<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Lawsearch Cache - AGVE 2011 2 S. 303</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Direktzahlungen</span> <span class="page_no">303</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Direktzahlungen</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>74</b></span> <span class="ft2"><b>Verzicht auf die Kürzung von Direktzahlungen. Verbot der reformatio in</b></span><br/> <span class="ft2"><b>peius. Gebühren bei der Behandlung von Beitragsgesuchen.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Auf die Kürzung von Direktzahlungen kann verzichtet werden, wenn</b></span><br/> <span class="ft2"><b>der Bewirtschafter die Anforderungen an den ökologischen Leis-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>tungsnachweis aufgrund höherer Gewalt nicht erfüllen kann, dies</b></span><br/> <span class="ft2"><b>innerhalb von zehn Tagen schriftlich meldet und die entsprechenden</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Beweise beilegt (Erw. II/6.5).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Verzichtet die Abteilung Landwirtschaft auf die Kürzung von Di-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>rektzahlungen, so ist es der Landwirtschaftlichen Rekurskommission</b></span><br/> <span class="ft2"><b>verwehrt, im Beschwerdeentscheid eine solche vorzusehen (Erw.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>II/6.5).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Unabhängig von der Frage der Kürzung von Direktzahlungen kön-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nen Gebühren für besondere Aufwendungen bei der Behandlung von</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Beitragsgesuchen auferlegt werden (Erw. II/6.6).</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid der Landwirtschaftlichen Rekurskommission vom</span><br/> <span class="ft5">31. März 2011 i.S. V. gegen Departement Finanzen und Ressourcen, Land-</span><br/> <span class="ft5">wirtschaft Aargau (5-BE.2009.4).</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft7">II.</span><br/> <span class="ft7">6.5.</span><br/> <span class="ft7">Gemäss Art. 70a Abs. 1 DZV kann der Kanton auf die Kürzung</span><br/> <span class="ft7">oder Verweigerung der Beiträge verzichten, wenn aufgrund höherer</span><br/> <span class="ft7">Gewalt die Anforderungen des ökologischen Leistungsnachweises</span><br/> <span class="ft7">sowie der Öko- und Ethobeiträge nicht erfüllt werden. Dazu muss die</span><br/> <span class="ft7">Bewirtschafterin Fälle höherer Gewalt innerhalb von zehn Tagen</span><br/> <span class="ft7">nach Bekanntwerden der zuständigen kantonalen Behörde schriftlich</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Landwirtschaftliche Rekurskommission</span> <span class="page_no">304</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">melden und der Meldung die entsprechenden Beweise beilegen</span><br/> <span class="ft7">(vgl. Art. 70a Abs. 2 DZV).</span><br/> <span class="ft7">Die Beschwerdeführerin erntete die Gerste wegen Zwergbrands</span><br/> <span class="ft7">auf der Parzelle S. am 9. Mai 2008 und säte am 18. Mai 2008 Mais</span><br/> <span class="ft7">an. Eine schriftliche Mitteilung erfolgte erst mit Schreiben vom</span><br/> <span class="ft7">22. Juni 2008 und damit mehr als zehn Tage nach Bekanntwerden</span><br/> <span class="ft7">des Zwergbrands. Daher wäre ein allfälliges Ausnahmegesuch ge-</span><br/> <span class="ft7">mäss Art. 70a Abs. 2 DZV - unabhängig davon, ob der Gemeinde-</span><br/> <span class="ft7">ackerbaustellenleiter gemäss § 8 Abs. 2 VRPG verpflichtet gewesen</span><br/> <span class="ft7">wäre, ein an ihn gerichtetes Ausnahmegesuch an die zuständige kan-</span><br/> <span class="ft7">tonale Behörde weiterzuleiten - verspätet erfolgt. Demzufolge hätte</span><br/> <span class="ft7">es sich ohne weiteres rechtfertigen lassen, die Direktzahlungen ge-</span><br/> <span class="ft7">stützt auf Ziff. 4.2 Abs. 1 lit. c des Anhangs zur DZV in Verbindung</span><br/> <span class="ft7">mit Art. 70 Abs. 1 lit. d DZV zu kürzen. Trotzdem hat die Abteilung</span><br/> <span class="ft7">Landwirtschaft auf eine Sanktionierung des Verstosses verzichtet. Da</span><br/> <span class="ft7">der Entscheid der Landwirtschaftlichen Rekurskommission für die</span><br/> <span class="ft7">Beschwerdeführerin nicht ungünstiger ausfallen darf als die ange-</span><br/> <span class="ft7">fochtene Verfügung der Vorinstanz (Verbot der sog. "reformatio in</span><br/> <span class="ft7">peius"; LKE vom 15. September 2008, 5-BE.2007.12, Erw. II/6.2;</span><br/> <span class="ft7">LKE vom 15. November 2007, 5-BE.2006.4, Erw. II/3.4; LKE vom</span><br/> <span class="ft7">25. Januar 2005, 5-DZ.2002.50004, Erw. 2.3.3.1.2), ist in concreto</span><br/> <span class="ft7">nicht weiter darauf einzugehen.</span><br/> <span class="ft7">6.6.</span><br/> <span class="ft7">6.6.1.</span><br/> <span class="ft7">Aus dem angefochtenen Entscheid vom 6. April 2009 ergibt</span><br/> <span class="ft7">sich unmittelbar, dass die Abteilung Landwirtschaft im Zusammen-</span><br/> <span class="ft7">hang mit der Überschreitung des Anteils Mais auf Ackerflächen</span><br/> <span class="ft7">keine Sanktion aussprach, sondern der Beschwerdeführerin einzig in-</span><br/> <span class="ft7">folge Mehraufwands im Zusammenhang mit der Ausnahmebewilli-</span><br/> <span class="ft7">gung Fr. 200.-- auferlegte.</span><br/> <span class="ft7">6.6.2.</span><br/> <span class="ft7">Bei Gebühren handelt es sich um das Entgelt für eine bestimm-</span><br/> <span class="ft7">te, von der abgabepflichtigen Person veranlasste Amtshandlung. Sie</span><br/> <span class="ft7">sollen die Kosten, welche dem Gemeinwesen durch die Amtshand-</span><br/> <span class="ft7">lung entstanden sind, ganz oder teilweise decken (vgl. Ulrich Häfe-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Direktzahlungen</span> <span class="page_no">305</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">lin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht,</span><br/> <span class="ft7">6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 2626).</span><br/> <span class="ft7">6.6.3.</span><br/> <span class="ft7">Bei einem Ausnahmegesuch nach Art. 70a Abs. 2 DZV aufer-</span><br/> <span class="ft7">legt der Verordnungsgeber den Nachweis des Sachverhalts vollum-</span><br/> <span class="ft7">fänglich dem Gesuchsteller bzw. der Beschwerdeführerin (vgl. Wort-</span><br/> <span class="ft7">laut von Art. 70a Abs. 2 DZV: "muss der Bewirtschafter [...] die ent-</span><br/> <span class="ft7">sprechenden Beweise beilegen"). In concreto hat die Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft7">rerin mit ihrem Schreiben vom 22. Juni 2008 keinerlei Beweismittel</span><br/> <span class="ft7">eingereicht. Aus diesem Grund klärte die Abteilung Landwirtschaft -</span><br/> <span class="ft7">ohne eine diesbezügliche Verpflichtung - zusammen mit dem Pflan-</span><br/> <span class="ft7">zenschutzdienst/Feldbau des landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg</span><br/> <span class="ft7">die Situation bezüglich der Gelbverzwergung im Anbaujahr 2008 ab.</span><br/> <span class="ft7">Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist der Abteilung</span><br/> <span class="ft7">Landwirtschaft dadurch offensichtlich ein Mehraufwand entstanden.</span><br/> <span class="ft7">Diesen hat die Beschwerdeführerin zu bezahlen. Hinsichtlich der</span><br/> <span class="ft7">Höhe der Gebühr sieht § 1 Abs. 1 lit. e des Dekrets über die durch</span><br/> <span class="ft7">den Staat zu beziehenden Gebühren für besondere Aufwendungen</span><br/> <span class="ft7">bei der Behandlung von Beitragsgesuchen eine Gebühr von Fr. 50.--</span><br/> <span class="ft7">bis 1'000.-- vor. Gestützt darauf erweist sich die von der Vorinstanz</span><br/> <span class="ft7">erhobene Gebühr in der Höhe von Fr. 200.-- als angemessen und</span><br/> <span class="ft7">lässt sich nicht beanstanden.</span><br/></div> </div> </body> </html>