<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00137</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205096&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00137</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.06.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Festsetzung Strassenprojekt</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verletzung des rechtlichen Gehörs; Verweigerung der Teilnahme am Augenschein. Die Parteien haben im Rekursverfahren ein Recht zur Mitwirkung an den Beweiserhebungen. Hält die Rekursinstanz einen Augenschein für notwendig, so ist den Parteien daher Gelegenheit zur Teilnahme und Mitwirkung zu geben, und zwar unabhängig davon, ob sie aus beweisrechtlicher Sicht zu dessen Durchführung verpflichtet gewesen wäre (E. 2). Es ist zwar richtig, dass informelle Augenscheine nicht von vornherein unzulässig sind und dass formelle Augenscheine nur angeordnet werden müssen, wenn sie zur Klärung des rechtserheblichen Sachverhalts erforderlich sind. Doch kann bezogen auf die im vorliegenden Fall erfolgte Verfahrensabwicklung nichts zugunsten des Bezirksrats abgeleitet werden. Dieser hat hier einen Augenschein offenkundig für erforderlich gehalten. Nach seinem eigenen Bekunden hat er sich lediglich "durch Parteivorträge auf dem Platz" (und nicht etwa durch die diesbezügliche Beweiserhebung als solche) "keine weiteren Informationen für den Rechtsschluss" versprochen (E. 2). Damit hat der Bezirksrat das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer verletzt (E. 2). Gutheissung und Rückweisung zur ergänzenden Untersuchung und anschliessendem Neuentscheid an den Bezirksrat. Kostenverlegung (E. 3): Wie das Verwaltungsgericht verschiedentlich erkannt hat, kann als Beteiligter im Sinn von § 13 Abs. 2 VRG auch eine als Rekursbehörde wirkende Vorinstanz gelten, obwohl ihr keine eigentliche Parteistellung zukommt. Danach können der Rekursbehörde die Kosten des Beschwerdeverfahrens auferlegt werden, wenn der Rekursentscheid ausschliesslich wegen Verletzung von Verfahrensvorschriften durch die Rekursbehörde aufgehoben wird. Eine solche Kostenfolge rechtfertigt sich hier (E. 3.1). Unter den aufgezeigten Umständen rechtfertigt es sich auch, den Beschwerdeführern eine Parteientschädigung zulasten der Staatskasse (Bezirksrat) zuzusprechen (E. 3.2). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUGENSCHEIN">AUGENSCHEIN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISABNAHME">BEWEISABNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ERSCHLIESSUNGSPLAN, LANDUMLEGUNG, QUARTIERPLAN">ERSCHLIESSUNGSPLAN, LANDUMLEGUNG, QUARTIERPLAN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENVERLEGUNG">KOSTENVERLEGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSRECHT">MITWIRKUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Gemeindeversammlung StÃ¤fa beschloss am 27. Oktober 1997 gestÃ¼tzt auf § 31 Abs. 2 und § 90 ff. des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) eine Revision des Verkehrsplans und des Erschliessungsplans. Damit wurde die Ebnetstrasse als nutzungsorientierte Sammelstrasse klassiert (§ 5 Abs. 1 lit. d der Zugangsnormalien vom 9. Dezember 1987) und deren Ausbau der 1. Erschliessungsetappe zugewiesen. Der dazu gehÃ¶rige Planungsbericht (VB.2005.138) hÃ¤lt fest, dass der Gemeindeteil StÃ¤fa-Mitte, umfassend die Gebiete Ebnet, Zehntentrotte, UnterÃ¤cher, Kreuz, BÃ¤nderbÃ¼hl und Rohrhalden, nicht hinreichend groberschlossen sei; zur Behebung dieser MÃ¤ngel fielen verschiedene Varianten in Betracht ("Null", "Direkt", Tunnel" und "Verteilt"; vgl. Anhang B, S. 52 ff.), von denen die Variante "Direkt" den Vorzug verdiene. Danach werde das TeilstÃ¼ck von ca. 125 m der Ebnetstrasse zwischen Seestrasse und Bahnlinie verlegt und als nutzungsorientierte Sammelstrasse mit 5,5 bis 6 m Breite ausgebaut (vgl. VB.2005.00138). In der Folge wurde das Projekt gestÃ¼tzt auf § 23 des Abtretungsgesetzes vom 30. November 1879 (AbtrG) sowie § 16 des Strassengesetzes vom 27. September 1981 (StrassG) Ã¶ffentlich ausgeschrieben und den betroffenen GrundeigentÃ¼mern persÃ¶nlich angezeigt. Von diesen erhoben neun Einsprache, darunter auch A und C, deren GrundstÃ¼cke Kat. Nr. 01 (A) bzw. 02 (C) im EinmÃ¼ndungsbereich des neu projektierten TeilstÃ¼cks in die Seestrasse liegen (vgl. PlÃ¤ne in VB.2005.00138). Diese beiden Einsprecher verlangten beide primÃ¤r den Verzicht auf das Projekt und damit auf die Verlegung der Ebnetstrasse; ferner stellten sie (neben diversen die Landabtretung und die Beitragspflicht betreffenden finanziellen Begehren) verschiedene ProjektÃ¤nderungsbegehren (A: Verschiebung der Strasse zulasten des gegenÃ¼berliegenden GrundstÃ¼cks Kat.Nr. 03, Reduktion der Ausbaubreite auf maximal 5 bis 5,5 m, GewÃ¤hrleistung der Zufahrt zur Tankstelle an der Seestrasse; C: GewÃ¤hrleistung der direkten Zufahrt von der Seestrasse auf die Parzelle Kat.Nr. 02; Erschliessung des nÃ¶rdlichen GrundstÃ¼ckteils Ã¼ber das GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 04 des Landwirtschaftlichen Vereins). Der Gemeinderat wies die erwÃ¤hnten Begehren (und damit die Einsprache von A vollumfÃ¤nglich sowie jene von C teilweise) ab; sinngemÃ¤ss setzte er damit zugleich das Projekt fÃ¶rmlich fest (§ 17 Abs. 4 StrassG).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Dagegen erhoben A am 23. MÃ¤rz 2004 sowie C am 24. MÃ¤rz 2004 Rekurs an den Bezirksrat Meilen. Dieser vereinigte die beiden Verfahren und holte vom Gemeinderat StÃ¤fa eine Vernehmlassung sowie anschliessend zusÃ¤tzliche Planunterlagen ein. Ferner fÃ¼hrte der Bezirksrat ohne Mitwirkung der Parteien an einem nicht aktenkundigen Datum einen Augenschein durch. Mit Beschluss vom 6. Januar 2005 hielt er fÃ¶rmlich fest, dass "auf einen Lokalaugenschein mit den Parteien â¦ verzichtet" werde (Disp. Ziff. I). Er wies die vereinigten Rekurse, soweit er darauf eintrat, ab (Disp. Ziff. III). Die Rekurskosten von Fr. 1'298.- auferlegte er den Rekurrenten je zur HÃ¤lfte (Disp. Ziff. IV), denen er keine ParteientschÃ¤digung zusprach (Disp. Ziff. V).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 21. MÃ¤rz 2005 beantragte A dem Verwaltungsgericht, den Rekursentscheid wegen Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs aufzuheben und die Sache an den Bezirksrat zurÃ¼ckzuweisen; eventualiter verlangte er Verzicht auf den Ausbau und auf die Verlegung der Ebnetstrasse, subeventualiter ersuchte er um Gutheissung der drei von den Vorinstanzen abgewiesenen ProjektÃ¤nderungsbegehren; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners (VB.2005.00137).</p> <p class="Urteilstext">Gleichentags erhob auch C Beschwerde, ebenfalls mit dem Hauptantrag, den Rekursentscheid wegen Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs aufzuheben; eventualiter verlangte er gleichfalls den Verzicht auf den Ausbau und die Verlegung der Ebnetstrasse; subeventualiter ersuchte er um Gutheissung seines vom Bezirksrat abgewiesenen ProjektÃ¤nderungsbegehrens, wonach die Ã¶stlich der alten Ebnetstrasse gelegenen Liegenschaften mittels einer neu zu schaffenden Zufahrt Ã¼ber das GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 04 in der VerlÃ¤ngerung des geplanten Kehrplatzes zu erschliessen seien; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners (VB.2005.00138<span>). </span></p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat Meilen beantragte dem Gericht unter Verzicht auf weitere AusfÃ¼hrungen Abweisung der Beschwerden. Den nÃ¤mlichen Antrag stellte am 2. Mai 2005 der Gemeinderat StÃ¤fa, der zudem eine ParteientschÃ¤digung zulasten der BeschwerdefÃ¼hrer verlangte.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerden einzutreten. Da sich in beiden FÃ¤llen die nÃ¤mlichen Sach- und Rechtsfragen stellen, sind die beiden Verfahren zu vereinigen. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Beide BeschwerdefÃ¼hrer beantragten in ihren Rekursen ausdrÃ¼cklich einen Augenschein. Der Bezirksrat fÃ¼hrte eine solche Beweismassnahme durch, um sich â wie er im Rekursentscheid lit. E festhÃ¤lt â "Ã¼ber die Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse ins Bild zu setzen". Den Parteien gab er indessen keine Gelegenheit, am Augenschein mitzuwirken. Dazu fÃ¼hrt der Bezirksrat im Rekursentscheid aus, er habe auf eine "Lokalaugenscheinverhandlung" verzichtet, weil er sich "durch ParteivortrÃ¤ge auf dem Platz keine weiteren hilfreichen Informationen fÃ¼r den Rechtsschluss versprochen" habe. Die Rekurrenten rÃ¼gen dieses Vorgehen als Verweigerung des rechtlichen GehÃ¶rs.</p> <p class="Urteilstext">Die Parteien haben im Rekursverfahren ein Recht zur Mitwirkung an den Beweiserhebungen. HÃ¤lt die Rekursinstanz einen Augenschein fÃ¼r notwendig, so ist den Parteien daher Gelegenheit zur Teilnahme und Mitwirkung zu geben, und zwar unabhÃ¤ngig davon, ob sie aus beweisrechtlicher Sicht zu dessen DurchfÃ¼hrung verpflichtet gewesen wÃ¤re (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 7 N. 46, § 8 N. 36, je mit Hinweisen). Wenn eine BehÃ¶rde zu diesem Beweismittel greifen will, hat sie dies in den verfassungsrechtlich vorgeschriebenen Formen zu tun, wozu nach den zum verfassungsrechtlichen GehÃ¶rsanspruch (heute Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999, BV) entwickelten GrundsÃ¤tzen auch der Anspruch der Parteien auf Teilnahme und Mitwirkung gehÃ¶rt (BGE 112 Ia 5; BGE 113 Ia 81; RB 1981 Nr. 1). </p> <p class="Urteilstext">Der Beschwerdegegner wendet unter Berufung auf RB 1981 Nr. 1 ein, den zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden oder einzelnen BehÃ¶rdenmitgliedern sei es nicht verwehrt, sich informell an Ort und Stelle zu begeben, um Ã¼ber einen Sachverhalt ein besseres Bild zu erhalten; ferner macht er geltend, alle entscheidungswesentlichen Tatsachen hÃ¤tten sich aus den dem Bezirksrat vorliegenden Akten ergeben, weshalb ein Augenschein nicht erforderlich gewesen sei. Beide EinwÃ¤nde sind unbehelflich. Es ist richtig, dass informelle Augenscheine nicht von vornherein unzulÃ¤ssig sind und dass formelle Augenscheine nur angeordnet werden mÃ¼ssen, wenn sie zur KlÃ¤rung des rechtserheblichen Sachverhalts erforderlich sind, weshalb der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde beim prozessleitenden Entscheid darÃ¼ber, ob sie eine solche Beweiserhebung durchfÃ¼hren will, ein erhebliches Ermessen zukommt (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 42). Aus beiden GrundsÃ¤tzen kann jedoch bezogen auf die im vorliegenden Fall erfolgte Verfahrensabwicklung nichts zugunsten des Bezirksrats abgeleitet werden. Dieser hat hier einen Augenschein offenkundig fÃ¼r erforderlich gehalten. Nach seinem eigenen Bekunden hat er sich lediglich "durch ParteivortrÃ¤ge auf dem Platz" (und nicht etwa durch die diesbezÃ¼gliche Beweiserhebung als solche) "keine weiteren Informationen fÃ¼r den Rechtsschluss" versprochen. Aus den ErwÃ¤gungen der Vorinstanz zur Sache ist zwar entgegen der Behauptung des BeschwerdefÃ¼hrers C nicht ersichtlich, ob und inwieweit sie sich auf die am Augenschein getroffenen Feststellungen gestÃ¼tzt hat. Dass sie dies in grÃ¶sserem oder kleinerem Umfang getan hat, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Sodann kann hier dahin gestellt bleiben, ob die dem Bezirksrat vorliegenden Akten fÃ¼r eine Beurteilung der Sache ohne DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins ausgereicht hÃ¤tten; es ist nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts, die im Rekursentscheid enthaltenen Tatsachenfeststellungen im Einzelnen unter diesem Gesichtswinkel zu Ã¼berprÃ¼fen. Entscheidend fÃ¼r die Beurteilung der geltend gemachten GehÃ¶rsverweigerung ist wie erwÃ¤hnt, dass der Bezirksrat laut seinen eigenen AusfÃ¼hrungen einen Augenschein fÃ¼r erforderlich hielt. Das ergibt sich nicht nur daraus, dass er einen solchen Augenschein tatsÃ¤chlich durchgefÃ¼hrt hat, sondern auch daraus, dass er den Verzicht auf eine diesbezÃ¼gliche Teilnahme und Mitwirkung der Parteien nicht etwa damit begrÃ¼ndet hat, der rechtserhebliche Sachverhalt ergebe sich mit hinreichender Klarheit aus den vorliegenden Akten. BegrÃ¼ndet hat er den Ausschluss der Parteien einzig damit, dass er sich von "ParteivortrÃ¤gen auf dem Platz keine weiteren hilfreichen Informationen" verspreche. Solche ParteivortrÃ¤ge hÃ¤tten jedoch in erster Linie dazu gedient (und darauf beschrÃ¤nkt werden kÃ¶nnen), zum Beweisergebnis â nÃ¤mlich zu den am Augenschein getroffenen Feststellungen â Stellung zu nehmen. Bei dieser Aktenlage geht es entgegen dem Einwand des Beschwerdegegners nicht an, die Erforderlichkeit der vorgenommenen SachverhaltsabklÃ¤rung im Nachhinein zu verneinen, um damit den gleichwohl durchgefÃ¼hrten Augenschein nachtrÃ¤glich als zulÃ¤ssige informelle Besichtigung qualifizieren zu kÃ¶nnen. Insofern ist auch ein frÃ¼herer Entscheid des Verwaltungsgerichts (RB 1966 Nr. 1) zu relativieren. Im Ãbrigen hat der Bezirksrat selber, dessen Verfahrensabwicklung hier zur Diskussion steht, einen solchen Einwand nicht erhoben.</p> <p class="Urteilstext">Demnach hat der Bezirksrat den BeschwerdefÃ¼hrern mit der dargelegten Verfahrensabwicklung das rechtliche GehÃ¶r verletzt. GehÃ¶rsverletzungen kÃ¶nnen durch die obere Rechtsmittelinstanz geheilt werden, wenn dieser bei der Beurteilung der streitigen Fragen die gleiche Kognition wie der unteren Instanz, welche den Verfahrensfehler begangen hat, zusteht (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 8 N. 48). Diese Voraussetzung ist hier nicht gegeben, hat sich doch das Verwaltungsgericht bei der materiellen Beurteilung auf Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken (§ 50 Abs. 2 VRG), wÃ¤hrend dem Bezirksrat als Rekursinstanz auch Ermessenskontrolle zusteht (§ 20 Abs. 1 VRG). Die Sache ist deshalb zur DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins mit den Parteien und anschliessender Neubeurteilung an den Bezirksrat zurÃ¼ckzuweisen. Ãber die Nebenfolgen (Verlegung der Rekurskosten und Zusprechen von ParteientschÃ¤digungen fÃ¼r das Rekursverfahren) hat der Bezirksrat in seinem Neuentscheid zu befinden.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG tragen mehrere am Verfahren Beteiligte die Kosten in der Regel entsprechend ihrem Unterliegen (Satz 1). Kosten, die ein Beteiligter durch Verletzung von Verfahrensvorschriften oder durch nachtrÃ¤gliches Vorbringen solcher Tatsachen oder Beweismittel verursacht, die er schon frÃ¼her hÃ¤tte geltend machen kÃ¶nnen, sind ihm ohne RÃ¼cksicht auf den Ausgang des Verfahrens zu Ã¼berbinden (Satz 2). Die Bestimmung lÃ¤sst damit neben dem fÃ¼r den Regelfall geltenden Unterliegerprinzip auch die BerÃ¼cksichtigung des Verursacherprinzips zu. Wie das Verwaltungsgericht verschiedentlich erkannt hat, kann als Beteiligter im Sinn von § 13 Abs. 2 VRG auch eine als RekursbehÃ¶rde wirkende Vorinstanz gelten, obwohl ihr keine eigentliche Parteistellung zukommt. Danach kÃ¶nnen der RekursbehÃ¶rde die Kosten des Beschwerdeverfahrens auferlegt werden, wenn der Rekursentscheid ausschliesslich wegen Verletzung von Verfahrensvorschriften durch die RekursbehÃ¶rde aufgehoben wird (VGr, 26. November 2001, VB.2001.00295; VGr, 11. Februar 2004, VB.2003.0400; VGr. 7. Juli 2004, PB.2004.00012; a.A. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 26). Eine solche Kostenfolge rechtfertigt sich hier. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>GemÃ¤ss § 17 Abs. 2 VRG kann im Rechtsmittelverfahren vor RekursbehÃ¶rde und Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu einer angemessenen EntschÃ¤digung fÃ¼r die Umtriebe ihres Gegners verpflichtet werden, namentlich bei Vorliegen eines der in lit. a. und b (exemplifikativ) angefÃ¼hrten TatbestÃ¤nde. Nach stÃ¤ndiger Praxis zu dieser Bestimmung kann der obsiegenden Partei fÃ¼r Umtriebe, die durch ein fehlerhaftes Verhalten der RechtsmittelbehÃ¶rde verursacht worden sind, eine EntschÃ¤digung zulasten der Staatskasse zugesprochen werden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 33; RB 1989 Nr. 4). Unter den aufgezeigten UmstÃ¤nden rechtfertigt es sich, den BeschwerdefÃ¼hrern eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zulasten der Staatskasse (Bezirksrat Meilen) zuzusprechen. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerden VB.2005.00137 und VB.2005.00138 werden zur gemeinsamen Behandlung vereinigt;</p> <p class="Urteilstext">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerden werden gutgeheissen. Der Rekursentscheid des Bezirksrats Meilen vom 6. Januar 2005 wird aufgehoben. Die Sache wird zur ergÃ¤nzenden Untersuchung und anschliessendem Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an den Bezirksrat zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 120.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'120.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden zulasten der Staatskasse (Bezirksrat Meilen) erhoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Den BeschwerdefÃ¼hrern wird eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zulasten der Staatskasse (Bezirksrat Meilen) zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>