Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Juni 2013 (725 12 243 / 117) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Einfluss unfallkausaler Hirnläsionen auf vorbestehende kognitive Defizite und Epilepsie; Bemessung Invalidität: keine Parallelisierung der Einkommen bei Beizug von Tabellen- löhnen; keine Integritätsentschädigung für Schädigungen des Gehirns ohne nachweisba- re Funktionsstörung Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Michael Guex, Kan- tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Stefan Hofer, Rechtsan- walt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A.1 Der 1971 geborene A.____ war vom 24. März 2005 b is zum 30. November 2007 bei der B.____ angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schw eizerischen Unfallversicherungsge- sellschaft (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 13. Dezember 2006 verunfallte er als Beifahrer bei einer Frontalkollision zweier Autos und erlitt dabei ein Polytrauma (Becken-, Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Thorax- und Schädeltrauma) und eine Pneumonie basal rechts. Die SUVA erbrachte in der Fol- ge die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten, Taggeld). A.2 Mit Verfügung vom 16. Mai 2007 sprach die SUVA A. ____ eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 10% zu. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 2. August 2007 fest. Gestützt auf den Untersuchungsber icht des Kreisarztes sei der Integ- ritätsschaden für die leichte bis mässige Coxarthrose mit 10% zu beziffern. Hinsichtlich der Aus- führungen des Kreisarztes – wonach die leichte bis mässige Arthrose unter Berücksichtigung des Verlaufs in die Zukunft gerechnet als unterster Wer t mit 10% angelegt werde – sei zu be- merken, dass – sollte sich der Integritätsschaden bezüglich d er linken Hüfte bedeutend stärker als prognostiziert verschlimmern oder sollten andere int egritätsentschädigungsberechtigte Un- fallfolgen auftreten – der Anspruch auf Integritäts entschädigung überprüft werde. Sodann habe der Versicherte bei einem erhobenen Glasgow-Coma-Sca le[GCS]-Wert von 15 eine leichte Commotio cerebri erlitten, welche grundsätzlich reversi bel sei. Entsprechende Schädigungen seien im weiteren Verlauf überhaupt nicht zur Diskussion gestanden und entsprechende Be- schwerden seien vom Versicherten nie geltend gemacht word en. Weitere Abklärungen würden sich deshalb erübrigen. A.3 Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsger icht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 23. April 2008 insofern gut, als dass der Einspra- cheentscheid vom 2. August 2007 aufgehoben und die Ange legenheit zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wurde. Die Festsetzung de s Integritätsschadens auf 10% betreffend die Coxarthrose sei im Ergebnis korrekt, w obei eine allfällige Verschlimmerung zum Zeitpunkt des Urteils nicht hinreichend voraussehbar und deshalb nicht zu berücksichtigen sei. Diesbezüglich ist ein Endentscheid gefällt worden. In B ezug auf die geltend gemachten Hirn- funktionsstörungen und einen damit zusammenhängenden A nspruch auf eine Integritätsent- schädigung wurde festgestellt, dass solche aufgrund der medizinischen Aktenlage nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden k önnten. Die Angelegenheit sei deshalb an die Vorinstanz zurückzuweisen zur Durchführung von neurologischen und neuro- psychologischen sowie allenfalls psychiatrischen Abklärungen. A.4 Nach weiteren medizinischen Abklärungen sprach die SU VA A.____ mit Verfügung vom 25. Januar 2012 mit Wirkung ab 1. Januar 2012 eine In validenrente, basierend auf einem Inva- liditätsgrad von 10%, zu. Die neuen medizinischen Beurteilungen hätten gezeigt, dass aus neu- rologischer Sicht keine Unfallrestfolgen mehr bestünd en bzw. eine unfallkausale Leistungsmin- derung nicht nachgewiesen sei. Eine Integritätsschädig ung sei nicht geschuldet, da keine er- hebliche und dauerhafte Schäden auf den Unfall zurückzu führen seien. Für den Einkommens- vergleich sei das unterdurchschnittliche Einkommen des Ver sicherten, beim Invalideneinkom- men ausserdem ein leidensbedingter Abzug zu berücksichtigen, was zu einem Invaliditätsgrad von 10% führe. Die gegen diese Verfügung erhobene Ein sprache wies die SUVA mit Einspra- cheentscheid vom 23. Juli 2012 ab. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Stefa n Hofer, mit Eingabe vom 17. August 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht und beantragte, es seien die Verfügung vom Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 25. Januar 2012 und der Einspracheentscheid vom 23. Juli 2012 aufzuheben und die Be- schwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführe r ab 1. Januar 2012 eine Rente entsprechend einer unfallbedingten Invalidität von 4 0% und eine Integritätsentschädigung ent- sprechend einer unfallbedingten Integritätseinbusse von 30% unter Anrechnung der bereits ge- leisteten Zahlung im Betrag von Fr. 10'680.– zuzusprech en, unter o/e Kostenfolge. Ferner sei dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren di e unentgeltliche Verbeiständung durch Advokat Hofer zu bewilligen. Aufgrund der vorhandenen medizinischen Akten müsse mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass das erlittene Schädel-Hirn- Trauma mit sichtbaren Läsionen zu einer Verschlechterung der bereits vor dem Unfall unter- durchschnittlichen Hirnleistung geführt habe. Die massiven Einschränkungen der Einsetzbarkeit und Belastbarkeit des Bewegungsapparats bedingten fern er einen höheren leidensbedingten Abzug von mindestens 20%. Es könne ferner nicht stimmen, dass sich dieser Abzug auf eine Basis stütze, die höher als das angenommene Valideneinkomm en sei. Die Annahme eines In- valideneinkommens von Fr. 40'000.– sei unrealistisch und unzutreffend. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens müsse aufgrund der Beeinträchtigun gen des Beschwerdeführers vom noch möglichen Valideneinkommen ein Abzug von 40% gem acht werden, woraus sich eine Invalidität im selben Umfang ergebe. Die Integritätse ntschädigung in der Höhe von 10% für die Folgen des Beckentraumas werde vorläufig akzeptiert. Für die durch das erlittene Schädel-Hirn- Trauma verursachte Hirnfunktionsstörung müsse jedoch eine zusätzliche Integritätseinbusse von 20% angenommen werden, was insgesamt eine Integritä tseinbusse von 30% ergebe. Die bereits ausgezahlte Integritätsentschädigung entsprechend der 10%igen Integritätseinbusse im Zusammenhang mit der Coxarthrose sei an die noch zu gew ährende Integritätsentschädigung anzurechnen. C. Mit Verfügung vom 10. September 2012 wurde dem B eschwerdeführer für das vorlie- gende Verfahren die unentgeltliche Verbeiständung mi t Advokat Hofer als unentgeltlichen Rechtsvertreter bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Oktober 2012 schloss di e Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Die erlittene Schädel-Hirn-Verletzung habe gemäss den ärztlichen Ausführungen weder zu einer Verschlechterung der vorbe stehenden Epilepsie noch zu einer nachhaltigen kognitiven Einbusse bei vorbestehender M inderintelligenz geführt. Es lägen keine Gründe vor, an dieser Einschätzung zu zweifeln. Der Integ ritätsschaden in der Höhe von 10% und wie die Umschreibung der Restarbeitsfähigkeit auf grund der traumalogischen und orthopä- dischen Unfallfolgen seien somit gerechtfertigt. Bei de r Invaliditätsbemessung seien die Ein- kommen aufgrund des deutlich unterdurchschnittlichen Ein kommens vor dem Unfall zu paralle- lisieren. Das mutmassliche Jahreseinkommen zum Zeitpunkt d es Rentenbeginns liege um knapp 29% unter dem Durchschnitt. Es sei deshalb bei bei den Einkommen ein Minderverdienst von 24% zu berücksichtigen. Der beim Invalideneinkommen vo rgenommene leidensbedingte Abzug in der Höhe von 15% stütze sich auf bundesgerichtl iche Rechtsprechung und sei nicht zu beanstanden. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 10. Januar 2013 ste llte das Kantonsgericht fest, dass die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des Validene inkommens auf Lohnangaben der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht C.____ AG abgestellt hat, obwohl dieses Arbeitsverhäl tnis bereits längere Zeit vor dem Unfall aufgelöst worden war. Es sei fraglich, wie das Validene inkommen zu berechnen wäre. Im Rah- men der Gewährung des rechtlichen Gehörs wurde der Fal l ausgestellt und den Parteien Gele- genheit zur Stellungnahme eingeräumt. F. Mit Eingabe vom 14. Februar 2013 nahm der Beschwer deführer zur Frage der Bemes- sung des Invaliditätsgrads Stellung und wiederholte im Wesentlichen seine Ausführungen zum Invalideneinkommen. G. In ihrer Stellungnahme vom 25. Februar 2013 führt die Beschwerdegegnerin aus, dass der Beschwerdeführer bei der C.____ AG letztmals einen regulären Verdienst erzielt habe. Auf spätere Löhne könne nicht abgestellt werden, da diese i m Zwischenverdienst erwirtschaftet worden seien. Die Beschwerdegegnerin habe jedoch let ztlich bei der Berechnung des Valide- neinkommens nicht alleine auf die Angaben der C.____ AG abgestellt, sondern – im Rahmen der Ermittlung des Minderverdienstes – Tabellenlöhne be igezogen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in Liestal, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Au f die – im Übrigen frist- und form- gerecht erhobene – Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 25. Januar 2012 und Einspracheentscheid vom 23. Juli 2012 eine Inva liditätsrente entsprechend einem Invaliditätsgrad von 10% zugesprochen und die bereits ausgezahlte Integritätsentschädigung für eine leichte bis mässige Coxarthrose entsprechend ein em Integritätsschaden von 10% be- stätigt. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerde führer Anspruch auf eine höhere Rente sowie eine höhere Integritätsentschädigung hat. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu g ewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behan dlung der Unfallfolgen (Heilbe- handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfall es voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Tagge ld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes- tens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn v on der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustand es der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederu ngsmassnahmen der Invalidenversiche- rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fal len die Heilbehandlung und die Tag- geldleistungen dahin (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Int egritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenan spruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer gr undsätzlich nur unter der Vor- aussetzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereign is und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, In tegritätsschädigung) ein natürlicher Kau- salzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlich en Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetre tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zei t eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen- hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitli- cher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereigni s zusammen mit anderen Bedin- gungen die körperliche oder geistige Integrität der ve rsicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund- heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im St reitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen- hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruch es nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im W eiteren voraus, dass zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen S chaden ein adäquater Kausalzusam- menhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lau f der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von d er Art des eingetretenen herbeizufüh- ren, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des ad äquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (B GE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlich en Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesund heitlichen Schädigung auch der erfor- derliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammen hang besteht, ist eine Rechtsfrage, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 3.4 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfol gen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kaus alzusammenhang ergebenden Haf- tung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hi er die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen). Als objektivierbar gelten Untersuchungsergebnisse, die repr oduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhäng ig sind. Würde lediglich auf Ergeb- nisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Sub- strat namhaft gemacht, welches eine Adäquanzprüfung al s nicht erforderlich erscheinen liesse. Nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann desh alb von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen werde n, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen bzw. bild-gebenden Abklärungen bestätigt w erden (Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Diese Untersuchungsmetho- den müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). 4.1 Gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden Untersuchungsgrundsatz haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht v on Amtes wegen und ohne Bin- dung an die Parteibegehren für die richtige und voll ständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen (vgl. THOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 443 f. Rz 2 ff.). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweis- führungspflicht begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicher ungsprozess tragen mithin die Partei- en in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im F alle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiese n gebliebenen Sachverhalt Rechte ab- leiten will (L OCHER , a.a.O., S. 451 Rz 41). Nach der Praxis des Eidgenössisch en Versiche- rungsgerichts (EVG, heute: Schweizerisches Bundesgericht , Sozialrechtliche Abteilungen) liegt die Beweislast bei anspruchsbegründenden Tatfragen dem zufolge bei der Partei, welche den Anspruch geltend macht. Bei anspruchsaufhebenden Tatfra gen liegt sie bei der Partei, welche sich auf das Dahinfallen des Anspruches beruft (vgl. Krank en- und Unfallversicherung – Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Diese Beweis- regeln kommen allerdings erst dann zur Anwendung, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Be weiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinl ichkeit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 4.2 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin und der ange zeigten Untersuchungs- und Be- handlungsmethoden – ist die rechtsanwendende Behörde re gelmässig auf Unterlagen ange- wiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdige n. Dies bedeutet, dass das Sozial- versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von we m sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterl agen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf e s bei einander widersprechen- den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf di e eine und nicht auf die andere medi- zinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eine s Arztberichtes ist demnach ent- scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinische n Zusammenhänge und in der Beur- teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.1 Unter den Parteien umstritten ist in grundsätzlicher Weise, ob die Unfallkausalität ge- geben ist, bzw., ob einerseits für das erlittene Schädel -Hirn-Trauma ein organisches Substrat vorliegt und andererseits, ob dieses Trauma zu gesundh eitlichen Beeinträchtigungen geführt hat. 5.2 Für die Beurteilung der vorliegend umstrittenen F ragen sind namentlich folgende medi- zinischen Unterlagen von Bedeutung: 5.2.1 In der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 13. A ugust 2008 hielt Dr. med. D.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traum atologie des Bewegungsapparates, fest, dass sich anlässlich der Untersuchung ein stabiler Zu stand verglichen mit der letzten kreisärztlichen Untersuchung im Mai 2007 zeige. Die Befun de betreffend Coxarthrose entsprä- chen der in Bezug auf den Integritätsschaden bereits get ätigten Schätzung. Von weiteren The- rapien sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Verbesserung des Gesundheitszustands zu erwarten. Zumutbar seien dem Versicherten ganztags lei chte bis knapp mittelschwere Tätig- keiten. Die Tätigkeiten würden vorzugsweise wechselbelastend erfolgen, keineswegs am Stück stehend oder gehend ohne Sitzphase. Von schweren Arbeit en, Arbeiten in Gefahrenbereichen, von Knien und Kauern sowie von Tätigkeiten in Nässe und Zugluft sowie Kälte müsse abgese- hen werden, ebenso von Tätigkeiten unter Ganzkörpervibration und starker Hitze. 5.2.2 Mit neurologischem Gutachten vom 16. Februar 20 09 diagnostizierte Dr. med. E.____, FMH Neurologie, einen Status nach Autounfall (Fronta lkollision) mit Polytrauma, bestehend unter anderem aus einer Contusio cerebri frontal links bei Klagen über vermehrte neuropsycho- logische Defizite, multiplen kleinen Rissquetschwunden un d Abrasionen im Gesicht und einer orthopädischer Problematik; ein vorbestehendes psychoorgan isches Syndrom unklarer Ursa- che; Epilepsie mit tonisch-klonischen Anfällen sowie kerns pintomatographisch unspezifische Marklagerveränderungen frontal beidseitig rechtsbetont unklarer Ursache. Beim durchgeführten MRI habe sich fronto-basal auf der linken Seite im Bere ich des Gyrus rectus eine kleinste korti- kal/subkortikal gelegene Gliose-Zone mit einem Durchmesse r von 5 mm gezeigt. Die Lokalisa- tion sei typisch für eine posttraumatische Veränderung. Im Weiteren seien frontal beidseitig ins- gesamt sieben punktförmige unspezifische Marklagerveränd erungen vor allem auf der rechten Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Seite sichtbar geworden. Diese Befunde seien unspezifisch und nicht typisch für posttraumati- sche Veränderungen. Aufgrund des MRI-Bildes sei eine stat tgehabte Contusio cerebri zu diag- nostizieren, welche nach ihrer Lokalisation und ihres Si gnalverhaltens posttraumatischer Gene- se sei. Die vom Patienten als seit dem Unfall bestehen d beklagten neurologischen Defizite sei- en somit prinzipiell erklärbar. Eine neuropsychologische U ntersuchung sei bisher nicht erfolgt, es seien dabei jedoch Schwierigkeiten zu erwarten, di e posttraumatischen von den bestehen- den Defiziten abzugrenzen. Als Interferenzfaktor käme ei ne relevante psychische Komorbidität hinzu. Die vorbestehende Epilepsie sei nach längerer A nfallsfreiheit ohne Medikation am 6. März 2008 wieder manifest geworden. Gegen eine Akze ntuierung der Epilepsie durch den Unfall (im Sinne einer anhaltenden oder richtunggebe nden Verschlimmerung) sprächen indes der späte Zeitpunkt des Auftretens des ersten Anfalls nach dem Unfall mit einer Latenz von 15 Monaten sowie die nicht zur Lokalisation der Hirnlä sion passenden EEG-Muster wie auch die nicht zwanglos damit zu vereinbarende Anfallssemiologi e, welche sich soweit beurteilbar gegenüber der prätraumatischen nicht verändert habe. Es sei zusammengefasst nicht überwie- gend wahrscheinlich, dass die Anfälle ab dem 6. März 200 8 einen Zusammenhang mit dem Unfall vom 13. Dezember 2006 hätten. Zusammenfassend w urde von Dr. E.____ ausgeführt, dass davon auszugehen sei, dass der Patient anlässlich des Pol ytraumas vom 13. Dezember 2006 eine aufgrund der Unfallcharakteristika als "mild" einzustufende traumatische Hirnschädi- gung erlitten hat, dabei aber, wie aus dem MRI-Befun d ersichtlich, eine strukturelle Schädigung frontal links stattgefunden habe. Es liege somit mit dem Grad der überwiegenden Wahrschein- lichkeit eine dauerhafte unfallbedingte hirnorganische Schädigung vor. Betreffend zumutbare Tätigkeiten sowie der Höhe eines Integritätsschadens ver wies Dr. E.____ auf die vorzuneh- mende neuropsychologische Untersuchung. 5.2.3 In der Folge beauftragte die Beschwerdegegneri n das F.____-Zentrum (F.____) mit einer neurologischen-neuropsychologischen Begutachtung d es Beschwerdeführers. Die Ärzte- schaft des F.____ hielten im Gutachten vom 20. Oktober 20 10 folgende Diagnosen fest: Eine Epilepsie unklarer Ätiologie mit generalisiert tonisch- klonischen Anfällen, fraglichen absencear- tigen komplex-fokalen und fraglichen myoklonischen Anfäll en; eine progrediente Leukenzepha- lopathie unklarer Ätiologie; eine leichte Intelligenzm inderung sowie einen Status nach unver- schuldetem Autounfall mit Schädel-Hirn-Trauma mit klein en postkontusionellen kortikalen De- fekten fronto-basal beidseits und temporo-basal links, Be ckentrauma mit mehrfragmentärer intraartikulärer Acetabulum-Fraktur beidseits, Fraktur des Acetabulumdaches beidseits, Fraktur des dorsalen Acetabulumpfeilers beidseits sowie einer Einb lutung in den Musculus obturatorius beidseits, Thoraxtrauma mit Rippenserienfraktur 1-5 l inks anterior, Schädeltrauma mit ge- schlossener Nasenbeinfraktur sowie multiplen Quetschrisswun den und Abrasionen sowie als Komplikation eine Pneumonie basal rechts und eine po sttraumatische Belastungsstörung, Erst- diagnose im Oktober 2007, aktuell regredient. Aufgrun d des Unfallhergangs sei eine Schädel- Hirn-Verletzung zunächst sehr plausibel. Es sei zwar nicht m it letzter Sicherheit auszuschlies- sen, dass die im MRI befundenen postkontusionellen korti kale Defekte nicht auch, zumindest zum Teil, auf epilepsiebedingte Stürze zurückzuführen sei en, aufgrund der zur Verfügung ste- henden Unterlagen sei jedoch davon auszugehen, dass de r Patient beim Unfall am 13. Dezember 2006 ein Schädel-Hirn-Trauma unter and erem mit Hirnkontusionen fronto-basal beidseits und temporo-basal links erlitten habe. Die B eurteilung von Dr. E.____ sei diesbezüg- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich zu bestätigen. Die befundenen Defekte seien potentiell epileptogen. Sowohl aus den anam- nestischen Angaben des Patienten als auch der Aktenlage könne indessen kein Effekt des Traumas auf Gestalt und Aktivität der Epilepsie abgelei tet werden. Da bezüglich der Epilepsie dissimulatorische Tendenzen offensichtlich würden, könne aus den anamnestischen Angaben des Patienten zur gesteigerten Häufigkeit der Anfälle nicht ohne Weiteres auf die wirkliche An- fallssituation geschlossen werden. Ein Einfluss der beim Unfall erworbenen Hirnverletzung auf die Epilepsie werde als sehr unwahrscheinlich erachtet. In der neuropsychologischen Testun- tersuchung habe sich ein unterdurchschnittliches allgemein es kognitives Leistungsniveau erge- ben mit einem WIE-Gesamt-IQ von 46 im Bereich einer mi ttelgradigen Intelligenzminderung. Unter Berücksichtigung des lebenspraktischen Erfolgs müsse das Niveau in den Bereich einer leichten Intelligenzminderung eingeordnet werden. Es g ebe keinerlei Hinweise darauf, dass es bei den gezeigten nicht um authentische Minderleistun gen handle. Das Leistungsprofil sei rela- tiv homogen und ohne Asymmetrien zwischen Sprach- und Han dlungsanteil (Verbal-IQ: 49, Handlungs-IQ: 55). Eine relative Stärke habe der Pati ent in der visuellen Beobachtungsgenau- igkeit gezeigt. Die übrigen erhobenen Leistungen fiele n konkordant zum allgemeinen Niveau deutlich reduziert bis defizitär aus. Fokale Hirnpathologien bzw. spezifische Funktionsstörungen hätten sich nicht eruieren lassen. Somit ergäben sich auch keine Hinweise dafür, dass das Hirn- trauma vom 13. Dezember 2006 zu einer nennenswerten Ve rschlechterung bzw. Beeinträchti- gung der bereits schon vor dem Unfall eingeschränkten kog nitiven Funktionen geführt habe. Zusammenfassend wurde ausgeführt, dass der Patient zwar ei ne signifikante Schädel-Hirn- Verletzung erlitten habe, diese habe jedoch weder zu e iner Verschlechterung der vorbestehen- den Epilepsie noch zu einer nachhaltigen kognitiven Ein busse bei vorbestehender Minderintelli- genz geführt habe. Bei einem Fortschreiten der im Rah men der neurologischen Begutachtung diagnostizierten, vom Unfall unabhängigen progredienten Leukenzephalopathie unklarer Ätiolo- gie müsse mit einer Verschlechterung der kognitiven Fähig keiten gerechnet werden. Auch sei unklar, inwiefern diese Pathologie für die Genese de r Minderintelligenz einerseits und der Epi- lepsie andererseits von Bedeutung sei. Aus neuropsychologi scher Sicht richte sich die Art der zumutbaren Tätigkeit an den bisherigen Tätigkeiten, die der Patient in den letzten 20 Jahren ausgeübt habe und aus praktischen Arbeitsversuchen. Theor etische Aus- und Weiterbildungen seien jedoch ungeeignet und zu vermeiden. 5.2.4 Der Kreisarzt Dr. med. G.____, FMH Chirurgie, h ielt in Bericht zur kreisärztlichen Un- tersuchung vom 29. Juni 2011 fest, dass sich bezüglich des Beckens und der Hüftgelenke wei- terhin ein stabiler Zustand zeige und keine grundlegen de Veränderung zu den Befunden vom 13. August 2008 vorliege. Eine Verschlechterung sei wahrsc heinlich, aktuell ergebe sich aber keine Veränderung gegenüber der bisherigen Schätzung des Integritätsschadens. Eine erhebli- che Hirnverletzung sei aus traumatologischer Sicht unwah rscheinlich, müsse jedoch im Detail von einem Neurologen beurteilt werden. Aus traumatolo gisch/orthopädischer Sicht seien dem Versicherten aktuell leichte bis knapp mittelschwere, we chselbelastende Tätigkeiten ganztags zumutbar. Nicht zumutbar seien rein stehende oder gehen de Tätigkeiten, repetitives Treppen- steigen oder Tätigkeiten in Zwangshaltung wie kniende oder kauernde Stellungen sowie repeti- tive Leiterarbeiten. Ferner seien Tätigkeiten in Gef ahrenbereichen, wo ein schnelles Wegren- nen notwendig sein könne sowie das Herumlaufen in uneb enem Gelände, Tätigkeiten in Nässe und Zugluft sowie Kälte nicht zumutbar. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.5 Die Versicherungsärztin Dr. med. H.____, FMH Neu rologie und Psychiatrie, stellte in der versicherungsinternen neurologischen Beurteilung vom 22. Juli 2011 fest, dass aus neuro- logischer Sicht keine Unfallrestfolgen mehr bestünden, die sich auf die Arbeitsfähigkeit bzw. Zumutbarkeit auswirkten. Die Einschränkungen seien ausschlie sslich auf die vorbestehende kognitive Leistungsminderung zurückzuführen, eine unfallka usale Leistungsminderung sei nicht nachzuweisen. Eine Integritätsentschädigung sei nicht gesc huldet, da keine unfallkausale er- hebliche und dauerhafte Schäden vorlägen. Die im MRI e rkannten Läsionen seien von der Lo- kalisation und Beschaffenheit her als posttraumatisch anz usehen. Allerdings sei bei mehreren weiteren Traumen nicht klar, ob diese auf den Unfall z urückzuführen seien. Klinisch spiele die Frage jedoch für die Bewertung der Schlussfolgerungen keine Rolle. 5.3.1 Aufgrund der schlüssigen, nachvollziehbaren und beg ründeten Ausführungen sowohl im neurologischen Gutachten Dr. E.____ vom 16. Febru ar 2009 wie auch im neurologischen- neuropsychologischen Gutachten der Ärzteschaft des F.____ vom 20. Oktober 2010 ist davon auszugehen, dass die Hirnläsionen fronto-basal und tempo ral-basal links auf den Unfall vom 13. Dezember 2006 zurückzuführen sind. Sowohl die Lokal isation wie auch wie auch die Be- schaffenheit der mittels MRI bildgebend befundenen Läsi onen sprechen gemäss den überein- stimmenden ärztlichen Angaben für eine posttraumatische Genese. Dr. H.____ wirft in ihrem Bericht vom 22. Juli 2011 die Frage auf, ob nicht auch krankheits-, namentlich epilepsiebeding- te Stürze für die Läsionen verantwortlich sein könnte n. Aufgrund der vorliegenden medizini- schen Akten, insbesondere eines im Anschluss auf einen epilepsiebedingten Sturz auf den Hin- terkopf am 18. Juni 2006 durchgeführten CT, welches keine Hinweise auf eine Hirnblutung oder kraniale Frakturen ergeben hatte, und den nachvollzie hbaren diesbezüglichen Schlussfolgerun- gen der Gutachter des F.____, ist eine krankheitsbedingt e Genese der befundenen Hirnläsio- nen zwar möglich, jedoch nicht mit überwiegender Wahr scheinlichkeit gegeben. Ursache der strukturellen Hirnveränderungen ist vielmehr mit überwie gender Wahrscheinlichkeit der Unfall vom 13. Dezember 2006. 5.3.2 Hingegen ist nicht genügend erstellt, dass die er littene Schädel-Hirn-Verletzung zu einer Verschlechterung der Epilepsie oder der neuropsycho logischen Defizite geführt hat. Zwar erachten die Gutachter des F.____ die erlittenen Hirnverletzungen als potentiell epileptogen, die Gutachter gehen jedoch schlüssig, begründet und übereinst immend davon aus, dass ein Ein- fluss der Hirnläsionen auf die vorbestehende Epilepsie a ls sehr unwahrscheinlich anzusehen sei. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, die diese Einschätzu ng in Zweifel ziehen. Im Übrigen wird auch in der Beschwerde keine solche Verschlechterung geltend gemacht. Betreffend die geklagten posttraumatischen neuropsychologischen Defizite g ibt Dr. E.____ an, dass diese durch die erlittenen Läsionen prinzipiell erklärbar seie n; er lässt jedoch ausdrücklich offen, ob ein solcher Zusammenhang vorliegt und verweist diesbezü glich auf eine noch vorzunehmende neuropsychologische Untersuchung. Die neuropsychologische Testuntersuchung durch die Ärz- teschaft des F.____ ergab sodann ein homogenes, mit dem allgemeinen Niveau konkordantes Ergebnis ohne eruierbare fokale Hirnpathologien bzw. spezifische Funktionsstörungen. Die Gut- achter kamen aus diesem Grund zum Schluss, dass die erlitten en Läsionen nicht zu einer Ver- schlechterung der vorbestehenden kognitiven Einschränkun gen geführt hätten. Daran ändert Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch das Vorbringen des Beschwerdeführers nichts, dass die von ihm geklagten Beschwerden glaubwürdig sind. Die geklagten Beschwerden sind im Rahm en der neuropsychologischen Un- tersuchung nicht spezifisch erkennbar zu Tage getreten. S owohl Dr. E.____ wie auch die Gut- achter des F.____ setzten sich ferner mit den Angaben de s Beschwerdeführers auseinander, gaben jedoch auch übereinstimmend an, dass dieser erst auf (mehrmaliges) Nachfragen Kon- zentrations- und Erinnerungsschwierigkeiten beklagt habe. Obwohl das allgemein tiefe kognitive Leistungsniveau des Beschwerdeführers sowie interferierend e sonstige Krankheiten die ab- schliessende Beurteilung einer allfälligen Verschlechter ung – wie die Gutachter zugestehen – schwierig bzw. unmöglich macht, erscheint eine solche Ve rschlechterung aufgrund der medizi- nischen Sachlage sowie den schlüssigen, nachvollziehbaren un d begründeten Schlussfolge- rungen der begutachtenden Ärzte nicht überwiegend wahrscheinlich. Selbst wenn diesbezüglich von einer Beweislosigkeit auszugehen wäre, würde sich diese zu Lasten des Beschwerdefüh- rers auswirken. Aufgrund der genannten Schwierigkeiten, die sich aufgrund der vorbestehenden Einschränkungen ergeben, ist ausserdem nicht zu erwarten , dass eine weitere neurologische Begutachtung – wie vom Beschwerdeführer beantragt – di e Klärung dieser Frage ermöglichen wird, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Bewe iswürdigung; vgl. Sozialversicherungs- recht – Rechtsprechung [SVR] 2001 IV Nr. 10 E. 4, BGE 124 V 93 E. 4b). 5.3.3 Nach dem Ausgeführten ist festzuhalten, dass der U nfall zwar zu einer objektiv nach- weisbaren strukturellen Veränderung im Sinne von Hirnl äsionen geführt hat, diese jedoch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähig- keit oder der vorbestehenden Epilepsie geführt haben. Damit liegen in neurologischer und neu- ropsychologischer Hinsicht keine unfallkausalen Beschwerden vor. Als für die Beurteilung der Erwerbsfähigkeit massgebliche Unfallfolge bleibt lediglich die Coxarthrose zu berücksichtigen. 6.1 Der Beschwerdeführer bemängelt ferner die Bemessung der Invalidität. Nach Art. 16 ATSG hat die Invaliditätsbemessung bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkom- mensvergleichs zu erfolgen. Dazu wird das Erwerbseinkomm en, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Täti gkeit bei ausgeglichener Arbeits- marktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie hung gesetzt zum Erwerbseinkom- men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewo rden wäre (Valideneinkommen). Aus der Differenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 6.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem im Sozialversi cherungsrecht anzuwendenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als g esunde Person tatsächlich verdienen würde (vgl. BGE 135 V 59 E. 3.1 mit Hinweis). Der Ges etzeswortlaut bringt klar zum Ausdruck, dass es sich beim Valideneinkommen um eine hypothetische G rösse handelt. Es ist nicht nach dem zur Zeit des Unfalls aktuellen Verdienst zu fragen; vielmehr ist entscheidend, was die ver- sicherte Person im massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns ohne versicherte gesundheitli- che Beeinträchtigung bei sonst gleichen Verhältnissen w ahrscheinlich verdienen würde (vgl. BGE 114 V 121 E. 2a mit Hinweisen). Die Verdienstverhä ltnisse im Zeitpunkt des Unfalls spie- len bei der Bemessung des Rentenbetreffnisses eine massge bende Rolle; Bemessungsgrund- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht lage bildet in der Regel das tatsächlich im Jahr vor d em Unfall erzielte Einkommen. Bei der Er- mittlung des Invaliditätsgrades hingegen sind sie ledigl ich ein, wenn auch wichtiger, Anhalts- und Ausgangspunkt. Es besteht eine gewisse Vermutung – das Bundesgericht spricht von einer empirischen Feststellung –, dass die versicherte Person die zur Zeit des Unfalles ausgeübte Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden in Zukunft fortgese tzt hätte. Ausnahmen müssen mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 3 22 f E. 4.1, mit Hinweisen). Ist jedoch anzunehmen, dass die versicherte Person im Gesundheitsfall überwiegend wahrscheinlich nicht mehr an der bisherigen Arbeitsstelle tätig wäre, ist das Valideneinkommen rechtsprechungsge- mäss nicht aufgrund der Lohnangaben des letzten Arbei tgebers, sondern gestützt auf die Ta- bellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Apri l 2010, 9C_130/2010, E. 3.3.1 mit Hinwei- sen). 6.3 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremd en Gründen (z.B. geringe Schulbil- dung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deut schkenntnisse, beschränkte Anstel- lungsmöglichkeiten wegen Saisonnierstatus) ein deutlich u nterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung Rechnu ng zu tragen, sofern keine Anhalts- punkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkom- mensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grund satz gewahrt, dass die auf invaliditäts- fremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu berücksicht igen sind (BGE 134 V 325 f. E. 4.1 mit Hinweis). Diese Parallelisierung der Einkom men kann praxisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine entsprechende He raufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen auf die statistischen Wert e oder aber auf Seiten des Invali- deneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung de s statistischen Wertes erfolgen (BGE 134 V 326 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. auch: 135 V 396 f. E. 5.1). Eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen ist gerechtfertigt, wenn die Abwei chung des tatsächlich erzielten Ver- diensts vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn den Erhe blichkeitsgrenzwert von 5% erreicht. Es ist jedoch bloss in dem Umfang zu parallelisieren, in w elchem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert übersteigt (BGE 135 V 303 f. E. 6.1.3). 6.4 Gestützt auf die Angaben der C.____ AG – einer eh emaligen Arbeitgeberin des Be- schwerdeführers – ermittelte die Beschwerdegegnerin in der Rentenverfügung vom 25. Januar 2012 bzw. im angefochtenen Einspracheentscheid vom 23. Juli 2012 einen hypothetischen Jah- resverdienst von Fr. 44'200.– Die Beschwerdegegnerin stel lte in der Folge fest, dass dieser Validenlohn 28.66% unter dem gesamtschweizerischen Durchs chnittslohn eines Hilfsarbeiters liege, weshalb die Vergleichseinkommen in Anwendung d er bundesgerichtlichen Rechtspre- chung zu parallelisieren seien. Konkret sei das Invalidene inkommen, welches dem Zentralwert der LSE-Tabellen für mit einfachen Aufgaben (Anford erungsniveau 4) beschäftigten Männer im privaten Sektor, hochgerechnet auf eine Wochenarbeitszei t von 41.6 Stunden und unter Be- rücksichtigung der Lohn- und Preisentwicklung entspricht, u m 24% (gerundet 29% Minderver- dienst abzüglich des Erheblichkeitsgrenzwerts von 5%) zu r eduzieren. Daraus ergebe sich ein Jahreslohn von Fr. 47'090.–. Von diesem Einkommen sei auf grund der leidensbedingten Ein- schränkungen ein Abzug von 15% vorzunehmen, woraus ein In valideneinkommen von Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 40'026.– resultiere. Eine Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergebe eine Erwerbseinbusse von 10%. 6.5 Der Beschwerdeführer war vom Mai 2002 bis zum Febru ar 2005 bei der C.____ AG angestellt. Das Arbeitsverhältnis wurde damit über ein Jahr vor dem Unfall vom 13. Dezember 2006 aufgelöst. Damit ist eindeutig, dass die Beendigun g des Arbeitsverhältnisses zwischen dem Beschwerdeführer und der C.____ AG unfallfremde Gründe hatte und die vom Bundesge- richt postulierte Vermutung, dass die zum Zeitpunkt des U nfalls ausgeübte Tätigkeit ohne Ge- sundheitsschaden in Zukunft fortgesetzt würde, nicht zur G eltung kommt. Auf die Lohnangaben dieses ehemaligen Arbeitsgebers kann somit bei der Ermit tlung des Valideneinkommens nicht abgestellt werden. Ab dem 24. Mai 2005 und damit auch im Zeitpunkt des Unfalls war der Be- schwerdeführer bei der B.____ angestellt. Aus den Akten wird jedoch aufgrund widersprüchli- cher Angaben nicht deutlich, in welchem Pensum der Beschwerdeführer vor dem Unfall bei die- ser Firma tätig war. Ferner sind aus den Angaben der B.____ bereits für die Zeit vor dem Unfall starke Lohnschwankungen ersichtlich, die aus den Akten nich t begründbar sind. Die Beschwer- degegnerin hat ausserdem in ihrer Stellungnahme vom 2 5. Februar 2013 hierzu angegeben, dass die Anstellung bei der B.____ lediglich einen Zwisch enverdienst darstellte. Auf die Lohn- angaben der zum Zeitpunkt des Unfalls aktuellen Arbeit geberin kann folglich ebenfalls nicht abgestellt werden. Nach dem Ausgeführten rechtfertigt es sich im vorliegenden Fall, zur Ermitt- lung des Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne der L SE abzustellen (vgl. Erwägung 6.2 hiervor). Konkret ist dem Valideneinkommen mangels Beru fsausbildung des Beschwerdefüh- rers das Total der Tabelle TA1 (privater Sektor), Anfo rderungsniveau 4, Männer, Grossregion Nordwestschweiz, zugrunde zu legen. 6.6 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Vorliegend hat der Beschwerdeführer nach dem Un fall vom 13. Dezember 2006 keine geregelte Erwerbstätigkeit aufgenommen, sondern weite rhin im Zwischenverdienst gearbeitet, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht die Tabellenlöh ne herangezogen hat. Somit ist auch hier das Invalideneinkommen – gleich wie das Valide neinkommen – nach dem Zentralwert (Total der Tabelle TA1 [privater Sektor], Anforderung sniveau 4, Männer, Grossregion Nord- westschweiz) zu bestimmen. Unter diesen Umständen erübrigt sich eine gesonderte Berück- sichtigung des in der Vergangenheit erzielten unterdur chschnittlichen Verdienstes mittels eines Abzuges beim Invalideneinkommen. Wird sowohl für das V aliden- wie auch für das Invaliden- einkommen auf (hypothetische) Tabellenlöhne abgestellt, besteht nämlich keine Gefahr für eine Verzerrung des Invaliditätgrads. Vielmehr wird die Unt erdurchschnittlichkeit des Einkommens weder beim Validen- noch beim Invalideneinkommen berü cksichtigt, wodurch die von der Rechtsprechung geforderte Parallelität gegeben ist. G emäss bundesgerichtlicher Rechtspre- chung ist die gleichmässige Nichtberücksichtigung eines unter durchschnittlichen Einkommens, indem bei beiden Vergleichseinkommen auf die statistische n Werte abgestellt wird, zulässig (vgl. Erwägung 6.3 hiervor und die dort zitierte Rechts prechung). Sowohl für das Validen- wie auch für das Invalideneinkommen ist demnach ohne Weite res der LSE-Zentralwert (Anforde- rungsniveau 4) einzusetzen. Unter Berücksichtigung der vo rhandenen Arbeitsfähigkeit von 100% für angepasste Tätigkeiten resultiert demnach ei n hypothetisches Invalideneinkommen, Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht welches betragsmässig dem Valideneinkommen entspricht. Bei Identität des Validen- und Inva- lideneinkommens bestimmt ein allfälliger Abzug vom Tab ellenlohn den Invaliditätsgrad (vgl. Erwägung 6.7 hiernach). Auf eine exakte Bezifferung der Vergleichseinkommen kann daher verzichtet werden. 6.7.1 Von dem gestützt auf statistische Werte ermittel ten Invalideneinkommen sind praxis- gemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid BGE 126 V 75 ff. hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Di enstjahre, Nationali- tät/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welch e nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom stati stischen Lohn unter Berücksichti- gung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale let ztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Ein Abzug soll abe r nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür besteh en, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer der genannten Merkmale ihre gesu ndheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten kann. Der gesamthaft vorzunehmende Abzu g stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt (BG E 126 V 81 E. 6 mit Hinweis, Ent- scheid des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 6.7.2 Laut den ärztlichen Einschätzungen sind dem Versiche rten noch leichte bis knapp mit- telschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ganztags zumutbar . Nicht zumutbar sind dagegen rein stehende oder gehende Tätigkeiten, repetitives Tre ppensteigen oder Tätigkeiten in Zwangshaltung wie kniende oder kauernde Stellungen sow ie repetitive Leiterarbeiten. Ferner kommen Tätigkeiten in Gefahrenbereichen, wo ein schnel les Wegrennen notwendig sein könn- te, das Herumlaufen in unebenem Gelände sowie Tätigkei ten in Nässe, Zugluft und Kälte nicht in Frage. Die Beschwerdegegnerin hat diese Einschränku ngen mit einem leidensbedingten Ab- zug beim Invalideneinkommen in der Höhe von 15% berücksicht igt, was sich in Anbetracht der persönlichen und beruflichen Situation des Beschwerdefüh rers und anhand eines Querver- gleichs mit ähnlich gelagerten Fällen als angemessen erw eist. Soweit sich der Beschwerdefüh- rer zugunsten eines höheren 20%igen Abzugs auf die von der IV-Stelle Basel-Stadt erarbeitete Tabelle für die behinderungsbedingten Abzüge bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades beruft, kann ihm nicht gefolgt werden, da diese weder für di e Beschwerdegegnerin noch für das Kan- tonsgericht eine verbindliche Regelung darstellt. Für eine insgesamt 40%ige Reduktion des Invalideneinkommens, wie vom Beschwerdeführer beantragt , besteht keine Grundlage. Nach dem Ausgeführten beträgt der Invaliditätsgrad entsprech end dem leidensbedingten Abzug 15% und der Beschwerdeführer hat aufgrund der Identität von Validen- und Invalideneinkommen Anspruch auf eine unfallversicherungsrechtliche Invalidenrente in dieser Höhe. 7.1 Streitig und zu prüfen ist ferner, ob der Beschwerd eführer aufgrund der erlittenen Hirn- schädigung, welche nach dem Ausgeführten (Erwägung 5.3.1 hiervor) mit überwiegender Wahr- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheinlichkeit auf den Unfall vom 13. Dezember 2006 zurückzu führen ist, Anspruch auf eine Integritätsentschädigung hat. Bereits ausgerichtet wurd e dem Beschwerdeführer eine Integri- tätsentschädigung entsprechend einem Integritätsschaden von 10% im Zusammenhang mit der auf den Unfall zurückzuführenden Coxarthrose. Der Voll ständigkeit halber kann vorab festge- stellt werden, dass aus den Akten keine Hinweise für eine zwischenzeitliche Verschlechterung der Coxarthrose hervorgehen und der Beschwerdeführer eine solche auch nicht geltend macht. 7.2 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes- sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde und erhebliche Schä- digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Inte grität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsscha- den als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganze n Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körp erliche, geistige oder psychische Integ- rität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfäll ig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehre- ren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädig ung nach der gesamten Beeinträchti- gung festgesetzt (Art. 36 Abs. 3 Satz 1 UVV). 7.3 Für die Bemessung der Integritätsentschädigung gelt en gemäss Art. 36 Abs. 2 UVV die Richtlinien des Anhangs 3 der UVV. Darin hat der Bund esrat in einer als gesetzmässig erkann- ten, nicht abschliessenden Skala (vgl. BGE 124 V 32 E . 1b, 113 V 219 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewi chtet. Die Entschädigung für spe- zielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird n ach dem Grad der Schwere vom Skalen- wert abgeleitet. Das gilt auch für das Zusammenfallen mehrerer körperlicher, geistiger und psy- chischer Integritätsschäden (Ziffer 1 Abs. 2). In Weitere ntwicklung der bundesrätlichen Skala hat die SUVA zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellar ischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der SUVA Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabel- len (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie ledig- lich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet wer- den soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hin- weis). 7.4 Gemäss Tabelle 8 betreffend die Integritätsentschäd igung gemäss UVG der SUVA (Integritätsschaden bei Hirnfunktionsstörungen nach Hirnve rletzung) berücksichtigt die Erfas- sung psychischer Störungen durch eine neuropsychologische Unt ersuchung unter anderem auch den kognitiven Bereich in Form von Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen so- wie das Lernen und das Gedächtnis. Die neuropsychologisch e Beurteilung hat dabei die Daten einer eingehenden Eigen- und Fremdanamnese, aber au ch die Resultate der neuropsychologi- schen Testabklärung, der Exploration, der Verhaltensbeoba chtung sowie die medizinischen Befunde zu berücksichtigen. Bei der Beurteilung des Schw eregrads sind nur Störungen zu be- rücksichtigen, deren Ausgangspunkt eine medizinisch ganzheit lich dokumentierte hirnorgani- sche Schädigung ist, die dauerhafte Störungen zur Folge hat. Für Störungen, die nicht zuver- lässig mit einer hirnorganischen Schädigung zusammenhän gen, findet Tabelle 8 keine Anwen- dung. Der Zusammenhang mit einem Unfallereignis darf daher nicht auf Grund von neuropsy- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht chologischen Befunden allein bejaht werden, sondern mu ss unter Berücksichtigung der gesam- ten medizinischen Evidenz (Anamnese, initial erhobene g esundheitliche Störungen und Unter- suchungsbefunde, Verlauf, etc.) nachgewiesen sein. 7.5 Die strukturellen Hirnveränderungen des Beschwerdefüh rers sind wohl dauerhaft im Sinne von Art. 36 Abs. 1 UVV. Indessen führen sie zu kei ner rechtserheblichen Integritätsein- busse. Wie bereits in Erwägung 5.3.2 hiervor ausgeführt, sind die neuropsychologischen Defizi- te des Beschwerdeführers nicht mit überwiegender Wahrsc heinlichkeit auf die befundenen Lä- sionen und damit auf den Unfall vom 13. Dezember 2006 zurückzuführen, sondern als vorbe- stehend zu erachten. Eine Verschlechterung der kognitiven Defizite wird von der Ärzteschaft des F.____ zwar als wahrscheinlich angesehen, jedoch ledi glich aufgrund der unfallfremden progredienten Leukenzephalopathie. Unter Berücksichtig ung der gesamten medizinischen Ak- tenlage ist der zuverlässige Zusammenhang der kognitiven und psychischen Störungen mit der unfallkausalen hirnorganischen Schädigung zu verneinen. Ei ne reine "Substanzschädigung" des Gehirns ohne Funktionsstörungen und ohne voraussehba re Langzeitfolgen begründet in- dessen keinen Integritätsschaden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. April 2006, U 463/05, E. 2.2). Es besteht vorliegend demnach kein Anspruch auf eine entsprechende Integritätsent- schädigung. 8. Zusammenfassend ist festzustellen, dass beim Beschwerdefü hrer nachweisbare und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vo m 13. Dezember 2006 zurückzuführen- de Hirnläsionen vorliegen. Es ist jedoch davon auszugehe n, dass diese keinen Einfluss auf die bereits vor dem Unfall vorliegenden kognitiven Defekte oder die vorbestehende Epilepsie ha- ben. Eine neurologische bzw. neuropsychologische unfallkausale Einschränkung in der Arbeits- fähigkeit und ein entsprechender Integritätsschaden sind folglich zu verneinen. Die Erwerbsfä- higkeit des Beschwerdeführers ist demnach aufgrund der noc h bestehenden Unfallfolgen, na- mentlich die Coxarthrose, zu beurteilen. Da der Beschwe rdeführer weder zum Zeitpunkt des Unfalls noch danach einer dauerhaften, regelmässigen Er werbstätigkeit nachging, ist sowohl beim Validen- wie auch beim Invalideneinkommen auf de n LSE-Tabellenlohn abzustellen. Un- fallbedingt liegt keine eigentliche Einschränkung der A rbeitsfähigkeit vor, aufgrund der vermin- derten Verwertbarkeit einer leidensangepassten Arbeits fähigkeit rechtfertigt sich jedoch beim Invalideneinkommen ein Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von 15%, wie ihn die Beschwer- degegnerin vorgenommen hat. Der Beschwerdeführer hat demnach Anspruch auf eine Invali- denrente in der Höhe von 15%. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 9.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdever fahren vor dem kantonalen Ge- richt für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 9.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschw erdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Vorliegend obsiegt der Besch werdeführer insofern, als ihm eine höhere Rente entsprechend einem Invaliditätsgrad von 15% zugesprochen wird. Mit seinem Antrag, es sei ihm ausserdem eine Integritätsentschädig ung entsprechend einem Integritäts- schaden von 30% (unter Anrechnung der bereits ausgezah lten Integritätsentschädigung) zuzu- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprechen, unterliegt der Beschwerdeführer jedoch. Er o bsiegt im vorliegenden Prozess dem- nach lediglich teilweise, weshalb ihm nur eine reduzie rte Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen ist. Der Rechtsvertreter d es Versicherten macht in seinen Honorarnoten vom 12. November 2012 und 13. März 2013 eine Entschädigung von insgesamt Fr. 5'459.40 geltend. Dieser Betrag setzt sich aus ein em Honorar von Fr. 4'975.– (Aufwand von 19.9 Stunden à Fr. 250.–), aus Auslagen von Fr. 80.– s owie aus der Mehrwertsteuer von Fr. 404.40 zusammen. Die Forderung erweist sich umfan gmässig in Anbetracht der sich stel- lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen grundsätzlich als angemessen. Da der Versicherte in je einem von zwei Beschwerdepunkten unterliegt und in einem obsiegt, erscheint es angemessen, ihm eine Parteientschädigung im halben Umfang des von seinem Rechtsvertreter geltend ge- machten Honorars zuzusprechen. Der Beschwerdeführer hat demnach Anspruch auf eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'729.7 0 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteu- er; entsprechend der Hälfte von Fr. 5'459.40) zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 9.3 Dem Beschwerdeführer ist mit Verfügung vom 10. Se ptember 2012 die unentgeltliche Verbeiständung gewährt worden. Für seine restlichen, durch die reduzierte Parteientschädigung nicht abgedeckten Bemühungen ist der Vertreter des Besch werdeführers folglich aus der Ge- richtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tariford nung für die Anwältinnen und An- wälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung 180 Franken pro Stunde. Dem Vertreter des Beschwerdeführers ist demnach ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'977.50 (9.95 Stunden à Fr. 180.– + A uslagen von Fr. 40.– zuzüglich 8% Mehr- wertsteuer) auszurichten. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein- spracheentscheid der SUVA vom 23. Juli 2012 aufgehoben u nd es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer ab 1. Janua r 2012 An- spruch auf eine Invalidenrente entsprechend einem Invali ditätsgrad von 15% hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer ei ne reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'729.70 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 1'977.50 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichts- kasse ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 24. Oktober 2013 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahrens-Nr. 8C_762/2013 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht