Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. Mai 2019 (715 18 397 / 110) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen Verletzung arbeitsvertraglicher Pflich- ten; Reduktion der Einstelldauer im Umfang eines nur leichten Verschuldens infolge Be- rücksichtigung persönlicher Umstände im konkreten Einzelfall. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Die 1976 geborene A.____ war seit dem 8. Juni 20 15 bei der Firma B.____ GmbH in Laufen angestellt gewesen. Am 22. Mai 2018 löste di e Arbeitgeberin dieses Arbeitsverhältnis per Ende Juli 2018 auf. Am 2. August 2018 meldete s ich A.____ bei der öffentlichen Arbeitslo- senkasse Baselland (Kasse) zum Bezug von Arbeitslos enentschädigung und am 6. August 2018 zur Arbeitsvermittlung bei ihrer Wohnsitzgemeinde an. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Verfügung vom 11. September 2018 stellte die K asse die Versicherte wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 36 T agen in der Anspruchsberechtigung ein. Eine dagegen erhobene Einsprache hiess sie mit E inspracheentscheid vom 12. November 2018 teilweise gut und reduzierte die Einstellungsdauer auf 31 Tage. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass es die Versicherte während kn app dreier Jahre unterlassen habe, die Fahrprüfung abzulegen. Dadurch habe sie die arbei tsvertraglichen Bestimmungen verletzt. Es stehe somit fest, dass sie die Arbeitslosigkeit eventualvorsätzlich selbst verschuldet habe. C. Hiergegen erhob A.____ am 12. Dezember 2018 Besch werde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie bean- tragte, es sei die Einstellungsdauer in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids auf ein bis fünf Tage wegen leichten Selbstverschuldens zu re duzieren, eventualiter sei die Einstel- lungsdauer auf maximal 15 Tage festzusetzen. Subeventu aliter sei sie wegen mittelschweren Verschuldens für die Dauer von maximal 16 Tagen in der A nspruchsberechtigung einzustellen. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass sie seit Oktober 2014 mit ihren zwei Kindern in der Schweiz wohne und ihre Deutschkenntniss e in diesem Zeitpunkt gleich Null ge- wesen seien. Sie sei mit einem ungültigen Führerschein i n die Schweiz gekommen. Im Juni 2015 habe sie angefangen zu arbeiten und im Oktober 20 15 sei sie nach Spanien zurückge- kehrt, um ihre praktische Prüfung zu absolvieren, welche sie jedoch nicht bestanden habe. Mit ihrer Arbeitgeberin habe sie vereinbart, den Führersch ein zu erwerben, der für die beruflichen Fahrten notwendig gewesen sei. Nachdem sie zunächst de n Nothelferkurs absolviert habe, ha- be sie die Theorieprüfung im Juli 2016 im ersten Versuc h bestanden. Im November 2016 habe sie mit den praktischen Fahrstunden begonnen. Zusätzlich habe sie mit ihrem Partner private Fahrstunden absolviert. Im November 2017 habe sie sich sel bständig zur praktischen Prüfung angemeldet, habe diese jedoch nicht bestanden. Im De zember 2017 habe sie die praktischen Fahrstunden bei einem anderen Fahrlehrer bis August 20 17 dieses Mal mit einem positiven Resultat fortgeführt. Aufgrund unter anderem gesundhe itlicher und finanzieller Probleme habe sie den Führerschein nicht innert der vereinbarten Frist erlangen können. Man könne ihr unter diesen Umständen kein schweres Verschulden vorwerfen, da ih re Bereitschaft, den Führer- schein zu erlangen, stets sehr hoch gewesen sei. D. Die Kasse schloss mit Vernehmlassung vom 4. Februar 201 9 auf Abweisung der Be- schwerde. Die Beschwerdeführerin habe im Wissen darum, dass das Erlangen des Führer- scheins eine zwingende Vertragsvoraussetzung gewesen sei, d iesen während ihrer Anstellung nie erlangt. Sie habe erst Fahrstunden genommen, nachdem sie bereits über ein Jahr angestellt gewesen sei. Die mit ihrer Arbeitgeberin getroffene Vereinbarung habe sie somit kaum oder nur zögerlich umgesetzt. Deshalb habe sie schliesslich damit re chnen müssen, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung führen werde. Zumal es ihr letztlich sogar recht gewesen sei, gekündigt zu werden, sei ein eventualvorsätzliches Verhalten ohne we iteres erstellt. Durch ihr Verhalten ha- be sie die Schadenminderungspflicht in grober Weise verletzt. Eine Reduktion der Einstellungs- dauer sei nicht gerechtfertigt. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Nach § 55 Abs. 1 VPO in der ab 1. Januar 2019 anw endbaren Fassung entscheidet die Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kan tonsgerichts bei Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20‘000.--. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Versicherte zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosig keit für die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. Bei einem Taggeld von Fr. 109.95 beläuft sich der Streitwert auf Fr. 3‘408.45. Die Angelegenheit ist deshalb präsidial zu entscheiden. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person al les Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in d er Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwal- tungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits - und Verschuldensprinzip beherrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , in: Schindler/Tanquerel/Tschannen/Uhlmann, Schweizeri - sches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslo senversicherung, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 828). 2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicher te Person in der Anspruchsberech- tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Dieser Tatbe- stand erfasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die kausal für den Eintritt der Arbeits- losigkeit sind und eine Verletzung der Pflicht, Arbeitsl osigkeit zu vermeiden, bedeuten. Art. 44 Abs. 1 AVIV zählt in den lit. a-d beispielha ft Tatbestände auf, die unter den Begriff der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit fallen. So liegt selb stverschuldete Arbeitslosigkeit unter anderem dann vor, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Ver- letzung arbeitsvertraglicher Pflichten, der Arbeitgebe rin Anlass zur Auflösung des Arbeitsver- hältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). D ie Einstellung in der Anspruchsberechti- gung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt kei ne fristlose Auflösung des Arbeitsverhält- nisses aus wichtigen Gründen nach Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obliga- tionenrechts (OR) vom 30. März 1911 voraus. Das unkorrekte Verhalten muss auch nicht unbe- dingt eine eigentliche Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten darstellen, sondern es genügt, dass die versicherte Person durch ihr sonstiges Verhalten inn erhalb und ausserhalb des Be- triebs berechtigten Anlass zur Kündigung gab (vgl. Urte il des Eidgenössischen Versicherungs- gerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozia lrechtliche Abteilungen] vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; ARV 1987 Nr. 7; 1982 Nr. 18). Dabei müssen nicht zwingend Beanstandungen in beruflicher Hinsicht vorgelegen haben. Es genügt beispielsweise, dass cha- rakterliche Eigenschaften im weiteren Sinne, die den Ar beitnehmer für den Betrieb als untrag- bar erscheinen lassen, zur Entlassung geführt haben (BG E 112 V 244, E. 1). Selbstverschulde- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht te Arbeitslosigkeit im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt also immer dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objekti ven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Verhältnissen vermeidbaren V erhalten der versicherten Person liegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009 , 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hinweisen, publiziert in: ARV 2009 S. 264). 2.3 Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens der Inte rnationalen Arbeitsorganisation über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (Über- einkommen Nr. 168 der IAO), das für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft getreten ist, kann eine Leistung, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilzeitarbeitslosigkeit oder Verdienstausfall infolge einer vorübergehenden Arbeit seinstellung ohne Unterbrechung des Beschäftigungsverhältnisses Anspruch gehabt hätte, nur gekü rzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vo rsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat. Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IA O ist hinreichend bestimmt und klar, um als Grundlage eines Entscheids im Einzelfall dienen zu können, und ist daher direkt anwendbar (BGE 122 V 54 ff.; Urteil des EVG vom 17. Oktober 200 0, C 53/00). Aufgrund des grundsätzli- chen Primats des Völkerrechts geht Art. 20 lit. b des Üb ereinkommens Nr. 168 der IAO Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV vor. Demzufolge führt nicht jedes schuldhafte Verhalten der versicherten Per- son, das dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat, zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG. Das vorwerfbare Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IAO vielmehr vorsätzlich erfolgt sein, wobei auch Eventualvorsatz genügt (Urte il des EVG vom 4. Juni 2002, C 371/01, E. 2b). 2.4 Eventualvorsatz ist im Zusammenhang mit Art. 44 lit . a AVIV dann anzunehmen, wenn die versicherte Person vorhersehen kann oder damit rechnen muss, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung durch den Arbeitgeber führt (T HOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). Im Rahmen von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIG darf somit bei blosser Fahrlässigkeit keine Einstellung in der An- spruchsberechtigung erfolgen (JACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberech- tigung, Zürich 1998, S. 76 f.). Im Entscheid vom 6. Ju ni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f. hat das Bundesgericht – unter Hinweis auf den im Strafrecht gel tenden Massstab – festgestellt, dass Eventualvorsatz und bewusste Fahrlässigkeit auf der Wissensse ite übereinstimmen, indem der betroffenen Person die Möglichkeit des Risikos der Tatbestandsverwirklichung bewusst ist. Wer die Möglichkeit der Tatbestandsverwirklichung erkennt, kan n sich, selbst leichtfertig, über sie hinwegsetzen, d.h. darauf vertrauen bzw. mit der Einste llung handeln, dass schon nichts pas- sieren werde (bewusste Fahrlässigkeit). Demgegenüber erfordert der Eventualvorsatz, dass der Täter sich für die Tatbestandsverwirklichung entscheidet, sie mithin in Kauf nimmt. Weitestge- hend ausser Frage stehen dürfte das Willenselement nu r, wenn der Betroffene die Tatbe- standsverwirklichung für so naheliegend hält, dass die Bereitschaft, sie als Folge seines Verhal- tens hinzunehmen, vernünftigerweise nicht mehr bezweif elt werden kann; oder wenn sie ihm, im eigentlichen Sinn des Wortes, erwünscht oder recht wa r, wie wohl auch noch im Falle schie- rer Gleichgültigkeit. Als Faustregel gilt: Dass die bet roffene Person die Tatbestandsverwirkli- chung in Kauf genommen hat, liegt grundsätzlich näher , je wahrscheinlicher es ihr erschien, dass sie eintreten könnte, und je weniger sie diese inne rlich ablehnte, bzw. umgekehrt (vgl. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2008, 8C_50 4/2007, E. 5.4 mit Hinweis). Zu den Umständen, die allenfalls auf eventualvorsätzliches Verhalten schliessen lassen, gehören dabei die Grösse des Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schw ere der Sorgfaltspflichtverlet- zung, die Beweggründe und die Art der Tathandlung. D as Gericht darf vom Wissen der Be- troffenen auf deren Willen schliessen, wenn sich ihm de r Eintritt des Erfolgs als so wahrschein- lich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hin zunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Was die betroffene Person wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen und ist somit eine Tatfrage. Rechtsfrage ist hinge- gen, ob im Lichte der festgestellten Tatsachen der Schluss auf Eventualvorsatz berechtigt er- scheint (BGE 138 V 74 E. 8.4.1 mit Hinweisen; zum Ganze n: Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f.). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verw altungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständ ige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (vgl. BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus de n Akten ergebender Anhaltspunkte hin- reichender Anlass besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl . BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundes- gerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). Die Mi twirkungspflicht kommt als allgemeiner Verfahrensgrundsatz auch im kantonalen Beschwerdeverfahre n zur Anwendung und bedeutet das aktive Mitwirken der Parteien bei der Feststellung d es Sachverhalts (vgl. T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 200 3, S. 446 f., 489 f.; F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 284 f.). 3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1978, S. 135). Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. H ANS -ULRICH STAUFFER , Rechtsprechung des Bundesge- richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und Insolvenzentschädigung, Zürich 1998, S. 77). Die blosse Möglichkeit eines be- stimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sach- verhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, 12 5 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b). Eine Ausnahme hierzu bildet die A nwendung von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV (vgl. dazu Urteil des EVG vom 17. Oktober 2000, C 53/00 , E. 3a). Praxisgemäss muss das der versicherten Person im Rahmen dieser Bestimmung zur Last g elegte Verhalten in beweismäs- siger Hinsicht klar feststehen, ansonsten eine Einstellun g ausser Betracht fällt (vgl. Urteile des EVG vom 7. November 2002, C 365/01, E. 2 und vom 8. O ktober 2002, C 392/00, E. 3.1; siehe im Weiteren auch BGE 112 V 245 E. 1; SVR 1996 ALV N r. 72 S. 220 E. 3b/bb; N USSBAUMER , a.a.O., Rz. 829). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 In seiner Beweiswürdigung ist das Gericht regelmässig insbesondere auf die Aussagen der Arbeitgeber angewiesen. Dabei ist davon auszugehen , dass diese eine Sachverhaltsdar- stellung abgeben, ohne am Ausgang des Verfahrens interessiert zu sein und ohne ein Interesse daran zu haben, die versicherte Person in einem ungünsti gen Licht erscheinen zu lassen. So- lange kein Grund besteht, an den Aussagen der Arbeitgeberin zu zweifeln, ist deshalb auf diese abzustellen. Es darf hingegen insbesondere dann nicht e inzig auf deren Aussagen zu den Um- ständen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältni sses abgestellt werden, wenn diese be- stritten und durch keine weiteren Indizien gestützt we rden (vgl. BGE 112 V 245 E. 1; ARV 1999 Nr. 8 S. 39 E. 7b; Urteil des EVG vom 8. März 2001, C 102/00, E. 1a). Denn eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung kann, wie eben dargestellt, nur verfügt werden, wenn das der versi- cherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststeht und von dieser vorsätzlich ausgeübt wurde. Ein derartiges Verhalten muss demnach als solches au ch bewiesen werden und nicht bloss mit dem ansonsten im Bereich des Sozialversicherungsre chts erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 112 V 245 E. 1; SRV 1996 ALV Nr. 72 S. 220). Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer darf somit nicht ohne weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten des Arbeitnehmers geschl ossen werden, wenn der Arbeitgeber nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für w elche er keine Beweise anführen kann (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 2001, C 380/0 0, E. 2b; BGE 112 V 245 mit Hinweisen; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). 4. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zur Kündig ung Anlass gegeben und deshalb die Folgen einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit im S inne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV selbst zu tra gen hat. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob ihr zu Recht ein vorsätzliches Verhalten vorgeworfen worden ist. Wie bereits dargelegt, muss das der Beschwerdeführerin zur Last gelegte Verhalte n in beweismässiger Hinsicht klar feststehen, andernfalls eine Einstellung in der Anspru chsberechtigung ausser Betracht fällt (oben, Erwägung 3.3 hiervor). 4.1 Dem Arbeitsvertrag vom 20. Juni 2015 ist zu entnehme n, dass die Versicherte im Rahmen eines bis Ende November 2015 befristeten Arbeit sverhältnisses im Umfang von 100% am 8. Juni 2015 in die Dienste ihrer Arbeitgeberin eingetreten ist. Unter der Rubrik „Besonde- res“ ist diesem Arbeitsvertrag zu entnehmen, dass das Arbeit sverhältnis unbefristet weiter ge- führt würde, falls die Arbeitnehmerin bis Ende Novembe r 2015 im Besitz eines gültigen Führe- rausweises sei (Kassen-Dok 209 f.). 4.2 Gemäss einem undatierten Arbeitsvertrag betreffend „Unterhaltsreinigung I im Stun- denlohn vom 1. Dezember 2015 bis 30. April 2016“ stan d die Versicherte sodann seit 8. Juni 2015 im Umfang eines Vollzeitpensums für einen Stundenl ohn von Fr. 21.95 in den Diensten ihrer Arbeitgeberin. Allfällige besondere Bestimmungen oder Vorbehalte im Zusammenhang mit dem Erlangen einer Führerscheinprüfung sind diesem Vertrag nicht zu entnehmen (Kassen-Dok 203). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Aus dem Arbeitsvertrag vom 31. März 2016 geht hervo r, dass die Versicherte mit Wir- kung ab 1. April 2016 ihr Arbeitsverhältnis weiterhin im Vollzeitpensum und zu den gleichen Lohnkonditionen wie zuvor, nunmehr jedoch unbefristet weitergeführt hat. Allfällige besondere Bestimmungen oder Vorbehalte im Zusammenhang mit dem Erlangen einer Führerscheinprü- fung gehen aus diesem Vertrag ebenfalls nicht hervor (Kassen-Dok 208 f.). 4.4 Dem Protokoll betreffend das Qualifikationsgespräch vom 8. Dezember 2017 kann entnommen werden, dass die Versicherte im Oktober 2015 d ie Fahrprüfung in Spanien absol- viert, diese aber nicht bestanden habe. Seit November 20 15 bemühe sie sich weiter um die Autofahrprüfung. Die Theorieprüfung habe sie im Augu st 2016 bestanden, die erste Fahrprü- fung im Dezember 2017 jedoch nicht. Weiter geht aus d iesem Protokoll hervor, dass die Versi- cherte bisher insgesamt 25 Fahrstunden genommen habe. S ie habe am 8. Dezember 2017 einen Lohnvorschuss für Autofahrstunden im Umfang von Fr. 1‘000.-- erhalten, gehe aber vom 29. Dezember 2017 bis zum 7. Januar 2018 nach Spanien in die Ferien (Kassen-Dok 203). 4.5 Dem Kündigungsschreiben vom 22. Mai 2018 ist zu ent nehmen, dass vor drei Jahren vereinbart worden sei, dass die Arbeitnehmerin so rasch w ie möglich ihre Autofahrprüfung ab- solviere. Dies sei bis heute nicht geschehen. Im Gespräch sei klar geworden, dass bis zum ak- tuellen Zeitpunkt lediglich rund 30 bis 40 Fahrstunde n absolviert worden seien. Ausserdem sei seitens der Arbeitnehmerin Unmut aufgekommen, weil sie immer nur Aushilfsarbeiten erledigen müsse und nicht den ganzen Tag auf Kundenreinigung gehen könne. Der Grund dafür sei, dass das Risiko eines Rückfalls ihrer genesenen Krankheit für das Engagement bei einem Privat- kunden zu gross sei. Im Gespräch habe die Arbeitnehmerin g ewünscht, dass das Arbeitsver- hältnis per sofort aufgelöst werde, weil sie unter diese n Umständen nicht mehr länger habe ar- beiten wollen. Man habe die Arbeitnehmerin über ihr e Rechte aufgeklärt und sich mit ihr geei- nigt, dass das Arbeitsverhältnis erst per Ende Juli 2018 aufgelöst werde (Kassen-Dok 1). 4.6 Dem Zwischenzeugnis vom 30. Mai 2018 zufolge sei die Versicherte eine engagierte Mitarbeiterin gewesen, die sich gegenüber den Kunden und dem Team freundlich verhalten habe. Sie habe sich schnell in den Aufgabenbereich der Firma eingearbeitet und sich den Her- ausforderungen gestellt. Sie befinde sich in einem gekü ndigten Arbeitsverhältnis per Ende Juli 2018, da sie die Auflage, die Fahrprüfung zu absolvier en, leider nicht erfüllt habe (Kassen-Dok 11). 4.7 Weiter kann den Akten entnommen werden, dass die V ersicherte in der Zeit zwischen dem 14. November 2016 und dem 3. April 2017 bzw. zwisc hen dem 13. Dezember 2017 und dem 10. August 2018 Fahrstunden zur Vorbereitung auf d ie Fahrprüfung absolviert habe (Kas- sen-Dok 153 und 154). Den Nothelferkurs hat sie am 30. J anuar 2016 absolviert (Kassen-Dok 155). Ausserdem ist aus den vorliegenden Akten ersichtlich, dass sie in Spanien am 23. Juni 2014 die Theorieprüfung, nicht aber die praktische Fa hrprüfung vom 15. Oktober 2015 bestan- den habe (Kassen-Dok 156). 4.8 Im Fragebogen betreffend das rechtliche Gehör vom 4. September 2018 hat die Versi- cherte angegeben, dass im Zeitpunkt ihres Anstellungsbeginns eine Autoprüfung vorausgesetzt Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht worden sei, welche sie in den zwei Jahren ihrer Anstellu ng aber nicht bestanden habe. Dies sei der Kündigungsgrund gewesen. Ihre Arbeitgeberin habe die beanstandeten Punkte mit ihr be- sprochen und habe eine mündliche Verwarnung ausgesprochen (Kassen-Dok 79). 4.9 Aus dem Prüfungsbericht der Motorfahrzeug-Prüfsta tion beider Basel vom 8. August 2018 geht schliesslich hervor, dass die Beschwerdeführerin a n diesem Tag die Fahrprüfung im zweiten Anlauf bestanden hat (Beilage 7 zur Beschwerdebegründung). 5. Während die Kasse in ihrer dem vorliegend angefoch tenen Einspracheentscheid vor- angehenden Verfügung noch davon ausgegangen war, dass der Versicherten eine Auflösung ihres Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen vorzuwerfen sei, hat sie in Überein- stimmung mit den vorliegenden Akten in ihrem Einsprache entscheid zu Recht die Auffassung vertreten, dass das Arbeitsverhältnis letztlich durch eine K ündigung der Arbeitgeberin aufgelöst worden ist. Daran ist mit Blick auf die Kündigung der Arbeitgeberin vom 22. Mai 2018 festzuhal- ten (Kassen-Dok 1). Zwischen den Parteien zu Recht unbestritten geblieben ist sodann die Tat- sache, dass die Versicherte ihrer arbeitsvertraglichen Auf lage, die Fahrprüfung zu absolvieren, nicht innert angemessener Zeit nachgekommen ist (Kassen-Dok 11). Daran ändert nichts, dass der Besitz eines Führerausweises im ursprünglich bis Ende November 2015 befristeten Arbeits- vertrag vom 20. Juni 2015 lediglich als Voraussetzung für e ine unbefristete Weiterführung des Arbeitsverhältnisses vereinbart worden war (Kassen-Dok 2 09 f.). Auch die Versicherte geht da- von aus, dass diese Vereinbarung vor dem Hintergrund der Notwendigkeit ihrer beruflichen Ver- richtungen getroffen worden war (Beschwerdebegründung vom 12. Dezember 2018), und dass sie diese Voraussetzung für eine Weiterführung ihres Ar beitsverhältnisses nicht innert ange- messener Frist erfüllt hat (Kassen-Dok 79). Dass ihr Arbe itsverhältnis zunächst befristet weiter- geführt und am 31. März 2016 schliesslich in einen unbefr isteten Arbeitsvertrag überführt wor- den war, steht dieser Tatsache nicht entgegen. Im Gegen teil: Die beiden Vertragsverlängerun- gen stellen ein Entgegenkommen der Arbeitgeberin dar, die der Versicherten offenbar die Chance einräumen wollte, sich den für die beruflichen Verrichtungen notwendigen Führeraus- weis doch noch anzueignen. Wie die Beschwerdeführerin z ugestanden hat, hat sie dies innert nützlicher Frist jedoch unterlassen, nachdem sie nach dem Absolvieren des Nothelferkurses Ende Januar 2016 erst rund neuneinhalb Monate später M itte November 2016 praktische Fahr- stunden in Anspruch genommen hat (Kassen-Dok 79). Durch d ie Missachtung dieser von Be- ginn weg unmissverständlich vereinbarter Vertragsauflagen hat sie die Auflösung ihres Arbeits- verhältnisses letztlich eventual-vorsätzlich mitverschuldet. Die Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung erweist sich damit als rechtmässig. 6.1 Zu prüfen bleibt, ob die verfügte Einstellungsdau er angemessen ist. Die Dauer der Ein- stellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach d em Grad des Verschuldens und be- trägt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (vgl. Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach Art. 45 Abs. 2 AVIV wird die Einstellung in der Anspruchsberechtigung abgestuft; sie dauert 1-15 Tage bei leichtem (lit. a), 16-30 Tage bei mittelschwerem (lit . b) und 31-60 Tage bei schwerem (lit. c) Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens fällt die Arbeitslo senkasse ihren Entscheid nach pflichtgemässem Ermessen. Nach § 57 lit. c VPO hat die Pr äsidentin der sozialversicherungs- rechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts den angefoch tenen Einspracheentscheid auch auf Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dessen Angemessenheit zu überprüfen. Sie greift jedoch bei der Beurteilung der von der Ar- beitslosenkasse angeordneten Einstellungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in deren Ermessensspielraum ein. 6.2 Die Kasse hat das Verhalten der Versicherten als schwer es Verschulden qualifiziert und die Dauer der Einstellung im angefochtenen Einspr acheentscheid von 36 Tagen auf 31 Tage reduziert. Dabei unterschritt sie die bei selbstv erschuldeter Arbeitslosigkeit übliche Einstelldauer von 36 Tagen. Bei der Festlegung der Dau er der Einstellung zu Gunsten der Be- schwerdeführerin hat sie das Verhalten der Arbeitgeberin berücksichtigt, die die Versicherte den Akten zufolge offensichtlich nach einem ersten Mitarbeit ergespräch im Dezember 2017 unter Druck gesetzt hat, indem sie sie aus angeblich gesundheitli chen Gründen nur noch für Aus- hilfsarbeiten eingesetzt hat (Kassen-Dok 1). Dabei hat die Kasse allerdings ausser Acht gelas- sen, dass schuldmindernde Umstände auch auf Seiten der V ersicherten vorliegen. Generell ist zunächst darauf hinzuweisen, dass das Absolvieren einer Fah rprüfung notorisch 30 oder mehr praktische Fahrstunden voraussetzt. Eine solche Fahrpraxis war angesichts des tiefen Ein- kommens der Versicherten (Kassen-Akt 8) mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden. Dass dieser Umstand es ihr verunmöglicht hat, die Fahrpr üfung innert Kürze zu absolvieren, musste auch ihrer Arbeitgeberin bewusst sein. Sodann ist zu berücksichtigen, dass die Versi- cherte im Umfang von 100% angestellt war und zugleic h zwei 2003 und 2004 geborene Kinder zu betreuen hatte. Damit verblieb ihr in ihrer Freiz eit eine nur sehr beschränkte Möglichkeit, die Fahrstunden überhaupt absolvieren zu können. Ausserdem kan n der Beschwerdeführerin nicht vorgeworfen werden, sich generell nicht um die ihr auf erlegte Verpflichtung gekümmert zu ha- ben: Aus den zitierten Akten ergibt sich vielmehr, dass si e die praktische Fahrprüfung wieder- holt – einmal im Oktober 2015 in Spanien, einmal im Dezember 2017 in der Schweiz – nicht bestanden hat (Kassen-Dok 156 und 203), bis sie im Augus t 2018 die entsprechende Prüfung im dritten Anlauf schliesslich erfolgreich absolviert hat (Beilage 7 zur Beschwerdebegründung). Im Umstand alleine, dass sie die praktischen Fahrprüfungen zunächst zwei Mal nicht bestanden hat, kann kein Verschulden erkannt werden. In der Zeit zwischen Oktober 2015 und Dezember 2017 hat sie sodann jeweils erfolgreich zunächst im Janu ar 2016 den für die praktischen Fahr- stunden vorausgesetzten Nothelferkurs und im August 2016 die Theorieprüfung absolviert (Kassen-Dok 155 und 203). Nachdem sie sich erstmals Mitte No vember 2016 in den prakti- schen Fahrunterricht begeben hatte, reduziert sich ihr Ve rschulden mithin darauf, sich nach dem Bestehen ihrer Theorieprüfung im August 2016 sow ie nach dem Nichtbestehen der ersten praktischen Prüfung im Dezember 2017 anschliessend nur zög erlich (wieder) auf die prakti- schen Prüfungen vorbereitet zu haben. Dieser Vorwurf i st jedoch durch die oben erwähnten Umstände finanzieller und familiärer Natur deutlich zu relativieren. Ein schweres Verschulden kann darin keinesfalls erkannt werden. Zumal die Versich erte über keine Kenntnisse der deut- schen Sprache verfügt hat (Kassen-Dok 23), befand sie sich in einem Dilemma, den ihr oblie- genden arbeitsvertraglichen Auflagen nachkommen zu müsse n, ohne hierfür über die sprachli- chen, zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten zu verfüg en, wie sie für einen möglichst rasche und umfassende praktischen Fahrunterricht aber erfahrung sgemäss vorausgesetzt sind. Daran ändert auch nichts, dass sie – ohnehin erst sehr spät – e inen Lohnvorschuss erhalten hat, stellt dieser doch nichts anderes als ein Darlehen dar, welches ihre monatlichen Einnahmen letztlich geschmälert hat (Kassen-Dok 203). Im Ergebnis liegt d amit ein nur leichtes Verschulden vor. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die von der Kasse ursprünglich verfügte Einstellungsdaue r ist deshalb im mittleren Bereich des leichten Verschuldens auf 10 Tage festzusetzen. Die Beschwe rde ist bei diesem Ergebnis teil- weise gutzuheissen. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung ist bei der anwaltl ich nicht vertretenen Beschwerdeführerin keine auszurichten. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheent- scheid der Öffentlichen Arbeitslosenkasse vom 12. November 2018 aufgehoben, und die Dauer der Einstellung in der Ans pruchsberechti- gung wird auf 10 Tage festgesetzt. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.