<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00416</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204712&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00416</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.12.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausnahmebewilligung nach Art. 24-24d und Art. 37a RPG/Wiederherstellung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands; Bemessung der Beseitigungsfrist.<br/><br/>Bei der Bemessung der Beseitigungsfrist kommt den Verwaltungsbehörden ein erheblicher Ermessenspielraum zu (E. 4.1). Die Frist soll so bemessen werden, dass der Verpflichtete nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge selber das Notwendige vorkehren kann. Dabei hat sich in der Praxis ein Regelmass von drei Monaten herausgebildet (E.4.1). Es sind jedoch die gesamten Umstände zu berücksichtigen, neben dem dem angefochtenen Beschluss vorangehenden langwierigen Verfahren auch den (neuen) Umstand, dass der Beschwerdeführer infolge der aufschiebenden Wirkung des Rechtsmittels weitere Zeit für die Beseitigung der widerrechtlichen Anlageteile gewann (E. 3). <br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTBEGINN">FRISTBEGINN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTDAUER">FRISTDAUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERHERSTELLUNGSFRIST">WIEDERHERSTELLUNGSFRIST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ZWANGSMASSNAHMEN">ZWANGSMASSNAHMEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 341 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>A fÃ¼hrt in Y/X einen Landwirtschaftsbetrieb sowie als weiteren Erwerbszweig einen ebenfalls in der Landwirtschaftszone gelegenen Gartenbaubetrieb auf dem GrundstÃ¼ck Kat. Nr. 1. Er ersuchte das Bauamt X am 13. Dezember 2000 um Bewilligung verschiedener dem Gartenbaubetrieb dienenden Anlagen (Umschlag- und Lagerplatz, Kompostplatz, Baumschule mit fÃ¼nf Parkfeldern). Nach verschiedenen AbklÃ¤rungen betreffend die fÃ¼r ungenÃ¼gend befundene Erschliessung des Bauvorhabens Ã¼ber die 2,5 bis 3 m breite L-Strasse ordnete die Baukommission X am 23. Mai 2001 die sofortige Einstellung der Bauarbeiten an. Dagegen erhob A am 21. Juni 2001 Rekurs an die Baurekurskommission 2, dessen PrÃ¤sident am 3. Juli 2001 auf das Rechtsmittel nicht eintrat und die Eingabe dem Regierungsrat Ã¼berwies.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Bauamt X teilte A am 20. November 2001 mit, eine baurechtliche Bewilligung fÃ¼r das Vorhaben komme mangels genÃ¼genden Ausbaus der L-Strasse nicht in Betracht; fÃ¼r das weitere Vorgehen kÃ¤men drei Varianten in Frage, nÃ¤mlich ein RÃ¼ckzug des Gesuchs oder dessen fÃ¶rmliche Behandlung durch die Baukommission oder die vollstÃ¤ndige fÃ¶rmliche Behandlung im koordinierten Verfahren (d.h. unter Einbezug der kantonalen Baudirektion); der Gesuchsteller habe bis 30. November 2001 mitzuteilen, welche Variante er bevorzuge. A antwortete am 30. November 2001 ausweichend, ohne sich auf eine Variante festzulegen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die kantonale Baudirektion verweigerte mit VerfÃ¼gung vom 12. September 2002 fÃ¼r den Lager- und Umschlagsplatz eine raumplanungsrechtliche Bewilligung nach Art. 22 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG) eben so wie eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24-24d bzw. Art. 37a RPG. Die Hochbaukommission forderte A am 12. November 2002 gestÃ¼tzt auf § 341 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) auf, den rechtmÃ¤ssigen Zustand bis spÃ¤testens 31. MÃ¤rz 2003 wiederherzustellen; sie erÃ¶ffnete ihm diesen Beschluss gleichzeitig mit der VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 12. September 2002. Diese Anordnungen blieben unangefochten und sind rechtskrÃ¤ftig.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Eine am 2. April 2003 durchgefÃ¼hrte Kontrolle ergab, dass A der RÃ¤umungsaufforderung nicht nachgekommen war. Dieser ersuchte die Hochbaukommission am 23. April 2003 um einen Aufschub der Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands, da er eine WiedererwÃ¤gung der VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 12. September 2002 anstrebe. Hierauf setzte ihm der Gemeinderat X am 25. April 2003 eine "letzte" Nachfrist bis 15. Mai 2003 an. Schliesslich setzte ihm der Gemeinderat X am 30. Juni 2003 eine "allerletzte" Frist bis 15. Juli 2003 zur Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands an; bei SÃ¤umnis werde dieser Befehl als Ersatzvornahme im Sinn von § 30 Abs. 1 lit. b Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) vollstreckt und der SÃ¤umige zudem bei der StrafjustizbehÃ¶rde verzeigt. Gegen den Beschluss vom 30. Juni 2003 erhob A am 7. August 2003 Rekurs beim Regierungsrat mit dem Antrag, ihm eine angemessene Frist von mindestens 6 Monaten zur Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands anzusetzen. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Regierungsrat beschloss am 18. August 2004, den Rekurs gegen die VerfÃ¼gung der Baukommission X vom 23. Mai 2001 betreffend Einstellung der Bauarbeiten sowie den Rekurs gegen den Beschluss des Gemeinderats X vom 30. Juni 2003 betreffend Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands zu vereinigen (Disp. Ziff. I). Er merkte vor, dass die Rekurse in den Hauptpunkten gegenstandslos geworden seien, so dass die Verfahren insoweit abzuschreiben seien (Disp. Ziff. II). Er forderte A unter Androhung der kostenpflichtigen Ersatzvornahme auf, den rechtmÃ¤ssigen Zustand im Sinn von ErwÃ¤gung 5a binnen dreissig Tagen nach Eintritt der Rechtskraft seines Entscheids wiederherzustellen (Disp. Ziff. III). Sodann lud er die Hochbaukommission X ein, A im Sinn von ErwÃ¤gungen 5b und 5c die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r einen Kompostplatz sowie fÃ¼r eine Baumschule samt Parkfeldern zu erteilen (Disp. Ziff. IV). Die Rekurskosten von Fr. 2'301.- wurden je zur HÃ¤lfte dem Rekurrenten sowie der Gemeinde X auferlegt (Disp. Ziff. V).</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 22. September 2003 gelangte A an das Verwaltungsgericht mit den AntrÃ¤gen, Disp. Ziff. II des Beschlusses des Regierungsrats insoweit aufzuheben, als damit der Rekurs gegen den Beschluss des Gemeinderats X vom 30. Juni 2003 als gegenstandslos abgeschrieben worden sei; Disp. Ziff. III des Beschlusses des Regierungsrats sei vollstÃ¤ndig aufzuheben und dem BeschwerdefÃ¼hrer eine angemessene Frist von 6 Monaten <i>vom Eintritt der Rechtskraft des Entscheids des Verwaltungsgerichts an gerechnet</i> anzusetzen, um auf dem GrundstÃ¼ck Kat.Nrn. 1 den rechtmÃ¤ssigen Zustand wiederherzustellen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Vorinstanz.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>FÃ¼r den Regierungsrat beantragte die Staatskanzlei am 29. Oktober 2004 Abweisung der Beschwerde. Den nÃ¤mlichen Antrag stellte am 3. Dezember 2004 der Gemeinderat X, der zudem die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung verlangte. </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 VRG zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Den Rekurs vom 7. August 2003 gegen den Beschluss vom 30. Juni 2003 hielt der Regierungsrat deswegen fÃ¼r gegenstandslos (vgl. Disp. Ziff. II des Rekursentscheids), weil in der Rekursschrift einzig eine Beseitigungsfrist von mindestens sechs Monaten (statt die mit Beschluss vom 30. Juni 2003 angesetzte Frist bis 15. Juli 2003) beantragt worden sei und weil nunmehr seit der Rekurserhebung mehr als sechs Monate verstrichen seien (E. 4b). Sodann fÃ¼hrte der Regierungsrat in den gemÃ¤ss Dispositiv III und IV verbindlichen ErwÃ¤gungen 5a-c im Wesentlichen aus: Der Lager- und Umschlagplatz fÃ¼r Baumaterial des in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonformen Gartenbaubetriebs sei gemÃ¤ss der in Rechtskraft erwachsenen VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 12. September 2002 nicht bewilligungsfÃ¤hig. SÃ¤mtliche in Zusammenhang damit erfolgten baulichen Vorkehren seien daher formell und materiell rechtswidrig und zu beseitigen (E. 5a), wofÃ¼r in Disp. Ziff. III eine Frist von 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des regierungsrÃ¤tlichen Rekursentscheids angesetzt wurde. − FÃ¼r die Baumschule und den Kompostplatz habe die Baudirektion demgegenÃ¼ber in ihrer VerfÃ¼gung vom 12. September 2002 eine Bewilligung nach Art. 22 Abs. 2 RPG in Aussicht gestellt, womit richtig besehen die ZonenkonformitÃ¤t dieses Teils des Vorhabens bejaht worden sei. Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben sowie aufgrund des Verbots widersprÃ¼chlichen behÃ¶rdlichen Handels habe der Rekurrent Anspruch darauf, dass ihm fÃ¼r diesen Teil des Vorhabens die am 13. Dezember 2000 nachgesuchte Bewilligung erteilt werde. Dies sei Sache der kommunalen BehÃ¶rde; einer weiteren kantonalen Bewilligung bedÃ¼rfe es hierfÃ¼r nicht (E. 5b). Aufgrund der Akten sei davon auszugehen, dass die im Baugesuch angefÃ¼hrten fÃ¼nf ParkplÃ¤tze sowohl dem bewilligungsfÃ¤higen wie auch dem nicht bewilligungsfÃ¤higen Teil des Bauvorhabens dienen sollten. Es sei daher Sache der kommunalen BehÃ¶rde, im Rahmen der fÃ¼r Baumschule und Kompostplatz zu erteilenden Bewilligung nach Ermessen auch die Anzahl der hierfÃ¼r zu bewilligenden Parkfelder festzulegen (E. 5c).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt, der Regierungsrat habe den Rekursantrag vom 7. August 2003 missverstanden; wenn darin eine Beseitigungsfrist von mindestens 6 Monaten gefordert worden sei, sei als fristauslÃ¶sender Zeitpunkt selbstverstÃ¤ndlich nicht die Einreichung des Rekurses, sondern der Eintritt der Rechtskraft des zu treffenden Rekursentscheids gemeint gewesen. Der Regierungsrat hÃ¤tte daher dieses (zweite) Rekursverfahren im Rekursentscheid vom 18. August 2004 nicht als gegenstandlos abschreiben dÃ¼rfen. Wenn er sodann darin eine Beseitigungsfrist von lediglich dreissig Tagen festgesetzt habe, sei dies rechtsverletzend; diese Frist sei viel zu kurz; der BeschwerdefÃ¼hrer habe nach Treu und Glauben davon ausgehen dÃ¼rfen, dass ihm nach Empfang des regierungsrÃ¤tlichen Entscheids "noch einmal eine Frist von 6 Monaten zur VerfÃ¼gung stehen" werde. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dass der Regierungsrat das erste Rekursverfahren (betreffend die mit Beschluss vom 23. Mai 2001 angeordnete Einstellung der Bauarbeiten) als gegenstandlos abgeschrieben hat, ist zu Recht unbestritten. Eben so wenig bestreitet der BeschwerdefÃ¼hrer die Verpflichtung zur Beseitigung des widerrechtlich erstellten Lager- und Umschlagplatzes. Streitig ist heute einzig noch die Bemessung der Beseitigungsfrist und in diesem Zusammenhang auch die Frage, ab welchem Zeitpunkt diese Frist zu laufen beginnt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Beschluss vom 30. Juni 2003 hat der Gemeinderat X eine "allerletzte" Beseitigungsfrist bis 15. Juli 2003 angesetzt. Im dagegen erhobenen Rekurs vom 7. August 2003 verlangte der anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrer eine Beseitigungsfrist von mindestens 6 Monaten. Entgegen seiner Auffassung musste die RekursbehÃ¶rde diesen Antrag nicht dahin verstehen, dass die verlangte Frist von 6 Monaten erst ab Rechtskraft ihres eigenen Entscheids zu laufen beginne. Gleichwohl war es bei der gegebenen prozessualen Rechtslage nicht richtig, den Rekurs als gegenstandslos abzuschreiben (vgl. dazu auch VGr, 5. Dezember 2002, VB.2002.00307 E. 1). Aufgrund der aufschiebenden Wirkung des Rekurses (§ 25 Abs. 1 VRG) musste der Regierungsrat ohnehin eine neue Frist ansetzen, nachdem die kommunale BehÃ¶rde den Lauf der streitbetroffenen Frist nicht von der Rechtskraft ihres Beschlusses vom 30. Juni 2003 abhÃ¤ngig gemacht hatte. In diesem Zusammenhang hÃ¤tte die RekursbehÃ¶rde auch die Frage beurteilen mÃ¼ssen, ob die im Beschluss vom 30. Juni 2003 (zugestellt am 8. Juli 2003) angesetzte Frist bis 15. Juli 2003 rechtmÃ¤ssig war, was einer Abschreibung des Rekursverfahrens entgegenstand. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Hieraus kann der BeschwerdefÃ¼hrer indessen nichts zu seinen Gunsten ableiten. HÃ¤tte der Regierungsrat bei einer materiellen Beurteilung des Rekurses die genannte Frage beurteilt und die von der kommunalen BehÃ¶rde am 30. Juni 2003 angesetzte Beseitigungsfrist als zu kurz befunden, so hÃ¤tte er bei der Neufestsetzung der Frist gleichwohl die <i>gesamten</i> UmstÃ¤nde berÃ¼cksichtigen dÃ¼rfen, neben dem dem angefochtenen Beschluss vorangehenden langwierigen Verfahren also auch den (neuen) Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer infolge der aufschiebenden Wirkung des Rechtsmittels weitere Zeit fÃ¼r die Beseitigung der widerrechtlichen Anlageteile gewann. Nur so kann vermieden werden, dass die Beseitigung unbestrittenermassen rechtswidriger Bauten aufgrund von Rechtsmitteln in ungerechtfertigter Weise verzÃ¶gert wird (vgl. VGr, 5. Dezember 2002, VB.2002.00307 E. 2c). Wie sich aus der nachstehenden ErwÃ¤gung ergibt, ist es im Ergebnis nicht rechtsverletzend, wenn der Regierungsrat in Disp. Ziff. III eine neue Beseitigungsfrist von 30 Tagen, nunmehr ab Eintritt der Rechtskraft seines eigenen Entscheids, angesetzt hat.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 341 PBG hat die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde ohne RÃ¼cksicht auf Strafverfahren und Bestrafung den rechtmÃ¤ssigen Zustand herbeizufÃ¼hren, wozu sie sich nÃ¶tigenfalls â d.h. falls der Betroffene dem Beseitigungsbefehl nicht nachkommt â des Verwaltungszwangs (vgl. §§ 29-31 VRG) bedienen kann. Beim Beseitigungsbefehl, wie er hier ergangen ist, handelt es sich nicht um eine Vollstreckungs-, sondern um eine SachverfÃ¼gung (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 29-32 N. 2, § 30 N. 52). Bei der Anwendung von § 341 PBG ist der Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit zu beachten. Das gilt nicht nur bezÃ¼glich der hier nicht mehr streitigen Frage, ob die Bewilligungsverweigerung mit einem Beseitigungsbefehl zu verbinden sei (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 30 N. 54; RB 1999 Nr. 126), sondern auch und besonders bezÃ¼glich der ModalitÃ¤ten ei­nes solchen Befehls, namentlich der Bemessung der Beseitigungsfrist. Bei der Festsetzung dieser ModalitÃ¤ten kommt den VerwaltungsbehÃ¶rden indessen ein erheblicher Ermessensspielraum zu, den das Verwaltungsgericht, dessen ÃberprÃ¼fungsbefugnis nach § 50 Abs. 2 VRG auf eine Rechtskontrolle beschrÃ¤nkt ist, zu respektieren hat. FÃ¼r die Fristansetzung im Zusammenhang mit einem Beseitigungsbefehl sind dabei die gleichen Kriterien massgebend, wie sie bei der Ansetzung einer Frist im Zusammenhang mit einer Zwangsandrohung, d.h. einer VollstreckungsverfÃ¼gung im engeren Sinn gemÃ¤ss § 31 VRG, zu beachten sind.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Frist soll so bemessen werden, dass der Verpflichtete nach dem gewÃ¶hnlichen Lauf der Dinge selber das Notwendige vorkehren kann. Zu berÃ¼cksichtigen ist, in welchem Ausmass der Betroffene auf die Beschaffung von ErsatzrÃ¤umen angewiesen ist (was wieder­um von der Art der fraglichen Nutzung abhÃ¤ngt); einzurechnen ist ferner die Zeit, welche zur Beschaffung von ErsatzrÃ¤umen benÃ¶tigt wird (Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 669; Magdalena Ruoss Fierz, Massnahmen gegen illega­les Bauen, ZÃ¼rich 1999, S. 215 f.). Sodann ist das bei der Fristansetzung zu berÃ¼cksichtigen­de Ã¶ffentliche Interesse an der mÃ¶glichst unverzÃ¼glichen Wiederherstellung des rechtmÃ¤s­sigen Zustandes umso stÃ¤rker zu gewichten, je gravierender gegen materiellrechtliche Bauvorschriften verstossen wird. Es gilt abzuwÃ¤gen, wie dringlich die Durchsetzung der Norm bzw. Beseitigung des Normverstosses im Licht der Ã¶ffentlichen Interessen ist und wie lange die Vollstreckung mit RÃ¼cksicht auf die persÃ¶nliche â unter UmstÃ¤nden auch fi­nanzielle â Situation des Verpflichteten aufgeschoben werden soll. Der BerÃ¼cksichtigung solcher UmstÃ¤nde sind jedoch dadurch Grenzen gesetzt, dass im Interesse der rechtsgleichen Behandlung ein bestimmtes Regelmass anzustreben ist, von dem unter besonderen Um­stÃ¤nden abgewichen werden darf und soll. In diesem Sinn hat sich in der Praxis ein Re­gelmass von drei Monaten herausgebildet (MÃ¤der, Rz. 669 mit zahlreichen Hinweisen auf FÃ¤lle mit abweichenden Fristen in Anm. 46; Ruoss-Fierz, a.a.O.; ferner VGr, 6. Juli 2000, VB.2000.00050, E. 3c/bb).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Die im Beschluss vom 30. Juni 2003 angesetzte Beseitigungsfrist bis 15. Juli 2003 war fÃ¼r sich allein betrachtet angesichts der erforderlichen Beseitigungsarbeiten ausserordentlich kurz bemessen, zumal der Beschluss dem Rekurrenten erst am 8. Juli 2003 zugestellt wurde. Angesichts von dessen vorangehenden VerzÃ¶gerungsbemÃ¼hungen erscheint diese kurze Fristansetzung zwar nicht ganz unverstÃ¤ndlich; die Verpflichtung zur Beseitigung hatte die kommunale BehÃ¶rde bereits am 12. November 2002 unmissverstÃ¤ndlich angeordnet und damals hierfÃ¼r eine Frist bis 31. MÃ¤rz 2003 (also von fast fÃ¼nf Monaten) angesetzt. Auch unter gebÃ¼hrender BerÃ¼cksichtigung der vorangegangenen VerzÃ¶gerungsbemÃ¼hungen des Rekurrenten war die am 30. Juni 2003 angesetzte Beseitigungsfrist mit dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip kaum vereinbar. Indessen musste der Regierungsrat infolge Ablaufs der angesetzten ohnehin eine neue Frist ansetzen und durfte er dabei wie erwÃ¤hnt auch berÃ¼cksichtigen, dass der Rekurrent infolge der aufschiebenden Wirkung des Rechtsmittels erneut Zeit fÃ¼r die Beseitigung der widerrechtlichen Anlageteile gewann. Die angesetzte neue Frist von dreissig Tagen ab Rechtskraft des regierungsrÃ¤tlichen Beschlusses erweist sich schon bezogen auf den damaligen (im Zeitpunkt des regierungsrÃ¤tlichen Entscheids vom 18. August 2004 gegebenen) Stand der Dinge unter BerÃ¼cksichtigung aller bis dahin gegebenen UmstÃ¤nde keinesfalls als rechtswidrig. Es kommt hinzu, dass aus den dargelegten GrÃ¼nden (E. 3) auch beim heute zu treffenden Beschwerdeentscheid berÃ¼cksichtigt werden darf, dass der BeschwerdefÃ¼hrer infolge der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde erneut Zeit fÃ¼r die Beseitigung der rechtswidrigen Anlageteile gewinnt. Sein Einwand, bei Erhebung des Rekurses vom 7. August 2003 habe er nach Treu und Glauben damit rechnen dÃ¼rfen, "dass ihm nach Vorliegen des regierungsrÃ¤tlichen Entscheids noch einmal eine Frist von 6 Monaten zur VerfÃ¼gung stehen wÃ¼rde", entbehrt jeder sachlichen Grundlage. Abgesehen davon, dass er wie dargelegt nicht ohne weiteres annehmen durfte, die RekursbehÃ¶rde werde die von ihm beantragte Beseitigungsfrist von 6 Monaten auf den Zeitpunkt der Rekurserhebung beziehen, durfte er jedenfalls nicht damit rechnen, dass seinem Antrag entsprochen und eine Frist von 6 Monaten festgesetzt werde. Heute ist es hÃ¶chste Zeit, dass die rechtswidrigen Anlageteile (Umschlags- und Lagerplatz), mit deren Errichtung der BeschwerdefÃ¼hrer offenbar anfangs 2001 begonnen hat und deren Beseitigung bereits am 12. November 2002 (damals unter Ansetzung einer Frist von fast fÃ¼nf Monaten) angeordnet worden ist, beseitigt werden. Die Beschwerde ist abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Gemeinderat X bezeichnet es in seiner Beschwerdeantwort als "nicht nachvollziehbar", dass der Regierungsrat der Gemeinde die HÃ¤lfte der Rekurskosten auferlegt hat. Sollte dies als Antrag auf AbÃ¤nderung der im Rekursentscheid getroffenen Kostenverlegung zu verstehen sein, so wÃ¤re darauf nicht einzutreten. Der Gemeinderat hÃ¤tte sich diesbezÃ¼glich mit einer eigenen Beschwerde gegen die Kostenverlegung wehren mÃ¼ssen, was er nicht getan hat.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Gerichtskosten sind dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG), dem nach § 17 Abs. 2 VRG von vornherein keine ParteientschÃ¤digung zusteht. Dagegen ist er zu verpflichten, dem anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner 1 eine solche EntschÃ¤digung im als angemessen erscheinenden Umfang von Fr. 800.- zu bezahlen. </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'090.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird verpflichtet, dem Beschwerdegegner 1 binnen dreissig Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 800.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu zahlen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>