Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Dezember 2019 (720 18 149 / 317) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung der Arztberichte; Einkommensvergleich Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Christof Enderle, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advo- katin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1963 geborene A.____ war zuletzt bei der B.__ __ AG als C.____-Mitarbeiterin sowie bei der Firma D.____ als E.____-Mitarbeiterin im Stu ndenlohn tätig. Am 27. Mai 2014 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Hirnblutung bei der IV- Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, e rwerblichen und haushälterischen Verhältnisse sowie Durchführung des Vorbescheidverfahrens sprach ihr die IV-Stelle mit Verfü- gung vom 30. Juli 2015 eine ganze Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % ab Januar 2015 zu. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Rahmen der am 1. April 2016 eingeleiteten Revision von Amtes wegen wurde die Versicherte polydisziplinär (allgemeine innere Medizin, Neurologie, Neuropsychologie sowie Psychiatrie) durch die Begutachtungsstelle F.____ AG begutachtet. Gestützt auf das Gutachten vom 4. März 2017 sowie die ergänzende Stellungnahme vom 24. April 2017 der F.____ AG ging die IV-Stelle von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit aus und hob in Anwendung der gemischten Bemessungsme- thode die Rente der Versicherten mit Verfügung vom 20. April 2018 gestützt auf einen IV-Grad von 33 % auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokatin Raffaella Biaggi, am 11. Januar 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Lands chaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es s ei die angefochtene Verfügung aufzuhe- ben und ihr weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 21. Juni 2018 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 27. September 20 18 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der An gelegenheit gestützt auf die medizini- sche Aktenlage bzw. das vorliegende polydisziplinäre Gutacht en der F.____ AG vom 4. März 2017 nicht möglich sei. Es beschloss deshalb, den Fall ausz ustellen und ein polydisziplinäres Gutachten (psychiatrisch, neurologisch und neuropsychologisch) bei der Academy of Swiss In- surance (asim) einzuholen. Gleichzeitig unterbreitete d as Gericht den Parteien den vorgesehe- nen Fragenkatalog. Die Beschwerdeführerin erklärte sich mit Schreiben vom 30. Oktober 2018 mit der Begutachtungsstelle und den Fragen einverstan den. Die Beschwerdegegnerin teilte mit Schreiben vom 8. November 2018 mit, die Gutachter seien aufzufordern zusätzlich zum Fragen- katalog allfällige abweichende Untersuchungsergebnisse und Beurteilungen im F.____-Gutach- ten zu kommentieren und ihre eigene Beurteilung eing ehend zu begründen. Zudem solle der Arbeitsunfähigkeitsverlauf seit der F.____-Begutachtun g bis zum Verfügungszeitpunkt beurteilt werden, dies vor allem in zu definierenden angepassten Verweistätigkeiten. Schliesslich wurde um eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Haushaltsbereich gebeten. E. Das von Dr. med. G.____, FMH Innere Medizin, Dr. me d. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. I.____, FMH Neurologie, lic. p hil. K.____, Fachpsychologe für Neu- ropsychologie FSP, erstellte Gerichtsgutachten der asim datiert vom 25. Juni 2019. Mit Schreiben vom 10. Juli 2019 gelangte das Kantonsgericht an das asim und ersuchte um Stellungnahme zu den Fragen der IV, insbesondere zur Arbeitsfähigkeit im Haushaltsbereich wie auch zur Arbeits- fähigkeit im Rahmen einer Teilzeittätigkeit (z.B. bei e iner Präsenzzeit von 70 %). Mit Schreiben vom 9. August 2019 nahm das asim nochmals Stellung. F. In der Folge wurde den Parteien Gelegenheit gege ben, sich zum Gutachten der asim vom 25. Juni 2019 und zu dessen Schreiben vom 9. August 201 9 sowie zu den Auswirkungen der medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch zu äussern. Die Parteien nahmen mit Schreiben vom 19. bzw. 29. August 2019 Stellung. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan- tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen fo rm- und fristgerecht eingereichte Be- schwerde ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge- wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem and ern Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück- sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem n ur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gra d der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes- tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k önnte, in Beziehung gesetzt zum Er- werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in valid geworden wäre. Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 313 E. 3a) und der ausserordentlichen Me- thode (BGE 128 V 29). 3.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werd en kann, wird für die Bemessung der In- validität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Dies ist die spezifische Methode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 20 E. 3.2). 3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig si nd oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich t ätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 V 20 f. E. 3.2 mit Hinweisen). Ist bei diesen Versicherten anzuneh men, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Inva- liditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Er werbstätige zu bemessen (Art. 27bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV ] vom 17. Januar 1961). Vorliegend findet die auf den 1. Januar 2018 in Kraft getretene Revision der IVV noch keine Anwendung, da die Beurteilung einer Verfügung der IV-Stelle vor diesem Zeitpunkt vorzunehmen ist (vgl. Art. 27 und Art. 27bis IVV, in der seit 1. Januar 2018 geltend en Fassung, sowie Übergangsbestimmun- gen zur Änderung vom 1. Dezember 2017; AS 2017 7581 f.). 3.4 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 20 E. 3.1). Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in w elchem Pensum sie hypothetisch er- werbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berück- sichtigen (BGE 125 V 150 E. 2c). Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhält- nissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 20 . April 2018) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überw iegenden Wahrscheinlichkeit erfor- derlich ist (BGE 141 V 20 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.5 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten zu Recht nach der ge- mischten Methode bemessen. Die Beschwerdeführerin hat a nlässlich der Haushaltsabklärung am 7. Juli 2017 angegeben, dass sie ohne gesundheitlich e Einschränkung weiterhin in einem 70 %-Pensum tätig wäre und sich die restliche Zeit um d en Haushalt kümmern würde. Diese Angaben haben die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann im Formular zur Ermittlung der Er- werbstätigkeit am 16. bzw. 17. Juli 2017 unterschriftlich bestätigt. Folgerichtig ist die IV-Stelle von einer Aufteilung von 70 % Erwerbstätigkeit und 30 % Haushaltstätigkeit ausgegangen. 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträch- tigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver- waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterla gen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei- len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2 , 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beur- teilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus- geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer-weise noch ver- richtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät- zung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen d er Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin ische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Expert en begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweis-würdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt- linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahre ns eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs- sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exp ertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grunds- ätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des EVG vom 9. Au- gust 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung t ragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin- nen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte be- handelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom be- handelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzu- stufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutach- tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgut- achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weite rer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gel angen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt g eblieben sind (Urteil des Bundesge- richts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Wie eingangs ausgeführt, hob die IV-Stelle mit Ve rfügung vom 20. April 2018 die der Beschwerdeführerin seit 1. Januar 2015 ausgerichtete ganze IV-Rente per 31. Mai 2018 auf. Sie stützte sich dabei auf das polydisziplinäre Gutachten der F.____ AG vom 24. April 2017. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erör- terung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be- weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit er folgten Urteilsberatung vom 27. Sep- tember 2018 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass dem polydisziplinären Gutachten der F.____ AG vom 4. März 2017 und deren ergänzender Stellungnahme vom 24. April 2017 keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme, da gewisse Indi zien gegen die Zuverlässigkeit Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Gutachtens sprechen würden. Diesbezüglich ist insb esondere festzuhalten, dass im neu- ropsychologischen Teilgutachten eine Schätzung der Arbeit sfähigkeit von zwei Stunden an drei Nachmittagen im Besuchsdienst der Stiftung O.____ festg ehalten wurde. Es wurde ausgeführt, ihre angestammten Tätigkeiten im Gesundheits- und Sicherheitsbereich könne die Beschwerde- führerin nicht mehr effizient bewältigen. In gesamtme dizinischer Hinsicht wurde ohne jegliche Begründung eine 30-50%ige Einschränkung und zwar nur in neuropsychologischer Hinsicht fest- gehalten, was dem neuropsychologischen Teilgutachten widerspricht. Auch wurde im Gutachten keine Verweistätigkeit formuliert, obwohl die bisherige Tätigkeit aus neuropsychologischer Sicht nicht mehr als zumutbar erachtet wurde. Aufgrund dieser Sachlage gelangte das Kantonsgericht zum Schluss, dass auf das Gutachten der F.____ AG nicht abgestellt werden könne. In der Folge hat das Kantonsgericht am 15. November 2018 ein polyd isziplinäres Gutachten bei der asim in Auftrag gegeben. 6. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die IV -Stelle die der Beschwerdeführerin ab Januar 2015 zugesprochene ganze Invalidenrente zu Recht per 31. Mai 2018 aufgehoben hat. 6.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus- sen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die er- werblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge sundheitszustandes erheblich ver- ändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 6.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision. Bloss auf einer anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Differenzen sind daher von revisi- onsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht ver- ändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urteil des B undesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 6.3 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sa chverhalts in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu beachten: Da die Feststellung einer revisions- begründenden Veränderung durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Beweises das Vorhandensein einer entscheidungser- heblichen Differenz in den – den medizinischen Gutacht en zu entnehmenden – Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachten s hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizi- nischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung be- weisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Ge- sundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Urteile des Schweizerischen Bun- desgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2, und vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 6.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsab- klärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 30. Juli 2015 rückwirkend ab 1. Januar 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zu. Am 1. April 2016 hat die IV-Stelle eine Rentenrevision von Amtes wegen eing eleitet und diverse Abklärungen vorge- nommen. In der Folge hob die IV-Stelle die Rente de r Beschwerdeführerin in Anwendung der gemischten Methode gestützt auf ein polydisziplinäres Gut achten der F.____ AG vom 4. März 2017 und gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 33 % per 31. Mai 2018 auf. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Erlass der vorliegend ange- fochtenen Verfügung vom 20. April 2018 allenfalls eine Änderung in den tatsächlichen Verhält- nissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Rente rechtfertigt, bildet demnach die Situation, wie sie i m Zeitpunkt der Verfügung vom 30. Juli 2015 bestand. 7. Zur Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit lie gen im Wesentlichen folgende ärztliche Unterlagen vor: 7.1 Medizinische Unterlagen, die der Rentenzusprache im Juli 2015 zugrunde lagen: 7.1.1 Im Bericht vom 13. März 2014 diagnostiziert die Re haklinik L.____ eine intrazerebrale Massenblutung Basalganglien recht (ICD-10: I61.1). Es w ürden mittelschwere kognitive Funkti- onsstörungen mit insbesondere Aufmerksamkeitsdefiziten, gewissen exekutiven Defiziten sowie Defiziten beim Erwerb nonverbaler Gedächtnisinhalte, kog nitiver und motorischer Verlangsa- mung und reduzierter Belastbarkeit, ermittelt im Rahmen einer durchgeführten neuropsychologi- schen Testung, besten. 7.1.2 Mit Schreiben vom 12. Dezember 2014 berichtet die Rehaklinik L.____ von der Verlauf- suntersuchung vom 2. und 3. Dezember 2014. Insgesamt weise das testpsychologische Befund- muster auf eine leichte bis mittelschwere kognitive Fu nktionsstörung hin, welche schwerpunkt- mässig die Aufmerksamkeitsfunktionen betreffe. Da die Patientin in der Alltagsbewältigung aktuell Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht noch auf externe Hilfe angewiesen sei, und erst allmählich mehr Selbständigkeit erlange, werde ein beruflicher Wiedereinstieg gegenwärtig als verfrüht erachtet. 7.1.3 Der RAD-Arzt Dr. med. M.____, FMH Allgemeinmed izin, empfiehlt am 4. März 2015 die seit dem 19. Januar 2014 bestehende volle Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten bis auf Weite- res zu übernehmen. Es sollte noch von einem nicht stab ilen Gesundheitszustand ausgegangen werden, mit einer möglichen Verbesserung im weiteren Verlauf. Weiter empfiehlt er in sechs Mo- naten von den zuständigen Ärzten erneut aktuelle Arztbericht anzufordern. 7.2 Medizinische Unterlagen, die zur Beurteilung der R entenrevision vorlagen bzw. einge- holt wurden: 7.2.1 Mit Arztbericht vom 28. Mai 2016 diagnostiziert Dr. med. N.____, FMH Innere Medizin, eine Depression nach Hirnblutung. Es bestehe eine chro nische Depression mit rascher Ermüd- barkeit und Konzentrationsstörungen. Die Arbeitsfähigkeit betrage ca. 30 % (drei Nachmittage in geschütztem Rahmen). 7.2.2 Dr. M.____ hält mit Bericht vom 15. September 2016 fest, anhand der vorliegenden Un- terlagen und Informationen könnten der aktuelle Gesun dheitszustand der Versicherten, die Ar- beitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt und der Arbe itsunfähigkeitsverlauf nicht sicher beur- teilt werden. Er empfehle die Durchführung eines polydisziplinären Gutachtens. 7.2.3.1 Im Gutachten der F.____ AG vom 4. März 2017 w ird aus internistischer, neurologischer und psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt. Im neuropsycho- logischen Teilgutachten werden leichte bis mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörun- gen (ICD-10: F07.8) mit Störungen im Aufmerksamkeitsbereich, im visuell-räumlichen Lern- und Frischegedächtnis, beim visuell-räumlichen Umstellen, Plane n und Problemlösen, bei der visu- ell/räumlich-konstruktiven Wahrnehmung und Informationsve rarbeitung und deutlich herabge- setzter psychomentaler Belastbarkeit mit erhöhter Ermüdb arkeit, Verunsicherung und erhöhter Ängstlichkeit als Folge der intrazerebralen Massenblutun g Basalganglien rechts am 19. Januar 2014 festgehalten. Die angestammte Tätigkeit bei der Firma D.____ und B.____ AG sei nicht mehr möglich. Bei der Beschäftigung im Besuchsdienst d er Stiftung N.____ handle es sich um eine Möglichkeit ihre guten kommunikativen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten gezielt und an drei Nachmittagen jeweils während zwei Stunden begrenzt einzusetzen. Ein Auf- und Ausbau der psychomentalen Belastbarkeit im Hinblick auf eine berufliche Reintegration sei aufgrund der persistierenden neuropsychologischen Funktionsstörungen nicht realistisch. Aus interdisziplinärer Sicht ergebe sich eine Arbeitsunfäh igkeit in der angestammten Tätigkeit und in einer Verweistätigkeit von 30-50 %. 7.2.3.2 Mit Schreiben vom 24. April 2017 beantwortet die F.____ AG Zusatzfragen des RAD. Zunächst wird ausgeführt, die Frage nach der neuropsy chologischen Arbeitsunfähigkeit könne nicht nachvollzogen werden. Die Frage, ob die Versichert e nur ein 70 %-Pensum absolvieren müsse, um auch die Leistung von 70 % zu erbringen, wir d bejaht. Die weitere Frage nach dem Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht psychiatrischen Verlauf könne ebenfalls nicht nachvollzogen werden. Eine retrospektive Bemes- sung der Arbeitsfähigkeit ohne die begutachtete Person auch früher selber untersucht zu haben, sei rein spekulativ. Dies werde strikte abgelehnt. 7.2.4 Am 25. Juni 2019 ergeht das vom Kantonsgericht am 13. November 2018 in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten der asim. 7.2.4.1 Im psychiatrischen Teilgutachten hält Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, fest die Beschwerdeführerin habe über eine Hirnblutung im Januar 2014 berichtet. Sie komme schnell in Stress und sei nicht belastbar. Den Haushalt schaffe sie nicht alleine. Sie fühle sich nicht depressiv. In psychiatrischer Behandlung sei sie nie gewesen. Dr. H.____ konnte keine relevanten Auffälligkeiten eruieren und demzufolge keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit erheben. Ein Status nach Anpassungsstörun g und akzentuierte Persönlichkeits- züge seien ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Er hielt weiter fest, es seien seit dem Gutachten der F.____ AG keine relevanten psychischen Probleme aufgetreten. 7.2.4.2 Dr. med. I.____, FMH Neurologie, führt im n eurologischen Teilgutachten aus, die Versi- cherte habe berichtet, dass sie seit der Hirnblutung langsamer sei und mehr vergesse als früher. Zeitweise habe sie Wortfindungsstörungen und während einer gewissen Zeit habe sie Depressi- onen gehabt, die Stimmung sei jetzt aber besser. Sie fühle sich schnell gestresst und das Orga- nisieren im Haushalt sei schwierig. Sie könne aber alles erledigen, wenn sie es sich einteile. Seit etwa 2016 sei der Zustand so stabil wie aktuell. Dr. I.____ hielt fest, es bestehe ein unauffälliges Sprachniveau, keine Gang- oder Koordinationsstörungen. Objektiv könnten beim Blindgang und bei den oberen Extremitäten minimale Einschränkunen fes tgestellt werden. Sie diagnostiziert deshalb minimale zentral-motorische Zeichen in der link en Körperhälfte und eine leichte neu- ropsychologische Störung. Diese minimalen Residuen seien n icht zentral für die funktionellen Auswirkungen. Im Vergleich zum F.____-Gutachten sei eine leichtgradige Verbesserung der Auf- merksamkeitsfunktionen festzustellen. Einzig die verbale Erfassung erscheine leicht schlechter. Somatisch hält Dr. I.____ qualitative Einschränkungen für Tätigkeiten mit erhöhtem Anspruch an Koordinationsleistung und für Tätigkeiten mit Treppen und Leitern fest. In kognitiv wenig an- spruchsvollen Tätigkeiten könnten die leichten neuropsycho logischen Probleme in der Regel kompensiert werden, was auch die Beschwerdeführerin bestätige. Im Sicherheitsdienst gehe dies aber nicht. Insgesamt bestehe seit der F.____-Begutachtung sicher eine Restarbeitsfähigkeit von 60 %. Bei einer Präsenz von 100 % könne sie eine Leist ung von 60 % erbringen. Erforderlich seien vermehrt kurze Pausen und eine Selbstbestimmung des Arbeitstaktes. 7.2.4.3 Im neuropsychologischen Teilgutachten von lic. phil. K.____, Fachpsychologe für Neu- ropsychologie FSP, wird festgehalten, die Beschwerdeführ erin sei durch eine sprunghafte und weitschweifige Erzählweise aufgefallen. Die Belastbark eit sei reduziert, es hätten drei Pausen eingeschaltet werden müssen. Das Arbeitstempo sei testspezifisch verlangsamt. Es konnten Auf- fälligkeiten in den Aufmerksamkeitsfunktionen festgestellt werden. Die Grundaktivierung sei mit- telgradig vermindert, die selektive Aufmerksamkeit im unteren Normbereich, ebenso die Reakti- onsgeschwindigkeit in der auditiven Bedingung. Bei Prüfung der Flexibilität sei eine Häufung der Fehler aufgetreten, die Indexgesamtleistung sei leicht reduziert, die verbale Erfassungsspanne Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht leicht auffällig und das Benenntempo mittelgradig verl angsamt. Lic. phil K.____ diagnostiziert leichte neuropsychologische Störungen. Er führt aus, im Februar 2014 habe eine neuropsycho- logische Erstuntersuchung in der Rehaklinik L.____ stattgefunden. Es seien mittelschwere kog- nitive Funktionsstörungen mit insbesondere Aufmerksamkeitsdefiziten beim Erwerb nonverbaler Gedächtnisinhalte, kognitiver und motorischer Verlangsamung und reduzierter Belastbarkeit be- schrieben worden. Im Dezember 2014 habe eine weitere V erlaufsuntersuchung stattgefunden. Es hätten sich Beeinträchtigungen in den Bereichen der Aufmerksamkeitsfunktionen, der visuell- räumlichen und visuell-konstruktiven Fähigkeiten und in den exekutiven Funktionen objektivieren lassen. Im Vergleich zur Untersuchung im Mai 2014 hätte n sich leichte und zum Teil deutliche Verbesserungen insbesondere in umschriebenen Aufmerksam keitsfunktionen und spezifischen Exekutivfunktionen gezeigt. Auch die Belastbarkeit sei d eutlich gesteigert worden. Insgesamt seien die kognitiven Funktionsstörungen, welche schwerpunktmässig die Aufmerksamkeitsfunk- tionen betreffen würden, als leicht bis mittelschwer beurteilt worden. Im Rahmen des polydiszip- linären Gutachtens der F.____ AG im Januar 2017 hätte n sich leichte bis mittelschwere neu- ropsychologische Funktionsstörungen mit Störungen im Aufm erksamkeitsbereich, im visuell- räumlichen Lern- und Frischegedächtnis, beim visuell-räuml ichen Umstellen, Planen und Prob- lemlösen, bei der visuell/räumlich-konstruktiven Wahrnehmu ng und Informationsverarbeitung und deutlich herabgesetzter psychomentaler Belastbarkei t mit erhöhter Ermüdbarkeit, Verunsi- cherung und erhöhter Ängstlichkeit als Folge der intrazer ebralen Massenblutung Basalganglien rechts am 19. Januar 2014 gezeigt. Lic. phil. K.____ hält fest, im Vergleich zur aktuell en Untersuchung würden sich gegenüber den Untersuchungen der Rehaklinik L.____ (02/2014/; 05/201 4 und 12/2014) deutliche und gegen- über der Begutachtung vom 01/2017 nochmals leichte Verb esserungen der kognitiven Leistun- gen feststellen. Es würden aktuell zwar leichte Defizite der Aufmerksamkeit persistieren, doch die übrigen geprüften kognitiven Funktionsbereiche seien nun allesamt in der unauffälligen Norm. Weiterhin würden eine unverändert deutlich reduziert e Belastbarkeit und erhöhte Ermüdbarkeit bestehen. Die Befunde seien vereinbar mit den medizini sch-somatischen und den psychiatri- schen Diagnosen. Die Validität der neuropsychologischen B efunde sei gegeben. Zur Arbeitsfä- higkeit wird ausgeführt, das neuropsychologische Fachgutachten vom 10. Januar 2017 gehe da- von aus, dass die Explorandin auf Grund der Leistungseinschränkungen die kognitiven Anforde- rungen ihrer ausgeübten Tätigkeit im Gesundheits- und Sicherheitsbereich nach wie vor nicht mehr effizient zu bewältigen vermöge. Im Gesamtgutachten der F.____ werde eine neuropsycho- logisch begründete Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen und in einer Verweistätigkeit von 30-50 % angegeben. Lic. phil K.____ führt aus, trotz der leichten kognitiven Verbesserungen seit 01/2017 könne mit der aktuell ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit von 60 % keine namhafte Verbesserung begründet werden. 7.2.4.4 In der Konsensbeurteilung der asim wird fest gehalten, dass sowohl für die ursprünglich von der Explorandin erlernte Tätigkeit im Bürobereich , als auch für die Tätigkeit bei der Firma D.____ mit Durchführung von Überwachungs- und Kontroll tätigkeiten aufgrund der residuellen neurokognitiven Beschwerden und der Post-Stroke-Fatigue seit der Hirnblutung keine Arbeitsfä- higkeit mehr bestehe. Als angepasste Tätigkeiten würden kognitiv einfache und klar strukturierte praktische Tätigkeiten in Frage kommen, die weitgehend automatisiert und überlernt durchgeführt Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden könnten, allenfalls auch rein repetitiven Charak ter haben könnten und möglichst seriell zu erledigen seien. Anforderungen an die geteilte Auf merksamkeit sollten gering gehalten wer- den, die Möglichkeit für vermehrte kurze Pausen und Selbstbestimmung des Arbeitstaktes sollten gegeben sein. Es werde davon ausgegangen, dass seit dem Ze itpunkt der Begutachtung durch die F.____ AG im Jahr 2017, wo erstmals eine Verbesserung der kognitiven Funktionen beschrie- ben worden sei, für eine angepasste Tätigkeit eine Rest- Arbeitsfähigkeit in Höhe von 60 % (100 % Präsenzzeit mit 60%iger Leistung) bestehe. Dabei sei hervorzuheben, dass sich zwar der kognitive Befund mit Verbesserung der kognitiven Funktio nen im Vergleich zur letzten Vorbeur- teilung von 01/2017 verbessert habe, nicht jedoch die für die Leistungseinschränkung im Vorder- grund stehende reduzierte Belastbarkeit und erhöhte Erm üdbarkeit im Sinne einer Post-Stroke- Fatigue. Für die Zeit zwischen dem Auftreten der Hirnblutung und der dokumentierten Verbesse- rung der kognitiven Funktionen anlässlich der Untersuchung bei der F.____ AG im 01/2017 werde retrospektiv, davon ausgegangen, dass keine Arbeitsfähigkeit auch für angestammte Tätigkeiten seit dem Zeitpunkt der Hirnblutung bis zur dokumentierten Verbesserung im 01/2017 bestanden habe. Die Gesamt-Arbeitsunfähigkeit begründe sich mit den neurologischen und neuropsycholo- gischen Funktionseinschränkungen bei St.n. stattgehabter Hirnblutung. 7.2.4.5 Auf Rückfrage des Gerichts führt das asim mit Sch reiben vom 9. August 2019 aus, es werde aufgrund der leichten Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit – bei jedoch unver- ändert reduzierter Belastbarkeit und persistierender Po st-Stroke-Fatigue – vom überwiegend wahrscheinlichen Vorliegen einer 60%igen Restarbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit seit dem Zeitpunkt der F.____-Begutachtung ausgegangen. Bei der Tätigkeit als Pflegehelferin könne von einem weitgehend angepassten Belastungsprofil ausgegangen werden und für diese Tätig- keit bestehe eine Rest-Arbeitsfähigkeit in Höhe von 60 %. Bei einer Teilzeit-Tätigkeit, beispiels- weise im Rahmen der vom Gericht erwähnten Präsenzzeit von 70 %, wäre eine maximale Ar- beitsfähigkeit von 60 % gegeben, bei in diesem Falle etwas geringeren etwa 10%igen Leistungs- minderung, aufgrund geringerer Anwesenheitszeit und längerer Erholungszeit. Da die Exploran- din mit Ableistung eines 60%igen Arbeitspensums genug Pausen und Erholungszeiten hätte und zudem im Rahmen der Haushaltsabklärung keine wesentliche n Einschränkungen im Haushalt dokumentiert worden seien, werde davon ausgegangen, da ss die Arbeitsfähigkeit im Haushalt innerhalb des definierten Belastungsprofils nicht zusä tzlich eingeschränkt sei. Die Explorandin könne alle Tätigkeiten im Haushalt, die einfach struktu riert seien, weitgehend automatisiert und überlernt durchführen und ohne Einschränkungen ausüben. Kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten wie möglicherweise anspruchsvollere organisatorische und administrative Aufgaben könnten von der Explorandin nur eingeschränkt ausgeübt werden, wob ei diese jedoch durch den Ehemann übernommen würden. 7.2.5 Dr. M.____ führt am 20. August 2019 aus, das as im-Gutachten sei gut strukturiert und zusammen mit der Antwort vom 9. August 2019 umfassend. Alle wesentlichen medizinischen Unterlagen seien zur Kenntnis genommen worden. Die ge klagten Beschwerden seien berück- sichtigt und eine diesbezügliche Untersuchung durchgeführ t worden. Die offenen Fragen seien vollständig und nachvollziehbar beantwortet worden. Dr. M.____ erachtet die Beschwerdeführe- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht rin im Bürobereich wie auch bei der B.____ AG als vollumfänglich arbeitsunfähig. In einer ange- passten Tätigkeit wie auch in der E.____-Tätigkeit beurteilt er die Beschwerdeführerin ab Anfang 2017 als gesamthaft zu 60 % arbeitsfähig bezogen auf ein Ganztagespensum. 8. Im Ergebnis ist das Gutachten der asim vom 25. Juni 2 019 schlüssig und überzeugend, es basiert auf vollständiger Aktenkenntnis und berücksichtig t die geklagten Beschwerden. Auf das Gutachten ist folglich abzustellen. Daran ändern auch die Vorbringen der Beschwerdeführe- rin nichts. Insbesondere hat sich das asim entgegen der M einung der Beschwerdeführerin sehr wohl mit dem Gesundheitszustand der Versicherten im Zeit punkt der Rentenzusprache ausei- nandergesetzt, dies vor allem in den wesentlichen Bereichen der Neurologie und der Neuropsy- chologie. Die entsprechenden Gutachter stellen seit Dezember 2014 deutliche kognitive Verbes- serungen und seit 2017 noch leichte Verbesserungen fest. Dies wird im Übrigen auch von der Beschwerdeführerin nicht ernsthaft in Frage gestellt. Sie macht geltend, dass bei verbesserten Testergebnissen zwar davon ausgegangen werden könne, da ss sie höhere Leistungen, aber noch nicht uneingeschränkte Leistungen erbringen könne. Dies wird aber auch vom asim nicht geltend gemacht, vielmehr geht es von einer 40%igen L eistungseinschränkung für einfache Tä- tigkeiten aus. Dabei haben die Gutachter die rasche Er müdbarkeit berücksichtigt wie auch die fehlende Belastbarkeit. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hat sich ihre Leistungs- fähigkeit gegenüber 2014 deutlich und nicht nur leicht verbessert. Nachvollziehbar ist auch, dass das asim die vom F.____ erhobenen Befunde ebenfalls als Vergleichsgrösse miteinbezogen hat und damit per 2017 von einer Besserung des Gesundheitszust andes ausgegangen ist. Obwohl das Kantonsgericht das F.____-Gutachten zur Beurteilun g der vorliegenden Angelegenheit als nicht rechtsgenüglich erachtet hat, ist nicht zu beanstand en, dass das asim die Befunde der F.____ AG als Vergleichsgrösse miteinbezogen hat, denn das Gericht hat das F.____-Gutachten nicht in Bezug auf die Befunderhebung bemängelt, sondern im Wesentlichen wegen Widersprü- chen bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit aus ge samtmedizinischer und neuropsychologi- scher Sicht (vgl. Ziff. 5). Gestützt auf diese Ausführungen ist ein Revisionsgrund bei verbessertem Gesundheitszustand zu bejahen und es ist von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit als E.____-Mitarbeiterin wie auch in einer anderen angepassten Tätigkeit ab Januar 2017 auszugehen. 9. Die Anwendung der gemischten Methode wird von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht mehr in Frage gestellt. Es ist im Folgenden von einer Aufteilung von 70 % Erwerbstätigkeit und 30 % Haushaltstätigkeit auszugehen (vgl. oben Ziff. 3.5), wie dies im Übrigen unbestrittener- massen bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens der Fall war. Soweit die Beschwerdeführe- rin geltend macht, dass der Inhaber von zwei Teilzeitstellen in der Regel mehr arbeite und mehr gefordert sei, als jemand der nur an einer Stelle tätig sei, kann sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Dies einerseits, weil diese Behauptung nicht zwingend der Realität entspricht und an- dererseits, weil die Beschwerdeführerin selbst angegeben hat, dass sie bei guter Gesundheit in einem 70 %-Pensum tätig sein würde. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gestützt auf den Haushaltsbericht vom 7. Juli 2017 wie auch auf das asim-Gutachten vom 25. Juni 2019 bzw. dem Schreiben der asim vom 9. August 2019 ist im Übrigen davon auszuge- hen, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt nicht eingeschränkt ist. 10. Der Invaliditätsgrad von erwerbstätigen Versicherten ist aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen (vgl. E. 3.1). Die gleiche Methode kommt auch für die Bestimmung des Invaliditätsgrades im erwerblichen Bereich einer nur teilweise erwerbstätigen Person zur Anwen- dung (Art. 28a Abs. 3 IVG). Es muss daher auch bei teilweise erwerbstätigen Personen das Va- liden- sowie das Invalideneinkommen ermittelt werden. 10.1 Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Entscheide nd ist, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst ange- knüpft, da in der Regel die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlich keit erstellt sein (vgl. BGE 135 V 59 E. 3.1 mit Hinweisen). Vorliegend kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheits- schaden ihre beiden Teilzeitstellen im gleichen Umfang weiterhin ausgeübt hätte. Aus dem Ar- beitgeberfragebogen der Firma D.____ kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2014 durchschnittlich 10,54 Stunden pro Woche b ei einem Stundenlohn von Fr. 28.91 gearbeitet hätte. Demzufolge hätte sie bei der Firma D.____ ein Einkommen von Fr. 15'869.-- pro Jahr erzielt (10,54 Std. : 5 x 21,7 x 12 x Fr. 28,91). Aus der Tätigkeit bei der B.____ AG resultiert gestützt auf die Angaben der Arbeitgeberin bei 19,02 Wochenstunden à Fr. 31.55 ein jährliches Einkommen von Fr. 31'252.-- für das Jahr 2014. Es ist fo lglich von einem jährlichen Validenein- kommen (resultierend aus den Einkommen bei der Firma D.____ und der B.____ AG) für das Jahr 2018 unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (jeweilige Veränderung zum Vor- jahr: 2015: 0,5 %, 2016: 0,8 %, 2017: 0,4 %, 2018: 0,5 %) von Fr. 48'166.-- auszugehen, was hochgerechnet auf eine Vollzeittätigkeit einen Betrag von Fr 68'809.-- ergibt. 10.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstät igkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Ar- beitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er zieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden- falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit a ufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden (vgl. BGE 135 V 301 E. 5.1). Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorliegend schöpft die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit mit ihrer Anstellung bei der Stif- tung N.____ (2 Stunden an drei Nachmittagen pro Woch e) nicht in zumutbarer Weise voll aus. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist daher von den Tabellenlöhnen der LSE 2016 auszugehen. Wie bereits ausgeführt, ist der Beschwerdefü hrerin eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 60 % zumutbar und sie könnte dabei gestützt auf die Tabellenlöhne ein Einkommen von Fr. 33'044.-- erzielen (Tabelle TA 1, Privater Sekt or Total, Kompetenzniveau 1, Spalte Frauen, Fr. 4'363.-- monatlich, basierend auf 40 Woc henstunden). Nach Anpassung dieses Be- trags an die Nominallohnentwicklung und Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Ar- beitszeit von 41,7 Stunden ergibt sich das angeführte Einkommen von Fr. 33'044.--. 10.3 Bei einer aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultieren- den Erwerbseinbusse von Fr. 35'765.-- sowie unter Berücksichtigung, dass die Beschwerdefüh- rerin zu 70 % ausserhäuslich erwerbstätig wäre, ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 36 %. Damit hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch mehr auf e ine Invalidenrente. Demzufolge hat die IV-Stelle die ab August 2015 ausgerichtete ganze Inval idenrente mit Verfügung vom 20. April 2018 zu Recht aufgehoben, weshalb die vorliegende Beschwerde abzuweisen ist. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes- senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 11.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungst räger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rück- weisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unt ersuchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Widerspruch zwischen den verschie- denen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der me- dizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Exper- tise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwaltung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rechtsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanz- lichen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen Gründen dies auch immer er- folge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arzt berichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganzen: BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hinweisen). 11.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der U rteilsberatung vom 27. September 2018 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Akten- lage nicht möglich war. Wie vorstehend in Ziff. 5 ausge führt, kommt der Beurteilung im F.____- Gutachten vom 4. März 2017 bzw. in der ergänzenden Stel lungnahme vom 24. April 2017 mit Blick auf die Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte und Gutachten keine aus- schlaggebende Beweiskraft zu. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Be- richte keine verlässliche Entscheidungsgrundlage bildeten, waren die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren nicht ausreichend beweiskräftig. Demnach wies das Verwaltungsver- fahren Untersuchungsmängel auf, die eine Gerichtsexpertise notwendig machten. Die Kosten des Gerichtsgutachtens, welche sich gemäss der eingereichten Honorarnote vom 30. Juni 2019 auf Fr. 15'648.20 belaufen, sind unter diesen Umständen der IV-Stelle aufzuerlegen. 11.3 Nachdem sich die Rechtsstellung der Beschwerdeführer in mit dem Ausgang des Ver- fahrens gegenüber jener nach Abschluss des Administrativverf ahrens nicht verbessert hat, und die Verwaltung vorliegend nicht bloss rudimentäre Abklärungen vorgenommen hatte, ist der Be- schwerdeführerin entsprechend dem Verfahrensausgang keine Parteientschädigung zuzuspre- chen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 2018, 8C_304/2018). Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Beschwer- deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kosten vorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 15'648.20 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht