Beschluss vom 14. Juli 2014 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Cornelia Cova, Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia Parteien A., Beschwerdeführer gegen EIDGENÖSSISCHE ZOLLVERWALTUNG, Ober- zolldirektion, Beschwerdegegnerin Gegenstand Kostenerkenntnis (Art. 96 Abs. 1 VStrR) B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: BV.2014.16 - 2 - Sachverhalt: A. Mit Strafverfügung vom 5. März 2014 erklärte die Eidgenössische Z ollver- waltung EZV, Oberzolldirektion , (nachfolgend "OZD") in Anwe ndung der Art. 96 Abs. 4 lit. a und Art. 103 MWSTG sowie der Art. 70, 64 und 95 VStrR A. der Steuerhinterziehung für schuldig (act. 6.1). Die OZD erachtete es als erwiesen, dass A. durch die Nichtanmeldung von vier eingeführten Diamanten einen Steuerbetrag von Fr. 28'044.70 hinterzogen hat. Sie ver- urteilte A. zu einer Busse von Fr. 14'000.-- und auferlegte ihm die Verfa h- renskosten in der Höhe von Fr. 2'490.-- (bestehend aus Fr. 2'400 .-- Spruchgebühr und Fr. 90.-- Schreibgebühr). Mit Bezug auf die Verfahrenskosten wurde in den Erwägungen – in Abwei- chung zum Dispositiv – demgegenüber zunächst ausgeführt, dass A. die Verfahrenskosten von Fr. 2'500. -- aufzuerlegen seien, wobei im Folges atz von Verfahrenskosten von Fr. 2'450.-- ausgegangen wurde (act. 6.1 S. 9). So wurde abschliessend festgehalten, dass vom beschlagnahmten Geld in der Höhe von Fr. 30'875. -- der Betrag von Fr. 16'450. -- zur Deckung der Busse und Verfahrenskosten zurückbeha lten und der Differenzbetrag von Fr. 14'425.-- A. zurückerstattet würde (act. 6.1 S. 9). B. Mit Eingabe vom 31. März 201 4, mit Aufga be bei der Deutschen Post am 2. April 2014 und Eingang hierorts am 7. April 2014, erhebt A. Beschwerde gegen die ihm auferleg ten Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'490.-- (act. 1). Mit Schreiben vom 24. April 2014 reichte die OZD ihre Beschwerdeantwort ein und beantragt die Abweisung der Beschwerde , soweit darauf eingetre- ten werden könne (act. 4 ). Mit Bezug auf die Divergen zen zwischen B e- gründung und Dispositiv hinsichtlich der Zahlen führte sie aus, es handle sich um einen Verschrieb in der Begründung. Im Dispositiv sei richtig ve r- fügt worden, dass A. die Verfahrenskosten von Fr. 2'400. -- und eine Schreibgebühr von Fr. 90.-- zu tragen habe (act. 4 S. 4). Mit Schreiben vom 25. April 2014 an die vom Beschwerdeführer angeg e- bene Adresse in Deutschland wurde dieser zur Beschwerdereplik eingel a- den (act. 5). Mit Schreiben vom 30. April 2014 reichte der Beschwerdefü h- rer eine als "Beschwerdeantwort" betitelte Eingabe ein (act. 6), welche z u- nächst als Beschwerdereplik registriert und am 5. Mai 2014 der Gegenpa r- tei zur Kenntnis zugestellt wurde (act. 7). - 3 - Am 17. Juni 2014 retournierte die Deutsche Post das ungeöffnete Couvert mit dem Schreiben vom 25. April 2014, mit welchem der Beschwerdeführer per Einschreiben zur Beschwerdereplik eingeladen worden war (act. 8). Gemäss Angaben der Deutschen Post wurde das Schreiben nicht abg e- holt. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen. Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 96 Abs. 1 VStrR kann der mit Kosten beschwerte Beschuldi g- te gegen das Kostenerkenntnis innert 30 Tagen seit Eröffnung des En t- scheides bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde führen, wenn das Verfahren eingestellt wurde oder wenn er die gerichtliche Beurteilung nicht verlangt. 1.2 Die Strafverfügung vom 5. März 2014 wurde dem Beschwer deführer am 19. März 2014 eröffnet (Verfahrensakten OZD, Urk. 65), weshalb seine B e- schwerde vom 31. März 2014, hierorts am 7. April 2014 eingegangen, ge- gen die Kostenauflage innert Frist erfolgt ist. Die übrigen Eintretensvoraus- setzungen geben zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass und auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Gemäss Art. 96 Abs. 1 i.V.m. Art. 28 Abs. 2 VStrR kann mit der Beschwe r- de die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvolls tändige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder die Unangemesse n- heit gerügt werden. Die Beschwerde hat einen schriftlichen Antrag und eine kurze Begründung zu enthalten (Art. 96 Abs. 1 i.V.m. Art. 28 Abs. 3 VStrR). 3. 3.1 Gegen das Kostenerkenntnis bringt der Beschwerdeführer vor, er habe keine Straftat begangen und sei zu Unrecht zu einer Busse verurteilt wo r- den. Aus existenz iellen Gründen fechte er die Verur teilung nicht an, da er auf die verbleibenden restlichen ca. Fr. 14'425. -- bis Fr. 17'000. -- extrem angewiesen sei und eine Einsprach e nur eine extreme zeitliche Verzög e- rung mit sich brächte. Er ersuche daher, dass ihm wenigstens sein restl i- ches Geld und die oben genannten Verfahrenskosten schnellstmöglich auf sein Konto überwiesen würden (act. 1). - 4 - 3.2 Gemäss Art. 95 Abs. 1 VStrR werden im Entscheid der Verwaltung die Kosten in der Regel dem Verurteilten auferlegt; aus Gründen der Billigkeit kann er von ihnen ganz oder teilweise befreit werden. Die Verfahrenskosten im Verwaltungsstrafverfahren bestehen gemäss Art. 1a der Verordnung vom 25. November 1974 über Kosten und Entschä- digungen im Verwaltungsstrafverfahren (VKStr; SR 313.32) i.V.m. Art. 94 Abs. 1 VStrR aus den Barauslagen (inkl. Kosten der Untersuchungshaft und der amtlichen Verteidigung), einer Spruchgebühr, einer Schreibgebühr und den Kanzleigebühren. Nach Art. 6 a VKStr bemisst sich die Spruchg e- bühr nach der Bedeutung der Strafsache und dem Aufwand, den ihre Erl e- digung erfordert. Gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. c VKStr beträgt der Gebühre n- rahmen für Strafverfügungen im Einspracheverfahren nach Art. 70 VStrR Fr. 100.-- bis 10'000.--. Die Schreibgebühr besteht aus einer Gebühr von Fr. 10. -- je Seite für die Herst ellung des Originals (Art. 12 Ab s. 1 lit. a VKStr). Unter dem Titel "Gebührenerlass" sieht Art. 16a VKStr vor, dass die Behör- de die Kanzleigebühren (Art. 13 –16) bei Bedürftigkeit des Gebührenpflich - tigen oder aus andern wichtigen Gründen ganz oder teilweise erlassen kann. 3.3 Unter Bezugnahme auf die vorstehend e Verordnung führt e die OZD im Rahmen ihrer Beschwerdeantwort aus, dass die Strafsache vorliegend von grosser Bedeutung und der Aufwand angesichts der Beweiswürdigu ng nicht gering gewesen sei. Die ausgefällte Spruchgebühr von Fr. 2'400. -- entspreche den in vergleichbaren Fäl len erhobenen Verfahrenskosten und orientiere sich am Gebührenrahmen gemäss VKStr. Die Strafverfügung enthalte inkl. Dispositiv 9 Seiten, was insgesamt eine Schreibgebühr von Fr. 90.-- (9 x Fr. 10.--) ausmache (act. 4 S. 3). Die OZD führt weiter aus, dass der Beschwerde keine Gründe zu entne h- men seien, wel che die Auf erlegung der Verfahrenskosten als unbillig e r- scheinen lassen würden. Die finanziellen Verhältnisse alleine würden ke i- nen Billigkeitsgrund darstellen. Gemäss Art. 16 a VKStr könnten die Kanz- leigebühren bei Be dürftigkeit des Gebührenpflichten oder aus anderen wichtigen Gründen ganz oder teilweise erlassen werden. Hingegen gebe es keine entsprechende Regelung in Bezug auf den Erlass von Spruch- und Schreibgebühren, weshalb ein Erlass dieser Gebühren ausgeschlossen wäre. Zudem wäre die Beschwerdekammer des Bu ndesstrafgerichts zur Beurteilung dieser Frage nicht zuständig (act. 4 S. 3). - 5 - 3.4 Die Kostenauflage ist die gesetzliche Folge der (mittlerweile in Rechts - kraft erwachsenen) Verurteilung des Beschwerdeführers (s. Art. 95 Abs. 1 VStrR). Soweit der Beschwerdeführer einwendet, er sei zu Unrecht verurteilt worden, vermag er für das vorliegende Verfahren nichts zu seinen Gunsten ableiten. Was die OZD im Einzelnen zur Begründung der Kosten- auflage und –höhe ausführt (s. supra Ziff. 3.3), lässt weder eine Verletzung von Bundesrecht, noch die unrichtige oder unvolls tändige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts noch Ermessensmissbrauch oder -überschreitung erkennen. Die Kosten für die Strafverfügung (Spruch - und Sc hreibgebühr) orientierten sich vollumfänglich am Tarif gemäss VKStr. Umstände, welche eine (Teil -)Befreiung aus Gründen der Billigkeit rechtfertigen würden, hat der Beschwerdeführer keine genannt. Die B e- schwerde ist nach dem Gesagten vollumfänglich abzuweisen. 4. 4.1 Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens als unte r- liegende Partei die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen ( Art. 97 Abs. 1 VStrR i.V.m. Art. 428 Abs. 1 StPO). 4.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts über die Kosten, Gebühren und Entschädigung in Bundesstrafverfahren vom 31. August 2010 (SR 173.713.162; BStKR) können für das Beschwerdever- fahren gemäss VStrR Gebühren von Fr. 200. -- bis Fr. 50'000. -- erhoben werden. Unter Berücksichtigung aller Umstände ist die Gerichtsgebühr vor- liegend auf Fr. 1'500.-- festzulegen (Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR). - 6 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. Bellinzona, 15. Juli 2014 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: Zustellung an - A. - Eidgenössische Zollverwaltung, Oberzolldirektion Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.