<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00156</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107318&amp;W10_KEY=13013572&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00156</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.07.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Mobilfunkanlage ausserhalb der Bauzone Rückweisungsentscheide werden wie anfechtbare Endentscheide behandelt (E. 1). Die Bestandesgarantie nach Art. 24c RPG erstreckt sich nur auf Bauten, die seinerzeit in Übereinstimmung mit dem materiellen Recht erstellt und aufgrund einer späteren Rechtsänderung zonenwidrig geworden sind, nicht aber auf Bauten, die bereits unter dem Regime des Raumplanungsrechts errichtet wurden, sei es als zonenkonforme Bauten, sei es gestützt auf eine ordentliche Ausnahmebewilligung (E. 3). Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG für Mobilfunkantennen: Prüfung der Standortgebundenheit (E. 4a). Eine rechtskräftige Ausnahmebewilligung für den Betrieb einer GSM-Basisstation stellt keinen Nachweis der Standortgebundenheit einer UMTS-Basisstation dar (E. 4b). Abweisung der Beschwerde (E. 6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MOBILFUNKANTENNE">MOBILFUNKANTENNE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNGSENTSCHEID">RÃCKWEISUNGSENTSCHEID</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STANDORTGEBUNDENHEIT">STANDORTGEBUNDENHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 24 RPG</span><br/><span class="ungerade">Art. 24c RPG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Die Firma A betreibt auf dem in der Landwirtschaftszone ge­le­genen GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01, in X, eine rechtskrÃ¤ftig bewilligte Mobil­funkanlage fÃ¼r GSM-Funkdienste. Die Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich erteilte der Firma A am 29. Mai 2001 die Bewilligung nach Art. 24 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG), diese Anlage mit drei zusÃ¤tzlichen Antennen fÃ¼r UMTS-Funkdienste aufzurÃ¼sten. Hingegen verweigerte der Gemeinderat X die er­forderliche kommunale Baubewilligung. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Firma A gelangte gegen den Bauabschlag an den Regierungsrat, welcher den Re­kurs am 6. Februar 2002 insofern guthiess, als er die Streitsache zum Neuentscheid sowie zur NeuerÃ¶ffnung im Sinne der ErwÃ¤gungen an den Gemeinderat X zurÃ¼ckwies. Der Re­gierungsrat erwog, der Gemeinderat habe im angefochtenen Entscheid Ã¼ber Fragen entschieden, welche in die abschliessende ZustÃ¤ndigkeit der Bau­direktion fielen, weshalb der Entscheid aufzuheben sei. Der Neuentscheid sei den Verfah­rensbeteiligten, welche die Zustellung des baurechtlichen Entscheids verlangt hatten, zu erÃ¶ffnen, um ihnen die MÃ¶glichkeit zu verschaffen, die von der Baudirektion erteilte Ausnah­mebewilligung anzufechten. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">II. Der Gemeinderat erteilte am 12. MÃ¤rz 2002 die kommunale Baubewilligung und erÃ¶ffnete diesen Entscheid sowie jenen der Baudirektion vom 29. Mai 2001 den berechtigten Dritten. D und C sowie F und E rekurrierten gegen diese Bewilligungen an den Regierungsrat. Der Regierungsrat hob mit Entscheid vom 19. MÃ¤rz 2003 die angefochtenen Bewilligungen auf und wies die Akten zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid im Sinne der ErwÃ¤gungen an die Baudirektion zurÃ¼ck.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Die Firma A hat gegen diesen RÃ¼ckweisungsentscheid am 24. April 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erhoben. Sie beantragt, der angefoch­tene Entscheid sei aufzuheben und es seien der Entscheid der Baudirektion vom 29. Mai 2001 und der Beschluss des Gemeinderates X vom 12. MÃ¤rz 2002 zu be­stÃ¤tigen, unter Kosten- und EntschÃ¤­digungsfolgen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Staatskanzlei beantragt fÃ¼r den Regierungsrat die Abweisung der Beschwerde. Den gleichen Antrag stellen D und C sowie F und E. Die Baudirektion erklÃ¤rte Verzicht auf Stellungnahme. Der Gemeinderat X liess sich nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) zu­stÃ¤n­dig. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Der angefochtene Entscheid ist begrifflich ein Zwischenentscheid, der gemÃ¤ss § 48 Abs. 2 VRG weiterziehbar ist, wenn er fÃ¼r die Betroffene einen Nachteil zur Folge hat, der sich spÃ¤ter voraussichtlich nicht mehr beheben lÃ¤sst. Aus verfahrensÃ¶konomischen GrÃ¼nden werden indes RÃ¼ckweisungsentscheide in der Regel wie anfechtbare Endentscheide be­handelt (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflege­­gesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 48 N. 16 mit Hinweisen). Vorliegend be­steht kein Anlass, abweichend zu verfahren.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfÃ¼llt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Der Regierungsrat hat erwogen, die Baudirektion habe im Bewilligungsentscheid nicht begrÃ¼ndet, inwiefern die streitbetroffene Anlage standortgebunden im Sinne von Art. 24 RPG sei. Den Akten liessen sich die erforderlichen Angaben nicht entnehmen. Daher sei die Angelegenheit zur ergÃ¤nzenden Untersuchung und Neubeurteilung an die Baudi­­rektion zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤lt dem entgegen, es sei ausreichend belegt, dass das Vor­haben aus technischen GrÃ¼nden auf den gewÃ¤hlten Standort angewiesen sei sowohl fÃ¼r die Integration in das UMTS-Netzwerk als auch zur GewÃ¤hrleistung der Richtfunkverbindung zu benachbarten Standorten. Diese Standortgebundenheit sei bereits anlÃ¤sslich der Bewilligung der GSM-Basisstation geprÃ¼ft und bejaht worden. Die Situation sei heute gleich zu be­­urteilen. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Frage der Standortgebundenheit noch­mals geprÃ¼ft werden mÃ¼sse. Ausserdem sei Art. 24c RPG Ã¼ber die Ãnderung von zonenwid­­rigen Bauten und Anlagen zumindest analog anzuwenden. Schliesslich beruft sich die BeschwerdefÃ¼hrerin auf die Rechtssicherheit.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">3. GemÃ¤ss Art. 24c Abs. 1 RPG werden bestimmungsgemÃ¤ss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem Bestand grundsÃ¤tzlich geschÃ¼tzt. Der Inhalt des Bestandesschutzes ergibt sich aus Art. 24c Abs. 2 RPG: ZulÃ¤ssig sind die Erneuerung, die teilweise Ãnderung, die massvolle Erweiterung und der Wiederaufbau. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Der Anwendungsbereich von Art. 24c RPG ist auf Bauten und Anlagen beschrÃ¤nkt, die nicht mehr zonenkonform, d.h. durch eine nachtrÃ¤gliche Ãnderung von Erlassen oder PlÃ¤nen zonenwidrig geworden sind (Art. 41 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV]; BGE 127 II 209 E. 2c). Die Bestandesgarantie nach Art. 24c RPG erstreckt sich damit nur auf Bauten, die seinerzeit in Ãbereinstimmung mit dem materiellen Recht er­­stellt und aufgrund einer spÃ¤teren Rechts­Ã¤nderung zonenwidrig geworden sind, nicht aber auf Bauten, die bereits unter dem Regime des Raumplanungsrechts errichtet wurden, sei es als zonenkonforme Bauten, sei es gestÃ¼tzt auf eine ordentliche Ausnahmebewilligung (Peter Karlen, Die Ausnahmebewilligung nach Art. 24 â 24d RPG â System der neuen Regelung, ZBl 102/2001, 291 ff., S. 296 f.). "Seinerzeit" erstellte Bauten und Anlagen sind in ers­ter Linie solche, die vor dem 1. Juli 1972 erstellt wurden, d.h. vor dem In-Kraft-Treten des GewÃ¤sserschutzgesetzes vom 8. Oktober 1971 (AS 1972, 950), mit welchem erstmals eine klare Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet vorgenommen wurde. Nach dem 1. Juli 1972 erstellte Bauten und Anlagen fallen namentlich dann in den Anwendungsbereich von Art. 24c RPG, wenn sie aufgrund einer ZonenplanÃ¤nderung von der Bauzone in eine Nicht­bauzone gelangten oder wenn sie zwischen dem 1. Juli 1972 und dem In-Kraft-Treten des Raumplanungsgesetzes (1. Januar 1980) in einem Gebiet errichtet wurden, fÃ¼r welches kei­ne Bauzone ausgeschieden war, welches aber innerhalb eines gewÃ¤sserschutzrechtskonfor­men Generellen Kanalisationsprojektes lag (vgl. BGE 106 Ia 184 E. 4b/aa, 122 II 455 E. 5b/bb, 125 II 431 E. 5c; Karlen, S. 297). Nur fÃ¼r zonenfremde gewerbliche Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone gilt kraft Art. 37a RPG der Stichtag des 1. Januar 1980 (vgl. BGr, 3. April 2003, 1A.161/2002, E. 4.2.1, www.bger.ch, zur Publikation in BGE 129 II vorgeschlagen).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die bestehende Antennenanlage ist erst vor wenigen Jahren gestÃ¼tzt auf Art. 24 aRPG bewilligt worden. Art. 24c RPG kann auf eine Ãnderung dieser Anlage klarerweise nicht angewendet werden. Auch eine analoge Anwendung kommt nicht in Frage, da dies der gesetzlichen Regelung eindeutig zuwiderlaufen wÃ¼rde. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die vorgesehene Ãnderung ist zwar Ã¤usserlich von eher untergeordneter Bedeutung. Sie ist aber mit einer weitgehenden Erneuerung der technischen (elektronischen) AusrÃ¼s­tung verbunden, um die Anlage kÃ¼nftig sowohl als GSM- wie auch als UMTS-Basissta­tion betreiben zu kÃ¶nnen. Das Frequenzband wird von heute 1800 auf neu 1800/2000 MHz erwei­­tert, die Ã¤quivalente abgestrahlte Leistung (ERP) wird von heute 700 auf 3'200 W erhÃ¶ht. Diese Ãnderungen sind als wesentlich zu qualifizieren. Die geÃ¤nderte Anlage bedarf einer neuen Bewilligung gemÃ¤ss Art. 24 RPG, da eine Subsumption unter eine der weiteren die Bauten ausserhalb der Bauzone regelnden Vorschriften des Raumplanungsgesetzes nicht in Frage kommt. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">4. a) GemÃ¤ss Art. 24 RPG kÃ¶nnen Bewilligungen fÃ¼r Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen erteilt werden, wenn</p> <p class="EinzugZitat">a. der Zweck der Bauten und Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzo­nen erfordert; und </p> <p class="EinzugZitat">b. keine Ã¼berwiegenden Interessen entgegenstehen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">aa) Die Standortgebundenheit ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu bejahen, wenn eine Anlage aus technischen oder betriebswirtschaftlichen GrÃ¼nden oder we­­gen der Bodenbeschaffenheit auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist (po­sitive Standortgebundenheit) oder wenn ein Werk aus bestimmten GrÃ¼nden in einer Bau­­­zone ausgeschlossen ist (negative Standortgebundenheit). Dabei beurteilen sich die Vor­aussetzungen nach objektiven MassstÃ¤ben, und es kann weder auf die subjektiven WÃ¼n­­­sche und Vorstellungen des Einzelnen noch auf die persÃ¶nliche ZweckmÃ¤ssigkeit oder Bequemlichkeit ankommen. Generell ist bei der Beurteilung der Voraussetzungen ein stren­­­­ger Massstab anzulegen (vgl. z.B. BGE 129 II 63 E. 3.1, 124 II 252 E. 4a, 123 II 256 E. 5a). Allerdings genÃ¼gt eine relative Standortgebundenheit: Es ist nicht erforderlich, dass Ã¼berhaupt kein anderer Standort in Betracht fÃ¤llt; es mÃ¼ssen jedoch besonders wichtige und objektive GrÃ¼nde vorliegen, die den vorgesehenen Standort als erheblich vorteilhafter erschei­nen lassen (Peter HÃ¤nni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. A., Bern 2002, S. 209; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanung-, Bau- und Umwelt­recht, Bd. I, 3. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 711, je mit weiteren Hinweisen auf die Praxis).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Mobilfunkantennen sind Teil eines Netzes, welches der Versorgung mit Mobiltele­fonie dient; neue Antennen bezwecken in der Regel die Beseitigung einer Abdeckungs­lÃ¼­cke des Netzes oder eine Verbesserung von dessen KapazitÃ¤t (vgl. zum Aufbau der Mobil­funkversorgung mit GSM und UMTS die Factsheets Ã¼ber GSM und UMTS unter www.bakom.ch/de/funk/an­ten­nenkoordination/<span> </span>sowie ferner Peter K. Geiger, Standortwahl </p> <p class="Einzug1">fÃ¼r Mobilfunkanlagen â Die Herausforderung fÃ¼r die KonzessionÃ¤rin, URP 2003, S. 141 ff.). Anhand ihres Zwecks ist zu prÃ¼fen, ob eine bestimmte Anten­ne auf einen Stand­ort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist. Dies ist grundsÃ¤tzlich zu bejahen, wenn eine Versorgungs­lÃ¼cke aus funktechnischen GrÃ¼nden mit einem oder mehreren Standorten innerhalb der Bau­zone nicht in genÃ¼gender Weise beseitigt werden kann oder es bei einem Standort innerhalb der Bauzone zu einer nicht vertretbaren StÃ¶rung der in anderen Funkzellen des Netzes verwendeten Frequenzen kommen wÃ¼rde. Die Standortgebundenheit ist auch zu bejahen, wenn sich ein Standort ausserhalb der Bauzone deshalb als erheblich gÃ¼nstiger erweist, weil damit der Versorgungszweck erwiesenermassen mit einer einzigen statt mit mehreren Anlagen er­reicht werden kann (VGr BE, 18. Dezember 2001, BVR 2002, S. 263 ff. E. 3c). Schliesslich wird die Standortgebundenheit (als negative) zu bejahen sein, wenn sich an den technisch mÃ¶glichen Standorten innerhalb der Bauzone die massgeblichen Grenzwerte gemÃ¤ss der Ver­­ordnung vom 23. Dezember 1999 Ã¼ber den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) nicht einhalten lassen, wÃ¤hrend dies bei einem Standort ausserhalb der Bauzone der Fall wÃ¤re. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Nicht ausreichend sind dagegen wirtschaftliche Vorteile des gewÃ¤hlten Standortes, z.B. geringere Landerwerbskosten, oder eine voraussichtlich ge­ringere Anzahl von Ein­spra­­chen. Keine Standortgebundenheit begrÃ¼ndet auch der Umstand, dass sich in der Bauzo­ne kein GrundeigentÃ¼mer oder keine GrundeigentÃ¼merin finden lÃ¤sst, der bzw. die bereit ist, <br/> die Errichtung der geplanten Baute oder Anlage auf seinem bzw. ihrem Grund und Boden <br/> zu dul­den (VGr, 8. Mai 2003, BEZ 2003 Nr. 20, unter Hinweis auf VGr BE, BVR 2002, S. 263 ff. E. 3a und die Praxis der Berner Bau-, Verkehrs- und Ener­giedirektion, BVR 2001, S. 252 ff. E. 5c). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">bb) Wie das Bundesamt fÃ¼r Raumentwicklung (ARE) in MerksÃ¤tzen zur Problematik von Mobilfunkanlagen und Raumplanung vom Juni 1998/Juli 2000 (siehe ebenfalls www.bakom.ch/de/funk/antennenkoordination) festgehalten hat, mÃ¼ssen Standorte fÃ¼r An­tennenanlagen ausserhalb der Bauzone auf das Notwendige beschrÃ¤nkt und die Standorte optimiert werden. Im Einzelnen setzt dies voraus, dass</p> <p class="Einzug1"><span>·<span> </span></span>ein Ã¼berwiegendes Interesse daran besteht, das betreffende Gebiet ans Mobiltele­­fonienetz anzuschliessen (was die Regel sein dÃ¼rfte);</p> <p class="Einzug1"><span>·<span> </span></span>wenn bereits eine Versorgung durch einen oder mehrere Betreiber existiert, ein Ã¼berwiegendes Interesse daran besteht, das betreffende Gebiet an ein weiteres, physisch eigenstÃ¤ndiges Mobiltelefonienetz anzuschliessen statt diesen Anschluss durch Roaming im bestehenden Netz herzustellen (was z.B. in Schutzgebieten fraglich sein kann);</p> <p class="Einzug1"><span>·<span> </span></span>bei Erstellung mehrerer eigenstÃ¤ndiger Netze wenn mÃ¶glich zumindest die Antennenstandorte zusammengelegt werden;</p> <p class="Einzug1"><span>·<span> </span></span>die Netzlayouts der verschiedenen Netzbetreiberinnen so optimiert sind, dass die Auswirkungen auf Raum und Umwelt minimiert werden;</p> <p class="Einzug1"><span>·<span> </span></span>sichergestellt wird, dass kÃ¼nftige AnsprÃ¼che nach MÃ¶glichkeit ebenfalls mit den zu bewilligenden Anlagen abgedeckt werden kÃ¶nnen (z.B. durch die Auflage, eine kÃ¼nftige Mitbenutzung zu dulden).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Das Bundesgericht hat die Verbindlichkeit dieser MerksÃ¤tze bei der Anwendung von Art. 24 RPG auf Antennenanlagen bestÃ¤tigt (BGr, 24. Oktober 2001, 1A.62/2001, E. 6c, www.bger.ch; BGr, 24. September 2002, URP 2002, S. 769 ff. E. 9.3). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">b) Wie der Regierungsrat zu Recht erwogen hat, lÃ¤sst sich aufgrund der Akten nicht entscheiden, ob die genannten Voraussetzungen der Standortgebundenheit erfÃ¼llt sind oder nicht. Zwar ergibt sich aus den im Rekursverfahren eingereichten AbdeckungsplÃ¤nen, dass im Raum X eine AbdeckungslÃ¼cke besteht. Hingegen lÃ¤sst sich nicht beurteilen, ob die ge­plante Anlage nicht auch innerhalb des Baugebietes errichtet werden kÃ¶nnte und ob eine Zu­sammenlegung mit der Station eines anderen Anbieters mÃ¶glich wÃ¤re. Der dem Verwal­tungsgericht eingereichte Richtfunkplan enthÃ¤lt hierzu keine nachvollziehbaren An­gaben. Die Tatsache, dass fÃ¼r den derzeitigen Betrieb der GSM-Basisstation eine rechtskrÃ¤f­tige Aus­nahmebewilligung vorliegt, stellt keinen Nachweis der Standortgebundenheit dar. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass die Baudirektion die Standortgebundenheit im ersten Verfahren grÃ¼ndlicher geprÃ¼ft hat als im vorliegenden. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Tatsache, dass den Anbietern in der Konzession gewisse Vorgaben fÃ¼r die zu ge­wÃ¤hrleistende Abdeckung gemacht werden, hat nicht zur Folge, dass ohne weiteres die Standortgebundenheit zu bejahen ist; diese Auflage hebt die raumplanungsrechtlich massgeb­lichen Voraussetzungen nicht auf.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Der Regierungsrat durfte auch ohne Rechtsverletzung festhalten, dass es nicht seine Sache sei, im Rekursverfahren den ungenÃ¼gend abgeklÃ¤rten Sachverhalt zu ergÃ¤nzen. § 28 VRG lÃ¤sst namentlich fÃ¼r einen derartigen Fall Raum fÃ¼r eine RÃ¼ckweisung (KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 28 N. 29). In diesem Zusammenhang ist auf die Mitwirkungspflicht des Gesuch­stellers hinzuweisen (§ 7 Abs. 2 lit. a VRG; vgl. hierzu auch KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 4 ff. und N. 59 ff.). FÃ¼r das Baubewilligungsverfahren gilt die spezifische Regel von § 310 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG), wonach Baugesuche alle Unterlagen zu enthalten haben, die fÃ¼r die Beurteilung des Vorhabens nÃ¶tig sind; wird â wie vorliegend â eine Ausnahme beansprucht, ist die BegrÃ¼n­dung beizufÃ¼gen. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">5. Schliesslich macht die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend, es wÃ¼rde dem BedÃ¼rfnis der Rechtssicherheit widersprechen, wenn fÃ¼r die geplante geringfÃ¼gige Erweiterung der Anlage die Standortgebundenheit verneint wÃ¼rde, nachdem sie fÃ¼r die raumplanerisch massiv stÃ¤r­ker in Erscheinung tretende Basisanlage bereits bejaht wurde. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Der Grundsatz der Rechtssicherheit folgt aus dem Prinzip des Rechtsstaates (Art. 5 Abs. 1 BV); er schÃ¼tzt das Vertrauen der Privaten in die Voraussehbarkeit, Berechenbarkeit und BestÃ¤ndigkeit des Rechts (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwal­tungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich/Basel/Genf 2002, Rz. 628). Dieses Vertrauen wird nicht verletzt, wenn das Recht im vorliegenden Fall korrekt angewendet wird. Es sind, was der Beschwer­defÃ¼hrerin klar sein musste, zwei verschiedene Sachverhalte zu beurteilen, die sich nicht so geringfÃ¼gig voneinander unterscheiden, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin behauptet. Es war da­her voraussehbar, dass eine neue, nach neuer PrÃ¼fung zu erteilende Bewilligung erforderlich sein wÃ¼rde.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Ebensowenig wird Ã¼brigens der durch Art. 9 BV begrÃ¼ndete Grundsatz des Vertrau­ens­schutzes verletzt. Danach haben die Privaten An­spruch auf Schutz ihres berechtigten Ver­­trauens auf behÃ¶rdliche AuskÃ¼nfte und Zusicherun­gen. Aus GrÃ¼nden des Vertrauensschut­zes kÃ¶nnen auch unrichtige behÃ¶rdliche AuskÃ¼nfte bindend sein, wenn die Amtsstelle, welche die Auskunft gab, fÃ¼r die Auskunft­er­teilung zustÃ¤ndig war, der BÃ¼rger die Unrichtig­­keit des Bescheids nicht ohne weiteres hat erkennen kÃ¶nnen und er im Vertrauen auf die Auskunft eine nicht wieder rÃ¼ckgÃ¤ngig zu machende Disposition getroffen hat (vgl. HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 626 ff.; Max Imboden/RenÃ© A. Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Bd. 1, 6. A., Basel/Frankfurt a.M. 1986, Nr. 75). Diese Voraussetzungen sind hier offensichtlich nicht erfÃ¼llt; namentlich wurde der BeschwerdefÃ¼hrerin nie zugesichert, aus der Bewilligung fÃ¼r die GSM-Basisstation folge, dass auch die UMTS-Basisstation be­willigungsfÃ¤hig sei.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">6. Die Beschwerde erweist sich als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen. Bei diesem Aus­­gang wird die Beschwer­defÃ¼hrerin kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 1 VRG); einen Anspruch auf ParteientschÃ¤digung hat sie nicht (§ 17 Abs. 2 VRG). Der Beschwerdegegnerschaft, die anwaltlich nicht vertreten war, steht keine ParteientschÃ¤digung zu.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><a id="Text12"></a>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 150.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'150.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">5.<span> </span>... </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">6.<span> </span>...</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>