B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-3667/2022 U r t e i l v o m 2 1 . S e p t e m b e r 2 0 2 3 Besetzung Richterin Christine Ackermann (Vorsitz), Richter Jérôme Candrian, Richter Alexander Misic, Gerichtsschreiber Roland Hochreutener. Parteien A._______, vertreten durch MLaw Sara Garcia, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Datenschutz; Datenänderung im ZEMIS. A-3667/2022 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 2. Mai 2022 reichte A._______ in der Schweiz ein Asylgesuch ein. Auf dem Personalienblatt des Staatssekretariats für Migration (SEM) gab er als sein Geburtsdatum handschriftlich den (…) 2006 an. B. Am 19. Mai 2022 wurde A._______ vom SEM im Rahmen der Erstbefra- gung zu seinen persönlichen Umständen sowie summarisch zu seinen Asylgründen befragt. Dabei gab er den (…) 1384 (entspricht dem […] 2006) als sein Geburtsdatum an und reichte gleichzeitig eine Kopie seiner Tazkira ein. C. Gestützt auf ein entsprechendes Begehren des SEM orientierten die grie- chischen Behörden das Amt mit Schreiben vom 25. Mai 2022 dahinge- hend, dass A._______ – zusammen mit seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Schwestern – am 29. September 2018 in Griechenland ein Asyl- gesuch gestellt habe. Das Asylverfahren sei derzeit – infolge Anfechtung des zweitinstanzlichen negativen Entscheids – bei den griechischen Ge- richtsbehörden (Administrative Court of Appeals) hängig. Gleichzeitig wurde dem BFM eine Kopie seines Reisepasse s übermittelt, in welchem als Geburtsdatum der (…) 2002 aufgeführt ist. Das SEM gab daraufhin am 31. Mai 2022 eine forensische Lebensaltersabklärung in Auftrag. Auf der Grundlage von Untersuchungen vom 3. Juni 2022 erstattete das Institut für Rechtsmedizin der Universität Basel am 9. Juni 2022 sein rechtsmedizini- sches Gutachten (nachfolgend: Gutachten). Darin kam das Institut zum Schluss, dass unter Berücksichtigung sämtlicher erhobenen Befunde von einem Mindestalter von 17 Jahren auszugehen und das angegebene Le- bensalter von 15 Jahren und 5 Monaten bzw. 16 Jahren und 2 Monaten mit den erhobenen Befunden nicht zu vereinbaren sei. D. Im Hinblick auf die in Aussicht gestellte Anpassung des Alters im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) gewährte das SEM A._______ mit Schreiben vom 21. Juni 2022 das rechtliche Gehör. Mit Eingabe vom 29. Juni 2022 hielt A._______, vertreten durch MLaw Sara Garcia, an sei- nen bisherigen Angaben und an seiner Minderjährigkeit fest. A-3667/2022 Seite 3 E. Am 14. Juli 2022 wurde der Beschwerdeführer zu seinen Asylgründen an- gehört. F. Mit Verfügung vom 25. Juli 2022 lehnte das SEM (nachfolgend: Vorinstanz) sowohl das Asylgesuch als auch das Begehren um Berichtigung der Per- sonendaten ab und hi elt in Ziffer 7 des Entscheiddispositivs Folgendes fest: «7. Ihre Personendaten im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) lauten: A._______, geb. (…) 2002, Afghanistan.» G. Gegen diese Verfügung erhob A._______ (nachfolgend: Beschwerdefüh- rer) mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 24. August 2022 Be- schwerde beim Bundesverwaltungsgericht, im Wesentlichen mit dem An- trag, Dispositivziffer 7 der angefochtenen Verfügung des SEM vom 25. Juli 2022 sei aufzuheben und das SEM sei anzuweisen, sein Geburtsdatum im Zentralen Migrationsinformationssystem ZEMIS auf den (…) 2006 abzuän- dern. In prozessualer Hinsicht stellt er den Antrag, es sei ihm unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es sei auf die Erhebung eines Kost en- vorschusses zu verzichten. H. Mit Zwischenverfügung vom 9. September 2022 wies die Instruktionsrich- terin das Gesuch des Beschwerdeführers auf Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung unter dem Vorbehalt gut, dass er bis zum 23. Sep- tember 2022 eine Bestätigung für seine Fürsorgeabhängigkeit nachreiche (Dispositiv-Ziffer 3). I. Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 16. September 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Bestätigung für seine Fürsorgebedürftigkeit ein. J. Im Schriftenwechsel halten die Parteien an ihrer bisherigen Argumentation fest. A-3667/2022 Seite 4 K. Auf den weiteren Inhalt der Akten und der Rechtsschriften der Parteien ist, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG, die von einer Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG erlassen wurde. Da keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bu ndesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Be- schwerde zuständig (vgl. Art. 31 VGG). Das Verfahren vor dem Bundes- verwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, sofern das VGG nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG). 1.2 Der Beschwerdeführer ist als A dressat der angefochtenen Verfügung sowohl formell als auch materiell beschwert, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 1.3 Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge- schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Er- messensausübung – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). Es wendet das Recht von Amtes wegen an und ist an die Begründung der Parteien nicht gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Ferner würdigt es die Be- weise frei, ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss (Grundsatz der freien Beweiswürdigung; vgl. Art. 40 des Bundesgesetzes über den Bundeszivilprozess vom 4. Dezember 1947 [BZP , SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG). 3. 3.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das ZEMIS, das der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- und A-3667/2022 Seite 5 dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes über das Informationssystem für den Ausländer - und den Asylbereich vom 20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent- rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS -Verord- nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord- nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesond ere deren Aus- kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa- tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Datenschutz vom 19. Juni 1992 (Datenschutzgesetz, aDSG, SR 235.1, in der bis zum 31. Au- gust 2023 geltenden Version; vgl. zur Anwendbarkeit des bisherigen Rechts auf laufende Beschwerdeverfahren Art. 70 DSG in der ab 1. Sep- tember 2023 geltenden Version [AS 2022 491]) und des VwVG. 3.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver- gewissern (Art. 5 Abs. 1 aDSG). Werden Personendaten von Bundesorga- nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 Bst. a aDSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein absoluter und uneingeschränkter Anspruch (statt vieler BVGE 2018 VI/3 E. 3.2). Die ZEMIS-Verordnung sieht im Übrigen in Art. 19 Abs. 3 aus- drücklich vor, dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind. 3.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be- streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen- daten zu beweisen ( Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] A-3051/2018 vom 12. März 2019 E. 5.3). Nach den massgeblichen Be- weisregeln des VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdi- gung sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünfti- gen Zweifel bleiben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforder- lich. Die mit dem Berichtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat zwar nach dem Untersuchungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen abzuklären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Fest- stellung mitzuwirken. Kann bei einer verlangten bzw. von Amtes wegen be- absichtigten Berichtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch dieje- nige der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich we- der die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 aDSG). Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Per- sonendaten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendige r-A-3667/2022 Seite 6 weise bearbeitet werden, was namentlich auch für im ZEMIS erfasste Da- ten gilt. In solchen Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bear- beitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren Rich- tigkeit. Unter diesen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 aDSG deshalb die An- bringung eines Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit der bearbeiteten Personendaten bestritten ist. Spricht dabei mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zu- nächst zu berichtigen und die neuen Daten anschliessend mit einem der- artigen Vermerk zu versehen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder zu- mindest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit ei- nem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über dessen Anbringung ist jeweils von Amtes wegen und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein entspre- chender Antrag gestellt worden ist (zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3). 3.4 Es obliegt demnach grundsä tzlich der Vorinstanz zu beweisen, dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum des Beschwerdeführers (28. Mai 2002) korrekt ist. Der Beschwerdeführer hat hingegen nachzuwei- sen, dass das von ihm geltend gemachte Geburtsdatum ( 9. März 2006 ) richtig ist. Gelingt keiner Partei der sichere Nachweis des Geburtsdatums, ist dasjenige Datum im ZEMIS zu belassen oder einzutragen, dessen Rich- tigkeit wahrscheinlicher ist (BVGE 2018 VI/3 E. 3.5, Urteile des BVGer A‑3183/2018 vom 22. November 2018 E. 3.2 und A‑4603/2017 vom 11. Ap- ril 2018 E. 4). 4. Zu prüfen ist der Antrag des Beschwerdeführers, sein Geburtsdatum sei im ZEMIS auf den (…) 2006 festzulegen. 4.1 Die Vorinstanz begründet ihren Standpunkt in der angefochtenen Ver- fügung zur Hauptsache damit, dass im rechtsmedizinischen Gutachten vom 9. Juni 2022 unter Berücksichtigung aller Befunde von einem Mindest- alter von 17 Jahren ausgegangen werde, was mit dem vom Beschwerde- führer angegebenen Lebensalter von 16 Jahren und 2 Monaten nicht ver- einbar sei. Laut dem von den griechischen Behörden übermittelten afgha- nischen Reisepass sei er mit dem Geburtsdatum des (…) 2002 registriert worden. Demgegenüber seien afghanische Tazkiras erfahrungsgemäss leicht fälschbar und auch käuflich leicht erhältlich, weshalb diesen kau m Beweiswert zukommen könne. Zu berücksichtigen seien zudem die zahl- reichen widersprüchlichen Aussagen des Beschwerdeführers. So habe er bei der Erstbefragung zu Protokoll gegeben, dass er die 6. Klasse Mitte A-3667/2022 Seite 7 des Jahres 2016 beendet habe, wobei er aufgrund der erlittenen Verletzun- gen infolge eines Selbstmordattentats während eines Jahres nicht zur Schule gegangen sei. Darauf aufmerksam gemacht, dass er gemäss sei- nen Altersangaben im Jahr 2014 gerade einmal 8 Jahre alt gewesen sei und in diesem Alter wohl kaum die 6. Klasse beendet haben könne, habe er seine Aussage zurückgenommen. Auf erneute Befragung zum Zeitpunkt der Beendigung der 6. Schulklasse habe er angegeben, dass er wohl 12 Jahre bzw. 12 Jahre und 5 Monate alt gewesen sein müsse. Darauf aufmerksam gemacht, dass er – so er denn im Jahr 2016 12 Jahre alt ge- wesen wäre – im Zeitpunkt der Befragung 18 Jahre alt gewesen wäre, habe er auf die Altersangaben in der Tazkira verwiesen. Auf die Frage, wie viel Zeit zwischen seinem letzten Schultag und seiner Ausreise aus Afghanis- tan verstrichen sei, habe er einen Zeitraum von 5 bis 6 Monaten angege- ben. Auf entsprechende Nachfrage hin habe er zu Protokoll gegeben, dass er Afghanistan im Ja hr 2016 bzw. Mitte 2016 verlassen habe. Ungefragt habe er dabei angefügt, dass er im Alter von 6 Jahren eingeschult worden sei. Damit habe er sich in einen weiteren Widerspruch verstrickt, denn wenn er (seinen Angaben zufolge) im Alter von 6 Jahren bzw. im Jahr 2012 eingeschult worden sei und nachfolgend während 6 Jahren, das heisst bis zum Jahr 2018 die Schule besucht habe, dann könne er Afghanistan nicht im Jahr 2016 bzw. Mitte 2016 verlassen haben. Schliesslich halte er – we- nig überzeugend – fest, nicht einmal mehr genau zu wissen, ob er mit der 6. Klasse überhaupt begonnen habe. Die Zeit- und Altersangaben schaff- ten folglich unauflösbare Widersprüche. Der Beweiswert der Tazkira werde zusätzlich dadurch geschmälert, dass diese erst 2 Jahre nach seiner Aus- reise erstellt worden sei. Mit Blick auf die vom Beschwerdeführer zu Proto- koll gegebenen widersprüchlichen Aussagen müsse davon ausgegangen werden, dass er bezüglich seines Alters falsche Angaben gemacht habe, womit – im Umkehrschluss und insbesondere mit Blick auf die im Recht liegende Passkopie – von seiner Volljährigkeit ausgegangen werden müsse. In ihrer Beschwerdevernehmlassung bringt die Vorinstanz ergänzend vor, dass die vom Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 9. September 2022 angeordnete Änderung im ZEMIS zur Folge hätte, dass der Beschwerdeführer in eine Unterkunft für Minderjährige verbracht würde, was mit dem Kindeswohl und dem Schutz der in der Minderjähri- genstruktur befindlichen Personen nicht vereinbar wäre. Duplikweise hält sie der Argumentation des Beschwerdeführers zudem entgegen, aus den Akten bezüglich seiner Schwester ergäben sich keinerlei Hinweise für die Annahme, dass diese jemals im Besitz eines gefälschten afghanischen A-3667/2022 Seite 8 Reisepasses gewesen sei. Entgegen der Argumentation des Beschwerde- führers könne folglich nicht von einer rechtsungleichen Beweiswürdigung gesprochen werden. 4.2 Der Beschwerdeführer bringt zur Begründung seiner Beschwerde im Wesentlichen vor, er habe bei der Erstbefragung UMA (unbegleitete min- derjährige Asylsuchende) angegeben, am (…) 1384 ([…] 2006) geboren zu sein, wobei er eine Kopie seiner Tazkira eingereicht habe. Mit dem von der Vorinstanz in Auftrag gegebenen Altersgutachten könne die Vollendung des 18. Altersjahres nicht mit der notwendigen Sicherhei t belegt werden. Wie die Vorinstanz im Rahmen der Erstbefragung UMA festgestellt habe, bekunde er Mühe mit zeitlichen Angaben im gregorianischen wie auch im afghanischen Kalender. Deshalb habe er im Personalienblatt fälschlicher- weise den (…) 2006 als Mischung zwischen der afghanischen ([….] 1384) und der gregorianischen Kalenderrechnung ([…] 2006) eingetragen. An- lässlich der Erstbefragung UMA sei er psychisch angeschlagen gewesen, weshalb seine Rechtsvertreterin auch eine psychologische Abklärung be- antragt habe. Vor dem Hintergrund seiner geringen Schulbildung und sei- ner wahrscheinlichen Traumatisierung durch das miterlebte Selbstmordat- tentat respektive der damit einhergehenden Vergesslichkeit, des vierjähri- gen Aufenthalts in Griechenland unter unmenschlichen Bedingungen so- wie der illegalen Weiterreise über die Balkanroute s ei es nachvollziehbar, dass er keine genauen Angaben zu seiner Schulbildung habe machen kön- nen. Bei der Erstbefragung habe er angegeben, am (…) 1384 ([…] 2006) geboren und damit 16 Jahre und 2 Monate alt zu sein. Diese Altersangabe stimme mit den Altersangaben der Tazkira überein. Es sei nicht statthaft, eine Tazkira pauschal als gefälscht zu deklarieren. Entgegen der Auffas- sung der Vorinstanz werde der Beweiswert der Tazkira nicht dadurch zu- sätzlich geschmälert, dass diese zwei Jahre nach der Ausreise aus Afgha- nistan ausgestellt worden sei. Es gehe nicht an, dass die Vorinstanz der im Recht liegenden Passkopie einen höheren Beweiswert zuspreche, ohne seine Angaben zur fehlenden Echtheit des Passes zu würdigen. Bereits bei der Erstbefragung habe er ausgeführt, dass sein Vater über einen Kollegen einen Pass für ihn habe ausstellen lassen, wobei das darin angeführte Alter nicht korrekt sei. Das rechtsmedizinische Gutachten stelle ebenfalls ein In- diz für das von ihm geltend gemachte Geburtsdatum dar, denn die Unter- suchungen der Hand und der Schlüsselbein-Brustbein-Gelenke hätten ein Mindestalter von 16 Jahren ergeben. Die Beurteilung der Weisheitszahn- entwicklung mit der Angabe des Mindestalters von 17 Jahren könne vorlie- gend nicht berücksichtigt werden, da hierf ür populationsspezifische A-3667/2022 Seite 9 Referenzstudien vorliegen müssten und solche vorliegend nicht vorhanden seien. Die Vorinstanz habe darüber hinaus den Sachverhalt unvollständig und un- richtig festgestellt. So habe sie zum einen die ihr vorliegenden Länderin- formationen zur Möglichkeit der Ausstellung einer unverfälschten Tazkira zu Unrecht nicht beigezogen und ihn bei der Erstbefragung auch nicht ver- tieft dazu befragt. Zudem habe sie auf den Beizug des Originals des Rei- sepasses verzichtet, obwohl sie diesen aufgrund der Dublin-Zusammenar- beit hätte beiziehen und einer Echtheitsprüfung hätte unterziehen können. Zum andern hätte sie die beantragte psychologische Begutachtung veran- lassen müssen. Indem sie seine Aussagen in Unkenntnis über eine fach- ärztlich gestellt Diagnose zu seiner psychischen Verfassung und dem da- mit einhergehenden möglichen Einfluss über sein Aussageverhalten ver- wertet habe, sei sie ihrer Untersuchungspflicht nicht nachgekommen. Darüber hinaus macht der Beschwerdeführer replikweise geltend, es könne mit Blick auf die zahlreichen Indizien für seine Minderjährigkeit nicht angehen, dass das Kindeswohl verletzt werde. Einerseits überschätze die Vorinstanz die Beweiskraft der Passkopie, anderseits lasse sie seine Aus- sagen ausser Acht; dies zumal er bereits bei seiner Erstbefragung festge- halten habe, dass im Pass nicht sein richtiges Geburtsdatum vermerkt sei. Seine Schwester habe in deren Befragung vom 3. Juni 2022 seine Aussage ebenfalls sinngemäss bestätigt, indem sie geltend gemacht habe, dass sie unter falschen Angaben registriert worden sei. 5. 5.1 Der Beschwerdeführer stützt sein Begehren namentlich auf seine An- gaben und die Tazkira kopie, die er bei seiner Erstbefragung eingereicht hatte (Beschwerdeschrift, BVGer-act. 1, S. 3; Beweismittelverzeichnis, ID- Nr. 001/2). Unter dem Aspekt des Beweiswerts ist hierzu festzuhalten, dass sowohl die persönlichen Angaben als auch die Tazk ira nicht hinreichend geeignet sind, den genügenden Beweis für die Richtigkeit des einen oder anderen Geburtsdatums zu erbringe n. Gefälschte Tazkiras oder Tazkiras mit falschem Inhalt sind in Afghanistan weit verbreitet, da sie leicht zu fäl- schen sind und keine Qualitätsstandards für ihre Ausstellung existieren (vgl. dazu Urteil des BVGer A -982/2022 vom 24. Februar 2023 E. 4.3.5 m.w.H.). Entsprechend kommt einer Tazkira, selbst wenn sie im Original vorliegt, nur ein beschränkter Beweiswert zu (BVGE 2013/30 E. 4.2.2, Ur- teile des BVGer A-5085/2018 vom 16. Juli 2019 E. 4.4.2 und A-6821/2018 A-3667/2022 Seite 10 vom 4. Juli 2019 E. 6.3). Im Übrigen ist der Beschwerdeführer darauf hin- zuweisen, dass selbst eine Papier-Tazkria im Original bei der Beantragung eines Passes zuerst von der Behörde verifiziert werden müsste (Khaama Press, Taliban to begin issuing passports in seven other provinces, 13.11.2021, < https://www.khaama.com/taliban-to-begin-issuing-passports -in-seven-other-provinces-9753857/ >, abgerufen am 06.09.2023). Im konkreten Fall wurde die Tazkira erst am 9. März 2018, das heisst rund zwei Jahre nach der Ausreise aus Afghanistan ausgestellt (Protokoll Erst- befragung vom 19. Mai 2022, Vorakten [act.] 13, S. 5). Das Dokument konnte folglich vom Beschwerdeführer nicht für seine Ausreise aus seinem Heimatland verwendet worden sein. Insgesamt stellt die Tazkira ein schwa- ches Indiz für das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Geburtsdatum des 9. März 2006 dar. 5.2 Der Beschwerdeführer hatte am 29. September 2018 – zusammen mit seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Schwestern – in Griechenland ein Asylgesuch bei den Behörden gestellt. Aus der von den griechischen Behörden zugestellten Kopie seines Reisepasses geht hervor, dass dieser drei Jahre vorher, am 30. September 2015, ausgestellt und als Geburtsda- tum der (…) 2002 erfasst worden ist. Es ist mit den Angaben des Be- schwerdeführers bei d essen Erstbefragung (vgl. dazu act. 13, S. 8 Ziff. 4.02) davon auszugehen, dass er diesen Pass für die Ausreise aus Afghanistan (und den Aufenthalt bzw. Asylantrag in Griechenland) benutzt hat. Der Beschwerdeführer hat mithin diesen Reisepass bei den griechi- schen Behörden als Beweismittel verwendet. Würde es sich sodann – wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht – um einen gefälschten Pass handeln, so wäre ausserdem nicht stichhaltig zu begründen, weshalb bei diesem Dokument ein um rund vier Jahre zurückliegendes Geburtsdatum gewählt worden ist. Eine plausible Begründung für die geltend gemachte Fälschung des Geburtsdatums hat der Beschwerdeführer weder bei seinen Befragungen noch in seiner Beschw erdeschrift vorgebracht. So hat er im Rahmen seiner Erstbefragung auf die explizite Rückfrage, weshalb sein Alter bei der Passausstellung geändert worden sei, geantwortet, dass er dies auch nicht verstehe (act. 13, S. 8 unten). 5.3 Nachfolgend ist sodann auf die medizinische Altersschätzung näher einzugehen. 5.3.1 Das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Basel beinhaltet eine forensische Untersuchung, eine auf einer Panorama -A-3667/2022 Seite 11 schichtaufnahme des Gebisses basierende zahnärztliche Altersschätzung, eine auf einem Röntgenbild der linken Hand basierende radiologische Al- tersschätzung sowie eine auf der Grundlage einer CT -Untersuchung er- stellte Altersschätzung der Schlüsselbein-Brustgelenke. 5.3.2 Zusammengefasst kommen die Gutachter zum Schluss, dass laut den Ergebnissen der kinderradiologischen Untersuchung von einer abge- schlossenen Ossifikation (Verknöcherung) am linken Handskelett auszu- gehen sei. Nach den Untersuchungen von TISÈ ET AL., GREULICH und PYLE entspreche der radiologische Befund der linken Hand dem Referenzbild eine 19-jährigen Jungen. Laut dem Resultat der kinderradiologischen Un- tersuchung entspreche der Befund der Ossifikation der medialen Schlüs- selbeinepiphysen (Schlüsselbein-Brustbein-Gelenke) gestützt auf die Stu- die von KELLINGHAUS ET AL. einem Stadium 3a. Das Stadium 3a entspreche bei Knaben einem mittleren Alter von 19.0 +/- 1.1 Jahren. Das minimale Alter, bei welchem das vorliegende Stadium 3a in der Studie noch habe gesehen werden können, habe bei 17.5 Jahren gelegen. Nach den Ergeb- nissen der zahnärztlichen Untersuchung habe beim Probanden an den Zähnen 1 bis 7 im 3. Quadraten ein vollständiger Abschluss des Wurzel- wachstums festgestellt werden können, was nach DEMIRJIAN ab einem Al- ter von 16 Jahren zur Beobachtung komme. An den 3. Molaren (Weisheits- zähnen) habe sich ein Mineralisationsstadium «H» nach DEMIRJIAN gefun- den, was einem vollständigen Abschluss des Wurzelwachstums entspre- che. Es könne daher nur noch ein Mindest alter angegeben werden, wel- ches nach OLZE bei 17 Jahren liege. Unter Berücksichtigung aller Befunde könne daher von einem Mindestalter von 17 Jahren ausgegangen werden. Das vom Beschwerdeführer angegebene Lebensalter von 15 Jahren und 5 Monaten bzw. 16 Jahren und 2 Monaten sei mit den erhobenen Befunden nicht zu vereinbaren. 5.3.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts stellen medizinische Altersabklärungen je nach Ergebnis unterschiedlich zu ge- wichtende Indizien für das Alter einer Person dar. Die Schlüsselbein- resp. Skelettaltersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung sind dabei grund- sätzlich, anders als die Handknochenanalyse und die ärztliche körperliche Untersuchung, zum Beweis geeignet. Das Gericht hat in dieser Hinsicht Grundsätze zur Ge wichtung der Resultate der Untersuchungen definiert (eingehend hierzu: BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1 f.; vgl. auch Urteile des BVGer A-4775/2020 vom 31. März 2021 E. 6.2.4 und A-1455/2020 vom 13. Okto- ber 2020 E. 6.1.1). Ein starkes Indiz für die Volljährigkeit liegt demnach vor, wenn das Mindestalter bei der Schlüsselbein - respektive Skelettalter -A-3667/2022 Seite 12 analyse oder der zahnärztlichen Untersuchung über 18 Jahren liegt und sich die anhand der beiden Analysen ergebenden Altersspannen überlap- pen. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen im Gutachten ist in Be- zug auf die Schlüsselbein-Brustbein-Gelenke von einem mittleren Alter von 19 Jahren auszugehen. Mit Blick auf den vollständigen Abschluss des Wur- zelwachstums hat die zahnärz tliche Untersuchung ein Mindestalter von 17 Jahren ergeben. Unter Berücksichtigung der Befunde kann vorliegend – bezogen auf den Zeitpunkt der Begutachtung – von einem Mindestalter von 17 Jahren ausgegangen werden. Dieses Ergebnis ist mit dem ange- gebenen Lebensalter von 15 Jahren und 5 Monaten bzw. 16 Jahren und 2 Monaten nicht vereinbar. Aufgrund der schlüssigen Herleitung kommt dem Gutachten vorliegend ein hoher Beweiswert zu. Die Tatsache, dass im zahnmedizinischen Bereich keine Referenzstudien zur männlichen Population in Afghanistan vorliegen, stellt die Beweiskraft des Gutachtens nicht in Frage, zumal die Gutachter das Mindestalter von 17 Jahren auf beweiskräftige Befunde, wie insbeson- dere die Ossifikation der Schlüsselbein -Brustbein-Gelenke und den voll- ständigen Abschluss des Wurzelwachstums der Weisheitszähne, abge- stützt haben (vgl. Urteil des BVGer A -790/2021 vom 23. August 2021 E. 5.5). 5.4 Dieses Ergebnis wird weder durch die Tazkira noch durch das Aussa- geverhalten des Beschwerdeführers in Frage gestellt. Was den Beweiswert der Tazkira betrifft, kann auf die vorstehenden Ausführungen (E. 5.1 hievor) verwiesen werden. Was das Aussageverhalten des Beschwerdeführers anbelangt, hat die Vorinstanz zu Recht auf mehrere Widersprüche hinge- wiesen (vgl. E. 4.1 hievor). Insgesamt erweisen sich die Angaben des Be- schwerdeführers zum geltend gemachten Geburtsdatum (9. März 2006) als nicht stimmig und widersprüchlich. Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers können sie weder mit «seiner wahrscheinlichen Trau- matisierung» durch das miterlebte Selbstmordattentat noch mit seiner (ge- ringen) Schulbildung stichhaltig begründet werden. Dies u.a. zumal der Be- schwerdeführer in seiner Befragung zur Altersabklärung (act. 15) weder eine Traumatisierung durch das Selbstmordattentat noch einen Gedächt- nisverlust geltend gemacht hat . Inwiefern eine geringe Schulbildung das Erinnerungsvermögen des Beschwerdeführers zu beeinträchtigen ver- möchte, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht begründet. Abschliessend sei erwähnt, dass im Daten schutzrecht keine Beweisregel gilt, wonach im Zweifelsfall von der Minderjährigkeit auszugehen wäre A-3667/2022 Seite 13 (zum Ganzen: Urteil des BGer 1C_709/2017 vom 12. Februar 2019 E. 2.4 m.H.; Urteile des BVGer A-1519/2022 vom 29. November 2022 E. 5.7; A- 1338/2020 vom 14. Oktober 2020 E. 5.4). 5.5 Mit Blick auf die Angaben im Reisepass , der den griechischen Behör- den für den Asylantrag abgegeben wurde, das Ergebnis des Altersgutach- tens sowie die widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers in sei- ner Erstbefragung erweist sich das im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum insgesamt als wahrscheinlicher. Folglich ist der 28. Mai 2002 als Geburts- datum im ZEMIS zu belassen und die verlangte Berichtigung abzulehnen. Von der beantragten psychologischen Begutachtung sind vor diesem Hin- tergrund keine entscheidrelevante neue Erkenntnisse zu erwarten, so dass davon – in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. dazu BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368 f.; 136 I 229 E. 5.3 S. 236) – abgesehen werden kann. Gleiches gilt für den vom Beschwerdeführer beantragten Beizug des Reisepasses im Original. 5.6 Folglich ist die Beschwerde abzuweisen und die Vorinstanz ist anzu- weisen, das im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum des (…) 2002 mit ei- nem Bestreitungsvermerk zu versehen. 6. 6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 17 3.320.2]). Da ihm die unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, sind jedoch keine Verfahrenskosten zu erheben. 6.2 Aufgrund des Unterliegens des Beschwerdeführers ist ihm keine Par- teientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE). Ebenso wenig hat die obsiegende Vorinstanz einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE). 7. Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebi et des Daten- schutzes sind dem Eidgenössischen Datenschutz - und Öffentlichkeitsbe- auftragten (EDÖB) bekannt zu geben. A-3667/2022 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Vorinstanz wird angewiesen, das im ZEMIS eingetragene G eburtsda- tum des Beschwerdeführers mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz, das General- sekretariat EJPD und den EDÖB. Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Christine Ackermann Roland Hochreutener A-3667/2022 Seite 15 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver- tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde- führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: A-3667/2022 Seite 16 Zustellung erfolgt an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Generalsekretariat EJPD (Gerichtsurkunde) – den EDÖB z.K.