Seite 1 Entscheid vom 9. März 2018 (530 17 62) __________________________________________________ ___________________ Fahrzeugkosten Zahnarztpraxis Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader, Steuer richter Markus Zeller, Peter Salathe, Jörg Felix, Dr. Philippe Spitz, Gerichtsschreiberin I. Wissler Parteien A.B.____ und B.B.____, vertreten durch And reas Waldmann, Rechts- anwalt, WALDMANN PETITPIERRE, Gerbergasse 1, 4001 Basel Beschwerdeführer gegen Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 33 , 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin betreffend direkte Bundessteuer 2014 Seite 2 Sachverhalt: 1. In der Veranlagungsverfügung betr. die direkte Bun dessteuer 2014 vom 25. August 2016 wurde den Pflichtigen ein Betrag von Fr. 57‘797.-- betr. die Kosten für ein Privatauto man- gels Nachweis für die geschäftliche Nutzung aufgerechnet. 2. Mit Schreiben vom 21. September 2016 erhob der dam alige Vertreter der Pflichtigen Einsprache und begehrte u.a. das als Geschäftsvermögen a ufgenommene geleaste Fahrzeug sei zu anerkennen und die daraus resultierenden Leasin gkosten (Konto 6260) sowie die als Geschäftsaufwand verbuchten Versicherungs- und Verbrauchsk osten seien als Gewinnungs- kosten zuzulassen. Der Privatanteil von 50% für Verpflegun g/Spesen unter Personalaufwand sei aufzuheben. Zur Begründung führte er aus, die Pf lichtige habe die Zahnarztpraxis von Dr. C.____, in D.____ übernommen. Es seien drei gleichwer tige in der Oberklasse angesiedelte Fahrzeuge vorhanden. Zwei Fahrzeuge würden mehrheitlich privat verwendet. Ein Fahrzeug sei zwecks Einsatz für geschäftliche Fahrten angeschafft und in der Folge auch als Geschäftsver- mögen aufgenommen worden. Die Einsatzbereitschaft im P raxisalltag und bei den kantonalen Notfalldiensten müsse sichergestellt werden. Es handle sich um mehrere wöchentliche Fahrten zum Techniker in E.____ und F.____, Materialtransporte, Fahrten zu Fortbildungen und in Aus- nahmefällen Beförderung von Patienten. Die Erfolgsre chnung weise keine Kosten der anderen Fahrzeuge aus. Das Konto 5290 sei in der Erfolgsrechnung der Gruppe „Personalaufwand“ zu- gerechnet. Es handle sich um Einkäufe für die Praxis, da das Team so oft als möglich gemein- sam frühstücke. Es würden aber auch Abfallmarken, Klopap ier, Müllsäcke usw. gekauft. Im Weiteren seien Tee, Wasser, Kaffee und Prosecco für die Patienten während der Wartezeit angeboten, Geschenke für Lehrtöchter, Schnupperlehrtöchter, Gutscheine gekauft und Teame- vents organisiert worden. Zudem würden die Mitarbeiter alle zwei Wochen die Möglichkeit ha- ben sich durch einen Physiotherapeuten massieren zu lassen. 3. Mit Einsprache-Entscheid vom 9. Oktober 2017 hiess die Steuerverwaltung die Einspra- che teilweise gut. Zur Begründung führte sie aus, nach Durchsicht des betreffenden Kontos sei festzustellen, dass die Aufrechnung von 50% als Privatantei l angebracht sei. Es sei den Pflich- tigen zudem nicht gelungen nachzuweisen, dass es sich beim Porsche 911 um ein Geschäfts- fahrzeug handle. Damit könne kein Fahrzeug als Geschäft sfahrzeug angesehen werden. Je- doch könnten die geschäftlich zurückgelegten Kilometer gem äss Aufstellung des Pflichtigen Seite 3 zum Abzug zugelassen werden, weshalb sich der Gewinn um Fr . 7‘636.-- (=10‘909 km x Fr. 0.70) reduziere. Zukünftig sei der Steuererklärung sowo hl für einen allfälligen Nachweis der überwiegenden geschäftlichen Nutzung als auch der Nachweis der geschäftlich zurückgelegten Kilometer (Fahrtenbuch) beizulegen. 4. Mit Schreiben vom 9. November 2017 erhob der neue Vertreter der Pflichtigen Be- schwerde und begehrte, 1. Es seien der Einsprache-Entsch eid vom 9. Oktober 2017 und die Veranlagungsverfügung vom 25. August 2016 aufzuheben und das steuerbare Einkommen um Fr. 60'556.00 zu reduzieren. 2. Eventualiter seien de r Einsprache-Entscheid und die Verfügung aufzuheben und die Steuerverwaltung anzuweisen, ein en Privatanteil von 20% an den Verpfle- gungskosten, Spesen und den Fahrtkosten anzunehmen. 3. Es sei die Steuerverwaltung anzu- weisen, die (erhöhten) Anforderungen an das Fahrtenbu ch erst für die Zeit ab Rechtskraft des Urteils zu verlangen. 4. Unter o/e Kostenfolge. Zur Begründung führte er u.a. aus, es handle sich beim geltend gemachten Verpfle- gungs- und Spesenaufwand um Betriebsausgaben, welche e ntsprechend verbucht worden sei- en. Die Pflichtigen seien bereit einen Anteil von 20 % als Privatanteil zu akzeptieren. Die priva- ten Aufwände seien auf einem anderen Konto verbucht worden. Hinsichtlich des Geschäftsfahrzeugs führte der Vertreter a us, im Unterschied zu einem normalen Zahnarzt sei die Beschwerdeführerin seit 2014 Eigentümerin einer Praxis mit vielen angestellten Zahnärzten. Sie sei somit nicht bloss Ärzti n, sondern auch Geschäftsführerin und Arbeitgeberin. Die Beschwerdeführerin arbeite selbst als Zahnärztin und müsse während der gesamten Öffnungszeiten die angestellten Zahnärzte kontrollieren und zu den Patienten schau- en. Dabei sei sie nicht zuletzt wegen der Zeitersparnis von gut 40 Minuten auf ein Auto ange- wiesen. Neben den Kontrollfahrten zur Praxis fahre die Beschwerdeführerin ein bis zwei Mal pro Woche zu den Zahntechnikern nach E.____ und F.____. Dies sei erforderlich, um kurzfristige Arbeiten zeitgerecht abholen zu können. Ferner benötige die Beschwerdeführerin das Fahrzeug für ihren Bereitschaftsdienst im Praxisalltag sowie bei kantonalen Notfalldiensten. Diesfalls müsse sie auch nachts in die Praxis, wozu sie auf ein Aut o angewiesen sei. lm Übrigen werde das Auto auch für Fahrten zu Fortbildungen benötigt. Schliesslich werde das Auto auch vom Beschwerdeführer für Einkäufe und zur Materialbeförd erung für die Praxis gebraucht. Aus- nahmsweise würden - soweit notwendig - auch Patienten mit dem Auto befördert. Grundsätzlich würden sämtliche Fahrten mit dem Porsche Carrera 911 bestritten. Der Audi A6 werde nur aus- nahmsweise verwendet. Der eigens als Geschäftsfahrzeug an geschaffte Porsche Carrera 911 werde überwiegend geschäftlich genutzt und sei als Geschä ftsvermögen zu qualifizieren. Die Seite 4 erhöhten Anforderungen, an das Fahrtenbuch, könnten einzig ab Rechtskraft der angefochte- nen Veranlagungsverfügung angewandt werden. 5. Mit Vernehmlassung vom 13. Dezember 2017 beantragt e die Steuerverwaltung die Ab- weisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie u.a. aus, fraglich sei vorliegend, ob der im Jahre 2014 neu angeschaffte Sportwagen mit einem Kata logpreis von rund Fr. 190'000.-- be- triebsnotwendiges Geschäftsvermögen darstelle und der bea nspruchte Geschäftsaufwand steuerlich zu akzeptieren sei. Der geschäftliche Leasingau fwand gemäss Erfolgsrechnung be- trage im ersten Jahr Fr. 62'760.--. Im Jahre 2014 seien Fr. 4'075.-- als Benzinkosten verbucht worden. Rechne man die verbuchten Benzinkosten um auf gefahrene Kilometer, so komme man bei zwischen 10-12 Liter Verbrauch pro 100 km auf rund 25'000 km pro Jahr. Das Service- heft des Porsche 911 Carrera weise am 5. August 2016 hi ngegen lediglich einen Kilometer- stand von 12'650 km aus. Für Vermögenswerte aus selbstän diger Erwerbstätigkeit gelte die Präponderanzmethode. Die Steuerverwaltung gehe davon a us, dass der Privatnutzen überwie- ge. Nicht nur deswegen, weil Zahnärzte regelmässig nicht auf ein Geschäftsfahrzeug angewie- sen seien, sondern auch weil wegen des Charakters des Spo rtwagens der Luxusklasse eine Geschäftsnotwendigkeit verneint werde. Auch die tatsächliche Nutzung des Fahrzeugs für bloss gelegentliche Fahrten für die Zahnarztpraxis würde für Privatvermögen sprechen. Aus diesen Gründen sei der gesamte Fahrzeugaufwand gekürzt worden. Damit seien geschäftliche Fahrten im Betrag von Fr. 3'156.-- zugelassen (Veranlagung) und nachträglich noch zusätzlich Fr. 7'636 (Einsprache-Entscheid) gewährt worden. Die Aufrechnung betr. Spesen sowie Verpflegungs- kosten sei im Übrigen bei 50% zu belassen, da die geschä ftliche Notwendigkeit nicht nachge- wiesen sei. 6. An der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Begehren fest. Seite 5 Das Steuergericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetz es über die direkte Bundes- steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän- dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Ste uergesetz, StG) vom 7. Februar 1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 8’000.-- über- steigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen und Richtern des Steuergerichts beurteilt werden. Aufgrund dessen, dass im Parallelfall betreffend die Staatssteuer 2014 der umstrittene Steuerbetrag die Grenze von Fr. 8‘000.-- übersteigt, was zur Folge hat, dass der Fall gemäss § 129 Abs. 3 StG durch den Präsidenten und vier Richterinnen und Richter des Steuergerichts zu beurteilen ist, ist der vorliegende Fall aus prozessökon omischen Gründen demselben Spruch- körper, d.h. der Kammer zur Beurteilung zu unterbreit en. Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten. 2. Strittig sind vorliegend die Aufrechnungen betreff end die geltend gemachten Fahrzeug- kosten, die Spesen und die Verpflegungskosten. 3. a) Gemäss Art. 27 Abs. 1 DBG werden bei selbständig er Erwerbstätigkeit die ge- schäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen. Dazu gehören gemäss Abs. 2 ins- besondere die Abschreibungen und Rückstellungen nach den Artikeln 28 und 29 DBG (lit. a), die eingetretenen und verbuchten Verluste auf Geschäftsvermögen (lit. b), die Zuwendungen an Vorsorgeeinrichtungen zugunsten des eigenen Personals, sofern jede zweckwidrige Verwen- dung ausgeschlossen ist (lit. c), die Zinsen auf Geschäft sschulden sowie Zinsen, die auf Betei- ligungen nach Artikel 18 Absatz 2 entfallen (lit. d) u nd die Kosten der berufsorientierten Aus- und Weiterbildung, einschliesslich Umschulungskosten, des e igenen Personals (lit. e in Kraft seit 1. Januar 2016). b) Voraussetzung für die Abzugsfähigkeit ist demnach, d ass der Aufwand mit einer selbständigen Erwerbstätigkeit direkt zusammenhängt. Es m uss sich sodann um geschäfts- mässig begründete Aufwendungen handeln. Ob der Aufwan d aber zweckmässig bzw. vermeid- bar gewesen wäre, spielt keine Rolle. Es ist nicht Sache der Steuerbehörde die Angemessen- heit einer geschäftlichen Aufwendung zu überprüfen. Di e geschäftsmässige Begründetheit ist Seite 6 vielmehr solange zu bejahen, als ein sachlicher Zusammen hang zwischen Ausgabe und Ge- schäftsbetrieb besteht (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meute r, Handkommentar zum DBG, 3. A. Zürich 2016, Art. 27 N 4). Ein bloss irgendwie gearteter Zusammenhang der Gewinnungskosten mit der beruflichen Tätigkeit genügt nicht; die Abzieh barkeit von Aufwendungen setzt voraus, dass ein qualifiziert enger Konnex zwischen den getätigten Ausgaben und den erzielten Ein- künften vorliegt (vgl. Reich/Züger/Betschart: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweize- rischen Steuerrecht, Art. 27 DBG N 7a). Nicht zu den geschäftsmässig begründeten Kosten gehört der Privataufwand. Lebenshaltungskosten bilden auch aus buchführungsrechtlic her Optik keinen Geschäftsauf- wand. Die zur Bestreitung des Lebensaufwandes notwendi gen Mittel sind dem Unternehmen in der Regel durch Übertragung von Geschäftskapital in da s Privatvermögen des selbständig Er- werbenden zu entnehmen. Dieser Vorgang geschieht erf olgsneutral, indem die Kapitalrückzah- lung nicht einem Aufwandkonto, sondern dem Kapitalko nto bzw. dem Privatkonto belastet wird. Nimmt ein Unternehmer Naturalbezüge vor, darf dem Unternehmen daraus kein Aufwand resul- tieren, ansonsten dieser geschäftsmässig nicht begründet ist. Dasselbe gilt anteilmässig auch für die gemischten Aufwendungen, welche sowohl geschäftli chen als auch privaten Zwecken dienen. Der privaten Benutzung von Geschäftsfahrzeugen, Telekommunikationsmitteln oder anderen Geschäftseinrichtungen muss deshalb durch die auf wandmindernde oder ertragsmeh- ren-de Verbuchung eines Privatanteils im Umfang der gesamten anteiligen Aufwendungen (inkl. Abschreibungen) Rechnung getragen werden (vgl. Reich/ Züger/Betschart, a.a.O. Art. 27 DBG N 10). c) In Bezug auf die Beweislast ist schliesslich festzuhalt en, dass der Nachweis für steuerbegründende Tatsachen der Steuerbehörde, der Be weis für steueraufhebende oder steuermindernde Tatsachen grundsätzlich aber dem Steue rpflichtigen obliegt; dieser hat steu- ermindernde Tatsachen nicht nur zu behaupten, sondern auch zu belegen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGE] 140 II 248, E. 3.5; Blumenstein/Lo cher, System des schweizerischen Steuerrechts, 7. Aufl., Zürich 2016, S. 519; vgl. auch Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steu- erverfahrensrecht, § 19 Rz. 8ff.; Entscheid des Steuergerichts [StGE] vom 7. April 2017, 530 16 49, E. 3d, www.bl.ch/steuergericht ). d) Auslagen im Rahmen der Kundenbetreuung sowie der Kontaktpflege können unstrittig geschäftsmässig begründet sein. Der Nachweis des Geschäftsbezugs ist aber dort von besonderer Bedeutung, wo Auslagen - wie die vorlie gend geltend gemachten Konsuma- tionsunkosten - regelmässig auch im Bereich der privaten Lebenshaltung anfallen. Mit Bezug Seite 7 auf Repräsentationsspesen sehen die Muster-Spesenregleme nte denn auch vor, bei Einladun- gen von Drittpersonen neben dem Datum der Einladung u nd dem Namen sowie Ort des Lokals zusätzlich die Namen der anwesenden Personen und den Gesc häftszweck der Einladung zu vermerken (vgl. Ziff. 5.1 des Kreis-schreibens Nr. 25 vom 18. Januar 2008 der Schweizerischen Steuerkonferenz, Muster-Spesenreglemente für Unterneh men und für Non-Profit- Organisationen) (vgl. Entscheid des Bundesgerichts, 2C_273/2013 vom 16. Juli 2013, E. 4.1). e) Im Jahre 2014 hat die Pflichtige nachdem sie die Z ahnarztpraxis von Dr. C.____ übernommen hat, ihr Team stark vergrössert und zahlreiche Personalanlässe organisiert. Im Weiteren hat sie u.a. ihren Mitarbeiterinnen auch re gelmässig das Frühstück offeriert. Im Jahre 2014 sind in der Folge Fr. 14‘208.22 dem Konto 5290 Spesen/Verpflegung belastet und auch so in der Steuererklärung als Aufwand geltend gemacht w orden. Die Steuerverwaltung hat den Pflichtigen mangels geschäftsmässiger Begründetheit die Hä lfte dieser Kosten als Privatauf- wand aufgerechnet. f) Nach einer genauen Überprüfung der Kosten betr. V erpflegung/Spesen (Konto 5290) in Höhe von Fr. 14‘208.-- ergibt sich folgendes: Vier der Einkäufe resp. Konsumationen haben an Wochenenden statt gefunden und es wurden Kosten für sieben Essen in Restaurants verbucht resp. wurden Gutscheine erworben. Ein grosser An teil der Spesen entfällt auf Physio- therapiebehandlungen, einen Teamevent im Ausland und ein Freizeitcenter in G.____. Dane- ben wurden über 120 Kleinposten wie Denner, Coop und weitere verbucht. Augenfällig ist die Häufigkeit der Transaktionen resp. der Kosten, welche di e Pflichtige ihrem Personal in Form von Essenseinladungen, Teamevents, Physiotherapiebehandlu ngen, Besuche in einem Frei- zeitcenter oder aber das fast tägliche Offerieren von Frü hstück, zukommen lässt. In den aller- meisten Fällen aber handelt es sich um Verpflegungskosten resp. Lebenshaltungskosten und damit um steuerlich nicht abzugsfähige Kosten, die ohnehin zum täglichen Bedarf gehören. Hinsichtlich der Repräsentationsspesen (Konto 6641) i n Höhe von Fr. 13‘669.01 lässt sich ein ähnliches Bild zeichnen. Insgesamt wurden auf diesen Kontoblättern über 30 Res- taurantbesuche verbucht, wovon acht Essen im Ausland stattgefunden haben. Daneben wurden auch diverse Getränke- resp. Apérolieferungen verbuch t. Sieben der Ausgaben fanden an ei- nem Samstag statt. Zwei Ausgaben erfolgten an einem S onntag. Ein Teammeeting fand an einem gesetzlichen Feiertag, am 1. Mai statt. Ebenfal ls ersichtlich ist, dass die Pflichtige zahl- reiche Mitarbeitergespräche mit einem Mittagessen verbu nden hat. Es erscheint bereits auf- grund dieser ausserordentlich hohen Kadenz der Ausgaben im Denner und Coop, sowie der sehr häufigen Restaurantbesuche als eher unwahrscheinlich , dass die Mehrheit der Ausgaben Seite 8 (80%) geschäftsmässig begründet war, sodass sich eine Aufrec hnung von lediglich 20% der Auslagen als Privataufwand nicht rechtfertigen würde. E in Grossteil der Auslagen ist vielmehr der privaten Lebenshaltung der Beschwerdeführer zuzuor dnen. Damit erweist sich die Auf- rechnung der Steuerverwaltung in Höhe von nur 50% der Auslagen als eher kulant und ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen. 4. Im Weiteren ist zu untersuchen, ob die Steuerverwal tung die geltend gemachten Fahr- zeugkosten zu Recht nicht zum Abzug zugelassen hat. a) Nach Art. 18 Abs. 2 DBG […] gelten alle Vermögensw erte als Geschäftsvermö- gen, die ganz oder vorwiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen […]. b) Wirtschaftsgüter können aufgrund ihrer Beschaffenhei t und konkreten Zweckbe- stimmung notwendiges Geschäfts- oder notwendiges Privatverm ögen bilden oder Alternativgü- ter darstellen, d.h. sowohl zum Geschäfts- als auch zum Pr ivatvermögen gehören. Für die Ab- grenzung ist massgebend auf die technisch-wirtschaftliche F unktion des Vermögenswertes ab- zustellen; Geschäftsvermögen wird angenommen, wenn es tatsächlich dem Geschäft dient (vgl. BGE 2C_515/2013 vom 27. November 2013, E. 2.1; BGE 13 3 II 420, E. 3.2, m.w.H.). Daneben können als weitere Abgrenzungskriterien im Einzelfall d ie äussere Beschaffenheit des Vermö- genswertes, dessen tatsächliche Nutzung, die Herkunft der Mittel zu dessen Finanzierung, das Erwerbs- oder Veräusserungsmotiv, die zivilrechtlichen Eige ntumsverhältnisse und auch des- sen buchmässige Behandlung dienen (BGE 2A.44/2006 vom 17 . November 2006, E. 2.2, m.w.H.). Dient ein Alternativgut gleichzeitig sowohl privaten als auch geschäftlichen Zwecken, spricht man von gemischten Gütern. Die Zuweisung zum Gesc häfts- oder Privatvermögen er- folgt in diesen Fällen nach der sogenannten Präponder anzmethode (Amschwand, Geschäfts- vermögen oder Privatvermögen? Eine Übersicht, publ. in: SteuerRevue [StR] 2000, S. 481 ff.). Nach der Präponderanzmethode werden ab dem 1. Januar 1995 diejenigen gemischt, d.h. teils geschäftlich, teils privat, genutzten Objekte, die ganz oder vorwiegend der selbstständigen Er- werbstätigkeit dienen, in ihrer Gesamtheit dem Geschäft svermögen zugewiesen. Die nicht vor- wiegend geschäftlich genutzten Objekte gehören demgegenü ber gesamthaft zum Privatvermö- gen, auch wenn sie teilweise geschäftlich genutzt werden (BGE 133 II 420, E. 3.3, m.w.H). Ein Vermögenswert dient dann vorwiegend der selbstständige n Erwerbstätigkeit, wenn er zu mehr als 50% geschäftlich genutzt wird (vgl. Reich/von Ah in: Z weifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar Seite 9 zum Schweizerischen Steuerrecht, Art. 18 DBG N 55; Rich ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Hand- kommentar zum DBG, 3. A. Zürich 2016, Art. 18 N 107 m.w.H). c) Ist die technisch-wirtschaftliche Funktion eines Vermög enswerts nicht klar er- kennbar, kommt dem Willen und der Sachdarstellung des Pflichtigen u.U. grosse Bedeutung zu. Freilich kann nicht auf einzelne beliebige Willensäuss erungen des Steuerpflichtigen abgestellt werden. Relevant ist einzig der Wille, ein Wirtschaftsgut dem Geschäft zu widmen und nicht der Wille, ein Wirtschaftsgut für die Zwecke der Besteuerung als Geschäftsvermögen zu behandeln. Der Wille, so wie er den Steuerbehörden gegen-über erklärt wird, muss auch in den tatsächli- chen Verhältnissen zum Ausdruck gebracht und verwirklicht worden sein. Entscheidend ist inso- fern eine objektivierte Willenskundgebung. Die Aufnah me eines Vermögenswertes in die Bilanz stellt nach der bundesgerichtlichen Praxis ein gewichtig es Indiz dafür dar, dass dieser zum Ge- schäftsvermögen gehört, sofern er nicht ausdrücklich als Priva tvermögen gekennzeichnet und der damit zusammenhängende Aufwand und Ertrag nicht ko nsequent über das Privatkonto ge- bucht wird. Das BGer hält jedoch fest, dass die Aufnahme in die Buchhaltung allein nicht die Zuteilung eines Vermögenswerts zum Geschäftsvermögen zu be wirken vermag (Reich/von Ah, a.a.O., Art. 8 StHG N 48af.). 5. a) Vorliegend betreibt die Pflichtige eine eigene Zahnarztpraxis mit mehreren Ange- stellten, wobei im hier strittigen Steuerjahr drei Fa hrzeuge auf die Pflichtige zugelassen waren. Zwei der Fahrzeuge, der Porsche Cayenne und der Porsche 9 11 Carrera, werden mit einer Wechselnummer genutzt. Strittig ist die Qualifikation des eigens für die Praxis angeschafften Fahrzeugs, Porsche 911 Carrera. Gemäss der Darstellung de r Beschwerdeführer wird das Fahrzeug für betriebliche Nebentätigkeiten, wie wöchen tliche Fahrten zu Zahntechnikern, für die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft bei Notfalldiensten, zur Beförderung von Material und Einkäufen (u.a. auch Znüni), sowie zur Bewältigung de s Arbeitsweges und für Fahrten zu Fort- bildungsveranstaltungen benutzt. Für den Transport von grösseren Gegenständen werde aber auch der Audi verwendet. Der Porsche 911 diene ausschlie sslich geschäftlichen Zwecken wo- bei die anderen beiden Fahrzeuge privat genutzt würden. b) Die Kern-Tätigkeit eines Zahnarztes wird jeweils i n der Praxis ausgeübt, da für die Ausübung der Tätigkeit spezifische nicht mobile Ausrü stung (Behandlungsstuhl, entspre- chende Beleuchtung, Borer, Luft- und Wasserspritze, Spei chelsauger, Röntgengerät und vieles mehr) verwendet werden muss. Für die eigentliche Ausübu ng dieser Kern-Tätigkeit oder die Seite 10 von Dentalhygienikerinnen sowie Praxisassistentinnen nicht benötigt oder nur bedingt benötigt wird hingegen ein Fahrzeug. Hausbesuche, wie sie bei anderen Ärzten (z.B. Allgemeinmedizi- ner, Tierärzte etc.) vorkommen können, sind bei einem Z ahnarzt eher die Ausnahme. Auch ei- nen Notfall behandelt der Zahnarzt in der Praxis und begibt sich nicht zum Patienten nach Hau- se, da ein zahnärztlicher Notfall die Patienten meistens nicht in ihrer Mobilität einschränkt. c) Die genauere Betrachtung des sehr rudimentär gefüh rten Fahrtenbuches ergibt folgendes: Elf Fahrten haben an Wochenenden statt g efunden, wobei deren geschäftsmässige Begründetheit nicht weiter dargelegt wurde. 19 Fahrt en betrafen Besuche in Einrichtungs- und Dekoläden, was bei der Übernahme der Praxis zwar möglich ist, hingegen fanden diese Fahr- ten über das ganze Jahr verteilt statt. Zehn Fahrten be trafen Fahrten zu Restaurants, wobei diese Fahrten ab Mitte August 2014 aufgezeichnet wurden. Innerhalb von vier Monaten wurden Zehn Essen mit Personal durchgeführt, wobei hier die G eschäftsmässigkeit ebenfalls nicht dar- gelegt wurde. 17 Fahrten erfolgten nach H.____. Acht Fahrten betreffen Blumenkäufe bei „Blu- men I.____, J.____“. Nur fünf von diesen Einkäufen sin d verbucht und nur bei zwei Buchungen stimmen die Kaufdaten überein. Was die Fahrten zu den Fortbildungen angeht ist festzustellen, dass ein Zugfahrticket (am 2. Juni 2014) nach K.____ 1. Klasse ab Fr. 620.-- gekostet hätte, wobei die Kilometerentschädigung bei 2‘250 gefahrene n Kilometern 70 Rp. deutlich mehr Ab- züge bringt. Die Anfahrten zum Kongress in L.____ (Mit te der Insel) am 3. Juni 2014 von 350 km erscheinen deutlich zu hoch. Die Insel K.____ ist 38 km lang. Unter der Annahme eine Fahrt ist 20 km lang, würden bei fünf Kongresstagen und zwei t äglichen Fahrten lediglich 200km ge- fahren. Der SSO Kongress in M.____ am 23. Mai 2018 wu rde mit 190 km doppelt aufgelistet. Die IDS in N.____ wurde von den Beschwerdeführern im Jahre 2014 mit 1’030 km verbucht, wobei diese Messe im Jahre 2014 gar nicht stattfand. Sie wird gemäss Information des Veran- stalters lediglich alle zwei Jahre durchgeführt. Die Messe fand somit im Jahre 2013 oder im 2015 statt. Insgesamt ist festzustellen, dass die Aufzeich nungen der Beschwerdeführer sehr ungenau sind und wesentlicher Korrekturen bedürfen. Hi nsichtlich des verbuchten Fahrzeug- aufwands betr. Konto 6200 ist festzustellen, dass die Be schwerdeführer auch hier auf eine ge- naue Erfassung und Abgrenzung der Auslagen verzichtet habe n. Die Rechnung O.____, G.____ betraf das Fahrzeug mit dem Kennzeichen BL (…) u nd damit den Audi. Die MFK Ge- bühren über Fr. 120.-- vom 26. Februar 2014 können e benfalls nicht den Porsche 911 Carrera betreffen, da dieses gemäss Leasingvertrag am 18. März 20 14 gekauft wurde. Eine weitere Position in der Höhe von Fr. 1‘077.57 auf dem Kontob latt 6200 kann allenfalls den Porsche Ca- yenne angehen. Die eben aufgezählten Kosten dürften be i einer korrekten Verbuchung sowie Zuteilung der Fahrzeuge nicht in der Buchhaltung ersch einen. Die verbuchten Benzinkosten Seite 11 betragen Fr. 4‘075.85. Die Beschwerdeführer geben im Fahrtenbuch an mit dem eigens für ge- schäftliche Zwecke angeschafften Porsche 911 Carrera 10‘9 09 km gefahren zu sein. Je nach Benzinpreis und Verbrauch pro Liter ergibt sich bei ein em Betrag von Fr. 4‘075.85 für Benzin- kosten eine Fahrleistung zwischen 20-25‘000 km. Ein Eigenve rbrauch für privat gefahrene Ki- lometer mit den Privatfahrzeugen wurde hingegen kein er verbucht. Die gemäss Fahrtenbuch gefahrenen Kilometer stehen somit in krassem Widerspruch zu den verbuchten Benzinkosten. Schliesslich ist festzustellen, dass auch die angegebene K ilometerleistung zu hinterfragen ist. Die Erstinverkehrssetzung des Porsches 91 1 Carrera war am 17. März 2014. Der Leasingvertrag datiert vom 9. September 2014. Au f dem Wartungsnachweis des Porsche 911 Carrera ist per 5. August 2016 ein Kilometerstand von 12‘650 km verzeichnet. Dies bedeu- tet, dass zwischenzeitlich ein Halterwechsel erfolgt sein muss. Umgerechnet auf ein Jahr wur- den rund 6‘900 km mit dem Porsche gefahren, was zu der A nnahme führt, dass die Beschwer- deführer nicht nur mit dem Carrera sondern auch mit a nderen Fahrzeugen gefahren sein müs- sen. Der Porsche Carrera sowie der Porsche Cayenne teilen sich zudem eine Wechselnummer. Damit ist auch die Kilometerleistung des Porsches Cayenne in die Berechnung miteinzubezie- hen. Aufgrund der eingereichten Kopien der Wartungsnachweise des Porsche Cayenne ist fest- zustellen, dass im Jahre 2014 rund 25‘000 km gefahren wur den. Zusammen mit dem Porsche 911 Carrera ergibt dies eine Kilometerleistung von ru nd 37‘000 km. Für geschäftliche Fahrten machen die Beschwerdeführer 10‘909 km geltend. Schliesslich ist noch ein Blick auf das Fahrzeug Audi A6 zu werfen. Dieses hatte beim Kauf am 9. September 2014 einen Kilometerstand von 28‘200 km. Auf der Rechnung der Garage P.____ vom 24. November 2016 betrug der Kilo meterstand 86‘911 km. Die Jährliche Kilometerleistung des Audi A6 beträgt rund (in 27 Mon aten: 58‘711km) 38‘627 km. Insgesamt sind die Beschwerdeführer im Jahre 2014 mit ihren drei Fahrzeugen rund 74‘536 km gefahren. Davon ausgehend, dass der Porsche Cayenne und der Porsche 911 Carrera für geschäftliche Fahrten benutzt worden sind, ist festzustellen, dass mit dem Porsche 911 Carrera weniger als ein Drittel der Fahrten vorgenommen wurden. Im Ergeb nis ist die Nutzung aller drei Fahrzeuge überwiegend privater Natur. Damit hat das Fahrzeug Por sche 911 Carrera nach der Präpon- deranzmethode nicht überwiegend geschäftlichen Zwecken gedient. Die Aufrechnung der Fahr- zeugkosten ist damit zu Recht erfolgt. Was den Arbeitsweg angeht, ist festzustellen, dass ein Weg von Q.____ nach R.____ 48 Minuten in Anspruch nimmt und mit den zur Verfügung stehenden öffentlichen Ver- kehrsmitteln bewältigt werden kann. Die Steuerverwaltu ng hat hier kulanterweise die Fahrtkos- ten für 220 Arbeitstage zu 2 x 7 km à 70 Rp. als Abzug zu gelassen. Zuzüglich einer Pauschale für Kundenbesuche von Fr. 1‘000.-- ist den tatsächlich geschäftlich begründeten Aufwendungen Seite 12 für Fahrzeugkosten mehr als Genüge getan. Die Beschwer de erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet und ist abzuweisen. 6. Abschliessend ist festzuhalten, dass es gemäss Erwägung 3 c klar den Steuerpflichtigen obliegt entsprechende Beweismittel für ihre Behauptungen beizubringen, ansonsten sie sich mit Nachteilen konfrontiert sehen müssen. Mit anderen Worte n obliegt es den Beschwerdeführern ein korrekt und ordentlich geführtes Fahrtenbuch einzure ichen, aus welchen die geschäftsmäs- sige Begründetheit der Fahrten klar erkennbar ist, anso nsten die Steuerverwaltung einen ent- sprechenden Abzug aus Gründen der Gleichbehandlung aller Steuerpflichtigen ablehnen muss. Die Anforderungen an die Beweismittel sind zu jedem Ze itpunkt dieselben und können damit nicht bloss auf den Zeitpunkt der Rechtskraft des Entscheid s des Steuergerichts eingeschränkt werden, was entsprechend zur Abweisung des Eventualantrags führt. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass unter Würdigung aller in Betracht kommenden tatsächlichen Umstände und den Zahlreichen Unstimmigkeite n in der Buchhaltung der Pflichti- gen sowie unter Anwendung der Präponderanzmethode da s Fahrzeug Porsche 911 Carrera nicht als Geschäftsvermögen zu qualifizieren ist und folgli ch die Fahrzeugkosten nicht als Auf- wand der Erfolgsrechnung belastet werden können. Die Steuerverwaltung hat zudem die Nut- zung des privaten Fahrzeugs für geschäftliche Zwecke bereits gebührend berücksichtigt, indem für Kundenbesuche eine Pauschale von Fr. 1‘000.-- und zusätzlich die Kosten des Arbeitswegs in Höhe von Fr. 2‘156.-- bereits zum Abzug zugelassen wu rden. Die Beschwerde ist somit in allen Punkten abzuweisen. 8. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind den Besc hwerdeführern die Verfah- renskosten in Höhe von Fr. 1‘000.-- aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG) und es ist ihnen keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG). Seite 13 Demgemäss w i r d e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Beschwerdeführer haben gemäss Art. 144 Abs. 1 D BG die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘000.-- (inkl. Auslagen von pauschal Fr. 100.--) zu bezahlen, welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. 3. Der Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigun g wird abgewiesen. 4. Mitteilung an den Vertreter, für sich und zhd. der Beschwerdeführer (2), die Eidgenös- sische Steuerverwaltung, Bern (1) und die Steuerverwalt ung des Kantons Basel- Landschaft (3).