Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. August 2021 (720 21 58 / 208) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu Recht bejaht. Die Anwendung der ge- mischten Methode der Invaliditätsbemessung ist nicht zu beanstanden. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.a Die 1962 geborene A.____ meldete sich erstmals am 30. April 2008 (Eingang) unter Hinweis auf eine erhöhte Gehbehinderung nach einem e rlittenen Unfall im Jahr 2003 sowie ei- nen gebrochenen Fuss bei der Eidgenössischen Invalidenversi cherung (IV) zum Leistungsbe- zug an. Mit Verfügung vom 7. Mai 2012 lehnte die dama ls zuständige IV-Stelle des Kantons Basel-Stadt den Anspruch auf eine Invalidenrente in An wendung der gemischten Methode der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invaliditätsbemessung (71% Erwerb / 29% Haushalt) gestü tzt auf einen Invaliditätsgrad von 29% ab. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. A.b Mit Gesuch vom 5. Februar 2018 meldete sich die Ve rsicherte erneut zum Bezug von Leistungen der IV an, wobei sie im entsprechenden Formu lar auf eine Verschlechterung der Beschwerden an beiden Füssen sowie einen erneuten Unf all betreffend den rechten Fuss hin- wies. Nach Abklärung der erwerblichen, gesundheitlichen und haushälterischen Verhältnisse sprach die nunmehr zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) der Versicherten mit Ver- fügung vom 14. Januar 2021 in Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemes- sung (71% Erwerb / 29% Haushalt) für die Zeit vom 1. Oktober 2018 bis 31. Oktober 2019 eine befristete ganze Rente sowie ab 1. November 2019 eine Viertelrente zu. B. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertre ten durch Jan Herrmann, Advo- kat, am 11. Februar 2021 Beschwerde beim Kantonsgerich t Basel-Landschaft, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 14. Januar 2021 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr über das Revi- sionsdatum per 31. Oktober 2019 hinaus bis heute und bi s auf weiteres eine volle Invalidenren- te auf Basis eines Invaliditätsgrads von 100% zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. In verfah- rensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung ge- mäss Art. 6 Abs. 1 EMRK. Zur Begründung brachte sie im W esentlichen vor, dass die gut- achterlich attestierte Arbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar sei. Eventualiter machte sie geltend, dass sie im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig wäre, weshalb die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung zu Unrecht angewandt worden sei. Ferner sei ihr ein leidensbedingter Abzug von mindestens 15% zu gewähren, womit ein Anspru ch auf eine Dreiviertelrente ab 1. November 2019 resultieren würde. C. In ihrer Vernehmlassung vom 25. März 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Mit Replik vom 22. April 2021 hielt die Beschwerdef ührerin an ihren Anträgen sowie wesentlichen Begründungen vollumfänglich fest. Sie bekräf tigte ihren Standpunkt, wonach die ihr attestierte Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwe rtbar sei, und ergänzte ihre Ausführungen betreffend die Statusfrage. Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 3. Mai 2021 auf eine frei- gestellte Duplik. E. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 5. August 2021 h ielten die beiden Parteien im Wesentlichen an ihren bereits schriftlich dargelegten S tandpunkten fest. Auf deren Vorbringen ist − soweit notwendig − in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern könn en (lit. a), die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindesten s 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindeste ns 40% invalid sind (lit. c). Bei ei- nem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspru ch auf eine Viertelrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Ren te, bei einem Invaliditätsgrad von min- destens 60% auf eine Dreiviertelrente und bei einem I nvaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzug eltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstä nden kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich e rreichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrund- lage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu trag en hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintri tt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglied erungsmassnahmen durch eine ihr zu- mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie n icht invalid geworden wäre. Dies Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Unterva- rianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 11 4 V 310 E. 3a) und der ausseror- dentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werde n kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abge stellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Ab s. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me- thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 15 E. 3.2). 3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Au fgabenbereich tätig, so wird die Invali- dität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 festge legt. In diesem Fall sind der Anteil der Er- werbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzul egen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Invaliditäts- bemessung (BGE 141 V 20 E. 3.2 mit Hinweisen). Ist be i diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohn e Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschl iesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 bis IVV). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, s owie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So führte das Bu ndesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von de n Einschätzungen des medizini- schen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen (BGE 125 V 351 E. 3b/aa). Gleichwohl wie bei Gutachte n externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG ei ngeholt wurden und den Anforderun- gen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht insb esondere einem von ihm eingehol- ten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen, sol ange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 46 5 E. 4.4). Schliesslich lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b), ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anl ass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gela ngen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen) . Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil beispielsweise die behandelnden Ärzte wichtige − und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent springende − Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt g eblieben sind (Urteil des Bundesge- richts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5.1 Zur Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse und der Arbeitsfähigkeit der Be- schwerdeführerin ist vorliegend das Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, und Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie, vom 28. Dezember 2019 bzw. 11. De- zember 2020 (recte: 2019) von zentraler Bedeutung. 5.2 In diesem Gutachten diagnostizieren die Fachpersone n aus interdisziplinärer Sicht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein persistierendes Schmerzsyndrom an beiden Füssen, mit neuropathischen Anteilen links, ein chronisches Lumbovert ebralsyndrom seit Frühjahr 2019 mit Status nach möglicher radikulärer Reizsymptomatik L5 rechts bei Diskusprotrusionen LWK3 bis S1, Osteochondrose LWK 4/5 und Spondylarthrosen distal- lumbal mit begleitender Ansatz- tendinose am medialen Beckenkamm beidseits (SIPS), eine laterale Gonarthrose und ein late- raler Meniskusschaden am Knie rechts (MRT Knie rechts vom 21 . November 2018) sowie eine rezidivierende depressive Störung mit chronischem Verlauf und gegenwärtig leichtgradiger Epi- sode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.00). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.1 Im rheumatologischen Teilgutachten wird hierzu im Wesentlichen festgehalten, dass bezüglich der Fussschmerzen beidseits ein therapieresistenter Verlauf bestehe, wobei aufgrund von Komplikationen im Verlauf zwei zusätzliche operative Eingriffe nach der Erstversorgung notwendig gewesen seien. Es sei diesbezüglich eher von e iner ungünstigen Prognose auszu- gehen mit persistierenden, die Mobilität einschränkenden Beschwerden. Die Prognose im Hin- blick auf die Knieschmerzen rechts sei offen. Es bestünde n degenerative Veränderungen, die naturgemäss morphologisch zunehmen würden, was aber nicht mit einer Zunahme der Be- schwerden einhergehen müsse. Das Gleiche gelte für die degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule. In der bisherigen, vorwiegend stehenden und gehenden Tätigkeit im Reinigungs- dienst bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr seit der Trimalleolarfraktur rechts am 26. Januar 2018 mit nachfolgend drei operativen Eing riffen und persistierenden lokalen Schmerzen. Eine vorwiegend sitzende, dabei die Positio n etwas variabel gestaltbare Tätigkeit mit höhenverstellbarer Sitzgelegenheit, mit intermitt ierend auch stehender und kurzzeitig ge- hender Arbeit, sei aus rheumatologischer Sicht als opti mal angepasst anzusehen. Für die Zeit vor dem Unfall seien weiterhin die Angaben gemäss dem orthopädischen Gutachten vom 28. September 2009 gültig. Zwischenzeitlich habe nach d en drei Operationen auch in einer an- gepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100% b estanden. Aufgrund der aktuellen klini- schen Untersuchungsbefunde bestehe seit Juni 2019 eine T eilarbeitsfähigkeit von geschätzt 50% (aufgeteilt auf 2 x 2 Stunden pro Tag). 5.3.2 Im psychiatrischen Teilgutachten wird im Wesentliche n festgehalten, dass sich anam- nestisch die Symptome einer zeitweise bedrückt-traurigen Stimmung, einer häufigen Müdigkeit, der Angst vor einer Verschlimmerung der Schmerzen sowie der fehlenden Zukunftsperspekti- ven eruieren liessen. Diese Symptome würden die zur Diag nosestellung einer depressiven Epi- sode notwendigen Kriterien erfüllen. Retrospektiv sei davon auszugehen, dass diese sich infol- ge der Intensivierung der Schmerzen und der dadurch bed ingten Krankschreibung ab Oktober 2017 entwickelt haben dürfte. Beim Gespräch über die Be schwerden sei die Stimmung leicht bedrückt und kurzerhand weinerlich gewesen. Anlässlich des G esprächs ausserhalb des Be- schwerdebereichs würde die Stimmung aufhellen und die Versicherte habe auch immer wieder lächeln können. Insgesamt seien die affektive Modulatio nsfähigkeit und die Vitalität als leicht- gradig eingeschränkt zu beurteilen. Unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren sei von einer rezidivierenden depressiven Störung mit chronischem Verlau f und gegenwärtig leichtgradiger Episode ohne somatisches Syndrom auszugehen. Gestützt auf d iese Ausführungen wird in Be- zug auf die angestammte wie auch eine leidensadaptier te Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 85% (7 Stunden pro Tag) diagnostiziert. Im Rahmen der Konsensbeurteilung gelangen die Gutachte r zum Schluss, dass aus psychiatri- scher Sicht für jegliche Tätigkeit eine Einschränkung de r Arbeitsfähigkeit von 15% seit der Krankschreibung im Oktober 2017 attestiert werde, dies a ndauernd und ohne Grund für eine Addition mit den Einschränkungen aus rheumatologischer Sicht. Die Angaben im rheumatologi- schen Gutachten könnten daher vollumfänglich übernommen werden. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Ar- beitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die E rgebnisse, zu denen die Gutachter Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dres. B.____ und C.____ in ihrem Gutachten vom 28. De zember 2019 bzw. 11. Dezember 2020 (recte: 2019) gelangt waren. Sie ging demzufolg e davon aus, dass der Beschwerdeführe- rin im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (Okt ober 2018) auch eine leidensadap- tierte Tätigkeit nicht zumutbar war. Ab 1. Juli 2019 se i ihr indessen eine angepasste, vorwie- gend sitzende, dabei die Positionen etwas variabel gest altbare Tätigkeit, mit höhenverstellbarer Sitzgelegenheit, intermittierend auch mit stehender u nd kurzzeitig gehender Arbeit, im Umfang von 50% zumutbar. 6.2 Wie in Erwägung 4.3 hiervor dargelegt, ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Solche Indizien liegen keine vor. Das Gut- achten ist insgesamt umfassend und die darin dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die Gutachter haben die Versicherte persönlich untersu cht, eine umfassende Anamnese erho- ben und gehen einlässlich auf ihre Angaben und Beschwer den ein. Sie setzen sich zudem fun- diert mit den bei den Akten liegenden medizinischen Be richten auseinander. Insgesamt ist so- mit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin de m Gutachten der Dres. B.____ und C.____ vollen Beweiswert zuerkannte. Die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens wird denn auch von der Versicherten – zu Recht – nicht in Fr age gestellt. Auf das entsprechende Gut- achten und die darin formulierte Einschätzung der Rest arbeitsfähigkeit kann deshalb ohne Weiteres ab- gestellt werden. 7.1 Die Beschwerdeführerin macht hingegen geltend, da ss die ihr gutachterlich attestierte Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar sei. Sie beg ründet ihr Vorbringen im Wesentlichen mit dem Hinweis auf ihr fortgeschrittenes Alter, den z ahlreichen gesundheitlichen Einschrän- kungen, welche Krankheitsausfälle vorprogrammieren wür den, mit dem Umstand, dass ein Ar- beitgeber sie für entsprechende Arbeitsausfälle nicht an gemessen werde krankentaggeldversi- chern können sowie der auch im Rahmen eines Arbeitspen sums von 50% ungünstigen Stun- denaufteilung. 7.2.1 Hinsichtlich der attestierten Arbeitsfähigkeit i n einer leidensangepassten Tätigkeit ist die Unterscheidung massgebend zwischen der medizinisch attestierten Arbeitsfähigkeit und der Frage, ob und inwieweit eine bestimmte Restarbeitsfähi gkeit mit dem gegebenen Leistungspro- fil auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch verwertbar ist (Art. 7 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG). Dabei wird auch das fortgeschritt ene Alter, obgleich an sich ein invaliditäts- fremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weite- ren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auch auf eine m ausgeglichenen Arbeitsmarkt realisti- scherweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr d eren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Mög- lichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bem essen, sondern hängt von den Umstän- den ab, die mit Blick auf die Anforderungen der Verwe isungstätigkeiten massgebend sind. Zu beachten sind dabei beispielsweise die Art und Beschaffenh eit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeit ungsaufwand und in diesem Zusam- menhang auch die Persönlichkeitsstruktur, die vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem ange- stammten Bereich (Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010, E. 5.1). 7.2.2 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkei t auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem für einen all fälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungs- pflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2011, 9C_916/20 10, E. 2.2) gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigke it möglichst früh zu beantworten. Das Bundesgericht hat in seinem Leitentscheid BGE 138 V 457 entschieden, dass dabei auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer Erwerbst ätigkeit abzustellen ist. Als ausge- wiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit, sobald die medizini- schen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhalt sfeststellung erlauben (BGE 138 V 57, E. 3.4; vgl. auch Urteil des Bundesger ichts vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012, E. 3.1). Dieser Zeitpunkt fällt vorliegend auf das Dat um des Gutachtens der Dres. B.____ und C.____ vom 28. Dezember 2019 bzw. 11. Dezember 2020 (re cte: 2019 ), was von den Parteien auch nicht bestritten wird. Zu diesem Zeitpunkt war die Beschwerdeführerin 57 Jahre alt, womit die verbleibende Aktivitätsdauer bis zum Eintritt ins AHV-Alter noch rund sieben Jahre betrug. 7.2.3 Die hierzu ergangene Rechtsprechung ist vielfälti g (vgl. MARCO WEISS , Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit aufgrund vorgerückten Alters – Rechtsprechungstendenzen, SZS 2018 S. 630 ff.). Allerdings zeigt die Analyse der Rechtspraxi s, dass die Verneinung der Verwertbar- keit bei unter 60-jährigen die absolute Ausnahme bild et und nur vorkommt, wenn derart qualifi- zierende Begleitumstände hinzutreten, die auch für sich alleine betrachtet die Verwertbarkeit als höchst zweifelhaft erscheinen lassen (P HILIPP , EGLI /M ARTINA , FILIPPO / THOMAS , GÄCHTER /M ICHAEL E., MEIER , Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in der Invali denversi- cherung, Winterthur/Zürich 2021, Rz. 156). So verneinte das Bundesgericht eine Verwertbarkeit bei einem 58 Jahre alten Versicherten, der in seiner angestammten Arbeit nicht mehr tätig sein konnte und nur limitierte Ressourcen für einen Wechsel zu Arbeiten ohne Einsatz der Hände mitbrachte. Das Bundesgericht bemängelte, dass sich der V erweis der Vorinstanz, wonach Überwachungsfunktionen eine stetig wachsende Bedeutun g zukäme, nicht nur auf reine Über- wachungsarbeiten, sondern allgemein auf körperlich nich t stark belastendende Bedienungs- und Überwachungsfunktionen bezog, also auch auf leichte Maschinenbedienung, leichte Sor- tier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten, welche den Einsatz der Hände voraussetzen. Zudem hät- te die Vorinstanz nicht dargelegt, inwiefern es auf d em ausgeglichenen Arbeitsmarkt Stellen gebe, welche dem Versicherten zumutbar seien, könnte er doch unbestrittenermassen seine beiden Hände nicht mehr einsetzen. Das Bundesgericht wi es auch darauf hin, dass dem vo- rinstanzlichen Entscheid nicht zu entnehmen war, weshalb dem Versicherten die Verwertbarkeit Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Restarbeitsfähigkeit trotz der grossen Limitierung en im manuellen Bereich zumutbar sein soll, obwohl nach der Rechtsprechung die faktische Einh ändigkeit oder eine massgebliche Be- schränkung der dominanten Hand auf Zudienfunktionen ei ne erheblich erschwerte Verwertbar- keit der Restarbeitsfähigkeit bedeuteten (Urteil des B undesgerichts vom 29. August 2014, 8C_248/2014, E. 3; E GLI /F ILIPPO /G ÄCHTER /MEIER , a.a.O., Rz. 150). Ferner erachtete das Bun- desgericht einen im massgebenden Zeitpunkt 55 Jahre alt en Versicherten einem Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr zumutbar, dessen Zumutbarkeitspro- fil nicht nur hinsichtlich der in Frage kommenden Tätigke iten (kognitiv einfachste, repetitive, manuelle Hilfs- bzw. Routinearbeiten), sondern auch in Bezug auf die zu beachtenden Rah- menbedingungen (hohe Konstanz der Arbeitsabläufe, kein Zeit- oder Arbeitsdruck, verständnis- volles Team) sehr einschränkend war. Hinzu kam die Notw endigkeit einer engen Begleitung bzw. Führung des Versicherten. Des Weiteren war zu beacht en, dass der Versicherte in Über- forderungssituationen mit inadäquatem oder sogar aggre ssivem Verhalten reagiere, was die potenziellen Einsatzmöglichkeiten weiter reduzierte (Urte il des Bundesgerichts vom 15. März 2017, 9C_277/2016, E. 4.3; EGLI /F ILIPPO /G ÄCHTER /MEIER , a.a.O., Rz. 148). Sodann gilt eine verbleibende Aktivitätsdauer von rund fünf Jahren rechtsprechungsgemäss grundsätzlich als ausreichend, um eine neue einfache Erwe rbstätigkeit aufzunehmen, sich ein- zuarbeiten und die Arbeit auszuüben (vgl. Urteil des B undesgerichts vom 7. März 2017, 9C_677/2016, E. 4.3). 7.3 Der im massgebenden Zeitpunkt 57 Jahre alten Versi cherten verbleibt noch eine Aktivi- tätsdauer von rund sieben Jahren, womit die kritische Sc hwelle in zweifacher Hinsicht nicht er- reicht ist (vgl. E. 7.2.3 hiervor). Ferner sind vorliege nd keine qualifizierenden Begleitumstände ersichtlich, die eine ausnahmsweise Verneinung der Verwe rtbarkeit begründen würden (vgl. E. 7.2.3 hiervor). Die Dres. B.____ und C.____ attestieren der Versicherten in ihre m – vorlie- gend unbestritten gebliebenen – Gutachten in Bezug a uf eine leidensadaptierte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Die Restarbeitsfähigkeit d er Versicherten ist zwar eingeschränkt, doch entspricht dies durchaus einem üblichen Arbeitspensu m (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Juni 2017, 8C_28/2017, E. 5.2). Das ihr noch zu mutbare Tätigkeitsfeld unterliegt so- dann auch nicht derart vielen Einschränkungen, dass eine Anstellung künftig nicht mehr als realistisch zu bezeichnen wäre. Die sachlichen Limitieru ngen (vorwiegend sitzende, dabei die Positionen etwas variabel gestaltbare Tätigkeit, mit höhenverstellbarer Sitzgelegenheit, intermit- tierend auch mit stehender und kurzzeitig gehender Arbeit) schränken die Chancen der Verwer- tung der fraglichen Restarbeitsfähigkeit im Ergebnis zw ar ein, lassen sie aber nicht als völlig unrealistisch erscheinen. Gleichermassen verhält es sich für d ie in zwei Etappen zu absolvie- rende Arbeitszeit. Dieser Umstand stellt mit Blick auf di e massgebende Rechtsprechung jeden- falls keinen qualifizierenden Begleitumstand dar. Das B elastungsprofil steht der Ausübung von leichten Kontroll-, Sortier- und Prüfarbeiten sowie einfachen Überwachungs- oder Montagear- beiten nicht entgegen, zumal die Versicherte an ihren Händen keinerlei gesundheitliche Beein- trächtigungen aufweist. Diese Beschäftigungen sind nicht mit einem grossen Einarbeitungsauf- wand verbunden, und Hilfsarbeiten werden auf dem hypot hetischen ausgeglichenen Arbeits- markt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (vgl. B GE 146 V 16 E. 7.2.1). Sodann erfor- dern die zumutbaren einfachen und repetitiven Tätigk eiten weder gute Sprachkenntnisse noch Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein besonderes Bildungsniveau (vgl. BGE 143 V 431 E. 4.5.2), womit auch die von der Be- schwerdeführerin angeführten Aspekte der fehlenden Beru fsausbildung sowie des angeblich leichten Analphabetismus einer Verwertbarkeit der Resta rbeitsfähigkeit nicht entgegenstehen. Im Lichte der hohen Hürden, die das Bundesgericht für die Annahme einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen im Allgemein en sowie bei unter 60-jährigen im Be- sonderen entwickelt hat, ist deshalb von der Verwertbar keit der Restarbeitsfähigkeit der Be- schwerdeführerin auszugehen. 8.1 Zu prüfen ist somit weiter, ob mit Blick auf die e rwerblichen Auswirkungen der gesund- heitlichen Beeinträchtigungen die gemischte Methode zur Anwendung gelangt oder, wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, die allgemeine Me thode der Invaliditätsbemessung her- anzuziehen ist. 8.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder teilze itig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Diese Frage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt hab en, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) E rwerbstätigkeit der im Sozialversiche- rungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrsche inlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen). Mass- gebend ist die gesamte persönliche, familiäre, berufliche und soziale Situation. Ein starkes Indiz ist dabei die Tätigkeit, welche bei Eintritt der invali disierenden gesundheitlichen Beeinträchti- gung tatsächlich − und unter Umständen seit längerer Z eit − ausgeübt wurde, vor allem bei sonst im Wesentlichen unveränderten Verhältnissen bis zur Entstehung des Rentenanspruches (SVR 2010 IV Nr. 35 S. 111; Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2017, 9C__201/2017, E. 4.1 und vom 29. Januar 2016, 9C_565/2015, E. 3.2). 8.3 Die Beschwerdegegnerin ist gestützt auf die protoko llierten Aussagen der Haushalts- abklärung vom 7. Februar 2019 sowie den Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit vom 17. Februar 2019 davon ausgegangen, dass die Versicherte als Gesunde zu 71% einer ausser- häuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde und zu 29% im Haushalt beschäftigt wäre. Dem- gegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den St andpunkt, dass sie im Gesundheitsfall vollschichtig erwerbstätig wäre. Sie beruft sich dabei u. a. auf ihre Erklärung im Rahmen des Erstgesprächs betreffend Eingliederungsmassnahmen vom 7 . Juli 2020 (vgl. IV-act. 189, S. 3). Sie macht dabei geltend, dass sie aufgrund von Verständi gungsschwierigkeiten zufolge ihrer marginalen Deutschkenntnisse den Sinn und den Inhalt der Statusfrage erst zu diesem Zeit- punkt richtig verstanden habe. 8.4 In der Haushaltsabklärung vom 7. Februar 2019 gela ngte die Abklärungsperson zur Auffassung, dass die Versicherte im Gesundheitsfall wie v or ihrem Verkehrsunfall 2008 tätig Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht wäre und verwies dabei auf das entsprechende Dossier. Hintergrund dieser Annahme bildet die am 5. August 2009 durchgeführte (erste) Haushaltsabkläru ng, wo hinsichtlich der hypotheti- schen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall davon ausgegangen wurde, dass die Versicherte bei einer branchenüblichen Arbeitszeit von 42 Stunden 30 S tunden pro Woche tätig wäre und die restlichen 12 Stunden auf den Haushalt fallen würden. In der damaligen Haushaltsabklärung wird zur familiären Situation festgehalten, dass die Ve rsicherte drei Kinder habe, wobei nur der Sohn (Jahrgang 1999) bei ihr lebe. Hinsichtlich der Er werbssituation lässt sich dem entspre- chenden Bericht entnehmen, dass die Versicherte nach ihrer Einreise in die Schweiz (ohne ihre beiden Töchter) von Juni 1991 bis März 1995 im Umfang von 100% erwerbstätig gewesen war. Anschliessend war sie für ein paar Monate in ihr Heimat land zurückgekehrt. Nach ihrer Rück- kehr in die Schweiz (mit ihren beiden Töchtern) hatte sie ab März 1996 eine Tätigkeit als Reini- gungsangestellte bei F.____ aufgenommen und jeweils morgens und abends je 3 Stunden ge- arbeitet, was sich mit ihrer Mutterrolle problemlos vereinbaren liess. Im Weiteren wird festgehal- ten, dass die Versicherte noch zusätzlich als Hauswartin gearbeitet habe. Auf die Frage, in wel- chem Ausmass sie ohne gesundheitliche Probleme erwerbstätig sein würde, gab die Versicher- te damals an, dass sie bei guter Gesundheit weiterhin 30 Stunden die Woche arbeiten würde, einerseits aus finanziellen Gründen, anderseits sei es ihr wichtig, über den Mittag zu Hause zu sein, da ihr Sohn dann nach Hause komme. Dabei lassen sich weder der Haushaltsabklärung vom 5. August 2009 noch derjenigen vom 7. Februar 2019 Hinweise auf Verständnisschwierig- keiten der Versicherten hinsichtlich der Statusfrage ode r Kommunikationsprobleme aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse entnehmen. Im rheumato logischen Fachgutachten von Dr. C.____ wird im Einklang hierzu explizit darauf hingewi esen, dass die Begutachtung mangels Verfügbarkeit einer dolmetschenden Person (spezifisch au s dem Raum H.____) ohne Beizug einer solchen erfolgt sei. Gleichwohl sei die Expertise auf Hochdeutsch ohne Verständigungs- schwierigkeiten möglich gewesen. 8.5 Zunächst rechtfertigt es sich, kurz aufzuzeigen, wie sich die gesundheitlichen und er- werblichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin entwickelten: 8.5.1 Wie sich den obigen Ausführungen entnehmen lässt, war die Versicherte von 1991 bis 1995, mithin für die Dauer von vier Jahren, in einem vollschichtigen Pensum erwerbstätig. Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in ihrem Heimatland trat sie schliesslich eine Stelle als Reini- gungsangestellte in einem Pensum von 30 Stunden die Woche bei F.____ an, was sie mit ihren Betreuungspflichten gegenüber denn dazumal nachgezoge nen Töchtern begründete. Auch nach der Geburt ihres Sohnes 1999 war die Versicherte w eiterhin in einem Pensum von 30 Stunden pro Woche tätig. 8.5.2 Am 28. November 2003 erlitt die Versicherte ein en Unfall, wobei die Behandlung der Unfallfolgen bereits im Dezember des gleichen Jahres a bgeschlossen wurde (vgl. Bericht von Dr. med. D.____, Facharzt für Chirurgie, IV-act. 10, S. 5). Im September 2007 kam es zu einem Rückfall. Aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen bestand ab 12. September 2007 in der angestammten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 8.5.3 Mit Mitteilungen vom 10. Dezember 2008 (IV-act. 23) und 12. Februar 2009 (IV-act. 29) gewährte die IV-Stelle Basel-Stadt der Versicherten für die Zeit von Januar bis März 2009 ein Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitstraining im Bereich Reinigungen an ihrem bish er ausgeübten Arbeitsplatz. Daraufhin erfolgte per 1. April 2009 eine Reduktion des Arbeitsp ensums mit entsprechender Vertragsän- derung auf 35% (15 Stunden pro Woche) (vgl. IV-act. 3 6). Am 7. Mai 2012 erging die leistungs- ablehnende Verfügung in Anwendung der gemischten Meth ode der Invaliditätsbemessung (71% Erwerb / 29% Haushalt) gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 29%, die unangefochten in Rechtskraft erwuchs. 8.5.4 Im Rahmen der erneuten Anmeldung vom 5. Februa r 2018 machte die Versicherte eine Verschlechterung ihrer gesundheitlichen Situation geltend, die sich auch anhand der medi- zinischen Aktenlage verifizieren lässt. So bestand ab 6. Oktober 2017 eine vollständige Arbeits- unfähigkeit als Reinigungskraft bei Arthrosen im Mittelfussbereich beidseits sowie insbesondere nach erlittener Fraktur am oberen Sprunggelenk (OSG) am 26. Januar 2018 (statt vieler vgl. Berichte des Spitals E.____ vom 5. und 8. Februar 201 8, IV-act. 100.13 und 100.14). Im weite- ren Verlauf wurden vermehrte Gonalgien rechts bei beg innender Valgusgonarthrose sowie in- termittierend Lumbalgien durch einseitige Fehlbelastun g nach Fussoperation und Haltungsin- suffizienz erhoben (vgl. statt vieler Berichte des Spital s E.____ vom 8. April 2019, IV-act. 145, und vom 20. Juni 2019, IV-act. 158; vgl. zum Ganzen auch die interdisziplinäre Gesamtbeurtei- lung im Gutachten der Dres. B.____ und C.____, S. 2). 8.6 Im Rahmen der für die Beantwortung der Statusfra ge vorzunehmenden Gesamtbe- trachtung (vgl. E. 8.2 hiervor) sind die nachfolgenden Aspekte entscheidend: 8.6.1 Nachdem die leistungsabweisende Verfügung vom 7. Mai 2012 in Anwendung der ge- mischten Methode mit den Anteilen Erwerb (71%) und Ha ushalt (29%) im damaligen Zeitpunkt unangefochten in Rechtskraft erwuchs, ist im Kontext der zu berücksichtigenden Aspekte na- mentlich auch die Frage von Relevanz, ob seit diesem Zei tpunkt bis zur Entstehung des Ren- tenanspruchs wesentliche Änderungen in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten sind (vgl. E. 8.2 hiervor). 8.6.2 In Bezug auf die erwerblichen Verhältnisse bzw. den beruflichen Werdegang (vor Ein- tritt der Gesundheitsbeeinträchtigung mit Rückfall 20 07) lässt sich den vorstehenden Erwägun- gen Folgendes entnehmen: Nachdem die Versicherte bis 1 996 ein Arbeitspensum von 100% ausgeübt hatte, trat sie in der Folge ein reduziertes Pensum von 71% an, was sie unter ande- rem mit ihren Betreuungspflichten begründete. Führt man sich ausschliesslich diesen Aspekt vor Augen, so spricht für die Annahme, dass die Versicherte als valide Person einem vollschich- tigen Pensum nachgehen würde, die Tatsache, dass die Betreuungspflichten nun (mehrheitlich) weggefallen sind, da der Sohn im Verfügungszeitpunkt bereits 21 Jahre alt war. 8.6.3 Bei der Gesamtbeurteilung ist indessen auch weite ren Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Hinsichtlich der sozialen Situation gilt es zu be rücksichtigen, dass sich dem psychiatri- schen Gutachten von Dr. B.____ entnehmen lässt, dass die V ersicherte seit 15 Jahren mit ih- rem Lebenspartner zusammenwohnt. Angesichts des vom 28. Dezember 2019 datierenden Gutachtens, hat diese Lebensgemeinschaft demnach bereits v or Eintritt des Gesundheitsscha- dens (2007) bestanden, was die Beschwerdeführerin anlässlich der heutigen Parteiverhandlung Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht denn auch bestätigt hat. Ihr Lebenspartner wird denn auch in der damaligen Haushaltsabklä- rung wiederholt erwähnt (vgl. Haushaltsabklärung vom 1 3. August 2009, IV-act. 44). Dabei hat er nicht nur in tatsächlicher Hinsicht, sondern insbeson dere auch in finanzieller Hinsicht eine Hilfestellung dargeboten, was mitunter auch ein Grund für das im damaligen Zeitpunkt im hypo- thetischen Gesundheitsfall angegebene (reduzierte) Erwe rbspensum von 71% gewesen sein dürfte. Mit anderen Worten ist auch mit Blick auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten kein höhe- res Pensum erforderlich gewesen. Hierzu hat die Beschwer deführerin anlässlich der Parteiver- handlung ausgesagt, dass ihr (damaliger) Partner die ge meinsame Wohnung 2011 zu Alleinei- gentum erworben habe, sie jedoch Miete bezahlen würde . Diese Lebensgemeinschaft hat auch im Zeitpunkt der aktuellen Haushaltsabklärung noch besta nden und findet im Haushaltsabklä- rungsbericht vom 7. Februar 2019 entsprechend Erwähn ung. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es bestehe nunmehr nur noch eine Wohnge meinschaft, nicht aber eine Partner- schaft, kann sie aus diesem Vorbringen für die zu beurtei lende Statusfrage nichts zu ihren Gunsten ableiten. Selbst wenn dies der Fall wäre, so b estünde mit Blick auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten aufgrund der geteilten Wohnkosten nach wie vor eine Ersparnis. 8.7 Bei einer gesamthaften Würdigung der dargelegten erwerblichen, finanziellen und so- zialen Verhältnisse kann nach dem Gesagten festgehalte n werden, dass bis zur Entstehung des Rentenanspruchs gewisse Änderungen in den tatsächlich en Verhältnissen auszumachen sind. So sind die Betreuungspflichten weggefallen, wenngleich der Sohn nach wie vor zu Hause wohnt. Der von der Beschwerdeführerin im Rahmen der Pa rteiverhandlung geschilderte Um- stand, dass dieser noch in Ausbildung steht, mag sodann eine gewisse Steigerung des finanzi- ellen Bedarfs mit sich bringen. Insgesamt sind objektiv ab er keine derart wesentlichen Ände- rungen eingetreten, die nach dem Beweisgrad der über wiegenden Wahrscheinlichkeit den Schluss zulassen, dass die Versicherte im Gesundheitsfall ei ner ausserhäuslichen Erwerbstä- tigkeit von mehr als 71% nachgehen würde. Dabei fäll t zusätzlich ins Gewicht, dass die Versi- cherte anlässlich der heutigen Parteiverhandlung auf di e Frage nach der Erwerbstätigkeit im hypothetischen Gesundheitsfall erklärt hat, dass sie so wie damals arbeiten würde, als sie die entsprechende Anstellung bei F.____ innegehabt habe. Die bei der Befragung getätigten Aus- sagen, wonach sie im damaligen Zeitpunkt über das vertr aglich festgelegte Pensum hinaus noch zusätzliche Arbeiten (als Springerin) verrichtet habe, lassen sich anhand der vorliegenden Akten nicht verifizieren, zumal der Auszug aus dem indivi duellen Konto der AHV im massge- benden Zeitraum ein konstantes Einkommen und keine rele vanten Schwankungen aufweist. Gleichwohl bestehen hinsichtlich der Angaben zur Status frage nach wie vor Unklarheiten, die sich nicht vollständig auflösen lassen. So steht noch imme r die Erklärung der zu diesem Zeit- punkt (noch) nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführ erin anlässlich des Erstgesprächs im Raum, wonach sie ohne gesundheitliche Einschränkungen einem Erwerbspensum von 100% nachgehen würde. Demgegenüber findet sich die handschri ftlich beigefügte Korrektur auf dem Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit, derzu folge sie im Gesundheitsfall ein Er- werbspensum von 60% ausüben würde. Hierzu hat die Beschw erdeführerin anlässlich der Par- teiverhandlung einerseits ausgesagt, dass weder diese Korrektur noch die weiteren handschrift- lichen Vermerke von ihr stammen würden. Hierfür sei viel mehr ihr (damaliger) Lebenspartner verantwortlich, da sie mangels ausreichender Deutschkenntnisse auch den Inhalt nicht verstan- den habe. Andererseits hat sie angegeben, dass die Verst ändigung mit ihrem Lebenspartner Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf Deutsch erfolgt sei. Wie bereits dargelegt (vgl. E . 8.4 hiervor), lassen sich auch den vorlie- genden Akten keine Hinweise auf Verständigungsschwierig keiten aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse entnehmen. Die Folgen der Beweislosigke it infolge dieser Unklarheiten hat nun aber die Versicherte zu tragen, zumal die Annahme der IV-Stelle, welche von einer Sta- tusaufteilung von 71% Erwerb und 29% Haushalt ausgeht, im Einklang mit den objektiven Krite- rien steht. 9. Zusammenfassend ist mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass die Versicherte im Ge sundheitsfall keiner ausserhäusli- chen Erwerbstätigkeit im Umfang von mehr als 71% nachg ehen würde. Damit sind die in der angefochtenen Verfügung der IV-Stelle vom 14. Januar 2 021 vorgenommene Festlegung der Anteile der Erwerbstätigkeit (71%) und der Haushaltst ätigkeit (29%) sowie die daraus resultie- rende Anwendung der gemischten Methode nicht zu beanstanden. 10.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen d er gesundheitlichen Beeinträchti- gung (vgl. E. 3.1 ff. hiervor). Hinsichtlich der im Hau shaltsbereich zu berücksichtigenden Ein- schränkung besteht Einigkeit darüber, dass diese 10,5% bet rägt. Nachdem keine Hinweise er- sichtlich sind, wonach diese Einschätzung im Rahmen der R echtsanwendung von Amtes we- gen durch das Gericht anzuzweifeln wäre, ist von einer Beeinträchtigung von 10.5% im Haus- halt auszugehen (vgl. zum Beweiswert eines Berichts über die Abklärung im Haushalt: AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffe ntlichte Erwägung]; Urteil des Bundesge- richts vom 6. April 2004, I 733/03, E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4). 10.2 Unter Berücksichtigung einer Statusaufteilung von 7 1% Erwerb und 29% Haushalt re- sultiert anhand der in der Verfügung berücksichtigten u nd nicht zu beanstandenden Bemes- sungsgrundlagen ab Oktober 2018 (Zeitpunkt des frühestmö glichen Rentenbeginns) ein Invali- ditätsgrad von rund 74% (0.71 x 100% + 0.29 x 10.5%) b zw. ab Juli 2019 ein solcher von 43% (0.71 x 56.16% + 0.29 x 10.5%). Damit besteht ab 1. Jul i 2018 Anspruch auf eine ganze Rente. Unter Berücksichtigung der Karenzfrist von drei Monaten nach Art. 88a Abs. 1 IVV besteht der Anspruch auf die ganze Rente bis zum 31. Oktober 2019. Für die Zeit danach, d.h. mit Wirkung ab 1. November 2019, besteht Anspruch auf eine Viertelrente. 10.3 Im Übrigen erscheint ein zusätzlicher leidensbeding ter Abzug vorliegend nicht gerecht- fertigt, da den massgebenden Umständen mit einem Abzu g von 5% bereits hinreichend Rech- nung getragen wurde. Hierzu gilt es auf die restriktive Rechtsprechung des Bundesgerichts zu verweisen, wonach unter dem Titel leidensbedingter Abzu g grundsätzlich nur Umstände be- rücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen A rbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Jul i 2020, 8C_151/2020, E. 6.2 mit Hinweis). Dessen ungeachtet resultierte selbst bei Vorna hme eines maximal möglichen lei- densbedingten Abzugs von 25%, bei sonst unveränderten V erhältnissen, ein Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 65%, gewichtet 46.15%, und damit b ei einem Invaliditätsgrad von insge- samt 49% kein Anspruch auf eine halbe Rente. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11. Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 14. Januar 2021 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde somit abzuweisen. 12. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen eine Parteiverhandlung durchgeführt wurde, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einhe itlich auf Fr. 1’000.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Reg el der unterliegenden Partei in ange- messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdef ührerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen und mit d em Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen sind. Dem Ausgang des Verfahrens entsprech end wird keine Parteientschädi- gung ausgerichtet. Demgemäss wird e r k a n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1000.-- w erden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 1000.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.