Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Januar 2017 (720 16 208 / 23) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Abweisung der Beschwerde. Die IV-Stelle hat sich zu Recht auf das Gutachten von Dr. E.____ vom 18. Oktober 2015 gestützt und dement sprechend das Rentenrevisionsge- such der Versicherten mangels erheblicher Verschlechterung des Gesundheitszustandes abgelehnt. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Beat Hersberger, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Katrin Plattner, Behin- dertenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Die 1979 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Sep tember 2002 bis zum 31. August 2006 als Kleinkinderzieherin beim Kinderhort B.____ in X.____ angestellt. Am 8. Januar 2007 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf zahl reiche Beschwerden (unter anderem Migrä- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ne, Schlaflosigkeit, Bauch- und Rückenschmerzen, Selbstmordg edanken, Müdigkeit, fehlendes Selbstwertgefühl, Hautausschläge, Übelkeit sowie Buli mie) bei der Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle d as Kantons Basel-Landschaft (IV- Stelle) klärte in der Folge die erwerblichen und gesu ndheitlichen Verhältnisse ab und sprach A.____ nach erfolglos durchgeführten beruflichen Massnahmen mit Verfügung vom 6. Mai 2009 rückwirkend ab 1. Januar 2007 eine halbe Invalidenrente zu. Die halbe IV-Rente wurde im wei- teren Verlauf mehrmals bestätigt, zuletzt am 5. Dezember 2012. A.2 Am 11. Februar 2015 (Eingang) beantragte A.____ eine Rentenrevision. Sie sehe sich gesundheitlich ausser Stande, einer Arbeitstätigkeit n achzugehen. Nach Abklärung der erwerb- lichen und gesundheitlichen Verhältnisse sowie nach Dur chführung des Vorbescheidverfahrens verfügte die IV-Stelle am 3. Juni 2016 die Ablehnung des Revisionsgesuchs. Der Gesundheits- zustand der Versicherten sei unverändert, weshalb weite rhin die halbe IV-Rente ausgerichtet werde. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Katrin Pla ttner, Behindertenforum, am 27. Juni 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Lan dschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die Verfügung vom 3. Juni 2016 sei aufzu- heben. Es sei ihr ab dem 1. Februar 2015 eine ganze R ente auszurichten. Eventualiter seien zur Klärung des medizinischen Sachverhalts seitens des Gerichts ein psychiatrisches sowie ein neurologisches Obergutachten einzuholen. Gestützt auf Ar t. 78 Abs. 3 IVV seien Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und lic. phil . D.____, Fachpsychologin für Psy- chotherapie, die Kosten für die Erstellung der ärztliche n bzw. neuropsychologischen Berichte vom 12. Juni 2016 bzw. 26. Februar 2016 zu vergüten. Zu diesem Zweck sei Dr. C.____ und lic. phil. D.____ die Möglichkeit zur Einreichung der Honorarrechnung einzuräumen. In verfah- rensmässiger Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin, es sei ihr die unentgeltliche Pro- zessführung zu bewilligen; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte sie im Wesent- lichen vor, dass auf das Gutachten von Dr. med. E.____, F MH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 18. Oktober 2015 aus verschiedenen Gründen nicht abge stellt werden könne. Hingegen sei auf die Berichte von Dr. C.____ sowie lic. phil. D .____ abzustellen. Dementsprechend sei davon auszugehen, dass sich ihr Gesundheitszustand seit der ursprünglichen Rentenzusprache vom 6. Mai 2009 drastisch verschlechtert habe und sie aktuel l keinem Arbeitgeber im ersten Arbeitsmarkt mehr zumutbar sei. Es sei damit zweifellos von einer vollständigen Arbeitsunfähig- keit auszugehen. Mit Blick auf die Angaben des behandel nden Psychiaters, Dr. C.____, dass sich ihr Gesundheitszustand seit dem 13. Januar 2014 anhaltend verschlechtert habe sowie mit Blick auf die Tatsache, dass sie das Revisionsbegehren am 11. Februar 2015 eingereicht habe, sei ihr gestützt auf Art. 88a Abs. 2 IVV und Art. 88bis Abs. 1 Bst. a IVV ab dem 1. Februar 2015 eine ganze Rente auszurichten. C. Mit Verfügung vom 30. Juni 2016 bewilligte das Ka ntonsgericht der Beschwerdeführe- rin die unentgeltliche Prozessführung. D. In ihrer Vernehmlassung vom 18. August 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Besch werdeführerin mit Replik vom 19. September 2016 und die Beschwerdegegnerin mit Du plik vom 26. Oktober 2016 an ihren eingangs gestellten Rechtsbegehren fest. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 27. Juni 201 6 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternati- ve Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 5. Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob die IV -Stelle das Rentenrevisionsbegehren der Versicherten zu Recht mangels erheblicher Veränderu ng bzw. Verschlechterung des Ge- sundheitszustandes abgelehnt hat. 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 5.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Ur teil J. des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E . 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 6. Mai 2009 rückwirke nd ab 1. Januar 2007 bei einem In- validitätsgrad von 58 % eine halbe Rente zu. Im Laufe des nachfolgenden Rentenbezugs der Versicherten bestätigte die IV-Stelle mehrfach die halb e IV-Rente; zuletzt am 5. Dezember 2012. Am 11. Februar 2015 (Eingang) beantragte die Versicherte die Durchführung einer Ren- tenrevision, weil sich ihr Gesundheitszustand massgeblich ver schlechtert habe. Zeitliche Ver- gleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 3. Juni 2016 allenfalls eine Änderung i n den tatsächlichen Verhältnissen einge- treten ist, die eine revisionsweise Erhöhung der bis anhin ausgerichteten halben IV-Rente recht- fertigt, bildet demnach die Situation, wie sie gemäss der ursprünglichen Verfügung vom 6. Mai 2009 bestand. 6. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesund heitszustand und – damit einher- gehend – der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versicherte n tatsächlich, wie von ihr geltend ge- macht, seit Mai 2009 in einer anspruchserheblichen Weise verschlechtert haben. 6.1 Im Rahmen der ursprünglichen Rentenzusprache stützt e sich die IV-Stelle bei der Be- urteilung des medizinischen Sachverhalts insbesondere auf das von ihr eingeholte (internisti- sche/allgemeinmedizinische, psychiatrische sowie neurologische) Gutachten der F.____ GmbH vom 26. Januar 2009. Darin wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: Eine emotional instabile Persönlichkeitsstöru ng, Borderline-Typus (ICD-10 F60.31) so- wie eine Migräne mit vorwiegend visueller Aura (ICD-10 G43.2). Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden Kopfschmerzen vom Span nungstyp (ICD-10 G44.2), eine all- gemeine Hypermobilität des Bewegungsapparates (ICD -10 M35.7) sowie ein fortgesetzter Ni- kotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F17.1) festge stellt. Zur Arbeitsfähigkeit in der an- gestammten Tätigkeit hielten die Gutachter fest, dass d ie Versicherte eine Lehre als Kleinkin- derzieherin abgeschlossen und auf diesem Beruf gearbeit et habe. Im Vordergrund stehe die psychische Problematik mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit . Bei der psychiatrischen Untersu- chung sei die Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus gestellt worden. Dadurch sei die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Klein- kinderzieherin wie auch in jeder anderen Tätigkeit, welche eine emotionale Zusammenarbeit mit anderen Menschen beinhalte, zu 100% arbeitsunfähig. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in ande- ren Tätigkeiten wurde ausgeführt, dass die Versicherte aus psychiatrischer Sicht für eine reine Sachtätigkeit ausserhalb des pädagogisch-emotional-sozialen Bereichs zu 50% arbeitsfähig sei. Bei der neurologischen Untersuchung seien die Diagnosen einer Migräne mit vorwiegend visu- eller Aura und Spannungskopfschmerzen gestellt worden. Aufgrund der Häufigkeit der Migrä- neanfälle von ein- bis zweimal pro Woche sei die Arbe itsfähigkeit aus neurologischer Sicht für die angepasste Tätigkeit um 20% vermindert. Die intern istischen und anderweitigen somati- schen Befunde und Diagnosen hätten keinen Einfluss auf di e Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der körperlichen Konstitution mit allgemeiner Hypermobilit ät seien der Beschwerdeführerin körper- lich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeiten nicht zumutbar. Zusammengefasst sei die Versicherte aus polydisziplinärer Sicht für die Verwe istätigkeit zu 50% arbeits- und leis- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungsfähig, idealerweise in einem höheren Pensum mit vermehrten Pausen realisierbar. Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer und aus neurologi scher Sicht könne nicht kumuliert wer- den, da dieselben Zeitabschnitte für die vermehrt not wendigen Pausen bzw. Arbeitsausfälle genutzt werden könnten. 6.2 Medizinische Grundlage der im vorliegenden Verfahre n angefochtenen Verfügung vom 3. Juni 2016 bildet im Wesentlichen das von der IV-St elle in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten von Dr. E.____ vom 18. Oktober 2015. Darin wu rde folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten: Eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31). Als Diagnose ohne Au swirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig rem ittiert (ICD-10 F33.4), festgestellt. Un- ter dem Abschnitt „Psychiatrischer Befund inkl. Persönlichke it“ führte Dr. E.____ aus, die Versi- cherte erweise sich bei klarem Bewusstsein, zeitlich, örtli ch und autopsychisch voll orientiert. Der Gedankengang entfalte sich formal geordnet, inhaltlich unauffällig. Hinweise für ein psycho- tisches Geschehen könnten nicht beobachtet werden, insbesond ere könnten Wahnideen, Hal- luzinationen oder eine Ich-Störung verneint werden. Di e kognitiven Funktionen wie Wahrneh- mung, Auffassung und Gedächtnis würden sich in der grob klinischen Prüfung nicht beeinträch- tigt darstellen. Die Beschwerdeführerin könne die Kon zentration und die Aufmerksamkeit wäh- rend der gesamten Untersuchungsdauer aufrechterhalten . Die Intelligenz der Versicherten er- scheine durchschnittlich. Die höheren Ich-Funktionen wie R ealitätsprüfung, Urteilsfähigkeit, Im- pulskontrolle und Willensbildung seien intakt. In der Beziehungsfähigkeit bestehe ein Defizit. Psychomotorisch imponiere die Versicherte weder agitiert n och gehemmt. Im Affektiv zeige sie sich sehr unsicher, kindlich, aber im Grunde genommen wen ig spürbar. Die Stimmungslage imponiere aktuell als neutral, im Längsschnitt als eher unglücklich. Aktuell fänden sich keine Hinweise für eine schwere depressive Störung wie vitale T raurigkeit, Antriebsstörung, zirkadia- ner Rhythmus oder Suizidgedanken. Der affektive Rappor t sei durch Anpassung und Korrekt- heit gekennzeichnet. Das Gespräch könne insgesamt flüssig ab gewickelt werden, es würden keine Stimmungseinbrüche oder affektive Blockierungen auftreten. Die Fähigkeit zur Modulation der Affekte sei im Rahmen einer verminderten Bandbr eite vorhanden. Mimik und Gestik seien soweit adäquat, der Gesamteindruck sei im beschriebenen Sinne inadäquat und weise auf eine Persönlichkeitsstörung hin. Unter dem Abschnitt „Stellun gnahme zu früheren ärztlichen Ein- schätzungen“ hielt Dr. E.____ fest, eine erhebliche Di skrepanz in der diagnostischen Beurtei- lung zwischen dem behandelnden Psychiater und ihm sei nich t erkennbar. Auch die gelegentli- chen depressiven Episoden würden als derzeit remittiert beurteilt. Eine Diskrepanz ergebe sich allerdings in der Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit. Die Differenz in der Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit ergebe sich aus der unterschiedlichen Bewertung der trotz der Störung vorhande- nen Ressourcen. Diese kämen in den Berichten des Kolle gen zu wenig zum Tragen. Schliess- lich führte Dr. E.____ aus, die Arbeitsfähigkeit in de r angestammten Tätigkeit als Kleinkinder- zieherin sei nach wie vor zu 100% nicht gegeben. Die th erapeutische und durch berufliche Massnahmen seit dem psychiatrischen Vorgutachten 2009 gew onnene Erfahrung zeige, dass bei der Versicherten ein Umschulungs- und Eingliederungspotenzial in eine qualifizierte Bürotä- tigkeit nicht vorhanden sei, respektive trotz verschiede ner Bemühungen nicht habe umgesetzt werden können. Gleichwohl lasse sich hinsichtlich der Gru ndstörung keine nachweisbare Ver- schlechterung feststellen. Nach einer vorübergehenden de pressiven Episode, welche durch Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine unsachgemässe Eingliederung provoziert worden sei , habe sich nun der Vorzustand wie- der eingestellt. Bei dieser Gelegenheit sei auch ersichtl ich geworden, dass eine stationäre The- rapie hinsichtlich der Grundstörung keinen Mehrnutzen zu erbringen vermöchte. Dr. E.____ ging aufgrund des Verlaufs und der aktuellen Explorati on von einer weiterhin bestehenden 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer unqualifizierten V erweistätigkeit aus. Bei Pausenbedarf könn- te eine solche Tätigkeit auf zwei Stunden am Vormitta g und zwei Stunden am Nachmittag auf- geteilt werden. Diese Tätigkeit müsste durch die Beschwer deführerin relativ autonom durchge- führt werden können, ohne ständige Interaktionen mit M itarbeitenden oder Vorgesetzten. Zu- dem dürfte diese Tätigkeit nicht an sich emotional belast end sein (als Beispiel sei eine Hilfs- funktion mit Flüchtlingen oder Asylanten erwähnt). Hingegen verfüge die Versicherte über intak- te intellektuelle und kognitive Fähigkeiten und auch di e handwerklichen Fähigkeiten seien nicht beeinträchtigt. Dies liesse sich in einer einfachen Et ikettierungs- oder Verpackungstätigkeit an- wenden. Auch einfache sachbezogene Kontroll- und Überwachungstätigkeiten kämen in Frage. 6.3 Im Rahmen des Einwandverfahrens reichte die Beschwerd eführerin einen Bericht von lic. phil. D.____, Klinik G.____ in Y.____, vom 26. Februar 2016 ein. Lic. phil. D.____ berichtete von ihrer testpsychologischen Abklärung und führte unter anderem aus, dass sich aufgrund der Testung folgendes Leistungsprofil der Versicherten zeige : Neben einer guten Reaktionsge- schwindigkeit sei das Anheben der Reaktionsgeschwindigkeit nicht möglich. Es zeige sich eine grosse Irritierbarkeit. Obwohl die Arbeitsgeschwindigk eit bei einfachen und überschaubaren Aufgaben durchaus schnell sei, wirke sich Zeitdruck stark auf die Fehleranfälligkeit aus. Es zei- ge sich eine Schwäche in der räumlichen Informationsverar beitung, die sich im Leistungsprofil auf konsistente Art und Weise als Schwäche darstelle. Di es korrespondiere mit der berichteten Legasthenie und führe schlussendlich zu der ausgeprägten Re chtschreibeschwäche. Könne eine Aufgabe nicht offensichtlich leicht gelöst werden od er müsse eine Frage beantwortet wer- den, zeige sich zudem eine deutliche Verlangsamung des A rbeitstempos aufgrund der starken Selbstunsicherheit. Grosse Defizite fänden sich im Bereic h des Arbeitsgedächtnisses. Das heisse, der Fähigkeit, eine bestimmte Menge an Informa tionen im Gedächtnis zu behalten und damit noch Operationen auszuführen wie vergleichen, summ ieren, dividieren etc. Das Intelli- genzniveau liege im unteren Normbereich, wobei anzunehmen sei, dass es durch die räumliche Wahrnehmungsschwäche nach unten nivelliert sei. Im verbal en Bereich fänden sich durchaus Stärken, ganz ausgeprägt im gesunden Menschenverstand. Diese Defizite, die typisch seien für Teilleistungsschwächen und die überlagert (bis untrennb ar verwoben) seien mit Krankheits- symptomen (dissoziative Phänomene und depressionsbedingte K onzentrationsschwächen) seien in ihrem Ausmass als leicht bis mittelschwer einzustufe n. Sie hätten in diesem Ausprä- gungsgrad Auswirkungen auf den Alltag und sie könnten v on psychisch gesunden Persönlich- keiten mittels guter Verhaltensstrategien kompensiert we rden. Das emotionale Erleben der Be- schwerdeführerin zeige jedoch eine ausgeprägte kindlich anmutende Unreife: Es finde sich eine starke Abhängigkeit von Umgebungsreizen, wenige und ein geschränkte Möglichkeiten der Af- fektverarbeitung, eine gewisse kindlich-fordernde Haltung nach Schutz, Verständnis und Unter- stützung. Äusserst auffällig sei zudem das Selbstbild der Versicherten. So schildere sie sich als viel eigenwilliger/misstrauischer als ihre weibliche Vergl eichsgruppe, viel zurückhaltender/Nähe vermeidender, viel impulsiver, sehr viel selbstunsicherer/se lbstkritischer als andere, viel negati- vistischer, und viel depressiver als andere. Es sei augenfäll ig, dass in dieses Selbstbild auch Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht krankheitsbedingte Symptome mitverarbeitet worden seien. Das bedeute, die Symptome wür- den als Persönlichkeitszüge verstanden und seien zu Selbstüberzeugungen geworden. Dies sei bei schweren Chronifizierungen regelhaft der Fall. Di e Erkrankung wirke dann und werde im weitesten Sinne identitätsstiftend. Auf die Arbeitsumg ebung hätten diese Persönlichkeitsfakto- ren genauso wie die neuropsychologischen Defizite Auswirku ngen, höchstwahrscheinlich sogar weit stärkere. Die ausgeprägte Selbstunsicherheit, das Misstrauen, die ausgeprägte Selbstkritik und Selbstwertthematik erforderten eine Umgebung, di e diese Defizite ständig ausgleiche, sie stütze, die misstrauischen Bewertungen auflöse und wied er zurecht rücke, für den sozialen Rückzug Verständnis zeige und kaum Leistungsanforderungen st elle und wenn immer möglich nicht kritisiere, fordere oder frustriere. Unter diesen Bedingungen sei eine Leistungsfähigkeit gegeben. Sei dies nicht der Fall, komme es zu einer Üb erforderung mit anschliessender Soma- tisierung. Da dieses Selbstbild identitätsstiftend sei, könne aber auch nicht darauf verzichtet werden. Eine solche Funktion könne ein „geschützter“ Ar beitsplatz oder ein Atelierplatz über- nehmen. Von einem Arbeitgeber im ersten Arbeitsmarkt so lche Aufgaben zu erwarten, sei hin- gegen äusserst unrealistisch. Auch sei die Art der Arbei t dafür nicht ausschlaggebend. Demen- sprechend gehe lic. phil. D.____ davon aus, dass die Ver sicherte für einen Arbeitgeber im ers- ten Arbeitsmarkt nicht zumutbar sei. 6.4 Am 26. April 2016 nahm Dr. med. H.____, FMH Psychi atrie und Psychotherapie, Regi- onaler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), Stellung zu den Einwänden der Beschwerdeführe- rin. Zu den medizinischen Argumenten der testpsychologisc hen Abklärung in der Klinik G.____ hielt er unter anderem fest, dass die diagnostische Einschätzung mit den bisherigen Akten, dem Arztbericht von Dr. C.____ vom 24. März 2015 und dem G utachten von Dr. E.____ vom 18. Oktober 2015 übereinstimme, also die Persönlichkeitsstö rung mit Borderline-Anteilen und Selbstschädigungstendenz in der Vergangenheit und die vollständig remittierte depressive Stö- rung. Nicht nachvollziehbar sei hingegen die Diagnose de r dissoziativen Störung. Erstens wür- den entsprechende diagnostische Kriterien und psychopatho logische Befunde fehlen, zweitens werde die Diagnose nicht hergeleitet oder erläutert und drittens mache es den Anschein, als sei die im Arztbericht von Dr. C.____ vom 19. Mai 2008 er wähnte Diagnose unbesehen übernom- men worden. Diese Diagnose sei nicht plausibel, zumal si e von der behandelnden Ärztin selbst schon seit Jahren verworfen worden sei und im Gutachte n von Dr. E.____ vom 18. Oktober 2015 nicht habe bestätigt werden können. Des Weiteren führte Dr. H.____ aus, dass es sich bei der Symptom Checkliste von Derogatis-90 um einen Selbstev aluationsfragebogen ohne Kon- trollfragen handle. Der Proband sei grundsätzlich frei, welchen Stärkegrad er ankreuze. Für das Screening von Beschwerden sei der Test geeignet, aber ge wiss nicht für die Bestimmung der Schwere des Gesundheitsschadens oder gar der Arbeitsfähi gkeit. Bei der angewendeten Test- batterie würden Validitätstests fehlen, Tests mit denen die Reliabilität und Motivation während der Untersuchung geprüft werden, eine wichtige Vorausse tzung für die Interpretation der Tests und zur Vermeidung falsch positiver – also fälschlicher weise als schwer beeinträchtigt interpre- tierte – Testresultate. Weiter lasse die Beschreibung de r Testsituation darauf schliessen, dass die Versicherte gegenüber ihrer eigenen Leistungsfähig keit erheblich voreingenommen gewe- sen sei. Insbesondere sei nicht überprüft worden, ob die gezeigte sehr schlechte Leistung auch mit dem allgemeinen Funktions- und Aktivitätsprofil ü bereinstimme, was mit einer Validitätsprü- fung notwendig zu prüfen wäre. Aus diesem Grund könne a uf die schlechten Testresultate, die Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit dem aktenkundigen Funktionsprofil (beispielsweise j ahrelang regelmässiges unfallfreies Autofahren, Auslandsreisen in ferne Länder organisieren und durchführen) in krassem Kontrast stehen würden. Hierzu sei auf die spezifische Literatur ve rwiesen, die klar aufzeige, dass bei neurokognitiver Testung die Motivationslage zwingend ab zuklären sei, und bei Hinweisen auf eine Voreingenommenheit des Probanden die Testresulta te nicht verwertbar seien. Hinweise auf eine verminderte Motivationslage liessen sich bereits aus der Beschreibung der Testsituati- on entnehmen, weshalb die Testresultate nicht als valid e bezeichnet und somit nicht übernom- men werden könnten. Insgesamt sei in dieser testpsychologi schen Abklärung der Klinik G.____ vom 26. Februar 2016 die Erfassung der Gesamtsituation der Versicherten stark defizitorien- tiert, es sei kein Profil erhaltener Fähigkeiten erhoben und dieses mit den Testresultaten kritisch verglichen worden. Schliesslich falle auf, dass in keinem B ericht der bisher ambulant und stati- onär behandelnden Fachärzte je eine kognitive Störung von erheblicher Schwere beschrieben oder erwähnt worden sei. Schliesslich führte Dr. H.____ aus, dass die Beschreibung, wonach die Versicherte für einen Arbeitgeber im ersten Arbeit smarkt nicht zumutbar sei, sich nahtlos in das Bild der bereits hinlänglich vorbeschriebenen und be stätigten Persönlichkeitsstörung einfü- ge. Es sei festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin e ine Persönlichkeitsstörung vorliege mit entsprechendem deutlich dysfunktionalen Verhalten, rigide in den meisten Alltagssituatio- nen. Diese Persönlichkeitsstörung sei bei der Einschätzung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit bereits hinlänglich berücksichtigt word en, indem der Versicherten für die ange- stammte Tätigkeit als Kleinkinderzieherin eine dauerhaft volle Arbeitsunfähigkeit attestiert wer- de, und in Verweistätigkeiten, die relativ autonom durchführbar seien und keine erhöhten Anfor- derungen an die soziale und emotionale Belastbarkeit ste llten, ebenfalls eine dauerhaft 50%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Die attestierte Persönl ichkeitsstörung könne aber nicht eine voll- ständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche angepasste Tät igkeit begründen. Aus der testpsycholo- gischen Abklärung der Klinik G.____ vom 26. Februar 201 6 liessen sich keine Argumente, Be- schwerden oder Befunde entnehmen, die geeignet wären, die Plausibilität und Aktualität des Gutachtens von Dr. E.____ vom 18. Oktober 2015 grundlegend in Frage zu stellen. 6.5 Im Beschwerdeverfahren reichte die Beschwerdeführeri n einen Bericht von Dr. C.____ vom 12. Juni 2016 ein. Dr. C.____ nimmt darin Stellun g zum Bericht von Dr. H.____ vom 26. April 2016. Dr. C.____ hielt zunächst die folgenden Diagnosen fest: Eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline Typus (ICD-10 F60.31), DD: Kombinierte Persönlichkeitsstö- rung mit borderline, histrionen und unreifen Anteile n (ICD-10 F61.0), ausserdem eine rezidivie- rende depressive Störung, derzeit remittiert mit somati schem Syndrom (ICD-10 F33.01), eine Migräne accompagnée mit visueller Aura (ICD-10 G43.2), Kopfschmerzen vom Spannungstyp (ICD-10 G44.2), eine allgemeine Hypermobilität des Be wegungsapparates (ICD-10 M35.7), einen schädlichen Gebrauch von Nikotin (ICD-10 F17.1), eine negativ veränderte Struktur der Familienbeziehung (ICD-10 Z61.2) sowie Probleme in Ve rbindung mit der Berufstätigkeit (ICD- 10 Z.56). Dr. C.____ kam zusammenfassend in Würdigung der RAD Stellungnahme vom 26. April 2016 zum Schluss, dass die Testergebnisse valid se ien, da sie sich vollständig mit seinen Befunden, den fremdanamnestischen Aussagen sowie der Symptomatik der diagnosti- zierten Persönlichkeitsstörung decken würden. Die Versicherte bemühe sich seit Jahren redlich, die Reintegration zu schaffen, scheitere aber an den Hür den, die ihr die Erkrankung auferlege. Wille und Motivation würden ihr von denen attestiert, die mit ihr von Seiten der IV oder Behand- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ler persönlich Kontakt hätten, theoretisch in Frage gest ellt von denen, die sie nur vom Papier her kennen würden oder 90 Minuten zur Begutachtung befragt hätten. Diese Personen stellten dann medizinisch theoretisch die Schwere der Erkrankung in Frage und/oder versuchten, die Beschwerdeführerin oder die Untersuchungen und deren Ergebnisse unglaubwürdig zu ma- chen. Die aktuelle neuropsychologische Testung hielt Dr. C. ____ für genügend validiert. Er hal- te es für ethisch nicht vertretbar, diese Überforderung w eiterzuführen. Daher sei die volle Ar- beitsunfähigkeit anzuerkennen, um der Versicherten den S chutzraum zu gewähren, den sie benötige. Er widerspreche dem RAD-Arzt, welcher behaup te, die Persönlichkeitsstörung sei hinlänglich berücksichtigt mit der Anerkennung einer 100 %igen Unfähigkeit, die erlernte Tätig- keit auszuüben. Die Beschwerdeführerin nehme die Defizit e ihrer Persönlichkeit auch in ande- ren Tätigkeiten mit. Selbst im Einzelbüro, im Klein raumbüro der Reintegrationseinrichtung, im erprobten, geschützten, vertrauten Rahmen des Shops I._ ___ habe sie nicht reüssieren kön- nen. Dies nicht deshalb, weil sie nicht motiviert, sond ern weil sie krank sei. Demgemäss sei davon auszugehen, dass die Versicherte über keine auf de m 1. Arbeitsmarkt verwertbare Ar- beitsfähigkeit mehr verfüge, weshalb die Arbeitsunfähigkeit mit 100% zu beziffern sei. 6.6 Am 30. Juli 2016 nahm Dr. H.____ Stellung zu den medizinischen Vorbringen von Dr. C.____ und führte unter anderem aus, dass die vom b ehandelnden Arzt angeführten Diag- nosen im psychiatrischen Gutachten von Dr. E.____ vom 18 . Oktober 2015 ausführlich be- schrieben und hinsichtlich der Auswirkungen auf die Arbe itsfähigkeit berücksichtigt worden sei- en. Eine remittierte depressive Episode könne gestützt auf die Fachliteratur keine massgebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Ebenso w enig schränke die bereits attestierte psychiatrisch bedingte Einschränkung wegen der Migräne di e Arbeitsfähigkeit aus neurologi- scher Sicht noch zusätzlich ein. Auch sei die gutachterli che Einschätzung weiterhin plausibel, dass eine Hypermobilität des Bewegungsapparates und der Gebrauch von Nikotin die Arbeits- fähigkeit nicht massgeblich beeinträchtigen könnten. We iter erwog Dr. H.____, dass unbestrit- ten eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vorliege. In der Diskussion gehe es ausschliesslich um die Teilarbeitsfähigkeit in Verweistä tigkeiten. Die Forderung, die im Rah- men der beruflichen Massnahmen gezeigten Leistungen als M assgabe für die medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu übernehmen, sei nic ht nachvollziehbar. Des Weiteren verwies Dr. H.____ auf Diskrepanzen im Verhalten der Ve rsicherten, beispielsweise dass sie eine Palette von Ressourcen aufweise, die sie ausserhalb des Arbeitsalltags durchgängig zu verwirklichen vermöge. Diese vorhandenen zeitlich überdau ernden Ressourcen würden wiede- rum mit der Tatsache übereinstimmen, dass nicht eine Sch werstbehinderung mit einer vollen Arbeitsunfähigkeit vorliege, sondern dass die Beschwerdeführerin trotz ihrer Persönlichkeitsstö- rung ein Teilspektrum an Aufgaben an einem angepassten Arbeitsplatz bewältigen könne. So- mit sei die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit in Ve rweistätigkeiten nicht, respektive nicht ausschliesslich, auf die Protokolle der Berufsberatung, son dern auf die medizinische Gesamtsi- tuation einschliesslich der erhobenen medizinischen Befun de und der umfassenden Erhebung des Fähigkeitsprofils in allen Lebenslagen abzustellen. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des a ktuellen medizinischen Sachverhalts und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob eine wesen tliche Verschlechterung des Gesund- heitszustandes der Versicherten eingetreten ist, insbeson dere auf das Gutachten von Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. E.____ vom 18. Oktober 2015. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Versicherte in ei- ner unqualifizierten Verweistätigkeit weiterhin zu 50% arbeitsfähig sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unt ersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten von Dr. E.____ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) – für die streitigen Belange um- fassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es ber ücksichtigt die geklagten Beschwer- den, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medi- zinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizin ischen Situation ein und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Insbesondere zeigte Dr. E.____ auch nachvollziehbar auf, dass es seit der 2009 erfolgten Rentenzusprache zu keiner deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Versicherten gekommen ist. Er hielt diesbezüglich fest, dass die therapeutische und durch berufliche Massnahmen seit dem p sychiatrischen Vorgutachten 2009 gewonnene Erfahrung zeige, dass bei der Versicherten e in Umschulungs- und Eingliederungs- potential in eine qualifizierte Bürotätigkeit nicht vo rhanden sei, respektive trotz verschiedener Bemühungen nicht habe umgesetzt werden können. Gleichw ohl lasse sich hinsichtlich der Grundstörung keine nachweisbare Verschlechterung feststelle n. Nach einer vorübergehenden depressiven Episode, welche durch eine unsachgemässe Eingli ederung (insbesondere durch die Arbeit im Shop I.____ mit psychisch Kranken) provoziert worden sei, habe sich nun der Vor- zustand wieder eingestellt. Weiter ist anzumerken, dass Dr. E.____ bereits in das Guta chten der F.____ vom 26. Januar 2009 involviert war, indem er das psychiatrische Teilgutach ten dazu erstellt hat. Dr. E.____ hat die Versicherte sowohl im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache als auch im Rahmen der aktuellen Revision begutachtet. Er konnte sich also z u beiden Referenzzeitpunkten persön- lich ein Bild von der Beschwerdeführerin machen und di e Entwicklung deren Gesundheitszu- standes mitverfolgen. 7.2 Entgegen der Auffassung der Versicherten vermögen a uch die Berichte von Dr. C.____ und lic. phil. D.____ die gutachterliche Einschätzung von Dr. E.____ nicht zu entkräften bzw. in Zweifel zu ziehen. Lic. phil. D.____ führte zwar zahlreiche Tests durch und wertete ihre testpsy- chologischen Abklärungen am Ende aus, aber sie nahm keine Stellung zu der im vorliegenden Fall umstrittenen Frage nach einer allfälligen Veränd erung bzw. Verschlechterung des Gesund- heitszustandes der Versicherten seit der ursprünglichen Ren tenzusprache. Dr. C.____ be- schränkte sich sodann in seinem Bericht vom 12. Juni 2016 im Wesentlichen darauf, die Beur- teilungen von lic. phil. D.____ sowie die Ergebnisse der diversen Arbeitstrainings wiederzuge- ben. Er erwähnte zwar mehrfach, dass sich der Gesundheit szustand der Versicherten ver- schlechtert habe und dass er eine Rentenrevision beantrag t habe, aber eine eingehende Be- gründung, aus welchen Gründen bzw. bezüglich welcher Di agnosen bei der Beschwerdeführe- rin eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszust andes eingetreten sein soll, fehlt Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch in seinem Bericht. Im Übrigen ist festzuhalten, da ss die von Dr. C.____ gestellten Diagno- sen grundsätzlich mit denjenigen von Dr. E.____ übereinst immen. Uneinig sind sich die beiden Psychiater hingegen insbesondere bei der Frage nach den Auswirkungen dieser Diagnosen bzw. nach der Restarbeitsfähigkeit der Versicherten. Anzufügen bleibt ausserdem, dass das Gericht in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, d ass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unter schiedliche Natur von Behandlungs- auftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerse its und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseit s (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutach- ten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abkl ärungen zu nehmen, wenn die be- handelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gel angen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, wei l die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt g eblieben sind (vgl. Urteil des Bundes- gerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hin weisen). Dies ist jedoch vorliegend nicht der Fall. 7.3 Des Weiteren bringt die Beschwerdeführerin wieder holt vor, dass – entgegen den gut- achterlichen Ausführungen – bei ihr keine intakten kogni tiven Funktionen gegeben seien und das Intelligenzniveau mit einem ermittelten IQ von 8 6 als stark eingeschränkt zu bezeichnen sei. Dem ist jedoch entgegenzuhalten, dass ein IQ von 86 zwar niedrig ist, aber sicherlich kei- nen Krankheitswert aufweist oder eine Arbeitstätigkeit ausschliesst. Der grösste Anteil der Be- völkerung hat einen IQ im Bereich von 85 bis 115 IQ-Punkt en. Bei einem IQ zwischen 90 und 109 spricht man von einem durchschnittlichen IQ, bei eine m solchen zwischen 80 und 89 von einem niedrigen IQ und bei einem solchen zwischen 110 und 119 von einem hohen IQ. Die In- telligenz ist erst krankhaft gemindert, wenn der IQ unter 70 liegt. Bei einem IQ zwischen 50 und 69 spricht man gemäss dem Diagnoseklassifikationssystem „In ternationale Klassifikation der Krankheiten“ (ICD-10) von einer leichten Intelligenzmi nderung ( http://www.icd- code.de/icd/code/F70.-.html ; http://flexikon.doccheck.com/de/Intelligenzquotient ; beide besucht am 15. März 2017). Auch das Bundesgericht vertritt die Auffassung, dass eine durch geringe Intelligenz verursachte Erwerbsunfähigkeit in der Regel nur dann als gesundheitlich verursacht gilt, wenn die Intelligenz im medizinischen Sinne vermi ndert ist, mithin der Intelligenzquotient weniger als 70 beträgt. Nicht als gesundheitliche Beein trächtigung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 ATSG gilt demgegenüber in der Regel eine Intelligenz im unteren Normalbereich (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. September 2014 8C_108/2014 E. 2 .2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2008 8C_119/2008 E. 6.3.1 und ULRICH MEYER, Bundesgesetz über die Inva- lidenversicherung [IVG], 2. Aufl. 2010 S. 33). Im Übr igen wird an dieser Stelle auf die Ausfüh- rungen der Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik vom 26. Oktober 2016 verwiesen, wo die dies- bezügliche Rechtsprechung des Bundesgerichts korrekt zum Ausdruck gebracht wird. Schliess- lich ist anzumerken, dass sowohl lic. phil. D.____ in ihr em Bericht vom 26. Februar 2016 als Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch Dr. H.____ in seiner Stellungnahme vom 30. Juli 2 016 festhielten, dass das Intelligenzni- veau der Versicherten im (unteren) Normbereich liege. 7.4 Insgesamt ist festzuhalten, dass in den vorliegenden Akten an keiner Stelle genau er- klärt wird, inwiefern sich der Gesundheitszustand der V ersicherten wesentlich verändert bzw. verschlechtert haben soll. Vergleicht man das im Referen zzeitpunkt erstellte Gutachten vom 26. Januar 2009 mit dem aktuellen Gutachten vom 18. O ktober 2015, so wird daraus keine er- hebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes erkennb ar. Hingegen wird aus den vor- liegenden medizinischen Akten durchaus ersichtlich, dass bei der Versicherten immer noch ge- wisse Ressourcen vorhanden sind. Aus dem im Gutachten von Dr. E.____ erhobenen Tagesab- lauf der Versicherten wird erkennbar, dass diese bereit s aktuell regelmässig einer Tätigkeit im Haus J.____ nachgeht. Diesbezüglich hielt auch Dr. C.____ in seinem Bericht vom 12. Juni 2016 fest, dass dies gut funktioniere. Die Versicherte hat demnach bereits einen geregelten Tagesablauf, sie kann ausserdem Auto fahren und hat Fre unde, mit denen sie etwas unter- nimmt. Vor diesem Hintergrund erscheint es keineswegs un realistisch, dass der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 50% in einer unqualifizier ten Verweistätigkeit zuzumuten ist. Demge- genüber ist eine vollständige Arbeitsunfähigkeit – entge gen der Auffassung der Beschwerdefüh- rerin – gestützt auf die vorliegenden medizinischen Akte n nicht nachvollziehbar. 7.5 Der Beschwerdeführerin ist zwar darin beizupflicht en, dass mit Blick auf die rechtspre- chungsgemäss enge, sich gegenseitig ergänzende Zusammenar beit zwischen der Ärzteschaft und der Berufsberatung einer konkret leistungsorientie rten beruflichen Abklärung nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigk eit abzusprechen ist. Die abschliessende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergeb enden funktionellen Leistungsfähig- keit obliegt aber in der Hauptsache trotzdem dem Arzt oder der Ärztin, nicht den Fachleuten der Berufsberatung/beruflichen Eingliederung. Steht eine medizinische Einschätzung der Leistungs- fähigkeit in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung, wie sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalten/-einsatz des Versicher- ten effektiv realisiert und gemäss Einschätzung der Berufs fachleute objektiv realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das Einholen einer klärenden medizinischen Stellungnahme grundsätzlic h unabdingbar (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 17. September 2015 8C_411/2015 E. 5.2. sowie auch Urteil des Bundesge- richts vom 16. Oktober 2012 9C_737/2011 E. 3.3 und Urte il des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008 9C_833/2007 E. 3.3.2). Im vorliegenden Fall hat der Gutachter Dr. E.____ – entgegen den Ausführungen der Be- schwerdeführerin – die Ergebnisse der beruflichen Eingl iederungsmassnahmen sehr wohl in sein Gutachten miteinbezogen. Die diversen durchgeführte n beruflichen Massnahmen werden im Gutachten mehrfach erwähnt und der Gutachter hat auch einen Abschnitt „Ausführliche Aus- sagen zur Kooperation der versicherten Person bei geschei terten Eingliederungsbemühungen“ abgefasst. Darin führte er unter anderem aus, dass die beruflichen Massnahmen zu unter- schiedlichen Einschätzungen gelangt seien, was die Einglie derbarkeit der Versicherten in einer Bürotätigkeit im ersten Arbeitsmarkt betreffe. Von der K.____ sei diese grundsätzlich positiv beurteilt worden mit Abstrichen einer Tätigkeit in ei nem Grossraumbüro. Demgegenüber be- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheinige L.____ in ihrem Schlussbericht vom 6. Januar 2011 der Beschwerdeführerin bei einer Präsenzzeit von 50% eine effektive Arbeitszeit von 44%, so dann eine gute Arbeitsorganisation, sofern kein Zeitdruck bestehe. Die Integration in die sozi ale Gruppe sei als randständig einge- schätzt und aufgrund der kindlichen quäkenden Stimme die Tätigkeit am Telefon oder Empfang als nicht geeignet gewertet worden. Die Versicherte s ei höflich, aber wenig spürbar mit einer Leistungsfähigkeit von 60%. Dr. E.____ führte zudem a us, dass die weitere Entwicklung seiner Meinung nach etwas unglücklich und für ihn aufgrund der Vorgutachten auch nicht nachvoll- ziehbar verlaufen sei. Die Versicherte sei im Shop I._ ___ an 3-4 Halbtagen pro Woche tätig gewesen und dort gemäss eigenen Aussagen als auch gemäss den Berichten von Dr. C.____ dem arbeitsbedingten Kontakt mit psychisch kranken Personen ausgesetzt gewesen. Wegen der mangelnden Abgrenzungsfähigkeit habe das zur Über forderung und zur psychischen De- kompensation geführt. Insgesamt stellte Dr. E.____ fest, dass die Kooperation der Beschwerde- führerin bei den Eingliederungsbemühungen als gut qualifiziert werden könne. Die beruflichen Massnahmen sind im vorliegenden Fall un terschiedlich verlaufen und dement- sprechend auch unterschiedlich bewertet worden. Der Gutachter hat die Ergebnisse der berufli- chen Massnahmen sodann auch nachvollziehbar in seine Überl egungen und Schlussfolgerun- gen miteinbezogen. Unter diesen Umständen vermögen die Berichte über die durchgeführten beruflichen Massnahmen keine ernsthaften Zweifel am Gut achten von Dr. E.____ zu begrün- den. 7.6 Aus dem bereits Gesagten folgt als Ergebnis, dass sich die IV-Stelle zu Recht auf das Gutachten von Dr. E.____ vom 18. Oktober 2015 gestützt u nd dementsprechend das Renten- revisionsgesuch der Versicherten mangels erheblicher Versch lechterung des Gesundheitszu- standes abgelehnt hat. Die Beschwerde ist demnach in Be stätigung der angefochtenen Verfü- gung vom 3. Juni 2016 abzuweisen. 8. Die Beschwerdeführerin beantragt, gestützt auf Art . 78 Abs. 3 IVV seien Dr. C.____ und lic. phil. D.____ die Kosten für die Erstellung de r ärztlichen bzw. neuropsychologischen Berichte vom 12. Juni 2016 bzw. 26. Februar 2016 zu verg üten. Zu diesem Zweck sei Dr. C.____ und lic. phil. D.____ die Möglichkeit zur E inreichung der Honorarrechnung einzu- räumen. Die Kosten eines Gutachtens, das von der versicherte n Person veranlasst worden ist, sind vom Versicherungsträger dann zu übernehmen, wenn sic h der Sachverhalt erst aufgrund des neu beigebrachten Untersuchungsergebnisses schlüssig fes tstellen lässt und dem Versi- cherungsträger insoweit eine Verletzung der Pflicht zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklä- rung vorzuwerfen ist (vgl. BGE 139 V 496 E. 4.4, 140 V 70 E. 6.1). Dies ist vorliegend nicht der Fall, weshalb der Antrag auf Übernahme der Kosten für die beiden Berichte von Dr. C.____ und lic. phil. D.____ abzuweisen ist. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Der Beschwerdeführerin ist mit Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfügung vom 30. Juni 2016 die unentgeltliche Prozessf ührung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da § 22 Abs. 2 VPO den Kreis der Personen, die al s unentgeltlicher Rechtsbeistand be- stellt werden können, auf Anwälte und Anwältinnen be schränkt, kann die unentgeltliche Rechtspflege nicht in Bezug auf die Verbeiständung durch die Vertreterin der Beschwerdeführe- rin gewährt werden. 9.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht