Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 25. November 2015 (715 15 171) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung infolge verspätet eingereichten Nachweises der Arbeitsbemühungen. Findet die versicherte Person innert nützlicher Frist jedoch eine neue Stelle und beendet sie damit ihre bisherige Arbeitslosigkeit, fehlt es an dem für eine Sanktionierung vorausgesetzten Zusammenhang zwischen den ungenügenden Arbeits- bemühungen und einer weiter andauernden Arbeitslosigkeit. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschrei ber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen KIGA Baselland , Postfach , 4133 Pratteln 1 , Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Der 1980 geborene A.____ war vom 11. Dezember 20 12 bis Ende Dezember 2013 als B.____ des C.____ tätig. Am 8. November 2013 wurde sein Arbeitsverhältnis durch den Arbeit- geber per Ende Dezember 2013 schriftlich unter Einh altung der vereinbarten Kündigungsfrist aufgelöst. Am 15. Januar 2014 meldete sich der Vers icherte bei seiner Wohnsitzgemeinde zur Arbeitsvermittlung an und erhob am 25. Januar 2014 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab 15. Januar 2014. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Verfügung vom 11. November 2014 stellte das R egionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) den Versicherten wegen fehlender Arbeitsbemühung en in der Kontrollperiode Oktober 2014 für die Dauer von sieben Tagen in der Anspruchsberechtigung ein. Zur Begründung wurde angeführt, dass das RAV für den Monat Oktober 2014 keine Arbeitsbemühungen des Versi- cherten nachgewiesen erhalten habe. Eine vom Versicherte n am 7. Dezember 2014 dagegen erhobene Einsprache hiess das KIGA Baselland (KIGA) mit E ntscheid vom 8. April 2015 teil- weise gut. Dabei reduzierte es die Einstellungsdauer von sieben auf drei Tage. C. Am 12. Mai 2015 erhob der Versicherte beim Kantons gericht des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt), Beschwerde gegen den Ein- spracheentscheid des KIGA vom 8. April 2015 und beantra gte sinngemäss dessen Aufhebung. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, dass er am 15. September 2014 ein Tele- fongespräch mit seinem RAV-Personalberater geführt un d diesen informiert habe, dass er eine mündliche Zusage für eine neue Stelle ab Dezember 2014 erhalten habe. Sein Personalberater habe ihm anlässlich dieses Telefongesprächs mitgeteilt, dass er sich weiter bewerben solle, bis er den schriftlichen Arbeitsvertrag für seine neue Stelle erhalten habe. Anschliessend sei er von den Arbeitsbemühungen befreit. Im Oktober 2014 habe er schliesslich den schriftlichen Vertrag erhalten. Seither habe er keine weiteren Bewerbungen mehr getätigt, sondern habe sich in der Folge intensiv auf seinen Stellenantritt vorbereitet. E r habe jedoch stets die Anweisungen sei- nes RAV-Beraters befolgt. Dieser habe ihm anlässlich des Telefongesprächs vom 15. Septem- ber 2014 deutlich erklärt, dass er ab Erhalt des schriftl ichen Vertrags für seine neue Stelle von weiteren Arbeitsbemühungen befreit sei. Es sei korrekt, dass er am 6. Oktober 2014 eine Mail von seinem Personalberater erhalten habe. Darin sei er von seinem RAV-Berater von weiteren Arbeitsbemühungen für den Monat November 2014 befreit worden. Es sei ihm jedoch nicht mit- geteilt worden, dass die telefonisch am 15. September 2014 geäusserten Informationen keine Gültigkeit mehr hätten. Er habe sich stets sehr bemüht, die Arbeitslosenkasse zu entlasten, indem er im Zwischenverdienst tätig gewesen sei. Ausserde m habe er sich sehr engagiert, um seine neue Stelle antreten zu können, und habe deshal b auch keine Ferien bezogen. Die Tat- sache, dass er sich bei der Arbeitslosenkasse abgemeldet hab e, sei ein weiteres Indiz dafür, dass die Anschuldigung, sich nur ungenügend um zumutbare Arbeit bemüht zu haben, falsch sei. D. Das KIGA schloss mit Vernehmlassung vom 25. Juni 2015 auf Abweisung der Beschwer- de. Eventualiter sei die Anzahl Einstelltage nach richt erlichem Ermessen zu reduzieren. Als Begründung wurde zusammenfassend vorgebracht, dass für d en Zeitraum vom 1. Oktober bis 13. Oktober 2014 die Arbeitsbemühungen nicht nur zu t ätigen, sondern auch fristgerecht nach- zuweisen gewesen wären. Der Beschwerdeführer habe die e ntsprechende Frist jedoch ver- passt. Die im Einspracheverfahren nachträglich eingereichten Arbeitsbemühungen seien für die Zeitspanne vom 1. bis 13. Oktober 2014 zwar ausreichend. Ebenfalls sei der Beschwerdeführer in seinem Vertrauen zu schützen, dass in der Zeit zwischen dem 14. und dem 31. Oktober 2014 keine Arbeitsbemühungen mehr nachzuweisen gewesen wäre n. Auch sei korrekt, dass der Versicherte im letzten Monat vor Antritt seiner neuen S telle zwischen dem 1. und dem 30. No- vember 2014 von der Pflicht befreit war, sich weiterhin um eine Anstellung zu bemühen. Er wä- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht re jedoch verpflichtet gewesen, die abweichenden Info rmationen zwischen dem Telefonat vom 15. September 2014 und der Mail seines Personalberater s vom 6. Oktober 2014 abzuklären bzw. nachzufragen, ob ein Missverständnis vorliege. Für den verspäteten Nachweis der im Zeit- raum zwischen 1. und 13. Oktober 2014 getätigten Bemühu ngen seien deshalb keine ent- schuldbaren Gründe ersichtlich. Im Oktober 2014 habe sich der Beschwerdeführer jedoch sehr darum bemüht, alle notwendigen Voraussetzungen für sei nen Stellenantritt per 1. Dezember 2014 zu erfüllen. Ebenfalls sei er im Zwischenverdienst t ätig gewesen und habe damit die Ar- beitslosenkasse entlastet. Eine gänzliche Aufhebung der Sa nktion sei jedoch nicht möglich, da der Umstand des verspäteten Nachweises der Arbeitsbemü hungen für die Kontrollperiode Ok- tober 2014 nicht zu bestreiten sei. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die o bligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge richt erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mi t Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obl igatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 da s Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Ver fügungserlasses die Kontrollpflicht er- füllt. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kanton sgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versi- cherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachli ch und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist vor liegend, ob die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer zu Recht für die Dauer von drei Tagen in der Anspruchsberechtigung einge- stellt hat. Bei einem Taggeld von Fr. 240.15 beläuft sich der Streitwert auf Fr. 720.45. Die An- gelegenheit ist deshalb präsidial zu entscheiden. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss der Versicherte, der Ve rsicherungsleistungen bean- spruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsam tes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insb esondere ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb seines bisherigen Ber ufes. Er muss die Bemühungen nachweisen können. Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versicherte Person genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quan tität, sondern auch die Qualität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (BGE 112 V 217 E. 1b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2006, C 90/06, E. 1 mit Hinweisen). Gemä ss der Verwaltungspraxis werden in Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Regel durchschnittlich zehn bis zwölf Bewerbungen pr o Monat verlangt, wobei stets auch die Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2005, C 10/05, E. 2.3.1). Insbesondere zu beachten sin d die persönlichen Umstände und Mög- lichkeiten der versicherten Person wie Alter, Schul- und Berufsausbildung sowie die Usanzen des für sie in Betracht fallenden Arbeitsmarktes (BGE 12 0 V 78 E. 4a). Die ungenügenden Ar- beitsbemühungen müssen für die verlängerte Arbeitslosigkeit kausal sein, was nicht der Fall ist, wenn die versicherte Person innert nützlicher Frist trotzdem eine neue Anstellung findet. 2.2 Der Versicherte muss sich möglichst frühzeitig, spätest ens jedoch am ersten Tag, für den er Arbeitslosenentschädigung beansprucht, persönli ch bei seiner Wohngemeinde oder der vom Kanton bestimmten zuständigen Amtsstelle zur Arbeitsve rmittlung melden und von da an die Kontrollvorschriften des Bundesrates befolgen (Art. 17 Abs. 2 AVIG). Kommt er dieser Ver- pflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse respektive die kantonale Amtsstel- le die Einstellung in der Anspruchsberechtigung verfüge n (Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG). Die Ein- stellung in der Anspruchsberechtigung bezweckt mithin ei ne angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person an jenem Schaden, den sie durch ihr p flichtwidriges Verhalten der Arbeits- losenversicherung natürlich und adäquat kausal zugefügt hat (BGE 124 V 227 E. 2b; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juni 2011, 8C_271/2011, E. 2.2). Die Einstellung hat folglich die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, welche die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verw altungssanktion ist sie vom Gesetz- mässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip be herrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , in: Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweizerisches Bun desverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicherung, Basel/Genf/München 2007, S. 2423). 2.3 Die Verordnungsvorschrift von Art. 26 AVIV konkreti siert die im Gesetz vorgeschriebe- ne Verpflichtung gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG. Gemäss Art. 26 Abs. 1 AVIV muss sich die versi- cherte Person in der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung gezielt um Arbeit bemühen. Mit der Anmeldung zum Taggeldbezug muss sie gegenüber der zuständigen Amtsstelle ihre Bemühungen um Arbeit nachweisen (Art. 26 Abs. 2 AVIV) . Die versicherte Person hat diesen Nachweis spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einzureichen. Lässt sie diese Frist un entschuldigt verstreichen, werden ihre Arbeitsbemühungen nicht mehr berücksichtigt (Art. 26 A bs. 2 Satz 2 AVIV). Diese Fiktion stellt eine unwiderlegbare Vermutung dar, dass die versicherte Person keine Arbeitsbemühungen getätigt hat. Hintergrund der in Art. 26 Abs. 2 AVIV statuierten Fiktion bildet der Umstand, dass die Verwaltung in die Lage versetzt werden soll, die g etätigten Arbeitsbemühungen jeweils pro monatliche Kontrollperiode (vgl. Art. 26 Abs. 3 AVIV) sach- und fristgerecht zu überprüfen und allfällige Einstellungstage möglichst ohne Verzug pro einzelne Kontrollperiode in Abzug zu brin- gen. Die hierfür massgebende Einreichungsfrist bis spä testens am fünften Tag des Folgemo- nats dient mithin einem raschen und förderlichen Vollz ug des Arbeitslosenversicherungsrechts (THOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 700; Urteil des Bundesgerichts 8C_183/20 08, vom 27. Juni 2008, E. 3 a.E.). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verw altungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständ ige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzun ehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten erg ebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009 , 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Verweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). Die Mitwirkungspflicht kommt als allgemeiner Verfahrensgrundsatz auch im kantonalen Beschwerdeverfahren zur Anwendung und bedeutet das aktive Mitwirken der Parteien bei der Feststellung des Sachverhalts (vgl. THOMAS LOCHER , Grundriss des Sozial- versicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 446 f, 489 f.; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechts- pflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 284 f.). 3.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfüg ende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht darf eine Tatsache erst und nur dann als bewies en annehmen, wenn sie von ihrem Be- stehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1978, S. 135). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seine n Entscheid nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (H ANS -ULRICH STAUFFER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslo- senversicherung und Insolvenzentschädigung, Zürich 1998, S . 77). Die blosse Möglichkeit ei- nes bestimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b). 4.1 Vorliegend unbestritten und nach Lage der Akten n icht zu beanstanden ist, dass die seitens des Versicherten erst nachträglich im Rahmen sein er Einsprache eingereichten zwei Arbeitsbemühungen für die Zeit vom 1. bis 13. Oktober 2014 ausreichend und damit rechts- genüglich ausgefallen sind (vgl. Vernehmlassung vom 25. Juni 2015, Ziffer 3; Kassen-Akt N° 15 ff., 18-20 sowie 93-120). Ebenso ist unbestritten, da ss der Versicherte darauf vertrauen durfte, zwischen dem 14. und 31. Oktober 2014 keine weiteren Ar beitsbemühungen mehr nachweisen zu müssen (vgl. Vernehmlassung vom 25. Juni 2015, Ziffer 4.2). Hintergrund bildet in diesem Zusammenhang die vom KIGA nach Lage der Akten zu Recht a nerkannte Tatsache, dass es der Personalberater des RAV unterlassen hatte, den Ver sicherten auf die Schadenminderungs- pflicht hinzuweisen, sich bis zum Zeitpunkt seiner Abmeldung von der Arbeitsvermittlung infolge Stellenantritts beim D.____ (vgl. Arbeitsvertrag vom 7. Oktober 2014, Kassen-Akt 61) weiterhin um eine befristete Stelle zu bemühen. Unbestritten ist zwischen den Parteien schliesslich auch, dass der Versicherte mit Mailschreiben vom 6. Oktober und vom 6. November 2014 von seinem Personalberater für den Monat November 2014 von jeglich er Stellensuche befreit worden ist (vgl. Kassen-Akt N° 58 sowie 64; Vernehmlassung vom 25. Juni 2015, Ziffer 3.2, ebenso ange- fochtener Einspracheentscheid vom 8. April 2015, Ziffer 3.2). Strittig und zu prüfen ist deshalb einzig, ob der Beschwerdeführer infolge des erst verspä tet eingereichten Nachweises seiner Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsbemühungen in der Zeit vom 1. bis 13. Oktober 2 014 zu Recht für die Dauer von drei Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist. 4.2 Das KIGA vertritt in diesem Zusammenhang die Auf fassung, dass sich der Versicherte nicht auf die telefonische Information seines Personalb eraters vom 15. September 2014 hätte verlassen dürfen. Aufgrund des Mails des Personalberaters vom 6. Oktober 2014 hätte er er- kennen müssen, dass er lediglich für den Monat November 2 014, nicht aber bereits für die Zeit noch vor Erhalt seines schriftlichen Anstellungsvertrags in der Periode vom 1. bis 13. Oktober 2014 von der Vornahme bzw. vom Nachweis weiterer Stel lenbemühungen befreit gewesen sei. Er wäre verpflichtet gewesen, die abweichenden Informa tionen zwischen dem Telefonat vom 15. September 2014 und dem Mail des Personalberaters v om 6. Oktober 2014 näher abzuklä- ren und nachzufragen, ob ein Missverständnis vorliege. Dies aber habe er unterlassen, weshalb für den erst im Rahmen der Einsprachebegründung vom 2 9. Dezember 2014 verspäteten Nachweis seiner zwischen dem 1. und dem 13. Oktober 2014 getätigten Bewerbungen keine entschuldbaren Gründe ersichtlich seien. 4.3 Dem KIGA ist beizupflichten, dass die durch den Versich erten für die Zeit vom 1. bis 13. Oktober 2014 getätigten Bewerbungen erst im Rahme n seiner Einsprache (vgl. Vernehm- lassung vom 25. Juni 2015, Ziffer 3; Kassen-Akt N° 15 ff., 18-20) und damit offensichtlich nicht innert der in Art. 26 Abs. 2 AVIV statuierten Kontro llfrist bis am fünften Tag des Folgemonats eingereicht worden sind. Diese Verspätung und mithin Verletzung der entsprechenden Kontroll- vorschrift führt dazu, dass diese Arbeitsbemühungen nich t mehr berücksichtigt werden können. Der Beschwerdeführer ist gemäss der in Art. 26 Abs. 2 Sa tz 2 AVIV geregelten Fiktion deshalb so zu behandeln, wie wenn er in der fraglichen Period e zwischen dem 1. bis 13. Oktober 2014 keine Arbeitsbemühungen getätigt hätte (vgl. oben, Erw ägung 2.3 hiervor). Ebenfalls zuzustim- men ist dem KIGA, dass der Beschwerdeführer keinen entschuldbaren Grund für die Verletzung dieser Kontrollvorschrift geltend zu machen in der Lag e ist. Es mag zwar nachvollziehbar er- scheinen, dass er – gestützt auf die telefonische Auskunft seines Personalberaters vom 15. September 2014 – davon ausgegangen ist, nach Erhal t seines schriftlichen Arbeitsvertrags (vgl. Kassen-Akt N° 60) nicht nur von künftigen Arbeitsbemühungen, sondern auch vom Nach- weis der im Oktober 2014 bereits getätigten Bewerbungen befreit zu sein. Wie das KIGA jedoch zu Recht erwogen hat, hätte der Versicherte beim Erhalt der Mails vom 6. Oktober 2014 erken- nen müssen, dass deren Inhalt nicht mit den telefonische n Auskünften seines Personalberaters vom 15. September 2014 im Einklang gestanden ist. Es wäre ihm deshalb zuzumuten gewesen, bei seinem Personalberater nachzufragen, ob ein Missver ständnis vorlag. Im Rahmen seiner gesetzlich statuierten Mitwirkungspflicht (Art. 17 AVIG ) hätte er sich erkundigen müssen, wes- halb ihm sein Personalberater die Befreiung von der Kontrollpflicht entgegen der früheren tele- fonischen Information nicht bereits für Oktober 2014 s chriftlich zugesichert hatte. In diesem Zu- sammenhang hätte er insbesondere auch danach fragen mü ssen, ob und inwieweit er seine bisherigen Bemühungen trotzdem nachzuweisen verpflichte t sei. Dies aber hat der Beschwer- deführer in schuldhafter Weise unterlassen. Wie es sich da mit im Übrigen verhält, kann aus nachfolgenden Gründen jedoch offen bleiben. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Wie erwähnt bezweckt die Einstellung in der Anspru chsberechtigung stets eine ange- messene Mitbeteiligung der versicherten Person an jenem Schaden, den sie durch ihr pflicht- widriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung natürli ch und adäquat kausal zugefügt hat (vgl. oben, Erwägung 2.1 f.). Findet die versicherte P erson innert nützlicher Frist jedoch eine neue Stelle und beendet sie damit ihre bisherige Arbeitslosigkeit, fehlt es an dem für eine Sank- tionierung vorausgesetzten Zusammenhang zwischen den unge nügenden Arbeitsbemühungen und einer weiter andauernden Arbeitslosigkeit (BGE 12 4 V 227 E. 2b; vgl. auch Urteil des Bun- desgerichts vom 14. Juni 2011, 8C_271/2011, E. 2.2). S o verhält es sich auch hier. Die Pflicht zu persönlichen Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers st ellt keinen Selbstzweck, son- dern einzig eine Form seiner Schadenminderungspflicht dar, die durch Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG sichergestellt werden soll. Von einer schuldhaft verursach ten verlängerten Arbeitslosigkeit als Gegenstand der Einstellung kann deshalb dort nicht gesprochen werden, wo es dem Versicher- ten wie im vorliegenden Fall durch seine bisherige St ellensuche noch in der massgeblichen Kontrollperiode tatsächlich gelungen ist, seine Arbeitsl osigkeit innert nützlicher Frist zu been- den. In einem solchen Fall fehlt es an der für eine E instellung in der Anspruchsberechtigung vorausgesetzten Kausalität zwischen dem pflichtwidrigen V erhalten des Versicherten und ei- nem der Arbeitslosenkasse in Form andauernder Arbeitsl osigkeit angefallenen Schaden. Dies gilt selbst dann, wenn das Verhalten des Versicherten bez üglich Qualität und Quantität der Ar- beitsbemühungen als ungenügend erscheint und wie im vor liegenden Fall infolge der in Art. 26 Abs. 2 Satz 2 AVIV statuierten Fiktion für die fragliche Kontrollperiode gar von fehlenden Ar- beitsbemühungen auszugehen ist. Hintergrund bildet de r Umstand, dass die Einstellung in der Anspruchsberechtigung einzig den Charakter einer verwalt ungsrechtlichen Sanktion hat. Diese bezweckt lediglich, der Gefahr missbräuchlicher Inanspruch nahme der Arbeitslosenversiche- rung zu begegnen. Entgegen der offenbar vertretenen Auffassung des KIGA geht es daher nicht an, den Versicherten allein für sein pflichtwidr iges Verhalten zu bestrafen. Den Versicher- ten trotz letztlich erfolgreicher Stellensuche wegen ung enügender oder gar fehlender Bewer- bungen bzw. Arbeitsbemühungen in der Anspruchsberechtig ung einzustellen, wäre nur dann gerechtfertigt, wenn nach den Umständen angenommen we rden müsste, dass er bei intensive- ren oder qualitativ besseren Bemühungen bereits frühe r eine neue Anstellung gefunden hätte, als dies tatsächlich der Fall ist (ARV 1990 Nr. 20 S. 132 ff.). Diese Voraussetzungen treffen hier aber gerade nicht zu. 4.5 Der Beschwerdeführer hat durch seine telefonische Be werbung beim D.____ am 15. September 2014 (vgl. Nachweis der persönlichen Arbe itsbemühungen September 2014, Kassen-Akt N° 119, Zeile 4) die Stellensuche erfolgreich abgeschlossen, nachdem ihm mit Ar- beitsvertrag vom 7. Oktober 2014 eine unbefristete Anst ellung als E.____ zugesichert worden ist (vgl. Arbeitsvertrag, Kassen-Akt N° 61). Nachdem der Beginn dieses Arbeitsverhältnisses bereits auf den 1. Dezember 2014 terminiert worden wa r und sich der Versicherte demzufolge bereits am 4. November 2014 per Ende November 2014 von der Arbeitsvermittlung abgemeldet hatte, fehlt es an der für eine Einstellung in der An spruchsberechtigung vorausgesetzten Kau- salität zwischen dem pflichtwidrigen Verhalten des Versicherten und dem der Arbeitslosenkasse über diesen Zeitpunkt hinaus entstandenen Schaden. Indem die Zusicherung der neuen Anstel- lung per Anfang Dezember 2014 bereits am 7. Oktober 20 14 vorgelegen hat, kann nicht davon gesprochen werden, dass sich die Arbeitslosigkeit des Versich erten bis Ende November 2014 Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht verkürzt hätte, wenn der Beschwerdeführer seine zwei Arbe itsbemühungen vom 11. Oktober 2014 bis am 5. November 2014 dem RAV eingereicht hätte. 4.6 Zusammenfassend ist es dem Versicherten durch seine St ellensuche in der massgebli- chen Kontrollperiode Oktober 2014 gelungen, seine Arbe itslosigkeit innert nützlicher Frist per Ende November 2014 zu beenden. Obschon er seine Arbeits bemühungen für die Zeit vom 1. bis 13. Oktober 2014 einzureichen pflichtwidrig unte rlassen hat, fehlt es deshalb an der für eine Sanktionierung vorausgesetzten Kausalität zwischen d em pflichtwidrigen Verhalten des Versicherten und dem der Arbeitslosenkasse entstandenen Schaden. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung erweist sich als unrechtmässig. Die Beschwerde ist im Ergebnis dem- nach gutzuheissen. 5. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorli egende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind bei dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerde- führer wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Eins pracheentscheid des KIGA vom 8. April 2015 und die Verfügung des RAV Münch enstein vom 11. November 2014 aufgehoben. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde am 15. Januar 2016 Beschwerde beim Bundesgericht erhoben (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_40/2016 ). http://www.bl.ch/kantonsgericht