200 17 883 UV SCJ/REL/ARJ Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil des Einzelrichters vom 13. Dezember 2017 Verwaltungsrichter Scheidegger Gerichtsschreiberin Renz A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________ Beschwerdeführerin gegen Visana Versicherungen AG Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15 Beschwerdegegnerin betreffend Einspracheentscheid vom 7. September 2017 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2017, UV/17/883, Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1959 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ist seit dem 1. August 2013 im C.________ tätig und damit bei der Visana Services AG (Visana bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversi- chert. Gemäss Schadenmeldung vom 6. Februar 2017 hat die Versicherte am 13. Januar 2017 auf der Fahrt von … nach … mit dem Schlitten einen heftigen Schlag erhalten. Als betroffener Körperteil wurde der Rücken links und als Art der Schädigung eine Stauchung der Wirbelsäule angeführt (Ak- ten der Visana; Antwortbeilage [AB] 1). Mit Schreiben vom 8. Februar 2017 (AB 3 - 4) verneinte die Visana eine Leistungspflicht ihrerseits bezüglich des Ereignisses vom 13. Januar 2017, da die Gesundheitsschädigung we- der auf ein Unfallereignis im Rechtssinne noch auf eine unfallähnliche Kör- perschädigung zurückzuführen sei. Nachdem sich die Versicherte damit nicht einverstanden gezeigt hatte (AB 6), holte die Visana weitere Akten ein und hielt sowohl mit Schreiben vom 15. Mai 2017 (AB 14 - 15) wie auch mit Verfügung vom 13. Juli 2017 (AB 16 - 19) an ihrer Beurteilung fest und ver- neinte einen Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche- rung. Eine hiergegen erhobene Einsprache (AB 22) wies die Visana mit Entscheid vom 7. September 2017 (AB 26 - 31) ab. B. Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte – vertreten durch Rechtsanwalt B.________ – am 6. Oktober 2017 Beschwerde beim Ver- waltungsgericht des Kantons Bern erheben. Sie beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Zusprache von UVG-Leistungen. Mit Beschwerdeantwort vom 8. November 2017 beantragt die Beschwer- degegnerin die Abweisung der Beschwerde.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2017, UV/17/883, Seite 3 Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 7. September 2017 (AB 26 - 31). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem für den 13. Ja- nuar 2017 geltend gemachten Ereignis. 1.3Der Streitwert liegt aufgrund der zur Diskussion stehenden Leistun- gen – es wurde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert und der Behandlungsab- schluss erfolgte nach wenigen Wochen – unter Fr. 20‘000.–, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2017, UV/17/883, Seite 4 2. 2.1Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi- cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). 2.2Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge- sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 2.2.1Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objek- tiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweili- gen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des Ungewöhnli- chen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkun- gen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht als Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit allein im Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslö- sung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhn- lich ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 V 72 E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhn- lichkeit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwarte- te Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Un- gewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79). 2.2.2Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung ledig- lich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2017, UV/17/883, Seite 5 beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der unge- wöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Verände- rung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro- grammwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 S. 118; SVR 2011 UV Nr. 11 S. 40 E. 5.2). Dies trifft beispielsweise dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 2004 U 502 S. 183 E. 4.1, 1999 U 345 S. 422 E. 2b). 2.3Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG (in der seit Januar 2017 geltenden Fas- sung) erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei folgenden Kör- perschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkran- kung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von Ge- lenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), Trommelfellverletzungen (lit. h). Das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnli- chen Körperschädigung hängt nicht vom Vorliegen eines äusseren Ereig- nisses ab. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körper- schädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine un- fallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer über- nommen werden muss. Dieser kann sich aus der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Botschaft vom 30. Mai 2008 zur Ände- rung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung, BBl 2008 5411 [Ziff. 2.1.2] und 5425 [zu Art. 6 Abs. 2]; Zusatzbotschaft vom 19. September 2014 zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung, BBl 2014 7922 [Ziff. 2.2] und 7934 [zu Art. 6 Abs. 2]). 3. 3.1Vorliegend macht die Beschwerdeführerin geltend, sie habe beim Ereignis vom 13. Januar 2017 eine „Wirbelblockade/verschiebung“ (AB 13) bzw. eine „Stauchung an der Wirbelsäule“ (Beschwerde S. 2) erlitten. Um-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2017, UV/17/883, Seite 6 stritten ist, ob die damit zusammenhängenden Beschwerden auf einen Un- fall im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen sind oder ob eine unfallähnli- che Körperschädigung vorliegt (vgl. E. 2.2 und E. 2.3 hiervor). 3.2Aus den Akten ergibt sich zum Geschehensablauf und zur medizini- schen Situation das Folgende: 3.2.1In der Schadenmeldung vom 6. Februar 2017 (AB 1) gab die Be- schwerdeführerin an: „Auf der Fahrt nach … mit dem Schlitten habe ich einen heftigen Schlag erhalten“ (Ziff. 6). Dabei habe sie eine Stauchung der Wirbelsäule erlitten (Ziff. 9). 3.2.2Der Hausarzt Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt im Arztzeugnis vom 9. März 2017 (AB 8) fest, dass die Be- schwerdeführerin am 27. Januar 2017 einen Sturz beim Schlitteln erlitten habe und seither über Schmerzen rechts neben dem linken Schulterblatt klage (Ziff. 2). Als Diagnose nannte er ein akutes thorakolumbales Schmerzsyndrom ohne neurologisches Defizit (Ziff. 5). 3.2.3Im Fragebogen vom 30. März 2017 (AB 10 - 13) führte die Be- schwerdeführerin aus, dass sie von … Richtung … unterwegs gewesen sei, als sie hinter sich etwas gehört und sich deshalb kurz umgedreht habe (Ziff. 1). In diesem Moment habe sie eine Bodenwelle übersehen. Mit voller Wucht sei sie vom Aufprall getroffen worden, wobei sie sich immer noch in verdrehter Position (rückwärtsschauend) befunden habe. Der Aufprall habe eine Wirbelblockade/verschiebung verursacht. Der Ablauf sei durch die Bodenwelle als etwas Besonderes beeinträchtigt worden (Ziff. 2). 3.2.4Im undatierten Schreiben (eingegangen bei der Beschwerdegegne- rin am 26. Juli 2017 [AB 24]) hielt Dr. med. D.________ fest, dass aus der Erstmeldung des genannten Unfalls klar hervor gehe, dass ein Sturz zu der Verletzung geführt habe. Unter Ärzten sei es durchaus gebräuchlich, die Verletzung nach einem Sturz als „thorakales Schmerzsyndrom“ zu be- zeichnen. Er korrigierte die Diagnose und hielt nunmehr eine sturzbedingte Thoraxprellung mit Muskelfaserriss fest. 3.3Zu prüfen ist vorliegend, ob ein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf den Körper der Beschwerdeführerin eingewirkt hat, damit das Vorliegen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2017, UV/17/883, Seite 7 eines Unfalls bejaht werden kann (vgl. E. 2.2.1 vorstehend). Die Beschwer- deführerin stellt sich dabei auf den Standpunkt, dass die Programmwidrig- keit darin bestanden hat, dass sie sich bei einer Schlittenfahrt in verdrehter, rückwärtsschauender Position befunden habe und dabei über einen Buckel auf der Schlittelstrecke gefahren sei, was zusammen genommen auch beim Schlitteln nicht alltäglich und nicht üblich sei (Beschwerde S. 3 Art. 3). Dem kann nicht gefolgt werden. Wie die Beschwerdegegnerin richtig aus- führt (vgl. Beschwerdeantwort S. 5), sind Schlittelwege von Natur aus durch angehäuften Schnee oder vereiste Stellen uneben. Solche Unebenheiten sind fester Bestandteil von Schlittelfahrten und grundsätzlich nicht unge- wöhnlich. Folgerichtig kann auch das Überfahren einer Bodenwelle beim Schlitteln nicht als ungewöhnlich bezeichnet werden, denn bei Sportarten bzw. Freizeittätigkeiten, welche aufgrund der natürlichen Gegebenheiten auf einer unebenen Grundlage stattfinden, ist mit Schlägen durch eben diese Unebenheiten zu rechnen. Die Beschwerdeführerin durfte und muss- te deshalb bei einer Schlittelfahrt auf einer Schlittelstrecke damit rechnen, dass solche Bodenunebenheiten unvermittelt auftauchen können. Dass sie sich just in Moment des Überfahrens der Unebenheit umgedreht und rück- wärts gegen die Fahrtrichtung geblickt hat, kann nicht als Programmwidrig- keit im Bewegungsablauf bezeichnet werden, denn die Beschwerdeführerin wurde nicht durch einen ungewöhnlichen Faktor in die von ihr dargestellte verdrehte Körperhaltung gebracht (vgl. E. 2.2.2 vorstehend). Nach dem Dargelegten fehlt es bei dem von der Beschwerdeführerin ge- schilderten Ereignis vom 13. Januar 2017 an der Ungewöhnlichkeit und ein Unfall im Rechtsinne ist damit zu verneinen (vgl. E. 2.2.1 und E. 2.2.2 hier- vor). 3.4Schliesslich kann die Beschwerdeführerin auch nichts aus der neu- en Formulierung des Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 UVV zu ihren Gunsten ableiten, da mit der Diagnose eines akuten thorakalen Schmerzsyndroms ohne neurologisches Defizit (vgl. AB 8) keine der in Art. 6 Abs. 2 UVG auf- gezählten Körperschädigungen vorliegt (vgl. E. 2.3 vorstehend). Zwar hat der Hausarzt Dr. med. D.________ im undatierten Schreiben (AB 24) eine „sturzbedingte Thoraxprellung mit Muskelfaserriss“ diagnosti- ziert. Diese Diagnosestellung erweist sich jedoch nicht als überzeugend. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2017, UV/17/883, Seite 8 Dr. med. D.________ geht in seinem Arztzeugnis vom 9. März 2017 (AB 8) und auch später in seinem undatierten Schreiben (AB 24) von einem statt- gehabten Sturz vom Schlitten aus und nennt einen solchen als Ursache für die beklagten Rückenbeschwerden. Er hält dabei fest, dass es nach einem Sturz durchaus gebräuchlich sei, die Verletzungen als thorakolumbales Schmerzsyndrom zu bezeichnen. Dass ein solcher Sturz stattgefunden haben soll, ist insbesondere gestützt auf die Schilderungen der Beschwer- deführerin nicht wahrscheinlich. Von Beginn weg hat die Beschwerdeführe- rin ausgeführt, dass sie beim Schlittenfahren einen Schlag erhalten und dadurch eine „Stauchung der Wirbelsäule“ erlitten habe (AB 1). So führt sie auch im Fragebogen vom 30. März 2017, in welchem sie das Ereignis vom 13. Januar 2017 (AB 10 - 13) näher beschreibt, aus, dass sie sich die gan- ze Zeit auf dem Schlitten befunden habe und sich beim Überfahren einer Unebenheit der Schlittelstrecke verletzt habe. In keinem Zeitpunkt macht die Beschwerdeführerin selber geltend, dass sie gestürzt sei. Wenn sie tatsächlich vom Schlitten gestürzt wäre, wäre denn auch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie einen solchen Sturz be- reits in der Unfallmeldung vom 6. Februar 2017 (AB 1) festgehalten hätte. Dies ist jedoch nicht der Fall. Insbesondere mit Blick auf den von der Beschwerdeführerin dargestellten Geschehensablauf des Ereignisses vom 13. Januar 2017 erscheint deshalb die von Dr. med. D.________ (AB 24) neu festgehaltene Diagnose – wel- che er explizit gestützt auf einen angeblichen Sturz nannte – als nicht nachvollziehbar: Wie es ohne Sturz vom Schlitten zu einer Thoraxprellung mit einem Muskelfaserriss gekommen sein soll, erschliesst sich hier nicht. Ein Muskelfaserriss ist damit – ebenso wenig wie eine andere in Art. 6 Abs. 2 UVG aufgeführte unfallähnliche Körperschädigung – nicht erstellt. Wird hingegen in Anwendung der der Beweismaxime der „Aussage der ersten Stunde“ (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 E. 8c S. 143; RKUV 2004 U 515 S. 420 E. 1.2) auf die von Dr. med. D.________ zuerst im Arzt- zeugnis vom 9. März 2017 (AB 8) gestellte Diagnose eines akuten thoraka- len Schmerzsyndroms ohne neurologisches Defizit abgestellt, ist ebenfalls nicht von einer unfallähnlichen Körperschädigung auszugehen. Analog ei- ner Lumbago (Muskelzerrung im Rücken) ist das diagnostizierte thorakale Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2017, UV/17/883, Seite 9 Schmerzsyndrom weder unter die Muskelzerrungen gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. e UVG noch sonst unter eine in der Liste enthaltene unfallähnliche Kör- perschädigung zu subsumieren (vgl. BGE 116 V 145 E. 5c S. 153). 4. Da weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt, sind die Anspruchsvoraussetzungen von vornherein nicht gegeben. Damit ist der angefochtene Entscheid vom 7. September 2017 (AB 26 - 31) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist ab- zuweisen. 5. 5.1In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 5.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be- schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr- schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Demnach entscheidet der Einzelrichter: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä- digung zugesprochen. 3. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin - Visana Versicherungen AG Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2017, UV/17/883, Seite 10 - Bundesamt für Gesundheit Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.