<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2020-08-26-9C_479-2020.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9C_479/2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 26. August 2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. sozialrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Parrino, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterinnen Glanzmann, Moser-Szeless, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Oswald. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Alex Beeler, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Ausgleichskasse des Kantons Uri, </div> <div class="para">Dätwylerstrasse 11, 6460 Altdorf, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Ergänzungsleistung zur AHV/IV </div> <div class="para">(prozessuale Revision; Rückerstattung), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid </div> <div class="para">des Obergerichts des Kantons Uri </div> <div class="para">vom 3. Juli 2020 (OG V 19 36). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.a.</b> Die 1923 geborene B.A.________ bezog ab August 2011 bis zu ihrem Tod am 9. Dezember 2015 Ergänzungsleistungen. Mit Verfügung vom 10. Dezember 2015 legte die Ausgleichskasse des Kantons Uri (fortan: Ausgleichskasse) den Ergänzungsleistungsanspruch der Versicherten für die Jahre 2012 bis 2015 neu fest und forderte von B.A.________ in den Jahren 2012 und 2013 zu Unrecht bezogene Ergänzungsleistungen in Höhe von Fr. 7704.- zurück. Die Verfügung stellte sie deren bevollmächtigter Tochter A.A.________ zu, die Einsprache erhob. Die Ausgleichskasse wies die Einsprache mit Entscheid vom 30. Januar 2017 ab. Dieser wurde dem Rechtsvertreter von A.A.________ zugestellt. Die hiergegen erhobene Beschwerde der A.A.________ hiess das Obergericht des Kantons Uri mit Entscheid vom 16. März 2018 gut, weil die Beschwerdeführerin nicht als Vertreterin der Erbengemeinschaft gelte. Es hob den Einspracheentscheid auf und wies die Sache an die Ausgleichskasse zurück, damit diese einen neuen Einspracheentscheid erlasse und der Erbengemeinschaft korrekt eröffne. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.b.</b> Mit - an den Rechtsvertreter von A.A.________ sowie an C.A.________, D.A._______, E.A.________ und F.A.________ eröffnetem - Einspracheentscheid vom 22. Juni 2018 wies die Verwaltung die Einsprache erneut ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.c.</b> Das Obergericht des Kantons Uri trat mit Entscheid vom 1. Februar 2019 auf die von A.A.________ dagegen erhobene Beschwerde mangels Beschwerdelegitimation nicht ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.d.</b> Die hiergegen gerichtete Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten von A.A.________ hiess das Bundesgericht mit Urteil 9C_158/2019 vom 17. Mai 2019 gut. Es hob die vorinstanzliche Erkenntnis vom 1. Februar 2019 auf und wies die Sache zu materieller Entscheidung an das kantonale Gericht zurück. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Das Obergericht des Kantons Uri wies die Beschwerde mit Entscheid vom 3. Juli 2020 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">A.A.________ führt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, es sei der Entscheid des Obergerichts vom 3. Juli 2020 aufzuheben und von einer Rückforderung abzusehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG gerügt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>). Dennoch prüft es - offensichtliche Fehler vorbehalten - nur die in seinem Verfahren gerügten Rechtsmängel (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>) und kann ihre Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Verfahrensausgang entscheidend sein kann (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/105/2" type="start"></artref>Art. 105 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/97/1" type="end"></artref>; zum Ganzen vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=34&amp;from_date=24.08.2020&amp;to_date=12.09.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-V-57%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page57">BGE 145 V 57</a> E. 4 S. 61 f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Strittig ist, ob die Vorinstanz zu Recht die Entgeltlichkeit der durch die Beschwerdeführerin an ihre Mutter erbrachten Leistungen (Verpflegung, Wäsche, etc.) in den Jahren 2002 bis und mit 2009 verneint und mithin deren Verzicht auf eine Darlehensforderung in Höhe von Fr. 100'000.- gegenüber der Tochter als Vermögensverzicht (Art. 11Abs. 1 lit. g ELG) angerechnet hat. </div> <div class="para">Das Obergericht hat die massgeblichen rechtlichen Grundlagen zutreffend wiedergegeben, worauf verwiesen wird (<span class="artref">Art. 109 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Das kantonale Gericht stellte fest, es sei möglich, dass die Beschwerdeführerin Leistungen für ihre Mutter erbracht und diese als Dank bzw. Lohn dafür auf ihre Darlehensforderung gegenüber der Tochter verzichtet habe. Aufgrund der Akten sei allerdings anzunehmen, dass die Leistungen jahrelang unentgeltlich angeboten und angenommen geworden seien; erst am 8. Juli 2009 sei über Zeitaufwände für bis zu sieben Jahre zurückliegende Leistungen (vom 1. Januar 2002 bis zum 31. Dezember 2009) Rechnung gestellt worden. Damit werde der Nachweis für eine vereinbarte Entgeltlichkeit und damit eine rechtliche Verpflichtung zur Vergütung nicht erbracht. Auch steuerlich habe die Beschwerdeführerin (lediglich) den Darlehensverzicht ihrer Mutter in Höhe von Fr. 100'000.- als Vermögenszuwachs deklariert. Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, eine Rechtspflicht zur Bezahlung der von der Beschwerdeführerin in der Zeit vom 1. Januar 2002 bis zum 31. Dezember 2009 mutmasslich erbrachten Leistungen sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Die Voraussetzungen für eine Rückforderung gestützt auf <span class="artref">Art. 25 Abs. 1 ATSG</span> seien erfüllt, da die Verwaltung vom Vermögensverzicht der Erblasserin erst nachträglich Kenntnis erlangt habe. Demnach sei die Rückforderung von Ergänzungsleistungen für die Jahre 2012 und 2013 in Höhe von total Fr. 7704.- zu Recht erfolgt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, lässt die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen nicht als offensichtlich unrichtig erscheinen (E. 1 hiervor). Insbesondere begründet der Wille, sich nachträglich für erbrachte Pflegeleistungen erkenntlich zu zeigen, keineswegs deren Entgeltlichkeit (vgl. Urteil 9C_532/2019 vom 18. November 2019 E. 3.2.2). Falsch ist sodann die Auffassung, es wären gegenüber der Mutter entgeltlich erbrachte Pflegeleistungen nicht als Einkommen zu versteuern, weshalb aus der fehlenden steuerlichen Einkommensdeklaration nichts abzuleiten sei. Der von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang angerufene <span class="artref">Art. 24 lit. e DBG</span> betrifft Leistungen in Erfüllung familienrechtlicher Verpflichtungen. Als solche qualifizierte sich die Bezahlung einer Tochter für erbrachte Pflege- und Betreuungsleistungen offensichtlich nicht, handelte es sich dabei doch gerade um eine Gegenleistung für erbrachte Dienste, im Gegensatz zur ohne Gegenleistung geschuldeten Verwandtenunterstützung (Art. 328 f. ZGB). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet. Sie wird im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG</span> mit summarischer Begründung und unter Hinweis auf den angefochtenen Entscheid (<span class="artref">Art. 109 Abs. 3 BGG</span>) erledigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend trägt die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Obergericht des Kantons Uri, Verwaltungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 26. August 2020 </div> <div class="para">Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Parrino </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Oswald </div> </div></body></html>