Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 1. April 2020 (810 19 323) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Regelung des persönlichen Verkehrs Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Hans Furer, Markus Clau- sen, Daniel Häring, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Julia Kemp- fert Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Jascha Schneider- Marfels, Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , vertreten durch Angela Gantner, Advokatin Betreff Regelung des persönlichen Verkehrs (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 29. Oktober 2019) A. D.____, geboren 2017, und E.____, geboren 2015, sind die gemeinsamen Kinder von C.____ und A.____. Die Kindseltern leben seit Septe mber 2018 gerichtlich getrennt und die beiden Kinder stehen unter der Obhut der Kindsmutter . Im Eheschutzverfahren wurde mit Ver- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht fügung vom 9. November 2018 zwecks Überwachung bzw. Begle itung der jeweiligen Überga- ben für D.____ und E.____ eine Erziehungsbeistandschaft errichtet und die Kindes- und Er- wachsenenschutzbehörde F.____ beauftragt, eine Beistand sperson zu ernennen. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde F.____ ernannte mit Entsche id vom 14. November 2018 G.____, als Beistand. Aufgrund des Umzugs der Kindsmutte r zusammen mit den beiden Kin- dern nach H.____ übernahm die Kindes- und Erwachsenen schutzbehörde B.____ (KESB) die Kindesschutzmassnahmen und bestätigte den bisherigen Beistand in seinem Amt. B. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2019 beantragte A.____ bei der KESB, es sei der Kinds- mutter zu verbieten, im Jahr 2020 mit den Kindern Ausl andsferien in Kroatien zu verbringen. Demzufolge seien die Pässe und Identitätskarten der Kind er nicht an die Kindsmutter auszu- händigen und es sei vorsorglich eine Meldung auf Inter pol resp. im Schengener Informations- system zu veröffentlichen, wonach E.____ und D.____ nich t ins Ausland verbracht werden dür- fen. Weiter seien die Besuchstage wie folgt auszudehn en: Die 14-täglichen Besuche am Wo- chenende seien von bisher jeweils Samstag 09.00 Uhr bi s Sonntag 18.00 Uhr neu auf Freitag nach Kindergartenende bis Sonntag 19.00 Uhr festzulegen. Die Mittwochnachmittage seien von bisher 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr neu auf Mittwoch 12.00 Uhr (Ende Kindergarten) bis Donners- tagmorgen (Beginn Kindergarten) auszudehnen. Alterna tiv wäre folgende Variante denkbar: Verschiebung der Besuchstage Mittwoch/Donnerstag auf Do nnerstag/Freitag (Donnerstag ab Kindergartenende bis Freitag Kindergartenbeginn). Di es würde 14-täglich zu weniger Überga- ben führen. C. Mit Entscheid vom 29. Oktober 2019 wies die KESB den Antrag von A.____ auf Ein- schränkung der Reisetätigkeit der Kindsmutter mit den Kin dern ab (Dispo-Ziffer 1) und ermäch- tigte den Beistand, die Reisedokumente der Kindsmutter auszuhändigen, wenn sie ferienhalber ins Ausland reisen will (Dispo-Ziffer 2). Die Mutter wu rde in diesem Zusammenhang angewie- sen, die Reisedokumente der Kinder nach einer Auslandsr eise wieder beim Beistand zu depo- nieren (Dispo-Ziffer 3). Weiter wurde der Antrag des Kindsvaters auf Ausweitung des persönli- chen Verkehrs zurzeit abgelehnt (Dispo-Ziffer 4) und di e Eltern wurden angewiesen, in respekt- vollem Ton und Gebaren vor und mit den Kindern über d en anderen Elternteil zu reden (Dispo- Ziffer 5). Die Verfahrenskosten wurden auf Fr. 1'175.- - festgelegt und den Eltern je zur Hälfte auferlegt (Dispo-Ziffer 6). Aufgrund ihrer Bedürftig keit wurden I.____ die Kosten erlassen (Dis- po-Ziffer 6.1) und A.____ habe seinen Anteil innert 30 Tagen zu überweisen (Dispo-Ziffer 6.2). D. Gegen den Entscheid der KESB vom 29. Oktober 2019 erhob A.____, nachfolgend ver- treten durch Dr. Jascha Schneider-Marfels, Rechtsanwalt, mit Eingabe vom 28. November 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilu ng Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht). Er beantragt, es seien Ziffer 4 (Ausweitung des persönlichen Verkehrs), Ziffer 6 (hälftige Kostenverteilung) und Ziffer 6.2 (Zahlung innert 30 Tagen) des Entscheids der KESB vollumfänglich aufzuheben und es sei die Sache i n diesen Punkten zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Unter o/e-Kostenfolge zulasten der Vorinstanz. E. Die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Angela Gantn er, Advokatin, nahm mit Einga- be vom 13. Dezember 2019 Stellung zur Beschwerde. Sie beantragt, es sei die Beschwerde Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Zudem seien die Akten der zivilrecht- lichen Abteilung des Kantonsgerichts von den Verfahren Nr. 400 18 395 und Nr. 400 18 396 beizuziehen und der Beschwerdegegnerin sei die unentgel tliche Rechtspflege zu gewähren. Unter o/e-Kostenfolge. F. Die KESB liess sich mit Eingabe vom 20. Dezember 2019 vernehmen und schloss auf Abweisung der Beschwerde, soweit diese nicht gegenstandslos geworden ist. G. Mit Verfügung vom 22. Januar 2010 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung über- wiesen und wurden die Verfahrensakten Nrn. 400 18 395 und 400 18 396 des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, beigezogen. Der Beschwerdegegnerin wurde für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. H. Mit Schreiben vom 22. Januar 2020 informierte die Vorinstanz darüber, dass die Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik Abklärungsberichte über E._ ___ und D.____ verfasst habe, welche der Vorinstanz jedoch nicht vorliegen würden und gegen deren Beizug der Beschwerde- führer sein Veto eingelegt habe. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuch es (ZGB) vom 10. Dezember 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide eine r Kindesschutzbe- hörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werd en. § 66 Abs. 1 des kantonalen Ge- setzes über die Einführung des Zivilgesetzbuchs (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des k antonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), d ie der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhe bung oder Änderung des angefochte- nen Entscheids haben (Ziff. 3). Der Beschwerdeführer ist als direkter Verfahrensbeteiligter zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde mit dem nachfolgenden Vorbehalt einzutreten. 2.1 Der Beschwerdeführer beantragt, es seien unter and erem Ziffer 6 (hälftige Kostenvertei- lung) und Ziffer 6.2 (Zahlung innert 30 Tagen) des E ntscheids der KESB vollumfänglich aufzu- heben. Hierzu hält die KESB in ihrer Vernehmlassung vo m 20. Dezember 2019 fest, der Be- schwerdeführer habe mit Eingabe vom 1. November 2019 s ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege eingereicht. Da dies lange nach der Auffo rderung, ein solches einzureichen, und nach dem Entscheid in der Hauptsache eingereicht word en sei, habe die KESB dieses Gesuch als Erlassgesuch entgegengenommen und mit Entscheid vom 1 0. Dezember 2019 gutgeheis- sen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Der Entscheid der KESB vom 10. Dezember 2019, mit welchem dem Beschwerdeführer die auferlegten Kosten vollumfänglich erlassen wurden, befindet sich bei den Verfahrensakten. Damit hat die KESB ihren ursprünglichen Entscheid im Ko stenpunkt in Wiedererwägung gezo- gen (Art. 450d Abs. 2 ZGB). Der Beschwerdeführer hat gegen den Entscheid vom 10. Dezember 2019 weder ein Rechtsmittel erhoben noch bestreitet er die diesbezüglichen Ausführungen der KESB in der Vernehmlassung. Die Besch werde ist folglich im Hinblick auf den Antrag, die Ziffern 6 und 6.2 (Kostenverteilung) des Entscheids seien aufzuheben bzw. an die KESB zurückzuweisen, gegenstandslos geworden. Auf di ese Begehren ist somit nicht wei- ter einzugehen. Anzumerken ist ferner, dass der Beschwe rdeführer im vorliegenden Verfahren explizit nicht an seiner Rüge betreffend die Einschränk ung der Reisetätigkeit der Beschwerde- gegnerin festhält, weshalb auf diesen Punkt ebenfalls nicht weiter einzugehen ist. 3. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachve rhalts (Ziff. 2) sowie die Unange- messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 4.1 In formeller Hinsicht moniert der Beschwerdeführe r, dass die KESB ihre Begründungs- pflicht verletzt habe, da sie nicht substantiiert begrü nde, weshalb die Kommunikation zwischen den Eltern schwierig sei. 4.2 Die Begründungspflicht der Behörden ist Bestandte il des in Art. 29 Abs. 2 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verankerten An- spruchs auf rechtliches Gehör und auch ausdrücklich in § 9 Abs. 3 der Verfassung des Kantons Basel-Landschaft (KV) vom 17. Mai 1984 festgeschrieben. Die Begründung eines Entscheids entspricht den Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV, w enn die Betroffenen dadurch in die Lage versetzt werden, die Tragweite der Entscheidung zu beur teilen und sie in voller Kenntnis der Umstände an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die be- troffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer- den, von denen sich die Behörde hat leiten lassen. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinan- dersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Ent scheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2; BGE 129 I 232 E. 3.2; Urteil des Kantonsgerichts, Ab- teilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 31. Oktober 2018 [810 17 223] E. 5.2; KGE VV vom 20. Dezember 2017 [810 17 93] E. 5 .1; GEROLD STEINMANN , in: Ehrenzel- ler et al. [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur schweizerisch en Bundesverfassung, 3. Auflage, Zü- rich 2014, N 49 zu Art. 29). 4.3 Im Entscheid vom 29. Oktober 2019 setzt sich die Vori nstanz mit den vom Beschwerde- führer gestellten Anträgen im Einzelnen auseinander. D ie KESB hält in ihren Erwägungen ins- besondere fest, dass die Kommunikationsschwierigkeiten d er Eltern gegen eine Ausweitung des Besuchsrechts sprechen würden. Weiter stelle sich der B eschwerdeführer auf den Stand- punkt, dass die Kindsmutter nicht kommuniziere, weshalb es nicht an ihm liege, sondern an Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihrem Verhalten. Es möge sein, dass die Kindsmutter n icht viel mit dem Beschwerdeführer spreche. In den Verhandlungen seien die abwertenden Ä usserungen des Beschwerdeführers an die Adresse der Kindsmutter deutlich gewesen und e s sei anzunehmen, dass solche Äusse- rungen auch ausserhalb der Verhandlung fallen würden. Ferner weist die KESB daraufhin, dass diese Art von Kommunikation nicht einladend sei und zu einer Verstummung führen könne. Der Beschwerdeführer mache es sich zu einfach, wenn er die Kommunikationsschwierigkeiten auf die Persönlichkeit der Kindsmutter und ihre Sprachschwi erigkeiten reduziere. Er habe Anteil daran und müsse Verantwortung für eine Veränderung ü bernehmen. In der Verhandlung sei eine Unterhaltung auf Hochdeutsch möglich gewesen und die Kindsmutter habe nachgefragt, wenn sie etwas nicht verstanden habe. Die Beweggründe der Vorinstanz und die Umstände, insbesondere die Kommunikationsschwierigkeiten, welche zur Abweisung des gestellten An- trags geführt haben, sind nach dem Gesagten nachvollzieh bar und deutlich dargelegt worden. Gestützt darauf konnte der Beschwerdeführer den Entsche id in voller Kenntnis der Abwei- sungsgründe sachgerecht anfechten und an die Rechtsmitte linstanz weiterziehen. Vor diesem Hintergrund ist eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des Anspruchs auf rechtli- ches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) durch die Vorinstanz zu v erneinen. Im Übrigen sei darauf hin- gewiesen, dass der behauptete Mangel in Anbetracht sei ner geringen Schwere und der vollen Kognition des Kantonsgerichts im vorliegenden Verfahren hätte geheilt werden können. 5.1 In materieller Hinsicht ist vorliegend zu prüfen, o b die Vorinstanz zu Recht die vom Be- schwerdeführer beantragte Ausweitung seines Besuchsrechts zurzeit abgelehnt hat. 5.2 Auf Begehren eines Elternteils, des Kindes oder vo n Amtes wegen regelt die Kindes- schutzbehörde die Zuteilung der elterlichen Sorge neu, wenn dies wegen wesentlicher Ände- rung der Verhältnisse zur Wahrung des Kindeswohls nöti g ist (Art. 298d Abs. 1 ZGB). Sie kann sich auf die Regelung der Obhut, des persönlichen Verke hrs oder der Betreuungsanteile be- schränken (Art. 298d Abs. 2 ZGB). 5.3 Im Rahmen des Eheschutzverfahrens schlossen die Kindsel tern am 18. März 2019 in Bezug auf die Kinderbelange eine Vereinbarung ab, w elche mit Urteil des Kantonsgerichts, Ab- teilung Zivilrecht, vom 18. März 2019 genehmigt wurde. In Ziffer 2 der Vereinbarung einigten sich die Eltern darüber, dass der Beschwerdeführer das Recht und die Pflicht erhalte in den Monaten April und Mai 2019 beide Kinder jede zweite Woche einen ganzen Tag von 09.00 bis 17.00 Uhr und zusätzlich jeden Dienstagnachmittag von 12.00 bis 17.00 Uhr zu sich zu Besuch zu nehmen. Ab 1. Juni 2019 erhalte der Beschwerdeführ er das Recht und die Pflicht, beide Kinder jedes zweite Wochenende von Samstag 09.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr und zusätzlich jeden Dienstagnachmittag von 12.00 bis 17.00 Uhr bzw. ab Kindergarteneintritt von E.____ an- stelle von Dienstagnachmittag am Mittwochnachmittag von 12.00 bis 17.00 Uhr zu sich zu Be- such zu nehmen. Zudem habe der Beschwerdeführer das Recht und die Pflicht, im Herbst 2019 mit den Kindern eine Woche Ferien zu verbringen. Ab Januar 2020 stehe dem Beschwerdefüh- rer ein Ferienrecht von vier Wochen pro Jahr zu. Weite r kamen die Kindseltern überein, dass dem Beistand die Aufgabe zukomme, das Besuchsrecht zu übe rwachen bzw. zu begleiten und mit den Eltern darauf hinzuarbeiten, die Kindsübergaben allmählich selbständig zu organisieren. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ferner wirke der Beistand zu gegebener Zeit mit den K indseltern auf eine weitere Ausdehnung des in Ziffer 2 vereinbarten Besuchs- und Ferienrechts hin. 5.4 In Bezug auf den Antrag zur Ausweitung des Besuchsre chts hält die KESB fest, im kan- tonsgerichtlichen Urteil vom 18. März 2019 seien die persönlichen Kontakte zwischen den Kin- dern und dem Vater sowie die Aufgaben des Beistands ge regelt worden. Um diesen Entscheid nach so kurzer Zeit wieder zu ändern, brauche es eine we sentliche Veränderung der Lebens- umstände, was vorliegend nicht der Fall sei. Die besteh enden Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Eltern würden gegen eine Erweiterung des Besuchsrechts sprechen. Wenn der Beschwerdeführer vom Streit mit der Beschwerdegegnerin wegkommen könne und sich nur auf die Kinder konzentrieren würde, müsste er merken, dass e s in seinem eigenen Interesse liege, mit der Beschwerdegegnerin zu kommunizieren. Weil diese Fokusänderung nicht gelinge und die Eltern die Interessen der Kinder (noch) nicht über die ihren stellen könnten, seien noch kei- ne Veränderungen der persönlichen Kontakte angezeigt. 5.5 Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass es kei ne Rolle spielen dürfe, wie viel Zeit seit der gerichtlichen Regelung bzw. Vereinbarung des Besuchsrechts vergangen sei. Ent- scheidend müsse sein, dass der Kontakt zum Vater so bald als möglich ausgeweitet werden könne. Weiter würden zahlreiche Hinweise dafür existiere n, dass die Erziehungsmethoden der Kindsmutter zu wünschen übrig lassen würden. Dass der Besch werdeführer dies seit Beginn des Verfahrens bemängle, dürfe ihm nicht zur Last gelegt werden. Vielmehr müsse die Situation der Kindsmutter näher untersucht und müssten Abklärungen in Bezug auf ihre Erziehungsfähig- keit gemacht werden. 5.6 Die Beschwerdegegnerin führt aus, dass die Kinder betreuung und der persönliche Ver- kehr seit der Trennung im September 2018 hoch stritti g gewesen seien. In der Vereinbarung vom 18. März 2019 sei eine schrittweise Ausdehnung des B esuchsrechts vorgesehen. Ab Ja- nuar 2020 erhalte der Beschwerdeführer neu das Recht, mit seinen Söhnen vier Wochen Ferien zu verbringen. Diese letzte Phase der Ausdehnung sei je doch noch nicht erreicht. Durch seine Anschuldigungen gegen die Beschwerdegegnerin schüre der Beschwerdeführer den Konflikt, anstatt sich deeskalierend zu verhalten. Eine weitergehend e Ausdehnung des Besuchsrechts bedinge jedoch, dass sich auch das Verhältnis zwischen den K indseltern normalisiere, was durch das Verhalten des Beschwerdeführers verhindert werde. 6.1 Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut ni cht zusteht, und das unmündige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Dieses Recht steht dem Betroffenen um seiner Persönlichkeit willen zu (vgl. BGE 136 III 353 E. 3.4; 123 III 445 E. 3b). Als sog. "Pflichtrecht" die nt es freilich in erster Linie dem Interesse des Kindes. Bei der Festsetzung des Besuchsrechts geht es nicht darum, einen gerechten Interes- senausgleich zwischen den Eltern zu finden, sondern den elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse zu regeln (vgl. BGE 120 II 229 E. 3b/ aa). Als oberste Richtschnur für die Aus- gestaltung des Besuchsrechts gilt somit immer das Kindesw ohl, das anhand der gegebenen Umstände zu beurteilen ist. Allfällige Interessen der Eltern haben zurückzustehen (vgl. BGE Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 123 III 445 E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 5A_200/20 15 vom 22. September 2015 E. 7.2.3; 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 4.2). 6.2 Die Neuregelung des persönlichen Verkehrs ist nur m öglich bei wesentlicher Änderung der Verhältnisse und zur Wahrung des Kindeswohls. Ob eine wesentliche Veränderung vorliegt, beurteilt sich aufgrund sämtlicher Umstände des konkreten Einzelfalls (Urteile des Bundesge- richts 5C.34/2006 vom 27. Juni 2006 E. 1.1 mit Hinwei s auf Art. 134 Abs. 1 ZGB; 5A_310/2013 vom 18. Juni 2013 E. 2 mit Hinweis auf Art. 298a Abs. 2 ZGB [in der bis zum 31. Dezember 2013 geltenden Fassung]). Die Beurteilung im Lichte des Kindeswohls entspricht derjenigen bei der Regelung des Sorgerechts im Rahmen von Art. 298b ZGB oder in eherechtlichen Verfahren nach Art. 298 ZGB (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_ 310/2013 vom 18. Juni 2013). Die Neu- regelung des persönlichen Verkehrs setzt ebenfalls verän derte Verhältnisse voraus und muss zur Wahrung des Kindeswohls notwendig sein (I NGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , in: Basler Kommentar Zivilgesetzbuch I, 6. Auflage, 2018, N 2 und 5 zu Art. 298d ZGB). 6.3.1 Der Beschwerdeführer beantragt zwar in seinem Re chtsbegehren die Ausdehnung sei- nes bestehenden Besuchsrechts. Er unterlässt es jedoch, ein e Veränderung der Verhältnisse seit der Vereinbarung vom 18. März 2019 und damit die gesetzliche Voraussetzung für eine Anpassung des persönlichen Verkehrs aufzuzeigen. Er stel lt vielmehr die Erziehungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin in Frage und kritisiert deren Um gang mit den Kindern. In diesem Zu- sammenhang führt der Beschwerdeführer zum einen an, da ss die Kindsmutter eine sehr schwierige Persönlichkeit habe und es offenkundig darauf ansetze, die Kontakte zwischen dem Beschwerdeführer und den Kindern zu unterbinden. Zum anderen habe der Beschwerdeführer bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Kindsmutter sehr grob mit den Kindern umsprin- ge und er Verletzungen habe feststellen können, die vo n Schlägen oder dergleichen herrühren könnten. Der Beschwerdeführer moniert, dass die KESB di e eingereichten Gefährdungsmel- dungen aus seinem Familien- und Bekanntenkreis sowie de n Arztbericht von Dr. J.____ vom 6. November 2018, in welchem zu den Hämatomen von E.__ __ festgehalten werde, dass diese bis höchstens 0.8 cm gross seien und deren Ursache nicht a bschliessend festgestellt werden könne, ausblende. Diese von ihm vorgebrachten Tatsachen behauptungen würden seit Beginn des Verfahrens nicht gehört und nicht in die Sachverhaltsdarstellung einfliessen. 6.3.2 Vom Beschwerdeführer wird hingegen nicht begrün det, worin er eine wesentliche Ände- rung der Verhältnisse bzw. im Kindswohl liegende Veränd erungen im Zusammenhang mit den Besuchskontakten sieht. Er unterlässt es darzulegen, weshal b noch vor dem in der Vereinba- rung vom 18. März 2019 festgelegten Zeitplan und vor d er damit verbundenen stufenweisen Ausdehnung des Besuchs- und Ferienrechts eine Änderu ng vorzunehmen sei. Bereits im Okto- ber 2019 beantragte der Beschwerdeführer, mit den Ki ndern künftig sechs statt vier Wochen Ferien pro Jahr verbringen zu können, obwohl eine Er weiterung des Ferienrechts von den Kindseltern erst für den Januar 2020 geplant war. Fa lls der Beschwerdeführer dies mit den in der Beschwerde genannten Gefährdungsmeldungen und Beri chten zu begründen versucht, ist festzuhalten, dass die meisten Vorhaltungen bereits im E heschutzverfahren vorlagen und be- kannt waren. Die Meldung des Grossvaters vom 21. August 2019 weicht inhaltlich nicht von den anderen ab und bezieht sich ebenfalls auf das Verhalten der Beschwerdegegnerin. Es ist dem- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zufolge davon auszugehen, dass die Vorwürfe des Beschwerde führers im Eheschutzverfahren entsprechend gewürdigt wurden. Im Wissen der genannt en Umstände hat der Beschwerdefüh- rer zudem selber am 18. März 2019 die Vereinbarung in Bezug auf die Kinderbelange unter- zeichnet. Eine Veränderung der Verhältnisse seit dem Absc hluss dieser Vereinbarung vermag der Beschwerdeführer nicht darzutun; auch nicht, dass sich die Rahmenbedingungen um das Besuchsrecht, insbesondere die Kommunikation zwischen den Eltern, verbessert hätten. Im Gegenteil geht der Beschwerdeführer in seiner Eingabe ebenfalls davon aus, dass die Schwie- rigkeiten zwischen den Eltern weiter andauern und eine Kommunikation noch immer nicht im notwendigen Umfang möglich sei. Zu den Vorwürfen des Beschwerdeführers gegen die Be- schwerdegegnerin ist anzumerken, dass den Mitarbeiterinne n im Frauenhaus, in welchem sich die Beschwerdegegnerin von September 2018 bis Februa r 2019 aufgehalten hat, keine Mängel in der Erziehungsfähigkeit der Beschwerdegegnerin aufg efallen sind. Nach Auskunft der Kin- derärztin sei ebenfalls alles in Ordnung (vgl. Aktennotiz der KESB vom 9. Oktober 2019 und vom 18. Dezember 2019) und das Strafverfahren gegen di e Beschwerdegegnerin, welches der Beschwerdeführer gestützt auf den Arztbericht von Dr. J .____ vom 6. November 2018 ange- strengt hatte, wurde mit Verfügung vom 6. August 2019 eingestellt. Zudem seien nach Angaben der Vorinstanz beide Kinder in psychiatrischer Hinsicht abg eklärt worden. Der Beschwerdefüh- rer habe jedoch den Beizug dieser Abklärungsergebnisse ve rweigert (vgl. Schreiben der KESB vom 22. Januar 2020). 6.3.3 Die Vorhaltungen des Beschwerdeführers gegen die Kindsmutter sind nicht geeignet, eine Ausdehnung seines Besuchsrechts zu erwirken. Den A kten und der Beschwerdebegrün- dung lassen sich weder Hinweise darauf entnehmen, dass sich das Verhalten der Beschwerde- gegnerin wesentlich auf die Besuchskontakte auswirke, noch, dass sich die Beschwerdegegne- rin nicht an die Vereinbarung vom 18. März 2019 und di e darin vorgesehene stufenweise Aus- dehnung desselben halten würde oder diese zu verhindern versuche. Der Beistand weist in sei- nem Bericht vom 2. September 2019 vielmehr darauf hin, dass es einzelne Übergaben gebe, welche die Eltern eigenständig regeln würden, und sie sich darüber einig seien, die begleiteten Übergaben kontinuierlich abzubauen (Bericht des Beistan ds vom 2. September 2019), wie dies in der Vereinbarung zwischen den Kindseltern vorgesehen war. Es ist entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht zutreffend, dass die Behörde n und die Kindsmutter den gerichtli- chen Auftrag, die Kontakte auszubauen, nicht umsetzen wür den. Unbehelflich ist zudem das Argument der Gleichstellung der Geschlechter, zumal es vorliegend nicht um einen Interessen- ausgleich zwischen den Eltern geht, sondern darum, den e lterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse zu regeln (vgl. E. 6.1 hiervor). Vor d iesem Hintergrund und gestützt auf die vorliegenden Akten ist davon auszugehen, dass sich die E ltern an die Vereinbarung halten und sich bemühen, eine schrittweise Ausdehnung der Besuchskon takte anzustreben. Es liegen ins- besondere mit Blick auf das Kindeswohl keine Gründe vor, von der vereinbarten Umsetzung und etappenweisen Ausdehnung des Besuchsrechts zum jetzige n Zeitpunkt abzuweichen. Es wird sich zeigen, wie die Kinder mit der Ausdehnung d es Besuchsrechts zurechtkommen und die Eltern sich im Interesse ihrer Kinder um eine ange messene Kommunikation vor allem bei den Übergaben bemühen. Der angefochtene Entscheid der KESB ist nicht zu beanstanden. Bei der vorinstanzlichen Beurteilung wurden weder entscheidw esentliche Tatsachen ausser Acht Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gelassen noch wurde eine einseitige Gewichtung der Int eressen vorgenommen. Die vorliegen- de Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. 7.1 Es bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist das Verfahren vor dem Kantonsge richt kostenpflichtig. Die Verfahrens- kosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten u nd werden in der Regel der un- terliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt ( § 20 Abs. 3 VPO). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem un- terlegenen Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen. 7.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann f ür den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung z u Lasten der Gegenpartei zugespro- chen werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Entsprechend dem Ausg ang des Verfahrens ist der anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin als obsiegender Partei a ntragsgemäss eine Parteientschädi- gung zu bezahlen. Der von der Rechtsvertreterin der Be schwerdegegnerin in der Honorarnote vom 24. Januar 2020 geltend gemachte Aufwand von 4 Stu nden à Fr. 200.-- sowie die Ausla- gen in der Höhe von Fr. 185.80 und 7.7 % Mehrwertsteu er sind nicht zu beanstanden. Der Be- schwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin für das vorlie gende Verfahren demzufolge eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'061.70 (inkl . Auslagen und 7.7% MWST) zu bezah- len. Im Übrigen sind die Parteikosten wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 und 2 VPO). Die Beschwer- degegnerin beantragt, ihr sei die Parteientschädigung aus der Gerichtskasse auszurichten, da diese Entschädigung beim Beschwerdeführer aller Voraussicht nach nicht einbringlich sei. Nach § 18 Abs. 3 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 hat die Anwältin oder der Anwalt der unentgeltlich verbeistän deten Partei, welcher eine Parteientschä- digung zugesprochen worden ist, beim Inkasso des Honorar s bei der Gerichtskasse dem Ge- richt die Uneinbringlichkeit der Parteientschädigung na chzuweisen, sofern diese nicht offen- sichtlich ist. Vorliegend wurde von der Beschwerdegegneri n die Uneinbringlichkeit nicht nach- gewiesen und eine solche erscheint zum jetzigen Zeitpun kt auch nicht offensichtlich, weshalb der Antrag der Beschwerdegegnerin abzuweisen ist. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 3. Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin ei ne Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1'061.70 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) auszurichten. Die übrigen Parteikosten werden we ttgeschla- gen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin