STEUERREKURSKOMMISSION II DES KANTONS ZÜRICH 2 ST.2010.137 2 DB.2010.103 Entscheid 9. September 2010 Mitwirkend : Einzelrichter Richard Oesch und Sekretärin Barbara Müller In Sachen 1. A, 2. B, Rekurrenten/ Beschwerdeführer, vertreten durch C, gegen 1. S t a a t Z ü r i c h , Rekursgegner, 2. S c h w e iz e r i s c h e E i d g e n o s s e n s c h a f t , Beschwerdegegnerin, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Süd, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007 - 2 - 2 ST.2010.137 2 DB.2010.103 hat sich ergeben: A. A und B (nachfolgend der/die Pflichtige, zusammen die Pflichtigen) dekl a- rierten in ihrer Steuererklärung 2007 betreffend den Besuch einer Spezia lschule ihres Sohnes D behinderungsbedingte Kosten im Umfang von Fr. 9'950.-. Mit Auflage vom 17. August 2009 forderte das kantonale Steueramt sie diesbezüglich auf, eine Kopie des Berichtes des kantonalen schulpsychologischen Dienstes einzure ichen. Am 25. August 20 09 reichten die Pflichtigen Unterla gen nach , wobei der konk ret gefo rderte Bericht fehlte. Mit Einschätzungsentscheid vom 31. August 20 09 schätzte das kantonale Steueramt die Pflichtigen für die Steuerperiode 2007 mit einem steuerbaren Einko m- men von Fr. 79'000. - und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 227'000.- ein. Mit Hin- weis des gleichen Tages wurde ihnen die Veranlagung der direkten Bundessteuer 2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 81'300.- in Aussicht gestellt und mit Steuerrechnung vom 18. September 2009 formell eröffnet. B. Am 8. September 2009 e rhoben die Pflichtigen Einsprache gegen den Ei n- schätzungsentscheid. Das kantonale Steueramt nahm die Eingabe auch als Einspr a- che gegen die Veranlagung der direkten Bundessteuer entgegen. Mit separaten Ei n- spracheentscheiden vom 8. April 2010 wies es die Einsprachen ab. C. Am 6. Mai 2010 erhoben die Pflichtigen Rekurs bzw. Beschwerde gegen die Einspracheentscheide und beantragten erneut, es seien die Kosten für die Sonde r- schule ihres Sohnes zum Abzug zuzulassen. Mit Rekursantwort vom 1. Juni 2010 b e- antragte das kantonale Steueramt Abwei sung von Rekurs und Beschwerde, da die erforderliche Bestätigung des schulpsychologischen Dienstes (nachfolgend auch kurz SPD) noch immer fehle. Mit Replik vom 5. Juli 2010 hielten die Pflichtigen an ihrem Antrag fest, rei ch- ten Unterlagen ein und stellten eine Nachreichung des geforderten Berichtes in Au s- sicht. In der Duplik vom 14. Juli 2010 beantragte das kantonale Steueramt erneut A b-- 3 - 2 ST.2010.137 2 DB.2010.103 weisung von Rekurs und Beschwerde. Weiter beantragte es, die Kosten seien una b- hängig vom Ausgang des Verfahrens den Pflichtigen aufzuerlegen. Am 16./19. Juli 2010 reichten die Pflichtigen eine "Beurteilung des SPD und entsprechender Antrag zH PASL" nach. Das kantonale Steueramt verzichtete in se i- nem Schreiben vom 12. August 2010 auf eine Stellungnahme hierzu. Mit Auflage vom 17. August 2010 wurden die Pflichtigen aufgefordert, die ge l- tend gemachten Kosten in der Höhe von Fr. 9'950. - zu belegen. Am 6. September 2010 reichten sie eine Bestätigung über Schulgeldzahlungen in der Höhe von Fr. 9'000.- ein. Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 1. Gemäss § 31 Abs. 1 lit. i des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG; in der Fassung vom 13. Dezember 2004 ) bzw. Art. 33 Abs. 1 lit. h bis des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dez ember 1990 ( DBG; in der Fassung vom 13. Dezember 2002 ) können von den Einkünften die behinderungsbedingten Kosten des Steuerpflichtigen und/oder der von ihm unterhaltenen Personen mit Behinderu n- gen im Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes vom 13. D ezember 2002 (BehiG) abgezogen werden, soweit der Steuerpflichtige die Kosten selber trägt. Mit der Regelung im StG verschafft der Kanton der Bestimmung von Art. 9 Abs. 2 lit. h bis des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kanton e und Ge- meinden vom 14. Dezember 1990 (StHG ; in der Fassung vom 13. Dezember 2002 ) entsprechend Nachachtung. Sowohl das kantonale als auch das Bundesrecht lehnen sich für den Begriff der behinderten Person an das BehiG an. Falls sich Auslegungen von Kanton und Bund widersprechen, ist zu prüfen, ob die kantonale Auslegung ha r- monisierungsrechtskonform ist. Für die harmonisierungsrechtlichen Bestimmungen stellt das DBG unter dem Aspekt der vertikalen Steuerharmonisierung ein beachtliches Auslegungselement dar (STE 2005, A 23.1 Nr. 9, E. 5). - 4 - 2 ST.2010.137 2 DB.2010.103 Eine behinderte Person im Sinne des BehiG ist eine Person, der es eine v o- raussichtlich dauernde körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung e r- schwert oder verunmöglicht, alltägliche Verric htungen vorzunehmen, s oziale Kontakte zu pflegen, sich fortzubewegen, sich aus - und fortzubilden oder eine Erwerbstätigkeit auszuüben. a) Gemäss Kreisschreiben Nr. 11 der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 31. August 2005 betreffend Abzug von Krankheits - und Unfallkosten s owie von behi n- derungsbedingten Kosten (Kreisschreiben ESTV) ist die Beeinträchtigung dann als dauernd anzusehen, wenn sie bereits während mindestens eines Jahres die Au sübung der genannten Tätigkeiten ver unmöglicht oder erschwert hat oder voraussichtlich w äh- rend mindestens eines Jahres ver unmöglichen oder erschweren wird. Die Einschrä n- kung der alltäglichen Verrichtungen, des sozialen Lebens, der Aus - und Weiterbildung oder der Erwerbstätigkeit muss sodann ihre Ursache in der körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung haben (kausaler Zusammenhang). Laut Kreisschreiben ESTV werden Mehrkosten, die durch den B esuch einer Privatschule entstehen, in der Regel nicht zum Abzug zugelassen. Sie ge lten nur dann als behinderungsbedingte Kosten, wenn mi ttels Bericht des kantonalen schulpsychol o- gischen Dienstes nachgewiesen wird, dass es sich beim Besuch einer solchen Schule um die einzig mögliche und notwendige Massnahme für eine angemessene schul ische Ausbildung des behinderten Kindes handelt. Das Merkblatt des kantonalen Steueramtes zu den Abzügen der Kran kheits- und Unfallkosten sowie der behinderungsbedingten Kosten vom 19. Juli 2005 (ZStB I Nr. 19/000, Merkblatt) nennt ebenfalls als abzugsfähige behinderungsbedingte Kosten insbesondere Kosten für eine Privatschule, soweit der Besuch einer solchen durch die Behinderung des Kindes bedingt ist. b) Das Kreisschreiben ESTV wie auch das Merkblatt des kantonalen Steue r- amtes stellen keine gesetzliche Grundlage dar. Sie richten sich in erster Linie an di e Einschätzungsbehörden und wirk en sich insofern nicht unmittelbar auf die Rechtsste l- lung der Steuerpflichtigen aus. Handelt es sich demnach nach allgemeinen Grundsät- zen u m eine Verwaltungsverordnung, stellt diese eine für die Steuerjustizbehörden nicht verbindliche Anweisung zur Auslegung des Gesetzes dar. Diese wird vom Richter - 5 - 2 ST.2010.137 2 DB.2010.103 aber immerhin bei seiner Entscheidung mit berücksichtigt, sofern sie im konkreten Ei n- zelfall eine sachgerechte Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmung e r- laubt (BGr, 10. Juli 2009, 2C_103/2009, www.bger.ch; BGE 121 II 473 = ASA 65, 477 = StR 51, 542 = StE 1996 B 93.1 Nr. 2). Während das Merkblatt das Erfordernis eines Berichts des kantonale n schul- psychologischen Dienstes nicht nennt, wir d im Kreisschreiben ESTV sowie in der Lite- ratur sowohl zum StG als auch zum DBG die Ansicht vertreten, dass der Nachweis der Notwendigkeit der Sonderbeschulung durch einen Bericht eines derartigen Dienstes zu erfolgen hat (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zü rcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 31 N 163 StG , und Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 33 N 171). Anders sehen dies Zigerlig/Jud i m Kommentar zum Schweizer i- schen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 33 N 32za DBG). Sie sind der Meinung, dass der Zusammenhang zwischen Privatschule und Behinderung und die Notwendi g- keit des Besuchs einer Privatschule durch entsprechende Fachgutac hten zu ermitteln ist, wobei die Beweislast letztlich beim Steuerpflichtigen liegt. Unnötig r estriktiv e r- scheint ihnen jedoch die im Kreisschreiben ESTV festgehaltene Beschränkung der Gutachtenstätigkeit einzig auf den kantonalen schulpsychologischen Dienst. Hierzu ist zunächst Folgendes festzuhalten: Das Kreisschreiben ESTV spricht von einem B ericht "des kantonalen schulpsychologischen Dienstes". Seit Inkrafttreten der Volksschulverordnung vom 28. Juni 2006 (VSV) führen im Kanton Zürich die G e- meinden die schulpsychologischen Dienste (§ 15 VSV) . Ein "kantonaler schulpsych o- logischer Dienst" existiert im Kanton Zürich in diesem Sinne also gar nicht. Ein Bericht eines regionalen oder kommunalen schulpsychologischen Dienstes muss daher von vornherein als Bestätigung ausreichen. Sodann ist in Übereinstimmung mit Zigerlig/Jud nicht einzusehen, dass für den Beweis der Behinderung au snahmslos nur ein Bericht des schulpsychologischen Dienstes genügen kann. Vielmehr muss im Einzelfall geprüft werden, ob der Nachweis der Behinderung sowie der Zusammenhang zwischen B e- hinderung und Besuch der Privatschule allenfalls auch anderweitig erbracht wurde und somit ein Abzug zu gewähren ist. Erstellt sein muss auf jeden Fall, dass die Einsch u- lung in die Privatschule nicht blossem Belieben der Eltern entspringt und es sich hie r- bei nicht um eine freiwillige Förderungsmas snahme handelt, sondern dass die U m- schulung durch die Behinderung ind iziert ist. In erster Linie ist dieser Nachweis durch den Bericht eines schulpsychologischen Dienstes zu erbringen. - 6 - 2 ST.2010.137 2 DB.2010.103 Anzumerken ist im Weiteren, dass im gleichen Kreisschreiben ESTV für den (allgemeinen) Nachweis behinderungbedingter Kosten gefordert wird, dass d ieser durch ärztliche Bescheinigungen, Rechnungen, Versicherungsbelege etc. zu erbringen ist (Ziff. 6 Kreisschreiben ESTV). 2. a) aa) Die Pflichtigen machten in der Steuererklä rung 2007 unter Ziffer "16.4, behinderungsbedingte Kosten " den Betrag von Fr. 9'950. - geltend. Auf dem Hilfsblatt "Aufstellung über behinderungsbedingte Kosten" führten sie den nämlichen Betrag auf für "Besuch Privatschule wegen POS gem. separater Aufstell ung". Die se- parate Aufstellung zeigt die Au fteilung des Betrages in monatliche Schulkosten von Fr. 1'800.- (5 x) und eine Schulmaterialpauschale von Fr. 950.- für den Besuch der M in … Der Steuererklärung beigelegt wurde sodann ein Schreiben der Kinderpr axis E vom 29. Januar 2008. Auf die Auflage hin reichten die Pflichtigen zusätzlich einen Bericht über eine psychologische Abklärung des Kinderspitals Zürich vom November 2002, ein Schre i- ben des Erziehungs - und Schulberatungsdienstes F vom Juli 2005, ein Schreiben von G, Heilpädagogische Fachlehrerin , vom Januar 2008 und ein Schreiben vo n H, Lehr- person Sekundarschule B, vom März 2008 ein. In ihrem Schreiben vom 25. August 2009 führten die Pflichtigen aus, für eine sinnvolle schulische Ausbildung ihres Sohnes sei es unbedingt notwendig, dass er eine private Schule mit intensiver Betreuung und kleineren überschaubaren Strukturen b e- suchen könne. Dies könne die öffentliche Schule nicht anbieten. bb) In der Einsprache br achten sie vor, gemäss Beurteilung des Kinder- und Jugendmediziners I und Bericht des Kinderspitals Zürich, Abteilung Psychosomatik und Psychiatrie, leide D klar an einem Psycho -Organischen Syndrom (POS). Von der Schweizerischen Invalidenversicherung werde POS als Geburtsgebrechen ane rkannt. Es könne nicht im Sinne einer "steuergerechten Auslegung" des Kreisschreibens ESTV sein, dass dem kantonalen schulpsychologischen Dienst die alleinig e Fachkompetenz zur Feststellung eines Geburtsgebrechens zugesprochen werde. - 7 - 2 ST.2010.137 2 DB.2010.103 cc) Mit dem Rekurs bzw. de r Beschwerde reicht en die Pflichtigen ein Bestät i- gungsschreiben der pädagogischen Beratungsstelle der Schule F vom 29. April 2010 ein. Darin bestätigt die Psychologin L, dass die D angemessene und für ihn nötige Be- schulungsform mit engmaschiger Betreuung i n einer möglichst kleinen und überscha u- baren Gruppe von der Schulgemeinde F nicht angeboten werden kö nne. Aus diesem Grund sei eine entsprechende Schulung durch die L empfohlen und entsprechend um- gesetzt worden. In der Replik liessen die Pflichtigen zur Frage, weshalb D in der hier intere s- sierenden Steuerperiode 2007 die M und nicht die gemäss Bestätigung em pfohlene Schule L besuchte, ausführen, dass der Hauptlehrer von D, Herr H, in der selben Zeit, in welcher eine Umplatzierung im Raum stand, das Schulhaus N in Richtung M verlas- sen habe. Aufgrund dessen, dass Herr H mit D bereits ein Jahr lang mit Erfolg gearbei- tet habe und die Volksschule F zu dieser Zeit keine gleichwertige Betreuung habe zur Verfügung stellen können, sei D an der M angemeldet worden. Diese Massnahme sei auf das neue Schuljahr 2007 (Sommer) erfolgt. Weil jedoch das spezielle Schulsystem in der M ebenfalls nicht funktioniert habe, sei D auf Januar 2008 in d ie L eingeschult worden. Die Notwendigkeit der Massnahme der Sonderbeschulung von D sei im Übr i- gen dadurch belegt, dass die Gemeindeschulpflege F für das Schuljahr 2008/2009 eine Kostenbeteiligung von Fr. 13'000.- gesprochen habe . Im Laufe des Verfahrens seien unzählige Berichte und Gutachten von Fachpersonen eingereicht worden, die ei ne Be- hinderung von D bestätigten. Mit Eingabe vom 16. Juli 2010 reichten die Pflichtigen schliesslich eine "Beur- teilung des SPD (sc. Schulpsychologischer Dienst) und entsprechender Antrag zH PASL" vom 25. März 2008 ein. Darin berichtet die Schulpsycholo gin O im Namen der Pädagogischen Beratungsstelle Schule F, dass bei D aufgrund von Disziplinarschwi e- rigkeiten, Ablenkbarkeit und auffälligem Sozialverhalten im Juli 2005 eine schulpsych o- logische Abklärung beim SPD F durchgeführt worden sei. Im Herbst 2006 sei in der Kinderpraxis E sodann ein POS diagnostiziert worden, weshalb D seit Ende 2006 Rita- lin erhalte und psychotherapeutisch unterstützt werde. Im Unterricht von Herrn H in der 1. Sek B habe er sich gut entwickeln können. Als dieser Lehrer im August 2007 eine Stelle an der Privatschule M angenommen habe, hätten die Pflichtigen im Sinne e iner Kontinuität der schulischen Betreuung D (ebenfalls) an jener Schule angemeldet. Die Evaluation der Schullaufbahn sowie der aktuellen Situ ation durch den SPD F habe - 8 - 2 ST.2010.137 2 DB.2010.103 aufgezeigt, dass D auf einen kleinen schulischen Rahmen mit engmaschiger Betre u- ung und klaren Strukturen und Grenzen angewiesen sei. Die Schulg emeinde F könne eine solche Beschulung auf Oberstufen -Niveau nicht anbieten. Deshalb werde eine Kostenbeteiligung der Gemeinde (F) an die Kosten der Privatschule L beantragt. b) aa) Das kantonale Steueramt hält im Einspracheentscheid dafür, dass ein Bericht des schulpsychologisc hen Dienstes fehle. Jedoch mangle es ohnehin, auch wenn man auf die von den Pflichtigen eingereichten Unterlagen abstellen wol lte, an einem rechtsgenügenden Nachweis, dass die Privatschule die einzig mögliche und notwendige Massnahme für eine angemessene schulische Ausbi ldung von D sei. Die Eltern hätten auf eine Abklärung durch den schulpsychologischen Dienst verzichtet und D ohne Beizug der Schulpflege an einer Privatschule angemeldet. Die mit der Umsch u- lung verbundenen Kosten seien deshalb den nicht abzugsfähigen privaten Lebenshal- tungskosten zuzuordnen. bb) In der Rekursantwort macht das kantonale Steueramt erneut geltend, dass die notwendige Bestätigung nicht vorliege. I m Bericht der pädagogischen Beratung s- stelle der Schule F werde nur bestätigt, dass die nötige Beschulung von D in Form ei- ner engmaschigen Betreuung in einer möglichst k leinen Gruppe von der Schulgemei n- de F nicht angeboten werden könne. Sodann sei der Bestätigung zu entnehmen, dass eine Schulung durch die L empfohlen worden sei ; bei den von den Pflic htigen geltend gemachten Kosten für die Steuerperiode 2007 gehe es indes ohnehin um Kosten der Schule M in …. Nach wie vor sei davon auszugehen, dass die Einsch ulung in die M nicht aufgrund der Empfehlung des schulpsychologischen Dienstes erfolgt sei, weshalb die angefallenen Kosten eben nicht abzugsfähig seien. In der Duplik brachte das kantonale Steueramt vor, dass erst im Zeitpunkt der Einschulung in die L Antrag auf Kostengutsprache gestellt worden sei . Auch dies sei ein Indiz dafür, dass die Einschulung in die M nicht aufgrund der Empfehlung durch den schulpsychologischen Dienst erfolgt sei. 3.a) Aus den Akten geht hervor, dass es D aufgrund einer psychischen Beein- trächtigung nicht mehr möglich war , am normalen Schulunterricht teilzunehmen. Ge- mäss Bericht von I leidet D an einem POS. Ab Ende 2006 hat er deshalb Ritalin einge- nommen und ist psychotherapeutisch unterstützt worden. I stellte in seinem Bericht - 9 - 2 ST.2010.137 2 DB.2010.103 vom 29. Januar 2008 fest, dass sich die Schulsituation für D trotz dieser Massnahmen im Jahr 2007 zugespitzt habe und dass es für ihn (D) unbedingt notwendig sei, dass er seine letzten 1 ½ Schuljahre in der L absolvieren könne. Die Beurteilung des SPD vom 25. März 2008, welche erst am 16. Juli 2010 vorgelegt wurde und zu welcher sich das Steueramt nicht geäussert hat, hält fest, dass im Juli 2005 eine schulpsychologi sche Abklärung wegen Disziplinarschwierigke iten, Ablenkbarkeit und auffälligem Sozialverhalten durchgeführt worden sei. Ab Okt ober 2005 habe D heilpädagogische Unterstützung erhalten. In der Klasse habe er we iterhin die Grenzen überschritten. In der 1. Sek B bei Herrn H habe sich D gut entwickeln können. Als Herr H im Juli 2007 an die M gewechselt habe, hätten ihn seine Eltern ebenfalls dort angemeldet, damit er weiterhin vom selben Lehrer unte rrichtet werden konnte. Die Evaluation der Schullaufbahn sowie d er aktuellen Situation zeige, dass D auf einen kleinen schulischen Rahmen mit engmaschiger Betreuung und klaren Stru k- turen und Grenzen angewiesen sei. Die Schulgemeinde F könne eine solche Besch u- lung auf Oberstufenniveau nicht anbieten. b) Aufgrund der e ingereichten Unterlagen ist erstellt, dass D an einer psy chi- schen Erkrankung leidet, welche ihm den Schulbesuch in der öffentlichen Schule F seit dem Jahr 2005 erschwerte . Dass, nach therapeutischen sowie medikamentö sen Massnahmen, eine Umschulung stattfin den musste, ist sodann ebenfalls aktenkundig und überdies unbestritten. Im Januar 2008 fand schliesslich die zielführende Umsch u- lung in die L statt. Dazwischen liegt der Versuch der Einschulung von D in die M in … Es ist dem kantonalen Steueramt beizupfl ichten, dass für die se Massnahme der Umschulung in die M in der Steuerperiode 2007 keine konkrete Empfehlung des schulpsychologischen Dienstes vorliegt . Eine solche Empfehlung fi ndet sich im SPD - Bericht sodann auch für das Schuljahr 2008/2009 nur für die L. Allerdings kann es, wie ausgeführt (vgl. vorstehende Ziff. 1) , nicht alleine darauf ankommen. Es trifft aufgrund des aktenkundigen Ablaufs der Geschehnisse nicht zu , dass die Eltern die Umsch u- lung ohne Abklärungen beim SPD oder ohne gesundheitliche Indik ation vorgenommen hätten. Dies ergibt sich aus dem nunmehr eingereichten Bericht des SPD. E ine Abklä- rung bei diesem Dienst war bereits seit Juli 2005 im Gang. Ein Handlungsbedarf war offensichtlich gegeben, was sich aus der letztlich erfolgten Umschulung in die L im Ja- nuar 2008 schlüssig ergibt. Dass der Handlungsbedarf erst im Januar 2008 bestand, ist - 10 - 2 ST.2010.137 2 DB.2010.103 nicht ersichtlich und wäre nicht nachvollziehbar , manifestierte sich d ie psychische Stö- rung mit Auswirkungen auf den Schulbesuch von D doch bereits im Sommer 2005 und wurden überdies schon im November 2002 erste psychologische Abklärungen am Kin- derspital Zürich vorgenommen. Nach Beginn der Einnahme von Ritalin Ende 2006 und einer durch den Bezug zur Lehrperson bedingten Verbesserung der Situation war spä- testens Ende 2007 klar, dass D nicht mehr an der Sekundarschule F beschult werden konnte. Der SPD -Bericht vom 25. März 2008 stützt sich naturg emäss auf vorgängig gemachte Abklärungen und konnte eine Empfehlung nur für die Zukunft aussprechen . Der Bericht stellt (generell) fest, dass die Schulgemeinde F keine adäquate Schule für D anbieten konnte . Keine Rede davon ist im Bericht, dass die U mschulung in die M gegen den Willen der Schulbehörden der Schule F erfolgt sei. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Oberstufenschule F schon vor Januar 2008 nicht (mehr) die geeignete Schule fü r D war. Ebenso scheint ausser Frage, dass i m Sommer 2007 bereits konkreter Handlungsbedarf vorlag, wenn auch im Sinne einer präventiven Umschulung, um eine Verschlecht erung der eben erst stabilisierten Situation zu vermeiden. Im Nachhinein erwies sich die M als nicht geeig- net. In Anbetracht der gesa mten Umstände haben die Pflichtigen jedoch dargetan, dass die Massnahme aus dem Blickwinkel der damaligen Ausgangslage notwendig war und die Umschulung einzig in der psychischen Situation von D gründete. Ange- sichts der relativ kurzen "Vorlaufszeit" an der M, die im engen zeitl ichen Zusammen- hang mit der notwendigen und letztlich erfolgreich umgesetzten Umschulung von D in die L gestanden hat, sind die Kosten für die M in der Steuerperiode 2007 zum Abzug zuzulassen. c) Die Pflichtigen reichten eine Bestätigung der Bezahlung von Schuldgeld für die M in der Höhe von Fr. 9'000. - ein; andere Kosten sind trotz Aufforderung nicht e r- stellt. Von den geltend gemachten Fr. 9'950. - ist daher der ausgewiesene B etrag von Fr. 9'000.- zum Abzug zuzulassen. 4. Nach alledem sind Rekurs und Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die Pflichtigen obsiegen zur Hauptsache . Da der Bericht des SPD vom 25. März 2008 schon längst hätte eingereicht werden können, rechtfertigt es sich vorliegend, die Kos- ten des Verfahrens den Rekurrenten/Beschwerdeführern gleichwohl zu einem Dri ttel - 11 - 2 ST.2010.137 2 DB.2010.103 und dem Rekursgegner bzw. der Beschwerdegegnerin zu zwei Dritteln aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 und 2 StG). Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Rekurrenten werden für die Staats - und Gemeindesteuern, Steuerperiode 2007, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 70'000.- und einem steu erbaren Vermögen von Fr. 227'000.- eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif). 2. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2007, mit einem steue rbaren Einkommen von Fr. 72'300.- veranlagt (Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif). […]