<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00334</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204035&amp;W10_KEY=13013569&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00334</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.03.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Familiennachzug/Rechtsmissbrauchsverbot Der Beschwerdeführer 1, aus Mazedonien, verheiratet mit einer Landsfrau, sechs Kinder, lebt seit 1984 in der Schweiz und besitzt die Niederlassungsbewilligung. Seine Ehefrau lebt seit 1992 bei ihm im Kanton Zürich. Zwei der Kinder, Beschwerdeführerin 2 und Beschwerdeführer 3 (geb. 1987, Zwillinge), waren von 1992-1994 bereits einmal in der Schweiz und kehrten dann zwecks Einschulung nach Mazedonien zurück. Die ebenfalls um Familiennachzug ersuchende Tochter (Beschwerdeführerin 4, geb. 1985) lebt seit ihrer Geburt in Mazedonien. Der Familiennachzug minderjähriger Kinder zu Eltern, die in der Schweiz zusammenleben, unterliegt weniger strengen Voraussetzungen als der Nachzug zu einem einzelnen Elternteil; er steht nur unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs. Das Gesuch um Familiennachzug der drei Kinder ist vorliegend nicht rechtsmissbräuchlich, da es den Eltern nicht allein um das wirtschaftliche Fortkommen der Kinder geht, sondern ein Zusammenleben der Familie beabsichtigt ist. Gutheissung der Beschwerde, Zusprechung einer Parteientschädigung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSBILDUNGSMÃGLICHKEITEN">AUSBILDUNGSMÃGLICHKEITEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHE">EHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELTERN">ELTERN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELTERNTEIL">ELTERNTEIL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENGEMEINSCHAFT">FAMILIENGEMEINSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESCHWISTER">GESCHWISTER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KIND/-ER">KIND/-ER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDERNACHZUG">KINDERNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRAUCH">RECHTSMISSBRAUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULEINTRITT">SCHULEINTRITT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLJÃHRIGKEIT">VOLLJÃHRIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSAMMENLEBEN">ZUSAMMENLEBEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 17 Abs. II ANAG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Der aus dem Land L stammende StaatsangehÃ¶rige A, geboren 1954, ist seit 1976 mit einer Landsfrau verheiratet. Aus der Ehe sind sechs Kinder hervorgegangen, von denen die Ã¤lteste, 1979 geborene Tochter in der Schweiz lebt. Drei weitere, 1981, 1983 und 1985 geborene TÃ¶chter leben seit ihrer Geburt im Heimatland L.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>A lebt seit 1984 im Kanton ZÃ¼rich und besitzt spÃ¤testens seit 1992 die Niederlassungsbewilligung. Im Jahr 1992 reiste seine Ehefrau mit den beiden jÃ¼ngsten, 1987 geborenen Zwillingen, B und C, zum Ehemann, wo die Kinder die Nie­derlassungs- und die Ehefrau die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann erhielten. Im Jahr 1998 wurde auch der Ehefrau die Niederlassungsbewilligung erteilt.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Am 30. Juni 1994 kehrten die Kinder B und C ins Land L zurÃ¼ck, wo sie, zusammen mit ihrer 1985 geborenen Schwester D, bei den Grosseltern vÃ¤terlicherseits lebten. Der Grossvater verstarb im Jahr 1997.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Am 18. September 2002 ersuchte A bei der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) um die Einreise- und Niederlassungsbewilligung fÃ¼r die drei minderjÃ¤hrigen Kinder B, C und D. Am 10. Dezember 2002 lehnte die Direk­tion das Gesuch ab. Sie erwog, aufgrund des Zeitpunkts des Gesuchs und des Alters der Kinder werde kein gemeinsames Familienleben beabsichtigt, sondern es werde bezweckt, den Kindern bessere Ausbildungs- und ErwerbsmÃ¶glichkeiten zu bieten, welcher Zweck vom Familiennachzugsrecht nicht beabsichtigt und das Gesuch deshalb missbrÃ¤uchlich sei. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Einen dagegen erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat mit der sinngemÃ¤ss gleichen BegrÃ¼ndung am 20. August 2003 ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Am 22. September 2003 liess A in seinem und im Namen seiner Kinder B, C und D durch seine Rechtsvertreterin Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben. Sie beantragen die Aufhebung des Beschlusses des Regierungsrats und die Erteilung der Niederlassungsbewilligung fÃ¼r die drei Kinder, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zulasten der beschwerdebeklagten Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit. WÃ¤hrend sich diese nicht vernehmen liess, beantragte die Staatskanzlei dem Gericht die Abweisung der Beschwerde unter Verweis auf die BegrÃ¼ndung des Regierungsrats.</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><b><span>1.</span></b></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Auf dem Gebiet der Fremdenpolizei ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht nur zulÃ¤ssig, wenn durch eine Anordnung einer VerwaltungsbehÃ¶rde eine Bewilligung verweigert wird, auf welche die betroffenen Personen grundsÃ¤tzlich einen Rechtsanspruch aus Bundes- oder VÃ¶lkerrecht haben (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] in Verbindung mit Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943; BGE 126 II 425 E. 1; BGE 128 II 145 E. 1.1.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Einen Anspruch auf Nachzug der minderjÃ¤hrigen Kinder kann Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) vermitteln, wenn beabsichtigt wird, dass diese mit ihren Eltern zusammenwohnen. Bei der PrÃ¼fung des Anspruchs ist dabei auf das Alter der Kinder im Zeitpunkt der Gesuchstellung abzustellen (BGE 124 II 361 E. 4b). In diesem Zeitpunkt waren alle drei Kinder des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 noch nicht volljÃ¤hrig. Da die Beschwerde davon ausgeht, dass ein gemeinsames Familienleben beabsichtigt ist, ist grundsÃ¤tzlich ein gesetzlicher Rechtsanspruch gegeben.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Ein solcher kann sich zudem aus Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und â hier nicht weitergehend â Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 ergeben. Im Gegensatz zum Anspruch gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 2 ANAG ist jedoch der fÃ¼r den Bestand des Anspruchs massgebliche Sachverhalt im Zeitpunkt der gerichtlichen Beurteilung zu messen (BGE 120 Ib 257 E. 1e und f.). Dies fÃ¼hrt dazu, dass fÃ¼r die 1985 geborene BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 4 der Rechtsanspruch aus Konvention und Verfassung verwirkt ist. Ein besonderes AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis zwischen Eltern und Tochter, welches zuliesse, von der Altersgrenze abzusehen (BGE 120 Ib 257), wird weder geltend gemacht noch ist es ersichtlich.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Mit dieser EinschrÃ¤nkung ist somit auf die Beschwerde einzutreten. Ob sich aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde die mÃ¶glichen RechtsansprÃ¼che verwirklichen lassen, ist Gegen­stand der nachfolgenden materiellen PrÃ¼fung (BGE 128 II 145 E. 1.1.5).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Der Familiennachzug bei Eltern, die in der Schweiz zusammenleben, stellt jene FamilienverhÃ¤ltnisse her, die durch Art. 17 Abs. 2 ANAG geschÃ¼tzt werden sollen; Sinn und Zweck dieser Bestimmung ist es, den Eltern zu ermÃ¶glichen, ihre gemeinsamen Kinder selbst zu erziehen und zu betreuen. Die Kriterien, welche gemÃ¤ss der Gerichtspraxis fÃ¼r das Nachzugsrecht eines Elternteils allein gelten, kÃ¶nnen nicht ohne weiteres auf intakte Familien Ã¼bertragen werden. Der nachtrÃ¤gliche Familiennachzug durch zusammenlebende Eltern ist deshalb mÃ¶glich, ohne dass besondere stichhaltige GrÃ¼nde die beabsichtigte Ãnderung in den BetreuungsverhÃ¤ltnissen rechtfertigen mÃ¼ssen. Innerhalb der allgemeinen Schranken von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG ist der Nachzug von gemeinsamen Kindern grundsÃ¤tzlich jederzeit zulÃ¤ssig; vorbehalten bleibt einzig das Rechtsmissbrauchsverbot. Je lÃ¤nger mit der AusÃ¼bung des Nachzugsrechts ohne sachlichen Grund zugewartet wird und je knapper die verbleibende Zeit bis zur VolljÃ¤hrigkeit ist, umso eher kann sich auch bei im Ausland verbliebenen gemeinsamen Kindern zusammenlebender Eltern die Frage stellen, ob wirklich die Herstellung der Familiengemeinschaft beabsichtigt ist oder ob die AnsprÃ¼che aus Art. 17 Abs. 2 ANAG zweckwidrig fÃ¼r die blosse Verschaffung einer Niederlassungsbewilligung geltend gemacht werden (BGE 126 II 329 E. 3b).</span></p> <p class="Erwgung1"><span>Die Voraussetzungen, die von der Rechtsprechung fÃ¼r den Nachzug von Kindern zu einem einzelnen in der Schweiz lebenden Elternteil aufgestellt wurden â namentlich das Erfordernis der vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung des Kindes zu dem in der Schweiz lebenden Elternteil oder der Wegfall von bisherigen BetreuungsmÃ¶glichkeiten in der Heimat, welche einen Nachzug notwendig machen â, sind grundsÃ¤tzlich nicht auf intakte Familien anwendbar. Denn bei einem Kind getrennt lebender Eltern fÃ¼hrt der Umzug in die Schweiz nicht ohne weiteres zu einer Einbindung in eine Familiengemeinschaft, vor allem, wenn das Kind im Ausland vom anderen Elternteil betreut wurde und mit dem Nachzug lediglich die Obhut eines Elternteils durch jene des anderen ersetzt wird (BGE 126 II 329 E. 3a und b).</span></p> <p class="Erwgung1"><span>Im gleichen Entscheid hat das Bundesgericht ausgefÃ¼hrt, dass bei einem im Zeitpunkt des Gesuchs 15 ½-jÃ¤hrigen Kind allein aufgrund des Alters nicht ausgeschlossen werden kÃ¶nne, dass mit dem Gesuch das familiÃ¤re Zusammenleben angestrebt werde. Selbst wenn die in der Schweiz lebenden Eltern den Nachzug frÃ¼her hÃ¤tten anstreben kÃ¶nnen, seien sachliche GrÃ¼nde fÃ¼r die Unterlassung mÃ¶glich, ohne dass daraus auf Rechtsmissbrauch geschlossen werden mÃ¼sse. Solche GrÃ¼nde erblickte das Gericht beispielsweise darin, dass die Grundschulausbildung des Kindes in der Heimat abgewartet wurde, weil die Eltern mit dem Schulwechsel schlechte Erfahrungen gemacht haben. Jedenfalls darf die gesetzliche Altersgrenze nicht ihres Inhalts entleert werden, was aber der Fall wÃ¤re, wÃ¼rde man Jugend­lichen bereits zweieinhalb Jahre vor Erreichen des 18. Altersjahrs generell jeglichen Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung ihrer Eltern absprechen (BGE 126 II 329 E. 4a und b). </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><b><span> </span></b></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Der Regierungsrat befand, der beschwerdefÃ¼hrende Vater hÃ¤tte bereits spÃ¤testens seit 1992 die (rechtliche) MÃ¶glichkeit gehabt, seine Familie nachzuziehen. Zwar habe er dies auch getan, seien doch seine Ehefrau und die BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 2 und 3 Ende 1992 eingereist. Bereits im Jahr 1994 seien jedoch die damals 7-jÃ¤hrigen Zwillinge wieder in ihrer Heimat den Grosseltern zur Betreuung und Erziehung Ã¼bergeben worden; dies im Hinblick auf die beginnende Schulpflicht. AnlÃ¤sslich des heute zu beurteilenden, acht Jahre spÃ¤ter erfolgten Gesuchs sei als BegrÃ¼ndung angegeben worden, fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 2 und 3 sei beabsichtigt, nach der abgeschlossenen Grundschule in der Schweiz eine Lehrstelle zu suchen. FÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 4, welche eine Ausbildung als Schneiderin abgeschlossen habe, werde eine weiter gehende Berufsausbildung angestrebt. Der Regierungsrat hat daraus geschlossen, dass es den Eltern in erster Linie um das wirtschaftliche Fortkommen der Kinder und nicht um das Zusammenleben im Familienrahmen gehe. Hinzu komme, dass die Betreuung in der Heimat im Familienrahmen weiterhin gewÃ¤hrleistet wÃ¤re, auch wenn die Grossmutter, wie die BeschwerdefÃ¼hrenden darlegten, alters- und gesundheitsbedingt in dieser Aufgabe eingeschrÃ¤nkt sei. Damit erweise sich das Gesuch als rechtsmissbrÃ¤uchlich.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 hat tatsÃ¤chlich in den Befragungen zur dem Gesuch zu­grun­de liegenden Absicht fÃ¼r den Kindernachzug geantwortet, fÃ¼r die Ã¤ltere Tochter sei eine berufliche Weiterausbildung und fÃ¼r die Zwillinge die Suche nach einer Lehrstelle beabsichtigt. Dass damit kein Zusammenleben als Familie beabsichtigt war, lÃ¤sst sich diesen Antworten nicht entnehmen. Der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 wurde auch nicht speziell dahingehend befragt. Aufgrund der UmstÃ¤nde, insbesondere dem Alter der jÃ¼ngeren Kinder, durfte er denn auch ohne weiteres davon ausgehen, dass das beabsichtigte Zusammenleben mit den Eltern â wie es fÃ¼r 15-jÃ¤hrige Jugendliche die Regel ist â gegenÃ¼ber den BehÃ¶rden keiner besonderen ErwÃ¤hnung bedurfte. Dass neben der Absicht des Zusammenlebens als Familie auch Vorstellungen zur (ausserfamiliÃ¤ren) Zukunft der Kinder eine Rolle spielten, lÃ¤sst das Gesuch nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich erscheinen, auch wenn (mÃ¶glicherweise) mit dem Aufenthalt in der Schweiz bessere Ausbildungs- und BerufsmÃ¶glichkeiten als in der Heimat verbunden sind. Wenn die Eltern die jÃ¼ngeren Kinder im Jahr 1994, nach nur rund eineinhalbjÃ¤hrigem Aufenthalt in der Schweiz, wieder ins Land L zurÃ¼ckschickten, um sie im vertrauten Umfeld die Grundschule absolvieren zu lassen, kann daraus ebenso wenig der Schluss gezogen werden, heute liege den Eltern nichts am Zusammenleben mit ihren Kindern. Immerhin haben die Eltern, offenbar aus einem familiÃ¤ren BedÃ¼rfnis heraus, Wert darauf gelegt, ihre (jÃ¼ngsten) Kinder noch vor der Schulpflicht bei sich zu haben. Ob objektiv eine Einschulung in der Schweiz oder im Land L besser war, braucht nicht entschieden zu werden; jedenfalls lassen sich auch fÃ¼r die gewÃ¤hlte Vari­ante Argumente finden. Beim Entscheid der Eltern erfolgte somit â mit Bezug auf die BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 2 und 3 â ein erster Familiennachzug im frÃ¼hest mÃ¶glichen Zeitpunkt, sodann lagen fÃ¼r die RÃ¼ckreise der Kinder vertretbare GrÃ¼nde vor und wird die Wie­dereinreise zu einem einleuchtenden Zeitpunkt â Ende der obligatorischen Schulzeit â gewÃ¼nscht. Insgesamt kann im Verhalten der Eltern eine nachvollziehbare AbwÃ¤gung der Interessen der Kinder und des Wunschs nach Zusammenleben mit diesen gesehen werden. Dass die wirtschaftliche Zukunft altersbedingt aktuell wird, liegt im Zeitablauf begrÃ¼ndet, und dass sich die Eltern darÃ¼ber Gedanken machen, ist nahe liegend. Daraus kann ihnen nicht vorgeworfen werden, sie schÃ¶ben die Familienvereinigung als Motiv vor andere Absichten. Ob zudem finanzielle GrÃ¼nde gegen einen frÃ¼heren Nachzug sprachen, ist nicht von Bedeutung. Ebenso wenig spielt es eine Rolle, wie sich die BetreuungsverhÃ¤ltnisse in der Heimat darstellen. Weil das Begehren â jedenfalls mit Bezug auf die BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 2 und 3 â nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich ist, kann es auch nicht darauf ankommen, ob die Eltern die Schwierigkeiten fÃ¼r ihre Kinder in einem fremden und sprachungewohnten Umfeld und die Probleme der Ausbildungs- und spÃ¤teren ErwerbsmÃ¶glichkeiten mÃ¶glicherweise unterschÃ¤tzen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Diese fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 2 und 3 geltenden ErwÃ¤gungen mÃ¼ssten, fÃ¼r sich betrachtet, nicht auch fÃ¼r die im Zeitpunkt des Nachzugsgesuchs 17½-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 4 zutreffen. Ginge es nur um ihren Nachzug allein, wÃ¤re aufgrund ihres Alters und der Tatsache, dass die Eltern sie offenbar nie zu einem frÃ¼heren Zeitpunkt zu sich holen wollten, die Frage nach dem Rechtsmissbrauch zu prÃ¼fen. Weil die Beschwer­de aber mit Bezug auf ihre jÃ¼ngeren Geschwister gutzuheissen ist, wirkt sich deren Nachzug dahingehend aus, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 4 als (im Gesuchszeitpunkt) einziges minderjÃ¤hriges Kind im heimatlichen Haushalt verbleiben mÃ¼sste. Wenn die Eltern aufgrund dieser (absehbaren) verÃ¤nderten VerhÃ¤ltnisse beabsichtigen, sie zusammen mit den jÃ¼ngeren Geschwistern in die Familiengemeinschaft in der Schweiz zu integrieren, kann darin kein Rechtsmissbrauch erblickt werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Weil ein Rechtsanspruch bereits gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 2 ANAG zum Durchbruch gelangt, muss nicht geprÃ¼ft werden, ob ein solcher auch gestÃ¼tzt auf Art. 8 Abs. 2 EMRK verwirklicht wÃ¤re. Die Beschwerde ist vollumfÃ¤nglich gutzuheissen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><b><span> </span></b></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG) und ist diese zu verpflichten, die BeschwerdefÃ¼hrenden, die auf einen Rechtsbeistand angewiesen waren, angemessen fÃ¼r ihre Umtriebe zu entschÃ¤digen (§ 17 Abs. 2 lit. a und b VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Die ParteientschÃ¤digung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen (§ 12 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997). Im Hinblick auf den Zeitaufwand wurde die Vertreterin vom Gericht aufgefordert, ihren Aufwand zu beziffern. Mit Eingabe vom 23. Februar 2004 wird dieser fÃ¼r das Beschwerdeverfahren mit Fr. 1'836.90 beziffert, wovon ein angemessener Teil geschuldet ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Mit der Aufhebung des Entscheids des Regierungsrats ist zudem im Sinne dieser ErwÃ¤gungen auch die EntschÃ¤digung an die BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r das Rekursverfahren festzusetzen. Die ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren ist somit auf insgesamt Fr. 2'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) festzusetzen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Beschwerdegegnerin wird eingeladen, den BeschwerdefÃ¼hrenden Nr. 2-4 die Niederlassungsbewilligung zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Rekurskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 2'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>7. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>