<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00143</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204236&amp;W10_KEY=13013568&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00143</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.05.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilfe: Kürzung nach Androhung, weil die Beschwerdeführerin es unterlassen hat, sich um eine Erwerbstätigkeit zu bemühen. Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts und Streitwertberechnung (E. 1). Rechtsgrundlagen für die Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen, für die Androhung und den Vollzug einer Kürzung (E. 3). Die beanstandete Kürzung ist verfahrensmässig korrekt abgewickelt worden (E. 4). Fraglich ist, ob die Aufforderung zur Suche einer Erwerbstätigkeit, deren Nichtbefolgung den Kürzungsmechanismus ausgelöst hat, nicht bereits früher hätte angefochten werden müssen. Offen gelassen, weil eine erneute Aufforderung in diesem Verfahren wiederum im Streit liegt (E. 5.1). Es ist im Grundsatz nicht zu beanstanden, wenn die Behörde von der Beschwerdeführerin verlangt, sich um eine Erwerbstätigkeit zu bemühen (E. 5.2.1). Auch unter den konkreten Umständen erweist sich diese Weisung als rechtmässig: Der neunjährige Sohn besucht die Schule und hat bereits einen Grad an Selbständigkeit erreicht, der keine durchgehende Betreuung rund um die Uhr durch die Beschwerdeführerin erfordert. Es ist für sie zumutbar, eine Teilzeitarbeit im Umfang von ca. 50 % anzunehmen (E. 5.2.2). Der Umfang der Kürzung entspricht dem Rahmen der SKOS-Richtlinien (E. 5.3). Die Androhung der Kürzung ist als verfahrensleitende Anordnung nicht weiterziehbar (E. 6). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANDROHUNG">ANDROHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSSUCHE">ARBEITSSUCHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERWERBSTÃTIGKEIT">ERWERBSTÃTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDBEDARF">GRUNDBEDARF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KÃRZUNG">KÃRZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTHILFE">SELBSTHILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SKOS-RICHTLINIEN">SKOS-RICHTLINIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEISUNG">WEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 3 Abs. II SHG</span><br/><span class="gerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 21 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 24 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 17 SHV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>H (geb. 1955), allein erziehende Mutter von I (geb. 1994), bezieht seit dem 1. Januar 1998 Sozialhilfeleistungen von der Gemeinde X. Da H aus ihrer damaligen selbstÃ¤ndigen BeratungstÃ¤tigkeit kein oder nur ein sehr geringes Einkommen erzielt hatte, forderte die Sozialkommission X sie erstmals mit Beschluss vom 14. Dezember 1998 auf, ihre ErwerbstÃ¤tigkeit so auszuweiten, dass sie damit mindestens einen angemessenen Teil ihres Lebensunterhalts selber aufbringen kÃ¶nne. Zwischen Mai 1999 und Februar 2001 nahm H eine Teilzeitstelle (12 Stunden pro Woche) an. Das Einkommen wurde an die Sozialhilfeleistungen angerechnet. Die Aufgabe der Teilzeitarbeit begrÃ¼ndete sie im Wesentlichen mit der Situation ihres Sohnes, der damals die erste Klasse der Primarschule besuchte: Krankheit und Probleme im schulischen Umfeld hÃ¤tten eine intensive Betreuung notwendig gemacht. Sie wolle wieder selbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tig werden und ihre frÃ¼here BeratungstÃ¤tigkeit aufnehmen. In der Folge erzielte sie aber daraus kein nennenswertes Einkommen. Vielmehr sah sie sich nach ihren Angaben gezwungen, sich noch intensiver um ihren Sohn zu kÃ¼mmern, den neben schulischen Problemen auch eine Auseinandersetzung mit einer Nachbarin belaste. Eine ausserhÃ¤usliche TÃ¤tigkeit sei deshalb fÃ¼r sie nicht zumutbar.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span> Mit Beschluss vom 24. Februar 2003, der zur Hauptsache die weitere GewÃ¤hrung der Sozialhilfeleistungen zum Inhalt hatte, machte die Sozialkommission der Gemeinde X Frau H ein weiteres Mal darauf aufmerksam, dass sie einer ErwerbstÃ¤tigkeit im Umfang von ca. 50 % nachgehen mÃ¼sse und ihre BemÃ¼hungen um eine Arbeitsstelle monatlich zu belegen habe. Ausserdem wurde ihr fÃ¼r den Fall, dass sie dieser Aufforderung nicht nachkommen sollte, eine KÃ¼rzung der Sozialhilfeleistungen in Aussicht gestellt.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>C. </span></b><span> Am 28. Juli 2003 beschloss die Sozialkommission X, monatliche Sozialhilfeleistungen von Fr. 2'822.- vorlÃ¤ufig weiter bis zum 31. Oktober 2003 zu gewÃ¤hren. Der Betrag berÃ¼cksichtigte die Streichung des Grundbedarfs II von Fr. 158.- pro Monat. Die Sozial­kommission wiederholte ihre Aufforderung an H, sich weiter um eine Arbeitsstelle zu bemÃ¼hen und dies der BehÃ¶rde gegenÃ¼ber zu belegen. Zudem wurde ihr fÃ¼r den Unterlassungsfall eine weitere KÃ¼rzung der Leistungen angedroht.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>D. </span></b><span> Mit Beschluss vom 20. Oktober 2003 gewÃ¤hrte die Sozialkommission H zwar weiterhin bis zum 31. Januar 2004 Sozialhilfeleistungen. Weil H dem Ersuchen der BehÃ¶rde nicht nachgekommen war, kÃ¼rzte sie den monatlichen Betrag wie bisher um den Grundbedarf II und zusÃ¤tzlich um 10 % des Grundbedarfs I (Fr. 157.- pro Monat) auf Fr. 2'665.-, bekrÃ¤ftigte die Aufforderung zur Arbeitssuche und fÃ¼gte eine erneute KÃ¼rzungsandrohung an.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> Einen dagegen von H erhobenen Rekurs wies der Bezirksrat Y mit Beschluss vom 8. MÃ¤rz 2004 ab, soweit er darauf eintrat. </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> Mit Eingabe vom 25. MÃ¤rz 2004 erhob H Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragte sinngemÃ¤ss die Aufhebung des Beschlusses vom 8. MÃ¤rz 2004. Der Bezirksrat Y verzichtete am 6. April 2004 auf eine Vernehmlassung, wÃ¤hrend die Sozialkommission X am 26. April 2004 beantragte, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde gemÃ¤ss § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) funktionell und sachlich zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Streit liegt primÃ¤r die von der Beschwerdegegnerin mit Beschluss vom 20. Oktober 2003 angeordnete KÃ¼rzung der Sozialhilfeleistungen von insgesamt Fr. 945.- (Grundbedarf II: Fr. 158.- pro Monat, 10 % des Grundbedarfs I: Fr. 157.- pro Monat; bezogen auf die vom Beschluss umfasste Zeitperiode vom 1. November 2003 bis 31. Januar 2004). Die mit angefochtene Aufforderung zur Arbeitssuche und KÃ¼rzungsandrohung weisen keinen ziffernmÃ¤ssig bestimmbaren Streitwert auf. Beide stehen in einem AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis zur erfolgten Anordnung der KÃ¼rzung. FÃ¼r die Bestimmung des SpruchkÃ¶pers ist deshalb der in erster Linie angefochtene KÃ¼rzungsbetrag massgeblich, dessen HÃ¶he die einzelrichterliche Beurteilung vorschreibt (§ 38 Abs. 1 und 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span> Der Bezirksrat erachtete die von der SozialbehÃ¶rde X angeordnete KÃ¼rzung der Sozialhilfeleistungen von insgesamt Fr. 315.- pro Monat angesichts der unterbliebenen BemÃ¼hungen der BeschwerdefÃ¼hrerin, eine Arbeitsstelle zu suchen, als rechtmÃ¤ssig und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Der Antrag der BeschwerdefÃ¼hrerin, die Leistungen um Fr. 500.- zu erhÃ¶hen, sei ungerechtfertigt (E. 2.2). Die im angefochtenen Beschluss statuierte Androhung einer weiteren KÃ¼rzung des Grundbedarfs I stelle eine verfahrensleitende Anordnung dar, die nicht selbstÃ¤ndig mit Rekurs anfechtbar sei (E. 2.3).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span> Die BeschwerdefÃ¼hrerin verweist in der Beschwerdeschrift und in den beigelegten zahlreichen Beilagen auf ihre schwierige Lebenssituation. Namentlich der Umstand, dass sich der Kindsvater nicht um I kÃ¼mmere, und schulische Probleme hÃ¤tten ihre volle PrÃ¤senz erfordert. Ihr sei die elterliche Sorge zugeteilt worden, weshalb sie ihre Verantwortung als Mutter gegenÃ¼ber ihrem Sohn wahrnehmen wolle. Die intensive Betreuung des Sohnes habe viel Gutes bewirkt. Das wolle sie nicht aufs Spiel setzen, zumal aus entwicklungspsychologischer Sicht Knaben ab zehn Jahren besondere Aufmerksamkeit brÃ¤uchten. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span> Die Beschwerdegegnerin fÃ¼hrt aus, dass die Argumente der BeschwerdefÃ¼hrerin seit Jahren bekannt seien. Sie hÃ¤lt an ihrem Standpunkt fest, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine teilzeitliche ErwerbstÃ¤tigkeit fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin zumutbar sei.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, hat Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe (§ 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 [SHG]). Die wirtschaftliche Hilfe darf mit Auflagen und Weisungen verbunden werden, die geeignet sind, die Lage des HilfeempfÃ¤ngers zu verbessern (§ 21 SHG). Wenn der Hilfesuchende Anordnungen der BehÃ¶rde nicht befolgt, insbesondere Auflagen und Weisungen missachtet und er zudem auf die MÃ¶glichkeit einer LeistungskÃ¼rzung schriftlich hingewiesen worden ist, kÃ¶nnen die Leistungen gekÃ¼rzt werden (§ 24 Abs. 1 SHG). Ein solcher Hinweis kann mit der Anordnung der BehÃ¶rde verbunden werden (Abs. 2). FÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich sind im Weiteren grundsÃ¤tzlich die Richtlinien fÃ¼r die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien, herausgegeben von der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe) verbindlich (§ 17 Satz 3 und 4 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 [SHV]). Danach ist unter Beachtung des Grundsatzes der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit unter anderem die Streichung des Grundbedarfs II fÃ¼r maximal zwÃ¶lf Monate und beim Vorliegen qualifizierter KÃ¼rzungsgrÃ¼nde eine Reduktion des Grundbedarfs I um maximal 15 % fÃ¼r hÃ¶chstens sechs Monate zulÃ¤ssig. Unter bestimmten Voraussetzungen kÃ¶nnen diese Massnahmen verlÃ¤ngert und/oder verschÃ¤rft werden (SKOS-Richtlinien, Ziff. A.8.3).</span></p> <p class="Erwgung1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> Festzuhalten ist zunÃ¤chst, dass die beanstandete KÃ¼rzung in verfahrensmÃ¤ssiger<i> </i>Hinsicht korrekt abgewickelt worden ist. Die Beschwerdegegnerin hat nÃ¤mlich die Weisung an die BeschwerdefÃ¼hrerin, eine ErwerbstÃ¤tigkeit zu suchen, in den zahlreichen anfechtbaren Be­schlÃ¼ssen, mit denen sie die GewÃ¤hrung von Sozialhilfeleistungen verlÃ¤ngerte, jeweils im Dispositiv aufgefÃ¼hrt. Sie hat die KÃ¼rzungen vor dem Vollzug der BeschwerdefÃ¼hrerin ausdrÃ¼cklich angedroht und dabei zusÃ¤tzlich die Weisung zur Arbeitssuche wiederholt: Mit Beschluss vom 24. Februar 2003 erfolgte erstmals eine KÃ¼rzungsandrohung, welche die Beschwerdegegnerin mit Beschluss vom 7. Juli 2003 mit der Streichung des Grundbedarfs II in die Tat umsetzte. Eine weitere KÃ¼rzung drohte die Beschwerdegegnerin der BeschwerdefÃ¼hrerin mit Beschluss vom 28. Juli 2003 an, welche sie schliesslich mit dem dem Beschwerdeverfahren zugrunde liegenden Beschluss vom 20. Oktober 2003 mit der KÃ¼rzung des Grundbedarfs I um 10 % vollzog.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet die RechtmÃ¤ssigkeit der KÃ¼rzung, weil sie die vorangegangene Weisung, sich um eine Arbeitsstelle zu kÃ¼mmern, angesichts ihrer familiÃ¤ren Situation als unzulÃ¤ssig erachtet. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span> Fraglich ist, ob die ZulÃ¤ssigkeit dieser Aufforderung Ã¼berhaupt in diesem Beschwerdeverfahren Ã¼berprÃ¼ft werden kann. Die Beschwerdegegnerin hat diese Weisung, deren Nicht­befolgung den KÃ¼rzungsmechanismus letztlich auslÃ¶ste, in den erwÃ¤hnten BeschlÃ¼ssen vom 24. Februar 2003 und 28. Juli 2003 im Dispositiv aufgefÃ¼hrt. Die begrÃ¼ndeten BeschlÃ¼sse enthielten auch eine Rechtsmittelbelehrung (vgl. RB 2001 Nr. 51, 1998 Nr. 34). Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat diese beiden BeschlÃ¼sse â wie im Ãbrigen auch alle vorangegangenen BeschlÃ¼sse â nicht oder nicht erfolgreich angefochten. Deshalb sind sie in Rechtskraft erwachsen. Die Frage kann jedoch offen gelassen werden, weil im angefochtenen Beschluss der Beschwerdegeg­nerin vom 20. Oktober 2003 die genannte Weisung erneut im Dispositiv verankert ist und die BeschwerdefÃ¼hrerin nun sinngemÃ¤ss eine ÃberprÃ¼fung dieses Beschlusses verlangt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>5.2.1 </span></b><span> Die in Geld ausgerichtete Sozialhilfe dient der ÃberbrÃ¼ckung einer Notlage, indem sie das soziale Existenzminimum gewÃ¤hrleistet (vgl. § 15 Abs. 1 SHG, § 17 Satz 1 und 2 SHV). Das Sozialhilferecht ist allerdings auch geprÃ¤gt vom Prinzip der SubsidiaritÃ¤t. Die hilfesuchende Person ist verpflichtet, alles Zumutbare zu unternehmen, um eine Notlage aus eigenen KrÃ¤ften abzuwenden. In Frage kommt dabei auch der Einsatz der eigenen Arbeitskraft (SKOS-Richtlinien, Ziff. A.4, vgl. § 3 Abs. 2 SHG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Daher ist es im Grundsatz nicht zu beanstanden, ja sogar geboten, die BeschwerdefÃ¼hrerin aufzufordern, mit einer ErwerbstÃ¤tigkeit einen eigenen Beitrag zur Verbesserung der finan­ziell angespannten Lage zu leisten.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>5.2.2 </span></b><span> Das sozialhilferechtliche Prinzip der Individualisierung verlangt, dass den Besonder­heiten des Einzelfalls Rechnung getragen wird und die Hilfeleistungen entsprechend anzupassen sind (SKOS-Richtlinien, Ziff. A.4, § 2 Abs. 1 SHG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerdegegnerin hat nicht verkannt, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin als allein er­ziehende Mutter in einer schwierigen Situation befindet. Sie hat zwar seit Dezember 1998 (vgl. Sachverhalt I/A) darauf gepocht, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin mit einer Erwerbs­tÃ¤tigkeit einen Teil ihres Lebensunterhalts selber zu bestreiten habe. Allerdings hat sie immer wieder die konkreten LebensumstÃ¤nde berÃ¼cksichtigt: So hat sie etwa im Jahr 1999, als die BeschwerdefÃ¼hrerin eine Teilzeitarbeit mit einem kleinen Pensum ausÃ¼bte (vgl. Sachverhalt I/A), in Anbetracht der Krankheit des Sohnes vorÃ¼bergehend darauf verzichtet, eine ErhÃ¶hung des Arbeitspensums zu fordern. Ausserdem hat die Beschwerdegegnerin die BeschwerdefÃ¼hrerin nach der Aufgabe der Teilzeitstelle Ende Februar 2001 lange Zeit in deren BemÃ¼hungen, eine Existenz als selbstÃ¤ndig Erwerbende aufzubauen, wohlwollend begleitet. Insgesamt ist die Beschwerdegegnerin der BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼ber die ganze Zeit der UnterstÃ¼tzung mit viel Geduld und VerstÃ¤ndnis begegnet.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach Ã¼ber fÃ¼nfjÃ¤hriger ununterbrochener UnterstÃ¼tzung der BeschwerdefÃ¼hrerin ist aber die Aufforderung an diese, sich intensiv um eine Arbeitsstelle zu kÃ¼mmern, auch unter BerÃ¼cksichtigung der momentanen Situation aus folgenden GrÃ¼nden nicht zu beanstanden: Der Sohn I hat im MÃ¤rz 2003 das neunte Lebensjahr vollendet. Damit hat das Kind bereits einen Grad an SelbstÃ¤ndigkeit erreicht, der keine durchgehende Betreuung rund um die Uhr erfordert. I besucht die Schule, sodass die BeschwerdefÃ¼hrerin einen Freiraum hat, einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachzugehen. Die zeitliche VerfÃ¼gbarkeit fÃ¼r eine Arbeit kann sich zusÃ¤tzlich vergrÃ¶ssern, wenn sie fÃ¼r ihr Kind schulische oder ausserschulische Betreuungsangebote prÃ¼ft. Der behandelnde Kinderarzt konstatierte im Bericht vom 25. Juli 2003, dass sich die schulische Situation verbessert habe, I gute Leis­tungen erbringe und gut in der Klasse integriert sei. Eine von der BeschwerdefÃ¼hrerin geltend gemachte Verschlechterung der SchulverhÃ¤ltnisse ist nicht hinreichend substanziiert und findet keine StÃ¼tze in den Akten. Zudem ging der Arzt im erwÃ¤hnten Bericht davon aus, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin kÃ¼nftig wieder in den Arbeitsprozess integrieren kÃ¶nne.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerdegegnerin hat keinen exakt definierten Umfang der Teilzeitarbeit festgesetzt, den die BeschwerdefÃ¼hrerin erfÃ¼llen muss. Sie erachtete ein Pensum von ungefÃ¤hr<i> </i>50 % als zumutbar, indem sie entweder diese GrÃ¶sse ausdrÃ¼cklich mit der Formulierung "circa" in ihren BeschlÃ¼ssen angegeben oder im Dispositiv Ã¼berhaupt auf eine ErwÃ¤hnung des Pensums verzichtet hat. Die Beschwerdegegnerin hat damit zum Ausdruck gebracht, dass sie die genaue HÃ¶he des erforderlichen Arbeitspensums durchaus einzelfallbezogen zu wÃ¼rdigen be­reit ist. Die periodische ÃberprÃ¼fung der Situation der BeschwerdefÃ¼hrerin (vgl. § 33 SHV), welche die Beschwerdegegnerin mit der jeweils bloss auf einige Monate befristeten GewÃ¤hrung der Leistungen vornimmt, stellt sicher, dass verÃ¤nderte LebensumstÃ¤nde berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnen. Im Ãbrigen gewÃ¤hrt eine Teilzeitstelle im erwÃ¤hnten Umfang noch genÃ¼gend Freiraum, um das Kind ausserhalb der Schulzeit mit einer dem Lebensalter entsprechenden IntensitÃ¤t zu betreuen. Schliesslich kann je nach Art der Arbeit die zeitliche VerfÃ¼gbarkeit fÃ¼r den Sohn noch erweitert werden (z.B. Heimarbeit).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.3 </span></b><span> Die Weisung, sich um eine Arbeitsstelle zu kÃ¼mmern und â damit verbunden â diese BemÃ¼hungen gegenÃ¼ber der Beschwerdegegnerin zu belegen, erweist sich demnach als recht­mÃ¤ssig. â Der Umfang<i> </i>der KÃ¼rzung entspricht dem Rahmen, den die SKOS-Richt­li­nien vorzeichnen (vgl. E. 3). BetragsmÃ¤ssig mag sich die monatliche KÃ¼rzung um Fr. 315.- pro Monat auf die BeschwerdefÃ¼hrerin einschneidend auswirken. Sie ist allerdings mit Blick auf die lange UnterstÃ¼tzungsdauer und die Weigerung der BeschwerdefÃ¼hrerin, trotz entgegenkommender Haltung der Beschwerdegegnerin der Weisung nachzukommen, durchaus noch verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Die KÃ¼rzung der Sozialhilfeleistungen ist daher nicht zu beanstanden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Androhung der KÃ¼rzung stellt als verfahrensleitende Anordnung keine anfechtbare VerfÃ¼gung dar (RB 1998 Nr. 34). DiesbezÃ¼glich kann auf die zutreffenden ErwÃ¤gungen der Vorinstanz verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG). Der Bezirksrat ist deshalb in diesem Punkt zu Recht auf den Rekurs nicht eingetreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>7. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Beschluss des Bezirksrats erweist sich als rechtmÃ¤ssig. Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Gerichtskosten sind ausgangsgemÃ¤ss der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG), wobei bei der Festsetzung der GerichtsgebÃ¼hr in Sozialhilfestreitigkeiten praxisgemÃ¤ss den bedrÃ¤ngten finanziellen VerhÃ¤ltnissen der BeschwerdefÃ¼hrerin Rechnung getragen wird.</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 250.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 310.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Urteilstext"><span>4. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>