B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2788/2013 U r t e i l v o m 8 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Daniel Willisegger, Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren (...), B._______, geboren (...), C._______, geboren (...), D._______, geboren (...), Russland, alle vertreten durch Laura Rossi, Fürsprecherin, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Beschwer- de gegen Wiedererwägungsentscheid / Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 14. Mai 2013 / N_______. D-2788/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin, eine aus E._______ (Bezirk F._______) stammende russische Staatsangehörige tschetschenischer Volkszugeh ö- rigkeit, stellte für sich und ihre drei Kinder am 6. Mai 2012 Asylgesuche in der Schweiz. Zu deren Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, die Brüder ihres Ehemannes hätten sich den Aufständischen angeschlos- sen, weshalb er mit der lokalen Administration Probleme bekommen h a- be. Seit dem (...) hätten sie in der Nähe von G._______, Russland, g e- lebt, seien dann aber im (...) nach Tschetschenien zurückgekehrt, weil ihr Mann seinen Bruder H._______ habe ausfindig machen wollen, dies in der Folge aber nicht geschafft habe. Zur gleichen Zeit beziehungsweise am (...) sei auch der andere Bruder ihres Mannes I._______ weggegan- gen respektive habe sich zu den Aufständischen begeben. Am (...) hätte ihr Mann von einer Reise zurückkehren sollen, sei aber erst drei Tage später zu Hause erschienen. Er habe geblutet und ihr erzählt, dass er von Leuten des Präsidenten Kadyrov gefasst und zusammengeschlagen wo r- den sei. Kurz danach sei ihr Mann nach J._______ gereist. Daraufhin hät- ten die Kadyrov -Leute ihren Bruder K._______ (Geschäfts-Nr. D - 3580/2013; N 580 340) angesprochen und ihm mitgeteilt, dass ihr Mann dringend nach Tschetschenien zurückkehren müsse. Falls K._______ nicht kooperiere, werde er gefoltert. Nachdem ihr Vater ihren Mann und ihren Bruder nach J._______ gebracht habe, habe er sie und ihre Kinder nach L._______ zu ihren Verwandten gebracht. In dieser Zeit seien zwei Leute der Kadyrov -Administration zu ihnen nach Hause gekommen. Wie ihnen Nachbarn später erzählt hätten, seien sie und ihre Familie von den Kadyrov-Leuten gesucht worden. Aus diesen Gründen hätten sie sich letztlich zur Ausreise entschieden, weil diese Verfolgungen kein Ende nehmen würden. Am (...) seien sie von ihrem Vater zum Bahnhof von E._______ gebracht worden und von dort mit dem Zug nach M._______ gereist. Über N._______, Polen – wo sie daktyloskopiert worden seien, sie eine temporäre Aufenthaltsgenehmigung erhalten hätten und man sie an ein Asylheim verwiesen habe, s ie ungeachtet dessen aber gleich we i- tergereist seien – und weitere, ihr unbekannte Länder seien sie schlies s- lich in die Schweiz gelangt. Der Beschwerdeführerin wurde das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Zuständigkeit Polens für die Durchführung des As yl- und Wegweisungs- verfahrens und zu einer Rückführung nach Polen gewährt. Sie führte d a- bei aus, sie wolle nicht nach Polen zurück, zumal dies nur ein Durc h-D-2788/2013 Seite 3 gangsland sei und jeder von Russland nach Polen einreisen könne, wie sie und ihre Kinder dies getan hätten. Daher sei Polen für sie ein unsiche- res Land. Mit Entscheid des BFM vom 25. Mai 2012 wurden die Beschwerdefü h- renden für den Aufenthalt während des Verfahrens dem Kanton O._______ zugewiesen. A.b Gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c der Verordnung Nr. 343/ 2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags z u- ständig ist (Dublin -II-VO), ersuchte das BFM am 4. Juni 2012 die poln i- schen Behörden um Wiederaufnahme der Beschwerdeführenden. Am 12. Juni 2012 stimmten die polnischen Behörden einer Übernahme der Beschwerdeführenden zu. A.c Mit Schreiben vom 12. Juni 2012 teilte das BFM den Beschwerdefüh- renden mit, dass Polen für die Durchführung ihres Asylgesuchs zuständig sei und am 12. Juni 2012 einer Übernahme zugestimmt habe. Gleichze i- tig wurde die Beschwerdeführerin aufgefordert, bis zum 22. Juni 2012 mitzuteilen, ob sie einverstanden sei, dass das Asylg esuch ihres minder- jährigen Bruders K._______ im gleichen Verfahren behandelt werde wie ihr eigenes, wodurch der gleiche Staat, welcher für die Prüfung ihrer Asylgesuche zuständig sei, auch über das Asylgesuch ihres minderjähr i- gen Bruders K._______ entscheiden würde. In ihrer Stellungnahme vom 22. Juni 2012 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sowohl ihr Bruder K._______ als auch sie selber eine separate Beurteilung ihrer Asylgesuche begehrten. A.d Die Vorinstanz teilte mit Schreiben vom 27. August 2012 dem e ben- falls am 6. Mai 2012 um Asyl in der Schweiz nachsuchenden Ehemann der Beschwerdeführerin ( [...]; Geschäfts -Nr. D -3551/2013; N _______) mit, dass aufgrund der Aktenlage Polen für die Durchführung der Asylg e- suche seiner Frau und der gemeinsamen Kinder zuständig sei. Gleichzei- tig wurde er aufgefordert, bis zum 6. September 2012 mitzuteilen, ob er sein Einverständnis erteile, dass der gleiche Staat, welcher für die Pr ü- fung der Asylgesuche seiner Frau und der Kinder zuständig sei, auch über sein eigenes Asylgesuch entscheide. Sollte er sich nicht einversta n- den erklären, komme dies einem Verzicht auf sein Recht auf die Zusa m-D-2788/2013 Seite 4 menführung von Familienangehörigen im Sinne der Dublin -Verordnung gleich, womit sein eigenes Asylverfahren in der Schweiz durchgeführt würde und jenes seiner Frau und der Kinder in Polen. In seiner Stellungnahme vom 17. September 2012 lehnte der Ehemann der Beschwerdeführerin eine Durchführung seines Asylverfahrens in P o- len ab. Zugleich beantragte er, es seien seine Ehefrau und die Kinder in sein Asylgesuch einzuschliessen, die Mitglieder seiner Familie seien nicht zu trennen und es sei der Grundsatz der Einheit der Familie zu wahren. A.e Mit Schreiben des BFM vom 3. Oktober 2012 wurde der Ehemann der Beschwerdeführerin – unter Verweis auf das Schr eiben vom 27. Au- gust 2012 – darauf aufmerksam gemacht, dass sich infolge der verwe i- gerten Zustimmung das BFM gezwungen sehe, die Wegweisung seiner Ehefrau und der Kinder nach Polen zu verfügen. Es räumte ihm die Mög- lichkeit ein, bis zum 12. Oktober 2012 d ie Einwilligungserklärung nachzu- reichen. Mit Schreiben vom 11. Oktober 2012 hielt der Ehemann der Beschwerde- führerin an seiner bisherigen Haltung fest und erneuerte seinen Willen, dass sein Asylverfahren in der Schweiz durchgeführt werde, auch wenn dies zur Trennung der Familie führe. Der Grundsatz der Einheit der Fami- lie gemäss Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) müsse vor der Dublin-Verordnung Vorrang haben und zudem könne die Vorinstanz keine Garantie dafür abgeben, dass seine Ehefrau und die Kinder bei einer al l- fälligen Rückübernahme von Polen nicht nach Tschetschenien ausg e- schafft oder als Druckmittel gegen ihn benutzt würden. Schliesslich wurde die Wahrung des Grundsatzes der Ein heit der Familie sowie die Durc h- führung der Asylverfahren sämtlicher Familienmitglieder in der Schweiz beantragt. A.f Mit Verfügung vom 2. November 2012 trat das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden vom 6. Mai 2012 nicht ein, verfügte die Wegweisung nach Polen und forderte die B e- schwerdeführenden – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterla s- sungsfall – auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der B e- schwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig verpflichtete es den Kanton O._______, die Wegweisungsverfügung zu vollziehen, und stellte fest, ei- ne allfällige Beschwerde gegen die Verfügung habe keine aufschiebende D-2788/2013 Seite 5 Wirkung. Den Beschwerdeführenden wurden die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis ausgehändigt. Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, ein Abgleich der Fingerabdrücke mit der Zentralein- heit Eurodac weise nach, dass die Beschwerdeführerin und ihre Kinder am 2. Mai 2012 in Polen As ylgesuche eingereicht hätten. Die polnischen Behörden hätten einer Übernahme gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. d Du b- lin-II-VO zugestimmt. Somit liege gemäss dem Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur B e- stimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mi t- gliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin - Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]) die Zuständigkei t zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens bei Polen. Die B e- schwerdeführerin habe im Rahmen des ihr gewährten rechtlichen Gehörs die Zuständigkeit Polens zur Durchführung des Asyl - und Wegweisungs- verfahrens nicht zu widerlegen vermocht. Die Übe rstellung habe – vorbe- hältlich einer Unterbrechung oder Verlängerung (Art. 19 f. Dublin -II-VO) – bis spätestens am 12. Dezember 2012 zu erfolgen. Der Vollzug der Wegweisung sei als zulässig, zumutbar sowie technisch möglich und praktisch durchführbar zu erachten. A.g Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 16. Novem- ber 2012 wurde mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -5946/2012 vom 27. November 2012 vollumfänglich abgewiesen. B. B.a Am 17. Januar 2013 (Eingangsstempel BFM) wurde der Vorinstanz durch den Migrationsdienst des Kantons O._______ ein ärztliches Zeug- nis der (Nennung Beweismittel) betreffend die Beschwerdeführerin zug e- stellt, wonach bei ihr eine (Nennung Diagnose) diagnostiziert worden sei- en. B.b Mit Schreiben vom 24. Januar 2013 zeigte die Recht svertreterin die Mandatsübernahme an und stellte gleichzeitig das Nachreichen von Arz t- berichten in Aussicht, da sowohl die Beschwerdeführerin als auch deren Ehemann bei der P ._______ in (...) Behandlung seien. B.c Mit Schreiben des BFM vom 8. März 2013 wurde d er Beschwerde- führerin und ihrem Ehemann unter anderem die Gelegenheit eingeräumt, bis zum 18. März 2013 zu einem Widerspruch in ihren Aussagen eine Stellungnahme einzureichen. D-2788/2013 Seite 6 B.d Mit Eingabe vom 18. März 2013 reichte die Beschwerdeführerin ihre Stellungnahme zu den Akten. B.e Mit Eingabe vom 28. März 2013 reichte die Beschwerdeführerin unter anderem (Nennung Beweismittel) nach (Einreichung Kopie inkl. Überse t- zung am 29. Januar 2013). B.f Am 24. April 2013 (Eingangsstempel BFM) reichten die Beschwerd e- führenden ein (Nennung Beweismittel) betreffend die Beschwerdeführerin ein. C. Am 30. April 2013 ersuchten die Beschwerdeführerin und ihre Kinder das BFM um Wiedererwägung der Verfügung vom 2. November 2012 und beantragten unter anderem die Feststellung der Zuständigkeit der Schweiz für die Behandlung ihrer Asylgesuche. Zur Begründung führten sie im Wesentlichen eine massgeblich veränderte Sachlage an. So sei die Beschwerdeführerin am (...) der P ._______ zugewiesen und am (...) in die Sprechstunde für MigrantInnen der P ._______ übernommen worden, wo seither regelmässige Gespräche stattgefunden hätten. Seit dem (...) be- finde sie sich bis auf weiteres in stationärer Behandlung im (...) der P ._______. Dem (Nennung Beweismittel) sei die (Nennung Diagnose) zu entnehmen, deren Sy mptome sich gegenseitig verstärken würden. Die behandelnde Ärztin erachte eine (Nennung Therapie) als dringend ind i- ziert. Für eine erfolgreiche Behandlung seien stabile und sichere Leben s- bedingungen erforderlich. Zudem weise der Arztbericht darauf hin, das s bei einer drohenden Ausschaffung das Auftreten einer akuten Suizidalität wahrscheinlich sei. Das Bundesverwaltungsgericht habe in einem ve r- gleichbaren Fall (vgl. Urteil E -7221/2009 vom 10. Mai 2011; publiziert in BVGE 2011/9, Anmerkung Bundesverwaltungsgericht) zum Gesundheits- system in Polen darauf hingewiesen, dass die Psychologen in den Au f- enthaltszentren nicht auf Traumapatienten spezialisiert seien und es eher selten vorkomme, dass solche Patienten an externe Spezialisten weite r- geleitet würden. Asylsu chende hätten zudem keinen vollen Zugang zum polnischen Gesundheitssystem, sondern nur zu Institutionen, die vom I n- nenministerium zur medizinischen Grundversorgung der Asylbewerber verpflichtet worden seien. Eine angemessene, langfristige (...) Behand- lung der Beschwerdeführerin sei in Polen demnach nicht garantiert. Z u- dem gefährde eine Wegweisung die vor längerer Zeit begonnene B e- handlung, da sie aus ihrem einigermassen stabilen Behandlungssetting gerissen würde. Im erwähnten Urteil komme das Bundesverwaltu ngsge-D-2788/2013 Seite 7 richt zum Schluss, dass bei einer Häufung von Gründen, die insgesamt eine Wegweisung aus humanitärer Sicht als problematisch erscheinen liessen, auf die Überstellung der asylsuchenden Person an einen and e- ren Dublin-Staat zur Prüfung seines Asylgesuchs zu verzichten sei. In s- besondere seien dabei auch die gesundheitlichen Folgen, die eine We g- weisung auf die psychische Verfassung der Asylsuchenden haben könne, zu beachten. Vorliegend seien diese Voraussetzungen als erfüllt zu e r- achten. Nebst den gesundhei tlichen Problemen der Beschwerdeführerin und der fehlenden Möglichkeit einer adäquaten Behandlung in Polen müsse auch dem Umstand Rechnung getragen werden, dass sie alleine mit ihren drei minderjährigen Kindern nach Polen weggewiesen würde. Es lägen daher humanitäre Gründe im Sinne von Art. 29 a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, weshalb die Schweiz gehalten sei, von ihrem Selbstei n- trittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO Gebrauch zu machen. D. Am (...) erging ein Bericht (Nennung Beweismittel) betreffend die B e- schwerdeführerin an den Migrationsdienst des Kantons O._______, wo- nach diese am (...) im (...) der P ._______ aufgenommen worden sei. E. Mit Verfügung vom 14. Mai 2013 – eröffnet am 15. Mai 2013 – wies das BFM das Wiedererwägungsgesuch ab und stellte fest, dass die Verf ü- gung vom 2. November 2012 rechtskräftig und vollstreckbar sei und einer allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme. Es wies das Gesuch um Anordnung vorsorglich er Massnahmen und um Gewäh- rung der unentgeltlichen Rechtspflege (Erlass der Verfahrenskosten) ab und erhob eine Gebühr in Höhe von Fr. 600.–. Zur Begründung führte es im Wesentlichen an, dass keine Gründe vorlägen, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 2. November 2012 beseitigen könnten. F. Die Beschwerdeführenden erhoben mit Eingabe vom 16. Mai 2013 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und bean- tragten, es sei die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben, es sei die Vo r- instanz anzuweisen, sich für das vorliegende Asylgesuch für zuständig zu erachten und ihr Recht zum Selbsteintritt auszuüben. Weiter seien in pr o- zessualer Hinsicht die Vorinstanz und die Vollzugsbehörden im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen unverzüglich anzuweisen, b is zum En t- scheid über das vorliegende Rechtsmittel von jeglichen Vollzugshandlu n-D-2788/2013 Seite 8 gen abzusehen, die Vorinstanz sei anzuweisen, Einsicht in das Akte n- stück A65/1 zu gewähren, und es sei dazu das Recht zur Stellungnahme einzuräumen, es sei die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Auf die Begrü n- dung wird, soweit wesentlic h, in den nachfolgenden Erwägungen eing e- gangen. G. Mit Telefax des Instruktionsrichters vom 17. Mai 2013 wurde der Vollzug der Wegweisung vorsorglich ausgesetzt. H. Mit Zwischenverfügung vom 22. Mai 2013 wurde das Gesuch um Ausse t- zung des Vollzugs der Wegweisu ng gutgeheissen und den Beschwerd e- führenden mitgeteilt, dass sie somit den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könnten. Die Behandlung der weiteren prozessualen Anträge wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. I. Am 24. Mai 2013 gewährte das BFM den Beschwerdeführenden Akte n- einsicht. J. Mit Eingabe vom 27. August 2013 reichten die Beschwerdeführenden weitere Beweismittel (Auflistung Beweismittel) zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachg ebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r-D-2788/2013 Seite 9 son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts für Beschwerden gegen das Nichteintreten auf Wiedererwägungsgesuche beziehungswe i- se die Ablehnung von Wiedererwägungsgesuchen ergibt sich aus dem Umstand, dass nach Lehre und Praxis Wiedererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können (vgl. BGE 113 Ia 146 f.; VPB 1985 Nr. 24; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 220; URSINA BEERLI-BONORAND, Die ausserordentlichen Rechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der Kant o- ne, Zürich 1985, S. 174 f.). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwe r- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Ar t. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.5 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111 a Abs. 1 AsylG). 2. 2.1 Die Behörde hat auf ein Wiedererwägungsgesuch hin zunächst zu prüfen, ob die Voraussetzungen, unter denen sie zum Eintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch verpflichtet wäre, e rfüllt sind. Dabei genügt es zwar für die Zulässigkeit des Wiedererwägungsgesuchs, dass Umstände, die einen verfassungsmässigen Anspruch auf Wiedererwägung begrü n- den würden, substanziiert behauptet werden. Sind dem Gesuch nicht g e-D-2788/2013 Seite 10 nügend substanziierte Wiedererwägungsgründe zu entnehmen, so ist die Verwaltungsbehörde nicht gehalten, auf das Gesuch einzutreten, ja es überhaupt formell anhand zu nehmen (vgl. Entscheidungen und Mitte i- lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 7 E. 4a S. 44). 2.2 Prozessgegenstand bei einem Wiedererwägungsgesuch hinsichtlich eines gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG gefällten Nichteintretensent- scheides (Dublin-Verfahren) kann lediglich die Frage bilden, ob sich seit Abschluss des ordentlichen Verfahrens ein e nachträglich veränderte Sachlage respektive Gründe nach Art. 66 Abs. 2 VwVG im Hinblick auf die staatsvertragliche Zuständigkeit des fraglichen Mitgliedstaates (vorli e- gend Polen) oder hinsichtlich der Völkerrechtskonformität einer Wegwe i- sung dorthin ergeben haben, oder ob seither humanitäre Gründe im Si n- ne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 eingetreten sind. 2.3 Da die Vorinstanz den Anspruch der Beschwerdeführenden auf B e- handlung ihres Wiedererwägungsgesuchs nicht in Abrede stellte und da r- auf eingetreten ist, hat d as Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, ob das BFM das Gesuch zu Recht abgewiesen hat. 3. 3.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung des Wiedererwägungsentsche i- des im Wesentlichen fest, die Beschwerdeführenden würden in ihrem Wiedererwägungsgesuch sinngemäss die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung im Wegweisungspunkt an eine nachträglich eing e- tretene Veränderung der Sachlage geltend machen. Dem eingereichten Arztbericht sei zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin für die B e- handlung ihrer (Nennung Diagnose und Therapie) angewiesen sei. Als Mitgliedstaat der Dublin -Verordnung sei Polen an die Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 (sog. Aufnahmerichtlinie), welche zahlreiche Mindestnormen für die Aufnahme und Betreuung von Asylsuchenden beinhalte, gebunden und habe diese ohne Beanstandu n- gen von Seiten der Europäischen Kommission umgesetzt. Die Richtlinien würden unter anderem den Zugang zu einer angemessenen, medizin i- schen Versorgung sicherstellen, wonach den Asylsuchenden nicht nur die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten, sondern bei beso n- deren Bedürfnissen eine entsprechende medizinische Versorgung ang e- boten werde. Es könne somit grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass das psychische Krankheitsbild der Beschwerdeführe rin in Polen b e- handelt werden könne. Da vermehrt Personen aus Tschetschenien in Po-D-2788/2013 Seite 11 len Asylgesuche einreichten, könne angenommen werden, dass die dorti- gen Behörden sowie die medizinischen Fachkräfte ein sprachliches wie auch soziokulturell vertieftes Verstä ndnis für die Situation und Bedürfni s- se der Beschwerdeführenden aufbringen könnten. Auf Anfrage des BFM hätten die polnischen Behörden am 6. Mai 2013 zudem ausdrücklich bes- tätigt, dass sie die Therapie der Beschwerdeführerin garantieren könnten, vorausgesetzt, dass diese ihr Asylverfahren, welches nach dem Rückzug ihres Asylgesuchs in Polen geschlossen worden sei , nach ihrer Überste l- lung wieder aufnehmen werde. Es stehe der Beschwerdeführerin somit frei, die Wiederaufnahme ihres Asylverfahrens in Polen anzu streben und die vorhandenen medizinischen Dienstleistungen in Anspruch zu ne h- men. Weiter sei darauf hinzuweisen, dass die Überstellung der B e- schwerdeführerin in einen Dublin -Staat von einer Rückführung nach Tschetschenien, dem Ort der erlebten Bedrohung, z u unterscheiden sei. Der durch den Kanton O._______ von einem externen Arzt erstellte B e- richt vom (...) bescheinige die Reisefähigkeit der Beschwerdeführerin nach Polen aus medizinischer Sicht. Die geforderte Begleitung einer No t- fallärztin werde vom BFM si chergestellt und dem gesundheitlichen Z u- stand der Beschwerdeführerin werde beim Vollzug der Wegweisung Rechnung getragen. Dem Bericht sei weiter zu entnehmen, dass sie sich aktuell von ihren suizidalen Tendenzen distanziert habe. Zwar sei nac h- vollziehbar, dass die Überstellung kurzfristig mit Ängsten und Stress ve r- bunden sei. Es sei jedoch im Anschluss an die Überstellung durch eine adäquate psychotherapeutische Behandlung von einer erneuten Stabil i- sierung auszugehen. Das BFM werde die polnischen Behörden i m Hin- blick auf die Überstellung frühzeitig über das Krankheitsbild der B e- schwerdeführerin sowie über ihre (Nennung Therapie) Behandlung in der Schweiz informieren. Dadurch sei es möglich, die kontinuierliche, ang e- messene Therapie vorab sicherzustellen. Den Akten sei weiter zu en t- nehmen, dass sich die Beschwerdeführerin bis zum Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts vom 27. November 2012 in der Schweiz nicht in m e- dizinische Behandlung begeben habe und in der Befragung zur Person vom 6. Mai 2013 keine dahingehe nden Äusserungen gemacht habe. Auch habe die Rechtsvertreterin des vorherigen Verfahrens in ihren Ei n- gaben vom 17. September 2012, 11. Oktober 2012 und in der Verwa l- tungsbeschwerde vom 16. November 2012 keine medizinischen Vol l- zugshindernisse geltend gemac ht. Nachdem das Bundesverwaltungsg e- richt in seinem Urteil vom 27. November 2012 den Nichteintretensen t- scheid des BFM bestätigt habe, seien bei der Beschwerdeführerin (Nen- nung Diagnose) diagnostiziert worden. Zwar sei es durchaus nachvol l- ziehbar, dass sich bei gewissen Personen nach der Anordnung der We g-D-2788/2013 Seite 12 weisung aus der Schweiz psychische Belastungsstörungen und suizidale Tendenzen bemerkbar machen würden. Es erscheine jedoch als sto s- send, wenn die Behörden durch eine tatsächliche oder vermeintliche Selbstmordgefahr oder psychische Erkrankung zum Einlenken gezwu n- gen würden. Ferner hätten sowohl der Ehemann als auch der Bruder trotz deutlicher Erörterung der Konsequenzen für die Beschwerdeführenden darauf verzichtet, die Zustimmung zu einer Familienzusammenführ ung in Polen zu geben. Daher könne das BFM nicht für die daraus resultierende, erschwerende Situation der Beschwerdeführerin verantwortlich gemacht werden. Zusammenfassend würden keine Gründe vorliegen, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 2. November 2012 beseitigen könnten. Angesichts vorangehender Ausführungen, wonach keine Wiedererw ä- gungsgründe vorlägen, würden sich auch keine vorsorglichen Massna h- men gegen drohende erhebliche und nicht wiedergutzumachende Nachteile bei einem Wegweisungsvollzug nach Polen aufdrängen. 3.2 In ihrer Beschwerdeschrift wenden die Beschwerdeführenden z u- nächst in formeller Hinsicht ein, es sei ihnen bislang keine Einsicht in das Aktenstück A65/1 (Auskunft der polnischen Behörden vom 6. Mai 2013) gewährt worden, wodurch das BFM das rechtliche Gehör verletzt habe. Es sei die Vorinstanz anzuweisen, ihnen umgehend Einsicht in das fragl i- che Aktenstück zu gewähren und ihnen anschliessend das Recht zur Stellungnahme einzuräumen. In materieller Hinsicht halten die Beschwerdeführenden im Wesentlichen an ihren Ausführungen im Wiedererwägungsgesuch vom 30. April 2013 fest. Gemäss (Nennung Beweismittel) erachte die behandelnde Ärztin der Beschwerdeführerin eine (Nennung Therapie) als dringend indiziert. Für eine erfolgreiche Behandlung seien stabile und sichere Lebensbedingun- gen erforderlich. Zudem weise der Arztbericht darauf hin, dass bei einer drohenden Ausschaffung das Auftreten einer akuten Suizidalität wah r- scheinlich sei. Gemäss (Nennung Beweismittel) sei die Beschwerdeführe- rin aufgrund ihrer Erkrankung bereits vor ihrer Hospitalisation nicht i m- stande gewesen, sich alleine um ihre Kinder zu kümmern. Die hauptsäch- liche Bezugsperson der Kinder sei ihr Vater. Zudem werde die Bezi e- hungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im erwähnten Schreiben in Frage gestellt. Die Kinder seien also nach ihrer Überstellung nach Polen auf Kindesschutzmassnahmen durch die polnischen Behörden und eine U n- terbringung, die dem Kindeswohl Rechnung trage, angewiesen. Den v o- rinstanzlichen Ausführungen zur Bindung von Po len an die Aufnahm e- richtlinie, welche unter anderem den Zugang zu einer angemessenen D-2788/2013 Seite 13 medizinischen Versorgung sicherstelle, zur Bestätigung der polnischen Behörden, wonach sie die Behandlung der Beschwerdeführerin garanti e- ren könnten , und zur Situation der drei minderjährigen Kinder sei die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts in vergleichbaren Fällen (mit Verweis auf die Urteile BVGE 2011/9 und D -8043/2010 vom 16. Dezember 2011) entgegenzuhalten. Darin werde die ungenügende medizinische Versorgungs lage in Polen gerade im psychiatrisch - psychologischen Bereich festgehalten (insb es. seltene Weiterleitung von Traumapatienten an externe Spezialisten; kein voller Zugang für Asyls u- chende zum polnischen Gesundheitssystem). Zudem würde eine We g- weisung der Beschwerdeführerin nach Polen die vor längerer Zeit bego n- nene Behandlung gefährden, da sie aus ihrem einigermassen stabilen Behandlungssetting gerissen würde. Überdies setze ihre angeblich g a- rantierte Weiterbehandlung die Wiederaufnahme des Asylverfahrens in Polen voraus, was ausdrücklich beantragt werden müsse. Ob einem so l- chen Ersuchen stattgegeben werde, sei fraglich, weshalb folglich in Frage gestellt sei, dass sie in Polen ohne Unterbruch weiter betreut werden könne. Insbesondere bestehe die Gefahr einer psychischen Dekompen- sation anlässlich der Ausschaffung. Ausserdem würden Dublin - Rückkehrer an die Grenzbehörden überwiesen, welche die Platzierung in einem Haftzentrum beantragen könnten. Gemäss Berichten von poln i- schen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) komme es vor, dass Mütter mit minderjährigen Kinder n nicht inhaftiert würden; es ge be aber keine Garantie dafür. Ferner dürfe der Verzicht des Ehemannes der Beschwe r- deführerin, mit ihr nach Polen zurückzukehren, ihr nicht zum Nachteil g e- reichen. Zudem en tbinde dieser Verzicht die Schweizer Behörden nicht, das Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Ki n- des (KRK, SR 0.107) einzuhalten. Es stelle sich vorliegend im Weiteren die Frage, ob bei einer zwangsweisen Ausschaffung, bei welcher die B e- schwerdeführerin medikamentös ruhig gestellt würde, das Kindeswohl nicht a priori gefährdet sei respektive das Gericht werde zu befinden h a- ben, ob dadurch die Garantien der Bundesverfassung und der KRK ei n- gehalten würden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde die Beschwerd e- führerin nicht in der Lage sein, in Polen für ihre Kinder zu sorgen. Die Vorinstanz habe im angefochtenen Entscheid nicht geprüft, ob die poln i- schen Behörden gewillt und in der Lage seien, die adäquaten Kinde s- schutzmassnahmen anzuordnen. Ins gesamt sei wegen Vorliegens von humanitären Gründen im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 das nationale (Asyl-)Verfahren in der Schweiz durchzuführen. D-2788/2013 Seite 14 4. 4.1 In formeller Hinsicht rügen die Beschwerdeführenden eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, da ihnen sei tens der Vorinstanz keine Einsicht in das Aktenstück A65/1 (Auskunft der polnischen Behörden vom 6. Mai 2013) gewährt worden sei. Vorliegend ist festzustellen, dass die B e- schwerdeführenden den Akten zufolge fünf Tage nach Einreichung ihrer Rechtsmitteleingabe das BFM erneut um Akteneinsicht (telefonisch) e r- suchten, welche ihnen in der Folge am 24. Mai 2013 gewährt wurde. Dem entsprechenden Schreiben der Vorinstanz ist zu entnehmen, dass sie den Beschwerdeführenden dabei offensichtlich auch die fragliche Akt e A65/1 edierte. Angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdefrist erst am 14. Juni 2013 ablief und die Beschwerdeführenden demnach nach Erhalt der vorinstanzlichen Akten noch rund zwanzig Tage Zeit hatten, um inner- halb der noch laufenden Beschwerdefrist eine Stellungnahme einzure i- chen, sah sich das Bundesverwaltungsgericht hinsichtlich des Antrags, es sei die Vorinstanz anzuweisen, ihnen umgehend Einsicht in das fragliche Aktenstück zu gewähren und ihnen anschliessend das Recht zur Ste l- lungnahme einzuräum en, zu keinen weiteren Schritten veranlasst. Die Beschwerdeführenden verzichteten in der Folge auf die Einreichung einer Stellungnahme. Unter diesen Umständen liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. 4.2 In materieller Hinsicht ist Folgendes festzuhalten: Das BFM verwies in seinem Entscheid vom 14. Mai 2013 mit ausführlicher Begründung auf die gesundheitliche und familiäre Situation der Beschwerdeführenden sowie auf die Behandlungsmöglichkeiten in Polen für TraumapatientI n- nen. 4.2.1 Polen ist – wie die Schweiz – unter anderem Signatarstaat des A b- kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedr i- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105). Als nach Art. 3 Abs. 1 Dublin-II-VO zuständiger Staat ist Polen zudem gehalten, unter anderem die Richtlinie 2005/85/EG des Rates vom 1. Dezember 2005 über Mi n- destnormen für Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Zuerkennung und Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft (sog. Verfahrensrichtlinie) und – wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht festhielt – die Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbe werbern in Mitgliedstaaten (sog. Aufnahmerichtlinie) anzuwenden respektive umzusetzen. Nach Pra-D-2788/2013 Seite 15 xis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) stellt eine Überstellung in den nach der Dublin -II-VO zuständigen Mitgliedstaat grundsätzlich dann k eine Verletzung von Art. 3 EMRK dar, wenn dieser wirksame verfahrensrechtliche Garantien (inkl. Rekursmöglichkeiten) vo r- sieht, die die Gesuchsteller vor einer unmittelbaren Zurückweisung in i h- ren Herkunftsstaat, in dem sie nachweislich Gefahr laufen würden , Folter oder unmenschlicher Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK ausgesetzt zu werden, schützen. Bei einer Überstellung in den zuständigen Mitglie d- staat wird im Weiteren von der Prämisse ausgegangen, dass dieser kraft seiner Mitgliedschaft den Verpflichtungen aus der Verfahrens- sowie auch jener aus der Aufnahmerichtlinie, darunter auch dem Non -Refoulement- Gebot, nachkommt (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4.2). Vorliegend kann nicht geschlossen werden, Polen komme in genereller Weise seinen völkerrechtlichen Verpfli chtungen nicht nach respektive verstosse in völkerrechtswidriger Weise gegen die Verfahrens - und Auf- nahmerichtlinie. Es liegen keine Anhaltspunkte für derart gravierende Mängel des polnischen Asylsystems vor, so dass die Beschwerdeführe n- den bei einer Rückführung nach Polen kein faires Asylverfahren durchlau- fen könnten. Durch die ausdrückliche Zustimmung zur Aufnahme der B e- schwerdeführenden ist Polen zudem verpflichtet, das Asylverfahren we i- terzuführen respektive nach erneutem Antrag wiederaufzunehmen. Ko n- krete Indizien für die in der Rechtsmitteleingabe geäusserten Zweifel, dass sich der polnische Staat nicht an die Verfahrensrichtlinie halten und den Beschwerdeführenden – und mit Blick auf den damit verbundenen Zugang zur medizinischen Versorgung insbesondere der Beschwerdefüh- rerin – den Zugang zur Weiterführung respektive Wiederaufnahme des Asylverfahrens per se oder während eines längeren Zeitraums verwe i- gern würden, liegen ebenfalls keine vor. Auch bestehen keine Hinweise, dass die drei minderjährigen Kin der in Polen in einer der KRK nicht en t- sprechenden Weise untergebracht und betreut werden könnten. An di e- sen Feststellungen vermag auch der Hinweis, wonach gemäss einem auf einer im Jahre 2010 durchgeführten Dienstreise fussenden Bericht des "Comité belge d'aide aux réfugieés "Polish asylum procedure and refugee status determination", vom 8. Juni 2011, wonach Dublin -Rückkehrer an die Grenzbehörden überwiesen und – ausser in der Regel Mütter mit minderjährigen Kindern – in Haft genommen würden, nichts zu änd ern. Die Beschwerdeführenden bringen zudem keine Gründe vor, inwiefern in Polen eine das Non -Refoulement-Gebot verletzende Rückschiebung ins Heimatland drohen würde. Die Einwände der Beschwerdeführenden ve r-D-2788/2013 Seite 16 mögen jedenfalls die Vermutung, dass sich Polen an seine völkerrechtli- chen Verpflichtungen hält, nicht umzustossen. 4.2.2 Weiter kann nach einer Gesamtwürdigung aller zu berücksichtige n- den Faktoren das Vorliegen von humanitären Gründen gemäss Art. 29 a Abs. 3 AsylV1, das die Grundlage darstellt, um im Einzelfall vom Selbst- eintrittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO Gebrauch zu machen, vorlie- gend nicht bejaht werden. Hinsichtlich der Einwände der Beschwerdeführerin, wonach gemäss der zitierten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE 2011/9; Urteil D -8043/2010 vom 16. Dezember 2011) in Polen die medizinische Versorgungslage für den psychiatrisch -psychologischen Bereich als u n- genügend erachtet werde, kann nach Ansicht des Gerichts in vorliege n- dem Fall nicht per se von einem vergleichbaren Sachverhalt au sgegan- gen werden. In den erwähnten Urteilen wurde festgehalten, dass alleine die Notwendigkeit einer medizinischen Betreuung im Rahmen der ärztl i- chen Grundversorgung keine genügende Grundlage darstelle, um vom Selbsteintrittsrecht Gebrauch zu machen. Würde n jedoch im Rahmen e i- ner Gesamtabwägung aller relevanten Umstände im konkreten Einzelfall verschiedene Gründe zusammenkommen, die eine Wegweisung aus h u- manitärer Sicht problematisch erscheinen liessen, sei auf die Überste l- lung des Asylsuchenden an einen an deren Dublin-Staat zur Prüfung se i- nes Asylgesuchs zu verzichten. Dabei seien insbesondere auch die g e- sundheitlichen Folgen, die eine Wegweisung auf die psychische Verfa s- sung einer asylsuchenden Person haben könne, zu beachten. Zunächst ist diesbezüglich fe stzustellen, dass gemäss den in den Akten liegenden (Nennung Beweismittel) bei der Beschwerdeführerin (Nennung Diagnose) diagnostiziert wurde. Seit dem (...) sei sie in fachärztlicher B e- handlung. Dabei würden seit diesem Zeitpunkt (Nennung Therapie) statt- finden. Gemäss dem (Nennung Beweismittel) habe die bereits implemen- tierte Therapie zur Behandlung der (Nennung Krankheit) wegen une r- wünschter Nebenwirkungen erst kürzlich pausiert werden müssen. Das klinische Zustandsbild der Beschwerdeführerin habe sich seit Beginn der Behandlung kaum verbessert und diese habe wiederholt über (Auflistung Symptome) geklagt. Eine längerfristige (Nennung Therapie) sei dringend indiziert. Eine erfolgreiche Behandlung könne nur unter stabilen und s i- cheren Lebensbedingungen geschehen, wobei das subjektive innere G e- fühl der Sicherheit eine wesentliche Rolle für den positiven Verlauf der Behandlung spiele. Die Möglichkeit einer Rückführung nach Tschetsche-D-2788/2013 Seite 17 nien löse bei der Beschwerdeführerin massive Ängste und das Gefühl e i- ner erneuten Bedrohung aus. Eine Verstärkung der Symptome der pos t- traumatischen Belastungsstörung sowie eine akute Suizidalität seien für diesen Fall nicht auszuschliessen. Auch wenn vorliegend die ärztlich bestätigten gesundheitlichen B e- schwerden der Beschwerdefü hrerin ähnlichen Charakter wie diejenigen der in den oben erwähnten Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts beur- teilten Personen aufweisen, ist hinsichtlich der Behandelbarkeit derselben in Polen ein nicht unerheblicher Unterschied auszumachen. So ist aus den Akten ersichtlich, dass die polnischen Behörden – auf entsprechende Anfrage des BFM vom 2. Mai 2013 – die Möglichkeit der Weiterbehan d- lung der bei der Beschwerdeführerin diagnostizierten (Nennung Diagno- se) in ihrer Antwort vom 6. Mai 2013, unter der Bed ingung der Wiede r- aufnahme des Asylverfahrens durch die Beschwerdeführerin, ausdrüc k- lich bestätigten (vgl. act. A65/1). Aufgrund dieser Zusicherung sind die in den zitierten Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts gemachten Auss a- gen zur ungenügenden Qualität der Behandlungs möglichkeiten von Traumapatienten oder -patientinnen im Rahmen des polnischen Asylve r- fahrens zumindest im vorliegenden Fall erheblich zu relativieren. Auch ist nicht ausser Acht zu lassen, dass sich die in den erwähnten Urteilen g e- troffenen Feststellungen der Behandlungsmöglichkeiten in Polen auf A b- klärungen des BFM vom Dezember 2009 und Januar 2010 abstützen. Darin respektive i m Urteil BVGE 2011/9 wird auf eine starke Verbess e- rung der Situation in den letzten Jahren und die Bemühungen, die Vorga- ben der Europäischen Union (EU) umzusetzen, hingewiesen. Die vorb e- haltlose Zusicherung der polnischen Asylbehörden vom 6. Mai 2013, also knappe dreieinhalb Jahre nach den Abklärungen des BFM, kann daher durchaus als Indiz für eine seither eingetretene weitere Verbesserung der zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten von traumatisierten Personen gewertet werden. Weiter ist vorliegend festzustellen, dass sich die Beschwerdeführerin erst seit etwas mehr als (...) Monaten in der Schweiz in Behandlu ng befindet und im (Nennung Beweismittel) festgehalten wurde, dass sich das klin i- sche Zustandsbild der Beschwerdeführerin seit Beginn der Behandlung im (...) kaum verbessert habe. Der Einwand, wonach eine Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Polen die vo r längerer Zeit begonnene B e- handlung gefährde, da sie aus ihrem einigermassen stabilen Behan d- lungssetting gerissen würde, erscheint daher als wenig überzeugend. D-2788/2013 Seite 18 Soweit die Beschwerdeführenden auf eine Gefährdung des Kindeswohls hinweisen, da die Beschwerde führerin aus gesundheitlichen Gründen nicht fähig sei, sich um ihre Kinder zu kümmern , und gemäss dem einge- reichten Schreiben (Nennung Beweismittel) die hauptsächliche Bezug s- person der Kinder ihr Vater sei, ist festzuhalten, dass sowohl die B e- schwerde des Ehemanns beziehungsweise Vaters der Beschwerdefü h- renden als auch dasjenige ihres Bruders beziehungsweise Onkels mit Ur- teilen gleichen Datums abgewiesen wurden und diese Personen die Schweiz (ebenfalls) zu verlassen haben. Es steht den Beschwerdefü h- renden d aher offen und ist ihnen möglich, gemeinsam mit ihrem Eh e- mann/Vater eine dem Kindeswohl dienende Lösung für die Betreuung der gemeinsamen Kinder respektive einer allfälligen Weiterbehandlung von D._______ zu finden. Im erwähnten Schreiben (...) wird denn a uch e r- wähnt, dass sowohl die Beschwerdeführerin als auch der Ehemann e r- klärt hätten, im Falle einer Überstellung nach Polen sei es das Beste, wenn die Kinder beim Vater – der die alleinige Verantwortung für die Betreuung derselben tragen könne – bleiben würden. Im Idealfall sollten die Beschwerdeführenden den Abschluss des Asylverfahrens ihres Eh e- mannes/Vaters in der Schweiz abwarten können. Diesem Anliegen wird in casu mit der koordinierten Erledigung der Asylverfahren aller Familie n- mitglieder denn auch Rechnung getragen. Sodann besteht im Vergleich zu den beiden oben erwähnten Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts ein weiterer Grund, weshalb vorliegend nicht auf einen analogen Sachverhalt geschlossen werden kann: Der B e- schwerdeführerin wurde gemäss den b ereits erwähnten ärztlichen Zeu g- nissen der P ._______ vom (...) und vom (...) eine (Nennung Diagnose) diagnostiziert. Hinsichtlich der Diagnose ist festzustellen, dass – wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht und mit zutreffender Begründung festhielt – die Beschwerdeführerin bis zum Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts vom 27. November 2012 keine gesundheitliche Schwierigkeiten irgendwelcher Art geltend macht e. Die im ärztlichen Zeugnis der P ._______ vom (...) angeführte Ursache der vorgebra chten Beschwerden basiert ausschliesslich auf den Angaben der Beschwerd e- führerin und steht in diametralem Widerspruch zu ihren Äusserungen a n- lässlich der Befragung im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Al t- stätten (vgl. act. A6/13 S. 8 ff.). Es ist daher der Schluss zu ziehen, dass der tatsächliche Grund der festgestellten (...) Beschwerden anderen U r- sprungs sein dürfte, als von der Beschwerdeführerin geschildert wurde. In ihrer Eingabe vom 18. März 2013 führen die Beschwerdeführenden d i- verse Gründe an, weshalb es zum Widerspruch in den Aussagen der B e-D-2788/2013 Seite 19 schwerdeführerin hinsichtlich des die Traumatisierung auslösenden E r- eignisses (sie sei nicht zu Hause gewesen, als Leute von Kadyrov sie ge- sucht hätten) und ihres Ehemannes ( die Beschwerdeführerin sei zu Hau- se von diesen Leuten zusammengeschlagen worden) gekommen sein soll. Diese vermögen jedoch insgesamt nicht zu überzeugen. So ist aus dem Protokoll des EVZ Altstätten nirgends erkennbar, dass die B e- schwerdeführerin vom Befrager angehalten worden wäre, sich ku rz zu halten und keine Details zu erzählen. Vielmehr ist dem Protokoll zu en t- nehmen, dass die Befragung knappe zweieinhalb Stunden dauerte und den Gesuchsgründen dabei offensichtlich besondere Aufmerksamkeit ge- schenkt wurde, zumal die Beschwerdeführerin di e Möglichkeit erhielt, zu- nächst in freier Erzählform ihre Fluchtgründe vorzubringen, welche d a- nach durch eine Vielzahl von Fragen weiter vertieft wurden (vgl. act. A6/13 S. 8 ff.). Zudem wurde die Beschwerdeführerin wiederholt gefragt, ob sie alle ihre Grü nde vorgebracht habe, und insbesondere explizit da r- auf angesprochen, ob sie persönlich jemals irgendwelche Probleme mit den Leuten von Kadyrov gehabt habe. Die entsprechende Frage wurde von der Beschwerdeführerin denn auch beantwortet und im Rahmen der Rückübersetzung überdies von ihr noch ergänzt (vgl. act. A6/13 S. 9). Es wäre der Beschwerdeführerin daher möglich und auch zumutbar gew e- sen, den verschwiegenen Übergriff auch gegenüber einem männlichen Befragerteam bereits an dieser Stelle zumindest ansatzwe ise zu erwä h- nen, zumal es sich bei der geschilderten Misshandlung nicht um einen geschlechtsspezifischen Übergriff gehandelt haben soll , oder mindestens darauf hinzuweisen, dass sie über eine Begebenheit allenfalls nur in A n- wesenheit eines weiblichen Befra gungsteams Auskunft geben möchte. Hätte sie anlässlich der Befragung zur Person nämlich angedeutet, über einen Vorfall in ihrer Schilderung nicht sprechen zu können oder zu wo l- len, wäre sie vom BFM-Beamten gefragt worden, ob sie bezüglich dieses Vorfalls lieber von einer Frau respektive einem – für solche Belange g e- schulten – weiblichen Team befragt werden möchte. Das Argument, sie habe sich für die erlittene Gewalt geschämt und vor den Männern nicht darüber sprechen können, ist daher als nicht stichhaltig zu qualifizieren. Zudem wurde sie zu Beginn der Befragung im EVZ auf die Verschwi e- genheitspflicht aller am Verfahren beteiligten Personen aufmerksam g e- macht, weshalb ihr bewusst gewesen sein musste, dass sämtliche ihrer Aussagen vertraulich behandelt und n icht an aussenstehende Personen – und insbesondere auch nicht an ihren Ehemann oder andere Familie n- mitglieder – gelangen würden. Weiter ist hinsichtlich der angeführten (Nennung Ereignis) und der blauen Flecken respektive Blutergüsse, we l- che durch den eing ereichten Auszug aus der Patientenkarte N° 1204 be-D-2788/2013 Seite 20 legt sind, anzuführen, dass die vagen Formulierungen im erwähnten Au s- zug keinen Schluss zulassen, auf welche Weise sich die Beschwerdefü h- rerin die Verletzungen zugezogen haben soll, und überraschenderweise auch keine Auskunft darüber geben, an welchen Körperstellen ihre Haut die Blutergüsse und blauen Flecken überhaupt aufgewiesen habe. So ist nebst der Version der Beschwerdeführerin genauso gut denkbar, dass sie die Verletzungen und (Nennung Ereignis) infolge eines Sturzes ohne Fremdeinwirkung erlitten haben könnte. In der mit Eingabe vom 27. August 2013 eingereichten Bestätigung (Nen- nung Beweismittel) betreffend Sohn D._______ wird angeführt, dieser lei- de unter (Nennung Diagnose und Therapie). Aus der eingereichten Bestä- tigung wird jedoch nicht ersichtlich, auf welchen Sachverhalt sich die g e- stellte Diagnose stützt respektive welche Gründe für die (...) Probleme von D._______ ursächlich sein sollen. Als mögliche Ursache wäre die s- bezüglich der vom Vater von D._______ geschilderte Zwischenfall, bei welchem die Beschwerdeführerin von Leuten Kadyrovs in Anwesenheit von D._______ zusammengeschlagen worden sein soll, denkbar. Die s- bezüglich wurde aber hinsichtlich des bei der Mutter von D._______ die Traumatisierung auslösenden Ereignisses festgestellt, dass der tatsächl i- che Grund der festgestellten (...) Beschwerden anderen Ursprungs sein dürfte, als von ihr geschildert wurde, also letztlich nicht auf dieses Erei g- nis zurückgeführt werden könnte. Wie bereits erwähnt, steht es den B e- schwerdeführenden angesichts der koordinierten Erledigung der Asylve r- fahren sämtlicher Familienmitglieder offen, gemeinsam mit ihrem Eh e- mann/Bruder respektive Bruder/Onkel eine dem Kindeswohl dienende Lösung für die Betreuung der gemeinsamen Kinder respektive einer allfäl- ligen Weiterbehandlung von D._______ zu finden. In diesem Zusammen- hang ist auf die im Verfahren des Vaters (D -3551/2013) erwogene Mö g- lichkeit, sich erneut in G._______, Russland, niederzulassen und dort e i- ne adäquate medizinische Behandlung zu erhalten, hinzuweisen. 4.2.3 Zur angeführten Gefahr einer psychischen Dekompensation bezi e- hungsweise einer akut werdenden Suizidalität im Falle einer Ausscha f- fung respektive Überführung der Beschwerdeführerin nach Polen ist fes t- zuhalten, dass Art. 3 EMRK einen Konventionsstaat grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, bei einer Konfrontation mit suizidalen Neigungen von einer zu vollziehenden Weg- oder Ausweisung Abstand zu nehmen. Dass ein unausweichlich bevorstehender Wegweisungsvollzug bei den damit konfrontierten ausländischen Personen zu einer nicht unerheblichen ps y- chischen Belastung führt, ist nachvollziehbar. Vorliegend kann für die Zeit D-2788/2013 Seite 21 vor und während der Überstellung nach Polen einer allfälligen – und ge- mäss den in den Akten lieg enden medizinischen Unterlagen wohl zu e r- wartenden – zeitweiligen Verschlechterung des psychischen Zustandes der Beschwerdeführerin medikamentös und mit einer persönlichen Be - treuung begegnet werden. Im konkreten Fall hat das BFM denn auch b e- reits im angef ochtenen Entscheid festgehalten, dass die im Bericht vom 2. Mai 2012 geforderte Begleitung einer Notfallärztin sichergestellt und dem gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführerin beim Vollzug der Wegweisung Rechnung getragen werde. Zudem würden die poln ischen Behörden im Hinblick auf die Überstellung frühzeitig über das Krankheits- bild der Beschwerdeführerin sowie über ihre momentane (...) Behandlung in der Schweiz informiert, wonach die kontinuierliche, angemessene Th e- rapie vorab sichergestellt werden könne (vgl. act. A69/4 S. 2 f.). 4.2.4 Zusammenfassend ist das Vorlieg en humanitärer Gründe nach Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 vorliegend aufgrund der Zusicherung der poln i- schen Behörden zur Behandlungsmöglichkeit der psychischen Leiden der Beschwerdeführerin, ihrer ers t kurzen und offenbar bislang wenig erfol g- reichen psychiatrischen Behandlung in der Schweiz, der Möglichkeit der gemeinsamen Ausreise aller in der Schweiz befindlichen Familienmitgli e- der und der angeführten Zweifel an den die Traumatisierung auslösenden Faktoren zu verneinen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.2.2). 4.3 Somit besteht bei dieser Sachlage für die schweizerischen Asylb e- hörden insgesamt keine Veranlassung, in Abweichung von der festgestell- ten Zuständigkeitsordnung vom Selbsteintritt gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin- II-VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Gebrauch zu machen. 4.4 Die Vorinstanz hat unter diesen Umständen das Wiedererwägung s- gesuch vom 30. April 2013 zu Recht abgewiesen, weshalb es sich erü b- rigt, auf die weiteren Vorbringen noch weiter einzugehen, da sie an obiger Erkenntnis nichts zu ändern vermögen. 5. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist abzuweisen. D-2788/2013 Seite 22 6. 6.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. Die Beschwerdeführenden ersuch ten um die Gewährung der unentgeltl i- chen Prozessführung im Si nne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Danach kann die Beschwerdeinstanz eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreien, so- fern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Es ist von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden auszugehen. Auch können die Begehren der Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist somit gutzuheissen , weshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. 6.2 Weiter beantragen die Beschwerdeführenden die Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG. Gemäss dieser Bestimmung ist der bedürftigen Partei in einem nicht aussichtslosen Verfahren ein Anwalt zu bestellen , wenn sie nicht imstande ist, ihre Sache selber zu vertreten. Dabei ist ausschlaggebend, ob die Partei zur Wahrung ihrer Rechte notwendigerweise der professi o- nellen juristischen Hilfe eines Anwaltes bedarf (vgl. dazu BGE 128 I 225 E. 2.5.2 S. 232 f., BGE 122 I 49 E. 2c S. 51 ff.; BGE 120 Ia 43 E. 2a S. 44 ff.). In Verfahren, welche – wie das vorliegende – vom Untersuchungs- grundsatz beherrscht sind, sind strenge Massstäbe an die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung anzusetzen. Vorliegend best e- hen weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht erhöhte Schwieri g- keiten und auch das Nichtbeherrschen einer Amtssprache ist für die Be i- gabe eines Anwaltes nicht ausschlaggebend. Das Gesuch um unentgel t- liche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG ist daher abzuweisen. (Dispositiv nächste Seite) D-2788/2013 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Si n- ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsv erbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewiesen. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: