Confédération et cantons. Nouvelle répartition des tâches 80 N 8 mars 1984 #ST# Vierte Sitzung - Quatrième séance Donnerstag, 8. März 1984, Vormittag Jeudi 8 mars 1984, matin 8.00h Vorsitz - Présidence: M. Gautier 81.065 Bund und Kantone. Neuverteilung der Aufgaben Confédération et cantons. Nouvelle répartition des tâches Fortsetzung - Suite Siehe Seite 53 hiervor - Voir page 53 ci-devant Bundesgesetz über die Ausbildungsbeiträge der Kantone Loi fédérale sur les subsides de formation alloués par les cantons Fortsetzung - Suite Art. 4 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Antrag Hegg Als Empfänger können ausschliesslich vorgesehen werden: a. ... Art. 4 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Proposition Hegg Les bourses et les prêts peuvent être alloués uniquement: a. ... Hegg: Im Namen meiner Fraktion bin ich beauftragt, Ihnen einige Detailanträge zu begründen. Ich werde mich mögli- cher Kürze befleissigen. Zum Artikel 4: Mit der vorgeschla- genen Fassung des Bundesrates werden die Kantone gezwungen, ausnahmslos alle aufgelisteten Personenkreise als Stipendienempfänger vorzusehen. Der Antrag, den ich Ihnen beliebt machen möchte, würde den einzelnen Kanto- nen freie Hand lassen, die aufgelisteten Personenkreise allesamt oder aber nur teilweise als Empfänger vorzusehen. Sie könnten andererseits keine weiteren Personenkreise, die hier nicht aufgeführt sind, als Empfänger vorsehen. Ich nehme auf die anderen Anträge vor mir Bezug und Stellung zum Artikel 12. Unser Antrag nimmt die Fassung des Ständerates auf. Der einschränkende Zusatz, wonach nur Studierende mit einem eidgenössisch oder kantonal anerkannten Abschluss ihrer Erstausbildung in ihrem Wohnsitzkanton einen stipendienrechtlichen Anspruch begründen, fördert die geordneten Studiengänge und privi- legiert die Studierenden, die ihre Studien richtig planen, was in unseren Augen nur recht und billig ist. Der Antrag zum Artikel 16 ist gegenstandslos geworden, weil er eine Anpas- sung an den Antrag Ruf beinhaltet. Nachdem Sie diesen Antrag abgelehnt haben, ziehe ich den Antrag zu Artikel 16 zurück. Bundesrat Friedrich: Ich spreche lediglich zum Artikel 4, der zuerst zur Diskussion steht. Es verhält sich eben nicht ganz so, wie der Antragsteller sagt. Artikel 4 ist nach unserer Verfassung eine Mindestvorschrift. Die Kantone müssen diese Kategorien als Empfänger vorsehen. Sie können aber auch darüber hinausgehen. Diese Freiheit haben die Kan- tone. Nun ist vor allem ein Punkt wichtig: Nach der ein- schränkenden Fassung von Herrn Nationalrat Hegg könnten die Kantone beispielsweise Ausländer mit blosser Aufent- haltsbewilligung nicht mehr als Stipendienempfänger vorse- hen. Das ist ja wohl auch der Zweck seines Antrags. Unsere Formulierung lässt dagegen den Kantonen Freiheit. Sie enthält Mindestvorschriften; der Antrag Hegg macht daraus eine Maximalvorschrift. Er kehrt den Sinn also sozusagen um. Ich bitte Sie, den Antrag Hegg abzulehnen und der bundes- rätlichen Formulierung zuzustimmen. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission offensichtliche Mehrheit Für den Antrag Hegg Minderheit Art. 5 Antrag der Kommission Mehrheit Nach Entwurf des Bundesrates Minderheit (Hubacher, [Affolter, Akeret], Biel, Braunschweig, Carobbio, Deneys, [Morel, Muheim], Nauer, Vannay) Abs. 2 Desgleichen sind Ausbildungsbeiträge für eine Zweitausbil- dung an mündige Bewerber mit einem eidgenössisch oder kantonal anerkannten Ausbildungsabschluss vorzusehen. Art. 5 Proposition de la commission Majorité Selon le projet du Conseil fédéral Minorité (Hubacher, [Affolter, Akeret], Blunschy, Braunschweig, Carobbio, Deneys, [Morel, Muheim], Nauer, Vannay) Al. 2 Des subsides doivent également être prévus pour une deuxième formation, en faveur de requérants majeurs au bénéfice d'un certificat de formation reconnu par la Confé- dération ou un canton. M. Kohler Raoul, rapporteur: Les propositions concernant l'article 5 ne sont pas clairement présentées sur le dépliant. La proposition de minorité ne concerne que le 2" alinéa. Notre commission vous recommande d'adopter le premier alinéa dans la version du Conseil fédéral. Le gouvernement a voulu, à juste titre, laisser aux cantons le soin de désigner les institutions dont les écoliers ou étudiants ont droit à des bourses. Le Conseil des Etats, quant à lui, a précisé que les cantons doivent aussi allouer des bourses aux personnes qui reçoi- vent une formation dans les établissements que la Confédé- ration, seule, a reconnus. Il a voulu exercer une certaine influence sur les cantons qui n'attribuent de bourses qu'à ceux qui suivent l'enseignement d'institutions cantonales. Notre commission estime que l'on ne peut à la fois procéder à une nouvelle répartition des tâches et donner à la Confé- dération des attributions dans une affaire à l'exécution de laquelle elle ne participe ni par une aide financière ni sur le plan de l'organisation. La Conférence des directeurs cantonaux de l'instruction publique s'oppose également à cette extension de la com- pétence fédérale et se réfère aux recommandations faites8. März 1984 N 81 Bund und Kantone. Neuverteilung der Aufgaben par la Conférence internationale des bourses d'étude, recommandations qui contribuent déjà à harmoniser les régimes cantonaux applicables en la matière. Neblker, Berichterstatter: Ich spreche hier nur zu Artikel 5 Absatz 1. Hier will die Kommissionsmehrheit dem Entwurf des Bundesrates folgen und nicht dem Ständerat. Wie Sie sehen, hat der Ständerat hier eine' Ergänzung eingeführt und festgelegt, dass Ausbildungsbeiträge vorzusehen seien an von Bund oder Kantonen anerkannte Bildungsstätten. Der Ständerat hat hier die Anerkennung durch den Bund eingefügt. Die Mehrheit der Kommission ist nun aber der Auffassung, das stehe im Widerspruch zur Aufgabenteilung, dem Bund hier Kompetenzen einzuräumen in einer Angele- genheit, an deren Vollzug ausschliesslich die Kantone - nach unseren gestrigen Beschlüssen - sowohl finanziell als auch organisatorisch beteiligt sind. Auch die Erziehungsdi- rektorenkonferenz ist mit dieser neuen Bundeszuständigkeit nicht einverstanden. Ich bitte Sie also, dem Antrag der Kommissionsmehrheit zuzustimmen. Le président: M. Hubacher avait présenté une proposition de minorité, concernant l'alinéa 2, proposition qui est re- tirée. Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit Adopté selon la proposition de la majorité Art. 6-11 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté Art. 12 Antrag der Kommission Nach Entwurf des Bundesrates Antrag Hegg Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Art. 12 Proposition de la commission Selon le projet du Conseil fédéral Proposition Hegg Adhésion au Conseil des Etats M. Kohler Raoul, rapporteur: A l'article 12, notre commis- sion vous recommande d'adopter le projet du Conseil fédé- ral. Le Conseil des Etats a introduit le terme de «première formation» qui n'est pas clair du tout. Doit-on, par exemple, considérer que l'enseignement donné par un technicum à une personne ayant terminé son apprentissage, fait partie de cette première formation? Il est indispensable que la définition du domicile détermi- nant en matière de bourse soit précise et il a semblé à la commission que cela était le cas avec la proposition du Conseil fédéral, raison pour laquelle elle vous recommande de soutenir cette proposition. Nebiker, Berichterstatter: Bei Artikel 12 beantragt Ihnen die Kommission wiederum, dem Entwurf des Bundesrates zuzu- stimmen und nicht dem Ständerat. Der Ständerat hat den Begriff der Erstausbildung eingeführt, der keineswegs klar ist. Gilt zum Beispiel der Besuch eines Technikums nach einer Lehre nocrr als Erstausbildung oder ist das Zweitaus- bildung? Bei der Festlegung des stipendienrechtlichen Wohnsitzes ist es wesentlich, dass wir klare Verhältnisse schaffen. Deshalb also empfehle ich Zustimmung zum Antrag des Bundesrates. Le président: Le Conseil fédéral renonce à prendre la parole. Nous pouvons donc passer au vote. Nous opposons la proposition de la commission et du Conseil fédéral à celle du Conseil des Etats, reprise par M. Hegg. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission offensichtliche Mehrheit Für den Antrag Hegg Minderheit Abschnitt 3bis Antrag der Kommission Minderheit (Hubacher, [Affolter, Akeret], Blunschy, Braunschweig, Carobbio, Deneys, [Morel, Muheim], Nauer, Vannay) Abschnitt 3bis: Koordination und Beiträge Art. 12a Titel Koordination; Richtlinien Abs. 1 Der Bundesrat fördert und koordiniert die Bestrebungen der Kantone auf Harmonisierung der Ansätze der Ausbildungs- beiträge; die Bundesbehörden nehmen bei der Festsetzung der eigenen Ausbildungsbeiträge darauf Rücksicht. Abs. 2 Der Bundesrat kann in Zusammenarbeit mit den Kantonen Richtlinien über die Mindestansätze der Stipendien für den Besuch der verschiedenen Lehranstalten und Institutionen erlassen. Art. 12b Titel Beiträge Abs. 1 Der Bund gewährt den Kantonen Beiträge an ihre Aufwen- dungen für Stipendien im Rahmen der Mindestansätze gemäss den Richtlinien der Kantone oder des Bundesrates. Abs. 2 Der Bundesrat kann die Beiträge an die Bedingung knüpfen, dass die Ansätze für die Stipendien unter den Kantonen koordiniert sind. Abs. 3 Die Beiträge des Bundes an die beitragsberechtigten Stipen- dien der Kantone betragen je nach ihrer Finanzkraft 15 bis 50 Prozent. Chapitre 3b" Proposition de la commission Minorité (Hubacher, [Affolter, Akeret], Blunschy, Braunschweig, Carobbio, Deneys, [Morel, Muheim], Nauer, Vannay) Chapitre 3b": Coordination et subventions Art. 12a Titre Coordination; directives Al. 1 Le Conseil fédéral encourage et coordonne les efforts des cantons en vue de l'harmonisation des taux des subsides de formation; les autorités fédérales en tiennent compte lors de la fixation de leurs propres subsides de formation.Pétition UNES 82 N 8 mars 1984 Al. 2 Le Conseil fédéral peut édicter, en collaboration avec les cantons, des directives concernant les taux minima des bourses octroyées en vue de la fréquentation des diverses écoles et institutions. Art. 12b Titre Subventions Al. 1 La Confédération alloue, dans le cadre des taux minima et conformément aux directives cantonales ou du Conseil fédéral, des subventions aux cantons pour leurs dépenses en faveur des bourses. Al. 2 Le conseil fédéral peut subordonner les subventions à la condition que les taux concernant les bourses soient coor- donnés entre les cantons. Al. 3 Les subventions de la Confédération pour les bourses des cantons susceptibles d'être subventionnées s'élèvent, selon leur capacité financière, de 15 à 50 pour cent. Le président: Les propositions de minorité pour un chapitre 3"", articles 12a et 12b, sont retirées. Art. 13 Antrag der Kommission Streichen Proposition de la commission Biffer M. Kohler Raoul, rapporteur: Notre commission vous recommande de biffer cet article. Il ressort déjà de l'article 102, chiffre 2, de la constitution que le Conseil fédéral doit veiller à l'application des lois. Il n'est donc pas nécessaire de s'y référer ni au dispositions sur l'organisation judiciaire de la Confédération. Angenommen - Adopté Art. 14 Antrag der Kommission Nach Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Selon le projet du Conseil fédéral M. Kohler Raoul, rapporteur: Votre commission vous recommande, conformément à la proposition du Conseil fédéral, de permettre à celui-ci d'ordonner des relevés statis- tiques mais de ne pas l'y obliger, comme le veut le Conseil des Etats. Selon le directeur de l'Office fédéral de l'éduca- tion et de la science, ces relevés serviront à évaluer le succès des mesures envisagées. Angenommen - Adopté Art. 15 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté Art. 16 Antrag der Kommission ..., die bis zum 31. Dezember 1988 ausgerichtet werden. Antrag Hegg ..., die bis zum 31. Dezember 1986 ausgerichtet werden. Art. 16 Proposition de la commission ... jusqu'au 31 décembre 1988. Proposition Hegg ... jusqu'au 31 décembre 1986. Le président: M. Hegg a retiré sa proposition. Angenommen gemäss Antrag der Kommission Adopté selon la proposition de la commission Art. 17 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 98 Stimmen Dagegen 28 Stimmen #ST# 83.254 Petition des Verbandes der Schweizerischen Studentenschaften (VSS) «gegen den Subventionsabbau - für gerechte Stipendien» Pétition de l'Union nationale des étudiants de Suisse (UNES) «contre la diminution des subventions - pour des bourses équitables» Herr Kohler Raoul unterbreitet namens der Kommission den folgenden schriftlichen Bericht. 1. Am 25. März 1982 hat der Verband der Schweizerischen Studentenschaften eine Petition eingereicht, die von 11 947 Personen unterzeichnet wurde. Die Petition bezieht sich auf die Anträge des Bundesrates, die Bundeskompetenz zur Gewährung von Beiträgen an die kantonalen Stipendien aufzuheben und ein Rahmengesetz über die Ausbildungs- beiträge der Kantone zu erlassen. Die Petenten verlangen, dass die Bundessubventionen an die Ausbildungsbeiträge beibehalten werden und dass das vom Bundesrat vorge- schlagene Rahmengesetz zu einem wirksamen Harmonisie- rungsgesetz ergänzt wird. 2. Da sich die Petition auf das hängige Geschäft 81.065 bezieht, ist die vorberatende Kommission gestützt auf Arti- kel 40 Absatz 1 des Geschäftsreglementes des Nationalrates beauftragt worden, auch die Petition vorzuberaten und dem Rat Antrag zu stellen. 3. Die Kommission hat an ihrer Sitzung vom 25. April 1983 ausführlich über die Frage der Ausbildungsbeiträge disku- tiert und unter anderen einen Vertreter des VSS als Experten angehört. Dieser verdeutlichte, dass der VSS neben der Aufrechterhaltung von Bundessubventionen an die kanto- nalen Stipendien auch für ein wesentlich umfassenderes Rahmengesetz eintritt, das Grundsätze über die Beitrags- höhe und über die Harmonisierung der Berechnungssy- steme enthalten soll. Damit soll die Chancengleichheit von Schülern und Studenten verschiedener sozialer Schichten und verschiedener Kantone verbessert werden.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Bund und Kantone. Neuverteilung der Aufgaben Confédération et cantons. Nouvelle répartition des tâches In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1984 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 04 Séance Seduta Geschäftsnummer 81.065 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 08.03.1984 - 08:00 Date Data Seite 80-82 Page Pagina Ref. No 20 012 224 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.