<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp312992"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>133 V 161<br/><br/><br/><div class="paraatf">23. Auszug aus dem Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i.S. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt gegen Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft sowie Bundesamt für Gesundheit, betreffend H., und Eidgenössisches Departement des Innern (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)</div> <div class="paraatf">U 486/05 vom 15. Dezember 2006</div> <a name="idp314944"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref"><artref id="CH/837.171/6/1" type="start"></artref>Art. 2 und 6 Abs. 1 UVAL</span><artref id="CH/837.171/2" type="end"></artref>; <span class="artref">Art. 22a Abs. 4 und <artref id="CH/837.0/24/3" type="start"></artref>Art. 24 Abs. 3 AVIG</span><artref id="CH/837.0/22^a/4" type="end"></artref>; <span class="artref"><artref id="CH/832.20/1^a/2" type="start"></artref><artref id="CH/832.20/1^a/1" type="start"></artref>Art. 1a Abs. 1 und 2 UVG</span><artref id="CH/832.20/1^a/2" type="end"></artref><artref id="CH/832.20/2" type="end"></artref>; <span class="artref"><artref id="CH/832.202/1^a/1" type="start"></artref>Art. 1 und 1a Abs. 1 UVV</span><artref id="CH/832.202/1" type="end"></artref>: Zuständiger Unfallversicherer. <div class="paratf">Für Unfälle, welche sich bei der Arbeit im Betrieb ereignen, ist der Unfallversicherer der Unternehmung und nicht die SUVA zuständig, wenn ein Arbeitsloser auf eigene Initiative in einem Unternehmen einen Einsatz leistet, um Leistungsbereitschaft, Eignung und Arbeitsfähigkeit im Hinblick auf eine Festanstellung zu testen, und Lohn weder vereinbart ist noch bezahlt wird (E. 5). </div> </div> </div> <a name="idp330576"></a> <a name="idp345920"></a> <br/><div> <a name="idp361440"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 161</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page161"></a><div class="center pagebreak">BGE 133 V 161 S. 161</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp363104"></a><span class="bold">A. </span>Der 1976 geborene H. bezog ab 18. April 2001 (Beginn der Leistungsrahmenfrist) Taggelder der Arbeitslosenversicherung. Am <a name="page162"></a><div class="center pagebreak">BGE 133 V 161 S. 162</div>18. Mai 2001 meldete die Firma X. der Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Winterthur), welcher sie für die Durchführung der obligatorischen Unfallversicherung angeschlossen war, H. sei am Vortag bei der mit "Schnuppertage" bezeichneten Tätigkeit beim Abladen eines Lieferwagens auf einer Baustelle von der Ladefläche gefallen und habe sich am Rücken verletzt. Auf entsprechende Anfrage teilte die Firma mit Schreiben vom 5. Juni 2001 mit, der Verunfallte habe vom 14. bis 17. Mai 2001 im Betrieb geschnuppert. Für diese Tage habe er keinen Lohn erhalten. Die Winterthur kam für die Heilungskosten auf und richtete Taggelder aus. Nach Korrespondenz mit der zuständigen Arbeitslosenkasse überwies die Winterthur am 29. November 2001 die Unterlagen zur Weiterbehandlung an die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA). Gleichzeitig ersuchte sie um Rückerstattung der bisher erbrachten Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld) von insgesamt Fr. 34'345.20. Zur Begründung führte sie aus, H. habe die Schnuppertage bei der Firma X. selbst organisiert. Er habe keinen entsprechenden Lohn erhalten und somit keinen Zwischenverdienst erzielt. Er sei zum Zeitpunkt des Unfalles jedoch noch arbeitslos gemeldet und somit bei der SUVA versichert gewesen.</div> <div class="paraatf">Mit Verfügung vom 18. April 2003 stellte die Winterthur die Taggeldleistungen zum 1. März 2003 ein und sprach H. eine Integritätsentschädigung von 20 % zu.</div> <div class="paraatf">Da die SUVA die Übernahme des Falles ablehnte, ersuchte die Winterthur am 6. Juni 2003 das Bundesamt für Sozialversicherungen, die Zuständigkeit abzuklären und allenfalls eine entsprechende Verfügung zu erlassen. Die Aufsichtsbehörde führte am 19. September 2003 ein Vermittlungsgespräch durch und gab den Parteien nochmals Gelegenheit zur Stellungnahme. Am 16. Juli 2004 erliess das mittlerweile zuständige Bundesamt für Gesundheit, Abteilung Kranken- und Unfallversicherung, folgende Verfügung:</div> <div class="paraatf citation">"1. Die SUVA ist für den Unfall für H. vom 17. Mai 2001 zuständig und wird verpflichtet, für die UVG-Leistungen aus dem Ereignis aufzukommen und der Winterthur die bereits geleisteten Aufwendungen zurückzuerstatten.</div> <div class="paraatf citation">2. - 4. (...)."</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp371008"></a><span class="bold">B. </span>Die Verwaltungsbeschwerde der SUVA wies das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) mit Entscheid vom 9. November 2005 im Sinne der Erwägungen ab. <a name="page163"></a><div class="center pagebreak">BGE 133 V 161 S. 163</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp373184"></a><span class="bold">C. </span>Die SUVA führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, der Beschwerdeentscheid vom 9. November 2005 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Winterthur weiterhin und ausschliesslich Leistungen aus UVG für den Unfall vom 17. Mai 2001 zu gewähren hat.</div> <div class="paraatf">Das EDI und die Winterthur beantragen die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. In gleichem Sinne lässt sich H. vernehmen. Das Bundesamt für Gesundheit verzichtet auf eine Stellungnahme.</div> <div class="paraatf">Die als Mitinteressierte zum Verfahren beigeladene Firma X. hat keine Vernehmlassung eingereicht.</div> <br/><div> <a name="idp376032"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp376992"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>Die sachliche Zuständigkeit des Bundesamtes für Gesundheit und des EDI sowie letztinstanzlich des Eidgenössischen Versicherungsgerichts zum Entscheid über den negativen Kompetenzkonflikt zwischen der Winterthur und der SUVA betreffend den Unfall des H. vom 17. Mai 2001 ist gegeben (<span class="artref">Art. 78a UVG</span> und <span class="artref">Art. 98 lit. b OG</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 128 OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2006&amp;to_year=2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-176%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page176">BGE 127 V 176</a>, insbesondere S. 182 E. 4d und RKUV 2003 Nr. U 472 [U 187/02] S. 42 E. 1.1, 1998 Nr. U 312 S. 470; vgl. zur Aufhebung von <span class="artref">Art. 78 UVG</span> auf 1. Januar 2003 BBl 1999 S. 4587 f. und 4700).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp387472"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp388560"></a><span class="bold" id="consideration_2.1">2.1 </span>Nach Art. 1 (seit 1. Januar 2003: 1a) Abs. 1 UVG sind obligatorisch nach diesem Gesetz versichert die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer, einschliesslich der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie der in Lehr- oder Invalidenwerkstätten tätigen Personen. Als Arbeitnehmer im Sinne dieser Bestimmung gilt laut <span class="artref">Art. 1 UVV</span> in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung, wer eine unselbstständige Erwerbstätigkeit im Sinne der Bundesgesetzgebung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ausübt.</div> <div class="paraatf">Gemäss <span class="artref">Art. 1a Abs. 1 UVV</span>, <a name="page164"></a><div class="center pagebreak">BGE 133 V 161 S. 164</div>erlassen durch den Bundesrat gestützt auf <span class="artref">Art. 1 Abs. 2 UVG</span>, sind auch Personen, die zur Abklärung der Berufswahl bei einem Arbeitgeber tätig sind, obligatorisch versichert.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp191424"></a><span class="bold" id="consideration_2.2">2.2 </span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp422768"></a><span class="bold" id="consideration_2.2.1">2.2.1 </span>Nach Art. 2 der Verordnung vom 24. Januar 1996 über die Unfallversicherung von arbeitslosen Personen (UVAL; SR 837.171), erlassen durch den Bundesrat gestützt auf <span class="artref">Art. 3 Abs. 5 UVG</span> und <span class="artref">Art 2a Abs. 4 AVIG</span>, sind arbeitslose Personen, welche die Anspruchsvoraussetzungen nach <span class="artref">Art. 8 AVIG</span> erfüllen oder Entschädigungen nach <span class="artref">Art. 29 AVIG</span> beziehen, bei der SUVA obligatorisch gegen Unfälle versichert. Vorbehalten bleiben die Artikel 6-8 UVAL.</div> <div class="paraatf">Die Versicherung nach <span class="artref">Art. 2 UVAL</span> ist eine Nichtberufsunfallversicherung (vgl. <span class="artref">Art. 22a Abs. 4 AVIG</span> sowie <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 und <artref id="CH/837.171/10/2" type="start"></artref>Art. 10 Abs. 2 UVAL</span><artref id="CH/837.171/6/2" type="end"></artref>; ferner <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2006&amp;to_year=2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-458%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page462">BGE 127 V 462</a> unten sowie AB 1994 N 1587 f., <span class="bgeref_err">BGE 127 V 1995</span> S 106).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp440416"></a><span class="bold" id="consideration_2.2.2">2.2.2 </span><span class="artref">Art. 6 Abs. 1 UVAL</span> bestimmt Folgendes: Erzielt die versicherte Person einen Zwischenverdienst (nach <span class="artref">Art. 24 AVIG</span>) aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit, so erbringt bei Berufsunfällen der Versicherer des betreffenden Betriebs die Leistungen.</div> <div class="paraatf">Der Arbeitslose im Zwischenverdienst hat Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls (<span class="artref">Art. 24 Abs. 1 Satz 2 AVIG</span>). Als Verdienstausfall gilt die Differenz zwischen dem in der Kontrollperiode erzielten Zwischenverdienst, mindestens aber dem berufs- und ortsüblichen Ansatz für die betreffende Arbeit, und dem versicherten Verdienst (<span class="artref">Art. 24 Abs. 3 Satz 1 AVIG</span>). Sinn und Zweck der Entschädigung des Verdienstausfalles ist es, Anreiz für die Annahme schlechter entlöhnter Arbeiten zu schaffen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2006&amp;to_year=2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-102%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page103">BGE 129 V 103</a> E. 3.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2006&amp;to_year=2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-480%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page490">BGE 125 V 490</a> E. 4c/cc).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp453632"></a><span class="bold" id="consideration_3.">3. </span>In tatsächlicher Hinsicht steht fest, dass der viertägige Einsatz in der Firma X. vom 14. bis 17. Mai 2001 auf eigene Initiative des H. zustande gekommen war. Je nach Verlauf war offenbar eine Festanstellung beabsichtigt oder zumindest in Aussicht gestellt. Dabei ging es nicht nur darum, Einblick in den Betrieb und die betrieblichen Abläufe zu gewinnen. Vielmehr wollte der Arbeitgeber während der in der Unfallmeldung UVG vom 18. Mai 2001 als "Schnuppertage" bezeichneten Art der Tätigkeit Leistungsbereitschaft und Eignung des H. im Hinblick auf eine allfällige feste Anstellung testen. In diesem Sinne äusserte sich der Firmeninhaber beim Beratungsgespräch vom 20. Februar 2002 mit dem zuständigen Sachbearbeiter der Winterthur (Protokoll vom 25. Februar 2002). Zu diesem Zweck hatte H. regelmässig im Betrieb anfallende Arbeiten zu verrichten. So war er mit Abladen von 10-20 kg schweren Steinen von einem Lieferwagen auf einer Baustelle beschäftigt, als sich der Unfall (Sturz rücklings von der Ladefläche) ereignete. <a name="page165"></a><div class="center pagebreak">BGE 133 V 161 S. 165</div>Für die vom 14. bis 17. Mai 2001 geleistete Arbeit wurde vereinbarungsgemäss kein Lohn ausbezahlt. Hingegen wurden H. für die vier Tage vom 14. bis 17. Mai 2001 (volle) Taggelder ausgerichtet. Unbestrittenermassen erfüllte er die Anspruchsvoraussetzungen nach <span class="artref">Art. 8 AVIG</span>. Er war somit im Zeitpunkt des Unfalles nach <span class="artref">Art. 2 UVAL</span> obligatorisch versichert.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp461136"></a><span class="bold" id="consideration_4.">4. </span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp462176"></a><span class="bold" id="consideration_4.1">4.1 </span>Das Departement hat die vom Bundesamt verfügte Zuständigkeit der SUVA für den Unfall des H. vom 17. Mai 2001 bestätigt. Es hat erwogen, der rechtserhebliche Sachverhalt lasse sich nicht unter <span class="artref">Art. 1a Abs. 1 UVG</span> subsumieren. Der Begriff des Arbeitnehmers und der Arbeitnehmerin nach <span class="artref">Art. 1 UVV</span> und <span class="artref">Art. 10 ATSG</span> setze den Bezug von Lohn für geleistete Arbeit voraus. Für den probeweise geleisteten Einsatz des H. sei jedoch keine Entschädigung entrichtet worden. Eine allfällige zukünftige und somit hypothetische Anstellung könne nicht bereits als Entgelt gewertet werden. Sodann regle <span class="artref">Art. 1a Abs. 1 UVV</span> die arbeitsvertragsähnlichen Verhältnisse im Sinne von <span class="artref">Art. 1a Abs. 2 UVG</span> abschliessend. Die zu beurteilende Situation falle nicht darunter. Der fragliche Einsatz vom 14. bis 17. Mai 2001 könne auch nicht als Arbeitsantritt im Sinne von <span class="artref">Art. 3 Abs. 1 UVG</span> aufgefasst werden. Er sei zwar im Hinblick auf eine allfällige feste Anstellung erfolgt. Ob es effektiv zum Abschluss eines Arbeitsvertrages gekommen wäre und H. die Stelle tatsächlich auch angetreten hätte, sei indessen im Zeitpunkt des Unfalles offen gewesen. Aufgrund von <span class="artref">Art. 2 UVAL</span> habe jedoch Versicherungsschutz bestanden. H. habe die Voraussetzungen des <span class="artref">Art. 8 AVIG</span> erfüllt und während des viertägigen probeweisen Arbeitseinsatzes in der Firma X. entsprechende Taggelder bezogen. Zuständiger Unfallversicherer sei somit die SUVA. Die Bestimmungen über den Zwischenverdienst und die Teilarbeitslosigkeit (<span class="artref"><artref id="CH/837.171/6" type="start"></artref>Art. 6-8 UVAL</span><artref id="CH/837.171/8" type="end"></artref>) seien vorliegend nicht massgebend. H. habe während des befristeten und probeweisen Arbeitseinsatzes in der Gärtnerei unbestrittenermassen keinen Lohn und auch sonst keine Entschädigung erhalten, noch sei er für einen anderen Arbeitgeber tätig gewesen. Die auch hier zum Zuge kommende Regelung, wonach bei Arbeitslosigkeit grundsätzlich die SUVA für den Versicherungsschutz zuständig sei, sei im Übrigen sinnvoll und zweckmässig. Sie garantiere eine eindeutige, klare und transparente Situation im Hinblick auf die Versicherungsverhältnisse und die Rechtssicherheit. Sie trage dem Grundsatz Rechnung, dass bestehende <a name="page166"></a><div class="center pagebreak">BGE 133 V 161 S. 166</div>Verhältnisse möglichst konstant und effizient sein sollen. Dem widerspräche ein Versicherungswechsel für die Dauer des viertägigen Arbeitseinsatzes. Somit seien die Voraussetzungen für die Versicherungsdeckung der SUVA nach <span class="artref">Art. 2 UVAL</span> gegeben.</div> <div class="paraatf">Die Winterthur und das verfügende Bundesamt bejahen aus den im Wesentlichen gleichen Gründen wie die Vorinstanz die Zuständigkeit der SUVA für den Unfall des H. vom 17. Mai 2001.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp486064"></a><span class="bold" id="consideration_4.2">4.2 </span>Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde führende SUVA bringt vor, die Voraussetzungen des <span class="artref">Art. 2 UVAL</span> seien zwar an sich erfüllt. Es entspreche indessen der rechtspolitischen Zielsetzung des Unfallversicherungsgesetzes, Personen, die um des Erwerbs willen in unselbstständiger Stellung Arbeit leisteten, einen umfassenden Versicherungsschutz bei Unfall zukommen zu lassen. Die Zugehörigkeit zur obligatorischen Unfallversicherung sei nicht von einer Lohnabrede abhängig. Wo die unselbstständige Tätigkeit ihrer Natur nach nicht auf die Erzielung eines Einkommens, sondern - wie bei Volontären oder Stagiaires - auf Ausbildung oder Berufswahl gerichtet sei, könne eine solche Vereinbarung kein ausschlaggebendes Kriterium für oder gegen den Unfallversicherungsschutz sein. Nach Intention des Gesetzgebers gelte grundsätzlich jede auf Erwerb gerichtete Aktivität, welche nicht eine selbstständige Erwerbstätigkeit darstelle oder als Freizeitbeschäftigung, blosse kurzfristige Handreichung und Tätigkeit aus Gefälligkeit zu betrachten sei, als unfallversichert. Es entbehre daher jeder sachlichen Begründung, einer Person, die ihren Arbeitswillen vorbildlich demonstriere und aus eigener Initiative eine Erwerbsmöglichkeit suche, wie H., in der - nicht entlöhnten - Probephase den obligatorischen Versicherungsschutz zu verweigern. Es sei daher in geltungszeitlicher Auslegung der <span class="artref">Art. 1a Abs. 1 UVG</span> und <span class="artref">Art. 1a Abs. 1 UVV</span> vorliegend von einem von der obligatorischen Unfallversicherung erfassten arbeitsvertragsähnlichen Arbeitsverhältnis auszugehen mit der Folge, dass die Winterthur für den Unfall vom 17. Mai 2001 zuständig sei.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp494496"></a><span class="bold" id="consideration_5.">5. </span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp495536"></a><span class="bold" id="consideration_5.1">5.1 </span>H. erfüllte im Zeitpunkt des Unfalles vom 17. Mai 2001 die Anspruchsvoraussetzungen nach <span class="artref">Art. 8 AVIG</span>. Er war somit nach <span class="artref">Art. 2 UVAL</span> obligatorisch versichert, und zwar bei der SUVA. Als Arbeitsloser konnte er nicht gleichzeitig zu dem im Unfallversicherungsgesetz und in der Unfallversicherungsverordnung <a name="page167"></a><div class="center pagebreak">BGE 133 V 161 S. 167</div>genannten Kreis obligatorisch Versicherter gehören. Die allfällige Zuständigkeit der Winterthur für den Unfall vom 17. Mai 2001 kann sich somit nur aus der Verordnung über die Unfallversicherung von arbeitslosen Personen selber, insbesondere aus <span class="artref">Art. 6 Abs. 1 UVAL</span> ergeben, nicht hingegen - zumindest nicht direkt - aus <span class="artref">Art. 1a Abs. 1 UVG</span>, <span class="artref">Art. 1 UVV</span> und <span class="artref">Art. 1a Abs. 1 UVV</span> (vgl. auch <span class="artref">Art. 1 UVAL</span>). In diesem Zusammenhang hat die Vorinstanz übersehen, dass <span class="artref">Art. 10 ATSG</span>, welcher den Arbeitnehmerbegriff umschreibt, vorliegend ohnehin nicht anwendbar ist. Der Unfall vom 17. Mai 2001 ereignete sich vor Inkrafttreten des Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts am 1. Januar 2003 (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2006&amp;to_year=2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-V-253%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page261">BGE 130 V 261</a> E. 3.9; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2006&amp;to_year=2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-466%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page467">BGE 127 V 467</a> E. 1).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp515872"></a><span class="bold" id="consideration_5.2">5.2 </span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp516912"></a><span class="bold" id="consideration_5.2.1">5.2.1 </span>In Bezug auf den viertägigen Einsatz vom 14. bis 17. Mai 2001 in der Firma X. sind mit Ausnahme des Erzielens eines (Zwischen-)Verdienstes alle Tatbestandselemente des <span class="artref">Art. 6 Abs. 1 UVAL</span> gegeben. H. verrichtete Arbeiten, welche sonst von unselbstständigen Angestellten der Firma hätten erbracht werden müssen. Ebenfalls bestand eine Erwerbsabsicht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2006&amp;to_year=2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-383%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page384">BGE 125 V 384</a> E. 2a mit Hinweisen). Es ging darum, Leistungsbereitschaft, Eignung und Arbeitsfähigkeit unter Tatbeweis zu stellen, dies im Hinblick auf eine feste Anstellung. Darin ist - gleich wie bei einem Selbstständigerwerbenden, der (zuerst) Aufträge akquirieren muss - das Erwerbsmotiv zu erblicken.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp522976"></a><span class="bold" id="consideration_5.2.2">5.2.2 </span>Das Tatbestandsmerkmal des Erzielens eines Zwischenverdienstes ist insofern von untergeordneter Bedeutung, als dieser noch so gering sein kann. <span class="artref">Art. 6 Abs. 1 UVAL</span> schreibt keinen Mindestbetrag des Zwischenverdienstes vor. Die Bestimmung ist auch bei noch so schlechter Entlöhnung anwendbar. Von daher fragt sich, ob es nicht - Erwerbsabsicht und unselbstständiger Charakter der Arbeit vorausgesetzt - genügt, wenn es sich um eine üblicherweise entlöhnte Tätigkeit handelt und aufgrund von <span class="artref">Art. 320 Abs. 2 OR</span> und nach Massgabe der <span class="artref">Art. 322 ff. OR</span> Anspruch auf Lohn besteht oder bestünde, was vorliegend unzweifelhaft zutrifft. Die Frage kann jedoch offen bleiben.</div> <div class="paraatf">Dass H. mit seinem Einverständnis für seine Arbeit in der Firma X. nicht entschädigt wurde, stellt einen Lohnverzicht dar. Arbeitslosenversicherungsrechtlich hat die fehlende Entlöhnung zur Folge, dass H. für die geleistete Arbeit ein Zwischenverdienst nach <a name="page168"></a><div class="center pagebreak">BGE 133 V 161 S. 168</div>berufs- und ortsüblichen Ansätzen anzurechnen ist (vgl. zu Sinn und Zweck dieser Regelung <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2006&amp;to_year=2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-102%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page103">BGE 129 V 103</a> E. 3.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2006&amp;to_year=2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-233%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page245">BGE 120 V 245</a> E. 3c) und er Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung nicht in Höhe des vollen Taggeldes, sondern lediglich der mit dem Entschädigungssatz gekürzten Differenz zum versicherten Verdienst hat (<span class="artref"><artref id="CH/837.0/24/3" type="start"></artref><artref id="CH/837.0/24/1" type="start"></artref>Art. 24 Abs. 1 und 3 AVIG</span><artref id="CH/837.0/24/3" type="end"></artref><artref id="CH/837.0/3" type="end"></artref> sowie <span class="artref">Art. 22 AVIG</span>). Er wird somit so gestellt, wie wenn er tatsächlich (berufs- und ortsüblich) entlöhnt worden wäre. Damit ist aber auch das Tatbestandselement des Erzielens eines Zwischenverdienstes nach <span class="artref">Art. 6 Abs. 1 UVAL</span> gleichsam kraft Gesetz gegeben und diese Bestimmung grundsätzlich anwendbar.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp544528"></a><span class="bold" id="consideration_5.2.3">5.2.3 </span>Für die Zuständigkeit der Winterthur als Versicherer des Betriebs der Firma X. spricht auch, dass sich beim Sturz rücklings von der Ladefläche des Lieferwagens während des Abladens von 10-20 kg schweren Steinen am 17. Mai 2001 das typische betriebsspezifische Unfallrisiko verwirklichte. Der Vorfall stellt einen Berufsunfall im Sinne von <span class="artref">Art. 7 Abs. 1 lit. a UVG</span> dar. Dafür ist die Berufsunfallversicherung zuständig. Die Versicherung nach <span class="artref">Art. 2 UVAL</span> ist hingegen eine Nichtberufsunfallversicherung (E. 2.2.1). Unter diesen Umständen wäre kaum verständlich und es käme einem Missbrauch zu Lasten des Arbeitslosen gleich, Prämien von der Arbeitslosenentschädigung abzuziehen (<span class="artref">Art. 22a Abs. 4 AVIG</span> und <span class="artref">Art. 10 Abs. 1 UVAL</span>) und keine Prämien bei der Firma zu erheben (<span class="artref">Art. 91 Abs. 1 UVG</span>).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp555040"></a><span class="bold" id="consideration_5.3">5.3 </span>Somit hat die Winterthur im Rahmen von Gesetz und Verordnung für die gesundheitlichen und erwerblichen Folgen des Unfalles des H. vom 17. Mai 2001 aufzukommen. Der die Zuständigkeit der SUVA bejahende Beschwerdeentscheid des Departementes verletzt somit Bundesrecht.</div> <div class="paraatf">Wie es sich verhielte, wenn H. nicht arbeitslos im Sinne von <span class="artref">Art. 2 UVAL</span> gewesen wäre, braucht hier nicht entschieden zu werden.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp558832"></a><span class="bold" id="consideration_6.">6. </span>(Kosten)</div> </div></body></html>