<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Abteilung Steuern</span> <span class="page_no">435</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>87 Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit; Dauerverlustbetrieb;</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Revers (§ 23 Abs. 1 StG)</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Wird ein Landwirtschaftsbetrieb als Dauerverlustbetrieb qualifiziert,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>kann die steuerpflichtige Person die Beibehaltung des Geschäftsvermö-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>gens mittels Revers erklären.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Verbleibt eine Liegenschaft nach der Geschäftsaufgabe im Geschäftsver-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>mögen, können die Schuldzinsen und Liegenschaftsunterhaltskosten wei-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>terhin abgezogen werden, selbst wenn sie höher sind als der Ertrag.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abteilung Steuern,</span><br/> <span class="ft3">vom 24. Oktober 2013 in Sachen U. + A.W. (3-RV.2013.117).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Rekurrenten bestreiten im Grundsatz nicht, dass seit dem</span><br/> <span class="ft1">Jahr 2001 jedes Jahr ein Verlust aus dem Landwirtschaftsbetrieb</span><br/> <span class="ft1">resultierte, der zwischen CHF 1'222.00 und CHF 118'228.00 lag (ein-</span><br/> <span class="ft1">zig im Jahr 2007 konnte ein Gewinn von CHF 200.00 erzielt wer-</span><br/> <span class="ft1">den). Damit liegt, wie die Steuerkommission T. korrekt ausführt, ein</span><br/> <span class="ft1">sogenannter Dauerverlustbetrieb vor, und die Tätigkeit ist als Liebha-</span><br/> <span class="ft1">berei zu qualifizieren.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">436</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Die Steuerkommission T. hat damit zu Recht den Verlust aus</span><br/> <span class="ft1">selbständiger Erwerbstätigkeit nicht zum Abzug zugelassen.</span><br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">4.1.</span><br/> <span class="ft1">Zu prüfen sind die weiteren Folgen der Qualifikation des Land-</span><br/> <span class="ft1">wirtschaftsbetriebes als Liebhaberei.</span><br/> <span class="ft1">4.2.</span><br/> <span class="ft1">Mit dieser Qualifikation auf den 1. Januar 2011 wird ein mit ei-</span><br/> <span class="ft1">ner Geschäftsaufgabe vergleichbarer Sachverhalt gesetzt. Damit ist</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich das Geschäfts- in das Privatvermögen zu überführen</span><br/> <span class="ft1">und steuerlich darüber abzurechnen (RGE vom 22. Oktober 2009 in</span><br/> <span class="ft1">Sachen B. + M.B.; RGE vom 24. Mai 2007 in Sachen H.M.). Eine</span><br/> <span class="ft1">ausdrückliche Überführungserklärung ist unter diesen Umständen</span><br/> <span class="ft1">nicht erforderlich.</span><br/> <span class="ft1">Zu beachten ist jedoch das Recht der Rekurrenten, die Beibehal-</span><br/> <span class="ft1">tung des Geschäftsvermögens mittels Revers zu erklären (§ 23 StG;</span><br/> <span class="ft1">RGE vom 24. Mai 2007 in Sachen H.M.).</span><br/> <span class="ft1">4.3.</span><br/> <span class="ft1">In der Abweichungsbegründung zur Steuerveranlagung 2010</span><br/> <span class="ft1">hat die Steuerkommission T. noch korrekt ausgeführt, dass bei einer</span><br/> <span class="ft1">"Qualifikation als Dauerverlustbetrieb (...) davon ausgegangen</span><br/> <span class="ft1">(wird), dass die Liegenschaft ins Privatvermögen überführt wird. Ein</span><br/> <span class="ft1">Verbleib im Geschäftsvermögen muss verlangt werden".</span><br/> <span class="ft1">Dagegen wurde in der Abweichungsbegründung zur Steuerver-</span><br/> <span class="ft1">anlagung 2011 - zu Unrecht - direkt festgehalten: "Die Liegenschaft</span><br/> <span class="ft1">befindet sich weiterhin im Geschäftsvermögen". Es obliegt nicht der</span><br/> <span class="ft1">Steuerkommission T., die Beibehaltung der Liegenschaft im Ge-</span><br/> <span class="ft1">schäftsvermögen festzustellen. Vielmehr sind die Rekurrenten aufzu-</span><br/> <span class="ft1">fordern, sich zur Qualifikation der Liegenschaft eindeutig zu äussern</span><br/> <span class="ft1">bzw. gegebenenfalls einen Revers zu unterzeichnen. In der Folge ist</span><br/> <span class="ft1">entweder über die Privatentnahme abzurechnen oder nicht.</span><br/> <span class="ft1">4.4.</span><br/> <span class="ft1">Es ist nicht die Aufgabe des Spezialverwaltungsgerichtes, diese</span><br/> <span class="ft1">Untersuchungen erstinstanzlich vorzunehmen. Die Angelegenheit ist</span><br/> <span class="ft1">daher an die Steuerkommission T. zurückzuweisen.</span><br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Abteilung Steuern</span> <span class="page_no">437</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">4.5.</span><br/> <span class="ft1">4.5.1.</span><br/> <span class="ft1">Bereits an dieser Stelle kann darauf hingewiesen werden, dass</span><br/> <span class="ft1">unabhängig von der Qualifikation der Liegenschaft deren Eigenmiet-</span><br/> <span class="ft1">wert gestützt auf § 30 Abs. 1 lit. b StG zu versteuern ist.</span><br/> <span class="ft1">4.5.2.</span><br/> <span class="ft1">Zudem sind - je nach Qualifikation der Liegenschaft als Privat-</span><br/> <span class="ft1">oder Geschäftsvermögen - die für die Liegenschaft bezahlten Schuld-</span><br/> <span class="ft1">zinsen und die Liegenschaftsunterhaltskosten entweder gestützt auf</span><br/> <span class="ft1">§ 39 StG und 40 StG (bei Privatvermögen) oder gestützt auf § 36 StG</span><br/> <span class="ft1">(bei Geschäftsvermögen; vgl. zur Festsetzung der Liegenschaftsun-</span><br/> <span class="ft1">terhaltskosten bei Geschäftsliegenschaften: RGE vom 17. Dezember</span><br/> <span class="ft1">2009 in Sachen H. + H.S.) zum Abzug zuzulassen.</span><br/> <span class="ft1">Entgegen der Ansicht der Steuerkommission T. bzw. des Land-</span><br/> <span class="ft1">wirtschaftsexperten des Kantonalen Steueramtes ist bei einem Ver-</span><br/> <span class="ft1">bleib der Liegenschaft im Geschäftsvermögen gestützt auf einen Re-</span><br/> <span class="ft1">vers die Abzugsfähigkeit der Schuldzinsen und Liegenschaftsunter-</span><br/> <span class="ft1">haltskosten nicht ausgeschlossen. Aufgrund der Qualifikation der Tä-</span><br/> <span class="ft1">tigkeit als Liebhaberei ist bei diesen Kosten zu prüfen, in welchem</span><br/> <span class="ft1">Umfang es sich um Aufwand der Einnahmen der Liegenschaft des</span><br/> <span class="ft1">Geschäftsvermögens, also des Eigenmietwertes und allfälliger Miet-</span><br/> <span class="ft1">zinsen, handelt. Eine Verweigerung des Abzuges des Aufwandüber-</span><br/> <span class="ft1">schusses mit der Begründung, es handle sich um einen Dauerver-</span><br/> <span class="ft1">lustbetrieb, ist in diesem Fall nicht möglich, da es sich eben gerade</span><br/> <span class="ft1">nicht mehr um einen Betrieb, sondern "nur" noch um die im Ge-</span><br/> <span class="ft1">schäftsvermögen verbliebene Liegenschaft handelt.</span><br/> <span class="ft1">Das Vorgehen der Steuerkommission T., lediglich den Eigen-</span><br/> <span class="ft1">mietwert von CHF 7'790.00 durch einen Verlust aus selbständiger Er-</span><br/> <span class="ft1">werbstätigkeit von CHF 7'790.00 zu kompensieren, erweist sich da-</span><br/> <span class="ft1">mit als nicht korrekt.</span><br/></div> </div> </body> </html>