Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. März 2020 (725 19 190 / 57) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Fallabschluss und namhafte Verbesserung der gesundh eitlichen Verhältnisse. Aus dem blossen Umstand, dass die Weiterführung einer Behan dlung ärztlicherseits empfohlen worden ist, kann noch nicht abgeleitet werden, dass noch eine realistische Aussicht auf eine namhafte Verbesserung im Sinne des Gesetzes bestanden hätte. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jer mann, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Marco Chevalier, Rechtsanwalt, Elisabethenstrasse 28, Postfach 425, 4010 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A. A.____ arbeitete seit dem 13. Oktober 2017 als Lag ermitarbeiter in einem Temporärar- beitsverhältnis. In dieser Eigenschaft war er bei der Schweizerischen Unfallversicherung (Suva) gegen Unfälle versichert. Am 15. Januar 2018 erlitt er einen Arbeitsunfall, als ihm aus zwei Meter Höhe eine Palette frontal gegen den Kopf prallte. D abei erlitt er nebst einer Verletzung eines Schneidezahns unter anderem eine Commotio cerebri. In der Folge klagte er über persistierende Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kopf- und Nackenbeschwerden. Gestützt im Wesentlichen au f eine neurologische Beurteilung ihres Kreisarztes vom 12. Juni 2018 stellte die Suva mit Verfügung vom 15. Juni 2018 ihre Leis- tungen per Ende Juni 2018 ein. Sie begründete ihre L eistungseinstellung damit, dass die noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachwei sbar seien. Die nach BGE 115 V 133 zu prüfende Adäquanz müsse verneint werden. Eine da gegen erhobene Einsprache des Versicherten wies die Suva mit Entscheid vom 30. April 2019 ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte, vert reten durch Advokat Nicolai Fullin, am 3. Juni 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht). Er beantragte, der angefochtene Einspracheen tscheid sei aufzuheben, und die Be- schwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Lei stungen über Ende Juni 2018 hinaus zu erbringen. Eventualiter seien weitere medizinische Ab klärungen zu den Unfallfolgen und zu den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowie die B ehandlungsbedürftigkeit durchzuführen und im Anschluss erneut über den Leistungsanspruch auf üb er Ende Juni 2018 hinausgehende Versicherungsleistungen zu entscheiden. Unter Hinweis auf ein neurologisches Konsil seines be- handelnden Neurologen machte er im Wesentlichen geltend, dass der Fallabschluss zu früh er- folgt sei. Der behandelnde Neurologe habe ein Verbesserungspotential hinsichtlich der beklagten Beschwerden erkannt. Da medizinisch somit noch kein Endzust and erreicht gewesen sei, be- stehe auch ohne Adäquanz eine weiterführende Pflicht d er Suva zur Leistung von Taggeldern und Heilungskosten. C. Mit Vernehmlassung vom 21. August 2019 schloss die Su va auf Abweisung der Be- schwerde. Von einer stationären Rehabilitation, welche der behandelnde Neurologe eher aus psychosozialen Gründen vorgesehen habe, sei keine namhafte Verbesserung der Beschwerden mehr zu erwarten gewesen. Die Folgen der erlittenen C ommotio cerebri seien abgeklungen ge- wesen. Der Fallabschluss sei daher zu Recht per Ende Juni 2018 vorgenommen worden. D. In seiner Replik vom 24. September 2019 hielt der Beschwerdeführer, neu vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Marco Chevalier, an seinen Ant rägen und an seiner bisher dargelegten Begründung fest. E. Mit Duplik vom 17. Oktober 2019 hielt die Beschwerd egegnerin an ihrem Antrag auf Ab- weisung der Beschwerde fest. F. Am 29. Oktober 2019 zog das Kantonsgericht die in der Sache ergangenen Akten der eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Verfahren b ei. Der Beschwerdeführer verzich- tete in der Folge auf die Einreichung einer Stellung nahme. Die Suva hielt in ihrer Eingabe vom 26. November 2019 an der Abweisung der Beschwerde fest. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind alle erfüllt, so d ass auf die Beschwerde eingetre- ten werden kann. 2. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Versicherungsleistungen, soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf di e zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Ar- beitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist und sich der U nfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustand es der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleis- tungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 3.1 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer g rundsätzlich nur unter der Voraus- setzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Scha- den (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und adäqua- ter Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zei t eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinwe isen). Ein adäquater Kausalzusammen- hang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ist nach der Rechtsprechung dann zu bejahen, wenn das Ereignis nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge- meinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbei- zuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ere ignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Liegen keine organisch (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden vor, hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Dabei ist rechtsprechungsgemäss wie folgt zu differen- zieren (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen): Hat d ie versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS, einen äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein Schädel-Hirn- trauma, dessen Folgen sich mit jenen eines Schleudertra umas vergleichen lassen (BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten und liegt in der Folge das für diese Verletzung typische bunte Beschwerdebild vor (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, ra- sche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabi lität, Depression, Wesensverände- rung usw., BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz na ch Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten Grundsätze zu prüfen. Liegt kein Unfall mit einem Schleudertrauma oder einer adäquanzrechtlich äquivalenten Verletzung vor oder fehlt es nach einer solchen Verletzung an dem hierfür typischen bunten Beschwerdebild, so hat die Adä- quanzbeurteilung der Folgeschäden des Unfalls nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kri- terien zu erfolgen. Der Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mit einem Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Unfallfolgen verzichtet wird (BGE 134 V 117 E. 6.2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), wäh- rend bei den übrigen Unfällen für die Beurteilung d er Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). 3.3 Ob die geklagten Beschwerden noch adäquat kausale U nfallfolgen sind, hat der Unfall- versicherer beim Fallabschluss zu prüfen. In BGE 134 V 109 ff. hat sich das Bundesgericht ein- lässlich mit der Thematik befasst, in welchem Zeitpunkt de r Unfallversicherer einen Fall abzu- schliessen und - gegebenenfalls - den Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integritätsent- schädigung zu prüfen habe (BGE 134 V 113 E. 3.2). Dies habe, so das Bundesgericht, gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG in dem Zeitpunkt zu geschehen, in welchem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesun dheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden könne und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver- sicherung abgeschlossen seien (BGE 134 V 113 ff. E. 4). Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes zu verstehen sei, umschreibe das G esetz nicht näher. Mit Blick da- rauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet sei (vgl. etwa Art. 1a und Art. 4 UVG), werde sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber ver- deutliche dabei, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen müsse. Unbedeutende Verbesserungen genügten nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3 mit Hinwei- sen). Wenn eine entsprechende Verbesserung nicht erwart et werden kann, ist der Fall deshalb abzuschliessen. 3.4 Die zu erwartende Verbesserung muss stets unfallkausa le Befunde betreffen. Kann nur noch eine erhebliche Verbesserung erwartet werden, die im Wesentlichen unfallfremde Befunde betrifft, steht dies einem Fallabschluss nicht entgegen, weil sich diese Verbesserung nicht auf die unfallversicherungsrechtliche Invaliditätsbemessung auswirkt (Urteil des Bundesgerichts vom Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 18. August 2008, 8C_332/2008, E. 3.2.2). Bei der Rechtsprechung, welche für psychische Fehl- entwicklungen nach einem Unfall entwickelt worden sind (BGE 115 V 133, E. 6c/aa), stellen wei- terhin behandlungsbedürfte Leiden psychischer Natur deshalb keinen Grund für einen Aufschub des Fallabschlusses dar, weil die psychische Beeinträchtigung für die Beurteilung für die Beurtei- lung der Adäquanz gemäss dieser Praxis unberücksichtigt zu bleiben hat (Urteil des Bundesge- richts vom 7. September 2011, 8C_465/2011, E. 5.1). Be i Massgeblichkeit der sogenannten Schleudertrauma-Praxis kann der Fall indes erst dann ab geschlossen werden, wenn insgesamt keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr er wartet werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Dezember 2018, 8C_493/2018, E. 3.2). 4. Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leist ungsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 23 1 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grun dsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen . Dies bedeutet, dass das So- zialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig dav on, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be- urteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre- chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate- rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es a uf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach ent- scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei- lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob di e Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 5.1 In der neurologischen Beurteilung der Suva vom 1 2. Juni 2018 kam Dr. B.____, FMH Neurologie, zum Schluss, dass ein Kopfanpralltrauma vom 15. Januar 2018 ohne eine mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit gesicherte Bewusstlosigkeit o der mit einer Bewusstseinsein- schränkung und ohne strukturelle HWS- oder Hirnverletzungsfolgen vorliege. Das CT des Schä- dels und der HWS am Tage nach dem Unfall habe einen unauffälligen Befund gezeigt. Auch die kraniale und zervikale Kernspintomographie vom 22. Februar 2018 habe keine Anhaltspunkte für traumabedingte Verletzungsfolgen ergeben. Überwiegend wahrscheinliche Hinweise auf eine an- tero- oder retrograde Amnesie würden sich in der gesamten medizinischen Dokumentation keine finden lassen. Angesichts der mehrfach dokumentierten u nd detailreichen Schilderung des Un- fallhergangs ohne zeitliche Lücken seitens des Versicherten bestehe dafür in neurologischer Hin- sicht kein Anhaltspunkt. Die klinischen Kriterien für eine leichte traumatische Hirnverletzung lägen nicht mit dem genügenden Beweisgrad vor. Gesichert sei lediglich ein einfaches Kopfanprall- trauma. In der neurologischen Untersuchung vom 25. April 2018 seien Hinweise auf eine Aggra- vation dokumentiert worden. Neurologisch habe man ein e fraglich sakkadierte Blickfolge erho- ben, die jedoch nicht objektiviert habe werden können u nd die bei ansonsten unauffälligen neu- rologischen Untersuchungsbefunden nicht mit genügender Wahrscheinlichkeit als pathologisch habe eingeschätzt werden können. Ohne Nachweis einer substantiellen Hirnverletzung könne Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht daher keine unfallbedingte organische Grundlage für e ine überdauernde, neuropsychologische oder psychiatrische Gesundheitsbeeinträchtigung angenomme n werden. Ohne einen entspre- chenden Nachweis lägen nach Ablauf von drei Monaten in der Regel daher auch keine Verlet- zungsfolgen mehr vor. Eine Neuro-Rehabilitationsbeha ndlung, eine neuropsychologische Diag- nostik oder eine weitere psychiatrische Diagnostik aus unfa llbedingten Gründen sei daher nicht indiziert. Dr. B.____ kam zum Schluss, dass keine unfallbedingten strukturellen Läsionen an der der HWS oder am Schädel vorlägen. Ohne eine solche organische Grundlage seien spätestens drei Monate nach dem Kopfanpralltrauma keine überda uernden Beschwerden unfallbedingter Natur mehr nachvollziehbar. Ein zeitnaher Fallabschluss se i daher möglich und insbesondere auch angesichts der Beschwerdepersistenz ohne organische Gru ndlage in neurologischer Hin- sicht empfehlenswert. 5.2 Gemäss dem neurologischen Konsilium von Dr. C.____ , FMH Neurologie, vom 25. April 2018 wirke der Patient ängstlich-depressiv. Mental sei er voll orientiert gewesen. Im Rahmen der Anamneseerhebung hätten keine relevanten Hinweise für Störungen des Frischgedächtnisses oder der Konzentration, hingegen relativ präzise Angaben bezüglich des Unfallereignisses erho- ben werden können. Der Patient sei bei der Begrüssung und während der Anamneseerhebung durch ein auffälliges Stöhnen mit schmerzverzerrtem Gesicht aufgefallen. Mit zunehmender Un- tersuchungsdauer sei ein teilweiser Abbau des appellativ wirkenden Gebarens hin zu einem na- hezu nachvollziehbaren Schonverhalten festzustellen gewesen, welches allerdings noch immer leicht aggraviert gewirkt habe. Der Patient beklage sich Monate nach seinem Arbeitsunfall vom 15. Januar 2018 weiterhin über eine ausgeprägte Schmer zsymptomatik im Nacken- und Schul- tergürtelbereich, welche mit einer auffälligen Kopf - und HWS-Fehlhaltung verbunden und von einer ängstlich-depressiven Symptomatik mit persistierende r sowie voller Arbeitsunfähigkeit bis heute begleitet sei. Hinweise auf eine traumatische H irnverletzung bestünden keine. Die initial ausgeprägte Schwindelsymptomatik habe sich zwischenzeitlich weitgehend gelegt. Bis auf eine beschränkte Analgetikatherapie seien bisher keine weite ren therapeutischen Massnahmen ein- geleitet worden. Physiotherapeutische Massnahmen seien b isher unterblieben, da sowohl die erste wie die zweite Physiotherapiebehandlung wegen ein es Vomitus abgebrochen hätten wer- den müssen. Im Rahmen der aktuellen erstmaligen Unter suchung hätten sich weder Hinweise auf eine strukturelle Hirnschädigung noch Anhaltspunkte für eine Schädigung im Bereich des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln finden lassen. Erwähn enswert seien lediglich die etwas auffälligen Blickfolgesakkaden, die als Residuum für ein e vestibuläre oder labyrinthäre Sympto- matik gewertet werden könnten und die Hypothese einer durchgemachten Commotio/Contusio auris/vestibularis stützen würden. Im Vordergrund der ak tuellen Symptomatik stünden die mus- kulofaszialen Auffälligkeiten mit relevantem organischen Hintergrund, aber auch mit funktionell- psychogener Komponente sowie die auffällig ängstlich-dep ressive Symptomatik bei sehr leis- tungsorientierter, möglicherweise leicht anankastischer Persönlichkeitsstruktur bei eher günstiger Prognose mit entsprechend optimaler Unterstützung und Führung. Der ausgesprochen protra- hierte Verlauf mit schweren psychosozialen Auswirkungen sei allerdings prognostisch ungünstig und erfordere rasche aktive therapeutische und psychosoziale Massnahmen. Es sei eine klare umfassende stationäre Standortbestimmung mit optimaler therapeutischer Führung dringend an- gezeigt im Sinne einer umgehenden Hospitalisierung in eine Rehaklinik mit Einleitung polydiszip- linärer und psychosozialer Massnahmen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Dem Aufgebot zur stationären Rehabilitation von Dr. D.____, FMH Allgemeine Medizin, vom 25. Mai 2018 ist zu entnehmen, dass der Patient die Analgesie im Verlauf selbständig redu- ziert und abgesetzt habe. Aktuell klage er über persistierende Kopf- und vor allem Nackenschmer- zen über der distalen HWS. Wichtig sei auch die psychisch e Seite: Nach dem Unfall sei es zu einer massiven Veränderung der Persönlichkeit und der k ognitiven Fähigkeiten gekommen. Die initial starken Gedächtnisschwierigkeiten hätten sich etwas gebessert. Dennoch sei der Patient psychisch deutlich verändert; er sei antriebsarm und lethargisch geworden. Er sei deshalb an Dr. C.____ zugewiesen worden. Die Empfehlung habe leide r erst jetzt eingeleitet werden können. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, werde um eine er ste Abklärung und um Planung einer stationären Rehabilitation gebeten. 5.4 Dem neurologischen Konsil von Dr. C.____vom 2. Ma i 2019 zufolge leide der Patient nach wie vor unter chronischen Nacken- und Schulterschmerz en mit Ausstrahlung ins Hinter- haupt und in die Schulterregion. Vor längeren Zeit h abe eine psychiatrische Exploration durch das Ambulatorium der Psychiatrie Baselland stattgefunden. Die Psychiaterin habe eine Depres- sion festgestellt, eine Suizidalität jedoch verneinen können. Der Patient selbst sehe sich nicht als suizidal, jedoch als depressiv. Er führe dies auf die unf allbedingten chronischen Beschwerden und die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit zurück. Die letzte physiotherapeutische Behand- lung habe vor rund 10 Monaten stattgefunden, welche er wegen Schwindel und Erbrechen habe abbrechen müssen. Der Patient wirke deutlich depressiv. Es bestünden keine Hinweise auf Stö- rungen des Frischgedächtnisses oder der Konzentration. Im Vergleich zur ersten Untersuchung vor einem Jahr habe sich die Situation nur unwesentlich verändert. Es hätten sich keine Hinweise auf eine strukturelle Hirnschädigung oder eine Schädig ung des Rückenmarks oder der Nerven- wurzeln finden lassen. Klinisch lasse sich ein ausgedehnte s myofasziales Syndrom im Nacken- und Schulterbereich erheben, welches sich im Vergleich zur Voruntersuchung nur leicht verbes- sert habe. Nach wie vor zeige der Patient eine auffällig ängstlich-depressive Begleitsymptomatik von erheblicher Intensität. Aufgrund der gesamten Sachlage mit drohenden schweren psychoso- zialen Auswirkungen und prognostisch zunehmend ungünstiger Konstellation sei vor einem Jahr dringend zur umgehenden Hospitalisation in eine Rehakl inik geraten worden. Die Indikation für eine entsprechende Massnahme sei nach wie vor dringend g egeben. Konkret gehe es um eine muskuloskelettale Rehabilitation bei schwerem myofaszialem Syndrom, welche durch eine rele- vante depressiv-ängstliche Begleitsymptomatik erschwert werde. Es seien eine umfassende po- lydisziplinäre Standortbestimmung und eine Therapiefestl egung aus neurologischer, muskulos- kelettaler, psychiatrischer und psychosozialer Hinsicht angezeigt. Die Therapie sollte eine Physi- otherapie, eine physikalische Therapie und eine Ergothe rapie umfassen. Sodann sei dringend eine Überprüfung und Optimierung der medikamentösen Schmerztherapie, eine psychologisch- psychiatrische Beratung bei chronifiziertem Schmerzsyndrom sowie soweit möglich eine Reduk- tion der ungünstigen Kontextfaktoren im sozialen und ve rsicherungsrechtlichen Bereich ange- zeigt. Bei eindeutig vorhandenem Rehabilitationspoten tial (Motivation und Kooperationsbereit- schaft) seien die Kriterien für eine stationäre muskuloskelettale und psychotherapeutische Reha- bilitation trotz massiver Verzögerung weiterhin gegeben. Ohne diese Massnahmen sei die Prog- nose bezüglich Wiedereingliederung nahezu aussichtslos. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Vorliegend sind sich die medizinischen Experten eini g, dass die bildgebenden Untersu- chungen keine Anhaltspunkte für eine traumabedingte Verletzung ergeben haben. Weder haben sich strukturelle Verletzungsfolgen an der HWS noch solche neurologischer Natur finden lassen. Frakturen wurden explizit ausgeschlossen (Suva-Dok 16 und 19). Anlässlich der neurologischen Erstuntersuchung konnten sodann auch keine Anhaltspunkte für eine Schädigung im Bereich des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln erhoben werden (oben, E. 6.1 f.). Die anfänglich noch etwas auffälligen Blickfolgesakkaden wurden ursprünglich nur differentialdiagnostisch erfasst und konnten letztlich nicht objektiviert werden. Es liegen dem nach keine objektivierbaren Struktur- Veränderungen an der HWS oder sonstige organisch nachw eisbare Schäden vor, die mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit auf das erlittene Ereigni s vom 15. Januar 2018 zurückzuführen wären. Die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden sind vielmehr als funktionelle Beein- trächtigungen einzustufen. Daran ändert auch nichts, dass weiterhin – wie bereits anlässlich der neurologischen Untersuchung Ende April 2018 - vor allem noch muskulofasziale Auffälligkeiten das Beschwerdebild prägen. Diese Beschwerden konnten zwar klinisch erhoben werden. Solche klinischen Befunde gelten jedoch nicht als organisch objekt iv ausgewiese Unfallfolgen. Hinter- grund bildet der Umstand, dass andernfalls stets ein orga nisches Substrat namhaft gemacht würde, welches eine Adäquanzprüfung als nicht erforderl ich erscheinen liesse, sobald lediglich auf die Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt würde. Nach konstanter bundesgericht- licher Rechtsprechung kann deshalb erst dann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfol- gen gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde m it apparativen oder bildgebenden Ab- klärungen bestätigt werden konnten (Urteil des Bundes gerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit Hinweisen). Die von Dr. C.____ erhobenen muskulofaszialen Auffällig- keiten erfüllen diese Kriterien nicht. Nach Lage der Akten hat der Versicherte ausserdem weder eine HWS-Distorsion noch einen äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein Schädel-Hirn- trauma, sondern lediglich eine Commotio cerebri erlitten (Suva-Dok 17). Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Adäquanz nach den K riterien gemäss BGE 115 V 133 ff. geprüft hat. Mit Blick auf den Zeitpunkt des Fallabschlusse s ist bei der Beurteilung der noch zu erwartenden Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse demnach einzig an die durch den Unfall vom 15. Januar 2018 erlittenen körperlichen G esundheitsschäden sowie deren objektive Folgen anzuknüpfen (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). Allenfalls weiterhin behandlungsbedürfte Leiden psychischer Natur können bei der Beurteilung eines allfä lligen Aufschubs des Fallabschlusses nicht berücksichtigt werden (oben, E. 3.5). 6.2 Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdi gung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und die- ser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf weitere Abklärungen verzichtet werden. Die da- mit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtspre- chung zulässig (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 1 19 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall bestehen dem Gesagten zufolge keine Anhaltspunkte für organisch nach- weisbare Unfallfolgen, welche die noch geklagten Restb eschwerden der Versicherten erklären würden. Die vorliegenden Dokumente des behandelnden Neurologen stimmen vielmehr insofern mit der versicherungsmedizinischen Beurteilung der Beschwer degegnerin vom 12. Juni 2018 (oben, E. 5.1) überein, dass keine bildgebend dokumentierten strukturellen Veränderungen trau- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht matischer Natur mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gege ben wären. Gestützt auf diese Ak- tenlage sind von zusätzlichen Untersuchungen aber keine zweckdienlichen Ergebnisse mehr zu erwarten. Von ergänzenden Untersuchungen ist deshalb abzusehen (Urteile des Bundesgerichts 8C_321/2010 vom 29. Juni 2010, E. 4.5; 8C_31/2008 vom 2. Juli 2008, E. 4.2). 6.3 Der Versicherte wendet gegen den angefochtenen En tscheid einzig ein, der Fallab- schluss sei zu früh erfolgt. Namentlich unter Hinweis auf die beiden neurologischen Konsilien von Dr. C.____ stellt er sich auf den Standpunkt, die vorge schlagene stationäre Rehabilitation hätte noch eine namhafte Verbesserung seines Gesundheitszusta ndes erwarten lassen. Demgegen- über stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, dass von einer stationären Rehabi- litation keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden konnte. 6.4 Beim Beschwerdeführer hat zweifellos ein protrahi erter Verlauf vorgelegen. Dies alleine reicht gemäss der dargelegten Rechtsprechung aber nicht, um von einer namhaften Verbesse- rung der gesundheitlichen Verhältnisse auszugehen. Eine nähere Betrachtung der von den be- handelnden Ärzten postulierten Behandlungsindikation zeigt auf, dass sowohl der behandelnde Neurologe als auch die Hausärztin des Versicherten eine möglichst ganzheitliche Behandlung befürwortet haben, vor allem weil der Versicherte unt er anderem an schweren Auswirkungen psychosozialer Natur gelitten hat. Es mag zwar zutreffen, dass er von einer Hospitalisierung mit Einleitung psychosozialer Massnahmen profitiert hätte. Auswirkungen psychosozialer Natur, wie sie von den behandelnden Ärzten erwähnt worden sind, stellen indes per se keine unfallkausalen Folgen dar, an welchen sich das Erfordernis einer namhaften Verbesserung im vorliegenden Fall zu orientieren hätte (oben, E. 6.1). Nichts Anderes g ilt in Bezug auf die schon früh von einer ängstlich-depressiven Symptomatik geprägten Beschwerden psychi scher Natur. Die von Dr. C.____ mit der Optimierung einer medikamentösen Schmerztherapie, einer psychologisch- psychiatrischen Beratung bei chronifiziertem Schmerzsyndrom sowie mit einer Reduktion der un- günstigen Kontextfaktoren im sozialen und versicherungsrechtlichen Bereich begründete Indika- tion einer weiterführenden Behandlung muss der dargelegten Rechtsprechung zufolge daher un- berücksichtigt bleiben. Hintergrund bildet die Rechtsprechung, dass behandlungsbedürftige psy- chische Leiden keinen Grund für einen Aufschub des Fallabschlusses darstellen, weil die psychi- schen Beeinträchtigungen für die Beurteilung der Adäqu anz bei dieser im vorliegenden Fall an- wendbaren Praxis unberücksichtigt bleiben müssen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Septem- ber 2011, 8C_465/2011, E. 5.1). Hinzu tritt ein Weit eres: Aus dem blossen Umstand, dass die Weiterführung einer Behandlung ärztlicherseits empfohlen worden ist, kann noch nicht abgeleitet werden, dass noch eine realistische Aussicht auf eine namhafte Verbesserung im Sinne des Ge- setzes bestanden hätte. Anders zu entscheiden hiesse, auf e ine besondere Prüfung der Frage nach einer namhaften Besserung zu verzichten und aus der F ortführung der Behandlung direkt auf eine solche Verbesserung zu schliessen. Eine solche Vo rgehensweise aber würde der dar- gelegten Rechtsprechung widersprechen (Urteil des Bun desgerichts vom 20. Dezember 2019, 8C_388/2019, E. 4.2). Nicht anders verhält es sich hier. Aus den Berichten der behandelnden Ärzte sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche für die Zeit nach Ende Juni 2018 eine realisti- sche Möglichkeit einer namhaften Besserung des somatische n Befunds durch die Fortsetzung der empfohlenen Hospitalisierung nahelegen würden. Daran ändert auch nichts, dass Dr. C.____ Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Prognose als eher günstig bezeichnet hat (oben, Er. 5.2) bzw. von einem eindeutigen Reha- bilitationspotential ausgegangen ist, weil der Versiche rte motiviert und kooperativ sei (oben, E. 5.4). Diese Faktoren spielen für die Beurteilung einer namhaften Besserung ausschliesslich nach- gewiesener Beschwerden somatischer Natur keine Rolle. 6.5 Da somit nicht ersichtlich ist, dass ab Ende Juni 2018 noch eine realistische Möglichkeit einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes durch d ie Fortsetzung einer ärztlichen Behandlung bestanden hat, kann offenbleiben, ob und i n welchem Umfang der Versicherte in dieser Zeit noch in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Festzustellen ist, dass die Suva den Fall unter Einstellung ihrer Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen auf Ende Juni 2018 hin somit abschliessen und für die Zeit danach den Rentenanspruch prüfen durfte. Dabei hat sie die Adä- quanz eines allfälligen Kausalzusammenhanges zwischen d em erlittenen Arbeitsunfall und den über Ende Juni 2018 hinaus persistierenden Beschwerden des Versicherten abgelehnt, den er- littenen Unfall als mittelschwer qualifiziert und sämt liche Adäquanzkriterien verneint. Hiergegen hat der Beschwerdeführer keine Einwände erhoben. In seinen Rechtsschriften hat er namentlich weder die bei psychischen Fehlentwicklungen zur Anwendung kommende Praxis gemäss BGE 115 V 133 ff. beanstandet (oben, E. 6.1 a. E.), noch eine fehlerhafte Beurteilung der dabei zur Anwendung kommenden Adäquanzkriterien behauptet. Eine solche ist auch nicht ersichtlich. Vor kantonaler Instanz gilt zwar die Untersuchungsmaxime, jed och auch die Mitwirkungspflicht (Art. 61 lit. c ATSG). Das Gericht hat deshalb nicht zu prü fen, ob sich der angefochtene Einsprache- entscheid unter schlechthin allen in Frage kommenden A spekten als korrekt erweist, sondern untersucht im Prinzip einzig die vorgebrachten Beanstan dungen (Urteil des Bundesgerichts 9C_524/2009 vom 22. Juli 2009, E. 3.3.1). Anlass an der vorgenommenen Adäquanzprüfung der Vorinstanz zu zweifeln, besteht bei summarischer Betracht ung jedenfalls nicht. Insbesondere stellt der Umstand, dass der Versicherte auf eine ärztliche Behandlung praktisch verzichtet hat, keine medizinische Fehlbehandlung im Sinne des Adäquan zkriteriums dar. Die beiden Kriterien der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen sind ebenfalls nicht gegeben. Selbst wenn man sie in ihrer einfachen Form a ls erfüllt betrachten würde, lägen die Kriterien damit nicht in ausreichender Zahl vor, um e ine Adäquanz des Kausalzusammenhangs bejahen zu können. 7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht von einem Endzustand per Ende Juni 2018 ausgegangen ist und den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Un- fallereignis und den geltend gemachten Beschwerden des Versicherten verneint hat. Der ange- fochtene Einspracheentscheid ist bei diesem Ergebnis nicht zu beanstanden, und die hiergegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen (Art. 61 lit. g ATSG). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.