Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. August 2017 (720 17 78 / 198) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung Berufswechsel bzw. Betriebsaufgabe ist zumutbar Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch David Husmann, Rechts- anwalt, Alderstrasse 40, 8008 Zürich gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1965 geborene A.____ ist Inhaber und Geschäf tsführer der B.____. Am 28. Sep- tember 2007 verletzte er sich bei einem Leitersturz am rechten Knie. Zudem erlitt er am 5. April 2008 einen Auffahrunfall. Am 5. Mai 2008 meldete si ch A.____ zum Leistungsbezug bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung an. Die IV-St elle klärte in der Folge die gesundheitli- chen und beruflichen Verhältnisse ab und sprach A._ ___ mit Verfügung vom 3. Februar 2017 eine befristete ganze IV-Rente vom 1. September 2008 bis 30. November 2010 zu. Seite 2 B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Davi d Husmann, mit Eingabe vom 8. März 2017 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozi alversicherungsrecht. Er bean- tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung un d die Ausrichtung einer unbefristeten ganzen IV-Rente. Eventualiter sei ein unabhängiges medizinisches Gutachten einzuholen. C. Mit Vernehmlassung vom 20. März 2017 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 8. März 2017 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführ er Anspruch auf eine unbefristete IV- Rente hat. 2.1 Als Invalidität gilt die voraussichtlich bleibende od er längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesge setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Die se entspricht dem durch Beein- trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit ve rursachten und nach zumutbarer Be- handlung und Eingliederung verbleibenden ganzen ode r teilweisen Verlust der Erwerbsmög- lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG vom 19. Juni 1959 hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%, auf ein e Dreiviertelsrente, wenn sie mindes- tens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. Invalidität im S inne dieser Bestimmung ist die durch einen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit sschaden als Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG). Seite 3 3.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des IV-Grades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 3.2 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbe itsunfähigkeit die durch eine Beein- trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit b edingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem and eren Beruf oder Aufgabenbereich be- rücksichtigt (Satz 2). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei Seite 4 der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.4 Art. 43 Abs. 1 ATSG statuiert die Sachverhaltsabklär ung von Amtes wegen, wobei es im Ermessen des Versicherungsträgers liegt, darüber zu befinden, mit welchen Mitteln diese zu erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt i hm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von me dizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtsla ge. Gestützt auf den Untersu- chungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zu- mindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann. 5.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des G esundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit auf das Gutachten der Ärztlichen Begutac htungsinstitut GmbH (ABI) vom 22. Au- gust 2011, das Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 5. August 2015 sowie die diversen Stellungnahmen d es regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychothera pie, und Dr. med. E.____, FMH Orthopädie. Sie ging davon aus, dass der Versicherte nach Ablauf des Wartejahres vom 1. September 2008 bis 31. August 2010 vollständig arbei tsunfähig gewesen sei. Danach sei er in einer Verweistätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Der B eschwerdeführer ist dagegen der Auffas- sung, dass auf das ABI-Gutachten nicht abgestellt werd en könne, da eine erhebliche Ver- schlechterung und teilweise neue, von der ABI nicht erf asste Befunde vorlägen. Auf das Gut- achten von Dr. C.____ könne ebenso wenig abgestellt w erden. Es genüge den Beweisanforde- rungen nicht, weil es ohne Kenntnis des ABI-Gutachtens er stellt worden sei. Ferner überzeuge es auch inhaltlich nicht. Bei dieser Ausgangslage hätte ein aktuelles polydisziplinäres Gutach- ten eingeholt werden müssen. Indem die Vorinstanz dies u nterlassen habe, habe sie den Un- tersuchungsgrundsatz verletzt. 5.2 Anlässlich der Begutachtung in der ABI wurde der Versicherte in internistischer, ortho- pädischer, psychiatrischer und neurologischer Hinsicht abge klärt. Gesamtmedizinisch wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigke it gestellt: chronische intermittierende Knieschmerzen rechts bei beginnender lateral betonter Arthrose und chronischer sagittaler In- stabilität bei vorderer Kreuzbandinsuffizienz bei Status nach Arthroskopien im Januar 1997, im Februar 1997, im September 2001 sowie im Januar 2008; ferner eine beginnende Rhizarthrose rechts. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine rezidivierende depressive Stö- rung, gegenwärtig leichte Episode, eine Schmerzverarb eitungsstörung, ein chronisches cer- vikocephales Schmerzsyndrom nach HWS-Distorsion bei Verkehrsunf all im April 2008, funktio- nelle Schwindelbeschwerden mit Brechreiz, ein beginnende s metabolisches Syndrom mit Adi- positas, Diabetes mellitus und Dyslipidämie sowie ein Sta tus nach Arthroskopie mit Tenodese der langen Bizepssehne und lateraler Klavikularesektion de r linken Schulter im Mai 2009 und ein Status nach Marknagel-Osteosynthese einer Unterschenkelfraktur rechts im Jahr 1998. Aus Seite 5 internistischer, psychiatrischer und neurologischer Sicht be stehe keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Aus orthopädischer Sicht liege mögl icherweise eine Einschränkung vor in der angestammten Tätigkeit als Geschäftsführer und Servicetec hniker in der eigenen Firma. Ohne nähere Kenntnis des Belastungsprofils seien aber keine genaueren Angaben möglich. Für kör- perlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, bei denen eine Hebe- und Tragelimite von 20 kg nur ausnahmsweise überschritten werde und keine repeti tiven Zwangshaltungen des rechten Knies nötig seien, bestehe eine zeitlich und leistungsmä ssig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Da nach der Heckauffahrkollision vom 5. Mai 2008 eine volle Arbeitsunfähigkeit plausibel sei bis zur kreisärztlichen Beurteilung vom 31. August 2010, gelt e die Zumutbarkeitsbeurteilung ab 1. September 2010 (vgl. Gutachten vom 22. August 2011). 5.3 Rund zweieinhalb Jahre später untersuchte Dr. med. F.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, den Versicherten wegen fortschreitender Fingerschmerzen und musku- loskelettärer Beschwerden am ganzen Bewegungsapparat, im Besonderen an den Knien und am Achsenskelett. Mit Bericht vom 22. Februar 2014 dia gnostizierte er in rheumatologischer Hinsicht eine deformierende Fingerpolyarthrose, eine chronische Epicondylopathia humeri radi- alis (Tennisellbogen) rechts bei einer Sehnenpartialruptur rechts sowie einen Verdacht auf eine Kniearthrose rechts, einen Status nach Schulterbeschwerden links sowie achsenskelettäre Be- schwerden cervical und lumbal. Insgesamt bestehe eine musku loskelettär deutlich verminderte Belastbarkeit mit glaubhafter Aussage, keine manuell b elastende handwerkliche Tätigkeit mehr wie früher ausüben zu können. Für angepasste Tätigkeite n liege aufgrund des Motilitätsbildes und der aktuellen Untersuchung keine signifikante Einsch ränkung der Arbeitsfähigkeit vor, selbst unter Berücksichtigung der früher im Vordergrund stehenden achsenskelettären Be- schwerden und Kniebeschwerden. Im Alltag sei der Versich erte durch die degenerativen Ver- änderungen nicht beeinträchtigt. 5.4 Weiter beurteilte Dr. med. G.____, FMH Allgemei ne Chirurgie, spez. Handchirurgie, die Fingerbeschwerden. Sie diagnostizierte mit Bericht vom 2 6. Januar 2015 eine Rhizarthrose Grad II nach Eaton und Littler rechts, eine Rhizarthrose Grad I nach Eaton und Littler links, eine STT -Arthrose ( Scapho-Trapezo-Trapezoidal-Arthrose [Handwurzelarthrose]), eine Heberden- arthrose im Bereich aller Langfinger, eine schwere He rberdenartrhose Dig. III mit radialer De- viation sowie eine beginnende Bouchardarthrose Dig. II rechts, Dig. II, III und IV links. Seit eini- gen Monaten seien die Schmerzen im Bereich der beiden Sattelgelenke zunehmend, weshalb der Versicherte eine handchirurgische Beurteilung wün sche. Die Funktion beider Hände sei vollumfänglich erhalten mit voller Fingerstreckung, abe r schmerzhaftem Faustschluss. Die Tro- phik und die Sensibilität seien in allen Fingern und b eiden Daumenstrahlen intakt. Bezüglich seines Berufes als Servicetechniker mit Reparaturen von Kälteanlagen, wo die meiste Arbeit mit den Händen ausgeführt werde, sei die Prognose für die weitere Ausübung nicht gut. Realistisch gesehen, werde der Versicherte innerhalb der nächsten M onate/Jahre seinen Beruf nicht mehr ausüben können. Auch nach einem chirurgischen Eingriff werde er seine bisherige Arbeit kaum mehr machen können. Sie habe dem Versicherten deshalb eine Umschulung vorgeschlagen. Seite 6 5.5 Mit weiterem Bericht vom 20. Juni 2015 äusserte sich Dr. G.____ zur Arbeitsfähigkeit ab 23. Januar 2015. Sowohl in der angestammten als auch i n einer leidensangepassten Tätigkeit liege die Arbeitsfähigkeit bei 50%. 5.6 Die IV-Stelle zog im Rahmen der Abklärung des med izinischen Sachverhalts die Akten des Krankentaggeldversicherers des Beschwerdeführers bei. D iese hatte im Zusammenhang mit der Beurteilung ihrer Leistungspflicht ein versiche rungsmedizinisches Gutachten des Versi- cherten bei Dr. C.____ in Auftrag gegeben. In ihrem Gutachten vom 5. August 2015 diagnosti- zierte sie mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Minderbelastbarkeit beider Hände bei Fingerpolyarthrose, bei Heberdenarthrose im Bereich a ller Langfinger rechts mehr als links, bei initialer Bouchardarthrose rechts mehr als links, bei in itialer STT-Arthrose rechts sowie bei Rhi- zarthrose Grad II nach Eaton und Littler rechts und Rhi zarthrose Grad I nach Eaton und Littler links. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein e Epicondylopathia radialis humeri rechts mehr als links, die Epicondylopathia ulnaris humer i rechts mehr als links, die rezidivie- renden Omarthralgien rechts mehr als links, die Gonarth rose rechts, die rezidivierenden belas- tungsabhängigen Schmerzen im Bereich des linken Aussenknöch els, die chronisch rezidiver- ende Cervicocephalgie, das rezidivierende Lumbovertebral syndrom sowie das metabolische Syndrom. Die Arbeitsfähigkeit sei einzig durch die einge schränkte Belastbarkeit der Hände und Finger aufgrund der Fingerpolyarthrose beeinträchtig t. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Geschäftsführer der B.____ mit fingergelenksbelastenden Bewegungsmustern lasse sich aus versicherungsmedizinischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 5 0% bezogen auf ein 100%- Pensum formulieren. In einer dem Leiden optimal ange passten leichten bis sehr leichten Tätig- keit sei eine Arbeitsfähigkeit von 100% gegeben, sofern häufige feinmotorische Bewegungen und schweres Hantieren mit Werkzeugen und Gegenständen so wie repetitive Bewegungsab- läufe der Hände und Arbeiten in kalter Umgebung wie Kühl- und Gerfrierbereiche vermieden würden. Mit therapeutischen, namentlich chirurgischen Ma ssnahmen könnten zwar Verbesse- rungen erzielt werden, vor dem Hintergrund der offen sichtlichen Verdeutlichungs- und Selbstli- mitationstendenzen während der aktuellen Begutachtung se ien solche Bemühungen aber kri- tisch zu hinterfragen. 5.7 Schliesslich beauftragte die IV-Stelle am 7. Septe mber 2015 Dr. med. H.____, FMH Rheumatologie, mit der Begutachtung des Versicherten. Die Untersuchung erfolgte am 23. No- vember 2015, das Gutachten datiert vom 12. Januar 201 6. Dr. H.____ diagnostizierte mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem eine progrediente deformierende Fingerpolyarth- rose vom Heberden- und Bouchard-Typ sowie eine Rhizart hrose beidseits schweren Grades rechts und mittelschweren Grades links, eine STT-Arthrose rechts, eine chronische Epicondylo- pathia humero-radialis rechts, eine chronische Gonalgie rechts mit lateral betonter Gonarthrose und chronischer sagittaler Instabilität bei vorderer Kre uzbandinsuffizienz. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien ein chronisches cervicovertebrales un d cervicephales Schmerzsyndrom, ein chronisches thoracolumbovertebrales Schmerzsyndrom, ein Status nach Arthroskopie des Seite 7 Schultergelenks links, ein Status nach Marknagelosteosynthese bei Unterschenkelfraktur rechts, ein metabolisches Syndrom sowie ein chronischer Schw indel. Im Vergleich zur Begut- achtung durch die ABI im Jahr 2011 müsse aus Sicht des B ewegungsapparates von einer Ver- schlechterung des Gesundheitszustandes ausgegangen werden, vo r allem aufgrund der in den letzten drei Jahren progredienten Finger- und Daumensattelgelenksarthrose. Dazu komme eine persistierende chronische Epicondylopathia humero-radiali s rechts, wahrscheinlich aufgrund einer chronischen Fehl- oder Überbelastung der nicht m ehr adäquat funktionierenden rechten Hand. Weiter bestehe die im ABI-Gutachten beschriebene rechtsseitige Kniepathologie mit late- ral betonter Gonarthrose. In Bezug auf den Rücken seie n fortgeschrittene degenerative Verän- derungen mit Osteochondrosen und entsprechenden Spondyl arthrosen zu nennen. Hinweise auf eine Aggravation oder eine Schmerzausweitungstenden z gebe es keine. Im Rahmen der fortschreitenden fingerarthrotischen Veränderungen sei e s dem Exploranden nicht mehr mög- lich, seine selbständige Tätigkeit als Servicemonteur auf rechtzuerhalten. Zuletzt habe er seine Tätigkeit nur noch in beratender Funktion ausüben könne n. In der angestammten Tätigkeit be- stehe aktuell eine Restarbeitsfähigkeit von 30%. Zu denken sei dabei an die Kundenpflege, wo- für der Versicherte nach eigenen Angaben zwischen acht un d zehn Stunden pro Woche inves- tiere. Die attestierte Arbeitsfähigkeit von 30% berücksichtige – im Vergleich zur Beurteilung von Dr. G.____ - auch die langjährigen rechtsseitigen Knieb eschwerden. In Bezug auf eine leidens- adaptierte leichte Verweistätigkeit liege die Arbeitsfähigkeit des Versicherten aufgrund des poly- topen Beschwerdebildes und der damit verbundenen Notwe ndigkeit bei der Arbeit Pausen ein- legen zu müssen bei 80%. Im Vergleich zur ABI-Begutachtu ng im Jahre 2011 habe die Arbeits- fähigkeit somit sowohl in der angestammter wie auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit ab- genommen. 6. Die medizinischen Beurteilungen stimmen insofern übe rein, als seit der Begutachtung durch die ABI im Jahr 2011 eine Verschlechterung des ges undheitlichen Zustandes vor allem aufgrund der Fingerpolyarthrose eingetreten ist. Währ end in Bezug auf die Diagnosen weitge- hende Einigkeit vorliegt, bestehen hinsichtlich der Zum utbarkeitsbeurteilung gewisse Differen- zen. Da der invalidisierende Gesundheitsschaden einem pro gredienten Prozess unterliegt, hat grundsätzlich die jüngste gutachterliche Beurteilung am meisten Gewicht. Diese erfolgte durch Dr. H.____. Sie genügt sowohl formal wie inhaltlich den bundesgerichtlichen Anforderungen an ein beweistaugliches Gutachten. Sie berücksichtigt namen tlich die ganze Krankengeschichte, so auch das ABI-Gutachten und die Beurteilung von Dr. H .____. Dies im Gegensatz zu Dr. C.____. Schon aus diesem Grund ist ihr Gutachten mangelhaft. Insbesondere kann der Auf- fassung des RAD, auf den Einbezug des ABI-Gutachtens habe verzichtet werden können, weil Dr. C.____ in der Zumutbarkeitsbeurteilung zum selben Schluss gelangte wie die ABI- Gutachter, nicht gefolgt werden. Eine unveränderte Zu mutbarkeitsbeurteilung trotz massgebe- ner Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist nicht pl ausibel. Eine weitere Diskrepanz zwischen den Beurteilungen von Dr. C.____ und Dr. H.___ _ besteht darin, dass Dr. C.____ dem Beschwerdeführer eine deutliche Selbstlimitation unterstellt, während Dr. H.____ keine Hinweise auf eine Aggravation oder Schmerzsausweitungstendenz feststellte, sondern vielmehr Seite 8 eine adäquate Beschwerdeschilderung beschrieb und die B eschwerden als objektivierbar ein- schätzte. Auch den anderen ärztlichen Berichten sind keine Hinweise auf Aggravation zu ent- nehmen. Selbst der RAD erachtete das Gutachten von Dr. H.____ sowohl formal wie inhaltlich als umfassend und korrekt. Einzig in Bezug auf die Einsch ätzung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit wollte der RAD nicht Dr. H.____ fol gen, der eine Leistungseinschränkung von 20% annahm, sondern der Gutachterin Dr. C.____, welc he von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausging. Die Begründung de s RAD, dass auch Dr. F.____ von ei- ner 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen sei, vermag nicht zu überzeugen, da die Beurteilung von Dr. F.____ vom Febr uar 2014 datiert und somit rund zwei Jahre älter ist. Als Grund für die 20%ige Einschränkung in einer angepassten Tätigkeit nannte Dr. H.____ die polytopen Beschwerdelokalisationen, was durchaus einleuchtet, da nicht nur die Fingerpolyarthrose, sondern auch die Gonarthrose und die chronische Epicondylopathie Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Insgesamt gibt es k einen Grund, nicht auf die aktuellste und schlüssige Beurteilung von Dr. H.____ abzustellen. 7.1 Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass die IV -Stelle ihrer Abklärungspflicht nicht hinreichend nachgekommen sei. Die rheumatologische Abklä rung allein genüge nicht, um die Leistungsfähigkeit einzuschätzen. Vielmehr hätte die IV-Stelle eine erneute polydisziplinäre Ab- klärung veranlassen müssen, um den Gesundheitszustand umfassend beurteilen zu können. 7.2 Dazu ist festzuhalten, dass die letzte polydisziplinäre Abklärung durch die ABI im Jahr 2011 ergab, dass lediglich in orthopädischer bzw. rheuma tologischer Hinsicht Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beständen. In neuro logischer und psychiatrischer Hinsicht wur- den explizit keine relevanten Diagnosen gestellt. Es g ibt keine Hinweise, dass sich diesbezüg- lich etwas geändert hat. Im Gegenteil wurde festgeste llt, dass sich die Schwindelproblematik stark verbessert habe und nur noch sporadisch auftrete. Auch in psychiatrischer Hinsicht gibt es keine Anhaltspunkte für eine erneute depressive Entwicklun g. Weder ist der Beschwerdeführer in psychiatrischer Behandlung noch steht er unter psychophar makologischer Medikation. Folg- lich besteht auch kein Anlass für weitere Abklärungen in anderen medizinischen Disziplinen. Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 Abs. 1 ATSG (vgl. E. 4.4) liegt somit nicht vor. Im Ergebnis ist demnach von einer 80% igen Arbeitsfähigkeit in einer angepass- ten Tätigkeit auszugehen. 8.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Be stimmung des IV-Grades das Erwerbs- einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat i n der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffe rnmässig möglichst genau ermit- Seite 9 telt und einander gegenübergestellt werden. Aus der E inkommensdifferenz lässt sich der Invali- ditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommen svergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nic ht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umständ e zu schätzen und die so gewon- nenen Annäherungswerte sind miteinander zu vergleichen. 8.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entsche idend, was die versicherte Per- son im massgebenden Zeitpunkt aufgrund ihrer berufliche n Fähigkeiten und persönlichen Um- stände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein lichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkre t wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tät igkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung de s Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt e, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 322 E. 4.2, 129 V 222 E. 4.3.1). 8.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – beson- ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzune hmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziall ohn, gilt grundsätzlich der tatsäch- lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom- men gegeben, weil die versicherte Person nach Eintritt d es Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstäti gkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik perio- disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1). 8.4 Namentlich bei Selbständigerwerbenden kann sich eine zuverlässige Ermittlung der beiden hypothetischen Vergleichseinkommen als schwierig o der unmöglich erweisen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuve rlässig ermitteln oder schätzen, so ist ausnahmsweise in Anlehnung an Art. 27 der Verord nung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 ein Betätigungsvergleich dur chzuführen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminder ten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (sog. ausser ordentliches Bemessungsverfah- ren; BGE 104 V 136 E. 2c, SVR 2010 IV Nr. 11 S. 35, 9C_236/2009 E. 3 und 4). Zunächst ist anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Be hinderung festzustellen; sodann ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonde rs zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen eines Er werbstätigen kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben. Eine Seite 10 gesetzliche Regelung, welche Bemessungsmethode bei Selb ständigerwerbenden anzuwenden ist, gibt es nicht. Welche Methode Anwendung findet, hängt in erster Linie davon ab, ob sich die hypothetischen Erwerbseinkommen zuverlässig schätzen lassen (a llgemeine Methode) oder nicht (ausserordentliche Methode). Anzufügen ist in diese m Zusammenhang, dass den Verwal- tungsbehörden bezüglich der Auswahl der Methode ein g ewisser Ermessensspielraum zusteht, in den das Gericht nicht ohne Not eingreift. 8.5 Bevor die versicherte Person Leistungen beanspruchen d arf, hat sie in Berücksichti- gung der Schadenminderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem Beruf swechsel, in der Lage ist, ein renten- ausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die Ausle gung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit im Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen, sind die gesamten subj ektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persö nlichen Verhältnisse, wie Alter, berufli- che Stellung, Verwurzelung am Wohnort etc. Bei den ob jektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwarten de Aktivitätsdauer massgeblich. Eine Betriebsaufgabe ist nur unter strengen Voraussetzungen u nzumutbar, und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung aufrecht erhalten werden, wenn die ver- sicherte Person darin Arbeit von einer gewissen erwerbli chen Bedeutung leistet (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai 2016, 9C_644/2015, E. 4.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Dies führt dazu, dass eine versicherte Person unter Umständen so z u behandeln ist, wie wenn sie ihre Tätigkeit als Selbständigerwerbende aufgäbe, d.h. sie hat sich im Rahmen der Invaliditätsbe- messung jene Einkünfte anrechnen zu lassen, welche sie bei Aufnahme einer leidensangepass- ten unselbständigen Erwerbstätigkeit zumutbarerweise ver dienen könnte (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 17. November 2015, 8C_492/2015, E. 2.2 mit Hinweisen). 9.1 Die IV-Stelle erachtete einen Berufswechsel resp. d ie Betriebsaufgabe des Versicher- ten im Rahmen der Schadenminderung als zumutbar. Der B eschwerdeführer ist dagegen der Auffassung, dass die Aufgabe seiner angestammten selbständ igen Tätigkeit nicht von ihm ver- langt werden dürfe, dies schon gar nicht rückwirkend per 2012. 9.2 Der Versicherte hat sich im Rahmen seiner Zumutbarkei tsbeurteilung grundsätzlich diejenige Tätigkeit anrechnen zu lassen, die zum höchsten Einkommen führt. Aufgrund der fort- schreitenden fingerarthrotischen Veränderungen ist es dem Beschwerdeführer nicht mehr mög- lich, seine selbständige Tätigkeit als Servicemonteur mit Reparatur- und Unterhaltsarbeiten von Haushaltsgeräten sowie Kühlanlagen aufrechtzuerhalten. Zuletzt hat er seine Tätigkeit nur noch in beratender Funktion ausüben können. In der angestamm ten Tätigkeit besteht gemäss Dr. H.____ aktuell eine Restarbeitsfähigkeit von 30%. Mit Rücksicht auf die notwendigen Pau- sen und die Erholungsphasen beträgt für eine leidensa daptierte Tätigkeit das Arbeitspensum Seite 11 80%. Die erhöhte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer Verweistätigkeit, sein Alter (50 Jahre im Zeitpunkt des Gutachtens von Dr. H.____) u nd mithin die noch zu erwartende ver- bleibende Aktivitätsdauer sprechen eindeutig für einen Berufswechsel des Versicherten. Im Be- trieb arbeitet seine Ehefrau mit und die Firma wird von Angestellten unterstützt. Somit ist nicht ausgeschlossen, dass der Betrieb auch bei einem Stellen wechsel des Beschwerdeführers Be- stand haben wird und er sich weiterhin gelegentlich im Rahmen der Kundenpflege einbringen kann. In Würdigung der Gesamtsituation ist dem Versicher ten ein Berufswechsel zuzumuten. Die Invalidität ist somit nach der Methode des allgemeinen Einkommensvergleichs zu ermitteln. 9.3 Der Einwand, aufgrund der Fingerpolyarthrose sei die Restarbeitsfähigkeit auch in ei- ner angepassten Tätigkeit nicht mehr verwertbar, vermag nicht zu überzeugen. Abgesehen da- von, dass der Einwand nicht näher begründet ist, ist au ch den medizinischen Beurteilungen zu entnehmen, dass dem Versicherten sämtliche nicht manuellen Tätigkeiten in einem Umfang von 80% nach wie vor möglich sind, so dass ihm noch eine bre ite Palette von Stellen offen steht und daher nicht von einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit gesprochen werden kann. 9.4 Beim Zeitpunkt der Verwertbarkeit der (Rest-) Arb eitsfähigkeit ist auf die ärztlichen Be- richte abzustellen. Die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit steht fest, so- bald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zu verlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (vgl. BGE 138 V 457). Erst mit der Beurteilu ng von Dr. H.____ im November 2015 stand in Bezug auf die geltend gemachte Verschlechterung die zumutbare Restarbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit zuverlässig fest. Ob ein Berufswechsel rückwirkend oder erst ab Zeitpunkt des Gutach tens von Dr. H.____ berücksich- tigt wird, spielt jedoch vorliegend keine Rolle. Im Vorbescheid wurde noch ein Betätigungsver- gleich vorgenommen und ein IV-Grad von 13% berechnet. Gemäss ABI-Gutachten vom 22. August 2011 sprachen die Gutachter nur von einer möglichen Einschränkung in der ange- stammten Tätigkeit. Ein Berufswechsel war damals noch kein Thema. Eine Einstellung der Tä- tigkeit des Versicherten in seinem Betrieb zeichnete sich e rst nach dem Bericht von Dr. F.____ im Jahr 2014 ab und stand definitiv mit der Beurteilun g von Dr. H.____ fest. Ob der Einkom- mensvergleich mit einem 80%-Pensum in einer Verweistä tigkeit rückwirkend auf den Renten- zeitpunkt vorgenommen werden sollte, ist somit fraglich, ändert jedoch am Ausgang des Ver- fahrens nichts. Die Berechnung mit Berufswechsel fällt a ber – entgegen der Auffassung des Versicherten – rückwirkend betrachtet zwar nicht rentenauslö send, aber doch günstiger für ihn aus. 10.1 Beim Einkommensvergleich stellte die Vorinstanz sow ohl für das Validen- wie auch für das Invalideneinkommen auf die Zahlen der LSE ab. Sie ermittelte ein Valideneinkommen für das Jahr 2008 in Höhe von Fr. 67'451.-- gestützt auf die LSE 2008, Tabelle TA1, Sektor Handel und Reparatur, Anforderungsniveau 3, Spalte Männer ( Fr. 5'366.--) basierend auf 40 Wochen- stunden und nach Umrechnung auf die betriebsübliche wö chentliche Arbeitszeit von 41,9 Stun- den x 12 Monate. Für das Jahr 2010 errechnete sie nach Anpassung an die Nominallohnent- Seite 12 wicklung 2009 und 2010 ein Einkommen von Fr. 69'137.- -. Der Beschwerdeführer wendet da- gegen ein, dass für das Valideneinkommen nicht auf die LSE abzustellen sei, sondern auf die Einkommenszahlen aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug). Es trifft zu, dass der IK-Auszug für die Jahre 2003-2006 jeweils ein Jahreseinkommen von F r. 85'000.-- und für das Jahr 2007 sogar ein Einkommen von Fr. 91'000.-- ausweist. Diese Za hlen weichen aber stark von den Einkommens- bzw. Gewinnzahlen der Geschäftsabschlüsse ab, welche wesentlich tiefer sind. Bei dieser Diskrepanz lässt sich anhand der vorliegenden A kten das tatsächliche Einkommen des Beschwerdeführers nicht mit überwiegender Wahrschein lichkeit ermitteln, so dass nicht zu beanstanden ist, dass die IV-Stelle die Tabellenlöhne herangezogen hat. 10.2 Für das Invalideneinkommen stellte die IV-Stelle auf die LSE 2010, Tabelle TA1, Priva- ter Sektor, Anforderungsniveau 4, Spalte Männer (Fr. 4'901.--) basierend auf 40 Wochenstun- den. Nach Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden x 12 Monate resultierte ein Jahreseinkommen von Fr. 61'164. --. Sie gewährte einen leidensbeding- ten Abzug von 10%. Daran ist grundsätzlich nichts auszuset zen. Da dem Beschwerdeführer jedoch kein volles Pensum in einer Verweistätigkeit zumutbar ist, sondern nur ein 80%-Pensum, ist das Invalideneinkommen entsprechend zu kürzen. Folgli ch resultiert ein Jahreslohn von Fr. 44'038.--. Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt demnach ein IV-Grad von gerundet 36%. Ein höherer leidensbedingt er Abzug wie vom Beschwerdeführer verlangt, rechtfertigt sich nicht. Weder werden dafür Gründe angeführt noch sind solche ersicht- lich. Insbesondere ist ein erhöhter Pausenbedarf berei ts mit 20% bei der attestierten Arbeitsfä- higkeit berücksichtigt worden. Da der ermittelte IV-Gra d unter der rentenrelevanten Grenze von 40% liegt, ist die Beschwerde abzuweisen. 11. Nach Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewil- ligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kant onalen Versicherungsgericht kosten- pflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrensko sten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegen- de Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerle gen sind. Gemäss Ausgang des Verfah- rens werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Seite 13 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Besc hwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen . Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 3.11.2017 Beschwerde beim Bun- desgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_771/2017 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht