<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, das Arbeitslosenversicherungsgesetz (Avig) so rasch als möglich wie folgt zu ergänzen:</p><p>- In Artikel 13 Absatz 2bis ist eine Mindestdauer der Erziehungsperiode im Inland festzuschreiben. Diese liegt idealerweise über sechs Jahre. Zudem sollen die Versicherten vor der Erziehungsperiode in der Schweiz anspruchsberechtigt gewesen sein.</p><p>- In Artikel 15 ist ein neuer Absatz 1bis einzufügen, in dem die wichtigsten Kriterien für die Vermittlungsfähigkeit genannt werden. Insbesondere müssen Grundkenntnisse einer Landessprache eine Voraussetzung für die Vermittlungsfähigkeit sein.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In bezug auf Artikel 13 Absatz 2bis (und Artikel 14) Avig stellt sich grundsätzlich die Frage, ob die Ausgestaltung der Gründe für einen Versicherungsschutz ohne Beitragszahlung aus der Sicht des Versicherungsgedankens anzupassen wäre. Das Stabilisierungsprogramm 1998 sieht für den Bereich Arbeitslosenversicherung - unter anderem - eine Herabsetzung der maximalen Bezugsdauer für beitragsfrei Versicherte, sowie Versicherte im Anschluss an die Erziehungsperiode, von bisher 520 auf 260 Taggelder vor.</p><p>Das vom Motionär angesprochene Problem in bezug auf die Vermittlungsfähigkeit (Art. 15 Avig) tritt vor allem bei Versicherten auf, welchen die Erziehungsperiode als Beitragszeit angerechnet wird. Der Bundesrat wird eine Anpassung der Anspruchsvoraussetzungen in diesen Fällen im Rahmen der laufenden Avig-Revision - wie auch in bezug auf die bilateralen Verträge - prüfen. Von Januar 1996 bis September 1998 wurden rund 104 Millionen Franken (dies entspricht 0,5 Prozent der Gesamtausgaben der Arbeitslosenversicherung in diesem Zeitraum) an 6333 Personen dieser Versichertenkategorie ausbezahlt. Einige Massnahmen sind bereits - wie erwähnt - im Rahmen des Stabilisierungsprogrammes eingeleitet worden, andere gestützt auf die höchstrichterliche Rechtsprechung.</p><p>Im übrigen kann darauf hingewiesen werden, dass die - vom Motionär angeführten - Empfehlungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Arbeit Wirkung gezeigt haben: Die Gesuche um Arbeitslosenentschädigung im Anschluss an die Erziehungsperiode sind vom März 1998 bis September 1998 von 258 auf 117, d. h. um 54 Prozent, zurückgegangen.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.