<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2021-03-03-8C_675-2020.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>8C_675/2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 3. März 2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. sozialrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Maillard, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Wirthlin, Bundesrichterin Viscione, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Riedi Hunold. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Markus Zimmermann, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">SWICA Versicherungen AG, </div> <div class="para">Rechtsdienst UVG, </div> <div class="para">Römerstrasse 38, 8401 Winterthur, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Unfallversicherung (Invalidenrente), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau </div> <div class="para">vom 10. September 2020 (VBE.2020.293). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">A.________, geboren 1958, war ab Dezember 1999 bei der Genossenschaft X.________ als Verkaufsmitarbeiterin angestellt und in dieser Eigenschaft bei der SWICA Versicherungen AG gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 29. Juni 2015 zog sie sich bei einem selbst verursachten Sturz mit dem Motorrad Verletzungen am rechten Ellenbogen zu. Die SWICA erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Per 31. Juli 2016 liess sich A.________ vorzeitig pensionieren. Mit Verfügung vom 14. Januar 2020, bestätigt mit Einspracheentscheid vom 13. Mai 2020, stellte die SWICA ihre Leistungen in Form von Taggeld und Heilbehandlung ab 1. September 2018 ein, sprach A.________ eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 5 % zu und verneinte den Anspruch auf eine Invalidenrente. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 10. September 2020 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">A.________ lässt dagegen Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen mit dem Antrag, es seien der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und ihr die gesetzlichen Leistungen, namentlich eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 28 % zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zurückzuweisen. </div> <div class="para">Die SWICA enthält sich unter Verweis auf den vorinstanzlichen Entscheid eines Antrags. Das Bundesamt für Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gemäss <span class="artref"><artref id="CH/173.110/95" type="start"></artref>Art. 95 und 96 BGG</span><artref id="CH/173.110/96" type="end"></artref> erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen. Immerhin prüft das Bundesgericht, unter Berücksichtigung der allgemeinen Pflicht zur Begründung der Beschwerde (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>), grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen, sofern die rechtlichen Mängel nicht geradezu offensichtlich sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=20.02.2021&amp;to_date=11.03.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-V-234%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page234">BGE 141 V 234</a> E. 1 S. 236 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (<span class="artref">Art. 97 Abs. 2 und <artref id="CH/173.110/105/3" type="start"></artref>Art. 105 Abs. 3 BGG</span><artref id="CH/173.110/97/2" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Streitig ist einzig, ob die Vorinstanz zu Recht für die Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente auf den Bericht von Dr. med. B.________, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 27. August 2018 abgestellt hat. Nicht streitig ist hingegen, dass mangels Gewährung der Parteirechte diese Einschätzung nicht als Gutachten nach <span class="artref">Art. 44 ATSG</span>, sondern als versicherungsinterner Bericht zu werten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grundsätze über die beweisrechtlichen Anforderungen an eine ärztliche Stellungnahme (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=20.02.2021&amp;to_date=11.03.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-231%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page231">BGE 134 V 231</a> E. 5.1 S. 232; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=20.02.2021&amp;to_date=11.03.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-249%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page251">125 V 251</a> E. 3a S. 352), namentlich bei versicherungsinternen Berichten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=20.02.2021&amp;to_date=11.03.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-V-465%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page465">BGE 135 V 465</a> E. 4.6 S. 471), zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, da die Vorinstanz in ihrer Begründung nicht der Meinung von Dr. med. C.________, Fachärztin für Allgemeine Chirurgie, beratende Ärztin der Rechtsschutzversicherung, gefolgt sei, sondern der nicht nachvollziehbaren Ansicht von Dr. med. B.________. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Das rechtliche Gehör nach <span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=20.02.2021&amp;to_date=11.03.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-I-184%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page184">BGE 136 I 184</a> E. 2.2.1 S. 188, 229 E. 5.2 S. 236). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.3.</b> Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid einlässlich dargelegt, von welchen Überlegungen sie sich hat leiten lassen und aus welchen Gründen sie der Einschätzung von Dr. med. B.________ gefolgt ist. Ob diese Schlussfolgerung richtig ist, ist keine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern der materiellen Beurteilung. Der vorinstanzliche Entscheid genügt jedenfalls den Anforderungen von <span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin macht weiter eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (<span class="artref">Art. 43 Abs. 1 und <artref id="CH/830.1/61/c" type="start"></artref>Art. 61 lit. c ATSG</span><artref id="CH/830.1/43/1" type="end"></artref>) geltend. Dabei verlangt sie nicht weitere Abklärungen, sondern rügt sinngemäss die vorinstanzliche Beweiswürdigung. </div> <div class="para">Zur vorinstanzlichen Begründung, weshalb der Beurteilung von Dr. med. B.________ zu folgen sei und jene von Dr. med. C.________ daran keine auch nur geringe Zweifel zu wecken vermöge, äussert sich die Beschwerdeführerin nicht. Dr. med. C.________ setzte sich denn auch in ihren Berichten vom 2. und 18. Januar 2019 mit der einlässlichen Beurteilung von Dr. med. B.________ vom 27. August 2018 sowie deren ergänzender Stellungnahme vom 26. September 2018 nicht auseinander. Entscheidend ist, dass sich die Schlussfolgerungen der beiden Ärztinnen einzig in der Beurteilung der Zumutbarkeit einer adaptierten Tätigkeit unterscheiden. So hält Dr. med. B.________ in ihrer Stellungnahme vom 12. März 2019 fest, hinsichtlich der von Dr. med. C.________ angeführten Einschränkungen bestehe Übereinstimmung, diese würden sich jedoch bei einer adaptierten Tätigkeit nicht ergeben. Sie nennt denn auch explizit Tätigkeiten, bei welchen die von Dr. med. C.________ genannten Limitierungen nicht zum Tragen kommen würden und welche der Beschwerdeführerin daher ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit zumutbar seien. Zu betonen ist, dass die ärztliche Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit sowohl bei psychisch als auch bei somatisch dominierten Leiden Ermessenszüge aufweist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=23&amp;from_date=20.02.2021&amp;to_date=11.03.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-V-193%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page193">BGE 140 V 193</a> E. 3.1 S. 194). Nachdem Dr. med. C.________ die Beschwerdeführerin nie selbst untersucht hat und ihr keine zusätzlichen medizinischen Unterlagen zur Verfügung standen, ist nicht ersichtlich, inwiefern ihre auf reiner Aktenkenntnis beruhende Einschätzung überzeugender sein soll resp. Zweifel an jener von Dr. med. B.________ wecken könnte, die sich auf eine ausführliche Auseinandersetzung mit den medizinischen Akten sowie eine umfassende Untersuchung und Befundaufnahme stützen kann. </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz der Beurteilung von Dr. med. B.________ vollen Beweiswert beimass und jene von Dr. med. C.________ als nicht geeignet erachtete, auch nur geringe Zweifel daran zu wecken. Da die Beschwerdeführerin im Übrigen keine Einwände gegen die vorinstanzliche Invaliditätsbemessung vorbringt, hat es beim kantonalen Entscheid sein Bewenden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die unterliegende Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten zu tragen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 800.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau, 4. Kammer, und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 3. März 2021 </div> <div class="para">Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Maillard </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Riedi Hunold </div> </div></body></html>