Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 29. Januar 2020 (810 18 33) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung / Verhältnismässigkeit der Massnahme Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Stef an Schulthess, Hans Furer, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Gerichtsschreiber i.V. Roger Meier Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Erik Wassmer, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal, Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung (RRB Nr. 57 vom 16. Januar 2018) A. Die serbische Staatsangehörige A.____ (geb. 1969) e migrierte 1973 mit ihrer Familie aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 21. März 1987 heiratete A.____ den französischen Staatsbürger B.____, mit wel- chem sie eine gemeinsame Tochter (geb. 1987) hat. Am 22 . Mai 1990 wurde diese Ehe ge- schieden. C. Am 18. Dezember 1992 heiratete A.____ den französi schen Staatsbürger C.____, mit welchem sie einen gemeinsamen Sohn (geb. 1993) hat. Am 28. Februar 1995 wurde diese Ehe geschieden. D. Am 10. Januar 2002 ehelichte A.____ den Schweizer B ürger D.____, worauf ihr das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM, ab 1. Januar 2019: Amt für Migration und Bürgerrecht [AfMB]) eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann erteilte. Die- se Ehe besteht formal bis heute, wird jedoch seit dem 15. Februar 2004 nicht mehr gelebt. E. Am 22. August 2006 wurde einem Gesuch von A.____ um Wohnsitznahme im Kanton Basel-Stadt nicht entsprochen. Zur Begründung wurde i m Wesentlichen ausgeführt, dass A.____ sich rechtsmissbräuchlich auf die Ehe mit D.____ berufe, da diese nicht mehr fortbeste- he. Ausserdem liessen die Höhe der Schulden und die Un terstützung durch die Sozialhilfe da- rauf schliessen, dass A.____ nicht gewillt sei, sich in d ie im Gaststaat geltende Ordnung einzu- fügen bzw. dass sie der öffentlichen Wohltätigkeit auch kü nftig fortgesetzt und in erheblichem Masse zur Last fallen werde. F. Am 16. Juni 2008 verwarnte das AfM A.____, weil sie Sozialhilfeleistungen in der Höhe von Fr. 34'050.-- bezogen habe und beim Betreibungsam t I.____ mit 17 offenen Verlustschei- nen in der Höhe von Fr. 24'678.55 registriert sei. Am 22. Juli 2009 verwarnte das AfM A.____ erneut wegen des Bezugs von Sozialhilfeleistungen von ü ber Fr. 170'000.--, wobei diese Sum- me – im Gegensatz zur ersten Verwarnung – nun auch frü here Leistungen aus dem Zeitraum von Mai 2004 bis November 2005 umfasste. G. Am 21. Oktober 2009 erlitt A.____ noch während d er Probezeit einen Arbeitsunfall (Mehrfachfraktur des Fersenbeins rechts). Mit Vorbescheid vom 16. Juni 2014 (ersetzt durch Vorbescheid vom 17. Mai 2019) erhielt A.____ hierfür rückwirkend für die Zeit vom 1. Februar 2012 bis 31. März 2014 eine Invaliden-Viertelsrente be i einem Invaliditätsgrad von 40 % zuge- sprochen. H. Am 24. November 2015 verurteilte die Staatsanwaltsch aft Basel-Landschaft A.____ mit Strafbefehl wegen Widerhandlung gegen das Tierschutzge setz (TSchG) vom 16. Dezember 2005 zu einer Busse von Fr. 300.--, da sie nicht inner t Frist in den Besitz des erforderlichen Sachkundenachweises für die Haltung ihres Hundes gelangt sei. I. Mit Urteil vom 29. März 2017 wurde A.____ durch das Strafgericht Basel-Landschaft wegen mehrfacher einfacher Widerhandlungen gegen da s Bundesgesetz über die Betäu- bungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG) vom 3. Oktober 1951 sowie Konsums von Betäubungsmitteln zu einer bedingt vollziehbaren Frei heitsstrafe von 9 Monaten bei einer Pro- bezeit von 2 Jahren und einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht J. Am 10. August 2017 verfügte das AfM die Nichtverläng erung der Aufenthaltsbewilli- gung von A.____ und deren Wegweisung aus der Schweiz. Zur Begründung wurde im Wesent- lichen ausgeführt, es sei zu befürchten, dass A.____ auf nicht absehbare Zeit durch die Sozial- hilfe unterstützt werden müsse; hierfür sprächen die be zogenen Sozialhilfeleistungen in der Höhe von Fr. 260'000.--. Die 17 registrierten Verlust scheine in der Höhe von Fr. 84'182.80 und die begangenen Straftaten deuteten zudem darauf hin , dass A.____ sich nicht in die geltende gesellschaftliche Ordnung einzufügen vermöge. K. Die gegen die Verfügung des AfM vom 10. August 2017 erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat mit Beschluss Nr. 2018-57 vom 16. Januar 2018 ab. L. Am 29. Januar 2018 erhob A.____, vertreten durch Erik Wassmer, Advokat in Liestal, gegen den Entscheid des Regierungsrates vom 16. Januar 2 018 Beschwerde beim Kantonsge- richt Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwal tungsrecht. Sie stellt die Begehren, es seien der Entscheid des Regierungsrates vom 16. Januar 2018 und die Verfügung des Mig- rationsamtes vom 10. August 2017 aufzuheben und das Af MB anzuweisen, die Aufenthaltsbe- willigung der Beschwerdeführerin zu verlängern (Ziff. 1); eventualiter sei der Beschwerdeführe- rin eine Härtefallbewilligung zu erteilen (Ziff. 2) ; alles unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrecht- licher Hinsicht sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerd e festzustellen und noch vor Ein- reichung der Beschwerdebegründung über das Gesuch um Be willigung der unentgeltlichen Rechtspflege zu entscheiden. M. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 31. Januar 201 8 wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass über das Gesuch um unentgeltliche Recht spflege praxisgemäss nach Eingang der Vernehmlassung bzw. Vorakten entschieden werde. Auf die gegen diese Verfügung erho- bene Einsprache trat die Kammer mit Beschluss vom 28. Fe bruar 2018 nicht ein. Mit Urteil vom 26. März 2019 (2C_239/2018) hiess das Bundesgericht die von der Beschwerdeführerin in die- sem Zusammenhang erhobene Beschwerde gut und entschied , dass das Kantonsgericht über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vorab zu entscheid en habe. Daraufhin wurde der Beschwerdeführerin mit Präsidialverfügung vom 20. Mai 2019 die unentgeltliche Prozessfüh- rung und Verbeiständung bewilligt. N. Mit Eingabe vom 18. Juli 2019 reichte die Beschwerd eführerin eine ergänzende Be- schwerdebegründung ein. O. Mit Vernehmlassung vom 15. August 2019 beantragt d ie Vorinstanz die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. P. Mit Präsidialverfügung vom 3. September 2019 wurde der Fall der Kammer zur Beur- teilung überwiesen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Q. Mit Replik vom 4. November 2019 hält die Beschwerdef ührerin an ihren Anträgen fest. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird – s oweit erforderlich – in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzli cher Ausschlusstatbestand vor- liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Be urteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben. Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt is t und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Die Beschwerdefüh rerin ist Adressatin des angefochte- nen Entscheids und hat ein schutzwürdiges Interesse an desse n Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist. Die weiteren Eintretensvora ussetzungen sind ebenfalls erfüllt, so- dass auf die Beschwerde einzutreten ist. 1.2 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können n ach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin und die damit einhergehende Wegwei- sung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 3. Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sch weiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (vgl. Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländer innen und Ausländer und über die Integration [AIG] vom 16. Dezember 2005 [bis 31. Dezember 2018 und soweit im Folgenden die altrechtliche Fassung massgeblich ist: AuG]; vgl. auch Art . 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschrif- ten und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermesse n über die Zulassung zu einem Auf- enthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsan spruch auf die Erteilung einer Aufent- haltsbewilligung hat die ausländische Person somit gru ndsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen einen solchen vor (BGE 133 I 185 E. 2.3; M ARC SPESCHA , in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Komme ntar Migrationsrecht, 5. Auflage, Zürich 2019, N 1 ff. zu Art. 3 AIG; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG kann eine Aufentha ltsbewilligung unter anderem widerru- fen – bzw. nicht mehr verlängert – werden, wenn der Ausländer oder eine Person, für die er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. Für den Wi derruf einer Bewilligung wegen Sozialhil- feabhängigkeit ist neben den bisherigen und den aktuel len Verhältnissen auch die wahrschein- liche finanzielle Entwicklung auf längere Sicht abzuwäge n. Ein Widerruf kommt in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle Unterstützungsleistunge n erhalten hat und nicht damit ge- rechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_958/2011 vom 18. Februar 2013 E. 2. 3; 2C_74/2010 vom 10. Juni 2010 E. 3.4). Inwiefern die Fürsorgeabhängigkeit im konkreten Fall auf ein Selbstverschulden zurück- zuführen ist, spielt einzig bzw. erst im Rahmen der Prüf ung der Verhältnismässigkeit der aus- länderrechtlichen Massnahme eine Rolle (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.2; 2C_549/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 4.2.2). 4.2.1 Der Regierungsrat führt im angefochtenen Entsche id aus, dass die Sozialhilfebezüge der Beschwerdeführerin in der Höhe von netto Fr. 283'503.75 dem Erfordernis der Erheblichkeit genügen würden. Die Beschwerdeführerin habe zudem wäh rend ihres langen Aufenthaltes in der Schweiz beruflich nie Fuss fassen können, weshalb ihr zum jetzigen Zeitpunkt keine gute Prognose zu stellen sei. 4.2.2 Die Beschwerdeführerin bringt im Rahmen der Be schwerdebegründung und in der Replik vom 4. November 2019 zu ihrer finanziellen Situ ation vor, dass sie seit dem 31. März 2018 bei der Sozialhilfe abgemeldet sei und seitdem – unterstützt durch ihren Lebenspartner – ihren Lebensunterhalt selbst bestreite. Mittlerweile habe sie zwei neue Arbeitsstellen beim Ver- ein E.____ und bei der F.____ AG gefunden, wodurch sie ein Monatspensum von beinahe 30 % erreiche. Sie befinde sich zudem in einer mehrj ährigen, beständigen Lebensgemein- schaft, die ebenfalls zu einer Stabilisierung der finanziellen Situation beitrage. Das gemeinsame Haushaltseinkommen belaufe sich auf brutto Fr. 5'500 .--, was zur Deckung des Grundbedarfs ausreiche. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung rei chte die Beschwerdeführerin einen aktualisierten Arbeitsvertrag zwischen ihr und dem F.____ AG vom 11. Dezember 2019 ein; hierin ist ein Pensum von 20 % vorgesehen. Ergänzend und präzisierend führte sie aus, dass sie wöchentlich 8 Stunden bei der F.____ AG, 3 Stunden beim Verein E.____ und 2 Stunden in einem privaten Haushalt arbeite, womit sie ein monatl iches Einkommen in der Höhe von netto rund Fr. 1'100.-- bis Fr. 1'200.-- erwirtschafte. Für die Deckung des restlichen Grundbedarfs komme ihr Lebenspartner auf, mit dem sie einen gemeinsamen Haushalt führe – eine Heirat sei vorgesehen, sobald sie sich von ihrem Ex-Ehemann habe schei den lassen. Auf Nachfrage hin, weshalb sie bei einer attestierten Arbeitsunfähigkeit vo n 50 % lediglich mit einem Pensum von rund 25 % arbeite, führte die Beschwerdeführerin anlä sslich der heutigen Parteiverhandlung aus, ihr Hausarzt habe sie grundsätzlich für gänzlich arbe itsunfähig befinden wollen. Sie habe ihn allerdings zu diesem Zeugnis gedrängt und nun hab e sich gezeigt, dass ein höheres Pen- sum aus gesundheitlichen Gründen unmöglich sei, obschon sie gerne mehr arbeiten würde. 4.2.3 Der Regierungsrat bringt demgegenüber an der h eutigen Parteiverhandlung und in Übereinstimmung mit dem angefochtenen Entscheid vor, dass die Beschwerdeführerin erst un- ter dem Druck des Wegweisungsverfahrens erste Arbeitsanstre ngungen unternommen habe. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wenn die Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer Integrat ion vorbringe, dass sie sich stark im sozialen Bereich engagiere, müsse man sich fragen, weshalb sie dieses Engagement nicht in ein Erwerbseinkommen ummünze. 4.3 Für die Beurteilung der Erheblichkeit des Sozialhil febezugs ist die Gesamtsumme der bisher entstandenen Sozialhilfeleistungen massgebend. Hinsichtlich der Höhe des Bezugs kann ein Sozialhilfebezug bereits ab einem Betrag von Fr. 50‘000.-- als erheblich gelten (Urteile des Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.1 .3; 2C_1085/2015 vom 23. Mai 2016 E. 4.3; 2C_672/2008 vom 9. April 2009 E. 3.3). Vorliegend hat die Beschwerdeführerin seit 2002 bis zum Zeitpunkt der Verfügung des AfM vom 10. Aug ust 2017 betreffend die Nichtver- längerung ihrer Aufenthaltsbewilligung Sozialhilfe in der Höhe von über Fr. 260'000.-- bezogen, was von ihr nicht bestritten wird. Dieser Betrag ist im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtspre- chung ohne Weiteres als erheblich zu qualifizieren. 4.4 Hinsichtlich der Erfüllung des Kriteriums der Dauerh aftigkeit ist gemäss der Rechtspre- chung des Bundesgerichts nicht die gegenwärtige Sozialhil feabhängigkeit entscheidend, son- dern die Zeitspanne, in welcher diese rückblickend andau erte, sowie die Prognose, ob auch in Zukunft weiter Unterstützung geleistet werden muss (Urtei l des Bundesgerichts 2C_795/2008 vom 25. Februar 2009 E. 4.3). Von einer Dauerhaftigk eit ist auszugehen, wenn die Bezüge der Sozialhilfe mindestens zwei Jahre gedauert haben, was vor liegend unbestrittenermassen der Fall ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.1.3; 2C_1085/2015 vom 23. Mai 2016 E. 4.3; 2C_672/2008 vom 9. April 2009 E. 3.3). 4.5 Der Beschwerdeführerin ist zuzustimmen, dass sich ihre finanzielle Situation in den letzten zwei Jahren stabil präsentiert. Massgebliche Stü tze ist hierbei allerdings nicht ihr eige- nes wirtschaftliches Tun, sondern der Beitrag ihres Lebe nspartners. Sollte diese Beziehung auseinandergehen, wäre die Beschwerdeführerin in Erma ngelung eines eigenen, den Grund- bedarf deckenden Einkommens unverzüglich wieder auf Unte rstützung durch die öffentliche Hand angewiesen. Die Bemühungen der Beschwerdeführeri n zur Erlangung einer wirtschaftli- chen Eigenversorgungskapazität erscheinen durchaus glaubha ft, doch kann im Lichte der vor- stehenden Erwägungen nicht ausgeschlossen werden, dass sie in naher Zukunft erneut durch das Gemeinwesen unterstützt werden muss. Der Widerrufsgru nd gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG ist somit erfüllt. 5. Der Regierungsrat bejahte im angefochtenen Entschei d ferner den Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG zufolge Schuldenwirtschaf t. Diesbezüglich lässt sich gestützt auf die Akten folgende Schuldenentwicklung feststellen: Im Jahr 2006 wurde der Beschwerdeführe- rin die Wohnsitznahme im Kanton Basel-Stadt mit dem Hinweis verweigert, dass sie im Betrei- bungsregister mit Betreibungen in der Höhe von Fr. 10' 828.85 und 11 offenen Verlustscheinen in der Höhe Fr. 15'893.-- verzeichnet sei. Die Verschul dung der Beschwerdeführerin war auch Inhalt der ersten ausländerrechtlichen Verwarnung nach Art. 96 Abs. 2 AuG vom 16. Juni 2008; hierin wurden 17 offene Verlustscheine in der Höhe von Fr. 24'678.55 aufgeführt. Zuletzt finden sich im Betreibungsregisterauszug vom 12. August 2019 Betr eibungen in der Höhe von Fr. 16'807.40 und Verlustscheine in der Höhe von Fr. 93'351.30. Die Frage, ob die Beschwerde- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht führerin diese Schulden mutwillig, d.h. in selbstverschu ldeter und vorwerfbarer Weise, ange- häuft hat und ob folglich der Widerrufsgrund nach Ar t. 62 Abs. 1 lit. c AuG gleichfalls erfüllt ist, kann in Anbetracht der vorstehenden Erwägungen und der hiernach folgenden Verhältnismäs- sigkeitsprüfung indes offenbleiben. 6.1.1 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob d ie Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewil- ligung verhältnismässig ist, d.h. ob die öffentlichen Int eressen an der Nichtverlängerung der Bewilligung die privaten Interessen der Beschwerdeführ erin am Verbleib in der Schweiz ge- stützt auf eine umfassende Güterabwägung überwiegen (A rt. 96 AuG; BGE 139 I 16 E. 2.2.1; BENJAMIN SCHINDLER , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Auslände- rinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 10 ff. zu Ar t. 96). Im Rahmen der Verhältnismässig- keitsprüfung sind die bekannten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz, berufliche Situation, Wirtschafts- und Arbei tsmarktlage, persönliches Verhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtigen (vgl. BGE 137 I I 345 E. 3.2.2; BGE 135 II 377 E. 4.3 ff.). Entscheidend ist stets das Gesamtbild eines je den Einzelfalles, welches anhand von sämtlichen der massgeblichen Kriterien zu beurteilen ist (BGE 139 I 145 E. 2.4). Bei den priva- ten Interessen stellt sich im Rahmen des Widerrufs oder der Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG insb esondere die Frage des Selbstverschuldens. Fälle unverschuldeter Notlage sollen nicht zum Widerruf wegen Sozialhilfeabhängigkeit führen (Urteil des Bundesgerichts 2C_74/2010 vom 10. Juni 2010 E. 4.1). 6.1.2 Im Rahmen der Interessenabwägung ist auch dem V orbringen der Beschwerdeführerin Rechnung zu tragen, wonach ihr aufgrund ihres langen Aufenthaltes hierzulande und ihrer sozi- alen Integration ein Aufenthaltsrecht aus dem Recht auf Achtung des Privatlebens nach Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 bzw. dem inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 199 9 zustehe. Ein hieraus fliessender Anspruch auf Aufenthalt gilt allerdings nicht absolut, sondern kann insbesondere bei Vorliegen des durch die Beschwerdeführerin gesetzten Widerrufsgrun des nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG eingeschränkt werden (vgl. etwa Urteil des Bundesgericht s 2C_212/2019 vom 12. September 2019 E. 4.2), weshalb es vorliegend nur darauf ankomm en kann, ob der entsprechende Eingriff als verhältnismässig zu qualifizieren ist. Mit Verweis auf die jüngste Praxis des Bundesgerichts ist festzuhalten, dass zur Eingriffsfeststellung gemäss Ar t. 8 Ziff. 1 EMRK, zur Eingriffsrechtfer- tigung gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK und zur allgemeine n Verhältnismässigkeitsprüfung eines Bewilligungswiderrufs auf nahezu identische Kriterien abzustellen ist (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.7 f.; BGE 139 I 31 E. 2.3.3), weshalb die gebot enen Prüfschritte vorliegend in der nachfol- genden Gesamtabwägung zusammenfallen. 6.2 Der Regierungsrat führt im angefochtenen Entschei d aus, die Beschwerdeführerin sei in der Schweiz in beruflicher Hinsicht schlecht integriert, da sie – wenn überhaupt – nie lange im ersten Arbeitsmarkt tätig gewesen sei; auch sei sie kein e gesuchte Fachkraft. Sie habe Schul- denwirtschaft betrieben und sei straffällig geworden un d auch die Sozialhilfeabhängigkeit müs- se ihr als selbstverschuldet angelastet werden. Die Abme ldung von der Sozialhilfe und die ak- tuellen Bemühungen der Beschwerdeführerin seien nur unter dem Druck des Wegweisungsver- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht fahrens erfolgt. Unter Würdigung der gesamten Umständ e habe die Beschwerdeführerin somit keine persönlichen oder wirtschaftlichen Beziehungen zur Schweiz. Die Ausreise in ihre Heimat sei der Beschwerdeführerin zuzumuten. Sie sei erst im Alt er von 33 Jahren in die Schweiz ge- kommen und habe zuvor in Frankreich und Deutschland gelebt – sie spreche Französisch, Ser- bisch und sehr gut Deutsch. Durch ihre Eltern kenne sie d ie Sitten und Bräuche ihrer Heimat, obschon sie lediglich ihre ersten vier Altersjahre in Ser bien gelebt habe. Nach ihrer Rückkehr könne sie beispielsweise in der Reinigungsbranche oder i n einem Restaurationsbetrieb arbei- ten, wobei ihr ihre Sprachkenntnisse zum Vorteil gerei chen würden. Eine in Serbien wohnhafte Schwester der Beschwerdeführerin könne ihr bei der Rei ntegration behilflich sein. Die Wieder- eingliederungschancen in Serbien seien intakt. 6.3 Vorab ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit strafrecht- lich in Erscheinung getreten ist. Die Beschwerdeführerin wurde am 24. November 2015 mit Strafbefehl wegen Widerhandlung gegen das TSchG zu einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt, da sie nicht innert Frist in den Besitz des erforderlichen S achkundenachweises für die Haltung ih- res Hundes gelangt war. Zudem wurde sie am 29. März 201 7 durch das Strafgericht des Kan- tons Basel-Landschaft wegen mehrfacher einfacher Widerhandlungen gegen das BetmG sowie Konsums von Betäubungsmitteln zu einer bedingt vollziehba ren Freiheitsstrafe von 9 Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren und einer Busse von F r. 200.-- verurteilt. Namentlich die zwei- te Verurteilung fällt im Rahmen der Interessenabwägung zweifellos negativ ins Gewicht. Gleich- zeitig ist festzustellen, dass es sich bei den genannten Verurteilungen um Einzelfälle handelt und der Beschwerdeführerin diesbezüglich keine schlechte L egalprognose gestellt werden kann. 6.4.1 Hinsichtlich ihrer Verschuldung und der Sozialhilf eabhängigkeit bringt die Beschwerde- führerin im Wesentlichen vor, dass sie aufgrund unglücklich er Lebensumstände in ihre missli- che finanzielle Lage geraten sei. Zufolge eines Arbei tsunfalls und einer Depression habe sie seit 2009 nie mehr ihre volle Arbeitsfähigkeit erlangen können. Zudem sei ihr eine Vollzeitarbeit alleine schon aufgrund der Betreuung ihrer beiden Kin der während langer Perioden nicht zuzu- trauen gewesen, insbesondere deshalb, weil sie nie Ali mente erhalten habe. Die Schulden sei- en zudem aufgrund unvermeidlicher Ausgaben – etwa V ersicherungen, Steuern oder medizini- sche Dienstleistungen – entstanden und nicht aufgrund des Kaufs von Luxusgütern und ent- sprächen im Durchschnitt einem minimalen Betrag von mona tlich Fr. 500.--. Die Rückzahlung der Schulden sei ihr ein grosses Anliegen. Zum Beweis re ichte die Beschwerdeführerin anläss- lich der heutigen Parteiverhandlung eine Rückzahlungsve reinbarung mit der Migros Bank vom 27. Mai 2019 ein, worin sie sich ab dem 30. Juni 2019 verpflichtet, monatlich einen Betrag in der Höhe von Fr. 50.-- zurückzuzahlen. Zudem gibt sie zu Protokoll, dass sie bei ihrem Zahn- arzt monatlich einen Betrag von Fr. 100.-- zurückzahle u nd anschliessend die Begleichung der nächsten offenen Position in Angriff nehmen wolle. Fe rner seien Ergänzungsleistungen in der Höhe von Fr. 75'400.-- sowie eine Nachzahlung von Inval iditätsrentenleistungen zu erwarten, welche sie ebenfalls zur Schuldensanierung verwenden wol le. Die entsprechenden Verfahren seien hängig. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4.2 Zum Zeitpunkt der Trennung der Beschwerdeführe rin von ihrem Ehemann im Jahr 2004 waren ihre Kinder 11 respektive 17 Jahre alt. Ob schon ihr die Arbeitssuche und die Ver- meidung oder Verminderung von Sozialhilfebezügen dam it gemäss der bundesgerichtlichen Praxis zuzumuten gewesen wäre (vgl. Urteil des Bundes gerichts 2C_1228/2012 vom 20. Juni 2013 E. 5.4 m.w.H.), arbeitete die Beschwerdeführeri n zeitweise gar nicht und bezog bis zur zweiten ausländerrechtlichen Verwarnung vom 22. Juli 20 09 Sozialhilfeleistungen in der Höhe von über Fr. 170'000. Der Einwand der Beschwerdeführer in, sie habe nie Alimente erhalten, vermag nicht zu überzeugen, hätte doch der zugesprochene Betrag in der Höhe von FRF 1'000.-- pro Kind (rund Fr. 245.-- zum historischen We chselkurs vom 1. Januar 1999) zur De- ckung des Existenzminimums der Beschwerdeführerin und ihre r beiden Kinder offensichtlich nicht ausgereicht, weshalb davon auszugehen ist, dass sie auch in diesem Fall durch die Sozi- alhilfe hätte unterstützt werden müssen. 6.4.3 Am 21. Oktober 2009 erlitt die Beschwerdeführer in einen Arbeitsunfall, der eine blei- bende Schädigung des Fussgelenks nach sich zog. Aufgrund d ieses Unfalls wurde ihr schliess- lich mit Vorbescheid der SVA Basel-Landschaft vom 16. Juni 2014 (ersetzt und bestätigt durch Vorbescheid vom 17. Mai 2019) einstweilen rückwirkend für den Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 31. März 2014 eine Invaliden- Viertelsrente zugesprochen, wobei der festgestellte Invaliditätsgrad 40 % beträgt. Der Haus arzt der Beschwerdeführerin, Dr. G.____, Facharzt für Innere Medizin, beurteilt diesen Rentenentscheid der Invalidenversicherung in zwei ärztlichen Attesten vom 15. August bzw. 25. September 2 017 als nicht richtig; das dem Ent- scheid zugrundeliegende interdisziplinäre Gutachten habe die Belastbarkeit des Sprunggelenks bei Pseudoarthrose sowie die psychosozialen Faktoren nich t angemessen gewürdigt. Die Be- schwerdeführerin sei in der Zeit vom 21. Oktober 2009 bis 30. Juni 2017 retrospektiv ganz oder weitgehend arbeitsunfähig gewesen. Im ärztlichen Attest vom 25. September 2017 diagnosti- ziert er neben der Kalkaneusfraktur zusätzlich rezidivier ende Rückenschmerzen, rezidivierende depressive Episoden sowie eine aktuell reaktive Depression. Ungeachtet des Ausgangs der hängigen Verfahren betreffend Ergänzungs- und Invalid enrentenleistungen ist festzustellen, dass die aktenkundigen gesundheitlichen Probleme der Be schwerdeführerin partiell zu erklären vermögen, weshalb diese seit ihrem Arbeitsunfall vom 21 . Oktober 2009 nur spärliche Arbeits- leistungen demonstrieren kann. Weshalb die Beschwerdef ührerin bereits vor diesem Zeitpunkt während langer Zeitperioden nicht gearbeitet hat, lä sst sich aufgrund der Akten indes nicht hin- reichend erklären und blieb auch im Rahmen der heutigen Parteiverhandlung unklar. 6.5 Ebenfalls unklar ist, weshalb die Sozialhilfeleistun gen zur Deckung des Grundbedarfs der Beschwerdeführerin nicht ausreichten und es zu einer e rheblichen Verschuldung kam. Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, es gehe aus d en Schuldnerinformationen hervor, dass die Schulden lediglich für das Notwendigste aufgebaut worden seien, kann dem nicht gefolgt werden. Ohne eine vollständige Einsicht in sämtliche fina nziellen Transaktionen der Beschwer- deführerin und aus den Einträgen im Betreibungsregister allein lassen sich jedenfalls keine ver- lässlichen Rückschlüsse auf ihr Konsumverhalten ziehen. Der Beschwerdeführerin ist allerdings insoweit zuzustimmen, als keine Anzeichen für einen aus schweifenden Lebenswandel beste- hen, was ihr zugutezuhalten ist (vgl. Urteil des Bundesge richts 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 4.5). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.6 Zur Frage ihrer sozialen Integration gab die Bes chwerdeführerin anlässlich der heuti- gen Verhandlung zu Protokoll, dass sie ihre Freizeit mi t ehrenamtlicher Arbeit und Freunden und Familie verbringe. Ihre Freunde kenne sie vor allem aus der Kirchgemeinde, in der sie akti- ves Mitglied sei. In der Schweiz habe sie einen Bruder un d eine Schwester, wobei sie insbe- sondere den Bruder zwei bis drei Mal pro Woche sehe, sei t sie ihn zur Mitarbeit in einer ge- meinnützigen Organisation habe motivieren können. Dort arbeite sie in der Lebensmittelausga- be und helfe beim Sortieren von Lebensmitteln. Zu ih rer Familie in Serbien habe sie keinen Kontakt mehr. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führte zur Frage der Zumutbarkeit der Wegweisung nach Serbien aus, dass sie kaum Serbisch spr eche und auch die kyrillische Schrift weder lesen noch schreiben könne. Da sie nur ihr e ersten drei Lebensjahre in Serbien verbracht habe, seien ihr die serbischen Gepflogenheite n völlig fremd. Zum Beleg reichte die Beschwerdeführerin anlässlich der Parteiverhandlung zahlreiche Empfehlungsschreiben ein. 7.1 Die Beschwerdeführerin reiste 2002 in die Schweiz ei n und hält sich seit nunmehr rund 18 Jahren in der Schweiz auf. Angesichts dieser langen Anwesenheit verfügt sie über ein ge- wichtiges Interesse an einem Verbleib in der Schweiz. Wi e sich anlässlich der heutigen Partei- verhandlung zeigte, spricht die Beschwerdeführerin seh r gut Deutsch. Die Beschwerdeführerin unterhält zahlreiche Freundschaften zu Schweizer Bürge rn und pflegt Kontakt zu ihren zwei hierzulande lebenden Geschwistern. Die beigebrachten Unterlagen zeichnen zudem hinsichtlich ihres ehrenamtlichen Engagements ein positives Bild. D ie soziale Integration der Beschwerde- führerin in der Schweiz ist insofern in Übereistimmung mit ihrer langen Aufenthaltsdauer als gut zu bezeichnen. Hinsichtlich ihrer beruflichen Integration scheint die Beschwerdeführerin seit Beginn und wohl auch unter dem Druck des vorliegenden V erfahrens einen Lebenswandel voll- zogen zu haben und nunmehr ernsthaft mit der Erlangung einer wirtschaftlichen Eigenversor- gungskapazität befasst zu sein; ebenso erscheinen ihre Bemü hungen zur Schuldensanierung ernsthaft und nachhaltig. Die strafrechtlichen Verurtei lungen der Beschwerdeführerin wirken sich zwar negativ aus; allerdings handelte es sich dabei u m Einzelfälle, wobei sie seit bald drei Jahren strafrechtlich nicht mehr negativ in Erscheinung ge treten ist und diesbezüglich nicht von einer ungünstigen Legalprognose auszugehen ist. Was die Zumutbarkeit einer Rückkehr nach Serbien anbelangt, so ist festzustellen, dass die Beschwe rdeführerin ihre Heimat unbestritte- nermassen bereits im jungen Kindsalter verlassen hat. Ge mäss den unbestrittenen Angaben der Vorinstanz ist sie ab 1973 in J.____ (DE), nahe der Schweizer Grenze, aufgewachsen, wo sie auch die obligatorische Schulzeit absolvierte. Nach i hrer ersten Ehe im Jahr 1987 lebte sie sodann in Frankreich. Gemäss den Akten reiste die Beschwerde führerin in der Folge im Jahr 2002 zum dauernden Verbleib in die Schweiz ein. Die B eschwerdeführerin lebte mithin – abge- sehen von ihren ersten Lebensjahren – zu keinem Zeitpunkt in ihrer Heimat Serbien und pflegt gemäss ihren eigenen Angaben zu ihrer Heimat keinerlei Kontakt. Aufgrund ihres Alters, ihrer fehlenden Serbisch- und Kyrillischkenntnisse, der bestenfa lls mittelbaren kulturellen Verbun- denheit zu ihrer Heimat und der wirtschaftlichen Lage i n Serbien dürfte sich eine erfolgreiche berufliche Integration in diesem Land somit als äusser st schwierig erweisen. Die optimistische Einschätzung des Regierungsrats kann diesbezüglich nicht geteilt werden. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Im Rahmen einer Gesamtwürdigung der privaten Int eressen der Beschwerdeführerin am Verbleib in der Schweiz und der öffentlichen Inte ressen an einer Wegweisung ist die Nicht- verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung der Be- schwerdeführerin zum heutigen Zeitpunkt als unverhältnism ässig zu qualifizieren. Die Be- schwerde ist demzufolge gutzuheissen. Sollte die Beschwer deführerin allerdings erneut selbst- verschuldet durch die öffentliche Hand unterstützt werden müssen oder anderweitig negativ in Erscheinung treten, müsste sie trotz ihrer langen Anwesenheit und den geringen Wiedereinglie- derungsaussichten in Serbien mit einem Widerruf bzw. ei ner Nichtverlängerung ihrer Aufent- haltsbewilligung rechnen. 8.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfah rens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungsgerichtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Ver- fahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Bew eiskosten und werden in der Re- gel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Demzu- folge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1' 800.-- vollumfänglich dem Regierungsrat aufzuerlegen. 8.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemessene Part eientschädigung zulasten der Ge- genpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Ausg ang des vorliegenden Verfahrens ist der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung zulasten des Regierungsrates zuzusprechen. In seiner Honorarnote vom 4. November 2019 macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführe- rin für seine Bemühungen vom 26. Januar 2018 bis zum 4. November 2019 einen eigenen Auf- wand von 13 Stunden à Fr. 250.-- sowie einen Aufwand für den Substituten von 41 Stunden à Fr. 80.-- geltend. Der in der Honorarnote geltend gemachte Aufwand sowie die geltend ge- machten Auslagen sind nicht zu beanstanden. Für die heuti ge Verhandlung erscheint ein Sub- stitutenaufwand von 6 Stunden à Fr. 80.-- als angemes sen. Folglich hat der Regierungsrat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 8'097.50 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) zu bezahlen. 8.3 Was die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens anbel angt, so ist die Angelegenheit zu deren Neubeurteilung an den Regierungsrat zu rückzuweisen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Regier ungsratsbeschluss Nr. 2018-57 vom 16. Januar 2018 aufgehoben und das Amt für Migra- tion und Bürgerrecht des Kantons Basel-Landschaft angew iesen, die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin zu verlängern. 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Koste n des vorinstanzli- chen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel- Landschaft zurückgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1’800.-- werden dem Regie- rungsrat des Kantons Basel-Landschaft auferlegt. 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat d er Beschwerde- führerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr . 8'097.50 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) auszurichten. Vizepräsident Gerichtsschreiber i.V.