<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00196</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206018&amp;W10_KEY=13013560&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00196</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.07.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 10.09.2007 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bewilligungspflicht für Weihnachtsbeleuchtung an Einfamilienhaus. Begriff der bewilligungspflichtigen Baute nach Bundesrecht und kantonalem Recht (Art. 22 RPG, § 309 PBG). Die in § 309 Abs. 3 PBG vorgesehenen Ausnahmen von der Bewilligungspflicht tragen dem verfassungsrechtlichen Gebot der Verhältnismässigkeit von Eigentumsbeschränkungen Rechnung, welches es verbietet, Bagatellvorhaben mit räumlich minimalen Auswirkungen und nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge unerheblichen Störpotenzial einer präventiven Kontrolle zu unterwerfen. Andererseits sind materielle Bauvorschriften auch dann einzuhalten, wenn keine Bewilligungspflicht besteht. Zur nachträglichen Durchsetzung der Einhaltung von Bauvorschriften steht dem Nachbarn ein Anspruch zu, dass sich die Behörde mit seinen Einwänden auseinandersetzt und einen rekursfähigen Entscheid trifft (E. 2.1). Eine üppige beleuchtete Weihnachtsdekoration kann zwar in mehrerlei Hinsicht (Einordnung, Immissionsschutz, Verkehrssicherheit) baurechtliche Probleme mit sich bringen. Indes sind solche Anlagen nicht einer Bewilligungspflicht und somit einer präventiven Kontrolle zu unterstellen. Eine solche Bewilligungspflicht wäre schon aus praktischen Gründen (von Jahr zu Jahr unterschiedliches Ausmass und Variationen der Dekorationen) nicht dürchführbar. Eine nachträgliche Überprüfung solcher Anlagen ist möglich und auch erforderlich. Die örtliche Baubehörde konnte sich deshalb nicht darauf beschränken, die Bewilligungspflicht zu verneinen, sondern hatte, in einer rekursfähigen Verfügung darüber zu befinden, ob die Dekoration den massgeblichen bau- und umweltschutzrechtlichen Vorschriften genügt (E. 2.3). Teilweise Gutheissung (VB.2006.00196): Rückweisung an Vorinstanz zum Erlass einer rekursfähigen Verfügung betreffend Vereinbarkeit der Weihnachtsdekoration mit den massgeblichen bau- und umweltschutzrechtlichen Vorschriften (E. 2.4). Nichteintreten (VB.2006.00197).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUBEWILLIGUNG">BAUBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BELEUCHTUNG">BELEUCHTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWILLIGUNGSPFLICHT">BEWILLIGUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DURCHSETZUNG">DURCHSETZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: IMMISSIONEN">IMMISSIONEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONTROLLE">KONTROLLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHTRÃGLICH">NACHTRÃGLICH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEIHNACHTSDEKORATION">WEIHNACHTSDEKORATION</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 1 BauVV</span><br/><span class="gerade">§ 2 Abs. II BauVV</span><br/><span class="ungerade">§ 309 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 309 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 309 Abs. III PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2006 Nr. 56 S. 15</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A als EigentÃ¼mer der Liegenschaft L-Strasse in Uitikon pflegt jeweils zur Adventszeit die strassenzugewandte Fassade seines Einfamilienhauses sowie Dachkante und Vorgarten Ã¼ppig mit Leuchtgirlanden und elektrisch beleuchteten weihnachtlichen Sujets, wie HimmelskÃ¶rpern, Schnee- und WeihnachtsmÃ¤nnern, Schafen mit Hirten, Rentieren und dergleichen zu dekorieren. Am 25. Mai 2005 reichte er fÃ¼r die Erstellung und den Betrieb dieser Installation vom 1. Advent bis zum DreikÃ¶nigstag (6. Januar), jeweils von 06.00 bis 08.00 Uhr und von 18.00 bis 01.00, ein Bewilligungsgesuch ein.</p> <p class="Urteilstext">Am 20. September 2005 gelangten die Nachbarn C und D, welche sich durch den weihnachtlichen Lichtersegen gestÃ¶rt fÃ¼hlten, ebenfalls an den Gemeinderat und machten geltend, dass die Installation sowie die ParkplÃ¤tze, welche fÃ¼r Schaulustige jeweils angelegt wÃ¼rden, bewilligungspflichtig seien, dass die Beleuchtung unzulÃ¤ssige Lichtimmissionen bewirke und dass das Baubewilligungsverfahren innerhalb der gesetzlichen Fristen durchzufÃ¼hren sei.</p> <p class="Urteilstext">Mit Beschluss vom 3. Oktober 2005 stellte der Gemeinderat Uitikon hierauf fest, dass die temporÃ¤re, private Weihnachtsbeleuchtung an der L-Strasse keiner baurechtlichen Bewilligung bedÃ¼rfe.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Gegen diesen Beschluss gelangten C und D mit Rekurs vom 7. November 2005 an die Baurekurskommission I, welche das Rechtsmittel am 24. MÃ¤rz 2006 gut hiess. Sie hob den angefochtenen Beschluss auf und lud den Gemeinderat ein, A zur Einreichung eines Baugesuchs aufzufordern und ein Baubewilligungsverfahren durchzufÃ¼hren.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 27. April 2006 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, den Rekursentscheid unter Kosten und EntschÃ¤digungsfolgen aufzuheben und die Kosten des Rekursverfahrens den Nachbarrekurrenten aufzuerlegen. Des Weiteren wurde beantragt, die Beschwerdeantwort sei dem BeschwerdefÃ¼hrer zur Stellungnahme, eventualiter zur Einsichtnahme zuzustellen; Ã¼berdies sei ein Augenschein durchzufÃ¼hren.</p> <p class="Urteilstext">Die nÃ¤mlichen AntrÃ¤ge stellte mit Beschwerde vom 27. April 2006 auch die Gemeinde Uitikon.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz schloss am 30. Mai 2006 auf Abweisung beider Beschwerden. Die Beschwerdegegnerschaft liess am 3. Juli 2006 beantragen, auf die Beschwerde der Gemeinde nicht einzutreten, eventuell sie abzuweisen, sowie diejenige des privaten BeschwerdefÃ¼hrers abzuweisen, je unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrenden.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der gegen einen Entscheid der Baurekurskommission I erhobenen Beschwerden zustÃ¤ndig. Da beide Beschwerden den nÃ¤mlichen Sachverhalt betreffen, sind sie zweckmÃ¤ssigerweise zu vereinigen.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Der zur Einreichung eines Baugesuchs fÃ¼r die Weihnachtsdekoration verpflichtete GrundeigentÃ¼mer ist durch den Rekursentscheid offenkundig beschwert und damit gemÃ¤ss § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) zur Beschwerde legitimiert.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Die Gemeinde ist nach § 21 lit. b VRG zur Beschwerde berechtigt zur Wahrung der von ihr vertretenen schutzwÃ¼rdigen Interessen. Solche sind bei der Frage, ob fÃ¼r ein bestimmtes Vorhaben eine Baubewilligungspflicht besteht, in der Regel nicht betroffen (VGr, 27. August 2003, VB.2003.00170; vgl. zum frÃ¼heren Recht RB 1985 Nr. 11). Die baurechtliche Bewilligungspflicht ist durch Bundesrecht und kantonales Recht geregelt und es steht der Gemeinde beim Entscheid darÃ¼ber keine Ermessensfreiheit zu. Sie betrifft direkt auch keine kommunalen Aufgaben und Interessen. Auf die von der Gemeinde erhobene Beschwerde ist deshalb nicht einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.4 </b>Da fÃ¼r die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde, wo es einzig um die Frage der Bewilligungspflicht der Weihnachtsdekorationen geht, die SachverhaltsabklÃ¤rung letztlich keine Rolle spielt, erÃ¼brigt sich auch ein verwaltungsgerichtlicher Augenschein.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.5 </b>Es ist grundsÃ¤tzlich Sache der Parteien zu beurteilen, ob eine Vernehmlassung neue Argumente enthÃ¤lt und eine Stellungnahme erfordert. HÃ¤lt eine beschwerdefÃ¼hrende Partei eine Stellungnahme von ihrer Seite zu einer zur Kenntnisnahme zugestellten Vernehmlassung fÃ¼r erforderlich, so hat sie diese unverzÃ¼glich zu beantragen bzw. einzureichen, andernfalls davon auszugehen ist, dass sie auf ihr Replikrecht verzichtet (BGE 132 I 42 E. 3.3). Wird indessen â wie vorliegend â eine ReplikmÃ¶glichkeit schon in der Beschwerdeschrift beantragt, kÃ¶nnen die BeschwerdefÃ¼hrenden noch gar nicht beurteilen, ob aus ihrer Sicht eine Stellungnahme zu den Eingaben der Beschwerdegegnerschaft oder der kantonalen bzw. kommunalen Instanzen erforderlich sein wird. Ein derartiger Antrag ist verfrÃ¼ht. Sofern die Vernehmlassungen keine neuen rechtserheblichen Vorbringen enthalten, wird mit deren Zustellung zur Kenntnisnahme an die BeschwerdefÃ¼hrenden dem Hauptanliegen des beschwerdefÃ¼hrerischen Verfahrensantrags Rechnung getragen (BGr, 11. April 2006, 1P.827/2005, E. 2.2 f., www.bger.ch). Demzufolge kann im vorliegenden Beschwerdeverfahren auf die DurchfÃ¼hrung eines zweiten Schriftenwechsels verzichtet werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Von Bundesrechts wegen erstreckt sich die baurechtliche Bewilligungspflicht gemÃ¤ss Art. 22 des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 Ã¼ber die Raumplanung (RPG) auf mindestens "jene kÃ¼nstlich geschaffenen und auf Dauer angelegten Einrichtungen, die in bestimmter fester Beziehung zum Erdboden stehen und geeignet sind, die Vorstellungen Ã¼ber die Nutzungsordnung zu beeinflussen, sei es, dass sie den Raum Ã¤usserlich erheblich verÃ¤ndern, die Erschliessung belasten oder die Umwelt beeintrÃ¤chtigen"; dazu gehÃ¶ren nach der bundesgerichtlichen Praxis auch Fahrnisbauten, welche Ã¼ber nicht unerhebliche ZeitrÃ¤ume ortsfest verwendet werden (BGE 123 II 256 E. 3). Entscheidend ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts, ob mit der fraglichen baulichen Massnahme nach dem gewÃ¶hnlichen Lauf der Dinge so wichtige rÃ¤umliche Folgen verbunden sind, dass ein Interesse der Ãffentlichkeit oder der Nachbarn an einer vorgÃ¤ngigen Kontrolle besteht (BGE 120 Ib 379 E. 3c). Dabei ist es mÃ¶glich, dass gewisse Vorhaben weniger wegen ihrer konstruktiven Anlage als vielmehr wegen deren Betrieb baubewilligungspflichtig sind (Peter HÃ¤nni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. A., Bern 2002, S. 288).</p> <p class="Erwgung2">Der bundesrechtliche Begriff der bewilligungspflichtigen Bauten und Anlagen kann von den Kantonen weiter, nicht aber enger gefasst werden. § 309 Abs. 1 PBG stellt auf Gesetzesstufe einen detaillierten Katalog bewilligungspflichtiger baulicher Massnahmen auf, wozu gemÃ¤ss lit. d insbesondere auch Anlagen, Ausstattungen und AusrÃ¼stungen gehÃ¶ren. Ausstattungen sind gemÃ¤ss § 3 der Allgemeinen Bauverordnung vom 22. Juni 1977 (ABauV) Nebeneinrichtungen zu Bauten und Anlagen, wie SpielplÃ¤tze, RuheplÃ¤tze, LÃ¤rmwÃ¤lle, FahrzeugabstellplÃ¤tze und innere Zufahrten. AusrÃ¼stungen sind gemÃ¤ss § 4 ABauV technische Einrichtungen von Bauten und Anlagen, die der BenÃ¼tzung oder der Sicherheit dienen. § 1 der Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997 (BauVV) nimmt bestimmte TatbestÃ¤nde ausdrÃ¼cklich von der Bewilligungspflicht aus, so beispielsweise Baubaracken, Bauinstallationen und Baureklametafeln fÃ¼r eine bestimmte Baustelle und fÃ¼r die Dauer der BauausfÃ¼hrung (lit. c), nach aussen nicht in Erscheinung tretende AusrÃ¼stungen baurechtlich untergeordneter Bedeutung, wie Lichtanlagen, Bade-, Wasch- und Abortanlagen, Wasser- und ElektrizitÃ¤tsanschlÃ¼sse sowie Fallrohre, SchneefÃ¤nge und untergeordnete LÃ¼ftungsaufsÃ¤tze Ã¼blicher Konstruktion (lit. g), Empfangsantennen, die in keiner Richtung 0,8 m Ã¼berschreiten (lit. i) oder (ausserhalb von Kernzonen und geschÃ¼tzten Ortsbildern oder Landschaften) Anlagen zur Nutzung der Sonnenenergie, soweit sie 35 m<sup>2</sup> nicht Ã¼berschreiten und eine zusammenhÃ¤ngende, die Ã¼brige DachflÃ¤che um hÃ¶chstens 10 cm Ã¼berragende FlÃ¤che bilden. Diese in § 309 Abs. 3 PBG vorgesehenen Ausnahmen von der Bewilligungspflicht tragen dem verfassungsrechtlichen Gebot der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit von EigentumsbeschrÃ¤nkungen Rechnung, welches es verbietet, Bagatellvorhaben mit rÃ¤umlich minimalen Auswirkungen und nach dem gewÃ¶hnlichen Lauf der Dinge unerheblichem StÃ¶rpotenzial einer prÃ¤ventiven Kontrolle zu unterwerfen (HÃ¤nni, S. 308). Andererseits hÃ¤lt § 2 Abs. 2 BauVV ausdrÃ¼cklich den Grundsatz fest, dass die materiellen Bauvorschriften auch dann einzuhalten sind, wenn keine Bewilligungspflicht besteht. Ist ein Vorhaben von der Bewilligungspflicht befreit, kann die Einhaltung der Bauvorschriften auch nachtrÃ¤glich noch durchgesetzt werden und einem Nachbar, der von einer baulichen Massnahme betroffen ist und rechtliche MÃ¤ngel geltend macht, steht ein Anspruch zu, dass sich die BehÃ¶rde mit seinen EinwÃ¤nden auseinandersetzt und einen rekursfÃ¤higen Entscheid trifft (RB 1986 Nr. 105).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Baurekurskommission hat ausgehend von diesen GrundsÃ¤tzen erwogen, dass der wÃ¤hrend der Adventszeit Ã¼blicherweise an Hausfassaden angebrachte Leuchtschmuck zum kulturbedingten Erscheinungsbild gehÃ¶re und einordnungsmÃ¤ssig deshalb prinzipiell als unproblematisch einzustufen sei; zudem sei die Leuchtkraft auch nicht so stark, dass ein Verstoss gegen Immissionsvorschriften zu befÃ¼rchten sei. Bei aussergewÃ¶hnlich grossen oder hellen Installationen sei dieses Potenzial dagegen vorhanden, und ein Baubewilligungsverfahren drÃ¤nge sich insbesondere dann auf, wenn Anzeichen dafÃ¼r vorhanden seien, dass Nachbarn davon mehr als geringfÃ¼gig betroffen sein kÃ¶nnten. Von der umstrittenen Installation wÃ¼rden mehrere, teils hohe BÃ¤ume sowie einige StrÃ¤ucher ummantelt und von leuchtenden Sternen und Monden gekrÃ¶nt. Im Gartenbereich stÃ¼nden mehr als 10 von innen beleuchtete Figuren in verschiedener GrÃ¶sse, darunter Schnee- und WeihnachtsmÃ¤nner sowie Schafe mit einem Hirten. Die Garageneinfahrt werde flankiert von einem aus Leuchtketten geformten Rentier und einem ebensolchen Pferdegespann. Das Garagentor werde von einem Vorhang aus Leuchtgirlanden abgedeckt und darÃ¼ber prange ein leuchtender blauer Stern. An der Hausfassade trÃ¤ten eine Schneeflocke von Ã¼ber einem halben Meter Durchmesser, ein Stern mit Kometenschweif und eine von Tannenzweigen umrahmte Glocke markant in Erscheinung. Aufs Dach fÃ¼hre eine von Leuchtketten erhellte Leiter. Vom Dachvorsprung hÃ¤nge ein ca. 1 m langer Teppich aus Leuchtgirlanden und die Dachkante werde durchgehend mit GlÃ¼hbirnen geschmÃ¼ckt. Auf dem Dach befinde sich ein Weihnachtsmann auf einem Rentiergespann, welches sich vom Schlitten bis zum vordersten der neun Rentiere Ã¼ber fast die ganze LÃ¤nge des Haupthauses erstrecke. Auf dem Garagendach stÃ¼nden drei weitere Tiere und ein Weihnachtsbaum. Dieser Anlage, die nach angaben des Betreibers abends bis um 23.00 Uhr und morgens ab 06.00 Uhr in Betrieb sei, komme ein erhebliches Immissionspotenzial zu; eine Verletzung der umweltrechtlichen Vorschriften betreffend schÃ¤dliche oder lÃ¤stige Lichteinwirkungen (Art. 7 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 7. Oktober 1983 Ã¼ber den Umweltschutz; USG) kÃ¶nne nicht ausgeschlossen werden, was zur Bewilligungspflicht fÃ¼hre, und zwar umso mehr, als die direkt betroffenen AnstÃ¶sser ein Baubewilligungsverfahren verlangten. Zudem ziehe die offenbar landesweit bekannte Anlage regelmÃ¤ssig einen nicht zu vernachlÃ¤ssigenden Besucherverkehr an, womit sich die PrÃ¼fung weiterer baurechtlicher Fragen aufdrÃ¤nge.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Diesen ErwÃ¤gungen bezÃ¼glich der Bewilligungspflicht â auf Abweichungen im Sachverhalt kommt es hier letztlich nicht an â ist insoweit beizupflichten, als eine solche Weihnachtsbeleuchtung baurechtliche Probleme mit sich bringen kann. So kann sie je nach der QualitÃ¤t der baulichen und landschaftlichen Umgebung gegen § 238 PBG betreffend die Einordnung verstossen und ihre Lichtwirkung kann gegen den Grundsatz der vorsorglichen Immissionsbegrenzung verstossen (Art. 11 Abs. 2 USG) oder gar schÃ¤dlich oder lÃ¤stig sein (Art. 11 Abs. 3 USG); dabei ist nicht nur an den Schutz der Menschen, sondern insbesondere auch an nachtaktive Tiere zu denken, deren Lebensraum durch Kunstlicht beeintrÃ¤chtigt werden kann (vgl. BUWAL, Empfehlung zur Vermeidung von Lichtemissionen, Bern 2005, S. 17 ff.). Sodann ist, worauf die Vorinstanz zutreffend hinweist, auch § 240 PBG Ã¼ber die Verkehrssicherheit zu beachten.</p> <p class="Erwgung2">Hingegen geht die Baurekurskommission zu weit, wenn sie aus diesen und weiteren sich im Zusammenhang mit dieser Weihnachtsbeleuchtung mÃ¶glicherweise stellenden baurechtlichen Fragen den Schluss zieht, solche Anlagen seien einer Bewilligungspflicht, das heisst einer prÃ¤ventiven Kontrolle zu unterwerfen. Anders als bei der vom Bundesgericht in BGE 123 II 256 beurteilten Beleuchtung der Pilatusgipfel "Esel" und "Oberhaupt" sind mit einer wÃ¤hrend der Adventszeit betriebenen Weihnachtsbeleuchtung nach dem gewÃ¶hnlichen Lauf der Dinge keine so wichtigen rÃ¤umlichen Folgen verbunden, dass ein Interesse der Ãffentlichkeit oder der Nachbarn an einer vorgÃ¤ngigen Kontrolle besteht. Das kantonale Recht nimmt denn auch befristete Vorhaben, wie beispielsweise Baubaracken, Bauinstallationen und Baureklametafeln, ausdrÃ¼cklich von der Bewilligungspflicht aus; ebenso bis zu einer bestimmten GrÃ¶sse Anlagen zur Nutzung der Solarenergie, welche einordnungsmÃ¤ssig und durch Spiegelungen auch hinsichtlich der Lichteinwirkungen Ã¤hnliche Fragen aufwerfen kÃ¶nnen, wie die hier in Frage stehende Weihnachtsdekoration. Zudem sind die praktischen Fragen zu bedenken, welche eine Bewilligungspflicht mit sich brÃ¤chte: Solche Dekorationen werden gewÃ¶hnlich nicht jedes Jahr auf gleiche Weise angebracht; die Bewilligung mÃ¼sste also gleichsam den Rahmen umschreiben, in dem sich die weihnachtliche Dekorationslust mit Girlanden, HimmelskÃ¶rpern, Hirten, Schafen, Rentieren, WeihnachtsmÃ¤nnern und dergleichen zahlen-, grÃ¶ssen- und flÃ¤chenmÃ¤ssig sowie bezÃ¼glich LichtstÃ¤rke entfalten darf, was mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden wÃ¤re. Sodann lÃ¤sst sich kaum eine praktikable Abgrenzung finden zwischen landesÃ¼blichen Dekorationen und solchen, die auf Grund ihrer besonderen Reichhaltigkeit, LichtstÃ¤rke oder Scheusslichkeit einer Baubewilligung bedÃ¼rfen. Jedenfalls lÃ¤sst sich dazu nicht auf die Anzahl KlÃ¤use pro GrundstÃ¼ck abstellen, die bekanntermassen Schwankungen unterworfen ist.</p> <p class="Erwgung2">Eine vor den erwÃ¤hnten praktischen Schwierigkeiten stehende prÃ¤ventive Kontrolle ist denn auch nicht erforderlich und auch aus diesem Grund unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Wenn von den unzÃ¤hligen landauf landab installierten Weihnachtsdekorationen auf Grund ihres Ausmasses eine einzige zu baurechtlichen AnstÃ¤nden fÃ¼hrt, so genÃ¼gt es ohne weiteres, wenn die baupolizeiliche ÃberprÃ¼fung dann ansetzt, wenn es zu konkreten AnstÃ¤nden kommt, wie hier zu Klagen eines Nachbarn oder StÃ¶rungen der Verkehrssicherheit. Eine solche nachtrÃ¤gliche ÃberprÃ¼fung ist, wie das Verwaltungsgericht in RB 1986 Nr. 105 festgehalten hat, nicht nur mÃ¶glich, sondern auch erforderlich. Die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde konnte sich deshalb nicht darauf beschrÃ¤nken, die Bewilligungspflicht zu verneinen, sondern hatte, nachdem die Nachbarn verschiedene MÃ¤ngel geltend gemacht hatten, in einer rekursfÃ¤higen VerfÃ¼gung darÃ¼ber zu befinden, ob die Dekoration den massgeblichen bau- und umweltschutzrechtlichen Vorschriften genÃ¼gt. Dieser Aufgabe ist der Gemeinderat Uitikon bisher nicht nachgekommen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Gegenstand des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens kann bilden, was Thema der erstinstanzlichen VerfÃ¼gung war oder aufgrund der ParteiantrÃ¤ge hÃ¤tte sein sollen. Der Gemeinderat Uitikon hat zwar lediglich einen Feststellungsentscheid Ã¼ber die Bewilligungspflicht der umstrittenen Weihnachtsdekoration getroffen; nachdem ihm aber neben dem Baugesuch des GrundeigentÃ¼mers auch das Schreiben der Nachbarn vom 20. September 2005 vorlag, worin unter anderem mangelnde Einordnung der geplanten Installation und unzulÃ¤ssige Immissionen gerÃ¼gt worden waren, hÃ¤tte er zu diesen Fragen Stellung nehmen mÃ¼ssen, und umfasst der Streitgegenstand somit auch diese Fragen. Die Beschwerde VB.2006.00196 ist deshalb im Sinne der ErwÃ¤gungen insoweit gutzuheissen, als die Rekurskommission den Beschluss des Gemeinderates vom 3. Oktober 2005 aufgehoben und ihn zur DurchfÃ¼hrung eines Baubewilligungsverfahrens eingeladen hat. Gleichzeitig sind jedoch die Akten an den Gemeinderat Uitikon zurÃ¼ckzuweisen, der in einer rekursfÃ¤higen VerfÃ¼gung Ã¼ber die Vereinbarkeit der Weihnachtsdekoration in dem fÃ¼r Weihnachten 2005 beanspruchten Umfang mit den massgeblichen bau- und umweltschutzrechtlichen Vorschriften zu befinden haben wird. Das rechtliche Interesse an einer solchen Feststellung ist im Hinblick auf zu erwartende kÃ¼nftige Weihnachtsdekorationen des BeschwerdefÃ¼hrers, als gegeben zu erachten (vgl. RB 1998 Nr. 41, E. 2b).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens je zu einem Drittel dem privaten BeschwerdefÃ¼hrer und der Gemeinde Uitikon sowie zu je einem Sechstel der Beschwerdegegnerschaft aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 VRG). Da keine der Parteien mehrheitlich obsiegt, sind weder fÃ¼r das Rekurs- noch fÃ¼r das Beschwerdeverfahren UmtriebsentschÃ¤digungen zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerden VB.2006.00196 und VB.2006.00197 werden vereinigt;</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Auf die Beschwerde VB.2006.00197 wird nicht eingetreten;</span></p> <p class="Einzug2"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde VB.2006.00196 wird im Sinne der ErwÃ¤gungen gutgeheissen. Der Rekursentscheid vom 24. MÃ¤rz 2006 wird aufgehoben und die Akten werden zur<br/> ÃberprÃ¼fung der Vereinbarkeit der Weihnachtsdekoration in dem fÃ¼r Weihnachten 2005 beanspruchten Umfang mit den massgeblichen bau- und umweltschutzrechtlichen Vorschriften an den Gemeinderat Uitikon zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'590.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens werden je zu einem Drittel dem privaten BeschwerdefÃ¼hrer und der Gemeinde Uitikon sowie zu je einem Sechstel der Beschwerdegegnerschaft auferlegt, unter solidarischer Haftung letzterer fÃ¼r einen Drittel.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>