B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-6542/2011 U r t e i l v o m 2 2 . A u g u s t 2 0 1 2 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richterin Kathrin Dietrich, Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, Gerichtsschreiberin Anita Schwegler. Parteien Dr. iur. Günter Heuberger, Tele Säntis AG (in Gründung), Postfach 2299, 8401 Winterthur, Beschwerdeführer, gegen TVO AG, Bionstrasse 4, 9000 St. Gallen, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Jascha Schneider-Marfels, Gerbergasse 48, Postfach, 4001 Basel, Beschwerdegegnerin, und Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, Bundeshaus Nord, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Erteilung einer Veranstalterkonzession für die Verbreitung eines Regionalfernsehprogramms mit Leistungsauftrag und Gebührenanteil im Versorgungsgebiet 11 Ostschweiz. A-6542/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Gestützt auf Art. 45 des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über Radio und Fernsehen (RTVG, SR 784.40) sowie Art. 43 der Radio - und Fern- sehverordnung vom 9. März 2007 (RTVV, SR 784.401) schrieb das Bu n- desamt für Kommunikation (BAKOM) am 4. September 2007 41 Vera n- stalterkonzessionen für die Verbreitung von lokal -regionalen UKW - Radioprogrammen sowie 13 Veranstalterkonzessionen für die Verbreitung von Regionalfernsehprogrammen in der Schweiz aus. Die ausgeschriebenen Konzessionen betraf en die Versorgungsgebiete, die der Bundesrat am 4. Juli 2007 definiert hatte (vgl. Anhang 1 bzw. 2 zur RTVV). Sie gewähren Inhaberinnen von Regionalfernsehkonzessi o- nen ein Recht auf die leitungsgebundene Verbreitung innerhalb des z u- gewiesenen Versorgungsgebiets. Wo dies ausdrücklich in Anhang 2 zur RTVV vermerkt ist, erhalten die Konzessionsinhaber ausserdem das Recht zur digitalen drahtlos -terrestrischen Verbreitung ihrer Programme. Die Konzessionen berechtigen zudem zu einem im Voraus vom Eidg e- nössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikati- on (UVEK) festgelegten jährlichen Anteil am Ertrag der Empfangsgebü h- ren. B. Die Tele Säntis AG in Gründung (nachfolgend Tele Säntis) und TVO AG bewarben sich um die Regionalfernsehkonzession für das Versorgung s- gebiet 11 Ostschweiz (nachfolgend VG 11) gemäss Ziffer 2 Anhang 2 zur RTVV. Anlässlich der vom BAKOM durchgeführten öffentlichen Anhörung äu s- serten sich die Kantonsregierungen von St. Gallen, den beiden Appenzell und Thurgau alle dahingehend, dass sie eine Konzessionierung der TVO AG befürworteten. Sie setzten damit auf jene Veranstalterin, die in der Region mit einem bewährten Angebot verankert sei und von einem M e- dienunternehmen getragen werde, das mit strukturellen und organisator i- schen Massnahmen publizistische Vielfalt und redaktionelle Unabhängig- keit garantieren könne. Dabei gingen die Kantone St. Gallen und Thurgau davon aus, die langjährige Erfahrung und Verwurzelung werde einen w e- sentlichen Qualitätsfaktor darstellen. Die Regierungen von Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen erwarteten jedoch eine deutliche Verbess e- rung des tagesaktuellen Informationsangebots, wie dies von der TVO AG im Gesuch und in einem ergänzenden Schreiben an die Appenzeller R e-A-6542/2011 Seite 3 gierung versprochen worden sei. Mehrheitlich kritisch beurteilten sie das Fensterkonzept von Tele Säntis, das im homogenen Versorgungsgebiet ihrer Meinung nach wenig Sinn mache und zu einer Verzettelung der knappen Ressourcen führen könnte. C. Die TVO AG veranstaltete im Zeitpunkt der Bewerbung ein meldepflicht i- ges regionales Fern sehprogramm. Die Veranstalterkonzession, die das UVEK gestützt auf das RTVG vom 21. Juni 1991 und die RTVV vom 6. Oktober 1997 am 24. Dezember 2003 erteilt hatte, war am 26. März 2007 ausgelaufen. Tele Säntis ist eine Neubewerberin. D. Am 31. Oktober 2008 erteilte das UVEK die Regionalfernseh -Konzession mit Leistungsauftrag und Gebührenanteil im VG 11 der TVO AG. E. Mit Urteil A-7762/2008 vom 10. Dezember 2009 hiess das Bundesverwal- tungsgericht eine Beschwerde von Günter Heuberger – Tele Säntis – ge- gen die Konz essionserteilung an TVO gut und wies das Verfahren zur Neubeurteilung ans UVEK zurück. Es wies das UVEK an, die Konzess i- onsvoraussetzung von Art. 44 Abs. 1 Bst. g RTVG (Gefährdung der Me i- nungs- und Angebotsvielfalt) näher zu prüfen. Soweit weitergehend wie s das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde ab und stützte die inhal t- liche Beurteilung der beiden Konzessionsgesuche durch das UVEK. F. Sowohl die TVO AG als auch Tele Säntis ersuchten um Erteilung einer Übergangskonzession. Am 28. Januar 2010 erliess das UVEK eine Zw i- schenverfügung und erteilte der TVO AG im Sinn einer vorsorglichen Massnahme für die Dauer des Verfahrens eine provisorische Konzession mit Leistungsauftrag und Gebührenanteil für das VG 11. Dagegen erhob Tele Säntis am 12. Februar 2010 Beschwerde beim Bun- desverwaltungsgericht. Am 15. April 2010 gewährte das BAKOM den Verfahrensparteien im VG 11 das rechtliche Gehör zur Marktdefinition sowie zum Fragebogen und der Adressatenliste zur Marktbefragung, welche das BAKOM zuha n- den der Wettbewerbskommission (WEKO) durchzuführen hatte. Innert er- streckter Frist reichten die Parteien ihre Stellungnahmen ein. Am 13. Juli 2010 eröffnete das BAKOM die Marktbefragung. A-6542/2011 Seite 4 Mit Urteil A -897/2010 vom 23. August 2010 wie s das Bundesverwa l- tungsgericht die Beschwerde von Tele Säntis gegen die Erteilung der pro- visorischen Konzession an die TVO AG ab. Am 10. November 2010 erteilte das BAKOM der WEKO den Auftrag, ein Gutachten zur Frage zu erstellen, ob die TVO AG bzw. die NZZ-Gruppe eine marktbeherrschende Stellung im VG 11 habe. Dabei stellte das B A- KOM der WEKO auch die Ergebnisse der Marktbefragung zu. Ebenfalls reichte es die Ergebnisse von Sonderauswertungen zur Mediennutzung von Presse, Radio, Fernsehen und Internet ein, die das BAKOM von der WEMF AG für Werbemedienf orschung und der Stiftung Mediapulse AG speziell für dieses Konzessionierungsverfahren hatte vornehmen lassen. Mit Schreiben vom 14. März 2011 gewährte das BAKOM den Parteien das rechtliche Gehör zum Gutachten der WEKO vom 2. März 2011 und gab ihnen Gelege nheit, bei der Abklärung eines möglichen Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung im Radiowerbemarkt VG 11 mitzuwir- ken. Am 15. April 2011 beantragte Tele Säntis den Erlass einer selbständig an- fechtbaren Zwischenverfügung u.a. betreffend die dem WEKO-Gutachten zugrundegelegten Marktdefinitionen und -abgrenzungen. Mit Verfügung vom 19. April 2011 trat das BAKOM auf diesen Antrag nicht ein. Das BAKOM leitete am 8. Juli 2011 eine von der WEKO korrigierte Fa s- sung des Gutachtens an die Parteien weiter. Auf die von Tele Säntis gegen die Verfügung des BAKOM vom 19. April 2011 erhobene Beschwerde trat das Bundesverwaltungsgericht m it Urteil A-3121/2011 vom 25. Oktober 2011 nicht ein. G. Mit Verfügung vom 3. November 2011 erteilte das UVEK die Veranstalter- konzession mit Leistungsauftrag und Gebührenanteil für das VG 11 der TVO AG (Ziff. 1 des Verfügungs-Dispositivs) und wies die Bewerbung von Tele Säntis vom 5. Dezember 2007 ab (Ziff. 2). Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 59'920.– auferlegte es den beiden Bewerberinnen je hälftig, ausmachend Fr. 29'960.– (Ziff. 3). H. Dagegen erhebt Günter Heuberger – Tele Säntis – (nachfolgend B e- schwerdeführer) mit Eingabe vom 2. Dezember 2011 Beschwerde beim A-6542/2011 Seite 5 Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, die Verfügung des UVEK sei aufzuheben und die Konzession für das VG 11 sei der Tele Säntis AG (in Gründung) zu erteilen. Er macht geltend, das UVEK habe die Gefährdung der Meinungs - und Angebotsvielfalt unrichtig und unvollständig abgeklärt. Es habe die Marktdefinitionen, die dem Gutacht en der WEKO zur Beurteilung der marktbeherrschenden Stellung zugrunde gelegt wurden, fälschlicherwe i- se selbst vorgenommen und teilweise sogar die Angebote vorgegeben, die bei der Beurteilung der Marktstellung zu analysieren seien. Damit h a- be das UVEK nicht nur die gesetzgeberisch gewollte Koordination mit dem Kartellgesetz vom 6. Oktober 1995 (KG, SR 251) gemäss Art. 74 Abs. 2 RTVG verhindert, sondern, dadurch dass das Gutachten der W E- KO durch das UVEK auf die relativ technische Frage der Marktbeher r- schung reduziert worden sei, auch dieses Gutachten weitgehend seines Sinnes entleert. Aufgrund dieses Gutachtens habe das UVEK schliesslich fälschlicherweise angenommen, dass der mögliche Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung in sieben von acht Teilmärkten nicht u n- tersucht werden müsse. I. Mit Vernehmlassung vom 31. Januar 2012 beantragt das UVEK (nachfo l- gend Vorinstanz), die Beschwerde sei abzuweisen. Es führt aus, nach der Konzeption des schweizerischen Rundfunkrechts könne ein Missbrauch nur in einem beherrschten Markt vorliegen. Eine marktbeherrschende Stellung ohne einen nachgewiesenen Missbrauch wiederum sei nicht als Gefährdung der Meinungs- und Angebotsvielfalt zu werten. Das Konsultationsverfahren gemäss Art. 74 Abs. 2 RTVG werde vom Ge- setz nicht konkretisiert und gelange im vorliegenden Verfahren zum er s- ten Mal zur Anwendung. Entsprechend hätten das UVEK und das B A- KOM den Austausch mit der WEKO gesucht. Das UVEK habe sich in Kenntnis der Praxis der WEKO und mit Blick auf die ratio legis der Konzessionsvoraussetzung von Art. 44 Abs. 1 Bst. g RTVG für eine eigene räumliche und sachliche Marktdefinition entschi e- den. Diese trage den Besonderheiten der im Konzessionsve rfahren rele- vanten Medienmärkte und dem rundfunkrechtlichen Regulierungssys tem Rechnung. Bei der räumlichen Definition der relevanten Märkte habe der A-6542/2011 Seite 6 Bundesrat gestützt auf eine Delegation des Gesetzgebers (Art. 39 RTVG) spezifische rundfunkrechtliche Versorgungsgebiete definiert, deren Mär k- te jedenfalls bei den elektronischen Medien von den Marktdefinitionen der Wettbewerbsbehörde abweichen könnten. Das UVEK habe sich für ein zweistufiges Vorgehen entschlossen. Unter Beizug der WEKO sollte zunächst abgeklärt werden, inwiefern überhaupt von einer marktbeherrschenden Stellung ausge gangen werden könne. Denn wo es einen medienrelevanten Markt nicht beherrsche, könne ein Unternehmen seine Marktmacht zwar allenfalls missbrauchen, rundfun k- rechtliche Konsequenzen solle ein solches Verhalten aber nach dem Wi l- len des Gesetzgebers nicht habe n. Ohne Marktbeherrschung bestehe für das Publikum, welches durch die Garantie der Meinungs - und Angebots- vielfalt in seiner freien Willensbildung geschützt werden solle, nach wie vor die Möglichkeit, sich mittels der anderen Medien im gleichen Markt zu informieren. Die WEKO habe eine beherrschende Stellung der Tagblatt Medien bzw. der NZZ-Gruppe, in welche TVO eingegliedert ist, einzig im Radiowerb e- markt festgestellt. Ein allfälliger Missbrauch durch die Tagblatt Medien hätte sich also auf den Radiowerbemar kt beziehen müssen. Angesichts der starken Wechselwirkung zwischen Nutzungs - und Werbemarkt und angesichts der Missbrauchskriterien, welche einzig einen publizistischen Missbrauch für relevant erklärten, habe das UVEK auch Hinweise auf mögliche Missbräuche im entsprechenden publizistischen Markt, also dem Radionutzungsmarkt geprüft. Diese Prüfung habe jedoch keine Hi n- weise auf einen publizistischen, systematischen und zukunftsgerichteten Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung von TVO respektive der Tagblatt Medien ergeben. J. Auch die TVO AG (nachfolge nd Beschwerdegegnerin) beantragt mit Be- schwerdeantwort vom 15. Februar 2012 die Abweisung der Beschwerde. Sie macht geltend, die Vorinstanz habe richtigerweise keine rein kartel l- rechtliche Marktabgrenzung vo rgenommen und sie habe den Mis s- brauchsbegriff hinreichend definiert und Kriterien zur Feststellung des rundfunkrechtlichen Missbrauchs festgelegt. Überdies habe sich die Vo r- instanz mit sämtlichen vom Beschwerdeführer vorgebrachten Argume n- ten eingehend auseinandergesetzt. A-6542/2011 Seite 7 K. Auf weitere Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten befinde n- den Schriftstücke wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das UVEK gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine Ausnahme was das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zustä n- dig, die Beschwerde zu beurteilen. 1.2 Zur Beschwerde ist gemäss Art. 48 VwVG berechtigt, wer vor der Vor- instanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Tei l- nahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders b e- rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ä n- derung hat. Mit der angefochtenen Verfügung wurde die beantragte Veranstalterko n- zession der Beschwerdegegnerin und nicht dem Beschwerdeführer e r- teilt. Der Beschwerdeführer war am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt und drang mit seinem Antrag auf Konzessionserteilung nicht durch. Damit ist er sowohl formell als auch materiell durch die angefochtene Verfügung beschwert. Zudem hat er ein aktuelles und praktisches Interesse an der Aufhebung bzw. Änderung der angefochtenen Verfügung indem er bean- tragt, die Konzession sei anstatt der Beschwerdegegnerin ihm zu erteilen. Zur Begründung der Partei- und Prozessfähigkeit Günter Heubergers wird auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -7762/2008 vom 10. Dezember 2009 E. 2 zwischen denselben Parteien verwiesen. Günter Heuberger ist als einziger Gründer der Tele Säntis AG (in Gründung ) zur Beschwerde legitimiert. A-6542/2011 Seite 8 1.3 Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 50 und 52 VwVG) ist daher einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Verletzungen von Bundesrecht – einschliesslich der unrichtigen oder u n- vollständigen Feststellung des Sachverhalts und Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die sich stellenden Fragen grund- sätzlich frei zu prüfen. Uneingeschränkt zu prüfen hat es, ob sich die Vo r- instanz von sachfremden Erwägungen hat leiten lassen, den Sachverhalt korrekt festgestellt hat, die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspun k- te geprüft und d ie erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend vorgenommen hat. 2.2 Es hat sich dagegen eine gewisse Zurückhaltung aufzuerlegen und greift in Gewichtungsfragen nicht leichthin in den Spielraum der Vori n- stanz ein, wenn sich diese durch besonderen Sachve rstand auszeichnet und wenn sie über einen gewissen Handlungsspielraum verfügen muss . Es hat eine unangemessene Entscheidung zu korrigieren, muss aber der Vorinstanz die Wahl unter mehreren sachgerechten Lösungen überla s- sen. Wenn es um die Beurteilung von ausgesprochenen Spezialfragen geht, in denen die Vorinstanz über ein besonderes Fachwissen verfügt, weicht es nicht ohne Not von deren Auffassung ab (vgl. BGE 135 II 296 E. 4.4.3; BVGE 2010/19 E. 4.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4751/2011 vom 21 . Juni 2012 E. 7 sowie ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht, Basel 2008, S. 74 f. Rz. 2.154). 3. Art. 44 Abs. 1 RTVG stellt eine Reihe von Bedingungen auf, die erfüllt sein müssen, damit die Konzession der Bewerberin erteilt werden kann. Die Prüfung der Bewerbungsunterlagen durch das UVEK und das B A- KOM, die der Konzessionserteilung 2008 zugrunde lag, hatte ergeben, dass beide Bewerberinnen die Konzessionsvoraussetzungen gemäss Art. 44 Abs. 1 RTVG erfüllen. Sie sind in der Lage, den Leistungsauftrag zu erfüllen, legen glaubhaft dar, die erforderlichen Investitionen und den Betrieb finanzieren zu können und zeigen auf, wer über die wesentlichen Teile des Kapitals verfügt, bzw. wer finanzielle Mittel zur Ver fügung stellt. A-6542/2011 Seite 9 Zudem bieten sie Gewähr, die arbeitsrechtlichen Vorschriften und die A r- beitsbedingungen der Branche sowie das anwendbare Recht und die mit der Konzession verbundenen Pflichten und Auflagen einzuhalten. Sie d o- kumentieren überdies, dass sie di e redaktionellen Tätigkeiten von den wirtschaftlichen Aktivitäten trennen und eine natürliche Person mit Woh n- sitz oder eine juristische Person mit Sitz in der Schweiz sind. Für das UVEK gilt als erstellt, dass die Konzessionsvoraussetzungen von Art. 44 Abs. 1 Bst. a bis f RTVG auch im heutigen Zeitpunkt des Konzession s- entscheids nach dem Rückweisungsurteil des Bundesverwaltungsg e- richts erfüllt sind. Bei der Bewertung der Bewerbungen gelangte das UVEK zur Überze u- gung, die Beschwerdegegnerin sei im Sinn von Art. 45 Abs. 3 RTVG bes- ser in der Lage, den Leistungsauftrag zu erfüllen als der Beschwerdefü h- rer. 4. Im Urteil A -7762/2008 vom 10. Dezember 2009 wurden sämtliche Ko n- zessionsvoraussetzungen materiell geprüft mit dem Ergebnis, dass beide Bewerberinnen die Kon zessionsvoraussetzungen von Art. 44 Abs. 1 Bst. a – f RTVG erfüllten. In Bezug auf die Konzessionsvoraussetzung der fehlenden Gefährdung der Meinungs - und Angebotsvielfalt (Art. 44 Abs. 1 Bst. g RTVG) habe das UVEK jedoch den Sachverhalt mangelhaft abgeklärt, weshalb die Sache in diesem Punkt zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei (E. 26). Das Bundesverwaltungsgericht setzte sich im erwähnten Urteil dennoch bereits mit der vom UVEK unter dem Aspekt der besseren Erfüllung des Leistungsauftrags vorgenommenen Bewertung der Bewerbungen eing e- hend auseinander (Art. 45 Abs. 3 erster Satz RTVG) . Dabei kam es zum Schluss, es müsse von einem klaren Vorsprung der Beschwerdegegnerin gegenüber dem Beschwer deführer ausgegangen werden (vgl. E. 25). Daraus folgerte es, falls eine marktbeherrschende Stellung der B e- schwerdegegnerin oder ein Missbrauch der marktbeherrschenden Ste l- lung nach erneuter Prüfung durch die Vorinstanz tatsächlich zu verneinen sei, könne die Vorinstanz die Konzession an die Beschwerdegegnerin vergeben (vgl. E. 26). Diese Punkte wurden somit bereits materiell b e- handelt und rechtskräftig entschieden. Im vorliegenden Verfahren ist folglich nur noch zu beurteilen, ob die B e- schwerdegegnerin die Konzessionsvoraussetzung von Art. 44 Abs.1 A-6542/2011 Seite 10 Bst. g RTVG (Nichtgefährdung der Meinungs - und Angebotsvielfalt) e r- füllt. In einem ersten Schritt ist zu untersuchen, ob die Vorinstanz berec h- tigt war, die Abgrenzung der relevanten Märkte selbst vorzunehmen. G e- gebenenfalls ist zu prüfen , ob diese Abgrenzung korrekt erfolgte und ob die WEKO in der Folge die Marktbeherrschung gestützt auf diese Mark t- abgrenzung richtig beurteilte. Schliesslich bleibt zu klären, ob die Vori n- stanz den Missbrauchsbegriff korrekt defini ert und einen Missbrauch zu Recht verneint hat. 5. Art. 74 Abs. 2 RTVG sieht vor, dass das Departement die WEKO zur B e- urteilung der marktbeherrschenden Stellung im Sinn von Art. 4 Abs. 2 KG konsultiert. Er äussert sich weder zum Umfang dieser Konsultation noch zum genauen Vorgehen. Die Vorinstanz führt aus, da eine Konsultation der WEKO gestützt auf Art. 74 Abs. 2 RTVG zum ersten Mal erfolgt sei, hätten UVEK und BAKOM den Austausch mit der WEKO gesuc ht. Dies geht auch aus dem Gutachten der WEKO vom 28. Februar 2011 hervor, welches in Ziffer 6 ausführt , die WEKO habe in den – gestützt auf die gemeinsamen Vorarbeiten mit dem Sekretariat der WEKO – vom UVEK sachlich und räumlich definierten Märkten die Beurteilung der Marktste l- lung der St. Galler Tagblatt AG vorzunehmen und ihr Gutachten dem B A- KOM als verfahrensleitende Behörde zu unterbreiten. 5.1 Es trifft zu , dass die WEKO beto nt, die Märkte seien vom BAKOM (und nicht von der WEKO) abgeg renzt und vorgegeben worden. Die W E- KO führt ebenfalls aus, die vom BAKOM vo rgegebenen Marktabgrenzun- gen richteten sich nicht nach rein kartellrechtlichen Kriterien. Deshalb entsprächen die relevanten Märkte nicht der Praxis der WEKO. Ebenso wenig seien die vom BAKOM vorgegebenen relevanten Märkte praxisbi l- dend für Verfahren nach dem Kartellgesetz. Die WEKO übernehme die in der Konsultation vorgegebenen Marktabgrenzungen und führe selber ke i- ne Marktabgrenzung durch. Diese Ausführungen der WEKO dienen jedoch einzig dazu, klarzustellen, dass diese Marktabgrenzung nicht als Praxisände rung der WEKO in den von ihr als verfahrensleitende Behörde geführten kartellrechtlichen Ve r- fahren zu verstehen sei. Eine andere oder allenfalls das BAKOM kritisi e- rende Bedeutung kann diesen Ausführungen entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht beigemessen werden. A-6542/2011 Seite 11 5.2 Der Beschwerdeführer a rgumentiert weiter, die WEKO habe in ve r- schiedenen Verfahren mit Medienunternehmen die räumlich relevanten Märkte nach den Vorschriften des Kartellgesetzes geprüft. Die Beispiele , die der Beschwerdeführer in Rz. 56 seiner Beschwerde vom 2. Dezember 2011 in diesem Zusammenhang nennt, sind hier jedoch nicht einschlägig. Sie betrafen Unternehmenszusammenschlüsse, bei denen eine Prüfung gestützt auf Kartellrecht zu erfolgen hat te. Dort sind zum Einen andere Voraussetzun gen zu prüfen als im vorliegenden Ve r- fahren, da der medienpolitische und der wettbewerbsrechtliche Mis s- brauchsbegriff nicht derselbe ist (vgl. E. 8.1.5 hiernach), zum Andern ist die Rolle der WEKO eine andere. In den kartellrechtlichen Prüfungen betreffend Unternehmenszusammenschlüsse liegt die Verfahrensleitung bei der WEKO, d.h. sie definiert zwingendermassen auch die für die Pr ü- fung der marktbeherrschenden Stellung relevanten Märkte. Im vorliegen- den Verfahren hingegen wurde die WEKO gestützt auf Art. 74 Abs. 2 RTVG lediglich von der für das Konzessionierungsverfahren zuständigen Behörde konsultiert und zwar ausschliesslich, um die Frage der Marktb e- herrschung einer der Konzessionsbewerberinnen zu überprüfen. Art. 11 Abs. 3 der Verordnung über die Kontrolle von Unternehmensz u- sammenschlüssen (SR 251.4, VKU) – welche zwar für Unternehmenszu- sammenschlüsse gilt, für die Definition der Marktabgrenzung aber auch in anderen Verfahren beigezogen werden kann (vgl. JÜRG BORER, Wettbe- werbsrecht I, Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2011, Rz. 17 zu Art. 4; MANI REINERT/BENJAMIN BLOCH, in: Basler Kommentar, Kartellgesetz, B a- sel 2010 [nachfolgend: BK, KG], Rz. 105 f. zu Art. 4 Abs. 2) – umschreibt lediglich, nach welchen Grundsätzen die Marktabgrenzung zu erfol gen hat. Er sagt also nichts darüber aus, wer diese Marktabgrenzung vor zu- nehmen hat. Auch das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Urteil A -7762/2008 vom 10. Dezember 2009 noch nicht mit dieser Frage auseinandergesetzt. Die Vorinstanz hat der WEKO einen Gutachtensauftrag gemäss Art. 47 KG erteilt und dabei – wie bei der Einholung eines Sachverständigengu t- achtens gestützt auf Art. 12 Bst. e VwVG – diesen Auftrag umschrieben und die zu untersuchenden relevanten Märkte selbst definiert. Art. 47 KG bestimmt, dass die WEKO für andere Behörden Gutachten zu Wettb e- werbsfragen von grundsätzlicher Bedeutung verfasst. Hingegen regelt er nicht, was Inhalt des Gutachtensauftrags zu sein hat, bzw. wie offen oder A-6542/2011 Seite 12 eng ein solcher Auftrag zu formulieren ist. Auch die Lehre äussert sich nicht weiter zu dieser Frage (vgl. THOMAS NYDEGGER/WERNER NADIG, in: BK, KG , Rz. 1 ff. zu Art. 47; PIERRE TERCIER, in: Tercier/Bovet [Hrsg.], Commentaire roman d, Droit de la concurrence, Genf/Basel/München 2002 [nachfolgend: CR Concurrence], Basel 2002, Art. 47 KG, Rz. 1 ff.). 5.3 Tatsächlich nimmt die WEKO die Marktabgrenzung auch in ihrer Gut- achtertätigkeit meist selbst vor. Dies schliesst eine Marktabgrenzung durch die den Gutachtensauftrag erteilende Behörde jedoch nicht aus. Die vom Beschwerdeführer in Rz. 29 seiner Schlussbemerkungen vom 2. April 2012 aufgeführten Beispiele hatten die Überprüfung der Marktstel- lung im Fernmeldebereich (Art. 11a Abs. 2 des Fernmeldegesetzes vom 30. April 1997 [FMG, SR 784.10]) oder in anderen Bereichen in denen die Marktabgrenzung aufgrund rein kartellrechtlicher Kriterien zu erfolgen hatte zum Gegenstand. Im v orliegenden Verfahren waren jedoch – im Gegensatz zu den vom Beschwerde führer genannten Beispielen – auch publizistische Überlegungen in die Beurteilung der Marktabgrenzung ei n- zubeziehen (vgl. E. 6.1.3 hiernach). Die Vorinstanz ist zusammen mit dem ihr unterstellten BAKOM die Fachbehörde für Fragen im Bereich des RTVG und damit zusammenhängenden publizistischen Fragestellungen . Daher erscheint es sachgerecht, dass die Vorinstanz die Marktabgre n- zung in diesem Fall – nach Rücksprache mit dem Sekretariat der WEKO – selbst vorgenommen und den Gutachtensauftrag so erteilt h atte, dass sich die WEKO nur noch zur Marktbeherrschung in den bereits abg e- grenzten Märkten zu äussern hatte. D as von der Vorinstanz gewählte Vorgehen ist somit nicht zu beanstanden. 6. Zu prüfen ist weiter , ob die Vorinstanz die Marktabgrenzung korrekt vo r- genommen hat. Art. 11 Abs. 3 VKU definiert, was unter sachlich und räumlich relevantem Markt zu verstehen ist. Danach umfasst der sachl i- che Markt alle Waren oder Leistungen, die von der Marktgegenseite hi n- sichtlich ihrer Eigenschaften und ihres vorgesehenen Verwendungs- zwecks als substituierbar angesehen werden (Bst. a). Der räumliche Markt umfasst das Gebiet, in welchem die Marktgegenseite die den sach- lichen Markt umfassenden Waren oder Leistungen nachfragt oder anbi e- tet (Bst. b). Diese Definitionen können f ür das vorliegende Verfahren analog ang e- wendet werden (vgl. E. 5.2 hiervor), wobei den publizistischen Merkmalen Rechnung zu tragen ist (vgl. E. 6.1.3 hiernach). A-6542/2011 Seite 13 6.1 6.1.1 Das BAKOM hat den sachlichen Markt zunächst in Nutzungs - und Werbemärkte unterteilt. Die Nutzungsmärkte umfassen je sämtliche A n- gebote, die regelmässig lokal -regionale Informationen aus allen Bere i- chen Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Sport enthalten. Angebo- te, die nur gewisse oder gar nur einen der interessierenden Bereiche a b- decken, gehören nicht dazu. Das BAKOM grenzt im Bereich der Nu t- zungsmärkte die Märkte Leser - und Leserinnenmarkt, Hörer - und Höre- rinnenmarkt, Zuschauer- und Zuschauerinnenmarkt und Markt für Nutzer und Nutzerinnen von Informationsplattformen im Internet ab. D ie Abgren- zung der Werbemärkte folgt gemäss BAKOM derjenigen der Nutzung s- märkte. Entsprechend bezeichnet d as BAKOM diese als Markt für Prin t- werbung, Radiowerbung, Fernsehwerbung und Online-Werbung. 6.1.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Marktabgrenzung hab e allein nach kartellrechtlichen Kriterien zu erfolgen. Die Bestimmung von Art. 74 Abs. 2 RTVG i.V.m. Art. 4 Abs. 2 KG und Art. 11 Abs. 3 VKU lasse keinen Raum für eine Marktdefinition nach primär publizistischen Krit e- rien. Dem ist zu entgegnen, dass auch wenn publizistische Kriterien in die Marktabgrenzung einbezogen werden, die massgeblichen kartellrechtl i- chen Kriterien beachtet werden. Einziger Unterschied ist, dass ausser den acht genannten Märkten nicht auch noch weitere Einzelmärkte unter- sucht wurden. Dieses Vorgehen ist deshalb nicht zu beanstanden , weil ein missbräuchliches Verhalten in solchen "zusätzlichen" Märkten au f- grund der Definition des Leistungsauftrags und der Zielsetzung des RTVG für das vorliegende Verfahren ohnehin nicht von Bedeutung ge we- sen wären. Wären weitere Märkte einbezogen worden, hätten diese ke i- nen Einfluss auf die Abgrenzung der a cht untersuchten Märkte gehabt, diese wären mithin nicht anders abgegrenzt worden. Aus der Argumenta- tion des Beschwerdeführers ergeben sich überdies keine Anhaltspunkte, inwiefern sich eine Nichtberücksichtigung publizistischer Kriterien konkret auf das vorliegende Verfahren ausgewirkt hätte. 6.1.3 Im Vordergrund der Zielsetzung der Regionalfernsehkonzession stehen die relevanten lokal-regionalen Informationen des Gebiets und die Sicherstellung der Angebots - und Meinungsvielfalt. Deshalb ist bei der Marktabgrenzung den Besonderheiten der im Konzessionsverfahren rele-A-6542/2011 Seite 14 vanten Medienmärkte und dem rundfunkrechtlichen Regulierungssystem Rechnung zu tragen. Die Vorinstanz hat sich somit in Kenntnis der entsprechenden Praxis der WEKO und mit Blick auf die ratio legis der Konzessionsvoraussetzung von Art. 44 Abs. 1 Bst. g RTVG zu Recht für eine eigene räumliche und sachliche Marktdefinition entschieden , die den medien - und rundfun k- rechtlichen Besonderheiten Rechnung trägt und auch nach publizist i- schen Kriterien erfolgt ist. 6.2 Nach richtiger Auffassung des BAKOM sind die sachlich abgegren z- ten Märkte für publizistische lokal -regionale Informationen aus den Bere i- chen Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Sport in erster Linie für das Publikum des thematisierten geographischen Gebiets interessant. Entsprechend grenzt es den räumlich relevanten Markt auf das betroffene VG 11 ab. Der Bundesrat ha t spezifische rundfunkrechtliche Verso r- gungsgebiete definiert, deren Märkte jedenfalls bei elektronischen Medien von den Marktdefinitionen der Wettbewerbsbehörde abweichen können. Dabei war dem Bundesrat bewusst, dass der Regulator mit der Vergabe von Rundfunkkonzessionen, die zum Teil zum Bezug von Gebührenantei- len berechtigen, auch in den Wettbewerb eingreift. Diesen rundfunkrecht- lich gewollten Gebietsdefinitionen und Marktkonstellationen im Rahmen der Definition der räumlich relevanten Märkte ist bei der Prüfung von Art. 44 Abs. 1 Bst. g RTVG Rechnung zu tragen. 6.3 Die von der Vorinstanz vorgenommene Abgrenzung der sachlich rele- vanten Märkte entspricht den Vorgaben von Art. 11 Abs. 3 Bst. a VKU und trägt den Besonderheiten des rundfunkrechtlichen Regulierungs systems Rechnung. Die Abgrenzung des räumlich relevanten Markts auf das b e- troffene Versorgungsgebiet ist mit Art. 11 Abs. 3 Bst. b VKU vereinbar und daher nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz hat die Marktabgrenzung somit korrekt vorgenommen. 7. Als Nächstes ist zu beurteilen, ob die WEKO die Marktbeherrschung g e- stützt auf die von der Vorinstanz vorgenommene Marktabgrenzung richtig beurteilt hat. 7.1 Die WEKO ist die in Fragen der Marktbeh errschung ausgewiesene Fachbehörde. Das Bundesverwaltungsgericht weicht – wie auch bei der Beurteilung von Sachverständigengutachten gemäss Art. 12 Bst. e VwVG A-6542/2011 Seite 15 – nicht ohne triftigen Grund von der Beurteilung der WEKO in ihrem Gut- achten ab. Eine andere Beurteilung ist nur dann zulässig, wenn sich auf Grund der übrigen Beweismitt el und der Parteivorbringen ernsthafte Ei n- wände gegen die Vollständigkeit, die Nachvollziehbarkeit und die Schlü s- sigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen (vgl. zu Art. 12 VwVG: CHRISTOPH AUER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich 2008, Rz. 58 zu Art. 12). Entsprechende Hinweise liegen nicht vor. Das Gutachten der WEKO hält sich an den "Gutachtensauftrag" des BAKOM, ist klar strukturiert und setzt sich eingehend mit den einzelnen Märkten und den seitens des B A- KOM in Auftrag gegebenen Sonderauswertungen der Stiftung Mediapulse AG und der WEMF AG für Werbemedienforschung je für das VG 11 aus- einander. Die Beurteilungen der WEKO sind nachvollziehbar und schlü s- sig. Dagegen, wie die WEKO die konkrete Prüfung der marktbeherrschenden Stellung vorgenommen hat, bringt der Beschwerdeführer denn auch ke i- ne Einwände vor. 7.2 Folglich ist in Übereinstimmung mit dem WEKO -Gutachten und der Vorinstanz davon auszugehen, dass die NZZ -Gruppe auf dem Markt für Radiowerbung im VG 11 über eine marktbeherrschende Stellung nach Art. 4 Abs. 2 KG verfügt. In den übrigen beurteilten Märkten kann hing e- gen nicht von einer marktbeherrschenden Stellung der NZZ -Gruppe nach Art. 4 Abs. 2 KG ausgegangen werden. 8. Schliesslich ist zu prüfen, ob die Vorinstanz den Missbrauchsbegriff kor- rekt definiert und den Sachverhalt richtig darunter subsumiert hat. 8.1 Das Bundesverwaltungsgericht hielt in seinem Urteil A -7762/2008 vom 10. Dezember 2009 in E. 12.11 fest, da der Vorinstanz al s Fachbe- hörde hinsichtlich der (näheren) Bestimmung des medienpolitischen Missbrauchsbegriffs ein besonderes Fachwissen zukomme, sei sie es, die in erster Linie solche Kriterien zu definieren und zu begründen habe. 8.1.1 Die Vorinstanz führt aus, welche Verhalte nsweisen eines marktb e- herrschenden Unternehmens missbräuchlich und daher geeignet seien, die Meinungs - und Angebotsvielfalt zu gefährden, definiere sich nach Art. 74 RTVG. Aus der Entstehungsgeschichte der Norm ergäben sich A-6542/2011 Seite 16 keine Anhaltspunkte zur konkreten Auslegung des Missbrauchs- bzw. des Gefährdungstatbestands. Der rundfunkrechtliche Missbrauchsbegriff sei nicht derselbe, wie derjen i- ge, welcher der wettbewerbsrechtlichen Missbrauchsprüfung gemäss Art. 7 KG zugrunde liege. Die Vorinstanz führt weiter aus, historisch lasse sich dieses Auslegungsergebnis mit Verweis auf die Ausführungen in den parlamentarischen Beratungen stützen. Im Rahmen der systematischen Gesetzesauslegung sei zum Einen auf die vom Gesetzgeber festgelegte und vom Bundesverwaltungsgericht bestätigte Zuständigkeitsordnung zu verweisen: Ein Beizug der WEKO sei nur für die Prüfung einer möglichen Marktbeherrschung vorgesehen, den möglichen Missbrauch habe das UVEK hingegen in eigener Kompetenz zu prüfen. Zudem würde Art. 74 RTVG bei einem rein kartellrechtlichen Missbrauchsverständnis obsolet, weil sein Regelungsgehalt nicht über Art. 7 KG hinausginge. Aus teleol o- gischer Sicht trage die vom UVEK vertretene Auslegung des rundfun k- rechtlichen Missbrauchsbegriffs auch dem unterschiedlichen Schutz - und Regelungsgedanken der beiden Prüfbereiche Rechnung. Während die wettbewerbsrechtliche Missbrauchskontrolle die Gewährleistung einer freiheitlichen, marktwirtschaftlichen Ordnung bezwecke, sei zentrales A n- liegen der rundfunkrechtlichen Missbrauchsprüfung die Sicherstellung der publizistischen Vielfalt. Ausgangspunkt für die Definition eines publizistischen Missbrauchs sei die zentrale Bedeutung der Medien für die demokratische Meinungs - und Willensbildung. Diese Funktion der Medien fusse auf dem Konzept der Vielfalt. Demnach solle in einer demokratischen Gesellschaft eine Vie l- zahl an Inhalten, Akteuren, Meinungen, Perspektiven und Interessen thematisiert und reflektiert werden. Als missbräuchlich im Sinn von Art. 74 RTVG erschienen Verhaltensweisen eines Medienunternehmens, die g e- eignet seien, in den von ihm beherrschten Markt bzw. den beherrschten Märkten die freie und umfassende Meinungs- und Willensbildung der Me- diennutzerinnen und -nutzer in den Bereichen Politik, Wirts chaft, Kultur, Gesellschaft und Sport einzuschränken. Dies sei namentlich der Fall, wenn den verschiedenen Meinungen und Interessen kein chancengle i- cher publizistischer Zugang gewährt werde, relevante Themen einseit ig dargestellt oder ignoriert we rden, ode r wenn mittels einer einseitigen Auswahl von Meinungen und Akteuren versucht werde, demokratische Entscheidungsprozesse zu beeinflussen, ohne dass diese Absicht tran s- parent gemacht we rde. Ferner könne die Verletzung der allgemeinen Grundsätze journalistisc hen Handelns (z.B. vermutete und/oder festg e-A-6542/2011 Seite 17 stellte Verletzungen des Journalistenkodexes) als missbräuchliches Ve r- halten bewertet werden. Ein publizistischer Missbrauch müsse systematisch und zukunftsgerichtet sein, um die Meinungs - und Angebotsvielfalt zu gefährden. Blosse Ind i- zien für ein missbräuchliches Verhalten in Einzelfällen bzw. singuläre Ver- stösse gegen die Grundsätze journalistischen Handelns seien den übr i- gen Verhaltensweisen des marktbeherrschenden Unternehmens und al l- fälligen organisatorischen Vorkehrungen und Korrektiven zur Vermeidung von Missbräuchen gegenüberzustellen. Als systematisch erscheine ein Missbrauch dann, wenn entweder wenige gleichartige oder viele ve r- schiedenartige, publizistisch missbräuchliche Verhaltensweisen nachg e- wiesen werden könnten. Da es bei der Erteilung einer Radio - oder Fern- sehkonzession um eine zukunftsgerichtete Massnahme zur Sicherste l- lung eines lokalen bzw. regionalen publizistischen Service public gehe, müssten es die gegebenen Umstände schliesslich als wahrsche inlich er- scheinen lassen, dass auch zukünftig mit publizistisch missbräuchlichen Verhaltensweisen des Medienunternehmens zu rechnen sei. Auch hier seien mögliche Korrektive auf organisatorischer Ebene in die Prüfung mit einzubeziehen. Ein Missbrauch, der eine Gefährdung der Meinungs- und Angebotsvielfalt impliziere, könne nach dem Willen des Gesetzgebers nur dort stattfinden, wo eine Marktbeherrschung festgestellt werde. Dies mache sowohl aus einer publizistisch-medienspezifischen wie auch aus einer wettbew erbs- rechtlichen Sichtweise Sinn: Ohne Marktbeherrschung bestehe für das Publikum die Möglichkeit, sich in substituierenden Medien im gleichen Markt über bestimmte Themen zusätzlich/alternativ zu informieren, bzw. ganz auf ein Konkurrenzprodukt umzusteigen. Demnach könne ein U n- ternehmen, welches in einem bestimmten Markt über keine marktbeher r- schende Stellung verfüge, die Meinungs - und Angebotsvielfalt in diesem Markt auch nicht gefährden. 8.1.2 Im vorliegenden Fall habe das UVEK gestützt auf das Gutachten der WEK O eine beherrschende Stellung der NZZ -Gruppe im Markt für Radiowerbung im VG 11 festgestellt. Gemäss der dargelegten Mis s- brauchsdefinition müsse die Prüfung allerdings im publizistischen Bereich erfolgen, der Missbrauch im Werbemarkt müsse sich jedenfalls publizis- tisch auswirken. Daher seien auch allfällige missbräuchliche Verhalten s- weisen im zum Radiowerbemarkt komplementären Radionutzungsmarkt in die Prüfung mit einzubeziehen, weil die Finanzierung der publizist i-A-6542/2011 Seite 18 schen Inhalte nicht einfach ausgeklammert werden könne. Dass in reinen Finanzierungsmärkten ein Missbrauch kaum publizistischer Art sein kö n- ne, brauche nicht weiter vertieft zu werden. Das bedinge bei der Prüfung im konkreten Fall, wo eine beherrschende Stellung im Radiowerbemarkt gegeben sei, zumi ndest eine Mitberücksichtigung des Radionutzung s- markts mit Blick auf mögli che publizistische Auswirkungen eines allfäll i- gen Missbrauchs im Radiowerbemarkt. 8.1.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe keine Missbrauchskriterien aufgestellt, sond ern sie habe einfach einen rund- funkrechtlichen Missbrauchsbegriff vom wettbewerbsrechtlichen Mis s- brauchsbegriff abzugrenzen versucht. Im Gesetzestext fänden sich weiter keine Einschränkungen, wie sie die Vorinstanz für ihre eigene Definition des Missbrauch sbegriffs verwendet habe. Es gebe keinen sachlichen Grund, wieso ein Programmveranstalter oder eine andere im Radio - oder Fernsehmarkt tätige Unternehmung , die ihre beherrschende Stellung in einem oder mehreren medienrelevanten Märkten missbrauche, wegen i r- gendwelchen verschärften Voraussetzungen die Konzession doch erha l- ten sollte. 8.1.4 Aufgabe der Vorinstanz war es, den Missbrauchsbegriff nach Art. 74 Abs. 1 RTVG zu definieren, d.h. Kriterien festzulegen, anhand derer beur- teilt w ird, wann ein Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Sie hatte also die Grenze zu ziehen zwischen Unterne h- men, die zwar eine beherrschende Stellung im relevanten Markt haben, diese jedoch nicht missbrauchen und denjenigen, die durch den Mis s- brauch ihrer marktbeherrschenden Stellung die Meinungs- und Angebots- vielfalt gefährden. Nur letztere erfüllen die Konzessionsvoraussetzung von Art. 44 Abs. 1 Bst. g RTVG nicht. 8.1.5 Mit ihren Ausführungen (vgl. E. 8.1.1 und 8.1.2 hiervor) hat die Vor- instanz zum Einen den publizistischen Missbrauchsbegriff allgemein defi- niert. Diese Definition ist schlüssig, nachvollziehbar und sachgerecht. Auch das Bundesverwaltungsgericht kam im Urteil A -7762/2008 vom 10. Dezember 2009 in E. 12.7, wo es sich mit verschiedenen Lehrme i- nungen und der Entstehungsgeschichte von Art. 74 RTVG auseinande r- setzte, zum Schluss, dass der medienpolitische Missbrauchsbegriff nach Art. 74 RTVG nicht derselbe ist, wie der wettbewerbsrechtliche nach Art. 7 KG. A-6542/2011 Seite 19 Zum Andern hat die Vorinstanz den sachlichen Prüfbereich für den hier zu beurteilenden Fall festgelegt. Dabei entspricht es dem klaren Wortlaut von Art. 74 Abs. 1 RTVG, dass ein Missbrauch nur in denjenigen Märkten zu prüfen ist, in denen eine marktbeherrschende Stellung des fraglichen Medienunternehmens vorlie gt. Aufgrund der festgestellten beherrsche n- den Stellung im Radiowerbemarkt erscheint es aufgrund der engen Ve r- flechtung und der Wechselwirkung zwischen den beiden Märkten sachge- recht und zweckmässig, bei der Beurteilung des Missbrauchs im Radio- werbemarkt auch den Radionutzungsmarkt mit einzubeziehen. Das en t- sprechende Vorgehen der Vorinstanz ist damit nicht zu beanstanden. 8.2 8.2.1 Bei der Missbrauchsprüfung im konkreten Fall hat sich die Vori n- stanz eingehend mit den vom Beschwerdeführer gel tend gemachten an- geblichen Indizien für einen Missbrauch der marktbeherrschenden Ste l- lung auseinandergesetzt (vgl. dazu ausführlich Erwägung 3.3.4 der ange- fochtenen Verfügung). Dabei kam die Vorinstanz zu Recht zum Schluss, die meisten Vorfälle hätten nicht den von der NZZ -Gruppe beherrschten Radiowerbemarkt bzw. den reziproken Radionutzungsmarkt betroffen . Nach richtiger Auffassung der Vorinstanz bewegen sich die Vorhaltungen betreffend das beanstandete politische Lobbying im Rahmen des Verfa h- rens der Konzessionsvergabe sowie der Festlegung der Fernsehverso r- gungsgebiete ausserhalb der Thematik, die in eine Missbrauchsprüfung mit einzubeziehen ist. Schliesslich wird das Ergebnis, welches keine missbräuchlichen Verhaltensweisen der NZZ -Gruppe konstatier t, durch die strukturellen und organisatorischen Vorkehrungen der TVO bzw. der Tagblatt Medien/NZZ-Gruppe er gänzt. Diese ersch einen gemäss Vorin- stanz geeignet, einen möglichen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung im Radiowerbemarkt bzw. dem reziproken Radionutzungsmarkt auch in Zukunft zu vermeiden. 8.2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz hätte gemäss Auftrag des Bundesverwaltungsgerichts weitere Sachverhaltsabklärungen vornehmen müssen. Es ist jedoch nicht ersichtlich, inwiefern der recht s- erhebliche Sachverhalt ungenü gend erhoben worden wäre. Die Vori n- stanz hat den Sachverhalt insbesondere im Hinblick auf die Erteilung des Gutachtensauftrags erhoben. Diese umfassenden Sachverhaltsabkläru n- gen genügten jedoch auch, um zu beurteilen, ob die NZZ -Gruppe ihre beherrschende Stellung im Markt für Radiowerbung – unter zusätzlicher Berücksichtigung der Verhältnisse im Radionutzungsmarkt – missbraucht. A-6542/2011 Seite 20 Die entsprechende Rüge des Beschwerdeführers ist somit nicht begrü n- det. 8.2.3 Damit ist a uch die durchgeführte Missbrauchsprüfung nicht zu be- anstanden. Die Vorinstanz hat sich mit den vom Beschwerdeführer aufge- führten Indizien für einen Missbrauch der NZZ -Gruppe eingehend und ausführlich auseinandergesetzt . Dabei kam sie richtigerweise zum Schluss, insgesamt sei ein systematischer, zukunft sgerichteter Mis s- brauch der beherrschenden Stellung der NZZ -Gruppe im Radiowerb e- markt Ostschweiz nicht gegeben. Somit gefährde die NZZ -Gruppe in den hier interessierenden Märkten die Meinungs - und Angebotsvielfalt nicht. TVO erfülle folglich die Konzession svoraussetzung von Art. 44 Abs. 1 Bst. g RTVG (vgl. E. 3.4 der angefochtenen Verfügung). Die dazu g e- machten Ausführungen der Vorinstanz sind nachvollziehbar, vollständig und sachgerecht. Für die einzelnen Begründungen wird daher auf die an- gefochtene Verfügung verwiesen (vgl. E. 3.3.4 der angefochtenen Verf ü- gung). 9. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Vorinstanz berechtigt war, die Abgrenzung der relevanten Märkte selbst vorzune h- men, dass diese Abgrenzung korrekt erfolgte und dass d ie WEKO die Marktbeherrschung gestützt auf diese Marktabgrenzung richtig beurteilte. Weiter hat die Vorinstanz den Missbrauchsbegriff korrekt definiert und den vollständig erhobenen relevanten Sachverhalt richtig unter diese D e- finition subsumiert. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten von Fr. 8'000.– in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 VwVG dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Sie werden mit dem geleisteten Koste n- vorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 10.2 Der obsiegenden Partei ist von Amtes wegen oder auf Begehren e i- ne Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zu zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. VGKE). Die in der Hauptsache obsiegende und an waltlich vertretene Beschwe r- degegnerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung. Das Gericht setzt die Parteientschädigung auf Grund der Kostennote fest (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Mit Eingabe vom 24. April 2012 hat die Beschwerdeführerin eine A-6542/2011 Seite 21 detaillierte Kostennote über insgesamt Fr. 13'472.05 eingereicht, welche zu keinen Beanstandungen Anlass gibt . Die Parteientschädigung wird deshalb auf Fr. 13'472.05 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt und dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt. 11. Dieses Urteil ist endgültig und kann nicht beim Bundesgericht angefoc h- ten werden (vgl. Art. 83 Bst. p Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 8'000.– werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ve r- rechnet. 3. Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin eine Parteientsch ä- digung von Fr. 13'472.05 zu entrichten. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben; vorab per E-Mail) – die Beschwerdegegnerin (Einschreiben; vorab per E-Mail) – die Vorinstanz (Ref-Nr. TV-VG 11/1000288857; Einschreiben; vorab per E-Mail) – die Wettbewerbskommission (in Kopie z.K.) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Christoph Bandli Anita Schwegler