A bteilung V E -7032/2006 scr/rar/scb {T 0/2} U rteil vom 1. Juni 2007 M itw irkung: R ichterin Schenker Senn, R ichter G alliker, G ysi G erichtsschreiber R aem y A ._______, B ._______, C ._______, D ._______, E._______, alle Syrien, w ohnhaft F._______, vertreten durch G ._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 18. N ovem ber 2002 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführer, Angehörige der kurdischen Ethnie aus D erbesie, Provinz H asaka, verliessen ihr H eim atland Syrien laut eigenen Angaben am 10. Juli 2000 und erreichten die Schw eiz am 8. Septem ber 2000. G leichentags stellten sie beim Em pfangszentrum des dam als zuständigen BFF in H ._______ ein Asylgesuch. B. Am 15. Septem ber 2000 w urden die Beschw erdeführer im Em pfangszentrum sum - m arisch zu ihren Asylgründen und zum R eisew eg befragt. Am 2. N ovem ber 2000 erfolgte die kantonale Anhörung. C . Am 30. N ovem ber 2000 führte die Vorinstanz einen Fingerabdruckvergleich in Be- zug auf den Beschw erdeführer in D eutschland durch, w elcher zum Ergebnis hatte, dass er dort w eder erkennungsdienstlich noch ausländerbehördlich erfasst sei. D . Am (D atum ) gebar die Beschw erdeführerin E._______. E. M it Verfügung vom 13. Juli 2001 forderte die Vorinstanz die Beschw erdeführer zur N achreichung rechtsgenüglicher Identitätsbelege auf. F. M it Eingaben vom 10. und 20. August 2001 reichten die Beschw erdeführer zw ei Ausw eispapiere sow ie ein Schuldiplom - alle im O riginal - zu den Akten. G . Am 17. O ktober 2001 führte die Vorinstanz eine Analyse der eingereichten Be- w eism ittel durch, w elche unter anderem ergab, dass alle drei D okum ente keine ob- jektiven Fälschungsm erkm ale enthalten w ürden. H . M it Verfügung vom 18. N ovem ber 2002 lehnte das BFF die Asylgesuche der Be- schw erdeführer ab und ordnete gleichzeitig die W egw eisung aus der Schw eiz an. Zur Begründung führte es aus, ihre Schilderungen genügten teilw eise den Anfor- derungen an die G laubhaftigkeit und teilw eise jenen an die Flüchtlingseigenschaft nicht. D ie Verfügung w urde den Beschw erdeführern am 19. N ovem ber 2002 eröff- net. I. M it Eingabe ihres R echtsvertreters vom 19. D ezem ber 2002 beantragten die Be- schw erdeführer bei der dam als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m issi- on (AR K) die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und die G ew ährung von Asyl in der Schw eiz. Eventualiter sei die U nzulässigkeit, allenfalls die U nzum utbar- keit des W egw eisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuord- nen. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten und es sei ih- nen die unentgeltliche R echtspflege zu gew ähren. Im W eiteren sei ihnen ergän- zende Einsicht in die Verfahrensakten zu gew ähren und es seien allenfalls Abklä- rungen durch die zuständige Schw eizerische Vertretung vornehm en zu lassen. J. M it Zw ischenverfügung vom 13. Januar 2003 hiess die AR K das G esuch um G e- w ährung der unentgeltlichen R echtspflege gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und gew ährte den Beschw erdeführern die beantragte Akten- einsicht. K. In ihrer Vernehm lassung vom 11. M ai 2003 beantragte die Vorinstanz die Abw ei- sung der Beschw erde.3 L. M it Eingabe vom 18. April 2003 m achten die Beschw erdeführer ergänzende Anga- ben zur Situation ihrer Fam ilienangehörigen sow ie der Kurden in Syrien. M . M it Eingaben vom 12. Januar 2005 und 30. Septem ber 2005 reichten die Be- schw erdeführer w eitere Bew eism ittel unter anderem bezüglich exilpolitischer Akti- vitäten in der Schw eiz und eines im H eim atland verhafteten N effen des Beschw er- deführers zu den Akten. N . Am 3. N ovem ber 2005 verfügte das seit dem 1. Januar 2005 zuständige BFM in teilw eiser W iedererw ägung der Verfügung des BFF vom 18. N ovem ber 2002 w e- gen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs die vorläufige Aufnahm e der Be- schw erdeführer in der Schw eiz. O . M it Schreiben vom 21. N ovem ber 2005 hielten die Beschw erdeführer in Beantw or- tung einer Anfrage der AR K vom 10. N ovem ber 2005 an der Beschw erde, sow eit nicht zufolge Anordnung der vorläufigen Aufnahm e gegenstandslos gew orden, fest. P. M it Schreiben vom 21. M ärz 2007 ersuchten die Beschw erdeführer um Auskunft, w ann m it einem U rteil in ihrem Verfahren gerechnet w erden könne. Q . Im Antw ortschreiben vom 23. M ärz 2007 w urden die Beschw erdeführer orientiert, dass ihr bei der AR K anhängig gem achtes Verfahren vom Bundesverw altungsge- richt übernom m en w orden sei und dass keine Angaben zum Zeitpunkt des Verfah- rensabschlusses gem acht w erden könnten. R . M it Eingabe vom 4. M ai 2007 reichten die Beschw erdeführer w eitere Bew eism ittel (im Internet veröffentlichte politische Texte) zu den Akten, w elche belegen w ürden, dass der Beschw erdeführer in der Schw eiz im m er noch politisch aktiv sei. S. Am 9. M ai 2007 reichte der R echtsvertreter der Beschw erdeführer auf Einladung des Bundesverw altungsgerichts eine Kostennote in der H öhe von Fr. 1490.