{"Signatur": "BL_KG_001", "Spider": "BL_Gerichte", "Datum": "2022-07-15", "PDF": {"Datei": "BL_Gerichte/BL_KG_001_2022-07-15-sr-1_2022-07-15.pdf", "URL": "http://v2202109132150164038.luckysrv.de:8181/https://www.baselland.ch/politik-und-behorden/gerichte/rechtsprechung/kantonsgericht_rs/rechtsgebiet/strafrecht/downloads-1/2022_07_15_sr_1.pdf/@@download/file/2022_07_15_sr_1.pdf", "Checksum": "88b455b27962c50c347309f5f41df413"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["2022_07_15_sr_1"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Land Kantonsgericht 15.07.2022 2022_07_15_sr_1"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "B\u00e2le-Campagne Kantonsgericht 15.07.2022 2022_07_15_sr_1"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Campagna Kantonsgericht 15.07.2022 2022_07_15_sr_1"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Land Kantonsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "B\u00e2le-Campagne Kantonsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Campagna Kantonsgericht "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "\u00dcble NachredeAuch wenn Prostitution als legale und sozial anerkannte T\u00e4tigkeit qualifiziert werden kann, wird f\u00fcr einen verheirateten Mann die Geltung als ehrbarer Mensch in Frage gestellt, wenn man ihm vorwirft, er besuche Prostituierte\u00a0im Alter seiner eigenen Tochter (E.\u00a0II.3.3.2).\nN\u00f6tigung, AnklageprinzipAus der publizierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung folgt, dass bei vielfachen Bel\u00e4stigungen \u00fcber eine l\u00e4ngere Dauer ab einem gewissen Zeitpunkt jede einzelne Handlung geeignet ist, die Handlungsfreiheit des Opfers derart einzuschr\u00e4nken, dass ihr eine mit Gewalt oder Drohung vergleichbare Zwangswirkung im Sinne von Art.\u00a0181 StGB zukommt. Unter bestimmten Umst\u00e4nden erf\u00fcllt das sogenannte \"Stalking\" diese Voraussetzungen. Charakteristisch ist stets, dass viele Einzelhandlungen erst durch ihre Wiederholung und Kombination zum Stalking werden. N\u00f6tigung ist ein Erfolgsdelikt, was voraussetzt, dass eine einzelne n\u00f6tigende Handlung das Opfer zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen zwingt. Kommt es w\u00e4hrend l\u00e4ngerer Zeit zu einer Vielzahl von Bel\u00e4stigungen, kumulieren sich deren Einwirkungen. Ist eine gewisse Intensit\u00e4t erreicht, kann jede einzelne Handlung, die f\u00fcr sich alleine den Anforderungen von Art. 181 StGB noch nicht gen\u00fcgen w\u00fcrde, geeignet sein, die Handlungsfreiheit der betroffenen Person in dem Mass einzuschr\u00e4nken, dass ihr eine mit Gewalt oder Drohung vergleichbare Zwangswirkung zukommt. Eine Handlungseinheit wird unter diesen Voraussetzungen nicht angenommen. Vielmehr stellt jede weitere Bel\u00e4stigung eine eigenst\u00e4ndige Tathandlung dar. F\u00fcr das Anklageprinzip bedeutet dies, dass der Anklagesachverhalt auch die (an sich noch nicht tatbestandsm\u00e4ssige) Vorgeschichte enthalten muss, welche letztlich dazu f\u00fchrt, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt jede erneute Bel\u00e4stigung als vollendete oder versuchte N\u00f6tigung qualifiziert werden kann (E.\u00a0II.3.5.2)."}], "ScrapyJob": "446973/44/1448", "Zeit UTC": "11.03.2024 04:57:18", "Checksum": "abd63f23142fed4f38ebe87633a437af"}