<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00525</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204949&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00525</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.03.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nichtpromotion</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nichtpromotion eines Gymnasiasten aufgrund wiederholter und seit längerer Zeit schwacher Leistungen.<br/>§ 13 Promotionsreglement erlaubt ein Abweichen von den Promotionsbestimmungen bei Vorliegen einer persönlichen Ausnahmesituation (E. 3.1). Probleme zwischen den Eltern und auch ein Scheidungsverfahren rechtfertigen es nicht, für das nicht promovierte Kind generell einen besonderen Fall im Sinn von § 13 Promotionsreglement anzunehmen. Massgeblich ist vielmehr, ob beim betroffenen Kind eine psychische Ausnahmesituation vorliege und diese als Ursache für den schulischen Misserfolg zu qualifizieren sei (E. 3.2). Liegt keine Ausnahmesituation vor, so vermag auch nicht einen besonderen Fall erst zu begründen, dass der Schüler beim verfahrensmässig bedingten Verbleib im Klassenzug wieder bessere Noten erzielt (E. 3.3).<br/>Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT">ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HÃRTEFALL">HÃRTEFALL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITTELSCHULE">MITTELSCHULE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROMOTION">PROMOTION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULE">SCHULE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWEISUNG">VERWEISUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 10 PromotionsR</span><br/><span class="gerade">§ 12 PromotionsR</span><br/><span class="ungerade">§ 13 PromotionsR</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1988, trat im Herbst 2001 in die Kantonsschule X Ã¼ber, wo er das Untergymnasium besuchte. Schon im Herbstsemester 2002/2003 wurde er nur noch provisorisch und im FrÃ¼hlingssemester 2003 nicht mehr promoviert. In der Folge repetierte er die 2. Klasse. Am 28. Juni 2004 teilte die Kantonsschule X As Mutter mit, dass er nicht promoviert werden kÃ¶nne, weil er schon einmal provisorisch promoviert worden sei. Da er bereits einmal eine Klasse repetiert habe, mÃ¼sse er die Schule verlassen. Auf ein WiedererwÃ¤gungsgesuch trat der WiedererwÃ¤gungskonvent nicht ein.</p> <p class="Urteilstext">As Eltern leben seit 1. Oktober 2003 getrennt. Mit VerfÃ¼gung vom 1. April 2004 stellte der Eheschutzrichter am Bezirksgericht â¦ A und seine Schwester unter die Obhut der Mutter und regelte die weiteren Folgen des Getrenntlebens.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 5. Juli 2004 liess A gegen den Entscheid der Kantonsschule X Rekurs einlegen mit dem Antrag, es sei die Promotion auszusetzen und ein Eintritt ins Kurzgymnasium mit der Ã¼blichen Probezeit zu bewilligen. Er begrÃ¼ndete dies mit der psychischen Ausnahmesituation, in der er sich seit Schulbeginn wegen der Trennung seiner Eltern befunden habe. A bestand die AufnahmeprÃ¼fung fÃ¼r das Kurzgymnasium nicht. Die Bildungsdirektion wies den Rekurs mit Entscheid vom 4. November 2004 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen liess A am 3. Dezember 2004 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich einlegen und beantragen, es seien die Dispositiv-Ziffern 1 (Abweisung des Rekurses) und 2 (Kostenauflage) vollumfÃ¤nglich aufzuheben und er sei zu promovieren, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zu Lasten von Bildungsdirektion und Kantonsschule X. Die Bildungsdirektion verzichtete ausdrÃ¼cklich auf Vernehmlassung, die Kantonsschule X stillschweigend auf Beschwerdeantwort.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht beurteilt unter anderem Beschwerden gegen letztinstanzliche Anordnungen von VerwaltungsbehÃ¶rden, soweit das Gesetz keine abweichende ZustÃ¤ndigkeit vorsieht oder eine Anordnung als endgÃ¼ltig bezeichnet (§ 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Anfechtungsobjekt ist vorliegend ein Rekursentscheid der Bildungsdirektion, was den Weiterzug an das Verwaltungsgericht grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich macht (§ 19b VRG). GemÃ¤ss der am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen Fassung von § 43 Abs. 1 lit. f VRG ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht gegen Anordnungen Ã¼ber Promotionsentscheide nicht mehr ausgeschlossen. Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ist somit gegeben. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung2">Im Rekursverfahren beantragte der BeschwerdefÃ¼hrer, es sei die Promotion auszusetzen und ihm der Eintritt ins Kurzgymnasium zu bewilligen, unter Ansetzung der Ã¼blichen Probezeit. Im Beschwerdeverfahren verlangt er, er sei unter Aufhebung des Entscheides der Beschwerdegegnerin zu promovieren. Die AntrÃ¤ge im Rekurs- und Beschwerdeverfahren stimmen somit nicht Ã¼berein. Dies ist insofern von untergeordneter Bedeutung, als sich sowohl die Frage des Eintritts ins Kurzgymnasium (Rekursantrag) wie auch diejenige nach Erteilung der Promotion (Beschwerdeantrag) erst dann stellen kÃ¶nnen, wenn sich der Ausschluss von der Kantonsschule X nicht aufrechterhalten liesse, was als Antrag beiden Begehren zugrunde liegt und vorweg zu prÃ¼fen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach § 9 Abs. 1 des Mittelschulgesetzes vom 13. Juni 1999 (MittelschulG) Ã¼bt die Lehrerschaft ihre Mitwirkungsrechte im Gesamtkonvent und in den Klassenkonventen aus. Der Klassenkonvent entscheidet Ã¼ber Fragen, welche die SchÃ¼lerinnen und SchÃ¼ler der Klasse betreffen (§ 9 Abs. 5 MittelschulG). Den Klassenkonvent bilden alle Lehrpersonen der Klasse, die obligatorische und mit Zeugnisnoten bewertete FÃ¤cher erteilen, sowie ein Mitglied der Schulleitung. Der Klassenkonvent entscheidet insbesondere Ã¼ber Aufnahmen am Ende der Probezeit sowie Ã¼ber Promotionen (§§ 17 Abs. 1 Satz 1, 18 Abs. 1 der Mittelschulverordnung vom 26. Januar 2000 [MittelschulV]). </p> <p class="Erwgung2">Der Klassenkonvent entscheidet am Ende der Probezeit Ã¼ber die definitive Aufnahme und jeweils am Ende des Semesters, letztmals ein Jahr vor der MaturitÃ¤t, Ã¼ber die Promotion (§ 8 des Promotionsreglementes fÃ¼r die Gymnasien des Kantons ZÃ¼rich vom 10. MÃ¤rz 1998 [PromotionsR]). Die §§ 9-12 PromotionsR regeln im Detail die Voraussetzungen fÃ¼r die erfolgreiche Promotion. § 12 PromotionsR erlaubt die Repetition der nÃ¤chsttieferen Klassenstufe, insgesamt aber nur eine einmalige Repetition wÃ¤hrend der ganzen Mittelschulzeit. Nach § 13 PromotionsR kann der Klassenkonvent in besonderen FÃ¤llen zugunsten der SchÃ¼lerin oder des SchÃ¼lers von den Promotionsbestimmungen abweichen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kann jede Rechtsverletzung geltend gemacht werden. Als Rechtsverletzungen gelten insbesondere Ermessensmissbrauch und <br/> -Ã¼berschreitung (§ 50 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c VRG). Damit ist gleichzeitig gesagt, dass "gewÃ¶hnliche" Fehler in der ErmessensausÃ¼bung, das heisst die bloss unzweckmÃ¤ssige AusÃ¼bung des Ermessens, beim Verwaltungsgericht nicht gerÃ¼gt werden kÃ¶nnen. ErmessensÃ¼berschreitung liegt dort vor, wo die Verwaltung Ermessen Ã¼bt, ohne dass ihr nach dem Gesetz solches zukÃ¤me. Ermessensmissbrauch ist ein qualifizierter Ermessensfehler. Die ErmessensbetÃ¤tigung muss in jedem Fall pflichtgemÃ¤ss sein. Sie darf insbesondere nicht von sachfremden Motiven geleitet werden oder Ã¼berhaupt unmotiviert sein und hat sich an den allgemeinen RechtsgrundsÃ¤tzen, den verwaltungsrechtlichen Grundprinzipien und den (weiteren) verfassungsrechtlichen Schranken zu orientieren (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 70+78+80). </p> <p class="Erwgung2">Nach § 51 VRG kann mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht jede fÃ¼r den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der VerfÃ¼gung falsche, aktenwidrige Annahmen zugrunde gelegt, Ã¼ber rechtserhebliche UmstÃ¤nde keine Beweise erhoben oder solche unzutreffend gewÃ¼rdigt werden. UnvollstÃ¤ndig ist die Sachverhaltsfeststellung dann, wenn nicht alle entscheidungswesentlichen Tatsachen berÃ¼cksichtigt werden. Erheblich ist die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts dann, wenn sie den rechtserheblichen Sachverhalt betrifft und nicht von einer Prozesspartei zu verantworten ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 51 N. 2 f.).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Vorinstanz ging davon aus, dass § 13 PromotionsR schon aus GrÃ¼nden der Gleichbehandlung nur zurÃ¼ckhaltend anzuwenden sei. Eine allfÃ¤llige Abweichung von den Promotionsbestimmungen zugunsten eines SchÃ¼lers oder einer SchÃ¼lerin lasse sich deshalb nur bei Vorliegen besonderer UmstÃ¤nde rechtfertigen. Diese seien dann gegeben, wenn das UngenÃ¼gen in der Schule als vorÃ¼bergehender Leistungsabfall, bedingt durch eine Ausnahmesituation, gewertet werde und erwartet werden kÃ¶nne, dass die betroffene SchÃ¼lerin oder der betroffene SchÃ¼ler ihren/seinen RÃ¼ckstand in absehbarer Zeit aufhole und Ã¼ber die erforderliche Begabung fÃ¼r eine MaturitÃ¤tsausbildung verfÃ¼ge.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.1 </b>In Anlehnung an den Wortlaut verlangt die Vorinstanz fÃ¼r die Anwendung von § 13 PromotionsR damit richtigerweise das Vorhandensein besonderer UmstÃ¤nde. Ein besonderer Fall ist anzunehmen, wenn namentlich im Bereich der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse einer SchÃ¼lerin oder eines SchÃ¼lers eine Ausnahmesituation aufgetreten und diese als Ursache fÃ¼r die ungenÃ¼genden Leistungen zu werten ist (VGr, 9. MÃ¤rz 2005, VB.2004.00548, E. 3.3, www.vgrzh.ch). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.2 </b>Liegt in diesem Sinn ein besonderer Fall vor, so hat die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde darÃ¼ber zu befinden, ob von den Promotionsbestimmungen abzuweichen ist oder nicht. Dass § 13 PromotionsR als Kann-Vorschrift formuliert ist, stellt die Entscheidung zwar nicht ins Belieben der SchulbehÃ¶rde; allerdings ist deren Ermessen sehr weit. Ob in besonderen FÃ¤llen von §§ 9-12 PromotionsR abzuweichen ist, wird unter Beachtung des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsgrundsatzes regelmÃ¤ssig davon abhÃ¤ngen, ob dem Betroffenen beim Verbleib in der Klasse eine gÃ¼nstige Prognose gestellt werden kann; es muss ein Aufholen des RÃ¼ckstandes in absehbarer Zeit zu erwarten sein. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.3 </b>Diese Prognosestellung ist allerdings nicht zu vermischen mit der Frage, ob die Leistungseinbusse auf eine Ausnahmesituation zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist und deshalb Ã¼berhaupt Raum fÃ¼r eine Anwendung von § 13 PromotionsR besteht. In etwas missverstÃ¤ndlicher Weise setzte die Vorinstanz fÃ¼r eine Anwendung der Ausnahmebestimmung voraus, dass der Leistungsabfall vorÃ¼bergehend sein mÃ¼sse. Soweit mit dem Zusatz "vorÃ¼bergehend" gemeint ist, es mÃ¼sse mit einer Verbesserung der Leistungen zu rechnen sein, so deckt sich das Erfordernis mit der zweiten Voraussetzung der gÃ¼nstigen Prognose. Falls jedoch die Vorinstanz mit dem Zusatz sagen wollte, nur eine zeitlich kurze Leistungseinbusse kÃ¶nne zur Anwendung von § 13 PromotionsR fÃ¼hren, wÃ¤re dies zu korrigieren: Wird ein SchÃ¼ler â wie vorliegend â am Ende der repetierten 2. Klasse von der Schule gewiesen, so liegt es auf der Hand, dass seine Leistungen schon wiederholt und seit lÃ¤ngerer Zeit schwach waren; dies ergibt sich allein schon daraus, dass der Wegweisung zunÃ¤chst eine Versetzung ins Provisorium und eine Klassenrepetition vorangehen mussten (vgl. §§ 10 und 12 PromotionsR). Es besteht indes kein Anlass â und es entspricht wohl auch nicht der Auffassung der Vorinstanz â, die Anwendung von § 13 PromotionsR bei schon lÃ¤nger anhaltenden schlechten Leistungen von vornherein auszuschliessen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Zu prÃ¼fen ist somit vorab, ob die beim BeschwerdefÃ¼hrer aufgetretenen schwachen Leistungen als Folge einer persÃ¶nlichen Ausnahmesituation aufzufassen sind. </p> <p class="Erwgung3">Es liegt zwar, wie die Vorinstanz ausfÃ¼hrte, auf der Hand, dass die Trennung der Eltern, die vorliegend offenbar lÃ¤ngere Zeit in Anspruch nahm, den BeschwerdefÃ¼hrer belastete. Bekanntlich sind Scheidungen jedoch keine aussergewÃ¶hnlichen, sondern im Gegenteil stark verbreitete Ereignisse. Probleme zwischen den Eltern und auch ein Scheidungsverfahren rechtfertigen es deshalb nicht, fÃ¼r das nicht promovierte Kind generell einen besonderen Fall im Sinn von § 13 PromotionsR anzunehmen. Massgeblich ist vielmehr auch hier, ob beim betroffenen Kind eine psychische Ausnahmesituation vorlag und diese als Ursache fÃ¼r den schulischen Misserfolg zu qualifizieren ist.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Dazu hielt die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bereits vor den familiÃ¤ren Problemen sehr schwache Leistungen erbracht habe. Seit Beginn der Mittelschule habe er die Promotionsbedingungen immer nur knapp erfÃ¼llt und die zweite Klasse wiederholen mÃ¼ssen, ohne dass er sich leistungsmÃ¤ssig hÃ¤tte verbessern kÃ¶nnen. Am Ende des Herbstsemesters 2003/2004 sei er "gerettet" worden, um nicht noch fÃ¼r ein halbes Jahr in die Sekundarschule zurÃ¼ckkehren zu mÃ¼ssen. In der Rekursantwort hatte die Beschwerdegegnerin festgehalten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seit drei Jahren das Untergymnasium besuche und diese Zeit nur mit sehr viel "goodwill" von Seiten der Lehrerschaft Ã¼berstanden habe. Dies ergibt sich aus der Aufstellung Ã¼ber die Promotionen nach den einzelnen Semestern. Danach wurde der BeschwerdefÃ¼hrer schon im Herbstsemester 2001/2002 erstmals "gerettet", bestand im FrÃ¼hjahrssemester 2002 "knapp definitiv" und war am Ende der folgenden Semester entweder provisorisch oder nicht promoviert (abgesehen von der "Rettung" im Herbstsemester 2003/2004). Zudem fÃ¤llt auf, dass er bis zum Herbstsemester 2003/2004 in bis zu fÃ¼nf FÃ¤chern Tiefnoten aufwies, im FrÃ¼hjahrssemester 2004 noch immer in drei (Sprach-)FÃ¤chern. In der Rekursduplik hatte die Schule darauf hingewiesen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer im ersten Schuljahr, noch bevor die familiÃ¤ren Probleme begonnen hÃ¤tten, seine eher dÃ¼rftigen Leistungen immer wieder mit seiner Faulheit entschuldigt habe. In der Stellungnahme dazu fÃ¼hrte seine Mutter aus, auch im ersten Schuljahr hÃ¤tten schon familiÃ¤re Probleme bestanden und es sei auch Faulheit des BeschwerdefÃ¼hrers im Spiel gewesen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Die geltend gemachte psychische Ausnahmesituation des BeschwerdefÃ¼hrers wird nicht nÃ¤her umschrieben. Den Akten ist wohl zu entnehmen, dass die Situation im Jahr 2003 "eskalierte"; jedenfalls nahmen die Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers das Getrenntleben am 1. Oktober 2003 auf, womit der BeschwerdefÃ¼hrer mindestens direkten Konfrontationen mit seinen Eltern in deren Auseinandersetzungen â sollten solche stattgefunden haben â nicht mehr ausgesetzt war. Inwiefern sich der BeschwerdefÃ¼hrer bis dahin in einer psychischen Ausnahmesituation befunden haben soll, wird nicht dargelegt. Entgegen den Angaben in der Rekursschrift wohnte der BeschwerdefÃ¼hrer, der zunÃ¤chst nicht wusste, fÃ¼r welchen Elternteil er sich entscheiden sollte, versuchsweise nicht acht, sondern bloss zwei Wochen bei seinem Vater. Die Angaben der Geschwister anlÃ¤sslich der AnhÃ¶rung im hÃ¤ngigen Eheschutzverfahren lassen sodann nicht auf eine psychische Ausnahmesituation schliessen, empfand es doch insbesondere der BeschwerdefÃ¼hrer im Wesentlichen als "langweilig", beim Vater zu wohnen. Er bekrÃ¤ftigte aber, den Kontakt zum Vater aufrechterhalten zu wollen und beide Eltern gerne zu haben.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Zu beachten ist auch, dass der BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss der Rekursschrift vom 5. Juli 2004 in der Schweizermeisterschaft der Junioren im Tischtennis den ... Rang erkÃ¤mpfte. Dies deckt sich nicht mit seiner seit Herbst 2001 angeblich andauernden psychischen Ausnahmesituation. Mit seiner guten Rangierung in der Tischtennismeisterschaft bewies er vielmehr Durchhalte- und KonzentrationsvermÃ¶gen. In der Schule aber verweigerte er sich zeitweise sogar im Sport. Es ist nicht erkennbar, weshalb es ihm nicht mÃ¶glich gewesen sein sollte, dasselbe DurchhaltevermÃ¶gen in der Schule zu zeigen. Dies gilt umso mehr, als die VerhÃ¤ltnisse zuhause bis zur Trennung der Eltern im Oktober 2003 wohl belastend waren, aber nicht dargetan wurde, wann und wie sie eskalierten, inwiefern der BeschwerdefÃ¼hrer davon besonders betroffen war und dies zu einer psychischen Ausnahmesituation bei ihm fÃ¼hrte. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.4 </b>Eine sehr starke psychische Belastung fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer bejaht zwar die Stellungnahme des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes vom 14. September 2004. Dort wird von einer lÃ¤ngeren Zeit, insbesondere aber von den letzten zwÃ¶lf Monaten gesprochen. Die Regelung der ObhutsverhÃ¤ltnisse im April 2004 habe den BeschwerdefÃ¼hrer von einem starken Druck befreit.</p> <p class="Erwgung3">Diese Entlastung fÃ¼hrte jedoch, wie gesehen, trotzdem nicht zu einer sichtbaren Verbesserung der Leistungen des BeschwerdefÃ¼hrers bis Ende Juni 2004. </p> <p class="Erwgung3">Zudem widerlegt auch dieser Bericht nicht, dass die unbefriedigenden Leistungen des BeschwerdefÃ¼hrers wesentlich eine Folge davon sind, dass er es bereits in der ersten Gymnasialklasse am erforderlichen Einsatz hat vermissen lassen. Er unterliess es zugestandenermassen auch aus Faulheit, ab Beginn des Gymnasiums mit guten schulischen Leistungen eine gewisse Reserve zu bilden, von der er wÃ¤hrend der nachfolgenden, schwierigeren Zeit hÃ¤tte zehren kÃ¶nnen. Insofern ist auch von untergeordneter Bedeutung, ob er in der Primarschule mit guten Noten glÃ¤nzte. Die BewÃ¤hrung in der Primarschule bedeutet nicht etwa auch eine BewÃ¤hrung im Gymnasium, das in vielerlei Hinsicht hÃ¶here Anforderungen stellt.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.5 </b>Daran vermag auch der Bericht des Pfarrers P vom 29. Juli 2004 Ã¼ber den BeschwerdefÃ¼hrer im Konfirmandenunterricht nichts zu Ã¤ndern. Einerseits stellt sich die Frage, ob dieses Schreiben als objektiver Bericht betrachtet werden kann, nachdem der Pfarrer seit Herbst 2003 immer wieder in Kontakt mit der Mutter des BeschwerdefÃ¼hrers gestanden hatte. Anderseits geht daraus lediglich hervor, dass der BeschwerdefÃ¼hrer passiv, lustlos, oft dÃ¼ster und depressiv gewirkt und die Kontakte mit den MitschÃ¼lern minimal gehalten habe. LetzterwÃ¤hntes liesse sich immerhin damit begrÃ¼nden, dass er "generell sehr verschlossen ist".</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.6 </b>Zusammenfassend bestehen keine genÃ¼genden Anhaltspunkte fÃ¼r die Annahme, die ungenÃ¼genden Leistungen des BeschwerdefÃ¼hrers seien massgeblich auf eine psychische Ausnahmesituation zurÃ¼ckzufÃ¼hren. Auch wenn solche Ausnahmesituationen angesichts der Probleme im Elternhaus zeitweise vorkamen, so erscheinen sie vorliegend nicht als massgebliche Ursache fÃ¼r die beim BeschwerdefÃ¼hrer seit Beginn der Gymnasialzeit auftretenden schlechten Schulleistungen. Klassenkonvent und Bildungsdirektion haben das Vorliegen eines besonderen Falles im Sinn von § 13 PromotionsR somit zulÃ¤ssigerweise verworfen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, im heutigen Zeitpunkt erbringe er die von ihm geforderten Leistungen wieder und aufgrund der aktuellen Notensituation kÃ¶nnte er definitiv promoviert werden. Dies sei von der Vorinstanz nicht abgeklÃ¤rt worden. Er beantragt dazu die Einvernahme zweier Lehrpersonen als Zeugen.</p> <p class="Erwgung2">Bei der gegebenen Sachlage erÃ¼brigen sich indessen weitere AusfÃ¼hrungen Ã¼ber die mutmassliche Leistungsentwicklung des BeschwerdefÃ¼hrers und diesbezÃ¼gliche AbklÃ¤rungen. Berichte Ã¼ber die aktuellen Leistungen mÃ¶gen im Rechtsmittelverfahren allenfalls hilfreich sein, wenn ein besonderer Fall vorliegt, so dass sich gemÃ¤ss § 13 PromotionsR und dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip die Frage stellt, ob infolge einer gÃ¼nstigen Prognose von den Promotionsbestimmungen abzuweichen sei oder nicht. Dass ein SchÃ¼ler beim verfahrensmÃ¤ssig bedingten Verbleib im Klassenzug wieder bessere Noten erzielt, ist jedoch nicht geeignet, einen besonderen Fall erst zu begrÃ¼nden (vgl. VGr, 9. MÃ¤rz 2005, VB.2004.00548, E. 3.4, www.vgrzh.ch). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Zusammengefasst erweist sich die Beschwerde als unbegrÃ¼ndet. Es ist weder eine Rechtsverletzung noch eine unvollstÃ¤ndige oder unrichtige Sachverhaltsfeststellung ersichtlich. Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Verfahrens dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine EntschÃ¤digung ist nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>