Bu nde s ve rw altungs ge r icht Tr i buna l adm inis tr a tif fé dé r al Tr i buna le amm inis tr at ivo fe de r ale Tr i buna l adm inis tr a ti v fe de r al Abteilung IV D-3647/2011 U r t e i l v o m 1 0 . A p r i l 2 0 1 2 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Melanie Aebli, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Mai 2011 / N (…). D-3647/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Eigenen Angaben zufolge verliess en die Beschwerdeführenden Sri Lanka am (…) Mai 2010 auf dem Luftweg und gelangten am 18. Mai 2010 von Italien her kommend in der Schweiz, wo sie am selben Datum Asylgesuche stellten. Am 25. Mai 2010 führte das BFM Summarbefr a- gungen durch. Die Anhörungen fanden am 3. Juni 2010 statt. A.b. Der Beschwerdeführer – ein T amile – legte dar, aus E._______ zu stammen. V on 1984 bis 1996 habe er sich in F ._______ aufgehalten. An- schliessend sei er nach Indien gegangen. V on dort aus sei er im April 2003 nach E._______ zurückgekehrt. Er habe die die Liberation Tigers of T amil Eelam (LTTE) unterstützt. Er habe deren Mitgliedern Essen abg e- geben und Heldengräber gepflegt. Er habe auch an einem zehntägigen Training der LTTE teilgenommen beziehungsweise teilnehmen müssen . Wegen anderer in E._______ aktiven Gruppierungen wie namentlich der Eelam People's Democratic Party (EPDP) s ei er 2005 nach G._______ gegangen. Auch dort habe er die LTTE unterstützt . Er habe Bunker g e- baut und Personen sowie Waren mit seinem Fischerboot transportiert. Das Boot sei indes am 21. April 2009 durch die Marine beschlagnahmt worden. Am 23. April 2009 seien er und seine Angehörigen ins H._______ nach I._______ gebracht worden. Sie hätten im Lager unter prekären Aufenthaltsbe dingungen gelitten. Die Armee habe LTTE - Angehörige ins Lager gebracht, damit diese weitere Organisationsmi t- glieder identifizierten. Zudem hätten Beamte des CID Befragungen durchgeführt. Dabei habe er nicht alle Tätigkeiten für die LTTE erwähnt. Hingegen habe er e ingeräumt, dass sein Bruder Mitglied der LTTE sei. Nachdem die Sicherheitskräfte Festnahmen vorgenommen hätten, habe er das Lager zusammen mit seiner Familie illegal verlassen. Dies vor al- lem deshalb, weil er erfahren habe, dass sein Name auf einer LTTE-Liste der Sicherheitskräfte stehe, und Mitglieder und Sympathisanten der LTTE aufgefordert worden seien, sich in einem Lagerbüro zu melden. Nach der Flucht seien sie im Haus von Verwandten in J._______ untergekommen. Dort hätten im August 2009 Beamte des Criminal Investigation Depart- ment (CID) nach ihm gefragt. Es sei ihm gelungen, das Haus unbemerkt durch einen Hintereingang zu verlassen. Einige T age später hätten Ange- hörige der Karuna-Gruppe mit seiner Entführung gedroht, falls er die von ihnen geforderte Geldzahlung nicht leiste. Obwohl seine Schwiegermutter in der Folge den Erpressern einen Geldbetrag übergeben habe, sei er zweimal telefonisch behelligt und der LTTE -Mitgliedschaft beschuldigt D-3647/2011 Seite 3 worden. Der Anrufer habe wiederum mit einer Entführung gedroht. In An- betracht dieser Sachlage sei er mit der Familie im Oktober 2009 nach K._______ gereist, wo sie bei der zuständigen Behörde erfolgreich Re i- sepässe beantragt hätten. Danach seien sie nach J._______ zurückge- kehrt. Er habe sich wieder in E._______ niederlassen wollen, sei aber von einem Bekannten auf die Gefährlichkeit der dortigen Lage aufmer k- sam gemacht worden. Seine Frau – die Beschwerdeführerin – sei b e- suchshalber dorthin gereist und von zwei Personen auf Motorrädern nach ihm gefragt worden. Diese Personen hätten ihr gesagt, dass sie am fo l- genden T ag auf ihrem Zivilbüro zu erscheinen habe. Es habe sich mögli- cherweise um Angehörige der EPDP oder des Militärs gehandelt. Aus Angst habe seine Frau diese Aufforderung nicht befolgt und sei noch glei- chentags nach J._______ zurückgekehrt. Wegen der geschilderten Situa- tion hätten sie sich schliesslich zur Ausreise entschlossen. Zuvor habe er noch als Fischer in J._______ gearbeitet. A.c. Die Beschwerdeführerin – eine T amilin aus L._______ bei E._______ – legte ebenfalls dar, wegen der kriegerischen Ereignisse un- ter prekären Lebensbedingungen gelitten zu haben, und bestätigte im Üb- rigen grundsätzlich die V orbringen ihres Gatten. Er stehe wegen LTTE - V erdachts im Fokus der Behörden und der Karuna-Gruppe. Auch sie ha- be – im Jahre 2006 – ein LTTE-Training absolvieren müssen. V on Januar bis April 2009 habe sie für Angehörige der Bewegung gekocht. Im Febru- ar 2010 hätten sich zwei Personen in L._______ bei ihr nach ihrem Mann erkundigt. Im Falle der Rückkehr befürchte sie eine Inhaftierung durch die Karuna-Gruppe. Im Weiteren erwähnte sie gesundheitliche Probleme der älteren T ochter. A.d. Für die eingereichten Beweismittel ist auf die Akten zu verweisen (vgl. die Auflistung auf dem vorinstanzlichen Beweismittelumschlag A 7/1). B. Mit V erfügung vom 25. Mai 2011 – eröffnet am 26. Mai 2011 – stellte das BFM fest, d ie Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte d ie Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es die We g- weisung aus der Schweiz und den Wegweisung svollzug. Die V orinstanz erachtete die geltend gemachte V erfolgung durch die Sicherheitskräfte und die Karuna-Gruppe im aktuellen Zeitpunkt für nicht asylrelevant. Die Beschwerdeführenden hätten in ihrem Heimatland keine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen. D-3647/2011 Seite 4 C. Mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung vom 2 7. Juni 2011 beantragte n die Beschwerdeführenden beim Bun desverwaltungsgericht die Auf hebung des vorinstanzlichen Ent scheids, die Feststellung der Flüchtlingseigen- schaft und die Asylgewährung, eventualiter die Feststellung der Unzumut- barkeit des Weg weisungsvollzugs verbunden mit der vorläufigen Auf - nahme in der Schweiz sowie in prozes sualer Hinsicht die un entgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 des V erwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) samt Entbindung von der V or- schusspflicht. D. Mit Zwischenverfügung vom 30. Juni 2011 verzichtete das Bundesverwal- tungsgericht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und hiess das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut. E. Mit V ernehmlassung vom 6. Juli 2011 beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde. F. Die Beschwerdeführenden liessen die angesetzte Frist zur Replik ung e- nutzt verstreichen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des V erwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen V erfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei V orliegen eines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von D-3647/2011 Seite 5 Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2. Das V erfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am V erfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, sind durch die angefochtene V erfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei- se Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die V erletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus gesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. De n frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). V orbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substantiie rt, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen und sie dürfen nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren. Darüber hinaus m uss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre V or- bringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (Art. 7 D-3647/2011 Seite 6 Abs. 3 AsylG), wichtige T atsachen unterdrückt oder bewusst falsch dar- stellt, im Laufe des V erfahrens V orbringen auswechselt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am V erfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den V orbringen des Beschwerd e- führers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaf t- machung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der V orbrin- gen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentli- che und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhalts- darstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhalts darstellung spre- chen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. die von der vormaligen Beschwerdeinstanz begründete Rechtsprechung in Entscheidungen und Mit teilungen der Schweizer i- schen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f. mit weiteren Hinweisen, welche vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführt wird). 4. 4.1. Die V orinstanz hat festgehalten, die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Befragung durch das CID im Lager und die anschliessende Suche seien im Kontext der damaligen Bürgerkriegssituation zu würd i- gen. Nach Kriegsende habe sich die Situation in verschieden er Hinsicht entspannt. Es treffe zwar zu, dass die srilankischen Behörden auch nach Kriegsende alles daran setzen würden, ein Wiedererstarken der LTTE zu verhindern, und deshalb nach wie vor gegen ehemalige Kämpfer und Führungsfiguren der Organisation vorgingen. In Anbetracht der Angaben des Beschwerdeführers verfüge er indes nicht über ein ausreichendes politisches Profil, welches das Interesse der Behörden im jetzigen Zei t- punkt zu begründen vermöchte. Diese Sichtweise werde dadurch best ä- tigt, dass die Sic herheitskräfte nach der Befragung im Lager weitere Massnahmen ergriffen hätten, wenn sie von einem solchen Profil ausge- gangen wären. Die Beschwerdeführerin habe im Zusammenhang mit den angeführten Tätigkeiten für die LTTE keine Probleme seitens der Behör- den geltend gemacht. Angesichts der Aktenlage sei anzunehmen, dass die Behörden von ihrem Engagement nichts gewusst hätten. In Würdi- gung der veränderten Situation hätten die Beschwerdeführenden im heu- tigen Zeitpunkt wegen ihrer Unterstützung der LTTE nicht mehr mit einer D-3647/2011 Seite 7 V erfolgung durch die srilankischen Behörden zu rechnen. Betreffend Be- helligungen durch die Karuna-Gruppe sei darauf hinzuweisen, dass seit Ende der Kriegshandlungen im Mai 2009 der Staat bewaffnete Gruppi e- rungen oder Organisationen nicht mehr unterstütze. Es komme jedoch vor, dass sich frühere Angehörige solcher Gruppierungen weiterhin krimi- nell betätigen und die lokale Bevölkerung mit Drohungen und Erpre s- sungsversuchen unter Druck setzten. Dabei handle es sich jedoch um V erfolgungsmassnahmen seitens Dritter, die von den srilankischen B e- hörden geahndet würden. Die Beschwerdeführenden hätten daher die Möglichkeit, sich zwecks Schutz an die lokalen zuständigen Instanzen zu wenden. Aus den Akten ergäben sich keine Hinweise für eine Schutzun- willigkeit des Staates. Diese Erkenntnis werde unter anderem dadurch bekräftigt, dass die B eschwerdeführenden persönlich keine ernsthaften Probleme mit den Behörden gehabt hätten. Daher sei auch ihre Furcht vor einer Verfolgung durch die Karuna-Gruppe nicht asylrelevant. Es e r- übrige sich demnach, auf Ungereimtheiten in den V orbringen näher ein- zugehen. 4.2. In der Rekurseingabe machen die Beschwerdeführenden unter V er- weis auf Ur teile des Bundesveraltungsgerichts und Publikationen ve r- schiedener Organisationen geltend, s ie müssten aufgrund ihrer Tätigkei- ten für die LTTE nach wie vor damit rechnen, entführt oder gefoltert zu werden. T amilen aus dem Norden hätten immer noch ernsthafte Nachteile zu gewärtigen. Sie seien entsprechend als Flüchtlinge anzuerkennen. 5. V orliegend kommt das Bundesverwaltungsgericht in Abwägung sämtli - cher Aussagen zum Schluss, dass die V orinstanz zu Recht von der feh- lenden Asylrelevanz der V orbringen im aktuellen Zeitpunkt ausgeht. 5.1. Entsprechend der Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft erforderlich, dass die asylsuchende Person ernst- hafte Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat be ziehungsweise solche im Fall einer Rückkehr in den Heimatstaat mit be achtlicher Wahr- scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nachteile müssen der asylsuchenden Person gezielt und aufgrund bestimmter V er- folgungsmotive drohen oder zugefügt worden sein. Nach neuerer Recht- sprechung kann eine V erfolgungshandlung im Sinne von Art. 3 AsylG von staatlichen oder nichtstaatlichen Ak teuren ausgehen. Die Aner kennung der Flüchtlingseigenschaft setzt zudem voraus, dass die betrof fene Per- son einer landesweiten V erfolgung ausgesetzt ist und sich nicht in einem D-3647/2011 Seite 8 anderen T eil ihres Heimatstaates in Schutz bringen kann. Ausgangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise bestehende V erfolgung oder begrün dete Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeit punkt des Asylentscheides ist j e- doch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der V erfolgungsfurcht ebenfalls wesentlich. V eränderungen der objektiven Situation im Heimat- staat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der ein Asyl gesuch stellenden Person zu be rücksichtigen (vgl. BVGE 2008/12) 5.2. Das BFM ist im angefochtenen Entscheid auf die Frage, ob die B e- schwerdeführenden im Zeitpunkt des V erlassens ihres Heimatlandes im Jahre 2010 gezielten und intensiven Behelligungen ausgesetzt gewesen seien, zwar nicht explizit eingegangen, hat aber auf die wesentlich verän- derte Lage vor Ort seit Kriegsende hingewiesen. Die Beschwerdeführen- den haben Sri Lanka gemäss eigenen Angaben etwa ein Jahr nach Kriegsende verlassen. Ob bereits damals wegen der sich stabilisierenden Lage oder erst im Zeitpunkt des Erlasses der vorinstanzlichen V erfügung nicht von einer begründeten Furcht vor ernsthaften Nachteilen auszuge- hen war, kann insofern offen gelassen werden als auch gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts im Fall der Beschwerdef ührenden ge- mäss nachfolgenden Erwägungen jedenfalls im aktuellen Zeitpunkt keine begründete V erfolgungsfurcht besteht. 5.3. So ist an dieser Stelle auf die sich seit der Ausreise der Beschwerde- führenden weiter stabilisierenden Lage in Sri Lanka einzugehen (vgl. das zur Publikation vorgesehe nen Grundsatzurteil BVGE E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011). Am 19. Mai 2009 verkündete die Regierung Sri Lankas offiziell den Sieg der Regierungstruppen über die LTTE, und Präsident Rajapakse erklärte den seit 26 Jahren dauernden Krieg für beendet. Das Führungskader der LTTE ist der Medienberichterstattung zufolge komplett ausgelöscht wor - den. Hinweise auf aktive LTTE-Kader im Norden Sri Lankas gibt es laut SFH keine. Die höchstrangigen LTTE -Kader waren entweder gefangen genommen oder getötet worden (so auch der LTTE-Chef V elupillai Prab- hakaran), oder sie konnten das Land verlassen. Trotz dieser V eränderun- gen gibt es Personenkreise, die seit Beendigung des militäri schen Kon- fliktes immer noch einer erhöhten Verfolgungs gefahr ausge setzt sind. Dazu gehören unter anderem Personen, die auch nach Be endigung des Bürgerkriegs verdächtigt werden, mit den LTTE in V erbindung zu stehen D-3647/2011 Seite 9 oder gestanden zu haben, ebenso Anhänger des Ex -Generals Sarath Fonseka, Journalisten und andere in der Medienbranche tätige Personen, international und lokal tätige V ertreter von NGOs, die sich für die Men - schenrechte einsetzen oder V erstösse kritisieren, Opfer und Zeugen von Menschenrechtsverletzungen sowie Personen, die solche Übergriffe bei den Behörden anzeigen, abgewie sene Asylbewerber mit V erdacht zu Kontakten zum LTTE-Kader oder Personen, die über beträchtliche finan- zielle Mittel verfügen (siehe die aus führliche Darstellung der Persone n- gruppen im erwähnten Urteil BVGE E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 8). 5.4. Aus den Akten gehen keine glaubhaften Anhaltspunkte dafür hervor, dass die Beschwerdeführenden seitens der sri-lankischen Behörden heu- te als oppositionell aktiv wahrgenommen würden oder sonst einer dieser Risikogruppen zugehörig erklärt werden müsste n. So machten sie zwar geltend, gewisse Tätigkeiten für die LTTE ausgeübt zu haben. Eine fü h- rende Position war dabei indes in keiner Weise erkennbar. Die erwähnte V orsprache von CID-Beamten am damaligen Zufluchtsort wurde von i h- nen in keiner Weise substanziiert vorgebracht und wirft schon deshalb Fragen auf. Namentlich das leichte Entkommen des Beschwerdeführers durch eine Hintertür wirkt konstruiert. Doch selbst in der Annahme, CID - Beamte hätten tatsächlich vorgesprochen, würde es sich um einen ei n- maligen V orfall kurz nach Kriegsende handeln (vgl. A 10/17 Antwort 97). Eine in der Folge noch andauernde und allfällig asylrelevante V erfo l- gungsmotivation ist aber offensichtlich zu verneinen. So hätte es das CID zweifellos nicht bei einem einzigen V ersuch, sich des Beschwerdeführers zu bemächtigen, bewenden lassen, wenn aus der Sicht der Behörden trif- tige V erdachtsmomente gegen ihn bestanden hätten. Auch der von ihm erwähnte Bruder bei de n LTTE scheint keinen weiteren behördlichen Argwohn geweckt zu haben (A 10/17 Antwort 30; A 1/14 S. 5). So war es den Beschwerdeführenden denn auch möglich, sich nach der geltend gemachten Flucht aus dem Lager in J._______ behördlich anzumelden (A 10/17 Antworten 62 ff.). V or allem aber fällt ins Gewicht, dass ihnen im Oktober 2009 in K._______ offenbar ohne Probleme Reisepässe ausge- stellt wurden, mit denen sie das Land in der Folge verlassen konnten (A 1/14 S. 5 und 9; A 10/17 Antwort 103). Überdies wirken die geäusser- ten Befürchtungen des Beschwerdeführers eher vage, und zwar sowohl betreffend der CID-V erfolgung wie auch der ferner geltend gemachten Behelligung durch die Karuna-Gruppe (A 10/17 Antwort 97). Diese Behel- ligungen, ausgehend von Drittpersonen, sind vom BFM im Hinblick auf eine grundsätzlich vorhandene staatliche Schutzinfrastruktur ebenfalls für D-3647/2011 Seite 10 nicht asylrelevant erachtet worden. Bei den Beschwerdeführenden, we l- che auch die Karuna -V orbringen und die damit einhergehende Bedr o- hung eher stereotyp vorbrachten, ist zwar nicht auszuschliessen, dass sie einmal unter Entführungsdrohung tatsächlich einen Geldbetrag geleistet haben. Andererseits vermochten sie eine aktuell andauernde und zielge- richtete Bedrohung mangels substanziierter Angaben nicht glaubhaft zu machen. Entsprechend kann die Frage der effizienten Schutzgewährung durch den Staat letztlich offengelassen werden. Auch eine Gefährdung nach der Rückkehr wegen Kontak ten zu LTTE-Kadern im Ausland liegt insofern nicht auf der H and, als der Aufenthalt in der Schweiz im Lichte der übrigen V erfahrensumstände noch kein eigentliches persönliches Ri- sikoprofil ausmacht. Schliesslich ist nach der Zerschlagung der LTTE auch eine diesbezügliche V erfolgung nicht beachtlich wahrscheinlich. 6. 6.1. Zusammenfassend ist somit nicht davon auszugehen, dass d ie Be- schwerdeführenden von den srilankischen Sicher heitskräften gesucht werden oder in naher Zukunft eine sonstige V erfolgung zu befürchten hät- ten. Es muss nicht angenommen werden, dass ihnen bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernst hafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes drohen würden. Damit erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe zum Asylpunkt einzugehen, weil diese am Ergebnis des vorliegenden V erfahrens nichts zu ändern vermag. 6.2. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass d ie Be- schwerdeführenden keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnten. Das BFM hat die Asylgesuche damit zu Recht abgewiesen. 7. 7.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2. Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrecht- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). D-3647/2011 Seite 11 8. 8.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Auslän der [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner V o r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie s ind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Aus- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.2. Der V ollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche V erpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 8.2.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei - nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV , SR 101), Art. 3 des Überein - kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.2.2. Die V orinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flü chtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 D-3647/2011 Seite 12 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdefüh- renden in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 8.2.3. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde- führenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahr - scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti- Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Ge- fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch individuelle Faktoren in Bezug auf die Situation der Beschwerdefüh- renden lassen den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als u n- zulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der V ollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der V ollzug der Wegweisung insb e- sondere dann nicht zumutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung ausge- setzt wäre. 8.3.1. Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen angewen- det, das heisst bei Ausländerinnen und Ausländern, die mangels persönli- cher V erfolgung weder die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft noch jene des völker rechtlichen Non-Refoulement-Prinzips erfüllen, je - doch wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allge- meiner Gewalt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Im Weite- ren findet sie Anwendung auf andere Personen, die nach ihrer Rückkehr ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige medizinische V ersorgung nicht erhalten könnten oder – aus objektiver Sicht – wegen der vorherrschenden V erhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völlige Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften V erschlechterung ihres Gesund-D-3647/2011 Seite 13 heitszustands, der Invalidität oder sogar dem T od ausgeliefert wären (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.1, mit weiteren V erweisen). 8.3.2. In der angefochtenen V erfügung vom 25. Mai 2011 hielt das BFM zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges fest, eine solche sei für G._______ aufgrund der dortigen Lage nach wie vor zu verneinen. Die Beschwerdeführer hätten indes eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative in E._______, wo sie sich früher aufgehalten hätten und wo ein weitge- hend normales Alltagsleben herrsche. Dort lebten Familienangehörige und V erwandte. Der Beschwerdeführer habe als Fischer gearbeitet. Zu- dem komme eine finanzielle Hilfe von V erwandten aus dem Ausland in Betracht. Es werde ihnen so gelingen, in Sri Lanka eine neue wirtschaftli- che Lebensgrundlage aufzubauen. Es sprächen demnach weder die vor Ort herrschende Sicherheitslage noch individuelle Gründe gegen die Zu- mutbarkeit des V ollzugs. 8.3.3. Die Beschwerdeführenden machen demgegenüber – wieder unter V erweis auf Urteile des Bundesveraltungsgerichts und Publikationen ver- schiedener Organisationen – die Unzumutbarkeit des Vollzugs geltend. Die Lage vor Ort sei nach wie vor angespannt. Das BFM verkenne die relevanten Umstände. Insbesondere Rückkehrer mit langem Auslandauf- enthalt riskierten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit Behelligungen bereits am Flughafen. Auch Entführungen ereigneten sich nach wie vor. Die S i- cherheitskräfte seien im Norden und Osten noch immer sehr präsent. Die dort ansässigen T amilen litten unter prekären Bedin gungen. Die Praxis- änderung des BFM betreffend Rückkehr in diese Gebiete sei mithin ve r- früht. Demzufolge komme für d ie Beschwerdeführenden eine Niederlas- sung in E._______ nicht in Betracht. Auch die V oraussetzungen für eine innerstaatliche Fluchtalternative im Süden seien nicht erfüllt. Zudem lebe ein Bruder des Beschwerdeführers in der Schweiz mit einer B - Bewilligung. 8.3.4. Im erwähnten Urteil E -6220/2006 aktualisierte das Bundesverwal- tungsgericht die letztmals in BVGE 2008/2 defin ierte Lage analyse Sri Lankas und passte die Wegweisungspraxis an. Hinsichtlich des Wegwei- sungsvollzugs hält das Gericht fest, dass dieser in das ge samte Gebiet der Ostprovinz grundsätzlich zumutbar sei (a.a.O. E. 13.1). Auch der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz – mit Ausnahme des V anni-Ge- biets – sei grundsätzlich zumutbar, wobei sich eine zurückhaltende Beur- teilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien sowie eine Be rücksichti- gung des zeitlichen Elementes aufdränge (a.a.O. E. 13.2.1). Weiterhin als D-3647/2011 Seite 14 unzumutbar müsse der Wegweisungsvollzug, übereinstimmend mit dem BFM, für das V anni-Gebiet gelten, welches zu Beginn des Jahres 2008 noch von den LTTE kontrolliert worden sei und in welchem sich in der Folge bis zum endgültigen Sieg über die LTTE die Kriegshandlungen ab- gespielt hätten (a.a.O. E. 13.2.2). Für Personen, die aus dem übri gen Staatsgebiet von Sri Lanka (d.h. die Provinzen North Central, North Wes- tern, Central, Western [namentlich der Grossraum Colombo], Southern, Sabarugamuwa und di e Uva -Provinz) stammten und dorthin zu - rückkehrten, sei der Wegweisungsvollzug grundsätzlich zumutbar (a.a.O. E.13.3). 8.3.5. Die Beschwerdeführenden stammen aus E._______ und hielten sich ab 2005 einige Jahre i n G._______ auf. Eine Rückkehr nach G._______ kommt nach dem Gesagten nicht in Betracht. Hingegen sind die V oraussetzungen für eine Wiederansiedlung in E._______ als erfüllt zu bezeichnen. Dort halten sich gemäss ihren Angaben Angehörige und V erwandte auf, welche zum T eil offenbar Häuser besitzen. Der Be- schwerdeführer hat wiederholt als Fischer gearbeitet. Finanzielle Zuwen- dungen von V erwandten namentlich aus dem Ausland sind nicht au s- geblieben (A 1/14 S. 2 ff und 10; A 2/12 S. 3 f. und 7; A 11/10 Antwort 20). Aus den V erfahrensakten und namentlich der Beschwerdeschrift gehen keine konkreten Anzeichen hervor, wonach sich die Lebensumstände der Beschwerdeführenden seit dem Zeit punkt der im erstinstanzlichen V er- fahren gemachten Angaben massgeb lich verändert haben sollten. Es werden auch keine massgeblichen medizinischen Leiden geltend g e- macht. Sie verfügen somit in ihrem Heimatstaat über ein tragfähiges fami- liäres Beziehungsnetz, wel ches ih nen eine soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung ermöglichen sollte. Auch die finanzielle Unterstü t- zung von V erwandten kommt nach wie vor in Betracht. 8.3.6. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.4. Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der z u- ständigen V ertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendi- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der We g- weisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.5. Zusammenfassend ist festzustellen, dass das BFM den Wegwe i- sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich qualifiziert hat. D-3647/2011 Seite 15 Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme aus- ser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene V erfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be - schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens wären die Verfahren s- kosten den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht hat jedoch das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit In struktionsverfügung vom 30. Juni 2011 gutgeheissen und es besteht auf grund der Akten kein Anlass, auf diesen Entscheid zurückzukommen. (Dispositiv nächste Seite) D-3647/2011 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine V erfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber V ersand: