A bteilung IV D -5957/2006 spn/w er {T 0/2} U rteil vom 19. M ärz 2007 M itw irkung: R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter Schm id, R ichter Schürch G erichtsschreiber W eber X._______, geboren _______, Kam erun, vertreten durch _______, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 3. M ai 2006 i.S. A syl und W egw eisung / _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D ie Beschw erdeführerin verliess ihren H eim atstaat nach eigenen Angaben am 27. Februar 2006 auf dem Seew eg und gelangte am 1. April 2006 nach M arseille. Von Frankreich her kom m end reiste sie am 7. April 2006 in die Schw eiz ein, w o sie gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 13. April 2006 w urde sie im Em pfangs-und Verfahrenszentrum _______ sum m arisch befragt. Am 28. April 2006 führte die Vorinstanz _______ eine direkte Bundesanhörung durch. B. Anlässlich der Befragungen m achte die Beschw erdeführerin - eine ethnische D ouala aus der gleichnam igen Stadt m it letztem W ohnsitz in _______ - im W esentlichen geltend, seit 2003 als Pflegehilfe im M edizinalzentrum des R oten Kreuzes von _______ tätig gew esen zu sein. Am 6. Januar 2006 habe eine hilfsbedürftige Patientin zw ecks Abgabe von M edikam enten vorgesprochen. Sie habe ausgesagt, von ihrem Ehem ann geschlagen w orden zu sein. Ihr Zustand habe sich plötzlich dram atisch verschlechtert. Im R ahm en des veranlassten Transportes zum nächsten Spital sei sie gestorben. Ihr Ehem ann - ein O berst der Arm ee - habe die Beschw erdeführerin unter Todesdrohungen für den Tod seiner G attin verantw ortlich gem acht. An anderer Stelle führte die Beschw erdeführerin aus, vom Ehem ann der Verstorbenen bedroht zu w erden, w eil sie von den M isshandlungen erfahren habe. Am 10. Januar 2006 sei er gew altsam in die W ohnung der Beschw erdeführerin eingedrungen. Sie selbst sei ausser H aus gew esen. Er habe gem äss Aussagen von N achbarn erneut gedroht, sie bei nächster G elegenheit zu töten, und ihre in der W ohnung befindlichen D okum ente verbrannt. D ie Beschw erdeführerin habe daraufhin am 11. Januar 2006 den Präsidenten des R oten Kreuzes in _______ aufgesucht. D ieser habe erfolglos versucht, den O bersten von seinem geplanten Vorhaben abzubringen. In Anbetracht dieser Sachlage habe besagter Präsident die Beschw erdeführerin am 15. Januar 2006 zu einem befreundeten Priester in D ouala gebracht. W egen der geschilderten Situation sei sie von dort aus am 27. Februar 2006 ausser Landes geflohen. C . M it Verfügung vom 3. M ai 2006 - gleichentags eröffnet - stellte das Bundesam t fest, die Beschw erdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung der Beschw erdefüh- rerin aus der Schw eiz und ordnete den Vollzug der W egw eisung an. Es begründe- te seinen ablehnenden Entscheid dam it, dass die H andlungen des Arm eeobersten als private Verfolgung nicht dem Staat angelastet w erden könnten. D ie Beschw er- deführerin habe gem äss ihren Aussagen auf eine Anzeige bei den Behörden ver- zichtet, w eshalb diese ihre Schutzfähigkeit und Schutzw illigkeit gar nicht hätten unter Bew eis stellen können. Ausserdem habe die Beschw erdeführerin die letzten sechs W ochen vor der Ausreise ohne Behelligungen in D ouala verbracht. Allfäl- ligen w eiteren Ü bergriffen hätte sie m ithin durch eine geeignete W ohnsitznahm e bereits im H eim atland entgehen können. D en Vollzug der W egw eisung erachtete die Vorinstanz für zulässig, zum utbar und m öglich. D . M it Beschw erde vom 2. Juni 2006 (Postaufgabe) beantragte die Beschw erdeführe-3 rin bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) durch ihre Vertretung die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Es sei die Flüchtlingseigenschaft der Beschw erdeführerin festzustellen und ihr Asyl zu gew ähren. Eventualiter sei die U nzulässigkeit respektive die U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. Es sei die unentgeltliche R echtspflege (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) zu gew ähren. Zur Begründung w urde vorgebracht, dass die Beschw erdeführerin in Kam erun in Anbetracht der Situation vor O rt nicht auf w irksam en staatlichen Schutz vor den N achstellungen des O bersten hätte vertrauen können. Aufgrund der M acht des O bersten und der in Kam erun grassierenden Korruption sei seine Verfolgung respektive Bestrafung illusorisch. Entgegen der vorinstanzlichen Einschätzung sei sie auch in D ouala gefährdet. Schliesslich w ürde ein allfälliger W egw eisungsvollzug gegen die rele- vanten gesetzlichen Bestim m ungen verstossen. D er Eingabe lag ein Fax- Schreiben des Präsidenten des R oten Kreuzes aus _______ vom 30. M ai 2006 bei. E. M it Zw ischenverfügung vom 13. Juni 2006 verzichtete die AR K auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. D as G esuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG w urde gutgeheissen. D ie Beschw erdeführerin w urde aufgefordert, innert Frist das O rigi- nal des D okum ents vom 30. M ai 2006 nachzureichen. F. M it Vernehm lassung vom 17. August 2006 hielt das Bundesam t an seiner Verfü- gung vollum fänglich fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. D as ein- gereichte Bew eism ittel belege im Falle seiner Echtheit einen nicht bestrittenen Sachverhalt. G . Am 17. August 2006 reichte die Beschw erdeführerin die unter Bst. E. erw ähnte Bestätigung im O riginal nach. H . D ie der Beschw erdeführerin am 21. August 2006 eingeräum te R eplikfrist verstrich ungenutzt. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung 4 der am 1. Januar 2007 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrens- recht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer poli- tischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken. D en frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Beschw erdeführerin rügt, das Bundesam t gehe zu U nrecht von der fehlenden Asylrelevanz der Vorbringen aus und verkenne die prekäre Situation in ihrem H ei- m atland. 4.2 D ieser Einschätzung kann nicht gefolgt w erden. Bei einer D urchsicht der Protokol- le fällt vorab auf, dass die Beschw erdeführerin die angeblichen Vorkom m nisse in keiner W eise substantiiert, sehr stereotyp und teilw eise ungereim t schilderte; sie verm ochte dadurch nur sehr bedingt den Eindruck von tatsächlich Erlebtem bezie- hungsw eise Befürchtetem in der geltend gem achten Form zu verm itteln. N icht recht einleuchten w ill auch der U m stand, dass der Ehem ann der Verstorbenen nur gegen die Beschw erdeführerin, die als H ilfskraft in besagtem M edizinalzentrum angestellt w ar, vorgegangen sein soll und nicht gegen die dort ebenfalls beschäf- tigte diplom ierte Krankenschw ester. D abei w eist das auf Beschw erdeebene einge- reichte Bestätigungsschreiben des R oten Kreuzes vom 30. M ai 2006 als allfälliges G efälligkeitsschreiben kaum erhöhten Bew eisw ert auf. U nbesehen dieser Sachla- ge hat die Vorinstanz die Asylrelevanz der Bedrohung durch den Arm eeobersten vorliegend zu R echt verneint. Aus den W ahlen vom 11. O ktober 2004 in Kam erun ging der seit 1982 als Präsident am tierende Paul Biya erneut als Sieger hervor. Im Vorfeld dieser W ahlen unternahm die kam erunische R egierung gew isse Anstren- gungen, die M enschenrechtslage zu verbessern, die D em okratisierung voranzu-5 treiben und die Korruption einzudäm m en. D iese Bem ühungen w urden nach dem Sieg Biyas, w elcher auf w eitere sieben Jahre gew ählt w orden w ar, vorerst kaum w eitergeführt beziehungsw eise zeitigten im Sinne der diesbezüglich zutreffenden Beschw erdevorbringen keine offenkundigen Erfolge. D ie Polizei und die Sicherheitskräfte w erden nach w ie vor für zahlreiche M enschenrechtsverletzungen verantw ortlich gem acht. Entsprechende Vorfälle w erden nur bedingt durch staatliche Stellen untersucht. G ew isse Anstrengungen, die Schuldigen zu bestrafen, sind aber erkennbar. Im W eiteren sind vor O rt zahlreiche M enschenrechtsorganisationen aktiv. D eren U nabhängigkeit und Effizienz w ird unterschiedlich eingeschätzt (vgl. U K hom e office, Kam erun, update O ktober 2006; Jahresbericht ai 2006). Insgesam t kann m ithin entgegen den w enig stichhaltigen Beschw erdevorbringen davon ausgegangen w erden, dass die Beschw erdeführerin in Kam erun Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung hätte finden können und es ihr überdies zuzum uten gew esen w äre, beispielsw eise m it U nterstützung des von ihr erw ähnten Präsidenten des R oten Kreuzes oder dem m it ihm befreundeten Priester in D ouala entsprechende Stellen anzugehen, um dem Treiben des O bersten Einhalt zu gebieten (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2006 N r. 18). Schliesslich m achte die Beschw erdeführerin für den Zeitraum des Aufenthalts in D ouala keinerlei Behelligungen geltend; dem nach ist entgegen den Beschw erdevorbringen fraglich, ob sie w ie geltend gem acht tatsächlich landesw eit m it (privater) Verfolgung hätte rechnen m üssen (A 7/6, Antw orten 24 und 32). Ein landesw eites Verfolgungsinteresse des Ehem annes der Verstorbenen erscheint denn auch bereits aufgrund der geltend gem achten Ereignisse kaum nachvollziehbar. D ie Asylrelevanz der Vorbringen ist m ithin zu verneinen. 4.3 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde im Einzelnen einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. U nter Berücksichtigung der gesam ten U m stände folgt, dass die Beschw erdeführerin keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D as Bundesam t hat ihr Asylgesuch zu R echt abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetz- lichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in 6 dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 5.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 6. D ie Beschw erdeführerin verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthalts- bew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 7. 7.1 D as BFM w ies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung gem äss Art. 5 Abs. 1 AsylG nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. D ie Beschw erdeführerin erfüllt die Flüchtlingseigenschaft nicht, w eshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw en- dung findet. Eine R ückkehr der Beschw erdeführerin nach Kam erun w äre dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen der Beschw erdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Kam erun dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste sie eine kon- krete G efahr nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen, dass ihr im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung droht (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, N r. 17 S. 130 f., 1996 N r. 18 S. 182 ff., jew eils m it w eiteren H inw ei- sen). D as ist jedoch vorliegend nicht der Fall, zum al die Beschw erdeführerin im Bedarfsfall entsprechende Stellen um Schutz ersuchen kann. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völker- rechtlichen Bestim m ungen zulässig. 7.2 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Si- tuation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm o- m ente w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, die im H eim atstaat nicht durchgeführt w erden kann, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 7.2.1 Eine Situation, w elche die Beschw erdeführerin als G ew alt- oder de-facto- Flüchtling qualifizieren w ürde, lässt sich aufgrund der heutigen Situation in 7 Kam erun nicht bejahen. O hne die sozialen, politischen und w irtschaftlichen D efizite vor O rt zu verkennen, kann bezüglich Kam erun - und insbesondere betreffend D ouala, w o sich die Beschw erdeführerin vor der Ausreise aufgehalten hat - aber nicht von Krieg, Bürgerkrieg oder von einer Situation allgem einer G ew alt, w elche für die Beschw erdeführerin bei ihrer R ückkehr in die H eim at eine konkrete G efahr darstellen w ürde, gesprochen w erden. 7.2.2 Individuelle U nzum utbarkeitsaspekte, w elche gegen einen Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführerin in ihr H eim atland sprechen w ürden, sind vor- liegend ebenfalls nicht ersichtlich. Im H eim atland dürfte ein gew isses soziales N etz bestehen. D ie Beschw erdeführerin erw ähnte in diesem Zusam m enhang zw ei Brüder und eine Schw ester (A 1/9, S. 3). Ausserdem w urde sie durch einen Vertreter des R oten Kreuzes und einen Priester unterstützt. In beruflicher H insicht verfügt sie über Pflegeerfahrung in einem Am bulatorium (A 1/9, S. 2). In Berücksichtigung säm tlicher für das vorliegende Verfahren relevanter U m stände erachtet das Bundesverw altungsgericht den Vollzug der W egw eisung durch R ückschaffung der Beschw erdeführerin nach Kam erun daher als zum utbar. 7.3 Schliesslich obliegt es der Beschw erdeführerin, sich bei der zuständigen Vertre- tung ihres H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 7.4 D er von der Vorinstanz verfügte W egw eisungsvollzug steht daher in Ü bereinstim - m ung m it den zu beachtenden Bestim m ungen und ist zu bestätigen. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 8. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G e- sagten abzuw eisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten der Beschw erdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 20. April 2006 [VG KE]). N achdem ihr G esuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG m it Zw ischen- verfügung vom 13. Juni 2006 gutgeheissen w urde, ist von der Kostenauflage abzu- sehen. (D ispositiv nächste Seite)8 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführerin durch Verm ittlung ihrer Vertretung, 2 Expl. (einge- schrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (Kopie; R ef.-N r. _______) - _______ (Kopie; R ef.-N r. _______) D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Patrick W eber9