<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2019.00521</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220033&amp;W10_KEY=13013486&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2019.00521</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 12.03.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Vorwerfbarkeit des Sozialhilfebezugs] Ein Widerruf der Aufenthaltsbewilligung wegen Sozialhilfebezugs kommt in Betracht, wenn die ausländische Person hohe finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird; ob der Widerrufsgrund erfüllt ist, wird objektiv bzw. ohne Rücksicht auf ein allfälliges Verschulden des Sozialhilfebezugs beurteilt (E. 3.2). Die Beschwerdeführerinnen konnten per Ende 2019 von der wirtschaftlichen Sozialhilfe abgelöst werden. Objektive Gründe, welche befürchten liessen, dass die Ablösung von der Fürsorge nicht dauerhaft sein werde, sind nicht ersichtlich (E. 3.3). Soweit die Beschwerdeführerin 1 mit ihren inzwischen erwachsenen Söhnen zwischen 2003 (Trennung vom Ehemann) und 2014 (überwiegend bloss ergänzend) von der Sozialhilfe unterstützt wurde, kann ihr ihre bzw. die Bedürftigkeit ihrer Söhne angesichts der konkreten Umstände höchstens beschränkt vorgeworfen werden. Namentlich kann der Beschwerdeführerin 1 mit Blick auf die konkreten Umstände (unqualifizierte Arbeitskraft; alleinerziehend) nicht angelastet werden, dass sie nur wenige unbefristete Anstellungen antreten konnte. Auch soweit ihr bzw. der Fürsorgebezug ihrer Kinder darauf zurückzuführen ist, dass der Kindsvater keine Unterhaltsbeiträge leistete, ist er der Beschwerdeführerin 1 nicht vorwerfbar. Weiter ist der Sozialhilfebezug ab Februar 2016 der Beschwerdeführerin 1 nicht vorwerfbar; sie war ab jenem Zeitpunkt infolge Schwangerschaftskomplikationen vollständig arbeitsunfähig bzw. nicht vermittelbar, hat sich bereits ein Jahr nach der Geburt der Beschwerdeführerin 2 intensiv um ihre wirtschaftliche Reintegration bemüht, ging einer festen Halbtagestätigkeit nach, seit ihre Tochter 21 Monate alt war, und bemühte sich stets redlich, ihre finanzielle Situation weiter zu verbessern. Ein mangelndes Durchhaltevermögen bzw. fehlende Einsatzbereitschaft liess sie entgegen der Vorinstanz nicht erkennen. Vielmehr kam sie aus migrationsrechtlicher Hinsicht ihrer Schadenminderungspflicht nach (zum Ganzen E. 3.4). Gutheissung. Abschreibung des Gesuchs um Gewährung unentgeltlicher Rechtspflege. Gewährung unentgeltlichen Rechtsbeistands und Bestellung eines unentgeltlichen Vertreters.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT">SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHULDEN">VERSCHULDEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 62 Abs. I lit. e AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=45645" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2019.00521</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">12. MÃ¤rz 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Eva Heierle. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<b> </b>A,<b> </b><br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<b> </b>B,<b> </b></span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>beide vertreten durch RA C,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerinnen,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung</span></b><b>,</b></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, eine 1977 geborene StaatsangehÃ¶rige Ghanas, reiste Ende 1995 in die Schweiz ein und ersuchte erfolglos um Asyl. Aus einer Beziehung mit dem in der Schweiz niedergelassenen, 1960 geborenen Landsmann D ging 1996 der Sohn E hervor. 1999 wurde dem Paar ein zweiter Sohn, F, geboren. A und D schlossen am 7. April 2000 in G die Ehe. In der Folge wurde F die Niederlassungsbewilligung und A sowie E eine wiederholt verlÃ¤ngerte Aufenthaltsbewilligung erteilt. Ein rechtliches Vater-Kind-VerhÃ¤ltnis zwischen D und E wurde erst am 11. MÃ¤rz 2013 hergestellt. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit VerfÃ¼gung des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 28. August 2003 wurde vom Getrenntleben der Eheleute A und D seit Anfang Juli 2003 Vormerk genommen und F unter die elterliche Obhut der Mutter gestellt. Am 9. Januar 2008 wurde die Ehe vom Bezirksgericht ZÃ¼rich geschieden. Die Obhut fÃ¼r F verblieb bei der Mutter; der Kindsvater wurde mangels finanzieller LeistungsfÃ¤higkeit nicht verpflichtet, sich an den Kosten des Unterhalts und der Erziehung seines Sohns zu beteiligen. Auch nach der Trennung und der Scheidung wurde die Aufenthaltsbewilligung von A wiederholt verlÃ¤ngert, letztmals bis 6. April 2018.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Ab Juli 2003 bezogen A und ihre SÃ¶hne Sozialhilfe. Die ausgerichtete wirtschaftliche Hilfe belief sich per Ende MÃ¤rz 2013 auf Fr. 585'530.45, in welchem Betrag die Kosten fÃ¼r eine Kindesschutzmassnahme (Fremdplatzierung von F) in der HÃ¶he von Fr. 171'090.-, fÃ¼r die externe Kinderbetreuung von E in der HÃ¶he von Fr. 72'860.- sowie fÃ¼r von A absolvierte BeschÃ¤ftigungsmassnahmen in der HÃ¶he von Fr. 64'744.- enthalten waren. Bis April 2014 erhÃ¶hte sich der UnterstÃ¼tzungsbetrag auf Fr. 663'166.30. Ende November 2014 konnte sich die Familie von der Sozialhilfe ablÃ¶sen; die bis dahin ausgerichteten Leistungen beliefen sich auf Fr. 680'294.50. Das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich hatte A wegen des Sozialhilfebezugs am 25. Mai 2012 ermahnt und am 2. August 2013 fÃ¶rmlich verwarnt. </p> <p class="Urteilstext">Infolge Schwangerschaftskomplikationen war A ab Januar 2016 vollstÃ¤ndig arbeitsunfÃ¤hig. Ab Februar 2016 wurde sie erneut von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt, wobei bis MÃ¤rz 2017 weitere UnterstÃ¼tzungsleistungen von Fr. 16'735.20 ausgerichtet wurden. Am 2016 wurde ihre Tochter B geboren. Mit Schreiben vom 12. April 2017 forderte das Migrationsamt A auf, sich ab sofort intensiv um eine existenzsichernde ErwerbstÃ¤tigkeit zu bemÃ¼hen, und drohte ihr den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung an fÃ¼r den Fall, dass sie weiterhin nicht in der Lage sein sollte, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 22. August 2018 verweigerte das Migrationsamt die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A und B und setzte ihnen eine Frist zum Verlassen der Schweiz bis 22. November 2018.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion wies einen dagegen erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 14. Juni 2019 ab (Dispositiv-Ziff. I), setzte A und B eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis 30. September 2019 (Dispositiv-Ziff. II), verweigerte ihnen eine ParteientschÃ¤digung (Dispositiv-Ziff. III), auferlegte ihnen die Kosten des Rekursverfahrens von insgesamt Fr. 1'365.-, nahm diese indes infolge GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung auf die Staatskasse (Dispositiv-Ziff. IV), bestellte ihnen einen unentgeltlichen Rechtsbeistand in der Person ihres Vertreters und entschÃ¤digte diesen fÃ¼r seinen Aufwand mit Fr. 1'949.40; vorbehalten blieb die Nachzahlungspflicht von A und B im Umfang von Fr. 3'314.40 (Dispositiv-Ziff. V).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A und B liessen am 19. August 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht fÃ¼hren und im Wesentlichen beantragen, unter EntschÃ¤digungsfolge "zuzÃ¼glich gesetzliche Mehrwertsteuer" seien ihre Aufenthaltsbewilligungen zu verlÃ¤ngern, eventualiter unter letztmaliger Verwarnung von A. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in der Person ihres Vertreters. Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 10. September 2019 auf Vernehmlassung. Das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein. A und B Ã¤usserten sich am 27. November 2019 zur aktuellen Entwicklung ihrer finanziellen VerhÃ¤ltnisse und reichten entsprechende Belege ein. Am 30. Januar und am 12. Februar 2020 liess das Migrationsamt dem Verwaltungsgericht weitere bzw. neue Akten zukommen. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend die NichtverlÃ¤ngerung von Aufenthaltsbewilligungen zustÃ¤ndig (§§ 41â44 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Erteilung bzw. der Widerruf von Aufenthaltsbewilligungen richtet sich nach dem AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20), soweit keine anderen Bestimmungen des Bundesrechts oder von der Schweiz abgeschlossene vÃ¶lkerrechtliche VertrÃ¤ge zur Anwendung kommen (Art. 2 Abs. 1 AIG). Dabei ist hier die bis Ende 2018 geltende Gesetzesfassung massgeblich (vgl. VGr, 19. Dezember 2018, VB.2018.00653, E. 2.1).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Am 1. Januar 2008 trat das<b> </b>Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 Ã¼ber die<b> </b>AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder (AuG) in Kraft (seit 1. Januar 2019 AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz [AIG]). Damals war die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 im Besitz einer bis 6. April 2008 gÃ¼ltigen Aufenthaltsbewilligung. Am 29. Februar 2008 und damit nach Inkrafttreten des AIG ersuchte sie um VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung; der Beschwerdegegner wandte in der Folge zu Recht das AuslÃ¤ndergesetz und nicht mehr das bis Ende 2007 in Kraft stehende Bundesgesetz vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (BS 1 121) an (Art. 126 Abs. 1 AIG; Matthias Kradolfer in: Martina Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 126 AuG N. 4+6 ff. mit Hinweisen; vgl. VGr, 5. Dezember 2013, VB.2013.00673, E. 3.2; vgl. ferner BGr, 9. Februar 2009, 2C_371/2008, E. 2.2 und 19. April 2011, 2C_869/2010, E. 2.3 ). Die BewilligungsverlÃ¤ngerung stÃ¼tzte sich ab April 2008 auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG bzw. AIG. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die AnsprÃ¼che nach Art. 50 AIG erlÃ¶schen, wenn WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen (Art. 51 Abs. 2 lit. b AIG). Nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden, wenn die AuslÃ¤nderin oder der AuslÃ¤nder oder eine Person, fÃ¼r die sie oder er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. Anders als im Fall des Widerrufs einer Niederlassungsbewilligung (Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG) setzt Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG nicht voraus, dass die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit "dauerhaft und in erheblichem Masse" besteht. Diese Differenzierung ist beabsichtigt. Es geht indes (auch) beim Widerruf bzw. der NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung wegen BedÃ¼rftigkeit in erster Linie darum, eine zusÃ¤tzliche und damit kÃ¼nftige Belastung der Ã¶ffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden (BGr, 16. November 2018, 2C_13/2018, E. 3.2, auch zum Nachstehenden). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist fÃ¼r die Bejahung dieses Widerrufsgrunds daher eine konkrete Gefahr kÃ¼nftiger bzw. fortgesetzter SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit erforderlich; blosse finanzielle Bedenken genÃ¼gen nicht. Neben den bisherigen und aktuellen VerhÃ¤ltnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf lÃ¤ngere Sicht abzuwÃ¤gen. Ein Widerruf soll in Betracht kommen, wenn eine Person hohe finanzielle UnterstÃ¼tzungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft fÃ¼r ihren Lebensunterhalt sorgen wird (BGr, 16. November 2018, 2C_13/2018, E. 3.2 mit Hinweisen). Ob der Widerrufsgrund des Art. 61 Abs. 1 lit. a AIG erfÃ¼llt ist, wird objektiv bzw. ohne RÃ¼cksicht auf ein allfÃ¤lliges Verschulden des Sozialhilfebezugs beurteilt; massgeblich sind die HÃ¶he der ausgerichteten BeitrÃ¤ge und die prognostische Beurteilung, ob in absehbarer Zeit eine AblÃ¶sung von der Sozialhilfe erfolgen kann (BGr, 16. November 2018, 2C_13/2018, E. 3.4). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die UnterstÃ¼tzungsdauer sowie die HÃ¶he der an die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 und ihre Familie ausgerichteten Leistungen sprechen fÃ¼r das Vorliegen des Widerrufsgrunds des Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG. Ein gewisser Vorbehalt scheint demgegenÃ¼ber mit Blick auf das Kriterium der Gefahr kÃ¼nftiger SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit angebracht. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 trat am 1. Dezember 2018 eine unbefristete Teilzeitarbeitsstelle (50 %) als Kassenmitarbeiterin an und erzielt damit ein monatliches Bruttogehalt von Fr. 1'900.- bzw. (unter BerÃ¼cksichtigung des vertraglichen Anspruchs auf ein 13. Monatsgehalt) knapp Fr. 2'060.- zuzÃ¼glich Kinderzulage. ZusÃ¤tzlich ist sie seit 1. Oktober 2019 bei H als Reinigungsmitarbeiterin mit einer wÃ¶chentlichen Normalarbeitszeit von 10 Stunden zu einem Bruttolohn von rund Fr. 20.- tÃ¤tig, fÃ¼r welche Arbeitgeberin sie bereits seit Juli 2019 auf Abruf arbeitete. GemÃ¤ss einem Schreiben des Sozialdienstes der Wohngemeinde vom 12. August 2019 war die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 bereits damals aufgrund verschiedener temporÃ¤rer Arbeitsstellen in der Lage, einen "Grossteil" der Kosten des Lebensunterhalts fÃ¼r sich und die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 aus eigener Kraft zu bestreiten, und waren namentlich die hohen Kosten fÃ¼r die familienexterne Betreuung der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 in einer Kinderkrippe ein wesentlicher Grund fÃ¼r den ergÃ¤nzenden Sozialhilfebezug. Seit Januar 2020 ist die Betreuung der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 neu und kostengÃ¼nstiger organisiert, weshalb sich die BeschwerdefÃ¼hrerinnen per Ende 2019 von der FÃ¼rsorge abmeldeten bzw. weshalb sie auf diesen Zeitpunkt hin von der wirtschaftlichen Sozialhilfe abgelÃ¶st werden konnten. Objektive GrÃ¼nde, welche befÃ¼rchten liessen, dass die AblÃ¶sung von der Sozialhilfe nicht dauerhaft sein werde, sind nicht ersichtlich. Vielmehr wird die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 im August dieses Jahres schulpflichtig (vgl. § 3 Abs. 2 Satz 1 des Volksschulgesetzes vom 7. Februar 2005 [VSG; LS 412.100]), weshalb mangels gegenteiliger Anhaltspunkte davon ausgegangen werden kann, dass sie ab dem kommenden Schuljahr den Kindergarten besuchen wird (§ 5 Abs. 1 VSG), was die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 zumindest in zeitlicher Hinsicht von Betreuungsaufgaben entlasten wird. Zudem ist im Rahmen der schulergÃ¤nzenden Betreuung mit im Vergleich zur Unterbringung in einer Kinderkrippe signifikant tieferen Kosten zu rechnen. </p> <p class="Erwgung2">Die Vorinstanz erwÃ¤gt freilich, mit Blick auf das bisher von der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 gezeigte berufliche DurchhaltevermÃ¶ge kÃ¶nne "nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden", dass sie ihre Arbeitsstellen Ã¼ber einen lÃ¤ngeren Zeitraum behalten werde. Dies ist eng mit der Frage nach der Vorwerfbarkeit des Sozialhilfebezugs verknÃ¼pft, weshalb es sich rechtfertigt, nachfolgend â im Rahmen der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung (vgl. BGr, 17. Januar 2020, 2C_709/2019, E. 4) â zu untersuchen, inwieweit die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ihre FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit verschuldet hat bzw. ob ihr bisheriges Verhalten konkret befÃ¼rchten lÃ¤sst, sie werde in BÃ¤lde wieder von der Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorge unterstÃ¼tzt werden mÃ¼ssen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.1 </b>Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind fÃ¼r die Beurteilung, ob eine auf Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG gestÃ¼tzte aufenthaltsbeendende Massnahme verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sei, namentlich die Schwere des Verschuldens der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit, der Grad der Integration und die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile zu berÃ¼cksichtigen. Zu beachten ist sodann die QualitÃ¤t der sozialen, kulturellen und familiÃ¤ren Beziehungen sowohl im Gast- als auch im Herkunftsland (BGr, 17. Januar 2020, 2C_709/2019, E. 4 Abs. 2 mit Hinweisen). Es ist eine AbwÃ¤gung zwischen den Ã¶ffentlichen Interessen an der aufenthaltsbeendenden Massnahme und den persÃ¶nlichen Interessen der auslÃ¤ndischen Person(en) an einem Verbleib in der Schweiz vorzunehmen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.2 </b> </p> <p class="Erwgung4"><b>3.4.2.1 </b>Das <i>Ã¶ffentliche Interesse</i> an der NichtverlÃ¤ngerung des hiesigen Aufenthalts der BeschwerdefÃ¼hrerinnen grÃ¼ndet in ihrer bisherigen und kÃ¼nftig zu befÃ¼rchtenden SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit. Mit Blick auf die HÃ¶he der ausgerichteten Leistungen erscheint es erheblich. </p> <p class="Erwgung4"><b>3.4.2.2 </b>Das Ã¶ffentliche Interesse wird jedoch massgeblich durch das Verschulden der FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit beeinflusst. In diesem Zusammenhang gilt es vorliegend zu berÃ¼cksichtigen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 drei Kinder hat, wobei sie die beiden SÃ¶hne ab der Trennung von deren Vater im Juli 2003 und die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 schon ab der Geburt allein grosszog bzw. -zieht. Das Bundesgericht erachtet es in stÃ¤ndiger Rechtsprechung als einer alleinerziehenden Mutter grundsÃ¤tzlich ab dem dritten Altersjahr der Kinder zumutbar, sich um Arbeit zu bemÃ¼hen (BGr, 17. Januar 2020, 2C_709/2019, E. 6.1.2 mit Hinweisen). Soweit die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit durch die Trennung vom Ehemann herbeigefÃ¼hrt wird, ist der auslÃ¤ndischen Person sodann eine den UmstÃ¤nden angemessene Ãbergangsfrist einzurÃ¤umen, um sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren (BGr, 20. Juni 2013, 2C_1228/2012, E. 2.2 und 5.3). Zu berÃ¼cksichtigen ist weiter, mit welchen Fremdbetreuungskosten ein alleinerziehender Elternteil zu rechnen hat (BGr, 20. Juni 2013, 2C_1228/2012, E. 5.4). </p> <p class="Erwgung4"><b>3.4.2.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 musste zunÃ¤chst ab der Trennung von ihrem Ehemann im Juli 2003 bis Ende November 2014 (Ã¼berwiegend nur ergÃ¤nzend zu erzieltem Erwerbseinkommen) von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden. Der Umfang der in diesem Zeitraum ausgerichteten Leistungen von rund Fr. 680'000.- ist betrÃ¤chtlich; angesichts der konkreten UmstÃ¤nde kann der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ihre bzw. die BedÃ¼rftigkeit ihrer SÃ¶hne jedoch hÃ¶chstens beschrÃ¤nkt vorgeworfen werden. Zu ihren Gunsten ist zunÃ¤chst zu berÃ¼cksichtigen, dass sie immer wieder arbeitstÃ¤tig war, ihre ErwerbsfÃ¤higkeit durch die Teilnahme an BeschÃ¤ftigungsprogrammen zu verbessern versuchte und sich stets bemÃ¼hte, eine (zusÃ¤tzliche) Stelle zu finden bzw. sich von der Sozialhilfe zu lÃ¶sen. So war sie von April 2003 bis MÃ¤rz 2004 zunÃ¤chst vollzeitlich als Office-Mitarbeiterin bei I und ab April 2005 in einem Teilzeitpensum fÃ¼r J tÃ¤tig, wobei sie geltend machte, letztere Anstellung sei infolge Befristung per Ende Februar 2006 beendet worden. Von Dezember 2006 bis Juni 2007 arbeitete sie im Rahmen eines befristeten ArbeitsverhÃ¤ltnisses zu 80 % als KÃ¼chenhilfe fÃ¼r K. Eine weitere befristete Arbeitsstelle hatte sie von August bis Dezember 2007 als Mitarbeiterin im Personalrestaurant des Spitals L inne. Von MÃ¤rz bis Juli 2008 arbeitete sie teilzeitlich als Reinigungsfachfrau fÃ¼r die Putzfrauenagentur M. Sodann arbeitete sie von Januar bis Dezember 2009 vollzeitlich sowie von Januar bis Oktober 2010 in einem (hohen Teilzeit-)Pensum von 80 bis 100 % als KÃ¼chenhilfe im Spital N. Dieses ArbeitsverhÃ¤ltnis wurde gemÃ¤ss der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 aufgrund von Differenzen mit einem Vorgesetzten "in gegenseitigem Einvernehmen" aufgelÃ¶st. Anschliessend war die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 arbeitslos. In den Akten liegende Nachweise persÃ¶nlicher ArbeitsbemÃ¼hungen zuhanden der Arbeitslosenversicherung sowie zahlreiche Stellenbewerbungen lassen darauf schliessen, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 intensiv bemÃ¼hte, wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Von Mai 2012 bis Januar 2014 nahm sie am Arbeitsintegrationsprogramm O teil. Von Februar bis Mai 2014 war die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 befristet im Umfang von etwa 50 % fÃ¼r P tÃ¤tig; anschliessend arbeitete sie auf Abruf fÃ¼r diese Arbeitgeberin. Ab November 2014 arbeitete sie vollzeitlich als Servicemitarbeiterin fÃ¼r Q. Dies fÃ¼hrte zur AblÃ¶sung von der Sozialhilfe. </p> <p class="Urteilstext">Aus dem Vorstehenden erhellt, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 zwar sehr viele verschiedene Arbeitsstellen innehatte; der hÃ¤ufige Stellenwechsel kann jedoch nicht oder jedenfalls nicht massgeblich darauf zurÃ¼ckgefÃ¼hrt werden, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin leichtfertig Arbeitsstellen aufgegeben hÃ¤tte. Vielmehr waren viele ArbeitsverhÃ¤ltnisse befristet. Angesichts dessen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 vor ihrer Einreise keine in der Schweiz anerkannte Berufsbildung erworben hatte und hier bei erstmaliger Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung bzw. Erlangung eines ordnungsgemÃ¤ssen Aufenthaltsrechts bereits Mutter zweier Kinder war, kann ihr auch nicht angelastet werden, dass sie â als unqualifizierte Arbeitskraft â nur wenige unbefristete Anstellungen antreten konnte. </p> <p class="Erwgung4"><b>3.4.2.4 </b>Das aus dem Sozialhilfebezug der Jahre 2003 bis 2014 herrÃ¼hrende Ã¶ffentliche Fernhalteinteresse ist sodann insofern zu relativieren, als die FÃ¼rsorgekosten zu einem nicht unerheblichen Teil auf die aus schulischen und sozialen GrÃ¼nden angeordnete Fremdplatzierung von F in den Schuljahren 2009/2010 bis 2012/2013 sowie auf die Fremdbetreuung von E zurÃ¼ckzufÃ¼hren sind. So bescheinigte das FÃ¼rsorgesekretariat der Wohngemeinde im April 2009, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin trotz VollzeiterwerbstÃ¤tigkeit bzw. aufgrund der externen Kinderbetreuung auf ergÃ¤nzende materielle Hilfe angewiesen sei. Im Mai 2010 fÃ¼hrte das FÃ¼rsorgesekretariat in erster Linie die Kosten der Fremdplatzierung von F als Grund fÃ¼r den ergÃ¤nzenden Sozialhilfebezug der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 sowie den Umstand, dass der Kindsvater keine UnterhaltsbeitrÃ¤ge leiste, an. Im MÃ¤rz 2011 fÃ¼hrte das FÃ¼rsorgesekretariat die weiterhin ergÃ¤nzend ausgerichtete Sozialhilfe auf die nÃ¤mlichen GrÃ¼nde zurÃ¼ck. (Auch) soweit der FÃ¼rsorgebezug der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 bzw. ihrer Kinder darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist, dass der Kindsvater keine UnterhaltsbeitrÃ¤ge schuldete bzw. leistete, ist er der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 nicht vorwerfbar. </p> <p class="Erwgung4"><b>3.4.2.5 </b>Im Licht des Dargelegten ist der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 der Sozialhilfebezug bis Ende November 2014 nur beschrÃ¤nkt vorwerfbar, was das dadurch indizierte Ã¶ffentliche Interesse an einer Beendigung ihres Aufenthalts erheblich relativiert. Hinsichtlich der vorliegend entscheidend ins Gewicht fallenden Prognose Ã¼ber die Gefahr erneuter und fortgesetzter SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit ist sodann ohnehin in erster Linie die jÃ¼ngere FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit ab Februar 2016 massgeblich (nachfolgend 4.2.6 f.). </p> <p class="Erwgung4"><b>3.4.2.6 </b>Die Arbeitsstelle bei Q wurde der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 nach ihrer und der Darstellung des Sozialdienstes der Wohngemeinde arbeitgeberseitig aus wirtschaftlichen GrÃ¼nden per Ende April 2015 gekÃ¼ndigt. In der Folge bezog die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 Taggelder der Arbeitslosenversicherung. Wie oben C. Abs. 2 erwÃ¤hnt, war sie wegen Schwangerschaftskomplikationen ab Januar 2016 vollstÃ¤ndig arbeitsunfÃ¤hig bzw. nicht vermittelbar, was zum erneuten Sozialhilfebezug ab Februar 2016 fÃ¼hrte. Bis MÃ¤rz 2017 wurden den BeschwerdefÃ¼hrerinnen Leistungen im Umfang von Fr. 16'735.20 ausgerichtet, was einem durchschnittlichen UnterstÃ¼tzungsbeitrag von rund Fr. 1'300.- pro Monat entspricht. Bereits im Mai 2017 â die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 war knapp 14 Monate alt â trat die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 eine 50 %-Stelle bei R an; das Pensum wurde ab April 2018 auf etwa 70 % erhÃ¶ht. Ab Mai 2018 leistete die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 sodann temporÃ¤re ArbeitseinsÃ¤tze fÃ¼r S und war als Kinderbetreuerin tÃ¤tig. Es ist mithin davon auszugehen, dass sie ab ihrem Wiedereintritt in den ersten Arbeitsmarkt nur noch ergÃ¤nzend von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt wurde. Der fÃ¼r August 2018 ausgewiesene ergÃ¤nzende Sozialhilfebezug betrug Fr. 50.63, worin indes die anteiligen Miet- sowie die Krankenversicherungskosten nicht enthalten sein dÃ¼rften. Ebenso dÃ¼rften die Kinderbetreuungskosten darin nicht eingeschlossen sein. In den Akten liegende Bewerbungsschreiben zeigen, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 weiterhin um eine Arbeitsstelle mit festem Pensum bemÃ¼hte. Eine solche Festanstellung (50 %) folgte per 1. Dezember 2018 aus einem bisherigen TemporÃ¤reinsatz fÃ¼r S. Seit 1. September 2018 arbeitete die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 zusÃ¤tzlich als Raumpflegerin.</p> <p class="Erwgung4"><b>3.4.2.7 </b>Aus dem Dargelegten erhellt, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 schon ein Jahr nach der Geburt der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 intensiv um ihre wirtschaftliche (Re-)Integration bemÃ¼hte und einer festen HalbtagestÃ¤tigkeit nachgeht, seit die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 1¾ Jahre alt ist. Es ist ihr sodann zuzugestehen, dass sie sich stets redlich bemÃ¼hte, ihre wirtschaftliche Lage (weiter) zu verbessern. Ein mangelndes DurchhaltevermÃ¶gen bzw. fehlende Einsatzbereitschaft liess die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 entgegen der Vorinstanz nicht erkennen. Deren Schluss, es sei aus subjektiven GrÃ¼nden von einer konkreten Gefahr kÃ¼nftigen Sozialhilfebezugs auszugehen, erweist sich damit als unberechtigt. Weil die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 aus migrationsrechtlicher Hinsicht sodann ihrer Schadenminderungspflicht nachkam, hÃ¤tte ihr im Ãbrigen der ergÃ¤nzende Sozialhilfebezug nicht vorgeworfen werden dÃ¼rfen bzw. die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des Widerrufs der Aufenthaltsbewilligungen verneint werden mÃ¼ssen. </p> <p class="Erwgung4">Dies gilt umso mehr unter BerÃ¼cksichtigung des grossen privaten Interesses der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 an einem Verbleib in der Schweiz, das sich aus der fast 20-jÃ¤hrigen Dauer des ordnungsgemÃ¤ssen Aufenthalts in der Schweiz, ihren familiÃ¤ren Bindungen namentlich zu den erwachsenen SÃ¶hnen sowie ihrer in sprachlicher Hinsicht guten und auch in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht ausreichenden Integration bzw. IntegrationsbemÃ¼hungen ergibt. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Nachdem es wie oben 3.3 Abs. 1 aufgezeigt (auch) keine objektiven UmstÃ¤nde gibt, welche auf eine konkrete Gefahr kÃ¼nftigen Sozialhilfebezugs schliessen lassen, ist eine solche zu verneinen. Demnach ist der Widerrufsgrund des Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG (auch) zum heutigen Zeitpunkt nicht erfÃ¼llt. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 22. August 2018 sowie Dispositiv-Ziff. I und II des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 14. Juni 2019 sind aufzuheben, und der Beschwerdegegner ist einzuladen, die Aufenthaltsbewilligungen der BeschwerdefÃ¼hrerinnen zu verlÃ¤ngern. In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. IV des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 14. Juni 2019 sind die Verfahrenskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Weiter ist dem Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrerinnen in AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. III des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 14. Juni 2019 fÃ¼r das Rekursverfahren zulasten des Beschwerdegegners eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- zuzÃ¼glich 7,7 % Mehrwertsteuer zuzusprechen; diese ist auf die in Dispositiv-Ziff. V des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 14. Juni 2019 festgelegte EntschÃ¤digung fÃ¼r die unentgeltliche Rechtsvertretung anzurechnen. Weil die fÃ¼r das Rekursverfahren zuzusprechende ParteientschÃ¤digung die von der Vorinstanz festgesetzte EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsbeistands Ã¼bersteigt, ist Dispositiv-Ziff. V des Rekursentscheids teilweise bzw. soweit die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerinnen betreffend aufzuheben. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 VRG in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Dem Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrerinnen (vgl. hinten 5.4 f.) ist zudem fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). Da die rechtsgenÃ¼gende Darlegung des Sachverhalts hier namentlich mit Blick auf die von der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 seit 2003 ausgeÃ¼bten ErwerbstÃ¤tigkeiten und ihre IntegrationsbemÃ¼hungen sowie die GrÃ¼nde fÃ¼r den Sozialhilfebezug einen Ã¼berdurchschnittlichen Aufwand erforderte, rechtfertigt es sich, die ParteientschÃ¤digung auf Fr. 2'000.- (inklusive Mehrwertsteuern) anzusetzen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Weil den BeschwerdefÃ¼hrerinnen fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren keine Gerichtskosten aufzuerlegen sind, wird ihr Gesuch um GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtspflege gegenstandslos. Zu prÃ¼fen bleibt jedoch ihr Gesuch um GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtsvertretung.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG). Offenkundig aussichtslos sind Begehren, deren Chancen auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (PlÃ¼ss, § 16 N. 46). Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichtskosten aus seinem Einkommen â nach Abzug der Lebenshaltungskosten â innert angemessener Frist zu bezahlen (PlÃ¼ss, § 16 N. 20). </p> <p class="Urteilstext">Die Mittellosigkeit der bis Ende 2019 ergÃ¤nzend Sozialhilfe beziehenden BeschwerdefÃ¼hrerinnen ist zu bejahen; ihr Begehren kann angesichts des Verfahrensausgangs nicht als offensichtlich aussichtslos bezeichnet werden, und der Beizug eines Rechtsvertreters erscheint vorliegend gerechtfertigt. Folglich gilt es das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerinnen um unentgeltliche Rechtsvertretung zu bewilligen und ihnen in der Person ihres Vertreters fÃ¼r das Beschwerdeverfahren einen Rechtsbeistand zu bestellen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.5 </b>GemÃ¤ss § 9 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018 (GebV VGr, LS 175.252) wird dem unentgeltlichen Rechtsbeistand der notwendige Zeitaufwand nach den StundenansÃ¤tzen des Obergerichts fÃ¼r die amtliche Verteidigung entschÃ¤digt, wobei die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses berÃ¼cksichtigt und Barauslagen separat entschÃ¤digt werden. Die EntschÃ¤digung betrÃ¤gt nach (§ 9 Abs. 1 Satz 1 GebV VGr in Verbindung mit) § 3 der Verordnung Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren vom 8. September 2010 (AnwGebV, LS 215.3) seit dem 1. Januar 2015 in der Regel Fr. 220.- pro Stunde. </p> <p class="Urteilstext">Der Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrerinnen hat eine vom 27. Januar 2020 datierende Kostennote eingereicht, in der er fÃ¼r seine Aufwendungen bis 27. November 2019 einen Aufwand von total 7 Stunden und 30 Minuten sowie Barauslagen von Fr. 33.60 ausweist. Die geltend gemachten Aufwendungen erscheinen nicht Ã¼berhÃ¶ht. Es ist deshalb der Kostennote entsprechend von einem EntschÃ¤digungsanspruch in der HÃ¶he von Fr. 1'765.85 (inklusive Mehrwertsteuer) auszugehen bzw. ist der Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrerinnen im genannten Betrag fÃ¼r seinen Aufwand im verwaltungsgerichtlichen Verfahren zu entschÃ¤digen. Damit betrÃ¤gt die im Beschwerdeverfahren gewÃ¤hrte EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsbeistands weniger als die den BeschwerdefÃ¼hrerinnen zugesprochene ParteientschÃ¤digung nach § 17 Abs. 2 VRG, weshalb die ParteientschÃ¤digung direkt dem Rechtsvertreter auszubezahlen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig (BGr, 2. November 2017, 2C_260/2017, E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (siehe Art. 83 lit. c Ziff. 2 e contrario und Ziff. 4 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Dispositiv-Ziff. I und II des Rekursentscheids der Sicherheitsdirektion vom 14. Juni 2019 sowie die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 22. August 2018 werden aufgehoben. Der Beschwerdegegner wird eingeladen, die Aufenthaltsbewilligungen der BeschwerdefÃ¼hrerinnen zu verlÃ¤ngern. </span></p> <p class="Einzug2"><span>In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. IV des Rekursentscheids werden die Kosten des Rekursverfahrens dem Beschwerdegegner auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. III des Rekursentscheids wird der Beschwerdegegner verpflichtet, Rechtsanwalt C fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- zuzÃ¼glich Mehrwertsteuern zu bezahlen. Die ParteientschÃ¤digung wird in teilweiser AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. V des Rekursentscheids auf die Rechtsanwalt C zugesprochene AufwandsentschÃ¤digung angerechnet; Dispositiv-Ziff. V des Rekursentscheids wird zudem teilweise (soweit die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerinnen betreffend) aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 70.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'070.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerinnen um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Den BeschwerdefÃ¼hrerinnen wird in der Person von Rechtsanwalt C ein unentgeltlicher Rechtsbeistand fÃ¼r das Beschwerdeverfahren beigegeben. </span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, Rechtsanwalt C fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (inklusive 7,7 % Mehrwertsteuern) zu bezahlen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gung 6 Beschwerde erhoben werden. Sie ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>