierte Nachwe i- se für die Geschäftsmässigkeit der Flüge für die D._______ AG) einge- reicht wurden. Wie bereits dargestellt (E. 3.2.2.3), brauchte vorliegend aufgrund des klaren Überwiegens der durchgeführten Drittflüge nicht g e- prüft zu werden, ob die Flüge für die D._______ Holding AG bzw. die D._______ AG privater o der geschäftlicher Natur sind. Die von der B e- schwerdeführerin vorgebrachten Nachweise bezüglich der D._______ AG bzw. deren allfällige verspätete Edition und die diesbezüglichen rechtl i- chen Vorbringen in der "Replik" vom 5. Februar 2013 und der "Stellun g- nahme zur Duplik" vom 4. April 2013 sind damit für die Beurteilung und den Ausgang des Verfahrens unerheblich (oben E. 1.2.5). Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht ist somit zwar nicht durch das allfällig ve r- spätete Einreichen der Nachweise durch die B eschwerdeführerin verur- sacht. Die diesbezüglichen Kosten erweisen sich aber nicht als notwendig im Sinne der Art. 7 ff. VGKE, womit die eingereichte Kostennote im U m- fang des dadurch entstandenen Aufwands in der Höhe von Fr. 17'298.35 (inkl. MWST) zu kürzen ist. Die von der ESTV zu erstattenden Parteiko s- ten belaufen sich im Ergebnis auf Fr. 33'091.20 (inkl. MWST). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Gesuch um Sistierung des vorliegenden Verfahrens A-3696/2012 wird abgewiesen. 2. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. Die Ziffern 1 und 2 der Verfügung der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 31. Mai 2012 werden aufgehoben. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben . Der Kostenvorschuss von Fr. 10 '000.-- wird der B eschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. A-3696/2012 Seite 29 4. Die Eidgenössische Steuerverwaltung wird verpflichtet, der Beschwerd e- führerin eine Parteientschädigung von Fr. 33'091.20 (inkl. MWST) zu be- zahlen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Michael Beusch Ralf Imstepf Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: