<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2013-08-26-2C_158-2013.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_158/2013, 2C_159/2013 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 26. August 2013</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Zünd, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Donzallaz, Kneubühler, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Wyssmann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Hans Hegetschweiler, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>Kantonales Steueramt Zürich</i>, Dienstabteilung Recht, Postfach, 8090 Zürich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Staats- und Gemeindesteuern 2009, direkte Bundessteuer 2009 (Kapitalleistung aus Vorsorge), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 2. Kammer, vom 12. Dezember 2012. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">X.________ ist selbständiger Informatiker. Er erlitt im Jahre 2005 einen Verkehrsunfall und ist seither zu 80 % arbeitsunfähig. Er bezieht seit 2005 eine ordentliche Vollrente der IV sowie eine Erwerbsunfähigkeitsrente der Swiss Life AG. Im Rahmen eines Vergleichs leistete die TCS Assurances als Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers per 16. Januar 2009 eine Entschädigung von Fr. 1'163'400.--. In seiner Steuererklärung 2009 deklarierte X.________ den entsprechenden Betrag von Fr. 963'200.-- (vorliegend unbestritten) als "Kapitalabfindung für wiederkehrende Leistungen" im Sinne von Ziff. 5.5 der Steuererklärung, bezogen auf eine Leistungsdauer von 24 Jahren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Einschätzungsentscheiden vom 16. Mai 2011 veranlagte der Steuerkommissär X.________ für die Staatssteuer mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 9'700.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 1'071'000.-- und für die direkte Bundessteuer mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 10'800.--, und zwar ohne Berücksichtigung der Kapitalleistung von Fr. 963'200.-- beim Einkommen mit dem Hinweis, diese unterliege einer getrennten Besteuerung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Einschätzungsentscheid vom 19. August 2011 veranlagte das Kantonale Steueramt Zürich sodann die Kapitalleistung der Haftpflichtversicherung von Fr. 963'400.-- als "Kapitalleistung aus Vorsorge" getrennt vom übrigen Einkommen und Vermögen gemäss § 37 des Steuergesetzes des Kantons Zürich vom 8. Juni 1997 (StG) zum Satz von Fr. 96'300.--. Gleichentags stellte das Kantonale Steueramt eine (Sonder-) Veranlagung der Kapitalleistung auch für die direkte Bundessteuer 2009 gemäss <span class="artref">Art. 38 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG: SR 642.11)</span> in Aussicht; die entsprechende Veranlagungsverfügung erging am 6. September 2011. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Einsprachen gegen diese Veranlagungen, mit welcher der Steuerpflichtige verlangte, die Kapitalleistung sei als "Kapitalabfindung für wiederkehrende Leistungen", bezogen auf einen Zeitraum von 24 Jahren zusammen mit dem ordentlich veranlagten Einkommen zu besteuern (<span class="artref">§ 36 StG</span> bzw. <span class="artref">Art. 37 DBG</span>), blieben ohne Erfolg. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Rekurs und Beschwerde des Steuerpflichtigen wies das Steuerrekursgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom 25. Mai 2011 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Steuerpflichtige führte Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich. Dieses wies die Beschwerde mit Urteil vom 12. Dezember 2012 in Bezug auf die Staats- und Gemeindesteuern und die direkte Bundessteuer ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Hiergegen führt der Steuerpflichtige Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit den Anträgen (sinngemäss zusammengefasst), es sei das angefochtene Urteil des Verwaltungsgerichts vom 12. Dezember 2012 einschliesslich der Kosten- und Entschädigungsfolgen im kantonalen Verfahren vollumfänglich aufzuheben und es sei die Kapitalleistung als kapitalisierte wiederkehrende Leistung, bezogen auf einen Zeitraum von 24 Jahren, zusammen mit dem bereits veranlagten Einkommen (Fr. 9'700.-- resp. 10'800.--) entsprechend <span class="artref">§ 36 StG</span> und <span class="artref">Art. 37 DBG</span> einzuschätzen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Kantonale Steueramt Zürich, das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich und die Eidgenössische Steuerverwaltung beantragen die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Die vorliegende Sache betrifft einerseits die Sonderveranlagung für die direkte Bundessteuer 2009, andererseits diejenige für die Staats- und Gemeindesteuern des gleichen Jahres. Das kantonale Verwaltungsgericht hat die beiden Steuern im nämlichen Urteil behandelt, und auch der Beschwerdeführer hat nur eine Beschwerdeschrift eingereicht. Es rechtfertigt sich, die beiden Verfahren zu vereinigen (vgl. <span class="artref">Art. 71 BGG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 24 BZP</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=21.08.2013&amp;to_date=09.09.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-461%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page461">BGE 131 V 461</a> E. 1.2 S. 465, 59 E. 1 S. 60 f.; Urteil 2C_711/2012, 2C_712/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 1.2, in: StE 2013 B 26.21 Nr. 7). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Die Beschwerde wurde unter Einhaltung der gesetzlichen Frist (<span class="artref">Art. 100 Abs. 1 BGG</span>) und Form (<span class="artref">Art. 42 BGG</span>) eingereicht und richtet sich gegen einen Endentscheid (<span class="artref">Art. 90 BGG</span>) einer letzten, oberen kantonalen Instanz (<span class="artref">Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 BGG</span>) in einer Angelegenheit des öffentlichen Rechts (<span class="artref">Art. 82 lit. a BGG</span>). Der Beschwerdeführer ist durch die Entscheidung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (<span class="artref">Art. 89 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen nach <span class="artref"><artref id="CH/173.110/95" type="start"></artref>Art. 95 und 96 BGG</span><artref id="CH/173.110/96" type="end"></artref> geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>). Es prüft die Anwendung des harmonisierten kantonalen Steuerrechts durch die kantonalen Instanzen gleich wie Bundesrecht mit freier Kognition. In den Bereichen, in denen das Bundesgesetz vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14]) den Kantonen einen gewissen Gestaltungsspielraum belässt oder keine Anwendung findet, beschränkt sich die Kognition des Bundesgerichts auf Willkür (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=21.08.2013&amp;to_date=09.09.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-II-207%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page207">BGE 134 II 207</a> E. 2 S. 210; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=21.08.2013&amp;to_date=09.09.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-II-202%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page202">130 II 202</a> E. 3.1 S. 205 f.; Urteil 2C_705/2011 vom 26. April 2012 E. 1.5.2 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> An den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt ist das Bundesgericht grundsätzlich gebunden (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Es kann diesen korrigieren, wenn er offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruht (Art. 105 Abs. 2 bzw. <span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. Direkte Bundessteuer</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Gemäss <span class="artref">Art. 37 DBG</span> werden Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen unter Berücksichtigung der übrigen Einkünfte und der zulässigen Abzüge zu dem Steuersatz berechnet, der sich ergäbe, wenn anstelle der einmaligen Leistung eine entsprechende jährliche Leistung ausgerichtet würde. Nach <span class="artref">Art. 38 Abs. 1 DBG</span> werden demgegenüber "Kapitalleistungen nach Art. 22 [DBG] sowie Zahlungen bei Tod und für bleibende körperliche oder gesundheitliche Nachteile" gesondert besteuert und unterliegen stets einer vollen Jahressteuer. Die Steuer wird zu einem Fünftel des ordentlichen Tarifs nach <span class="artref">Art. 36 DBG</span> berechnet (<span class="artref">Art. 38 Abs. 2 DBG</span> in der hier noch anwendbaren alten Fassung). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Es ist unbestritten, dass die Kapitalleistung des Haftpflichtversicherers, die dem Beschwerdeführer im Jahr 2009 zugeflossen ist, der Einkommenssteuer unterliegt. Einzig umstritten ist, ob diese bei der direkten Bundessteuer nach <span class="artref"><artref id="CH/642.11/37" type="start"></artref>Art. 37 oder 38 DBG</span><artref id="CH/642.11/38" type="end"></artref> zu erfassen ist. Die Veranlagungsbehörde und die Vorinstanzen haben die Kapitalleistung als Zahlung "für bleibende körperliche und gesundheitliche Nachteile" getrennt vom übrigen Einkommen mit der Jahressteuer nach <span class="artref">Art. 38 DBG</span> erfasst. Demgegenüber verlangt der Beschwerdeführer, dass die Kapitalleistung zusammen mit dem übrigen Einkommen zum sog. Rentensatz nach <span class="artref">Art. 37 DBG</span> besteuert werde, weil diese Besteuerung für ihn günstiger sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> <span class="artref">Art. 37 DBG</span> betrifft die ordentliche Einkommensbesteuerung. Gehören zu den Einkünften des Steuerpflichtigen Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen, so wird die Einkommenssteuer gemäss dieser Vorschrift unter Berücksichtigung der übrigen Einkünfte zu dem Steuersatz berechnet, der sich ergäbe, wenn anstelle der einmaligen eine jährliche Leistung ausgerichtet worden wäre. Damit wird der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen Rechnung getragen. Angesichts der progressiven Ausgestaltung der Tarife wäre es mit dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht vereinbar, solche Kapitalabfindungen zur Ermittlung des Steuersatzes in ihrer vollen Höhe zu berücksichtigen. Der Steuerpflichtige verfügt zwar dank der Kapitalabfindung über ein höheres Einkommen, das aber durch die Kapitalabfindung künstlich erhöht und durch Einkommenseinbussen in anderen Perioden erkauft ist (vgl. Ivo P. Baumgartner, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, I/2a, 2. Aufl. 2008, N. 2 zu <span class="artref">Art. 37 DBG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> <span class="artref">Art. 38 DBG</span> betrifft demgegenüber die Kapitalleistungen aus Vorsorge. Diese sollen nach dem Willen des Gesetzgebers besonders privilegiert besteuert werden. Die Verfassungsgrundlage findet sich in <span class="artref">Art. 111 BV</span>. Zu diesem Zweck werden sie - anders als die Kapitalabfindungen nach <span class="artref">Art. 37 DBG</span> - gesondert vom übrigen Einkommen mit einer Jahressteuer erfasst (<span class="artref">Art. 38 Abs. 1 DBG</span>). Damit wird die Progressionswirkung des übrigen Einkommens eliminiert. Zudem wird die Kapitalleistung, die ihrem Wesen nach als Ersatz für eine Rente ausbezahlt wird, lediglich zu einem Fünftel des Tarifs nach Art. 36 bzw. 214 DBG berechnet (<span class="artref">Art. 38 Abs. 2 DBG</span>). Das Ergebnis ist eine ausserordentlich massvolle Besteuerung. Die Maximalbelastung bei der direkten Bundessteuer beträgt lediglich 2,3 % (vgl. Baumgartner, a.a.O., N. 2 zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>; Gladys Lafelly Maillard, in: Commentaire Romand, Impôt fédéral direct, 2008, N. 1 zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N. 1 ff. zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> Der Anwendungsbereich von <span class="artref">Art. 38 DBG</span> erstreckt sich grundsätzlich auf alle Einkünfte (Kapitalleistungen) aus Vorsorge im weiten Sinn des Wortes. Unter die Vorschrift fallen zunächst die "Kapitalleistungen nach <span class="artref">Art. 22 DBG</span>", d.h. die Leistungen der ersten und zweiten Säule, von anerkannten Einrichtungen der gebunden Selbstvorsorge (Säule 3a) sowie aus Leibrenten und Verpfründung (Säule 3b). <span class="artref">Art. 38 DBG</span> erfasst sodann die "Zahlungen bei Tod sowie für bleibende körperliche oder gesundheitliche Nachteile" im Sinne von <span class="artref">Art. 23 lit. b DBG</span>. Darunter sind nach Doktrin und Rechtsprechung namentlich alle Entschädigungen aus Unfall- und Haftpflichtversicherung, welche bei Tod oder Unfall zum Ausgleich sämtlicher Ansprüche an den verunfallten oder chronisch kranken Steuerpflichtigen ausgerichtet werden, zu verstehen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=21.08.2013&amp;to_date=09.09.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-I-409%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page409">BGE 131 I 409</a> E. 5.5.5). Schliesslich sind gemäss <span class="artref">Art. 17 Abs. 2 DBG</span> auch alle "Kapitalabfindungen aus einer mit dem Arbeitsverhältnis verbundenen Vorsorgeeinrichtung oder gleichartige Kapitalabfindungen des Arbeitgebers" nach <span class="artref">Art. 38 DBG</span> gesondert zu besteuern (zum Ganzen, vgl. Baumgartner, a.a.O., N. 7 ff. zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>; Lafelly Maillard, a.a.O., N. 3 ff. zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>; Agner/Jung/ Steinmann, Kommentar zum Gesetz über die direkte Bundessteuer, 1995, N. 1 zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>; Peter Locher, Kommentar zum DBG, 2001, I. Teil, N. 4 ff.8 zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 8 ff. zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.4.</b> Demgegenüber sieht <span class="artref">Art. 37 DBG</span> keine zweifache Reduktion wie bei <span class="artref">Art. 38 DBG</span> vor. Die beiden Vorschriften verfolgen unterschiedliche Zwecke. Entscheidendes (und ausreichendes) Tatbestandsmerkmal für die Anwendung von <span class="artref">Art. 37 DBG</span> ist, dass es sich um eine Kapitalabfindung für wiederkehrende Leistungen handelt. Diese sollen entsprechend der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit für wiederkehrende Leistungen besteuert werden. Handelt es sich aber um eine Kapitalabfindung aus Vorsorge i.w.S., so erfolgt die Besteuerung nach <span class="artref">Art. 38 DBG</span> gesondert vom übrigen Einkommen und zu einem besonders günstigen Tarif. Damit sollen solche Zahlungen angesichts ihres Zwecks (Vorsorge) steuerlich besonders begünstigt werden (so bereits die Botschaft zu Bundesgesetzen über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden und der direkten Bundessteuer vom 23. Mai 1983, BBl 1983 III 1 177 zu Art. 38 E-DBG und 98 zu <span class="artref">Art. 12 StHG</span>). Die gesonderte Besteuerung von Kapitalleistungen nach <span class="artref">Art. 38 DBG</span> wird gegenüber der Besteuerung zum Rentensatz (<span class="artref">Art. 37 DBG</span>) allgemein als für den Steuerpflichtigen günstiger beurteilt (Baumgartner, a.a.O., N. 6 zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>; Locher, a.a.O., N. 1 zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>; Richner et al., a.a.O., N. 4 zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>). Für eine kohärente Anwendung der beiden Vorschriften ist daher eine genaue Abgrenzung erforderlich. Es liegt nicht im Belieben des Steuerpflichtigen, für die eine oder die andere Besteuerung zu optieren je nachdem, welche für ihn günstiger ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Vorliegend haben die Vorinstanzen die streitige Kapitalabfindung aus der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers vom übrigen Einkommen getrennt mit der Sondersteuer nach <span class="artref">Art. 38 DBG</span> erfasst. Sie haben darauf die Steuer zu einem Fünftel der nach <span class="artref">Art. 36 DBG</span> berechneten Steuer erhoben. Das steht mit <span class="artref">Art. 38 DBG</span> im Einklang. <span class="artref">Art. 38 DBG</span> erwähnt namentlich die "Zahlungen bei Tod sowie für bleibende körperliche oder gesundheitliche Nachteile" und verweist damit implizit auf <span class="artref">Art. 23 lit. b DBG</span>. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erfasst <span class="artref">Art. 23 lit. b DBG</span> insbesondere Leistungen, die von Unfall- und Haftpflichtversicherungen ausgerichtet werden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=21.08.2013&amp;to_date=09.09.2013&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-I-409%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page409">BGE 131 I 409</a> E. 5.5.5; so auch Urteil 2A.743/2005 vom 4. Juli 2006 E. 2.4 für das kantonale [zürcherische] Recht, in: StR61/2006 S. 781). Dass Kapitalleistungen, die von Haftpflicht- und Unfallversicherungen bei Tod oder Invalidität oder bei Eintritt eines versicherten Ereignisses wie z.B. Unfall erbracht werden, durch <span class="artref">Art. 38 DBG</span> erfasst werden, entspricht auch einhelliger Lehre (Agner/Jung/Steinmann, a.a.O., N. 1 zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>; Baumgartner, a.a.O., N 8 zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>; Locher, a.a.O., N. 8 zu Art. 38; Laffely Maillard, a.a.O., N. 3 zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Der Beschwerdeführer wünscht demgegenüber eine Änderung der bundesgerichtlichen Praxis. Er trägt vor, nach dem Wortlaut sei <span class="artref">Art. 37 DBG</span> auf die hier fragliche Kapitalleistung zweifellos anwendbar. <span class="artref">Art. 38 DBG</span> sei daher vorliegend nur anwendbar, wenn dieser lex specialis zu <span class="artref">Art. 37 DBG</span> sei. Es folge indessen nirgends, dass <span class="artref">Art. 38 DBG</span> lex specialis zu <span class="artref">Art. 37 DBG</span> sei. Haftpflichtleistungen seien zudem keine Vorsorgeleistungen im Sinne von <span class="artref">Art. 38 DBG</span>, sondern Nachsorge. Es gelte der Grundsatz der sofortigen Fälligkeit des Schadenersatzes, weshalb im Schadenersatzrecht der Geschädigte aufgrund einer Prognose über die künftige Entwicklung so zu stellen sei, wie wenn der Schaden nicht eingetreten wäre. Das alles spreche gegen die Anwendung von <span class="artref">Art. 38 DBG</span> im vorliegenden Fall. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.3.</b> Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer geht offenkundig von einem zu engen Begriff der Vorsorge in <span class="artref">Art. 38 DBG</span> aus. Der Begriff der Vorsorge im Sinne dieser Vorschrift ist weit auszulegen und erfasst insbesondere auch kapitalisierte Leistungen für künftige Vorsorge (vgl. Laffely Maillard, a.a.O., N. 3 zu <span class="artref">Art. 38 DBG</span>). Es ist somit in dieser Beziehung kein Unterschied zwischen einer die gesundheitliche Beeinträchtigung abfedernden privaten Haftpflichtleistung und der Auszahlung eines Vorsorgekapitals in Rentenform zu erkennen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Schon unter dem alten Recht wurden "Ersatzleistungen für bleibende Nachteile" bzw. Kapitalleistungen "für bleibende körperliche oder gesundheitliche Nachteile" (<span class="artref">Art. 40 Abs. 2 BdBSt</span> in der Fassung vom 1. Juli 1958 bzw. <span class="artref">Art. 40 Abs. 5 BdBSt</span> in der Fassung vom 22. März 1985) steuerlich privilegiert behandelt. Dazu zählten vor allem die Invaliditäts- und Todesfallkapitalien aus Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung usw. (Ernst Känzig, Die eidgenössische Wehrsteuer [Direkte Bundessteuer], 2. Aufl. 1982, N. 68 zu <span class="artref">Art. 21 Abs. 1 lit. a BdBSt</span> und N. 6 zu <span class="artref">Art. 40 Abs. 2 BdBSt</span> mit Hinweisen). Wenn daher in <span class="artref">Art. 38 Abs. 1 DBG</span> die "Zahlungen bei Tod und für bleibende körperliche oder gesundheitliche Nachteile" getrennt vom übrigen Einkommen zu einem besonders privilegierten Satz besteuert werden, so wird damit die bisherige Praxis weitergeführt und erfasst die Sondersteuer auch die Invaliditäts- und Todesfallkapitalien aus Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung usw. <span class="artref">Art. 38 DBG</span> bezieht sich damit - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers - auch auf Haftpflichtleistungen. Diese Besteuerung beruht auf bewussten Entscheiden des Gesetzgebers. Es ist daher nicht möglich, unter <span class="artref">Art. 38 DBG</span> fallende Kapitalleistungen der Rentenbesteuerung nach <span class="artref">Art. 37 DBG</span> zu unterstellen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.4.</b> Der Beschwerdeführer macht sodann namentlich geltend, der Gesetzgeber habe übersehen, dass es auch Fälle gäbe, wo eine Besteuerung nach <span class="artref">Art. 37 DBG</span> günstiger sei. Die hier praktizierte Gesetzesauslegung habe zur Folge, dass eine ganze Gruppe von Steuerpflichtigen, nämlich alle von einer Gesundheitsbeschränkung betroffenen jüngeren Menschen, benachteiligt und damit diskriminiert würden. Das Diskriminierungsverbot gemäss <span class="artref">Art. 8 Abs. 2 BV</span> und Art. 14 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> werde verletzt. </div> <div class="para">Auch diese Einwendung ist, wie die weiteren Vorbringen, unbegründet. Der Beschwerdeführer anerkennt, dass <span class="artref">Art. 38 DBG</span> grundsätzlich eine weitergehende Begünstigung bezweckt als <span class="artref">Art. 37 DBG</span> und letzterer allein der Durchsetzung des Grundsatzes der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit dient. Die Anwendung der Sondersteuer von <span class="artref">Art. 38 DBG</span> ist nach einhelliger Doktrin günstiger als die Besteuerung von kapitalisierten Renten nach <span class="artref">Art. 37 DBG</span>. Aus systematischen Gründen kann es sich zwar ergeben, dass im Einzelfall eine Besteuerung der Kapitalleistung zum Rentensatz zusammen mit den übrigen Einkünften nach <span class="artref">Art. 37 DBG</span> günstiger ist. Wie das Bundesgericht für die analoge Bestimmung von § 37 des Züricher Steuergesetzes aber bereits entschieden hat, vermag dies an der Besteuerung nach Massgabe der gesetzlichen Ordnung nichts zu ändern (Urteil 2A.743/3005 vom 4. Juni 2006 E. 2.4). </div> <div class="para">Eine mögliche Schlechterstellung hat auch nichts mit der Invalidität des Beschwerdeführers zu tun: Soweit ersichtlich - der Beschwerdeführer substantiiert die Schlechterstellungs- und Diskriminierungsrüge in seiner Beschwerde nicht näher - profitiert der Beschwerdeführer nicht im gewünschten Ausmass von der steuerlichen Privilegierung, weil er die bei der ordentlichen Steuer geltend gemachten Verluste und Kosten mangels genügendem Einkommen nicht voll in Abzug bringen und diese infolge der gesonderten Besteuerung der Kapitalabfindung auch nicht auf diese anrechnen kann. Beim geltend gemachten Verlust handelt es sich um einen Geschäftsverlust aus selbständiger Erwerbstätigkeit, bei den Kosten geht es um Kosten der Liegenschaft. Der Beschwerdeführer wird somit in seiner Eigenschaft als Selbständigerwerbender und Wohneigentümer nicht im gewünschten Ausmass steuerlich entlastet und nicht wegen seiner Behinderung. <span class="artref">Art. 8 Abs. 2 BV</span> und <span class="artref">Art. 14 EMRK</span> sind nicht berührt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Eine Bundesrechtsverletzung ist nach dem Gesagten nicht zu erkennen. Das führt zur Abweisung der Beschwerde, soweit sie die direkte Bundessteuer betrifft. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. Staats- und Gemeindesteuern</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> Gemäss <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 StHG</span> unterliegen der Einkommenssteuer alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte. Gehören zu den Einkünften Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen, so wird die Steuer unter Berücksichtigung der übrigen Einkünfte zu dem Satz berechnet, der sich ergäbe, wenn anstelle der einmaligen Leistung eine entsprechende jährliche Leistung ausgerichtet würde (<span class="artref">Art. 11 Abs. 2 StHG</span>). Demgegenüber werden Kapitalleistungen aus Vorsorge sowie Zahlungen bei Tod und für bleibende körperliche oder gesundheitliche Nachteile für sich allein besteuert. Sie unterliegen stets einer vollen Jahressteuer (<span class="artref">Art. 11 Abs. 3 StHG</span>). Dieser Regelung liegt die gleiche Unterscheidung zugrunde wie den <span class="artref"><artref id="CH/642.11/37" type="start"></artref>Art. 37 und 38 DBG</span><artref id="CH/642.11/38" type="end"></artref>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"><span class="artref">§ 36 StG</span>/ZH lautet praktisch wörtlich gleich wie <span class="artref">Art. 11 Abs. 2 StHG</span>. <span class="artref">§ 37 StG</span>/ZH entspricht <span class="artref">Art. 11 Abs. 3 StHG</span>, wobei die kantonale Norm zusätzlich bestimmt, dass der Steuersatz anwendbar ist, der sich ergäbe, wenn anstelle der einmaligen eine jährliche Leistung von einem Zehntel der Kapitalleistung ausgerichtet würde (mindestens aber 2 % der einfachen Staatssteuer). Nach <span class="artref">§ 23 StG</span>/ZH sind sodann auch steuerbar alle anderen Einkünfte, die an die Stelle des Einkommens aus Erwerbstätigkeit treten (lit. a) und einmalige oder wiederkehrende Zahlungen bei Tod sowie für <i>bleibende körperliche oder gesundheitliche Nachteile</i> (lit. b). Die kantonalen Vorschriften sind insoweit mit dem StHG harmonisiert und entsprechen (mit Ausnahme des Tarifs) praktisch wörtlich den bundessteuerlichen Vorschriften (so bereits Urteil 2A.743/2005 vom 4. Juli 2006 E. 2.1 und 2.5, in: StR 2006 S. 781). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die zur direkten Bundessteuer angestellten Überlegungen müssen daher in Bezug auf die Staatssteuer in gleicher Weise gelten. Das führt zur Abweisung der Beschwerde auch hinsichtlich der kantonalen Steuern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer, der unterliegt, aufzuerlegen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/66/1" type="start"></artref>Art. 65 und 66 Abs. 1 BGG</span><artref id="CH/173.110/65" type="end"></artref>). Eine Parteientschädigung ist nicht geschuldet (<span class="artref">Art. 68 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Verfahren 2C_158/2013 und 2C_159/2013 werden vereinigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird hinsichtlich der direkten Bundessteuer abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird hinsichtlich der Staats- und Gemeindesteuern abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonalen Steueramt Zürich, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 2. Kammer, und der Eidgenössischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 26. August 2013 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Zünd </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Wyssmann </div> </div></body></html>