Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. Dezember 2018 (735 18 117 / 343) ____________________________________________________________________ Berufliche Vorsorge Anspruch auf eine Invalidenrente aus beruflicher Vorsorge: Prüfung des sachlichen Zu- sammenhangs zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses eingetretenen soma- tisch bedingten Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität aus psychischen Grün- den Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____ , Kläger , vertreten durch Jan Herrmann , Rechtsanwalt , Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen Migros -Pensionskasse , Wiesenstrasse 15 , 8952 Schlieren , Bekla g- te, vertreten durch Dr. Isabelle Vetter, Rechtsanwältin, Hubatka Mül- ler & Vetter, Seestrasse 6, 8027 Zürich Betreff Invalidenrente Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der 1969 geborene A.____ ist gelernter Maschinenmec haniker und war vom 18. Okto- ber 1999 bis 30. Juni 2000 bei der B.____ AG in X.__ __ als Betriebselektriker angestellt und durch seine Arbeitgeberin bei der Migros-Pensionskasse (Pe nsionskasse) für die berufliche Vorsorge versichert gewesen. Am 28. Mai 2001 meldete er sich unter Hinweis auf starke Schmerzen im Rücken (Bandscheibe), in den Hüften, in den Knien, in der Muskulatur und eine seit 25. September 2000 bestehende schwere Depression be i der Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 22. September 2005 sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) A.____ gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Invalidenrente ab 1. Februar 2003 zu. Im Jahr 20 07 wurde die erste Rentenrevision durchgeführt. Sie endete mit der Mitteilung vom 31. O ktober 2007 über eine unveränderte Ren- te. Gleichzeitig wurde A.____ im Rahmen seiner Schade nminderungspflicht aufgefordert, eine konsequente psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung vor zunehmen. Im Februar 2010 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren e in. Infolge Verschlechterung des Gesund- heitszustandes erhöhte die IV-Stelle die Rente von A.__ __ mit Verfügung vom 4. November 2010 rückwirkend ab 1. Juni 2010 auf eine ganze Invalide nrente. Am 14. Februar 2011 sprach sie ihm zusätzlich eine Hilflosenentschädigung leichten Gra des zu, welche sie mit Verfügung vom 12. Mai 2016 infolge einer mittelgradigen Hilflosigkeit erhöhte. B. Mit Schreiben vom 7. Dezember 2005 teilte A.____ de r Pensionskasse mit, dass er eine Invalidenrente der IV mit Wirkung ab 1. Februar 2003 erhalte und deshalb Leistungen aus be- ruflicher Vorsorge beanspruchen möchte. Die Pensionskasse l ehnte am 20. März 2006 einen Leistungsanspruch von A.____ ab. Zur Begründung führte si e aus, gestützt auf das Gutachten ihres Vertrauensarztes vom 20. Februar 2006 sei davon a uszugehen, dass eine ununterbro- chene Arbeitsunfähigkeit erst ab 4. Februar 2002 besta nden habe. Da das Vorsorgeverhältnis per 30. Juni 2000 beendet worden sei, sei A.____ bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ur- sache zur Invalidität geführt habe, nicht mehr bei der Pensionskasse versichert gewesen. Zu- dem trete sie infolge einer Anzeigepflichtverletzung pe r sofort vom überobligatorischen Vorsor- gevertrag zurück. C. Am 10. April 2018 erhob A.____, vertreten durch Re chtsanwalt Jan Hermann, beim Kan- tonsgericht Klage gegen die Pensionskasse. Er beantragte, die Pensionskasse sei zu verpflich- ten, ihm die gesetzlichen und reglementarischen Invalidit ätsleistungen ab 1. Februar 2003 in Form einer halben Invalidenrente auf Basis eines Invali ditätsgrads von 50 % und einer (regle- mentarischen) Beitragsbefreiung im Umfang von 50 % sowi e ab 1. Juni 2010 in Form einer ganzen Invalidenrente auf Basis eines Invaliditätsgrads von 100 % und einer (reglementari- schen) Beitragsbefreiung im Umfang von 100 %, jeweils zuzüglich Verzugszinsen zu 5 % zuzu- sprechen; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihm die unentgeltliche Verbeiständung zu gewähren sei. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, dass er w ährend des Arbeitsverhältnisses bei der B.____ AG erstmals vom 1. Februar 2000 bis 21. Febr uar 2000 wegen einer somatisch- psychischen Symptomatik krank und deswegen arbeitsunfähig gew orden sei. Vom 22. Februar 2000 bis 3. März 2000 habe eine 50%ige, vom 17. April 2000 bis 24. Mai 2000 eine 100%ige und schliesslich vom 25. Mai 2000 bis zum Austritt aus dem Vorsorgeverhältnis per 30. Juni 2000 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Es sei d avon auszugehen, dass auch danach bis Ende September 2000 durchgehend eine Arbeitsunfäh igkeit vorgelegen habe. Den medizi- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht nischen Akten sei zu entnehmen, dass er im Jahr 2000 erheb liche psychische Probleme be- kundet habe und sich diese im Rahmen einer Somatisierun gstendenz gezeigt hätten. Aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen habe ihm di e IV-Stelle schliesslich mit rechtskräfti- ger Verfügung vom 22. September 2005 eine halbe Ren te ab 1. Februar 2003 bzw. mit Verfü- gung vom 4. November 2010 infolge Verschlechterung des Gesundheitszustandes eine ganze Invalidenrente ab 1. Juni 2010 zugesprochen. Entgegen d er von der IV-Stelle im Zusammen- hang mit beruflichen Massnahmen getroffenen Annahme, wonach die Invalidität im September 2000 eingetreten sein soll, zeige die Aktenlage aber, dass bereits seit Februar 2000 eine min- destens 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Der von der IV-Stelle angenommene Zeit- punkt des Eintritts der Invalidität im September 2000 sei deshalb offensichtlich unrichtig. Rich- tigerweise hätte der für den Beginn des Rentenanspruc hs massgebende Zeitpunkt auf Februar 2000 festgesetzt werden müssen. Damit sei auch der für d ie Leistungspflicht der Pensionskas- se erforderliche enge zeitliche Zusammenhang zwischen der während des Vorsorgeverhältnis- ses bestandenen Arbeitsunfähigkeit und der später eingetretenen Invalidität gegeben. D. Mit Verfügung vom 16. April 2018 bewilligte das Ka ntonsgericht dem Kläger die unent- geltliche Verbeiständung. E. Die Pensionskasse beantragte in ihrer Klageantwort vo m 12. Juni 2018 die Abweisung der Klage. Sie machte geltend, dass sie sich auf die Feststellungen der IV-Stelle stütze, wonach der Kläger seit 4. Februar 2002 in seiner Arbeitsfähigkeit in relevanter Weise eingeschränkt sei. Da sie gegen die entsprechende Verfügung vom 22. Sept ember 2005 kein Rechtsmittel erho- ben habe, sei sie schon allein aus diesem Grund an den v on der IV-Stelle festgestellten Zeit- punkt des Eintritts der relevanten Arbeitsunfähigkeit gebunden. Damit sei eine Arbeitsunfähig- keit mehr als 1 ½ Jahre nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetreten, weshalb eine Leistungspflicht entfalle. Selbst wenn sie nicht an den IV-Rentenentscheid gebunden wäre, er- füllten die während des Vorsorgeverhältnisses wiederhol ten krankheitsbedingten Arbeitsplatz- absenzen von mehreren Wochen das Erfordernis der daue rhaften Einschränkung nicht. Zudem bestätige die damalige Arbeitgeberin, dass die fehlen de Qualität und Quantität der Arbeitsleis- tung des Klägers nicht auf gesundheitliche Gründe zurückzuf ühren gewesen seien. Ausserdem mache selbst der Kläger in seiner IV-Anmeldung geltend , dass seine gesundheitlichen Be- schwerden erst seit dem 25. September 2000 beständen un d somit ausserhalb der Versiche- rungszeit aufgetreten seien. Auch in medizinischer Hin sicht sei eine berufsvorsorgerechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit während der Dauer des Vors orgeverhältnisses nicht erstellt. Die Beurteilungen derjenigen Ärzte, die eine Depression m it Somatisierungstendenz ab Frühjahr 2000 herleiteten, seien nicht beweiskräftig. Nebst dem zeitlichen Zusammenhang fehle auch der sachliche. Während der der Invalidität zugrunde liegende Gesundheitsschaden ausschliess- lich psychisch bedingt sei, seien die vereinzelten Arbeit splatzabsenzen während der Versiche- rungszeit bei der Pensionskasse gemäss den echtzeitlichen me dizinischen Berichten einzig auf eine somatisch bedingte Beschwerdesituation zurückzuführe n. Im Zusammenhang mit der IV- Verfügung vom 4. November 2010, mit welcher die halbe Invalidenrente auf eine ganze erhöht worden sei, sei darauf hinzuweisen, dass diese der Pension skasse nicht eröffnet worden sei. Sie könne deshalb das Vorliegen und gegebenenfalls das A usmass einer von ihr zu vertreten- den Invalidität frei prüfen. In dieser Hinsicht sei fe stzustellen, dass der Kläger seiner Schaden- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht minderungspflicht trotz Aufforderung der IV-Stelle zur Vornahme einer konsequenten psychiat- risch-psychotherapeutischen sowie einer adäquaten medikam entösen Behandlung nicht nach- gekommen sei. Aus diesem Grund lehne sie – bei allfäll iger Bejahung der Leistungspflicht - ge- stützt auf Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den All gemeinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die Ausrichtung ein er Invalidenrente spätestens ab Juni 2000 ab. Dazu komme, dass der medizinische Sachverhal t hinsichtlich der Rentenerhö- hung ungenügend abgeklärt sei. Ferner weise sie darauf hin, dass sie bereits am 20. März 2006 infolge einer Anzeigepflichtverletzung vom überobligato rischen Vorsorgevertrag zurückgetreten sei, weshalb dem Kläger einzig die Leistungen aus der ob ligatorischen beruflichen Vorsorge zustehen könnten. Solche Ansprüche seien jedoch infolge V erjährung erloschen. Schliesslich wäre bei einer allfälligen Leistungspflicht der Pensio nskasse ein Verzugszins frühestens ab Klageanhebung und gemäss Reglement lediglich in Höhe des BVG-Mindestzinssatzes ge- schuldet. F. Mit der Replik vom 15. August 2018 liess der Kläger d urch seinen Rechtsvertreter unter anderem die Berichte seines behandelnden Psychiaters, Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 13. Juli 2018 und des Geschäftsleiter s des D.____, wo sich der Kläger seit 11. März 2010 aufhält, einreichen. Er hielt an sei nem bisherigen Rechtsbegehren fest und beantragte im Falle von Zweifeln über die Leistungspfl icht der Pensionskasse die Einholung eines gerichtlichen fachpsychiatrischen Gutachtens. Er wies e rneut darauf hin, dass der Zeit- punkt der Arbeitsunfähigkeit in der Rentenverfügung vo m 22. September 2005 offensichtlich aktenwidrig und somit unhaltbar sei. Die Pensionskasse sei deshalb– entgegen ihren Vorbrin- gen – nicht an den von der IV-Stelle festgestellten Be ginn der Arbeitsunfähigkeit per Februar 2002 gebunden. Die Aussagen der ehemaligen Arbeitgeb erin, die Kündigung sei nicht aus ge- sundheitsbedingten Gründen erfolgt, sei angesichts der da mals bestandenen 100%igen Ar- beitsunfähigkeit fragwürdig. Vielmehr sei davon auszugeh en, dass die Kündigung aufgrund der Erkrankung des Klägers erfolgt sei. Die medizinische Akten lage zeige klar auf, dass den an- fänglichen körperlichen Leiden eine psychosomatische Erkrank ung zugrunde liege und eine fortdauernde Invalidität bestehe. Die körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen könnten nicht auseinandergehalten werden. Damit sei der für die Leistungspflicht der Pensionskasse erforderliche sachliche Zusammenhang zu bejahen. Zudem liege keine Anzeigepflichtverlet- zung vor. Auf die von der Pensionskasse gestellten Fragen im Anmeldeformular habe er sämtli- che Leiden, welche er verschwiegen haben sollte, nicht a ngeben müssen. Desgleichen habe der Kläger auch nicht seine Schadenminderungspflicht ver letzt, habe doch die IV-Stelle an der Durchsetzung der damaligen Auflagen nach Kenntnis der sta tionären Aufenthalte in der E.____nicht mehr festgehalten. Da die Pensionskasse am 1 4. November 2017 eine Verjäh- rungsverzichtserklärung abgegeben habe, liege auch keine Verjährung der Leistungsansprüche vor. G. Die Pensionskasse hielt in ihrer Duplik vom 25. Septem ber 2018 an ihrem Antrag auf Abweisung der Klage fest. Sie könne die Auffassung de s Klägers nicht teilen, wonach die Ver- fügung vom 22. September 2005 offensichtlich unhaltbar sei, weshalb sie sich an den Entscheid der IV-Stelle als gebunden betrachte. Sie halte weiter daran fest, dass das invalidisierende psy- chische Leiden des Klägers während des Vorsorgeverhältnisses weder in Erscheinung getreten Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei noch das Krankheitsgeschehen erkennbar mitgeprägt ha be. Daher sei der enge sachliche und zeitliche Zusammenhang zwischen den vereinzelten und rein körperlich bedingten Arbeits- platzabsenzen im Februar 2000 und der späteren psychisch bedingten Invalidität zu verneinen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 73 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Beruf liche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) vom 25. Juni 1982 ist zur B eurteilung von Streitigkeiten zwischen Vorsorgeeinrichtungen und Versicherten über Versicherung sleistungen das Gericht des Kan- tons zuständig, in welchem der schweizerische Sitz oder Wohn sitz der Pensionskasse oder der Ort des Betriebes liegt, in welchem die versicherte Per son angestellt wurde. Der Wohnsitz des Klägers liegt im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des hiesigen Ge- richts gestützt auf Art. 73 Abs. 3 BVG zu bejahen ist. Im Kanton Basel-Landschaft liegt die sachliche Zuständigkeit zur Beurteilung derartiger Strei tigkeiten gemäss § 54 Abs. 1 lit. h des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beim Kantonsgericht. Dieses ist demnach sachlich u nd örtlich zur Beurteilung der Klage vom 10. April 2018 zuständig. 2.1 Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Kläg ers auf eine Invalidenrente aus dem Vorsorgeverhältnis mit der Pensionskasse. 2.2 Die obligatorische Versicherung beginnt mit dem Ant ritt des Arbeitsverhältnisses (Art. 10 Abs. 1 BVG). Die Versicherungspflicht endet, wenn der A nspruch auf eine Altersleistung ent- steht, das Arbeitsverhältnis aufgelöst oder der Mindestlohn unterschritten wird (Abs. 2). Für das Risiko der Invalidität bleibt der Arbeitnehmer währen d eines Monats nach Auflösung des Vor- sorgeverhältnisses bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtu ng versichert, ausser wenn während dieser Zeit ein neues Vorsorgeverhältnis begründet wird (Abs. 3). Da das Arbeitsverhältnis des Klägers mit der B.____ AG vom 18. Oktober 1999 bis 30. Juni 2000 dauerte, besteht unter Be- rücksichtigung der einmonatigen Nachdeckungsfrist gemäss Art. 10 Abs. 3 BVG eine Versiche- rungsdeckung vom 18. Oktober 1999 bis 31. Juli 2000. 2.3 Nach Art. 23 BVG in der bis 31. Dezember 2004 gü ltig gewesenen Fassung haben Per- sonen Anspruch auf Invalidenleistungen, die im Sinne der IV zu mindestens 50 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert wa- ren. Gemäss dem am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Art. 23 lit. a BVG besteht bereits bei einer Invalidität von mindestens 40 % Anspruch auf Inva lidenleistungen (BGE 135 V 13 E. 2.6). Invalidenleistungen der obligatorischen beruflichen Vorso rge werden von derjenigen Vorsorge- einrichtung geschuldet, durch welche die ansprechende Pe rson bei Eintritt der Arbeitsunfähig- keit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versicher t war. Dieser Grundsatz findet auch in der weitergehenden beruflichen Vorsorge Anwendung, w enn das Reglement oder die Statuten nichts anderes vorsehen (BGE 136 V 65 E. 3.2). Entscheid end ist somit einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in w elchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Di e Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dag egen nicht notwendigerweise auch im Zeit- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht punkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invali dität (Urteil des Bundesgerichts vom 8. September 2017, 9C_139/2017, E. 2.1). 2.4 Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine volle Invaliden- rente, wenn sie im Sinne der IV mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie min- destens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindeste ns zur Hälfte und auf eine Viertels- rente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist. Art. 2 6 Abs. 1 BVG bestimmt, dass für den Be- ginn des Anspruchs auf IV-Leistungen sinngemäss die entspr echenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 gelten. Der Eintritt des vorsorgerechtlichen Versicherungsfalls fällt somit in der Regel mit dem Beginn der einjähri- gen Wartezeit nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG, in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung bzw. nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung zusammen. 3.1 Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf ein e Rente der IV und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass de r Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der IV grun dsätzlich identisch ist (BGE 123 V 271 E. 2a, 120 V 108 E. 3c, je mit Hinweisen). Aufgrund von Art. 6 BVG steht es den Vorsorgeein- richtungen aber frei, nicht nur im Bereich der weite rgehenden Vorsorge, sondern auch im obli- gatorischen Bereich den Invaliditätsbegriff in ihren S tatuten oder ihren Reglementen zugunsten der versicherten Personen zu erweitern oder Invalidenren ten schon bei einem Invaliditätsgrad von weniger als 40 % auszurichten. Das vorliegend für di e Frage der Bindungswirkung an- wendbare Reglement der Migros-Pensionskasse (Reglement), Ausgabe 1. Januar 1998, geht von keinem anderen Invaliditätsbegriff aus als das Recht d er IV. Abweichend von Art. 23 lit. a BVG haben versicherte Personen gemäss Art. 33 Ziffer 2 de s Reglements jedoch bereits ab einer Erwerbsunfähigkeit von 25 % Anspruch auf eine (Teil)Rente. 3.2 Rechtsprechungsgemäss sind die Vorsorgeeinrichtunge n im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge und bei Vorliegen gleicher Invaliditätsb egriffe an die Feststellungen der Orga- ne der IV in Bezug auf Rentenanspruch, Rentenbeginn und damit auch hinsichtlich des Beginns des Wartejahres und schliesslich der Festsetzung des Invali ditätsgrades gebunden, soweit sie in das entsprechende IV-rechtliche Verfahren einbezogen wurden, die konkrete Fragestellung für die Beurteilung des Rentenanspruchs gegenüber der IV entscheidend war die IV-rechtliche Betrachtungsweise aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich un- haltbar erscheint. Dem BVG-Versicherer steht ein selbststä ndiges Beschwerderecht im Verfah- ren nach IVG zu (BGE 133 V 69 E. 4.3.2, 132 V 4 E. 3.2). Diese Bindungswirkung entfällt hin- gegen dann, wenn die Vorsorgeeinrichtung nicht spätestens im Vorbescheidverfahren in das IV- rechtliche Verfahren einbezogen und ihr die IV-Verfügu ng nicht formgültig eröffnet wurde (BGE 138 V 125 E. 3.3, 130 V 273 f. E. 3.1; vgl. auch: Ur teil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2012, 9C_702/2011, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 3.3 Die IV-Stelle Basel-Landschaft sprach dem Kläger mit Verfügung vom 22. September 2005 ab 1. Februar 2003 eine halbe Invalidenrente zu . Diese Verfügung wurde der Pensions- kasse eröffnet, was von den Parteien auch nicht bestritt en wird. Die Pensionskasse erhob nach Einsicht in die Akten kein Rechtsmittel dagegen. Demgege nüber stellte die IV-Stelle der Pen- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sionskasse die Verfügung vom 4. November 2010, mit welche r sie gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG revisionsweise die halbe Invalidenrente des Klägers a uf eine ganze erhöht hat, nicht zu. Aufgrund der gegenüber der Pensionskasse formgültig er öffneten, rechtskräftigen Rentenverfü- gung vom 22. September 2005 und der Tatsache, dass der reglementarische Invaliditätsbegriff mit der IV-rechtlichen Invaliditätsdefinition im Wesent lichen übereinstimmt, besteht grundsätz- lich eine Bindungswirkung der Pensionskasse an den IV-Rent enentscheid vom 22. September 2005. Anders gestaltet sich die Rechtslage hinsichtlich der Revisionsverfügung vom 4. Novem- ber 2010. Diese kann schon allein aus dem Grund, dass di e Revisionsverfügung vom 4. November 2010 der Pensionskasse nicht eröffnet wurde, keine Bindungswirkung entfalten. Im Zusammenhang mit IV-Revisionsverfügungen ist zudem zu b eachten, dass gemäss bun- desgerichtlicher Rechtsprechung die Bindungswirkung ein es von der IV-Stelle ermittelten Inva- liditätsgrades für die Vorsorgeeinrichtung grundsätzl ich bis zur Änderung des Anspruchs ge- stützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG (materielle Revision) od er allenfalls auf Art. 53 Abs. 1 oder 2 ATSG (prozessuale Revision, Wiedererwägung; BGE 133 V 6 7) bestehen bleibt. Für den Be- reich der weitergehenden Vorsorge kann das Reglement im Rahmen der verfassungsmässigen Schranken (wie Rechtsgleichheit, Willkürverbot und Verhäl tnismässigkeit; BGE 140 V 348 E. 2.1) eine eigene Ordnung aufstellen (Urteil des Bunde sgerichts vom 16. Juni 2015, 9C_457/2014, E. 3,6; BGE 141 V 127 E. 5.2, 138 V 40 9). Vorliegend sieht das Reglement der Pensionskasse in Bezug auf Rentenanpassungen keine abweiche nde Regelung vor. Dies be- deutet, dass für eine Revision der Rente der in der IV massgebende Art. 17 Abs. 1 ATSG oder allenfalls Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG analog anwendbar ist, und zwar auch im Bereich der wei- tergehenden Vorsorge. Damit ist die Pensionskasse auch au fgrund der verfügten Rentenerhö- hung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG ab 1. Juni 2010 nicht mehr an den ursprünglichen Ren- tenentscheid gebunden. 4.1 Die Pensionskasse bestreitet ihre Bindungspflicht an den Rentenentscheid vom 22. Sep- tember 2005 nicht. Demgemäss sieht sie sich auch an den da rin von der IV-Stelle festgelegten Beginn des Rentenanspruchs per 1. Februar 2003 bzw. der einjährigen Wartefrist per 1. Feb- ruar 2002 gebunden. Da dieser Zeitpunkt ausserhalb d er Versicherungszeit liegt, verneint sie eine Leistungspflicht. Auf Seiten des Klägers steht fest, dass dieser die Verfügung vom 22. September 2005 auch nicht angefochten hat. Er mu ss sich deshalb grundsätzlich den IV- rechtlichen Beginn der Wartezeit am 4. Februar 2002 a ls im Sinne von Art. 23 lit. a BVG mass- gebender Zeitpunkt für die Bestimmung der leistungspf lichtigen Vorsorgeeinrichtung entgegen- halten lassen, ausser dieser erweist sich als offensichtli ch unhaltbar (Urteile des Bundesge- richts vom 17. August 2016, 9C_308/2016, E.2.1.1 und vo m 10. August 2016, 9C_289/2016, E. 3.2; BGE 130 V 501 nicht publizierte E. 2.3.1 mit Hinweisen [= SVR 2005 BVG Nr. 5 S. 15 E. 2.3.1]). Genau eine solche offensichtliche Unhaltbar keit macht der Kläger geltend. Zur Be- gründung bringt er vor, gemäss medizinischer Aktenlage sei erwiesen, dass er bereits ab Feb- ruar 2000, also während der Versicherungszeit, in recht serheblichem Ausmass arbeitsunfähig geworden sei. Es stellt sich somit die Frage, ob der von der IV-Stelle festgesetzte Beginn der Wartefrist per 1. Februar 2002 offensichtlich unhaltbar ist. 4.2 Für die Beurteilung der Frage, ob sich die Invalid itätsbemessung der IV als offensichtlich unhaltbar erweist und aus diesem Grund nicht verbindlich ist, ist auf die Aktenlage abzustellen, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht wie sie sich bei Verfügungserlass (hier: 22. September 2 005) präsentierte (vgl. H ANS -ULRICH STAUFFER , Die berufliche Vorsorge, Zürich/Basel/Genf 2013, z u Art. 23 BVG S. 60). Die An- nahme einer offensichtlichen Unhaltbarkeit ist an streng e Voraussetzungen geknüpft. Es wird eine qualifizierte, augenfällige und sofort erkennbare Fehlerhaftigkeit des IV-Entscheides ver- langt. Der IV-Entscheid muss somit eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtssatz krass ver- letzen, sich mit sachlichen Gründen schlechterdings nicht ver treten lassen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen. Ein Be ispiel dafür ist eine einseitige Würdi- gung medizinischer Gutachten (MARKUS MOSER , Die berufsvorsorgerechtliche Bindungswirkung von IV-Entscheiden: Ruhekissen oder Prokrustesbett?, in: AJ P 2002, S. 927). Offensichtliche Unhaltbarkeit ist auch dann anzunehmen, wenn klare und aktenkundige Tatsachen übergangen werden (M ARC HÜRZELER , Invaliditätsproblematiken in der beruflichen Vorsor ge, Ba- sel/Genf/München 2006, S. 202 f.). Eine Beweiswürdigun g ist jedoch nicht bereits unhaltbar, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar ist oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst, wenn der Entscheid zur tatsächlichen Situation im Widersp ruch steht oder auf einem offenkun- digen Fehler beruht (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Februar 2010, 9C_73/2009, E. 3.2). 4.3 Gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden U ntersuchungsgrundsatz haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen und ohne Bindung an die Parteibegehren für die richtige und vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen (vgl. Art. 73 Abs. 2 BVG; BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 1 58 E. 1a). Dabei schliesst der Untersu- chungsgrundsatz die Beweislast im Sinne einer Beweisfü hrungspflicht begriffsnotwendig aus. Im Prozess nach Art. 73 BVG tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur inso- fern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu U ngunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will. Nach der Praxis des Bundesge- richts liegt die Beweislast bei anspruchsbegründenden Tatfragen demzufolge bei der Partei, die den Anspruch geltend macht. Bei anspruchsaufhebenden Ta tfragen liegt sie bei der Partei, die sich auf das Dahinfallen des Anspruches beruft (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Diese Beweisregeln kommen allerdings erst dann zur Anwendung, wenn es sich als unmöglich er- weist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund e iner Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiege nde Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Vorliegend geht es um den Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Beweislast und damit die Folgen der Beweislosigkeit trägt demnach der Kläger. 5.1 Die medizinischen Berichte, die während des Vorsorgeve rhältnisses vom 18. Oktober 1998 bis 31. Juli 2000 (inkl. Nachdeckungsfrist) erstellt wurden, sind spärlich. So äusserten sich während der Versicherungsdauer lediglich der Hausarzt, Dr. med. F.____, FMH Innere Medizin, und Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa- rates, zum Gesundheitszustand des Klägers. Dr. F.____ fü hrte in seinem Bericht vom 21. Mai 2000, welcher in den Akten als Fax vorliegt und im Nam en des Praxiskollegen, Dr. med. H.____, versandt wurde, als Diagnosen eine Lumboischialg ie S1 rechts, eine Adipositas mag- na, eine Hyperlordose der Lendenwirbelsäule (LWS) und einen leichten Beckenschiefstand mit entsprechender Skoliose auf. Beschwerden seien mit ein er gewissen Latenz nach dem Umzug des Klägers aufgetreten. Sie seien jetzt eindeutig rückl äufig. Vom 1. Februar 2000 bis 20. Feb- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ruar 2000 sei der Versicherte zu 100 %, vom 21. Februar 2000 bis 27. Februar 2000 zu 50 % und vom 17. April 2000 bis 9. Mai 2000 aufgrund eines Rückfalls wieder zu 100% arbeitsunfä- hig gewesen. Ab dem 10. Mai 2000 habe eine 75%ige Ar beitsfähigkeit bestanden. Am 31. Mai 2000 berichtete Dr. G.____, dass der Kläger bei länger em Stehen Probleme mit den Füssen habe. Er verschrieb ihm Schaumstoffeinlagen mit retrocapitaler Abstützung und das Tragen von luftdurchlässigen Baumwollsocken. Über die Arbeitsfähigke it äusserte er sich nicht. Andere echtzeitliche Berichte sind den Akten nicht zu entnehmen. 5.2 Bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Rentenverfügung vo m 22. September 2005 liegen folgende medizinische Beurteilungen vor, welche Aufschluss über den Gesundheitszustand des Klägers während der Versicherungsdauer geben könnten: Ge mäss Bericht der behandelnden Ärzteschaft des Spitals I.____ vom 9. Oktober 2000 habe der Kläger wegen persistierender, diffuser Bauchschmerzen die Notfallstation aufgesucht und sei dort anschliessend vom 25. Sep- tember 2000 bis 3. Oktober 2000 hospitalisiert gewesen. Als Diagnose hielt sie eine Depression mit Somatisierungstendenz fest. In der Beurteilung führ te sie aus, dass der Kläger unter einer familiären Konfliktsituation leide. Für die geklagten somatischen Beschwerden hätten keine ob- jektivierbaren Pathologien gefunden werden können. Ein e organische Ursache für die Depres- sion liege nicht vor. Unter Therapie habe sich eine deutliche Besserung des Allgemeinbefindens eingestellt, so dass der Kläger in die ambulante psychiatrische Weiterbetreuung habe entlassen werden können. 5.3 Dr. F.____ diagnostizierte in seinem Arztbericht v om 27. Juni 2001 eine Depression mit ausgeprägter Somatisierungstendenz, welche seit Frühja hr 2000 bestehe. Weiter ist dem Be- richt zu entnehmen, dass der Kläger an pathologischer Sp ielsucht gelitten habe und bei Dr. med. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in B ehandlung stehe. Für eine weitere Beurteilung des Gesundheitszustandes des Klägers verwies Dr . F.____ auf die Berichte des Spitals I.____ vom 9. Oktober 2000 und der Klinik K.__ __, wo sich der Kläger vom 8. Mai 2001 bis 5. Juni 2001 stationär aufhielt. 5.4 Die behandelnden Ärzte der Klinik K.____ nannten in ihren Berichten vom 6. und 29. Juni 2001 als Diagnosen ein Dekonditionierungssyndro m bei chronischem Lumbovertebral- syndrom, Knieschmerzen sowie neurovegetative Beinschmerze n, eine therapierte Depression, einen Nikotinabusus und Übergewicht. Der Kläger sei vom behandelnden Psychiater eingewie- sen worden, um das Dekonditionierungssyndrom zu behandeln . Zu Beginn habe der Kläger einen selbstunsicheren, leidenden Eindruck gemacht. Sein Verhalten lasse auf eine depressive Grundstimmung bei einer selbstunsicheren, wenig durchse tzungsfähigen Persönlichkeit schliessen. Auf die psychologische Betreuung hin, im Spezie llen auf die kognitiven Problembe- wältigungsstrategien, habe sich sein psychisches Befinden verbessert. Bei Austritt habe jedoch immer noch eine leichte Unsicherheit bezüglich des Umgang s mit den körperlichen Problemen bestanden. Gegenüber der IV-Stelle wurden im Bericht vom 18. September 2001 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein seit ei nem Jahr bestehendes chronisches Lum- bovertebralsyndrom bei Fehlhaltung und muskulärer Dysbalance, mässigen degenerativen Ver- änderungen im Sinne einer Chondrose L5/S1 und auffä lliger unisegmentaler Sklerosierung so- wie eine Depression mit Somatisierungstendenz, welche i m Verlauf mit Exazerbation vor rund Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht einem Jahr zugenommen habe, aufgeführt. Als Maschinenschl osser sei er seit dem 25. Sep- tember 2000 vollständig arbeitsunfähig. Da die uniseg mentalen Veränderungen im Bereich der L2 die ausgeprägten Schmerzen nicht erklären könnten, s eien die körperlichen Beeinträchti- gungen hinsichtlich der attestierten vollständigen Arbe itsunfähigkeit nicht massgebend. Wahr- scheinlich sei dafür die deutliche Depression mit Somatisie rungstendenz verantwortlich. Even- tuell könnte der Kläger wieder ins Arbeitsleben integr iert werden, wenn er eine nicht so stark körperlich orientierte Tätigkeit ausübe. 5.5 Im Auftrag von Dr. F.____ fand am 12. Juli 2001 aufgrund von Rückenschmerzen eine bildgebende Untersuchung statt. Der zuständige Radiolo ge stellte thoraco-lumbale Scheuer- mann-Residuen und eine starke Diskusprotrusion Th12/L1 be i sklerotischer Veränderung der L1 fest. Es gebe keine Hinweise auf eine Spondylodiscitis oder eine Arthritis (vgl. Bericht des damaligen L.____). 5.6 Am 27. Juli 2001 bestätigte der behandelnde Psychi ater, Dr. J.____, dass er den Kläger seit 19. September 2000 behandle. Für die Diagnosestel lung verwies er auf den Bericht der Klinik K.____ vom 18. September 2001. Aus seiner Sicht sei der Kläger für längere Zeit zu 100 % arbeitsunfähig. Ausserdem legte er den Bericht des Sp itals I.____ vom 21. November 2000 bei, aus welchem hervorgeht, dass eine Schädel-CT einen unauffälligen Befund ergab. 5.7 Im Auftrag des zuständigen Krankentaggeldversichere rs wurde der Kläger am 11. Sep- tember 2001 in der Klinik M.____ untersucht. Im Berich t vom 31. Oktober 2001 hielten die un- tersuchenden Fachpersonen eine chronifizierte depressive Störung mittelgradiger Ausprägung mit somatischen Symptomen fest. Der Kläger sei deswegen momentan vollständig arbeitsunfä- hig. 5.8 Mit Schreiben vom 21. Februar 2002 wies Dr. J.__ __ den Kläger aufgrund seiner psy- chischen Leiden (Depression, soziale Phobie, Spielsucht und Schmerzen) in die Klinik N.____ ein; dieser hielt sich dort vom 4. Februar 2002 bis 30. August 2002 auf. Dem Bericht der Klinik N.____ vom 7. November 2002 sind als Diagnosen mit Auswi rkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein pathologisches Glücksspiel seit ca. 5 Jahren, eine mit telgradige depressive Episode mit somatischem Symptom seit ca. Oktober 2002, ein Verdacht a uf eine emotional-instabile Per- sönlichkeitsstörung seit Kindes- und Jugendalter, ein Dek onditionierungssyndrom bei chroni- schem Lumbovertebralsyndrom, Knieschmerzen und neuroveget ative Beinschmerzen, beste- hend seit mehreren Jahren, zu entnehmen. In der Anamnese wurde festgehalten, dass der Klä- ger seit Oktober 2000 wegen seinen seelischen und körp erlichen Erkrankungen krankgeschrie- ben worden sei. Aufgrund der depressiven und persönlic hkeitsbedingten Störungen beständen Einschränkungen in der Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Durchhaltefähigkeit, im Antrieb und in der Motivation. Ausserdem lägen autoaggressive un d selbstdestruktive Tendenzen vor, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten, und psychoso matische Projektionen, die wahr- scheinlich die effektiv vorhandenen schmerzhaften muskulären und arthrotischen Störungen subjektiv verstärkten. Während des Aufenthalts in der Klinik N.____ sei der Kläger aus psychiat- rischen Gründen zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Danach bestehe eine 50%ige Arbeitsfähig- keit. Dabei könne er aufgrund der muskulären und arthr otischen Störungen keine schweren Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht körperlichen Arbeiten mehr ausführen. Eine abschliessend e Zumutbarkeitsbeurteilung aus so- matischer Sicht müsse jedoch durch einen Orthopäden vorge nommen werden. In psychiatri- scher Hinsicht sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. 5.9 Während der Hospitalisation in der Klinik N.____ b egutachtete Dr. med. O.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, den Kläger im Auftrag de r IV-Stelle. In seinem Gutachten vom 24. Mai 2002 hielt er als Diagnosen pathologisches Spi elen, eine kombinierte Persönlichkeits- störung (histrionisch-narzisstisch; Differentialdiagnose: e motionale instabile Persönlichkeitsstö- rung, Typus Borderline), eine somatoforme Schmerzstörun g (Differentialdiagnose: dissoziative Störung gemischt) und einen Nikotinabusus fest. In der Anamnese führte er aus, dass der Klä- ger ca. 1994 mit Spielen begonnen und deswegen heute hohe Schulden habe. Neben der Spielsucht ständen Knie-, Rücken- und Hüftschmerzen im Vo rdergrund. Aufgrund der unerträg- lichen Schmerzen und der ehelichen Streitigkeiten sei der Kläger depressiv geworden. Er zeige auf somatischer Ebene einen Symptomenkomplex, der deutli ch auf eine psychosomatische Entwicklung hinweise. Es bestehe eine einfach strukturiert e, histrionisch-narzisstische Persön- lichkeit. Da der Kläger sich zurzeit in der Klinik N.____ befinde, sei er momentan zu 100 % ar- beitsunfähig. Eine abschliessende Beurteilung der Arbe itsfähigkeit könne erst nach Abschluss der therapeutischen Massnahmen vorgenommen werden. Er se i der Auffassung, dass dem Kläger eine Willensanstrengung zur Überwindung seiner Spielsucht und seiner psychosomati- schen Beschwerden zugemutet werden könne. Daher gehe er davon aus, dass der Kläger in der Lage sei, ohne jegliche Gefährdung seiner Gesundh eit eine leidensangepasste Tätigkeit auszuüben. 5.10 Eine umfassende Abklärung des Gesundheitszustandes de s Klägers mit den Disziplinen Rheumatologie, Psychiatrie und Innere Medizin fand schl iesslich in der MEDAS Basel Anfang Dezember 2003 statt. In der Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter als Diagnosen mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen hochgradigen Ve rdacht auf eine Persönlichkeitsstörung, eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgr adige Episode, ein pathologisches Spie- len, ein chronisches Lumbovertebralsyndrom bei leichter Instabilität L2/3, weniger auch L1/2, bei Verdacht auf eine Spondylolyse L2 und pseudoradikul ären Ausstrahlungen vor allem ins rechte Bein sowie ein Anterior Knee Pain bei Patella baja fest. Die somatischen Beeinträchti- gungen an der LWS seien so gering, dass sie keinen Einf luss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Bei der Ausübung des Berufes als Service-Mechaniker sei nich t zu erwarten, dass langes Ar- beiten in kniender oder gebückter Stellung oder das T ragen von schweren Lasten erforderlich seien. Die belastungsabhängigen Knieschmerzen hätten dah er keinen nennenswerten Einfluss auf die bisher ausgeübte Erwerbstätigkeit des Klägers. Insgesamt bestehe aus rein somatischer Sicht in der angestammten Tätigkeit eine vollständige Ar beitsfähigkeit. Dem fachpsychiatri- schen Gutachten vom 3. Dezember 2003 ist zu entnehmen, d ass es nebst der von den Vorgut- achtern diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störun g sowie dem pathologischen Glücksspiel Hinweise auf eine Vernachlässigung der eigene n Person gebe, was möglicher- weise Ausdruck der vom Kläger beschriebenen Schwierigkeiten bei der Alltagsbewältigung sein könne. Die von der Klinik N.____ gestellte Diagnose ei ner Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen Anteilen sei weiterhin zu diskutieren, da aktuell mehrere diagnostische Anhaltspunkte für eine kombinierte Persönlichkeitsstörung vorlägen. Aufgrund der Aktenlage und der Angaben Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Klägers sei von einer zunehmend sozial desintegrative n Entwicklung auszugehen, die mit einem Leidensdruck verbunden sei und seit 1998 zu einem zunehmenden sozialen Abstieg mit Verlust der Familie, der Arbeitsstelle, der Arbeitsfähi gkeit und der eigenen Wohnung geführt habe. Die depressive Störung sei wahrscheinlich als sekund äre Folge der Persönlichkeitsstö- rung zu werten. Aus psychiatrischer Sicht sei der Kläger in jeglicher leidensangepassten Tätig- keit zu 50 % in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtig t. Diese Einschränkung beziehe sich auf eine dem körperlichen Leiden angepasste Tätigkeit in d er freien Wirtschaft. In einem geschütz- ten Rahmen könne er im Rahmen einer beruflichen Massnahme ein volles Pensum absolvieren. Diese Beurteilung gelte ab dem Datum der Hospitalisati on in der Klinik N.____, d.h. ab 4. Feb- ruar 2002, wobei während des dortigen stationären Aufenthalts eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Demzufolge gelte die 50%ige Arbeitsf ähigkeit ab 30. August 2002. Auf Anfra- ge der IV-Stelle führte der fallführende MEDAS-Arzt am 21. Januar 2004 präzisierend dazu aus, dass für jegliche Tätigkeit ohne Hebebelastungen über 2 5 kg aktuell eine 50%ige Arbeitsfähig- keit in der freien Wirtschaft bestehe. Unter geeigneter Führung, z.B. in einem geschützten Rahmen, sei bereits jetzt von einer vollen Arbeitsfä higkeit auszugehen. Bei sehr guter Betreu- ung könnte der Kläger innert eines Jahres, grundsätzlich eine leidensangepasste Tätigkeit in der freien Wirtschaft zu 100 % ausüben. 6.1 Gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 31. Dezember 20 03 sprach die IV-Stelle dem Kläger mit Verfügung vom 22. September 2005 eine ha lbe Invalidenrente zu und legte den Be- ginn der Wartefrist auf den 4. Februar 2002 fest. Dam it folgte sie den Ausführungen der Gut- achter, welche einzig die psychischen Beeinträchtigungen a ls invalidisierend betrachteten und den Beginn der relevanten Arbeitsunfähigkeit mit dem Eintritt des Klägers in die Klinik N.____ gleichsetzten (vgl. Gutachten S. 15). Ein Blick in die me dizinischen Berichte zeigt jedoch auf, dass bereits vorher Arbeitsunfähigkeiten aus psychischen Grün den attestiert wurden. So schrieben die behandelnden Ärzte der Klinik K.____ den Kläger seit 25. September 2000 we- gen einer Depression mit Somatisierungstendenz in seiner angestammten Tätigkeit als Maschi- nenschlosser vollständig arbeitsunfähig (vgl. Bericht vom 1 8. September 2001). Auch Dr. J.____ schätzte den Kläger gemäss seinem Bericht vom 27. Juli 2001 aufgrund psychischer Beeinträchtigungen als zu 100 % arbeitsunfähig. Ausserd em bestätigte die damalige Klinik M.____ am 31. Oktober 2001 ebenfalls eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit liegt jedoch bei all diesen Einsch ätzungen ausserhalb der Versicherungsde- ckung vom 18. Oktober 1999 bis 31. Juli 2000. Bescheinigung en über Arbeitsunfähigkeiten während der Versicherungsdauer erfolgten lediglich durch Dr. F.____ (vgl. Bericht vom 21. Mai 2000). Aufgrund seiner Diagnosestellung (Lumboischialgie S1, Adipositas magna, Hyperlordose der LWS und leichter Beckenschiefstand mit Skoliose) ist j edoch davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeiten auf somatische Beeinträchtigunge n zurückzuführen sind und somit für die IV-Stelle bei der Festsetzung des Beginns der Wartefri st unbeachtlich waren. So ging die IV- Stelle im Rahmen der beruflichen Eingliederungsmassnah men in ihren Mitteilungen vom 20. Februar 2003 und 9. Mai 2005 noch davon aus, dass der Kläger ab 25. September 2000 in der angestammten Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig sei. Ob bei dieser Sachlage der Beginn des Wartejahres bzw. der Arbeitsunfähigkeit per 1. Februar 2002 als offensichtlich unhaltbar im Sin- ne der Rechtsprechung bezeichnet werden kann, ist bei den strengen Voraussetzungen für die Annahme einer Unhaltbarkeit fraglich. Auf eine weiter e Auseinandersetzung mit diesem Thema Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann jedoch mit Blick auf das Ergebnis einer Prüfung der berufsvorsorgerechtlichen Vorausset- zungen des Rentenanspruchs verzichtet werden. 6.2. Der Anspruch auf Invalidenleistungen setzt unter anderem einen engen sachlichen Zu- sammenhang zwischen der während des Vorsorgeverhältnisses e ingetretenen Arbeitsunfähig- keit und der späteren Invalidität voraus. Der sachliche Konnex ist gegeben, wenn der Gesund- heitsschaden, welcher zur Arbeitsunfähigkeit geführt h at, im Wesentlichen derselbe ist, wie er der Erwerbsunfähigkeit zugrunde liegt (BGE 134 V 20 E . 3.2). Die Arbeitsunfähigkeit ist rele- vant, wenn eine erhebliche und dauerhafte Einbusse an f unktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich besteht. Diese muss mindestens 20 % betragen (BGE 134 V 20 E. 3.2.2; vgl. auch Art. 6 ATSG und BGE 130 V 343 E. 3.1). Es wird zwar in der Re- gel, aber nicht in jedem Fall zwingend eine echtzeitl ich ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit zum rechtsgenüglichen Nachweis einer berufsvorsorgerechtl ich relevanten Einbusse an funk- tionellem Leistungsvermögen verlangt (Urteile des Bunde sgerichts vom 11. Juni 2008, 9C_96/2008, E. 3.2.2 und vom 11. Februar 2008, B 152/06, E. 6.3). 6.3 Gemäss bundesgerichtlicher Praxis ist der sachliche Zusam menhang auch dann gege- ben, wenn die bei noch bestehender Versicherungsdeckung e ingetretene Arbeitsunfähigkeit somatisch, die Anspruch auf eine Invalidenrente begründende Invalidität aber psychisch bedingt ist. Notwendige Bedingung dafür ist aber, dass sich das psych ische Leiden schon während des Vorsorgeverhältnisses manifestiert und das Krankheitsgesch ehen erkennbar mitgeprägt hat. Für die Bejahung des sachlichen Konnexes ist in solchen K onstellationen in der Regel nicht vorausgesetzt, dass während der Dauer des Vorsorgeverhäl tnisses bzw. vor dem Ende der Nachdeckungsfrist die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit mindestens zu 20 % einge- schränkt war (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2017 , 9C_583/2016, E. 5.1). Umso grössere Bedeutung kommt deshalb dem Nachweis der Manifestation des psychischen Leidens und dessen erkennbaren Mitprägung des Krankheitsgesche hens während der Versicherungs- dauer zu, weshalb an ihn keine zu geringen Anforderung en gestellt werden dürfen. Verlangt sind grundsätzlich echtzeitliche Belege, aus denen sich all enfalls im Verbund mit späteren fachärztlichen Berichten gewichtige Anhaltspunkte ergeben, wonach bei noch bestehender Ver- sicherungsdeckung psychische Beeinträchtigungen mit Auswirk ungen auf das Krankheitsge- schehen bestanden (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Janu ar 2017, 9C_583/2016, E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). Die entsprechenden Nachweise hier für dürfen nicht durch nachträgli- che Annahmen und spekulative Überlegungen, wie etwa e ine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, e rsetzt werden. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizini schen Einschätzung (Urteil des Bundesgerichts vom 11. September 2008, 9C_368/2008, E. 2 mit Hinweisen; SVR 2010 IV Nr. 17, 8C_195/2009, E. 5). Unter diesem Blickwinkel ist ein enger sachlicher Zusammenhang auch dann zu verneinen, wenn während der Versichertene igenschaft einzig Arbeitsunfähigkei- ten attestiert wurden, die ausschliesslich auf ein somatische s Leiden zurückzuführen sind, selbst wenn es naheliegend erscheint, dass das somatische Le iden schon damals Einfluss auf die seelische Befindlichkeit der versicherten Person und d ie psychosoziale Situation hatte (vgl. MARC HÜRZELER , BVG und FZG, Jacques-André Schneider/Thomas Geiser/Thomas Gäch- ter [Hrsg.], Bern 2010, S. 362 mit Hinweisen). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 In Fällen, in denen die bei bestehender Versicher ungsdeckung eingetretene Arbeitsun- fähigkeit somatisch, die Anspruch auf eine IV-Rente b egründende Invalidität jedoch psychisch bedingt sind, und die Manifestation der psychischen Beei nträchtigungen im Sinne der obigen Ausführungen gegeben ist, ist weiter vorausgesetzt, dass vor der Einstellung der Verschlechte- rung des psychischen Gesundheitszustandes während der Versicherungsdauer eine dauerhafte somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % bestanden hat und die Arbeits- unfähigkeit nachfolgend nicht mehr anspruchshemmend unt erbrochen wurde (Urteil des Bun- desgerichts vom 12. November 2015, 9C_115/2015, E. 6.3 .2). Liegt keine längerfristige soma- tische Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % vor, steht also aus rechtlicher Sicht nur eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen im Raum, hän gt es für die Bejahung des engen sachlichen Zusammenhangs davon ab, ob die versicherte Per son während der Versicherungs- deckung aus psychischen Gründen zu mindestens 20 % arbeitsunfähig war (Urteil des Bundes- gerichts vom 12. November 2015, 9C_115/2015, E. 8). 6.5 Vorliegend sind sich die Parteien einig, dass der K läger anfänglich aus somatischen Gründen wiederholt arbeitsunfähig geschrieben wurde u nd der Gesundheitsschaden, der zur Invalidität führte, ausschliesslich psychischer Natur ist. Die Pensionskasse bestreitet nun den sachlichen Zusammenhang zwischen der während des Vorsorgeverh ältnisses eingetretenen somatischen Arbeitsunfähigkeit und der rentenbegründenden Invalidität aus psychischen Grün- den, weil das psychische Leiden während der Versicherung sdauer bei der Pensionskasse we- der in Erscheinung getreten sei noch das Krankheitsgescheh en erkennbar mitgeprägt habe. Dies ist zu prüfen. 7.1 In Würdigung der vorliegenden medizinischen Gutach ten und Berichte ist festzustellen, dass es gewisse Anzeichen für das Vorliegen einer psychisch en Symptomatik – wie der Kläger geltend macht - in Form von einer gegenseitigen Wechse lwirkung zwischen den somatischen und psychischen Beeinträchtigungen während des Vorsorgev erhältnisses des Klägers mit der Pensionskasse gibt. Es ist daher auch möglich, dass der Klä ger aufgrund seiner psychischen Beeinträchtigungen ungenügende Arbeitsleistungen erbrachte, welche Grund für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch die ehemalige Arbeitgeber in waren (vgl. Kündigungsschreiben vom 17. Mai 2000, Arbeitszeugnis vom 30. Juni 2000 und F ragebogen Arbeitgeber vom 12. Juli 2001). Diese Anhaltspunkte reichen jedoch nicht aus, um den für die Leistungspflicht der Pen- sionskasse erforderlichen engen sachlichen Zusammenhang zu b ejahen. Entscheidend ist, ob sich die psychischen Probleme des Klägers bis Ende Juli 2000 (inkl. Nachdeckungsfrist) konk- ret auf das Arbeitsverhältnis nachteilig bemerkbar machten und sich auf das Krankheitsgesche- hen erkennbar auswirkten. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Dr. F.____ und Dr. G.____ berich- teten während der Versicherungszeit von keiner psychischen E rkrankung, sondern einzig von Beschwerden an den Füssen (vgl. Bericht von Dr. G____ vom 31. Mai 2000) und an der LWS (vgl. Bericht von Dr. F.____ vom 21. Mai 2000). Die von Dr. F.____ bescheinigten Arbeitsunfä- higkeitsperioden stimmen in etwa auch mit den von der ehemaligen Arbeitgeberin angegebenen Krankheitsabsenzen des Klägers überein (vgl. Fragebogen Arbeitgeber vom 12. Juli 2001). Gemäss den vorliegenden Akten ist das psychische Krankheitsge schehen des Klägers frühes- tens ab Mitte September 2000 erkennbar. So nahm der Kläger erstmals rund 2 ½ Monate nach Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsbeendigung am 19. September 2000 eine psychiat rische Betreuung und zwar durch Dr. J.____ in Anspruch (vgl. Bericht vom 27. Juli 2001). 6 Tage später stellte er sich notfallmäs- sig im Spital I.____ wegen Bauchschmerzen vor. Da währen d des anschliessenden dortigen stationären Aufenthalts keine objektivierbare Pathologie für die geklagten somatischen Schmer- zen gefunden werden konnte, erlangte der psychische Gesun dheitszustand des Klägers im Rahmen der medizinischen Abklärungen an Bedeutung. Die nicht auf dem Fachgebiet der Psy- chiatrie ausgebildeten Mediziner gingen von einer depressiven Erkrankung aus und versuchten, eine stationäre psychiatrische Behandlung einzuleiten, w elche jedoch vom Kläger abgelehnt wurde, da er weiterhin bei Dr. J.____ in ambulanter Behandlung bleiben wollte. Im weiteren Verlauf verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Klägers und es folgten bis zur erstma- ligen Rentenzusprache stationäre Aufenthalte in der Klinik K.____ (vom 8. Mai 2001 bis 5. Juni 2001) und in der Klinik N.____ (vom 4. Februar 2002 b is 30. August 2002). Dabei nahmen die psychiatrischen Fachärzte an, dass frühestens ab Mitte Sept ember 2000 eine Arbeitsunfähig- keit aus psychischen Gründen bestanden habe. Aufgrund diese s aktenkundigen Krankheitsver- laufs und der Tatsache, dass die während des Arbeitsverhä ltnisses aufgetretenen Arbeitsab- senzen von Dr. F.____ mit somatischen Leiden begründet wurden und für die Beeinträchtigun- gen am Rücken auch objektive Befunde vorlagen (vgl. Ber icht des damaligen L.____ vom 12. Juli 2001), kann nicht mit dem im Sozialversicherun gsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werd en, die psychische Problematik habe sich während der Versicherungszeit bei der Pensionska sse manifestiert und erkennbar auf das Krankheitsgeschehen des Klägers ausgewirkt. Daran ändert auch die Feststellung von Dr. F.____ in seinem Bericht vom 27. Juni 2001, wonach e ine Depression mit Somatisierungs- tendenz bereits im Frühjahr 2000 bestanden habe, nichts, bescheinigt er doch damit noch keine Arbeitsunfähigkeit. Zudem fehlt es hierfür an einer Begründung. Auch der Kläger ging in seiner IV-Anmeldung vom 25. Mai 2001 davon aus, dass sein psychi sches Leiden erst ab 25. Sep- tember 2000 seine Arbeitsfähigkeit beeinflusst hat (vgl. Ziffer 7.3). In dieser Hinsicht bezeichne- te er denn auch in seiner Replik vom 15. August 2018 den stationären Aufenthalt im Spital I.____ vom 25. September 2000 bis 3. Oktober 2000 als e inen "wichtigen Meilenstein seiner Erkrankung". Aufgrund dieser Ausführungen kann nicht g esagt werden, das IV- rentenbegründende psychische Leiden des Klägers sei währen d der Dauer der Versicherungs- deckung, also vor September 2000, in rechtsgenüglicher Weise in Erscheinung getreten und habe das Krankheitsgeschehen erkennbar mitgeprägt. Der enge sachliche Zusammenhang zwischen der somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit währe nd der Versicherungsdeckung bei der Pensionskasse und der späteren Invalidität aus psychisch en Gründen ist daher zu vernei- nen. 7.2 Zu keinem anderen Ergebnis führt der Bericht des Ve rtrauensarztes der Pensionskasse vom 20. Februar 2006. Dieser ist der Ansicht, dass der Kl äger die Gesundheitserklärung bei Eintritt in die Pensionskasse nicht vollständig und wahrhe itswidrig ausgefüllt habe. Mit Verweis auf das MEDAS-Gutachten vom 31. Dezember 2003 versucht e er nachzuweisen, dass die de- pressive Symptomatik, die Persönlichkeitsstörung, die pathol ogische Spiel-, Drogen- und Niko- tinsucht sowie die pathologische Essstörung bereits vor de r Aufnahme in die Pensionskasse bestanden hätten. Demgegenüber stellte er aber auch f est, dass den Akten keine durchgehen- de Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % vor dem Ein tritt in die Pensionskasse entnommen Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden könne. Dennoch kam er zur Auffassung, dass die Kün digung der ehemaligen Arbeitge- berin klar auf die emotionale, instabile Persönlichkeitss törung mit diversen pathologischen Süchten zurückzuführen sei und deshalb eine Arbeitsunfäh igkeit bereits vor der Aufnahme in die Pensionskasse bestanden habe. Da nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit von 50 % vorgelegen ha be, bestehe eine "volle Kausalität" zwischen dem Leiden zu Beginn der Arbeitsunfähigkeit und der heutigen Invalidität. In der Folge bezeichnete er den vom Expertenteam der MEDAS festgeleg ten Beginn der Arbeitsunfähigkeit auf den 4. Februar 2002 als "nicht ganz korrekt". Bei ge nauerer Betrachtung der vom Vertrau- ensarzt angegebenen Textstellen im MEDAS-Gutachten ist f estzustellen, dass es sich dabei lediglich um Aussagen des Klägers handelt, welchen jedoch rechtsprechungsgemäss keine ausschlaggebende Beweiskraft zukommen kann (Urteil des Bu ndesgerichts vom 2. Oktober 2013, 8C_548/2013, E. 5.2.1). Dies gilt hier umso meh r, als das Gutachterteam selbst den Wahrheitsgehalt der Aussagen des Klägers in Frage stellt e und Widersprüche, z.B. im Zusam- menhang mit dem vom Kläger behaupteten Drogenkonsum, aufdeckten (vgl. MEDAS- Gutachten S. 10 und 13). Letztlich stellen die vertraue nsärztlichen Ausführungen lediglich Ver- mutungen dar, lässt sich doch die Auffassung des Vertrauen sarztes nicht anhand objektiver Fakten erhärten. Selbst der Kläger erhebt Zweifel an der Zuverlässigkeit der vertrauensärztli- chen Auffassung, indem er im Zusammenhang mit der von der Pensionskasse geltend gemach- ten Verletzung der Schadenminderungspflicht durch den Kläger ausführt, dass eine massge- bende psychische Erkrankung bei Eintritt ins Vorsorgeverhält nis nicht dokumentiert sei und auch nicht bestanden habe. Damit ist der vertrauensär ztliche Bericht vom 20. Februar 2006 nicht geeignet, um von einer erkennbaren psychischen Erkra nkung vor und während des Versi- cherungsverhältnisses mit der Pensionskasse ausgehen zu können. 7.3 Desgleichen kann aus den im Rahmen der Replik einge reichten Berichten von Dr. C.____ vom 13. Juli 2018 und des D.____ vom 7. August 2 018 hinsichtlich der Frage des en- gen sachlichen Zusammenhangs nichts zu Gunsten des Kläge rs abgeleitet werden. Denn die Berichte enthalten keine Ausführungen, welche sich zum psyc hischen Gesundheitszustand des Klägers während der Versicherungsdauer bei der Pensionskasse äussern. 8.1 Selbst bei einer während der Versicherungsdeckung r echtsgenüglich nachgewiesenen Manifestation der psychischen Problematik des Klägers im Si nne der Rechtsprechung wäre eine Leistungspflicht der Pensionskasse mangels Vorliegens e iner dauerhaften somatischen Arbeitsunfähigkeit zu verneinen (vgl. Erwägung 6.4). Vorliegend sind zwar in der Versiche- rungszeit somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeiten zwischen 50 % und 100 % attestiert worden. Aus dem MEDAS-Gutachten vom 31. Dezember 2003 ergibt sich jedoch, dass der Kläger in der Ausübung seiner angestammten Tätigkeit als Betriebsmech aniker/Instandhaltungsfachmann nicht dauerhaft in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschrä nkt war (vgl. rheumatologisches Fachgut- achten vom 22. Dezember 2003, S. 4). Die Diagnosen e ines chronischen Lumbovertebralsyn- droms und des Anterior Knee Pains sind zwar als solche mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit aufgeführt. Dies ist gemäss MEDAS-Gutachten damit zu erklären, dass dem Kläger nicht mehr zumutbar ist, Arbeiten auszuführen, welche das Heben und Tragen von Gewichten über 25 kg, über Tischhöhe sowie mit anhaltendem Knien am Boden ohne Polsterungen erforderten. Indem der rheumatologische Gutachter die Tätigkeit als Service-Mechaniker als optimal be- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht zeichnet hat, ist davon auszugehen, dass es sich bei den von Dr . F.____ bescheinigten Ar- beitsunfähigkeiten während des Vorsorgeverhältnisses ledig lich um kurzfristige krankheitsbe- dingte Arbeitsplatzabsenzen von wenigen Wochen handelte, welche jedoch für die Begründung der Leistungspflicht der Pensionskasse nicht ausreichen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. Februar 2008, B 152/06, E. 4.3). Für diese Auff assung spricht auch die Tatsache, dass die behandelnde Ärzteschaft des Spitals I.____ während des st ationären Aufenthalts des Klägers vom 25. September 2000 bis 3. Oktober 2000 keine objektiven Befunde für die geklagten soma- tischen Beeinträchtigungen finden konnte (vgl. Bericht v om 9. Oktober 2000). Zwar ist mit dem Bericht der Klinik K.____ vom 18. September 2001 eine Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Maschinenschlosser ab 25. September 2000 dokumentiert. Aus den Ausführungen des behan- delnden Arztes geht hervor, dass er davon ausging, der K läger sei in der B.____ AG als Ma- schinenschlosser tätig und dadurch körperlich stark beansprucht. Die Ausübung einer leichteren körperlichen Arbeit betrachtete er dagegen als möglich. Bei dieser Beurteilung wird jedoch übersehen, dass der Kläger als Betriebselektriker angeste llt war und damit nicht eine solch schwere körperliche Arbeit wie diejenige eines Maschinensch lossers ausführte. Damit steht fest, dass während der Versicherungsdeckung keine dauerhaf te somatisch begründete Arbeits- unfähigkeit von mindestens 20 % ausgewiesen ist. Um bei dieser Sachlage eine Leistungs- pflicht der Pensionskasse auslösen zu können, bedarf es somit einer mindestens 20%igen Ar- beitsunfähigkeit aus psychischen Gründen (vgl. Erwägung 6. 4). Aufgrund der medizinischen Aktenlage steht fest, dass bis Ende Juli 2000 keine psychia trisch begründete Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % ausgewiesen ist, womit eine Leistung spflicht der Pensionskasse entfällt. Da der Kläger die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat (vgl. Erwägung 4.3), können die geltend gemachten Beweisschwierigkeiten nicht zu Lasten der Pensionskasse gehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2017, 9C_630/2017, E. 3). 8.2 Von der vom Kläger beantragten Einholung eines ge richtlichen medizinischen, insbe- sondere fachpsychiatrischen Gutachtens ist abzusehen, da ein e retrospektive Beurteilung der Auswirkungen einer psychischen Erkrankung auf die Arbeitsfä higkeit über mehr als 18 Jahre schwierig ist und daher damit kaum neue Erkenntnisse zu er warten sind . Es wird deshalb auf die Anordnung weiterer Beweismassnahmen verzichtet (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 8.3 Aus dem Gesagten folgt, dass der Kläger mit seinen B egehren mangels Vorliegens eines engen sachlichen Zusammenhangs zwischen der während der Versicherungsdeckung eingetretenen relevanten Arbeitsunfähigkeit und der In validität nicht durchgedrungen ist, wes- halb die Klage abzuweisen ist. Unter diesen Umständen e rübrigt sich die weiteren Vorbringen der Parteien wie Anzeigepflichtverletzung, Rentenhöhe , ungenügende Sachverhaltsabklärung in Bezug auf die Invalidität ab Juni 2010, Verletzung der Schadenminderungspflicht, Verjährung und Höhe des Verzugszinses einer Beurteilung zu unterziehen. 9.1 Gestützt auf Art. 73 Abs. 2 BVG sind für das vorlie gende Verfahren keine ordentlichen Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2.1 Es bleibt über den Antrag des Klägers zu befinden , es sei ihm die unentgeltliche Ver- beiständung zu bewilligen. Nach § 22 Abs. 2 VPO wird der Beschwerde führenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wenn ihr die nötigen Mittel fehlen, ihr Begehren nicht offensichtlich als aussichtslos und die anwaltliche Vertretu ng zur Wahrung ihrer Rechte als not- wendig oder doch geboten erscheint. Diese Voraussetzu ngen sind vorliegend gegeben: Die Bedürftigkeit des Klägers kann gestützt auf die eingerei chten Unterlagen bejaht werden, die Klage kann nicht als offensichtlich aussichtslos bezeichnet werden und die anwaltliche Vertre- tung ist angezeigt gewesen. Dem Kläger ist deshalb die unentgeltliche Verbeiständung mit sei- nem Rechtsvertreter zu bewilligen. 9.2.2 Das Honorar für Anwältinnen und Anwälte beträg t bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde (§ 3 Abs. 2 der Tarifordnung f ür die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Der Rechtsvertreter des Klägers ma chte in seiner Honorarnote vom 13. November 2018 für das vorliegende Klageverfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 53 Stunden und 55 Minuten geltend und wies Auslagen von insgesamt Fr. 480.60 aus. Der bei- gelegten Deservitenkarte ist zu entnehmen, dass er für di e Ausarbeitung der 51-seitigen Replik insgesamt 34 Stunden und 5 Minuten aufwendete. Dieser relativ hohe Stundenaufwand ist inso- fern nachvollziehbar, als die Pensionskasse in ihrer Klageantwort Fragen aufwarf, welche in der Klage nicht Thema waren. Der Kläger bzw. der Rechtsvert reter sah sich in der Folge gezwun- gen, zu jedem einzelnen neuen Vorbringen Stellung z u nehmen. Die umfangreiche Replik zeichnet sich denn auch durch eine sehr sorgfältige und ver tiefte Auseinandersetzung mit der Klageantwort aus. Dennoch erweist sich dieser Aufwand als zu hoch. Die Entschädigung richtet sich nämlich nicht nur nach dem Umfang der Arbeitsleistu ng und dem Zeitaufwand des Rechts- vertreters, sondern auch nach der Schwierigkeit der Stre itsache, welche sich objektiv aus der Komplexität des zu beurteilenden Sachverhalts und der sich stellenden Rechtsfragen sowie aus dem Umfang des zu bearbeitenden Aktenmaterials ergibt . Bei der Beurteilung des Arbeits- und Zeitaufwands darf das Gericht nach ständiger Rechtsprechung auch beachten, dass der Sozial- versicherungsprozess, im Unterschied zum Zivilprozess, von der Untersuchungsmaxime be- herrscht wird, wodurch die Rechtsvertreterin oder der Re chtsvertreter in zahlreichen Fällen die eingehende Abklärung einzelner Rechtsfragen dem Gerich t überlassen darf (Urteil des Bun- desgerichts vom 23. April 2007, I 463/06, E. 8.1). Vor liegend ist der Umfang der Akten nicht sehr gross. Zudem handelt es sich hier nicht um einen komp lizierten Sachverhalt. Auch wenn die Klageantwort neue Rechtsfragen aufwarf und eine erneute Durchsicht der für deren Ausei- nandersetzung relevanten IV- und BVG-Akten eine gewi sse Zeit beanspruchte, waren die neu- en Vorbringen nicht derart komplex, dass sie den geltend gemachten Stundenaufwand gemes- sen an der Schwierigkeit der Streitsache rechtfertigen kö nnen. Im Quervergleich zu ähnlich ge- lagerten Fällen rechtfertigt es sich deshalb, für die R eplik einen Aufwand von 15 Stunden zu entschädigen. Der verbleibende Aufwand von 34 Stunden und 50 Minuten (53 Stunden und 55 Minuten abzüglich 19 Stunden 5 Minuten) erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sach- verhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Dem Rechtsvertret er des Klägers ist deshalb für seine Bemühungen ein Honorar in der Höhe von Fr. 8'080.70 (34 Stunden und 50 Minuten à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 480.60 zuzüglich 7,7 % Mehrw ertsteuer) aus der Gerichtskasse aus- zurichten. Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3 Der Kläger wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Ge setzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht , wonach eine Partei, der die un- entgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlun g verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Klage wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Klägers ein reduziertes Honorar in de r Höhe von Fr. 8'080.70 (inkl. Auslagen und 7,7 %) aus der Gericht skasse ausge- richtet.