<h2>SubmittedText<h2><p>Die SRG nimmt ihren Bildungsauftrag gemäss Bundesverfassung und Programmauftrag im RTVG unter anderem mit einer Vielzahl von Kinder- und Jugendsendungen wahr. Dabei fällt auf, dass in der Deutschschweiz ein Grossteil dieser Sendungen in Mundart ausgestrahlt wird. Das wirkt zwar jugendnah und sympathisch, hat aber auch zur Folge, dass jene Kinder und Jugendlichen, welche keine Mundart verstehen, von diesen Programmen ausgeschlossen sind. Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Hat die SRG eine Strategie, wie sie im Bereich des Bildungsfernsehens und insbesondere im Kinder- und Jugendbereich mit der Mundart umgeht? Und falls ja: Wird der Bund über die Umsetzung dieser Strategie informiert?</p><p>2. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass die Mundart - bei allen Vorzügen, die sie hat - im Bildungsfernsehen auch eine Barriere darstellen kann, welche Bevölkerungskreise mit Migrationshintergrund ausschliesst?</p><p>3. Ist der Bundesrat der Meinung, dass mit der gängigen Praxis der SRG die bestmögliche Balance zwischen Verständlichkeit für die Kinder und Jugendlichen und möglichst grosser Verbreitung unter alle Kinder und Jugendlichen erreicht wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Zu Fragen 1-3</p><p>Die Bundesverfassung garantiert Radio und Fernsehen die Programmautonomie. Wie die SRG den im Bundesgesetz über Radio und Fernsehen (RTVG; SR 784.40) sowie in der SRG-Konzession verankerten Bildungsauftrag umsetzt, liegt daher in ihrer Kompetenz und ist nicht vom Bundesrat zu entscheiden.</p><p>Das RTVG kennt eine Bestimmung zur Verwendung der Sprache. Artikel 24 Absatz 5 RTVG verlangt von der SRG, dass sie in wichtigen, über die Sprach- und Landesgrenze hinaus interessierenden Informationssendungen in der Regel Standardsprache verwenden soll. Die Bestimmung bezieht sich damit nicht auf den Bildungsauftrag oder spezifisch auf Angebote für Kinder und Jugendliche, sondern auf das Informationsangebot.</p><p>Die SRG bzw. SRF ist sich bewusst, dass der Einsatz der Standardsprache bzw. Mundart in Angeboten für Kinder und Jugendliche einen Balanceakt darstellt. Die Standardsprache ist für viele verständlicher, Angebote in Mundart sind zugänglicher und niederschwelliger. Sendungen in Mundart leisten auch einen Beitrag zum Spracherwerb und damit zur Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund. </p><p>SRF tauscht sich regelmässig mit Fachgremien des Bildungsbereichs aus und gestaltet die Angebote entsprechend. Aus Sicht des Bundesrats ist dies ein sinnvoller Weg, um die Strategie im Umgang mit den Sprachen zu überprüfen und anzupassen.</p>  Antwort des Bundesrates.