Kantonsgericht Schwyz Verfügung vom 18. Oktober 2023 BEK 2023 123 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin Daniela Pérez-Steiner, Gerichtsschreiberin Julia Lüönd. In Sachen A.________, Beschuldigte und Beschwerdeführerin, gegen 1. Staatsanwaltschaft, 2. Abteilung, Postfach 1201, Schmiedgasse 21, 6431 Schwyz, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwältin B.________, 2. C.________, Privatkläger und Beschwerdegegner, betreffend Feststellung der Rechtskraft (Strafbefehl) (Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Küssnacht vom 4. September 2023, SEO 2023 11);- hat die Kantonsgerichtsvizepräsidentin,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Der Einzelrichter am Bezirksgericht Küssnacht trat mit Verfügung vom 4. September 2023 auf die Einsprache (der beschuldigten Person) gegen den Strafbefehl vom 27. Juni 2023 nicht ein (Dispositiv-Ziff. 1 lit. a) und stellte fest, dass der Strafbefehl vom 27. Juni 2023 (in Sachen SU A2 2023 2119) damit in Rechtskraft erwachsen sei (Dispositiv-Ziff. 1 lit. b). Die Gerichtskosten von Fr. 500.00 und diejenigen der Strafuntersuchung seit Erlass des Strafbefehls von Fr. 200.00 auferlegte er der beschuldigten Person (Dispositiv-Ziff. 2 lit. a und b). Gegen diese Verfügung erhob die Beschuldigte mit Eingabe datierend vom 15. September 2023 (Postaufgabe: 18. September 2023) beim Kantonsgericht (Eingang: 20. September 2023) „Einsprache“ (recte: Beschwerde; KG-act. 1). Mit Verfügung vom 20. September 2023 wurde die Beschuldigte auf die An- forderungen an eine rechtsgenügende Beschwerde und die Folgen bei deren Nichtbeachtung sowie im Weiteren darauf hingewiesen, dass nach verfah- rensleitender Einschätzung ihre Rechtsmitteleingabe den dargelegten Anfor- derungen womöglich nicht entspreche, insb. betreffend Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Entscheid, und sie Gelegenheit habe, innert Rechts- mittelfrist die Beschwerde entsprechend zu verbessern, dies unter der Andro- hung, im Säumnisfall oder bei ungenügender Verbesserung werde auf die Beschwerde evtl. nicht eingetreten (KG-act. 2). Weil die Beschwerdeführerin diese Gerichtssendung innert der siebentägigen Abholfrist nicht entgegen- nahm, wurde sie ihr erneut zugestellt (KG-act. 6 und 7). Die Beschwerdeführerin reichte innert Rechtsmittelfrist keine verbesserte Rechtsmitteleingabe ein. Ebenso wenig liess sie dem Kantonsgericht zu ei- nem späteren Zeitpunkt eine ergänzte Eingabe zukommen.Kantonsgericht Schwyz 3 2. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Muss das Rechtsmit- tel begründet werden, so hat die Person, die das Rechtsmittel ergreift, genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides sie anficht, welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen und welche Beweismittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 StPO). Erfüllt die Eingabe diese Anforderungen nicht, so weist die Rechtsmittelinstanz sie zur Verbesserung innerhalb einer kurzen Nachfrist zurück. Genügt die Eingabe auch nach Ablauf der Nachfrist den Anforderun- gen nicht, so tritt die Rechtsmittelinstanz auf das Rechtsmittel nicht ein (Art. 385 Abs. 2 StPO). Ungeachtet des Umstandes, dass die Beschuldigte keine verbesserte Be- schwerde einreichte, enthält auch ihre Eingabe datierend vom 15. September 2023 keine Einlassung betreffend die der Dispositiv-Ziffer 1 zugrundeliegen- den Erwägungen. Oder anders gesagt, die Beschuldigte setzt sich nicht an- satzweise mit den vorderrichterlichen Feststellungen zur Ungültigkeit der Ein- sprache auseinander, wonach der Strafbefehl vom 27. Juni 2023 der Beschul- digten am 28. Juni 2023 zugestellt worden sei, weshalb die zehntägige Frist zur Einspracheerhebung am 10. Juli 2023 geendet habe und ihre am 14. Juli 2023 in den Briefkasten der Staatsanwaltschaft eingeworfene Einsprache ge- gen den fraglichen Strafbefehl somit nach Ablauf der zehntägigen Einsprache- frist erfolgt sei (s. angef. Verfügung Erwägungen auf S. 4). Vielmehr be- schränkt sich ihre Beschwerde auf Vorbringen hinsichtlich des mit Strafbefehl vom 27. Juni 2023 erfolgten Schuldspruchs. Die Beschwerdeführerin über- sieht, dass auch ein Laie oder eine Laiin sich die Mühe nehmen muss, in der Beschwerde zumindest kurz anzugeben, was an der angefochtenen Verfü- gung seiner oder ihrer Ansicht nach falsch sein soll. Dies ist auch einer Per- son ohne juristische Kenntnisse zuzumuten (Urteil BGer 6B_866/2020 vom 8. November 2021 E. 3.5.3). Kantonsgericht Schwyz 4 3. Zusammenfassend ist auf die Beschwerde mangels Auseinanderset- zung mit den Gründen der angefochtenen Verfügung ohne Stellungnahmen von Gegenpartei und Staatsanwaltschaft (Art. 390 Abs. 2 StPO) präsidial (§§ 40 Abs. 2 i.V.m. 41 Abs. 1 JG) nicht einzutreten. Ausgangsgemäss sind die im vorliegenden Verfahren reduzierten Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO);Kantonsgericht Schwyz 5 verfügt: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 300.00 werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa- chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be- schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 4. Zufertigung an die Beschwerdeführerin (1/R), den Privatkläger (1/R), die Staatsanwaltschaft (1/A an die 2. Abteilung und 1/R an die Amtslei- tung/zentraler Dienst) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Er- ledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsge- richtskasse (1/ü, im Dispositiv). Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Die Gerichtsschreiberin Versand 18. Oktober 2023 amu