Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission Geschäfts-Nr. VB180012-O/U Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. M. Burger, Vizepräsident lic. iur. M. Langmeier, Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Oberrichterin lic. iur. F. Schorta sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu Beschluss vom 8. Januar 2019 in Sachen A._____, Beschwerdeführer gegen 1. Stadtammannamt B._____, 2. C._____, Beschwerdegegner 2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ betreffend Aufsichtsbeschwerde gegen den aufsichtsrechtlichen Beschwer- deentscheid des Bezirksgerichts Pfäffikon ZH vom 14. November 2018 (BA180002-H) - 2 - Erwägungen: I. 1. Mit Eingabe vom 13. November 2018 reichte A._____ (fortan Beschwerde- führer) beim Bezirksgericht Pfäffikon als untere kantonale Aufsichtsbehörde über Gemeinde- bzw. Stadtammannämter eine Beschwerde gegen das Stadtammannamt B._____ ein und ersuchte um superprovisorische Anwe i- sung, dass die Ausweisung aus der Liegenschaft an der …str. … in D._____ sofort einzustellen sei bzw. eventualiter, dass ihm ein angemessener Zei t- raum zum Verlassen des Mietobjektes zu gewähren sei (act. 4/1). Mit Be- schluss vom 14. November 2018 wies das Bezirksgericht das superprovis o- rische Begehren ab und setzte dem Beschwerdeführer eine Frist zur Lei s- tung eines Kostenvorschusses von Fr. 1'000.- an. Im Weiteren schickte es die Beschwerdeschrift in Kopie C._____, dem dortigen Beschwerdegegner, sowie dem Stadtammannamt B._____ zur Stellungnahme (act. 4/3). 2. Gegen den Beschluss vom 14. November 2018 erhob der Beschwerdeführer bei der oberen kantonalen Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs - und Konkurssachen am 3 0. November 2018 Beschwerde und stellte die folge n- den Anträge (act. 2): "1. Als Beschwerdeinstanz sei statt des Zivilgerichtes die Obere Auf- sichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen zu bestim- men. 2. Als Beschwerdegegnerin sei das Stadtammann- und Betreibungs- amt zu bestimmen. 3. Der Beschluss des Bezirksgerichtes Pfäffikon vom 14. November 2018 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass das Beschwerde- verfahren vor der unteren kantonalen Aufsichtsbehörde in Schuldbe- treibungs- und Konkurssachen kostenlos sei. 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Be- schwerdegegnerin." 3. Die II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich legte in der Folge als obere kantonale Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs - 3 - das Verfahren Nr. PS180230- O an. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2018 (act. 1) leitete sie die Eingabe vom 30. November 2018 der Verwaltungs- kommission zur Behandlung weiter und schrieb das eigene Verfahren man- gels Zuständigkeit ab. 4. Die Verwaltungskommission eröff nete in der Folge das vorliegende Verfa h- ren. Die Akten des Bezirksgerichts Pfäffikon Nr. BA180002-H wurden ihr be- reits von der II. Zivilkammer übermittelt (act. 1). 5. Nach § 83 Abs. 2 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG, LS 211.1) stellt die Rechtsmitt elinstanz die Aufsichtsbeschwerde der Gegenpartei zur schriftlichen Stellungnahme zu, es sei denn, die Beschwerde sei sofort un- zulässig oder unbegründet. Da dies – wie im Folgenden zu zeigen sein wird – der Fall ist, kann auf das Einholen einer Stellungnahme der Beschwerde- gegner verzichtet werden. Das Verfahren erweist sich als spruc hreif. Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers ist nachfolgend einzugehen, soweit dies unter Hinweis auf § 83 Abs. 3 GOG notwendig erscheint. II. Gemäss § 80 Abs. 1 lit. b GOG i.V.m. § 84 i.V.m. § 18 Abs. 1 lit. k der Ver- ordnung über die Organisation des Obergerichts (LS 212.51) übt die Verwal- tungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich die Aufsicht über die dem Obergericht unterstellten Geri chte und nach § 80 Abs. 2 GOG die mi t- telbare Aufsicht über die den Bezirksgerichten unterstellten Behörden aus (vgl. auch Hauser/Schweri/Lieber, Kommentar Gerichtsorganisationsgesetz , § 80 N 1 und § 84 N 1). Die Verwaltungskommission ist daher zur Behand- lung der vorliegenden Beschwerde, welche sich gegen den Beschluss des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 14. November 2018 (Nr. BA180002-H) richtet, zuständig. - 4 - III. 1.1. In Antrag 1 ersucht der Beschwerdeführer um Korrektur der in Dispositiv - Ziffer 9 des Beschlusses des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 14. November 2018, Nr. BA180002- H, bezeichneten Rechtsmittelinstanz (act. 1 S. 1). Er bringt vor, dass als Rechtsmittelbehörde korrekterweise die obere kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs - und Konkurssachen hätte angeg e- ben werden müssen. Das Bezirksgericht Pfäffikon wies in der besagten Zi f- fer hingegen auf die Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich als Beschwerdeinstanz hin (act. 3). 1.2. Wie die II. Zivilkammer in ihrer Verfügung vom 7. Dezember 2018 (act. 1), Nr. PS180230-O, festgehalten hat, können Entscheide, welche von der unte- ren kantonalen Aufsichtsbehörde gefällt wurden und sich gegen ein G e- meindeammannamt richten, an die Verwaltungskommission des Oberge- richts des Kantons Zürich als obere kantonale Instanz weitergezogen wer- den (§ 81 Abs. 1 lit. c GOG i.V.m. § 18 Abs. 1 lit. k der Verordnung über die Organisation des Obergerichts). Nicht zuständig für solche Beschwerden ist hingegen die obere kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreib ungs- und Konkurssachen (d.h. die II. Zivilkammer des Obergerichts) , welche gemäss dem Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich vom 27. Juni 2018, Nr. OP180002-O, nur in Fällen Beschwerdeinstanz ist, welchen eine Ange- legenheit in Schuldbetreibungs - und Konkurssachen zugrunde liegt. Eine Aufsichtsbeschwerde gegen ein Gemeinde - bzw. Stadtammannamt, wie sie vorliegend gegeben ist und welche keine SchKG -Angelegenheit zum G e- genstand hat, wird hingegen als zweite Instanz von der Verwaltungskom- mission als allgemeine Aufsichtsbehörde beurteilt. Insoweit war die Recht s- mittelbelehrung des Bezirksgerichts Pfäffikon zwar unzutreffend. Deren Kor- rektur drängt sich vorliegend aber nicht auf, da die beschwerdeführerische Eingabe vom 30. November 2018 inzwischen an die richtige Beschwer- deinstanz gelangt ist, ohne dass dem Beschwerdeführer aus der falschen Rechtsmittelbelehrung ein Nachteil erwachsen bzw. er dadurch beschwert worden wäre. Auf sein Begehren um Korrektur der Rechtsmittelbelehrung ist - 5 - demnach nicht einzutreten, zumal er ohnehin um eine fehlerhafte Bericht i- gung ersucht. 2.1. In Antrag 2 beanstandet der Beschwerdeführer sodann die Person des B e- schwerdegegners. Die Aufnahme von C._____ als Beschwerdegegner im Verfahren Nr. BA180002-H missachte seine Persönli chkeitsrechte und verstosse gegen den Datenschutz. Hingegen hätte das Stadtammannamt B._____ als Beschwerdegegnerin ins Rubrum aufgenommen werden müs- sen (act. 2 S. 3). 2.2. Nach § 83 Abs. 2 GOG ist die Aufsichtsbeschwerde bei gegebenen Voraus- setzungen den Betroffenen und weiteren beteiligten Personen zu r schriftli- chen Stellungnahme zuzustellen. Der Begriff der "Betroffenen" umfasst da- bei primär einzelne Justizpersonen wie auch Behörden, welche als Gegner der Beschwerde zu dieser St ellung nehmen können müss en. Vom Begriff der "weiteren beteiligten Personen" erfasst werden sodann die Prozessgeg- ner des dem aufsichtsrechtlichen Beschwerdeverfahren zugrunde liegenden Hauptprozesses, soweit sie durch den Entscheid der Aufsichtsbehörde in i h- ren Interessen beeinträchtigt sein können (GOG Kommentar - Hauser/Schweri/Lieber, § 83 N 17 f.; vgl. auch Urteil der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich als obere kantonale Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs vom 6. März 2014, Nr. PS140018-O, E. 3). 2.3. Dem Beschluss des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 14. November 2018, Nr. BA180002-H, kann entnommen werden, dass das Bezirksgericht C._____, den Vermieter im Ausweisungsverfahren (act. 4/2/1, act. 2 S. 2), als Beschwerdegegner ins Rubrum aufgenommen und das Stadtammann- amt B._____ lediglich im Betreff aufgeführt hat (act. 3 S. 1). Dieses Vorge- hen ist nicht zu beanstanden. Als Vermieter der von der Ausweisung tangier- ten Räumlichkeiten war C._____ von allfälligen Anordnungen des Bezirksge- richts Pfäffikon im Verfahren Nr. BA180002- H betroffen, zumal der hiesige Beschwerdeführer darin unter anderem den Antrag stellte, die Ausweisung sei sofort einzustellen (act. 4/1). Wäre das Bezirksgericht diesem Ersuchen nachgekommen, hätte dies C._____ in seinen Interess en unmittelbar tan-- 6 - giert. Demnach nahm das Bezirksgericht Pfäffikon ihn zu Recht als Be- schwerdegegner im Rubrum auf und räumte ihm das rechtliche Gehör ein. Dagegen, dass das Bezirksgericht das Stadtammannamt B._____ sodann nur in der Betreffzeile aufführte, ist ebenfalls nichts einzuwenden. In der Lehre besteht keine Einigkeit darüber , ob das verfügende Zwangsvollstr e- ckungsorgan im Beschwerdeverfahren als Beschwerdegegnerin oder G e- genpartei bezeichnet werden kann. Klar ist einzig , dass ihm insoweit eine parteiähnliche Stellung zukommt, als es zur Vernehmlassung aufgefordert werden kann und Mitwirkungspflichten unterliegt. Angesichts des den Auf- sichtsbehörden zustehenden Gestaltungsspielraums dürfen Aufsichtsbehör- den das verfügende Amt im Rubrum des Entscheides formell al s Beschwer- degegnerin bezeichnen, müssen dies indes nicht zwingend machen, zumal die darstellerische Handhabung jedenfalls für das kantonale Beschwerde- verfahren mit keinerlei praktischen Auswirkungen verbunden ist. Wesentlich ist einzig die Wahrung des rechtlichen Gehörs (vgl. zum Ganzen: BSK SchKG I-Cometta/Möckli, Art. 17 N 47 f., welche Ausführungen analog auch auf § 82 f. GOG angewendet werden können). Gegen die Erwähnung des Stadtammannamts B._____ in der Betreffzeile ist demnach nichts einz u- wenden. Selbst die II. Zivilkammer nahm dieses in ihrer Verfügung vom 7. Dezember 2018 (Nr. PS180230-O) nicht explizit als Beschwerdegegnerin im Rubrum auf. 3.1. In Antrag 3 ersucht der Beschwerdeführer sodann um Aufhebung des B e- schlusses des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 14. November 2018, Nr. BA180002-H. Dieses begründete die Abweisung des superprovisor i- schen Begehrens des Beschwerdeführers um sofortige " Einstellung" der Ausweisung zusammengefasst damit, der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft dar gelegt, dass sich im Mietobjekt in seinem Eigentum befindl i- ches Inventar befinde , und keine entsprechenden Belege eingereicht. Vie l- mehr habe er ausgeführt, es stehe ihm für das Inventar einzig eine Forde- rung und kein Eigentumsanspruch zu. Auch gehe aus sei nen Vorbringen nicht hervor, dass bei der Räumung Inventar im Wert von Fr. 100'000.- ver- nichtet werden soll (act. 3 S. 4). - 7 - Der Beschwerdeführer bezieht sich zwar in der Eingabe vom 30. November 2018 in Teilen auf diese Erwägungen (act. 2 S. 3). Es fehlt j edoch an einer hinreichenden Auseinandersetzung mit den Erwägungen des Bezirksge- richts. So bringt er nicht vor, inwiefern das eben Ausgeführte des Bezirksge- richts unrichtig sein soll. Vielmehr äussert er sich ganz generell zum weit e- ren Vorgehen im Rahmen des Ausweisungsverfahrens und zu Umständen, die seiner Meinung nach so nicht hätten vorfallen dürfen. Auch reichte er keine Belege ein. Damit ist der Beschwerdeführer seiner Begründungs - und Substantiierungspflicht im Sinne von § 83 Abs. 1 GOG nicht nachgeko m- men, weshalb die Beschwerde insowei t abzuweisen ist (BSK ZPO-Spühler, Art. 321 N 4 mit Verweis auf Art. 311 N 15 ff.). 3.2. Soweit sich der Beschwerdeführer schliesslich in Antrag 3 auf die Kostenl o- sigkeit des Verfahrens nach Art. 20a SchKG beruft (act . 2 S. 2), dringt er ebenfalls nicht durch. Vorliegend geht es - wie dargelegt - nicht um eine An- gelegenheit in Schuldbetreibungs - und Konkurssachen, sondern um eine Ausweisung, welche vom Stadtammannamt B._____ - und nicht vom ent- sprechenden Betreibungsamt - vorzunehmen war. Das vorinstanzliche Ve r- fahren unterlag daher nicht den Be stimmungen in Art. 20a SchKG, sondern jenen in § 82 f. GOG. Aufsichtsbeschwerden nach § 82 f. GOG sind nicht kostenlos (GOG Kommentar-Hauser/Schweri/Lieber, § 83 N 22). 4. Abschliessend ist damit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit allen seinen Anträgen nicht durchdringt, weshalb di e Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist. VI. 1. In Anwendung von § 20 der Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV OG) vom 8. September 2010 (LS 211.11) ist die Gerichtsgebühr für das vor- liegende Verfahren auf Fr. 800.– festzusetzen. Der Beschwerdeführer unter- liegt mit seinen Begehren, insbesondere auch mit dem Antrag 1, weshalb - 8 - ihm die Kosten des v orliegenden Verfahrens aufzuerlegen sind (§ 83 Abs. 3 GOG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). 1.2. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen, dem Beschwerdeführer nicht aufgrund seines Unterliegens, und den Beschwerdegegnern nicht, weil ihnen im vorliegenden Verfahren keine Aufwände entstanden sind, die zu entschädigen wären. 2. Die Verwaltungskommission entscheidet als zweite Aufsichtsbehörde letz t- instanzlich über Aufsichtsbeschwerden. Ein kantonales bzw. eidgenöss i- sches Rechtsmittel dagegen besteht nicht (Hauser/ Schweri/Lieber, GOG- Kommentar, § 84 N 1 und N 3; Urteil des Bundesgerichts 4A_448/2015 vom 14. September 2015 sowie Urteil des Bundesgerichts 5A_961/2014 vom 19. Januar 2015). Es wird beschlossen: 1. Die Aufsichtsbeschwerde wird abgewiesen, sofern darauf eingetreten wird. 2. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 800.- festgesetzt. 3. Die Kosten des Verfahrens werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 4. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: - den Beschwerdeführer, - die Beschwerdegegner, - das Bezirksgericht Pfäffikon als untere kantonale Aufsichtsbehörde, zuhanden des Verfahrens BA180002-H, unter Rücksendung der beige- zogenen Akten. - 9 - Zürich, 8. Januar 2019 Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. A. Leu versandt am: