Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. Februar 2015 (715 14 252) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Anrechenbarer Arbeitsausfall aus einer Tätigkeit auf Abruf und Vermittlungsfä- higkeit einer teilweise arbeitsunfähigen versicherten Person im Rahmen der Prü- fung der Anspruchsvoraussetzungen bei Eröffnung einer Folgerahmenfrist bejaht Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Gisela War- tenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Dr. Matthias Schnyder, Advokat, Augustinergasse 5, Postfach 1112, 4001 Basel gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Die 1963 geborene A.____ arbeitete vom 1. Juni 1 996 bis 31. Dezember 2011 als dip- lomierte Pflegefachfrau in einem Vollzeitpensum im B.____. Aufgrund somatischer Beeinträch- tigungen ist sie seit 1. Januar 2012 nur noch zu 40 % arbeitsfähig. Vom 13. Januar 2012 bis 30. Juni 2012 war sie im B.____ in einem befristete n Abrufarbeitsverhältnis mit einem Pensum von max. 40 % tätig. Diese Anstellung wurde mehrmal s, zuletzt bis 31. Dezember 2014 verlän- gert (vgl. Schreiben des B.____ vom 21. November 2013). A.____ meldete sich am 8. Juli 2010 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Im R ahmen der beruflichen Massnah- men stellte die IV-Stelle Basel-Landschaft in der Mit teilung vom 24. Januar 2012 fest, dass die Versicherte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als e in Arbeitspensum von 40 % bewälti- gen könne. Die Sache werde zur Prüfung des Rentenanspr uchs an die zuständige Stelle über- wiesen. Mit Vorbescheid vom 5. November 2012 teilte die IV-Stelle mit, dass die Versicherte aufgrund einer 20%igen Leistungseinschränkung in der angestammten Tätigkeit ab 1. Januar 2011 Anspruch auf eine Viertelsrente habe. Dagegen er hob die Versicherte, vertreten durch Dr. Matthias Schnyder, am 4. Dezember 2012 Einwände. In der Folge beauftragte die IV-Stelle am 6. August 2014 Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie, mit der Begutachtung der Versicher- ten. Das Gutachten ist noch ausstehend. B. Bereits am 12. Oktober 2011 meldete sich A.____ erst mals zur Arbeitsvermittlung an und beantragte gleichentags bei der Öffentlichen Arbeitslos enkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung ab 1. Januar 2012. Die Arbeitslosenkasse er- öffnete eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 2. Ja nuar 2012 bis 1. Januar 2014 und richtete Taggelder der Arbeitslosenversicherung aus. Info lge Ablaufs der Rahmenfrist für den Leistungsbezug meldete sich die Versicherte am 30. Dezembe r 2013 erneut zur Arbeitsvermitt- lung an und stellte am 8. Januar 2014 bei der Arbeit slosenkasse im Rahmen ihrer 40%igen Ar- beitsfähigkeit Antrag auf Ausrichtung der Arbeitslosenen tschädigung ab 2. Januar 2014. Mit Verfügung Nr. 692/2014 vom 4. April 2014 lehnte die Arbeitslosenkasse den Anspruch auf Ar- beitslosenentschädigung mangels anrechenbaren Arbeitsaus falls ab 2. Januar 2014 ab. Zur Begründung führte sie an, dass die Versicherte im B.____ immer noch auf Abruf arbeite und deshalb keinen anrechenbaren Arbeits- und Verdienstaus fall erlitten habe. Diese Verfügung bestätigte sie mit Einspracheentscheid vom 30. Juli 2014. In der Begründung wurde ausgeführt, dass für die Arbeitslosenkasse gegenüber anderen Sozialversicherungsträgern gestützt auf Art. 70 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil de s Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 eine Vorleistungspflicht bestehe; diese sei aber auf die Dauer des Schwebezustandes begrenzt. Voraussetzung für die Vorausleistu ngspflicht der Arbeitslosen- kasse sei das Bestehen eines arbeitslosenversicherungsrechtliche n Anspruchs. Das Arbeits- verhältnis mit dem B.____ bestehe über zwei Jahre, weshalb die Tätigkeit auf Abruf für die Ver- sicherte zur Normalität geworden sei und sie dadurch keinen anrechenbaren Arbeitsausfall erlit- ten habe. Aufgrund der grossen Schwankungen von unter u nd über 20 % der Durchschnittar- beitszeit könne keine Normalarbeitszeit ermittelt werd en, so dass ein Abweichen vom Grund- satz der Nichtanrechenbarkeit des Arbeitsausfalls während eines Abrufverhältnisses nicht mög- lich sei. C. Gegen diesen Entscheid erhob Advokat Dr. Matthias Sch nyder namens und im Auftrag der Versicherten am 29. August 2014 Beschwerde ans Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der Einspracheent- scheid aufzuheben und der Versicherten weiterhin Taggel der der Arbeitslosenversicherung in der bisherigen Höhe auszurichten. Zudem sei der Beschwer de die aufschiebende Wirkung zu erteilen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führ te er an, dass die Vorleistungspflicht der Arbeitslosenkasse weiterhin bestehe. Deren Argumentation , wonach die Vorleistungspflicht zu Ende gehe, wenn eine neue Rahmenfrist zu laufen beginne, widerspreche dem Sinn und Zweck Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Art. 70 ATSG. Die Versichere erleide auch einen A rbeitsausfall, weil sie eine Vollzeitstelle anstrebe, aber aus gesundheitlichen Gründen nur eine Teilzeitbeschäftigung ausführen könne. D. Mit Eingabe vom 22. September 2014 liess sich die A rbeitslosenkasse zum Verfah- rensantrag, es sei die aufschiebende Wirkung der Beschwe rde wiederherzustellen, vernehmen und beantragte dessen Abweisung. Mit Verfügung vom 6. O ktober 2014 lehnte das Kantonsge- richt den Verfahrensantrag ab, da es sich bei der Ableh nung der Anspruchsberechtigung um eine negative Verfügung handle; diese sei einer aufschiebenden Wirkung nicht zugänglich. E. In der Vernehmlassung vom 18. November 2014 schloss die Arbeitslosenkasse auf Ab- weisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Jun i 1982 kann der Bundesrat die örtliche Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgeri chts in Abweichung von Art. 58 ATSG regeln. Gemäss Art. 128 der Verordnung über die oblig atorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 ri chtet sich die Beurteilung der Zu- ständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts nach Art . 119 AVIV. Örtlich zuständig ist ge- mäss Art. 128 in Verbindung mit Art. 119 Abs. 1 lit. a AVIV das Gericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person ihre Kontrollpflicht erfüllt . Während der Zeitdauer des Leistungsbe- zugs hat die Versicherte ihre Kontrollpflicht im Kanto n Basel-Landschaft erfüllt. Nach § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist das Kantonsgericht, Abteilung Sozi alversicherungsrecht, als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Basel-Landschaft zur Beh andlung von Beschwerden gegen Verfügungen gemäss Art. 100 AVIG zuständig. Auf die b eim örtlich und sachlich zuständigen Gericht frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 29. August 2014 ist einzutreten. 2. Strittig und zu prüfen ist, ob die Versicherte nach Ablauf der ersten Rahmenfrist für den Leistungsbezug per 1. Januar 2014 weiterhin Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat. 2.1 Gemäss Art. 9 Abs. 1 AVIG gelten für den Leistungs bezug und für die Beitragszeit, so- fern dieses Gesetz nichts anderes vorsieht, zweijährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtl iche Anspruchsvoraussetzungen er- füllt sind (Art. 9 Abs. 2 AVIG). Die Rahmenfrist für d ie Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor die- sem Tag (Art. 9 Abs. 3 AVIG). Schliesst sich die neue Rahmenfrist für den Leistungsbezug - wie vorliegend - unmittelbar an die alte an, so entspricht die neue Rahmenfrist für die Beitragszeit der früheren Rahmenfrist für den Leistungsbezug. Die Bedeutung des Aufeinanderfolgens von Rahmenfristen liegt darin, dass eine Neuüberprüfung al ler Anspruchsvoraussetzungen stattfin- det. Beim Rahmenfristenwechsel werden grundsätzlich all e Anspruchszähler auf Null gestellt. Das heisst, ein Übertrag von nicht bezogenen Taggeldern, von nicht beanspruchten Taggeldern nach Art. 28 AVIG oder von nicht bezogenen kontrollfr eien Tagen auf die neue Rahmenfrist ist nicht möglich. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Die Parteien sind sich einig, dass eine allfällig zu eröffnende zweite Leistungsrahmenfrist per 2. Januar 2014 zu laufen beginnen würde. Während die Versicherte der Ansicht ist, dass sie gestützt auf Art. 70 ATSG Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung habe, solan- ge noch kein Entscheid der Invalidenversicherung vorliege, stellt sich die Arbeitslosenkasse auf den Standpunkt, dass die Anspruchsvoraussetzung des anrechen baren Arbeitsausfalls für die Eröffnung einer Folgerahmenfrist nicht erfüllt sei, da es sich bei der Tätigkeit im B.____ um eine Arbeit auf Abruf handle. Gemäss ständiger Praxis sei ein Arbeitsausfall während eines Arbeits- verhältnisses auf Abruf grundsätzlich nicht anrechenbar. V on diesem Grundsatz könne nur ab- gewichen werden, wenn die geleistete Arbeitszeit auf A bruf vor dem Beschäftigungseinbruch während längerer Zeit regelmässig und ohne erhebliche Schwankungen gewesen sei, was vor- liegend aber nicht der Fall sei. 2.3 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt na ch Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG in Verbin- dung mit Art. 15 Abs. 1 AVIG unter anderem voraus, da ss die versicherte Person vermittlungs- fähig ist, d.h. wenn sie bereit, in der Lage und bere chtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzuneh- men und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Der B egriff der Vermittlungsfähigkeit als Anspruchsvoraussetzung schliesst graduelle Abstufungen aus (Urteil des Bundesgerichts vom 25. November 2014, 8C_401/2014, E. 2.1). 2.4 Im Falle eingeschränkter Leistungsfähigkeit ist zu un terscheiden zwischen vorübergehend fehlender oder verminderter Arbeitsfähigkeit im Sinn e von Art. 28 AVIG und den behinderten Versicherten im Sinne von Art. 15 Abs. 2 AVIG. Beide T atbestände sind Ausnahmen vom Grundprinzip der Arbeitslosenversicherung, wonach Leistun gen nur bei Vermittlungsfähigkeit der versicherten Personen in Betracht kommen. Über da s Merkmal der vorübergehenden Ein- schränkung in der Arbeitsfähigkeit erfolgt die Abgrenzung zu den behinderten Personen im Sin- ne von Art. 15 Abs. 2 AVIG (BGE 126 V 124 E. 3a und b S. 127; THOMAS NUSSBAUMER , Arbeits- losenversicherung, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 2. Aufl. 2007, S. 2264 Rz. 280). Bei länger andauernder gesundheitlicher Beeinträchtigung ist die Vermittlungsfähigkeit (Art. 15 AVIG) massgebendes Abgrenzungskriterium. Nach Art. 15 Ab s. 2 Satz 1 AVIG gilt die körper- lich oder geistig behinderte Person als vermittlungsfähi g, wenn ihr bei ausgeglichener Arbeits- marktlage, unter Berücksichtigung ihrer Behinderung, auf dem Arbeitsmarkt eine zumutbare Arbeit vermittelt werden könnte. Die Kompetenz zur Reg elung der Koordination mit der Invali- denversicherung ist in Art. 15 Abs. 2 Satz 2 AVIG dem Bu ndesrat übertragen worden. Dieser hat in Art. 15 Abs. 3 AVIV festgelegt, dass eine behinderte Person, die unter der Annahme einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage nicht offensichtlich vermittlungsunfähig ist und die sich bei der Invalidenversicherung (oder einer anderen Versicherung nach Art. 15 Abs. 2 AVIV) angemeldet hat, bis zum Entscheid der anderen Versicherung als verm ittlungsfähig gilt (vgl. zum Ganzen: BGE 136 V 97 f. E. 5.2 mit Hinweisen). Das Bundesgeri cht verwendet in diesem Zusammen- hang den Begriff "neubehinderte" Person, womit sie e ine behinderte Person meint, bei welcher die Frage der IV-Rentenberechtigung bzw. der Leistungs anspruch bei einer anderen Versiche- rung noch nicht abgeklärt ist (vgl. dazu z.B. Urteil des B undesgerichts vom 24. März 2010, 8C_651/2009, E. 3.2; auch G ERHARD GERHARDS , Kommentar zum Arbeitslosenversicherungs- gesetz [AVIG], Bd. 1 [Art. 1-58], N. 93 zu Art. 15 AVIG). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.5 Art. 70 Abs. 1 ATSG sieht vor, dass die berechtigte P erson Vorleistung verlangen kann, wenn ein Versicherungsfall einen Anspruch auf Sozialve rsicherungsleistungen begründet, aber Zweifel darüber bestehen, welche Sozialversicherung die Leistungen zu erbringen hat. Voraus- setzung dafür, eine Vorleistung zu verlangen, bildet das Bestehen eines Anspruchs gegenüber dem vorleistungspflichtig erklärten Versicherungsträger (vgl . U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2009, zu Art. 70 Rz. 2). Gemäss Art. 7 0 Abs. 2 lit. b ATSG ist die Arbeitslo- senversicherung für Leistungen, deren Übernahme durch d ie Arbeitslosenversicherung, die Krankenversicherung, die Unfallversicherung oder die In validenversicherung umstritten ist, vor- leistungspflichtig (vgl. BGE 136 V 98 E. 5.3). 2.6 Wie sich bereits aus dem Gesetzeswortlaut (Art. 15 Ab s. 2 AVIG) und der Verordnungs- bestimmung (Abs. 15 Abs. 3 AVIV) selbst, aber auch aus d en Materialien zur Entstehung des Art. 15 Abs. 2 AVIG (Botschaft vom 2. Juli 1980 zu einem neuen Bundesgesetz über die obliga- torische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschäd igung, BBl 1980 III 489; Protokoll der Sitzung der vorberatenden Kommission des Nationalrates vom 25. August 1980; Detailbera- tung im Nationalrat, AB 1981 N 629 f.) ergibt, soll der Sinn und Zweck von Art. 15 Abs. 3 AVIV darin liegen, für die Zeit, in welcher der Anspruch auf Leistungen einer anderen Versicherung abgeklärt wird und somit noch nicht feststeht (Schwebe zustand), Lücken im Erwerbsersatz zu vermeiden. Dies wird durch die Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung im Sinne von Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG und Art. 15 Abs. 2 AVIG in Verbindung mit Art. 15 Abs. 3 AVIV be- werkstelligt. Aufgrund dieser Bestimmungen hat die Arb eitslosenversicherung eine arbeitslose, bei einer anderen Versicherung angemeldete Person zu e ntschädigen, falls ihre Vermittlungs- unfähigkeit nicht offensichtlich ist. Im Urteil des Bundes gerichts (8C_5/2009 vom 2. März 2010 E. 7.1) wird unter Hinweis auf Materialien, Literat ur (GERHARDS , a.a.O., N. 94 zu Art. 15 AVIG; NUSSBAUMER , a.a.O., S. 2265 Rz. 283; K IESER , a.a.O., zu Art. 70 ATSG N. 21 f.) und überein- stimmende Verwaltungsweisungen (Weisung des seco AVIG-P raxis ALE B254) festgehalten, der Anspruch auf eine ungekürzte Arbeitslosenentschädigu ng bestehe namentlich, wenn die voll arbeitslose Person aus gesundheitlichen Gründen lediglich noch teilzeitlich arbeiten könnte, solange sie im Umfang der ihr ärztlicherseits attestierten Arbeitsfähigkeit eine Beschäftigung sucht und bereit ist, eine neue Anstellung mit entsprechendem Pensum anzutreten. Die Vorleis- tungspflicht der Arbeitslosenversicherung gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG und Art. 15 Abs. 3 AVIV ist auf die Dauer des Schwebezustandes begrenzt. 2.7. Sie endet, sobald das Ausmass der Erwerbsunfähigkei t feststeht (vgl. BGE 136 V 195 E. 7.4 S. 205; Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 20 10, 8C_651/2009, ARV 2011 S. 55). Kündigt die IV-Stelle beispielsweise in ihrem Vorbesche id an, die versicherte Person habe auf der Basis einer 100%igen Erwerbsunfähigkeit Anspruch au f eine ganze Invalidenrente, so ist die Vermittlungsunfähigkeit spätestens ab diesem Zeitpu nkt offensichtlich. Es ist je nach den konkreten Umständen auch möglich, dass der Schwebezustand schon vor oder nach dem Vor- bescheid endet (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Augu st 2014, 8C_53/2014, E. 4.2). Wann der Schwebezustand beendet ist, ergibt sich demnach aus den konkreten Umständen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.8 Die Vermittlungsfähigkeit im Sinne von Art. 15 Ab s. 1 AVIG beschlägt drei Elemente, wo- von die Arbeitsfähigkeit und die Arbeitsberechtigung objektiver Natur sind, die Frage der Ver- mittlungsbereitschaft jedoch subjektiver Natur (N USSBAUMER , a.a.O., S. 2258 Rz. 261). Wäh- rend die Arbeitsberechtigung bei neubehinderten Person en natürlich gleichermassen vorliegen muss wie bei nicht behinderten arbeitslosen Personen, wird die Vermittlungsfähigkeit bei Neu- behinderten bezogen auf ein Ganztagespensum unter Umständen präsumtiv auch bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit bejaht. Weitere unverzichtbare Voraussetzung ist jedoch die Vermittlungsbe- reitschaft. Diese muss sich allerdings gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts bei arbeits- losen Neubehinderten nur auf ein Pensum beziehen, welches der ärztlich attestierten Arbeitsfä- higkeit entspricht (Urteil vom Bundesgericht vom 2. März 2 010, 8C_5/2009, E. 7.3). Ist die Ver- mittlungsbereitschaft im Rahmen dieser (Rest-)Arbeitsfähigkeit erstellt, so besteht entsprechend Art. 15 Abs. 2 AVIG in Verbindung mit Art. 15 Abs. 3 AVIV Anspruch auf eine ganze Arbeitslo- senentschädigung, falls die versicherte Person bei volle r Gesundheit eine Anstellung mit Ganz- tagespensum suchen würde. Arbeitslose neubehinderte Personen werden während des Verfah- rens bei der Invalidenversicherung oder bei einer ander en Versicherung mit nicht behinderten arbeitslosen Personen in dem Sinne gleich behandelt, da ss beide eine volle Arbeitslosenent- schädigung erhalten, wenn (aber nur dann) sie sich im Ra hmen ihrer Arbeitsfähigkeit dem Ar- beitsmarkt vollumfänglich zur Verfügung stellen; von beid en wird nicht mehr gefordert, als sie leisten können. Will eine versicherte Person aufgrund ih rer gesundheitlichen Einschränkung allerdings gar nicht mehr arbeiten oder schätzt sie sich selber als ganz arbeitsunfähig ein, so ist sie vermittlungsunfähig. Selbst wenn in einem solchen Fa ll eine ärztliche Bestätigung vorliegt, wonach entgegen der subjektiven Einschätzung der neubehi nderten Person eine (teilweise) Arbeitsfähigkeit bestehe, bleibt es bei der Vermittl ungsunfähigkeit mangels Vermittlungsbereit- schaft. Unter diesen Umständen hat die versicherte Person keinen Anspruch auf (Vor-)Leistungen der Arbeitslosenversicherung. 2.9 Vorliegend steht fest, dass die Invalidenversiche rung zumindest bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 30. Juli 2014 noch nicht über ihre Leistungspflicht entschieden hatte. Aufgrund der Einwände der Versicherten gegen d en Vorbescheid der IV-Stelle vom 5. November 2012, gemäss welchem der Erwerbsunfähigkeitsg rad 20 % beträgt, nahm die IV- Stelle erneut medizinische Abklärungen vor. Das im Somm er 2014 bei Dr. C.____ in Auftrag gegebene Gutachten liegt noch nicht vor. Bei einem stri ttigen Erwerbsunfähigkeitsgrad wird der Schwebezustand gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nic ht beendet. Dies geschieht erst mit dem rechtskräftigen Entscheid der Invalidenversich erung (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 17. Juni 2003, C 272/02; ARV 2004 S. 124 E. 2.3). Weiter ist unbestritten, dass die Versicherte nicht offensichtlich vermittlungsunfähig im S inne von Art. 15 Abs. 3 AVIV ist. Die Parteien sind sich auch einig, dass sie bei voller Gesundh eit einer vollzeitlichen Tätigkeit nach- gehen würde. Ebenso wenig bestritten ist, dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit von 40 % im Rah- men der Arbeit auf Abruf im B.____ voll ausschöpft. Damit ist festzustellen, dass die Versicherte die Anspruchsvoraussetzung der Vermittlungsfähigkeit gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. f in Verbindung mit Art. 15 Abs. 2 AVIG erfüllt und das Ausmass der Erw erbsunfähigkeit noch nicht feststeht. Die Vorleistungspflicht der Arbeitslosenkasse dauert damit - sofern die übrigen Anspruchsvo- raussetzungen erfüllt sind - weiter an. Daran ändert au ch die Tatsache nichts, dass es sich hier um die Eröffnung einer Folgerahmenfrist handelt. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Von der Vermittlungsfähigkeit ist als weitere Ansp ruchsvoraussetzung der anrechenbare Arbeitsausfall zu unterscheiden (Art. 8 Abs. 1 lit. b AVIG). Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn der Arbeitsausfall einen Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufeinander fol- gende volle Arbeitstage dauert (Art. 11 Abs. 1 AVIG). Der anrechenbare Arbeitsausfall stellt gleichzeitig auch eine Entschädigungsbemessungsregel dar , indem sich Dauer und Ausmass des Arbeitsausfalls auf den Umfang des Taggeldanspruchs auswirken (BGE 125 V 58 f. E. 6b mit Hinweisen). Der anrechenbare Arbeitsausfall besti mmt sich grundsätzlich im Verhältnis zur letzten Anstellung vor Eintritt der (Teil-)Arbeitslosig keit (ARV 1997 Nr. 38 S. 213 E. 3). Es kommt darauf an, was die versicherte Person "an Verdien st einbringender Arbeitszeit verloren hat" (vgl. GERHARDS , a.a.O., N. 14 zu Art. 11) und in welchem zeitlichen Umfang sie bereit und berechtigt und in der Lage ist, eine zumutbare Arbeit aufzunehmen (BGE 125 V 59 E. 6c/aa). Die Kürzung des Taggeldanspruchs bei einem nur teilweise anrechenbaren Arbeitsausfall ge- schieht durch eine entsprechende Reduktion des der Entschädigungsbemessung zu Grunde zu liegenden versicherten Verdienstes (BGE 125 V 60 E. 6c/ aa mit Hinweis). Im Fall einer nicht offensichtlich vermittlungsunfähigen versicherten Person en im Sinne von Art. 15 Abs. 3 AVIV gilt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung, dass diese ei ne Einschränkung ihres Tag- geldanspruches wegen Arbeitsunfähigkeit unter dem Tite l des anrechenbaren Arbeitsausfalles nicht hinzunehmen braucht, da sie bis zum Entscheid der Invalidenversicherung als vermitt- lungsfähig gilt (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2010, 8C_651/2009, E. 6.3 mit weiteren Hinweisen). 3.2. Die Besonderheit des vorliegenden Falls liegt dar in, dass die Arbeitslosenkasse die An- spruchsvoraussetzung des anrechenbaren Arbeitsausfalls nicht w egen der 60%igen bestehen- den Arbeitsunfähigkeit verneint, sondern mit dem Vor liegen eines Abrufverhältnisses. Bei Ar- beitsverhältnissen auf Abruf gilt der Grundsatz der Ni chtanrechenbarkeit des Arbeitsausfalls, d.h. die Person erleidet während der Zeit, in der sie nicht zur Arbeit aufgefordert wird, keinen Arbeits- und Verdienstausfall nach Art. 11 Abs. 1 AVIG , weil ein anrechenbarer Arbeitsausfall an Arbeitszeit nur entstehen kann, wenn zwischen Arbeit geber und arbeitnehmender Person eine wöchentliche Normalarbeitszeit vereinbart wird. Wird die Arbeit aber vereinbarungsgemäss jeweils nur auf Aufforderung des Arbeitgebers aufgenommen und besteht auch keine Pflicht, die Einsatzangebote anzunehmen, so gilt die auf die besond eren Vereinbarung beruhende Arbeits- zeit als normal, so dass während der Zeit, in der kein Abruf erfolgt, kein Anspruch auf Arbeitslo- senentschädigung besteht. Von diesem Grundsatz kann unter gewissen Voraussetzungen ab- gewichen werden, welche vorliegend aber unbestrittene rmassen nicht erfüllt sind (vgl. zu den Ausnahmen: BGE 107 V 59). 3.3 Entsprechend dem Sinn und Zweck der Vorleistungspf licht gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG, Art. 15 Abs. 2 AVIG und Art. 15 Abs. 3 AVIV, Lücken im Erwerbsersatz während der Abklärungen des Leistungsanspruchs einer anderen Versiche rung zu vermeiden, kann der an- rechenbare Arbeitsausfall unter Hinweis auf das Vorlie gen eines Abrufverhältnisses nicht ver- neint werden. Hätte die Versicherte nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung man- gels Arbeitsstelle keiner Erwerbstätigkeit im Rahmen ih rer Restarbeitsfähigkeit nachgehen kön- nen, müsste - wie in Erwägung 3.1 am Schluss dargelegt - der anrechenbare Arbeitsausfall im Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sinne von Art. 11 Abs. 1 AVIG bejaht werden. Es kann i hr nicht zum Nachteil gereichen, dass sie einer stundenweisen Abruftätigkeit nachgeht und da mit ihrer Schadenminderungspflicht ge- mäss Art. 17 Abs. 1 AVIG nachkommt. 3.4 In diesem Zusammenhang ist auf die bundesgerichtli che Rechtsprechung hinzuweisen. wonach der Grundsatz gilt, dass Abrufverhältnisse, die zu r Schadenminderung aufgenommen wurden, vorerst einen Leistungsanspruch nicht ausschliessen. Bei einem Arbeitsverhältnis auf Abruf, das nach dem Verlust einer Vollzeitstelle nicht freiwillig, sondern der Not gehorchend und um die Arbeitslosigkeit zu überbrücken, eingegangen wurd e, handelt es sich um eine notge- drungene Zwischenlösung. Eine versicherte Person tat d ann mit der Aufnahme eines Abrufver- hältnisses nur das, wozu sie gemäss der ihr obliegenden Scha denminderungspflicht (Art. 17 AVIG) gehalten ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 24. April 2014, 8C_46/2014, E. 2.2 und vom 26. Juli 2007, C 266/06, in: SVR 2008 AlV Nr. 3 S. 6). Die Annahme eines Arbeitsverhält- nisses auf Abruf nach Verlust einer Vollzeitstelle ist in einem solchen Fall als Überbrückungstä- tigkeit zu werten (vgl. Urteil des damaligen Eidgenössi schen Versicherungsgerichts [EVG; heu- te: Bundesgericht] vom 10. Juni 1996, C 279/95, in: SV R 1996 AlV Nr. 74 S. 227 E. 3a). So sieht auch AVIG-Praxis ALE B97b vor, dass ein Arbeitsverhä ltnis, das zur Schadenminderung aufgenommen wurde, sich vorerst nicht als anspruchsausschlie ssend auswirkt. Bei der Eröff- nung der Folgerahmenfrist stellt sich allerdings die F rage, wie lange ein fortdauerndes Arbeits- verhältnis auf Abruf, welches ursprünglich im Rahmen der Schadenminderungspflicht aufge- nommen wurde, bereits bestanden haben darf, ohne dass d er Anspruch infolge fehlenden an- rechenbaren Arbeitsausfalls verneint werden muss. Das Bundesgericht geht von der Vermutung aus, dass eine über mehrere Jahre ausgeübte Tätigkeit a uf Abruf den Charakter der Überbrü- ckungstätigkeit verliert und nicht mehr dem Gedanken der Schadenminderung entspricht. Diese Vermutung kann durch besondere Umstände umgestossen werd en (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 24. April 2014, 8C_46/2014, E. 3.3.1 und 3. 3.2). Vorliegend besteht das Abrufver- hältnis zum hier massgebenden Überprüfungszeitpunkt der A nspruchsvoraussetzungen per 2. Januar 2014 rund zwei Jahre. Ob zwei Jahre ausreichen, um von einer über "mehrere Jahre" ausgeübten Arbeit auf Abruf im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auszugehen, ist fraglich. Aber selbst wenn dies zutreffen würde, kann, solange die Invalidenversicherung den Erwerbsunfähigkeitsgrad nicht abschliessend festgelegt hat, nicht angenommen werden, dass diese Arbeit den Überbrückungscharakter verloren hat. Bis zum Vorliegen eines IV-Entscheids weiss die Versicherte nicht, welche Arbeitstätigkeit ihr in welchem Umfang zugemutet wird. Je nach Ergebnis wird sie eine neue Tätigkeit suchen müsse n, welche ihrem zumutbaren Ar- beitsprofil entspricht. 3.5 Es ist somit festzustellen, dass die Anspruchsvoraussetzun gen der Vermittlungsfähigkeit und des anrechenbaren Arbeitsausfalls per 2. Januar 20 14 erfüllt sind. Die Beschwerde ist demgemäss gutzuheissen und die Sache an die Arbeitslosen kasse zur Prüfung der weiteren Voraussetzungen gemäss Art. 8 AVIG zurückzuweisen und gegeben enfalls die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Das von der Versicherten erzielte Entgelt aus ihrer Tätigkeit beim B.____ ist ihr als Zwischenverdienst im Sinne von Art. 2 4 AVIG anzurechnen (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 29. Januar 2015, 715 14 247, E. 3.2; Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dazu auch Urteils des Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 5. April 2005, AL.2004.00601, E. 3.4). 4.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 li t. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie- gende Verfahren keine Kosten zu erheben. 4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend, ist der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung zu Lasten d er Arbeitslosenkasse zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Versicherten machte in seiner Honorarnote vom 16. Dezember 2014 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 6,58 Stunden geltend. Dieser Aufwand er- weist sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden S achverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Der ausgewiesene Zeitaufwand ist zu dem in Sozialversicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stun denansatz von Fr. 250.-- zu entschä- digen. Nicht zu beanstanden sind die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 172.60.--. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'963.-- (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Arbeitslosenkasse zuzu- sprechen. 5. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zu ständigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öff entlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwer de in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Aufhebung des angefochtenen Einspracheentschei des wird die Beschwerde in dem Sinne gutgeheissen, dass die Angelegen heit zur Prüfung der weiteren Voraussetzungen gemäss Art. 8 AV IG an die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland hat de r Beschwerdeführe- rin eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 1'963.-- (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde von der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Basel-Landschaft am 5. Juni 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren-Nr. 8C_403/2015 ) erhoben.