<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">322</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><span class="ft2"><b>71</b></span> <span class="ft2"><b>Fristerstreckungsgesuch (§ 180 Abs. 2 StG; § 65 Abs. 3 StGV)</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Gesuch um Erstreckung der Frist zur Einreichung von ergänzenden</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Unterlagen</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">26. März 2009 in Sachen L.D., 3-RV.2007.254.</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3.4.2.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss § 65 Abs. 3 StGV sind Gesuche um Erstreckung der</span><br/> <span class="ft1">Frist zur Einreichung von fehlenden Unterlagen vor Ablauf der Frist</span><br/> <span class="ft1">schriftlich dem Gemeindesteueramt einzureichen, welches darüber</span><br/> <span class="ft1">entscheidet. Das Verwaltungsgericht hat dazu festgehalten, dass ein</span><br/> <span class="ft1">Fristerstreckungsgesuch auch mündlich gestellt werden kann, wobei</span><br/> <span class="ft1">in diesem Fall nur eine schriftliche Bewilligung seitens der Steuer-</span><br/> <span class="ft1">behörden der steuerpflichtigen Person ausreichend Gewissheit gebe</span><br/> <span class="ft1">(VGE vom 28. September 2006 in Sachen A.M. [WBE.2006. 281]).</span><br/> <span class="ft1">Nach der Rechtsprechung der aargauischen Steuergerichte sind</span><br/> <span class="ft1">Begehren um Fristerstreckungen zu bewilligen, soweit sie für eine</span><br/> <span class="ft1">vollständige und gerechte Besteuerung dienlich sind. Dabei ist der</span><br/> <span class="ft1">Anspruch auf Fristerstreckung nicht unbegrenzt, weder in zeitlicher</span><br/> <span class="ft1">Hinsicht, noch bezüglich der Häufigkeit der Verlängerungen. Miss-</span><br/> <span class="ft1">bräuche sind auch hier zu unterbinden. In der Praxis werden an ein</span><br/> <span class="ft1">erstes Fristerstreckungsgesuch keine grossen Anforderungen gestellt.</span><br/> <span class="ft1">Es wird ihm regelmässig entsprochen. Bei weiteren Verlänge-</span><br/> <span class="ft1">rungsgesuchen und wenn die Erstreckung über das Mass von 10 - 30</span><br/> <span class="ft1">Tagen hinausgeht, darf eine eingehendere Begründung verlangt</span><br/> <span class="ft1">werden. Schliesslich darf eine Fristerstreckung verweigert werden,</span><br/> <span class="ft1">wenn sie rechtsmissbräuchlich oder wenn sie aus zeitlichen Gründen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">323</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">(Verjährung) nicht mehr zulässig erscheint (RGE vom 7. Oktober</span><br/> <span class="ft1">1999 in Sachen H.H., bestätigt durch VGE vom 14. Dezember 1999</span><br/> <span class="ft1">[BE.1999.00292]).</span><br/> <span class="ft1">3.4.3.</span><br/> <span class="ft1">Im vorliegenden Fall wurde einem ersten Fristerstreckungsge-</span><br/> <span class="ft1">such entsprochen, jedoch lediglich aufgrund der Schwierigkeiten,</span><br/> <span class="ft1">innerhalb der ursprünglich angesetzten Frist einen Termin für eine</span><br/> <span class="ft1">Verhandlung zu finden. Vor Ablauf der verlängerten Frist meldete</span><br/> <span class="ft1">sich der Treuhänder des Rekurrenten telefonisch mit der Bitte, eine</span><br/> <span class="ft1">weitere Fristerstreckung zu gewähren. Dieses Begehren wurde</span><br/> <span class="ft1">ebenso abgewiesen wie jenes des Rekurrenten vom Tag der Ver-</span><br/> <span class="ft1">handlung. Hierfür ist jedoch kein zwingender Grund ersichtlich. Seit</span><br/> <span class="ft1">Bekanntgabe der beabsichtigten Aufrechnungen durch die Steuer-</span><br/> <span class="ft1">kommission K. waren erst rund 1 Monate vergangen, die erste</span><br/> <span class="ft1">Fristerstreckung wurde lediglich für 20 Tage gewährt und die Verjäh-</span><br/> <span class="ft1">rung war (und ist) kein Thema. Spätestens am 15. August 2007, als</span><br/> <span class="ft1">der Rekurrent erste Belege vorlegte und damit seine Bemühungen,</span><br/> <span class="ft1">die fehlenden Unterlagen zu beschaffen, dokumentierte, und zudem</span><br/> <span class="ft1">sämtliche vorgelegten Belege durch die Steuerkommission K. aner-</span><br/> <span class="ft1">kannt wurden, hätte das Gemeindesteueramt K. einem zweiten Frist-</span><br/> <span class="ft1">erstreckungsgesuch entsprechen müssen. Allein der Umstand, dass</span><br/> <span class="ft1">am Nachmittag des 15. August 2007 eine Sitzung der Steuerkom-</span><br/> <span class="ft1">mission K. stattfand, war jedenfalls kein Grund, die Fristerstreckung</span><br/> <span class="ft1">zu verweigern.</span><br/></div> </div> </body> </html>