Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. August 2015 (725 15 96 / 197) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung HWS-Distorsion; Prüfung der Adäquanz von organisch nicht hinreichend nachgewiese- nen Unfallfolgen, Adäquanz wurde von der Vorinstanz mangels Erfüllung der von der Rechtsprechung genannten objektiven Kriterien zu Recht verneint Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Bea t Hersberger, Kantonsrich- ter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin i.V. Stephanie Wirz Parteien A.___, Beschwerdeführerin gegen Basler Versicherungen AG , Aeschengraben 21, Postfach , 4002 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat, Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal Betreff Leistungen A. Die 1973 geborene A.___ arbeitet teilzeitlich al s Büroangestellte im Tenniscenter B.___ und ist in dieser Eigenschaft bei der Basler Versicherungen AG (Basler) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Gemäss Unfallmeldung vom 21. Oktober 2013 ist die Versicherte am 15. Oktober 2013 mit de m Velo gestürzt, nachdem sie eine Not- bremsung vollzogen hatte, als sie in einem Kreisel von einem Lieferwagen rechts überholt wor- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht den war. Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. K.___ _, FMH Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte am 21. Oktober 2013 multiple Prellung en an den Händen und an der linken Schulter. Aufgrund der beklagten Beschwerden wie Drehsch windel, Nackenverspannungen, erhöhte Empfindlichkeit auf Töne äusserte Dr. K.____ zu dem den Verdacht auf eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS-Distorsion). Mit Verfügung vom 27. Juni 2014 stellte die Basler ihre Versicherungsleistungen per 15. April 2014 ein, da sie die über diesen Zeitpunkt hinaus andau- ernden Beschwerden von A.___ als nicht mehr in einem na türlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 15. Oktober 2013 stehend erachtete. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 10. Juli 2014 Einsprache bei der Basler. M it Einspracheentscheid vom 26. Januar 2015 wurde die Leistungseinstellung von der Basler mit der Begründung bestätigt, dass es sich bei den genannten persistierenden Beschwerden nicht um adäquat-kausale Unfall- folgen handle. B. Am 20. Februar 2015 erhob die Versicherte gegen de n Einspracheentscheid Beschwer- de beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozial versicherungsrecht (Kantonsge- richt). Sie beantragte, in Aufhebung des Einspracheentsc heids vom 26. Januar 2015 sei die Basler anzuhalten, ihr weitergehende UVG-Leistungen zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. Die Beschwerde begründete sie im Wesentlichen damit, dass die Vorinstanz die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und persistiere nden Beschwerden zu Unrecht verneint habe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Mai 2015 schloss die Basler, vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat, auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in Münchenstein, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs . 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Ar t. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustän dig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 20. Februa r 2015 ist einzutreten. 2. In ihrer Verfügung vom 27. Juni 2014, welche sie m it dem angefochtenen Einsprache- entscheid vom 26. Januar 2015 bestätigte, stellte die B eschwerdegegnerin ihre Versicherungs- leistungen per 15. April 2014 ein. Streitig und zu p rüfen ist, ob die Beschwerdeführerin über Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht dieses Datum hinaus weiterhin Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversiche- rung hat. 3. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in d er obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre- chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit- ten Tag nach dem Unfalltag, und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versi cherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalide nrente, wenn sie infolge des Unfal- les zu mindestens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch ent steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesun dheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingl iederungsmassnahmen der Invalidenver- sicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleide t die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, g eistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine a ngemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, fa lls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 4.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UV G setzt als erstes voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfä- higkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürl icher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürl ichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ei ngetreten gedacht werden kann. Ent- sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des nat ürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinwe isen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natür licher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdig ung nach dem im Sozialversicherungs- recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinl ichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründu ng eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang be- steht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann al s adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenser- fahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgeme in als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammen- hangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzun g zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen ein es natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen g esundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Ka usalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwicke lten Regeln vom Gericht zu beurtei- len ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 4.2.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfall folgen spielt die Adäquanz als recht- liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusam menhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der na- türlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 1 27 V 103 E. 5b/bb). Als objektivierbar gel- ten Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde ledi glich auf Ergebnisse klinischer Unter- suchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, welches eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erschei nen liesse. Nach konstanter bun- desgerichtlicher Rechtsprechung kann deshalb von organisc h objektiv ausgewiesenen Unfall- folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobene n Befunde mit apparativen / bildge- benden Abklärungen bestätigt werden (für viele: Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Die se Untersuchungsmethoden müssen zu- dem wissenschaftlich an erkannt sein (BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). 4.3 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die re chtsanwendende Behörde regel- mässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärzt innen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicher ungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie um fassend und pflichtgemäss zu würdi- gen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheid en hat, ob die verfügbaren Un- terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen R echtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Beri chten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Grü nde anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstell t. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der D arlegung der medizinischen Zusam- menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Sit uation einleuchtet und ob die Schluss- folgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.1 Für den vorliegenden Fall sind folgende medizinis che Unterlagen von Belang: 5.2 Ein Tag nach dem Unfallereignis vom 15. Oktober 2 013 konnte gemäss Bericht von Dr. med. I.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, der Stellvertreterin des Hausarztes der Versi- cherten, Dr. K.____, eine ossäre Läsion am Knie ausgesc hlossen werden. Dr. K.____ diagnos- tizierte am 21. Oktober 2013 multiple Prellungen an den Händen und an der linken Schulter der Versicherten. Aufgrund der beklagten Beschwerden wie ein em Drehschwindel, Nackenver- spannungen und einer erhöhten Empfindlichkeit auf Töne, äusserte Dr. K.____ zudem den Ver- dacht auf eine HWS-Distorsion. Am 21. November 2013 l iess sich die Versicherte von Dr. med. J.____, FMH Neurologie, untersuchen. In seinem Bericht hielt er fest, dass der Zustand der Patientin von einer leichten HWS-Distorsion und einer w ahrscheinlich leichten Schädelprellung bis leichter traumatischen Hirnschädigung herrühre. Der Befund der HWS erwies sich als prak- tisch normal und Dr. J.____ stufte den Heilungsverlauf der Versicherten insgesamt als erfreulich ein, attestierte jedoch aufgrund der kognitiven Störu ngen sowie der Kopfschmerzen der Patien- tin weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 50%, wobei innert Monatsfrist eine Steigerung der Ar- beitsfähigkeit auf 75% bis 100% zu erwarten sei. Der zw ecks Einholung einer Zweitmeinung konsultierte Dr. med. L.____, FMH Neurologie, stellte in seinem Bericht vom 14. Februar 2014 die gleichen Hauptdiagnosen wie schon Dr. J.____, wobe i das von ihm am 4. Dezember 2013 in Auftrag gegebene und von Prof. Dr. med. M.____, S pezialarzt FMH für Neuroradiologie, durchgeführte MRT bereits keine Auffälligkeiten gezeig t hatte. In einem weiteren Bericht vom 11. Juni 2014 hielt Dr. K.____ fest, dass die bisherigen physiotherapeutischen und osteopathi- schen Bemühungen für die Versicherte ohne nennenswerten Effekt geblieben seien. Die Pati- entin leide nach wie vor an einer unklaren erhöhten Ermüdbarkeit, einem Schwindel mit Nausea sowie einer Druckunverträglichkeit auf den Kopf. Alle diese Symptome wurden von Dr. K.____ als glaubhaft, aber nicht objektivierbar eingestuft. 6.1 Wie in vorstehender Erwägung 5.2 dargelegt, geht Dr. K.____ in seinem Bericht vom 11. Juni 2014 davon aus, dass die von der Versicherten ge schilderten Beschwerden zwar glaubhaft aber nicht objektivierbar seien. Organisch obje ktiv ausgewiesene Unfallfolgen sind damit im vorliegenden Fall nicht rechtsgenüglich ausgewiesen (vgl. dazu E. 4.2.2 hiervor). 6.2 Liegen wie im hier zu beurteilenden Fall keine o rganisch (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden vor, hat eine besondere Adäquanzprüfu ng zu erfolgen. Dabei ist rechtspre- chungsgemäss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der H WS, einen äquivalenten Verlet- zungsmechanismus oder ein Schädel-Hirntrauma, dessen Folg en sich mit jenen eines Schleu- dertraumas vergleichen lassen (BGE 117 V 382 E. 4b), erl itten und liegt in der Folge das für diese Verletzung typische bunte Beschwerdebild vor (diff use Kopfschmerzen, Schwindel, Kon- zentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Erm üdbarkeit, Visusstörungen, Reiz- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht barkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw., vgl. BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten (vgl. die nachfolgende E. 7) Grundsätze zu prüfen. Liegt kein Unfall mit einem Schleudertrauma oder einer adäquanzrechtlich äquivalente n Verletzung vor oder fehlt es nach einer solchen Verletzung an dem hierfür typischen bunte n Beschwerdebild, so hat die Adä- quanzbeurteilung psychischer Folgeschäden des Unfalls nach den in BGE 115 V 133 ff. entwi- ckelten Kriterien zu erfolgen. Der Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mit einem Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verl etzung auf eine Differenzierung zwi- schen physischen und psychischen Unfallfolgen verzichtet wird (B GE 134 V 117 E. 6.2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), währenddem bei den übrige n Unfällen für die Beurteilung der Adä- quanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallere ignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). Als Ausnahme von diesen Regel n greift allerdings die auf die objek- tiven, physischen Unfallfolgen beschränkte Adäquanzbeurteil ung auch bei Unfällen mit Schleu- dertrauma oder einer äquivalenten Verletzung Platz, w enn die zum hiefür typischen Beschwer- debild (vgl. dazu BGE 119 V 338 E. 1, 117 V 382 E. 4b ) gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer vorhanden en, ausgeprägten psychischen Prob- lematik aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 E. 2a mit Hinweisen). 6.3 Wie den Akten entnommen werden kann, zog sich die Beschwerdeführerin anlässlich des Velounfalls vom 15. Oktober 2013 eine HWS-Distorsion mit vegetativen Symptomen zu (vgl. Bericht von Dr. J.____ vom 21. November 2013). In der Folge klagte die Versicherte über Kopf-, Nacken-, Rücken- und Knieschmerzen, Schwindel und Übelkeit (vgl. Dokumentationsbo- gen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigu ngstrauma vom 4. Oktober 2013 und dem allgemeinen Fragebogen zum Hergang des gemel deten Ereignisses von der Be- schwerdegegnerin vom 1. November 2013). Somit ist dokumentiert – und zwischen den Partei- en zu Recht auch unbestritten –, dass bei der Versicherten nach dem Unfall eine Symptomatik vorlag, die dem sog. bunten Beschwerdebild einer HWS- Distorsion entspricht. Die Adäquanz- prüfung hat deshalb nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. dargelegten, mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten (vgl. die nachfolgende E. 8.2) Grundsätze zu erfolgen. 7.1 Im bereits mehrfach erwähnten BGE 134 V 109 ff. h at sich das Bundesgericht ausführ- lich mit der bisherigen Praxis zur Kausalitätsprüfung bei Unfall mit Schleudertrauma, äquivalen- ter Verletzung der HWS oder Schädel-Hirntrauma ohne o rganisch objektiv ausgewiesene Be- schwerden (so genannte Schleudertrauma-Praxis nach BGE 1 17 V 359 ff.) befasst. Dabei hat es entschieden, dass am Erfordernis einer besonderen Adä quanzprüfung bei Unfällen mit sol- chen Verletzungen festzuhalten sei (E. 7-9). Auch beste he keine Veranlassung, die bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung vorzunehmende Ei nteilung der Unfälle nach deren Schweregrad und den abhängig von der Unfallschwere gegebenenfalls erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien in die Adäquanzbeurteilung zu ändern (E. 10.1). Demnach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall nach wie vor zu verlangen, dass dem Un- fall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung de r Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zu- kommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwer e aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung diese r Frage ist an das Unfallereignis anzuknüp- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht fen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensab lauf – zwischen banalen bzw. leich- ten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits u nd schliesslich dem dazwischen liegen- den mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und b ei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen au s dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind we itere, objektiv erfassbare Um- stände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenh ang stehen oder als direkte bzw. indi- rekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur B ejahung des adäquaten Kausalzu- sammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezog en werden (E. 10.1 mit Hinwei- sen). 7.2 Im Übrigen hat das Bundesgericht jedoch die bish erige Schleudertrauma-Praxis im ge- nannten Urteil BGE 134 V 109 ff. in mehrfacher Hinsicht präzisiert. So hat es die Anforderungen an den Nachweis einer natürlich unfallkausalen Verletzung, welche die Anwendung der Schleu- dertrauma-Praxis rechtfertigt, erhöht (E. 9) und die a däquanzrelevanten Kriterien teilweise mo- difiziert (E. 10.2 und 10.3). Dies betrifft zunächst das Kriterium der "ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung", das nur dann vorliegt, wenn nach dem Unfall fortgesetzt spezifische und die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung im Zeitraum bis zum Fallabschluss notwendig gewesen war (E. 10.2.3). Weiter wird für die Erfüllung des Kriteriums "Dauerbe- schwerden" vorausgesetzt, dass diese erheblich sind, was auf Grund glaubhaft geltend ge- machter Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person im Lebens- alltag erfährt, zu beurteilen ist (E. 10.2.4). Hinsich tlich des Kriteriums "Grad und Dauer der Ar- beitsunfähigkeit" schliesslich ist nicht die Dauer an sich , sondern eine erhebliche Arbeitsunfä- higkeit als solche massgeblich, die zu überwinden die ve rsicherte Person ernsthafte Anstren- gungen unternimmt (E. 10.2.7). Zusammenfassend hat das Bundesgericht den Katalog der bis- herigen adäquanzrelevanten Kriterien (BGE 117 V 367 E . 6a, 383 E. 4b) in BGE 134 V 109 wie folgt neu gefasst (E. 10.3): - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. 8.1.1 Im Rahmen der erforderlichen besonderen Adäqua nzprüfung ist als erstes auf die Frage der Unfallschwere einzugehen. Massgebend für deren Beu rteilung ist der augenfällige Gesche- hensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (vgl. Kranken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1999 Nr. U 335 S. 207 E. bb), nicht jedoch Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht dir ekt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Derartigen dem eigentlichen Unfallgesch ehen nicht zuzuordnenden Faktoren Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Verletzungen, welche sic h die versicherte Person zuzieht, aber auch für – unter dem Gesichtspunkt der besonders dram atischen Begleitumstände oder be- sonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende – äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zieht. Dieser Grundsatz gilt sowohl in Bezug auf die Adäquanzbeurteilung bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall (Sozialversich erungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2008 UV Nr. 8 S. 27 E. 5.3.1) als auch bei Anw endung der Schleudertrauma-Praxis (Ur- teil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2008, 8C_536/2007, E. 6.1). 8.1.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung werde n Velounfälle, wie sich im vorlie- genden Fall einer zugetragen hat, in der Regel als mi ttelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Unfällen betrachtet. Eine Zuordnung zur Kategorie der mittelschweren Unfälle im eigentlichen Sinn kommt nur in Betracht, wenn speziell e Umstände wie besonders hohe Ge- schwindigkeit oder gravierende Verletzungen auf eine ge steigerte Krafteinwirkung schliessen lassen (Urteile des Bundesgerichts 8C_605/2010 vom 09. November 2010, E. 6.1, und 8C_451/2011 vom 18. August 2011 E 2.4). 8.1.3 Im vorliegenden Fall liegen keine Hinweise daf ür vor, dass die Beschwerdeführerin auf ihrem Velo mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren ist. Auch die von Dr. K.____ festgestellten Verletzungen wie Prellungen, Drehschwindel sowie Nacken verspannungen sprechen nicht für eine deutliche Überschreitung des üblichen Ausmasses an Krafteinwirkung auf einen Körper bei einem Fahrradsturz. Die Beschwerdegegnerin hat das Unf allereignis vom 15. Oktober 2013 somit zu Recht als mittelschweren Unfall im Grenzbereich z u einem leichten Unfall eingestuft. Dies wird von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritte n. Demnach sind weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen, von denen für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammen- hanges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäuf- ter oder auffallender Weise gegeben sein müssten (BGE 134 V 109 E. 10.1). Gehäuft im ge- nannten Sinne liegen die Kriterien bei einem Grenzf all zu den leichten Unfällen, wie ihn die Vo- rinstanz angenommen hat, vor, wenn deren vier erfüllt sind. 8.2 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitum stände oder besonderen Eindrück- lichkeit des Unfalles wurde vom Bundesgericht unverändert beibehalten (BGE 134 V 127 E. 10.2.1). Es ist objektiv zu beurteilen und nicht aufg rund des subjektiven Empfindens bzw. des Angstgefühls der versicherten Person (Urteil des Bunde sgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1). Der vorliegend zu beurteilende Unf all war objektiv betrachtet und unter Be- rücksichtigung der Tatsache, dass jeder mittelschwere Unfal l eine gewisse Bedeutung hat, we- der von besonderer Eindrücklichkeit noch liegen besonders dramatische Begleitumstände vor. Demnach ist dieses Kriterium nicht erfüllt. 8.3 Was das Kriterium der Schwere und besonderen Art de r erlittenen Verletzung anbelangt, genügt die Diagnose einer HWS-Distorsion für sich allein nicht zu dessen Bejahung. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für das Schleudert rauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflu ssen können (SVR 2007 UV Nr. 26 Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht S. 89 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 238 E. 5.2.3 m it Hinweisen). Diese können beispielswei- se in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Kör perhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 89 E. 5.3; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 E. 4.3 mit Hinweisen). Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 127 E. 10.2.2 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall hat sich die Beschwerdeführerin beim Unfall nebst der HWS-Distorsion keine erheblichen Verletzungen z ugezogen. Demnach ist auch die- ses Kriterium nicht erfüllt. 8.4 Für das Kriterium der ärztlichen Behandlung ist we sentlich, ob nach dem Unfall eine fortgesetzte spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis zum Fall- abschluss notwendig war (BGE 134 V 128 E. 10.2.3). Die ses Kriterium ist nicht allein nach ei- nem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung sind vielmehr auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustands resp. der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Es muss, ge samthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vorl iegen. Manualtherapeutische Mass- nahmen, die nur der Erhaltung des Zustandes dienen, är ztliche Verlaufskontrollen sowie eine medikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen Anforderungen nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2007, U 365/05, E. 5.2 mit weiteren Hinweisen). Auch der Um- stand, dass verschiedene Therapieansätze versucht worden sind, genügt für sich allein nicht für die Annahme. Insgesamt sind die Erfordernisse für die Bejahung dieses Kriteriums sehr hoch gesteckt, da von einer spezifischen, belastenden Heilbehandlung nur gesprochen werden kann, wenn es sich um eine erhebliche Mehrbelastung aussergewöh nlicher Natur handelt (Urteil des Bundesgerichts 8C_278/2008 vom 18. August 2008 E.3.4) b zw. wenn die Gesamtheit der the- rapeutischen Bemühungen mit einer erheblichen zusätzlichen Beeinträchtigung der Lebensqua- lität einhergeht (Urteil des Bundesgerichts 8C_1045/20 08 vom 20. November 2008, E. 5.4). Selbst stationäre Therapien von längerer Dauer vermöge n dieses Kriterium in der Regel nicht zu erfüllen. Die Beschwerdeführerin hat vorliegend zwar diverse Massnahmen angestrengt, um ihre Beschwerden einzudämmen, wie die Durchführung von Entgiftungen, Entschlackungen, diverser Kuren sowie Methoden der chinesischen Medizin. D iese Massnahmen vermögen je- doch insgesamt alle den strengen zeitlichen Massstab, welcher beim vorliegenden Kriterium der ärztlichen Behandlung angesetzt ist, nicht zu erreichen. Dieses Kriterium ist demnach ebenfalls nicht gegeben. 8.5 Was das Kriterium der erheblichen Beschwerden betrif ft, ist vorab festzuhalten, dass nur diejenigen erheblichen Beschwerden adäquanzrelevant s ein können, die in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch be- standen haben. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach Massgabe der glaubhaften Schmerzen und der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person du rch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Die Beschwerdeführ erin leidet insbesondere an erhöhter Ermüdbarkeit, Schwindel sowie Unverträglichkeit von Druck a uf den Kopf, die sie im Lebensall- tag beeinträchtigen. An der Glaubwürdigkeit der von der Versicherten geschilderten Beschwer- den ist nicht zu zweifeln und diese führen nachvollziehba r zu Beeinträchtigungen im Alltag, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht können jedoch zumindest teilweise durch ein geeignetes Verhalten vermieden oder gemildert werden. Selbst wenn man das Kriterium der erheblichen Beschwerden zugunsten der Be- schwerdeführerin annehmen würde, übersteigen die vorlie gend beklagten Beschwerden aller- dings das übliche Mass bei HWS-Distorsionen nicht derart, dass das Kriterium als in besonders ausgeprägter Weise vorhanden bejaht werden könnte. 8.6 Das nicht geänderte Kriterium der ärztlichen Fehlbe handlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat (BGE 134 V 129 E. 10.2.5), ist unbestrittenermassen nicht erfüllt. 8.7 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden – welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien (for tgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden) zu berücksicht igen sind – darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikatio nen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Genesung beeinträc htigt oder verzögert haben (Urteile des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_726/2007, E. 4. 3.2.6 und vom 20. Juni 2008, 8C_554/2007, E. 6.7). Solche Gründe liegen nicht vor . Unbestritten ist, dass das HWS- Distorsionstrauma zu ärztlichen Behandlungen geführt ha t. Diese sind allgemein schwierig und langwierig, so auch im vorliegenden Fall. Von ausseror dentlichen Umständen – wie einem ausserordentlich schwierigen Heilungsverlauf bzw. Verzögerungen – kann jedoch nicht gespro- chen werden. Somit ist auch dieses Kriterium nicht erfüllt. 8.8 Beim Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen geht es darum, ob die versicherte Person alle zumutbare n Bemühungen zur Wiedererlangung ihrer Arbeitsfähigkeit unternommen hat. Konkret muss der Wille erkennbar sein, sich durch akti- ve Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbei tsprozess einzugliedern. Nur wer ge- mäss Art. 19 Abs. 1 UVG in der Zeit bis zum Fallabschluss in erheblichem Ausmass arbeitsun- fähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 129 f., E. 10.2.7). Die Beschwerdeführerin war laut den medizinischen Akten nach dem Unfall und bezogen auf ihre teilzeitliches Pensum ab Januar 20 14 annähernd wieder im gleichen Um- fang wie vor dem Unfall arbeitstätig. Die andauernde Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % durch Dr. K.____ kann vorliegend nicht überzeug en, da die verbleibenden beklagten Beschwerden wie erhöhte Ermüdbarkeit, Schwindel und D ruckempfindlichkeit im Kopfbereich kaum geeignet sind, die Arbeitsfähigkeit derart stark zu beeinträchtigen. Zudem stehen die Ein- schätzungen von Dr. K.____ im Widerspruch zu denjenigen von Dr. J.____, welcher bereits im November 2013 die Erwartung geäussert hatte, dass die Be schwerdeführerin ihre Arbeitsfähig- keit innert Monatsfrist wieder auf 75 bis 100 % steiger n könne. Selbst wenn man annehmen wollte, dass die Beschwerdeführerin bis zum Fallabschluss permanent in erheblichem Ausmass arbeitsunfähig gewesen sei, läge das genannte Merkmal auf jeden Fall nicht in besonders star- ker Ausprägung vor, ist die Beschwerdeführerin mit ihren Bemühungen letztlich lediglich der ihr obliegenden Schadensminderungspflicht nachgekommen. 8.9 Zusammenfassend können somit höchstens zwei der sieben Kriterien (erhebliche Be- schwerden und erhebliche Arbeitsunfähigkeit) als erfüll t betrachtet werden, wobei diese jedoch weder in besonders ausgeprägter Form noch in auffallen der Weise bestehen. Die Beschwerde- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegnerin hat demnach den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 15. Oktober 2013 und den von der Versicherten über den 15. April 2014 hinaus geklagten ge- sundheitlichen Beeinträchtigungen zu Recht verneint. Die Leistungspflicht eines Unfallversiche- rers setzt gemäss UVG voraus, dass zwischen dem Unfallereign is und dem eingetretenen ge- sundheitsschaden nicht nur der natürliche, sondern auch d er adäquate Kausalzusammenhang gegeben ist. Dabei ist es aber zulässig, die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang offenzulassen und die Leistungspflicht einzig wegen fehl ender Adäquanz zu verneinen (BGE 135 V 465 ff. E.5.1). Da der adäquate Kausalzusammen hang im vorliegenden Fall von der Be- schwerdegegnerin zu Recht verneint wurde, kann bei die sem Ergebnis die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den heute bestehenden Be- schwerden offen gelassen werden. Nach dem Gesagten ist es somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen pe r 15. April 2014 eingestellt hat. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 9. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Art. 61 l it. a ATSG hält fest, dass das Verfah- ren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenl os zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausser ordentlichen Kosten sind dem Pro- zessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.