B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-7177/2023 A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d v o m 2 1 . A u g u s t 2 0 2 4 Besetzung Einzelrichter Christoph Rohrer, Gerichtsschreiber Milan Lazic. Parteien 1. A._______ AG, 2. B._______ AG, 3. C._______ AG, alle vertreten durch D._______ AG, Beschwerdeführerinnen, gegen E._______, vertreten durch F._______, diese wiederum vertreten durch Prof. Dr. iur. Urs Saxer, Rechtsanwalt,und Dr. iur. Katja Gfeller, Rechtsanwältin, Beschwerdegegnerin, G._______, Vorinstanz. Gegenstand KVG, Festsetzung des zwischen den freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzten und den Versicherern der D._______ AG (…) geltenden TARMED-Taxpunktwertes ab 1. Januar 2019 (Beschluss der G._______ vom […] November 2023). C-7177/2023 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass G._______ (nachfolgend: Vorinstanz) mit Beschluss vom (…) No- vember 2023 den TARMED -Taxpunktwert zwischen den freipraktizieren- den Ärztinnen und Ärzten im Kanton H._______ und den von der D._______ AG vertretenen Versicherern ab dem 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2020 auf Fr. 0.83 (Dispositiv Ziff. 1) und für die Zeit ab 1. Ja- nuar 2021 auf Fr. 0.86 (Dispositiv Ziff. 2) hoheitlich festgesetzt (Beschluss […] vom […] November 2023) und gleichzeitig angeordnet hat, dass der mit Verfügung der G._______ vom (…) Dezember 2018 angeordnete pro- visorische Taxpunktwert von Fr. 0.83 bis zur Rechtskraft des vorliegenden Regierungsratsbeschluss bzw. des definitiven Tarifs in Kraft bleibt (Dispo- sitiv Ziff. 5), dass die Krankenversicherer der D._______ (nachfolgende Beschwerde- führerinnen) gegen diesen Beschluss vom (…) November 2023 mit Ein- gabe vom 22. Dezember 2023 Beschwerde einzig insofern erhoben haben, als ab 1. Januar 2021 der TARMED-Taxpunktwert auf Fr. 0.86 festgesetzt worden ist (Dispositiv Ziff. 2), dass das Beschwerdeverfahren mit Zwischenverfügung vom 23. Februar 2024 auf Antrag der E._______ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) bis am 26. März 2024 sistiert wurde, dass innert der mit verfahrensleitender Verfügung vom 16. April 2024 im fortgesetzten Beschwerdeverfahren angesetzten Frist zur Einreichung ei- ner Vernehmlassung resp. einer Beschwerdeantwort d ie Beschwerdefüh- rerinnen mit Eingabe vom 6. Mai 2024 den Verfahrensantrag stellten, das vorliegende Beschwerdeverfahren sei bis zum Vorliegen des Tarifgeneh- migungsbeschlusses des Regierungsrats des Kantons H._______ in Be- zug auf die zwischen den Parteien vereinbarten Taxpunktwerte für die Ta- rifjahre ab 1. Januar 2019 zu sistieren, dass mit Eingabe vom 8. Mai 2024 auch die Beschwerdegegnerinnen um Sistierung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bis auf Weiteres er- suchten, dass zur Begründung jeweils angegeben wurde, die Beschwerdeführerin- nen und die Beschwerdegegnerin hätten im Rahmen aussergerichtlicher Tarifgespräche eine Einigung in Bezug auf den Gegenstand des vorliegen- den Beschwerdeverfahrens erzielen können, C-7177/2023 Seite 3 dass der Instruktionsrichter nach Anhörung der Vorinstanz mit verfahrens- leitender Verfügung vom 27. Mai 2024 das vorliegende Beschwerdeverfah- ren antragsgemäss vorläufig bis am 31. Oktober 2024 sistiert hat, dass die Vorinstanz mit Eingabe vom 15. Juli 2024 eine Kopie des Tarifver- tragsnachtrags einschliesslich des Genehmigungsentscheids vom (…) Juli 2024 vorlegte (Beschluss […]), und die Beschwerdeführerinnen mit Ein- gabe vom 15. August 2024 den Rückzug der Beschwerde erklärt und die Abschreibung des Verfahrens zufolge rechtskräftig genehmigten Tarif ver- trags beantragt haben, dass im System der Tarifgestaltung des Bundesgesetzes über die obliga- torische Krankenpflegeversicherung Tarifverträge die Regel und die hoheit- liche Tariffestsetzungen die Ausnahme bilden sollen, was bereits aus dem Wortlaut von Art. 43 Abs. 4, Art. 47 Abs. 1 und Art. 49 KVG (vgl. auch BVGE 2013/8 E. 2.4.6) erhellt (BVGE 2014/37 E. 3.5.1), dass das Primat des Tarifvertrages bereits in der Botschaft des Bundesrats vom 6. November 1991 über die Revi sion der Krankenversicherung (BBl 1992 I 93 ff.; nachfolgend: Botschaft KVG 1991) hervorgehoben wurde (vgl. S. 172 und 178) und mit dem KVG die Vertragsfreiheit zwischen Versicherungsträgern und Leistungserbringern gestärkt werden sollte (Bot- schaft KVG 1991, S. 118 und 179) (BVGE 2014/37 E. 3.5.1), dass der Bundesrat in seiner Rechtsprechung festhielt, dass dieses der vertraglichen Vereinbarung von Tarifen den klaren Vorrang einräumende System den Tarifpartnern gestattet, während eines vertragslosen Zustan- des jederzeit Tarife zu vereinbaren; dass es den Parteien daher nicht ver- wehrt sei, auch während eines hängigen Beschwerdeverfahrens Vertrags- verhandlungen zu führen und einen Vertrag abzuschliessen (RKUV 3/2002 E. II 2 S. 214), dass der Bundesrat weiter erwog, dass wenn die Kantonsregierung einen solchen Vertrag genehmigt, das normalerweise zur Folge habe, dass die Beschwerde gegenstandslos werde, falls der zeitliche Geltungsbereich der festgesetzten Tarife sich mit jenem der vertragl ichen Vereinbarung deckt (RKUV 3/2002 E. II 2 S. 214), dass der hoheitlich festgesetzte Tarif rechtsprechungsgemäss gegen- standlos wird, sobald ein neuer Tarif vereinbart und genehmigt wird (Urteil des Bundesverwaltungsgericht C -1918/2018 vom 9. Juli 2019 E. 5.9 mit Hinweis auf BVGE 2011/61 E. 6.10.4 m.w.H.), C-7177/2023 Seite 4 dass die Vorinstanz mit Beschluss (…) vom (…) Juli 2024 den zwischen der D._______ AG und der E._______ am (…) Mai 2024 pendente lite ab- geschlossenen Vertragsnachtrag zum Tarifvertrag antragsgemäss un d rückwirkend ab 1. Januar 2021 genehmigt hat, womit für den Zeitraum 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2024 rückwirkend ein vereinbarter und genehmig- ter TARMED-Taxpunktwert von Fr. 0.83 gilt und ab 1. Juli 2024 ein solcher von Fr. 0.86, dass damit gemäss darges tellter Rechtslage das vorliegende Beschwer- deverfahren im einzelrichterlichen Verfahren als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist (Art. 23 Abs. 1 lit. a VGG), dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, de- ren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]), wobei Vorinstanzen keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG), dass die Verfahrenskosten gemäss Art. 6 VGKE ganz oder teilweise erlas- sen werden können, wenn das Rechtsmittel ohne erheblichen Aufwand für das Gericht durch Rückzug oder Vergleich erledigt wird, dass vorliegend umständehalber auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist und der einbezahlte Kostenvorschuss den Beschwerde- führerinnen nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten ist, dass bei diesem Verfahrensausgang die Parteikosten wettgeschlagen wer- den, wobei der Vorinstanz keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. VGKE), dass die Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gege n Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversiche- rung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, gemäss Art. 83 Bst. r BGG unzulässig und das vorliegende Urteil somit endgültig ist (v gl. auch BGE 141 V 361). C-7177/2023 Seite 5 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Sistierung des vorliegenden Verfahrens wird aufgehoben. 2. Das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erh oben. Der einbezahlte Kostenvor- schuss von Fr. 5’000.– wird den Beschwerdeführerinnen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids zurückerstattet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen , die Beschwerde - gegnerin und die Vorinstanz. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Christoph Rohrer Milan Lazic Versand: