Vertrag vom 12. Mai 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Republik Brasilien über Rechtshilfe in Strafsachen <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2009/458/20090727/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2009/458/20090727"/><FRBRdate date="2009-07-27" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="2004-05-12" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2009-07-27" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.351.919.81"/><FRBRname xml:lang="de" value="Vertrag vom 12. Mai 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Republik Brasilien über Rechtshilfe in Strafsachen" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Trattato di assistenza giudiziaria in materia penale del 12 maggio 2004 tra la Confederazione Svizzera e la Repubblica federativa del Brasile" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Traité d'entraide judiciaire en matière pénale du 12 mai 2004 entre la Confédération suisse et la République fédérative du Brésil" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2009/458/20090727/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2009/458/20090727/de"/><FRBRdate date="2009-07-27" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="2004-05-12" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2009-07-27" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2009/458/20090727/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2009/458/20090727/de/xml"/><FRBRdate date="2009-07-27" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="2004-05-12" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="2009-07-27" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.351.919.81 </docNumber></p><p> AS <b>2009</b> 3645; BBl <b>2007</b> 2023</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Übersetzung<i><authorialNote><p> Der Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung.</p></authorialNote></i></p><p><docTitle>Vertrag <br/>zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft <br/>und der Föderativen Republik Brasilien über Rechtshilfe <br/>in Strafsachen</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 12. Mai 2004</p><p>Von der Bundesversammlung genehmigt am 21. Dezember 2007<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2009/457" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>2009 </b>3643</ref></p></authorialNote></p><p>In Kraft getreten durch Notenaustausch am 27. Juli 2009</p><p> (Stand am 27. Juli 2009)</p></preface><preamble><p>Die Schweizerische Eidgenossenschaft<br/>und<br/>die Föderative Republik Brasilien,</p><p>(nachfolgend «die Vertragsstaaten»),</p><p>im Bestreben, durch den Abschluss eines Vertrages über Rechtshilfe in Strafsachen die Wirksamkeit der Zusammenarbeit zwischen den Vertragsstaaten bei der Aufdeckung, Verfolgung und Ahndung strafbarer Handlungen zu verbessern,</p><p>haben Folgendes vereinbart:</p></preamble><body><title eId="tit_I"><num>Titel I: </num><heading>Allgemeine Bestimmungen</heading><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Verpflichtung zur Rechtshilfe</heading><paragraph eId="art_1/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Vertragsstaaten verpflichten sich, einander nach den Bestimmungen dieses Vertrages weitestgehende Rechtshilfe zu leisten in allen Untersuchungen und Verfahren wegen strafbarer Handlungen, deren Ahndung in die Zuständigkeit der Justizbehörden des ersuchenden Staates fällt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragsstaaten tauschen untereinander über ihre Zentralbehörden die Liste der zuständigen Behörden aus, welche Rechtshilfeersuchen nach diesem Vertrag vorlegen können.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_3"><num>3.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_1/para_3/listintro">Die Rechtshilfe umfasst folgende Massnahmen, die im Hinblick auf ein Strafverfahren im ersuchenden Staat getroffen werden: </listIntroduction><item eId="art_1/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>die Entgegennahme von Zeugenaussagen oder anderen Aussagen;</p></item><item eId="art_1/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>die Herausgabe von Schriftstücken, Akten und Beweismitteln, einschliesslich aller Dokumente administrativer, bankbezogener, finanzieller, kaufmännischer und unternehmensbezogener Natur;</p></item><item eId="art_1/para_3/lbl_c"><num>c) </num><p>die Herausgabe von Gegenständen und Vermögenswerten;</p></item><item eId="art_1/para_3/lbl_d"><num>d) </num><p>den Informationsaustausch;</p></item><item eId="art_1/para_3/lbl_e"><num>e) </num><p>die Durchsuchung von Personen und die Hausdurchsuchung;</p></item><item eId="art_1/para_3/lbl_f"><num>f) </num><p>das Aufspüren, die Beschlagnahme und das Einziehen von Erträgen aus strafbaren Handlungen;</p></item><item eId="art_1/para_3/lbl_g"><num>g) </num><p>die Zustellung von Verfahrensakten;</p></item><item eId="art_1/para_3/lbl_h"><num>h) </num><p>die Überführung inhaftierter Personen zum Zweck der Einvernahme oder der Gegenüberstellung;</p></item><item eId="art_1/para_3/lbl_i"><num>i) </num><p>alle anderen Massnahmen im Rahmen der Rechtshilfe, die mit den Zielen dieses Vertrages vereinbar und für die Vertragsstaaten annehmbar sind.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Nichtanwendbarkeit</heading><paragraph eId="art_2/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_2/para/listintro">Dieser Vertrag ist nicht anwendbar auf:</listIntroduction><item eId="art_2/para/lbl_a"><num>a) </num><p>die Verhaftung und die Inhaftierung strafrechtlich verfolgter oder verurteilter Personen zum Zweck ihrer Auslieferung oder der Fahndung nach ihnen;</p></item><item eId="art_2/para/lbl_b"><num>b) </num><p>die Vollstreckung von Strafurteilen.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Gründe für die Ablehnung oder den Aufschub der Rechtshilfe</heading><paragraph eId="art_3/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_3/para_1/listintro">Die Rechtshilfe kann abgelehnt werden, wenn:</listIntroduction><item eId="art_3/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>sich das Ersuchen auf eine strafbare Handlung bezieht, die vom ersuchten Staat als politische Straftat oder als mit einer politischen Straftat zusammenhängende strafbare Handlung angesehen wird;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>sich das Ersuchen auf eine nach der Militärgesetzgebung strafbare Handlung bezieht, die nach gemeinem Recht keine strafbare Handlung darstellt;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>sich das Ersuchen auf eine fiskalische strafbare Handlung bezieht; der ersuchte Staat kann jedoch einem Ersuchen entsprechen, wenn sich die Untersuchung oder das Verfahren auf einen Abgabebetrug bezieht. Bezieht sich das Ersuchen nur teilweise auf eine fiskalische strafbare Handlung, so kann der ersuchte Staat die Verwendung von Informationen und vorgelegten Beweismitteln für diesen Teil einschränken;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>der ersuchte Staat der Ansicht ist, dass die Ausführung des Ersuchens geeignet wäre, die Souveränität, die Sicherheit, die öffentliche Ordnung oder andere wesentliche Interessen seines Landes, wie sie von dessen zuständiger Behörde festgelegt wurden, zu beeinträchtigen;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_e"><num>e) </num><p>ernsthafte Gründe zur Annahme bestehen, dass das Rechtshilfeersuchen eingereicht wurde, um eine Person wegen ihrer Rasse, ihrer Religion, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihres Geschlechts oder ihrer politischen Anschauungen zu verfolgen oder zu bestrafen, oder dass eine Gutheissung des Rechtshilfeersuchens diese Person aus einem der genannten Gründe benachteiligen würde;</p></item><item eId="art_3/para_1/lbl_f"><num>f) </num><p>ernsthafte Gründe zur Annahme bestehen, dass im Rahmen des Strafverfahrens gegen die strafrechtlich verfolgte Person die Garantien nicht berücksichtigt werden, die in den internationalen Instrumenten für den Schutz der Menschenrechte, insbesondere im Internationalen Pakt vom 16. Dezember 1966<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1993/750_750_750" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.103.2</b></ref></p></authorialNote> über bürgerliche und politische Rechte, festgehalten sind.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_2"><num>2.</num><content><p>Der ersuchte Staat kann die Rechtshilfe aufschieben, wenn sich die Ausführung des Ersuchens nachteilig auf ein hängiges Strafverfahren in diesem Staat auswirken würde.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_3"><num>3.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_3/para_3/listintro">Bevor der ersuchte Staat die Rechtshilfe nach diesem Artikel ablehnt oder aufschiebt:</listIntroduction><item eId="art_3/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>teilt er dem ersuchenden Staat umgehend die Gründe mit, die ihn veranlassen, die Rechtshilfe abzulehnen oder aufzuschieben, und</p></item><item eId="art_3/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>teilt er dem ersuchenden Staat die Bedingungen mit, unter denen die Rechtshilfe gewährt werden kann. Sofern diese Bedingungen angenommen werden, müssen sie eingehalten werden. </p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_4"><num>4.</num><content><p>Jede vollständige oder teilweise Ablehnung der Rechtshilfe ist zu begründen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Ne bis in idem</heading><paragraph eId="art_4/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Rechtshilfe wird abgelehnt, wenn sich das Ersuchen auf Handlungen bezieht, auf Grund deren die verfolgte Person im ersuchten Staat wegen einer im Wesentlichen entsprechenden strafbaren Handlung rechtskräftig freigesprochen oder verurteilt wurde, und sofern eine allfällig verhängte Sanktion noch vollzogen wird oder bereits vollzogen ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_2"><num>2.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_4/para_2/listintro">Die Rechtshilfe kann jedoch gewährt werden: </listIntroduction><item eId="art_4/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn die Handlungen, auf die sich das Urteil bezieht, vollständig oder teilweise auf dem Gebiet des ersuchenden Staates begangen wurden, sofern die Handlungen im letzteren Fall zu einem gewissen Teil auch auf dem Gebiet des ersuchten Staates begangen wurden;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn die Handlungen, auf die sich das Urteil bezieht, einer strafbaren Handlung entsprechen, die gegen die Sicherheit oder andere wesentliche Interessen des ersuchenden Staates gerichtet ist;</p></item><item eId="art_4/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>wenn die Handlungen, auf die sich das Urteil bezieht, von einem Beamten des ersuchenden Staates unter Verletzung seiner Dienstpflichten begangen wurden.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_3"><num>3.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_4/para_3/listintro">In allen Fällen gilt Absatz 1 nicht, wenn:</listIntroduction><item eId="art_4/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>sich das im ersuchenden Staat eröffnete Verfahren nicht ausschliesslich gegen die Person richtet, auf die sich Absatz 1 bezieht; oder</p></item><item eId="art_4/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>die Ausführung des Ersuchens geeignet ist, die verfolgte Person zu entlasten.</p></item></blockList></content></paragraph></article></title><title eId="tit_II"><num>Titel II: </num><heading>Rechtshilfeersuchen</heading><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Anwendbares Recht</heading><paragraph eId="art_5/para_1"><num>1.</num><content><p>Das Ersuchen wird nach dem Recht des ersuchten Staates ausgeführt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_2"><num>2.</num><content><p>Wünscht der ersuchende Staat, dass bei der Ausführung des Rechtshilfeersuchens ein besonderes Verfahren angewandt wird, so hat er ausdrücklich darum zu ersuchen; der ersuchte Staat gibt diesem Ersuchen statt, sofern sein Recht dem nicht entgegensteht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Zwangsmassnahmen</heading><paragraph eId="art_6/para"><content><p>Ein Ersuchen, dessen Ausführung Zwangsmassnahmen erfordert, kann abgelehnt werden, wenn die im Ersuchen beschriebenen Handlungen nicht die objektiven Tatbestandsmerkmale einer nach dem Recht des ersuchten Staates strafbaren Handlung aufweisen, sofern sie in diesem Staat verübt worden wären.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Vorläufige Massnahmen</heading><paragraph eId="art_7/para_1"><num>1.</num><content><p>Auf ausdrückliches Verlangen des ersuchenden Staates ordnet die zuständige Behörde des ersuchten Staates zur Erhaltung des bestehenden Zustandes, zur Wahrung bedrohter rechtlicher Interessen oder zur Sicherung gefährdeter Beweismittel vorläufige Massnahmen an, wenn das Verfahren, auf das sich das Ersuchen bezieht, nach dem Recht des ersuchten Staates nicht offensichtlich unzulässig oder unzweckmässig erscheint.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>2.</num><content><p>Ist Gefahr im Verzug und liegen ausreichende Informationen vor, um zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Anordnung vorläufiger Massnahmen erfüllt sind, so können diese Massnahmen vom ersuchten Staat auch angeordnet werden, sobald ein Ersuchen angekündigt ist. Diese Massnahmen werden aufgehoben, wenn der ersuchende Staat nicht innerhalb der gesetzten Frist das Rechtshilfeersuchen einreicht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Anwesenheit von Personen, die am Verfahren teilnehmen</heading><paragraph eId="art_8/para_1"><num>1.</num><content><p>Auf ausdrückliches Verlangen des ersuchenden Staates unterrichtet ihn die Zentralbehörde des ersuchten Staates über Zeit und Ort der Ausführung des Rechtshilfeersuchens.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_2"><num>2.</num><content><p>Auf Verlangen des ersuchenden Staates gestattet der ersuchte Staat den Behördenvertretern des ersuchenden Staates sowie den am Verfahren beteiligten Personen und deren Rechtsvertretern, bei der Ausführung des Ersuchens in seinem Hoheitsgebiet anwesend zu sein.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_3"><num>3.</num><content><p>Den betreffenden Personen kann nach Absatz 1 insbesondere gestattet werden, Fragen zu stellen und Einsicht in die Akten zu nehmen. Ausserdem können sie den Behörden des ersuchten Staates vorschlagen, Fragen zu stellen oder zusätzliche Massnahmen zu ergreifen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_4"><num>4.</num><content><p>Die Anwesenheit bei der Ausführung darf jedoch nicht zur Folge haben, dass die betreffenden Personen über Tatsachen in Kenntnis gesetzt werden, die der Schweigepflicht unterliegen, bevor die zuständige Behörde über die Gewährung und den Umfang der Rechtshilfe entschieden hat.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art.</b><b> </b><b>9</b></num><heading>Zeugenaussagen im ersuchten Staat</heading><paragraph eId="art_9/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Zeugen werden nach dem Recht des ersuchten Staates einvernommen. Sie können jedoch auch die Aussage verweigern, wenn das Recht des ersuchenden Staates dies zulässt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_2"><num>2.</num><content><p>Sofern sich die Zeugnisverweigerung auf das Recht des ersuchenden Staates stützt, übermittelt der ersuchte Staat diesem die Akten zum Entscheid. Dieser Entscheid muss begründet werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_3"><num>3.</num><content><p>Macht der Zeuge ein Zeugnisverweigerungsrecht geltend, so darf er deswegen im ersuchenden Staat keinerlei gesetzlichen Sanktionen ausgesetzt werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Herausgabe von Schriftstücken, Akten oder Beweismitteln</heading><paragraph eId="art_10/para_1"><num>1.</num><content><p>Der ersuchte Staat gibt dem ersuchenden Staat auf dessen Verlangen Gegenstände, Schriftstücke, Akten oder Beweismittel heraus.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_2"><num>2.</num><content><p>Der ersuchte Staat kann Kopien der verlangten Schriftstücke, Akten oder Beweismittel übermitteln. Verlangt der ersuchende Staat ausdrücklich die Herausgabe der Originale, so gibt der ersuchte Staat dem Begehren so weit wie irgend möglich statt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_3"><num>3.</num><content><p>Der ersuchende Staat ist gehalten, die herausgegebenen Originale so rasch als möglich, spätestens jedoch nach Abschluss des Verfahrens, zurückzugeben, es sei denn, der ersuchte Staat verzichtet auf deren Rückgabe.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_4"><num>4.</num><content><p>Von Dritten im ersuchten Staat geltend gemachte Rechte an Gegenständen, Schriftstücken, Akten oder Beweismitteln hindern deren Herausgabe an den ersuchenden Staat nicht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Gerichts- oder Untersuchungsakten</heading><paragraph eId="art_11/para_1"><num>1.</num><content><p>Auf Verlangen stellt der ersuchte Staat den Behörden des ersuchenden Staates seine Gerichts- oder Untersuchungsakten, einschliesslich Urteile und Entscheide, zur Verfügung, sofern diese Unterlagen für ein Gerichtsverfahren oder ein Ermittlungsverfahren von Bedeutung sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Schriftstücke, Akten und Beweismittel werden nur herausgegeben, wenn sie sich auf ein eingestelltes Verfahren beziehen, oder andernfalls in dem Masse, das von der Zentralbehörde des ersuchten Staates als zulässig erachtet wird.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Herausgabe von Gegenständen und Vermögenswerten</heading><paragraph eId="art_12/para_1"><num>1.</num><content><p>Gegenstände und Vermögenswerte, die aus einer verübten und vom ersuchenden Staat verfolgten strafbaren Handlung herrühren und vom ersuchten Staat beschlagnahmt wurden, sowie Ersatzgüter, deren Wert diesen Gegenständen und Vermögenswerten entspricht, können ebenfalls im Hinblick auf ihre Einziehung an den ersuchenden Staat herausgegeben werden, es sei denn, ein gutgläubiger Dritter erhebe Anspruch auf diese Gegenstände und Vermögenswerte.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Herausgabe erfolgt in der Regel nach einem rechtskräftigen und vollstreckbaren Entscheid des ersuchenden Staates; der ersuchte Staat hat indessen die Möglichkeit, die Herausgabe in einem früheren Stadium des Verfahrens vorzunehmen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><heading>Beschränkte Verwendung</heading><paragraph eId="art_13/para_1"><num>1.</num><content><p>Die durch Rechtshilfe erlangten Auskünfte, Schriftstücke oder Gegenstände dürfen im ersuchenden Staat in Strafverfahren wegen strafbarer Handlungen, bei denen Rechtshilfe nicht zulässig ist, weder für Ermittlungen benutzt noch als Beweismittel verwendet werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_2"><num>2.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_13/para_2/listintro">Jede weitere Verwendung bedarf der vorherigen Zustimmung der Zentralbehörde des ersuchten Staates. Diese Zustimmung ist nicht erforderlich, wenn:</listIntroduction><item eId="art_13/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>die strafbaren Handlungen, auf die sich das Ersuchen bezieht, einen anderen Straftatbestand darstellen, für den Rechtshilfe zulässig ist;</p></item><item eId="art_13/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>sich das ausländische Strafverfahren gegen andere Personen richtet, die an der strafbaren Handlung teilgenommen haben; oder</p></item><item eId="art_13/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>das Material für eine Untersuchung oder ein Verfahren bezüglich der Leistung von Schadenersatz im Zusammenhang mit einem Verfahren verwendet wird, für das Rechtshilfe gewährt wurde. </p></item></blockList></content></paragraph></article></title><title eId="tit_III"><num>Titel III: </num><heading>Zustellung und Erscheinen</heading><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><heading>Zustellung von Verfahrensurkunden und Gerichtsentscheidungen</heading><paragraph eId="art_14/para_1"><num>1.</num><content><p>Der ersuchte Staat bewirkt gemäss seinen Rechtsvorschriften die Zustellung von Verfahrensurkunden und Gerichtsentscheidungen, die ihm zu diesem Zweck vom ersuchenden Staat übermittelt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_14/para_2"><num>2.</num><content><p>Diese Zustellung kann durch einfache Übergabe der Urkunde oder der Entscheidung an den Empfänger erfolgen. Auf ausdrückliches Verlangen des ersuchenden Staates bewirkt der ersuchte Staat die Zustellung in einer der Formen, die in seinen Rechtsvorschriften für die Zustellung gleichartiger Schriftstücke vorgesehen sind, oder in einer besonderen Form, die mit diesen Rechtsvorschriften vereinbar ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_14/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Zustellung wird durch eine datierte und vom Empfänger unterzeichnete Empfangsbestätigung nachgewiesen oder durch eine Erklärung des ersuchten Staates, welche die Tatsache, die Form und das Datum der Zustellung beurkundet. Die eine oder die andere dieser Urkunden wird dem ersuchenden Staat unverzüglich übermittelt. Auf Verlangen des ersuchenden Staates gibt der ersuchte Staat an, ob die Zustellung nach seinen Rechtsvorschriften erfolgt ist. Konnte die Zustellung nicht erfolgen, so teilt der ersuchte Staat dem ersuchenden Staat den Grund unverzüglich mit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_14/para_4"><num>4.</num><content><p>Das Ersuchen um Zustellung einer Vorladung an eine strafrechtlich verfolgte Person, die sich im Hoheitsgebiet des ersuchten Staates befindet, muss der Zentralbehörde dieses Staates spätestens 45 Tage vor dem für das Erscheinen festgesetzten Zeitpunkt zukommen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_15"><num><b>Art. 15</b></num><heading>Erscheinen von Zeugen oder Sachverständigen im ersuchenden Staat</heading><paragraph eId="art_15/para_1"><num>1.</num><content><p>Hält der ersuchende Staat das persönliche Erscheinen eines Zeugen oder Sachverständigen vor seinen zuständigen Justizbehörden für besonders notwendig, so erwähnt er dies im Ersuchen um Zustellung der Vorladung, und der ersuchte Staat fordert diesen Zeugen oder Sachverständigen auf, im ersuchenden Staat zu erscheinen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_2"><num>2.</num><content><p>Der Empfänger der Vorladung wird aufgefordert, der Vorladung Folge zu leisten. Der ersuchte Staat teilt dem ersuchenden Staat die Antwort des Zeugen oder Sachverständigen unverzüglich mit.</p></content></paragraph></article><article eId="art_16"><num><b>Art. 16</b></num><heading>Entschädigungen</heading><paragraph eId="art_16/para"><content><p>Die Entschädigungen sowie die Reise- und Aufenthaltskosten werden dem Zeugen oder Sachverständigen vom ersuchenden Staat bezahlt. Sie werden ausgehend vom Aufenthaltsort des Zeugen oder Sachverständigen berechnet und diesem nach Sätzen gewährt, die zumindest denjenigen entsprechen, die in den geltenden Tarifen und Bestimmungen des Staates vorgesehen sind, in dem die Einvernahme stattfinden soll.</p></content></paragraph></article><article eId="art_17"><num><b>Art. 17</b></num><heading>Nichterscheinen</heading><paragraph eId="art_17/para"><content><p>Der Zeuge oder Sachverständige, der einer Vorladung nicht Folge leistet, darf selbst dann, wenn die Vorladung Zwangsandrohungen enthält, nicht bestraft oder einer Zwangsmassnahme unterworfen werden, sofern er sich nicht später freiwillig in das Hoheitsgebiet des ersuchenden Staates begibt und dort erneut ordnungsgemäss vorgeladen wird.</p></content></paragraph></article><article eId="art_18"><num><b>Art. 18</b></num><heading>Freies Geleit</heading><paragraph eId="art_18/para_1"><num>1.</num><content><p>Ein Zeuge oder Sachverständiger, gleich welcher Staatsangehörigkeit, der auf Vorladung vor den zuständigen Behörden des ersuchenden Staates erscheint, darf in dessen Hoheitsgebiet wegen Handlungen oder Verurteilungen aus der Zeit vor seiner Abreise aus dem Hoheitsgebiet des ersuchten Staates weder verfolgt noch in Haft gehalten noch einer sonstigen Beschränkung seiner persönlichen Freiheit unterworfen werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_18/para_2"><num>2.</num><content><p>Eine Person, gleich welcher Staatsangehörigkeit, die vor die zuständigen Behörden des ersuchenden Staates vorgeladen worden ist, um sich wegen einer ihr zur Last gelegten Handlung strafrechtlich zu verantworten, darf dort wegen nicht in der Vorladung angeführter Handlungen oder Verurteilungen aus der Zeit vor ihrer Abreise aus dem Hoheitsgebiet des ersuchten Staates weder verfolgt noch in Haft gehalten noch einer sonstigen Beschränkung ihrer persönlichen Freiheit unterworfen werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_18/para_3"><num>3.</num><content><p>Der in diesem Artikel vorgesehene Schutz endet, wenn die betreffende Person während 30 aufeinander folgender Tage, nachdem ihre Anwesenheit nicht mehr verlangt wurde, die Möglichkeit gehabt hat, das Hoheitsgebiet des ersuchenden Staates zu verlassen, und trotzdem dort bleibt, oder wenn sie nach Verlassen dieses Gebietes dorthin zurückgekehrt ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_19"><num><b>Art. 19</b></num><heading>Zeugenaussage im ersuchenden Staat</heading><paragraph eId="art_19/para_1"><num>1.</num><content><p>Eine Person, die auf Grund einer Vorladung im ersuchenden Staat erscheint, kann nicht zu einer Zeugenaussage oder zur Herausgabe von Beweismitteln gezwungen werden, wenn ihr nach dem Recht eines der beiden Vertragsstaaten ein Verweigerungsrecht zusteht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_19/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Artikel 9 Absätze 2 und 3 und 13 Absatz 1 gelten sinngemäss.</p></content></paragraph></article><article eId="art_20"><num><b>Art. 20</b></num><heading>Zeitweilige Überführung inhaftierter Personen</heading><paragraph eId="art_20/para_1"><num>1.</num><content><p>Verlangt der ersuchende Staat das persönliche Erscheinen einer inhaftierten Person als Zeuge oder zur Gegenüberstellung, so wird sie unter der Bedingung, dass sie innerhalb der vom ersuchten Staat bestimmten Frist rücküberführt wird, zeitweilig in das Hoheitsgebiet des Staates überführt, in dem die Einvernahme stattfinden soll; vorbehalten bleiben die Bestimmungen von Artikel 18, soweit anwendbar.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_20/para_2"><num>2.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_20/para_2/listintro">Die Überführung kann abgelehnt werden:</listIntroduction><item eId="art_20/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn die inhaftierte Person ihr nicht zustimmt;</p></item><item eId="art_20/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn die Anwesenheit der inhaftierten Person in einem im Hoheitsgebiet des ersuchten Staates hängigen Strafverfahren notwendig ist;</p></item><item eId="art_20/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>wenn die Überführung der Person geeignet ist, ihre Haft zu verlängern; oder</p></item><item eId="art_20/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>wenn andere zwingende Gründe der Überführung der Person ins Hoheitsgebiet des ersuchenden Staates entgegenstehen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_20/para_3"><num>3.</num><content><p>Die überführte Person muss im Hoheitsgebiet des ersuchenden Staates in Haft bleiben, sofern nicht der ersuchte Staat ihre Freilassung verlangt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_20/para_4"><num>4.</num><content><p>Die Zeit, während deren die Person ausserhalb des ersuchten Staates inhaftiert ist, wird an ihre Untersuchungshaft und ihre Strafe angerechnet.</p></content></paragraph></article><article eId="art_21"><num><b>Art. 21</b></num><heading>Einvernahme per Videokonferenz</heading><paragraph eId="art_21/para_1"><num>1.</num><content><p>Befindet sich eine Person im Hoheitsgebiet des ersuchten Staates und soll diese Person als Zeuge oder Sachverständiger von den zuständigen Behörden des ersuchenden Staates einvernommen werden, so kann Letzterer, sofern das persönliche Erscheinen der einzuvernehmenden Person in seinem Hoheitsgebiet nicht zweckmässig oder möglich ist, darum ersuchen, dass die Einvernahme per Videokonferenz erfolgt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_2"><num>2.</num><content><p>Der ersuchte Staat kann der Einvernahme per Videokonferenz zustimmen. Sofern er zustimmt, erfolgt diese nach den Bestimmungen dieses Artikels.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_3"><num>3.</num><content><p>Ein Ersuchen um Einvernahme per Videokonferenz muss zusätzlich zu den in Artikel 24 aufgeführten Informationen die folgenden Angaben enthalten: den Grund, warum es nicht zweckmässig oder nicht möglich ist, dass der Zeuge oder der Sachverständige persönlich bei der Einvernahme anwesend ist, den Namen der zuständigen Behörde und der Personen, welche die Einvernahme durchführen werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_4"><num>4.</num><content><p>Die zuständige Behörde des ersuchten Staates lädt die betroffene Person in der in ihrem innerstaatlichen Recht vorgesehenen Form vor.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_5"><num>5.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_21/para_5/listintro">Für die Einvernahme per Videokonferenz gelten folgende Regeln:</listIntroduction><item eId="art_21/para_5/lbl_a"><num>a) </num><p>Bei der Einvernahme ist ein Vertreter der zuständigen Behörde des ersuchten Staates, bei Bedarf unterstützt durch einen Dolmetscher, anwesend. Dieser Vertreter ist auch für die Identifizierung der einzuvernehmenden Person und für die Einhaltung der Grundprinzipien der Rechtsordnung des ersuchten Staates verantwortlich. Werden nach Ansicht der zuständigen Behörde des ersuchten Staates bei der Einvernahme die Grundprinzipien der Rechtsordnung des ersuchten Staates verletzt, so trifft sie unverzüglich die erforderlichen Massnahmen, um die Einvernahme nach diesen Prinzipien fortführen zu können.</p></item><item eId="art_21/para_5/lbl_b"><num>b) </num><p>Die zuständigen Behörden des ersuchenden Staates und des ersuchten Staates können gegebenenfalls Massnahmen zum Schutz der einzuvernehmenden Person vereinbaren.</p></item><item eId="art_21/para_5/lbl_c"><num>c) </num><p>Die Einvernahme wird unmittelbar von oder unter Leitung der zuständigen Behörde des ersuchenden Staates nach dessen innerstaatlichen Rechtsvorschriften durchgeführt.</p></item><item eId="art_21/para_5/lbl_d"><num>d) </num><p>Auf Verlangen des ersuchenden Staates oder der einzuvernehmenden Person trägt der ersuchte Staat dafür Sorge, dass diese Person bei Bedarf von einem Dolmetscher unterstützt wird.</p></item><item eId="art_21/para_5/lbl_e"><num>e) </num><p>Die einzuvernehmende Person kann sich auf das Zeugnisverweigerungsrecht berufen, das ihr von der Rechtsordnung des ersuchten Staates oder des ersuchenden Staates eingeräumt wird.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_6"><num>6.</num><content><p>Unbeschadet allfälliger zum Schutz von Personen vereinbarter Massnahmen erstellt die zuständige Behörde des ersuchten Staates nach der Einvernahme ein Protokoll unter Angabe des Datums und Ortes der Einvernahme, der Identität der einvernommenen Person, der Identität und der Funktion der übrigen Personen des ersuchten Staates, die an der Einvernahme teilgenommen haben, aller allfälligen Vereidigungen und der technischen Bedingungen, unter denen die Einvernahme stattgefunden hat. Dieses Dokument wird von der zuständigen Behörde des ersuchten Staates an die zuständige Behörde des ersuchenden Staates übermittelt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_7"><num>7.</num><content><p>Jeder Vertragsstaat ergreift die erforderlichen Massnahmen, um sicherzustellen, dass in Fällen, in denen Zeugen oder Sachverständige nach diesem Artikel in seinem Hoheitsgebiet einvernommen werden und trotz Aussagepflicht die Aussage verweigern oder falsch aussagen, sein innerstaatliches Recht genauso gilt, als ob die Einvernahme im Rahmen eines innerstaatlichen Verfahrens erfolgen würde.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_8"><num>8.</num><content><p>Die Vertragsstaaten können nach freiem Ermessen in Fällen, in denen dies angebracht erscheint, und mit Zustimmung ihrer zuständigen Behörden die Bestimmungen dieses Artikels auch auf Einvernahmen per Videokonferenz anwenden, an denen eine strafrechtlich verfolgte Person teilnimmt. In diesem Fall ist die Entscheidung, ob und in welcher Form eine Videokonferenz durchgeführt werden soll, Gegenstand einer Vereinbarung zwischen den Vertragsstaaten, die diese Entscheidung im Einklang mit ihrem innerstaatlichen Recht und den einschlägigen internationalen Übereinkünften, einschliesslich des Internationalen Paktes vom 16. Dezember 1966<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1993/750_750_750" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.103.2</b></ref></p></authorialNote> über bürgerliche und politische Rechte, treffen. Die Einvernahmen, an denen die strafrechtlich verfolgte Person teilnimmt, können nur mit deren Einwilligung durchgeführt werden.</p></content></paragraph></article></title><title eId="tit_IV"><num>Titel IV: </num><heading>Strafregister und Austausch von Strafnachrichten</heading><article eId="art_22"><num><b>Art. 22</b></num><heading>Strafregister und Austausch von Strafnachrichten</heading><paragraph eId="art_22/para_1"><num>1.</num><content><p>Der ersuchte Staat übermittelt Auszüge aus dem Strafregister und alle damit verbundenen Informationen, die vom ersuchenden Staat für eine Strafsache erbeten werden, in dem Umfang an den ersuchenden Staat, in dem seine eigenen Behörden sie in ähnlichen Fällen selbst erhalten könnten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_22/para_2"><num>2.</num><content><p>In anderen als den in Absatz 1 erwähnten Fällen wird einem solchen Ersuchen unter den Voraussetzungen stattgegeben, die in den gesetzlichen oder sonstigen Vorschriften oder in der Praxis des ersuchten Staates vorgesehen sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_22/para_3"><num>3.</num><content><p>Jeder Vertragsstaat benachrichtigt den anderen Vertragsstaat mindestens einmal jährlich über alle strafrechtlichen Verurteilungen und Folgemassnahmen, die dessen Staatsangehörige betreffen und die im Strafregister eingetragen wurden.</p></content></paragraph></article></title><title eId="tit_V"><num>Titel V: </num><heading>Verfahren</heading><article eId="art_23"><num><b>Art. 23</b></num><heading>Zentralbehörde</heading><paragraph eId="art_23/para_1"><num>1.</num><content><p>Im Sinne dieses Vertrages ist in der Schweiz das Bundesamt für Justiz des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements und in Brasilien das Nationale Justizsekretariat des Justizministeriums Zentralbehörde; über diese Zentralbehörden werden die Rechtshilfeersuchen der Gerichte und der zuständigen Behörden übermittelt und entgegengenommen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_23/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Zentralbehörden der Vertragsstaaten verkehren direkt miteinander. Falls erforderlich, verkehren sie jedoch auf diplomatischem Weg.</p></content></paragraph></article><article eId="art_24"><num><b>Art. 24</b></num><heading>Inhalt des Ersuchens</heading><paragraph eId="art_24/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_24/para_1/listintro">Ein Rechtshilfeersuchen muss die folgenden Angaben enthalten:</listIntroduction><item eId="art_24/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>die Behörde, von der es ausgeht, und gegebenenfalls die im ersuchenden Staat für das Strafverfahren zuständige Behörde;</p></item><item eId="art_24/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>den Gegenstand und den Grund des Ersuchens;</p></item><item eId="art_24/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>soweit möglich, den vollständigen Namen, Geburtsort und -datum, Staatsangehörigkeit, den Namen der Eltern und die Adressen derjenigen Personen, gegen die sich das Strafverfahren im Zeitpunkt des Ersuchens richtet;</p></item><item eId="art_24/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>den Hauptgrund, warum die Beweismittel oder Auskünfte verlangt werden, sowie eine Darstellung des Sachverhalts (Zeitpunkt, Ort und Umstände der Tatbegehung), der im ersuchenden Staat Anlass zum Verfahren gibt, ausgenommen bei Zustellungsersuchen nach Artikel 14.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_24/para_2"><num>2.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_24/para_2/listintro">Zusätzlich muss das Ersuchen enthalten:</listIntroduction><item eId="art_24/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>bei der Anwendung von Artikel 5 Absatz 2 den Text der im ersuchenden Staat anwendbaren Gesetzesbestimmungen und den Grund für deren Anwendung;</p></item><item eId="art_24/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>bei der Teilnahme von Verfahrensbeteiligten nach Artikel 8 Absatz 2 die Bezeichnung dieser Personen und den Grund für ihre Anwesenheit;</p></item><item eId="art_24/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>bei der Zustellung von Verfahrensurkunden (Art. 14 und 15) den Namen und die Adresse des Empfängers der zuzustellenden Schriftstücke und Vorladungen;</p></item><item eId="art_24/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>bei einer Vorladung von Zeugen oder Sachverständigen (Art. 15) eine Erklärung, aus der hervorgeht, dass der ersuchende Staat für Reise- und Aufenthaltskosten sowie für Entschädigungen aufkommt;</p></item><item eId="art_24/para_2/lbl_e"><num>e) </num><p>bei der Überführung inhaftierter Personen (Art. 20) deren Namen;</p></item><item eId="art_24/para_2/lbl_f"><num>f) </num><p>bei Einvernahmen per Videokonferenz (Art. 21) den Grund, warum eine Teilnahme des Zeugen oder Sachverständigen nicht zweckmässig oder möglich ist, den Namen der zuständigen Behörde sowie der Personen, welche die Einvernahme durchführen werden.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_25"><num><b>Art. 25</b></num><heading>Ausführung des Ersuchens</heading><paragraph eId="art_25/para_1"><num>1.</num><content><p>Entspricht das Rechtshilfeersuchen nicht den Bestimmungen dieses Vertrages, so teilt die Zentralbehörde des ersuchten Staates dies der Zentralbehörde des ersuchenden Staates unverzüglich mit und verlangt eine Abänderung oder Ergänzung des Ersuchens. Durch die Aufforderung des ersuchten Staates, das Rechtshilfeersuchen abzuändern oder zu ergänzen, werden allfällige vorläufige Massnahmen nach Artikel 7 nicht beeinträchtigt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_25/para_2"><num>2.</num><content><p>Erscheint das Ersuchen vertragskonform, so leitet es die Zentralbehörde des ersuchten Staates unmittelbar an die zuständige Behörde zur Ausführung weiter.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_25/para_3"><num>3.</num><content><p>Nach Ausführung des Ersuchens übermittelt die zuständige Behörde das Ersuchen sowie die erhaltenen Informationen und Beweismittel der Zentralbehörde des ersuchten Staates. Die Zentralbehörde vergewissert sich, dass das Ersuchen vollständig und ordnungsgemäss ausgeführt ist, und teilt die Ergebnisse der Zentralbehörde des ersuchenden Staates mit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_25/para_4"><num>4.</num><content><p>Absatz 3 steht einer teilweisen Ausführung des Rechtshilfeersuchens nicht entgegen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_26"><num><b>Art. 26</b></num><heading>Befreiung von jeder Beglaubigung und anderen Formerfordernissen</heading><paragraph eId="art_26/para_1"><num>1.</num><content><p>Schriftstücke, Akten, Aussagen oder Beweismittel im Zusammenhang mit diesem Vertrag bedürfen keiner Beglaubigung oder anderer Formerfordernisse.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_26/para_2"><num>2.</num><content><p>Schriftstücke, Akten, Aussagen oder Beweismittel, die von der Zentralbehörde des ersuchten Staates übermittelt werden, werden ohne weitere Formerfordernisse oder Beglaubigungsnachweise als Beweismittel zugelassen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_26/para_3"><num>3.</num><content><p>Das Übermittlungsschreiben der Zentralbehörde garantiert die Echtheit der übermittelten Schriftstücke.</p></content></paragraph></article><article eId="art_27"><num><b>Art. 27</b></num><heading>Sprache</heading><paragraph eId="art_27/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Rechtshilfeersuchen und die beigefügten Schriftstücke werden in der Sprache des ersuchenden Staates abgefasst und von einer Übersetzung in eine Sprache des ersuchten Staates begleitet, die im Einzelfall von der Zentralbehörde angegeben wird.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_27/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Übersetzung der Schriftstücke, die bei der Ausführung des Ersuchens erstellt oder erhoben werden, obliegt dem ersuchenden Staat.</p></content></paragraph></article><article eId="art_28"><num><b>Art. 28</b></num><heading>Ausführungskosten</heading><paragraph eId="art_28/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_28/para_1/listintro">Der ersuchende Staat vergütet auf Verlangen des ersuchten Staates nur folgende durch die Ausführung eines Ersuchens entstandenen Auslagen:</listIntroduction><item eId="art_28/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>Entschädigungen, Reisekosten und Aufenthaltskosten für Zeugen;</p></item><item eId="art_28/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>Auslagen im Zusammenhang mit der Überführung inhaftierter Personen;</p></item><item eId="art_28/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>Honorare, Reisekosten und Aufenthaltskosten für Sachverständige;</p></item><item eId="art_28/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>Kosten für die Herstellung und für den Betrieb der Videoverbindung im ersuchten Staat, die Vergütung der von diesem bereitgestellten Dolmetscher und die Entschädigung von Zeugen sowie deren Reisekosten im ersuchten Staat, sofern die Vertragsstaaten keine andere Vereinbarung treffen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_28/para_2"><num>2.</num><content><p>Stellt sich heraus, dass die Ausführung des Ersuchens mit ausserordentlichen Kosten verbunden ist, so benachrichtigt der ersuchte Staat den ersuchenden Staat, um die Bedingungen festzusetzen, unter denen die Ausführung des Ersuchens erfolgen kann.</p></content></paragraph></article></title><title eId="tit_VI"><num>Titel VI: </num><heading>Unaufgeforderte Übermittlung und Anzeigen zum Zweck <br/>der Strafverfolgung oder der Einziehung</heading><article eId="art_29"><num><b>Art. 29</b></num><heading>Unaufgeforderte Übermittlung von Beweismitteln <br/>und Informationen</heading><paragraph eId="art_29/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_29/para_1/listintro">Im Rahmen ihres innerstaatlichen Rechts kann die zuständige Behörde eines Vertragsstaates über die Zentralbehörde ohne vorheriges Ersuchen dem anderen Vertragsstaat Informationen und Beweismittel zu strafbaren Handlungen übermitteln, wenn sie der Ansicht ist, dass die Offenlegung dieser Informationen dem anderen Vertragsstaat helfen könnte:</listIntroduction><item eId="art_29/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>ein Rechtshilfeersuchen nach diesem Vertrag einzureichen;</p></item><item eId="art_29/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>ein Strafverfahren einzuleiten; oder</p></item><item eId="art_29/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>die Durchführung einer laufenden Strafuntersuchung zu erleichtern.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_29/para_2"><num>2.</num><content><p>Die zuständige Behörde, welche die Informationen übermittelt, kann nach Massgabe ihres innerstaatlichen Rechts Bedingungen für die Verwendung dieser Informationen festlegen. Diese Bedingungen müssen eingehalten werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_30"><num><b>Art. 30</b></num><heading>Anzeigen zum Zweck der Strafverfolgung oder der Einziehung</heading><paragraph eId="art_30/para_1"><num>1.</num><content><p>Anzeigen eines Vertragsstaates zum Zweck der Strafverfolgung durch die Gerichte des anderen Vertragsstaates oder zum Zweck der Einziehung von Deliktsgut sind Gegenstand des Schriftverkehrs zwischen den Zentralbehörden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_30/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Zentralbehörde des ersuchten Staates teilt dem ersuchenden Staat die auf Grund dieser Anzeige getroffenen Massnahmen mit und übermittelt gegebenenfalls eine Kopie der ergangenen Entscheidung.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_30/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Bestimmungen von Artikel 26 sind auf die in diesem Artikel erwähnten Anzeigen anwendbar.</p></content></paragraph></article><article eId="art_31"><num><b>Art. 31</b></num><heading>Übersetzung</heading><paragraph eId="art_31/para"><content><p>Die unaufgefordert übermittelten Beweismittel und Informationen sowie die Anzeigen werden nach Artikel 27 übersetzt. Schriftstücke und Beweise, die unaufgefordert übermittelten Beweismittel und Informationen oder einer Anzeige beigefügt werden, müssen nicht übersetzt werden.</p></content></paragraph></article></title><title eId="tit_VII"><num>Titel VII: </num><heading>Schlussbestimmungen</heading><article eId="art_32"><num><b>Art. 32</b></num><heading>Andere Vereinbarungen oder Abmachungen</heading><paragraph eId="art_32/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Bestimmungen dieses Vertrages stehen einer weiter gehenden Rechtshilfe nicht entgegen, welche die Vertragsstaaten in anderen Vereinbarungen oder Abmachungen beschlossen haben oder beschliessen könnten oder welche sich aus ihrem innerstaatlichen Recht ergeben könnte.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_32/para_2"><num>2.</num><content><p>Artikel XVII des Auslieferungsvertrages zwischen der Schweiz und Brasilien<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/50/162_166_178" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.353.919.8</b></ref></p></authorialNote> wird aufgehoben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_33"><num><b>Art. 33</b></num><heading>Beilegung von Streitigkeiten</heading><paragraph eId="art_33/para_1"><num>1.</num><content><p>Streitigkeiten zwischen den Vertragsstaaten in Bezug auf die Auslegung oder die Anwendung der Bestimmungen dieses Vertrages werden auf diplomatischem Weg geregelt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_33/para_2"><num>2.</num><content><p>Gelangen die Vertragsstaaten nicht innerhalb von zwölf Monaten nach dem Auftreten einer Streitigkeit zu einer Einigung, so wird die Streitigkeit auf Antrag eines der beiden Vertragsstaaten einem Schiedsgericht unterbreitet, das sich aus drei Mitgliedern zusammensetzt. Jeder Vertragsstaat bestimmt einen Schiedsrichter. Die beiden auf diese Weise bestimmten Schiedsrichter ernennen einen Schiedsgerichtspräsidenten, der Staatsangehöriger eines Drittstaates sein muss.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_33/para_3"><num>3.</num><content><p>Hat einer der Vertragsstaaten seinen Schiedsrichter nicht bestimmt und ist er der Aufforderung des anderen Vertragsstaates, diese Ernennung innerhalb von zwei Monaten vorzunehmen, nicht nachgekommen, so wird der Schiedsrichter auf Antrag dieses letzteren Vertragsstaates vom Präsidenten des Internationalen Gerichtshofs bestimmt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_33/para_4"><num>4.</num><content><p>Können sich die beiden Schiedsrichter über die Wahl des Präsidenten innerhalb von zwei Monaten nach ihrer Einsetzung nicht einigen, so wird der Schiedsgerichtspräsident auf Antrag eines der beiden Vertragsstaaten vom Präsidenten des Internationalen Gerichtshofs bestimmt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_33/para_5"><num>5.</num><content><p>Ist es dem Präsidenten des Internationalen Gerichtshofs in den Fällen, die in den Absätzen 3 und 4 festgehalten sind, nicht möglich, seine Aufgabe wahrzunehmen, oder ist er Staatsangehöriger eines der beiden Vertragsstaaten, so erfolgen die Ernennungen durch den Vizepräsidenten des Internationalen Gerichtshofs. Ist dieser verhindert oder Staatsgehöriger eines der beiden Vertragsstaaten, so erfolgen die Ernennungen durch das amtsälteste Mitglied des Internationalen Gerichtshofs, das nicht Staatsangehöriger eines der beiden Vertragsstaaten ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_33/para_6"><num>6.</num><content><p>Sofern die Vertragsstaaten keine andere Vereinbarung treffen, legt das Schiedsgericht sein Verfahren selbst fest.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_33/para_7"><num>7.</num><content><p>Die Entscheidungen des Schiedsgerichts sind endgültig und haben für die Vertragsstaaten verpflichtenden Charakter.</p></content></paragraph></article><article eId="art_34"><num><b>Art. 34</b></num><heading>Inkrafttreten und Kündigung</heading><paragraph eId="art_34/para_1"><num>1.</num><content><p>Dieser Vertrag tritt am 60. Tag nach dem Zeitpunkt in Kraft, in dem sich die Vertragsstaaten gegenseitig mitgeteilt haben, dass die für diesen Zweck erforderlichen verfassungsrechtlichen Verfahren abgeschlossen sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_34/para_2"><num>2.</num><content><p>Jeder der beiden Vertragsstaaten kann diesen Vertrag jederzeit durch schriftliche Mitteilung auf diplomatischem Weg an den anderen Vertragsstaat kündigen. In diesem Fall tritt der Vertrag sechs Monate nach Erhalt dieser Mitteilung ausser Kraft. Auf laufende Rechtshilfeverfahren hat die Kündigung keine Auswirkungen.</p></content></paragraph></article></title><signature><p><i>Zu Urkund dessen</i> haben die von ihren Regierungen gehörig Bevollmächtigten diesen Vertrag unterzeichnet.</p><p>Geschehen in Bern, am 12. Mai 2004, in zwei Urschriften, in französischer und in portugiesischer Sprache, wobei jeder Wortlaut in gleicher Weise verbindlich ist.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für die <br/>Schweizerische Eidgenossenschaft:</p></td><td><p>Für die <br/>Föderative Republik Brasilien:</p></td></tr><tr><td><p>Christoph Blocher</p></td><td><p>Márcio Thomaz Bastos</p></td></tr></table></signature></body></act></akomaNtoso>