A bteilung V E -6248/2007 {T 0/2} U rte il v o m 9 . O k to b e r 2 0 0 7 R ichter Beat W eber (Vorsitz), R ichter Vito Valenti, R ichterin Therese Kojic, G erichtsschreiberin Barbara Balm elli. A._______, Kongo (Kinshasa), G esuchsteller, gegen B undesverw altungsgericht (B VG er), Postfach, 3000 Bern 14. Asyl und W egw eisung (R evision); U rteil des Bundesverw altungsgerichts vom 14. August 2007 / N _______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandE -6248/2007 D as B undesverw altungsgericht stellt fest und erw ägt: dass der G esuchsteller am 7. M ai 2007 in der Schw eiz ein Asylgesuch einreichte, dass das Bundesam t für M igration (BFM ) das G esuch m it Verfügung vom 8. Juni 2007 abw ies und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug anordnete, dass der G esuchsteller gegen diese Verfügung m it Eingabe vom 7. Juli 2007 (Poststem pel) beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde ein- reichte, unter anderem die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss A rt. 65 Abs. 1 Vw VG beantragte, dass die Instruktionsrichterin m it Zw ischenverfügung vom 17. Juli 2007 das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege abw ies und dem G esuchsteller Frist bis zum 2. August 2007 zur Leistung ei- nes Kostenvorschusses setzte, dass am 27. Juli 2007 die Zw ischenverfügung vom 17. Juli 2007 beim Bundesverw altungsgericht m it dem Verm erk „nicht abgeholt“ einging, dass innert der angesetzten Frist der Kostenvorschuss nicht geleistet w urde, dass das Bundesverw altungsgericht in der Folge m it U rteil vom 14. Au- gust 2007 auf die Beschw erde nicht eintrat, dass der G esuchsteller m it Eingabe vom 7. Septem ber 2007 (Post- stem pel: 10. Septem ber 2007) um Aufhebung des U rteils vom 14. Au- gust 2007 und W iederaufnahm e des Beschw erdeverfahrens ersuchte, dass er zur Begründung ausführte, er habe die Zw ischenverfügung vom 17. Juli 2007 nie erhalten, da sie an seine ehem alige Adresse „Zentrum B._______, C ._______“ adressiert gew esen sei, er indes bereits seit dem 12. Juli 2007 an der D ._______ in E._______ w ohnhaft sei, dass seines W issens die zuständige kantonale Behörde die Adressän- derung bereits vor dem Ergehen der Zw ischenverfügung vom 17. Juli S eite 2E -6248/2007 2007 dem BFM und dem Bundesverw altungsgericht kom m uniziert habe, dass im Ü brigen auch das U rteil des Bundesverw altungsgerichts vom 14. August 2007 noch an seine ehem alige Adresse, dem gegenüber das Schreiben des BFM vom 16. August 2007 an seine neue Anschrift zugestellt w orden sei, dass es sich bei der Eingabe vom 7. Septem ber 2007 nicht um ein G e- such um W iederherstellung der Beschw erdefrist im Sinne von A rt. 24 Vw VG handelt, w ie der G esuchsteller sinngem äss geltend m acht, son- dern um ein Begehren um R evision des U rteils des Bundesver- w altungsgerichts vom 14. August 2007, zum al die gerügte m angelhafte Eröffnung/Zustellung der Zw ischenverfügung vom 17. Juli 2007 in Ana- logie zu A rt. 50 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BG G , SR 173.110) nicht G egenstand einer W iederherstellung sein kann (vgl. W ortlaut von A rt. 50 BG G ; JEAN -FR AN C O IS PO U D R ET, C om m entaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, Band I, Bern 1990, A rt. 35, S. 239), dass das Bundesverw altungsgericht gem äss A rt. 45 des Verw altungs- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) zuständig ist für die R evision von Entscheiden des Bundesverw altungsgerichts, dass dabei sinngem äss die A rtikel 121 bis 128 des Bundesgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 (BG G , SR 173.110) zur Anw endung gelan- gen, dass das Bundesverw altungsgericht in der R egel R evisionsgesuche in der Besetzung m it drei R ichtern oder R ichterinnen entscheidet, sofern das R evisionsgesuch nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters be- ziehungsw eise der Einzelrichterin fällt (A rt. 21 Abs. 1 VG G ; A rt. 23 VG G i.V.m . A rt. 111 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]), dass der G esuchsteller vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenom m en hat, durch das U rteil des Bundesverw altungsgerichts vom 14. August 2007 besonders berührt ist, ein schutzw ürdiges Interesse an dessen Aufhebung beziehungsw eise Änderung hat und daher zur Einreichung des G esuches legitim iert ist (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 [Vw VG , SR 172.021]), S eite 3E -6248/2007 dass im vorliegenden Fall als R evisionsgrund sinngem äss geltend ge- m acht w ird, das G ericht habe in den Akten liegende erhebliche Tat- sachen aus Versehen nicht berücksichtigt (A rt. 121 Bst. d BG G i.V.m . A rt. 45 VG G ) und dieser R evisionsgrund auch in genügender W eise substanziiert w ird, dass das R evisionsgesuch frist- und form gerecht eingereicht w urde, m ithin darauf einzutreten ist, dass der G esuchsteller am 7. Juli 2007 (Poststem pel) die Beschw erde gegen die Verfügung des BFM vom 8. Juni 2007 versehen m it der Ad- resse in C ._______ zu H anden des Bundesverw altungsgerichts der Post übergab, dass aufgrund der Akten festzustellen ist, dass die kantonalen Behör- den am 12. Juli 2007 die neue Adresse des G esuchstellers im Auper verm erkten und som it dem BFM und dem Bundesverw altungsgericht zugänglich m achten, dass die kantonalen Behörden som it ordnungsgem äss die Adress- änderung verm erkt haben, dass Abklärungen durch das Bundesverw altungsgerichts beim Zent- rum B._______ ergeben haben, dass seitens des Zentrum s die Post w eitergeleitet w erde, w enn sich ein Asylgesuchsteller nicht m ehr im Zentrum aufhalte, w obei in der R egel die neue Adresse auf den B rief- um schlag m it der alten Adresse aufgeklebt w erde, dass vorliegend die alte Adresse nicht überklebt oder anderw eitig durch die neue Adresse ersetzt w urde, da die Sendung m it dem Ver- m erk „nicht abgeholt“ dem Bundesverw altungsgericht retourniert w ur- de, som it festzustellen ist, dass das Zentrum die Zw ischenverfügung des Bundesverw altungsgerichts vom 17. Juli 2007 vorliegend nicht w eitergeleitet hat, dass insow eit festzustellen ist, dass dem G esuchsteller offensichtlich kein Verschulden angelastet w erden kann, dass auch festzuhalten ist, dass letztlich das Bundesverw altungs- gericht vor dem Versand der Zw ischenverfügung vom 17. Juli 2007 nochm als die aktuelle Adresse des G esuchstellers hätte überprüfen können, S eite 4E -6248/2007 dass dem nach festzustellen ist, dass das Bundesverw altungsgericht vorliegend eine ihm zugängliche und som it aktenkundige erhebliche Tatsache aus Versehen nicht berücksichtigt hat, dass bei dieser Sachlage das U rteil des Bundesverw altungsgerichts vom 14. August 2007 aufzuheben und das Beschw erdeverfahren w ie- der aufzunehm en ist, dass sich der G esuchsteller som it bis zum Abschluss des Beschw er- deverfahrens in der Schw eiz aufhalten kann (A rt. 42 Abs. 1 AsylG ), dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dem G esuchsteller keine Kosten aufzuerlegen sind, dass obsiegende Parteien Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erw achsenen notw endigen und verhältnism ässig hohen Kos- ten haben (A rt. 64 Abs. 1 Vw VG , A rt. 7 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2] i.V.m . A rt. 16 Abs. 1 Bst. a VG G ), dass dem nicht vertretenen G esuchsteller aus dem vorliegenden Ver- fahren keine verhältnism ässig hohen Kosten entstanden sind, w eshalb ihm keine Parteientschädigung auszurichten ist. S eite 5E -6248/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D as R evisionsgesuch w ird gutgeheissen. 2. D as U rteil des Bundesverw altungsgerichts vom 14. August 2007 w ird aufgehoben. 3. D as Beschw erdeverfahren w ird w ieder aufgenom m en; der G esuchstel- ler kann den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten. 4. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 5. Es w ird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 6. D ieser Entscheid geht an: - den G esuchsteller (eingeschrieben) - die Vorinstanz (R ef-N r. N _______; per Kurier) - F._______ D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Beat W eber Barbara Balm elli Versand: S eite 6