BRKE II Nr. 0039/2005 vom 1. März 2005 in BEZ 2005 Nr. 15 8. b) Die Vorinstanz beantragt ebenfalls die Zusprechung einer Umtriebsentschäd i- gung. Gemäss § 17 Abs. 2 VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren vor Verwa l- tungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu einer angemessenen Entsch ä- digung für die Umtriebe der Gegenpartei verpflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darstellung komplizierter Sachverhalte oder schwieriger Rechtsfragen besonderen Au f- wand erforderte oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte (lit. a) oder wenn die Recht sbegehren oder die angefochtene Anordnung offensichtlich unbegründet w a- ren (lit. b). Na ch der bisherigen Rechtsprechung der Baurekurskommissionen wurde Gemeinden auch im Falle ihres Obsiegens nur sehr zurückhaltend eine Umtriebsen t- schädigung zugesprochen; dies mit der Begründung, dass Behörden in gewissem U m- fang auch eine intensive Bea nspruchung durch die Bürger hinzunehmen hätten. Es g e- höre zum normalen Aufgabenkreis der Verwaltungsbehörden, zuhanden von Rekurs - und Beschwerdeinstanzen Vernehmla ssungen zu verfassen. Nur wenn Einwände zu behandeln seien, die weit über das hinausgi ngen, was üb licherweise im Baubewill i- gungsverfahren zu klären sei, rechtfertige es sich, u nter dem Titel von § 17 Abs. 2 lit. a VRG eine Umtriebsentschädigung zuzusprechen. An dieser Rechtsprechung kann mit Blick auf die in jüngerer Zeit vermehrt ang e- strebte Kostentra nsparenz nicht uneingeschränkt festgehalten werden. Die Präside n- tenkonferenz der vier Baurekurskommissionen hat deshalb beschlossen, die bisherige Praxis zu lockern. Allerdings werden Gemeinden im Falle des Obsiegens auch inskün f- tig nicht stets eine U mtriebsentschädigung erhalten, sondern nur nach Massgabe fo l- gender Grundsätze: Erstens beschränkt sich ein potenzieller Entschädigungsanspruch in aller Regel auf Rekurse von Bauherren bzw. Grundeigentümern; ausgenommen ble i- ben Rekurse Dritter, weil Gemeinden in Verfahren, in welchen sich private Parteien mit gegensätzlichen Begehren gegenüberst ehen, grundsätzlich auch nicht entschädigung s- pflichtig werden (§ 17 Abs. 3 VRG). Zweitens ist es in einfachen Fällen, die zu keinem relevanten Zusatzaufwand geführt haben, weiterhin nicht gerechtfertigt, Gemeinden eine Entschädigung zuzusprechen. Drittens erhalten G emeinden auch in schwierigeren Fä l- len nur dann eine Entschädigung zugesprochen, wenn die Erstattung der Vernehmla s- sung mit einem gewissen Aufwand verbunden war. Dabei ist für die Zusprechung und Bemes sung der Umtriebsentschädigung nicht massgebend, ob die Gemeinde einen Rechtsvertreter bzw. eine Rechtsvertreterin beigezogen hat oder nicht.