A bteilung IV D -3747/2006 teb/w er {T 0/2} U rteil vom 16. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Bendicht Tellenbach, H ans Schürch, Thom as W espi G erichtsschreiber W eber A._______ geboren B._______, C hina, vertreten durch C .________Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende, Bertastrasse 8, Postfach, 8036 Zürich, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 29. Juni 2004 i.S. A syl und W egw eisung / (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer verliess seinen H eim atstaat nach eigenen Angaben am 18. beziehungsw eise 19. O ktober 2003 und gelangte am 15. D ezem ber 2003 von ihm unbekannten Ländern her kom m end in die Schw eiz, w o er gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 16. D ezem ber 2003 fand im Em pfangszentrum Kreuzlingen die sum m arische Befragung statt. Am 22. D ezem ber 2003 führte die Vorinstanz glei- chenorts eine Anhörung durch. B. Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer - ein H an-C hinese aus der Provinz D _______m it letztem W ohnsitz in der Provinz E.______ - im W esentli- chen geltend, sein Vater sei Leiter einer staatlichen Behörde gew esen und am 28. Februar 2001 unter ungeklärten U m ständen in einem H otel um s Leben gekom - m en. Es bestünden Zw eifel an einer natürlichen Todesursache. D ie M utter des Be- schw erdeführers habe bei den Behörden eine U ntersuchung des Todesfalls bean- tragt. Am 14. M ärz 2001 sei der Beschw erdeführer zuhause polizeilich festgenom - m en w orden. M an habe ihn der M itgliedschaft bei der F.______beschuldigt. Er gehöre dieser Bew egung seit dem 7. Februar 2001 an. D ie Inhaftierung sei aber m utm asslich erfolgt, um auf seine M utter D ruck auszuüben, dam it sie keine N achforschungen hinsichtlich des Todes ihres G atten in die W ege leite. W ährend der H aft sei er fünfm al verhört w orden. Auch ein Anw alt sei eingeschaltet w orden. Am 19. Juni 2001 sei er gerichtlich zu einer dreijährigen H aftstrafe w egen angeblicher Propagandaaktivitäten zu G unsten von G .______ verurteilt w orden. Er sei gleichentags ins G efängnis von H ._______ verlegt und geschlagen w orden. D ort hätten ihn auch M itgefangene geschlagen. D ie H aftbedingungen seien prekär gew esen. Am 12. August 2001 sei ihm die Flucht durch ein von ihm gegrabenes Loch unter der M auer des G efängnisses beziehungsw eise U m erziehungslagers gelungen. Seine M utter habe durch einen hohen Funktionär erfahren, dass das Le- ben ihres Sohnes in G efahr sei, und die Behörden hätten ihn gesucht. In Anbe- tracht dieser Lage habe sich der Beschw erdeführer nach zw ei Jahren versteckten Aufenthalts in der Provinz I._____ zur Ausreise entschlossen. C hina habe er auf dem Seew eg von H ongkong aus verlassen. Als Belege für seine Vorbringen gab der Beschw erdeführer einen K._______- Ausw eis, eine M itteilung der Polizei von L.______an den Angehörigen der ver- hafteten Person vom M .______, eine Anklageschrift der Volks-U ntersuchungs- behörden von N ._______, ein U rteil des Volkgerichts von O .______vom 19. Juni 2001 und einen H aftbefehl der Polizei von P._______ vom 14. August 2001 zu den Akten. C . M it Schreiben vom 6. Februar 2004 zeigte die R echtsvertretung des Beschw erde- führers dem BFF ihre M andatsübernahm e an und ersuchte um Akteneinsicht bei Entscheidreife. D . Am 17. Juni 2004 führte das Bundesam t eine ergänzende Anhörung durch. N ach- dem der Beschw erdeführer seine Fluchtgründe erneut vorgetragen hatte, hielt die H ilfsw erkvertretung im Beiblatt fest, die Erm ittlung des rechtserheblichen Sachver- halts sei nicht in einem unbelasteten Klim a erfolgt. D ie Aussagen des Beschw er- deführers seien offenbar nicht w örtlich übersetzt w orden, und bei der R ücküberset-3 zung hätten sow ohl die Befragungsperson w ie auch die D olm etscherin bei Korrek- turen ungeduldig reagiert. E. Am 21. Juni 2004 gew ährte die Vorinstanz der Vertretung des Beschw erdeführers die beantragte Akteneinsicht. F. M it Verfügung vom 29. Juni 2004 - eröffnet am 30. Juni 2004 - stellte das Bundes- am t fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung des Beschw erdefüh- rers aus der Schw eiz. D ie Vorinstanz begründete ihren Entscheid im W esentlichen dam it, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers als w idersprüchlich, unsubs- tanziiert und realitätsfrem d bezeichnet w erden m üssten. So habe er unterschiedli- che Angaben zu seinen (....) Aktivitäten gem acht. Auch die letzte Begegnung m it seiner M utter habe er nicht übereinstim m end geschildert. W eitere D iskrepanzen bestünden in den Aussagen hinsichtlich des Aufenthaltes nach der angeblichen Flucht aus dem G efängnis. D ie Vorbringen bezüglich der angeblichen Verhöre, der H intergründe des Todes seines Vaters sow ie der Ausreiseum stände seien zu w enig konkret, detailliert und differenziert dargelegt w orden. Ferner seien die Angaben des Beschw erdeführers, w eshalb sein Vater (...)betrieben habe, logisch nicht nachvollziehbar. Auch könne der Beschw erdeführer nicht erklären, w eshalb er w egen seines Vaters hätte verhaftet w erden sollen, und w ieso er m it seiner M utter im G efängnis quasi in einer G eheim sprache kom m uniziert habe. D as w eitere Vorbringen, die M utter habe ihm zw ei Jahre nach seiner Flucht eine von ihr besprochene Kassette geschickt und m ysteriöse Todesdrohungen erw ähnt, überzeuge nicht. Schliesslich rechtfertigten die eingereichten Bew eism ittel keine andere Einschätzung. Am tliche D okum ente könnten in C hina m it Leichtigkeit käuf- lich erw orben w erden, w eshalb ihnen kaum Bew eisw ert zukom m e. Beim Fahn- dungsbefehl handle es sich zudem um ein internes D okum ent, w elches nicht an den G esuchten abgegeben w erde. Schliesslich sei der Beschw erdeführer nicht in der Lage gew esen, den Inhalt der D okum ente anzugeben. Als Fälschungen seien besagte Belege dem zufolge einzuziehen. D en Vollzug der W egw eisung erachtete das Bundesam t für zulässig, zum utbar und m öglich. G . M it Eingabe vom 28. Juli 2004 beantragte der Beschw erdeführer bei der Schw ei- zerischen Asylrekurskom m ission (AR K) durch seine Vertretung die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Asylgew ährung und die Feststellung seiner Flücht- lingseigenschaft. Eventualiter sei die U nzulässigkeit des W egw eisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. Es sei auf die Erhebung ei- nes Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche R echtspflege (Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfah- ren [Vw VG , SR 172.021]) zu gew ähren. Zur Begründung w urde vorgebracht, dass der Beschw erdeführer die geltend gem achte Verfolgung durch die chinesischen Behörden w egen angeblicher (...) Aktivitäten glaubhaft dargelegt habe. Bei korrekter Interpretation der Befragungsprotokolle bestünden entgegen den vor- instanzlichen Erw ägungen keine U ngereim theiten in seinen Aussagen. Auch der Vorhalt der m angelhaften Substanziierung sei unbegründet. D ie pauschale W ürdi- gung der eingereichten D okum ente durch das BFM sei unbefriedigend. Es könne nicht davon ausgegangen w erden, dass D okum ente aus Ländern, w o Fälschungen problem los erhältlich seien, m it hoher W ahrscheinlichkeit tatsächlich Fälschungs- m erkm ale aufw iesen, ansonsten es dem Beschw erdeführer quasi verunm öglicht 4 w ürde, anhand von D okum enten seine Vorbringen zu belegen. Schliesslich verstosse ein allfälliger Vollzug der W egw eisung gegen die relevanten gesetz- lichen Bestim m ungen. H . M it Zw ischenverfügung vom 4. August 2004 verzichtete die AR K auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Bezüglich des G esuchs um Erlass allfälliger Verfahren- skosten w urde auf den U rteilszeitpunkt verw iesen. I. M it Vernehm lassung vom 18. August 2004 hielt das Bundesam t an seiner Verfü- gung vollum fänglich fest und beantragte m it sum m arischen Erw ägungen die Ab- w eisung der Beschw erde. D ie Stellungnahm e der Vorinstanz w urde dem Be- schw erdeführer am 19. August 2004 zur Kenntnis gebracht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorins- tanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Ver- fügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in-5 dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 Vorbringen sind dann glaubhaft, w enn sie genügend substanziiert, in sich schlüs- sig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in w esentlichen Punkten nicht w idersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgem einen Erfahrung w idersprechen. D arüber hinaus m uss die asylsuchende Person persönlich glaubw ürdig erschei- nen, w as insbesondere dann nicht der Fall ist, w enn sie ihre Vorbringen auf ge- fälschte oder verfälschte Bew eism ittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG ), aber auch dann, w enn sie w ichtige Tatsachen unterdrückt oder bew usst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen ausw echselt oder unbegründet nachschiebt, m angelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige M itw irkung verw eigert. G laubhaftm achung bedeutet ferner - im G egensatz zum strikten Bew eis - ein redu- ziertes Bew eism ass und lässt durchaus R aum für gew isse Einw ände und Zw eifel an den Vorbringen des Beschw erdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaub- haft gem acht, w enn der R ichter von ihrer W ahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überw iegend für w ahr hält, obw ohl nicht alle Zw eifel beseitigt sind. Für die G laubhaftm achung reicht es dem gegenüber nicht aus, w enn der Inhalt der Vorbrin- gen zw ar m öglich ist, aber in W ürdigung der gesam ten Aspekte w esentliche und überw iegende U m stände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre- chen. Entscheidend ist im Sinne einer G esam tw ürdigung, ob die G ründe, die für die R ichtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überw iegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtw eise abzustellen (vgl. Entscheidungen und M ittei- lungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1994 N r. 5 E. 3c S. 43 f.; 1996 N r. 28 E. 3a S. 270; 2005 N r. 21 E. 6.1. S. 190 f.). An den genannten Kriterien ist nach w ie vor festzuhalten, zum al die R echtslage diesbezüglich keine Änderung erfahren hat. 4.2 D ie Vorinstanz hat die Fluchtgründe des Beschw erdeführers für generell unglaub- haft erachtet. D iese Sichtw eise verm ag nicht zu überzeugen. Sow eit ihm w ider- sprüchliche Aussagen bezüglich (...)-Aktivitäten angelastet w erden, trifft entgegen den vorinstanzlichen Erw ägungen nicht zu, dass er bei der Sum m arbefragung geltend m achte, (...)Aktivist zu sein. Vielm ehr legte er schon dam als dar, zw ar M itglied dieser Bew egung zu sein, aber keine entsprechenden Aktivitäten ausgeübt zu haben. D ie (...)Aktivitäten seien ihm im R ahm en des Strafverfahrens durch die Behörden fälschlicherw eise unterschoben w orden (A 1/9, S. 4 f.). Im R ahm en der Anhörungen w ar er sodann durchaus in der Lage, ein differenziertes Bild seines offenbar eher distanzierten Verhältnisses zu dieser Bew egung zu verm itteln (A 10/13, S. 4 unten f.; A 20/14, Antw orten 2 f.). Im Ü brigen gab der Beschw erdeführer zu Protokoll, sein Vater habe Beiträge über die Verbreitung der (...) Bew egung im Fernsehen gesehen und anschliessend entsprechende Bücher gekauft. D ass besagte Beiträge im chinesischen Fernsehen nicht w ohlw ollend hinsichtlich dieser Bew egung ausgefallen sein dürften, ist im Sinne der vorinstanzlichen Einschätzung zw ar zutreffend. Es scheint aber keinesw egs 6 ausgeschlossen, dass der Vater des Beschw erdeführers desw egen aus Interesse (illegale) entsprechende Literatur zu beschaffen suchte und auch seinen Sohn dazu brachte, der Bew egung beizutreten. Jedenfalls ist entgegen der vorins- tanzlichen Einschätzung nicht nachvollziehbar, inw iefern diese angeblich unlogi- schen Schilderungen die G laubhaftigkeit der zentralen Fluchtgründe des Be- schw erdeführers zu beeinträchtigen verm öchten. D ies um so w eniger, als der Be- schw erdeführer ja angab, die staatliche Verfolgung sei im Zusam m enhang m it der m utm asslichen Erm ordung seines Vaters - eines hohen Beam ten - erfolgt, um sei- ne M utter von N achforschungen abzuhalten, und die (...)Aktivitäten seien nur ein Vorw and respektive eine allenfalls zusätzliche U rsache für die Verfolgung gew esen (A 1/9, S. 4; A 10/13, S. 5 und 9; A 20/14, Antw orten 2 und 11). D am it ist auch gesagt, dass der Beschw erdeführer entgegen der vorinstanzlichen Erw ägung in der Lage w ar anzugeben, w eshalb er gem äss seiner Einschätzung seines Va- ters w egen inhaftiert w urde. D ie entsprechenden Aussagen respektive seine Schil- derungen der Inhaftierung und der H aftum stände w irken im Ü brigen zum indest teil- w eise relativ substanziiert und sind m it gew issen R ealkennzeichen versehen (A 10/13, S. 4 f.; A 20/14, Antw ort 2). Im W eiteren legte der Beschw erdeführer in sei- ner R echtsschrift grundsätzlich zu R echt dar, es habe von ihm anlässlich der An- hörungen nicht erw artet w erden können anzugeben, w ann genau er w ährend der U ntersuchungshaft verhört w orden sei, auch w enn eine etw as detailliertere Schil- derung dieser Verhöre deren G laubhaftigkeit unterstrichen hätte (A 20/14, Antw or- ten 5 ff.). D em gegenüber ist dem Beschw erdeführer entgegen der vorinstanzlichen Sichtw eise nicht anzulasten, dass er zu den H intergründen des Todes seines Va- ters keine detaillierten Aussagen m achten konnte, zum al er ja geltend m achte, sei- ne M utter sei von entsprechenden Abklärungen abgehalten w orden (vgl. u. a. A 20/14, Antw ort 11). D ie Vorinstanz w eist sodann zu R echt darauf hin, dass die Aussagen des Beschw erdeführers zu seinem Aufenthalt in (...) hinsichtlich D auer w idersprüchlich ausgefallen sind (A 1/9, S. 1; A 10/13, S. 6), w obei er anlässlich der ergänzenden Anhörung beziehungsw eise auf Beschw erdeebene m angels stichhaltiger Argum entation nicht in der Lage w ar, diese U ngereim theit zu erklären. Auch den Zeitpunkt der letzten Begegnung m it seiner M utter schilderte er nicht übereinstim m end (A 20/14, Antw orten 2 und 26 f.), w obei er diese U nstim m igkeit w iederum nicht zu beseitigen verm ochte. Ferner fällt auf, dass nam entlich seine Schilderungen bezüglich der Flucht und der Zeit danach w eniger substanziiert ausgefallen sind, und die Behauptung, w ährend zw ei Jahren das H aus in der Provinz (...) nie verlassen zu haben, m uss als realitätsfrem d bezeichnet w erden (A 10/13, S. 8). Abgesehen davon gab er vorerst an, es habe sich dabei um ein grosse H aus gehandelt (A 10/13, S. 8), derw eil es gem äss Protokoll der ergänzenden Anhörung ein kleines G ebäude gew esen sein soll (A 20/14, Anw ort 2). Zu Berücksichtigen ist aber in diesem Zusam m enhang, dass die ergänzende Bundesanhörung m öglicherw eise durch gew isse Ü bersetzungsproblem e beeinträchtigt gew esen sein könnte (A 20/14, Antw ort 51 und S. 14). Als Zw ischenergebnis ist dem nach festzuhalten, dass die Vorinstanz im R ahm en ihrer obenstehend analysierten Argum entation in unzulässiger W eise von der ge- nerellen U nglaubhaftigkeit der Fluchtgründe des Beschw erdeführers ausgeht. Auch w enn gew isse U ngereim theiten und W idersprüche in seinen Aussagen be- stehen bleiben, verm ögen diese die U nglaubhaftigkeit der geltend gem achten 7 staatlichen Verfolgung nicht hinreichend zu begründen. Andererseits ist aber auch fraglich, ob die Anforderungen an die G laubhaftm achung gestützt auf die be- stehenden Akten erfüllt sind. An dieser Sachlage verm ögen die eingereichten D okum ente nichts zu ändern. D ie U m stände, w ie der Beschw erdeführer in deren Besitz gelangt sein soll, m uten konstruiert an (A 10/13, S. 8). Ferner trifft zu, dass der Beschw erdeführer deren Inhalt nicht sehr detailliert w iederzugeben w usste. Andererseits w ar er in der Lage, zusam m enfassende Angaben zu m achen, w elche die Feststellung der Vorinstanz, er habe keine diesbezüglichen Aussagen m achen können, in dieser Form w iederum als unzutreffend erscheinen lassen, zum al die zw eite Anhörung ja nicht unm ittelbar nach der Einreichung der Bew eism ittel erfolg- te und w egen des Zeitablaufs gew isse Erinnerungsschw ierigkeiten plausibel w ir- ken (A 20/14, Antw orten 37 ff.). Im W eiteren gab der Beschw erdeführer an, einer seiner O nkel sei Vizevorsteher des U ntersuchungsrichteram tes; die Beschaffung des gem äss Vorinstanz an sich nicht erhältlichen Bew eism ittels - des einge- reichten Fahndungsbefehls - w äre so zum indest ansatzw eise erklärbar (A 20/14, Antw ort 19). Schliesslich m ag zutreffen, dass am tliche D okum ente in C hina oft- m als gekauft w erden können; nach einer Sichtung der eingereichten Bew eism ittel kann eine solche Beschaffung auch vorliegend nicht ausgeschlossen w erden. D iese indes doch sehr pauschale Feststellung der Vorinstanz als zentrales Argum ent und die Schlussfolgerung, es handle sich um Fälschungen, ist aber im Lichte der bestehenden Aktenlage insofern unangebracht, als aufgrund der Fallum stände w eitere Abklärungen - in Frage kom m en beispielsw eise eine einge- hende D okum entenanalyse (eine Ü bersetzung w urde vom Bundesam t bereits ver- anlasst) oder eine andere geeignete Ü berprüfung im Zusam m enhang m it den Vor- bringen sow ie eine erneute Befragung - erforderlich sind beziehungsw eise gew esen w ären. 5. Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz im angefochtenen Ent- scheid in unzulässiger W eise von der U nglaubhaftigkeit der zentralen Fluchtgrün- de des Beschw erdeführers ausgeht. Aufgrund der bestehenden Aktenlage kann die G laubhaftigkeit der geltend gem achten Verfolgung durch die chinesischen Be- hörden im Sinne der vorstehenden Erw ägungen aber noch nicht schlüssig beurteilt w erden. W eitere Abklärungen sind erforderlich. D ies ist Sache der Vorinstanz, w el- che den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig zu erm itteln und korrekt zu w ür- digen hat. Bei dieser Sachlage kann davon abgesehen w erden, auf die Beschw er- devorbringen detaillierter einzugehen. 6. 6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 Vw VG ). 6.2 O bsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erw achsenen notw endigen Kosten (Art. 7 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem - ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsge- richt [VG KE, SR 173.320.2]). Seitens der R echtsvertretung w urde keine Kostenno- te eingereicht. Auf die N achforderung einer solchen kann indes verzichtet w erden, da im vorliegenden Verfahren der Aufw and für den Beschw erdeführer zuverlässig abgeschätzt w erden kann und die von der Vorinstanz zu entrichtende Parteient- schädigung von Am tes w egen und in Berücksichtigung der m assgeblichen Bem es-8 sungsfaktoren auf Fr. 600.-- (inkl. allfällige Spesen und M ehrw ertsteuer) festzuset- zen ist. (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. 2. D er angefochtene Entscheid w ird aufgehoben und die Sache zur vollständigen Ab- klärung des Sachverhalts und zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zurückgew ie- sen. 3. Es w erden keine Kosten erhoben. 4. D as BFM hat dem Beschw erdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht eine Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 600.-- zu entrichten. 5. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer durch Verm ittlung seiner Vertretung, 2 Expl. (einge- schrieben) - das Bundesam t, Abteilung Asylverfahren, m it den vorinstanzlichen Akten und dem Beschw erdedossier (Kopie; R ef.-N r. (...) - (...) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Patrick W eber Versand am :