A bteilung IV D -7621/2006 teb/scm {T 0/2} U rteil vom 27. Juli 2007 M itw irkung: R ichterin C laudia C otting-Schalch (Abteilungspräsidentin), R ichter Bendicht Tellenbach (Kam m erpräsident/Instruktionsrichter), R ichterin Therese Kojic- Siegenthaler, R ichter G érard Scherrer und Vito Valenti G erichtsschreiber M artin Scheyli In der R evisionssache A._______, geboren B._______, Äthiopien, w ohnhaft C ._______ vertreten durch D .________ G esuchsteller gegen U rteil der Schw eizerischen A sylrekurskom m ission (A R K ) vom 1. N ovem ber 2006 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er G esuchsteller ersuchte erstm als am 2. Septem ber 1997 in der Schw eiz um Asyl. D ieses G esuch w urde durch das dam alige Bundesam t für Flüchtlinge (BFF; nunm ehr Bundesam t für M igration [BFM ]) m it Verfügung vom 25. N ovem ber 1997 abgelehnt, ver- bunden m it der Anordnung der W egw eisung und des W egw eisungsvollzugs. Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschw erde w ies die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) m it U rteil vom 17. August 1998 ab. B. M ittels schriftlicher Eingabe an das BFM vom 28. Septem ber 2006 beantragte der G e- suchsteller erneut die G ew ährung von Asyl. Auf dieses zw eite Asylgesuch trat das BFM m it Verfügung vom 16. O ktober 2006 gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) nicht ein, w obei w iederum die W egw eisung aus der Schw eiz und der Vollzug angeordnet w urden. C . D iese Verfügung focht der G esuchsteller m it Eingabe seines R echtsvertreters vom 24. O ktober 2006 bei der AR K an. M it U rteil vom 1. N ovem ber 2006 w ies die AR K indes- sen auch diese Beschw erde des G esuchstellers ab. Zur Begründung führte die Kom m is- sion im W esentlichen aus, die im R ahm en des zw eiten Asylgesuchs geltend gem achten Vorbringen, zum einen w erde der G esuchsteller aufgrund seiner Abstam m ung von einem eritreischen Vater nicht m ehr als äthiopischer Staatsbürger anerkannt, zum ande- ren w erde er in Äthiopien als prom inenter M usiker aufgrund seiner Teilnahm e an opposi- tionellen Veranstaltungen verfolgt, seien unzureichend substantiiert, w om it keine H inw ei- se auf Verfolgung im Sinne des Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG vorlägen. In diesem Zusam - m enhang führte die AR K ausserdem aus, die m it der Beschw erdeschrift in Aussicht ge- stellte Liste in der Schw eiz abgehaltener O ppositionsveranstaltungen, an w elchen der G esuchsteller teilgenom m en habe, sei nicht abzuw arten, habe doch bereits ausreichend G elegenheit bestanden, den Asylbehörden Bew eism ittel in Bezug auf allfällig asylrele- vante Vorbringen einzureichen. D . M it Eingabe vom 19. D ezem ber 2006 beantragte der G esuchsteller durch seinen R echtsvertreter die R evision des U rteils der AR K vom 1. N ovem ber 2006. Zur Begrün- dung des R evisionsgesuchs w urde dabei im W esentlichen geltend gem acht, die R ekurs- kom m ission habe es in ihrem U rteil abgelehnt, das in der Beschw erdeschrift vom 24. O ktober 2006 angekündigte Bew eism ittel, eine Liste der Schw eizer Konzertauftritte des G esuchstellers als exil-oppositioneller M usiker, abzuw arten. D ie dam it erfolgte W ei- gerung, eine N otfrist zur N achreichung des angebotenen Bew eism ittels anzusetzen, kom m e einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches G ehör gleich. Zudem verletze das U rteil die Begründungspflicht. In prozessualer H insicht beantragte der G esuchstel- ler, der Vollzug der W egw eisung sei einstw eilen auszusetzen und es sei ihm die unent- geltliche R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) zu gew ähren. In der R evisionsschrift w ird eine Anzahl von Veranstaltungen aufgelistet, an w elchen der G esuchsteller zw ischen 1999 und 2006 als M usiker teilgenom m en habe. D iese Aktivi- täten habe er in bew usster O pposition zum äthiopischen R egim e betrieben. Ferner habe sich der G esuchsteller in der Schw eiz an m ehreren gegen die äthiopische R egierung ge- richteten D em onstrationen beteiligt. M it dem R evisionsgesuch w urden als Bew eism ittel verschiedene Bestätigungsschreiben und Photographien sow ie ein in am harischer Spra-3 che verfasstes Schreiben der ständigen äthiopischen Vertretung bei den Vereinten N ationen in G enf eingereicht. Auf die w eiteren zur Begründung des R evisionsgesuchs vorgebrachten Argum ente und den Inhalt der Bew eism ittel w ird, sow eit für den Ent- scheid w esentlich, in den Erw ägungen eingegangen. E. M it Telefax vom 22. D ezem ber 2006 überm ittelte der G esuchsteller durch seinen R echtsvertreter ein w eiteres Bestätigungsschreiben als Bew eism ittel. F. M it Telefax vom 28. D ezem ber 2006 teilte der G esuchsteller durch seinen R echtsver- treter im W esentlichen m it, in Ergänzung zur R evisionsschrift sei festzuhalten, dass die m it der Beschw erdeschrift vom 24. O ktober 2006 angebotene Veranstaltungsliste nur m it äusserst intensivem Zeitaufw and habe erstellt w erden können. G . M it Telefax vom 23. Januar 2007 überm ittelte der G esuchsteller durch seinen R echts- vertreter ein w eiteres Bestätigungsschreiben. H . M it Zw ischenverfügung vom 1. Februar 2007 setzte der zuständige Instruktionsrichter den Vollzug der W egw eisung im Sinne einer vorsorglichen M assnahm e einstw eilen aus. Bezüglich des G esuchs um unentgeltliche R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG w urde dem G esuchsteller m itgeteilt, es w erde im Endentscheid darüber befunden w erden; gleichzeitig w urde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. Fer- ner w urde der G esuchsteller aufgefordert, das in am harischer Sprache verfasste Be- w eism ittel bis zum 16. Februar 2007 in eine Am tssprache des Bundes übersetzen zu lassen. I. M it Eingabe seines R echtsvertreters vom 15. Februar 2007 reichte der G esuchsteller eine deutsche Ü bersetzung des genannten Bew eism ittels sow ie die Kopie eines Schrei- bens betreffend eine Spendenaktion zugunsten Äthiopiens ein. J. M it Eingabe seines R echtsvertreters vom 1. M ärz 2007 reichte der G esuchsteller die beiden letztgenannten Schriftstücke ein w eiteres M al ein. Ferner überm ittelte er als Be- w eism ittel zw ei W erbezettel für äthiopische Kulturveranstaltungen. Zudem führte der G e- suchsteller durch seinen R echtsvertreter unter anderem aus, er habe am 16. Februar 2007 in Bern an einer gegen das äthiopische R egim e gerichteten D em onstration teilge- nom m en, und es w ürden entsprechende Bew eism ittel angeboten. K. M it Zw ischenverfügung des zuständigen Instruktionsrichters vom 6. M ärz 2007 w urde der G esuchsteller aufgefordert, bis zum 21. M ärz 2007 die erw ähnten Bew eism ittel in Bezug auf seine D em onstrationsteilnahm e einzureichen. D es W eiteren w urde dem G e- suchsteller m itgeteilt, allfällige Bew eism ittel m it m öglicher R elevanz für seine Begehren seien künftig ohne w eitere U m stände einzureichen. L. M it Eingabe seines R echtsvertreters vom 29. M ärz 2007 reichte der G esuchsteller drei Photographien ein, die ihn als Teilnehm er einer in Bern abgehaltenen D em onstrati- on gegen das äthiopische R egim e zeigen. D es W eiteren überm ittelte der G esuchsteller einen W erbezettel einer äthiopischen Exilorganisation sow ie drei w eitere Bestätigungs- schreiben, darunter eines in am harischer Sprache, m it deutscher Ü bersetzung. M . M it Telefax vom 20. Juli 2007 überm ittelte der G esuchsteller durch seinen R echts- vertreter ein w eiteres Bestätigungsschreiben in Bezug auf seine Tätigkeit als M usiker.4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. M it dem 1. Januar 2007 hat das Bundesverw altungsgericht seine Tätigkeit aufgenom - m en. D essen Zuständigkeit ergibt sich in Bezug auf Beschw erdeverfahren im Bereich des Asylrechts aus Art. 105 Abs. 1 AsylG , w onach das Bundesverw altungsgericht ab- schliessend über Beschw erden gegen Verfügungen des Bundesam tes entscheidet. G e- m äss Art. 37 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) richtet sich das dabei anzuw endende Verfahren nach dem Vw VG , sow eit das VG G nichts anderes bestim m t. Aus den Ü bergangsbestim m ungen von Art. 53 Abs. 2 VG G er- gibt sich ferner, dass das Bundesverw altungsgericht zuständigkeitsgem äss die vorm als bei der AR K hängigen Beschw erdeverfahren übernom m en hat. In diesen Fällen erfolgt die Beurteilung nach neuem Verfahrensrecht. 2. W eniger eindeutig sind dem gegenüber in den relevanten gesetzlichen G rundlagen die Zuständigkeit des G erichts in R evisionsverfahren sow ie die Frage des in solchen Ver- fahren anw endbaren R echts geregelt. D abei sind insgesam t drei Konstellationen zu un- terscheiden. 2.1. Klarheit besteht in Bezug auf die genannten Fragen zunächst für den Fall, dass die R evision eines Entscheids des Bundesverw altungsgerichts begehrt w ird. H ier kom m t als R evisionsinstanz von vornherein ausschliesslich das Bundesverw altungsgericht in Fra- ge, indem für einen R evisionsentscheid jene Behörde zuständig ist, die den angefoch- tenen rechtskräftigen Entscheid erlassen hat (vgl. etw a U R SIN A BEER LI-BO N O R AN D , D ie aus- serordentlichen R echtsm ittel in der Verw altungsrechtspflege des Bundes und der Kan- tone, Zürich 1985, S. 35; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw al- tungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/G enf/St. G allen 2006, S. 390; PIER R E M O O R , D roit adm i- nistratif. Vol. II. Les actes adm inistratifs et leur contrôle, 2. Aufl., Bern 2002, S. 349; JEAN -FR AN Ç O IS PO U D R E T/SU ZETTE SAN D O Z-M O N O D , C om m entaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, Vol. V, Bern 1992, S. 10 ; R EN É A. R H IN O W /BEAT KR ÄH EN M AN N , Schw eizerische Verw altungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel/Frankfurt am M ain 1990, S. 134; AD ELIO SC O LAR I, D iritto Am m inistrativo. Parte G enerale, 2. Aufl., C adenazzo 2002, S. 335). D abei legt Art. 45 VG G fest, dass für die R evision von Entscheiden des Bundesverw altungsgerichts die entsprechenden Art. 121-128 des Bundesgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 (BG G , SR 173.110) sinngem äss gelten. Zum einen geht som it auch das VG G klarerw eise von der entsprechenden Zuständigkeit des Bundesverw al- tungsgerichts aus. Zum andern ist m it diesem G esetzesverw eis für die genannte Verfah- renskonstellation die Frage des anw endbaren R echts abschliessend beantw ortet. 2.2. Keine vergleichbare Feststellung lässt sich für R evisionsverfahren treffen, die be- reits vor dem 1. Januar 2007 hängig w aren, also bei einer der Vorgängerorganisationen des Bundesverw altungsgerichts eingeleitet w urden. Zunächst sind in Bezug auf diese Konstellation die Ü bergangsbestim m ungen gem äss Art. 53 Abs. 2 VG G nicht eindeutig. Zw ar ergibt sich nach dem W ortlaut der deutschen Fassung, dass das Bundesverw altungsgericht, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der beim Inkrafttreten des VG G bei Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issi- onen oder bei Beschw erdediensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel übernim m t (Art. 53 Abs. 2 VG G , erster Satz). D abei erfolgt die Beurteilung nach neuem Verfahrens-5 recht (Art. 53 Abs. 2 VG G , zw eiter Satz). Som it legt der erste Satz der genannten N orm nach dem deutschen W ortlaut nahe, dass die R echtslage in Bezug auf Zuständigkeit und anw endbares R echt für jede Art von R echtsm itteln die gleiche ist, m it anderen W or- ten für die R evision w ie für die Beschw erde das Bundesverw altungsgericht an die Stelle der Vorgängerorganisationen tritt und zugleich ab dem Inkrafttreten des VG G am 1. Ja- nuar 2007 das neue Verfahrensrecht zur Anw endung gelangt. Indessen w eisen die französische w ie auch die italienische Fassung des ersten Satzes von Art. 53 Abs. 2 VG G einen anderen W ortlaut auf. Anstelle von "hängigen R echtsm it- teln" ist hier von "recours qui sont pendants" bzw . "ricorsi pendenti" die R ede. M ithin um fassen der französische w ie auch der italienische W ortlaut gerade nicht säm tliche R echtsm ittel – und insofern auch die R evision –, sondern beschränken sich auf die Be- schw erde. Es stellt sich folglich die Frage, w elcher Sinn für die Ü bergangsbestim - m ungen gem äss Art. 53 Abs. 2 VG G m assgeblich sein soll, näm lich der sich aus der deutschen Fassung ergebende oder jener der insofern divergierenden französischen und italienischen Versionen des G esetzestexts. 2.3. D ie erw ähnte Feststellung (s. E. 2.1.) lässt sich ausserdem – unabhängig vom soeben G esagten – auch nicht für R evisionsverfahren treffen, die sich zw ar auf Ent- scheide der Vorgängerorganisationen beziehen, aber erst nach dem 1. Januar 2007 und som it beim Bundesverw altungsgericht eingeleitet w urden. D azu ist festzustellen, dass die Ü bergangsbestim m ungen nach Art. 53 Abs. 2 VG G diese Verfahrenskonstellation nicht betreffen, indem sie sich ausschliesslich auf Verfahren beziehen, die bereits bei den Vorgängerorganisationen hängig w aren. M ithin enthält das VG G keine ausdrück- liche R egelung in Bezug auf beim Bundesverw altungsgericht eingeleitete R evisionsver- fahren, die sich gegen Entscheide der Vorgängerorganisationen richten. 3. D ie Frage der Zuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts in den beiden Verfah- renskonstellationen der R evisionen, die sich gegen Entscheide der Vorgängerorganisa- tionen des Bundesgerichts richten, lässt sich trotz der diesbezüglich nicht eindeutigen G esetzesgrundlage gem äss VG G beantw orten, indem auf den allgem einen Begriff und Zw eck des Instituts der R evision abgestellt w ird: Ein R evisionsbegehren bezw eckt, die für einen Entscheid verantw ortliche Instanz dazu zu bew egen, diesen trotz bereits ein- getretener form eller R echtskraft erneut zu überprüfen (vgl. BEER LI-BO N O R AN D , a.a.O ., S. 35). D araus folgt, dass – w ie bereits erw ähnt (E. 2.1., m it entsprechenden N achw ei- sen) – für die D urchführung eines R evisionsverfahrens gerade jene Behörde zuständig ist, w elche den revisionsw eise angefochtenen Entscheid erlassen hat. In den hier inter- essierenden Verfahrenskonstellationen w ären dies die Vorgängerorganisationen des Bundesverw altungsgerichts, die indessen zeitgleich m it der Tätigkeitsaufnahm e eben- dieses G erichts zu existieren aufgehört haben. D as Bundesverw altungsgericht ist an die Stelle der verschiedenen Vorgängerorganisationen getreten, w elche es som it – als all- gem eines Verw altungsgericht des Bundes (Art. 1 Abs. 1 VG G ) – funktionell ersetzt (s. auch die Botschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege vom 28. Februar 2001; BBl 2001 4202, insb. 4208, 4226, 4250, 4376). Aus diesem Zusam m enhang – grund- sätzliche eigene Zuständigkeit der entscheidenden Behörde in R evisionsverfahren ei- nerseits, Funktionsübernahm e durch das Bundesverw altungsgericht andererseits – er- gibt sich in zw ingender W eise, dass das Bundesverw altungsgericht für die D urchführung von R evisionsverfahren zuständig ist, die sich gegen rechtskräftige Entscheide seiner 6 Vorgängerorganisationen richten (vgl. das zur Publikation vorgesehene U rteil BVG E D - 4889/2006 vom 12. Juli 2007 E. 3.3). D ieser Schluss ergibt sich aus Begriff und Zw eck der R evision ungeachtet des in den drei m assgeblichen sprachlichen Fassungen zw ei- deutigen W ortlauts von Art. 53 Abs. 2 VG G . D abei verm ag auch keine R olle zu spielen, w elche der beiden betreffenden Verfahrenskonstellationen (im Sinne der E. 2.2. und 2.3.) vorliegt, d.h. ob das R evisionsverfahren bereits bei einer der Vorgängerorganisatio- nen oder erst nach dem 1. Januar 2007 beim Bundesverw altungsgericht eingeleitet w ur- de. 4. Es bleibt die Frage zu beantw orten, w elches Verfahrensrecht in Bezug auf R evisi- onen, die sich gegen Entscheide der Vorgängerorganisationen des Bundesverw altungs- gerichts richten, anw endbar sei (vgl. hierzu auch das zur Publikation vorgesehene U rteil BVG E D -4889/2006 vom 12. Juli 2007 E. 4). 4.1. D ie G rundlage hierfür bildet Art. 37 VG G , w onach das Verfahren vor dem Bundes- verw altungsgericht sich nach dem Vw VG richtet, sow eit das VG G nichts anderes be- stim m t. Eine solche Bestim m ung enthält das VG G unter anderem für das R evisionsver- fahren, indem Art. 45 VG G festlegt, dass für die R evision von Entscheiden des Bundes- verw altungsgerichts die Art. 121-128 BG G sinngem äss gelten. Aus dem Zusam m enw ir- ken von Art. 37 und 45 VG G w iederum ergibt sich, dass in R evisionsverfahren, die sich nicht gegen Entscheide des Bundesverw altungsgerichts richten, m it anderen W orten in R evisionsverfahren betreffend Entscheide der Vorgängerorganisationen, nicht die ent- sprechenden Bestim m ungen des BG G zur Anw endung gelangen, sondern jene des Vw VG , konkret von Art. 66 ff. Vw VG . 4.2. Indem Art. 37 VG G den G rundsatz statuiert, der m it Ausnahm e der betreffenden Sonderbestim m ungen das in säm tlichen Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht anw endbare Verfahrensrecht regelt, kann es – w enn die Zuständigkeit des Bundesver- w altungsgerichts in einem Verfahren feststeht – auch keine R olle spielen, w ann und w ie dieses Verfahren eingeleitet w urde. M it anderen W orten gelangt der G rundsatz, dass sich Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht nach dem Vw VG richten, im m er dann zur Anw endung, w enn sich das betreffende R evisionsverfahren nicht gegen einen Ent- scheid des Bundesverw altungsgerichts selbst richtet. D ies ist in beiden fraglichen Ver- fahrenskonstellationen der Fall, sei die R evision eines Entscheids einer Vorgängerorga- nisation des Bundesverw altungsgericht bereits bei der Vorgängerorganisation selbst (bis zum 31. D ezem ber 2006) oder erst beim Bundesverw altungsgericht (ab dem 1. Januar 2007) begehrt w orden. In beiden Fällen sind für das R evisionsverfahren som it die ent- sprechenden Bestim m ungen von Art. 66 ff. Vw VG m assgeblich (vgl. auch das zur Publi- kation vorgesehene U rteil BVG E D -4889/2006 vom 12. Juli 2007 E. 4.5 f.). 4.3. Vor diesem H intergrund w ird schliesslich im Zusam m enhang m it R evisionsverfah- ren, die bereits bei einer Vorgängerorganisation des Bundesverw altungsgerichts einge- leitet w urden, auch die Bedeutung von Art. 53 Abs. 2 VG G , zw eiter Satz, relativiert. W ie sich gezeigt hat, besteht die Zuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts in R evisions- verfahren gegen Entscheide der Vorgängerorganisationen unabhängig davon, nach w el- chem W ortlaut die Ü bergangsbestim m ungen von Art. 53 Abs. 2 VG G zu verstehen sind (vgl. E. 3). D asselbe gilt nach dem soeben G esagten für die Frage des anw endbaren R echts: Aus dem Zusam m enw irken von Art. 37 und 45 VG G folgt, dass sich R evi- sionsverfahren, die bereits bei den Vorgängerorganisationen eingeleitet w urden, in 7 jedem Fall nach dem Vw VG richten. Auch nach neuem Verfahrensrecht im Sinne von Art. 53 Abs. 2 VG G , zw eiter Satz, bleibt hier also w eiterhin das Vw VG m assgeblich. M it anderen W orten resultiert in jeder denkbaren Bedeutungsvariante von Art. 53 Abs. 2 VG G von vornherein das G leiche, näm lich die G eltung des Vw VG für R e- visionsverfahren, die bereits bei Vorgängerorganisationen des Bundesverw altungsge- richts eingeleitet w urden. Es erübrigt sich som it, die genaue Bedeutung der Ü bergangs- bestim m ungen von Art. 53 Abs. 2 VG G m ittels ausführlicher Auslegung zu erschliessen. 5. Zusam m enfassend ist in den drei m öglichen Konstellationen som it folgendes Verfah- rensrecht anw endbar: 5.1. R ichtet sich ein R evisionsverfahren gegen einen Entscheid des Bundesverw altungsgerichts, so gelten gem äss Art. 45 VG G die entsprechenden Art. 121-128 BG G sinngem äss. 5.2. H at das Bundesverw altungsgericht ein R evisionsverfahren zu beurteilen, das be- reits bei einer seiner Vorgängerorganisationen eingeleitet w urde, so richtet sich das Ver- fahren gem äss Art. 37 i.V.m . Art. 45 VG G nach den entsprechenden Art. 66 ff. Vw VG . 5.3. Ist ein R evisionsverfahren zu beurteilen, das beim Bundesverw altungsgericht einge- leitet w urde, aber einen Entscheid einer seiner Vorgängerorganisationen betrifft, so rich- tet sich das Verfahren gem äss Art. 37 i.V.m . Art. 45 VG G ebenfalls nach Art. 66 ff. Vw VG . 6. 6.1. Auf Inhalt, Form und Ergänzung des R evisionsgesuches findet schliesslich unab- hängig von den beschriebenen Konstellationen Art. 67 Abs. 3 Vw VG Anw endung (Art. 47 VG G ). Ü ber R evisionsgesuche, die nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters gem äss Art. 23 Abs. 1 VG G fallen, w ird in der R egel in der Besetzung m it drei R ichtern oder R ichterinnen entschieden (Art. 21 Abs. 1 VG G ). D er Entscheid erfolgt in Fünferbe- setzung, w enn - w ie im vorliegenden Fall - der Präsident beziehungsw eise die Präsidentin der Abteilung beziehungsw eise der Kam m er dies im Interesse der R echts- fortbildung oder der Einheit der R echtsprechung anordnet (Art. 21 Abs. 2 VG G ; Art. 18 Abs. 5 Bst. b des G eschäftsreglem ents vom 11. D ezem ber 2006 für das Bundesverw al- tungsgericht [VG R , SR 173.320.1]). 6.2. W eiter ist festzustellen, dass der G esuchsteller durch das angefochtene U rteil be- rührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an dessen Aufhebung beziehungsw eise Än- derung hat. D ie Legitim ation ist dam it gegeben. 7. 7.1. M it dem ausserordentlichen R echtsm ittel der R evision w ird die U nabänderlichkeit und M assgeblichkeit eines rechtskräftigen Beschw erdeentscheides angefochten, dam it in der Sache neu entschieden w erden kann (vgl. PIER R E TSC H AN N EN /U LR IC H ZIM M ER LI, Allge- m eines Verw altungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, S. 269). D ie R evision eines Entscheids der AR K als ehem alige Beschw erdeinstanz und als Vorgängerorganisation des Bundes- verw altungsgerichts kann nach dem zuvor G esagten aus den in Art. 66 Abs. 1 und 2 8 Vw VG genannten G ründen verlangt w erden. 7.2. D ie R evision kann in der R egel nicht aus einem G rund verlangt w erden, der schon im ordentlichen Beschw erdeverfahren hätte geltend gem acht w erden können (Art. 66 Abs. 3 Vw VG ; vgl. auch Art. 46 VG G ). 8. 8.1. An die Begründung ausserordentlicher R echtsm ittel w erden erhöhte Anforderungen gestellt (Art. 67 Abs. 3 Vw VG i.V.m . Art. 47 VG G ). In der R echtsschrift ist die R echtzei- tigkeit des R evisionsbegehrens darzutun; zudem ist anzugeben, w elcher gesetzliche R e- visionstatbestand angerufen w ird und inw iefern Anlass besteht, gerade diesen G rund geltend zu m achen. Sind dem G esuch nicht genügend substantiierte, w irkliche R echts- m ittelgründe zu entnehm en, so ist darauf überhaupt nicht einzutreten (vgl. FR ITZ G YG I, Bundesverw altungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 198 f.). D em gegenüber ist nicht erforderlich, dass die angerufenen R evisionsgründe w irklich bestehen, sondern es ge- nügt, w enn der G esuchsteller deren Vorliegen behauptet (BG E 96 I 279; BEER LI- BO N O R AN D , a.a.O ., S. 148 f.). 8.2. Vorliegend w ird der R evisionsgrund der Verletzung der Bestim m ungen über das rechtliche G ehör gem äss Art. 66 Abs. 2 Bst. c Vw VG geltend gem acht. Auf das im Ü b- rigen frist- und form gerecht eingereichte R evisionsgesuch ist nach dem G esagten einzu- treten. 9. H insichtlich des angerufenen R evisionsgrundes bringt der G esuchsteller im W esent- lichen Folgendes vor: D ie R ekurskom m ission habe es in ihrem U rteil vom 1. N ovem ber 2006 abgelehnt, das in der Beschw erdeschrift vom 24. O ktober 2006 angekündigte Be- w eism ittel, eine Liste der Schw eizer Konzertauftritte des G esuchstellers als exil- oppositioneller M usiker, abzuw arten. D ie dam it erfolgte W eigerung, eine N otfrist zur N achreichung des angebotenen Bew eism ittels anzusetzen, kom m e einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches G ehör gleich. D es W eiteren verletze das U rteil die Begrün- dungspflicht. M it dem R evisionsgesuch und nachfolgenden Eingaben reichte der G e- suchsteller eine R eihe von Bew eism itteln ein, w elche seine oppositionelle H altung ge- genüber dem äthiopischen R egim e und eine dam it einhergehende asylrelevante G efähr- dung belegen sollen. 10. 10.1. D urch den Verw eis des Art. 66 Abs. 2 Bst. c Vw VG auf die Art. 29-33 Vw VG w ird der R evisionsgrund der Verletzung des rechtlichen G ehörs vom G esetz selbst in ver- schiedener W eise konkretisiert. D anach um fasst der Anspruch auf rechtliches G ehör als Teilaspekte einen Anspruch der Parteien auf vorgängige Anhörung durch die Behörde (Art. 30 und 30a Vw VG ), auf Anhörung in Bezug auf erhebliche Vorbringen einer G egen- partei (Art. 31 Vw VG ), auf Prüfung eigener erheblicher Vorbringen durch die Behörde (Art. 32 Vw VG ) sow ie auf Abnahm e der angebotenen und tauglichen Bew eise durch die Behörde (Art. 33 Vw VG ). Antw orten auf die Frage, w elche spezifischen Teilgehalte der im R ahm en von Art. 66 Abs. 2 Bst. c Vw VG geschützte Anspruch des rechtlichen G e- hörs im Einzelnen um fasse, können sich darüber hinaus auch unm ittelbar aus dem über-9 geordneten Verfassungsrecht in G estalt des Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) ergeben. 10.2. Auf der Basis der schöpferischen bundesgerichtlichen R echtsprechung zu Art. 4 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 29. M ai 1874 (aBV) ist unbestritten, dass der m it G rundrechtsqualität ausgestattete G rundsatz des recht- lichen G ehörs gem äss Art. 29 Abs. 2 BV eine Anzahl verschiedener verfassungsrecht- licher Verfahrensgarantien um fasst (vgl. aus der Literatur etw a M IC H ELE ALBER TIN I, D er ver- fassungsm ässige Anspruch auf rechtliches G ehör im Verw altungsverfahren des m oder- nen Staates, Bern 2000, S. 202 ff.; AN D R EA S AU ER /G IO R G IO M ALIN VER N I/M IC H EL H O TTELIER , D roit constitutionnel suisse. Vol. II. Les droits fondam entaux, 2. Aufl., Bern 2006, S. 606 ff.; BEN O IT BO VAY, Procédure adm inistrative, Bern 2000, S. 207 ff.; H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., S. 360 ff.; ALFR E D KÖ LZ/ISABELLE H ÄN ER , Verw altungsverfahren und Verw altungs- rechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 46, 107 ff.; M AR K U S SC H E FER , G rund- rechte in der Schw eiz, Bern 2005, S. 285 ff.). Zunächst – und für die Prozessparteien re- gelm ässig im Vordergrund stehend – gehört dazu das R echt auf vorgängige Äusserung und Anhörung, w elches den Betroffenen einen Einfluss auf die Erm ittlung des w esent- lichen Sachverhaltes sichert. D abei kom m t der von einem Verfahren betroffenen Person der Anspruch zu, sich vorgängig einer behördlichen Anordnung zu allen w esentlichen Punkten, w elche die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (nicht aber des- sen rechtliche W ürdigung, w elche Sache des G erichts ist) betreffen, zu äussern und von der betreffenden Behörde alle dazu notw endigen Inform ationen zu erhalten (vgl. aus der vorgängig zitierten Literatur etw a SC H EFER , a.a.O ., S. 290 ff.). U nerlässliches G egenstück der M itw irkungsrechte der Parteien bildet ausserdem als w eiterer Teilgehalt des recht- lichen G ehörs die Pflicht der Behörden, die Vorbringen der Betroffenen sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen; daraus folgt schliesslich auch die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen (BG E 123 I 31 E. 2c; vgl. etw a AU ER /M ALIN VE R N I/H O TTELIER , a.a.O ., S. 611 ff.; R EIN H O LD H O TZ, St. G aller Kom m entar zu Art. 29 BV, R z. 34 ff.; KÖ LZ/H ÄN ER , a.a.O ., S. 119; SC H EFER , a.a.O ., S. 300 ff.). Festzuhalten ist ausserdem , dass der verfassungsm ässige Anspruch auf rechtliches G ehör gem äss ständiger R echtsprechung des Bundesgerichts und prak- tisch einhelliger Lehre form eller, selbständiger N atur ist (bspw . BG E 125 I 113 E. 3, 126 I 19 E. 2d/bb, 126 V 130 E. 2b, 127 V 431 E. 3d/aa, 132 V 387 E. 5.1; vgl. aus der Literatur ALBER TIN I, a.a.O ., S. 449 ff.; BO VAY, a.a.O ., S. 241 ff.; H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., S. 366; SC H E FER , a.a.O ., S. 288 f.; BEN JAM IN SC H IN D LER , D ie "form elle N atur" von Verfahrensgrundrechten, Schw eizerisches Zentralblatt für Staats- und Verw altungsrecht [ZBl] 106 [2005], S. 169 ff.; a.M . H AN S JÖ R G SEILER , Abschied von der form ellen N atur des rechtlichen G ehörs, Schw eizerische Juristenzeitung [SJZ] 100 [2004], S. 377 ff.). 11. 11.1. Vorliegend ist zunächst zu beurteilen, ob die AR K im m it U rteil vom 1. N ovem ber 2006 abgeschlossenen Beschw erdeverfahren das rechtliche G ehör verletzt hat, indem sie – w ie vom G esuchsteller sinngem äss geltend gem acht – die angebotenen Bew eis- m ittel nicht angenom m en hat. 11.1.1. Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschw erde vom 24. O ktober 2006 im W e- sentlichen dam it begründet w urde, das BFM habe die gesetzlich für ein Asylverfahren vorgeschriebenen Abklärungen nicht vorgenom m en und beschränke sich auf unbegrün-10 dete Behauptungen in Bezug auf die Staatsangehörigkeit des Beschw erdeführers und dessen exilpolitische Tätigkeit. D er Entscheid des BFM verletze deshalb den U ntersu- chungsgrundsatz sow ie die Begründungspflicht bzw . das rechtliche G ehör. Als Bew eis- m ittel w urde m it der Beschw erdeschrift die Kopie eines vom 1. Septem ber 2006 datie- renden Schreibens eingereicht, m it w elchem der G esuchsteller unter der Bezeichnung "Personenstandsfeststellungsklage" das Kreisgericht U ntertoggenburg-G ossau um ge- richtliche Feststellung seiner Identität ersuchte. D es W eiteren stellte der G esuchsteller in Aussicht, er w erde eine Liste der O ppositionsveranstaltungen in der Schw eiz einrei- chen, an w elchen er als prom inenter, in Äthiopien w ie auch in der Schw eiz landesw eit bekannter M usiker aufgetreten sei. 11.1.2. D ie AR K gelangte in ihrem U rteil vom 1. N ovem ber 2006 zur Einschätzung, die Beschw erde sei offensichtlich unbegründet, w eshalb auf einen Schriftenw echsel zu ver- zichten und der Beschw erdeentscheid lediglich sum m arisch zu begründen sei. D abei hielt sie unter anderem in Bezug auf die m it der Beschw erdeschrift in Aussicht gestellte Veranstaltungsliste fest, diese sei nicht abzuw arten. D er Beschw erdeführer habe ausrei- chend G elegenheit gehabt, den Asylbehörden Bew eism ittel in Bezug auf allfällig asylre- levante Vorbringen einzureichen. 11.1.3. Zu den verschiedenen Aspekten des rechtlichen G ehörs zählt w ie bereits er- w ähnt (E. 10.1.) die Pflicht der Behörde zur Abnahm e der angebotenen und tauglichen Bew eise (Art. 33 Vw VG ; vgl. dazu BG E 124 I 241 E. 2; 117 Ia 262 E. 4b). Im vorlie- genden Fall fragt sich allerdings, ob der G esuchsteller jenes Bew eism ittel, w elches die AR K in Verletzung des rechtlichen G ehörs nicht abgenom m en haben soll, überhaupt im gem einten R echtssinn angeboten hat. Im H inblick auf die Beantw ortung dieser Frage ist die behördliche Pflicht zur Bew eisabnahm e im Kontext w eiterer w esentlicher Verfahrens- grundsätze zu betrachten. Von Bedeutung ist für diesen Zusam m enhang zunächst, dass im Verw altungsverfahren der U ntersuchungsgrundsatz und die Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts gelten (Art. 12 Vw VG ; vgl. auch Art. 49 Bst. b Vw VG ; für das Asylverfahren ausserdem Art. 6 AsylG ). M ithin ist die zuständige Behörde verpflichtet, den für die Beurteilung eines Asylgesuchs relevanten Sachverhalt von Am tes w egen festzustellen (vgl. zur Bedeutung des U ntersuchungs- grundsatzes allgem ein etw a H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., S. 351 f.; M O O R , a.a.O ., S. 258 ff.). D ieser G rundsatz w ird allerdings durch die allgem eine M itw irkungspflicht der Parteien (Art. 13 Vw VG ) sow ie im Asylverfahren durch die besondere M itw irkungspflicht einer asylsuchenden Person (Art. 8 AsylG ) begleitet (s. zum Verhältnis zw ischen U nter- suchungsgrundsatz und M itw irkungspflicht im Asylverfahren Entscheide und M ittei- lungen der AR K [EM AR K] 1993 N r. 7 E. 3d, 1995 N r. 23 E. 5a, 2003 N r. 13 E. 4c). Für die asylsuchende Person bringt dies insbesondere m it sich, dass sie der Behörde alle G ründe m itzuteilen hat, die für die Asylgew ährung oder für den Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung relevant sein könnten. Ferner ergibt sich aus Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG , dass die asylsuchende Person verpflichtet ist, allfällige Bew eism ittel vollständig zu bezeichnen und sie unverzüglich einzureichen oder, sow eit dies zum utbar erscheint, sich darum zu bem ühen, sie innerhalb einer angem essenen Frist zu beschaffen. D iese M itw irkungspflichten können denn auch nicht unberücksichtigt bleiben (vgl. BO VAY, a.a.O ., S. 177 ff.; H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., S. 351 f.), w enn es darum geht, ob ein bestim m tes Bew eism ittel der zuständigen Behörde angeboten w orden ist, m it der gehörsrechtlichen Verpflichtungsfolge seitens dieser Behörde im Sinn von Art. 33 Vw VG . 11.1.4. Im vorliegenden Fall ist festzustellen, dass der G esuchsteller bereits im R ahm en 11 seines m it Schreiben an das BFM vom 28. Septem ber 2006 eingereichten zw eiten Asyl- gesuchs ausführte, eine Bestätigung für seine Teilnahm e an oppositionellen Veranstal- tungen reiche er nach, w ährend er seine Vorbringen ansonsten m it keinerlei Bew eism it- teln unterlegte. G leiches w iederholte sich m it der folgenden Beschw erdeeingabe an die AR K vom 24. O ktober 2006, indem er durch seinen R echtsvertreter kein entsprechendes Bew eism ittel einreichte, sondern lediglich in Aussicht stellte, er w erde eine Liste von O p- positionsveranstaltungen überm itteln, an w elchen er teilgenom m en habe. D er m it der Beschw erdeschrift eingereichten Kopie eines Schreibens an das Kreisgericht U ntertog- genburg-G ossau kom m t in diesem Zusam m enhang offensichtlich keine R elevanz zu. D okum ente, aus denen sich eine Teilnahm e an Veranstaltungen unterschiedlicher, hier nicht näher zu beschreibender Art ergibt, reichte der G esuchsteller erst im R evisionsverfahren ein. Allerdings ist m it Blick auf die auf R evisionsebene eingereichten Bew eism ittel keinerlei G rund ersichtlich, w eshalb diese nicht bereits früher, näm lich bereits m it dem zw eiten Asylgesuch oder jedenfalls m it der betreffenden Beschw erde- schrift, hätten eingereicht w erden können. O hne näher auf den Inhalt oder einen allfäl- ligen Bew eisw ert dieser Bew eism ittel einzugehen ist in diesem Zusam m enhang lediglich festzuhalten, dass deren M ehrzahl aus der Zeit vor der Einreichung des zw eiten Asylge- suchs am 28. Septem ber 2006 stam m t; dies gilt für ein aus dem Jahr 1996 (bzw . 1988 gem äss angegebener äthiopischer Zeitrechung) datierendes Schreiben der E.______, einen vom 1. Februar 2003 datierenden W erbezettel für eine äthiopische Kulturveranstaltung, zw ei vom 27. Februar und vom 13. M ärz 2003 datierende Spendenbelege, ein vom 19. N ovem ber 2003 datierendes Schreiben der ständigen äthiopischen Vertretung bei den Vereinten N ationen in G enf, eine gem äss eigenen Angaben am 3. M ai 2006 aufgenom m ene Photographie des G esuchstellers anlässlich einer D em onstration in Bern sow ie zw ei vom 31. August und vom 9. Septem ber 2006 datierende Bestätigungsschreiben bezüglich der Teilnahm e des G esuchstellers an H ilfsaktionen zugunsten Afrikas bzw . zugunsten äthiopischer Jugendlicher. Es w äre dem G esuchsteller som it ohne w eiteres m öglich und zum utbar gew esen, den zuständigen Behörden bereits m it dem zw eiten Asylgesuch vom 28. Septem ber 2006 oder spätestens m it der Beschw erdeeingabe vom 24. O ktober 2006 sow ohl diese D okum ente – w elche m it Ausnahm e der Schreiben der F._______ sow ie der äthiopischen Vertretung bei den Vereinten N ationen in G enf allesam t die Beteiligung an O ppositionsveranstaltungen belegen sollen – w ie auch die fragliche Veranstaltungsliste einzureichen. N achdem der G esuchsteller dies nicht tat, sondern die Einreichung w iederholt und ohne überzeugende Begründung für ein derartiges Vorgehen lediglich in Aussicht stellte, verm ag er sich auch nicht darauf zu berufen, er habe diese Bew eism ittel der AR K im R ahm en des Beschw erdeverfahrens im Sinn von Art. 33 Vw VG zur Abnahm e angeboten. Auf das gem äss der genannten N orm vorausgesetzte w eitere Kriterium , dass die angebotenen Bew eism ittel tauglich sind, braucht nach dem G esagten nicht eingegangen zu w erden. Ebensow enig ist unter dem Aspekt des geltend gem achten R evisionsgrunds der Verletzung der Bestim m ungen über das rechtliche G ehör gem äss Art. 66 Abs. 2 Bst. c Vw VG auf den Inhalt der sonstigen im R evisionsverfahren eingereichten Bew eism ittel einzugehen, die späteren Entste- hungsdatum s als die soeben aufgezählten sind. 11.1.5. Im genannten Zusam m enhang ist ergänzend zu bem erken, dass der R echtsver- treter des G esuchstellers in seinen R echtsschriften offenbar geradezu gew ohnheitsm äs- sig auf Bew eism ittel hinw eist, ohne diese dann auch aus eigenem Antrieb und innert 12 nützlicher Frist einzureichen. So teilte er m it Eingaben vom 15. Februar und vom 1. M ärz 2007 auch im Verlauf des vorliegenden R evisionsverfahrens unter anderem m it, der G esuchsteller w erde am 16. Februar 2007 in Bern an einer gegen das äthiopische R egim e gerichteten D em onstration teilnehm en bzw . habe an dieser Veranstaltung teil- genom m en. Entsprechende Bew eism ittel seien "vorbehalten" (Eingabe vom 15. Februar 2007) bzw . w ürden "angeboten" (Eingabe vom 1. M ärz 2007). N achdem Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG bestim m t, dass die asylsuchende Person allfällige Bew eism ittel vollständig zu bezeichnen und sie unverzüglich einzureichen oder, sow eit dies zum utbar erscheint, sich darum zu bem ühen, sie innerhalb einer angem essenen Frist zu beschaffen, ist m it einem solchen Verhalten der M itw irkungspflicht der Parteien im Sinne von Art. 13 Vw VG i.V.m . Art. 8 AsylG nicht G enüge getan. D abei sind nicht nur die Folgen einer allfälligen N ichtberücksichtigung der fraglichen Bew eism ittel durch die entscheidende Instanz der betreffenden Partei anzulasten, sondern eine spätere Anrufung des verfassungsm ässi- gen Anspruchs auf rechtliches G ehör setzt sich unter solchen U m ständen dem Vorw urf der R echtsm issbräuchlichkeit aus. 11.2. D er G esuchsteller m acht revisionsw eise in zw eiter H insicht geltend, die AR K habe m it dem U rteil vom 1. N ovem ber 2006 die Begründungspflicht – und insofern einen w ei- teren Teilaspekt des rechtlichen G ehörs – verletzt. 11.2.1. D er R echtsvertreter des G esuchstellers führt im unm ittelbaren Zusam m enhang m it seiner Behauptung, die Begründungspflicht sei verletzt w orden (R evisionsschrift, S. 2) in keiner W eise aus, in Bezug auf w elche Fragen die AR K ihr U rteil m angelhaft be- gründet habe. Indessen w ird an anderer Stelle (a.a.O ., S. 1, Ziff. I.1.) – w enn auch ohne ausdrücklichen Verw eis auf die R üge der Verletzung der Begründungspflicht – geltend gem acht, das U rteil lege nicht dar, auf w elche R echtsbestim m ungen und auf w elche Ab- w ägung m assgeblicher U m stände die AR K ihre Ablehnung des Antrags gestützt habe, das m it der Beschw erdeeingabe angebotene Bew eism ittel einer Veranstaltungsliste ab- zuw arten. 11.2.2. M angels anderw eitiger Begründung seitens des R echtsvertreters des G esuch- stellers ist lediglich auf die sinngem ässe R üge einzugehen, die AR K habe ihre Begrün- dungspflicht dadurch verletzt, dass sie in ihrem U rteil nicht ausreichend dargelegt habe, w eshalb die genannte Liste nicht abzuw arten sei. Zunächst ist festzustellen, dass die AR K diesbezüglich durchaus eine Begründung abgab; dies, indem sie ausführte, die m it der Beschw erdeschrift in Aussicht gestellte Veranstaltungsliste sei nicht abzuw arten, w eil der G esuchsteller bereits ausreichend G elegenheit gehabt habe, den Asylbehörden allfällige Bew eism ittel einzureichen. Auf die Frage, ob diese Argum entation den Anforde- rungen der Begründungspflicht gerecht w ird, m uss vorliegend nicht eingegangen w er- den. Vielm ehr genügt es, auf den zuvor gezogenen Schluss hinzuw eisen, dass der G e- suchsteller w eder im m it U rteil der AR K vom 1. N ovem ber 2006 abgeschlossenen Be- schw erdeverfahren noch im vorangehenden vorinstanzlichen Asylverfahren seiner ge- setzlichen M itw irkungspflicht in hinreichender W eise nachgekom m en ist und som it das fragliche Bew eism ittel auch nicht im Sinne von Art. 33 Vw VG angeboten w orden ist. Ent- sprechend kann auch von einer Pflicht der AR K keine R ede sein, ausführlich zu begrün- den, w eshalb das Bew eism ittel nicht abgew artet bzw . dem G esuchsteller keine Frist zu dessen N achreichung eingeräum t w urde. 11.3. Zusam m enfassend ergibt sich, dass die AR K m it ihrem U rteil vom 1. N ovem ber 2006 den Anspruch des G esuchstellers auf das rechtliche G ehör nicht verletzt hat. D er 13 angerufene R evisionsgrund gem äss Art. 66 Abs. 2 Bst. c Vw VG ist som it nicht gegeben, und das R evisionsgesuch ist folglich abzuw eisen. 12. 12.1. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG , dessen Beurteilung m it Zw ischenverfügung vom 1. Februar 2007 in den Endentscheid verw iesen w urde, ist nach dem G esagten, da sich das R evisionsgesuch als aussichtslos erw iesen hat, abzuw eisen. Entsprechend sind als Folge der Abw eisung des R evisionsgesuchs die Verfahrenskosten dem G esuchsteller aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 i.V.m . Art. 68 Abs. 2 Vw VG ). 12.2. D ie Kosten des Verfahrens sind auf insgesam t Fr. 1'200.-- festzusetzen (vgl. Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw al- tungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) i.V.m . Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G ). (D ispositiv nächste Seite)14 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D as R evisionsgesuch w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird abgew iesen. 3. D ie Kosten des Verfahrens in der H öhe von Fr. 1'200.-- w erden dem G esuchsteller auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zugunsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 4. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des G esuchstellers, 2 Ex. (eingeschrieben; Beilagen: Ein- zahlungsschein, O riginal-Bew eism ittel [sechs Photographien, Schreiben der ständigen äthiopischen Vertretung bei den Vereinten N ationen in G enf, zw ei Bestätigungsschreiben, drei W erbezettel]) - das BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N (...) - (...) zur Kenntnisnahm e D ie Abteilungspräsidentin: D er G erichtsschreiber: C laudia C otting-Schalch M artin Scheyli Versand am :