Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 30. September 2015 (810 15 187) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Beistandschaft Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret , Markus Mattle, Gerichtsschreiber Martin Michel Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Ama Mülthaler, Rechtsanwältin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B .____ , Beschwerdegegnerin 1 C. ____, Beschwerdegegnerin 2, vertreten durch Pascal Eisner, Advokat Betreff Errichtung einer Besuchsrechtsbeistandschaf t (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 21. Mai 2015) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der Präsident des Bezirksgerichts D.____ entschied am 21. November 2013 im Rahmen eines Eheschutzverfahrens, dass das Kind der Ehegatt en C.____ und A.____, E.____ (geb. am 11. September 2012), für die Dauer des Getr enntlebens unter die Obhut der Mutter gestellt wird. Sodann wurde A.____ ein Besuchsrecht geg enüber seinem Sohn E.____ (alle zwei Wochen von Samstag 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr ohne Üb ernachtung) eingeräumt. Ein wei- tergehendes Besuchsrecht sollten die Ehegatten in direkter Absprache regeln. B. Am 26. Februar 2015 gelangte C.____ an die Kinde s- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) mit dem Ersuchen um Unterstützung bei de r Regelung des Besuchsrechts von E.____ zu seinem Vater A.____. C. Am 18. März 2015 fand eine Besprechung mit der Kin dsmutter C.____ statt, in welcher die Kindsmutter ausführte, dass sie ein grosszügigeres Besu chsrecht (als das im Eheschutz- urteil festgehaltene) gelebt hätten. Zuletzt seien die Diskussionen per Telefon oder E-Mail mit dem Kindsvater jedoch häufiger ausgeartet, weshalb sie die Ernennung einer neutralen Person wünsche, welche die Besuchsrechtsbelange regle. D. Die KESB hörte den Kindsvater am 24. März 2015 an. Dieser teilte der KESB an- lässlich der Anhörung mit, dass er eine Beistandschaft als e ine übertriebene und teure Mass- nahme erachte und diese nicht für nötig halte. E. Am 21. Mai 2015 entschied die KESB, dass für E.___ _ eine Besuchsrechtsbeistand- schaft gemäss Art. 308 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) vom 10. Dezember 1907 errichtet werde (Ziff. 1) und dass als Beistand F. ____, Sozialberatung G.____, ernannt werde (Ziff. 2) mit dem Auftrag, das Besuchsrecht von E.____ zu seinem Vater zu regeln, zu überwachen und bei Konflikten zu vermitteln (lit. a), f alls notwendig weitergehende Anträge an die Behörde zu stellen (lit. b) und ordentlicherweise alle zwei Jahre Bericht zu erstatten (lit. c). Sodann legte die KESB die Verfahrenskosten auf Fr. 54 5.-- fest und entschied, dass diese je zur Hälfte zu Lasten der Eltern C.____ und A.____ gehen (Ziff. 3). Auf den Anteil der Kindsmut- ter wurde zufolge Bedürftigkeit verzichtet. F. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durch Ama Mülthaler, Advokatin in Pratteln, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landscha ft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit den Anträgen: 1. Es sei der Entscheid der KESB vom 21. Mai 2015 vollumfänglich aufzuheben und die Abberuf ung des Beistandes F.____ anzuord- nen; 2. Es sei die Regelung der Besuchs- und Betreuung szeiten des Kindes E.____ auf jedes Wochenende – ausgenommen das erste Wochenende im Mona t – beim Vater, alternierend jeweils ab Freitag (direkt vom Tageshort) bis Sonntag u nd ab Samstag 9:00 Uhr bis Sonntag durch Übergabe des Kindes durch die Eltern festzulegen. E ventualiter sei ein anderer Beistand (vorzugsweise H.____) im Sinne einer Besuchsbeistandschaft (zusätzlich auch für die Über- gabe des Kindes) zu ernennen; 3. Als vorsorgliche Massna hme sei die aufschiebende Wirkung dieser Beschwerde gegen den Entscheid vom 21. Mai 2015 a nzuordnen, insofern dies nicht schon gesetzlich angeordnet ist; 4. Dem Beschwerdeführer sei die ungeteilte unentgeltliche Rechtspflege unter Verbeiständung der Unterzeichneten zu gewähren; 5. Der Kostenentscheid Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht der KESB sei aufzuheben und auf einen allfälligen A nteil des Kindsvaters sei ebenfalls, wie bei der Kindsmutter, zufolge Bedürftigkeit zu verzichten; 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin beziehungsweise zu Lasten des Staates. G. In ihren Vernehmlassungen vom 30. Juli 2015 und 3 1. Juli 2015 beantragten die Beschwerdegegnerinnen, die Beschwerde sei abzuweisen. Die Kindsmutter, nunmehr vertreten durch Pascal Eisner, Advokat in Basel, ersuchte zudem um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit dem Unterzeichneten als Rechtsbeistand. H. Mit Präsidialverfügung vom 20. August 2015 wurde de r Fall der Kammer zur Beurtei- lung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen und dem Beschwerdeführer sowie der priva- ten Beschwerdegegnerin die unentgeltliche Prozessführun g und Verbeiständung mit Ama Mül- thaler bzw. Pascal Eisner bewilligt. I. Am 25. August 2015 bzw. am 1. September 2015 reicht en der Rechtsvertreter der pri- vaten Beschwerdegegnerin bzw. die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ihre Honorarno- ten ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 kann gegen Ent- scheide der KESB Beschwerde beim Kantonsgericht erhoben werden. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige ode r unvollständige Feststellung des Sach- verhalts (Ziff. 2) sowie die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden (Art. 450a Abs. 1 ZGB). 1.2. Der Beschwerdeführer beantragt im vorliegenden R echtsmittelverfahren, es seien die Besuchs- und Betreuungszeiten auf jedes Wochenende – ausge nommen das erste Wochenen- de im Monat – beim Vater, alternierend jeweils ab Fr eitag (direkt vom Tageshort) bis Sonntag und ab Samstag 9:00 Uhr bis Sonntag neu festzulegen. Im Verfahren der nachträglichen Ver- waltungsrechtspflege gilt als Streitgegenstand das Rech tsverhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet, in dem Umfang, in de m es im Streit liegt. Beschwerdebegeh- ren, die neue, in der angefochtenen Verfügung nicht geregelte Fragen aufwerfen, überschreiten den Streitgegenstand und sind deshalb unzulässig. Denn i n einem Rechtsmittelverfahren kann der Streitgegenstand grundsätzlich nur eingeschränkt, nicht aber ausgeweitet werden (BGE 131 II 200 E. 3.2 mit Hinweisen). Was Streitgegenstan d ist, bestimmt sich nach dem angefoch- tenen Entscheid und den Parteibegehren (BGE 133 II 35 E. 2). Wie die KESB in ihrer Vernehm- lassung zutreffend ausführt (Vernehmlassung vom 31. Juli 2015, S. 3), war die Anpassung der Besuchsrechtsregelung nicht Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens, nachdem keine Partei bei der KESB einen entsprechenden Antrag geste llt hatte. Soweit der Beschwerdeführer mit seinem Rechtsbegehren 2 somit im Beschwerdeverfahren beantragt, es seien die Besuchs- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Betreuungszeiten durch das Kantonsgericht neu festzu legen, kann auf seine Beschwerde nicht eingetreten werden. 2.1. Der Beschwerdeführer beantragt sodann die vollst ändige Aufhebung des Entscheids der KESB vom 21. Mai 2015 und damit auch die Aufhebung der Beistandschaft. 2.2. In der Beschwerdebegründung bringt der Beschwerde führer jedoch weder vor, die Beistandschaft sei nicht erforderlich, noch legt er dar, a us welchen Gründen er eine Beistand- schaft nicht für nötig halte bzw. weshalb die Beistandschaft aufgehoben werden sollte. Vielmehr führt der Beschwerdeführer selbst aus, er habe bei der B esuchsterminabsprache darum gebe- ten, dass er seinen Sohn nicht in der Wohnung der Kind smutter abholen müsse, weil er es unter dem konfliktgeladenen Zustand emotional nicht gu t verkrafte, dort den neuen Partner der Ehefrau anzutreffen. Er bestreitet damit nicht, dass zw ischen ihm und der Kindsmutter die Kommunikation gerade auch in Bezug auf die Ausübung de s Besuchsrechts stark belastet ist. Ebenso ergibt sich aus den Vorakten (insbesondere aus d em E-Mail-Verkehr zwischen den Kindseltern) eindeutig, dass die Kommunikation zwischen den Kindseltern derzeit konfliktbela- den und von gegenseitigen Vorwürfen geprägt ist. Unte r diesen Voraussetzungen ist nicht ersichtlich, wie sich die Kindseltern direkt und ohne Ver mittlung einer neutralen Beistandsper- son auf Lösungen betreffend die Durchführung des Besuch srechts einigen könnten. Demge- mäss ist der Antrag des Beschwerdeführers auf Aufhebung der Beistandschaft abzuweisen. 3.1. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, er habe merken müssen, dass der ernannte Beistand nicht neutral, sondern parteiisch agiere. Es sei anzunehmen, dass der Beistand durch seine Doppelfunktion als neuer Beistand und als Sozialberater der Kindsmutter, gegenüber dem Beschwerdeführer nicht neutral, geschweige denn objekt iv sein könne. Die KESB habe den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig bzw. unvollständi g festgestellt und sie habe einen möglichen Interessenkonflikt gar nicht geprüft. Aufgrund der mangelnden Unvoreingenommen- heit des Beistandes sei dieser nicht geeignet, beratend und unterstützend für beide Ehegatten tätig zu werden, was für das Kindeswohl unabdingbar sei. 3.2. Wo die Verhältnisse es erfordern, ernennt die Ki ndesschutzbehörde dem Kind einen Beistand, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt (Art. 308 Abs. 1 ZGB). Gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB kann die Kindesschutzbeh örde dem Beistand besondere Befugnisse übertragen, namentlich die Vertretung des Ki ndes bei der Wahrung seines Unter- haltsanpruchs und anderer Rechte und die Überwachung d es persönlichen Verkehrs. Werden dem Beistand besondere Befugnisse übertragen, ist der Inhalt des Auftrags von der anordnen- den Stelle präzise festzulegen (BGE 118 II 242 E. 2.d ). Als besondere Befugnis kann dem Beistand die Überwachung des persönlichen Verkehrs übertr agen werden. Die Besuchsrechts- überwachung bzw. die Begleitung oder Beratung bezügli ch sonstiger Kontakte ist anzuordnen, wo erhebliche, das Kindeswohl gefährdende Auseinanderse tzungen im Umfeld des Besuchs- rechts zu befürchten sind. Der Beistand hat im Rahmen d er gerichtlich oder behördlich verbind- lich festgelegten Besuchsordnung die für einen reibung slosen Verlauf der einzelnen Besuche nötigen Modalitäten so festzusetzen, dass Spannungen abgebaut, negative Beeinflussungen vermieden und die Beteiligten bei Problemen beraten werden; eine gewisse Flexibilität aller Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beteiligten ist für den Erfolg notwendig (P ETER BREITSCHMID , in: Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Thomas Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar Zivilgeset zbuch I, 5. Auflage, Basel 2014, Art. 308 N 14, m.w.H.). Eine Besuchsrechtsbeistandschaft ist hingegen nicht schon dort an- zuordnen, wo sie der blossen Bequemlichkeit zerstrittener Eltern dient, die hoffen, so jeglichen Kontakt untereinander meiden zu können, da ansonsten B ehörden und Beistände überfordert würden (BREITSCHMID , a.a.O., Art. 308 N 17). 3.3. Die Wahl des Beistands richtet sich nach den allgemei nen Voraussetzungen von Art. 400 ZGB. Gemäss Art. 400 ZGB wird bei der Ernenn ung des Beistandes vom Beistand nebst zeitlicher Disponibilität und persönlicher Auftr agserfüllung eine persönliche und fachliche Eignung für das Amt verlangt. Damit ist eine umfassende Eignung im Sinne von Sozial-, Selbst- und Fachkompetenz gemeint (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Botschaft Erwachsenenschutz], Bundesblatt [BBl] 2006, S. 7049). Kommen mehrere Personen als Beistand in Frage, müssen deren V or- und Nachteile gegeneinander ab- gewogen werden. Es ist zu prüfen, wer im konkreten Fall am besten als Beistand geeignet ist (RUTH E. REUSSER , in: Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Thomas Geiser [Hrsg.], Basler Kom- mentar Zivilgesetzbuch I, 5. Auflage, Basel 2014, Art. 400 N 13). Bei der Konkretisierung, wen sie für geeignet hält, hat die KESB ein grosses Ermessen (R EUSSER , a.a.O., Art. 400 N 11). Bereits im Ernennungsverfahren hat die zuständige Behö rde das rechtliche Gehör umfassend zu gewähren. 3.4. Wenn die Eignung eines Beistands für die Führung der Beistandschaft nicht mehr besteht oder andere wichtige Gründe für die Entlassung sprechen, entlässt die KESB den Beistand von Amtes wegen oder gestützt auf den Antrag der betroffenen oder einer ihr naheste- henden Person (Art. 423 Abs. 1 Ziff. 1 und 2 ZGB). Wichtige Gründe können der Vertrauensver- lust der verbeiständeten Person zum Beistand, Streitigkeiten, eine unüberwindbare gestörte Be- ziehung, etc. sein, wobei bei diesen Gründen Vorsicht b ei der Beurteilung und Zurückhaltung bei der Entlassung geboten ist (U RS VOGEL , in: Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Thomas Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar Zivilgesetzbuch I, 5. Auflage, Basel 2014, Art. 421-424 N 26). 4.1. Zunächst ist der Beschwerdeführer daran zu erinne rn, dass der Besuchsrechtsbeistand den Interessen des Kindes verpflichtet ist. Er ist nicht d azu da, die Vorstellungen des einen El- ternteils gegenüber dem andern durchzusetzen. Demgemäss k ann der Beschwerdeführer sich grundsätzlich nicht darauf berufen, dass er sich ungenügend unterstützt fühlt. 4.2. Die KESB führt im Rahmen der Vernehmlassung aus , dass der eingesetzte Beistand geeignet sei. Bei Besuchsrechtsbeistandschaften würden gr undsätzlich immer Berufsbeistände resp. Sozialarbeiter der zuständigen Gemeinde als Mandat sträger ernannt. Vor der Ernennung werde beim Stellenleiter des Sozialdienstes der Gemeinde nachgefragt, wer das zu errichtende Mandat übernehmen könne. Im vorliegenden Fall sei der in der Folge eingesetzte Beistand vor- geschlagen worden mit dem Hinweis, dass dieser auch das So zialhilfedossier der Kindsmutter führe, und dass er dieses gegebenenfalls abgeben werde , wenn die Stellenvakanzen wieder gefüllt seien. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3. Auch wenn die gleichzeitige Führung des Sozialhil fedossiers nicht zu einer automati- schen Befangenheit des Beistands führen muss, erscheint der Wunsch des Beschwerdeführers nach einem Beistand, der nicht bereits mit der Kindsmu tter zu tun hatte, hier verständlich. Dies selbst wenn – wie vorliegend – keine objektiven Anhalts punkte für Pflichtverletzungen seitens des Beistands bestehen. Die – im Rahmen des Beschwerdeverf ahrens vor Kantonsgericht ab- gegebene (vgl. Beilage 2 zur Vernehmlassung der KESB vo m 31. Juli 2015) – Empfehlung des Beistands, die Besuche des Kindsvaters bei den begleiteten Besuchstagen durchzuführen, wenn die Kindseltern es nicht schaffen, anständig, ohne sich gegenseitig abzuwerten, miteinan- der zu kommunizieren, vermag jedoch einen Anschein de r Voreingenommenheit zu erwecken bzw. verstärken. Hier rechtfertigt es sich zudem, eine ande re Person als Beistand einzusetzen, weil noch keine Kontinuitätsüberlegungen eine Rolle spielen. Bereits die Anordnung der Beistandschaft und die Einsetzung des Beistands wurden ange fochten, und es wurden in der Folge einzig Erstgespräche mit den Kindseltern durchge führt. Unmittelbar nach der Beschwer- deerhebung hat der Beistand seine Tätigkeit eingestellt . Damit hat der Beistand noch keine erhebliche Zeit für Abklärungen, Besprechungen, etc. a ufgewendet. Weiter ist zu berücksichti- gen, dass das Vertrauensverhältnis des Beschwerdeführers zum e ingesetzten Beistand hier von Anfang an derart stark belastet wäre, dass eine Zusa mmenarbeit zwischen dem Beistand und dem Beschwerdeführer sich von vornherein als schwierig gestalten würde, womit auch ein mit der Beistandschaft angestrebtes Ziel, nämlich die Ver mittlung zwischen den Kindseltern bei Konflikten, als gefährdet angesehen werden müsste (vgl. Art. 423 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). Unter diesen Umständen ist die Beschwerde, soweit sie sich gegen d ie Person des eingesetzten Beistands richtet, gutzuheissen. 5. Der Beschwerdeführer beantragt dem Kantonsgericht, r eformatorisch zu entscheiden, indem er eventualiter beantragt, es sei ein anderer B eistand (vorzugsweise H.____) zu ernen- nen. Diesem Eventualbegehren kann aus folgenden Gründen nicht entsprochen werden. Nach- dem der Beschwerdeführer den von der KESB ernannten Beistand mit der Begründung ablehnt, dieser kenne die Kindsmutter bereits von seiner früheren Tätigkeit als Sozialarbeiter, muss eine Einsetzung des vom Beschwerdeführer nun vorgeschlagenen Beist ands, der bereits seit länge- rer Zeit als Beistand seines zweiten Sohnes tätig ist, ebe nso ausser Betracht fallen. Dazu kommt, dass der KESB – wie bereits erwähnt (siehe vorne E. 3.3.) – bei der Auswahl des geeigneten Beistands ein grosses Ermessen zusteht, weshalb vorliegend von einer Ernennung eines neuen Beistands abgesehen wird und die Angelege nheit zum neuen Entscheid über die Person des Beistands an die KESB zurückgewiesen wird. Im R ahmen dieses Entscheids wird die KESB zudem zu prüfen haben, ob dem Beschwerdeführer Kosten auferlegt werden können, nachdem der Beschwerdeführer im Rahmen des Beschwerdeve rfahrens ein Gesuch um unent- geltliche Rechtspflege gestellt hat. Ebenso wird die KES B, sofern der Beschwerdeführer an seinem vor Kantonsgericht gestellten Begehren (siehe vorn e E. 1.2.) um Anpassung der Be- suchsrechtsregelung festhält und vorausgesetzt, dass die KE SB für einen derartigen Entscheid gestützt auf Art. 315b Abs. 2 ZGB zuständig ist, das Besuchsrecht festzulegen haben. 6.1. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 2 0 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist das Verfah- ren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskoste n werden gemäss § 20 Abs. 3 VPO Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht in der Regel der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt, wobei den Vorinstanzen im Falle deren Unterliegens keine Kosten auferlegt werde n. Dem Ausgang des Verfahrens ent- sprechend werden dem Beschwerdeführer und der privaten Beschwerdegegnerin Anteile der Verfahrenskosten in der Höhe von je Fr. 450.00 auferleg t. Diese Anteile gehen zufolge Bewilli- gung der unentgeltlichen Prozessführung zulasten der Gerichtskasse. Im Übrigen werden keine weiteren Kosten erhoben. 6.2. Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Da der anwaltlich ver tretene Beschwerdeführer lediglich zur Hälfte obsiegt, und die private Beschwerdegegnerin ebenfalls anwaltlich vertreten war, rechtfertigt es sich, die Parteikosten wettzuschlagen. Zufo lge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung ist der Rechtsvertreterin des Beschwerdefü hrers und dem Rechtsvertreter der privaten Beschwerdegegnerin ein Honorar zulasten der Ger ichtskasse auszurichten. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers macht in ihrer Ho norarnote vom 1. September 2015 einen Aufwand von 18 Stunden und 20 Minuten à Fr. 2 00.-- pro Stunde geltend. Zudem macht sie neben den Auslagen für Kopien und Porti in der Hö he von Fr. 17.-- weitere Tele- und Porto- auslagen in der Höhe von 3 Prozent ihres Honorars gelte nd. Eine derartige Berechnung der Auslagen widerspricht der geltenden Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (Tariford- nung) vom 17. November 2003, welche vorsieht, dass Telefonauslagen, Porti und ähnliche Aus- lagen nach dem tatsächlichen Aufwand in Rechnung zu stell en sind (§ 16 Tarifordnung). Die zusätzlich geltend gemachten Tele- und Portoauslagen sind demgemäss nicht zu entschädigen. Die Beschwerdebegründung enthält zudem Ausführungen zur Besuchsrechtsregelung, die nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein kö nnen. In Anbetracht dieses Um- stands und der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen ersch eint ein Zeitaufwand für das vor- liegende Verfahren von maximal 13 Stunden als angemesse n. Der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wird demgemäss ein Honorar in der Höh e von Fr. 2'826.35 (inkl. Auslagen und 8% MwSt) ausgerichtet. In der Honorarnote vom 25 . August 2015 macht der Rechtsvertre- ter der privaten Beschwerdegegnerin einen Aufwand von 7 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Fr. 8.-- Auslagen und 8 Prozent Mehrwertsteuer geltend . Das erscheint angemessen. Demge- mäss wird ihm ein Honorar in der Höhe von insgesamt Fr . 1'520.65 (inkl. Auslagen und 8% MwSt) ausgerichtet. 6.3. Der Beschwerdeführer und die private Beschwerdegegn erin werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie zur Nachzahlung der in diesem Verf ahren infolge Bewilligung der unent- geltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kos ten verpflichtet sind, sobald sie dazu in der Lage sind (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or ganisation der Gerichte [Gerichtsorga- nisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Ziff. 2 des Entscheids der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 21. Mai 2015 auf- gehoben. Die Angelegenheit wird zur weiteren Behandl ung im Sinne der Erwägungen an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B .____ zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit dar auf eingetreten werden kann. 2. Dem Beschwerdeführer und der privaten Beschwerdege gnerin werden je Verfahrenkostenanteile in der Höhe von Fr. 450.-- auf erlegt. Zufolge Be- willigung der unentgeltlichen Prozessführung gehen di e Verfahrens kos- tenanteile zulasten der Gerichtskasse. Im Übrigen werde n keine Verfah- renskosten erhoben. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Be willigung der un- entgeltlichen Verbeiständung wird der Rechtsvertreterin des Beschwer- deführers eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 2'826 .35 (inkl. Ausla- gen und 8 % MwSt) und dem Rechtsvertreter der private n Beschwerde- gegnerin eine Entschädigung in der Höhe von 1'520.65 ( inkl. Auslagen und 8 % MwSt) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiber