23.Juni 1988 N 907 Postulat Morf #ST# 86.160 Postulat Ott Umweltschutz-Strafrecht Environnement. Révision du code pénal Wortlaut des Postulates vom 15. Dezember 1986 Angesichts der besonderen Dringlichkeit von wirksamen Vorkehren jeder Art gegen Umweltkatastrophen wird der Bundesrat eingeladen, im Rahmen der etappenweisen Revi- sion des StGB die Revision der Titel VII und VIII, Delikte der Gemeingefährdung und gegen die öffentliche Gesundheit vorzuziehen und sie den neu erkannten drastischen Gefah- ren für Umwelt und Gesundheit anzupassen. Dabei ist in Betracht zu ziehen: - dass nicht nur Leben, Gesundheit und Eigentum von Men- schen, sondern - wie schon in den Strafbestimmungen des Umweltschutzgesetzes - die natürliche Umwelt als solche zum schützenswerten Rechtsgut wird; - dass nicht erst nachgewiesener Schaden, sondern schon das Eingehen eines noch zu definierenden nicht-verantwort- baren Risikos einen Straftatbestand konstituiert. Texte du postulat du 15 décembre 1986 Vu la nécessité urgente de mesures efficaces de protection contre les catastrophes écologiques, le Conseil fédéral est prié de réviser en priorité les titres VII et VIII du code pénal (crimes et délits menaçant la collectivité et la santé publi- que) pour adapter ces dispositions à la gravité des dangers nouvellement constatés qui pèsent sur l'environnement et la santé. Il tiendra notamment compte à cet effet des considérations suivantes: -Ce ne sont pas seulement la vie, la santé et la propriété qui, en tant que biens juridiques, doivent être protégées, mais, comme le prévoient les dispositions pénales de la loi sur la protection de l'environnement, le milieu naturel en tant que tel. - Il y a délit non seulement lorsqu'il y a eu des dommages dûment constatés, mais déjà lorsque des risques inadmissi- bles encore a définir, ont été pris. Mitunterzeichner- Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bir- cher, Borei, Braunschweig, Christinat, Euler, Fankhauser, Friedli, Gloor, Lanz, Nauer, Pitteloud, Rechsteiner, Ren- schler, Ruffy, Stappung, Uchtenhagen, Vannay (18) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 25. Mai 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 25 mai 1988 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 88.356 Postulat Morf Folgerecht im Urheberrecht Droit de suite en matière de droit d'auteur Wortlaut des Postulates vom 9. März 1988 Der Bundesrat wird eingeladen, Möglichkeiten vorzuschla- gen, um das in seiner Botschaft zum Urheberrecht (29.8.1984) nicht enthaltene (wie man hört: vergessene) Fol- gerecht bildender Künstler im Rahmen der parlamentari- schen Behandlung des Urheberrechtes zur Beratung zu bringen, um die seit langen Jahren auf dieses Recht warten- den bildenden Künstler nicht gegenüber ändern, erst vor kurzem zu Urhebern erkorenen Herstellern von Computer- programmen und Chips zu benachteiligen. Texte du postulat du 9 mars 1988 Le Conseil fédéral est invité à proposer un moyen de sou- mettre à la discussion, dans le cadre de l'examen du droit d'auteur par le-Parlement, le droit de suite des auteurs d'oeuvres des arts plastiques, qui ne figure pas (on dit qu'il a été oublié) dans son message du 29 août 1984 concernant la loi fédérale sur le droit d'auteur. Depuis des années, les auteurs d'oeuvres des arts plastiques attendent qu'on leur garantisse ce droit et il s'agit de ne pas les défavoriser par rapport à d'autres auteurs, notamment par rapport aux fabricants de programmes d'ordinateurs et de micropla- quettes qui viennent d'être admis comme auteurs. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Braunschweig, Brügger, Bundi, Danuser, Fankhauser, Hafner Ursula, Hubacher, Lanz, Ledergerber, Ott, Rechsteiner, Ruffy, Ulrich, Zbinden Hans, Züger (19) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Während die meisten Urheber- seien es nun Schriftsteller oder Komponisten - bei jeder Verwertung ihrer Werke Ein- nahmen erzielen, ist dies dem bildenden Künstler, wenn er das Originalwerk veräussert hat, nicht mehr möglich-selbst dann nicht, wenn das Interesse der Oeffentlichkeit an den Werken des betreffenden Künstlers immer mehr zunimmt und die Bilder in der Folge erheblich teurer werden. Um diesen Nachteil für die bildenden Künstler zu verhin- dern, haben verschiedene Länder in ihren Urheberrechtsge- setzen das sogenannte Folgerecht oder Droit de Suite ein- geführt. Dieses Recht sichert dem Urheber bei jeder Weiter- veräusserung des Originalwerks einen Anteil am Verkaufser- lös zu. Dies bedeutet für den einzelnen Künstler, dass er bei jedem Weiterverkauf eines seiner Bilder je nach Land zwis- chen 3 bis 10 Prozent der Verkaufssumme als Urheber- rechts-Entschädigung erhält. Bereits 1928 wurde den Mitgliederstaaten der Berner Ueber- einkunft, der bedeutendsten internationalen Konvention im Gebiete des Urheberrechts, empfohlen, das Folgerecht in die landeseigenen Gesetze zu integrieren. Die Bundesrepu- blik Deutschland, Italien, Belgien, Frankreich, die Tsche- choslowakei und weitere Staaten sind dieser Empfehlung gefolgt und haben seit langem dieses für die bildenden Künstler wichtige Rechtsinstitut eingeführt. In Grossbritan- nien ist ein entsprechendes Gesetz in Vorbereitung. In der bundesrätlichen Botschaft zu einem Bundesgesetz über das Urheberrecht vom 29. August 1984 ist das Droit de Suite nicht enthalten, seine Einführung wurde schlicht ver- gessen. Die vom Bundesrat 1986 eingesetzte dritte Exper- tenkommission, welche den Entwurf von 1984 nochmals zu überarbeiten und zu ergänzen hatte, war der Ansicht, dass sie mit der konkreten Einführung des Folgerechts den ihr erteilten Auftrag überschreiten würde. Sie hat deshalb davon abgesehen, eine entsprechende Bestimmung in denSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Ott Umweltschutz-Strafrecht Postulat Ott Environnement. Révision du code pénal In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1988 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 14 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.160 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 23.06.1988 - 08:00 Date Data Seite 907-907 Page Pagina Ref. No 20 016 436 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.