<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 0] </div> <div class="para">1P.393/2000/boh </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG </div> <div class="para">********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4. September 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Aemisegger, Präsident der </div> <div class="para">I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter Nay, Bundesrichter </div> <div class="para">Favre und Gerichtsschreiber Störi. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para">T.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecher Urs Schmid, Weissensteinstrasse 71, Postfach, Solothurn, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">- H.G.________, vertreten durch Fürsprech Dr. Max Flückiger, </div> <div class="para">Bielstrasse 12, Postfach 447, Solothurn,-F.G.________, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Godehard </div> <div class="para">Fleischer, Mannheim (D), Beschwerdegegner, Untersuchungsrichteramt des Kantons Solothurn, Obergericht des Kantons Solothurn, Anklagekammer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"><span class="artref"><artref id="CH/101/29/2" type="start"></artref><artref id="CH/101/29/1" type="start"></artref><artref id="CH/101/9" type="start"></artref>Art. 9 und 29 Abs. 1 und 2 BV</span><artref id="CH/101/29/1" type="end"></artref><artref id="CH/101/29/2" type="end"></artref><artref id="CH/101/2" type="end"></artref> (Strafverfahren), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Mit Verfügung vom 12. November 1997 eröffnete das Untersuchungsrichteramt des Kantons Solothurn gestützt auf eine Strafanzeige von T.________ eine Strafuntersuchung wegen Betruges und Urkundenfälschung gegen das Ehepaar H.G.________ und F.G.________. Am 15. September 1999 stellte es das Ermittlungsverfahren mangels hinreichenden Tatverdachts ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Urteil vom 11. April 2000 wies die Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Solothurn die Beschwerde von T.________ gegen diese Einstellungsverfügung ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 15. Juni 2000 wegen Verletzung von Art. 9 und <span class="artref"><artref id="CH/101/29/2" type="start"></artref><artref id="CH/101/29/1" type="start"></artref>Art. 29 Abs. 1 und 2 BV</span><artref id="CH/101/29/2" type="end"></artref><artref id="CH/101/2" type="end"></artref> beantragt T.________, das Urteil der Anklagekammer vom 11. April 2000 aufzuheben und die "Sache sei zur Anordnung einer untersuchungsrichterlichen Einvernahme von Herrn F.G.________ sowie zur Anordnung einer Urkundenexpertise über den 'Darlehensvertrag' vom 30. April 1994 an die Vorinstanz zurückzuweisen". </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.- Das Untersuchungsrichteramt, das Obergericht sowie H.G.________ und F.G.________ beantragen in ihren Vernehmlassungen, die Beschwerde abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- a) Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts ist der durch eine angeblich strafbare Handlung Geschädigte grundsätzlich nicht legitimiert, gegen die Einstellung eines Strafverfahrens staatsrechtliche Beschwerde zu erheben, weil der Strafanspruch dem Staat zusteht und der Geschädigte an der Verfolgung des Täters nur ein mittelbares oder tatsächliches, aber kein rechtliches Interesse im Sinn von <span class="artref">Art. 88 OG</span> hat (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=29.08.2000&amp;to_date=17.09.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F108-IA-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page97">BGE 108 Ia 97</a> E. 1 mit Hinweisen). Falls ihm im kantonalen Verfahren Parteistellung zukam, kann er jedoch unbekümmert um die fehlende Legitimation in der Sache selbst die Verletzung von Verfahrensrechten geltend machen, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=29.08.2000&amp;to_date=17.09.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-IA-307%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page307">BGE 114 Ia 307</a> E. 3c mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Von vornherein nicht eingetreten werden kann daher auf die Beschwerde insoweit, als der Beschwerdeführer der Anklagekammer willkürliche Beweiswürdigung vorwirft. Dazu ist er nach <span class="artref">Art. 88 OG</span> nicht befugt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Ebenfalls nicht eingetreten werden kann auf Rügen, die zwar vordergründig formeller Natur sind, in Tat und Wahrheit aber eine materielle Überprüfung des angefochtenen Entscheides bezwecken. Das Bundesgericht hat in <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=29.08.2000&amp;to_date=17.09.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F99-IA-104%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page104">BGE 99 Ia 104</a> ff. mit einlässlicher Begründung entschieden, es könne nicht überprüfen, ob es die kantonale Behörde mit haltbaren Gründen abgelehnt habe, ein Strafverfahren zu eröffnen, da sich andernfalls der Anzeiger oder Geschädigte auf dem Umweg über die Behauptung einer angeblichen Gehörsverweigerung die Beschwerdelegitimation in der Sache selbst zu verschaffen vermöchte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das trifft für die Rügen zu, mit welchen der Beschwerdeführer der Anklagekammer bzw. dem Untersuchungsrichteramt vorwirft, das Verfahren ohne genügende Abklärung des Sachverhaltes - nämlich ohne Einvernahme des Beschwerdegegners und ohne Anordnung eines Schriftgutachtens - eingestellt zu haben, da sie voraussetzen, dass die Einstellung aus unhaltbaren Gründen erfolgte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Auf die Beschwerde ist somit nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kosten zu tragen (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). Er hat zudem den anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnern eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen (<span class="artref">Art. 159 Abs. 1 OG</span>) </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegnern für das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientschädigung von je Fr. 1'200.-- zu bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Dieses Urteil wird den Parteien sowie dem Untersuchungsrichteramt und dem Obergericht des Kantons Solothurn, Anklagekammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para">Lausanne, 4. September 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>