<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00254</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105731&amp;W10_KEY=13013580&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00254</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 25.10.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>. Der "Briefwechsel vom 12. April 1990 zwischen der Schweiz und Portugal über die administrative Stellung der Staatsangehörigen aus einem der beiden Länder im anderen nach einer ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthaltsdauer von fünf Jahren" vermittelt einem siebenjährigen Kind mit portugiesischer Staatsangehörigkeit, das unter der Obhut seiner dominikanischen Mutter steht, keinen eigenen Anspruch auf eine Niederlassungsbewilligung, weshalb gegen die Verweigerung einer Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung die Beschwerde an das Verwaltungsgericht nicht zur Verfügung steht. Verwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz (E. 1). Entscheid der zuständigen Behörde über die Aufenthaltsbewilligung (E. 2). Grundsätzliche Prüfung des Vorliegens eines Anwesenheitsanspruchs unter der Eintretensfrage. Der auf Berufstätige zugeschnittene "Briefwechsel" begründet für ein minderjähriges Kind, das nicht selbständig über seinen Wohnsitz bestimmen kann, keinen eigenen Anspruch (E. 3). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWESENHEITSANSPRUCH">ANWESENHEITSANSPRUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSANSPRUCH">AUFENTHALTSANSPRUCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BRIEFWECHSEL">BRIEFWECHSEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PORTUGAL">PORTUGAL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STAATSVERTRAG">STAATSVERTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNSITZ">WOHNSITZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Kantonale Verwaltungsgerichtsbeschwerde ST: ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS">ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 8 lit. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 100 lit. I b OG</span><br/><span class="gerade">§ 43 lit. I h VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 43 lit. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A.1, geboren am 12. Januar 1970, StaatsangehÃ¶rige der Dominikanischen Repu­blik, reiste am 25. August 1991 in die Schweiz ein und heiratete am 26. Oktober 1991 den sechzehn Jahre Ã¤lteren portugiesischen StaatsangehÃ¶rigen D, der im Besitz einer Aufent­haltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich zur AusÃ¼bung einer ErwerbstÃ¤tigkeit war. Am 19. Oktober 1991 wurden die Zwillinge geboren, die bis Oktober 1997 bei den Eltern in der Schweiz aufwuchsen und dann zur Grossmutter in die Dominikanische Republik ge­bracht wurden. Der dritte Sohn A.2, geboren am 6. Februar 1994, wohnt heute bei seiner Mutter, die sich laut VerfÃ¼gung des Einzelrichters in Ehesachen des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 15. Januar 1998 von ihrem Ehemann getrennt hat und deren Kinder unter ihre Obhut gestellt worden sind. Dem Ehemann wurde die Aufenthaltsbewilligung mit rechtskrÃ¤ftiger VerfÃ¼gung vom 23. Februar 1999 nicht verlÃ¤ngert, und am 25. August 1999 wurde er nach Portugal ausgeschafft.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>A.1 erhielt erstmals am 4. August 1992 eine befristete Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann, am 29. MÃ¤rz 1993 eine solche fÃ¼r "Teilzeit 12,5 Std./Woche", am 15. Juli 1994, 29. August 1995, 17. Dezember 1996, 5. Mai 1997 und 13. November 1997 zum Verbleib beim Ehemann sowie am 3. November 1998 und letztmals am 23. Februar 1999, gÃ¼ltig bis 12. Oktober 1999, mit dem Aufenthaltszweck "Auf Stellensuche". Ihr Sohn A.2 erhielt jeweils Aufenthaltsbewilligungen zum Verbleib bei den Eltern; die letzte vom 6. November 1998, gÃ¼ltig bis 10. September 1999, wurde ihm zum Verbleib bei der Mutter ausgestellt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit wies die Gesuche von A.1 und A.2 vom 30. September 1999 um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligungen mit VerfÃ¼gung vom 27. Januar 2000 ab und setzte diesen eine Frist zum Verlassen des zÃ¼rcherischen Kantons­gebiets bis 31. MÃ¤rz 2000 an.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Am 25. Februar 2000 erhoben A.1 und A.2 gegen die VerfÃ¼gung vom 27. Januar 2000 Rekurs an den Regierungsrat mit den AntrÃ¤gen, "es sei die VerfÃ¼gung der Fremden­polizei des Kantons ZÃ¼rich aufzuheben" (1) und "es sei der Rekurrentin A.1 und ihrem minderjÃ¤hrigen Sohn der Aufenthalt im Kanton ZÃ¼rich weiterhin zu bewilligen" (2). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 3. MÃ¤rz 2000 teilte die Fremdenpolizei des Kantons ZÃ¼rich der damaligen Rechtsvertreterin mit, dem Rekurs komme von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu; die auf den 31. MÃ¤rz 2000 angesetzte Ausreisefrist werde sistiert und der Entscheid Ã¼ber das Rechtsmittel kÃ¶nne hier abgewartet werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Regierungsrat wies am 7. Juni 2000 den Rekurs von A.1 "betreffend Aufent­haltsbewilligung fÃ¼r die Rekurrentin und ihren Sohn A.2" ab, nahm die Kosten des Re­kursverfahrens auf die Staatskasse und richtete der rekurrierenden RechtsanwÃ¤ltin als amt­lich bestellter Vertreterin fÃ¼r ihre BemÃ¼hungen zu Lasten der Staatskasse ein Honorar von Fr. 150.- aus. Gegen den Rekursentscheid kÃ¶nne Beschwerde an das Verwaltungsgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Aus den EntscheidungsgrÃ¼nden ist zusammengefasst festzuhalten: Die Rekurrentin A.1 sei als alleinige Inhaberin der Obhut Ã¼ber ihren Sohn A.2 berechtigt, in dessen Namen Rekurs zu erheben. Sie habe aber auch ein eigenes berechtigtes Interesse im Sinn von Art. 6 Abs. 2 der Vollziehungsverordnung vom 1. MÃ¤rz 1949 zum Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAV) an der VerlÃ¤ngerung der Aufent­haltsbewilligung fÃ¼r ihr Kind. In Abweichung von der Parteibezeichnung in der Rekurs­schrift werde sie deshalb allein als Rekurrentin bezeichnet. GemÃ¤ss Art. 4 des Bundesge­setzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) ent­scheide die BehÃ¶rde im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der VertrÃ¤ge mit dem Ausland nach freiem Ermessen Ã¼ber die Bewilligung von Aufenthalt. Der Rekurrentin sei am 4. August 1992 der Verbleib beim damals im Kanton ZÃ¼rich als Jahresaufenthalter weilenden Ehemann auf Grund von Art. 38 Abs. 1 der Verordnung vom 6. Oktober 1986 Ã¼ber die Begrenzung der Zahl der AuslÃ¤nder (BVO) bewilligt worden. Der Ehemann der Rekurrentin sei portugiesischer StaatsangehÃ¶riger und am 25. August 1999 nach Portugal ausgeschafft worden. Er sei nie im Besitz einer Niederlassungsbewilligung gewesen. Die Rekurrentin kÃ¶nne daher auf Grund der am 26. Oktober 1991 erfolgten Heirat weder aus Art. 17 Abs. 2 ANAG noch aus Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) einen Anwesenheitsanspruch ableiten. Ihr am 6. Februar 1994 geborener Sohn A.2 sei portugiesischer StaatsangehÃ¶riger. Nach dem "Briefwechsel vom 12. April 1990 zwischen der Schweiz und Portugal Ã¼ber die administrative Stellung der StaatsangehÃ¶rigen aus einem der beiden LÃ¤nder im anderen nach einer ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbro­chenen Aufenthaltsdauer von fÃ¼nf Jahren" (SR 0.142.116.546; Abkommen) erhielten por­tugiesische StaatsangehÃ¶rige, die einen solchen Aufenthalt nachweisen kÃ¶nnten, eine Nie­derlassungsbewilligung im Sinn von Art. 6 ANAG. A.2 halte sich seit seiner Geburt unun­terbrochen und im Sinn des Abkommens ordnungsgemÃ¤ss in der Schweiz auf. Er habe so­mit grundsÃ¤tzlich einen Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung. Die Rekur­rentin betreue ihren sechsjÃ¤hrigen Sohn und kÃ¶nne sich deshalb auf Art. 8 Abs. 1 EMRK berufen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da mit der Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft der Rekurrentin mit ihrem von ihr getrennten, sich in Portugal aufhaltenden Ehemann nicht zu rechnen sei, sei der ursprÃ¼ngliche Aufenthaltszweck "zum Verbleib beim Ehemann" dahingefallen. Dasselbe gelte fÃ¼r den Aufenthaltszweck "auf Stellensuche"; die ihr von der Rekursgegnerin mit der letzten VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung vom 24. Februar 1999 gesetzte Frist bis 12. Oktober 1999, einen Arbeitsplatz zu finden, ansonsten eine weitere Bewilligungsver­lÃ¤ngerung nicht in Betracht komme, sei ihr am 9. Dezember 1999 ohne Erfolg bis 20. Ja-nuar 2000 verlÃ¤ngert worden. Die Voraussetzungen fÃ¼r den Widerruf der Aufenthaltsbe­willigung gemÃ¤ss Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 3 ANAV seien deshalb erfÃ¼llt; um so mehr sei die blosse NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilli­gung gerechtfertigt. Die Familie der Rekurrentin habe seit Ende 1997 wirtschaftlich unter­stÃ¼tzt werden mÃ¼ssen, weshalb sich die Verweigerung der BewilligungsverlÃ¤ngerung auch unter dem Gesichtspunkt von Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG rechtfertige. Zudem sei die Re­kurrentin am 25. November 1999 von der Bezirksanwaltschaft ZÃ¼rich rechtskrÃ¤ftig des Vergehens gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz fÃ¼r schuldig befunden und mit 14 Tagen GefÃ¤ngnis bestraft worden. Obwohl sich die Rekurrentin seit 1991 ununterbrochen in der Schweiz aufgehalten habe, seien UmstÃ¤nde, wonach sie mit der Schweiz besonders ver­bunden sei, nicht geltend gemacht worden und auch nicht ersichtlich. Anderseits sei sie mit ihrem Heimatland, wo ihre zwei Ã¤lteren SÃ¶hne und ihre Mutter lebten, weiterhin eng ver­bunden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der rund sechsjÃ¤hrige Sohn der Rekurrentin habe bis 10. September 1999 Ã¼ber eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Mutter verfÃ¼gt; seine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤nge mithin grundsÃ¤tzlich von derjenigen der Rekurrentin ab, von der er betreut werde und unter deren alleinige Obhut er im Januar 1998 gestellt worden sei. Selbst einem Kind, welches das Schweizer BÃ¼rgerrecht besitze, kÃ¶nne nach der bundesgerichtlichen Recht­sprechung zugemutet werden, seinen Eltern bzw. dem fÃ¼r ihn sorgenden Elternteil ins Ausland zu folgen. Das Abkommen mit Portugal bezwecke in erster Linie, Fragen der Be­schÃ¤ftigung und der Anwesenheitsberechtigung portugiesischer ArbeitskrÃ¤fte in der Schweiz zu regeln, und berÃ¼hre das schweizerische Landesrecht insoweit nicht, als dieses die Aufenthaltsbewilligung unmÃ¼ndiger Kinder von derjenigen der fÃ¼r sie sorgenden Per­son abhÃ¤ngig mache. Der Sohn der Rekurrentin kÃ¶nne ohne weiteres seiner Mutter in ihr Heimatland folgen, weshalb auch ein staatlicher Eingriff in das Recht auf Familienleben im Sinn von Art. 8 Abs. 1 EMRK nicht vorliege.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 19./20. Juli 2000 liessen A.1 und A.2 dem Verwaltungs­gericht beantragen, den Entscheid des Regierungsrats vom 7. Juni 2000 aufzuheben und die Fremdenpolizei des Kantons ZÃ¼rich anzuweisen, ihren Aufenthalt zu bewilligen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In der BegrÃ¼ndung wird in erster Linie auf die prekÃ¤re Situation hingewiesen, in der sich Migrantinnen, die von Gewalt seitens des Ehemannes betroffen seien, insbesondere ihres Aufenthaltsstatus wegen befinden. Der Versuch des Ehemannes der BeschwerdefÃ¼h­rerin, die Familie und deren Existenz vollstÃ¤ndig zu zerstÃ¶ren, sei von diesem mehrmals deutlich geÃ¤ussert worden, wissend, dass diese Strategie von staatlicher Seite indirekt un­terstÃ¼tzt werde. Die BeschwerdefÃ¼hrerin sei in Depressionen gefallen, weshalb es fÃ¼r sie schwierig gewesen sei, sich wieder in das Arbeitsleben zu integrieren. Immerhin hÃ¤tte sie eine Vollzeitstelle als Putzfrau in Aussicht; der Stellenantritt bei der Firma X im Flughafen sollte schon im nÃ¤chsten Monat mÃ¶glich sein, wenn die Bewilligung da sei. Die Beschwer­defÃ¼hrerin habe in den neun Jahren ihres Aufenthalts in der Schweiz, insbeson­dere aber seit der Trennung von ihrem Ehemann, ein gutes â nÃ¤her dargelegtes â soziales Netz fÃ¼r sich und ihren Sohn aufgebaut. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>FÃ¼r den Regierungsrat beantragte die Staatskanzlei am 9. August 2000 Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpoli­zei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] in der Fassung vom 8. Juni 1997). Dies ist der Fall bei Entscheiden betreffend Auf­enthalts‑ und Niederlassungsbewilligungen, auf deren Erteilung der AuslÃ¤nder einen bun­desrechtlichen Anspruch hat (vgl. Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegege­setzes vom 16. Dezember 1943/24. MÃ¤rz 1995 [OG]).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden entscheiden Ã¼ber die Bewilligung des Aufenthalts im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der VertrÃ¤ge mit dem Ausland nach freiem Er­messen (Art. 4 ANAG). AuslÃ¤ndern steht somit kein Anspruch auf Erteilung einer frem­denpolizeilichen Bewilligung zu, wenn sie sich nicht auf eine Sondernorm des Bundes­rechts oder eines Staatsvertrags berufen kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat ihre erste Aufenthaltsbewilligung am 4. August 1992 zum Verbleib bei ihrem portugiesischen Ehemann erhalten. Nach der Trennung von diesem erhielt sie zweimal die Aufenthaltsbewilligung mit dem Zweck "Auf Stellensuche", und ihr Ehemann weilt sei August 1999 nicht mehr in der Schweiz. FÃ¼r sich betrachtet verfÃ¼gt die BeschwerdefÃ¼hrerin demnach Ã¼ber keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewil­ligung. Nun hat der Regierungsrat im angefochtenen Entscheid erwogen, dass ihr unter ihre Obhut gestellter Sohn, der BeschwerdefÃ¼hrer 2, portugiesischer StaatsangehÃ¶riger sei und seit seiner Geburt am 6. Februar 1994 ununterbrochen und ordnungsgemÃ¤ss in der Schweiz lebe, weshalb ihm nach dem Abkommen mit Portugal grundsÃ¤tzlich ein Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung zustehe. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zu prÃ¼fen ist zunÃ¤chst, ob dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 ein Anspruch auf Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung zustehe. Nur wenn dies zu bejahen wÃ¤re, kÃ¶nnte sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 grundsÃ¤tzlich gestÃ¼tzt auf Art. 8 Abs. 1 EMRK auf einen eigenen Anwesenheitsanspruch berufen, wie der Regierungsrat ebenfalls festgestellt hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Ob ein Anwesenheitsanspruch grundsÃ¤tzlich besteht, ist unter der Eintretensfrage zu prÃ¼fen. Erst wenn dies zu bejahen ist, muss die weitere Frage, ob sich dieser Anspruch im zu beurteilenden Fall auch durchzusetzen vermag, unter materiellrechtlichen Gesichts­punkten beantwortet werden (BGE 122 II 289 E. 1d).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Der Regierungsrat hat zunÃ¤chst festgehalten, ein Anspruch des BeschwerdefÃ¼h­rers 2 sei nach dem Abkommen mit Portugal grundsÃ¤tzlich gegeben (E. 2b). Aus diesem Grund hat er denn auch den angefochtenen Entscheid mit einer Rechtsmittelbelehrung ver­sehen. Unter ErwÃ¤gung 4b stellt er indessen fest, das Abkommen bezwecke in erster Linie, Fragen der BeschÃ¤ftigung und der Anwesenheitsberechtigung portugiesischer ArbeitskrÃ¤fte in der Schweiz zu regeln; "dieser Staatsvertrag berÃ¼hr[e] das schweizerische Landesrecht insoweit nicht, als dieses die Aufenthaltsbewilligung unmÃ¼ndiger Kinder von derjenigen der Eltern (bzw. des fÃ¼r sie sorgenden Elternteils bzw. Drittperson) abhÃ¤ngig macht".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der "Briefwechsel vom 12. April 1990 zwischen der Schweiz und Portugal Ã¼ber die administrative Stellung der StaatsangehÃ¶rigen aus einem der beiden LÃ¤nder im anderen nach einer ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthaltsdauer von fÃ¼nf Jahren" (Originaltext franzÃ¶sisch) ist am 1. Juli 1990 durch Notenaustausch in Kraft getreten und von Seiten der Schweiz durch den Direktor des damaligen Bundesamts fÃ¼r Industrie, Ge­werbe und Arbeit BIGA unterzeichnet worden. Bestandteil des Briefwechsels ist auch der Hinweis auf dessen Anlass, nÃ¤mlich die "Zusammenkunft portugiesischer und schweizeri­scher Experten Ã¼ber Fragen der BeschÃ¤ftigung portugiesischer ArbeitskrÃ¤fte in der Schweiz". Nach dessen Ziffer 2 Abs. 1 erhalten die portugiesischen StaatsangehÃ¶rigen, die einen ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren in der Schweiz nachweisen kÃ¶nnen, eine Niederlassungsbewilligung im Sinn von Art. 6 ANAG (Satz 1); "diese Bewilligung gibt ihnen einerseits das unbedingte und unbefristete Recht zur Anwe­senheit auf dem ganzen schweizerischen Gebiet, andererseits das Recht, Wohnsitz, Arbeit­geber und Beruf zu wechseln, einschliesslich das Recht, eine selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben ..." (Satz 2). Sie erhalten auf Gesuch hin eine Niederlassungsbewilligung C (Abs. 2 Satz 1); "zeitweilige Studien-, Praktikums- oder Ã¤rztlich begrÃ¼ndete Kuraufenthalte in der Schweiz zÃ¤hlen nicht fÃ¼r die Berechnung der FÃ¼nfjahresfrist" (Satz 2).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bereits nach dem Wortlaut des Abkommens erscheint das Anwesenheitsrecht des BeschwerdefÃ¼hrers 2 als fraglich, kann dieser doch als minderjÃ¤hriges Kind nicht selbstÃ¤n­dig Ã¼ber seinen Wohnsitz bestimmen und hat er nur deshalb in der Schweiz leben kÃ¶nnen, weil er die Aufenthaltsbewilligung "zum Verbleib bei den Eltern", das heisst vorerst ei­gentlich bei seinem Vater erhalten hat. Auch seine Unterstellung unter die Obhut seiner Mutter im Januar 1998 hat die Wohnsitzbestimmung klarerweise nicht dem Kind Ã¼bertra­gen. Von einem eigenen Anwesenheitsrecht des Kindes kann aber vor allem auch nach Sinn und Zweck des Abkommens mit Portugal nicht ausgegangen werden, das auf die Be­rufstÃ¤tigen zugeschnitten ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Abkommen mit Portugal verschafft dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 demnach kein selbstÃ¤ndiges Anwesenheitsrecht in der Schweiz, weshalb auf die Beschwerde nicht einge­treten werden kann und die weiteren ErwÃ¤gungen des angefochtenen Rekursentscheids bzw. die Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrenden ungeprÃ¼ft bleiben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>