06/07 6 Besuchsrecht. Art. 19 Abs. 2, Art. 273, Ar t. 274 Abs. 2, Art. 420 Abs. 1 ZGB. Unmündige Beschwerdeführerin. Geltendmachung e ines höchstpersönli- chen Rechts. Bei der Durchsetzung höchstpersönliche r Rechte dürfen nicht zu hohe Anforderungen an die Urteilsfähigkeit gestellt werden. Ein Interessenkon- flikt zwischen Kind und Mutter wäre möglich, kann a ber vorliegend verneint werden. Beschwerdelegitimation bejaht, ohne weitere Prüfung der Urteilsfähig- keit. Streitig ist, ob der in Thun wohnhafte Vater der Beschwerdeführerin zu verpflichten ist, für die Ausübung des Besuchsrecht s seine Tochter selbst in Altdorf abzuholen. Der Besuchsort und die Zuständig keit für das Holen und Bringen sind Aspekte der Besuchsrechtsregelung. Ein e Vollstreckung kommt gegen den Besuchsberechtigten nicht in Betracht, we nn dieser die Besuchs- rechtsregelung nicht einhält. Die Pflicht des Besuchsberechtigten wird deshalb auch nur als moralische Verpflichtung bezeichnet. Möglich ist eine Ermahnung. Die Nichtausübung des Besuchsrechts kann allenfalls auch zu einer Ein- schränkung oder einem Ausschluss desselben führen, wenn sich der Be- suchsberechtigte i.S.v. Art. 274 Abs. 2 ZGB nicht e rnsthaft um das Kind küm- mert. In casu wird die getroffene Besuchsrechtsordn ung insofern abgeändert, als dass die Beschwerdeführerin in einer Übergangsp hase von ihrem Vater in Altdorf abzuholen oder nach dem Besuch von ihm dorthin zurückzubringen ist. Obergericht, 04. Mai 2007, OG V 07 4