<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00611</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222875&amp;W10_KEY=13045536&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00611</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.12.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Vorsorglicher Führerausweisentzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vorsorglicher Führerausweisentzug infolge Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um 80 km/h Angesichts des grossen Gefährdungspotenzials, welches dem Führen eines Motorfahrzeuges eigen ist, erlauben schon Anhaltspunkte, die den Fahrzeugführer als besonderes Risiko für die anderen Verkehrsteilnehmenden erscheinen lassen und ernsthafte Zweifel an seiner Fahreignung erwecken, den vorsorglichen Ausweisentzug. Angesichts der Dringlichkeit und des vorläufigen Charakters vorsorglicher Anordnungen ergeht der Entscheid mit einem reduzierten Prüfungsmassstab. Der strikte Beweis für die Fahreignung ausschliessende Umstände ist nicht erforderlich. Können die notwendigen Abklärungen nicht rasch und abschliessend vorgenommen werden, soll der Ausweis schon vor dem Sachentscheid provisorisch entzogen werden können (E. 3.2). Die Lenkereigenschaft des Beschwerdeführers erscheint als sehr wahrscheinlich und in Anwendung des reduzierten Prüfungsmasstabs, wie er im Verfahren betreffend vorsorglichen Führerausweisentzug gilt, als ausreichend erstellt (E. 3.4). Angesichts der massiven Geschwindigkeitsüberschreitung sind folglich ernsthafte Zweifel an der Fahreignung des Beschwerdeführers als mutmasslicher Fahrzeuglenker zu bejahen (E. 3.5). Mit Blick auf das Risiko für andere Verkehrsteilnehmende ist der vorsorgliche Entzug schliesslich verhältnismässig (E. 3.6). Im Gegensatz zum Administrativverfahren betreffend Warnungsentzug sind die Behörden bei einem infrage stehenden Sicherungsentzug nicht gehalten, das Administrativverfahren zu sistieren und auf einen vorsorglichen Ausweisentzug zu verzichten, bis das Strafverfahren abgeschlossen ist (E. 4). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAHREIGNUNG">FAHREIGNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESCHWINDIGKEITSÃBERSCHREITUNG">GESCHWINDIGKEITSÃBERSCHREITUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SISTIERUNG">SISTIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFUNTERSUCHUNG">STRAFUNTERSUCHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGLICHER FÃHRERAUSWEISENTZUG">VORSORGLICHER FÃHRERAUSWEISENTZUG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 14 Abs. I SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 14 Abs. II lit. d SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 16 Abs. I SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 16d Abs. I lit. c SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 30 VZV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=60048" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00611</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">8. Dezember 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Lukas Widmer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Regina Meier.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Strassenverkehrsamt des Kantons ZÃ¼rich, <br/> Bereich Administrativmassnahmen, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Vorsorglicher FÃ¼hrerausweisentzug,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Einsprache-Entscheid vom 9. Juni 2022 entzog das Strassenverkehrsamt des Kantons ZÃ¼rich A vorsorglich den FÃ¼hrerausweis aller Kategorien auf unbestimmte Zeit ab 24. Mai 2022 bis zur AbklÃ¤rung von AusschlussgrÃ¼nden. Weiter wurde angeordnet, dass die AbklÃ¤rung von AusschlussgrÃ¼nden im Rahmen einer verkehrspsychologischen Untersuchung erfolgen mÃ¼sse. Einem allfÃ¤lligen Rekurs entzog es die aufschiebende Wirkung.</p> <p class="Urteilstext">Auf Gesuch von A wurde der vorsorgliche FÃ¼hrerausweisentzug bezÃ¼glich der Spezialkategorie M am 13. Juli 2022 wiedererwÃ¤gungsweise aufgehoben.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">A erhob am 11. Juli 2022 Rekurs bei der Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich und beantragte, die VerfÃ¼gung vom 9. Juni 2022 aufzuheben und auf einen vorsorglichen Entzug des FÃ¼hrerausweises zu verzichten. Eventualiter sei die VerfÃ¼gung insoweit aufzuheben, als dass auf einen vorsorglichen Entzug des FÃ¼hrerausweises fÃ¼r die Spezialkategorien F, G und M zu verzichten sei. Mit Entscheid vom 8. September 2022 wies die Sicherheitsdirektion den Rekurs ab und entzog einer allfÃ¤lligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhob A am 11. Oktober 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der angefochtenen VerfÃ¼gung sowie des Rekursentscheids. Das Strassenverkehrsamt sei anzuweisen, dass Administrativverfahren bis zum rechtskrÃ¤ftigen Abschluss des Strafverfahrens zu sistieren, und es sei ihm der FÃ¼hrerausweis umgehend wieder auszuhÃ¤ndigen. In prozessualer Hinsicht beantragte er, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen und den von der Vorinstanz angeordneten Entzug der aufschiebenden Wirkung aufzuheben. Schliesslich ersuchte er um eine ParteientschÃ¤digung (zzgl. MWST) zulasten des Strassenverkehrsamts bzw. der Staatskasse.</p> <p class="Sachverhalt2">Das Strassenverkehrsamt beantragte am 20. Oktober 2022, die Beschwerde vollumfÃ¤nglich abzuweisen. Die Sicherheitsdirektion (Rekursabteilung) verzichtete am 21. Oktober 2022 auf eine Vernehmlassung. Mit Replik vom 31. Oktober 2022 ersuchte A um antragsgemÃ¤ssen Entscheid.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts fÃ¼r die Beurteilung von Beschwerden gegen administrative Massnahmen im Strassenverkehr ergibt sich aus § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG). Die Behandlung entsprechender Beschwerden erfolgt durch den Einzelrichter (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 1 VRG), sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer zur Beurteilung Ã¼berwiesen werden (§ 38b Abs. 2 VRG). Im vorliegenden Fall besteht kein Anlass fÃ¼r eine Ãberweisung.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Rapport der Kantonspolizei GraubÃ¼nden vom 4. Mai 2022 lenkte der BeschwerdefÃ¼hrer am 20. Dezember 2021 seinen Personenwagen der Marke C mit dem Kontrollschild 01 ausserorts in D/GR unter Abzug der GerÃ¤tetoleranz mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h bei einer erlaubten HÃ¶chstgeschwindigkeit von 80 km/h.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht demgegenÃ¼ber geltend, sein Fahrzeug zum fraglichen Zeitpunkt nicht gelenkt zu haben. Bevor ihm der FÃ¼hrerausweis entzogen werden kÃ¶nne, sei der Ausgang des hÃ¤ngigen Strafverfahrens abzuwarten.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>MotorfahrzeugfÃ¼hrer mÃ¼ssen Ã¼ber Fahreignung und Fahrkompetenz verfÃ¼gen (Art. 14 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 [SVG]). Ãber die erforderliche Fahreignung verfÃ¼gt unter anderem nur, wer nach seinem bisherigen Verhalten GewÃ¤hr bietet, als MotorfahrzeugfÃ¼hrer die Vorschriften zu beachten und auf die Mitmenschen RÃ¼cksicht zu nehmen (Art. 14 Abs. 2 lit. d SVG). </p> <p class="Erwgung2">Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Nach Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG wird der FÃ¼hrerausweis einer Person entzogen, wenn sie auf Grund ihres bisherigen Verhaltens nicht GewÃ¤hr bietet, dass sie kÃ¼nftig beim FÃ¼hren eines Motorfahrzeuges die Vorschriften beachten und auf die Mitmenschen RÃ¼cksicht nehmen wird. Der Entzug des FÃ¼hrerausweises wegen fehlender Fahreignung ist ein Entzug zu Sicherungszwecken (sogenannter Sicherungsentzug). Er bezweckt, die zu befÃ¼rchtende GefÃ¤hrdung der Verkehrssicherheit durch einen ungeeigneten FahrzeugfÃ¼hrer in der Zukunft zu verhindern (Philippe Weissenberger, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2. A., ZÃ¼rich/St. Gallen 2015, Art. 16d N. 8).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Bestehen ernsthafte Zweifel an der Fahreignung einer Person, so kann ihr der FÃ¼hrerausweis vorsorglich entzogen werden (Art. 30 der Verordnung Ã¼ber die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr vom 27. Oktober 1976 [VZV]). Angesichts des grossen GefÃ¤hrdungspotenzials, welches dem FÃ¼hren eines Motorfahrzeuges eigen ist, erlauben schon Anhaltspunkte, die den FahrzeugfÃ¼hrer als besonderes Risiko fÃ¼r die anderen Verkehrsteilnehmenden erscheinen lassen und ernsthafte Zweifel an seiner Fahreignung erwecken, den vorsorglichen Ausweisentzug. Angesichts der Dringlichkeit und des vorlÃ¤ufigen Charakters vorsorglicher Anordnungen ergeht der Entscheid mit einem reduzierten PrÃ¼fungsmassstab. Der strikte Beweis fÃ¼r die Fahreignung ausschliessende UmstÃ¤nde ist nicht erforderlich. WÃ¤re dieser erbracht, mÃ¼sste nicht ein vorsorglicher Entzug, sondern unmittelbar der Sicherungsentzug selbst verfÃ¼gt werden. KÃ¶nnen die notwendigen AbklÃ¤rungen nicht rasch und abschliessend vorgenommen werden, soll der Ausweis schon vor dem Sachentscheid provisorisch entzogen werden kÃ¶nnen. In diesem Fall braucht eine umfassende Auseinandersetzung mit sÃ¤mtlichen Gesichtspunkten, die fÃ¼r oder gegen einen Sicherungsentzug sprechen, erst im anschliessenden Hauptverfahren zu erfolgen (BGr, 14. Februar 2011, 1C_423/2010, E. 3; BGE 125 II 492 E. 2b; VGr, 17. Juni 2014, VB.2014.00274, E. 4.2). Der vorsorgliche Entzug wÃ¤hrend eines Sicherungsentzugsverfahrens bildet sodann die Regel (BGE 127 II 122 E. 5; BGE 125 II 396 E. 3), von der nur bei Vorliegen besonderer UmstÃ¤nde abgewichen werden darf (BGr, 26. November 2001, 6A.106/2001, E. 3c/dd).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Bei dieser Rechtslage sind die AusfÃ¼hrungen in der Beschwerde zu strafprozessualen GrundsÃ¤tzen fÃ¼r das vorliegende Administrativverfahren nicht zielfÃ¼hrend. Der hier im Raum stehende Sicherungsentzug ist keine Strafe oder strafÃ¤hnliche Massnahme. Sodann ist fÃ¼r den vorsorglichen Entzug, wie soeben dargelegt, ein strikter Beweis fÃ¼r die Fahreignung ausschliessende UmstÃ¤nde â und damit auch fÃ¼r die Lenkereigenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers â nicht erforderlich.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Vorliegend ist erwiesen, dass mit dem privaten Fahrzeug des BeschwerdefÃ¼hrers auf der F-Strasse in D/GR, einem Ort nicht unweit vom Aufenthaltsort des BeschwerdefÃ¼hrers in E/GR, mit der infrage stehenden TempoÃ¼berschreitung gefahren wurde. Dies legt es erfahrungsgemÃ¤ss von vornherein nahe, dass das Fahrzeug vom BeschwerdefÃ¼hrer als Halter des Fahrzeugs gelenkt wurde. Diese Wahrscheinlichkeit erhÃ¶ht sich erheblich dadurch, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in keiner Weise geltend macht, andere Personen hÃ¤tten ebenfalls Zugriff zu seinem Fahrzeug. Wenn deshalb keinerlei Anhaltspunkte fÃ¼r die Verwendung des Fahrzeugs durch andere Personen bestehen, so liegt die Lenkereigenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers offenkundig auf der Hand. Ob die Lenkereigenschaft vor diesem Hintergrund bereits mit genÃ¼gender Wahrscheinlichkeit zu bejahen ist, kann offenbleiben. Denn weiter ist zu berÃ¼cksichtigen, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer am 5. April 2022 mit seiner Unterschrift bei der Kantonspolizei ZÃ¼rich als Lenker bezeichnet hat. Die dagegen gerichteten AusfÃ¼hrungen des BeschwerdefÃ¼hrers, wonach er das Formular nicht richtig gelesen bzw. verstanden habe, erscheinen als wenig plausibel und vermÃ¶gen sich somit ebenso wenig zu seinen Gunsten auszuwirken wie der Umstand, dass er die GeschwindigkeitsÃ¼berschreitung auf dem Formular nicht anerkannt hat. Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer sodann sinngemÃ¤ss fragt, weshalb er seine Lenkereigenschaft hÃ¤tte zugeben sollen, wenn er sie spÃ¤ter bestreitet, so kÃ¶nnten dafÃ¼r durchaus viele GrÃ¼nde vorliegen, so etwa dass er sich erst spÃ¤ter der Konsequenzen einer solch massiven TempoÃ¼berschreitung bewusst wurde oder dass er erst zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt erfahren hat, dass der Lenker auf dem Polizeifoto nicht erkennbar ist.</p> <p class="Urteilstext">Insgesamt erscheint die Lenkereigenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers jedenfalls als sehr wahrscheinlich und in Anwendung des reduzierten PrÃ¼fungsmasstabs, wie er im Verfahren betreffend vorsorglichen FÃ¼hrerausweisentzug gilt (vgl. oben E. 3.2), als ausreichend erstellt. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Angesichts der massiven GeschwindigkeitsÃ¼berschreitung sind folglich ernsthafte Zweifel an der Fahreignung des BeschwerdefÃ¼hrers als mutmasslicher Fahrzeuglenker zu bejahen (BGr, 20. Juni 2016, 1C_658/2015, E. 2). ErgÃ¤nzend ist diesbezÃ¼glich im Sinn von § 28 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit § 70 VRG auf ErwÃ¤gung 7.3 des Rekursentscheids zu verweisen. Der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼hrt im Ãbrigen selbst aus, dass die vorliegende TempoÃ¼berschreitung fÃ¼r den betroffenen Lenker zweifelsohne einen Sicherungsentzug zur Folge hÃ¤tte.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Mit Blick auf das Risiko fÃ¼r andere Verkehrsteilnehmende ist der vorsorgliche Entzug schliesslich verhÃ¤ltnismÃ¤ssig, zumal nicht ersichtlich ist, dass der BeschwerdefÃ¼hrer beruflich auf sein Fahrzeug angewiesen wÃ¤re. BezÃ¼glich der geltend gemachten notwendigen Benutzung eines Fahrzeuges fÃ¼r EinkÃ¤ufe, Entsorgung und Postversand ist darauf hinzuweisen, dass der Entzug bezÃ¼glich der Spezialkategorie M am 13. Juli 2022 wiedererwÃ¤gungsweise aufgehoben worden ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Entgegen der Beschwerde bestand bei der gegebenen Sachlage fÃ¼r das Strassenverkehrsamt sodann kein Anlass, das Administrativverfahren bis zum Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens zu sistieren. Da der vorsorgliche FÃ¼hrerausweisentzug keine strikten Beweise verlangt, ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Die Gefahr fÃ¼r eine GeschwindigkeitsÃ¼berschreitung ist aktuell, weshalb es mit Blick auf das Ã¶ffentliche Interesse an einer vorlÃ¤ufigen Entscheidung gerechtfertigt ist, den Ausgang des Strafverfahrens fÃ¼r den vorsorglichen Entscheid nicht abzuwarten. Im Gegensatz zum Administrativverfahren betreffend Warnungsentzug sind die kantonalen BehÃ¶rden bei einem infrage stehenden Sicherungsentzug nicht gehalten, das Administrativverfahren zu sistieren und auf einen vorsorglichen Ausweisentzug zu verzichten, bis das Strafverfahren abgeschlossen ist (BGE 122 II 359 E. 2b).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde als unbegrÃ¼ndet abzuweisen. Des Weiteren werden die Begehren betreffend aufschiebende Wirkung mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung ist ihm mangels Obsiegens nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der vorliegende Entscheid stellt einen Zwischenentscheid dar. Dieser kann nur unter den Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) selbstÃ¤ndig beim Bundesgericht angefochten werden (vgl. dazu BGr, 20. Juni 2012, 1C_522/2011, E. 1.2). Hinzuweisen ist dabei auf Art. 98 BGG, wonach mit der Beschwerde gegen Entscheide Ã¼ber vorsorgliche Massnahmen nur die Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte gerÃ¼gt werden kann.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 95.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'595.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich (Rekursabteilung);<br/> c) das Bundesamt fÃ¼r Strassen, Sekretariat Administrativmassnahmen.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>