Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. August 2021 (725 21 49 / 210) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Abweisung der Beschwerde; Fallabschluss ist in Folge des fehlenden Kausalzusammen- hangs zwischen den noch bestehenden Beschwerden und den beiden Unfallereignissen nicht zu beanstanden. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichteri n Susanne Afheldt, Kantonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin Jeannine Gass Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch D aniel Altermatt, Rechts- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A.1 Der 1972 geborene A.____ arbeitet seit dem 1. Ja nuar 2013 als Betriebsmitarbeiter bei der B.____ AG in X.____ und ist aufgrund dieses Arbei tsverhältnisses obligatorisch bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfäll en versichert. Gemäss Unfallmeldung vom 22. Dezember 2017 stürzte er am 27. Oktober 2017 be i einem Fussballspiel zu Boden, wobei er sich eine Partialruptur der rechten Supraspin atussehne zuzog. In der Folge anerkann- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht te die Suva ihre Leistungspflicht und erbrachte die g esetzlichen Versicherungsleistungen bis zum Abschluss des Falles am 27. November 2018. A.2 Gemäss Schadenmeldung vom 1. April 2019 geriet A.__ __ am 20. Januar 2019 in ei- nen Autounfall (Heckaufprall). Am 20. März 2019 suchte er sodann aufgrund von Schulter- schmerzen, welche etwa einen Monat nach dem Unfallereign is vom 20. Januar 2019 aufgetre- ten seien, einen Arzt auf, der eine Frozen Shoulder r echts bei Status nach wahrscheinlicher Schulterdistorsion rechts diagnostizierte. B. Mit Verfügung vom 6. Februar 2020 lehnte die Suva ihre Leistungspflicht bezüglich der Schulterbeschwerden ab, mit der Begründung, dass aufgru nd der medizinischen Unterlagen kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zw ischen dem Autounfall und den gemeldeten Schulterbeschwerden bestehe. Ein Rückfall zu m Ereignis vom 27. Oktober 2017 sei ebenfalls auszuschliessen. In teilweiser Gutheissung der dagegen erhobenen Einsprache vom 9. März 2020 hob die Suva mit Einspracheentscheid vo m 4. Januar 2021 die Verfügung vom 6. Februar 2020 auf und sprach dem Versicherten di e gesetzlichen Versicherungsleistun- gen bis am 20. April 2019 zu. C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertr eten durch Rechtsanwalt Da- niel Altermatt, am 5. Februar 2021 Beschwerde beim Ka ntonsgericht Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin be antragte er, es sei die Beschwerde- gegnerin unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 4. Januar 2021 zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Versicherungsleistungen über den 20. April 2019 hinaus zu erbringen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vo rnahme weiterer Abklärungen an die Vo- rinstanz zurückzuweisen. D. In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2020 be antragte die Suva die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bun desgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in Y.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kan- tonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ver- fassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezem ber 1993 beurteilt das Kan- tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 5. Februar 2021 ist demnach einzutreten. 2. In materieller Hinsicht strittig und zu prüfen ist die Frage, ob die Suva zu Recht ihre Leis- tungspflicht für die Beschwerden im rechten Schulterbereich per 20. April 2019 eingestellt hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. 3.2 Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitssch aden nur insoweit, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3). Dabei spielt die Adäquanz als r echtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich or- ganisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2). 3.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetre ten gedacht werden kann. Es genügt, wenn das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedin gungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchti gt hat, der Unfall also nicht weggedacht werden kann, ohne dass die eingetretene gesundheitli che Störung entfiele (BGE 142 V 438 E. 1, 129 V 181 E. 3.1; vgl. auch Urteil des Bundesg erichts vom 6. Juni 2018, 8C_813/2017, E. 3.2, in: SVR 2018 UV Nr. 42 S. 151). Das Vorliege n eines natürlichen Kausalzusammen- hangs ist eine Tatfrage und muss daher mit dem im Sozi alversicherungsrecht üblichen Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiese n werden (BGE 119 V 335 E. 1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 21. Januar 2020, 8C_ 623/2019, E. 2.1.2). Hierfür reicht es jedoch nicht aus, wenn – im Sinne der Formel “post ho c ergo propter hoc“ – die Schädigung schon dann als durch einen Unfall verursacht angesehen würde, weil sie nach diesem aufgetre- ten ist (BGE 119 V 335 E. 2b/bb; vgl. auch Urteile de s Bundesgerichts vom 29. Mai 2020, 8C_241/2020, E. 3, vom 21. August 2015, 8C_331/2015, E. 2.2.3.1, in: SVR 2016 UV Nr. 18 S. 57, und vom 9. November 2009, 8C_626/2009, E. 3.2, in: SVR 2010 UV Nr. 10 S. 41). 3.4 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand ver schlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahi n, wenn und sobald der Gesundheits- schaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursache n beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Sta- tus quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines Gesundheitsschadens muss mit dem üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunme hr gänzlich fehlender ursächli- cher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hie rbei um eine anspruchsaufheben- de Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicher- ten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des B undesgerichts vom 25. März 2020, 8C_669/2019, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Mit de m Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Sta- tus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch P flegeleistungen und Kostenvergütun- gen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlung skosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2014, 8C_637/2013, E. 2.3.2). 4.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren u nd der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten d er Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 157 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist j edoch, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriff snotwendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicheru ngsgerichts ist, für die Zusam- mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofer n, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b mit Hinweisen). 4.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und − im Be schwerdefall − das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht gilt, soweit das Gesetz nicht et was Abweichendes vorsieht, der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b). Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Vorauss etzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes we gen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Wird auf Grund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses oder eine s unfallähnlichen Ereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt − die blo sse Möglichkeit genügt nicht −, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b mit Hinweis; Urteile des Bundesgerichts vom 31. Januar 2011, 8C_709/2010, E. 2.2 und vom 20. Februar 2007, U 346/05, E. 2.2, je mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Zur Beurteilung medizinischer Sachverhalte ist das Ge richt auf ärztliches Fachwissen angewiesen (BGE 132 V 93 E. 4). Es hat die medizinische n Unterlagen nach dem für den Sozi- alversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweisw ürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. o hne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeu tet, dass das Sozialversiche- rungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da- nach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlage n eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohn e das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizini- sche These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztb erichtes ist demnach entschei- dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntn is der Vorakten (Anamnese) abge- geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Z usammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schl ussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 5.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So wird zur Fra ge der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherung sträger alleine nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BG E 125 V 351 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht gering e Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7). 6.1 Für die Beurteilung der vorliegenden Angelegenhe it sind folgende medizinische Unterla- gen von Relevanz: 6.2.1 Dr. med. C.____, FMH Radiologie, stellte bei d er Sonographie des Schultergelenks des Beschwerdeführers vom 23. März 2018 fest, dass die Bizepsse hne während der Innen- und Aussenrotation korrekt im Sulcus bicipitalis liege, ohne Nachweis einer Tendinopathie oder ei- ner Luxation. In der Farbdoppelungssonographie sei ke in Nachweis einer signifikanten Tenosy- novitis ersichtlich. Es zeige sich zudem eine unauffällige Darstellung der Subscapularissehne ohne Zeichen einer Tendopathie. Die Supraspinatusseh ne zeige einen diskreten etwa 3mm breiten Defekt gelenksseitig ventral ansatznahe, vereinba r mit einer diskreten Partialruptur am Sehnenansatz. Die Infraspinatussehne sei intakt und es s ei kein Nachweis eines Ergusses in der Bursa subacromialis ersichtlich. Auch beim AC-Gelenk s eien keine Auffälligkeiten erkenn- bar. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.2 Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie, diagnostizierte am 19. April 2018 unter Berücksichtigung der Sonographie vom 23. März 2018 eine Partialruptur gelenkseitig der Sup- raspinatussehne der rechten Schulter. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers seien die Be- schwerden trotz durchgeführten Physiotherapiesitzungen geblieben, der Leidensdruck sei mäs- sig ausgeprägt und in der Freizeit bestünden unregelmä ssige Beschwerden. Dr. D.____ erach- tete eine operative Intervention als nicht indiziert un d empfahl eine konservative Therapie mit physiotherapeutischer Begleitung und selbstständigen Übungen. 6.2.3 Am 11. September 2018 wurde eine Röntgen-Arth rographie sowie eine Magnet- Resonanz-Arthrographie des rechten Schultergelenks dur chgeführt, wobei eine Tendinopathie in der hinteren Supraspinatussehnenplatte mit knapp 1 cm langer, articularseitiger Partialruptur vom 1.5mm Tiefe und Retraktion des Sehnenstumpfes um 8m m nach medial, begleitet von ei- ner Schleimbeutelentzündung (bursitis subdeltoidea), festgestellt wurde. Weiter stach eine Ver- dickung der Gelenkskapsel vorne oben medial hinter dem K orakoid, vereinbar mit einer Frozen Shoulder ins Auge. 6.2.4 Im Verlaufsbericht von Dr. D.____, vom 19. Sept ember 2018 wurde eine Partialruptur der Supraspinatussehne im posterioren Anteil sowie e ine Kapselverdickung ventrokranial an der rechten Schulter festgehalten, wobei die Suprasin atussehnenläsion nicht sehr tief, dafür etwa 1cm breit sei. Die Verdickung der Kapsel ventrokran ial weise auf entzündliche Verände- rungen hin, weshalb eine Infiltration mit Cortison empfohlen und durchgeführt worden sei. 6.2.5 Aus dem Bericht zur Verlaufssprechstunde vom 27. November 2018 geht hervor, dass es nach Auffassung von Dr. D.____ dem Patienten in de r Zwischenzeit etwas besser gehe und er relativ wenig Schmerzen habe. Hauptsächlich bestünden Probleme bei abrupten Bewegun- gen. Unter den vorliegenden Umständen dürfe ein Abschluss gewagt werden, was auch im Sin- ne des Patienten sei. Es müsse allerdings festgehalten we rden, dass nach dem Unfall vom 27. Oktober 2017 Restbeschwerden an der rechten Schulter bestünden. Der Patient solle selbstständig versuchen, diesen Restbeschwerden mit Kraft training entgegenzuwirken. Ob es zu einem Rückfall kommen werde, sei schwierig abzuschätzen, es sei jedoch denkbar, dass der Patient beschwerdefrei werde. 6.2.6 Am 25. März 2019 wurde sodann aufgrund eines zwe iten Unfalles am 20. Januar 2019 von Dr. med. E.____, FMH Radiologie, eine erneute So nographie des rechten Schultergelenks vorgenommen. Dabei hätten sich auf dem B-Bild eine normale Subscapularissehne sowie intak- te Supra- und Infraspinatussehnen gezeigt. Die vorbeschriebene Partialläsion der Sehnenunter- fläche des Supraspinatus sei aktuell nicht eindeutig zu erkennen. Die Infraspinatussehne sei unauffällig und es sei kein Erguss intraartikulär oder in der Bursa ersichtlich. Bei der Farbdopp- lersonographie zeige sich eine bursaseitige Hyperämie der Supraspinatussehne sowie eine leichte Hyperämie der Subscapularissehne im Sinne einer Tendinopathie. Die vorbeschriebene kleine Unterflächenläsion der Supraspinatussehne sei zwar nicht eindeutig erkennbar. Insge- samt sei jedoch kein Nachweis einer Rotatorenmanschett enläsion ersichtlich. Bei der Farbdopplersonographie zeige sich eine bursaseitige Ten dinitis der Supraspinatussehne sowie eine Tendinitis der Subscapularissehne. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.7 Am 2. April 2019 meldete sich der Beschwerdeführ er für einen Kontrolltermin bezüglich seines Knies bei Dr. D.____, wobei er ihm vom Auffahr unfall vom 20. Januar 2019 berichtet habe. Beim besagten Unfall sei sein Auto von hinten erfasst worden, wodurch er ein Dezelerati- onstrauma der HWS erlitten habe. Beim Unfall selbst h ätte er einen kurzen Schmerz während ein paar Minuten in der rechten Schulter verspürt. Di eser Schmerz sei dann gänzlich ver- schwunden, bis etwa ein Monat nach dem Unfall erneut S chmerzen dorsal eher paravertrebral bzw. am medialen Rand der Scapula sowie ventral im Bereich des Pectoralis major aufgetaucht seien, welche sodann von seinem Hausarzt Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, mit Cortison behandelt worden seien. 6.2.8 Aufgrund von persistierenden, wechselnd ausgeprägt en Schulterschmerzen wurde der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 14. Mai 2019 an Dr . G.____, FMH Rheumatologie, Spital H.____, überwiesen. Im Überweisungsschreiben wurde fe stgehalten, dass sonographisch – im Unterschied zu einer nach einer Fussballverletzung im März 2018 durchgeführten Untersu- chung – weder eine Rotatorenmanschettenverletzung noch e ine Sehnenruptur habe dokumen- tiert werden können. Auch eine subakromiale Infiltra tion habe nur vorübergehend Erfolg auf die Beweglichkeit und Schmerzen gezeigt. Aufgrund von häu fig protrahierten Verläufen nach eher geringfügigen Verletzungen müsse differentialdiagnosti sch auch die Möglichkeit einer Somati- sierungsstörung in Betracht gezogen werden. 6.2.9 Bei der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) vom 1 4. Juni 2019 wurde noch eine mo- derate Tendinopathie der Supraspinatussehne – keine R uptur derselben – diagnostiziert. Die restliche Rotatorenmanschette zeigte sich jedoch unauffäll ig. Unfallkausale strukturelle Läsio- nen konnten keine festgestellt werden. Sehr wahrscheinl ich liege eine aktivierte ACG-Arthrose vor. Als Differenzialdiagnose wurde ein Überlastungssyndrom festgehalten. 6.2.10 Im Arztzeugnis UVG vom 1. Juli 2019 hielt der be handelnde Arzt Dr. F.____ als Diagno- se eine Frozen Shoulder rechts bei Status nach wahrscheinl icher Distorsion rechts fest, wobei ein kausaler Zusammenhang der angegebenen Beschwerden mit dem Unfallereignis „mindes- tens wahrscheinlich oder höher“ sei. Als Umstände, die den Heilungsverlauf ungünstig beein- flussen könnten, wurde zudem eine rezidivierende depressiv e Störung gegenwärtig leicht- bis mittelgradige Episode bei Anpassungsstörung und Persönli chkeitsakzentuierung mit unsicher- vermeidenden Tendenzen aufgeführt. 6.2.11 Dr. med. I.____, FMH Allgemeine Innere Medizi n am Spital H.____, diagnostizierte in seinem Bericht vom 3. Juli 2019 ein myofasciales Beschwerdebi ld mit multiplen muskulären Triggerpunkten pectoral im Bereich von Infra- und Sup raspinatus, eine zurzeit remittierte rezidi- vierende depressive Störung, eine Persönlichkeitsakzentuie rung mit unsicher-vermeidenden Tendenzen, einen Verdacht auf ein Reizdarmsyndrom sowie e ine chronische unspezifische Rhinitis. Der Patient leide an persistierenden, wechsel nd ausgeprägten rechtsseitigen Schulter- schmerzen unter dem Bild einer Frozen Shoulder mit verzög ert aufgetretener Aggravation. So- nographisch seien keine Rotatorenmanschettenverletzung od er Sehnenruptur erkennbar. Die Schmerzen seien erstmals im Rahmen eines Autounfalls im J anuar 2019 aufgetreten, seither Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe er persistierende im Wechsel ausgeprägte rechtsseiti ge Schulterschmerzen. In der kör- perlichen Untersuchung hätten sich bis auf eine Auffäll igkeit im Lift-Off-Test rechts keine Hin- weise für eine glenohumerale Instabilität, eine AC-G elenkseinschränkung, eine Rotatorenman- schetteneinschränkung oder sensomotorische Defizite präsent iert. Weiter zeige sich das Bild einer möglicherweise aktivierten AC-Gelenksarthrose, wobe i diesbezüglich weder klinisch noch in der körperlichen Untersuchung irgendwelche Beschwerd en geäussert worden seien. In der Folge habe Dr. I.____ dem Beschwerdeführer versichert, dass mit dem rechten Schultergelenk und der umgebenden Muskulatur alles in Ordnung sei und er es lediglich für die folgenden sechs Wochen schonen solle. Insgesamt seien die Beschwer den als Mischbild aus vor allem myofaszialen Beschwerden im Rahmen der erwähnten Muskulat ur und einer Überbeanspru- chung der Muskulatur und der dazugehörenden Sehnen des r echten Schultergelenks durch repetitives schweres Arbeiten zu verstehen, wobei möglich erweise auch noch eine Somatisie- rungsproblematik bestehe. 6.2.12 Mit E-Mail vom 5. Juli 2019 teilte die Arbeitg eberin des Beschwerdeführers der Suva sodann mit, dass dieser seit dem 7. Juni 2019 wieder zu 100 % arbeite. 6.2.13 Dr. med. J.____, FMH Orthopädische Chirurgie u nd Traumatologie des Bewegungsap- parates, nahm am 7. August 2019 kurz und knapp Stellung zur Kausalitätsfrage und führte aus, dass eindeutig dokumentiert sei, dass die Schulterbesch werden rechts bereits vor dem Unfall- ereignis im Januar 2019 vorhanden gewesen seien. So würden die Sonographien vor und nach dem Trauma identische Befunde aufweisen. Damit könne b ewiesen werden, dass durch den Autounfall keinerlei Läsionen verursacht worden seien. 6.2.14 Im Verlaufsbericht von Dr. F.____ über den Z eitraum vom 20. Dezember 2017 bis 31. Dezember 2019 wurde am 8. August 2019 festgehalte n, dass sich die angegebenen Be- schwerden nicht erklären liessen. Zusammen mit dem übrig en Symptomenbild bei ebenfalls fehlenden oder nicht ausreichenden somatischen Befunden/Diagnosen sei wohl eine Somatisie- rungsstörung, möglicherweise im Rahmen einer depressive n Episode, die bessere Erklärung der Beschwerden. Am 28. Oktober 2019 wurden sodann mi nime Residualschmerzen bei ten- domyopathischen Schulterschmerzen rechts, initial unter de m Bild einer Frozen Shoulder und eine partielle Remission der depressiven Episode aufgefüh rt. Bewegungseinschränkungen lä- gen keine vor. 6.2.15 Dr. med. K.____, FMH Chirurgie, nahm im Auft rag der Suva am 22. Januar 2020 eine ärztliche Beurteilung der Kausalität der Schulterbeschwerden rechts vor und kam zum Schluss, dass die geltend gemachten Beschwerden an der rechten Sc hulter nicht mit mindestens über- wiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 20. Ja nuar 2019 zurückzuführen seien. Im Rahmen der Heckkollision sei es lediglich zu einer leichte n Distorsion bzw. Kontusion der rech- ten Schulter gekommen. Folgen einer solchen Verletzung seien spätestens nach zwei bis drei Monaten ausgeheilt. Sonographisch hätten am 25. März 2 019 und 14. Juni 2019 mittels MRT der rechten Schulter unfallkausale strukturelle Läsionen im Bereich der rechten Schulter ausge- schlossen werden können. Auch die Verdachtsdiagnose einer aktivierten AC-Gelenksarthrose habe sich klinisch nicht erhärten lassen. Die Diagnoseste llung einer Überbeanspruchung der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Muskulatur sei zudem nicht als unfallkausal anzusehen. Die Beschwerden seien auch nicht auf das Ereignis vom 27. Oktober 2017 zurückzuführen, da die da mals zugezogene Partialruptur der Supraspinatussehne rechts sowohl in der Sonographie vom 25. März 2019 als auch in der MRT am 14. Juni 2019 nicht mehr habe nachgewiesen werden können und somit verheilt sei. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurte ilung des medizinischen Sachver- halts und der Unfallkausalität in erster Linie auf di e Ergebnisse, zu denen Kreisarzt Dr. K.____ in seiner Beurteilung vom 22. Januar 2020 gelangt war . Sie ging demzufolge davon aus, dass durch den Unfall vom 20. Januar 2019 eine Kontusion bzw. Distorsion der rechten Schulter, deren Folgen spätestens drei Monate nach dem Unfallere ignis verheilt seien, erfolgt war und bestätigte ihre Leistungspflicht bis zum 20. April 2019 . Im Übrigen ging sie, gestützt auf den Bericht von Dr. K.____, davon aus, dass die nach dem 20 . April 2019 vorhandenen Beschwer- den in der rechten Schulter des Versicherten nicht über wiegend wahrscheinlich auf die Unfal- lereignisse vom 27. Oktober 2017 oder 20. Januar 2019 zurückzuführen sind. 7.2 Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, dass die B eurteilung von Dr. I.____ vom 3. Juli 2019, gemäss welcher die Beschwerden als Mischbil d aus vor allem myofaszialen Be- schwerden im Rahmen der Muskulatur und einer Überbeanspr uchung der Muskulatur und der dazugehörenden Sehnen des rechten Schultergelenks durch repetitives schweres Arbeiten be- urteilt würden, nicht nachvollziehbar seien, da im Rah men der Diagnosestellung ausdrücklich eine posttraumatische Arthrose des AC-Gelenks, eine mo derate Tendinopathie der Supraspi- natussehne sowie eine diskrete subakromiale Bursitis festgeh alten würden. Auch erfolge keine Auseinandersetzung mit der Frage bzw. der Begründung, weshalb die festgestellten Verände- rungen der Supraspinatussehne nicht unfallbedingt sei n könnten. Diese fehlende Auseinander- setzung sei insofern von Bedeutung, als das Unfallereig nis vom 27. Oktober 2017 eine partielle Läsion der Supraspinatussehne verursacht habe. Im Weite ren sei zu beanstanden, dass von einer Verheilung der Partialläsion der Supraspinatusse hne ausgegangen werde, obwohl die vorbeschriebene Partialläsion der Sehnenunterfläche des Supraspinatus in der Sonographie des Schultergelenks vom 25. März 2019 nicht eindeutig zu erkennen sei. Dies könne als Be- weis des Wegfalls der Kausalität nicht genügen. Daher seien weitere Abklärungen vorzuneh- men. 7.3 Den Ausführungen des Beschwerdeführers kann jedoch n icht gefolgt werden. Auch wenn der Beschwerdegegnerin entgegenzuhalten ist, dass b ezüglich des Unfalles vom 27. Ok- tober 2017 gemäss der vorliegenden Aktenlage kein ordnu ngsgemässer Fallabschluss erfolgt ist bzw. keine Dokumente vorliegen, die einen zuverlässigen Fallabschluss bestätigen (mit Aus- nahme des Berichts von Dr. D.____ vom 27. November 20 18), ist ihr dennoch in der Argumen- tation, dass gemäss der Schulterarthrographie vom 14. Juni 2019 die Ruptur des Supraspinatus ausgeheilt ist, zu folgen. Da auf der Schulterarthrog raphie lediglich eine moderate Tendinopa- thie der Supraspinatussehne – jedoch keine Ruptur der selben – festgestellt werden konnte, ist davon auszugehen, dass keine somatische Grundlage für di e Beschwerden des Beschwerde- führers als Folge des Unfalls vom 27. Oktober 2017 mehr besteht. Im Weiteren fällt auf, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben zumindest run d einen Monat lang nach dem zweiten Unfall beschwerdefrei war (vgl. hiervor E. 6.2 .7), was gegen fortbestehende Beschwer- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht den seit dem Unfall vom 27. Oktober 2017 spricht. Es wird demnach zu Recht von einer Verhei- lung der Partialruptur der Supraspinatussehne ausgegan gen. Eine weitergehende Auseinan- dersetzung mit der Frage, weshalb die festgestellten Ver änderungen der Supraspinatussehne nicht auf den Unfall vom 27. Oktober 2017 zurückzuführen seien, erübrigt sich somit. Weiter kann der Beschwerdegegnerin gefolgt werden, w enn sie bezüglich der möglicherweise aktivierten AC-Gelenksarthrose ausführt, dass weder klinisch noch in der körperlichen Untersu- chung entsprechende Beschwerden geäussert worden seien. D emzufolge bestehen keine An- haltspunkte für eine aktivierte AC-Gelenksarthrose, so dass eine solche lediglich möglicher- weise vorhanden ist, wobei diese dann – den Ausführung en der Beschwerdegegnerin folgend – nur differentialdiagnostisch posttraumatisch zu berücksichtigen wäre. Im Übrigen verkennt der Beschwerdeführer, dass sich die Beschwerdegegnerin bei der Beurtei- lung der Kausalität auf den Bericht von Dr. K.____ vom 22. Januar 2020 – und nicht auf denje- nigen von Dr. I.____ vom 3. Juli 2019 – stützt, der a nhand der umfassenden Akten zu der An- nahme gelangte, dass der Unfall vom 20. Januar 2019 wohl zu einer Verstauchung bzw. Prel- lung der rechten Schulter geführt habe, welche nach spätestens drei Monaten abgeheilt sei. Für diese Annahme spricht auch, dass bei der Sonographie vo m 25. März 2019 lediglich eine bursaseitige Hyperämie der Supraspinatussehne sowie eine leichte Hyperämie der Subscapula- rissehne im Sinne einer Tendinopathie, jedoch keine Hi nweise für eine Läsion der Rotatoren- manschette festgestellt wurden. Auch hier bleibt anzumer ken, dass der Beschwerdeführer rund einen Monat nach dem Autounfall zunächst beschwerdefre i war. Dennoch wurde für die Be- handlungsdauer der vermuteten Distorsion bzw. Kontusion s ogar ein grosszügigerer Zeitraum berücksichtigt, als im Reintegrationsleitfaden Unfall de s schweizerischen Versicherungsverban- des für eine entsprechende Verletzung vorgesehen ist (B erücksichtigung einer Behandlungs- dauer von drei Monaten anstatt der üblichen sechs Woche n). Anhand der schlüssigen Ausfüh- rungen der Beschwerdegegnerin gestützt auf den Bericht von Dr. K.____ und der Tatsache, dass trotz fehlender Beschwerden unmittelbar nach dem Unfallereignis eine Kontusion bzw. Distorsion diagnostiziert wurde, bestehen keinerlei Hinw eise auf einen Kausalzusammenhang zwischen den Unfallereignissen und den über den 20. Apr il 2019 hinaus bestehenden Be- schwerden. Die Beschwerdegegnerin ging somit zu Recht da von aus, dass sie für die über den 20. April 2019 hinaus bestehenden Beschwerden nicht mehr leistungspflichtig ist. 7.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die über den 20. April 2019 hinaus bestehen- den Beschwerden des Beschwerdeführers nicht mit überwieg ender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 27. Oktober 2017 oder das Unfallereignis vom 20. Januar 2019 zurückzufüh- ren sind, weswegen die Beschwerde abzuweisen ist. 8. Gemäss Art. 61 lit. f bis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leist ungen kos- tenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorg esehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht vor, kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Ge- richtskosten auferlegen. Da das UVG keine Kostenpflicht vor sieht und sich die Parteien weder mutwillig noch leichtsinnig verhalten haben, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht erheben. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteientschädigung ausge- richtet. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht