<h2>SubmittedText<h2><p>Hepatitis C ist heilbar. Trotzdem stirbt in der Schweiz täglich mindestens ein Mensch an dieser Krankheit. Die Zahl der Todesopfer ist somit zweimal höher als im Strassenverkehr. </p><p>Die HIV-Präventionskampagne ist mustergültig und sehr erfolgreich. Hier wird seit Jahrzehnten hervorragende Arbeit geleistet. Hepatitis C betrifft die gleichen Zielgruppen, ist bei diesen aber praktisch unbekannt. </p><p>1. Weshalb wird Hepatitis C bei der Präventionsarbeit stiefmütterlich behandelt, obschon die Mortalität so bedenklich hoch ist?</p><p>2. Ist der Bundesrat bereit, bei künftigen Präventionskampagnen zu STI und HIV Hepatitis C gleichberechtigt zu integrieren? </p><p>Wenn nicht, was unternimmt der Bundesrat, um potenzielle Risikogruppen sowie medizinische Fachpersonen besser und transparenter über Hepatitis C zu informieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat nimmt die Bekämpfung von Hepatitis C sehr ernst. In der Schweiz werden seit Jahren erfolgreich Massnahmen auf verschiedensten Ebenen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem Präventionsmassnahmen im Spital- und Gesundheitsbereich sowie Anstrengungen zur Schadenminderung bei Drogenkonsumierenden, welche die Hauptzielgruppe bei der Übertragung des Hepatitis-C-Virus (HCV) in der Schweiz darstellen. Dies hat dazu geführt, dass relevante Indikatoren zur Krankheitslast wie Inzidenz, Hospitalisationen, Lebertransplantationen, Sterblichkeit usw. seit Jahren entweder stabil blieben oder sogar sanken.</p><p>Eine 2016 im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) durchgeführte Analyse der Todesursachenstatistik hat gezeigt, dass in der Schweiz seit 2003 jährlich konstant ungefähr 200 Todesfälle wegen Infektionen mit dem HCV auftraten. Die über denselben Zeitraum untersuchten Sterberaten aufgrund von Infektionen mit dem HI-Virus (HIV) und dem Hepatitis-B-Virus (HBV) verliefen mit leicht fallender Tendenz. Zuletzt bewegten sie sich im Vergleich zu HCV konstant auf einem zirka fünfmal tieferen Niveau. Diese Zahlen dürften sich in den nächsten Jahren noch verbessern, da seit 2017 alle chronisch mit HCV infizierten Personen Zugang zu den neuesten antiviralen Medikamenten mit einer Heilungschance von über 90 Prozent haben.</p><p>2. Alle vom Bundesrat unterstützten Massnahmen zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten im Bereich Sucht beziehen die HCV-Prävention bewusst mit ein. Zur Information und Sensibilisierung von Drogenkonsumierenden sowie von Fachpersonen läuft seit 2008 eine nationale Informationskampagne (<a href="http://www.hepch.ch">www.hepch.ch</a>). Sexuelle HCV-Übertragungen kommen allerdings nur vereinzelt und vor allem bei HIV-positiven Männern vor, die sexuelle Kontakte mit Männern haben. Daher wird HCV im Nationalen Programm HIV und sexuell übertragbare Krankheiten zwar thematisiert, steht indes nicht im Fokus der Anstrengungen dieses Programms. Die "Love Life"-Kampagne (<a href="http://www.lovelife.ch">www.lovelife.ch</a>) soll Botschaften transportieren, die für möglichst viele Menschen in Bezug auf Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen eine hohe Relevanz haben.</p><p>Zusätzlich zu den obenbeschriebenen Massnahmen hat der Bundesrat im Rahmen der Nationalen Strategie Sucht am 2. Dezember 2016 neue Massnahmen zur Bekämpfung von HBV und HCV im Drogenbereich beschlossen. Dazu erarbeitet das BAG zurzeit praxisrelevante Richtlinien für Fachpersonen.</p>  Antwort des Bundesrates.