B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5104/2017 U r t e i l v o m 2 4 . A p r i l 2 0 1 9 Besetzung Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiberin Bettina Schweizer. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch); Verfügungen des SEM vom 31. Juli 2017 und vom 16. August 2017 / N (…). D-5104/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer suchte am 28. Januar 2009 erstmals in der Schweiz um Asyl nach. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, er sei nach dem Tod seines Vaters, der für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) tätig gewesen sei, von der sri -lankischen Armee verdächtigt wor- den, die LTTE zu unterstützen, weswegen die ganze Familie im (…) 2006 in das von den LTTE kontrollierte Vanni-Gebiet geflohen sei. Dort sei er von den LTTE zwangsrekrutiert worden und habe in einem ihrer Camps eine Ausbildung absolvieren müssen. Anschliessend habe er sich bis (…) 2008 bei den LTTE aufgehalten, bevor es ihm gelungen sei, zu fliehen und sich der sri-lankischen Armee zu stellen. Aus Angst, einmal trotzdem von dieser angeschuldigt zu werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen, habe er sich entschlossen, das Land zu verlassen. A.b Das damals zuständige Bundesamt für Migration (BFM) wies das Asyl- gesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 26. Mai 2010 ab und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz an, wobei es den Vollzug der Wegweisung zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme aufschob. Den Entscheid begründete das BFM hauptsächlich damit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers unglaubhaft seien, da sie in wesentlichen Punkten widersprüchlich und unsubstanziiert seien sowie der allgemeinen Erfah- rung oder der Logik des Handelns widersprächen. Einen Vollzug der Weg- weisung erachtete das BFM aufgrund der damaligen Situation in Sri Lanka als unzumutbar. Der Entscheid der Vorinstanz erwuchs unangefochten in Rechtskraft. A.c Mit Verfügung vom 22. August 2011 hob das BFM die Anordnung der vorläufigen Aufnahme aufgrund der veränd erten Sicherheitslage in Sri Lanka auf und wies den Beschwerdeführer an, die Schweiz zu verlassen. Eine dagegen am 22. September 2011 erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-5269/2011 vom 16. Juli 2012 ab. B. B.a Mit Eingabe seiner dam aligen Rechtsvertretung vom 2. September 2014 reichte der Beschwerdeführer beim SEM ein zweites Asylgesuch ein. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die Sachver- haltsfeststellung wie auch die Glaubhaftigkeitsprüfung anlässlich des ers- ten Asylverfahrens unzureichend gewesen seien. So seien seine Ausfüh- rungen, eine Ausbildung durch die LTTE erhalten zu haben und für diese als (…) tätig gewesen zu sein, wie auch die Ausführungen, aus dem Camp D-5104/2017 Seite 3 der LTTE geflüchtet zu sein und sich anschliessend in einem Camp der sri- lankischen Armee aufgehalten zu haben, entgegen den Ausführungen in der Verfügung vom 26. Mai 2010 glaubhaft. Seit seiner Ausreise aus Sri Lanka sei er mehrmals von sri-lankischen Armeeangehörigen gesucht wor- den. Seine Familienangehör igen hätten stets angegeben, sie wüssten nicht, wo er sich aufhalte. Zwei seiner Cousins seien bei den LTTE gewe- sen. Einer dieser Cousins sei deshalb zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Der andere Cousin, der in der (…) der LTTE gedient habe, sei im Krieg gefallen . Zudem habe der Beschwerdeführer in B._______ an verschiedenen exilpolitischen Veranstaltungen teilgenom- men. Aufgrund seiner Verbindungen zu den LTTE, seiner beiden Cousins, der eigentlichen Herkunft aus dem Vanni -Gebiet sowie der Asylgesuchs- einreichung in der Schweiz, sei er bei einer Rückkehr an Leib und Leben gefährdet. Als Beweismittel reichte er ein Gerichtsurteil betreffend den Cousin sowie ein Foto einer Demonstrationsteilnahme ein. B.b Mit Verfügung vom 24. März 2016 stellte das SEM fest, die Asylvor- bringen des Besc hwerdeführers seien unglaubhaft und er habe im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka keine asylrelevanten Benachteiligungen zu befürchten. Demnach verneinte es die Flüchtlingseigenschaft, lehnte das (Folge-)Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz so- wie den Wegweisungsvollzug an. B.c Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer am 28. April 2016 beim Bundesverwaltungsgericht an. Mit Urteil D -2659/2016 vom 9. September 2016 wurde die Beschwerde abgewiesen. Das Bundesverwaltungsgericht stützte die Ausführungen des SEM betreffend die Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen des Beschwerdeführers. So hielt es insbesondere fest, dass seine Vorbringen, er werde in seinem Heimatstaat von sri-lankischen Armeeangehörigen gesucht, sei wegen seinen beiden Cousins gefährdet und stamme aus dem Vanni -Gebiet, als unglaubhaft zu erachten sei en. Weiter stellte es fest, dass sein geringes exilpolitisches Profil keine Verfol- gungsgefahr zu begründen vermöge. C. Am 26. Januar 2017 fand die Vorsprache des Beschwerdeführers auf dem sri-lankischen Generalkonsulat in B._______ zwecks Beschaffung der Er- satzreisepapiere statt. D-5104/2017 Seite 4 D. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 27. Februar 2017 liess der Be- schwerdeführer beim SEM ein drittes Asylgesuch stellen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, seine Vorsprache vom 26. Januar 2017 auf dem sri-lankischen Generalkonsulat zwecks Beschaffung der Er- satzreisepapiere stelle einen neuen asylrelevanten Sachverhalt dar. E. Das SEM stellte mit Verfügung vom 31. Juli 2017 – eröffnet am 9. August 2017 – fest, es handle sich bei der Eingabe vom 28. Februar 2017 (recte: 27. Februar 2017) um ein Mehrfachgesuch. Es verneinte die Flüchtlingsei- genschaft des Beschwerdeführers, lehnte das (Folge-)Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvoll- zug. Ausserdem erhob es eine Gebühr von Fr. 600.–. F. Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe an das SEM vom 9. August 2017 beantragen, es sei ihm Einsicht in sämtliche Vollzugsakten zu gewähren. Ausserdem seien alle mündlichen Informationen, welche anlässlich des Termins auf dem Generalkonsulat durch das SEM weitergegeben worden seien, offenzulegen. Zudem sei der sri-lankische Staat aufzufordern offen- zulegen, was mit den übermittelten Daten geschehen sei und wer Zugang dazu habe. G. Mit Verfügung vom 16. August 2017 beantwortete das SEM die Anfrage vom 9. August 2017 und gewährte dem Beschwerdeführer (teilweise ein- geschränkte) Akteneinsicht. Der Antrag auf Stellung eines Akteneinsichts- gesuchs bei den sri-lankischen Behörden wurde dagegen abgelehnt. H. Mit Beschwerde vom 8. September 2017 an das Bundesverwaltungsge- richt liess der Beschwerdeführer sowohl die vorinstanzliche Verfügung vom 31. Juli 2017 (Asylentscheid) als auch vom 16. August 201 7 (Aktenein- sicht) anfechten. Dabei wurde beantragt, dem Beschwerdeführer sei eine angemessene Frist zur Einreichung eines Revisionsgesuches anzusetzen, sollte das Bundesverwaltungsgericht davon ausgehen, dass Teile der vor- liegenden Beschwerde revisionsrechtlich geltend gemacht werden müss- ten. Ferner wurde um vorgängige Mitteilung des Spruchgremiums sowie Bestätigung der zufälligen Auswahl der Angehörigen des Spruchkörpers ersucht. Ausserdem sei dem Beschwerdeführer vollständige Einsicht in die D-5104/2017 Seite 5 gesamten Akten des SEM i m Zusammenhang mit der Ersatzreisepapier- beschaffung zu gewähren, insbesondere auch in die (übersetzten) Akten der sri -lankischen Behörden . Anschliessend sei dem Beschwerdeführer eine Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen. Die vorinstanzliche Verfügung vom 16. August 2017 (recte: 31. Juli 2017) sei wegen Verletzung des Willkürverbots, eventualiter wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, eventualiter wegen Verletzung der Be- gründungspflicht, eventualiter zur Feststellung des vollständigen und rich- tigen rechtserheblichen Sachverhalts aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Feststellung der Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung betreffend die Dispositivziffern 4 und 5 aufzu- heben und die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. Der Beschwerde lagen folgende Beweismittel bei: Zahlreiche Beilagen zur allgemeinen Lage in Sri Lanka (inklusive eines elektronischen Datenträ- gers), eine Kopie seines Schulzeugnis ses aus C._______ ([…] Nordpro- vinz, Gebiet Vanni) aus dem Jahre 2002 sowie eine Kopie der Rationen- karte seiner Familie aus C._______ vom 30. September 1997 (inklusive englischer Übersetzung). I. Mit Zwischenverfügung vom 26. September 2017 teilte das Bundesverwal- tungsgericht dem Beschwerdeführer das ordentliche Spruchgremium mit und forderte ihn zur Leistung eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 1‘500.- auf. J. Der Beschwerdeführer leistete den Kostenvorschuss fristgerecht am 11. Oktober 2017. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorlie - gende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbe - stimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). D-5104/2017 Seite 6 1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurt eilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 1.3 Anfechtungsobjekte sind vorliegend die V erfügungen des SEM vom 31. Juli 2017 (Asylentscheid) und vom 16. August 2017 (Akteneinsicht). Die Beschwerde betreffend beide Verfügungen ist frist - und formgerecht eingereicht und der Beschwerdeführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist, mit Ausnahme der nachfolgenden Ausfüh- rungen, einzutreten. 1.4 Der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm eine angemessene Frist zur Einreichung eines Revisionsgesuches anzusetzen, sollte das Bundes- verwaltungsgericht davon ausgehen, dass Teile der vorliegenden Be- schwerde revisionsrechtlich geltend gemacht werden müssten. Gegen- stand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sind die vorinstanzlichen Verfügungen vom 31. Juli 2017 (Asylentscheid) und vom 16. August 2017 (Akteneinsicht), während Gegenstand des eventualiter gestellten Revisi- onsgesuchs die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-5269/2011 vom 16. Juli 2012 und D-2659/2016 vom 9. September 2016 sind. Mithin sind die Anfechtungsobjekte nicht identisch, und demnach kann das vom Be- schwerdeführer eventualiter gestellte Revisionsgesuch nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein. A uf den entsprechenden Antrag ist daher nicht einzutreten. 1.5 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf Schriften- wechsel verzichtet. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Das Bundesverwaltungsgericht hat dem Beschwerdeführer mit Zwischen- verfügung vom 26. September 2017 den voraussichtlich befassten Spruch- körper mitgeteilt und betreffend die Zufälligkeit seiner Zusammensetzung D-5104/2017 Seite 7 auf das Geschäftsreglement verwiesen. Aufgrund seitheriger Rechtspre- chungsentwicklungen ist in diesem Zusammenhang Folgendes festzuhal- ten: Aus Art. 30 BV lässt sich kein Anspruch auf vorgängige Bekanntgabe der Zusammensetzung des Spruchkörpers ableiten (v gl. Urt eil des BGer 2D_49/2011 vom 25. September 2012 E. 3.6), und auch das für das Bun- desverwaltungsgericht massgeblich anwendbare Verfahrensrecht (VwVG, BGG, V GG) schreibt solches nicht vor (vgl. dazu auch Urte il des BGer 1B_491/2016 vom 24. März 2017 E. 1.2.1). Für die Geltendmachung von Ausstandsgründen genügt es, dass sich die Namen aller Mitglieder des Bundesverwaltungsgerichts, vorliegend insbesondere der Abteilungen IV und V, aus einer leicht zugänglichen öffentlichen Quelle wie dem Staatska- lender oder dem Internet ergeben (vgl. BGE 128 V 82 E. 2b). Auf den An- trag wäre im heutigen Zeitpunkt daher nicht einzutreten (vg l. Urteil des BVGer E-6020/2017 vom 27. November 2017 E. 4.1). In Bezug auf den Antrag, die Zufälligkeit der Zusammensetzung des Spruchkörpers zu bestätigen, ist ausserdem auf das Urteil des Bundesver- waltungsgerichts E-1526/2017 vom 26. April 2017 zu verweisen. Demnach besteht weder ein Anspruch auf zufällige Zusammensetzung des Spruch- körpers noch ein solcher auf Bestätigung einer zufälli gen Zusammenset- zung (bestätigt im Teilurteil des BVGer D-1549/2017 vom 2. Mai 2018 E. 4). 4. Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Asylentscheids im Wesentlichen aus, die Vorsprache auf dem sri-lankischen Generalkon- sulat nach einem negativen Asylentscheid diene der Identifizierung einer abgewiesenen Person zwecks Ersatzreisepapierbeschaffung. Diese er- mögliche den sri-lankischen Behörden abzuklären, ob die Person tatsäch- lich sri-lankische Staatsangehörige sei und ob die angegebene Identität korrekt sei. Im Rahmen dieser Papierbeschaffung würden dem sri -lanki- schen Generalkonsulat die Personalien der betroffenen Person übermittelt und die Ausstellung eines sri-lankischen Ersatzreisepapiers beantragt. Das standardisierte und langjährig erprobte Verfahren werde seit dem 24. De- zember 2016 auch durch das Migrationsabkommen vom 4. Oktober 2016 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Demo- kratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka (SR 0.142.117.121) gere- gelt. Es würden ausschliesslich Personendaten bekannt gegeben, welche dem Zweck der Ersatzreisepapierbeschaffung dienten und die Daten- schutzbestimmungen nach Art. 97 AsylG sowie Art. 106 AuG (neu: AIG) D-5104/2017 Seite 8 würden vollumfänglich eingehalten. Mit der Identifizierung auf dem Gene- ralkonsulat würden demnach keine neuen Gefährdungselemente geschaf- fen, weshalb das Vorliegen einer begründeten Furcht infolge dieser Vor- sprache zu verneinen sei. Hinsichtlich der geforderten Offenlegung der an das Generalkonsulat übermittelten Daten werde der Beschwerdeführer auf die Möglichkeit verwiesen, direkt bei der Abteilung Rückkehr des Direkti- onsbereichs Internationale Zusammenarbeit um Akteneinsicht zu ersu- chen. Das SEM sei sodann nicht verantwortlich für die Offenlegung von Daten, welche das Generalkonsulat allenfalls über ihn gesammelt habe. Insgesamt sei die Flüchtlingseigenschaft zu verneinen und das Mehrfach- gesuch abzuweisen. 5. 5.1 Im Folgenden ist vorab auf die in der Beschwerde erhobenen formellen Rügen einzugehen, da diese unter Umständen geeignet sein können, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Seitens des Be- schwerdeführers werden zusammengefasst folgende formelle Mängel ge- rügt: eine Verletzung des Akteneinsichtsrechts sowie der Prüfungs - und Begründungspflicht (respektive allgeme in des Anspruchs auf rechtliches Gehör), die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserhebli- chen Sachverhalts sowie eine Verletzung des Willkürverbots. 5.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, welcher als Mitwirku ngsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3 S. 17 f.; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 mit Hinweisen). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prü- fen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten ein- lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi- derlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2 S. 70). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach- verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver- haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach- verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind ; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen D-5104/2017 Seite 9 Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal- tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, Rz. 1043). 5.3 Der Beschwerdeführer rügt, e s seien die vom SEM an die sri -lanki- schen Behörden übermittelten Daten trotz entsprechenden Gesuchs nicht vollständig offengelegt worden. Die Ausführungen des SEM in seiner Ver- fügung vom 16. August 2017 seien nicht nachvollziehbar. Es müsse viel- mehr davon ausgegangen werden, dass die Vorinstanz zu Unrecht die Existenz von weiteren Unterlagen (Protokolle, Aktennotizen etc.) verneine. Dies verletze den Gehörsanspruch des Beschwerdeführers; die entspre- chenden, mutmasslich vorhandenen Akten seien zu edieren, un d es sei eine Frist zur Ergänzung der Beschwerde anzusetzen. Nach Durchsicht der vorinstanzlichen Akten ist indessen festzustellen, dass keinerlei Hin- weise dafür bestehen, dass das SEM über weitere, dem Beschwerdeführer bisher nicht edierte Unterlagen betr effend die Vorsprache des Beschwer- deführers auf dem sri -lankischen Konsulat verfügt. Die entsprechenden Unterstellungen seitens des Beschwerdeführers sind als haltlos zu qualifi- zieren. Eine Gehörsverletzung ist demnach zu verneinen, und die Anträge auf Offenlegung von weiteren Unterlagen und Einräumung einer Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung sind abzuweisen. 5.4 Der Beschwerdeführer ersuchte ausserdem um Akteneinsicht bezie- hungsweise um Offenlegung aller nicht öffentlich zugänglicher Quellen des Lageberichts des SEM „Focus Sri Lanka, Lagebild, Version vom 16. August 2016“ (dieser wird vom SEM bei seinen Erwägungen zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zitiert) sowie um Fristansetzung zur Beschwerdeer- gänzung. Dieser Antrag ist abzuweisen. Der fragliche Bericht ist öffentlich zugänglich und es werden darin – neben nicht namentlich genannten Ge- sprächspartnern und anderen nicht offengelegten Referenzen – überwie- gend öffentlich zugängliche, verlässliche Quellen zitiert. Dem Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör ist damit trotz der nicht im Einzelnen offengelegten Referenzen Genüge getan (vgl. dazu beispiels- weise das Urteil des BVGer D-6394/2017 vom 27. November 2017, E. 4.1). 5.5 Sodann wird gerügt, das SEM habe in seiner Verfügung vom 16. Au- gust 2017 zu Unrecht den Antrag abgelehnt, dass der sri-lankische Staat gestützt auf das Migrationsabkommen aufzufordern sei, die Verwendung der übermittelten Daten des Beschwerdeführers offenzulegen. Da im vor- liegenden Fall Anzeichen für eine dem Migrati onsabkommen widerspre- chende Datenverwendung bestünden, habe die Schweiz das Recht und D-5104/2017 Seite 10 die Pflicht, sich danach zu erkundigen. Das SEM habe seine Ablehnung nicht begründet und verletze damit die Begründungpflicht. Diesbezüglich ist festzustellen, dass sich eine Einzelperson weder direkt auf Art. 16 Bst. g Migrationsabkommen berufen noch die schweizerischen Behörden um Einreichung eines entsprechenden Gesuchs bei den sri-lankischen Behör- den auffordern kann. Sie hat ein allfälliges Gesuch direkt an den betroff e- nen Staat zu stellen, wobei das Auskunftsrecht der betroffenen Person in Art. 16 Bst. j ausdrücklich geregelt ist (vgl. dazu BVGE 2017 VI/6, E. 2.4.3). Das diesbezügliche Akteneinsichtsgesuch ist daher abzuweisen. Eine Ver- letzung der Begründungspflicht ist ebenfalls nicht zu erkennen, da die Vo- rinstanz in der angefochtenen Verfügung zur Genüge auf das Migrations- abkommen hinweist. Der entsprechende Antrag ist daher ebenfalls abzu- weisen. 5.6 Seitens des Beschwerdeführers wird ferner gerügt, das SEM habe es unterlassen, ihn zu seinen neuen Asylvorbringen persönlich anzuhören, obwohl dies geboten gewesen wäre und im Asylgesuch vom 27. Februar 2017 ein entsprechender Antrag gestellt worden sei. Dies verletze den An- spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Das Recht auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV beinhaltet keinen Anspruch auf mündliche Anhörung. Das Ge- setzesrecht kann indes einen solchen Anspruch vorsehen (BGE 134 I 140 E. 5.3). So hat der Gesetzgeber für das erste Asylverfahren eine mündliche Anhörung vorgeschrieben (Art. 29 AsylG), nicht hingegen für die ausseror- dentlichen Nachfolgeverfahren (vgl. Art. 111b und Art. 111c AsylG). Folglich wird bei einem Mehrfachgesuch grundsätzlich keine mündliche A nhörung durchgeführt (vgl. BVGE 2014/39 E. 5.3 f.). Der Beschwerdeführer hat seine Vorbringen sowohl in seiner Eingabe bei der Vorinstanz als auch in der 47 Seiten umfassenden Beschwerdeschrift ausführlich dargelegt. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist daher klarerweise zu verneinen. Der im Beschwerdeverfahren erneut gestellte Antrag auf persönliche Anhörung ist abzuweisen. 5.7 Weiter wird gerügt, das SEM habe die Begründungspflicht verletzt und den Sachverhalt unrichtig festgestellt, indem es die Vorbr ingen des Be- schwerdeführers im Zusammenhang mit der Ersatzreisepapierbeschaf- fung, insbesondere den Umstand, dass er dort zu seinen Ausreisegründen befragt worden sei, nicht berücksichtigt habe und in seinem Entscheid ak- tenwidrig erklärt habe, dem sri-lankischen Generalkonsulat seien lediglich Personendaten übermittelt worden, welche der Ersatzreisepapierbeschaf- fung dienten. Diese Rügen sind nicht nachvollziehbar. Vorab ist darauf zu D-5104/2017 Seite 11 verweisen, dass sich die Vorinstanz nicht mit allen Aussagen des Be- schwerdeführers einzeln auseinandersetzen muss. Ferner hat das SEM in der angefochtenen Verfügung das Vorbringen, dass durch die Vorsprache auf dem sri -lankischen Generalkonsulat eine neue Verfolgungssituation geschaffen worden sei, zusammengefasst widergegeben. Eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung kann dabei nicht festgestellt werden, zumal es sich beim Vorbringen, dass der Beschwerdeführer auf dem Konsulat zu seinen Ausreisegründen befragt worden sei, um eine unbelegte Behaup- tung handelt. Das SEM hat sodann dargelegt, dass sich aufgrund des stan- dardisierten Verfahrens zur Personenidentifizierung und des Erhalts von Ersatzreisepapierbeschaffungen keine neue Gefährdungslage ergebe. Da- mit ist es seiner Begründungspflicht in ausreichender Weise nachgekom- men. Eine sachgerechte Anfechtung des Entscheids war für den Be- schwerdeführer denn auch ohne weiteres möglich. 5.8 Der Beschwerdeführer bringt vor, das SEM habe das Willkürverbot oder allenfalls die Prüfungs- und Begründungspflicht verletzt, indem es in seinem Entscheid über das neue Asylgesuch den Sachverhalt aus formel- len Überlegungen aufgeteilt und als Folge davon keine gesamthafte Prü- fung des Risikoprofils des Beschwerdeführers vorgenommen habe. Die vom SEM in der angefochtenen Verfügung vorgenommene Aufteilung der Vorbringen entspricht den massgebenden Gesetzesbestimmungen betref- fend ausserordentliche Rechtsmittel und Mehrfachgesuche (vgl. Art. 111b und 111c AsylG, Art. 66 VwVG, Art. 45 VGG i.V.m. Art. 121 BGG, Art. 45 VGG i.V.m. Art. 123 Abs. 2 Bst. b BGG). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass das SEM die Vorbringen des Beschwerdeführers in dessen Eingabe vom 27. Februar 2017 als Mehrfachgesuch (respektive drittes Asylgesuch) entgegennahm und behandelte. Eine Verletzung der Prüfungs - oder Be- gründungspflicht ist demnach nicht ersichtlich. Auch eine Verletzung des Willkürverbots liegt angesichts der offensichtlich korrekten Rechtsanwen- dung nicht vor, da eine willkürliche Vorgehensweise nur dann zu bejahen ist, wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstritte- nen Rechtsgrundsatz klar verletzt oder in stossender Weise dem Gerech- tigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auflage 2016, S. 137 Rz. 605 mit weiteren Hinweisen). 5.9 Weiter wird geltend gemacht, das SEM habe den Sachverhalt hinsicht- lich der Herkunft des Beschwerdeführers aus dem Vanni-Gebiet und damit D-5104/2017 Seite 12 verbundene Gefährdungsmomente unrichtig festgestellt. Nun könne mit- tels dem Schulzeugnis aus dem Jahre 2002 und der Rationenkarte der Fa- milie vom 30. September 1997 die Herkunft des Beschwerdeführers aus dem Vanni-Gebiet belegt werden. Dazu ist Folge ndes zu bemerken: Die Herkunft des Beschwerdeführers wurde bereits im zweiten Asylverfahren umfassend gewürdigt (vgl. D-2659/2016 E. 7.4). Prüfungsgegenstand ei- nes weiteren Asylverfahrens können nur Sachverhaltselemente sein, die sich nach Abschluss des vo rangegangenen Asylverfahrens ereignet ha- ben. Umstände, die bereits Gegenstand des vorangegangenen Asylverfah- rens waren, können in diesem Rahmen nicht erneut überprüft werden. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz ist somit nicht zu beanstanden. 5.10 Der Sachverhalt sei auch insofern unvollständig und unrichtig festge- stellt worden, als das SEM die aktuelle Situation in Sri Lanka unvollständig und unrichtig abgeklärt habe. Dabei vermengt der Beschwerdeführer die sich aus dem Untersuchungsgrundsatz ergebende Frage der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts mit der Frage der rechtlichen Würdi- gung der Sache, welche die materielle Entscheidung über die vorgebrach- ten Asylgründe betrifft. Alleine der Umstand, dass das SEM seine Einschät- zung der Lage in Sr i Lanka auf andere Quellen stützt als vom Beschwer- deführer gefordert (vgl. dazu die zahlreichen als Beschwerdebeilage ein- gereichten Quellen und teilweise selbst verfassten Berichte [Beschwerde- beilagen Nrn. 7 -28 sowie den elektronischen Datenträger mit 263 Beila- gen]), deutet nicht auf eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung hin. 5.11 Nach dem Gesagten erweisen sich die formellen Rügen allesamt als unbegründet. Es besteht deshalb keine Veranlassung, den angefochtenen Entscheid aus formellen Gründen aufzuheben u nd zurückzuweisen. Die diesbezüglichen Rechtsbegehren des Beschwerdeführers sind demnach abzuweisen. 6. 6.1 In materieller Hinsicht wird zunächst gerügt, das SEM habe das Migra- tionsabkommen, Art. 97 Abs. 3 AsylG sowie Art. 6 DSG (SR 235.1) verletzt. 6.2 Konkret wird dabei geltend gemacht , die Liste der zu übermittelnden Daten sei gemäss Art. 16 Bst. c Migrationsabkommen abschliessend . Trotzdem habe das SEM darüberhinausgehende Daten übermittelt (Dorf- vorstehersektion, besuchte Schulen, Namen von Verwandten in Sri Lanka, Adresse in der Schweiz). Es sei davon auszugehen, dass das SEM anläss- lich des Termins auf dem Generalkonsulat den sri -lankischen Behörden D-5104/2017 Seite 13 auch noch weitere Daten übergeben habe. Das Vorgehen des SEM stelle eine Verletzung von Art. 97 Abs. 3 AsylG sowie von Art. 16 Bst. c des Mig- rationsabkommens dar. Auch Art. 6 DSG sei verletzt, da eine grenzüber- schreitende Bekanntgabe von Personendaten nur dann erfolgen dürfe, wenn dadurch die Persönlichkeit der betroffenen Personen nicht schwer- wiegend gefährdet werde, namentlich weil eine Datenschutzgesetzgebung mit angemessenem Schutzniveau fehle. 6.3 Entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung enthält indessen weder Art. 97 Abs. 3 AsylG noch Art. 16 Bst. c Migrationsabkom- men eine abschliessende Aufzählung der Daten, die einer ausländischen Behörde für die Organisation der Ausreise der betroffenen Person übermit- telt werden dürfen. Soweit sie zur Identifikation einer Person dienlich sind, können gemäss Art. 97 Abs. 3 Bst. d AsylG auch weitere Daten – nebst den in Bst. a-c und e -g genannten – übermittelt werden. Übereinstimmend hierzu hält Art. 16 Bst. c Migrationsabkommen fest, dass übermittelte Per- sonendaten sonstige Informationen, die zur Identifizierung der rückzufüh- renden Person oder zur Prüfung der Rückübernahmevoraussetzungen nach diesem Abkommen benötigt werden, betreffen dürfen. Zudem erlaubt Art. 16 Bst. c Migrationsabkommen sogar ausdrücklich die Angabe be- suchter Schulen der betroffenen Person. Bei den Vollzugsakten und über- mittelten Daten h andelt es sich um routinemässige, im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen stehende Papierbeschaffungsmassnahmen nach einem rechtskräftig abgewiesenen Asylgesuch. Die mit dem Ersu- chen der Vorinstanz an das sri-lankische Generalkonsulat vom 30. Novem- ber 2016 zwecks Ausstellung eines Ersatzreisedokuments erfolgte Daten- weitergabe („Application for Identification“ unter Beilage des offiziellen For- mulars „Declaration Form“, welches ebenfalls die Angabe besuchter Schu- len verlangt […]), war rechtmässig. Ein R ückschluss auf den asylrechtli- chen Status lässt sich aufgrund der ebenfalls routinemässig weitergeleite- ten N-Nummer ebenfalls nicht ziehen (vgl. dazu BVGE 2017 VI/6, E. 2.5.2, mit weiterem Verweis). Es liegt demnach keine Verletzung vo n Art. 97 Abs. 3 AsylG und Art. 16 Bst. c Migrationsabkommen vor. Auch eine Ver- letzung von Art. 6 DSG ist zu verneinen, da das Asylgesetz die Bekannt- gabe von Personendaten an den Heimat - oder Herkunftsstaat in Art. 97 AsylG spezialgesetzlich regelt und dem Art. 6 DSG damit vorgeht. Da das erste und zweite Asylgesuch des Beschwerdeführers rechtskräftig abge- wiesen worden waren, durfte das SEM den sri -lankischen Behörden im Rahmen der Vollzugsvorbereitungen gestützt auf Art. 97 Abs. 2 und 3 AsylG die darin umschriebenen Daten übermitteln. D-5104/2017 Seite 14 7. 7.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 7.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 8. 8.1 Seitens des Beschwerdeführers wird geltend gemacht, dass die auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismittel (namentlich die Kopie sei- nes Schulzeugnisses aus dem Jahre 2002 sowie die Kopie der Rationen- karte seiner Familie vom 30. September 1997) die Herkunft und den Schul- besuch des Beschwerdeführers im Vanni-Gebiet beweisen würden und da- mit geeignet seien, nachträglich die im ersten und zweiten Asylverfahren gemachten und damals von den Asylbehörden für unglaubhaft befundenen Asylgründe zu belegen. Gegebenenfalls sei der Cousin des Beschwerde- führers (D._______) im Rahmen einer Botschaftsabklärung als Zeuge z u befragen. Auf diese Vorbringen respektive Beweismittel ist nicht näher ein- zugehen, da diese im Rahmen einer Revision beurteilt werden müssten, welche nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist (vgl. dazu vorstehend E. 1.4). Der Vollständigkeit sei jedoch darauf hingewie- sen, dass es sich bei den genannten Beweismitteln lediglich um Kopien handelt, denen aufgrund der damit verbundenen Manipulationsmöglichkeit kaum ein Beweiswert zukäme. 8.2 Sodann bringt der Beschwerdeführer vor, die Vorfälle i m Zusammen- hang mit der Ersatzreisepapierbeschaffung, namentlich die Übermittlung von sensiblen Daten an die sri-lankischen Behörden, hätten zu einer neuen D-5104/2017 Seite 15 Gefährdungssituation geführt. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt wer- den. Die Vorinstanz hat zutreffend ausgeführt, dass es sich bei der Ersatz- reisepapierbeschaffung um ein standardisiertes, lang erprobtes und ge- setzlich geregeltes Verfahren handelt. Dabei wurden nur die zulässigen, zur Identifikation des Beschwerdeführers notwendigen Daten übermittelt. Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei auf dem sri -lankischen General- konsulat nach dem Grun d für seine Ausreise und für den Umzug vom Vanni-Gebiet nach E._______ gefragt worden. Dass diese unbelegte und nicht verifizierbare Behauptung zutrifft, ist zu bez weifeln. Ausserdem ist festzustellen, dass die Asylgründe des Beschwerdeführers, darunter na- mentlich auch die geltend gemachten Unterstützung der LTTE, in den vo- rangegangenen Asylverfahren als unglaubhaft erachtet wurden und fest- gestellt wurde, er habe im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka – auch unter Berücksichtigung seiner Vorbringen betreffend seine beiden Cousins – keine asylbeachtlichen Nachteile zu gewärtigen. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass die sri-lankischen Behörden im Rahmen der Abklärung der Identität des Beschwerdeführers auf Informationen gestossen wären, welche im heutigen Zeitpunkt zu einer Verfolgung des Beschwerdeführers führen könnten. Die vom Beschwerdeführer geäusserten Befürchtungen sind daher als blosse Mutmassungen zu qualifizieren, welche er auch nicht ansatzweise zu belegen vermag. Nach dem Gesagten ist nicht davon aus- zugehen, dass der Beschwerdeführer allein aufgrund der Ersatzreisepa- pierbeschaffung bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit asylrelevanter Ver- folgung zu rechnen hätte (vgl. dazu auch BVGE 2017 VI/6, E. 4.3.3). 8.3 Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, er sei in der Schweiz exilpolitisch aktiv. Dieses Vorbringen substanziierte er indessen nicht näher und reichte dazu im vorliege nden Verfahren auch keine Beweismittel ein. Subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG sind somit zu ver- neinen. 8.4 Seitens des Beschwerdeführers wird schliesslich vorgebracht, er er- fülle zahlreiche Risikofaktoren und sei deswegen bei einer Rückkehr nach Sri Lanka gefährdet. Das SEM habe sich bei der Beurteilung der Gefähr- dung auf ein fehlerhaftes Lagebild gestützt. Dessen Fehlerhaftigkeit zeige sich insbesondere auch daran, dass im Juli 2017 ein rehabilitiertes LTTE- Mitglied vom High Court in Vavuniya zu lebenslanger Haft verurteilt worden sei. Zu beachten sei zudem auch die nachweisliche Verfolgung von zwei aus der Schweiz nach Sri Lanka zurückgeschafften abgewiesenen tamili- schen Asylsuchenden; deren Akten (N […] und N […]) seien beizuziehen. D-5104/2017 Seite 16 8.4.1 Dazu ist Folgendes festzustellen: Das vom Beschwerdeführer er- wähnte Urteil des High Court von Vavuniya betrifft einen Einzelfall ohne jeglichen Bezug zum Beschwerdeführer, weshalb er daraus nichts zu sei- nen Gunsten abzuleiten vermag. Insbesondere kann auch der Auffassung nicht gefolgt werden, dass das vom SEM erarbeitete Lagebild zu Sri Lanka aufgrund dieses Urteils gesamthaft als fehlerhaft zu erachten und die an- gefochtene Verfügung deswegen zu kassieren wäre (vgl. Beschwerde S. 29). Es ist sodann auch nicht ersichtlich, inwiefern die Akten der von ihm erwähnten Drittpersonen, welche nach ihrer Rückschaffung nach Sri Lanka verfolgt worden sind, für das vorliegende Verfahren relevant sind, zumal damit offenbar primär gezeigt werden soll, welche Auswirkungen die vom SEM und vom Bundesverwaltungsgericht angeblich gefällten F ehlent- scheide gehabt hätten (vgl. Beschwerde S. 35). Damit besteht keine Ver- anlassung, die entsprechenden Asylakten für das vorliegende Beschwer- deverfahren beizuziehen. 8.4.2 Zu den vom Beschwerd eführer erwähnten Risikofaktoren ist vorab namentlich auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 [als Referenzurteil publiziert] zu verweisen, worin das Gericht in Bezug auf die Kategorie der tamilischen Rückkehrer aus der Schweiz nach eingehender Lageanalyse und unter Berücksichtigung von zahlreichen einschlägigen Quellen verschiedene Kriterien aufgestellt hat, welche ein Verfolgungsrisiko begründen. Drei Faktoren wurden dabei als stark risikobegründend qualifiziert: Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindung zu den LTTE (darunter fallen auch tatsächliche oder vermutete familiäre Verbindungen zu LTTE -Mitgliedern und Hilfeleistungen für die LTTE [a.a.O., E. 8.4.1]), die Teilnahme an exil- politischen regimekritischen Handlungen sowie frühere Verhaftungen durch die sri -lankischen Behörden, üblicherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE. Demgegen- über würden das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente , eine zwangs- weise respektive durch die IOM begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobegründende Faktoren darstellen. Im Urteil wird weiter ausgeführt, von den Rückkehrenden, die diese Risikofaktoren erfüll- ten, habe allerdings nur jene kleine Gruppe tatsächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu be- fürchten; und zwar jene Personen, die nach Ansicht der sri-lankischen Be- hörden bestrebt seien, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, und deshalb eine Gefahr für den sri -lankischen Einheitsstaat dar- stellten (a.a.O., E. 8.5.3). D-5104/2017 Seite 17 8.4.3 Die Asylgründe des Beschwerdeführers (über […]jähriger Aufenthalt des Beschwerdeführers im Vanni -Gebiet, Schulbesuch im Vanni -Gebiet, Ausbildung durch die LTTE, Registrierung bei den LTTE als Absolvent die- ser Ausbildung, Verwandtschaft mit behördlich registrierten LTTE -Mitglie- dern) wurden bereits im Rahmen der vorangegangenen Asylverfahren be- urteilt und für unglaubhaft befunden. An dieser Einschätzung vermögen die im vorliegenden Verfahren geltend gemachten Vorbringen nichts zu än- dern, zumal die Ausführungen in der Beschwerde betreffend die Frage der Glaubhaftigkeit der in den vorangegangenen Asylverfahren vorgetragenen Asylgründe im Rahmen eines qualifiz ierten Wiedererwägungsgesuches respektive einer Revision hätten geltend gemacht werden müssen. Dem- nach ist weiterhin nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in Sri Lanka behördlich registriert wäre oder gar gesucht wü rde. Die in der Beschwerde be hauptete (neue) Gefährdung des Beschwerdeführers in- folge seiner Vorsprache auf dem sri -lankischen Generalkonsulat im Rah- men der Beschaffung von Ersatzreisepapieren sowie seiner exilpolitischen Tätigkeit wurde sodann verneint (vgl. dazu vorstehend E. 8.2 und 8.3). Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer aus der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehren würde, vermag für sich genommen kein Verfolgungs- risiko darzustellen. Nicht alle der aus Europa respektive der Schweiz zu- rückkehrenden tamilischen Asylsuchenden sind per se einer ernstzuneh- menden Gefahr ausgesetzt, bei ihrer Rückkehr ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG (namentlich Verhaftung und Folter) zu erleiden. Massgebend für die Frage, ob der Beschwerdeführer im Falle seiner Rück- kehr nach Sri Lank a eine Verfolgung seitens der Behörden befürchten muss, ist vielmehr, ob die sri-lankischen Behörden das Verhalten des Be- schwerdeführers mutmasslich als staatsfeindlich einstufen. Diese Voraus- setzung ist im vorliegenden Fall gestützt auf die vorstehenden Ausführun- gen zu verneinen. Entgegen den entsprechenden, weitgehend spekulati- ven Bemerkungen in der Beschwerde bestehen vorliegend insbesondere weder konkrete Hinweise noch plausible Gründe dafür, dass der Beschwer- deführer auf einer Fahndungsliste der heimat lichen Behörden stünde und deswegen im Falle seiner Rückkehr einer erhöhten Verfolgungsgefahr un- terläge. Daher erscheint es auch in Anbetracht der jüngeren Lageentwick- lung in Sri Lanka insgesamt unwahrscheinlich, dass er bei einer Rückkehr infolge seines Aufenthalts in der Schweiz in asylrelevanter Weise gefährdet wäre. 8.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorbringen im dritten Asylgesuch nicht geeignet sind, eine asyl- respektive flüchtlingsrechtlich D-5104/2017 Seite 18 relevante Verfolgung beziehungsweise eine entsprechende Verfolgungs- furcht zu begründen. An dieser Einschätzung vermögen weder die weiteren Ausführungen auf Beschwerdeebene, der vom Rechtsvertreter verfasste Bericht zur aktuellen Lage in Sri Lanka (Stand: 18. Juli 2017) noch seine Stellungnahme zum Lagebild des SEM (welche im Übrigen keinen direk- ten, konkreten Bezug zur Person des Beschwerdeführers und dessen indi- viduellen Asylvorbringen aufweisen), etwas zu ändern, weshalb darauf nicht mehr näher einzugehen ist. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Die Vorinstanz hat da- her zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das (dritte) Asylge- such abgelehnt. 9. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent- haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen oder verfassungsrechtliche Garantien der Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Überein- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus- länders in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Aus- länderinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemei- ner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren . Der Vollzug ist schliesslich D-5104/2017 Seite 19 nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Hei- mat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 10.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass jeder nach Sri Lanka zurückge- schaffte tamilische Asylgesuchsteller jederzeit Opfer einer Verhaftung und von Verhören unter Anwendung von Folter werden könne. Da er mit seiner Vorgeschichte in diese bestimmte Gruppe falle, sei auch bei ihm von einer solchen überwiegenden Gefahr auszugehen, weshalb die Unzulässigkeit des We gweisungsvollzugs festzustellen sei. Das Risiko von Behelligun- gen, Belästigungen, Misshandlungen durch Behörden oder durch parami- litärische Gruppierungen bestehe auch nach einer Einreise, weshalb vor- liegend ebenfalls die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollz ugs festzu- stellen sei. Zufolge der Ersatzreisepapierbeschaffung würden die Behör- den bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka sofort Kenntnis über seine politi- sche Vergangenheit im Heimatstaat und seine exilpolitische Tätigkeit in der Schweiz erhalten. Aufgrund seiner LTTE-Verbindungen und seiner bereits erfolgten Verfolgung, bestehe bei den standardisierten Verhören der sri - lankischen Behörden, welchen er sich nicht entziehen könne, eine akute Gefahr für Leib und Leben. 10.3 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Ve rfügung mit zutreffender Begründung erkannt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine Anwendung findet und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin- dernisse erkennbar si nd. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwal- tungsgerichts lassen weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungs- vollzug dorthin als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 12.2 f.). Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurück- kehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall vo rgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, D-5104/2017 Seite 20 10466/11, Ziff. 37). Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhalts- punkte dafür, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genannten „Backgroundcheck“ hinausgingen, oder dass er persönlich gefährdet wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist somit zulässig. 10.4 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Nach einer eingehen- den Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka ist das Bundes- verwaltungsgericht zum Schluss gekom men, dass der Wegweisungsvoll- zug in die Nordprovinz zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiä- ren oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 13.2). In einem weiteren Referenzurteil erachtet das Bun- desverwaltungsgericht auch den Wegweisungsvollzug ins „Vanni-Gebiet“ als zumutbar (Urteil D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). In Bezug auf das Vorliegen individueller Zumutbarkeitskriterien kann voll- ständig auf die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-5269/2011 vom 16. Juli 2012 (E. 6.4) sowie D-2659/2016 vom 9. September 2016 (E. 9.7) verwiesen werden. Dort wird dargelegt, der Beschwerdeführer stamme aus G._______, Jaffna-Halbinsel (Nordprovinz) und habe zuletzt in F._______, Jaffna-Halbinsel (Nordprovinz) gelebt , so dass der Vollzug grundsätzlich zumutbar sei. Zudem verfüge er über ein tragfähiges soziales Netz und aufgrund der zu erwartenden Unterstützung sowie seiner guten Schul- und Ausbildung könne ihm zugemutet werden, sich trotz längerer Landesabwe- senheit eine neue Existenz aufzubauen. Die Vorbringen des Beschwerde- führers im vorliegenden Verfahren, insbesondere die angeblich finanziell schlechte Situation seiner Familie, ändern nichts an dieser Einschätzung. Der Wegweisungsvollzug ist auch in individueller Hinsicht zumutbar. 10.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). D-5104/2017 Seite 21 10.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtenen Verfügungen Bundesrecht nicht verletzen, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellen (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüg- lich überprüfbar – angemessen sind. Die Beschwerde ist demnach abzu- weisen, soweit darauf einzutreten ist. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1‘500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der fristgerecht gel eistete Kostenvorschuss von Fr. 1‘500.– ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. (Dispositiv nächste Seite) D-5104/2017 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘500.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezah- lung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Simon Thurnheer Bettina Schweizer Versand: