Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. Dezember 2014 (720 14 262) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit; leidensbedingter Abzug von 25% nicht gerecht- fertigt Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Tobias Rebmann Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____, 1957 geboren, arbeitete von Juli 1987 bi s Mitte August 2011 bei der B.____ in Muttenz als Betriebsmitarbeiter. Im Oktober 2006 br ach er sich bei einem Arbeitsunfall den lin- ken Fuss. Im Jahr 2009 musste er sich einer Gallenb lasenoperation unterziehen und im August 2011 erlitt er einen Herzinfarkt. Am 10. Oktober 20 11 meldete er sich unter Hinweis auf Rheu- ma, Asthma, den mehrfachen Bruch des linken Fusses sowie auf den Herzinfarkt zum Leis- tungsbezug bei der Eidgenössischen Invalidenversich erung zum Leistungsbezug an. Die IV- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) holte in der Folge bei C.____ ein polydisziplinäres Gutachten über den Gesundheitszustand von A.____ ein, welches am 27. Januar 2014 erstattet wurde. Darüber hinaus zog die IV-Stelle die Akten der SUVA be i. Gestützt darauf sowie nach Durch- führung eines Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-Stell e mit Verfügung vom 15. Juli 2014 ei- nen Rentenanspruch unter Hinweis auf einen IV-Grad von 22% ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Jan Hermann, Advokat, am 9. September 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilun g Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte er, die IV-Stelle sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 15. Juli 2014 anzuweisen, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen bzw. mit Beginn ab August 2012 eine ganze Rente, eventualiter eine Viertelsrente auszurichten. Sube- ventualiter sei dem Beschwerdeführer ab August 2012 bis Ja nuar 2014 eine befristete ganze Rente auszurichten; unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der B eschwerdegegnerin. Zur Begrün- dung wurde im Wesentlichen angeführt, dass aufgrund de s komplexen Beschwerdebildes des Beschwerdeführers, aufgrund seines vorgerückten Alters, sei ner fehlenden Berufsausbildung, seiner jahrelangen Tätigkeit im mittelschweren bis schwer en Bereich immer an derselben Ar- beitsstelle und seiner nur rudimentären Deutschkenntniss e auch auf dem ausgeglichenen Ar- beitsmarkt keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr b estehe. In jedem Falle müsste aber aus denselben Gründen ein leidensbedingter Abzug von 25% gewährt werden. Subeventualiter müsste für die Zeit ab August 2012 bis zum Zeitpunkt des Gutachtens der C.____, mithin bis Januar 2014, eine befristete ganze Rente gewährt werd en, da vor Erstellen des Gutachtens echtzeitlich keine volle Arbeitsfähigkeit in einer Verw eistätigkeit nachgewiesen sei. Die Annah- me einer Arbeitsfähigkeit vor dem Gutachtenszeitpunkt st ehe im Widerspruch zur Chronologie und zu den zeitnahen Feststellungen des Regionalen Ärztl ichen Dienstes beider Basel (RAD), welcher die Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers je weils als nicht abschliessend beur- teilbar angesehen habe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Oktober 2014 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-Stelle vom 15. Juli 2014, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen fr ist- und formgerecht erhobene Be- schwerde ist einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der an gefochtenen Verfügung vom 15. Juli 2014 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössisch en Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) blei bt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 2.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 12 5 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI- Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 3.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwi- ckelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von be- handelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahr ungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche V ertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen ( BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Bei der Ab- schätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen wer- den. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behan delnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen. Die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkennt- nisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Beg utachtungsauftrag des amtlich be- stellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrati v- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab- weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjek- tiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach- tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urtei l des Bundesgerichts vom 28. Januar 2013, 8C_733/2012, E. 3.2 mit Hinweisen). 4. Die IV-Stelle stützte ihre Verfügung auf das polydi sziplinäre Gutachten des C.____ vom 27. Januar 2014. In diesem Gutachten mit den Fachbereichen Innere Medi zin, Kardiologie, Rheumatologie und Psychiatrie wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine koronare Herzkrankheit, ein chronisches zervikospondylogenes Syndrom rechts, belastungsabhängige Schmerzen und eine leichte Schwellung am linken Fuss nach einer subkapitalen Fraktur der Metatarsale II bis V im Oktober 2006 und schliesslich eine beginnende Coxarthrose links bei einer Hüftgelenksdyspla- sie diagnostiziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähi gkeit seien die Arteriosklerose, der Sta- tus nach laparoskopischer Gallenblasenentfernung, das bron chiale Asthma sowie die kardi- ovaskulären Risikofaktoren. Der Beschwerdeführer habe bei einem Unfall im Herbst 2006, bei dem ihm ein Gabelstapler über den linken Fuss rollte, F rakturen im Vorfussbereich erlitten. Die Brüche seien operativ versorgt worden, wobei sich der int ra- und postoperative Verlauf kompli- kationslos gestaltet habe. Es seien aber belastungsabhäng ige Schmerzen im Vorfussbereich zurückgeblieben. Im Herbst 2011 habe der Beschwerdeführ er sodann einen akuten Herzinfarkt erlitten. Dank prompter Koronarintervention habe sich d er medizinische Verlauf günstig gestal- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tet, subjektiv seien aber auch in kardiologischer Hinsicht Beschwerden zurückgeblieben. Auf- grund der erfolgten Abklärungen und Therapien sowie a ufgrund der aktuellen Begutachtung sei darauf zu schliessen, dass von der Herz-Kreislauf-Seite her derzeit keine limitierende Behinde- rung bestehe, zumindest bis zur getesteten mittelgradige n Anstrengung. Aus kardiovaskulärer Sicht bestehe daher für leichte bis mittelschwere Tätigke iten eine Arbeitsfähigkeit von 100%. Von den spezifischen internistischen Leiden Asthma und Bau chbeschwerden gehe keine we- sentliche Behinderung oder Leistungsminderung aus, so da ss auch aus internistischer Sicht für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine Arbeitsfähigke it von 100% bestehe. Im Vordergrund stünden die orthopädisch-rheumatischen Beschwerden, einerse its die posttraumatischen Fuss- schmerzen, mehr aber noch die Schmerzen im Nacken und im rechten Arm. Hinzu kämen noch Knieschmerzen und die beginnende Coxarthrose. Aus rhe umatologischer Sicht sei die Arbeits- fähigkeit in zeitlicher Hinsicht zwar nicht eingeschränkt, zumutbar sei aber nur noch eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit, die vorwiegend im Sitzen a usgeübt werden könne. Nicht mehr zu- mutbar seien längeres Gehen und Stehen, insbesondere a uf schwieriger Unterlage. Von psy- chiatrischer Seite her bestehe schliesslich keine Diagnose und entsprechend auch keine Beein- trächtigung der Arbeitsfähigkeit. Aus gesamtmedizinischer Sicht bestehe eine ganztägige Ar- beitsfähigkeit. Mittelschwere oder schwere repetitive man uelle Tätigkeiten oder Hantieren mit Lasten von mehr als 5-10 kg seien derzeit wegen des zer vikospondylogenen Syndroms nicht möglich. Die Tätigkeit müsse vorwiegend im Sitzen ausgeübt werden können. Längeres Stehen oder Gehen, insbesondere auf unebenem Gelände oder wiederholtes Treppensteigen, sei we- gen des linken Fusses und wegen der beginnenden Coxarth rose definitiv nicht mehr möglich. Auch die kardiologische Situation und das derzeit kompensierte Asthma sprächen für eine leich- te bis mittelschwere, wechselbelastende körperliche Tä tigkeit und gegen eine schwere Arbeit. Vorsichtshalber müsste von einem Arbeitsplatz mit starken rei zenden Gasen und Dämpfen we- gen potentieller Asthmareaktionen abgeraten werden. In der bisherigen Tätigkeit als Chemiear- beiter, die zumindest teilweise als schwer einzustufen se i, bestehe folglich keine Arbeitsfähig- keit mehr. In einer Verweistätigkeit mit dem erwähnten Profil bestehe hingegen eine Arbeitsfä- higkeit von 100%. Zeitlich gelte diese Einschätzung der Zumutbarkeit seit spätestens Ende 2011. 5. Das Gutachten ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausg eführt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe zialärztinnen und -ärzte, die auf- grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sow ie nach Einsicht in die Akten Be- richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Ind izien liegen hier nicht vor. Die Untersu- chungen der C.____-Fachärzte erfolgten umfassend und multidisziplinär (Innere Medizin, Kar- diologie, Rheumatologie und Psychiatrie). Dies widerspi egelt sich auch in der Gesamtbeurtei- lung, bei welcher von den einzelnen Fachärzten gemeins am ein interdisziplinärer Konsensus erarbeitet wurde. Die Gutachter haben den Beschwerdef ührer persönlich untersucht, sie gehen in ihren ausführlichen Berichten einlässlich auf die gekl agten Beschwerden ein, sie setzen sich mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlag en auseinander und vermitteln so ein umfassendes Bild über dessen Gesundheitszustand. Zudem n ehmen sie eine schlüssige Ein- schätzung der Arbeitsfähigkeit vor. Als Ergebnis lässt sich deshalb festhalten, dass das Gutach- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten des C.____ vom 27. Januar 2014 in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und begr ündete Schlussfolgerungen enthält, so dass darauf abgestellt werden kann. Der Beschwerdeführe r bringt denn auch weder gegen die Zumutbarkeitsbeurteilung an sich noch gegen das Belastungsprofil Einwände vor. 6.1 Der Beschwerdeführer wendet sich indessen (im Sinne eines Subeventualbegehrens) gegen den zeitlichen Beginn der Zumutbarkeitsbeurteilung. Er macht geltend, dass die echtzeit- lichen medizinischen Unterlagen darauf schliessen lassen würd en, dass bis zum Zeitpunkt des Gutachtens von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auszugehen sei. 6.2 In Bezug auf den retrospektiven Verlauf der Arbe itsfähigkeit hält das Gutachten fest, dass eine erste Periode bestehender Arbeitsunfähigkeit mit dem Fussunfall im Oktober 2006 begonnen habe. Diese Periode habe rund anderthalb Jah re angedauert, bis der Beschwerde- führer wieder eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht h abe, mithin bis ca. April 2008. Die zweite Pe- riode betreffe die Zeit nach dem Herzinfarkt von Augu st 2011 bis zum Ende der Rehabilitation, welche spätestens Ende 2011 abgeschlossen worden sei. 6.3 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass die Arbei tsunfähigkeit noch über diesen Zeitpunkt hinaus angedauert habe, da eine eigentliche Rehabilitation gar nie stattgefunden ha- be. Ausserdem gebe es diverse Arztberichte, die auch für die Zeit danach eine Arbeitsunfähig- keit attestieren würden. Im Weiteren halte auch der R AD mehrfach fest, dass der Gesundheits- zustand des Beschwerdeführers noch instabil sei und eine Beg utachtung erst nach Eintreten des Endzustandes Sinn mache. 6.4 Zunächst trifft es nicht zu, dass der Beschwerdeführer nach seinem Herzinfarkt kein Rehabilitationsprogramm absolvierte. Wie aus dem Beri cht von Dr. med. D.____, FMH Kardio- logie, vom 25. Oktober 2011 hervorgeht, durchlief der Beschwerdeführer vom 25. August bis zum 18. Oktober 2011 ein ambulantes Herzrehabilitationsp rogramm in der E.____. Im Bericht wird festgehalten, dass der Beschwerdeführer wegen seine r Kniebeschwerden bei der Aus- trittsergometrie nur eingeschränkt habe belastet werden können. Es seien aber keine ischämie- typischen EKG-Veränderungen oder Rhythmusstörungen aufg etreten. Insgesamt sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sicher noch nicht gegeben. In d er Folge wurde die Arbeitsfähigkeit indes nie konkret bemessen. Sogar der behandelnde Hausarzt Dr. med. F.____, FMH Allge- meine Medizin, hielt in seinem Bericht vom 29. Oktober 2 011 vorerst fest, dass das Ausmass allfälliger Einschränkungen noch unklar sei. Erst in seine m Bericht vom 18. Juli 2012 attestierte Dr. F.____ eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, bestehen d seit dem Herzinfarkt vom 14. August 2011. Diese Einschätzung wurde jedoch von keinem anderen Arzt echtzeitlich übernommen. Lediglich aus rheumatologischer bzw. orthopädischer Sicht hielt Dr. med. G.____, FMH Chirur- gie, bereits am 12. Juli 2012 und damit vor Erstellun g des C.____-Gutachtens fest, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit nich t mehr arbeitsfähig sei. Für eine Ver- weistätigkeit existiert indessen vor dem Gutachtenszeitpunkt keine echtzeitliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Es trifft zwar zu, dass der RAD zwischen Dezember 2011 und Januar 2014 mehrfach postuliert hatte, eine Begutachtung mache ers t Sinn, wenn ein stabiler Gesundheits- zustand vorliege, damit wird aber – entgegen dem Dafü rhalten des Beschwerdeführers – nicht Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht festgehalten, dass während dieser Zeit eine volle Arbei tsunfähigkeit auch in einer Verweistätig- keit bestanden habe. Der Grund, weshalb der RAD einen instabilen Zustand annahm, bestand in den anhaltenden ungeklärten Thoraxschmerzen, welche weiter abzuklären waren. Die Abklä- rungen ergaben schliesslich, dass die Schmerzen keine kardi ale Ursache hatten und daher oh- ne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit waren. Dies wird i m Gutachten einleuchtend und schlüssig aufgezeigt. Daher ist nicht zu beanstanden, sondern vielm ehr nachvollziehbar, dass das Gut- achten nach Ablauf der üblichen Rehabilitationszeit nach einem erfolgreich behandelten Herzin- farkt eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit angenommen hat. Auf das C.____-Gutachten ist daher auch in Bezug auf den zeit lichen Beginn der Arbeitsfähigkeit in ei- ner Verweistätigkeit ab Ende 2011 abzustellen. Das Subeventualbegehren des Beschwerdefüh- rers ist daher abzuweisen. 7.1 Hauptsächlich wendet der Beschwerdeführer gegen di e Verfügung ein, er könne die ihm gutachterlich attestierte Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr verwerten. Die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit w erde auf dem ausgeglichenen Arbeits- markt realistischerweise nicht mehr nachgefragt und dere n Selbstverwertung könne ihm nicht mehr zugemutet werden. Es liege eine vollständige Invali dität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG vor. 7.2 Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzuste llen, ob ein Invalider unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann , sondern einzig darauf, ob er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen kön nte, wenn die verfügbaren Arbeits- plätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würde n (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4; Urteil des EVG vo m 16. Juni 2004, I 824/02, E. 2.2.1 zu Art. 28 Abs. 2 aIVG). Gemäss der oben (vgl. Erwägung 2. 5 hiervor) zitierten Bestimmung von Art. 16 ATSG ist bei der Bestimmung des Invaliditätsg rades deshalb von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage auszugehen. Der Begriff umfasst einerse its ein gewisses Gleichgewicht zwi- schen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen; ander seits bezeichnet er einen Arbeits- markt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschie denartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und i ntellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwer- ten (BGE 110 V 276 E. 4b; Zeitschrift für die Ausgle ichskassen [ZAK] 1991 S. 318 E. 3b). Das restliche erwerbliche Leistungsvermögen hat sich somit in einem fiktiven Arbeitsmarkt zu be- währen, der definitionsgemäss unter anderem konjunktur ell ausgeglichen ist (Urteil des EVG vom 17. Dezember 2002, I 601/01, E. 4.3; R UDOLF RÜEDI , Im Spannungsfeld zwischen Scha- denminderungspflicht und Zumutbarkeitsgrundsatz bei der Invaliditätsbemessung nach einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, in: Schaffhauser/Schlauri [H rsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 35). Bei de r Prüfung der wirtschaftlichen Verwert- barkeit der Restarbeitsfähigkeit darf allerdings nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen und insbesondere dort nicht von einer Arb eitsgelegenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgegli- chene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unt er nicht realistischem Entgegen- kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entspre- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht chenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlosse n erscheint (Urteil des Bundesge- richts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4.1 mit Hinweisen). 7.3 Die Rechtsprechung hat insbesondere auch das fortge schrittene Alter, obgleich ein an sich invaliditätsfremder Faktor (AHI-Praxis 1999 S. 240 u nten sowie Urteil des EVG vom 29. August 2002, I 97/00, E. 1.4 mit Hinweisen), als K riterium anerkannt, welches zusammen mit den weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenh eiten dazu führen kann, dass die der versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ih r deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Ist die Resterwerbsfähigkeit in die- sem Sinne wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, liegt vo llständige Erwerbsunfähigkeit vor, die zum Anspruch auf eine ganze Invalidenrente führt (Urt eil des EVG vom 5. August 2005, I 376/05, E. 4.1 mit Hinweisen). Der Einfluss des Lebe nsalters auf die Möglichkeit, das verblie- bene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmar kt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen. Die Bedeutung des fortgeschrittenen Alters für die Besetzung entsprechender Stellen ergibt sich vielmehr aus den Einzelfallumständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweistätigkeiten mass gebend erscheinen. Zu denken ist zu- nächst an die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsscha dens und seiner Folgen, angesichts der beschränkten Dauer verbleibender Aktivität sodann nam entlich auch an den absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand, dessen Ausmass wi ederum anhand von Kriterien wie der Persönlichkeitsstruktur, vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung und beruf- lichem Werdegang sowie der Anwendbarkeit von Berufserfa hrung aus dem angestammten Be- reich abzuschätzen ist (Urteile des EVG vom 5. August 2 005, I 376/05, E. 4.1 und vom 23. Ok- tober 2003, I 392/02, E. 3.1). Das fortgeschrittene A lter ist insbesondere auch dort kein invalidi- tätsfremder Faktor, wo eine versicherte Person, die imm er nur eine schwere Hilfsarbeitertätig- keit ausgeführt hat, nicht in der Lage ist, einer Tät igkeit nachzugehen, die intellektuell an- spruchsvoller ist und manuelle Geschicklichkeit erfordert. So kann das Alter insbesondere – neben anderen Gründen – auch die Fähigkeit beeinflusse n, sich auf eine völlig andersgeartete Tätigkeit umzustellen, die nicht ausschliesslich Körperkraft beansprucht (vgl. R ÜEDI, a.a.O., S. 43 ff.; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Sozial versicherungsrecht [KGE SV], vom 9. Oktober 2009 [720 09 73/241]). 7.4 Der Versicherte war im massgebenden Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens (vgl. BGE 138 V 457) 56 Jahre alt. Auch wenn für die Defi nition des fortgeschrittenen Alters keine klare Grenze existiert, so sind in der Rechtsprechung keine Fälle ersichtlich, in denen bei einem Alter von unter 60 Jahren die Verwertbarkeit der Rest arbeitsfähigkeit allein wegen des Alters verneint worden ist. Im Vergleichspräjudiz, auf das sich der Beschwerdeführer beruft, liegt beim Versicherten ein massgebliches Alter von 60 Jahren vor (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2012, 9C_954/2012). Die vom Beschwerdeführer vorgebracht en Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a bzw. die dazugehörende Rechtsprechung sind vorliegend ebenfalls unbeacht- lich, zumal es in jenen Fällen – wie der Beschwerdeführ er bereits selber ausführt – um die nachträgliche Überprüfung von Renten geht, welche auf grund von unklaren Beschwerdebildern gewährt wurden. Im Weiteren trifft es zwar zu, dass der Beschwerdeführer die Tätigkeit, die ihm heute nicht mehr zumutbar ist, während 24 Jahren beim se lben Arbeitgeber ausgeübt hat. Da- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei ist aber zu berücksichtigen, dass er dort nicht nur m ittelschwere bis schwere Arbeiten ver- richtet hat, sondern auch leichtere Tätigkeiten wie Inve ntur, Materialkontrolle und Verpackung (vgl. Gutachten S. 25, Ziffer 5). Er hat also auch Tä tigkeiten ausgeübt, die ihm aufgrund des heutigen Anforderungsprofils zumindest teilweise noch im mer möglich und zumutbar sein soll- ten. Das aktuelle Anforderungsprofil schränkt durch das E rfordernis der vorwiegend sitzenden Tätigkeit und durch die Beschränkung auf Gewichte von 5 -10 kg die Bandbreite möglicher Ar- beitsstellen sicherlich beträchtlich ein. Dennoch gibt e s verschiedene Stellen im Bereich von Überwachungs- und Kontrollarbeiten, aber auch in der Produktion, bei denen die Tätigkeiten vorwiegend sitzend ausgeübt werden und die keine Ausbildu ng und auch keine aufwendige Umschulung oder Einarbeitung erfordern. Zu beachten ist ausserdem, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in zeitlicher Hinsicht nicht eingeschr änkt ist. Er ist mithin vollschichtig arbeitsfähig. Auch wenn es für den Beschwerdeführer n icht leicht sein dürfte, eine angepasste Verweistätigkeit zu finden, so lässt sich auf dem theoret isch ausgeglichenen Arbeitsmarkt im Hinblick auf die bundesgerichtliche Praxis eine fehlende Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht begründen. 8.1 Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 2.5 hi ervor), ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfüg ung vom 15. Juli 2014 den erforderlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie anhand d er Gegenüberstellung des Vali- deneinkommens von Fr. 79‘584.-- und des zumutbaren Inval ideneinkommens von Fr. 62‘415.-- einen Invaliditätsgrad von 20% ermittelt. Zur Berechnung des Invalideneinkommens wurde vom Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4 ausgegangen (ei nfache und repetitive Tätigkeiten, vgl. die Schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundesa mtes für Statistik 2010, Tabelle TA 1). Der Einkommensvergleich bzw. die massgebenden Be rechnungsgrundlagen werden vom Beschwerdeführer grundsätzlich nicht bestritten. 8.2.1 Der Beschwerdeführer beantragt allerdings im Si nne eines Eventualbegehrens, es sei ihm ein leidensbedingter Abzug im maximal möglichen Um fang von 25% zuzuerkennen. Er verweist dabei auf ein bundesgerichtliches Präjudiz, wor in einer 59 Jahre alten Versicherten in einer vergleichbaren Situation ein solcher Abzug zuge sprochen worden sei (Urteil des Bundes- gerichts vom 29. November 2012, 9C_655/2012). Für das Bundesgericht seien das fortgeschrit- tene Alter, die behinderungsbedingten Einschränkungen s owie eine lange Betriebszugehörig- keit bei ausschliesslicher Tätigkeit als Hilfs- oder Reinigu ngsarbeiterin mit körperlicher Schwer- arbeit ohne die Möglichkeit zu anderweitiger Integration im Arbeitsmarkt massgebend gewesen. Diese Kriterien seien auch im vorliegenden Fall erfüllt. 8.2.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswer- ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche u nd berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe h aben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa) und je nach Ausprägung die versicherte Person d eswegen die verbliebene Arbeitsfä- higkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur m it unterdurchschnittlichem erwerbli- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht chem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). De r Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einze lfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht übersteigen (BGE 126 V 75 E. 5b/bb-cc, 134 V 322 E. 5.2). Bei der Überprüfung soll die kontrollierend e richterliche Behörde nicht ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzen. Hingegen ist zu beurteilen, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Er messen im Einklang mit den allge- meinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffe n hat, nicht zweckmässigerweise an- ders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetät igung der Vorinstanz eingegriffen wer- den, muss sich die richterliche Behörde demnach auf Gegeb enheiten abstützen können, die eine abweichende Ermessensausübung als näher liegend er scheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis; Entscheid des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 8.2.3 Vorliegend nahm die IV-Stelle in der angefoch tenen Verfügung vom 15. Juli 2014 kei- nen leidensbedingten Abzug vor. Sie begründet ihren Standpunkt in erster Linie dahingehend, dass bei Zumutbarkeit von leichten bis mittelschweren Arb eiten auch bei eingeschränkter Leis- tungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt sei. Di es ergebe sich daraus, dass der Tabellen- lohn im Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4 bereit s eine Vielzahl von leichten bis mittel- schweren Tätigkeiten umfasse (mit Verweis auf Urteil de s Bundesgerichts vom 30. März 2009, 9C_72/2009, E. 3.4). 8.2.4 Selbst wenn dem Beschwerdeführer ein leidensbed ingter Abzug zuerkannt werden sollte, so würde nur bei einem maximal möglichen Abzug von 25% ein Invaliditätsgrad von über 40% und damit eine Rente resultieren. Indes unterschei det sich bereits der vom Beschwerde- führer zitierte Entscheid deutlich vom vorliegenden Fal l. Die versicherte Person im Vergleichs- entscheid war im massgebenden Zeitpunkt nicht nur mehr als drei Jahre älter als der Be- schwerdeführer, sondern verfügte darüber hinaus über e ine reduzierte Restarbeitsfähigkeit von 80%, während der Beschwerdeführer in einer Verweistät igkeit zu 100% arbeitsfähig ist. Schliesslich konnte der Beschwerdeführer in seiner bisher igen Tätigkeit über körperliche Schwerarbeit hinaus auch Erfahrungen im Bereiche leich terer Tätigkeiten sammeln (vgl. E. 7.4 hiervor). Es kann damit offen gelassen werden, ob und in welcher Höhe dem Beschwerdeführer ein leidensbedingter Abzug gewährt werden muss, da sic h der benötigte maximale Abzug von 25% keinesfalls rechtfertigen lässt. 9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle ei nen Rentenanspruch des Ver- sicherten zu Recht abgelehnt hat. Die gegen die betref fende Verfügung vom 15. Juli 2014 er- hobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Die Verfahrenskosten in der Hö- he von Fr. 600.-- werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 10.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht