<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">5C.211/2002/sch </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 16. Oktober 2002 </div> <div class="para">II. Zivilabteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Bianchi, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Raselli, Bundesrichter Meier, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Zbinden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">X.________, zzt. Psychiatrische Universitätsklinik Basel, </div> <div class="para">Wilhelm Klein-Strasse 27, 4025 Basel, </div> <div class="para">Berufungskläger, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Psychiatrie-Rekurskommission Basel-Stadt, </div> <div class="para">St. Alban-Vorstadt 25, Postfach, 4006 Basel, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">fürsorgerische Freiheitsentziehung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Berufung gegen den Entscheid des Psychiatrie-Rekurskommission Basel-Stadt vom 26. September 2002. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para">A. </div> <div class="para">Am 21. September 2002 wies eine Ärztin des Gesundheitsdienstes X.________ wegen auffälligen Verhaltens in die psychiatrische Universitätsklinik Basel (PUK) ein und ordnete die fürsorgerische Freiheitsentziehung des Eingewiesenen an. In der Folge wurde X.________ medikamentös behandelt. </div> <div class="para">B. </div> <div class="para">X.________ rekurrierte am 22. September 2002 gegen die fürsorgerische Freiheitsentziehung und erhob ebenfalls Beschwerde gegen die medikamentöse Behandlung. Mit Entscheid vom 26. September 2002 wies die Psychiatrie-Rekurskommission Basel-Stadt den Rekurs gegen die Einweisung in die Klinik ab und entschied, X.________ dürfe durch die ärztliche Leitung der PUK weiterhin, ohne neuen Entscheid jedoch längstens bis zum 1. November 2002 zurückbehalten werden. Sodann wies die Kommission die Beschwerde gegen die Durchführung der medikamentösen Behandlung ab. </div> <div class="para">C. </div> <div class="para">X.________ hat gegen diesen, am 3. Oktober 2002 versandten Entscheid am 4. Oktober 2002 Berufung beim Bundesgericht erhoben. Damit beantragt er sinngemäss, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und er (der Berufungskläger) sei aus der Anstalt zu entlassen. Ferner richtet er sich gegen die medikamentöse Behandlung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es sind keine Gegenbemerkungen eingeholt worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">1.1 Gemäss <span class="artref">Art. 44 lit. f OG</span> ist die Berufung in Fällen der fürsorgerischen Freiheitsentziehung zulässig. Das Recht der Berufung beschränkt sich indes nicht nur auf die Anordnung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung, sondern ist generell zulässig gegen alle gestützt auf <span class="artref">Art. 397f ZGB</span> ergangenen Entscheide (Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, Band II, N. 2.6 zu <span class="artref">Art. 44 OG</span>). Die Berufung ist demnach auch zulässig gegen einen Entscheid, mit dem ein unfreiwilliger Freiheitsentzug verlängert wird. </div> <div class="para">1.2 Beim Entscheid der Psychiatrie-Rekurskommission handelt es sich um einen Entscheid eines oberen kantonalen Gerichts, welcher nicht durch ein ordentliches kantonales Rechtsmittel angefochten werden kann (<span class="artref">Art. 48 Abs. 1 OG</span>). </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Der Berufungskläger behauptet nicht, die Rekurskommission habe <span class="artref">Art. 397a ZGB</span> falsch angewendet; er führt lediglich aus, er wolle sich "nicht mehr ohne gerichtliches Verfahren einsperren lassen", ohne dabei allerdings näher zu präzisieren, wie er diesen Vorwurf genau verstanden wissen will. Soweit er sich damit auf den Standpunkt stellt, die Psychiatrie-Rekurskommission stelle kein Gericht im Sinne von <span class="artref">Art. 397d Abs. 1 ZGB</span> dar, erweist sich die Berufung als unbegründet, soweit überhaupt darauf eingetreten werden kann. </div> <div class="para">2.1 Gemäss <span class="artref">Art. 397d Abs. 1 ZGB</span> kann die betroffene oder eine ihr nahestehende Person gegen den Entscheid über eine fürsorgerische Freiheitsentziehung den Richter anrufen. Der Bundesgesetzgeber versteht unter dem Richter im Sinne dieser Bestimmung eine von anderen Staatsgewalten unabhängige Instanz, welche dazu berufen ist, Freiheitsentziehungen unvoreingenommen und unparteiisch in der Sache zu entscheiden (Botschaft des Bundesrates über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [fürsorgerische Freiheitsentziehung] und den Rückzug des Vorbehaltes zu <span class="artref">Art. 5 EMRK</span> vom 17. August 1977, BBl 1977 III N. 242 S. 38). Er geht somit von einem materiellen Begriff des Richters aus. </div> <div class="para">2.2 Nach § 3 Abs. 1 i.V.m. § 3 Abs. 2 der Verordnung betreffend Einführung des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1978 über die fürsorgerische Freiheitsentziehung (SGS/BS 212.350) ist die Psychiatrie-Rekurskommission Richter im Sinne von <span class="artref">Art. 397d ZGB</span>. Sie ist zwar administrativ dem zuständigen Departement zugeordnet, jedoch nicht weisungsgebunden und zudem auch fachlich unabhängig (§ 4 Abs. 2 des Gesetzes über Behandlung und Einweisung psychisch kranker Personen [Psychiatriegesetz; SGS/BS 323.1]). Damit verfügt der Kanton Basel-Stadt über ein Gericht im Sinne von <span class="artref">Art. 397d ZGB</span> (vgl. dazu auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=28.09.2002&amp;to_date=17.10.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F108-II-177%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page178">BGE 108 II 178</a> E. 4 S. 185 ff.). </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Soweit sich der Berufungskläger mit seiner Eingabe gegen eine Behandlung mit Medikamenten richtet, ist auf die Berufung nicht einzutreten. Die bundesrechtlichen Vorschriften über die fürsorgerische Freiheitsentziehung regeln die Behandlung des Eingewiesenen nicht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=28.09.2002&amp;to_date=17.10.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-III-169%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page169">BGE 125 III 169</a> E. 3). Die entsprechende Regelung bleibt vielmehr dem kantonalen Recht vorbehalten, dessen Verletzung indes nicht mit Berufung geltend gemacht werden kann (<span class="artref">Art. 43 Abs. 1 OG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 55 Abs. 1 lit. c OG</span>), sondern allenfalls mit staatsrechtlicher Beschwerde zu rügen gewesen wäre (<span class="artref">Art. 84 Abs. 1 lit. a OG</span>). </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Damit ist die Berufung abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann, und der angefochtene Entscheid ist zu bestätigen. Von der Erhebung einer Gerichtsgebühr wird praxisgemäss abgesehen. </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist, und der Entscheid der Psychiatrie-Rekurskommission Basel-Stadt vom 26. September 2002 wird bestätigt. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Berufungskläger und der Psychiatrie-Rekurskommission Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 16. Oktober 2002 </div> <div class="para">Im Namen der II. Zivilabteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>