BRKE II Nr. 163 und164/2000 vom 27. Juni 2000 in BEZ 2001 Nr. 16 (bestätigt mit VB.2000.00300 vom 14. Dezember 2000) Die Baubehörde macht ohne nähere Begründung geltend, bei den geplanten Meh r- familienhäusern handle es sich nicht um eine Terrassenüberbauung, sondern um "te r- rassenähnliche Flachdachbauten", weshalb die Sondervorschriften von Art. 26 f. BauO nicht zur Anwendung gelangten. Gemäss § 77 PBG können die kommunalen Bau - und Zonenordnungen für Terra s- sen- und ähnliche Überbauungen Bestimmungen aufstellen, die von den normalen Z o- nenvorschriften abweichen. Die Formulierung "Terrassen - und ähnliche Überbauu ngen" erfasst alle Bauköper mit e ntsprechend dem Terrainverlauf horizontal verschobenen Geschossen, lässt dem kommunalen Gesetzgeber aber auch die Möglichkeit, g enauere Spezifikationen des Überbauungstypus festzulegen. Die Gemeinden können daher g e- stützt auf § 77 PBG auch Spezialvorschriften für terrassierte Einzelgebäude erlassen, die den Besonderheiten der an den Terrainverlauf angepassten Bauweise besser Rec h- nung tragen. In vielen Bauordnungen wird beispielsweise eine besondere Geschos s- zählung festgelegt, indem anstelle der für die Rege lüberbauung geltenden Geschos s- qualifikation (Voll -, Unter - und Dachgeschosse) der Begriff "Stufe" verwendet wird. Es finden sich auch Kombinationen von "Stufenzahlen" (mit oder ohne Beziehung zur e r- laubten Geschosszahl) mit Gebäudehöhenvorschriften; dies e twa mit den Form ulierun- gen, dass die zonengemässe Gebäudehöhe nur in der seitlichen Ansicht zu beac hten sei oder an keinem Punkt überschritten werden dürfe. Die Zielsetzung solcher Besti m- mungen liegt darin, eine "Überhöhe" von terrassierten Bauten zu verhi ndern und die äussere Erscheinung eines Terrassenhauses zu regeln. Solche Normierungen enthalten nicht zuletzt auch eine gestalterische Komponente, indem sie sicherstellen, dass Te r- rassenhäuser hangaufwärts gesehen nicht wesentlich anders wirken als ein ni cht te r- rassiertes Gebä ude. Ob der kommunale Gesetzgeber mit bestimmten Privilegierungen oder Benachteil igungen die Terrassenbauweise fördern oder verhindern wollte, lässt sich den Bauordnungen nicht immer zweifelsfrei entnehmen. Der Begriff "Terrassenüberb auung" bzw. der im vorliegenden Falle in Art. 26 BauO verwendete Begriff "Terrassenhäuser" wird weder im Planungs - und Baugesetz und dessen ausführenden Verordnungen noch in der kommunalen Bauordnung definiert. Nach allgemeinem Sprachverständnis sind unter Terrassenhäusern Gebäude zu verst e- hen, bei denen - bedingt durch die Hangneigung - horizontale Gebäudeabschnitte st u- fenförmig so versetzt sind, dass die Dachfläche eines vorgelagerten Gebäudeteils gleichzeitig als Terrasse für das darüberliegende Geschoss fungiert (vgl. Koepf, Bil d- wörterbuch der Architektur, Stuttgart 1968, S. 378). Das Terrassenhaus wird auch als - 2 - Gebäude definiert, bei dem die Geschosse nach einer oder mehreren Seiten unterei n- ander gestaffelt sind (vgl. Frommhold/Gareiss, Bauwörterbuch, B egriffsbestimmungen aus dem Bauwesen, Düsseldorf 1978, S. 255). Entscheidend für das äussere Ersche i- nungsbild ist die Terrassierung (Abstufung), wobei das Verhältnis von (offener) Terra s- senfläche zur W ohnfläche mindestens 1:3 betragen soll. Das Terrassenha us wird visuell in erster Linie durch seine Stufen/Absätze geprägt und weniger durch die innere Org a- nisation als solche (vgl. zum Ganzen BEZ 1995 Nr. 21). Vorliegend befinden sich die Baugrundstücke an einem steilen Südwesthang. Das vorab streitbetroffene Haus B weist einen der Geländeneigung folgenden fünfstufig g e- gliederten Baukörper mit fünf Geschossebenen auf, die in den Plänen als Garteng e- schoss, 1. und 2. Obergeschoss sowie 1. und 2. Attikageschoss bezeichnet werden. Die oberen Geschossebenen sind hor izontal so gestaffelt, dass jede Einheit über eine Dachterrasse verfügt. Die das Haus B einmittenden Häuser A und C weisen eine ident i- sche, der Hangneigung entsprechende Staffelung der Geschossebenen, jedoch kein 2. Attikageschoss auf. Das äussere Erschein ungsbild der Häusergruppe entspricht mit i h- ren dem Terrainverlauf entsprechenden Abtreppungen einem Terrassenhaus im Sinne der Begriffsauslegung, und dies unabhängig davon, dass die Geschosse nicht durchg e- hend horizontal verschoben sind. W ie angeführt ist die innere Organisation einer Baute für die Qualifikation als Terrassenhaus nicht ausschlaggebend. Handelt es sich bei den streitbetroffenen Häusern um eine Terrassen - oder terras- senähnliche Überbauung, so hat dies die Anwendung der für den Überbauungstypu s in Art. 26 f. BauO festgelegten Spezialbestimmungen zur Folge. Die Bauherrschaft kann sich somit nicht auf die Vorschriften über die Regelbauweise berufen.