B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2243/2014 U r t e i l v o m 2 1 . M a i 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Daniel Willisegger, mit Zustimmung von Richter Robert Galliker, Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli. Parteien A._______, B._______, C._______, D._______, Aegypten, vertreten durch lic. iur. Isabelle Müller Reber, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 27. März 2014 / N (…). E-2243/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden verliessen Ägypten am 17. Februar 2012 auf den Luftweg und reisten gleichentags im Besitze von Visa in die Schweiz ein. Am 20. Februar 2012 suchten sie um Asyl nach. Das BFM befragte sie am 6. beziehungsweise 8. März 2012 im Empfangs- und Verfahrens- zentrum Kreuzlingen zur Person. Am 21. Mai 2012 fand die Anhörung statt. Im Wesentlichen machten die Beschwerdeführenden geltend, sie seien "orthodox" und seien seit 2008 religiös aktiv. Deshalb seien sie von islamistischen Gruppierungen bedroht worden. Im November und D e- zember 2011 habe die Beschwerdeführerin SMS mit Drohbotschaften e r- halten. Nach jedem SMS hätten sie vergeblich versucht, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Am 11. Dezember 2011 hätten Unbekannte ve r- sucht, ihren Sohn zu entführen. Mitte Dezember 2011 sei ihr Auto von Unbekannten demoliert und dabei auf die Frontscheibe Morddrohungen geschrieben worden. In beiden Fällen hätten sie bei der Polizei Anzeige eingereicht. Anfang Januar 2012 sei der Beschwerdeführe rin die Handta- sche, in welcher sich ihr Mobiltelefon mit den Drohbotschaften befunden habe, aus dem Auto gestohlen worden. B. Mit Verfügung vom 27. März 2014 stellte das BFM fest, die Beschwerd e- führenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte die Asylgesu- che ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. C. Mit Eingabe vom 26. April 2014 reichten die Beschwerdeführenden beim Bundesverwaltungsgericht, unter Beilage der auf Seite 19 aufgeführten Beweismittel (1 bis 10), Besc hwerde ein und beantragten, die Verfügung sei aufzuheben. Es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihnen Asyl zu erteilen. Eventualiter sei festzustellen, dass der Sachverhalt betreffend der Beurteilung der Frage der Durchführbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs ungehörig festgestellt wurde und die Sache in diesem Punkt zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Subeventualiter sei die U n- durchführbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und als Fo l- ge davon die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In proze ssualer Hinsicht beantragten sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung s o- wie die unentgeltliche Verbeiständung und der Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. E-2243/2014 Seite 3 D. Mit Zwischenverfügung vom 2. Mai 2014 wies der Instruktionsrichter die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um unentgeltliche Verbeiständung ab und setzte den Beschwerdeführenden Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 600. –. Diesen bezahlten die Beschwerdeführenden am 6. Mai 2014 fristgerecht ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerd e- führung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eing e- reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Verletzung von Bundesrecht und unrichtige oder unvollständige Festste l- lung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion , Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten nament lich die Gefährdung des Leibes, des E-2243/2014 Seite 4 Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 7 AsylG, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Abs. 3). 4.3 Die Anforderungen an das Glaubhaftmachen hat das Bundesverwa l- tungsgericht in einem j üngeren Entscheid dargelegt und folgt dabei stä n- diger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). 5. 5.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochten Verfügung zum Schluss, die Vorbringen der Beschwerdeführenden hielten den Anforderunge n an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. Die Aussagen würden in wesentlichen Punkten den gesicherten Erkenntnissen der Vo r- instanz widersprechen. Die Beschwerdeführenden hätten bereits im Zeit- punkt ihres Visumsantrags bei der Schweizer Vertretung in E._______ am 29. November 2011 die Absicht gehabt, in der Schweiz Asyl zu beantr a- gen. Indes würden sie ihre Asyl begründung ausschliesslich mit Ereigni s- sen begründen, die sich nach diesem Datum zugetragen hätten. Unter diesen Umständen sei den gel tend gemachten Vorkommnissen die Grundlage entzogen. Sodann seien die Vorbringen in wesentlichen Punkten zu wenig konkret, detailliert sowie differenziert dargelegt worden und würden nicht den Ei n- druck vermitteln, die Beschwerdeführenden würden über tatsächlich selbst Erlebtes berichten. Die Beschwerdeführenden hätten in sehr al l- gemeiner Weise dargetan, dass sie von Mitgliedern islamischer Gruppi e- rungen bedroht worden seien. Ferner hätten sie, stat t die Ereignisse dar- zulegen, stets auf die abgegebenen Dokumente verwiesen, mit der B e- gründung, dort stehe alles , was ihnen widerfahren sei. So sei die B e- schwerdeführerin nicht in der Lage gewesen, das Datum der Entführung ihres Sohnes zu nennen. Anlässlic h der Anhörung hätten die Beschwe r-E-2243/2014 Seite 5 deführenden sodann zuvor nicht erwähnte , weitere drei bis vier Vorfälle genannt, welche sich im Januar und Februar 2012 zugetragen hätten. Schliesslich hätten sie im Verlaufe des Verfahrens zu wesentlichen Punk- ten unterschiedliche Angaben gemacht. Sie hätten sich unvereinbar über ihren Aufenthaltsort vor der Ausreise, die Anzeigen bei der Polizei und ob dabei die Morddrohungen auf dem Mobilte lefon gezeigt wurden oder nicht, geäussert. 5.2 5.2.1 Die Beschwerdeführenden rügen eine Verletzung der Begrün- dungspflicht. Die Vorinstanz habe betreffend die eingereichten Beweismit- tel nicht dargelegt, weshalb diese nicht geeignet seien, den Sachverhalt glaubhaft zu machen. Gemäss konstanter Rechtsprechung muss der Entscheid so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn sachgerecht anfechten kann. Es müssen die Überlegungen kurz genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf die sie ihren Entscheid stützt (BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Da- bei hat sich die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung nicht zu j e- dem einzelnen Vorbringen beziehungsweise jedem einzelnen Dokument ausführlich zu äussern. Vorliegend führt die Vorinstanz in der angefochte- nen Verfügung aus, angesichts der dargelegten Unglaubhaftigkeit der Vorbringen könne auf eine e ingehende Würdigung der Dokumente ve r- zichtet werden. Die Vorinstanz hat die Vorbringen der Beschwerdeführenden aus ve r- schiedenen Gründen als nicht glaubhaft bewertet. Nachdem die eing e- reichten Beweismittel nichts anderes zu Inhalt haben, als den als nicht glaubhaft bewerteten Sachverhalt, erübrigen sich diesbezüglich weitere Ausführungen. Indem die Vorinstanz einen inhaltlichen Bezug zwischen den als nicht glaubhaft bewerteten Vorbringen und den Beweismitteln e r- stellt hat, hat sie ihren Schluss hinreichend begründet. Die Beschwerde selbst zeigt denn auch, dass eine sachgerechte Anfechtung möglich war. Die Rüge erweist sich als unzutreffend. 5.2.2 In der Rechtsmitteleingabe wird geltend gemacht, die Beschwerde- führenden hätten aus Angst, Verunsicherung und Misstrau en gegenüber dem muslimischen Dolmetscher anlässlich der Befragungen nicht alle Schwierigkeiten aufgrund ihrer religiösen Aktivitäten genannt. Die B e- schwerdeführenden vermuten indes lediglich, der Dolmetscher habe ke i-E-2243/2014 Seite 6 nen christlichen Hintergrund. Konkrete Anhaltpunkte für diese Behaup- tung führen sie nicht an. Zwar bringen sie vor, der Beschwerdeführer h a- be sich diesbezüglich anlässlich einer Befragungspause im Lift an den Befrager gewendet. Allerdings ist auch dies lediglich eine Behauptung, für die es kein e Hinweise gibt. H ätten die Beschwerdeführenden solches ernsthaft vermutet und sich deshalb tatsächlich geängstigt oder veruns i- chert gefühlt, wäre es ihnen ohne Weiteres zumutbar und möglich gew e- sen, sich diesbezüglich zuhanden des Protokolls an den Befrager oder namentlich den Hilfswerkvertreter, welcher zur Beobachtung eines korrek- ten Verfahrens anwesend ist, zu wen den. Dies haben sie nicht getan. Darüber hinaus hat der Hilfs werkvertreter auf seiner Bestätigung auch keine Einwendungen gegen d ie Befragung festgehalten. Sodann haben die Beschwerdeführenden auf entsprechende Frage bestätigt, dass sie alle Gründe er wähnt hätten, die gegen eine Rückkehr sprechen würden. Dabei haben sie sich behaften zu lassen. Im Zusammenhang mit der Befragung bringen die Beschwerdeführenden sodann noch vor, anlässlich der Rückübersetzung habe der Dolmetscher "in einem zusammenfassenden Stil" übersetzt. Die Rückübersetzung e r- folgt stets Satz für Satz. Dass die Vorinstanz vorliegend von diesem Prin- zip abgewichen sein soll, ist aus den Akten nicht ersichtlich. Namentlich hat auch der Hilfswerkvertreter, welcher die Einhaltung der Befragung s- vorschriften zu überwachen hat, nichts diesbezüglich in seiner Bestät i- gung festgehalten. Sodann anerkannten die Beschwerdeführenden am Ende der Befragung unterschriftlich, dass ihnen das Protokoll der Anh ö- rung Satz für Satz vorgelesen und in eine ihnen verständliche Sprache übersetzt wurde. Dabei haben sie sich behaften zu lassen. Es erübrigt sich somit, auf die weiteren Ausführungen zu den Dolmetschern einzuge- hen. 5.2.3 Die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz habe den Mas s- stab des Glaubhaftmachens nicht richtig angewendet und damit Bunde s- recht verletzt. Vorweg ist festzustellen, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verf ü- gung lediglich festhält, die Beschwerdeführenden hätten handschriftlichen Notizen verwendet und ihnen dies nicht negativ anlastet. Sodann ist d ie vorinstanzliche Beweiswürdigung in Bezug auf das Glaubhaftmachen nicht zu beanstanden . Entgegen der Ansicht der Beschwe rdeführenden hat die Vorinstanz die Umstände betreffend die Beantragung des Visums den Beschwerdeführenden nicht zu Unrecht negativ angelastet. Die B e-E-2243/2014 Seite 7 schwerdeführenden haben gemäss ihren eigenen Angaben bereits im Zeitpunkt der Einreichung des Visumsgesuch s bei der Schweizerischen Vertretung in E._______ am 29. November 2011 gewusst, dass sie nach der Einreise in die Schweiz um Asyl nachsuchen werden. Die Ereignisse, welche sie als Ausreisegründe nennen, haben sich allesamt nach dem 29. November 2011 zugetragen. Die Vorinstanz hat demnach zu Recht geschlossen, bei dieser Sachlage sei den geltend gemachten Vorkom m- nissen die Grundlage entzogen. Für die Zeit vor dem 29. November 2011 führten die Beschwerdeführen- den anlässlich der Befragungen keine konkreten Beh elligungen an. S o- weit in der Rechtsmitteleingabe ein erhebl iches religiöses Engagement seit 2008 geltend gemacht wird, ist auf die vorstehenden Erwägungen un- ter Ziffer 5.5.2 zu verweisen, wonach sich die Beschwerdeführenden bei ihren Aussagen anlässlich de r Befragungen behaften lassen müssen. Darüber hinaus ist festzuhalten, dass ernsthafte Zweifel am religiösen Engagement der Beschwerdeführenden und damit an ihrer geltend g e- machten Zugehörigkeit zu den koptischen Christen bestehen. Namentlich haben sie ihre Religionszugehörigkeit anlässlich der Erstbefragung ledi g- lich mit "orthodox" angegeben und sich selbst an keiner Stelle der Anhö- rungen als koptische Christen bezeichnet. Zudem sind auch die Ausfüh- rungen anlässlich der A nhörungen zu ihrem persönlichen religiösen E n- gagement in jeder Hinsicht vage sowie unsubstantiiert und lassen ganz besonders jegliche persönliche Komponente vermissen. Damit gelingt es den Beschwerdeführenden nicht ansatzweise zu vermitteln, sie würden über ihren persönlichen Glauben und den deshalb erlebten Benachteil i- gung zu berichten. Solches hätte von ihnen als angeblich religiös eng a- gierten Christen jedoch ohne weiteres erwarten werden dürfen. Was die weiteren von der Vorinstanz aufgezeigten Unstimmig keiten in den Aussagen der Beschwerdeführenden anbelangt, so vermögen sie mit dem blossen Festhalten an deren Tatsächlichkeit und dem a usführlichen Wiederholen der Asylvorbringen nicht substantiiert darzutun, inwiefern die Vorinstanz zu Unrecht auf Unglaub haftigkeit geschlossen hat. Um Wi e- derholungen zu vermeiden, kann auf die Erwägungen in der angefocht e- nen Verfügung verwiesen werden. Nachdem es den Beschwerdeführern nicht gelungen ist, ihre Asylvorbrin- gen glaubhaft darzutun, besteht keine Veranlassung , sie noch unter dem Blickwinkel von Art. 3 AsylG zu prüfen. Auf die entsprechenden Ausfü h- rungen in der Rechtsmitteleingabe ist nicht weiter einzugehen. E-2243/2014 Seite 8 5.3 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Asylgesuche der Be- schwerdeführenden zu Recht abgelehnt. An diesem S chluss vermögen auch die mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel nichts zu ä n- dern. 6. Gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG verfügt das Bundesamt in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 7. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmung en über die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 8. 8.1 Die Beschwerdeführenden rügen in Bezug auf die Durchführbarkeit des Vollzugs der Wegweisung eine ungehörige Sachverhaltsfeststellung. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein fa l- scher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demg e- genüber unvollständig, wenn nicht alle für den E ntscheid rechtswesentli- chen Sachumstände berücksichtigt werden ( KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Ver- waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 630). In der Rechtmitteleingabe lege n die Beschwerdeführenden nicht im Ei n- zelnen dar, in wiefern die Vorinstanz den Sachverhalt in Bezug auf die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit unrichtig oder un vollständig festg e- stellt hat. Ihre Vorbringen richten sich denn auch nicht gegen die Sac h- verhaltsfeststellung der Vorinstanz, sondern gegen die ihr zugr undelie- gende rechtliche Würdigung der Vorbringen. Soweit sich die Beschwerde- führenden in Bezug auf den Vollzug der Wegweisung zur Situation der koptischen Christen in Ägypten äussern, ist mit Verweis auf die vorst e- henden Erwägungen unter Ziffer 5.2.3 festzuhalten, dass erhebliche Zweifel an der geltend gemachten religiösen Zugehörigkeit der B e-E-2243/2014 Seite 9 schwerdeführenden besteht. Auf die Ausführungen zur Situation der ko p- tischen Christen in Ägypten ist daher nicht weiter einzugehen. 8.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völke r- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. Da die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erf üllen, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und ande- re grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK [SR 0.101]). Weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden noch aus den Akten ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Ägypten dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wären. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 8.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie K rieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Ägypten ist zumutbar. In Ägypten herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt. S o- dann sind den Akten keine Hinweis e zu entnehmen, wonach es de n Be- schwerdeführenden aus individuellen Gründen nicht zumutbar sein soll, dorthin zurückzukehren. Die Beschwerdeführenden sind jung und g e- sund. Sie haben , abgesehen von den letzten beide n Jahren, ihr bisher i- ges Leben in E._______ beziehungsweise F._______, welches unmitte l- bar bei E._______ liegt, verbracht. Entsprechend leben auch die Eltern und Geschwister beider Beschwerdeführer dort. Sodann haben die B e- schwerdeführenden dort die Schulen besucht und ihre Ausbildung abso l- viert. Damit verfügen sie über ein familiäres sowie ausserfamiliäres B e- ziehungsnetz, auf welches sie bei einer Rückkehr zurückgreifen können. Weiter sind die Beschwerdeführenden sehr gut ausgebildet. Beide verfü- gen über ein G._______ der Universität E._______ und beide haben Be-E-2243/2014 Seite 10 rufserfahrungen als H._______. Es sollte ihnen daher möglich sein, bei einer Rückkehr eine neue wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts stellen blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigke iten jedenfalls keine existenzbedrohende Situation dar, die gegen die Zumutbarkeit des Vollzug spricht ( BVGE 2010/41 E. 8.3.6). Was die beiden Kinder der Beschwerdeführenden anbelangt, sind diese heute (…) und (…) Jahre alt. Angesichts dieses Alters sind sie noch gänz- lich auf ihre Eltern angewiesen und ohne eigene Sozialisation ( BVGE 2009/28 E. 9.3.2 S.267 f. und BVGE 2009/51 ). Der Vollzug der Wegwe i- sung ist daher zumutbar. 8.4 Die Beschwerdeführenden und das ältere Ki nd verfügen über Reis e- pässe. Betreffend das jüngere Kind obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zuständigen Vertretung ihres Heimatlandes das für eine Rückkehr notwendige Reisedokumente zu beschaffen. Damit ist der Vol l- zug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.5 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, z u- mutbar und möglich erachtet. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 9. Aus diesen Erwägung en ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh- renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Verfahrenskosten sind durch den geleisteten Kosten- vorschuss gedeckt. (Dispositiv nächste Seite) E-2243/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden Beschwerdeführenden aufer- legt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und di e z u- ständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Willisegger Barbara Balmelli Versand: