<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">C 446/98 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>III. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Schön, Spira und Bundesrichterin Widmer; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Fessler </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 23. Februar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">P.________, 1952, Beschwerdeführerin, vertreten durch </div> <div class="para">Rechtsanwalt Dr. A.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Arbeitslosenkasse der Gewerkschaft Bau &amp; Industrie GBI, </div> <div class="para">Sektion Zürcher Oberland, Bankstrasse 36, Uster, Beschwer- </div> <div class="para">degegnerin, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Die 1952 geborene P.________ wurde am 20. April </div> <div class="para">1994 von R.________ geschieden. Im Scheidungsurteil wurde </div> <div class="para">ihr ein monatlicher Unterhaltsbeitrag von Fr. 5140.- </div> <div class="para">zugesprochen. Im Rahmen des von R.________ angestrengten </div> <div class="para">Abänderungsprozesses setzte das Bezirksgericht X.________ </div> <div class="para">diesen Betrag rückwirkend ab 10. Oktober 1995 für die Dauer </div> <div class="para">des Verfahrens auf Fr. 3200.- fest (Beschluss vom 5. März </div> <div class="para">1996). Den hiegegen erhobenen Rekurs des Klägers hiess das </div> <div class="para">Obergericht des Kantons Zürich am 24. Juli 1996 teil- </div> <div class="para">weise gut und setzte den Unterhaltsbeitrag für die Dauer </div> <div class="para">des Prozesses auf Fr. 2310.- herab. </div> <div class="para"> Am 14. Mai 1996 meldete sich P.________ auf dem Ar- </div> <div class="para">beitsamt an ihrem Wohnort Z.________ zur Arbeitsvermittlung </div> <div class="para">an und beantragte ab 1. Juni 1996 Arbeitslosenentschädi- </div> <div class="para">gung. Mit Verfügung vom 15. Juli 1996 lehnte die Arbeits- </div> <div class="para">losenkasse der Gewerkschaft Bau &amp; Industrie GBI das Begeh- </div> <div class="para">ren mit der Begründung ab, die Versicherte könne keine Bei- </div> <div class="para">tragszeit nachweisen und es lägen keine Befreiungstatbe- </div> <div class="para">stände vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Die von P.________ hiegegen erhobene Beschwerde </div> <div class="para">wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich nach </div> <div class="para">zweifachem Schriftenwechsel mit Entscheid vom 17. November </div> <div class="para">1998 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- P.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">führen und zur Hauptsache beantragen, der kantonale Ent- </div> <div class="para">scheid sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass sie </div> <div class="para">von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sei. </div> <div class="para"> Die Arbeitslosenkasse verzichtet auf eine Stellung- </div> <div class="para">nahme und einen Antrag zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde. </div> <div class="para">Das Bundesamt für Wirtschaft und Arbeit (seit 1. Juli 1999: </div> <div class="para">Staatssekretariat für Wirtschaft) hat sich nicht vernehmen </div> <div class="para">lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Im vorliegenden Fall stellt sich einzig die Frage, </div> <div class="para">ob die Herabsetzung des Unterhaltsbeitrages von Fr. 5140.- </div> <div class="para">auf Fr. 3200.- resp. Fr. 2310.- (rückwirkend ab 10. Oktober </div> <div class="para">1995) für die Dauer des Abänderungsprozesses einen "ähnli- </div> <div class="para">chen" Grund im Sinne von <span class="artref">Art. 14 Abs. 2 AVIG</span> darstellt und </div> <div class="para">die Beschwerdeführerin daher vom Anspruchserfordernis der </div> <div class="para">Erfüllung der Beitragszeit gemäss <span class="artref">Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG</span> </div> <div class="para">befreit ist. Dass der Befreiungsgrund der Ehescheidung </div> <div class="para">nicht zum Zuge kommt, hat das kantonale Gericht mit zutref- </div> <div class="para">fender Begründung dargelegt und ist unter den Parteien zu </div> <div class="para">Recht nicht umstritten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Im angefochtenen Entscheid werden der hier mass- </div> <div class="para">gebliche <span class="artref">Art. 14 Abs. 2 AVIG</span> sowie die Rechtsprechung zum </div> <div class="para">Begriff der ähnlichen Gründe richtig wiedergegeben. Darauf </div> <div class="para">wird verwiesen. Zu ergänzen ist, dass eine Befreiung von </div> <div class="para">der Erfüllung der Beitragszeit nach dieser Bestimmung aus- </div> <div class="para">ser Betracht fällt, wenn und soweit es dem Gesuchsteller </div> <div class="para">oder der Gesuchstellerin möglich und zumutbar gewesen wäre, </div> <div class="para">innerhalb der zweijährigen Beitragsrahmenfrist (<span class="artref">Art. 9 </span></div> <div class="para">Abs. 3 AVIG) eine beitragspflichtige Beschäftigung im zeit- </div> <div class="para">lichen Umfang von mindestens sechs Monaten (Art. 13 Abs. 1 </div> <div class="para">erster Satz AVIG) auszuüben (in <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-400%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page400">BGE 124 V 400</a> nicht publi- </div> <div class="para">zierte Erw. 6d; vgl. auch ARV 1995 Nr. 29 S. 170 Erw. 4c </div> <div class="para">sowie <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-336%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page342">BGE 121 V 342</a> f. Erw. 5b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Das kantonale Gericht hat erwogen, der vom Be- </div> <div class="para">zirksgericht X.________ mit Beschluss vom 5. März 1996 für </div> <div class="para">die Dauer des Abänderungsprozesses auf Fr. 3200.- fest- </div> <div class="para">gesetzte Unterhaltsbeitrag habe den Notbedarf von </div> <div class="para">Fr. 5423.- um Fr. 2223.- unterschritten. Insoweit hätte </div> <div class="para">davon ausgegangen werden müssen, dass die Beschwerdefüh- </div> <div class="para">rerin zur Deckung dieses Fehlbetrages gezwungen gewesen </div> <div class="para">wäre, eine unselbstständige Arbeit aufzunehmen. Zu berück- </div> <div class="para">sichtigen sei jedoch, dass die Gesuchstellerin (im Ver- </div> <div class="para">fügungszeitpunkt) über ein liquides Vermögen in der Höhe </div> <div class="para">von rund Fr. 230'000.- verfügen konnte. Sie sei daher durch </div> <div class="para">die Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge nicht in eine </div> <div class="para">wirtschaftliche Zwangssituation im Sinne des Gesetzes </div> <div class="para">geraten. Es habe ihr zugemutet werden können, auf dieses </div> <div class="para">Vermögen zurückzugreifen, um den Fehlbetrag von ca. </div> <div class="para">Fr. 2200.- im Monat bis zum Zeitpunkt eines Stellenantritts </div> <div class="para">zu überbrücken. </div> <div class="para"> In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird dem gegen- </div> <div class="para">über argumentiert, für die Beurteilung der Frage, ob die </div> <div class="para">Herabsetzung des Unterhaltsbeitrages einen ähnlichen Grund </div> <div class="para">im Sinne von <span class="artref">Art. 14 Abs. 2 AVIG</span> darstelle, sei von dem </div> <div class="para">gemäss Beschluss des Zürcher Obergerichts vom 24. Juli 1996 </div> <div class="para">tatsächlich ab 10. Oktober 1995 bezahlten Betrag von </div> <div class="para">Fr. 2310.- auszugehen. Im Weitern stelle ein Vermögen von </div> <div class="para">Fr. 230'000.- bei einer 46 Jahre alten Frau, die absolut </div> <div class="para">keine berufliche Altersvorsorge habe, kein hohes Vermögen </div> <div class="para">dar. Bei einer fehlenden Deckung des Notbedarfs von mehr </div> <div class="para">als Fr. 3100.- im Monat würde sich dieses bei einer auch </div> <div class="para">nur annähernd standesgemässen Lebensführung jährlich um </div> <div class="para">gegen Fr. 50'000.- reduzieren. In etwas mehr als vier Jah- </div> <div class="para">ren wäre das Vermögen von Fr. 230'000.- aufgebraucht und </div> <div class="para">die Beschwerdeführerin würde zum Sozialfall. Abgesehen </div> <div class="para">davon sei nach der Rechtsprechung ein ähnlicher Grund im </div> <div class="para">Sinne von <span class="artref">Art. 14 Abs. 2 AVIG</span> immer dann anzunehmen, wenn </div> <div class="para">zwischen dem Befreiungsgrund und der Notwendigkeit der Auf- </div> <div class="para">nahme oder Erweiterung einer unselbstständigen Erwerbs- </div> <div class="para">tätigkeit ein Kausalzusammenhang bestehe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- a) Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichts- </div> <div class="para">beschwerde sind insofern zutreffend, als für die Beurtei- </div> <div class="para">lung der Frage, ob die Beschwerdeführerin als Folge der </div> <div class="para">Herabsetzung des scheidungsrechtlichen Unterhaltsbeitrages </div> <div class="para">gezwungen war, eine Beschäftigung zu suchen, nicht vom </div> <div class="para">Betrag von Fr. 3200.- gemäss Beschluss des Bezirksgerichts </div> <div class="para">X.________ vom 5. März 1996, sondern von den vom Zürcher </div> <div class="para">Obergericht am 24. Juli 1996 festgesetzten Fr. 2310.- </div> <div class="para">auszugehen ist. Zwar trifft zu, wie im angefochtenen </div> <div class="para">Entscheid ausgeführt wird, dass sich die Rechtmässigkeit </div> <div class="para">einer Verfügung grundsätzlich nach den tatsächlichen </div> <div class="para">Verhältnissen bei deren Erlass beurteilt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-V-166%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page167">BGE 124 V 167</a> f. </div> <div class="para">Erw. 1b, 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweis). Indessen ist es </div> <div class="para">dem Sozialversicherungsrichter namentlich aus </div> <div class="para">prozessökonomischen Gründen nicht verwehrt, spätere </div> <div class="para">Tatsachen bei seinem Entscheid mit zu berücksichtigen </div> <div class="para">(AHI 2000 S. 33 Erw. 1b). Unter diesem Gesichtspunkt ist </div> <div class="para">vorliegend zu beachten, dass der bezirksgerichtliche </div> <div class="para">Beschluss vom 5. März 1996 angefochten worden und im </div> <div class="para">Zeitpunkt der Verfügung am 15. Juli 1996 nicht </div> <div class="para">rechtskräftig war, und dass der unterhaltspflichtige </div> <div class="para">frühere Ehemann effektiv lediglich den Betrag von </div> <div class="para">Fr. 2310.- im Monat bezahlte. Es kommt dazu, dass die von </div> <div class="para">der Vorinstanz bei einem Unterhaltsbeitrag von Fr. 3200.- </div> <div class="para">und keinem oder nur kleinem Vermögen implizit bejahte </div> <div class="para">Notwendigkeit der Aufnahme einer unselbstständigen Er- </div> <div class="para">werbstätigkeit erst recht bei einem Betrag von bloss </div> <div class="para">Fr. 2310.- als gegeben zu betrachten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Im Weitern ist der Beschwerdeführerin darin zu </div> <div class="para">glauben, dass sie wegen der (zu erwartenden) massiven He- </div> <div class="para">rabsetzung des Unterhaltsbeitrages für die Dauer des Abän- </div> <div class="para">derungsprozesses eine unselbstständige Erwerbstätigkeit </div> <div class="para">aufnehmen wollte. Dies allein ist indessen nicht hinrei- </div> <div class="para">chend für die arbeitslosenversicherungsrechtliche Notwen- </div> <div class="para">digkeit dieses Schrittes. Vielmehr ist, wie die Vorinstanz </div> <div class="para">unter Hinweis auf Gerhards (AVIG-Kommentar, Bd. I, N 41 zu </div> <div class="para">Art. 14) zutreffend festgestellt hat, grundsätzlich auch </div> <div class="para">die Vermögenslage und deren vorhersehbare Entwicklung im </div> <div class="para">Zeitpunkt der Gesuchstellung mit zu berücksichtigen (vgl. </div> <div class="para">das in SVR 1999 ALV Nr. 14 S. 33 ff. auszugsweise wieder- </div> <div class="para">gegebene Urteil S. vom 6. Juli 1998 [C 43/96] sowie Nuss- </div> <div class="para">baumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches </div> <div class="para">Bundesverwaltungsrecht [SBVR], S. 80 f. Rz 201). In diesem </div> <div class="para">Entscheid zeigte das Eidgenössische Versicherungsgericht </div> <div class="para">ausgehend vom Zweck der Arbeitslosentschädigung, den ver- </div> <div class="para">sicherten Personen einen angemessenen Ersatz für Erwerbs- </div> <div class="para">ausfälle wegen Arbeitslosigkeit zu garantieren (<span class="artref">Art. 1 </span></div> <div class="para">Abs. 1 lit. a AVIG), zwei mögliche Lösungen auf für die </div> <div class="para">Beurteilung der Frage, ob eine über eigenes Vermögen ver- </div> <div class="para">fügende Person nach der Ehescheidung gezwungen ist, eine </div> <div class="para">unselbstständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> aa) Nach der ersten Variante (vgl. SVR, a.a.O., </div> <div class="para">S. 35 f. Erw. 7) ist eine solche Zwangslage zu bejahen, </div> <div class="para">wenn ein Zehntel des (verfügbaren) Vermögens samt Ver- </div> <div class="para">mögensertrag und allfälligen weiteren Einkünften wie Unter- </div> <div class="para">haltsbeiträge zur Deckung des hypothetischen Erwerbsaus- </div> <div class="para">falles nicht ausreicht. Dieser bemisst sich nach dem ver- </div> <div class="para">sicherten Verdienst für Personen, die von der Erfüllung </div> <div class="para">der Beitragszeit befreit sind, und beträgt je nach Aus- </div> <div class="para">bildung Fr. 102.-, Fr. 127.- und Fr. 153.- im Tag oder </div> <div class="para">Fr. 2214.-, Fr. 2756.- und Fr. 3321.- im Monat (<span class="artref">Art. 41 </span></div> <div class="para">Abs. 1 AVIV in Verbindung mit <span class="artref">Art. 23 Abs. 2 AVIG</span> und </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 40a AVIV</span>). </div> <div class="para"> Im vorliegenden Fall betrug das verfügbare Vermögen </div> <div class="para">im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug nach den un- </div> <div class="para">widersprochen gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz </div> <div class="para">rund Fr. 230'000.-. Bei einem ebenfalls nicht bestrittenen </div> <div class="para">Ertrag von Fr. 8040.- oder Fr. 670.- im Monat und einem Un- </div> <div class="para">terhaltsbeitrag von Fr. 2310.- ergibt sich ein anrechenba- </div> <div class="para">rer Betrag von Fr. 4896.- (Fr. 23'000.-/12 + Fr. 670.- + </div> <div class="para">Fr. 2310.-). Diese Summe liegt klar über dem maximal ver- </div> <div class="para">sicherten Erwerbsausfall von Fr. 3321.-, sodass die wirt- </div> <div class="para">schaftliche Notwendigkeit der Aufnahme einer unselbststän- </div> <div class="para">digen Erwerbstätigkeit zu verneinen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Zum gleichen Ergebnis führt die zweite Variante </div> <div class="para">(vgl. SVR, a.a.O., S. 36 Erw. 8), wenn die Notwendigkeit, </div> <div class="para">aus wirtschaftlichen Gründen als Folge der Herabsetzung des </div> <div class="para">Unterhaltsbeitrages für die Dauer des Abänderungsprozesses </div> <div class="para">eine unselbstständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen, anhand </div> <div class="para">der gleichen Kriterien beurteilt wird, wie sie für die </div> <div class="para">Quantifizierung des Begriffs der wirtschaftlichen Zwangs- </div> <div class="para">lage als eine Voraussetzung für die Anrechenbarkeit von Er- </div> <div class="para">ziehungszeiten als Beitragszeiten gelten (Art. 13 Abs. 2bis </div> <div class="para">und 2ter AVIG sowie <span class="artref"><artref id="CH/837.02/11^a" type="start"></artref>Art. 11a und b AVIV</span><artref id="CH/837.02/b" type="end"></artref>). Nach dieser Rege- </div> <div class="para">lung ist ein wirtschaftlicher Zwang zur Aufnahme einer un- </div> <div class="para">selbstständigen Erwerbstätigkeit im Anschluss an die Er- </div> <div class="para">ziehungsperiode gegeben, wenn das anrechenbare Einkommen </div> <div class="para">und der anrechenbare Teil des Vermögens der Versicherten </div> <div class="para">und ihres Ehegatten einen vom Bundesrat festgelegten Grund- </div> <div class="para">betrag nicht erreicht (<span class="artref">Art. 13 Abs. 2ter AVIG</span>). Dieser be- </div> <div class="para">läuft sich ohne hier nicht in Betracht fallende Zuschläge </div> <div class="para">auf 35 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Ver- </div> <div class="para">dienstes nach <span class="artref">Art. 23 Abs. 1 AVIG</span> (Art. 11b Abs. 1 Ingress </div> <div class="para">AVIV) oder Fr. 2835.- (35/100 x Fr. 8100.-; <span class="artref">Art. 3 Abs. 1 </span></div> <div class="para">AVIG in Verbindung mit <span class="artref">Art. 15 Abs. 3 UVG</span> und <span class="artref">Art. 22 </span></div> <div class="para">Abs. 1 UVV in der bis 31. Dezember 1999 gültig gewesenen </div> <div class="para">Fassung). Auf der anderen Seite anrechenbar sind auf Grund </div> <div class="para">der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der letzten </div> <div class="para">12 Monate vor Einreichung des Entschädigungsantrages die </div> <div class="para">gesamten Bruttoeinkommen des Versicherten und seines Ehe- </div> <div class="para">gatten sowie 10 Prozent ihres Vermögens (<span class="artref">Art. 11b Abs. 2 </span></div> <div class="para">AVIV). </div> <div class="para"> Wird im konkreten Fall im Rahmen von <span class="artref">Art. 14 Abs. 2 </span></div> <div class="para">AVIG auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse bei Ein- </div> <div class="para">reichung des Taggeldgesuchs abgestellt, ergibt sich unter </div> <div class="para">den gleichen Annahmen hinsichtlich Vermögen und Vermögens- </div> <div class="para">ertrag wie in Erwägung 4b/aa hievor ein anrechenbares Ein- </div> <div class="para">kommen und ein anrechenbarer Teil des Vermögens von ins- </div> <div class="para">gesamt Fr. 4896.-. Diese Summe liegt weit über dem Grund- </div> <div class="para">betrag von Fr. 2835.-, sodass auch bei dieser Berechnungs- </div> <div class="para">weise ein wirtschaftlicher Zwang zur Aufnahme einer un- </div> <div class="para">selbstständigen Erwerbstätigkeit nach Herabsetzung des Un- </div> <div class="para">terhaltsbeitrages für die Dauer des Abänderungsprozesses zu </div> <div class="para">verneinen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Es besteht kein Anlass, hier die im Urteil S. vom </div> <div class="para">6. Juli 1998 offen gelassene Frage zu entscheiden, welche </div> <div class="para">der beiden vorstehenden Lösungen für die rechnerische Er- </div> <div class="para">fassung der Notwendigkeit der Aufnahme oder Erweiterung </div> <div class="para">einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit gemäss <span class="artref">Art. 14 </span></div> <div class="para">Abs. 2 AVIG infolge eines der dort genannten Gründe die </div> <div class="para">Passendere ist (vgl. SVR, a.a.O., S. 36 Erw. 9 am Anfang), </div> <div class="para">zumal die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">keine dieser Berechnungsweisen als dem Bundesrecht wider- </div> <div class="para">sprechend erscheinen lassen. Insbesondere wird verkannt, </div> <div class="para">dass weder eine genügende Altersvorsorge noch eine stan- </div> <div class="para">desgemässe Lebensführung zu den von der Arbeitslosenver- </div> <div class="para">sicherung gedeckten Risiken gehören (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-145%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page148">BGE 120 V 148</a> </div> <div class="para">unten). Nicht stichhaltig ist im Übrigen auch das Argument, </div> <div class="para">die Beschwerdeführerin habe bei einem Unterhaltsbeitrag von </div> <div class="para">monatlich Fr. 5140.- keiner Erwerbstätigkeit nachgehen </div> <div class="para">müssen, "ohne dass sie dadurch ihr Vermögen anzuzehren </div> <div class="para">hatte", und zwar auch insofern nicht, als daraus zu </div> <div class="para">schliessen ist, dass es ihr grundsätzlich möglich und </div> <div class="para">zumutbar gewesen wäre, schon vor der Anmeldung zur Arbeits- </div> <div class="para">vermittlung Mitte Mai 1996 spätestens nach der Scheidung </div> <div class="para">im April 1994 eine (Teil-) Erwerbstätigkeit auszuüben </div> <div class="para">(vgl. Erw. 2 hievor). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversiche- </div> <div class="para"> rungsgericht des Kantons Zürich, dem Kantonalen Amt </div> <div class="para"> für Wirtschaft und Arbeit, Arbeitslosenversicherung, </div> <div class="para"> Zürich, und dem Staatssekretariat für Wirtschaft zu- </div> <div class="para"> gestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 23. Februar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der III. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>