B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3834/2014/kos/plo U r t e i l v o m 2 7 . N o v e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren (…), Iran, vertreten durch lic. iur. Peter Frei, Rechtsanwalt, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 16. Juni 2014 / N (…). D-3834/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin, iranische Staatsangehörige mit letz tem Wohnsitz in B._______, reiste ihren eigenen Angaben zu folge am (…) von B._______ mit dem Flugzeug nach C._______. Am darauffolgenden Tag sei sie dann mit dem Bus legal nach D._______ gereist, wo sie sich etwas mehr als zwei Wochen aufgehalten und einen Schlepper getroffen habe. Nach etwa einer Woche Fahrt in einem Lastkraftwagen, versteckt im Laderaum, sei sie am 7. November 2012 illegal in die Schweiz ge- langt. Gleichentags stellte sie im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ ihr Asylgesuch. Die Beschwerdeführerin wurde am 29. November 2012 zu ihrer Person befragt und in der Folge für die Da u- er des Verfahrens dem Kanton F._______ zugewiesen. Am 3. Januar 2013 reichte die Beschwerdeführerin ein Schreiben in Farsi ein, welches vom BFM am 21. Januar 2013 unter Hinweis auf die Amtssprachen des Bundes retourniert wurde. Die erste Anhörung zu ihren Asylgründen fand am 24. April 2014, die ergänzende Anhörung am 2. Juni 2014 statt. A.b Die Beschwerdeführerin begründete ihr Asylgesuch im Wesentlichen wie folgt: Sie sei am Mittwoch, 14. März 2012 , zusammen mit zwei ve r- heirateten Freundinnen festgenommen worden. An diesem Tag sei das Tschahar Schanbe Suri -Fest gefeiert worden. Sie hätten dabei ein paar junge Männer getroffen, mit ihnen gesprochen, Witze erzählt und gelacht. Das sei bei i hnen verboten. Die angerückten Ordnungskräfte hätten sie zuerst ausgefragt und wissen wollen, ob sie mit diesen Jungen verwan dt seien. Danach seien die Autos durchsucht und bei den jungen Männern alkoholische Getränke gefunden worden. Sie seien eigentlich nur wegen des Alkohols festgenommen worden, denn ansonsten hätten sie die B e- amten bestechen können. Danach seien sie alle zum Amt der Bezirkspo- lizei gebracht und einzeln verhört worden. Weil die beiden Freundinnen mit strengen Ehemännern verheiratet seien, habe sie aus Rücksicht auf die beiden erklärt, nur sie sei mit einem der Jungen befreundet, die ande- ren kennten sich kaum. Die Ehemänner der beiden Freundinnen hätten dann für ihre Ehefrauen gebürgt, worauf diese schon nach zwei bis drei Tagen entlassen worden seien. Sie selber sei dann am 20. oder 21. März 2012 von einem Offizier der Bezirkspolizei namens G._______ oder H._______ – sie wisse es nicht mehr genau – I._______ vergewaltigt worden. Danach sei sie in einem Schock-Zustand gewesen, sie habe mit niemandem über den Vorfall sprechen können. Anfang April 2012, nach zirka 20 Tagen, sei sie aus der Haft entlasse n worden, weil ihr Vater Be-D-3834/2014 Seite 3 stechungsgeld bezahlt habe. Zu Hause habe sie zunächst versucht, sich nichts anmerken zu las sen, i rgendwann sei sie dann aber "explodiert" und habe ihrer Mutter von der Vergewaltigung erzählt. Täglich habe sie an Selbstmord gedacht und es auch mehrmals versucht, bis ihre Familie sie bei einem Psychotherapeuten angemeldet habe. Sie habe danach so viele Tabletten geschluckt, dass sie davon abhängig geworden sei und stationär habe behandelt werden müssen. Während des Spitalaufenthal- tes habe ihr Vater I._______ bei der Staatsanwaltschaft an gezeigt. Im darauffolgenden Gerichtsprozess sei I._______ beim ersten wie auch beim zweiten Gerichtstermin nicht erschienen, sodass der Richter den Fall provisorisch eingestellt habe. Der Richter habe ihrem Vater gesagt, er solle den Angeklagten finden und das Gericht werde einen Polizeibea m- ten zur Verfügung stellen, damit der Angeklagte in Polizeibegleitung a b- geholt werden könne. Ihr Vater habe diese Anordnung aber nicht befolgt, weil I._______ selber ein Polizei offizier sei. Deshalb hätten sie (die Be- schwerdeführerin und ihr Vater) nichts gegen die Einstellung des Verfa h- rens unternommen. Ungefähr Mitte September 2012 sei sie auf der Strasse von I._______ angehalten worden. Er habe ihr e lackierten Fi n- gernägel und ihre Kopfbedeckung kritisiert und ihr wegen der gegen ihn erfolgten Anzeige mit dem Tode gedroht. Sie habe ausserdem eine Busse bezahlen müssen. Danach habe ihr Vater sie ins Ausland geschickt. Zu- dem habe er beim islamischen Re volutionsgericht eine Beschwerde ei n- gereicht. Solange das Gerichtsverfahren noch hängig sei, blieben die Ge- richtsakten beim Gericht. Deshalb habe ihr Vater ihr die Gerichtsakten nicht als Beweismittel mitgeben können. A.c Die Beschwerdeführerin reichte an der Anhörung vom 24. April 2014 ihre originale nationale Identitätskarte ein. B. Mit Asylentscheid vom 16. Juni 2014 – eröffnet am darauffolgenden Tag – stellte das BFM fest, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseige n- schaft nicht erfülle, und lehnte ihr Asylgesuch ab. Die Vorinstanz wies die Beschwerdeführerin aus der Schweiz weg und beauftragte den Kanton F._______ mit dem Vollzug der Wegweisung. C. Gegen diesen Entscheid liess die Beschwerdeführerin am 9. Juli 2014 Beschwerde an das Bundesverwaltungs gericht erheben. Dabei wurde beantragt, die Verfügung sei aufzuheben; sie sei als Flüchtling anzue r- kennen und es sei ihr Asyl zu gewähren; eventuell sei festzustellen, dass D-3834/2014 Seite 4 der Wegweisungsvollzug unzulässig und unzumutbar sei; schliesslich sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und es sei ihr ein unen t- geltlicher Rechtsbeistand beizugeben; unter Kosten - und Entschäd i- gungsfolgen zu Lasten der Bundeskasse. Der Beschwerde beigelegt wurden die Kopien der angefochtenen Verfügung, der Vollmacht vom 21. Juni 2014 und des Protokolls der Fürsorgerischen Unterbringung vom 19. Juni 2014 sowie die Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit vom 8. Ju- li 2014 (Original). D. Mit Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Juli 2014 wurde n die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um unentgeltliche Verbeiständung gutgeheissen. Auf einen Kostenvorschuss wurde verzichtet, und der Rechtsvertreter wurde der Beschwerdeführerin als Rechtsbeistand beigeordnet. Zudem wurde die Beschwerdeführerin aufgefordert, einen aktuellen und umfassenden Arztbericht betreffend ihre psychischen Probleme nachzureichen. E. Am 26. August 2014 wurde vom Strassenverkehrsamt des Kantons F._______ der Führer ausweis der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 10 Abs. 2 AsylG sichergestellt. F. Am 30. August 2014 reichte der Rechtsbeistand nach erfolgter Fris t- erstreckung einen ärztlichen Bericht vom 7. August 2014 der (…) zu den Akten. G. Das BFM wurde in der Folge am 2. September 2014 eingeladen , eine Vernehmlassung einzureichen, welche am 1 8. September 2014 beim Bundesverwaltungsgericht eintraf. H. Die Beschwerdeführerin liess darauf am 1. Oktober 2014 replizieren, hielt dabei an ihren bisherigen Vorbringen und Anträgen fest und ersuchte um deren Gutheissung. I. Mit Eingabe vom 5. No vember 2014 reichte der amtliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine Kostennote zu den Akten. D-3834/2014 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG . Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurt eilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Gemäss Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 14. Dezember 2012 (AS 2013 4375) gilt für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung hängigen Verfahren grundsätzlich das neue Recht. 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwe rde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG ; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die B e- schwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrich tige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Der Entscheid des BFM basiert im Ergebnis auf der Erwägung, dass die geltend gemachten Schilderungen der Ereignisse den Anforderungen D-3834/2014 Seite 6 an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten. Unter ande- rem sei aufgrund der Ausführung der Beschwerdeführerin nicht nachvol l- ziehbar, wie sie durch ihre Selbstbelastung die Freundinnen hätte schü t- zen können. Es scheine sodann realitätsfremd, dass sic h das Verhalten der Mithäftlinge während der gesamten Haft nicht verändert habe, zumal die Beschwerdeführerin die gesamte Zeit mit denselben Frauen in Haft gewesen sei und diese sie vor und nach der Vergewaltigung erlebt hä t- ten. In diesem Zusammenhang sei ebenfalls nicht nachvollziehbar, dass die anwesenden Frauen ohne persönliche Betroffenheit reagiert hätten, habe doch die Beschwerdeführerin zu Protokoll gegeben, vor der Verg e- waltigung sei es dort mit den Frauen und Mädchen lustig gewesen. Die Schilderungen zur Reaktion der Mithäftlinge sei daher nicht logisch. Da r- über hinaus seien die Beschreibungen des eigenen Zustandes der B e- schwerdeführerin vorwiegend unsubstantiiert und mit wenig persönlichem Bezug geblieben. Nicht nachvollziehbar seien sodann die Aus führungen zum geltend gemachten Gerichtsverfahren und der im Nachhinein erfol g- ten Bedrohung. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin nicht nachvol l- ziehbar erklären können, weshalb ihr Vater sie ins Ausland geschickt, weshalb er ihr keinerlei Gerichtsdokum ente als Beweismittel mitgegeben und weshalb sie keinerlei Kenntnisse vom Stand des Verfahrens habe. Im Weiteren habe sich die Beschwerdeführerin bei der Darlegung ihrer Asy l- gründe mehrfach widersprochen. 3.2 Betreffend des Wegweisungsvollzuges hält die Vorinstanz im Wesent- lichen fest, dass keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit einer Wegweisung sprächen, sei die Beschwerdeführerin doch gut ausgebildet und verfüge über ein Beziehungsnetz im Iran. Zudem sei davon ausz u- gehen, dass die medizinische Beh andlung im Heimatsstaat gewährleistet sei. 4. 4.1 In der Beschwerde vom 9. Juli 2014 wird in verfahrensrechtlicher Hin- sicht vorgebracht, im vorliegenden Fall sei unklar, ob für die beiden Asy l- anhörungen vom 24. April und 2. Juni 2014 jeweils ein Frauenteam z u- sammengestellt worden sei. Zudem sei zu kritisieren, dass bei der zwe i- ten Bundesanhörung keine Hilfswerkvertreterin anwesend gewesen s ei, dies stelle ein en Verfahrensmangel dar. Das BFM habe im Weiteren die angeschlagene psychische Situation der Beschwerdeführerin im Rahmen der Beurteilung ihrer Asylvorbringen nicht angemessen berücksichtigt, obwohl sich in den Akten verschiedene Hinweise darauf fänden. Insb e- sondere habe die Beschwerdeführerin in einem handschriftlich in Farsi D-3834/2014 Seite 7 verfassten Schreiben ihre gesundheitlichen Probleme im Anschluss an einen Polizeieinsatz im EVZ E._______ geschildert; dieses Schreiben sei jedoch vom BFM am 21. Ja nuar 2013 zurückgeschickt worden. Betref- fend des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin wird ausgeführt, diese leide unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) so- wie einer mittelgradigen Depression und befinde sich seit dem 7. Februar 2013 in psychiatrischer Behandlung. Es werde beantragt, bei der beha n- delnden Ärztin einen Bericht einzuholen. Nach Erhalt des negativen Asy l- entscheids habe die Beschwerdeführerin einen Suizidversuch unterno m- men, worauf sie in eine psychiatrische Klinik eingewi esen worden sei, diese aber nach nur einem Tag wieder verlassen habe. Sie sei aber auch heute noch suizidgefährdet. 4.2 Sodann wird geltend gemacht, das BFM begründe seinen ablehne n- den Asylentscheid zur Hauptsache mit Plausibilitätsargumenten und nicht mit harten Fakten. Dies gelte insbesondere für die Frage der Selbstbelas- tung, die Beschreibung der Reaktion ihrer Mitgefangenen und die Schi l- derungen ihres eigenen Zustandes. Traumatisierte Opfer von Folter und sexueller Gewalt seien oft nicht in der Lage, über ihren psychischen Z u- stand zu sprechen, was auch für die Beschwerdeführerin gelte. Betre f- fend die Selbstbelastung wird angeführt, es sei ein durchaus plausibles Motiv, wenn die Beschwerdeführerin ihre beiden Freundinnen vor der E i- fersucht deren sehr strenge n Ehemänner habe bewahren wollen. Die E r- wähnung dieser Tatsache bilde ein zusätzliches Indiz für die Glaubhafti g- keit des Erlebten. In Bezug auf die Aussagen zum Verhalten der Mithäf t- linge sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin sehr wohl Verha l- tensveränderungen bei ihren Mitgefangenen und bei sich selbst b e- schrieben habe. Im Zusammenhang mit der Darstellung des eigenen Z u- standes und der Reaktion der Familienangehörigen seien die vom BFM dargelegten Feststellungen nicht zutreffend beziehungsweise sprächen nicht gegen die Glaubhaftigkeit der Vorbringen. Im Übrigen müsse b e- rücksichtigt werden, dass die Beschwerdeführerin traumatisiert gewesen sei und sich daher nicht eindeutig und klar habe äussern können. Bei den Angaben der Beschwerdeführerin zum Geric htsverfahren müsse dem Umstand Rechnung getragen werden, dass der Täter ein Polizeibeamter höheren Ranges gewesen sei. Die iranischen Sicherheitskräfte seien b e- kanntlich korrupt und erfüllten keinerlei rechtsstaatliche Standards. Die reine Plausibilitätsargumentation des BFM könne, müsse aber nicht zu- treffen. Die Beschwerdeführerin habe sodann im Gerichtsverfahren gegen ihren Vergewaltiger keine Rechte; dies sei bei der Frage der Beschaffung von gerichtlichen Dokumenten zu berücksichtigen. Selbst wenn sich die D-3834/2014 Seite 8 Beschwerdeführerin teilweise widersprüchlich geäussert habe, bedeute dies nicht ohne Weiteres, dass sie die Inhaftierung und Vergewaltigung erfunden habe. Insgesamt seien die Asylvorbringen der Beschwerdefü h- rerin als glaubhaft zu erachten. 4.3 In der Besc hwerde wird ausserdem erstmals geltend gemacht, die Beschwerdeführerin betätige sich seit ihrer Einreise in die Schweiz exilpo- litisch gegen die Regierung in ihrem Heimatland. Sie nehme an Kundg e- bungen, Sitzungen und kulturellen Anlässen der Gruppe "Socialist Party of Iran" (SPI) teil, was geeignet sei, ihre Furcht vor flüchtlingsrelevanter Verfolgung zu begründen. Die Dokumentation der exilpolitischen Tätigkeit zeigten einen verhältnismässig hohen Exponierungsgrad. Aufgrund der Überwachung des Internets durch die iranischen Behörden müsse davon ausgegangen werden, diese hätte von den exilpolitischen Aktivitäten der Beschwerdeführerin Kenntnis genommen. Daher sei im Falle einer Rüc k- kehr in den Iran mit ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG zu rechnen. 4.4 Im Schreiben des Rech tsbeistands vom 30. August 2014 wird der gleichzeitig eingereichte ärztliche Bericht der (…) vom 7. August 2014 (BVGer act. 5) zusammengefasst und argumentiert, angesichts der medi- zinischen Probleme der Beschwerdeführerin (PTBS und schwere depres- sive Episode) erstaune es nicht, wenn es dieser nicht gelungen sei, sich in jeder Hinsicht klar und deutlich auszudrücken. Es sei daher an der Ein- schätzung festzuhalten, wonach die geltend gemachten Fluchtgründe glaubhaft seien. Zumindest mü sse die Beschwerdeführerin aus medizin i- schen Gründen vorläufig aufgenommen werden. 5. 5.1 In seiner Vernehmlassung führt das BFM im Wesentlichen aus, es bestehe kein verfahrensmässiger Anspruch auf Anwesenheit einer Hilfs- werksvertreterin, daher habe der Durchfü hrung der ergänzenden Anhö- rung trotz Abwesenheit der – rechtzeitig eingeladenen – Hilfswerksvertre- terin nichts im Wege gestanden. Die Anhörung habe in einer Frauenrunde stattgefunden. In Bezug auf den Gesundheitszustand der Beschwerd e- führerin wird ausgeführt, allfälligen gesundheitlichen Risiken, welche au f- grund der psychischen Belastung auftreten könnten, könne mit einer sorgfältigen Vorbereitung der Ausreise vorgebeugt werden. Der psych i- sche Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei daher nicht geei g- net, die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Frage zu stellen. Der eingereichte Arztbericht vermöge die Erwägung in der angefochtenen D-3834/2014 Seite 9 Verfügung (u.a. zur medizinischen Behandelbarkeit im Iran) nicht umz u- stossen. Das Schreiben vom 12. Dezember 2012 sei vom BFM mit dem Hinweis beantwortet worden, dass Eingaben in einer Landessprache zu erfolgen hätten. Das BFM habe das Schriftstück indessen einer Dolme t- scherin vorgelegt und sei zum Schluss gekommen, dass der Inhalt des Dokuments nicht vom Sachverhalt abweiche und umfassend in der B e- schwerdeschrift widergegeben werde, womit auf eine Übersetzung ve r- zichtet werden könne. Zu den im Verfahren vor der Vorinstanz noch nicht geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeiten der Beschwerdeführerin wird in der Stellungnahme des BFM vorab dargelegt, dass diese Vorbrin- gen nicht im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemacht worden seien, obwohl sie angeblich über ein Jahr andauerten. Weiter wird festgehalten, dass diese Aktivitäten nur dann eine flüchtlingsrelevante Verfolgung b e- gründeten, wenn sich die betroffene Person in qualifizierter Weise betät i- ge und sich öffentlich e xponiere, was über eine optische Erkennbarkeit und Individualisierbarkeit hinaus gehe. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Aktivitäten in der Schweiz als konkrete Bedrohung für den Iran wahrgenommen worden sei. Die B e- schwerdeführerin verfüge daher nicht über ein politisches Profil, welches sie bei einer Rückkehr in den Iran einer konkreten Gefährdung nach Art. 3 AsylG aussetzen würde. Weder aus den Akten noch aus der Beschwe r- deschrift seien konkrete Hinweise ersichtlich , dass sich die Beschwerd e- führerin in qualifizierter Weise exilpolitisch betätigt habe. 5.2 In der Replik vom 1. Oktober 2014 hält der Rechtsbeistand der B e- schwerdeführerin am Standpunkt fest, wonach ein Anspruch auf Teilna h- me einer Hilfswerksvertreterin bestehe. In Art. 29 AsylG sei die Teilnahme einer Hilfswerksvertreterin an der Anhörung vorgesehen. Sodann wird ausgeführt, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei nicht erst seit dem negativen Asylentscheid schlecht, sondern seit ihrer Einre i- se. Die Bemerkungen des BFM in seiner Stellungnahme gingen an der Sache vorbei. Die Vorinstanz bestreite weder den Inhalt noch die Kenn t- nis der im Schreiben der Beschwerdeführerin vom 12. Dezember 2012 geltend gemachten gesundheitlichen Probleme. Es werde daran fe st- gehalten, dass der Wegweisungsvollzug aufgrund der gesundheitlichen Probleme als unzumutbar zu beurteilen sei. Im Weiteren müsse bei der Beurteilung der exilpolitischen Tätigkeit der Beschwerdeführerin berück- sichtigt werden, dass das BFM deren Freund J._______ (vgl. N […]) we- gen regimefeindlichen exilpolitischen Aktivitäten als Flüchtling vorläufig aufgenommen habe. Unter ande rem auch deshalb handle es sich bei ihr D-3834/2014 Seite 10 in den Augen der iranischen Sicherheitskräfte um eine gefährliche Opp o- sitionelle. 6. Nachfolgend ist zunächst auf die in der Beschwerde vorgebrachten fo r- mellen Rügen einzugehen. 6.1 Seitens der Beschwerdeführerin wird vorgebracht, es gehe aus den Akten nicht klar hervor, ob bei beiden Bundesanhörungen jeweils ein Frauenteam für die Befragung zusammengestellt worden sei. Diesbezüg- lich ist Folgendes festzustellen: Aus den Akten ist eindeutig ersichtlich, dass für die Anhörung vom 24. April 2014 ein Frauenteam zusammeng e- stellt wurde (Dolmetscher in, Hilfswerksvertreter in, Protokollführer in und die Mitarbeiterin des BFM). Das gilt auch für die ergänzende Anhörung vom 2. Juni 2014, selbst wenn aus dem Protokoll zunächst nicht ersich t- lich ist, dass "die Person am Computer" weiblichen Geschlechts ist. Mit den Vorladungen zu den beiden Anhörungen wurden jedoch je eine Kopie mit dem expliziten Hinweis auf eine Frauenrunde an die Hilfswerksvertre- terin verschickt (A20/2 und A17/3), und bei der internen Triage (A26/1) wurde sowohl für die erste als auch die ergänze Anhörung ein g e- schlechtsspezifisches (sog. GespeVer) Team vorgesehen (vgl. dazu Art. 6 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Dar- über hinaus bestätigt das BFM in seiner Stellungnahme vom 16. Septem- ber 2014, dass beide Anh örungen in ei ner Frauenrunde stattgefunden hätten. Somit kann davon ausgegangen werden, dass die Protokollführ e- rin ebenfalls weiblichen Geschlechts war. Den Anforderungen von Art. 6 AsylV 1 wurde damit Genüge getan. 6.2 Sodann wird gerügt, es sei bei der zweiten Anhörung vom 2. Juni 2014 keine Hilfswerksvertreterin anwesend gewesen, was einen Verfa h- rensmangel darstelle. Art. 30 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 AsylG sieht eine Hilfs- werksvertreterin bei den Anhörungen über die Asylgründe vor. Bereits die Asylrekurskommission (ARK) hielt jedoch in ihrem Grundsatzentscheid vom 19. Dezember 1995 fest, die Anwesenheit einer Hilfswerksvertreterin bei der Anhörung stelle keine aus dem Anspruch auf rechtlic hes Gehör fliessende Regelung dar, deren Verletzung zwingend die Aufhebung der angefochtenen Verfügung zur Folge habe. Es müsse im Einzelfall beu r- teilt werden, ob ein Verfahrensmangel von wesentlicher Bedeutung vo r- liege (Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs- kommission EMARK 1996 Nr. 13). Im vorliegenden Fall wird lediglich vermutet, dass sich die abwesende Hilfswerksvertreterin zum Nachteil D-3834/2014 Seite 11 der Beschwerdeführerin ausgewirkt habe. Ein konkreter Nachteil wird i n- dessen weder geltend ge macht noch ist ein solcher aus den Akten e r- sichtlich. Im Übrigen ergibt sich auch aus dem Gesetz der Grundsatz, dass eine Anhörung, deren Termin zuvor rechtzeitig der Hilfswerksvertre- terin mitgeteilt wurde, trotz Nichterscheinens der Hilfswerksvertreterin vol- le Rechtswirkung entfaltet (Art. 30 Abs. 3 AsylG; vgl. auch Botschaft zur Totalrevision des Asylgesetzes sowie zur Änderung des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer vom 4. Dezember 1995, BBl 1996 II 56). Aus diesen Gründen stellt das Nichterscheinen der Hilfswerksvertreterin an der Anhörung vom 2. Juni 2014 entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin keinen wesentlichen Verfahren s- mangel dar. 6.3 Schliesslich wird vorgebracht, das BFM habe die psychischen Pro b- leme der Beschwerdefü hrerin nicht angemessen berücksichtigt und das von dieser handschriftlich verfasste Schreiben zu ihrem Gesundheitsz u- stand nicht beachtet. Dazu ist zu bemerken, dass es zwar zutrifft, dass das BFM den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in der ang e- fochtenen Verfügung faktisch ausser Acht gelassen hat . Dies ist indes nicht zu beanstanden. Es obliegt der asylsuchenden Person, relevante Gesundheitsprobleme umgehend, unaufgefordert und substantiiert akten- kundig zu machen (vgl. dazu Art. 8 AsylG; Mitwirkung spflicht). Die B e- schwerdeführerin machte im Verfahren vor der Vorinstanz indes keine wesentlichen (psychischen) Gesundheitsprobleme geltend. Im Gegenteil gab sie in der ersten Anhörung vom 24. April 2014 auf die Frage der Hilfswerksvertreterin, wie es ihr gesundheitlich gehe, zu Protokoll: "Gut. Es geht sehr gut." (A19/14, F84). In der ergänzenden Anhörung vom 2. Juni 2014 erwähnte die Beschwerdeführerin zwar am Schluss (A23/12, F87), dass sie in ärztlicher Behandlung sei und viele Medikamente ei n- nehmen müs se; erklärte aber gleichzeitig, es sei ein CT gemacht und nichts festgestellt worden. Den aktenkundigen Meldeformularen für med i- zinische Fälle (A6/1 und A7/1) ist ebenfalls nicht zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin unter wesentlichen Gesundheitsprobl emen leidet. Das von Hand in Farsi verfasste Schreiben vom 12. Dezember 2012 wur- den vom BFM an die Beschwerdeführerin retourniert, da es nicht in einer Amtssprache abgefasst war (vgl. Art. 33a Abs. 1 VwVG). Der Beschwe r- deführerin wäre es ohne weiteres zumu tbar und möglich gewesen, eine Übersetzung in eine Amtssprache zu veranlassen oder zumindest den In- halt dieses Schreibens in der Anhörung vom 24. April 2014 zu thematisie- ren, was sie indessen unterliess. Unter diese n Umständen durfte das BFM im Zeitpunkt d es Erlasses der angefochtenen Verfügung davon D-3834/2014 Seite 12 ausgehen, die Beschwerdeführerin leide an keinen relevanten gesun d- heitlichen Problemen, weshalb sich diesbezüglich e Ausführungen in der angefochtenen Verfügung erübrig ten und das BFM auch nicht gehalten war, weitere Abklärungen zu treffen. 6.4 Zusammenfassend lässt sich somit feststellen, dass das BFM den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig festgestellt hat und kein relevanter Verfahrensmangel vorliegt . Die entsprechenden Rügen erweisen sich somit als unbegründet. 7. Mit der Beschwerde wird sodann beantragt, die Beschwerdeführerin sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihr Asyl zu gewähren. 7.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 7.1.1 Unter frauenspezifischer Verfolgung sind unter anderem Massna h- men zu verstehen, die Frauen aufgrund ihrer besonderen gesellschaftl i- chen Stellung treffen. Diese sind gekennzeichnet durch eine mehr oder minder rigide Vorbestimmung ihrer Geschlechterrolle und umfassen in der Regel die Zurückbindung der Frau in den privaten Einflussbereich der Familie, eine Verminderung der Möglichkeiten zur Selbstentfaltung b e- züglich Bildung, Arbeit, finanzielle Unabhängigkeit und insbesondere eine Zweitrangigkeit, was die Rech te der Frauen betrifft. Frauenspezifisch ist im Weiteren das Ausmass an sexueller Gewalt, das mit der Verfolgung von Frauen einhergeht. Frauenspezifische Verfolgung ist namentlich dann zu bejahen, wenn die Frage, ob eine Verfolgungsart im selben Ausmass auch Männer treffen würde, verneint werden muss ( Handbuch zum Asyl- und Wegweisungsverfahren, Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH [Hrsg.], Bern/Stuttgart/Wien 2009, S. 264; zur Tragweite von Art. 3 Abs. 2 AsylG, wonach "den frauenspezifischen Fluchtgründen … Rechnung zu tragen" ist, namentlich im Zusammenhang mit der Prüfung eines flüchtlingsrech t-D-3834/2014 Seite 13 lich relevanten Verfolgungsmotivs vgl. ausführlich EMARK 2006 Nr. 32 E. 8). Grund zur Flucht hat nur, wer verfolgt ist; und verfolgt im Sinne des Flüchtlingsbegriffs ist nur, wer alle Voraussetzungen der Flüchtlingseigen- schaft erfüllt. Die frauenspezifische Verfolgung bezieht sich damit nicht nur auf die ernsthaften Nachteile (SFH, a.a.O., S. 175, 265). Asylrechtlich relevant ist eine schwerwiegende geschlechtsspezifische Diskriminierung oder Gewalt durch Dritte dann, wenn diese Massnahmen mit ausdrückl i- cher oder stillschweigender Duldung des Staates Bestandteil eines g e- sellschaftlichen, zumeist jahrhundertalten Verständnisses über die Ro l- lenzuteilung der Frau darstell t. Darunter fällt ein breites Spektrum an Massnahmen, so beispielsweise auch das Züchtigungsrecht des Eh e- mannes. Demgegenüber ist eine geschlechtsspezifische Verfolgung asy l- rechtlich nicht relevant, wenn die betroffenen Frauen genügend Schutz in ihrem Heim atland finden können ( vgl. dazu das Urteil des BVGer E-6417/2013 vom 10. September 2014 E. 5.4.3). 7.2 Für den vorliegenden Fall ist festzustellen, dass die Beschwerdefü h- rerin nicht geltend macht, sie sei aus ethnischen, religiösen oder polit i- schen Gründen ve rfolgt worden. Ferner ergibt sich aus den Akten auch nicht, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland infolge einer Dis- kriminierung aufgrund ihres Geschlechts keinen adäquaten staatlichen Schutz erhalten hat. Den Akten zufolge hat der Vater der Beschwerdefüh- rerin den Vergewaltiger angezeigt. Die Anklageschrift wurde daraufhin von der Staatsanwaltschaft überprüft , und es wurde ein Gerichtstermin festgelegt. Der Angeklagte erschien jedoch weder a m ersten noch am zweiten Termin. Die Beschwerdeführerin respektive ihr Vater verzichteten in der Folge darauf, den Täter durch die Bezirkspolizei festnehmen und bei Gericht vorführen zu lassen (vgl. A19 S. 9 f., A23 S. 7 f.). Hingegen habe der Vater kurz vor oder nach der Ausreise der Beschwerdeführerin eine Besc hwerde beim islamischen Revolutionsgericht eingereicht (vgl. A8 S. 7 und 8). Laut Angaben der Beschwerdeführerin ist das Verfahren weiterhin hängig. Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die iranischen Justizbehörden die Anzeige der Beschwerdeführer in ernst ge- nommen und ein Strafverfahren gegen den Täter eingeleitet haben, we l- ches offenbar weiterhin hängig ist. Jedenfalls weist aufgrund der Aktenl a- ge nichts darauf hin, dass der Beschwerdeführerin aufgrund ihres G e- schlechts staatlicher Schutz verweigert wurde. Vielmehr ist davon ausz u- gehen, dass die iranischen Behörden in ihrem Fall grundsätzlich schut z- willig und –fähig sind. D-3834/2014 Seite 14 7.3 Nach dem Gesagten sind die Asylvorbringen der Beschwerdeführerin als nicht asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG zu qualifizie ren. Aufgrund der auf den ersten Blick überzeugenden Erwägungen des BFM ist zwar auch die Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführerin zu b e- zweifeln, allerdings erübrigt sich angesichts der fehlenden Asylrelevanz der Vorbringen eine nähere Auseina ndersetzung mit der Frage der Glaubhaftigkeit. Im Ergebnis hat die Vorinstanz bezüglich der geltend gemachten Vorverfolgung zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der B e- schwerdeführerin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt. 8. Die Beschwerdeführerin macht ferner (erst) auf Beschwerdeebene ge l- tend, sie habe sich in der Schweiz exilpolitisch betätigt, weshalb sie z u- mindest deswegen als Flüchtling anzuerkennen und vorläufig aufzune h- men sei. 8.1 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausr eise aus dem Heimat - oder Herkunftsland eine Gefährdungssituation erst g e- schaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingse i- genschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. Das vom Gesetzgeber vorgesehene Konzept, wonach das Vorliegen von subjektiven Nac h- fluchtgründen die Gewährung von Asyl ausschliesst, verbietet auch ein Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen, welche vor der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat entstanden sind und die für sich alleine nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgewährung ausreichen (vgl. dazu BVGE 2009/28 E. 7.1 m.w.H.). 8.2 Die Beschwerdeführerin lässt auf Beschwerdeebene vorbringen, sie betätige sich seit ihrer Einreise in die Schweiz exilpolitisch gegen die ir a- nische Regierung, weshalb sie bei einer Rückkehr in den Iran gefährdet wäre. Insbesondere sei sie zusammen mit ihrem Freund und "zukünftigen Lebenspartner" J._______ im Rahmen der Socialist Party of Iran aktiv; J._______ sei übrigens vom BFM infolge subjektiver Nachfluchtgründe als Flüchtling vorläufig aufgenommen worden. Hierzu ist festzustellen, dass sich weder in den vorinstanzlichen Akten betreffend die Beschwe r- deführerin noch in den Akten ihres angeblichen Freundes J._______ (vgl. D-3834/2014 Seite 15 N […]) Hinweise auf die je andere Person finden. Die Akten von J._______, namentlich die von diesem eingereichten Beweismittel zu se i- ner exilpolitischen Aktivität, enthalten weder den Namen noch ein Bild der Beschwerdeführerin. Auch sie selbst hat bis heute keinerlei Beweismittel eingereicht, welche darauf schliessen lassen könnten, die iranischen B e- hörden würden sie mit der Person von J._______ in Verbindung bringen. Darüber hinaus hat die Beschwerdeführerin au ch ihre behauptete eigene exilpolitische Tätigkeit nicht glaubhaft gemacht. Im Verlauf des vorinstanz- lichen Verfahrens hat sie überhaupt kein politisches Engagement e r- wähnt, weder im Heimatland noch in der Schweiz. Sie hat auch keine in einem politischen K ontext stehende Verfolgung im Heimatland geltend gemacht. Von ihren angeblichen Aktivitäten in der Schweiz bzw. ihrer a n- geblichen Mitgliedschaft in der Socialist Party of Iran hat sie nicht einmal andeutungsweise gesprochen. Auf Beschwerdeebene werden dies e Akti- vitäten lediglich in pauschaler Weise behauptet und weder näher su b- stanziiert noch mit Beweismitteln untermauert. Eine "Dokumentation der exilpolitischen Aktivitäten" (vgl. S. 10 der Beschwerde) liegt nicht vor. Aus diesen Gründen ist das nachträgliche Vorbringen, die Beschwerdeführerin sei in der Schweiz in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise exilpolitisch t ä- tig, als offensichtlich unglaubhaft zu erachten. 9. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten Asy l- gründe sowie die nachträgl ich vorgebrachten subjektiven Nachfluch t- gründe nicht geeignet sind, eine asyl - respektive flüchtlingsrechtlich rele- vante Verfolgung beziehungsweise eine entsprechende Verfolgungsfurcht zu begründen. An dieser Einschätzung vermögen die weiteren Ausfü h- rungen auf Beschwerdeebene nichts zu ändern, weshalb an dieser Stelle darauf nicht mehr näher einzugehen ist. Der Beschwerdeführerin ist es damit nicht gelungen, Gründe nach Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat damit zu Recht di e Flüchtlings- eigenschaft verneint und das Asylgesuch abgewiesen. 10. 10.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 10.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l-D-3834/2014 Seite 16 chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 11. Ist der Vollzug der Wegwe isung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernis- sen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und ander n- falls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 11.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder e r- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführe- rin in den Iran ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs- sig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh- rerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer D-3834/2014 Seite 17 Ausschaffung in den Iran dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMR K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr (« real risk») nach- weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Fol- ter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008 , Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Aufgrund der Akten sowie der vorstehenden Erw ä- gungen zur Frage der Flüchtlingseigenschaft ist indessen nicht davon auszugehen, dass ihr im Falle einer Rückschiebung in den Iran eine de r- artige Gefahr droht. Die allgemeine Menschenrechtssituation im Iran lässt den Wegweisungsvollzug im heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unz u- lässig erscheinen. Auf Beschwerdeebene wird im Zusammenhang mit der angeblichen exilpolitischen Tätigkeit der Beschwerdeführerin geltend g e- macht, sie unterhalte eine Beziehung zu J._______, welcher in der Schweiz als Flüchtling vorläufig aufgenommen worden sei (vgl. N […]). Der Vollständigkeit halber ist daher an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich diesbezüglich im vorliegenden Fall weder aus Art. 8 EMRK noch aus dem in Art. 44 in fine AsylG statuierten Grundsatz der Einheit der Familie ein Wegweisungsvollzugshinde rnis ableiten lässt. Zum einen verfügt J._______, welcher in der Schweiz als Flüchtling vorläufig aufg e- nommen wurde, zurzeit nicht über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz, zum andern ist aufgrund der Aktenlage klarerweise nicht davon auszugehen, es liege zwischen der Beschwerdeführerin und J._______ eine gefestigte Beziehung im Sinne einer dauerhaften eheähnlichen G e- meinschaft vor (vgl. dazu beispielsweise D -1532/2012 vom 23. März 2012 E. 5.2 f., m.w.H). Die Beschwerdeführerin erwähnte J._______ nämlich erstmals in der Beschwerde vom 9. Juli 2014 und bezeichnete diesen darin zudem selber bloss als "zukünftige n" Lebenspartner (vgl. S. 10 der Beschwerde). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegwe i- sung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völke rrechtlichen Besti m- mungen zulässig. 11.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer N otlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. D-3834/2014 Seite 18 11.2.1 Im Iran herrscht im heutigen Zeitpunkt keine Situation allgemeiner Gewalt, weshalb von der genere llen Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zugs dorthin ausgegangen wird. 11.2.2 Dem BFM ist zuzustimmen, dass auch keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Iran sprechen. Die Beschwerdeführerin verfügt über eine Au sbildung als Informatikerin sowie Berufserfahrung und hat zudem eine wohlhabende Familie (vgl. zum Letzteren die Anamnese des ärztlichen Berichts vom 7. August 2014, BVGer act. 5). Damit dürfte sie in sozialer und wirtschaft- licher Hinsicht keine Schwierigk eiten haben, sich im Heimatland wieder zu integrieren. Gemäss dem erwähnten ärztlichen Bericht leidet sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie einer schweren d e- pressiven Episode mit psychotischen Symptomen und benötigt eine r e- gelmässige ps ychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung. Zwar b e- stand offenbar nach dem negativen Asylentscheid im Juni 2014 vorübe r- gehend akute Suizidalität; dem Arztbericht ist indessen nicht zu entne h- men, dass die Beschwerdeführerin auch heute noch suizidgefährdet ist. Bei einer Erkrankung kann nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs geschlossen werden, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträcht igung des G e- sundheitszustands der betroffenen Person führen würde. Als wesentlich wird die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet, die zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Behandlung absolut no t- wendig ist, wobei Unzumutbarkeit jeden falls noch nicht vorliegt, wenn im Heimatstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009 /2 E. 9.3.2). Vorlie- gend ist davon auszugehen, dass die medizinischen Probleme der B e- schwerdeführerin durchaus auch im Iran adäquat weiterbehandelt werden können, wurde sie doch bereits vor der Ausreise erfolgreich im Heima t- land therapiert, und zwar ambulant psychotherapeutisch sowie vorübe r- gehend stationär psychiatrisch (vgl. A19/14 F55). Ferner ist darauf hinzu- weisen, dass einer möglichen Dekompensation und eventuellen erneuten Suizidalität im Hinblick auf einen allenfalls zwangsweisen Vollzug der Wegweisung durch geeignete medikamentöse oder nötigenfalls psych o- therapeutische Massnahmen entgegengewirkt werd en kann. Sofern not- wendig, wäre im Zuge flankierender Massnahmen in Zusammenarbeit mit der Schweizer Vertretung vor Ort und den zuständigen Stellen der Vori n- stanz auch sicherzustellen, dass die Weiterführung einer allenfalls no t-D-3834/2014 Seite 19 wendigen Behandlung im Heima tstaat im Zeitpunkt des Vollzugs effektiv gewährleistet ist. 11.2.3 Nach dem Gesagten bestehen insgesamt keine konkreten Hinwe i- se dafür, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr in den Iran in eine existenzielle Notlage geraten wird. Damit erweist sich der Wegwe i- sungsvollzug als zumutbar. 11.3 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zustä n- digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 11.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den We g- weisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 12. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). Die Beschwerde i st demnach abzuweisen. 13. 13.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten der B e- schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch das in der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltl i- chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Verfügung vom 15. Juli 2014 gutgeheissen worden ist, sind vorliegend kei ne Verfahrens- kosten zu erheben. 13.2 Mit Verfügung vom 15. Juli 2014 wurde ausserdem das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung gestützt auf Art. 110a Abs. 1 AsylG gutge- heissen und der Beschwerdeführerin ihr Rechtsvertreter (Rechtsanwalt Peter Frei) als amtlic her Rechtsbeistand beigeordnet. Die Festsetzung des amtlichen Honorars erfolgt in Anwendung der Art. 8-11 sowie Art. 12 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2). In der Kostennote vom 5. November 2014 weist der Rechtsbeistand einen zeitlichen Aufwand von 9,33 Stunden sowie Auslagen in der Höhe von D-3834/2014 Seite 20 Fr. 120.50 aus, was angemessen erscheint. Der ausgewiesene Stunde n- ansatz von Fr. 240.– bewegt sich im Rahmen von Art. 10 Abs. 2 VGKE. Das amtliche Honorar für den als amtlichen Anw alt eingesetzten Rechts- vertreter beträgt somit insgesamt Fr. 2'549.– (inkl. MWSt) und geht zulas- ten der Gerichtskasse des Bundesverwaltungsgerichts. (Dispositiv nächste Seite) D-3834/2014 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Das amtliche Honorar für den als amtlichen Anwalt eingesetzten Recht s- vertreter in der Höhe von Fr. 2'549. – geht zulasten der Kasse des Bu n- desverwaltungsgerichts. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona- le Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut Versand: