<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.1999.00078</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105521&amp;W10_KEY=13013581&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.1999.00078</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.04.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 15.02.2001 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Quellensteuer</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bonusleistungen Das Verwaltungsgericht ist auch zur Beurteilung von Beschwerden betreffend Bundes-Quellensteuer zuständig (E. 1b). Es besteht eine ausreichende gesetzliche Grundlage für die Besteuerung der Bonusleistung, die einem ausländischen Unselbständigerwerbenden für seine während unbeschränkter Steuerpflicht in der Schweiz daselbst erbrachte Tätigkeit zu einem Zeitpunkt ausgerichtet wird, da er in der Schweiz keinen steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt mehr hat (E. 3-5). BGE-Nr. 2A.376/2000 BGE-Nr. 2P.172/2000</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSORTPRINZIP">ARBEITSORTPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSVERHÃLTNIS">ARBEITSVERHÃLTNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BGE">BGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BONUS">BONUS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERWERBSEINKOMMEN">ERWERBSEINKOMMEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERWERBSTÃTIGKEIT">ERWERBSTÃTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FÃLLIGKEIT">FÃLLIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: QUELLENSTEUER">QUELLENSTEUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: QUELLENSTEUER">QUELLENSTEUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKERSTATTUNGSBEGEHREN">RÃCKERSTATTUNGSBEGEHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: STEUERPFLICHT">STEUERPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERANLAGUNG">VERANLAGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCAHFTLICHE ZUGEHÃRIGKEIT">WIRTSCAHFTLICHE ZUGEHÃRIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 15 DBA-UK</span><br/><span class="ungerade">Art. 5 lit. Ia DBG</span><br/><span class="gerade">Art. 84 lit. II DBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 91 DBG</span><br/><span class="gerade">Art. 139 lit. II DBG</span><br/><span class="ungerade">§ 2 QuellenStV I</span><br/><span class="gerade">§ 4 lit. IIa QuellenStV I</span><br/><span class="ungerade">§ 7 lit. I QuellenStV I</span><br/><span class="gerade">§ 9 lit. III QuellenStV I</span><br/><span class="ungerade">§ 13 lit. a QuellenStV II</span><br/><span class="gerade">§ 153 lit. III StG</span><br/><span class="ungerade">§ 269 lit. I StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Der britische StaatsangehÃ¶rige A. war vom 1. Juli 1995 bis 31. Juli 1996 bei der B. AG in C. tÃ¤tig. WÃ¤hrend dieser Zeit wohnte er in C. und war daselbst unbeschrÃ¤nkt steuerpflichtig, wobei seine ErwerbseinkÃ¼nfte zunÃ¤chst an der Quelle besteuert wurden, bevor sie der nachtrÃ¤glichen ordentlichen Veranlagung unterworfen wurden. Am 31. Juli 1996 meldete er sich ins Ausland ab, wo er eine TÃ¤tigkeit fÃ¼r die B. AG aufnahm. Im MÃ¤rz 1997 entrichtete ihm die B. AG fÃ¼r das GeschÃ¤ftsjahr 1996 einen Bonus von Fr. ..., von dem sie die Quellensteuer von insgesamt Fr. ... abzog und dem kantonalen Steueramt ablieferte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit Eingabe vom 15. April 1997 verlangte der Pflichtige RÃ¼ckerstattung des Quellensteuerabzugs. Das kantonale Steueramt erliess einen EinschÃ¤tzungsentscheid, womit es eine Quellensteuer von Fr. ... festsetzte und das RÃ¼ckerstattungsbegehren des Pflichtigen abwies. Diesen Entscheid bestÃ¤tigte die Steuerkommission auf Einsprache des Pflichtigen hin.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Die Steuerrekurskommission hiess den hiergegen gerichteten Rekurs des Pflichtigen gut, indem sie die QuellensteuereinschÃ¤tzung, der sie die gesetzliche Grundlage absprach, aufhob.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Gegen diesen Entscheid wandte sich das kantonale Steueramt mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Es beantragte Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids und Abweisung des RÃ¼ckerstattungsbegehrens des Pflichtigen, verlangte mithin Wiederherstellung des Einspracheentscheids.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Rekurskommission und Pflichtiger beantragten Abweisung der Beschwerde. Der Pflichtige begehrte ausserdem Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden. Die Beschwerde kann sich nach dem hier anzuwendenden neuen Recht nicht nur gegen Entscheide der Rekurskommissionen oder ihrer PrÃ¤sidenten richten, die eine EinschÃ¤tzung im ordentlichen Verfahren betreffen, sondern auch gegen solche, die im Verfahren zur Erhebung der Quellensteuer ergangen sind.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) FÃ¼r die Quellensteuern, die nach dem Bundesgesetz Ã¼ber die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) erhoben werden, hÃ¤lt die kantonale Verordnung Ã¼ber die DurchfÃ¼hrung des DBG vom 4. November 1998 (VO DBG) in ihrem § 25 fest, dass sich das Veranlagungs- und Rechtsmittelverfahren nach den fÃ¼r die kantonalrechtlichen Quellensteuern massgebenden kantonalen Verfahrensvorschriften richte. Zwar geht diese Bestimmung Ã¼ber den Wortlaut des ausdrÃ¼cklich angefÃ¼hrten Art. 139 Abs. 2 DBG hinaus, handelt jene Delegationsnorm doch nicht allgemein vom Rechtsmittelverfahren, sondern an sich bloss vom Einspracheverfahren und vom Verfahren vor der kantonalen Rekurskommission. Mit Art. 139 Abs. 2 DBG soll indessen erreicht werden, dass bundes- und kantonalrechtliche Quellensteuern koordiniert bezogen und Ã¼berprÃ¼ft werden kÃ¶nnen (vgl. Rainer Zigerlig/Adrian Rufener in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, Basel und Frankfurt am Main 1997, Vorbemerkungen zu Art. 32-38 StHG N. 10; Agner/Jung/<br/> Steinmann, Kommentar zum Gesetz Ã¼ber die direkte Bundessteuer, ZÃ¼rich 1995, Art. 139 N. 2); eine unerwÃ¼nschte Gabelung des Rechtsmittelwegs ist angesichts der klaren Ordnung fÃ¼r die zÃ¼rcherische Quellensteuer nur dadurch zu verhindern, dass die Beschwerde an das Verwaltungsgericht auch fÃ¼r die Bundes-Quellensteuer zugelassen wird. Dies steht auch im Einklang mit Art. 145 DGB, wonach es dem kantonalen Recht vorbehalten ist, den Weiterzug eines Rekursentscheids an eine weitere verwaltungsunabhÃ¤ngige Instanz vorzusehen; im Unterschied dazu gestaltet sich das Rechtsmittelverfahren hier jedoch nach kantonalem und nicht nach Bundesrecht (wie gemÃ¤ss Art. 145 Abs. 2 DGB).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Im Streit liegt die steuerliche Erfassung einer Bonuszahlung, die eine in der Schweiz domizilierte Gesellschaft im MÃ¤rz 1997 einer bei ihr beschÃ¤ftigt gewesenen, nunmehr im Ausland wohnhaften Person fÃ¼r das GeschÃ¤ftsjahr 1996 hat zukommen lassen. Hinsichtlich der direkten Bundessteuer steht die Anwendung des DBG (einschliesslich der dazugehÃ¶rigen Vollziehungsverordnungen) ausser Frage, hat sich doch der gesamte Sachverhalt nach Inkrafttreten der einschlÃ¤gigen Bundesgesetzgebung per 1. Januar 1995 ereignet. Ebenso klar ist fÃ¼r die kantonale Besteuerung in materieller Hinsicht auf das alte Recht abzustellen (vgl. § 269 Abs. 1 StG). Die entsprechenden Regeln sind vorab in den Quellensteuerverordnungen I und II vom 2. Februar 1994 (QVO I bzw. II) enthalten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) FÃ¼r die direkte Bundessteuer sind natÃ¼rliche Personen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz aufgrund wirtschaftlicher ZugehÃ¶rigkeit - und damit beschrÃ¤nkt - steuerpflichtig, wenn sie in der Schweiz eine ErwerbstÃ¤tigkeit ausÃ¼ben (Art. 5 Abs. 1 lit. a, Art. 6 Abs. 2 DBG). Handelt es sich hierbei um eine unselbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit, so hat der Arbeitnehmer fÃ¼r sein Erwerbseinkommen die Quellensteuer zu entrichten (Art. 91 DBG) bzw. wird die steuerbare Leistung von deren Schuldner unter Abzug der Quellensteuer erbracht (vgl. Art. 100 DBG). Von dieser Steuer erfasst werden indessen nicht sÃ¤mtliche EinkÃ¼nfte des Arbeitnehmers, sondern nur das Erwerbseinkommen. Dazu zÃ¤hlen laut Art. 84 Abs. 2 DBG (auf welche Bestimmung in Art. 91 DBG ausdrÃ¼cklich verwiesen wird) alle EinkÃ¼nfte aus ArbeitsverhÃ¤ltnis, mit Einschluss der NebeneinkÃ¼nfte wie EntschÃ¤digungen fÃ¼r Sonderleistungen, Provisionen, Zulagen, Dienstalters- und JubilÃ¤umsgeschenke, Gratifikationen, Trinkgelder, Tantiemen und andere geldwerte Vorteile sowie die ErsatzeinkÃ¼nfte wie Taggelder aus Kranken- und Unfallversicherung und Arbeitslosenversicherung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Anders als die unbeschrÃ¤nkte Steuerpflicht natÃ¼rlicher Personen, die an deren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz wÃ¤hrend eines bestimmten Zeitraums anknÃ¼pft und sich dann auf alle hier steuerbaren Werte bezieht, ist die beschrÃ¤nkte Steuerpflicht abhÃ¤ngig von der Qualifikation einzelner EinkÃ¼nfte. Die Besteuerung erfolgt nicht perioden-, sondern objektsbezogen. Die Beziehung der im Ausland wohnhaften Person zur Schweiz ist wirtschaftlicher Natur: sie erschÃ¶pft sich im Zufluss gesetzlich bestimmter Arten von EinkÃ¼nften aus der Schweiz (vgl. Walter Ryser/Bernard Rolli, PrÃ©cis de droit fiscal suisse [impÃ´ts directs], 3. A., Bern 1994, S. 33). Die Voraussetzungen fÃ¼r das Vorliegen der beschrÃ¤nkten Steuerpflicht sind somit nicht nur in solchen Bestimmungen zu suchen, die unter dem Titel "Steuerpflicht" stehen, sondern auch bei der Umschreibung der Steuerobjekte, die der wirtschaftlichen ZugehÃ¶rigkeit zu Grunde liegen (vgl. Maja Bauer-Balmelli/Philip Robinson, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2a, Basel und Frankfurt am Main 2000, Art. 5 DBG N. 4). Soweit diese steuerrechtliche ZugehÃ¶rigkeit auf Art. 5 DBG abgestÃ¼tzt wird, lÃ¤sst schon die Ãberschrift "Andere steuerbare Werte" erkennen, dass deren Abfluss zu einer im Ausland wohnhaften Person Ausschlag gebend ist, und nicht etwa das physische AusfÃ¼hren einer TÃ¤tigkeit, die solche Werte generiert (vgl. Ryser/Rolli, S. 34: "le produit d'une activitÃ© lucrative exercÃ©e ..."). Es kommt somit dem Umstand keine Bedeutung zu, dass in Art. 5 Abs. 1 lit. a DBG das Verb "ausÃ¼ben" nur in der Gegenwartsform aufgefÃ¼hrt ist, denn entscheidend ist nicht, dass die Person zum Zeitpunkt der Erfassung der steuerbaren Werte in der Schweiz eine ErwerbstÃ¤tigkeit noch ausÃ¼bt, sondern dass in der Schweiz erzieltes Einkommen aus unselbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit vorliegt und der Arbeitnehmer im Zeitpunkt der FÃ¤lligkeit der steuerbaren Leistung in der Schweiz keinen steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt (mehr) hat (Rainer Zigerlig/Guido Jud, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2, Basel und Frankfurt am Main 2000, Art. 91 DBG N. 2 f., auch zum Folgenden; vgl. auch Art. 35 Abs. 1 lit. a des Steuerharmonisierungsgesetzes vom 14. Dezember 1990 [StHG]). Das Erwerbseinkommen ist in der Schweiz erzielt, wenn der Arbeitsort, d.h. der Ort, wo die TÃ¤tigkeit persÃ¶nlich ausgeÃ¼bt wird, in der Schweiz liegt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">FÃ¼r die Quellensteuerpflicht ist auch nicht zusÃ¤tzlich erforderlich, dass eine Person unter die in Art. 91 DBG ausdrÃ¼cklich genannten Personengruppen der als GrenzgÃ¤nger oder Wochenaufenthalter oder fÃ¼r kurze Dauer in der Schweiz UnselbstÃ¤ndigerwerbenden fÃ¤llt. Die dortige AufzÃ¤hlung ist nicht abschliessend, werden doch aufgrund gewisser Doppelbesteuerungsabkommen auch Personen als quellensteuerpflichtige Arbeitnehmer im Sinn von Art. 91 DBG erfasst, die ihre TÃ¤tigkeit Ã¼berhaupt nicht in der Schweiz ausfÃ¼hren, namentlich die so genannten "leitenden Angestellten" etwa im Sinn von Art. 15 Abs. 4 des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen der Schweiz und Deutschland vom 11. August 1971 (in der Fassung vom 21. Dezember 1992; vgl. Zigerlig/Jud, Art. 91 DBG N. 3).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Zusammenfassend ergibt sich, dass das DBG in Art. 5 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 91 eine hinreichende gesetzliche Grundlage enthÃ¤lt fÃ¼r die Besteuerung aller in der Schweiz aus unselbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit erzielten EinkÃ¼nfte, die solchen Personen zufliessen, welche in der Schweiz bei FÃ¤lligkeit der Leistung keinen steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt haben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die streitbetroffene Geldleistung von Fr. ... ist dem Beschwerdegegner im MÃ¤rz 1997 zugeflossen. Es ist unbestritten, dass der EmpfÃ¤nger zu diesem Zeitpunkt in der Schweiz weder steuerrechtlichen Wohnsitz noch Aufenthalt hatte. Die Geldleistung wird als Bonus fÃ¼r das GeschÃ¤ftsjahr 1996 bezeichnet; ihre FÃ¤lligkeit kann nicht im Zeitraum unbeschrÃ¤nkter Steuerpflicht in der Schweiz eingetreten sein, da Bestand und Umfang einer solchen vom GeschÃ¤ftsergebnis abhÃ¤ngigen Leistung am 31. Juli 1996 durchaus nicht feststehen konnten. Die Bonusleistung hat ihre Grundlage im Reglement zum Arbeitsvertrag zwischen dem Beschwerdegegner und der B. AG; sie ist somit zweifelsohne als Einkommen aus ArbeitsverhÃ¤ltnis zu wÃ¼rdigen. Dass sie mit einer TÃ¤tigkeit zusammenhÃ¤ngt, die der Beschwerdegegner zu einer Zeit ausgeÃ¼bt hat, da er in der Schweiz unbeschrÃ¤nkt steuerpflichtig war, ist ohne Belang, denn bei der Steuerpflicht aufgrund wirtschaftlicher ZugehÃ¶rigkeit sind einzig entscheidend die Qualifikation der Einkunft als solche im Sinn von Art. 91 in Verbindung mit Art. 84 Abs. 2 DBG sowie das Fehlen eines steuerrechtlichen Wohnsitzes oder Aufenthalts in der Schweiz im Zeitpunkt der FÃ¤lligkeit der steuerbaren Leistung. Sollte aber das Merkmal des adÃ¤quat kausalen Zusammenhangs der Bonusleistung mit einer "lÃ¤nger dauernden ErwerbstÃ¤tigkeit im Rahmen der schweizerischen unbeschrÃ¤nkten Steuerpflicht" als wesentliches Sachverhaltselement in die WÃ¼rdigung miteinbezogen werden, so wÃ¼rde dies - entgegen der Auffassung der Rekurskommission - die wirtschaftliche ZugehÃ¶rigkeit des Beschwerdegegners wenn schon bekrÃ¤ftigen und jedenfalls nicht schwÃ¤chen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Auf der Bonuszahlung ist nach dem AusgefÃ¼hrten der Quellensteuerabzug fÃ¼r die direkte Bundessteuer geschuldet.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. a) Arbeitnehmer ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz, die hier fÃ¼r kurze Dauer, als GrenzgÃ¤nger oder Wochenaufenthalter oder als leitende Angestellte fÃ¼r einen Arbeitgeber mit Sitz oder BetriebsstÃ¤tte im Kanton ZÃ¼rich erwerbstÃ¤tig sind, unterliegen laut § 13 lit. a QVO II bzw. § 2 QVO I fÃ¼r EinkÃ¼nfte im Sinn von § 4 dieser Verordnung einem Steuerabzug an der Quelle, der an die Stelle der im ordentlichen Verfahren zu veranlagenden Staats- und Gemeindesteuern tritt (§ 7 QVO I). Steuerbare Leistungen sind alle EinkÃ¼nfte aus ArbeitsverhÃ¤ltnis, mit Einschluss der NebeneinkÃ¼nfte wie EntschÃ¤digungen fÃ¼r Sonderleistungen, Provisionen, Kinder- und andere Zulagen, Dienstalters- und JubilÃ¤umsgeschenke, Gratifikationen, Trinkgelder, Tantiemen und andere geldwerte Leistungen (§ 4 Abs. 2 lit. a QVO I).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Obschon die zÃ¼rcherische Quellensteuerordnung bis zum Inkrafttreten des heute geltenden Steuergesetzes formell noch nicht harmonisiert war, sind die aus der objektbezogenen Betrachtungsweise bei der Bundes-Quellensteuer gezogenen Folgerungen im Grundsatz auch auf die kantonale Quellensteuer zu Ã¼bertragen; dies muss umso mehr gelten, als mit dem Erlass der QVO I und II, die auf den gleichen Tag in Kraft gesetzt wurden wie das DBG, offensichtlich eine Koordinierung des kantonalen Rechts mit dem Bundessteuerrecht angestrebt worden war (vgl. auch § 8 Ziff. 2 sowie § 24 der alten Verordnung Ã¼ber die DurchfÃ¼hrung des DBG vom 25. Mai 1994). So stimmt denn die Umschreibung der steuerbaren Leistungen aus ArbeitsverhÃ¤ltnis in § 4 Abs. 2 lit. a QVO I mit jener des Art. 84 Abs. 2 DBG im Wesentlichen Ã¼berein. Es sind keine GrÃ¼nde ersichtlich, die dagegen sprechen wÃ¼rden, die Bonuszahlung im Einklang mit der bundesquellensteuerrechtlichen WÃ¼rdigung als steuerbare Leistung zu erfassen. Gleich verhÃ¤lt es sich mit Blick auf die Eigenschaften, die bei quellensteuerpflichtigen Arbeitnehmern ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz gegeben sein mÃ¼ssen. Wesentlich ist einzig die Stellung als unselbstÃ¤ndigerwerbende Person, die sich indessen schon aus der Voraussetzung von EinkÃ¼nften aus unselbstÃ¤ndiger TÃ¤tigkeit im Kanton ergibt, und der Umstand, dass der Arbeitnehmer im Zeitpunkt der FÃ¤lligkeit des Lohnanspruchs in der Schweiz keinen steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt (mehr) hat (vgl. Konferenz Staatlicher Steuerbeamter, Harmonisierte kantonale Quellensteuerordnung, Bern 1994, S. 47 f.). Der Wortlaut von § 2 QVO I erweist sich sogar als klarer denn Art. 91 DBG: zum einen ist die Arbeitnehmereigenschaft nicht bloss im Marginale, sondern auch im Gesetzestext selber erwÃ¤hnt, und zum anderen sind mit den so genannten leitenden Angestellten auch Personen genannt, deren ArbeitseinkÃ¼nfte im Rahmen allfÃ¤lliger Doppelbesteuerungsregeln auch dann mit der Quellensteuer erfasst werden dÃ¼rfen, wenn sie ihre TÃ¤tigkeit nicht in der Schweiz verrichtet haben (vgl. zu letzteren Personen aber auch hinsichtlich der Bundes-Quellensteuer vorn E. 3a S. ...). Ob der Beschwerdegegner als leitender Angestellter im Sinn von § 2 QVO I zu wÃ¼rdigen ist, kann hier offen bleiben, da das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Grossbritannien vom 8. Dezember 1977 (DBA-GB) eine entsprechende Besteuerungsbefugnis nicht vorsieht, der Bonus aber ohnehin auf in der Schweiz ausgeÃ¼bter TÃ¤tigkeit beruht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Bei dieser Rechts- und Sachlage ist auf der streitbetroffenen Bonuszahlung auch der Quellensteuerabzug fÃ¼r zÃ¼rcherische Staats- und Gemeindesteuern geschuldet.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. Der Beschwerdegegner hat ausfÃ¼hren lassen, die Erfassung seiner schweizerischen EinkÃ¼nfte mit der Quellensteuer sei auch aus verfahrensmÃ¤ssigen GrÃ¼nden ausgeschlossen. Da er bis 31. Juli 1996 in der Schweiz und im Kanton ZÃ¼rich unbeschrÃ¤nkt steuerpflichtig gewesen sei, komme er als Subjekt der Quellensteuerpflicht nicht in Frage. In der Tat sehen die Quellensteuerordnungen sowohl des Bundes als auch des Kantons ZÃ¼rich vor, dass nach Vornahme einer nachtrÃ¤glichen ordentlichen Veranlagung nicht zur Besteuerung an der Quelle zurÃ¼ckgekehrt wird (Art. 4 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber die Quellensteuer bei der direkten Bundessteuer vom 19. Oktober 1993 [QStV] bzw. § 9 Abs. 3 QVO I). Wie aus der Verweisung auf Art. 90 Abs. 2 DBG hervorgeht, gilt diese Regelung aber von Vornherein nur fÃ¼r Personen mit steuerrechtlichem Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz (Erster Titel, vor Art. 83 DBG; vgl. auch § 9 Abs. 1 QVO I: "falls Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton besteht"). Ist derlei bei FÃ¤lligkeit der steuerbaren Leistung nicht gegeben, so greift die andere Gattung der Quellensteuer Platz, jene fÃ¼r Personen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz (Zweiter Titel, vor Art. 91 DBG bzw. § 2 ff. QVO I), und fÃ¤llt eine ordentliche Veranlagung ausser Betracht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. Nachdem sowohl das Aussensteuerrecht des Bundes als auch jenes des Kantons ZÃ¼rich eine gesetzliche Grundlage fÃ¼r die steuerliche Erfassung der streitbetroffenen Bonuszahlung aufweisen, ist zu prÃ¼fen, ob eine Quellenbesteuerung mit dem einschlÃ¤gigen Doppelbesteuerungsabkommen vereinbar ist. Das DBA-GB sieht in seinem Art. 15 Ziff. 1 vor, dass "GehÃ¤lter, LÃ¶hne und Ã¤hnliche VergÃ¼tungen, die eine in einem Vertragsstaat ansÃ¤ssige Person aus unselbstÃ¤ndiger Arbeit bezieht, nur in diesem Staat besteuert werden [kÃ¶nnen], es sei denn, die Arbeit wird im anderen Vertragsstaat ausgeÃ¼bt. Wird die Arbeit dort ausgeÃ¼bt, so kÃ¶nnen die dafÃ¼r bezogenen VergÃ¼tungen im anderen Staat besteuert werden". Da im vorliegenden Fall keine Ausnahme im Sinn von Ziff. 2 von Art. 15 DBA-GB von diesem so genannten Arbeitsortprinzip zutrifft, erweist es sich als zulÃ¤ssig, dass die Schweiz die VergÃ¼tungen des Beschwerdegegners besteuert, die auf seine in der Schweiz ausgeÃ¼bte Arbeit zurÃ¼ckgehen. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass die auslÃ¤ndischen SteuerbehÃ¶rden den Sachverhalt abweichend wÃ¼rdigen; dass die Bonuszahlung in Grossbritannien steuerlich erfasst worden wÃ¤re, ist vom Beschwerdegegner jedenfalls nicht dargetan worden, was vorzubringen ihm zuzumuten gewesen wÃ¤re.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">7. Da die Berechnung der Quellensteuern mangels gewisser tarifrelevanter Angaben anhand der Akten nicht nachvollzogen werden kann, ist die Sache zu entsprechender Untersuchung und zum Neuentscheid an die Rekurskommission zurÃ¼ckzuweisen. ...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug2"><a id="Text3"> </a></p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid an die Steuerrekurskommission zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. ...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>