B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2742/2011 U r t e i l v o m 2 0 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Jean-Pierre Monnet, Richter Martin Zoller, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren (...), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. April 2011 / N_______. D-2742/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer – ein sri - lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus B._______ (B._______ Distrikt, Nord Provinz) mit letztem Wohnsitz in C._______/B._______ – seine Heimat am 1 2. November 2008 auf dem Luftweg und gelangte über D._______ und E._______ am 21. November 2008 illegal in die Schweiz, wo er gleichentags im Empfangs- und Verfah- renszentrum (EVZ) F._______ um Asyl nachsuchte. Nach der Kurzbefra- gung im EVZ F._______ vom 26. November 2008 wurde der Beschwe r- deführer mit Entscheid des BFM vom 2. Dezember 2008 für den weiteren Aufenthalt dem Kanton G._______ zugewiesen. Am 7. Dezember 2009 fand die Anhörung durch das BFM statt. Zur Begründung seines Asylgesuches mach te der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, am (...) auf dem Weg vom (Name der Schule) nach Hause in H._______ von Soldaten angehalten und in deren Camp mitgenommen worden zu sein. Dort habe man ihn kurz verhört und g e- fragt, ob er ein Mitglied der Lib eration Tigers of Tamil Eelam (LTTE) sei, was er verneint habe. Ausserdem sei er aufgefordert worden, die Namen der LTTE-Anhänger, die seine Schule besuchen würden, bekannt zu g e- ben. Aufgrund seiner Antworten, gemäss welchen er mit de n LTTE nichts zu tun h abe beziehungsweise keine Auskünfte erteilen könne, sei ein Soldat wütend geworden und habe ihn schlagen wollen. Als er versucht habe, dies zu verhindern, sei er von einem anderen Soldaten von hinten mit dem Gewehr am Kopf geschlagen worden. Daraufhin sei er bewusst- los zusammengebrochen und später in einem dunklen Zimmer mit sta r- ken Kopfschmerzen aufgewacht. Nach einer Stunde seien vier bis fünf Soldaten gekommen und hätten ihn erneut aufgefordert, die LTTE -Leute zu verraten. Er habe geantwortet, dass er da rüber nicht Bescheid wisse, worauf er mit Stöcken geschlagen und etwas später mit einem Messer, das man ihm an den Hals gesetzt habe, bedroht worden sei. Immer wi e- der habe man ihn aufgefordert, die LTTE zu verraten, ansonsten man ihn töten werde. Am folgenden Morgen sei er sc hliesslich nach draussen ge- bracht worden, wo man ihn aus ihm unbekannten Gründen habe gehen lassen. Er sei zu einem Kollegen gegangen, der ihn nach Hause gefahren habe. Zu Hause habe er seine weinende Mutter angetroffen, welche ihm mitgeteilt habe, dass sein Vater nach seiner Verhaftung zum Camp g e- gangen sei und mit dem Militär gesprochen habe. Auch sein Vater sei von den Soldaten geschlagen worden und habe deswegen das Spital aufs u-D-2742/2011 Seite 3 chen müssen. Infolge seines schlechten Gesund heitszustandes habe ihn seine Mutter ebenfalls ins Spital gebracht. Dort seien er und sein Vater wiederholt von der Polizei nach dem Grund ihres Spitalaufenthaltes g e- fragt worden. Sie hätten aber den Polizisten nichts gesagt und wegen de- ren Nachforschungen das Spital vor dem effektiven Entlassungstag ve r- lassen. Nachher sei er während (...) Monate bettlägerig gewesen und ha- be sich von seiner Mutter mit Hausmedikamenten pflegen lassen. Danach habe er das College nicht mehr besucht, sondern sei nur noch zur Arbeit gefahren. Da aber an seinem Arbeitsort immer wieder Razzien durchg e- führt worden seien, habe er sich zur Aufgabe seiner Arbeit und zur We i- terführung seiner Ausbildung entschlossen. Als er am (...) mit dem Motor- rad auf dem Weg ins (Name der Schule) gewesen sei, hätten zwei vor ihm ebenfalls auf dem Motorrad fahrende Personen eine Handgranate gezündet und ins Militärlager geworfen. Er habe deswegen abrupt a b- bremsen müssen, worauf seine Schulbücher auf den Boden gefallen se i- en. Er habe diese nicht wieder aufheben können, da er schnell weggefah- ren sei. Bei der Weiterfahrt habe er fühlen können, wie auf ihn gescho s- sen worden sei. Als er sein Z uhause wieder erreicht habe, habe ihm se i- ne Mutter gesagt, er solle das Haus nicht verlassen. Ein Schulkollege ha- be dann angerufen und ihm mitgeteilt, dass sich das Militär im (Name der Schule) nach ihm erkundigt habe und auf dem Weg zu ihm nach Hause sei. Daraufhin habe ihn seine Mutter zu seinem Onkel nach I._______ geschickt, wo er sich während fünfzehn bis zwanzig Tag en versteckt gehalten habe. In dieser Zeit habe ihm seine Mutter am Telefon gesagt, dass die Soldaten an zwei aufeinander folgenden Tagen nach ihm g e- sucht hätten. Auch später habe man ihn immer wieder zu Hause gesucht. Einen Grund für die Suche nach ihm hätten die Soldaten jedoch nie g e- nannt. Zudem seien diese eines Tages bei seinem Onkel erschienen und hätten während zwei er Stunden dessen Haus und die Umgebung nach ihm durchsucht. Er habe sich während dieser Zeit im Wasserbrunnen versteckt gehalten. In der Folge sei er von Ort zu Ort gegangen, um sich dem Zugriff der Sicherheitskräfte zu entziehen, und habe sich schliesslich auf Anraten seines Vaters zur Ausreise aus Sri Lanka entschlossen. Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den nachf olgenden Erwägungen eingegangen. B. Mit Verfügung vom 8. April 2011 – eröffnet am 13. April 2011 – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete gleichzeitig die Wegweisung und den Vollzug aus der Schweiz an. Die Vorinstanz be- gründete ihre Verfügung damit, dass die Vorbringen des Beschwerdefü h-D-2742/2011 Seite 4 rers weder den Anforderungen an die Flü chtlingseigenschaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) noch den- jenigen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftigkeit standhielten. Demzufolge erfülle er die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asylgesuch abz u- lehnen sei. Zudem sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumu t- bar und möglich zu erachten. C. Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eingabe vom 13. Mai 2011 erhob der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Verfügung Beschwerde und beantragte, es sei ihm vollständige Einsicht in die g e- samten Asyl- und Vollzugsakten zu gewähren, so insbesondere in den vom BFM im angefochtenen Entscheid zitierten Dienstreiseber icht vom Herbst 2010 und allfällige weitere Länderanalysen des BFM zu Sri Lanka, und diesbezüglich sei ihm eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen, es sei die Verfügung des BFM vom 8. April 2011 wegen Verletzung formellen Rechts aufzuheben und die Sa- che sei zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Eventuell sei die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben und die Sache sei zur Feststel- lung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Eventuell sei die Verf ü- gung des BFM aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festz u- stellen und es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventuell sei die vorinstanzliche Verfügung betreffend die Ziffern 3 und 4 (recte: Ziffern 4 und 5 des Dispo- sitivs) aufzuheben und es sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zuges festzustellen. Des weiteren sei vor der Gutheissung der vorliege n- den Verwaltungsbeschwerde dem unterzeichneten Anwalt eine angemes- sene Frist zur Einreichung einer deta illierten Kostennote zur Bestimmung der Parteientschädigung anzusetzen. Sodann ersuchte der Beschwerd e- führer um eine Mitteilung, welcher Bundesverwaltungsrichter oder welche Bundesverwaltungsrichterin und welcher G erichtsschreiber oder welche Gerichtsschreiberin mit der Instruktion im vorliegenden Verfahren betraut sei und welche Richter an einem Entscheid weiter mitwirken würden. Seiner Eingabe legte der Beschwerdeführer (Auflistung Beweismittel) bei. Auf die Begründung und die .eingereichten Beweismittel wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 23. Mai 2011 teilte das Bundesverwaltungs- gericht dem Beschwerdeführer mit, dass er den Ausgang des Verfahrens D-2742/2011 Seite 5 in der Schweiz abwarten könne. Zudem wurde er aufgef ordert, bis zum 7. Juni 2011 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.- zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen , unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall . Sodann teilte der Instruktionsrichter dem B e- schwerdeführer – unter Vorbehalt nachträglicher Änderungen namentlich bei allfälligen Abwesenheiten – das Spruchgremium im Verfahren mit. E. Mit Schreiben vom 7. Juni 2011 ersuchte der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Nichtaussichtslosigkeit der gestellten Rechtsbegehren und auf fehle nde finanzielle Mittel ein Gesuch um Befreiung der Beza h- lung von Verfahrenskosten im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltung s- verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie eventuell um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses g e- mäss Art. 63 Abs. 4 VwVG. F. Mit Verfügung vom 1 0. Juni 2011 teilte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit, dass über das Gesuch um Befreiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde , und verzichtete gleichzeitig auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. G. Mit Eingabe vom 17. Juni 2011 reichte der Beschwerdeführer (Nennung Beweismittel) zu den Akten. H. Mit Strafbefehl der (...) vom (...) wurde der Beschwerdeführer wegen (Nennung Straftatbestände und Strafzumessung) bestraft. I. In seiner Eingabe vom 14. Oktober 2011 machte der Beschwerdeführer ergänzende Ausführungen zu seinem Risikoprofil bei einer Rückkehr in seine Heimat und legte in diesem Zusammenhang weitere Beweismi ttel, so insbesondere zur aktuellen Situation in seiner Heimat, ins Recht. J. Mit Verfügung vom 18. Mai 2012 hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, der Beschwerdeführer habe in seiner Rechtsmitteleingabe um Einsich t- nahme in den Bericht über die vom BFM in der angefochtenen Verfügung erwähnte Dienstreise nach Sri Lanka vom Herbst 2010 sowie in allfällige D-2742/2011 Seite 6 weitere vom Bundesamt verwendete Länderanalysen ersucht . Das Bu n- desverwaltungsgericht habe in der Zwischenzeit im Rahmen eines and e- ren Asylbeschwerdeverfahrens festgehalten, das BFM habe die Erge b- nisse der von ihm auch dort ausdrücklich erwähnten Dienstreise nach Sri Lanka vom September 2010 in zusammengefasster Form offen zu legen, wogegen in allfällige weitere Länderinformationen keine Einsicht zu g e- währen sei (unter Hinweis auf die Zwischenverfügung des Bundesverwal- tungsgerichts vom 29. November 2011 im Verfahren D -3747/2011). Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers sei sowohl diese Zwischenverf ü- gung als auch der seither vom BFM erhältlich gemachte Berich t vom 22. Dezember 2011 bekannt, weil er auch im Verfahren D -3747/2011 als Rechtsvertreter auftrete und er dort am 23. Januar 2012 eine einlässliche Stellungnahme zum BFM -Bericht eingereicht habe. Es seien vorliegend der BFM -Bericht vom 22. Dezember 2011 u nd die diesbezügliche Ste l- lungnahme des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 23. Januar 2012 (beide aus dem Verfahren D -3747/2011) zu den Akten zu nehmen. Das Bundesverwaltungsgericht gehe davon aus, dass der einlässlichen Stellungnahme des Rechtsver treters vom 23. Januar 2012 nichts beiz u- fügen sei, es dem Beschwerdeführer aber freistehe, innert angesetzter Frist eine allfällige Ergänzung zu den Akten zu reichen. Das Bundesver- waltungsgericht den Beizug der beiden erwähnten Dokumente und räu m- te dem verfügte Beschwerdeführer die Gelegenheit ein, bis zum 4. Juni 2012 eine allfällige Stellungnahme einzureichen , wobei bei ungenutzter Frist auf Grund der bestehenden Aktenlage entschieden werde. K. Mit Eingabe vom 4. Juni 2012 reichte der Beschwerdeführer – unter Bei- lage zahlreicher Beweismittel zur aktuellen Lage in seiner Heimat – seine Stellungnahme ein. L. Am (...) heiratete der Beschwerdeführer eine deutsche Staatsangehörige. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s-D-2742/2011 Seite 7 gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. 1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.4 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111 a Abs. 1 AsylG). 2. 2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsth aften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträgli chen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die D-2742/2011 Seite 8 Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Ungla ubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3. 3.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung des ablehnenden Asylentsche i- des im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer habe sich hinsichtlich des Vorfalls vom (...), als jemand eine Handgranate ins Militärlager g e- worfen habe, in einen Widerspruch verstrickt. So sei er gemäss Angaben in der Befragung mit einem Freund auf dem Motorrad unterwegs gew e- sen und sie hätten beide mit ihren Namen versehene Bücher verloren, die von Soldaten gefunden worden seien, um bei der s päteren Anhörung an- zuführen, er sei alleine unterwegs gewesen. Diesen zentralen Wider- spruch seiner Vorbringen habe er auch auf entsprechenden Vorhalt nicht aufzulösen vermocht, weshalb nicht geglaubt werden könne, dass sich dieser Vorfall tatsächlich ereignet habe. Weiter habe der Beschwerdefü h- rer geltend gemacht, er sei am (...) zusammen mit einem Kollegen von Soldaten in deren Lager mitgenommen worden, wo man ihn verhört, g e- schlagen und mit einem Messer mit dem Tod bedroht habe. Dieser b e- dauerliche Zwischenfall sei im Zeitpunkt der Ausreise des Besc hwerde- führers (...) Jahre zurückgelegen, weshalb sowohl ein zeitlicher als auch ein sachlicher Kausalzusammenhang zwischen diesem Ereignis und se i- ner Ausreise klar zu verneinen sei. An dieser Einschätzung vermöc hten auch die beiden von ihm zu den Akten gereichten (Nennung Beweismit- tel) nichts zu ändern. Auch diene das schweizerische Asylrecht nicht dem Ausgleich erlittenen Unrechts, weshalb dieses Vorkommnis zum heutigen Zeitpunkt eine Asylgewährung nicht zu rech tfertigen vermöge. Zur B e- fürchtung, er könnte im Falle einer Rückkehr in seine Heimat festgeno m- men werden, da er ständig gesucht worden sei, sei angesichts der Tats a- che, dass er für den Zeitraum nach (...) bis zu seiner Ausreise im (...) kei- ne Verfolgung habe glaubhaft machen können, seines apolitischen Profils und der veränderten politischen Situation in Sri Lanka nicht davon ausz u- gehen, dass er heute objektiv begründete Furcht vor zukünftiger asylrel e- vanter Verfolgung habe. Diese Vorbringen würden somit d en Anforderun- gen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten. 3.2 Demgegenüber rügte der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmi t- teleingabe zunächst verschiedene Verletzungen des formellen Rechts durch die Vorinstanz vor. So habe das BFM ei nerseits sein Recht auf Ak-D-2742/2011 Seite 9 teneinsicht verletzt, indem es unterlassen habe, ihm insbesondere Ei n- sicht in den Bericht einer im Herbst 2010 durchgeführten Dienstreise nach Sri Lanka, der Begründungsbasis für den Entscheid vom 8. April 2011 gewesen sei, zu gew ähren. Da die Erkenntnisse der Dienstreise nicht auf dem Internet eingesehen werden könnten, dies im Unterschied zu den Richtlinien des UNHCR, bestehe für ihn keine Möglichkeit, sich über den Inhalt der Erkenntnisse sowie den darauf verfassten Bericht des BFM zu informieren. Um das rechtliche Gehör wahrnehmen zu können, sei jedoch die Kenntnis vom Inhalt dieses Berichts unabdingbar. Dennoch sei ihm der Bericht im Rahmen seines Akteneinsichtsgesuchs vom 8. April 2011 nicht offengelegt worden. Bereits diese M issachtung des Rechts auf Akteneinsicht durch das BFM rechtfertige die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und deren Rückweisung an die Vorinstanz. An- dererseits habe die Vorinstanz ihre Begründungspflicht im Zusamme n- hang mit der Lagebeurteilung und den L änderberichten verletzt. Vorlie- gend habe die angefochtene Verfügung eine hohe Begründungsdichte aufzuweisen, was sich aus der hohen Eingriffsschwere und des weiten Ermessens des BFM ergebe. Zudem weiche das BFM von der ständigen Praxis ab, gemäss welcher d er Wegweisungsvollzug bei Tamilen in die Nord- und Ostprovinz unzumutbar sei. Gerade bei einer Praxisänderung, wie sie das BFM derzeit bei vorläufig aufgenommenen Asylgesuchstellern aus Sri Lanka vornehme, wäre eine gründliche und eingehende Lageana- lyse zu den Verhältnissen aus Sri Lanka sowie eine Offenlegung seiner Informationsquellen zu erwarten. Insofern sei die pauschale und minimale Ausführung des Bundesamtes, wonach sich die allgemeine Sicherheit s- lage und die Lebensbedingungen verbessert hätten, unte r dem Gesichts- punkt der Begründungspflicht völlig ungenügend. Überdies liege eine mangelhafte und unrichtige Sachverhaltsabklärung betreffend den fe h- lenden Einbezug von aktuellen und relevanten Herkunftsländerinformat i- onen über Sri Lanka vor, was unter anderem darauf basiere, dass es das BFM versäumt habe, zur Abklärung seiner Flüchtlingseigenschaft die r e- levanten Fragen (bspw. Gefährdung von Personen mit LTTE -Profil; Vor- gehensweise der sri -lankischen Sicherheitskräfte, um Tamilen und Tami- linnen mit Verbindungen zu den LTTE ausfindig zu machen und festz u- nehmen; Risiko von Rückkehrern aus der Schweiz am Flughafen) zu stel- len. Vorliegend hätten seine Vorbringen und die Frage der Flüchtlingse i- genschaft auch entlang der vom UNHCR dargestellten Risikoprofi le ge- prüft und beurteilt werden müssen, was aber durch das BFM unterblieben sei. Dazu hätte auch gehört, ihn vor Erlass des angefochtenen Entsche i- des erneut zu seiner aktuellen Gefährdungssituation zu befragen, zumal die letzte Anhörung zu den Asylgründen Ende des Jahres 2009 stattg e-D-2742/2011 Seite 10 funden habe, inzwischen eineinhalb Jahre verstrichen seien und der Asylentscheid dadurch nicht vor dem Hintergrund der aktuellen Situation gefällt worden sei. Zusammenfassend habe das BFM in seinem En t- scheid vom 8. April 2011 da s rechtliche Gehör verletzt und in der Folge auch den rechtserheblichen Sachverhalt zur Beurteilung der Flüchtling s- eigenschaft weder richtig noch vollständig abgeklärt. Sollte die angefoc h- tene Verfügung nicht aufgehoben und die Sache nicht an die Vorinstan z zurückgewiesen werden, so müssten die angefochtenen Mängel sowie der vollständige und richtige rechtserhebliche Sachverhalt durch das Bundesverwaltungsgericht behoben beziehungsweise abgeklärt werden. In materieller Hinsicht rügt e der Beschwerdeführer ei ne fehlerhafte B e- weiswürdigung durch die Vorinstanz. Das BFM beziehe sich bei seiner Argumentation des fehlenden zeitlichen und sachlichen Kausalzusa m- menhangs zwischen dem vorgebrachten Ereignis und der Ausreise einzig auf den Vorfall im (...), nicht aber auf das zweite Ereignis im (...), welches es völlig ausser Acht lasse. Zudem nehme die Vorinstanz hinsichtlich des Ereignisses vom (...) auf einen einzigen Widerspruch Bezug und stelle sich auf den Standpunkt, die diesbezüglichen Vorbringen seien als u n- glaubhaft zu werten. Abgesehen vom Umstand, dass er diesen Wide r- spruch bei der Anhörung korrigiert habe, handle es sich dabei um eine vernachlässigbare Kleinigkeit angesichts der Tatsache, dass sich das BFM damit zwar auf einen sehr zentralen Punkt beziehe, d iesen aber zugleich gar nicht in die Sachverhaltsprüfung einbeziehe. Weiter könne ein einziger Widerspruch kaum eine ausreichende Begründung dafür sein, um davon die Unglaubhaftigkeit abzuleiten und damit die Flüch t- lingseigenschaft zu verneinen. Die Argume ntation des BFM halte nebst einer falschen Beweiswürdigung somit auch dem Grundsatz der Ausg e- wogenheit nicht stand. Seine Vorbringen würden nämlich weit wichtigere und stichhaltigere Elemente enthalten, die für seine asylrelevante G e- fährdung sprechen würde n. Dazu gehöre im W esentlichen, dass er in seinem Asylgesuch und den nachfolgenden Befragungen vorgebracht habe, er sei aufgru nd der Verdächtigung, Angehöriger der LTTE zu sein , im Jahre (...) festgenommen und gefoltert und im Jahre (...) aufgrund des Verdachts, die terroristischen Aktivitäten der LTTE (Handgranatenangriff) zu unterstützen, gesucht worden. Das BFM habe den Vorfall aus dem Jahre (...) nicht bezweifelt, weshalb feststehe, dass er von den sri - lankischen Behörden unter dem Verdacht, Mitglied de r LTTE zu sein, in der Vergangenheit bereits festgenommen, inhaftiert und auch gefoltert worden sei. Dadurch erfülle er ein vom UNHCR in dessen Richtlinien vom 5. Juli 2011 umschriebenes Risikoprofil. Die Weiterführung des während D-2742/2011 Seite 11 Kriegszeiten eingeführten Ausnahmerechts sowie der Umgang der sri - lankischen Regierung mit der Kriegsvergangenheit und die damit einhe r- gehende systematische Verdrängungsstrategie zeigten, dass sie heute immer noch daran interessiert sei, alle Unterstützer der LTTE aufzufinden, festzunehmen und zu verhören. So habe der sri -lankische Präsident im Sommer 2010 die Befürchtung geäussert, die LTTE könnte n sich neu formieren, und damit auch die Weiterführung des Ausnahmezustandes gerechtfertigt, zumal sich noch immer Kader der LTTE auf fr eiem Fuss befänden. An der vorinstanzlichen Annahme, in Sri Lanka seien jegliche Aktivitäten der LTTE grundsätzlich auszuschliessen, müsse daher g e- zweifelt werden. Dies wiederum spreche dafür, dass die Gefährdung f ür Personen mit Verbindungen zu den LTTE seit Mai 2009 nicht abgeno m- men habe, sondern nach wie vor bestehe. Die tamilischen Sicherheitsbe- hörden hätten sogenannte "schwarze Listen" erstellt, welche ihnen heute zu Fahndungszwecken dienen würden. Da die sri -lankischen Armee z u- dem diverse Aktenbestände der LTTE habe sicherstellen können, verfü g- ten die Sicherheitskräfte über weitreichendere Informationen zu den LTTE als noch im Mai 2009. Weiter sei zu beachten, dass zurückkehrende T a- milen und Tamilinnen am Flughafen nicht das reguläre Verfahren d er Einwanderungsbehörden durchlaufen, sondern direkt dem Criminal Inves- tigation Department ( CID) zur Überprüfung zugewiesen würden. Bei e i- nem Verhör bei der Einreise bestehe dann die reelle Gefahr, gefoltert und beim geringsten Verdacht auf unbestimmte Zei t in Haft genommen zu werden, ohne Garantie auf ein faires rechtsstaatliches Verfahren. Es sei davon auszugehen, dass er aufgrund des Zwischenfalls vom (...) von den Behörden als verdächtiger Terrorist registriert worden sei. Den Soldaten des betreffenden Militärlagers müsse er bereits als Verdächtiger bekannt gewesen sein, zumal es sich um das gleiche Camp gehandelt habe, in dem er im Jahre (...) festgehalten, geschlagen und bedroht worden sei. Auch dürfte es kein Zufall gewesen sein, dass die Soldaten im (...) genau ihn und seinen Kollegen festgenommen und unter Druck gesetzt hätten, um Aussagen über Mitstudenten mit Verbindungen zu den LTTE zu ma- chen. Anders als er in seinen Aussagen vor dem BFM zu Protokoll geg e- ben habe, habe er in seiner Zeit als Stu dent Verbindungen zu den LTTE gehabt und weise daher ein politisches Profil auf . Konkret habe er Info r- mationen über Mitstudenten sammeln und diese an die LTTE weiterleiten müssen. Seine Kontaktperson der Bewegung sei ebenfalls als Student am (Name der Schule) eingeschrieben gewesen. Er habe anlässlich der Asylbefragung aus persönlichen Gründen nicht über diese Tätigkeiten be- richten können. Es sei ein bekanntes Phänomen, dass ehemalige Mi t- glieder der LTTE – insbesondere wenn sie nachrichtendienstliche Täti g-D-2742/2011 Seite 12 keiten ausgeübt hätten – erst dann über ihre wahren Aktivitäten bericht e- ten, wenn die Situation für sie ausweglos erscheine oder sie sich von der Vergangenheit losgesagt hätten. Dies deshalb, weil sie während Jahren daraufhin konditioniert würden, nichts über ihre Tätigkeit für eine verbote- ne Organisation preiszugeben. Bezüglich seiner aktuellen Gefährdungssi- tuation sei zu erwähnen, dass er seit seiner letzten Befragung vom D e- zember 2009 in seiner Heimat erneut gesucht worden sei. Letztmals hät- ten ihn unbekannte Männer - vermutlich nicht uniformierte Mitarbeiter des CID – im (...) bei ihm zu Hause gesucht. Überdies spreche der Umstand, dass zwei seiner ehemaligen Schulkollegen festgenommen worden se i- en, ebenfalls für seine asylrelevante Gefährdung. Ein weiterer Kollege sei getötet worden. Diese drei Kollegen hätten alle ebenfalls Kontakte zu se i- nem Verbindungsmann am College gehabt. Aufgrund dieser Umstände dränge sich eine erneute Befragung seiner Person zu den Asylgründen geradezu auf. Es sei auch darauf zu ver weisen, dass eine Wohnsitzna h- me in Colombo für ihn keine innerstaatliche Fluchtalternative darstelle, da dort die für Tamilen und Tamilinnen geltende Registrierungspflicht – wel- che man einige Zeit ausgesetzt habe – im Juli 2010 wieder aufgenommen worden sei. So sei die Bedingung für eine rechtmässige Registrierung e i- ne Bescheinigung der lokalen Behörden, dass gegen die fragliche Person nichts vorliege beziehungsweise diese nicht gesucht werde. Diese Praxis stelle für bereits gefährdete Personen ein grosses Gefährdungsrisiko dar. Auch stelle gemäss Einschätzung der United Kingdom (UK) Border Agency die interne Niederlassung in einem anderen Landesteil für j e- manden, der eine Verfolgung durch staat liche Sicherheitskräfte geltend mache, keine interne Fluchtalternative dar, da in diesem Fall eine la n- desweite Gefährdung vorliege. 3.3 In seiner Eingabe vom 14. Oktober 2011 sowie in seiner Stellun g- nahme zum Dienstreisebericht vom 4. Juni 2012 und den mit die sen ein- gereichten Unterlagen hielt der Beschwerdeführer – unter Hinweis auf die neuesten Entwicklungen in Sri Lanka und in diese m Zusammenhang sel- ber durchgeführte Recherchen – am in der Rechtsmitteleingabe dargeleg- ten Risikoprofil und seiner daraus folgen den Gefährdung bei einer Rüc k- kehr nach Sri Lanka fest. In seiner Kritik am Dienstreisebericht führt e der Beschwerdeführer im Wesentlichen an, jener sei für das vorliegende Ver- fahren letztlich ohne Belang, da er nicht auf einer seriösen und vollstä n- digen La geabklärung beruhe, lediglich eine einseitige Berichterstattung darstelle und in einigen Punkten den aktuellen Länderinformationen w i- derspreche, so zu Misshandlungen in sri -lankischen Gefängnissen , zu den Aktivitäten paramilitärischer Gruppierungen und zur Registrierungs-D-2742/2011 Seite 13 pflicht in Colombo, oder sich zu einzelnen Punkten, wie dem nach wie vor geltenden Prevention of Terrorism Act, der Situation von RückkehrInnen oder derjenigen von ehemaligen Aktivisten der LTTE , gar nicht äussere. Hingegen müsse die aktuelle Lage in Sri Lanka berücksichtigt werden. Ferner wurden in der Stellungnahme vom 4. Juni 2012 exilpolitische T ä- tigkeiten des Beschwerdeführers geltend gemacht, welche dieser ab dem (...) aufgenommen habe. Dabei habe er sich rege an Kundgebungen der LTTE in der Schweiz beteiligt. Er werde versuchen, mittels Einreichung von Fotos diese Aktivitäten zu belegen. Ausserdem würden in seinem Wohnort in der Schweiz und dessen Umgebung Tamilen leben, welche sich im Rahmen der regierungstreuen, paramilitärischen Grup pierung der Eelam People’s Democratic Party (EPDP) betätigen würden. Er werde von diesen regelmässig beobachtet und sei n Name sei diesen bekannt. Er gehe davon aus, dass seine Unterstützung für die LTTE über diese Angehörigen der EPDP den sri -lankischen Behörden bekannt geworden sei. Ausserdem versuche er, die Verhaftung seiner beiden ehemaligen Schu l- kollegen mit Beweismitteln zu belegen , und es werde in diesem Zusa m- menhang eine angemessene Frist zur Beibringung dieser Beweismittel anzusetzen sein. 4. 4.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass das BFM im Rahmen der Prüfung der Asylvorbringen auf - grund der ausgeführten einzelnen Aspekte zu Recht erkannt hat, de r Be- schwerdeführer erfülle die Voraussetzungen der Flüchtlingsei genschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht. Die Entgegnungen in der Rechtsmitteleingabe sowie in den weiteren Ein- gaben und die eingereichten Beweismittel vermögen in entscheidreleva n- ter Hinsicht nicht gegen die angefochtene Verfügung durchzudringen. 4.2 In formeller Hinsicht macht der Beschwerdeführer zunächst verschi e- dene Verletzungen des rechtlichen Gehörs geltend, die nach seiner Au f- fassung die Aufhebung der angefochtenen Verfügung wegen Verfa h- rensmängeln rechtfertigten. 4.2.1 In diesem Zusammenhang ist zunächst auf das Vorbringen in der Beschwerdeschrift einzugehen, der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör sei dadurch verletzt worden, dass ihm durch das BFM D-2742/2011 Seite 14 keine vollständige Einsicht in die Akten des Asylverfahrens, und zwar ins- besondere in einen in der angefochtenen Verfügung zitierten Dienstreise- bericht des BFM vom September 2010 sowie in allfällige weitere verwe n- dete Länderinformationen gewährt worden sei. Mit Verfügung vom 18. Mai 2012 stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass dem Rechtsvertrete r des Beschwerdeführers – unter Hinweis auf die Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. N o- vember 2011 im Verfahren D -3747/2011 – mittlerweile der vom BFM e r- hältlich gemachte Bericht vom 22. Dezember 2011 betreffend die Diens t- reise der Vorin stanz nach Sri Lanka im Jahre 2010 bekannt sei, und nahm gleichzeitig den BFM -Bericht vom 22. Dezember 2011 und die diesbezügliche Stellungnahme des Rechtsvertreters des Beschwerdefü h- rers vom 23. Januar 2012 (beide aus dem Verfahren D -3747/2011) zu den Akten. Zudem wurde dem Beschwerdeführer eine Kopie der Zusam- menfassung der Ergebnisse der Dienstreise nach Sri Lanka übermittelt, und es wurde ihm Gelegenheit gegeben, bis zum 4. Juni 2012 eine Ste l- lungnahme einzureichen. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters v om 4. Juni 2012 nahm der Beschwerdeführer – unter Beilage zahlreicher Beweismittel zur aktuellen Lage in seiner Heimat – zum Dienstreisebe- richt des BFM Stellung (vgl. auch oben Buchstabe K. dieses Urteils). Die Erkenntnisse des Bundesamts, welche zur Begrü ndung einer Praxis- änderung in Bezug auf die Beurteilung der Durchführbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs nach Sri Lanka herangezogen wurden, gingen unter ande- rem auf die Dienstreise vom September 2010 zurück, womit sich die a n- gefochtene Verfügung in entscheidw esentlicher Weise auf die entspr e- chend gewonnenen Informationen abstützte. Diesbezüglich wäre das BFM unter dem Gesichtspunkt der Begründungspflicht gehalten gew e- sen, dem Beschwerdeführer diese Erkenntnisse entsprechend offenzule- gen, nicht jedoch in allfällige weitere Länderinformationen Einsicht zu g e- währen (vgl. dazu die oben erwähnten Zwischenverfügung des Bunde s- verwaltungsgerichts vom 29. November 2011 im Verfahren D-3747/2011). 4.2.2 Bei dieser Sachlage ist festzustellen, dass das BFM den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör und den sich daraus erg e- benden Mitwirkungsrechten und Informationsansprüchen (vgl. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 26-29 VwVG) verletzte. Dieser An- spruch ist sodann formeller Natur, weshalb seine Verletzung grundsät z- lich ohne weiteres – das heisst ungeachtet der materiellen Auswirku n-D-2742/2011 Seite 15 gen – zur Aufhebung des daraufhin ergangenen Entscheides führt (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676, BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371, mit weiteren Hinweisen). Ausgehend von einer entsprechenden Praxis des Bundesgerichts hat allerdings die Rechtspr e- chung aus prozessökonomischen Gründen Leitlinien für eine Heilung von Gehörsverletzungen auf Beschwerdeebene entwickelt, nach welchen sich eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der S a- che an die Vorinstanz erübrigt, wenn das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschw erdein- stanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Ta t- bestand und Rechtsanwendung zukommt, die festgestellte Verletzung nicht besonders schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entschei d- reife durch die Beschwerdeinstanz mit vertre tbarem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -5688/2012 vom 18. März 2013 E. 6.1.3; BVGE 2008/47 E. 3.3.4, im gleichen Sinne BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332, wobei gemäss diesem Entscheid eine Hei- lung die Ausnahme bleiben soll). Da die festgestellte Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht besonders schwerwiegender Natur ist, dem B e- schwerdeführer der Dienstreisebericht der Vorinstanz vom 22. Dezember 2010 unter Einräumung einer Frist zur Stellungnahme mit Verfügung vom 18. Mai 2012 zugestellt wurde und er in seiner Eingabe vom 4. Juni 2012 ausführlich dazu Stellung nahm, ist unter Berücksichtigung der vollen Kognition des Bundesverwaltungsgerichts der festgestellte Verfahren s- mangel als geheilt zu betrachten, zumal der rechtserhebliche Sachverhalt – wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen – durchaus erstellt ist und es die bestehende Aktenlage ohne weiteres erlaubt, die Vorbringen des Beschwerdeführers abschliessend zu beurteilen. Der dementsprechende Rückweisungsantrag ist daher abzuweisen. Aufgrund der nachfolgenden Erwägungen, insbesondere zur Einschä t- zung der Lage in Sri Lanka, kann offen bleiben, ob die in der Eingabe vom 4. Juni 2012 enthaltene Kritik am Zustandekommen und am Inhalt des Dienstreiseberichts zutreffend ist. 4.2.3 Hinsichtlich der weiteren Rüge der Verletzung der Begründung s- pflicht ist Folgendes festzuhalten: Das BFM zeigte in der angefochtenen Verfügung nachvollziehbar und im Einzelnen hinreichend differenziert auf, weshalb es zum Schluss gelangt e, dass sich die al lgemeine Sicherheits- lage in Sri Lanka nach Ende des bewaffneten Konfliktes zwischen der sri- lankischen Regierung und den LTTE im Mai 2009 deutlich entspannt h a- be und sich die Lebensbedingungen insoweit verbessert hätten, dass e i-D-2742/2011 Seite 16 ne Rückkehr auch in den Nord en und Osten Sri Lankas grundsätzlich wieder zumutbar sei, während im ehemals von den LTTE kontrollierten Vanni-Gebiet die Lebensbedingungen nach wie vor als sehr schwierig einzustufen seien. Das BFM muss sich als Vorinstanz zwar auch hinsicht- lich der Frage der generellen Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung in Herkunftsländer abgewiesener Asylsuchender an die Praxis des Bu n- desverwaltungsgerichts halten, es ist aber sehr wohl befugt, mit einlässl i- cher Begründung von einer bestehenden Praxis abzuweichen, wenn es diese als anpassungsbedürftig erachtet (vgl. BVGE 2010/54 E. 9.2.1 S. 801 f.). Dass das BFM den Vollzug der Wegweisung in die Nord - und Ostprovinz Sri Lankas aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Sri Lanka im Zeitpunkt seines Entscheides aus den in der Verfügung dargelegten Gründen als zumutbar einschätzte, ist daher nicht zu beanstanden. Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang anführt, das BFM hätte ihn vor Erlass des angefochtenen Entscheides erneut zu se i- ner aktuellen Gefährdungssit uation befragen müssen, zumal die letzte Anhörung zu den Asylgründen Ende des Jahres 2009 stattgefunden h a- be, kann dieser Rüge nicht gefolgt werden. Asylsuchende sind einerseits als Ausdruck der in Art. 8 AsylG verankerten Mitwirkungspflicht verpflic h- tet, den von ihnen vorgetragenen Sachverhalt mittels geeigneter B e- weismittel zu untermauern, andererseits sind sie nach Art. 33 Abs. 1 VwVG auch berechtigt, Beweise anzubieten, welche grundsätzlich im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs auch anzunehmen sind, soweit der zu beweisende Sachverhalt rechtserheblich ist. Von der A b- nahme beantragter Beweismittel kann insbesondere abgesehen werden, wenn sie eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich u n- tauglich sind, etwa weil ihnen die Beweisei gnung an sich abgeht oder – gerade umgekehrt – die betreffende Tatsache aus den Akten bereits g e- nügend ersichtlich ist (antizipierte Beweiswürdigung: vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 357; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Pro- zessieren vor dem Bundes verwaltungsgericht, Basel 2 008, S. 165 Rz. 3.144). Der Beschwerdeführer konnte sich anlässlich der Anhörung vom 7. Dezember 2009 ausführlich und detailliert zu seinen Asylgründen äussern. Das BFM erachtete in der Folge den Sachverhalt als genügend erstellt, um ohne weitere Abklärungen einen Entscheid zu fällen (vgl. act. A9/12 S. 10 unten). Der Umstand, dass die Vorinstanz vor Erlass ihrer Verfügung weder den Eingang weiterer Beweismittel abwartete, mit wel- chen es dem Beschwerdeführer möglich und zumutbar g ewesen wäre, in schriftlicher Form auf seine aktuelle Gefährdungssituation und auf allfäll i- ge neue Gefährdungselemente hinzuweisen, noch eine bestimmte Frist D-2742/2011 Seite 17 zur Einreichung derselben ansetzte, stellt daher ebenfalls keine Verle t- zung des rechtlichen Gehörs dar. Das Bundesverwaltungsgericht äusser- te sich im Übrigen ein halbes Jahr nach Erlass der angefochtenen Verfü- gung in seinem Urteil E -6220/2011 vom 27. Oktober 2011 (vgl. BVGE 2011/24) zur aktuellen Situation in Sri Lanka , nahm eine Anpassung sei- ner in BVGE 2008/2 publizierten Praxis vor und stimmte mit derjenigen des BFM im Ergebnis weitgehend über. Inwiefern das BFM mit seinem Vorgehen die Begründungspflicht verletzt haben soll, ist in Anbetracht der insgesamt ausgewogenen und differenzierten Erwägungen in der ang e- fochtenen Verfügung ohnehin nicht ersichtlich. Es besteht folglich auch in diesem Zusammenhang kein Grund, die angefochtene Verfügung aufz u- heben und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. 4.3 In materielle r Hinsicht kommt das Bundesverwaltungsgericht nach Abwägung sämtlicher Aussagen und unter Berücksichtigung des Lände r- urteils zu Sri Lanka vom 27. Oktober 2011 (BVGE 2011/24), welches sich einlässlich mit den Gruppen der auch nach Beendigung des Bürgerkrieg s noch gefährdeten Personen auseinandersetzt, zum Schluss, dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat. Der Beschwerdeführer weist – nach Beendigung der Kriegshandlungen – kein solches Risikoprofil auf, dass er mit Verfolgung zu rechnen hat. 4.3.1 Vorweg ist der Rüge, wonach sich die Vorinstanz bezüglich des Vor- falls vom (...) auf einen einzigen Widerspruch beziehe , er diesen Wide r- spruch bei der Anhörung korrigiert habe und es sich dabei zudem um ei- ne vernachlässigbare Kleinigkeit handle, zumal sich das BFM damit zwar auf einen sehr zentralen Punkt beziehe, diesen aber zugleich gar nicht in die Sachverhaltsprüfung einbeziehe, entgegenzuhalten, dass es dem Be- schwerdeführer bei der Anhörung auf Vorhalt mit seiner Bestätigung, wo- nach er am (...) alleine auf dem Motorrad unterwegs gewesen sei (vgl. act. A9/12 S. 8 unten), nicht gelingt, den von der Vorinstanz zu Recht und mit zutreffender Begründung festgestellten Widerspruch plausibel zu en t- kräften. Zudem kann – entgegen der in der Beschw erdeschrift geäusser- ten Ansicht – auch ein Widerspruch in einem zentralen Punkt ausreichen, um die Glaubhaftigkeit des entsprechenden Sachverhaltselements zu er- schüttern, da das in Frage stehende Ereignis letztlich ursächlich f ür die Flucht des Beschwerdeführers und die weitergehende behördliche Suche nach seiner Person gewesen sein soll . Widersprüche dürfen denn auch für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit dann herangezogen werden, wenn klare Aussagen im EVZ in wesentlichen Punkten der Asylbegründung von den späteren Aussagen in der Anhörung beim BFM diametral abweichen D-2742/2011 Seite 18 (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekur s- kommission [EMARK] 1993 Nr. 3). Dabei ist hinsichtlich der Rüge, die Vorinstanz habe diesen zentralen Punkt gar nicht in die Sachverhaltspr ü- fung einbezogen, zu beachten, dass sich die Vorinstanz vorliegend in ih- rer Argumentation, welche zur Verneinung der Flüchtlingseigenschaft führte, nicht ausschliesslich auf den erwähnten Widerspruch stützte, so n- dern auch di e Asylrelevanz der Fluchtvorbringen gemäss Art. 3 AsylG prüfte. Dabei war das BFM nicht gehalten, das bereits als unglaubhaft e r- kannte Sachverhaltselement noch unter dem Blickwinkel von Art. 3 AsylG einer Prüfung zu unterziehen. Für die korrekte Beurteilun g des Vorfalls vom (...) durch die Vorinstanz spricht, dass sich der Beschwerdeführer in der Befragung recht ausführlich zur erwähnten Begebenheit äusserte und dabei wiederholt vorbrachte, mit einem Freund respektive zu zweit unter- wegs gewesen zu sein , wobei die Soldaten die in ihren verlorenen B ü- chern enthaltenen Namen festgestellt hätten, um bei der ausführlichen Anhörung beim BFM im Rahmen der freien Erzählung und sogar auf ex- plizite Nachfrage darauf zu beharren, alleine unterwegs gewesen zu sein (vgl. act. A2/10 S. 5, A9/12 S. 5 und 8). Unter diesen Umständen braucht auf den weiteren Einwand nicht weiter eingegangen zu werden, wonach sich das BFM bei seiner Argumentation zum fehlenden zeitlichen und sachlichen Kausalzusammenhang zwischen den vorgebrachten Ereignis- sen und der Ausreise einzig auf den Vorfall im (...), nicht aber auf das zweite Ereignis im (...), welches es völlig ausser Acht lasse , bezogen ha- be. 4.3.2 Bei der Beurteilung des Risikoprofils des Beschwerdeführers ist z u- nächst festzustellen, dass er sich im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit (Nennung von Art und Dauer der Tätigkeit) gearbeitet habe, nicht in e i- nem als brisant oder politisch heikel zu bezeichnenden Geschäftsbereich bewegte. Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts ist nicht davon auszugehen, dass er alleine aufgrund dieser beruflichen Betät i- gung das Augenmerk der sri -lankischen Behörden oder ihnen nahest e- hender paramilitärischer Gruppierungen wie die Karuna -Gruppe auf sich zog oder inskünftig mit entsprechenden Behe lligungen rechnen muss. Hinzu kommt, dass auch nicht davon auszugehen ist, er werde in Sri Lanka als besonders vermögender Geschäftsmann wahrgenommen und unterstehe als solcher einem erhöhten Risiko, potenzielles Opfer von Erpressungs- oder Entführungsaktionen zu werden. 4.3.3 Im Weiteren ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit übe r- wiegender Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft auch sonst keine D-2742/2011 Seite 19 ernsthaften Nachteile durch Verfolgungsmassnahmen der sri -lankischen Sicherheitskräfte zu befürchten hat. Se it dem Ende des Bürgerkriegs hat sich die Sicherheitslage in Sri Lanka verbessert. Namentlich hinsichtlich der Meinungsäusserungs - und der Pressefreiheit hat sich indessen die Menschenrechtslage gleichzeitig weiter verschlechtert (vgl. BVGE 2011/24 E. 7.6 S. 493). Personen, die einer Verbindung zu den LTTE ver- dächtigt werden, gehören gemäss der oben erwähnten Praxis des Bu n- desverwaltungsgerichts auch heute noch potenziell zu einer Risikogru p- pe. Der Beschwerdeführer weist jedoch keinerlei Profil auf, das dar auf schliessen liesse, dass er seitens der sri -lankischen Behörde als diss i- dent oder politisch oppositionell wahrgenommen würde oder einer a n- derweitigen Risikogruppe angehören würde. Er war selbst nie politisch aktiv und sympathisierte den Akten zufolge auch nicht mit militanten tami- lischen Rebellenorganisationen, kannte keine Namen von irgendwelchen Angehörigen der LTTE und arbeitete für diese Organisation auch nicht (vgl. act. A9/12 S. 6). Zudem seien er und sein Kollege am (...) von Mili- tärangehörigen nu r deshalb kontrol liert worden, weil sie die l etzten im College anwesenden Studenten gewesen seien , und man habe sie aus- schliesslich wegen ihrer Eigenschaft als Studenten im Militärcamp wä h- rend eines halben Tages festgehalten , worauf sie bedingungslos freige- lassen worden seien (vgl. act. A9/12 S. 4 ff.). Angesichts des Umstandes, dass die im Anschluss an den Vorfall vom (...) geltend gemachte Suche der sri -lankischen Sicherheitskräfte nach ihm als unglaubhaft zu qualif i- zieren ist, ist auszuschliessen, dass er aufgrund dieses Zwischenfalls von den sri-lankischen Behörden als verdächtiger Terrorist registriert wurde. 4.3.4 Der Beschwerdeführer bringt nun auf Beschwerdeebene erstmals vor, entgegen seinen bisherigen Aussagen habe er in seiner Zeit als St u- dent Verbindungen zu den LTTE gehabt und weise daher ein politisches Profil auf. Konkret habe er Informationen über Mitstudenten sammeln und diese an die LTTE weiterleiten müssen. Seine Kontaktperson der Bew e- gung sei ebenfalls als Student am (Name der Schule) eingeschrieben gewesen. Es stelle daher keinen Zufall dar, dass die Soldaten im (...) ge- nau ihn und seinen Kollegen festgenommen und unter Druck gesetzt hä t- ten, um Aussagen über Mitstudenten mit Verbindungen zu den LTTE zu machen. Er habe anlässlich der Asylbefragung aus persönlichen Gründen nicht über diese Tätigkeiten berichten können. Es sei ein bekanntes Ph ä- nomen, dass ehemalige Mitglieder der LTTE – insbesondere wenn sie nachrichtendienstliche Tätigkeiten ausgeübt hätten – erst dann über ihre wahren Aktivitäten berichteten, wenn die Situation für sie ausweglos e r- scheine oder sie sich von der Vergangenheit losgesagt hätten. Dies de s-D-2742/2011 Seite 20 halb, weil sie während Jahren daraufhin konditioniert würden, nichts über ihre Tätigkeit für eine verbotene Organisation preis zugeben. Diese Aus- führungen vermögen jedoch insgesamt nicht zu überzeugen und sind aufgrund nachfolgender Erwägungen als nachgeschoben zu werten, weshalb sie einen blossen Versuch darstellen, die Asylvorbringen nac h- träglich an einen asylrelevanten Sachverhalt anzupassen. So ist zunächst festzustellen, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung auf seine Wahrheits- und Mitwirkungspflicht hingewiesen wurde, wobei er für seine Aussagen die Verantwortung trage und insbesondere unwahre A n- gaben negative Konsequenzen für ihn haben könn ten. Zudem wurde ihm die Verschwiegenheitspflicht aller am Verfahren beteiligten Personen zur Kenntnis gebracht, wobei insbesondere seine Aussagen nicht an die he i- matlichen Behörden weitergeleitet würden (vgl. act. A9/12 S. 2). Es e r- staunt daher, dass der Beschwerdeführer unter diesen Umständen nicht bereits früher respektive im Rahmen einer der Befragungen Angaben zu seiner Tätigkeit für die LTTE machte. So ist es logisch nicht nachvollzie h- bar, dass er wissentlich für sein Asyl gesuch bedeutsame Angaben hätte verschweigen sollen, begab er sich doch mit dem Ziel in die Schweiz, um Schutz vor Verfolgung durch die sri -lankischen Behörden zu erlangen. Ausserdem ist – entgegen der auf Beschwerdeebene geäusserten A n- sicht – aus den Akten nirgends ersichtlich, dass der Beschwerdeführer Mitglied der LTTE gewesen wäre. Zudem ist – soll der Argumentation des Beschwerdeführers gefolgt werden – wohl davon auszugehen, dass er seine Lage als aussichtslos taxiert haben muss , z umal er aus seiner Heimat ausreiste, um in der Schweiz Schutz vor Verfolgung zu erhalten. Dann hätte jedoch kein Anlass mehr bestanden, seine Tätigkeit für eine verbotene Organisation weiterhin zu verschweigen. Unter diesen U m- ständen bleiben die ebenfalls erstmals auf Beschwerdeebene geltend gemachten und an den oben dargelegten, jedoch als nachgeschoben zu erachtenden Ausführungen anknüpfenden Vorbringen, wonach drei Schulkollegen alle ebenfalls Kontakte zu seinem Verbindungsmann am College gehabt hätten, aber zwei davon mittlerweile verhaftet und der Dritte getötet worden sei, ebenso unbehelflich . Die in diesem Zusa m- menhang gestellten Anträge einer erneuten Befragung zu den Asylgrü n- den sowie der Einräumung einer Beweismittelfrist, um Belege zur Verhaf- tung seiner Kollegen nachzureichen, sind daher abzuweisen (antizipierte Beweiswürdigung; BVGE 2008/24 E. 7.2 S.357). Zudem war d en Sicherheitskräften seine Adresse und der ständige Au f- enthalts- respektive Arbeitsort offensichtlich bekannt, zumal an seinem Arbeitsort immer wieder Razzien durchgeführt worden seien, wobei er D-2742/2011 Seite 21 selber persönlich von drei solcher Razzien betroffen gewesen sei , in d e- ren Verlauf man ihn den Akten zufolge nicht weiter behelligt habe. Die sri- lankischen Behörden hätten sich des Beschwerdeführers demnach pro b- lemlos bemächtigen können, wäre er tatsächlich ernsthaft in deren Visier gestanden. In diesem Zusammenhang wird mit Blick auf die auf B e- schwerdeebene geltend gemachte mutmassliche Suche nach ihm durch Angehörige des CID oder Angehörige einer unbekannte Gruppe , so letztmals im (...), nicht ersichtlich, weshalb diese über (...) Jahre nach der angeführten Kontrolle und Haft im Militärcamp nach dem Beschwerdefüh- rer fahnden sollten. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass das schweizer i- sche Asylrecht nicht dem Ausgleich erlittenen Unrechts dient. Insofern vermögen die im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Sri Lanka i n den Jahren (...) und (...) erlittenen psychischen und physischen Beei n- trächtigungen, vo n denen der Beschwerdeführer im Rahmen der Ko n- trollmassnahmen durch die sri -lankischen Sicherheitskräfte betroffen worden sein soll, heute eine Asylgewährung in der Schweiz nicht zu b e- gründen. Überdies lassen die Umstände der Ausreise ebenfalls nicht den Schluss zu, dass er das Augenmerk der sri -lankischen Behörden in i r- gendeiner Weise auf sich gezogen haben könnte. So sei er eigenen A n- gaben zufolge einerseits mit einem vom Agenten beschafften Reisepass, der sein Foto enthalten habe, über den gut bewachten internationalen Flughafen von Colombo unbehelligt ausgereist (vgl. act. A 9/12 S. 10). Andererseits soll sich im Widerspruch dazu gemäss den Ausführungen in der Befragung nicht sein eigenes Foto im verwendeten Reisepass befu n- den haben. Es ist diesbezüglich zu bezweifeln, dass keiner der Grenzb e- amten gemerkt haben soll, dass es sich bei der auf dem Foto befindlichen Person nicht um ihn gehandelt habe, obwohl er den Pass insgesamt drei Mal habe vorweisen müssen (vgl. act. A2/10 S. 7). Auch als abgewiesener Asy lbewerber tamilischer Ethnie gehört er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht einer Risikogruppe von Personen an, die generell gefährdet wären, bei ihrer Rückkehr der Folter ausgesetzt zu werden. Nach Kenntnis des Gerichts handelt es sich bei den bisla ng registrierten Übergriffen der sri -lankischen Sicherheitsorgane gegenüber tamilischen Rückkehrern (vgl. Research Directorate, Immigration and R e- fugee Board of Canada vom 12. Februar 2013; http://www.ecoi.net : "Sri Lanka: Treatment of Tamil returnees to Sri Lanka …") nicht um ein allg e- meines Phänomen, sondern um Einzelfälle, bei welchen über die Motive der verfolgenden Sicherheitsorgane kaum etwas bekannt ist und die nicht eine Verfolgung aller Rückkehrer wahrscheinlich erscheinen lassen. D-2742/2011 Seite 22 4.4 Es ist somit fes tzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht darzutun vermochte, dass er einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausg e- setzt war oder objektiv begründete Furcht hat, einer solchen ausgesetzt werden zu können. Er kann daher nicht als Flüchtling anerkannt w erden. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt, we s- halb es sich erübrigt, auf die Vorbringen in den Eingaben auf Beschwe r- deebene im Einzelnen noch näher einzugehen, da sie an obiger Ei n- schätzung nichts zu ändern vermögen. 5. 5.1 In einem n ächsten Schritt ist auf die subjektiven Nachfluchtgründe einzugehen, wonach der Beschwerdeführer seit dem (...) exilpolitische Tätigkeiten für die LTTE ausgeübt habe. In diesem Zusammenhang habe er in der Schweiz mehrmals an Demonstrationen teilgenommen und er werde versuchen, mittels Einreichung von Fotos diese Aktivitäten zu b e- legen. Ausserdem würden an seinem Wohnort in der Schweiz und dessen Umgebung Tamilen leben, welche sich im Rahmen der EPDP betätigten. Er werde von diesen regelmässig beobachtet und sein Name sei diesen Personen bekannt. Er gehe davon aus, dass seine Unterstützung für die LTTE über diese Angehörigen der EPDP den sri -lankischen Behörden bekannt geworden sei. Diese Umstände stellten weitere Gefährdung s- elemente für ihn dar. 5.2 Subjektive N achfluchtgründe sind dann anzunehmen, wenn eine asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat - oder Her- kunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfol - gung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit sub - jektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 sowie EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a mit weiteren Hinweisen). 5.2.1 Mit der Eingabe seines Rechtsvertreters vom 4. Juni 2012 bra chte der Beschwerdeführer lediglich vor, er habe in der Schweiz mehrmals an Demonstrationen in (...) und (...) sowie wiederholt am tamilischen Heldengedenktag teilgenommen. Es sei anzunehmen, dass er von den in der Schweiz lebenden Anhängern der EPDP , die im und in der Umgebung seines Wohnortes lebten, bei der Teilnahme an solchen Veranstaltungen beobachtet und anschliessend an die sri -lankischen Behörden gemeldet worden sei. D-2742/2011 Seite 23 5.2.2 Mit Blick auf das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe durch die Teilnahme an Demonstrationen und am tamilischen Heldengedenktag einen subjektiven Nachfluchtgrund gesetzt, ist Folgendes festzustellen: Der Beschwerdeführer machte im genannten Zusammenhang we der i r- gendwelche Angaben zu den konkreten Anlässen, an welchen er teilg e- nommen haben will, noch führte er aus, welches dabei seine eigene ind i- viduelle Funktion gewesen sein soll. Zudem vermag er diese angeblichen Aktivitäten durch keinerlei Belege zu dokumentieren, obwohl er diese seit mehreren Jahren respektive seit (...) ausübe. Zwar führt e er in seiner Stellungnahme vom 4. Juni 2012 aus, er werde versuchen, sein exilpolit i- sches Engagement mittels Fotos zu belegen , und ersuchte diesbezüglich sinngemäss um die Einräumung einer Beweismittelfrist. Vorliegend be- steht jedoch angesichts der dem Beschwerdeführer seit Einreichung se i- nes Asylgesuchs bekannten Mitwirkungspflicht, wonach er den von ihm vorgetragenen Sachverhalt mittels geeigneter Beweismittel zu bele gen hat, keine Veranlassung, ihm eine solche Beweismittelfrist anzusetzen. So erachtete er es offenbar trotz Kenntnis seiner Verfahrenspflichten während der mittlerweile angeblich über (...) Jahre dauernden Aktivitäten weder im vorinstanzlichen Verfahren n och im Beschwerdeverfahren, wo er sich durch einen im Asylrecht tätigen professionellen Rechtsvertreter vertreten lässt, für nötig, entsprechende Unterlagen einzureichen. Ange- sichts dessen besteht kein Anlass zur Annahme, er habe sich persönlich in einer Art und Weise exilpolitisch betätigt, die ihn besonders exponieren würde. Zudem erweisen sich die in diesem Zusammenhang vorgebrac h- ten Hinweise auf in seiner Wohnregion lebende Tamilen, welche sich für die EPDP betätigten, ihn beobachteten und vermutlich seinen Namen den sri-lankischen Behörden weitergeleitet hätten, als unbelegte Parteib e- hauptungen und blosse Mutmassungen. Somit liegen keine Anhaltspunk- te dafür vor, dass er in Sri Lanka wegen der Beteiligung an exilpolitischen Aktivitäten einer spezifischen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG au s- gesetzt sein könnte. Auch aus diesem Grund ist seine Flüchtlingseigen- schaft zu verneinen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l-D-2742/2011 Seite 24 chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 de s Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüch tlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E.10.2 S. 502). 7.2 7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereink ommens vom 10. Deze m- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder e r- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.2 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwe r- deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG veran- kerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den He i- matstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. D-2742/2011 Seite 25 7.2.3 Sodann ergeben si ch weder aus den Aussagen des Beschwerd e- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rücks chiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Der EGMR hat sich wiederholt mit der Gefährdungssituati on im Hinblick auf eine EMRK -widrige Behandlung von Tamilen befasst, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen. Der EGMR hält fest, dass dem Umstand gebührende Beachtung geschenkt werden müsse, dass die in seiner Rechtsprechung erw ähnten einzelnen Fakt o- ren, für sich alleine betrachtet, möglicherweise kein "real risk" darstellten, jedoch bei einer kumulativen Würdigung diese Schwelle erreicht sein könnte, namentlich unter der weiteren Berücksichtigung der aktuellen, gegebenenfalls erhöhten Sicherheitsvorkehrungen aufgrund der im Lande herrschenden allgemeinen Lage (vgl. BVGE 2011/ 24 E. 10.4.2 mit weite- ren Hinweisen). 7.2.4 Was die Prüfung derartiger Risikofaktoren betreffend die Situation des Beschwerdeführers anbelangt, ist an dieser Stel le auf die vorang e- gangenen Erwägungen zu verweisen, aus welchen sich ergibt, dass er im Hinblick auf die Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keiner Risikogruppe zugerechnet werden kann (vgl. E. 4.3 und 5.3). Da der Beschwerdeführer nicht nachweisen bezieh ungsweise glaubhaft machen konnte, bei einer Rückkehr ins Heimatland zu befürchten, die Aufmerksamkeit der sri-lanki- schen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Behandlung im Heima t- land drohen. Weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch individuelle Faktoren in Bezug auf seine Situation lassen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als u nzulässig erschei- nen. 7.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-2742/2011 Seite 26 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vollzug der Wegweisung insb e- sondere dann nicht zumutbar, wenn die bes chwerdeführende Person bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung ausg e- setzt wäre. Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen a n- gewendet, das heisst bei Ausländerinnen und Ausländern, die mangels persönlicher Verfolgung weder die Voraussetzungen der Flüchtlingse i- genschaft noch jene des völkerrechtlichen Non -Refoulement-Prinzips er- füllen, jedoch wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situ a- tion allgemeiner Gewalt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Im Weiteren findet sie Anwendung auf andere Personen, die nach ihrer Rückkehr ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten könnten oder – aus objektiver Sicht – wegen der vorherrsc henden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völlige Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustands, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wä- ren (vgl. BVGE 2011/24 E. 11.1 S. 504 f., BVGE 2009/28 E. 9.3.1 S. 367). 7.3.2 In der angefochtenen Verfügung vom 8. April 2011 hielt das BFM zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges im Wesentlichen fest, der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den sepa- ratistischen LTTE sei im Mai 2009 mit deren Niederlage zu Ende gega n- gen. Seither befinde sich das ganze Land wieder unter Regierungsko n- trolle und es sei zu keinen terroristischen Aktivitäten der LTTE mehr g e- kommen. Das BFM verfolge die Entwicklung der Lage in Sri Lanka la u- fend und sorgfältig und sei nach eingehender Überprüfung der Lage zum Schluss gekommen, dass sich die allgemeine Sicherheitslage in Sri La n- ka seit Mai 2009 deutlich entspannt habe und sich die Lebensbedingu n- gen soweit verbessert hätten, da ss eine Rückkehr auch in den Norden und Osten Sri Lankas grundsätzlich wieder zumutbar sei. Im Norden des Landes seien zwar die Lebensbedingungen gebietsweise sehr unte r- schiedlich. In den Gebieten, die bereits seit längerer Zeit unter Kontrolle der Regieru ng stünden, so beispielsweise auf der Halbinsel von Jaffna oder in den südlichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar, herrsche weitgehend ein normales Alltagsleben. Im ehemals von der LTTE kontrol- lierten Vanni-Gebiet hingegen seien die Lebensbedingungen nach wie vor als sehr schwierig einzustufen. Der Beschwerdeführer stamme aus C._______ (B._______-Distrikt). In Anbetracht obiger Ausführungen sei vorliegend die Zumutbarkeit der Wegweisung des Beschwerdeführers zu bejahen, da weder die vor Ort herrschende Sicherheitslage noch indiv i-D-2742/2011 Seite 27 duelle Gründe gegen einen Wegweisungsvollzug sprechen würden. So handle es sich beim Beschwerdeführer um einen jungen gesunden Mann, der die letzten Jahre vor seiner Ausreise im Jahre (...) in C._______ wohnhaft gewes en sei. Auch sei er (...) von Beruf und habe in seiner Heimat von (...) bis (...) als (Nennung Tätigkeit) gearbeitet. Darüber hi n- aus würden seine Eltern sowie ein Bruder und zwei Schwestern in C._______ leben, womit er dort über ein Beziehungsnetz verfüge. Aus- serdem sei der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und praktisch durchführbar. 7.3.3 In BVGE 2011/24 nahm das Bundesverwaltungsgericht angesichts der veränderten Lage nach dem Ende des sri -lankischen Bürgerkriegs im Mai 2009 eine vertiefte Beurteilung v or. Demzufolge ist seit dem Ende des bewaffneten Konflikts von einer verbesserten Sicherheitslage ausz u- gehen, wobei sich die Situation nicht in allen Landesteilen gleich präse n- tiert. In das sogenannte "Vanni-Gebiet" – die Distrikte von Kilinochchi und Mullaitivu und die nördlichen Teile der Distrikte von Mannar und Vavuniya sowie einen schmalen Landstreifen an der Ostküste des Jaffna -Distrikts südlich von Nagarkovil umfassend – ist eine Rückkehr aufgrund der wei t- gehend zerstörten Infrastruktur und der Verminung weiterhin unzumutbar. In das übrige Staatsgebiet ist der Wegweisungsvollzug grundsätzlich z u- mutbar, wobei bei aus der Nordprovinz stammenden Personen – wie dem Beschwerdeführer – wie folgt zu differenzieren ist: Für Personen, die aus der Nordprovinz s tammen und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, ist die Rückkehr als grun d- sätzlich zumutbar zu beurteilen, wenn davon ausgegangen werden kann, dass die betreffende Person auf die gleiche oder gleichwertige Leben s- und Wohnsituation zurückgreifen kann, und dem Wegweisungsvollzug auch anderweitig nichts entgegensteht. Liegt der letzte Aufenthalt der betreffenden Person in der Nordprovinz indessen längere Zeit zurück oder gehen konkrete Umstände aus den Verfahrensak ten hervor, dass sich die Lebensumstände seit der Ausreise massgeblich verändert haben könnten, sind die aktuell vorliegenden Lebens - und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären. Liegen keine begünstigenden Faktoren wie die Existenz eines tragfähigen Bezieh ungsnetzes und die konkrete Möglic h- keit der Sicherung des Existenzminiums und der Wohnsituation in der Nordprovinz vor, ist die Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsal- ternative im übrigen Staatsgebiet, namentlich im Grossraum Colombo, zu prüfen (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1.1 – 13.3 S. 511 ff.). D-2742/2011 Seite 28 7.3.4 Den Akten zufolge war der aus B._______ stammende Beschwer- deführer die letzten (...) Jahre vor seiner Ausreise in C._______ (B._______-Distrikt) wohnhaft. Auch wohnen seinen Angaben zufolge e i- nige seiner nä chsten Familienangehörigen (Eltern, vier Geschwister) noch immer in C._______, weshalb er dort ein tragfähiges Beziehung s- netz hat. Der Beschwerdeführer verfügt zudem über eine (...)-jährige Schulbildung bis zum (Nennung Beruf) (ohne Abschluss) und entspr e- chende mehrjährige Berufserfahrungen (vgl. act. A 2/10, S. 3). Es ist demnach davon auszugehen, dass ihm der Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz – allenfalls auch mit Hilfe seiner Familie – möglich sein wird. Auch wenn er seit Dezember 2008 landesabwesend war, bestehen keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass er bei einer Rückkehr nach Sri La n- ka in eine existenzielle Notlage geraten würde. Der Vollzug der Wegwe i- sung erweist sich demnach nicht als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 In Anbetracht der Heirat mit einer deutschen Staatsangehörigen steht es dem Beschwerdeführer offen, sich allenfalls um Nachzug zu seiner Ehefrau zu bemühen. 7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den We gweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwe r- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Wie vorst e- hend in E. 4. 2.1 und 4.2.2 aufgezeigt, litt jedoch die angefochtene Verf ü- gung im Zeitpunkt ihres Erlasses an einem Verfahrensmangel. Dieser D-2742/2011 Seite 29 Mangel wurde zwar geheilt; aus dem Umstand, dass der Beschwerdefü h- rer nur durch das Ergreifen eines Rechtsmittels zu einem rechtskonfo r- men Entscheid gelangt ist, darf ihm jedoch kein finanzieller Nachteil e r- wachsen, weshalb in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 20 08 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) keine Kosten aufzuerlegen sind (vgl. BVGE 2008/47 E. 5.1 S. 680 f. m.H.a. EMARK 2003 Nr. 5). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne vo n Art. 65 Abs. 1 VwVG wird damit gegenstandslos. 9.2 Aufgrund des soeben Gesagten wäre dem Beschwerdeführer trotz des Umstandes, dass er im vorliegenden Beschwerdeverfahren letztlich mit seinen Rechtsbegehren nicht durchgedrungen ist, für die ihm aus der Beschwerdeführung erwachsenen, notwendigen Kosten (vgl. BVGE 2008/47 E. 5.2 S. 681) respektive für diejenigen Aufwendungen, die auf die Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz zurückzufü h- ren sind, eine Parteientschädigung zuzusprechen. Jedoch wurde im oben erwähnten Verfahren D -3747/2011 (vgl. Bst. J.) festgehalten, dass – als Ergebnis einer koordinierten Beschlussfassung der Abteilungen IV und V des Bundesverwaltungsgerichts – mit der in diesem Verfahren für die festgestellte Verletzung des recht lichen Gehörs zugesprochenen Partei- entschädigung in allen weiteren Verfahren, in welchen Rechtsanwalt Gab- riel Püntener ebenfalls als Rechtsvertreter fungier e und in welchen der gleiche prozessuale Antrag auf Einsicht in die Ergebnisse der Dienstreise des BFM nach Sri Lanka vom September 2010 gestellt w orden sei oder künftig gestellt werde, der anteilsmässige Aufwand für die rechtliche Ve r- tretung bezüglich dieses Antrags als abgegolten zu erachten sei. Dem- entsprechend ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung zu entrichten. (Dispositiv nächste Seite) D-2742/2011 Seite 30 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht entrichtet. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: