B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3958/2020 U r t e i l v o m 2 1 . S e p t e m b e r 2 0 2 0 Besetzung Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, mit Zustimmung von Richter William Waeber; Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren am (...), Sri Lanka, vertreten durch MLaw Cora Dubach, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 6. Juli 2020 / N_______. D-3958/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer ersuchte am (...) um Asyl in der Schweiz. Am 8. August 2017 fand die Personalienaufnahme (PA) und am 14. August 2017 das persönliche Dublin-Gespräch statt. A.b Mit Verfügung vom 25. Oktober 2017 trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein und verfügte die Wegweisung des Beschwerdeführers nach B._______. A.c Mit Verfügung vom 22. Mai 2019 hob das SEM seine Verfügung vom 25. Oktober 2017 infolge Ablaufs der Frist zur Überstellung nach B._______ auf und stellte fest, dass das nationale Asylverfahren wieder aufgenommen werde. A.d Am 21. Februar 2020 wurde der Beschwerdeführer vom SEM zu sei- nen Asylgründen angehört. Im Wesentlichen machte der aus C._______ (Distrikt D._______) stammende Beschwerdeführer tamilischer Ethnie gel- tend, er habe (Nennung Zeitpunkt) seine (Nennung Verwandte) in E._______ besucht. Dort sei er mit zwei (Nennung Verwandte) und einem Mann aus dem Dorf namens F._______ unterwegs gewesen. Die (Nen- nung Verwandte) und F._______ hätten in der Nähe eines buddhistischen Tempels begonnen, Alkohol zu trinken. Da zwischen den Dorfbewohnern und den buddhistischen Mönchen wegen des Baus einer buddhistischen Pagode ein Disput bestehe, hätten sich seine drei Begleiter zu den Mön- chen begeben. In dieser Zeit habe er einen Anruf vom Ehemann seiner (Nennung Verwandte) bekommen, der ihn zu sich nach G._______ gebe- ten habe, um dort eine defekte Maschine zu reparieren. Unterdessen seien seine (Nennung Verwandte) und F._______ wieder erschienen und hätten in ihrer Trunkenheit einen jungen, für Buddhisten heiligen Bodhi-Baum, der zum Tempel gehört habe, aus dem Boden gerissen. Obwohl er nicht be- trunken gewesen sei, habe er aus Spass mitgeholfen, den Baum aus der Erde zu ziehen. Anschliessend sei er mit dem Motorrad nach Hause gefah- ren, wo er Kleider zum Wechseln eingepackt und sich auf den Weg nach G._______ gemacht habe. Unterwegs habe ihm sein (Nennung Verwand- ter) telefonisch mitgeteilt, dass er nirgendwo anhalten und direkt zu den Verwandten durchfahren solle. Dort angekommen habe ihn die (Nennung Person) der (Nennung Verwandte) darüber informiert, dass Unbekannte – möglicherweise aufgebrachte Buddhisten – ihn in C._______ gesucht, das Elternhaus beschädigt und seinen (Nennung Verwandter) geschlagen hät- ten. Auch hätten diese gedroht, ihn mit einem Schwert zu schlagen. Am D-3958/2020 Seite 3 nächsten Tag seien Polizisten, Angehörige des Criminal Investigation De- partment (CID) und des Militärs in Begleitung von buddhistischen Mönchen bei seinen Eltern erschienen. Die Polizei habe diesen mitgeteilt, dass er vorbeikommen solle. Eine Anzeige seiner Eltern wegen des Übergriffs hät- ten die Polizisten nicht entgegennehmen wollen. Er wisse nicht, warum die Polizei am nächsten Tag erschienen sei; vielleicht sei dies wegen des Vor- falls in E._______ geschehen. Er habe sich in der Folge jedoch nicht auf den Posten begeben. Aus Angst habe ihn seine Familie zur (Nennung Ver- wandte) nach H._______/G._______ geschickt, wo er sich bis zu seiner Ausreise (...) unbehelligt aufgehalten habe. Während dieser Zeit seien die Polizei und Angehörige des CID sowie des Militärs ab und zu bei seinen Eltern erschienen, hätten nach ihm gefragt und seien danach wieder ge- gangen. Dabei habe man seinem (Nennung Verwandter) auch Fragen zu dessen Vergangenheit bei den I._______ gestellt. Ferner seien auch seine beiden (Nennung Verwandte) und F._______ gesucht worden. F._______ sei sogar durch unbekannte Personen mitgenommen worden, habe jedoch kurz darauf flüchten können. Sowohl seine (Nennung Verwandte) als auch F._______ würden sich jetzt in J._______ aufhalten, Letzterer habe dort Asyl erhalten. Schliesslich sei er mit seinem eigenen Pass legal über den Flughafen K._______ ausgereist. Der Beschwerdeführer reichte (Nennung Beweismittel) zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 6. Juli 2020 stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. C. Der Beschwerdeführer erhob gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom 6. August 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean- tragte, es sei der Entscheid des SEM aufzuheben und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei er infolge Unzulässigkeit, Unmöglichkeit oder allenfalls Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung samt Verzicht auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses und um Beiord nung seiner Rechtsver- treterin als unentgeltliche Rechtsbeiständin. Ferner sei festzustellen, dass die Beschwerde aufschiebende Wirkung habe. Der Beschwerde beigelegt waren (Aufzählung Beweismittel). D-3958/2020 Seite 4 D. Mit Zwischenverfügung vom 14. August 2020 wies die Instruktionsrichterin die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands ab und forderte den Beschwerdeführer zur Bezahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 750.– bis zum 31. August 2020 auf. Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht ge- leistet. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. 1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur D-3958/2020 Seite 5 summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG) . Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwech- sels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungs- gericht hat. Die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da- rauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verwei- sen). 5. 5.1 Das SEM kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vor- bringen des Beschwerdeführers seien nicht asylrelevant. Bei der Attacke unbekannter Personen auf das Elternhaus und den (Nennung Verwandter) und der Drohung, ihn mit einem Schwert zu schlagen beziehungsweise zu töten, handle es sich um Übergriffe Dritter. Mit der Einbestellung seiner Person auf de n Polizeiposten sei die Polize i offensichtlich daran interes- siert gewesen, diesen Vorfall abzuklären. Es wäre ihm trotz seiner Ängste und seines Misstrauens gegenüber den sri -lankischen Sicherheitsbehör- den zumutbar gewesen, in dieser Sache die Polizei um Hilfe und Unterstüt- zung zu ersuchen. Sein Einwand, dass die Sicherheitsbehörden ja selber nach ihm suchen würden, sei unbehelflich. So habe er durch seine Beihilfe bei der Beschädigung eines "heiligen" Bodhi-Baumes eine Straftat began- gen. Die in diesem Zusammenhang angeführten Besuche der Sicherheits- behörden und deren Aufforderung, sich bei ihnen zu melden, stelle keine asylrelevante Verfolgung dar, sondern sei eine rechtsstaatlich legitime Su- che zur Klärung von Straftaten. D-3958/2020 Seite 6 Im Weiteren stelle sich die Sachbeschädigung eines Baumes als zu wenig schwerwiegend dar, um eine asylrelevante Verfolgung bei einer Rückkehr befürchten zu müssen. Auch sei nicht davon auszugehen, dass ihn die Si- cherheitskräfte im Zusammenhang mit den früheren Aktivitäten seines (Nennung Verwandter) für die I._______ in asylbeachtlicher Weise verfol- gen würden, zumal sein (Nennung Verwandter) das Rehabilitationspro- gramm durchlaufen und im Anschluss daran – ausser sporadischen Befra- gungen – keine Probleme gehabt habe. Der Beschwerdeführer habe selber nie etwas mit den I._______ zu tun gehabt und sei während des Krieges noch klein gewesen. Ausserdem sei nicht nachvollziehbar, weshalb sich die Behörden wegen den früheren Aktivitäten seines (Nennung Verwand- ter) für ihn interessieren sollten, da sein (Nennung Verwandter) vor Ort sei und den Behörden zur Verfügung stehe. Falls der Beschwerdeführer über (...) Jahre nach dem Vorfall noch immer Übergriffe von Dritten befürchten sollte, habe er die Möglichkeit, bei der Polizei um Schutz zu ersuchen. Zu- dem stehe es ihm offen, sich be i seinen Verwandten im abgelegenen H._______ niederzulassen, wo er sich vor seiner Ausreise während (Nen- nung Dauer) unbehelligt aufgehalten habe. Er habe sodann nach Kriegs- ende noch (Nennung Dauer) in Sri Lanka gelebt. Allfällige im Zeitpunkt sei- ner Ausreise bestehende Risikofaktoren würden folglich kein Verfolgungs- interesse seitens der sri -lankischen Behörden auslösen. Es sei aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte. Die Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 vermöge diese Einschätzung – in Ermangelung eines persönlichen Bezugs des Beschwerdeführers zu diesem Ereignis respektive dessen Fol- gen – nicht umzustossen. Ausserdem sei er legal mit seinem eigenen Pass ausgereist. 5.2 Der Beschwerdeführer entgegnete in der Rechtsmittelschrift – nebst einlässlichen Ausführungen zur aktuellen Situation der Menschenrechte in Sri Lanka und der damit verbundenen erhöhten Gefährdung für tamilische Rückkehrer und Wiederholungen seiner vorinstanzlichen Vorbringen – die Verfolgung durch die buddhistischen Mönche und die sri-lankischen Behör- den sei religiös und ethnisch motiviert. Die unerlässliche Suche nach sei- ner Person – vor (Nennung Zeitpunkt) sei er von Angehörigen des Militärs und vor (Nennung Zeitpunkt) v on Mitgliedern des CID bei seinen Eltern erneut gesucht worden – zeige die Ernsthaftigkeit der Verfolgung. Bei einer Rückkehr hätte er Inhaftierung und Folter zu befürchten , weil er immer noch gesucht werde, und F._______ nach der Beschädigung des Bodhi -D-3958/2020 Seite 7 Baumes festgenommen und gefoltert worden sei. Seine Angst vor irregu- lärer Haft werde dadurch bestärkt, dass kein offizielles Verfahren gegen ihn eingeleitet worden sei, was für eine religiös motivierte Verfolgung spreche. Sowohl die Übergriffe der buddhistischen Mönche und die Verfolgung der sri-lankischen Behörden als auch die drohende Haft verbunden mit Folter erfüllten das erforderliche Mass an Intensität, um von einem ernsthaften Nachteil auszugehen. Allenfalls sei das Vorliegen eines unerträglichen psy- chischen Drucks zu prüfen. Jedenfalls habe er aktuell begründete Furcht vor künftiger asylrelevanter Verfolgung. Bei einer Rückkehr würde er wei- terhin von den buddhistischen Mönchen und den sri-lankischen Behörden verfolgt. Diese würden nicht separat sondern gemeinsam mit den staatli- chen Sicherheitskräften handeln, weshalb er letztere nicht um Schutz er- suchen könne. Bei den Angehörigen der Sicherheitskräfte handle es sich um Singhalesen, welche überwiegend Buddhisten seien. Die Polizei habe wohl aus diesen Gründen die Anzeige seiner Eltern – Tamilen hinduisti- schen Glaubens – nicht entgegengenommen. F._______ sei im Anschluss an den Vorfall beim Tempel inhaftiert und gefoltert worden. Den Angehöri- gen von F._______ sei auf Nachfrage nicht gesagt worden, dass man die- sen verhaftet habe, was auf eine irreguläre Festnahme hindeute. Das glei- che Schicksal habe auch er zu befürchten. Die Verfolgung sei zudem ge- zielt gegen ihn gerichtet und kausa l für seine Flucht gewesen. Die Verfol- gung sei im Zeitpunkt seiner Flucht noch aktuell gewesen, zumal das Inte- resse der heimatlichen Behörden an seiner Person bis heute andauere. Nachdem F._______ aus der Haft geflüchtet sei, habe sich dieser – wie seine beiden (Nennung Verwandte) – nach J._______ begeben und Asyl erhalten. Sodann liege es für die Behörden nahe, dass er wegen seines (Nennung Verwandter) – einem ehemaligen I._______-Mitglied – Verbin- dungen zu dieser Bewegung habe, was als wichtiger Risikofak tor zu wer- ten sei und angesichts der verschlechterten Menschenrechtslage infolge des Regierungswechsels eine verstärkte Gefährdung seiner Person be- deute. Im Übrigen bestehe keine innerstaatliche Wohnsitzalternative, zu- mal er sich im Haus in H._______ die ganze Zeit versteckt gehalten habe. Er kehre zudem aus der Schweiz, einem politisch aktiven Hort der tamili- schen Diaspora, in seine Heimat zurück. Als Tamile aus dem Norden mit I._______-Verbindungen müsse er angesichts der rigiden Kontrollen bei der Einreise bereits dort mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer menschen- rechtswidrigen Behandlung oder gar mit dem Tod rechnen. 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführe rs zu D-3958/2020 Seite 8 Recht abgelehnt hat. Im Wesentlichen kann auf die Erwägungen in der an- gefochtenen Verfügung verwiesen werden. Die Ausführungen auf Be- schwerdeebene sind nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung zu ge- langen. 6.2 Das SEM hat mit zutreffender Begründung dargelegt, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Vorkommnisse (Mithilfe beim Ausreissen eines für Buddhisten heiligen Bodhi -Baums) nicht geeignet sind, eine flüchtlingsrelevante Verfolgungssituation darzutun. Der in der ausführlichen Beschwerdesc hrift verschiedentlich geäusserten Auffas - sung, die Vorsprache der Behördenvertreter und der buddhistischen Mönche stelle eine religiös und ethnisch motivierte Verfolgung dar, ist als nicht stichhaltig zu erachten. Die geltend gemachten Handlungen der staatlichen Sicherheitsbehörden sind asylrechtlich nicht relevant, denn sie dienen der Aufklärung eines gemeinrechtlichen Deliktes. Damit verbun - dene Fahndungs- und Ermittlungsmassnahmen beruhen auf rechtsstaat- lich legitimen Gründen, insbesondere der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung. Derartige Massnahmen können daher nicht als staatliche Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes qualifiziert werden. Auch lassen die Äusserungen der Polizisten gegenüber den Eltern des Beschwerdeführers keine konkreten Anhaltspu nkte erkennen, welche das Vorbringen einer religiös und ethnisch motivierten Verfolgung in irgendeiner Weise stützen würden (vgl. act. A35/17, F70, F72 und F73). Laut Beschwerdeführer sollen in seinem Herkunftsgebiet keine grundsätzlichen Probleme zwischen Buddhisten und Hindus bestehen (vgl. act. A35/17, F83). Er vermag de s- halb aus den allgemeinen Ausführungen in der Beschwerdeschrift (S. 14 f.) zur religiösen Zusamm ensetzung der Bevölkerung und den sich daraus ergebenden Spannungen im Land nichts zur Stützung seiner eigenen Asylgründe abzuleiten. 6.3 Im Weiteren ist festzuhalten, dass gemäss Rechtsprechung des Bun- desverwaltungsgerichts der sri-lankische Staat sowohl als schutzfähig als auch schutzwillig gilt (vgl. dazu bspw. Urteile des BVGer E-6427/2017 vom 29. Juli 2019 E. 5.1.2 und E -557/2017 vom 17. Juli 2019 E. 6.2), weshalb es dem Beschwerdeführer und seiner Familie bereits vor seiner Ausreise offen gestanden wäre und es ihm im Bedarfsfall auch künftig offensteht , sich bei allfälligen Übergriffen seit ens unbekannter Dritter beziehungs- weise seitens allenfalls aufgebrachter Buddhisten (vgl. act. A35/17, F71) an die Behörden zu wenden, um Schutz respektive Hilfe zu erhalten. In diesem Zusammenhang stellt das Gericht fest, dass sich der Beschwerde- führer bezüglich des angeblichen Übergriffs auf das Elternhaus und seinen D-3958/2020 Seite 9 (Nennung Verwandter) einerseits noch gar nie selber an die Polizei gewen- det haben will, weshalb er diese Untätigkeit selber zu verantworten ha t. Andererseits steht sowohl seinen Eltern als au ch ihm selber im Fall einer allenfalls von der Polizei nicht entgegengenommenen Anzeige, wie dies vorliegend geschehen sei, die Möglichkeit offen – nötigenfalls mit Hilfe ei- nes Anwalts – sich an eine andere oder übergeordnete Stelle zu wende n, um sich Gehör zu verschaffen. Der Beschwerdeführer vermag mit seinen Darlegungen zur Haft und Folter von F._______, dessen Freilassung und Flucht nach J._______, wo dieser – wie auch seine beiden, sich ebenfalls dort aufhaltenden (Nennung Verwandte) – Asyl erhalten hätten, aber von den sri-lankischen Behörden noch immer gesucht würden (Beschwerde- schrift S. 19, Ziff. 40), kein weiterhin bestehendes Interesse der sri -lanki- schen Sicherheitskräfte an seiner Person herzuleiten. So stellen sich diese Aussagen als pauschale und unbelegte Parteibehauptungen dar und es ist auch nicht ersichtlich, aus welchen Gründen seine (Nennung Verwandte) oder F._______ Asyl in J._______ erhalten haben sollen. Daran vermag auch die auf Beschwerde eingereichte Kopie des (Nennung Beweismittel) von F._______ nichts zu ändern. Zwar geht daraus hervor, dass F._______ in J._______ eine Aufenthaltsgenehmigung erhielt, nicht jedoch die Gründe, die zur Erteilung derselben geführt haben. Sodann stellt dieses Dokument auch kein Beweis dafür dar, dass es sich bei F._______ tatsäch- lich um den vom Beschwerdeführer in der Anhörung genannten, beim Vor- fall mitbeteiligten Dorfbewohner handelt. Der Beschwerdeführer nannte im Verlauf der Anhörung zu keinem Zeitpunkt einen Namen dieses Dorfbe- wohners, bezeichnete ihn lediglich als "diesen Mann" oder "diese Person" und gab auf explizite Nachfrage an, er wisse nur, dass diese Person aus E._______ sei (vgl. act. A35/17, F45, F46, F48, F51, F79). Dem erwähnten (Nennung Beweismittel) kann deshalb keinerlei Beweiswert beigemessen werden. 6.4 Im Weiteren ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seine Heimat eigenen Angaben zufolge legal mit seinem eigenen Reisepass – den er sich den Angaben nach bereits im Jahr (...) für seine Reise nach L._______ hatte ausstellen lassen (vgl. act. A35/17, S. 13, F43 f. und F111) – via den streng kontrollierten Flughafen K._______ verlassen hat. Er konnte mit sei- nem eigenen Pass von K._______ aus normal ausreisen, wobei er alleine durch die Kontrolle gekommen ist und nirgendwo Probleme gehabt hat (vgl. act. A35/17, S. 13, F109 f, S. 14, F113.). Diese problemlose legale Aus- reise des Beschwerdeführers spricht gegen ein staatliches Verfolgungsin- teresse an seiner Person und bestätigt das vorstehend Ausgeführte. D-3958/2020 Seite 10 6.5 Schliesslich hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, es bestehe aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers kein begründeter Anlass zur An- nahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit oder in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungs- massnahmen ausgesetzt sein werde. Der – weder in Sri Lanka noch in der Schweiz politisch aktive – Beschwerdeführer weist keine Risikofaktoren im Sinne des Referenzurteils E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 auf, aufgrund derer davon auszugehen wäre, dass er bei einer Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt wäre. Nach Ansicht des Gerichts hat der Beschwerdeführer vorliegend keine Massnahmen zu befürchten, die über einen sogenannten Back- ground Check (Befragungen, Überpr üfung von Auslandsaufenthalten und Tätigkeiten in Sri Lanka und im Ausland) hinausgehen. Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass er wegen vermuteter Verbindungen zu den I._______ ins Visier der heimatlichen Behörden geraten ist. Zwar sei sein (Nennung Verwandter) bei den I._______ gewesen, welche dieser vor Kriegsende verlassen habe, und der nach dem Krieg ein Rehabilitationsprogramm durchlaufen habe. Diesbezüglich habe sein (Nennung Verwandter), der nach seiner Ausreise – und auch schon vorher – ab und zu befragt worden sei, keine Probleme wegen der I._______-Vergangenheit erfahren (vgl. act. A35/17, S. 12, F95) . Dieser Umstand für sich lässt noch nicht den Schluss zu, dass der Beschwerdeführer zu jener Gruppe zu zählen ist, die bei einer Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Daran ändert auch nichts, dass seine (Nennung Verwandte) im (Nennung Zeitpunkt) behördlich kontrolliert und nach ihm gefragt worden sei (vgl. act. A35/17, S. 14, F120). Wie vorstehend dargelegt, hat der Beschwerdeführer nicht darzulegen vermocht, im Zeitpunkt der Ausreise flüchtlingsrechtlich relevant gefährdet gewesen zu sein. Es ergeben sich aus den Akten keine konkreten Hinweise, dass die Behörden den Beschwerdeführer ernsthaft verdächtigen würden, in massgeblicher Weise in Verbindung mit der I._______ gestanden zu sein oder Kontakt zu Kaderleuten der Organisa- tion gehabt zu haben, zumal die Äusserungen der Polizei im Rahmen der Vorsprachen bei seinen Eltern weder in diese Richtung hindeuten noch konkrete Vorhaltungen diesbezüglich gemacht wurden. Auch sind die poli- zeiliche Aufforderung, der Beschwerdeführer habe sich bei ihnen zu mel- den, oder die allfällige Eröffnung eines Strafverfahrens nicht geeignet, eine entsprechende asylrelevante Gefährdung des Beschwerdeführers zu be- gründen, zumal solche Ermittlungshandlungen rechtsstaatlich legitim er- scheinen und keine Anzeichen für eine damit ver bundene asylrelevante Verfolgungsabsicht durch die sri -lankischen Behörden erkennbar ist. Es D-3958/2020 Seite 11 besteht vor diesem Hintergrund kein Grund zur Annahme, dass der Be- schwerdeführer auf der „Watch“- oder der „Stop“-Liste eingetragen ist – dies umso mehr, als er wie dargelegt sein Heimatland legal und kontrolliert verlassen hat. Aus temporären Reisepapieren vermag er ebenfalls keine Gefährdung abzuleiten (vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-1109/2016 vom 29. März 2018 E. 7.5). Diese Einschätzung gilt auch unter Ber ücksichti- gung der aktuellen politischen Lage in Sri Lanka. Die Präsidentschaftswah- len von November 2019 und daran anknüpfende Ereignisse vermögen diese Einschätzung nicht in Frage zu stellen (vgl. dazu im Einzelnen: Urteil des BVGer E-1156/2020 vom 20. März 2020 E. 6.2). Diesbezüglich ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Perso- nen zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Folgen besteht. Für den Beschwerdeführer ist das nicht der Fall. 6.6 Die Vorinstanz hat demnach zu Recht festgestellt, dass der Beschwer- deführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und sein Asylgesuch ent- sprechend abgewiesen. 7. Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine aus- länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhält nis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs- vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen- schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV, D-3958/2020 Seite 12 Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an- dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürger- krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausrei- sen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG). 8.2.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender Begründung erkannt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine Anwendung findet und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin- dernisse erkennbar sind. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwal- tungsgerichts lassen weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungs- vollzug als unzulässig erscheinen (vgl. E-1866/2015 E. 12.2 f.). An der La- geeinschätzung in E-1866/2015 ist weiterhin festzuhalten. Auch der Euro- päische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wiederholt festge- stellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschät- zung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37). Weder aus den Vorbringen des Beschwerdeführers noch in anderweitiger Hinsicht er- geben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er im Falle einer Ausschaf- fung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer gemäss der EMRK oder der FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Präsident- schaftswahlen von November 2019 und des diplomatischen Konflikts zwi- schen der Schweizer Botschaft und den sri-lankischen Behörden. Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der flüchtlings- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-3958/2020 Seite 13 8.3 8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den I._______ ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Gemäss Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die Nord- und Ostprovinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zu- mutbarkeitskriterien bejaht werden kann (vgl. Referenzurteile des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2; D -3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). An dieser Einschätzung vermögen die Gewaltvorfälle in Sri Lanka vom 21. April 2019, der gleichentags von der sri-lankischen Regie- rung verhängte und am 28. August 2019 aufgehobene Ausnahmezustand sowie die mit den Wahlen im November 2019 zusammenhängenden ge- walttätigen Ausschreitungen nichts zu ändern (vgl. dazu statt vieler Urteil des BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.3). 8.3.3 Vorliegend sprechen auch keine individuellen Gründe gegen die Zu- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs Das SEM hat sich eingehend mit der Frage der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung des aus C._______, Distrikt D._______, stammenden Beschwerdeführers befasst und die Zu- mutbarkeit bejaht. Diese Erwägungen sind zu bestätigen. Der Beschwer- deführer setzt diesen Feststellungen nichts Substanzielles entgegen. Je- denfalls vermag die blosse Behauptung, er verfüge bei einer Rückkehr über keine finanzielle Absiche rung, es könne nicht von einem familiären Netz oder von weiteren Verwandten ausgegangen werden, die ihn finanzi- ell unterstützen könnten, es sei nicht davon auszugehen, dass er einer Ar- beit nachgehen könne, ohne diesbezüglich konkrete Anhaltspunkte aufzu- zeigen, nicht zu überzeugen. Laut seinen Angaben gehe es seinen Eltern, mit denen er in Kontakt stehe, gut; der (Nennung Verwandter) besitze (Nennung Geschäft) und arbeite zudem (Nennung Tätigkeit). Zudem hal- ten sich diverse weitere Verwandte und Familienange hörige in diversen Orten seines Herkunftsdistrikts auf. Der Beschwerdeführer hat in der Schule das A-Level abgeschlossen und arbeitete vor seiner Ausreise meh- rere Jahre in (Nennung Tätigkeit) (vgl. act. A35/17, S. 4 f.). Somit verfügt D-3958/2020 Seite 14 er an seinem Herkunftsort über ein familiäres Beziehungsnetz , eine gesi- cherte Wohnsituation und Erwerbsmöglichkeiten. Es ist demnach davon auszugehen, dass sich der grundsätzlich gesunde Beschwerdeführer in seiner Heimat beruflich wieder integrieren und auf ein tragfähiges Bez ie- hungsnetz zurückgreifen kann, welches ihn nach einer Rückkehr im Be- darfsfall unterstützen kann. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh- rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der am 27. August 2020 der gleichen Höhe ge- leistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver- wenden. (Dispositiv nächste Seite) D-3958/2020 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Jeannine Scherrer-Bänziger Stefan Weber Versand: