09.1010R Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern Direction de la justice, des affaires communales et des affaires ecclésiastiques du canton de Berne Münstergasse 2 3011 Bern Telefon 031 633 76 76 Telefax 031 633 76 25 Unser Zeichen: 26.12 - 15.72 EGK/kna Bern, 17. Februar 2016 Ihr Zeichen: DIE JUSTIZ-, GEMEINDE- UND KIRCHENDIREKTION DES KANTONS BERN hat in der Moderationssache Frau V., …………………………… Gesuchstellerin gegen Notar A., …………………………………. Gesuchsgegnerin betreffend amtliche Festsetzung von Gebühren und Auslagen (Rechnung vom 30. Juni 2015, detaillierte Rechnung vom 20. August 2015) - 2 - erwogen: 1. 1.1 Mit Schreiben vom 2 6. August 2015 reichte d ie Gesuchstellerin bei der Justiz -, Gemein- de- und Kirchendirektion des Kantons Bern (kurz: JGK) ein Gesuch um amtliche Festsetzung der Gebühren und Auslagen im Zusammenhang mit de r Beurkundung des Kauf - und Werkver- trages mit Grundpfandvertrag ein. In ihrem Moderationsgesuch führte d ie Gesuchstellerin im Wesentlichen aus, ihr seien zusätzliche Leistungen in Rechnung gestellt worden, welche b e- reits in der tarifierten Gebühr enthalten s eien. Auch hätten gewisse Rechnungspositionen ric h- tigerweise von den Verkäufern erhoben werden müssen, nicht von ihr als Käuferin. Sie sei u n- richtig über die zu erwartenden Gebühren orientiert worden. Ihr sei zugesichert worden, dass der Kauf - und Grundpfa ndvertrag max. CHF 5'000.00 inkl. Grundbuchkosten und Mehrwer t- steuern koste. Auf unerwartete oder rechtliche Schwierigkeiten, die eine Erhöhung der Notar i- atsgebühr nach sich zi ehen würden, sei sie zu keinem Zeitpunkt hingewiesen worden. De n- noch sei letztli ch die Rechnung wesentlich höher ausgefallen, als ursprünglich zugesichert. Sämtliche Kauf - und We rkverträge über die Stockwerkei nheiten der Liegenschaft M.-Grundbuchblatt Nr. 2143 seien durch dieselbe Notarin beurkundet worden. Es handle sich demnach um F olgegeschäfte, so dass der Zeitaufwand für die Notarin wesentlich tiefer gew e- sen sei. Beim Vertragsmuster seien lediglich die Personalien, gewisse Grundbuchdaten sowie die Kaufpreismodalitäten anzupassen gewesen. Die Beurkundung sei zudem im Selbstl e- sungsverfahren durchgeführt worden, was zu einem kurzen Verurkundungstermin ohne zusä t- lich Erläuterungen der Notarin geführt habe. Deshalb hätte sowohl für den Kaufvertrag, als auch für den Grundpfandvertrag die Minimalgebühr angewendet werden müssen. 1.2 Mit Ei ngabe vom 23. September 2015 reichte die Gesuchsgegnerin eine sechsseitige Stellungnahme ein, mittels welcher sie beantragte, das Moderationsverfahren sei ohne Erh e- bung von irgendwelchen Massnahmen zu schliessen und ihre Rechnung sei unverändert zu belassen. Sie verlange von der Gesuchstellerin die umgehende Begleichung ihrer seit dem 30. Juni 2015 offenen Rechnung im Betrag von CHF 5'557.40 zzgl. Mwst. von CHF 444.60 plus Fremdkosten von CHF 1'560.00, total ausmachend CHF 7'562.00, sowie darüber hinaus 5 % Verzugszins ab Mahnung vom 20. August 2015. Zur Begründung führte sie die Leistungen auf, welche sie entgegen der Auffassung der Gesuchstellerin in Form zusätzlicher Gebühren nach Zeitaufwand resp. in Form eines Honorars einfordern durfte, und legte dar, welche Ansätze sie dafür wählte. Auf die einzelnen Argumente wird, soweit entscheidwesentlich, im Rahmen der entsprechenden Erwägungen einzugehen sein. 1.3 Auf entsprechende Aufforderung des instruierenden Amtes für Betriebswirtschaft und Au f- sicht (kurz: ABA) hin reichte die Gesuchstellerin ein auf den 12. Oktober 2015 datiertes Arz t- zeugnis im Original ein, worin bestätigt wurde, dass sie vom 20. Juli 2015 bis zum 7. August 2015 stationär im Spital geweilt hatte. In ihrer zugehörigen undatiert en Stellungnahme (die s- seits eingegangen am 27. Oktober 2015) führte sie dann aus, ihr Spitalaufenthalt sei ungeplant erfolgt. - 3 - Unter Berücksichtigung dess elben habe sie die detaillierte Rechnung rechtzeitig innert 30 T a- gen bei der Notarin eingefordert. Sie halte an ihrer Auffassung fest, wonach die Höhe des H o- norars nicht angemessen sei. Den konkreten Umständen, dem Arbeitsaufwand, der Schwieri g- keit und Bedeutung der Angelegenheit sei zu wenig, teils gar keine Beachtung geschenkt wo r- den. Aus der detailliert en Rechnung sei nicht ersichtlich, welche Leistungen durch die Notarin persönlich erbracht worden seien und welche durch ihre Mitarbeiter. Der Stundenansatz der Notarin dürfe nur angewendet werden, wenn sie die Leistung auch wirklich persönlich erbracht habe. Auch fehle eine Kategorisierung zwischen Honorar und Gebühren. Leistungen für die Verkäuferschaft seien dieser in Rechnung zu stellen. Besprechungen und Schriftverkehr mit den Vertragsparteien, der Versand einer Vertragskopie an die neu finanzierende B ank, das Zustellen der Parteiausfertigung an die Vertragsschliessenden etc. sei in der Verurkundung s- gebühr bereits inbegriffen und dürfe nicht zusätzlich fakturiert werden. Die für das Grundbuc h- amt bestimmte Ausfertigung des Grundpfandvertrags sei in der V erurkundungsgebühr inbegri f- fen. Bei Position 33 der detaillierten Rechnung sei daher zu prüfen, für wen die tarifierte Au s- fertigung bestimmt gewesen sei. Die Schuldbrieferrichtung sei nach der Verurkundung des Kaufvertrages erfolgt. Somit hätten bei der Er richtung des Pfandrechtes sämtliche zweckdienl i- chen Information hierfür bereits vorgelegen. Der Arbeitsaufwand sei daher unterdurchschnit t- lich gewesen, was die Minimalgebühr rechtfertige. Die Gesuchsgegnerin mache zudem zu h o- he Auslagen geltend, welche dar über hinaus nicht zwischen hauptberuflicher und nebenberufl i- cher Tätigkeit aufgeteilt seien. Der von der Gesuchsgegnerin geforderte Verzugszins sei nie vereinbart worden. An ihrem Gesuch um amtliche Festsetzung der Gebühren und Auslagen halte sie somit unv erändert fest. 1.4 Mit Eingabe vom 18. November 2015 reichte die Gesuchsgegnerin abermals eine au s- führliche Stellungnahme ein, worin sie insbesondere ausführte, die Höhe des Honorars sei vo r- liegend irrelevant, die Preisinformation betreffend Notariatsdiens tleistungen sei auf ihrer Homepage aufgeschaltet und liege zudem an mehreren Orten in ihrer Kanzlei auf und aus der Gebührenbuchhaltung gehe klar hervor oder lasse sich zumindest klar ableiten, wer die jewe i- ligen Arbeiten ausgeführt habe und wieviel Zeit d afür aufgewendet worden sei. Die Stundena n- sätze von CHF 180.00 für direkt durch die Notarin erbrach te Dienstleistungen und von CHF 90.00 für durch ihre Angestellten ausgeführte Arbeiten seien zudem äusserst moderat angesetzt. Zwar gehe bei einer E -Mail aus der Gebührenbuchhaltung nicht hervor, wer diese geschrieben habe. Sie könne jedoch versichern, dass sie persönlich sämtliche fakturierten E - Mails geschrieben habe. Sowohl bei E -Mails, als auch bei Briefen sei nach der Länge derse l- ben unterschieden worden, was deren Fakturierung anbelange. In der Gebührenbuchhaltung sei sodann in der Kolonne "Ansatz" immer zwischen Gebühr und Honorar unterschieden wo r- den. Die Kostentragungspflicht sei sodann klar geregelt gewesen und von der Gesuchstellerin mit Unterzeichnu ng der Urschrift auch anerkannt worden. Bei diversen Verrichtungen, die an sich in der tarifierten Notariatsgebühr enthalten seien, habe sie zusätzliche honorarberechtigte Nebenleistungen erbracht, für welche sie den entsprechenden Betrag in Rechnung geste llt habe, was zulässig sei. - 4 - Bei der verrechneten Ausfertigung unter Position 33 handle es sich um jene für die finanzi e- rende Bank. Tatsächlich seien die Aufwendungen für den Grundpfandvertrag unterdurc h- schnittlich gewesen. Mittels Anwendung des Mitteltari fs in beiden Fällen (auch für den weit überdurchschnittlichen Kauf - und Werkvertrag) sei die Gesuchstellerin sodann besser gestellt worden. Letztlich gehe aus der detaillierten Gebührenrechnung auch hervor, ob es sich jeweils um Auslagen im Zusammenhang mi t der Gebühr oder dem Honorar handle. Bei den Gebühren seien jedoch gar keine Auslagen belastet worden. Im Total der Auslagen seien insbesondere auch die Abfragen in den Datenbanken (etwa GRUDIS und ZPV) inbegriffen, worauf alleine bereits Auslagen im Umfa ng von CHF 130.00 entfallen würden. Die Verfahrenskosten seien von der Gesuchstellerin zu tragen, die der Notarin mit ihrer Verhaltensweise einen massiven Mehraufwand generiere und die das Verfahren eingeleitet habe. Die von der Notarin geltend gemachten Verzugszinsen bedürften sodann keiner vorgängigen Abmachung, sondern seien gesetzlich geregelt. Es seien somit Verzugszinsen von 5 % seit der Mahnung vom 20. August 2015 geschuldet. An ihrem Antrag auf Bestätigung der Rechnung und deren sofortige Begle i- chung zzgl. Verzugszins vom 23. September 2015 halte sie unverändert fest. 1.5 Mit Verfügung vom 20. November 2015 schloss d as ABA den Schriftenwechsel mit dem Hinweis darauf, dass die Notariatsgebühren bis zum rechtskräftigen Moderationsentscheid nicht fällig seien und stellte den Parteien in Aussicht, dem Justiz -, Gemeinde - und Kirchen - direktor in dieser Angelegenheit einen Antrag zu unterbreiten. 2. 2.1 Gemäss Art. 54 Abs. 1 des Notariatsgesetzes vom 22. November 2005 (NG; BSG 169.11) können sowohl der Rechnungsempfänger, als auch der Notar die Höhe streitiger G e- bühren und Auslagen durch die Aufsichtsbehörde festsetzen lassen. Zuständig für die Behan d- lung eines entsprechenden Gesuches ist gestützt auf Art. 38 Abs. 2 Bst. d NG die JGK. Wird die amtliche Festsetzung der Gebühren und Auslagen beantragt, so darf die strittige Rechnung zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung nicht bereits vorbehaltlos bezahlt worden sein (Art. 54 Abs. 2 NG). Weiter sind die Verfahrensfristen gemäss Art. 55 NG zu beachten: Der Rech- nungsempfänger hat vom Notar binnen 30 Tagen ab Erhalt der Rechnung eine detaillierte Au f- stellung zu verlangen, welche der Notar alsdann ebenfalls binnen 30 Tagen zu erstellen und unter Anwendung der in Art. 52 Abs. 1 NG genannten Bemessungskriterien zu begründen hat. Erklärt sich der Rechnungsempfänger nach Erhalt der detaillierten Aufstellung mit den vom Notar eingeforderten Gebühren und Auslagen nach wie vor nicht einverstanden, so hat er wi e- derum binnen 30 Tagen bei der JGK ein Gesuch um amtliche Festsetzung der Gebühren und Auslagen einzureichen, unter Beilage der detaillierten Aufstellung des Notars. In Ermangelung weitergehender spezialrechtlicher Verfahrensvorschriften finden sodann auf das Moderation s- verfahren nach Art. 54 ff. NG die Bestimmun gen des Gesetzes über die Verwaltungsrecht s- pflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) Anwendung. - 5 - Insbesondere sind die Formerfordernisse von Art. 32 Abs. 1 und 2 VRPG beachtlich und es ist ein schutzwürdiges Interesse gemäss Art. 50 Abs. 2 VRPG nachzuweisen. Bei der Beurteilung des Gesuches um amtliche Festsetzung der Gebühren und Auslagen kommt der JGK grun d- sätzlich volle Kognition zu. Des Weiteren gilt gemäss Art. 18 VRPG die Offizialmaxime, wonach der Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die JGK nicht an die Parteianträge gebu n- den ist (vgl. zum Ganzen auch MÜLLER/GENNA, N. 1 ff. zu Art. 54/55 NG, in: Kommentar zum Notariatsrecht des Kantons Bern, Prof. Dr. Stephan Wolf (Hrsg.), Bern 2009 [ zit.: KNB]). 2.2 Die Gesuchstellerin hat als Re chnungsempfängerin gestützt auf Art. 54 Abs. 1 NG i.V.m. Art. 52 VRPG ohne weiteres ein schutzwürdiges Interesse am Erlass einer Verfügung zwecks amtlicher Festsetzung der notariellen Gebühren und Auslagen. Was die Einhaltung der Rechtsmittelfristen anbela ngt, so geht aus den Akten hervor, dass die Erstrechnung der G e- suchsgegnerin vom 30. Juni 2015 datiert. D en Akten kann sodann entnommen werden, dass die Gesuchstellerin bei der Gesuchsgegnerin mit eingeschriebenem Brief vom 17. August 2015 eine detailliert e Rechnung einforderte. Damit wäre die erste einzuhaltende dreissigtägige Frist grundsätzlich abgelaufen gewesen. Auf entsprechende Aufforderung des ABA hin reichte die Gesuchstellerin jedoch im Oktober ein Originalarztzeugnis ein, in welchem bestätigt wird, dass sie vom 20. Juli 2015 bis zum 7. August 2015 stationär im Spital behandelt werden musste und sich entsprechend nicht in der Lage sah, in jener Zeitspanne tätig zu werden, um eine detai l- lierte Rechnung einzuverlangen. Damit ist ebenfalls erstellt , dass die erste Rechtsmittelfrist zwecks Einforderung einer detaillierten Rechnung während des Spitalaufenthalts der Gesuc h- stellerin ablief, nämlich frühestens am 31. Juli 2015, sofern davon ausgegangen wird, dass ihr die Erstrechnung vom 30. Juni 2015 ta gs darauf, also am 1. Juli 2015, zuging. Gemäss Art. 43 Abs. 2 VRPG kann eine verpasste Frist auf Antrag einer Partei wiederhergestellt werden, s o- fern es der ersuchenden Partei unverschuldeterweise nicht möglich war, fristgerecht zu ha n- deln. Zu diesem Zwec k ist innerhalb von 30 Tagen seit Wegfall des Hinderungsgrundes ein entsprechendes Gesuch einzureichen und zeitgleich die versäumte Rechtshandlung nachzuh o- len. Ein Spitalaufenthalt, der bis zum Ablauf der ordentlichen Rechtsmittelfrist noch nicht bee n- det ist, gilt als zulässiger Wiederherstellungsgrund (vgl. etwa MÜLLER, Bernische Verwaltung s- rechtspflege, Bern 2011, S. 99 f.). Die Gesuchstellerin hat bei der Notarin denn auch innerhalb von 30 Tagen seit Entlassung aus dem Spital eine detaillierte Rechnung e ingefordert und als Grund für ihre verspätete Rechtshandlung ein Arztzeugnis beigelegt. Dieses Vorgehen ist als Wiederherstellungsgesuch zu werten. Die Notarin ist mit Schreiben vom 20. August 2015 auch ohne weiteres darauf eingegangen. Die erste Rechtsmit telfrist zwecks Einholung der detaillie r- ten Rechnung gilt damit als gewahrt. Aufgrund der Aktenlage ist sodann davon auszugehen, dass die detaillierte Rechnung der Gesuchstellerin frühestens am 21. August 2015 zuging. Mit Eingabe vom 26. August 2015 zuhand en der JGK hat die Gesuchstellerin somit auch die zwe i- te Rechtsmittelfrist zwecks Einleitung des Moderationsverfahrens eingehalten. Auf das im Ü b- rigen formgerecht eingereichte Gesuch um amtliche Festsetzung der Gebühren und Auslagen ist somit grundsätzlich einzutreten. - 6 - 3. Die Gesuchsgegnerin liess der Gesuchstellerin im Sinne einer detaillierten Rechnung das Auf- wandblatt Nr. 611 "V.-K.", das Kontoblatt Nr. 2537 " V.-K.", enthaltend die buchhalterischen Ope- rationen betreffend das entsprechende Klientengelderkonto, sowie zwei Rechnungen des Grundbuchamtes Emmental -Oberaargau TB -244-2015 und TB -245-2015 vom 6. Januar 2015 über den Kaufvertrag sowie über den Grundpfandvertrag zugehen. In mehreren jüngeren En t- scheiden hat die JGK einlässlich dargele gt, weshalb ein Leistungskontoblatt resp. Aufwandblatt nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht, die nach Art. 55 Abs. 2 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 NG sowie den daraus von Rechtsprechung und Lehre entwickelten Konkretisierungen an eine detai l- lierte Rechnung gestellt werden (vgl. etwa Entscheide der JGK 26.12 -14.92 vom 12. Juni 2015, E. 3, 26.12 -14.78 vom 19. Juni 2015, E. 3, sowie 26.12 -14.96 vom 6. Oktober 2015, E. 3). Ein Leistungskontoblatt kann immer bloss die Grundlage einer Rechnung bilden und entsp richt in- haltlich der Bestimmung von Art. 24 Abs. 1 Bst. a der Notariatsverordnung vom 26. April 2006 (NV; BSG 169.112), wonach jeder Notar eine nach Geschäften geführte Leistungserfassung über Gebühren, Honorare und Auslagen zu führen hat. Gemäss Art. 52 A bs. 1 NG i.V.m. Art. 2 der Verordnung vom 26. April 2006 über die Notariatsgebühren (GebVN; BSG 169.81) ist die Gebühr anschliessend innerhalb des in der GebVN festgelegten Rahmens nach dem Arbeitsaufwand, der Bedeutung des Geschäfts, der vom Notar übernom menen Verantwortung sowie der wir t- schaftlichen Leistungsfähigkeit der rogierenden Partei (resp. des Gebührenpflichtigen) festzuse t- zen. Gegenüber den Anforderungen, die gestützt auf Art. 6 GebVN bereits an die jeweilige Ers t- rechnung gestellt werden, hat ein e detaillierte Rechnung zusätzlich die effektiv für jede einzelne Bemühung des Notars und seiner Mitarbeiter aufgewendete Arbeitszeit gemäss Leistungserfa s- sung, eine allfällige Anpassung der ausgewiesenen Arbeitszeit an den gebotenen Zeitaufwand, eine konkrete Würdigung der drei weiteren Bemessungskriterien gemäss Art. 52 Abs. 1 NG, eine nachvollziehbare Gewichtung dieser vier Bemessungsfaktoren und die detaillierte Begründung der Gebührenbemessung zu enthalten. Bei einer gestaffelten Rahmengebühr ist die A nwendung der Mittelgebühr oder die Ausschöpfung des Gebührenrahmens gegen oben oder unten zu b e- gründen, bei der einfachen Rahmengebühr die prozentuale Ausschöpfung des Gebührenra h- mens und bei der Zeitgebühr der konkrete Stun denansatz (so zuletzt Entscheid der JGK 26.12- 14.22 vom 14. Oktober 2014, sowie die drei vorerwähnten Entscheide , mit Hinweis auf M ÜL- LER/BICHSEL/GENNA, Das neue Notariatsgebührenrecht des Kantons Bern, BN 2008, S. 199). Entgegen der Auffassung der Gesuchsgegnerin weist das Aufwandblatt Nr. 611 keinen ausrei- chend hohen Detaillierungsgrad auf: Nicht immer ist ersichtlich, wer welche Leistungen erbracht hat. Dies kann aufgrund der Ausführungen der Notarin in ihren ausführlichen Stellungnahmen bestenfalls indirekt aus den angewendeten Ansätz en abgeleitet werden, ist jedoch keineswegs augenfällig, da die unterschiedlichen Stundenansätze von Notarin resp. Sachbearbeiterin nicht explizit ausgewiesen werden. Der effektive Zeitaufwand pro Verrichtung ist nur bei Telefonaten explizit vermerkt, bei E-Mails und Briefen hingegen wird zwischen "kurz", "mittel" und "lang" u n- terschieden, was (vorbehältlich der diesbezüglichen Ausführungen der Gesuchsgegnerin im Rahmen des vorliegenden Verfahrens) keine konkreten Rückschlüsse auf die effektiv bea n- - 7 - spruchte Zeit zulässt. Minimal-, Mittel- und Maximalwert der gestaffelten Rahmengebühr für die Verurkundung des Kauf -Werk-Vertrages sowie des Grundpfandvertrages werden zwar aufg e- führt, der Ausschöpfungsgrad geht jedoch weder betragsmässig noch prozentual explizit aus dem Aufwandblatt hervor. Eine Begründung für die Anwendung des konkreten Ausschöpfung s- grades sowie für die ang ewandten Stundenansätze bei Zeitgebühren ist in diesem erst recht nicht enthalten, geschweige denn eine Auseinandersetzung mit dem in der Sach e gebotenen Zeitaufwand, der Bedeutung des Geschäfts (wie insbesondere Wichtigkeit und Dringlichkeit), der von der Gesuchsgegnerin getragenen Verantwortung (Komplexität des Geschäfts und Haftung s- risiko des Notars) sowie der wirtschaftlichen Leistungsfähigk eit de r Gesuchstellerin. Immerhin werden die Gebührenpositionen explizit von den Honorarpositionen unterschieden, was in der Theorie auch die Zuordnung der Auslagen auf die haupt - und nebenberuflichen Verrichtungen der Gesuchsgegnerin zulassen würde. In pr aktischer Hinsicht hingegen wird dieser Vorteil dadurch zunichte gemacht, dass die Gesuchsgegnerin sämtliche Auslagen, au ch jene, die sach- lich gesehen mit Gebührenpositionen zusammenhängen, unter dem Titel der honorarpflichtigen Leistungen ausweist. Alle vorgenannten Angaben müssen in einer detaillierten Rechnung zwi n- gend und explizit enthalten sein, um dem Rechnungsadressaten den Rechnungsbetrag nachvoll- ziehbar darzulegen, ihm die Überprüfung der zwischen Gebühren, Honorar und Auslagen vorg e- nommenen Trennung zu ermöglichen und ihm damit auch effektiv die Möglichkeit zu geben, die Chancen eines allfälligen Gesuches um amtliche Festsetzung der Gebühren und Auslagen a b- schätzen zu können ( vgl. zum Ganzen auch die vorerwähnten Entscheide der JGK sowie KNB- BICHSEL, N. 26 f. zu Art. 6 GebVN). Dieses Erfordernis gilt selbst dann, wenn gewisse dieser An- gaben bereits aus der ursprünglichen Erstrechnung hervorgegangen sind. Es ist somit offensicht- lich, dass ein Aufwandblatt alleine in keiner Weise den Anforderungen ge recht werden kann, die der Gesetzgeber an eine detaillierte Rechnung stellt. Daran ändern auch der Kontoauszug aus der Finanzbuchhaltung und die beiden Rechnungsbelege des Grundbuchamtes nichts, da sie sich inhaltlich erst recht nicht mit den erforderliche n Bemessungskriterien auseinandersetzen. Dieser Umstand ist im Kostenpunkt zu würdigen. 4. 4.1 Die Gesuchsgegnerin macht im Zusammenhang mit dem Kauf-Werk-Vertrag und der Grundpfanderrichtung nebst den Gebühren ein Honorar von CHF 1'362.30 geltend. Im Rahmen eines Moderationsverfahrens kann das im Zusammenhang mit der nebenberuflichen Tätigkeit des Notars in Rechnung gestellte Honorar grundsätzlich nicht überprüft werden (vgl. implizit Art. 54 Abs. 1 NG). Im Honorar dürfen jedoch keine Positionen enthalten sein, die an sich schon durch d ie Gebühren für die hauptberufliche Tätigkeit abgedeckt sind. Gemäss der in di e- sem Verfahren geltenden Offizialmaxime ist dies von Amtes wegen zu überprüfen. 4.2 Die tarifierte Verurkundungsgebühr umfasst gemäss Art. 51 Abs. 1 NG und Art. 3 Abs. 1 GebVN die Entgegennahme der Rogation, die Prüfung der Voraussetzungen für das Erstellen - 8 - der öffentlichen Urkunde, deren Vorbereitung, die Durchführung des Beurkundungsverfahrens, die Registrierung und Aufbewahrung der Urschrift sowie das Erstellen und die Herausgabe einer Ausfertigung für das Grundbuch - oder Handelsregisteramt. Für das Ausstellen weiterer Ausfert i- gungen und die Erfüllung weiterer gesetzlicher Verpflichtungen ist gemäss Art. 51 Abs. 2 NG i.V.m. Art. 29 und 31 GebVN eine zusätzliche Gebühr zu erheben. Letztlich beinhaltet das Total der Gebühren alle der hauptberuflichen Tätigkeit des Notars entspringenden Handlungen, also all jene, die mit der gesetzlich vorgeschriebenen Urkundspflicht des No tars unmittelbar zusa m- menhängen und deshalb aufgrund seiner ausschliesslichen Zuständigkeit notwendigerweise durch ihn erbracht werden müssen (vgl. Vortrag des Regierungsrates an den Grossen Rat betref- fend das Notariatsgesetz vom 16. März 2005, Ziff. 3.33, S. 13 [zit.: Vortrag NG]; siehe auch KNB- MÜLLER/GENNA, N. 2 zu Art. 51 NG). Mit Blick auf die Erstellung von (allenfalls auch mit integrier- ten Werkverträgen kombinierten) Kaufverträgen und Schuldbrieferrichtungen sind beispielsweise folgende Arbeitsschritte bereits in der jeweiligen Verurkundungsgebühr inbegriffen: Die Prüfung der Grundbuchauszüge und gegebenenfalls relevanter Grundbuchbelege, die zur Ausarbeitung des Kaufvertrages resp. der Schuldbrieferrichtung notwendigen Besprechungen und Korrespo n- denz mit den Vertragsparteien, die Prüfung der Vertretungsbefugnis, soweit sich eine Partei durch eine Drittperson vertreten lässt, die Ausarbeitung allfälliger vorgängiger Vertragsentwürfe , die Verurkundung des definitiven Kaufvertrag es resp. des definitiven Grundpfandvertrages über eine Schuldbrieferrichtung sowie das Erstellen einer Ausfertigung des jeweiligen Vertrages für das Grundbuchamt. Nicht in der Gebühr enthalten sind hingegen unter anderem das Einholen von Vertretungsvol l- machten, Abklärungen im Zusammenhang mit bestehenden Hypotheken und der Kaufpreisfinan- zierung sowie damit einhergehende Beratungen, die Einholung von Zustimmungserklärungen zu Grundpfandbereinigungen, die Sicherstellung der Grundstückgewinnsteuer, die Deklaration der Handänderungssteuer, die Kurzdeklaration für die Grundstückgewinnsteuer sowie das Ausstellen von Einlieferungsverpflichtungen. Hier handelt es sich um nebenberufliche Tätigkeiten des N o- tars, welche dem privatrechtlich vereinbarten Honorar unterliegen (vgl. Vortrag NG, Zif f. 3.33, S. 13 f. ; Vortrag der JGK betreffend die Verordnung über die Notariatsgebühren vom 6. April 2006, Ziff. 4.3, S. 10 f. [zit.: Vortrag GebVN]; KNB-MÜLLER/GENNA, N. 4 und 6 zu Art. 51 NG). Gestützt auf die vorgängigen Ausführungen sind daher folgende Positionen bereits von der Ve r- urkundungsgebühr erfasst: - Pos. 4 E-Mail kurz an B.M. CHF 15.00 - Pos. 5 5 Minuten Telefon Notar mit B.M. CHF 15.00 - Pos. 8 7 Minuten Telefon Notar mit UBS AG CHF 21.00 - Pos. 9 Kopien à 26 Seiten Entwurf Kauf- und Werkvertrag für Dossier CHF 13.00 - Pos. 13 E-Mail kurz an Frau V. CHF 15.00 - Pos. 14 E-Mail kurz an H.G. CHF 15.00 - Pos. 15 E-Mail mittel an H.G. (nur 1/2-Anteil belastet) CHF 10.00 - Pos. 16 E-Mail mittel an Frau V. CHF 20.00 - Pos. 17 E-Mail kurz an UBS AG CHF 15.00 - Pos. 18 E-Mail kurz an Frau V. CHF 15.00 - Pos. 19 2 Minuten Telefon Kanzlei mit UBS AG CHF 3.00 - 9 - - Pos. 20 2 Minuten Telefon Kanzlei von Sylvia V. CHF 3.00 - Pos. 21 E-Mail kurz an UBS AG, Versand diverse Unterlagen CHF 15.00 - Pos. 22 1 Minute Telefon Kanzlei von H.G. CHF 1.50 - Pos. 23 E-Mail kurz an Sylvia V. CHF 15.00 - Pos. 24 5 Minuten Telefon Kanzlei von UBS AG CHF 7.50 - Pos. 25 2 Minuten Telefon Notar mit UBS AG CHF 6.00 - Pos. 27 Kopien à 3 Seiten Entwurf Grundpfandvertrag für Dossier CHF 1.50 - Pos. 28 E-Mail kurz an H.G. CHF 15.00 - Pos. 29 Kopie Ausweis CHF 1.00 - Pos. 34 Kopien à 37 Seiten Kauf- und Werkvertrag für UBS AG CHF 13.50 - Pos. 35 Kopien à 3 Seiten Grundpfandvertrag für UBS AG CHF 1.50 - Pos. 36 Brief mittel an UBS AG, Versand Kopien CHF 30.00 - Pos. 37 E-Mail kurz an H.G., Versand pdf Kauf- und Werkvertrag CHF 15.00 - Pos. 43 bis 55 Diverse Kopien öffentlicher Urkunden/Nachträge etc. CHF 93.50 - Pos. 56 Brief mittel an Frau V., Versand Unterlagen CHF 30.00 - Pos. 57 E-Mail kurz an H.G., anteilmässig in Rechnung gestellt CHF 5.00 - Pos. 58 Scan vom Vertrag CHF 5.00 - Pos. 59 Brief mittel an Frau V. und Herrn Schnyder, UBS AG CHF 30.00 - Pos. 60 E-Mail mittel an H.G. CHF 20.00 - Pos. 61 10 Minuten Telefon Notar von UBS AG CHF 30.00 - Pos. 62 E-Mail lang an H.G. CHF 25.00 - Pos. 63 E-Mail mittel an Frau V. CHF 20.00 - Pos. 75 E-Mail mittel an Frau V. und H.G. CHF 20.00 - Pos. 80 2 Minuten Telefon Kanzlei von UBS AG CHF 3.00 - Pos. 81 E-Mail kurz an H.G. CHF 15.00 - Pos. 106 Kopie Quittung Zeugengeld CHF 1.00 - Pos. 113 Kopie Rechnungen Grundbuchamt CHF 2.00 - Pos. 115 Brief mittel an H.G. CHF 30.00 - Pos. 116 Brief mittel an UBS AG CHF 30.00 - Pos. 117 Empfangsschein UBS AG CHF 10.00 - Pos. 118 Brief extrem lang an Sylvia V. CHF 80.00 - Pos. 119 Abrechnung erstellen CHF 1.55 Zwischentotal CHF 715.55 Die oben erwähnten Positionen werden schon von der Verurkundungsgebühr für den Kauf-Werk- Vertrag sowie für die Grundpfanderrichtung abgedeckt und dürfen deshalb nicht noch zusätzlich als Honorar geltend gemacht werden. Es fällt auf, dass d ie Gesuchsgegnerin mehrere E-Mail- Wechsel, Telefonate und Briefwechsel mit der Gesuchstellerin, dem Verkäufer und dem Vertreter der Grundpfandgläubigerin geführt hat. Nach den in Erwägung 4.2 gemachten Ausführungen sind insbesondere jene Bespre chungen, Briefe und E -Mail-Wechsel den Gebühren zuzuordnen, die für die korrekte Erstellung der öffentlichen Urkunden, also für die korrekte Ermittlung des Par- teiwillens, notwendig sind und mit diesen in direktem Zusammenhang stehen. Insbesondere bei all jenen Besprechungen, E -Mail- und Briefwechseln, die vor der Verurkundung des Vertrages stattfinden, gilt vorbehältlich eines anderweitigen Vermerks des Notars die Vermutung, dass sie der Vorbereitung d er öffentlichen Urkunde dienen und somit von der tarifierten Verurkundung s- gebühr erfasst sind. - 10 - Auch nach erfolgter Verurkundung fällt die Korrespondenz des Notars mit den Vertragsparteien resp. deren bezeichneten Vertretern unter die Verurkundungsgebühren , wenn es sich dabei um Auskünfte über den Verfahrensstand (beispielsweise Orientierung über die erfolgte Grundbuc h- anmeldung, Bekanntgabe des Aktenrückerhaltes oder allfällige Beanstandungen des Grun d- buchverwalters, die einen Nachtrag oder weitere Abklärun gen erfordern) oder um die Dokume n- tation der Parteien mittels einer unbeglaubigten Kopie der Urschrift handelt. Der Notar ist also zu jedem Zeitpunkt der Geschäftsabwicklung beweispflichtig dafür, dass eine Verrichtung honora r- berechtigt ist und nicht unter die Verurkundungsgebühren fällt. Dies hat er mittels entspreche n- der Umschreibung der verrichteten Tätigkeit insbesondere im Rahmen der detaillierten Rec h- nung im Auge zu behalten. Dasselbe gilt im Übrigen auch für die Abgrenzung zwischen Tätigke i- ten, die der Verurkundungsgebühr unterliegen , und solchen, die als weitere gesetzliche Ve r- pflichtungen zur Erhebung einer zusätzlichen Gebühr nach Zeitaufwand berechtigen. Vorliegend ist der Rechnung de r Gesuchsgegnerin grossmehrheitlich nicht zu entnehmen , wel- che Aspekte in den einzelnen E -Mails, Telefonaten und Briefen thematisiert wurden. Einzig in einem Fall ist in Klammern vermerkt, dass anlässlich eines langen Telefonates der Gesuchstelle- rin private und erbrechtliche Angelegenheiten besprochen wurden, womit dieses Telefon zwe i- felsfrei honorarberechtigt ist und nicht unter die Gebühren fällt (Pos. 79 des Aufwandblatts Nr. 611). In den übrigen Fällen hat die Gesuchsgegnerin keinen Hinweis auf rechtsberatende oder in einer sonstigen Form nebenberufliche L eistungsinhalte angebracht. Weshalb die entsprechende telefonische und schriftliche Korrespondenz inkl. Dokumentation der Vertragsparteien mit Ve r- trags- und Plankopien honorarberechtigt sein soll, hat die Gesuchsgegnerin in ihrer als detaillie r- te Rechnung aufgefassten Leistungserfassung nicht begründet, obschon sie für deren nebenb e- ruflichen Charakter beweispflichtig ist. Entsprechend ist davon auszugehen, dass sämtliche oben aufgelisteten Kontakte zu den Vertragsparteien (wozu wie vorerwähnt auch die Grund pfandgläu- bigerin gehört) der Willensermittlung, der Orientierung über den Stand der notariellen Geschäfte und der Dokumentation der Parteien mit einfachen Kopien der öffentlich beurkundeten Verträge dienten, womit sie von den entsprechenden Verurkundungsge bühren umfasst sind (vgl. hierzu einlässlich Entscheid der JGK 26.12 -14.96 vom 6. Oktober 2015, E. 4.3). Sind zur Errichtung einer öffentlichen Urkunde mehr Kontakte mit den Parteien notwendig, als üblich, so ist diesem Umstand allenfalls bei der Ausschöpf ung des Gebührenrahmens Rechnung zu tragen. Für die Erhebung von zusätzlichem Honorar besteht jedoch zur Abgeltung dieses Mehraufwandes kein Raum. Die Gesuchsgegnerin hat sodann (nebst entsprechenden Auslagen) zusammengerechnet ein Honorar von CHF 26.00 für das Erstellen zweier Deckblätter für den Kauf-Werk-Vertrag sowie für das Einbinden der entsprechenden Ausfertigungen in Rechnung gestellt (vgl. Pos. 120 und 121 des Aufwandblatts Nr. 611). Diese Arbeiten werden jedoch bereits durch die von der Gesuch s- gegnerin erhobene Pauschalgebühr nach Art. 27 GebV von CHF 30.00 pro Parteiausfertigung abgegolten und dürfen deshalb nicht noch zusätzlich als Honorar geltend gemacht werden. - 11 - Weiter macht die Gesuchstellerin (ebenfalls nebst entsprechenden Auslagen) noch zu sammen- gerechnet CHF 18.00 Honorar für das Erstellen von Dossierkopien der beiden Grundbuchanme l- dungen, der Bescheinigungen der Register -Schuldbriefe sowie der Eintragungsbescheinigung des Kaufes im Grundbuch geltend (Pos. 70, 102, 104 und 105 des Aufwandbl atts Nr. 611). Da die Deklaration der Handänderungssteuer unter die nebenberuflichen Leistungen des Notars fällt, darf auch für deren Dossierkopie ein Honorar einverlangt werden. Dieses beläuft sich vorlie- gend bei einem von der Gesuchsgegnerin ausgewiesene n Ansatz von CHF 1.00 pro getätigte Kopie somit auch exakt auf CHF 1.00. Für die übrigen Kopierarbeiten im Umfang von CHF 17.00 hingegen ist kein Honorar geschuldet. Vielmehr handelt es sich hierbei um Arbeiten, die unmi t- telbar mit der Grundbuchanmeldung s owie mit deren Überprüfung nach Rückerhalt der Grun d- buchakten zusammenhängen und die somit zu den weiteren gesetzlichen Pflichten des Notars gehören. Für solche Verrichtungen ist gemäss Art. 51 Abs. 2 NG i.V.m. Art. 31 und Art. 30 Abs. 2 GebVN eine Gebühr nach Zeitaufwand zu erheben. Für die Grundbuchanmeldungen im eigentl i- chen Sinne hat die Gesuchsgegnerin denn auch entsprechende Gebühren erhoben. Es bleibt also zu prüfen, ob das fälschlicherweise geltend gemachte und daher zu kürzende Honorar im Umfang von CHF 17.00 allenfalls bei der amtlichen Überprüfung und Festsetzung dieser zusätz- lichen Gebühr nach Zeitaufwand berücksichtigt werden kann (vgl. Erwägung 5.6 hienach). 4.3 Aus den vorgängigen Erwägungen ergibt sich, dass unter dem im Zusammenhang mit dem Kauf-Werk-Vertrag und der Schuldbrieferr ichtung erhobenen Honorar ein Teilbetrag von CHF 741.55 bereits durch Gebühren abgedeckt ist (tarifierte Gebühr für Verurkundung sowie Pauschalgebühr für Ausferigungen), und dass für einen weiteren Teilbetrag von CHF 17.00 an- stelle des dafür erhobenen Honorars allenfalls zusätzliche, in ihrer Höhe noch zu bestimmende Zeitgebühren zu erheben sind. Dies ist im Urteilsdispositiv förmlich festzustellen. 5. 5.1 Die Verurkundungsgebühr für den Kauf-Werk-Vertrag beläuft sich gemäss Rech nung der Gesuchsgegnerin auf CHF 2' 353.40, jene für den Grundpfandvertrag auf CHF 1'200.00. Diese Gebührenpositionen sind nachfolgend einzeln zu überprüfen. 5.2 Die konkrete Verurkundungsgebühr ist gemäss Art. 52 Abs. 1 NG i.V.m. A rt. 2 GebVN i n- nerhalb des vorgegebenen Tarifrahmens nach dem (gebotenen) Arbeitsaufwand, nach der B e- deutung des Geschäfts, nach der vom Notar übernommenen Verantwortung sowie nach der wirt- schaftlichen Leistungsfähigkeit des Gebührenpflichtigen zu bemessen. Die Reihenfolge der Au f- zählung dieser vier Bemessungskriterien wurde vom Gesetzgeber nicht etwa zufällig gewählt. Vielmehr wollte er mit der gewählten Reihenfolge sicherstellen, dass bei der Gebührenbeme s- sung in erster Linie der Arbeitsaufwand, in letzter und untergeordneter Linie schliesslich die wirt- schaftliche Leistungsfähigkeit des Gebührenpflichtigen berücksichtigt wird (vgl. hierzu Vortrag GebVN, Ziff. 3.1 und 4.2, S. 6 und 8 f.). Weiter ist zu beachten, dass die beim gestaffelten Rah- mentarif jeweils ausgewiesene Mittelgebühr gemäss dem Willen des Gesetzgebers den Charak - ter eines Richtwertes hat. - 12 - Es wird davon ausgegangen , dass mit der Mittelgebühr die mit dem konkreten Geschäftswert verbundene Bed eutung des Geschäfts, der durch schnittliche normale Arbeitsaufwand für das konkrete Geschäft, die mit diesem konkret verbundene Verantwortung des Notars und die durch- schnittliche wirtschaft liche Leistungsfähigkeit des Gebührenpflichtigen im Normalfall gebühre n- rechtlich bereits angemessen berücksichtigt werden (vgl. KNB-BICHSEL, N. 32 zu Art. 52 NG). Von der Mittelgebühr ist demzufolge nur dann nach oben oder unten abzu weichen, wenn beson- dere Umstände vorliegen, die eine entsprechende Abweichung rechtfertigen (vgl. auch Entscheid der JGK 26.12-07.351 vom 26. Februar 2008, E. 3c, in: BN 2008, Rechtsprechung, S. 248 ff.). 5.3 Gemäss Art. 13 Abs. 1 GebVN richtet sich die Gebühr für einen Grundstückkaufvertrag nach dem Vertragswert, wobei für die konkrete Ermittlung auf den gestaffelten Rahmentarif g e- mäss Anhang 1 GebVN verwiesen wird. Vorliegend wird der Kauf -Werk-Preis (Vertragswert) mit CHF 503'000.00 a usgewiesen. Anhang 1 GebVN sieht bei einem Vertragswert von über CHF 500'000.00 bis CHF 600'000.00 eine Minimalgebühr von CHF 2'075.00, eine Mittelgebühr von CHF 2'625.00 und eine Maximalgebühr von CHF 3'175.00 vor. Gemäss konstanter Rechts- anwendung der JG K ist die Interpolation der ges taffelten Rahmentarife zulässig. Für den Kau f- vertrag ergibt sich bei entsprechender Interpolation somit eine Minimalgebühr von CHF 1'871.30, eine Mittelgebühr von CHF 2'353.40 und eine Maximalgebühr von CHF 2'835.50. Vorliegend ist die Gesuchsgeg nerin von der Mittelgebühr ausgegangen, hat in ihren Eingaben jedoch mehrfach betont, der Arbeitsaufwand, die Dringlichkeit des Geschäftes aus Sicht der Ver- käuferschaft sowie die hohe Verantwortung aufgrund des komplizierten sa chenrechtlichen Kon- strukts seien ganz klar überdurchschnittlich gewesen. Bereits der Umstand alleine, dass es sich nicht um einen reinen Grundstückkaufvertrag gehandelt habe, sondern um einen kombinierten Kauf-Werk-Vertrag, führe zu einem überdurchschnittlichen Arbeitsaufwand und zu einer höheren Komplexität. Zwar hätte sie von einem Ausschöpfungsgrad von 90 % ausgehen können, habe jedoch darauf verzichtet, zumal Abweichungen vom Mittelwert in der Rechnung stets speziell zu begründen wären. Von vornherein falsch ist die Herangehensweise der Gesuchsgegnerin, die Mittelgebühr nur deshalb zur Anwendung zu bringen, weil sie dadurch der Begründungspflicht im Rahmen der Rechnungstellung zu entgehen sucht. Vielmehr dient der Gebührenrahmen ja ger a- de dem Zweck, den Besonderheiten eines Geschäfts bei der Gebührenbemessung Rechnung zu tragen. Die Begründungspflicht soll es dem Gebührenpflichtigen alsdann ermöglichen, eine allfäl- lige Abweichung von der Mittelgebühr nachvollziehen zu können. Letztlich ist die sture Anwe n- dung der Mittelgebühr weder im Sinne des Gebührenpflichtigen, noch des Notars, wenn sie nur deshalb praktiziert wird, weil dem Notar die Begründung einer sachgerechten Abweichung zu aufwendig erscheint. Ebenfalls fehl geht sodann das Argument, ein Kauf -Werk-Vertrag führe grundsätzlich bereits per se zu einem höheren Ausschöpfungsgrad. Faktisch wird dem höheren Arbeitsaufwand und der höheren Komplexität des Geschäftes nämlich bei Kauf -Werk-Verträgen schon dadurch Rechnung getragen, dass als Bemessungsgrundl age für den Gebührenrahmen nicht nur der reine Kaufpreis, sondern der kombinierte Kauf -Werk-Preis herangezogen wird. Dadurch gelangt ganz automatisch ein höherer Wert zur Anwendung, als wenn der reine Kau f- preis ausschlaggebend wäre. - 13 - Auch bei Kauf -Werk-Verträgen besteht somit kein Anlass, von der Annahme des Gesetzgebers abzuweichen, wonach die Mittelgebühr in der Regel den durchschnittlichen Arbeitsaufwand und die durchschnittliche Komplexität angemessen berücksichtigt. Aufgrund der Aktenlage ist beim zu b eurteilenden Kauf-Werk-Vertrag von einem durchschnittl i- chen Geschäft auszugehen. Ob der Umstand, dass in einer Überbauung mehrere Wohneinheiten durch denselben Notar verschrieben werden und es sich beim zu beurteilenden Kauf -Werk- Vertrag um ein Folgegeschä ft handelt, zwingend immer zur Annahme eines unterdurchschnittli- chen Arbeitsaufwandes führen muss, kann vorliegend offen bleiben : In der fraglichen Überba u- ung standen insgesamt sechs Wohneinheiten zum Verkauf und der mit der Gesuchstellerin beur- kundete Ver trag war erst der dritte. Der Minderaufwand ist insofern zumindest weniger offe n- sichtlich, als wenn es sich um den zehnten Vertrag innerhalb einer Grossüberbauung handeln würde. Wenn überhaupt, so ist vorliegend von einem bestenfalls ganz leicht unterdurch schnittli- chen Arbeitsaufwand auszugehen, da der Charakter des Folgegeschäfts nicht ausgeprägt in E r- scheinung tritt. Insbesondere die von der Gesuchstellerin vorgängig zur Beurkundung verlangte Anpassung der Stockwerkeigentumsbegründung darf sich jedoch nicht auf die Gebührenbemes- sung für den Kauf -Werk-Vertrag auswirken, da sie (sachrichtig) bei der Verkäuferschaft (Stock- werkeigentumsbegründer) in Rechnung gestellt wurde. Auch die allgemein gehaltenen Ausfü h- rungen, wonach gewisse Käufer die Begründung von Ka ufsrechten gewünscht hätten, ist vorli e- gend nicht relevant: Wie die Gesuchsgegnerin selber ausführt, traf dieses rechtliche Konstrukt eben gerade nicht auf den Kauf -Werk-Vertrag zu, der für die Gesuchstellerin errichtet wurde. Hingegen kann der Gesuchsgegn erin zugute gehalten werden, dass die Bedeutung des G e- schäfts eher überdurchschnittlich war, was sich auch im seitens der Verkäuferschaft generierten Zeitdruck widerspiegelt. Die Verantwortung der Gesuchsgegnerin ist hingegen wiederum als durchschnittlich zu qualifizieren, da das von ihr erwähnte "sachenrechtliche Grundkonzept" b e- reits bei der Ermittlung des Gebührenrahmens berücksichtigt wird . Der Hinweis, es hätte mehr Rechtsbelehrungsbedarf bestanden, den die Gesuchsgegnerin aber infolge Ablehnung des o r- dentlichen Beurkundungsverfahrens nicht in vollem Umfang habe wahrnehmen können, ist in diesem Zusammenhang unerheblich. Für die Gebührenbemessung dürfen ausschliesslich jene Dienstleistungen herangezogen werden, die der jeweilige Notar auch effektiv erbra cht hat, nicht solche, welche er allenfalls hätte erbringen sollen oder wollen. Der Vollständigkeit halber sei denn auch darauf hingewiesen, dass es der Urkundsperson obliegt, sicherzustellen, dass sie unabhängig vom gewählten Beurkundungsverfahren das not wendige Mass an Rechtsbelehru n- gen erteilt. Wird sie daran durch das Verhalten einer Urkundspartei nachweislich gehindert, so hat eine Abmahnung zu erfolgen und dieser Umstand ist in den Akten festzuhalten. Ansonsten riskiert die Urkundsperson nämlich eine disziplinarische Sanktion infolge Berufspflichtverletzung. Es ist sodann von einer durchschnittlichen Leistungsfähigkeit der Gesuchstellerin auszugehen. Im Ergebnis ist die Anwendung der Mittelgebühr für den Kauf -Werk-Vertrag also nicht zu be- anstanden. Die Verurkundungsgebühr für denselben wird somit im Einklang mit der Erstrechnung der Gesuchsgegnerin vom 30. Juni 2015 amtlich festgesetzt auf CHF 2'353.40. - 14 - 5.4 Gemäss Art. 18 Abs. 1 GebVN richtet sich die Gebühr für eine Schuldbrieferrichtung nach der Pfandsumme, wobei diesbezüglich der gestaffelte Rahmentarif gemäss Anhang 3 GebVN zur Anwendung gelangt. Im vorliegenden Fall beläuft sich die Pfandsumme auf CHF 450'000.00. Dies ergibt bei Interpolation eine Mi nimalgebühr von CHF 1'120.00, eine M ittelgebühr von CHF 1'200.00 und eine Maximalgebühr von CHF 1'380.00. Auch f ür den vorliegend zu beurteilenden Grundpfandvertrag ( Errichtung eines Register - Schuldbriefes) hat die Gesuchstellerin die Mittelgebühr in Rechnung gestellt. Im Rahmen des Schriftenwechsels führte sie allerdings aus, der Arbeitsaufwand sei eigentlich unterdurchschnit t- lich gewesen, wohingegen die Bedeutung des Geschäfts in puncto Wichtigkeit und Dringlichkeit insbesondere aus der Sicht der Grundpfandgläubigerin überdurchschnittl ich gewesen sei. Die Komplexität des Geschäfts wiederum sei unterdurchschnittlich gewesen, die wirtschaftliche Lei s- tungsfähigkeit der Gesuchstellerin durchschnittlich. Demnach hätte sich eigentlich ein Ausschö p- fungsgrad von 20 % ergeben. Die Anwendung der Mittelgebühr rechtfertige sich jedoch dadurch, dass beim Kauf -Werk-Vertrag trotz deutlich überdurchschnittlichen Arbeitsaufwandes und übe r- durchschnittlicher Komplexität ebenfalls nur die Mittelgebühr in Rechnung gestellt worden sei. Wird ein Notar in demse lben Geschäft mit de r Errichtung eines Kauf- und eines Grundpfandver- trages betraut, so ist üblicherweise von einem eher unterdurchschnittlichen Arbeitsaufwand für den Grundpfandvertrag auszugehen. Deutlich unterdurchschnittlich ist der Arbeitsaufwand insbe- sondere dann, wenn der Grundpfandvertrag in derselben Urkunde errichtet wird, wie der Kau f- vertrag (vgl. zuletzt Entscheid der JGK 26.12 -14.92 vom 12. Juni 2015, E. 5.4). Den Akten ist implizit zu entnehmen, dass der Register -Schuldbrief vorliegend in einer separaten Urkunde e r- richtet wurde. Somit hat sich zumindest der Registrierungsaufwand der Gesuchsgegnerin nicht reduziert. Jedoch waren sämtliche Abklärungen im Zusammenhang mit den Personalien der Beteiligten sowie der Ausgangslage gemäss Grundbuch bere its im Rahmen der Ausarbeitung des Kauf-Werk-Vertrages vorgenommen worden. Es wäre daher vorliegend trotz separater U r- kunde effektiv von einem klar unterdurchschnittlichen Arbeitsaufwand auszugehen. Das Au f- wandblatt Nr. 611 gibt jedoch Aufschluss darüber, dass mit der Grundpfandgläubigerin übe r- durchschnittlich viel schriftliche als auch mündliche Korrespondenz geführt werden musste. Die Gesuchsgegnerin hat denn auch selber ausgeführt, die Grundpfandgläubigerin habe ausführliche Dokumentationen und Erläuteru ngen zur sachenrechtlichen Ausgestaltung des Pfandobjektes gewünscht. Da die Grundpfandgläubigerin mit Blick auf den Grundpfandvertrag eine Vertragspar- tei darstellt, gehörten all diese Erläuterungen zur Rechtsbelehrungspflicht der Gesuchsgegnerin. Sie hat diese zu einem grossen Teil fälschlicherweise als Honorar geltend gemacht (vgl. Erw ä- gung 4.2 hievor). Richtigerweise führten diese jedoch zu einem höheren Arbeitsaufwand, der somit nicht mehr als unterdurchschnittlich, sondern eher als leicht überdurchschn ittlich angese- hen werden muss. Auch die Dringlichkeit war eher überdurchschnittlich, die Komplexität des Grundpfandvertrages an sich nach erfolgter Ermittlung des Parteiwillens und entsprechender Rechtsbelehrung dann wiederum klar unterdurchschnittlich. Deshalb rechtfertigt sich vorliegend für die Errichtung des Register-Schuldbriefes im Ergebnis ebenfalls die Anwendung der Mit- - 15 - telgebühr. Die Verurkundungsgebühr für den Grundpfandvertrag wird somit im Einklang mit der Erstrechnung der Gesuchsgegnerin vom 30. Juni 2015 amtlich festgesetzt auf CHF 1'200.00. 5.5 Die Gesuchsgegnerin hat den Kauf-/Werkvertrag für das Grundbuchamt und die Vertrag s- parteien dreifach ausgefertigt, den Grundpfandvertrag zweifach, wobei gemäss ihren Ausführu n- gen eine dieser beiden Au sfertigungen für das Grundbuchamt und eine für die Grundpfandglä u- bigerin bestimmt war. Gemäss Art. 51 Abs. 1 Bst. f NG ist das Erstellen und die Herausgabe e i- ner Ausfertigung für das Grundbuch - oder Handelsregisteramt bereits in der Verurkundungsg e- bühr inbegriffen. Weitere Ausfertigungen sind gemäss Art. 51 Abs. 2 NG i.V.m. Art. 29 GebVN mit einer zusätzlichen Gebühr von CHF 30.00 je Stück in Rechnung zu stellen. Die entspreche n- den Ausfertigungsgebühren belaufen sich somit im vorliegenden Fall auf CHF 90.00, womit die Rechnung der Gesuchsgegnerin in diesem Punkt nicht zu beanstanden ist. 5.6 Für die Grundbuchanmeldungen des Kauf-Werk-Vertrages sowie des Grundpfandvertrages hat die Gesuchsgegnerin sodann zusammengerechnet Gebühren nach Zeitaufwand von CHF 180.00 geltend gemacht. Hingegen hat sie in Form von Honorar fälschlicherweise weitere CHF 17.00 für unmittelbar mit der Grundbuchanmeldung zusammenhängende Verrichtungen wie etwa die Kopie der Eintragungsbescheinigungen in Rechnung gestellt (vgl. Erwägung 4.2 hievor). Bei Grundbuchanmeldung, Rückerhebung der Grundbuchakten und Abschlussarbeiten handelt es sich um weitere gesetzliche Verpflichtungen des Notars i.S. von Art. 51 Abs. 2 NG, für welche zusätzlich zur Verurkundungsgebühr eine Gebühr nach Zeitaufwan d gemäss Art. 31 i.V.m. Art. 30 Abs. 2 GebVN zu erheben ist. Der maximal zulässige Stundenansatz beträgt gemäss der vorerwähnten Bestimmung CHF 230.00. Dieser Maximalstundenansatz ist nur dann anzuwe n- den, wenn die entsprechenden Verrichtungen durch die Ur kundsperson persönlich vorgeno m- men werden, die Bedeutung des Geschäfts oder die Verantwortung des Notars überdurchschnitt- lich gross sind und der Gebührenpflichtige eine zumindest durchschnittliche Leistungsfähigkeit aufweist. Bei durch Notariatsangestellte , Notariatspraktikanten etc. vorgenommenen Verrichtu n- gen ist unter Berücksichtigung deren beruflicher Qualifikation und Berufserfahrung ein tieferer Stundenansatz zu wählen (vgl. zum Ganzen auch KNB-BICHSEL, N. 81 f. zu Art. 52 NG sowie N. 4 zu Art. 30 GebVN). Die Gesuchsgegnerin hat ihren eigenen Zeitaufwand für die Grundbuchanmeldungen mit einer halben Stunde veranschlagt, ausgehend von einem Stundenansatz von CHF 180.00. Der A r- beitsaufwand der Sachbearbeiterin wurde mit einer Stunde veranschlagt, der Stu ndenansatz auf CHF 90.00 festgesetzt. Der von der Gesuchsgegnerin für die Grundbuchanmeldungen ausg e- wiesene Zeitbedarf entspricht den Durchschnittswerten in vergleichbaren Fällen, wogegen die gewähnten Stundenansätze sich sogar eher im unteren Rahmen beweg en. Dabei sind die übl i- cherweise anfallenden Verrichtungen für die Abschlussarbeiten wohl nicht vollständig berüc k- sichtig. Es rechtfertigt sich daher, die von der Gesuchsgegnerin fälschlicherweise als Honorar geltend gemachten CHF 17.00 für die Kopierarbei ten (Dossierkopien der Eintragungsbeschein i- - 16 - gungen u.dgl.) zu den Gebühren nach Zeitaufwand hinzuzurechnen. Die zusätzliche Gebühr nach Zeitaufwand wird folglich amtlich festgesetzt auf CHF 197.00. 6. Gestützt auf Art. 50 Abs. 1 NG i.V.m. Art. 1 Abs. 2 GebVN sind dem Notar zusätzlich zu den Ge- bühren auch die Auslagen zu erstatten. Im Rahmen des amtlichen Festsetzungsverfahrens ist dabei beachtlich, dass wiederum nur jene Auslagen überprüft werden können, welche mit der hauptberuflichen Tätigkeit des Nota rs zusammenfallen. Sämtliche mit den nebenberuflichen T ä- tigkeiten zusammenhängenden Auslagen hingegen sind im Bestreitungsfall grundsätzlich durch die Zivilgerichtsbarkeit auf ihre Rechtmässigkeit hin zu überprüfen (vgl. dazu insbesondere auch KNB-MÜLLER/GENNA, N. 1 zu Art. 54/55 NG). Die Gesuchsgegnerin hat für ihre Bemühungen im Zusammenhang mit der Errichtung des Kauf - Werk-Vertrages sowie de s Grundpfandvertrages Auslagen von total CHF 371.70 geltend g e- macht. Entgegen ihrer Auffassung fehlt es (trotz entspechender Darstellungsmöglichkeit auf dem von ihr generierten Aufwandblatt Nr. 611) an einer sauberen Aufteilung zwischen jenen Ausl a- gen, die auf die hauptberufliche Tätigkeit entfallen, und jenen, die der nebenberuflichen Tätigkeit zuzuordnen sind und dah er nicht amtlich überprüft werden können. Effektiv wurden nämlich sämtliche Auslagen nur bei Positionen belastet, für welche die Gesuchsgegnerin (zu recht oder zu unrecht) auch ein Honorar geltend machte. Bei den von vo rnherein als gebührenpflichtig aus- gewiesenen Verrichtungen fehlt die Erfassung entsprechender Auslagen. Jedoch kann – soweit aus den eingereichten Aufstellungen de r Gesuchsgegnerin teils direkt, teils indirekt ersichtlich – festgestellt werden, dass die geltend gemachten Auslagen für Porti, E-Mails und GRUDIS- resp. ZPV-Auszüge die gemäss konstanter Praxis der JGK anerkannten Selbstkosten nicht überste i- gen. Zwar wurden gewisse Fotokopien mit CHF 0.50 pro Stück in Rechnung gestellt, also um CHF 0.10 zu hoch (nach aktueller Praxis der JGK beläuft sich der zulässige Ansatz auf CHF 0.40 je Fotokopie und Computerausdruck). Dies trifft jedoch nicht flächendeckend auf alle Kopien zu. Im Gegenzug wurden jedoch auch nicht flächendeckend sämtliche Auslagen für Telefonate, wel- che von der Notarin resp. ihren Angestellten getätigt wurden, in Rechnung gestellt, was die Diffe- renz bei den Fotokopien wieder zu kompensieren vermag . Im Ergebnis erscheinen die geltend gemachten Auslagen somit als gerechtfertigt. D er Auslagenersatz wird daher gesamthaft, also ausnahmsweise auch für den Honorarteil, amtlich festgesetzt auf CHF 371.70. Weitere Auslagen für den Honorarteil sind nicht geschuldet. 7. Die Kosten des Verfahrens werden nach den Grundsätzen von Art. 103 und 107 Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 8 der Verordnung über die Gebühren der Kantonsverwaltung vom 22. Februar 1995 (Gebührenverordnung [GebV; BSG 154.21]) auf CHF 500.00 festgesetzt. Sie werden vollumfäng- lich der Gesuchsgegnerin auferlegt. - 17 - Dies rechtfertigt sich schon alleine deswegen, weil die Gesuchsgegnerin nur eine ungenügende detaillierte Rechnung einreichte. So trug sie massgeblich dazu bei, dass ihre Rechnungstellung für ihre Klientschaft nicht nachvollziehbar war. Zudem erschwerte sie dadurch auch der JGK die im Rahmen eines Moderationsverfahrens vorzunehmende Überprüfung der geltend gemachten Gebühren und Auslagen. Zusätzlich ist zu würdigen, dass die ursprüngliche Rechnung von total CHF 5'557.40 (Gebühren, Honorar und Auslagen exkl. Mwst) um insgesamt CHF 741.55 zu re- duzieren ist. Der Vollständigkeit halber wir festgehalten, dass im vorliegenden Fall noch kein Verzugszins geschuldet ist. Ein Verzugszins kann nur dann verlangt werden kann, wenn die entsprechende Rechnung in Rechtskraft erwachsen ist. In diesem Sinne wird erkannt: 1. Die Gebühren und Auslagen der Gesuchsgegnerin im Zusammenhang mit dem Kauf-Werk- Vertrag und der Grundpfanderrichtung werden wie folgt festgesetzt: - Gebühr Kauf-Werk-Vertrag CHF 2'353.40 - Gebühr Grundpfandvertrag CHF 1'200.00 - Gebühr Ausfertigungen (Art. 29 GebVN) CHF 90.00 - Gebühren gemäss Art. 31 GebVN CHF 197.00 - Auslagen CHF 371.70 Zwischentotal Gebühren und Auslagen CHF 4'212.10 8 % Mehrwertsteuer CHF 336.95 Total Gebühren und Auslagen CHF 4'549.05 2. Es wird festgestell t, dass im Zusammenhang mit der Errichtung des Kauf -Werk-Vertrages und des Grundpfandvertrages ein Anteil am Honorar im Umfang von CHF 758.55 bereits durch die unter Ziff. 1 hievor festgesetzten Gebühren abgedeckt und somit nicht geschuldet ist. 3. Die Kosten des Verfahrens, bestimmt auf CHF 500.00, werden der Gesuchsgegnerin zur Bezahlung auferlegt. - 18 - 4. Diese Verfügung ist wie folgt zu eröffnen: - Frau V., …………………………. (mit eingeschriebenem Brief) - Notar A., ………………………… (mit eingeschriebenem Brief) Der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektor Christoph Neuhaus, Regierungsrat Rechtsmittelbelehrung Dieser Entscheid kann mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde innert 30 Tagen seit Eröffnung schrift lich beim Verwa l- tungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Ab teilung, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Die Beschwerde ist min destens im Doppel einzureichen und muss einen An trag, die Angabe von Tatsachen u nd Be- weismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten; greifbare Beweismittel sind beizulegen.