<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, dass auch Nicht-Anwälte/innen als Mitglied des Verwaltungsrats von Anwaltskörperschaften im Rechtskleid der Aktiengesellschaft zugelassen werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Motionär verlangt, dass «Nicht-Anwälte» und «Nicht-Anwältinnen» im Verwaltungsrat von Anwaltskanzleien, die als juristische Personen wie z.B. Aktiengesellschaften organisiert sind, Einsitz nehmen können. Fachfremde Verwaltungsratmitglieder unterliegen nicht dem Anwaltsgesetz (BGFA; SR 935.61). Nach Auffassung des Bundesrates ist ein solcher Gesetzgebungsvorschlag insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Anwaltsgeheimnisses (Art.</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">13 BGFA) problematisch. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Artikel</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">13 BGFA hält fest, dass Anwältinnen und Anwälte über alles, was ihnen infolge ihres Berufes von ihrer Klientschaft anvertraut worden ist, dem Berufsgeheimnis unterstehen. Diese Regel soll insbesondere die Interessen der Rechtsuchenden schützen. Sie müssen sich auf die uneingeschränkte Verschwiegenheit ihrer Rechtsvertreter verlassen können. Dies würde mit der verlangten Änderung in Frage gestellt, kann doch nach Artikel</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">715</span><span style="font-family:Arial; font-style:italic">a</span><span style="font-family:Arial"> des Obligationenrechts (OR; SR</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">220) jedes Mitglied des Verwaltungsrates Auskunft über alle Angelegenheiten der Gesellschaft verlangen. Darüber hinaus würde bei einem Verwaltungsratsmitglied, das nicht im kantonalen Anwaltsregister eingetragen ist und damit nicht in den Anwendungsbereich des BGFA fällt, das darin vorgesehene Aufsichts- und Sanktionssystem nicht greifen (Art.</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">14 und 17 BGFA).</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Das Bundesgericht hat in seinem Grundsatzentscheid (BGE 144 II 147) mit klarer und präziser Begründung eine rechtliche Lücke geschlossen, die der Gesetzgeber bewusst offen gelassen hatte (BBl</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">1999 6013, 6038 Ziff.</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">172.17). Diesen Entscheid hat das Bundesgericht später bestätigt (BGE 148 II 369).</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Dem Bedürfnis nach interdisziplinären Anwaltskanzleien lässt sich durch andere Formen der Zusammenarbeit von eingetragenen Anwälten und fachfremden Personen Rechnung tragen, beispielsweise durch Kooperationsmandate oder Arbeitsverträge.</span></p></div><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.