Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. Februar 2018 (720 17 402 / 58) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung eines verwaltungsexternen Gutachtens / Rückweisung an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung / Voraussetzungen einer Wiedereingliederung nach langjährigem Rentenbezug Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin i.V. Merve Yavuz Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Michael Kull , Advokat , Marktplatz 18, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der am 10. Mai 1969 geborene A.____ arbeitete z uletzt vom 20. September 1999 bis am 31. Januar 2001 als Pizzakurier und Küchenaushil fe im Restaurant B.____ GmbH. Am 11. Februar 2002 meldete er sich unter Hinweis auf psychische Beschwerden bei der Eidge- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht nössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die IV-Stelle B asel-Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesundheitlichen und erwerblichen Verh ältnisse ab. Nach Durchführung des Vor- bescheidverfahrens sprach sie dem Versicherten mit Verfügu ng vom 18. Februar 2003 basie- rend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Invalidenrente per 1. August 2002 zu. A.2 Diese Verfügung wurde mehrmals revisionsweise bestätig t, letztmals mit der Mitteilung der IV-Stelle vom 30. Mai 2012. Im Mai 2015 leitete die IV-Stelle eine weitere Revision ein. Ihre Abklärungen ergaben, dass sich der Gesundheitszustand von A.____ mittlerweile verbessert habe und der Invaliditätsgrad nunmehr 20 % betrage. In der Folge hob die IV-Stelle nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens die laufende ganz e Rente von A.____ mit der Verfü- gung vom 10. November 2017 auf Ende Dezember 2017 auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Dr. Michael Kull, mit Eingabe vom 30. November 2017 Beschwerde beim Kantonsg ericht Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantr agte, es sei die Verfügung vom 10. November 2017 aufzuheben und ihm eine ganze Invali denrente zuzusprechen. Eventualiter sei die IV-Stelle zu verpflichten, ein tridisziplinäres Gu tachten zur Feststellung seines aktuellen Gesundheitszustandes einzuholen. Des Weiteren sei ihm die unentgeltliche Prozessführung sowie die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch Adv okat Kull zu gewähren; alles unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2017 bewilligte da s Kantonsgericht dem Beschwerde- führer die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Kull als Rechtsvertreter. D. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Dezember 2017 schl oss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 30. November 2017 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternati- ve Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invali ditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die d em Versicherten seit 1. August 2002 ausgerichtete ganze Invalidenrente zu Recht per 31. Dezember 2017 aufgehoben hat. 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidenren ten für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditä tsgrad in einer für den Anspruch er- heblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt j ede wesentliche Änderung in den tat- sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditä tsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesund- heitszustandes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente unter anderem revidier- bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu- standes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen; vgl. auch: BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; R UDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrens- rechtliche Grundfigur namentlich von Invalidenrentenrevisi onen, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialve rsicherung, St. Gallen 1999, S. 16 f.). Dabei obliegt es dem Versicherungsträger, eine erheblic he Veränderung des Invaliditätsgrades nachzuweisen, wenn er eine Rente reduzieren oder aufhe ben will (SVR 2014 UV Nr. 7 S. 21). Hintergrund bildet der Umstand, dass der Untersuchungsgr undsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) die Verwaltung verpflichtet, von Amtes wegen Gründe für u nd gegen das Vorliegen oder Fehlen eines Sachumstands heranzuziehen (BGE 141 V 281 E. 3.4. 2.2). Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts mit Blick auf eine revisionsweise Änderung einer zuvor zugespro- chenen Versicherungsleistung nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich- keit erstellt (BGE 129 V 177 E. 3.1), bleibt es nach de m Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bundesgerichts vo m 7. November 2013, 8C_48/2013, E. 2.4). 4.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urt eil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhalts in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu beach ten: Da die Feststellung einer revi- sionsbegründenden Veränderung durch eine Gegenüberste llung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Bewe ises das Vorhandensein einer ent- scheidungserheblichen Differenz in den – den medizinische n Gutachten zu entnehmenden – Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erst ellten Gutachtens hängt folglich Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweis thema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betrach tet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Ren- tenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 2 32 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen V erhältnisse sich verändert haben (Bundesgerichtsurteil vom 29. August 2011, 9C_418/20 10, E. 4.2, und vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 4.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte rechtskräftige Ver fügung, welche auf einer materiellen Prü- fung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkte n für eine Änderung in den er- werblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Die IV-Stelle nahm zulet zt anlässlich des im Juli 2009 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens eine integrale Prüfung vor, in dem sie am 6. Januar 2010 auch ein externes psychiatrisches Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychothera- pie, in Auftrag gab. Gestützt auf diesen Abklärungserge bnissen teilte sie dem Beschwerdefüh- rer mit Schreiben vom 9. Februar 2010 mit, dass keine den Invaliditätsgrad betreffende Ände- rungen festgestellt werden konnten und deshalb weiterhin ein Anspruch auf die bisherige ganze Invalidenrente bestehe. Vorliegend beurteilt sich die F rage, ob bis zum Erlass der angefochte- nen Verfügung vom 10. November 2017 allenfalls eine e rhebliche Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen eingetreten ist, somit durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Mitteilung vom 9. Februar 2010 bestand; denn lau t Art. 74 ter lit. f der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 bedarf e s keiner Verfügung, wenn die Invali- denrente nach einer von Amtes wegen durchgeführten Revision weiter ausgerichtet wird, sofern keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse f estgestellt wird, was hier der Fall war. Eine solche Mitteilung ist, wenn keine Verfügung verlangt worden ist (Art. 74 quater IVV), in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Bundesge- richtsurteil vom 29. Januar 2010, 8C_1005/2009, E. 3.2 mit Hinweis). 5. Zur Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdef ührers stehen im Wesentli- chen folgende medizinischen Unterlagen zur Verfügung: 5.1 Im Rahmen der im Juli 2009 eingeleiteten Revision ersuchte die IV-Stelle Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, um e in psychiatrisches Gutachten. Im Gutachten vom 6. Januar 2010 diagnostizierte er mit Au swirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vorrangig narzisstisc hen und emotional-instabilen (im- pulsiven) Anteilen (ICD-10 F61) sowie eine mittelgradi g ausgeprägte depressive Episode im Rahmen einer chronisch rezidivierenden depressiven Störun g (ICD10 F33.11). Zudem hielt er die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstö rung (ICD-10 F45.4) fest, welche jedoch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zeige. Im Vergleich zum früheren Krankheits- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zustand gab Dr. C.____ an, dass sich das Beschwerdebild wed er einschneidend noch nachhal- tig verbessert habe. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigke it sei aus psychiatrischer Sicht nicht eingetreten. Weiterhin läge objektiv ein depressives Zus tandsbild mit ausgeprägter Unruhe (Fusstrippeln), formal gedanklicher Einengung, gedrückter, freudloser Stimmungslage vor. Sub- jektiv gebe der Beschwerdeführer an, nach wie vor an Kop f-, Rücken- und Brustbeinschmerzen zu leiden. Auch könne er weiterhin seine Wutausbrüche, aufgrund welcher er auch handgreiflich werde, nicht kontrollieren. Psychometrisch ergebe sich au f den Fremdbeurteilungsskalen (Ha- milton und MADRS) ein mittelgradig ausgeprägtes depr essives Syndrom. Es zeige sich ein deutlicher Hinweis auf Chronifizierung der rezidivierend -depressiven Symptomatik. Es lägen Anzeichen eines Ausgebranntseins und einer Persönlichkeits nivellierung vor, die durch Ge- hemmtheit und Passivität sowie einer resignativen Grundha ltung auf der einen Seite und dys- phorischen Verstimmung und Reizbarkeit auf der anderen S eite gekennzeichnet sei. Die Prog- nose sei angesichts der komorbiden depressiven Leiden und der Persönlichkeitsstörung sowie der gleichzeitig vorhandenen somatoformen Schmerzstörun g ungünstig. Berufsmassnahmen seien nicht erfolgsversprechend. 5.2 Die im vorliegenden Verfahren angefochtenen Verfü gung stützte sich auf folgende me- dizinische Grundlagen: 5.2.1 Am 22. März 2016 berichtete Dr. med. D.____, FM H Arbeitsmedizin, regionalärztliche Dienste (RAD), dass die Persönlichkeitsstörung einen gewissen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die Aggressivität des Exploranden habe aber bisher ausschliesslich in seinem Privatle- ben zu Auseinandersetzungen geführt. Im beruflichen Umf eld könne nachweislich nicht festge- stellt werden, dass sein Verhalten zu Problemen geführt hätte, zumal die Persönlichkeitsstörung dem letzten Arbeitgeber nicht aufgefallen sei und auc h nicht der Grund für die Kündigung ge- wesen sei. Was die Depression betreffe, gäbe es Anzeichen dafür, dass diese weitgehend re- mittiert sei. Es gäbe deshalb keinen Grund, weshalb der Versicherte nicht für Hilfsarbeiten ohne Kundenkontakt und ohne Teamarbeit voll einsatzfähig wäre. 5.2.2 Am 8. April 2016 gab die IV-Stelle ein bidiszip linäres Gutachten in Auftrag. Der Versi- cherte wurde in psychiatrischer Hinsicht von Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie, und in rheumatologischer Hinsicht von Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, untersucht. Dr. F.____ hielt im Teilgutachten vom 14. November 20 16 fest, dass sich aus rheumatologi- scher Sicht keine relevanten Einschränkungen der Arbeitsfä higkeit begründen liessen. Die de- generativen Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule u nd die muskulären Dysbalancen wür- den einer körperlich leichten bis mittelgradigen Erwerb stätigkeit, wie sie der Explorand bisher als Pizzakurier ausübte, nicht entgegenstehen. Lediglic h für körperlich schwere Tätigkeiten, die das Heben, Tragen oder Stossen von Lasten über 12 kg er fordern würden, liesse sich eine Ar- beitsunfähigkeit aus somatischer Sicht begründen. Die vom Exploranden beklagten chronischen Schmerzen im Halswirbel- und Schulterbereich liessen sich nach objektiven Untersuchungen nicht nachweisen. Auch würden im Bereich der Kniegelenke keine klinischen Hinweise auf rele- vante Arthrosen bestehen. Der Explorand habe Spreizfüsse, die belastungsabhängige Schmer- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zen auslösen könnten; deren Behandlung sei aber mittels Fusseinlagen sehr gut möglich. Unter Betrachtung der erhobenen objektiven Befunde sei anzun ehmen, dass der Explorand eine Schmerzverarbeitungsstörung aufweise. Aufgrund dieser wür den Diskrepanzen zwischen den subjektiv beklagten Schmerzen und der eigentlichen Einschrä nkungen im Alltag bestehen. Ins- gesamt könne aber auch gemäss Angaben des Exploranden kei ne erhebliche Beeinträchtigung im Alltagsleben festgestellt werden. Im Vordergrund se iner Leiden stehe die psychische Prob- lematik, weshalb man auf das psychiatrische Gutachten und a uf die Konsensbesprechung mit Dr. E.____ verweise. Dr. E.____ diagnostizierte im Teilgutachten vom 14. Jun i 2016 als Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstö rung mit dissozialen, narzisstischen und emotional instabilen Anteilen (ICD-10 F.61). Als Dia gnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit hielt er eine rezidivierende depressive Störung m it gegenwärtiger Remission und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren fest. Während den Un- tersuchungen sei eine ausgesprochene Gereiztheit und Aggressivität des Exploranden aufgefal- len. Er habe Augenkontakt gemieden, sich unruhig auf de m Stuhl bewegt sowie gezittert. Zum Teil habe er während den Untersuchungen bedrohlich gew irkt. Der Explorand sei vermindert in der Lage, seine Emotionen und Impulse zu steuern. Er ge rate deswegen regelmässig in Ausei- nandersetzungen. Weil beim Exploranden jedoch keine Psyc hose vorliege, sei es ihm zumut- bar, sein Verhalten zu steuern. Die aus den Vorakten h ervorgehende depressive Störung sei remittiert und könne nicht mehr nachgewiesen werden. De r Explorand werde seit 2001 nicht mehr stationär behandelt. Auch gebe er selbst an, kei ne regelmässigen Psychopharmaka ein- zunehmen. Die aktuelle Behandlung sei nicht auf die de pressiven Störungen gerichtet. Ge- samthaft betrachtet habe sich der Gesundheitszustand seit der Begutachtung durch Dr. C.____ im Jahre 2010 entscheidend verbessert. Da die depressive S törung remittiert sei, könne der Explorand bei leicht vermindertem Rendement wieder ga nztags einer beruflichen Tätigkeit nachgehen. Es sei ihm auch früher gelungen, trotz Persö nlichkeitsstörung zu arbeiten. Deshalb sei es ihm zumutbar, dass er seine Emotionen und Impulse kontrolliere und auch sein Verhalten hinterfrage. Aus psychiatrischer Sicht bestehe für die bi sherigen vom Exploranden ausgeübten Hilfstätigkeiten sowie für angepasste Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 80 % ab Gutachtens- zeitpunkt vom 14. Juni 2016. Da aus rheumatologischer S icht keine Arbeitsunfähigkeit festge- halten worden sei, gelte diese Beurteilung in Konsens mit Dr. F.____ als Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit. 5.2.3 Am 17. November 2016 bestätigte RAD-Arzt Dr. D. ____ die Diagnosen des bidiszipli- nären Gutachtens. Die Standardindikatoren seien von den Gutachtern geprüft worden. Der Ge- sundheitszustand des Exploranden sei stabil. Weitere medizi nische Abklärungen seien nicht erforderlich. 5.2.4 Am 21. Januar 2017 äusserte sich schliesslich der RAD -Arzt Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, zum bidisziplinären Gutachte n. Es sei nachvollziehbar, dass der Explorand trotz Fortbestehen der Persönlichkeitsstörung wieder arbeitsfähig sein könne, zumal die depressive Störung vollständig remittiert sei. D ie beschriebenen Persönlichkeitsei- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht genschaften seien auch früher aktenkundig gewesen; damals habe der Explorand trotz deren Bestehen arbeiten können. 6. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 10. November 2017 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits fähigkeit des Versicherten vollum- fänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. F.____ und Dr . E.____ in ihrem bidisziplinären Gut- achten vom 14. November 2016 bzw. 14. Juni 2016 gelan gt sind. Sie vertritt somit die Auffas- sung, dass die Ergebnisse aus dem Gutachten umfassend sowie schlüssig seien. Der Gesund- heitszustand des Beschwerdeführers habe sich im Vergleich zu den Untersuchungen vom 2010 erheblich gebessert. 6.1 Abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung en von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen sind nicht revision srelevant. Hierzu zählen ebenfalls abweichende Diagnosen über Krankheitsbilder, die kein e Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben. In dieser Hinsicht kann bereits vorweg festgehal ten werden, dass die Schlussfolgerung von Dr. F.____ und Dr. E.____, beim Beschwerdeführer würde eine Schmerzverarbeitungsstö- rung und nicht eine somatoforme Schmerzstörung vorlie gen, keine revisionsrelevante Frage darstellt. Da diesem Beschwerdebild bereits im Jahr 2 010 keine invalidisierende Wirkung mehr attestiert wurde, erübrigt sich eine Auseinandersetzung m it den abweichenden medizinischen Meinungen. Unbestritten ist ferner der Beweiswert der rheumatologischen Befunde. Es kann angenommen werden, dass aus rheumatologischer Sicht ke ine die Arbeitsfähigkeit einschrän- kenden Diagnosen vorliegen. 6.2 Im Zentrum der von der Beschwerdegegnerin statuier ten gesundheitlichen Verbesse- rung stehen die Befunde psychiatrischer Natur. In seinen Erwägungen greift Dr. E.____ auf die Abklärungen vom Jahr 2002 zurück und führt aus, dass der Grund für die invaliditätsbegrün- dende, volle Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich die schwere d epressive Episode mit psychoti- schen Syndromen gebildet habe. Im Rahmen der Untersuchu ngen von Dr. C.____ habe beim Beschwerdeführer noch eine chronisch persistierende mittelgradig ausgeprägte depressive Epi- sode vorgelegen, weshalb gesamthaft betrachtet keine Ver besserung des Gesundheitszustan- des festgestellt worden sei. Dr. E.____ vertritt die Ansicht, dass mit der vollständigen Remission der depressiven Störung nunmehr der Invaliditätsgrund w eggefallen sei. Trotz verbleibender Persönlichkeitsstörung, könne dem Versicherten die Ausübun g einer leichten bis mittelschwe- ren Tätigkeit im Umfang von 80 % zugemutet werden. Wie im Folgenden zu zeigen sein wird, kann dieser Beweiswürdigung nicht gefolgt werden. 6.3.1 Was die Beurteilung der depressiven Störung betr ifft, fällt auf, dass Dr. C.____ und Dr. E.____ anhand anerkannter Fremdbeurteilungsskalen g rundsätzlich vom gleichen psycho- pathologischen Befund ausgehen. Dr. E.____ hält im V ergleich zu Dr. C.____ jedoch fest, dass die depressive Störung vollständig remittiert sei. Dabe i führt er als objektive Untersuchungsbe- funde auf, dass keine spezifisch auf die depressiven Störu ngen ausgerichtete Behandlung durchgeführt werde und der Beschwerdeführer nicht rege lmässig Psychopharmaka einnehme. Zudem führe der Beschwerdeführer weitgehend ein selbst bestimmtes Leben, pflege regelmäs- sige Kontakte zu seiner Aussenwelt und könne auch regelmä ssig reisen. Diese Einschätzung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch Dr. E.____ könnte für sich allein betrachtet eine schlüssige medizinische Beurteilung sein, die im Hinblick auf eine erstmalige Prüfung der R entenberechtigung allenfalls beweistaug- lich wäre. Vorliegend wurde das Gutachten jedoch anlä sslich eines Rentenrevisionsverfahrens erstellt, weshalb es sich hinreichend mit den vorgängigen Befunden zu befassen und somit ins- besondere aufzuzeigen hat, inwiefern seit der Beurtei lung vom 6. Januar 2010 eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten ist. Entgegen dieser Anforderung geht aus dem Bericht von Dr. E.____ hervor, dass er es bei gleic her psychopathologischen Ausgangsla- ge unterlassen hat, darzulegen, weshalb die Diagnose d er chronisch rezidivierenden psychi- schen Störung nicht mehr vorliege. Dr. E.____ hält ohne weitere Begründung in einem einzigen Satz fest, dass die in den vorgängigen Akten erwähnt en depressiven Symptome nicht mehr nachgewiesen werden könnten. Als objektive Untersuchung sbefunde führt er schliesslich Tat- sachen auf, die auch im Jahr 2010 bekannt waren, denn bereits zum Gutachtenszeitpunkt von Dr. C.____ pflegte der Beschwerdeführer Kontakt zu sei nen Verwandten und wies einen gere- gelten Tagesablauf auf. Bekannt war auch, dass er in seine Heimat in die Ferien reiste und le- diglich eine ambulante Therapie in Form von Sprechstunden bei Dr. med. H.____, FMH Psychi- atrie und Psychotherapie, besuchte. 6.3.2 Im Zentrum der Beurteilung von Dr. E.____ steht einzig die Remission der depressiven Symptome und die Auffassung, dass damit eine vollständige Genesung eingetreten sei. Aller- dings trifft es gerade nicht zu, dass im Jahre 2010 ausschli esslich die Diagnose der schweren depressiven Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigk eit erhoben wurde. Dem Gutachten vom 6. Januar 2010 kann entnommen werden, dass Dr. C.__ __ beim Exploranden komorbide Störungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diag nostizierte; nämlich eine chronisch re- zidivierende depressive Störung und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vorrangig nar- zisstischen und emotional-instabilen Anteilen. Der Anspruc h auf eine Rente war ab 2010 somit nicht einzig durch vorbestehende depressive Störungen beg ründet, sondern auch durch die Auswirkungen der attestierten Persönlichkeitsstörung. Mit anderen Worten waren für Dr. C.____ die Befunde betreffend die Persönlichkeitsstörung für d ie Beurteilung der rentenbegründenden Arbeitsunfähigkeit mitausschlaggebend. Das vorliegende Gutachten von Dr. E.____ greift diese Thematik nicht auf. Er vertritt die Ansicht, dass die von ihm ebenfalls diagnostizierte Persönlich- keitsstörung lediglich eine 20%ige Auswirkung auf die Arb eitsfähigkeit zeige. Dabei unterlässt er es gänzlich konkrete Verbesserungen in der Krankheitse ntwicklung darzulegen, die im Ver- gleich zur Einschätzung von Dr. C.____ zu einer wesentlich abweichenden Einschätzung des Schweregrads der Persönlichkeitsstörung geführt haben. Au ch bleibt das Ausmass der attes- tierten Arbeitsunfähigkeit von 20 % unbegründet. 6.3.3 Der Beweiswert des Gutachtens von Dr. E.____ wird zuletzt auch erheblich durch den Umstand geschmälert, dass der Gutachter sich auf die Frage konzentrierte, ob noch schizo- phrene Störungen präsent seien oder nicht. Dabei war d iese anfängliche, im Jahr 2002 erhobe- ne Verdachtsdiagnose bereits zum Revisionszeitpunkt im Jahr 2010 nicht mehr relevant. Die wesentliche Aufgabe von Dr. E.____ wäre es vielmehr ge wesen, anhand einer Gegenüberstel- lung des im Jahr 2010 bestehenden Gesundheitszustandes und der aktuellen Situation schlüs- sig aufzuzeigen, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Da das Gutachten auf diese entscheidrelevante Them atik nur unzureichend eingeht, kann Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht es die materielle Revision einer laufenden Rente nicht ausreichend begründen. Insgesamt kann dem Gutachten von Dr. E.____ kein ausschlaggebender Beweiswert beigemessen werden. 6.4.1 Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhal ts bei einer nach Art. 17 ATSG strittigen Revision nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit dargetan, bleibt es nach dem G rundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand und der angefochtene Entsc heid ist zu kassieren (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2017, 9C_143/2017, E. 4.4; ebenso Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 2013, 8C_481/2013, E. 2.4). Anders ist zu entscheiden, falls zwar Anhaltspunkte für eine rechtserhebliche Veränderung der gesundheitli chen Verhältnisse vorliegen, sich ein Revisionsgutachten jedoch nicht hinreichend darüber au sspricht, inwiefern eine effektive Ver- änderung der gesundheitlichen Situation stattgefunden hat. Sind die in diesem Zusammenhang entscheidenden Fragen mit anderen Worten bisher medi zinisch nicht zuverlässig und wider- spruchsfrei geklärt worden und existiert für eine anspru chserhebliche Änderung des Sachver- halts mithin keine verlässliche Grundlage, welche eine anspruchserhebliche Veränderung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejahen (oder ausschlie ssen) würde, ist die Angelegenheit diesfalls nicht zu kassieren, sondern an die Vorinstanz zu r ergänzenden Abklärung zurückzu- weisen (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Dezember 2016, 8C_575/2016, E. 7). 6.4.2 Im vorliegenden Fall begründen die dargelegten Unzulänglichkeiten mehr als nur ge- ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit d es vorliegend massgebenden Gutach- tens von Dr. E.____. Obwohl angenommen werden kann, d ass er gewisse Anhaltspunkte für eine Veränderung des Gesundheitszustandes seit der Rent enrevision vom Jahr 2010 gehabt haben muss – insbesondere was den Zustand der depressiven Störungen betrifft, zumal er eine vollständige Remission attestierte – sind die entscheiden den versicherungsmedizinischen Fra- gen nicht zuverlässig und widerspruchsfrei geklärt worden. Ein medizinisch nachvollziehbar erstellter Sachverhalt, der es erlauben würde, ohne we itere medizinische Abklärungen auf den Eintritt einer anspruchsrelevanten Verbesserung des Gesund heitszustandes der Versicherten zu schliessen, liegt damit jedenfalls nicht vor. Die Ange legenheit ist deshalb zur ergänzenden Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu rückzuweisen. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 7.1 Indem die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalid enrente ohne die Durchführung allfäl- liger Eingliederungsmassnahmen aufhob, ging sie offensi chtlich davon aus, dass der Be- schwerdeführer sich selbstständig in den Arbeitsmarkt einz ugliedern habe. Dabei scheint sie, wie im nachfolgenden auszuführen ist, die Problematik de r Wiedereingliederung nach langjähri- gem Rentenbezug verkannt zu haben. 7.2 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt der Grunds atz, dass die invalide Person, be- vor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objekti ven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 28 E. 4a mi t Hinweisen auf Lehre und Rechtspre- chung). Die Wiedereingliederung von Versicherten im for tgeschrittenen Alter oder nach invalidi- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht tätsbedingt langjährigem Fernbleiben von der Arbeit swelt ist oftmals schwierig. Laut ständiger Rechtsprechung ist zwar im Regelfall eine medizinisch at testierte Verbesserung der Arbeitsfä- higkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederu ng zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug können jedoch ausnahmsweise Erfordernisse de s Arbeitsmarktes der Anrech- nung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit un d medizinisch möglichen Leistungs- entfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandf rei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Dur chführung befähigender Massnah- men allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten P erson nicht möglich ist (Bundesge- richtsurteil vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6. 1 mit Hinweis auf Bundesgerichtsurteil vom 10. September 2010, 9C_163/2009, E. 4.1 und 4.2. 2). Die Verwaltung muss sich vor der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente verg ewissern, ob sich ein medizinisch- theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tiefe- ren Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür – aus nahmsweise – im Einzelfall eine erwerbs- bezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinne vorausgesetzt i st (Bundesgerichtsurteil vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis a uf Bundesgerichtsurteil vom 10. September 2010, 9C_768/2009, E. 4.1.2). 7.3 Im Urteil vom 26. April 2011 (9C_228/2010, publi ziert in: Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2011 IV Nr. 73) hat das Bundesger icht sodann festgehalten, dass aus Gründen der Rechtssicherheit diejenigen Fälle, in wel chen der Ausnahmetatbestand der Not- wendigkeit (vorgängiger) befähigender beruflicher Massna hmen trotz wiedergewonnener Ar- beitsfähigkeit als erfüllt zu betrachten ist, vom Regelfa ll deren sofortiger erwerblicher Verwert- barkeit abzugrenzen sind. Es hat deshalb die vorstehend g eschilderte Rechtsprechung (vgl. E. 7.2.1 hiervor) dahingehend präzisiert, dass sie grundsä tzlich auf Sachverhalte zu beschrän- ken ist, in denen die revisions- oder wiedererwägungswe ise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Ren- te seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.3). 7.4 Die beiden Abgrenzungskriterien Alter 55 und Rent enbezug 15 Jahre lehnen sich an die von den Eidgenössischen Räten am 18. März 2011 beschl ossenen und am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen zur 6. IVG-Re vision an. Anders als im vorliegenden Kontext geht es dort um die generelle Überprüfung vo n Renten, die bei pathogenetisch- ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundla- ge gesprochen worden waren. Dies soll innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der Ände- rung geschehen. Dabei sollen Renten auch gekürzt oder a ufgehoben werden, wenn sich der Invaliditätsgrad der versicherten Person nicht erheblich geändert hat. Hierfür regelt die erwähn- te Schlussbestimmung in Abs. 4, dass die erwähnte Überprüf ung auf Personen (mit dem obge- nannten Beschwerdebild) keine Anwendung findet, die i m Zeitpunkt des Inkrafttretens der Än- derung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung einge- leitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen. Nach der Botschaft werden mit einer solchen Besitzstandgarantie di e Gesichtspunkte der Rechtssicher- heit und des Vertrauensschutzes berücksichtigt, weil eine W iedereingliederung in diesen Fällen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht faktisch ausgeschlossen sein dürfte (Bundesblatt [BBl] 20 10, S. 1912; SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.4). 7.5 Die analoge Übernahme der beiden Abgrenzungskriter ien bedeutet nun allerdings nicht, dass die darunter fallenden Rentner/innen in de m revisions- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) bzw. gegebenenfalls wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext einen Besitz- standsanspruch geltend machen könnten; es wird ihnen ledi glich zugestanden, dass – von Ausnahmen abgesehen – aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.5). 7.6 Der im Zeitpunkt der vorliegend strittigen Renten aufhebung 48 Jahre alte Beschwerde- führer hat nunmehr seit knapp über 15 Jahren eine gan ze Rente bezogen. Trotz dieser ausser- ordentlich langen Dauer des Rentenbezugs und der damit verbundenen langjährigen gänzli- chen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt hat die IV-Stelle vorl iegend keinerlei beruflichen Abklä- rungsmassnahmen und/oder Eingliederungsversuche ergriffen. Indem die IV-Stelle ohne Weite- res davon ausgegangen ist, dass sich der Versicherte auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt selbst eingliedern könne, hat sie offenbar übersehen, dass dieser zur Gruppe der Versicherten zählt, denen nach dem vorstehend Gesagten d ie Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist. Vor einer Rentenherabsetzung hätten desh alb eine erwerbsbezogene Abklärung erfolgen und anschliessend die als zweckmässig erachteten b eruflichen Eingliederungsmass- nahmen durchgeführt werden müssen. Die mit der angefochtenen Verfügung angeordnete Ren- tenaufhebung erweist sich somit auch in diesem Punkt als unzulässig, mit der Folge, dass sie aufzuheben ist. Im Hinblick auf eine allfällige zukünftige revisionsweise Rentenaufhebung gilt es daher festzuhalten, dass die IV-Stelle verpflichtet ist, die erforderlichen Abklärungs- und Ein- gliederungsschritte in die Wege zu leiten. 8. Zusammenfassend ist die Beschwerde im Sinne der vorstehe nden Erwägungen gutzu- heissen, die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 10. November 2017 aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese hat den aktu- ellen medizinischen Sachverhalt – unter besonderer Beach tung der revisionsrechtlichen Frage- stellungen – durch ein psychiatrisches Gutachten abklären zu lassen. Gestützt auf die Ergeb- nisse der Aktenergänzung wird die IV-Stelle anschliessend über das Vorliegen eines Revisi- onsgrundes und damit zusammenhängend über den Rentena nspruch der Versicherten neu zu befinden haben. Sollte sie im Rahmen dieser Beurteil ung weiterhin zum Schluss gelangen, dass eine Verbesserung der Gesundheit und damit einherge hend eine theoretische Arbeitsfä- higkeit vorliege, so hat sie die erforderlichen Abklärung s- und Wiedereingliederungsschritte in die Wege zu leiten. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanz en – vorbehältlich des hier nicht inte- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht ressierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten au ferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unter liegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegende n Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 30. November 2017 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von insgesamt 8,45 Stunden à Fr. 200.00 und A uslagen von Fr. 20.55 geltend ge- macht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellend en Sachverhalts- und Rechtsfra- gen als angemessen erweist. Dem Beschwerdeführer ist desha lb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘912.20 (8,45 Stunden à Fr. 200.00 und Auslagen von Fr. 20.55 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde i n öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 10.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g – wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst – einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BG G) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E . 2.2, bestätigt im Bundesgerichts- urteil vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vg l. auch Bundesgerichtsurteil vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 10. Novemb er 2017 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abkläru ng im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV- Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 1‘912.20 (inkl. Ausla gen und Mehr- wertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht