Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 1. Dezember 2016 (720 16 248 / 321) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision von Amtes wegen: Verwaltungsgutachten genügt den beweisrechtlichen Anfor- derungen nicht, weshalb die Angelegenheit zur nochmaligen medizinischen Abklärung an die IV-Stelle zurückgewiesen wird Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____ ist gelernter Apparateschlosser. Er melde te sich mit Gesuch vom 18. Januar 2008 zum Bezug von Leistungen bei der Eidgenössisch en Invalidenversicherung an. Nach gut- achterlicher Abklärung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten so- wie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens spr ach die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) A.____ mit Verfügung vom 23. Februar 2010 r ückwirkend ab dem 1. Januar 2007 eine Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht halbe IV-Rente zu bei einem IV-Grad von 54 %. Mit Mit teilung vom 29. August 2011 wurde die halbe Rente anlässlich einer Revision von Amtes wegen best ätigt, da sich ein unveränderter Gesundheitszustand zeigte. Am 1. September 2014 leitete die IV-Stelle erneut e in Revisionsverfahren ein. Nach medizini- schen Abklärungen und der Durchführung des Vorbescheidverfahrens hob die IV-Stelle mit Ver- fügung vom 13. Juli 2016 die Rente auf. In der Begrün dung wurde ausgeführt, dass die medizi- nischen Abklärungen eine Verbesserung des Gesundheitszustand s ab April 2015 gezeigt hät- ten. Es sei dem Versicherten aus medizinischer Sicht die Ausübung einer leichten bis mittel- schweren Tätigkeit im Umfang von 100 % mit einer Leistungseinschränkung von 20 % aufgrund eines vermehrten Pausen- und Erholungsbedarfs zumutbar. B. Dagegen erhob A.____ am 11. August 2016 Beschwerd e beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgeri cht), und beantragte sinngemäss, es sei die angefochtene Verfügung vom 13. Juli 2016 au fzuheben. In der Begründung und im Rahmen der Beschwerdeergänzung vom 2. September 2016 f ührte er zusammenfassend aus, dass auf die medizinischen Abklärungen nicht abgestellt w erden könne und sich seine Be- schwerden nicht verbessert hätten. C. Mit Verfügung vom 14. September 2016 bewilligte der instruierende Präsident der Ab- teilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts A.____ die unentgeltliche Prozessfüh- rung. D. Mit Vernehmlassung vom 13. Oktober 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Gestützt auf die beweistauglich en medizinischen Abklärungen sei erstellt, dass sich der Gesundheitszustand seit der Rentenv erfügung allgemein markant ver- bessert habe und somit die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt möglich sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 11. August 2016 ist demnach ei nzutreten. 2. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob der Beschwer deführer weiterhin Anspruch auf eine halbe IV-Rente hat. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vor aussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Janua r 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Be einträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente unter anderem revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen; vgl. auch: BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; RUDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grund- figur namentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: Schaf fhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 16 f.). 4.2 Nach der Rechtsprechung bildet zeitliche Vergleich sbasis für die Beurteilung einer Än- derung des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs . 1 ATSG die letzte anspruchsändernde (BGE 133 V 108 E. 4.1) oder auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon- former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruhende rechts- kräftige Verfügung (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Eine Mitteilung nach Art. 74 ter lit. f und Art. 74 quater der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vo m 17. Ja- nuar 1961, mit der eine Revision von Amtes wegen abgesch lossen wurde mit der Feststellung, es sei keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhäl tnisse gegeben, ist einer rechtskräfti- gen Verfügung gleichgestellt (Urteil vom 25. Januar 20 11, 9C_882/2010, E. 3.2.1 mit Hinwei- sen). 4.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerd eführer mit Verfügung vom 23. Februar 2010 rückwirkend ab dem 1. Januar 2007 eine halbe Rente zugesprochen. Nach- dem sie im April 2011 eine Überprüfung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers eingelei- tet und beim Hausarzt Dr. med. B.____, Allgemeine Me dizin FMH, einen Arztbericht eingeholt hatte (Bericht vom 10. Juni 2011), teilte sie dem Ver sicherten mit Schreiben vom 29. August 2011 mit, dass keine Veränderungen festgeste llt worden seien, die sich auf die lau- fende Rente auswirken würden. Daher bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige halbe IV- Rente. Die im September 2014 erneut eingeleitete Revision vo n Amtes wegen schloss die Beschwer- degegnerin mit der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 13. Juli 2016 ab. Im Rahmen die- ser Verfügung wurde der Gesundheitszustand des Beschwerd eführers gutachterlich bidiszipli- när abgeklärt und ein Einkommensvergleich vorgenommen. Aufgrund des Umstands, dass in diesem Revisionsverfahren eine materielle Prüfung des Re ntenanspruchs mit Sachverhaltsab- klärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung vorge nommen wurde, beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältn issen eingetreten ist, die eine revisions- weise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Rente re chtfertigen würde, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen R entenverfügung vom 23. Februar 2010 bestand, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend an gefochtenen Verfügung vom 13. Juli 2016. Zu prüfen ist daher im Folgenden, ob eine wesen tliche Veränderung des Gesundheitszu- standes oder eine erhebliche Änderung der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich ge- bliebenen Gesundheitsschadens seit der Verfügung 23. Februar 2010 eingetreten ist. 5.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zu m 31. Dezember 2002 ergangene dies bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleib t folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit einer ver sicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gerich t – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 132 V 99 f. mit weiteren Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stell ungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut- barerweise noch verrichtet werden können (vgl. ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Fra nz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsve rfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 5.5 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhaltes in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu bea chten: Da die Feststellung einer revi- sionsbegründenden Veränderung durch eine Gegenüberste llung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Bewe ises das Vorhandensein einer ent- scheidungserheblichen Differenz in den – den medizinische n Gutachten zu entnehmenden – Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstel lten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisth ema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betracht et vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Ren- tenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 23 2 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Ur- teile des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010 , E. 4.2, und vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 5.6 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialver sicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV- Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lan- ge, bis über die für die Beurteilung des streitigen An spruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6.1.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 23. Februa r 2010, mit der dem Beschwerdeführer aufgrund eines IV-Grads von 54 % ab 1. Januar 2007 ein e halbe Rente zugesprochen wurde, stützte sich die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf das polydisziplinäre Gutachten des Begutachtungs- instituts C.____ vom 28. Mai 2009. Im Rahmen der Gesamtbeurteilung stellen Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. E.____, FMH Neurologie, und Dr. med. F.____, FMH Innere Medizin, mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen: Eine Opia- tabhängigkeit mit Substitution und Nebenkonsum (ICD-10 F11.22 und 11.24 sowie 11.71), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung vom ängstlich vermeidend en, abhängigen Typ (ICD-10 F61.0) sowie rezidivierende leicht- bis mittelgradige de pressive Episoden (ICD-10 F33.0-1). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizie ren die Gutachter ein Streckdefizit im Bereich der Ellbogen beidseits, eine diskrete Hypästhesie im Bereich des Medianus- Innervationsgebietes links bei wahrscheinlicher Kompromittierung des Nervs im Ellbogen durch Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht narbige Verwachsungen, Untergewicht (BMI 16,8) sowie a ls Aktendiagnose den Verdacht auf chronische Hepatitis C. Dr. D.____ führt in seiner psychiatrischen Beurteilung aus, dass der Explorand eine deutlich eingeschränkte Affektivität und Ideenproduktion zeige. Es müsse eine Persönlichkeitsänderung festgestellt werden, die auf dem Hintergrund des jahr elangen Drogenkonsums stattgefunden habe. Grundsätzlich müsse beim Exploranden eine zur Ab hängigkeit neigende, vermeidende, eher ängstliche Persönlichkeitsstruktur festgestellt werde n. Er zeige paranoide Vorstellungen gegenüber Psychiatern, ziehe sich sozial zurück, pflege kein e Beziehungen und sei ganz auf die Kontakte mit der Mutter und seiner Ehefrau konzent riert. Er ordne seine Bedürfnisse eher anderen Personen unter und passe sich an. Gleichzeitig ha be er ein hohes Leistungsideal. Er zeige eine verminderte Flexibilität, auf Schicksalsschläge a däquat zu reagieren. Er regrediere eher und ziehe sich zurück. Insofern müsse von einer kombin ierten Persönlichkeitsstörung aus- gegangen werden. Er wirke niedergeschlagen, sei immer schnell den Tränen nahe, wirke anhe- don, adynam und interesselos. Er pflege kein Hobby, hab e keine Fähigkeiten, etwas zu subli- mieren. Er fühle sich insuffizient und habe grosse Schwi erigkeiten, seine derzeitigen Fähigkei- ten mit seinen Vorstellungen der Arbeitsfähigkeit in Übereinstimmung zu bringen. Er schwanke zwischen überdimensionalen Vorstellungen und Verleugnung . Das psychische Strukturniveau sei nicht psychotisch, aber auf dem Niveau eines Borderlin e-Patienten. Er müsse als depressiv beurteilt werden und es müsse angenommen werden, dass e r immer wieder an leicht- bis mit- telgradig depressiven Episoden leide. Im Ganzen wirke er deutlich reduziert, vorzeitig gealtert, körperlich entkräftet und schwach. Aus rein psychiatrischer Si cht müsse davon ausgegangen werden, dass er, sobald er keine Zusatzstoffe mehr konsumie re, seine körperliche Fitness auf- gebaut und auch das Gewicht verbessert habe, mit grosse r Wahrscheinlichkeit wieder zu ca. 50 % arbeitsfähig zu beurteilen sei. Die depressiven Ep isoden seien in seiner Persönlichkeits- struktur begründet. Im Teilgutachten hält Dr. D.____ so dann fest, dass beim Exploranden eine heftige Verleugnung psychologischer Schwierigkeiten festgestellt werden müsse. Er dissimulie- re seinen körperlichen und psychischen Zustand teilweise. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit gelangen die Gutachter zum Ergebnis, dass aus internistischer wie auch aus neurologischer Sicht keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Aus rein psychiatrischer Sicht sei davon auszugehen, dass der E xplorand einem Arbeitgeber nicht zugemutet werden könne. Er sei derzeit wahrscheinlich a uch zu schwach, um in einem Be- schäftigungsprogramm teilzunehmen. Er sei heute als zumin dest 80 % arbeitsunfähig zu be- trachten. Die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vo n 80 % gelte für sämtliche Tätigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt. Eine leichte Tätigkeit sei de m Exploranden wegen seiner körperlichen Verfassung nicht zumutbar. Wenn er keine Zusatzstoffe me hr konsumieren würde, seine kör- perliche Fitness aufbauen könnte und das Gewicht sich verb essere, sei er mit grosser Wahr- scheinlichkeit wieder zu 50 % arbeitsfähig. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei auf den 1. Ja- nuar 2008 anzusetzen. Die Frage, ob die Sucht Folge od er Ursache des invalidisierenden Ge- sundheitsschadens sei oder ob infolge der Sucht ein erheb licher körperlicher und/oder geistiger Folgeschaden bestehe, müsse mit „teils, teils“ beantwort et werden. Teils sei die Persönlich- keitsstruktur des Exploranden Bedingung für den Drogen konsum, teils resultiere aus dem jahr- zehntelagen Drogenkonsum eine Verstärkung der Persönlich keitsstörung. Aufgrund der Sucht Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei es zu einer erheblichen Verstärkung der psychischen Strukt urdefizite und auch zu körperli- cher Schwächung gekommen. 6.1.2 Mit Schreiben vom 3. September 2009 führt Dr. E.____ nach einer eingehenden Dis- kussion unter den Referenten in Ergänzung zum Gutachten a uf Rückfrage des RAD aus, dass man im Gutachten festgestellt habe, dass wenn der Explo rand keine Zusatzstoffe mehr konsu- mieren würde, er seine körperliche Fitness aufbauen könn te und das Gewicht sich verbessere, er mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder zu 50 % als arb eitsfähig zu beurteilen sei. Man gehe deshalb davon aus, dass bei der Einschätzung einer 80 % -igen Arbeitsunfähigkeit insgesamt 30 % auf IV-fremde Faktoren zurückzuführen seien. Der B eginn der Arbeitsunfähigkeit könne aufgrund der Sucht- und krankheitsbedingten sehr ungenauen Anamnese nur auf den 1. Januar 2008 geschätzt werden. 6.1.3 In der Folge stellte pract. med. G.____, RAD, mit Stellungnahme vom 30. September 2009 fest, dass die Arbeitsfähigkeit von 50 % in lei densangepasster Tätigkeit nachvollziehbar sei. Aufgrund der erheblichen psychischen und somatischen B eeinträchtigungen sei nicht zu erwarten, dass sich der Gesundheitszustand verbessere, dami t die versicherte Person eine höhere Arbeitsfähigkeit als 50 % erzielen könne. Auf d ie Auflage einer Schadenminderungs- pflicht sei daher zu verzichten. Es sei zudem gestützt auf d ie Schilderungen von Dr. B.____ nachvollziehbar, dass die gesundheitlichen Einschränkungen der versicherten Person seit Sep- tember 2005 so gross gewesen seien, dass die Arbeitsfähi gkeit seither massiv eingeschränkt gewesen sei. 6.2.1 Im Rahmen der im September 2014 eingeleiteten Rentenrevision holte die Beschwer- degegnerin bei Dr. med. B.____ einen aktuellen Arztb ericht ein. Dr. B.____ diagnostiziert im Bericht vom 29. April 2015 einen Status nach jahrzehntelangem Konsum harter Drogen; chroni- sche Hautinfektionen an den Drogeninjektionsorten an E llbogen, Leisten und Knien; HIV- negativ und kein Nachweis einer chronischen Hepatitis; Ellbogenkontraktur mit Streck-Defizit beidseits von ca. 30-40 Grad. Neu sei ein chronisches Unte rschenkelödem links, ED Lymphödem, postthrombotisches Syndrom, das zur Zeit in Abkl ärung sei. Medizinisch habe sich mit dem Konsumstopp von Drogen eine gewisse gesundhe itliche Konsolidierung einge- stellt. Zudem habe sich das Gewicht von 52 kg auf aktuell 75 kg erhöht. Der Patient trainiere und sei bestrebt, noch einige Kilo zuzunehmen. Aller dings bestehe immer noch eine deutlich reduzierte körperliche Belastbarkeit mit infektiologische n und angiologischen Problemen. An eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei nicht zu denken . Aus hausärztlicher Sicht sollte an der Rentensituation nichts verändert werden. 6.2.2 Dr. med. H.____, FMH Angiologie, liess der Beschw erdegegnerin in der Folge eine Kopie seines Berichts an Dr. B.____ vom 29. April 2015 zu kommen. Darin hält er fest, dass aktuell keine tiefe oder oberflächliche Venenthrombose m ehr festzustellen sei. Der linke Unter- schenkel sei geschwollen. Es handle sich hier um eine postt hrombotische Veränderung mit ei- ner gewissen Lymphkomponente. Die arterielle Zirkulation sei unauffällig. Er empfehle das Tra- gen von Kompressionsstrümpfen und eine manuelle Lymphdrainage. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.3 Dr. med. I.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, RAD , hält mit Stellungnahme vom 23. September 2015 fest, dass bei der ursprünglichen Rentenzusprache bei regelmässigem Heroin- und gelegentlichem Cannabiskonsum, Untergewicht und eine m Verdacht auf chronische Hepa- tits C anhand der Akten mit stark reduziertem Allgemeinz ustand und allgemeiner muskulärer Insuffizienz, aber auch aufgrund einer Persönlichkeitsstörun g eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % festgestellt worden sei. Die Gutachter des Begutachtung sinstituts C.____ seien davon ausge- gangen, dass unter der Bedingung, dass das Gewicht sich bess ere, sich eine 50 %-ige Arbeits- fähigkeit einstellen sollte. Eine Persönlichkeitsstörung ändere sich zwar in der Regel nicht. Der allgemeine somatische Gesundheitszustand habe sich aber er heblich verbessert. Über eine depressive Verstimmung sei zuletzt auch nicht mehr berichte t worden. Er gehe deshalb davon aus, dass der Versicherte in einfach strukturierten Hilfs arbeiten ohne Kundenkontakte wieder mindestens mit 50 % einsetzbar sei. Der Versicherte sei anzufragen, ob er Eingliederungs- massnahmen wünsche. 6.2.4 In der Folge beauftragte die Beschwerdegegneri n Dr. med. J.____, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, und Dr. med. K.____, Psychiatrie u nd Psychotherapie FMH, mit der rheumatologisch-psychiatrischen Begutachtung des Beschwerd eführers. Am 27. März 2016 wurden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein postthrombotisches Syndrom Unter- schenkel links bei Status nach rezidivierender Thrombosen- und Abszessbildungen bei Status nach jahrzehntelangem i.v.-Drogenabusus, sowie der Verda cht auf kombinierte Persönlich- keitsstörung (ICD-10 F61) festgestellt. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden der Status nach multiplem Drogenkonsum (ICD-10 F61) sowie ein Cannabis-Konsum (ICD-10 F12.25). Aus rheumatologischer Sicht lasse sich keine Diagnose stell en, womit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden könnte. Aus intern istischer Sicht imponiere ein postthrombo- tisches Syndrom am linken Unterschenkel, wodurch eine gewiss e Leistungseinschränkung be- gründet werden könne. Aus psychiatrischer Sicht könne die i n der Vergangenheit gestellte Di- agnose einer Persönlichkeitsstörung nicht ohne weiteres nachvollzogen werden. Inwieweit tat- sächlich eine Persönlichkeitsstörung vorliege, sei aufgrund der zur Verfügung stehenden Anga- ben schwierig zu beurteilen. Schon bei der ersten Begu tachtung im Jahr 2009 habe man sich eher auf den aktuellen Zustand gestützt, der durch den damaligen aktiven Drogenkonsum si- cher noch teilweise verfälscht gewesen sei. Zurzeit bestehe eine eher kompensierte Persön- lichkeit, sodass im Grunde genommen einzig angenommen we rden könne, dass der Explorand möglicherweise eine labile Persönlichkeitskonstellation auf weise, doch eindeutige Hinweise auf pathologische Verhaltenszüge würden sich nicht finden lassen. Hinweise auf eine affektive Stö- rung würden sich ebenfalls nicht finden lassen; entspreche nde Fragen habe der Explorand ver- neint. Es könnten auch keine Hinweise auf eine sekundäre Störung durch den jahrelangen Suchtmittelkonsum vorgefunden werden, insbesondere keine relevanten kognitiven Beeinträch- tigungen. Es seien vorwiegend die psychosozialen Umstände, die verhindern würden, dass der Explorand einer Arbeit nachgehe, dies bedingt auch durch den jahrelangen Drogenkonsum mit Rückzugstendenz. Es sei daher nicht möglich, eine relevant e Einschränkung der Arbeitsfähig- keit zu begründen. Die in der Vergangenheit gestellte Diagnose einer Persönlichkeitsstörung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht könne nicht ohne weiteres nachvollzogen werden, möglich erweise sei diesbezüglich auch von einer Kompensation auszugehen. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit halten die Gutachter fest, dass aus somatischer Sicht aufgrund der postthrombotischen Problematik eine Leistungseinschrän kung von 20 % aufgrund von wie- derholten Pausen- und Erholungsphasen vorliege. Aus r ein psychiatrischer Sicht sei eine mög- liche 20 %-ige Einschränkung durch die mögliche labile P ersönlichkeitskonstellation und der Entwöhnung von der Arbeit anzunehmen. Aus gesamtmedizin ischer Sicht sei demnach von einer etwa 20 %-igen Leistungseinschränkung für jede T ätigkeit auszugehen, dies seit etwa April 2015, als der Explorand angiologisch das letzte Mal untersucht worden sei. Aus psychiatri- scher Sicht würden keine Verlaufsunterlagen vorliegen, we swegen zum Verlauf keine Stellung genommen werden könne. 6.3 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens re ichte der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. B.____ vom 31. August 2016 ein. Dr. B.____ gibt darin an, seit vielen Jah- ren der Hausarzt des Beschwerdeführers zu sei. Dieser habe seit Jahrzehnte hinweg einen starken Konsum von praktisch allen möglichen harten Drogen aufgewiesen. Als Komplikationen hätten sich lang anhaltende offene Wunden an den Inj ektionsstellen eingestellt. Mit der erfolg- ten Aufgabe der intravenösen Verabreichung hätten sich diese Wunden glücklicherweise ge- schlossen. Allerdings hätten sie in der Hand- und Armfu nktion dauernde Residuen hinterlassen in Form von Gefühllosigkeit, reduzierter Kraftentfaltu ng und teilweise eingeschränkter Funktion. Ein ähnliches Bild zeige sich auch in den unteren Extremi täten. Aus hausärztlicher Sicht sei es ausgeschlossen, den Patienten in den ersten Arbeitsmarkt zurückzuführen. Er beantrage daher, nochmals eine rheumatologische Beurteilung der effektiven Arbeitsfähigkeit vorzunehmen. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilu ng des aktuellen medizinischen Sachverhalts und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob seit der ursprünglichen Rentenzu- sprache eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers ein- getreten ist, vollumfänglich auf die Ergebnisse des bi disziplinären Gutachtens vom 27. März 2016. Sie ging demzufolge davon aus, dass sich der Gesundh eitszustand seit der Rentenzu- sprache verbessert habe und aus gesamtmedizinischer Sicht nunmehr leichte bis mittelschwere Tätigkeiten im Umfang von 100 % mit einer Leistungsein schränkung von 20 % aufgrund des vermehrten Pausen- und Erholungsbedarfs zumutbar seien. 7.2.1 In BGE 139 V 349 E. 3.2 hat das Bundesgericht be züglich der Abgrenzung der An- wendungsfelder polydisziplinärer Gutachten und mono- o der bidisziplinärer Expertisen u.a. festgehalten, dass nur in begründeten Fällen von einer polydisziplinären Begutachtung abgese- hen und eine mono- oder bidisziplinäre durchgeführt we rden könne. Dies sei der Fall, wenn die medizinische Situation offenkundig ausschliesslich ein ode r zwei Fachgebiete beschlage. We- der dürften aber weitere interdisziplinäre Bezüge (z.B . internistischer Art) notwendig sein noch dürfe ein besonderer arbeitsmedizinischer bzw. eingliede rungsbezogener Klärungsbedarf be- stehen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2.2 Vorliegend dürfte unbestritten sein, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer- deführers verändert hat, denn infolge der nun seit me hreren Jahren dauernden Abstinenz von harten Drogen hat sich die allgemeine körperliche Verf assung des Beschwerdeführers verbes- sert; er hat zumindest an Gewicht zugelegt. Auf der an deren Seite besteht nun neu ein post- thrombotisches Syndrom. Trotz der besseren körperlichen Verfassung darf deshalb nicht aus- ser Acht gelassen werden, dass hier ein multiples Beschwerd ebild besteht, das Bezüge zu mehr als zwei fachärztlichen Disziplinen aufweist. Der Besch werdeführer schildert psychische Probleme sowie Schmerzen in den Armen und Beinen. E s besteht damit eine gesundheitliche Problematik, die mehrere Fachgebiete beschlägt. Trotzd em wurde der Beschwerdeführer nur psychiatrisch-rheumatologisch untersucht, nicht aber angiologisch und neurologisch. Eine angi- ologische Untersuchung wäre insbesondere notwendig gewe sen, weil die Thrombosen eine neue Gesundheitsstörung darstellen und sich Dr. H.____ i m Bericht vom 29. April 2015 nicht zur Arbeitsfähigkeit äusserte. Aus diesem Grund erweist sich die Sachverhaltsabklärung der Beschwerdegegnerin als unvollständig. 7.3.1 Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegnerin Dr. J.____ und Dr. K.____ im Begutach- tungsauftrag nicht explizit dazu aufforderte darzuleg en, inwiefern sich der Gesundheitszustand gegenüber dem Jahr 2009 verbessert hat. Wie in Erwägun g 5.5 hiervor aber dargelegt, ist die klare Beantwortung dieser Frage evident für den Beweiswert des Gutachtens. Dr. K.____ nimmt in der Folge betreffend die von Dr. D.____ diagnostizi erte Persönlichkeitsstörung denn auch eher eine Neubeurteilung vor als dass er schlüssig und nachvollziehbar aufzeigen würde, inwie- fern eine Persönlichkeitsstörung heute, im Gegensatz zu fr üher, nicht mehr besteht. Auch Dr. I.____ führt in seiner Stellungnahme vom 23. Septem ber 2015 aus, dass eine Persönlichkeits- störung in der Regel nicht einfach so verschwinde. Damit bestehen gewisse Zweifel an der Verwertbarkeit der Beurteilung von Dr. K.____, insbes ondere bezüglich der Persönlichkeitsstö- rung. Hier besteht weiterer Abklärungsbedarf. 7.3.2 Hinzu kommt in formeller Hinsicht, dass die beid en Gutachter die für die erste Renten- zusprache entscheidende Rückfrage der Beschwerdegegnerin beim Begutachtungsinstitut C.____ nicht in den relevanten Akten aufgelistet haben. Zu einem sorgfältigen Gutachten gehört nach der bundesgerichtlichen Praxis die Auflistung alle r Akten. Abgesehen vom formellen As- pekt sind die Ausführungen von Dr. E.____ in dieser Erg änzung vom 3. September 2009 (vgl. Erwägung 6.4.1 hiervor) für die Beurteilung der vorli egenden Verbesserung des Gesundheits- zustands relevant. Denn anlässlich der Rentenzusprache ging d ie Beschwerdegegnerin davon aus, dass die Arbeitsunfähigkeit 50 % betrage, womit di e mangelnde körperliche Fitness, das Untergewicht und der Konsum von Zusatzstoffen bereits d amals nicht berücksichtigt wurden. Dies bedeutet, dass diese drei Umstände für eine Verbess erung des Gesundheitszustands nicht heranzuziehen sind. 7.4 Zusammenfassend ist somit zum Schluss zu kommen, dass ko nkrete Indizien Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens von Dr. J.____ und Dr. K.____ erwecken. Insbesondere ist dem Gutachten nicht schlüssig zu entnehmen, ob sich der Gesundheitszustand des Be- schwerdeführers und seine Arbeitsfähigkeit aus gesamtmedizi nischer Sicht wesentlich verbes- sert haben. Indem die Beschwerdegegnerin unter diesen Umständen abschliessend auf dieses Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gutachten abstellte, hat sie den Sachverhalt unvollstän dig festgestellt und den Untersuchungs- grundsatz verletzt (Art. 69 Abs. 2 IVV, Art. 43 Abs. 1 un d Art. 61 lit. c ATSG; BGE 130 V 6 E. 5.2.5 S. 68 f.). Die angefochtene Verfügung vom 13. Juli 2016 ist im Ergebnis daher aufzuhe- ben und die Angelegenheit ist zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzu- weisen. Diese hat den Gesundheitszustand und die Arbeit sfähigkeit des Beschwerdeführers im Rahmen einer polydisziplinären Begutachtung neu abklär en zu lassen, in deren Rahmen die Gutachterinnen und Gutachter nachvollziehbar darzulegen haben, wie sich der aktuelle Ge- sundheitszustand präsentiert und ob er sich gegenüber dem Zeitpunkt der Rentenzusprache wesentlich verbessert hat. Gestützt auf die Ergebnisse ihre r zusätzlichen medizinischen Abklä- rungen wird die Beschwerdegegnerin anschliessend über d en Rentenanspruch des Beschwer- deführers neu zu befinden haben. Die vorliegende Besch werde ist in diesem Sinne gutzuheis- sen. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Beim Entsche id über die Verlegung der Verfah- rens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Prozess ausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV- Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwer de führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der R egel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshal b die Beschwerdegegnerin als unterliegen- de Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Zusammenhang ist aller- dings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahre nskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahre nskosten erhoben werden. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung vom 13. Juli 2016 aufgehoben und die Angel egenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum E rlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht