Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. November 2021 (720 21 140 / 296) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit; Würdigung des Einkommensvergleichs. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichteri n Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Hanna Byland, Advo- katin, Rümelinsplatz 14, Postfach, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1965 geborene, seit 1990 als Raumpflegerin tä tig gewesene A.____ meldete sich am 17. August 2018 unter Hinweis auf eine Hüftoperati on bei der Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung de r gesundheitlichen und erwerbli- chen Verhältnisse verneinte die IV-Stelle des Kantons Ba sel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfü- gung vom 24. März 2021 einen Anspruch auf eine Invaliden rente unter Verweis auf einen Inva- liditätsgrad von 33%. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertret en durch Hanna Byland, Advoka- tin, mit Eingabe vom 5. Mai 2021 Beschwerde beim Kanto nsgericht des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt). Darin beantragte sie, es sei die Verfügung der IV-Stelle vom 24. März 2021 aufzuh eben und ihr ab 1. Februar 2018 eine halbe Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und zur Neubeur- teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kost enfolge zzgl. Mehrwertsteuer zu Las- ten der Vorinstanz. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass die gutachterlich attestierte Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar sei. Ferner sei das dem Einkommensver- gleich zugrunde gelegte Valideneinkommen zu tief festge setzt worden. Hinsichtlich des Invali- deneinkommens sei die Beschwerdegegnerin sodann von fa lschen Bemessungsgrundlagen ausgegangen. Schliesslich sei ihr ein leidensbedingter A bzug zu gewähren, womit insgesamt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% resultieren w ürde und damit Anspruch auf eine halbe Rente bestehe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 3. Juni 2021 schloss die I V-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Auf die Vorbringen der Parteien ist − soweit notwendig − in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern könn en (lit. a), die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindesten s 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindeste ns 40% invalid sind (lit. c). Bei ei- nem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspru ch auf eine Viertelrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Ren te, bei einem Invaliditätsgrad von min- destens 60% auf eine Dreiviertelrente und bei einem I nvaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1. 2, 130 V 396 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzug eltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstä nden kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich e rreichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrund- lage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu trag en hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 3. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintri tt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglied erungsmassnahmen durch eine ihr zu- mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie n icht invalid geworden wäre. Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Unterva- rianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 11 4 V 310 E. 3a) und der ausseror- dentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, s owie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). Gemäss diesen Rich tlinien ist den im Rahmen des Ver- waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezi alärztinnen und -ärzte, welche auf- grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sow ie nach Einsicht in die Akten Be- richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Zur Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse und der Arbeitsfähigkeit der Be- schwerdeführerin ist vorliegend das Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, und Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Inn ere Medizin und Rheumatologie, vom 17. November 2019 bzw. 21. April 2020 von zentraler Bedeutung. In diesem Gutachten diagnostizierten die Fachpersonen au s bidisziplinärer Sicht mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches, rechtsbe tontes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.4) sowie einen Verdacht auf e in polymyalgiformes Beschwerde- bild mit erhöhten humoralen Entzündungsparametern. Aus psychiatrischer Sicht konnten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden. Aus Sicht des Bewegungsapparates bestehe seit Dezember 201 7 eine Grundproblematik bei degenerativ bedingtem lumbospondylogenem Schmerzsyndrom m it objektivierbaren aktivierten Spondylarthrosen im Segment L4/L5 und zusätzlich einer Spondylolisthesis Grad I. Ferner liege eine Coxarthrose rechts mit begleitendem femoro-acetabulärem Impingement vor, weshalb eine Hüft -Totalendoprothese(Hüft-TEP)-Implantation erfolgt se i. Es zeige sich ein protrahierter Hei- lungsverlauf mit anhaltenden lumbalen Rückenschmerzen u nd zunehmender Schmerzauswei- tung in ein multilokuläres Schmerzsyndrom, Typ Fibromyal gie. Zusätzlich bestehe ein Verdacht auf ein polymyalgiformes Beschwerdebild mit bisher inad äquater medikamentöser Behandlung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufgrund der seitens der Explorandin abgelehnten not wendigen peroralen Corticosteroidthera- pie. Infolge der Rückenschmerzproblematik bestehe eine verminderte körperliche Belastbarkeit für schwere wie auch repetitiv mittelschwere Tätigkeiten. Die von Seiten der Explorandin gel- tend gemachte Behinderung auch für eine leidensadapti erte Tätigkeit lasse sich aus rheumato- logischer Sicht nicht hinreichend plausibel erklären und m üsse im Rahmen einer sich abzeich- nenden chronifizierenden Schmerzkrankheit gesehen werden. In ihrer Konsensbeurteilung gelangten die Gutachter zu r Auffassung, dass aufgrund der rheu- matologischen Befunde hinsichtlich der angestammten Tä tigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr vorliege. In Bezug auf eine angepasste Tätigkeit besteh e unter Annahme einer zusätzlich vor- liegenden entzündlichen rheumatologischen Grundkrankhei t eine Leistungseinschränkung von 20% mit entsprechender Restarbeitsfähigkeit von 80%. 5.2 Nachdem die Versicherte gegen den gestützt auf das vo rstehend zitierte Gutachten ergangenen Vorbescheid vom 8. Mai 2020 Einwand erhoben hatte, holte die IV-Stelle bei Dr. C.____ am 10. Januar 2021 eine weitere Stellung nahme ein. Darin äusserte sich dieser zu den Vorbringen im Einwand sowie erneut zur Arbeitsfä higkeit der Versicherten. Dabei gelangte Dr. C.____ im Wesentlichen zum Ergebnis, dass weiterhin an der Beurteilung der Arbeitsfähig- keit gemäss Gutachten festgehalten werden könne. Die an gestammte Tätigkeit als Raumpfle- gerin sei der Versicherten demnach nicht mehr zumutbar. Eine leidensadaptierte, körperlich leichte Tätigkeit, insbesondere durchgeführt in Wechselb elastung, sei indessen ganztags mit einer Leistungseinschränkung von 20% sechs Monate nach er folgter Hüft-TEP, mithin ab 1. Dezember 2018 möglich. Hierbei bekräftigte er, dass die Leistungseinschränkung von 20% nicht durch die Folgen der Hüft-TEP-Operation und auch nicht mit den chronischen lumbospon- dylogenen Beschwerden zu erklären sei. Diese würde sich du rch die zusätzlich vorliegende entzündliche rheumatologische Grundkrankheit erklären, für welche bereits im Vorfeld eine per- orale Corticosteroidtherapie empfohlen, von der Explor andin bis zum Zeitpunkt der Begutach- tung aber kategorisch abgelehnt worden sei (vgl. hierzu a usführlich Stellungnahme vom 10. Januar 2021, IV-act. 91). 6.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Ar- beitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die E rgebnisse, zu denen die Gutachter Dres. B.____ und C.____ ihrem Gutachten vom 17. Novembe r 2019 bzw. 21. April 2020 ge- langt waren. Sie ging demzufolge davon aus, dass im Zei tpunkt des frühestmöglichen Renten- beginns (Dezember 2018, recte: Februar 2019) in Bezug auf eine leidensadaptierte, leichte bis selten mittelschwere Tätigkeit (mit Heben und Ziehen vo n Lasten bis 10kg, durchgeführt in Wechselbelastung, abwechselnd stehend, gehend und sitzend , ohne repetitive Zwangshaltun- gen) eine Arbeitsfähigkeit von 80% bestehe, womit kein Anspruch auf eine IV-Rente resultiere. 6.2 Wie in Erwägung 4.3 hiervor dargelegt, ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Solche Indizien liegen keine vor. Das Gut- achten ist insgesamt umfassend und die darin dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die Gutachter haben die Versicherte persönlich untersu cht, eine umfassende Anamnese erho- ben und gehen einlässlich auf ihre Angaben und Beschwer den ein. Sie setzen sich zudem fun- diert mit den bei den Akten liegenden medizinischen Be richten auseinander. Insgesamt ist so- mit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin de m Gutachten der Dres. B.____ und C.____ vollen Beweiswert zuerkannte. Die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens wird denn auch von der Versicherten – zu Recht – nicht (mehr) in Frage gestellt. Auf das entspre- chende Gutachten und die darin formulierte Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit kann des- halb ohne Weiteres abgestellt werden. 7.1 Die Beschwerdeführerin macht hingegen geltend, da ss die ihr gutachterlich attestierte Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar sei. Sie beg ründet ihr Vorbringen im Wesentlichen unter Hinweis darauf, dass das ihr attestierte Zumutbarkeitsprofil sehr einschränkend sei. 7.2.1 Hinsichtlich der attestierten Arbeitsfähigkeit i n einer leidensangepassten Tätigkeit ist die Unterscheidung massgebend zwischen der medizinisch attestierten Arbeitsfähigkeit und der Frage, ob und inwieweit eine bestimmte Restarbeitsfähi gkeit mit dem gegebenen Leistungspro- fil auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch verwertbar ist (Art. 7 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG). Dabei wird auch das fortgeschritt ene Alter, obgleich an sich ein invaliditäts- fremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weite- ren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auch auf eine m ausgeglichenen Arbeitsmarkt realisti- scherweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr d eren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Mög- lichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer- ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bem essen, sondern hängt von den Umstän- den ab, die mit Blick auf die Anforderungen der Verwe isungstätigkeiten massgebend sind. Zu beachten sind dabei beispielsweise die Art und Beschaffenh eit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeit ungsaufwand und in diesem Zusam- menhang auch die Persönlichkeitsstruktur, die vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem ange- stammten Bereich (Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010, E. 5.1). 7.2.2 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkei t auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem für einen all fälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungs- pflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2011, 9C_916/20 10, E. 2.2) gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigke it möglichst früh zu beantworten. Das Bundesgericht hat in seinem Leitentscheid BGE 138 V 457 entschieden, dass dabei auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer Erwerbst ätigkeit abzustellen ist. Als ausge- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht wiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit, sobald die medizini- schen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhalt sfeststellung erlauben (BGE 138 V 57, E. 3.4; vgl. auch Urteil des Bundesger ichts vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012, E. 3.1). Dieser Zeitpunkt fällt vorliegend auf das Dat um des Gutachtens der Dres. B.____ und C.____ vom 17. November 2019 und 21. April 2020. Zu diesem Zeitpunkt war die Beschwerde- führerin 54 Jahre alt, womit die verbleibende Aktivit ätsdauer bis zum Eintritt ins AHV-Alter noch rund zehn Jahre betrug. 7.2.3 Die hierzu ergangene Rechtsprechung ist vielfälti g (vgl. MARCO WEISS , Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit aufgrund vorgerückten Alters – Rechtsprechungstendenzen, SZS 2018 S. 630 ff.). Allerdings zeigt die Analyse der Rechtspraxi s, dass die Verneinung der Verwertbar- keit bei unter 60-jährigen die absolute Ausnahme bild et und nur vorkommt, wenn derart qualifi- zierende Begleitumstände hinzutreten, die auch für sich alleine betrachtet die Verwertbarkeit als höchst zweifelhaft erscheinen lassen (P HILIPP , EGLI /M ARTINA , FILIPPO / THOMAS , GÄCHTER /M ICHAEL E., MEIER , Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in der Invali denversi- cherung, Winterthur/Zürich 2021, Rz. 156). So verneinte das Bundesgericht eine Verwertbarkeit bei einem 58 Jahre alten Versicherten, der in seiner angestammten Arbeit nicht mehr tätig sein konnte und nur limitierte Ressourcen für einen Wechsel zu Arbeiten ohne Einsatz der Hände mitbrachte. Das Bundesgericht bemängelte, dass sich der Verweis der Vorinstanz, wonach Überwachungsfunktionen eine stetig wachsende Bedeutun g zukäme, nicht nur auf reine Über- wachungsarbeiten, sondern allgemein auf körperlich nich t stark belastendende Bedienungs- und Überwachungsfunktionen bezog, also auch auf leichte Maschinenbedienung, leichte Sor- tier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten, welche den Einsatz der Hände voraussetzen. Zudem hät- te die Vorinstanz nicht dargelegt, inwiefern es auf d em ausgeglichenen Arbeitsmarkt Stellen gebe, welche dem Versicherten zumutbar seien, könnte er doch unbestrittenermassen seine beiden Hände nicht mehr einsetzen. Das Bundesgericht wi es auch darauf hin, dass dem vo- rinstanzlichen Entscheid nicht zu entnehmen war, weshalb dem Versicherten die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit trotz der grossen Limitierung en im manuellen Bereich zumutbar sein soll, obwohl nach der Rechtsprechung die faktische Einh ändigkeit oder eine massgebliche Be- schränkung der dominanten Hand auf Zudienfunktionen ei ne erheblich erschwerte Verwertbar- keit der Restarbeitsfähigkeit bedeuteten (Urteil des B undesgerichts vom 29. August 2014, 8C_248/2014, E. 3; E GLI /F ILIPPO /G ÄCHTER /MEIER , a.a.O., Rz. 150). Ferner erachtete das Bun- desgericht einen im massgebenden Zeitpunkt 55 Jahre alt en Versicherten einem Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr zumutbar, dessen Zumutbarkeitspro- fil nicht nur hinsichtlich der in Frage kommenden Tätigke iten (kognitiv einfachste, repetitive, manuelle Hilfs- bzw. Routinearbeiten), sondern auch in Bezug auf die zu beachtenden Rah- menbedingungen (hohe Konstanz der Arbeitsabläufe, kein Zeit- oder Arbeitsdruck, verständnis- volles Team) sehr einschränkend war. Hinzu kam die Notw endigkeit einer engen Begleitung bzw. Führung des Versicherten. Des Weiteren war zu beacht en, dass der Versicherte in Über- forderungssituationen mit inadäquatem oder sogar aggre ssivem Verhalten reagiere, was die potenziellen Einsatzmöglichkeiten weiter reduzierte (Urte il des Bundesgerichts vom 15. März 2017, 9C_277/2016, E. 4.3; EGLI /F ILIPPO /G ÄCHTER /MEIER , a.a.O., Rz. 148). Sodann gilt eine verbleibende Aktivitätsdauer von rund fünf Jahren rechtsprechungsgemäss grundsätzlich als ausreichend, um eine neue einfache Erwe rbstätigkeit aufzunehmen, sich ein- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuarbeiten und die Arbeit auszuüben (vgl. Urteil des B undesgerichts vom 7. März 2017, 9C_677/2016, E. 4.3). 7.3 Der im massgebenden Zeitpunkt 54 Jahre alten Versi cherten verbleibt noch eine Aktivi- tätsdauer von rund 10 Jahren, womit die kritische Schw elle in zweifacher Hinsicht nicht erreicht ist (vgl. E. 7.2.3 hiervor). Ferner sind vorliegend keine qualifizierenden Begleitumstände ersicht- lich, die eine ausnahmsweise Verneinung der Verwertbark eit begründen würden (vgl. E. 7.2.3 hiervor). Die Dres. B.____ und C.____ attestierten der Versicherten in ihrem – vorliegend unbe- stritten gebliebenen – Gutachten in Bezug auf eine lei densadaptierte Tätigkeit eine Arbeitsfä- higkeit von 80%. Die Restarbeitsfähigkeit der Versicher ten ist zwar eingeschränkt, doch ent- spricht dies durchaus einem üblichen Arbeitspensum (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 19. Juni 2017, 8C_28/2017, E. 5.2). Entgegen der Auf fassung der Beschwerdeführerin unter- liegt das ihr noch zumutbare Tätigkeitsfeld sodann au ch nicht derart vielen Einschränkungen, dass eine Anstellung künftig nicht mehr als realistisch zu bezeichnen wäre. Die sachlichen Limi- tierungen (leichte bis selten mittelschwere Tätigkeit mit Heben und Ziehen von Lasten bis 10kg, durchgeführt in Wechselbelastung, abwechselnd stehend, gehend und sitzend, ohne repetitive Zwangshaltungen) schränken die Chancen der Verwertung d er fraglichen Restarbeitsfähigkeit im Ergebnis zwar ein, lassen sie aber nicht als völlig unr ealistisch erscheinen. Das Belastungs- profil steht der Ausübung von leichten Kontroll-, Sort ier- und Prüfarbeiten sowie einfachen Überwachungs- oder Montagearbeiten nicht entgegen. D iese Beschäftigungen sind nicht mit einem grossen Einarbeitungsaufwand verbunden, und Hi lfsarbeiten werden auf dem hypotheti- schen ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhä ngig nachgefragt (vgl. BGE 146 V 16 E. 7.2.1). Im Lichte der hohen Hürden, die das Bundesgericht für die Annahme einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älter er Menschen im Allgemeinen sowie bei unter 60-jährigen im Besonderen entwickelt hat, ist de shalb von der Verwertbarkeit der Restar- beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen. 8.1 Streitig und zu prüfen sind weiter die erwerbli chen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 3 hiervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgr und eines Einkommensvergleichs zu be- stimmen. Dabei ist in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 2 22, 128 V 174). Wie aus dem Dar- gelegten erhellt, bestand bei der Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt unter Berücksichti- gung des formulierten Zumutbarkeitsprofils in einer l eidensadaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfä- higkeit von 80%. 8.2.1 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Inv aliditätsgrades massgebenden hypothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkom- mensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheit sschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; he ute: Bundesgericht, sozialrechtli- che Abteilungen] vom 26. November 2002, I 491/0, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2.2 Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Validenein kommen der Versicherten anhand des tatsächlich erzielten Einkommens in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Raumpflegerin bei der Bank X.____. Dabei stellte sie auf die im individu ellen Konto (IK, vgl. IV-act. 9) in den Jah- ren 2012 bis 2016 ausgewiesenen Einkommen (Durchschnittswe rt) ab und ermittelte unter Be- rücksichtigung der Nominallohnentwicklung ein Jahreseinkommen von Fr. 65'128.--. 8.2.3 Die Ermittlung des Valideneinkommens anhand der zuletzt ausgeübten Tätigkeit wird auch von der Beschwerdeführerin im Grundsatz anerkannt. Die Beschwerdeführerin macht in- dessen geltend, es sei ausschliesslich das gemäss IK-Auszug für das Jahr 2017 erzielte Ein- kommen von Fr. 68'075.-- als Valideneinkommen zu veranschlagen. 8.2.4 Zwar kann der Argumentation der Beschwerdegegne rin in ihrer Vernehmlassung inso- weit nicht gefolgt werden, als sie geltend macht, dass das Einkommen der Versicherten starke und kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen a ufweise. Gleichwohl ist die Veran- schlagung eines Durchschnittswerts entgegen dem Vorbring en der Beschwerdeführerin im Er- gebnis nicht zu beanstanden, nachdem die Entlöhnung auf Stundenbasis in ihrer zuletzt ausge- übten Tätigkeit zumindest gewisse Schwankungen der Ja hreslöhne zur Folge hatte. Dieses Vorgehen entspricht der Regel, wonach das tatsächlich er zielte Einkommen und nicht das ver- traglich vereinbarte höhere oder tiefere Einkommen m assgebend ist, und trägt damit dem Grundsatz Rechnung, dass die Vergleichseinkommen so konkret wie möglich zu bestimmen sind (vgl. U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 16 Rz. 45 f. u nd E. 8.1 hiervor). Wie sogleich aufzuzeigen sein wird (vgl. E. 8.2.5 und 8.4 hiernach), würde vorliegend sodann selbst unter Heranziehung eines zugunsten der Beschwerdef ührerin höheren, als dem von ihr geltend gemachten Valideneinkommen kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren. 8.2.5 Nachdem die rentenbegründende Arbeitsunfähigke it erst Ende Dezember 2017 einge- treten ist, könnte man sich allenfalls fragen, ob in A bweichung zur angefochtenen Verfügung nicht auf den Durchschnitt der Jahre 2013-2017 abzustell en wäre. Aus der entsprechenden Berechnung resultierte indessen ein nicht rentenrelevant es, nur leicht höheres Valideneinkom- men von Fr. 65'373.--. Selbst wenn man zugunsten de r Beschwerdeführerin zusätzlich die im IK-Auszug ausgewiesenen Einkommen aus der Tätigkeit fü r die D.____ AG (2012: Fr. 6'254.--, 2013: Fr. 6'105.--, 2014: Fr. 6'153.-- und 2015: Fr . 3'639.--) berücksichtigen und den Durch- schnitt der Jahre 2012-2017 veranschlagen würde, ergäb e sich ein Invaliditätsgrad unter der Erheblichkeitsgrenze von 40%. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung errechnete sich bei einem Einkommen von Fr. 73'764.-- (Fr. 71'68 5.-- + 2,9%) aus dem Jahr 2012, Fr. 71'458.-- (Fr. 69'988.-- + 2,1%) aus dem Jahr 2013, Fr. 69'554.-- (Fr. 68'865.-- + 1,0%) aus dem Jahr 2014, Fr. 67’658.-- (Fr. 66'988.-- + 1,0%) aus d em Jahr 2015, Fr. 65'767.-- (65'375.-- + 0,6%) aus dem Jahr 2016 und Fr. 68'551.-- (Fr. 68'0 75.--- + 0,7%) aus dem Jahr 2017 ein Vali- deneinkommen von Fr. 69'459.--. 8.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist prim är von der beruflich- erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versich erte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit a us, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, da ss sie die ihr verbleibende Arbeitsfä- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht higkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar- beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gi lt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er zieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt d es Gesundheitsschadens keine oder je- denfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigk eit aufgenommen hat, so können ins- besondere Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für S tatistik periodisch herausgegebe- nen Lohnstrukturerhebungen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis). 8.3.2 Was die Bemessung des Invalideneinkommens anbelangt , so ist der Beschwerdefüh- rerin insofern beizupflichten, als vorliegend die LSE 20 18 heranzuziehen ist. Die LSE 2018 ist im April 2020 veröffentlich worden und damit im Verfü gungszeitpunkt bereits zugänglich gewe- sen (vgl. BGE 143 V 295 E. 4; Urteil des Bundesgerichts v om 6. März 2020, 8C_829/2019, E. 3.2). Soweit die Beschwerdeführerin indessen gelte nd macht, es sei für das Invalidenein- kommen auf den Sektor 96 "sonstige persönliche Dienstleistu ngen" der Tabelle TA1 der LSE 2018 abzustellen, kann ihr nicht gefolgt werden. D ie Rechtsprechung wendet für die Be- stimmung des Invalideneinkommens anhand von Tabellenlöhnen in der Regel die Monatslöhne gemäss Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwe rt] nach Wirtschaftsabteilungen, Anfor- derungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor), Zeile "Total", an. Bisweilen wird aber auch auf Löhne einzelner Sektoren (Sektor 2 " Produktion" oder 3 "Dienstleistungen") oder gar einzelner Branchen abgestellt, wenn dies als sachgerecht erscheint, um der im Einzel- fall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibe nden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tra- gen. Dies geschieht namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Ar beit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt. Auf den Wert "Total Privater Sektor" abzu stellen rechtfertigt sich namentlich dort, wo der versicherten Person die angestammte Tätigkeit ni cht mehr zumutbar ist und sie darauf angewiesen ist, ein neues Betätigungsfeld zu suchen, w obei grundsätzlich der ganze Bereich des Arbeitsmarktes zur Verfügung steht. Wie aus den vorstehenden Erwägungen erhellt, ist der Beschwerdeführerin den beweiskräftigen gutachterlichen Ausführungen zufolge die ange- stammte Tätigkeit gerade nicht mehr zumutbar (vgl. E. 5.1 und 5.2 hiervor). Zumutbar sind ihr hingegen leichte, gelegentlich auch mittelschwere Arbeiten. 8.3.3 Nach dem Gesagten ist das Invalideneinkommen gest ützt auf den Wert "Total Privater Sektor" (Frauen) der Tabelle TA1 der LSE 2018 zu ermi tteln und damit ein monatliches Ein- kommen von Fr. 4'371.-- heranzuziehen. Unter Berücksichtigu ng der betriebsüblichen Arbeits- zeit von 41,7 Stunden ergibt sich bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 80% ein Invaliden- einkommen von Fr. 43'745.--. 8.4.1 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend , es sei ihr ein leidensbedingter Ab- zug in der Höhe von 10% zu gewähren. Sie beruft sich hi erbei auf das Gutachten "Nutzung der Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleich slöhne bei der IV-Rentenbemessung" des Büros für Arbeits- und Sozialpoltische Studien (BAS S AG) vom 8. Januar 2021 (BASS- Studie) sowie das Rechtsgutachten "Grundprobleme der In validitätsbemessung in der Invali- denversicherung" von THOMAS GÄCHTER , PHILIPP EGLI , MICHAEL E. MEIER und MARTINA FILIPPO . Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.4.2 Hintergrund bilden dabei namentlich die aus der BASS-Studie gewonnenen Erkennt- nisse, wonach sowohl die Durchschnittslöhne (Mittelwert) a ls auch die Medianlöhne von Er- werbstätigen mit starken gesundheitlichen Einschränkung en ohne Invalidenrente im Vergleich zu den Löhnen von voll leistungsfähigen Erwerbstätigen oft tiefer (rund 10%) ausfallen. Die Löhne von erwerbstätigen IV-Rentnerinnen und -Rentner fallen vergleichsweise noch tiefer aus. Diesbezüglich gilt es nun aber zu berücksichtigen, dass si ch für einen pauschalen Abzug in jedem Einzelfall keine Begründung finden lässt. Es müssten wohl eigene Kriterien für einen sol- chen Abzug geschaffen werden. Sodann fehlt es hinsichtlich der Lohneinbussen von gesund- heitlich eingeschränkten Personen an verlässlichen statist ischen Zahlen. Hinzu kommt, dass die Löhne von gesundheitlich eingeschränkten Personen be reits in der LSE enthalten sind. Es ist indessen nicht auszuschliessen, dass es infolge der Erke nntnisse aus der BASS-Studie so- wie angesichts der auf den 1. Januar 2022 in Kraft tre tenden IV-Revision zu einer entsprechen- den Weiterentwicklung der Rechtsprechung kommen wird. Nach der geltenden Rechtsprechung werden unter dem Titel leidensbedingter Abzug grunds ätzlich nur Umstände berücksichtigt, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserord entlich zu bezeichnen sind (vgl. Ur- teil des Bundesgerichts vom 15. Juli 2020, 8C_151/2020, E. 6.2 mit Hinweis). Solche Umstände können vorliegend nicht ausgemacht werden. 8.4.3 Selbst wenn man indessen einen leidensbedingte n Abzug auf der Grundlage der Er- kenntnisse aus der BASS-Studie prüfen würde, wäre ein solcher unter Berücksichtigung der vorliegenden Umstände zu verneinen. Dabei fällt ins Gew icht, dass den gesundheitlichen Ein- schränkungen mit der um 20% reduzierten Leistungseinschränk ung in einem Vollzeitpensum bereits vollumfänglich Rechnung getragen wurde und d amit auch ein behinderungsbedingt niedrigerer Lohn berücksichtigt wird. Ferner gilt es zu b erücksichtigten, dass die BASS-Studie namentlich die Lohnverhältnisse von Personen mit schweren gesundheitlichen Einschränkun- gen anspricht. Dies erinnert an den Ursprung des leidensbedingten Abzugs. Mit dem sogenann- ten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsscha- dens auch für leichtere Arbeiten nunmehr beschränkt einsa tzfähig sind, in der Regel das ent- sprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbe iter nicht erreichen (vgl. BGE 134 V 322 E. 5.2) . Davon kann vorliegend nicht ausgegangen werden. Zwa r kann die Be- schwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit als Raumpfl egerin nicht mehr ausüben. Hinsicht- lich einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit ist ihr indessen nach wie vor eine ganztägige Präsenz mit einer Leistungsminderung von 20% zumutbar, w omit die gesundheitlichen Beein- trächtigungen und eine damit verbundene Lohneinbusse – wie erwähnt – hinreichend berück- sichtigt werden. 9. Aus der Gegenüberstellung des der Verfügung zugru nde gelegten Valideneinkommens von Fr. 65'128.-- und des Invalideneinkommens von Fr. 43'745.-- (vgl. E. 8.3.3 hiervor) resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 33% (vgl. zur Rundun gspraxis: BGE 130 V 121 ff.). Selbst unter Berücksichtigung eines Valideneinkommens von Fr. 65' 373.-- bzw. Fr. 69'459.-- (vgl. E. 8.2.5 hiervor) ergibt sich ein Invaliditätsgrad von ge rundet 33% bzw. 37%. Somit hat die Be- schwerdegegnerin der Versicherten in der angefochtenen Verfügung zu Recht keine Rente zu- gesprochen. Bei diesem Ergebnis ist die dagegen erhobene Beschwerden abzuweisen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10. Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 24. März 2021 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 11. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist di e Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Dem Ausgang des Verfahrens entspre- chend wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht