Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 14. August 2019 (810 18 292) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Quartierplanung / Genehmigungsvoraussetzungen für den Quartierplanvertrag / Pla- nungsgrundsätze für verdichtetes Bauen Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer, Daniel Ivanov , Gerichts- schreiber Stefan Suter Beteiligte A.A.____ und B.A.____ , Beschwerdefü hrer gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal, Beschwerdegegner Einwohnergemeinde Reinach , Gemeinderat, Hauptstrasse 10, 4153 Reinach, Beschwerdegegnerin Einwohnergemeinde Aesch , Gemeinderat, Hauptstrasse 23, 4147 Aesch BL, Beschwerdegegnerin Betreff Quartierplanvorschriften "Stöcklin-Areal" (RRB Nr. 1650 vom 30. Oktober 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Südlich der Reinacherheide, zwischen der Hochleistungsst rasse H18 im Westen und der Birs im Osten, befindet sich auf dem Gebiet der Gemein den Aesch und Reinach in einer Ge- werbezone resp. Zone mit Quartierplanpflicht der mit grossen Werk- und Lagerhallen sowie Parkplätzen überbaute Industriestandort der Firma Stöckl in Logistik AG, welche ihren Schwei- zer Hauptsitz per 2020 nach Laufen BL verlegen wird. Da s frei werdende Areal mit einer Ge- samtfläche von rund 37'500 m 2 soll in ein Wohn-, Dienstleistungs- und Geschäftsquartie r mit Zentrumsfunktion umgestaltet und mittels verdichteter Bauweise und naturnah gestalteten Aus- gleichsflächen einer höherwertigen Nutzung zugeführt werden. Mit dieser Zielsetzung erarbeite- te die Stöcklin Logistik AG gemeinsam mit den Gemeinde n Aesch und Reinach den Quartier- plan "Stöcklin-Areal". B. Am 20. Juni 2017 stimmte die Einwohnergemeindever sammlung dem Quartierplan "Stöcklin-Areal", bestehend aus dem Quartierplan, Quar tierplanreglement sowie der Kompe- tenzerteilung an den Gemeinderat zum Abschluss der notwe ndigen Verträge, ohne Einfahrt Sonnenweg zu. Ebenfalls mit kleinen Änderungen beschlo ss der Einwohnerrat Reinach am 26. Juni 2017 seinerseits den Quartierplan und das Quar tierplanreglement "Stöcklin-Areal" für den Reinacher Teil des Quartierplangebiets. Die geme insame öffentliche Planauflage fand vom 17. August 2017 bis 15. September 2017 statt. C. Während der Auflagefrist gingen zahlreiche Einsprache n ein, darunter eine von A.A.____ in der Gemeinde Aesch und eine von ihm geme insam mit seiner Ehefrau B.A.____ unterzeichnete Eingabe bei der Gemeinde Reinach. Die Verständigungsverhandlungen mit ihnen führten zu keiner Einigung. D. Mit Schreiben vom 16. März 2018 resp. 19. März 2018 unterbreiteten die Einwohnerge- meinden Aesch und Reinach dem Regierungsrat die Beschlüss e der Einwohnergemeindever- sammlung bzw. des Einwohnerrats mit gemeinsam vereinbarte n geringfügigen Änderungen zur Genehmigung und ersuchten um Abweisung der nicht erledigten Einsprachen. E. Der Regierungsrat wies mit Regierungsratsbeschluss Nr. 1650 vom 30. Oktober 2018 sämtliche Einsprachen ab, soweit er auf sie eintrat oder sie nicht gegenstandslos geworden waren. Zugleich genehmigte er die Quartierplanvorschriften "Stöcklin-Areal" im Sinne der Erwä- gungen mit den von den Gemeinden beantragten Änderungen. F. Gegen diesen Regierungsratsbeschluss haben A.A.____ un d B.A.____ mit Eingabe vom 8. November 2018 beim Kantonsgericht, Abteilung Verfa ssungs- und Verwaltungsrecht (Kan- tonsgericht), Beschwerde erhoben mit sinngemässen Antr ägen auf Aufhebung des regierungs- rätlichen Genehmigungsbeschlusses und Nichtgenehmigung de r Planung. Sie beklagen sich über eine Verletzung des Gehörsanspruchs und bemängeln eine Vielzahl von Aspekten des Quartierplans. Zunächst rügen sie eine Verletzung der R echtsgleichheit, indem dem Projekteig- ner seitens des Regierungsrates zugesichert worden sei, dass der im Richtplan vorgesehene ÖV-Korridor den Quartierplan und damit das Projekt n icht tangiere. Demgegenüber bestehe eine Variante, dass der ÖV-Korridor über den X.____w eg an ihrem Haus vorbeiführe. Ihnen gegenüber sei diese Zusicherung nicht gemacht worden. Weiter sei das im Quartierplanvertrag Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewährte Näherbaurecht nicht zu genehmigen, da durch da s verdichtete Bauen in einem heute schon stark überlasteten Gebiet durch das zusätzliche Näherb aurecht eine übermässige Nut- zung entstehe. Weiter rügen die Beschwerdeführer, dass d em Langsamverkehr nur ungenü- gend Beachtung geschenkt werde und die Verkehrssicherheit nicht gegeben sei. Die vorgese- hene Verdichtung mit drei bis zu 40 Metern hohen Wohn türmen führe sodann zu einem "art- fremden" Erscheinungsbild und zerstöre das über Jahrzehnt e gewachsene Dorfbild und den Dorfcharakter. Zudem beeinträchtige das Projekt das nahe gelegene historische Dornach, das sich gegen diese Planung nicht habe wehren können, und berücksichtige einseitig nur die fi- nanziellen Interessen der Grossinvestoren. G. Mit praktisch gleichlautenden Vernehmlassungen vom 14 . Januar 2019 resp. 15. Januar 2019 schliessen die Einwohnergemeinde Reinach und die Einwohnergemeinde Aesch auf voll- umfängliche Abweisung der Beschwerde. H. Der Regierungsrat beantragt mit Eingabe vom 14. Fe bruar 2019 die kostenfällige Ab- weisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wer de. Er betont, dass die kantonalen Fachstellen und die Arealbaukommission bereits in einem frühen Stadium in das Verfahren ein- bezogen worden seien und das Planungsvorhaben breit a bgestützt sei. Der Quartierplan stehe einer allfälligen Realisierung des im Richtplan verzeichneten, dem heutigen Planungsstand ent- sprechend nur grob skizzierten ÖV-Korridors nicht entgege n. Bei der beabsichtigten Verdich- tung handle es sich des Weiteren um ein vordringliches Pla nungsziel des revidierten Raumpla- nungsgesetzes im Dienste der haushälterischen Nutzung de s Bodens. Das im Quartierplan er- laubte Nutzungsmass sei mit demjenigen einer WG5-Zone ver gleichbar und entspreche damit einem zulässigen und üblichen Nutzungsmass einer urbanen Zentrumszone. Die Interessen des Ortsbild- und Landschaftsschutzes blieben gewahrt, weshalb auch die Einwohnergemeinde Dornach das Projekt befürworte. Was die Verkehrssicherheit betreffe, so sei das gesamte Quar- tierplanareal bis auf die Zufahrt zur Einstellhalle u nd die Notzufahrten autofrei. Für den Lang- samverkehr würden in der Umgebung schliesslich diverse Massn ahmen realisiert, welche die Situation gegenüber heute verbessern würden. I. Das Kantonsgericht hat heute auf dem Firmengeländ e der Stöcklin Logistik AG und im angrenzenden Quartier Bruggfeld einen Augenschein du rchgeführt und bei dieser Gelegenheit auch das Architekturmodell der geplanten Siedlung besic htigt. An der anschliessenden Partei- verhandlung halten die Parteien an ihren schriftlich gestellten Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügun gen und Entscheide des Regierungs- rats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kanton sgericht zulässig. Da weder ein Aus- schlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit ge- geben. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befu gt, wer durch die angefochtene Ver- fügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist u nd ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat. Zur Anfechtung von reg ierungsrätlichen Entscheiden betreffend kommunale und kantonale Nutzungspläne ist zudem - mit h ier nicht gegebenen Ausnahmen gemäss § 47 Abs. 2 Satz 2 VPO - nur berechtigt, wer sich bereits am Einsprache- und Be- schwerdeverfahren vor dem Regierungsrat beteiligt hat ( § 47 Abs. 2 Satz 1 VPO). Die Behaup- tung allein, jemand sei von den Folgen eines Quartier plans betroffen, genügt nicht, um die Be- schwerdebefugnis zu begründen. Vielmehr muss aufgrund de s konkreten Sachverhalts das besondere Berührtsein und das schutzwürdige Interesse glaubhaft erscheinen, ansonsten stün- de jedermann die Beschwerdeberechtigung zu, der eine u nzutreffende Behauptung aufstellt. Dies liefe im Ergebnis auf eine unzulässige Popularbeschwe rde hinaus. Ein Kriterium für die Beurteilung der Beschwerdebefugnis eines Nachbarn ist d ie räumliche Nähe seines Grund- stücks zum umstrittenen Vorhaben, wobei es nicht auf abst rakt bestimmte Distanzwerte an- kommt. Das Beschwerderecht wird aber in der Regel anerk annt, wenn die Liegenschaft des Nachbarn unmittelbar an das Baugrundstück angrenzt oder allenfalls nur durch einen Verkehrs- träger davon getrennt wird (BGE 121 II 171 E. 2b mit Hinweisen) oder sich in einem Umkreis von bis zu 100 m befindet; bei grösseren Entfernungen m uss eine Beeinträchtigung aufgrund der konkreten Gegebenheiten glaubhaft gemacht werden (BGE 140 II 214 E. 2.3). 1.3 Liegt diese besondere Beziehungsnähe in räumlicher Hinsicht vor, braucht nach der Rechtsprechung das Anfechtungsinteresse nicht mit dem I nteresse übereinzustimmen, das durch die von den beschwerdeführenden Personen als verletzt bezeichneten Normen geschützt wird. Die Nachbarn können mithin die Überprüfung ei nes Vorhabens im Lichte all jener Rechtssätze verlangen, die sich rechtlich oder tatsächlich in dem Sinne auf ihre Stellung aus- wirken, so dass ihnen im Falle des Obsiegens ein praktischer Nutzen entsteht. Nicht zulässig ist hingegen das Vorbringen von Beschwerdegründen, mit de nen einzig ein allgemeines öffentli- ches Interesse an der richtigen Anwendung des Rechts ver folgt wird (BGE 133 II 249 E. 1.3.2), ohne dass den Beschwerdeführern im Falle des Obsiegens ei n Vorteil entsteht. Das Element des praktischen tatsächlichen Nutzens bildet somit ein w ichtiges Eintretenskriterium, mit wel- chem ein "Ausufern" der Beschwerdemöglichkeiten verhinde rt werden kann (H EINZ AEMISEGGER , Erste Erfahrungen mit dem Bundesgerichtsgesetz, in: Jusl etter vom 10. Novem- ber 2008, Rz. 52 und 65). Unzulässig ist eine rügebezo gene Beurteilung der Legitimation, in- dem einzelne Vorbringen der Beschwerdeführer materiel l geprüft würden, in Bezug auf andere erhobene Rügen die Legitimation der Beschwerdeführer jedoch verneint würde. Mit einer derar- tigen rügespezifischen Beurteilung würden Beschwerdele gitimation und Beschwerdegründe vermengt. Sind die Voraussetzungen der Beschwerdebefug nis nach § 47 VPO gegeben, sind die Beschwerdeführer mit sämtlichen der in § 45 VPO aufgeführten Rügen zum Verfahren zuzu- lassen, wenn ihnen durch die Gutheissung der Beschwerde e in praktischer Nutzen entstehen würde (vgl. zum Ganzen: Urteil des Kantonsgerichts, Abte ilung Verfassungs- und Verwaltungs- recht [KGE VV], vom 28. Januar 2015 [810 13 396/810 1 3 398] E. 1.3.6; BGE 141 II 50 E. 2.1; BGE 139 II 499 E. 2.2; Urteil des BGer 1C_236/2010 vom 16. Juli 2010 E. 1.4 f.). 1.4 Die Beschwerdeführer haben am vorinstanzlichen Verfa hren teilgenommen und sind mit ihrer gegen den Quartierplan gerichteten Einsprache v or dem Regierungsrat nicht durchge- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht drungen. Sie sind Gesamteigentümer eines Grundstücks an d er Y.____strasse (Parzelle Nr. XX, GB Aesch), das schräg über den X.____weg rund 20 m vom Quartierplanperimeter ent- fernt liegt. Diese räumliche Nähe begründet eine bes ondere Betroffenheit der Beschwerdefüh- rer, womit sie in tatsächlicher Hinsicht stärker vom Quart ierplan berührt sind als die Allgemein- heit. Würden sie mit ihren erhobenen Rügen durchdringen, müsste die Genehmigung des Quar- tierplans verweigert werden und die geplante Bebauun g innerhalb des Perimeters könnte nicht wie vorgesehen erfolgen. Darin besteht der konkrete pr aktische Nutzen der Beschwerdeführer. Die Beschwerdeführer sind somit im Sinne von § 47 VPO von der Abweisung ihrer Einsprachen und der Genehmigung des Quartierplans berührt bzw. bes onders betroffen und haben an der Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids ein schutzwürdig es Interesse. Nachdem auch die übrigen formellen Anforderungen erfüllt sind, ist auf ihre Beschwerde einzutreten. 2.1 Die Kognition des Kantonsgerichts ist gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO grundsätzlich auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder M issbrauch des Ermessens sowie unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverha lts beschränkt. Die Unangemessen- heit kann nach § 45 Abs. 1 lit. c VPO nur in den in dieser Bestimmung genannten Ausnahmefäl- len überprüft werden. Entscheide betreffend Nutzungsplanung fallen nicht darunter. 2.2 Nach Art. 33 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG) vom 22. Juni 1979 hat das kantonale Recht die volle Überp rüfung von Verfügungen und Nutzungs- plänen durch wenigstens eine Beschwerdebehörde zu gewährleisten. Volle Überprüfung bedeu- tet in diesem Zusammenhang nicht nur die freie Prüfun g des Sachverhalts und der sich stellen- den Rechtsfragen, sondern auch eine Ermessenskontrolle. Die Überprüfung hat sich dabei dort sachlich zurückzuhalten, wo es um lokale Angelegenheiten g eht, hingegen so weit auszugrei- fen, dass die übergeordneten, vom Kanton zu sichernden Interessen einen angemessenen Platz erhalten (vgl. H EINZ AEMISEGGER /STEPHAN HAAG , in: Aemisegger/Haag [Hrsg.], Praxis- kommentar RPG: Rechtsschutz in der Raumplanung, Zürich 2010, Art. 33 Rz. 77; BGE 127 II 238 E. 3b.aa; vgl. ferner BGE 140 I 326 E. 7.3; je mit Hinweisen). Zudem hat sie bei ihrer Prü- fung die Gemeindeautonomie zu respektieren (BGE 145 I 52 E. 3). Bei der Angemessenheits- prüfung ist jeweils auch der den Planungsträgern durch Art. 2 Abs. 3 RPG zuerkannte Gestal- tungsbereich zu beachten. Nach Art. 2 Abs. 3 RPG achten die mit Planungsaufgaben betrauten Behörden somit darauf, den ihnen nachgeordneten Behör den den zur Erfüllung ihrer Aufgabe nötigen Ermessensspielraum zu lassen. Ein Planungsentscheid ist gestützt darauf zu schützen, wenn er sich als zweckmässig erweist, unabhängig davon, ob si ch weitere, ebenso zweckmäs- sige Lösungen erkennen lassen (vgl. P ETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und besonderes Umwelt- schutzrecht, 6. Aufl., Bern 2016, S. 239). Den obgenann ten Anforderungen genügt es nach ständiger Rechtsprechung, wenn der Regierungsrat wie im vorliegenden Fall als einzige Instanz mit voller Kognition über Einsprachen entscheidet und sich das Kantonsgericht auf eine Sach- verhalts- und Rechtskontrolle beschränkt (vgl. KGE VV vom 16. September 2015 [810 14 376] E. 2.2; BGE 127 II 238 E. 3b.bb; BGE 119 Ia 321 E. 5c; BERNHARD WALDMANN /PETER HÄNNI , Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 33 Rz. 74 f.). 3.1 Aufgrund ihrer formellen Natur ist die sinngemäss erhobene Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs vorweg zu behandeln. Die Beschwerdeführer bemängeln, der Regierungsrat Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe nicht alle ihre Einwendungen geprüft und beurt eilt, so die von ihnen im Einspracheverfah- ren aufgeworfenen Fragen des Näherbaurechts, der Verke hrssicherheit, der Aufhebung des Parkplatzes östlich der Dornacherstrasse und betreffend die Mehrwertabgabe, wobei bezüglich dieses letzten Punkts wohl moniert wird, dass die Höhe der Mehrwertabgabe geheim gehalten worden sei. 3.2 Die Begründungspflicht der Behörden ist Bestandte il des in Art. 29 Abs. 2 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verankerten An- spruchs auf rechtliches Gehör und auch ausdrücklich in § 9 A bs. 3 der Kantonsverfassung des Kantons Basel-Landschaft (KV) vom 17. Mai 1984 festgesch rieben. Die Begründung eines Ent- scheids entspricht den Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV, wenn die Betroffenen dadurch in die Lage versetzt werden, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in voller Kennt- nis der Umstände an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Begründungspflicht soll verhin- dern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und der betroffenen Person ermöglichen, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Di es ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer- den, von denen sich die Behörde hat leiten lassen. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinan- dersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Ent scheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2; BGE 129 I 232 E. 3.2; KGE VV vom 31. Oktober 2018 [810 17 223] E. 5.2; KGE VV vom 20. Dezember 2017 [8 10 17 93] E. 5.1; G EROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur schweizerischen Bundesverfassung, 3. Aufl., Zürich 2014, Art. 29 Rz. 49). 3.3 Die Beschwerdeführer hatten in ihrer Einsprache - in wenig strukturierten Ausführun- gen - zahlreiche Aspekte der Planung kritisiert. Der Regierungsrat ging im angefochtenen Ent- scheid auf ihre wesentlichen Kritikpunkte ein. So äussert e er sich entgegen der Darstellung in der Beschwerde - wenn auch zum Teil sehr kurz - zu den Fra gen der Verdichtung, der Ver- kehrssicherheit und der Aufhebung der Parkplätze an der Dornacherstrasse. Einzig zur Mehr- wertabgabe enthält der Entscheid in der Tat keine Erw ägungen. Allerdings ist aufgrund der Formulierungen in der Einsprache auch unklar, was in d ieser Beziehung genau gerügt wurde. Wie nachfolgend noch aufgezeigt wird (vgl. E. 5.2), g ing die Rüge am vom Regierungsrat zu prüfenden Gegenstand vorbei, weshalb es sich um keinen e ntscheidwesentlichen Einwand handelte, zu dem sich dieser ausdrücklich hätte äussern müsse n. Die Rüge der Gehörsverlet- zung verfängt deswegen nicht. 4. Quartierpläne sind Sondernutzungspläne, welche die in Rahmennutzungsplänen (Zo- nenvorschriften) festgelegte Grundordnung näher ausgestalten oder davon abweichende Rege- lungen erlassen (vgl. H ÄNNI , a.a.O., S. 244 ff.). Die Sondernutzungsplanung (Qu artierplanung) wird in den § 37 ff. des kantonalen Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 geregelt. Gemäss § 38 Abs. 1 RBG können für neu zu überbauende oder überbaute Quartiere Quartierpläne die Vorschriften für die Nutzu ng und Überbauung bzw. für die Erneue- rung und Erhaltung festlegen. Dadurch wird eine haush älterische Nutzung sowie eine architek- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tonisch und erschliessungsmässig gute, der Umgebung angep asste und auf die Wohnbedürf- nisse der Bevölkerung ausgerichtete Überbauung eines zu sammenhängenden Teilgebietes der Bauzonenfläche bezweckt (§ 37 Abs. 1 RBG). Quartierplä ne beziehen sich jeweils auf Teilräu- me oder Teilaspekte der Nutzungsplanung. Besondere Ver hältnisse und Bedürfnisse sollen die Möglichkeit zur Abweichung von der Rahmennutzungsordnung und der Regelbauweise eröff- nen. Ein solches Bedürfnis ergibt sich unter anderem au s dem einen Ziel der Raumplanung, einen haushälterischen Umgang mit dem Boden und damit die Siedlungsentwicklung nach in- nen und das verdichtete Bauen zu erreichen. Verdichtetes Bauen muss mit einer hohen Sied- lungs- und Wohnqualität sowie einer guten Einfügung in die Umgebung verbunden sein. Mit dem Quartierplan wird eine städtebaulich, architekton isch, wohnhygienisch, umweltgerechte und erschliessungsmässig einwandfreie Gesamtüberbauung angestrebt, die sich harmonisch in die Umgebung einfügt. Zu diesem Zweck wird für ein best immtes Gebiet eine Spezialbauord- nung aufgestellt, welche die Zonenvorschriften ablöst. Es können Zahl, Art, Lage, äussere Ab- messungen, Geschosszahl, Durchmischung der Nutzung und weite re bauliche Einzelheiten der im Planungsgebiet zu erstellenden Bauten und Anlagen bestimmt werden. Quartierpläne kom- men sowohl für unüberbaute Gebiete wie auch für Gebi etserneuerungen in Frage (KGE VV vom 28. Januar 2015 [810 13 396/810 13 398] E. 4.3.5 unter Verweis auf die Vorlage des Re- gierungsrats an den Landrat zum Raumplanungs- und Baug esetz vom 21. Dezember 1993 [93/308], Ziff. 5.1.3; HÄNNI , a.a.O., S. 247). Der Quartierplan gemäss § 37 ff. R BG legt Randbe- dingungen fest, die im anschliessenden Baubewilligung sverfahren verbindlich sind. Nach stän- diger bundesgerichtlicher Rechtsprechung werden Sondernutzungspläne prozessual wie Verfü- gungen behandelt: Sie müssen bei ihrem Erlass angefocht en werden, ansonsten sie bestands- kräftig werden. Sie können (anders als Normen) im nachf olgenden Baubewilligungsverfahren nicht mehr vorfrageweise überprüft werden (BGE 145 II 83 E. 5.1 m.w.H.). Ein Quartierplan zeichnet das spätere Bauvorhaben in wesentlichen Zügen vor , lässt indessen gewisse Spiel- räume offen. Soweit er das Bauprojekt vorwegnimmt, sin d die aufgeworfenen Rechtsfragen im Rahmen der Genehmigung des Quartierplans zu beurteil en. Demnach sind bereits im Nut- zungsplanverfahren alle relevanten Interessen gegeneinan der abzuwägen und insbesondere die Vorschriften über die Bodennutzung und den Umweltschutz in einer Gesamtschau zu prüfen (vgl. KGE VV vom 31. August 2016 [810 14 347] E. 4.2. 1; KGE VV vom 19. Dezember 2007 [810 06 353] E. 4.1; Urteil des BGer 1A.125/2005 vom 21. September 2005 E. 5.1 mit Hinwei- sen). 5. Anders als die Beschwerdeführer meinen, umfasst das s oeben skizzierte Quartierplan- genehmigungsverfahren nicht sämtliche im Zusammenhang mit der Planung stehenden The- menbereiche. 5.1 Dies betrifft etwa den Quartierplanvertrag. Die an der Quartierplanung beteiligten Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer haben die Eigentumsverhältnisse sowie weitere Rechte und Pflichten in einem Quartierplanvertrag zu regeln (vgl. § 43 RBG). Im Quartierplan- vertrag sind alle privatrechtlichen Belange der Beteili gten einer Quartierplanung so zu regeln, dass die Umsetzung der Quartierplanung privatrechtlich gesichert oder zumindest durchsetzbar ist. Dazu gehören z.B. Landabtretungen, die Begründun g von Dienstbarkeiten (Über- und Un- terbaurechte, Näher- und Grenzbaurechte, Geh- und F ahrrechte etc.) wie auch die Regelung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Eigentumsverhältnisse der beteiligten Grundeigentüm erinnen und Grundeigentümer nach den Vorgaben des Raumplanungs- und Baugesetzes. Die I nhalte von Quartierplanverträgen beziehungsweise deren Hinlänglichkeit fallen in den Kom petenzbereich und die Verantwortlich- keit der jeweiligen Vertragspartner. Diese haben um d ie Gewährleistung der Umsetzbarkeit der jeweiligen Quartierplanung in privatrechtlicher Hinsicht besorgt zu sein (vgl. Quartierplanvertrag - Inhalte und Formvorschriften, Informationsblatt des k antonalen Amtes für Raumplanung, Liestal 2015). Die Genehmigung wird nur erteilt, wen n die Regelung der Eigentumsverhältnisse sowie weiterer Rechte und Pflichten in einem Quartierp lanvertrag oder in einem Baulandumle- gungsverfahren hinreichend sichergestellt sind (§ 46 Ab s. 2 RBG). Der Regierungsrat prüft so- mit im Rahmen des Genehmigungsverfahrens formell, ob ein in korrekter Form abgeschlosse- ner Quartierplanvertrag vorliegt, der die Umsetzung d er Planung sicherstellt. Die privaten Ver- einbarungen im Quartierplanvertrag sind grundsätzlich nicht Gegenstand des öffentlich- rechtlichen Planungsverfahrens und somit auch nicht Gegen stand der materiellen Prüfung durch den Kanton. Deswegen geht die Rüge der Beschwerdeführer, der Regierungsrat habe zu Unrecht vertragliche Näherbaurechte gewährt, von unzutre ffenden Annahmen aus. Der Regie- rungsrat hat entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer keine Näherbaurechte erteilt, son- dern lediglich geprüft, ob die Grundeigentümer die für die Umsetzung der Planung erforderli- chen privatrechtlichen Grunddienstbarkeiten und Grenzmutat ionen (Landabtretungen) gewährt haben, was vorliegend unstrittig der Fall ist. In die k onkrete Ausgestaltung der vertraglichen Abmachungen durfte sich der Regierungsrat nicht einmi schen. Das Kantonsgericht kann die zwischen den Vertragsparteien getroffene Regelung eben so wenig einer inhaltlichen Kontrolle unterziehen. 5.2 Auch die Erhebung einer Mehrwertabgabe ist nicht Gegenstand des vorliegenden Ver- fahrens. Die Beschwerdeführer monieren an verschiedenen Stellen ihrer Eingabe, dass die Ab- sprachen und Einigungen bezüglich der vom Gesetz gefordert en Mehrwertabgabe vor der Be- schlussfassung geheim gehalten worden seien. Der Vorwurf mangelnder Transparenz spielt für die rechtliche Beurteilung indes keine Rolle. Eine vo n der Gemeinde verfügte Abgeltung von Planungsmehrwerten oder allfällige Parteiübereinkünft e finanzieller Art sind im Rahmen der planungsrechtlichen Genehmigung prinzipiell nicht von Be lang. Die Beschwerdeführer überse- hen vorliegend zusätzlich, dass von Vornherein keine Mehrw ertabgabe geschuldet sein kann. Zum Zeitpunkt der Planungsbeschlüsse bestand noch keine ent sprechende gesetzliche Grund- lage. Nach dem am 1. Mai 2019 in Kraft getretenen Ge setz über die Abgeltung von Planungs- mehrwerten vom 27. September 2018 läge aber ohnehin kein abgabepflichtiger Tatbestand im Sinne von § 2 des Gesetzes vor, denn es findet keine Neuz uweisung von Boden zu einer Bauzone statt. Die Leistung eines Infrastrukturbeitrags durch den Investor ist des Weiteren bei Quartierplanungen nicht vorgeschrieben. Die Höhe eine r allfälligen finanziellen Abgeltung ist Verhandlungssache zwischen Projektplaner und Gemeinde. De r vorliegende Quartierplanver- trag vom 24./25. Mai 2018 enthält neben den vorerwäh nten Dienstbarkeiten in Ziff. 3.15 auch eine Regelung über eine Mehrnutzungsabgeltung resp. e inen Infrastrukturbeitrag der Grundei- gentümerin, worin sich letztere verpflichtet, zusätzlich zu den unentgeltlichen Landabtretungen und zur Einräumung der Dienstbarkeiten einen unter de n beiden Gemeinden aufzuteilenden einmaligen Investitionsbeitrag in der Höhe von 2.5 Mi o. Franken zu erbringen. Die Abmachung Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht bedurfte keiner Genehmigung des Regierungsrats und war deshalb nicht Prüfgegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens. 5.3.1 Gleichermassen nicht Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens waren allfällige Zu- sicherungen des Kantons an die Beteiligten der Quartier planung und Ansprüche von Anwoh- nern auf Gleichbehandlung. Die Beschwerdeführer führe n in dieser Hinsicht aus, die kantonale Planung sehe einen ÖV-Korridor von Dornach in Richtung Reinach vor, wobei eine der Varian- ten über den X.____weg führe, direkt an ihrer Liegen schaft vorbei. Den Projektverantwortlichen der Quartierplanung sei zugesichert worden, dass der ÖV-Korridor ihr Projekt nicht tangiere. Sie würden jetzt dasselbe für sich reklamieren und würden be mängeln, dass der Regierungsrat ihnen gegenüber nicht dieselbe Zusicherung abgegeben habe. 5.3.2 Der kantonale Richtplan dient als Grundlage und Rahmen für die kommunale Richt- planung sowie für die Nutzungsplanung von Kanton und Gemeinden (§ 9 Abs. 2 RBG). Er zeigt auf, wie sich der Kanton räumlich entwickeln soll, wie die raumwirksamen Tätigkeiten im Hin- blick auf die anzustrebende Entwicklung aufeinander abge stimmt werden und in welcher zeitli- chen Folge und mit welchen Mitteln vorgesehen ist, die Aufgaben zu erfüllen (Art. 8 Abs. 1 RPG). Er gibt unter anderem auch Aufschluss über den S tand und die bisherige Entwicklung der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur (vgl. Art. 6 Ab s. 2 lit. b RPG). Richtpläne sind für die Be- hörden verbindlich (Art. 9 Abs. 1 RPG, § 9 Abs. 3 RBG ). Gemäss Art. 26 Abs. 2 RPG prüft die kantonale Behörde Nutzungspläne auf ihre Übereinstimmu ng mit den vom Bundesrat geneh- migten kantonalen Richtplänen. Die hier interessierend e Quartierplanung gehört zur kommuna- len Nutzungsplanung. Sie hat dementsprechend den kanton alen Richtplan zu beachten. Einem im Widerspruch zur Richtplanung stehenden Quartierplan wäre grundsätzlich die Genehmigung zu versagen. In Anbetracht dieser Rechtslage war vom Regi erungsrat zu prüfen, ob der Quar- tierplan "Stöcklin-Areal" den kantonalen Richtplan be rücksichtigt und im vorliegenden Fall ins- besondere die übergeordnete Verkehrsplanung nicht behindert. 5.3.3 Auf der Richtplankarte Verkehrsinfrastruktur ist zwi schen dem Bahnhof Dornach- Arlesheim eine über Reinach nach Therwil führende Schi enenverbindung eingezeichnet. Die Linienführung tangiert den Quartierplanperimeter im Bereich der Bruggstrasse. Im Objektblatt V2.3 zum Schienennetz ist der ÖV-Korridor Reinach - Do rnach als mittelfristiges (5-15 Jahre) Vorhaben aufgeführt. Angedacht ist gemäss dem Richtplan text die Verknüpfung der Tramlinien 11 und 10 bzw. die Verbindung von Reinach mit dem Bah nhof Dornach-Arlesheim über das westlich der H18 gelegene Gewerbegebiet "Kägen" in Re inach. Dieses Gewerbegebiet mit vie- len Arbeitsplätzen soll mittels einer neuen und attra ktiven Tramverbindung besser mit dem öf- fentlichen Verkehr erschlossen werden. Zur Realisierung de s Vorhabens wären im Wesentli- chen eine neue Brücke über die H18 sowie grössere Anpassu ngen im Bereich der heutigen Birsbrücke bzw. bei den Kreiseln Dornacherstrasse - Bruggstrasse nötig. Eine eigene Verkehrs- fläche für den öffentlichen Verkehr, so der Richtplantext weiter, sei auf dieser stark staugefähr- deten Achse äusserst wichtig. 5.3.4 Mit Schreiben vom 29. September 2016 teilte di e Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) der Gemeinde Aesch mit, dass die Baufelder des Qu artierplans "Stöcklin-Areal" von all- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht fälligen Tram-Trassierungen nicht betroffen sein würde n. Dieses Schreiben ist als Bestätigung zu verstehen, dass der Quartierplan den ÖV-Korridor ni cht behindert und in dieser Hinsicht als richtplankonform genehmigungsfähig ist, wie dies mittlerweile im angefochtenen Entscheid auch so festgehalten wurde. Damit wurde zum Ausdruck gebracht , dass an der Bruggstrasse genug Platz vorhanden wäre und das Tramtrassee nicht auf die Baufelder zu liegen käme, falls der ÖV-Korridor dereinst entlang der Bruggstrasse verwirklich t werden sollte. Das Schreiben ist, anders als die Beschwerdeführer meinen, nicht als Zusiche rung zu verstehen, dass der ÖV- Korridor nicht via Bruggstrasse realisiert werde. Wenn d ie Beschwerdeführer daraus herausle- sen, dass die Tramverbindung nicht über die Bruggstrasse, sondern über den X.____weg füh- ren werde, ziehen sie einen falschen Schluss. Wie der K anton im vorliegenden Verfahren aus- geführt hat, genügen die bisher gemachten Abklärunge n zum ÖV-Korridor nicht, um bereits definitive Entscheide über die Routenführung zu treff en. Das Tramtrassee könnte nach wie vor sowohl via Bruggstrasse als auch via X.____weg realisiert werden, wobei der Kanton und die involvierten Gemeinden heute noch einmal unisono beton en, dass die Variante Bruggstrasse allseits favorisiert wird. Die Forderung der Beschwerd eführer nach Gleichbehandlung läuft da- mit ins Leere. Zudem sind die Beschwerdeführer darauf zu verweisen, dass die Gemeinde Aesch in einem Schreiben an die BUD vom 9. Dezember 201 6 zu ihren Gunsten festgehalten hat, dass die Gemeinde einen ÖV-Korridor via X.____weg nur dann unterstützen werde, wenn die betroffenen Grundeigentümer mit dem Verlauf des Korridors einverstanden seien. 6.1 Als gegen die Plangenehmigung grundsätzlich denkbar en Rügepunkt bringen die Be- schwerdeführer den Aspekt der Verkehrssicherheit ins Spiel. Das Gebiet sei heute schon ver- kehrsmässig überlastet und für den Langsamverkehr gefährl ich. Sinngemäss bringen sie vor, der Quartierplan sei nicht genehmigungsfähig, da die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet sei, insbesondere nicht für den Langsamverkehr. Die Beschwerdeführer fordern Brücken und Unter- führungen und speziell einen gesicherten und abgetren nten Veloweg entlang der Bruggstrasse mit je einer Fahrspur pro Richtung. Sie verlangen, dass die Quartierplanung zurückgewiesen werde zur neuen Erarbeitung eines Verkehrskonzepts unt er gleichzeitiger Umsetzung des ÖV- Korridors. Alles andere gefährde Fussgänger und Velofahrer in rechtswidriger Weise. 6.2 Die sichere Ausgestaltung des Verkehrsregimes ist grun dsätzlich nicht Gegenstand der Nutzungsplanung, sondern des Baubewilligungsverfahrens . Da der Quartierplan allerdings Randbedingungen festlegt, die im anschliessenden Baubew illigungsverfahren verbindlich sind und deren nachträgliche akzessorische Überprüfung im Baubewilligungsverfahren grundsätzlich ausgeschlossen ist (vgl. vorne E. 4), kann die Verkehrssich erheit vom Kantonsgericht aus- nahmsweise im Rahmen einer Planungsbeschwerde beurteil t werden, wenn es aufgrund der angefochtenen (Sonder-)Nutzungsplanung von Vornherein ausgeschlossen erscheint, dass im nachfolgenden Baubewilligungsverfahren den Anforderu ngen an die Verkehrssicherheit genü- gende Ausfahrten und Ausgänge auf öffentliche Strassen werden bewilligt werden können (KGE VV vom 25. Juni 2014 [810 13 275/810 13 352] E. 5.3). Der motorisierte Individualverkehr wird im Stöcklin-Areal ab der Dornacherstrasse und der F luhstrasse in zwei unterirdische Au- toeinstellhallen geführt, wobei oberirdisch nur einige wenige Besucherparkplätze verbleiben. Der Aussenraum der Siedlung wird weitgehend autofrei gestaltet und ist von Geh- und Velowe- gen durchzogen, wobei für Notfalldienste eine Zufahrt zu den Gebäuden verbleibt (vgl. Pla- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nungs- und Begleitbericht, Ziff. 4.3.6). Die Beschwerde führer bringen zu Recht nicht vor, dass die verkehrsmässige Erschliessung des Quartierplanareals gene rell ungenügend sei oder die Aus- und Zufahrten sowie die Ausgestaltung der Verkehrsf lächen Vorgaben des Bundes oder technischen Sicherheitsnormen widersprechen würden. 6.3 Die Beschwerdeführer zielen mit ihrer Kritik auf di e Auswirkungen der vorgesehenen Nutzung auf das an das Areal angrenzende Strassennetz a b. Eine Zone ist strassenmässig im Sinne von Art. 19 Abs. 1 RPG nicht hinreichend erschlossen und deshalb nicht genehmigungs- fähig, wenn deren vorgesehene Nutzung mit einer Verk ehrszunahme verbunden ist, die zu ei- nem Konflikt mit raumplanerischen Grundsätzen oder über geordneten Vorschriften führt. Der Mehrverkehr als Folge von Umnutzungen darf daher auf dem angrenzenden Strassennetz nicht zu einer unzulässigen Überlastung führen (vgl. E LOI JEANNERAT , in: Aemisegger et al. [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, Art. 19 Rz. 30 ff.). Ob und falls ja inwie- fern sich diese Grundsätze auf die Frage der Verkehrssicherheit auf den umliegenden Strassen übertragen lassen, braucht im Lichte der nachfolgenden Ausführungen nicht weiter vertieft zu werden. 6.4 Das im Rahmen der Quartierplanung eingeholte Ver kehrsgutachten vom 9. November 2016 attestiert der Bruggstrasse zusammen mit dem Kreise l Dornacherstrasse - Bruggstrasse, den die Beschwerdeführer anlässlich des Augenscheins als neuralgischen Punkt für die Sicher- heit des Langsamverkehrs hervorgehoben haben, im heutig en Zustand in der Morgenspitzen- stunde einen ausreichenden Wert (gemäss den aktuellen Nor men des Schweizerischen Ver- bands der Strassen- und Verkehrsfachleute [VSS] die Ver kehrsqualitätsstufe [VQS] D), wäh- renddem in der Abendspitze ein mangelhafter Verkehrsfluss (VQS E) erreicht wird. Das Gutach- ten prognostiziert ein vom Quartierplanareal zusätzlich er zeugtes Verkehrsvolumen, das zu einer Verschlechterung des Verkehrsflusses führen würde (V QS E am Morgen, VQS F [unge- nügend] am Abend). Gestützt auf diese Erkenntnisse sind O ptimierungsmassnahmen in Pla- nung, welche den Mehrverkehr auffangen sollen. Da es si ch bei der Bruggstrasse und der Dor- nacherstrasse um Kantonsstrassen handelt, ist der Kanton dafür zuständig. Geplant ist ein kan- tonales Strassenprojekt, welches den Kreisel leicht verschi ebt und als Bypass eine zusätzliche Abbiegespur von der Bruggstrasse in die Dornacherstrasse e rmöglicht. Die bestehenden Vor- projektpläne des kantonalen Tiefbauamts wurden mit ein er sog. Interessenslinie und einer Strassenbaulinie in den Quartierplan integriert. Wie das Amt für Raumplanung am heutigen Au- genschein versichert, wird die Anpassung des Strassenraums fertig sein, bevor die Überbauung im Quartierplanareal bezogen wird. 6.5 Die Beschwerdeführer erheben keine Rügen gegen di e Verkehrskonzeption als solche, sondern sie bemängeln deren Auswirkungen auf den Langsam verkehr. Sie weisen darauf hin, dass die Bushaltestelle auf der dem Planungsgebiet geg enüberliegenden Seite der Bruggstras- se situiert sei und Buspassagiere den Fussgängerstreifen d irekt am Kreisel zu überqueren hät- ten. Velofahrer seien einer grossen Gefahr ausgesetzt, da die Fussgänger dabei stets auch den Radstreifen überqueren müssten. Aus dem Blickwinkel der V erkehrssicherheit sei dieser Kno- tenpunkt für Velofahrer und Fussgänger sehr gefährlich. Wie der Beschwerdegegner in der Vernehmlassung zutreffend bemerkt, basiert die Behauptung der Beschwerdeführer, dass Krei- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sel und Fussgängerstreifen per se gefährlich seien, auf keiner fachlichen Grundlage. Ihre Mei- nung wird von den Fachbehörden denn auch nicht getei lt. Die kantonale Strasseninfrastruktur wird gemäss dem Stand der Technik erstellt und optimier t und Normvorgaben des VSS werden berücksichtigt. Damit ist sichergestellt, dass die kantonal e Strasseninfrastruktur keine rechtlich massgeblichen Sicherheitsdefizite aufweist. Der vorliegend zu beurteilende Kreisel ist damit für den Langsamverkehr nicht gefährlicher als viele andere ve rgleichbare Kreisel, welche sich in- nerorts als Sicherheitsmassnahme gerade für den Langsamve rkehr bewährt haben (vgl. PATRICK EBERLING /GIANANTONIO SCARAMUZZA , bfu-Massnahmenkatalog, Infrastruktur–Sicher- heitsmassnahmen im Strassenraum, Bern 2017, S. 44 f.). Eine vollkommene Trennung der ver- schiedenen Verkehrsteilnehmer und derer Verkehrsflächen , wie es die Beschwerdeführer for- dern, ist nicht praktikabel. Jede Querung einer Strasse schafft unweigerlich ein Unfallrisiko. Dass es durch das Fehlverhalten eines Verkehrsteilnehmers zu einem Unfall kommen kann, lässt sich naturgemäss nicht verhindern. Aus dem Quartierp lanvertrag geht aber immerhin her- vor, dass die Stöcklin Logistik AG für die Erstellung eines kombinierten Fuss- und Radwegs (Langsamverkehrsroute) entlang der Bruggstrasse sowie fü r den Kreiselbau Land an den Kan- ton Basel-Landschaft abtritt. Es erfolgt eine weitere Landabtretung entlang der Fluhstrasse für den Bau eines Trottoirs. Weiter wird im Süden des Quar tierplanareals eine Fussgängern und Velofahrern vorbehaltene durchgehende Ost-West-Verbind ung realisiert. Den Beschwerdegeg- nern ist darin beizupflichten, dass sich die Verkehrssich erheit für Fussgänger und Velofahrer gegenüber dem heutigen Zustand im und rund um das Quartierplanareal wesentlich verbessern wird, weshalb sich der Einwand der Beschwerdeführer als unbegründet erweist. 7.1 Schliesslich beanstanden die Beschwerdeführer die ver dichtete Bauweise des Quartier- planareals. Die städteplanerische Verdichtung mit dre i bis zu 40 Meter hohen Wohntürmen sei überdimensioniert, an dieser zentrumsfernen Lage "artfremd" und stehe in ihrem Erscheinungs- bild und der Masse im Widerspruch zum überkommunalen Or tsbild. Ausserdem zerstöre sie den Charakter des nur 100 Meter weiter weg liegenden historischen Dorfkerns von Dornach, das sich nicht gegen das Projekt habe wehren können. Let zteres diene einzig der Gewinnma- ximierung der Projekteigner und sei von den Gemeinden aus reinem Steuerinteresse unterstützt worden. Das Dorfzentrum von Aesch und die privilegierte n Hauseigentümer in den Einfamilien- hausquartieren würden demgegenüber vor einer Verdichtu ng in ihrem Umfeld verschont. Der vorliegende Quartierplan sei unter Mitwirkung aller b etroffenen Kommunen und Anwohner zu redimensionieren und von Grund auf neu zu erarbeiten. 7.2.1 Bei der Erfüllung raumplanerischer Aufgaben und der Festsetzung von Zonen haben die Planungsbehörden die im positiven Recht normierten Zie le und Grundsätze optimal zu berück- sichtigen. Auch im Kontext der Sondernutzungsplanung kom mt den Planungsgrundsätzen len- kender Charakter zu. Solche Planungsgrundsätze ergeben sich aus dem Bundesrecht und dem kantonalen Recht (BGE 115 Ia 350 E. 3d; BGE 114 Ia 3 71 E. 5b; W ALDMANN /HÄNNI , a.a.O., Art. 3 Rz. 10 ff.). Dazu gehören die Ziele und Planun gsgrundsätze, wie sie in Art. 1 und Art. 3 RPG umschrieben sind. Art. 3 der Raumplanungsverordnung (RPV) vom 28. Juni 2000 hält allgemein fest, wie die Behörden die verschiedenen Int eressen gegeneinander abzuwägen ha- ben, wenn ihnen bei der Erfüllung und Abstimmung ra umwirksamer Aufgaben Handlungsspiel- räume zustehen. Bei der Durchführung einer Planung sind alle sachlich erheblichen und recht- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich anerkannten Interessen, seien es öffentliche oder private, zu beachten (PIERRE TSCHANNEN , in: Aemisegger et al. [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Ric ht- und Sachplanung, Interessenab- wägung, Zürich 2019, Art. 3 Rz. 19 ff.; KGE VV vom 18. Januar 2017 [810 15 330] E. 6.5.1; BGE 124 II 391 E. 4). Planungsgrundsätze sind justiziabe l und insbesondere auch für den Ge- setzgeber verbindlich, soweit er raumwirksame Aufgaben wa hrnimmt (BGE 112 Ia 65 E. 4; Ur- teil des BGer 1C_157/2014 vom 4. November 2015 E. 3.3). 7.2.2 Die am 1. Mai 2014 in Kraft getretene Teilrevi sion des Raumplanungsgesetzes ergänzte die Ziele der Raumplanung mit den Bestrebungen, das Baugebiet vom Nichtbaugebiet zu tren- nen (Art. 1 Abs. 1 RPG), die Siedlungsentwicklung unter Berücksichtigung einer angemessenen Wohnqualität nach innen zu lenken (Art. 1 Abs. 2 lit. abis RPG) und kompakte Siedlungen zu schaffen (Art. 1 Abs. 2 lit. b RPG). Zudem wurden die Planungsgrundsätze nach Art. 3 RPG dahingehend erweitert, dass bei der Siedlungsgestaltun g Massnahmen zur besseren Nutzung der brachliegenden oder ungenügend genutzten Flächen in Bauzonen und der Möglichkeiten zur Verdichtung der Siedlungsfläche getroffen werden sollen (Art. 3 Abs. 3 lit. a bis RPG). Diese Massnahmen dienen der Eindämmung der Zersiedelung und gewährleisten - als Folge einer verstärkt nach innen gelenkten Siedlungsentwicklung - einen besseren Schutz des Kulturlandes (vgl. Botschaft des Bundesrates zu einer Teilrevision des Rau mplanungsgesetzes vom 20. Januar 2010, BBl 2010 1049, S. 1056). Der Begriff "Siedlungsentwicklung nach innen" bein- haltet die Aspekte Siedlungsbegrenzung, Verdichtung, Siedlungserneuerung sowie die kompak- te Siedlungsentwicklung am geeigneten Ort. Das Hauptanliegen der Siedlungsentwicklung nach innen ist die konsequente Mobilisierung der inneren ( Nutzungs-)Reserven. Diese liegen inner- halb des weitgehend überbauten Siedlungsgebiets und ve rfügen über Baupotenzial (vorwie- gend Baulücken, Siedlungsbrachen und schlecht genutzte Bauzonen). Ziel der schweizerischen Raumplanungspolitik ist ein Plus an Bewohnerinnen und B ewohnern sowie Beschäftigten pro Flächeneinheit in den bereits überbauten Gebieten (N utzungsverdichtung). Die bauliche Ver- dichtung (Vergrösserung der Geschossfläche pro Flächeninhalt) ist eine notwendige Vorausset- zung zur Erreichung dieses Ziels (vgl. Bericht des Bundesrates vom 21. Juni 2017, Verdichtetes Bauen in Ortszentren fördern, aber wie?, Bern 2017, S. 11). Verdichtungsmassnahmen greifen damit regelmässig in bestehende Siedlungsstrukturen ein und bleiben nicht ohne Folgen in so- zialer, wirtschaftlicher, ökologischer und ästhetischer Hi nsicht (T SCHANNEN , a.a.O., Art. 1 Rz. 32). Auch wenn das zentrale Ziel der Raumplanung in der haushälterischen Bodennutzung liegt (vgl. Art. 75 Abs. 1 BV; BGE 122 II 326 E. 4a; TSCHANNEN , a.a.O., Art. 1 Rz. 12), gilt es dennoch zu beachten, dass das Postulat der Verdichtung ba ulicher Nutzung - so wichtig der haushälterische Umgang mit dem Boden auch ist - nicht e infach als planerisches Oberziel be- trachtet werden kann, dem sich alle anderen Planungsanli egen unterzuordnen haben. Massge- bend müssen eine Gesamtsicht und Optimierung der plane rischen Interessen sein (Urteil des BGer 1C_349/2011 vom 9. Januar 2012 E. 3.4). 7.3.1 Vorab ist festzuhalten, dass sich die Darstellung de r Beschwerdeführer, wonach die Nachbargemeinde Dornach sich im Verfahren nicht zum Proj ekt habe äussern können, als un- zutreffend erweist. Die Einwohnergemeinde Dornach wurd e von der BUD im Rahmen der Vor- prüfung zur Stellungnahme zum Quartierplan eingeladen. Der Gemeinderat hat sich mit Schrei- ben vom 21. April 2016 positiv zum Projekt geäussert u nd unterstrichen, dass das Planungsge- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht biet von seiner Lage her prädestiniert sei für eine verdichtete Weiterentwicklung und die Ge- meinde speziell die damit einhergehende Aufwertung d es öffentlich zugänglichen Birsraums befürworte. Im Übrigen verhält es sich entgegen den B eschwerdeführern auch nicht so, dass der Quartierplan unter Ausschluss der Öffentlichkeit era rbeitet worden wäre. Die Bevölkerung wurde im Gegenteil regelmässig über den Planungsstand informiert und konnte im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens ihre Meinung zum Projekt äussern u nd Verbesserungsvorschläge ein- bringen, wie sich aus dem bei den Akten liegenden aus führlichen Mitwirkungsbericht unschwer erkennen lässt. 7.3.2 Soweit die Beschwerdeführer weiter generelle K ritik an der Gemeinde Aesch und den Projektinvestoren üben, ist darauf mangels Relevanz nic ht weiter einzugehen. So dürfte nicht zu bestreiten sein, dass die Grundeigentümerin ein finanzielles Interesse daran hat, die Rendite zu optimieren und mit ihren Grundstücken möglichst viel G eld zu verdienen. Hierzu ist festzu- halten, dass der Quartierplan jedenfalls auch im öffe ntlichen Interesse liegt, was nicht aus- schliesst, dass gleichzeitig private Interessen der geschilde rten Art verfolgt werden. Als Folge der Realisierung dürfte sich auch das Steuersubstrat der G emeinden erhöhen, was aber auf Seiten des Gemeinwesens kein illegitimes Motiv darstel lt. Wenn die Beschwerdeführer weiter vorbringen, sie als Bewohner einer Gewerbe- und Indus triezone am Rande der Gemeinde wür- den von der im Dorfkern Aesch und in den umliegenden Gebieten wohnhaften wohlhabenden Schicht systematisch benachteiligt, so werfen sie damit ke ine Fragen auf, die im vorliegenden Verfahren zu beurteilen wären. Sollten sie mit gewisse n Bemerkungen andeuten wollen, dass die Stimmberechtigten ihren Entscheid zum Quartierplan auf der Grundlage von unvollständi- gen Behördeninformationen getroffen hätten, so wären sie mit diesem Vorwurf ebenfalls nicht zu hören. 7.4 Die Vorbringen der Beschwerdeführer können sinngem äss so verstanden werden, dass sie eine Verletzung der kantonalen Planungsgrundsätze für verdichtetes Bauen rügen. Nach § 15 Abs. 2 RBG fördern die Gemeinden die Siedlungs entwicklung nach innen und die verdich- tete Bauweise, soweit dem nicht Interessen des Ortsbild- und Landschaftsschutzes oder andere übergeordnete Planungsziele entgegenstehen. Die verdich tete Bauweise, welche entweder durch eine Ausnahmeüberbauung nach einheitlichem Plan (§ 50 RBG) oder mittels Quartierplan sicherzustellen ist, muss eine hohe Siedlungs- und Wohnqua lität sowie eine gute Einfügung in die landschaftliche und bauliche Umgebung gewährleisten (§ 15 Abs. 3 RBG). 7.5.1 Das Firmengelände der Stöcklin Logistik AG liegt a n der kantonalen Hauptverkehrsach- se Bruggstrasse mit einem direkten Anschluss an die Hochleistungstrasse H18 und ist damit für den motorisierten Individualverkehr bestens erschlossen. D urch die nahegelegenen Bushalte- stellen und den in Gehdistanz gelegenen Bahnhof Dornach-Arlesheim ist der Anschluss an den öffentlichen Verkehr gewährleistet, wobei zumindest län gerfristig mit einer Umsetzung des ÖV- Korridors und damit einer Verbesserung der Anbindung gerechnet werden darf. Die Dorna- cherstrasse ist Teil des bestehenden Netzes von kantonalen Radrouten, entlang der Bruggstrasse ist eine neue, von der Fahrbahn abgetrennte Verbindung für den Langsamverkehr zwischen dem Gebiet "Kägen" und dem Bahnhof Dornach-Ar lesheim projektiert. Mit Dornach- brugg, dem historischen Ortskern von Dornach, liegt ein Ge biet mit Zentrums- und Versor- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht gungsfunktion in Fussdistanz. Das Firmenareal selber ist im heutigen Zustand eine Ansamm- lung von gewerblichen Riegelbauten mit uneinheitliche r Zweckarchitektur ohne denkmalpflege- rischen Wert. Zwischen den Gebäuden sind Fahr- und Parkie rflächen angelegt, der Boden ist weitestgehend versiegelt. Das für eine Wohn- und Dienst leistungsnutzung ideal gelegene Ge- biet birgt demnach ein enormes Potenzial für eine städ tebauliche Aufwertung im Rahmen einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung, wozu auch zusätzliche G rünflächen gehören. Das Ziel, Siedlungen nach innen zu entwickeln, kann nur erreicht werden, wenn derartige standortgünstig gelegene Industriebrachen als besonders wichtige inner e Nutzungsreserven konsequent ge- nutzt werden. 7.5.2 Wie die Beschwerdeführer unter anderem mit Ver weis auf die bei den Akten liegenden Visualisierungen ausführen, wird die mit dem umstritte nen Quartierplan vorgezeichnete Über- bauung mit drei bis zu 13-stöckigen Hochhäusern aufgrund der Proportionen der definierten Baubereiche je nach Betrachtungsstandort relativ markant in Erscheinung treten. Hochhäuser fügen sich allein schon aufgrund ihrer Höhe selten beson ders gut in die Landschaft und die be- stehenden Siedlungsstrukturen ein. Dieser Umstand allei n macht die Planung unter dem Ge- sichtspunkt der Eingliederung jedoch nicht unzulässig (vg l. Urteil des BGer 1C_230/2017 vom 24. Mai 2018 E. 5.4.2). Der hier strittige Standort erscheint in dieser Hinsicht als prädestiniert für derartige Vorhaben: Das Quartierplanareal ist im Westen und im Norden umgeben von brei- ten Hauptverkehrsachsen und von Industrie- und Gewerbe bauten. Auf der östlichen Seite wird es durch die Birs und einen Grünstreifen zwischen Birs und Dornacherstrasse von Dornach- brugg getrennt. Gerade die Birs macht die Trennung zwi schen dem historischen Dorfteil von Dornach und dem geplanten urbanen Erscheinungsbild d er strittigen Überbauung sicht- und erlebbar. Aus der Blickrichtung Dornachbrugg auf das A real wird sich der Anblick gemäss den Visualisierungen gegenüber heute um einiges verbessern. Umgekehrt wird aus der Blickrich- tung Westen die Höhe der Wohntürme etwas gemildert, w eil das Quartierplanareal nach Osten hin abfällt. Nicht zu negieren ist, dass die geplante Üb erbauung mit mehreren Hochhäusern einen gewissen Kontrast zum südlich des Planungsperimeters liegenden Bruggfeldquartier bil- den wird. Allerdings ist es nicht so, dass die geplante n Hochhäuser ein klassisches Wohnquar- tier regelrecht erdrücken würden. Beim Bruggfeldquar tier handelt es sich um ein zufällig wir- kendes Gemisch von Wohn- und Gewerbezonen (und Mischzonen) mit entsprechend hetero- gener Nutzung und Bebauung, wie sich auch am Augenschein gezeigt hat. Die Siedlung lässt keine historisch gewachsene harmonische Struktur erkennen und bietet alles andere als ein einheitliches Erscheinungsbild. Von einem "Dorfcharakt er" kann jedenfalls nicht die Rede sein. In etwas Entfernung finden sich im Gebiet "Neu-Aesch" im Übrigen auch bestehende Hochhäu- ser der etwas älteren Überbauung "Bruggfeld" mit imme rhin bis zu 9 Stockwerken, so dass Hochhäuser nicht als völlige Fremdkörper bezeichnet werde n können. Zusätzlich tragen die Unterteilung des Stöcklin-Areals in elf Baubereiche und ihre Anordnung und Untergliederung mit unterschiedlichen Gebäudehöhen und -breiten in Ko mbination mit grosszügigen Grünflä- chen dazu bei, dass die geplante Überbauung insgesamt nicht übermässig massiv in Erschei- nung treten wird. Die geplanten drei bis zu 13-stöckige n Hochhäuser erlauben es gerade, dass bei hoher Ausnützung die Freiflächen zwischen den Gebäu den grösser werden und so ver- mehrt Durchblicke entstehen. Würde man die Gebäudehöhe wie in der Beschwerde verlangt auf 30 Meter begrenzen, würden die Gebäude bei gleicher Nutzung einfach breiter und insofern Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht massiger. Solche Riegel sind dabei bezüglich der Eingliederung beileibe nicht besser als isolier- tere hohe Bauten. Auf Grundlage der Akten, des Augensc heins sowie des am Augenschein gezeigten Modells kommt das Kantonsgericht zum Schluss, da ss sich die geplanten Bauten im Quartierplanperimeter gut in die Topographie und di e bauliche und landschaftliche Umgebung einpassen. 7.5.3 Bezüglich der Siedlungsqualität ist der Umstand von Bedeutung, dass die zu beurteilen- de Planung aus einem städtebaulichen Varianzverfahren hervorgegangen ist und von einer aus Fachpersonen zusammengesetzten Jury ausgewählt wurde. Dieses Verfahren ist ein bewährtes Vorgehen, um bei komplexen Aufgabenstellungen in der Raumplanung und im Städtebau zu guten Lösungen zu gelangen. Wie vorstehend aufgezeigt sind die Verkehrserschliessung und die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs sicherge stellt. Der Lärmbelastung durch den Strassenverkehr wird mit diversen planerischen und bauli chen Massnahmen Rechnung getra- gen, etwa indem an der Bruggstrasse ein für die gewer bliche Nutzung reservierter Riegelbau platziert wird, der die dahinterliegenden Wohnungen vom Strassenlärm abschirmt. Ebenfalls gewährleistet ist eine hochwertige Architektur mit ausrei chend Grünflächen. Die vorgesehene Bebauungs- und Aussenraumstruktur wurde sowohl von den kommunalen Fachkommissionen als auch von der Arealbaukommission des Kantons begutacht et und für gut befunden. Deren überzeugende Expertenmeinung vermögen die Beschwerdefüh rer mit ihrem subjektiv gepräg- ten anderweitigen Empfinden nicht in Zweifel zu ziehen. 7.5.4 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer ist trotz der verdichteten Bauweise auch die hohe Wohnqualität gewährleistet. Eine gute Wohnqualität ist nicht nur mit einer locke- ren Bebauung zu erzielen und Verdichtung bedeutet nic ht automatisch Verschlechterung (TSCHANNEN , a.a.O., Art. 1 Rz. 33). Zahlenmässig absolute gesetzl iche Beschränkungen für die Ausnutzung des Raumes existieren nicht. Die im Quartier planreglement festgelegte maximal zulässige Ausnutzung der Baufelder ist im Vergleich mit a nderen Zonenvorschriften und Quar- tierplanungen der beiden Gemeinden und im übrigen K antonsgebiet nicht übermässig hoch. Aus den 1960er- und 1970er-Jahren existieren im Kanton Basel-Landschaft zahlreiche ver- gleichbare Überbauungen mit Hochhäusern, welche nach dem gleichen Grundgedanken wie hier geplant wurden, dass mittels Bauen in die Höhe ei n grösserer Freiraum zwischen den Ge- bäuden ermöglicht wird. Wie der Beschwerdegegner wei ter unwidersprochen aufgezeigt hat, gibt es in Reinach bereits heute genehmigte Quartierpl äne mit höherer Dichte (Quartierpläne Bruggstrasse und Schönenbach) und lässt die Zonenordnung der Gemeinde in der WG5-Zone praktisch dasselbe Nutzungsmass zu (Ausnützungsziffer 140 % g egenüber 140.9 % im Quar- tierplan). Die Bebauungsziffer des massgebenden Bebauu ngskonzepts beträgt zudem für das gesamte Quartierplanareal lediglich rund 30 %, was um gekehrt bedeutet, dass etwa 70 % der massgebenden Parzellenflächen von Hauptbauten frei ble iben und für landschaftsplanerisch sorgfältig gestaltete Grünflächen genutzt werden könne n (vgl. Planungs- und Begleitbericht, Ziff. 4.3.3 sowie das Aussenraumkonzept im Anhang 1 des Berichts). Die verdichtete Bauweise des Quartierplanareals entspricht somit dem Nutzungsmass einer urbanen Zentrumszone. Da- bei trifft der Einwand zu, dass sich dort heute kein Sie dlungszentrum befindet. Der vorliegend angefochtene Quartierplan soll dies aber gerade ändern und in der bestehenden Bauzone ei- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen neuen urbanen Siedlungsschwerpunkt an einem bestens erschlossenen Standort in der Agglomeration schaffen. 7.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das auf dem Stö cklin-Areal geplante Vorhaben zu einer gesetzlich erwünschten verdichteten Überbauung bestehender Siedlungsfläche an ei- nem dafür idealen Standort führt, wobei eine hohe S iedlungs- und Wohnqualität gewährleistet ist und sich die Bauten so gut wie möglich in die besteh ende Landschaft einordnen. Die Abwä- gung der verschiedenen raumplanerischen Interessen - soweit dies durch den Quartierplan vor- gezeichnet wird - ist nicht zu beanstanden. 8. Nach dem Gesagten wurde das rechtliche Gehör der Besc hwerdeführer nicht verletzt und ist die strittige Quartierplanung unter sämtlichen gerügten Gesichtspunkten rechtskonform, weshalb sie der Regierungsrat zu Recht genehmigt hat. D ie Beschwerde erweist sich als unbe- gründet, was zu ihrer vollumfänglichen Abweisung führt. 9. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantons gericht kostenpflichtig. Die Ver- fahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Bew eiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise unterliege nden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- den unterliegenden Beschwerdeführern aufzuerlegen und mi t dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Die ausserordentlichen Ko sten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- werden den Be- schwerdeführern auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber