B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-4255/2010 U r t e i l v o m 2 9 . A u g u s t 2 0 1 2 Besetzung Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), Richter Vito Valenti, Richterin Franziska Schneider, Gerichtsschreiber Jean-Marc Wichser. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenrente. C-4255/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der am (…) 1950 geborene, in seinem Heimatstaat wohnhafte, ledige österreichische Staatsangehörige A._______ (nachfolgend der Versicher- te oder der Beschwerdeführer), der vom Mai 1990 bis Januar 1997 in der Schweiz gearbeitet und AHV/IV-Beiträge geleistet hatte, meldete sich am 15. September 2005 zum Bezug von Leistungen der schweizerischen I n- validenversicherung bei der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfol- gend die IVSTA oder die Vorinstanz) an (act. 1 IVSTA). A.b In der Folge zog die IVSTA verschiedene Unterlagen medizinischen oder wirtschaftlichen Inhalts bei, so: - einen am 28. Februar 2006 ausgefüllten Fragebogen für den Arbeitg e- ber, wonach der Versicherte bis am 2. September 2003 im Wachdienst erwerbstätig war und dabei pro Monat durchschnittlich 1056 Euro ve r- diente (act. 9 und 17 IVSTA); - einen Bescheid der Pensionsversicherungsanstalt der Landesstelle Vor- arlberg vom 25. April 2006, wonach ein Antrag des Versicherten auf Zuer- kennung einer Invaliditätspension (erstinstanzlich) abgelehnt worden ist (act. 11 IVSTA); - zwei im Zusammenhang mit dem genannten Antrag erstellte ärztliche Gutachten vom 3. März 2006 (vgl. act. 19 IVSTA) und vom 13. März 2006 (vgl. act. 20 IVSTA), wonach der versicherte hauptsächlich an einem chronischen Alkoholabusus (ICD-10: F 10.2) le ide mit damit zusamme n- hängender erhöhter Angstbereitschaft und Verstimmungszuständen, w o- bei der Gesundheitszustand durch eine Alkoholentwöhnungstherapie g e- bessert werden könnte. Diese Unterlagen sind dem RAD Rhône unterbreitet worden, welcher mit Stellungnahme vom 10. Januar 2007 zum Schluss kam, dass nebst dem chronischen Alkoholabusus ein sekundärer Alkoholismus nicht ausz u- schliessen sei. Es müsse nach der Entzugsbehandlung eine psychiatr i- sche Reevalutation bezüglich der geschilderten Symptome und der Dia g- nosestellung vorgenommen werden (act. 23 IVSTA). A.c Im Rahmen des vom Versicherten eingeleiteten Beschwerdeverfa h- rens vor dem Landesgericht Feldkirch gegen den ablehnenden Rente n-C-4255/2010 Seite 3 entscheid erstellte Dr. med. B._______ am 25. September 2006 ein ne u- rologisch-psychiatrisches Gutachten, aus welchem hervorgeht, dass der Versicherte an rezidivierende depressive Episoden (ICD -10: F 33.1), A l- koholabhängigkeit in früher Remission (ICD -10: F 10.200), sozialer Ph o- bie (ICD: F 40.1), distal symmetrischer sensibler Polyneur opathie nutritiv toxischer Genese und lumbalem Vertebralsyndrom ohne radikuläre Sy m- ptomatik leide und sich daraus eine erheblich eingeschränkte psychische Belastbarkeit ergebe mit der Möglichkeit, vollschichtig leichte körperliche und geistige Arbeit auszu üben (act. 30 IVSTA). Das Gutachten ergänzte Dr. med. B._______ am 17. November 2006 (vgl. act. 31 IVSTA), 10. Mai 2007 (act. 32 IVSTA), 6. August 2007 (act. 33 IVSTA). Dieses Gutachten ist mitsamt Ergänzungen wiederum dem RAD Rhône unterbreitet worden, welcher mit Stellungnahme vom 17. Januar 2008 nach wie vor einen chronischen Alkoholismus (ICD: F 10.2) annahm und feststellte, dass das Gutachten bereits über ein Jahr alt sei und beim Ver- sicherten bis September 2006 zumindest in einer angepassten Tätigke it keine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, dass aber der weitere Verlauf geprüft werden müsse (act. 35 IVSTA). A.d Später eingereichte medizinische Gutachten aus dem Jahre 2008 sind ebenfalls dem RAD Rhône unterbreitet worden, so einerseits ein MRI-Bericht vom 11. März 2008 (vgl. act. 38 IVSTA), aus welchem he r- vorgeht, dass der V ersicherte an einer ausgeprägten Lumboischialgie links leide (fokale Protrusion L3/L4, breitbasige dorsale Protrusion L4/L5 und kleine parazentrale Protrusion L5/L1), sowie andererseit s ein psychi- atrisches Gutachten von Dr. med. C._______, Facharzt für Psychiatrie, vom 14. Mai 2008 (vgl. act. 39 IVSTA), wonach beim Versicherten eine volle Arbeitsunfähigkeit wegen nicht ausreichender cerebraler Belastba r- keit bestehe. Der RAD Rhône, der in seiner Stellungnahme vom 10. Juli 2008 (vgl. act. 45 IVSTA) nebst der mehrfach erwähnten Hauptdiagnose (chron i- scher Alkoholismus) als Nebendiagnosen mit Auswirkungen auf die A r- beitsfähigkeit rezidivierende, depressive Episoden, gegenwärtig mi t- telgradig (ICD-10: F 33.1), eine soziale Phobie (ICD -10: F 40.8) und ein chronisches Lumbovertebralsyndrom (ICD: M 54.5) aufführte, empfahl hierauf eine pluridisziplinäre Begutachtung des Versicherten in der Schweiz, welche die IVSTA vorerst nicht als nötig empfand; sie forderte aber beim österreichischen Versicherungsträger weitere Gutachten an (act. 47 IVSTA). C-4255/2010 Seite 4 A.e Nach weiteren Verzögerungen, die an der Person des Versicherten lagen (act. 52 bis 54 und 56 IVSTA), konnte Dr. med. D._______, Fach- arzt für Psychiatrie und Neurologie, den Versicherten am 9. März 2009 begutachten. Er kam in seinem Bericht vom 24. März 2009 zum Schluss, dass dem Versicherten aus psychiatrischer Sicht krankheitsbedingt de r- zeit und unter Berücksichtigung des Lebensalters auf Dauer eine rege l- mässige Berufsausübung nicht mehr möglich sei, da er auch in einer geistig einfachen Tätigkeit nicht mehr ausreichend belastbar sei. Eine Besserung des Gesundheitszustandes sei nicht mehr zu erwarten (act. 65 IVSTA). Demgegenüber befanden die österreichischen Ärzte, dass der Versicherte in orthopädischer Hinsicht vollschichtig arbeitsfähig sei (vgl. Formulare E 213 vom 19. Januar 2009 und vom 30. März 2009, act. 64 und 66 IVSTA). Der RAD Rhône, dem diese Gutachten unterbreitet wurden, befand mit Stellungnahme vom 19. Mai 2009, dass eine psychiatrische Beurteilung in der Schweiz nötig sei (vgl. act. 70 IVSTA), worauf die IVSTA Dr. med. E._______, Facharzt in Psychiatrie und Psychotherapie in Z._______, mit der Begutachtung beauftragte (act. 72 IVSTA). A.f In der Zwischenzeit anerkannte die Pensionsversicherungsanstalt der Landesstelle Vorarlberg mit Bescheid vom 22. April 2009 den Anspruch des Versicherten auf eine unbefristete österreichische Invaliditätspension ab dem 1. November 2008 (act. 69 IVSTA). A.g Dem psychiatri schen Gutachten von Dr. med. E._______ vom 24. November 2009 (vgl. act. 80 IVSTA) ist zu entnehmen, dass der Ve r- sicherte an den bislang diagnostizierten Beschwerden leide (rezidiviere n- de depressive Störung, gegenwärtig grossteils remittiert, soziale Phobie und Alkoholabhängigkeitssyndrom mit ständigem Substanzgebrauch und leichtem amnestischem Syndrom) und bei ihm aus psychiatrischer Sicht in partiellem Ausmass seit einem bis zwei Jahren eine generelle Ei n- schränkung der Arbeitsfähigkeit von ca. 30% bestehe, wobei er in einer angepassten Tätigkeit, z.B. als Nachtwächter, zu 80% arbeiten könne. Zum Bericht von Dr. med. D._______ bemerkte der Gutachter, dass der Versicherte am damaligen Untersuchungstag (9. März 2009) deutlich a l- koholisiert gewesen sei; die öst erreichischen Ärzte hätten zudem kran k- heitsfremde Momente wie das Lebensalter bei der Beurteilung der A r- beitsfähigkeit berücksichtigt und mögliche therapeutische Massnahmen nicht diskutiert. C-4255/2010 Seite 5 Mit Schlussbericht vom 22. Dezember 2009 befand der RAD Rhône, dem das Gutachten von Dr. med. E._______ unterbreitet worden ist, dass beim Versicherten in psychiatrischer Hinsicht seit einem bis zwei Jahren eine Arbeitsunfähigkeit von 20 bis 30% (20% für maximal angepasste Tä- tigkeit wie z.B. Nachtwächter) bestehe. Dageg en seien in somatischer Hinsicht die Rückenbeschwerden ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (act. 82 IVSTA). B. B.a Mit Vorbescheid vom 14. Januar 2010 teilte die IVSTA dem Versicher- ten mit, dass sein Leistungsbegehren abgewiesen werden müsste, da aus den Akte n hervorgehe, dass bei ihm keine ausreichende durc h- schnittliche Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres vorliege und ihm trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung eine dem Gesundheitszustand a n- gepasste gewinnbringende Tätigkeit noch immer in rentenausschliesse n- der Weise zumutbar sei. Damit liege keine Invalidität vor, die einen Re n- tenanspruch zu begründen vermöge (act. 83 IVSTA). B.b Mit Verfügung vom 6. Mai 2010 wies die IVSTA das Leistungsbege h- ren des Versicherten i m Wesentlichen mit der Begründung ab, die dem Vorbescheid zugrunde lag (act. 86 IVSTA). C. Mit Faxeingabe vom 10. Juni 2010 bei der IVSTA erhob A._______ Be- schwerde gegen die Verfügung vom 6. Mai 2010, allerdings ohne einen Antrag zu stellen und ohne die Beschwerde zu begründen (act. 1). Diese Beschwerde leitete die IVSTA dem zuständigen Bundesverwaltungsg e- richt weiter, worauf dessen Instruktionsrichter den Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 21. Juli 2010 aufforderte, innert einer kurzen Frist Rechtsbegehren zu stellen und diese zu begründen (act. 5). Mit Ein- gabe vom 26. Juli 2010 beantragte der Beschwerdeführer schliesslich e i- ne Rente gemäss schweizerischer Invalidenversicherung und begründete diesen Antrag mit einem Verweis auf das Gutachten von Dr. med. D._______, aufgrund welchem ihm in Österrei ch eine unbefristete Inval i- denpension ausgezahlt worden sei (act. 8). D. Mit Vernehmlassung vom 2. November 2010 (vgl. act. 12) wies die Vori n- stanz zunächst darauf hin, dass die schweizerische Invalidenversich e- rung nicht an die Beurteilung österreichischer V ersicherungsträger, Kran-C-4255/2010 Seite 6 kenkassen und Ärzten gebunden sei. Aus dem Bezug einer österreich i- schen Invalidenpension könne kein Anspruch auf eine schweizerische I n- validenrente hergeleitet werden. Die beigezogenen ärztlichen Gutachten aus Österreich, darunter auch das psychiatrische Gutachten von Dr. med. D._______ vom 24. März 2009, hätten hinsichtlich der psychischen Le i- den keine zuverlässige Beurteilung ermöglicht, so dass der Beschwerd e- führer am 6. Oktober 2009 einer Begutachtung durch einen schweizer i- schen Psychiater unterzogen worden sei. Gestützt auf dieses Gutachten sei der beigezogene ärztliche Dienst der Vorinstanz zur Überzeugung ge- langt, dass beim Beschwerdeführer eine psychisch bedingte Arbeitsunf ä- higkeit von höchstens 30% bestehe. Die körperlichen L eiden würden kei- ne darüber hinaus gehende Arbeitsunfähigkeit verursachen. Der B e- schwerdeführer könne zu 70% als Nachtportier oder im Wachdienst arbei- ten, was mit den früheren Tätigkeiten vergleichbar sei. Daher könne d a- von ausgegangen werden, dass die Erwe rbseinbusse (Invaliditätsgrad) im Sinne eines Prozentvergleichs dem Grad der Arbeitsunfähigkeit en t- spreche, womit keine Invalidität von anspruchsbegründendem Ausmass bestehe. E. Der Beschwerdeführer liess sich hierauf – trotz Einräumung einer Frist zur Einre ichung einer Replik durch den Instruktionsrichter – nicht mehr zur Sache vernehmen (act. 13 und 21). F. Mit Verfügung vom 29. März 2011 (vgl. act. 21) wurde das Gesuch des Beschwerdeführers vom 3. Februar 2011 um Gewährung der unentgeltl i- chen Rechtspflege (vgl. act. 17) gutgeheissen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be - schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den anfechtbaren Verfügungen gehören jene der IV -Stelle für Versicherte im Ausland, die zu den Vorinstanzen des Bundesver - waltungsgerichts gehört (Art. 33 lit. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenvers icherung vom 19. Juni 1959 C-4255/2010 Seite 7 [IVG, SR 831.20]). Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist in casu nicht gegeben (Art. 32 VGG). 1.2. Das VwVG findet keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist (Art. 3 Bst. dbis VwVG). 1.3. Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Verfü - gung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland vom 6. Mai 2010. Der B e- schwerdeführer hat frist- und formgerecht (Art. 60 ATSG) Beschwerde er- hoben. Durch die Verfügung ist er besonders berührt und hat ein schut z- würdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 59 ATSG). Damit ist auf das ergriffene Rechtsmittel einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht ei n- schliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermes sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb lichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kan tonale Be- hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG). 3. Der Beschwerdeführer ist österreichischer Staatsangehöriger, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Eu- ropäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten ist. 3.1 Anhang II des FZA betreffend die Koordinierung der Systeme der s o- zialen Sicherheit wurde per 1. April 2012 geändert (Beschluss Nr. 1/2012 des Gemischten Ausschusses vom 31. März 2012; AS 2012 2345). Vo r- liegend ist auf die bis Ende März 2012 gültige Fassung (vgl. namentlich AS 2002 1527, AS 2006 979 und 995, AS 2006 5851, AS 2009 2411 und 2421) abzustellen, wonach d ie Vertragsparteien untereinander insbeso n- dere folgende Rechtsakte (oder gleich wertige Vorschriften) anwenden (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Abschnitt A Anhang II des FZA): die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (AS 2004 121 [vgl. auch AS 2008 4219, AS 2009 4831]; nach-C-4255/2010 Seite 8 folgend: Verordnung Nr. 1408/71) sowie die Verordnung (EWG) Nr. 574/72 des Rates vom 21. März 1972 über die Durchführung der Ver- ordnung (EWG) Nr. 1408/71 über die Anwendung der Systeme der sozia- len Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Famil i- enangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu - und a bwandern (AS 2005 3909 [vgl. auch AS 2009 621, AS 2009 4845]; nachfolgend: Veror d- nung Nr. 574/72). Im Rahmen des FZA ist auch die Schweiz als "Mitglied- staat" im Sinne dieser Koordinierungsverord nungen zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA). 3.2 Nach Art. 40 Abs. 4 der Verordnung Nr. 1408/71 ist die vom Träger ei- nes Staates getroffene Entscheidung über die Invalidität eines Antragstel- lers für den Träger eines anderen betroffenen Staates nur dann verbin d- lich, wenn die in den Rechtsvorschriften dieser St aaten festgelegten Tat- bestandsmerkmale der Invalidität in Anhang V dieser Verordnung als übereinstimmend anerkannt sind. 3.3 Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1408/71 haben die Personen, die im Gebiet eines Mitgliedstaates wohnen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaates wie die Staatsangehörigen dieses Staates selbst, soweit besondere Bestimmungen dieser Verordnung nichts anderes vorsehen. Demnach richtet sich vorliegend der An spruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung nach dem schweizerischen Recht, insbesondere dem IVG sowie der Verordnung über die Invali - denversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 831.201), des ATSG s o- wie der entsprechenden Verordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11). 4. 4.1 Zu prüfen ist vorliegend, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine schweizerische Invalidenrente hat. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsät z- lich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung de s zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, und weil nach ständiger Praxis der Sozialversicherungsgerich te bei der Beurteilung e i- nes Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeit punkt des Erlasses des a n- gefochtenen Verwaltungsaktes (hier: 6. Mai 2010) eingetretenen Sac h- verhalt abgestellt wird (BGE 132 V 2 E. 1, 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweisen), sind im vorliegenden Fall bis zum 31. Dezember 2007 die auf den 1. J a- nuar 2004 in Kraft getretenen Bestim mungen der 4. IV-Revision anwend-C-4255/2010 Seite 9 bar und ab dem 1. Ja nuar 2008 die zu diesem Zeitpunkt in Kraft getret e- nen Bestimmungen der 5. IV -Revision (AS 2007 5129 bzw. AS 2007 5155); denn ein allfälliger Leis tungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prü fen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). De m- gegenüber findet das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Mas s- nahmepaket der 6. IV -Revision (IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659]) noch keine Anwendung. Dafür sind die ab dem 1. Januar 2003 geltenden Bestimmungen des ATSG und jene der entsprechenden Verordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11) ohne Weiteres anwendbar. 4.2 Die 5. IV-Revision brachte für die Invaliditätsbemessung keine sub - stanziellen Änderungen gegenüber der bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage, so dass die zur altrechtlichen Regelung erga n- gene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (vgl. Urteil des BGer 8C_373/2008 vom 28. August 2008 E. 2.1). Neu normiert wurde dagegen der Zeitpunkt d es Rentenbeginns, der – sofern die entsprechenden A n- spruchsvoraussetzungen gegeben sind – gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (in der Fassung der 5. IV -Revision) frühestens sechs Monate nach Gelten d- machung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. In Fällen, in denen der Versicherungsfall vor dem 1. Januar 2008 eintrat resp. die einjährige gesetzliche Wartezeit vor diesem Zeitpunkt zu laufen begann und im Jahre 2008 erfüllt wurde, gilt unter der Voraussetzung, dass die Anmeldung spätestens am 31. Deze mber 2008 eingereicht wur- de, das alte Recht (vgl. zum Ganzen Rundschreiben Nr. 253 des Bu n- desamtes für Sozialversicherungen vom 12. Dezember 2007 [5. IV- Revision und Intertemporalrecht]). Bezüglich der vorliegend aufg rund von Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG zu berücksichtigenden ATSG -Normen zur Ar - beitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) und zur Bestimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16) hat das Schweize - rische Bundesgericht (vormals Eidgenössisches Versi cherungsgericht [EVG]) erkannt, dass es sich bei den in Art. 3 -13 ATSG enthaltenen L e- galdefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor Inkrafttreten des ATSG handelt und sich inhaltlich damit keine Änderung ergibt, weshalb die hierzu entwickelte Rechtsprechung übernommen und weitergeführt werden kann (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). Auch die Normierung des Art. 16 ATSG führt nicht zu einer Modifizierung C-4255/2010 Seite 10 der bisherigen Judikatur zur Invaliditätsbemessung bei erwerbstätigen Versicherten, welche weiterhin nach der allgemei nen Methode des Ei n- kommensvergleichs vorzunehmen ist (zu Art. 28 Abs. 2 IVG in der bis zum 31. Dezember 2002 in Kraft gestandenen Fassung vgl . BGE 128 V 29 E. 1, BGE 104 V 135 E. 2a und b). 5. 5.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invaliden versicherung hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt der Invalidität während der vom Gesetz vorge sehenen Dauer Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet hat, d.h. während mindestens eines vollen Jahres gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden bzw. während mindestens drei Jahren laut Art. 36 Abs. 1 I VG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung. Diese Bedingungen müssen kumulativ gegeben sein; fehlt eine, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere erfüllt ist. Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen während mehr als drei Jahren Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invali- denversicherung geleistet, so dass die Voraussetzung der Mindestbei - tragsdauer für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente so wohl nach altem als auch nach neuem Recht erfüllt ist. 5.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursach- te und nach zumutbarer Behandlung oder Ein gliederung verbleibende länger dauernde (volle oder teilweise) Verlust der Er werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus geglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Inval i- ditätsbegriff enthält damit zwei Elemen te: ein medizinisches (Gesun d- heitsschaden mit Aus wirkungen auf die Ar beitsfähigkeit) und ein wir t- schaftliches im weiteren Sinn (dauer hafte oder länger d auernde Ei n- schränkung der Erwerbs fähigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 8 Rz. 7). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu - mutbare Arbeit zu leisten. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträcht i-C-4255/2010 Seite 11 gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumut barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilwei se Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in B e- tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch psychische Gesundheitsschäden eine Invalidität bewirken. Nicht als Fo l- gen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenvers i- cherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbs- fähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Wi l- lens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden kön n- te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem i hr nach ihren Fähigkeiten offen ste- henden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist (BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 5.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG be steht Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die v ersicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dre i- viertelsrente, wenn sie min destens 60 % invalid ist. Bei einem In - validitätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Ren- te und bei einem Inval iditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf e i- ne Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 IVG wer den Renten, die einem Inva- liditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufent halt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, so weit nicht völker rechtliche Vereinba - rungen eine abweichende Rege lung vorsehen. Dies ist vorliegend der Fall, da der Beschwerdeführer Staatsangehöriger der Europäischen G e- meinschaft ist. Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: BGer) stellt diese Regelung nicht eine blosse Auszah lungsvorschrift, sondern eine be sondere A n- spruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 275 E. 6c). 5.4 Je na chdem, ob der Versicherte als (teil -)erwerbstätig oder nicht er- werbstätig einzustufen ist, unterscheidet sich die anzuwendende Methode der Invaliditätsgradbemessung (allgemeine Methode des Einkommens - vergleichs bei Erwerbstätigen, gemischte Methode bei Te ilerwerbstätigen oder spezifische Methode des Betätigungsvergleichs bei Nichterwerbs - tätigen [Art. 28a IVG]). Dabei ist in zeitlicher Hinsicht jeweils auf die Ve r-C-4255/2010 Seite 12 hältnisse bei Entstehen des hypo thetischen Rentenanspruchs abzuste l- len. 5.4.1 Um den Invaliditätsgr ad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund - heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar - beitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichti ge Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsle istungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). 5.4.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un- tersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Be - urteilung der medizini schen Zusammenhänge und in der Be urteilung der medizinischen Si tuation ein leuchtet und ob die Schluss folgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Be weiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweis mittels noch die Bezeic h- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund deren auftragsrechtlicher Vertrauensste l- lung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für den b e- handelnden Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 5.4.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar b e- gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der be fragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangen heit schliessen. Glei- ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versi cherung wie- derholt für die Erstellung von Gutachten bei gezogen wird (RKUV 1999 U 332 S. 193 E. 2a bb; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Es bedarf vie l- mehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilic h-C-4255/2010 Seite 13 keit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialvers i- cherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters alle r- dings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee; SVR 2003 UV Nr. 15 S. 45 E. 3.2.2, 1999 KV Nr. 22 E. 3b; AHI 2001 S. 115 E. 3b ee). 5.4.4 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt- liches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a) genügen, auch hinsichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie e inen vergleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2 [nicht publizierte Textpassage der E. 3.3.2 des Entscheides BGE 135 V 254]). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschi eden werden, so sind an die Beweiswürd i- gung strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten Be richte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellu n- gen der v ersicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollzie h- baren Bericht eines be handelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hin weis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfa h- ren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 bis 4.6). Im Übrigen ist nicht zwingend erforderlich, dass die versicherte Person untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur "bei Bedarf" selber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fä llen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen an sich ist somit kein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es im Wesentlichen um die Beurt eilung eines feststehenden med i- zinischen Sachverhalts geht, und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 und I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1, je mit Hinweisen). 5.5 Hinsichtlich der Entstehung des Anspruchs auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG jene Versicherten Anspruch auf eine C-4255/2010 Seite 14 Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenb e- reich zu betätigen, nicht durc h zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), und die z u- sätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durc h- schnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach A blauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 5.6 Für die Annahme bleibender Invalidität im Sinne von Art. 29 Abs. 1 Bst. a IVG und Art. 29 IVV ist nach ständiger Rechtsprechung des EVG (heute Bundesgericht) die überwiegende Wahrscheinlichkeit erforderlich, dass ein weit gehend stabilisierter, im Wesentlichen irreversibler Gesun d- heitsschaden vorliegt, welcher die Erwerbsfähigkeit der versicherten Pe r- son vor aussichtlich dauernd in rentenbegründendem Ausmass beei n- trächtigen wird. Als relativ stabilisiert kann ein ausgesprochen labil gew e- senes Leiden nur dann betrachtet werden, wenn sich sein Charakter deutlich in der Weise geändert hat, dass vorausgesehen werden kann, in absehbarer Zeit werde keine praktisch erhebliche Wandlu ng mehr erfo l- gen (BGE 119 V 102 E. 4a mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung führt dazu, dass die Annahme bleibender Invalidität im Rahmen von Art. 29 IVG Seltenheitswert hat; in Betracht fällt sie etwa bei Amputationen ( UL- RICH MEYER-BLASER, Rechtsprechung d es Bundesgerichts zum IVG, Z ü- rich 1997, S. 232 f., mit weiteren Hinweisen). Fehlen die genannten r e- striktiven Kriterien, so ist die Frage, wann ein allfälli ger Rentenanspruch entsteht und mithin der Versicherungsfall eintritt, stets nach Massgabe von Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG zu prüfen. Mit der in dieser Bestimmung vorgesehenen Wartezeit von einem Jahr wird eine Abgrenzung zwischen den Aufgaben der Invalidenversicherung und denjenigen der sozialen Kranken- und Unfallversicherung be zweckt; letztere haben während der Wartezeit in erster Linie für den Erwerbsausfall bei Krankheit oder Unfall aufzukommen (BGE 111 V 23 E. 3a). Nach Art. 29ter IVV liegt ein wesent- licher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG vor, wenn die vers icherte Person an mindestens 30 aufeinanderfo l- genden Tagen voll arbeitsfähig war. 5.7 Zu bemerken bleibt, dass aufgrund des im gesamten Sozialversi - cherungsrecht geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht ein invalider Versicherter gehalten ist, innert nützlicher Frist Arbeit im ang e- stammten oder einem anderen Berufs- oder Erwerbszweig zu suchen und anzunehmen, soweit sie möglich und zumutbar erscheint (BGE 113 V 28 E. 4a, 111 V 239 E. 2a). Deshalb ist es am behandeln den Arzt bzw. am C-4255/2010 Seite 15 Vertrauensarzt einer IV-Stelle aus medizinischer Sicht zu bestimmen, in welchem Ausmass ein Versicherter seine verbliebene Arbeitsfähigkeit bei zumutbarer Tätigkeit und zumutbarem Einsatz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt einsetzen kann. Diese Arbeitsmöglichkeit hat sich der Versi- cherte anrechnen zu lassen. 5.8 Zusammenfassend ist somit im Folgenden vom Bundesverwaltung s- gericht zu prüfen, ob für den Beschwerdeführer zwischen dem 15. Se p- tember 2004 (mindestens ein Jahr vor Antragstellung) und dem 6. Mai 2010 (Datum der angefochtenen Verfügung) ein Anspruch auf eine Invali- denrente bestand oder ein solcher in diesem Zeitraum entstanden ist. 6. 6.1 Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer hauptsäc h- lich in psychischer Hinsicht an einem chronischen Alkoholismus (ICD: F 10.2) mit Status nach Entzugsbehandlung, beginnender Polyneurop a- thie und leichtem amnestischem Syndrom, einer sozialen Phobie (ICD: F 40.1) und einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD; F 33.4), der- zeit grössenteils rem ittiert, leidet. Dazu wurde bei ihm in physischer Hin- sicht im Wesentlichen ein chronisches Lumbovertebralsyndrom (ICD: M 54.5) mit ausgeprägten degenerativen Veränderungen, aber ohne radi- kuläre Symptomatik diagnostiziert, sowie eine Hyperthyreose, Adipositas und eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK). 6.2 Dabei haben gemäss übereinstimmender Beurteilung der österreich i- schen und schweizerischen Ärzte die beim Beschwerdeführer diagnost i- zierten physischen Leiden praktisch keinen Einfluss auf dessen Arbeit s- fähigkeit. So sind im orthopä dischen Gutachten von Dr. med. F._______ vom 16. Januar 2009 keine erheblichen Funktionseinbussen erwähnt. Der Beschwerdeführer könne nach wie vor in somatischer Hinsicht vollschich- tig leichte bis mittelschwere Arbeiten in wechselnder Körperhaltung, ohne Zeitdruck und mit Begrenzung der Gehstrecke verrichten (act. 64 IVSTA). Diese Beurteilung ist von Dr. med. G._______ (act. 66 IVSTA) und durchwegs von den RAD -Ärzten (act. 70 und 82 IVSTA), auf die sich die Vorinstanz gestützt hat, ohne Einschränkung getei lt worden. Damit kann im vorliegenden Fall als erstes Zwischenergebnis davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer im zu beurteilenden Zeitraum in physischer Hinsicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nie derart ei n- geschränkt gewesen wäre, dass er eine physisch leichte bis mittelschw e- re Tätigkeit wie im Wachdienst nicht vollschichtig hätte ausüben können. C-4255/2010 Seite 16 6.3 Auf den Beschwerdeführer i nvalidisierend wirken demgegenüber se i- ne psychischen Leiden, nämlich den mehrfach erwähnten chronischen Alkoholismus mit beginnender Polyneuropathie und leichtem amnest i- schem Syndrom, die soziale Phobie und zeitlich beschränkt auch eine r e- zidivierende depressive Störung. Auch darin sind sich die österreich i- schen und schweizerischen Ärzte und medizinischen Gutachter grun d- sätzlich einig. Hingegen wird das Ausmass der Invalidität von ihnen tei l- weise unterschiedlich beurteilt, was näher zu prüfen ist. Voraus zuschi- cken ist dabei Folgendes: 6.3.1 Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist vorerst festzuhal- ten, dass für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz keine Bindung an Feststellungen und Entscheide ausländischer Versicherungs- träger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsg rad und Anspruchsbeginn besteht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4). 6.3.2 Bei den diagnostizierten Leiden handelt es sich insgesamt um labi- les pathologisches Geschehen psychischer Natur, so dass ein allfälliger Rentenanspruch erst nach der gesetzlichen Wartezeit von einem Jahr entstehen kann. 6.3.3 Zum diagnostizierten chronischen Alkoholismus ist grundsätzlich festzuhalten, dass dieses Leiden gemäss ständiger Rechtsprechung – auch wenn der Alkoholismus eine Krankheit darstellt – für sich allein ke i- ne Invalidität im Sinne des Gesetzes darstellt ( BGE 102 V 165; 99 V 28 E. 2 S. 28 f.; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N. 25 zu Art. 3 ATSG). Vielmehr wird er invalidenversicherungsrechtlich erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat , in deren oder de s- sen Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer (vgl. SVR 2007 IV Nr. 1 S. 1, I 750/04, E. 1.2 mit Hinweisen), die Erwerbsfähigkeit beei n- trächtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn er selber Folge eines körperliche n, geistigen oder psychischen Gesundheitssch a- dens ist, dem Krankheitswert zukommt ( BGE 124 V 265 E. 3c S. 268 mit Hinweis; Urteile 8C_951/2010 vom 30. Mai 2011 E. 4.1; I 169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2 mit Hinw eisen). Trifft dies nicht zu, ist invalidenver- sicherungsrechtlich – auch im Kontext der generell in der Sozialversich e- rung geltenden Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 117 V 275 E. 2b S. 278; 113 V 28 E. 4a mit Hinweisen, Urteil 9C_916/2010 vom 20. Juni 2011 E. 2.2) – von der Zumutbarkeit abstinenten Verhaltens auszugehen (vgl. Urteil 9C_395/2007 vom 15. April 2008 E. 2.3, wonach auch durch den Alkoholkonsum induzierte psych ische Störungen reversibel und d a-C-4255/2010 Seite 17 her unbeachtlich sind); dies schliesst die Annahme einer längere Zeit dauernden Arbeitsunfähigkeit aus (Vgl. 9C_213/2011 vom 2. November 2011 E. 4.4.2). 6.3.4 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit kön nen, wie b e- reits ausgeführt (vgl. oben E. 5.2) , in gleicher Weise wie körperliche G e- sundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Ve r- bindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Die Annahme eines psychischen G e- sundheitsschadens, so etwa auch der rezidivierenden depressiven St ö- rung, setzen zunächst eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus, was in casu vorliegt. Dabei ist zu beachten, dass das klinische B e- schwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen bestehen darf, welche von belastenden psychosozialen oder soziokulturellen Faktoren herrü h- ren, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfa s- sen hat, wie zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszust änden klar unterscheidbare andauernde Depression in fachmedizinischem Si n- ne. Solche verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (Entsc heid EVG I 232/04 vom 10. Januar 2005, E. 5). 6.4 Zusammenfassend haben sich die Ärzte im Einzelnen wie folgt über die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wegen seiner psychischen Leiden ausgesprochen: 6.4.1 Dr. med. B._______, Facharzt für Neur ologie und Psychiatrie, kam in seinem umfassenden, nachvollziehbaren und schlüssigen neurol o- gisch-psychiatrischen Gutachten vom 25. September 2006, das im Übr i- gen die oben (vgl. E. 5.4.2) aufgelisteten Beweiswert -Kriterien einwand- frei erfüllt, zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer vollschichtig leichte körperliche und geistige Arbeit mit einem gelegentlichen Wechsel der Körperhaltung, ohne Heben schwerer Lasten und längerdauernden Zwangshaltungen, ohne Zeitdruck und ohne regelmässige psychosoziale Kontakte zumutbar seien (act. 30 IVSTA, S. 12/13). Das Gutachten e r- gänzte und bestätigte Dr. med. B._______ am 17. November 2006 (vgl. act. 31 IVSTA), indem er die Berücksichtigung der rezidivierenden d e- pressiven Störung festhielt, am 10. Mai 2007 (vgl. act. 32 IV STA), indem insbesondere die (angepasste) Tätigkeit eines Sortierers/Kontrolleurs in der Elektroindustrie als zumutbar bestätigt wurde, und am 6. August 2007 (vgl. act. 33 IVSTA), indem der Gutachter keine neuen Gesichtspunkte C-4255/2010 Seite 18 aus einer Zeugenaussage zur s ozialen Phobie des Beschwerdeführers ersehen konnte. In der Anamnese seines Gutachtens vom 25. September 2006 erwähnt Dr. med. B._______ im Übrigen, dass der Beschwerdefü h- rer nach eigenen Angaben seit Jahrzenten, in den letzten 7 -8 Jahren zu- nehmend, unter wiederkehrenden depressiven Zuständen leidet, ohne dass er – mit Ausnahme einer Alkoholentziehungskur im Jahre 1998 – für längere Zeit arbeitsunfähig gewesen war (act. 10 IVSTA). Darauf gestützt stellte der RAD Rhône am 17. Januar 2008 fest, dass beim Besc hwerde- führer jedenfalls bis September 2006 in einer angepassten Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (act. 35 IVSTA). Als weiteres Zwischenergebnis kommt das Gericht angesichts der e r- wähnten schlüssigen Berichte zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer mindestens bis September 2006 keine rentenbegründende Invalidität b e- standen hat. 6.4.2 Zu würdigen sind sodann nachfolgend drei weitere, zwischen Mai 2008 und November 2009 erstellte psychiatrische Gutachten, die in der Beurteilung der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit divergieren. 6.4.2.1 Aus einem im Auftrage des österreichischen Versicherungsträgers am 14. Mai 2008 erstellten psychiatrischen Gutachten von Dr. med. C._______, österreichischer Facharzt für Psychiatrie , geht hervor, dass der Beschwerdeführer seit Juni 2006 mehrheitlich abstinent war, und aber in den 5 Jahren vor der Untersuchung wegen der depressiven Sympt o- matik in psychiatrischer Behandlung war (act. 39 IVSTA). Für den Gu t- achter erschien die cerebrale Belastbarkeit des Beschwerdeführers zur Zeit der Untersuchung als zu gering, als dass er eine Arbeitstätigkeit hätte ausüben können. Es hätten sich im Verlaufe des Gesprächs vegetative Symptome gezeigt (Zittern, Gedächtnisstörungen, Irritierbarkeit) sowie Ermüdbarkeit. In der Wahrnehmung des Beschwerdeführers würden aber die soziale Phobie und die somatischen Leiden im Vordergrund stehen. Eine Besserung des Gesundheitszustandes erachtete der Gutachter in den folgenden 12 Monaten als möglich. 6.4.2.2 Eine weitere, von Dr. med. D._______, österreichischer Facharzt für Psychiatrie und Neurologie , am 9. März 2009 durchgeführte Unters u- chung ergab gemäss diesem Gutachter, dass dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht krankheitsbedingt derzeit und unter Berücksicht i- gung des Lebensalters wohl schon vor hersehbar auf Dauer eine rege l- mässige Berufsausübung nicht mehr möglich sei, da er auch in einer C-4255/2010 Seite 19 geistig einfachen Tätigkeit nicht mehr ausreichend belastbar sei (act. 65 IVSTA). Eine Besserung des Gesundheitszustandes sei laut dem Gutach- ter nicht mehr zu erwarten (infauste Prognose). In der Anamnese wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer nie aus psychiatrischen Grü n- den stationär behandelt worden sei und jetzt zwar an der sozialen Phobie (Menschenansammlungen) und Schlafstörungen leiden würde, hingeg en keine Selbstmordgedanken hege. Der Gutachter wies insbesondere da r- auf hin, dass der Beschwerdeführer nach Konsum von ¼ l Rotwein mit wahrnehmbarem Foetor !thylicus ex ore zur Untersuchung erschien und umständlich-mühsam-verlangsamt wirkte. Er sei zudem bewusstseinsklar, geordnet und allseits or ientiert erschienen, ohne akute Panik oder ps y- chotische Symptome, aber mit reichlichem Selbstmitleid. 6.4.2.3 Im Auftrag der Vorinstanz begutachtete Dr. med. E._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und z ertifizierter medi- zinischer Gutachter SIM (Swiss Insurance Medicine) in Z._______, den Beschwerdeführer am 6. Oktober 2009 (act. 80 IVSTA). Dem psychiatr i- schen Gutachten kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer an den bereits mehrfach aufgezählten, diagnostizierten psychischen B e- schwerden leide, wobei es ihm nach eigenen Aussagen hinsichtlich der Depressionen deutlich besser gehe, was mit dem Wegfall der Pflege des Vaters zusammenhänge, die ihn belastet habe. Seit 2 Jahren stehe er nicht mehr bei ei nem Psychiater in Behandlung, besuche aber regelmä s- sig den Hausarzt. Gemäss der Beurteilung des Gutachters könne von e i- ner grossteiligen Remission der Depression ausgegangen werden. Die noch bestehende soziale Phobie sei ein Dauerzustand, der bereits vo r- handen gewesen sei, als der Beschwerdeführer u.a. als Nachtportier g e- arbeitet habe. Aus psychiatrischer Sicht sei das Alkoholabhängigkeits- syndrom der wichtigste Befund, wobei testpsychologisch ein leichtes a m- nestisches Syndrom nachgewiesen werden könne und d er Beschwerde- führer Hinweise auf eine Polyneuropathie zeige. Daraus sei abzuleiten, dass die Arbeitsfähigkeit vor allem wegen des amnestischen Syndroms teilweise eingeschränkt sei, und zwar generell zu ca. 30% seit ca. 1 bis 2 Jahren. In einer angepassten Tätigkeit, z.B. als Nachtwächter, könne er zu 80% arbeiten. Könnte der Beschwerdeführer zu einer Alkoholabstinenz motiviert werden (auch dank einer erneuten stationären Entzugsbehan d- lung), wäre hypothetisch gar eine etwas höhere Arbeitsfähigkeit denkbar (der Gutachter gibt 89% an). Zum Bericht des Gutachters D._______ bemerkte Dr. med. E._______, dass sich zum damaligen Zeitpunkt die Pflege des Vaters noch negativ ausgewirkt habe und der Beschwerdefüh- rer am Untersuchungstag deutlich alkoholisiert gewesen se i; den Bericht C-4255/2010 Seite 20 von Dr. med. G._______ kritisierte der Gutachter, weil jener krankheit s- fremde Momente wie das Lebensalter bei der Beurteilung der Arbeitsf ä- higkeit berücksichtigt und mögliche therapeutische Massnahmen nicht diskutiert habe. 6.4.3 Die Vorinstanz stützt sich im Wesentlichen auf die Befunde des (…) Gutachters, dem sie den Begutachtungsauftrag gegeben hat. Für das Gericht steht fest, dass jedenfalls dieses Gutachten von Dr. med. E._______ für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un - tersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Be - urteilung der medizini schen Zusammenhänge und in der Be urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und dessen Schluss folgerungen be- gründet sind. Dr. med. E._______ nimmt insbesondere auch zum Gutach- ten von Dr. med. D._______ Stellung, das 7 Monate zuvor erstellt worden ist. Die Beurteilung von Dr. med. E._______, wonach die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers angesi chts seiner psychischen Beschwerden (leichtes amnestisches Syndrom, soziale Phobie) seit 1 bis 2 Jahren, also ca. seit Ende 2007/anfangs 2008 generell in der angelernten Tätigkeit zu 30% und in einer angepass ten Tätigkeit, wie beispielsweise als Nach t- wächter, zu 20% reduziert ist, ist nachvollziehbar und schlüssig. 6.4.4 Die etwas anderen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit der österre i- chischen Ärzte erklären sich nebst den unterschiedlichen Beurteilungskr i- terien (zum Beispiel hinsichtlich des ausgeglichenen Arbei tsmarktes, vgl. oben E. 5.2, und der angepassten Tätigkeiten, vgl. oben E. 5.7, und ganz allgemein E. 6.3.1) zum Teil auch dadurch, dass sie den Beschwerdefü h- rer zu einem Zeitpunkt begutachtet haben, an welchem er eine depress i- vere Phase durchlief (14. Ma i 2008, Dr. med. C._______) oder sich in a l- koholisiertem Zustand untersuchen liess (9. März 2009, Dr. med. D._______). Jedenfalls lassen sich aus den beiden österreichischen Gu t- achten weder schwerere depressive Episoden (mit stationären Behan d- lungen und Su izidversuchen; vgl. oben E. 6.3.4), noch wegen dem Alk o- holismus bedingte Gesundheitseinschränkungen (vgl. oben E. 6.3.3) he- rauslesen, die über das von Dr. med. E._______ beschriebene leichte amnestische Syndrom oder der Polyneuropathie hinausgehen, noch kö n- nen ihnen schliesslich während eines ganzen Jahres (Wartezeit) anda u- ernde, rentenbegründende Einschränkungen entnommen werden (vgl. oben E. 6.3.2). C-4255/2010 Seite 21 6.4.5 Bei der Gegenüberstellung dieser Gutachten ergibt sich für das G e- richt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, dass die psychischen Leiden die Arbeitsfähigkeit zwar seit ca. Ende 2007 ohne Zweifel einschränken, aber nicht in einem grösseren Umfang, als sie der Gutachter Dr. med. E._______ nach der persönlichen Untersuchun g des Beschwerdeführers und in Kenntnis aller medizinischen Vorakten eingeschätzt hat, nämlich zu 30% in der Haupttätigkeit und zu 20% in einer angepassten Tätigkeit. Als bisherige Haupttätigkeit(en) können die Tätigkeit als Büromechaniker (vgl. act. 19 IV STA), Monteur, Lagerist Kontrolleur (vgl. act. 20 IVSTA) und als zuletzt bis 2003 ausgeübte Tätigkeit der Wachdienst genannt werden (vgl. act. 17 IVSTA). Eine angepasste Tätigkeit wäre etwa diej e- nige als Nachtportier. 6.5 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Aus wirkungen dieser Arbeitsunfä- higkeit. 6.5.1 Die Vorinstanz hat den Invaliditätsgrad von 30 % mittels eine s Pro- zentvergleichs festgelegt (vgl. Vernehmlassung vom 2. November 2012 [act. 12]). Wie erwähnt (vorne E. 5.4) ist bei erwerbstätigen Versicherten der Inva li- ditätsgrad im Rahmen eines Vergleichs zwischen Validen - und Invaliden- einkommen möglichst genau zu ermitteln oder nach Massgabe der ko n- kreten Umstände zu schätzen. Den Invaliditätsgrad durch Übernahme der prozentualen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (P rozentvergleich) zu ermitteln, rechtfertigt sich insbesondere dann, wenn in der bisherigen T ä- tigkeit eine erhebliche Restarbeitsfähigkeit besteht und zudem in allfäll i- gen Verweisungstätigkeiten kein höheres Einkommen erzielt werden könnte (vgl. BGE 114 V 3 10 E. 3a mit Hinweisen; Urteil des BGer 9C_129/2008 vom 7. August 2008 E. 3.3.1). Beim Beschwerdeführer besteht nach Beurteilung der Ärzte (d.h. insbe- sondere des Gutachters E._______ und der RAD-Ärzte) in der bisherigen Tätigkeit eine recht hohe Restarbeitsfähigkeit von 70% und in einer a n- gepassten Tätigkeit eine solche von 80%. Ein leidensbedingter Abzug ist bei der Anwendung des Prozentvergleichs grundsätzlich nicht vorzune h- men (Urteil des BGer 9C_129/ 2008 vom 7. August 2008 E. 3.3.1 mit Hinweis auf BGE 126 V 75 E. 5b). Im Übrigen sind vorliegend keine U m- stände ersichtlich, welche einen Abzug beim Invalidenlohn gemäss BGE 126 V 75 rechtfertigen würden. C-4255/2010 Seite 22 Die Ermittlungsmethode der Vorinstanz ist daher nicht zu beanstanden. 6.5.2 Daraus ergibt sich mit der Vorinstanz ein Invaliditätsgrad von 30 %. Da dieser tiefer liegt als der rentenbegründende Mindestinvaliditätsgrad von 40% (vgl. vorne E. 5.3), besteht kein Anspruch auf eine Invalidenren- te. 6.5.3 Aus diesen Gründen ist die Beschwerde abzuweisen und die ang e- fochtene Verfügung zu bestätigen. 7. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung 7.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Zufolge Bewilligung der unent- geltlichen Rechtspflege sind dem unterliegenden Beschwerdeführer alle r- dings keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 7.2 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdefü h- rer keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE). Der obsiegenden Vorinstanz steht pra- xisgemäss – Ausnahme vorbehalten (BGE 127 V 205) – keine Parteient- schädigung zu. C-4255/2010 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege werden keine Ve r- fahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Stufetti Jean-Marc Wichser Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173. 110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: