Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Geschäfts-Nr.: LZ200039-O/U Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichter Dr. M. Kriech und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga sowie Gerichtsschreiber Dr. Chr. Arnold Beschluss und Urteil vom 15. Juni 2021 in Sachen A._____, Beklagter und Berufungskläger vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, gegen 1. B._____, 2. C._____, Kläger und Berufungsbeklagte 1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, 2 vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge B._____, betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 27. Oktober 2020 (FP180215-L) - 2 - Rechtsbegehren: Der Kläger gemäss Replik (Urk. 94 S. 1): "1. Es sei das Kind C._____ unter die alleinige Obhut der Mutter zu stellen; 2. Es sei auf die Regelung eines Besuchsrechtes des Vaters zu ver- zichten; 3. Der Vater / Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin an die Kos- ten der Erziehung und des Unterhalt es des Kindes C._____ mo- natliche Bar-Unterhaltsbeiträge von mindestens CHF 1'000.00 pro Monat, zuzüglich allfälliger Ausbildungszulagen, zu bezahlen, zahlbar auch über die Mündigkeit des Kindes C._____ hinaus bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung des Kindes; 4. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich 7,7% Mehr- wertsteuer, zulasten des Beklagten." Des Beklagten gemäss Duplik (Urk. 97 S. 2): "1. Die Anträge der Kläger seien abzuweisen soweit sie von den A n- trägen des Beklagten abweichen. 2. Das Kind C._____ sei unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien zu belassen. 3. Die Kindsmutter sei zu ermahnen, sich an die Informationspflic h- ten zu halten und den Kindsvater regelmässig über das Kind C._____ zu informieren. 4. Es sei dem Kindsvater ein Besuchsrecht jedes Wochenende von Freitagmorgen 09.00 Uhr bis Sonntagabend 17.00 Uhr zu gewäh- ren. Weiter sei der Beklagte für berechtigt zu erklären, das Kind C._____ die Hälfte der Schulferien zu sich oder mit sich zu B e- such zu nehmen. 5. Es sei festzustellen, dass der Kindsvater derzeit keinen Kindesun- terhalt leisten kann. 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten der Kläger." - 3 - Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 27. Oktober 2020: (Urk. 121 S. 50 ff. = Urk. 126 S. 50 ff.) 1. Die Obhut für den Sohn C._____, geboren am tt.mm. 2008, wird der Mutter allein zugeteilt. 2. Auf die Regelung eines Besuchsrechts wird verzichtet. Der Beklagte ist j e- doch berechtigt, den Kläger 2 auf eigene Kosten vierteljährlich im Rahmen von begleiteten Erinnerungskontakten zu treffen, erstmals im Mai 2021. 3. Für den Kläger 2 mit Verfügung vom 25. Februar 2019 vorsorglich angeor d- nete Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB wird beibehalten und die der bereits ernannten Beistandsperson vorsorglich übertragenen Aufga- ben, verbunden mit den entsprechenden Kompetenzen, werden wie folgt aufrecht erhalten bzw. angepasst: − die Modalitäten der begleiteten vierteljährlichen Erinnerungskontakte, zu organisieren und festzulegen sowie um die Einsetzung eines geeig- neten Begleiters bemüht zu sein; − Überwachung der begleiteten Erinnerungskontakte insofern, als sie die Einhaltung und die Durchführung der Kontakte in Erfahrung bringt, − zusätzlich mit den Eltern und dem Sohn auf die Ausübung unbegleite- ter Besuche des Sohnes und des Vaters hinzuwirken und deren Instal- lation bei der Behörde zu beantragen, sobald sie dem Sohn zugemutet werden können; − Vermittlung zwischen den Eltern bei Streitigkeiten den Sohn betreffend; − Vermittlung zwischen dem Sohn und den Eltern in Konfliktsituationen; − Förderung der Kommunikationsfähigkeit der Eltern in Bezug auf die Kinderbelange z.B. durch Moderation von gemeinsamen Gesprächen mit den Eltern; − Förderung der Kommunikationsfähigkeit zwischen dem Sohn und den Eltern. 4. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich wird ersucht, die mit Beschluss vom 28. März 2019 vorgemerkte Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB aufrecht zu erhalten und der Beistandsperson die unter Dispositiv Ziffer 3 genannten Aufgaben zu übertragen bzw. die als vorsorgl i- che Massnahme übertragenen Aufgaben entsprechend anzupassen. - 4 - 5. Die Erziehungsgutschrift für die Berechnung der AHV/IV -Renten werden a l- lein der Mutter angerechnet. 6. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 an den Unterhalt und die E r- ziehung des Klägers 2 folgende Kinderunterhaltsbeiträge, zuzüglich Fam i- lien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, zu bezahlen: − Fr. 515.40 rückwirkend ab 1. Dezember 2018 bis 31. Dezember 2019; − Fr. 518.20 rückwirkend ab 1. Januar 2020 bis 31. Januar 2021; − Fr. 1'013.65 ab 1. Februar 2021 bis zum ordentlichen Ab- schluss einer angemessenen Ausbildung des Klä- gers 2 (auch über die Volljährigkeit hinaus). Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin 1 zahlbar, und zwar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zahlungsmodalitäten gelten über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der Kl ä- gerin 1 lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet. 7. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 6 vorstehend (ab 1. Februar 2021) basiert auf folgenden Grundlagen: − Erwerbseinkommen des Beklagten (inkl. 13. Monatslohn, zuzüglich Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, hypothetisch): Fr. 6'630.– netto; − Vermögen des Beklagten: Fr. 0.–; − Bedarf des Beklagten: Fr. 1'903.75; − Erwerbseinkommen der Klägerin 1 (inkl. 13. Monatslohn, zuzüglich Familien-, Kinder - und/oder Ausbildungszulagen, hypothetisch): Fr. 3'600.– netto; − Vermögen der Klägerin 1: Fr. 0.–; − Bedarf der Klägerin 1: Fr. 2'658.85; − Erwerbseinkommen des Klägers 2 (Familienzulage): Fr. 250.–netto; − Vermögen des Klägers 2: Fr. 0.–; − Bedarf des Klägers 2: Fr. 1'263.65.–. 8. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 6 basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende September - 5 - 2020 von 101.2 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind j e- weils auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2022, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupa s- sen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel: Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index 101.2 Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr Einkommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unter- haltsbeiträge gemäss Ziffer 6 nur proportional zur tatsächlichen Einkom- menssteigerung angepasst. Fällt der Index unter den Stand von Ende September 2020, berechtigt dies nicht zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge. 9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 5'000.– ; die weiteren Gerichtskosten betragen Fr. 996.60 ärztlicher Bericht Dr. D._____. 10. Die Kosten werden der Klägerin 1 und dem Beklagten je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Klägerin und der Beklagte werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen. 11. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 12. [Mitteilungssatz] 13. [Rechtsmittelbelehrung] Berufungsanträge: Des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 125 S. 2 f.): "1. Dispositiv-Ziffern 2, 3, 4, 6 , und 7 des Urteils des Einzelgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 27.10.2020 [Geschäfts -Nr. FP180215-- 6 - L/U], seien aufzuheben und es sei im Sinne nachfolgender Rechtsbegehren neu zu entscheiden. 2. Es sei dem Kindsvater ein Besuchsrecht mit dem Kind C._____ jedes Wochenende von Freitagmorgen 09.00 Uhr bis Sonntag- abend 17.00 Uhr zu gewähren. Weiter sei der Kindsvater für be- rechtigt zu erklären, das Kind C._____ während vier Wochen F e- rien pro Jahr zu sich oder mit sich zu Besuch zu nehmen. Der Beistandsperson sei unter anderem die Aufgabe zu übertragen, für diese Besuchsregelung zwischen den Eltern vermittelnd zu wirken [Dispositivziffern 2-4] 3. Es sei für die Frage des angemessenen Besuchsrechts zwischen Vater und Sohn ein Gutachten beim KJPD im Sinne von Art. 183 ZPO in Auftrag zu geben. [Dispositivziffern 2-4] 4. Es sei festzustellen, dass der Kindsvater einen monatlichen Ki n- desunterhalt von maximal CHF 300.00 bezahlen kann, zahlbar ab Rechtskraft des Urteils. [Dispositivziffer 6] 5. Grundlagen der Unterhal tsberechnung bilden insbesondere der Bedarf von CHF 2'315.85 des Berufungsklägers sowie das Ei n- kommen von CHF 2'520.00 des Berufungsklägers. [Dispositivzi f- fer 7] 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten der Berufungsbeklagten." Der Kläger und Berufungsbeklagten (Urk. 132 S. 2): "1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen, soweit überhaupt auf sie eingetreten werden kann; 2. Das vorinstanzliche Urteil sei vollumfänglich zu bestätigen; 3. unter Kosten- und Ents chädigungsfolgen, zuzüglich 7,7% Mehr- wertsteuer, zulasten des Beklagten und Berufungsklägers." Erwägungen: I. Sachverhalt und Prozessgeschichte 1. Die Klägerin 1 und Berufungsbeklagte 1 (nachfolgend: Klägerin 1) und der Beklagte und Berufungskläger (nachfolgend: Beklagter) sind die unverheirate- ten Eltern des am tt.mm.2008 geborenen Klägers 2 und Berufungsbeklagten 2 (nachfolgend: Kläger 2). Der Beklagte ist zudem Vater eines weiteren Sohnes, - 7 - E._____, geboren am tt.mm.2016, und einer Tochter , F._____, geboren am tt.mm.2019 (Urk. 121 E. I.1. [S. 4]). 2. Mit Eingabe vom 30. November 2018 machten die Kläger unter Einrei- chung der Klagebewilligung vom 31. Oktober 2018 (Urk. 1) bei der Vorinstanz ein Verfahren betreffend Sorgerecht, Obhut, Betreuung und Unterhalt hängig (Urk. 2). Für den vorinstanzlichen Prozessverlauf ist auf das angefochtene Urteil zu ver- weisen (Urk. 121 E. I.2. ff. [S. 4 ff.]). Am 27. Oktober 2020 erging das eingangs aufgeführte Urteil in begründeter Form (Urk. 121 = Urk. 126). 3. Gegen das Urteil erhob der Beklagte am 26. November 2020 innert Frist (siehe Urk. 123) Berufung mit den eingangs aufgeführten Anträgen (Urk. 125). Mit Verfügung vom 16. Dezember 2020 wurde den Klägern Frist ange- setzt, um die Berufung zu beantworten (Urk. 131). Die Berufungsantwort datiert vom 18. Januar 2021 (Urk. 132); sie wurde dem Beklagten mit Verfügung vom 11. Februar 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 135). Am 15. Februar 2021 beschloss die Kammer, den Kläger 2 anzuhören (Urk. 136). Die Kinderanhörung fand am 10. März 2021 stat t (Prot. II, S. 5 ff.). Mit Verfügung vom 11. März 2021 wurde den Parteien Frist angesetzt, um sich zur Kinderanhörung zu äussern (Urk. 141). Beide Parteien liessen sich am 19. März 2021 vernehmen (Urk. 142; Urk. 144). Die Stellungnahmen wurden mit Verfügung vom 22. März 2021 der j e- weiligen Gegenpartei zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 145). Am 31. März 2021 äusserten sic h die Kläger erneut (Urk. 146). Die Stellungnahme wurde der G e- genpartei zur Kenntnis gebracht (Urk. 146). Weitere Eingaben der Parteien erfolg- ten nicht. 4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1–124). Das Ver- fahren erweist sich als spruchreif. II. Prozessuale Vorbemerkungen 1. Die Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft nur im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffern 1 (Obhut), 5 (Anrechnung der Erziehungsgutschriften) und 8 (Bindung der Unter-- 8 - haltsbeiträge an den Landesindex für Konsumentenpreise) des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 125 S. 2; Urk. 132 S. 2), weshalb sie nach Ablauf der Anschlussberu- fungsfrist am 2. Februar 2021 (siehe Urk. 131) in Rechtskraft erwachsen sind. Dies ist vorzumerken. 2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition be- züglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensaus- übung (Angemessenheitsprüfung; siehe BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). 3. In der Berufungsschrift (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzei- gen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er an- ficht, sich argumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präz i- ser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen A k- tenstellen sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht (siehe BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in e i- ner den gesetzlic hen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise bean- standet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beur- teilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (siehe BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 3.1 und E. 5; BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGE 142 III 413 E. 2.2.4 mit weiteren Hi nweisen; BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3). Diese Grundsätze gelten - 9 - auch im Bereich der unbeschränkten Untersuchungs maxime (BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021, E. 5.1). 4. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorliegend zu beurteilen sind – statuiert Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO den Unters u- chungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sac h- verhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge ent- scheidet. In Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungs maxime unter- stehen, können die Parteien zudem im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt vorbringen. Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt in diesen Ver- fahren nicht zum Tragen (BGE 144 III 349 E. 4.2.1; BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021, E. 2.2). III. Besuchsrecht 1. Berücksichtigung diverser Berichte 1.1. Die Vorinstanz erwog, dass auf den Abklärungsbericht des Sozialzent- rums G._____ vom 17. Januar 2019 abgestellt werden könne. Die Abklärenden äusserten sich zwar wiederhol t kritisch über den Beklagten bzw. dessen Verhal- tensweisen, jedoch würden sie durchaus anerkennen, dass der Beklagte seinen Sohn liebe und unter der Situation (wenig bis kein Kontakt) erheblich leide. Es sei nicht ersichtlich, dass sie die Abklärungen nicht mit der nötigen Neutralität vorge- nommen hätten (Urk. 121 E. III.2.7. [S. 13]). Dasselbe gelte für den Bericht von Dr. med. D._____ vom 12. April 2019. Es sei nicht ersichtlich, dass der Arzt den Bericht nicht nach bestem Wissen und Gewissen im Interesse des Klägers 2 er- stellt hätte. Der Beklagte bringe nicht vor, weshalb Dr. med. D._____ konkret be- fangen sei. Er mache einzig geltend, dieser sei nicht neutral, weil er von der Kl ä- gerin 1 im Hinblick auf das vorliegende Verfahren beauftragt worden sei. Dies g e- nüge jedoch nicht für eine Befangenheit. Dass Dr. med. D._____ in seinem B e- richt nicht näher auf die Sichtweise des Beklagten eingegangen sei, habe sich dieser selbst zuzuschreiben, da er nicht mit dem Arzt habe zusammenarbeiten wollen (Urk. 121 E. III.2.7. [S. 13]). Zum Bericht der Beiständin vom 27. November 2019 führte die Vorinstanz aus, dass eine Sozialarbeiterin entgegen der Auffas-- 10 - sung des Beklagten sehr wohl in der Lage sei, die nötigen Abklärungen betreffend den massgebenden Sachverhalt zu machen, die Interessen des Kindes zu beur- teilen und daraus die nötigen Schlüsse zu ziehen. Solche Aufgaben gehörten auch zu den Kernaufgaben einer Beistandsperson. Es liege in der Natur der S a- che, dass bei der Abklärung einer familiären (Konflikt -)Situation allenfalls ein E l- ternteil negativ beurteilt werde (Urk. 121 E. III.2.7. [S. 13 f.]). 1.2. Der Beklagte moniert, dass Dr. med. D._____ bereits vorprozessual von der Klägerin 1 engagiert worden sei und mit dieser in einem Auftragsverhäl t- nis gestanden habe. Damit sei er nicht neutral. Sinn und Zweck eines durch das Gericht in Auftrag gegebenen Gutachtens sei es gerade, die Neutralität des B e- richts zu gewährleisten (Urk. 125 Rz. 7). Der Beklagte lehnt die Einschätzungen von Dr. med. D._____ wie auch den Bericht des Sozialzentrums G._____ ab, weil sie tendenziös und zu wenig fundiert seien. Die Abklärenden würden sich wieder- holt kritisch gegenüber dem Beklagten äussern und hätten von Beginn weg nicht die nötige Distanz und Neutralität in der Sache gehabt (Urk. 125 Rz. 8). Die Be i- ständin sei sodann einzig dem Kindeswohl verpflichtet und dürfe entsprechend gar nicht neutral sein (Urk. 125 Rz. 9). Die Sichtweise des Beklagten werde in den Berichten zu wenig berücksichtigt. Dass er Dr. med. D._____ infolge dessen B e- fangenheit abgelehnt habe, sei nachvollziehbar und dürfe nicht zu seinem Nac h- teil gereichen (Urk. 125 Rz. 10). Die Berichte von Dr. med. D._____ wie auch die Berichte der Beiständin liessen die erforderliche Tiefe vermissen. Dr. med. D._____ habe nur ein einziges Gespräch mit dem Beklagten geführt und die Bei- ständin habe sich an dieser ärztlichen Einschätzung orientiert (Urk. 125 Rz. 12). 1.3. Die Kläger wenden ein, dass Dr. med. D._____ der behandelnde Arzt des Klägers 2 gewesen sei. Gerade deshalb habe er die Fragen des Gerichts be- sonders kompetent beantworten können (Urk. 132 S. 7). Dass sich Dr. med. D._____ und die Beiständin kritisch über den Beklagten geäussert hätten, liege nicht an der fehlenden Neutralität, sondern am befremdlichen Verhalten des B e- klagten. So habe dieser die Klägerin 1 während des Verfahrens gestalkt und sei mehrmals pro Tag mit dem Fahrrad vor ihr Wohnhaus gefahren; d ann habe er sie wieder vor dem Kläger 2 beschimpft. Auch auf den Überweisungsbelegen für den - 11 - Kinderunterhalt bringe der Beklagte regelmässig Beschimpfungen an, zum Bei- spiel "crazy dumb" (Urk. 132 S. 8). Die Sichtweise des Beklagten werde in den di- versen Berichten (Abklärungsbericht des Sozialzentrums G._____ vom 17. Januar 2019; Bericht von Dr. med. D._____ vom 12. April 2019; Bericht der Beiständin vom 27. November 2019) sehr wohl berücksichtigt, leider nicht zu des- sen Vorteil (Urk. 132 S. 8). Der Beklagte habe der Einholung eines Berichtes beim Kinderpsychiater Dr. med. D._____ zugestimmt, dann aber eine vernünftige K o- operation verweigert (Urk. 132 S. 9). 1.4. Wie bereits erwähnt, gilt im vorliegenden Verfahren die Unters u- chungsmaxime (E. II.4.). Diese verpflichtet das Gericht, von sich aus alle Elemen- te in Betracht zu ziehen, die entscheidwesentlich sind, und unabhängig von den Anträgen der Parteien Beweise zu erheben. Art. 296 Abs. 1 ZPO schreibt dem Gericht indessen nicht vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist. Ebenso wenig erfasst diese Bestimmung die Art der Erhebung von Beweismitteln (BGer 5A_505/2013 vom 20. August 2013, E. 5.2.1). Das Gericht kann nach ei- genem Ermessen auch auf unübliche Art Beweise erheben und von sich aus B e- richte einholen. In Frage kommen beispielsweise informelle Auskünfte von B e- zugspersonen (BSK ZPO-Mazan/Steck, Art. 296 N 20), die Einholung eines Soz i- alberichts einer Abklärungsstelle (Müller, DIKE-Komm-ZPO, Art. 168 N 9) oder ei- nes Berichts einer Lehrperson (BSK ZPO-Hafner, Art. 168 N 11). 1.5. Die Vorinstanz stützte ihren Entscheid auf den Abklärungsbericht des Sozialzentrums G._____ vom 17. Januar 2019 (Urk. 19), die gerichtliche Anhö- rung des Klägers 2 vom 1. März 2019 (Urk. 48), den Bericht von Dr. med. D._____ vom 12. April 2019 (Urk. 63) und den Bericht der Beiständin vom 27. No- vember 2019 (Urk. 86; Urk. 121 E. III.2.8. ff. [S. 14 ff.]). Entgegen den beklagt i- schen Vorbringen (Urk. 125 Rz. 7) und gemäss zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 121 E. III.2.7. [S. 13]) bestellte sie Dr. med. D._____ nicht zum Sachverständigen; der Auftrag an ihn erging insbesondere ohne die in Art. 184 Abs. 2 ZPO vorgesehene Strafandrohung (Urk. 47). Damit galten für Dr. med. D._____ auch keine Ausstandsgründe (Art. 183 Abs. 2 ZPO e contrario). Eine gewisse Nähe des Arztes zu den Klägern ist nicht von der Hand zu weisen. Dies - 12 - wird allerdings dadurch relativiert, dass die Vorinstanz seinen Bericht als eines von mehreren Beweismitteln berücksichtigte. Dr. med. D._____ erstellte den B e- richt sodann nicht im Auftrag der Klägerin 1, sondern in jenem der Vorinstanz (Urk. 47). Letztere führte aus, dass keine Gründe ersichtlich seien, dass Dr. med. D._____ den Bericht nicht nach bestem Wissen und Gewissen im Interesse de s Klägers 2 erstellt hätte (Urk. 121 E. III.2.7. [S. 13]). Der Beklagte nennt in seiner Berufung nichts Konkretes, was dies in Frage stellen würde (siehe Urk. 125 Rz. 7 f.). Dies ist auch nicht ersichtlich: So bemühte sich der Facharzt für Kinder - und Jugendpsychiatrie darum, die Sichtweise beider Eltern wie auch des Kindes in seinen Bericht einfliessen zu lassen (siehe Urk. 63 S. 2). Er wollte sich somit ein objektives Bild machen, was für seine Neutralität spricht . Unbehelflich ist es in diesem Zusammenhang, die Zusammenarbeit mit dem Arzt (mit Ausnahme eines Gesprächs; Urk. 63 S. 2) zu verweigern und ihm anschliessend vorzuwerf en, er habe die Sichtweise des Beklagten zu wenig berücksichtigt (Urk. 125 Rz. 10 f.). Wenn der Beklagte den Arztbericht pauschal als tendenziös und zu wenig fundiert ablehnt (Urk. 125 Rz. 8), genügt er den Begründungsanforderungen nicht (E. II.3.). Dasselbe gilt hinsichtlich des beklagtischen Vorbringens, wonach auch das Sozialzentrum G._____ nicht die nötige Distanz und Neutralität gehabt habe (Urk. 125 Rz. 8); der Beklagte nennt keinen konkreten Grund, woraus sich dieser Schluss ziehen liesse. Ein solcher ist auch nicht ersichtlich: Das Sozialzentrum G._____ stützte sich auf die Aussagen der Eltern, von C._____, von Dr. med. D._____, der Schulsozialarbeiterin, eines Behördenmitglieds der KESB Zürich und bezog auch Korrespondenz mit der neuen Partnerin des Beklagten sowie ei- ne Rückmeldung von C._____' Lehrperson mit ein (Urk. 19). Unklar ist, worauf der Beklagte hinauswill, wenn er vorbringt, die Beiständin sei einzig dem Kindeswohl verpflichtet und dürfe gar nicht neutral sein (Urk. 125 Rz. 9): Wie die Vorinstanz korrekt ausführte, ist das Kindeswohl für die Ausgestaltung des Besuchsrechts oberste Richtschnur (Urk. 121 E. III.2.1. [S. 9]); entsprechend ist es nicht unüb- lich, Berichte involvierter Beistände zu berücksichtigen (Daniel Rosch, Bedeutung und Standards von sozialarbeite rischen Gutachten bzw. gutacht lichen Stellung- nahmen in kindes(schutz)recht lichen Verfahren, AJP 2012, S. 173 ff., S. 174). Unbelegt ist das beklagtische Vorbringen, wonach sich die Beiständin an der Ei n-- 13 - schätzung von Dr. med. D._____ orientiert habe (Urk. 125 Rz. 12); letztere e r- wähnt den Arzt in ihrem Bericht vom 27. November 2019 mit keinem Wort (Urk. 86). Im Ergebnis ist es zwar verständlich, wenn der Beklagte die Berichte ablehnt (Urk. 125 Rz. 8); a us der Tatsache all ein, dass sich Abklärende kritisch äussern, folgt indessen nicht, dass man nicht auf deren Berichte abstellen dürfte. 1.6. Zusammenfassend ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz vorliegend die Berichte des Sozialzentrums G._____, von Dr. med. D._____ und der Beiständin berücksichtigt hat. 2. Gutachten des KJPD 2.1. Die Vorinstanz erwog in ihrer Verfügung vom 20. Juli 2020, dass ein kinderpsychiatrisches Gutachten nicht erforderlich sei (Urk. 107 E. 4.3. [S. 11]). Der Kläger 2 sei bereits knapp 11 Jahre alt gewesen, als das Gericht ihn am 1. März 2019 angehört habe. Er habe einen aufgeweckten, intelligenten Eindruck gemacht und seine eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen äussern können. Aus den drei Berichten habe man weitere wichtige Erkenntnisse gewinnen können. Namentlich lasse sich dem Bericht von Dr. med. D._____, einem Kinder - und Ju- gendpsychiater, eine fachmännische Einschätzung der Situation des Klägers 2 entnehmen (Urk. 107 E. 4.4. [S. 11]). Ein Gutachten würde im Übrigen zu einer wesentlichen Verzögerung des Verfahrens führen, was nicht dem Kindeswohl entspräche (Urk. 107 E. 4.5. [S. 12]). 2.2. Der Beklagte empfindet es als stossend, dass die Vorinstanz keine um- fassenden Abklärungen vorgenommen habe, obwohl ihm im Ergebnis ein B e- suchsrecht verwehrt werde. Es erscheine unabdingbar, ein Gutachten in Auftrag zu geben, um die Frage zu klären, welches Besuchsrecht zwischen Vater und Kind vorliegend angemessen sei. Die Vorinstanz sei der Untersuchungs maxime nur ungenügend nachgekommen (Urk. 125 Rz. 6). Vorliegend fehle ein neutraler Bericht (Urk. 125 Rz. 7). Es gehe um zentrale Fragen in der Lebensgestaltung von Vater und Sohn, weshalb es nicht rechtens sei, in einem ordentlichen Verfah- ren auf nicht neutrale Kurzberichte abzustellen (Urk. 125 Rz. 8). - 14 - 2.3. Die Kläger verweisen auf die Verfügung der Vorinstanz vom 20. Juli 2020, wonach sich aus den drei Berichten ein detailliertes Bild der gesamten S i- tuation des Klägers 2 ergebe (Urk. 132 S. 6). Ein kinderpsychiatrisches oder ein kinderpsychologisches Gutachten sei nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht erforderlich, wenn der massgebliche Sachverhalt auf andere Weise abge- klärt werden könne. Der Beklagte präzisiere nicht einmal, was denn begutachtet werden solle (Urk. 132 S. 7). 2.4. Hinsichtlich der Voraussetzungen, unter welchen auf die Anordnung eines Gutachtens zu verzichten ist, zitiert die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 20. Juli 2020 (Urk. 107 E. 4.1. [S. 9 f.]) zutreffend die bundesgerichtliche Recht- sprechung (BGer 5A_505/2013 vom 20. August 2013, E. 5.2). Darauf k ann ver- wiesen werden. Zu ergänzen ist, dass der uneingeschränkte Untersuchungs- grundsatz die Behörde nicht zu endlosen Beweiserhebungen und Abklärungen verpflichtet; verfügt das Gericht über genügende Grundlagen für eine sachgerech- te Entscheidung, kann es auf weitere Beweiserhebungen verzichten (BGer 5A_922/2017 vom 2. August 2018, E. 5.2). Dies gilt auch in Fällen wie dem vor- liegenden, in dem die Vorinstanz das Besuchsrecht auf begleitete Erinnerungs- kontakte beschränkte. 2.5. Der Beklagte legt nicht dar, inwiefern weitere Abklärungen sachdienlich sein könnten und welche zusätzlichen Erkenntnisse er sich daraus erhofft. Wenn er vorbringt, dass die Frage zu klären sei, welches Besuchsrecht zwischen Vater und Kind angemessen sei ( Urk. 125 Rz. 6), genügt er den Begründungsanforde- rungen nicht (E. II.3.); er müsste konkret aufzeigen, welche Faktoren die Vorin- stanz zu Unrecht nicht oder falsch berücksichtigt hat und inwiefern das Gutachten geeignet ist, die eigenen Behauptungen zu beweisen. Im Übrigen ist festzuhalten, dass die Vorinstanz drei verschiedene Berichte und eine Kinderanhörung in ihren Entscheid hat einfliessen lassen (E. III.1.5.). Die Beweismittel widersprechen sich nicht. Damit hatte die Vorinstanz genügend Grundlagen zur Verfügung, um einen sachgerechten Entscheid fällen zu können. - 15 - 2.6. Vor diesem Hintergrund ist der Antrag betreffend Einholung eines Gut- achtens beim KJPD abzuweisen, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann. 3. Schlussfolgerungen der Vorinstanz 3.1. Die Vorinstanz erwog, dass der Kläger 2 gegenüber verschiedenen Personen (Hort, Schulsozialarbeiterin, Therapeut, Abklärende) geäussert habe, dass er weniger Zeit im Haushalt des Beklagten verbringen wolle. Er wolle hinge- gen gerne mehr Zeit mit ihm alleine ver bringen. Seit August 2019 [recte: 2018 {Urk. 19 S. 2}] sei es dem Kläger 2 zusehends schlechter gegangen. Er habe ge- genüber der Schulsozialarbeiterin und der Lehrperson gesagt, dass er nicht gerne zum Vater gehe, da dieser schlecht über seine Mutter spreche. Im August 2019 [recte: 2018] habe der Kläger 2 der Hortleitung mitgeteilt, dass er nicht zum Vater wolle, er habe dabei gezittert und Tränen in den Augen gehabt. Der Vater habe den Kläger 2 vor dem Hort persönlich konfrontiert und ihm mit Konsequenzen "gedroht", wenn er nicht mitkomme. Der Beklagte übe erheblichen Druck aus und bringe den Kläger 2 wiederholt in eine schwierige emotionale Lage. Im Laufe der Abklärung [durch das Sozialzentrum G._____] habe d er Kläger 2 den Kontakt zum Vater komplett verweigert (Urk. 121 E. III.2.8. [S. 14 f.]). Nach einem ersten Besuch beim Vater am 23. Februar 2019 habe die gerichtliche Kinderanhörung stattgefunden. Damals habe der Kläger 2 geäussert, es sei gut gewesen, den B e- klagten wieder zu sehen. Er wolle dies auch weiterhin, allerdings nicht so viel, weil der Beklagte nicht so viel Zeit mit ihm alleine verbracht habe. Dem Kläger 2 sei es beim Beklagten zu Hause unwohl gewesen (Urk. 121 E. III.2.9. [S. 15 f.]). In der Folge sei es erneut zu einem Bruch gekommen: Im Sommer 2019 habe der Kl ä- ger 2 sich nach wenigen Besuchen geweigert, den Beklagten zu sehen. Das Problem liege nach Darstellung des Beklagten nicht bei i hm, sondern offenbar in seinem Haushalt und der derzeit herrschenden Situation mit der neuen Partnerin und deren Kind. Dennoch habe bereits der erste Besuch am 23. Februar 2019 in Anwesenheit der neuen Partnerin des Beklagten, der Halbschwester F._____ so- wie der "Stiefschwester" H._____ stattgefunden. Der Beklagte habe somit keine Rücksicht auf den Kläger 2 genommen (Urk. 121 E. III.2.10. [S. 16]). Zusammen-- 16 - fassend folgerte die Vorinstanz, dass sich die Beziehung zwischen dem Kläger 2 und dem Beklagten währ end des Verfahrens laufend verschlechtert habe, wobei es im Februar 2019 immerhin zu einer kurzfristigen Verbesserung gekommen sei (Urk. 121 E. III.2.13. [S. 18]). Zum Kläger 2 erwog die Vorinstanz, dass er seit ge- raumer Zeit den Wunsch habe, den Beklagten allein zu sehen. Hinsichtlich dieser Frage sei davon auszugehen, dass der Kläger 2 urteilsfähig sei (Urk. 121 E. III.2.14. [S. 19]). Der Kläger 2 wolle aber keinen Kontakt zur neuen Partnerin des Beklagten, da sich diese angeblich negativ über ihn und die Klägerin 1 äusse- re (Urk. 121 E. III.2.14. [S. 20]). Es lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Klägerin 1 den Kläger 2 instrumentalisiere und manipuliere. Auch beziehe sie den Kläger 2 nicht massiv in den Paarkonflikt mit ein. Vielmehr sei es der Be klagte, der beim Kläger 2 einen erheblichen Loyalitätskonflikt auslöse und diesen mit Forderungen unter Druck setze. So habe er offenbar nicht davon zurückge- schreckt, dem Kläger 2 vor dem Hort mit Konsequenzen zu drohen, wenn er nicht mitkomme (Urk. 121 E. III.2.16. [S. 21]). Somit sei aktenkundig, dass der Kläger 2 den Kontakt zum Beklagten gegenwärtig vehement ablehne (Urk. 121 E. III.2.17. [S. 22]). 3.2. Der Beklagte bringt vor, dass er mit dem Kläger 2 in der Vergangenheit ein überaus gutes und liebevolles V erhältnis gepflegt habe. Im Zeitraum 2013 bis November 2018 und damit während fünf Jahren habe er den Kläger 2 zu 50 % betreut. Bereits dadurch werde klar, dass der Kontakt gefördert und nicht beendet werden sollte (Urk. 125 Rz. 14). Der Kläger 2 habe gemäss Abklärungsbericht und auch in der Kinderanhörung geäussert, dass er den Beklagten sehen wolle (Urk. 125 Rz. 15–17). Das Problem habe nicht beim Beklagten, sondern offenbar in der Situation mit der neuen Partnerin und deren Kind gelegen (Urk. 125 Rz. 15). Selbst Dr. med. D._____ habe geschrieben, dass der Aufbau eines neu- en Vertrauensverhältnisses angestrebt werden solle (Urk. 125 Rz. 19). Die Schlussfolgerung im Urteil, wonach der Kläger 2 den Kontakt zum Beklagten v e- hement ablehne, sei aufgrund der Abklärungsergebnisse nicht nachvollziehbar (Urk. 125 Rz. 20). Letztlich stütze das Bezirksgericht seinen Entscheid primär auf die Aussagen des Klägers 2 ab, was nicht rechtens sei. Seine Urteilsfähigkeit sei in diesem Punkt nicht gegeben. Zudem sei die Meinung des Kindes nur ein Tei l-- 17 - aspekt beim Entscheid über das Besuchs - und Betreuungsrecht. In der vorliegen- den Konstellation, in welcher sich der Kläger 2 ganz offensichtlich in einem erheb- lichen Loyalitätskonflikt befinde, sei die von ihm geäusserte Ansicht mit Zurüc k- haltung zu würdigen (Urk. 125 Rz. 21). Zu beachten sei sodann, dass die V o- rinstanz im Urteil auf einen rund einjährigen Bericht abgestellt habe. Auch diesbe- züglich erscheine die Untersuchungs maxime verletzt (Urk. 125 Rz. 23). Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Klägerin 1 den Kläger 2 während des be- zirksgerichtlichen Verfahrens beeinflusst habe (Urk. 125 Rz. 26). Eine Kindes- wohlgefährdung sei vorliegend klar nicht gegeben (Urk. 125 Rz. 27). Der Kläger 2 habe die Kontakte offensichtlich nicht wegen der Person oder der Erziehungsf ä- higkeit des Beklagten abgelehnt, sondern wegen dessen neuen Partnerin und weil schlecht über die Klägerin 1 gesprochen worden sei. Es sei keine Lösung, dem Beklagten unter diesen Umständen das Besuchsrecht zu versagen (Urk. 125 Rz. 28). 3.3. Die Kläger erwidern unter Ver weis auf den Abklärungsbericht der Bei- ständin vom 27. November 2019, dass die Beziehung zwischen dem Kläger 2 und dem Beklagten schon lange vor den Streitigkeiten betreffend Unterhalt und B e- suchsrecht belastet gewesen sei (Urk. 132 S. 10). Die Aussagen, wonach der Kläger 2 den Beklagten sehen wolle, seien aus dem Zusammenhang gerissen (Urk. 132 S. 10 f.). Dr. med. D._____ habe auch festgehalten, wovon die ange- strebte Zielerreichung abhänge: Der Beklagte müsse den Kläger 2 ernst nehmen. Weder der Beklagte noch dessen Partnerin dürften die Klägerin 1 entwerten (Urk. 132 S. 11). Die Schlussfolgerungen der Vorinstanz stimmten mit sämtlichen Abklärungen überein (Urk. 132 S. 11). Dass die Vorinstanz ihren Entscheid primär auf die Aussagen des Klägers 2 abstütze, sei aktenwidrig; sie habe nämlich auch die drei Berichte miteinbezogen (Urk. 132 S. 12). Dass die Klägerin 1 den Kl ä- ger 2 beeinflusst habe, werde bestritten. Der Einwand sei völlig unsubstantiiert (Urk. 132 S. 13). Mit Verweis auf die drei Berichte sei das Wohl des Klägers 2 akut gefährdet (Urk. 132 S. 13). D ie aktuelle Partnerin des Beklagten habe zu- sätzlich Öl ins Feuer gegossen und der Beklagte habe dies unterstützt. Er sei mit ihr vor der Wohnungstür der Kläger aufgetaucht und bei de hätten die Klägerin 1 massiv beschimpft (Urk. 132 S. 13). - 18 - 3.4. Gemäss dem Abklärungsbericht des Sozialzentrums G._____ ver- schlechterte sich das Verhältnis zwischen der Klägerin 1 und dem Beklagten ab etwa Mai 2018. Beide Eltern würden vermuten, dass die neue Partnerin des B e- klagten der Grund dafür sei, wenn auch aus verschiedenen Gründen (Urk. 19 S. 5). Der Kläger 2 äusserte in der Folge gegenüber verschiedenen Personen, dass er sich mit der neuen Partnerin des Beklagten nicht verstehe (Urk. 19 S. 9; Urk. 86 S. 1 f.). Dies stellte auch die Vorinstanz fest (Urk. 121 E. III.2.10. [S. 17]), was unangefochten blieb (siehe Urk. 125 Rz. 15). Als problematisch werden die Entwertungen aus dem Umfeld des Beklagten gegenüber der Klägerin 1 be- schrieben (Urk. 19 S. 8; Urk. 63 S. 3); auch die di esbezüglichen Feststellungen der Vorinstanz (Urk. 121 E. III.2.8. [S. 15]) blieben unangefochten (siehe Urk. 125 Rz. 14 f.). Aus den Berichten geht sodann übereinstimmend hervor, dass es den Kläger 2 belaste, wenn der Beklagte ihm gegenüber die Besuchskont akte einfor- dere (Urk. 19 S. 7; Urk. 63 S. 3; Urk. 86 S. 2 f.); die entsprechenden Feststellu n- gen der Vorinstanz (Urk. 121 E. III.2.11. [S. 17]) stellte der Beklagte in seiner B e- rufungsschrift nicht substantiiert in Frage (siehe Urk. 125 Rz. 15). Aufgrund der psychischen Belastung sehen alle abklärenden Personen eine Gefährdung des Kindeswohls des Klägers 2 (Urk. 19 S. 10; Urk. 63 S. 5; Urk. 86 S. 4). Die Vorin- stanz hat ausführlich dargelegt, weshalb sie den Kläger 2 für urteilsfäh ig erachte (Urk. 121 E. III.2.14. [S. 19 f.]). Der Beklagte verneint die Urteilsfähigkeit, ohne sich mit diesen Erwägungen auseinanderzusetzen (Urk. 125 Rz. 21). Damit g e- nügt er den Begründungsanforderungen nicht (E. II.3.). Dasselbe gilt hinsichtlich des Vorbringens, wonach nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Kläge- rin 1 den Kläger 2 während des bezirksgerichtlichen Verfahrens beeinflusst habe (Urk. 125 Rz. 26); der Beklagte geht mit keinem Wort auf die ausführlichen vorin- stanzlichen Erwägungen (Urk. 121 E. III.2.16. [S. 21]) ein. Gegen eine Beeinflus- sung spricht im Übrigen auch das Verhalten der Klägerin 1 im erstinstanzlichen Verfahren: So hatte sie am 30. November 2018 und am 15. Februar 2019 noch ein Besuchsrecht beantragt (Urk. 2 S. 2; Urk. 27 S. 1); erst in der Replik vom 27. Mai 2020 ersuchte sie darum, auf die Regelung eines Besuchsrechts zu ver- zichten (Prot. I, S. 16; Urk. 94 S. 1). Je neuer die Berichte sind, desto eher spr e- chen sie sich gegen ein Besuchsrecht aus: So empfahl das Sozialzentrum - 19 - G._____ am 17. Januar 2019, dem Beklagten ein Besuchsrecht einzuräumen, beispielsweise jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend und dazwischen einen Abend unter der Woche mit Übernachtung (Urk. 19 S. 10); Dr. med. D._____ schrieb am 12. April 2019, dass der eine Wochenendtagbesuch beizubehalten und der Aufbau eines neuen Vertrauensverhältnisses zwischen Va- ter und Sohn anzustreben sei (Urk. 63 S. 4); die Sozialarbeiterin und Beiständin I._____ empfahl schliesslich am 27. November 2019 die Sistierun g der Besuche von C._____ beim Beklagten (Urk. 86 S. 4). 3.5. Vor diesem Hintergrund sind die Schlussfolgerungen der Vorinstanz nicht zu beanstanden. 4. Noven im Berufungsverfahren 4.1. Der Kläger 2 berichtete anlässlich der Kinderanhörung vom 10. März 2021, dass er zufrieden sei (Prot. II, S. 5). Wenn ihn etwas bedrücke, spreche er mit der Schulsozialarbeiterin, mit Kollegen oder mit der Mutter. Auf das Verhältnis zum Vater angesprochen meinte er, dass der Beklagte ihm Postkarten sende, was ihn – den Kläger 2 – wütend und traurig mache. Er wolle keinen Kontakt zum Vater. Letzterer habe komische SMS geschrieben, die ihm auch nicht gefallen hätten. Sehr getroffen habe den Kläger 2, als J._____, die Partnerin des Vaters, in dessen und C._____' Anwesenheit gesagt habe, sie würde die Klägerin 1 am liebsten umbringen, und der Vater nichts darauf entgegnet habe (Prot. II, S. 6 f.). Wenn der Kläger 2 zum Beklagten gegangen sei, habe dieser keine Zeit für ihn gehabt. Der Kläger 2 wünschte sich, dass er selber sagen könne, wann er wieder mit dem Beklagten zusammen sein wolle. Der Beklagte solle respektieren, dass er nicht zu ihm wolle. Es liege am Beklagten und an J._____ (Prot. II, S. 7). 4.2. Der Kläger 2 reichte anlässlich der Anhörung eine Karte zu den Akten (Prot. II, S. 6). Absender ist der Beklagte, Adressat der Kläger 2; der Poststempel datiert vom 25. Februar 2021. Die Vorderseite enthält folgenden Text in weisser Schrift auf schwarzem Hintergrund (Urk. 140): "Es ist keine Weihnachten mehr - 20 - die Brillianz erdolcht, besser zerbombt Was da noch ist, nennen wir es Mondeslicht Nicht zu grell zum Reinblicken Die Tiefe erfährst mit viel Geduld Jenes Scheit im Feuer muss man drehen Wieder und wieder Bis es so klein und dicht ist Wie der Traum der dich erfährt Die Glut erlischt und wird kalt Das Abbild der Sonne bleibt Ewiglich. Den Sohn trag ich noch immer im Schosse Ist hinübergangen in meine Körperlichkeit Ja ich meine Dich" Sowohl das Erscheinungsbild (weisser Text auf schwarzem Hintergrund) als auch der Textinhalt wirken sehr düster. 4.3. Der Beklagte wendet ein, dass sich der Kläger 2 immer über Postkar- ten gefreut habe. Ein Brief vom vergangenen November, den C._____ dem Vater geschrieben habe, zeige ein anderes Bild der Situation und belege den gegensei- tigen Briefverkehr. Das Gedicht habe der Beklagte als Antwort auf den Brief ver- fasst. Der Kläger 2 habe das Gedicht in WhatsApp mit "Cool" betitelt und nach seinen Aussagen verstanden (Urk. 142 S. 2). Im undatierten Brief erzählt der Klä- ger 2, was er in den Herbstferi en und am Wochenende gemacht habe sowie was aktuell Thema in der Schule sei. Der Kläger 2 fragt sodann, wie es dem Vater ge- he und was er in den Herbstferien gemacht habe. Der Text endet mit "Ps. Hab dich Lieb ". Darunter hat der Kläger 2 eine Sonne gezeichnet (Urk. 143). - 21 - 4.4. Der Beklagte erachtet die Postkarte vom 25. Februar 2021 als Antwort auf den undatierten Brief (Urk. 142 S. 2). Die Kläger bestreiten dies ebenso wie die gegnerische Behauptung, der Brief stamme vom November 2020 (Urk. 146 S. 3). Wie es sich genau verhält, kann offenbleiben. Selbst wenn man der beklag- tischen Darstellung folgen würde, würde dies bedeuten, dass der "Briefve rkehr" höchstens sporadisch ist; ebenso wäre davon auszugehen, dass Vater und Sohn über die Festtage nicht brieflich kommunizierten. Es ist erfreulich, wenn der Klä- ger 2 dem Beklagten ein positiv formulierte s Schreiben (mit Smiley und Sonne) zukommen lässt. Umso mehr erstaunt die düstere Postkarte, deren Text man kaum als dem Alter eines zwölfjährigen Kindes entsprechend bezeichnen kann. Wenn der Kläger 2 die Karte gegenüber dem Beklagten als "cool" bezeichnet ha- ben sollte (Urk. 142 S. 2), liegt es möglicherweise daran, dass er den Weg des geringsten Widerstands geht und sich so für kurze Zeit Ruhe erhofft (Urk. 86 S. 2). Anlässlich seiner Anhörung hat der Kläger 2 – wie bereits erwähnt – über- zeugend darauf hingewiesen, dass ihn die Postkarten wütend und traurig machen würden (Prot. II, S. 6). 4.5. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der bald 13- jährige Kläger 2 anlässlich der Kinderanhörung vom 10. März 2021 klar äusserte, den Beklagten nicht sehen zu wollen. Daran ändert auch der Brief des Klägers 2 nichts. 5. Rechtliche Würdigung 5.1. Die Vorinstanz erwog, dass es in der Regel nicht mit dem Zweck des Umgangsrechts vereinbar sei, einen Besuchskontakt gegen den Widerstand des Kindes zu erzwingen. Dies gelte in Fällen, in denen ein urteilsfähiges Kind den Umgang mit einem Elternteil aufgrund eigener Erfahrungen und mit nachvollzieh- barer Begründung ablehne. Vorliegend könne eine Normalisierung nur erreicht werden, wenn Ruhe einkehre. Es erscheine daher derzeit nicht sinnvoll, eine B e- suchsrechtsregelung gegen den Willen des Klägers 2 durchzusetzen ( Urk. 121 E. III.2.18. [S. 22]). Damit sich Vater und Sohn nicht völlig aus den Augen verl ö- ren, scheine es aber zweckmässig und dem Kläger 2 auch zumutbar, den Beklag- ten im Rahmen eines begleiteten Erinnerungskontakt s zu sehen (Urk. 121 E. III.2.19. [S. 23]). - 22 - 5.2. Der Beklagte kritisiert, dass es beim von der Vorinstanz zitierten En t- scheid (BGer 5A_23/2020 vom 3. Juni 2020) um eine 14- jährige Gymnasiastin gegangen sei, welche ihren Willen unmissverständlich geäussert habe. Vorli e- gend gehe es um die Meinungsäusserung eines damal s elfjährigen Primarschü- lers, der seine Meinung missverständlich und ambivalent geäussert und immer wieder den Kontakt zum Vater gesucht habe (Urk. 125 Rz. 22). 5.3. Die Kläger bestreiten dies und wenden ein, dass der Kläger 2 bald 13 Jahre alt sei (Urk. 132 S. 12). 5.4. Der Wille des Kindes ist eines von mehreren Kriterien beim Entscheid über den persönlichen Verkehr. Es steht aber nicht in dessen freiem Belieben, ob es persönliche Kontakte zu dem nicht betreuenden Elternteil wünscht oder nicht; dies gilt namentlich dort, wo die ablehnende Haltung wesentlich durch die Einstel- lung des anderen Elternteils geprägt ist. Bei der Berücksichtigung des Kindeswi l- lens ist das Alter des Kindes bzw. dessen Fähigkeit zu autonomer Willensbildung zu berücksichtigen. Vom Vorliegen dieser Fähigkeit ist ungefähr ab dem 12. A l- tersjahr auszugehen. Lehnt das Kind den nicht betreuenden Elternteil ab, ist im Einzelfall zu prüfen, worin diese Haltung begründet liegt und ob die Ausübung des Besuchsrechts den Interessen des Kindes tatsächlic h widerspricht . Nur wo das urteilsfähige Kind den Umgang mit einem Elternteil aufgrund seiner Erfahrungen mit dem persönlichen Verkehr kategorisch verweigert, ist dieser Umgang aus Gründen des Kindeswohls auszuschliessen. E in gegen den starken Widerstand erzwungener Besuchskontakt ist nämlich mit dem Zweck des Umgangsrechts im Allgemeinen ebenso unvereinbar wie mit dem Persönlichkeitsschutz des Kindes (BGer 5A_875/2017 vom 6. November 2018, E. 3.3; BGer 5A_111/2019 vom 9. Juli 2019, E. 2.3; BGer 5A_984/2019 vom 20. April 2020, E. 3.3; BGer 5A_56/2020 vom 17. August 2020, E. 4.1). 5.5. Die Vorinstanz berücksichtigte bei ihrem Entscheid drei Berichte (E. III.1.6.). Zudem hörte sie den Kläger 2 am 1. März 2019 an (Urk. 48), mithin zwei Monate, bevor er das elfte Altersjahr erreichte. Sie kam zum Schluss, dass der Kläger 2 urteilsfähig gewesen sei (Urk. 121 E. III.2.14. [S. 19 f.]), was der B e- klagte nicht rechtsgenügend in Frage stellte (E. III.3.4.). Die Schlussfolgerung der - 23 - Vorinstanz steht im Einklang mit der bundesgerichtlichen Praxis: So ist die Urteils- fähigkeit im Einzelfall zu prüfen, wobei als Richtschnur davon auszugehen ist, dass sie etwa ab dem 12. Altersjahr vorliegt (E. III.5.4.). Dies schliesst nicht aus, dass ein Kind seinen Willen ber eits früher (oder auch erst später) autonom bilden kann. Zu beachten ist sodann, dass der Kläger 2 am 10. März 2021, als er durch eine Delegation der hiesigen Kammer angehört wurde (Prot. II, S. 5), kurz vor Vollendung des 13. Altersjahrs stand. Es waren keine Anhaltspunkte ersichtlich, die gegen eine Urteilsfähigkeit sprechen würden (siehe Prot. II, S. 8). Je länger das Verfahren dauert, desto mehr verfestigt sich die Meinung des Klägers 2, den Beklagten nicht sehen zu wollen (Urk. 19 S. 7; Urk. 48 S. 3; Urk. 63 S. 2 f.; Urk. 86 S. 1 f.; Prot. II, S. 6–8). Wenn er gelegentlich mit dem Beklagten über SMS, WhatsApp (Prot. I, S. 27 und 37) oder brieflich (Urk. 143) Kontakt hatte, ist dies noch kein Ausdruck einer ambivalenten Halt ung bezüglich des Besuchs- rechts. So sagte der Kläger 2 anlässlich der Kinderanhörung vom 10. März 2021, dass er zum Beklagten eigentlich auch keinen Kont akt über Nachrichten wün- sche; er habe die drei Nummern, von denen aus der Vater ihn zu erreichen ver- sucht habe, auf dem Mobiltelefon gesperrt (Prot. II, S. 7). Es bestehen keine A n- haltspunkte dafür, dass die Klägerin 1 den Kläger 2 beeinflusst (E. III.3.4.). Der Kläger 2 versteht sich mit der neuen Partnerin des Beklagten nicht (E. III.3.4.). Dies scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen: So hat sich letztere gegenüber dem Sozialzentrum G._____ befremdend und abwertend über den Charakter und das Befinden des Klägers 2 geäussert (Urk. 19 S. 3). Es ist vor diesem Hintergrund ohne Weiteres nachvollziehbar, wenn der Kläger 2 den Beklagten zunächst allein sehen wollte (Urk. 19 S. 7; Urk. 48 S. 3) und dann, als er merken musste, dass der Beklagte diesem Wunsch nicht entsprechen konnte oder wollte (Urk. 121 E. III.2.10. [S. 16]; Urk. 125 Rz. 25), den Kontakt zu ihm ganz verweigerte (Urk. 86 S. 1 f.; Prot. II, S. 6–8). Ein Besuchsrecht, wie es der Beklagte beantragt, würde den Kläger 2 erneut der Partnerin des Beklagten aussetzen, was mit dem Kindeswohl einstweilen nicht vereinbar wäre. Anhaltspunkte dafür, dass der B e- klagte über seinen Anteil an der aktuellen Situation reflektiert hätte, sind nicht er- sichtlich, im Gegenteil: Der Text der Postkarte (E. III.4.2.) erweckt eher den Ei n- druck, dass der Beklagte keine Fehler bei sich sieht. Vor diesem Hintergrund - 24 - würde die Ausübung des Besuchsrechts den Interessen des Klägers 2 widerspre- chen. 5.6. Zusammenfassend ist das vorinstanzliche Urteil, soweit auf die Rege- lung eines Besuchsrechts verzichtet und der Beklagte berechtigt wird, den Kl ä- ger 2 vierteljährlich im Rahmen von beglei teten Erinnerungskontakten zu treffen, nicht zu beanstanden. Aufgrund der Dauer des Berufungsverfahrens ist der erste Erinnerungskontakt i ndessen vom Mai 2021 auf den Jul i 2021 zu verschieben. Die Dispositiv -Ziffer 2 des Urteils des Einzelgerichts im verei nfachten Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 27. Oktober 2020 ist aufzuheben und wie folgt neu zu fassen: "2. Auf die Regelung eines Besuchsrechts wird verzichtet. Der Beklagte ist jedoch berechtigt, den Kläger 2 auf eigene Kosten viertel jährlich im Rahmen von begleiteten Erinnerungskontakten zu treffen, erstmals im Juli 2021." 6. Beistandschaft 6.1. Die Vorinstanz erwog, dass die mit Verfügung vom 25. Februar 2019 als vorsorgliche Massnahme errichtete Besuchsrechtsbeistandschaft "nach den vorstehenden Erwägungen" fortzuführen sei, damit Erinnerungskontakte erfolgen könnten und schliesslich der Kontakt zwischen dem Kläger 2 und dem Beklagten wiederhergestellt werden könne (Urk. 121 E. III.3.2. [S. 24]). 6.2. Der Beklagte verlangt die Aufhebung der entsprechenden Dispositivzi f- fern 3 und 4 (Urk. 125 S. 2), ohne sich in der Folge explizit zur Beistandschaft zu äussern (siehe Urk. 125 Rz. 3 ff.). Damit genügt er den Begründungsanforderun- gen nicht (E. II.3.). Soweit er seinen Antrag mit einer fehlenden Kindeswohlge- fährdung begründen will (Urk. 125 Rz. 27), ist festzuhalten, dass eine solche vor dem Hintergrund der vorstehenden Erwägungen (E. III.3.4. und III.5.5.) besteht. 6.3. Zusammenfassend ist auf die Berufung nicht einzutreten, soweit sie sich gegen die vorinstanzlichen Dispositivziffern 3 und 4 richtet. Die entsprechen- den Dispositiv-Ziffern sind zu bestätigen (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO). - 25 - IV. Unterhalt 1. Berufungsanträge 1.1. Der Beklagte verlangt hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge die Feststel- lung, dass er max imal Fr. 300.– pro Monat bezahlen könne; Grun dlagen bildeten insbesondere sein Bedarf von Fr. 2'315.85 sowie sein Einkommen von Fr. 2'520.– (Urk. 125 S. 2 f.). 1.2. Die Kläger wenden ein, dass sich die Frage des angemessenen Ki n- derunterhalts nicht mit einem Feststellungsbegehren klären lasse. Das Rechtsbe- gehren müsse auch unter der Herrschaft des Untersuchungs - und des Offizia l- grundsatzes klar beziffert so bestimmt sein, dass es im Falle der Gutheissung zum Urteil erhoben werden könne. Das sei bei den Rechtsbegehren 4 [Feststel- lung hinsichtlich des Unterhalts] und 5 [Grundlagen] nicht der Fall (Urk. 132 S. 5). 1.3. Es ist zutreffend, dass die Berufungsanträge so gestellt werden müs- sen, dass sie im Falle der Gutheissung zum Ur teil erhoben werden können (BGE 137 III 617 E. 4.3). Auf formell ungenügende Begehren ist nicht einzutreten. Diese Rechtsfolge steht indessen unter dem Vorbehalt des überspitzten Formalismus: Daraus folgt, dass auf eine Berufung mit formell mangelhaften Rechtsbegehren ausnahmsweise einzutreten ist, wenn sich aus der Begründung, allenfalls in Ver- bindung mit dem angefochtenen Entscheid, ergibt, was der Berufungskläger in der Sache verlangt oder – im Falle zu beziffernder Rechtsbegehren – welcher Geldbetrag z uzusprechen is t. Rechtsbegehren sind zusammen mit der Begrün- dung auszulegen (BGE 137 III 617 E. 6.2 mit weiteren Hinweisen). 1.4. Problematisch i st die Formulierung " maximal CHF 300.00" im Ber u- fungsbegehren 4 (Urk. 125 S. 2). Zudem ist die Feststellungsklage subsidiär zur Leistungsklage (BGer 4A_464/2019 vom 30. April 2020, E. 1.3; BK ZPO -Markus, Art. 88 N 15). Aus der Tatsache, dass die Gegenpartei vor Vorinstanz "mindes- tens CHF 1'000.00" verlangt hat (Urk. 121 S. 3), wird ab er ersichtlich, dass der Beklagte einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 300.– beantragt. Indem er das Wort "be- zahlen" verwendet, bringt er zum Ausdruck, dass er den Betrag leisten will. Das Berufungsbegehren 5 hinsichtlich der Grundlagen ist zwar unvollständig, kann - 26 - aber in Verbindung der vorinstanzlichen Dispositiv -Ziffer 7 (Urk. 121 S. 52) zum Urteil erhoben werden. 1.5. Vor diesem Hintergrund ist auf die Berufungsanträge zum Unterhalt einzutreten. 2. Arbeitspensum des Beklagten 2.1. Die Vorinstanz erwog, dass man ein hypothetisches Einkommen an- rechnen dürfe, wenn der Pflichtige bei zumutbarer Anstrengung ein höheres als das effektive Einkommen zu erzielen vermöge (Urk. 121 E. III.5.7.4. [S. 31]). Mit Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGer 5A_98/2016 vom 25. Juni 2018, E. 3.5) führte sie aus , dass es in einer Konstellation mit Kindern aus mehreren Beziehungen und knappen finanziellen Verhältnissen keinen abs o- luten Anspruch auf Eigenbetreuung gebe. Vielmehr müsse man schauen, wie man die Leistungskraft des pflichtigen Elternteils in billiger Weise auf die unter- haltsberechtigten Kinder verteilen könne. Bestehe die Leistungspflicht gegenüber einem Teil der Kinder aufgrund der fehlenden Obhut in Geldzahlung, bedeute dies, dass die Aufnahme oder Ausdehnung der Fremdbetreuung für das andere Kind zu prüfen sei, damit nach Möglichkeit die grundsätzlich gleichgeordneten Obligationen gegenüber allen Kindern erfüllt werden könnten (Urk. 121 E. III.5.7.6. [S. 32]). Der Beklagte sei nicht die Hauptbetreuungsperson von F._____, geboren am tt.mm.2019, denn diese werde auch von der Mutter betreut. Der Beklagte habe anfangs 60 % gearbeitet und sein Pensum erst im Früh- ling 2019 auf 50 % reduziert. Die Mutter von F._____ arbeite seit Mai 2020 in ei- nem 40 %-Pensum. Der Beklagt e betreue F._____ unter der Woche an ander t- halb Tagen sowie am Wochenende. Dass F._____ besondere Betreuungsbedürf- nisse hätte, sei nicht geltend gemacht worden. Der Beklagte habe vielmehr aus- gesagt, es sei geplant, dass F._____ in die Krippe gehen werde, voraussichtlich wenn sie zwei bis drei Jahre alt sei. In Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung könne sich der Beklagte nicht darauf berufen, F._____ persön- lich zu betreuen. Würde dem Beklagten kein Arbeitspensum von 100 % ange- rechnet, wäre er gegenüber dem Kläger 2 (wie auch dessen Halbbruder E._____), der nicht unter seiner Obhut stehe, gar nicht unterhaltspflichtig, wäh-- 27 - rend er gegenüber F._____ seiner Unterhaltspflicht nicht nur finanziell, sondern auch durch Natur alleistung nachkommen würde. Die Klägerin 1 müsste die ge- samte Unterhaltslast des Klägers 2 alleine übernehmen. Dies würde den Grund- satz der Gleichbehandlung der Geschwister verletzen (Urk. 121 E. III.5.7.7. [S. 33]). Im Verhältnis zu unmündigen Kindern seien nach der Rechtsprechung (BGer 5A_899/2019 vom 17. Juni 2020, E. 2.2.2) besonders hohe Anforderungen an die Ausnützung der Erwerbskraft zu stellen. Dies gelte insbesondere in engen wirtschaftlichen Verhältnissen (Urk. 121 E. III.5.7.8. [S. 34]). Dem Bek lagten sei es in der vorliegenden Konstellation als Vater von drei unmündigen Kindern z u- mutbar, seine Erwerbstätigkeit auf ein Pensum von 100 % auszudehnen (Urk. 121 E. III.5.7.9. [S. 34]). 2.2. Der Beklagte macht geltend, dass er die jüngste Tochter "aktuell" zu 50 % betreue, nämlich am Dienstagvormittag, Donnerstag ganztags und Samstag ganztags (Urk. 125 Rz. 34). Eine Fremdbetreuung sei nicht installiert. Damit kö n- ne er zusammen mit der Kindsmutter als Hauptbetreuungsperson von F._____ bezeichnet werden (Urk. 125 Rz. 35). Es erscheine als Eingriff in die persönliche Freiheit, ihm die Möglichkeit zu rauben, F._____ selber betreuen zu können. Schliesslich habe er dies auch beim Kläger 2 getan. Die persönliche Betreuung sei mit einer Erwerbsarbeit gleichzusetzen ( Urk. 125 Rz. 37). Das Modell der al- ternierenden Betreuung respektive der gemeinsamen Betreuung der Eltern ent- spreche sowohl dem Grundrecht der persönlichen Freiheit wie auch dem Grund- recht der Gleichbehandlung der Geschlechter. Wollte man der bezirksgerichtl i- chen Begründung folgen, würde das im Ergebnis bedeuten, dass in sämtlichen Mankofällen von beiden Elternteilen verlangt werden müsste, ihre Arbeitskraft zu 100 % auszunützen (Urk. 125 Rz. 38). 2.3. Die Kläger erwidern, der Beklagte habe die Kindesbetreuung s elber gewählt. Die jüngste Tochter könne auch fremdbetreut werden. Das Bundesge- richt gehe inzwischen von der Gleichwertigkeit der Selbst - und der Fremdbetreu- ung aus. Es stimme nicht, dass die Parteien den Kläger 2 zu irgend einem Zei t- punkt hälftig betreut hätten. Wer drei Kinder versorgen müsse, könne sein E r- werbspensum nicht nach Belieben reduzieren. Die finanzielle Versorgung eigener - 28 - Kinder komme vor der Selbstverwirklichung. Die Berufung auf Grundrechte sei völlig unbehelflich (Urk. 132 S. 14). 2.4. Die Vorinstanz hat den Entscheid des Bundesgerichts zur Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit bei mehreren Kindern aus verschiedenen Beziehungen (BGer 5A_98/2016 vom 25. Juni 2018, E. 3.5) zutreffend wiedergegeben, sodass darauf verwiesen werden kann (Urk. 121 E. III.5.7.6. [S. 32]). Zu ergänzen ist, dass dieser Entscheid unter dem früheren Kinderunterhaltsrecht erging (BGer 5A_98/2016 vom 25. Juni 2018, E. 3.4); indessen hat das B undesgericht ange- deutet, dass es auch nach der Revision an dieser Rechtsprechung festhal ten wol- le (BGE 144 III 481 E. 4.7.5). Zu betonen ist sodann, dass einem Unterhaltspflich- tigen mit Kindern aus mehreren Beziehungen und knappen finanziellen Verhäl t- nissen [in Abweichung vom Schulstufenmodell] grundsätzlich nur im ersten Le- bensjahr des neugeborenen Kindes eine Erwerbsarbeit nicht zumutbar ist, wenn er denn das Kind selber betreut (BGer 5A_98/2016 vom 25. Juni 2018, E. 3.5; BGE 144 III 481 E. 4.7.5). Hinsichtlich der besonderen Anstrengungspflicht kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 121 E. III.5.7.8. [S. 34]). Bei gegebenen Voraussetzungen kann diese Pflicht auch die Freiheit der persönlichen Lebensgestaltung und der Realisierung beruflicher Wunschvorstellungen einschränken (BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7.4). Dies bedeutet keine Verletzung verfassungsmässiger Rechte (BGer 5A_90/2017 vom 24. August 2017, E. 5.3.1; BGer 5A_899/2019 vom 17. Juni 2020, E. 2.2.2). 2.5. Der Beklagte setzt sich nicht mit der im vorinstanzlichen Entscheid zi- tierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung auseinander (siehe Urk. 125 Rz. 33 ff.). Er zeigt nicht auf, inwiefern die Vorinstanz diese Praxis falsch berüc k- sichtigt hätte. Stattdessen wiederholt er das bereits berücksichtigte (Urk. 121 E. III.5.7.7. [S. 33]) Argument, wonach er F._____ betreue und dies auch weiter- hin tun wolle (Urk. 125 Rz. 34 und 37). Damit genügt er den Begründungsanforde- rungen nicht (E. II.3.). Unbehelflich ist es sodann, wenn er sich auf das Grund- recht der persönlichen Freiheit und jenes der Gleichbehandlung der Geschlechter beruft (Urk. 125 Rz. 38); verfassungsmässige Rechte können nämlich nicht ver-- 29 - letzt sein, wenn die Voraussetzungen für die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens erfüllt sind (BGer 5A_90/2017 vom 24. August 2017, E. 5.3.1; BGer 5A_899/2019 vom 17. Juni 2020, E. 2.2.2). Dass dies vorliegend nicht der Fall wäre, wird nicht substantiiert geltend gemacht und es ist auch nicht ersichtlich. 2.6. Vor diesem Hintergrund bleibt es beim von der Vorinstanz festgelegten Pensum von 100 %. 3. Rückwirkende Anrechnung des hypothetischen Einkommens 3.1. Die Vorinstanz erwog, dass es grundsätzlich unzulässig sei, rückwi r- kend ein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Vorliegend habe der Beklagte aber während des laufenden Verfahrens und in Kenntnis der U nterhaltsforderun- gen im Frühling 2019 sein Arbeitspensum von 60 auf 50 % reduziert. Damit sei sein Einkommen von Fr. 3'188.35 auf Fr. 2'100.– gesunken. Eine rückwirkende Anrechnung eines hypothetischen Einkommens sei zulässig, wenn dem Unter- haltsschuldner ein unredliches Verhalten vorgeworfen werden könne oder wenn die geforderte Umstellung seiner Lebens - bzw. Einkommensverhältnis vorherseh- bar gewesen sei. Dasselbe gelte, wenn der Schuldner freiwillig sein Einkommen vermindere, obwohl er wisse oder wissen müsste, dass er werde Unterhalt zahlen müssen. Vorliegend sei daher auf für die Zeit nach Frühling 2019 vom höheren Einkommen, das heisst Fr. 3'188.35 netto pro Monat, auszugehen (Urk. 121 E. III.5.7.10. [S. 34 f.]). 3.2. Der Beklagte wendet ein, es könne ihm kein unredliches Verhalten vorgeworfen werden und die geforderte Umstellung seiner Lebens - bzw. Ein- kommensverhältnisse sei nicht voraussehbar gewesen. Die Parteien hätten sich vielmehr am 8. Juli 2019 im Rahmen vorsorglicher Massnahmen auf Unterhalt s- zahlungen über Fr. 300.– verständigt. Dabei seien sie von einem 60 %-Pensum ausgegangen (Urk. 125 Rz. 44). Der Beklagte habe darauf vertrauen dürfen, dass dieser Unterhaltsbetrag für die Dauer des Verfahrens gelten würde. An dieser Vereinbarung habe er sich beim V erhältnis Arbeit / Betreuung orientiert, das er angestrebt habe (Urk. 125 Rz. 45). - 30 - 3.3. Die Kläger verweisen auf die Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 132 S. 15 f.). Das Verhalten des Beklagten sei durch und durch unredlich. Er unter- nehme alles, um sich vor seine n Unterhaltspflichten zu drücken. Die vorläufige Einigung auf einen Unterhaltsbeitrag für den Kläger 2 von Fr. 300.– pro Monat sei einzig aufgrund der Macht des Faktischen erfolgt. Die Alimente hätten sodann nicht auf erhärteten Einkommenszahlen des Beklagten basiert. Letzterer habe damals wie heute seinen Lohn aus einer von ihm beherrschten Einzelfirma und / oder GmbH bezogen, deren Buchhaltungen nie ediert worden seien (Urk. 132 S. 16). 3.4. Die Kläger machten in der ergänzenden Klagebegründung vom 15. Fe- bruar 2019 Unterhalt rückwirkend ab dem 1. Dezember 2018 geltend (Urk. 27 S. 1), was mit Blick auf Art. 279 ZGB und die Klageschrift vom 30. November 2018 (Urk. 2) zulässig ist. Am 8. Juli 2019 unterzeichneten die Klägerin 1 und der Beklagte im Sinne vorsorgli cher Massnahmen mit unpräjudizieller Wirkung eine Vereinbarung, in welcher sich der Beklagte verpflichtete, für die Dauer des Ver- fahrens für den Kläger 2 A limente (zuzüglich allfällige Familienzulagen) von Fr. 300.– pro Monat zu bezahlen, erstmals auf den 1. Oktober 2019; die Parteien hielten fest, dass damit der gebührende Unterhalt des Klägers 2 nicht gedeckt sei (Urk. 72). Fraglich ist, ob und gegebenenfalls wie sich die vorsorglichen Mas s- nahmen vorliegend auf die Hauptsache auswirken, in welcher die Kläger Unterhalt ab Einleitung des Verfahrens verlangt haben: Im Rahmen vorsorglicher Mas s- nahmen genügt die Glaubhaftmachung (Art. 261 Abs. 1 ZPO). Aus dem reduzier- ten Beweismass folgt eine beschränkte materielle Rechtskraft: Diese gilt nur für ein Verfahren derselben Erkenntnisstufe. Sie präjudiziert keine Prozesse, in de- nen der Beweis strikte zu erbringen ist, wie dies in der Regel im ordentlichen und im vereinfachten Verfahren der Fall ist (siehe Samuel Baumgartner / Annette Dol- ge / Alexander R. Markus / Karl Spühler, Schweizerisches Zivilprozessrecht mit Grundzügen des internationalen Zivilprozessrechts, 10. Aufl. 2018, Kap. 11 Rn 210 f.). Im vereinfachten Verfahren betreffend Kinderunterhalt gilt das Regel- beweismass, weshalb ein Entscheid (oder ein Vergleich), der im Rahmen vorsorg- licher Massnahmen erging, für den Endentscheid keine Rolle spielt. Dies gilt auch in den Fällen, in denen im Endentscheid über Alimente während des Verfahrens - 31 - zu befinden ist (im Ergebnis gleich BK ZGB-Hegnauer, Art. 281–284 N 43 f.; ZK ZPO-Schweighauser, Art. 303 N 27; siehe BK ZPO -Güngerich, Art. 262 N 4). Vor diesem Hintergrund durfte der Beklagte nicht darauf vertrauen, dass es bei den monatlichen Kinderalimenten von Fr. 300.– bleibt. 3.5. Ein hypothetisches Einkommen kann ausnahm sweise rückwirkend an- gerechnet werden, wobei zwei Grundkonstellationen voneinander zu unterschei- den sind: In der ersten belässt der Pflichtige die bisherigen Verhältnisse, obwohl er sein Einkommen erhöhen müsste ( BGer 5A_636/2013 vom 21. Februar 2014, E. 5.1; OGer ZH LY170039 vom 16.05. 2018 E. III.B.3.1.7 [S. 18] mit weiteren Hinweisen); in der zweiten verschlechtert er seine Einkommenssituation, obwohl er sie beibehalten müsste (BGer 5A_720/2011 vom 8. März 2012, E. 6.1; BGer 5A_692/2012 vom 21. Januar 2013, E. 4.3 ; BGer 5A_372/2016 vom 18. Novem- ber 2016, E. 3.1). Vorliegend steht diese letztere Variante im Mittelpunkt, bei der die Vorhersehbarkeit keine Rolle spielt: Wer bis anhin gearbeitet hat, bedarf kei- ner Übergangs- oder Anpassungsfrist, um seine Le bensverhältnisse umzustellen. Vielmehr muss der Alimentenschuldner alles in seiner Macht Stehende tun und insbesondere seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen, um seiner Unterhaltspflicht nachzukommen. Begnügt er sich selbst bei einem unf reiwilligen Stellenwechsel wissentlich mit einer nur ungenügend einträglichen Erwerbstäti g- keit, so hat er sich anrechnen zu lassen, was er unter den gegebenen Umständen zu erwirtschaften vermöchte. Versagt das Gericht der unterhaltspflichtigen Partei aus den beschriebenen Gründen eine Übergangs- oder Anpassungsfrist, so muss sich diese ein höheres als das tatsächlich erzielte Einkommen gegebenenfalls von einem Zeitpunkt an anrechnen lassen, der – schon vom Datum der Erhebung der Unterhaltsklage aus gesehen – in der Vergangenheit liegt (BGer 5A_184/2015 vom 22. Januar 2016, E. 3.3; BGer 5A_59/2016 vom 1. Juni 2016, E. 3.2). Einer so verstandenen rückwirkenden Anrechnung eines höheren Einkommens steht nicht entgegen, dass die unterhaltspflichtige Partei die Verminderung ihrer Lei s- tungsfähigkeit für eine bereits verstrichene Zeitspanne nicht rückgängig und die in der Vergangenheit unterbliebene Erzielung des ihr zumutbaren Einkommens nicht ungeschehen machen kann. Hat der U nterhaltspflichtige in einem bestimmten Abschnitt der Vergangenheit also nicht das Einkommen erzielt, das er bei gutem - 32 - Willen zu erwirtschaften vermocht hätte, so ist ihm zuzumuten, mit seinen künftig erzielten Einkünften nachzuholen, was er in der Vergangenheit zu erwirtschaften verpasst hat. Eine Ausnahme gilt in Fällen, in denen sich sein Versäumnis für di e- se konkrete Zeitperiode mit einer Anpassung an veränderte Lebensverhältnisse rechtfertigen lässt (BGer 5A_184/2015 vom 22. Januar 2016, E. 3.4; BGer 5A_59/2016 vom 1. Juni 2016, E. 3.3; siehe BGer 5A_372/2016 vom 18. Novem- ber 2016, E. 3.1). Der Beklagte gab anlässlich der Verhandlung vom 27. Mai 2020 zu Protokoll, dass Frau J._____ begonnen habe, mehr zu arbeiten und er daher mehr betreue (Prot. I, S. 16 ff., S. 48 f.). Bei vorbestehenden Unterhaltspflichten steht es indessen nicht im Belieben des Pflichtigen, infolge der Geburt eines wei- teren Kindes das Pensum zu reduzieren, um das Kind persönlich zu betreuen (BGer 5A_273/2018 und 5A_281/2018 vom 25. März 2019, E. 6.3.1.2). Nicht zu hören ist der Beklagte, wenn er vorbringt, die Pensumsreduktion sei "auch dem Wegfall von Aufgaben" geschuldet gewesen (Urk. 125 Rz. 45): Zum einen wird der Einwand nicht substantiiert vorgebracht, indem nicht dargelegt wir d, welche Aufgaben konkret wegfielen und weshalb; zum anderen macht der Beklagte ger a- de nicht geltend, alles i n seiner Macht S tehende getan zu haben, um seine wir t- schaftliche Leistungsfähigkeit voll auszuschöpfen. 3.6. Zusammenfassend ging die Vorinstanz zu Rec ht auch nach Frühling 2019 von einem Einkommen des Beklagten in Höhe von Fr. 3'188.35 netto pro Monat für ein 60 %-Pensum aus. 4. Höhe des hypothetischen Einkommens des Beklagten 4.1. Die Vorinstanz erwog, dass der Beklagte im Jahr 2002 ein Architektur- studium an der ETH abgeschlossen habe. Von 2003 bis 2006 habe er als Archi- tekt gearbeitet. Danach sei er ein Jahr lang als Velokurier tätig gewesen. Von zi r- ka 2007 bis 2008 habe er den Master an der ETH absolviert. In der Folge habe er erneut während eines Jahres in einem Architekturbüro gearbeitet und danach ein Jahr lang eine Jugendherberge geleitet. Ungefähr in den Jahren 2010 / 2011 sei er nochmals als Architekt tätig gewesen, bevor er wieder als Velokurier gearbeitet habe. Er verfüge somit über ein abgeschlossenes Architekturstudium (inklusive Masterabschluss) und fünf Jahre Berufserfahrung als Architekt, wobei er letztmals - 33 - 2010 / 2011 in diesem Beruf tätig gewesen sei (Urk. 121 E. III.5.7.12. [S. 35]). Gemäss Salarium bet rage der Lohn für einen angestellten Architekten zwischen Fr. 7'780.– und Fr. 8'400.– brutto pro Monat (Urk. 121 E. III.5.7.13. [S. 36]). Es sei davon auszugehen, dass der Beklagte nach Abzug der üblichen Sozialabgaben (inklusive Beiträge an die 2. Säule) von rund 15 % ein monatliches Einkommen von netto Fr. 6'630.– erzielen könne (Urk. 121 E. III.5.7.14. [S. 36]). 4.2. Der Beklagte wendet ein, dass seine Teilzeittätigkeit als Architekt rund zehn Jahre her sei. Er verfüge weder über aktuelles Know -how noch über den Lebenslauf, um eine Anstellung als Architekt zu finden (Urk. 125 Rz. 49). Die Coronakrise verunmögliche es dem Beklagten sodann faktisch, wieder in den A r- chitekturberuf einzusteigen (Urk. 125 Rz. 50). Dort habe er zwischen 2005 und 2011 auf ein 100 %-Pensum gerechnet durchschnittlich Fr. 4'632.– netto verdient. Die Annahme eines höheren Lohns sei nicht realistisch und damit nicht rechtens (Urk. 125 Rz. 51 ff.). Die Lohnerhebung der Vorinstanz (Urk. 119 f.) vermische die Löhne von Architektur- mit jenen von Ingenieurbüros. Dabei dürfe als gerichtsno- torisch gelten, dass die Löhne als Ingenieur bedeutend höher seien; ein wesentl i- cher Bestandteil der Arbeit von Architekten bestehe nämlich darin, an Wettbewer- ben und Ausschreibungen mitzuwirken. Nur wer es in die ersten Ränge schaffe, erhalte den Auftrag oder alternativ die Auslagen zurück. Das Salarium führe die Architektenlöhne nicht konkret auf und zeige die Einstiegslöhne nicht (Urk. 125 Rz. 53). Aus der Lohnerhebung 2017 des Schweizerischen Ingenieur - und Archi- tektenvereins (Urk. 120) ergebe sich ein Einstiegslohn für Architekten von Fr. 66'550.– brutto, was Fr. 4'400.– netto pro Monat entspreche. Dieses Ergebnis stimme mit den tatsächlich erzielten Löhnen des Beklagten überein und wäre ihm als maximum anzurechnen (Urk. 125 Rz. 54). Der Durchschnittslohn liege ge- mäss der Lohnerhebung 2017 bei rund Fr. 80'000.– brutto pro Jahr bzw. Fr. 5'173.– netto pro Monat. Es sei davon auszugehen, dass wegen der Co rona- krise ein Negativtrend einsetze. Auch darin zeige sich, dass die Fr. 6'630.– der Vorinstanz viel zu hoch seien (Urk. 125 Rz. 55). 4.3. Die Kläger erachten die Anrechnung eines hypothetischen Einkom- mens als gerechtfertigt. Sie weisen darauf hin, dass der Beklagte keine Bewer-- 34 - bungen eingereicht habe. Zudem flori ere gerade in Zeiten der Corona- Pandemie das Kurierdienstgewerbe wie nie zuvor. Gemäss seiner Webseite beschäftige der Beklagte ein Team von sieben Kurieren (Urk. 132 S. 16). Als Kurierdienst-Inhaber könne er heute ein gleich hohes Einkommen erzielen wie a ls angestellter Archi- tekt. Der Lohnrechner Salarium sei ferner ein zuverlässiges Instrument des Bun- desamtes für Statistik (Urk. 132 S. 17). 4.4. Der Beklagte hat Bewerbungen für die Zeit ab November 2020 zwar zum B eweis offeriert (Urk. 125 Rz. 49), jedoch bis h eute keine solchen einge- reicht. Vor diesem Hintergrund erscheint sein Einwand, er werde keine Anstellung als Architekt finden können, unbegründet. Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beklagte von den ins Recht gelegten Zeitungsartikeln (Urk. 129/4–5). So ergibt sich daraus, dass vor allem Mitarbeitende der Gastronomie und der Reis e- branche von Arbeitslosigkeit betroffen sind (Urk. 129/5 S. 3 f.). Besonders gut ha- be sich dagegen der Trend in den Sektoren Handel und Baugewerbe entwickelt (Urk. 129/5 S. 4). 4.5. Es ist zutreffend, dass der Salariumr echner den Durchschnittslohn in Architektur- und Ingenieurbüros angibt (Urk. 119). Gestützt auf die Lohnerhebung 2017 des schweizerischen Ingenieur - und Architektenvereins ist davon auszuge- hen, dass die Einstiegslöhne der Architekten tiefer sind als jene der Bauingenieu- re (Urk. 120). Der Beklagte kann sich indessen nicht für die gesamte Zeit, in we l- cher er unterhaltspflichtig ist, einen Einstiegslohn anrechnen lassen. Nicht aussa- gekräftig sind sodann die geltend gemachten früher erzielten Löhne (Urk. 125 Rz. 51): Einerseits liegen sie mindestens rund zehn Jahre zurück und lassen die seitherige Lohnentwicklung ausser Acht; andererseits arbeitete der Beklagte bei keinem der aufgeführten Arbeitgeber länger als 1.5 Jahre, womit allfällige Lohner- höhungen aufgrund des Dienstalters unberücksichtigt blieben. Die Grafiken der Lohnerhebung 2017 sind zu ungenau, um den Lohn bestimmen zu können. I n- dessen stellt auch das Lohnbuch Schweiz 2020 auf diese Lohnerhebung ab (Lohnbuch Schweiz 2020, S. 394). Gemäss dem Lohnbuch verdient ein Architekt in der Alterskategorie des Beklagten (41 bis 50 Altersjahre) Fr. 7'351.– brutto pro Monat, wobei ein 13. Monatslohn berufsüblich ist (Lohnbuch Schweiz 2020, S. 33 - 35 - und 393 f.). Berücksichtigt man dies, resultiert ein monatlicher Bruttolohn von Fr. 7'964.–, was netto (unter Berücksichtigung von 15 % Lohnabzügen) Fr. 6'769.– entspricht. Vor diesem Hintergrund ist das von der Vorinstanz ange- nommene monatliche Nettoeinkommen von Fr. 6'630.– grundsätzlich nicht zu be- anstanden. Da der Beklagte über längere Zeit nicht als Architekt gearbeitet hat, erscheint es indessen angemessen, ihm während des ersten Jahres einen tief e- ren Lohn anzurechnen. Der Einstiegslohn beläuft sich auf Fr. 66'550.– brutto pro Jahr (Urk. 120), was Fr. 4'714.– netto pro Monat entspricht. Aufgrund der geri n- gen, aber dennoch vorhandenen Berufserfahrung ist davon auszugehen, dass der Beklagte im ersten Jahr ein monatliches Einkommen von nett o Fr. 5'000.– (inklu- sive 13. Monatslohn) erzielen kann. 5. Übergangsfrist 5.1. Die Vorinstanz erwog, dass die Übergangsfrist in der Regel drei bis sechs Monate betrage. Der Beklagte sei seit September 2018 mit der Unterhalt s- forderung der Kläger konfrontiert. Die K läger hätten im Übrigen wiederholt vorge- bracht, dass er mehr arbeiten bzw. ein höheres Einkommen erzielen müsse. Dass er mit einem Einkommen von Fr. 2'100.– seiner Unterhaltspflicht nicht nachkom- men könne, habe der Beklagte ohne Weiteres voraussehen können. Daher seien ihm im heutigen Zeitpunkt [27. Oktober 2020] drei Monate zu gewähren. Ab dem 1. Februar 2021 sei ihm ein Einkommen von netto Fr. 6'630.– anzurechnen (Urk. 121 E. III.5.7.16. [S. 37 f.]). 5.2. Der Beklagte rügt, dass die Übergangsfrist viel zu kurz sei. Eine solche von neun Monaten ab Rechtskraft des Urteils erscheine demgegenüber sachge- recht (Urk. 125 Rz. 56). Der Beklagte sei Geschäftsführer eines Unternehmens, der K._____ GmbH. Von seinem Engagement und der Existenz der Firma hingen Arbeitsplätze ab. Solange kein neuer Geschäftsführer gefunden sei, könne er kei- nen neuen Job antreten (Urk. 125 Rz. 57). Die Bezirksrichterin habe ihm sodann zu keinem Zeitpunkt in den Gerichtsverhandlungen in Aussicht gestellt, dass er seine aktuelle Tätigkeit würde b eenden und einen Job als Architekt suchen müs- sen. Die Voraussehbarkeit sei unter diesen Umständen nicht gegeben (Urk. 125 - 36 - Rz. 58). Zudem werde es dem Beklagten in der Coronakrise faktisch unmöglich sein, den Wiedereinstieg zu schaffen (Urk. 125 Rz. 59). 5.3. Die Kläger verweisen auf die Erwägungen der Vorinstanz. Der Kurier- dienst floriere, weshalb der Beklagte gar nicht ins Architekturwesen zurückkehren müsse. Er könne als Kurierdienst -Inhaber den vorinstanzlich angenommenen hy- pothetischen Lohn verdienen (Urk. 132 S. 17 f.). 5.4. Verlangt das Gericht die Umstellung der Lebensverhältnisse einer Par- tei, so hat er ihr hinreichend Zeit zu lassen, die rechtlichen Vorgaben in die Tat umzusetzen. Die Übergangsfrist muss nach ihrem Zweck und den Umständen angemessen sein (BGE 129 III 417 E. 2.2). In der Regel beträgt sie drei bis sechs Monate. Sie beginnt frühes tens mit der erstmaligen gericht lichen Eröffnung der Umstellungsfrist zu laufen (OGer ZH LE150008 vom 26.10.2015, E. III.4.2 [S. 30]; OGer ZH LZ180029 vom 14.06.2019, E. II.B.2.3). 5.5. Vom Beklagten wird verlangt, die Geschäftsführung der K._____ GmbH abzugeben und eine Arbeit als Architekt aufzunehmen. Erfahrungsgemäss hängen kleinere Unternehmen stark von der Persönlichkeit des Geschäftsführers ab, weshalb es nicht ganz einfach sein dürfte, einen Nachfolger oder eine Nac h- folgerin zu finden. Vor diesem Hintergrund erscheinen drei Monate als zu kurz e Übergangsfrist. Angemessen sind vielmehr sechs Monate. Eine längere Frist i n- folge der Corona- Pandemie rechtfertigt sich nicht, zumal diese das Baugewe rbe gerade nicht trifft (E. IV.4.4.). Der Beklagte musste spätestens seit Eröffnung des erstinstanzlichen Urteils damit rechnen, mehr verdienen zu müssen. Der Fristbe- ginn ist daher unverändert zu belassen (siehe auch OGer ZH LZ170009 vom 31.01.2018, E. II.4.8 ff. [S. 19 f.]). Dies bedeutet, dass dem Beklagten ab dem 1. Mai 2021 ein Architektenlohn (100 %-Pensum) anzurechnen ist. 6. Zwischenergebnis: Einkommen des Beklagten Dem Beklagten ist bis zum 30. April 2021 ein monatliches Nettoei nkommen von Fr. 3'188.35 (60 %-Pensum) anzurechnen (E. IV.3.6. und IV.5.5.). Danach ist von einem 100 %-Pensum als Architekt auszugehen (E. IV.2.6. und IV.5.5.). Vom - 37 - 1. Mai 2021 bis zum 30. April 2022 ist das Einkommen auf Fr. 5'000.– und ab dem 1. Mai 2022 auf Fr. 6'630.– festzusetzen (E. IV.4.5. und IV.5.5.). 7. Miete des Beklagten 7.1. Die Vorinstanz erwog, dass die Miete für das Einfamilienhaus, in dem der Beklagte mit seiner Lebenspartnerin, deren Tochter H._____ aus einer frühe- ren Beziehung sow ie der gemeinsamen Tochter F._____ zusammenlebe, Fr. 1'392.– betrage. Dem Beklagten sei davon ein Drittel (entsprechend Fr. 465.–) anzurechnen (Urk. 121 E. III.5.8. [S. 39]). 7.2. Der Beklagte rügt, dass er in einer Genossenschaftswohnung wohne. Die Höhe der Mi ete sei einkommensabhängig. Es sei davon auszugehen, dass die Miete bei einem höheren Einkommen um 15 % steigen würde. Dabei erschei- ne es als stossend, dem Beklagten nur einen Drittel der Gesamtmiete anzurec h- nen. Sein Bedarf werde dadurch unter das betreibungsrechtliche Existenzmini- mum gesetzt und es werde der Umstand ausser Acht gelassen, welche tatsächl i- chen Kosten er bezahlen müsse. Entsprechend sei ihm im Minimum die Hälfte der Miete anzurechnen (Urk. 125 Rz. 62). 7.3. Die Kläger bestreiten, dass die Miete des Beklagten einkommensab- hängig sei. Das FGZ-Reglement sehe "soziale Mietumlagen" vor, die den Beklag- ten beim angenommenen hypothetischen Einkommen nicht treffen würden (Urk. 132 S. 18). 7.4. Der Bar - und der Betreuungsunterhalt gehen gegenüber dem (nach- ) ehelichen und dem Volljährigenunterhalt vor (BGer 5A_311/2019 vom 11. Novem- ber 2020, E. 7.3). Partner einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft sind gegen- seitig nicht unterhaltsberechtigt (Heinz Hausheer / Thomas Geiser / Regina E. Aebi-Müller, Das Famili enrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 6. Aufl. 2018, Rn 03.45). Für jedes Kind ist ein (bei den Wohnkosten des Obhutsinhabers abzuziehender) Wohnkostenanteil einzusetzen (BGer 5A_311/2019 vom 11. No- vember 2020, E. 7.2). - 38 - 7.5. Vor dem Hintergrund der vorstehenden Erwägung ist nicht zu bean- standen, dass die Vorinstanz dem Beklagten einen Drittel der Wohnkosten ange- rechnet hat. Die Anrechnung von mindestens der Hälfte würde im Ergebnis dazu führen, dass der Beklagte insbesondere zu Lasten seiner beiden älteren Kinder für einen Teil des Unterhalts seiner Lebenspartnerin aufkäme, ohne dass diese darauf einen Anspruch hat. Der Beklagte erläutert nicht, wie er zur Annahme ge- langt, dass seine Miete bei einem höheren Einkommen um exakt 15 % steigen würde. Damit erfüllt er die Begründungsanforderungen nicht (E. II.3.). Im Übrigen sieht der Anhang zum FGZ- Reglement abhängig vom steuerbaren Einkommen und dem steuerbaren Vermögen eine Mietzinsreduktion von bis zu 15 % oder ei- nen Mehrzins von Fr. 125.– pro Monat vor ( Urk. 129/9). Der Beklagte wird den grössten Teil des Mehreinkommens auf wenden müssen, um die Alimente zu be- zahlen. Diese sind vom steuerbaren Einkommen abziehbar (Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG; § 31 Abs. 1 lit. c StG). Sollte er in der Folge immer noch über ein zu hohes steuerbares Einkommen verfügen, könnte er dieses durch Einzahlungen in die 2. Säule und / oder die Säule 3a weiter reduzieren (Art. 33 Abs. 1 lit. d und e DBG; § 31 Abs. 1 lit. d und e StG). Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuwei- sen, dass Ansprüche der beruflichen Vorsorge (2. Säule) und der gebundenen Selbstvorsorge ( Säule 3a) vor Fälligkeit von der Einkommens- und Vermögens- steuer befreit sind (Art. 84 BVG; Jacques-André Schneider / Nicolas Merlino / D i- dier Mange, Kommentar zum schwei zerischen Sozialversicherungsrecht, BVG und FZG, 2. Aufl. 2019, Art. 84 BVG N 2). Es ist vor diesem Hintergrund nicht an- zunehmen, dass das Gesamteinkommen oder das Vermögen des Haushalts des Beklagten eine relevante Schwelle überschreiten wird. 8. Arbeitswegkosten des Beklagten 8.1. Die Vorinstanz rechnete dem Beklagten ab dem Zeitpunkt, in dem ihm ein hypothetisches Einkommen als Architekt angerechnet wird, die Kosten eines Abonnements für die Stadt Zürich (Fr. 85.–) an (Urk. 121 E. III.5.8. [S. 42]). 8.2. Der Beklagte macht geltend, es sei mit durchschnittlichen Kosten von Fr. 300.– für den Arbeitsweg zu rechnen. Würde man ihm die hypothetischen A r- beitswegkosten nicht anrechnen, würde man in sein Existenzminimum eingreifen. - 39 - Im Minimum wäre ihm der Netzpass des ZVV für alle Zonen mit jährlichen Kosten von Fr. 2'226.– anzurechnen (Urk. 125 Rz. 63). 8.3. Die Kläger bestreiten dies. Arbeite der Beklagte weiterhin mit seinem Kurierdienst, benütze er für den Arbeitsweg das Fahrrad (Urk. 132 S. 18). 8.4. Wird für eine Person ein hypothetisches Einkommen festgesetzt, so sind die zu erwartenden Mobilitätsk osten in den Bedarf aufzunehmen (OGer ZH LY140053 vom 08.05.2015, E. III.2.4.d) [S. 15]). Die vorhandene Arbeitskapazität ist umfassend auszuschöpfen, wobei für den Kindesunterhalt eine besondere An- strengungspflicht gilt (BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7.4 mit weiteren Hinweisen). 8.5. Der Beklagte erläutert nicht, weshalb für den Arbeitsweg mit durc h- schnittlichen Kosten von Fr. 300.– zu rechnen sei . Damit genügt er den Begrün- dungsanforderungen nicht (E. II.3.). Aufgrund der besonderen Anstrengungs- pflicht wird der Beklagte seine Suchbemühungen indessen nicht auf die Stadt Zü- rich beschränken können. Erst mit einem Netzpass für alle Zonen ist auch Wi n- terthur erfasst. Vor diesem Hintergrund erscheint es angemessen, dem Bekl agten ab dem 1. Mai 2021 ( E. IV.5.5.) Arbeitswegkosten von Fr. 2'226.– / 12 = (gerun- det) Fr. 186.– pro Monat anzurechnen. 9. Kommunikations- und Versicherungskosten des Beklagten 9.1. Die Vorinstanz erwog, dass die vom Beklagten geltend gemachten Kommunikationskosten von Fr. 120.– gerichtsüblich seien. Da der Beklagte aber im Konkubinat mit der Mutter seiner Tochter F._____ lebe, sei ihm lediglich die Hälfte dieses Betrags anzurechnen (Urk. 121 E. III.5.8. [S. 41]). Es sei sodann ge- richtsnotorisch, dass für die Hausrat - und Haftpflichtversicherung Prämien von Fr. 30.– pro Monat anfielen. Entsprechend sei dem Beklagten die Hälfte davon anzurechnen (Urk. 121 E. III.5.8. [S. 41]). 9.2. Der Beklagte rügt, die Kommunikationskosten fielen bei ihm persönlich an. Insbesondere die Handykosten könne er nicht mit seiner Partnerin teilen. Dasselbe gelte für die Hausrat - und Haftpflichtversicherung. Insbesondere die - 40 - Privathaftpflichtversicherung könne er nicht mit der Partnerin teilen. Die Kostenr e- duktion infolge Konkubinats sei bereits beim Grundbetrag erfolgt. Eine weitere Reduktion erweise sich als ungesetzlich. Der Bedarf werde dadurch unter das be- treibungsrechtliche Existenzminimum gesetzt. Es seien dem Beklagten Fr. 120.– für Kommunikationskosten und Fr. 30.– für die Hausrat - und Haftpflichtversiche- rung anzurechnen (Urk. 125 Rz. 64). 9.3. Die Kläger bestreiten dies und verweisen auf die Erwägungen der Vor - instanz (Urk. 132 S. 19). 9.4. Kann das betreibungsrec htliche Existenzminimum nicht gedeckt wer- den, liegt ein Mankofall vor. In diesen Fällen sind ke ine Kommunikations- und Versicherungspauschalen zu berücksichtigen; diese gehören nämlich zum fami- lienrechtlichen Existenzminimum (BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7.2). 9.5. Soweit nachfolgend in den einzelnen Phasen ein Manko resultiert, sind keine Kommunikations - und Versicherungspauschalen zu berücksichtigen. Dies gilt aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes auch für die beiden Kläger. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, umfassen die Kommunikationskosten im Übr i- gen die Auslagen für Telefon, Internet, Fernsehen und Radio (Urk. 121 E. III.5.8. [S. 41]). Einige davon fallen pro Haushalt nur einmal an (beispielsweise Internet, Festnetz und Serafe), andere (beispielsweise das Mobiltelefon) können auch eine Person alleine betreffen. Vor diesem Hintergrund erscheint es angemessen, di e Kommunikationspauschale von Fr. 120.– auf Fr. 80.– zu redu zieren. Bezüglich der Versicherung ist denkbar, dass ein Paar zumindest eine gemeinsame Haus- ratversicherung hat. Weil vorliegend aber keine entsprechenden Anhaltspunkte ersichtlich sind, sind beim Beklagten Fr. 30.– einzusetzen. 10. Aufteilung des Umfangs der Leistungsfähigkeit 10.1. Die Vorinstanz erwog, dass der Beklagte Vater von drei minderjährigen Kindern sei, nämlich dem zwölfjährigen Kläger 2, dem vierjährigen E._____ sowie der fast zweijährigen F._____. Es verstehe sich von selbst, dass diese drei Kinder - 41 - aufgrund ihres Alters unterschiedliche Bedürfnisse hätten. So sei en bei jüngeren Kindern die Fremdbetreuungskosten höher als bei älteren, dafür erhöhe sich der Grundbetrag für Kinder ab zehn Jahren. D ie unterschiedlichen Bedürfnisse dürf- ten sich daher grundsätzlich etwa die Waage halten. Dass eines der Kinder einen deutlich höheren Bedarf im finanziellen oder erzieherischen Bereich habe, habe der Beklagte nicht geltend gemacht und es bestünden dafür auch keine Anhalt s- punkte. Daher seien die Geldbeträge für alle drei Kinder gleich festzusetzen. Ent- sprechend sei die Differ enz zwischen dem Einkommen und dem Bedarf des B e- klagten auf die drei Kinder aufzuteilen, wobei dem Kläger 2 nicht mehr als sein Bar- und Betreuungsbedarf zugesprochen werden könne (Urk. 121 E. III.5.11.2. [S. 47 f.]). 10.2. Der Beklagte rügt, dass bei einem Arbeitspensum von 100 % Fremdbe- treuungskosten von 50 % entstünden. Die Kosten betrügen unter Berücksicht i- gung der Subventionen geschätzt Fr. 600.–. Wenn der Beklagte die Tochter F._____ nicht mehr unter der Woche betreuen dürfe, müsse eine Fremdbetreu- ung installiert werden. Damit bestehe bei F._____ ein deutlich grösserer Bedarf als beim Kläger 2. Dies entspreche im Übrigen auch dem Grundsatz der Gleic h- behandlung, schliesslich seien im Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 27. Oktober 2020 (Geschäfts-Nr. FP180229) bei E._____ Fr. 671.50 an Fremdbe- treuungskosten im Bedarf einberechnet worden (Urk. 125 Rz. 66). Als Kons e- quenz sei die Differenz zwischen dem Einkommen und dem Bedarf des Beklagten nicht gleichmässig vorzunehmen, sondern es sei der Anteil von F._____ am Überschuss angemessen zu erhöhen (Urk. 125 Rz. 67). 10.3. Die Kläger bestreiten dies. Die Partnerin des Beklagten arbeite offen- bar zu Hause als Künstlerin und könne F._____ ohne Weiteres betreuen. Allfällige Fremdbetreuungskosten würden in der Stadt Zürich st ark subventioniert (Urk. 132 S. 19). 10.4. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt (Urk. 121 E. III.5.11.1. [S. 47]), sind alle unterhaltsberechtigten Kinder eines Elternteils im Verhältnis zu ihren ob- jektiven Bedürfnissen finanziell gleich zu behandeln. Die mind erjährigen Kinder stehen grundsätzlich auf derselben Anspruchsstufe und müssen sich einen allfäl-- 42 - ligen Überschuss beim Unterhaltspflichtigen nach Massgabe ihrer objektiven B e- dürfnisse teilen (BGer 5A_78/2019 vom 25. Juli 2019, E. 5.3). Fremdbetreuungs- kosten gehören in den Bedarf des jeweiligen Kindes und können somit nicht vorab vom Überschuss in Abzug gebracht werden (BGer 5A_311/2019 vom 11. No- vember 2020, E. 7.2). 10.5. Der Beklagte betreut F._____ nach eigenen Angaben jeweils am Dienstagvormittag, Donnerstag ganztags und Samstag ganztags (Urk. 125 Rz. 34). Samstags muss er auch bei einem Pensum von 100 % nicht arbeiten, womit F._____ im Umfang von max imal 30 % fremdbetreut werden muss. Der Beklagte hat keine Belege eingereicht, aus denen hervorginge, dass die Fremd- betreuungskosten für F._____ rund Fr. 600.– betrügen. Zudem könnte er für F._____ nur dann einen höheren Betrag geltend machen, wenn ihr gesamter B e- darf höher wäre als jener der jeweils anderen beiden Kinder. Der Beklagte hat den Gesamtbedarf seiner Tochter indessen weder behauptet noch belegt, womit er den Begründungsanforderungen nicht genügt (E. II.3.). Im Übrigen ging die Vo- rinstanz trotz der offenbaren Fremdbetreuungskosten auch bei E._____ nicht von einem höheren Bedarf aus. Damit bleibt es bei der von der Vorinstanz vorge- nommenen Drittelung der Leistungsfähigkeit des Beklagten (siehe Urk. 121 E. III.5.11.3. ff. [S. 48]). 10.6. Offensichtlich unzutreffend (E. II.3.) ist es, wenn die Vorinstanz schreibt, dass dem Kläger 2 nicht mehr als sein Bar- und Betreuungsbedarf zuge- sprochen werden könne (Urk. 121 E. III.5.11.2. [S. 48]): Übersteigt die Leistungs- fähigkeit des Beklagten den Geldunterhalt, so hat der Kläger 2 grundsätzlich An- spruch darauf, am Überschuss zu partizipieren (BGer 5A_311/2019 vom 11. No- vember 2020, E. 7.3). Da der Bedarf des Beklagten höher ist als jener des Kl ä- gers 2, rechtfertigt es sich, dem Beklagten einen grösseren Anteil zuzuweisen. Dies wird err eicht, indem die Leistungsfähigkeit des Beklagten zunächst durch drei dividiert wird. Sodann wird der Geldunterhalt des jeweiligen Kindes subtr a- hiert. Die verbleibende Differenz wird hälftig auf den Beklagten und das jeweilige Kind aufgeteilt. - 43 - 11. Unterhaltsbeiträge in den einzelnen Phasen 11.1. Unter Berücksichtigung der unangefochtenen Bedarfspositionen ist für die Zeit ab dem 1. Mai 2021 (Anrechnung eines 100 %-Arbeitspensums als Archi- tekt beim Beklagten; E. IV.6.) von folgenden Bedarfszahlen der Parteien ausz u- gehen (E. IV.8.5. und IV.9.5.; siehe Urk. 121 E. III.5.8. [S. 38]): ab Mai 2021 Klägerin 1 Kläger 2 Beklagter a) Grundbetrag Fr. 1'350.00 Fr. 600.00 Fr. 850.00 b) Wohnkosten, inkl. Neben- kosten Fr. 782.00 Fr. 390.00 Fr. 465.00 c) Krankenkasse (KVG) Fr. 328.85 Fr. 13.65 Fr. 218.75 d) Krankenkasse (VVG) Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 e) Zusätzl. Gesundheitskosten Fr. 0.00 Fr. 30.00 Fr. 0.00 f) Telefon/Internet/Radio/TV Fr. 120.00 Fr. 30.00 Fr. 80.00 g) Hausratversicherung Fr. 28.00 Fr. 0.00 Fr. 30.00 h) auswärtige Verpflegung Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 210.00 i) Mobilität / öV Fr. 50.00 Fr. 30.00 Fr. 186.00 j) Fremdbetreuungskosten Fr. 0.00 Fr. 100.00 Fr. 0.00 k) Hobbys Fr. 0.00 Fr. 70.00 Fr. 0.00 l) Bedarf F._____ Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 m) Steuern Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Total Fr. 2'658.85 Fr. 1'263.65 Fr. 2'039.75 11.2. Zusammengefasst ergeben sich für die Zeit ab dem 1. Mai 2022 fol- gende Einkommens - und Bedarfszahlen (E. IV.6. und IV.11.1.; Urk. 121 E. III.5.10.1. [S. 43]): Klägerin 1 Kläger 2 Beklagter Einkommen Fr. 3'600.00 Fr. 250.00 Fr. 6'630.00 Bedarf Fr. - 2'658.85 Fr. - 1'263.65 Fr. - 2'039.75 Differenz Fr. 941.15 Fr. -1'013.65 Fr. 4'590.25 - 44 - Der Beklagte ist im Umfang von Fr. 4'590.25 leistungsfähig. Der Betrag ist auf alle drei Kinder aufzuteilen, sodass Fr. 1'530.– auf den Kläger 2 entfallen. Subtrahiert man seinen Barunterhalt von Fr. 1'013.65, verbleibt ein Überschuss von Fr. 516.35. Dieser ist hälftig auf den Beklagten und den Kläger 2 aufzuteilen (E. IV.10.6.). Der Beklagte ist mithin zu verpflichten, für den Kläger 2 ab dem 1. Mai 2022 einen Barunterhalt von (gerundet) Fr. 1'272.– zu bezahlen. Die Klä- gerin 1 kann für ihren Bedarf selber aufkommen, womit kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist. 11.3. Für die Zeit vom 1. Mai 2021 bis zum 30. April 2022 ist dem Beklagten ein tieferes Einkommen von Fr. 5'000.– anzurechnen (E. IV.6.). Die übrigen Zah- len bleiben unverändert (siehe E. IV.11.2. und Urk. 121 E. III.5.10.1. [S. 43]): Klägerin 1 Kläger 2 Beklagter Einkommen Fr. 3'600.00 Fr. 250.00 Fr. 5'000.00 Bedarf Fr. - 2'658.85 Fr. - 1'263.65 Fr. - 2'039.75 Differenz Fr. 941.15 Fr. -1'013.65 Fr. 2'960.25 Die Leistungsfähigkeit des Beklagten beträgt Fr. 2'960.25. Der Anteil des Klägers 2 beträgt einen Drittel oder Fr. 986.75. Der Beklagte ist nicht in der Lage, für den gesamten Barunterhalt von Fr. 1'013.65 aufzukommen. Die Klägerin 1 kann die Differenz indessen mit ihrem Überschuss decken, womit kein Manko vor- liegt. Zwar gilt der Grundsatz, dass der Naturalunterhalt und der Geldunterhalt (Bar- und Betreuungsunterhalt) gleichwertig sind (BGer 5A_727/2018 vom 22. Au- gust 2019, E. 4.3.1); derjenige, der das Kind hauptsächlich betreut, soll nicht auch für dessen Kosten aufkommen müssen. Dieses Prinzip findet jedoch seine Gren- ze an der Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners (BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7.4). Kann der nicht hauptbetreuende Elternteil finanziell nicht für den gesamten Barunterhalt des Kindes aufkommen, so kann das Gericht den anderen Elternteil verpflichten, neben dem Naturalunterhalt einen Teil des Barbedarfs des Kindes zu decken (siehe BG er 5A_727/2018 vom 22. August 2019, E. 4.3.2.2). Dies rechtfertigt sich vorliegend, da die Klägerin 1 selbst so noch einen Überschuss erzielt. Der Beklagte ist mithin zu verpflichten, für den - 45 - Kläger 2 vom 1. Mai 2021 bis zum 30. April 2022 monatliche Unter haltsbeiträge von (gerundet) Fr. 987.– (nur Barunterhalt) zu bezahlen. 11.4. Die Vorinstanz rechnete der Klägerin 1 ab dem 1. Februar 2021 ein Einkommen von Fr. 3'600.– an (Urk. 121 E. III.5.5.3. [S. 28]), was unangefochten blieb. Für die Zeit vom 1. Februar 2021 bis zum 30. April 2021 beträgt das Ei n- kommen des Beklagten Fr. 3'188.35 (E. IV.6.). Die Bedarfszahlen präsentieren sich wie folgt: ab Februar 2021 Klägerin 1 Kläger 2 Beklagter a) Grundbetrag Fr. 1'350.00 Fr. 600.00 Fr. 850.00 b) Wohnkosten, inkl. Neben- kosten Fr. 782.00 Fr. 390.00 Fr. 465.00 c) Krankenkasse (KVG) Fr. 328.85 Fr. 13.65 Fr. 118.75 d) Krankenkasse (VVG) Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 e) Zusätzl. Gesundheitskosten Fr. 0.00 Fr. 30.00 Fr. 0.00 f) Telefon/Internet/Radio/TV Fr. 120.00 Fr. 30.00 Fr. 80.00 g) Hausratversicherung Fr. 28.00 Fr. 0.00 Fr. 30.00 h) auswärtige Verpflegung Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 125.00 i) Mobilität / öV Fr. 50.00 Fr. 30.00 Fr. 0.00 j) Fremdbetreuungskosten Fr. 0.00 Fr. 100.00 Fr. 0.00 k) Hobbys Fr. 0.00 Fr. 70.00 Fr. 0.00 l) Bedarf F._____ Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 m) Steuern Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Total Fr. 2'658.85 Fr. 1'263.65 Fr. 1'668.75 c) Aufgrund der individuellen Prämienverbilligung sinken die Krankenkassenkosten des Beklagten um Fr. 100.– auf Fr. 118.75 (Urk. 121 E. III.5.10.2. [S. 44]). h) Die Kosten für auswärtige Verpflegung des Beklagten reduzieren sich von Fr. 210.– (E. IV.11.1.) auf Fr. 125.– (Urk. 121 E. III.5.10.2. [S. 44]). - 46 - i) Die Mobilitätskosten des Beklagten reduzi eren sich von Fr. 186.– (E. IV.8.5.) auf Fr. 0.– (Urk. 121 E. III.5.8. und III.5.10.2. [S. 42 und 44]). Die übrigen Bedarfspositionen bleiben gegenüb er den späteren Phasen (E. IV.11.1.) unverändert. Damit ergeben sich folgende Einkommens - und B e- darfszahlen: Klägerin 1 Kläger 2 Beklagter Einkommen Fr. 3'600.00 Fr. 250.00 Fr. 3'188.35 Bedarf Fr. - 2'658.85 Fr. - 1'263.65 Fr. - 1'668.75 Differenz Fr. 941.15 Fr. -1'013.65 Fr. 1'519.60 Der Beklagte ist im Umfang von Fr. 1'519.60 gegenüber allen Ki ndern bzw. im Umfang von Fr. 506.55 gegenüber dem Kläger 2 leistungsfähig. Er kann somit nicht für den gesamten Barunterhalt von Fr. 1'013.65 aufkommen. Die Klägerin 1 kann die Differenz indessen mit ihrem Überschuss decken, womit kein Manko vor- liegt. Der Beklagte ist mithin zu verpflichten, für den Kläger 2 vom 1. Februar 2021 bis zum 30. April 2021 monatliche Unterhaltsbeiträge von (gerundet) Fr. 507.– (nur Barunterhalt) zu bezahlen. 11.5. Für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Januar 2021 ging die Vor- instanz von einem Einkommen der Klägerin 1 von Fr. 2'800. – und einem solchen des Klägers 2 von Fr. 230.75 aus (Urk. 121 E. III.5.10.2 [S. 44 f.]), was unange- fochten blieb. Das Einkommen des Beklagt en beträgt Fr. 3'188.35 (E. IV.6.). Die Bedarfszahlen präsentieren sich wie folgt: ab Januar 2020 Klägerin 1 Kläger 2 Beklagter a) Grundbetrag Fr. 1'350.00 Fr. 600.00 Fr. 850.00 b) Wohnkosten, inkl. Neben- kosten Fr. 782.00 Fr. 390.00 Fr. 465.00 c) Krankenkasse (KVG) Fr. 328.85 Fr. 13.65 Fr. 118.75 d) Krankenkasse (VVG) Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 e) Zusätzl. Gesundheitskosten Fr. 0.00 Fr. 30.00 Fr. 0.00 f) Telefon/Internet/Radio/TV Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 - 47 - g) Hausratversicherung Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 00.00 h) auswärtige Verpflegung Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 125.00 i) Mobilität / öV Fr. 50.00 Fr. 30.00 Fr. 0.00 j) Fremdbetreuungskosten Fr. 0.00 Fr. 100.00 Fr. 0.00 k) Hobbys Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 l) Bedarf F._____ Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 m) Steuern Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Total Fr. 2'510.85 Fr. 1'163.65 Fr. 1'558.75 f) Da ein Mankofall vorliegt, sind bei keiner der Parteien Kommunikationskosten zu berücksichtigen (E. IV.9.5.). g) Aus demselben Grund sind keine Versicherungskosten einzusetzen (E. IV.9.5.). k) Die Vorinstanz hat die Fr. 70.– für Hobbys gestrichen (Urk. 121 E. III.5.10.2. [S. 44]), was unangefochten geblieben ist. Die übrigen Bedarfspositionen bleiben gegenü ber der späteren Phase (E. IV.11.4.) unverändert. Damit ergeben sich folgende Einkommens - und B e- darfszahlen (siehe Urk. 121 E. III.5.10.2. [S. 45]): Klägerin 1 Kläger 2 Beklagter Einkommen Fr. 2'800.00 Fr. 230.75 Fr. 3'188.35 Bedarf Fr. - 2'510.85 Fr. - 1'163.65 Fr. - 1'558.75 Differenz Fr. 289.15 Fr. - 932.90 Fr. 1'629.60 Die Leistungsfähigkeit des Bekl agten beläuft sich auf Fr. 1'629.60. Der A n- teil, der auf den Kl äger 2 entfällt, beträgt Fr. 543.20. Damit ist der Beklagte nicht in der Lage, den gesamten Barunterhalt von Fr. 932.90 zu bezahlen. Es bleibt ein Manko von Fr. 932.90 - Fr. 543.30 - Fr. 289.15 = (gerundet) Fr. 100.–. Zusam- menfassend ist der Beklagte zu verpflichten, für den Kläger 2 vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Januar 2021 monatliche Unterhaltsbeiträge von (gerundet) Fr. 543.– (nur Barunterhalt) zu bezahlen. - 48 - 11.6. Für die Zeit vom 1. Oktober 2019 bis zum 31. Dezember 2019 ging die Vorinstanz von einem Nettoeinkommen der Klägerin 1 von Fr. 2'565.– und einer Familienzulage von Fr. 200.– aus (Urk. 121 E. III.5.10.3. [S. 45]). Den Bedarf der Klägerin 1 bezifferte die Vorinstanz auf Fr. 2'708.50, jenen des Klägers 2 auf Fr. 1'242.55 und jenen des Beklagten auf Fr. 1'642.10 (Urk. 121 E. III.5.10.3. [S. 46]). Dies blieb mit Ausnahme der Kommunikations - und Versicherungskosten unangefochten. Letztere sind vorliegend nicht zu berücksichtigen, da es sich um einen Mankofall handelt (E. IV.9.5.). Damit reduziert sich der Bedarf der Kläge- rin 1 um Fr. 148.–, jener des Klägers 2 um Fr. 30.– und jener des Beklagten um Fr. 75.– (siehe Urk. 121 E. III.5.8. [S. 38]). Es ergeben sich folgende Einkom- mens- und Bedarfszahlen (siehe Urk. 121 E. III.5.10.3. [S. 46]): Klägerin 1 Kläger 2 Beklagter Einkommen Fr. 2'565.00 Fr. 200.00 Fr. 3'188.35 Bedarf Fr. - 2'560.50 Fr. - 1'212.55 Fr. - 1'567.10 Differenz Fr. 4.50 Fr. -1'012.55 Fr. 1'621.25 Die Leistungsfähigkeit des Beklagten beträgt Fr. 1'621.25. Der Anteil, der auf den Kläger 2 entfällt, beläuft sich auf Fr. 540.40. Der Beklagte kann nicht für den gesamten Barunterhalt aufkommen. Es verbleibt ein Manko von Fr. 1'012.55 - Fr. 540.40 - Fr. 4.50 = Fr. 467.65. Ein Betreuungsunterhalt ist nicht geschuldet, da die Klägerin 1 ihren Bedarf selber decken kann (bzw. konnte). Zusammenfassend ist der Beklagte zu verpflichten, für den Kläger 2 vom 1. Oktober 2019 bis zum 31. Dezember 2019 monatliche Unterhaltsbeiträge von (gerundet) Fr. 540.– (nur Barunterhalt) zu bezahlen. Zudem ist ein Manko in Höhe von (gerundet) Fr. 468.– festzustellen. 11.7. Vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. September 2019 hatten die Kläger eine niedrigere Miete. Gemäss den unangefochten gebliebenen vorinstanzlichen Erwägungen ist der Bedarf der Klägerin 1 (gegenüber der Phase vom 1. Oktober 2019 bis zum 31. Dezember 2019; E. IV.11.6.) um Fr. 188.– und jener des Kl ä- gers 2 um Fr. 190.– zu reduzieren (Urk. 121 E. III.5.10.4. [S. 46]). Damit ergeben sich folgende Einkommens- und Bedarfszahlen: - 49 - Klägerin 1 Kläger 2 Beklagter Einkommen Fr. 2'565.00 Fr. 200.00 Fr. 3'188.35 Bedarf Fr. - 2'372.50 Fr. - 1'022.55 Fr. - 1'567.10 Differenz Fr. 192.50 Fr. - 822.55 Fr. 1'621.25 Da die Leistungsfähigkeit des Beklagten unverändert ist, bleibt es bei den vorstehend errechneten Unterhaltsbeiträgen von Fr. 540.– (E. IV.11.6.). Hingegen beträgt das Manko neu Fr. 822.55 - Fr. 540.40 - Fr. 192.50 = (gerundet) Fr. 90.–. 11.8. Die rückwirkend geschuldeten Unterhaltsbeiträge werden sofort fällig (Art. 75 OR). Es ist unbestritten, dass der Beklagte für die Zeit vom 1. Oktober 2019 bis zum 31. Mai 2020 (mithin acht Monate) Fr. 300.– pro Monat überwiesen hat (Prot. I, S. 16 ff., S. 35 und 50; siehe Urk. 72). Aus dem Kontoauszug ist s o- dann ersichtlich, dass er dies auch vom 1. Juni 2020 bis zum 30. November 2020 (somit sechs Monate) getan hat (Urk. 129/12). Demzufolge ist der Beklagte be- rechtigt, für die Zeit vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. November 2020 insgesamt Fr. 4'200.– von den rückwirkend geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen (siehe BGE 135 III 315 E. 2.5). 12. Ergebnis In teilweiser Gutheissung der Berufung sind die Dispositiv -Ziffern 6 und 7 des Urteils des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Zü- rich, 7. Abteilung, vom 27. Oktober 2020 aufzuheben und wie folgt neu zu fassen: "6. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger 2 folgende Kinderunter- haltsbeiträge zuzüglich allfälliger Familien -, Kinder- und / oder Ausbi l- dungszulagen zu bezahlen (Barunterhalt, kein Betreuungsunterhalt): − Fr. 540.00 rückwirkend ab 1. Dezember 2018 bis 31. De- zember 2019; − Fr. 543.00 rückwirkend ab 1. Januar 2020 bis 31. Januar 2021; − Fr. 507.00 rückwirkend ab 1. Februar 2021 bis 30. April 2021; − Fr. 987.00 rückwirkend ab 1. Mai 2021 bis 30. April 2022; - 50 - − Fr. 1'272.00 ab 1. Mai 2022 bis zum ordentlichen Ab- schluss einer angemessenen Ausbildung des Klägers 2 (auch über die Volljährigkeit hinaus). Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin 1 zahlbar, und zwar monat- lich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zah- lungsmodalitäten gelten über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der Klägerin 1 lebt und keine eigenen Ansprüche ge- genüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet. Der Beklagte ist berechtigt, für die Zeit vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. November 2020 insgesamt Fr. 4'200.– von den rückwirkend ge- schuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen. Mit den vorstehend aufgeführten Unterhaltsbeiträgen ist der gebühren- de Unterhalt des Klägers 2 nicht gedeckt. Pro Monat fehlen folgende Beträge für dessen Barunterhalt: − Fr. 90.00 ab 1. Dezember 2018 bis 30. September 2019; − Fr. 468.00 ab 1. Oktober 2019 bis 31. Dezember 2019; − Fr. 100.00 ab 1. Januar 2020 bis 31. Januar 2021. 7. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 6 vorstehend (ab 1. Mai 2022) basiert auf folgenden Grundlagen: − Erwerbseinkommen des Beklagten (inkl. 13. Monatslohn, zuzüg- lich Familien- , Kinder - und / oder Ausbildungszulagen, hypothe- tisch): Fr. 6'630.– netto; − Vermögen des Beklagten: Fr. 0.–; − Bedarf des Beklagten: Fr. 2'039.75; − Erwerbseinkommen der Klägerin 1 (inkl. 13. Monatslohn, zuzüg- lich Familien- , Kinder - und / oder Ausbildungszulagen, hypothe- tisch): Fr. 3'600.– netto; − Vermögen der Klägerin 1: Fr. 0.–; − Bedarf der Klägerin 1: Fr. 2'658.85; − Erwerbseinkommen des Klägers 2 (Fami lienzulage): Fr. 250.– netto; − Vermögen des Klägers 2: Fr. 0.–; - 51 - − Bedarf des Klägers 2: Fr. 1'263.65." V. Unentgeltliche Rechtspflege 1. Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege des Beklagten 1.1. Der Beklagte beantragt in seiner Berufungsschrift vom 26. November 2020 die unentgeltliche Rechtspflege (inklusive unentgeltlicher Rechtsverbeistän- dung; Urk. 125 S. 3). 1.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aus- sichtslos erscheint (Art. 117 ZPO). Die unentgeltliche Rechtspflege umfasst die gerichtliche Bestellung eines Rechtsbeistandes, wenn dies zur Wahrung der Rechte notwendig ist, insbesondere wenn die Gegenpartei anwaltlich vertreten ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Sie befrei t indessen nicht von der Bezahlung einer Parteientschädigung an die Gegenpartei (Art. 118 Abs. 3 ZPO; dazu E. VI.2.3.). 1.3. Der Beklagte versteuerte 2019 ein Nettoeinkommen von Fr. 30'260.– (Urk. 129/10 S. 2). Sein Vermögen belief sich per 31. Dezember 2019 auf Fr. 2'669.–, seine Schulden auf Fr. 8'000.– (Urk. 129/10 S. 4). Aus den Lohnab- rechnungen Januar 2020 bis Oktober 2020 ist ersichtlich, dass sich der Beklagte einen Lohn von Fr. 2'100.– netto pro Monat auszahlt (Urk. 129/11). Sein Bedarf beträgt ab dem 1. Januar 2020 (ohne Anrechnung hypothetischer Bedarfspositio- nen) Fr. 1'668.75 (E. IV.11.4.); dabei ist allerdings noch nicht berücksichtigt , dass er nach übereinstimmenden Angaben der Parteien allein für den Kläger 2 Fr. 300.– pro Monat an Alimenten zahlte (Prot. I, S. 35 und 50) . Sein Privatkonto bei der L._____ Bank wies zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 4. November 2020 immer ein Guthaben von weniger als Fr. 2'700.– auf (Urk. 129/12). Vor die- sem Hintergrund ist die Prozessarmut des Beklagten zu bejahen. Seine Rechts- begehren sind sodann nicht aussichtslos. Der Beklagte bringt schliesslich zu Recht vor, dass das Verfahren komplex und auch die Gegenseite anwaltlich ver- treten sei (Urk. 125 Rz. 74). - 52 - 1.4. Zusammenfassend ist dem Beklagten die unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren zu bewilligen und es ist ihm in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. 2. Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege der Kläger 2.1. Auch die Kläger stellen in ihrer Berufungsantwort vom 18. Januar 2021 ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (inklusive unentgeltlicher Rechtsver- beiständung; Urk. 132 S. 2). 2.2. Hinsichtlich der Voraussetzungen kann auf die vorstehende Erwägung verwiesen werden (E. V.1.2.). Die Klägerin 1 macht geltend, sie habe 2020 ein Einkommen von Fr. 26'808.20 erzielt. Davon entfielen Fr. 5'919.00 auf die sel b- ständige Erwerbstätigkeit, Fr. 12'342.25 auf die Corona- Erwerbsersatzentschädi- gung und Fr. 8'546.95 auf den Lohn für die Tätigkeit als Betreuungsassistentin für die Kreisschulpflege M._____ (Urk. 132 S. 20 f.). Dies ist belegt (Urk. 134/2–13), wobei zu bemerken ist, dass der Lohn der Stadt Zürich die Familienzulage von Fr. 250.– für den Kläger 2 bereits enthält (Urk. 134/9–13). Auszugehen ist somit von einem tatsächlichen monatlichen Einkommen von Fr. 2'234.– (inklusive Kin- derzulagen), dem ein Bedarf von Fr. 2'658.85 gegenübersteht (E. IV.11.1.). Aus der Steuererklärung 2019 ist ersi chtlich, dass die Klägerin 1 per 31. Dezember 2019 offenbar über kein Vermögen verfügte (Urk. 96/5 S. 4). Per 31. Dezember 2020 hatte die Klägerin 1 auf ihrem Privatkonto bei der N._____ Fr. 58.85 (Urk. 134/14) und auf jenem bei der O._____ Fr. 205.11 (Urk. 134/15). Damit ist die Klägerin 1 mittellos. Letzteres trifft auch auf den Kläger 2 als minderjährigem Kind zu. Auch die Rechtsbegehren der Kläger sind nicht aussichtslos. Beide sind sodann aufgrund der Komplexität des vorliegenden Falles auf einen R echtsbei- stand angewiesen. 2.3. Wie noch zu zeigen sein wird, sind den Klägern keine Gerichtskosten aufzuerlegen (E. VI.2.2.). Soweit sie sich auf die Gerichtskosten beziehen, sind ih- re Gesuche daher infolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben. Im Übrigen ist den Klägern die unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren zu bewi l-- 53 - ligen und es ist ihnen in der Per son von Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ ein unent- geltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 1. Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens 1.1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr für das erstinstanzliche Verfah- ren auf Fr. 5'000. – fest und auferlegte die Kosten des Verfahrens der Klägerin 1 und dem Beklagten je zur Hälfte. Parteientschädigungen sprach sie kei ne zu (Urk. 121 Dispositiv -Ziffern 9–11 [S. 53]). Dies blieb unangefochten (si ehe Urk. 125 S. 2). 1.2. Auch unter Berücksichtigung des Ausgangs des Berufungsverfahrens erweist sich der vorinstanzliche Kostenentscheid als angemessen. Die erstin- stanzliche Regelung der Kosten - und Entschädigungsfolgen (Urk. 121 Dispositiv- Ziffern 9–11) ist daher zu bestätigen. 2. Kosten- und Entschädigungsfolgen des Berufungsverfahrens 2.1. Die Höhe der Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren richtet sich nach § 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 2 und § 5 Abs. 1 der Gebührenver- ordnung des Obergerichts des Kantons Zürich vom 8. September 2010 (GebV OG; LS 211.11). Unter Berücksichtigung des tatsächlichen Streitinteresses, des Zeitaufwands des Gerichts sowie der Schwierigkeit des Falles erschei nt eine Ge- richtsgebühr von Fr. 5'000.– angemessen. 2.2. Die Prozesskosten werden den Parteien nach Massgabe ihres Obsi e- gens und Unterliegens auferlegt (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Der Beklagte unter- liegt hinsichtlich der nicht vermögensrechtlichen Kinderbelange ([Ferien-]Be- suchsrecht) vollumfänglich und obsiegt in der Unterhalts frage nur in sehr geri n- gem Mass (insbesondere Reduktion der Unterhaltsbeiträge für die Zeit vom 1. Februar 2021 bis zum 30. April 2021). Es rechtfertigt sich daher, ihm die G e-- 54 - richtskosten aufzuerlegen. Zufolge der ihm gewährten unentgeltlichen Recht s- pflege (E. V.1.4.) sind sie indessen einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO vorbehalten bleibt. 2.3. Ausgangsgemäss ist der Beklagte zudem zu verpflichten, die Kläger für ihre Aufwendungen im Berufungsverfahren voll zu entschädigen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die volle Parteientschädigung ist gemäss § 2, § 5 Abs. 1, § 11 Abs. 1 und § 13 Abs. 1 und 2 der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (AnwGebV; LS 215.3) auf Fr. 4'000.– festzusetzen. Zusätzlich zur Parteient- schädigung ist ein Mehrwertsteuerzusatz von 7.7 % (bzw. Fr. 308.–) geschuldet (siehe Urk. 132 S. 2). Die Parteientschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertr e- ters der Kläger ist voraussichtlich uneinbringlich (E. V.1.3.). Deshalb is t sie aus der Gerichtskasse zu bezahlen, unter Legalzession des Anspruchs gegenüber dem Beklagten auf den Kanton (Art. 122 Abs. 2 ZPO). Es wird beschlossen: 1. Es wird vorgemerkt, dass das Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Ver- fahren am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 27. Oktober 2020 betref- fend der Dispositiv-Ziffern 1 (Obhut) , 5 (Anrechnung der Erziehungsgu t- schriften) und 8 (Bindung der Unterhaltsbeiträge an den Landesindex für Konsumentenpreise) am 2. Februar 2021 in Rechtskraft erwachsen ist. 2. Der Antrag betreffend Einholung eines Gutachtens beim KJPD wird abge- wiesen, soweit darauf eingetreten wird. 3. Auf die Berufung wird nicht eingetreten, soweit sie sich gegen die Dispositiv- ziffern 3 und 4 des Urteils des Einzelgerichts im vereinfachten Ve rfahren am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 27. Oktober 2020 richtet. Die en t- sprechenden Dispositiv-Ziffern werden bestätigt. 4. Dem Beklagten wird die unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsver- fahren bewilligt und es wird ihm in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. - 55 - 5. Das Gesuch der Kläger um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Berufungsverfahren wird hinsichtlich der Gerichtskosten infolge Gegen- standslosigkeit abgeschrieben. 6. Im Übrigen wird den Klägern die unentgeltliche Rechtspflege für das Ber u- fungsverfahren bewilligt und es wird ihnen in der Person von Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. 7. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mi t nachfolgendem E r- kenntnis. Es wird erkannt: 1. Dispositiv-Ziffer 2 des Urteils des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 27. Oktober 2020 wird aufgeho- ben und wie folgt neu gefasst: "2. Auf die Regelung eines Besuchsrechts wird verzichtet. Der Beklagte ist jedoch berechtigt, den Kläger 2 auf eigene Kosten vierteljährlich im Rahmen von begleiteten Erinnerungskontakten zu treffen, erstmals im Juli 2021." 2. In teilweiser Gutheissung der Berufung werden die Dispositiv-Ziffer 6 und 7 des Urteils des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 27. Oktober 2020 aufgehoben und wie folgt neu zu gefasst: "6. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger 2 folgende Kinderunterhalts- beiträge zuzüglich allfälliger Familien-, Kinder- und / oder Ausbildungs- zulagen zu bezahlen (Barunterhalt, kein Betreuungsunterhalt): − Fr. 540.00 rückwirkend ab 1. Dezember 2018 bis 31. De- zember 2019; − Fr. 543.00 rückwirkend ab 1. Januar 2020 bis 31. Januar 2021; - 56 - − Fr. 507.00 rückwirkend ab 1. Februar 2021 bis 30. April 2021; − Fr. 987.00 rückwirkend ab 1. Mai 2021 bis 30. April 2022; − Fr. 1'272.00 ab 1. Mai 2022 bis zum ordentlichen A b- schluss einer angemessenen Ausbildung des Klägers 2 (auch über die Volljährigkeit hinaus). Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin 1 zahlbar, und zwar monat- lich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zah- lungsmodalitäten gelten über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der Klägerin 1 lebt und keine eigenen Ansprüche ge- genüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet. Der Beklagte ist berechtigt, für die Zeit vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. November 2020 insgesamt Fr. 4'200.– von den rückwirkend ge- schuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen. Mit den vorstehend aufgeführten Unterhaltsbeiträgen ist der gebühren- de Unterhalt des Klägers 2 nicht gedeckt. Pro Monat fehlen folgende Beträge für dessen Barunterhalt: − Fr. 90.00 ab 1. Dezember 2018 bis 30. September 2019; − Fr. 468.00 ab 1. Oktober 2019 bis 31. Dezember 2019; − Fr. 100.00 ab 1. Januar 2020 bis 31. Januar 2021. 7. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 6 vorstehend (ab 1. Mai 2022) basiert auf folgenden Grundlagen: − Erwerbseinkommen des Beklagten (inkl. 13. Monatslohn, zuzüg- lich Familien- , Kinder - und / oder Ausbildungszulagen, hypothe- tisch): Fr. 6'630.– netto; − Vermögen des Beklagten: Fr. 0.–; − Bedarf des Beklagten: Fr. 2'039.75; − Erwerbseinkommen der Klägerin 1 (inkl. 13. Monatslohn, zuzüg- lich Familien- , Kinder - und / oder Ausbildungszulagen, hypothe- tisch): Fr. 3'600.– netto; − Vermögen der Klägerin 1: Fr. 0.–; − Bedarf der Klägerin 1: Fr. 2'658.85; - 57 - − Erwerbseinkommen des Klägers 2 (Familienzulage): Fr. 250.– netto; − Vermögen des Klägers 2: Fr. 0.–; − Bedarf des Klägers 2: Fr. 1'263.65." 3. Die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Di s- positiv-Ziffern 9–11) wird bestätigt. 4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 5'000.– festgesetzt. 5. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Bekla g- ten auferlegt, jedoch aufgrund der ihm gewährten unentgeltlichen Recht s- pflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Nachzahlungs- pflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 6. Der Beklagte wird verpflichtet, den Klägern für das zweitinstanzliche Verfah- ren eine Parteientschädigung von Fr. 4'308.– zu bezahlen. Diese Parteient- schädigung wird Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ direkt aus der Gerichtskasse bezahlt. Der Anspruch der Kläger geht in diesem Umfang auf den Kanton über. 7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und an die Vorinstanz sowie (im Dis- positiv) an die Kindesschutzbehörde der Stadt Zürich, je gegen Empf angs- schein. Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen Akten an die Vorinstanz zurück. 8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen B e- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. - 58 - Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. Zürich, 15. Juni 2021 Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Die Vorsitzende: Dr. D. Scherrer Der Gerichtsschreiber: Dr. Chr. Arnold versandt am: lm