<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, bei den Asylverfahren die Möglichkeit einer teilweisen Dezentralisierung der ersten und zweiten Instanz zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat anerkennt den Grundgedanken des Postulanten. Daher hat das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) die Kapazitäten der Empfangsstellen zur beschleunigten Behandlung von Asylgesuchen sukzessive erhöht. Es entscheidet dort heute schon über die Asylgesuche von rund 6000 Personen pro Jahr. Dies entsprach im Jahre 2003 etwa 30 Prozent der eingegangenen Asylgesuche. Im Jahre 2004 wurden in den Empfangsstellen bis Ende September 4409 Entscheide gefällt. Zur Ausschöpfung des Beschleunigungspotenzials wurde der Anteil der direkten Bundesanhörungen in Absprache mit der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren im laufenden Jahr sukzessive erhöht und beträgt jetzt rund 50 Prozent.</p><p>In den Empfangsstellen werden in erster Linie Missbrauchsfälle oder offensichtlich unbegründete Asylgesuche entschieden. Diese erfordern insbesondere seit Inkrafttreten des mit dem Entlastungsprogramm 2003 eingeführten Systemwechsels eine unverzügliche Behandlung. 3156 (52 Prozent) der im Jahre 2003 in den Empfangsstellen gefällten Entscheide waren Nichteintretensentscheide. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres waren dies 1907 (43 Prozent). Dieser Anteil ist seit Inkrafttreten des Entlastungsprogramms 2003 im April 2004 kontinuierlich gesunken.</p><p>Aufgrund der gegenwärtigen Situation ist das BFF in der Lage, gegen 50 Prozent der Asylgesuche schon in den Empfangsstellen zu entscheiden. Darunter fallen alle erkennbaren Nichteintretensfälle, aber auch Asylgesuche, die sich für eine rasche materielle Behandlung eignen. Die heutigen Strukturen in den Empfangsstellen weisen eine optimale Betriebsgrösse auf. Sie gewährleisten einen schnellen Entscheid in Fällen, in denen ein solcher möglich, wirtschaftlich und wirksam ist. Es besteht daher kein Bedarf, die Kapazitäten in den Empfangsstellen noch weiter zu erhöhen. Komplexere Asylverfahren, die weitere Abklärungen erfordern, werden sinnvollerweise weiterhin an den Hauptstandorten des BFF bearbeitet. Dieses wird aber die Entwicklung im Auge behalten und bei der Umsetzung der laufenden Revision des Asylgesetzes prüfen, ob weiter gehende organisatorische Anpassungen erforderlich sind.</p><p>Die Schweizerische Asylrekurskommission wird im Jahre 2007 durch das Bundesverwaltungsgericht ersetzt. Der Bundesrat geht von einem einzigen Sitz des künftigen Bundesverwaltungsgerichtes - definitiv in St. Gallen - aus. Einen Vorstoss, die Schweizerische Asylrekurskommission aus dem Bundesverwaltungsgericht auszugliedern, lehnt der Bundesrat ab. Ebenso hat der Nationalrat am 6. Oktober 2004 entschieden. Im Übrigen führt die sinkende Geschäftslast der Kommission zu einer Verkürzung der durchschnittlichen Dauer der Beschwerdeverfahren. Die seit dem 1. April 2004 geltende fünftägige Erledigungsfrist bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide in den Empfangsstellen konnte praktisch ausnahmslos eingehalten werden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.