<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-09-05-7B_905-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7B_905/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 5. September 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Abrecht, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Koch, Bundesrichter Hofmann, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Sauthier. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel (UPK), Wilhelm Klein-Strasse 27, 4012 Basel, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, 4051 Basel. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Sicherheitshaft; Zwangsmedikation, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Verfügung des Appellationsgerichts Basel-Stadt, Präsident, </div> <div class="para">vom 23. Juli 2024 (SB.2023.57). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Das Strafgericht des Kantons Basel-Stadt erkannte mit Urteil vom 23. März 2023, dass A.________ die ihm vorgeworfene versuchte vorsätzliche Tötung schuldlos begangen hatte und ordnete eine stationäre psychiatrische Behandlung an. Gegen dieses Urteil meldete A.________ Berufung an. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 23. Juli 2024 bewilligte das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt die von den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) beantragte Anordnung einer Zwangsmedikation während des Aufenthalts von A.________ in der Klinik und allenfalls zwangsweisen Blutentnahmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit persönlicher Eingabe vom 19. August 2024 führt A.________ Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht. Er stellt den Antrag auf Aufhebung der Verfügung vom 23. Juli 2024 und beantragt weiter, von der Zwangsmedikation sei abzuweichen. Für die bereits erfolgte Zwangsmedikation sei ihm eine Entschädigung von Fr. 10'000.-- zu bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Gegen das angefochtene Urteil steht die Beschwerde in Strafsachen zur Verfügung (<span class="artref">Art. 78 ff. BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Gemäss <span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span> hat die Beschwerde an das Bundesgericht ein Begehren und deren Begründung zu enthalten. In der Beschwerdebegründung ist nach <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span> in gedrängter Form unter Bezugnahme auf den angefochtenen Entscheid darzulegen, inwiefern dieser Recht verletzt. Um diesem Erfordernis zu genügen, muss die beschwerdeführende Partei mit ihrer Kritik bei den als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz ansetzen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=28.08.2024&amp;to_date=16.09.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-IV-297%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page297">BGE 146 IV 297</a> E. 1.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=28.08.2024&amp;to_date=16.09.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-86%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page86">140 III 86</a> E. 2). Für die Rüge der Verletzung von Grundrechten, einschliesslich der Anfechtung des Sachverhalts wegen Willkür (vgl. <span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>), gelten qualifizierte Rügeanforderungen (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). Auf ungenügend begründete Rügen tritt das Bundesgericht nicht ein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=19&amp;from_date=28.08.2024&amp;to_date=16.09.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-IV-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">BGE 147 IV 73</a> E. 4.1.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz stütze sich bei ihrer Beurteilung der Zwangsmedikation auf ein "vollumfänglich falsches Gutachten". Er habe in seinem ganzen Leben noch nie unter einer paranoiden Schizophrenie gelitten. Die Zwangsmedikation bzw. Zwangsblutabnahme sei für ihn ein "unzumutbares Mittel" bzw. eine "verbotene Methode" und komme einer "Folter gleich, die vollkommen skrupellos und eiskalt unverhältnismässig" sei und bei ihm nicht annähernd notwendig sein dürfe. Er sei bereits "vollgepumpt worden", bevor die Verfügung rechtskräftig wurde und obschon nie eine Selbst- oder Fremdgefährdung bestanden habe bzw. bestehe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Mit diesen Ausführungen, welche einzig seine Sichtweise darlegen, ohne dass er sich hinreichend substanziiert mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzt, vermag der Beschwerdeführer indessen nicht aufzuzeigen, inwiefern die Vorinstanz Recht verletzt haben soll, indem sie die Zwangsmedikation schützte. Die Vorinstanz hält im Entscheid nachvollziehbar fest, dass aufgrund der Akten und Ausführungen der UPK sowie der Erkrankung des Beschwerdeführers, namentlich seiner paranoiden Schizophrenie, welche von diversen Institutionen bestätigt worden sei, und der verweigerten Nahrungsaufnahme eine ernsthafte schwerwiegende gesundheitliche Eigengefährdung angenommen werden müsse. Diese könne nur mittels Verabreichung eines Neuroleptikums wirksam behandelt werden. Die beantragte Zwangsmedikation sei angesichts der Umstände geeignet, erforderlich und zumutbar, die aktuell bestehende Eigengefährdung zu mindern. Auf diese bundesrechtskonformen Erwägungen im angefochtenen Entscheid kann verwiesen werden (<span class="artref">Art. 109 Abs. 3 BGG</span>). Soweit die Beschwerdeschrift die Begründungsanforderungen von <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 und <artref id="CH/173.110/106/2" type="start"></artref>Art. 106 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref> überhaupt erfüllt, erweist sie sich nach dem Dargelegten als offensichtlich unbegründet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Er beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Deren Gewährung setzt jedoch insbesondere voraus, dass die gestellten Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheinen (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen ist. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist mit reduzierten Gerichtskosten Rechnung zu tragen (<span class="artref">Art. 65 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, dem Appellationsgericht Basel-Stadt, Präsident, und Rechtsanwalt Ozan Polatli, Liestal, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 5. September 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Abrecht </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Sauthier </div> </div></body></html>