A bteilung III C -2786/2006 {T 0/2} U rteil vom 23. A pril 2007 M itw irkung: R ichter Frölicher; R ichter M esm er; R ichter Parrino ; G erichtsschreiberin Fankhauser. X._______, (Frankreich) Beschw erdeführer, vertreten durch Advokat und N otar D r. Thom as M . Petitjean, R heinsprung 1, Postfach 1911, 4001 Basel, gegen Eidgenössische Invalidenversicherung (IV) IV-Stelle für Versicherte im A usland, Postfach 3100, 1211 G enf 2, Vorinstanz, betreffend Invalidität (Einspracheentscheid vom 8.5.2006). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. X._______, geboren am 23. M ärz 1948, w ohnhaft in Y._______ (Frank- reich), arbeitete seit 1979 als Plattenleger bei der A._______ AG in C ._______ in der Schw eiz (IV-Akt. 7) und w ar obligatorisch bei der schw eizerischen AH V/IV versichert. Am 16. Juni 2004 m eldete er sich unter H inw eis auf eine seit D ezem ber 2002 bestehende "C ardiopathie tonique" und "M yopahie" bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (IV-Akt. 2). B. D ie IV-Stelle Basel holte den Form ularbericht des behandelnden Arztes, D r. m ed. B._______ (IV-Akt. 5), einen Auszug aus dem individuellen Konto (IV-Akt. 6) und den Bericht des Arbeitgebers (IV-Akt. 7) ein. Sie beauftragte D r. m ed. D ._______, FM H für Allgem einm edizin m it einer m edizinischen Begutachtung (w ie aus der Vorbem erkung zum G utachten [IV-Akt. 9, S. 2] hervorgeht). D as daraufhin erstellte G utachten (IV-Akt. 9; Arztbericht für G renzgänger, datiert vom 13. Januar 2005, Eingangs- stem pel IV-Stelle Basel-Stadt vom 12. Januar 2005) enthält folgende Teilgutachten: R heum atologisches G utachten von D r. m ed. E._______, FM H für Physikalische M edizin und R ehabilitation, speziell R heum a- erkrankungen, vom 19. D ezem ber 2004 (IV-Akt. 9, S. 19 ff.); Kardiolo- gisches G utachten von D r. m ed. F._______, FM H für innere M edizin, speziell H erzkrankheiten, vom 2. N ovem ber 2004 (IV-Akt. 9, S. 26 ff.); D r. m ed. G ._______, FM H für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3. D ezem ber 2004 (IV-Akt. 8). G estützt auf diese Akten erm ittelte die IV- Stelle Basel-Stadt für die Periode vom 1. Januar 2003 bis 11. M ai 2004 eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf von 50 % . D anach sei eine Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit eingetreten, w eshalb die Ausübung der Tätigkeit als Plattenleger nicht m ehr zum utbar sei. In einer w echselbelastenden leichten Tätigkeit m it Verm eiden von H eben über 10 Kilogram m sei ein Arbeitspensum von 60 % zum utbar. Aufgrund des Einkom m ensvergleichs erm ittelte sie ab dem 12. M ai 2004 einen Invaliditätsgrad von 58 % (IV-Akt. 12 und 13, S. 7). C . M it zw ei Verfügungen vom 9. M ärz 2005 (die eine betreffend die Periode vom 1.1.2004 – 31.7.2004, die zw eite für die Zeit ab 1.8.2004) sprach die IV-Stelle für Versicherte im Ausland dem Versicherten ab dem 1. Januar 2004 eine halbe IV-R ente zu (IV-Akt. 13). D . D er Versicherte erhob am 17. M ärz 2005 bei der IV-Stelle Basel-Stadt m ündlich Einsprache und beantragte die Ausrichtung einer ganzen R ente (IV-Akt. 14). Am 20. Juni 2005 liess er – nunm ehr vertreten durch Advokat D r. Thom as M . Petitjean – drei zusätzliche m edizinische Stellungnahm en (Attest von D r. B._______ vom 7. Juni 2005; Arztzeugnis von D r. H ._______ vom 8. Juni 2005; Bestätigung von D r. I._______ [gem äss Verm erk von D r. B._______ vom 19. M ai 2005]) einreichen und w eitere m edizinische Abklärungen beantragen (IV-Akt. 20). E. D ie IV-Stelle für Versicherte im Ausland w ies die Einsprache m it Entscheid vom 8. M ai 2006 ab.3 F. M it Beschw erde vom 30. M ai 2006 an die dam als zuständige Eidgenös- sische AH V/IV-R ekurskom m ission für Personen im Ausland (nachfolgend: R ekurskom m ission IV) liess X._______, w eiterhin vertreten durch R echts- anw alt Thom as M . Petitjean, unter Kosten- und Entschädigungsfolge beantragen, den Einspracheentscheid aufzuheben und eine neue um fassende ärztliche Begutachtung anzuordnen. Alsdann sei über den R entenanspruch neu zu entscheiden. G . D ie IV-Stelle für Versicherte im Ausland reichte ihre Vernehm lassung – nach gew ährter Fristerstreckung – am 24. Juli 2006 ein und beantragte unter H inw eis auf die Stellungnahm e der IV-Stelle Basel-Stadt vom 19. Juli 2006 die Abw eisung der Beschw erde. Zur Begründung ihres Abw eisungs- antrages bezog sich die IV-Stelle Basel-Stadt auf die Stellungnahm e des regionalen ärztlichen D ienstes (R AD ) und führte im W esentlichen aus, der Sachverhalt sei aus m edizinischer Sicht ausreichend und professionell abgeklärt und die nachgereichten m edizinischen Berichte enthielten keine neuen, im Einspracheentscheid nicht bereits berücksichtigten, Ein- schätzungen. Im Ü brigen verw ies sie auf den Einspracheentscheid. H . M it R eplik vom 18. August 2006 liess X._______ an seiner Beschw erde festhalten. Zudem m achte er eine w eitere Verschlechterung des G esundheitszustandes geltend und legte eine neue m edizinische Stellungnahm e von D r. B._______ vom 16. August 2006 ins R echt. I. D ie IV-Stelle für Versicherte im Ausland hielt in ihrer D uplik vom 15. Septem ber 2006 an ihrem Antrag, die Beschw erde sei abzuw eisen, fest und verw ies zur Begründung auf die Stellungnahm e der IV-Stelle Basel-Stadt. D iese w iederum nahm Bezug auf die Stellungnahm e des R AD , w onach m it dem Schreiben des D r. B._______ keine neuen sachlich- m edizinischen Aspekte eingebracht w ürden und eine Verschlechterung des G esundheitszustandes m edizinisch nicht ausgew iesen sei. Eine neue Abklärung w erde hierdurch nicht notw endig. J. M it Schreiben vom 20. Septem ber 2006 überm ittelte die R ekurskom - m ission IV dem R echtsvertreter des Versicherten die Kopie der D uplik und teilte den Abschluss des Schriftenw echsels m it. K. Am 1. Januar 2007 ging das vorliegende Beschw erdeverfahren auf das Bundesverw altungsgericht über, w elches den Parteien am 12. Februar 2007 die Zusam m ensetzung des Spruchkörpers m itteilte. Es ging kein Ausstandsbegehren ein. L. Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten w ird, sow eit für die Entscheidfindung erforderlich, im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen.4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D eparte- m ente hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G ; SR 173.32]). 1.2 G em äss Art. 31 VG G beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw er- den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem - ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D ie IV-Stelle des Bundes für Versicherte im Ausland ist eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d VG G . D ie Zuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts zur Beurteilung von Beschw erden von Personen im Ausland im Bereich der Invaliden- versicherung ist zudem in Art. 69 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG , SR 831.20) ausdrücklich vorgesehen. 1.3 Angefochten ist der Einspracheentscheid der IV-Stelle für Versicherte im Ausland vom 8. M ai 2006, der Beschw erdeführer w ohnt in Frankreich. D as Bundesverw altungsgericht ist som it zur Beurteilung der Beschw erde zuständig. 2. D as Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht (w ie schon vor der R ekurskom m ission IV) richtet sich nach dem Verw altungsverfahrens- gesetz, sow eit das Verw altungsgerichtsgesetz nichts anderes bestim m t (Art. 37 VG G ; aArt. 69 Abs. 2 IVG in Verbindung m it aArt. 85bis des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1946 über die Alters- und H inter- lassenenversicherung [AH VG , SR 831.10]). Vorbehalten bleiben gem äss Art. 3 Bst. dbis Vw VG die besonderen Bestim m ungen des Bundesgesetzes über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG , SR 830.1). 2.1 D ie Beschw erde w urde frist- und form gerecht eingereicht (vgl. Art. 38 ff. und Art. 60 ATSG , Art. 52 Vw VG ). 2.2 Als Adressat des seine Einsprache abw eisenden Entscheides ist der Beschw erdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt und er hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 59 ATSG ). 2.3 D er Beschw erdeführer kann im R ahm en des Beschw erdeverfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des M issbrauchs oder der Ü berschreitung des Erm essens, die unrichtige oder unvollständige Fest- stellung des Sachverhalts sow ie die U nangem essenheit des Entscheids rügen (Art. 49 Vw VG ).5 3. N ach der R echtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der R egel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheides eingetretenen Sachverhalt ab (BG E 129 V 1 E. 1.2 m it H inw eis). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im N orm alfall G egenstand einer neuen Verw altungsverfügung sein (BG E 121 V 362 E. 1b m it H inw eisen). M ass- gebend ist im vorliegenden Fall som it der Sachverhalt, w ie er sich bis zum Erlass des Einspracheentscheides vom 8. M ai 2005 verw irklicht hat. 4. Zunächst sind die zur Beurteilung der Streitsache m assgebenden gesetzlichen G rundlagen darzulegen. 4.1 D er Beschw erdeführer ist Staatsangehöriger eines M itgliedsstaates der Europäischen G em einschaft, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkom m en vom 21. Juni 1999 zw ischen der Schw eize- rischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen G em einschaft und ihren M itgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Abkom m en über die Personenfreizügigkeit; APF; SR 0.142.112.681) anzuw enden ist, w elches die verschiedenen bis dahin geltenden bilateralen Abkom m en zw ischen der Schw eizerischen Eidgenossenschaft und den einzelnen M itgliedsstaaten der Europäischen G em einschaft insow eit absetzt, als darin derselbe Sachbereich geregelt w ird, (Art. 20 APF). Sow eit das Abkom m en, insbesondere dessen Anhang II, der die Koordinierung der System e der sozialen Sicherheit regelt (Art. 8 APF), keine abw eichenden Bestim m ungen vorsieht, ist m angels einer einschlägigen gem einschafts- rechtlichen bzw . abkom m ensrechtlichen R egelung die Ausgestaltung des Verfahrens sow ie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen einer schw eizerischen Invalidenrente grundsätzlich Sache der innerstaatlichen R echtsordnung (BG E 130 V 253 E. 2.4). D er Leistungsanspruch des Beschw erdeführers ist dem nach gem äss Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EW G ) N r. 1408/71 grundsätzlich nach den für schw eizerische Staatsan- gehörige geltenden R egeln zu beurteilen. 4.2 In zeitlicher H insicht sind grundsätzlich diejenigen R echtssätze m assge- bend, die bei der Erfüllung des zu R echtsfolgen führenden Tatbestandes G eltung hatten (BG E 130 V 329). D eshalb ist hier das per 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz über den Allgem einen Teil des Sozial- versicherungsrechts anw endbar. D ie im ATSG enthaltenen Form ulierun- gen der Arbeitsunfähigkeit, der Erw erbsunfähigkeit, der Invalidität und der Einkom m ensvergleichsm ethode entsprechen den bisherigen von der R echtsprechung dazu entw ickelten Begriffen in der Invalidenversicherung. D em zufolge haben die von der R echtsprechung dazu herausgebildeten G rundsätze unter der H errschaft des ATSG w eiterhin G eltung (BG E 130 V 343). Sow eit ein R entenanspruch ab dem 1. Januar 2004 zu prüfen ist, sind w eiter die m it der 4. IV-R evision zu diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen G esetzesänderungen zu beachten. 4.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilw eise Erw erbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG ). D ie 6 Invalidität kann Folge von G eburtsgebrechen, Krankheit oder U nfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG ). Erw erbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen G esundheit verursachte und nach zum utbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilw eise Verlust der Erw erbsm öglichkeiten auf dem in Betracht kom m en- den ausgeglichenen Arbeitsm arkt (Art. 7 ATSG ). 4.4 Bei erw erbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gem äss Art. 16 ATSG in Verbindung m it Art. 28 Abs. 2 IVG aufgrund eines Einkom m ens- vergleichs zu bestim m en. D azu w ird das Erw erbseinkom m en, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach D urchführung der m edizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsm assnahm en durch eine ihr zum utbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsm arktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkom m en), in Beziehung gesetzt zum Erw erbseinkom m en, das sie erzielen könnte, w enn sie nicht invalid gew orden w äre (sogenanntes Valideneinkom m en). D er Einkom m ensver- gleich hat in der R egel in der W eise zu erfolgen, dass die beiden hypo- thetischen Erw erbseinkom m en ziffernm ässig m öglichst genau erm ittelt und einander gegenübergestellt w erden, w orauf sich aus der Einkom m ens- differenz der Invaliditätsgrad bestim m en lässt (allgem eine M ethode des Einkom m ensvergleichs; BG E 130 V 343 E. 3.4.2, BG E 128 V 29 E. 1). 4.5 G em äss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der seit dem 1. Januar 2004 geltenden Fassung) hat ein Versicherter bei einem Invaliditätsgrad von m indestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von m indestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe R ente, bei einem Inva- liditätsgrad von m indestens 60 Prozent Anspruch auf eine D reiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von m indestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze R ente. 4.6 D er R entenanspruch entsteht gem äss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person m indestens zu 40 Prozent bleibend erw erbsunfähig (Art. 7 ATSG ) gew orden ist (Bst. a) oder w ährend eines Jahres ohne w esentlichen U nterbruch durchschnittlich m indestens zu 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG ) gew esen w ar (Bst. b). Art. 29 Abs. 1 Bst. a IVG gelangt nur dort zur Anw endung, w o ein w eitgehend stabilisierter, im W esentlichen irreversibler G esundheitsschaden vorliegt (vgl. BG E 119 V 99 E. 4a m it H inw eisen) und sich der G esundheitszustand der versicherten Person künftig w eder verbessern noch verschlechtern w ird (Art. 29 Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche- rung [IVV, SR 831.201]). In den anderen Fällen entsteht der R entenan- spruch erst nach Ablauf der W artezeit gem äss Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG . 4.7 Anspruch auf eine ordentliche R ente haben gem äss Art. 36 Abs. 1 IVG die rentenberechtigten Versicherten, die bei Eintritt der Invalidität w ährend m indestens eines vollen Jahres Beiträge an die schw eizerische Sozialver- sicherung geleistet haben. 4.8 U m den Invaliditätsgrad bem essen zu können, ist die Verw altung (und im Beschw erdefall das G ericht) auf U nterlagen angew iesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 7 Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den G esundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehm en, in w elchem U m fang und bezüglich w elcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im W eiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine w ichtige G rundlage für die Beurteilung der Frage, w elche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugem utet w erden können (BG E 125 V 256 E. 4, BG E 115 V 133 E. 2; AH I 2002 S. 62 E. 4b.cc). 4.9 D ie Verw altung und im Beschw erdefall das G ericht haben die m edizini- schen U nterlagen nach dem G rundsatz der freien Bew eisw ürdigung – w ie alle anderen Bew eism ittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Bew eis- regeln, sow ie um fassend und pflichtgem äss zu w ürdigen. D ies bedeutet für das G ericht, dass es alle Bew eism ittel, unabhängig, von w em sie stam m en, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren U nterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen R echtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander w ider- sprechenden m edizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesam te Bew eism aterial zu w ürdigen und die G ründe anzugeben, w arum es auf die eine und nicht auf die andere m edizinische These abstellt. H insichtlich des Bew eisw ertes eines Arztberichtes ist entschei- dend, ob der Bericht für die streitigen Belange um fassend ist, auf allseitigen U ntersuchungen beruht, auch die geklagten Beschw erden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben w orden ist, in der D arlegung der m edizinischen Zusam m enhänge und in der Beurteilung der m edizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss- folgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlag- gebend für den Bew eisw ert ist grundsätzlich som it w eder die H erkunft eines Bew eism ittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahm e als Bericht oder G utachten (BG E 125 V 351 E. 3a, BG E 122 V 157 E. 1c). 5. N icht bestritten ist, dass der Beschw erdeführer die M indestbeitragszeit gem äss Art. 36 Abs. 1 IVG erfüllt und ein allfälliger R entenanspruch ab dem 1. Januar 2004 besteht. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob der m assgebende Sachverhalt ausreichend abgeklärt w orden ist, die Invaliditätsbem essung m ithin auf einer genügenden m edizinischen G rund- lage beruht, w elche es erm öglicht, die dem Beschw erdeführer noch verbliebende Erw erbsfähigkeit zu beurteilen. 5.1 N ach Ansicht des Beschw erdeführers hätte die IV-Stelle im R ahm en des Einspracheverfahrens eine neue m edizinische Begutachtung veranlassen m üssen, w eil sich sein G esundheitszustand seit der Ende 2004 durchge- führten Abklärung w eiter verschlechtert habe. D ie W eigerung der Verw al- tung, die ärztlich em pfohlene erneute Ü berprüfung anzuordnen, stelle eine form elle R echtsverw eigerung und eine Verletzung des U ntersuchungs- grundsatzes dar (Beschw erdeschrift S. 2 f.). Bereits in seinem Bericht vom 8. Juni 2005 habe D r. H ._______ erklärt, dass eine erneute Ü berprüfung des G esundheitszustandes angezeigt sei. Aus dem neuen Bericht von D r. B._______ vom 16. August 2006 ergäbe sich eine w eitere Verschlech- terung insbesondere an G elenken und M uskulatur. Im Ü brigen bestreite 8 der Beschw erdeführer nicht die Ergebnisse des vor Erlass der Verfügung eingeholten G utachtens, w ie die IV-Stelle in ihrer Vernehm lassung vorbringe (R eplik S. 1). 5.2 D em gegenüber vertritt die IV-Stelle, die vom Beschw erdeführer w ährend des Einspracheverfahrens neu eingereichten m edizinischen Berichte w iesen nicht auf eine Verschlechterung des G esundheitszustandes hin. D ie Berichte der französischen Ärzte bestätigten lediglich die Beurteilung der G utachter, w onach der Beschw erdeführer in seiner bisherigen Tätig- keit vollständig arbeitsunfähig sei. Zur Arbeitsfähigkeit in einer leidens- angepassten Tätigkeit m achten sie jedoch keine Angaben. Eine G rundlage für die geforderte neue um fassende Abklärung sei nicht gegeben (Ein- spracheentscheid, S. 2 f.). Auch der m it der R eplik eingereichte Bericht von D r. B._______ bringe keine neuen sachlich-m edizinischen Aspekte ein. D ie Verschlechterung sei nicht ausgew iesen und eine neue Abklärung w erde dadurch nicht begründet (D uplik). 6. 6.1 D as polydisziplinäre Adm inistrativgutachten vom 13. Januar 2005 führt folgende (H aupt)D iagnosen m it Ausw irkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf: 1. C hronisches Lum bovertebralsyndrom und lum boradikuläres Syndrom rechts, anam nestisch; 2. C hronisches zervikospondylogenes R eflexsyn- drom ; 3. Aethylische Kardiom yopathie. U nter D iagnosen ohne Ausw irkungen auf die Arbeitsfähigkeit w erden aufgeführt: 1. G eringer N ikotinkonsum ; 2. Status nach erheblichem Aethyl- konsum bis D ezem ber 2002; 3. Status nach Bursektom ie an beiden Knie- gelenken. In ihrem gem einsam en Schlussbericht halten die G utachter fest, dass bei dem Versicherten eine kom plexe Situation vorliege und die Arbeits- unfähigkeit überw iegend aufgrund der R ückenproblem atik bestehe. Aus rheum atologischer Sicht sei ihrer M einung nach die schw ere angestam m te Arbeit als M aler nicht m ehr zum utbar. H ingegen bestehe in einer adaptierten Tätigkeit (insbesondere m it W echselbelastung Sitzen/Ste- hen/G ehen, nicht m ehr als zehn Kilogram m heben, m ehr Pausen) seit der Stabilisierung des G esundheitszustandes im Juni 2003 (unklar, ob hier nicht eher Juni 2004 gem eint ist) eine m indestens sechzig prozentige Arbeitsfähigkeit. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund psychischer Faktoren liege nicht vor. Aus kardiologischer Sicht sei der Versicherte für leichte bis m ittelschw ere Arbeiten voll einsatzfähig (IV-Akt. 9, S. 10). 6.1.1 D as rheum atologische Teilgutachten von D r. m ed. E._______ datiert vom 19. D ezem ber 2004 (und bezieht sich auf die Zuw eisung vom 29.1.2004 – der G utachtensauftrag w ar aber laut Schlussbericht erst im April 2004 vergeben w orden). D ie Zuw eisung sei insbesondere zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus rheum atologischer Sicht erfolgt, w eil der Versicherte in der Anam nese erw ähnt habe, er w ürde an einer Fibrom yalgie leiden (IV- Akt. 9, S. 19). N eben dem Zuw eisungsschreiben w erden folgende zur Verfügung stehende Akten genannt: Bericht des Kardiologen D r. m ed. 9 F._______; Bericht des C entre L._______ betreffend H ospitalisation vom 16.1. bis 18.1.2003 zw ecks Koronarographie; R öntgenberichtskopie der Aufnahm en der LW S und des Beckens vom 2.1.2003 (C entre M ._______). In seiner Beurteilung w eist der G utachter zunächst darauf hin, dass ihm leider "die Akten von der Spitalbehandlung in Altkirch im Januar 2003, der neuroradiologischen D iagnostik der Lendenw irbelsäule, der angeblich durchgeführten neurologischen Abklärung und Arztberichte über die Krank- heitsentw icklung" fehlten (IV-Akt. 9, S. 24). Auslösender Faktor, w elcher zur langfristigen Arbeitsunfähigkeit geführt habe, sei eine Lum boischialgie rechts bei D iskushernie, anam nestisch. In der aktuellen klinischen U nter- suchung habe er ein C ervikosyondylogenes Syndrom m it ausgedehnten Tendom yosen und eingeschränkter Bew eglichkeit der H alsw irbelsäule sow ie ein m ässig ausgeprägtes Lum bovertebralsysyndrom gefunden. H inw eise auf eine nicht organische G enese habe er nicht gefunden (W addell-Zeichen negativ). R adiologisch fänden sich sow ohl cervikal w ie lum bal degenerative Veränderungen, in den Akten w erde eine D iskus- hernie lum bal erw ähnt. O bw ohl keine Zw eifel an einem degenerativen cervicospondylogenen Syndrom und degenerativen Lum bovertebral- syndrom bestehe, seien die m assiven Schm erzen cervical und die ausge- prägte M üdigkeit nicht oder nur teilw eise erklärbar (IV-Akt. 9, S. 24). Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus rheum atologischer Sicht führt er Folgendes aus: W egen den ausgeprägten degenerativen Veränderungen der W irbelsäule sei dem Versicherten die bisherige Tätigkeit sow ohl als M aler und Tapezierer, als auch die in den letzten 20 Jahren ausgeübte Tätigkeit als Bodenleger nicht m ehr zum utbar. Eine für die W irbelsäule adaptierte Tätigkeit m it W echselbelastung Sitzen/G ehen/Stehen, w o er nicht m ehr als 10 kg heben m üsse, sei dem Versicherten zu 75% , d.h. sechs Stunden pro Tag (2 m al 3 Stunden pro Tag) zum utbar. W egen seiner chronischen Schm erzen könne ihm aber nur noch ein langsam eres Arbeitstem po zugem utet w erden und er benötige m ehr Pausen. "D eshalb dürfte die Leistungsfähigkeit deutlich, d.h. um zirka 20% eingeschränkt sein." Er kom m e deshalb auf eine R estarbeitsfähigkeit von 60% (IV-Akt. 9, S. 25). D er G utachter em pfiehlt als m edizinische M assnahm en solche zur Schm erzbew ältigung und eine adaptierte langfristige aktive Physiotherapie / Trainingstherapie. Zur Prognose führt er aus: "In Anbetracht der C hroni- fizierung ist die Prognose m it Vorsicht zu stellen." (IV-Akt. 9, S. 25). 6.1.2 D er Kardiologe D r. m ed. F._______ führt in seinem Bericht vom 2. N ovem ber 2004 aus, es bestehe eine aethylische Kardiom yopathie, die jedoch bis zur D iagnosestellung zu keiner relevanten Funktionseinbusse geführt habe. Im kardiologischen Status habe sich ein kardial kom pensierter Patient gezeigt, relevante Befunde seien nicht zu erheben. O b die leicht eingeschränkte Belastbarkeit durch einen Trainingsm angel oder tatsächlich durch die Kardiom yopathie bedingt sei, sei schw ierig zu beurteilen, w ahrscheinlich dürfte beides zur Sym ptom atik beitragen. Schw ere körperliche Arbeiten dürften dem Patienten zur Zeit (noch) nicht zugem utet w erden. Für leichte und m ittelschw ere körperliche Arbeiten erachte er ihn aber als voll arbeitsfähig.10 Zur Vorgeschichte w ird ausgeführt, die m edizinische G eschichte des Patienten beginne im Januar 2003, als er w egen einer lum balen D iskus- hernie habe hospitalisiert w erden m üssen. D am als sei die D iagnose einer toxischen Kardiom yopathie gestellt w orden. Seither gehe er regelm ässig alle sechs M onate zu einem französischen Kardiologen, ein Bericht läge ihm allerdings nicht vor. W elche dieser Inform ationen vom Patient selber erhoben und w elche den Akten entnom m en w urden bzw . ob und gegebenenfalls w elche Akten dem Experten zur Verfügung standen, geht aus dem Bericht nicht hervor (IV-Akt. 9, S. 26). 6.1.3 Im psychiatrischen Teilgutachten von D r. m ed. G ._______ vom 3. D e- zem ber 2004 w erden zunächst die dem G utachter vorliegenden Aktenin- form ationen, anschliessend die durch die Exploration erhobenen Inform ationen ausführlich w iedergegeben. In seiner Beurteilung führt der Experte unter anderem aus, das Schm erzsyndrom im zervikalen Bereich und die allgem eine M üdigkeit seien gleichzeitig im M ai/Juni 2003 aufgetreten. D a zu den zervikalen R ückenschm erzen keine Akten aus der som atischen M edizin vorlägen, könne psychiatrischerseits nicht schlüssig Stellung bezogen w erden. Es seien aber w eder im Zeitpunkt des Auftretens dieser Beschw erden, noch in dem jenigen der akuten lum bosakralen R ückenschm erzen psychosoziale Problem e oder em otionale Konflikte zu erm itteln, w elche schw erw iegend genug w ären, um in einem ursächlichen Zusam m enhang m it der Schm erzsym ptom atik zu stehen. Eine anhaltende som atoform e Schm erzstörung könne ausge- schlossen w erden. Ebenso könne die D iagnose einer N eurasthenie ausgeschlossen w erden, w eil abgesehen von der allgem einen M üdigkeit und der m ittlerw eile etw as gebesserten Kraft- und Energielosigkeit keine w eiteren Sym ptom e vorlägen, w elche zur D iagnosestellung notw endig w ären. Festzustellen sei ein Alkoholabhängigkeitssyndrom w elches aber w eder U rsache noch Folge einer krankheitsw ertigen G esundheits- beeinträchtigung sei, zudem bestehe eine Abstinenz seit drei Jahren. Aus psychiatrischer Sicht liege deshalb keine Beeinträchtigung der Arbeits- fähigkeit vor (IV-Akt. 8). 6.2 D er H ausarzt D r. B._______ hatte in seinem ersten, von der IV-Stelle eingeholten, Bericht vom 29. Juni 2004 folgende Angaben zur Arbeits- unfähigkeit gem acht: 100 % vom 7. Januar 2003 bis 4. Januar 2004; 50 % vom 5. Januar 2004 bis 10. M ai 2004; 100 % ab dem 11. M ai 2004. Eine sitzende Tätigkeit erachtete er aber als uneingeschränkt m öglich, jedoch keinerlei physisch belastende (auch nicht leichte) Tätigkeiten (IV-Akt. 5). Im Attest vom 7. Juni 2005 bestätigte D r. B._______ auf W unsch des Ver- sicherten, dass dessen verschiedene Leiden einer W iederaufnahm e der Arbeit – auch nur halbtags – entgegenstünden (IV-Akt. 20, S. 3). Zu diesem Attest scheint auch ein Schreiben von D r. I._______ (ohne w eitere Angaben) zu gehören, der eine W iederaufnahm e der früheren Tätigkeit als kaum m öglich erachtet (IV-Akt. 20, S. 5). In seinem Bericht vom 16. August 2006 bestätigt D r. B._______ eine erhebliche Verschlechterung im Bereich G elenke und M uskulatur, so dass der Patient auch bei alltäglichen Verrichtungen eingeschränkt sei. Zu 11 denken sei an die D iagnose Fibrom yalgie, begleitet von der M yokar- diopathie. Es sollte deshalb eine N eubeurteilung durch die von der Versicherung beauftragten Ärzte erfolgen (Beilage zur R eplik). 6.3 D r. H ._______, Facharzt für R ehabilitation, erklärt in seinem Bericht vom 8. Juni 2005, der Versicherte w erde regelm ässig von ihm w egen Lum bal- gien behandelt. Trotz verschiedener Behandlungen bestehe nach w ie vor eine funktionelle Einschränkung. D er Patient könne keine körperlich schw eren Arbeiten m ehr verrichten (IV-Akt. 20, S. 4). 6.4 Vom regionalen ärztlichen D ienst liegen zw ei Stellungnahm en zu den jew eils im Verfahren neu eingereichten m edizinischen Attesten vor: Zu den drei im Einspracheverfahren eingereichten Berichten vom M ai/Juni 2005 (von D r. B._______, D r. H ._______ und D r. I._______) nahm D r. m ed. K._______ im Beschw erdeverfahren am 18. Juli 2006 auf Anfrage der IV-Stelle w ie folgt Stellung: D er Bericht von D r. I._______ (gem eint ist w ohl der Bericht von D r. B._______) sei völlig unspezifisch und begründe nicht, w eshalb eine W iederaufnahm e der Arbeit nicht m öglich sei. D r. H ._______ erachte nur schw ere Arbeit als nicht m ehr m öglich. D r. B._______ erachte nur die bisherige Tätigkeit als nicht m ehr m öglich (gem eint ist w ohl der Bericht von D r. I._______). Zu den Vew eistätigkeiten w erde in den Berichten nicht Stellung genom m en. Bei der kardialen Situation sei sogar eine Verbesserung dokum entiert, w ährend sich die Situation im rheum atologischen Bereich nicht verändert habe (IV-Akt. 25, S. 2). Zum Attest von D r. B._______ vom 16. August 2006 hält D r. m ed K._______, Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem Kom m entar vom 6. Septem ber 2006 fest, w eder die Verschlechterung noch die Fibro- m yalgie w erde durch eine Beschreibung der Sym ptom e bzw . neue Befunde unterm auert. D ie Verdachtsdiagnose einer Fibrom yalgie in Verbindung m it der vorbestehenden C ardiom yopathie erscheine zudem reichlich konstruiert. Eine Verschlechterung sei m edizinisch nicht ausge- w iesen und w eitere Abklärungen nicht erforderlich (Beilage zur D uplik). 7. D ie R echtsprechung erachtet es m it dem G rundsatz der freien Bew eis- w ürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestim m te Form en m edizinischer Berichte und G utachten, R ichtlinien für die Bew eisw ürdigung aufzustellen. So ist den im R ahm en des im Verw altungsverfahren eingeholten G utach- ten externer Spezialärztinnen und -ärzte, w elche aufgrund eingehender Beobachtungen und U ntersuchungen sow ie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eisw ürdigung volle Bew eiskraft zuzu- erkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BG E 125 V 351 E. 3b, m it w eiteren H inw eisen). Zu prüfen ist deshalb zunächst, ob das Adm inistrativgutachten die Anfor- derungen der R echtsprechung (siehe oben E. 4.9) erfüllt und die Verw al- tung zu R echt darauf abgestellt hat. 7.1 D er Bew eisw ert eines m edizinischen G utachtens hängt zunächst davon ab, ob dieses in Kenntnis der Vorakten – und gegebenenfalls auch in 12 Auseinandersetzung dam it (vgl. U LR IC H M EYE R -BLASE R , D as m edizinische G utachten aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht, in: Adrian M . Sie- gel/D aniel Fischer [H rsg.], D ie neurologische Begutachtung, Zürich 2004, S. 97) – erstellt w orden ist. D iese Anforderung erfüllt das Adm inistrativ- gutachten vom 13. Januar 2005 offensichtlich nicht. In dem von den vier beteiligten G utachtern unterzeichneten Bericht w ird erw ähnt, dass von Seite der IV-Stelle der ärztliche Bericht vom 29. Juni 2004 zur Verfügung stand, der Versicherte habe diverse Berichte in die Sprechstunde m itge- bracht. W elches diese Berichte sind, w ird nicht aufgeführt, sondern auf die Beilagen zu H anden des m edizinischen D ienstes verw iesen (IV-Akt. 9, S. 2 f.). In allen drei Teilgutachten w ird jew eils darauf hingew iesen, dass leider gew isse – w esentlich erscheinende – m edizinische Berichte nicht vor- lagen. 7.1.1 D em R heum atologen lagen ausser einem R öntgenbericht offenbar über- haupt keine U nterlagen zur R ückenproblem atik (im cervikalen oder lum balen Bereich) vor. Er stellte denn auch in seiner Beurteilung einleitend fest, dass ihm leider "die Akten von der Spitalbehandlung in Altkirch im Januar 2003, der neuroradiologischen D iagnostik der Lendenw irbelsäule, der angeblich durchgeführten neurologischen Abklärung und Arztberichte über die Krankheitsentw icklung" fehlten (IV-Akt. 9, S. 24). 7.1.2 Aus dem kardiologischen G utachten geht w eder hervor, w elche U nterlagen dem G utachter zur Verfügung standen, noch w elche Inform ationen er vom Patienten selber und w elche aus allfälligen Akten erhoben hat. H inge- w iesen w ird lediglich auf den nicht vorliegenden Bericht des behandelnden Kardiologen (IV-Akt. 9, S. 26). D ie klare D ifferenzierung zw ischen den Angaben des Versicherten einerseits und den aus den Akten erhobenen Inform ationen andererseits gehört jedoch zu den w esentlichen Anforderun- gen an ein G utachten (vgl. M ASS IM O PER G O LIS, M edizinische Privat- und G erichtsgutachten, in: W alter Fellm ann/Stephan W eber [H rsg.], D er H aft- pflichtprozess, Zürich/Basel/G enf 2006, S. 130). 7.1.3 Stehen die bisherigen m edizinischen U nterlagen nicht zur Verfügung, kann sich der Experte nicht darauf beschränken, auf deren Fehlen hinzuw eisen. Sow eit für die Beurteilung erforderlich, hat er m it dem behandelnden Arzt R ücksprache zu nehm en (vgl. U rteil des Eidgenössischen Versicherungs- gerichts I 756/05 vom 24. Januar 2006 E. 2.3) oder die fehlenden Berichte über die Verw altung oder direkt bei den zuständigen Ärzten anzufordern (vgl. H AN S R U D O LF STÖ C KLI, D er G utachter im Spannungsfeld der Parteien und der W issenschaft, in: Siegel/Fischer, a.a.O , S. 130 ff.). 7.2 Für die Bew eiskraft eines m edizinischen G utachtens ist w eiter von Bedeu- tung, ob es in der D arlegung der m edizinischen Zustände, Entw icklungen und Zusam m enhänge einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten so begründet sind, dass der R echtsanw ender sie kritisch prüfend nachvollziehen kann (U LR IC H M EYER -BLASER , a.a.O ., S. 97). D ie Begründung der von einem G utachter aus den verw erteten Vorakten und den von ihm selbst erhobenen Befunden gezogenen Schlussfolgerungen - regelm ässig als "Beurteilung" betitelt - ist der essentielle Teil jedes G utachtens. H ier 13 hat der G utachter die G edankengänge im Einzelnen darzulegen, aufgrund derer er zu seinen Schlussfolgerungen gelangt. D ie anschliessende Beant- w ortung der einzelnen Expertenfragen m uss anhand der begründeten Schlussfolgerungen nachvollzogen w erden können (U rteil des Eidgenössi- schen Versicherungsgerichts I 99/05 vom 10. Juni 2005 E. 2.3 m it H inw ei- sen auf die Literatur, vgl. auch U rteil U 135/05 vom 7. Juli 2005 E. 4.2). G em äss dem rheum atologischen Teilgutachten erfolgte die Zuw eisung "insbesondere zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus rheum atologischer Sicht, w eil der Versicherte in der Anam nese erw ähnt hat, das[s] er an einer Fibrom yalgie leiden w ürde" (IV-Akt. 9, S. 19). Zu dieser Verdachtsdiagno- se äussert sich das G utachten jedoch nicht. U nklar bleibt – jedenfalls für m edizinische Laien –, ob m it der Aussage des G utachters, er habe keine H inw eise auf eine nicht organische G enese gefunden (W addell-Zeichen negativ), die D iagnose einer Fibrom yalgie ausgeschlossen w urde. D ie soeben zitierte Aussage erscheint auch im Zusam m enhang m it den im übernächsten Absatz folgenden Ausführungen nicht ohne w eiteres verständlich: "W enn auch keine Zw eifel an einem degenerativen cervico- spondylogenen Syndrom und degenerativen Lum bovertebralsyndrom besteht, so kann ich m ir aus rein rheum atologischer Sicht die m assiven Schm erzen cervical, die den Patienten zur Inaktivität und häufigem Liegen zw ingen. Auch die ausgeprägte M üdigkeit ist aus rheum atologischer Sicht nur teilw eise im R ahm en der Schm erzchronifizierung erklärbar." (IV-Akt. 9, S. 24). Eine Folgerung aus diesen beiden Feststellungen w ird nicht gezo- gen. D ie Beurteilung lässt som it Fragen offen, ohne jedoch die allenfalls nicht auszuräum enden U nsicherheiten oder U nklarheiten so zu benennen, dass für die rechtsanw endenden Behörden nachvollziehbar w ird, w eshalb sich gew isse Begründungslücken nicht verm eiden liessen. 7.3 G ew isse Zw eifel an der R ichtigkeit beziehungsw eise Zuverlässigkeit des G utachtens entstehen im Ü brigen auch aufgrund der relativ häufig falschen D atenangaben, die nur zum Teil korrigiert w erden. 7.4 D as G utachten erfüllt som it die Anforderungen der R echtsprechung an eine bew eiskräftige Expertise nicht, dies um so m ehr, als die G utachter selbst von einem kom plexen gesundheitlichen Problem sprechen. D ie Verw altung hat dem G utachten zu U nrecht volle Bew eiskraft zugem essen und darauf abgestellt. D a auch die übrigen m edizinischen Stellungnahm en den Anforderungen zw eifellos nicht genügen, ist eine rechtskonform e Beurteilung des R entenanspruchs nicht m öglich. 8. N ach Art. 61 Vw VG kann die Beschw erdeinstanz die zu beurteilende Sache, statt selbst zu entscheiden, m it verbindlichen W eisungen an die Vorinstanz zurückw eisen. Ein solcher Ausnahm efall ist hier w egen der in entscheidenden Punkten unvollständigen Akten gegeben, w eshalb die Sache an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland zurückgew iesen w ird, dam it sie den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig abkläre. D ie Verw altung w ird angew iesen, eine (ergänzende) Begutachtung einzuholen, w elche eine zuverlässige Beurteilung der Arbeits- und Erw erbsunfähigkeit erm öglicht. G estützt auf diese Abklärungen hat die Verw altung sodann den 14 R entenanspruch neu zu beurteilen. 9. D a es im vorliegenden Verfahren um die Anerkennung bzw . Verw eigerung von Versicherungsleistungen geht, sind gem äss den bis zum 30. Juni 2006 geltenden Bestim m ungen grundsätzlich keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 69 IVG in Verbindung m it Art. 85bis Abs. 3 AH VG und Art. 63 Abs. 5 Vw VG in Verbindung m it Art. 4b der Verordnung über Kosten und Entschädigungen im Verw altungsverfahren vom 10. Septem ber 1969 [Kostenverordnung; SR 172.041.0] sow ie in Verbindung m it den Ü ber- gangsbestim m ungen zur Änderung des IVG vom 16. D ezem ber 2005 [AS 2006 2004]). D er durch einen R echtsanw alt vertretene Beschw erdeführer hat gem äss Art. 64 Abs. 1 Vw VG in Verbindung m it Art. 7 ff. des R egle- m ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver- w altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 (VG KE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Verw altung. D iese w ird auf Fr. 1'500.- (inkl. M ehrw ertsteuer) festgesetzt. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, der angefochtene Einsprache- entscheid vom 8. M ai 2006 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland zurückgew iesen, dam it diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erw ägungen, über den R entenanspruch des Beschw erdeführers neu verfüge. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. D ie IV-Stelle für Versicherte im Ausland w ird verpflichtet, dem Beschw er- deführer innert 30 Tagen ab Eintritt der R echtskraft des vorliegenden U rteils eine Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 1'500.-- auszurichten. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet (G erichtsurkunde): - dem Beschw erdeführer - der Vorinstanz - dem Bundesam t für Sozialversicherung D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Johannes Frölicher Susanne Fankhauser15 R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil kann innert 30 Tagen ab Zustellung beim Schw eizerischen Bundesgericht, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, angefochten w erden (vgl. Art. 42, Art. 48 und Art. 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G ], SR 173.110). Versand am :