-- (inkl. Auslagen, ohne M W St) zu den Akten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]).4 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin, sow eit nicht zufolge vorinstanzlicher Verfügung vom 3. N ovem ber 2005 hinsichtlich vorläufiger Aufnahm e der Beschw erdeführer gegenstandslos gew orden, einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D er Beschw erdeführer m achte zur Begründung seines Asylgesuches im W esentli- chen geltend, er gehöre zu jenen Kurden, die in Syrien kein R echte hätten und in verschiedener H insicht D iskrim inierungen ausgesetzt seien (M aktum in). Als Aus- w eispapier habe er lediglich eine vom D orfvorsteher ausgestellte w eisse Karte m it seinem Foto besessen. Identitätskarten oder R eisepässe seien ihnen nicht ausge- stellt w orden. Er sei Sym pathisant der syrischen PU K gew esen, an deren Sitzun- gen er teilgenom m en und die er finanziell unterstützt habe. Beruflich habe er H an- del m it Satellitenantennen betrieben. W eil dieser H andel illegal gew esen sei, hät- ten die Behörden die Satelliten beschlagnahm t und sein G eschäft geschlossen. Anfangs Februar 1999 hätten Leute des G eheim dienstes sein Zim m er durchsucht und dabei einen kurdischen Kalender und ein Buch m it dem Titel "Kurd und Kurdistan" gefunden, w orauf er verhaftet w orden sei. W ährend der H aft sei er ge- schlagen, gefoltert, zu den beschlagnahm ten G egenständen sow ie zu seinen Tä- tigkeiten für die Kurden befragt und letztlich zur Zusam m enarbeit m it dem G eheim - dienst aufgefordert w orden. N ach einem M onat sei er w ieder entlassen w orden. Am 21. M ärz 1999 sei er anlässlich einer N evroz-Feier erneut festgenom m en, ge- schlagen und nach seinen Tätigkeiten für die Kurden befragt w orden. N ach sechs 5 Tagen sei er entlassen w orden, nachdem er versprochen habe, m it der Polizei zu- sam m en zu arbeiten. N ach seiner Entlassung habe er D erbesie verlassen und sei zusam m en m it seiner Fam ilie in das D orf Bshierie gegangen, w o er sich bis zu seiner Ausreise aufgehalten habe. Aus Angst, auch dort gefunden zu w erden, hätten sie im Juli 2000 ihr H eim atland verlassen und seien via Beirut und Italien in die Schw eiz gereist. D ie Beschw erdeführerin gab anlässlich der Kurzbefragung und der kantonalen Anhörung zu Protokoll, ebenfalls M aktum in zu sein und Syrien w egen der Problem e ihres Ehem annes verlassen zu haben. 4.2 D as BFF hielt in seiner Verfügung fest, die Vorbringen der Beschw erdeführer zu ihrer Ausreise aus Syrien w iesen in Bezug auf die dabei verw endeten Ausw eisepa- piere gew ichtige W idersprüche auf, so dass sich der Schluss aufdränge, sie hätten ihr H eim atland auf legalem W eg verlassen und w ürden die dabei verw endeten R ei- sepapiere den Asylbehörden vorenthalten, um gew isse Angaben zu verheim lichen. Som it bestünden erhebliche Zw eifel, ob es sich bei ihnen w irklich um staatenlose Kurden handle. An dieser Erkenntnis verm öchten die eingereichten Staatenlosig- keitsbescheinigungen nichts zu ändern. D iese w iesen zw ar keine objektiven Fäl- schungsm erkm ale auf, verm öchten aber keine genügende Bew eiskraft zu entfal- ten, zum al sie gem äss Erkenntnissen des BFF im Sinne von G efälligkeitsschreiben ausgestellt w ürden. G leichzeitig sei auch am W ahrheitsgehalt der Vorbringen der Beschw erdeführer zur angeblichen G efährdungssituation zu zw eifeln, w eil diese aus nahe liegenden G ründen in einem engen kausalen Zusam m enhang zu den U m ständen der Ausreise stehen w ürden. D iese Zw eifel w ürden dadurch bestätigt, dass der Beschw erdeführer w idersprüchliche Angaben zum D atum seiner Verhaf- tung anfangs des Jahres 1999, der U m stände w ährend dieser Inhaftierung und dem G rund für seine Entlassung nach der sechstägigen H aft im M ärz 1999 ge- m acht habe. Ü berdies habe der Beschw erdeführer realitätsfrem de Aussagen hin- sichtlich des Verfolgungsm usters der syrischen Behörden sow ie des angeblichen Verhaltens der politischen Aktivisten, w elche ihn nach seiner Entlassung besucht hätten, gem acht. Es könne m ithin nicht geglaubt w erden, dass er in seinem H ei- m atland illegale Aktivitäten entfaltet habe und desw egen seitens der Behörden verfolgt w orden sei. D ie geltend gem achte Beschlagnahm ung der illegalen Satelli- tenantennen und die Schliessung des Ladens - so die Vorinstanz w eiter - treffe den Beschw erdeführer nicht in einer von Art. 3 AsylG geschützten Eigenschaft, so dass diesen keine asylrechtlich relevante Bedeutung zukom m e. Abgesehen davon, dass die geltend gem achte Staatenlosigkeit nicht glaubhaft sei, handle es sich zudem bei den Benachteiligungen, w elchen die kurdische Bevölkerung in Syrien generell ausgesetzt sei, nicht um ernsthafte N achteile im Sinne des Asylgesetzes, die einen Verbleib im H eim atstaat verunm öglichten oder unzum utbar erschw erten. 4.3 In ihrer Beschw erdeeingabe hielten die Beschw erdeführer an der von ihnen gel- tend gem achten Staatenlosigkeit fest und rügten, die Vorinstanz erachte die von ihnen eingereichten echten Ausw eise, ausgestellt vom D orfvorsteher, ohne w eiter- führende Begründung als bew eisuntauglich. D ie Verm utung der Existenz syrischer R eisepässe, m it w elchen sie das H eim atland legal verlassen hätten, sei als reine Spekulation zurückzuw eisen. D ie G rundsätze einer fairen Bew eisw ürdigung seien von der Vorinstanz erheblich verletzt w orden. Es gebe keinen G rund, die einge- reichten D okum ente als G efälligkeitsschreiben zu diskreditieren. Sie seien von of-6 fizieller Q ualität, stellten som it echte Bew eism ittel dar und könnten nicht m it an- geblichen W idersprüchen zur Art und W eise des G renzübertritts "vom Tisch ge- fegt" w erden. Sow eit den ihnen vorgehaltenen W iderspruch in Bezug auf das D a- tum der ersten Verhaftung des Beschw erdeführers (1.2.1999 oder 2.1.1999) ver- kenne die Vorinstanz einerseits, dass es sich um eine falsche Ü bersetzung der D atum sangabe in die num m erische Form handeln könne. Andererseits sei zu be- achten, dass am Ende der vierstündigen Befragung alle Beteiligten m üde und nicht m ehr im erforderlichen Ausm ass konzentriert gew esen seien. D ie uneinheitlichen Protokolleinträge dürften dem Beschw erdeführer jedenfalls nicht zum N achteil ge- reichen, zum al seine Schilderungen gesam thaft betrachtet substanziiert und reali- tätsnah seien. In Bezug auf die geschilderten H aftum stände verkenne die Vorins- tanz den sum m arischen C harakter des Protokolls der Em pfangsstellenbefragung. H insichtlich den ihm vorgehaltenen W iderspruch zu den G ründen seiner Freilas- sung aus der H aft im M ärz 1999 gelte w eiter zu berücksichtigen, dass verm utlich beide G ründe (erklärte Kooperationsbereitschaft und ungenügende Bew eislage) entscheidend für seine Freilassung gew esen seien, w obei es sich letztlich um blosse Verm utungen des Beschw erdeführers handle. Bei den vom BFF dem Beschw erdeführer vorgehaltenen realitätsfrem den Angaben gehe es nicht um Aussagen, w elche m it belegbaren und bekannten Tatsachen nicht zu vereinbaren seien, sondern um hypothetische Tatsachenw idrigkeiten. D ie G laubhaftigkeit könne indessen nicht dadurch erschüttert w erden, dass eine andere Version als die vom Beschw erdeführer vorgebrachte denkbar sei. D ie Vorinstanz dürfe seinen Vorbringen nicht eine blosse G egenverm utung entgegenhalten. Vor dem Kontext der konkreten Verhältnisse in Syrien erscheine w eder das geltend gem achte Verhalten bzw . Verfolgungsm uster der syrischen Behörden noch das geschilderte Verhalten der Freunde als realitätsfrem d. O hne Frage treffe zw ar zu, dass kurdische O ppositionelle m it aller H ärte verfolgt w ürden. Ebenso w erde indessen R ealität sein, dass in Einzelfällen Verdächtige freigelassen w ürden, um sie als Inform anten einzusetzen. W eiter führten die Beschw erdeführer aus, dass sie gestützt auf ihre Vorbringen sow ie ihre Absetzung ins Ausland m it hoher W ahrscheinlichkeit eine asylrechtlich relevante Verfolgung zu gew ärtigen hätten. Syrien w erde von einem der repressivsten R egim es der W elt diktiert. Selbst w enn davon ausgegangen w ürde, dass die vom Beschw erdeführer geltend gem achten Ausreisegründe nicht der vollen W ahrheit entsprechen w ürden, w ürde in casu ein W egw eisungsvollzug das völkerrechtliche G ebot des N on-R efoulem ents verletzen. G em äss Erkenntnissen unter anderem von Am nesty International (AI) w ürden säm tliche syrischen Staatsangehörigen, die sich längere Zeit im Ausland aufgehalten hätten, bei der W iedereinreise einer Befragung durch die Sicherheitskräfte unterzogen. Insbesondere Personen, die das Land illegal verlassen hätten, w ürden in langen und intensiven Verhören befragt. R ückkehrer berichteten zudem über verschiedene Form en von M isshandlungen. System atische Folter drohe bei einer Ü berstellung in ein H aft- oder Verhörzent- rum . D ies betreffe insbesondere Personen, die vor ihrer Ausreise oppositioneller Tätigkeiten verdächtigt w orden seien oder die sich im Ausland politisch engagiert hätten. Kurden seien speziell gefährdet. 4.4 In ihrer Vernehm lassung führte die Vorinstanz aus, die Beschw erdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Bew eism ittel, w elche eine Änderung ih-7 res Standpunktes rechtfertigten könne. M it Verw eis auf die Erw ägungen in der an- gefochtenen Verfügung, an w elchen vollum fänglich festgehalten w erde, beantragte sie die Abw eisung der Beschw erde. 4.5 M it Eingaben vom 18. April 2004, 12. Januar 2005 und 30. Septem ber 2005 reich- ten die Beschw erdeführer einen Zeitungsartikel vom 15. M ärz 2004 zur Situation der Kurden in Syrien sow ie m ehrere Bew eism ittel im Zusam m enhang m it der exil- politischen Aktivität des Beschw erdeführers in der Schw eiz (Bestätigungsschrei- ben der kurdischen O rganisation Yekiti Schw eiz, ein im Internet publizierter politi- scher Text, ein Foto , w elches ihn an einer D em onstration in G enf zeige und w el- ches ohne sein W issen im Internet veröffentlich w orden sei) und D okum ente im Zusam m enhang m it der Verhaftung seines 14-jährigen N effen zu den Akten. D er N effe sei am 12. M ärz 2004 festgenom m en w orden und sei seither in H aft. Ferner m achten sie geltend, der Bruder des Beschw erdeführers sei in Syrien ebenfalls in- haftiert w orden und seine Fam ilie habe seither nichts m ehr von ihm gehört. 4.6 M it Verfügung vom 3. N ovem ber 2005 zog das BFM die Verfügung des vorm als zuständigen BFF R ahm en eines w eiteren Schriftenw echsels teilw eise in W iederer- w ägung und nahm die Beschw erdeführer w egen U nzum utbarkeit des W egw ei- sungsvollugs in der Schw eiz vorläufig auf. W eiter hielt die Vorinstanz fest, dass das Asylgesuch abgelehnt bleibe, zum al die Beschw erdeführer die Flüchtlingsei- genschaft nicht erfüllten. In der Begründung w urde dargelegt, dass behördliche Verfolgungsm assnahm en gegenüber Verw andten keine R ückschlüsse auf eine all- fällige G efährdungslage der Beschw erdeführer zulassen w ürden. Zudem sei auf- grund der geltend gem achten exilpolitischen Tätigkeiten in der Schw eiz nicht zu erw arten, dass diese ein Verfolgungsinteresse der syrischen Behörden am Be- schw erdeführer gew eckt haben könnten. Eine Furcht vor Verfolgung sei daher nicht als begründet im Sinne des Asylgesetzes einzustufen. 4.7 M it Stellungnahm e vom 21. N ovem ber 2005 hielten die Beschw erdeführer an ihrer Beschw erde, den darin gestellten Anträgen und deren Begründung fest. D ie Auf- fassung der Vorinstanz, w onach Verfolgungsm assnahm en gegenüber in Syrien le- benden Verw andten oder exilpolitische Aktivitäten des Beschw erdeführers in der Schw eiz keine R ückschlüsse auf eine G efährdung im H eim atland zuliessen, könne nicht gefolgt w erden. Ü berdies sei bekannt und M enschenrechtsorganisationen w arnten davor, dass syrische Kurden bei der H eim kehr grossen Verhaftungs- und Folterrisiken ausgesetzt seien. Bereits das Stellen eines Asylgesuches im Ausland sei in Syrien strafbar. 4.8 M it Eingabe vom 4. M ai 2007 reichten die Beschw erdeführer vier Texte m it drei Ü bersetzungen zu den Akten. D ie Texte seien im Internet veröffentlicht w orden und belegten, dass der Beschw erdeführer in der Schw eiz im m er noch politisch ak- tiv sei. 5. 5.1 Eine einlässliche Prüfung der bestehenden Akten ergibt, dass das vom Beschw erdeführer geschilderte Verhalten der syrischen Behörden in Ü bereinstim m ung m it der Vorinstanz in der Tat als derart realitätsfrem d beziehungsw eise den allgem einen Erfahrungen w idersprechend einzustufen ist, dass die geltend gem achten Benachteiligungen (insbesondere die zw eim alige H aft 8 und dam it verbunden die M isshandlungen des Beschw erdeführers w egen ver- m uteter und verbotener Aktivitäten zugunsten der Kurden und der syrischen PU K) als unglaubhaft zu erachten sind. Angesichts des bekannten Vorgehens der syri- schen Behörden bei verm uteter staatsfeindlicher Aktivität ist nicht nachvollziehbar, dass der Beschw erdeführer jew eils ohne W eiteres w ieder aus der H aft entlassen w orden w äre. D ie Beschw erdeführer führen in diesem Zusam m enhang denn auch selbst aus, dass kurdische O ppositionelle, auf w elche die G eheim dienste aufm erksam gew orden seien, m it unm enschlicher H ärte angefasst w ürden (vgl. Beschw erdeeingabe S. 8). D ies w äre indessen nicht dam it vereinbar, dass der Beschw erdeführer als verm uteter prokurdischer Aktivist unter den von ihm geschilderten U m ständen w ieder freigelassen w orden w äre. W eiter kann - ebenfalls in Ü bereinstim m ung m it der Vorinstanz - angesichts der dam it verbundenen enorm en R isiken ebenfalls ausgeschlossen w erden, dass der Beschw erdeführer nach seiner Freilassung von politischen Aktivisten in der von ihm geschilderten W eise besucht w orden w äre. Zur Verm eidung von W iederholungen kann diesbezüglich auf die Erw ägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung verw iesen w erden, w elchen sich das Bundesverw altungsgericht anschliesst. 5.2 Sow eit die von den Beschw erdeführern bestrittenen und auf den sum m arischen C harakter der Em pfangszentrenbefragung, w elche jew eils unter grossem Zeitdruck stattfinde, zurückgeführten W idersprüche und U ngereim theiten betreffend, ist fest- zuhalten, dass insbesondere in Berücksichtigung der in Entscheidungen und M it- teilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 1993 N r. 3 publi- zierten - und vom Bundesverw altungsgericht w eitergeführten - R echtsprechung zur Bedeutung der Aussagen in den Em pfangszentren für die Beurteilung der G laub- haftigkeit der vorgebrachten Asylgründe in der Tat fraglich erscheint, ob alle von der Vorinstanz festgestellten W idersprüche den Beschw erdeführern zu R echt vor- gehalten w urden. D iese Frage kann indessen - aufgrund vorstehender und nach- folgender Erw ägung - offen gelassen w erden, so dass nicht w eiter darauf einge- gangen w erden m uss. 5.3 W eiter ist festzustellen, dass der zeitliche Kausalzusammenhang zwischen den angeblich erlittenen Inhaftierungen und der Ausreise nicht genügend eng ist. Die schweizerische Praxis verlangt einen engen sachlichen und zeitlichen Zusammen- hang zwischen erlittenen Benachteiligungen und der Ausreise. Die Nachteile müs- sen somit ausreiseauslösenden Charakter aufweisen. In der Praxis gilt der zeitli- che Zusammenhang in der Regel nach sechs bis zwölf Monaten als zerrissen. Dies bedeutet allerdings nicht in jedem Fall, dass ein längere Zeit zurückliegendes Ereignis nicht mehr relevant ist; ausschlaggebend ist die Frage, ob noch Anhalts- punkte für eine begründete Furcht vor künftig drohenden Verfolgungsmassnahmen vorliegen (vgl. dazu EMARK 1998 Nr. 20 E. 7. S. 179, W ALTE R KÄLIN , Grundriss des Asylverfahrens, Basel und Frankfurt am Main, 1990, S. 127f.; SAM U EL W ER E N FELS, Der Begriff des Flüchtlings im schweizerischen Asylrecht, Bern, 1987, S. 293ff.). Im hier zu beurteilenden Fall liegen zwischen der letzten Inhaftierung und der Aus- reise der Beschwerdeführer mehr als 15 Monate, während welchen der Beschwer- deführer offensichtlich keinen weiteren Nachteilen im Zusammenhang mit den gel- tend gemachten Inhaftierungen ausgesetzt war. Zudem w urde, w ie vom Beschw er- deführer selbst dargelegt, gegen ihn desw egen bislang kein Verfahren eingeleitet (vgl. A 9, S. 14). Angesichts der Vorbringen des Beschw erdeführers ist indessen 9 davon auszugehen, dass ein solches bereits eingeleitet w orden w äre, w enn die sy- rischen Behörden tatsächlich ein gezieltes Interesse am Beschw erdeführer gehabt hätten. 5.4 Zusam m enfassend ist daher festzuhalten, dass es den Beschw erdeführern nicht gelungen ist, für den Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Syrien eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen. Auch eine diesbezüg- lich begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsm assnahm en ist zu verneinen. Aus diesen G ründen erübrigt es sich, auf die w eiteren diesbezüglichen Ausführun- gen in der Beschw erdeeingabe sow ie die dazu eingereichten Bew eism ittel einzu- gehen, zum al sie am Ergebnis nichts ändern können. Insbesondere verm ögen die Beschw erdeführer aus den geltend gem achten Verhaftungen des Bruders des Be- schw erdeführers und des N effen sow ie den in diesem Zusam m enhang eingereich- ten Bew eism itteln nichts zu ihren G unsten abzuleiten, ergeben sich doch daraus keine konkreten H inw eise auf eine asylrechtliche relevante G efährdung des Be- schw erdeführers und seiner Fam ilie. 5.5 D er Vollständigkeit halber kann festgehalten w erden, dass sich das Bundesverw al- tungsgericht den Erw ägungen den Vorinstanz in Bezug auf die W ürdigung der ein- gereichten Staatenlosigkeitsbescheinigungen sow ie der von den Beschw erdefüh- rern geltend gem achten Eigenschaft als M aktum in nicht vorbehaltlos anschliessen kann. So ist insbesondere nicht nachvollziehbar, dass die Vorinstanz die als Be- w eism ittel eingereichten Staatenlosigkeitsbescheinigungen zuerst einer eingehen- den D okum entenanalyse unterzogen, ihnen dann aber jegliche Aussage- und Be- w eiskraft m it dem H inw eis abgesprochen hat, dass sie gem äss ihren Erkenntnis- sen im Sinne von G efälligkeitsschreiben ausgestellt w ürden. Als fraglich erscheint sodann, ob der in der angefochtenen Verfügung enthaltene H inw eis, w onach die D okum ente gestützt auf eine interne D okum entenanalyse "keine objektiven Fäl- schungsm erkm ale" enthielten, als korrekte W iedergabe der Erkenntnisse aus der- selben bezeichnet w erden kann, so dass sich diesbezüglich nach Ansicht des Bun- desverw altungsgerichts w eitere Abklärungen bzw . andere Schlussfolgerungen auf- gedrängt hätten. Festzuhalten ist indessen, dass das Bundesverw altungsgericht nicht verkennt, dass die als staatenlos geltenden Kurden in Syrien (M aktum in) in verschiedener H insicht Benachteiligungen ausgesetzt sind (etw a: kein Zugang zu höheren Bildungsm öglichkeiten und zu Stellen im öffentlichen Bereich, N ichtzulassung zu gew issen freien Berufen, Ausschluss vom Erw erb von G rundeigentum und eine bloss beschränkte M öglichkeit, Baubew illigungen zu erhalten, keine offizielle Anerkennung des Eheschlusses zw ischen Staatenlosen, Ausschluss von der Teilnahm e an W ahlen). D as G ericht geht indessen in Fortführung der konstanten R echtsprechung der AR K davon aus, dass diese D iskrim inierungen für sich allein gesehen zu w enig intensiv sind, als dass sie M assnahm en gleichkäm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken und dam it ernsthafte N achteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG darstellten (vgl. EM AR K 2002 N r. 23 E. 4d S. 186). Es erübrigt sich daher, genauer auf die im Zu- sam m enhang m it der geltend gem achten Zugehörigkeit der Beschw erdeführer zu den M aktum in eingereichten Bew eism itteln oder die diesbezüglich von der Vorinstanz festgehaltenen W idersprüche einzugehen. Insbesondere erübrigt sich auch die von den Beschw erdeführern eventualiter beantragte Botschaftsanfrage.10 6. 6.1 In ihren der R ekurseingabe folgenden Eingaben m achten die Beschw erdeführer m it Verw eis auf die politischen Aktivitäten des Beschw erdeführers in der Schw eiz unter Beilage m ehrerer Bew eism ittel subjektive N achfluchtgründe geltend. D ie Be- schw erdeführer reichten dazu ein Bestätigungsschreiben der O rganisation Yekiti Schw eiz, m ehrere im Internet veröffentlichte, vom Beschw erdeführer selbst verfasste politische Texte, ein Foto, w elches ihn an einer D em onstration in G enf zeige und w elches ohne sein W issen im Internet veröffentlicht w orden sei sow ie ein Bild aus einer im Jahr 2000 erschienenen Zeitschrift der O rganisation Yekiti Schw eiz. D iese Bew eism ittel zeigten, dass er in der Schw eiz politisch aktiv sei und es sei davon auszugehen, dass die syrischen Behörden über seine Exilaktivitäten inform iert seien (zum G anzen vgl. Eingaben vom 12. Januar 2005, 30. Septem ber 2005 und 4. M ai 2007). 6.2 Subjektive N achfluchtgründe m acht geltend, w er sich darauf beruft, dass durch ein Verhalten nach der Ausreise aus dem H eim at- oder H erkunftsstaat - so auch durch politische Exilaktivitäten - eine G efährdungssituation geschaffen w orden sei (vgl. Art. 54 AsylG ). D iese begründen zw ar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG , führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie m issbräuchlich oder nicht m issbräuchlich gesetzt w urden. D ie vom G esetzgeber bezw eckte Bestim m ung subjektiver N achfluchtgründe als Asylaus- schlussgrund verbietet auch ein Addieren solcher G ründe m it Fluchtgründen vor der Ausreise aus dem H eim at- oder H erkunftsstaat, die für sich allein nicht zur Be- jahung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgew ährung ausreichen (vgl. EM AR K 1995 N r. 7 E. 7b und 8 S. 67 und 70). 6.3 D er syrische Präsident Bashar al-Assad stützt seine H errschaft unter anderem auf die Loyalität einer Vielzahl m ilitärischer und ziviler G eheim dienste. Letztere verfü- gen über um fassende Sondervollm achten und unterstehen keinen gesetzlichen oder adm inistrativen Kontrollen. D er syrische G eheim dienst ist auch im Ausland aktiv, w o seine H auptaufgabe im W esentlichen darin besteht, syrische O ppositio- nelle und deren Kontaktpersonen auszuforschen und zu überw achen sow ie Exilor- ganisationen syrischer Kurden zu infiltrieren. D ie so gew onnenen Inform ationen bilden im H eim atland häufig die G rundlage für die Aufnahm e in sogenannte „Schw arze Listen“, über die eine lückenlose Ü berw achung dieser Personen bei der Einreise sichergestellt w ird. Vor diesem H intergrund ist es durchaus denkbar, dass der syrische G eheim dienst auch von der Einreichung eines Asylgesuchs in der Schw eiz durch syrische Staatsangehörige oder aber staatenlose Kurden syrischer H erkunft erfährt, insbesondere w enn sich diese im Exilland politisch betätigen oder m it - aus der Sicht des syrischen Staates - politisch m issliebigen, oppositionellen O rganisationen, G ruppierungen oder Tätigkeiten in Verbindung gebracht w erden können. Es bestehen indessen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Einreichung ei- nes Asylgesuchs für sich alleine bei einer R ückkehr nach Syrien regelm ässig zu behördlicher Verfolgung führt. Auch aufgrund der vom Beschw erdeführer geltend gem achten exilpolitischen Aktivitäten w ie beispielsw eise der Teilnahm e an einer D em onstration in G enf oder der Veröffentlichung politischer Texte im Internet ist nicht auf eine künftige ernsthafte Benachteiligung im Sinne des Asylgesetzes zu schliessen, da gem äss den Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts eine system atische Verfolgung von Anhängern der Exilopposition nicht stattfindet. D ie 11 auf Beschw erdeebene eingereichte Fotografie, w elche anlässlich "einer D em onst- ration in G enf" aufgenom m en und im Internet veröffentlicht w orden sei, zeigt den Beschw erdeführer m it erhobenen Arm en hinter einer Abschrankung stehend m it einer Art Fotografie in etw a A4 G rösse in den H änden haltend. N eben und hinter ihm stehen w eitere Personen, w elche teilw eise ebenfalls Fotografien in den H än- den halten und eine Person schw ingt eine Fahne. Abgesehen davon, dass nicht dargelegt w urde, w ann und in w elchem Zusam m enhang diese D em onstration in G enf durchgeführt w orden sei, lässt das dabei erstellte Foto in keiner W eise auf eine aktive R olle des Beschw erdeführers bei besagter Kundgebung schliessen. Es zeigt ihn zw ar als Teilnehm er oder Zuschauer an einer Kundgebung, ist aber of- fensichtlich nicht geeignet, die Aufm erksam keit der syrischen Behörden gezielt auf seine Person zu lenken, zum al in keiner W eise ersichtlich w äre, dass er sich dabei besonders profiliert beziehungsw eise exponiert hätte. Alleine die m ögliche Identifi- zierbarkeit des Beschw erdeführers aufgrund dieses Fotos reicht m ithin nicht aus zur Annahm e, er hätte desw egen bei einer R ückkehr nach Syrien eine Verfolgung zu befürchten. D as vom Beschw erdeführer eingereichte Bestätigungsschreiben der O rganisation Yekiti Schw eiz ist sodann als G efälligkeitsschreiben ohne Be- w eisw ert zu qualifizieren, zum al darin Sachverhalte bestätigt w erden, w elche vom Beschw erdeführer in dieser Form nicht geltend gem acht w urden. So ist aufgrund der bestehenden Aktenlage nicht nachvollziehbar, dass er – w ie im Schreiben be- stätigt - als "sehr aktives M itglied" der Yekiti Schw eiz "an allen Aktivitäten und Ver- anstaltungen teilgenom m en" habe und "aufgrund seiner Kom petenz für die O rgani- sation und Leitung der M itgliedergruppe verantw ortlich" sei, selbst jedoch in un- substanziierter W eise lediglich auf eine Teilnahm e an einer "D em onstration in G enf" hinw eist. Vor diesem H intergrund und angesichts der um fangreichen re- gim ekritischen Aktivitäten von syrischen Staatsangehörigen in ganz W esteuropa erscheint es som it unw ahrscheinlich, dass die heim atlichen Behörden von den Exilaktivitäten des Beschw erdeführers sow eit N otiz genom m en haben, dass sie ihn hier in der Schw eiz identifiziert hätten und ihn bei einer R ückkehr nach Syrien des- w egen verfolgen w ürden. D aran verm ögen auch die vom Beschw erdeführer ins In- ternet gestellte Texte nichts zu ändern. Eine Identifizierung hier in der Schw eiz dürfte im Ü brigen kaum w ahrscheinlich sein, da der Beschw erdeführer nicht glaub- haft m achen konnte, bereits im H eim atland aus politischen G ründen aufgefallen zu sein. D abei ist davon auszugehen, dass die syrischen Behörden zw ischen geflüch- teten R egim egegnern und denjenigen Personen zu unterscheiden w issen, die durch die (versuchte) Schaffung so genannter N achfluchtgründe ein Aufenthalts- recht in einem D rittstaat erw irken m öchten. D ass der syrische G eheim dienst auch im Ausland aktiv ist und gezielt Inform ationen über dort lebende Syrer (im w eiteren Sinn) sam m elt, ist bekannt. Exilpolitische Tätigkeit w ird indessen erst w ahrgenom - m en (und bei der R ückkehr nach Syrien geahndet), w enn sie einen gew issen G rad an Ö ffentlichkeit erreicht und sich als gegen den Bestand, die territoriale Integrität oder das politische System der "Arabischen R epublik Syrien" gerichtet interpretie- ren lässt oder w enn sie eine m it einer gew issen D auerhaftigkeit nach aussen tre- tende nam hafte Beteiligung an der kurdischen Exilszene darstellt. U nterhalb dieser Schw elle w ird ein R ückkehrer zw ar m it den üblichen Befragungen des Sicherheits- dienstes bei der Einreise, nicht aber m it gezielter Verfolgung zu rechnen haben. Von der Ü berstellung des Befragten an einen der G eheim dienste m uss erst dann ausgegangen w erden, w enn sich im Verlauf der Befragung Verdachtsm om ente 12 hinsichtlich oppositioneller exilpolitischer Aktivitäten ergeben und erhärten, denen ein gew isser Stellenw ert zukom m t. D iese Voraussetzungen sind jedoch vorliegend als nicht erfüllt zu erachten, zum al es sich – w ie bereits erw ähnt - beim Beschw er- deführer um eine Person ohne jegliches politisches Profil handelt. Vor diesem H in- tergrund kann davon ausgegangen w erden, dass der Beschw erdeführer bei der R ückkehr nach Syrien nicht m it einer ernsthaften Benachteiligung seitens der dortigen Behörden zu rechnen hätte. Seine Furcht vor künftiger Verfolgung erscheint dam it auch in dieser H insicht als unbegründet. 6.4 Zusam m enfassend ist daher festzuhalten, dass die Beschw erdeführer die Flücht- lingseigenschaft auch unter dem Aspekt subjektiver N achfluchtgründe nicht erfül- len. 7. 7.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 7.2 D ie Beschw erdeführer verfügen w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthalts- bew illigung noch haben sie Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. EM AR K 2001 N r. 21). 7.3 D ie Vorinstanz ordnete m it Verfügung vom 3. N ovem ber 2005 aufgrund der U nzu- m utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung die vorläufige Aufnahm e der Beschw er- deführer an. Som it erübrigen sich w eitere Ausführungen hinsichtlich der D urchführ- barkeit des W egw eisungsvollzugs. D ie angeordnete vorläufige Aufnahm e erw ächst m it vorliegendem U rteil in R echtskraft. 8. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, der rechtsergebliche Sachverhalt richtig und vollständig festge- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D as Bundesam t hat zu R echt die Flüchtlingseigenschaft der Beschw erdeführer verneint, die Asylgesuche abgew ie- sen und die W egw eisung verfügt. Bezüglich dieser Punkte ist die vorinstanzliche Verfügung zu bestätigen und die Beschw erde abzuw eisen. Sow eit die Frage des W egw eisungsvollzugs betreffend, ist die Beschw erde als gegenstandslos gew or- den abzuschreiben (Art. 58 Vw VG ). 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist von einem hälftigen D urchdringen auszu- gehen. 9.2 M it Zw ischenverfügung vom 13. Januar 2003 w urde das G esuch der Beschw erde- führer um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG gutgeheissen. G em äss Abklärungen des Bundesverw altungsgerichts geht der Beschw erdeführer seit Januar 2003 einer Erw erbstätigkeit nach und ver-13 fügt nunm ehr über ein Sicherheitskonto, dessen Saldo die m utm asslichen Kosten des Beschw erdeverfahrens übersteigt. Er ist daher nicht m ehr als bedürftig zu be- trachten, w om it die eine der beiden Voraussetzungen der unentgeltlichen R echts- pflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG entfällt. D en Beschw erdeführern ist daher die gew ährte unentgeltliche R echtspflege w iedererw ägungsw eise zu entziehen und es sind ihnen bei diesem Ausgang des Verfahrens reduzierte Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 300.-- aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG , Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). 10. 10.1 Bei teilw eiser G egenstandslosigkeit der Beschw erde ist eine allfällige Parteient- schädigung entsprechend den Prozessaussichten vor G egenstandslosigkeit zu verlegen (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 71 BG G und Art. 72 BZP; EM AR K 2000 N r. 29 E. 5). Vorliegend w ären die entsprechenden Prozesschancen - nam entlich bezogen auf den W egw eisungsvollzug - als intakt zu beurteilen gew esen. 10.2 D ie Beschw erdeführer sind hinsichtlich ihres R echtsbegehrens im W egw eisungs- vollzugspunkt durchgedrungen. Bezüglich der Feststellung der Flüchtlingseigen- schaft und der Asylgew ährung sind sie hingegen unterlegen. O bsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erw achsenen notw en- digen Kosten (Art. 7 Abs. 1 VG KE). Bei dieser Sachlage ist den Beschw erdefüh- rern eine um die H älfte reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen. D iese ist unter Berücksichtigung des in der Kostennote ihres R echtsvertreters vom 9. M ai 2007 ausgew iesenen Zeitaufw andes von 14.5 Stunden bei einem Stundenansatz von Fr. 100.-- sow ie Auslagen von Fr. 40.-- auf insgesam t Fr. 745.-- (inkl. Ausla- gen, ohne M W St) festzusetzen und den Beschw erdeführern von der Vorinstanz zu entrichten. (D ispositiv nächste Seite)14 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit sie die Frage der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft, der G ew ährung von Asyl und der W egw eisung als solche betrifft; sow eit die Frage des W egw eisungsvollzugs betreffend, w ird die Beschw er- de als gegenstandslos gew orden abgeschrieben. 2. D ie den Beschw erdeführer m it Zw ischenverfügung vom 13. Januar 2003 gew ährte unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird w iedererw ägungs- w eise entzogen. 3. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 300.--, w erden den Beschw erdeführern auferlegt. 4. D en Beschw erdführern w ird eine reduzierte Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 745.-- (inkl. Auslagen, ohne M W St) zugesprochen. 5. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______; Kopie zu den Akten) - das I._______ (Kopie) D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: R egula Schenker Senn R udolf R aem y Versand am :