A. Verwaltungsentscheide 1502 18 Wie bereits ausgeführt, wird für die Lagerung von Brennholz und Schnitzel kein Unterstand benötigt. Auch für die Lagerung von Maschinen ist kein U n- terstand im Wald erforderlich, da diese beim Hof gelagert werden kön nen. Auch aufgrund der im Wald fehlenden ebenen Fläche für die Lagerung von Holz, ist der Rekurrent nicht auf einen Geräte- und Holzunterstand ausserhalb der Bauzone angewiesen, womit zurecht auch keine raumplanerische Bewill i- gung für den Unterstand gemäss Art. 24 RPG erteilt worden ist. Departement Bau und Umwelt, 05.01.2011 1502 Strassenunterhalt. Winterdienst. Unterscheidung einer öffentlichen und e iner privaten Verkehrsanlage. Öffentlichkeit im konkreten Fall verneint. Aus den Erwägungen: 2.2 Die Unter scheidung – öffentliche oder private – Verkehrsanlage wird nach dem Strassenreglement der Gemeinde X in Art. 3 Abs. 3 und 4 des Strassenreglements (StrR) geregelt: Zu den öffentlichen Verkehrsanlagen zählen nach Abs. 3 die Gemeinde - und Korporationsstrasse n (lit. a), die Strassen und Wege mit öffentlichem Fahr- und Fusswegrecht (lit. b) sowie die Flurgenossenschaftsstrassen, die für den allgemeinen Ver kehr bestimmt sind (lit. c). Die Definition der öffentlichen Verkehrsanlagen stützt sich – wie in den meisten Gemeinden in Appenzell Ausserrhoden üblich – auf die übergeordne- te kantonale Regelung von Art. 156 Abs. 1 und 3 EG zum ZGB und stimmt mit dieser weitgehend überein. Als privat gelten demgegenüber alle übrigen A n- lagen, die nicht den öffentlic hen Verkehrsanlagen gemäss Abs. 3 zugeordnet werden können (Art. 3 Abs. 4 StrR). Damit nimmt der kommunale Gesetzg e- ber – wie der Gemeinderat X. zutreffend ausführt – eine abschliessende und lückenlose Beurteilung vor, welche Strassen, Wege, Treppen und Plätze als öffentlich respektiv als privat gelten. Die vom Rekurrenten vorgenommene I n- terpretation des kommunalen Strassenreglements überzeugt hingegen nicht: Zum einen ist kein sachlicher Grund ersichtlich, weshalb der kommunale G e- setzgeber weitere, über die abschliessende Aufzählung von Art. 3 Abs. 3 StrR hinausgehende Strassenkategorien als öffentliche Verkehrsanlagen e rklären sollte; die Begriffsdefinitionen nach Abs. 3 und 4 StrR wären wenig zwec k- dienlich, wenn die Frage der Öffentlichkeit einer Verkehrsanlage an and ere oder an zusätzliche als die in Art. 3 Abs. 3 StrR genannten Vorausse tzungen geknüpft würde. Auch aus Art. 4 i.V.m. Art. 10 ff. StrR geht hervor, dass der vom Rekurrenten zur Rechtfertigung sein es Anspruchs herangezogene Art. 13 StrR keine neue Kategori e von öffentlichen Verkehrsanlagen schafft: A. Verwaltungsentscheide 1502 19 Nach Art. 4 Abs. 1 StrR hat der Gemeinderat die (öffentlichen und privaten) Verkehrsanlagen aufgrund ihrer Funktion und Zweckbestimmung in einzel ne Strassenkategorien nach Art. 10 ff. StrR einzuteilen (zu klassie ren). Die Ei n- teilung der Verkehrsanlagen nach funktionalen Kriterien erfolgt somit erst, wenn der öffentliche oder private Status einer Verkehrsan lage nach Art. 3 Abs. 3 und 4 StrR feststeht. Die verschiedenen Strassenklassen geh en dabei abschliessend aus Art. 10 hervor: Danach werden die (öffentlichen und priv a- ten) Verkehrsanlagen eingeteilt in Sammelstrassen, Groberschliessung s- strassen, Feinerschliessungsstrassen, land - und forstwirtschaftliche G ü- terstrassen, Fusswege, Wanderwege und Treppen, öffentliche Plätze, öffentli- che Parkplätze sowie Privatstrassen. Nach Art. 10 i.V.m. Art. 11–17 StrR sind somit nur die öffentlichen Verkehrsanlagen i.S.v. Art. 3 Abs. 3 StrR in Sa m- melstrassen, Groberschliessungsstrassen etc. einzuteilen, nicht jedo ch die Privatstrassen nach Art. 3 Abs. 4 StrR. Letztere die nen nach Art. 18 StrR der Feinsterschliessung […] ab einer öffentlichen Verkehrsanlage (Sammel -, Grob-, Feinerschliessungsstrasse, öffentlicher Platz ). Damit gelten Strassen wie der O. W., die zwar die funktionalen Kriterien nach Art. 11 ff. StrR erfüllen, nicht jedoch die Voraussetzungen nach Art. 3 Abs. 3 StrR, nicht als öffentliche Verkehrsanlagen, sondern als Privatstrassen. 2.3 Ohnehin wird die Frage, ob eine Strasse als öffentlich gilt oder nicht, mit Inkrafttre ten des neuen Strassengesetzes (StrG; bGS 731.11), also seit dem 1. Februar 2010, alleine durch das kantonale Recht geregelt; für ko m- munale Regelungen besteht in diesem Bereich kein Raum mehr. Der mas s- gebende Art. 2 StrG, der die mit dem neuen Strassengese tz aufgehobene Bestimmung von Art. 156 EG zum ZGB (vgl. Art. 94 Abs. 5 StrG) sinngemäss ins kantonale Strassenrecht überführt, besagt in dessen A bs. 2, dass Pr i- vatstrassen erst dann zu öffentlichen Strassen werden, wenn sie mit der au s- drücklichen Zustimmung der Eigentümerin oder des Eigentümers oder durch die Errichtun g einer Dienstbarkeit nach Art. 781 ZGB zugunsten der Öffen t- lichkeit durch die zuständige Gemeindebehörde dem Gemeingebrauch g e- widmet („öffentlich er klärt“) werden (Art. 2 Abs. 2 StrG). Voraussetzung, dass eine Strasse im privaten Eigentum als öffentlich gilt, ist somit – wie übrigens auch ge mäss Art. 3 Abs. 3 lit. b StrR – einerseits die Verfügungsmacht des Gemeinwesens über die Strasse und andererseits die Widmung der Strasse zum Gemeingebrau ch durch das Gemeinwesen („Widmungsakt“). Das G e- meinwesen muss somit bei Strassen wie dem O . W., die sich im privaten E i- gentum befinden, die Zustimmung der Eigentümer zur Widmung einholen, wo- für entweder die ausdrückliche Zustimmung der Eigentümer oder ein e Dienst- barkeit i.S.v. Art. 781 ZGB ( sogenannte Gemeindedienstbarkeit) erforderlich ist (Art. 2 Abs. 2 StrG). Nachdem der Rekurrent selber zu erke nnen gibt, dass für den O . W. weder eine Gemeindedienstbarkeit noch sonst wie eine au s- drückliche Zustimmung zu r Widmung zum Gemeingebrauch vorliegt und o f- fenbar auch keine Widmung des O . W. zum Gemeingebrauch durch den G e-A. Verwaltungsentscheide 1503 20 meinderat X erfolgt ist, steht ein für alle Mal fest, dass der O . W. nicht als ö f- fentliche Strasse im Sinne des Strassengesetzes und somit auch n icht als öf- fentliche Verkehrsanlage im Sinne de s Strassenreglements X qualifiziert wer- den kann. Vielmehr handelt es sich beim O . W. um eine nicht dem Gemei n- gebrauch gewidmete Privatstrasse. Dementspre chend hat die Gemeinde X auch nicht für die Kosten für d en Winterdienst nach Art. 29 Abs. 3 StrR aufzu- kommen. Anzumerken ist schliesslich, dass auch nach dem kantonalen Strassengesetz eine Klassierung der Strassen nach funktionalen Kriterien a l- leine für öffentliche Strassen erfolgt (vgl. Art. 6–8 StrG). Departement Bau und Umwelt, 04.08.2011 1503 Umweltschutz. Aufgrund einer Änderung der Luftreinhalte-Verordnung (LRV; SR 814.318.142.1) darf Restholz von Baustellen nur noch in speziellen Anl a- gen verbrannt werden. Im konkreten Fall besteht kein Ausnahmegrund. Aus den Erwägungen: 3. Die Rekurrentin macht geltend, dass die Abgaswerte ihrer Holzfeuera n- lage unter den zulässigen Werten liegen und ihr deshalb das Verbrennen von Restholz ab der Baustelle weiterhin gestattet werden soll. Aus Umweltschut z- gründen würde einer Sonderbewilligung für die Verbrennung von Restholz ab der Baustelle nichts im Wege stehen. Weiter legt die Rekurrentin dar, dass sie im Hinblick auf den möglichen Bezug von A usschussholz ab G . noch Fr. 8000.00 in die Revision der Heizanlage investiert habe. 4a) Vorab gilt festzuhalten, dass das Departement Bau und Umwelt (DBU) bereits einmal über ein ähnliches Begehren entschieden hat: b) Aufgrund der in der LRV verschärften Anpassungen beim Brennhol z- sortiment, welche am 1. September 2007 in Kraft getrete n ist, verfügte das Amt für Umwelt mit Entscheid vom 29. April 2008, dass das anfallende Res t- holz nicht mehr zu Heizzwecken in den B etrieb der Rekurrentin zurückgeführt werden darf. Diese erhob mit Eingabe vom 16. Mai 2008 Rekurs beim DBU mit dem Antrag, die bisherige Betriebsart (Verbrennung von Restholz ab Ba u- stelle) zu verlängern. c) Mit Rekursentscheid vom 8. September 2008 bestätigte das DBU den ablehnenden Entscheid des Amtes für Umwelt vom 29. April 2008 und verfüg- te, dass die X. AG noch bis Ende Ma i 2011 gelagertes Restholz von Bauste l- len als Brennstoff in der bestehenden Holzfeuerung nutzen könne. Danach dürfe die Holzfeuerung ausschliesslich mit Holzbrennstoffen nach Anhang 5 Ziff. 31 Abs. 1 LRV betrieben werden. Der Entscheid ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.