Entscheid vom 4. Juli 2013 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Cornelia Cova, Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia Parteien A., vertreten durch Rechtsanwalt Werner Garsky, Beschwerdeführer gegen STAATSANWALTSCHAFT I DES KANTONS ZÜ- RICH, Beschwerdegegnerin Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Ungarn Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: RR.2013.103 - 2 - Sachverhalt: A. Die Oberstaatsanwaltschaft Budapest führt gegen eine unbekannte Täter- schaft ein Strafverfahren wegen "Geschäfte unter Einflussmissbrauch" (s. hierzu im Einzelnen nachfolgend) im Zusammenhang mit der Privatisi e- rung der ungarischen Gesellschaft für Staatsbahnen B. In diesem Kontext gelangte die Oberstaatsanwaltschaft Bud apest mit Rechtshilfeersuchen vom 28. Januar 2011 an die Schweiz und ersuchte um Bankenermittlungen hinsichtlich der Kundenbe ziehung mit der IBAN -Nr. 1 für die Zeit vom 1. Januar 2010 bis dato. Dem Rechtshilfeersuchen ist im Wesentlichen fol- gende Sachdarstellung zu entnehmen: Die in Österreich domizilierte C. AG habe am 27. November 2007 den Z u- schlag für den Erwerb der Aktien der B. erhalten. Im Vorfeld soll die C. AG mit Vertrag vom 29. Juni 2007 das ungarische Beratungsunternehmen, die von A. beherrschte Kommanditgesellschaft D., mit ihrer Unterstützung hin- sichtlich des Ausschreibungsverfahrens beauftragt haben. Im Auftragsver- trag, welcher auf Seiten der C. AG durch den Generaldirektor sowie Vorsit- zenden E. und den Prokuristen F. unterzeichnet worden sei, sei eine mo- natliche Gebühr in der Höhe von EUR 10'000. -- für das "Zur-Verfügung- Stehen" und für den Fall, dass die C. AG den Zuschlag erhalten würde, die Hälfte der Erfolgsprämie vereinbart gewesen. Gemäss den Ermittlungen der ungarischen Strafverfolgungsbehörden habe die C. AG zwischen 2007 und 2008 in mehreren Tranchen H UF 16' 488'900.-- auf e in Konto der D. KG und am 2. März 2009 EUR 5'909'430.-- auf ein Konto von A. über- wiesen. Von diesem Konto seien EUR 4'917'157.-- auf das bei der Bank G. geführte Konto von A. und von dort am 5. Feb ruar 2010 EUR 3'892'470.-- und am 12. Februar 2010 EUR 773'423. -- auf das schweizerische Konto mit der IBAN -Nr. 1 überwiesen worden. Die ungarischen Strafverfolgungs- behörden vermuten dabei, dass "bisher unbekannte Personen sich darauf berufen haben, dass sie einen T eil der Erfolgsprämie an Personen weite r- leiten wollten, die Einfluss auf die Transaktion hatten, eventuell behaupte- ten, dass sie mit der W eiterleitung des Geldes zwischen den ungarischen Entscheidungsträgern des G eschäfts und dem Auftraggeber vermitteln können". B. Hinsichtlich der gleichen Ereignisse, aber mit einem anderen Schwerpunkt führt d ie Zentrale Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstra f- sachen und Korruption in Wien ein Strafverfahren gegen E., F. und A. ein Strafverfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. - 3 - Die österreichischen Behörden werf en E. und F. vor, diese hätten – unge- achtet eines berei ts bestehenden auftragsidentischen Beratungsvertrages mit einem anderen Beratungsunternehmen – durch Beauftrag ung eines weiteren Berat ungsunternehmens, der D. KG leistungsunabhängig g e- schuldete und entrichtete Geldbeträge von insgesamt EUR 6'726'955.-- ge- zahlt und der C. AG dadurch einen entsprechenden Vermögensnach teil in derselben Höhe zugefügt. A. wird verdächtigt, zur Ausführung dieser stra f- baren Handlungen beigetragen zu haben. Ihm wird vorgeworfen, zu Ve r- schleierungszwecken den zur Rechtfertigung des Vermögensabflusses aus der C. AG erforderlichen Dienstleistungsvertrag konzipiert, die entspr e- chenden Zahlungsflüsse durch Erstellung von Scheinrechnungen an die C. AG ausgelöst, die entsprechenden Zielkonten in Ungarn bereit gestellt und dort die Weiterleitung eines Teilbetrage s auf ein Konto bei der Bank H. AG in der Schweiz besorgt zu haben. Vor diesem Hintergrund gelangten die österreichischen (wie zuvor die ungarischen) Strafverfolgungsbehörden mit Rechtshilfeersuchen vom 21. Dezember 2011 ebenfalls an die Schweiz und ersuchten um Bankenermittlungen hinsichtlich des vorgenannten Kon- tos sowie um Sperrung der Vermögenswerte . Mit Eintretens - und Zw i- schenverfügung vom 29. Dezember 2011 trat die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich auf das Rechtshilfeersuchen ein und verfügte unter and e- rem die Aktenedition betreffend das fragliche Konto und die Kontosperre. Auf die dagegen von A. erhobene Beschwerde trat die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Entscheid vom 12. Mai 2012 nicht ein ( zum Ganzen s. Verfahrensakten Staatsanwaltschaft, Urk. 13/5/22; 13/6/2 sowie Beschwerdeverfahren RR.2012.2). C. Das ungarische Rechtshilfeersuchen vom 28. Januar 2011 wurde n ach summarischer Prüfung durch das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") der für den Kanton zuständigen Staatsanwaltschaft I des Kanton s Zürich (nachfolgend „Staatsanwaltschaft“) übermittelt (Verfahrensakten Staatsan- waltschaft, Urk. 1). D. Mit Schreiben vom 1. Juni 2011 ersuchte die Staatsanwaltschaft bei der er- suchenden Behörde um Ergänzung des Sachverhaltes im Rechtshilfeers u- chen (Verfahrensakten Staatsanwaltschaft, Urk. 4/1). Insbesondere wurde um Angabe zu den einzelnen Tathandlungen der beschuldigten Person, insbesondere wer, wen, mit welcher Bestechungshandlung und mit welcher konkreten Auswirkung der Bestechungshandlung bestochen haben soll. E. Die ersuchende Behörde reichte mit Schreiben vom 30. August 2011 in- nerhalb der angesetzten Frist ihre Ergänzung des Rechtshilfeersuchens ein (Verfahrensakten Staatsanwaltschaft, Urk. 5). Darin wies die ersuchende - 4 - Behörde darauf hin, dass nach ungarischem Strafgesetzbuch die Tatb e- standsvoraussetzungen der Bestechung (Abschnitt 250 Absatz (1) H-StGB) und der "Amtsgeschäfte unter Einflussmissbrauch" (Abschnitt 256 H-StGB) nicht dieselben seien. Letztere Straftat begehe, wer, unter Berufung darauf, dass er einen Amtsträger beeinflusse, für sich selbst oder für andere einen unberechtigten Vorteil fordere oder annehme. Die Str aftat der Bestechung im Amt werde von demjenigen Amtsträger begangen, der in Verbindung mit seiner Tätigkeit eine unberechtigten Vorteil fordere bzw. einen unberechtig- ten Vorteil oder dessen Versprechen annehme bzw. sich mit der den unbe- rechtigten Vorteil fordernden oder annehmenden Person einig sei (Verfa h- rensakten Staatsanwaltschaft Urk. 5 S. 2). Der Verdacht auf Bestechung – so die ersuchende Behörde – könne ni cht mit konkreten Angaben belegt werden, sodass sie nicht mitteilen könne, wer, wann mit welche n Best e- chungshandlungen wen bestochen habe. Demgegenüber könn te A. die Straftat der "Geschäfte unter Einflussmissbrauch" begangen haben, als er im Zusammenhang mit der Ausschreibung seinen Einfluss aufgrund des Abschlusses des Auftragsvertrags angeboten ge habt hätte (Verfahrensak- ten Staatsanwaltschaft, Urk. 5 S. 2). Die ungarische Behörde führte aus, sie stehe mit den österreichischen Strafverfolgungsbehörde n in der gle i- chen Sache (s. supra lit. B) im Austausch, und verwies auf deren Ermittlun- gen. Diese wür den den Verdacht bekräftigen, dass weder die D. KG noch die C. AG über urkundliche Beweise verfüge n, die belegen würden, dass im Zusammenhang mit dem Auftragsvertrag irgendeine Leistung angeb o- ten worden wäre (Verfahrensakten Staatsanwaltschaft, Urk. 5 S. 3). Daraus könne geschlossen werden, dass es nicht zu der im Vertrag festgelegten Beratung gekommen sei und dass die Gebühr der "Dienstleistung" der Ge- genwert des vermeintlichen Einflusses von A. gewesen sei. So habe E. an- lässlich seiner Einvernahme am 4. Oktober 2010 nicht konkret anführen können, auf Grund welcher Gesichtspunkte die D. KG ausgewählt worden sei. Er teilte lediglich mit, dass D. KG am ehesten den Erwartungen der Ös- terreichischen Bundesbahnen entsprochen habe. Abschliessend weist die ersuchende Behörde auf ihre Ermittlungen hin, wonach die D. KG effektiv nie eine Wirtschaftstätigkeit ausgeübt habe und sich ihr Kontoumsatz au s- schliesslich auf die im Zusammenhang mit der Pri vatisierung der B. über- wiesene Erfolgsprämie beschränkt habe (Verfahren sakten Staatsanwal t- schaft, Urk. 5 S. 3). F. In der Folge trat die Staatsanwaltschaft mit Eintretensverfügung vom 5. Ok- tober 2011 auf das Rechtshilfeersuchen samt Ergänzung ein und ordnete eine Aktenedition bei der Bank H. AG betreffend das Konto mit der IBAN - Nr. 1 an (Verfahrensakten Staatsanwaltschaft, Urk. 7/1) . Das Bankinstitut übermittelte mit Schreiben vom 13. Oktober 2011 und vom 16. Nove m-- 5 - ber 2011 die angeforderten Kontounterlagen (Verfahrensakten Staatsa n- waltschaft, Urk. 8). Diese betreffen das auf A. lautende Konto bei der Bank H. AG mit der Kontonum mer 1 (Verfahrensakten Staatsanwaltschaft, Urk. 8). G. Mit Schreiben vom 11. November 2011 zeigte der damalige Rechtsvertreter von A. (Rechtsanwalt I.) das Mandat an (act. 11/2). In der Folge teilte d ie- ser Re chtsvertreter mit Schreiben vom 24. November 2011 mit, A. nicht mehr zu vertreten (Verfahrensakten Staatsanwaltschaft, Urk. 11/7). Mit Schreiben vom gleichen Tag reichte Rechtanwalt J. die Vollmacht von A. ein (Verfahrensakten Staatsanwaltschaft, Urk. 13/1 ). Mit Eingabe vom 31. Januar 2012 reichte Rechtsanwalt J. nach Einsicht in die Akten seine Stellungnahme zum Rechtshilfeersuchen ein. Mit Sc hreiben vom 18. März 2013 teilte auch Rechtsanwalt J. mit, dass er A. nicht mehr vertre- te (Verfahrensakten Staatsanwaltschaft, Urk. 13/7). Mit Fax-Mitteilung vom 12. März 2013 hatte zuvor Rechtsanwalt Werner Garsky die Staatsanwal t- schaft darüber informiert, dass er neu die Vertretung von A. übernommen habe (Verfahrensakten Staatsanwaltschaft, Urk. 14/1). H. Mit Schlussverfügung vom 20. März 2013 ordnete die Staatsanwaltschaft die rechtshilfeweise Herausgabe der Bankunterlagen betreffend das Konto Nr. 1, lautend auf A., bei der Bank H. AG, für den Zeitra um vom 1. Febru- ar 2010 bis 10. Oktober 2011 an (Schreiben der Bank betreffend Einre i- chung der Bankunterlagen, Kontoeröffnungsunterlagen, Unterlagen Wer t- schriften, Kontoauszüge und Detailbelege, Vermögensaufstellung) (act. 1.2 S. 11). I. Gegen diese Schlussverfügung lässt A. mit Eingabe vom 11. April 2013 durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde erheben (act. 1). Er beantragt die Aufhebung der angefochtenen Schlussverfügung und die Nichtherau s- gabe der Bankunterlagen, unter Kosten - und Entschädigungsfolge zu La s- ten des Staates. Mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2013 beantragt die Beschwerdegegn e- rin die kostenfällige Abweisung der Beschwerde unter Hinweis auf die E r- wägungen in der angefochtenen Verfügung (act. 6). Mit Schreiben vom 14. Mai 2013 reichte das BJ seine Vernehm lassung ein und beantragt die Abweisung der Beschwerde (act. 7). Beide Schreiben wurden in der Folge dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht (act. 8). Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen. - 6 - Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 1. 1.1 Für die Rechtshil fe zwischen der Schweiz und Ungarn sind in erster Linie die Bestimmungen des Europäischen Übereinkommens vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1), dem beide Sta a- ten beigetreten sind, sowie die Bestimmungen der Art. 48 ff. des Überei n- kommens vom 19. Juni 19 90 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19 - 62) massgebend. Zu- sätzlich kann das von beiden Ländern ratifizierte Übereinkom men vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (GwUe; SR 0.311.53) zur An- wendung gelangen. 1.2 Soweit das Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen nicht abschliessend r e- gelt, gelangt das schweizerische Landesrecht zur Anwendung, namentlich das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; SR 351.11). Das in- nerstaatliche Recht gilt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1; 129 II 462 E. 1.1 S. 464 m.w.H.). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3 S. 215; 123 II 595 E. 7c S. 616 ff., je m.w.H.). 2. 2.1 Beim angefochtenen Entscheid vom 20. März 2013 handelt es sich um eine Schlussverfügung der ausführen den kantonalen B ehörde, gegen welche innert 30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (Art. 80 e Abs. 1 i.V.m. Art. 80 k IRSG; Art. 37 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Stra f- behördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71] in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 des Organisationsreglements für das Bundesstrafgericht vom 31. August 2010 [BStGerOR; SR 173.713.161]). 2.2 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein sc hutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80 h lit. b IRSG). Personen, g e-- 7 - gen die sich das ausländische Strafverfahren richtet, sind unter denselben Bedingungen beschwerdelegitimiert (Art. 21 Abs. 3 IRSG). Der Beschwerdeführer ist als Inhaber des von der angefochtenen Schluss- verfügung betroffenen Kont os im Sinne von Art. 80h lit. b IRSG i.V.m. Art. 9a lit. a IRSV zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerde gegen die Schlussverfügung vom 20. März 2013 wurde sodann fristgerecht gemäss Art. 80k IRSG eingereicht, weshalb darauf einzutreten ist. 3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden (Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich mit freier Kognition. Sie ist aber nicht verpflichtet, nach weiteren der Rechtshilfe allenfalls entgegenstehenden Gründen zu forschen, die aus der Beschwerde nicht hervorgehen (BGE 123 II 134 E. 1d S. 136 f.; 122 II 367 E. 2d S. 372, mit Hinweisen). Ebenso wenig muss sich die urteilende I n- stanz nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit allen Parteistan d- punkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen au s- drücklich widerlegen. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentl i- chen Punkte beschränken und es genügt, wenn die Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leite n liess und auf we l- che sich ihr Entscheid stützt (Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 16. Juli 2004, E. 5.2, mit weiteren Hinweisen). 4. 4.1 Zur Hauptsache rügt d er Beschwerdeführer eine mangelhafte Sachve r- haltsdarstellung im Rechtshilfeersuchen im Hinblick auf das Erfordernis der doppelten Strafbarkeit. Es mangle zunächst an der Darstellung des relevanten Sachverhalts b e- züglich der Bestechung (act. 1 S. 5 ). Was den Vorwurf der Untreue anb e- lange, fehle jeglicher Hinweis im Rechtshilfeersuchen, in welcher Weise der Beschwerdeführer mit der Verwaltung eines fremden Vermögens beau f- tragt worden sei und in welcher Weise er diese Pflicht der Vermögensve r- waltung verletzt haben solle (act. 1 S. 5). Hinsichtlich des Vorwurfs der An- stiftung zur ungetreuen Geschäfts besorgung würden ebenfalls jegliche konkreten Ausführungen fehlen. Hier werde nur die Behauptung aufgestellt, dass im Zusammenhang mit dem Auftragsvertrag keine Leistungen ang e- boten worden sei. Es sei jedoch bezeichnend, dass das Rechtshilfeers u- chen dann ausführe, dass es nicht zu der im Vertrag festgelegten Beratung gekommen sei und dass die Gebühr der "Dienstleistung" der Gegenwert - 8 - des vermeintlichen Einfluss des Beschwerd eführers gewesen sei (act. 1 S. 6). 4.2 In formeller Hinsicht muss das Rechtshilfeersuchen insbesondere Angaben über den Gegenstand und den Grund des Ersuchens enthalten (Art. 14 Ziff. 1 lit. b EUeR). Ausserdem muss das Ersuchen in Fällen wie dem vo r- liegenden die strafbare Handlung bezeichnen un d eine kurze Darstellung des Sachverhalts enthalten (Art. 14 Ziff. 2 EUeR). Art. 28 Abs. 2 und 3 IRSG i. V. m. Art. 10 IRSV stellen entsprechende Anforderungen an das Rechtshilfeersuchen. Diese Angaben müssen der ersuchten Behörde alle r- dings nur die Prüfun g erlauben, ob die doppelte Strafbarkeit gegeben ist (vgl. Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR), ob die Handlungen wegen denen um Rechtshilfe ersucht wird, nicht politische oder fiskalische Delikte darstellen (Art. 2 lit. a EUeR) und ob der Grundsatz der Verhältnis mässigkeit gewahrt wird (vgl. statt vieler Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2009.324 vom 28. Juli 2010, E. 3.2 sowie BGE 129 II 97 E. 3.1 S. 98 m. w. H.). Die Rechtsprechung stellt an die Schilderung des Sachverhalts im Recht s- hilfeersuchen keine hohe n Anforderungen. Von den Behörden des ers u- chenden Staates kann nicht verlangt werden, dass sie den Sachverhalt, der Gegenstand des hängigen Strafverfahrens bildet, bereits lückenlos und völ- lig widerspruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck de s Rechtshilfeverfahrens unvereinbar, ersucht doch ein Staat einen anderen gerade deswegen um Unterstützung, damit er die bisher im Dunkeln g e- bliebenen Punkte aufgrund von Beweismitteln, die sich im ersuchten Staat befinden, klären kann. Es reicht daher aus , wenn die Angaben im Recht s- hilfeersuchen den schweizerischen Behörden ermöglichen zu prüfen, ob ausreichende Anhaltspunkte für eine rechtshilfefähige Straftat vorliegen, ob Verweigerungsgründe gegeben sind bzw. in welchem Umfang dem Bege h- ren allenfalls en tsprochen werden muss. Entgegen der Annahme der B e- schwerdeführerin (act. 1 S. 10 f.) kann auch nicht verlangt werden, dass die ersuchende Behörde die Tatvorwürfe bereits abschliessend mit Beweisen belegt. Der Rechtshilferichter hat weder Tat - noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen, sondern ist vielmehr an die Sachdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird (vgl. BGE 132 II 81 E. 2.1 S. 85 mit Hinweisen; Urteil des Bundesg e- richts 1A.90/2006 vom 30. August 2006, E. 2.1; Entscheid des Bunde s- strafgerichts RR.2009.324, E. 3.2; TPF 2007 150 E. 3.2.4). 4.3 Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht ist der im Rechtshilfeersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie - 9 - wenn die Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein Strafverfahren eingeleitet hätte (BGE 132 II 81 E. 2.7.2 S. 90; 129 II 462 E. 4.4 S. 465). Zu prüfen ist mithin, ob der im Ausland verübte inkriminierte Sachverhalt, so - fern er – analog – in der Schweiz begangen worden wäre, die Tatbe - standsmerkmale einer schweizerischen Strafnorm erfüllen würde. Die Strafnormen brauchen nach den Rechtssystemen der Schweiz und des er - suchenden Staates nicht identisch zu sein (Urteil des Bundesgerichts 1A.125/2006 vom 10. August 2006, E. 2.1 m.w.H.). Dabei genügt es, wenn der im Rechtshilfeersuchen geschilderte Sachverhalt unte r einen einzigen Straftatbestand des schweizerischen Rechts subsumiert werden kann. Es braucht dann nicht weiter geprüft zu werden, ob darüber hinaus auch noch weitere Tatbestände erfüllt sein könnten (BGE 129 II 462 E. 4.6 S. 466). Ebenfalls nicht erforde rlich ist, dass dem von der Rechtshilfemassnahme Betroffenen im ausländischen Strafverfahren selbst ein strafbares Verhal - ten zur Last gelegt wird (Urteil des Bundesgerichts 1A.245/2006 vom 26. Januar 2007, E. 3). 4.4 Nach schweizerischem Recht erfüllt den T atbestand der ungetreuen Ge - schäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, wer aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen Auftrages oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines andern zu verwalten oder eine solche Vermö - gensverwaltung zu beauftragen, und dabei unter Verletzung seiner Pflich - ten bewirkt oder zulässt, dass der andere am Vermögen geschädigt wird. Handelt der Täter in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, so kann auf Freiheitsstrafe von einem Jah r bis zu fünf Jahren erkannt werden (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Geschäftsführer ist nicht nur, wer Rechtsgeschäfte nach aussen abzuschliessen hat, sondern auch, wer entsprechend seiner Fürsorgepflicht im Innenverhältnis für fremde Vermö - gensinteressen sorgen soll (BGE 129 IV 124 E. 3.1 S. 126; 123 IV 17 E. 3b; 120 IV 190 E. 2b; 118 IV 244 E. 2a, je mit Hinweisen). Der Tatb e- stand der ungetreuen Geschäftsbesorgung ist ein Verletzungsdelikt. Der Tatbestand ist erfüllt, wenn der Täter in der Stellung eines Geschäftsfüh- rers treuwidrig eine Schutzpflicht zur Wahrung fremder Vermögensintere s- sen verletzt hat und es dadurch zu einer Schädigung des anvertrauten Vermögens gekommen ist. Die Tathandlung besteht darin, dass der Täter die ihm obliegende Vermögensfürsor gepflicht verletzt. Das pflichtwidrige Verhalten kann sowohl im Abschluss als auch im Unterlassen des A b- schlusses von Rechtsgeschäften liegen, als auch darin, dass der Täter die ihm obliegende Vermögensfürsorgepflichten durch Realakte bzw. deren Unterlassung verletzt (G ÜNTER STRATENWERTH/WOLFGANG WOHLERS, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkom mentar, 2. Aufl., Bern 2009, N. 4 zu Art. 158 StGB mit Hinweisen). Ein Vermögensschaden liegt nach - 10 - der Rechtsprechung vor bei tatsächlicher Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht -Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven sowie dann, wenn das Vermögen in e i- nem Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert ve r- mindert ist (BGE 129 IV 124 E. 3.1 S. 125 f. mit Hinweisen). 4.5 Die Gewährung von Rechtshilfe in Strafsachen setzt grundsätzlich voraus, dass der ersuchende Staat für die Durchführung eines Strafverfahrens z u- ständig ist, d.h. die dem Rechtshilfeersuchen zugrunde liegende Tat der Strafgewalt des ersuchenden Staates unterliegt. Die Entscheidung über die Grenzen der eigenen Strafgewalt steht grundsätzlich jedem Staat selbst zu, der hierbei allerdings gewisse, vom Völkerrecht gezogene Grenzen nicht verletzen darf. Inhalt und Tragweite dieser völk errechtlichen Grenzen sind jedoch umstritten. Immerhin gibt es eine Reihe von Anknüpfungspunkten (sog. Prinzipien des internationalen Strafrechts), die international üblich und völkerrechtlich in der Regel unbedenklich sind. Hierzu gehört neben dem Territo rialitätsprinzip (Begehungsort auf dem eigenen Staatsgebiet) unter anderem das aktive Persönlichkeitsprinzip (Staatsangehörigkeit des Täters) (BGE 126 II 212 E. 6b und c/bb mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat der schweizerische Rechtshilferichter in einem Rechtshilfeverfahren betreffend Gesellschaften mit Sitz in Drittstaate n in der Regel nicht abzuklären , ob die Zuständigkeit des ersuchenden Staates gegeben s ei (BGE 116 Ib 89 E. 2c/aa S. 92 f.; E. 4 S. 164). Eine Prüfung anhand des Strafrechts des ersuchten Staates (entsprechend Art. 7 Ziff. 2 EAUe) lässt das EUeR nicht zu, und zur Pr ü- fung der Strafbarkeit nach dem Recht des ersuchenden Staates sind die schweizerischen Rechtshilfebehörden gemäss Art. 64 IRSG nicht verpflic h- tet (Urteil des Bundesgerichts 1A.35/2002 vom 18. Juni 2002, E. 5.2) . Die Rechtshilfe darf in diesem Zusammenhang nur in Fä llen verweigert we r- den, in denen der ersuchende Staat offensichtlich unzuständig ist, d.h. die Justizbehörden des ersuchenden Staates ihre Zuständigkeit in willkürlicher Weise bejaht haben (Urteil des Bundesg erichts 1A.35/2002 vom 18. Juni 2002, E. 5.2) . Wird geltend gemacht, die Inanspruchnahme extr a- territorialer Strafgewalt durch den ersuchenden Staat verstosse gegen das Völkerrecht, kann eine Versagung der Rechtshilfe wegen völkerrechtswi d- riger Inanspruchnahme der Strafgewalt ohnehin nur in Betracht komm en, wenn der Sachverhalt keine Beziehung zu legitimen Rechtspflegeintere s- sen des ersuchenden Staates aufweisen würde, die Inanspruchnahme der Strafgewalt also klar rechtsmissbräuchlich wäre (BGE 126 II 212 E. 6b und c/bb mit Hinweisen). - 11 - 4.6 Gemäss der Sachverhaltsschilderung im Rechtshilfeersuchen und insbe- sondere dessen Ergänzung besteht der Verdacht, dass die D. KG im Zu- sammenhang mit dem Auftragsvertrag weder irgendeine Leistung angebo- ten noch die im Vertrag festgelegte Beratungstätigkeit für die C. AG ausge- übt habe. Mit anderen Worten geht die ersuchende Behörde somit davon aus, dass der Auftragsvertrag zwischen der C. AG und der D. KG für beide Vertragsparteien, d.h. für die für sie h andelnden Personen, einen Schein- vertrag dargestellt habe, zumal nach ihren Ermittlungen die D. KG effektiv nie eine Wirtschaftstätigkeit ausgeübt habe, und dass folglich die C. AG der D. KG bzw. dem Beschwerdeführer vorsätzlich ohne (legalen) Rechtsgrund – und somit zulasten der C. AG – insgesamt HUF 16'488'900.-- und EUR 5'909'430.-- überweisen liess. Auch wenn das Schwergewicht der u n- garischen Strafuntersuchung darin liegt, was der Beschwerdeführer in der Folge mit den überwiesenen Geldbeträgen unternomme n hat – sie vermu- tet die Beeinflussung des Privatisierungsverfahrens –, ist in ihrer Schild e- rung der Sachverhaltsvorwürfe auch der Tatverdacht miteingeschlossen, dass E. und F. als die für die C. AG verantwortlichen Personen , diese Überweisungen ohne (legalen) Rechtsgrund zugunsten der D. KG bzw. den Beschwerdeführer veranlasst und in diesem Umfang die C. AG geschädigt haben. Ein solches Verhalten kann bei einer prima facie Beurteilung ohne Weiteres nach schweizerischem Recht unter den Tatbestand der u ngetreu- en Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB subsumiert werden und wäre somit auch in der Schweiz strafbar. Ob der Sachverhalt auch un ter andere Tatbestände subsumiert werden kann, muss bei diesem Ergebnis nicht weiter geprüft werden (s. supra Ziff. 4.3). Im Lichte dieser Erwägungen erweisen sich die Einwendungen hinsichtlich der Sachverhaltsdarstellung und ihrer rechtlichen Qualifikation als unbehelflich. 4.7 Der Umstand, dass die mutmasslich geschädigte Gesellschaft ihren Sitz in Österreich hat und die ungarischen Behörden grundsätzlich wegen anderer Delikte um Rechtshilfe ersuchen , steht der Gewährung von Rechtshilfe nicht entgegen . Vorliegend bestehen genügend Anhaltspunkte (die ve r- dächtigen Überweisungen erfolgten auf Konten in Ungar n an eine ungar i- sche Gesellschaft sowie an den in Ungarn lebenden Beschwerdeführer u n- garischer Nationalität), weshalb unter Berücksichtigung der bundesgerich t- liche Rechtsprechung (s. supra Ziff. 4.5 ) eine allfällige ungarische Strafver- folgungskompetenz in Bezug auf die ungetreue Geschäftsbesorgung nicht offensichtlich ausgeschlossen erscheint. - 12 - 4.8 Zusammenfassend erweisen sich die im Hinblick auf das Erfordernis der Sachverhaltsschilderung und der doppelten Strafbarkeit erhobenen Rügen demnach als unbegründet. 5. 5.1 Im Rahmen der vorgenannten Rüge macht der Beschwerdeführer geltend, dass die Angaben bzw. nicht gemachten Angaben im Rechtshilfeersuchen gegen das Gebot der Verhältnismässigkeit und (das Verbot) der Bewei s- ausforschung verstiessen (act. 1 S. 6). 5.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismä s- sigkeit zu genügen (ROBERT ZIMMERMANN, La coopération judiciare interna- tionale en matière pénale, 3. Aufl., Bern 2009, S. 669 f., N. 715 mit Verwei- sen auf die Rechtsprechung; Entscheid des B undesstrafgerichts RR.2007.64 vom 3. September 2007, E. 3.2). Die akzessorische Rechtshil- fe ist nur zulässig, soweit sie für ein Verfahren in strafrechtlichen Angel e- genheiten im Ausland erforderlich erscheint oder dem Beibringen der Beute dient (vgl. Art. 63 Abs. 1 IRSG). Die internationale Zusammenarbeit kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolgten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vor- wand für eine unzulässige Beweisausforschung (“ fishing expedition“) er- scheint. Die ersuchte Rechtshilfebehörde muss nur aufzeigen , dass zwischen den von der Rechtshilfe betroffenen Unterlagen und dem Gegenstand der Strafuntersuchung ein ausre ichender Sachzusammenhang besteht und diejenigen Akten ausscheiden, bezüglich welcher die Rechtshilfe nicht z u- lässig ist (BGE 122 II 367 E. 2c S. 371). Es ist demgegenüber Sache des von der Rechtshilfemassnahme Betroffe- nen, klar und genau aufzuzeigen, inwiefern die zu übermittelnden Unterla- gen und Auskünfte den Rahmen des Ersuchens überschreiten oder für das ausländische Verfahren von keinerlei Interesse sein sollen (BGE 122 II 367 E. 2c S. 371 f.). 5.3 Die ungarischen Strafverfolgungsbehörden ersuchen um Herausgabe der Bankunterlagen betreffend das Konto, auf dem – gemäss der verbindlichen Sachverhaltsdarstellung im Rechtshilfeersuchen – Gelder mutmasslich de- liktischen Ursprungs überwiesen worden seien. Zwischen den von der Rechtshilfe betroffenen Kontoun terlagen und der ungarischen Strafunte r-- 13 - suchung besteht offensichtlich ein ausreichender Sachzusammenhang; von einer "fishing expedition" kann bei dieser Sachlage keine Rede sein. Inwie- fern sich die Herausgabe der einzelnen Kontounterlagen als unverhältni s- mässig erweisen würde, hat der Beschwerdeführer mit seinem pauschal begründeten Einwand nicht dargelegt und ist auch nicht ersichtlich. Nach dem Gesagten dringt der Beschwerdeführer auch mit dieser Rüge nicht durch. 6. 6.1 Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, das Rechtshilfeersuchen ver- stosse gegen den Grundsatz "ne bis in idem". Im Zusammenhang mit vo r- liegenden Ermittlungsverfahren, das sich unter anderem auch gegen dem den Beschwerdeführer richte, liege bereits ein Rechtshilfeersuchen der Zentralen S taatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption Wie n vor. Die Ermittlungen in Wien lägen zei tlich deutlich vor dem Rechtshilfeer suchen der Budapester Staatsanwaltschaft, so dass in der gleichen Sache zwei Mal ermittelt werde (act. 1 S. 7). 6.2 Nach dem EUeR stellt der Grundsatz "ne bis in idem" keinen Ausschluss- grund dar. Die Schweiz hat im EUeR in Anwendung von Art. 2 lit. b EUeR einen potestativen Vorbehalt zu Gunsten der eigenen Strafverfolgung an- gebracht, wonach sie sich das Recht vorbehält, die Rechtshilfe abzule h- nen, wenn wegen der dem Ersuchen zu Grunde liegenden Handlungen g e- gen denselben Beschuldigten in der Schweiz ebenfalls ein Strafverfahren durchgeführt wird oder eine strafrechtliche Entscheidung ergangen ist, mit der diese Tat und seine Schuld materiell beurteilt worden sind. Dieser potestative Vorbehalt zu Gunsten der eigenen Strafverfolgung wur- de in Art. 5 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 und 2 IRSG wieder zu Gunsten der Rechtshil- fe abgeschwächt und auf Fälle von bereits erfo lgtem Freispruch sowie Ver- fahrenseinstellung aus jeweils materiellrechtlichen Gründen, Sanktionsve r- zicht oder einstweiligem Absehen von der Sanktion eingeschränkt. Im Z u- sammenhang mit in der Schweiz noch hängigen Strafverfahren kann g e- mäss Art. 66 Abs. 1 I RSG Rechtshilfe verweigert werden, wenn der Ve r- folgte sich in der Schweiz aufhält und hier wegen der Tat, auf die sich das Ersuchen bezieht, bereits ein Strafverfahren hängig ist. Gemäss Abs. 2 kann die Rechtshilfe jedoch gewährt werden, wenn sich das Verf ahren im Ausland nicht nur gegen den Verfolgten richtet, der sich in der Schweiz aufhält, oder wenn die Ausführung des Ersuchens seiner Entlastung dient. Im Allgemeinen kann sich (im Rahmen von Rechtshilfeverfahren) auf den Grundsatz “ne bis in idem“ nur d iejenige Person berufen, welche im ers u-- 14 - chenden Staat strafrechtlich verfolgt wird (Urteil des Bundesgerichts 1A.5/2007 vom 25. Januar 2008, E. 2.4 und 3.5). Im Anwendungsbereich des EUeR kann sich auch diese Person allerdings nicht unter Berufung auf den G rundsatz “ne bis in idem“ der Gewährung von Rechtshilfe wider - setzen, wenn die Strafsache , für welche die Schweiz um Rechtshilfe e r- sucht wird, bereits Gegenstand eines Strafverfahrens nicht in der Schweiz als ersuchten Staat, sondern im ersuchenden Staat o der in einem dritten Staat war oder ist (Urteil des Bundesgerichts 1A.142/199 9 vom 30. Au- gust 1999, E. 4; s. auch ZIMMERMANN, a.a.O., S. 614). Die betreffende Per- son wird beim zuständigen Sachrichter die Rüge des Verbots der Doppe l- bestrafung erheben können (s. Urteil des Bundesgerichts 1A.142/1999 vom 30. August 1999, E. 4b). 6.3 Daraus folgt, dass mit dem geltend gemachten Strafverfahren in Österreich die Voraussetzungen von Art. 5 Abs. 1 lit. a IRSG (i.V.m. mit dem potestativen Vorbehalt in lit. a zu Art. 2 EUeR) für eine allfällige Verweig e- rung von Rechtshilfe vorliegend nicht erfüllt sind. 6.4 Soweit sich der Beschwerdeführer auf Art. 14 Abs. 7 UNO-Pakt II beruft, ist ihm darüber hinaus vorab entgegen zu halten, dass diese Bestimm ung (sowie Art. 4 Protokoll Nr. 7 EMRK) das Verbot statuiert, rechtskräftig Ver- urteilte oder Freigesprochene in einem Strafverfahren desselben Staats er- neut vor Gericht zu stellen. Da eine solche Konstellation in seinem Fall nicht vorliegt, kann er aus der zitierten Norm bereits aus diesem Grund nichts zu seinen Gunsten ableiten. Gemäss Art. 54 SDÜ darf eine Person, welche durch eine Vertragspartei rechtskräftig abgeurteilt worden ist, durch eine andere Vertragspartei wegen derselben Tat nicht verfolgt werden. Ein rechtskräftiges Urteil liegt in casu nicht vor, weshalb sich der Beschwerde- führer auch nicht auf Art. 54 SDÜ berufen kann. Ebenso wenig kann sich der Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren auf das in Art. 11 Abs. 1 StPO enthaltene Verbot der doppelten Strafverfo lgung beru- fen, wonach wegen der gleichen Straftat nicht erneut verfolgt werden darf, wer in der Schweiz rechtskräftig verurteilt oder freigesprochen worden ist. Aus dem Grundsatz "ne bis in idem" kann der Beschwerdeführer im vorli e- genden Verfahren nach d em Gesagten bereits aus den vorgenannten Gründen nichts zu seinen Gunsten ableiten, weshalb seine Rüge abzuwe i- sen ist. 7. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich alle Rügen de s Beschwerdefüh- rers hinsichtlich der Beweismittelherausgabe als unbegründet erweisen. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. - 15 - 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten- pflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für die Berechnung der Gerichtsgebühr gelangt gemäss Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG das Reglement des Bundesstrafgerichts über die Kos- ten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren vom 31. A u- gust 2010 (BStKR; SR 173.713.162) zur Anwendung (vgl. auc h Art. 22 Abs. 3 BStKR). Die Gerichtsgebühr ist vorliegend auf Fr. 4'000.-- festzuset- zen (vgl. Art. 5 und 8 Abs. 3 des Reglements), unter Anrechnung des g e- leisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. - 16 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. Bellinzona, 5. Juli 2013 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: Zustellung an - Rechtsanwalt Werner Garsky - Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich - Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Erö ffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeut ender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).