A bteilung V E -1999/2007 koh/pua {T 0/2} U rteil vom 23. M ärz 2007 M itw irkung: R ichterin Kojic, R ichter Stöckli, R ichter D ubey, G erichtsschreiberin Püntener A ._______, G eorgien, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 2. M ärz 2007 in Sachen N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge am 4. N ovem ber 2006 in die Schw eiz einreiste und am 17. N ovem ber 2006 im Em pfangszentrum in Vallorbe unter den Personalien B._______, geboren (...), aus T._______ (G eorgien), um Asyl ersuchte, dass er ins Transitzentrum Altstätten transferiert w urde, dass er anlässlich der Befragung vom 11. D ezem ber 2006 im Transitzentrum geltend m achte, er sei unter einer anderen Identität, näm lich unter Benutzung des georgischen Passes eines M annes nam ens A._______ ausgereist, dass er sein Asylgesuch dam it begründete, er sei Zeuge eines M ordes gew esen und un- ter dem Verdacht, daran beteiligt gew esen zu sein, in U -H aft gebracht w orden, dass er bei einer G egenüberstellung eineinhalb M onate später einen der Täter habe identifizieren können und einen w eiteren auf einem Foto ebenfalls als Täter w ieder erkannt habe, dass eine W oche später Schüsse auf ihn abgegeben w orden seien, die ihn jedoch ver- fehlt hätten, dass im Juli 2006 Freunde eines Täters seine W ohnung aufgebrochen, seine M utter ge- schlagen und den Beschw erdeführer unter M orddrohung dazu aufgefordert hätten, seine Aussagen zurückzunehm en, dass er desw egen bei der Polizei vorgesprochen habe, diese ihm jedoch angedroht habe, ihn w egen Falschaussagen festzunehm en, dass er aus diesen G ründen seine W ohnung verkauft und sich zur Ausreise entschlos- sen habe, dass sich aufgrund von daktyloskopisch erhärteten Abklärungen des BFM ergab, dass der Beschw erdeführer bei der Schw eizer Botschaft in Tiflis auf den N am en A._______ ein Besuchervisum beantragt hat, dass das BFM dem Beschw erdeführer bezüglich der Verw endung einer anderen Identi- tät am 11. D ezem ber 2006 das rechtliche G ehör gew ährte, w obei es ihm m itteilte, er habe seine M itw irkungspflicht in grober W eise verletzt, indem er die Asylbehörden bezüglich seiner Identität getäuscht habe, da er bereits unter der Identität A._______ erkennungsdienstlich erfasst sei, dass das BFM dem Beschw erdeführer vorhielt, der Fingerabdruck, der auf der Schw ei- zer Botschaft in Tiflis aufgenom m en w orden sei, sei identisch m it dem Fingerabdruck, den m an vom Beschw erdeführer in Vallorbe genom m en habe, dass der Beschw erdeführer dazu einw endete, er habe das Visum sgesuch m it einem frem den Pass, den er von einem R eisebüro gegen Bezahlung erhalten habe, gestellt, dass er der Schw eizer Botschaft in Tiflis gegenüber einen anderen N am en (A._______) angegeben, w eil er unter seinem richtigen N am en kein Visum er-halten hätte, dass der Beschw erdeführer w eiter ausführte, er könne den R eisepass nicht vorlegen, da 3 er diesen habe zurückschicken m üssen, dass er auch keine eigenen Ausw eisdokum ente einreichen könne, da er zu seiner M ut- ter keinen Kontakt habe herstellen können, dass das BFM m it Verfügung vom 2. M ärz 2007 - eröffnet am 15. M ärz 2007 - in Anw en- dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz sow ie den Vollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im W esentlichen anführte, der Beschw erdeführer habe die Behörden über seine Identität getäuscht, dass der Beschw erdeführer unter verschiedenen Identitäten erkennungsdienstlich er- fasst w orden sei und deshalb zusätzliche Anstrengungen unternehm en m üsse, um seine Identität zum indest glaubhaft zu m achen, ansonsten sein unbegründetes U nterlassen als Verheim lichung qualifiziert w erde (Entscheidungen und M itteilungen der Schw eize- rischen Asylrekurskom m ission, EM AR K 1995 N r. 4), dass der Beschw erdeführer m it vom 15. M ärz 2007 datierter Eingabe (Eingang Bundes- verw altungsgericht: 19. M ärz 2007) unter dem N am en A._______ gegen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde erhob und sinngem äss um des- sen Aufhebung sow ie um eine ergänzende Befragung ersuchte, dass er dabei im W esentlichen vorbrachte, er habe seine w ahre Identität deshalb ver- heim licht, w eil er befürchtet habe, sein Aufenthalt in der Schw eiz w ürde bekannt, sei er doch im Em pfangszentrum anderen G eorgiern aus Tiflis begegnet, dass die vorinstanzlichen Akten am 20. M ärz 2007 beim Bundesverw altungsgericht ein- trafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG ), und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren œ [Vw VG , SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Ver- w altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass seit dem 1. Januar 2007 das neue Verfahrensrecht Anw endung findet (Art. 53 Abs. 2 VG G ), dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundes- recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide praxisgem äss 4 auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asyl- gesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it darauf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. das w eiter- hin G ültigkeit beanspruchende U rteil der AR K in EM AR K 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungsgericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass auf Asylgesuche nicht eingetreten w ird, w enn Asylsuchende die Behörden über ihre Identität täuschen und diese Täuschung aufgrund der Ergebnisse der erkennungs- dienstlichen Behandlung oder anderer Bew eism ittel feststeht (Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG ), dass der N achw eis der Identitätstäuschung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG ohne ver- nünftigen Zw eifel feststehen m uss (vgl. auch hier die w eiterhin gültige Praxis der AR K in EM AR K 2003 N r. 27 E. 4a sow ie die nachfolgend zur Them atik der Identitätstäuschung angeführten, nach w ie vor m assgebenden EM AR K-U rteile), dass entsprechend der auch im Verw altungsverfahren gültigen Bew eisregel von Art. 8 des Zivilgesetzbuches vom 10. D ezem ber 1907 (ZG B, SR 210) die Behörde den N achw eis zu erbringen hat, dass der Asylsuchende die Behörden im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG über seine Identität getäuscht hat (vgl. EM AR K 2004 N r. 31 E. 3.2), dass der Begriff der Identität neben N am en und Vornam en die Staatsangehörigkeit, die Ethnie, den G eburtsort, das G eburtsdatum sow ie das G eschlecht um fasst (Art. 1 Bst. a der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]), dass der Beschw erdeführer in der Schw eiz unter der Identität B._______, geboren (...), aus T._______ (G eorgien) keine Identitätsausw eise eingereicht hat, dass der Beschw erdeführer bei der Schw eizerischen Botschaft in Tiflis unter der Identi- tät A._______, geboren (...), ein Besuchervisum beantragt hat, dass er dieses Visum sgesuch m it einem auf den N am en A._______ ausgestellten R eisepass belegte, w obei das Einladungsschreiben des Schw eizers C ._______ ebenfalls auf diese Personalien ausgestellt w ar, dass der Beschw erdeführer in seiner Beschw erde vom 15. M ärz 2007, unterzeichnet m it dem N am en A._______ angibt, er habe im Em pfangszentrum unw ahre Angaben zu seiner Identität gem acht, w ofür er sich entschuldige, dass das Bundesverw altungsgericht daher zum Schluss gelangt, dass A._______ die echte Identität darstellt und die in der Schw eiz gegenüber den Asylbehörden gem achten Identitätsangaben falsch w aren, 5 dass sich bei dieser Sachlage die Frage einer Bew eislastum kehr nicht stellt (vgl. EM AR K 1996 N r. 32 i.V.m . 1995 N r. 4), dass der Erklärungsversuch des Beschw erdeführers, w onach er aus Angst, dass sein Aufenthalt in der Schw eiz bekannt w ürde - er sei vielen georgischen Flüchtlingen begeg- net - und w eil er sich vor den Tätern, gegen die er seinerzeit ausgesagt habe, fürchte, nicht überzeugt, dass der Beschw erdeführer keine plausiblen G ründe anzuführen verm ochte, w eshalb er erst auf Beschw erdeebene seine w ahre Identität preisgegeben hat, dass sich aufgrund der voranstehenden Ausführungen eine Befragung des Beschw erde- führers erübrigt, dass die Täuschung der Asylbehörden näm lich feststeht und das BFM dem nach in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG zu R echt auf das Asylgesuch des Be- schw erdeführers nicht eingetreten ist, dass das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz zur Folge hat, vorliegend der Beschw erdeführer w eder eine Aufenthaltsbew illi- gung besitzt noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat, w eshalb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG , Art. 32 Bst. a AsylV 1; vgl. EM AR K 2001 N r. 21), dass zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entgegen- stehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Vollzugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG SR 142.20) über die vorläufige Aufnahm e zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ), dass sich aus den Ausführungen des Beschw erdeführers und den Akten keine H inw eise auf Verfolgung ergeben und auch keine Indizien für eine andere m enschenrechtsw idrige Behandlung ersichtlich sind, die ihm in seinem H eim atland droht, dass auch keine gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges sprechenden H in- w eise zu ernehm en sind, w eshalb der Vollzug als zum utbar erscheint (Art. 14a Abs. 4 AN AG ), dass auch von der M öglichkeit des W egw eisungsvollzuges auszugehen ist und es dem Beschw erdeführer insbesondere obliegt, sich die für die H eim kehr nötigen R eisepapiere zu beschaffen(Art. 14a Abs. 2 AN AG ), dass es dem Beschw erdeführer dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die an- gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich- tig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (Beilage: Einzahlungsschein) - das BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten - D ie R ichterin: D ie G erichtsschreiberin: Therese Kojic Alexandra Püntener Versand am :