B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-1094/2013 U r t e i l v o m 1 7 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richterin Ruth Beutler, Richter Blaise Vuille, Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Schengen-Visum zu Besuchszwecken. C-1094/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1990 geborene chinesische Staatsangehörige B._______ (im Fo l- genden: Gesuchstellerin) beantragte am 7. September 2012 bei der Schweizerischen Botschaft in Beijing ein Schengen-Visum für einen dre i- monatigen Besuchsaufenthalt bei A._______ (im Folgenden: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) im Kanton Zürich. Der Gastgeber war kurz zuvor mit einem Einladungsschreiben, datiert vom 28. August 2012 , an die schweizerische Vertretung gelangt. Darin bestätigte er, dass er die Gesuchstellerin für einen dreimonatigen B e- suchsaufenthalt erwarte. B. Mit Formularentscheid vom 12. September 2012 lehnte es die schweize- rische Vertretung ab, das gewünschte Visum auszustellen. Sie begründe- te ihre Haltung zum einen mit für den geplanten Aufenthalt ungenüge n- den Subsistenzmitteln, zum andern mit Zweifeln am de klarierten Aufent- haltszweck und mit ungenügender Gewähr für die fristgerechte Wieder- ausreise der Gesuchstellerin aus dem Schengen -Raum nach einem B e- suchsaufenthalt. C. Gegen diesen Entscheid erhob der Gastgeber mit Eingabe vom 14. O k- tober 2012 Ein sprache bei der Vorinstanz. Dabei rügte er im Wesentli- chen, die von der Auslandvertretung aufgeführten Hinderungsgründe tr ä- fen allesamt nicht zu. Die Gesuchstellerin verfüge über genügende E r- sparnisse, habe als Aufenthaltszweck klar einen Besuch bei ihm (dem Gastgeber) deklariert und verfolge nicht die Absicht, über den geplanten Besuchsaufenthalt hinaus in der Schweiz zu verbleiben. Im Übrigen seien alle bisher von ihm bzw. seinen Eltern eigeladenen chinesischen Gäste fristgerecht wieder aus der Schweiz ausgereist. D. Auf Ersuchen der Vorinstanz richtete die Migrationsbehörde des Kantons Zürich am 11. Dezember 2012 einen Fragekatalog an den Gastgeber, welcher von diesem am 7. Januar 2013 beantwortet wurde. E. Mit Verfügung vom 5. Februar 2013 wies die Vorinstanz die Einsprache gegen die Visumsverweigerung ab. Dabei teilte sie die Einschätzung der C-1094/2013 Seite 3 schweizerischen Auslandvertretung, wonach die anstandslose und fris t- gerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem Besuchsau f- enthalt nicht als gesichert betrachtet we rden könne. Die Gesuchstellerin lebe in einer Region, aus der als Folge der insbesondere in wirtschaftl i- cher Hinsicht herrschenden Verhältnisse ein anhaltend starker Zuwand e- rungsdruck festzustellen sei. Die Erfahrung zeige, dass viele Betroffene versucht seien, sich im westlichen Ausland eine vermeintlich bessere Z u- kunft aufzubauen. Dieser Trend werde dort noch begünstigt, wo bereits ein gewisses Beziehungsnetz im Ausland bestehe. Es müssten deshalb bei Gesuchstellern besondere, über das üblich e Mass hinaus gehende Verpflichtungen und Bindungen an ihr herkömmliches soziales und beru f- liches Umfeld vorausgesetzt werden. Verbindlichkeiten im erforderlichen Ausmass seien bei der Gesuchstellerin weder in familiärer noch in beru f- licher Hinsicht festzustellen. F. Gegen den Einspracheentscheid der Vorinstanz gelangte der Gastgeber mit einer Rechtsmitteleingabe vom 26. Februar 2013 an das Bundesve r- waltungsgericht. Darin beantragt er implizit, die verweigernde Verfügung sei aufzuheben und das gewünschte Besuchsvisum sei auszustellen. Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass die Gesuchstellerin die Schweiz nach einem Besuchsaufenthalt nicht fristgerecht und anstandslos wieder verlassen würde. Dabei habe die Vorinstanz nicht oder zu wenig berücksichtigt, dass es sich bei ihm und seinen Eltern um rechtschaffene, wohlsituierte Bürger dieses Landes handle und der Besuch von besonderer Bedeutung sei, gehe es doch darum, dass seine Verlobte (die Gesuchstellerin) im Hinblick auf eine spätere Heirat die Lebensumstände in der Schweiz ke n- nen lernen könne. Zusammen mit der Rechtsmitteleingabe reichte der Beschwerdeführer ein Unterstützungsschreiben seiner Mutter, datiert vom 26. Februar 2013, zu den Akten. G. Die Vorinstanz hielt in ihrer Vernehmlassung vom 23. April 2013 an der angefochtenen Verfügung fest und schloss auf Abweisung der Beschwer- de. C-1094/2013 Seite 4 H. Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Replik. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu gehört das BFM, das mit der Abwe i- sung der Einsprache betreffend Verweigerung eines Schengen -Visums eine Verfügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges Anfec h- tungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem Ve rwaltungsverfah- rensgesetz, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes b e- stimmt (vgl. Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur B e- schwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange- legenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 2. Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Erme s- sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebl i- chen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als B e- schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (vgl. Art. 49 VwV G). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerd e- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen; massgebend sind grundsätzlich die tatsächl i- chen Verhältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1, BVGE 2011/43 E. 6.1 und BVGE 2011/1 E. 2). C-1094/2013 Seite 5 3. Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer chinesischen Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen dreimonatigen Aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf die EU/EFTA -Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschr eitet, fällt die vo r- liegende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsb e- reich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das A usländergesetz (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwe n- dung, als die Schengen -Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 4. Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf E r- teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundes - gesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen -Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Vo r- aussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und d ie Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraus- setzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das Schengen -Recht nicht (a.M. EGLI/MEYER, in: Car o- ni/Gächter/Thurnherr, Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, 2010, Art. 5 N. 3 f.). 4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen - Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit- raums von 180 Tagen einr eisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedok u- mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengre n-C-1094/2013 Seite 6 zen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gült i- gen Aufenthaltstitels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfri s- tigen Aufenthalt verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerte i- lung [VEV, SR 1 42.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32], Art. 4 VEV). 4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um - stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei - chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nac h- folgend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu belegen, dass sie den Schengen -Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako- dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI/MEYER, a.a.O. Art. 5 N. 33). Schliesslich dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informat i- onssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und ke i- ne Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli- che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglie d- staats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. e SGK ist u.a. dann anzuneh men, wenn die drittstaatsangehörige Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen -Raums fristge- recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI/MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; fer- ner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsge richts 1 C. 1.10 vom 11. Januar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und drit t- staatsangehörige Personen zu belegen, dass die Ge fahr einer rechtswid- rigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesi- cherten Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im C-1094/2013 Seite 7 Einklang (vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusamme n- hangs zum Einreiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK). 4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom - men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen -Raum geltendes "einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 VEV, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund intern a- tionaler Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der dritt - staatsangehörigen Person, welche die ordentlichen Einreisevorausset - zungen nicht erfüllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschränk - ter Gültigkeit" zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gülti g (Art. 32 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Vorau s- setzungen kann einer drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 5. 5.1 Aufgrund ihrer chinesischen Staatsangehörigkeit unterliegt die G e- suchstellerin der Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung [EG] Nr. 539/2001 [ABl. L 81 vom 21.03.2001 S. 1-7; zum vollständigen Que l- lennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV]). Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK steht die Frage der g e- sicherten Wiederausreise im Vordergrund. Gestützt auf die allgemeine Si- tuation im Herkunftsgebiet und die persönlichen Verhältnisse der G e- suchstellerin vertritt die Vorinstanz die Auffassung, dass nicht genügend Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise nach einem Besuchsau f- enthalt bestände. Im Zusammenhang mit einer solchen Einschätzung lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern ledi g- lich Prognosen treffen. Dabei sind sämtliche Umstände des Ei nzelfalles mit zu berücksichtigen. 5.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wi e- derausreise können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bü r- gerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wir t- schaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hi n- deuten, dass die persönliche Interessenlage nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. C-1094/2013 Seite 8 5.3 5.3.1 Aus den Akten zu schliessen stammt d ie Gesuchstellerin aus dem autonomen Gebiet Innere Mongolei im Norden Chinas. 2012 schloss sie an der Universität von Tianjin, einer Hafenstadt im Osten der Volksrep u- blik China, ein Studium ab. Seither lebt sie (gemäss Darstellung des B e- schwerdeführers in seiner Einsprache schrift an die Vorinstanz vom 14. Oktober 2012) bei ihren Eltern in Bayanaoer, einer bezirksfreien Stadt im Westen des autonomen Gebiets Innere Mongolei. Im Vergleich zu Or- ten wie etwa Schanghai oder Beijing gilt die Region als wenig entwickelt. China als Ganzes verzeichnete zwar im Jahre 2013 ein Wirtschafts- wachstum von 7,7%, was im internationalen Vergleich weiterhin als sehr hoch zu qualifizieren ist , auch wenn nicht mehr zweistellige Wachstum s- zahlen wie in vorangegangenen Jahren erreicht werden konnten. Eine weitere Abschwächung des Wachstums ist aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt wegen der demographischen Entwicklung info lge der Ein - Kind-Politik Chinas, zu erwarten. Insbesondere hat die Regierung Chinas erkannt, dass das bisherige, stark investitionsgetriebene Wirtschaftsm o- dell nicht nachhaltig ist und zu gravierenden sozialen und ökologischen Problemen geführt hat. Die Umsetzung entsprechender, im November 2013 beschlossener Reformen läuft bereits an. Das rasante Wirtschaftswachstum der letzten Jahre hat den Lebenssta n- dard der meisten Chinesen zwar massgeblich erhöht, allerdings auch zu grossen Ungleichheiten bei der Einkommensverteilung zwischen Stadt und Land sowie Küsten - und Binnenprovinzen und zu zunehmender Ar- beitslosigkeit geführt. Diese betrug in den Städten im Jahre 2013 4,1%; die reale Arbeitslosigkeit wird auf 7 – 10% geschätzt. Das stets eklatante- re Wohlstandsgefälle stellt zunehmend die innere Gesellschaft in Frage. Eine weitere Folge des enormen Wirtschaftswachstums ist ein in diesem Ausmass einmaliger Raubbau an der Umwelt. So waren 2013 weite Teile Chinas lange von gesu ndheitsgefährdendem Smog bedeckt. Nebst der Bekämpfung von Korruption und Arbeitslosigkeit sieht die Regi erung des- halb unter anderem den Umweltschutz und die Nahrungssicherheit als vorrangige Aufgaben an ( vgl. zum Ganzen : Webseite des deutschen Auswärtigen Amtes: www.auswaertiges-amt.de, Reise & Sicherheit > Übersicht > China > Wirtschaft beziehungsweise Innenpolitik, Stand je März 2014, aufgerufen im April 2014). 5.3.2 Vor diesem Hintergrund kann – je nach persönlicher Situation – vor allem in jüngeren Bevölkerungsschichten der Wunsch zur Auswanderung aufkommen. Die Tendenz kann noch akzentuiert werden bei Menschen , C-1094/2013 Seite 9 die bereits über ein minimales Beziehungsnetz im Ausland verfügen. In der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven fremdenpolizeilichen Zulassungspraxis nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher B e- stimmungen. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz im Falle chinesischer Staatsangehöriger ganz allgemein von einem gewis- sen Risiko für nicht ordnungsgemässe Wiederausreisen aus dem Schen- genraum ausgeht. 5.4 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur die erwähnten allg e- meinen Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichts - punkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer g e- suchstellenden Person im Heimatland beispielsweise eine besondere b e- rufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser U m- stand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise b e- günstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine b e- sonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein ausländerrechtlich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem B e- suchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 6. 6.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine inzwischen 24 - jährige, ledige und kinderlose Frau. Sie lebt offenbar zusammen mit ihren Eltern in einem gemeinsamen Haushalt (so aus der Adressangabe im An- tragsformular, der Einsprache und dem Antwortschreiben des Beschwe r- deführers gegenüber der Migrationsbehörde des Kantons Zürich [Antwort Ziff. 4] zu schliessen). Ansonsten ist über ihre persönlichen Verhältnisse vor Ort nichts Näheres bekannt. Allein aus der Tatsache, dass die G e- suchstellerin als erwachsene Frau noch in familiärer Gemeinschaft mit i h- ren Eltern lebt, kann nun aber nicht auf Verhältnisse geschlossen werden, welche eine Emigration als unwahrscheinlich erscheinen liessen. 6.2 Im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung ging die Gesuchstellerin erklär- termassen keiner Erwerbstätigkeit nach. In ihrem Visumsantrag vermerk- te sie unter der entsprechenden Rubrik "no job". Der Beschwerdeführer hielt zu dies em Thema in der Einspracheschrift vom 14. Oktober 2012 fest, sein Gast habe im Juni 2012 ein Sprachstudium in Japanisch erfol g- reich abgeschlossen, sei aber ohne berufliche Anstellung. In seinem Aus- kunftsschreiben vom 7. Januar 2013 gegenüber der Migrations behörde des Kantons Zürich erwähnte er demgegenüber "gesicherte Einkünfte" aus einer "Anstellung in China" (Antwort Ziff. 10), dies im Zusammenhang mit der Frage, ob er als Gastgeber die fristgerechte Wiederausreise se i-C-1094/2013 Seite 10 nes Gastes zusichern könne. Die eigentliche Frage nach einer Erwerbstä- tigkeit des Gastes liess der Beschwerdeführer unbeantwortet; er wies l e- diglich auf das bereits erwähnte abgeschlossene Studium hin (Frage bzw. Antwort Ziff. 5). In der Beschwerde wiederum ging der Beschwerdeführer mit keinem Wort auf die berufliche bzw. wirtschaftliche Situation der G e- suchstellerin ein. Von einer beruflichen Verankerung der Gesuchstellerin kann unter diesen Umständen jedenfalls nicht ausgegangen werden. Kommt hinzu, dass sich die beantragte dreimonatige Land esabwesenheit mit einer beruflichen Verpflichtung kaum vereinbaren liesse. Alles in allem sind auch in den beruflichen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Ge- suchstellerin keine Besonderheiten festzustellen, welche die Prognose einer fristgerechten und anstandslosen Wiederausreise nach einem B e- suchsaufenthalt begünstigen könnten. 6.3 Schliesslich lässt sich aufgrund der vorhandenen Akten auch kein kla- res Bild darüber gewinnen, in welchem Verhältnis Gast und Gastgeber zueinander stehen. In seinem Einladungsschreiben und auch noch in der Einspracheschrift vom 14. Oktober 2012 äusserte sich der Beschwerde- führer überhaupt nicht zur Frage, in welchem Verhältnis er zur Gesuc h- stellerin steht. Erst i n seinem Antwortschreiben vom 7. Januar 2013 an die kantonale Migra tionsbehörde thematisierte er den Beginn der B e- kanntschaft und ihre Entwicklung. Demnach habe er die Gesuchstellerin während seiner Ausbildungszeit in China kennen gelernt. Sein bester Freund sei mit ihr verwandt und durch ihn sei der erste Kontakt zustande gekommen. Zwischen ihm und der Gesuchstellerin sei ein freundschaftl i- ches Verhältnis entstanden, und er habe von der Gesuchstellerin viel b e- züglich Mentalität und Kultur in China gelernt. Als Dank für ihre freun d- schaftliche Unterstützung und Bewirtung in China habe er ihr einen Be- suchsaufenthalt in der Schweiz versprochen (Antworten Ziff. 1, 2 und 6). Der Rechtsmitteleingabe vom 26. Februar 2012 schliesslich ist zu en t- nehmen, dass der Beschwerdeführer und die Gesuchstellerin sich als Verlobte betrachten u nd sich eine gemeinsame Zukunft wünschen wü r- den. Die Gesuchstellerin ihrerseits hat sich nie konkret über ihr Verhältnis zum Beschwerdeführer geäussert. In einer offenbar bei der Schweizer i- schen Vertretung in Beijing abgegebenen schriftlichen Erklärung (Ti tel: "Statement of no job") hielt sie sogar fest, sie habe beschlossen, ins Aus- land zu gehen und dort einen "boyfriend" zu finden, dies nachdem sie nach Abschluss ihres Studiums keinen befriedigenden Job gefunden ha- be. Die betreffende Erklärung der Gesuchstellerin kann kaum in dem Sin- ne verstanden werden, dass sie einen bereits vorhandenen Freund b e- ziehungsweise Partner besuchen möchte. Die von der Vorinstanz ang e-C-1094/2013 Seite 11 deuteten Zweifel am Reisezweck sind daher durchaus berechtigt. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer – wie aufgezeigt – seine an- geblich enge Beziehung zur Gesuchstellerin ohne nähere Erklärung erst auf Beschwerdeebene offen gelegt hat. 6.4 Vor dem dargelegten allgemeinen und persönlichen Hintergrund dur f- te die Vorinstanz demnach willkürfrei davon ausgehen, dass keine hinre i- chende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An dieser Beurteilung ändert die Tatsache nichts, dass der Beschwerdeführer wi e- derholt betont hat, er und seine Eltern hielten sich an die Gesetze und i h- re bisherigen Gäste aus China hätten die Schweiz stets fristgerecht wi e- der verlassen. Als Gastgeber kann der Beschwerdeführer zwar mit rech t- lich verbindlicher Wirkung für gewisse finanzielle Risik en im Zusamme n- hang mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes Tun oder Unterlassen seines Gastes einstehen (vgl. in diesem Zusammenhang auch BVGE 2009/27 E. 9). 6.5 Mit der fehlenden Gewähr für eine anstandslose Wiederausreise ist eine zwingend e Voraussetzung zur Erteilung eines Schengen -Visums nicht erfüllt. Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich b e- schränkter Gültigkeit (vgl. dazu E. 4.5) wurden vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht und solche sind auch nicht ersichtlich. 7. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 8. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende B e- schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos ten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). Dispositiv S. 12 C-1094/2013 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Sie sind mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss g e- deckt. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. […]) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Andreas Trommer Denise Kaufmann Versand: