Vertrag vom 13. Juni 1972 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich über die Ergänzung des Europäischen Auslieferungsübereinkommens vom 13. Dezember 1957 und die Erleichterung seiner Anwendung <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/1997_1997_1997/19741214/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/1997_1997_1997/19741214"/><FRBRdate date="1972-06-13" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1974-12-14" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1974-12-14" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.353.916.31"/><FRBRname xml:lang="it" value="Accordo del 13 giugno 1972 tra la Confederazione Svizzera e la Repubblica d'Austria che completa la Convenzione europea di estradizione del 13 dicembre 1957 e ne agevola l'applicazione" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Accord du 13 juin 1972 entre la Confédération suisse et la République d'Autriche en vue de compléter la Convention européenne d'extradition du 13 décembre 1957 et de faciliter son application" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Vertrag vom 13. Juni 1972 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich über die Ergänzung des Europäischen Auslieferungsübereinkommens vom 13. Dezember 1957 und die Erleichterung seiner Anwendung" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/1997_1997_1997/19741214/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/1997_1997_1997/19741214/de"/><FRBRdate date="1972-06-13" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1974-12-14" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1974-12-14" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/1997_1997_1997/19741214/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/1997_1997_1997/19741214/de/xml"/><FRBRdate date="1972-06-13" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1974-12-14" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1974-12-14" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p>0.353.916.31Nicht löschen bitte "<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1974/1997_1997_1997" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1974</b> 1997</ref>; <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/fga/1973/2_983_967_880" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">BBl <b>1973</b> II 983 </ref></p></authorialNote> " !!  (Stand am 5. November 1999)</p><p><docNumber>0.353.916.31</docNumber></p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Originaltext</p><p><docTitle>Vertrag<br/>zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft<br/>und der Republik Österreich über die Ergänzung<br/>des Europäischen Auslieferungsübereinkommens<br/>vom 13. Dezember 1957 und die Erleichterung seiner Anwendung</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 13. Juni 1972<br/>Von der Bundesversammlung genehmigt am 19. März 1974<authorialNote><p> Abs. 1 Ziff. 1 des BB vom 19. März 1974 (<ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1974/1996_1996_1996" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1974</b> 1996</ref>)</p></authorialNote> <br/>Ratifikationsurkunden ausgetauscht am 14. November 1974<br/>In Kraft getreten am 14. Dezember 1974</p></preface><preamble><p>Der Schweizerische Bundesrat<br/>und<br/>der Bundespräsident der Republik Österreich</p><p>in dem Wunsch, das Europäische Auslieferungsübereinkommen<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1967/814_854_850" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.353.1</b></ref></p></authorialNote> – im folgenden als Übereinkommen bezeichnet – im Verhältnis zwischen den beiden Staaten zu ergänzen und die Anwendung der darin enthaltenen Grundsätze zu erleichtern, sind übereingekommen, einen Vertrag zu schliessen, und haben zu diesem Zweck als ihre Bevollmächtigten ernannt:</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">(Es folgen die Namen der Bevollmächtigten)</p><p>Die Bevollmächtigten haben nach Austausch ihrer in guter und gehöriger Form befundenen Vollmachten nachstehende Bestimmungen vereinbart:</p></preamble><body><article eId="art_I"><num><b>Art. I</b></num><heading>(Zu Artikel 1 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_I/para"><content><p>Entscheidet über die Anordnung des Vollzugs einer Strafe nach dem Recht des ersuchenden Staates eine Verwaltungsbehörde, so steht diese Entscheidung der einer Justizbehörde im Sinne des Übereinkommens gleich.</p></content></paragraph></article><article eId="art_II"><num><b>Art. II</b></num><heading>(Zu Artikel 2 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_II/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die Auslieferung wird auch bewilligt, wenn das Mass der noch zu vollziehenden Freiheitsstrafe oder bei mehreren noch zu vollziehenden Freiheitsstrafen deren Summe mindestens drei Monate beträgt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_II/para_2"><num>(2)</num><content><p>Wird eine Auslieferung nach Art. 2 Ziffer 1 des Übereinkommens bewilligt, so wird die Auslieferung auch wegen anderer Handlungen bewilligt, wenn diese in beiden Staaten mit einer von einem Gericht zu verhängenden Strafe bedroht sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_II/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die Auslieferung zum Vollzug einer sichernden Massnahme, die auch im Zusammenhang mit strafbaren Handlungen angeordnet worden ist, derentwegen die Auslieferung unzulässig ist, wird bewilligt, wenn die Massnahme selbst ohne Rücksicht auf diese Handlungen angeordnet worden wäre.</p></content></paragraph></article><article eId="art_III"><num><b>Art. III</b></num><heading>(Zu Artikel 7 und 8 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_III/para_1"><num>(1)</num><content><p>Der ersuchte Staat wird die Auslieferung wegen einer strafbaren Handlung, die nach seinen Rechtsvorschriften seiner Gerichtsbarkeit unterliegt, bewilligen, wenn wegen einer anderen strafbaren Handlung ausgeliefert wird und die Aburteilung wegen aller strafbaren Handlungen durch die Justizbehörden des ersuchenden Staates im Interesse der Wahrheitsfindung, aus Gründen der Strafzumessung und des Strafvollzugs oder im Interesse der Resozialisierung des Rechtsbrechers zweckmässig ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_III/para_2"><num>(2)</num><content><p>Absatz 1 ist bei der Entscheidung über die Zustimmung zu einer Weiterlieferung sinngemäss anzuwenden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_IV"><num><b>Art. IV</b></num><heading>(Zu Artikel 9 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_IV/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die Auslieferung wird auch nicht bewilligt, wenn die Handlungen in einem dritten Staat verübt worden sind und dort darüber eine der in Artikel 9 des Übereinkommens erwähnten Entscheidungen ergangen ist, sofern gegen diese Entscheidung keine besonderen Bedenken bestehen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_IV/para_2"><num>(2)</num><content><p>Ist im ersuchten Staat ein rechtskräftiges Urteil ergangen, so wird dessen ungeachtet unter den Voraussetzungen des Artikels III Absatz 1 dieses Vertrages die Auslieferung bewilligt, wenn neue Tatsachen oder Beweise die Wiederaufnahme des Strafverfahrens rechtfertigen, oder wenn die im Urteil verhängte Strafe ganz oder teilweise nicht verbüsst ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_IV/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die Auslieferung wird nicht abgelehnt, wenn im ersuchten Staat nur wegen des Mangels der eigenen Gerichtsbarkeit kein Strafverfahren eingeleitet worden ist oder ein bereits eingeleitetes Strafverfahren nicht zu einer Verurteilung geführt hat.</p></content></paragraph></article><article eId="art_V"><num><b>Art. V</b></num><heading>(Zu Artikel 10 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_V/para"><content><p>Für die Unterbrechung der Verjährung sind allein die Rechtsvorschriften des ersuchenden Staates massgebend.</p></content></paragraph></article><article eId="art_VI"><num><b>Art. VI</b></num><paragraph eId="art_VI/para_1"><num>(1)</num><content><p>Eine im ersuchten Staat erlassene Amnestie steht der Auslieferung nicht entgegen, wenn die strafbare Handlung der Gerichtsbarkeit dieses Staates nicht unterliegt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_VI/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Verpflichtung zur Auslieferung wird durch das Fehlen einer Erklärung des Geschädigten (Antrag oder Ermächtigung), die nach dem Recht des ersuchten Staates zur Einleitung des Strafverfahrens erforderlich wäre, nicht berührt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_VII"><num><b>Art. VII</b></num><heading>(Zu Artikel 12 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_VII/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ersuchen um Auslieferung oder Durchlieferung werden unbeschadet der Zulässigkeit des diplomatischen Weges für die Schweizerische Eidgenossenschaft durch das Bundesamt für Justiz<authorialNote><p> Die Bezeichnung der Verwaltungseinheit wurde gemäss Art. 4a der Publikationsverordnung vom 15. Juni 1998 (<ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2015/670" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>170.512.1</b></ref>) angepasst. Die Anpassung wurde im ganzen Text vorgenommen.</p></authorialNote>, für die Republik Österreich durch den Bundesminister für Justiz gestellt. Auch der sonstige Schriftverkehr zwischen den beiden Staaten findet auf diesem Weg statt, soweit das Übereinkommen und dieser Vertrag nichts anderes bestimmen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_VII/para_2"><num>(2)</num><content><p>Einem Ersuchen um Auslieferung oder Durchlieferung zur Vollstreckung sind die Unterlagen beizufügen, aus denen sich die sofortige Vollstreckbarkeit des Erkenntnisses ergibt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_VII/para_3"><num>(3)</num><content><p>In den Fällen des Artikels II Absatz 2 dieses Vertrages kann dem Ersuchen anstelle eines Haftbefehls oder einer gleichwertigen Urkunde im Sinne des Artikels 12 Ziffer 2 Buchstabe a des Übereinkommens die Urschrift oder eine beglaubigte Abschrift einer richterlichen Urkunde beigefügt werden, aus der sich der Sachverhalt ergibt. Das gleiche gilt in den Fällen, in denen bereits ausgeliefert worden ist und nachträglich um Zustimmung zur weiteren Verfolgung ersucht wird.</p></content></paragraph></article><article eId="art_VIII"><num><b>Art. VIII</b></num><heading>(Zu Artikel 14 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_VIII/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die bedingte Freilassung ohne eine die Bewegungsfreiheit des Ausgelieferten einschränkende Anordnung steht der endgültigen Freilassung gleich.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_VIII/para_2"><num>(2)</num><content><p>Im Sinne des Artikels 14 Ziffer 2 des Übereinkommens kann der ersuchende Staat auch Massnahmen treffen, um die für ein Ersuchen um Zustimmung nach Artikel 14 Ziffer 1 Buchstabe a des Übereinkommens erforderlichen Unterlagen zu erhalten. Zu diesem Zweck ist die Einvernahme des Ausgelieferten und seine Vorführung zur Einvernahme zulässig. Nach der Stellung eines Ersuchens um Zustimmung kann der Ausgelieferte bis zum Eingang der Entscheidung über dieses Ersuchen im ersuchenden Staat in Haft gehalten werden, wenn nach dessen Rechtsvorschriften die Anordnung der Haft an sich zulässig ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_IX"><num><b>Art. IX</b></num><heading>(Zu Artikel 15 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_IX/para"><content><p>Einem Ersuchen um Zustimmung zur Weiterlieferung an eine andere Vertragspartei des Übereinkommens oder an einen dritten Staat sind die in Artikel 12 Ziffer 2 des Übereinkommens erwähnten Unterlagen beizufügen, die dem um Zustimmung ersuchenden Staat übermittelt worden sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_X"><num><b>Art. X</b></num><heading>(Zu Artikel 16 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_X/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ersuchen um vorläufige Verhaftung können gestellt werden</p><blockList><item eId="art_X/para_1/bull_u1"><num>– </num><p>auf schweizerischer Seite durch die Gerichte, die Strafverfolgungs‑ und Strafvollzugsbehörden sowie das Bundesamt für Justiz,</p></item><item eId="art_X/para_1/bull_u2"><num>– </num><p>auf österreichischer Seite durch die Gerichte, die Staatsanwaltschaften sowie den Bundesminister für Justiz und den Bundesminister für Inneres.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_X/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Angabe der strafbaren Handlung im Ersuchen hat eine kurze Darstellung des Sachverhalts zu umfassen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_XI"><num><b>Art. XI</b></num><heading>(Zu Artikel 17 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_XI/para"><content><p>Zugleich mit der Entscheidung nach Artikel 17 des Übereinkommens wird der ersuchte Staat auch über die Zulässigkeit der allfälligen Weiterlieferung entscheiden. Er wird diese Entscheidung allen beteiligten Staaten bekanntgeben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_XII"><num><b>Art. XII</b></num><heading>(Zu Artikel 19 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_XII/para_1"><num>(1)</num><content><p>Artikel 19 Ziffer 1 des Übereinkommens wird auch beim Vollzug einer sichernden Massnahme angewendet.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_XII/para_2"><num>(2)</num><content><p>Um die vorübergehende Übergabe im Sinne des Artikels 19 Ziffer 2 des Übereinkommens kann zur Durchführung dringender Prozesshandlungen ersucht werden. Die Prozesshandlungen sind im Ersuchen näher zu bezeichnen. Der Übergabe wird nicht zugestimmt, wenn durch sie eine gerichtliche Verfolgung im ersuchten Staat erheblich verzögert oder erschwert wird. Nach Durchführung der Prozesshandlungen im ersuchenden Staat oder auf Verlangen des ersuchten Staates wird der Verfolgte zurückgegeben.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_XII/para_3"><num>(3)</num><content><p>Im Falle der vorübergehenden Übergabe wird der Verfolgte im ersuchenden Staat für die Dauer seines Aufenthalts in Haft gehalten. Diese Haft wird im ersuchten Staat angerechnet.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_XII/para_4"><num>(4)</num><content><p>Die durch eine vorübergehende Übergabe im Hoheitsgebiet des ersuchten Staates entstandenen Kosten werden nicht erstattet.</p></content></paragraph></article><article eId="art_XIII"><num><b>Art. XIII</b></num><heading>(Zu Artikel 20 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_XIII/para_1"><num>(1)</num><content><p>Der ersuchte Staat gibt in den Fällen des Artikels 20 Ziffer 1 und 2 des Übereinkommens zugleich mit der Mitteilung über die Sicherstellung von Gegenständen bekannt, ob der auszuliefernde Verfolgte mit der unmittelbaren Rückgabe an den Geschädigten einverstanden ist. Der ersuchende Staat teilt dem ersuchten Staat sobald wie möglich mit, ob er auf die Übergabe der Gegenstände unter der Bedingung verzichtet, dass sie gegen Vorweis einer Bescheinigung seiner zuständigen Justizbehörde dem Geschädigten oder dessen Beauftragten ausgehändigt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_XIII/para_2"><num>(2)</num><content><p>Im übrigen werden die in Artikel 20 Ziffer 1 des Übereinkommens bezeichneten Gegenstände oder gegebenenfalls das durch ihre Verwertung erlangte Entgelt auch ohne besonderes Ersuchen, wenn möglich gleichzeitig mit dem Verfolgten, übergeben. Hinsichtlich der Gegenstände, die der ersuchende Staat nach seiner Erklärung nicht als Beweismittel benötigt, kann jedoch der ersuchte Staat von der Übergabe absehen,</p><blockList><item eId="art_XIII/para_2/lbl_a"><num>a. </num><p>wenn der Geschädigte in diesem Staat seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, oder</p></item><item eId="art_XIII/para_2/lbl_b"><num>b. </num><p>wenn eine an der strafbaren Handlung nicht beteiligte Person glaubhaft macht, sie habe im ersuchten Staat daran gutgläubige Rechte erworben, wenn ihre Ansprüche weder befriedigt noch sichergestellt worden sind.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_XIII/para_3"><num>(3)</num><content><p>Der ersuchende Staat ist berechtigt, von der in Artikel 20 Ziffer 4 des Übereinkommens vorgesehenen Rückgabe von Gegenständen an den ersuchten Staat abzusehen, es sei denn, dass die Bedingungen nach Absatz 2 Buchstabe b vorliegen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_XIII/para_4"><num>(4)</num><content><p>Ein Zollpfandrecht oder eine sonstige dingliche Haftung nach den Vorschriften des Zoll‑ oder Steuerrechts wird der ersuchte Staat bei der Übergabe von Gegenständen unter Verzicht auf deren Rückgabe nicht geltend machen, es sei denn, dass der durch die strafbare Handlung geschädigte Eigentümer der Gegenstände die Abgabe selbst schuldet.</p></content></paragraph></article><article eId="art_XIV"><num><b>Art. XIV</b></num><heading>(Zu Artikel 21 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_XIV/para_1"><num>(1)</num><content><p>Für die Dauer der Durchlieferung hat der darum ersuchte Staat die ihm übergebene Person in Haft zu halten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_XIV/para_2"><num>(2)</num><content><p>Soll ein Verfolgter auf dem Luftweg durch das Hoheitsgebiet eines der beiden Staaten ohne Zwischenlandung befördert werden, so teilt der ersuchende Staat auch mit, dass der Verfolgte nach den bekannten Tatsachen und den vorhandenen Unterlagen die Staatsangehörigkeit des überflogenen Staates weder besitzt noch in Anspruch nimmt. Er teilt ferner mit, dass die Auslieferung nicht wegen einer der in den Artikeln 3 bis 5 des Übereinkommens bezeichneten strafbaren Handlungen oder wegen einer Handlung erfolgt, die ausschliesslich in der Zuwiderhandlung gegen Monopolvorschriften oder gegen Vorschriften über die Ein‑, Aus‑ oder Durchfuhr sowie die Bewirtschaftung von Waren besteht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_XV"><num><b>Art. XV</b></num><heading>(Zu Artikel 23 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_XV/para"><content><p>Übersetzungen von Ersuchen, die nach dem Übereinkommen oder diesem Vertrag gestellt werden, sowie von beigefügten Unterlagen können nicht gefordert werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_XVI"><num><b>Art. XVI</b></num><paragraph eId="art_XVI/para"><content><p>Im Sinne dieses Vertrages umfasst der Ausdruck «Strafe» auch eine sichernde Massnahme.</p></content></paragraph></article><article eId="art_XVII"><num><b>Art. XVII</b></num><heading>(Zu Artikel 31 des Übereinkommens)</heading><paragraph eId="art_XVII/para"><content><p>Kündigt eine der beiden Vertragsparteien das Übereinkommen, so bleibt es zwischen ihnen weiterhin, zunächst für zwei Jahre, in Kraft. Diese Frist beginnt sechs Monate nach Eingang der Notifikation beim Generalsekretär des Europarates. Sie gilt stillschweigend als für jeweils ein Jahr erstreckt, es sei denn, dass eine der beiden Vertragsparteien der anderen sechs Monate vor dem Ablauf der Frist schriftlich mitteilt, sie stimme einer weiteren Erstreckung nicht zu.</p></content></paragraph></article><article eId="art_XVIII"><num><b>Art. XVIII</b></num><paragraph eId="art_XVIII/para_1"><num>(1)</num><content><p>Dieser Vertrag bedarf der Ratifikation; die Ratifikationsurkunden sollen sobald wie möglich in Wien ausgetauscht werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_XVIII/para_2"><num>(2)</num><content><p>Dieser Vertrag tritt einen Monat nach Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_XVIII/para_3"><num>(3)</num><content><p>Dieser Vertrag kann jederzeit schriftlich gekündigt werden; er tritt sechs Monate nach der Kündigung ausser Kraft. Er tritt auch ohne Kündigung in dem Zeitpunkt ausser Kraft in dem das Europäische Auslieferungsübereinkommen zwischen den Parteien des vorliegenden Vertrages unwirksam wird.</p></content></paragraph></article><signature><p><i>Zu Urkund dessen</i> haben die Bevollmächtigten diesen Vertrag unterschrieben und mit Siegeln versehen.</p><p>Geschehen zu Bern, am 13. Juni 1972, in zwei Urschriften in deutscher Sprache.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für die<br/>Schweizerische Eidgenossenschaft:</p></td><td><p>Für die<br/>Republik Österreich:</p></td></tr><tr><td><p>Graber</p></td><td><p>Bielka</p></td></tr></table></signature></body></act></akomaNtoso>