Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 18. Juli 2018 (810 17 297) ____________________________________________________________________ Submission Grundsätze der Angebotsbewertung / Realistische Preiskurve / Transparenzprinzip Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer, Daniel Ivanov , Gerichts- schreiber Stefan Suter Beteiligte A.____ AG , Beschwerdeführerin , vertreten durch Jakob Martin , Adv o- kat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner, vertreten durch Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Basel-Landschaft, Rechtsabteilung, Rheinstrasse 29, Post- fach, 4410 Liestal B.____ AG , Beigeladene, vertreten durch David Hug und/oder Markus Prazeller, Advokaten Betreff Beschaffungsprojekt Bearbeitungsstelle Förd ergesuche Baselbieter Energiepaket (RRB Nr. 1410 vom 17. Oktober 2017) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Basel- Landschaft schrieb im kantona- len Amtsblatt vom 15. Juni 2017 und gleichentags auf der Internetplattform simap.ch (Mel- dungs-Nr. 971647) den Dienstleistungsauftrag "Bearbeitu ngsstelle 'Fördergesuche Baselbieter Energiepaket'" im offenen Verfahren aus. Das "Baselbi eter Energiepaket" bezeichnet das kan- tonale Förderprogramm für Energieeffizienz und erneu erbare Energie im Gebäudebereich. Der ausgeschriebene Auftrag umfasst die Bearbeitung von Ges uchen um Finanzhilfen im Rahmen von energetischen Massnahmen im Gebäudebereich anhand von vorgegebenen Richtlinien. Mit dieser Aufgabe war seit dem 1. Januar 2012 die heutige B.____ AG (vormals: C.____ AG), Liestal, beauftragt gewesen, ohne dass der Auftrag zuvo r öffentlich ausgeschrieben worden war. Der vorliegend erstmals ausgeschriebene Auftrag gil t für ein Kalenderjahr ab dem 1. Januar 2018 mit der Möglichkeit, das Vertragsverhältnis jeweils um ein weiteres Kalenderjahr zu verlängern. Als Zuschlagskriterien festgelegt wurden die Qualität (Gewichtung 60 %) und der Preis (Gewichtung 40 %). Die Bewertung des Kriteriums Q ualität ergibt sich aus den Teilkrite- rien Projektorganisation (interne Gewichtung 35 %), Sch lüsselpersonen (35 %) und Services (30 %). Der relevante Preis berechnet sich aus zwei zu o fferierenden Fallpauschalen (Ge- suchsprüfung Wärmedämmung und Gesuchsprüfung übrige För derprojekte) multipliziert mit den erwarteten Gesuchszahlen. Innert der Eingabefrist gingen sechs Angebote ein, welche al- lesamt zur Bewertung zugelassen wurden. B. Mit Vergabeentscheid vom 17. Oktober 2017 erteilte der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) den Zuschlag an die B. ____ AG, Liestal, zum Preis von Fr. 412'350.-- (exkl. MWST). Auf Ersuchen der drittpla tzierten A.____ AG, Zürich, begründete die Vergabestelle mit Schreiben vom 25. Oktober 2017 ih ren Entscheid. Bezüglich des Zu- schlagskriteriums Preis führte sie aus, die Preiskurve sei nach Vorliegen der Angebote anhand einer Skala von 1 bis 5 so festgelegt worden, dass der tie fste Preis (100 %) die maximale und das preislich höchste Angebot (166 %) die minimale Punktz ahl erhalten habe, wobei die Punkt- zahl der dazwischen liegenden Angebote interpoliert worden sei. Die A.____ AG habe den tiefs- ten Preis offeriert und dementsprechend die maximale Punktzahl erhalten, das um rund 27 % teurere Angebot der Zuschlagsempfängerin sei der Skala entsprechend tiefer bewertet worden. Bezüglich des Kriteriums Qualität sei ausschlaggebend ge wesen, dass die Zuschlagsempfän- gerin im Prozessbeschrieb kürzere Bearbeitungsfristen garantiert habe. Sodann hätten den An- gebotsunterlagen der A.____ AG keine Angaben zu den Ö ffnungszeiten respektive zur Erreich- barkeit der Telefonzentrale entnommen werden können. Unter Würdigung aller Zuschlagskrite- rien habe die B.____ AG das wirtschaftlich günstigste Angebot eingereicht. C. Am 6. November 2017 hat die A.____ AG, vertreten d urch Jakob Martin, Advokat, gegen den Vergabeentscheid Beschwerde beim Kantonsgericht, Ab teilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht (Kantonsgericht), erhoben. Sie stellt das Be gehren, der Vergabeentscheid sei auf- zuheben und der Zuschlag sei an sie zu erteilen (Ziff. 1). Eventualiter sei der Zuschlagsent- scheid aufzuheben und die Angelegenheit an den Beschwer degegner zurückzuweisen, damit dieser neu über den Zuschlag im Vergabeverfahren entsche ide (Ziff. 2). Subeventualiter sei die Rechtswidrigkeit des Zuschlagsentscheids des Beschwerdegegners festzustellen (Ziff. 3); alles unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 4). In verfahrensrechtli cher Hinsicht beantragt die A.____ AG unter anderem, es sei ihr Einsicht in die Angebotsunterlagen der Zuschlagsempfängerin zu gewähren Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht und es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die Beschwerdeführerin rügt zusammengefasst eine willkürliche Angebotsbewertung . Die Vergabestelle habe zunächst mit der Festlegung einer unerklärlich grossen Preisspanne , welche zu einer flachen Preiskurve führe, ihr Ermessen beim Zuschlagskriterium Preis überschri tten. Weiter sei es missbräuchlich, ihrem Angebot beim Kriterium Qualität derart viele P unkte abzuziehen und eine insgesamt un- genügende Note zu erteilen. So habe sie in ihrer Off erte die in anderen Kantonen übliche Bear- beitungsdauer für Gesuche zugesichert, was zu einem bede utenden Punktabzug geführt habe. Aus den Ausschreibungsunterlagen sei jedoch nicht ersichtlich gewesen, dass die Vergabestel- le noch kürzeren Bearbeitungsfristen einen derart hoh en Stellenwert einräume. Sie verfüge auch über mehr erfahrene Mitarbeiter als die Zuschlagse mpfängerin, so dass ihr schlechteres Abschneiden beim Teilkriterium Schlüsselpersonen nicht na chvollziehbar sei. Weiter werde ihr vorgeworfen, in der Offerte keine Öffnungszeiten der Telefonzentrale angegeben zu haben, was nachweislich nicht stimme. Bei einer ermessenskonformen Angebotsbewertung sei der Zu- schlag ihr zu erteilen. D. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 7. November 20 17 wurde der Beschwerde su- perprovisorisch die aufschiebende Wirkung erteilt. Nach de m diesbezüglich durchgeführten Schriftenwechsel hiess das Kantonsgericht mit Präsidialverfügung vom 12. Dezember 2017 das Gesuch der Beschwerdeführerin gut und erteilte der Beschw erde die aufschiebende Wirkung. Gleichzeitig wurde der Antrag der Beschwerdeführerin a uf Einsicht in die Angebotsunterlagen der Zuschlagsempfängerin abgewiesen. Gegen die Erteil ung der aufschiebenden Wirkung er- hoben in der Folge der Beschwerdegegner und die zum V erfahren beigeladene Zuschlagsemp- fängerin Einsprache bei der Fünferkammer des Kantonsgerichts. In der Einspracheeingabe vom 18. Dezember 2018 teilte der Beschwerdegegner dem Ger icht ausserdem mit, dass er den bis- herigen Auftrag mit dem bestehenden Vertragspartner B .____ AG für die Zeit nach dem 1. Januar 2018 bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Einspracheentscheids temporär und befristet verlängert habe. Daraufhin untersagte das Kantonsgericht dem Beschwerdegegner mit Verfügung vom 19. Dezember 2017 unter Verweis auf die gewährte aufschiebende Wirkung und unter Androhung schärferer Massnahmen förmlich, im Rahmen des Vergabegegenstands Verträge abzuschliessen. Mit Beschluss vom 24. Januar 2018 b estätigte die Fünferkammer die Erteilung der aufschiebenden Wirkung und wies die dagegen gerichteten Einsprachen ab. E. In der Vernehmlassung vom 14. Februar 2018 beantra gt der Beschwerdegegner, vertre- ten durch die Bau- und Umweltschutzdirektion, die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Dies habe unter o/e-Kost enfolge zu geschehen. Zur Begründung führt er im Wesentlichen aus, er habe die Vergabe korre kt durchgeführt. Er habe die Angebote anhand der publizierten Kriterien und gemäss seiner la ngjährigen Praxis einheitlich bewertet. Bei der Gestaltung der Preiskurve verfüge die Vergabest elle über einen Ermessensspielraum, welcher eingehalten worden sei. Beim vorliegend zu verge benden Auftrag handle es sich um ein komplexes Gesamtpaket von Dienstleistungen und nicht um einen administrativen Stan- dardauftrag, weshalb die grosse Preisspanne mit der rel ativ flachen Preiskurve nicht zu einer unzulässigen Untergewichtung des Preiskriteriums führe. Bezüglich des Qualitätskriteriums Pro- jektorganisation habe die Vergabestelle in den Ausschre ibungsunterlagen ausdrücklich festge- halten, dass möglichst kurze Bearbeitungsfristen für de n Auftraggeber prioritär seien. Die von Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beschwerdeführerin garantierten Bearbeitungsfristen seien mindestens doppelt so lang wie diejenigen der Beigeladenen, weshalb letztere zu Recht mehr Punkte als die Beschwerdeführe- rin erhalten habe. Die Beschwerdeführerin habe bei d iesem Kriterium im Übrigen auch deswe- gen schlechter abgeschnitten, weil sie keinen Bezug zur R egion Nordwestschweiz aufgezeigt habe. Bei der kritisierten Bewertung des Teilkriteriums Schlüsselpersonen verkenne die Be- schwerdeführerin, dass die Benotung auf den Referenzen der Mandatsleitung und zweier tech- nisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter basiere, deren Nennun g in den Ausschreibungsunterlagen verlangt worden sei. In dieser Hinsicht sei die Beigel adene leicht besser benotet worden, weil deren Mandatsleiter mehr relevante Erfahrung vorweisen könne. Der Beschwerdegegner räumt weiter ein, dass ihm bei der Zuschlagsbegründung hinsich tlich des dritten Teilkriteriums Ser- vices ein Formulierungsfehler unterlaufen sei. Die Min imalnote sei nicht erteilt worden, weil An- gaben zur Erreichbarkeit der Telefonzentrale gefehlt hä tten, sondern weil der Offerte der Be- schwerdeführerin keine konkreten Aussagen zu den Büroöffn ungszeiten zu entnehmen gewe- sen seien. Die Bewertung bleibe im Ergebnis korrekt. Da die Beschwerdeführerin zudem nur vergleichsweise kurze Telefonzeiten offeriert habe und im Gegensatz zu anderen Anbietern über kein Büro in der Nordwestschweiz verfüge, habe bezü glich Erreichbarkeit zwangsläufig eine schlechte Note resultiert. Von einem Ermessensmissbr auch bei der Bewertung könne ge- samthaft nicht die Rede sein. F. Die Beigeladene, vertreten durch David Hug und Mar kus Prazeller, Advokaten, schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 13. Februar 2018 ebenfall s auf kostenfällige Abweisung der Be- schwerde, soweit darauf einzutreten sei. Sie vertritt z usammenfassend die Ansicht, an der Be- urteilung des Beschwerdegegners sei nichts auszusetzen. Der Zuschlag sei in einem transpa- renten Verfahren willkürfrei ihrem Angebot erteilt w orden. Sie verweist auf ihre langjährige Er- fahrung und Fachkompetenz im Bereich der Prüfung und Abwicklung von Fördergesuchen, weshalb ihr Angebot auch das beste Preis-/Leistungsverhäl tnis aufweise. Insbesondere könne sie aus eigener Erfahrung bestätigen, dass der enge pe rsönliche Kontakt zu den Gesuchstel- lern direkt vor Ort unabdingbar für die Gesuchsbearbeitung sei. G. Mit Verfügungen vom 28. Februar 2018 resp. 5. Mä rz 2018 wurde der Beschwerdeführe- rin und der Beigeladenen antragsgemäss vollumfängliche Einsicht in die vom Beschwerdegeg- ner eingereichte Bewertungsmatrix gewährt. H. Die Beschwerdeführerin repliziert am 16. April 201 8. Sie verweist bezüglich der Preis- bewertung auf den Umstand, dass das teuerste Angebot ( 166 %) massiv vom zweitteuersten (128 %) abweiche, weshalb die Berücksichtigung des ersteren bei der Festlegung der Preiskur- ve zu einer erheblichen Verzerrung führe, zumal es immer noch einen Punkt erhalte. Es handle sich vorliegend entgegen der Darstellung des Beschwerdegeg ners um einen administrativen Standardauftrag mit lediglich einzelnen technisch ansp ruchsvollen Aufgaben. Es sei deshalb nicht zu erwarten gewesen, dass die offerierten Preise eine weite Bandbreite aufwiesen, was für fünf der sechs Angebote auch zutreffe. Das teuerste Angebot falle jedoch komplett aus dem Rahmen. Das zeige sich bezüglich der Fallpauschale für die übrigen Projekte, welche einzig bei dieser Offerte höher ausfalle als die Fallpauschale für die Wärmedämmung und die zugleich um eklatante 447 % vom tiefsten dafür offerierten Preis abweiche. Das teuerste Angebot habe des- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht halb bei der Festlegung der Preiskurve ausser Betracht zu bleiben. Die Beschwerdeführerin rügt nach Einsicht in die Bewertungsmatrix neu, dass die verwendeten Unterkriterien ohne vor- herige Bekanntgabe unterschiedlich gewichtet worden seie n. Bezüglich des Teilkriteriums Ver- netzung seien in den Ausschreibungsunterlagen sodann kei nerlei Hinweise dafür ersichtlich, dass eine regionale Vernetzung bevorzugt werde oder dass irgendwelche Ortskenntnisse für die Auftragserfüllung notwendig seien. Wenn ausserkant onale Anbieter wegen der fehlenden regionalen Vernetzung praktisch keine Chance auf den Zu schlag mehr hätten, werde das Gleichbehandlungsgebot verletzt. Bei der Beurteilung de s Teilkriteriums Schlüsselpersonen werde in ihrem Fall weiter ein Abzug vorgenommen, weil ihr Referenzprojekt in dieser Form erst seit 2017 existiere. Völlig unberücksichtigt bleibe, dass sie seit 2006 Gesuchsprüfungen vor- nehme und ihr vorgesehener Mandatsleiter seit diesem Ze itpunkt die Funktion eines Projektlei- ters ausübe, worauf sie in ihrer Offerte mehrfach hinge wiesen habe. Hinsichtlich der Bewertung des Teilkriteriums Services bringt sie vor, sie habe in der Offerte "übliche Büroöffnungszeiten" angegeben und dafür die Minimalnote erhalten. Ander e Anbieter, die offenbar ebenfalls keine genauen Uhrzeiten aufgeführt hätten, seien hingegen deutlich besser bewertet worden. Sie ha- be darüber hinaus vor der Angebotseinreichung eigens be i der Vergabestelle nachgefragt, ob das Fehlen von Büroräumlichkeiten im Kanton zu einem Ab zug führe, was von dieser auswei- chend - jedenfalls nicht bejahend - beantwortet worden sei. Wenn der Beschwerdegegner nun- mehr den Büroräumlichkeiten vor Ort eine eminente Bede utung beimesse, verhalte er sich treuwidrig. Gesamthaft sei die Bewertung der Angebote bei beiden Zuschlagskriterien Preis wie Qualität ermessensmissbräuchlich erfolgt. I. In seiner Duplik vom 18. Juni 2018 betont der Besch werdegegner, dass er an seiner Preiskurve festhalte, die eine für nicht standardisierte Dienstleistungen realistische Preisspanne abbilde. Bezüglich der Qualität seien die Teilkriter ien und deren Gewichtung in den Ausschrei- bungsunterlagen bekanntgegeben worden. Rechtsprechungs gemäss sei es zulässig gewesen, auf die vollständige Publikation sämtlicher Aspekte der vorgesehenen Bewertung dieser Teilkri- terien zu verzichten und den Benotungsschlüssel samt Gewic htungsschema für die einzelnen Aspekte erst nach einem Vergleich aller Angebote zu wäh len. Aus den Ausschreibungsunterla- gen sei ebenfalls deutlich hervorgegangen, dass eine eff iziente und kundenfreundliche Ge- suchsabwicklung einen hohen Stellenwert geniesse. Die st arke Gewichtung der Bearbeitungs- frist sowie der Erreichbarkeit der Bearbeitungsstelle pe r Telefon und vor Ort könne somit nicht überraschen. Die rein appellatorische Kritik der Beschwerdeführerin ändere nichts am Umstand, dass die Angebotsbewertung transparent und im Rahmen d es pflichtgemäss ausgeübten Er- messens erfolgt sei. J. Die Beigeladene dupliziert ebenfalls am 18. Juni 201 8. Sie unterstreicht, dass sie über Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung und über ein weitreichendes Beziehungsnetz in der Regi- on verfüge. Sie habe zudem die kürzesten Bearbeitungsfristen sowie die beste örtliche und tele- fonische Erreichbarkeit insbesondere auch über Mittag ga rantiert. Die gute Qualität rechtfertige den nur unwesentlich höheren Preis, weshalb ihr Angebo t zu Recht den Zuschlag erhalten ha- be. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. Aufforderungsgemäss reichen die Beschwerdeführerin am 28. Juni 2018 und die Beige- ladene am 29. Juni 2018 dem Gericht ihre Honorarnote n ein. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Eingabe zusätzlich darauf aufmerksam, dass der ausg eschriebene Auftrag eine Vertrags- dauer bis zum 31. Dezember 2018 umfasse. Angesichts der mittlerweile verstrichenen Zeit ge- he sie davon aus, dass das Gericht im Falle der Gutheissun g ihrer Beschwerde die Vertrags- dauer anpasse. Der Beschwerdegegner verwahrt sich mit Eingabe vom 9. Juli 2018 unter Beru- fung auf den Grundsatz der Stabilität der Ausschreibung gegen ein solches Vorgehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 30 Abs. 1 des Gesetzes über öffentliche Beschaff ungen (BeG) vom 3. Juni 1999 in Verbindung mit § 31 lit. f BeG sowie § 43 Ab s. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 199 3 kann gegen eine Zuschlags- verfügung innerhalb von 10 Tagen nach Eröffnung der schriftlichen Begründung Beschwerde beim Kantonsgericht erhoben werden. Soweit das Beschaffungsgesetz nichts anderes vorsieht, richtet sich das Verfahren nach der Verwaltungsprozessordnu ng (§ 30 Abs. 5 BeG). Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdige s Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat. Der beim Vergabeverfahren nicht berücksich tigte Anbieter hat rechtspre- chungsgemäss dann ein solches schutzwürdiges Interesse an der Beschwerdeführung, wenn er bei Gutheissung der Beschwerde eine realistische Chance h at, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Ve rfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 30. Mai 2018 [810 17 310] E. 1.2; KGE VV vom 22. Juni 2016 [810 16 34] E. 2.2; KGE VV vom 21. Januar 2015 [810 14 314] E. 2; BGE 141 II 14 E. 4). Entgegen dem Dafürhalten des Beschwerdegegners muss mit der Beschwerde nicht zwingend der Ausschluss der höherplatzierten Angebote verlangt werden. Für d ie Bejahung der Legitimation genügt es, wenn Rügen vorgetragen werden, die im Falle ihrer Be gründetheit - diese wird im Rahmen der Legitimationsprüfung als gegeben unterstellt - zur A ufhebung des Zuschlags führen, wobei sich die beschwerdeführende Anbieterin zumindest berechtigte Chancen auf den neuerlichen Zu- schlag ausrechnen darf. Sollte die Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall mit ihrer Argumen- tation Erfolg haben, so wiese ihr Angebot die höchste Punktzahl auf, was zur direkten Zu- schlagserteilung an sie führen müsste, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die im zweiten Rang platzierte Anbieterin mit der Nichtberücksichtigung abge funden hat. Die Legitimation der Be- schwerdeführerin ist demzufolge gegeben. Die Beschwerdef rist ist unter Berücksichtigung des durch das Wochenende herausgeschobenen Fristablaufs (§ 4 6 Abs. 2 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [GOG] vom 22. Februar 2001) gewahrt. Auf die im Weiteren formge- recht (§ 30 Abs. 1 BeG; § 5 VPO) erhobene Beschwerde kann eingetreten werden. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können Recht sverletzungen einschliess- lich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt werde n (Art. 16 Abs. 1 lit. a und b der In- terkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaff ungswesen [IVöB] vom 15. März Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2001; § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO). Unangemessenheit kann nicht geltend gemacht werden (Art. 16 Abs. 2 IVöB; § 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Streitgegenstand bildet die Bewertung der Angebot e durch den Beschwerdegegner. Die Beschwerdeführerin erhebt Einwendungen gegen die Bew ertung sowohl des Angebotspreises wie auch der qualitativen Kriterien. 4.1 Gemäss Art. 1 Abs. 3 lit. d IVöB sowie § 1 lit. c Be G bezweckt die Gesetzgebung im öf- fentlichen Vergabewesen namentlich die wirtschaftliche V erwendung öffentlicher Mittel. Die wichtigste Ausformung dieser Zielsetzung bildet die Vor gabe, wonach das wirtschaftlich güns- tigste Angebot den Zuschlag erhält (Günstigkeitsprinzip ; Art. 13 lit. f IVöB; § 26 Abs. 1 BeG). Das wirtschaftlich günstigste Angebot ist jenes mit dem be sten Preis-/Leistungsverhältnis (§ 20 Abs. 1 der Verordnung zum Beschaffungsgesetz [BeV] vom 25. Januar 2000). Beim "wirtschaft- lich günstigsten Angebot" handelt es sich um einen unbesti mmten Rechtsbegriff, welcher in jedem Einzelfall und auf der Grundlage der für die V ergabe geltenden Leistungsumschreibung wieder neu und anders zu konkretisieren ist. Diese Konkretisierung im Einzelfall erfolgt über die Zuschlagskriterien. Darunter sind diejenigen Gesichtspunkte zu verstehen, anhand derer im Hinblick auf den Vergabeentscheid das wirtschaftlich günsti gste Angebot ermittelt wird. Die Zu- schlagskriterien sind für jedes Beschaffungsgeschäft unter fa chlichen, ökologischen und öko- nomischen Gesichtspunkten festzulegen (§ 20 Abs. 2 BeV) u nd in den Ausschreibungsunterla- gen in der Reihenfolge ihrer Bedeutung und entspreche nd ihrer Gewichtung zu publizieren (§ 12 Abs. 1 lit. m IVöB; § 22 Abs. 1 BeG). Dabei ist zu beachten, dass sowohl Auswahl als auch Gewichtung der Zuschlagskriterien sachlich gerechtf ertigt sein müssen, d.h. sich am kon- kreten Auftrag, an dessen Anforderungen und Bedeutung zu orientieren haben (H ANS RUDOLF TRÜEB , in: Ösch/Weber/Zäch [Hrsg.], Kommentar Wettbewerbsrech t II, 3. Aufl., Zürich 2011, Rz. 12 zu Art. 21 BöB; MATTHIAS HAUSER , Zuschlagskriterien im Submissionsrecht, AJP 2001, S. 1405 ff.; VGer AG vom 30. April 2002, in: AGVE 20 02, S. 296, E. II.3d/aa). Von absoluten Ausnahmefällen abgesehen handelt es sich beim Preis um e in unerlässliches Zuschlagskriteri- um, welches weder weggelassen noch untergewichtet werd en darf. Die vom Gesetz intendierte Stärkung des wirksamen Wettbewerbs unter den Anbietern (Art. 1 Abs. 3 lit. a IVöB; § 1 lit. b BeG) bedingt, dass dem Preis eine substantielle Bedeutun g zukommt, denn der Wettbewerb unter den Marktakteuren spielt sich auf vielen Märkten - gerade im privaten Sektor - hauptsäch- lich über den Preis ab. Zur Ermittlung des wirtschaftli ch günstigsten Angebots müssen (resp. können) neben dem Preis auch weitere leistungsbezogene Kriterien berücksichtigt werden, ins- besondere die Qualität der angebotenen Leistung (vgl. BGE 143 II 553 E. 6.4; BGE 141 II 353 E. 7.1; BGE 140 I 285 E. 5.2). Für die Zuschlagsentsch eidung massgebend ist das Preis-/ Leistungsverhältnis, wie es ausschliesslich anhand der in der Ausschreibung definierten und publizierten Zuschlagskriterien und deren Gewichtung zu ermitteln ist. Der Anbieter mit dem in diesem Sinne wirtschaftlich günstigsten Angebot erwirbt einen Rechtsanspruch auf die Erteilung des Zuschlags (KGE VV vom 28. Juni 2017 [810 17 15] E. 6 .3; BLVGE 1998/1999 Nr. 22.1.2 E. 2.4.2.2). 4.2 Die Auswahl des wirtschaftlichsten Angebots erfordert einen wertenden Vergleich zwi- schen den eingereichten Angeboten anhand der bekannt gegebenen Zuschlagskriterien. Nach Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht welcher Methode diese Bewertung im Detail zu geschehen hat, schreibt das Gesetz nicht vor. Entscheidend ist, dass sich die Bewertung an den bekanntg egebenen Zuschlagskriterien orien- tiert, nachvollzogen werden kann und eine Kontrolle e rlaubt, ob die Anbietenden nach demsel- ben Massstab beurteilt wurden (KGE VV vom 30. Mai 2018 [810 17 310] E. 5.2). In der Praxis weit verbreitet ist die auch im vorliegenden Fall vorgen ommene Rangierung der Angebote mit Hilfe eines Punktebewertungssystems und einer Beurteilun gsmatrix. Dabei werden für die Zu- schlagskriterien (resp. die einzelnen Unterkriterien) Pun kte vergeben. Für die Wertung des Kri- teriums Preis wird dem tiefsten Preis die höchste Punktzahl zugesprochen, die übrigen Angebo- te erfahren anhand einer mathematischen Formel eine in Abhängigkeit zum Preisunterschied tiefere Punktebewertung. Für andere leicht quantifizie rbare Leistungsindikatoren (z.B. Verfüg- barkeitszeiten, Lieferfristen etc.) bestehen analoge Kalkulationsmodelle. Die Objektivierung und Operationalisierung der nicht messbaren qualitativen Kr iterien erfolgt in einem Wertungsent- scheid anhand einer Benotungsskala, wobei mehr Punkte zuge sprochen werden, je besser das Kriterium erfüllt ist. Die für das einzelne Kriteriu m vergebene Punktzahl wird sodann mit dem aus dessen Gewichtung hergeleiteten Faktor multipliziert . Die Summe der daraus resultieren- den Punktzahlen ergibt schliesslich den für den Vergabee ntscheid ausschlaggebenden Ge- samtpunktwert. Das Angebot mit dem höchsten Gesamtpunktwert erhält den Zuschlag. 4.3 Nach ständiger Praxis des Kantonsgerichts steht den Ver gabebehörden insbesondere in der Phase der Würdigung und des Vergleichs der Angebote im Rahmen der Offertbewertung ein grosser Ermessensspielraum zu, in den das Gericht aufgr und seiner auf Sachverhalts- und Rechtsfragen beschränkten Kognition (vgl. vorne E. 2) ni cht eingreifen darf. Es kann nicht Sa- che des Kantonsgerichts als Beschwerdeinstanz sein, anstelle d er Vergabestelle eine eigene Bewertung vorzunehmen (vgl. KGE VV vom 21. Januar 2015 [810 14 319] E. 4; KGE VV vom 24. April 2013 [810 12 289] E. 4.1; KGE VV vom 14. November 2012 [810 12 170] E. 5.2; BLKGE 2006 Nr. 45 E. 5e). Trotz des ihr eingeräumten Spielraums darf die Vergabestelle je- doch nicht nach Belieben verfahren. Namentlich aus den allgemeinen Grundsätzen der Trans- parenz (Art. 1 Abs. 3 lit. c IVöB; § 9 lit. a BeG) und der Gleichbehandlung der Anbietenden (Art. 11 lit. a IVöB; § 9 lit. b BeG) fliessen Minde stvorgaben. So sind die publizierten massgebli- chen Zuschlags- und Unterkriterien (samt Gewichtung) für die Vergabestelle verbindlich und schränken in diesem Sinne das ihr zustehende Ermessen bei der Bestimmung des auszuwäh- lenden Angebots ein. Die Rechtmässigkeit der Offerteval uation setzt weiter voraus, dass die Vergabestelle die Bewertung der Angebote in sachlich haltbarer Weise gemäss einem generell- abstrakten Schema vornimmt, welches den bekanntgegebenen Zuschlagskriterien entspricht, die Kriterien der Punkteverteilung im Einzelnen umfassend und nachvollziehbar regelt sowie auf alle Angebote gleich angewandt wird. Die Überlegungen und Wertungsentscheide ("Benotung"), die zur konkreten Bewertung geführt haben, sind offenzu legen und zu dokumentieren (KGE VV vom 30. Mai 2018 [810 17 310] E. 4.2; BLKGE 2005 Nr. 34 E. 5e m.w.H.; BGE 130 I 241 E. 5.1; PETER GALLI /ANDRÉ MOSER /ELISABETH LANG /MARC STEINER , Praxis des öffentlichen Beschaf- fungsrechts, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 979). Hält sich die Vergabebehörde an diese Vorgaben, hat das Kantonsgericht nicht näher zu untersuchen, ob d ie Angebotsbewertung zweckmässi- gerweise anders hätte ausfallen sollen. Ein Einschrei ten ist nur angezeigt, falls die Vergabebe- hörde den ihr zugestandenen Spielraum überschritten ha t. Eine gerichtliche Korrektur der Of- fertbewertung kommt folglich nur in Betracht, soweit sich diese nicht nur als unangemessen, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht sondern als qualifiziert falsch und damit rechtsfehlerha ft erweist (KGE VV vom 28. Juni 2017 [810 17 15] E. 5.2; BLKGE 2005 Nr. 34 E. 5d; BGer 2 D_49/2011 vom 25. September 2012 E. 4.2; GALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 859). 5. Zunächst beanstandet die Beschwerdeführerin die Ange botsbewertung hinsichtlich des Preises. 5.1 Die Vergabestelle verwendete vorliegend für die W ertung des Kriteriums Preis eine In- terpolationsformel (sog. Preiskurve) zur Umrechnung des P reises in Punkte, bei welcher das tiefste eingegangene Angebot fünf Punkte und das prei slich höchste Angebot einen Punkt er- hielten. Anfangs- und Endpunkt wurden mit einer Gerad en verbunden (lineare Interpolation), woraus sich die Punktzahl der dazwischen liegenden Angebote ergab (weshalb im vorliegenden Fall ebenso gut von einer "Preisgeraden" gesprochen werden könnte). Die Bandbreite zwischen dem tiefsten (Fr. 325'825.--) und höchsten (Fr. 539'8 75.--) Angebot betrug Fr. 214'050.--, wo- raus eine Preisspanne von 66 % resultierte. Die Beschwerd eführerin erhielt für ihr preislich tiefstes Angebot nach Multiplikation mit der Gewichtung des Preiskriteriums von 40 % den ma- ximal erzielbaren Wert von 200 Punkten, die Beigeladen e kam mit ihrem preislich viertplatzier- ten, um 26.6 % teureren Angebot auf 135.3 Punkte. 5.2 Die Beschwerdeführerin wehrt sich nicht gegen die Preisgewichtung von 40 % als sol- che, was sie gegebenenfalls durch gesonderte Anfechtung der Ausschreibung hätte tun können und müssen (vgl. Art. 15 Abs. 1bis lit. a IVöB; KGE VV vom 21. Januar 2015 [810 14 311 ] E. 2.1 m.w.H.), sondern gegen die Art und Weise, wie diese Vorgabe in der Folge umgesetzt wurde. Sie kritisiert die gewählte Methode vom System her nicht , sie wirft dem Beschwerdegegner je- doch vor, mit der konkreten Festlegung der Preiskurve sein en Spielraum überschritten zu ha- ben. Die gewählte Preiskurve verwässere die in den Ang ebotsunterlagen angegebene Gewich- tung des Preises in unzulässiger Weise. Die Preisspanne mü sse nach der Rechtsprechung die realistischerweise zu erwartenden Preise abdecken. Hinzu kom me, dass die Benotungsskala nicht wie vorgeschrieben bei null Punkten, sondern bei e inem Punkt ende, was die Preiskurve weiter verflache. Bei einem administrativen Standardau ftrag mit lediglich einzelnen technisch anspruchsvollen Aufgaben sei nicht zu erwarten, dass die o fferierten Preise eine weite Band- breite aufwiesen. Dies treffe hier bei fünf der sechs Angebote auch zu, lägen diese doch inner- halb einer Preisspanne von 28 %, welche vorliegend sa chgerecht sei. Das teuerste Angebot, das preislich vollkommen aus dem Rahmen falle und weit ü ber dem zweitteuersten Angebot liege, verzerre die Preiskurve massiv und dürfe deswegen b ei der Festlegung der Preiskurve nicht berücksichtigt werden. Bei Zugrundelegung einer r ealistischen Preisspanne müsse die Minimalpunktzahl mindestens bereits bei 140 % des tiefsten Preises erreicht werden. 5.3 Der tatsächliche Einfluss des Preises auf den Vergabe entscheid ergibt sich erst aus dem Zusammenspiel von Gewichtung und Preiskurve (BERTRAND R. REICH , Le prix, in: Zufferey/ Beyeler/Scherler [Hrsg.], Aktuelles Vergaberecht 2016, Z ürich 2016, S. 429, Rz. 79). Zentrale Bedeutung kommt dabei der eingesetzten Preisspanne zu. Diese besagt, ab welchem Preisun- terschied zum billigsten Angebot ein Angebot nur noch m it der Minimalpunktzahl zu bewerten ist. Wird eine enge Preisspanne gewählt, wirken sich Pre isunterschiede stark auf die Punkte- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht vergabe aus (steile Preiskurve). Im umgekehrten Fall eine r weiten Preisspanne schlagen sich Preisdifferenzen nur in vergleichsweise geringem Ausmass in den Punkten nieder (flache Preiskurve). Je nach Ausgestaltung der Preiskurve beeinflusst das Zuschlagskriterium Preis den Entscheid über den Zuschlag in unterschiedlichem Ausm ass (CLAUDIA SCHNEIDER HEUSI , Die Bewertung des Preises, in: Zufferey/Beyeler/Scherler [Hrsg.], Aktuelles Vergaberecht 2018, Zürich 2018, S. 327, Rz. 46). Nach herrschender Lehre un d Rechtsprechung genügt deshalb bei der Bewertung der Angebote anhand des Zuschlagskrite riums "Preis" die blosse Bekannt- gabe der Gewichtung noch nicht, um sicherzustellen, dass d ie Angebotspreise im Verhältnis zu den anderen Zuschlagskriterien in vergaberechtskonformer Weise bewertet werden. Die Preis- kurve ist vielmehr so zu legen, dass sich eine wesentliche P reisdifferenz in einem Benotungs- unterschied der konkreten Angebote niederschlägt. Im Grundsatz ist die Preiskurve so festzule- gen, dass sie einen realistischen Preisbereich abdeckt. Die Bewertung oder Benotung des Preiskriteriums hat nur marktübliche und konkurrenzfähig e Preise, d.h. die tatsächlich in Frage kommende Bandbreite möglicher Werte zu berücksichtigen (so g. "realistische Preiskurve"; BLKGE 2006 Nr. 45 E. 7c; B EAT DENZLER , Bewertung der Angebotspreise, BR 2004, Sonder- heft Vergaberecht, S. 22). Damit sind allzu stark gestu fte oder zu flache Preiskurven, die je nach konkreter Verteilung der einzelnen Angebotspreise zu einer Verzerrung oder einer Nivel- lierung der Punkteverteilung führen, unzulässig. Je nach dem, wie hoch die Bewertungsabzüge für höhere Angebotspreise im Verhältnis zum billigsten erfolgen, kann die gewählte Bewer- tungsmethode im Ergebnis auch die bekannt gegebene Gewi chtung der Zuschlagskriterien ver- fälschen. Mit anderen Worten kann durch die Preiskurve ein e "effektive Gewichtung" resultie- ren, welche nicht der publizierten Gewichtung des Zuschl agskriteriums Preis entspricht. Eine derart sachwidrige Überbewertung bzw. Unterbewertung des Preiskriteriums ist ein gerichtlich überprüfbarer Ermessensfehler (KGE VV vom 24. April 2 013 [810 12 289] E. 4.2; BLKGE 2006 Nr. 45 E. 7; BGE 130 I 241 E. 6; BVGE 2018 IV/2 E. 7.3; GALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 884; TRÜEB , a.a.O., Rz. 18 zu Art. 21 BöB; HAUSER , a.a.O., S. 1411). 5.4 Die effektive Gewichtung des Preiskriteriums darf ei ne gewisse Mindestgrenze nicht unterschreiten, wenn dem Günstigkeitsprinzip nachgelebt u nd der Begriff des wirtschaftlich günstigsten Angebots nicht seines Gehalts entleert werde n soll. Es muss im Rahmen der Be- wertung sichergestellt werden, dass der Preis im Ergebni s ein wichtiges, die Vergabeentschei- dung substantiell beeinflussendes Entscheidungskriterium bleibt und nicht lediglich am Rande der Wertung steht. Welches Gewicht dem Preis konkret zukommen muss, hängt von der Art der Beschaffung ab. Als Faustregel gilt, dass dem Preis eine umso grössere Bedeutung zukommen muss, je geringer der Komplexitätsgrad einer Aufgabe i st (S CHNEIDER HEUSI , a.a.O., Rz. 34; REICH , a.a.O., Rz. 81, BGer 2P.34/2005 vom 24. Mai 2005 E . 2.3). So besitzt der Preis bei ein- fachen Bauarbeiten, die jeder seriöse Unternehmer in ausreichender Qualität ausführt, zweifel- los ein hohes Gewicht, wogegen bei anspruchsvollen Bauwer ken wie Brücken oder Untertag- bauten qualitative Aspekte mehr Raum beanspruchen und d as Gewicht des Preises daneben geringer ausfällt. Nicht sehr hoch ist die Bedeutung d es Preises ferner bei Dienstleistungen, deren Resultat nicht im Voraus bestimmt werden kann u nd bei denen sich der Auftraggeber daher auf eine qualifizierte Arbeitsweise verlassen muss (ROBERT WOLF , Preis und Wirtschaft- lichkeit, BR 2002, S. 16). Demgegenüber kommt den übri gen Zuschlagskriterien bei standardi- sierten Werken oder Dienstleistungen im Vergleich zu de n Kosten wenig Gewicht zu, weil sich Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei derartigen Ausschreibungen die einzelnen Angebote ausser bezüglich des Preises von Vornherein nur unwesentlich unterscheiden können (BGer 2P.111/2003 vom 21. Januar 2004 E. 3.3). Bei Standardprodukten ist der Preis stark zu gew ichten und ist die Preiskurve steil zu legen. Dies entspricht dem Willen des Gesetzgebers, hat dieser doch vorgesehen, dass bei weitgehend standardisierten Beschaffungsobjekten der Zu schlag allein aufgrund des niedrigs- ten Preises erfolgen kann (§ 20 Abs. 3 BeV). Bei admi nistrativen Standardaufträgen wird in der Literatur eine Preisgewichtung im Bereich von 60 - 80 % empfohlen. Im Falle von komplexeren Werken oder Dienstleistungen ist demgegenüber der Schl uss, die billigste Offerte sei auch die wirtschaftlich günstigste, weniger zwingend. Je schwierig er und aufwändiger die ausgeschrie- bene Arbeit ist, desto mehr rücken neben dem Preis auch andere Kriterien wie Qualität, Termi- ne oder etwa die Verfügbarkeit des Kundendienstes in den Vordergrund. Bei solchen individuel- len Produkten spielt der Preis eine eher untergeordne te Rolle. Entsprechend ist er tief zu ge- wichten (empfohlen werden 30 - 50 %) und ist die Prei skurve flach zu legen (vgl. D ENZLER , a.a.O., S. 22; SCHNEIDER HEUSI , a.a.O., Rz. 35; T RÜEB , a.a.O., Rz. 18 zu Art. 21 BöB; G ALLI / MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 879 f.). Nach der Rechtsprechung ist aller dings selbst bei komplexesten Beschaffungsvorhaben in jedem Fall eine Unt ergrenze von 20 % einzuhalten. Zudem darf ein in der Ausschreibung relativ gering ge wichteter Preis durch die verwendete Preiskurve nicht weiter abgeschwächt werden (BGE 143 II 5 53 E. 6.4; BGE 130 I 241 E. 6.1; BGE 129 I 313 E. 9.2; KGE VV vom 24. April 2013 [81 0 12 289] E. 4.2; BLKGE 2007 Nr. 46 E. 6; BLKGE 2006 Nr. 45 E. 7). 6. Die Vergabebehörde geniesst bezüglich der Festsetzu ng der Preiskurve grundsätzlich eine grosse Gestaltungsfreiheit. Deren Grenzen hängen nach dem soeben Ausgeführten we- sentlich vom ausgeschriebenen Auftrag und von der bekanntgegebenen Gewichtung des Preis- kriteriums ab. 6.1 Der Beschwerdegegner stellt sich auf den Standpunkt, beim vorliegend zu vergebenden Auftrag handle es sich um ein komplexes Gesamtpaket von Di enstleistungen und nicht wie von der Beschwerdeführerin behauptet um einen administrat iven Standardauftrag. Der Auftrag er- fordere von den Anbietern technisches und fachliches Know -how sowie eine taugliche Infra- struktur. Es handle sich nicht bloss um ausführende Arbeite n, sondern jedes Fördergesuch müsse individuell auf die Einhaltung der Förderkriterien geprüft werden. 6.2 Gemäss den Ausschreibungsunterlagen umfasst die strei tgegenständliche Vergabe die Prüfung von Fördergesuchen im Rahmen von energetischen Massnahmen im Gebäudebereich. Die Programmleitung und Steuerung für das gesamte Fö rderprogramm hat das Amt für Um- weltschutz und Energie (AUE) inne. Das Amt bearbeitet spezielle Fördergesuche selbst und erlässt sämtliche Beitragsverfügungen. Die "Bearbeitung 'Standard' Fördergesuche" ist an die externe Bearbeitungsstelle ausgelagert. Das AUE legt di e Richtlinien für die Gesuchsbearbei- tung fest. Das Amt stellt auch die obligatorisch zu verwe ndende EDV-Applikation zur Verfü- gung. Das Pflichtenheft beschreibt den Arbeitsablauf von der Entgegennahme der Gesuche, deren Prüfung, dem Verfassen der Beitragsverfügungen bis zur Abwicklung der Auszahlung der Beiträge. Die Arbeitsabläufe und die qualitativen An forderungen an die Leistungserbringung werden somit durch die Vergabebehörde detailliert um schrieben. Der Entscheid über die Bei- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht tragsgesuche wird durch die gesetzlichen Bestimmungen u nd den vom AUE definierten, auf dem Harmonisierten Fördermodell der Kantone (HFM) basierenden technischen Rahmenbedin- gungen vorgegeben. Jeder für geeignet befundene Anb ieter wird - eine vertragskonforme Aus- führung vorausgesetzt - eine praktisch identische Leistung erbringen. Ein allfälliges Mehr an Können oder Wissen schlägt sich nicht in einem besseren R esultat nieder. Dieses Merkmal ist charakteristisch für standardisierte Dienstleistungen. Es trifft zwar zu, dass einzelne Schritte im Bearbeitungsprozess - neben der rein administrativen Abwi cklung - eine technische Prüfung durch einen entsprechend geschulten Sachbearbeiter erford ern. Aber auch dessen Arbeit ist aufgrund der exakten Vorgaben letztlich ausführender N atur. Sie ist für einen geschulten Mitar- beiter weder technisch besonders anspruchsvoll, noch ist ei ne wissenschaftliche oder konzepti- onelle Eigenleistung gefragt. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass das AUE die aus dem Rahmen fallenden und somit differenziert und vertief t zu behandelnden Gesuche selber bear- beitet. Die Ausschreibungsunterlagen enthalten denn auc h keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Bearbeitung von Fördergesuchen überdurchschnittliche oder aussergewöhnliche Anforde- rungen an die Unternehmer stellt, weshalb von Vornhe rein nicht alle im Bereich von Ingenieur- leistungen und Energieberatung tätigen Anbietenden, sondern nur speziell qualifizierte und er- fahrene Unternehmen in Betracht kämen. Wenn der Auf traggeber von den Anbietern zusätzlich inhaltliche Unterstützung bei der Behandlung von allf älligen Einsprachen gegen Verfügungen verlangt, macht dieser Umstand den ausgeschriebenen Auftrag augenscheinlich noch nicht zum komplexen Dienstleistungspaket. Soweit der Beschwerdegegn er von einem anderen Beschaf- fungsgegenstand ausgeht, unterliegt er einem Irrtum (vgl. hinten E. 12.5). 6.3 Die strittige Vergabe weist noch andere Kennzeich en einer weitgehend standardisierten Dienstleistung auf. Typisch dafür ist neben der grossen A nzahl der sich immer wieder gleichen- den Einzelleistungen etwa die Einteilung der Gesuche in Kategorien und die Abrechnung nach Fallpauschalen. Die Gesuchsprüfung Wärmedämmung Gebäude hülle (Einzelbauteile) offerier- ten die Anbieter für durchschnittlich Fr. 290.--. Für die Prüfung der übrigen Förderprojekte (z.B. Bonus Gesamtsanierung, Neubauten Minergie P, Holzfeue rungen, Wärmepumpen usw.) ver- langten sie im Schnitt Fr. 213.-- pro Gesuch. Schon all eine aufgrund der notorischen Lohnkos- ten für technisch-wissenschaftliche Mitarbeiter zeigt die Höhe dieser Preise, dass es beim vor- liegenden Auftrag in erster Linie um die Abwicklung einfacher administrativer Arbeitsabläufe innerhalb eines hochstrukturierten Prozesses geht. Offenk undig kalkulierten die Offerenten pro Gesuch nur wenig Arbeitszeit einer im technischen Bereich qualifizierten Fachperson ein. 6.4 Schliesslich verstrickt sich der Beschwerdegegner auch in o ffene Widersprüche. Noch in der Stellungnahme zum Antrag auf aufschiebende Wirkun g hatte er ausgeführt, der ausge- schriebene Auftrag betreffe die Bearbeitung von Standa rdgesuchen (Routinegeschäft nach kla- rer Anweisung), die administrativ sehr aufwändig seien u nd deshalb extern zur Bearbeitung gegeben würden. Die komplexen, fachlich anspruchsvollen Anfragen würden beim AUE belas- sen (Stellungnahme vom 21. November 2017, Rz. 12). Wenn er nunmehr in der Vernehmlas- sung zur Hauptsache und in der Duplik - nota bene ohn e weitergehende Erläuterungen - von einem komplexen Gesamtpaket von Dienstleistungen spricht, so argumentiert er widersprüch- lich. Seine Auffassung lässt sich zudem schon rein sprachli ch schlecht in Einklang bringen mit der in den Ausschreibungsunterlagen verwendeten Formulierung, es werde nur die Bearbeitung Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Standardfördergesuche ausgeschrieben. Zu verweisen ist weiter auf den Bericht des Be- schwerdegegners "Halbzeit Baselbieter Energiepaket" zur Wi rkung des energiepolitischen För- derprogramms in den Jahren 2010 bis 2014 vom 24. Novemb er 2015. Der Beschwerdegegner hält darin ausdrücklich fest, dass eine Triage nach Standar dgesuchen und komplexen Gesu- chen vorgenommen werde. Standardgesuche verursachten eine n hohen administrativen Auf- wand und beinhalteten repetitive Tätigkeiten als Routinegeschäft nach genauer Anweisung. Für die Bearbeitung der Standardfördergesuche sei ein ex terner Auftrag von Vorteil. Die komplexe- ren Gesuche verlangten dagegen einen höheren zeitliche n Aufwand mit einer grösseren Fach- kompetenz und sollten weiterhin intern abgewickelt werden (Vorlage des Regierungsrats an den Landrat vom 24. November 2015 [2015-409], S. 7 f.). D er Beschwerdegegner zählt im Bericht über zwei Seiten Gründe auf, warum die Bearbeitung v on einfachen Standardgesuchen, die keine besonderen Fachkenntnisse verlangten, aber einen h ohen administrativen Aufwand ver- ursachten, auszulagern sei. Im Lichte dieser Ausführungen ist das Vorbringen des Beschwer- degegners in der Vernehmlassung vom 14. Februar 2018 und in der Duplik vom 18. Juni 2018, es gehe vorliegend eben gerade nicht um ein Standardpr odukt, schlechterdings nicht nachvoll- ziehbar. 6.5 Somit zeigt sich, dass die ausgeschriebene Leistung ein en tiefen Komplexitäts- und Schwierigkeitsgrad aufweist und als weitgehend standardisierter Dienstleistungsauftrag zu qua- lifizieren ist. In Rechtsprechung und Lehre wird selbst für Beschaffungen von mittlerem Kom- plexitätsgrad eine Mindestgewichtung des Preiskriteriums von 50 % postuliert (vgl. VGer AG vom 11. Juni 2015, in: AGVE 2015, S. 187, E. 3.2; VG er GR vom 7. November 2002, in: PVG 2002, S. 131, E. 3a; in diesem Sinne auch das VGer ZH: Gewichtung von 45 % als untere Grenze des Vertretbaren im Falle einer nicht mehr ein fachen Beschaffung, bei der dem Quali- tätskriterium erhöhte Bedeutung zukam, VGer ZH vom 18. August 2017 [VB.2017.00351] E. 4.3; DENIS ESSEIVA , Les problèmes liés aux prix, BR 2004, Sonderheft Vergaberecht, S. 28 f.; WOLF , a.a.O., S. 16). Insofern liegt die vorliegend ausse rordentlich tiefe Gewichtung des Zu- schlagskriteriums Preis von 40 % grundsätzlich ausserhalb des d er Vergabebehörde zustehen- den Ermessensspielraums bei der Festlegung der Zuschlagskrite rien. Der Beschwerdegegner vermag nicht plausibel aufzuzeigen, weshalb er dem Preis im vorliegenden Fall ausnahmsweise eine derart geringe Bedeutung hätte beimessen dürfen. Die Gewichtung mit 40 % liegt dement- sprechend klar unterhalb der für derartige Aufträge geltenden Mindestgrenze. 6.6 Da die Gewichtung des Preises in den Ausschreibungsun terlagen genannt wurde und die Ausschreibung unangefochten blieb, lässt sich die Unt ergewichtung als solche im Rechts- mittelverfahren nicht mehr korrigieren. Wird der Preis zu tief gewichtet, dann darf die a priori zu geringe Gewichtung allerdings nicht noch mit einer fla chen Preiskurve unterlaufen werden (vgl. vorne E. 5.4). Der Gestaltungsspielraum der Vergabestell e bei der Festlegung der Preiskurve wird dementsprechend eingeschränkt. 7. Nach dem soeben Ausgeführten darf vorliegend keine flache Preiskurve festgesetzt werden, welche die Untergewichtung des Preiskriteriums zusätzlich relativiert. Dieser Anforde- rung vermag die vom Beschwerdegegner gewählte Preiskurve bei Weitem nicht zu genügen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Dies beginnt bei methodischen Mängeln. 7.1.1 Die Preiskurve des Beschwerdegegners endet nicht be i null, sondern bei einem Punkt. Eine derartige Ausgestaltung des linearen Bewertungsmodells findet weder in der Lehre noch in der Praxis Fürsprecher und steht im Gegensatz zu den gäng igen Empfehlungen, so etwa auch zum vom Beschwerdegegner ins Recht gelegten Leitfaden d er Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherr en (KBOB) zur Beschaffung von Werk- leistungen. Der Verzicht auf einen Nullpunkt entspricht auch nicht der vom Kantonsgericht in langjähriger Rechtsprechung als geeignet bezeichneten l inearen Preisbewertungsformel (vgl. BLKGE 2006 Nr. 45 E. 7b, zuletzt ausdrücklich bestätigt in KGE VV vom 24. April 2013 [810 12 289] E. 4.2 und KGE VV vom 28. Juni 2017 [810 17 15 ] E. 6.4.3). Das verwendete Modell führt dazu, dass Angebote mit aussergewöhnlich hohen Preisabw eichungen generell nie den Null- punkt erreichen und im vorliegenden Fall das preislich h öchste Angebot nicht null Punkte, son- dern immer noch einen Punkt erhält, was faktisch imme r noch 40 Punkten entspricht. Lineare Bewertungsmodelle, bei denen massiv teurere Offerten im mer noch Punkte erhalten, werden grundsätzlich als unzulässig qualifiziert, denn dadurch wer den sehr teure Angebote vergleichs- weise besser beurteilt als diejenigen mit konkurrenzfä higen Preisen (SCHNEIDER HEUSI , a.a.O., Rz. 68). Diese Art der Preisbewertung gewährleistet so mit nicht, dass der Preis das für die Be- wertung der Angebote vorgesehene Gewicht erhält. Wird nicht die ganze Bandbreite der erziel- baren Punkte angewendet, verstösst dies zusätzlich gegen das Transparenzgebot. Unbehelflich ist in diesem Zusammenhang der Einwand des Beschwerdegegn ers, null Punkte seien bei sei- nem Bewertungssystem für Angebote reserviert, bei denen die Angebotsunterlagen unvollstän- dig seien. Er übersieht, dass die Unvollständigkeit des A ngebots im Falle eines unbestimmten Preises nicht zu einer schlechten Benotung führen darf, sondern zwingend den Ausschluss des Anbieters zur Folge haben muss (GALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 467). Vielmehr gilt es für eine vergaberechtskonforme Bewertung eine Grenze bei einem äusserst "schlechten" - aber nicht unrealistischen - Preis zu definieren, ab dem übe rhaupt keine Punkte mehr erzielt werden können. Je nach Streuung der Angebotspreise wird dieser schlechte Wert im Einzelfall womög- lich von keinem Angebot erreicht. Andersherum ist mit d er Festlegung eines Nullpunktes hinzu- nehmen, dass allenfalls mehrere Offerten, die viel teur er als die billigste sind, ungeachtet der zwischen ihnen bestehenden Preisunterschiede allesamt keine Punkte mehr erhalten und dass dadurch bei der Bewertung hinsichtlich des Preises nicht mehr differenziert werden kann (BGer 2P.111/2003 vom 21. Januar 2004 E. 3.3). 7.1.2 Erfolgt die Gewichtung wie vorliegend in dem Sinne, dass die bei den einzelnen Kriterien erreichten Punkte mit einem Faktor entsprechend der Gewi chtung des Kriteriums multipliziert werden, so ist darauf zu achten, dass bei allen Kriter ien die gleiche harmonisierte Punkteskala verwendet wird. Andernfalls wird die durch die Faktoren ausgedrückte Gewichtung in Verlet- zung des Transparenzgebots durch ein mathematisch nicht korrektes Verfahren indirekt ver- schoben (DANIELA LUTZ , Die fachgerechte Auswertung von Offerten, in: Stöckli /Zufferey [Hrsg.], Aktuelles Vergaberecht 2008, Zürich 2008, S. 215, Rz. 6 4; H AUSER , a.a.O., S. 1420; BLVGE 2002/2003 Nr. 22.1.1 E. 5e). Für die Qualitätskriteri en verwendete die Vergabestelle eine No- tenskala, die von 0 bis 5 reichte. Wie soeben aufgezei gt wurde, waren mit dem vorliegend ver- wendeten System beim Preiskriterium de facto nur Noten zw ischen 1 und 5 erreichbar. Durch Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht die uneinheitliche Skalierung der Punktevergaben wir d die bekannt gegebene Gewichtung der Kriterien verschoben. 7.1.3 Um eine Verzerrung der bekanntgegebenen Gewichtu ng zu verhindern, muss die Be- wertungsmethodik nicht nur in Bezug auf die Punkteskala, sondern auch in der konkreten An- wendung eine gewisse Einheitlichkeit aufweisen. Unterschiede zwischen den Angeboten haben sich für sämtliche Kriterien ähnlich stark auf deren Beno tung auszuwirken. Mit anderen Worten dürfen die Bewertungskurven hinsichtlich der verschiedene n Zuschlagskriterien, insbesondere beim Kriterium der Qualität, nicht derart unterschiedl ich steil sein, dass im Ergebnis die festge- legte Gewichtung auf den Kopf gestellt wird. Ebenso wenig wie beim Preis sehr teure Angebote eine noch relativ hohe Punktzahl erzielen sollen, dürfe n beim Qualitätskriterium relativ schlecht bewertete Angebote noch relativ hohe Punktzahlen erre ichen (vgl. BVGE 2018 IV/2 E. 7.4; VGer SG vom 15. August 2017 [B 2017/27] E. 3.1; C HRISTOPH JÄGER , Realistische Spanne der Angebote auch bei der Bewertung von Qualitätskriteri en, BR 2017, S. 231 ff.). Im vorliegenden Fall hat die Vergabestelle bei diversen Qualitätskriter ien (z.B. Bearbeitungsfristen, Öffnungszei- ten) eine grenzwertige Strenge an den Tag gelegt, wa s sich darin zeigt, dass Angebote mit durchaus branchenüblichen Leistungsversprechen namhafte Pu nkteabzüge zu gewärtigen hat- ten oder sogar nur einen Punkt erhielten (vgl. hinten E. 12). Die bei den Qualitätskriterien an den Tag gelegte Strenge steht in augenfälligem Kontr ast zur milden Preisbewertung, wo sich relativ signifikante Preisunterschiede viel schwächer auf d ie Benotung auswirken. Da die Be- wertungsmethodik zwischen Qualität und Preis derart krass a useinanderdriftet, vermag sie im vorliegenden Fall nicht sicherzustellen, dass die Angebot spreise im Verhältnis zu den anderen Zuschlagskriterien in vergaberechtskonformer Weise bewertet werden. 7.2 Bezüglich der Preiskurve verfälscht die vom Beschwerde gegner verwendete Skala die Grundlage der nachfolgenden Diskussion, weil die Kurve ih ren Endpunkt bereits bei einem Punkt erreicht. Um die Vergleichbarkeit der Zahlen her beizuführen, ist sie gedanklich bis zum Nullpunkt zu verlängern. Rechnerisch erreicht sie die Nu lllinie bei einem Preis von 82 % über dem tiefsten Angebot. 7.3 Die vom Beschwerdegegner zur Anwendung gebrachte Pr eisspanne beträgt somit effek- tiv 82 %. An diesem Wert ist zu messen, ob vorliegend e ine realistische Preiskurve (vgl. vorne E. 5.3) festgelegt wurde. Welche Bandbreite bei den Angebotspreisen realistischerweise erwar- tet werden kann, ist von der infrage stehenden Beschaff ung abhängig. So ist bei einfachen Be- schaffungen in der Regel mit einer geringeren Preisspan ne zu rechnen als bei technisch an- spruchsvollen Konstruktionen bzw. Produkten oder Dienstlei stungen. Bei wenig komplexen Dienstleistungsaufträgen der ausgeschriebenen Art kann in der Praxis erfahrungsgemäss mit einer Preisspanne im Bereich von 25 % bis 50 % gerechnet werden (vgl. D ENZLER , a.a.O., S. 22; CHRISTOPH JÄGER , Öffentliches Beschaffungsrecht, in: Müller/Felber [H rsg.], Bernisches Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2013, Rz. 146; Zwische nentscheid des BVGer B-3311/2009 vom 16. Juli 2009 E. 7.4; VGer BE vom 14. August 2015 , in: BVR 2015, S. 564, E. 6.1.1). Die tatsächlich offerierten Preise liegen im vorliegenden Fall 4 %, 6 %, 27 %, 28 % und 66 % über dem tiefsten Preis. Unter Ausklammerung des teuersten Angebots entspricht die Bandbreite der eingegangenen Angebotspreise dem unteren Bereich der genannten Erfahrungswerte. Das Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht teuerste Angebot bewegt sich dagegen nicht nur wegen de r absoluten Höhe des Gesamtprei- ses weit ausserhalb der Norm. Die Beschwerdeführerin wei st in der Replik zutreffend darauf hin, dass auch die Zusammensetzung dieses Preises Fragez eichen aufwirft. Als einzige Anbie- terin offeriert sie die Fallpauschale Gesuchsprüfung Wärmedämmung zu einem tieferen (und im Übrigen konkurrenzfähigen) Preis als die Fallpauschale f ür übrige Förderprojekte, die sich auf mehr als den vierfachen Preis des günstigsten Angebots bel äuft. Diese Preisgestaltung ist un- erklärlich und deutet stark auf ein unrichtiges Verständnis der Aufgabenstellung oder einen Kal- kulationsfehler hin. Auf jeden Fall kann unter Berücksich tigung der konkreten Umstände beim teuersten Angebot offenkundig nicht mehr von einem konkurrenzfähigen Preis gesprochen wer- den. Für die Festlegung einer realistischen Preiskurve si nd unseriöse Preise (seien sie unge- wöhnlich hoch oder tief) auszuscheiden (vgl. KGE VV vom 28. Juni 2017 [810 17 15] E. 6.4.3; VGer ZH vom 17. April 2014 [VB.2013.00824] E. 6.4.2) . Der realistische Preisbereich bewegt sich nach dem Gesagten in der Grössenordnung von 30 %. Z umal aufgrund der schwachen Gewichtung des Preiskriteriums keine flache Preiskurve gewählt werden durfte, wäre vorliegend eine realistische Preiskurve mit einem Nullpunkt bei 30 % über dem tiefsten Preis sachgerecht gewesen. Die von der Beschwerdeführerin propagierten P reisspannen auf der Höhe des zweit- teuersten Angebots (28 %) oder eventualiter von 40 % w ären ebenfalls noch innerhalb des der Vergabestelle zugestandenen Gestaltungsspielraums zu liege n gekommen. Die vom Be- schwerdegegner verwendete Preisspanne von rechnerisch 82 % sprengt jedoch klarerweise den Rahmen des Zulässigen. 7.4 An diesem Ergebnis ändert der Einwand des Beschwerde gegners nichts, wonach die vorliegend angewandte Bewertungsmethode seiner bewährten langjährigen Praxis entspreche. 7.4.1 Das lineare System ist fraglos eine taugliche und zulässige Methode zur Bewertung der Angebote. Es gewährleistet grundsätzlich eine nachvollzie hbare und faire Beurteilung der An- gebotspreise. Bei einem Grossteil der Vergaben führt die Methode - selbst wenn sie wie hier nicht gänzlich lege artis angewendet wird - zu einem Resultat, das im Ergebnis vergaberechtlich zumindest vertretbar ist. Wie der vorliegende Fall exemp larisch zeigt, stösst das Preisbewer- tungssystem aber in gewissen Konstellationen an seine Grenze n und führt zu Resultaten, die der Gewichtung des Kriteriums Preis in keiner Weise ents prechen. Weicht wie hier ein einzel- nes Angebot preislich von den übrigen stark nach oben od er nach unten ab, entstehen solche Verzerrungen. Deutlich zeigt sich die mögliche Problemat ik auch am Beispiel einer Ausschrei- bung, in der lediglich zwei Angebote eingereicht wurd en, die preislich nahe beieinander liegen. Es kann diesfalls nicht richtig sein, dem einen Angebot d ie volle Punktzahl einzuräumen und dem nur leicht teureren Angebot überhaupt keine Punkt e (vgl. S CHNEIDER HEUSI , a.a.O., Rz. 55). Die lineare Methode besitzt weiter den Nachte il, dass das Ergebnis weitgehend vom Preis des jeweils höchsten Angebots abhängt, was der konkr eten Preisspanne unweigerlich eine gewisse Zufälligkeit anhaften lässt. So erzielt z.B . ein Angebotspreis von Fr. 110'000.--, wenn das tiefste Angebot auf Fr. 100'000.-- und das hö chste auf Fr. 150'000.-- lautet, 80 % der Maximalbewertung. Liegt das höchste Gebot bei Fr. 120' 000.--, wird derselbe Angebotspreis von Fr. 110'000.-- nur noch mit der Hälfte der Punkte bewertet, und ist das Angebot von Fr. 110'000.-- selber das Höchstangebot, erhält es die Note null. Derselbe Preis erhält somit völlig unterschiedliche Bewertungen je nachdem, welche s Preisniveau die übrigen Angebote Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufweisen (vgl. VGer ZH vom 28. Oktober 2002, in: BEZ 2003, Nr. 14, E. 4c). Anbieter können ferner dazu verleitet werden, das Ergebnis mittels Abspr achen (Einreichen eines überteuerten Angebots durch einen Aussenseiter ohne echten Willen zum Zuschlag) zu manipulieren (VGer ZH vom 21. April 2004, in: ZBl 2004, S. 382, E. 2.4). 7.4.2 Die Verwendung eines an sich tauglichen Bewertung ssystems entbindet die Vergabe- stelle nicht davon, dessen Ergebnis im konkreten Fall auf seine Sachgerechtigkeit hin zu prü- fen. Die Heranziehung der effektiven Preisspanne ist im Normalfall nicht zu beanstanden. Legt die Vergabestelle die Preisspanne in Kenntnis der Ange botspreise fest, kann sie dennoch nicht unbesehen auf den real eingereichten Höchstpreis - wie hoch oder tief dieser zufälligerweise auch gerade ausfällt - abstellen (L UTZ , a.a.O., S. 239; S CHNEIDER HEUSI , a.a.O., Rz. 55). Der Auftraggeber ist entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners mitnichten gehalten, bei der Bewertung des Preises stets und ausschliesslich dem teuerst en Angebot die schlechteste Note zu geben. Die von der kantonsgerichtlichen Rechtsprechung geforderte realistische Preiskurve bedeutet gerade eine Absage an jeglichen Automatismus. Die Vergabestelle hat vielmehr bei der preislichen Auswertung der Offerten die oben genan nten systemimmanenten Schwächen des linearen Modells im Blickfeld zu behalten. Massgebend ist, dass die Bewertung im Einzelfall auf einer realistischen Preisspanne basiert, was gleichzei tig dem Zufallselement einen gewis- sen Einhalt gebietet. Tauchen unerwartete und unerklär liche Preisunterschiede zwischen den Angeboten auf, die sich nicht mit einer Preisspanne decke n, wie sie üblicherweise und im Durchschnitt bei mehreren Ausschreibungsverfahren zu erwar ten wäre, darf die Vergabestelle nicht auf ihrem Standardmodell beharren und bei der Festlegung der Preiskurve ohne nähere Prüfung auf die eingegangenen Angebotspreise abstell en. Führt die unveränderte Anwendung des linearen Systems zu einer verzerrten Preisbewertung , hat die Behörde aktiv einzugreifen. Sie trifft in solchen Spezialfällen das Recht und die Pflicht, ein Benotungssystem festzulegen, das den besonderen Verhältnissen des konkreten Falles Rechnung trägt und ein sachgerechtes Ergebnis zu liefern vermag (G ALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 903; S CHEIDER HEUSI , a.a.O., Rz. 55). Dies bedeutet konkret, dass der Nullpun kt der Preiskurve je nach Konstellation über oder unter dem höchsten Preis gesetzt wird. Ein derartiges Vorgehen ist gemeint, wenn das Kantonsgericht in seiner Rechtsprechung von den Ver gabestellen verlangt, dass Mindest- und Höchstnoten anhand einer Preisspanne festgelegt werden, die bei einer Vergabe der fragli- chen Art realistisch erscheint. 7.5 Zusammenfassend stimmt die effektive Gewichtung des P reises nicht mit der publizier- ten Gewichtung des Zuschlagskriteriums Preis überein. Vor a llem aber verletzt die von Vornhe- rein zu niedrige Gewichtung des Preises in Kombination mit einer flachen Preiskurve den Grundsatz der Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebots und steht im Widerspruch zur Zielsetzung, die öffentlichen Mittel möglichst wirtschaftlich einzusetzen. 8. Auch gegen die Bewertung der Qualitätskriterien er hebt die Beschwerdeführerin Ein- wände. 8.1 Ziffer 24 der Ausschreibungsunterlagen enthält im Kapitel Vergabeverfahren unter dem Titel Zuschlagskriterien folgende Auflistung: Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht "ZK1: Qualität Gewichtung 60% TK 1.1 Projektorganisation (35%) - Aufgabenverständnis und Auftragsanalyse (max. 2 A4-Sei ten) - Ablauf Gesuchbearbeitung mit Angabe der Bearbeitun gsfristen, siehe Pflichtenheft (Kapitel 5) sowie Webseite Energiepaket-BL / Prozess (max. 1 A4 Seite) - Organigramm Anbieter und Organisation "Bearbeitun g Fördergesuche" - Vernetzung des Anbietenden TK 1.2 Schlüsselpersonen (35%) - Mandatsleitung: Nennung von 2 persönlichen Referenzen mit Aufgaben und Tätigkeit sowie Zeitraum der Leistungserbringung. - Technisch wissenschaftliche Mitarbeitende, maximal 2 Per sonen, die im Falle einer Beauftragung mit der Bearbeitung der Fördergesuche b etraut werden. Nennung von je einer (1) persönlichen Referenz mit Aufgaben und Tätigkeit sowie Zeitraum der Leistungserbringung. TK 1.3 Services (30%) - Erreichbarkeit der Büroräumlichkeiten für Kunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln. - Erreichbarkeit der Mitarbeitenden für Kunden, Telef on und Sprechzeiten. ZK 2: Preis Gewichtung 40%" 8.2 In der Bewertungsmatrix wurden die in den Aufzählu ngsstrichen aufgeführten Elemente einzeln benotet. Die Punktzahl für das jeweilige Teilkriterium errechnete sich aus dem gewichte- ten Durchschnitt dieser Einzelnoten. Maximal waren mit d en Qualitätskriterien 300 Punkte er- reichbar. Das Angebot der Beigeladenen erzielte in der Bewertung die mit Abstand höchste Punktzahl von 266.4 Punkten, die Beschwerdeführerin lag mit 175.5 Punkten an vierter Stelle. 9.1 Die Beschwerdeführerin rügt vorab, dass die Teilkri terien jeweils wiederum in Unterkrite- rien unterteilt worden seien, wobei deren Gewichtung nicht publiziert worden sei. Diese Unter- kriterien seien bei der Bewertung ohne vorherige Bek anntgabe unterschiedlich gewichtet wor- den, was unzulässig sei. Gleichzeitig falle auf, dass immer dort die höchste Gewichtung gewählt worden sei, wo die Beigeladene am meisten Punkte erziel t habe. So mache etwa hellhörig, dass die Bearbeitungsfristen - bei der sie selber lediglich einen Punkt, die Beigeladene dagegen 4.2 Punkte erhalten habe - mehr als doppelt so stark gew ichtet würden wie die Qualität des Be- arbeitungsprozesses selbst. 9.2 Dem hält der Beschwerdegegner entgegen, er habe g estützt auf die kantonalen gesetz- lichen Bestimmungen und unter Beachtung der einschlägig en Rechtsprechung die Zuschlags- kriterien samt Teilkriterien inklusive deren Gewichtung i n den Ausschreibungsunterlagen be- kanntgegeben. Bei den von der Beschwerdeführerin als Unterkriterien bezeichneten Angaben in der Ausschreibung habe es sich in Tat und Wahrheit nicht um Kriterien, sondern um die Be- kanntgabe derjenigen Aspekte gehandelt, anhand derer die Bewertung der Teilkriterien erfolgen Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht würde. Er sei nicht verpflichtet gewesen, den detaillie rten Benotungsschlüssel vorgängig zu publizieren. 9.3 In Nachachtung des Transparenzprinzips verlangt § 21 A bs. 2 BeG, dass die publizierte Ausschreibung unter anderem mindestens Gegenstand und Um fang des Auftrags inklusive der Angaben, die von den Anbietenden verlangt werden, an zugeben hat. In § 22 Abs. 1 BeG wird statuiert, dass die Ausschreibungsunterlagen alle wesentli chen Angaben enthalten und die für den Zuschlag massgebenden Kriterien in der Reihenfolg e ihrer Bedeutung und entsprechend ihrer Gewichtung aufgeführt sein müssen. Es gilt somit der Grundsatz, dass alles Zuschlagsre- levante zum Voraus mit der Ausschreibung festgelegt und den Offerenten zur Kenntnis ge- bracht werden soll. Nur so können die Anbieter ihre O fferte gezielt auf die Bedürfnisse des Auf- traggebers ausrichten. Die Zuschlagskriterien sind unter Einschluss ihrer Gewichtung und allfäl- liger Subkriterien demzufolge bereits im abstrakten St adium des Verfahrens in den Ausschrei- bungsunterlagen präzise zu definieren, wenn die einz elnen Offerten noch nicht bekannt sind. Könnte die Vergabestelle die relative Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien nämlich erst nachträglich, in Kenntnis der eingegangenen Offerten, festsetzen, so bestünde die Gefahr der Manipulation bzw. der Begünstigung eines bestimmten Anb ieters (KGE VV vom 27. April 2016 [810 15 252] E. 4.1; KGE VV vom 12. September 2012 [810 12 190] E. 5.5.2; BGE 141 II 353 E. 6.4; BGE 125 II 86 E. 7c). Nicht vorgängig zu publi zieren sind nach der Rechtsprechung des Kantonsgerichts jedoch Unterkriterien, welche lediglich die bekanntgegebenen Zuschlagskrite- rien konkretisieren, diesen also bereits inhärent sind. Weiter wird nicht verlangt, dass die detail- lierten Benotungsskalen, die Evaluationsraster oder ande re Hilfsmittel im Voraus bekannt ge- geben werden (BLKGE 2009 Nr. 56 E. 3.1.2; BLKGE 2005 Nr. 34 E. 5d). 9.4 Ob die im konkreten Fall angewandten Kriterien ei nem publizierten Kriterium inhärent sind oder aus einem Evaluationsraster hervorgehen, so dass das Transparenzprinzip nach kan- tonsgerichtlicher Praxis keine vorgängige Bekanntgabe verlangt, ergibt sich aus der Gesamtheit der Umstände, welche die betreffende Vergabe charakte risieren, darunter die Ausschreibungs- dokumentation, insbesondere das Pflichtenheft und die Vergabebedingungen. Die - mitunter heikle - Abgrenzungsthematik braucht indes hier nicht ver tieft erörtert zu werden, denn die vom Beschwerdegegner herangezogene Rechtsprechung ist nicht einschlägig. Im von ihm angeführ- ten Urteil ging es um die Frage, ob die Vergabestelle bei Beschaffungen mit offen umschriebe- nen Elementen der Konzeption sämtliche Aspekte der Be wertung im Voraus festlegen und be- kanntgeben muss, was das Gericht verneinte (vgl. KGE VV vom 28. Juni 2017 [810 17 15] E. 4.3.2). Im vorliegenden Fall geht es zum einen nicht um die Nachfrage nach von den Anbie- tern zu entwickelnden Lösungen und Vorgehensweisen. Zum anderen hat der Beschwerdegeg- ner die massgeblichen Bewertungsgesichtspunkte bekannt gegeben, so dass sich die Frage nach der Publikationspflicht gar nicht stellt. Der Beschw erdegegner benotete die von ihm in der Duplik als "Aspekte" bezeichneten Kriterien in der Bewe rtungsmatrix und versah sie mit zah- lenmässigen Gewichtungen. Angesichts dessen können sie nur a ls eigentliche Zuschlagskrite- rien (in der Form von Unterkriterien) verstanden werden (vgl. BVGer vom 15. März 2011 [B- 6837/2010] E. 5.2.4; GALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 850). Seit jeher hat das Kantons- gericht eine Liste mit Kriterien nicht genügen lassen u nd zur Wahrung der Transparenz eine numerische Festlegung der Gewichtung in der Ausschreibun g verlangt (vgl. insbesondere Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht BLVGE 1998/1999 Nr. 22.1.2 E. 7.5, der einen mit de m vorliegenden vergleichbaren Fall be- traf). Bei den unter den Teilkriterien Projektorganisation, Schlüsselpersonen und Services veröf- fentlichten "Aspekten" handelt es sich bei Lichte besehen um weitere Subkriterien, deren Ge- wichtungen nach der oben beschriebenen Praxis bereits im Voraus hätten bekanntgegeben werden müssen. Durch das Unterlassen dieser Bekanntgabe verletzte die Vergabestelle das Transparenzgebot. Da der Mangel allerdings bereits klar aus den Ausschreibungsunterlagen hervorging, hätte er nach Treu und Glauben mittels An fechtung der Ausschreibung geltend ge- macht werden müssen. Die erst gegen den Zuschlag erhobe ne Rüge der Beschwerdeführerin erfolgt verspätet und ist damit verwirkt. 9.5 Die fehlende Angabe der Gewichtung bedeutet alle rdings keinen Freipass für den Auf- traggeber, die Kriterien bei der Bewertung nachträglich nach eigenem Gutdünken zu gewichten. Gemäss § 22 Abs. 1 BeG müssen die für den Zuschlag massgebe nden Kriterien in der Reihen- folge ihrer Bedeutung und entsprechend ihrer Gewichtung aufgeführt sein (so auch die bundes- gerichtliche Rechtsprechung zu Art. 13 lit. f IVöB, vgl . BGE 125 II 86). Erachtet der Auftragge- ber einen bestimmten Aspekt als besonders wichtig, so hat er dies mit der entsprechenden Be- stimmtheit im Kriterienkatalog zum Ausdruck zu bringen (BLVGE 2001 Nr. 22.1.1 E. 8b; BLVGE 1998/1999 Nr. 22.1.2 E. 7.4.1). Im vorliegenden Fall durften die Anbietenden demnach davon ausgehen, dass die Unterkriterien in der Ausschreibung e ntsprechend ihrer Bedeutung in ab- steigender Folge aufgelistet waren, mangels abweichende r Hinweise aber im Wesentlichen einheitlich gewichtet würden. 9.6 Diesen Vorgaben entspricht die Bewertung der Teilkr iterien Schlüsselpersonen und Ser- vices (vgl. aber hinten E. 12.3). Bei letzterem waren zwe i Kriterien aufgeführt, die in der Bewer- tungsmatrix beide mit je 50 % gewichtet waren. Beim Te ilkriterium Schlüsselpersonen war die Angabe einer Mandatsleitung, die intern mit 40 % gew ichtet wurde, und zweier technisch- wissenschaftlicher Mitarbeiter gefragt, die jeweils 30 % der Note ausmachten. Damit entspricht die Bewertung nicht ganz den Anforderungen. Angesicht s der zahlenmässig geringfügigen Ab- weichung untereinander sowie dem Umstand, dass die Mand atsleitung in den Ausschreibungs- unterlagen an erster Stelle genannt wurde und ihr of fenkundig grössere Bedeutung zukommt als einem einzelnen Sachbearbeiter, war die Art der B ewertung für die Anbieter genügend vor- hersehbar. Die nicht ganz einheitliche Gewichtung der Kriterien kann demnach toleriert werden. 9.7 Anders verhält es sich dagegen beim Teilkriterium Pro jektorganisation. Wie die Be- schwerdeführerin zu Recht moniert, war die vom Beschwerd egegner vorgenommene Gewich- tung für die Anbieter nicht erkennbar und in dieser Form auch nicht zu erwarten, weshalb in dieser Beziehung eine Verletzung des Transparenzgrundsat zes festzustellen ist. So mass die Vergabestelle dem erst an zweiter Stelle genannten Kri terium "Ablauf Gesuchbearbeitung mit Angabe der Bearbeitungsfristen" das mit Abstand grösste Gewicht von 50 % bei, wobei die Be- arbeitungsfristen intern für die Note dreimal stärker gewichtet wurden als der im Text vorange- stellte Prozessbeschrieb. Das an erster Stelle genannte Kri terium "Aufgabenverständnis und Auftragsanalyse" zählte demgegenüber nur zu 20 %. Dass die weiteren Kriterien "Organigramm Anbieter und Organisation 'Bearbeitung Fördergesuche' " (10 %) und "Vernetzung des Anbie- tenden" (20 %) ebenfalls unterschiedlich gewichtet wurde n, rundet das Bild eines intransparen- Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten Vorgehens ab. An diesem Ergebnis ändert auch der Hinweis in den Ausschreibungsunterla- gen nichts, wonach es prioritäres Ziel sei, eine effi ziente und kundenfreundliche Gesuchsab- wicklung sicherzustellen. Die Bewertung des Teilkriterium s Projektorganisation hält schon aus den genannten Gründen der gerichtlichen Prüfung nicht stand. 10. Die Beschwerdeführerin beanstandet zusätzlich einzeln e im Rahmen des Teilkriteriums Projektorganisation vorgenommene Bewertungen. 10.1 Sie bringt vor, bezüglich der Bearbeitungsfristen sei ihre Offerte mit nur einem Punkt unhaltbar tief bewertet worden. Nach Auskunft der Ver gabestelle betrügen die derzeitigen Re- aktions- und Bearbeitungszeiten zwei bis vier Wochen, was si e in ihrem Angebot garantiert ha- be. Die Beigeladene habe mit den angegebenen zwei Wochen nur unwesentlich bessere Kondi- tionen offeriert und trotzdem 4.2 Punkte erhalten. Wi e der Beschwerdegegner aber zu Recht herausstreicht, hat er in den Ausschreibungsunterlagen u nmissverständlich darauf hingewie- sen, dass möglichst kurze Fristen einzuhalten seien (Ziff. 2.4 des Pflichtenhefts). Auf Nachfrage der Beschwerdeführerin gab er konsequenterweise nicht di e erwarteten Bearbeitungsfristen bekannt, sondern führte aus, dass er einen Vorschlag der Anbietenden erwarte. Die Anbieter mussten demnach damit rechnen, dass das Kriterium umso bes ser benotet werden würde, je kürzer die Bearbeitungsfristen ausfielen. In dieser Hinsicht ist festzuhalten, dass sämtliche übri- gen Anbieter kürzere Bearbeitungsfristen als die Beschw erdeführerin offerierten. Eine (mehr oder weniger) schlechte Bewertung ist grundsätzlich nur f olgerichtig. Zugestandenermassen bewegt sich die hier ausserordentlich streng anmutende Benotung am Rande des Ermessens- spielraums, sie kann aber unter den vorliegenden Umstände n nicht als geradezu unhaltbar be- zeichnet werden. Die Rüge verfängt nicht. 10.2.1 Weiter beklagt sich die Beschwerdeführerin über d ie Bewertung des Kriteriums "Vernet- zung Anbieter", bei dem sie selber 3 Punkte und die Be igeladene 5 Punkte erhielten. Wie erst die Vernehmlassung des Beschwerdegegners gezeigt habe, h ätten ihr schwacher Bezug zur Nordwestschweiz bzw. die fehlenden Ortskenntnisse zu einem Punktabzug geführt. In den Aus- schreibungsunterlagen seien jedoch keinerlei Hinweise dafü r ersichtlich gewesen, dass eine regionale Vernetzung bevorzugt werde oder dass irgendwe lche Ortskenntnisse für die Auf- tragserfüllung notwendig seien. Wenn ausserkantonale A nbieter wegen der fehlenden regiona- len Vernetzung praktisch keine Chance auf den Zuschlag meh r hätten, dann werde das Gleich- behandlungsgebot verletzt. 10.2.2 Der Beschwerdegegner erläutert in der Vernehm lassung, die Beschwerdeführerin habe in der Offerte ihre Vernetzung zu diversen Vereinen, Stiftungen und Verbänden in der Schweiz dargestellt. Allerdings könne sie mit Ausnahme zweier Mitarbeiter, wovon einer in Basel und der andere in Aarau wohne, keinerlei Netzwerk und somit B ezug zur Region Nordwestschweiz, ge- schweige denn zum Kanton Basel-Landschaft, aufzeigen. Sie verkenne dabei das konkrete Be- dürfnis des Beschwerdegegners nach regionaler Vernetzung. Dies habe sich in einem Punktab- zug niedergeschlagen. Die besseren "Vernetzungskenntnisse" im Sinne von "Ortskenntnissen" der Beigeladenen dürften besser bewertet werden, da sie angesichts der Eigenart des zu ver- Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht gebenden Auftrags als sachgerecht erschienen und schlussendlich den Gesuchstellern zu Gute kämen. 10.2.3 Das Gleichbehandlungsgebot und das Verbot der Di skriminierung von Anbietern stehen im Zentrum des modernen öffentlichen Beschaffungsrechts u nd bilden die Grundlage der von ihm intendierten Marktöffnung (vgl. KGE VV vom 23. Ju li 2003 [810 02 416] E. 6a; BLVGE 1998/1999 Nr. 22.1.2 E. 5). Neben dem (inter-)kantonalen Recht verankert namentlich auch das Bundesrecht im (subsidiär direkt anwendbaren) Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Binnenmarkt (BGBM) vom 6. Oktober 1995 den Grundsatz de s diskriminierungsfreien Zugangs zu öffentlichen Beschaffungen auf Kantons- und Gemeinde ebene. Ortsfremden Anbieterinnen und Anbietern darf der freie Zugang zum Beschaffungsmar kt nicht verweigert werden (Art. 3 Abs. 1 BGBM). Auch an sich zulässige Beschränkungen dürfen ge mäss Art. 3 Abs. 3 BGBM in keinem Fall verdeckte Handelshemmnisse zu Gunsten einhei mischer Wirtschaftsinteressen beinhalten. Grundsätzlich verboten sind neben der Anknüpf ung an den Wohnsitz oder die Ge- schäftsniederlassung bei Eignungs- und Zuschlagskriterien auc h jede andere Art der offenen oder verdeckten Ungleichbehandlung der ortsansässigen Anb ieter gegenüber ortsfremden An- bietenden (MATTHIAS OESCH /THOMAS ZWALD , in: Kommentar Wettbewerbsrecht II, a.a.O., Rz. 2 zu Art. 5 BGBM; GALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 920 ff.; OLIVIER RODONDI , Les critères d’aptitude et les critères d’adjudication dans les procédu res de marchés publics, RDAF I 2001, S. 407 ff.; BGE 141 II 113 E. 3.1; BLVGE 1998/1999 Nr. 22.1.2 E. 5). 10.2.4 Das Abstellen auf die lokale Verankerung und O rtskenntnisse eines Bewerbers ist unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung auswärtiger Anbi eter ausgesprochen problematisch, denn diesen Anforderungen wohnt die nicht unerheblich e Gefahr inne, dass sie lediglich vorge- schoben werden, um die einheimischen Anbieter in rechtswi driger Weise zu begünstigen. Orts- kenntnisse dürfen daher nach Lehre und Rechtsprechung n ur verlangt werden und in die Be- wertung miteinfliessen, wenn sie wegen der Eigenart des zu vergebenden Auftrags für den Auf- traggeber von besonderem Nutzen sind und damit als sachlich gerechtfertigt erscheinen. Ange- sichts der mit diesem Kriterium verbundenen Gefahr der D iskriminierung auswärtiger Anbieter sind an den Nachweis, dass für den betreffenden Auftrag ein besonderer Bezug zum Erfül- lungsort erforderlich ist, hohe Anforderungen zu stell en (G ALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 920; OESCH /ZWALD , a.a.O., Rz. 3 zu Art. 5 BGBM; T RÜEB , a.a.O., Rz. 15 zu Art. 21 BöB; BGer 2P.46/2005 vom 16. September 2005 E. 5.1; VGer ZH vom 24. November 2004, in: RB 2004, Nr. 38, E. 5.1; VGer AG vom 28. August 1998, in: AGVE 1998, S. 375, E. 6). 10.2.5 Der Beschwerdegegner macht geltend, er habe de r Verbindung der Anbieter zum Raum Nordwestschweiz deshalb Gewicht beimessen dürfen, weil er ein konkretes Bedürfnis nach re- gionaler Vernetzung aufweise. Diese Begründung ist inh altsleer und beruht auf einem Fehl- schluss (petitio principii). Woraus er das konkrete Bedürfn is nach regionaler Vernetzung herlei- tet, zeigt er nämlich nicht auf. Der Beschwerdegegner m üsste nach dem soeben Ausgeführten vielmehr substantiiert darlegen, inwiefern ein Anbie ter mit Ortskenntnissen für ihn als Auftrag- geber von Vorteil ist und ihm dessen Leistung einen obje ktiv feststellbaren Mehrwert einbringt. Diesen Nachweis bleibt er schuldig. Nachdem feststeht, d ass jeder für geeignet befundene An- bieter eine praktisch identische Leistung erbringen wird (vgl. oben E. 6.2), ist auch nicht ersicht- Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich, welcher zusätzliche Nutzen generiert werden kann, we nn die Gesuche durch einen lokal verankerten Anbieter mit Ortskenntnissen bearbeitet wer den. Die Berücksichtigung von Orts- kenntnissen ist demnach vorliegend sachlich nicht gerechtfertigt und verletzt das Gleichbehand- lungsgebot. 10.3 Die Bewertung des Teilkriteriums Projektorganisati on erweist sich somit insoweit als rechtsfehlerhaft, als der Beschwerdeführerin für die fe hlende lokale Vernetzung Punkte abge- zogen wurden. 11. Hinsichtlich der Bewertung des Teilkriteriums Schlüssel personen wehrt sich die Be- schwerdeführerin gegen die Benotung des Kriteriums Mandatsleitung. 11.1 Die Beschwerdeführerin erhielt in dieser Kategor ie 4 Punkte, die Beigeladene die Maxi- malpunktzahl. Der Beschwerdegegner führt erläuternd aus, er habe unter dem Aspekt der Man- datsleitung zwei persönliche Referenzen mit Aufgaben und Tätigkeit sowie dem Zeitraum der Leistungserbringung verlangt. Auf diese Angaben stütz e sich seine Bewertung. Das bessere Abschneiden der Beigeladenen komme daher, dass deren M andatsleiter seit 2009 eine ein- schlägige Tätigkeit nachweisen könne, währenddem der Man datsleiter der Beschwerdeführerin erst seit 2014 eine entsprechende berufliche Betätigung vorweisen könne. 11.2 Dem hält die Beschwerdeführerin entgegen, sie neh me seit 2006 Gesuchsprüfungen vor und ihr vorgesehener Mandatsleiter übe seit diesem Zei tpunkt die Funktion eines Projektleiters aus, was sie in ihrer Offerte ausdrücklich erwähnt habe. Ihr diesbezügliches Referenzprojekt existiere in der gegenwärtigen Form erst seit dem Jahr 2017, was aber nicht bedeute, dass ihre Mandatsperson nicht ältere Förderprogramme geleitet habe. Indem der Beschwerdegegner diese Fakten ignoriere und einzig auf die beiden Refer enzaufträge neueren Datums abstelle, bewerte er ihr Angebot übertrieben formalistisch und in missbräuchlicher Weise. 11.3 Ausschlaggebend für die Bewertung des Kriteriums w ar nach den Angaben des Be- schwerdegegners der "längere Ausführungszeitraum". Sowe it er damit die Berufserfahrung der Mandatsleiter bewerten wollte, verwendete er ein dafür untaugliches Messinstrument. Das Alter des Referenzprojekts lässt offenkundig keine zuverlässige Aussage über die einschlägige Be- rufserfahrung des jeweiligen Projektleiters zu. Unbestri ttenermassen bearbeitet die Beschwer- deführerin seit 2006 Fördergesuche im Energiebereich. Dass ihre Mandatsleitung seit diesem Zeitraum diverse Projekte im Bereich von Förderprogram men, der Energieberatung und der energetischen Gebäudeanalyse geleitet hat, kann angesichts der klaren Angaben in der Offerte nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden. Demgegenüb er vermag die Beigeladene keine Akti- vitäten in diesem Bereich vor dem Jahr 2009 aufzuzeigen. Soweit der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin zum Vorwurf macht, dass sie nicht einen im Jahr 2006 durchgeführten Auf- trag, sondern zwei neuere Mandate als Referenz angegeb en hat, kann ihm nicht gefolgt wer- den. Wenn der Beschwerdegegner schon einen derart unge wöhnlichen Massstab anzulegen gedachte, hätte er zumindest in der Ausschreibung auf d iese entscheidende Anforderung hin- weisen müssen. Hätte die Beschwerdeführerin davon Kenntn is gehabt, hätte sie ihre Offerte entsprechend ausrichten können. Dies muss umso mehr gel ten, als dass der Beschwerdegeg- Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht ner in formalistischer Weise die an anderer Stelle in der Offerte gemachten Angaben bewusst ausblendete. Weshalb ältere Referenzen ein Angebot vor teilhafter machen und dieses deshalb eine bessere Benotung verdienen sollte, leuchtet schon g enerell nicht ein. Wird der "längere Ausführungszeitraum" zur Messlatte erhoben, kann die Be schwerdeführerin vernünftigerweise kein schlechteres Ergebnis erzielen als die Beigeladene. Die vorliegend vorgenommene Bewer- tung lässt sich demnach nicht mit sachlichen Gründen rechtfertigen. 11.4 Ohne gegenteilige Angaben in der Ausschreibung d urfte die Beschwerdeführerin darauf vertrauen, dass das Kriterium anhand von gebräuchlichen Gesichtspunkten beurteilt werden würde. Wie soeben aufgezeigt schneidet bezüglich einschl ägiger Berufserfahrung das Angebot der Beschwerdeführerin besser ab. Was die berufliche Qu alifikation betrifft, halten sie sich - mit leichten Vorteilen zugunsten der Beigeladenen - in etw a die Waage. Bei den die Bearbeitung von Fördergesuchen betreffenden Referenzprojekten, dene n für die vorliegende Vergabe vor- rangige Bedeutung zukommen muss, zeigt sich jedoch ein de utlicher Unterschied. Der Man- datsleiter der Beschwerdeführerin betreut die Bearbeit ungsstelle der Gebäudeprogramme von insgesamt 13 Kantonen. Die Beigeladene vermag in dieser Hinsicht einzig die Gesuchsbearbei- tung für den Kanton Basel-Landschaft vorzuweisen. Auch beim zweiten Referenzprojekt schwingt die Beschwerdeführerin obenaus. Die Konzeption und Umsetzung von Stromeffizienz- programmen in neun Kantonen kann objektiv nur als wertvo llere Referenz bewertet werden als das von der Beigeladenen umgesetzte Energieberatungspr ogramm im Kanton Basel-Stadt. Bei einer Bewertung nach sachlich haltbaren Gesichtspunkten ist das Angebot der Beschwerdefüh- rerin beim Kriterium Mandatsleitung zwingend besser zu b enoten als dasjenige der Beigelade- nen. 12. Schliesslich erhebt die Beschwerdeführerin Einwände gegen die Beurteilung des Teilkri- teriums Services. 12.1 Sie trägt zusammengefasst vor, der Beschwerdegegner sei bei der Bewertung in Willkür verfallen und habe ihr aus nicht nachvollziehbaren Gründ en lediglich die Gesamtnote 1 erteilt. Bei der Spalte "Erreichbarkeit Büro für Kunden Ort" i n der Bewertungsmatrix fehle eine eigene Gewichtung, womit die Bewertung bereits nicht mehr nac hvollzogen werden könne. Lediglich die "Erreichbarkeit für Kunden Zeit" sowie die "Erreichbarkeit Telefon und Sprechzeiten" würden mit je 50 % gewichtet. Sie habe in der Offerte "übli che Büroöffnungszeiten" angegeben und dafür lediglich einen Punkt erhalten. Andere Anbiete r, die offenbar ebenfalls keine genauen Uhrzeiten aufgeführt hätten, seien hingegen deutlich besser bewertet worden. Die örtliche Er- reichbarkeit werde weiter nirgends benotet, sondern sei offenbar in die zeitliche Erreichbarkeit eingeflossen. Wie die örtliche Erreichbarkeit genau ber ücksichtigt worden sei, ergebe sich aus der Aufstellung nicht. Nicht plausibel erklären lasse sich auch, wie die Erreichbarkeit der Anbie- ter mit dem öffentlichen Verkehr in den Entscheid einge flossen sei. Andere Anbieter, die mit dem Zug schlechter zu erreichen seien, hätten jedenfalls mehr Punkte erhalten als sie, die über Räumlichkeiten an zentraler Lage beim Hauptbahnhof Z ürich verfüge. Offenbar werde ihr zur Last gelegt, dass sie keine Büros im Kanton habe. Dabei habe sie vor der Angebotseinreichung eigens bei der Vergabestelle nachgefragt, ob das Fehl en von Büroräumlichkeiten im Kanton zu einem Abzug führe, was von dieser ausweichend - jedenfa lls nicht bejahend - beantwortet wor- Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht den sei. Hätte die Vergabestelle vorgängig angegeben , dass dieser Aspekt entscheidend in die Bewertung einfliessen werde, wie das nun offensichtlich der Fall gewesen sei, wäre es ihr und allen anderen Anbieterinnen möglich gewesen, entsprechende Räumlichkeiten zu organisieren. Wenn der Beschwerdegegner nunmehr den Büroräumlichkeite n vor Ort eine eminente Bedeu- tung beimesse, verhalte er sich treuwidrig. 12.2 Der Beschwerdegegner bestreitet eine inkorrekte Pu nktevergabe. Die Beschwerdeführe- rin habe aufgrund der nachfrageweisen Rückmeldung der Vergabestelle sehr wohl davon aus- gehen müssen, dass Anbieter mit Standorten in der Nordw estschweiz zwangsläufig besser be- wertet werden müssten, da die Gesuchsteller sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln besser erreichen könnten. Dass die Erreichbarkeit eine Rolle spi elen würde, habe sich auch aus den Ausschreibungsunterlagen ergeben. In den Räumlichkeiten der bisherigen Bearbeitungsstelle in Liestal hätten zahlreiche Kundenkontakte stattgefunden , diese seien ein wichtiger Bestandteil im Aufgabenportfolio der Bearbeitungsstelle. Für die in der Offerte nicht angegebenen Büroöff- nungszeiten habe er der Beschwerdeführerin wie anderen Anbietern auch 8.5 Stunden pro Tag angerechnet. In die Bewertung der Büroöffnungszeiten sei auch die Beurteilung der örtlichen Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln eingefl ossen, da beide Elemente begriffsnot- wendig zusammenhingen. Die Beschwerdeführerin habe sod ann die mit Abstand kürzesten Öffnungszeiten für die telefonische Hotline offeriert, weshalb die Note 1 richtig sei. 12.3 Diese Ausführungen des Beschwerdegegners stehen nich t Einklang mit der in der Be- wertungsmatrix tatsächlich vorgenommenen Bewertung. Wie si ch aus den Einzelnoten heraus- lesen lässt, erhielt beim Kriterium "Erreichbarkeit Tel efon und Sprechzeiten" das Angebot mit der höchsten Anzahl wöchentlicher Betriebsstunden die H öchstpunktzahl. Das Angebot der Beschwerdeführerin mit den kürzesten Öffnungszeiten wurd e mit einem Punkt bedacht. Für die dazwischen liegenden Werte wurde linear interpoliert. Ebenso verfuhr der Beschwerdegegner bei der Bewertung der Büroöffnungszeiten im Rahmen de s Kriteriums "Erreichbarkeit für Kun- den Zeit". Damit wurden die Öffnungszeiten als Kriteri um faktisch doppelt gewichtet. Die Er- reichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr hatte entgeg en der Darstellung des Beschwerdegeg- ners keinen erkennbaren Einfluss auf die Note. 12.4 Einzige Ausnahme vom beschriebenen Vorgehen bildet die Note der Beschwerdeführe- rin bei der "Erreichbarkeit für Kunden Zeit", die oh ne mathematisch nachvollziehbare Berech- nungsmethode von nominell 3.11 Punkten auf einen Pun kt zurückgesetzt wurde. Der Be- schwerdegegner legt nicht dar, wie genau diese Bewertun g mit nur einem Punkt zustande ge- kommen ist. Vermutungsweise handelt es sich um einen Abzug , weil die Beschwerdeführerin über keine Niederlassung in der Region verfügt. Ein Kri terium, das nur für kantonsfremde An- bieter Auswirkungen zeitigt, verstösst gegen das Diskrimini erungsverbot (vgl. vorne E. 10.2). Wenn davon ausgegangen wird, dass die Forderung nach e iner lokalen Präsenz unter dem Blickwinkel des Diskriminierungsverbots überhaupt zulässig ist, dann müsste aufgrund der rela- tiven Natur der Zuschlagskriterien je nach Erfüllungsgr ad eine unterschiedliche Anzahl Punkte vergeben werden (vgl. KGE VV vom 28. Juni 2017 [810 17 15] E. 4.2.2). So ist es nicht nach- vollziehbar, dass die Beigeladene mit einem Büro in Lie stal offenbar gleich abschneidet wie ein Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht dritter Anbieter, der mit Filialen in Liestal, Basel und Laufen für Kunden aus dem ganzen Kanton wesentlich besser erreichbar ist als die Beigeladene. 12.5 Die zentrale Problematik der Bewertung ist jedoch woanders zu suchen: Der Beschwer- degegner beurteilt eine Leistung, die er so gar nicht ausgeschrieben hat. Er behauptet, die per- sönlichen Kundenkontakte vor Ort bildeten einen wichtigen Bestandteil im Aufgabenportfolio der Bearbeitungsstelle. Davon ist im detaillierten Pflichtenheft nichts zu sehen. Der einzige Hinweis auf einen direkten Kontakt zwischen den Gesuchstellern und der Bearbeitungsstelle findet sich in Ziffer 2.3 des Pflichtenhefts, wo im Unterpunkt 10 a usgeführt wird, der Auftrag beinhalte die "Erteilung von Auskünften gegenüber Gesuchstellenden u nd kantonalen Energiefachstellen zum Stand der Gesuchsbearbeitung". Diese simplen Auskün fte können problemlos telefonisch, per E-Mail oder allenfalls schriftlich erteilt werden. Dafür ist keine Infrastruktur im Kanton erfor- derlich. Vereinzelte Gesuchsteller, welche den Stand d er Bearbeitung allenfalls dennoch im persönlichen Gespräch in Erfahrung bringen wollen, dür fen keinen Einfluss auf die Bewertung haben. Aus den Ausführungen des Beschwerdegegners muss gesch lossen werden, dass er von der Bearbeitungsstelle offenbar einen eigentlichen Schalterbetrieb im Kanton erwartet, wo Beratungsdienstleistungen im Zusammenhang mit dem Basel bieter Energiepaket erbracht wer- den. Es dürfte durchaus zutreffen, dass dafür ein Bedürf nis existiert. Nun liegt es aber an der Vergabestelle, ihre Bedürfnisse in der Ausschreibung be kanntzugeben und den Beschaffungs- gegenstand im Leistungsverzeichnis möglichst präzis zu umschre iben. Das Leistungsverzeich- nis muss klar und vollständig sein (G ALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 383). Im Leistungs- verzeichnis der vorliegenden Ausschreibung findet sich kein H inweis auf eine Beratungstätig- keit. Zwar enthält die Auflistung der angenommenen Fa llzahlen in Ziffer 2.7 des Pflichtenhefts die Kategorie "Beratung GEAK Plus / Grobanalyse". Ein zig daraus kann aber offenkundig nicht geschlossen werden, die Ausschreibung umfasse eine Dienst leistung im Bereich der Energie- beratung, zumal in dieser Hinsicht keinerlei Modalitäten festgelegt werden. So ist etwa kein Ab- rechnungsmechanismus definiert. Es bleibt unklar, ob die Bearbeitungsstelle ein Beratungsge- spräch dem Kanton separat verrechnen darf oder ob diese Dienstleistung in die Fallpauschalen einzukalkulieren gewesen wäre, wobei es namentlich zu bed enken gilt, dass bei potentiellen Gesuchstellern noch gar kein zu bearbeitendes Gesuch existiert. 12.6 Es verwundert angesichts dessen nicht, dass die Ausschre ibung hinsichtlich des Teilkri- teriums Services bei den Anbietern für Unsicherheiten sor gte. Die Beschwerdeführerin fragte etwa nach, weshalb das Kriterium der örtlichen Erreichb arkeit der Büroräumlichkeiten über- haupt gewertet werde, wenn gemäss der ausgeschriebenen Leistung gar kein Kundenkontakt im Büro des Auftragnehmers stattfinde. Spezifisch erkundigte sie sich auch danach, ob es einen Abzug gebe, wenn die Büroräumlichkeiten nicht im Kanto n Basel-Landschaft lägen. Die Verga- bestelle gab zur Antwort, die Bewertung der Erreichbar keit mit öffentlichen Verkehrsmitteln könne erst nach Eingang der Angebote erfolgen. Die An nahme der Fragestellerin, dass kein Kundenkontakt vor Ort stattfinde, sei weiter unzutreffen d. Es sei davon auszugehen, dass Kun- denkontakte stattfinden könnten. Wenn der Beschwerdege gner nunmehr in der Vernehmlas- sung ausführt, kantonsansässige Anbieter hätten bei der E rreichbarkeit zwangsläufig besser bewertet werden müssen, gesteht er damit selber zu, dass die Antwort auf die Frage nach allfäl- ligen Abzügen für kantonsfremde Anbieter nicht von den konkreten Angeboten abhing und die Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vergabestelle sie damit bereits in diesem Verfahrensstad ium wie in der Vernehmlassung hätte beantworten können, wenn sie denn gewollt hätte. Geht die Vergabestelle sodann davon aus, dass der persönliche Kundenkontakt vor Ort einen wichtigen Bestandteil im Aufgabenportfolio der Bearbeitungsstelle bildet, kann ihre Antwort, wonach Kundenkontakte möglich seien, nur als irreführend bezeichnet werden. Die Möglichkeit zur Nach frage beim Auftraggeber dient insbe- sondere dazu, Unklarheiten in der Ausschreibung zu präzisie ren und allfällige Missverständnis- se auszuräumen. Das als treuwidrig zu qualifizierende Ant wortverhalten der Vergabestelle im vorliegenden Fall führt dieses an sich wichtige und sinnvolle Instrument ad absurdum. 12.7 Nach dem Transparenzprinzip sind die Zuschlagskriterie n unabänderlich. Es ist unzu- lässig, beim Zuschlagsentscheid einzelne Kriterien ausser A cht zu lassen, die Bedeutungsrei- henfolge der Kriterien umzustellen, andere Gewichtung en vorzunehmen oder zusätzliche, nicht publizierte Kriterien heranzuziehen. Jeder einzelne dieser Verletzungstatbestände ist beim Teil- kriterium Services erfüllt. Die Bewertung ist im Übrig en nicht nur in der Methode, sondern auch im Ergebnis unhaltbar. Die Beschwerdeführerin hat läng ere Sprech- und Bürozeiten offeriert, als sie etwa die kantonale Steuerverwaltung oder das Ba uinspektorat gewähren. Ist ihre Leis- tung im Quervergleich mit anderen Verwaltungsstellen m it direktem Kundenkontakt als über- durchschnittlich einzustufen, so ist es unhaltbar, wenn si e dafür mit der Note 1, die für eine ausgesprochen schlechte Leistung steht, abgestraft wird. 13. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als begr ündet. Der angefochtene Zu- schlagsentscheid ist dementsprechend aufzuheben. Beschliesst das Gericht die Aufhebung des Zuschlags, so kann es gemäss Art. 18 Abs. 1 IVöB und § 30 Abs. 4 BeG in der Sache selbst entscheiden oder die Sache mit verbindlichen oder ohne verbindliche Anweisungen an die Auf- traggeberin zurückweisen. Im Rahmen einer Neubeurteilu ng wäre vorliegend die Preiskurve neu anzusetzen. Wie oben unter Erwägung 7.3 ausgeführ t wurde, bewegt sich eine sachge- rechte Preiskurve unter den hier gegebenen Voraussetzun gen in der Grössenordnung von 30 %. Die absolute Maximalgrenze, ab der nicht nur von einer Unangemessenheit, sondern von einer Rechtsverletzung in der Form des Ermessensmissbrauc hs ausgegangen werden muss, ist hier bei 50 % des tiefsten Preises zu ziehen, was als g rosszügig zu gelten hat. Wird der Nullpunkt der Preiskurve bei diesen 50 % festgelegt, s o erzielt die Beschwerdeführerin eine höhere Gesamtpunktzahl als die Beigeladene. Wird zusätzl ich berücksichtigt, dass die Be- schwerdeführerin bei der Benotung der Qualitätskriterie n bei jedem Teilkriterium zusätzliche Punkte erzielen müsste, würde eine willkürfreie neue Angebotsbewertung - unabhängig von der konkret zugesprochenen Punktzahl - unweigerlich zum Resul tat führen, dass das Angebot der Beschwerdeführerin den höchsten Gesamtpunktwert aufwiese. Da der Sachverhalt liquide ist und für den Zuschlag nur noch die Beschwerdeführerin i n Frage kommt, kann auf eine Rück- weisung an die Vorinstanz verzichtet und mit reformatori schem Entscheid unmittelbar über den Zuschlag neu entschieden werden (vgl. KGE VV vom 9. März 2016 [810 15 295] E. 13.1; BGer 2C_412/2007 vom 4. Dezember 2007 E. 1.4; G ALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 1405 ff.). Der Zuschlag ist demnach direkt der Beschwerdeführerin zum Preis von Fr. 325'825.-- (exkl. MWST) zu erteilen. Soweit die Beschwerdeführerin in i hrer Eingabe vom 28. Juni 2018 bean- tragt, die Vertragsdauer der ausgeschriebenen Leistung sei anzupassen, kann diesem Begeh- ren nicht entsprochen werden. Der Grundsatz der Stabili tät der Ausschreibung verbietet es den Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vergabebehörden wie auch der Rechtsmittelinstanz, die Parameter des Beschaffungsgegen- stands nachträglich zu verändern. 14. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahr ens zu befinden. 14.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Ka ntonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 4'000.-- wären gru ndsätzlich dem Beschwerdegegner und der Beigeladenen je hälftig aufzuerlegen. Den kan tonalen Behörden können nach § 20 Abs. 4 VPO allerdings nur Verfahrenskosten auferlegt we rden, wenn sie das Kantonsgericht in Anspruch nehmen. Da dem Beschwerdegegner im vorliegend en Fall keine Verfahrenskosten auferlegt werden können, wird der hypothetisch auf ihn entfallende Verfahrenskostenanteil nicht erhoben. Der Beigeladenen ist ein Verfahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 2'000.-- aufzuer- legen. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kosten vorschuss in der Höhe von Fr. 3'500.-- zurückzuerstatten. 14.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann fü r den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Gemäss dem Ausgang des Verfahrens ist der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung zu Lasten der Gegenparteien zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin weist in seiner H onorarnote vom 28. Juni 2018 einen Aufwand von 63 Stunden und 30 Minuten à Fr. 280.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 262.40 und 8 % resp. 7.7 % Mehrwertsteuer aus. Dieser Aufwand sch eint entgegen der vom Beschwerde- gegner in der Eingabe vom 9. Juli 2018 vertretenen Au ffassung auch angesichts des Umfangs der Eingaben der Gegenseite nicht als überhöht. So b ewegt sich auch der Aufwand der Rechtsvertretung der Beigeladenen in einem vergleichbar en Rahmen. Allerdings wird in der Honorarnote der Zeitaufwand für den Besuch der öffen tlichen Urteilsberatung vom 24. Januar 2018 im Einspracheverfahren verrechnet. Dabei handel t es sich um unnötigen und deshalb nicht entschädigungspflichtigen Aufwand, weshalb die daf ür aufgewendeten 2 Stunden und 15 Minuten aus der Honorarnote zu streichen sind. Aus demselben Grund ist die Teilnahme an der heutigen Urteilsberatung bei der Bemessung der Partei entschädigung ebenfalls nicht zu be- rücksichtigen. Der Honoraransatz von Fr. 280.-- ist aufg rund des Schwierigkeitsgrads und der mit dem Prozess verbundenen Verantwortung tarifkonform. Die Auslagen sind ebenfalls nicht zu beanstanden. Demzufolge hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine reduzierte Partei- entschädigung in der Gesamthöhe von Fr. 18'776.-- (inkl . Auslagen und 8 % resp. 7.7 % MWST), wobei sie je zur Hälfte, d.h. im Umfang von Fr. 9'388.--, dem Beschwerdegegner und der Beigeladenen aufzuerlegen ist. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Zuschlagsve rfügung vom 17. Oktober 2017 aufgehoben und der Zuschlag zum Prei s von Fr. 325'825.-- (exkl. MWST, basierend auf dem durchschnittlich zu erwar- tenden Mengengerüst) der Beschwerdeführerin erteilt. 2. Der Beigeladenen wird ein Verfahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 2'000.-- auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'500. -- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Der Beschwerdeführerin wird eine reduzierte Parte ientschädigung in der Höhe von Fr. 18'776.-- (inkl. Auslagen und 7.7 % resp. 8 % MWST) zu- gesprochen, welche jeweils zur Hälfte, d.h. im Umfang von Fr. 9'388.--, dem Beschwerdegegner und der Beigeladenen auferlegt wird. Im Übri- gen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 31. Oktober 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_979/2018) erhoben.