Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. November 2017 (720 16 397 / 300) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Alex Hediger, Advo- kat, Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1959 geborene A.____ war seit April 1980 bei der B.____ AG angestellt und zu- letzt als Bauvorarbeiter (Gruppenleiter) im Bereich Tiefbauarbeiten tätig. Am 30. September 2011 erlitt A.____ einen Berufsunfall, bei welchem er sich Verletzungen an der rechten Schulter zuzog. Nach Eingang der Unfallmeldung erbrachte die Schweizerische Unfallversicherungsan- stalt (Suva) als obligatorischer Unfallversicherer die gesetzlichen Leistungen für die Folgen die- ses Ereignisses, vorerst in Form von Taggeldern und Heilbehandlung, später sprach sie A.____ Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit Verfügung vom 14. Februar 2014 für die verbleibe nden Unfallfolgen ab 1. Oktober 2013 eine auf einem Invaliditätsgrad von 32 % basierende Invalidenrente zu. Am 14. Februar 2013 hatte sich A.____ unter Hinweis au f die Folgen dieses Unfalls auch bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. In der Folge gewährte ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (I V-Stelle) berufliche Massnahmen in Form von Arbeitstrainings und Arbeitsvermittlung, es gelang jedoch nicht, den Versicherten über ein vorübergehend bei der C.____ GmbH ausgeübtes Arbeitspen sum von 50 % hinaus in den Ar- beitsmarkt zu integrieren. Die IV-Stelle teilte dem V ersicherten deshalb am 7. November 2014 mit, dass das Dossier bei der Arbeitsvermittlung geschlo ssen werde und man zur Prüfung der Rentenfrage übergehe. Nachdem sie die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte die IV-Stelle beim Versich erten einen Invaliditätsgrad von 22 %. Ge- stützt auf dieses Ergebnis lehnte sie mit Verfügung vom 2 7. Oktober 2016 einen Anspruch von A.____ auf eine IV-Rente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Advokat Dr. Alex Hediger, am 30. November 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die ange fochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 1. Oktober 2012 eine halbe Inval idenente basierend auf einem mindes- tens 50 %-igen Invaliditätsgrad auszurichten. Zudem sei en ihm die unentgeltliche Prozessfüh- rung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter zu bewilligen; unter o/e- Kostenfolge. C. Nachdem das Kantongericht die IV-Stelle zur Einreichu ng einer Vernehmlassung auf- gefordert hatte, wies diese mit Eingabe vom 10. Januar 2017 darauf hin, dass der Versicherte in seiner Beschwerde die Einreichung aktueller Arztbericht e in Aussicht gestellt habe. Sie ersuch- te deshalb das Kantonsgericht, ihr aus prozessökonomische n Gründen die angesetzte Frist zur Vernehmlassung wieder abzunehmen und dem Beschwerdeführer stattdessen vorerst eine Frist zur Einreichung der in Aussicht gestellten aktuellen Arztb erichte einzuräumen. Mit Verfügung vom 16. Januar 2016 entsprach das Kantonsgericht diesem Antrag der IV-Stelle. D. Am 20. Februar 2017 zog der Versicherte das in der B eschwerde gestellte Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und de r unentgeltlichen Verbeiständung zu- rück. Sodann reichte er dem Kantonsgericht am 30. März 2 017 verschiedene, im Zeitraum vom 20. Mai 2016 bis 27. März 2017 erstellte ärztliche Beri chte samt einer kurzen Stellungnahme hierzu ein. E. In ihrer Vernehmlassung vom 4. Mai 2017 äusserte sic h die IV-Stelle zur Beschwerde des Versicherten und zu den von ihm nachgereichten me dizinischen Unterlagen, wobei sie die Abweisung der Beschwerde beantragte. Zudem legte sie ihren Ausführungen eine nachträglich eingeholte Beurteilung von Dr. med. D.____, Orthopäd ische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst ( RAD) beider Basel, vom 25. April 2017 bei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Im Hinblick auf die Beurteilung der vorliegenden Be schwerde zog das Kantonsgericht die das Unfallereignis des Versicherten vom 30. September 2011 betreffenden Suva-Akten bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 30. November 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Die IV-Stelle zog im Zusammenhang mit der Abklärun g des medizinischen Sachver- halts als erstes die das Unfallereignis des Versicherten vo m 30. September 2011 betreffenden Suva-Akten bei. Diese enthalten unter anderem einen Bericht von Dr. med. E.____, Orthopädi- sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, über eine kreisärztliche Un- tersuchung des Versicherten vom 24. Januar 2013. Darin hielt dieser als Diagnosen (1) einen Status nach transmuraler retrahierter Supraspinatussehnenruptur (2 x 2 cm) mit subacromialem Impingement Schulter rechts bei vorbestehender leichter Omarthrose (30.09.2011) sowie (2) einen Status nach Arthroskopie Schulter rechts mit Débr idement und Acromioplastik und „mini open repair Supraspinatussehne mit 4 Orthocord“ (08.11 .2011) fest. Dem Versicherten seien ganztags leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeiten zumut bar, diese sollten mehrheitlich un- terhalb der Horizontalen durchgeführt werden. Von Sch werarbeit müsse abgesehen werden. Rund ein Jahr später untersuchte der Kreisarzt Dr. med. F.____, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, den Versicherten zwecks Prüfung der Frage , ob sich das Zumutbarkeitsprofil seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung vom Januar 20 13 geändert habe. In seinem Be- richt vom Am 8. Januar 2014 gelangte Dr. F.____ zur Au ffassung, dass dies nicht der Fall sei. Demnach bestätigte er, dass dem Versicherten Arbeiten i m Strassenbau nicht mehr zumutbar seien. Hingegen könne dieser eine ganztägige leichte bi s knapp mittelschwere Tätigkeit ausü- ben, wobei die zu erledigenden Arbeiten mehrheitlich unterhalb der Horizontalen verrichtet wer- den sollten. Auf der Basis dieser kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung sprach die Suva dem Versicherten in der Folge mit Verfügung vom 14. Februa r 2014 für die verbleibenden Unfallfol- gen ab 1. Oktober 2013 eine auf einem Invaliditätsgrad von 32 % basierende Invalidenrente zu. 4.2 Um über aktuelle medizinische Entscheidgrundlagen zu verfügen, gab die IV-Stelle zusätzlich bei Dr. med. G.____, Rheumatologie FMH, eine fachärztliche Begutachtung des Ver- sicherten in Auftrag. 4.2.1 In seinem Gutachten, das er am 2. November 2015 erstattete, hielt Dr. G.____ folgen- de Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest: Status nach Distorsion des rech- ten Schultergelenks am 30.09.2011 nach Verladen eines P lattenvibrators und Ausrutschen desselben aus der rechten Hand mit/bei (1) transmuraler retrahierter Supraspinatussehnen- ruptur mit subacromialem lmpingement rechte Schulter (Arthro-MRI vom 06.10. 2011), (2) Arth- roskopie Schulter rechts, Débridement und Acromioplastik , mini open repair Supraspinatusseh- ne am 08.11.2011, (3) ziemlich protrahiertem Verlauf trotz komplikationslosem postoperativem Verlauf und gutem Resultat, (4) Knochenmarködem im B ereich der Clavicula und Acromion mit angrenzender Bursitis subacromialis bei Verdacht auf ak tivierte AC-Gelenksarthrose (Arthro- graphie und MRI vom 28.06.2012) und (5) regredientem Knochenmarködem im Bereich des AC-Gelenks als Hinweis auf eine Regredienz der Aktivierung bei Arthrose (Arthrographie Schul- ter rechts vom 30.09.2013). 4.2.2 In seiner Beurteilung führte Dr. G.____ aus, er gehe mit seinen Voruntersuchern von einem sehr guten Resultat der operativen Behandlung des rechten Schultergelenks am 8. No- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht vember 2011 aus. Die Beweglichkeit sei bis auf einige Gra de wiederhergestellt. Das rechte Schultergelenk sei für den Gebrauch identisch und könne äq uivalent zur linken Seite gebraucht werden. Die kleinen Differenzen gegenüber links seien i rrelevant und würden die langdauernde Arbeitsunfähigkeit nicht begründen lassen. Aufgrund d es heutigen Zustandes seien allerdings Arbeiten über Schulterhöhe nicht ratsam, obwohl der r echte Arm problemlos Leistungen, wenn auch reduziert, über der Horizontale erbringen könne . Die rechte Schulter sei die dominante Seite. Somit könne beim Exploranden das Heben von schwer en Lasten, vor allem über 10 kg, mit der rechten Hand für längere Zeit oder höher als in Brusthöhe zur Aktivierung der Schmerzsymptomatik führen. Ein Arbeiten mit abduziertem o der gestrecktem Arm sei nicht zu empfehlen, dies könne zu Ermüdung der Sehnen führen un d aus einer Tendinopathie werde eine Tendinitis oder gar eine Bursitis. Der Explorand sei bei Arbeiten mit repetitivem Besteigen von Leitern und Gerüsten ebenfalls eingeschränkt. Von Se iten der Hals- und auch der Lenden- wirbelsäule bestehe aufgrund der klinischen Angaben, de r radiologischen Untersuchung und auch des erhobenen Status keine Einschränkung. Die gesch ilderte Schmerzsymptomatik sei eher als unspezifisch einzustufen. 4.2.3 In Bezug auf die Frage der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf gelangte Dr. G.____ zur Auffassung, dass Tätigkeiten im Strassen bau, im Aushub oder im Abbruch, d.h. schwere körperliche Arbeiten mit kräftigem Einsatz beide r Arme und vor allem der Schulterge- lenke, nicht mehr möglich seien und dem Exploranden n icht mehr zugemutet werden könnten. Diese Einschätzung gelte seit dem Unfall bzw. der Opera tion vom Oktober 2011. Diese Mei- nung würde von allen behandelnden Orthopäden und Är zten geteilt, hier bestünden keine di- vergierenden Einschätzungen. Schliesslich sei auch die Suva im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren von dieser Beurteilung ausgegangen. Was die Arbeitsfähigkeit in einer leidensadap- tierten Verweistätigkeit betreffe, lasse sich aus seiner S icht aufgrund der aktuellen Untersu- chung und gestützt auf die klinischen Untersuchungen der Suva-Kreisärzte keine nennenswerte Einschränkung erklären. In einer wechselbelastenden Täti gkeit mit Arbeitsverrichtung vorwie- gend unter der Horizontalen (zeitweise über Schulterhöhe wäre erlaubt, jedoch ohne das Heben von schweren Lasten) und in diversen Tätigkeiten, bei denen keine schweren Lasten über 15 kg gehoben werden müssten sowie bei Arbeiten auf Brust- o der Bauchhöhe, bei denen Arbeiten mit seitlich gestrecktem Arm vermieden würden, bestehe ei ne volle Arbeitsfähigkeit. ln diesem Zusammenhang habe er dem Versicherten diverse Arbeitsmög lichkeiten als Lagerist, als Ma- gaziner (Kleinmaterial) oder als Kontrolleur aufgezeigt. Die von behandelnden Ärzten wiederholt attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % oder gar von 10 0 % könne er aus gutachterlicher Sicht nicht nachvollziehen, dies habe beim Exploranden zu einer Krankheitsüberzeugung geführt, obschon er wiederholt betont habe, dass das Herumsitzen zu Hause für ihn kein Zustand sei. 4.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 27. Oktober 2016 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vollumfän glich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. G.____ in seinem rheumatologischen Gutachten vom 2. November 2015 gelangt ist. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Beschwerdeführer seit Januar 2013 die Ausübung einer leichteren, wechselbelastenden Tätigkeit im Umfang von 100 % zumutbar sei. Diese vorinstanz- liche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das rheumatologische Gutachten von Dr. G.____ vom 2. Nove mber 2015 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bunde sgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hier- vor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es be- rücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis d er Vorakten abgegeben worden, es ist in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge b zw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation schlüssig, es setzt sich mit den vor handenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und es enthält einleuchtende Schlussfolgerungen. Insbesondere nimmt es eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. Diese deckt sich im Übrigen denn auch vollumfänglich mit den im un fallversicherungsrechtlichen Verfahren erstatteten Zumutbarkeitsbeurteilungen der Suva-Kreisä rzte Dres. E.____ und F.____ vom 24. Januar 2013 bzw. vom 8. Januar 2014. 4.4 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeign et, die ausschlaggebende Be- weiskraft des Gutachtens von Dr. G.____ vom 2. November 20 15 in Zweifel zu ziehen. Er ist der Auffassung, dass auf das Gutachten nicht abgestellt we rden könne, weil dieses unvollstän- dig sei. Zur Begründung beruft er sich im Wesentlichen auf neuere medizinische Unterlagen, die er im Beschwerdeverfahren nachgereicht hat. Diese würden aufzeigen, dass er an weiteren Gesundheitsbeeinträchtigungen leide, die Dr. G.____ i n seinem Gutachten nicht berücksichtigt habe. So habe Dr. med. H.____, Orthopädische Chirurgi e und Traumatologie des Bewegungs- apparates FMH, in seinem Bericht vom 24. August 2016 als weitere Diagnose nebst den be- kannten Unfallfolgen ein unspezifisches cervico- und lumbo spondylogenes Syndrom mit dege- nerativen Veränderungen C6/7 und breitbasiger Diskusprot rusion C6/7 erhoben. Sodann habe Dr. med. I.____, Neurologie FMH, in seinem Bericht vom 14. Oktober 2016 zusätzlich zu den vom Gutachter erhobenen Diagnosen aktuell „intermittier ende Parästhesien Dig. IV/V und Hand- und Unterarmseite rechts“ sowie schulterbetonte S kapulobrachialgien rechts festgehal- ten. Die Parästhesien im rechten Arm seien mit grosser W ahrscheinlichkeit auf eine intermittie- rende Kompression der unteren Teile des Plexus brachiali s zurückzuführen und damit gut er- klärbar (sog. neurogenes Thoracic-Outlet-Syndrom). Schlie sslich reichte der Versicherte noch ein Schreiben von Dr. med. J.____, Physikalische Medizin un d Rehabilitation, speziell Rheu- maerkrankungen FMH, vom 27. März 2017 ein, in welchem di eser eine multidisziplinäre, ge- samtmedizinische Beurteilung mit psychiatrischer Beteiligu ng als angezeigt erachtet. Die IV- Stelle legte diese neuen Berichte in der Folge ihrem RAD-Arzt Dr. D.____ zur Beurteilung vor. In seiner Stellungnahme vom 25. April 2017 wies dieser darauf hin, dass die von Dr. H.____ festgehaltenen, als unfallfremd einzustufenden Rückenbe schwerden cervical und lumbal vom Gutachter durchaus adäquat berücksichtigt worden seien. D as von Dr. G.____ ermittelte Zu- mutbarkeitsprofil beinhalte auch allfällige Einschrän kungen des Achsenorgans, denn der Gut- achter habe eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit in Wechselbelastung formuliert, was durch- aus auch einem Rückenschonprofil entspreche. Zudem habe der Versicherte selber anlässlich der Begutachtung die Rückenbeschwerden auch auf Nachfr agen hin nur als nachrangig dekla- riert. Was das von Dr. I.____ beschriebene neurogene Th oracic-Outlet-Syndrom betreffe, so Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht erhebe auch der genannte Arzt diesbezüglich keine massg eblichen Funktionsausfälle, die - ex- klusive der subjektiven Beschwerden - eine massgebliche Arbe itsunfähigkeit versicherungsme- dizinisch begründen könnten. Somit könne aber weiterhi n auf das rheumatologische Gutachten von Dr. G.____ abgestellt und gleichzeitig von einer d urch Dr. J.____ als angezeigt erachteten multidisziplinären Begutachtung des Versicherten abgeseh en werden. Diesen zutreffenden Ausführungen des RAD-Arztes, auf die verwiesen werden kann, und dessen daraus gezogenen Schlüssen kann vollumfänglich beigepflichtet werden. Al s Ergebnis bleibt deshalb zu wiederho- len, dass dem rheumatologischen Gutachten von Dr. G.____ vom 2. November 2015 vorliegend bei der Würdigung des massgebenden medizinischen Sachverha lts ausschlaggebender Be- weiswert zukommt. Mit der IV-Stelle ist deshalb davon a uszugehen, dass dem Beschwerdefüh- rer seit Januar 2013 die Ausübung einer leichteren, we chselbelastenden Tätigkeit im Umfang von 100 % zumutbar ist. 5. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 2.4 hiervor) ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstäti- gen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). 5.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdi enen würde. Dabei wird in der Re- gel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung un d der realen Einkommensentwicklung an- gepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund- heitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 325 E. 4.1). Vorliegend ist davon auszuge- hen, dass der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Beei nträchtigungen weiterhin in einem Vollpensum als Bauvorarbeiter (Gruppenleiter) bei der B.____ AG tätig wäre. Laut den Angaben der genannten Firma im Fragebogen für Arbeitgebende vom 26. April 2013 hätte der Versicher- te dabei im Jahr 2013 ein Gehalt von Fr. 6‘500.-- pr o Monat bzw. - bei 13 Monatslöhnen - von Fr. 84‘500.-- pro Jahr erzielt. Von diesem Betrag ist auch die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung ausgegangen. Der Beschwerdeführer weist nun allerdings darauf hin, dass die Suva im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren ihrer Rente nberechnung ein Valideneinkommen von Fr. 88'292.-- zu Grunde gelegt habe. Dieser Betra g sei auch für das IV-Verfahren massge- bend. Wie den Suva-Akten des Versicherten entnommen werd en kann, beruht die Differenz zwischen den beiden Valideneinkommen darin, dass die Suva zum Jahresgrundgehalt von 84‘500.-- einen Betrag von Fr. 3‘792.35 hinzugerechnet hat. Dies entspricht der Summe, welche die Arbeitgeberin dem Versicherten während der letzten fünf Jahre im Durchschnitt zusätzlich für geleistete Überstunden ausbezahlt hat. Ob diese Üb erstundenentschädigung, wie vom Ver- sicherten verlangt, auch im vorliegenden Verfahren zu b erücksichtigen ist, kann nun aber offen bleiben. Wie im Folgenden zu zeigen sein wird (vgl. E. 5.3 hiernach), spielt es für den Ausgang des vorliegenden Beschwerdeverfahrens letztlich keine Roll e, ob dem Einkommensvergleich ein Valideneinkommen von Fr. 84‘500.-- oder aber ein solches von Fr. 88‘292.-- zu Grunde ge- legt wird. 5.2.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nac h der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwer bstätigkeit aus, bei der - kumulativ - beson- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzune hmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziall ohn, gilt grundsätzlich der tatsäch- lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom- men gegeben, namentlich weil die versicherte Person nac h Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue E rwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne gem äss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2). 5.2.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage solcher statistischer Durchschnitts- werte ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert a llenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versiche rte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsscha- dens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt ein satzfähig sind, in der Regel das ent- sprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbei ter nicht erreichen. Der ursprüng- lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwicke lte sich in der Folge zu einem allge- meinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechts prechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Auf enthaltskategorie sowie Beschäftigungs- grad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automa- tisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall A nhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Mer kmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsma rkt nur mit unterdurchschnittlichem Ein- kommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen u nter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchst ens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2; vgl. zum Ganzen auch BGE 126 V 75 E. 5b/bb und cc). 5.2.3 Im Hinblick auf die Bemessung des unfallversicherun gsrechtlichen Rentenanspruchs des Beschwerdeführers hat die Suva dessen Invalideneinkomme n unter Beizug von Lohnblät- tern ihrer DAP-Datenbank ermittelt (vgl. dazu BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Auf diese Weise ist sie zu einem massgebenden Jahresgehalt von Fr. 5 9‘852.-- gelangt. Der Beschwer- deführer ist der Auffassung, dass auch im vorliegenden I V-Rentenverfahren grundsätzlich von diesem Invalideneinkommen auszugehen sei, allerdings sei davon noch ein leidensbedingter Abzug von 25 % vorzunehmen, was zu einem massgebenden In valideneinkommen von höchs- tens Fr. 44‘889.-- führe. Dieser Auffassung kann jedoch klarerweise nicht gefolgt werden. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind im Rahmen des DAP-Systems, wo aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitspl atzbeschreibungen konkrete Ver- weistätigkeiten ermittelt werden, (leidensbedingte) Ab züge nicht sachgerecht und daher nicht zulässig (BGE 129 V 472 ff.). Zum einen werde, so das Bundesgericht im genannten Entscheid, spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bereits bei der Auswahl der zumutba- ren DAP-Profile Rechnung getragen. Zum andern sei bez üglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Di enstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anwendung der LSE zu einem Abzug führen könnten, dara uf hinzuweisen, dass auf den DAP- Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben seien, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genom- men werden könne (BGE 129 V 472 E. 4.2.3). Nach dem G esagten kommt demnach ein lei- densbedingter Abzug bei einem gestützt auf DAP-Profile festgesetzten Invalideneinkommen nicht in Frage. Wenn man deshalb (auch) vorliegend, w ie vom Versicherten postuliert, auf das von der Suva im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren ermittelte Invalideneinkommen ab- stellen will, so ist im Einkommensvergleich von einem massg ebenden Invalideneinkommen von Fr. 59‘852.-- auszugehen. Da dieser Betrag anhand konkr eter DAP-Blätter erhoben wurde, kann an ihm - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführ ers - nicht noch ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug vorgenommen werden. 5.2.4 Ermittelt man das Invalideneinkommen des Versicher ten unter Beizug der Tabellenlöh- ne der LSE, so führt dies für das Jahr 2013 zu folgend em Ergebnis: Laut Tabelle TA1 der LSE 2012 belief sich das Total aller Männerlöhne im Kompet enzniveau 1 (“einfache Tätigkeiten kör- perlicher oder handwerklicher Art“) im Jahre 2012 auf F r. 5'210.-- (LSE 2012, Privater Sektor, Tabelle TA1, Männer, Kompetenzniveau 1, Zeile “Total “). Dabei ist zu beachten, dass dieser Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 4 0 Wochenstunden beruht und deshalb auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit des Jahres 2013 von 41,7 Stunden (Bundesamt für Statistik, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit na ch Wirtschaftszweigen, “Total“) umzurech- nen ist. Daraus resultiert ein Monatslohn von Fr. 5‘43 1.40 bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 65'177.--. Dieser Betrag ist an die bis ins Jahr 20 13 erfolgte Nominallohnentwicklung von + 0,8 % (Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex, M änner 2012 - 2014, Tabelle T1.1.10) an- zupassen, was zu einem massgebenden Invalideneinkommen von Fr . 65‘698.-- führt. Dieses auf der Grundlage statistischer Durchschnittswerte ermittelte Invalideneinkommen ist nach dem oben Gesagten (vgl. E. 5.2.2 hiervor) allenfalls zu kürzen. Vorliegend hat die IV-Stelle dem Ver- sicherten in der angefochten Verfügung vom 27. Oktober 2016 keinen solchen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn gewährt. Ob dies korrekt ist, k ann letztlich ebenfalls offen bleiben. Wenn dem Beschwerdeführer ein Abzug vom Tabellenlohn ge währt würde, wäre dieser in Be- rücksichtigung seiner persönlichen Umstände jedenfalls au f maximal 10 % zu beschränken. Nähme man einen solchen 10 %-igen Abzug vom Tabellenloh n vor, so würde dies zu einem massgebenden Invalideneinkommen des Versicherten von Fr. 59 '182.-- (Fr. 65’698.-- x 90 %) führen. 5.3 Legt man dem Einkommensvergleich zu Gunsten des Besc hwerdeführers das höhere der beiden zur Diskussion stehenden Valideneinkommen (Fr. 84‘500.-- oder Fr. 88‘292.--; vgl. E. 5.1 hiervor) von Fr. 88‘292.-- zu Grunde und stellt man diesem Betrag das niedrigst e der in Frage kommenden drei Invalideneinkommen (Fr. 59‘852.- -, Fr. 65‘698.-- und Fr. 59‘182.--; vgl. E. 5.2.3) von Fr 59‘182.-- gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 29‘110.-- , was einem Invaliditätsgrad von 33 % entspricht. Somit resultiert aber auch aus der für den Versicherten günstigsten der verschiedenen mögli chen Berechnungsvarianten ein Inva- liditätsgrad, der deutlich unter dem für einen Rente nanspruch mindestens erforderlichen Invali- ditätsgrad von 40 % liegt. Im Ergebnis hat die IV-Ste lle deshalb in der angefochtenen Verfü- gung vom 27. Oktober 2016 einen Rentenanspruch des Ver sicherten zu Recht abgelehnt. Die Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist und bei denen eine Urteilsberatung ohne vorgängige Parteiverhandlung erfolgt, setzt das Ge richt die Verfahrenskosten in Berück- sichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlic h auf 800 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel de r unterliegenden Partei in angemes- senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdefüh rer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. 6.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht