B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-5531/2012 U r t e i l v o m 12 . M ä r z 2 0 1 3 Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richterin Vera Marantelli, Richter Francesco Brentani, Gerichtsschreiberin Barbara Deli. Parteien Schweizerischer Plattenverband SPV, Keramikweg 3, 6252 Dagmersellen, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Mischa Berner, Advokatur Dr. Walder, Bärengasse 10, 4800 Zofingen, Beschwerdeführer, gegen Z._______, vertreten durch Rechtsanwältin Regula Suter-Furrer, Büro Fellmann Tschümperlin Lötscher, Zinggentorstrasse 4, 6000 Luzern 6, Beschwerdegegner, Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI, Effingerstrasse 27, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Höhere Fachprüfung Plattenlegergewerbe. B-5531/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Z._______ (im Folgenden: Beschwerdegegner) legte vom 2. bis 4. Mai 2011 die Höhere Fachprüfung im Plattenlegergewerbe 2011 ab. Am dritten Prüfungstag wurden die Prüfungskandidaten in zwei Gruppen zu je 10 Personen aufgeteilt. Am Vormittag legte die eine Gruppe – zu welcher der Beschwerdegegner gehörte - die schriftliche Prüfung im Fach "Bauführung" ab, während die andere Gruppe d ie mündliche Prüfung ab- solvierte. A m Nachmittag wurde die jeweils andere Prüfung abgelegt (vgl. Beschwerdeschrift vom 14. Juni 2011, Seite 3). A.b Bei der schriftlichen Prüfung im Fach "Bauführung" handelte es sich um eine "Ope n Book-Prüfung". Des Weiteren wa r die Verwendung eines Laptops Bestandteil der Prüfung, wobei die Kandidaten mit ihren eigenen Laptops arbeiten durften. Ausser dem Internet durften die Prüfungskandi- daten für die Lösung der Prüfung alle Unterlagen verwenden (vgl. B e- schwerdeschrift vom 14. Juni 2011, Seite 3). A.c Die schriftliche Prüfung beinhaltete das Ausfüllen eines Baustelle n- blattes. Dabei handelt es sich um ein Berechnungsformular, welches die Kandidaten während des Unterrichts im Fach "Bauführung" selbst era r- beitet hatten. A.d Nach der Prüfung sollten die Prüfungsteilnehmer alle Unterlagen und ihre Laptops aus dem Prüfungsraum entfernen. Es wurden keine Mas s- nahmen angeordnet, die Daten auf den Laptops zu löschen und die La p- tops blieben im Gewahrsam ihrer Besitzer. A.e Die Kandidaten beider Grupp en nahmen das Mittagessen gemei n- sam ein. Dabei waren auch die vormittäglichen Prüfungen Inhalt des G e- sprächs. Der Beschwerdegegner wies darauf hin, dass das Ausfüllen des Baustellenblattes Teil der vorangegangenen Prüfung war. Daraufhin wu r- de er von mehrer en Prüfungskandidaten der Nachmittagsgruppe gebe- ten, sein Baustellenblatt auf de ren USB-Sticks zu kopieren, da diese ihr Baustellenblatt nicht finden konnten. Der Beschwerdegegner kam diesen Wünschen nach und speicherte seine Version auf de ren Datenträgern. Nach seiner Darstellung fiel ihm danach ein, dass er das von ihm an der Prüfung ausgefüllte Blatt übertragen hat te. Deshalb wies er die Empfän- ger an, den Inhalt des Blattes zu löschen. Die Mitkandidaten sicherten ihm dies zu. Der Beschwerdegegner ging ausserdem nach seinen Anga- ben davon aus, dass der Inhalt für die Nachmittagsprüfung nicht von Nu t-B-5531/2012 Seite 3 zen sei, denn er habe mit anderen Aufgaben bei der schriftlichen Prüfung am Nachmittag gerechnet. A.f Nach der Korrektur der schriftlichen Prüfungen im Fach "Bauführung" bemerkte die Prüfungskommission des Schweizerischen Plattenverba n- des (im Folgenden: Beschwerdeführer) die identisch ausgefüllten B e- sprechungsprotokolle. Der Beschwerdegegner und die anderen betroff e- nen Prüfungskandidaten wurden befragt und gaben die Weitergabe bzw. den Erhalt des Baustellenblattes zu. A.g Mit Verfügung vom 13. Mai 2011 teilte der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner dessen Ausschluss von der Prüfung mit. Der B e- schwerdeführer stützte sich bei diesem Ausschluss auf Art. 12 Bst. b und Bst. c des Reglements über die Höher e Fachprüfung für Plattenleger. Art. 12 des Prüfungsreglements besagt, dass von der Prüfung ausg e- schlossen wird, wer a) unzulässige Hilfsmittel verwendet, b) die Pr ü- fungsdisziplin grob verletzt oder c) die Experten zu täuschen versucht. B. In der Folge verlangte der Beschwerdegegner mehrmals Akteneinsicht und erhob sodann am 14. Juni 2011 Beschwerde beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT; seit 1. Januar 2013 Staatssekret a- riat für Bildung, Forschung u nd Innovation SBFI; im Folgenden: Vori n- stanz). Der Beschwerdegegner rügte insbesondere eine ungenügende Begründung der Verfügung des Beschwerdeführers und somit eine Ve r- letzung seines Anspruchs auf rechtli ches Gehör. Auch die Verweigerung der Einsichtnahme in die Prüfungsunterlagen verletze das rechtliche G e- hör. Der Beschwerdegegner bestritt, die Prüfungsdisziplin grob verletzt zu haben. B.a Die Vorinstanz hiess mit Entscheid vom 21. September 2012 die B e- schwerde des Beschwerdegegners gut und wies den Beschwer deführer an, dem Beschwerdegegner das Ergebnis der Höheren Fachprüfung für Plattenlegermeister 2011 zu eröffnen. Sie begründete diesen Entscheid im Wesentlichen mit der Tatsache, dass sich das Verhalten des B e- schwerdegegners nicht unter Art. 12 des Prüfung sreglements subsumie- ren lasse. C. Gegen den Entscheid vom 21. September 2012 erhob der Schweizeri- sche Plattenverband Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht und verlangte die Aufhebung desselben. Im Wesentlichen brachte er vor, dass B-5531/2012 Seite 4 der Ausschluss begründet sei, dass die Vorinstanz den Sachverhalt n icht vollständig ermittelt habe und da ss eine grobe Verletzung der Prüfung s- disziplin vorliege. C.a Die Beschwerde wurde dem Beschwerdegegner und der Vorinstanz mit Verfügung vom 25. Oktober 2012 zugestellt und der Schriftenwechsel wurde einstweilen auf die Eintretensfrage beschränkt . D er Beschwerde- führer erhielt Gelegenheit, bis zum 9. November 2012 zur Eintretensfrage Stellung zu nehmen. C.b Mit Eingabe vom 9. November 2012 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme ein und führte aus, dass die formelle Beschwer ge- geben sei, weil er am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen habe und die materielle Beschwer sei durch die persönliche Betroffenheit aufgrund der durch den Entscheid der Vorinstanz auferlegten Pflichten gegeben, zudem seien seine Mitglieder betroffen und ihm würden Kosten auferlegt. Somit bejaht der Beschwerdeführer die Beschwerdelegitimation. C.c Am 12. November 2012 wurde dem Beschwerdegegner und der Vo r- instanz je ein Doppel der Stellungnahme vom 9. Novem ber 2012 zug e- stellt. Die Vorinstanz wurde ersucht bis zum 14. Dezember 2012 eine Vernehmlassung einzureichen. Der Beschwerdegegner erhielt ebenfalls die Möglichkeit bis zum 14. Dezember 2012 eine Beschwerdeantwort einzureichen. C.d Dem Gericht wurde mit Datum vom 13. Dezember 2012 die B e- schwerdeantwort des Beschwerdegegners zugestellt. Darin bestritt er alle Punkte der Stellungnahme des Beschwerdeführers. Die Vorinstanz reic h- te mit Datum vom 14. Dezember 2012 ihre Vernehmlassung ein und bestritt darin die Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers. C.e Der Beschwerdeführer nahm mit Datum vom 21. Januar 2013 ab- schliessend zur Eintretensfrage Stellung. Er bejahte weiterhin seine B e- schwerdelegitimation und verwies auf seine detaillierte Eingabe vom 9. November 2012. Am 22. Januar 2013 wurde der Abschluss des Schrif- tenwechsels verfügt. Auf die dargelegten und weitere n Vorbringen wird, soweit sie rechtse r- heblich sind, in den Erwägungen eingegangen. B-5531/2012 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Ob die Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf eine Beschwerde ei n- zutreten ist, hat die entscheidende Instanz von Amtes wegen und mit frei- er Kognition zu prüfen (vgl. BVGE 2007/6 E. 1; BGE 130 II 65 E. 1; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 73 mit Hinweisen). 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwa l- tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden, zu denen auch die Vorinstanz zählt (Art. 33 Bst. d VGG). 1.2. Der Entscheid der Vorinstanz vom 21. September 2012, mit welchem die Beschwerde gegen d en Prüfungsausschluss und die Erklärung des Nichtbestehens der Höheren Fachprüfung für Plattenleger gutgeheissen wurde, stellt eine Verfügung nach Art. 5 VwVG dar. Diese Verfügung kann im Rahmen der allgemeinen Bestimmungen über die Bundesverwaltungs- rechtspflege (Art. 61 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezem- ber 2002 [BBG, SR 412.10] i.V.m. Art. 44 ff. VwVG und Art. 31 VGG) mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden. 2. Zur Beschwerde ist berechtigt, wer: (a) vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, (b) durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und (c) ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Zur Beschwerde berechtigt sind ferner Personen, Organ i- sationen und Behörden, denen ein anderes Bundesgesetz dieses Recht einräumt (Art. 48 Abs. 2 VwVG). Es ist zunächst zu prüfen, ob sich der Beschwerdeführer auf das allg e- meine Beschwerderecht im Sinne von Art. 48 Abs. 1 VwVG berufen kann. 2.1. Das in Art. 48 Abs. 1 VwVG vorgesehene allgemeine Beschwerd e- recht ist zwar in erster Linie auf Privatpersonen zugeschnitten. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum insoweit vergleichbaren Art. 89 Abs. 1 des Bunde sgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) können sich indessen nicht nur Privatpersonen auf diese Bestimmung berufen, sondern auch Gemeinwesen (oder andere priva t-B-5531/2012 Seite 6 rechtlich organisierte Träger von öffentlichen Aufgaben, vgl. ISABELLE HÄ- NER, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Ko m- mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 48, N. 26), sofern sie durch den angefochtenen En t- scheid gleich oder ähnlich wie Private betroffen oder in schut zwürdigen eigenen hoheitlichen Interessen berührt sind (BGE 135 II 12 E. 1.2.1; BGE 134 I I 45 E. 2.2.1; BGE 131 II 58 E. 1.3). Letzteres ist namentlich der Fall, wenn ein Gemeinwesen in seinen vermögensrechtlichen Int e- ressen tangiert ist (vgl. BGE 123 II 4 25 E. 3a; 123 II 542 E. 2d). Die al l- gemeine Beschwerdelegitimation des Gemeinwesens ist zudem dann zu bejahen, wenn das Gemeinwesen als Träger öffentlicher Aufgaben schutzwürdige, spezifische öffentliche Interessen geltend machen kann und in einem Mass betroffen ist, das die Bejahung der Rechtsmittelbefug- nis im als verletzt gerügten Aufgabenbereich rechtfertigen lässt ( BERN- HARD WALDMANN in Nigg li/Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.] , Bundesg e- richtsgesetz, Basel, 2008, N. 37 ff. zu Art. 89 BGG, insbesondere N. 43 mit Verweis auf BGE 123 II 371, 374 f. E 2 c). 2.2. Für die strittig e Fachprüfung ist das Reglement über die Höhere Fachprüfung für Plattenleger (im Folgenden: Reglement) einschlägig. Dieses Reglement wurde 1992 erlassen und stützt sich auf die Artikel 51 - 57 des Bundesgesetzes über die Berufsbildung vom 19. April 1978 und die Artikel 44 - 50 der Verordnung über die Berufsbildung vom 7. Nove m- ber 1979. Diese Rechtserlasse wurden in der Zwischenzeit durch das Bundesgesetz vom 13. Dezember 20 02 über die Berufsbildu ng (BBG, SR 412.10) und die Verordnung vom 19. November 2003 über die B e- rufsbildung (Berufsbildungsverordnung, BBV, SR 412.101) aufgehoben. Die heute geltenden entsprechenden Bestimmungen aus diesen Erla s- sen, welche die Grundlage des Reglements bilden, sind die Artikel 26 – 29 BBG und Artikel 23 – 28 BBV. 2.3. Gemäss Art. 4 des Reglements bestimmt die Prüfungskommission unter anderem das Prüfungsprogramm, setzt die Zeit und den Ort der Prüfung fest und führt die Prüfung durch. Die Zusammensetzung der Prü- fungskommission ist in Art. 3 des Reglements geregelt. Die Prüfung s- kommission besteht aus 5 – 9 Mitgliedern und wird durch die Berufsbi l- dungskommission des Verbands Schweizerischer Plattenlegermeister VSPL für eine Amtsdauer von 3 Jahren gewählt. Die Fachp rüfung b e- zweckt, dass der Kandidat die notwendigen beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse besitzt, um ein Plattenlegergeschäft selbständig führen zu können (Art. 2 des Reglements). Die Prüfung wird unter Aufsicht minde s- tens eines Experten gehalten (Art. 13 des Reglements), welcher mit der B-5531/2012 Seite 7 gebotenen Sorgfalt die Ausführung der Prüfungsarbeiten überwacht und seine Beobachtungen schriftlich fest hält. 2.4. Aus den soeben erwähnten Bestimmu ngen ergibt sich, dass d er Schweizerische Plattenverband in seiner Eigenschaft als Prüfungsko m- mission als Organ in Erscheinung tritt, welches kraft des einschlägigen Reglements mit der Durchführung der strittigen Prüfung bet raut war. Dar- aus ergibt sich, dass der Beschwerdeführer in Bezug auf den Prüfung s- entscheid in Erfüllung einer ihm übertragenen öffentlich -rechtlichen Auf- gabe des Bundes erstinstanzlich verfügt hat. Mit seiner Beschwerde wer- den als Beschwerde gründe die unrichtige Rechtsanwendung sowie die unrichtige bzw. unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sac h- verhalts geltend gemacht (Beschwerdeschrift vom 22. Oktober 2012 , Sei- te 3, Ziffer 4 ). In seiner Stellungnahme vom 9. November 2012 führt der Beschwerdeführer weiter aus, dass ihm durch das Urteil der Vorinstanz Pflichten (Anschaffung von eigenen Computern) und K osten (Parteien t- schädigungspflicht) auferlegt würden und beruft für die Rechtsweggara n- tie auf Art. 29a der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgeno s- senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101). 2.5. Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts begründet das blosse allgemeine Interesse an einer richtigen Anwendung des objektiven Bundesrechts keine Beschwerdelegitimation des Gemeinwesens; insb e- sondere ist eine Vorinstanz nicht bereits wegen eines allfälligen Unterli e- gens in einem Rechtsmittelverfahren bzw. allein wegen der Tatsache be- schwerdelegitimiert, dass sie in einem Bereich, in dem sie zur Rechtsa n- wendung zuständig ist, eine bestimmte Rechtsauffassung vertritt, die in Widerspruch zu jener einer anderen zuständigen bzw. übergeordneten Behörde oder Insta nz steht (BGE 131 II 58, 62 E. 1.3; 125 II 192, 194 f. E. 2a; 123 II 371, 375 E. 2d; weitere Entscheide zitiert in WALDMANN, a. a. O., N. 44 zu Art. 89 BGG). Vor diesem Hintergrund und in Anlehnung an die entwickelte Praxis des Bundesgerichts bezüglich de r Beschwerdelegitimation des Gemeinw e- sens im Sinne von Art. 103 Bst. a des alten Bundesgesetzes vom 16. De- zember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG) hat die bis Ende 2006 als zuständige Vorgängerorganisation des Bundesverwa l- tungsgerichts tätige Rekurskommission EVD beschwerdeführenden Pr ü- fungskommissionen die Beschwerdebefugnis mehrmals abgesprochen. Dies aber nur insoweit, als die Beschwerde der Prüfungskommission g e- gen einen Entscheid des Bundesamtes gerichtet war, mit welchem ein Prüfungsentscheid aufgehoben und die Beschwerde eines Prüfungska n-B-5531/2012 Seite 8 didaten gutgeheissen wurde (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-4494/2008 E. 1.3.3 sowie unveröffentlichte Entscheide der Rekur s- kommission EVD HB/2006 -11 vom 26. Juli 2006 E. 1.2.3, HB/2004-29 vom 20. September 2004 E. 1.3 f., HB/2003 -4 vom 28. Juli 2003 E. 2.2). Anders entschied die Rekurskommission EVD in einem Verfahren betre f- fend eine von einer Prüfungskommission gegen einen Kostenentscheid erhobene Beschwerde, da die Prüfungskomm ission durch den angefoc h- tenen Kostenentscheid gleich wie ein Privater unmittelbar in ihren Vermö- gensinteressen betroffen war (Entscheid der Rekurskommission EVD HB/2000-017 vom 10. Dezember 2001 E. 1.4.4). Das Bundesverwa l- tungsgericht hat bereits mehrmals Gelegenheit gehabt, die zitierte Recht- sprechung der Rekurskommission EVD zu best ätigen (Urteile des Bu n- desverwaltungsgerichts B-2949/2009 E. 1.2.3 f.; B -4494/2008 E. 1.3.3 und B-7551/2006 E. 3.2.2 f.). Soweit der Beschwerdeführer als Organ mit der Durchführung einer Prüfung – im Sinne einer öffentlichen Aufgabe – betraut war und nicht in eigenen Interessen betroffen ist, führt dies zur Nichtanwendbarkeit von Art. 29a BV mangels Grundrechtsträgerschaft des Durchführungsorgans (vgl. dazu ESTHER TOPHINKE, Bed eutung der Rechtsweggarantie für die Anpassung der kantonalen Gesetzgebung, in: ZBl 2006, S. 88 ff., insb. S. 89). Entgegen den Ausführungen des B e- schwerdeführers macht es diesbezüglich keinen Unterschied, ob die N o- ten beurteilt werden, ob ein Verstoss gegen die Prüfungsvorschriften strit- tig ist oder ob es ein Prüfungsreglement gibt. Damit ist vorliegend auf die Frage, ob eine Rechtsstreitigkeit im Sinne von Art. 29a BV vorliegt, nicht weiter einzugehen (vgl. dazu ANDREAS KLEY, in: Ehrenze l- ler/Mastronardi/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische Bunde s- verfassung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2008, N. 11 zu Art. 29a BV). 2.6. Der Beschwerdeführer bringt vor, das s er durch das Urteil der Vori n- stanz beschwert sei, weil ihm dadurch Pflichten auferlegt würden (insbe- sondere Kauf von Computern und Parteientschädigungspflicht). Im vo r- liegenden Fall kann das vorinstanzliche Urteil nicht als Vorgabe einer Pflicht angesehen werden, es wurde lediglich das Verhalten eines Pr ü- fungskandidaten beurteilt. Das s das Urteil der Vorinstanz faktische Aus- wirkungen auf die Organisation der Prüfungen haben kann, ändert daran nichts. Indirekte Konsequenzen für den Beschwerdeführer aufgrund des vorinstanzlichen Urteils begründen keine Beschwerdele gitimation. Zwi- schen dem Streitgegensta nd und dem legitimationsbegründenden pe r- sönlichen und spürbaren Nachteil muss ein adäquater Kausalzusamme n- hang bestehen (vgl. das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B- 3311/2012 E. 3.1, sowie ISABELLE HÄNER, Die Beteiligten im Verwaltungs- verfahren und Verwaltungsprozess, Zürich 2000, Rz. 615 f., BERNHARD B-5531/2012 Seite 9 WALDMANN, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum BGG, Basel 2008, N. 18 zu Art. 89 BGG; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich 2010, Rz. 1774 ff.) , welcher in casu nicht gegeben ist . Damit kann offen bleiben, ob der vorinstanzliche Entscheid tatsächlich dazu führt, dass der Plattenlegerverband eigene Computer beschaffen muss, was der B e- schwerdegegner im Übrigen bestreitet. 2.7. Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, seine Parteientschäd i- gungspflicht aus dem vorinstanzlichen Verfahren tangiere ihn in seinen Vermögensinteressen und stelle demnach ein schutzwürdiges Interesse dar, kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerdeinsta nz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Nach ständiger Rech t- sprechung besteht, obwohl Abs. 1 de r Norm als "Kann -Vorschrift" aus- gestaltet ist, im Falle des Obsiegens ein Rechtsanspruch auf Ausrichtung einer Parteientschädigung, wenn die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -4556/2011 E. 2.1 mit weite- ren Hi nweisen). Die Parteientschädigung gehört, soweit das Obsiegen oder Unterliegen festgestellt wird, akzessorisch zur Hauptsache und ver- mag keine Legitimation zu begründen . Allenfalls d ie Höhe einer Parte i- entschädigung oder das Begehren um Abweichung einer Ko stenverle- gung vom Prinzip der Verlegung nach Obsiegen bzw. Unterliegen kann ein separater Gegenstand eines Rechtsmittelverfahrens sein und eine auf die Parteientschädigungsfrage beschränkte Beschwerdelegitimation b e- gründen, nicht jedoch der Umstand , dass überhaupt eine Parteientschä- digungspflicht besteht (vgl. dazu E. 2.5 hiervor) . Im vorliegenden Fall wurde weder die Höhe der Parteientschädigung beanstandet noch ein Grund zur Abweichung von der Verlegung nach Obsiegen bzw. Unterli e- gen vorgebracht, weshalb auch insoweit auf die Beschwerde nicht einz u- treten ist. 2.8. Als Zwischenergebnis ist demnach festzuhalten, dass der Beschwer- deführer seine Beschwerdelegitimation nicht auf Art. 48 Abs. 1 VwVG zu stützen vermag, zumal ihm ein schutzwürdiges Interesse an der A ufhe- bung oder Änderung des angefochtenen Entscheids abgeht. 2.9. Dem Beschwerdeführer steht ebenso wenig ein Behördenbeschwe r- derecht im Sinne von Art. 48 Abs. 2 VwVG zu. Damit eine Behörde in i h- rer Funktion als Trägerin einer Verwaltungsaufgabe zur Beschwerde l egi- timiert ist, muss sie sich auf eine ausdrückliche, spezialgesetzliche E r-B-5531/2012 Seite 10 mächtigung stützen können. Vorliegend besteht indessen – namentlich im Berufsbildungsgesetz – keine solche ausdrückliche Ermächtigung. 3. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass der Beschwerdefüh- rer weder die Voraussetzungen gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG noch diej e- nigen gemäss Art. 48 Abs. 2 VwVG erfüllt. Er ist daher nicht zur B e- schwerde legitimiert, weshalb auf seine Beschwerde nicht eingetreten werden kann. 4. 4.1. Bei diesem Verfah rensausgang wären dem Beschwerdeführer als unterliegende Partei die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Gemäss Art. 63 Abs. 2 Satz 2 VwVG werden selbst "anderen als Bundesbehörden", die Beschwerde führen und unterliegen, nur Verfah- renskosten auferlegt, soweit sich der Streit um vermögensrechtliche Int e- ressen von Körperschaften oder autonomen Anstalten dreht. Da im vo r- liegenden Fall die ver mögensrechtlichen Interessen des Beschwerdefü h- rers nicht tangiert sind, rechtfertigt es sich, dem Besch werdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 4.2. Die Parteientschädigung im vorliege nden Verfahren ist nach Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf Grund der eingereichten Kostennote festzusetzen. Ist wie im vorliegenden Fall keine Kostennote eingereicht worden, setzt das Gericht die Entschädigung für die notwendig erwachsenen Kosten auf Grund der Akten fest (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VG KE). Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.– (einschliesslich Aus- lagen und Mehrwertsteuer) für das Beschwerdeverfahren angemessen. 5. Dieser Entscheid kann nicht mit Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 Bst. t BGG). Er ist demnach endgültig. B-5531/2012 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegner für das Beschwerd e- verfahren mit Fr. 1'500.-- zu entschädigen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Rechtsvertreter; Einschreiben; Beschwerdebeilagen zurück) – den Beschwerdegegner (Rechtsvertreterin; Einschreiben) – die Vorinstanz (Einschreiben; Akten zurück) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Marc Steiner Barbara Deli Versand: 2. April 2013