Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2019 13 Entscheid vom 24. April 2019 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Ruth Mikšovic-Waldis, Richterin Monica Huber-Landolt, Richterin MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________, gegen 1.Amt für Migration (AFM), Steistegstrasse 13, Postfach 454, 6431 Schwyz, 2.Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Postfach 1260, 6431 Schwyz, Vorinstanzen, Gegenstand Ausländerrecht (Gesuch um Kantonswechsel)2 Sachverhalt: A.A.________ (Jg. 1984, türkischer Staatsangehöriger) heiratete am 5. Fe- bruar 2010 in der Türkei die türkische Staatsangehörige und Inhaberin einer Nie- derlassungsbewilligung (Ausweis C) C.________ (AFM-act. 64) und reiste am 6. August 2010 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein (AFM-act. 76 u. 78). Hiernach erteilte ihm der Kanton Aargau am 20. August 2010 eine Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B; AFM-act. 79 f.). Am 13. März 2013 bewilligte das Bezirksgericht D.________ der Ehefrau das Getrenntleben der Ehegatten (AFM-act. 96; vgl. AFM-act. 117). Mit Entscheid vom 27. Oktober 2015 wurde die Ehe zwischen A.________ und C.________, welcher am ________ 2012 der gemeinsame Sohn E.________ entsprang, geschieden (RR-act. I/01/3 S. 2; vgl. AFM-act. 288). B.Nach der gerichtlich bewilligten Trennung bzw. Auflösung der Familienge- meinschaft, die weniger als drei Jahre dauerte, verlängerte das Amt für Migration und Integration Aargau (MIKA) die Aufenthaltsbewilligung von A.________ erst- mals mit Gültigkeit ab 29. August 2013 aus wichtigen persönlichen Gründen im Sinne eines Härtefalles unter Auflagen (AFM-act. 165-167). Nachdem die vom MIKA am 10. Juni 2016 gegen A.________ verfügte Nichtverlängerung der Auf- enthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz (AFM-act. 395) mit Ein- spracheentscheid des Rechtsdienstes des MIKA vom 18. April 2017 (AFM-act. 511 Dispositiv-Ziff. 1) aufgehoben worden war und der Rechtsdienst A.________ gleichzeitig (im Sinne einer "allerletzte[n] Chance") unter Androhung der Nicht- verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung aus der Schweiz verwarnt hatte (AFM-act. 511 Erw. 8 und Dispositiv-Ziff. 2), verlängerte das MIKA die Aufenthaltsbewilligung letztmals mit Zustimmung des Staatssekretariats für Migration (SEM) und Gültigkeit bis 28. Februar 2018 (vgl. AFM-act. 528). C.Am 8. September 2017 reichte A.________ beim Einwohneramt der Ge- meinde F.________ ein Gesuch um Kantonswechsel ein, welches beim Amt für Migration des Kantons Schwyz (AFM) am 20. September 2017 einging (AFM-act. 17). Am 8. November 2017 unterzeichnete A.________ einen Mietvertrag für ei- ne 3-Zimmerwohnung an der G.________-strasse, H.________ (Ort), nachdem er offenbar schon zuvor in den Kanton Schwyz (I.________-strasse, J.________ [Ort]) gezogen war (AFM-act. 555). Das AFM liess die Akten ergänzen (AFM-act. 532, 575, 579) und verlangte vom MIKA das Aktendossier betreffend A.________ (AFM-act. 531). D.Mit Verfügung vom 31. Juli 2018 (AFM-act. 616) lehnte das AFM das Ge- such um Kantonswechsel von A.________ (nach Gewährung des rechtlichen 3 Gehörs am 14. Mai 2018, AFM-act. 603) ab und wies ihn an, den Kanton Schwyz bis spätestens vier Wochen nach Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. Die Kosten der Verfügung wurden auf Fr. 510.-- (Gebühr Fr. 500.-- und Auslagen Fr. 10.--) festgelegt. E.Gegen die Verfügung des AFM Schwyz vom 31. Juli 2018 liess A.________ am 22. August 2018 (Postaufgabe: 23.8.2018) Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Schwyz erheben (RR-act. I/01). Mit Regierungsrats- beschluss (RRB) Nr. 972/2018 vom 18. Dezember 2018 beschloss der Regie- rungsrat: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. A.________ hat den Kanton Schwyz innert vier Wochen ab Rechtskraft dieses Beschlusses zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten (inklusive Kanzleikosten) im Betrag von Fr. 1500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dessen Kostenvorschuss (Fr. 1500.--) verrechnet. 4. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen. (5.-7. Rechtsmittelbelehrung, Zustellung, Zustellung elektronisch). F.Mit Eingabe vom 16. Januar 2019 lässt A.________ gegen den am 21. De- zember 2018 versandten RRB Nr. 972/2018 rechtzeitig Beschwerde beim Ver- waltungsgericht des Kantons Schwyz erheben mit den Anträgen: 1. Es sei der Beschluss Nr. 972/2018 vom 18. Dezember 2018 des Regierungs- rats betreffend Kantonswechsel vollumfänglich aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer die Bewilligung des Kantonswechsels Drittstaaten sowie eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. 2. Eventualiter sei die Verfügung vom 18. Dezember 2018 des Regierungsrats betreffend Kantonswechsel vollumfänglich aufzuheben und der Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 3. Es seien die Akten aus dem vorinstanzlichen Verfahren (Beschluss Nr. 972/2018) beizuziehen. 4. Es seien dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege und Pro- zessvertretung zu gewähren und es sei der Unterzeichnende als unentgeltli- cher Rechtsbeistand des Beschwerdeführers einzusetzen. G.Der instruierende Richter setzt dem Beschwerdeführer am 17. Januar 2019 Frist bis 5. Februar 2019 an, um das Formular betreffend die unentgeltliche Rechtspflege ausgefüllt und unterzeichnet dem Gericht einzureichen. Das ent- sprechende Formular geht dem Gericht rechtzeitig am 31. Januar 2019 zu. H.Das AFM und das instruierende Sicherheitsdepartement des Kantons Schwyz beantragen am 28. Januar 2019 bzw. am 29. Januar 2019 vernehmlas-4 send die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten des Beschwer- deführers. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Wollen Personen mit einer Kurzaufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung ih- ren Wohnort in einen anderen Kanton verlegen, müssen sie nach Art. 37 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Inte- gration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20 [bis 31.12.2018 und soweit im Folgenden die altrechtliche Fassung massgeblich ist: Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, AuG]) vom 16. Dezember 2005 im Vor- aus eine entsprechende Bewilligung des neuen Kantons beantragen. Die Bewilli- gung nach Art. 37 Abs. 1 AIG ist konstitutiver Natur. Erst wenn der neue Kanton den Kantonswechsel bewilligt und eine Aufenthaltsbewilligung für sein Kantons- gebiet erteilt hat, erlischt die frühere Aufenthaltsbewilligung der ge- suchstellenden Person (Art. 61 Abs. 1 lit. b AIG) und ist diese berechtigt, im neuen Kanton Wohnsitz zu nehmen. Somit muss das Bewilligungsverfahren zwingend im angestammten Kanton abgewartet werden (vgl. VGE III 2017 201 vom 26.1.2018 Erw. 1.1; vgl. auch Verwaltungsgericht des Kantons Zürich VB.2013.00711 vom 22.1.2014 Erw. 2.1). Lediglich ein vorübergehender Aufent- halt bis zu drei Monaten pro Kalenderjahr in einem anderen Kanton ist bewilli- gungsfrei (Art. 37 Abs. 4 AIG i.V.m. Art. 67 Abs. 2 der Verordnung über Zulas- sung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201] vom 24.10.2007). 1.2Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung haben Anspruch auf den Kan- tonswechsel, wenn sie nicht arbeitslos sind und keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AIG vorliegen (Art. 37 Abs. 2 AIG). 1.3Angesichts der beschränkten Überprüfungsbefugnis der Behörden des neuen Kantons setzt die Bewilligung des Kantonswechsels voraus, dass die ge- suchstellende Person im Zeitpunkt des Gesuchs wie auch im Entscheidzeitpunkt Inhaberin einer gültigen Aufenthaltsbewilligung ist (Bolzli, OFK-Migrationsrecht, 4. Auflage, Art. 37 N 8a AuG). Insoweit bildet auch das Bestehen einer Aufent- haltsbewilligung im Entscheidzeitpunkt eine (dritte) Voraussetzung, damit ein An- spruch auf Kantonswechsel gemäss Art. 37 Abs. 2 AIG besteht. Verliert die ge- suchstellende Person während des hängigen Verfahrens ihre Aufenthaltsbewilli- gung, kann ihr der Kantonswechsel gestützt auf Art. 37 Abs. 2 AIG nicht bewilligt werden. Dasselbe gilt, wenn ihre Bewilligung mittlerweile abgelaufen ist (vgl. Art. 61 Abs. 1 lit. c AIG). Die gesuchstellende Person hat deshalb dafür besorgt zu sein, dass ihre Aufenthaltsbewilligung von den Behörden des Ursprungskan-5 tons verlängert wird, bis über den Kantonswechsel entschieden worden ist. Kein Anspruch besteht damit, wenn etwa verspätet um Verlängerung der Aufenthalts- bewilligung ersucht wurde (was die Bewilligung nicht zwingend untergehen lässt, vgl. Urteil BGer 2C_1050/2012 vom 6.12.2013 Erw. 2) und/oder diese in einem Rechtsmittelverfahren strittig ist. Ein solcher tolerierter, prekärer Aufenthalt ver- mag keinen Anspruch auf Kantonswechsel zu rechtfertigen (VGE III 2017 201 vom 26.1.2018 Erw. 1.3; vgl. Verwaltungsgericht des Kantons Zürich VB.2014.00172 vom 4.6.2014 Erw. 3.3). Etwas Anderes könnte nur dann gelten, wenn aufgrund der Aktenlage von einer routinemässigen Verlängerung der Auf- enthaltsbewilligung auszugehen wäre (VGE III 2017 201 vom 26.1.2018 Erw. 1.3; vgl. Verwaltungsgericht des Kantons Zürich VB.2013.00711 vom 22.1.2014 Erw. 2.3). 2.1Der Beschwerdeführer rügt die Verletzung des rechtlichen Gehörs. Sinn- gemäss habe das AFM Aussagen des Beschwerdeführers ignoriert und die offe- rierten Beweismittel nicht abgenommen, was zur offensichtlich unrichtigen Fest- stellung des Sachverhalts geführt habe. Der Regierungsrat habe die vom Be- schwerdeführer in der Verwaltungsbeschwerde vorgebrachten Rügen betreffend qualifiziert unrichtige Sachverhaltsfeststellungen ignoriert und infolgedessen den Sachverhalt unrichtig und willkürlich festgestellt. Hätte der Regierungsrat diese Rügen beachtet und den vom Beschwerdeführer vorgelegten Sachverhalt zur Kenntnis genommen, so hätte er feststellen können, dass die Voraussetzungen zur Erteilung der Aufenthaltsbewilligung klarerweise erfüllt seien und bereits auf- grund der Aktenlage von einer routinemässigen Verlängerung seiner Aufent- haltsbewilligung hätte ausgegangen werden müssen (Beschwerdeschrift S. 7 Ziff. 16 ff., S. 12 Ziff. 36 f.). 2.2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV gebietet, dass die Behörde die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen (BGE 139 V 496 Erw. 5.1). Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausein- andersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Be- gründung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn müssen wenigs- tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat lei- ten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 138 IV 81 Erw. 2.2 mit Hinweisen; Urteil BGer 2C_515/2017 vom 22.11.2017 Erw. 2.3.3).6 2.2.2 Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs führt grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des ange- fochtenen Entscheids (vgl. BGE 137 I 195 Erw. 2.2). Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann aber ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor ei- ner Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Ver- letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem for- malistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 Erw. 2.3.2; Urteil BGer 2D_16/2015 vom 29.10.2015 Erw. 2.3.1). 2.3.1 Hinzuweisen ist einerseits darauf, dass vorliegend der Beschluss des Re- gierungsrats Nr. 972/2018 das Anfechtungsobjekt darstellt, und nicht die (diesem Beschluss zugrundeliegende) Verfügung des AFM vom 31. Juli 2018, sodass die Rügen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde betreffend die Verfügung des AFM hier grundsätzlich unbeachtlich sind. Immerhin kann festgehalten werden, dass das AFM dem Beschwerdeführer am 14. Mai 2018 das rechtliche Gehör gewähr- te (AFM-act. 603). Der Beschwerdeführer wurde bereits mit Schreiben vom 18. Januar 2018 (AFM-act. 579) und 17. Oktober 2017 (AFM-act. 532) auf die Mitwirkungspflicht, insbesondere die Pflicht, die erforderlichen Beweismittel, so- weit nötig und zumutbar, einzureichen, aufmerksam gemacht. Ebenso waren ihm die Folgen bei Säumnis bekannt. Es wäre dem Beschwerdeführer zumutbar ge- wesen, seine Ausführungen in der Stellungnahme (AFM-act. 606) zum rechtli- chen Gehör vom 14. Mai 2018 durch Einreichen entsprechender Belege zu sub- stantiieren (vgl. VGE III 2016 66 vom 28.7.2016 Erw. 1.4.2). Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer in diesem Verfahrensstadium offenbar noch nicht anwaltlich vertreten war, zumal ihm aus früheren Verfahren (Ehetrennungs- und Scheidungsverfahren vor Bezirksgericht D.________; Bewilligungsverfahren vor dem MIKA) die Bedeutung von Beweismitteln bekannt gewesen sein dürfte. Ebenso wenig ist zu beanstanden, dass das AFM dem Beschwerdeführer für die in Aussicht gestellten Belege keine Nachfrist setzte. Im Übrigen konnte der Be- schwerdeführer (mit anwaltlicher Unterstützung) auch noch vor Regierungsrat (welcher den Sachverhalt frei überprüfen kann und welchem volle Kognition zu- kommt) vollständige Ausführungen machen und die notwendigen Belege dazu einreichen. 7 2.3.2Andererseits ist festzuhalten, dass das AFM seine Verfügung im Wesentli- chen mit dem Vorliegen eines Widerrufsgrundes begründete, der Regierungsrat hingegen den Anspruch auf Kantonswechsel im Wesentlichen mit der Begrün- dung negierte, der Beschwerdeführer erfülle die Voraussetzung einer gültigen Aufenthaltsbewilligung im angestammten Kanton nicht (siehe auch Vernehmlas- sung des Regierungsrats vom 29.1.2019 S. 2 3. Abschnitt). Das regierungsrätli- che Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Der Regierungsrat wendet das Recht von Amtes wegen an (§ 26 Abs. 1 VRP). Er war folglich weder an die in der Be- schwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erwägungen der Vor- instanz gebunden. Dem Regierungsrat stand mithin zu, die Beschwerde aus ei- nem anderen als dem angerufenen Grund gutzuheissen oder aber – wie vorlie- gend – die Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abwei- chenden Begründung abweisen (vgl. BGE 133 II 249 Erw. 1.4.1). 2.3.3 Die drei Voraussetzungen für einen Kantonswechsel (vgl. vorstehend Erw. 1.2 f.) müssen kumulativ erfüllt sein. Aufgrund dessen, dass der Regie- rungsrat zum Schluss kam, dass es bereits an einer gültigen Aufenthaltsbe- willigung fehle, durfte er sich auf diesen Punkt beschränken (vgl. vorstehend Erw. 2.2.1). Ein weiteres Eingehen auf die Rügen des Beschwerdeführers hätte entgegen dessen Auffassung auch nicht zur Folge gehabt, dass von einer routi- nemässigen Verlängerung hätte ausgegangen werden müssen, wie nachfolgend aufzuzeigen ist (vgl. Erw. 3.5.1). Die Rügen hinsichtlich der Verletzung des rechtlichen Gehörs und damit einher- gehend auch des Verbots der Rechtsverweigerung sowie der unzulänglichen Sachverhaltsabklärungen erweisen sich somit als unbegründet. Soweit eine tat- sachenwidrige Sachverhaltsfeststellung gerügt wird, ist dies Gegenstand der ma- teriellen Prüfung. 3.1Es ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführer nach der Heirat mit der niederlassungsberechtigten Ehefrau C.________ am 20. August 2010 vom Kanton Aargau eine Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 43 Abs. 1 AIG er- hielt (Familiennachzug). Nach gerichtlich bewilligtem Getrenntleben sowie späte- rem Scheidungsurteil des Bezirksgerichts D.________ wurde die Aufenthaltsbe- willigung des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG (Härtefall) vom Kanton Aargau mit Zustimmung des Staatssekretariats für Migration (SEM; vorher Bundesamt für Migration, BFM) am 17. September 2013 (AFM-act. 166 ff., vgl. AFM-act. 165) und mit Verfügung vom 15. September 2015 (AFM-act. 275) erteilt bzw. verlängert. Letztmals verlängert wurde die Aufenthaltsbewilligung ge- stützt auf den Einspracheentscheid vom 18. April 2017 des Rechtsdienstes des MIKA bis zum 28. Februar 2018 (AFM-act. 520). Am 6. September 2017 unter-8 zeichnete der Beschwerdeführer einen Arbeitsvertrag für eine 70%-Stelle ab 1. Oktober 2017 bei der K.________ GmbH (Bistro L.________), M.________ (Ort) (AFM-act. 15, heute 100%: RR-act. I/01/08). Am 8. September 2017 stellte er im Kanton Schwyz das Gesuch um Erteilung eines Kantonswechsels (AFM- act. 17). Am 8. November 2017 unterzeichnete der offenbar schon zuvor nach J.________ gezogene Beschwerdeführer einen Mietvertrag für eine 3- Zimmerwohnung in H.________ (AFM-act. 555). Am 2. März 2018 ging dem AFM eine Verfallsanzeige bzw. das Gesuch des Beschwerdeführers um Verlän- gerung seiner Aufenthaltsbewilligung zu (AFM-act. 586). Das Amt für Migration lehnte das Gesuch um Kantonswechsel mit Verfügung vom 31. Juli 2018 ab (AFM-act. 616). 3.2Es ist damit erstellt, dass der Beschwerdeführer entgegen der gesetzlichen Vorschrift nach Art. 37 Abs. 1 AIG noch vor der Bewilligung des Kantonswech- sels in den Kanton Schwyz zog und hier eine Arbeitsstelle annahm, mithin den Entscheid über den Kantonswechsel nicht im Ursprungskanton Aargau abwarte- te. Durch dieses gesetzeswidrige Verhalten kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, sollte er aufgrund des verfrühten Kantonswechsels Dispositionen getroffen haben und eine Gesuchsablehnung deswegen nachteili- ge Folgen zeitigen (VGE III 2018 177 vom 12.2.2019 Erw. 3.1.2, VGE III 2017 201 vom 26.1.2018 Erw. 3.2). 3.3Erstellt ist ebenso, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Gesuchs- stellung (8.9.2017) über eine formell gültige Aufenthaltsbewilligung im Kanton Aargau verfügte. Indes lief diese Bewilligung am 28. Februar 2018 aus, ohne dass sich der Beschwerdeführer rechtzeitig (mindestens 14 Tage vor Ablauf, Art. 59 Abs. 1 VZAE) um deren Verlängerung bemüht hätte. Auch vor Verwal- tungsgericht bringt der Beschwerdeführer nicht vor, es sei ihm die Aufenthalts- bewilligung zwischenzeitlich verlängert worden. 3.4Nachdem aber feststeht, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Ent- scheides des AFM über den Kantonswechsel am 31. Juli 2018 und auch im Zeit- punkt des angefochtenen Beschlusses des Regierungsrats am 18. Dezember 2018 keine gültige Aufenthaltsbewilligung besass, ist die vom Regierungsrat ab- gewiesene Beschwerde mangels Anspruch auf Kantonswechsel gemäss Art. 37 Abs. 2 AIG nicht zu beanstanden. Dabei gilt festzuhalten, dass weder dem AFM noch dem Regierungsrat vorge- worfen werden kann, das Verfahren bewusst verzögert und damit das Fehlen der vorausgesetzten Aufenthaltsbewilligung provoziert zu haben (zumal in einem ers- ten Verfahrensstadium vor AFM nicht die fehlende Bewilligung, sondern ein Wi-9 derrufsgrund ausschlaggebend war für die Nichtbewilligung des Kantonswech- sels). Einerseits liegt es am Beschwerdeführer, sich rechtzeitig um die Bewilli- gungsverlängerung zu bemühen. Anderseits war sein Gesuch um Kantonswech- sel vom 8. September 2017 unvollständig, so dass er zweimal um Nachreichung von Akten ersucht werden musste. Das Gesuch um Verlängerung der Aufent- haltsbewilligung bzw. die Verfallsanzeige ging vom Beschwerdeführer zwar un- terzeichnet, jedoch undatiert, (erst) am 1. März 2018 dem Einwohneramt F.________ und am 2. März 2018 dem AFM zu. Für die Verlängerung der (bishe- rigen) Aufenthaltsbewilligung sind/wären indes die Behörden des Kantons Aar- gau zuständig. Ob die Verfallsanzeige an die zuständige ausserkantonale Stelle weitergeleitet worden ist (oder hätte weitergeleitet werden müssen) und ob im Kanton Aargau ein Verlängerungsverfahren hängig ist, ist nicht bekannt, kann je- doch vorliegend offenbleiben, da ohnehin nicht von einer routinemässigen Ver- längerung der Aufenthaltsbewilligung im Kanton Aargau auszugehen ist (vgl. nachfolgend Erw. 3.5.1 ff.). 3.5.1 Von der Voraussetzung einer gültigen Aufenthaltsbewilligung kann im Rahmen einer Gesuchsprüfung für einen Kantonswechsel abgesehen werden, wenn aufgrund der Aktenlage von einer routinemässigen Verlängerung der Auf- enthaltsbewilligung auszugehen ist (vgl. Erw. 1.3). 3.5.2 Dass vorliegend kein Routinefall vorliegt, ist allein schon durch die Tat- sache belegt, dass der Beschwerdeführer (zumindest bis am 28.2.2018) im Be- sitz einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf die Härtefallregelung nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG war. Die Verlängerung dieser Aufenthaltsbewilligung bedarf der Zustimmung des SEM (vgl. Art. 99 AIG i.V.m. Art. 85 [Abs. 2 insbesondere] f. VZAE i.V.m. Art. 4 lit. d Verordnung des EJPD über die dem Zustimmungsverfah- ren unterliegenden ausländerrechtlichen Bewilligungen und Vorentscheide [SR 142.201.1] vom 13.8.2015; Lienhard, Kantonswechsel von Drittstaatsangehöri- gen: Probleme und Handhabung in der Praxis, in: Jusletter 20.3.2017; Nyffen- egger, in: Caroni/Gächter/Turnherr [Hrsg.], Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 99 N 23). Anzufügen ist, dass bei einer Verlängerung in casu auch der spezielle Aufent- haltszweck der Härtefallbewilligung eingehend zu überprüfen sein wird. Gemäss Art. 33 Abs. 2 AIG wird die Aufenthaltsbewilligung zu einem bestimmten Zweck erteilt und kann mit weiteren Bedingungen verknüpft werden. Dieser Aufenthalts- zweck, auch Zulassungsgrund genannt, ist als Bedingung zu verstehen (Nüssle, in: Caroni/Gächter/Turnherr [Hrsg.], a.a.O., Art. 33 N 11, Art. 33 N 22 mit Hinwei- sen auf abweichende Lehrmeinungen [die dafür plädieren, dass der Aufenthalts- zweck als Auflage verstanden werden und das Schicksal des Aufenthaltszwecks 10 die Aufenthaltsbewilligung nicht tangieren soll]), jedoch von den "weiteren Bedin- gungen" abzugrenzen (vgl. Art. 33 Abs. 2 AIG; Nüssle, a.a.O., Art. 33 N 12 ff.). Die Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG wurde dem Be- schwerdeführer offensichtlich wegen der engen Vater-Kind-Beziehung gewährt (vgl. AFM-act. 162, 165, und 275 Erw. II/1.2). Darin besteht in casu der Zulas- sungsgrund. Wird der Zweck nicht mehr eingehalten oder entfällt der Zulas- sungsgrund, so sieht Art. 33 Abs. 3 AIG i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG i.V.m. Art. 54 VZAE vor, dass die Bewilligung nicht mehr – zumindest nicht zum glei- chen Zweck – verlängert werden kann (Nüssle, a.a.O., Art. 33 N 15). Sollte der Beschwerdeführer keine enge und tatsächliche Beziehung zu seinem Sohn mehr nachweisen können, so wird die zuständige Behörde auch diesbezüglich einen Widerruf bzw. eine Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu prüfen ha- ben. Diese Abklärungen übersteigen eine routinemässige Verlängerung und sind deshalb von der zuständigen Stelle im Ursprungskanton vorzunehmen. Dies zu überprüfen ist mithin nicht Sache des Kantons Schwyz. Vielmehr ist/wäre hierfür der Kanton Aargau zuständig (vgl. VGE III 2017 201 vom 26.1.2018 Erw. 4.7). Zudem brachte auch das AFM, wenngleich nur implizit, zum Ausdruck, dass es sich offenkundig um keinen routinemässigen Fall handelt, indem es einen Wider- rufsgrund bejahte (vgl. VGE III 2017 201 vom 26.1.2018 Erw. 3.5.1). Es kann dementsprechend nicht gesagt werden, sämtliche Voraussetzungen einer Ver- längerung seien zweifelsohne erfüllt. Und schliesslich sprechen auch die Umstände der letzten Bewilligungsverlänge- rung gegen einen Routinefall. Nachdem das MIKA die Verlängerung vorerst ab- gelehnt hatte, wurde dies mit Einspracheentscheid vom 18. April 2017 korrigiert (vgl. AFM-act. 520). Allerdings wurde die Nichtverlängerung nicht als unbegrün- det beurteilt, sondern die Einsprache aufgrund einer Interessenabwägung gutge- heissen. Es wurde dem Beschwerdeführer noch eine allerletzte Chance ein- geräumt. Gleichzeitig wurde er unter Androhung der Nichtverlängerung der Auf- enthaltsbewilligung und der Wegweisung aus der Schweiz verwarnt. Explizit wur- de festgehalten, er habe die an ihn gestellten Bedingungen nicht erfüllt. Daraus folgt, dass im Rahmen einer weiteren Verlängerung die Erfüllung der Bedingun- gen erneut zu überprüfen ist, was den Rahmen einer Routineverlängerung sprengt. 3.6Damit aber steht fest, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Ent- scheides über sein Gesuch um Kantonswechsel über keine gültige Aufenthalts- bewilligung verfügt hat, mithin keinen Anspruch auf Kantonswechsel hatte und die Gesuchsablehnung damit im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Den Ent- scheid über den Kantonswechsel hätte er im Kanton Aargau abwarten müssen. 11 Im Kanton Aargau verfügt er auch über das Recht zu verbleiben, solange nicht rechtskräftig über sein Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ent- schieden ist (Art. 59 Abs. 2 VZAE; vgl. auch AFM-act. 529). Dieses Verbleibe- recht gibt ihm indes keinen Anspruch auf Bewilligung eines Kantonswechsels gemäss Art. 37 Abs. 2 AIG (vgl. VGE III 2017 201 vom 26.1.2018 Erw. 3.6). 4.Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag nicht zu überzeu- gen. 4.1Die Ausführungen des Beschwerdeführers stellen überwiegend Wiederho- lungen seiner Ausführungen in der Verwaltungsbeschwerde dar. Soweit er damit die Begründung in der Verfügung des AFM vom 31. Juli 2018 beanstanden will, sind diese Ausführungen vor Verwaltungsgericht grundsätzlich unbeachtlich. 4.2Entgegen seiner Darstellung (Beschwerdeschrift S. 12 Ziff. 38) hat der Re- gierungsrat das Recht nicht falsch angewendet, wenn er zur Prüfung des Kan- tonswechsels eine gültige Aufenthaltsbewilligung voraussetzte. Das Vorliegen ei- ner gültigen Aufenthaltsbewilligung ist die dritte Voraussetzung. Alle drei Voraus- setzungen müssen aufgrund des Wortlauts von Art. 37 Abs. 2 AIG kumulativ er- füllt sein (VGE III 2017 201 vom 26.1.2018 Erw. 4.1; vgl. Verwaltungsgericht Kanton Zürich VB.2014.00251 vom 23.10.2014 Erw. 3.2). Vorliegend mangelt es an einer gültigen Aufenthaltsbewilligung. 4.3Wie dargelegt (vgl. vorstehend Erw. 3.5.1 ff.) sprechen gleich mehrere Gründe gegen die routinemässige Verlängerung der auf einem Härtefall grün- denden Aufenthaltsbewilligung. Der Beschwerdeführer beanstandet, dass der Regierungsrat nicht den richtigen Sachverhalt zur Kenntnis genommen habe. Hätte er dies aber gemacht, so hätte er ohne Weiteres feststellen können, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzungen seiner Aufenthaltsbewilligung klar erfülle. Bei richtiger Kenntnisnahme des Sachverhalts hätte von einer routine- mässigen Verlängerung ausgegangen werden müssen. Der Beschwerdeführer setzt sich nicht genügend mit dem angefochtenen RRB auseinander. Er versucht in seiner Beschwerdeschrift letztlich den vom AFM festgestellten Widerrufsgrund zu widerlegen. Er zieht ferner den Schluss, weil kein Widerrufsgrund vorliege, sei auf eine routinemässige Verlängerung zu erkennen. Der Beschwerdeführer ver- kennt, dass, selbst wenn sich die Sachlage so gestalten würde, wie er darlegt, mithin der Beschwerdeführer ernsthafte und konkrete Bemühungen gezeigt hät- te, um seine Schulden abzubauen und keine neuen Schulden zu generieren, er seinen finanziellen und sonstigen aktuellen Verpflichtungen nachgekommen wä- re, dies nichts am Umstand ändern würde und ohne Willkür angenommen wer- den kann, dass die zu tätigenden Abklärungen den Rahmen eines routinemässi-12 gen Verlängerungsverfahrens sprengen. Hieran ändert ferner auch nichts, dass das AFM den Sachverhalt teilweise falsch festgestellt haben soll, wie es selber einräumt, indes aber sinngemäss dafürhält, dass dies am Ergebnis nichts ändern würde (vgl. Beschwerdeschrift S. 5 f. Ziff. 12-14; Vernehmlassung des AFM vom 28.1.2019). Diese fehlerhafte Feststellung des AFM vermag jedoch weder eine Bewilligung des Kantonswechsels zu begründen noch eine Rückweisung zur wei- teren Sachverhaltsabklärung zu rechtfertigen. Dies gilt insbesondere in Anbe- tracht dessen, dass weder dem mutmasslich falschen noch dem mutmasslich richtigen Sachverhaltsteil im angefochtenen RRB irgendeine Bedeutung zu- kommt und somit für den Regierungsrat nicht von Relevanz war. Dass sich der Regierungsrat nicht mit der entsprechenden Rüge auseinanderzusetzen hatte, wurde bereits dargelegt. 5.Besteht kein Anspruch auf Kantonswechsel, steht es den Behörden frei, die Bewilligung dennoch zu erteilen. Der Entscheid liegt dabei im Ermessen der Behörden. Dieses ist – wie der Regierungsrat korrekt ausführt – pflichtgemäss auszuüben (VGE III 2017 201 vom 26.1.2018 Erw. 5.3; Tremp, in: Caroni/Gäch- ter/Thurnherr, Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 37 N 24). 5.1Obwohl kein Anspruch auf Kantonswechsel gemäss Art. 37 Abs. 2 AIG be- steht, hat der Regierungsrat geprüft, ob ein solcher im Rahmen des freien Er- messens zu bewilligen sei, was von ihm verneint wurde (angefochtener RRB Erw. 4). 5.2Hiergegen opponiert der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift nicht. Es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die diesbezüglichen Ausführungen des Regierungsrats zu beanstanden wären. Damit hat es mit dem negativ ausge- fallenen Ergebnis bezüglich der ermessensweisen Bewilligungserteilung sein Bewenden, ohne dass hierauf näher einzugehen wäre. Anzufügen ist immerhin was folgt. 5.3.1 Der Beschwerdeführer hätte die Möglichkeit, seiner Arbeit im Kanton Schwyz als Wochenaufenthalter nachzugehen und den offiziellen Wohnsitz wei- terhin im Kanton Aargau zu haben. Der Aufenthalt als Wochenaufenthalter benötigt keinen bewilligten Kantonswechsel (Art. 67 VZAE i.V.m. Art. 16 VZAE; VGE III 2017 201 vom 26.1.2018 Erw. 4.5) und zumindest für die Dauer, bis im Kanton Aargau über eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung entschieden ist, erscheint ein solcher Weg zumutbar. 13 5.3.2 Soweit zugunsten des Beschwerdeführers angenommen wird, die Aus- führungen in Rz. 30 f. der Beschwerde (die sich eigentlich gegen die Verfügung des AFM, insbesondere die dortige Verhältnismässigkeitsprüfung richten) sollten auch bezüglich der Frage der ermessensweisen Bewilligungserteilung gelten, so ist das Folgende zu bemerken. Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe ein sehr grosses Interesse daran, im Kanton Schwyz wohnen und arbeiten zu kön- nen, um seinen finanziellen Verpflichtungen, inklusive Schuldenabbau, nach- kommen zu können. Das öffentliche und das private Interesse sind vorliegend nicht einander gegenüberzustellen. Eine solche Prüfung hat grundsätzlich nur dann zu erfolgen, wenn ein Widerrufsgrund ausschlaggebendes Element für die Abweisung des Kantonswechsels ist. Der Widerrufsgrund war jedoch für den Re- gierungsrat – anders als noch für das AFM – nicht ausschlaggebend, wie bereits mehrfach dargelegt wurde. Positiv hervorzuheben ist, dass der Beschwerdeführer sein Arbeitspensum of- fenbar auf 100% ausbauen konnte (vgl. RR-act. I/01/8) und dass er sich bereit zeigt, eine Schuldenberatungsstelle aufzusuchen und gewillt ist, Vereinbarungen mit seinen Gläubigern anzustrengen. Diese Sanierungsbemühungen dürfen je- doch vom Beschwerdeführer auch dann erwartet werden, wenn ihm der Kan- tonswechsel nicht bewilligt wird. 5.4Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass der Regierungsrat dem Beschwerdeführer, der keinen Anspruch auf Kantonswechsel hat, den Kantons- wechsel nicht im Rahmen eines freien Ermessensentscheides bewilligte. 6.1Damit erweist sich die Beschwerde insgesamt als unbegründet und ist ab- zuweisen. 6.2Diesem Ergebnis entsprechend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) dem Beschwerde- führer aufzuerlegen. 6.3Der Beschwerdeführer beantragt unentgeltliche Rechtspflege und unent- geltliche Rechtsverbeiständung. 6.3.1 Gemäss Art. 29 Abs. 3 BV hat die bedürftige Partei in einem für sie nicht aussichtslosen Verfahren Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege; soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unent- geltlichen Rechtsbeistand. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gilt diese verfassungsrechtliche Minimalgarantie im Straf- und Zivilprozess, im Ver- waltungsbeschwerde- und Verwaltungsgerichtsverfahren und auch im nicht- streitigen Verwaltungsverfahren (vgl. Urteil BGer 1P.345/2004 vom 1.10.2004 14 Erw. 4.2 mit Verweis auf BGE 125 V 32 Erw. 4a S. 34 f. mit zahlreichen Hinwei- sen auf die Entwicklung der Rechtsprechung und auf die Literatur). 6.3.2Ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung verlangt nach stän- diger Praxis grundsätzlich das kumulative Vorliegen von drei Voraussetzungen, nämlich der finanziellen Bedürftigkeit des Rechtsuchenden, der Nichtaussichtslo- sigkeit seines Parteistandpunktes und der sachlichen Notwendigkeit der Verbei- ständung (vgl. Urteil BGer 1P.345/2004 vom 1.10.2004 Erw. 4.2 in fine, mit Ver- weis auf BGE 128 I 232 ff.; siehe auch ZB III 2010 103 vom 21.6.2010 Erw. 2.2 mit weiteren Hinweisen, u.a. auf VGE III 2009 54 vom 27.10.2009 Erw. 4.2.1). 6.3.3Bedürftig ist eine Partei, welche zur Leistung der Prozess- und Parteikosten die Mittel zur Deckung des Grundbedarfs für sich und ihre Familie angreifen müsste. Massgebend zur Bestimmung der Mittellosigkeit ist die gesamte wirt- schaftliche Situation des Rechtssuchenden im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs (BGE 135 I 221 Erw. 5.1; Urteil BGer 2C_409/2017 vom 2.8.2018 Erw. 6.1.3; Zeitpunkt der Entscheidung über das UR-Gesuch gemäss BGE 108 V 265). Als Einkünfte gelten alle tatsächlich erzielten oder ohne weiteres einforderbaren Einkünfte. Der nach prozessualen Regeln bemessene Lebensbedarf liegt etwas über dem unumgänglich Notwendigen und übersteigt das reine betreibungsrechtliche Exis- tenzminimum (vgl. VGE I 2007 291 vom 12.12.2007 Erw. 3.2.1; Urteil BGer 2C_409/2017 vom 2.8.2018 Erw. 6.1.4). Bei den Ausgaben wird daher der mo- natliche Grundbetrag gemäss den Richtlinien für die Berechnung des betrei- bungsrechtlichen Existenzminimums nach Art. 93 SchKG (Notbedarf) vom 7. De- zember 2009 um 20% erhöht (was vom Bundesgericht für den Kanton Freiburg nicht beanstandet wurde; Urteil BGer 5A_774/2015 vom 24.2.2016 Erw. 4.2). Dem Grundbetrag werden u.a. die Miete, die Krankenkassenprämien, die Prämi- en der Hausrat- und Haftpflichtversicherung und die Steuern hinzugefügt. Zu- satzversicherungen zur obligatorischen Krankenversicherung werden nur berücksichtigt, wenn von der versicherten Person nicht erwartet werden kann, dass sie den Vertrag kündigt (vgl. BGE 134 III 232; VGE II 2014 21 vom 17.12.2014 Erw. 3.2 mit Verweis auf VGE I 2007 291 vom 12.12.2007 Erw. 3.2.1). Der Teil der finanziellen Mittel, der das zur Deckung der persönlichen Bedürfnis- se Notwendige übersteigt, muss mit den für den konkreten Fall zu erwartenden Gerichts- und Anwaltskosten verglichen werden; dabei sollte es der monatliche Überschuss der gesuchstellenden Partei ermöglichen, die Prozesskosten bei 15 weniger aufwändigen Prozessen innert eines Jahres, bei anderen innert zweier Jahre zu tilgen (Urteil BGer 2C_409/2017 vom 2.8.2018 Erw. 6.1.2). Zudem hat es der monatliche Überschuss der gesuchstellenden Partei zu ermöglichen, die anfallenden Gerichts- und Anwaltskostenvorschüsse innert absehbarer Zeit zu leisten (BGE 135 I 221 Erw. 5.1; 141 III 369 Erw. 4.1; Urteil BGer 5A_331/2016 vom 29.11.2016 Erw. 2.1). 6.3.4Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Begehren als aus- sichtslos anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinn- aussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mit- tel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie – zumindest vorläufig – nichts kostet. Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten beste- hen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten, wobei die Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Ge- suchs massgebend sind (BGE 142 III 138 Erw. 5.1; BGE 139 III 475 Erw. 2.2; Ur- teil BGer 4A_585/2017 vom 12.12.2017 Erw. 4.1). 6.3.5Der Beschwerdeführer weist ein Brutto-Einkommen von rund Fr. 3'791.55 aus; die monatliche Nettozahlung beträgt rund Fr. 3'151.--. Die Miete beträgt Fr. 1'300.--/Monat; an Krankenkassenprämie bezahlte der Be- schwerdeführer im 2016 (sic) Fr. 355.60/Monat. Eine aktuellere Prämienrech- nung reicht der Beschwerdeführer nicht zu den Akten. Der Betrag von Fr. 355.60 scheint indes auch für die heutigen Verhältnisse angemessen und kann dem Be- schwerdeführer angerechnet werden, zumal heute eher von einer höheren Prä- mie auszugehen wäre (unter Vorbehalt der Erhöhung der Franchise von im Jahr 2016 Fr. 300.--). Der um 20% erhöhte Grundbetrag beträgt für alleinstehende Personen Fr. 1'440.-- (Richtlinien des Kantonsgerichts Schwyz für die Berech- nung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums nach Art. 93 SchKG [Notbe- darf] vom 7.12.2009). Die anrechenbaren Kinderalimente betragen aufgrund des Nettoverdienstes von unter Fr. 3'500.-- inkl. 13. Monatslohn Fr. 200.-- (vgl. RR- act. I/01/3 Dispositiv-Ziffer 4.1 f.). Weitere geltend gemachte Auslagen werden nicht belegt bzw. sind in ihrer Höhe nicht eruierbar. Ins Recht legt der Beschwer- deführer einen Auszug des Sozialdienstes N.________ mit ausgewiesener Net- tounterstützung von Fr. 21'575.10 sowie Rückerstattungen des Beschwerdefüh- rers von Fr. 1'250.--, eine Kopie des "SwissPass" inkl. Quittung, die jedoch kei-16 nen Betrag bzw. Fr. 0.00 ausweist, und diverse Zahlungsaufträge, Bankauszüge, Belastungsanzeigen sowie Quittungen von Einzahlungsscheinen mit verschiede- nen Begünstigten (O.________ GmbH, Finanzverwaltung der Gemeinde N.________, Gemeindewerke F.________, Staatskanzlei Schwyz, B.________). Dies ergibt anrechenbare monatliche Aufwendungen von rund Fr. 3'296.--, denen ein monatliches Nettoeinkommen von rund Fr. 3'151.-- gegenübersteht, weshalb die Bedürftigkeit ausgewiesen ist. Zudem haben es die Fähigkeiten des Be- schwerdeführers und die Komplexität der Sache nahegelegt, mit der Beschwer- deführung einen Rechtsbeistand zu mandatieren. Die Beschwerdeführung kann sodann nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Diesbezüglich ist insbesondere auch dem Umstand Rechnung zu tragen, dass das AFM und der Regierungsrat den Kantonswechsel mit unterschiedlichen Begründungen abgelehnt haben. 6.3.6 Bei dieser Sachlage sind dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Pro- zessführung und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung in der Person von Rechtsanwalt B.________ zu gewähren. Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 1'500.-- (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) sind somit dem Verfahrensausgang entsprechend grundsätz- lich den Beschwerdeführern aufzuerlegen. Sie sind indessen in Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und mit Vorbehalt der Rückerstattungspflicht auf die Gerichtskasse zu nehmen. Eine Kostennote für das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren liegt nicht vor; praxisgemäss ergeht durch das Gericht keine Aufforderung, eine solche ein- zureichen. Dem Rechtsbeistand ist in Beachtung des kantonalen Gebührentarifs für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975, welcher für das Honorar in Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in § 14 einen Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht, und unter Beachtung der in § 2 GebTRA ent- haltenen Kriterien, sowie aufgrund der Tatsache, dass die Verwaltungsgerichts- beschwerde in einer weitgehenden Übernahme der Begründung der Verwal- tungsbeschwerde besteht und nur bedingt auf die Begründung des angefochte- nen Regierungsratsbeschlusses eingeht, in Ausübung des pflichtgemässen Er- messens zulasten des Verwaltungsgerichts ein Honorar (inkl. Auslagen und MwSt) von Fr. 1'000.-- zu entrichten. Der Beschwerdeführer wird die Kosten der Rechtsverbeiständung von Fr.1'000.-- dem Gericht zurückzuerstatten haben, wenn er dazu innert 10 Jahren seit Rechtskraft dieses Entscheides in der Lage ist (vgl. § 75 Abs. 3 VRP). 7.Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 17 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizei- liche Bewilligung geltend gemacht wird. Andernfalls kann lediglich die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG wegen der Verletzung verfas- sungsmässiger Rechte ergriffen werden (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG). Wird die Ver- weigerung des Kantonswechsels angefochten, steht nur die subsidiäre Verfas- sungsbeschwerde zur Verfügung (Art. 83 lit. c Ziff. 6 BGG). Bei gleichzeitiger or- dentlicher Beschwerde sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift ein- zureichen (Art. 119 BGG).18 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführer hat den Kanton Schwyz neu innert vier Wochen ab Rechtskraft des vorliegenden Verwal- tungsgerichtsentscheides zu verlassen. 2. Die Verfahrenskosten werden auf insgesamt Fr. 1'500.-- (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) festgelegt und dem Beschwerdeführer auferlegt. Die Verfahrenskosten werden in Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und mit Vorbehalt der Rückerstattungspflicht auf die Ge- richtskasse genommen. 3. Dem Beschwerdeführer wird für das verwaltungsgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt und Rechtsanwalt lic.iur. B.________ als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Ihm ist zu Lasten des Verwaltungsgerichts ein Honorar (inkl. Auslagen und MwSt) von Fr. 1'000.-- zu entrichten. 4. Der Beschwerdeführer hat die Beträge von Fr. 1'500.-- (Verfahrenskosten) und Fr. 1'000.-- (unentgeltliche Rechtsverbeiständung) dem Gericht zurückzuerstatten, wenn er dazu innert 10 Jahren seit Rechtskraft dieses Entscheides in der Lage ist (§ 75 Abs. 3 VRP). 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung gemäss Er- wägung 7 Beschwerde* beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. 6. Zustellung an: - den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (2/R) - das Amt für Migration - den Regierungsrat des Kantons Schwyz - das Sicherheitsdepartement, Rechts- und Beschwerdedienst - und das Staatssekretariat für Migration SEM, 3003 Bern (A). Schwyz, 24. April 2019 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Der Gerichtsschreiber:19 *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 13. Mai 2019