B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-316/2014 U r t e i l v o m 5 . F e b r u a r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichterin Esther Karpathakis, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; Gerichtsschreiber Peter Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Hans Peter Roth, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylverfahren (Rechtsverzögerung) / N (…). E-316/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer am 15. Februar 2008 in die Schweiz gelangte und gleichentags im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um Asyl nachsuchte, dass er am 26. Februar 2008 zur Person befragt und am 11. März 2008 zu seinen Asylgründen angehört wurde, dass der rubrizierte Rechtsvertreter das BFM mit Eingabe vom 8. N o- vember 2013 über seine Mandatsübernahme in Kenntnis setzte und um Auskunft über den Verfahrensstand ersuchte, dass diese Eingabe vom Bundesamt nicht beantwortet wurde, worauf der Rechtsvertreter das BFM mit Eingabe vom 13. Dezember 2013 aufforder- te, bis spätestens am 15. Januar 2014 einen Entscheid zu fällen, ansons- ten er beim Bundesverwaltungsgericht eine Rechtsverzögerungsb e- schwerde einreichen werde, dass auch diese Eingabe unbeantwortet blieb, dass der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter am 20. Jan u- ar 2014 mit einer Rechtsverzögerungsbeschwerde an das Bundesverwal- tungsgericht gelangte, dass er beantragt, das BFM sei anzuweisen, innert Frist das Asylgesuch zu behandeln, und es sei unte r Kosten- und Entschädigungsfolge zula s- ten der Vorinstanz auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzich- ten, dass er gleichzeitig eine Kostennote seines Rechtsvertreters vom 20. J a- nuar 2014 einreichen liess, dass für die Begründung der Rechtsbegehren auf die Akten verwiesen wird, und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht unter anderem über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM auf dem Gebiet des Asyls entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. E-316/2014 Seite 3 Art. 31 und 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]), dass gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer a n- fechtbaren Verfügung wie gegen die Verfügung selbst Beschwerde g e- führt werden kann (Art. 46 a des Verwaltungsverfahrensges etzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]; vgl. ferner BVGE 2008/15 E. 3.1.1), womit das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vo r- liegenden Rechtsverzögerungsbeschwerde zuständig ist, dass der Beschwerdeführer zur Beschwerdeführung legitimiert ist, weil er einen Anspruch auf Behandlung seines am 15. Februar 2008 eingereich- ten Asylgesuches hat und er das zuständige BFM wiederholt erfolglos um dessen rasche Behandlung ersucht hat (vgl. a.a.O. E. 3.2), dass sich die Beschwerde im Übrigen als formg erecht erweist (Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf die Sache einzutreten ist, dass sich die Rechtsverzögerungsbeschwerde – wie nachfolgend aufg e- zeigt – als offensichtlich begründet erweist, weshalb darüber in einzelrich- terlicher Zuständigkeit mit Zustimmung e ines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), dass auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der Entscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG), dass im Falle von Rechtsverzögerungsbeschwerden die Prüfungsbefu g- nis des Gerichts auf die Frage beschränkt ist, ob das Gebot des Recht s- schutzes innert angemessener Zeit (Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 19 99 [BV, SR 101]) im konkreten Fall verletzt wurde, wobei das Gericht im Falle der Bejahung die Akten mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz z u- rückweist (Art. 61 Abs. 1 VwVG), dass der Beschwerdeführer sein Asylgesuch vor beinahe sechs Jahren eingereicht hat, dass dem Bundesverwaltungsgericht bewusst ist, dass nicht jedes Asy l- verfahren innert der in Art. 37 Abs. 2 und 3 AsylG erwähnten Behan d- lungsfristen abgeschlossen werden kann, dass indessen ein Verschulden der Behörde an der Verzögerung nicht vorausgesetzt wird, weshalb eine Behörde das Rechtsverzögerungsve r-E-316/2014 Seite 4 bot auch verletzt, wenn sie wegen Personalmangels oder Überlastung nicht innert angemessener Frist verfügt (vgl. dazu das Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts D-3203/2013 vom 9. Juli 2013, m.w.H.), dass sich aus den Akten ergibt , dass das BFM seit der Anhörung zu den Asylgründen vom 11. März 2008 und der am 12. März 2008 erfolgten Z u- weisung des Beschwerdeführers an den Kanton (…) keine weiteren Ver- fahrenshandlungen, auch nicht nach der zweimalige n Intervention des Rechtsvertreters, vorgenommen hat, was offensichtlich als unverhältni s- mässig lange Untätigkeit qualifiziert werden muss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht mit der notwendigen Beförderlichkeit behandelt und das in Art. 29 Abs. 1 BV st a- tuierte Beschleunigungsgebot augenscheinlich missachtet hat, weshalb die Rechtsverzögerungsbeschwerde gutzuheissen und festzustellen ist, dass das Verfahren vor dem BFM zu lange dauert, dass die Akten an die Vorinstanz zu retournieren sind, verbunden mit der Anweisung, das Asylgesuch des Beschwerdeführers beförderlich zu b e- handeln und in Kürze einem Entscheid zuzuführen, dass der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses (Art. 63 Abs. 4 VwVG) mit vorliegendem Urteil gegenstandslos wird, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), dass dem vertretenen Beschwerdeführer zulasten des BFM eine Parte i- entschädigung für die ih m notwendigerweise erwachsenen Kosten zuz u- sprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG), für deren Bemessung grundsätzlich auf die Kostennote des Rechtsvertreters vom 20. Januar 2014 abzustel- len ist, aber die darin ausgewiesenen Aufwendungen für das Verfahren vor dem BFM nicht zu ersetzen sind, dass im Übrigen der Aufwand für die re cht kurze Beschwerdeschrift als deutlich zu hoch erscheint, weshalb die Kostennote unter Verweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -289/2014 vom 28. Januar 2014 zu kürzen und die vom BFM für das Rechtsmittelverfahren zu entrichten- de Parteientschädigung auf insgesamt Fr. 450.– (inklusive Auslagen und Mehrwertsteueranteil) festzusetzen ist. E-316/2014 Seite 5 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Es wird festgestellt, dass das Verfah- ren vor dem BFM zu lange dauert. 2. Das BFM wird angewiesen, das Asylgesuch des Beschwerdeführers b e- förderlich zu behandeln und in Kürze einem Entscheid zuzuführen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das BFM hat dem Beschwerdeführer für das Rechtsmittelverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 450. – (inklusive Auslagen und Meh r- wertsteueranteil) zu entrichten. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und (…). Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Esther Karpathakis Peter Jaggi Versand: