<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in den verschiedenen für die Landwirtschaft relevanten Gesetzgebungen Anpassungen vorzunehmen, dass wieder vermehrt Mist als Nährstofflieferant auf die landwirtschaftlichen Böden ausgebracht wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mist trägt dazu bei, den Humusgehalt der Böden zu erhöhen. Jedoch ist Gülle ebenfalls ein gutes Mittel, um den Böden Nährstoffe und organische Substanz zurückzugeben. Die verfügbaren Studien und Untersuchungen fallen sehr unterschiedlich aus und sind nicht sehr aussagekräftig, da die Wirkung dieser beiden Hofdüngertypen auf den Boden von vielen nicht beeinflussbaren Parametern abhängt. Die Untersuchungen zeigen insgesamt, dass Gülle und Mist eine ähnliche Wirkung auf den Humus haben (Vergleich der Wirkungen von Gülle mit Stallmist und Jauche im ökologischen Landbau. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Juni 2003). Ein seit 1976 bei Agroscope in Changins durchgeführter Versuch bestätigt, dass es keinen signifikanten Unterschied betreffend Anreicherung des Bodens mit organischer Substanz zwischen Mist- und Gülleeinträgen gibt (Langfristige Wirkung von organischen Düngern auf die Bodeneigenschaften. Agrarforschung Schweiz 3 (3): 148-155, 2012).</p><p>Auf agrarökologischer Ebene ist die Dynamik der Nährstoffe von Mist viel langsamer und weniger vorhersehbar als bei Gülle. Dies kann für die Stickstofffixierung von Vorteil sein. Die Verwendung von Mist zur präzisen Düngung von offenen Ackerflächen, deren Humusgehalt erhöht werden soll, kann jedoch zu erheblichen agronomischen Problemen führen.</p><p>So können Schwierigkeiten wegen nicht vorhersehbarer Mineralisierung oder bei der Regulierung des tatsächlichen Nährstoffgehalts des Bodens entstehen.</p><p>Ob auf einem Betrieb Gülle oder Mist produziert wird, hängt hauptsächlich von der Art der Nutztierhaltung ab. In Freilaufställen werden die Tiere selten auf Stroh gehalten, da dazu sehr hohe Mengen an Stroh benötigt werden und die anfallende Arbeitsbelastung schwer tragbar ist. Im Vergleich zu Anbindesystemen sind Hygiene und Tierwohl jedoch deutlich verbessert. Die Tierschutzbestimmungen und die Förderung des Tierwohls im Rahmen des Landwirtschaftsgesetzes haben Freilaufställe stark begünstigt. Der Bundesrat will nicht, dass diese im Bereich des Tierwohls gemachten Fortschritte wieder infrage gestellt werden.</p><p>Die systematische Förderung der Mistproduktion würde zu einem deutlich erhöhten Bedarf an Stroh für Einstreu führen. Die Getreideproduktion oder die Importe müssten folglich beträchtlich erhöht werden. In der Hügelzone und insbesondere in Berggebieten ist die Getreideproduktion marginal und würde nicht ausreichen, um die benötigte Menge an Einstreu zu liefern. Der Import von Stroh ist keine nachhaltige und lokal angemessene Lösung. Zudem sieht der Bundesrat dies als Widerspruch zur Förderung der standortangepassten Landwirtschaft, wie sie in der AP 22 plus vorgeschlagen wird.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.