Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 30. Juli 2014 (810 14 89) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Stefan Schulthess , Edgar Schürmann, Gerichtsschreiber i.V. Hannes Baader Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Franz Hollinger , Rechtsa n- walt , gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung (RRB Nr. 368 vom 18. März 2014) A. A.____, geboren 1989, ist kosovarischer Staatsbü rger. Im Alter von zehn Jahren kam er zusammen mit seiner Mutter und weiteren Geschwis tern im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz und erhielt eine Niederlassungsbewil ligung zum Verbleib bei seinem Vater. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.____ schloss in der Schweiz die Schule ab und absolvier te anschliessend eine Lehre als Maler. B. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 1. Dezem ber 2010 wurde A.____ der versuchten vorsätzlichen Tötung in nicht entschuldbarem No twehrexzess, der falschen Anschuldigung sowie der mehrfachen einfachen und mehr fachen groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen und zu einer Freihei tsstrafe von dreidreiviertel Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 800.-- und einer Genugtuun gszahlung in der Höhe von Fr. 10'000.-- verurteilt. Sowohl A.____ wie auch di e Staatsanwaltschaft appellierten gegen dieses Urteil. C. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 18. Okt ober 2011 wurde A.____ erneut wegen mehrfacher grober Verletzung der Verkehrsregeln und mehrfacher einfacher Verletzung der Verkehrsregeln verurteilt. D. Mit Urteil vom 28. November 2012 bestätigte das App ellationsgericht Basel-Stadt den Schuldspruch des Strafgerichts vom 1. Dezember 2010, erhöht e aber die Freiheitsstrafe auf viereinhalb Jahre und die zu bezahlende Genugtuung au f Fr. 16'000.--. Die von A.____ gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde an das Bundesgericht wi es dieses mit Urteil vom 19. Juli 2013 (6B_148/2013) ab, soweit es darauf eintrat. E. Mit Schreiben vom 3. September 2013 gewährte das A mt für Migration Basel- Landschaft (AfM) A.____ das rechtliche Gehör im Hinbli ck auf einen allfälligen Widerruf der Niederlassungsbewilligung sowie der damit verbundenen Wegweisung aus der Schweiz. In einer undatierten Stellungnahme brachte A.____ zu de n Fragen des AfM im Wesentlichen vor, er lebe seit bald 15 Jahren mit seiner Familie (Eltern und fünf Geschwister) in der Schweiz, habe seine gesamte Berufsau sbildung in der Schweiz absolviert und sei mit einer Schweizerin verlobt. Seit seiner Migration in die Schweiz sei er sechsmal für je ein bis zwei Wochen im Kosovo gewesen, wo weitere Verwand te (Grossmutter, Onkel, Tante sowie ein Cousin und eine Cousine) wohnten. Zudem gab er an, albanisch zu sprechen. F. Am 30. Oktober 2013 verfügte das AfM den Widerruf d er Niederlassungsbewilligung von A.____ und damit verbunden seine Wegweisung aus d er Schweiz. Den spätesten Ausrei- setermin setzte das AfM auf den Zeitpunkt der (bedingt en) Entlassung aus dem Strafvollzug fest (frühestens 16. Juli 2016). G. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 6. November 2013 Beschwerde beim Regie- rungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). D er Regierungsrat wies diese Beschwerde mit Entscheid vom 18. März 2014 ab. H. Mit Eingabe vom 31. März 2014 erhob A.____, vertre ten durch Franz Hollinger, Rechtsanwalt, beim Kantonsgericht Basel-Lan dschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde gegen den Entscheid des Regierungsrats vom 18. März 2014. Er beantragt, es sei der angefochtene E ntscheid aufzuheben und es sei auf einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die d amit verbundene Wegweisung aus der Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schweiz zu verzichten. Es sei ihm weiter die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltli- che Verbeiständung zu gewähren. Zur Begründung führt e r im Wesentlichen aus, dass das Verschulden entgegen der Beurteilung im Strafurteil n icht als schwer zu qualifizieren sei, womit das öffentliche Interesse an der Wegweisung sein persönli ches Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz nicht zu überwiegen vermöge. Zudem macht er geltend, dass im Kosovo neben der staatlichen Sanktionsgewalt weiterhin die Traditio n der Blutrache bestehe und dass bei seinem Onkel im Kosovo bereits eine solche angekündigt wo rden sei. Der Schutz seines Lebens sei im Kosovo nicht sichergestellt. I. In der Vernehmlassung vom 23. Juni 2014 beantragt d er Regierungsrat, es sei die Beschwerde unter o/e-Kostenfolge abzuweisen. J. Mit Verfügung der Präsidentin des Kantonsgerichts vom 3 0. Juni 2014 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Gleichzeitig wu rde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügun gen und Entscheide des Regierungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde b eim Kantonsgericht zulässig. Vorliegend ist der Regierungsratsbeschluss Nr. 368 vom 18. März 2014 betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung angefochten. Da weder ein A usschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vorliegt, ist die Zuständigkeit des Kantons- gerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit gegeben. Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Ver fügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an d essen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Beschwerdeführer Adressat des angefochtenen Entscheides ist und ein schutzwür- diges Interesse an dessen Aufhebung hat, die übrigen f ormellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl die örtliche wie auch die sachliche Zuständigkeit d es Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsg erichtlichen Beschwerde ist die Kog- nition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsve rletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Erme ssen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachver halt unrichtig oder unvollständig fest- gestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dageg en ist dem Kantonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und die damit einhergehende Wegweisung zu Recht erfolgten. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinne n und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zustän dige kantonale Behörde entscheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Ra hmen der gesetzlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über d ie Zulassung zu einem Aufenthalt. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung hat die auslän- dische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 185 E. 2.3; P ETER UEBERSAX , in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg. ], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 3.2 Vorweg kann festgehalten werden, dass zwischen der Sch weiz und der Republik Kosovo kein Staatsvertrag besteht, welcher dem Beschwer deführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz gewähren würde. Es sind ent sprechend die Bestimmungen des AuG, vorbehältlich anderer völkerrechtlicher Verträge, anwendbar. 3.3 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schut ze der Menschenrechte und Grund- freiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 sowie dem inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverf assung der Schweizerischen Eidgenos- senschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienle- bens können ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufent- halt oder Verbleib in einem andern Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitgliedern führt (vgl. A NDREAS ZÜND /T HOMAS HUGI YAR , Aufent- haltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrec ht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, EuGRZ 2013, S. 1 0 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien können somit dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familien- angehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit un tersagt und damit das gemeinsame Familienleben vereitelt wird. Gemäss ständiger bundesge richtlicher Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK müssen die sich hierzulande aufhaltenden Angehöri gen über ein gefestigtes Anwesen- heitsrecht verfügen und zur Kernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende, minder- jährige Kinder) gehören. Es muss zudem eine enge, tatsä chliche und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Aus der Beziehung zwischen volljährigen Kindern und ihre n Eltern lässt sich daher regelmässig kein Anspruch auf Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung ableiten, sofern nicht gera- dezu ein Abhängigkeitsverhältnis unter diesen Verwand ten besteht, welches über die normalen affektiven Beziehungen hinausgeht (BGE 137 I 154 E. 3. 4.2; BGE 129 II 11 E. 2; BGE 115 Ib 1 E. 2; Urteil des europäischen Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR] 39051/03 Emonet gegen Schweiz vom 13. Dezember 2007 § 35). Der Beschwerdeführer ist heute volljährig. Ein relevan- tes Abhängigkeitsverhältnis zu den Eltern ist vorliegend nicht zu erkennen und wird auch nicht geltend gemacht. Bezüglich der Beziehung zu der Verlob ten kann festgehalten werden, dass in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK auch nicht rechtlich be gründete familiäre Verhältnisse fallen, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächl ich gelebte Beziehung besteht; entschei- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dend ist die Qualität des Familienlebens und nicht desse n rechtliche Begründung (BGE 135 I 143 E. 3.1). Das Bundesgericht hat hieraus abgeleitet, dass sich aus einem Konkubinat ein Bewilligungsanspruch dann ergibt, wenn die partnersc haftliche Beziehung seit Langem ehe- ähnlich gelebt wird oder konkrete Hinweise auf eine unm ittelbar bevorstehende Hochzeit hindeuten (Urteil des Bundesgerichts 2C_634/2011 vom 2 7. Juni 2012 E. 4.2.2). Der Beschwerdeführer hat nie mit seiner Verlobten zusammen gewohnt und die Beziehung ist bis heute kinderlos geblieben. Weitere Umstände, die eine besonders intensive Beziehung im vorgenannten Sinn zu begründen vermöchten, sind nicht e rsichtlich. Somit kann der Beschwer- deführer weder aus der Beziehung zu den Eltern noch aus jener zu der Verlobten ein Verbleibe- recht gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV ableiten. 3.4 Gemäss Art. 34 Abs. 1 AuG verleiht die Niederlassungsb ewilligung einen zeitlich un- befristeten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz. Da der Beschwerde- führer über eine Niederlassungsbewilligung verfügt, i st von einem grundsätzlichen gesetzlichen Anspruch des Beschwerdeführers auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. 3.5 Zusammenfassend kann sich der Beschwerdeführer vorlieg end somit einzig auf den durch die Niederlassungsbewilligung im Rahmen des Auslä ndergesetzes gewährten Rechts- anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz berufen. 4. Der von der Niederlassungsbewilligung grundsätzlich eingeräumte gesetzliche An- spruch auf Anwesenheit gilt indes nicht absolut. Bei Vorl iegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 AuG kann die Niederlassungsbewilligung entzogen werden. 4.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 li t. b AuG kann die Niederlassungsbe- willigung widerrufen werden, wenn die Ausländerin od er der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Das Bundesgericht hat das Kriterium der Längerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahingehend konkretisiert, dass es einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere unterjährige St rafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden dürfen (BGE 137 II 297 E. 2.3; BGE 135 II 37 7 E. 4.2). Keine Rolle spielt, ob die Sank- tion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesproche n wurde (Urteil des Bundesgerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). 4.2 Mit der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von v iereinhalb Jahren durch das Appella- tionsgericht des Kantons Basel-Stadt vom 28. November 2012 sowie der Bestätigung durch das Bundesgerichtsurteil vom 19. Juli 2013 ist vorliegend ei ne längerfristige Freiheitsstrafe ausge- sprochen worden und der Widerrufsgrund von Art. 63 Ab s. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 lit. b AuG gegeben, was vom Beschwerdeführer zu Recht nicht in Fra ge gestellt wird. Da vorliegend die Voraussetzungen von Art. 62 lit. b AuG erfüllt sind, kan n an dieser Stelle auch offen gelassen werden, ob das Verhalten des Beschwerdeführers zugleich a ls schwerwiegender Verstoss ge- gen die öffentliche Sicherheit und Ordnung i.S.v. Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist, zumal dieser Widerrufsgrund nur subsidiär zur Anwendung käme (vg l. BGE 135 II 377 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_712/2009 vom 12. April 2010 E. 3). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 Au G führt nicht zwingend zum Entzug der Niederlassungsbewilligung. Vielmehr rechtfe rtigt sich der Widerruf und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) n ach Art. 96 Abs. 1 AuG nur dann, wenn diese Massnahme im Einzelfall gestützt auf eine u mfassende Güterabwägung verhält- nismässig erscheint. Dabei sind alle Umstände des Einzelfall s zu berücksichtigen und die öffentlichen und privaten Interessen sorgfältig gegene inander abzuwägen (MARTINA CARONI , in: Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela Thurnherr [Hrsg .], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 51 Rz. 3 ; ANDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Ge iser [Hrsg.], a.a.O., Rz. 8.48). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüber stehenden privaten Interessen am Belassen der Bewilligung und der öffentlichen Interesse n an deren Widerruf, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Zur Beurteilung der Frage , ob dies der Fall ist, sind namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeit- raum, das Verhalten des Ausländers während diesem, der G rad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und s einer Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3). Die Niederlass ungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit in der Schweiz aufhält, soll zwar nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden, doch ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (Urteil des Bundesgerichts 2C_562/2011 vom 21. Novem ber 2011 E. 3; BGE 122 II 433 E. 2c). Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederho lter Delinquenz, insbesondere bei Gewalt- und Betäubungsmitteldelikten, besteht ein wese ntliches öffentliches Interesse, zur Aufrechterhaltung der Ordnung bzw. Verhütung von (wei teren) Straftaten die Anwesenheit des Ausländers zu beenden (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BGE 137 II 233 [nicht publ.] E. 3.1). Was das Fernhalteinteresse anbetrifft, so muss gemäss der bundesger ichtlichen Rechtsprechung bei schweren Straftaten – wozu auch gravierende Delikte geg en Leib und Leben gehören – selbst ein geringes Restrisiko weiterer Delinquenz nicht in Kau f genommen werden (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 130 II 176 E. 4.2 ff.). In diesem Zusa mmenhang ist auch auf die Bestimmungen von Art. 121 Abs. 3-6 BV hinzuweisen. Gemäss diesen Bestimm ungen verlieren Ausländerin- nen und Ausländer unabhängig von ihrem ausländerrechtl ichen Status ihr Aufenthaltsrecht sowie alle Rechtsansprüche auf Aufenthalt in der Schweiz, wenn sie unter anderem wegen eines "vorsätzlichen Tötungsdelikts" rechtskräftig verurteil t worden sind (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV). Zwar sind diese Verfassungsbestimmungen gemäss der bundesgerichtlichen Recht- sprechung nicht direkt anwendbar, das Bundesgericht hat ab er festgehalten, der vom Verfassungsgeber zum Ausdruck gebrachten Wertung sei insowe it Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht bzw. zu keinen Konflikten mit dem Beurteilungsspielraum führe, den der EGMR den einzeln en Konventionsstaaten bei der Umsetzung ihrer Migrations- und Ausländerpolitik zugestehe (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 139 I 16 E. 5.3). 6. Somit bleibt nachfolgend zu prüfen, ob unter Berü cksichtigung der konkreten Umstände des vorliegenden Falles die öffentlichen Interessen am Widerruf der Niederlassungs-Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht bewilligung die privaten Interessen des Beschwerdeführer s an einem Verbleib in der Schweiz überwiegen. 6.1 Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich vor, er sei im Tatzeitpunkt erst 19 Jahre alt gewesen und sei unter erheblichem Druck der Familie gest anden. Die Aggression sei vom Opfer ausgegangen, das ihn ohne Grund und ohne Vorwa rnung mit einem Kopfstoss verletzt habe. Er gesteht zwar zu, dass ein gewisses öffentliches I nteresse an einer Wegweisung bestehe, dieses könne aber nicht als gewichtig bezeichnet werden. Bezüglich der privaten Interessen sei zu berücksichtigen, dass er schon seit 15 Jahre n in der Schweiz lebe. Er sei aufgrund seiner Lehre und seinen Beziehungen umfassend u nd gut integriert. Diese Integration werde durch das begangene Delikt nicht in Frage gestellt. 6.2 Ausgangspunkt für die Schwere des Verschuldens und die vorzunehmende ausländer- rechtliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht bzw . Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt verhängte Strafe. Der Beschwerdeführer wur de mit Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 28. November 2012 wegen i n nicht entschuldbarem Notwehr- exzess begangener versuchter vorsätzlicher Tötung, falscher Ansch uldigung, mehrfacher gro- ber Verletzung der Verkehrsregeln sowie mehrfacher einf acher Verletzung der Verkehrsregeln zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurtei lt. Hintergrund der beurteilten Haupttat war die von der Familie des Beschwerdeführers missbilligt e Beziehung seiner (volljährigen) Schwester B.____ zu einem Landsmann. Die Familie arrang ierte als Reaktion darauf eine zwangsweise Verlobung mit einem ihr unbekannten Mann i m Kosovo. Dennoch lebte sie nach ihrer Rückkehr in die Schweiz weiterhin mit ihrem Freun d zusammen. Nach den Sachverhalts- feststellungen des Appellationsgerichts begab sich der Beschw erdeführer, der älteste männli- che Nachkomme der Familie, am 31. August 2008 gemeinsa m mit seiner Schwester C.___ zu der Wohnung von B.____ in Basel. Sie trafen dort abe r nur den Freund an. C.___ machte dem Freund Vorhaltungen, woraufhin dieser den Beschwerde führer mit dem Kopf stiess, sodass er gegen ein Baugerüst flog. Hierauf versetzte der Beschwe rdeführer seinem Widersacher mit einem Messer einen Stich in den Bauch, der zu lebensgef ährlichen Verletzungen führte. Das Appellationsgericht führte dazu in seinem Urteil aus, die grobe Überreaktion auf eine nicht besonders gefährliche Situation habe die Grenzen der erlaubten Notwehr überschritten und könne nicht entschuldigt werden (vgl. E. 3.3 f. des Urt eils). Das Verschulden des Beschwerde- führers wiege sehr schwer. Schon der Umstand, dass er sich für die erwartete Begegnung mit dem Opfer mit einem Messer bewaffnet und dieses leicht zugänglich in seinen Hosenbund gesteckt habe, obgleich ihm klar sein musste, dass es beim Gespräch nicht zum Austausch von Freundlichkeiten kommen würde, sei sehr gravierend. Das G leiche gelte in Bezug darauf, dass er auf einen relativ harmlosen körperlichen Angriff un verzüglich mit einem wuchtigen Messer- stich in den Unterleib seines Gegners reagiert habe (vgl. E. 5.2 des Urteils). Das strafrechtlich relevante Verhalten des Beschwerdeführers belastet sein Ansehen auch in ausländerrechtlicher Hinsicht in schwerem Ausmass, zumal mit dem Appellationsgeri cht von einem erheblichen Verschulden auszugehen ist, was auch in der Höhe der verh ängten Strafe von viereinhalb Jahren Freiheitsentzug zum Ausdruck kommt. Die Tatsache, dass es sich bei seiner Tat um ein Delikt in Notwehrexzess gehandelt hat, ändert nichts dara n, dass er in unentschuldbarer Weise ein Gewaltverbrechen beging (vgl. Urteil des Bundesgeri chts 2C_713/2013 vom 1. November Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2011 E. 2.2.4). Der negative Eindruck wird verstärkt durch die weitere Verurteilung durch das Strafgericht Basel-Stadt vom 18. Oktober 2011. Wenige r als ein Jahr nach der ersten Verurtei- lung wurde der Beschwerdeführer erneut wegen mehrfache r grober Verletzung der Verkehrs- regeln und mehrfacher einfacher Verletzung der Verkehr sregeln verurteilt. Insgesamt entsteht von ihm das Bild einer uneinsichtigen und gewalttätigen Person, die sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken lässt und trotz ihrer Sozial isierung in der Schweiz den archaischen Rechts- und Denkschemen seiner heimatlichen Kultur verpflichtet erscheint. 6.3 Bei der Ermittlung der privaten Interessen des Besch werdeführers am Verbleib in der Schweiz ist zunächst festzuhalten, dass sich sein Lebensmittelpunkt nach einem Aufenthalt von mittlerweile rund 15 Jahren in der Schweiz befindet u nd dass er seit seiner Einreise viele soziale Beziehungen in der Schweiz geknüpft hat, die er durch eine Wegweisung zu verlieren droht. Seine Verlobte, seine Eltern sowie seine Geschw ister leben hier. Die Schweiz und das hiesige familiäre Umfeld verlassen zu müssen, würde ihn u nd sein familiäres Umfeld gewiss hart treffen und seine Zukunftspläne vereiteln, zum al seiner Schweizer Verlobten nicht ohne Weiteres zuzumuten ist, ihm in sein Heimatland zu folgen. Ebenso von Belang ist die Tatsache, dass er über eine abgeschlossene Lehre als Maler verfügt, die ihm neben einem gesicherten Einkommen auch berufliche Entwicklungsperspektiven bietet. Zusammenfassend ist von einem gewichtigen privaten Interesse des Beschwerdeführers an ei nem Verbleib in der Schweiz auszugehen. 6.4 Dem genannten öffentlichen Interesse sind die soebe n erwähnten privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Wie ausgeführt wurde, besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Fer nhaltung des Beschwerdeführers. Ihm ist gleichzeitig darin beizupflichten, dass die Niederlassu ngsbewilligung aufgrund seiner langen Aufenthaltsdauer nur mit Zurückhaltung widerrufen wer den soll. Auch wenn es sich bei ihm nicht um einen Ausländer der zweiten Generation handel t, so gilt es trotzdem zu berücksichti- gen, dass er sich seit rund 15 Jahren in der Schweiz aufh ält, wobei er die prägenden Jugend- jahre grossmehrheitlich hier verbracht hat. In Bezug auf seine Person ist schon alleine aufgrund der langen Aufenthaltsdauer von gewichtigen privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz auszugehen. Bezüglich der Integration ist festzuha lten, dass der Beschwerdeführer fliessend deutsch spricht und beruflich bestens integriert erscheint, auch wenn er keine Tätig- keit ausübt, die aus wirtschaftlicher oder arbeitsmarktl icher Sicht einen Aufenthalt rechtfertigt. Seine gesamthafte Integration in der Schweiz kann ange sichts der schweren Delinquenz gleichwohl nicht als gelungen bezeichnet werden. Vielme hr scheint es ihm trotz langem Aufenthalt am Verständnis für die hiesige Rechtsordnung zu mangeln und sein Verhalten in den heimatlichen kulturellen Werten verhaftet. Nicht ander s lässt es sich erklären, dass er sich einem der Familie nicht genehmen Freund der Schwester auf diese Weise entledigen wollte. Es besteht ein wesentliches – auch generalpräventives – migr ationsrechtliches Interesse daran, dass im Widerspruch zum Integrationserfordernis (vgl. Ar t. 4 AuG) stehende archaische Familienverständnisse und damit verbundene Problemlösung sstrukturen in der Schweiz nicht zu Gewalttaten führen (Urteil des Bundesgerichts 2C_713 /2013 vom 1. November 2011 E. 2.2.4). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kan n eine schlechte Integration eine lange Aufenthaltsdauer denn auch relativieren (vgl. Urt eil des Bundesgerichts 2C_218/2010 Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 27. Juli 2010 E. 3.3.2). Der Beschwerdeführer ist zw ar ledig und kinderlos. Eine Rückkehr in den Kosovo wäre aber unbestreitbar mit persönlichen und wirtschaftlichen Nachteilen für ihn selbst und für ihm nahestehende Personen verbunden. Trot zdem erscheint sie gesamthaft betrachtet zumutbar, zumal der Beschwerdeführer die Weg weisung aus der Schweiz seinem persönlichen Verhalten zuzuschreiben hat. Eine Übersiedlu ng in den Kosovo wäre für den Beschwerdeführer weiter fraglos mit anfänglichen Schwi erigkeiten verbunden. Indessen wäre er nicht völlig auf sich allein gestellt, leben do ch die Grosseltern, Onkel, Tante sowie ein Cousin und eine Cousine im Land. Der Beschwerdeführer kennt sein Heimatland mittlerweile bloss noch von Ferienaufenthalten; es kann aber trotzdem davon ausgegangen werden, dass ihm die dortigen kulturellen und sozialen Gepflogenhe iten nicht völlig unbekannt sind. Er ist jung, gesund und spricht die albanische Sprache. Seine solide Berufsausbildung als Maler wird ihm auch im Kosovo den beruflichen Einstieg erleichter n. Einer Rückkehr stehen somit keine ernsthaften Hindernisse im Weg. Auch die vom Beschwerde führer geltend gemachte Gefahr der Blutrache vermag daran nichts zu ändern. Das Bund esgericht hat derartige Vorbringen wiederholt als reine Schutzbehauptungen unberücksichtigt gelassen (vgl. bspw. Urteil des Bundesgerichts 2C_819/2013 vom 24. Januar 2014 E. 3.3.3 ). Der Beschwerdeführer legte der Beschwerde einen auf Deutsch übersetzten schriftlichen Ber icht seines Cousins D.____ bei. Dieses Schreiben geht aber nicht über eine Schutzbehaupt ung hinaus und kann nicht als Beweis für das tatsächliche Vorliegen einer Blutrachefe hde betrachtet werden. Es ist daher unklar, ob dem Beschwerdeführer die Blutrache der Fam ilie des durch ihn schwer Verletzten droht, es muss jedoch mit Verweis auf die bundesgerichtli che Rechtsprechung festgestellt werden, dass diese Gefahr in der Schweiz nicht wesentlich kleiner wäre als im Kosovo, zumal die Blutrache auch dort offiziell verboten ist. Zudem ka nn es nicht sein, dass jemand, der versucht hat, einen Menschen vorsätzlich zu töten, die ih m drohende Blutrache als Argument für ein auf Dauer angelegtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz anführen kann (Urteil des Bundesgerichts 2A.509/2004 vom 21. September 2004 E. 2.2). Auch wenn die Wegweisung den Beschwerdeführer empfind lich trifft, so erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung angesichts der sc hweren und wiederholten Delinquenz und des dadurch entsprechend gewichtigen öffentlichen S icherheitsbedürfnisses im Ergebnis trotz der langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz als verhältnismässig. 6.5 Bei der gegebenen Interessenlage waren die Vorinst anzen vorliegend auch nicht gehalten, aus Gründen der Verhältnismässigkeit anstelle des Widerrufs der Niederlassungs- bewilligung und der Wegweisung eine mildere Massnahme anzuordnen. Als solche sieht das Gesetz ohnehin einzig die Androhung des Widerrufs vor, we lche nicht zwingend erfolgen muss (Art. 96 Abs. 2 AuG; vgl. ANDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , a.a.O., Rz. 8.31 und 8.36). 7. Zusammengefasst erweist sich der Widerruf der Niederla ssungsbewilligung des Beschwerdeführers und seine Wegweisung aus der Schweiz a ls verhältnismässig. Der Regie- rungsrat hat entsprechend den rechtlichen Anforderunge n die öffentlichen Interessen, die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integratio n im Rahmen einer umfassenden Interessenabwägung berücksichtigt. Anhaltspunkte dafür, d ass er das ihm zustehende Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hätte, bestehen auss erdem keine. Der Widerruf der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, was zur vollumfäng lichen Abweisung der Beschwerde führt. 8.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausma ss auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von F r. 1'400.-- dem unterlegenen Beschwerdeführer aufzuerlegen und gehen zufolge Bewill igung der unentgeltlichen Prozess- führung zulasten der Gerichtskasse. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind in Anwendung von § 21 Abs. 1 und 2 VPO wettzu- schlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verb eiständung ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar aus der Gerichtskasse auszur ichten. Der angefallene Aufwand des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers umfasst gemäss eing ereichter Honorarnote 20.6 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich 336 Kopien à Fr. 1.50 s owie weiteren Auslagen in der Höhe von Fr. 152.--. Im geltend gemachten Aufwand sind rund fü nf Stunden enthalten, welche noch vor dem Entscheid des Regierungsrats angefallen sind. Dieser Aufwand betrifft nicht das Verfahren vor Kantonsgericht und kann daher auch nicht geltend g emacht werden. Der Aufwand des Rechtsvertreters wird daher angemessen auf 16 Stunden à Fr. 200.-- gekürzt. Zudem erscheint auch die Anzahl der geltend gemachten Kopien als hoch . Es muss davon ausgegangen werden, dass es sich um Massenkopien handelt, welche gemäss § 15 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 nur zu Fr. 0.50 pro Seite vergütet werden. Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführ ers ist demnach – unter Berück- sichtigung der Kürzungen – ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'801.60 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingewi esen, dass er zur Nach- zahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung d er unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald e r dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsor ganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Ver- fahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Entschädigung i n der Höhe von Fr. 3'801.60 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiber i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 13. Oktober 2014 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_940/2014) erhoben.