Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 25. Januar 2022 (400 21 138) ____________________________________________________________________ Zivilrecht / Obhut und Unterhalt Kind Die alternierende Obhut kann auch dann angeordnet w erden, wenn die Eltern vor der Trennung nur kurze Zeit zusammengelebt haben und sich der Vater in dieser Zeit noch nicht wesentlich an der Betreuung des Kindes beteiligt hat (E. 3.2 ff.). Die alternierende Obhut kann auch dann angeordnet werden, wenn die kürzeste Reisezeit zwischen den Wohnorten der Eltern die Dauer von 30 Minuten übersteigt (E. 4.3). Der Unterhalt für das gemeinsame Kind kann so gereg elt werden, dass jeder Elternteil diejenigen Barkosten des Kindes trägt, die während seiner Betreuungszeit anfallen (z.B. Nahrung, Kleidung, Körper- und Gesundheitspflege, H obbies, ÖV-Abo, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Kulturelles, Auslagen für Bele uchtung, Kochstrom und/oder Gas sowie Wohn- und Nebenkosten), während weitere Koste n für das Kind (z.B. Krankenkas- senprämien, zusätzliche Gesundheitskosten etc.) von d emjenigen Elternteil zu tragen sind, der finanziell leistungsstärker ist (E. 7.3). Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richterin Barbara Jermann Richterich (Ref.), Richter Philippe Spitz; Gerichtsschreiberin Nicole Schneider Parteien A.____, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Catherine Westenberg, Liatowitsch & Partner Advokatur Notariat Mediation, Elisabethenstrasse 28, 4010 Basel Kläger und Anschlussberufungskläger gegen B.____, vertreten durch Rechtsanwalt Yves Pellet, Baumgartner Mächler Rechtsanwälte AG, Löwenstrasse 2, 8022 Zürich Beklagte und Berufungsklägerin Gegenstand Unterhalt und Obhut Kind Berufung gegen das Urteil der Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 13. Januar 2021 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil vom 29. August 2019 traf die Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost im zwischen B.____ und A.____, den Eltern von C.____ (nachfolgend C.____), anhängig gemachten Verfahren Nr. 170 19 1275 I betreffend vo rsorgliche Massnahmen folgende Anord- nungen (auszugsweise): «1. Es wird festgestellt, dass die gemeinsame Tochter der Parteien, C.____, geboren am 18. Dezember 2018, ihren Wohnsitz an der M.____strasse in N.____ hat. 2. Die gemeinsame Tochter der Parteien, C.____, geb oren am 18. Dezember 2018, wird vorsorglich unter die alternierende Obhut beider Elternteile gestellt. Der Kindsvater betreut C.____ während den nächsten vie r Wochen (seit Zustellung des Urteilsdispositivs) jeweils den ganzen Montag. Die Kindsmutter bringt C. ____ jeweils am Montagmorgen vor ihrem Arbeitsbe- ginn zum Kindsvater und holt sie beim Kindsvater am Mon tagabend nach ihrem Arbeitsende wieder ab. Die restlichen Wochentage (inkl. sämtliche Übernachtungen) wird C.____ durch die Kindsmutter betreut. Nachdem die vorgenannte Betreuungsregelung für vier W ochen gelebt wurde, wird die Betreuung durch den Kindsvater ausgedehnt. Der Kindsvater betreut C.____ sodann bis auf weiteres jeweils ab Montagmorgen bis Dienstagnachmittag um 16:30 Uhr (inkl. Übernachtung von Montag auf Dienstag). Die restlichen Wochentage (inkl. der übrigen Übernachtungen) wird C.____ von der Kindsmutter betreut. Die Kindsmutter bringt C.____ jeweils am Montagmorgen vor ihrem Arbeitsbeginn zum Kindsvater und holt sie beim Kindsvater am Dienstag um 16:30 Uhr wieder ab. 3. Die übrigen Anträge der Parteien werden abgewi esen, sofern darauf einzutreten ist. 4. Dem Gesuchsbeklagten wird zur Einreichung der Proseku tionsklage eine nicht erstreckbare Frist von drei Monaten seit Zustellung dieser Verfügung gesetzt. Wird die Prosekutionsklage nicht innert Frist angehobe n, so gelten die vorgenannten Ziffern 1 - 3 als aufgeho- ben. 5. …» A.____ (nachfolgend Kindsvater resp. Vater) reichte daraufhin am 4. Dezember 2019 beim Zi- vilkreisgericht Basel-Landschaft Ost die Prosekutionsklage e in, worauf ein neues Verfahren beim besagten Gericht anhängig gemacht wurde. B. In diesem neuen Verfahren Nr. 120 19 2296 I erliess die Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost am 13. Januar 2021 das nachfolgende Urteil: «1. Es wird festgestellt, dass die gemeinsame Tochter der Parteien, C.____, geboren am 18. Dezember 2018, ihren Wohnsitz beim Kindsvater hat. 2. Das Kind C.____, geboren am 18. Dezember 2018, w ird unter die alternierende Obhut der Parteien gestellt. Die Kindseltern betreuen C.____ je zur Hälfte. Der Kindsvater betreut C.____ jeweils ab Montagmorgen bis Mittwochmittag (inkl. Übernachtungen). Zudem betreut der Kindsvater C.____ jedes zweite Wochenende von Samstagnachmittag bis Montagmorgen (inkl. Übernachtun gen). An den restlichen Wochentagen bzw. Wo- chenenden (inkl. der jeweiligen Übernachtungen) wird C.____ von der Kindsmutter betreut. Die Kindsmutter bringt C.____ am Montagmorgen jewe ils spätestens um 9:00 Uhr bzw. an den Besuchswo- chenenden am Samstag spätestens um 13:30 zum Wohnort de s Kindsvaters. Der Kindsvater bringt C.____ jeweils am Mittwochmittag spätestens um 12:00 Uhr zum Wohnort der Kindsmutter. Die Parteien werden im Sinne einer Mindestregelung berechtigt und verpflichtet, mit der gemeinsamen Toch- ter C.____ je fünf Wochen Ferien im Jahr zu verbringe n. Die Ferientermine sind dem jeweils anderen Eltern- teil mindestens zwei Monate vor den geplanten Ferien a bzusprechen. Die Ferien sind wochenweise zu neh- men und jeweils auf maximal zwei Wochen am Stück zu beschränken. Über allfällige Änderungen der Betreuungs- und Fer ienregelung verständigen sich die Parteien untereinander direkt. Auf Wünsche und Bedürfnisse des Kindes ist gebührend Rücksicht zu nehmen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Übersteigt ab dem Zeitpunkt des Kindergarteneint ritts von C.____ die kürzeste Reisezeit vom Wohnort der Kindsmutter zum Wohnsitz des Kindes die Dauer von 30 Minuten (von Haus zu Haus, Auto oder öffentlicher Verkehr), wird die Betreuung der Tochter C.____ - in Abweichung von Ziffer 2 hiervor - wie folgt geregelt: Die Kindsmutter wird in diesem Fall berechtigt und ve rpflichtet, die gemeinsame Tochter C.____ jeweils an drei Wochenenden eines Monats von Freitag (Schulschluss) bis Montagmorgen (Schulbeginn) sowie während acht Schulferienwochen zu betreuen (inkl. Übernachtungen). Die restliche Betreuung übernimmt der Kindsva- ter. Der Kindsvater bringt die Tochter C.____ am Frei tag (Schulschluss) zur Kindsmutter. Die Kindsmutter bringt die Tochter am Montagmorgen (Schulbeginn) zurück. Über allfällige Abänderungen der Betreuungs- und Fe rienregelung verständigen sich die Parteien untereinan- der direkt. Auf Wünsche und Bedürfnisse des Kindes ist gebührend Rücksicht zu nehmen. 4. Es wird folgende Feiertagsregelung getroffen: - Der Kindsvater betreut C.____ jeweils vom 23. bis 25. Dezember in den ungeraden Jahren, die Kindsmutter in den geraden Jahren. - Der Kindsvater betreut C.____ über Silvester jeweils in den geraden Jahren, die Kindsmutter in den ungera- den Jahren. - Der Kindsvater betreut C.____ jeweils über das Ost erwochenende in den ungeraden Jahren, die Kindsmut- ter in den geraden Jahren. 5. Grundlage der Unterhaltsberechnung bilden die fo lgenden Werte: - Aktuelles monatliches Nettoeinkommen des Kindsvaters (80% Pensum, inkl. 13. Monatslohn, ohne Zulagen, inkl. Gewinnanteil Tennisschule) CHF 5'295.00 - Aktuelles monatliches Nettoeinkommen der Kindsmutter (inkl. 13. Monatslohn, ohne Zulagen, inkl. Gutachter tätigkeit) CHF 7'900.00 - Aktuelles monatliches Nettoeinkommen von C.____ (Kin derzulagen) CHF 200.00 6. Der Kindsvater hat der Kindsmutter für die gemei nsame Tochter C.____ für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis und mit 30. September 2019 einen monatlichen Barunte rhaltsbeitrag von CHF 348.00 zu bezahlen. Ein Be- treuungsunterhalt ist nicht geschuldet. Allfällige vom Kindsvater während dieser Zeit bezogene n Kinderzulagen sind zusätzlich geschuldet. 7. Ab dem 1. Oktober 2019 hat jeder Elternteil je ne Barkosten der Tochter C.____ zu tragen, welche währ end seiner Betreuungszeit anfallen (Nahrung, Kleidung, Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungs- einrichtung, Kulturelles sowie Auslagen für Beleuchtung, Kochstrom und/oder Gas sowie Wohn- und Neben- kosten). Weitere Kosten der Tochter C.____ (Krankenkassenprämien, Gesundheitskosten, ÖV-Abo, Hobbies, etc.) sind von der Kindsmutter zu tragen. Allfällige vom Kindsvater ab dem 1. Oktober 2019 bis zum Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils bezogene Kinderzulagen sind der Kindsmutter weiterzuleiten. Ab Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils ha t derjenige Elternteil, welcher die Kinder- bzw. Ausb il- dungszulagen bezieht, die Hälfte davon dem anderen Elternteil weiterzuleiten. Die AHV-Erziehungsgutschriften sind den Kindseltern m it Wirkung ab 1. Oktober 2019 je zur Hälfte anzurech- nen. Die Kindseltern informieren die zuständige AHV-Ausgle ichskasse über diesen Anrechnungsmodus. 9. Die Gerichtskosten von CHF 3'000.00 (Hauptverfahren 120 196 2296 1) und CHF 800.00 (Vorverfahren 170 19 1275 1) werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Jede Partei hat für ihre eigenen Parteikosten aufzuko mmen. » Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Gegen dieses Urteil erhob B.____ (nachfolgend die K indsmutter oder Mutter) mit Eingabe vom 28. Juni 2021 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, A bteilung Zivilrecht, Berufung und stellte folgende Anträge: «1. Es sei Dispositivziffer 1 des Urteils des Zivilkreisger ichts L.____-Landschaft Ost vom 13. Januar 2021 (Ge- schäfts Nr. 120 19 2296 1, nachfolgend "Urteil") aufzuh eben und es sei festzustellen, dass das gemeinsame Kind der Parteien, C.____, geb. 18. Dezember 2018, ihren Wohnsitz bei der Mutter hat. 2. Es seien im Sinne von einzelnen Anträgen die Dispo sitivziffern 2 bis 4 des Urteils aufzuheben und durch fo l- gende Fassungen zu ersetzen: "2. Das Kind C.____, geb. 18. Dezember 2018, wird un ter die alleinige Obhut der Mutter gestellt; 3. Dem Vater wird das folgende Besuchsrecht eingeräumt : 3.1 Der Vater wird in Fortführung der mit Verfügun g des Zivilkreisgerichts L.____-Landschaft Ost vom 29. August 2019 festgesetzten Betreuungsregelung bis zum Kindergarteneintritt des Kindes C.____ berechtigt erklärt, das Kind C.____ wöchentlich von jeweils Montagmorgen (vor Arbeitsbeginn der Mut- ter) bis Dienstagnachmittag um 17 Uhr (inkl. Übernachtung von Montag auf Dienstag) zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Der Vater wird verpflichtet, das Kind C.____ am Mont ag zwischen 07.30 und 8 Uhr am Wohnsitz in O.____ bei der Mutter abzuholen und es am Dienstag, zwischen 15 bis spätestens 18 Uhr (Ankunft O.____) wieder dorthin zurückzubringen. Sofern die Mutter an den Besuchstagen des Vaters in L .____ arbeitet, verpflichtet sie sich, das Kind C.____ am Montag vor ihrem Arbeitsbeginn dem Vater zu bringen und es am Dienstag, um 16.30 Uhr wieder beim Vater abzuholen. Die Mutter hat den Vater unaufgefordert spätestens am vorgängigen Samstag zu informieren, falls sie am Montag und/oder Dienstag in L.____ arbeitet. 3.2 Ab dem Kindergarteneintritt von C.____ wird de r Vater (als Ersatz der Besuchsregelung gemäss Ziff. 3.1 vorstehend) berechtigt erklärt, C.____ jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntag- abend auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. 3.3 Es wird der Vater berechtigt erklärt das Kind C.___ _ jeweils vom 25. Dezember, 12 Uhr, bis 26. Dezem- ber , 12 Uhr, auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Ab dem vierten Altersjahr wird für den Vater zusätzl ich eine gerichtsübliche, vom Gericht zu definie- rende Feiertagsregelung angeordnet (bez. alternieren de Betreuung über Ostern, Pfingsten und Auf- fahrt). 3.4 Ferien 3.4.1 Es wird der Vater berechtigt erklärt, das Kind C.____ ab dessen vierten Altersjahr im Umfang von drei Wochen pro Kalenderjahr, jeweils einzeln und wochenweise, auf eigene Kosten zu oder mit sich in die Ferien zu nehmen. 3.4.2 Dieses Ferienbesuchsrecht ist ab dem fünften Alter sjahr auf fünf Wochen pro Kalenderjahr zu erwei- tern, wobei der Vater berechtigt wird, das Kind C.____ auch zwei Wochen am Stück zu betreuen. 3.4.3 Die Mutter wird ab sofort für drei Wochen pro Jahr, und ab Kindergarteneintritt von C.____ für 5 Wo - chen pro Jahr berechtigt erklärt, mit dem Kind in die Ferien zu verreisen, ohne dass eine Kompensati- on der regulären Besuchstage stattzufinden hätte. All fällige weitergehende Abwesenheiten der Mutter mit C.____ soll das reguläre Besuchsrecht des Vaters nicht beeinträchtigen bzw. wären solche ausge- fallene Besuchstage zu kompensieren. 3.4.4 Der Vater hat der Mutter mindestens drei Mona te im Voraus schriftlich mitzuteilen, wann er sein Fe ri- enbesuchsrecht ausüben wird. Er hat dabei auf die Ferientermine der Mutter Rücksicht zu nehmen, so- fern ihm diese vorgängig bekannt gegeben worden sind. 3.5 In der Übrigen Zeit wird das Kind C.____ durch die Mutter betreut." Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Es seien die Dispositivziffern 6 bis 8 des Urteils au fzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: "6.1 Der Vater wird verpflichtet, der Mutter an den U nterhalt, die Pflege und Erziehung der Tochter C.____ monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von CHF 700 zu be zahlen, zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Familienzulagen; zahlbar jeweils auf den ersten eines jeden Monats, erstmals rückwirkend per 1. August 2019. 6.2 Der Vater wird verpflichtet, der Mutter rückwirkend für den Zeitraum vom 1. Februar 2019 bis 31. Juli 2019 monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von CHF 350 zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen. 6.3 Der Kläger wird verpflichtet, für ausserordentliche Kinderkosten (insbesondere, aber nicht abschlies- send für schulische Fördermassnahmen, Kieferorthopädisch e Behandlungen, ungedeckte Gesund- heitskosten, Hobbies, etc.) zur Hälfte aufzukommen, soweit nicht Dritte, insbesondere Versicherungen, diese Kosten übernehmen. 6.4 Die vom Kläger zu leistenden Kinderunterhaltsbei träge gemäss vorstehender Ziff. 6.1 werden indexiert. 7. Die AHV-Erziehungsgutschriften werden ausschliesslich der Mutter angerechnet. 8. Die Familienzulagen werden ausschliesslich von der Mut ter bezogen und sind von ihr für den Unterhalt des Kindes C.____ zu behalten." 4. Es sei in Abänderung von Dispositivziffer 5 des Urte ils dem Vater ein Einkommen von CHF 6'940 anzurech- nen. 5. Es sei Dispositivziffer 9 aufzuheben, und die Geri chtskosten des vorinstanzlichen Haupt-, Massnahme- und Vorverfahrens dem Berufungsbeklagten aufzuerlegen und d er Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Beru- fungsklägerin eine angemessene, vom Gericht zu bestimmende Parteientschädigung zu bezahlen. 6. Eventualiter zu den Rechtsbegehren 1 bis 5 sei das Urteil aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. 7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügli ch MwSt.) zu Lasten des Berufungsbeklagten.» D. Am 15. Juli 2021 ersuchte der Kindsvater um Bewilligung der vorzeitigen Vollstreckbarkeit von Ziff. 2 des Urteils der Gerichtspräsidentin vom 13. Januar 2021 (120 19 2296 I), eventualiter um Erlass von vorsorglichen Massnahmen. Konkret stellte er die nachfolgenden Rechtsbegeh- ren: «1. Es sei der Berufung der Berufungsklägerin vom 28. Juni 2021 hinsichtlich Ziff. 2 des Urteils der Gerichtspräsi- dentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 13. Januar 2021 (120 19 2296 1) die aufschiebende Wirkung in Bezug auf die Vollstreckbarkeit zu entziehen und es sei Ziff. 2 des durch die Berufungsklägerin angefochtenen Urteils der Gerichtspräsidentin des Zivil kreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 13. Januar 2021 (120 19 2296 1) vorzeitig vollstreckbar zu erklären. 2. Eventualiter zu Ziff. 1 hiervor sei der Berufungsb eklagte in Abänderung des Urteils der Gerichtspräsident in des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 29. August 2019 (170 19 1275 1) und der Verfügung der Ge- richtspräsidentin vom 13. Januar 2020 vorsorglich für di e Dauer des zweitinstanzlichen Verfahrens zu ver- pflichten und zu berechtigen, C.____, geboren 18. Dezember 2018, zusätzlich jedes zweite Wochenende von Samstag, 13.00 Uhr bis Montagmorgen zu betreuen. Zu sätzlich dazu sei der Berufungsbeklagte vorsorglich für die Dauer des zweitinstanzlichen Verfahrens zu verpflichten und berechtigen, C.____ während sämtlicher anstehenden mehrwöchigen Schulferien je eine Woche zu betreuen und mit ihr Ferien zu verbringen. 3. Anträge und Ausführungen zu der von der Berufun gsklägerin erhobenen Berufung vom 28. Juni 2021 werden ausdrücklich vorbehalten und mit der Berufungsantwort gestellt. 4. Unter o/e Kostenfolge zzgl. MWST zulasten der B erufungsklägerin.» Die Mutter beantragte mit Eingabe vom 28. Juli 2021 die Abweisung dieser Anträge. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Mit Berufungsantwort vom 11. August 2021 stellte der Vater folgende Rechtsbegehren: «1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen und das Urteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 13. Januar 2021 zu bestätigen. 2. Eventualiter sei C.____, geb. 18. Dezember 2018, unter die alleinige Obhut des Berufungsbeklagten zu stellen. Für den Fall der Obhutszuteilung an den Berufungsbe klagten sei die Berufungsklägerin zu verurteilen, für C.____ einen Barunterhaltsbeitrag von monatlich und monatlich vorauszahlbar CHF 2'600.00 sowie einen Be- treuungsunterhalt von CHF 840.00 zuzüglich allfällig ausgerichteter Kinder- und Ausbildungszulagen zu be- zahlen, dies über die Volljährigkeit hinaus bis zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung. Der Berufungsklägerin sei ein angemessenes Besuchs- und Fe rienrecht einzuräumen. Im Falle der Obhutszuteilung an den Berufungsbeklagte n sei dieser als berechtigt zu erklären, sich 100% der Erziehungsgutschriften anrechnen zu lassen. Die Unterhaltsbeiträge sind gerichtsüblich zu indexier en. 3. Unter o/e Kostenfolge (zuzüglich MwSt.) zu Laste n der Berufungsklägerin.» F. Ebenfalls mit Eingabe vom 11. August 2021 reichte der Vater zudem eine Anschlussberu- fung ein, mit folgenden Rechtsbegehren: «1. Es sei Ziff. 9 des Urteils der Gerichtspräsidentin des Zivilkreisgerichts L.____-Landschaft Ost vom 13. Januar 2021 (Verfahren 120 196 2296 1) aufzuheben und der Anschlussberufungsbeklagten die Gerichtskosten von CHF 3'000.- (Hauptverfahren 120 196 2296 1) zu 80 %, ausmachend CHF 2'400.-, und die Gerichtskosten von CHF 800.- (Vorverfahren 170 19 1275 1) vollständig aufzuerlegen sowie sei die Anschlussberufungsbe- klagte zu verurteilen, dem Anschlussberufungskläger für d as vorinstanzliche Verfahren eine Parteientschädi- gung in Höhe von CHF 36'006.15, entsprechend 80 % der angefallenen Anwaltskosten, zu bezahlen. 2. Unter o/e Kostenfolge zzgl. MWST zulasten der A nschlussberufungsbeklagten.» G. Mit Verfügung der Präsidentin des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vom 13. August 2021 wurden die Anträge des Vaters vom 1 5. Juli 2021 abgewiesen und der Berufung die aufschiebende Wirkung nicht entzogen. Die eventualiter gestellten Anträge des Vaters um Erlass von vorsorglichen Massnahmen wurden ebenfalls abgewiesen. H. Mit Eingabe vom 25. August 2021 nahm die Mutter im Rahmen ihres Replikrechts zur Berufungsantwort des Vaters Stellung, hielt dabei an ihren Anträgen vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung der Anträge der Gegenpartei. Der Vater antwortete darauf mit Eingabe vom 1. September 2021. I. Am 15. September 2021 reichte die Mutter ihre Antw ort auf die Anschlussberufung des Vaters ein und beantragte, diese vollumfänglich abzuw eisen, unter Kosten- und Entschädi- gungsfolgen zu Lasten des Vaters. J. Mit Verfügung der zivilrechtlichen Abteilung des Kanton sgerichts Basel-Landschaft vom 16. September 2021 wurde der Schriftenwechsel geschlossen und gleichzeitig festgestellt, dass die Parteien – nachdem zuvor ihr Einverständnis dazu ei ngeholt worden war – separat zu einer präsidialen Einigungsverhandlung auf den 26. Oktober 2021 geladen werden. K. Mit Eingabe vom 22. September 2021 reichte der Vate r seine Stellungnahme zur An- schlussberufungsantwort der Mutter ein. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht L. Am 26. Oktober 2021 fand die präsidiale Vergleichsverh andlung statt, an welcher die Par- teien in einer informellen Befragung zu den streitige n Punkten angehört wurden. Die Ver- gleichsgespräche scheiterten. Der Vater verlangte im Rahmen der Vergleichsverhandlungen eine kurze Frist, um vorsorgliche Massnahmen zu beantrage n. Diese wurde ihm mit Verfügung vom 27. Oktober 2021 gewährt. M. Mit Eingabe vom 29. Oktober 2021 beantragte der Vat er, dass für die Dauer des Beru- fungsverfahrens vorsorgliche Massnahmen erlassen werden un d verlangte dabei konkret, eine Ausweitung seines Rechts auf Betreuung von C.____. Die Mutter beantragte ihrerseits mit Eingabe vom 2. N ovember 2021 die weitgehende Abwei- sung der Anträge des Vaters. Der Vater reichte daraufhin mit Schreiben vom 4. Novemb er 2021 eine unaufgeforderte Replik ein, worauf die Mutter mit Eingabe vom 8. November 20 21 ebenfalls eine unaufgeforderte Dup- lik einreichte. N. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 12. November 202 1 wurde das Gesuch des Va- ters vom 29. Oktober 2021 teilweise gutgeheissen und in Ergänzung von Ziff. 2 des Urteils der Zivilgerichtspräsidentin Basel-Landschaft Ost vom 29. Au gust 2019 das Betreuungsrecht des Kindsvaters für die verbleibende Dauer des Berufungsverfahrens ausgeweitet. Gegen diese Verfügung erhob die Kindsmutter am 20. De zember 2021 Beschwerde beim Bun- desgericht und stellte ein Gesuch um aufschiebende Wirkun g. Dieses wurde vom Bundesge- richt mit Verfügung vom 11. Januar 2022 abgewiesen. O. Mit Eingabe vom 7. Januar 2022 reichte die Mutter bei m Kantonsgericht Basel-Land- schaft, Abteilung Zivilrecht, eine Bestätigung ihres neue n Arbeitgebers betreffend ihre Anstel- lung als Oberärztin zu 60% im Zentrum für Ambulante Fo rensische Therapien am Standort P.____ strasse in O.____ sowie ein E-Mail ihres bisherigen Arbeitgebers betreffend «Strukturel- le Anpassungen UPKF» ein. Der Vater beantragte daraufhin mit Eingabe vom 13. Januar 2022 beide Unterlagen als unzu- lässige Noven aus dem Recht zu weisen. Die Mutter reagierte darauf mit Schreiben vom 19. Januar 2022 und dem Hinweis, dass der Sachverhalt in Kinderbelangen von Amtes wegen zu erforschen sei. Erwägungen 1.1 Gegen erstinstanzliche Endentscheide kann laut Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO Berufung erho- ben werden, wobei in nicht-vermögensrechtlichen Fällen kein Streitwerterfordernis besteht. Die- se Streitigkeiten sind immer berufungsfähig (KARL SPÜHLER , BSK ZPO, 3. Aufl. 2017 , Art. 308 N 8). In vermögensrechtlichen Angelegenheiten wird hinge gen vorausgesetzt, dass der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen, im Zeitpunkt des ersti nstanzlichen Entscheids noch streitigen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (vg l. Art. 308 Abs. 2 ZPO; vgl. auch T HOMAS SUTTER -SOMM /B ENEDIKT SEILER , Handkommentar ZPO, 2021, Art. 308 N 13). Bei wiederkehren- den Leistungen von ungewisser oder unbeschränkter Dauer gilt der zwanzigfache Betrag der einjährigen Leistung als Streitwert (vgl. Art. 92 Abs. 2 ZPO). Die Berufung ist innert 30 Tagen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht seit Zustellung des begründeten Entscheids bzw. seit der n achträglichen Zustellung der Ent- scheidbegründung schriftlich und begründet bei der Rech tsmittelinstanz einzureichen (vgl. Art. 311 Abs. 1 ZPO). Eine allfällige Anschlussberufung gemäss Art. 313 ZPO ist ebenfalls in- nert 30 Tagen seit Zustellung der Berufung zu erheben (vgl. T HOMAS SUTTER -SOMM /B ENEDIKT SEILER , Handkommentar ZPO, 2021, Art. 313 N 4). Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO ist die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsge- richts Basel-Landschaft für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Zivilkreisgerichte, die nicht in die Zuständigkeit des Präsidiums fallen (vgl. § 5 EG ZPO), sachlich zuständig. 1.2 Im vorliegenden Fall hat die Mutter von C.____ gegen den Entscheid der Zivilkreisge- richtspräsidentin Basel-Landschaft Ost vom 13. Januar 202 1 Berufung erklärt. Es handelt sich dabei um einen erstinstanzlichen Endentscheid, der im ver einfachten Verfahren ergangen ist (vgl. Art. 295 ZPO). Die Dreierkammer der zivilrechtlich en Abteilung des Kantonsgerichts ist damit zur Beurteilung der vorliegenden Berufung zuständig. Die Berufung der Mutter richtet sich in erster Linie gegen die erstinstanzliche Feststellung, dass C.____ ihren Wohnsitz beim Vater in N.____ habe sowie gegen die Anordnung der alterni erenden Obhut und den Betreuungsan- teil des Vaters. Diesbezüglich ist die Berufung voraussetzun gslos zulässig. Mit Bezug auf den Unterhalt der Tochter beantragte der Vater in seine r Klage vom 4. Dezember 2019, dass die Mutter rückwirkend ab 1. Januar 2019 monatlich mindestens CHF 200.00 zuzüglich Kinderzula- gen an den Barunterhalt der Tochter bezahlt. Eventua liter habe jeder Elternteil für den bei ihm durch die Betreuung von C.____ anfallenden Barunterha lt selbst aufzukommen. Für den Fall der Obhutszuteilung an den Kläger sei die Mutter subeve ntualiter zur Zahlung eines monatli- chen Unterhaltsbeitrags von mindestens CHF 800.00 zuzü glich Kinderzulagen zu verurteilen. Die Mutter beantragte demgegenüber im erstinstanzlichen Verfahren, dass der Vater rückwir- kend vom 1. Februar 2019 bis 31. Juli 2019 Unterhaltsbeiträge von CHF 350.00 pro Monat, total demnach CHF 2'450.00 für diese Zeitspanne, zuzüglich Kin derzulagen, zu bezahlen habe. Ab 1. August 2019 solle er dann monatliche Unterhaltsbeitr äge von mindestens CHF 700.00 zu- züglich Kinderzulagen bezahlen. Angesichts der Differenz d ieser Parteianträge sowie der Tat- sache, dass die am 18. Dezember 2018 geborene gemeinsam e Tochter der Parteien mindes- tens bis zur Mündigkeit Anspruch auf Unterhalt hat, ist die zuvor erwähnte Streitwertgrenze von CHF 10'000.00 zweifelsohne erreicht. Der schriftlich begründete Entscheid der Vorinstanz vom 1 3. Januar 2021 ist der Mutter am 27. Mai 2021 zugestellt worden. Ihre Berufung vom 28 . Juni 2021 ist am gleichen Tag bei der Post zum Versand aufgegeben worden und damit rechtzeiti g innert der gestützt auf Art. 142 Abs. 3 ZPO bis Montag, 28. Juni 2021 verlängerten Re chtsmittelfrist erfolgt. Der Kostenvor- schuss von CHF 4'000.00 ist am 6. Juli 2021 und damit eb enfalls innert Frist von der Mutter bezahlt worden. Die Berufung ist dem Vater am 12. Juli 2021 zugestell t worden. Seine Anschlussberufung vom 11. August 2021 ist damit ebenfalls rechtzeitig erfol gt wie auch die Bezahlung des von ihm zu leistenden Kostenvorschusses von CHF 1'000.00, der am 16. August 2021 eingegangen ist. 1.3 Die Mutter beanstandet die Festlegung des Wohnsitzes von C.____ beim Vater in N.____, die Anordnung der alternierenden Obhut, die Betreuu ngsregelung, die Verteilung der Unter- haltskosten für C.____ sowie die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung. Bezüg- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich all dieser Punkte macht die Mutter unrichtige Recht sanwendung und unrichtige Sachver- haltsfeststellung geltend. Darüber hinaus rügt sie ein e Verletzung ihres Anspruchs auf rechtli- ches Gehör. Sie ruft damit zulässige Berufungsgründe an (vgl. Art. 310 ZPO). Der Vater macht seinerseits mit der Anschlussberufung eine Rechtsverletzun g geltend. Damit sind sämtliche Prozessvoraussetzung (vgl. Art. 59 f. ZPO) erfüllt, zumal auch die Legitimation und das Rechts- schutzinteresse der Parteien gegeben sind. Es kann daher auf die Berufung der Mutter und die Anschlussberufung des Vaters eingetreten werden. 2.1 Bevor auf die Rügen in der Berufung näher eingegang en wird, stellt sich die Frage nach der Zulässigkeit der Noven, die von der Mutter mit Ein gabe vom 7. Januar 2022 eingereicht worden sind. Der Vater beantragt, die Noven nicht zu berücksichtigen resp. aus dem Recht zu weisen, weil diese verspätet vorgelegt worden seien. 2.2 Neue Tatsachen und Beweismittel werden im Berufungsve rfahren gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO nur dann berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebr acht werden (lit. a) und trotz zu- mutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebra cht werden konnten (lit. b). Dieser No- venschranke steht vorliegend nun aber Art. 296 ZPO entge gen, wonach in Kinderbelangen das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen hat. In Verfahren mit uneingeschränk- tem Untersuchungsgrundsatz, insbesondere wenn es um das K indeswohl geht, müssen Noven bis zur Urteilsberatung (vgl. Art. 229 Abs. 3 ZPO) berücksichtigt werden können. Dies wird nicht nur in der Lehre mehrheitlich so vertreten (vgl. C HRISTOPH REUT , Noven nach der Schweizeri- schen Zivilprozessordnung, 2017, Rz 346 f. und P ETER REETZ / SARAH HILBER , in Sutter-Somm/ Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Kommentar, 3. Aufl. 201 6, Art. 317 N 14, mit zahlreichen Hin- weisen auf weitere Lehrmeinungen), auch das Bundesger icht hat in einem neueren Entscheid nun festgehalten, dass die strikte Anwendung von Art. 317 Abs. 1 ZPO bei Geltung der unein- geschränkten Untersuchungsmaxime nicht gerechtfertigt sei (vgl. BGE 144 III 349 E. 4.2.1). 2.3 Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass die von der Mutter im Rahmen des Be- rufungsverfahrens eingereichten Noven sowie allfällige neue Entwicklungen in tatsächlicher Hinsicht bis zur zweitinstanzlichen Verhandlung grundsätzli ch zulässig sind, soweit es dabei effektiv um Kinderbelange geht. Dies trifft hier für die Bestätigung der Psychiatrischen Universi- tätsklinik O.____ an die Mutter vom 4. Januar 2022 bet reffend ihre Anstellung (Beilage 1 zur Eingabe vom 7. Januar 2022) sowie für das Mail von Dr. D.____, Chefarzt der Forensisch Psy- chiatrischen Klinik L.____ vom 14. Dezember 2021 betreffe nd «Strukturelle Anpassungen UPKF» (Beilage 2 zur Eingabe vom 7. Januar 2022) zu. I m erwähnten Mail erklärt der Klinikdi- rektor, dass der Bereich Versicherungsmedizin aufgrund vo n strukturellen Anpassungen per 2022 aufgelöst werde. Aus dem erstgenannten Dokument ergibt sich sodann, dass B.____ per 1. April 2022 zu 60% als Oberärztin im Zentrum für Amb ulante Forensische Therapien am Standort P.____ strasse in O.____ unbefristet angestell t und dabei aufgrund der Einstufung in die LK 21, LS 22 bei 100% ein Gehalt von CHF 149'49 1.00 inkl. 13. Monatslohn erzielen wird. Beide Belege sind sowohl für die Fragen, wo der Lebensmittelpunkt der Eltern ist und mithin bei welchem der beiden C.____ wohnen resp. wie die Betreu ung des Kindes und die Obhut gere- gelt werden soll, als auch für Bemessung des Unterhalts für C.____ relevant. Im Übrigen hat die Mutter bereits mit Eingabe vom 26. November 2021 den bevorstehenden Stellenwechsel ange- kündigt, verbunden mit dem Hinweis, dass der neue Vertr ag nach Erhalt beim Gericht einge- reicht werde. Beide Eingaben sind daher als zulässige Noven zu berücksichtigen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Die Berufung der Mutter richtet sich gegen das Urteil vom 13. Januar 2021, in dem die Vorinstanz – wie bereits in ihrem Urteil vom 29. Aug ust 2019 – feststellte, dass die Tochter der Parteien ihren Wohnsitz in N.____ beim Vater habe. G leichzeitig entschied sie, dass C.____ unter die alternierende Obhut beider Eltern gestell t werde und diese ihr Kind je zur Hälfte be- treuen sollten. Die Vorderrichterin begründete dies im Wesentlichen damit, dass alle Vorausset- zungen für die Anordnung der alternierenden Obhut er füllt seien (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 13 ff.) und es auch keinen Grund gebe, weshalb den El tern die Betreuung der Tochter nicht zu gleichen Teilen übertragen werden sollte. Es liege im Interesse des Kindes, möglichst gleich- mässigen Kontakt zu beiden Elternteilen zu haben. Mit B ezug auf die Festlegung des Wohnsit- zes von C.____ führte die Vorderrichterin aus, dass aufgr und der je hälftigen Betreuung und unter Berücksichtigung der Stabilität und Kontinuität nicht vom bisherigen Wohnsitz der Tochter in N.____ abzuweichen sei. Der Kindsvater verfüge dort über ein langjähriges und gefestigtes Umfeld. So wohne er in N.____ in einer Liegenschaft (Wohneigentum) und betreibe an seinem Wohnort eine Tennisschule. Die Geschwister des Kindsvate rs sowie seine Freunde würden in der unmittelbaren Region leben und zudem beabsichtige seine Mutter aus dem Ausland nach N.____ zu ziehen. Der Kindsvater sei dementsprechend privat und geschäftlich stark an seinem Wohnort verankert. Die Kindsmutter hingegen wohne er st seit August 2019 in O.____ und lebe dort in einer Mietwohnung. Es sei weiter davon auszug ehen, dass sie nur Bekannte bzw. Freunde, aber kein familiäres Umfeld in O.____ habe, da ihre Eltern in K.____ wohnten. In Be- zug auf die Arbeitstätigkeit sei sodann festzuhalten, dass die Kindsmutter zwar grundsätzlich im Home-Office arbeiten könne, aber teilweise auch Arbei tseinsätze in L.____ und O.____ habe. Die Vorderrichterin kam daher zum Schluss, dass der Kind svater mit seinem Wohnsitz sowohl privat (Haus, Familie und Freunde) als auch geschäftlich bedeutend enger verbunden sei als die Kindsmutter mit ihrem Wohnsitz. Unter Berücksichtigung des sozialen Umfelds, der Stabilität und der Kontinuität sei deshalb der Wohnsitz von C.___ _ auch nach dem Kindergarteneintritt weiterhin beim Kindsvater in N.____ zu belassen. Dabei sei ergänzend darauf hinzuweisen, dass sich die Kindsmutter bereits aufgrund ihrer Arbeitstätigkeit teilweise in der Nähe des Woh- nortes des Vaters aufhalte, während letzterer grundsät zlich keine Verbindung zu O.____ habe. Im Weiteren sei es für den Kindsvater aufgrund seiner a n N.____ gebundenen Arbeitstätigkeit ungleich schwerer, seinen Wohnsitz in die Nähe von O.___ _ zu verlegen, um auch nach dem Kindergarteneintritt die Weiterführung der bis dahin gelebten 50/50-Betreuungsregelung zu er- möglichen, dies im Unterschied zur Kindsmutter, die grun dsätzlich im Home-Office arbeiten könne und in einer Mietwohnung wohne (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 21 ff.). Die Mutter verlangt demgegenüber, dass C.____ unter ih re alleinige Obhut gestellt wird, ver- bunden mit der Festlegung des Wohnsitzes der Tochter bei ihr. Sie macht geltend, dass der erstinstanzliche Entscheid, insbesondere die Anordnung d er hälftigen Betreuung dem Kindes- wohl in eklatanter Weise widerspreche und den konkreten Umständen nicht gerecht werde. Die Mutter begründet ihre Haltung im Wesentlichen damit, dass C.____ seit der Trennung der El- tern im Februar 2019 ausschliesslich mit ihr zusammengeleb t habe. Seit Sommer 2019 wohne sie in O.____. Erst ab diesem Zeitpunkt sehe das Kind de n Vater und verbringe einmal wö- chentlich im Umfang von 1.5 Tagen, nämlich von Montagmo rgen bis Dienstagnachmittag, Zeit mit ihm in N.____. C.____ sei demnach seit ihrer Geburt am 18. Dezember 2018 zunächst aus- schliesslich bzw. ab Sommer 2019 zu 80% von ihr betreut wo rden. Das Kind stehe also seit Geburt unter ihrer faktisch alleinigen Obhut, womit si e – so die Mutter weiter – die einzige Hauptbezugsperson für C.____ darstelle. Bis anhin habe e s für das Kind noch keine alternie- rende, geschweige denn eine hälftige Betreuung durch zwei Personen gegeben. Die massive Ausdehnung der Betreuung sei mit dem Kindeswohl nicht zu vereinbaren, weil dadurch die Sta- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht bilität gefährdet werde, die gerade für ein Kleinkin d und dessen Entwicklung besonders wichtig sei. Der Lebensmittelpunkt von C.____ befinde sich sodann in O.____, wo sie den überwiegen- den Teil ihres Lebens verbracht habe. Es gebe keinen sach lichen Grund, diesen plötzlich nach N.____ zu verlegen. 3.2 Vorab ist hier auf die rechtlichen Grundlagen, konkre t auf die revidierten Bestimmungen des Zivilgesetzbuches über die elterliche Sorge hinzuweisen, die am 1. Juli 2014 in Kraft getre- ten sind. Die gemeinsame elterliche Sorge unabhängig vom Zivilstand der Eltern ist die Regel (vgl. Art. 296 Abs. 2 ZGB). Die alleinige elterliche S orge bleibt zum Wohl des Kindes weiterhin möglich. Sie soll aber die eng begrenzte Ausnahme sei n. Von der elterlichen Sorge ist die Ob- hut zu unterscheiden. Unter der Herrschaft des alten Rechts war das «Obhutsrecht» Bestandteil des elterlichen Sorgerechts. «Obhut» im Rechtssinne bedeu tete das Recht, den Aufenthaltsort des Kindes und die Modalitäten seiner Betreuung zu best immen (vgl. BGE 128 III 9 E. 4a). Im neuen Recht umfasst die elterliche Sorge auch das «Recht, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen» (vgl. Art. 301a Abs. 1 ZGB). Die Bedeutung der «Obhut» reduziert sich daher – losgelöst vom Sorgerecht – auf die «faktische Obhut», da s heisst auf die Befugnis zur täglichen Betreuung des Kindes sowie auf die Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit seiner Pflege und laufenden Erziehung (vgl. BGE 142 III 612 E. 4.1). Gemäss Artikel 298b Abs. 3 ter ZGB hat das Gericht bei bestehender gemeinsamer elte rlicher Sorge im Sinne des Kindeswohls die Möglichkeit einer alt ernierenden Obhut zu prüfen, sofern dies von einem Elternteil oder vom Kind verlangt wird. Die alternierende Obhut ist demnach zwar nicht als Regelfall vorgesehen, in dieser Bestimmung kommt aber zum Ausdruck, dass die gleichmässige Betreuung der Kinder auch nach einer Tre nnung der Eltern gefördert werden soll. Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass es grun dsätzlich im Interesse des Kindes und im Sinne seiner Persönlichkeitsentwicklung ist, wenn es von beiden Elternteilen gleichmässig betreut und aufgezogen wird (vgl. I NGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , BSK ZGB I, 6. Aufl. 2018, Art. 298 N 3a). Dies gilt allerdings nur dann, wenn durch die gleichmässige Auf- rechterhaltung der Beziehung zu beiden Eltern das Kinde swohl nicht gefährdet wird. Das Ge- richt darf die alternierende Obhut daher nur dann an ordnen, wenn dies mit dem Kindeswohl vereinbar ist. Die Wünsche und Interessen der Eltern mü ssen bei der Frage nach der Obhuts- regelung in den Hintergrund treten. Als Voraussetzung für die Anordnung der geteilten Obhut wird zunächst verlangt, dass beide Eltern erziehungsfähig sind. Weiter erfordert die alternieren- de Obhut organisatorische Massnahmen und gegenseitige In formation. Insofern setzt die prak- tische Umsetzung der alternierenden Obhut bzw. Betreuu ng voraus, dass die Eltern fähig und bereit sind, in Kinderbelangen laufend miteinander zu kommunizieren und im Hinblick auf die notwendigen organisatorischen Vorkehrungen zu kooperier en. Dabei steht der alternierenden Obhut nicht entgegen, wenn die Eltern zur gemeinsamen Entscheidfindung über die Kinderbe- lange auf die Vermittlung einer Drittperson angewiese n sind. Allein aus dem Umstand, dass sich ein Elternteil der alternierenden Obhut widersetzt , kann sodann nicht ohne Weiteres auf eine fehlende Kooperationsfähigkeit der Eltern geschl ossen werden, die einer geteilten Obhut im Wege steht. Ein derartiger Schluss könnte nur dann in Betracht fallen, wenn die Eltern auf- grund der zwischen ihnen bestehenden Feindseligkeiten auch hinsichtlich anderer Kinderbelan- ge nicht zusammenarbeiten können, sodass ihr Kind im Sze nario einer alternierenden Obhut dem gravierenden Elternkonflikt in einer Weise ausgesetzt wäre, die seinen Interessen offen- sichtlich zuwiderläuft. Die alternierende Obhut kann da her bei gegebenen Voraussetzungen auch gegen den Willen eines Elternteils angeordnet we rden (vgl. BGer 5A_888/2016 vom 20. April 2018 E. 3.2.1 sowie BGer 5A_629/2019 vom 13. November 2020 E. 4.2). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zu berücksichtigen ist im Weiteren die geografische Sit uation, namentlich die Distanz zwischen den Wohnorten der Eltern, sowie die Stabilität, wel che die Weiterführung der bisherigen Rege- lung für das Kind allenfalls mit sich bringt. Grundsätzli ch fällt die alternierende Obhut dann in Betracht, wenn die Eltern das Kind schon vor ihrer Tre nnung abwechselnd betreut haben. Ge- mäss Bundesgericht ist es jedoch keineswegs ausgeschlossen, auc h denjenigen Elternteil, der bis zur Trennung zu 100% erwerbstätig gewesen ist, an de r Betreuung des Kindes teilhaben zu lassen, solange damit dem Kindeswohl Rechnung getragen wird (vgl. BGer 5A_888/2016 vom 20. April 2018 E. 3.3.2). Der Grundsatz, wonach beide Eltern gleichermassen Anspruch darauf haben, sich an der Betreuung des Kindes zu beteiligen, hat demnach zur Folge, dass bei einer Trennung der Eltern die Zeiger auf null gestellt wer den und dem Kriterium der bislang gelebten Rollenteilung hinsichtlich der Obhutsregelung keine allzu grosse Bedeutung mehr beigemessen wird, sofern dies im Einklang mit dem Kindeswohl steht ( vgl. Entscheid des Kantonsgerichts Luzern vom 20. September 2019 = LGVE 2019 II Nr. 12 E. 4.5.4 und 4.5.7, publ. in SJZ 10 vom 1. Juni 2021, S. 506 ff.). Weitere Gesichtspunkte sind die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, das Alter des Kindes, seine Beziehungen zu Geschwistern und se ine Einbettung in ein weiteres soziales Umfeld. Auch dem Wunsch des Kindes ist Beachtung zu schenken, selbst wenn es bezüglich der Frage der Betreuungsregelung noch nicht urteilsfähig ist. Es soll eine Lösung ge- wählt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten U mstände dem Kind die notwendige Stabilität der Beziehungen gewährleistet, die es für se ine optimale Entwicklung und Entfaltung benötigt (vgl. INGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , a.a.O., Art. 298 N 5). Ob sich die alternierende Obhut mit dem Kindeswohl ve reinbaren lässt und damit überhaupt in Frage kommt, hängt von den konkreten Umständen ab. Das Ge richt, das den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen hat (vgl. Art. 296 Abs. 1 ZP O resp. Art. 314 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 446 ZGB), muss gestützt auf die festgestellten Tats achen der Vergangenheit und der Ge- genwart eine sachverhaltsbasierte Prognose darüber stell en, ob die alternierende Obhut als Betreuungslösung aller Voraussicht nach den Interessen de s Kindes entspricht (vgl. BGE 142 III 612 E. 4.2). Dabei wird es auch prüfen müssen, ob allenfalls die Hilfe einer sachverständigen Person erforderlich ist, so zum Beispiel um die Aussagen d es Kindes zu interpretieren, insbe- sondere um erkennen zu können, ob diese seinem wirklichen Wunsch entsprechen. Sind sämt- liche Voraussetzungen erfüllt und die Eltern bereit un d in der Lage, sich ungefähr gleichwertig an der Betreuung ihres Kindes zu beteiligen, dann ist die geteilte Obhut zu bewilligen. Eine ge- naue hälftige Aufteilung der Betreuungsanteile ist n icht erforderlich. Es reicht, wenn die Eltern ihr Kind mehr oder weniger in gleichem Ausmass betreuen (vgl. BGer 5A_139/2020 vom 26. November 2020 E. 3.2.3 und 5A_928/2014 vom 26. F ebruar 2015 E. 4.3 mit weiteren Hin- weisen; vgl. auch INGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , a.a.O., Art. 298 N 6). Bei der Beurteilung der massgebenden Kriterien für di e Obhutsregelung verfügt das Gericht über ein grosses Ermessen. Das Bundesgericht greift nur ei n, wenn die kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen offensichtlich falschen Gebrauch macht, d.h. wenn sie grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen abweicht, wenn sie Gesichtspunk- te berücksichtigt, die keine Rolle spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umstände ausser Acht lässt. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem Ermessensent- scheide, die sich im Ergebnis als offensichtlich unbillig oder als in stossender Weise ungerecht erweisen (vgl. BGer 5A_888/2016 vom 20. April 2018 E. 3.2 f., BGE 142 III 612 E. 4.5 und BGer 5A_629/2019 vom 13. November 2020 E. 4.3). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Vorliegend ist unbestritten, dass die Parteien die gem einsame elterliche Sorge für C.____ innehaben. Strittig ist indessen, bei welchem Elternteil das Kind wohnen und wer es in welchem Umfang betreuen soll resp. ob die Voraussetzungen fü r die Anordnung der geteilten Obhut ge- geben sind. Im Nachfolgenden ist demnach aufgrund der konkreten Umstände des in Frage stehenden Falles zunächst zu prüfen, ob sich die alternie rende Obhut in casu mit dem Kindes- wohl vereinbaren lässt und – bejahendenfalls – wie die Betreuung von C.____ unter ihren Eltern aufzuteilen ist. In einem zweiten Schritt stellt sich sodann die Frage nach dem Wohnsitz des Kindes. In tatsächlicher Hinsicht ist dabei Folgendes von Bedeutung : Vor ihrer Trennung wohnten die Parteien zusammen in der gemeinsam erworbenen Liegensc haft an der M.____strasse in N.____ . Etwa 6 Wochen nach der Geburt von C.____ am 18. Dezember 2018 ging die Kindsmutter mit dem Säugling nach K.____ zu ihren Elte rn und blieb dort mit Unterbrüchen bis August 2019. Als sie wieder in die Schweiz zurückkam, ging die Mutter nach O.____ und bezog dort mit C.____ zunächst eine Übergangswohnung. Die E ltern lebten nach der Geburt ihrer Tochter nur für eine sehr kurze Zeit zusammen. Deshalb ist davon auszugehen, dass es vor der Trennung der Eltern noch keine gefestigte Betreuungsregelung gegeben hat. Mit dem Urteil der Vorderrichterin vom 29. August 2019 wurde C.____ dann vorsorglich unter die alternierende Obhut beider Elternteile gestellt und dem Vater die Betreuung des Kindes zunächst während der ersten vier Wochen ab Zustellung des Urteilsdispositivs jeweils den ganzen Montag über- tragen resp. für die Zeit danach bis Dienstagnachmitta g 16:30 Uhr (inkl. Übernachtung von Montag auf Dienstag) ausgedehnt. C.____ ist demnach ab September 2019 in der Regel wö- chentlich jeweils von Montagmorgen bis Dienstagnachmittag um 16:30 Uhr (inkl. Übernachtung von Montag auf Dienstag) von ihrem Vater betreut word en, während die Mutter an den restli- chen Wochentagen (inkl. der übrigen Übernachtungen) fü r die Betreuung zuständig gewesen ist. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 12. Novembe r 2021 wurde das Gesuch des Vaters betreffend Erlass von vorsorglichen Massnahmen für die D auer des Berufungsverfahrens teil- weise gutgeheissen und die bisherige wöchentliche Betreu ungsregelung insoweit ausgedehnt, als er für die verbleibende Dauer des Berufungsverfahr ens berechtigt und verpflichtet wurde, C.____ an den Wochenenden, jeweils ab Samstagnachmit tag 13:30 Uhr bis Montagmorgen (inkl. Übernachtungen) und zwar im November 2021 am dri tten Wochenende (20. – 22.11.2021), ab Januar 2022 einmal im Monat, jeweils am zweiten Wochenende des jeweiligen Monats, beginnend am 8./9. Januar 2022 und ab April 2022 jedes zweite Wochenende zu be- treuen. Die Parteien wurden zudem im Sinne einer Mi ndestregelung berechtigt und verpflichtet, mit der gemeinsamen Tochter C.____ je vier Wochen Fe rien im Jahr zu verbringen, jeweils von Samstag 13:30 Uhr bis Samstagabend 17:00 Uhr, verbunden mit dem Hinweis, dass die wäh- renddessen ausfallenden Betreuungstage nicht zu kompensie ren seien. Der Kindsvater wurde des Weiteren berechtigt und verpflichtet, erstmals vom 18. Dezember 2021, 13:30 Uhr, bis und mit 25. Dezember 2021, 13:30 Uhr, mit C.____ Ferien zu verbringen resp. sie in die Ferien mit- zunehmen. Gegen diese Verfügung erhob die Kindsmutter am 20. Dezember 2021 Beschwerde beim Bundesgericht. Da ihr Gesuch um aufschiebende Wir kung jedoch mit Verfügung vom 11. Januar 2022 seitens des Bundesgerichts abgewiesen worden ist, kann davon ausgegangen werden, dass die neue Regelung des Betreuungsrechts spä testens ab Mitte Januar 2022 von den Parteien umgesetzt wird. 4.1 Im Rahmen der Überprüfung der angefochtenen alterni erenden Obhut zeigt sich zu- nächst, dass die erste Voraussetzung für deren Anordnung, nämlich die Erziehungsfähigkeit der Eltern – wie bereits die Vorinstanz festgestellt hat (vg l. erstinstanzliches Urteil S. 14) – in casu Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegeben ist und von der Mutter auch gar nicht konkret bestritten wird. Der Vater betreut C.____ seit September 2019 regelmässig und – soweit bekannt – problemlos einmal pro Woche, die Mutter betreut das Kind seit Geburt. Es kann deshalb o hne Weiteres von der Erziehungsfähig- keit beider Eltern ausgegangen werden. 4.2 Mit Bezug auf die Kommunikations- und Kooperationsfäh igkeit macht die Mutter geltend, dass diese seitens des Vaters nicht gegeben sei. Seine Ko mmunikationsweise bestehe darin, Forderungen zu stellen und bei nicht sofortigem Einverständnis des Gegenübers mit Konfronta- tion und Eskalation zu reagieren. Andere Meinungen neh me er nicht entgegen und eine kon- sensuale Lösungsfindung erweise sich als unmöglich. Di e Kommunikations- und Kooperations- schwierigkeiten seien – entgegen der Ansicht der Vorinst anz – nicht bloss am Anfang der Tren- nung aufgetreten, sondern würden fortbestehen. Als Bew eis dafür reicht die Mutter mit der Be- rufung einen WhatsApp-Chatverlauf zwischen den Parteien vom Mai 2021 ins Recht. Im besagten Chatverlauf fragt der Vater am 6. Mai 202 1 bei der Mutter an, ob er ein Wochen- ende mit C.____ verbringen könne. Die Mutter schlägt a m darauffolgenden Tag vor, dass ein Abtausch der üblichen Betreuungstage am Montag und Di enstag mit einem Wochenende mög- lich sei. Der Vater reagiert daraufhin wie folgt: «Langsam wird es sehr mühsam. Ich Frage mich ob Du es wirklich nicht verstehen willst. Es geht mir darum C.____ mehr sehen zu können und NICHT um die Tage abzutauschen …». Wie sich die Parteien bezüglich der Bitte des Vaters nach einem Wochenende zusätzlich zur wöchentlichen Betr euungsregelung schliesslich geei- nigt haben, geht aus dem Chatverlauf nicht hervor. In soweit kann daraus nicht generell ge- schlossen werden, dass der Vater nicht kommunikations- und kooperationsfähig wäre. Ange- sichts der Tatsache, dass die Anfrage des Vaters offensichtl ich zu einem Zeitpunkt erfolgt ist, als das erstinstanzliche Urteil vom 13. Januar 2021 bereit s ergangen war und mithin schon feststand, dass ihm ein viel umfangreicheres Betreuungsrech t eingeräumt werden sollte, er- scheint seine wenn auch etwas ungehaltene und genervte R eaktion durchaus nachvollziehbar, zumal er seine Tochter seit September 2019 offenbar i n der Regel nur einmal pro Woche wäh- rend 1.5 Tagen betreuen durfte. Mit diesem Chatverlauf lässt sich jedenfalls die Darstellung der Mutter, wonach sie von ihrem früheren Partner herabg esetzt und verunglimpft werde und keine verbindlichen Absprachen mit ihm möglich seien, nicht belegen. Vielmehr ergibt sich daraus, dass die Eltern regelmässig per WhatsApp miteinander ko mmunizieren und allfällige die ge- meinsame Tochter betreffende Belange auf diesem Weg b esprechen können. So fragt der Va- ter im erwähnten Chatverlauf immer wieder nach, wie e s C.____, «meiner süssen Tochter» ge- he und lässt ihr Küsse überbringen. Die Mutter schickt dem Vater ihrerseits auf diesem Weg Fotos der Tochter und teilt ihm mit, wo sie am Montag, am Tag des Betreuungswechsels, arbei- ten wird (Beilage 2 zur Berufung). Fakt ist sodann, dass C.____ seit September 2019 regel- mässig einmal wöchentlich von ihrem Vater in N.____ bet reut wird und die damit verbundenen Übergaben des Kindes von einem Elternteil zum anderen offensichtlich reibungslos verlaufen. Damit kann aber – wie bereits die Vorinstanz nach ein gehender Auseinandersetzung mit frühe- ren WhatsApp-Chats der Parteien festgestellt hat (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 15 f.) – davon ausgegangen werden, dass die erforderlichen direkten Ab sprachen für die Umsetzung der ak- tuellen Betreuungsregelung im Grundsatz funktionieren. Dass es am Anfang beim Aufbau der geteilten Betreuung zu Diskussionen zwischen den Parteien gekommen ist, spricht für sich al- lein keineswegs gegen das Vorliegen der grundsätzlichen elterlichen Kommunikations- und Ko- operationsfähigkeit. Die Mutter beantragt schliesslich se lber, dass die Tochter bis zum Kinder- garteneintritt in Fortführung der bisherigen Betreuu ngsregelung wöchentlich von jeweils Mon- tagmorgen bis Dienstagnachmittag um 17:00 Uhr (inkl. Übernachtung von Montag auf Dienstag) Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom Vater betreut wird. Sie geht folglich ebenfalls von einer ausreichenden Kommunikation und Kooperation für die zweimal pro Woche stattfindenden Kindesübergaben und die damit erfor- derlichen organisatorischen Absprachen aus. Es ist für die Berufungsinstanz nicht ersichtlich, weshalb die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit zwar für die aktuelle Betreuungssitua- tion, nicht jedoch für die alternierende Obhut genüge n sollte. Das Kantonsgericht kommt daher mit der Vorinstanz zum Schluss, dass durchaus von einer für die alternierende Obhut hinrei- chenden Fähigkeit bzw. Bereitschaft der Parteien ausgega ngen werden kann, in Kinderbelan- gen laufend miteinander zu kommunizieren und im Hinbl ick auf die notwendigen organisatori- schen Vorkehrungen zu kooperieren. 4.3 Zur geografischen Situation ist zunächst festzuhalten, d ass die Mutter seit August 2019 in O.____ lebt und der Vater nach wie vor in N.____ wohn t. Die aktuellen Wohnorte der Eltern sind somit rund 80 Kilometer voneinander entfernt. Je nach Verkehrslage dauern die Autofahr- ten für die Übergaben des Kindes von einem Elternteil zum anderen 60 – 90 Minuten. Die Par- teien sind sich angesichts der momentan praktizierten B etreuungsregelung, die gemäss dem entsprechenden Berufungsantrag auch nach Ansicht der Mut ter so beibehalten werden soll, durchaus einig, dass zwei Fahrten pro Wochen für die To chter grundsätzlich zumutbar sind. Es gibt sodann auch keinerlei Hinweise dafür, dass diese Autofahrten mit dem Kindeswohl nicht vereinbar wären. Trotz der Distanz zwischen ihren Wohnort en haben die Eltern von C.____ einen guten Weg gefunden, damit beide an der Betreu ung und Erziehung ihrer Tochter mitwir- ken können. Die aktuelle geografische Situation spricht demnach zumindest bis zum Kindergar- teneintritt nicht gegen die Anordnung der alterniere nden Obhut. Mit dem Eintritt in den Kinder- garten erscheint jedoch die bisherige Betreuungsregel ung – wie bereits die Vorinstanz festge- stellt hat (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 17) – nicht mehr angebracht, da C.____ nur an einem Ort in den Kindergarten gehen wird und ein Wechsel v on einem zum anderen Elternteil unter der Woche aufgrund der grossen Distanz zwischen den Wohn orten nicht mehr kindgerecht wä- re. Ab Kindergarteneintritt ist daher von einem Wech sel der Betreuungsperson während der Woche abzusehen und eine anderweitige kindgerechte Lösung zu finden. Die geografische Dis- tanz steht indessen auch nach dem Kindergarteneintritt der alternierenden Obhut – wie sich im Nachfolgenden zeigen wird – keineswegs entgegen. 4.4 Das Kriterium der Stabilität scheint für die Mutter besonders wichtig zu sein. Sie weist dazu auf Erfahrungen hin, die zeigen würden, dass gera de bei Kleinkindern die alternierende Obhut oftmals nicht sachgerecht sei und auch nicht im S inne des Kindeswohls liege. Die alter- nierende Obhut sollte bei einem Kleinkind daher nur d ann vertieft geprüft werden, wenn sich beide Eltern bereits während des Zusammenlebens an de r Betreuung des Kindes beteiligt hät- ten, was vorliegend nicht der Fall sei. Die Mutter vertr itt im Weiteren unter Hinweis auf die herr- schenden Lehrmeinungen in der Entwicklungspsychologie und Bindungstheorie die Auffassung, dass ein Kleinkind eine Primärbezugsperson brauche, die ihm Sicherheit und Stabilität vermit- teln und so eine gesunde Entwicklung gewährleisten könne . Die primäre Bezugsperson müsse für die emotionale Sicherheit des Kindes zeitnah zur Verfügung stehen, was bei der alternieren- den Obhut mit einer hälftigen Betreuung nicht möglich sei. Dies werde mit dem vorinstanzlichen Entscheid nicht berücksichtigt. Im konkreten Fall habe sic h C.____ an die aktuelle Betreuungs- regelung, nämlich 80% bei der Mutter und 20% beim Va ter, gewöhnt. Die erstinstanzlich ange- ordnete massive Erweiterung dieser Betreuung sowie die Anordnung der alternierenden Obhut würden die momentan stabilen Verhältnisse und die Ent wicklung von C.____ gefährden. Falls das Berufungsgericht daher beabsichtige, ihrem Antrag auf Zuteilung der alleinigen Obhut keine Folge zu leisten, verlange sie erneut, dass ein kinderpsy chologisches Gutachten eingeholt wer- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht de, in dem die verschiedenen möglichen Betreuungsvarian ten und deren Auswirkungen auf C.____ im konkreten Fall abzuklären seien. Es trifft – wie die Mutter richtig geltend macht – zwei felsohne zu, dass Stabilität der Verhältnisse und Kontinuität bei Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige Rolle spielen und allenfalls zum Wohle des Kindes die Weiterführung der bisherigen Rege lung zur Folge haben können (vgl. BGE 142 III 612 E. 4.3). Es ist hier aber auch in Eri nnerung zu rufen, dass – wie zuvor unter Ziff. 3.2 dargelegt – grundsätzlich beide Eltern glei chermassen Anspruch darauf haben, sich an der Betreuung ihres Kindes zu beteiligen, sofern di e dem Kindeswohl entspricht, und dass da- her dem Kriterium der bislang gelebten Rollenteilung hinsichtlich der Obhutsregelung keine all- zu grosse Bedeutung mehr beizumessen ist, sondern vielmehr die Zeiger bei einer Trennung der Eltern auf null zu stellen sind, soweit sich in der Folge eine kindgerechte Lösung finden lässt. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass es in de r Kinderpsychologie verschiedene Meinungen zur alternierenden Obhut gibt, die sich me hr oder weniger absolut für oder gegen dieses Betreuungsmodell aussprechen. Allein aus kinderpsych ologischen Studien lassen sich indessen für die Beurteilung eines bestimmten Falls kaum zuverlässige Schlüsse ziehen, weil die verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen naturgemäss nicht alle Parameter integ- rieren, die im Einzelfall eine Rolle spielen. Ob die alternierende Obhut in Frage kommt und ob sie sich mit dem Kindeswohl verträgt, hängt immer von den konkreten Umständen ab (vgl. BGE 142 III 612 E. 4.2). Es ist sodann nochmals zu betonen, dass die gleichmässige Betreuung der Kinder auch nach der Trennung ihrer Eltern von Gesetzes wegen gefördert werden soll. In der neueren Rechtsprechung und Lehre wird immer wieder darauf hingewiesen, dass es sehr wohl gerade im Interesse eines Kleinkindes liegt, eine Bezie hung zu beiden Elternteilen aufzubauen und zu pflegen (vgl. z.B. BGer 5A_888/2016 vom 20. Ap ril 2018 E. 3.3.2., wo ein Kind, das bei der Trennung der Eltern noch kein Jahr alt war, unter die geteilte Obhut gestellt wurde). Kinder in gemeinsamer elterlicher Sorge zeigen zudem bessere p sychische Anpassungswerte als Kin- der in Alleinsorge und können insgesamt von diesem Be treuungsmodell stark profitieren (vgl. HILDEGUND SÜNDERHAUF /M ARTIN WIDRIG , AJP 7/2014 S. 890). Nach diesen Vorbemerkungen ist für den vorliegenden Fall zunächst festzustellen, dass C.____ kein Kleinkind mehr ist, da in der Regel nur das zweite sowie das dritte Lebensjahr zu dieser Phase gerechnet werden (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinkind ). C.____ ist am 18. De- zember 2021 drei Jahre alt geworden, hat die Schwelle zum Vorschulkind bereits überschritten und fällt deshalb nicht mehr unter die besagte Kateg orie. Selbst wenn die Tochter der Parteien indessen noch als Kleinkind gelten sollte, so sind die vo n der Mutter geäusserten Sorgen und Befürchtungen als nicht stichhaltig einzustufen. Sie beg ründet diese nämlich bloss mit dem all- gemeinen Hinweis auf die Entwicklungspsychologie und Bi ndungstheorie und legt in keiner Weise dar, inwiefern die Entwicklung von C.____ bei A nordnung der geteilten Obhut mit unge- fähr gleichwertiger Betreuung konkret gefährdet wäre . Rein theoretische Bedenken haben hier aber keinen Platz. Es besteht vorliegend auch kein Grund, ein kinderpsychologisches Gutach- ten einzuholen. Die blosse Möglichkeit, dass bei Vorli egen sämtlicher Voraussetzungen die alternierende Obhut bewilligt werden könnte, gibt j edenfalls keinen begründeten Anlass dazu. Es ist hier nochmals darauf hinzuweisen, dass C.____ seit September 2019 regelmässig einmal pro Woche während fast zwei Tagen von ihrem Vater betr eut wird und es keinerlei Hinweise gibt, dass dies dem Kindeswohl entgegensteht. Mit der ka ntonsgerichtlichen Verfügung vom 12. November 2021 ist sein Betreuungsrecht in teilweiser Gutheissung seines Gesuchs um Er- lass von vorsorglichen Massnahmen für die Dauer des Beruf ungsverfahrens ausgeweitet wor- den. Der dagegen erhobenen Beschwerde ist mit Verfügu ng des Bundesgerichts vom 11. Ja- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht nuar 2022 keine aufschiebende Wirkung erteilt worden. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass C.____ somit seit Januar 2022 jeweils ein Wochenende im Monat bei ihrem Vater verbringt und dass sie – unter Vorbehalt eines anderwei tigen Entscheids des Bundesgerichts – der kantonsgerichtlichen Verfügung vom 12. November 2021 entsprechend ab April 2022 jedes zweite Wochenende bei ihm verbringen wird. Damit ist a ber das Betreuungsrecht bereits wäh- rend der Dauer des Berufungsverfahrens sukzessive und behu tsam ausgebaut worden. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Entwicklung von C.____ an gesichts dieser vollkommen kindge- rechten Umsetzung der geteilten Betreuung hin zu eine r hälftigen alternierenden Obhut gestört oder gar gefährdet sein sollte. Für die Berufungsinsta nz steht daher fest, dass die Stabilität der Verhältnisse in casu einer Anordnung der alternierend en Obhut mit einer ungefähr hälftigen Betreuung nicht entgegensteht. 4.5 Was die persönliche Betreuung des Kindes anbelangt , so bezweifelt die Mutter, dass der Vater bei einer Ausweitung der Betreuungszeiten durchwe gs selber für C.____ da sein könnte. Als Tennislehrer müsse er in der Regel gerade dann arb eiten, wenn die anderen Personen frei hätten, nämlich am Wochenende und zu Randzeiten, also g enau dann, wenn er auch für C.____ zu Hause sein müsste. Dem widerspricht der Vater und weist unter anderem darauf hin, dass er seine Tennislektionen für C.____ umgestellt hab e und sie nun seit mehr als 1.5 Jahren jeweils am Montag und Dienstag selber betreue. Selbstve rständlich werde er seine Lektionen weiter anpassen, sobald dies für die Betreuung von C.____ erforderlich sein sollte. Vorliegend ist davon auszugehen, dass der Vater C.____ mittlerweile seit mehr als 2 Jahren von Montagmorgen bis Dienstagnachmittag 16:30 Uhr persö nlich betreut. Die Mutter stellt dies jedenfalls weder konkret noch begründet in Abrede. Da er Inhaber der Tennisschule A.____ GmbH ist, die er zusammen mit seiner Schwester betreibt, kann ohne Weiteres davon ausge- gangen werden, dass er seine Arbeitszeiten – allenfalls nach Absprache mit seiner Schwester – seinen resp. den Bedürfnissen seiner Tochter entsprechen d anpassen kann. Entgegen der Darstellung der Mutter besteht daher kein ernsthaftes Risiko, dass der Vater an den Randzeiten gar nie selber für C.____ sorgen könnte. An dieser Stelle ist zudem darauf hinzuweisen, dass ein Kind in der Regel nicht ausschliesslich von einem der Elternteile persönlich betreut werden muss. Die Möglichkeit, das Kind persönlich zu betreuen, sp ielt vor allem dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse des Kindes eine solch persönliche Be treuung erfordern oder wenn ein Elternteil selbst zu Randzeiten (morgens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur Verfügung stünde. Ansonsten ist jedoch von der Gleic hwertigkeit von Eigen- und Fremdbe- treuung auszugehen (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und E. 4.7). Der Vater hat in casu denn auch glaubhaft dargelegt, dass seine Mutter und mithin die Grossmutter von C.____ für deren Be- treuung beigezogen werden könnte, wenn dies wegen gesch äftlichen Verpflichtungen erforder- lich sein sollte. Im Übrigen ist die Mutter selber beru fstätig und wird daher wohl auch vereinzelt Fremdbetreuung in Anspruch nehmen. Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass alle Vorausset zungen für die Anordnung der alternierenden Obhut im vorliegenden Fall erfüllt und diesbezüglich keinerlei Bedenken hinsicht- lich des Kindeswohls angebracht sind. Im Nachfolgenden müsse n nunmehr die konkreten Be- treuungsanteile resp. Betreuungszeiten festgelegt werden , wobei sich angesichts der geografi- schen Distanz der elterlichen Wohnorte vorab die Frage nach dem zivilrechtlichen Wohnsitz von C.____ stellt, der insbesondere für die Einschulung d es Kindes von Bedeutung ist (vgl. INGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , a.a.O., Art. 298 N 9). Erst danach ist analog zum Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht erstinstanzlichen Urteil die konkrete Betreuung von C.__ __ für die Zeit vor resp. nach dem Kin- dergarteneintritt zu regeln. 5.1 Im ersten zwischen den Parteien anhängig gemachten Verf ahren, hatte die Vorderrichte- rin als eine der vorsorglichen Massnahmen den Wohnsitz von C.____ per Urteil vom 29. August 2019 beim Kindsvater und bis zur Trennung der Eltern auch gemeinsamen Wohnort in N.____ festgelegt. Im angefochtenen Urteil vom 13. Januar 2021 legte die Vorderrichterin den Wohnsitz des Kindes aus Gründen der Stabilität und Kontinuität wiederum am Wohnort des Vaters in N.____ fest. Sie ging dabei davon aus, dass der Kindsvater dort über ein langjähriges, gefestig- tes Umfeld verfüge und privat sowie geschäftlich stark an diesem Ort verankert sei. Die Kinds- mutter hingegen wohne erst seit August 2019 in O.____ und lebe dort in einer Mietwohnung. Ausserdem halte sich die Mutter, die zwar meist im Home- Office arbeiten könne, arbeitsbedingt ab und zu in L.____ und damit in der Umgebung ihres früheren Wohnorts auf. Die Vorderrichte- rin kam zum Schluss, dass der Kindsvater sowohl privat (Ha us, Familie und Freunde) als auch geschäftlich (Tennisschule) bedeutend enger mit seinem W ohnsitz verbunden sei als die Kindsmutter mit dem ihrigen und der Wohnsitz von C.___ _ deshalb auch nach dem Kindergar- teneintritt weiterhin beim Kindsvater in N.____ zu belassen sei. Die Mutter geht demgegenüber aufgrund resp. als logi sche Folge ihres Antrags auf Zuteilung der alleinigen Obhut davon aus, dass der Wohnsitz des Kin des von Gesetzes wegen bei ihr festzulegen sei. Dies gelte auch für den Fall, dass die Berufungsinstanz die alternierende Obhut anordne. Der Wohnsitz eines Kindes müsse sich nämlich im Si nne des Kindeswohls an demje- nigen Ort befinden, an dem es die engsten Beziehungen habe und dies könne nur am Wohnort der Mutter sein, zumal C.____ den überwiegenden Teil ihres bisherigen Lebens bei ihr ver- bracht habe. 5.2 Als Wohnsitz des Kindes unter elterlicher Sorge gilt gem äss Art. 25 Abs. 1 ZGB der Wohnsitz der Eltern oder, wenn die Eltern keinen gemei nsamen Wohnsitz haben, der Wohnsitz des Elternteils, unter dessen Obhut das Kind steht; in den übrigen Fällen gilt sein Aufenthaltsort als Wohnsitz. Können sich die Eltern nicht einigen, besti mmt das Gericht bei alternierender Ob- hut den Aufenthaltsort des Kindes und damit seinen zivil rechtlichen Wohnsitz (vgl. I NGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , a.a.O., Art. 298 N 9). Im vorliegenden Fall hat C.____ – wie die Mutter zutr effend geltend macht – ab Trennung der Eltern die meiste Zeit bei ihr verbracht. Weshalb es d azugekommen ist resp. wer wofür verant- wortlich ist, muss hier offenbleiben. Massgeblich ist jetzt nur eine kindgerechte Lösung zu fin- den. Seit August 2019 wohnt das Kind mit der Mutter in O.____ und lebt – abgesehen von den zwei Tagen beim Vater in N.____ – mehrheitlich dort. Es ist daher davon auszugehen, dass C.____ an ihrem Wohnort in O.____ mittlerweile über ein stabiles und vertrautes Umfeld ver- fügt. Die Mutter tritt sodann ab 1. April 2022 eine neue Stelle in O.____ an, womit ab diesem Zeitpunkt auch arbeitsbedingt kein Bezug zu L.____ und bzw. zu ihrem früheren Wohnort mehr besteht. Die Verhältnisse haben sich damit seit dem erste n Entscheid der Vorinstanz vom 29. August 2019 massgeblich verändert. In Anbetracht, dass die Mutter seit Sommer 2019 ununter- brochen zusammen mit der Tochter in O.____ wohnt und sich der Lebensmittelpunkt von C.____ demzufolge zweifelsohne an diesem Ort befindet, ist die im hier angefochtenen Urteil vom 13. Januar 2021 erfolgte Festlegung des Wohnsitzes von C.____ beim Vater in N.____ aus heutiger Sicht nicht mehr vertretbar. Der Wohnsitz d es Kindes ist daher – in diesbezügli- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht cher Gutheissung der Berufung – am Wohnort der Mutter festzulegen und zwar sowohl für die Zeit vor dem Kindergarteneintritt als auch danach. 6.1 Die Vorderrichterin legte die Betreuungszeiten wie f olgt fest: Der Kindsvater betreut C.____ jeweils ab Montagmorgen bis Mittwochmittag (inkl . Übernachtungen). Zudem betreut der Kindsvater C.____ jedes zweite Wochenende von Samsta gnachmittag bis Montagmorgen (inkl. Übernachtungen). An den restlichen Wochentagen bzw . Wochenenden (inkl. der jeweili- gen Übernachtungen) wird C.____ von der Kindsmutter be treut. Die Übergaben des Kindes regelte die Vorinstanz sodann folgendermassen: Die Kind smutter bringt C.____ am Montag- morgen jeweils spätestens um 9:00 Uhr bzw. an den Besuc hswochenenden am Samstag spä- testens um 13:30 Uhr zum Wohnort des Kindsvaters. Der Kin dsvater bringt C.____ jeweils am Mittwochmittag spätestens um 12:00 Uhr zum Wohnort der Kindsmutter. Im Sinne einer Min- destregelung wurden die Eltern des Weiteren berechtigt und verpflichtet, mit C.____ je fünf Wo- chen Ferien im Jahr zu verbringen, wobei die Ferienter mine jeweils mindestens zwei Monate vor den geplanten Ferien abzusprechen und die Ferien w ochenweise, jedoch jeweils auf maxi- mal zwei Wochen am Stück beschränkt zu nehmen seien. Für die Zeit ab Kindergarteneintritt von C.____ ordnete die Vorderrichterin ausgehend vom W ohnsitz des Kindes beim Vater fol- gende Regelung an: Falls die kürzeste Reisezeit vom Woh nort der Kindsmutter zum Wohnsitz des Kindes die Dauer von 30 Minuten (von Haus zu Haus, Auto oder öffentlicher Verkehr) über- steigt, wird die Kindsmutter in diesem Fall und in Abw eichung zur vorherigen Regelung berech- tigt und verpflichtet, die gemeinsame Tochter C.____ jeweils an drei Wochenenden eines Mo- nats von Freitag (Schulschluss) bis Montagmorgen (Schulbe ginn) sowie während acht Schulfe- rienwochen zu betreuen (inkl. Übernachtungen). Die re stliche Betreuung übernimmt der Kinds- vater, wobei wiederum er die Tochter am Freitag (Schulschluss) zur Kindsmutter zu bringen hat und die Kindsmutter C.____ am Montagmorgen (Schulbeginn) zurückbringt. Die Mutter beantragt demgegenüber, ausgehend von ihre r alleinigen Obhut, die mit Urteil vom 29. August 2019 angeordnete Betreuungsregelung bis zum Kindergarteneintritt der Tochter wei- terzuführen, d.h. dass der Vater C.____ wöchentlich jewe ils vom Montagmorgen (vor Arbeits- beginn der Mutter) bis Dienstagnachmittag 17:00 Uhr zu sich auf Besuch nehmen darf, wobei er zu verpflichten sei, das Kind am Montag bei der Mutter in O.____ zu holen und es am Dienstag bis spätestens 18:00 Uhr wieder nach O.____ zurückzubring en. Diesen Antrag begründet die Mutter damit, dass sie nebst der Hälfte der Barkosten a uch die meiste Betreuung von C.____ übernehme und dem Vater daher angesichts seines Arbei tspensums von nur gerade 15.5 Stunden pro Woche die Übernahme aller Fahrdienste zug emutet werden könne. Ab Kindergar- teneintritt sei der Vater zu berechtigen, C.____ jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend zu sich zu Besuch zu nehmen. Mit Bezug auf die Ferien beantragt die Mutter, dass der Vater zu berechtigen sei, C.____ ab ihrem vie rten Altersjahr im Umfang von drei Wo- chen pro Kalenderjahr, jeweils einzeln und wochenweise, zu oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Dieses Ferienbesuchsrecht sei ab dem fünften Altersjahr von C.____ auf fünf Wochen pro Kalenderjahr zu erweitern, wobei der Vater dann berechtigt sei, das Kind auch zwei Wo- chen am Stück zu betreuen. Die Mutter sei derweilen ab sofort zu berechtigen, mit dem Kind für drei Wochen pro Jahr, und ab Kindergarteneintritt vo n C.____ für fünf Wochen pro Jahr, in die Ferien zu verreisen, ohne dass eine Kompensation der re gulären Besuchstage stattzufinden habe. 6.2 Die Tochter der Parteien wird bekanntlich seit Augu st 2019 regelmässig während etwa zwei Tagen von ihrem Vater betreut. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass sich Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht C.____ an diese Betreuungswechsel und an die wöchentlichen Aufenthalte beim Vater gewöhnt hat. Die vorinstanzlich angeordnete Regelung der wöche ntlichen Betreuungszeiten bedeutet nun im Wesentlichen, dass C.____ bis zum Kindergartenei ntritt einen zusätzlichen Abend inkl. einer weiteren Übernachtung sowie einen zusätzlichen Vor mittag beim Vater verbringen würde. Entgegen der Darstellung der Mutter geht es mithin keineswegs um eine erhebliche Ausweitung der wöchentlichen Betreuung durch den Vater. Massgebli ch ist sodann, dass keine konkreten und substantiierten Gründe ersichtlich sind, die gegen eine Verlängerung des wöchentlichen Aufenthalts beim Vater sprechen. Dies gilt auch für die Ausdehnung der Betreuung auf die Wo- chenenden, zumal es nicht nur im Interesse des Kindes ist , wenn es von beiden Elternteilen gleichmässig betreut und aufgezogen wird, sondern in ca su auch keinerlei Bedenken vorliegen, dass die mittlerweile dreijährige Tochter an den Woc henenden zum Vater geht. Mit der kan- tonsgerichtlichen Verfügung vom 12. November 2021 ist das Betreuungsrecht des Vaters be- reits für die Dauer des Berufungsverfahrens leicht ausge weitet worden. Es kann – wie bereits unter Ziff. 4.4 erwähnt – davon ausgegangen werden, dass C.____ seit Januar 2022 jeweils ein Wochenende im Monat bei ihrem Vater verbringt und da ss sie – unter Vorbehalt eines ander- weitigen Entscheids des Bundesgerichts – entsprechend de r besagten Verfügung vom 12. No- vember 2021 ab April 2022 jedes zweite Wochenende bei ihm verbringen wird. In der gleichen kantonsgerichtlichen Verfügung sind die Parteien überdi es im Sinne einer Mindestregelung be- rechtigt und verpflichtet worden, mit der gemeinsame n Tochter je vier Wochen Ferien im Jahr zu verbringen, wobei der Vater berechtigt worden ist, mit C.____ erstmals vom 18. Dezember 2021, 13:30 Uhr, bis und mit 25. Dezember 2021, 13:3 0 Uhr, Ferien zu verbringen resp. sie in die Ferien mitzunehmen. Das Betreuungsrecht ist demnach bereits während der Dauer des Berufungsverfahrens in kindgerechter Art und Weise, näm lich sukzessive und behutsam aus- gebaut worden. Die erstinstanzlich bis zum Kindergarten eintritt festgelegte Betreuungsregelung sowie das gleichmässige Recht jedes Elternteils auf mindest ens fünf Wochen Ferien pro Jahr ist daher dem Grundsatz nach zu bestätigen. Mit Bezug au f die von der Mutter beantragte die Übernahme aller Fahrdienste durch den Vater ist sodann festzuhalten, dass sie selber ebenfalls nicht zu 100% arbeitstätig ist und demnach wie der Vate r durchaus in der Lage sein sollte, die aufgrund ihres Wegzugs vom ehemals gemeinsamen Wohn ort der Parteien erst notwendig ge- wordenen Fahrten zur Hälfte zu übernehmen. Die Überga ben des Kindes sind entsprechend dem bereits praktizierten Wunsch der Eltern und in Abweichung vom erstinstanzlichen Urteil wie folgt zu regeln: Der Vater holt C.____ jeweils am Woh nort der Mutter ab (am Montagmorgen spätestens um 9:00 Uhr, an den Betreuungswochenenden a m Samstag spätestens um 13:30 Uhr und an den Ferientagen spätestens um 10:00 Uhr). Die Mutter holt C.____ jeweils nach den Betreuungstagen resp. nach den Ferien am Wohnort des Vaters ab (am Mittwochmittag spätestens um 13:30 Uhr sowie nach den Ferien spätestens um 18:00 Uhr). Die Ferientermine sind mit dem jeweils anderen Elternteil mindestens zwei Monate vor den geplanten Ferien ab- zusprechen. Die Ferien sind sodann wochenweise zu nehmen u nd jeweils auf maximal zwei Wochen am Stück zu beschränken. Die während der Ferien nicht bezogenen Betreuungstage müssen nicht nachgeholt resp. kompensiert werden. Für die Zeit ab Kindergarteneintritt ist sodann eben falls prinzipiell die Regelung der Vorinstanz zu übernehmen, wobei angesichts der Festlegung des Wohnsi tzes von C.____ bei der Mutter die Betreuungszuständigkeiten entsprechend umzukehren sind . Das Berufungsgericht erachtet die Lösung der Vorderrichterin nämlich sowohl hinsichtli ch der vorausgesetzten Reisezeit zwi- schen den Wohnorten der Eltern von mehr als 30 Minuten als auch hinsichtlich der diesfalls angeordneten Betreuung an drei Wochenenden im Monat und einem Ferienrecht von acht Schulferienwochen als ausgewogen und im Interesse des K indes und schliesst sich dieser Re- Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht gelung mit der erwähnten notwendigen Umkehr der Betr euungen daher mit folgender Präzisie- rung an: Der Vater wird bei einer Reisezeit von mehr als 30 Minuten ab seinem Wohnort bis zum Wohnort des Kindes berechtigt und verpflichtet, C. ____ jeweils am ersten, dritten, vierten und allenfalls fünften Wochenende (sofern sowohl Samst ag als auch Sonntag in den alten Mo- nat fallen) eines Monats von Freitag (Schulschluss) bis Son ntagabend 18:00 Uhr zu betreuen (inkl. Übernachtungen). Mit Bezug auf die Übergaben wird wiederum die von den Eltern bereits praktizierte Regelung übernommen, wonach der Vater C._ ___ jeweils am Wohnort der Mutter holt, nämlich am Freitag (Schulschluss) resp. zum Begin n der Ferien (Samstagmorgen spätes- tens 10:00 Uhr) und die Mutter C.____ im Gegenzug am Sonntagabend resp. nach den Ferien spätestens um 18:00 Uhr am Wohnort des Vaters abholt. Die Ferientermine sind mit dem je- weils anderen Elternteil mindestens zwei Monate vor den geplanten Ferien abzusprechen. Die Ferien sind sodann wochenweise zu nehmen und jeweils auf maximal drei Wochen am Stück zu beschränken. Die während der Ferien nicht bezogenen Betreuungstage müssen nicht nach- geholt resp. kompensiert werden. Über allfällige Ände rungen der Betreuungs- und Ferienrege- lung haben sich die Parteien untereinander direkt zu ve rständigen, wobei auf Wünsche und Bedürfnisse des Kindes gebührend Rücksicht zu nehmen ist. 6.3 Die erstinstanzliche Feiertagsregelung wird nicht konkret und begründet in Frage gestellt. Die Mutter beantragt lediglich, dass die gerichtsüblich e alternierende Feiertagsbetreuung erst ab dem vierten Altersjahr von C.____ festgelegt wird. Wie bereits mehrfach dargelegt, gibt es keinen Grund, dass die am 18. Dezember 2021 drei Jahre alte Tochter C.____ die Feiertage nicht auch abwechselnd mit ihrem Vater verbringen sollte. Damit ist auch die Feiertagsregelung der Vorinstanz in Abweisung der Berufung der Mutter und mit folgenden Präzisierungen resp. Ergänzungen hinsichtlich weiterer Feiertage zu übernehmen: - Der Vater betreut C.____ vom 23. Dezember 18:00 Uhr bis 25. Dezember 18:00 Uhr jeweils in den ungeraden Jahren, die Mutter in den geraden Jahren. - Der Vater betreut C.____ über Silvester ab 13:00 Uh r bis 1. Januar 18:00 Uhr jeweils in den geraden Jahren, die Mutter in den ungeraden Jahren. - Der Vater betreut C.____ über das Osterwochenende ab Gründonnerstag 16:00 Uhr bis Os- termontag 18:00 Uhr jeweils in den ungeraden Jahren, die Mutter in den geraden Jahren. - Der Vater betreut C.____ über Auffahrt ab Mittwoch abend 18:00 Uhr bis Sonntagabend 18:00 Uhr jeweils in den geraden Jahren, die Mutter in den ungeraden Jahren. - Der Vater betreut C.____ schliesslich über Pfingsten ab Freitagabend 18:00 Uhr bis Montag- abend 18:00 jeweils in den ungeraden Jahren, die Mutter in den geraden Jahren. Die auf diese Feiertage fallenden Betreuungstage mü ssen nicht nachgeholt resp. kompensiert werden. Über allfällige Änderungen der Feiertagsregelung verständigen sich die Parteien unter- einander direkt, wobei auf Wünsche und Bedürfnisse des Kindes gebührend Rücksicht zu neh- men ist. 7.1 Die Berufung der Mutter richtet sich im Weiteren gege n die erstinstanzliche Unterhalts- berechnung. Die Vorinstanz verpflichtete den Vater für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis und mit 30. September 2019 für C.____ einen monatlichen Barunterhaltsbeitrag von CHF 348.00 an die Mutter zu bezahlen. Allfällige vom Vater während die ser Zeit bezogene Kinderzulagen seien zusätzlich geschuldet. Ab 1. Oktober 2019 habe dann jeder Elternteil diejenigen Barkosten der Tochter zu tragen, die während seiner Betreuungszeit anfallen (Nahrung, Kleidung, Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Kulturelles sowie Auslagen für Be- leuchtung, Kochstrom und/oder Gas sowie Wohn- und Nebenkosten). Weitere Kosten der Toch- ter C.____ (Krankenkassenprämien, Gesundheitskosten, ÖV -Abo, Hobbies, etc.) seien von der Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mutter zu tragen. Allfällige vom Vater ab dem 1. Okto ber 2019 bis zum Eintritt der Rechtskraft des erstinstanzlichen Urteils bezogene Kinderzulagen seie n an die Mutter weiterzuleiten. Ab Eintritt der Rechtskraft des erstinstanzlichen Urteils habe derjenige Elternteil, der die Kinder- bzw. Ausbildungszulagen beziehe, die Hälfte davon an den anderen Elternteil weiterzuleiten. Die Mutter beantragt demgegenüber, dass der Vater fo lgende monatliche und jeweils auf den ersten eines jeden Monats zahlbare Beiträge an den Un terhalt, die Pflege und Erziehung von C.____ bezahlt: für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis 31. Juli 2019 CHF 350.00 zuzüglich Kin- derzulagen und ab 1. August 2019 CHF 700.00 zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Familienzulagen. Im Nachfolgenden ist zu prüfen, ob di e erstinstanzlich festgelegte Unterhalts- regelung im Sinne dieser Anträge abzuändern ist. 7.2 Die Vorderrichterin stellte zunächst mit Bezug auf d ie erste Unterhaltsphase fest, dass C.____ in dieser Anfangszeit, nämlich ab der Trennung der Eltern im Februar 2019 bis zum Umzug der Mutter nach O.____ im September 2019, haup tsächlich von der Mutter betreut wor- den sei. Der Barunterhalt des Kindes müsse daher vollumfä nglich vom Vater getragen werden. Dieser belaufe sich auf CHF 348.00 (Grundbetrag von CHF 400.00 und Krankenkassenprämien von CHF 148.00 abzüglich Kinderzulagen von CHF 200.00) . Ein Beitrag an die Wohnkosten könne ausser Acht gelassen werden, zumal sich die Mutter in der besagten Zeit überwiegend bei ihren Eltern in K.____ aufgehalten habe. Bei ei nem monatlichen Gesamteinkommen von CHF 6'652.00 (Nettolohn von CHF 5'601.00, 13. Monatsl ohn von CHF 466.00 und Anteil am Gewinn der Tennisschule von CHF 585.00) und einem mon atlichen Grundbedarf von CHF 3'893.00 (Grundbetrag von CHF 1'200.00, Hypothek arzins von CHF 1'184.00, Nebenkos- ten der Liegenschaft von CHF 330.00, Krankenkassenprämien à CHF 386.00, Telekommunika- tion und Versicherungen von CHF 100.00, U-Abo à CHF 8 0.00, Gesundheitskosten von CHF 313.00 und laufende Steuern von CHF 300.00) verb leibe dem Vater ein Überschuss von CHF 2'759.00 pro Monat, so dass er für den Barunterha lt seiner Tochter ohne Weiteres auf- kommen könne. Ein Betreuungsunterhalt sei nicht geschuldet, da die Mutter trotz Einkommens- reduktion in dieser ersten Phase unbestrittenermassen i n der Lage gewesen sei, ihren eigenen Bedarf mit ihrem damaligen Einkommen zu decken (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 29 ff.). Die Mutter legt in ihrer Berufung nicht dar, weshal b sie für die erste, ihrer Ansicht nach nur bis Ende Juli 2021 laufende Phase einen Unterhaltsbeitr ag von CHF 350.00 verlangt. Wie bereits unter Ziff. 2.2 zuvor erwähnt, hat das Berufungsgerich t im vorliegenden Fall den Sachverhalt zwar zur Wahrung des Kindeswohls gemäss Art. 296 ZPO von Amtes wegen zu erforschen, weil der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz auch i m Rechtsmittelverfahren gilt. Dies entbindet die Parteien, die den Sachverhalt in der R egel am besten kennen, jedoch weder von ihrer Mitwirkungspflicht bei der Feststellung des Sach verhalts noch von der Behauptungs- und Substantiierungslast. Vielmehr liegt es immer noch an i hnen, dem Gericht das Tatsachenmate- rial zu unterbreiten und die Beweismittel zu bezeichne n bzw. im Rahmen des Zumutbaren bei- zubringen. Bei anwaltlich vertretenen Parteien wirkt sich diese Mitwirkungspflicht umso stärker aus (vgl. CHRISTIAN STALDER /B EATRICE VAN DE GRAAF , KUKO ZPO, 3. Aufl. 2021, Art. 296 N 2). Die anwaltlich vertretene Mutter hat ihren Antrag um Erhöhung des erstinstanzlich für die erste Phase festgelegten Unterhaltsbeitrags nicht begründet. Sie macht demnach nicht geltend, dass der Barbedarf des Kindes von der Vorinstanz nicht korre kt ermittelt worden wäre. Die Berech- nung der Vorderrichterin ist unter dem Aspekt des Kindesw ohls denn auch ohne Weiteres nachvollziehbar und schlüssig. Es geht hier zudem lediglich um eine geringfügige Anpassung von CHF 2.00 pro Monat für eine nur leicht kürzere Zeitspanne. Der vom Vater ab Februar 2019 Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht bis und mit 30. September 2019 für C.____ zu bezahle nde Barunterhaltsbeitrag von CHF 348.00 ist angesichts dieser Umstände nicht zu beanstanden. 7.3 Mit Bezug auf die zweite Unterhaltsphase stellte die V orderrichterin zunächst fest, dass C.____ seit Oktober 2019 von beiden Eltern alternier end betreut und demnach von beiden ein Beitrag an die Pflege und Erziehung der Tochter gele istet werde. Es sei folglich zu prüfen, wel- cher Elternteil sich in welchem Umfang am monatlichen B arbedarf von C.____ zu beteiligen habe. Der Grundbedarf des Kindes betrage ab Oktober 20 19 total CHF 1'958.00 (Grundbetrag à CHF 400.00, Wohnkostenanteil beim Vater von CHF 504. 00 und bei der Mutter von CHF 906.00 und Krankenkassenprämien à CHF 148.00). W eitere Grundbedarfspositionen sei- en nicht belegt. Als Einkommen könne C.____ die ihr z ustehenden Kinderzulagen in Höhe von CHF 200.00 angerechnet werden, womit eine Unterdeckun g von CHF 1'758.00 pro Monat ver- bleibe. Auf der Seite der Eltern ermittelte die Vor derrichterin einen monatlichen Grundbedarf des Vaters von total CHF 3'841.00 (Grundbetrag von CH F 1'350.00, Hypothekarzins von CHF 789.00, Nebenkosten der Liegenschaft von CHF 220.0 0, Krankenkassenprämien à CHF 400.00, Telekommunikation und Versicherungen von C HF 100.00, Kosten von CHF 369.00, die im Hinblick auf die Kindsübergaben not wendigen Fahrdienste anfallen, Ge- sundheitskosten von CHF 313.00 und laufende Steuern von CHF 300.00). Für die Mutter er- rechnete die Vorinstanz einen monatlichen Grundbedarf vo n CHF 4'506.00 (Grundbetrag von CHF 1'350.00, Mietzins inkl. Nebenkosten und Parkplatz von CHF 1’814.00, Krankenkassen- prämien à CHF 373.00, Telekommunikation und Versicher ungen von CHF 100.00, Kosten von CHF 369.00, die im Hinblick auf die Kindsübergaben not wendigen Fahrdienste anfallen, sowie laufende Steuern von CHF 500.00). Die Vorderrichterin stellte sodann mit Bezug auf die Ein- nahmen des Vaters fest, dass dieser sein Arbeitspensum ab Oktober 2019 auf 80% reduziert habe, was unter Berücksichtigung seiner Betreuungspflich ten von 20% ab diesem Zeitpunkt nicht zu beanstanden sei. Aufgrund der vom Vater anlässl ich der Hauptverhandlung erfolgten Bestätigung, wonach er das mit einem 80%-Arbeitspensum erzielte Einkommen auch bei einer Betreuung von C.____ im Umfang von 50% beibehalten könne, habe die Zusprechung von je hälftigen Betreuungsanteilen folglich keinen Einfluss auf sein Einkommen. Es sei ihm demnach ab Oktober 2019 ein Nettolohn von CHF 4'348.00 pro Monat (CHF 4'548.00 abzüglich Kinderzu- lagen von CHF 200.00) sowie der anteilsmässige 13. Monat slohn von netto CHF 362.00 anzu- rechnen. Zusätzlich sei auch in der zweiten Phase ab Oktobe r 2019 der vom Vater als selbst- ständig Erwerbstätiger mit der Tennisschule erzielte Ge winn von monatlich CHF 585.00 anzu- rechnen. Sein Nettoeinkommen belaufe sich damit auf ins gesamt CHF 5'295.00 pro Monat. Die Vorinstanz stellte weiter fest, dass die Mutter mit ihr em 60%-Arbeitspensum ein monatliches Nettoeinkommen von rund CHF 6'600.00 (inkl. 13. Mona tslohn) erzielen könne. Hinzu komme das von ihr mit der gutachterlichen Tätigkeit separat ge nerierte Einkommen von rund CHF 1'300.00 pro Monat resp. total CHF 7'900.00. Be im Vater ergebe sich somit ein monatli- cher Überschuss von CHF 1'454.00 (CHF 5'295.00 abzüglich CHF 3'841.00), während bei der Mutter ein solcher im Betrag von CHF 3'394.00 (CHF 7' 900.00 abzüglich CHF 4'506.00) resul- tiere. Beim Vergleich der so ermittelten Leistungsfähigkeiten der Eltern zeigte sich sodann, dass die Mutter 70% (CHF 3'394.00) bzw. der Vater 30% (CH F 1'454.00) des Gesamtüberschusses von CHF 4’848.00 (CHF 3'394.00 + CHF 1'454.00) erwir tschafteten. In Bezug auf den konkret berechneten Grundbedarf des Kindes in Höhe von monatl ich CHF 1'958.00 bedeute dies, dass sich die Mutter grundsätzlich im Umfang von CHF 1'370.60 (70%) und der Vater im Umfang von CHF 587.40 (30%) daran zu beteiligen hätten. Der auf die Mutter entfallende Kostenbeitrag von CHF 1'370.60 pro Monat habe zur Folge, dass sie sich neb st der Deckung der bei ihr anfallen- den Barkosten von C.____ (hälftiger Grundbetrag von CHF 200.00 und Wohnkostenanteil von Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 906.00) und der Tragung der Krankenkassenprämien von CHF 148.00 auch an den beim Vater direkt anfallenden Barkosten beteiligen müsste. D ie Vorderrichterin erachtete indessen eine solche Beteiligung der Mutter an den beim Vater anfallenden Barkosten nicht als sachge- recht. Sie wies dabei darauf hin, dass der für C.____ berechnete Grundbedarf in Höhe von CHF 1'958.00 lediglich die Bedarfspositionen des Existe nzminimums umfasse und folglich da- von auszugehen sei, dass in der Zukunft zusätzliche Kosten a nfallen werden (z.B. Gesund- heitskosten, ÖV-Abo, Hobbies etc.). Da sich die Eltern a uch an diesen zusätzlichen Kosten im Verhältnis ihrer Leistungsfähigkeit beteiligen müssten , hätte dies stetige Abrechnungen zwi- schen ihnen zur Folge. Eine so komplizierte Kostenregelun g sei unter Berücksichtigung des Streitpotenzials nicht im Sinne des Kindes. Es erscheine b ei der Verteilung der Barkosten des von den Eltern alternierend betreuten Kindes daher a ngezeigt, dass jeder diejenigen Barkosten von C.____ trage, die bei ihm direkt anfallen (Anteil am Grundbetrag, jeweilige Wohn- und Ne- benkosten). Dadurch habe jeder Elternteil auch jene Wo hnkosten des Kindes zu finanzieren, die er selbst zu verantworten habe. Mit dieser Kostenv erteilung werde also vermieden, dass sich ein Elternteil über den Wohnkostenanteil des Kinde s an den Wohnkosten des anderen be- teiligen müsse. Der Vater leiste durch die Deckung der b ei ihm direkt anfallenden Barkosten einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 704.00 ( hälftiger Grundbetrag von CHF 200.00 und Wohnkostenanteil von CHF 504.00). Unter Berücksichtig ung, dass er sich aufgrund seiner Leistungsfähigkeit im Umfang von 30% am Barbedarf von C.____ zu beteiligen habe, belaufe sich der von der leistungsstärkeren Mutter zu übernehmende Betrag auf CHF 1'642.00, nämlich CHF 704.00 / 30% x 70%. Es rechtfertige sich daher, di e weiteren Kinderkosten, wie Kranken- kassenprämien, Gesundheitskosten, U-Abo etc., der finanzi ell stärkeren Mutter aufzuerlegen. Mit dem Betrag von CHF 1'642.00 könne sie nebst der De ckung der von ihr direkt zu tragenden Barkosten von C.____ (hälftiger Grundbetrag von CHF 20 0.00 und Wohnkosten von CHF 906.00) und den Krankenkassenprämien von CHF 148.0 0 auch allfällige weitere Kinder- kosten bezahlen. Der für C.____ berechnete Grundbedarf von CHF 1'958.00 werde durch die Unterhaltsbeiträge der Eltern von insgesamt CHF 2'346.00 (CHF 704.00 + CHF 1'642.00) dem- nach nicht nur gedeckt, es verbleibe vielmehr ein angeme ssener Überschussanteil von rund CHF 388.00. Die Vorderrichterin stellte schliesslich fest, dass auch für die Zeit ab Oktober 2019 kein Betreuungsunterhalt geschuldet sei, weil beide Elt ern trotz ihrer Betreuungspflichten den eigenen Bedarf mit ihren Einkommen selber decken könnte n (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 31 ff.). Die Mutter geht in ihrer Berufung davon aus, dass C.__ __ unter ihre alleinige Obhut gestellt wird und der Vater daher für den Barunterhalt von C .____ voll aufzukommen hat. Aus diesem Grund seien die erstinstanzlich errechneten Unterhaltsb eiträge neu festzusetzen. Konkret ver- langt sie, dass von einem Einkommen des Vaters von mindeste ns CHF 6'940.00 und einem Grundbedarf von CHF 3'605.00 auszugehen sei. Mit Bezug auf ihren eigenen Bedarf macht die Mutter geltend, dass die Berufsauslagen von CHF 369.00 zu berücksichtigen seien und ihr Grundbedarf daher total CHF 4'475.00 betrage. Beim Grundbedarf von C.____ sei hingegen aufgrund der anzuordnenden alleinigen Obhut der Wohn kostenanteil des Vaters abzuziehen, sodass sich der Grundbedarf für die Tochter auf CHF 1'450 .00 belaufe. Der von ihr beantragte Unterhaltsbeitrag von CHF 700.00 pro Monat erweise si ch angesichts dieser Berechnung als sehr zurückhaltend bemessen. Mit Bezug auf die ausserorde ntlichen Kinderkosten beantragt die Mutter schliesslich, dass diese von den Parteien je zur Hälfte zu tragen seien. Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass sich die Ausführungen der Mutter zur Un- terhaltsberechnung ausschliesslich auf die Annahme, dass ihr die alleinige Obhut übertragen Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird, beschränken. Ausserdem bezieht sie sich resp. verweist bei ihren Berechnungen durch- wegs auf ihre Eingaben im erstinstanzlichen Verfahren, ohne sich mit den Erwägungen der Vo- rinstanz konkret auseinanderzusetzen, die bei ihren unter haltsspezifischen Überlegungen zur Verteilung resp. Tragung der für C.____ anfallenden Kosten von der alternierenden Obhut und dementsprechend von anderen Umständen ausgegangen ist. Im Einzelnen erklärt die Mutter sodann selber, dass die erstinstanzliche Berechnung des mona tlichen Einkommens des Vaters nicht zu hoch ausgefallen sei, sondern die Vorinstanz z u Recht von CHF 6'067.00 bei einem Vollzeitpensum inkl. 13. Monatslohn resp. zuzüglich des G ewinns aus der Tennisschule von CHF 585.00, total CHF 6'652.00, ausgegangen sei. Da sich der Vater jedoch über das Geschäft einen teuren und unnötigen Luxuswagen leiste, sei ihm – wie in der Klageantwort und der Dup- lik verlangt – ein Einkommen von CHF 6'940.00 anzurechn en. Die Mutter verkennt dabei offen- sichtlich, dass die Fahrzeugleasingkosten nicht neu sind, sond ern – wie sich aus der Erfolgs- rechnung für die Periode Oktober 2018 bis September 20 19 ergibt – bereits vor der Trennung der Parteien bestanden haben und von ihr damals also t oleriert worden sind. Ausserdem wird jeweils etwa die Hälfte der Fahrzeugkosten als Privata nteil ausgeschieden, was denn auch gleich ihrer Rüge hinsichtlich der Bedarfsberechnung f ür den Vater entgegenzuhalten ist. Die Mutter meint nämlich, dass ihm keine Autokosten zugestande n werden dürften, weil er sein Fahrzeug über das Geschäft abrechne. Dies trifft aber wie erwähnt nur teilweise zu. Die Vorder- richterin hat im Übrigen lediglich die Kosten, die im Hinblick auf die zwecks Kindsübergabe not- wendigen Fahrdienste anfallen, in der Grundbedarfsaufstellung beider Eltern berücksichtigt. Die weiteren Rügen der Mutter hinsichtlich der väterlichen B edarfsberechnung erweisen sich eben- falls als unzutreffend. So hat die Vorinstanz im Grundbe darf des Vaters für die Zeit ab Oktober 2019 bei den Nebenkosten für die Liegenschaft nur gera de CHF 220.00 pro Monat berücksich- tigt und nicht etwa – wie behauptet – CHF 330.00. Wa s schliesslich die Kosten für Telekommu- nikation und Versicherung betrifft, so ist in der Bedar fsrechnung praxisgemäss ein fixer Pau- schalbetrag einzusetzen und im vorliegenden Fall denn a uch beiden Parteien gleichermassen in der Höhe von CHF 100.00 gewährt worden. Die Bean standungen der Mutter bleiben daher unbeachtlich. Im Gegenteil ist hier darauf hinzuweisen, dass ihr im erstinstanzlichen Verfahren ein zu tiefes Einkommen angerechnet worden ist. So hat die Vorinstanz für die Gutachtertätig- keit der Mutter nur einen Betrag von CHF 1’300.00 pr o Monat berücksichtigt resp. zum monatli- chen Nettoeinkommen von CHF 6'600.00 hinzugerechnet. Aus den Abrechnungen der Universi- tären Psychiatrischen Kliniken L.____ für die Jahre 2020 und 2021 ergibt sich indessen, dass die Mutter im Jahr 2020 jeweils CHF 7'500.00 pro Quar tal, total CHF 30'000.00, und im Jahr 2021 jeweils CHF 4'500.00 pro Quartal, total CHF 18’ 000.00, für ihre privatärztliche Tätigkeit erhalten hat. Im Durchschnitt sind ihr demnach nicht blo ss CHF 1'300.00 pro Monat, sondern CHF 2'000.00 (CHF 48'000.00 / 24 Monate) ausgezahlt w orden. Ihr Gesamteinkommen beläuft sich in diesen Jahren somit auf CHF 8'600.00 statt auf CHF 7'900.00 pro Monat. Ab 1. April 2022 wird die Mutter im Umfang von 60% als Oberärztin im Zentrum für Ambulante Forensische Therapien in O.____ mit einem Gehalt von CHF 89'604. 60 brutto inkl. 13. Monatslohn (CHF 149'491.00 / 100% x 60%) arbeiten. Damit wird sie auch in Zukunft immer noch mehr verdienen als der Vater. Es ist somit festzustellen, dass sich die Ber echnungen der Vorinstanz insgesamt als korrekt erweisen und die daraus abgeleitete und ab O ktober 2019 geltende Verteilung der Unterhaltskosten für C.____ angesichts der finanziellen Verhältnissen der Parteien ausgewo- gen erscheint, zumal jeder Elternteil die während sein er Betreuungszeit anfallenden und – wie die Vorinstanz mit Bezug auf die jeweiligen Wohnkosten r ichtig festgestellt hat – selbst gene- rierten Kosten auch selber tragen muss und nur gerade die verbleibenden zusätzlichen Kosten für das Kind der Mutter auferlegt werden. Zu den bei m jeweiligen Elternteil anfallenden Kosten gehören nach Ansicht des Berufungsgerichts – dies in rudi mentärer Abweichung zum Urteil der Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorinstanz – auch die für allfällige Hobbies von C.__ __ entstehenden Ausgaben. Die erstin- stanzliche Unterhaltsregelung ist daher mit Bezug auf di e zweite Phase dem Grundsatz nach mit der eben erwähnten Präzisierung ebenfalls zu bestä tigen und die Berufung der Mutter in diesem Punkt abzuweisen. 7.4 Zu guter Letzt ist mit Bezug auf die AHV-Erziehungsgut schriften der Vollständigkeit fest- zuhalten, dass diese angesichts der Bestätigung der alter nierenden Obhut – wie erstinstanzlich bereits angeordnet – den Eltern mit Wirkung ab 1. Okt ober 2019 je zur Hälfte anzurechnen sind und die Mutter auch in diesem Punkt mit ihrer Berufung nicht durchdringt. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Berufung der Mut ter hinsichtlich der Festlegung des Wohnsitzes von C.____ und mithin teilweise gutzuheisse n, in allen anderen Punkten hin- gegen abzuweisen resp. das erstinstanzliche Urteil diesbe züglich zu bestätigen ist. Damit stellt sich nur noch die Frage nach dem Kostenentscheid der Vori nstanz, der vom Vater explizit be- anstandet wird. 8.1 Im angefochtenen Urteil wurden die Gerichtskosten von CHF 3'000.00 (Hauptverfahren 120 196 2296 1) und CHF 800.00 (Vorverfahren 170 19 1275 1) den Parteien je zur Hälfte auf- erlegt und mit Bezug auf die ausserordentlichen Kosten entschieden, dass jede Partei für ihre eigenen Parteikosten aufzukommen habe. Die Vorderrichter in hielt zur Begründung unter Hin- weis auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO fest, dass im vorlie genden familienrechtlichen Verfahren eine Abweichung von den Verteilungsgrundsätzen angezeigt se i. Es gehe hier um Kinderbelange, beide Kindseltern seien zudem leistungsfähig und hät ten ihren Beitrag an den Unterhalt von C.____ zu leisten. Es könne deshalb nicht von einer un terliegenden und einer obsiegenden Partei gesprochen werden. 8.2 Der Vater verlangt in seiner Anschlussberufung, dass di e Gerichtskosten des Hauptver- fahrens von CHF 3'000.00 zu 80% resp. CHF 2'400.00 sowie die Gerichtskosten des Vorverfah- rens von CHF 800.00 vollständig der Mutter auferlegt werden und sie zudem verurteilt wird, ihm für das vorinstanzliche Verfahren 80% der angefallenen Anwaltskosten und mithin eine Partei- entschädigung von CHF 36'006.15 zu bezahlen. Zur Begr ündung führt der Vater zunächst aus, dass auch in familienrechtlichen Verfahren grundsätzlich die Verteilungsregeln gemäss Art. 106 ZPO anwendbar seien, sofern sich das Verursacherprinzip als sachgerecht erweise und keine besonderen Gründe gegeben seien. Die blosse Tatsache, d ass es hier um ein familienrechtli- ches Verfahren gehe, vermöge jedenfalls ein Abrücken von der Kostenverteilung nach Art. 106 Abs. 1 ZPO nicht zu rechtfertigen. Im vorliegenden Fall habe er nun im Vorverfahren vollständig obsiegt, weil die Vorinstanz mit Urteil vom 29. August 2019 die alternierende Obhut angeordnet habe, während die Mutter mit ihrem Antrag auf Zutei lung der alleinigen Obhut nicht durchge- drungen sei. Im Prosekutionsverfahren habe er die Festst ellung des Wohnsitzes von C.____ in N.____ , die Anordnung der alternierenden Obhut, di e Verlegung des Barunterhalts für C.____ in überschussproportionaler Weise und die hälftige Zute ilung der Erziehungsgutschriften bean- tragt und sei mit diesen Begehren beinahe vollumfängl ich durchgedrungen. Die Mutter habe überdies das erstinstanzliche Verfahren mit ihren weitschweifigen, nicht zielführenden Eingaben richtiggehend aufgeblasen und schliesslich sei das ganze V erfahren nur deshalb notwendig geworden, weil sich die Mutter gegen eine Betreuung von C.____ durch beide Elternteile ge- wehrt habe. Der Kostenentscheid sei daher im Sinne der Anträge abzuändern. 8.3 Gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO kann das Gericht beka nntlich in familienrechtlichen Verfahren von den Verteilungsgrundsätzen nach Art. 106 ZPO abweichen und die Prozesskos- Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten nach Ermessen verteilen. Diese Billigkeitsnorm ermöglicht dem Gericht die in einem konkre- ten Fall als ungerecht erscheinende Kostenverteilung zu relativieren. Das Ermessen des Ge- richts bezieht sich dabei nicht nur auf die Frage, wie es die Kosten verteilen will, sondern auch, ob es überhaupt von den allgemeinen Verteilungsgrundsä tzen abweichen will (vgl. BGE 145 III 153 E. 3.3.2). Bei familienrechtlichen Streitigkeiten werden die in Kinderbelangen anfallenden Gerichtskosten den Parteien regelmässig unabhängig vom Ausgang des Verfahrens je zur Hälf- te auferlegt und die Parteientschädigung wettgeschlag en, sofern die Parteien mit Blick auf das Kindesinteresse gute Gründe zur Antragstellung hatten, sei es zur Klageeinleitung, sei es zum Widerstand gegen die Klage resp. die Anträge der Gegenpartei (vgl. HANS SCHMID /I NGRID JENT - SØRENSEN , KUKO ZPO, 3. Aufl., 2021, Art. 107 N 4). In Anbet racht, dass die Mutter in den ers- ten Monaten nach der Trennung der Parteien C.____ al leine und später nach ihrer Wohnsitz- nahme in O.____ im Umfang von 80% betreut hat, ersche inen ihre Anträge auf Zuteilung der alleinigen Obhut verbunden mit einem Besuchsrecht für d en Vater im Umfang von etwa 20% nachvollziehbar, sodass ihr durchaus «gute Gründe» angerech net werden können. Mit Bezug auf ihr Begehren, den Wohnsitz des Kindes an ihrem Wo hnort festzulegen, ist sie zudem durchgedrungen. Schliesslich ist das Berufungsgericht bei erstinstanzlichen Ermessensent- scheiden ohnehin sehr zurückhaltend und greift nur bei Vorliegen triftiger Gründe in das Ermes- sen der Vorinstanz ein. Im aktuellen Fall besteht überh aupt kein Anlass dazu. Der erstinstanzli- che Kostenentscheid ist daher in Abweisung der Anschlussb erufung vollumfänglich zu bestäti- gen. 9. Zum Abschluss sind die Kosten des Berufungsverfahrens zu regeln. Dazu ist wiederum auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO resp. auf die zuvor er folgten Überlegungen hinzuweisen. Im vor- liegenden Fall erscheint die hälftige Aufteilung der Gerichtskosten und die Wettschlagung der ausserordentlichen Kosten aber auch angesichts des Verfah rensausgangs ohne Weiteres als vertretbar. Die Mutter ist nämlich mit einem ihrer Ha uptanliegen, die Festlegung des Wohnsit- zes von C.____ an ihrem Wohnort, durchgedrungen. Der V ater ist mit seiner Anschlussberu- fung unterlegen. Die Entscheidgebühr, die gemäss § 9 Ab s. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. h und § 3 Abs. 2 GebT für das vorliegende Berufungsverfahren auf CHF 8'000.00 festgesetzt wird, ist den Parteien demnach je zur Hälfte aufzuerlegen. Für die im Berufungsverfahren entstandenen Par- teikosten hat sodann jede Partei selber aufzukommen. Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil der Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 13. Januar 2021 wird in teilweiser Gutheissung der Ber ufung der Mutter und in Abweisung der Anschlussberufung des Vaters den Ziffern 1, 2, 3, 4, und 7 auf- gehoben und wie folgt neu formuliert: 1. Es wird festgestellt, dass die gemeinsame Tochter der Parteien, C.____ Hess, geboren am 18. Dezember 2018, ihren Wohnsitz bei der Mutter hat. 2. Das Kind C.____ wird unter die alternierende Ob hut der Parteien gestellt. Die Eltern betreuen C.____ je zur Hälfte. Der Vater betreut C.____ jeweils ab Montagmorgen 9:00 Uhr bis Mittwochmittag 13:30 Uhr (inkl. Übernach- tungen). Zudem betreut der Vater C.____ jedes zweite Wochenende von Samstagnachmittag 13:30 Uhr bis Montagmorgen (inkl. Übernachtungen). An den restlichen Wochentagen bzw. Woch enenden (inkl. der jeweiligen Übernachtungen) wird C.____ von der Mutter betreut. Die Parteien werden im Sinne einer Mindestregelung b erechtigt und verpflichtet, mit der gemeinsamen Tochter C.____ je fünf Wochen Ferien im Jahr zu verbringen. Die Ferientermine sind mit dem jeweils anderen El- ternteil mindestens zwei Monate vor den geplanten Fer ien abzusprechen. Die Ferien sind wochenweise zu nehmen und jeweils auf ma ximal zwei Wochen am Stück zu beschränken. Die während der Ferien nicht bezoge- nen Betreuungstage müssen nicht nachgeholt resp. kompensiert werden. Die Übergabe von C.____ wird für sämtliche Betreuungswechsel wie folgt geregelt: Der Vater holt C.____ jeweils am Wohnort der Mutter (am Montagmorgen spätestens um 9:00 Uhr, an den Betreuungswoche nenden am Samstag spätestens um 13:30 Uhr, an den Ferientagen spätestens um 10:00 Uhr). Die Mutter holt C.____ jeweils nach den Betreuungstagen resp. nach den Ferien am Wohn ort des Vaters (am Mittwochmittag spätestens um 13:30 Uhr sowie nach den Ferien spätestens um 18:00 Uhr). Über allfällige Änderungen der Betreuungs- und Feri enregelung verstän- digen sich die Parteien untereinander direkt. Auf Wünsche und Bedürfnisse des Kindes ist gebührend Rücksicht zu nehmen. Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Übersteigt ab dem Zeitpunkt des Kindergarteneint ritts von C.____ die kür- zeste Reisezeit vom Wohnort des Vaters zum Wohnsitz des Kind es die Dauer von etwa 30 Minuten (von Haus zu Schule, Auto od er öffentlicher Verkehr), wird die Betreuung der Tochter C.____ – in Abweichung von Zif- fer 2 hiervor – wie folgt geregelt: Der Vater wird in diesem Fall berechtigt und verpfli chtet, die gemeinsame Tochter C.____ jeweils am ersten, dritten, vierten und allenfalls fünf ten Wochenende (sofern sowohl Samstag als auch Sonn tag in den alten Monat fallen) eines Monats von Freitag (Schulschluss) bis Sonntaga bend 18:00 Uhr sowie während acht Schulferienwochen zu betreuen (i nkl. Übernach- tungen). Die restliche Betreuung übernimmt die Mutter. Der Vater holt C.____ jeweils am Freitag (Schulschluss) resp. zu Beginn der Ferien (Samstagmorgen spätestens 10:00 Uhr) am Wohnort der Mutter. Die Mutter holt C.____ am Sonntagabend resp. nach de n Ferien spätes- tens um 18:00 Uhr am Wohnort des Vaters. Die Ferientermine sind mi t dem jeweils anderen Elternteil mindestens zwei Monate vor den geplanten Ferien abzusprechen. Die Ferien sind wochenweise zu nehmen und jeweils auf maximal drei Woc hen am Stück zu beschränken. Die während der Ferien nicht bezogenen Betreuungstage müssen nicht nachgeholt resp. kompensiert werden. Über allfällige Änderungen der Betreuungs- und Feri enregelung verstän- digen sich die Parteien untereinander direkt. Auf Wünsche und Bedürfnisse des Kindes ist gebührend Rücksicht zu nehmen. 4. Es wird folgende Feiertagsregelung getroffen: Der Vater betreut C.____ vom 23. Dezember 18:00 Uhr bis 25. Dezember 18.00 Uhr jeweils in den ungeraden Jahren, die Mutte r in den geraden Jahren. Der Vater betreut C.____ über Silvester ab 13:00 Uhr bis 1. Januar 18:00 Uhr jeweils in den geraden Jahren, die Mutter in den ungeraden Jahren. Der Vater betreut C.____ über das Osterwochenende ab Gründonnerstag 16:00 Uhr bis Ostermontag 18:00 Uhr jeweils in den ung eraden Jahren, die Mutter in den geraden Jahren. Der Vater betreut C.____ über Auffahrt ab Mittwochabend 18:00 Uhr bis Sonntagabend 18:00 Uhr jeweils in den geraden Jahren, die Mutter in den ungeraden Jahren. Der Vater betreut C.____ über Pfingsten ab Freitagabend 18:00 Uhr bis Montagabend 18:00 jeweils in den ungeraden Jahren, die Mutter in den ge- raden Jahren. Die auf diese Feiertage fallenden Betreuungstage müssen nicht nachgeholt resp. kompensiert werden. Über allfällige Änderungen der Feiertags regelung verständigen sich die Parteien untereinander direkt. Auf Wünsche und Bedürfnisse des Kindes ist gebührend Rücksicht zu nehmen. Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Grundlage der Unterhaltsberechnung bilden die f olgenden Werte: - Aktuelles monatliches Nettoeinkommen des Vaters CHF 5'295.00 (80% Pensum, inkl. 13. Monatslohn, ohne Zulagen, inkl. Gewinnanteil Tennisschule) - Aktuelles monatliches Nettoeinkommen der Mutter CHF 7'900.00 (inkl. 13. Monatslohn, ohne Zulagen, inkl. Gutachte rtätigkeit) - Aktuelles monatliches Nettoeinkommen von C.____ CHF 200.00 (Kinderzulagen) 6. Der Vater hat der Mutter für die gemeinsame Toch ter C.____ für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis und mit 30. September 2019 e inen monatlichen Barunterhaltsbeitrag von CHF 348.00 zu bezahlen. Ein Betreuungsunter- halt ist nicht geschuldet. Allfällige vom Vater während dieser Zeit bezogenen K inderzulagen sind zusätzlich geschuldet. 7. Ab dem 1. Oktober 2019 hat jeder Elternteil jene Bar kosten der Tochter C.____ zu tragen, die während seiner Betreuungszeit anfallen (Nahrung, Kleidung, Körper- und Gesundheitspflege, Hobbies, ÖV- Abo, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Kulturelles sowie A uslagen für Beleuchtung, Kochstrom und/oder Gas sowie Wohn- und Nebenkosten). Weitere Kosten der Tochter C.____ (Krankenkassenprämien, Gesundheitskosten etc.) sind von der Mutter zu tragen. Allfällige vom Vater ab dem 1. Oktober 2019 bis zum Ei ntritt der Rechts- kraft des vorliegenden Urteils bezogene Kinderzulagen sin d der Mutter weiterzuleiten. Ab Eintritt der Rechtskraft hat derjenige Elternteil , der die Kinder- bzw. Ausbildungszulagen bez ieht, die Hälfte davon an den anderen Elternteil weiterzuleiten. 8. Die AHV- Erziehungsgutschriften sind den Kindseltern mit Wirkung a b 1. Oktober 2019 je zur Hälfte anzurechnen. Die Kindseltern informieren die zuständige AHV- Ausgleichskasse über diesen Anrechnungsmodus. 9. Die Gerichtskosten von CHF 3'000.00 (Hauptverfahren 12 0 196 2296 1) und CHF 800.00 (Vorverfahren 170 19 1275 1) werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Jede Partei hat für ihre eigenen Parteikosten aufzuko mmen. Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht II. Die Entscheidgebühr von CHF 8'000.00 für das Beru fungsverfahren wird den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Die Forderung des Staates wird gegenüber der Mutter m it dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von CHF 4'000.00 verrechnet. Der Vater hat dem Staat zusätzlich zu dem von ihm bere its geleisteten Kosten- vorschuss von CHF 1'000.00 weitere CHF 3'000.00 zu bezahlen. III. Jede Partei hat für ihre eigenen im Berufungsve rfahren entstandenen Partei- kosten aufzukommen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiberin Nicole Schneider