<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">6A.86/2001/mks </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> K A S S A T I O N S H O F </div> <div class="para"> ************************* </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 25. Februar 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Schubarth, Präsident des Kassa- </div> <div class="para">tionshofes, Bundesrichter Schneider, Wiprächtiger, Kolly, </div> <div class="para">Karlen und Gerichtsschreiber Borner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> --------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">X.________, Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Rekurskommission für Strassenverkehrssachen des Kantons </div> <div class="para">T h u r g a u, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> betreffend </div> <div class="para"> Entzug des Führerausweises; Dauer des Entzugs </div> <div class="para">(Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid der </div> <div class="para">Rekurskommission für Strassenverkehrssachen des Kantons </div> <div class="para">Thurgau vom 12. Februar 2001), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- X.________ fuhr am 15. September 2000 mit einem </div> <div class="para">Personenwagen auf der Autobahn A7 mit einer Geschwindigkeit </div> <div class="para">von 192 km/h und überschritt dabei die gesetzlich zulässige </div> <div class="para">Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h um 72 km/h. Dafür wurde </div> <div class="para">er mit Strafverfügung vom 15. Januar 2001 in Anwendung von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 90 Ziff. 2 SVG</span> zu einer Busse von Fr. 3'500.-- ver- </div> <div class="para">urteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Am 9. April 1999 war ihm der Führerausweis für </div> <div class="para">Motorfahrräder für die Dauer von zwei Monaten entzogen </div> <div class="para">worden, weil er an zwei Mofas unzulässige Änderungen vor- </div> <div class="para">genommen hatte. Einen ordentlichen Führerausweis besass er </div> <div class="para">damals noch nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Das Strassenverkehrsamt des Kantons Thurgau entzog </div> <div class="para">X.________ am 9. November 2000 wegen der Geschwindigkeits- </div> <div class="para">überschreitung den Führerausweis in Anwendung von <span class="artref">Art. 17 </span></div> <div class="para">Abs. 1 lit. c SVG für die Dauer von sechs Monaten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Einen Rekurs des Betroffenen wies die Rekurskom- </div> <div class="para">mission für Strassenverkehrssachen des Kantons Thurgau am </div> <div class="para">12. Februar 2001 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- X.________ führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde und </div> <div class="para">beantragt eine Reduktion des Führerausweisentzuges auf 1 - 3 </div> <div class="para">Monate. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Rekurskommission und das ASTRA beantragen die </div> <div class="para">Abweisung der Beschwerde (act. 9 und 11). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Unstrittig ist dem Beschwerdeführer der Führer- </div> <div class="para">ausweis wegen einer schweren Verkehrsregelverletzung nach </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 17 Abs. 1 lit. a SVG</span> für mindestens einen Monat zu </div> <div class="para">entziehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Die kantonalen Instanzen gehen davon aus, es </div> <div class="para">liege überdies ein Rückfall im Sinne von <span class="artref">Art. 17 Abs. 1 </span></div> <div class="para">lit. c SVG vor, weshalb der Führerausweis für mindestens </div> <div class="para">sechs Monate zu entziehen sei (Hauptbegründung). Denn </div> <div class="para">bereits mit Verfügung vom 9. April 1999 sei dem Beschwer- </div> <div class="para">deführer der Führerausweis für Motorfahrräder für die Dauer </div> <div class="para">von zwei Monaten entzogen worden, weil er an zwei Mofas </div> <div class="para">unzulässige Änderungen vorgenommen hatte. Dieser Entzug </div> <div class="para">genüge als Grundlage für die erwähnte Rückfallschärfung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Gemäss Art. 37 Abs. 1 der Verordnung vom 27. Ok- </div> <div class="para">tober 1976 über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen </div> <div class="para">zum Strassenverkehr (VZV; SR 741.51) gelten der Entzug des </div> <div class="para">Führerausweises für Motorfahrräder und das Fahrverbot nur </div> <div class="para">für die Fahrzeugarten, für die sie in der Verfügung ange- </div> <div class="para">ordnet sind. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Diese Bestimmung ermächtigt die Entzugsbehörde, </div> <div class="para">einen Warnungsentzug für Motorfahrräder auf Motorfahrzeug- </div> <div class="para">kategorien auszudehnen, die in <span class="artref">Art. 3 Abs. 1 VZV</span> aufgeführt </div> <div class="para">sind. Beim Entscheid darüber hat die Behörde abzuwägen, ob </div> <div class="para">sich eine Ausdehnung auf diese Kategorien angesichts der </div> <div class="para">Schwere und Art der mit dem Motorfahrrad begangenen Wider- </div> <div class="para">handlung rechtfertigt. Dabei hat sie sämtliche Umstände des </div> <div class="para">Falles zu berücksichtigen, namentlich ob der fehlbare Lenker </div> <div class="para">dieselbe Widerhandlung am Steuer eines Motorfahrzeugs </div> <div class="para">begangen hätte, das ein höheres Gefährdungspotenzial dar- </div> <div class="para">stellt. Eine mit einem Motorfahrrad begangene Widerhandlung, </div> <div class="para">die einen Führerausweisentzug für diese Kategorie nach sich </div> <div class="para">zieht, lässt indessen nicht notwendigerweise darauf schlies- </div> <div class="para">sen, dass der Führer beispielsweise auch am Steuer eines </div> <div class="para">Motorfahrzeugs der Kategorie B eine gefährliche Widerhand- </div> <div class="para">lung begeht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=20.02.2002&amp;to_date=11.03.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-IB-41%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page41">BGE 114 Ib 41</a> E. 3 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Im Fall des Beschwerdeführers wäre gleichzeitig mit </div> <div class="para">dem Entzug des Führerausweises für Motorfahrräder, der am </div> <div class="para">9. April 1999 angeordnet wurde, eine Ausdehnung des Führer- </div> <div class="para">ausweisentzugs auf Motorfahrzeuge der Kategorie B nicht </div> <div class="para">möglich gewesen, da der Beschwerdeführer aufgrund seines </div> <div class="para">Alters noch nicht im Besitz eines solchen Ausweises sein </div> <div class="para">konnte. Die Antwort auf die Frage, ob er mit einem Motor- </div> <div class="para">fahrzeug, das ein höheres Gefährdungspotenzial darstellt, </div> <div class="para">eine zumindest gleichartige Widerhandlung wie beispielsweise </div> <div class="para">das Führen eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs (<span class="artref">Art. 29 </span></div> <div class="para">SVG) begangen hätte, stellt sich daher - zumindest beim </div> <div class="para">Erlass einer zweiten Verfügung nach einem Jahre und sieben </div> <div class="para">Monaten seit dem verfügten Führerausweisentzug für Motor- </div> <div class="para">fahrräder - als rein hypothetisch dar. Allein darauf lässt </div> <div class="para">sich nach zutreffender Ansicht des ASTRA die Anwendung der </div> <div class="para">Rückfallbestimmung von <span class="artref">Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG</span> mit den </div> <div class="para">entsprechenden Folgen für den Betroffenen nicht begründen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Nach Ansicht der Vorinstanz lässt sich das zi- </div> <div class="para">tierte Bundesgerichtsurteil nicht auf die vorliegende Kon- </div> <div class="para">stellation übertragen. Denn bei Fahren in angetrunkenem Zu- </div> <div class="para">stand im Rückfall stehe eine gesetzliche Mindestentzugsdauer </div> <div class="para">von zwölf Monaten zur Diskussion, somit also ein doppelt so </div> <div class="para">langes Minimum wie in Fällen wie hier. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Diese Argumentation ist nicht stichhaltig. Denn die </div> <div class="para">doppelt so lange Mindestentzugsdauer beim Fahren in angetrun- </div> <div class="para">kenem Zustand im Rückfall (<span class="artref">Art. 17 Abs. 1 lit. d SVG</span>) im </div> <div class="para">Verhältnis zum Rückfall gemäss <span class="artref">Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG</span> </div> <div class="para">erklärt sich damit, dass bereits das erstmalige Fahren in </div> <div class="para">angetrunkenem Zustand eine doppelt so lange Mindestentzugsdauer </div> <div class="para">zur Folge hat im Verhältnis zur Mindestentzugsdauer einer </div> <div class="para">erstmaligen schwerwiegenden Verkehrsgefährdung (<span class="artref"><artref id="CH/741.01/17/b" type="start"></artref><artref id="CH/741.01/17/1/b" type="start"></artref><artref id="CH/741.01/17/1/a" type="start"></artref>Art. 17 </span></div> <div class="para">Abs. 1 lit. a und b SVG<artref id="CH/741.01/17/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/741.01/17/b" type="end"></artref><artref id="CH/741.01/b" type="end"></artref>). Daraus lässt sich aber nichts </div> <div class="para">ableiten zur Frage, ob der Entzug des Motorfahrradführer- </div> <div class="para">ausweises als Grundlage für die Anwendung der Rückfallrege- </div> <div class="para">lung des <span class="artref">Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG</span> genügt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> In diesem Zusammenhang muss zunächst unterschieden </div> <div class="para">werden zwischen Motorfahrradlenkern, die einen (ordentli- </div> <div class="para">chen) Führerausweis der in <span class="artref">Art. 3 Abs. 1 VZV</span> aufgezählten </div> <div class="para">Kategorien besitzen, und solchen Lenkern, die lediglich im </div> <div class="para">Besitz eines Führerausweises für Motorfahrräder sind. Bei </div> <div class="para">der ersten Gruppe hat die zuständige Behörde gleichzeitig </div> <div class="para">mit dem Anordnen des Fahrverbots für Motorfahrräder zu ent- </div> <div class="para">scheiden, ob diese Massnahme auch einen Führerausweisentzug </div> <div class="para">der in <span class="artref">Art. 3 Abs. 1 VZV</span> genannten Kategorien zur Folge hat </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 37 Abs. 1 VZV</span>). Bleibt es bei einem Fahrverbot für </div> <div class="para">Motorfahrräder und führt die neue Widerhandlung zu einem </div> <div class="para">obligatorischen Entzug des ordentlichen Führerausweises, so </div> <div class="para">kommt die Rückfallregelung des <span class="artref">Art. 17 Abs. 1 lit. c SVG</span> </div> <div class="para">nicht zur Anwendung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=20.02.2002&amp;to_date=11.03.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-IB-41%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page41">BGE 114 Ib 41</a> E. 3 mit Hinweisen). </div> <div class="para">Besitzt ein Lenker indessen lediglich einen Führerausweis </div> <div class="para">für Motorfahrräder (sei es aus Altersgründen, sei es aus </div> <div class="para">freiem Entschluss) und wird ihm dieser entzogen, so stellt </div> <div class="para">sich die Frage einer Ausdehnung des Entzugs auf einen or- </div> <div class="para">dentlichen Führerausweis gar nicht. Wenn er im Nachhinein </div> <div class="para">auch einen ordentlichen Führerausweis erworben und mit einem </div> <div class="para">entsprechenden Fahrzeug einen obligatorischen Entzugsgrund </div> <div class="para">gesetzt hat, sprechen zwei Gründe dagegen, den Entzug des </div> <div class="para">Motorfahrradausweises als ausreichende Grundlage für die </div> <div class="para">Anwendung der Rückfallbestimmung des <span class="artref">Art. 17 Abs. 1 lit. c </span></div> <div class="para">SVG anzusehen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Zum einen wollte der Gesetzgeber Motorfahrradführer </div> <div class="para">wegen der geringeren Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer </div> <div class="para">ganz allgemein weniger streng behandeln als Motorfahrzeug- </div> <div class="para">führer. Dies zeigt sich nur schon darin, dass die in <span class="artref">Art. 36 </span></div> <div class="para">Abs. 2 VZV genannten Widerhandlungen bloss fakultativ eine </div> <div class="para">Administrativmassnahme zur Folge haben, während dieselben </div> <div class="para">Verhaltensweisen (ausgenommen die Missachtung von Anordnun- </div> <div class="para">gen) bei Motorfahrzeugführern obligatorisch einen Führeraus- </div> <div class="para">weisentzug nach sich ziehen (Schaffhauser, Grundriss des </div> <div class="para">schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Bd. III, N. 2527 mit </div> <div class="para">Hinweisen). Zum andern gilt es zu bedenken, dass zur Erlan- </div> <div class="para">gung des Führerausweises für Motorfahrräder lediglich eine </div> <div class="para">vereinfachte theoretische Führerprüfung abgelegt werden muss </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 27 Abs. 2 VZV</span>) und auch kein Kurs in Sachen Verkehrs- </div> <div class="para">sinnbildung und Gefahrenlehre bzw. Fahrdynamik, Blicktechnik </div> <div class="para">und Beherrschung der Fahrzeugbedienung zu absolvieren ist </div> <div class="para">(<span class="artref"><artref id="CH/741.51/17^a" type="start"></artref>Art. 17a und b VZV</span><artref id="CH/741.51/b" type="end"></artref>). Auch von daher wäre es nicht gerecht- </div> <div class="para">fertigt, den Motorfahrradführer, der eine weniger umfassende </div> <div class="para">Ausbildung genossen hat, die gleichen Konsequenzen tragen zu </div> <div class="para">lassen wie den Motorfahrzeugführer, der hinsichtlich der </div> <div class="para">Gefahren im Strassenverkehr besonders sensibilisiert worden </div> <div class="para">ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die frühere Anordnung eines Motorfahrradausweis- </div> <div class="para">entzugs bzw. eines Fahrverbots für Motorfahrräder ohne Aus- </div> <div class="para">dehnung auf einen ordentlichen Führerausweis kann somit </div> <div class="para">nicht zu einem Rückfall gemäss <span class="artref"><artref id="CH/741.01/17/d" type="start"></artref><artref id="CH/741.01/17/1/d" type="start"></artref><artref id="CH/741.01/17/1/c" type="start"></artref>Art. 17 Abs. 1 lit. c und d </span></div> <div class="para">SVG<artref id="CH/741.01/17/1/d" type="end"></artref><artref id="CH/741.01/17/d" type="end"></artref><artref id="CH/741.01/d" type="end"></artref> führen. Die Vorinstanz verletzt Bundesrecht, wenn sie </div> <div class="para">die Mindestentzugsdauer von sechs Monaten des <span class="artref">Art. 17 Abs. 1 </span></div> <div class="para">lit. c SVG zur Anwendung bringt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Die Vorinstanz befürchtet, dass Administrativ- </div> <div class="para">massnahmen gegen minderjährige Fahrzeuglenker unberücksich- </div> <div class="para">tigt bleiben müssten, wenn diese mündig geworden sind. Das </div> <div class="para">würde gerade bei jugendlichen Verkehrsteilnehmern der ver- </div> <div class="para">kehrserzieherischen Konzeption des Administrativmassnahmen- </div> <div class="para">rechts eklatant widersprechen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Einwand geht fehl. Denn der Grundsatz der Ver- </div> <div class="para">hältnismässigkeit verlangt von den Administrativbehörden, </div> <div class="para">dass sie alle wesentlichen Beurteilungsmerkmale in ihren </div> <div class="para">Entscheid miteinbeziehen. Dazu gehört auch eine angemessene </div> <div class="para">Beurteilung des Leumunds als Motorfahrzeugführer (vgl. E. 2b </div> <div class="para">Abs. 2). Im Übrigen enthält das Strassenverkehrsrecht grif- </div> <div class="para">fige Bestimmungen, um insbesondere charakterlich ungeeignete </div> <div class="para">Bewerber eines Führerausweises von der Teilnahme am Stras- </div> <div class="para">senverkehr fern zu halten (vgl. z.B. <span class="artref">Art. 14 Abs. 2 lit. d </span></div> <div class="para">und <artref id="CH/741.01/17/1^bis" type="start"></artref>Art. 17 Abs. 1bis SVG<artref id="CH/741.01/14/2/d" type="end"></artref>; <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 und <artref id="CH/741.51/9/1" type="start"></artref>Art. 9 Abs. 1 </span></div> <div class="para">VZV<artref id="CH/741.51/7/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- a) In einer Eventualbegründung legt die Vorinstanz </div> <div class="para">dar, dass auch auf Grund der allgemeinen Bemessungskriterien </div> <div class="para">ein Entzug von sechs Monaten gerechtfertigt sei. Den Be- </div> <div class="para">schwerdeführer treffe ein schweres Verschulden. Er habe die </div> <div class="para">Geschwindigkeit vorsätzlich überschritten, da er sein Auto </div> <div class="para">auf dessen Höchstgeschwindigkeit habe testen wollen. Auf- </div> <div class="para">fallend sei die massive Geschwindigkeitsüberschreitung. Ge- </div> <div class="para">mäss Rapport der Kantonspolizei habe ein zumindest schwaches </div> <div class="para">Verkehrsaufkommen geherrscht. Der Beschwerdeführer habe </div> <div class="para">wenig Einsicht in die Schwere des Fehlverhaltens gezeigt. </div> <div class="para">Massnahmemildernd falle seine berufliche Sanktionsempfind- </div> <div class="para">lichkeit ins Gewicht, wobei sich der Arbeitgeberbestätigung </div> <div class="para">nur entnehmen lasse, dass er während des Führerausweisent- </div> <div class="para">zuges nur für gewisse Montagearbeiten nicht eingesetzt </div> <div class="para">würde. </div> <div class="para"> b) Die Vorinstanz begründet die fehlende Einsicht </div> <div class="para">des Beschwerdeführers insbesondere damit, dass er "für eine </div> <div class="para">derart massive Geschwindigkeitsüberschreitung einen Entzug </div> <div class="para">im Rahmen der gesetzlichen Mindestentzugsdauer von einem </div> <div class="para">Monat als angemessen" erachte, weshalb für sein künftiges </div> <div class="para">Wohlverhalten keine günstige Prognose gestellt werden könne. </div> <div class="para">Demgegenüber hatte der Beschwerdeführer in seinem Rekurs an </div> <div class="para">die Vorinstanz beantragt, "es sei die Entzugsdauer von sechs </div> <div class="para">Monaten auf drei Monate zu kürzen". Unter diesen Umständen </div> <div class="para">ist der Vorwurf der fehlenden Einsicht des Beschwerdeführers </div> <div class="para">in die Schwere seines Fehlverhaltens zumindest zu relati- </div> <div class="para">vieren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Weiter hält die Vorinstanz fest, angesichts seines </div> <div class="para">getrübten Leumunds als "Motorfahrzeuglenker" seien dem Be- </div> <div class="para">schwerdeführer die Folgen der Nichtbeachtung von wesentli- </div> <div class="para">chen Verkehrsregeln mit einer nachhaltig wirkenden Administ- </div> <div class="para">rativmassnahme deutlich vor Augen zu führen. Mit dieser </div> <div class="para">Argumentation hebt die Vorinstanz die Vorstrafen eines </div> <div class="para">Motorfahrradlenkers auf die gleiche Stufe mit den Vorstrafen </div> <div class="para">eines Autolenkers, was nicht zulässig ist (vgl. E. 1). Da </div> <div class="para">die Vorinstanz diesbezüglich keine Unterscheidung traf, ist </div> <div class="para">davon auszugehen, dass sie dem getrübten Fahrerleumund zu </div> <div class="para">viel Gewicht beigemessen hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Vorinstanz anerkennt wie dargelegt grundsätz- </div> <div class="para">lich die berufliche Sanktionsempfindlichkeit des Beschwerde- </div> <div class="para">führers. Eine weitergehende Würdigung dieses Beurteilungs- </div> <div class="para">merkmals nimmt sie nicht vor. Der Beschwerdeführer hat somit </div> <div class="para">während des Führerausweisentzugs mit gewissen Verdienst- </div> <div class="para">ausfällen zu rechnen. Zudem wird er bezüglich des Arbeits- </div> <div class="para">wegs Unannehmlichkeiten auf sich nehmen müssen. Dies recht- </div> <div class="para">fertigt es, dem Beschwerdeführer eine berufliche Sanktions- </div> <div class="para">empfindlichkeit in leichtem bis mittlerem Grade zuzuge- </div> <div class="para">stehen. Die übrigen Bemessungskriterien hat die Vorinstanz </div> <div class="para">zutreffend erörtert. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Die Vorinstanz hat somit in ihrer Eventualbe- </div> <div class="para">gründung zwei Elemente falsch gewichtet. Nachdem sich be- </div> <div class="para">reits die Hauptbegründung als bundesrechtswidrig erwiesen </div> <div class="para">hat (E. 1), ist der angefochtene Entscheid aufzuheben. Da </div> <div class="para">die Gewichtung der einzelnen Beurteilungsmerkmale nun klar </div> <div class="para">(E. 2b), der Fall mithin entscheidungsreif ist, urteilt </div> <div class="para">das Bundesgericht aus Gründen der Verfahrensökonomie selbst </div> <div class="para">in der Sache (<span class="artref">Art. 114 Abs. 2 OG</span>). Ausgehend von der vor- </div> <div class="para">instanzlichen Begründung und in Berücksichtigung der </div> <div class="para">unterschiedlichen Gewichtung der fehlenden Einsicht sowie </div> <div class="para">des Fahrerleumunds des Beschwerdeführers erscheint eine </div> <div class="para">Entzugsdauer von vier Monaten als angemessen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten </div> <div class="para">zu erheben (<span class="artref">Art. 156 Abs. 2 OG</span>). Der Beschwerdeführer hatte </div> <div class="para">vor Bundesgericht keine besonderen Aufwendungen, weshalb </div> <div class="para">auch eine Parteientschädigung entfällt (<span class="artref">Art. 159 Abs. 1 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird gutgeheissen </div> <div class="para">und der Entscheid der Rekurskommission für Strassenverkehrs- </div> <div class="para">sachen des Kantons Thurgau vom 12. Februar 2001 aufgehoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Dem Beschwerdeführer wird der Führerausweis für die </div> <div class="para">Dauer von vier Monaten entzogen. </div> <div class="para"> 3.- Es werden keine Kosten erhoben, und es wird keine </div> <div class="para">Parteientschädigung zugesprochen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Re- </div> <div class="para">kurskommission für Strassenverkehrssachen und dem Strassen- </div> <div class="para">verkehrsamt des Kantons Thurgau sowie dem Bundesamt für </div> <div class="para">Strassen, Abteilung Strassenverkehr, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> ______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 25. Februar 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Im Namen des Kassationshofes </div> <div class="para"> des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para"> Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>