Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. Mai 2015 (725 14 318 / 128) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Zeitpunkt des Status quo sine bei einer Diskushernie mit degenerativem Vorzustand Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin i.V. Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Dieter Roth, Advokat, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal gegen Basler Versicherungen AG , Aeschengraben 21, Postfach , 4002 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Die 1979 geborene A.____ arbeitete zuletzt als Reinigungskraft in einem Privathaus- halt sowie im Kurhotel B.____. In dieser Eigenschaf t war sie bei der Basler Versicherungen AG (Basler) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 20. September 2013 rutschte A.____ beim Putzen auf einer Treppe aus, glitt einige Stufen nach unten und fiel auf den Rücken bzw. das Gesäss. Im B ericht des Spitals C.____ vom 25. Sep- tember 2013 wurden eine Sacrumkontusion (Steissbein prellung) sowie eine Diskushernie als Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorbestehendes, unfallfremdes Leiden diagnostiziert. Di e Basler gewährte in der Folge die ge- setzlichen Leistungen (Taggelder und Heilungskosten). Nach Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse stellte sie mit Verfügung vom 13. Februar 2014 die gesetzlichen Leistungen per 20. März 2014 ein. Zur Begründung führte sie an, dass die Rückenbeschwerden sechs Monate nach dem Unfall nicht mehr kausal auf das Ereignis vom 20. September 2013 zurückzuführen seien. Es sei der Status quo sine eingetreten. Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Basler mit Einspracheentscheid vom 8. September 2014 ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durc h Advokat Dieter Roth, am 9. Oktober 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, in Aufhebung des angefochtenen Ein- spracheentscheides vom 8. September 2014 sei die Beschwer degegnerin zu verpflichten, ihr weiterhin die gesetzlichen Leistungen auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtli- cher Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der unentg eltlichen Prozessführung mit Advokat Roth als unentgeltlichem Rechtsvertreter. Ferner ersuchte sie um eine angemessene Nachfrist zur einlässlichen Begründung der Beschwerde. Zur Begrün dung führte sie im Wesentlichen aus, dass die Einstellung der Taggelder willkürlich sei un d nicht ihrem nach wie vor bestehen- den Leiden entspräche. So habe sie bereits am 15. Febr uar 2013 einen Unfall, namentlich ei- nen Sturz aufs Gesäss, erlitten, wobei sie sich eine Becke n- und LWS-Kontusion zuzog. Es wurde ihr eine Physiotherapie verschrieben, aber weiter hin eine volle Arbeitsfähigkeit ange- nommen, weshalb auch keine UVG-Unfallmeldung erstellt wurde. Da sie in der Folge weitere Beschwerden zu beklagen hatte, wurde ein MRI erstellt, welches eine Diskushernie L4/L5 mit Kontakt zur Nervenwurzel L5 links ergab. Sofern das vorbes tehende Leiden etwas mit dem heute noch bestehenden Beschwerdebild zu tun habe, gehe jenes auf den Unfall vom 15. Feb- ruar 2013 zurück, welcher ebenfalls von der Basler abzudecken sei. Überdies habe sich ihr Ge- sundheitszustand seit dem Unfallereignis vom 20. September 2013 erheblich verschlimmert. C. Mit Schreiben vom 5. November 2014 gewährte das Kan tonsgericht eine peremptori- sche Nachfrist zur einlässlichen Beschwerdebegründung bis zum 25. November 2014. D. Am 25. November 2014 reichte die Beschwerdeführeri n eine ergänzende Beschwer- debegründung ein, wobei sie im Wesentlichen an ihren A nträgen festhielt. Ergänzend liess sie vorbringen, dass aufgrund der Verschlimmerung ihres Gesun dheitszustandes nicht klar sei, welche Diagnosen letztlich zu stellen seien, womit auch ke ine klare Aussage bezüglich der Un- fallkausalität möglich sei. Aufgrund der komplexen medizinischen Diagnostik sei ein unabhängi- ges fachmedizinisches Gutachten zu erstellen, welches sich darüber ausspreche, ob die aktuel- len Beschwerden auf das Unfallereignis vom 20. Septembe r 2013 oder allenfalls auf das Ereig- nis vom 15. Februar 2013 zurückzuführen seien. E. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Dezember 2014 bean tragte die Basler, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer-Muench, die Abweisung de r Beschwerde. Es wurde im We- sentlichen festgehalten, dass es sich, entgegen dem Vorbr ingen der Beschwerdeführerin, beim Ereignis vom 20. September 2013 nicht um einen Rückfall bezüglich des Sturzes vom 15. Feb- ruar 2013, sondern um einen eigenständigen Unfall ha ndle. Überdies sei es der Beschwerde- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht führerin nicht gelungen das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 15. Februar 2013 und dem neuen Beschwerdebi ld nachzuweisen, weshalb sie für diesen auch nicht aufzukommen habe. Bezüglich des Erei gnisses vom 20. September 2013 hielt sie weiterhin an ihrem Standpunkt fest, dass der Status quo sine eingetreten sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 AT SG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in D.____, weshal b die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des G esetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurtei lt das Kantonsgericht als Versi- cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kanton s Beschwerden gegen Einsprache- entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. E s ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 9. Oktober 2 014 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Be schwerdeführerin über den 20. März 2014 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre- chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit- ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wie dererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versi cherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalide nrente, wenn sie infolge des Unfal- les zu mindestens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch ent steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesun dheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingl iederungsmassnahmen der Invalidenver- sicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Inva- lidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ei n adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne de s natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahu ng des natürlichen Kausalzusam- menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allein ige oder unmittelbare Ursache gesund- heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende E reignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität de r versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werde n kann, ohne dass auch die eingetre- tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen ei- nem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen S törung ein natürlicher Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechts anwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr ob liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin- den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genü gt für die Begründung eines Leis- tungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der e rforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicher ers erst, wenn der Unfall nicht die natür- liche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt , wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Die s trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach d em schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder sp äter eingestellt hätte (Status quo si- ne), erreicht ist (Kranken- und Unfallversicherung - Re chtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenh ang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines G esundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad d er überwiegenden Wahrscheinlich- keit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewi esen sein. Die blosse Möglichkeit nun- mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfa lles genügt nicht. Da es sich hier- bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, li egt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (So zialversicherungsrecht – Recht- sprechung [SVR] 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Bewe is des Wegfalls des Kausalzusammen- hangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Bewei s zu verlangen, dass kein Gesund- heitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nu n bei voller Gesundheit sei. Ent- scheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeu- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht tung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil d es Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 3.4 Zusätzlich zu diesen allgemeinen Grundsätzen, die im Zusammenhang mit der Fest- stellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin zu beachten sind, gilt es bei der Beurteilung der Unfallkausalität von Diskushernien d er medizinischen Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandschei- benveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt . Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfaller eignis von besonderer Schwere sowie geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbei zuführen, und die Symptome der Dis- kushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzügl ich und mit sofortiger Arbeitsunfä- higkeit aufgetreten sind (Urteil des Bundesgerichts vom 12 . Juli 2012, 8C_151/2012, E. 4 mit weiteren Hinweisen). Ist die Diskushernie bei degenerat ivem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfa llversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende S chmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem medizinischem Wissensstand kann das Erreichen de s Status quo sine bei post- traumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach dre i bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerun g röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; e ine traumatische Verschlimme- rung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrach- ten (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_68 1/2011, E. 3.3 mit weiteren Hinwei- sen). 4.1 Zunächst gilt es die Frage zu klären, welches Unfal lereignis vorliegend zu prüfen ist. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin macht d ie Beschwerdeführerin bezüglich des Ereignisses vom 20. September 2013 nicht einen Rückf all, sondern vielmehr geltend, dass beide Unfälle in gesundheitlicher Hinsicht zu berücksichtig en seien. Aus der medizinischen Ak- tenlage geht unbestrittenermassen hervor, dass im damali gen Zeitpunkt, am 15. Februar 2013, ein Unfallereignis stattgefunden hat. Wie die Beschwerdeführerin aber selbst eingesteht, erfolg- te diesbezüglich nie eine Unfallmeldung, da sie trotz ver schriebener Physiotherapie mit mobili- sierender und stabilisierender Rückengymnastik stets voll ar beitsfähig war (vgl. hierzu Be- schwerdebeilage Nr. 2). Alsdann ist ohnehin zu berücksicht igen, dass die Basler mangels er- folgter Unfallmeldung der dem angefochtenen Einsprac heentscheid vorangehenden Verfügung vom 13. Februar 2014 zufolge ihre Leistungspflicht ab 20. März 2014 nur in Bezug auf das Un- fallereignis vom 20. September 2013 abgelehnt hat. E s ist der Beschwerdeführerin unbenom- men, auch im heutigen Zeitpunkt noch Gesundheitsbeein trächtigungen geltend zu machen, die einen Bezug zum damaligen Unfallereignis aufweisen. Wie die Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang aber zutreffend ausführt, obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild, vorliegend der Diskushernie, und dem Unfall mit dem im Sozialversicherung srecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Diesen N achweis hat die Beschwerdeführe- rin aber nicht erbracht. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Im Sinne eines Zwischenergebnisses kann demnach festgeha lten werden, dass Streit- gegenstand des vorliegenden Verfahrens einzig die Frage nach allfälligen Folgen des Ereignis- ses vom 20. September 2013 ist. Diesbezüglich ist im Folg enden zu prüfen, ob die Beschwer- degegnerin einen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den über den 20. März 2014 hinaus bestehenden gesundheitlichen Beschwerden zu Recht verneinte. 5.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der B eurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin - ist die rechtsanwendende Behörd e regelmässig auf Unterlagen angewie- sen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügun g zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterl agen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf e s bei einander widersprechen- den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf di e eine und nicht auf die andere medi- zinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eine s Arztberichtes ist demnach ent- scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinische n Zusammenhänge und in der Beur- teilung der medizinischen Situation einleuchtet und o b die Schlussfolgerungen der Expertin o- der des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach alleine ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum V ersicherungsträger nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 6.1 Zur Beurteilung der strittigen Frage sind im Wese ntlichen folgende medizinischen Un- terlagen von Bedeutung: Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Mit Bericht vom 13. September 2013 stellte Dr. med . E.____, FMH Radiologie, Spital C.____, anlässlich einer MRI-Untersuchung eine ganz kleine , posterolateral gelegene Dis- kushernie L4/L5 mit Kontakt zur Nervenwurzel L5 links fest. 6.3 Im Bericht vom 25. September 2013 stellte das Spit al C.____, wo die Versicherte nach dem Unfallereignis vom 20. September 2013 stationär b ehandelt worden war, die Diagnose einer Sakrumkontusion sowie einer Diskushernie L4/L5 mit möglicher Nervenwurzelläsion L5 links. Es habe eine mögliche Sensibilitätseinschränkung im Bereich des Dermatoms bestanden. Die übrige neurologische Untersuchung sowie der allgem ein internistische Staus seien alters- entsprechend unauffällig ausgefallen. Im konventionel len Röntgenbild der Lendenwirbelsäule hätten keine Anhaltspunkte für eine frische posttraumatisch e ossäre Läsion erkannt werden können. Bei vorbestehender Diskushernie L4/L5 sei ein MRI der Lendenwirbelsäule veranlasst worden, welches im Vergleich zur Aufnahme vor dem Unfa ll vom 13. September 2013 einen unveränderten Befund gezeigt habe. Aktuell bestehe k eine Operationsindikation. Durch eine Erhöhung der analgetischen Therapie und Verordnung von Physiotherapie sei es rasch zu einer Regredienz der Beschwerden gekommen, sodass die Patientin am 24. September 2013 in deutlich gebessertem Allgemeinzustand nach Hause hätte entlassen werden können. Es sei ein Ausschleichen der Analgesie nach Massgabe der Schmerzen sowie eine ambulante Physiothe- rapie zu empfehlen, wobei der Versicherten vorerst eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis und mit 27. September 2013 attestiert werde. 6.4 Am 13. November 2013 diagnostizierte Dr. med. F.__ __, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, Spital C.____, einen Status nach Sacrumkontusion nach Sturz am 19. Sep- tember 2013 (recte: 20. September 2013) bei persistier enden Schmerzen gluteal und sakral sowie eine durch das Sturzereignis symptomatische Diskusherni e L4/L5 linksseitig posterolate- ral, rezessal mit möglicher Wurzelreizung L5 linksseitig ohne sensomotorisches Defizit. Aktuell zeige sich ein deutlich positions- und belastungsabhängig er Beinschmerz linksseitig, möglich- erweise im Sinne einer radikulären Reizsymptomatik der Wu rzel L5 bei kleiner posterolateral gelegener Diskushernie L4/L5, die wohl durch das Sturzer eignis symptomatisch geworden sei. Da die Physiotherapie aufgrund der starken Schmerzsymptomatik abgebrochen worden sei, sei sie im Kantonsspital selbst weiterzuführen. Trete bis zur Verlaufskontrolle im Dezember 2013 keine Besserung der Schmerzen ein, sei eine interventione lle Schmerztherapie in Erwägung zu ziehen. 6.5 Anlässlich der Nachkontrolle hielt Dr. F.____ mit Bericht vom 17. Dezember 2013 fest, dass die Patientin die Physiotherapie zwischenzeitlich fortg esetzt, die Schmerzsymptomatik sich aber nicht wesentlich verändert habe. Es sei eine g emeinsame Wirbelsäulensprechstunde mit dem Spital G.____ geplant, im Rahmen derer eine Indikation einer Test-Infiltration bzw. eine Epiduralinfiltration zu diskutieren sei. Es bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100% als Angestellte im Reinigungsdienst. 6.6 Am 28. Januar 2014 führte Dr. F.____ aus, dass die Durchführung einer Epidural- Infiltration L4/L5 angezeigt sei. Danach sei erneut eine klinische Nachkontrolle durchzuführen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.7 Gemäss der kreisärztlichen Beurteilung von Dr. med. H.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 29. Januar 2014 sei aktenkundig, dass es sich b ei der Diskushernie L4/L5 um ein vorbestehendes, unfallfremdes Leiden handle. Der Unfa ll habe zwar zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt, die aber nicht richtunggebend sei. Bei vorbestehenden degenerati- ven Veränderungen sei demnach davon auszugehen, dass der st atus quo sine sechs Monate ab Ereignisdatum, mithin am 19. März 2014, erreicht sei. 7.1 Durch die in den medizinischen Akten mit Bericht vom 13. September 2013 dokumen- tierte MRI-Untersuchung ist erstellt, dass die Beschwerdef ührerin im Zeitpunkt des Unfalls am 20. September 2013 bereits degenerative Veränderungen der Wirbelsäule aufgewiesen hat. So bestand schon zuvor eine posterolateral gelegene Diskush ernie L4/L5 mit Kontakt zur Nerven- wurzel L5, wie sie auch dem Bericht des Spitals C.____ vom 25. September 2013 im Anschluss an das Unfallereignis zu entnehmen ist. Nichts anderes ge ht aus den weiteren Berichten des Spitals C.____ hervor (vgl. z.B. Bericht des Spitals C.___ _ vom 13. November 2013 und vom 17. Dezember 2013). Dass es sich bei der Diskushernie hinsi chtlich des Ereignisses vom 20. September 2013 um ein vorbestehendes Leiden handel t, wird von der Beschwerdeführerin zu Recht auch nicht bestritten. Indessen macht sie vielmeh r sinngemäss geltend, die ihrer Auf- fassung nach auf das erste Unfallereignis vom 15. Februar 2013 zurückzuführende Diskusher- nie habe durch das versicherte Ereignis vom 20. September 2013 eine richtunggebende Ver- schlimmerung erfahren. Sie führt diesbezüglich insbesond ere aus, dass sich ihr Gesundheits- zustand seit dem Unfallereignis erheblich verschlimmert h abe. Sie sei deswegen mehrfach im Spital C.____ in ärztlicher Behandlung gewesen. Die en tsprechenden medizinischen Berichte würden noch nachgereicht. Insofern sei auch nicht klar, w elche Diagnosen letztlich zu stellen seien, womit auch keine Aussage bezüglich der Unfallkausalität gemacht werden könne. 7.2 Aus der medizinischen Aktenlage geht deutlich hervor, dass sich die Beschwerdeführe- rin durch das Unfallereignis vom 20. September 2013 kei ne strukturell nachweisbaren Verlet- zungen zugezogen hat. Dies ergibt sich insbesondere aus dem Bericht des Spitals C.____ vom 25. September 2013, wonach im Röntgenbild der Lendenwirbelsäule keine frischen posttrauma- tischen ossären Läsionen erkannt und im Vergleich zur vor d em Unfall erstellten MRI- Bildgebung ein unveränderter Befund festgestellt wur de. Als Diagnose, welche auf das Unfall- ereignis vom 20. September 2013 zurückzuführen ist, wird, wie auch gemäss Unfallmeldung UVG vom 24. September 2013, ausschliesslich eine Sacrumkont usion erhoben. Diese war aber, wie sich dem Bericht von Dr. F.____ vom 13. Novem ber 2013 entnehmen lässt, bereits zwei Monate nach dem Unfallereignis abgeklungen. Gestützt auf die genannten Berichte sowie die kreisärztliche Beurteilung vom 29. Januar 2014 von Dr . G.____ ist demnach davon auszu- gehen, dass eine unfallbedingte, zusätzliche strukturelle Schädigung der LWS vorliegend aus- geschlossen werden kann. Wie die Beschwerdegegnerin sodan n zutreffend ausführt, lässt sich dem Bericht des Kantonsspitals Baselland vom 10. Februar 2014 entnehmen, dass die von der Beschwerdeführerin weiterhin beklagten Schmerzen ausschliesslich auf die vorbestehende Dis- kushernie, namentlich die Reizsymptomatik der Wurzel L5, zu rückzuführen sind (vgl. Bericht des Spitals C.____ vom 10. Februar 2014, SUVA-Akte Nr. 16). Wie eingangs ausgeführt, kann nach der vom Bundesgericht anerkannten medizinischen Erf ahrungstatsache bei einer durch das Unfallereignis bloss vorübergehenden Aktivierung einer vorbestehenden Diskushernie – bei Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fehlen unfallbedingter Wirbelkörperfrakturen oder stru kturellen Läsionen an der Wirbelsäule – das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lu mbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden. Eine trau matische Verschlimmerung ist in der Re- gel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach ein em Jahr als abgeschlossen zu be- trachten. Eine allfällige richtunggebende Verschlimmer ung muss ausserdem röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progre ssion abheben (vgl. E. 3.4 hiervor). Eine solche sich von der altersüblichen Progression abhebende richtunggebende Verschlimme- rung ist vorliegend aber nicht ausgewiesen. Die Würdig ung der medizinischen Unterlagen lässt bei degenerativem Vorzustand und Fehlen von unfallbed ingten strukturellen Läsionen vielmehr den Schluss zu, dass die Diskushernie im Sinne dieser med izinischen Erfahrungstatsache durch den Unfall vom 20. September 2013 bloss aktiviert, nicht aber verursacht worden ist. Dies wird in der kreisärztlichen Beurteilung vom 29. Januar 2014 in Übereinstimmung mit den vor- handen medizinischen Berichten schlüssig und nachvollziehbar dargelegt. Damit besteht vorlie- gend kein Anlass, von dieser medizinischen Erfahrungstatsache abzuweichen. 7.3 Auch besteht vorliegend kein Anlass, in grundsätzliche r Hinsicht an der Richtigkeit der Feststellungen des Kreisarztes Dr. H.____ sowie der übri gen involvierten Fachärzte zu zwei- feln. Rechtsprechungsgemäss können Berichte versicherungsin terner Ärzte soweit berücksich- tigt werden, als keine – auch nur geringe – Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7). Wie bereits dargelegt, ist die in den weitgehend überein- stimmenden medizinischen Berichten vorgenommene Schlussfo lgerung einer traumatisch aus- gelösten Diskushernie im Rahmen eines degenerativen Vorzu standes einleuchtend und über- zeugend. Dies gilt umso mehr, als dass die Beschwerdeführer in nichts vorbringt, was diese Schlussfolgerungen vorliegend in Zweifel zu ziehen vermag. Die in der Beschwerdebegründung angekündigten Berichte, die namentlich die postuliert e Verschlimmerung des Gesundheitszu- standes belegen sollen, wurden nicht nachgereicht. Auch sonst sind keine Anhaltspunkte er- sichtlich, welche die kreis- und fachärztlichen Beurteilung en in Frage stellen würden. Die von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegten medizinischen Berichte beziehen sich auf das Un- fallereignis vom 15. Februar 2013. Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4.1 hiervor), ist dieses Unfall- ereignis aus den eingangs genannten Gründen aber nicht Gegenstand des vorliegenden Be- schwerdeverfahrens. Selbst wenn das Ereignis vom 15. Febru ar 2013 materiell zu beurteilen wäre, käme die dargelegte Rechtsprechung überwiegend w ahrscheinlich auch hinsichtlich des- selben zum Tragen, zumal im Bericht der Notfallstation des Spitals C.____ vom 16. Februar 2013 lediglich eine Becken- und LWS-Kontusion diagnost iziert wurden und das Vorliegen von ossären Läsionen sowohl in diesem Bericht unmittelbar i m Anschluss an das Unfallereignis als auch im dokumentierten rheumatologischen Konsilium vom 18. März 2013 ausdrücklich ver- neint wird. Was die anlässlich der MRI-Untersuchung vom 1 3. September 2013 erhobene Dis- kushernie anbelangt, ist mit der Beschwerdegegnerin soda nn darauf hinzuweisen, dass eine Diskushernie nur dann als weitgehend unfallbedingt betr achtet werden kann, wenn das Unfall- ereignis von besonderer Schwere sowie geeignet war, e ine Schädigung der Bandscheibe her- beizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebral es oder radikuläres Syndrom) un- verzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auft reten (vgl. E. 3.4 hiervor). Neben den feh- lenden strukturellen Verletzungen und der unmittelbar eintretenden Arbeitsunfähigkeit kann der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unfall vom 15. Februar 2013 – die Patientin rutschte auf nassem Boden aus und fiel auf das Gesäss bzw. den Rücken – nicht als besonders schweres Ereign is qualifiziert werden. 7.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die medizinische A ktenlage zur Beurteilung der vorliegenden Streitfrage ausreichend ist. Auf die von der Beschwerdeführerin beantragten zusätzlichen medizinischen Abklärungen kann verzichtet werden. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zu- verlässiges Bild des relevanten Sachverhalts ergeben und d ieser demnach hinreichend abge- klärt ist, kann auf weitere Abklärungen verzichtet werden . Eine solche antizipierte Beweiswürdi- gung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechun g zulässig (BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 1 19 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). So- mit ist nicht zu beanstanden, dass die Basler gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. H.____ vom 29. Januar 2014 einen natürlichen Kau salzusammenhang zwischen dem Un- fallereignis vom 20. September 2013 und den über den 20. März 2014 hinaus bestehenden gesundheitlichen Beschwerden verneinte. Den im Einklang mit den medizinischen Unterlagen gemachten überzeugenden kreisärztlichen Ausführungen ist zu entnehmen, dass der Stauts quo sine sechs Monate nach dem Unfallereignis eingetret en ist. Damit hat die Basler ihre Leis- tungspflicht ab diesem Zeitpunkt zu Recht abgelehnt. D ie gegen den Einspracheentscheid vom 8. September 2014 erhobene Beschwerde ist demnach abzuweisen. 8.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdever fahren vor dem kantonalen Ge- richt für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 8.2 Es bleibt über den Antrag der Beschwerdeführerin zu befinden, es sei ihr die unentgelt- liche Verbeiständung zu bewilligen. Nach Art. 61 lit. f ATSG in Verbindung mit § 22 Abs. 2 VPO wird der Beschwerde führenden Person ein unentgeltlich er Rechtsbeistand bewilligt, wenn ihr die nötigen Mittel fehlen, ihr Begehren nicht offen sichtlich als aussichtslos und die anwaltliche Vertretung zur Wahrung ihrer Rechte als notwendig oder doch geboten erscheint (vgl. Urteil des EVG vom 7. April 2004, U 333/03, E. 3.2 und 4). In d en Akten befindet sich eine Leistungsüber- sicht der Sozialhilfebehörde D.____, mit Wirkung ab 1. Februar 2014, welche belegt, dass die Beschwerdeführerin durch die Sozialhilfe unterstützt wir d. Deren Bedürftigkeit ist damit für das vorliegende Verfahren ohne Weiteres nachgewiesen. Die vorliegende Beschwerde kann zudem nicht als offensichtlich aussichtslos bezeichnet werden. Die Voraussetzungen für die Bewilli- gung der unentgeltlichen Verbeiständung sind demnach ge geben, weshalb das betreffende Gesuch zu bewilligen ist. 8.3 Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwäl tinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Januar 2014 gelten den Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde . Der Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin hat in seiner Honorarnote vom 16. Februar 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 7 Stunden und 35 Minuten geltend gemacht . Dieser Aufwand ist nun allerdings nicht ausgewiesen. So wird für die ergänzende Beschwer debegründung vom 25. November 2014 ein Zeitaufwand von 150 Minuten geltend gemacht, obwohl deren Inhalt grösstenteils aus Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wiederholungen von bereits in der Beschwerdebegründung vom 9. Oktober 2014 gemachten Ausführungen besteht. Einzig in Ziffer 9 derselben sind inhaltliche Ergänzungen angebracht worden. Dementsprechend ist der für die ergänzende Be schwerdebegründung vom 25. No- vember 2014 geltend gemachte Aufwand um 120 Minuten z u kürzen und die zu entgeltenden Bemühungen insgesamt auf 5 Stunden und 35 Minuten f estzusetzen. Nicht zu beanstanden sind die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 127.20. Dem Rech tsvertreter ist somit ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘343.30 (5.6 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 127.20 + 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.4 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.