Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 8. Juni 2016 (810 15 64/75) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Staats- und Gemeindesteuer 2005 / Kapitalabfindung Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess , Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Martin Michel Beteiligte Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdeführerin 1 A.____ , Beschwerdeführerin 2 gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Beschwerdegegnerin Betreff Staats- und Gemeindesteuer 2005 / Kapitalab findung (Entscheid der Abteilung Steuergericht vom 24. Oktober 2014) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die damals in Basel wohnhafte und selbstständig erwer bstätige Advokatin A.____ erlitt am 19. Juni 1996 einen Verkehrsunfall. Während sie am Steuer ihres Autos vor einem Rotlicht korrekt wartete, fuhr eine Fahrzeuglenkerin von hinten m it einer Geschwindigkeit von 10 km/h auf den Wagen von A.____ auf. In der Folge wurde bei A.____ ein Schleudertrauma diagnostiziert. Mit Urteil vom 15. Februar 1999 sprach das Strafgericht Basel-Landschaft die Verursacherin des Unfalles der fahrlässigen einfachen Körperverletzung schuldig und verurteilte sie zu einer Busse von Fr. 200.--. Sodann hiess das Stra fgericht die Entschädigungs- und Genugtuungsforderung von A.____ dem Grundsatz nach gut und verwies diese im Übrigen an das Zivilgericht. In der Folge belangte A.____ die Ha ftpflichtversicherung der Unfallverur- sacherin (Haftpflichtversicherung) mit einer Teilklage für den Zeitraum vom Unfalldatum bis zum 31. Januar 2000. Im Rahmen dieses Prozesses entschied das K antonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Zivil- und Strafrecht, mit Urtei l vom 8. Juni 2004 (Verfahren 40-03/507) auf Appellation hin, dass die Beklagte verurteilt wird , A.____ insgesamt Fr. 381'115.-- zuzüglich Zins zu 5 % ab 1. Februar 2000 auf Fr. 348'208.25 zu b ezahlen. Eine von der Haftpflicht- versicherung dagegen erhobene Berufung wies das Bundesger icht mit Urteil vom 22. Dezem- ber 2004 (Verfahrensnummer 4C.327/2004) ab, soweit es darauf eintrat. B. In der Folge schlug die Haftpflichtversicherung A.__ __ vor, sich aussergerichtlich über die verbleibenden Ansprüche zu einigen. A.____ entgegne te mit Schreiben vom 9. Februar 2005, sie sei bereit, der Haftpflichtversicherung noch ei nige Zeit zum Entwerfen eines Erledi- gungsvorschlags einzuräumen. Zur Untermauerung des Willen s der Haftpflichtversicherung zur aussergerichtlichen Erledigung und weil sich hochgerechn et auf den Zeitraum 1. Februar 2000 bis 31. Januar 2005 bereits wieder ein offenes Betreff nis zu ihren Gunsten in siebenstelliger Höhe ergeben habe, ersuchte A.____ die Haftpflichtver sicherung darum, in den folgenden Tagen eine Akontozahlung in der Höhe von einer Mill ion Franken auf ihr Konto zu veranlassen und monatlich nachschüssige Akontozahlungen in der Höhe v on Fr. 20'000.-- (andauernd bis zur aussergerichtlichen Erledigung) beginnend am 1. März 2005 aufzunehmen. C. Am 10. März 2005 überwies die Haftpflichtversicheru ng Fr. 250'000.-- an A.____. D. Am 12. Mai 2005 unterbreitete die Haftpflichtversich erung A.____ gestützt auf die vor- genannten Urteile für die Zeit ab dem 1. Februar 2000 einen unpräjudiziellen Vorschlag zur ver- gleichsweisen Erledigung der verbleibenden Haftpflichtan sprüche, wobei sich die Ersatz- positionen wie folgt zusammensetzten: verbleibender Erwerbsschaden direkt, nach Abzug einer ganzen IV-Rente: Fr. 3'429'425.--, verbleibender Haush altsschaden: Fr. 339'691.--, Schadenzins: Fr. 133'994.-- sowie verbleibende Genugtuu ng inkl. Zins: Fr. 84'689.--; total Fr. 3'987'809.--. Mit diesem Erledigungsvorschlag teilt e die Haftpflichtversicherung A.____ mit, dass sie nach der Teilzahlung von Fr. 250'000.-- somit bereit sei, Fr. 3'737'809.-- zu leisten. E. Per 28. Dezember 2005 meldete sich A.____, die zuvor im Juli 2002 ihren Wohnsitz von Basel-Stadt nach B.____ (Kanton Basel-Landschaft) ver legt hatte, bei der Ein- wohnerkontrolle B.____ nach C.____ (Kanton Nidwalden) ab. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Mit Schreiben vom 30. Dezember 2005 teilte A.____ der Haftpflichtversicherung mit, die Überprüfung des Vergleichsvorschlags dauere länger a ls angenommen und sie hoffe, dass sie diesen per Ende März 2006 definitiv überprüfen kön ne. Zugleich bat sie die Haftpflichtversicherung, "bis Ende Januar 2006 eine weit ere Akontozahlung in der Höhe von Fr. 750'000.-- (…) zu überweisen". Daraufhin leistete die Haftpflichtversicherung am 27. Januar 2006 Fr. 750'000.-- an A.____. G. In der Folge flossen weitere Akontozahlungen an A.____: Am 27. März 2007: Fr. 500'000.-- und am 15. August 2008: Fr. 2'250'000 .--. Inklusive der Zahlungen vom 10. März 2005 (vorne lit. C.) und vom 27. Januar 200 6 (vorne lit. E.) leistete die Haftpflichtver- sicherung somit total Zahlungen in der Höhe von Fr. 3'750'000.-- an A.____. H. Mit Veranlagungsverfügung vom 20. Mai 2010 veranlag te die Steuerverwaltung Basel- Landschaft A.____ für zwei Kapitalabfindungen vom 4. Februar 2005 bzw. vom 10. März 2005 in der Höhe von Fr. 160'422.-- bzw. Fr. 220'000.--, insgesamt Fr. 380'422.-- für die Staatssteuer 2005 mit einem satzbestimmenden Einkommen von Fr. 13' 874.--, was zu einem Steuerbetrag von Fr. 7'608.45 führte. I. Eine von A.____ dagegen erhobene Einsprache wies d ie Steuerverwaltung mit Entscheid vom 16. April 2013 ab. J. Dagegen erhob A.____ am 15. Juli 2013 Rekurs beim S teuer- und Enteignungsgericht, Abteilung Steuergericht (Steuergericht). Am 22. Augu st 2014 stellte das Steuergericht das Verfahren aus und verfügte gegenüber der Rekurrentin, dass man allenfalls eine reformatio in peius (Schlechterstellung) vornehmen könnte, die dar in bestehen würde, dass eine Kapital- leistung in der Höhe von total Fr. 3'429'435.-- (Ante il Erwerbsschaden gemäss Offerte vom 12. Mai 2005) besteuert würde. K. Mit Urteil vom 24. Oktober 2014 hiess das Steuergeri cht den Rekurs teilweise gut. Dabei stellte es fest, dass es sich bei der Zahlung vom 4. Februar 2005 um eine Restzahlung aus der Teilklage gehandelt habe (siehe vorne lit. A.) und diesbezüglich für den Zeitpunkt der Besteuerung auf das Datum des gerichtlichen Urteils abzuste llen sei. Der Rechtsanspruch sei im Steuerjahr 2004 entstanden, weshalb die Zahlung vom 4. Februar 2005 zu Unrecht als Kapitalleistung im Steuerjahr 2005 veranlagt worden sei. Zudem reduzierte das Steuergericht den der Besteuerung unterliegenden Teil der Kapital abfindung vom 10. März 2005 von Fr. 220'000.-- auf Fr. 215'000.--. Demgemäss wies das S teuergericht die Steuerverwaltung an, die steuerbare Kapitalabfindung von bisher Fr. 380'422.-- auf neu Fr. 215'000.-- zu reduzieren. L. Gegen dieses Urteil erhoben sowohl die Steuerverwa ltung Basel-Landschaft (Ver- fahrensnummer 810 15 64) als auch A.____ (Verfahrensn ummer 810 15 75) mit Eingaben vom 13. bzw. 23. März 2015 Beschwerden beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Die Steuerverwaltung (Beschwerdeführerin 1) beantragt, es sei der angefochtene Entscheid betreffend Staatssteuer 2 005 aufzuheben und die Kapitalabfin- dung (Erwerbsschaden) in der Höhe von Fr. 3'429'435.-- mit einer separaten Jahressteuer als Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kapitalleistung aus Vorsorge vollumfänglich im Kanton B asel-Landschaft der Besteuerung zu unterstellen. A.____ (Beschwerdeführerin 2) beantragt : 1. Es sei festzustellen, dass qua nicht gegebener Steuerhoheit des Kantons Basel-Landschaft i.S . Zahlungen vom 4. Februar 2005 und vom 10. März 2005 die Veranlagungsverfügungen vom 2 0. Mai 2010 nebst zugehöriger Steuerrechnung, der Einspracheentscheid sowie das Urteil des Steuergerichts nichtig sind; Eventualiter seien diese Entscheide vollständig aufzuheb en; Subeventualiter sei die Steuer- verwaltung anzuweisen, für das Steuerjahr 2005 die steu erbare und noch nicht mit Steuern belegte Kapitalleistung auf Fr. 62'700.-- festzulegen und auf dieser Basis seien von den zuständigen Steuerbehörden die Steuerbetreffnisse für B und, Kanton und Gemeinde festzulegen, wobei aus Billigkeitsgründen auf die Erhe bung von Verzugszinsen auf den Steuerbetreffnissen zu verzichten sei; 2. Es seien sämtliche ordentlichen und ausserordent- lichen Kosten (diese hätten für die Verfahren vor Ste uer- und Kantonsgericht bis und mit 23. März 2015 Fr. 25'136.-- betragen) dem Staat aufzuerlegen. M. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte die Besc hwerdeführerin 2, es seien das Beschwerdeverfahren betreffend Staats- und Gemeindeste uern 2005/Kapitalabfindung sowie das parallel geführte Beschwerdeverfahren betreffend d irekte Bundessteuer 2005/Kapital- abfindung (Verfahrensnummer 810 15 74) zusammenzulegen und es seien die Kantone Basel- Stadt und Nidwalden zum vorliegenden Prozess beizuladen. N. Mit Verfügung vom 7. April 2015 wurden die Verfah ren 810 15 64 und 75 vereinigt. Zudem wurde die Beschwerdeführerin 2 aufgefordert, ei ne Bescheinigung über ihre Ansprüche und Leistungen einzureichen. O. Am 18. Juni 2015 stellte die Beschwerdeführerin 2 e in Gesuch um Ausstand der Abtei- lungspräsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli und des Gericht sschreibers Martin Michel. Am 22. Juni 2015 stellte sie zusätzlich ein Ausstandsbegehren gegen Richter Niklaus Ruckstuhl. Niklaus Ruckstuhl erklärte in der Folge seinen Ausstand und beantragte die Abschreibung des ihn betreffenden Begehrens. Am 6. August 2015 wies das Kantonsgericht die Ausstandsbegeh- ren ab, soweit sie nicht gegenstandslos geworden sind. P. Nachdem die Beschwerdeführerin 2 keine Bescheinigung über die erhaltenen Leis- tungen eingereicht hatte, forderte das Kantonsgericht die Haftpflichtversicherung mit Verfügung vom 30. November 2015 auf, dem Kantonsgericht eine Bescheinigung über Bestand, Höhe, Art, Rechtsgrund, Fälligkeit und Verzinsung der Forderung d er Beschwerdeführerin 2 (Schaden- Nr. X.____) oder sämtliche rechtsrelevante Korrespondenz zwischen ihr und der Beschwerde- führerin 2 im Zusammenhang mit den im Jahr 2005 getä tigten sowie den weiteren Auszah- lungen zu edieren. Weiter wurde die Haftpflichtversi cherung ersucht, diverse Fragen zu den Zahlungen zu beantworten. Q. Mit Eingaben vom 19. Januar 2016 und 23. Februar 2016 nahm die Haftpflichtver- sicherung, vertreten durch Barbara Klett, Rechtsanwälti n in Zürich, Stellung und reichte Unter- lagen ein. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht R. Mit Eingaben vom 13. Januar 2016 und vom 1. Febru ar 2016 ersuchte die Beschwer- deführerin 2 insbesondere um eine Verfügung betreffe nd die Beiladung der Kantone Basel- Stadt und Nidwalden. S. Mit Präsidialverfügung vom 9. März 2016 wurden den P arteien die Eingaben der Haft- pflichtversicherung zur Wahrung des rechtlichen Gehörs zuge stellt. Zugleich wurde darauf hin- gewiesen, dass von einer Beiladung der Kantone Basel-S tadt und Nidwalden weiterhin abge- sehen werde. Der Entscheid, ob weitere Beweismassnahmen erforderlich seien, bleibe aber der Kammer überlassen. T. Am 13. April 2016 teilte die Beschwerdeführerin 2 mit, dass sie zu 100 Prozent arbeits- unfähig sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Die vorliegenden Beschwerden betreffen die gleiche n Parteien, richten sich gegen denselben Entscheid betreffend einer Sonderveranlagung Staats- und Gemeindesteuer 2005 und werfen identische Rechtsfragen auf, weshalb die V erfahren 810 15 64 und 810 15 75 vom Kantonsgericht mit Verfügung vom 7. April 2015 vereinig t wurden. Demgemäss werden die beiden Beschwerden in einem einzigen Urteil erledigt. 1.2 In Bezug auf die ebenfalls umstrittene Sondervera nlagung der direkten Bundessteuer 2005 (Kapitalabfindung) hat die Vorinstanz ein separa tes Urteil gefällt. Dieses wurde von der Beschwerdeführerin 2 beim Kantonsgericht angefochten, weshalb das Kantonsgericht dies- bezüglich ein weiteres Dossier eröffnet (Verfahren 810 15 74). Diese Beschwerde wird vom Kantonsgericht in einem separaten Urteil behandelt. 2.1 Gemäss § 131 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und G emeindesteuern (StG) vom 7. Februar 1974 können Entscheide des Steuergerichts mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht als letzte kantonale Instanz angefo chten werden. Auf die form- und frist- gerecht eingereichten Beschwerden der gemäss § 131 Abs. 2 lit. a StG (Verfahren 810 15 75) bzw. § 131 Abs. 2 lit. c StG (Verfahren 810 15 64) leg itimierten Beschwerdeführerinnen ist ein- zutreten. 2.2 Mit der Beschwerde in Steuersachen können alle Män gel des angefochtenen Ent- scheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden (§ 45 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). 3.1 Die Beschwerdeführerin 2 beantragt wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren, es seien die Kantone Basel-Stadt und Nidwalden zum Beschw erdeverfahren beizuladen. In der Begründung bringt die Beschwerdeführerin 2 vor, dank der Beiladung müssten sich auch die anderen Kantone mit den vorgetragenen Argumenten bef assen und ein Entscheid hätte auto-Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht matisch Bindungswirkung für alle Beigeladenen. Zudem mü ssten die genannten Kantone auch zur Wahrung ihres Gehörsanspruchs beigeladen werden. 3.2 Nach § 131 Abs. 2 StG sind im verwaltungsgerichtliche n Beschwerdeverfahren die steuerpflichtige Person, die Gemeinde und die kantona le Steuerverwaltung zur Beschwerde befugt. Nicht zur Beschwerde legitimiert sind die ander en Kantone. Damit kommt einzig den in § 131 Abs. 2 StG genannten Personen und Behörden Par teistellung im Verfahren vor Verwal- tungsgericht zu. Andere Kantone werden, worauf die Vo rinstanz bereits zutreffend hingewiesen hat (vgl. Verfügung des Steuergerichts vom 3. Oktober 201 4), erst im Verfahren vor Bundes- gericht miteinbezogen. Demgemäss ist der Antrag auf Bei ladung der Kantone Basel-Stadt und Nidwalden auch im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren abzuweisen. 4.1 Die Beschwerdeführerin 2 macht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Sie bringt vor, die Begründungspflicht sei verletzt worden, weil sich das Steuergericht nicht mit den in der Vernehmlassungseingabe vom 29. September 2014 vorgetragenen Argumenten auseinandergesetzt habe. 4.2 Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bunde sverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verpflichtet die Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich d er Betroffene über die Trag- weite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigste ns kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihr Ent- scheid stützt. Sie darf sich aber auf die für den Entschei d wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht ausdrücklich mit jeder tatsä chlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander setzen (vgl. BGE 133 II I 439 E. 3.3 mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen erfüllt der angefochtene Entscheid, da aus ihm deutlich hervorgeht, aus welchen Gründen die Vorinstanz zum entsprechenden Ergebnis gelangt ist. 5.1 Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum S chluss, die einzelnen Entschä- digungsansprüche seien im Zeitpunkt des schädigenden Ere ignisses regelmässig noch unbe- stimmt, unsicher und von der Realisierung zusätzlicher Ta tbestandselemente abhängig. Daher könne nicht von einem steuerrechtlich abgeschlossenen Rechtse rwerb im Zeitpunkt der Scha- denszufügung gesprochen werden. Die entsprechende Leistu ng könne demzufolge im Zeit- punkt des Unfalls nicht als zugeflossen betrachtet werden. Für die Besteuerung sei auch nicht auf den Zeitpunkt der Offerte abzustellen, da die Off erte der Haftpflichtversicherung bis heute nicht angenommen worden sei, und die Haftpflichtversiche rung entsprechend auch lediglich Akontozahlungen geleistet habe, wobei der Umfang der definitiv geschuldeten Leistung noch zu ermitteln sei. Obwohl es an einem Vergleich oder eine r Vereinbarung fehle, habe die Beschwerdeführerin 2 bereits Leistungen vereinnahmt. Daher sei auf die Zahlungseingänge ab- zustellen, zumal die Beschwerdeführerin 2 ab diesem Zei tpunkt über die jeweilige Geldleistung habe disponieren können. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Die Beschwerdeführerin 2 bringt vor, es sei vorab d ie Streitfrage des Fälligkeitszeit- punktes zu klären, zumal der Zeitpunkt der Fälligkeit di e Steuerhoheit bestimme. Weil sie un- bestrittenermassen am 19. Juni 1996 einen Verkehrsunfal l erlitten habe, sei das Unfalldatum nach den allgemeinen zivilrechtlichen Fälligkeitsregeln auch das Fälligkeitsdatum ihrer Ansprü- che. Der hier anwendbare steuerrechtliche Fälligkeitsbe griff sei identisch auszulegen wie der zivilrechtliche Fälligkeitsbegriff. Gemäss dieser Betrachtu ngsweise sei der Moment der zuge- fügten Körperverletzung für die Bestimmung des Fälligkei tszeitpunkts ihrer Ansprüche gegenüber der Haftpflichtversicherung relevant. Dies en tspreche auch der höchstrichterlichen Rechtsprechung und der herrschenden Lehre. Alle bisherige n und alle zukünftigen Zahlungen, die ihren Rechtsgrund im Unfall hätten, seien daher d em Steuerjahr 1996 zuzuordnen. Am 19. Juni 1996, dem Tag des Verkehrsunfalls, habe sie ih ren Wohnsitz und ihren Geschäftssitz im Kanton Basel-Stadt gehabt, weshalb die Steuerhohe it ausschliesslich beim Kanton Basel- Stadt liege. 5.3 Die Beschwerdeführerin 1 macht geltend, die Haftp flichtversicherung habe der Beschwerdeführerin 2 am 12. Mai 2005 einen Vorschlag mit einer unpräjudiziellen Berechnung, wie aus ihrer Sicht die verbleibenden Haftpflichtansprüch e für die Zeit nach dem 1. Februar 2000 vergleichsweise erledigt werden können, unterbre itet. Für die Versicherung sei somit bereits zu diesem Zeitpunkt festgestanden, dass ein Haft pflichtanspruch seitens der Beschwer- deführerin 2 bestanden habe. Was die Höhe der zu zahle nden Haftpflichtleistung betreffe, habe sie den Betrag von Fr. 3'987'809.-- unterbreitet, den sie zu zahlen bereit sei. Diese – wie es das Steuergericht nenne – "Offerte" sei als Zugeständnis der Versicherung bzw. Mindestbetrag an- zusehen, den die Versicherung in diesem konkreten Haftpf lichtfall zu diesem Zeitpunkt zu leisten bereit sei. Eine andere Sichtweise widerspreche der allgemeinen Lebenserfahrung, wonach bei solchen Vergleichsverhandlungen zwischen der Ve rsicherung und der Geschädig- ten die angebotene Summe dem absoluten Minimum ents preche, welches die Versicherung bereit sei zu bezahlen. Abzustellen sei demnach auf den Zeitpunkt, in dem der Steuerpflichtige eine rechtlich und tatsächlich durchsetzbare Forderung auf die einkommensbildende Leistung erworben habe. Der Haftpflichtanspruch sei mit Zuges tändnis der Haftpflichtversicherung (Schreiben vom 12. Mai 2005) definitiv entstanden und auch durchsetzbar. 6.1 Gemäss Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmo nisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) vom 14. De zember 1990 und § 36 Abs. 1 StG unterliegen der Einkommenssteuer alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte aus Vorsor- geeinrichtungen in vollem Umfang, wobei nach Art. 11 A bs. 3 StHG Kapitalleistungen aus solchen Einrichtungen aus Progressionsgründen für sich al lein mit einer Jahressteuer erfasst werden (MARKUS REICH , in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizeri- schen Steuerrecht, Band I/1 [StHG], Art. 7 N 62). Ein malleistungen bei Tod und für bleibende körperliche oder gesundheitliche Nachteile (wie z.B. Kapitalleistungen bei Invalidität und Todes- fall aus Unfall- oder Haftpflichtversicherung) werden Kapitalleistungen aus Vorsorge gleichge- stellt. 6.2 Nach § 11 Abs. 4 StG werden die Folgen des Beginns , der Änderung und des Endes der Steuerpflicht aufgrund persönlicher und wirtschaft licher Zugehörigkeit im interkantonalen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verhältnis durch das StHG sowie durch die Grundsätze d es Bundesrechts über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung bestimmt. Für die vorliegend umstrittene Frage der Steuer- pflicht ist demnach das StHG massgebend. Im Falle eines W echsels des steuerrechtlichen Wohnsitzes bestimmte Art. 68 Abs. 1 erster Satz StHG (in der Fassung vom 23. November 2004; nachfolgend StHG 2005), dass im Falle eines Wechsel s des steuerrechtlichen Wohnsit- zes innerhalb der Schweiz die Steuerpflicht aufgrund p ersönlicher Zugehörigkeit für die laufen- de Steuerperiode im Kanton besteht, in welchem der St euerpflichtige am Ende dieser Periode seinen Wohnsitz hat. Die Steuerpflicht bleibt somit für die ganze Steuerperiode als Ganzes bestehen, und zwar im Zuzugskanton. Der zweite Satz von Art. 68 Abs. 1 StHG 2005 sah hiervon eine Ausnahme für die Kapitalleistungen aus Vor sorgeeinrichtungen (Art. 11 Abs. 3 StHG) vor: Solche Leistungen waren in demjenigen Kanton steuerbar, "in dem der Steuerpflich- tige im Zeitpunkt der Fälligkeit seinen Wohnsitz hat". Mit Wirkung ab dem 1. Januar 2014 ist diese Bestimmung unverändert in Art. 4b Abs. 1 Satz 2 S tHG (in der Fassung vom 22. März 2013) überführt worden. 7.1 Nach ständiger Lehre und Rechtsprechung ist eine (G eld-)Einkunft nach steuer- rechtlichen Grundsätzen in jenem Zeitpunkt als zugefloss en und erzielt zu betrachten, in dem die steuerpflichtige Person die Leistung vereinnahmt od er einen festen Rechtsanspruch darauf erwirbt, über den sie tatsächlich auch verfügen kann (U rteil des Bundesgerichts 2C_179/2007 vom 14. Dezember 2007 E. 4.1 mit Verweis auf BGE 113 I b 26 E. 2e; PETER LOCHER , Kom- mentar zum DBG, I. Teil, Therwil 2001, Art. 16 N 18 ff.; MARKUS REICH , in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht , Band I/2a [DBG], Art. 16 N 34 ff.; E RNST KÄNZIG , Wehrsteuer [Direkte Bundessteuer], I. Teil, 2. Aufla ge, Basel 1982, Art. 21 Rz. 7). Vom festen Rechtsanspruch auf eine Leistung und de ren tatsächlicher Erfüllung ist der zivilrechtliche Begriff der Fälligkeit zu untersche iden, wonach der Gläubiger fordern darf und der Schuldner leisten muss. Insofern bildet die Fäl ligkeit keine Voraussetzung des steuer- lich massgebenden Rechtserwerbs. Einerseits kann dem Steu erpflichtigen aus dem Erwerb nicht fälliger Ansprüche Einkommen zufliessen, anderers eits hat trotz Fälligkeit eine Besteue- rung zu unterbleiben, wenn der Zufluss beim Pflichtigen noch nicht gesichert ist. Die Ablehnung der Fälligkeit als allgemeines Zuflusskriterium schliesst j edoch nicht aus, dass im konkreten Einzelfall der steuerlich massgebende Realisationszeitpunkt mit der Fälligkeit des Anspruchs zusammenfallen kann (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts Z ürich vom 13. Dezember 2006 E. 2.2, publ. in: Der Steuerentscheid [StE] 2007 B 22 .1 Nr. 4). Die Begründung des Anspruchs auf die Forderung ist in der Regel Vorstufe der Geldl eistung. Bei diesem zweistufigen Erwerb entsteht die Steuerpflicht entweder beim Forderungser werb oder bei der Zahlung. Vorherr- schend ist die Besteuerung im Zeitpunkt des Forderungserw erbs (Urteil des Bundesgerichts 2C_179/2007 vom 14. Dezember 2007, E. 4.1 mit Verwei s auf BGE 113 I b 26 E. 2e). Von die- sem Grundsatz wird in der Steuerpraxis nur ausnahmsweise abgewichen; namentlich wenn die Erfüllung der Forderung – die Leistung – als unsicher b etrachtet werden muss (z.B. bei beding- ten Forderungen oder blossen Anwartschaften) wird mit der Besteuerung bis zur tatsächlichen Erfüllung der Forderung zugewartet (Urteil des Bund esgerichts 2P.323/2003 vom 7. Mai 2005, publ. in: StE 2005 A 24.21 Nr. 16, E. 4.1 mit Hinwe isen ). Das gilt namentlich auch für den Bereich von Kapitalleistungen aus Vorsorge (Urteil des Bundesgerichts 2C_245/2009 vom 20. Oktober 2009, publ. in: StE 2010 B 21.2 Nr. 26 E. 3.1 mit Hinweisen). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Vor allem bei Kapitalabfindungen kann der Zeitp unkt des einkommenssteuerlich rele- vanten Zuflusses fraglich sein (vgl. L OCHER , a.a.O., Art. 23 N 25). So gelten z.B. Entschädi- gungsansprüche aus Versorgerschaden (Art. 45 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: Obligati onenrecht, OR] vom 30. März 1911) unter steuerrechtlichen Aspekten nicht bereits im Zeitpunkt des schädigenden Ereignis- ses als realisiert, auch wenn das Schuldverhältnis zwischen Gl äubiger und Geschädigtem grundsätzlich mit der Zufügung des Schadens entsteht. Die einzelnen Ansprüche dieses Schuldverhältnisses haben aber zumindest steuerrechtlich im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses erst anwartschaftlichen Charakter, weil mit de r Schadenszufügung oftmals nicht alle anspruchsbegründenden Tatbestandselemente erfüllt sind. Art und Grösse des Schadens (Art. 42 und 45 OR), allfällige Reduktionsfaktoren ( Art. 44 OR) sowie Art und Umfang des Schadenersatzes bzw. einer allfälligen Genugtuung (Art. 43 und 47 OR) stehen in der Regel noch nicht fest. Unter Umständen kann die Haftpflicht selbst noch fraglich sein (Art. 41 und 54 OR). Auch bei rein zivilrechtlicher Betrachtungsweise kommt man daher zum Schluss, dass im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses oft noch gar nicht alle Schadenersatzansprüche ent- standen sind. Von einem steuerrechtlich relevanten abgesch lossenen Rechtserwerb kann im Zeitpunkt der Schadenszufügung deshalb nicht gesprochen werden (vgl. L OCHER , a.a.O., Art. 23 N 33; Urteil des Verwaltungsgerichts Luzern vom 17. Oktober 1995 E. 4, publ. in: Luzer- nische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [LGVE] 1995 III Nr. 21). In der Regel gilt die Kapi- talabfindung in dem Zeitpunkt als zugeflossen, in dem der Steuerpflichtige einen festen Rechts- anspruch darauf erwirbt, also mit der Deckungszusage der Versicherungsgesellschaft (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Oktober 1989, publ. in Archi v für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 60 S. 254 = StE 1991 B 26.44 Nr. 3). 7.3 Aus dem Gesagten erhellt, dass die Ansprüche der Be schwerdeführerin 2, welche ihren Unfall im Jahr 1996 erlitten hatte, damals steue rrechtlich erst anwartschaftlichen Charak- ter hatten, zumal die Höhe des Anspruchs noch völlig unb estimmt war. Dementsprechend hat das Strafgericht auch in seinem Urteil vom 15. Februar 1999 nicht etwa gemäss Art. 9 Abs. 1 des damals geltenden Bundesgesetzes über die Hilfe an O pfer von Straftaten (aOHG) vom 4. Oktober 1991 selbst über die Zivilansprüche entschieden, sondern bloss die Entschädigungs- und Genugtuungsforderung der Beschwerdeführerin 2 im Sinne von Art. 9 Abs. 3 aOHG dem Grundsatz nach gutgeheissen und im Übrigen das Opfer an d as Zivilgericht verwiesen. Art. 9 Abs. 3 aOHG sah vor, dass das Strafgericht die Ansprüch e nur dem Grundsatz nach entschei- den und das Opfer im Übrigen an das Zivilgericht verweisen kann, sofern die vollständige Beur- teilung der Zivilansprüche einen unverhältnismässigen Auf wand erfordern würde. Mit dieser Bestimmung wollte der Gesetzgeber eine ungebührliche Ko mplikation und Verzögerung des Verfahrens im Strafpunkt vermeiden, indem dem Strafger icht lange und oft schwierige Feststel- lungen über Fragen, die keinen Einfluss auf den Entscheid im Strafpunkt haben, erspart werden sollten. Darüber hinaus verband der Gesetzgeber mit di eser Bestimmung die Hoffnung, dass als Folge des Grundsatzentscheids häufiger ein Vergleich zwischen den Parteien möglich und damit eventuell sogar ein nachfolgendes Zivilverfahren entbehrlich werde (vgl. EVA WEISHAUPT , Die verfahrensrechtlichen Bestimmungen des Opferhilfege setzes, Zürich 1998, S. 244). Unter diesen Voraussetzungen kann die am 10. März 2005 geleist ete Zahlung von Fr. 250'000.-- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht steuerlich weder im Unfallzeitpunkt noch im Zeitpunkt des Strafgerichtsurteils als zugeflossen und erzielt gelten. Ebenso fällt mangels einer beding ungslosen Schuldanerkennung der Haftpflichtversicherung eine steuerliche Erfassung dieser L eistung vor der Steuerperiode 2005 ausser Betracht. Vielmehr kann die am 10. März 2005 ge leistete Zahlung in der Höhe von Fr. 250'000.-- steuerrechtlich frühestens mit der Auszah lung in der Steuerperiode 2005 als zugeflossen gelten. Die Beschwerde der Beschwerdeführeri n 2 erweist sich damit in diesem Punkt als unbegründet. 8.1 Weiter beruft sich die Beschwerdeführerin 2 auf ei ne rechtskräftige Steuerausschei- dungsverfügung des Kantons Basel-Stadt, wonach die Steuerhoheit über die am 10. März 2005 erhaltene Zahlung prinzipiell beim Kanton Basel-Stad t liege. Diese Verfügung sei verbindlich. Soweit sich die Beschwerdeführerin 2 auf die Steueraussch eidung des Kantons Basel-Stadt beruft, verkennt sie, dass für die Steuerausscheidung jed er der beteiligten Kantone das in seinem Kanton steuerbare und satzbestimmende Einkommen und Vermögen nach seinem kan- tonalen Recht ermittelt. Somit ist in jedem Kanton, in welchem eine beschränkte oder un- beschränkte Steuerpflicht besteht, eine eigene Steuerau sscheidung vorzunehmen (P HILIPP BETSCHART , in Martin Zweifel/Michael Beusch/Peter Mäusli-Allens pach [Hrsg.], Interkantonales Steuerrecht, Basel 2011, § 24 N 2). Von einer verbind lichen Steuerausscheidungsverfügung kann daher keine Rede sein. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 ist demzufolge auch in diesem Punkt abzuweisen. 8.2 Ebenso kann die Beschwerdeführerin 2 aus der Bestät igung der Steuerverwaltung vom 10. Januar 2007, sie werde per 28. Dezember 2005 aus d er Steuerpflicht entlassen, nichts zu ihren Gunsten ableiten, da sich das Schreiben einzig auf die Zuständigkeit für die Besteuerung am Ende der Periode bezogen hat. Wie bereits dargeleg t (siehe vorne E. 6.2) werden Kapital- leistungen, wie die vorliegend umstrittene, aber für sich allein mit einer Jahressteuer erfasst und für die Besteuerung von derartigen Kapitalleistungen ist in der Periode des Wohnsitzwechsels nicht der Kanton zuständig, in welchem die Steuerpfli chtige am Ende der Periode seinen Wohnsitz hat, sondern derjenige, in welchem die Steuerp flichtige im Zeitpunkt der Fälligkeit der Leistung seinen Wohnsitz hatte. 8.3 Die Beschwerdeführerin 2 macht schliesslich geltend, es sei aufgrund des behörd- lichen Fehlverhaltens aus Billigkeitsgründen gänzlich auf die Erhebung von Verzugszinsen zu verzichten. Weiter beruft sie sich darauf, wegen der Arg umentation der fehlenden Steuerhoheit habe sie nicht einmal den Schimmer einer andeutungsweis en Einlassung erwecken dürfen, daher sei es ihr nicht möglich gewesen das potentielle Entstehen von Verzugszinsen durch eine rechtzeitige Begleichung der Steuerforderung zu verhind ern. Die Vorinstanz hat im angefoch- tenen Entscheid unter Verweis auf die gesetzlichen Grund lagen entschieden, dass der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung von Verzugszinsen abzuweisen ist. Dem ist beizupflichten, da die gesetzlichen Voraussetzungen für die Erhebung (vgl. § 1 35 Abs. 4 lit. a StG) klar gegeben sind und kein behördliches Fehlverhalten ersichtlich ist. Sodann ist nicht ersichtlich ist, inwiefern sich die Bezahlung der Steuerrechnung nachteilig auf das er hobene Rechtsmittel hätte auswirken können. Die Beschwerde hinsichtlich der Erhebung von Ve rzugszinsen erweist sich daher als unbegründet. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.4 Soweit die Beschwerdeführerin 2 die Kostenverlegun g im angefochtenen Entscheid in Frage stellt, ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführeri n 2 im vorinstanzlichen Verfahren Re- kurs erhoben hat und die Nichtbesteuerung der Kapitalle istung in der Höhe von Fr. 380'420.-- beantragt hatte. Da die Vorinstanz den Rekurs teilwe ise gutgeheissen und die steuerbare Kapitalleistung auf Fr. 215'000.-- reduziert hat, ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz gemessen am Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin 2 von einem hälftigen Obsiegen der Beschwerdeführerin 2 ausgegangen ist. Daran vermag auch die während des Verfahrens ange- drohte reformatio in peius nichts zu ändern. 9.1 Zu klären bleibt noch, ob – wie von der Beschwerdef ührerin 1 vorgebracht wird – eine Kapitalabfindung in der Höhe von Fr. 3'429'435.-- mi t einer separaten Jahressteuer 2005 vom Kanton Basel-Landschaft zu besteuern ist, oder ob ein Ausnahmefall vorliegt und der Auszah- lungszeitpunkt für die Besteuerung massgebend sind. 9.2 Unbestritten ist, dass bis zum heutigen Zeitpunkt kein e Vereinbarung über die restli- chen Entschädigungsansprüche der Beschwerdeführerin 2 fü r die Zeit ab dem 1. Februar 2000 abgeschlossen wurde. Die Haftpflichtversicherung führte d enn auch mit Eingabe vom 23. Feb- ruar 2016 aus, dass ihre Offerte von der Beschwerdefüh rerin 2 nie angenommen worden sei; stattdessen habe die Beschwerdeführerin 2 die Annahme der Offerte mehrfach hinausgezögert. Mit Schreiben vom 3. Juli 2015 sei die Offerte vom 1 2. Mai 2005 schliesslich zurückgezogen worden. Aus ihrer Sicht sei somit zivilrechtlich betrachtet aus jener Offerte kein Forderungsrecht entstanden. Daraus ergibt sich, dass im vorliegenden Fall die Offerte vom 12. Mai 2005 nicht als Vereinbarung oder Deckungszusage der Haftpflichtversicherung in der gesamten Offerthöhe angesehen werden kann. Vielmehr war die Zahlungspfli cht der Versicherung an die Bedingung geknüpft bzw. mit dem Vorbehalt verbunden, dass die Besch werdeführerin 2 die Offerte auch akzeptiert. In diesem Fall wäre der Anspruch derart kon kretisiert gewesen, dass die Besteue- rung hätte erfolgen können. Nachdem die Beschwerdefüh rerin 2 die Offerte in der Steuer- periode 2005 jedoch nicht angenommen hat und in der F olge auch kein Vergleich zustande gekommen ist, kann nicht vom Erwerb eines festen Anspru chs auf Zahlung der offerierten Summe von Fr. 3'987'809.-- ausgegangen werden. Vielm ehr ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass es sich unter den gegebenen Umständen aus praktische n Gründen rechtfertigt, für die noch umstrittene Forderung der Beschwerdeführerin 2 fü r die Zeit ab dem 1. Februar 2000 auf den Zeitpunkt der Auszahlungen abzustellen. Demgemäss ist in der Steuerperiode 2005 einzig die Zahlung vom 10. März 2005 mit einer Jahressteuer vom Kanton Basel-Landschaft als Fällig- keitskanton zu erfassen. Die von der Vorinstanz vorgenomme ne Berechnung des steuerbaren Anteils der Zahlung (Anteil Erwerbsausfall = 86 %) wi rd von keiner Partei substantiiert in Frage gestellt und ist auch nicht zu beanstanden. Die Vorinstan z hat demzufolge zu Recht die steuer- bare Kapitalabfindung auf Fr. 215'000.-- (Fr. 250'000.-- x 86 %) festgesetzt. 9.3 Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10. Zusammenfassend sind damit sowohl die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 im Verfahren 810 15 64 als auch die Beschwerde der Beschwe rdeführerin 2 im Verfahren 810 15 75 abzuweisen. 11.1 Dem Ausgang der Verfahren entsprechend werden die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 2'000.-- zu je Fr. 1'000.-- der Beschw erdeführerin 1 (815 15 64) und der Beschwerdeführerin 2 (810 15 75) auferlegt (§ 20 Abs. 1 und 3 VPO). 11.2 Die als Anwältin tätige, in eigener Sache prozessi erende, Beschwerdeführerin 2 bean- tragt unter Verweis auf die bundesgerichtliche Praxis (B GE 110 V 132 ff.) die Zusprechung einer Parteientschädigung sowohl für das vorinstanzliche a ls auch das verwaltungsgerichtliche Verfahren. Weiter macht sie geltend, das von der Vori nstanz angeführte Argument der Nichtvertretung sei auf den ersten Blick zwar zutreffend, weil tatsächlich keine von ihr an sich selbst erteilte schriftliche Vollmacht existiere. Sie sei aber auch nicht aufgefordert worden, eine entsprechende Vollmacht einzureichen. Allerdings habe si e davon ausgehen dürfen, dass die Tatsache, dass sie nicht als Privatperson, sondern als Advo katin ihre Anliegen vertreten habe, den Vorinstanzen hinlänglich bekannt gewesen sei. Sie h abe auch für sämtliche Eingaben ausschliesslich Briefpapier mit dem Briefkopf der Advokatur verwendet. 11.3 Nach der bundesgerichtlichen Praxis ist im Grundsatz f ür persönlichen Arbeitsaufwand und Umtriebe keine Parteientschädigung zu gewähren; b ei Vorliegen besonderer Verhältnisse darf aber ausnahmsweise davon abgewichen werden. Unabh ängig davon, ob es sich bei einer nichtvertretenen Partei um einen Anwalt oder um eine n juristischen Laien handelt, ist nach dieser Praxis eine solche Ausnahmesituation anzunehmen, w enn es sich um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert handelt, die Interessenwah rung einen hohen Arbeitsaufwand notwendig macht, der den Rahmen dessen überschreitet, w as der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung der persönlichen A ngelegenheiten auf sich zu nehmen hat und zwischen dem betriebenen Aufwand und dem Ergebnis der Interessenwahrung ein vernünftiges Verhältnis besteht (vgl. BGE 110 V 132 ff.). 11.4 Das Kantonsgericht hat sich mit der Frage, ob diese bundesgerichtliche Praxis auch im Geltungsbereich der VPO zur Anwendung gelangen kann, b ereits in einem früheren Urteil auseinandergesetzt (Entscheid des Kantonsgerichts, Abteilu ng Verfassungs- und Verwal- tungsrecht, [KGE VV] vom 31. Januar 2007 [810 06 197]) . Darin erwog das Kantonsgericht, dass sich der Wortlaut von § 21 Abs. 1 VPO als klar erwei se. § 21 Abs. 1 Satz 1 hat folgenden Wortlaut: "Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden." Gemäss diesem klaren Wortlaut kann eine Partei entschädigung nur in Fällen aus- gesprochen werden, in denen die (obsiegende) Partei e inen Anwalt bzw. eine Anwältin bei- gezogen hat. § 21 Abs. 1 VPO schränkt daher im Gegensatz zur bis Ende 1994 massgebenden Bestimmung (§ 23 Abs. 3 des Gesetzes über die Rechtspflege in Verwaltungs- und Sozialver- sicherungssachen [aVRG] vom 22. Juni 1959) die Parteient schädigung auf Fälle einer anwalt- lichen Vertretung ein. Prozessiert ein Anwalt in eigene r Sache, kann ihm demnach nach dem klaren Wortlaut von § 21 Abs. 1 VPO keine Parteientschäd igung zugesprochen werden Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht (KGE VV vom 31. Januar 2007 [810 06 197] E. 2.3). Au ch im vorliegend zu beurteilenden Fall ist allein die Regelung in der VPO massgebend, sodass ei ne Parteientschädigung für die in eigener Sache prozessierende Anwältin nicht ausgerichtet werden kann. Demgemäss ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz der Beschwerdefüh rerin 2 keine Parteientschädi- gung zugesprochen hat. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 (Verfah ren 810 15 64) wird abgewiesen. 2. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 (Verfahren 810 15 75) wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin 1 und der Beschwerdeführerin 2 je zur Hälfte mit Fr. 1'000.-- auferlegt und mit den geleisteten K ostenvorschüssen in der Höhe von je Fr. 1'400.-- verrechnet. Die zuviel b ezahlten Kosten- vorschüsse in der Höhe von je Fr. 400.-- werden den Beschwerdeführe- rinnen zurückerstattet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiber