Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 8. Juni 2016 (810 15 74) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Direkte Bundessteuer 2005 / Kapitalabfindung Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess , Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Martin Michel Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Beschwerdegegnerin Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Beschwerdegegnerin Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV , Beigeladene Betreff Direkte Bundessteuer 2005 / Kapitalabfindun g (Entscheid der Abteilung Steuergericht vom 24. Oktober 2014) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die damals in Basel wohnhafte und selbstständig erwer bstätige Advokatin A.____ erlitt am 19. Juni 1996 einen Verkehrsunfall. Während sie am Steuer ihres Autos vor einem Rotlicht korrekt wartete, fuhr eine Fahrzeuglenkerin von hinten m it einer Geschwindigkeit von 10 km/h auf den Wagen von A.____ auf. In der Folge wurde bei A.____ ein Schleudertrauma diagnostiziert. Mit Urteil vom 15. Februar 1999 sprach das Strafgericht Basel-Landschaft die Verursacherin des Unfalles der fahrlässigen einfachen Körperverletzung schuldig und verurteilte sie zu einer Busse von Fr. 200.--. Sodann hiess das Stra fgericht die Entschädigungs- und Genugtuungsforderung von A.____ dem Grundsatz nach gut und verwies diese im Übrigen an das Zivilgericht. In der Folge belangte A.____ die Ha ftpflichtversicherung der Unfallverur- sacherin (Haftpflichtversicherung) mit einer Teilklage für den Zeitraum vom Unfalldatum bis zum 31. Januar 2000. Im Rahmen dieses Prozesses entschied das K antonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Zivil- und Strafrecht, mit Urtei l vom 8. Juni 2004 (Verfahren 40-03/507) auf Appellation hin, dass die Beklagte verurteilt wird , A.____ insgesamt Fr. 381'115.-- zuzüglich Zins zu 5 % ab 1. Februar 2000 auf Fr. 348'208.25 zu b ezahlen. Eine von der Haftpflichtversi- cherung dagegen erhobene Berufung wies das Bundesgerich t mit Urteil vom 22. Dezem- ber 2004 (Verfahrensnummer 4C.327/2004) ab, soweit es darauf eintrat. B. In der Folge schlug die Haftpflichtversicherung A.__ __ vor, sich aussergerichtlich über die verbleibenden Ansprüche zu einigen. A.____ entge gnete mit Schreiben vom 9. Feb- ruar 2005, sie sei bereit, der Haftpflichtversicherung noch einige Zeit zum Entwerfen eines Erle- digungsvorschlags einzuräumen. Zur Untermauerung des Wil lens der Haftpflichtversicherung zur aussergerichtlichen Erledigung und weil sich hochgere chnet auf den Zeitraum 1. Februar 2000 bis 31. Januar 2005 bereits wieder ein offenes Betreffnis zu ihren Gunsten in siebenstel- liger Höhe ergeben habe, ersuchte A.____ die Haftpfl ichtversicherung darum, in den folgenden Tagen eine Akontozahlung in der Höhe von einer Mill ion Franken auf ihr Konto zu veranlassen und monatlich nachschüssige Akontozahlungen in der Höhe v on Fr. 20'000.-- (andauernd bis zur aussergerichtlichen Erledigung) beginnend am 1. März 2005 aufzunehmen. C. Am 10. März 2005 überwies die Haftpflichtversicheru ng Fr. 250'000.-- an A.____. D. Am 12. Mai 2005 unterbreitete die Haftpflichtver sicherung A.____ gestützt auf die vorgenannten Urteile für die Zeit ab dem 1. Februar 2000 einen unpräjudiziellen Vorschlag zur vergleichsweisen Erledigung der verbleibenden Haftpfl ichtansprüche, wobei sich die Ersatz- positionen wie folgt zusammensetzten: verbleibender Erwerbsschaden direkt, nach Abzug einer ganzen IV-Rente: Fr. 3'429'425.--, verbleibender Haush altsschaden: Fr. 339'691.--, Schadenzins: Fr. 133'994.-- sowie verbleibende Genugtuu ng inkl. Zins: Fr. 84'689.--; total Fr. 3'987'809.--. Mit diesem Erledigungsvorschlag teilt e die Haftpflichtversicherung A.____ mit, dass sie nach der Teilzahlung von Fr. 250'000.-- somit bereit sei, Fr. 3'737'809.-- zu leisten. E. Per 28. Dezember 2005 meldete sich A.____, die zuvor im Juli 2002 ihren Wohnsitz von Basel-Stadt nach B.____ (Kanton Basel-Landschaft) ver legt hatte, bei der Ein- wohnerkontrolle B.____ nach C.____ (Kanton Nidwalden) ab. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Mit Schreiben vom 30. Dezember 2005 teilte A.____ der Haftpflichtversicherung mit, die Überprüfung des Vergleichsvorschlags dauere länger a ls angenommen und sie hoffe, dass sie diesen per Ende März 2006 definitiv überprüfen könn e. Zugleich bat sie die Haft- pflichtversicherung, "bis Ende Januar 2006 eine weitere Akontozahlung in der Höhe von Fr. 750'000.-- (…) zu überweisen". Daraufhin leistete die Haftpflichtversicherung am 27. Januar 2006 Fr. 750'000.-- an A.____. G. In der Folge flossen weitere Akontozahlungen an A.____: Am 27. März 2007: Fr. 500'000.-- und am 15. August 2008: Fr. 2'250'000 .--. Inklusive der Zahlungen vom 10. März 2005 (vorne lit. C.) und vom 27. Januar 200 6 (vorne lit. E.) leistete die Haftpflichtver- sicherung somit total Zahlungen in der Höhe von Fr. 3'750'000.-- an A.____. H. Mit Veranlagungsverfügung vom 20. Mai 2010 veranlag te die Steuerverwaltung Basel- Landschaft A.____ für zwei Kapitalabfindungen vom 4. Februar 2005 und vom 10. März 2005 in der Höhe von Fr. 160'422.-- und Fr. 220'000.--, insge samt Fr. 380'422.-- für die direkte Bundessteuer 2005 zu einem Steuersatz von 2,101 %, was zu einem Steuerbetrag von Fr. 7'992.10 führte. I. Eine von A.____ dagegen erhobene Einsprache wies d ie Steuerverwaltung mit Entscheid vom 16. April 2013 ab. J. Dagegen erhob A.____ am 15. Juli 2013 Beschwerde b eim Steuer- und Enteignungs- gericht, Abteilung Steuergericht (Steuergericht). Am 2 2. August 2014 stellte das Steuergericht das Verfahren aus und verfügte gegenüber der Beschwerde führerin, dass man allenfalls eine reformatio in peius (Schlechterstellung) vornehmen kön nte, die darin bestehen würde, dass eine Kapitalleistung in der Höhe von total Fr. 3'429' 435.-- (Anteil Erwerbsschaden gemäss Offerte vom 12. Mai 2005) besteuert würde. K. Mit Urteil vom 24. Oktober 2014 entschied das Steuer gericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen; 2. Di e Steuerverwaltung wird angewiesen, in Abänderung zum Einspracheentscheid vom 16. April 2013 u nd der Veranlagung vom 20. Mai 2010 die steuerbare Kapitalabfindung von bisher Fr. 38 0'422.-- auf neu Fr. 215'000.-- zu redu- zieren; 3. Der Beschwerdeführerin werden reduzierte Ver fahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- auferlegt. (…) 4. Der Antrag auf Ausrichtun g einer Parteientschädigung wird abgewiesen. L. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 23. März 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsre cht (Kantonsgericht), mit den Rechtsbegehren: Es sei festzustellen, dass qua nicht gegeben er Steuerhoheit des Kantons Basel-Landschaft (…) die Veranlagungsverfügungen vom 20. Mai 2010 nebst zugehöriger Steuerrechnung, der Einspracheentscheid sowie das Urteil des Steuergerichts nichtig sind; Eventualiter seien diese Entscheide vollständig aufzuhe ben; Subeventualiter sei die Steuer- verwaltung anzuweisen, für das Steuerjahr 2005 die steu erbare und noch nicht mit Steuern belegte Kapitalleistung auf Fr. 62'700.-- festzulegen , wobei aus Billigkeitsgründen auf die Er-Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht hebung von Verzugszinsen auf den Steuerbetreffnissen zu v erzichten sei; Es seien sämtliche ordentlichen und ausserordentlichen Kosten (diese hätten für die Verfahren vor Steuer- und Kantonsgericht bis und mit 23. März 2015 Fr. 25'136.-- betragen) dem Staat aufzuerlegen. M. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte die Besch werdeführerin, es seien das Beschwerdeverfahren betreffend direkte Bundessteuer 200 5/Kapitalabfindung sowie das parallel erhobene Beschwerdeverfahren betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2005/Kapital- abfindung (Verfahrensnummern 810 15 64/75) zusammenzul egen und es seien die Kantone Basel-Stadt und Nidwalden zum vorliegenden Prozess beizuladen. N. Das Steuergericht schloss am 24. April 2015 auf Abwei sung der Beschwerde. Die Steuerverwaltung beantragte mit Vernehmlassung vom 6. Mai 2015 eine reformatio in peius. O. Am 18. Juni 2015 stellte die Beschwerdeführerin ei n Gesuch um Ausstand der Abtei- lungspräsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli und des Gericht sschreibers Martin Michel. Am 22. Juni 2015 stellte sie zusätzlich ein Ausstandsbegehren gegen Richter Niklaus Ruckstuhl. Niklaus Ruckstuhl erklärte in der Folge seinen Ausstand und beantragte die Abschreibung des ihn betreffenden Begehrens. Am 6. August 2015 wies d as Kantonsgericht die Ausstands- begehren ab, soweit sie nicht gegenstandslos geworden sind. P. Nachdem die Beschwerdeführerin in den parallel gefü hrten Beschwerdeverfahren betreffend Staats- und Gemeindesteuer 2005/Kapitalabf indung (Verfahrensnummern 810 15 64/75) keine Bescheinigung über die erhaltenen Leistung en eingereicht hatte, forderte das Kantonsgericht die Haftpflichtversicherung mit Präsidial verfügung vom 30. November 2015 auf, dem Kantonsgericht eine Bescheinigung über Bestand, Höh e, Art, Rechtsgrund, Fälligkeit und Verzinsung der Forderung der Beschwerdeführerin (Schad en-Nr. X.____) oder sämtliche rechtsrelevante Korrespondenz zwischen ihr und der Beschwe rdeführerin im Zusammenhang mit den im Jahr 2005 getätigten sowie den weiteren Auszahlungen zu edieren. Weiter wurde die Haftpflichtversicherung ersucht, diverse Fragen zu den Z ahlungen zu beantworten. Mit dieser Präsidialverfügung wurde der Fall sodann der Kammer zu r Beurteilung überwiesen und die Akten der parallel geführten Beschwerdeverfahren betref fend Staats- und Gemeindesteuer 2005/Kapitalabfindung (Verfahrensnummern 810 15 64/75) beigezogen. Q. Mit Eingaben vom 19. Januar 2016 und 23. Februar 2016 nahm die Haftpflicht- versicherung, vertreten durch Barbara Klett, Rechtsanwält in in Zürich, Stellung und reichte Unterlagen ein. R. Mit Eingaben vom 13. Januar 2016 und vom 1. Februa r 2016 ersuchte die Beschwerdeführerin insbesondere um eine Verfügung be treffend die Beiladung der Kantone Basel-Stadt und Nidwalden. S. Mit Präsidialverfügung vom 9. März 2016 wurden der B eschwerdeführerin die Einga- ben der Haftpflichtversicherung zur Wahrung des rechtlichen Gehörs zugestellt. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass von einer Beiladung der Kanto ne Basel-Stadt und Nidwalden Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht weiterhin abgesehen werde. Der Entscheid, ob weitere Beweismassnahmen erforderlich seien, bleibe aber der Kammer überlassen. T. Am 13. April 2016 teilte die Beschwerdeführerin mi t, dass sie zu 100 Prozent arbeits- unfähig sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss Art. 145 des Bundesgesetzes über die direkte Bun dessteuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 i.V.m. § 3 der kantonalen Vollzugsve rordnung zum DBG (VV DBG) vom 13. Dezember 1994 können Entscheide des Steuergerichts betreffend die direkte Bundessteuer mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht a ngefochten werden. Die formellen Voraussetzungen nach Art. 140 ff. DBG, Art. 145 Abs. 2 D BG sowie §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (V PO) vom 16. Dezember 1993 sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. Mit der Beschwerde in Steuersachen können gemäss § 45 Abs. 2 VPO alle Mängel des angefochtenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden. 2. In Bezug auf die Sonderveranlagung der Staats- un d Gemeindesteuer 2005 (Kapitalab- findung) hat die Vorinstanz ein separates Urteil gefäl lt. Dieses wurde sowohl von der Beschwerdeführerin als auch von der Steuerverwaltung bei m Kantonsgericht angefochten, weshalb das Kantonsgericht diesbezüglich zwei weitere Dossi ers eröffnet hat (Verfahrensnum- mern 810 15 64 und 75). Die beiden Beschwerdeverfahre n betreffend die Staats- und Gemein- desteuer hat das Kantonsgericht vereinigt; von einer Vereinigung der Streitsache betreffend direkte Bundessteuer mit den Beschwerdeverfahren betref fend Staats- und Gemeindesteuer wird demgegenüber abgesehen. Die vorliegende Beschwer de betreffend direkte Bundessteuer wird daher vom Kantonsgericht in einem separaten Urteil behandelt. 3.1 Die Beschwerdeführerin beantragt wie bereits im vo rinstanzlichen Verfahren, es seien die Kantone Basel-Stadt und Nidwalden zum Beschwerdeve rfahren beizuladen. In der Begründung bringt die Beschwerdeführerin vor, dank der Beiladung müssten sich auch die anderen Kantone mit den vorgetragenen Argumenten bef assen und ein Entscheid hätte auto- matisch Bindungswirkung für alle Beigeladenen. Zudem mü ssten die genannten Kantone auch zur Wahrung ihres Gehörsanspruchs beigeladen werden. 3.2 Nach Art. 140 Abs. 1 und Art. 141 Abs. 1 i.V.m. Ar t. 145 Abs. 2 DBG sind im verwal- tungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren die steuerpflichtig e Person, die kantonale Steuerver- waltung und die Eidgenössische Steuerverwaltung zur Bes chwerde befugt. Nicht zur Beschwerde legitimiert sind demgegenüber die anderen Kantone. Damit kommt einzig den genannten Personen und Behörden Parteistellung im Ver fahren vor Verwaltungsgericht zu. Andere Kantone werden, worauf die Vorinstanz bereits zutreffend hingewiesen hat (vgl. Ver- fügung des Steuergerichts vom 3. Oktober 2014), erst im Verfahren vor Bundesgericht mitein-Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht bezogen. Demgemäss ist der Antrag der Beschwerdeführerin auf Beiladung der Kantone Basel- Stadt und Nidwalden auch im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren abzuweisen. 4.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei vorab di e Streitfrage des Fälligkeitszeitpunk- tes zu klären, zumal der Zeitpunkt der Fälligkeit die Steuerhoheit bestimme. Weil sie unbestrit- tenermassen am 19. Juni 1996 einen Verkehrsunfall erlitt en habe, sei das Unfalldatum nach den allgemeinen zivilrechtlichen Fälligkeitsregeln auch d as Fälligkeitsdatum ihrer Ansprüche. Der hier anwendbare steuerrechtliche Fälligkeitsbegri ff sei identisch auszulegen wie der zivil- rechtliche Fälligkeitsbegriff. Gemäss dieser Betrachtungswei se sei der Moment der zugefügten Körperverletzung für die Bestimmung des Fälligkeitszeitp unkts ihrer Ansprüche gegenüber der Haftpflichtversicherung relevant. Dies entspreche auch d er höchstrichterlichen Rechtsprechung und der herrschenden Lehre. Alle bisherigen und alle zukünftigen Zahlungen, die ihren Rechts- grund im Unfall hätten, seien daher dem Steuerjahr 1996 zuzuordnen. Am 19. Juni 1996, dem Tag des Verkehrsunfalls, habe sie ihren Wohnsitz und ihre n Geschäftssitz im Kanton Basel- Stadt gehabt, weshalb die Steuerhoheit ausschliesslich beim Kanton Basel-Stadt liege. 4.2 Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid demge genüber zum Schluss, die einzelnen Entschädigungsansprüche seien im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses regelmässig noch unbestimmt, unsicher und von der Realisi erung zusätzlicher Tatbestands- elemente abhängig. Daher könne nicht von einem steuerr echtlich abgeschlossenen Rechts- erwerb im Zeitpunkt der Schadenszufügung gesprochen werd en. Die entsprechende Leistung könne demzufolge im Zeitpunkt des Unfalls nicht als zugeflossen betrachtet werden. 5.1 Nach ständiger Lehre und Rechtsprechung ist eine (G eld-)Einkunft nach steuer- rechtlichen Grundsätzen in jenem Zeitpunkt als zugefloss en und erzielt zu betrachten, in dem die steuerpflichtige Person die Leistung vereinnahmt od er einen festen Rechtsanspruch darauf erwirbt, über den sie tatsächlich auch verfügen kann (U rteil des Bundesgerichts 2C_179/2007 vom 14. Dezember 2007 E. 4.1 mit Verweis auf BGE 113 I b 26 E. 2e; P ETER LOCHER , Kommentar zum DBG, I. Teil, Therwil 2001, Art. 16 N 18 ff.; M ARKUS REICH , in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a [DBG], Art. 16 N 34 ff.; E RNST KÄNZIG , Wehrsteuer [Direkte Bundessteuer], I. Teil, 2. Aufla ge, Basel 1982, Art. 21 Rz. 7). Vom festen Rechtsanspruch auf eine Leistung und de ren tatsächlicher Erfüllung ist der zivilrechtliche Begriff der Fälligkeit zu unterscheiden, wonach der Gläubiger fordern darf und der Schuldner leisten muss. Insofern b ildet die Fälligkeit keine Voraussetzung des steuerlich massgebenden Rechtserwerbs. Einerseits kann dem Steuerpflichtigen aus dem Erwerb nicht fälliger Ansprüche Einkommen zufliessen, andererseits hat trotz Fälligkeit eine Besteuerung zu unterbleiben, wenn der Zufluss beim Pfli chtigen noch nicht gesichert ist. Die Ablehnung der Fälligkeit als allgemeines Zuflusskriteri um schliesst jedoch nicht aus, dass im konkreten Einzelfall der steuerlich massgebende Realisation szeitpunkt mit der Fälligkeit des Anspruchs zusammenfallen kann (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich vom 13. Dezember 2006 E. 2.2, publ. in: Der Steuerentscheid [StE] 2007 B 22.1 Nr. 4). Die Begründung des Anspruchs auf die Forderung ist in der Regel Vorstufe d er Geldleistung. Bei diesem zwei- stufigen Erwerb entsteht die Steuerpflicht entweder be im Forderungserwerb oder bei der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zahlung. Vorherrschend ist die Besteuerung im Zeitpunk t des Forderungserwerbs (Urteil des Bundesgerichts 2C_179/2007 vom 14. Dezember 2007, E. 4. 1 mit Verweis auf BGE 113 I b 26 E. 2e; L OCHER , a.a.O., Art. 16 N 18 ff.; R EICH , a.a.O., Art. 16 N 34 ff.; K ÄNZIG , a.a.O., Art. 21 Rz. 7). Von diesem Grundsatz wird in der Steuerpraxis nur a usnahmsweise abge- wichen; namentlich wenn die Erfüllung der Forderung – die Leistung – als unsicher betrachtet werden muss (z.B. bei bedingten Forderungen oder blossen Anwartschaften) wird mit der Besteuerung bis zur tatsächlichen Erfüllung der Forderun g zugewartet (Urteil des Bundes- gerichts 2P.323/2003 vom 7. Mai 2005, publ. in: StE 2005 A 24.21 Nr. 16, E. 4.1 mit Hinweisen, REICH , a.a.O., Art. 16 N 34 ff.; LOCHER , a.a.O., Art. 16 N 21 f. ). Das gilt namentlich auch für den Bereich von Kapitalleistungen aus Vorsorge (Urteil des Bundesgerichts 2C_245/2009 vom 20. Oktober 2009, publ. in: StE 2010 B 21.2 Nr. 26 E. 3.1 mit Hinweisen). 5.2 Vor allem bei Kapitalabfindungen kann der Zeitp unkt des einkommenssteuerlich rele- vanten Zuflusses fraglich sein (L OCHER , a.a.O., Art. 23 N 25). So gelten z.B. Entschädi- gungsansprüche aus Versorgerschaden (Art. 45 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: Oblig ationenrecht, OR] vom 30. März 1911) unter steuerrechtlichen Aspekten nicht bereits i m Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses als realisiert, auch wenn das Schuldverhältnis zw ischen Gläubiger und Geschädigtem grundsätzlich mit der Zufügung des Schadens entsteht. Die einzelnen Ansprüche dieses Schuldverhältnisses haben aber zumindest steuerrechtlich im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses erst anwartschaftlichen Charakter, weil mit der Schadenszufügung oftmals nicht alle anspruchsbegründenden Tatbestandsele mente erfüllt sind. Art und Grösse des Schadens (Art. 42 und 45 OR), allfällige Reduktio nsfaktoren (Art. 44 OR) sowie Art und Umfang des Schadenersatzes bzw. einer allfälligen Genugt uung (Art. 43 und 47 OR) stehen in der Regel noch nicht fest. Unter Umständen kann die Ha ftpflicht selbst noch fraglich sein (Art. 41 und 54 OR). Auch bei rein zivilrechtlicher Betrachtu ngsweise kommt man daher zum Schluss, dass im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses oft noch gar nicht alle Schadener- satzansprüche entstanden sind. Von einem steuerrechtlich r elevanten abgeschlossenen Rechtserwerb kann im Zeitpunkt der Schadenszufügung deshalb nicht gesprochen werden (vgl. LOCHER , a.a.O., Art. 23 N 33; Urteil des Verwaltungsgerichts Luzern vom 17. Oktober 1995 E. 4, publ. in: Luzernische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [LGVE] 1995 III Nr. 21). 5.3 Aus dem Gesagten erhellt, dass die Ansprüche der B eschwerdeführerin, welche ihren Unfall im Jahr 1996 erlitten hatte, damals steuerrech tlich erst anwartschaftlichen Charakter hatten, zumal die Höhe des Anspruchs noch völlig unbestimmt war. Dementsprechend hat das Strafgericht auch in seinem Urteil vom 15. Februar 199 9 nicht etwa gemäss Art. 9 Abs. 1 des damals geltenden Bundesgesetzes über die Hilfe an Opf er von Straftaten (aOHG) vom 4. Oktober 1991 selbst über die Zivilansprüche entschieden, sondern bloss die Entschädigungs- und Genugtuungsforderung der Beschwerdeführerin im S inne von Art. 9 Abs. 3 aOHG dem Grundsatz nach gutgeheissen und im Übrigen das Opfer an d as Zivilgericht verwiesen. Art. 9 Abs. 3 aOHG sah vor, dass das Strafgericht die Ansprüche nur dem Grundsatz nach entscheiden und das Opfer im Übrigen an das Zivilgericht verweisen kann, sofern die vollständige Beurteilung der Zivilansprüche einen unverhä ltnismässigen Aufwand erfordern würde. Mit dieser Bestimmung wollte der Gesetzgeber e ine ungebührliche Komplikation und Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verzögerung des Verfahrens im Strafpunkt vermeiden, i ndem dem Strafgericht lange und oft schwierige Feststellungen über Fragen, die keinen Einfl uss auf den Entscheid im Strafpunkt haben, erspart werden sollten. Darüber hinaus verband der Gesetzgeber mit dieser Bestim- mung die Hoffnung, dass als Folge des Grundsatzentscheids häufiger ein Vergleich zwischen den Parteien möglich und damit eventuell sogar ein na chfolgendes Zivilverfahren entbehrlich werde (vgl. E VA WEISHAUPT , Die verfahrensrechtlichen Bestimmungen des Opferhilf egesetzes, Zürich 1998, S. 244). Unter diesen Voraussetzungen kann die am 10. März 2005 geleistete Zahlung von Fr. 250'000.-- steuerlich weder im Unfall zeitpunkt noch im Zeitpunkt des Strafgerichtsurteils als zugeflossen und erzielt gelten. Ebenso fällt mangels einer bedingungs- losen Schuldanerkennung der Haftpflichtversicherung eine steuerliche Erfassung dieser Leistung vor der Steuerperiode 2005 ausser Betracht. Vi elmehr kann die am 10. März 2005 geleistete Zahlung in der Höhe von Fr. 250'000.-- steuerrechtlich frühestens mit der Auszahlung in der Steuerperiode 2005 als zugeflossen gelten. Die Beschwerde erweist sich damit in diesem Punkt als unbegründet. 6.1 Damit bleibt zu klären, ob der Kanton Basel-Land schaft für die Besteuerung der im Jahr 2005 erhaltenen und in dieser Steuerperiode zu e rfassenden Kapitalabfindung zuständig ist, was die Beschwerdeführerin bestreitet. 6.2 Die Vorinstanz bestätigte die Steuerhoheit des Kant ons Basel-Landschaft für die Erhe- bung der direkten Bundessteuer in Bezug auf die im Jahr 2005 erhaltene Kapitalabfindung. Sie zog in Erwägung, dass gemäss Art. 68 Abs. 1 des Bundesges etzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG ) vom 14. Dezember 1990 (in der Fassung vom 23. November 2004; nachfolgend StHG 2005) b ei Wechsel des steuerrechtlichen Wohnsitzes innerhalb der Schweiz die Steuerpflicht auf G rund persönlicher Zugehörigkeit für die laufende Steuerperiode im Kanton besteht, in wel chem der Steuerpflichtige am Ende dieser Periode seinen Wohnsitz hat. Kapitalleistungen gemäss A rt. 11 Abs. 3 StHG seien jedoch in dem Kanton steuerbar, in dem der Steuerpflichtige i m Zeitpunkt der Fälligkeit seinen Wohnsitz habe (Art. 68 Abs. 1 Satz 2 StHG 2005). Art. 216 DBG (in der damals geltenden Fassung vom 23. November 2004; nachfolgend DBG 2005) habe im Ge gensatz zur damaligen Fassung des StHG keine Ausnahmeregelung für die Besteuerung von Kapitalleistungen enthalten. Diese Unzulänglichkeit habe die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) aber im Kreisschreiben Nr. 5 vom 9. April 2001 korrigiert. Die Vorinstanz stützte sich somit im Wesentlichen auf das Kreisschreiben Nr. 5 der ESTV, worin diese ausführte, dass die Bestimmung von Art. 38 Abs. 1 DBG jener in Art. 11 Abs. 3 StHG entspreche und die Zu ständigkeit für die Besteuerung dieser Einkünfte bei den kantonalen direkten Steuern gemäss Ar t. 68 Abs. 1 StHG dem Wohnsitz- kanton des Begünstigten im Zeitpunkt der Fälligkeit der Kapitalleistung zugewiesen werde. Zum Zweck der Sicherstellung einer Koordination der Zuständi gkeiten im Bereich der direkten Steuern werde dieser Kanton auch die Veranlagung für die direkte Bundesteuer vornehmen (Kreisschreiben Ziff. 7). 6.3.1 In einem kürzlich ergangenen Grundsatzurteil setzte sich das Bundesgericht aus- führlich mit der Frage der Bundesrechtskonformität dieses Vorgehens bzw. des Kreisschreibens Nr. 5 der ESTV auseinander (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 2C_77/2015 vom Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 24. Mai 2016 = BGE 142 II 182). Dabei kam das Bundesge richt zum Schluss, der herrschende Vollzugsföderalismus bei der direkten Bundessteuer werfe die Frage nach der örtlichen Zustän- digkeit auf. Hierzu bestimme Art. 216 Abs. 1 DBG in der hier massgebenden Fassung vom 14. Dezember 1990 (nachfolgend: DBG 1990): "Die kanto nalen Behörden erheben die direkte Bundessteuer von den natürlichen Personen, die am Ende d er Steuerperiode oder der Steuerpflicht ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder, wenn ein solcher in der Schweiz fehlt, ihren steuerrechtlichen Aufenthalt im Kanton haben. Vorbehal ten bleiben die Art. 3 Abs. 5 und 107." Mit dieser Formulierung bringe der Gesetzgeber den G rundsatz der Einheit des Veranla- gungsortes zum Ausdruck. Von der Einheit des Veranlagun gsortes bestünden gemäss Art. 216 Abs. 1 Satz 2 DBG 1990 bloss zwei Ausnahmen. Dabei handle es sich zum einen um die Besteuerung am Heimatort gemäss Art. 3 Abs. 5 DBG 1990, zum andern um die "Pro-rata- temporis-Besteuerung" bei Kantonswechsel von Personen, d ie der Quellenbesteuerung unterliegen (Art. 107 Abs. 1 lit. a DBG). Im Umkehrsc hluss seien Kapitalleistungen aus Vor- sorge (Art. 38 DBG) einheitlich vom Kanton zu veranlag en und zu beziehen, an welchem die persönlich zugehörige steuerpflichtige Person am Ende d er Steuerperiode ihren steuerrecht- lichen Wohnsitz oder Aufenthalt hatte (Art. 3 Abs. 1 DBG). 6.3.2 Weiter stellte das Bundesgericht fest, dass es sich b ei der streitbetroffenen Regelung in Ziff. 7 des Kreisschreibens Nr. 5 um eine (reine) Ver waltungsverordnung handle, deren Regelung eine Übereinstimmung mit Art. 68 Abs. 1 Satz 2 StHG 2000 schaffe und im Übrigen Art. 105 Abs. 4 DBG 2013 vorwegnehme. In der Doktrin habe dies weitgehende Zustimmung gefunden, wobei die Befürworter dieser Praxis Praktikabi litätsüberlegungen in den Vordergrund gestellt hätten. Selbst wenn diese an sich gerechtfertig t sein sollten, gestatte dies kein delegationsfreies Abkehren von der gesetzlichen Zuständigkeitsordnung. 6.3.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hande lt es sich bei Art. 216 Abs. 1 Satz 1 DBG 1990 um eine Weichenstellung im Sinne der Einh eit des Veranlagungsortes. Die bundesrechtliche Kompetenzverteilung zu Veranlagung und Bezug der direkten Bundessteuer ist danach ebenso abschliessender wie ausschliesslicher Natur : Für die steuerliche Erfassung ein und desselben Wirtschaftsguts (Einkommen, Vermögen, Gewinn usw.) ist ein einziger Kanton rechtszuständig. Art. 216 Abs. 1 Satz 2 DBG 1990 sehe lediglich zwei Ausnahmen vor und Kapitalleistungen aus Vorsorge (Art. 38 DBG) würd en nicht darunter fallen. Örtlich zuständig sei nach dem Recht von 1990 nicht der Fälligk eits-, sondern der Kanton der persönlichen Zugehörigkeit (Art. 3 DBG). Er sei im Sin ne eines "Pflichtrechts" ebenso verpflichtet wie berechtigt, die Veranlagung und späte r den Bezug vorzunehmen, ihm stehe hierfür aber auch ein Anteil am Steueraufkommen zu. Für die Zwecke der direkten Bundessteuer habe der Gesetzgeber hinsichtlich der Kapita lleistungen aus Vorsorge selbst dann noch an der Einheit des Veranlagungsortes festgehal ten, als er einen neuen Art. 68 Abs. 1 Satz 2 StHG geschaffen habe. Man möge dies als V ersehen deuten, jedenfalls hätte aber reichlich Zeit bestanden, die möglicherweise unbea bsichtigte Unterlassung zu beheben. Der Gesetzgeber habe dies erst mit der Revision vom 22. März 2013 (Art. 105 Abs. 4 DBG 2013) getan, was für das Bundesgericht und die ander en rechtsanwendenden Behörden mass- gebend sei (Art. 190 der Bundesverfassung der Schweize rischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999). Die Verwaltungsverordnung (Kreisschreiben Nr. 5 der ESTV vom 9. April 2001) Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht erweise sich damit insoweit als bundesrechtswidrig, als d eren Ziff. 7 dazu führe, dass Kapital- leistungen aus Vorsorge vom Fälligkeitskanton zu erfassen sind. Dies widerspreche Art. 216 Abs. 1 DBG 1990. Diese Rechtslage habe erst mit der Revisi on vom 22. März 2013 (AS 2013 2397; nachfolgend: DBG 2013) eine Umkehr erfahren. Gemäss Art. 105 Abs. 4 DBG 2013, der am 1. Januar 2014 in Kraft trat, würden solche Kapit alleistungen aus Vorsorge nunmehr vom Kanton veranlagt, in welchem die begünstigte Person i m Zeitpunkt der Fälligkeit ihren steuer- rechtlichen Wohnsitz habe (vgl. zum Ganzen BGE 142 II 182). 6.4 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin im Zei tpunkt der Auszahlung zwar noch Wohnsitz im Kanton Basel-Landschaft hatte. Per 28. Deze mber 2005 meldete sich die Beschwerdeführerin allerdings bei der Einwohnerkontrol le B.____ nach C.____ (Kanton Nid- walden) ab. Die Steuerverwaltung anerkannte in der Fo lge, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz der Beschwerdeführerin Ende 2005 im Kanton Ni dwalden befand. Weil – wie zuvor dargelegt – Kapitalleistungen aus Vorsorge gemäss Art. 3 8 DBG einheitlich vom Kanton zu veranlagen und zu beziehen sind, an welchem die persönl ich zugehörige steuerpflichtige Person am Ende der Steuerperiode ihren steuerrechtliche n Wohnsitz oder Aufenthalt hatte, ist festzustellen, dass der Kanton Basel-Landschaft für den E rlass der vorliegend umstrittenen Veranlagungsverfügung nicht zuständig war. 7.1 Aufgrund dieser Erwägungen ist die Beschwerde gutzu heissen. Demgemäss ist der angefochtene Entscheid des Steuergerichts vollumfänglich aufzuheben und festzustellen, dass sich die von der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landscha ft erlassene Veranla- gungsverfügung betreffend Direkte Bundessteuer 2005, Ka pitalabfindung mangels Zuständig- keit als unzulässig erweist. 7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigen sich we itere Ausführungen zu den übrigen materiellen Vorbringen der Parteien. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Für die Be schwerde an das Kantonsgericht als weitere kantonale Beschwerdeinstanz im Bereich der dir ekten Bundessteuer gelten laut Art. 145 Abs. 2 DBG die Vorschriften von Art. 140 bis 1 44 DBG sinngemäss. Gemäss Art. 144 Abs. 1 DBG werden die Kosten der unterliegenden Parte i auferlegt; wird die Beschwerde teilweise gutgeheissen, so werden sie anteilsmässig aufer legt. Die Höhe der Kosten des Verfahrens wird durch das kantonale Recht bestimmt (Art. 144 Abs. 5 DBG). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die Verfahrenskosten des vorinstanzlichen Beschwerde- wie auch des kantonsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens zu La sten der Gerichtskasse. Die erho- benen Kostenvorschüsse sind der Beschwerdeführerin zurückzuzahlen. 8.2 Für die Zusprechung von Parteikosten gilt Art. 64 Absätze 1-3 des Verwaltungsver- fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG) sinngemä ss (Art. 144 Abs. 4 DBG). Laut Art. 64 Abs. 1 VwVG kann der ganz oder teilweise obsie genden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene not wendige und verhältnismässig hohe Kosten zugesprochen werden. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3 Die als Anwältin tätige, in eigener Sache prozessi erende, Beschwerdeführerin bean- tragt unter Verweis auf die bundesgerichtliche Praxis (B GE 110 V 132 ff.) die Zusprechung einer Parteientschädigung für das vorinstanzliche und da s verwaltungsgerichtliche Verfahren. Weiter macht sie geltend, das von der Vorinstanz angefüh rte Argument der Nichtvertretung sei auf den ersten Blick zwar zutreffend, weil tatsächlich kei ne von ihr an sich selbst erteilte schriftliche Vollmacht existiere. Sie sei aber auch nicht aufgefordert worden, eine entsprechende Vollmacht einzureichen. Allerdings habe si e davon ausgehen dürfen, dass die Tatsache, dass sie nicht als Privatperson, sondern als Advo katin ihre Anliegen vertreten habe, den Vorinstanzen hinlänglich bekannt gewesen sei. Sie h abe auch für sämtliche Eingaben ausschliesslich Briefpapier mit dem Briefkopf der Advokatur verwendet. 8.4 Wenn eine Anwältin in eigener Sache prozessiert, besteht keine echte Vertretung. Ent- sprechend kann die dergestalt handelnde Anwältin nur ausnahmsweise, bei Vorliegen spezieller Verhältnisse, eine Parteientschädigung beanspruchen (M ICHAEL BEUSCH in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommenta r zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 64 N 14, M ARCEL MAILLARD in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Auflage, Art. 64 N 36; BGE 129 II 297 E. 5 mit V erweis auf BGE 110 V 132 und Urteile des Bundesgerichts 1B_163/2014 vom 18. Juli 2014 E. 3, 4A_76 /2014 vom 19. Juni 2014 E. 5 und 2C_807/ 2008 vom 19. Juni 2009 E. 4.3 sowie BGE 133 III 439 E. 4). Eine solche Ausnahme- situation ist nach der bundesgerichtlichen Praxis anzune hmen, wenn es sich um eine kompli- zierte Sache mit hohem Streitwert handelt, die Intere ssenwahrung einen hohen Arbeitsaufwand notwendig macht, der den Rahmen dessen überschreitet, w as der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung der persönlichen A ngelegenheiten auf sich zu nehmen hat und zwischen dem betriebenen Aufwand und dem Ergebnis der Interessenwahrung ein vernünftiges Verhältnis besteht (vgl. BGE 110 V 132 ff.). 8.5 Die Beschwerdeführerin reichte beim Kantonsgericht i n den beiden Beschwerdever- fahren betreffend direkte Bundessteuer und betreffend Staatssteuer mit Ausnahme der geänderten Betreffzeile quasi übereinstimmende Beschwerden ein. Für die Beschwerdeführung vor Kantonsgericht macht sie einen Arbeitsaufwand von i nsgesamt 30 Stunden – davon sollen 24 Stunden verrechnet werden – geltend. Eine detailli erte Honorarnote reichte die Beschwerdeführerin indes nicht ein, sodass das Kantonsg ericht die Parteientschädigung nach Ermessen festsetzen kann (§ 18 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). In der Beschwerdeschrift befasst sich die Beschwerdeführerin ausführlich mit der Rechtslage in Bezug auf die im Parallelverfahre n umstrittene Staatssteuer. Demgegen- über setzt sie sich nur am Rande – im Schlussresümee – m it der Rechtslage in Bezug auf die direkte Bundessteuer auseinander (vgl. Beschwerde vom 23. März 2015 S. 39). Unter diesen Umständen sind die Voraussetzungen für die ausnahmsweise Gewährung einer Parteientschä- digung im vorliegend zu beurteilenden Verfahren betr effend die direkte Bundesteuer nicht gegeben. Eine Parteientschädigung wird demzufolge nicht zugesprochen. Aus den gleichen Gründen fällt die Zusprechung einer Parteientschädigung für das vorinstanzliche Verfahren ausser Betracht. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entschei d des Steuergerichts vom 24. Oktober 2014 aufgehoben. 2. Die steuer- und kantonsgerichtlichen Verfahrenskosten gehen zu Lasten der Gerichtskasse. Der ans Kantonsgericht geleistete Kosten vorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiber