Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht Vom 14. Mai 2014 (810 13 385) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Prüfung von Kindesschutzmassnahmen/Begleitetes Besuchsrecht Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Beat Walther, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Bernhard Isenring , Rechtsanwalt gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Beschwerdege g- nerin Beigeladene C.____ , vertreten durch Daniel Bitterli , Rechtsanwalt Betreff Prüfung von Kindesschutzmassnahmen/Besuchsr echt, begleitetes Besuchsrecht, Informationspflicht (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 6. November 2013) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KES B) verfügte mit Entscheid vom 6. November 2013 gegenüber A.____ und C.____ unte r anderem, dass bezüglich des ge- meinsamen Sohnes D.____, geboren 2006, eine Erziehungsb eistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. D ezember 1907 errichtet und als Mandatsträger E.____, Sozialarbeiter FH, bestätigt werde. Zugunsten des Kindsvaters A.____ werde gegenüber seinem Sohn D.____ ein beglei tetes Besuchsrecht in der Institution F.____ festgelegt. B. Gegen diesen Entscheid der KESB hat A.____, vertre ten durch Dr. Bernhard Isen- ring, Rechtsanwalt, mit Eingabe vom 9. Dezember 2013 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde erhoben. Er bean- tragte, dass der angefochtene Entscheid dahingehend ab zuändern sei, dass das vorüberge- hend begleitete Besuchsrecht nicht in der Institution F.____ in G.____ oder in einer vergleichba- ren Institution, sondern in Begleitung einer geeignet en Fachperson an vom Beschwerdeführer im Einklang mit den Wünschen von D.____ festgelegten O rten durchgeführt werde. Es sei überdies genau festzulegen, wann, von wem und nach welch en Kriterien die Überprüfung des begleiteten Besuchsrechts und dessen Überführung in ein reguläres Besuchsrecht stattfinden werde. Weiter seien die Rechtsverweigerungen und Rec htsverzögerungen – begangen durch die KESB – förmlich festzustellen und die erforderliche n Massnahmen zur Beseitigung der Missstände in die Wege zu leiten. Insbesondere sei der L eiter der KESB, H.____, zu verpflich- ten, in allfälligen künftigen D.____ betreffenden V erfahren in den Ausstand zu treten. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MWSt) zu Lasten der Beschwerdegegnerin respektive der Kindsmutter, und zwar auch für das vorinstanzliche Ver fahren. Für den Fall des nicht voll- ständigen Obsiegens sei dem Beschwerdeführer für das vor liegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und in der Person des unterzeichneten Rechtsan- walts ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zur Seite zu stellen. C. Mit Eingabe vom 31. Dezember 2013 reichte der Be schwerdeführer dem Gericht sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mitsamt den Beilagen ein. D. Die KESB liess sich mit Schreiben vom 16. Januar 2014 vernehmen und schloss auf Abweisung der Beschwerde. Zudem sei der Leiter der KE SB, H.____, vom persönlichen Er- scheinen vor dem Kantonsgericht zu dispensieren. Es sei das schriftliche Verfahren ohne per- sönliche Befragung durchzuführen; alles unter o/e-Kosten folge zu Lasten des Beschwerdefüh- rers. Die beigeladene Kindsmutter, vertreten durch Daniel Bitterli, Rechtsanwalt und Notar, liess sich mit Eingabe vom 17. Januar 2014 vernehmen und bean tragte, die Beschwerde sei vollum- fänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werde; u nter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. E. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 23. Januar 20 14 wurde eine Vorverhandlung angeordnet und das Gesuch des Beschwerdeführers um une ntgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Anlässlich der Vorverhandlung vom 20. Februar 2014 verständigten sich die Partei- en darauf, Herrn Dr. med. I.____, Facharzt FMH für Ki nder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, gerichtlich anzufragen, ob er bereit s ei, den persönlichen Verkehr zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Sohn D.____ im Rahmen von zwei Besuchskontakten à jeweils zwei Sunden während eines Zeitraums von zwei Mon aten in seinen Praxisräumlichkei- ten zu begleiten. Dr. med. I.____ hat sich mit Telefo nat vom 17. März 2014 zu einer Besuchs- begleitung im Sinne der Vorverhandlung vom 20. Februar 2014 bereit erklärt. G. Mit Eingabe vom 4. April 2014 nahm der Beschwerdefü hrer zu den Ausführungen von Dr. med. I.____ Stellung und erklärte sich unter ge wissen Bedingungen bereit, ein solches Vorgehen zu akzeptieren. Die Beigeladene hielt in ihre r Stellungnahme vom 8. April 2014 fest, dass sich D.____ anlässlich einer Sitzung bei Dr. med. I. ____ vehement ablehnend zu der ge- planten Zusammenführung mit dem Kindsvater geäussert hab e und er sich dieser verweigere. Entsprechend könne dem in Aussicht genommenen Vorgehe n nicht zugestimmt werden, wes- halb der Fall der Kammer zur Beurteilung zu überweisen sei. H. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 22. April 201 4 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen, der Beweisantrag auf Bef ragung von J.____ als Zeugin abgewie- sen sowie eine Anhörung von D.____ angeordnet. Mit E ingabe vom 24. April 2014 beantragte der Beschwerdeführer, Herrn Dr. med. I.____ als Zeuge n, gegebenenfalls als Sachverständi- gen, zu befragen. Dieser Beweisantrag wurde mit verfa hrensleitender Verfügung vom 25. April 2014 abgewiesen. Die Beigeladene stellte mit Eingabe vom 25. April 2014 den Antrag, die auf den 14. Mai 2014 angesetzte Parteiverhandlung sei abzubieten und es sei in Absprache mit den Rechtsvertretern zu einem neuen Verhandlungster min vorzuladen. Mit verfahrenslei- tender Verfügung vom 28. April 2014 wurde der Antrag auf Verschiebung der Parteiverhandlung abgewiesen und festgehalten, dass es der Beigeladenen freistehe, an der Parteiverhandlung vom 14. Mai 2014 teilzunehmen. I. Am 8. Mai 2014 fand die Anhörung von D.____ durch die Präsidentin des Kantonsge- richts statt. J. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wurde eine Befragung des Beschwerdefüh- rers durchgeführt. Die Parteien hielten vollumfänglich an ihren Begehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 Z GB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Geri cht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Besc hwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrec ht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. I m Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach dem Gesagten Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist die Fünferkammer der Abteilung Verfassungs- und Ver waltungsrecht des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (§ 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Ver- fassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezem ber 1993). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am V erfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder di e ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hab en (Ziff. 3). Der Beschwerdefüh- rer ist als direkt Verfahrensbeteiligter ohne weiteres zu r Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen gegeben sind , kann auf die Beschwerde unter Vorbehalt der Ausführungen in den E. 4.1 bis E. 4.3.3 eingetreten werden. 1.2 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschw erde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Allerdings auferlegt sich das Kantonsgericht entsprechend der Rechtsprechung des Bundesgerichts bei de r Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe und bei der Ermessenskontrolle eine gewisse Zurückhaltung. Dies insbesondere deshalb, weil die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden als Fachbehörden anzusehen sind (vgl. Art. 440 Abs. 1 ZGB). Verfügt eine Behörde über besonderes Fachwissen, so ist ihr bei der Bewertung von ausgesprochenen Fachfragen ein gewisser Beurteilungsspielraum zu belassen, soweit sie die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkt e geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat ( vgl. DANIEL STECK , in: Thomas Gei- ser/Ruth E. Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwach senenschutz, Basel 2012, Art. 450a Rz. 17 ff.; ULRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungs- recht, 6. Auflage, Zürich 2010, Rz. 446c f.; Urteil de s Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 8. Mai 2013 [810 13 10], E. 1.4; BGE 135 II 384 E. 2.2.2, jeweils mit weiteren Hinweisen). 2.1 Der Beschwerdeführer wendet sich in der Hauptsache ge gen die Institution F.____ in G.____, indem er eine Begleitung seiner Besuche durch eine geeignete Fachperson und die Durchführung an einem von ihm im Einklang mit den Wünsc hen von D.____ festgelegten Ort verlangt. Weder die Errichtung der Beistandschaft noch die Ernennung des Beistands noch dessen Auftrag oder die Ausgestaltung des Besuchsrechts als begleitetes Besuchsrecht wer- den vom Beschwerdeführer angefochten. Zu beurteilen is t damit einzig, ob die KESB in ihrem Entscheid vom 6. November 2013 zu Recht verfügt hat, d ass das begleitete Besuchsrecht in der Institution F.____ in G.____ durchzuführen sei. 2.2 Die KESB begründet die Durchführung der Besuche i n G.____ damit, dass aufgrund der vorliegenden Akten und des darin skizzierten Verhaltens der Beteiligten der Nachweis erbracht sei, dass auf der “Erwachsenenebene“ Probleme bestünden und sich D.____ dadurch in einem enormen Loyalitätskonflikt befinde. Darüber hinaus sei a ufgrund der langen Dauer der Nicht- ausübung des Besuchsrechts seitens des Kindsvaters eine beh utsame Wiederannäherung an- gezeigt. Dies rechtfertige die Anordnung eines begle iteten Besuchsrechts. Im Kanton Basel- Landschaft, d.h. im Wohnsitzkanton von D.____, würden nur wenige Angebote in diesem Be- reich zur Verfügung stehen. Hierzu gehörten insbesonde re die freischaffende Fachfrau Psychi- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht atrie, K.____, welche jedoch vom Beschwerdeführer abge lehnt worden sei. Die KESB sei letzt- lich zum Schluss gekommen, dass vorliegend die für eine sol che Situation bestens geeignete Organisation, F.____ in G.____, mit der Durchführung des begleiteten Besuchsrechts zu beauf- tragen sei. 2.3 Der Beschwerdeführer legt dar, er wehre sich im In teresse von D.____ ausdrücklich nicht dagegen, die Besuche in einer ersten Phase begl eitet durchzuführen. Es sei verständlich, dass nach so langer Zeit die Kontaktaufnahme vor bzw. be i den Besuchen von einer geeigne- ten Begleitperson unterstützt werden solle. Hingegen m oniert er, dass in einer Institution wie derjenigen in G.____ ein natürlicher, ungezwungener u nd entspannter Kontakt zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Sohn nicht möglich sei. Ge rade dies sei aber zwingend anzu- streben, damit die früher zweifelsohne intakte, liebev olle und schöne Vater-Sohn-Beziehung wieder aufgebaut und gelebt werden könne. Die Institu tion in G.____ sei im vorliegenden Fall kein geeigneter Ort, da sie insbesondere für Fälle vorgesehen sei, bei denen verhindert werden müsse, dass Väter strafbare Handlungen begehen würden. Schliesslich lasse sich dem Gutach- ten der Psychiatrie Baselland, Kinder- und Jugendpsychia trie (KJP), Liestal vom 4. Juli 2013 keine Indikation dafür entnehmen, als Durchführungsort für das begleitete Besuchsrecht die Institution in G.____ vorzusehen. 2.4 Die Beigeladene führt in ihrer Vernehmlassung aus, dass es der Beschwerdeführer bis dato vorgezogen habe, das Besuchsrecht gar nicht auszuübe n bzw. im Ergebnis darauf zu ver- zichten, um seine eigenen Vorstellungen durchsetzen zu kö nnen. Dadurch, dass der Be- schwerdeführer bis heute die Wahrnehmung eines begleite ten Besuchsrechts verweigere, ma- nifestiere er seinen Unwillen, im Interesse D.____‘s zu handeln und auf das Kindswohl Rück- sicht zu nehmen, womit er die erhebliche Verzögerung se lbst zu verantworten habe. Es sei un- abdingbar, eine professionelle Begleitung in einer er sten Phase in einem institutionellen Rah- men sicherzustellen, damit die Beziehung zwischen D.____ un d seinem Vater aufgebaut wer- den könne. Für eine solche Etablierung des Besuchsrechts biete die Institution F.____ in G.____ ein geeignetes Angebot und entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers beschränke sich die Aufgabe dieser Institution nicht auf die Verhin derung strafbarer Handlungen. Zudem habe sich der Beschwerdeführer an den zur Verfügung stehe nden Ressourcen der infrage kommenden Institutionen oder Fachpersonen zu orientiere n, zumal er nicht in der Lage zu sein scheine, die entsprechenden Kosten zu übernehmen. 2.5 Anlässlich der Kindsanhörung im Rahmen des vorlieg enden Beschwerdeverfahrens teilt D.____ zusammenfassend mit, dass er vorläufig keinen Kontakt zu seinem Vater wünsche. 3.1 Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben der nicht obhutsbe rechtigte Elternteil und das un- mündige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen per sönlichen Verkehr. Praktische Be- deutung gewinnt das Recht auf persönlichen Verkehr vor a llem in der Trennungs- und Schei- dungssituation bei verheirateten Eltern, aber auch be i Auflösung eines Konkubinats. Das Recht auf persönlichen Verkehr steht Eltern und Kindern um i hrer Persönlichkeit willen zu (vgl. BGE 123 III 445 E. 3b). Es ist ein reziprokes Recht und s omit ein Recht des nicht obhutsbe- rechtigten Elternteils sowie ein Recht des Kindes. Dabe i ist der sorge- bzw. obhutsberechtigte Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Elternteil verpflichtet, den persönlichen Verkehr zwischen Eltern und Kind zu dulden, ja vielmehr sogar zu ermöglichen. Das Bundesgericht hat ausdrücklich fest gehalten, dass es unhaltbar ist, wenn der obhutsberechtigte Elternteil es in der Hand hätte, gewissermassen durch Zwistigkei- ten mit dem anderen Teil den Umfang des Besuchsrechts zu steuern (vgl. BGE 130 III 585 E. 2.2.1). Bei der Festsetzung des persönlichen Verkehrs geht es nicht darum, einen gerechten Interessenausgleich zwischen den Eltern zu finden, sonder n den elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse zu regeln; allfällige Interessen der Eltern haben zurückzustehen (Urteil des Bundesgerichts 5C.176/2001 vom 15. November 2001 E. 2a; BGE 122 III 404 E. 3a mit weiteren Hinweisen). Wann persönlicher Verkehr angemessen ist, bestimmt sich anhand der Umstände des konkreten Einzelfalls (Urteil des Bundesgeri chts 5C_11/2006 vom 9. Februar 2007 E. 5.1; BGE 123 III 445, E. 3/b). Oberste Richtsc hnur für die Ausgestaltung des Besuchs- rechts ist immer das Kindeswohl, das anhand der Umstände des konkreten Einzelfalles zu be- urteilen ist (BGE 127 III 295 E. 4a, 123 III 445 E. 3b). 3.2 Von enormer Bedeutung für die Regelung des Besuc hsrechts ist der Wille des Kindes (vgl. BGE 124 III 90 E. 3a). Zur Ermittlung des Kinde swillens ist das Kind anzuhören. Der Kin- deswille ist nicht nur bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts im Einzelnen zu berücksichtigen, sondern vor allem bei der Frage, ob überhaupt Besuche stattfinden sollen (vgl. BGE 127 III 295 E. 2a). Lehnt ein urteilsfähiges Kind den Umgang kategorisch ab, so ist dieser aus Gründen des Kindeswohls auszuschliessen, weil ein gegen den starken Wide rstand erzwungener Besuchs- kontakt mit dem Zweck des Umgangsrechts im Allgemeinen ebenso unvereinbar ist wie mit dem Persönlichkeitsrecht des Kindes (Urteil des Bundesgerichts 5 C.298/2006 vom 21. Februar 2007, 5C.250/2005 vom 3. Januar 2006 E. 3.2.1). Auch bei jüngeren Kindern muss den Ursa- chen für eine Ablehnung von Besuchskontakten nachgegang en werden. Es steht aber nicht im freien Belieben des Kindes, ob es persönliche Kontakte wünscht oder nicht (vgl. Urteil des Bun- desgerichts 5A_716/2010 vom 23. Februar 2011 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Beruht die Wei- gerungshaltung auf eigenem Erleben des Kindes, beispie lsweise von familiärer Gewalt, oder auf einem unlösbaren Loyalitätskonflikt, so darf sie nicht einfach übergangen werden. 3.3 Unter einem begleiteten Besuchsrecht wird die Ausü bung von Besuchskontakten in Anwesenheit einer oder mehrerer Drittpersonen verstanden. Soweit sich die Eltern nicht einver- nehmlich auf die Ausübung des Besuchsrechts an einem bestimmten Ort in Anwesenheit Dritter einigen, ist mit der Anordnung eines begleiteten Besu chsrechts die Ernennung eines Beistan- des gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB verbunden. Das begleitet e Besuchsrecht stellt somit eine Kin- desschutzmassnahme im Sinne der Art. 307 ff. ZGB dar. K indesschutzmassnahmen bezwe- cken im Allgemeinen die Abwendung einer Gefährdung de s Kindeswohls (C YRIL HEGNAUER , Grundriss des Kindesrechts, 5. Aufl., Bern 1999, Rz. 27.09 ). Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB die geei gneten Massnahmen zum Schutz des Kindes. Art. 307 Abs. 1 ZGB enthält die Aufforder ung, die im Einzelfall geeigneten, vom Gesetz vorgesehenen Massnahmen (Art. 307 Abs. 3 ZGB bis Ar t. 312 ZGB) zu treffen. Alle Kindesschutzmassnahmen müssen zur Erreichung des Ziels erford erlich sein (Subsidiarität), und es ist immer die mildeste Erfolg versprechende Massnah me anzuordnen (Proportionalität); diese soll elterliche Bemühungen nicht ersetzen, sonder n ergänzen (Komplementarität, vgl. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 389 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB, s. zum Ganzen HEGNAUER , a.a.O., Rz. 27.10 ff.; Urteil des Bundesgerichts 5A_701/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2 .1, in: FamPra.ch 2012, S. 821 mit weiteren Hinweisen auf Literatur und Rechtsprechung). 3.4.1 Die KESB hat zur Frage des Besuchsrechts und zur Abklärung der Beziehung von D.____ zu seinen leiblichen Eltern ein Gutachten bei de r KJP veranlasst. In diesem Gutachten vom 4. Juli 2013 führen Dr. med. L.____, Chefärztin und M.____, T.Sc. Psychologin, aus, dass der Kontakt zwischen D.____ und dem Beschwerdeführer über lange Zeit, teils begründet durch die Jobsituation des Beschwerdeführers, anscheinend nur b edingt regelmässig stattgefunden habe. Es werde jedoch davon ausgegangen, dass bei den B esuchen ein angemessener Kon- takt möglich gewesen sei und eine gute Beziehung zwischen D .____ und dem Beschwerdefüh- rer bestanden habe. Wie vielen anderen Kindern in kon fliktreichen Trennungssituationen sei es D.____ schwer gefallen, von der mütterlichen zur väterlich en “Welt“ und umgekehrt zu wech- seln. Mitbedingt durch sein diagnostiziertes ADHS solle D.____ über längere Zeit jeweils Mühe mit der Wiederanpassung gehabt haben. Eine Entfremdu ng zwischen D.____ und dem Be- schwerdeführer, welche unter den gegebenen Umständen zu erwarten gewesen sei, scheine sich zunehmend zu entwickeln. Fragen über seinen Vater scheine D.____ nur sehr ungern zu beantworten und wirke dabei gestresst. Es sei offensichtl ich, dass D.____ das Thema Besuche beim Beschwerdeführer als ein schwieriges und emotionsge ladenes empfinde, welches ihn in schwierig auszuhaltende Konflikte bringe. Je schwieriger u nd dramatischer sich die Übergaben gestaltet hätten, desto mehr hätten die Besuche D.____ in schwer zu ertragende Loyalitätskon- flikte gebracht. Zusätzlich zu den erlebten Loyalitätskonfl ikten scheine es ihm auch schwer ge- fallen zu sein, für ganze Wochenenden aus dem Familienleben bei seiner Mutter genommen zu werden. Dies müsse für D.____ so schwer gewesen sein, d ass er schliesslich den Wunsch ge- äussert habe, den Beschwerdeführer nicht mehr zu besuche n. Diesen Wunsch habe er auf be- eindruckende Weise gegenüber dem Beschwerdeführer vertr eten und tue dies nach wie vor. Beim Wiedersehen mit dem Beschwerdeführer in der KJP habe er sich dementsprechend skep- tisch und abwehrend gezeigt. Aus den Erhebungen mit D.____ sowie der beobachteten Spielsi- tuation sei der Eindruck entstanden, dass sich D.____s Bil d vom Beschwerdeführer über die Zeit, in welcher kein Kontakt stattgefunden habe, in ei n sehr Negatives verändert habe. Die ne- gative Stimmung, welche von Kindern stark aufgenommen werde, habe sicher dazu beigetra- gen. Ohne Kontakt seien auch keine korrigierenden Mo mente möglich. Beim Wiedersehen mit dem Beschwerdeführer in der KJP habe sich D.____ demen tsprechend skeptisch und abweh- rend gezeigt. Vor allem zu Beginn des Treffens sei von Seiten D.____s eine starke Ablehnung spürbar gewesen, welche D.____ auch klar so benannt hab e. Erst mit der Zeit sei es ihm ge- lungen, sich von seinem negativen Bild zu lösen und sich auf den Beschwerdeführer einzulas- sen, so dass ein positiver, angemessener Kontakt möglich g eworden sei. Es sei davon auszu- gehen, dass sich dieses Verhalten auch in kommenden Besuc hssituationen zeigen werde. So- lange D.____ und die Beziehung zum Beschwerdeführer belastet seien, sei eine unterstützende Begleitung bei den Besuchen indiziert. 3.4.2 Aufgrund ihrer Ausführungen haben die Gutachte rinnen unter anderem empfohlen, dass die Besuche bis auf weiteres durch die Sozialpädagogisch e Familienbegleitung Baselland be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gleitet werden. Dabei solle die begleitende Person D.____ und den Beschwerdeführer vor allem bei der Kontaktaufnahme in der Besuchssituation unterstützen. 3.4.3 Die KESB ist in ihrem Entscheid vom 6. November 2013 grundsätzlich den Empfehlun- gen der KJP gefolgt, hat sich jedoch für eine Begleitung der Besuche in einer räumlich begrenz- ten Institution entschieden. 3.5.1 Die Institution F.____ bietet geschiedenen oder getrennt lebenden Familien, die mit be- sonderen Konflikten konfrontiert sind, eine Unterstützu ng bei der Ausübung des persönlichen Kontakts des Kindes zum abwesenden Elternteil. Solche Konflikte können unter anderem unge- löste Paarkonflikte in Trennungssituationen, Suchtproble matik, mangelhaftes Vertrauen in den anderen Elternteil, Angst vor Entführung, Gewalt ode r sexueller Ausbeutung, Hilflosigkeit in der Gestaltung des Besuchstages oder fehlende oder ungünstige Räumlichkeiten sein. Die F.____ bieten ein Begleitteam, welches gemeinsam mit den T eilnehmenden den Nachmittag gestaltet. Drei ausgebildete Fachpersonen begleiten die Eltern u nd ihre Kinder in einem neutralen und geschützten Rahmen. Die Besuche finden zwei Mal im Monat an einem Samstag oder Sonntag in einem Tagesheim in G.____ statt. Der besuchsberecht igte Elternteil trifft dort das Kind und verbringt die Besuchszeit mit ihm. Dem Gutachten der K JP ist zu entnehmen, dass D.____ ak- tuell gegenüber dem Beschwerdeführer ein hochambivalen tes Verhalten zeige. Zu Beginn der Spielstunde in der KJP habe D.____ höchst ablehnend au f den Beschwerdeführer reagiert und einen Mediator sowie Unterstützung benötigt, um sich au f den Beschwerdeführer einlassen zu können. Es sei davon auszugehen, dass sich dieses Verhalten auch in kommenden Besuchssi- tuationen zeigen werde, weshalb es wichtig sei, dass sic h eine begleitende Fachperson um D.____ und sein Zusammentreffen mit dem Beschwerdefü hrer kümmere und ihn vor allem bei der Kontaktaufnahme während der Besuche unterstütze. 3.5.2 Die Beziehung D.____s zum Beschwerdeführer ist auch heute noch belastet, wie sich auch an der Kindsanhörung gezeigt hat. Solange dieser Zustand andauert, erscheint eine indi- viduell zugeschnittene unterstützende Begleitung bei den Besuchen indiziert, was vom Be- schwerdeführer auch nicht bestritten wird. Gleichzeitig liegen jedoch keine Gründe dafür vor, das Besuchsrecht in von mehreren Begleitpersonen überwacht en Räumlichkeiten durchzufüh- ren, zumal vom Beschwerdeführer keine Gefahr für D.__ __ ausgeht und eine frei wählbare Umgebung zur Entspannung der Besuchssituation beitragen kann. Ebenso lassen sich den vor- liegenden Akten keine Hinweise entnehmen, dass eine in stitutionelle Begleitung der Besuche an einem vorgegebenen Ort erforderlich ist. Im Gutacht en der KJP wird zudem keine institutio- nelle Besuchsrechtsbegleitung vorgeschlagen, sondern expl izit eine Begleitung durch die Sozi- alpädagogische Familienbegleitung, welche verschiedene Begleitungsmöglichkeiten anbietet, empfohlen. Weshalb die KESB in ihrem Entscheid vom 6. November 2013 von dieser gut- achterlichen Empfehlung abgewichen ist und sich für die Institution F.____ entschieden hat, geht aus ihrer Begründung nicht hervor. Insbesondere w ird nicht aufgezeigt, dass im Kanton Basel-Landschaft für die vorliegende Besuchsbegleitung keine geeigneten Fachpersonen zur Verfügung stehen würden. Um in der vorliegenden speziel len Situation dem Kindswohl von D.____ gerecht zu werden, ist es nicht erforderlich, d as Besuchsrecht gegen den Willen des Beschwerdeführers in einem bestimmten institutionellen Rahmen durchzuführen, zumal in der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Person des Beschwerdeführers keine Gründe ersichtlich sind, welche eine institutionelle Beglei- tung der Besuche rechtfertigen würden. Die damit verbu ndene weitergehende Einschränkung des begleiteten Besuchsrechts auf einen bestimmten und überwachten Ort ist unbegründet und nicht verhältnismässig. Demzufolge ist die KESB gehalten, eine Besuchsrechtsbegleitung aus- serhalb einer festen räumlichen Institution zu errichten . Dabei sind insbesondere die Kapazitä- ten der Sozialpädagogischen Familienbegleitung Basell and abzuklären, welche gemäss telefo- nisch eingeholten Informationen des Gerichts eine entspre chende Begleitung übernehmen könnte. Damit kann in geeigneter Weise auf die spezielle n Bedürfnisse und Verhaltensweisen von D.____ individuell eingegangen und der schwierigen Situation von ihm begegnet werden. Letztlich soll nach einer vorsichtigen Wiederannäherung D.____s zum Beschwerdeführer ein regelmässiges Besuchskonzept aufgebaut werden können, welches D.____ nicht überfordert. 3.6 Der Entscheid der KESB vom 6. November 2013 ist de mzufolge im Sinne der vorste- henden Erwägungen aufzuheben und die KESB anzuweisen , eine neue Begleitung der Besu- che einzurichten. 4.1 Der Beschwerdeführer beantragt zudem unter Ziffer 2 seiner Rechtsbegehren im ersten Satz, es seien die nachfolgenden, im Einzelnen geltend zu machenden Rechtsverweigerungen und Rechtsverzögerungen – begangen durch die KESB – för mlich festzustellen und die erfor- derlichen Massnahmen zur Beseitigung der Missstände in di e Wege zu leiten. Als Begründung hält der Beschwerdeführer hierzu fest, die Kindsmutte r und ihr Ehegatte hätten D.____ bei öf- fentlich zugänglichen Anlässen der Schule von der Schul e entfernt oder ferngehalten, damit D.____ nicht mit dem Beschwerdeführer zusammentreffe. D.____s Lehrpersonen und die Schulleitung der N.____ seien über diese Vorgänge informiert gewesen und hätten es trotzdem unterlassen, eine Gefährdungsmeldung bei der zuständige n KESB einzureichen. Stattdessen habe der Beschwerdeführer diese Vorfälle dokumentiert und der KESB wiederholt schriftlich und mündlich geschildert. Die KESB habe es jedoch unterlassen, diesbezüglich Erkundigungen, Beweise sowie Vernehmlassungen einzuholen. Schliesslich h abe die N.____ gegenüber dem Beschwerdeführer ein Hausverbot erlassen, welches möglich erweise aufgrund von Aussagen des Leiters der KESB erfolgt sei. Zudem liege auch in d er Verweigerung des Auskunftsrechts eine Rechtsverweigerung vor. 4.2.1 Gemäss Art. 450a Abs. 2 ZGB kann wegen Rechtsver weigerung und Rechtsverzöge- rung Beschwerde geführt werden. Das Verbot der Rechtsve rweigerung bzw. Rechtsverzöge- rung wird verletzt, wenn eine Gerichts- oder Verwaltung sbehörde untätig bleibt oder das gebo- tene Handeln über Gebühr hinauszögert, obwohl sie zum Tätigwerden verpflichtet wäre (ULRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , a.a.O., Rz. 1657; Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Botschaft Erwachsenenschutz], BBl 2006, 7085). Von Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung kann nicht schon dann die Rede sein, wenn eine Behörde eine Eingabe nicht sofort behandel t. Rechtsverzögerung ist nur gegeben, wenn sich die zuständige Behörde zwar bereit zeigt, den Entscheid zu fällen, ihn aber nicht bin- nen der Frist trifft, welche nach der Natur der Sach e und nach der Gesamtheit der übrigen Um- stände noch als angemessen erscheint (U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , a.a.O., Rz 1658). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2.2 Zuständig für die Beurteilung von Rechtsverweig erungs- und Rechtsverzögerungs- beschwerden ist jene Beschwerdeinstanz, die für die Behandlung einer Beschwerde gegen eine ordnungsgemäss ergangene Verfügung zuständig wäre (vgl. U rteil des Bundesverwaltungsge- richts E_1158/2014 vom 17. März 2014 E. 1.1 mit weiter en Hinweisen; M ARKUS MÜLLER , in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesge setz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 46a; vgl. D ANIEL STECK , a.a.O., Art. 450a Rz. 22). Die Be- schwerdelegitimation setzt bei Rechtsverzögerungs- und Re chtsverweigerungsbeschwerden unter anderem voraus, dass einerseits bei der zuständigen Behörde ein Begehren um Erlass einer Verfügung gestellt wurde und anderseits ein Ans pruch auf Erlass einer solchen besteht. Ein Anspruch ist gegeben, wenn die Behörde verpflichtet ist, in Verfügungsform zu handeln, und der betroffenen Person Parteistellung zukommt (vg l. MARKUS MÜLLER , a.a.O., Rz. 4 zu Art. 46a; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A_3567/2013 vom 6. August 2013 E. 1.1.1. mit wei- teren Hinweisen). 4.2.3 Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzöger n einer Verfügung kann grundsätzlich jederzeit Beschwerde geführt werden (Art. 450b Abs. 3 ZGB). Dennoch steht der Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung nicht völlig im Beli eben des Beschwerdeführers. Dieser muss auch darlegen, dass er zur Zeit der Beschwerdeeinreic hung immer noch ein schutzwürdi- ges Interesse an der Vornahme der verzögerten Amtshand lung hat (vgl. M ARKUS MÜLLER , a.a.O., Rz. 11 zu Art. 46a; U RSINA BEERLI -BONORAND , Die ausserordentlichen Rechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der Kantone , Zürich 1985, S. 221 f.). Wird eine Rechtsverweigerungs- oder Rechtsverzögerungsbeschwerde erst eingereicht, nachdem die erwartete Verfügung bereits erlassen wurde, kann mange ls eines aktuellen Rechtsschutzinte- resses darauf nicht mehr eingetreten werden. Ebenso be steht ein Interesse an der Feststellung einer Verletzung des Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverzögerungsverbots in der Regel nur, solange der Entscheid der Behörde noch aussteht (Urteil des Bundesgerichts 2C_1057/2012 vom 7. März 2014 E. 2). Mit diesem Erfordernis soll sic hergestellt werden, dass das Gericht konkrete und nicht bloss theoretische Fragen entscheidet (BGE 136 I 274 E. 1.3). 4.3.1 Sofern der Beschwerdeführer eine Rechtsverweigeru ng oder Rechtsverzögerung durch die N.____ geltend macht oder ein durch die N. ____ ausgesprochenes Hausverbot an- ficht, ist vorab festzustellen, dass die N.____ eine Privatschule mit Unternehmenssitz in O.____ und Standort im Kanton P.____ ist. Für die Beurteilu ng von Beschwerden gegen Handlungen oder Unterlassungen der N.____ ist das Kantonsgericht Ba sel-Landschaft somit weder örtlich noch sachlich zuständig. 4.3.2 In diesem Zusammenhang moniert der Beschwerdef ührer zudem, dass der Leiter der KESB zum ausgesprochenen Hausverbot der N.____ nicht S tellung genommen habe, obschon dieses aufgrund einer angeblichen Äusserung von ihm erfolgt sei und der Beschwer- deführer ihn mehrmals aufgefordert habe, sich dazu zu äussern bzw. diesbezüglich bei der N.____ zu intervenieren. Dies stelle eine unzulässige Re chtsverweigerung dar. Inwiefern der Leiter der KESB zu einer Stellungnahme oder Interve ntion in Bezug auf das Hausverbot der Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht N.____ gesetzlich verpflichtet gewesen wäre, wird vom Besc hwerdeführer nicht dargelegt, so dass auf diese Rüge nicht weiter einzugehen ist (vgl. E. 4.2.2). 4.3.3 Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, die KESB habe auf seine Ge- fährdungsmeldungen nicht angemessen reagiert. Dabei be zieht er sich im Wesentlichen auf Meldungen, welche er anstelle der N.____ bei der KESB habe einreichen müssen. Zum einen gehe es um eine Mail, in welchem die Lebenspartnerin des Beschwerdeführers von einem “Tag der offenen Tür“ an der N.____ berichte, anlässlich de ssen D.____ geäussert habe, dass ihm vom Ehemann seiner Mutter gesagt worden sei, der Beschwerdeführer dürfe nicht in die Schule kommen. Zum anderen bezieht sich der Beschwerdeführer auf weitere Schreiben an die KESB, in welchen er ausführt, die Kindsmutter hätte D.____ jeweils vor öffentlichen – und damit auch für den Beschwerdeführer zugänglichen – Schulanlässen d er N.____ aus der Schule entfernt, um ihn vom Beschwerdeführer fernzuhalten. Zusätzlich hab e die Kindsmutter sein Weihnachts- geschenk an D.____ diesem nie übergeben und versuche, mi t allen Mitteln den Kontakt zwi- schen dem Beschwerdeführer und seinem Sohn zu verhindern. Trotz dieser Meldungen, mit welchen er auf eine Gefährdung D.____s hingewiesen hab e, habe es die KESB unterlassen, Massnahmen zum Schutz von D.____ zu ergreifen. Dazu ist festzuhalten, dass die KESB zum einen bei der KJP ein Gutachten zur Abklärung des Besu chsrechts und der Ausgestaltung des- selben in Auftrag gegeben hat. Zum anderen geht aus d en erwähnten Meldungen des Be- schwerdeführers an die KESB nicht hervor, welche konkrete n Handlungen bzw. spezifischen Massnahmen der Beschwerdeführer damit seitens der KESB e rwirken wollte, und der Be- schwerdeführer hat auch kein substantiiertes Begehren u m Erlass einer Verfügung an die KESB gestellt. Vielmehr stellen die Eingaben des Beschwerdeführers subjektive Erlebnisberich- te dar, welche keine konkrete Gefährdung des Kindswohls a ufzeigen und somit die KESB auch nicht zu einem konkreten Handeln verpflichten würden. Es kann zudem nicht Aufgabe der Kin- desschutzbehörden sein, in jedem Bagatellfall von mögli chen Beeinträchtigungen des Kindes- wohls Vorkehren zu treffen. Vielmehr können nur verhäl tnismässig wenige, dem Grade nach erhebliche Gefährdungen Gegenstand zivilrechtlicher Kind esschutzmassnahmen sein. Nicht jedes allenfalls erzieherische Fehlverhalten, sondern nur erhebliche und eindeutige Gefährdun- gen verpflichten demnach die Kindesschutzbehörden zum Ei nschreiten und vermögen einen behördlichen Eingriff in das grundrechtlich geschützte Eltern-Kind-Verhältnis zu rechtfertigen (PETER BREITSCHMID , in: Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Thomas Geiser [ Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 4. Aufl., Basel 2010, Art. 307 Rz. 6; HELMUT HENKEL , Die An- ordnung von Kindesschutzmassnahmen gemäss Art. 307 rev. ZGB, Zürich 1977, S. 35; PATRICK FASSBIND , Systematik der elterlichen Personensorge in der Schweiz, Basel 2006, S. 359). Aus den oben dargelegten Gründen ist auch diese Rüge unbeachtlich (vgl. E.4.2.2). 4.4 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, ind em ihn die KESB bei der Durchsetzung seines Auskunfts- und Informationsanspruchs nicht unterstützt und die Kindsmut- ter nicht angewiesen habe, Informationen über die me dizinischen Belange von D.____ an ihn herauszugeben, liege eine Rechtsverweigerung bzw. Rechtsve rzögerung vor. Sind sich die El- tern uneinig über Inhalt, Form oder Häufigkeit der Informationen, so hat gemäss Art. 275a Abs. 3 i.V.m. 275 ZGB die Kindes- und Erwachsenenschutzb ehörde das Nötige anzuordnen. Sie kann dabei entweder im Einzelfall Entscheidungen treffen oder generelle Informationsregeln Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht verfügen (K URT AFFOLTER , Informations-, Anhörungs- und Auskunftsrecht des nichtso rgebe- rechtigten Elters [Art. 275a ZGB], in: ZVW 2009, S. 3 89). Folglich hat der Beschwerdeführer grundsätzlich Anspruch darauf, dass die KESB sein Gesuch an die Hand nimmt und eine ent- sprechende Verfügung erlässt. Mit Eingabe vom 30. Mai 2013 ersuchte der Beschwerdeführer die KESB darum, die Kindsmutter in ihrer Funktion al s Ärztin und Verwalterin von D.____s Krankengeschichte dahingehend zu instruieren, dass sie dem Beschwerdeführer gemäss Art. 275a Abs. 2 ZGB auf Anfrage Einsicht in D.____s m edizinische Akten und in seine ADHS Diagnose verschaffe. Sie sei anzuweisen, den Beschwerdeführ er wie in Art. 275a Abs. 2 ZGB vorgesehen zu unterrichten und als Kindsvater anzuhören. Aufgrund bisher gemachter Erfah- rungen sei nicht damit zu rechnen, dass die Kindsmutter d er Aufforderung, dem Beschwerde- führer seine Rechte zu gewähren, ohne weiteres nachkom men werde. Deshalb beantragte der Beschwerdeführer zudem, dass die Aufforderung zur Auskunft serteilung mit einer amtlichen Strafandrohung nach Art. 292 des Schweizerischen Strafge setzbuches (StGB) vom 21. De- zember 1937 verbunden werde. Mit Verfügung vom 6. Sep tember 2013 stellte die KESB fest, das Verfahren betreffend Auskunfts- und Informationsrecht nach Art. 275a ZGB werde in das Hauptverfahren betreffend Prüfung von Kindesschutzmassnahm en integriert. Im vorliegend an- gefochtenen Hauptentscheid führt die KESB unter Bezug nahme auf die gesetzliche Bestim- mung von Art. 275a Abs. 2 ZGB und die dazugehörigen Lehrmeinungen in ihren Erwägungen aus, dass dem Kindsvater die entsprechenden Rechte zustehen würden. Ausser diesem allge- meinen Hinweis auf das gesetzlich normierte Informations- und Auskunftsrecht in Art 275a ZGB fehlt jedoch in den Erwägungen des Entscheids der KESB e ine materielle Auseinandersetzung mit dem Gesuch des Beschwerdeführers vom 30. Mai 2013. Zudem wurde über das Gesuch im Dispositiv des Entscheids vom 6. November 2013 nicht förml ich verfügt. Insofern liegt eine Rechtsverweigerung vor, und der Beschwerdeführer hat n ach wie vor ein aktuelles Rechts- schutzinteresse am Erlass einer Verfügung betreffend sein Auskunfts- und Informationsrecht. Die KESB hat demzufolge über das Gesuch des Beschwerdefü hrers vom 30. Mai 2013 zu ent- scheiden und ihren Entscheid unter Bezugnahme auf die Vorbringen des Beschwerdeführers zu begründen. 5.1 Im 2. Satz des Rechtsbegehrens in Ziffer 2 beantr agt der Beschwerdeführer, dass insbesondere der Leiter der KESB, H.____, zu verpflich ten sei, in allfälligen künftigen D.____ betreffenden Verfahren in den Ausstand zu treten. 5.2 § 69 Abs. 4 EG ZGB i.V.m. § 8 Abs. 1 des Verwaltun gsverfahrensgesetzes Basel- Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 sieht vor, dass we r eine Verfügung zu treffen oder diese vorzubereiten hat, in den Ausstand tritt, wenn er insbesondere in der Sache ein persönli- ches Interesse hat (lit. a), Vertreter einer Partei ist oder für eine Partei in der gleichen Sache tätig war (lit. c) oder aus anderen Gründen in der Sa che befangen sein könnte (lit. d). Ist der Ausstand streitig, so entscheidet die Aufsichtsbehörde. We nn es sich um den Ausstand eines Mitglieds einer Kollegialbehörde handelt, entscheidet diese Behörde unter Ausschluss des be- treffenden Mitglieds (Abs. 2). Der Beschwerdeführer ha t somit ein allfälliges künftiges Aus- standsbegehren in Bezug auf den Leiter der KESB in ei nem künftigen Verfahren bei der KESB einzureichen. Im Rahmen des vorliegenden Verfahrens kann somit auf dieses Begehren nicht eingetreten werden. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Nach dem Ausgeführten ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen gutzuheissen, soweit darauf eingetreten werden kann. 7. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmas s auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Den Vorinstanzen werden unter Vorbehalt von § 20 Abs. 4 VP O keine Verfahrenskosten auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend erscheint die Auferlegu ng eines Drittels der Verfahrenskosten zulasten der Beigeladenen in der Höhe von Fr. 600.-- als gerechtfertigt. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen wer- den. Gemäss dem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerd eführer eine Parteientschädi- gung zu Lasten der Beschwerdegegnerin und der Beigelade nen zuzusprechen. Vorliegend ist, mit Blick auf das Rechtsbegehren in Ziffer 2, auf welche s zu einem überwiegenden Teil nicht eingetreten worden ist, eine reduzierte Parteientschä digung in der Höhe von Fr. 6'000.-- (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) gerechtfertigt. Dem B eschwerdeführer ist demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. Fr. 6'000.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer von 8 %) zuzusprechen, wobei eine Aufteilung der Kosten zwi schen Beschwerdegegnerin und Bei- geladener im Verhältnis von zwei Dritteln zu einem Dr ittel gerechtfertigt erscheint. Die Be- schwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin somit Fr. 4'000.--, die Beigeladene Fr. 2'000.-- (je inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Koste n des vorinstanzli- chen Verfahrens an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehö rde B.____ zurückgewiesen. 3. Der Beigeladenen wird ein Verfahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 600.-- auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in d er Höhe von Fr. 1'800.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 4. Dem Beschwerdeführer wird eine reduzierte Parteie ntschädigung von Fr. 6'000.-- (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zug esprochen, wobei ein Drittel, d.h. Fr. 2'000.--, zulasten der B eigeladenen und zwei Drittel, d.h. Fr. 4'000.--, zulasten der Beschwerdege gnerin gehen. Die übrigen Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin