<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: PB.2000.00003</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105531&amp;W10_KEY=13013581&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>PB.2000.00003</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.04.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Arbeitsentlastung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ausübung eines öffentlichen Amtes: Umfang der Arbeitsentlastung eines Staatsangestellten für die Tätigkeit als Kantonsrat: Die Streitfrage weist einen Streitwert auf, da das Gesuch um Arbeitsentlastung dahin geht, Lohn ohne entsprechende Arbeitsleistung zu beziehen (E. 1a). Im vorliegenden Fall eines Bezirksrichters fällt im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren die Parteirolle des Beschwerdegegners dem erstinstanzlich verfügenden Bezirksgericht zu (und nicht dem Obergericht als Rekursinstanz) (E. 1b). Rechtsgrundlagen nach neuem (ab 1. Juli 1999 geltendem) bzw. nach altem Personalrecht (E. 2a). Offen gelassen, ob die von den Justizbehörden geltend gemachte Auffassung gestützt auf das alte Personalrecht zutreffend ist, wonach die Bewilligung nur ein Abwesenheitsrecht, nicht aber eine Arbeitsentlastung umfasse (E. 2b). Das neue Personalrecht verankert die teilweise Kompensationslosigkeit in der regierungsrätlichen Vollziehungsverordnung, die mangels abweichender Regelung auch für die Justiz anwendbar ist. Die kompensationslose Ausübung eines öffentlichen Amtes beschränkt sich auf einen halben Arbeitstag (E. 2c). Diese Kompensationslosigkeit beinhaltet auch eine entsprechende Arbeitsentlastung im Umfang von 10 % (E. 2d am Anfang). Soweit die Ausübung eines öffentlichen Amtes einen Angestellten mehr als einen halben Arbeitstag in Anspruch nimmt, besteht grundsätzlich die Pflicht zur Kompensation. Die Frage der Ablieferung von Nebeneinkünften stellt sich erst, wenn das Nachholen der ausgefallenen Zeit nicht möglich ist (E. 2e). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSENTLASTUNG">ARBEITSENTLASTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: INHALT DES DIENSTVERHÃLTNISSES">INHALT DES DIENSTVERHÃLTNISSES</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOMPENSATION">KOMPENSATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEBENEINKÃNFTE">NEBENEINKÃNFTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHES AMT">ÃFFENTLICHES AMT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIBEZEICHNUNG">PARTEIBEZEICHNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STREITWERT">STREITWERT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 54 PG</span><br/><span class="ungerade">§ 88 VVPG</span><br/><span class="gerade">§ 128 VVPG</span><br/><span class="ungerade">§ 145 VVPG</span><br/><span class="gerade">§ 10 VV RP PG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. X wurde per 1. Juli 1998 zum vollamtlichen Mitglied des Bezirksge­richts Y gewÃ¤hlt (act. --).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Unterm 26. Oktober 1998 ersuchte er die Verwaltungskommission des Obergerichts auf dem Dienstweg, ihm die Ãbernahme eines Kantonsratsmandats zu bewilligen, falls er im FrÃ¼hling 1999 in das Parlament gewÃ¤hlt werde. Der BezirksgerichtsprÃ¤sident visierte das Gesuch am 2. November 1998. Mit Beschluss vom 16. November 1998 erteilte die Verwaltungskommission des Obergerichts die Bewilligung in Anwendung von § 16 der Verordnung Ã¼ber das DienstverhÃ¤ltnis der Beamten der Verwaltung und der Rechtspflege vom 15. Mai 1991 (Beamtenverordnung, BVO; OS 51, 507) und § 20 der Vollziehungsbe­stimmungen des Obergerichts zur Beamtenverordnung vom 26. Juni 1991 (VB OG BVO; OS 51, 588) ohne weitere Bemerkungen (act.--). X Ã¼bt das Kantonsratsamt seit Juni 1999 aus (act. --).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Am 16. September 1999 liess X der Kanzleikommission des Bezirksge­richts beantragen, er sei rÃ¼ckwirkend ab 1. Juli 1999 im Umfang eines Arbeitspensums von 20 % zu entlasten (act. --.). Diese wies das "Gesuch um Entlastung zur AusÃ¼bung des Kantonsratsmandates" mit Beschluss vom 27. September 1999 ab (act. --).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Hiergegen liess X unterm 8. Oktober 1999 an die Verwaltungskom­mission des Obergerichts gelangen und dort seinen Antrag vor Bezirksgericht wiederholen (act. --). Diese wies das Rechtsmittel mit Beschluss vom 12. Januar 2000 ab (act. --).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Am 3. Februar 2000 liess X mit unverÃ¤ndertem Begehren Be­schwerde beim Verwaltungsgericht erheben (act. --.). Unterm 15. Februar 2000 verzich­tete die Verwaltungskommission des Obergerichts auf Vernehmlassung (act. --). Mit Be­schwerdeantwort vom 8. MÃ¤rz 2000 beantragte die Kanzleikommission des Bezirksgerichts Y Abweisung des Rechtsmittels (act. --).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer erwÃ¤gt:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer strebt an, ab Mitte 1999 wegen seines Kantonsratsman­dats, welches bis Ablauf der Amtsdauer im Jahr 2003 anhÃ¤lt, 20 % des Lohns als Bezirks­richter ohne entsprechende TÃ¤tigkeit beziehen zu dÃ¼rfen. Damit eignet der gegenwÃ¤rtigen personalrechtlichen Angelegenheit ein Streitwert.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Praxis der Abteilung bemisst ihn nach den kontroversen Bruttobesoldungsan­sprÃ¼chen zum Zeitpunkt, wo ein Verfahren beim Verwaltungsgericht anhÃ¤ngig wird, zu­zÃ¼glich derjenigen bis zur nÃ¤chstmÃ¶glichen AuflÃ¶sung des DienstverhÃ¤ltnisses (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 38 N. 5). Die Erneuerungswahlen fÃ¼r die Bezirksge­richte finden Mitte 2002 statt. Also steht ein FÃ¼nftel von drei BruttojahressalÃ¤ren des Be­schwerdefÃ¼hrers auf dem Spiel, was die Streitwertgrenze von Fr. 20'000.- bei weitem Ã¼bersteigt. Freilich bietet der BeschwerdefÃ¼hrer an, einen Viertel seiner EinkÃ¼nfte aus Kantonsrats- und Kommissionssitzungen, welches Man­dat ihn wÃ¶chentlich ca. zwei Tage beschÃ¤ftige, abzuliefern (act. -- und -- in Verbindung mit act. -). Das drÃ¼ckte indes den genannten Betrag nie auf die kritische Grenze von Fr. 20'000.- oder darunter (vgl. Beschluss des Kantonsrates Ã¼ber die Festsetzung der EntschÃ¤digungen fÃ¼r die Mitglieder des Kan­tonsrates und fÃ¼r die Fraktionen vom 26. April 1999; LS 171.13).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach § 38 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG; LS 175.2) kann hier deshalb - und weil sich zudem grundsÃ¤tzliche Fragen stellen - nicht der Einzelrichter, sondern muss das Gericht in Dreierbesetzung befinden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Beschwerde bezeichnet die Vorinstanz als Rechtsmittelgegnerin (act.- und-). Die Beschwerdeantwort teilt diese Auffassung, weil der Beschluss der oberge­richtlichen Verwaltungskommission vom 12. Januar 2000 Beschwerdeobjekt bilde und nicht derjenige der bezirksgerichtlichen Kanzleikommission vom 27. September 1999 (act. --., auch zum Folgenden). Abweichend davon scheint im verwaltungsgerichtli­chen Rubrum das Bezirksgericht Y (vertreten durch dessen Kanzleikommission) als Beschwerdegegner auf und wurde diesem Frist zur Rechtsmittelbeantwortung angesetzt (act. --.). Dem kam die Kanzleikommission bloss "vorbehÃ¤ltlich einer durch das Obergericht ... zu erstattenden Beschwerdeantwort" nach.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Hiermit vermengt sie Anfechtungsgegenstand und Parteicharakter. In der Tat wen­det sich zwar der BeschwerdefÃ¼hrer gegenwÃ¤rtig und nach § 74 Abs. 1 VRG in zulÃ¤ssiger Weise gegen den erstinstanzlichen Rekursentscheid eines obersten kantonalen Gerichts (vgl. Andreas Keiser, Rechtsschutz im Ã¶ffentlichen Personalrecht nach dem revidierten Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZBl 99/1998, S. 193 ff., 210 und 217). Die beschwerdegegnerische Parteirolle fÃ¤llt aber der die Ausgangsanordnung treffenden Instanz zu, wenn die RekursbehÃ¶rde diese wie in casu bestÃ¤tigt hat. Die erste Rechtsmittel-bzw. Vorinstanz tritt vor Verwaltungsgericht nie als Beschwerdegegnerin auf und erhÃ¤lt deshalb keine Gelegenheit zur Beschwerdeantwort, sondern nur (aber immerhin) zur Ver­nehmlassung (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, §§ 21 N. 105 und 58 N. 4).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Beschwerdegegner bleibt demnach das Bezirksgericht Y. Soweit das Rechtsmittel durchdringen sollte, wÃ¼rde denn auch nicht bloss der Rekursentscheid aufgehoben, sondern gleichfalls der Beschluss der Kanzleikommission vom 27. September 1999.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. a) aa) Das Personalgesetz vom 27. September 1998 (PG; LS 177.10) gilt nach seinem § 1 (vor allem Abs. 1 und - e contrario - Abs. 3) auch fÃ¼r die Mitglieder eines Bezirksgerichts, welche kraft § 3 PG Angestellte sind. § 54 PG statuiert, Angestellte, die sich um ein Ã¶ffentliches Amt bewerben mÃ¶chten, meldeten das der vorgesetzten Stelle und bedÃ¼rften bei wie hier fehlendem Amtszwang (vgl. § 114 des Wahlgesetzes vom 4. September 1983; LS 161) einer Bewilligung, sofern vereinbarte Arbeitszeit beansprucht werde (Abs. 1); die Bewilligung kÃ¶nne mit Auflagen zur Kompensation beanspruchter Arbeitszeit und zur Abgabe von Nebeneinnahmen verbunden werden (Abs. 2). GemÃ¤ss § 56 Abs. 2 und 3 PG erlÃ¤sst der Regierungsrat Vollziehungsverordnungen, welche auch auf das Personal der Rechtspflege Anwendung finden, soweit die obersten kantonalen Ge­richte nicht in von ihnen gemeinsam geschaffenen Verordnungen ergÃ¤nzende oder abwei­chende Regelungen treffen. Ãbergangsrechtlich unterliegen alle beim Inkrafttreten des Per­sonalgesetzes bereits bestehenden ArbeitsverhÃ¤ltnisse ab diesem Zeitpunkt dem Personal­gesetz und seinen AusfÃ¼hrungserlassen; soweit bisherige AnstellungsverhÃ¤ltnisse mit dem neuen Personalrecht nicht Ã¼bereinstimmen, geniessen dessen Normen Vorrang (§ 57 Abs. 1 SÃ¤tze 1 und 2 PG). Der Regierungsrat setzt den Zeitpunkt fest, an dem das Personalgesetz in Kraft tritt (§ 59 Abs. 2 Satz 2 PG). Er hat das am 20. Januar 1999 per 1. Juli 1999 getan (OS 55, 62).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">§ 145 Abs. 1 lit. b VVPG weist die Kompetenz zur Bewilligung Ã¶ffentlicher Ãmter fÃ¼r das Personal der Rechtspflege dem zustÃ¤ndigen obersten kantonalen Gericht oder dem dazu ermÃ¤chtigten Gericht zu; beansprucht das Ã¶ffentliche Amt Arbeitszeit von mehr als einem halben Tag pro Woche, ist diese grundsÃ¤tzlich zu kompensieren (Abs. 2); die Ange­stellten kÃ¶nnen verpflichtet werden, einen angemessenen Teil der NebeneinkÃ¼nfte an die Staatskasse abzuliefern, wenn der vorgeschriebene Ausgleich von Arbeitszeit als nicht oder nur partiell mÃ¶glich erscheint (Abs. 3).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Vollzugsverordnung der Rechtspflege zum Personalgesetz vom 26. Oktober 1999 (VV RP PG; LS 211.21) enthÃ¤lt nichts AusdrÃ¼ckliches zu den Ã¶ffentlichen Ãmtern. § 10 VV RP PG hebt auf den 1. November 1999 unter anderem die Vollziehungsbestim­mungen des Obergerichts zur Beamtenverordnung auf und lÃ¤sst frÃ¼here Weisungen, Richt­linien und BeschlÃ¼sse der einzelnen obersten Gericht bis zum Erlass sie ersetzender Be­stimmungen weiter gelten, sofern sie dem Personalgesetz, der Personalverordnung vom 16. Dezember 1998 (PV; LS 177.11) und den Vollzugsverordnungen nicht widersprechen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) § 16 der von Regierungsrat, Ober- und Verwaltungsgericht erlassenen Beamten­verordnung, einst vom Kantonsrat genehmigt (OS 51, 399, 420 f.) und durch § 53 Abs. 2 PV auf den 1. Juli 1999 aufgehoben, verlangte fÃ¼r die Bekleidung eines Ã¶ffentlichen Amts das rechtzeitige Einholen der Bewilligung von Regierungsrat, Obergericht, Verwaltungsge­richt oder einer von diesen bezeichneten nachgeordneten Instanz (Abs. 1). Die Bewilligung konnte mit Auflagen bezÃ¼glich der Kompensation beanspruchter Arbeitszeit und der Ab­gabe von Nebeneinnahmen verbunden werden (Abs. 2 in Verbindung mit § 15 Abs. 2 BVO). Regierungsrat, Ober- und Verwaltungsgericht sollten Ã¼bereinstimmende Vorschrif­ten Ã¼ber die Erteilung solcher Bewilligungen aufstellen (Abs. 3; vgl. auch § 78 Abs. 1 BVO).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Kraft § 20 VB OG BVO musste der Beamte, der sich um ein Ã¶ffentliches Amt be­werben wollte, das vor der Kandidatur dem Obergericht mitteilen (Abs. 1); fÃ¼r die Ãber­nahme eines nicht dem Amtszwang unterliegenden Ã¶ffentlichen Amts bedurfte es der ober­gerichtlichen Bewilligung (Abs. 2). Die FÃ¤lle mit Amtszwang vorbehalten, erlaubte § 21 VB OG BVO, die Bewilligung jederzeit mit Auflagen zu versehen oder zurÃ¼ckzuziehen, wenn die Gefahr der BeeintrÃ¤chtigung dienstlicher Obliegenheiten drohte. Laut § 22 VB OG BVO war die fÃ¼r das Ã¶ffentliche Amt beanspruchte Arbeitszeit von mehr als einem halben Tag pro Woche grundsÃ¤tzlich zu kompensieren; der Beamte konnte verpflichtet werden, einen angemessenen Teil der NebeneinkÃ¼nfte an die Staatskasse abzuliefern, so­fern der vorgeschriebene Ausgleich von Arbeitszeit als nicht oder nur teilweise mÃ¶glich erschien (vgl. auch § 21 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit § 19 VB OG BVO und dazu OS 52, 361).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit §§ 19-22 VB OG BVO Ã¼bereinstimmende Vorschriften enthielten §§ 25-28 bzw. spÃ¤ter §§ 14-17 der regierungsrÃ¤tlichen Vollziehungsbestimmungen zur Beamtenver­ordnung vom 17. April 1991 (VV BVO; OS 51, 537, OS 52, 354 sowie OS 53, 23 und 499), welche § 169 Abs. 2 lit. a VVPG auf den 1. Juli 1999 aufgehoben hat (OS 55, 296).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Kanzleikommission vertritt sowohl im Beschluss vom 27. September 1999 als auch in der Beschwerdeantwort die Auffassung, der Inhalt des soeben vorgestellten frÃ¼heren und des heute geltenden Rechts stimme Ã¼berein (act. -- und --). Soweit etwas darauf ankommt, trifft das zwar fÃ¼r den Wortlaut zu. Indes fragt sich, ob das eben­falls fÃ¼r dessen Bedeutung gelte. Vorinstanz und Beschwerdegegner behaupten sinnge­mÃ¤ss, die Praxis habe § 22 VB OG BVO stets so verstanden, dass die Kompensationsfrei­heit eines durch Ã¶ffentliche Ãmter belegten halben Arbeitstages pro Woche lediglich ein dahingehendes Abwesenheitsrecht ohne zeitliche Nachholungspflicht verleihe, nicht aber eine solches auf entsprechende Entlastung (act. --. und --.). Der BeschwerdefÃ¼hrer scheint dem zumindest in der Rekursreplik entgegenzutreten und fÃ¼hrt ohne Widerrede seitens der Ã¼brigen Verfahrensbeteiligten aus, andere kantonale (d.h. Verwaltungs-)Angestellte mit Ã¶ffentlichen Ãmtern erfÃ¼hren eine Minderzuweisung von Arbeit (act. --, -- und --; vgl. act. --. und --.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Existenz und â bejahendenfalls - GesetzmÃ¤ssigkeit einer solchen Justizpraxis nach altem Recht dÃ¼rfen einstweilen offen bleiben. Noch unter dessen Geltung zwar erteilte die obergerichtliche Verwaltungskommission eine Bewilligung fÃ¼r das Kantonsratsamt und begann es der BeschwerdefÃ¼hrer auch auszuÃ¼ben. Die Kontroverse beschlÃ¤gt aber bloss die Zeit ab Inkrafttreten des neuen Rechts, welches dem alten vorgeht. Eine Anpassung der Bewilligung an vielleicht verÃ¤nderte SachumstÃ¤nde und/oder Rechtsgrundlagen (dazu KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 86a-86d N. 13; vgl. den Beschwerdegegner in act. --.) bildet gegenwÃ¤rtig nicht Streitgegenstand, wie die Vorinstanz richtig bemerkt (act. --), kÃ¶nnte es jedoch trotz Einwand des BeschwerdefÃ¼hrers (act. -- und --) je nach Resultat des vorliegenden Verfahrens einmal tun.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In Zusammenhang mit dem aufgezeigten Rechtsordnungswechsel lÃ¤sst sich immer­hin anfÃ¼gen, dass laut § 166 VVPG beim Erteilen jeder Bewilligung deren Dauer bestimmt wird. Diese ergibt sich fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrers noch aus § 114 VB OG BVO, wonach Bewilligungen grundsÃ¤tzlich lÃ¤ngstens bis zum Ablauf der jeweiligen Amtsdauer (hier am Bezirksgericht Y, ausnahmsweise eventuell im Kantonsrat) gelten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Das Personalgesetz gewÃ¤hrt - so wenig wie einst die Beamtenverordnung - noch kein Recht auf beschrÃ¤nkte Kompensationsfreiheit, sondern erst die Vollziehungsverord­nung - wie frÃ¼her die obergerichtlichen und regierungsrÃ¤tlichen Vollzugsbestimmungen. Die Rekursantwort fand, das Gesetz gehe der Verordnung vor (act. --), sinngemÃ¤ss also, diese verstosse gegen jenes und verdiene diesbezÃ¼glich keine Beachtung. Das liess der BeschwerdefÃ¼hrer replicando nicht gelten und entgegnete, weil das Gesetz erlaube, eine Bewilligung mit Auflagen zur Kompensation beanspruchter Arbeitszeit und zur Ab­gabe von Nebeneinnahmen zu verbinden, solche Auflagen aber unterblieben seien, geniesse er streng genommen vollstÃ¤ndige Kompensations- und Abgabefreiheit (act. --. und neuerdings act. --). Dem wiederum hielten Vorinstanz und Beschwerdegeg­ner die These eines allseitigen Konsenses bzw. einer stillschweigenden Auflage dahin ent­gegen, dass bei Bewilligungen keine Arbeitsentlastung erfolge (act. --, --. und --). Insofern inkonsequent betont die Beschwerdeantwort allerdings, die grundsÃ¤tzliche Kompensationspflicht fliesse aus der Vollzugsverordnung (act. --). Der BeschwerdefÃ¼hrer endlich vermag den genannten Thesen der Justizverwaltung nichts ab­zugewinnen (act. --. und --.).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Bei Schaffung des Personalgesetzes konnte der SouverÃ¤n wissen, dass die Beam­tenverordnung als abzulÃ¶sender Erlass ebenso wenig wie jenes einen Anspruch auf Kom­pensationsfreiheit einrÃ¤ume, wohl aber die Vollziehungsbestimmungen dazu. In der Wei­sung vom 22. Mai 1996 schrieb denn der Regierungsrat auch, die Vollzugsverordnung werde "die besoldete Freistellung fÃ¼r Ã¶ffentliche Ãmter regeln" (ABl 1996, 1183). Alsdann deckt das Personalgesetz das in seiner Vollzugsverordnung verankerte Recht auf teilweise Kompensationslosigkeit. Umgekehrt braucht die Kompensation der durch ein Ã¶ffentliches Amt besetzten Arbeitszeit von mehr als einen halben Tag pro Woche nicht eigens angeord­net zu werden, weil das als Prinzip schon die Vollzugsverordnung befiehlt, also gegenteils Ausnahmen einer ausdrÃ¼cklichen ErwÃ¤hnung bedÃ¼rften.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Sollte § 145 Abs. 2 VVPG ein Recht verleihen, durch Ã¶ffentliche Ãmter bean­spruchte Arbeitszeit von wÃ¶chentlich einem halben Tag nicht nur nicht nachholen zu mÃ¼s­sen, sondern - ausgehend von einer FÃ¼nftagewoche â 10 % Entlastung im zu bewÃ¤ltigenden Gesamtpensum zu erhalten, hÃ¤tte dem eine unter der alten Ordnung angeblich bestehende Ãbereinkunft bzw. stillschweigende Auflage, dass es zu keinen Minderzuteilungen komme, zu weichen. Die MÃ¶glichkeit, eine Bewilligung zu verweigern, gÃ¤be der dafÃ¼r zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde nicht auch die Befugnis, bei erteilter Bewilligung die normierten begÃ¼nstigenden Folgen einer solchen fÃ¼r den/die Inhaber/in aufzuheben (dahin strebt allerdings der Be­schwerdegegner in act. --.). Das hÃ¤tte sich hÃ¶chstens erreichen lassen, indem die Rechtspflege in ihrer Vollzugsverordnung zum Personalgesetz von derjenigen des Regie­rungsrats abweichende Regelungen getroffen hÃ¤tte. So aber verhÃ¤lt es sich gerade nicht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Dass nun durch ein Ã¶ffentliches Amt belegte Arbeitszeit von wÃ¶chentlich einem halben Tag nicht zu kompensieren ist, kann nur bedeuten, es habe eine Entlastung von 10 % Platz zu greifen. Sonst zwÃ¤nge man die normal speditiven Angestellten, von denen ausgegangen werden muss und die ihr Pensum in fÃ¼nf Tagen erledigen, eben doch, den ausgefallenen halben Tag nachzuholen. Es handelte sich um keine "besoldete Freistellung" im Sinn der zitierten regierungsrÃ¤tlichen Weisung zum Personalgesetz, sondern um eine unbesoldete, wenn die wÃ¤hrend der Freistellung unerledigte Arbeit ausserhalb der fÃ¼r die AmtsausÃ¼bung gewÃ¤hrten Zeit und insbesondere - fÃ¼r die durchschnittlich schnellen Be­diensteten - auch ausserhalb der gewÃ¶hnlichen Arbeitszeit abzutragen wÃ¤re. FÃ¼r diese In­terpretation spricht zudem, dass sie offenbar schon der Verwaltungspraxis betreffend die Vollziehungsbestimmungen des Regierungsrats zur Beamtenverordnung entspricht, der in § 145 Abs. 2 VVPG den einschlÃ¤gigen § 28 (Fassung 17. April 1991) bzw. 17 Abs. 1 (Fassung 27. November 1991) VV BVO unverÃ¤ndert Ã¼bernommen hat. Was hiergegen eingewendet wird, schlÃ¤gt alles nicht durch:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">aa) Die Vorinstanz behauptet zunÃ¤chst, die beantragte Entlastung um 20 % komme dem Verlust von 52 Arbeitstagen gleich; zusammen mit den 10 Arbeitstagen, welche der Beschwerdegegner dem BeschwerdefÃ¼hrer als leitendem FunktionÃ¤r eines Berufsverbandes gestÃ¼tzt auf § 88 VVPG im Beschluss vom 27. September 1999 grundsÃ¤tzlich bereits zugestanden habe (vgl. effektiv act. --. und --), ergÃ¤be sich ein Verlust von 62 Arbeitsta­gen, so dass der BeschwerdefÃ¼hrer seinen Richterberuf wÃ¤hrend rund drei Monaten nicht ausÃ¼bte; das lasse sich mit diesem Vollamt nicht mehr vereinbaren (act. --.).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Allein schon wegen Ferien und Feiertagen fehlen aber sÃ¤mtliche Angestellten durchschnittlich wenigstens rund sechs Wochen im Jahr (vgl. §§ 79 und 117 VVPG, je Abs. 1). Also dreht es sich bei der anbegehrten Entlastung fÃ¼r den Kantonsrat noch um hÃ¶chstens 46 Arbeitstage bzw. etwas mehr als zwei Monate, oder bei einer Arbeitsminder­zuteilung von lediglich 10 % um maximal 46 Halbtage bzw. einen guten Monat. Und die Erleichterungen nach § 88 VVPG lassen sich nicht gegen diejenigen von § 145 VVPG ausspielen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Im Ãbrigen stellt der Inhalt einer erteilten Bewilligung fÃ¼r ein Ã¶ffentliches Amt keine Frage der Vereinbarkeit mit einem bestehenden DienstverhÃ¤ltnis dar, sondern allen­falls eine solche der Bewilligungsanpassung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) Die Vorinstanz hÃ¤lt sodann fest, "dass von ...Richtern und juristischen SekretÃ¤­ren... zur BewÃ¤ltigung der anfallenden Prozesse Ãberzeit ohne jegliche Kompensation er­wartet und von diesen auch geleistet wird" (act. --).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Diese Aussage vertrÃ¤gt sich in solch absoluter Form nicht mit den Bestimmungen der §§ 125 ff. VVPG betreffend Ausgleich oder VergÃ¼tung von Ãberzeit. FÃ¼r den Be­schwerdefÃ¼hrer insbesondere ergibt sich aus § 128 VVPG immerhin, dass ihm ein Zeitaus­gleich erst ab Ãberzeitleistungen von mehr als 120 Stunden im Jahr zusteht, und auch das nur, wenn es der Dienst gestattet, sowie dass VergÃ¼tungen eine Ausnahme darstellen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nur zielen die §§ 125 ff. und 145 Abs. 2 VVPG auf Verschiedenes: Letztere Norm sagt, inwieweit durch ein Ã¶ffentliches Amt wÃ¤hrend wenigstens eines halben Arbeitstages pro Woche absorbierte Angestellte zumindest zu entlasten sind und <i>verlorene Zeit gerade nicht nachholen mÃ¼ssen</i>; erstere Vorschriften nennen die Folgen, welche <i>forderbare Mehrleistungen</i> gegenÃ¼ber der Regelarbeitszeit mit sich bringen. Nebenbei bemerkt reich­ten im Jahr 120 Stunden an ohne Ausgleich oder VergÃ¼tung zu erbringender Ãberzeit auch nie hin, um ausgefallene 46 Halbtage bzw. 193,2 Stunden (vgl. § 116 Abs. 1 VVPG) wett­zumachen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">cc) Weiter argumentiert die Vorinstanz samt dem Beschwerdegegner mit § 88 VVPG, welcher den Personalvertretern/innen fÃ¼r ihre VerbandstÃ¤tigkeit bis zu einer gewis­sen Grenze die nÃ¶tige Zeit wÃ¤hrend Arbeitstagen einrÃ¤umt und die daherige Beanspruchung bei der Arbeitszuteilung, soweit mÃ¶glich, angemessen zu berÃ¼cksichtigen vorschreibt. Wenn allein diese Bestimmung ausdrÃ¼cklich eine Entlastung vorsehe, kÃ¶nne das fÃ¼r die Kompensationsfreiheit in § 145 Abs. 2 VVPG nicht gelten (act. â und --.). Ein qualifiziertes Schweigen liegt indes nicht vor. Vielmehr geht § 145 Abs. 2 VVPG weiter als § 88 VVPG. Die Personalvertreter/innen haben nur einen bedingten und nicht vollumfÃ¤nglichen Anspruch auf Entlastung, die Inhaber/innen von Ã¶ffentlichen Ãm­tern dagegen einen absoluten im Umfang eines halben, durch die AmtsausÃ¼bung besetzten Arbeitstags.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">dd) Die Vorinstanz erwÃ¤gt in diesem Kontext, Anspruch auf Lohn bestehe nur, so­weit tatsÃ¤chlich gearbeitet werde. Besoldeter Urlaub oder besoldete Freistellung gewÃ¤hrten kein Recht auf quotenmÃ¤ssige Entlastung. Die Tatsache, dass die NebeneinkÃ¼nfte aus kompensationsfreier AmtstÃ¤tigkeit nicht abzuliefern seien, belege, dass keine Minderzu­teilung zu erfolgen habe (act. --; vgl. auch Beschwerdeantwort S. 8).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Effektiv erlaubt § 145 VVPG den Einzug von NebeneinkÃ¼nften nur bei Beanspru­chung von prinzipiell zu kompensierender, aber speziell nicht kompensierbarer Arbeitszeit. Die Angestellten "bereichern" sich also um die - in aller Regel nicht fÃ¼rstlichen - Neben­einkÃ¼nfte jenes halben Tages, fÃ¼r den sie Lohn ohne eigene Gegenleistung beziehen. Dabei verhÃ¤lt es sich indes nicht anders als etwa beim Sold, der fÃ¼r nach § 113 VVPG bewilligten freiwilligen MilitÃ¤rdienst anfÃ¤llt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Was die GrundsÃ¤tze anlangt, ohne Arbeit gebe es keinen Lohn und besoldeter Ur­laub zeitige keine Entlastung, kÃ¶nnen sie zumindest fÃ¼r den Urlaub von 16 Wochen wegen Mutterschaft nicht zutreffen (§ 96 Abs. 1 VVPG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">ee) Endlich Ã¤ussert die Vorinstanz wegen des Gewaltenteilungsprinzips sowie der kantonsrÃ¤tlichen Oberaufsicht Ã¼ber die Rechtspflege Bedenken gegen den BeschwerdefÃ¼h­rer als Parlamentarier und findet jedenfalls, das schwÃ¤chere Ã¶ffentliche Interesse an der Einsitznahme eines Richters im Kantonsrat mÃ¼sse dem stÃ¤rkeren an einer funktionierenden Rechtspflege weichen. Eine Minderzuteilung von Arbeit zu Gunsten der Inhaber/innen Ã¶ffentlicher Ãmter bedinge entweder eine nicht vertretbare Mehrbelastung der Ã¼brigen Ge­richtsmitglieder mit VerfahrensverzÃ¶gerungen oder Ersatzanstellungen, welche sich erstens aus teilweiser Ablieferung von NebeneinkÃ¼nften nie finanzieren liessen und zweitens be­trieblich selbst bei Zusammenfassen verschiedener Restpensen als nicht sinnvoll erschie­nen (act. --.; vgl. auch den Beschwerdegegner in act. --. und --).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der SouverÃ¤n hÃ¤lt die Ãmter an Bezirksgerichten und im Kantonsrat ausdrÃ¼cklich fÃ¼r vereinbar (Art. 33 Abs. 1 Satz 2 der Kantonsverfassung in der Fassung vom 27. September 1981 in Verbindung mit § 106 des Wahlgesetzes vom 4. September 1983). Gedanken dazu erÃ¼brigen sich hier mithin. Alles andere darf vielleicht beim Entscheid Ã¼ber eine Bewilligung oder deren Modifizierung eine Rolle spielen (vgl. auch Beschwerdeant­wort, act. --), nicht aber dem Unterlaufen von durch § 145 VVPG verliehenen Rechten dienen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Abgesehen davon Ã¼berzeugt der Hinweis auf betriebliche Schwierigkeiten mit dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht (act. --), wenn ihn die Vorinstanz gleichzeitig auf die MÃ¶g­lichkeit eines TeilrÃ¼cktritts als Richter verweist (act. --).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">ff) Im Rekursverfahren sprach der Beschwerdegegner vom "traditionell sehr frei ausgeÃ¼bten Richteramt" (act. --). Der BeschwerdefÃ¼hrer stiess sich daran, weil das suggeriere, "man kÃ¶nne es dabei allgemein sehr locker nehmen" (act. --). Gemeint war aber wohl, die PrÃ¤senzzeit der Gerichtsmitglieder werde nicht kontrolliert, sofern sie nur die ihnen (mÃ¶glichst gleichmÃ¤ssig zugeteilte) Arbeit erledigten. Selbst wenn bei einer solchen Organisation der BeschwerdefÃ¼hrer sein Pensum dank Ã¼berdurchschnittlicher Effi­zienz etwa in viereinhalb Tagen pro Woche bewÃ¤ltigte, hÃ¤tte er Anrecht auf eine starre Entlastung um 10 %, welche denn auch nicht mehr betrÃ¼ge, falls er fÃ¼r diese 10 % - dem durch das Ã¶ffentliche Amt besetzten Halbtag entsprechend - durchschnittlich mehr als 4,2 Stunden aufwenden mÃ¼sste.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">gg) Die Beschwerdeantwort findet, der BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤tte den Entlastungsan­spruch bereits beim Gesuch um die Bewilligung fÃ¼r die Ãbernahme eines Kantonsratsman­dats anmelden mÃ¼ssen (act. --). Das gilt zumindest fÃ¼r den hier interessierenden Entla­stungsanspruch von 10 % nicht, da es einen solchen entweder schon gab, weshalb er sich von selbst verstanden hÃ¤tte, oder noch nicht, so dass er nicht hÃ¤tte gefordert werden kÃ¶n­nen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Bemerkungen der Beschwerdeantwort zur erhÃ¶hten Treuepflicht von Gerichts­mitgliedern (S. 4 ff.) Ã¤ndern nichts an der Beanspruchbarkeit der Kompensationsfreiheit von § 145 Abs. 2 VVPG durch den BeschwerdefÃ¼hrer.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">hh) Der BeschwerdefÃ¼hrer hat demnach kraft § 145 Abs. 2 VVPG einen Anspruch, in seinem Pensum am Bezirksgericht (ohne LohnbeeintrÃ¤chtigung) um 10 % entlastet zu werden. Insofern verletzen die Solches verweigernden BeschlÃ¼sse der Vorinstanz vom 12. Januar 2000 und des Beschwerdegegners vom 27. September 1999 gemÃ¤ss § 75 lit. a VRG das Recht und sind entsprechend zu Ã¤ndern.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) Der BeschwerdefÃ¼hrer behauptet, das Kantonsratsmandat beschÃ¤ftige ihn wÃ¶­chentlich wÃ¤hrend zwei Tagen, wovon die HÃ¤lfte auf Abende und Wochenenden entfalle. Neben den beruflichen und politischen habe er noch familiÃ¤re Verpflichtungen. Ein weite­rer Halbtag (ausser dem bereits abgehandelten) berÃ¼hre deshalb die Arbeitszeit, wofÃ¼r er abermals 10 % Kompensationsfreiheit beanspruchen dÃ¼rfe, indes auch ein Viertel seiner NebeneinkÃ¼nfte als Parlamentarier abzuliefern anbiete (act. --., --. und --.).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">FÃ¼r die einen Halbtag pro Woche Ã¼bersteigende Beanspruchung der Arbeitszeit durch ein Ã¶ffentliches Amt gilt grundsÃ¤tzlich die Kompensationspflicht. Die Frage der Ab­lieferung von NebeneinkÃ¼nften stellt sich erst, soweit das Nachholen der ausgefallenen Zeit als nicht mÃ¶glich erscheint. Dass dem so ist, wird nicht dargetan und wird auch aus den Akten nicht ersichtlich. Dies gilt umso mehr, als der BeschwerdefÃ¼hrer mit dem heutigen Entscheid in den Genuss einer Entlastung von 10 % kommt. Sollte ein Nachholen gleich­wohl nicht mehr mÃ¶glich sein, so wÃ¤re dies in einem neuen Verfahren um AbÃ¤nderung der Bewilligung zu prÃ¼fen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In diesem Punkt ist das Rechtsmittel daher abzuweisen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1.<span> </span>In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die BeschlÃ¼sse der obergerichtli­chen Verwaltungskommission vom 12. Januar 2000 und des Beschwerdegegners vom 27. September 1999 dahin geÃ¤ndert, dass der Beschwerdegegner verpflichtet wird, den BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼ckwirkend ab 1. Juli 1999 im Umfang eines Arbeitspensums von 10 % zu entlasten.<br/> <br/> Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>