Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. April 2017 (730 16 286 / 85) ____________________________________________________________________ Krankenversicherung Es bestehen erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der versicherungsinternen medizini- schen Einschätzung der Frage, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Langzeitphysi- otherapie hat, weshalb die Angelegenheit zur erneuten Prüfung des medizinischen Sach- verhalts an Vorinstanz zurückgewiesen wird. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Jan Herrmann, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen Sanitas Grundversicherungen AG , Postfach , 8021 Zürich , Be- schwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Die 1953 geborene A.____ ist bei der Sanitas Gru ndversicherung AG (Sanitas) im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherun g (OKP) für Krankheit versichert. Sie leidet an einem chronischen persistierenden Lumbove rtebralsyndrom mit pseudoradikulären Ausstrahlungen ins rechte Bein und befindet sich de shalb in regelmässiger physiotherapeuti- scher Behandlung. Am 11. Juni 2015 ersuchte ihr Hau sarzt Dr. med. B.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, die Sanitas um Kostengutsprache für eine Langzeitphysiotherapie mit einer Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sitzung pro Woche. In der Folge erteilte die Sanitas am 19. Juni 2015 Kostengutsprache für Physiotherapiebehandlungen (1 Sitzung alle 14 Tage) bi s 30. November 2015. Nach diesem Zeitpunkt müssten ein Abschluss und ein Übergang in komp lett eigenständig umsetzbare Mas- snahmen bezüglich Training und Beschwerdelinderung erfolgen. Daran hielt die Sanitas auf ein neuerliches Kostengutsprachegesuch von Dr. B.____ vom 30. Juni 2015 mit Schreiben vom 21. Juli 2015 fest. Auch nachdem der behandelnde Physioth erapeut C.____ die Sanitas am 3. August 2015 um Bewilligung einer Langzeitphysiother apie mit wöchentlichen Sitzungen er- suchte, beliess diese es mit Schreiben vom 24. August 2015 d abei und bestätigte ihren ur- sprünglichen Kostengutspracheentscheid. Die Versicherte bat in der Folge die Sanitas um Er- lass einer beschwerdefähigen Verfügung, welche am 16. Ok tober 2015 erging und in welcher der Anspruch der Versicherten auf Physiotherapie bis Ende November 2015 bestätigt wurde. Die dagegen von der Versicherten, seither vertreten du rch Rechtsanwalt Jan Herrmann, erho- bene Einsprache wies die Sanitas mit Entscheid vom 14. Juli 2016 ab. B. Mit Schreiben vom 9. September 2016 reichte A.____ Beschwerde beim Kantonsge- richt, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), ein und beantragte, der Einsprache- entscheid vom 14. Juli 2016 sei aufzuheben und die Be schwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr die Kosten für eine physiotherapeutische Langzeitthe rapie bestehend aus einer Sitzung Physiotherapie wöchentlich rückwirkend ab 19. Juni 2015 un d bis auf weiteres zu erstatten. Eventualiter sei der Einspracheentscheid der Beschwerde gegnerin vom 14. Juli 2016 aufzuhe- ben und ein gerichtliches medizinisches Gutachten einzuho len; unter o/e-Kostenfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wurde im Wesen tlichen vorgebracht, dass die Ab- lehnung der physiotherapeutischen Langzeittherapie zu Unr echt erfolgt sei. Gestützt auf die Ausführungen des behandelnden Arztes und Physiotherapeut en seien die Wirksamkeit, die Zweckmässigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Physiotherapie zu bejahen. C. Die Sanitas schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 28. November 2016 im Wesentli- chen gestützt auf die Ausführungen ihrer Vertrauensä rztin Dr. med. D.____, FMH Nephrologie und Allgemeine Innere Medizin, vom 6. Mai 2016 auf Abweisung der Beschwerde. D. In der Replik vom 29. Dezember 2016 hielt die Beschwe rdeführerin an ihren Anträgen und Ausführungen fest. Die Sanitas verzichtete mit Schr eiben vom 2. Februar 2017 auf eine Duplik. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Ab s. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Ver- fügungen und Einspracheentscheide eines Sozialversicherungsträgers beim zuständigen Versi- cherungsgericht innerhalb von 30 Tagen Verwaltungsgeri chtsbeschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 Abs. 1 ATSG das Versicherungsg ericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zum Zeitpunkt der Beschwerdee rhebung ihren Wohnsitz hat. Die Beschwerdeführerin hat ihren Wohnsitz in E.____. Die ö rtliche und gemäss § 54 Abs. 1 lit. a Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezem- ber 1993 auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgeri chts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, ist vorliegend somit gegeben. Al s Adressatin ist die Beschwerdefüh- rerin vom Einspracheentscheid berührt und hat ein schut zwürdiges Interesse an dessen Aufhe- bung. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eing ereichte Beschwerde kann deshalb einge- treten werden. 2. Im vorliegenden Fall ist die Übernahme der Kosten f ür die Langzeitphysiotherapie ab 19. Juni 2015 durch die Krankenversicherung strittig. 3.1 Nach Art. 24 des Bundesgesetzes über die Krankenversich erung (KVG) vom 18. März 1994 übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicher ung die Kosten für die Leistungen gemäss den Art. 25 – 31 KVG nach Massgabe der in den A rt. 32 – 34 KVG festgelegten Vo- raussetzungen. Als allgemeine Leistungen bei Krankheit ü bernimmt die obligatorische Kran- kenpflegeversicherung gemäss Art. 25 Abs. 1 KVG die Kosten für die Leistungen, die der Diag- nose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folg en dienen. Bei Unfällen werden die glei- chen Leistungen wie bei Krankheit übernommen, sofern keine Unfallversicherung dafür auf- kommt (Art. 28 KVG in Verbindung mit Art. 1a Abs. 2 l it. b KVG). Die Leistungen gemäss Art. 25 Abs. 1 KVG umfassen u.a. die Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnah- men, die ambulant durchgeführt werden von Personen, di e auf Anordnung oder im Auftrag ei- nes Arztes oder eine Ärztin Leistungen erbringen (Art. 25 Abs. 2 lit. a Ziffer 3 KVG). Dazu ge- hört die Physiotherapie (Art. 5 Abs. 1 Verordnung des EDI über die Leistungen in der obligatori- schen Krankenpflegeversicherung [KLV] vom 29. September 1995). 3.2 Nach Art. 32 Abs. 1 KVG müssen die Leistungen nach den Art. 25 – 31 KVG wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein. Diese Voraussetzungen m üssen kumulativ erfüllt sein (vgl. BBl 1992, Band I, S. 159; GEBHARD EUGSTER , Krankenversicherung, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 3. Aufl. 2016, Basel/Genf/München [nac hfolgend: EUGSTER , Krankenversiche- rung], S. 507; vgl. auch BGE 125 V 95 E. 2a). Zweckmässi gkeit und Wirksamkeit setzen vo- raus, dass die Massnahme geeignet ist, das angestrebte Ziel zu erreichen. Die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit müssen nach dem Wissen im Zeitpunkt der Therapie beurteilt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. September 2008, 9C_567/2007, E. 1.2). Den Ärzten steht dabei ein gewisser Ermessensspielraum zu (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 11. September 2009, 9C_224/2009, E. 1.1). 3.3.1 Wirksam ist eine Leistung im Sinne von Art. 32 A bs. 1 KVG, wenn sie objektiv den Er- folg der Behandlung der Krankheit erwarten lässt (vgl. G EBHARDT EUGSTER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum KVG Zürich/Basel/Genf 2010, S. 19 9 ff . [nachfolgend: E UGSTER , Rechtsrechtsprechung]), Die Wirksamkeit (wie auch die Zweckmä ssigkeit) einer Behandlung beurteilt sich im Hinblick auf den durch sie angestrebten Nutzen im Einzelfall (BGE 130 V 299 E. 6.1). Der Begriff der Wirksamkeit definiert sich in erster Linie vom Ziel her, auf welches die in Frage stehende Massnahme gerichtet ist. Dagegen differen ziert er nicht danach, ob es um die Bekämpfung der Ursachen der gesundheitlichen Beeinträch tigung geht oder um die Behand- lung der Symptome der Krankheit. Diese Unterscheidung ebenso wie die Dauer des Erfolges Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Massnahme sind erst, aber immerhin bei der Beurteil ung der Zweckmässigkeit von Bedeu- tung. Unter dem Gesichtspunkt der Wirksamkeit der Leistun g als Voraussetzung für deren Übernahme durch die obligatorische Krankenpflegeversicher ung ist somit nicht in erster Linie die möglichst vollständige Beseitigung der körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung ent- scheidend. Vielmehr ist danach zu fragen, ob das Ziel de r Behandlung (Beschwerdefreiheit und/oder Wiederherstellung der körperlichen, geistigen und psychischen Funktionalität nament- lich im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit) objektiv err eichbar ist (BGE 130 V 299 E. 6.1 und E. 6.2.1.1 mit Hinweisen; E UGSTER , Krankenversicherung, a.a.O., S. 508). Daraus, dass durch die Massnahme grundsätzlich eine möglichst vollständige Be seitigung der gesundheitlichen Beeinträchtigung erzielt werden soll (BGE 127 V 148 E. 5), lässt sich indes nicht schliessen, dass nur kurative, nicht aber adjuvante oder palliative Therapien wirksam wären. So kann einer bestimmten Behandlung daher die Wirksamkeit nicht allein mit der Begründung abgesprochen werden, sie ändere nichts an der Progredienz des Leiden s (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2017, 9C_528/2016, 3.1 mit Hinweisen). 3.3.2 Ob eine Leistung zweckmässig ist, beurteilt sich nach dem diagnostischen oder thera- peutischen Nutzen der Anwendung im Einzelfall, unter Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken, gemessen am angestrebten Heilerfolg der möglich st vollständigen Beseitigung der körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung. Die Zweckmä ssigkeit fragt unter anderem nach der medizinischen Indikation der Leistung. Nach denselben Kriterien beurteilt sich, welche von zwei unter dem Gesichtspunkt der Wirksamkeit alternati v in Betracht fallenden medizini- schen Massnahmen die zweckmässigere und im Hinblick auf den Um fang der Kostendeckung durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung grunds ätzlich zu wählen ist (BGE 130 V 304 E. 6.1 mit Hinweisen). 3.3.3 Das Gebot der Wirtschaftlichkeit setzt Wirksamkeit und Zweckmässigkeit voraus und besagt, dass die Krankenversicherer die Leistungen auf da s Mass zu beschränken haben, das im Interesse der versicherten Person liegt und das für de n Behandlungszweck erforderlich ist (vgl. E UGSTER , Rechtsprechung, a.a.O., S. 201 f.). Sind gleichzeiti g mehrere Leistungen als zweckmässig zu qualifizieren, beurteilt sich die Leistungspf licht des Krankenversicherers unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit (vgl. Art. 56 KVG ). Nach dieser Vorschrift haben die Krankenversicherer die Leistungen auf jenes Mass zu beschränken, das im Interesse der Versi- cherten liegt und für den Behandlungszweck erforderlich i st (Abs. 1). Für Leistungen, die über dieses Mass hinausgehen, kann die Vergütung verweigert w erden (Abs. 2). Indem das Gesetz auf das Interesse der Versicherten Bezug nimmt, wird zum Ausdruck gebracht, dass der Begriff der Wirtschaftlichkeit der Behandlung nicht eng auszuleg en ist. Dennoch haben die Kranken- versicherer dort, wo gleichzeitig mehrere Massnahmen als w irksam und zweckmässig zu quali- fizieren sind, nur für die kostengünstigere dieser Massnahm en aufzukommen (vgl. RKUV 1999 KV Nr. 64 S. 67 f. E. 3a/b mit Hinweisen). Zweck von A rt. 32 KVG ist die Sicherstellung einer effizienten, qualitativ hochstehenden und zweckmässigen Gesundheitsversorgung zu möglichst günstigen Kosten (vgl. EUGSTER , Krankenversicherung, a.a.O., S. 510 ff., BGE 127 V 80 E. 3c). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Gemäss Art. 5 Abs. 1 KLV (in der seit 1. Januar 2 010 in Kraft stehenden Fassung) werden die Kosten für die in lit. a bis c genannten Massnahmen (physiotherapeutische Untersu- chung und Abklärung; Behandlung, Beratung und Instrukt ion; physikalische Therapie) über- nommen, wenn sie auf ärztliche Anordnung hin von Physiot herapeuten und Physiotherapeutin- nen im Sinne der Art. 46 und 47 KVV oder von Organi sationen im Sinne von Art. 52a KVV und im Rahmen der Behandlung von Krankheiten des muskuloskelettalen oder neurologischen Sys- tems oder der Systeme der inneren Organe und Gefässe, sow eit diese der Physiotherapie zu- gänglich sind, erbracht werden. 4.2 Gemäss Art. 5 Abs. 2 KLV (in der seit 1. Juli 2009 in Kraft stehenden Fassung) über- nimmt die Versicherung je ärztliche Anordnung die Kost en von höchstens 9 Sitzungen. Soll die Physiotherapie nach einer Behandlung, die 36 Sitzungen entspricht (Langzeitbehandlung), zu Lasten der Versicherung fortgesetzt werden, so hat der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin dem Vertrauensarzt oder der Vertrauensärztin zu berichten und einen begründeten Vor- schlag über die Fortsetzung der Therapie zu unterbreit en. Der Vertrauensarzt oder die Vertrau- ensärztin prüft den Vorschlag und beantragt, ob und in welchem Umfang die Physiotherapie zu Lasten der Krankenversicherung fortgesetzt werden kann (Art. 5 Abs. 4 KLV). 4.3 Die gesetzliche Vermutung, wonach die Krankheitsbeha ndlung den gesetzlichen Prin- zipien der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkei t entspricht, gilt für Ärzte und Chiropraktoren grundsätzlich (Art. 33 Abs. 1 KVG), für Physiotherapeuten hingegen nur, soweit deren (ärztlich angeordnete) Leistungen von der Positivliste nach Art. 5 Abs. 1 KLV erfasst sind (Art. 33 Abs. 2 KVG; BGE 129 V 167 E. 3.2 und E. 4) . Überdies ist diese Vermutung aufgrund der in Art. 5 Abs. 4 KLV festgehaltenen formellen Anf orderung einer vertrauensärztlichen Über- prüfung auf den Umfang von 36 physiotherapeutischen Sitz ungen beschränkt (Urteil des Bun- desgerichts vom 23. Dezember 2010, 9C_374/2010, E. 3. 2). Darüber hinausgehend soll der Miteinbezug des Vertrauensarztes sicherstellen, dass nicht ü ber das erforderliche Mass thera- piert wird (vgl. EUGSTER , Krankenversicherung, S. 537). 5.1 Gemäss dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Unter suchungsgrundsatz (vgl. Art. 43 ATSG) hat die verfügende Behörde bzw. d as Gericht die Abklärung des Sachver- halts von Amtes wegen vorzunehmen. Danach haben sowohl der Sozialversicherungsträger als auch das Sozialversicherungsgericht von sich aus, ohne Bindung an die Parteibegehren, für die richtige und vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen. Der Untersuchungsgrund- satz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführung spflicht begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in d er Regel eine Beweislast nur inso- fern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu U ngunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will. Nach der Praxis des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG, heute: Schweize risches Bundesgericht, sozial- rechtliche Abteilungen) liegt die Beweislast bei anspru chsbegründenden Tatfragen demzufolge bei der Partei, welche den Anspruch geltend macht. Bei anspruchsaufhebenden Tatfragen liegt sie bei der Partei, welche sich auf das Dahinfallen des A nspruches beruft (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 10. Februar 2014, 8C_653/2013, E. 4.1 mit Hinweis auf RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Diese Beweisregeln kommen allerdings er st dann zur Anwendung, wenn es sich Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswür- digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). 5.2 Für die Feststellung des rechtserheblichen Sachverha ltes ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Sol che ärztlichen Stellungnahmen sind, wie alle Beweise im Sozialversicherungsprozess, von der rechtsanw endenden Behörde frei sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 278). Dabei ist für den Be weiswert grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels, noch die Bezeichnung der eingereicht en oder in Auftrag gegebenen Stel- lungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inha lt ausschlaggebend. Gerade die Krankenversicherungen oder ihre Verbände sind gemäss Art. 57 Abs. 1 KVG sogar verpflichtet, nach Rücksprache mit den kantonalen Ärztegesellschaften V ertrauensärzte bzw. Vertrauens- ärztinnen zu bestellen. Diese wiederum haben die Kranke nversicherungen gemäss Art. 57 Abs. 4 und 5 KVG in medizinischen Fachfragen z u beraten und insbesondere die Vo- raussetzungen der Leistungspflichten zu überprüfen. Sie si nd in ihrem Urteil unabhängig und weder die Krankenversicherung noch die Leistungserbringe r können ihnen Weisungen erteilen. Die Berichte und Gutachten ständiger Vertrauensärzte ha ben in beweisrechtlicher Hinsicht denn auch grundsätzlich den gleichen Stellenwert wie die verwaltungsinternen Arztberichte und Gutachten der UVG-Versicherer (vgl. E UGSTER , Krankenversicherung, a.a.O., S. 479 ff.). Hin- sichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist letztendlich aber entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abge geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilun g der medizinischen Situation ein- leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a und 122 V 160 E. 1c mit weiteren Hinweisen; A LFRED BÜHLER , Versicherungsinterne Gutachten und Privatgutachten in: Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversiche- rung, St. Gallen 1997, S. 179 ff.). 6.1 Im vorliegenden Fall steht fest, dass die Beschwerdef ührerin wegen ihren Beschwer- den an der Wirbelsäule seit dem Jahr 2006 in physiother apeutischer Behandlung ist und deren Kosten von der Beschwerdegegnerin bis Ende November 2015 übernommen wurden. Für die Frage, ob die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf Physiotherapie hat, sind im Wesentli- chen nachfolgende Berichte von Belang: 6.2 Am 11. Juni 2015 stellte der Hausarzt Dr. B.____ i m Formular "Arztauskunft Physiothe- rapie" die Diagnose eines chronischen persisitierenden Lu mbovertebralsyndroms mit pseudo- radikulärer Ausstrahlung ins rechte Bein. Der Behandlun gserfolg wurde dahingehend beurteilt, dass durch die Therapie eine Stabilisierung und Aufrecht erhaltung der Beweglichkeit erhalten bleibe und keine Verschlechterung eintreten solle. 6.3 Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin führte der be ratenden Physiotherapeut am 18. Juni 2015 aus, dass bis Ende November 2015 Physiothera pie zugesprochen werden solle, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht wobei diese alle zwei Wochen durchzuführen sei. Danach sei die Behandlung abzuschliessen. Ab 1. Dezember 2015 sollte die Beschwerdeführerin eigen ständig Massnahmen bezüglich des Trainings und der Beschwerdeverhinderung ergreifen können. 6.4 Dr. B.____ führte am 30. Juni 2015 aus, dass der Z ustand der Beschwerdeführerin, die daheim intensiv trainiere, nur durch die Physiotherapie einigermassen aufrechterhalten bleiben könne. Dafür sei die nachgesuchte Langzeitphysiotherapie geeignet. Dr. B.____ reichte einen Bericht der F.____ vom 1. Juli 2010 ein. Der Beurteilu ng ist zu entnehmen, dass im Vergleich zur Voruntersuchung (am 31. Mai 2007) eine etwas zunehm ende recessale Einengung im Segment LWK3/4 mit Tangierung der Nervenwurzeln LWK4 rechts bei zirkulärer Diskusprotru- sion und Spondylarthrose beidseits vorlägen. Weiter bestü nden eine unveränderte zirkuläre Diskusprotrusion und Spondylarthosen im Segment LWK4/5 m it rechtsbetonter recessaler Ein- engung und Tangierung der Nervenwurzeln LWK5 rechts, u nveränderte Osteochondrose mit zirkulärer Diskusprotrusion und medianer Diskushernie LWK5/ SWK1 mit Einengung des Re- cessus lateralis beidseits und Tangierung der Nervenwurze l S1 beidseits bei zusätzlich hyper- tropher Spondylarthritis beidseits. 6.5 Die Beschwerdegegnerin ersuchte erneut ihren berat enden Physiotherapeuten um eine Stellungnahme. Am 16. Juli 2015 hielt dieser fest, dass nach langjähriger intensiver Thera- pie der Therapieeffekt gering sei und das Erlernte selbständig umgesetzt werden könne. 6.6 Nachdem die Beschwerdegegnerin am 21. Juli 2015 an ihrer Kostengutsprache vom 19. Juni 2015 festgehalten hatte, führte der behandelnde Physiotherapeut C.____ am 3. August 2015 zunächst aus, dass die Beschwerdeführerin ihre Übungen sehr vorbildlich und regel- mässig durchführe. Im Alltag achte sie genau auf ihren Körper. Sie schaue a uf ihr Gewicht, ihre Haltung und den Gang, mache Kräftigungs- und Stabil isationsübungen, gehe Wandern und ins Fitnessstudio etc. Sodann hielt er fest, dass sie im Bereich der unteren LWS (LWK4/5/S1) unter diversen strukturellen Veränderungen wie Protrusionen/Spondylarthrosen und Hernien leide. Im Bereich der Brustwirbelsäule (B WS) bestehe eine Kyphosierung mit Schulter-Nackenproblematik. Es träten rezidivierend Schmerzen im Bereich des ventralen und des lateralen Oberschenkels bis zum Kniegelenk und teilweise bis zum Fuss a uf. Seltener würde sie an akuten lumbalen Beschwerden leiden. Aufgr und der Ausstrahlungen komme es immer wieder zu einem Hypertonus des Musculus lliopsoas, der seinerseits auf den Nervus femoralis .drücke und die Oberschenkel- und Knieschmerzen verstärke. Durch Zentrierung der Wirbelsäule mit Osteopathie, manueller Therapie etc. und Triggern des Muskels könnten die Beschwerden wieder kurzfristig beseitigt werden, so dass die Beschwerdeführerin während ei- nigen Tagen nahezu schmerzfrei sei. Die Beschwerden hät ten auch zur Folge, dass sich ein Trendelenburg-Hinken eingestellt habe, was vor allem die linke Seite stärker belaste und dort zu Überbelastungen und Schmerzen führe. Dies geschehe i nsbesondere, wenn ein längerer Therapiestopp eingelegt werde. Die Therapie diene der Erhaltung des Status quo, eine wesent- liche Verbesserung könne therapeutisch nicht mehr erzielt werden. 6.7 Zum Bericht des behandelnden Physiotherapeuten hie lt der beratende Physiotherapeut der Beschwerdegegnerin am 20. August 2015 fest, dass die aufgeführten Argumente keine An- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht passung der Kostengutsprache begründen würden. Gegebe nenfalls sei die Effektivität der bis- herigen Eigenaktivitäten bezüglich des Trainings und der Beschwerdelinderung zu optimieren. Zudem dürften osteopathische Behandlungstechniken im Rahm en der OKP-Leistungen nicht erbracht werden, da es sich hierbei nicht um Massnahmen gemäss Art. 5 KLV handle. 6.8 In den Akten findet sich sodann der Bericht der Ver trauensärztin Dr. D.____ vom 6. Mai 2016. Sie führte aus, dass die von der Beschwerd egegnerin im Verwaltungsverfahren eingeholten Unterlagen (Berichte von Dr. B.____ und Bericht des Physiotherapeuten) ausrei- chend seien, um die Fragen betreffend Langzeitphysiothe rapie beantworten zu können. Die Weiterführung der Physiotherapie mit einer Frequenz von 1 Mal pro 14 Tage sei insofern sinn- voll, als der Versicherten und ihrem Physiotherapeuten d amit Zeit gegeben worden sei, den Übergang von der Langzeitphysiotherapie in eigenständi g umsetzbare Massnahmen bezüglich Training und Beschwerdelinderung zu planen, einzuleiten und zu festigen. Dr. B.____ habe in seinem Zeugnis vom 11. Juni 2015 als bisherigen Behandl ungserfolg die "Stabilisierung- und Aufrechterhaltung der Wirbelsäulenbeweglichkeit" gena nnt und dies auch als Behandlungsziel definiert. ln seinem Arztbericht vom 30. Juni 2015 habe er keinen objektiven und nachvollzieh- baren medizinischen Grund angegeben, weshalb die Versich erte nicht in der Lage sein solle, durch geeignete und instruierte Übungen das von ihm g enannte Behandlungsziel zu erreichen. Der Physiotherapeut C.____ mache zudem diagnostische Äu sserungen, die ihm aufgrund sei- ner Ausbildung als Physiotherapeut nicht zustehen würden und die der behandelnde Arzt Dr. B.____ auch nicht in seinen Berichten erwähnt habe. So seien die von ihm aufgeführten "struk- turellen Veränderungen" an der Wirbelsäule bei einer 63-jährigen Versicherten durchaus noch als altersentsprechend anzusehen und es könne und dürfe aufgrund reiner bildgebender Be- funde weder auf das Beschwerdebild im Einzelfall noch auf eine Operationsindikation geschlos- sen werden. Seine Annahme, eine Alternative zur Physiot herapie wäre lediglich die Operation, sei eine unbelegte und weder sachlich noch medizinisch begründete Behauptung. Es seien vom behandelnden Arzt denn auch keine Diagnosen angeführt worden, die ein operatives Vorgehen medizinisch als notwendig erachten würden. Ebenso sei di e vom Physiotherapeuten offenbar angewandte funktionelle osteopathische Integration kei ne schulmedizinisch anerkannte Metho- de und entspreche nicht den Prinzipien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlich- keit. Sie dürfte daher von der OKP gemäss Art. 5 KLV ni cht vergütet werden. Zudem sei diese Behandlung nicht nachhaltig, da sie statt dem notwendi gen körperlichen Training die ständige Behandlung durch den Osteopathen verlange. Damit unte rlaufe sie geradezu das schulmedizi- nisch angestrebte Behandlungsziel. Evidenzbasiert sei, dass eine Stabilisierung (d.h. Kräfti- gung) der Rückenmuskulatur und Aufrechterhaltung der W irbelsäulenbeweglichkeit mit geeig- netem körperlichem Training zu erreichen sei. Dafür br auche es keinesfalls eine Langzeitphysi- otherapie. Mit Rückenschule und regelmässigem körperlichem Training könne die Versicherte dieses Behandlungsziel selbständig erreichen. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Einsprache entscheid vom 14. Juli 2016, mit welchem sie die Verfügung vom 16. Oktober 2015 best ätigte, bei der Beurteilung des An- spruchs auf Langzeitphysiotherapie der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse der ver- trauensärztlichen Stellungnahmen ihrer Physiotherapeute n vom 18. Juni 2015, 16. Juli 2016 und 20. August 2015 sowie den Bericht ihrer Vertrauen särztin Dr. D.____ vom 6. Mai 2016. Sie Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ging demzufolge davon aus, dass die Beschwerdeführerin über den 30. November 2015 hinaus keinen Anspruch auf Physiotherapie habe, da weder der en Wirksamkeit noch Zweckmässigkeit ausgewiesen seien. 7.2 Dieser Auffassung kann aus nachfolgenden Gründen ni cht gefolgt werden. Zunächst steht fest, dass es sich bei den Ausführungen der beraten den Physiotherapeuten um Kurzbe- richte handelt, welche sich nur knapp mit den vorgebrac hten Argumenten des behandelnden Hausarztes und des Physiotherapeuten auseinandersetzen u nd keine genügende Entscheid- grundlage bilden. Sodann ist zu beachten, dass Dr. D.__ __ eine verwaltungsinterne Ärztin ist, weshalb bei der Würdigung ihrer Beurteilung strenge Anforderungen zu stellen sind. Wenn auch nur geringe Zweifel an deren Zuverlässigkeit und Schlüs sigkeit bestehen, sind ergänzende Ab- klärungen vorzunehmen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2, 135 V 465 E. 4.4). Solche Zweifel sind vor- liegend nicht von der Hand zu weisen. Zunächst kann Dr. D .____ nicht gefolgt werden, wenn sie ausführt, Dr. B.____ habe in seinem Zeugnis vom 11. Juni 2015 als bisherigen Behand- lungserfolg die Stabilisierung- und Aufrechterhaltun g der Wirbelsäulenbeweglichkeit genannt und dies auch als Behandlungsziel definiert. Eine genau e Prüfung ergibt, dass Dr. B.____ als Ziel der Behandlung die Verhinderung einer Verschlech terung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin angegeben hat. Diesbezüglich ist auch auf seinen Bericht vom 5. Juli 2010 hinzuweisen. Darin definiert er als Erfolg die Stabili sierung des Zustandes und als Ziel neben der Stabilisierung, die Schmerzminderung und die Stärk ung der paravertebralen Muskulatur. Während die Stabilisierung und die Stärkung der Muskul atur zwischenzeitlich als Erfolg be- zeichnet werden, lässt sich Dr. B.____ im Juni 2016 zur S chmerzminderung nicht vernehmen. Diesbezüglich wird jedoch vom behandelnden Physiotherap euten festgehalten, dass die Be- schwerdeführerin rezidivierend an Schmerzen im Bereich des ventralen und des lateralen Oberschenkels bis zum Kniegelenk und teilweise bis zum Fuss leide. Daraus ist zu schlies- sen, dass die Physiotherapie neben der Stabilisierung und der Stärkung auch der Schmerzmin- derung dient. Soweit Dr. D._____ ihre ablehnende Beurteilung insbesonder e auf die Aussage, wonach die Beschwerdeführerin mit der funktionellen os teophatischen Methode behandelt wer- de und damit auf eine Umgehung des schulmedizinischen Behandlungsziels zielt, kann ihr nicht gefolgt werden. Zwar trifft es zu, dass diese Methode keine Pflichtleistung der OKP ist. Die Ver- trauensärztin übersieht in ihrer Argumentation jedoch, dass die osteopathische Behandlung lediglich zusätzlich zur normalen Physiotherapie erfolgt und diese nicht ersetzt. Somit bestehen erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und Richtigkeit der Ausführungen von Dr. D.____. 7.3 Nachdem auch die übrigen Berichte vorliegend nicht zu überzeugen vermögen, steht zusammenfassend fest, dass die vorhandenen medizinischen Unte rlagen keine ausreichende Grundlage für eine abschliessende Beurteilung des fragl ichen Anspruchs bilden. Gerade auch mit Blick auf die bereits langjährige Kostenübernahme d urch die Beschwerdegegnerin drängen sich daher weitergehende sorgfältige Abklärungen auf. Die Angelegenheit ist folglich an die Sa- nitas zurückzuweisen, damit sie den Sachverhalt weiter unte rsucht, indem sie entweder direkt über den Hausarzt Dr. B.____ oder aufgrund einer eig enen vertrauensärztlichen Untersuchung den Sachverhalt umfassend prüft. Gestützt auf die Ergebn isse der Aktenergänzung wird die Beschwerdegegnerin über den Anspruch der Versicherten neu zu befinden haben. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4 Da die Beschwerdegegnerin nicht alle notwendigen Abklärungen vorgenommen hat und es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte me- dizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz auch unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. Die Beschwerde ist in dem Sinne gutzuheissen. 9.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorli egende Verfahren keine Kosten zu er- heben. 9.2 Die Beschwerdeführerin hat als obsiegende Partei An spruch auf Ersatz der Parteikos- ten (vgl. Art 61 lit. g ATSG). Als Obsiegen im Sinne d er genannten Bestimmung gilt auch die Rückweisung der Angelegenheit an den Versicherungsträger zur weiteren Abklärung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2017, 8C_715/2016, E. 6 mi t Hinweis auf BGE 132 V 235 E. 6.2). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist der Beschwerdeführerin deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zu zusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 29. Dezember 2016 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 9.6667 Stunden gelt end gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfr agen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxi sgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewi esenen Auslagen von Fr. 107.--. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'725.55 (9.6667 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 107. -- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Las- ten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiell- rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefoch tene Einsprache- entscheid vom 14. Juli 2016 aufgehoben und die Angeleg enheit zur erneuten Prüfung des Sachverhalts im Sinne der Erwägun gen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2'725.55 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht