Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 18. Oktober 2017 (460 17 20) ____________________________________________________________________ Strafrecht Gewerbsmässiger Betrug Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richterin Susanne Afheldt (R ef.), Richter Stephan Gass; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde A.____ , vertreten durch Rechtsanwalt Peter Messmer, August-Ruf-Strasse 44, 78213 Singen (Hohenwiel), Privatklägerin gegen B.____ , vertreten durch Advokatin Martina Horni, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Gewerbsmässiger Betrug Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-L andschaft vom 18. November 2016 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachverhalt A. Mit Urteil vom 18. November 2016 erklärte die Drei erkammer des Strafgerichts Basel- Landschaft B.____ des gewerbsmässigen Betrugs für s chuldig und verurteilte ihn zu einer be- dingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 18 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, wobei gestützt auf Art. 44 Abs. 2 StGB und Art. 93 StGB f ür die Dauer der Probezeit Bewährungshilfe angeordnet wurde (Ziffer 1 des Urteilsdispositivs). Zudem wurde der Beurteilte dazu verurteilt, A.____ EUR 46‘499. ‒ und CHF 370. ‒ (Ziffer 2 des Urteilsdispositivs) sowie gemäss Art . 433 Abs. 1 StPO eine Entschädigung in Höhe von EUR 960. ‒ zu bezahlen (Ziffer 3 des Urteilsdis- positivs). Schliesslich wurden dem Beschuldigten di e Verfahrenskosten von insgesamt CHF 10‘331. ‒, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CH F 2‘331. ‒ und der Ge- richtsgebühr von CHF 8‘000. ‒, auferlegt (Ziffer 4 des Urteilsdispositivs) und d as Honorar der amtlichen Verteidigerin, Advokatin Martina Horni, in der Höhe von CHF 7‘197.75 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) unter Vorbehalt der Rückzahl ungsverpflichtung von B.____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse entrichtet (Ziffer 5 des Urteilsdispositivs). Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen des vorliegenden Entscheids eingegangen. B. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, vertr eten durch Advokatin Martina Horni, mit Eingabe vom 5. Dezember 2016 die Berufung an. M it Berufungserklärung vom 8. Februar 2017 stellte er folgende Anträge: "1. Es sei die Berufung gutzuheissen. 2. Es sei der Berufungskläger in Abänderung des U rteils des Strafgerichts Basel- Landschaft vom 18.11.2016 vom Vorwurf des gewerbsmä ssigen Betrugs freizuspre- chen (vgl. Ziff. 1 a) des Erkenntnisses). 3. Im Falle eines Schuldspruchs wegen gewerbsmäss igen Betrugs sei der Berufungs- kläger eventualiter in Abänderung des Urteils des S trafgerichts Basel-Landschaft vom 18.11.2016 zu einer bedingt vollziehbaren Freih eitsstrafe von 12 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren zu verurteilen (vgl. Ziff. 1a) des Erkenntnisses). 4. Es sei in Abänderung des Urteils des Strafgeri chts Basel-Landschaft vom 18.11.2016 auf die Anordnung der Bewährungshilfe fü r die Dauer der Probezeit zu verzichten (vgl. Ziff. 1 b) des Erkenntnisses). 5. Es sei in Abänderung des Urteils des Strafgericht s Basel-Landschaft vom 18.11.2016 die Zivilforderung von A.____ in Höhe vo n Euro 46'499.00 und Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 370.00 abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen (vgl. Ziff. 2 des Erkenntnisses). 6. Es sei in Abänderung des Urteils des Strafgeri chts Basel-Landschaft vom 18.11.2016 die Entschädigung in Höhe von Euro 960.00 abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen (vgl. Ziff. 3 des Erkenntnisses). 7. Es seien in Abänderung des Urteils des Strafge richts Basel-Landschaft vom 18.11.2016 die Verfahrenskosten gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO e contrario nicht zu Lasten des Beschuldigten aufzuerlegen (vgl. Ziff. 4 des Erkenntnisses). 8. Es sei dem Berufungskläger für das vorliegende Be rufungsverfahren die amtliche Verteidigung mit der Unterzeichnenden zu bewilligen. 9. Unter o/e-Kostenfolge." C. Die Privatklägerin beantragte mit Eingabe vom 7. J uni 2017 die Abweisung der Berufung des Beschuldigten. D. Mit Berufungsantwort vom 26. Juni 2017 begehrte di e Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft, die Berufung sei in allen Punkten abzuw eisen und das Urteil des Strafgerichts vom 18. November 2016 zu bestätigen. E. Was die wesentlichen verfahrensleitenden Verfügung en des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), betrifft, so wurde mit Verfügung vom 1. März 2017 festgestellt, dass die Staatsanwal tschaft weder Berufung noch Anschlussbe- rufung erhoben hat. Sodann wurde mit Verfügung vom 27. März 2017 erkannt, dass die Privat- klägerin keine Anschlussberufung erklärt und ihren Antrag auf Nichteintreten vom 17. Februar 2017 mit Eingabe vom 22. März 2017 wieder zurückgez ogen hat. Mit gleicher Verfügung wurde der Privatklägerin die unentgeltliche Rechtspflege mit Rechtsanwalt Peter Messmer als Rechts- beistand für das zweitinstanzliche Berufungsverfahren bewilligt. Das Kostendach für die Verbei- ständung der Privatklägerin wurde unter Berücksicht igung einer etwaigen Teilnahme an der Berufungsverhandlung auf CHF 650. ‒ (inkl. Auslagen) festgesetzt. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen I. F ORMELLES Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgesch lossen worden ist. Es können Rechtsver- letzungen, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemes- senheit gerügt werden, wobei das Berufungsgericht d as Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinsta nzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Er- öffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzum elden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklä- rung einzureichen. Jede Partei, die ein rechtlich g eschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ist zur Berufung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts Basel- Landschaft vom 18. November 2016 ange- fochten, welches ein taugliches Anfechtungsobjekt g emäss Art. 398 Abs. 1 StPO darstellt. Mit den Eingaben vom 5. Dezember 2016 (Berufungsanmeldung) und 8. Februar 2017 (Berufungs- erklärung) hat der Beschuldigte die Rechtsmittelfri st gewahrt und ist seiner Erklärungspflicht nachgekommen. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgeric hts zur Beurteilung der vorliegenden Be- rufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO s owie aus § 15 Abs. 1 lit. a des kantonalen Ein- führungsgesetzes vom 12. März 2009 zur Schweizerisc hen Strafprozessordnung (EG StPO; SGS 250). Die Berufung ist somit rechtzeitig und fo rmgerecht erhoben worden (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO), weshalb auf die Berufung einzutreten ist. II. M ATERIELLES A. Allgemeines Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 8 2 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des i n Frage stehenden Sachverhalts auf die Be- gründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf neue tatsächliche Vorbringen und r echtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittelverfahren vorgetragen werden (D ANIELA BRÜSCHWEILER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 82 N 9). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Berufungsgegenstand Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungs gericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. In casu liegt einzig ein e Berufung des Beschuldigten vor; die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerin haben wed er Berufung noch Anschlussberufung er- hoben. Mit der vorliegenden Berufung wird geltend g emacht, der Sachverhalt sei teilweise un- zutreffend festgestellt worden. Bestritten wird nam entlich das Vorliegen einer arglistigen Täu- schung sowie des subjektiven Tatbestandes. Sollte das Kantonsgericht das angefochtene Urteil i m Strafpunkt bestätigen, so wendet sich die Berufung des Beschuldigten zudem gegen die vorinsta nzliche Strafzumessung, die Anordnung der Bewährungshilfe, den Zivilanspruch der Privatkl ägerin sowie die Kosten- und Entschädi- gungsfolgen. Nicht angefochten werden Ziffer 5 (Honorar der amtlichen Verteidigerin) und Ziffer 6 (Honorar des unentgeltlichen Rechtsvertreters der Privatklägerin) des vorinstanzlichen Er- kenntnisses. C. Gewerbsmässiger Betrug 1. Tatsächliches 1.1 Zunächst ist hinsichtlich des weitgehend zugestande nen Sachverhaltes festzuhalten, dass auf die zutreffenden Erwägungen des Strafgerichts verwiesen werden kann (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 7–14; Art. 82 Abs. 4 StPO). Insbeson dere ist die Vorinstanz im Rahmen der Be- weiswürdigung auf den Seiten 11–14 des angefochtene n Urteils zu Recht zum Schluss ge- kommen, dass die Aussagen der Privatklägerin glaubh aft, authentisch und widerspruchsfrei sind, während diejenigen des Beschuldigten – soweit dieser den Sachverhalt bestreitet – nicht zu überzeugen vermögen. Das Beweisergebnis der Vorinstanz ist nach Ansicht des Kantonsge- richts gestützt auf die erhobenen Beweise nicht zu beanstanden und der angeklagte Sachver- halt demnach erstellt. Im Folgenden ergehen daher n ur insoweit Ausführungen zum Sachver- halt gemacht, als es aufgrund der Einwendungen des Beschuldigten erforderlich erscheint: a) Der Beschuldigte macht geltend, ihm seien die z wecks Erwerbs einer Eigentumswoh- nung angelegten Ersparnisse der Privatklägerin in d er Höhe von EUR 18'000. ‒ nicht bekannt gewesen. Anlässlich der Geschädigten-Vernehmung vom 3. Dezember 2013 bei der Polizeidi- rektion C.____ (Deutschland) gab die Privatklägerin zu Protokoll, sie habe den Beschuldigten im Dezember 2011 im Internet über Facebook bei eine m Pokerspiel kennengelernt. Im Januar 2012 habe er sie um finanzielle Hilfe für seine ang eblich in Geldschwierigkeiten steckende Re- paraturwerkstatt gebeten, wobei er zu diesem Zeitpunkt aufgrund ihrer Offenheit gewusst habe, dass sie eine Eigentumswohnung suche und mit erspartem Geld eine solche kaufen wollte. Der Beschuldigte habe jedoch vom Kauf einer Eigentumswo hnung, bis zwischen ihnen "alles richtig Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht laufen würde", abgeraten (act. 83). Die Privatkläge rin bekräftigte vor Strafgericht, dass der Be- schuldigte gewusst habe, dass sie über Erspartes ve rfügte und damit Wohneigentum habe er- werben wollen (act. 509). Gestützt auf diese glaubh aften Aussagen der Privatklägerin ist fest- zustellen, dass dem Beschuldigten bekannt war, dass die Privatklägerin eine Eigentumswoh- nung zu kaufen beabsichtigte. Dementsprechend konnt e er auf entsprechende grössere Er- sparnisse der Privatklägerin schliessen, was er auc h tat, wie seine kontinuierlichen Geldforde- rungen in der Folgezeit belegen. b) Der Beschuldigte wendet sodann ein, er habe die Privatklägerin teilweise um Beglei- chung von Geldschulden gebeten, welche real bestand en hätten (Zahlungen an das Betrei- bungsamt Waldenburg, Bussen, Handy- und Arztrechnun gen), weswegen nicht alle 33 Geld- überweisungen und Geldübergaben an unwahre Geschich ten gebunden gewesen seien. Vor den Schranken des Kantonsgerichts konnte sich der B eschuldigte allerdings auch auf mehrfa- ches Nachfragen hin nicht erinnern, jemals der Priv atklägerin eine Rechnung vorgelegt und diese in der Folge auch beglichen zu haben. Ebenfal ls konnte er sich nicht erinnern, ob er die von der Privatklägerin übergebenen EUR 200.– (nachd em er dem Betreibungsamt angeblich EUR 2‘299. ‒ zu überweisen hatte, die Privatklägerin ihm aber n ur mit EUR 200. ‒ aushelfen konnte) in der Folge tatsächlich dem Betreibungsamt überwies (vgl. Prot. KGer S. 4 und 6). Im Ergebnis steht zweifelsohne fest, dass der Beschuld igte keine der Privatklägerin vorgelegten Rechnungen je mit Geld der Privatklägerin bzw. je effektiv beglichen hat. c) Schliesslich stellt sich der Beschuldigte auf d en Standpunkt, es sei nicht korrekt, wenn die Vorinstanz davon ausgehe, die Privatklägerin ha be sich erstmals am 31. Januar 2012 in Schaffhausen mit ihm getroffen. Vielmehr habe an di esem Tag lediglich die erste Überweisung per Western Union stattgefunden. Es sei in casu som it bereits Geld überwiesen worden, bevor ein persönliches Treffen stattgefunden habe. Die Privatklägerin führte anlässlich der Geschädigten-Vernehmung vom 3. Dezember 2013 (vgl. act. 83) sowie in ihrer Strafanzeige vom 19. Novemb er 2013 (act. 297) aus, es sei bereits am 31. Januar 2012 zu einem ersten persönlichen Treffe n mit dem Beschuldigten gekommen. An- lässlich der Konfrontationseinvernahme vom 11. Nove mber 2014 erklärte sie, im Januar [2012] sei die Werkstatt angeblich schlecht gelaufen, wora ufhin sie dem Beschuldigten in Schaffhau- sen Geld gegeben habe (act. 273). Als unstimmig erw eisen sich die Aussagen der Privatkläge- rin vom 3. Dezember 2013 (vgl. act. 83) insofern, a ls sie eine Barübergabe schildert, sich je- doch aus den Akten ergibt, dass sie am 31. Januar 2 012 EUR 1‘425. ‒ (plus EUR 71.25 Spe- sen) an den Beschuldigten überwiesen hat (act. 169 sowie act. 333). Da in casu aber insgesamt 34 Überweisungen bzw. Barübergaben über einen Zeitr aum von 16 Monaten abgewickelt wur- de, erscheint es als nachvollziehbar, dass die Priv atklägerin sich an die Modalitäten der Geld- übertragung vom 31. Januar 2012 anlässlich ihrer Au ssage vom 3. Dezember 2013 (mithin fast ein Jahr später) nicht mehr genau erinnern konnte. An der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen ver- mag dies jedoch nichts zu ändern. Gestützt auf ihre Depositionen, auf welche in casu abzustel- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht len ist, fand das erste Treffen zwischen ihr und de m Beschuldigten am 31. Januar 2012 in Schaffhausen statt, wobei untermauernd feststeht, d ass der Beschuldigte am selben Tag um 10:33 Uhr, demnach kurz vor diesem Treffen, EUR 1‘4 25. ‒ plus EUR 71.25 Spesen von der Privatklägerin per Western Union erhielt. Insofern gilt es die Feststellungen der Vorinstanz zum Sachverhalt dahingehend zu präzisieren, dass die Ge ldüberweisung am 31. Januar 2012 be- reits kurz vor dem nachfolgenden persönlichen Treffen erfolgte. 1.2 Zusammengefasst vermag der Beschuldigte mit seinen Einwendungen nicht durchzu- dringen. Am vorinstanzlich erstellt erachteten Sach verhalt gilt es lediglich zu präzisieren, dass die Privatklägerin die erste Geldüberweisung in der Höhe von EUR 1‘425. ‒ plus EUR 71.25 Spesen kurz vor dem ersten Treffen mit dem Beschuldigten am 31. Januar 2012 tätigte. 2. Rechtliches 2.1 Gemäss Art. 146 Abs. 1 des Schweizerischen Strafge setzbuches (StGB, SR 311.0) macht sich des Betrugs unter anderem schuldig, wer in der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspie gelung oder Unterdrückung von Tatsa- chen arglistig irreführt und so den Irrenden zu ein em Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen anderen am Vermögen schädigt. 2.2 Als Täuschung gilt jedes Verhalten, das darauf ger ichtet ist, bei einem anderen eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung über o bjektiv feststehende, vergangene oder ge- genwärtige Tatsachen hervorzurufen. Die Täuschung i m Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB kann durch konkludentes Verhalten erfolgen. Betrug durch Unterlassen ist nur unter den Vor- aussetzungen eines unechten Unterlassungsdelikts st rafbar und mithin nur durch denjenigen Täter möglich, den gegenüber dem Geschädigten eine qualifizierte Rechtspflicht zum Handeln im Sinne einer Garantenpflicht trifft (Art. 11 StGB ). Vorliegend ist aufgrund des erstellten Sach- verhalts ersichtlich, dass der Beschuldigte die Pri vatklägerin über seinen Rückzahlungswillen sowie den Verwendungszweck des Geldes getäuscht hat , indem er ihr gegenüber hauptsäch- lich via Facebook- oder WhatsApp-Chat wahrheitswidr ige Angaben über seine finanziellen Ver- hältnisse, seinen physischen und psychischen Zustand, seine Familienverhältnisse sowie ande- re Tatsachen machte. Die jeweils frei erfundenen Sc hilderungen betrafen unter anderem die angeblich in finanziellen Schwierigkeiten steckende Autowerkstatt bzw. unbezahlte Rechnun- gen und offene Mitarbeiterlöhne der Werkstatt, Gläu biger, die ihn mit dem Leben bedrohten, mehrere Todesfälle von nahen Verwandten, Spitalkost en, Bussgelder oder Kautionen gegen drohende Gefängnisstrafen, Suizidalabsichten usw. D emnach ist das Vorliegen einer Täu- schung zu bejahen. 2.3 a) Im Weiteren erfordert der Straftatbestand des B etrugs, dass die Täuschung arglistig erfolgt ist. Arglist wird bejaht, wenn der Täter ei n ganzes Lügengebäude errichtet oder sich be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Arglis t wird aber auch schon bei einfachen fal- schen Angaben bejaht, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist oder wenn der Täter das Opf er von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieses di e Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlasse n werde. Das Merkmal ist nicht erfüllt, wenn das Täuschungsopfer den Irrtum mit einem Minde stmass an Aufmerksamkeit hätte ver- meiden können. Der Tatbestand erfordert aber nicht, dass das Opfer die grösstmögliche Sorg- falt walten lässt und alle erdenklichen Vorkehren t rifft, um den Irrtum zu vermeiden. Arglist scheidet nur bei Leichtfertigkeit des Opfers aus. B ei der Prüfung der Arglist ist nach der Recht- sprechung nicht darauf abzustellen, wie ein durchsc hnittlich vorsichtiger und erfahrener Dritter auf die Täuschung reagiert hätte. Vielmehr ist die Lage und Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall zu berücksichtigen (BGE 135 IV 76, E. 5.2; 128 IV 18, E. 3a; 126 IV 165, E. 2a; je mit Hinweisen). Besonderen Schutz erfahren diejenig en Opfer, die gegenüber dem Täter in ei- nem emotionalen Abhängigkeitsverhältnis stehen, sei dies aufgrund von Einsamkeit, sozialer Isolation oder einer Liebesbeziehung. Gerade solche Opfer sind in erhöhtem Masse für betrü- gerische Anstalten von Tätern, die das Vertrauen ih rer Opfer erschleichen und ihre Gefühle ausbeuten, empfänglich (vgl. H EIDI SÄGESSER , Opfermitverantwortung beim Betrug, ASR - Ab- handlungen zum Schweizerischen Recht Band/Nr. 799, 2014, N 206 mit zahlreichen Hinwei- sen). b) Der Beschuldigte macht geltend, das Tatbestands merkmal der Arglist sei vorliegend nicht gegeben. Die Privatklägerin habe schon bevor sie ihn persönlich getroffen oder überhaupt richtig gekannt habe, alleine gestützt auf seine An gaben die Bereitschaft gehabt, Vermögens- dispositionen zu seinen Gunsten vorzunehmen. Dieses Verhalten sei mehr als leichtfertig und könne nicht einfach durch den Umstand der Verliebtheit entschuldigt und zu seinen Lasten aus- gelegt werden. Vielmehr habe sich die Privatklägeri n dieses Verhalten im Sinne der Opfermit- verantwortung anrechnen zu lassen. Zudem habe er di e Privatklägerin nicht von einer Überprü- fung seiner Angaben abgehalten. Auch sei er den gel egentlich versuchten Nachfragen der Pri- vatklägerin nicht geschickt ausgewichen, wie ihm vo rgeworfen werde. Ein besonderes Vertrau- ensverhältnis, welches ihn hätte voraussehen lassen , dass die Privatklägerin eine Überprüfung unterlassen würde, setze eine enge Lebensgemeinscha ft voraus, welche vorliegend ohne wei- teres verneint werden könne. Zusammenfassend müsse das Vertrauen der Privatklägerin in die sie täuschenden Angaben als Leichtgläubigkeit gewertet werden. c) Die vom Beschuldigten getätigten Angaben stehen als wiederholte einfache Lügen da. Im vorliegenden Fall ergibt sich das Merkmal der Ar glist zunächst aber bereits aus der festge- stellten Täuschung über den Rückzahlungswillen, die eine innere Tatsache betrifft, die von der Privatklägerin nicht überprüft werden konnte. Sodann war sich der Beschuldigte darüber im Kla- ren, dass die Privatklägerin aufgrund ihrer persönl ichen Situation und Verliebtheit bzw. ihres Vertrauensverhältnisses zu ihm von einer Überprüfun g seiner Angaben absehen würde. In den Wochen nach dem Kennenlernen führten die Privatkläg erin und der Beschuldigte zahlreiche Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht und teilweise sehr lange Gespräche wie auch schrift liche Korrespondenz, via Telefon oder Fa- cebook- bzw. WhatsApp-Chat. Dieser rege tägliche Au stausch von Chat-Nachrichten über ei- nen beachtlichen Zeitraum zeugt klarerweise von ein em engen persönlichen Verhältnis zwi- schen dem Beschuldigten und der Privatklägerin, wes wegen es ihr aufgrund der emotionalen Einbindung schwerer fiel, dem Beschuldigten zu miss trauen. Die Privatklägerin war zudem auf- grund ihrer Verliebtheit und dem starken Wunsch nac h einer festen Beziehung in ihrer Fähig- keit, dem Beschuldigten und seiner Entourage zu mis strauen und sich selbst zu schützen, of- fensichtlich erheblich eingeschränkt, was dem Besch uldigten bewusst war. Des Weiteren er- schwerte er die Überprüfung seiner wahrheitswidrige n Angaben aktiv durch zusätzliche Lügen- geschichten. So machte er in zahlreichen Fällen zei tliche Dringlichkeit sowie schwerwiegende Folgen für sich selbst (z.B. drohende Gefängnisaufe nthalte, Betreibungen oder Krankheitsfol- gen) geltend. Ferner deutete er verschiedentlich an, die Beziehung zu beenden, falls die Privat- klägerin ihn nicht (weiter) finanziell unterstütze. Der Beschuldigte erreichte mit diesem gezielten Vorgehen, dass die Privatklägerin bis zur letzten G eldübergabe an seinen Rückzahlungswillen glaubte und hinsichtlich der Verwendung des Geldes ebenso auf die Beteuerungen des Man- nes, den sie liebte, vertraute. In Kenntnis der tat sächlichen Verhältnisse hätte die Privatklägerin das Insolvenzrisiko auf keinen Fall auf sich genomm en bzw. dem Beschuldigten kein Darlehen gewährt. Ferner ist der Umstand, dass der Beschuldi gte zunächst beim Kennenlernen der Pri- vatklägerin einen falschen Familiennamen verwendete , nicht von erheblichem Belang. Die Kenntnis des richtigen Familiennamens hätte die Pri vatklägerin nicht von ihren wiederholten Zahlungen an den Beschuldigten abgehalten. Mit der Vorinstanz kann im zeitlichen Ablauf die- ser Liebesbeziehung auch kein eigentlicher Wendepun kt erblickt werden, ab welchem die Arg- list verneint werden könnte, weil die Getäuschte mi t gebührender Aufmerksamkeit den Be- schuldigten mit seinen erfundenen Lügengeschichten hätte klar entlarven können und müssen. Folglich sind sämtliche angeklagten 33 Dispositione n vom Betrugstatbestand erfasst. Die De- liktssumme ist mit EUR 46‘499. ‒ und CHF 370. ‒ zu beziffern. d) Zusammengefasst liegt in casu Arglist zunächst vor, weil der Beschuldigte die Privatklä- gerin über innere Tatsache, die von ihr nicht überp rüft werden konnten, täuschte. Sodann hat die Privatklägerin in Anbetracht ihrer Verliebtheit und des aus ihrer Sicht bestehenden Vertrau- ensverhältnisses vorliegend nicht besonders leichtf ertig gehandelt, sodass die Opfermitverant- wortung der Bejahung der Arglist nicht entgegensteht. 2.4 Die arglistige Täuschung muss in der Folge zu eine m täuschungsbedingten Irrtum füh- ren. Es wird somit vorausgesetzt, dass der Getäusch te die vorgespiegelte Tatsache für wahr hält (G UNTHER ARZT , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 146 N 124). Ausserdem erfor- dert der Straftatbestand des Betrugs eine irrtumsbe dingte Vermögensdisposition. Der vorhan- dene Irrtum muss die Ursache dafür sein, dass der G etäuschte eine Vermögensverfügung trifft. Vermögensdisposition ist jedes Verhalten mit unmitt elbar vermögensmindernder Wirkung (GÜNTHER STRATENWERTH /W OLFGANG WOHLERS , Handkommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 146 N 8; GUNTHER ARZT , a.a.O., Art. 146 N 129). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht In casu erhellt, dass sowohl das Tatbestandsmerkmal des Irrtums als auch jenes der Vermö- gensdisposition erfüllt sind, was auch seitens der Parteien nicht bestritten wird. Durch die arglis- tigen Täuschungen des Beschuldigten entstand bei de r Privatklägerin jeweils ein entsprechen- der Irrtum und darauf basierend erfolgten Vermögens dispositionen, welche zu einem Vermö- gensschaden in der Höhe von EUR 46‘499 und CHF 370. ‒ führten. Der Motivationszusammen- hang ist somit ebenfalls zu bejahen. 2.5 In subjektiver Hinsicht erfordert der Betrug gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB Vorsatz und die Absicht ungerechtfertigter Bereicherung. Die Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, setzt voraus, dass der Täter einen u nrechtmässigen wirtschaftlichen Vorteil an- strebt. Die Bereicherung kann in jeder auch nur vor übergehenden geldwerten Besserstellung liegen. Das Bestehen von Rückerstattungs- oder Scha denersatzansprüchen schliesst das Vor- liegen einer Bereicherung nicht aus (G UNTHER ARZT , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 146 N 193 ff.; G ÜNTER STRATENWERTH /W OLFGANG WOHLERS , Handkommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 137 N 17; STEFAN TRECHSEL /D EAN CRAMERI , Praxiskommentar StGB, 2. Aufl. 2013, vor Art. 137 N 12 ff.). Der Beschuldigte war sich beim Aufbau des engen Vertrauensverhältnisses mit der Privatkläge- rin, bei seinen Lügen und Lügengeschichten, verbund en mit den Bitten um Geld und mit der Entgegennahme dieser hohen Beträge, sehr wohl bewus st, was er tat. Er erzählte der Privat- klägerin jeweils gezielt frei erfundene Geschichten , einzig mit der Absicht, sie zu täuschen und auf diese Weise immer mehr Geld von ihr erhältlich zu machen. Demnach handelte er mit direk- tem Vorsatz und mit Bereicherungsabsicht, womit das Verhalten des Beschuldigten den objekti- ven und subjektiven Tatbestand des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB erfüllt. 2.6 Hinsichtlich der Gewerbsmässigkeit, bezüglich wel cher vom Beschuldigten im Beru- fungsverfahren keine substantiierten Einwände erfol gten, kann wiederum auf die zutreffenden Erwägungen der Vorderrichter verwiesen werden (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 18 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Beschuldigte hat sich über einen Zeitraum von rund 14 Monaten darauf ein- gerichtet, durch die deliktische Handlung zusätzlic he Einkünfte zu erzielen, welche einen ent- scheidenden Beitrag (rund EUR 3‘200. ‒ pro Monat) an seine tatsächlichen Lebenshaltungskos- ten darstellten. 2.7 Entsprechend den obigen Ausführungen ist demnach de r vorinstanzliche Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Betrugs zu bestätigen und die Berufung des Beschuldigten in diesem Punkt abzuweisen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Strafzumessung 3.1.1 Ferner wendet sich der Beschuldigte gegen die vorin stanzliche Strafzumessung, wobei er für den Fall der Bestätigung des Schuldspruchs g eltend macht, die vom Strafgericht ausge- sprochene Freiheitsstrafe sei zu hoch. Namentlich s ei sein schlechter psychischer Gesund- heitszustand zu wenig berücksichtigt worden. 3.1.2 Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach de r Verwerflichkeit des Handelns, den Be- weggründen und Zielen des Täters sowie danach besti mmt, wie weit der Täter nach den inne- ren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gef ährdung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). Die Berufungsinstanz fällt ein neues Urteil (vgl. Art. 408 StPO) und hat die Strafe nach ihrem eigenen Ermessen festzusetzen. Unter dem Vorb ehalt des Verbots der "reformatio in peius" muss sie sich nicht daran orientieren, wie d ie erste Instanz die einzelnen Strafzumes- sungsfaktoren gewichtet (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014, E. 6.2). 3.2 Auszugehen ist beim gewerbsmässigen Betrug gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB von einem Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen. 3.3.1 a) Bei der objektiven Tatschwere ist zu prüfen, wie stark das strafrechtlich geschü tzte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist. Bei Vermögensstraftaten ist entscheidend auf den Deliktsbetrag bzw. auf die Höhe der angestrebte n Bereicherung abzustellen (BGer 6B_157/2014 vom 26. Januar 2015 E. 3.2). Von Bedeut ung ist auch die kriminelle Energie, wie sie durch die Tat und die Tatausführung offenbart w ird (BStGer SK.2014.30 vom 9. Dezember 2014 E. 6.3; H ANS WIPRÄCHTIGER /S TEFAN KELLER , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 47 N 90 ff.). b) Der Beschuldigte hat die Geschädigte mit einem relativ geschickten, systematischen, hartnäckigen und zielstrebigen Vorgehen zu insgesam t 33 Transaktionen von insgesamt EUR 46‘499. ‒ und CHF 370. ‒ bewogen. Dieser Deliktsbetrag steht für einen gewe rbsmässigen Betrug solcher Art als erheblich da. Das vom Beschu ldigten an den Tag gelegte Vorgehen of- fenbart in seiner Gesamtheit eine bedeutende krimin elle Energie und Dreistigkeit. Der Beschul- digte delinquierte über einen Zeitraum von rund 14 Monaten intensiv. Überdies erachtet es das Kantonsgericht als besonders verwerflich, dass der Beschuldigte die Privatklägerin, die als Bä- ckerin ein monatliches Einkommen von EUR 1‘800. ‒ erzielte, bewusst und rücksichtlos in arge finanzielle Schwierigkeiten brachte. Um dem Beschul digten in seinen jeweils vorgetäuschten finanziellen Notlagen zu helfen, kündigte diese ihr en Bausparvertrag und verschuldete sich bei ihrer Mutter und Drittpersonen. Ferner war sie aufg rund der Insistenz des Beschuldigten ge- zwungen, über ihr Vollzeitpensum hinaus weiteren Er werbstätigkeiten (Arbeit in einem Kran- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht kenhaus etc.) nachzugehen. Der Beschuldigte hingegen, der bei seinen Eltern wohnte und über eine monatlich ausgerichtete Invalidenrente von CHF 1‘567. ‒ verfügte, verwendete das Geld u.a. für Ferienreisen (act. 277), Shopping von Klei dern (act. 127) oder um auswärts essen zu gehen (act.127). Er hat sich somit über einen Zeitr aum von rund 14 Monaten darauf eingerich- tet, durch deliktisches Tun (zusätzliche) Einkünfte zu erzielen, welche einen entscheidenden Beitrag an seine tatsächlichen Lebenshaltungskosten darstellten. Die zu konstatierende Leicht- gläubigkeit der Privatklägerin ist zugleich Ausdruc k eines gesteigerten Vertrauens gegenüber dem Beschuldigten, sodass sich daraus in casu keine Reduktion des Verschuldens ergibt (vgl. HANS MATHYS , Leitfaden Strafzumessung, 2016 ., S. 34 N 71). Insgesamt ist unter Berücksichti- gung all dieser Aspekte das objektive Verschulden ( im Vergleich zu anderen denkbaren Tatva- rianten von gewerbsmässigem Betrug) als leicht bis mittelschwer einzustufen. 3.3.2 a) In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des (subjektiven) Verschuldens vorzu- nehmen. Es stellt sich somit die Frage, wie dem Tät er die objektive Tatschwere tatsächlich an- zurechnen ist. Dabei spielen grundsätzlich nebst de r Frage einer verminderten Schuldfähigkeit (Art. 19 StGB) das Motiv und weitere subjektive Ver schuldenskomponenten (zum Beispiel Art. 48 StGB) eine Rolle. Egoistische bzw. verwerfl iche Beweggründe, ein Handeln aus eige- nem Antrieb etc. wirken verschuldenserhöhend, währe nd beispielsweise ein Handeln mit Even- tualvorsatz (statt direktem Vorsatz), eine verminde rte Schuldfähigkeit, ein unvollendeter Ver- such oder die in Art. 48 StGB genannten Strafmilder ungsgründe verschuldensmindernd zu ge- wichten sind (vgl. HANS MATHYS , Leitfaden Strafzumessung, 2016, S. 181). b) Der Beschuldigte ist sich seiner Handlungen seh r wohl bewusst gewesen; er hat mithin die Taten direktvorsätzlich begangen. Hinsichtlich des Motivs ist festzustellen, dass der Be- schuldigte aus rein finanziellen Überlegungen und u m des persönlichen Profites willen delin- quierte. Eine finanzielle Notlage lag nicht vor. Di e subjektive Schwere der Tat vermag das ob- jektive Tatverschulden demzufolge gesamthaft nicht zu mindern. 3.4 Gestützt auf diese Erwägungen ist im Hinblick auf den Straftatbestand des gewerbs- mässigen Betrugs insgesamt von einem leichten bis mittelschweren Verschulden auszugehen. 3.5 Das Strafgericht hat das Vorleben und die persönli chen Verhältnisse des Beschuldigten im Strafurteil zutreffend dargelegt, worauf an dies er Stelle grundsätzlich zu verweisen ist (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 21; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänz- te der Beschuldigte zu seinen persönlichen und finanziellen Verhältnissen, dass er seit 4 Mona- ten mit einer 20-jährigen in Schaffhausen wohnhafte n Schweizerin mit albanischen Wurzeln liiert sei. Zudem habe er über die Invalidenversich erung eine Anstellung erhalten, welche er vom 23. Oktober 2017 bis zum 3. November 2017 in D.____ ausüben werde. Ab dem 31. Okto- ber 2017 wolle er sich überdies einer psychotherape utischen Behandlung unterziehen. Vorlie- gend ist festzustellen, dass der Beschuldigte nach wie vor in hohem Ausmass von seinen Eltern abhängig ist und unter stark einschränkenden phobischen Ängsten, Konzentrationss törungen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht sowie unter einer posttraumatischen Belastungsstöru ng, welche sich in Flashbacks, Schlaflo- sigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen äu ssert, leidet . Ausserdem wurde beim Be- schuldigten eine eingeschränkte Intelligenz gutacht erlich festgestellt (act. 6.27 ff., act. 35 ff.). Das Vorleben des Beschuldigten als Flüchtling aus e inem Kriegsgebiet mit traumatischen Er- lebnissen sowie seine daraus resultierenden erhebli chen schulischen und psychischen Proble- me in der Jugendzeit sowie sein immer noch schlecht er Gesundheitszustand sind mit der Vor- instanz in geringem Masse strafmindernd zu berücksichtigen. 3.6 Eine wirkliche Reue und Einsicht, die strafmilder nd zu berücksichtigen wäre, war beim Beschuldigten während des ganzen Verfahrens nicht z u erkennen. Zudem hat dieser seit der Verhandlung vor Strafgericht nicht einmal ein Kleinstbetrag an die Privatklägerin zurückbezahlt. 3.7 Die Gesamtbewertung der Täterkomponenten zeigt, d ass die festgelegte hypothetische verschuldensangemessene Strafe leicht zu reduzieren und auf 21 Monate Freiheitsstrafe fest- zusetzen ist, was mit der Formulierung des Verschul dens (vgl. II.3.4) auch begrifflich im Ein- klang steht. 3.8 Ferner hat die Vorinstanz unter Darlegung der theo retischen Grundlagen zu Recht eine Verletzung des Beschleunigungsgebots festgestellt (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 21 f., E. II.2.5). Unter Verweis auf die zutreffenden Erwägungen des S trafgerichts, ist die angemessene Strafe um rund drei Monate auf 18 Monate zu reduzieren (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 21 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 3.9 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Strafe in de r Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht als notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). In formeller Hinsicht ist in Anbetracht der Strafhöhe der bedingte Vollzug der auszusprechenden Freiheits strafe möglich. Aufgrund der gesetzlichen Regelung über den bedingten Vollzug der Strafen wir d eine günstige Prognose vermutet. Die Vermutung kann jedoch widerlegt werden, wofür das G esamtbild der Täterpersönlichkeit mass- gebend ist. Zu beachten sind die Tatumstände, das V orleben, der Leumund und alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter d es Täters und die Aussichten seiner Be- währung zulassen (BGE 136 IV 1 ff.). Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft und auch sonst sind keine ausreichenden Gründe ersichtlich, nicht von einer günstigen Prognose auszugehen. Des- halb ist ihm für die auszufällende Freiheitsstrafe der bedingte Strafvollzug zu gewähren. Weil überdies vorliegend keine Umstände erkennbar sind, welche eine Verlängerung der gesetzli- chen Minimaldauer der Probezeit rechtfertigen würde n, ist gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB eine Probezeit von zwei Jahren anzusetzen. 3.10 Der Beschuldigte wendet sich sodann gegen die Anor dnung einer Bewährungshilfe und macht geltend, er habe sich seit den hier zu beurte ilenden Vorfällen wohl verhalten. Es seien somit keine Gründe für die Anordnung einer Bewährun gshilfe ersichtlich. Weder gelte es einen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rückfall zu verhindern, noch könne argumentiert wer den, dass damit die öffentliche Sicherheit gefährdet werde. Er sei überdies nicht nur in einem gut funktionierenden familiären Umfeld ein- gebettet, sondern werde auch eng von der kantonalen IV-Stelle begleitet. Die Anordnung der Bewährungshilfe erweise sich daher nicht als nötig und in diesem Sinn als unverhältnismässig. Mit der Bewährungshilfe sollen gemäss Art. 93 Abs. 1 StGB die betreuten Personen vor Rück- fälligkeit bewahrt und sozial integriert werden. Sie verfolgt somit spezialpräventive Ziele. Die für die Bewährungshilfe zuständige Behörde leistet und vermittelt die hierfür erforderliche Sozial- und Fachhilfe (vgl. M ARTINO IMPERATORI , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 93 N 4 ). Die Verhältnisse des Beschuldigten erscheinen vorli egend immer noch als wenig gefestigt. Er befindet sich nach wie vor in einer psychisch, sozi al und beruflich instabilen Situation (vgl. Prot. KGer S. 2). Bei dieser Sachlage erweist sich die An ordnung einer Bewährungshilfe zur sozialen und beruflichen Integration durchaus als angebracht , zumal diese den Beschuldigten voraus- sichtlich spezifischer vor Rückfälligkeit bewahren kann als die kantonale IV-Stelle. Demnach ist die in Anwendung von Art. 44 Abs. 2 und Art. 93 StG B für die Dauer der Probezeit angeordnete Bewährungshilfe zu bestätigen. III. Z IVILFORDERUNG 1.1 Gestützt auf Art. 41 Abs. 1 OR wird zum Ersatz verp flichtet, wer einem anderen wider- rechtlich Schaden zufügt, sei es aus Absicht oder a us Fahrlässigkeit. Gemäss Art. 42 Abs. 1 OR hat den Schaden zu beweisen, wer Schadenersatz b eansprucht (M ARTIN A. KESSLER , Bas- ler Kommentar, Obligationenrecht I, 6. Auflage 2015 , Art. 47 OR N 1 ff.). Gemäss Art. 122 Abs. 1 StPO kann die geschädigte Person zivilrechtl iche Ansprüche aus der Straftat als Privat- klägerschaft adhäsionsweise im Strafverfahren gelte nd machen. Seiner Natur nach ist der Ad- häsionsprozess ein in den Strafprozess integrierter Zivilprozess, für den aufgrund der Beson- derheit in mancherlei Hinsicht besondere Regeln gelten. Der Adhäsionsprozess folgt zwar nach herrschender Lehre grundsätzlich zivilprozessualen Regeln, doch bewirkt die Verbindung mit dem Strafverfahren, dass er sich primär nach den en tsprechenden Bestimmungen der StPO richtet. Nur soweit Lücken bestehen, sind zivilproz essuale Regelungen und Grundsätze an- wendbar. Die Würdigung des Sachverhaltes hat im Rah men der zivilrechtlichen Tatbestandse- lemente, namentlich von Art. 41 ff. OR, zu erfolgen . Ansprüche aus der Straftat sind insbeson- dere solche, welche sich auf deliktische Anspruchsg rundlagen stützen; in erster Linie sind es Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche aus unerlau bter Handlung gemäss Art. 41 ff. OR (vgl. ANNETTE DOLGE , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 122 St PO N 9, N 32 und N 66, mit Hinweisen). In Anwendung von Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO entscheidet das Gericht über die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht. Nach Abs. 2 lit. b von Art. 126 StPO wird hingegen die Zivilk lage auf den Zivilweg verwiesen, wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend begründet oder beziffert hat. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 a) A.____ hat sich im Strafverfahren als Privatklä gerin konstituiert (act. 77, act. 295) und adhäsionsweise Zivilansprüche in der Höhe von EUR 4 6‘499. ‒ und CHF 370. ‒ gegen den Be- schuldigten geltend gemacht. In casu ist, wie in de n obigen Erwägungen festgestellt wurde, der Beschuldigte des gewerbsmässigen Betrugs zum Nachte il der Privatklägerin schuldig zu spre- chen. b) Im Zivilpunkt ist festzustellen, dass der Besch uldigte durch Betrugshandlungen wider- rechtlich und vorsätzlich einen Vermögensschaden zu m Nachteil der Privatklägerin verursacht hat. Es liegt dementsprechend ein Anspruch aus uner laubter Handlung gemäss Art. 41 ff. OR (Schaden, Kausalität, Widerrechtlichkeit, Verschuld en) ohne Weiteres vor. Die Privatklägerin hat hinsichtlich der Schadenshöhe sämtliche Posten detailliert aufgeführt (vgl. act. 335), wobei keine der von ihr genannten Überweisungen bzw. Geldübergaben vom Beschuldigten substanti- iert bestritten werden können. In den Akten findet sich zunächst eine handschriftliche Auflistung der Privatklägerin, welche die von ihr dem Beschuld igten ausbezahlten Geldsummen inkl. Da- tums- sowie Ortsangaben sowie Art der Überweisung e nthält (act. 93 ff.). Die von ihr aufgeführ- ten 33 Positionen ergeben einen Gesamtbetrag von EU R 46‘499 und CHF 370. ‒, welchen sie dem Beschuldigten überwiesen bzw. übergeben hat. Eb enfalls notiert sind die Gründe für die Barübergaben bzw. Geldüberweisungen sowie die vom B eschuldigten vorgebrachten Erklärun- gen, welche mit den von ihr genannten Motiven übere instimmen. Die Angaben der Privatkläge- rin werden ausserdem belegt durch weitere Dokumente , namentlich die Überweisungsbelege der Western Union (act. 303 bis 331) sowie der ausgewerteten umfangreichen Chat-Protokollen zwischen ihr und dem Beschuldigten (vgl. Ordner: Ak tenbeilage). Gestützt auf die genannten Beweise sowie die glaubhaften Depositionen der Priv atklägerin ist im vorliegenden Fall ein durch den Beschuldigten verursachter Vermögensschad en zum Nachteil der Privatklägerin im von ihr geltend gemachten Umfang erstellt. Dementsp rechend ist Beschuldigte dazu zu verur- teilen, der Privatklägerin EUR 46‘499. ‒ und CHF 370. ‒ zu bezahlen. IV. K OSTEN a) Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah- rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegen s. Vorliegend ist die Berufung des Be- schuldigten vollumfänglich abzuweisen. Entsprechend diesem Ausgang werden die Verfah- renskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von CHF 5‘150. ‒, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 5‘000. ‒ (§ 12 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte, GebT; SGS 170.31) sowie Auslagen von CHF 150. ‒, dem Beschuldigten auferlegt. b) Vorliegend geht aus den Verfahrensakten hervor, dass der Berufungskläger über eine monatliche IV-Rente von rund CHF 1'567. ‒ und über kein namhaftes Vermögen verfügt, wes- halb die Mittellosigkeit des Berufungsklägers zu bejahen ist. Auch liegt ein Fall von notwendiger Verteidigung vor, weil die Staatsanwaltschaft vor Kantonsgericht aufgetreten ist. Demzufolge ist Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem Beschuldigten die amtliche Verteidigung mit Adv okatin Martina Horni für das Rechtsmittel- verfahren zu bewilligen. Der eingesetzten Advokatin ist ein Honorar gemäss der Honorarnote vom 22. September 2015 in der Höhe von CHF 4‘384. ‒ (inkl. Auslagen) zuzüglich 8% Mehr- wertsteuer (CHF 350.70), somit insgesamt CHF 4‘734. 70, aus der Gerichtskasse auszurichten. Der Beschuldigte ist, sobald es seine wirtschaftlic hen Verhältnisse erlauben, verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Differenz zwischen dieser Entschädigung und dem vol len Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). c) Mit Verfügung vom 27. März 2017 wurde der Priva tklägerin die unentgeltliche Rechts- pflege mit Rechtsanwalt Peter Messmer als Rechtsbei stand für das zweitinstanzliche Beru- fungsverfahren bewilligt. Das Kostendach für die Ve rbeiständung der Privatklägerin wurde (inkl. einer etwaigen Teilnahme an der Berufungsverhandlun g) auf CHF 650. ‒ (inkl. Auslagen) fest- gesetzt. In diesem Umfang ist Rechtsanwalt Peter Me ssmer für das Berufungsverfahren ein Honorar aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landscha ft vom 18. November 2016, aus- zugsweise lautend: "1. a) a) B.____ wird des gewerbsmässigen Betrugs schuldig erklärt und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 18 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, in Anwendung von Art. 146 Abs. 2 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB so- wie Art. 44 Abs. 1 StGB. b) Gemäss Art. 44 Abs. 2 (und Art. 93) StGB wird für die Dauer der Probezeit Bewährungshilfe angeordnet. 2. Der Beurteilte wird dazu verurteilt, A.____ 4 6‘499.00 Euro und Fr. 370.00 zu bezahlen. 3. Der Beurteilte wird dazu verurteilt, A.____ g emäss Art. 433 Abs. 1 StPO eine Entschädigung in Höhe von 960.00 Euro zu bezahlen. 4. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorverfah- rens von Fr. 2‘331.00 und der Gerichtsgebühr von Fr. 8‘000.00. B.____ trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO. 5. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin, Advo katin M. Horni, in Höhe von Fr. 7‘197.75 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwe rtsteuer) wird unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung von B.____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse entrichtet. 6. Über das Honorar des unentgeltlichen Rechtsve rtreters der Pri- vatklägerin wird separat entschieden." wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten vollumfänglich bestä- tigt. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahren s in der Höhe von CHF 9‘000. ‒, zuzüglich Auslagen von CHF 100. ‒, gehen zu Lasten des Be- schuldigten. Der amtlichen Verteidigerin des Beschuldigten, Ad vokatin Martina Horni, wird für das Berufungsverfahren ein Honorar in der Höhe von CHF 4‘384. ‒ (inkl. Auslagen) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer (CHF 350.70), somit insgesamt CHF 4‘734.70, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte ist, sobald es seine wirtschaftlic hen Verhältnisse erlauben, verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Ve rteidigung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Differenz zwisch en dieser Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). Dem unentgeltlichen Rechtsbeistand der Privatkläg erin, Rechtsanwalt Peter Messmer, wird für das Berufungsverfahren ein Honora r in der Höhe von pau- schal CHF 650. ‒ (inkl. Auslagen) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsident Enrico Rosa Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger