Postulat Fäh 1348 N 21 juin 1991 Präsident: Das Postulat wird von Herrn Allenspach bekämpft. Die Diskussion wird verschoben. Verschoben - Renvoyé #ST# 91.3120 Postulat Wiederkehr Internationale Umweltinstitution «Grünes Kreuz» Institution écologique internationale «Croix-Verte» Wortlaut des Postulates vom 22. März 1991 Der Bundesrat wird eingeladen, die Möglichkeiten zur Grün- dung und Ausgestaltung einer internationalen Umweltinstitu- tion «Grünes Kreuz» zu prüfen. Das «Grüne Kreuz» sollte - analog zum Roten Kreuz - eine international tätige Organisa- tion sein, die juristisch privat und im Entscheidungsprozess unabhängig ist, jedoch aus öffentlichen Mitteln unterstützt wird. Diese Institution (mit Sitz vorzugsweise in der Schweiz) nähme eine beratende und vermittelnde, koordinierende Rolle in wichtigen Umweltfragen ein. Die Beratung würde zum Beispiel auch die Durchführung von Kursen in Umwelt-Management für Regierungs- und Wirt- schaftskader in Oststaaten und Entwicklungsländern beinhal- ten (ähnlich den Kursen, die das IKRK in Sachen Menschen- rechte für Regierungs- und Militärkader zum Beispiel in Ost- staaten durchführt). Das «Grüne Kreuz» hätte auch konkrete Projekte zu unterstüt- zen, zum Beispiel die Schaffung von Tropenwald-Reservaten im Zusammenhang mit Entschuldungsmassnahmen und Ent- wicklungs-Unterstützung. Dazu gehörten die Ausarbeitung und Vermittlung von Management-Konzepten für nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen in Drittweltländern ebenso wie die Vermittlung von ökologischem Wissen. Texte du postulat du 22 mars 1991 Le Conseil fédéral est invité à examiner s'il serait possible de créer et de développer une institution écologique internatio- nale «Croix-Verte». Par analogie à la Croix-Rouge, la «Croix- Verte» devrait être une organisation active à l'échelle interna- tionale, privée du point de vue juridique et indépendante dans son processus de décision, tout en étant soutenue par des fonds publics. Cette institution (dont le siège serait située de préférence en Suisse) jouerait un rôle de consultation, de médiation et de co- ordination pour ce qui est des problèmes écologiques impor- tants. Ses activités de consultation comprendraient notamment l'or- ganisation de cours de gestion en matière d'écologie destinés aux cadres des milieux gouvernementaux et économiques dans des pays de l'Est et des pays en développement (comme les cours sur les droits de l'homme organisés par le CICR à l'in- tention des cadres gouvernementaux ou militaires, par exem- ple dans des pays de l'Est). La «Croix-Verte» devrait aussi soutenir des projets concrets, par exemple la création de réserves de forêts tropicales en rapport avec des mesures de désendettement et de soutien au déve- loppement. Elle devrait également elaborerei diffuser des prin- cipes degestion visant une exploitation durabledes ressources naturelles dans les pays du tiers monde ainsi que transmettre des connaissances dans le domaine de l'écologie. Mitunterzeichner - Cosignataires: Béguelin, Bundi, Caccia, Dünki, Grendelmeier, Hafner Rudolf, Jeanprêtre, Keller, Kühn, Leuenberger Moritz, Leutenegger Oberholzer, Maeder, Meier Samuel, Ruffy, Salvioni, Schmid, Seiler Rolf, Uchtenhagen, Ulrich, Wanner, Weder-Basel, Zbinden Hans (22) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Unser Land hat mit der Schaffung des Roten Kreuzes einen in- ternational anerkannten Beitrag an eine humanere Welt gelei- stet. Das Jubiläumsjahr 1991 ist bestens geeignet, die humani- täre Tradition der Schweiz mit der Lancierung der Idee eines «Grünen Kreuzes» fortzuschreiben: Die gravierenden grenz- überschreitenden bis sogar weltweiten Probleme der Umwelt- erhaltung verlangen nach der Schaffung einer initiativen Insti- tution. Migrationen werden in Zukunft je länger, je mehr auch aus ökologischen Gründen erfolgen - mit der Hilfe zur ökologi- schen Sicherung der Lebensgrundlagen leistet ein «Grünes Kreuz» auch einen Beitrag zur Verminderung von Völkerwan- derungen und entschärft den Asyldruck auf die Schweiz. Das «Grüne Kreuz» wäre - wie das Rote Kreuz - vom Staat un- abhängig, müsste jedoch finanziell durch den Bund unter- stützt werden. Mit dem Einsatz eines neutralen und unabhän- gigen «Grünen Kreuzes» wird auch dem Eindruck begegnet, eine direkte Hilfe der Schweiz an Partnerstaaten könne die Angst des Partners vor Souveränitätsverlusten schüren. Das Rote Kreuz hat bewiesen, dass es solche Aengste nicht weckt. «Grüne Berufe» haben grossen Zulauf; ein «Grünes Kreuz» wäre daher auch der Ort, wo sich junge Schweizerinnen und Schweizer konkret für eine sinnvolle Tätigkeit einsetzen und Solidarität üben könnten. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 15. Mai 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 15 mai 1991 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Präsident: Das Postulat wird von Herrn Hess Peter bekämpft. Die Diskussion wird verschoben. Verschoben - Renvoyé #ST# 90.903 Postulat Fäh Zivilschutz. Uebergangsbestimmungen Protection civile. Dispositions transitoires Wortlaut des Postulates vom 28. November 1990 Der Bundesrat wird gebeten, im Sinne von Uebergangsbe- stimmungen das Höchstalter, welches zum Besuch von Zivil- schutz-Ausbildungskursen und -Übungen verpflichtet, herab- zusetzen. Parallel zu den Regelungen in der Armee ist dabei ein erster Schritt bereits auf den 1. Januar 1991 anzuordnen. Texte du postulat du 28 novembre 1990 Le Conseil fédéral est prié d'abaisser par des dispositions transitoires l'âge maximum auquel les citoyens peuvent être astreints aux cours et aux exercices de protection civile. Comme pour l'armée, les premières mesures devraient entrer en vigueur dès le 1 er janvier 1991. Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine -Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Es dürfte klar sein, dass das künftige Zivilschutz-Höchstalter auf maximal 52 Jahre festgelegt wird. Als Folge davon dürfte die Motivation jener, die jetzt mit 50 noch in den Zivilschutz einzurücken haben, mit zunehmen- dem Alter abnehmen. Diesen beiden Tatsachen ist mit einer zweckmässigen und21. Juni 1991 1349 Postulat Danuser sinnvollen Uebergangsregelung Rechnung zutragen. Zweck- massig und sinnvoll ist eine solche Uebergangsregelung dann, wenn sie das Ausbildungskonzept und die Pflicht zum Besuch von Kursen und Uebungen raschmöglichst dem Kon- zept von «Zivilschutz 95» anpasst. Analog zur Armee ist ein erster Schritt (z. B. Aufhebung der Ausbildungspflicht für über 57jährige) bereits auf den 1. Ja- nuar 1991 anzuordnen. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 27. März 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 mars 1991 Die Kantone wurden am 7. Dezember 1990 über die Neurege- lung ins Bild gesetzt, wonach die Gemeinden ab 1991 auf die Einberufung der Mannschaftsjahrgänge 1931 -1934 zu Ausbil- dungsdiensten verzichten können. Ab 1992 ist der Verzicht auf die Ausbildung von Mannschaftsjahrgängen gesamtschwei- zerisch wie folgt angeordnet: -1992 die Jahrgänge 1932-1938 -1993 die Jahrgänge 1933-1942 -1994 die Jahrgänge 1934-1943. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erfüllt abzuschrei- ben. Abgeschrieben - Classé #ST# 90.923 Postulat Fankhauser Sexuelle Ausbeutung von Kindern Abus sexuels sur des enfants Wortlaut des Postulates vom 10. Dezember 1990 Der Bundesrat wird eingeladen, in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Selbsthilfeorganisationen Massnahmen zu ent- wickeln und durchzuführen, die folgende zwei Punkte beinhal- ten: - Hilfe für die Opfer von sexueller Ausbeutung im Kindesalter sowie für deren Familien, wo sehr oft der Täter auch zu finden ist. - Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern. Texte du postulat du 10 décembre 1990 Le Conseil fédéral est invité, en collaboration avec les cantons et les organisations d'aide mutuelle, à prendre des mesures s'appliquant aux deux points suivants: - Aide aux enfants victimes d'abus sexuels ainsi qu'à leurs fa- milles, dont l'auteur de l'abus fait souvent partie. - Lutte contre les abus sexuels sur des enfants. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bäumlin, Boden- mann, Braunschweig, Brügger, Bundi, Carobbio, Danuser, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller, Herczog, Jeanprêtre, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Mauch Ursula, Rechsteiner, Ruffy, Stappung, Ulrich, Zbinden Hans, Züger (24) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Laut Kinderagentur werden jährlich 40 000 bis 45 000 Kinder ausgebeutet. In 90 Prozent aller Fälle soll der ausbeutende Er- wachsene dem Kind bekannt sein. Anlässlich der Beratung der StGB-Revision «Strafbare Hand- lungen im Sexualbereich» wurde bald einmal klar, dass Straf- normen nur marginal die Problematik erfassen können. Zu sehr sind Opfer und Täter gesellschaftlich verbunden, zu kom- plex sind die Rollen von Klägerin und Angeklagtem. Es kann daher nicht erwartet werden, dass einzig eine verschärfte Strafandrohung die Tabus brechen wird. Aufklärung, Information und Aussprachemöglichkeiten brin- gen den Opfern Linderung. Eine öffentliche Enttabuisierung des Themas würde dazu beitragen, die Anzahl der sexuell aus- gebeuteten Kinder in unserem Land zu reduzieren. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 4. März 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 4 mars 1991 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 90.939 Postulat Danuser Revision der Abgasverordnung 87 Gaz d'échappement. Révision de l'ordonnance 87 Wortlaut des Postulates vom 12. Dezember 1990 Der Bundesrat wird aufgefordert, eine Revision der Abgasver- ordnung 87 vorzubereiten und dabei die Emissionsvorschrif- ten für Fahrzeuge dem Stand der Technik anzupassen, wie er kürzlich in den neuen Emissionsvorschriften in Kalifornien festgeschrieben wurde. Bei dieser Revision sollen endlich auch Emissionsgrenzwerte für Baumaschinen und landwirt- schaftliche Fahrzeuge festgelegt werden. Texte du postulat du 12décembre 1990 Le Conseil fédéral est invité à préparer la révision de l'ordon- nance de 1987 sur les gaz d'échappement, afin d'adapter les prescriptions sur les émissions des véhicules à l'évolution de la technique, comme la Californie vient de le faire. Il saisira cette occasion pour fixer enfin des valeurs limites d'émission pour les machines de chantier et les véhicules agricoles. Mitunterzeichner-Cosignataires: Ammann, Bär, Bäumlin, Bé- guelin, Bircher Silvio, Braunschweig, Carobbio, Diener, Euler, Fankhauser, Hafner Rudolf, Haller, Herczog, Jaeger, Leder- gerber, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Leute- neggerOberholzer, Maeder, Mauch Ursula, Meier-Glattfelden, Meier Samuel, Meyer Theo, Neukomm, Rechsteiner, Ruffy, Schmid, Seiler Rolf, Stamm, Steffen, Uchtenhagen, Ulrich (32) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Bekanntlich hat der Bundesrat, abgesegnet vom Parlament, schon vor Jahren wichtige Zielvorgaben in der Luftreinhalte- Politik formuliert und auch in der Luftreinhalte-Verordnung in Form von Immissionsgrenzen festgeschrieben. Heute wissen wir alle, dass diese Ziele, insbesondere die Ein- haltung der Belastungsgrenzwerte, bis ins Jahr 1994/1995 nicht erreicht werden können. Gleichzeitig erweist sich in den neusten Ergebnissen der Waldschadenuntersuchungen, dass der Wald heute mehr denn je geschädigt ist und dass ein Ende dieser dramatischen Entwicklung nicht abzusehen ist. Alle Versuche, das Problem an der Quelle zu lösen, sind bis jetzt gescheitert. Der private Strassenverkehr wächst mit Zu- wachsraten von vier bis fünf Prozent jährlich weiter, und mit ihm wachsen die Umweltbelastungen. Es führt deshalb kein Weg daran vorbei, die technisch machbaren Verbesserungen einzuführen, d. h., die Abgasvorschriften müssen neu dem technisch Machbaren angepasst werden.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Fäh Zivilschutz. Uebergangsbestimmungen Postulat Fäh Protection civile. Dispositions transitoires In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.903 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 21.06.1991 - 08:00 Date Data Seite 1348-1349 Page Pagina Ref. No 20 020 066 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.