Wiener Übereinkommen vom 23. Mai 1969 über das Recht der Verträge (mit Anhang) <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508"/><FRBRdate date="1969-05-23" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1990-06-06" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2020-05-08" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.111"/><FRBRname xml:lang="de" value="Wiener Übereinkommen vom 23. Mai 1969 über das Recht der Verträge (mit Anhang)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Convention de Vienne du 23 mai 1969 sur le droit des traités (avec annexe)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Convenzione di Vienna del 23 maggio 1969 sul diritto dei trattati (con. All.)" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/de"/><FRBRdate date="1969-05-23" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1990-06-06" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2020-05-08" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/de/xml"/><FRBRdate date="1969-05-23" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1990-06-06" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2020-05-08" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p>AS<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1990/1112_1112_1112" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1990</b> 1112</ref>; <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/fga/1989/2_757_697_589" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">BBl <b>1989</b> II 757</ref></p></authorialNote>AS</p><p><docNumber>0.111</docNumber></p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Übersetzung</p><p><docTitle>Wiener Übereinkommen <br/>über das Recht der Verträge</docTitle></p><p>Abgeschlossen in Wien am 23. Mai 1969 <br/>Von der Bundesversammlung genehmigt am 15. Dezember 1989<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1990/1111_1111_1111" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1990</b> 1111</ref></p></authorialNote> <br/>Schweizerische Beitrittsurkunde hinterlegt am 7. Mai 1990 <br/>In Kraft getreten für die Schweiz am 6. Juni 1990</p><p> (Stand am 8. Mai 2020)</p></preface><preamble><p>Die Vertragsstaaten dieses Übereinkommens,</p><p>in Anbetracht der grundlegenden Rolle der Verträge in der Geschichte der internationalen Beziehungen,</p><p>in Erkenntnis der ständig wachsenden Bedeutung der Verträge als Quelle des Völkerrechts und als Mittel zur Entwicklung der friedlichen Zusammenarbeit zwischen den Völkern ungeachtet ihrer Verfassungs- und Gesellschaftssysteme,</p><p>im Hinblick darauf, dass die Grundsätze der freien Zustimmung und von Treu und Glauben sowie der Rechtsgrundsatz <i>pacta sunt servanda</i> allgemein anerkannt sind,</p><p>in Bekräftigung des Grundsatzes, dass Streitigkeiten über Verträge wie andere internationale Streitigkeiten durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts beigelegt werden sollen,</p><p>eingedenk der Entschlossenheit der Völker der Vereinten Nationen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus Verträgen gewahrt werden können,</p><p>im Bewusstsein der in der Charta der Vereinten Nationen<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/160" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.120</b></ref></p></authorialNote> enthaltenen völkerrechtlichen Grundsätze, darunter der Grundsätze der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker, der souveränen Gleichheit und Unabhängigkeit aller Staaten, der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten, des Verbots der Androhung oder Anwendung von Gewalt sowie der allgemeinen Achtung und Wahrung der Menschenrechte und Grundfreiheiten für alle,</p><p>überzeugt, dass die in diesem Übereinkommen verwirklichte Kodifizierung und fortschreitende Entwicklung des Vertragsrechts die in der Charta der Vereinten Nationen verkündeten Ziele fördern wird, nämlich die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen und die Verwirklichung der Zusammenarbeit zwischen den Nationen,</p><p>in Bekräftigung des Grundsatzes, dass die Sätze des Völkergewohnheitsrechts weiterhin für Fragen gelten, die in diesem Übereinkommen nicht geregelt sind,</p><p>haben folgendes vereinbart:</p></preamble><body><part eId="part_I"><num>Teil I </num><heading>Einleitung</heading><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Geltungsbereich dieses Übereinkommens</heading><paragraph eId="art_1/para"><content><p>Dieses Übereinkommen findet auf Verträge zwischen Staaten Anwendung.</p></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Begriffsbestimmungen</heading><paragraph eId="art_2/para_1"><num>(1)</num><content><p>Im Sinne dieses Übereinkommens</p><blockList><item eId="art_2/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>bedeutet «Vertrag» eine in Schriftform geschlossene und vom Völkerrecht bestimmte internationale Übereinkunft zwischen Staaten, gleichviel ob sie in einer oder in mehreren zusammengehörigen Urkunden enthalten ist und welche besondere Bezeichnung sie hat;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>bedeutet «Ratifikation», «Annahme», «Genehmigung» und «Beitritt» jeweils die so bezeichnete völkerrechtliche Handlung, durch die ein Staat im internationalen Bereich seine Zustimmung bekundet, durch einen Vertrag gebunden zu sein;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>bedeutet «Vollmacht» eine vom zuständigen Organ eines Staates errichtete Urkunde, durch die einzelne oder mehrere Personen benannt werden, um in Vertretung des Staates den Text eines Vertrags auszuhandeln oder als authentisch festzulegen, die Zustimmung des Staates auszudrücken, durch einen Vertrag gebunden zu sein, oder sonstige Handlungen in Bezug auf einen Vertrag vorzunehmen;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>bedeutet «Vorbehalt» eine wie auch immer formulierte oder bezeichnete, von einem Staat bei der Unterzeichnung, Ratifikation, Annahme oder Genehmigung eines Vertrags oder bei dem Beitritt zu einem Vertrag abgegebene einseitige Erklärung, durch die der Staat bezweckt, die Rechtswirkung einzelner Vertragsbestimmungen in der Anwendung auf diesen Staat auszuschliessen oder zu ändern;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_e"><num>e) </num><p>bedeutet «Verhandlungsstaat» einen Staat, der am Abfassen und Annehmen des Vertragstextes teilgenommen hat;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_f"><num>f) </num><p>bedeutet «Vertragsstaat» einen Staat, der zugestimmt hat, durch den Vertrag gebunden zu sein, gleichviel ob der Vertrag in Kraft getreten ist oder nicht;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_g"><num>g) </num><p>bedeutet «Vertragspartei» einen Staat, der zugestimmt hat, durch den Vertrag gebunden zu sein, und für den der Vertrag in Kraft ist;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_h"><num>h) </num><p>bedeutet «Drittstaat» einen Staat, der nicht Vertragspartei ist;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_i"><num>i) </num><p>bedeutet «internationale Organisation» eine zwischenstaatliche Organisation.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Bestimmungen des Absatzes l über die in diesem Übereinkommen verwendeten Begriffe beeinträchtigen weder die Verwendung dieser Begriffe noch die Bedeutung, die ihnen im innerstaatlichen Recht gegebenenfalls zukommt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Nicht in den Geltungsbereich dieses Übereinkommens fallende <br/>internationale Übereinkünfte</heading><paragraph eId="art_3/para"><content><p>Der Umstand, dass dieses Übereinkommen weder auf die zwischen Staaten und anderen Völkerrechtssubjekten oder zwischen solchen anderen Völkerrechtssubjekten geschlossenen internationalen Übereinkünfte noch auf nicht schriftliche internationale Übereinkünfte Anwendung findet, berührt nicht</p><blockList><item eId="art_3/para/lbl_a"><num>a) </num><p>die rechtliche Gültigkeit solcher Übereinkünfte;</p></item><item eId="art_3/para/lbl_b"><num>b) </num><p>die Anwendung einer der in diesem Übereinkommen niedergelegten Regeln auf sie, denen sie auch unabhängig von diesem Übereinkommen auf Grund des Völkerrechts unterworfen wären;</p></item><item eId="art_3/para/lbl_c"><num>c) </num><p>die Anwendung des Übereinkommens auf die Beziehungen zwischen Staaten auf Grund internationaler Übereinkünfte, denen auch andere Völkerrechtssubjekte als Vertragsparteien angehören.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Nichtrückwirkung dieses Übereinkommens</heading><paragraph eId="art_4/para"><content><p>Unbeschadet der Anwendung der in diesem Übereinkommen niedergelegten Regeln, denen Verträge unabhängig von dem Übereinkommen auf Grund des Völkerrechts unterworfen wären, findet das Übereinkommen nur auf Verträge Anwendung, die von Staaten geschlossen werden, nachdem das Übereinkommen für sie in Kraft getreten ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Gründungsverträge internationaler Organisationen und im Rahmen einer internationalen Organisation angenommene Verträge</heading><paragraph eId="art_5/para"><content><p>Dieses Übereinkommen findet auf jeden Vertrag Anwendung, der die Gründungsurkunde einer internationalen Organisation bildet, sowie auf jeden im Rahmen einer internationalen Organisation angenommenen Vertrag, unbeschadet aller einschlägigen Vorschriften der Organisation.</p></content></paragraph></article></part><part eId="part_II"><num>Teil II </num><heading>Abschluss und Inkrafttreten von Verträgen</heading><section eId="part_II/sec_1"><num>Abschnitt 1 </num><heading>Abschluss von Verträgen</heading><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Vertragsfähigkeit der Staaten</heading><paragraph eId="art_6/para"><content><p>Jeder Staat besitzt die Fähigkeit, Verträge zu schliessen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Vollmacht</heading><paragraph eId="art_7/para_1"><num>(1)</num><content><p>Eine Person gilt hinsichtlich des Annehmens des Textes eines Vertrags oder der Festlegung seines authentischen Textes oder der Abgabe der Zustimmung eines Staates, durch einen Vertrag gebunden zu sein, als Vertreter eines Staates,</p><blockList><item eId="art_7/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn sie eine gehörige Vollmacht vorlegt oder</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn aus der Übung der beteiligten Staaten oder aus anderen Umständen hervorgeht, dass sie die Absicht hatten, diese Person als Vertreter des Staates für die genannten Zwecke anzusehen und auch keine Vollmacht zu verlangen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>(2)</num><content><p>Kraft ihres Amtes werden, ohne eine Vollmacht vorlegen zu müssen, als Vertreter ihres Staates angesehen</p><blockList><item eId="art_7/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>Staatsoberhäupter, Regierungschefs und Aussenminister zur Vornahme aller sich auf den Abschluss eines Vertrags beziehenden Handlungen;</p></item><item eId="art_7/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>Chefs diplomatischer Missionen zum Annehmen des Textes eines Vertrags zwischen Entsende- und Empfangsstaat;</p></item><item eId="art_7/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>die von Staaten bei einer internationalen Konferenz oder bei einer internationalen Organisation oder einem ihrer Organe beglaubigten Vertreter zum Annehmen des Textes eines Vertrags im Rahmen der Konferenz, der Organisation oder des Organs.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Nachträgliche Bestätigung einer ohne Ermächtigung <br/>vorgenommenen Handlung</heading><paragraph eId="art_8/para"><content><p>Eine sich auf den Abschluss eines Vertrags beziehende Handlung, die von einer Person vorgenommen wird, welche nicht nach Art. 7 als zur Vertretung eines Staates zu diesem Zweck ermächtigt angesehen werden kann, ist ohne Rechtswirkung, sofern sie nicht nachträglich von dem Staat bestätigt wird.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>Annehmen des Textes</heading><paragraph eId="art_9/para_1"><num>(1)</num><content><p>Der Text eines Vertrags wird durch Zustimmung aller an seiner Abfassung beteiligten Staaten angenommen, soweit Absatz 2 nichts anderes vorsieht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_2"><num>(2)</num><content><p>Auf einer internationalen Konferenz wird der Text eines Vertrags mit den Stimmen von zwei Dritteln der anwesenden und abstimmenden Staaten angenommen, sofern sie nicht mit der gleichen Mehrheit die Anwendung einer anderen Regel beschliessen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Festlegung des authentischen Textes</heading><paragraph eId="art_10/para"><content><p>Der Text eines Vertrags wird als authentisch und endgültig festgelegt,</p><blockList><item eId="art_10/para/lbl_a"><num>a) </num><p>nach dem Verfahren, das darin vorgesehen oder von den an seiner Abfassung beteiligten Staaten vereinbart wurde, oder,</p></item><item eId="art_10/para/lbl_b"><num>b) </num><p>in Ermangelung eines solchen Verfahrens, durch Unterzeichnung, Unterzeichnung <i>ad referendum</i> oder Paraphierung des Vertragswortlauts oder einer den Wortlaut enthaltenden Schlussakte einer Konferenz durch die Vertreter dieser Staaten.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Arten der Zustimmung, durch einen Vertrag gebunden zu sein</heading><paragraph eId="art_11/para"><content><p>Die Zustimmung eines Staates, durch einen Vertrag gebunden zu sein, kann durch Unterzeichnung, Austausch von Urkunden, die einen Vertrag bilden, Ratifikation, Annahme, Genehmigung oder Beitritt oder auf eine andere vereinbarte Art ausgedrückt werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Zustimmung, durch einen Vertrag gebunden zu sein, <br/>durch Unterzeichnung</heading><paragraph eId="art_12/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die Zustimmung eines Staates, durch einen Vertrag gebunden zu sein, wird durch Unterzeichnung seitens seines Vertreters ausgedrückt,</p><blockList><item eId="art_12/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn der Vertrag vorsieht, dass der Unterzeichnung diese Wirkung zukommen soll;</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn anderweitig feststeht, dass die Verhandlungsstaaten der Unterzeichnung einvernehmlich diese Wirkung beilegen wollten, oder</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>wenn die Absicht des Staates, der Unterzeichnung diese Wirkung beizulegen, aus der Vollmacht seines Vertreters hervorgeht oder während der Verhandlung zum Ausdruck gebracht wurde.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>(2)</num><content><p>Im Sinne des Absatzes 1</p><blockList><item eId="art_12/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>gilt die Paraphierung des Textes als Unterzeichnung des Vertrags, wenn feststeht, dass die Verhandlungsstaaten dies vereinbart haben;</p></item><item eId="art_12/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>gilt die Unterzeichnung eines Vertrags <i>ad referendum</i> durch den Vertreter eines Staates als unbedingte Vertragsunterzeichnung, wenn sie von dem Staat bestätigt wird.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><heading>Zustimmung, durch einen Vertrag gebunden zu sein, <br/>durch Austausch der einen Vertrag bildenden Urkunden</heading><paragraph eId="art_13/para"><content><p>Die Zustimmung von Staaten, durch einen Vertrag gebunden zu sein, der durch zwischen ihnen ausgetauschte Urkunden begründet wird, findet in diesem Austausch ihren Ausdruck,</p><blockList><item eId="art_13/para/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn die Urkunden vorsehen, dass ihrem Austausch diese Wirkung zukommen soll, oder</p></item><item eId="art_13/para/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn anderweitig feststeht, dass diese Staaten dem Austausch der Urkunden einvernehmlich diese Wirkung beilegen wollten.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><heading>Zustimmung, durch einen Vertrag gebunden zu sein, <br/>durch Ratifikation, Annahme oder Genehmigung</heading><paragraph eId="art_14/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die Zustimmung eines Staates, durch einen Vertrag gebunden zu sein, wird durch Ratifikation ausgedrückt,</p><blockList><item eId="art_14/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn der Vertrag vorsieht, dass diese Zustimmung durch Ratifikation ausgedrückt wird;</p></item><item eId="art_14/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn anderweitig feststeht, dass die Verhandlungsstaaten die Ratifikation einvernehmlich für erforderlich hielten;</p></item><item eId="art_14/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>wenn der Vertreter des Staates den Vertrag unter Vorbehalt der Ratifikation unterzeichnet hat oder</p></item><item eId="art_14/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>wenn die Absicht des Staates, den Vertrag unter Vorbehalt der Ratifikation zu unterzeichnen, aus der Vollmacht seines Vertreters hervorgeht oder während der Verhandlungen zum Ausdruck gebracht wurde.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_14/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Zustimmung eines Staates, durch einen Vertrag gebunden zu sein, wird durch Annahme oder Genehmigung unter ähnlichen Bedingungen ausgedrückt, wie sie für die Ratifikation gelten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_15"><num><b>Art. 15</b></num><heading>Zustimmung, durch einen Vertrag gebunden zu sein, durch Beitritt</heading><paragraph eId="art_15/para"><content><p>Die Zustimmung eines Staates, durch einen Vertrag gebunden zu sein, wird durch Beitritt ausgedrückt,</p><blockList><item eId="art_15/para/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn der Vertrag vorsieht, dass die Zustimmung von diesem Staat durch Beitritt ausgedrückt werden kann;</p></item><item eId="art_15/para/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn anderweitig feststeht, dass die Verhandlungsstaaten vereinbart haben, dass die Zustimmung von diesem Staat durch Beitritt ausgedrückt werden kann, oder</p></item><item eId="art_15/para/lbl_c"><num>c) </num><p>wenn alle Vertragsparteien nachträglich vereinbart haben, dass die Zustimmung von diesem Staat durch Beitritt ausgedrückt werden kann.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_16"><num><b>Art. 16</b></num><heading>Austausch oder Hinterlegung von Ratifikations<inline name="man-color-FF00FF">-</inline>, Annahme-, <br/>Genehmigungs- oder Beitrittsurkunden</heading><paragraph eId="art_16/para"><content><p>Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht, begründen Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunden die Zustimmung eines Staates, durch einen Vertrag gebunden zu sein, im Zeitpunkt</p><blockList><item eId="art_16/para/lbl_a"><num>a) </num><p>ihres Austausches zwischen den Vertragsstaaten;</p></item><item eId="art_16/para/lbl_b"><num>b) </num><p>ihrer Hinterlegung bei dem Verwahrer oder</p></item><item eId="art_16/para/lbl_c"><num>c) </num><p>ihrer Notifikation an die Vertragsstaaten oder den Verwahrer, wenn dies vereinbart wurde.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_17"><num><b>Art. 17</b></num><heading>Zustimmung, durch einen Teil eines Vertrags gebunden zu sein, <br/>sowie Wahl zwischen unterschiedlichen Bestimmungen</heading><paragraph eId="art_17/para_1"><num>(1)</num><content><p>Unbeschadet der Artikel 19 bis 23 ist die Zustimmung eines Staates, durch einen Teil eines Vertrags gebunden zu sein, nur wirksam, wenn der Vertrag dies zulässt oder die anderen Vertragsstaaten dem zustimmen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Zustimmung eines Staates, durch einen Vertrag gebunden zu sein, der eine Wahl zwischen unterschiedlichen Bestimmungen zulässt, ist nur wirksam, wenn klargestellt wird, auf welche Bestimmungen sich die Zustimmung bezieht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_18"><num><b>Art. 18</b></num><heading>Verpflichtung, Ziel und Zweck eines Vertrags vor seinem <br/>Inkrafttreten nicht zu vereiteln</heading><paragraph eId="art_18/para"><content><p>Ein Staat ist verpflichtet, sich aller Handlungen zu enthalten, die Ziel und Zweck eines Vertrags vereiteln würden,</p><blockList><item eId="art_18/para/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn er unter Vorbehalt der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung den Vertrag unterzeichnet oder Urkunden ausgetauscht hat, die einen Vertrag bilden, solange er seine Absicht nicht klar zu erkennen gegeben hat, nicht Vertragspartei zu werden, oder</p></item><item eId="art_18/para/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn er seine Zustimmung, durch den Vertrag gebunden zu sein, ausgedrückt hat, und zwar bis zum Inkrafttreten des Vertrags und unter der Voraussetzung, dass sich das Inkrafttreten nicht ungebührlich verzögert.</p></item></blockList></content></paragraph></article></section><section eId="part_II/sec_2"><num>Abschnitt 2 </num><heading>Vorbehalte</heading><article eId="art_19"><num><b>Art. 19</b></num><heading>Anbringen von Vorbehalten</heading><paragraph eId="art_19/para"><content><p>Ein Staat kann bei der Unterzeichnung, Ratifikation, Annahme oder Genehmigung eines Vertrags oder beim Beitritt einen Vorbehalt anbringen, sofern nicht</p><blockList><item eId="art_19/para/lbl_a"><num>a) </num><p>der Vertrag den Vorbehalt verbietet;</p></item><item eId="art_19/para/lbl_b"><num>b) </num><p>der Vertrag vorsieht, dass nur bestimmte Vorbehalte gemacht werden dürfen, zu denen der betreffende Vorbehalt nicht gehört, oder</p></item><item eId="art_19/para/lbl_c"><num>c) </num><p>in den unter Buchstabe a oder b nicht bezeichneten Fällen der Vorbehalt mit Ziel und Zweck des Vertrags unvereinbar ist.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_20"><num><b>Art. 20 </b></num><heading>Annahme von Vorbehalten und Einsprüche gegen Vorbehalte</heading><paragraph eId="art_20/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ein durch einen Vertrag ausdrücklich zugelassener Vorbehalt bedarf der nachträglichen Annahme durch die anderen Vertragsstaaten nur, wenn der Vertrag dies vorsieht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_20/para_2"><num>(2)</num><content><p>Geht aus der begrenzten Zahl der Verhandlungsstaaten sowie aus Ziel und Zweck eines Vertrags hervor, dass die Anwendung des Vertrags in seiner Gesamtheit zwischen allen Vertragsparteien eine wesentliche Voraussetzung für die Zustimmung jeder Vertragspartei ist, durch den Vertrag gebunden zu sein, so bedarf ein Vorbehalt der Annahme durch alle Vertragsparteien.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_20/para_3"><num>(3)</num><content><p>Bildet ein Vertrag die Gründungsurkunde einer internationalen Organisation und sieht er nichts anderes vor, so bedarf ein Vorbehalt der Annahme durch das zuständige Organ der Organisation.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_20/para_4"><num>(4)</num><content><p>In den nicht in den Absätzen 1 bis 3 bezeichneten Fällen und sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht,</p><blockList><item eId="art_20/para_4/lbl_a"><num>a) </num><p>macht die Annahme eines Vorbehalts durch einen anderen Vertragsstaat den den Vorbehalt anbringenden Staat zur Vertragspartei im Verhältnis zu jenem anderen Staat, sofern der Vertrag für diese Staaten in Kraft getreten ist oder sobald er für sie in Kraft tritt;</p></item><item eId="art_20/para_4/lbl_b"><num>b) </num><p>schliesst der Einspruch eines anderen Vertragsstaats gegen einen Vorbehalt das Inkrafttreten des Vertrags zwischen dem den Einspruch erhebenden und dem den Vorbehalt anbringenden Staat nicht aus, sofern nicht der den Einspruch erhebende Staat seine gegenteilige Absicht eindeutig zum Ausdruck bringt;</p></item><item eId="art_20/para_4/lbl_c"><num>c) </num><p>wird eine Handlung, mit der die Zustimmung eines Staates, durch den Vertrag gebunden zu sein, ausgedrückt wird und die einen Vorbehalt in sich schliesst, wirksam, sobald mindestens ein anderer Vertragsstaat den Vorbehalt angenommen hat.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_20/para_5"><num>(5)</num><content><p>Im Sinne der Absätze 2 und 4 und sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht, gilt ein Vorbehalt als von einem Staat angenommen, wenn dieser bis zum Ablauf von zwölf Monaten, nachdem ihm der Vorbehalt notifiziert worden ist, oder bis zu dem Zeitpunkt, wenn dies der spätere ist, in dem er seine Zustimmung ausgedrückt hat, durch den Vertrag gebunden zu sein, keinen Einspruch gegen den Vorbehalt erhebt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_21"><num><b>Art. 21</b></num><heading>Rechtswirkungen von Vorbehalten und von Einsprüchen <br/>gegen Vorbehalte</heading><paragraph eId="art_21/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ein gegenüber einer anderen Vertragspartei nach den Artikeln 19, 20 und 23 bestehender Vorbehalt</p><blockList><item eId="art_21/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>ändert für den den Vorbehalt anbringenden Staat im Verhältnis zu der anderen Vertragspartei die Vertragsbestimmungen, auf die sich der Vorbehalt bezieht, in dem darin vorgesehenen Ausmass und</p></item><item eId="art_21/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>ändert diese Bestimmungen für die andere Vertragspartei im Verhältnis zu dem den Vorbehalt anbringenden Staat in demselben Ausmass.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_2"><num>(2)</num><content><p>Der Vorbehalt ändert die Vertragsbestimmungen für die anderen Vertragsparteien untereinander nicht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_3"><num>(3)</num><content><p>Hat ein Staat, der einen Einspruch gegen einen Vorbehalt erhoben hat, dem Inkrafttreten des Vertrags zwischen sich und dem den Vorbehalt anbringenden Staat nicht widersprochen, so finden die Bestimmungen, auf die sich der Vorbehalt bezieht, in dem darin vorgesehenen Ausmass zwischen den beiden Staaten keine Anwendung.</p></content></paragraph></article><article eId="art_22"><num><b>Art. 22</b></num><heading>Zurückziehen von Vorbehalten und von Einsprüchen gegen Vorbehalte</heading><paragraph eId="art_22/para_1"><num>(1)</num><content><p>Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht, kann ein Vorbehalt jederzeit zurückgezogen werden; das Zurückziehen bedarf nicht der Zustimmung eines Staates, der den Vorbehalt angenommen hat.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_22/para_2"><num>(2)</num><content><p>Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht, kann ein Einspruch gegen einen Vorbehalt jederzeit zurückgezogen werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_22/para_3"><num>(3)</num><content><p>Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht oder sofern nichts anderes vereinbart ist,</p><blockList><item eId="art_22/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>wird das Zurückziehen eines Vorbehalts im Verhältnis zu einem anderen Vertragsstaat erst wirksam, wenn dieser Staat eine Notifikation des Zurückziehens erhalten hat;</p></item><item eId="art_22/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>wird das Zurückziehen eines Einspruchs gegen einen Vorbehalt erst wirksam, wenn der Staat, der den Vorbehalt angebracht hat, eine Notifikation des Zurückziehens erhalten hat.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_23"><num><b>Art. 23</b></num><heading>Verfahren bei Vorbehalten</heading><paragraph eId="art_23/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ein Vorbehalt, die ausdrückliche Annahme eines Vorbehalts und der Einspruch gegen einen Vorbehalt bedürfen der Schriftform und sind den Vertragsstaaten sowie sonstigen Staaten mitzuteilen, die Vertragsparteien zu werden berechtigt sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_23/para_2"><num>(2)</num><content><p>Wenn der Vertrag vorbehaltlich der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung unterzeichnet und hierbei ein Vorbehalt angebracht wird, so ist dieser von dem ihn anbringenden Staat in dem Zeitpunkt förmlich zu bestätigen, zu dem dieser Staat seine Zustimmung ausdrückt, durch den Vertrag gebunden zu sein. In diesem Fall gilt der Vorbehalt als im Zeitpunkt seiner Bestätigung angebracht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_23/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die vor Bestätigung eines Vorbehalts erfolgte ausdrückliche Annahme des Vorbehalts oder der vor diesem Zeitpunkt erhobene Einspruch gegen den Vorbehalt bedarf selbst keiner Bestätigung.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_23/para_4"><num>(4)</num><content><p>Das Zurückziehen eines Vorbehalts oder des Einspruchs gegen einen Vorbehalt bedarf der Schriftform.</p></content></paragraph></article></section><section eId="part_II/sec_3"><num>Abschnitt 3 </num><heading>Inkrafttreten und vorläufige Anwendung von Verträgen</heading><article eId="art_24"><num><b>Art. 24</b></num><heading>Inkrafttreten</heading><paragraph eId="art_24/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ein Vertrag tritt in der Weise und zu dem Zeitpunkt in Kraft, die er vorsieht oder die von den Verhandlungsstaaten vereinbart werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_24/para_2"><num>(2)</num><content><p>In Ermangelung einer solchen Bestimmung oder Vereinbarung tritt ein Vertrag in Kraft, sobald die Zustimmung aller Verhandlungsstaaten vorliegt, durch den Vertrag gebunden zu sein.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_24/para_3"><num>(3)</num><content><p>Wird die Zustimmung, durch einen Vertrag gebunden zu sein, von einem Staat erst nach dem Zeitpunkt des Inkrafttretens erteilt, so tritt der Vertrag für diesen Staat zu diesem Zeitpunkt in Kraft, sofern er nichts anderes vorsieht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_24/para_4"><num>(4)</num><content><p>Vertragsbestimmungen über die Festlegung des authentischen Textes, die Zustimmung von Staaten, durch den Vertrag gebunden zu sein, die Art und den Zeitpunkt seines Inkrafttretens sowie über Vorbehalte, die Aufgaben des Verwahrers und sonstige sich notwendigerweise vor dem Inkrafttreten des Vertrags ergebende Fragen gelten von dem Zeitpunkt an, zu dem sein Text angenommen wird.</p></content></paragraph></article><article eId="art_25"><num><b>Art. 25</b></num><heading>Vorläufige Anwendung</heading><paragraph eId="art_25/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ein Vertrag oder ein Teil eines Vertrags wird bis zu seinem Inkrafttreten vorläufig angewendet,</p><blockList><item eId="art_25/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn der Vertrag dies vorsieht oder</p></item><item eId="art_25/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn die Verhandlungsstaaten dies auf andere Weise vereinbart haben.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_25/para_2"><num>(2)</num><content><p>Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht oder die Verhandlungsstaaten nichts anderes vereinbart haben, endet die vorläufige Anwendung eines Vertrags oder eines Teiles eines Vertrags hinsichtlich eines Staates, wenn dieser den anderen Staaten, zwischen denen der Vertrag vorläufig angewendet wird, seine Absicht notifiziert, nicht Vertragspartei zu werden.</p></content></paragraph></article></section></part><part eId="part_III"><num>Teil III </num><heading>Einhaltung, Anwendung und Auslegung von Verträgen</heading><section eId="part_III/sec_1"><num>Abschnitt 1 </num><heading>Einhaltung von Verträgen</heading><article eId="art_26"><num><b>Art. 26</b></num><heading><i>Pacta sunt servanda</i></heading><paragraph eId="art_26/para"><content><p>Ist ein Vertrag in Kraft, so bindet er die Vertragsparteien und ist von ihnen nach Treu und Glauben zu erfüllen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_27"><num><b>Art. 27</b></num><heading>Innerstaatliches Recht und Einhaltung von Verträgen</heading><paragraph eId="art_27/para"><content><p>Eine Vertragspartei kann sich nicht auf ihr innerstaatliches Recht berufen, um die Nichterfüllung eines Vertrags zu rechtfertigen. Diese Bestimmung lässt Artikel 46 unberührt.</p></content></paragraph></article></section><section eId="part_III/sec_2"><num>Abschnitt 2 </num><heading>Anwendung von Verträgen</heading><article eId="art_28"><num><b>Art. 28</b></num><heading>Nichtrückwirkung von Verträgen</heading><paragraph eId="art_28/para"><content><p>Sofern keine abweichende Absicht aus dem Vertrag hervorgeht oder anderweitig festgestellt ist, binden seine Bestimmungen eine Vertragspartei nicht in Bezug auf eine Handlung oder Tatsache, die vor dem Inkrafttreten des Vertrags hinsichtlich der betreffenden Vertragspartei vorgenommen wurde oder eingetreten ist, sowie in Bezug auf eine Lage, die vor dem genannten Zeitpunkt zu bestehen aufgehört hat.</p></content></paragraph></article><article eId="art_29"><num><b>Art. 29</b></num><heading>Räumlicher Geltungsbereich von Verträgen</heading><paragraph eId="art_29/para"><content><p>Sofern keine abweichende Absicht aus dem Vertrag hervorgeht oder anderweitig festgestellt ist, bindet ein Vertrag jede Vertragspartei hinsichtlich ihres gesamten Hoheitsgebiets.</p></content></paragraph></article><article eId="art_30"><num><b>Art. 30</b></num><heading>Anwendung aufeinander folgender Verträge über denselben <br/>Gegenstand</heading><paragraph eId="art_30/para_1"><num>(1)</num><content><p>Vorbehaltlich des Artikels 103 der Charta der Vereinten Nationen bestimmen sich die Rechte und Pflichten von Staaten, die Vertragsparteien aufeinander folgender Verträge über denselben Gegenstand sind, nach den folgenden Absätzen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_30/para_2"><num>(2)</num><content><p>Bestimmt ein Vertrag, dass er einem früher oder später geschlossenen Vertrag untergeordnet ist oder nicht als mit diesem unvereinbar anzusehen ist, so hat der andere Vertrag Vorrang.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_30/para_3"><num>(3)</num><content><p>Sind alle Vertragsparteien eines früheren Vertrags zugleich Vertragsparteien eines späteren, ohne dass der frühere Vertrag beendet oder nach Artikel 59 suspendiert wird, so findet der frühere Vertrag nur insoweit Anwendung, als er mit dem späteren Vertrag vereinbar ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_30/para_4"><num>(4)</num><content><p>Gehören nicht alle Vertragsparteien des früheren Vertrags zu den Vertragsparteien des späteren,</p><blockList><item eId="art_30/para_4/lbl_a"><num>a) </num><p>so findet zwischen Staaten, die Vertragsparteien beider Verträge sind, Absatz 3 Anwendung;</p></item><item eId="art_30/para_4/lbl_b"><num>b) </num><p>so regelt zwischen einem Staat, der Vertragspartei beider Verträge ist, und einem Staat, der Vertragspartei nur eines der beiden Verträge ist, der Vertrag, dem beide Staaten als Vertragsparteien angehören, ihre gegenseitigen Rechte und Pflichten.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_30/para_5"><num>(5)</num><content><p>Absatz 4 gilt unbeschadet des Artikels 41 sowie unbeschadet aller Fragen der Beendigung oder der Suspendierung eines Vertrags nach Artikel 60 und aller Fragen der Verantwortlichkeit, die sich für einen Staat aus Abschluss oder Anwendung eines Vertrags ergeben können, dessen Bestimmungen mit seinen Pflichten gegenüber einem anderen Staat auf Grund eines anderen Vertrags unvereinbar sind.</p></content></paragraph></article></section><section eId="part_III/sec_3"><num>Abschnitt 3 </num><heading>Auslegung von Verträgen</heading><article eId="art_31"><num><b>Art. 31</b></num><heading>Allgemeine Auslegungsregel</heading><paragraph eId="art_31/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ein Vertrag ist nach Treu und Glauben in Übereinstimmung mit der gewöhnlichen, seinen Bestimmungen in ihrem Zusammenhang zukommenden Bedeutung und im Lichte seines Zieles und Zweckes auszulegen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_31/para_2"><num>(2)</num><content><p>Für die Auslegung eines Vertrags bedeutet der Zusammenhang ausser dem Vertragswortlaut samt Präambel und Anlagen</p><blockList><item eId="art_31/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>jede sich auf den Vertrag beziehende Übereinkunft, die zwischen allen Vertragsparteien anlässlich des Vertragsabschlusses getroffen wurde;</p></item><item eId="art_31/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>jede Urkunde, die von einer oder mehreren Vertragsparteien anlässlich des Vertragsabschlusses abgefasst und von den anderen Vertragsparteien als eine sich auf den Vertrag beziehende Urkunde angenommen wurde.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_31/para_3"><num>(3)</num><content><p>Ausser dem Zusammenhang sind in gleicher Weise zu berücksichtigen</p><blockList><item eId="art_31/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>jede spätere Übereinkunft zwischen den Vertragsparteien über die Auslegung des Vertrags oder die Anwendung seiner Bestimmungen;</p></item><item eId="art_31/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>jede spätere Übung bei der Anwendung des Vertrags, aus der die Übereinstimmung der Vertragsparteien über seine Auslegung hervorgeht;</p></item><item eId="art_31/para_3/lbl_c"><num>c) </num><p>jeder in den Beziehungen zwischen den Vertragsparteien anwendbare einschlägige Völkerrechtssatz.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_31/para_4"><num>(4)</num><content><p>Eine besondere Bedeutung ist einem Ausdruck beizulegen, wenn feststeht, dass die Vertragsparteien dies beabsichtigt haben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_32"><num><b>Art. 32</b></num><heading>Ergänzende Auslegungsmittel</heading><paragraph eId="art_32/para"><content><p>Ergänzende Auslegungsmittel, insbesondere die vorbereitenden Arbeiten und die Umstände des Vertragsabschlusses, können herangezogen werden, um die sich unter Anwendung des Artikels 31 ergebende Bedeutung zu bestätigen oder die Bedeutung zu bestimmen, wenn die Auslegung nach Artikel 31</p><blockList><item eId="art_32/para/lbl_a"><num>a) </num><p>die Bedeutung mehrdeutig oder dunkel lässt oder</p></item><item eId="art_32/para/lbl_b"><num>b) </num><p>zu einem offensichtlich sinnwidrigen oder unvernünftigen Ergebnis führt.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_33"><num><b>Art. 33</b></num><heading>Auslegung von Verträgen mit zwei oder mehr authentischen<br/>Sprachen</heading><paragraph eId="art_33/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ist ein Vertrag in zwei oder mehr Sprachen als authentisch festgelegt worden, so ist der Text in jeder Sprache in gleicher Weise massgebend, sofern nicht der Vertrag vorsieht oder die Vertragsparteien vereinbaren, dass bei Abweichungen ein bestimmter Text vorgehen soll.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_33/para_2"><num>(2)</num><content><p>Eine Vertragsfassung in einer anderen Sprache als einer der Sprachen, deren Text als authentisch festgelegt wurde, gilt nur dann als authentischer Wortlaut, wenn der Vertrag dies vorsieht oder die Vertragsparteien dies vereinbaren.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_33/para_3"><num>(3)</num><content><p>Es wird vermutet, dass die Ausdrücke des Vertrags in jedem authentischen Text dieselbe Bedeutung haben.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_33/para_4"><num>(4)</num><content><p>Ausser in Fällen, in denen ein bestimmter Text nach Absatz 1 vorgeht, wird, wenn ein Vergleich der authentischen Texte einen Bedeutungsunterschied aufdeckt, der durch die Anwendung der Artikel 31 und 32 nicht ausgeräumt werden kann, diejenige Bedeutung zugrunde gelegt, die unter Berücksichtigung von Ziel und Zweck des Vertrags die Wortlaute am besten miteinander in Einklang bringt.</p></content></paragraph></article></section><section eId="part_III/sec_4"><num>Abschnitt 4 </num><heading>Verträge und Drittstaaten</heading><article eId="art_34"><num><b>Art. 34</b></num><heading>Allgemeine Regel betreffend Drittstaaten</heading><paragraph eId="art_34/para"><content><p>Ein Vertrag begründet für einen Drittstaat ohne dessen Zustimmung weder Pflichten noch Rechte.</p></content></paragraph></article><article eId="art_35"><num><b>Art. 35</b></num><heading>Verträge zu Lasten von Drittstaaten</heading><paragraph eId="art_35/para"><content><p>Ein Drittstaat wird durch eine Vertragsbestimmung verpflichtet, wenn die Vertragsparteien beabsichtigen, durch die Vertragsbestimmung eine Verpflichtung zu begründen, und der Drittstaat diese Verpflichtung ausdrücklich in Schriftform annimmt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_36"><num><b>Art. 36</b></num><heading>Verträge zugunsten von Drittstaaten</heading><paragraph eId="art_36/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ein Drittstaat wird durch eine Vertragsbestimmung berechtigt, wenn die Vertragsparteien beabsichtigen, durch die Vertragsbestimmung dem Drittstaat oder einer Staatengruppe, zu der er gehört, oder allen Staaten ein Recht einzuräumen, und der Drittstaat dem zustimmt. Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht, wird die Zustimmung vermutet, solange nicht das Gegenteil erkennbar wird.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_36/para_2"><num>(2)</num><content><p>Ein Staat, der ein Recht nach Absatz 1 ausübt, hat die hierfür in dem Vertrag niedergelegten oder im Einklang mit ihm aufgestellten Bedingungen einzuhalten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_37"><num><b>Art. 37</b></num><heading>Aufhebung oder Änderung der Pflichten oder Rechte von Drittstaaten</heading><paragraph eId="art_37/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ist nach Artikel 35 einem Drittstaat eine Verpflichtung erwachsen, so kann diese nur mit Zustimmung der Vertragsparteien und des Drittstaats aufgehoben oder geändert werden, sofern nicht feststeht, dass sie etwas anderes vereinbart hatten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_37/para_2"><num>(2)</num><content><p>Ist nach Artikel 36 einem Drittstaat ein Recht erwachsen, so kann dieses von den Vertragsparteien nicht aufgehoben oder geändert werden, wenn feststeht, dass beabsichtigt war, dass das Recht nur mit Zustimmung des Drittstaats aufgehoben oder geändert werden kann.</p></content></paragraph></article><article eId="art_38"><num><b>Art. 38</b></num><heading>Vertragsbestimmungen, die kraft internationaler Gewohnheit für Drittstaaten verbindlich werden</heading><paragraph eId="art_38/para"><content><p>Die Artikel 34 bis 37 schliessen nicht aus, dass eine vertragliche Bestimmung als ein Satz des Völkergewohnheitsrechts, der als solcher anerkannt ist, für einen Drittstaat verbindlich wird.</p></content></paragraph></article></section></part><part eId="part_IV"><num>Teil IV </num><heading>Änderung und Modifikation von Verträgen</heading><article eId="art_39"><num><b>Art. 39</b></num><heading>Allgemeine Regel über die Änderung von Verträgen</heading><paragraph eId="art_39/para"><content><p>Ein Vertrag kann durch Übereinkunft zwischen den Vertragsparteien geändert werden. Teil II findet auf eine solche Übereinkunft insoweit Anwendung, als der Vertrag nichts anderes vorsieht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_40"><num><b>Art. 40</b></num><heading>Änderung mehrseitiger Verträge</heading><paragraph eId="art_40/para_1"><num>(1)</num><content><p>Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht, richtet sich die Änderung mehrseitiger Verträge nach den folgenden Absätzen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_40/para_2"><num>(2)</num><content><p>Vorschläge zur Änderung eines mehrseitigen Vertrags mit Wirkung zwischen allen Vertragsparteien sind allen Vertragsstaaten zu notifizieren; jeder von ihnen ist berechtigt,</p><blockList><item eId="art_40/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>an dem Beschluss über das auf einen solchen Vorschlag hin zu Veranlassende teilzunehmen;</p></item><item eId="art_40/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>am Aushandeln und am Abschluss einer Übereinkunft zur Änderung des Vertrags teilzunehmen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_40/para_3"><num>(3)</num><content><p>Jeder Staat, der berechtigt ist, Vertragspartei des Vertrags zu werden, ist auch berechtigt, Vertragspartei des geänderten Vertrags zu werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_40/para_4"><num>(4)</num><content><p>Die Änderungsübereinkunft bindet keinen Staat, der schon Vertragspartei des Vertrags ist, jedoch nicht Vertragspartei der Änderungsübereinkunft wird; auf einen solchen Staat findet Artikel 30 Absatz 4 Buchstabe b Anwendung.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_40/para_5"><num>(5)</num><content><p>Ein Staat, der nach Inkrafttreten der Änderungsübereinkunft Vertragspartei des Vertrags wird, gilt, sofern er nicht eine abweichende Absicht äussert,</p><blockList><item eId="art_40/para_5/lbl_a"><num>a) </num><p>als Vertragspartei des geänderten Vertrags und</p></item><item eId="art_40/para_5/lbl_b"><num>b) </num><p>als Vertragspartei des nicht geänderten Vertrags im Verhältnis zu einer Vertragspartei, die durch die Änderungsübereinkunft nicht gebunden ist.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_41"><num><b>Art. 41</b></num><heading>Übereinkünfte zur Modifikation mehrseitiger Verträge zwischen <br/>einzelnen Vertragsparteien</heading><paragraph eId="art_41/para_1"><num>(1)</num><content><p>Zwei oder mehr Vertragsparteien eines mehrseitigen Vertrags können eine Übereinkunft schliessen, um den Vertrag ausschliesslich im Verhältnis zueinander zu modifizieren,</p><blockList><item eId="art_41/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn die Möglichkeit einer solchen Modifikation in dem Vertrag vorgesehen ist oder</p></item><item eId="art_41/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn die betreffende Modifikation durch den Vertrag nicht verboten ist und</p><blockList><item eId="art_41/para_1/lbl_b/lbl_i"><num>i) </num><p>die anderen Vertragsparteien in dem Genuss ihrer Rechte auf Grund des Vertrags oder in der Erfüllung ihrer Pflichten nicht beeinträchtigt und</p></item><item eId="art_41/para_1/lbl_b/lbl_ii"><num>ii) </num><p>sich nicht auf eine Bestimmung bezieht, von der abzuweichen mit der vollen Verwirklichung von Ziel und Zweck des gesamten Vertrags unvereinbar ist.</p></item></blockList></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_41/para_2"><num>(2)</num><content><p>Sofern der Vertrag in einem Fall des Absatzes 1 Buchstabe a nichts anderes vorsieht, haben die betreffenden Vertragsparteien den anderen Vertragsparteien ihre Absicht, eine Übereinkunft zu schliessen, sowie die darin vorgesehene Modifikation zu notifizieren.</p></content></paragraph></article></part><part eId="part_V"><num>Teil V </num><heading>Ungültigkeit, Beendigung und Suspendierung von Verträgen</heading><section eId="part_V/sec_1"><num>Abschnitt 1 </num><heading>Allgemeine Bestimmungen</heading><article eId="art_42"><num><b>Art. 42</b></num><heading>Gültigkeit und Weitergeltung von Verträgen</heading><paragraph eId="art_42/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die Gültigkeit eines Vertrags oder der Zustimmung eines Staates, durch einen Vertrag gebunden zu sein, kann nur in Anwendung dieses Übereinkommens angefochten werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_42/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Beendigung eines Vertrags, seine Kündigung oder der Rücktritt einer Vertragspartei kann nur in Anwendung der Bestimmungen des Vertrags oder dieses Übereinkommens erfolgen. Das gleiche gilt für die Suspendierung eines Vertrags.</p></content></paragraph></article><article eId="art_43"><num><b>Art. 43</b></num><heading>Pflichten, die das Völkerrecht unabhängig von einem Vertrag <br/>auferlegt</heading><paragraph eId="art_43/para"><content><p>Die Ungültigkeit, Beendigung oder Kündigung eines Vertrags, der Rücktritt einer Vertragspartei vom Vertrag oder seine Suspendierung beeinträchtigen, soweit sie sich aus der Anwendung dieses Übereinkommens oder des Vertrags ergeben, in keiner Hinsicht die Pflicht eines Staates, eine in dem Vertrag enthaltene Verpflichtung zu erfüllen, der es auch unabhängig von dem Vertrag auf Grund des Völkerrechts unterworfen ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_44"><num><b>Art. 44</b></num><heading>Trennbarkeit von Vertragsbestimmungen</heading><paragraph eId="art_44/para_1"><num>(1)</num><content><p>Das in einem Vertrag vorgesehene oder sich aus Artikel 56 ergebende Recht einer Vertragspartei, zu kündigen, zurückzutreten oder den Vertrag zu suspendieren, kann nur hinsichtlich des gesamten Vertrags ausgeübt werden, sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht oder die Vertragsparteien nichts anderes vereinbaren.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_44/para_2"><num>(2)</num><content><p>Ein in diesem Übereinkommen anerkannter Grund dafür, einen Vertrag als ungültig zu erklären, ihn zu beenden, von ihm zurückzutreten oder ihn zu suspendieren, kann nur hinsichtlich des gesamten Vertrags geltend gemacht werden, sofern in den folgenden Absätzen oder in Artikel 60 nichts anderes vorgesehen ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_44/para_3"><num>(3)</num><content><p>Trifft der Grund nur auf einzelne Bestimmungen zu, so kann er hinsichtlich dieser allein geltend gemacht werden,</p><blockList><item eId="art_44/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn diese Bestimmungen von den übrigen Vertragsbestimmungen getrennt angewendet werden können;</p></item><item eId="art_44/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn aus dem Vertrag hervorgeht oder anderweitig feststeht, dass die Annahme dieser Bestimmungen keine wesentliche Grundlage für die Zustimmung der anderen Vertragspartei oder Vertragsparteien war, durch den gesamten Vertrag gebunden zu sein, und</p></item><item eId="art_44/para_3/lbl_c"><num>c) </num><p>wenn die Weiteranwendung der übrigen Vertragsbestimmungen nicht unbillig ist.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_44/para_4"><num>(4)</num><content><p>In den Fällen der Artikel 49 und 50 kann ein Staat, der berechtigt ist, Betrug oder Bestechung geltend zu machen, dies entweder hinsichtlich des gesamten Vertrags oder, vorbehaltlich des Absatzes 3, nur hinsichtlich einzelner Bestimmungen tun.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_44/para_5"><num>(5)</num><content><p>In den Fällen der Artikel 51, 52 und 53 ist die Abtrennung einzelner Vertragsbestimmungen unzulässig.</p></content></paragraph></article><article eId="art_45"><num><b>Art. 45</b></num><heading>Verlust des Rechtes, Gründe dafür geltend zu machen, <br/>einen Vertrag als ungültig zu erklären, ihn zu beenden, <br/>von ihm zurückzutreten oder ihn zu suspendieren</heading><paragraph eId="art_45/para"><content><p>Ein Staat kann Gründe nach den Artikeln 46 bis 50 oder 60 und 62 nicht länger geltend machen, um einen Vertrag als ungültig zu erklären, ihn zu beenden, von ihm zurückzutreten oder ihn zu suspendieren, wenn, nachdem dem Staat der Sachverhalt bekannt geworden ist,</p><blockList><item eId="art_45/para/lbl_a"><num>a) </num><p>er ausdrücklich zugestimmt hat, dass der Vertrag – je nach Lage des Falles – gültig ist, in Kraft bleibt oder weiterhin angewendet wird, oder</p></item><item eId="art_45/para/lbl_b"><num>b) </num><p>auf Grund seines Verhaltens angenommen werden muss, er habe – je nach Lage des Falles – der Gültigkeit des Vertrags, seinem Inkraftbleiben oder seiner Weiteranwendung stillschweigend zugestimmt.</p></item></blockList></content></paragraph></article></section><section eId="part_V/sec_2"><num>Abschnitt 2 </num><heading>Ungültigkeit von Verträgen</heading><article eId="art_46"><num><b>Art. 46</b></num><heading>Innerstaatliche Bestimmungen über die Zuständigkeit <br/>zum Abschluss von Verträgen</heading><paragraph eId="art_46/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ein Staat kann sich nicht darauf berufen, dass seine Zustimmung, durch einen Vertrag gebunden zu sein, unter Verletzung einer Bestimmung seines innerstaatlichen Rechts über die Zuständigkeit zum Abschluss von Verträgen ausgedrückt wurde und daher ungültig sei, sofern nicht die Verletzung offenkundig war und eine innerstaatliche Rechtsvorschrift von grundlegender Bedeutung betraf.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_46/para_2"><num>(2)</num><content><p>Eine Verletzung ist offenkundig, wenn sie für jeden Staat, der sich hierbei im Einklang mit der allgemeinen Übung und nach Treu und Glauben verhält objektiv erkennbar ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_47"><num><b>Art. 47</b></num><heading>Besondere Beschränkungen der Ermächtigung, die Zustimmung<br/>eines Staates zum Ausdruck zu bringen</heading><paragraph eId="art_47/para"><content><p>Ist die Ermächtigung eines Vertreters, die Zustimmung eines Staates auszudrücken durch einen bestimmten Vertrag gebunden zu sein, einer besonderen Beschränkung unterworfen worden, so kann nur dann geltend gemacht werden, dass diese Zustimmung wegen Nichtbeachtung der Beschränkung ungültig sei, wenn die Beschränkung den anderen Verhandlungsstaaten notifiziert worden war, bevor der Vertreter die Zustimmung zum Ausdruck brachte.</p></content></paragraph></article><article eId="art_48"><num><b>Art. 48</b></num><heading>Irrtum</heading><paragraph eId="art_48/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ein Staat kann geltend machen, dass seine Zustimmung, durch den Vertrag gebunden zu sein, wegen eines Irrtums im Vertrag ungültig sei, wenn sich der Irrtum auf eine Tatsache oder Lage bezieht, deren Bestehen der Staat im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses annahm und die eine wesentliche Grundlage für seine Zustimmung bildete.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_48/para_2"><num>(2)</num><content><p>Absatz 1 findet keine Anwendung, wenn der betreffende Staat durch sein eigenes Verhalten zu dem Irrtum beigetragen hat oder nach den Umständen mit der Möglichkeit eines Irrtums rechnen musste.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_48/para_3"><num>(3)</num><content><p>Ein ausschliesslich redaktioneller Irrtum berührt die Gültigkeit eines Vertrags nicht; in diesem Fall findet Artikel 79 Anwendung.</p></content></paragraph></article><article eId="art_49"><num><b>Art. 49</b></num><heading>Betrug</heading><paragraph eId="art_49/para"><content><p>Ist ein Staat durch das betrügerische Verhalten eines anderen Verhandlungsstaats zum Vertragsabschluss veranlasst worden, so kann er geltend machen, dass seine Zustimmung, durch den Vertrag gebunden zu sein, wegen des Betrugs ungültig sei.</p></content></paragraph></article><article eId="art_50"><num><b>Art. 50</b></num><heading>Bestechung eines Staatenvertreters</heading><paragraph eId="art_50/para"><content><p>Hat ein Verhandlungsstaat die Zustimmung eines anderen Staates, durch einen Vertrag gebunden zu sein, mittelbar oder unmittelbar durch Bestechung des Vertreters dieses Staates herbeigeführt, so kann dieser Staat geltend machen, dass seine Zustimmung wegen der Bestechung ungültig sei.</p></content></paragraph></article><article eId="art_51"><num><b>Art. 51</b></num><heading>Zwang gegen einen Staatenvertreter</heading><paragraph eId="art_51/para"><content><p>Wurde die Zustimmung eines Staates, durch einen Vertrag gebunden zu sein, durch Zwang gegen seinen Vertreter mittels gegen diesen gerichteter Handlungen oder Drohungen herbeigeführt, so hat sie keine Rechtswirkung.</p></content></paragraph></article><article eId="art_52"><num><b>Art. 52</b></num><heading>Zwang gegen einen Staat durch Androhung oder Anwendung <br/>von Gewalt</heading><paragraph eId="art_52/para"><content><p>Ein Vertrag ist nichtig, wenn sein Abschluss durch Androhung oder Anwendung von Gewalt unter Verletzung der in der Charta der Vereinten Nationen niedergelegten Grundsätze des Völkerrechts herbeigeführt wurde.</p></content></paragraph></article><article eId="art_53"><num><b>Art. 53</b></num><heading>Verträge im Widerspruch zu einer zwingenden Norm <br/>des allgemeinen Völkerrechts <i>(ius cogens)</i></heading><paragraph eId="art_53/para"><content><p>Ein Vertrag ist nichtig, wenn er im Zeitpunkt seines Abschlusses im Widerspruch zu einer zwingenden Norm des allgemeinen Völkerrechts steht. Im Sinne dieses Übereinkommens ist eine zwingende Norm des allgemeinen Völkerrechts eine Norm, die von der internationalen Staatengemeinschaft in ihrer Gesamtheit angenommen und anerkannt wird als eine Norm, von der nicht abgewichen werden darf und die nur durch eine spätere Norm des allgemeinen Völkerrechts derselben Rechtsnatur geändert werden kann.</p></content></paragraph></article></section><section eId="part_V/sec_3"><num>Abschnitt 3 </num><heading>Beendigung und Suspendierung von Verträgen</heading><article eId="art_54"><num><b>Art. 54</b></num><heading>Beendigung eines Vertrags oder Rücktritt vom Vertrag <br/>auf Grund seiner Bestimmungen oder durch Einvernehmen zwischen den Vertragsparteien</heading><paragraph eId="art_54/para"><content><p>Die Beendigung eines Vertrags oder der Rücktritt einer Vertragspartei vom Vertrag können erfolgen</p><blockList><item eId="art_54/para/lbl_a"><num>a) </num><p>nach Massgabe der Vertragsbestimmungen oder</p></item><item eId="art_54/para/lbl_b"><num>b) </num><p>jederzeit durch Einvernehmen zwischen allen Vertragsparteien nach Konsultierung der anderen Vertragsstaaten.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_55"><num><b>Art. 55</b></num><heading>Abnahme der Zahl der Vertragsparteien eines mehrseitigen Vertrags auf weniger als die für sein Inkrafttreten erforderliche Zahl</heading><paragraph eId="art_55/para"><content><p>Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht, erlischt ein mehrseitiger Vertrag nicht schon deshalb, weil die Zahl der Vertragsparteien unter die für sein Inkrafttreten erforderliche Zahl sinkt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_56"><num><b>Art. 56</b></num><heading>Kündigung eines Vertrags oder Rücktritt von einem Vertrag, der keine Bestimmung über Beendigung, Kündigung oder Rücktritt enthält</heading><paragraph eId="art_56/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ein Vertrag, der keine Bestimmung über seine Beendigung enthält und eine Kündigung oder einen Rücktritt nicht vorsieht, unterliegt weder der Kündigung noch dem Rücktritt, sofern </p><blockList><item eId="art_56/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>nicht feststeht, dass die Vertragsparteien die Möglichkeit einer Kündigung oder eines Rücktritts zuzulassen beabsichtigten, oder</p></item><item eId="art_56/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>ein Kündigungs- oder Rücktrittsrecht sich nicht aus der Natur des Vertrags herleiten lässt.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_56/para_2"><num>(2)</num><content><p>Eine Vertragspartei hat ihre Absicht, nach Absatz 1 einen Vertrag zu kündigen oder von einem Vertrag zurückzutreten, mindestens zwölf Monate im Voraus zu notifizieren.</p></content></paragraph></article><article eId="art_57"><num><b>Art. 57</b></num><heading>Suspendierung eines Vertrags auf Grund seiner Bestimmungen <br/>oder durch Einvernehmen zwischen den Vertragsparteien</heading><paragraph eId="art_57/para"><content><p>Ein Vertrag kann gegenüber allen oder einzelnen Vertragsparteien suspendiert werden</p><blockList><item eId="art_57/para/lbl_a"><num>a) </num><p>nach Massgabe der Vertragsbestimmungen oder</p></item><item eId="art_57/para/lbl_b"><num>b) </num><p>jederzeit durch Einvernehmen zwischen allen Vertragsparteien nach Konsultierung der anderen Vertragsstaaten.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_58"><num><b>Art. 58</b></num><heading>Suspendierung eines mehrseitigen Vertrags auf Grund <br/>einer Übereinkunft zwischen einzelnen Vertragsparteien</heading><paragraph eId="art_58/para_1"><num>(1)</num><content><p>Zwei oder mehr Vertragsparteien eines mehrseitigen Vertrags können eine Übereinkunft zur zeitweiligen, nur zwischen ihnen wirksamen Suspendierung einzelner Vertragsbestimmungen schliessen,</p><blockList><item eId="art_58/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn eine solche Suspendierungsmöglichkeit im Vertrag vorgesehen ist oder</p></item><item eId="art_58/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn die Suspendierung durch den Vertrag nicht verboten ist, vorausgesetzt,</p><blockList><item eId="art_58/para_1/lbl_b/lbl_i"><num>i) </num><p>dass sie die anderen Vertragsparteien im Genuss ihrer Rechte auf Grund des Vertrags oder in der Erfüllung ihrer Pflichten nicht beeinträchtigt und</p></item><item eId="art_58/para_1/lbl_b/lbl_ii"><num>ii) </num><p>dass sie mit Ziel und Zweck des Vertrags nicht unvereinbar ist.</p></item></blockList></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_58/para_2"><num>(2)</num><content><p>Sofern der Vertrag in einem Fall des Absatzes 1 Buchstabe a nichts anderes vorsieht, haben diese Vertragsparteien den anderen Vertragsparteien ihre Absicht, die Übereinkunft zu schliessen, sowie diejenigen Vertragsbestimmungen zu notifizieren, die sie suspendieren wollen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_59"><num><b>Art. 59</b></num><heading>Beendigungoder Suspendierung eines Vertrags durch Abschluss <br/>eines späteren Vertrags</heading><paragraph eId="art_59/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ein Vertrag gilt als beendet, wenn alle Vertragsparteien später einen sich auf denselben Gegenstand beziehenden Vertrag schliessen und</p><blockList><item eId="art_59/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>aus dem späteren Vertrag hervorgeht oder anderweitig feststeht, dass die Vertragsparteien beabsichtigten, den Gegenstand durch den späteren Vertrag zu regeln, oder</p></item><item eId="art_59/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>die Bestimmungen des späteren Vertrags mit denen des früheren Vertrags in solchem Masse unvereinbar sind, dass die beiden Verträge eine gleichzeitige Anwendung nicht zulassen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_59/para_2"><num>(2)</num><content><p>Der frühere Vertrag gilt als nur suspendiert, wenn eine solche Absicht der Vertragsparteien aus dem späteren Vertrag hervorgeht oder anderweitig feststeht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_60"><num><b>Art. 60</b></num><heading>Beendigung oder Suspendierung eines Vertrags <br/>infolge Vertragsverletzung</heading><paragraph eId="art_60/para_1"><num>(1)</num><content><p>Eine erhebliche Verletzung eines zweiseitigen Vertrags durch eine Vertragspartei berechtigt die andere Vertragspartei, die Vertragsverletzung als Grund für die Beendigung des Vertrags oder für seine gänzliche oder teilweise Suspendierung geltend zu machen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_60/para_2"><num>(2)</num><content><p>Eine erhebliche Verletzung eines mehrseitigen Vertrags durch eine Vertragspartei</p><blockList><item eId="art_60/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>berechtigt die anderen Vertragsparteien, einvernehmlich den Vertrag ganz oder teilweise zu suspendieren oder ihn zu beenden</p><blockList><item eId="art_60/para_2/lbl_a/lbl_i"><num>i) </num><p>entweder im Verhältnis zwischen ihnen und dem vertragsbrüchigen Staat</p></item><item eId="art_60/para_2/lbl_a/lbl_ii"><num>ii) </num><p>oder zwischen allen Vertragsparteien;</p></item></blockList></item><item eId="art_60/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>berechtigt eine durch die Vertragsverletzung besonders betroffene Vertragspartei, die Verletzung als Grund für die gänzliche oder teilweise Suspendierung des Vertrags im Verhältnis zwischen ihr und dem vertragsbrüchigen Staat geltend zu machen;</p></item><item eId="art_60/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>berechtigt jede Vertragspartei ausser dem vertragsbrüchigen Staat, die Vertragsverletzung als Grund für die gänzliche oder teilweise Suspendierung des Vertrags in Bezug auf sich selbst geltend zu machen, wenn der Vertrag so beschaffen ist, dass eine erhebliche Verletzung seiner Bestimmungen durch eine Vertragspartei die Lage jeder Vertragspartei hinsichtlich der weiteren Erfüllung ihrer Vertragsverpflichtungen grundlegend ändert.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_60/para_3"><num>(3)</num><content><p>Eine erhebliche Verletzung im Sinne dieses Artikels liegt</p><blockList><item eId="art_60/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>in einer nach diesem Übereinkommen nicht zulässigen Ablehnung des Vertrags oder</p></item><item eId="art_60/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>in der Verletzung einer für die Erreichung des Vertragsziels oder des Vertragszwecks wesentlichen Bestimmung.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_60/para_4"><num>(4)</num><content><p>Die Absätze 1 bis 3 lassen die Vertragsbestimmungen unberührt, die bei einer Verletzung des Vertrags anwendbar sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_60/para_5"><num>(5)</num><content><p>Die Absätze 1 bis 3 finden keine Anwendung auf Bestimmungen über den Schutz der menschlichen Person in Verträgen humanitärer Art, insbesondere auf Bestimmungen zum Verbot von Repressalien jeder Art gegen die durch derartige Verträge geschützten Personen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_61"><num><b>Art. 61</b></num><heading>Nachträgliche Unmöglichkeit der Erfüllung</heading><paragraph eId="art_61/para_1"><num>(1)</num><content><p>Eine Vertragspartei kann die Unmöglichkeit der Vertragserfüllung als Grund für die Beendigung des Vertrags oder den Rücktritt vom Vertrag geltend machen, wenn sich die Unmöglichkeit aus dem endgültigen Verschwinden oder der Vernichtung eines zur Ausführung des Vertrags unerlässlichen Gegenstandes ergibt. Eine vorübergehende Unmöglichkeit kann nur als Grund für die Suspendierung des Vertrags geltend gemacht werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_61/para_2"><num>(2)</num><content><p>Eine Vertragspartei kann die Unmöglichkeit der Vertragserfüllung nicht als Grund für die Beendigung des Vertrags, den Rücktritt vom Vertrag oder seine Suspendierung geltend machen, wenn sie die Unmöglichkeit durch die Verletzung einer Vertragsverpflichtung oder einer sonstigen, gegenüber einer anderen Vertragspartei bestehenden internationalen Verpflichtung selbst herbeigeführt hat.</p></content></paragraph></article><article eId="art_62"><num><b>Art. 62</b></num><heading>Grundlegende Änderung der Umstände</heading><paragraph eId="art_62/para_1"><num>(1)</num><content><p>Eine grundlegende Änderung der beim Vertragsabschluss gegebenen Umstände, die von den Vertragsparteien nicht vorausgesehen wurde, kann nicht als Grund für die Beendigung des Vertrags oder den Rücktritt von ihm geltend gemacht werden, es sei denn</p><blockList><item eId="art_62/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>das Vorhandensein jener Umstände bildete eine wesentliche Grundlage für die Zustimmung der Vertragsparteien, durch den Vertrag gebunden zu sein, und</p></item><item eId="art_62/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>die Änderung der Umstände würde das Ausmass der auf Grund des Vertrags noch zu erfüllenden Verpflichtungen tief greifend umgestalten.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_62/para_2"><num>(2)</num><content><p>Eine grundlegende Änderung der Umstände kann nicht als Grund für die Beendigung des Vertrags oder den Rücktritt von ihm geltend gemacht werden,</p><blockList><item eId="art_62/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn der Vertrag eine Grenze festlegt oder</p></item><item eId="art_62/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>wenn die Vertragspartei, welche die grundlegende Änderung der Umstände geltend macht, diese durch Verletzung einer Vertragsverpflichtung oder einer sonstigen, gegenüber einer anderen Vertragspartei bestehenden internationalen Verpflichtung selbst herbeigeführt hat.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_62/para_3"><num>(3)</num><content><p>Kann eine Vertragspartei nach Absatz 1 oder 2 eine grundlegende Änderung der Umstände als Grund für die Beendigung des Vertrags oder den Rücktritt von ihm geltend machen, so kann sie die Änderung auch als Grund für die Suspendierung des Vertrags geltend machen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_63"><num><b>Art. 63</b></num><heading>Abbruch der diplomatischen oder konsularischen Beziehungen</heading><paragraph eId="art_63/para"><content><p>Der Abbruch der diplomatischen oder konsularischen Beziehungen zwischen Parteien eines Vertrags lässt die zwischen ihnen durch den Vertrag begründeten Rechtsbeziehungen unberührt, es sei denn, das Bestehen diplomatischer oder konsularischer Beziehungen ist für die Anwendung des Vertrags unerlässlich.</p></content></paragraph></article><article eId="art_64"><num><b>Art. 64</b></num><heading>Entstehung einer neuen zwingenden Norm des allgemeinen <br/>Völkerrechts <i>(ius cogens)</i></heading><paragraph eId="art_64/para"><content><p>Entsteht eine neue zwingende Norm des allgemeinen Völkerrechts, so wird jeder zu dieser Norm im Widerspruch stehende Vertrag nichtig und erlischt.</p></content></paragraph></article></section><section eId="part_V/sec_4"><num>Abschnitt 4 </num><heading>Verfahren</heading><article eId="art_65"><num><b>Art. 65</b></num><heading>Verfahren bei Ungültigkeit oder Beendigung eines Vertrags, beim Rücktritt von einem Vertrag oder bei Suspendierung eines Vertrags</heading><paragraph eId="art_65/para_1"><num>(1)</num><content><p>Macht eine Vertragspartei auf Grund dieses Übereinkommens entweder einen Mangel in ihrer Zustimmung, durch einen Vertrag gebunden zu sein, oder einen Grund zur Anfechtung der Gültigkeit eines Vertrags, zu seiner Beendigung, zum Rücktritt vom Vertrag oder zu seiner Suspendierung geltend, so hat sie den anderen Vertragsparteien ihren Anspruch zu notifizieren. In der Notifikation sind die in Bezug auf den Vertrag beabsichtigte Massnahme und die Gründe dafür anzugeben.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_65/para_2"><num>(2)</num><content><p>Erhebt innerhalb einer Frist, die – ausser in besonders dringenden Fällen – nicht weniger als drei Monate nach Empfang der Notifikation beträgt, keine Vertragspartei Einspruch, so kann die notifizierende Vertragspartei in der in Artikel 67 vorgesehenen Form die angekündigte Massnahme durchführen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_65/para_3"><num>(3)</num><content><p>Hat jedoch eine andere Vertragspartei Einspruch erhoben, so bemühen sich die Vertragsparteien um eine Lösung durch die in Artikel 33 der Charta der Vereinten Nationen genannten Mittel.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_65/para_4"><num>(4)</num><content><p>Die Absätze 1 bis 3 berühren nicht die Rechte oder Pflichten der Vertragsparteien auf Grund in Kraft befindlicher und für die Vertragsparteien verbindlicher Bestimmungen über die Beilegung von Streitigkeiten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_65/para_5"><num>(5)</num><content><p>Unbeschadet des Artikels 45 hindert der Umstand, dass ein Staat die nach Absatz 1 vorgeschriebene Notifikation noch nicht abgegeben hat, diesen nicht daran, eine solche Notifikation als Antwort gegenüber einer anderen Vertragspartei abzugeben, die Vertragserfüllung fordert oder eine Vertragsverletzung behauptet.</p></content></paragraph></article><article eId="art_66"><num><b>Art. 66</b></num><heading>Verfahren zur gerichtlichen oder schiedsgerichtlichen Beilegung oder zum Vergleich</heading><paragraph eId="art_66/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_66/para/listintro">Ist innerhalb von zwölf Monaten nach Erhebung eines Einspruchs keine Lösung nach Artikel 65 Absatz 3 erzielt worden, so sind folgende Verfahren anzuwenden:</listIntroduction><item eId="art_66/para/lbl_a"><num>a) </num><p>jede Partei einer Streitigkeit über die Anwendung oder Auslegung des Artikels 53 oder 64 kann die Streitigkeit durch eine Klageschrift dem Internationalen Gerichtshof zur Entscheidung unterbreiten, sofern die Parteien nicht vereinbaren, die Streitigkeit einem Schiedsverfahren zu unterwerfen;</p></item><item eId="art_66/para/lbl_b"><num>b) </num><p>jede Partei einer Streitigkeit über die Anwendung oder Auslegung eines sonstigen Artikels des Teiles V dieses Übereinkommens kann das im Anhang zu dem Übereinkommen bezeichnete Verfahren durch einen diesbezüglichen Antrag an den Generalsekretär der Vereinten Nationen einleiten.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_67"><num><b>Art. 67</b></num><heading>Urkunden zur Ungültigerklärung oder Beendigung eines Vertrags, zum Rücktritt von einem Vertrag oder zur Suspendierung eines <br/>Vertrags</heading><paragraph eId="art_67/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die Notifikation nach Artikel 65 Absatz 1 bedarf der Schriftform.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_67/para_2"><num>(2)</num><content><p>Eine Handlung, durch die ein Vertrag auf Grund seiner Bestimmungen oder nach Artikel 65 Absatz 2 oder 3 dieses Übereinkommens für ungültig erklärt oder beendet wird, durch die der Rücktritt vom Vertrag erklärt oder dieser suspendiert wird, ist durch eine den anderen Vertragsparteien zu übermittelnde Urkunde vorzunehmen. Ist die Urkunde nicht vom Staatsoberhaupt, Regierungschef oder Aussenminister unterzeichnet, so kann der Vertreter des die Urkunde übermittelnden Staates aufgefordert werden, seine Vollmacht vorzulegen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_68"><num><b>Art. 68</b></num><heading>Rücknahme von Notifikationen und Urkunden <br/>nach den Artikeln 65 und 67</heading><paragraph eId="art_68/para"><content><p>Eine Notifikation oder eine Urkunde nach den Artikeln 65 und 67 kann jederzeit zurückgenommen werden, bevor sie wirksam wird.</p></content></paragraph></article></section><section eId="part_V/sec_5"><num>Abschnitt 5 </num><heading>Folgen der Ungültigkeit, der Beendigung oder der Suspendierung<br/>eines Vertrags</heading><article eId="art_69"><num><b>Art. 69</b></num><heading>Folgen der Ungültigkeit eines Vertrags</heading><paragraph eId="art_69/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ein Vertrag, dessen Ungültigkeit auf Grund dieses Übereinkommens festgestellt wird, ist nichtig. Die Bestimmungen eines nichtigen Vertrags haben keine rechtliche Gültigkeit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_69/para_2"><num>(2)</num><content><p>Sind jedoch, gestützt auf einen solchen Vertrag, Handlungen vorgenommen worden,</p><blockList><item eId="art_69/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>so kann jede Vertragspartei von jeder anderen Vertragspartei verlangen, dass diese in ihren gegenseitigen Beziehungen soweit wie möglich die Lage wiederherstellt, die bestanden hätte, wenn die Handlungen nicht vorgenommen worden wären;</p></item><item eId="art_69/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>so werden Handlungen, die vor Geltendmachung der Ungültigkeit in gutem Glauben vorgenommen wurden, nicht schon durch die Ungültigkeit des Vertrags rechtswidrig.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_69/para_3"><num>(3)</num><content><p>In den Fällen des Artikels 49, 50, 51 oder 52 findet Absatz 2 keine Anwendung in Bezug auf die Vertragspartei, welcher der Betrug, die Bestechung oder der Zwang zuzurechnen ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_69/para_4"><num>(4)</num><content><p>Ist die Zustimmung eines bestimmten Staates, durch einen mehrseitigen Vertrag gebunden zu sein, mit einem Mangel behaftet, so finden die Absätze 1 bis 3 im Verhältnis zwischen diesem Staat und den Vertragsparteien Anwendung.</p></content></paragraph></article><article eId="art_70"><num><b>Art. 70</b></num><heading>Folgen der Beendigung eines Vertrags</heading><paragraph eId="art_70/para_1"><num>(1)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_70/para_1/listintro">Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht oder die Vertragsparteien nichts anderes vereinbaren, hat die nach den Bestimmungen des Vertrags oder nach diesem Übereinkommen eingetretene Beendigung des Vertrags folgende Wirkungen:</listIntroduction><item eId="art_70/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>sie befreit die Vertragsparteien von der Verpflichtung, den Vertrag weiterhin zu erfüllen;</p></item><item eId="art_70/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>sie berührt nicht die vor Beendigung des Vertrags durch dessen Durchführung begründeten Rechte und Pflichten der Vertragsparteien und ihre dadurch geschaffene Rechtslage.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_70/para_2"><num>(2)</num><content><p>Kündigt ein Staat einen mehrseitigen Vertrag oder tritt er von ihm zurück, so gilt Absatz 1 in den Beziehungen zwischen diesem Staat und jeder anderen Vertragspartei vom Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Kündigung oder des Rücktritts an.</p></content></paragraph></article><article eId="art_71"><num><b>Art. 71</b></num><heading>Folgen der Ungültigkeit eines Vertrags, der im Widerspruch <br/>zu einer zwingenden Norm des allgemeinen Völkerrechts steht</heading><paragraph eId="art_71/para_1"><num>(1)</num><content><p>Im Fall eines nach Artikel 53 nichtigen Vertrags haben die Vertragsparteien</p><blockList><item eId="art_71/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>soweit wie möglich die Folgen von Handlungen zu beseitigen, die, gestützt auf eine zu der zwingenden Norm des allgemeinen Völkerrechts im Widerspruch stehende Bestimmung, vorgenommen wurden, und</p></item><item eId="art_71/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>ihre gegenseitigen Beziehungen mit der zwingenden Norm des allgemeinen Völkerrechts in Einklang zu bringen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_71/para_2"><num>(2)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_71/para_2/listintro">Im Fall eines Vertrags, der nach Artikel 64 nichtig wird und erlischt, hat die Beendigung folgende Wirkungen:</listIntroduction><item eId="art_71/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>Sie befreit die Vertragsparteien von der Verpflichtung, den Vertrag weiterhin zu erfüllen;</p></item><item eId="art_71/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>sie berührt nicht die vor Beendigung des Vertrags begründeten Rechte und Pflichten der Vertragsparteien und ihre dadurch geschaffene Rechtslage; solche Rechte, Pflichten und Rechtslagen dürfen danach jedoch nur insoweit aufrechterhalten werden, als ihre Aufrechterhaltung als solche nicht im Widerspruch zu der neuen zwingenden Norm des allgemeinen Völkerrechts steht.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_72"><num><b>Art. 72</b></num><heading>Folgen der Suspendierung eines Vertrags</heading><paragraph eId="art_72/para_1"><num>(1)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_72/para_1/listintro">Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht oder die Vertragsparteien nichts anderes vereinbaren, hat die nach den Bestimmungen des Vertrags oder nach diesem Übereinkommen erfolgte Suspendierung des Vertrags folgende Wirkungen:</listIntroduction><item eId="art_72/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>sie befreit die Vertragsparteien, zwischen denen der Vertrag suspendiert ist, in ihren gegenseitigen Beziehungen während der Suspendierung von der Verpflichtung, den Vertrag zu erfüllen;</p></item><item eId="art_72/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>sie berührt anderweitig die durch den Vertrag zwischen den Vertragsparteien begründeten Rechtsbeziehungen nicht.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_72/para_2"><num>(2)</num><content><p>Während der Suspendierung haben sich die Vertragsparteien aller Handlungen zu enthalten, die der Wiederanwendung des Vertrags entgegenstehen könnten.</p></content></paragraph></article></section></part><part eId="part_VI"><num>Teil VI </num><heading>Verschiedene Bestimmungen</heading><article eId="art_73"><num><b>Art. 73</b></num><heading>Fälle der Staatennachfolge, der Verantwortlichkeit der Staaten und des Ausbruchs von Feindseligkeiten</heading><paragraph eId="art_73/para"><content><p>Dieses Übereinkommen lässt Fragen unberührt, die sich hinsichtlich eines Vertrags aus der Nachfolge von Staaten, aus der völkerrechtlichen Verantwortlichkeit eines Staates oder aus dem Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen Staaten ergeben können.</p></content></paragraph></article><article eId="art_74"><num><b>Art. 74</b></num><heading>Diplomatische und konsularische Beziehungen und der Abschluss von Verträgen</heading><paragraph eId="art_74/para"><content><p>Der Abbruch oder das Fehlen diplomatischer oder konsularischer Beziehungen zwischen zwei oder mehr Staaten steht dem Abschluss von Verträgen zwischen diesen Staaten nicht entgegen. Der Abschluss eines Vertrags ist als solcher ohne Wirkung in Bezug auf diplomatische oder konsularische Beziehungen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_75"><num><b>Art. 75</b></num><heading>Fall eines Angreiferstaats</heading><paragraph eId="art_75/para"><content><p>Dieses Übereinkommen berührt keine mit einem Vertrag zusammenhängenden Verpflichtungen, welche sich für einen Angreiferstaat infolge von Massnahmen ergeben können, die auf den Angriff des betreffenden Staates hin im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen getroffen wurden.</p></content></paragraph></article></part><part eId="part_VII"><num>Teil VII </num><heading>Verwahrer, Notifikationen, Berichtigungen und Registrierung</heading><article eId="art_76"><num><b>Art. 76</b></num><heading>Verwahrer von Verträgen</heading><paragraph eId="art_76/para_1"><num>(1)</num><content><p>Der Verwahrer eines Vertrags kann von den Verhandlungsstaaten im Vertrag selbst oder in sonstiger Weise bestimmt werden. Einzelne oder mehrere Staaten, eine internationale Organisation oder der leitende Verwaltungsbeamte einer internationalen Organisation können Verwahrer sein.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_76/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Aufgaben des Verwahrers haben internationalen Charakter; der Verwahrer ist verpflichtet, diese Aufgaben unparteiisch wahrzunehmen. Insbesondere wird diese Verpflichtung nicht davon berührt, dass ein Vertrag zwischen einzelnen Vertragsparteien nicht in Kraft getreten ist oder dass zwischen einem Staat und einem Verwahrer über die Erfüllung von dessen Aufgaben Meinungsverschiedenheiten aufgetreten sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_77"><num><b>Art. 77</b></num><heading>Aufgaben des Verwahrers</heading><paragraph eId="art_77/para_1"><num>(1)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_77/para_1/listintro">Sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht oder die Vertragsstaaten nichts anderes vereinbaren, hat ein Verwahrer insbesondere folgende Aufgaben:</listIntroduction><item eId="art_77/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>Die Urschrift des Vertrags und die dem Verwahrer übergebenen Vollmachten zu verwahren;</p></item><item eId="art_77/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>beglaubigte Abschriften der Urschrift sowie weitere Texte des Vertrags in den nach dem Vertrag erforderlichen zusätzlichen Sprachen zu erstellen und sie den Vertragsparteien und den Staaten zu übermitteln, die berechtigt sind, Vertragsparteien zu werden;</p></item><item eId="art_77/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>Unterzeichnungen des Vertrags entgegenzunehmen sowie alle sich auf den Vertrag beziehenden Urkunden, Notifikationen und Mitteilungen entgegenzunehmen und zu verwahren;</p></item><item eId="art_77/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>zu prüfen, ob die Unterzeichnung und jede sich auf den Vertrag beziehende Urkunde, Notifikation oder Mitteilung in guter und gehöriger Form sind, und, falls erforderlich, den betreffenden Staat darauf aufmerksam zu machen;</p></item><item eId="art_77/para_1/lbl_e"><num>e) </num><p>die Vertragsparteien sowie die Staaten, die berechtigt sind, Vertragsparteien zu werden, von Handlungen, Notifikationen und Mitteilungen zu unterrichten, die sich auf den Vertrag beziehen;</p></item><item eId="art_77/para_1/lbl_f"><num>f) </num><p>die Staaten, die berechtigt sind, Vertragsparteien zu werden, von dem Zeitpunkt zu unterrichten, zu dem die für das Inkrafttreten des Vertrags erforderliche Anzahl von Unterzeichnungen oder von Ratifikations‑, Annahme‑, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunden vorliegt oder hinterlegt wurde;</p></item><item eId="art_77/para_1/lbl_g"><num>g) </num><p>den Vertrag beim Sekretariat der Vereinten Nationen registrieren zu lassen;</p></item><item eId="art_77/para_1/lbl_h"><num>h) </num><p>die in anderen Bestimmungen dieses Übereinkommens bezeichneten Aufgaben zu erfüllen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_77/para_2"><num>(2)</num><content><p>Treten zwischen einem Staat und dem Verwahrer über die Erfüllung von dessen Aufgaben Meinungsverschiedenheiten auf, so macht dieser die Unterzeichnerstaaten und die Vertragsstaaten oder, wenn angebracht, das zuständige Organ der internationalen Organisation darauf aufmerksam.</p></content></paragraph></article><article eId="art_78"><num><b>Art. 78</b></num><heading>Notifikationen und Mitteilungen</heading><paragraph eId="art_78/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_78/para/listintro">Sofern der Vertrag oder dieses Übereinkommen nichts anderes vorsieht, gilt für Notifikationen und Mitteilungen, die ein Staat auf Grund dieses Übereinkommens abzugeben hat, folgendes:</listIntroduction><item eId="art_78/para/lbl_a"><num>a) </num><p>ist kein Verwahrer vorhanden, so sind sie unmittelbar den Staaten zu übersenden, für die sie bestimmt sind; ist ein Verwahrer vorhanden, so sind sie diesem zu übersenden;</p></item><item eId="art_78/para/lbl_b"><num>b) </num><p>sie gelten erst dann als von dem betreffenden Staat abgegeben, wenn sie – je nach Lage des Falles – der Staat, dem sie übermittelt werden, oder der Verwahrer empfangen hat;</p></item><item eId="art_78/para/lbl_c"><num>c) </num><p>werden sie einem Verwahrer übermittelt, so gelten sie erst in dem Zeitpunkt als von dem Staat, für den sie bestimmt sind, empfangen, zu dem dieser nach Artikel 77 Absatz 1 Buchstabe e von dem Verwahrer unterrichtet wurde.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_79"><num><b>Art. 79</b></num><heading>Berichtigung von Fehlern im Text oder in den beglaubigten <br/>Abschriften von Verträgen</heading><paragraph eId="art_79/para_1"><num>(1)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_79/para_1/listintro">Kommen die Unterzeichnerstaaten und die Vertragsstaaten nach Festlegung des authentischen Textes eines Vertrags übereinstimmend zu der Ansicht, dass er einen Fehler enthält, so wird dieser, sofern die genannten Staaten nicht ein anderes Verfahren zur Berichtigung beschliessen, wie folgt berichtigt:</listIntroduction><item eId="art_79/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>Der Text wird entsprechend berichtigt und die Berichtigung von gehörig ermächtigten Vertretern paraphiert;</p></item><item eId="art_79/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>über die vereinbarte Berichtigung wird eine Urkunde errichtet oder werden mehrere Urkunden ausgetauscht oder</p></item><item eId="art_79/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>ein berichtigter Text des gesamten Vertrags wird nach demselben Verfahren hergestellt wie der ursprüngliche Text.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_79/para_2"><num>(2)</num><content><p>Ist für einen Vertrag ein Verwahrer vorhanden, so notifiziert dieser den Unterzeichnerstaaten und den Vertragsstaaten den Fehler und den Berichtigungsvorschlag und setzt eine angemessene Frist, innerhalb welcher Einspruch gegen die vorgeschlagene Berichtigung erhoben werden kann. Ist nach Ablauf dieser Frist</p><blockList><item eId="art_79/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>kein Einspruch erhoben worden, so nimmt der Verwahrer die Berichtigung am Text vor und paraphiert sie; ferner fertigt er eine Niederschrift über die Berichtigung an und übermittelt von dieser je eine Abschrift den Vertragsparteien und den Staaten, die berechtigt sind, Vertragsparteien zu werden;</p></item><item eId="art_79/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>Einspruch erhoben worden, so teilt der Verwahrer den Unterzeichnerstaaten und den Vertragsstaaten den Einspruch mit.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_79/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die Absätze 1 und 2 finden auch Anwendung, wenn der Text in zwei oder mehr Sprachen als authentisch festgelegt wurde und sich ein Mangel an Übereinstimmung herausstellt, der nach einhelliger Auffassung der Unterzeichnerstaaten und der Vertragsstaaten behoben werden soll.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_79/para_4"><num>(4)</num><content><p>Der berichtigte Text tritt <i>ab initio</i> an die Stelle des mangelhaften Textes, sofern die Unterzeichnerstaaten und die Vertragsstaaten nichts anderes beschliessen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_79/para_5"><num>(5)</num><content><p>Die Berichtigung des Textes eines registrierten Vertrags ist dem Sekretariat der Vereinten Nationen zu notifizieren.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_79/para_6"><num>(6)</num><content><p>Wird in einer beglaubigten Abschrift eines Vertrags ein Fehler festgestellt, so fertigt der Verwahrer eine Niederschrift über die Berichtigung an und übermittelt den Unterzeichnerstaaten und den Vertragsstaaten von dieser je eine Abschrift.</p></content></paragraph></article><article eId="art_80"><num><b>Art. 80</b></num><heading>Registrierung und Veröffentlichung von Verträgen</heading><paragraph eId="art_80/para_1"><num>(1)</num><content><p>Verträge werden nach ihrem Inkrafttreten dem Sekretariat der Vereinten Nationen zur Registrierung beziehungsweise Aufnahme in die Akten (filing and recording) und zur Veröffentlichung übermittelt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_80/para_2"><num>(2)</num><content><p>Ist ein Verwahrer bestimmt, so gilt er als befugt, die in Absatz 1 genannten Handlungen vorzunehmen.</p></content></paragraph></article></part><part eId="part_VIII"><num>Teil VIII </num><heading>Schlussbestimmungen</heading><article eId="art_81"><num><b>Art. 81</b></num><heading>Unterzeichnung</heading><paragraph eId="art_81/para"><content><p>Dieses Übereinkommen liegt für alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, einer ihrer Sonderorganisationen oder der Internationalen Atomenergie-Organisation, für Vertragsparteien des Statuts des Internationalen Gerichtshofs und für jeden anderen Staat, den die Generalversammlung der Vereinten Nationen einlädt, Vertragspartei des Übereinkommens zu werden, wie folgt zur Unterzeichnung auf: bis zum 30. November 1969 im Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Österreich und danach bis zum 30. April 1970 am Sitz der Vereinten Nationen in New York.</p></content></paragraph></article><article eId="art_82"><num><b>Art. 82</b></num><heading>Ratifikation</heading><paragraph eId="art_82/para"><content><p>Dieses Übereinkommen bedarf der Ratifikation. Die Ratifikationsurkunden werden beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_83"><num><b>Art. 83</b></num><heading>Beitritt</heading><paragraph eId="art_83/para"><content><p>Dieses Übereinkommen steht jedem Staat zum Beitritt offen, der einer der in Artikel 81 bezeichneten Kategorien angehört. Die Beitrittsurkunden werden beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_84"><num><b>Art. 84</b></num><heading>Inkrafttreten</heading><paragraph eId="art_84/para_1"><num>(1)</num><content><p>Dieses Übereinkommen tritt am dreissigsten Tag nach Hinterlegung der fünfunddreissigsten Ratifikations- oder Beitrittsurkunde in Kraft.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_84/para_2"><num>(2)</num><content><p>Für jeden Staat, der nach Hinterlegung der fünfunddreissigsten Ratifikations- oder Beitrittsurkunde das Übereinkommen ratifiziert oder ihm beitritt, tritt es am dreissigsten Tag nach Hinterlegung seiner eigenen Ratifikations- oder Beitritts-urkunde in Kraft.</p></content></paragraph></article><article eId="art_85"><num><b>Art. 85</b></num><heading>Authentische Texte</heading><paragraph eId="art_85/para"><content><p>Die Urschrift dieses Übereinkommens, dessen chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, wird beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt.</p></content></paragraph></article></part><signature><p><i>Zu Urkund dessen </i>haben die unterzeichneten, von ihren Regierungen hierzu gehörig befugten Bevollmächtigten dieses Übereinkommen unterschrieben.</p><p>Geschehen zu Wien am 23. Mai 1969.</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">(Es folgen die Unterschriften)</p></signature></body><components><component><doc name="annex"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508"/><FRBRdate date="1969-05-23" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1990-06-06" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2020-05-08" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.111"/><FRBRname xml:lang="de" value="Wiener Übereinkommen vom 23. Mai 1969 über das Recht der Verträge (mit Anhang)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Convention de Vienne du 23 mai 1969 sur le droit des traités (avec annexe)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Convenzione di Vienna del 23 maggio 1969 sul diritto dei trattati (con. All.)" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/de"/><FRBRdate date="1969-05-23" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1990-06-06" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2020-05-08" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/de/xml"/><FRBRdate date="1969-05-23" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1990-06-06" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2020-05-08" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml"/></FRBRManifestation></identification></meta><preface><container name="headerOfAnnex"><block name="heading">Anhang</block></container></preface><mainBody><p> (1)  Der Generalsekretär der Vereinten Nationen erstellt und führt ein Verzeichnis qualifizierter Juristen als Vermittler. Zu diesem Zweck wird jeder Staat, der Mitglied der Vereinten Nationen oder Vertragspartei dieses Übereinkommens ist, ersucht, zwei Vermittler zu ernennen, die Namen der so Ernannten bilden das Verzeichnis. Die Vermittler, einschliesslich der zur zeitweiligen Stellvertretung berufenen, werden für fünf Jahre ernannt; die Ernennung kann erneuert werden. Nach Ablauf der Zeit, für welche die Vermittler ernannt worden sind, nehmen diese weiterhin die Aufgaben wahr, für die sie nach Absatz 2 ausgewählt wurden.</p><p>(2)  Ist nach Artikel 66 ein Antrag beim Generalsekretär gestellt worden, so legt dieser die Streitigkeit einer Vergleichskommission vor, die sich wie folgt zusammensetzt:</p><p>Der Staat oder die Staaten, die eine der Streitparteien bilden, bestellen</p><blockList><item eId="lbl_a"><num>a) </num><p>einen Vermittler mit der Staatsangehörigkeit dieses Staates oder eines dieser Staaten, der aus dem in Absatz 1 genannten Verzeichnis ausgewählt werden kann, sowie</p></item><item eId="lbl_b"><num>b) </num><p>einen Vermittler, der nicht die Staatsangehörigkeit dieses Staates oder eines dieser Staaten besitzt und der aus dem Verzeichnis auszuwählen ist.</p></item></blockList><p>Der Staat oder die Staaten, welche die andere Streitpartei bilden, bestellen in derselben Weise zwei Vermittler. Die von den Parteien ausgewählten vier Vermittler sind innerhalb von sechzig Tagen zu bestellen, nachdem der Antrag beim Generalsekretär eingegangen ist.</p><p>Die vier Vermittler bestellen innerhalb von sechzig Tagen, nachdem der letzte von ihnen bestellt wurde, einen fünften Vermittler zum Vorsitzenden, der aus dem Verzeichnis auszuwählen ist.</p><p>Wird der Vorsitzende oder ein anderer Vermittler nicht innerhalb der oben hierfür vorgeschriebenen Frist bestellt, so wird er innerhalb von sechzig Tagen nach Ablauf der genannten Frist vom Generalsekretär bestellt. Der Generalsekretär kann eine der im Verzeichnis eingetragenen Personen oder ein Mitglied der Völkerrechtskommission zum Vorsitzenden ernennen. Sämtliche Fristen, innerhalb deren die Bestellungen vorzunehmen sind, können durch Vereinbarung zwischen den Streitparteien verlängert werden.</p><p>Wird die Stelle eines Vermittlers frei, so ist sie nach dem für die ursprüngliche Bestellung vorgeschriebenen Verfahren zu besetzen.</p><p>(3)  Die Vergleichskommission beschliesst ihr Verfahren. Mit Zustimmung der Streitparteien kann die Kommission jede Vertragspartei einladen, ihr ihre Ansichten schriftlich oder mündlich darzulegen. Entscheidungen und Empfehlungen der Kommission bedürfen der Mehrheit der fünf Mitglieder.</p><p>(4)  Die Kommission kann den Streitparteien Massnahmen aufzeigen, die eine gütliche Beilegung erleichtern könnten.</p><p>(5)  Die Kommission hört die Parteien, prüft die Ansprüche und Einwendungen und macht den Parteien Vorschläge mit dem Ziel einer gütlichen Beilegung der Streitigkeit.</p><p>(6)  Die Kommission erstattet innerhalb von zwölf Monaten nach ihrer Einsetzung Bericht. Der Bericht wird an den Generalsekretär gerichtet und den Streitparteien übermittelt. Der Bericht der Kommission, einschliesslich der darin niedergelegten Schlussfolgerungen über Tatsachen oder in Rechtsfragen, bindet die Parteien nicht und hat nur den Charakter von Empfehlungen, die den Parteien zur Prüfung vorgelegt werden, um eine gütliche Beilegung der Streitigkeit zu erleichtern.</p><p>(7)  Der Generalsekretär gewährt der Kommission jede Unterstützung und stellt ihr alle Einrichtungen zur Verfügung, deren sie bedarf. Die Kosten der Kommission werden von den Vereinten Nationen getragen.</p></mainBody></doc></component><component eId="scope_u1"><doc name="scope"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508"/><FRBRdate date="1969-05-23" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1990-06-06" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2020-05-08" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.111"/><FRBRname xml:lang="de" value="Wiener Übereinkommen vom 23. 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All.)" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/de"/><FRBRdate date="1969-05-23" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1990-06-06" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2020-05-08" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1990/1112_1112_1112/20200508/de/xml"/><FRBRdate date="1969-05-23" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1990-06-06" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="2020-05-08" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml"/></FRBRManifestation></identification></meta><preface><container name="headerOfAnnex"><block name="heading">Geltungsbereich am 8. Mai 2020<b><authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1990/1112_1112_1112" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1990</b> 1112</ref>, <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1991/815_815_815" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>1991</b> 815</ref>, <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1993/1902_1902_1902" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>1993</b> 1902</ref>, <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2003/605" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>2003</b> 4081</ref>, <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2006/204" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>2006</b> 1147</ref>, <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2009/208" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>2009</b> 1293</ref>, <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2012/408" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>2012</b> 3599</ref>, <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2015/127" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>2015</b> 745</ref>, <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2020/355" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>2020</b> 1789</ref>. Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (www.eda.admin.ch/vertraege).</p></authorialNote></b></block></container></preface><mainBody><table border="1"><tr><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/></tr><tr><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"><p>Vertragsstaaten</p></th><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"><p>Ratifikation</p><p>Beitritt (B)</p><p>Nachfolgeerklärung (N)</p></th><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"><p>Inkrafttreten</p></th><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/></tr><tr><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/></tr><tr><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/></tr><tr><td><p>Ägypten**</p></td><td><p>11. Februar</p></td><td><p>1982 B</p></td><td><p>13. März</p></td><td><p>1982</p></td></tr><tr><td><p>Albanien</p></td><td><p>27. Juni</p></td><td><p>2001 B</p></td><td><p>27. Juli</p></td><td><p>2001</p></td></tr><tr><td><p>Algerien* **</p></td><td><p>  8. November</p></td><td><p>1988 B</p></td><td><p>  8. Dezember</p></td><td><p>1988</p></td></tr><tr><td><p>Andorra</p></td><td><p>  5. April</p></td><td><p>2004 B</p></td><td><p>  5. Mai</p></td><td><p>2004</p></td></tr><tr><td><p>Argentinien*</p></td><td><p>  5. Dezember</p></td><td><p>1972</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Armenien*</p></td><td><p>17. Mai</p></td><td><p>2005 B</p></td><td><p>16. Juni</p></td><td><p>2005</p></td></tr><tr><td><p>Aserbaidschan</p></td><td><p>11. Januar</p></td><td><p>2018 B</p></td><td><p>10. Februar</p></td><td><p>2018</p></td></tr><tr><td><p>Australien</p></td><td><p>13. Juni</p></td><td><p>1974 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Barbados</p></td><td><p>24. Juni</p></td><td><p>1971</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Belarus*</p></td><td><p>  1. Mai</p></td><td><p>1986 B</p></td><td><p>31. Mai</p></td><td><p>1986</p></td></tr><tr><td><p>Belgien*</p></td><td><p>  1. September</p></td><td><p>1992 B</p></td><td><p>  1. Oktober</p></td><td><p>1992</p></td></tr><tr><td><p>Benin</p></td><td><p>  2. November</p></td><td><p>2017 B</p></td><td><p>  2. Dezember</p></td><td><p>2017</p></td></tr><tr><td><p>Bosnien und Herzegowina</p></td><td><p>  1. September</p></td><td><p>1993 N</p></td><td><p>  6. März</p></td><td><p>1992</p></td></tr><tr><td><p>Brasilien*</p></td><td><p>25. September</p></td><td><p>2009</p></td><td><p>25. Oktober</p></td><td><p>2009</p></td></tr><tr><td><p>Bulgarien</p></td><td><p>21. April</p></td><td><p>1987 B</p></td><td><p>21. Mai</p></td><td><p>1987</p></td></tr><tr><td><p>Burkina Faso</p></td><td><p>25. Mai</p></td><td><p>2006 B</p></td><td><p>24. Juni</p></td><td><p>2006</p></td></tr><tr><td><p>Chile* **</p></td><td><p>  9. April</p></td><td><p>1981</p></td><td><p>  9. Mai</p></td><td><p>1981</p></td></tr><tr><td><p>China*</p></td><td><p>  3. September</p></td><td><p>1997 B</p></td><td><p>  3. Oktober</p></td><td><p>1997</p></td></tr><tr><td><p>Costa Rica*</p></td><td><p>22. November</p></td><td><p>1996</p></td><td><p>22. Dezember</p></td><td><p>1996</p></td></tr><tr><td><p>Dänemark* **</p></td><td><p>  1. Juni</p></td><td><p>1976</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Deutschland* **</p></td><td><p>21. Juli</p></td><td><p>1987</p></td><td><p>20. August</p></td><td><p>1987</p></td></tr><tr><td><p>Dominikanische Republik</p></td><td><p>  1. April</p></td><td><p>2010 B</p></td><td><p>  1. Mai</p></td><td><p>2010</p></td></tr><tr><td><p>Ecuador*</p></td><td><p>11. Februar</p></td><td><p>2005</p></td><td><p>13. März</p></td><td><p>2005</p></td></tr><tr><td><p>Estland</p></td><td><p>21. Oktober</p></td><td><p>1991 B</p></td><td><p>20. November</p></td><td><p>1991</p></td></tr><tr><td><p>Finnland* **</p></td><td><p>19. August</p></td><td><p>1977</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Gabun</p></td><td><p>  5. November</p></td><td><p>2004 B</p></td><td><p>  5. Dezember</p></td><td><p>2004</p></td></tr><tr><td><p>Georgien</p></td><td><p>  8. Juni</p></td><td><p>1995 B</p></td><td><p>  8. Juli</p></td><td><p>1995</p></td></tr><tr><td><p>Griechenland</p></td><td><p>30. Oktober</p></td><td><p>1974 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Guatemala*</p></td><td><p>21. Juli</p></td><td><p>1997</p></td><td><p>20. August</p></td><td><p>1997</p></td></tr><tr><td><p>Guinea</p></td><td><p>16. September</p></td><td><p>2005 B</p></td><td><p>16. Oktober</p></td><td><p>2005</p></td></tr><tr><td><p>Guyana</p></td><td><p>15. September</p></td><td><p>2005</p></td><td><p>15. Oktober</p></td><td><p>2005</p></td></tr><tr><td><p>Haiti</p></td><td><p>25. August</p></td><td><p>1980 B</p></td><td><p>24. September</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Heiliger Stuhl</p></td><td><p>25. Februar</p></td><td><p>1977</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Honduras</p></td><td><p>20. September</p></td><td><p>1979</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Irland</p></td><td><p>  7. August</p></td><td><p>2006 B</p></td><td><p>  6. September</p></td><td><p>2006</p></td></tr><tr><td><p>Italien</p></td><td><p>25. Juli</p></td><td><p>1974</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Jamaika</p></td><td><p>28. Juli</p></td><td><p>1970</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Japan**</p></td><td><p>  2. Juli</p></td><td><p>1981 B</p></td><td><p>  1. August</p></td><td><p>1981</p></td></tr><tr><td><p>Kamerun</p></td><td><p>23. Oktober</p></td><td><p>1991 B</p></td><td><p>22. November</p></td><td><p>1991</p></td></tr><tr><td><p>Kanada* **</p></td><td><p>14. Oktober</p></td><td><p>1970 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Kasachstan</p></td><td><p>  5. Januar</p></td><td><p>1994 B</p></td><td><p>  4. Februar</p></td><td><p>1994</p></td></tr><tr><td><p>Kirgisistan</p></td><td><p>11. Mai</p></td><td><p>1999 B</p></td><td><p>10. Juni</p></td><td><p>1999</p></td></tr><tr><td><p>Kiribati</p></td><td><p>15. September</p></td><td><p>2005 B</p></td><td><p>15. Oktober</p></td><td><p>2005</p></td></tr><tr><td><p>Kolumbien*</p></td><td><p>10. April</p></td><td><p>1985</p></td><td><p>10. Mai</p></td><td><p>1985</p></td></tr><tr><td><p>Kongo (Brazzaville)</p></td><td><p>12. April</p></td><td><p>1982</p></td><td><p>12. Mai</p></td><td><p>1982</p></td></tr><tr><td><p>Kongo (Kinshasa)</p></td><td><p>25. Juli</p></td><td><p>1977 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Korea (Süd-)</p></td><td><p>27. April</p></td><td><p>1977</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Kroatien</p></td><td><p>12. Oktober</p></td><td><p>1992 N</p></td><td><p>  8. Oktober</p></td><td><p>1991</p></td></tr><tr><td><p>Kuba*</p></td><td><p>  9. September</p></td><td><p>1998 B</p></td><td><p>  9. Oktober</p></td><td><p>1998</p></td></tr><tr><td><p>Kuwait</p></td><td><p>11. November</p></td><td><p>1975 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Laos</p></td><td><p>31. März</p></td><td><p>1998 B</p></td><td><p>30. April</p></td><td><p>1998</p></td></tr><tr><td><p>Lesotho</p></td><td><p>  3. März</p></td><td><p>1972 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Lettland</p></td><td><p>  4. Mai</p></td><td><p>1993 B</p></td><td><p>  3. Juni</p></td><td><p>1993</p></td></tr><tr><td><p>Liberia</p></td><td><p>29. August</p></td><td><p>1985</p></td><td><p>28. September</p></td><td><p>1985</p></td></tr><tr><td><p>Libyen</p></td><td><p>22. Dezember</p></td><td><p>2008 B</p></td><td><p>21. Januar</p></td><td><p>2009</p></td></tr><tr><td><p>Liechtenstein</p></td><td><p>  8. Februar</p></td><td><p>1990 B</p></td><td><p>10. März</p></td><td><p>1990</p></td></tr><tr><td><p>Litauen</p></td><td><p>15. Januar</p></td><td><p>1992 B</p></td><td><p>14. Februar</p></td><td><p>1992</p></td></tr><tr><td><p>Luxemburg</p></td><td><p>25. Mai</p></td><td><p>2003</p></td><td><p>22. Juni</p></td><td><p>2003</p></td></tr><tr><td><p>Malawi</p></td><td><p>23. August</p></td><td><p>1983 B</p></td><td><p>22. September</p></td><td><p>1983</p></td></tr><tr><td><p>Malaysia</p></td><td><p>27. Juli</p></td><td><p>1994 B</p></td><td><p>26. August</p></td><td><p>1994</p></td></tr><tr><td><p>Malediven</p></td><td><p>14. September</p></td><td><p>2005 B</p></td><td><p>14. Oktober</p></td><td><p>2005</p></td></tr><tr><td><p>Mali</p></td><td><p>31. August</p></td><td><p>1998 B</p></td><td><p>30. September</p></td><td><p>1998</p></td></tr><tr><td><p>Malta</p></td><td><p>26. September</p></td><td><p>2012 B</p></td><td><p>26. Oktober</p></td><td><p>2012</p></td></tr><tr><td><p>Marokko*</p></td><td><p>26. September</p></td><td><p>1972</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Mauritius</p></td><td><p>18. Januar</p></td><td><p>1973 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Mexiko</p></td><td><p>25. September</p></td><td><p>1974</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Moldau</p></td><td><p>26. Januar</p></td><td><p>1993 B</p></td><td><p>25. Februar</p></td><td><p>1993</p></td></tr><tr><td><p>Mongolei*</p></td><td><p>16. Mai</p></td><td><p>1988 B</p></td><td><p>15. Juni</p></td><td><p>1988</p></td></tr><tr><td><p>Montenegro</p></td><td><p>23. Oktober</p></td><td><p>2006 N</p></td><td><p>  3. Juni</p></td><td><p>2006</p></td></tr><tr><td><p>Mosambik</p></td><td><p>  8. Mai</p></td><td><p>2001 B</p></td><td><p>  7. Juni</p></td><td><p>2001</p></td></tr><tr><td><p>Myanmar</p></td><td><p>16. September</p></td><td><p>1998 B</p></td><td><p>16. Oktober</p></td><td><p>1998</p></td></tr><tr><td><p>Nauru</p></td><td><p>  5. Mai</p></td><td><p>1978 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Neuseeland**</p></td><td><p>  4. August</p></td><td><p>1971</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Niederlande* **</p></td><td><p>  9. April</p></td><td><p>1985 B</p></td><td><p>  9. Mai</p></td><td><p>1985</p></td></tr><tr><td><p>Niger</p></td><td><p>27. Oktober</p></td><td><p>1971 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Nigeria</p></td><td><p>31. Juli</p></td><td><p>1969</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Nordmazedonien</p></td><td><p>  8. Juli</p></td><td><p>1999 N</p></td><td><p>17. November</p></td><td><p>1991</p></td></tr><tr><td><p>Oman*</p></td><td><p>18. Oktober</p></td><td><p>1990 B</p></td><td><p>17. November</p></td><td><p>1990</p></td></tr><tr><td><p>Österreich**</p></td><td><p>30. April</p></td><td><p>1979 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Palästina</p></td><td><p>  2. April</p></td><td><p>2014 B</p></td><td><p>  2. Mai</p></td><td><p>2014</p></td></tr><tr><td><p>Panama</p></td><td><p>28. Juli</p></td><td><p>1980 B</p></td><td><p>27. August</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Paraguay</p></td><td><p>  3. Februar</p></td><td><p>1972 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Peru*</p></td><td><p>14. September</p></td><td><p>2000</p></td><td><p>14. Oktober</p></td><td><p>2000</p></td></tr><tr><td><p>Philippinen</p></td><td><p>15. November</p></td><td><p>1972</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Polen</p></td><td><p>  2. Juli</p></td><td><p>1990 B</p></td><td><p>  1. August</p></td><td><p>1990</p></td></tr><tr><td><p>Portugal*</p></td><td><p>  6. Februar</p></td><td><p>2004 B</p></td><td><p>  7. März</p></td><td><p>2004</p></td></tr><tr><td><p>Ruanda</p></td><td><p>  3. Januar</p></td><td><p>1980 B</p></td><td><p>  2. Februar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Russland*</p></td><td><p>29. April</p></td><td><p>1986 B</p></td><td><p>29. Mai</p></td><td><p>1986</p></td></tr><tr><td><p>Salomoninseln</p></td><td><p>  9. August</p></td><td><p>1989 B</p></td><td><p>  8. September</p></td><td><p>1989</p></td></tr><tr><td><p>Saudi-Arabien*</p></td><td><p>14. April</p></td><td><p>2003 B</p></td><td><p>14. Mai</p></td><td><p>2003</p></td></tr><tr><td><p>Schweden**</p></td><td><p>  4. Februar</p></td><td><p>1975</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Schweiz</p></td><td><p>  7. Mai</p></td><td><p>1990 B</p></td><td><p>  6. Juni</p></td><td><p>1990</p></td></tr><tr><td><p>Senegal</p></td><td><p>11. April</p></td><td><p>1986 B</p></td><td><p>11. Mai</p></td><td><p>1986</p></td></tr><tr><td><p>Serbien</p></td><td><p>12. März</p></td><td><p>2001 N</p></td><td><p>27. April</p></td><td><p>1992</p></td></tr><tr><td><p>Slowakei</p></td><td><p>28. Mai</p></td><td><p>1993 N</p></td><td><p>  1. Januar</p></td><td><p>1993</p></td></tr><tr><td><p>Slowenien</p></td><td><p>  6. Juli</p></td><td><p>1992 N</p></td><td><p>25. Juni</p></td><td><p>1991</p></td></tr><tr><td><p>Spanien*</p></td><td><p>16. Mai</p></td><td><p>1972 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>St. Vincent und die Grenadinen</p></td><td><p>27. April</p></td><td><p>1999 B</p></td><td><p>27. Mai</p></td><td><p>1999</p></td></tr><tr><td><p>Sudan</p></td><td><p>18. April</p></td><td><p>1990</p></td><td><p>18. Mai</p></td><td><p>1990</p></td></tr><tr><td><p>Suriname</p></td><td><p>31. Januar</p></td><td><p>1991 B</p></td><td><p>  2. März</p></td><td><p>1991</p></td></tr><tr><td><p>Syrien*</p></td><td><p>  2. Oktober</p></td><td><p>1970 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Tadschikistan</p></td><td><p>  6. Mai</p></td><td><p>1996 B</p></td><td><p>  5. Juni</p></td><td><p>1996</p></td></tr><tr><td><p>Tansania*</p></td><td><p>12. April</p></td><td><p>1976 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Timor-Leste</p></td><td><p>  8. Januar</p></td><td><p>2013 B</p></td><td><p>  7. Februar</p></td><td><p>2013</p></td></tr><tr><td><p>Togo</p></td><td><p>28. Dezember</p></td><td><p>1979 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Tschechische Republik</p></td><td><p>22. Februar</p></td><td><p>1993 N</p></td><td><p>  1. Januar</p></td><td><p>1993</p></td></tr><tr><td><p>Tunesien*</p></td><td><p>23. Juni</p></td><td><p>1971 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Turkmenistan</p></td><td><p>  4. Januar</p></td><td><p>1996 B</p></td><td><p>  3. Februar</p></td><td><p>1996</p></td></tr><tr><td><p>Ukraine*</p></td><td><p>14. Mai</p></td><td><p>1986 B</p></td><td><p>13. Juni</p></td><td><p>1986</p></td></tr><tr><td><p>Ungarn</p></td><td><p>19. Juni</p></td><td><p>1987 B</p></td><td><p>19. Juli</p></td><td><p>1987</p></td></tr><tr><td><p>Uruguay</p></td><td><p>  5. März</p></td><td><p>1982</p></td><td><p>  4. April</p></td><td><p>1982</p></td></tr><tr><td><p>Usbekistan</p></td><td><p>12. Juli</p></td><td><p>1995 B</p></td><td><p>11. August</p></td><td><p>1995</p></td></tr><tr><td><p>Vereinigtes Königreich* **</p></td><td><p>25. Juni</p></td><td><p>1971</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Vietnam*</p></td><td><p>10. Oktober</p></td><td><p>2001 B</p></td><td><p>  9. November</p></td><td><p>2001</p></td></tr><tr><td><p>Zentralafrikanische Republik</p></td><td><p>10. Dezember</p></td><td><p>1971 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><td><p>Zypern</p></td><td><p>28. Dezember</p></td><td><p>1976 B</p></td><td><p>27. Januar</p></td><td><p>1980</p></td></tr><tr><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/></tr><tr><td colspan="5"><blockList><item><num>* </num><p>Vorbehalte und Erklärungen.</p></item><item><num>** </num><p>Einwendungen.</p></item><item><num/><p>Die Vorbehalte, Erklärungen und Einwendungen werden in der AS nicht veröffentlicht. Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite der Vereinten Nationen: http://treaties.un.org/ &gt; Enregistrement et Publication &gt; Recueil des Traités des Nations Unies eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, <br/></p><p>3003 Bern, bezogen werden.</p></item></blockList></td></tr></table></mainBody></doc></component></components></act></akomaNtoso>