Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 19. September 2017 (410 17 212) ____________________________________________________________________ Obligationenrecht Arbeitsrecht: Anspruch auf Mittagsentschädigung bei auswärtigem Arbeitsort (Art. 327a OR / Art. 60 LMV) Besetzung Präsident Roland Hofmann; Gerichtsschreiberin i.V. Aileen Kreyden Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen B.____ AG, Beschwerdegegnerin Gegenstand Arbeitsrecht Beschwerde gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft West vom 12. Mai 2017 A. A.____ als Arbeitnehmer war beim Personalverleihunternehmen B.____ AG als Arbei t- geberin angestellt und absolvierte in diesem Rahmen mehrere Einsätze. Vom 7. Januar 2013 bis zum 3. März 2013 war er bei der C.____ AG, vom 4. März 2013 bis zum 2. September 2013 bei der D.____ AG und vom 3. September 2013 bis zum 29. September 2013 bei de r E.____ AG im Einsatz. Im Zeitraum vom 30. September 2013 bis zum 19. Dezember 2014 war A.____ bei der F.____ AG auf dem G .____ Areal in X .____ tätig. Das Arbeitsverhältnis zwischen der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B.____ AG und A.____ wurde alsdann von der Arbeitgeberin per 19. Deze mber 2014 gekü n- digt. In der Folge entstand zwischen den Parteien ein Streit über die nachträgliche Auszahlung einer Mittagsentschädigung für seine Einsätze. Nachdem im Schlichtungsverfahren keine Ein i- gung erzielt und die Klagebewilligung ausgestellt worden war, gelangte der Arbeitnehmer mit Klage vom 28. Oktober 2016 an das Zivilkreisgericht Basel -Landschaft West und beantragte , dass die Arbeitgeberin zur Nachzahlung von Mittagsspesen in der Höhe von CHF 966.00 zu- züglich Zins zu 5% ab 1. Januar 2014 und in der Höhe von CHF 3‘180.00 zuzüglich Zins zu 5% ab 1. Januar 2015 und von Auslagen in der Höhe von CHF 14.50 zu verpflichten sei, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der beklagten Partei. B. Mit Urteil vom 12. Mai 2017 hiess das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West die ange- hobene arbeitsrechtliche Klage auf Nachzahlung von Mittagsspesen teilweise gut. Der G e- richtspräsident verpflichtete die Beklagte, dem Kläger einen Betrag von CHF 530.00 als Mi t- tagsspesenentschädigung nebst Zins zu 5% seit 1. Januar 2014 nachzubezahlen. Für die Mehr- forderung wies das Zivilkreisgericht die Klage ab. Gerichtskosten sowie ausserordentliche Ko s- ten wurden keine verlegt. Zur Begründung führte der Gerichtspräsident im Wesentlichen aus, dass bei auswärtigem Erbringen der Arbeitsleistung die Kosten der Verpflegung obligatorisch zu Lasten des Arbeitgebers gingen, diese Kostenersatzpflicht aber nur gelte, wenn die vor Ort zu generierenden Aufwendungen die Min destauslagen innerhalb der Betr iebsstätte oder b ei Ver- pflegung zu Hause konkret und effektiv überstiegen. Dem Kläger seien deshalb die ihm gemäss GAV Personalverleih und Landesmantelvertrag zustehende Pauschale für auswärtige Verpfl e- gung für seine Einsätze zwischen 7. Januar und 29. September 2013 nachz ubezahlen. Für die Beschäftigungszeit auf dem G.____ Areal bei der F.____ AG stelle sich die Frage, ob dem Kl ä- ger eine Verpflegungsmöglichkeit zur Verfügung gestanden habe, welche dazu geführt habe, dass er sich im Vergleich zur Möglichkeit der Verpflegung innerhalb der Betriebsstätte oder zu Hause am Einsatzort in zumutbarer Weise kostenneutral verköstigen könne. Dies treffe für das G.____ Restaurant nicht zu, weil externe Besucher dort einen Aufpreis von CHF 5.00 bezah l- ten. Hingegen sei auf dem G.____ Areal eine kleine Küche vorhanden und diese habe von den Beschäftigten der F.____ AG täglich wie zu Hause benutzt werden können. Es sei damit erwi e- sen, dass dem Kläger die zumutbare Gelegenheit offen gestanden habe, die Generierung von ausserordentlichen Mittagsspesen zu vermeiden, weshalb er keinen Anspruch auf Mittagszul a- gen für die Zeit ab 30. September 2013 geltend machen könne. C. Gegen dieses Urteil erklärte der Kläger mit Eingabe vom 14. Juni 2017 Beschwerde und stellte sinngemäss das Begehren, in Gutheissung der Beschwerde sei der Entscheid der Vor - instanz aufzuheben. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, im Personalrestaurant der G.____ habe er sich nicht vergünstigt verpflegen können und das Personalrestaurant der F.____ AG sei in einer Mittagspause von 45 Minuten nicht zu erreichen gewesen. Weiter habe die F.____ AG keine eigentliche Verpflegung zur Verfügung gestellt, sondern lediglich einen Esstisch und eine Mikrowelle. Ferner führte er unter Berufung auf ein Schreiben der parität i- schen Berufskommission für das Bauhauptgewerbe der Region Basel aus dem Jahr 2010 aus, dass Personalverleiher in jedem Fall eine Mittagsentschädigung auszurichten hätten. D. Mit Beschwerdeantwort vom 18. Juli 2017 führte die Beschwerdegegnerin aus, sie habe ihre Sichtweise im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens mehrfach dargelegt. Ferner sei zu Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht prüfen, ob die Beschwerde den Formvorschriften genüge, da diese keine Dossier -Nummer er- wähne und keine gesetzesbasierte Begründung enthalte. Erwägungen: 1.1 Nicht berufungsfähige erstinstanzliche Entscheide sind gemäss Art. 319 lit. a ZPO mit Beschwerde anfechtbar. In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur zulä s- sig, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltene n Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Da der hier strittige Betrag unter diesem Mi n- deststreitwert für eine Berufung liegt, ist gegen das angefochtene Urteil einzig das Rechtsmittel der Beschwerde gegeben. Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung sowie die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Neue Anträge, Tatsachen und Beweismittel sind ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Gemäss Art. 321 Abs. 1 ZPO ist die Beschwerde innert 30 Tagen seit Zustellung des begründe- ten Entscheides oder seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung bei der z u- ständigen Rechtsmittelinstanz einzureichen. Der angefochtene Entscheid wurde dem B e- schwerdeführer am 16. Mai 2017 zugestellt. Die am 15. Juni 2017 der Post übergebene B e- schwerde ist rechtzeitig eingereicht worden. 1.2 Die Beschwerdegegnerin wirft die Frage auf, ob die Beschwerde den Formvorschriften genüge. Die Beschwerde muss gemäss Art. 321 Abs. 1 ZPO schriftlich und begründet erhob en werden. Der Beschwerdeführer muss klar und nachvollziehbar darlegen, inwiefern der ang e- fochtene Entscheid nicht korrekt ist. Er muss sich mit der Begründung des angefochtenen En t- scheides auseinandersetzen, dieser seine eigenen Überlegungen gegenüberstel len und erkl ä- ren, inwiefern anders zu entscheiden ist. Die Beschwerdeinstanz ist dabei nicht verpflichtet, von sich aus den ganzen angefochtenen Entscheid auf Korrektheit zu überprüfen. Bei mangelhaften Begründungen ist keine Nachfrist zur Verbesserung gem äss Art. 132 ZPO anzusetzen, vie l- mehr ist auf die Beschwerde nicht einzutreten ( REETZ, Kommentar zur Schweizerischen Zivi l- prozessordnung, 3. Aufl. 2016, Vorbemerkungen zu Art. 308-318 N 50). Im Rahmen der Pr ü- fung der Rechtsschrift sollte die Rechtsmittelin stanz berücksichtigen, ob die betreffende Partei anwaltlich vertreten ist oder nicht. Während sich bei anwaltlicher Vertretung eine gewisse Strenge rechtfertigt, erscheint bei unvertretenen Parteien ─ unter Vorbehalt querulatorischer und rechtsmissbräuchlicher Eingaben ─ eine grosszügigere Haltung angebracht. So genügt bei Laien als Antrag eine Formulierung, aus der sich mit gutem Willen herauslesen lässt, wie das Kantonsgericht Basel -Landschaft, Abteilung Zivilrecht, entscheiden soll und als Begründung reicht es aus, wenn auch nur ganz rudimentär zum Ausdruck kommt, weshalb der angefochtene Entscheid nach Auffassung der Partei unrichtig sein soll. Sind auch diese minimalen Anford e- rungen nicht erfüllt, tritt das Kantonsgericht Basel -Landschaft, Abteilung Ziv ilrecht, auf ein Rechtsmittel nicht ein (BGE 134 II 244 E 2.4; BLKGE 410 2011 72 vom 3. Mai 2011). 1.3 Im vorliegenden Fall ist der Beschwerdeführer nicht anwaltlich vertreten. Er bringt aber in seiner Beschwerdeschrift zum Ausdruck, dass er bestreitet, es habe eine angemessene Ver- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflegungsmöglichkeit auf dem Areal der G.____ gegeben. Insbesondere wendet er sich gegen die Argumentation der Vorinstanz, die Küche reiche als Verpflegungsmöglichkeit, indem er vo r- bringt, ein Tisch sei keine Verpflegung und die F .____ AG habe kein Essen oder Trinken zur Verfügung gestellt. Obwohl der Beschwerdeführer keinen Antrag stellt, lässt sich aus der B e- schwerdebegründung erkennen, dass er die Abänderung von Ziffer 1 des angefochtenen En t- scheids und die vollumfängliche Zusprechung der Mittagsentschädigung verlangt. Eine geset- zesbasierte Begründung musste der Beschwerdeführer entgegen dem Einwand der Beschwe r- degegnerin nicht vorbringen, da das Gericht das Recht auf den vorgetragenen Sachverhalt von Amtes wegen anwendet (Art. 5 7 ZPO). In Anbetracht dessen, dass es sich vorliegend um eine Laienbeschwerde handelt, ist sie somit formgerecht erfolgt. Ein Kostenvorschuss für das Rechtsmittelverfahren wurde aufgrund der Rechtsnatur des Verfahrens nicht verlangt (vgl. Art. 114 lit. c ZPO). Da auch alle übrigen Prozessvoraussetzungen (Art. 59 ZPO) erfüllt sind, ist s o- mit auf die Beschwerde einzutreten. Gemäss § 5 Abs. 1 lit. b EG ZPO ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide von Präsidien der Zivilkreisgerichte Basel -Landschaft das Prä- sidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts zuständig. In Anwendung von Art. 327 Abs. 2 ZPO erfolgt der Entscheid aufgrund der Akten. 2.1 Strittig ist vorliegend noch, ob dem Beschwerdeführer auch für seinen Einsatz bei der F.____ AG auf dem G.____ Areal vom 30. September 2013 bis zum 19. Dezember 2014 eine Mittagsentschädigung zusteht. Art. 327a Abs. 1 OR bestimmt, dass der Arbeitgeber alle durch die Ausführung der Arbeit notwendigen Auslagen zu ersetzen hat, bei Arbeit an auswärtige n Arbeitsorten auch die für den persönlichen Unterhalt erforderlichen Auslagen. Zu solchen pe r- sönlichen Auslagen zählen beispielsweise Kleidung, Verpflegung und Fahrtkosten. Wird die Arbeit an einem auswärtigen Arbeitsort erbracht, so sind die genannten Ko sten voll zu ersetzen (Botschaft des Bundesrats zum Entwurf eines Bundesgesetzes über die Revision des Zehnten Titels und des Zehnten Titels bis des Obligationenrechts, BBl 1967 II 241 ff., S. 340 f.; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, Arbeitsvertrag, Praxiskommen tar, 7. Aufl. 2012, N 2 zu Art. 327a OR; PORTMANN/RUDOLPH, in: Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar OR I, 6. Aufl. 2015, N 2 zu Art. 327a OR; EMMEL, in: Huguenin/Müller-Chen/Girsberger [Hrsg.], Hand- kommentar zum Schweizer Privatrecht, Vertragsver hältnisse Teil 2, 3. Aufl. 2016 , N 2 zu Art. 327a OR ; Kommentar zum Landesmantelvertrag für das schweizerische Bauhauptgewerbe 2012-2015, Gewerkschaft Unia [Hrsg,], S. 152). Es kann durch schriftliche Abrede oder durch Normal- oder Gesamtarbeitsvertrags eine Pauschale für den Ersatz der Auslagen für den pe r- sönlichen Unterhalt vereinbart werden (Art. 327a Abs. 2 OR). 2.2 Gemäss den Verträgen für den Einsatz bei der F.____ AG vom 26. September 2013 und vom 17. Dezember 2013 unterstand das Arbeitsverhältnis zwischen der Arbeitgeberin und dem Arbeitnehmer dem Landesmantelvertrag für das schweizerische Bauhauptgewerbe 2012 -2015 (nachfolgend: LMV) sowie dem Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih (nachfolgend: GAV Pe r- sonalverleih). Art. 27 GAV Personalverleih sieht vor, dass den verliehenen Arbeitnehmenden eine Entschädigung auszurichten ist, wenn ein Branchenvertrag dies vorsieht. Der LMV stellt einen solchen Branchenvertrag für das Bauhauptgewerbe dar. In Bezug auf Mittagsentschäd i- gungen findet sich in Art. 60 Abs . 2 LMV die folgende Bestimmung: „Der Betrieb sorgt nach Möglichkeit für ausreichende Verpflegung anstelle einer Bar entschädigung. Fehlt die entspr e- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht chende betriebliche Verpflegungsmöglichkeit oder können Arbeitnehmende in der Mittagspause nicht nach Hause zurückkehren, ist ihnen eine Mittagsentschädigung von mindestens CHF 14.00 (ab 1. Januar 2014 galt der Ansatz von CHF 15.00) auszurichten. Die Vertragspar- teien der lokalen GAV können einen höheren Ansatz vereinbaren. Sie können zusätzliche Be - stimmungen erlassen, die unter anderem die Einzelheiten der Anspruchgsberechtigung regeln.“ Gestützt auf Art. 60 Abs. 2 LMV sieht der regionale Gesamtarbeitsvertrag Bauhauptgewerbe für die Kantone Basel -Stadt, Basel-Landschaft sowie die Bezirke Dorneck/Thierstein 2012 (nach- folgend: Regio GAV) in Art. 10 Abs. 1 einen Ansatz von CHF 15.00 vor. Aus Art. 10 Abs. 2 R e- gio GAV geht schliesslich hervor, dass die Entschädigung nur geschuldet ist, sofern der Arbei t- geber nicht für das Mittagessen aufkommt. 3. Die Vorinstanz hat i n ihrem Entscheid ausgeführt, der Einsatz des Klägers ab 30. September 2013 auf dem Areal der G.____ müsse zwar als auswärtiger Arbeitsplatz ane r- kannt werden, doch habe der Kläger für diesen Einsatz keinen Anspruch auf Bezahlung der Mittagszulagen, da er sich vor Ort so habe verpflegen können, wie er dies auch bei einer Mö g- lichkeit nach Hause zurückzukehren gekonnt hätte. Die Kostenersatzpflicht für Verpflegung gel- te nur dann, wenn die vor Ort zu generierenden Aufwendungen die Mindestauslagen innerhalb der Betriebsstätte oder zu Hause konkret und effektiv überstiegen. Dem Kläger habe somit im Rahmen der ihm obliegenden Schadensminderungspflicht die zumutbare Gelegenheit offen gestanden, die Generierung von ausserordentlichen Mittagsspesen zu vermeiden, wesha lb die Mittagszulagenforderungen des Klägers für die Zeit ab 30. September 2016 (recte: 2013) abz u- lehnen sei. 4. Der Beschwerdeführer wendet dagegen zunächst ein, weder das Restaurant der G.____ noch das Firmenrestaurant der F.____ AG seien in einer Mittagspause von 45 Minuten zu errei- chen. Dieser Einwand vermag nichts am vorinstanzlichen Entscheid zu ändern, da die Vorinstanz richtigerweise zum Schluss kam, dass die Vergünstigung im Restaurant auf dem G.____ Areal den Voraussetzungen gemäss Art. 60 Abs. 2 LMV nicht genüge. In Bezug auf die Möglichkeit zur F.____ AG in Y.____ zurückkehren zu können, hat die Vorinstanz zunächst zu Recht b e- jaht, dass der Arbeitsort auf dem G.____ Areal in X.____ als auswärtiger Arbeitsort anerkannt werden muss. Denn gemäss de r Schweizerischen Paritätischen Vollzugskommission Ba u- hauptgewerbe ist die Mittagsentschädigung dann nicht geschuldet, wenn der Arbeitnehmer während mindestens einer halben Stunde seine Mahlzeit einnehmen kann. Benötigt der Arbei t- nehmer also bei einer Mitt agspause von einer Stunde mehr als eine halbe Stunde für An - und Rückfahrt nach Hause oder zur Betriebskantine, so ist die Mittagsentschädigung geschuldet. Massgeblich ist der tatsächliche Zeitaufwand für den Weg (SVK 22/2007). Im Regio GAV wird sodann festgehalten, dass eine Mittagsentschädigung geschuldet ist, wenn die Arbeitnehme n- den auf eine Baustelle versetzt werden, die mehr als eine Wegdistanz von 6 km fahrbarer Strasse vom Werkhof der Firma entfernt ist (Art. 10 Abs. 2 lit. a Regio GAV). Im vorliege nden Fall ist sowohl basierend auf die Wegdistanz als auch auf die Nettoarbeitszeit von einem au s- wärtigen Arbeitsort auszugehen. So lag der Arbeitsort in X.____ mehr als 6 km vom Anste l- lungsort in Y.____ entfernt. Zudem ist offensichtlich, dass der Beschwe rdeführer in einer Mi t- tagspause von 45 Minuten den Weg von 8,9 km nicht in einer Zeit hätte zurücklegen können, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass ihm auch noch 30 Minuten verblieben wären, um seine Mahlzeit einzunehmen. Der Ei n- satz des Beschwerdeführers für die F.____ AG auf dem G.____ Areal fand somit, wie die V o- rinstanz zu Recht festgehalten hat, klarerweise an einem auswärtigen Ort statt und eine Rüc k- kehr an den Anstellungsort war für den Beschwerdeführer nicht möglich. Die Rüge des B e- schwerdeführers, die Rückkehr nach Hause oder de r Besuch der Betriebskantine sei ihm aus zeitlichen Gründen nicht möglich, stösst somit ins Leere. 5.1 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgega n- gen, die Arbeitgeberin sei ihrer Verpflichtung für eine ausreichende Verpflegung zu sorgen nachgekommen. Die Arbeitgeberin habe durch das Bereitstellen eines Tischs und einer Mikr o- welle keine Verpflegung zur Verfügung gestellt. Sie müsse in jedem Fall die Mittagsentschäd i- gung entrichten. 5.2 Die Vorinstanz hat erwogen, die Ersatzpflicht des Arbeitgebers beziehe sich nur auf Auslagen des Arbeitnehmers, welche ein sorgfältiger umsichtiger Angestellter als notwendig ansehen durfte. Weiter erläutert sie, dem Kläger habe eine Schadensminderungspflicht oblegen und ihm habe die zumutbare Gelegenheit offen gestanden, die Generierung von ausserordentli- chen Mittagsspesen zu vermeiden. Dadurch macht sie die Bezahlung der Mittagsentschädigung ohne rechtliche Grundlage von einer zusätzlichen Vor aussetzung abhängig, nämlich von der Erforderlichkeit. Sie verkennt dadurch, dass die Kosten für den persönlichen Unterhalt bei au s- wärtiger Erbringung der Arbeitsleistung nicht nur zu Lasten des Arbeitgebers gehen können (Ziff. 7 des angefochtenen Urteils), sondern stets obligatorisch zu dessen Lasten gehen müssen (STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N 2 zu Art. 327a OR; Kommentar zum Landesmante l- vertrag für das schweizerische Bauhauptgewerbe 2012 -2015, Gewerkschaft Unia [Hrsg,], S. 152). Einzige Voraussetzung für den Ersatz von Auslagen für den p ersönlichen Unterhalt ist die Verrichtung der Arbeit an einem auswärtigen Ort, dies ergibt sich nicht nur aus der Botschaft zur Revision des Obligationenrechts, sondern auch aus der Lehre (vgl. Botschaft des Bunde s- rats zum Entwurf eines Bundesgesetzes über die Revision des Zehnten Titels und des Zehnten Titelsbis des Obligationenrechts, BBl 1967 II 241 ff., S. 340 f.; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N 2 zu Art. 327a OR; PORTMANN/RUDOLPH, a.a.O., N 2 zu Art. 327a OR; EMMEL, a.a.O., N 2 zu Art. 327a OR; K ommentar zum Landesmantelvertrag für das schweizerische Bauhaup t- gewerbe 2012-2015, Gewerkschaft Unia [Hrsg,], S. 152). Hinzu kommt, dass die Bestimmung in Art. 327a Abs. 1 OR relativ zwingend ist, so dass zuungunsten der Arbeitnehmenden nicht von ihr abgewichen werden darf (Art. 362 Abs. 1 OR). Der Anspruch darf nicht an strengere bzw. zusätzliche Voraussetzungen geknüpft werden. Eine solche zusätzliche Vor aussetzung lässt sich auch nicht aus Art. 60 LMV ableiten, da ein Gesamtarbeitsvertrag nur zugunsten der Ar- beitnehmenden von zwingendem Recht abweichen darf, nie aber zu deren Ungunsten (Art. 358 OR). Im Übrigen spricht auch der Wortlaut von Art. 60 LMV und Art. 10 Regio GAV – die Margi- nalien beider Bestimmungen lauten: „Auslagenersatz bei Versetzung“ – dafür, dass einzige Vo- raussetzung für die Mittagsentschädigung ein auswärtiger Arbeitsort ist. Die Vorinstanz hat folg- lich den Anspruch zu Unrecht an die zusätzliche Voraussetzung der Erforderlichkeit der Meh r- auslagen aufgrund der Versetzung geknüpft. Die vom LMV und Regio GAV vorgesehene Pa u- schale für Essensspesen ist geschuldet, und zwar unabhängig davon, ob die Verpflegung effek- tiv in einem Restaurant erfolgt (STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N 4 zu Art. 327a OR). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Lediglich wenn der Arbeitgeber f ür das Mittagessen aufkommt, muss dieser die En t- schädigung nicht bezahlen (Art. 10 Abs. 2 Regio GAV). Auch Art. 60 Abs. 2 LMV besagt, dass der Betrieb nach Möglichkeit für ausreichende Verpflegung zu sorgen hat. Wenn diese fehlt, so ist eine Mittagsentschä digung auszurichten. Daraus folgt, dass der Arbeitgeber seiner Pflicht statt durch Ausrichtung einer Barentschädigung auch durch das Bereitstellen einer Mahlzeit nachkommen kann. Das Bereitstellen einer Küche reicht hierzu jedoch – wie vom Beschwerde- führer zu Recht moniert – nicht aus. Dies hat die Schweizerische Paritätische Vollzugskommi s- sion Bauhauptgewerbe explizit festgehalten: Das Zurverfügungstellen eines Containers auf der Baustelle mit Mikrowelle oder Kochmöglichkeit stellt keine ausreichende Verpf legung dar. Mit einer Kochmöglichkeit wird lediglich die Voraussetzungen geschaffen, dass der Arbeitnehmer eine warme Mahlzeit zubereiten kann. Damit ist dem Erfordernis der „ausreichenden Verpfl e- gung“ im Sinne von Art. 60 Abs. 2 LMV nicht Genüge getan, we shalb in einem solchen Fall die Mittagsentschädigung geschuldet ist (SVK 132/2013). Die Beschwerdegegnerin ist also durch das Bereitstellen der „F.____ AG internen“ Küche nicht für die Verpflegung des Beschwerdefüh- rers aufgekommen, weshalb sie die Barentsc hädigung gemäss LMV und Regio GAV zu leisten hat. Folglich ist im vorliegenden Fall die einzige Vor aussetzung für den Anspruch auf eine Mittag s- entschädigung, nämlich die Arbeitsleistung an einem auswärtigen Arbeitsort, unbestrittene r- massen erfüllt und der Beschwerdeführer hat, da die Arbeitgeberin keine ausreichende Verpfle- gung zur Verfügung stellt, Anspruch auf eine Mittagsentschädigung gemäss Art. 327a OR i.V.m. Art. 27 GAV Personalverleih i.V.m. Art. 60 Abs. 2 LMV i.V.m. Art. 10 Abs. 1 Regio GAV. 6. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sind ferner sämtliche Auslagen und nicht nur diejenigen, welche die Kosten bei Verpflegung zu Hause oder in der Betriebsstätte übersteigen, zu ersetzen. Wird eine Barentschädigung geleistet, so dürfen die Kosten, die dem Beschwerde- führer bei der Verköstigung zu Hause oder am Betriebsort entstanden wären, nicht abgezogen werden, auch das geht aus der Botschaft hervor und dieser Meinung folgt auch die Lehre (Bo t- schaft des Bundesrats, a.a.O., S. 340 f.; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N 2 zu Art. 327a OR; PORTMANN/RUDOLPH, a.a.O., N 2 zu Art. 327a OR; Kommentar zum Landesma n- telvertrag für das schweizerische Bauhauptgewerbe 2012 -2015, Gewerkschaft Unia [Hrsg.], S. 152). Ein Abzug rechtfertigt sich deshalb nicht, da die auswärtige Verköstigung häufig teurer ist, als was dafür im Sinne von Mindestauslagen vergütet wird. Hinzu kommt, dass die Unterhalt s- ersparnisse der Arbeitnehmenden geringfügig sind und die Mehrkosten für den Unterhalt au s- wärts kaum genau bestimmt werden könn en. Schliesslich können durch den Verzicht auf einen Abzug administrative Umtriebe vermieden werden (Botschaft des Bundesrats, a.a.O., S. 341; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., N 2 zu Art. 327a OR). Entgegen diesem Ansatz führt die Vorinstanz aus, die K ostenersatzpflicht bestehe nur soweit die Kosten am auswärtigen Ort die Aufwendungen zu Hause oder in der Betriebsstätte überstiegen. Der Beschwerdeführer habe das Material zur Zubereitung der Mahlzeiten einkaufen, mitbringen und die Küche benutzen können, wie wenn er sich zu Hause verpflegt hätte. Im Ergebnis zieht die Vorinstanz somit die Kosten ab, die dem Beschwerdeführer zu Hause oder in der Betriebsstätte entstanden wären, und verweigert deshalb den Anspruch auf eine Mittagsentschädigung. Ein solcher Abzug ist nach der Intention des Gesetzgebers nicht zulässig (Botsc haft des Bundesrats, a.a.O., Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht S. 340 f.). Es ist somit nicht ausschlaggebend, ob sich der Beschwerdeführer auf dem G.____ Areal hat kostenneutral verpflegen können. Wird die Arbeit an einem auswärtigen Ar- beitsort verrichtet, so muss der Arbeitgeber entweder für eine Verpflegung sorgen oder die Aus- lagen für den persönlichen Unterhalt ersetzen, und zwar voll. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Vorinstanz zu Unrecht den A n- spruch des Beschwerdeführers auf eine Mittagsentschädigung verneint hat. Der Beschwerd e- führer macht zu Recht geltend, es stünden ihm auch für seine Anstellungszeit bei der F.____ AG die Pauschalen gemäss LMV bzw. Regio GAV zu, obwohl auf dem G.____ Areal eine Küche zur Verfügung stand. 7.1 Die auf das zu beurteilende Arbeitsverhältnis anwendbaren Gesamtarbeitsverträge (GAV Personalverleih, LMV und Regio GAV) sehen zur Abgeltung der Mittagsentschädigung Pauschale vor (vgl. Art. 327a Abs. 2 OR). Diese beträgt gemäss Art. 27 GAV Personalverleih i.V.m. Art. 60 Abs. 2 LMV i.V.m. Art. 10 Abs. 1 Regio GAV CHF 15.00 pro Arbeitstag. Der B e- schwerdeführer war vom 30. September 2013 bis zum 19. Dezember 2014 auf dem G.____ Areal für die F.____ AG im Einsatz und hat im Jahr 2013 65 Tage und im Jahr 2014 212 Tage, d.h. insgesamt 277 Tage, gearbeitet. Für die Monate November und Dezember 2013 bezahlte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer Verpflegungspauschalen von CHF 294.00 und CHF 224.00, brachte dann aber im Janu ar 2014 vom Lohn wiederum CHF 252.00 in Abzug, so dass sich der Anspruch des Beschwerdeführers auf ins gesamt CHF 3‘889.00 beläuft (277 Tage x CHF 15.00 [gemäss Reg io GAV 2012] – CHF 294.00 – CHF 224.00 + CHF 252.00). 7.2 Gemäss Art. 58 Abs. 1 ZPO darf das Gericht einer Partei jedoch nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat. Damit wird die Dispositionsmaxime in der schweizerischen ZPO normiert ( vgl. SUTTER- SOMM/VON ARX, in: Sutter -Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweiz e- rischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, Art. 58 N 12). Da das vorliegende Verfahren von der Dispositionsmaxime beherrscht ist, darf das Kantonsgericht dem Beschwerdeführer nicht mehr zusprechen, als dieser beantragt hat. Der Beschwerdeführer hat in seiner Beschwerde v om 14. Juni 2017 keine Anträge gestellt und lediglich sinngemäss die Aufhebung des vorinstanzl i- chen Entscheids und die Zusprechung der Mittagszulage verlangt. Damit sind die vor erster Instanz gestellten Rechtsbegehren ausschlaggebend. In diesen hat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers für das Jahr 2013 eine Entschädigung von CHF 966.00 zuzüglich Zins zu 5% ab 1. Januar 2014 und CHF 3‘180.00 zuzüglich Zins zu 5% ab 1. Januar 2015 b eantragt. Das Zivilkreisgericht hat die Klage teilweise gutgeheissen u nd dem Beschwerdeführer CHF 530.00 für das Jahr 2013 zugesprochen, womit sich sein Begehren für das Jahr 2013 im Rechtsmittelverfahren noch auf CHF 436.00 (CHF 966.00 – CHF 530.00) beläuft. Entsprechend diesen Anträgen ist dem Beschwerdeführer somit für seinen Einsatz im Jahr 2013 bei der F.____ AG eine Mittagsentschädigung von CHF 436.00 zuzüglich Zins zu 5% ab 1. Januar 2014 und für seinen Einsatz im Jahr 2014 CHF 3‘180.00 zuzüglich Zin s zu 5% ab 1. Januar 2015, d.h. total CHF 3‘616.00, zuzusprechen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Abschliessend ist noch über die Verteilung der Prozesskosten zu befinden. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so hat sie auch über die Prozesskosten des ersti n- stanzlichen Verfahrens zu entscheiden (FREIBURGHAUS/AFHELDT, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/ Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, N 24 zu Art. 327 ZPO) . Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Entsprechend dem vorlie genden Verfahrensausgang hat die Beschwerdege g- nerin somit für die Prozesskosten aufzukommen. Da es sich vorliegend um eine Arbeitsstreiti g- keit mit einem Streitwert von weniger als CHF 30‘000.00 handelt, werden in Anwendung von Art. 114 lit. c ZPO für das erst- und das zweitinstanzliche Verfahren keine Gerichtskosten erho- ben. Ferner ist dem Beschwerdeführer für das Rechtsmittelverfahren keine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzuspr echen, da er für dieses Verfahren nicht anwaltlich vertreten war. Hingegen hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Parteien t- schädigung für das erstinstanzliche Verfahren zu bezahlen. Nachdem die vormalige Rechtsve r- treterin des Beschwerdeführer s bei der Vorinstanz keine Honorarnote eingereicht hat, ist die Parteientschädigung vom Gericht von Amtes wegen nach Ermessen festzusetzen (§ 18 Abs. 1 Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte, TO, SGS 178.112). Für das Verfahren vor erster Instanz ist die Berechnung nach Streitwert anwendbar (§ 7 Abs. 1 TO). Ausgehend von einem Streitwert von CHF 4‘146.00 und angesichts der Schwierigkeit der Sache ist das Grundhonorar in Anwendung von § 7 Abs. 1 lit. a TO auf CHF 1‘500.00 festzusetzen. Hinzuzurechnen s ind ferner geschätzte Auslagen von CHF 50.00 und MWST zu 8% von CHF 124.00. Zuschläge g e- mäss § 8 TO sind keine zu veranschlagen, da im Grundhonorar die Teilnahme der Rechtsve r- treterin an der Hauptverhandlung und das Verfassen einer Rechtsschrift inbegriffe n ist. Die Be- schwerdegegnerin hat somit dem Beschwerdeführer für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von CHF 1‘674.00 auszurichten. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. In Gutheissung der Beschwerde werden Ziffer 1 und 2 des Entscheids des Zivilkreisgerichtspräsidenten Basel -Landschaft West vom 12. Mai 2017 aufgehoben und durch folgende Ziffern ersetzt: 1. Die Beklagte wird in Gutheissung der Klage dazu verpflichtet, dem Kläger einen Betrag von CHF 966.00 nebst Zins zu 5% seit 1. J a- nuar 2014 und einen Betrag von CHF 3‘180.00 nebst Zins zu 5% seit 1. Januar 2015 als Mittagsspesenentschädigung nachzubezahlen. 2. Gerichtskosten werden keine gesprochen. Die Beklagte hat dem Kläger eine Parteientschädigung von CHF 1‘674.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen. II. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Gerichtkosten erhoben. III. Es sind für das Beschwerdeverfahren gegenseitig keine Parteientsch ä- digungen auszurichten. IV. Dieser Entscheid wird der Beschwerdegegnerin schriftlich und dem B e- schwerdeführer durch öffentliche Bekanntmachung des Dispositivs im kantonalen Amtsblatt eröffnet. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiberin i.V. Aileen Kreyden Die Beschwerdegegnerin hat gegen diesen Entscheid Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht (Verfahrensnummer 4A_599/2017) erhoben.