<h2>SubmittedText<h2><p>Das Anschlussprojekt stammt noch aus der Zeit, als das Simmental mit der A 6 eine Autobahn via Rawil ins Wallis erhalten sollte. Nachdem sich jeweils an schönen Sonntagabenden für kurze Stunden eine Stausituation im Übergangsbereich Autobahn/Kantonsstrasse ergibt, soll nun für 36 Millionen Franken mehr oder weniger das ursprüngliche Projekt der Verbindung realisiert werden. Die mögliche Verbesserung der Situation ist marginal, der Stau dürfte vor allem in Richtung Simmental verlagert werden.</p><p>Müsste das Projekt vom Kanton Bern finanziert werden, wäre es schon lange aus Abschied und Traktanden gefallen. Da aber der Bund den Löwenanteil der verbauten Gelder beiträgt, sind die Behörden des Kantons Bern nicht besonders an einer Sparübung interessiert - und die betroffenen Baukreise schon gar nicht.</p><p>Nun hat das Planungsbüro Metro AG im Auftrag von Umweltorganisationen eine Planungsstudie in Angriff genommen, wie der Übergang des bestehenden Autobahn-Endstückes in die Kantonsstrasse und der gleichzeitige Übergang über die Simme doch etwas harmonischer und effizienter gestaltet werden kann.</p><p>Bereits jetzt kann gesagt werden, dass:</p><p>- eine Minimalvariante (ohne Tunnel) nach heute gültigen Strassenbaunormen möglich ist; und</p><p>- der Bund rund 10 bis 20 Millionen Franken sparen könnte.</p><p>Ich frage daher den Bundesrat an:</p><p>1. Ist er bereit, von einer unabhängigen (an der Bauausführung nicht interessierten und in die Vorgeschichte nicht involvierten) Stelle diese Studie auf Realisierung überprüfen zu lassen?</p><p>2. Ist er, falls die Einsparungen realisierbar erscheinen, bereit, auf das Sparprojekt umzuschwenken und dem umwelt- und verkehrsgerechten Projekt eine Chance zu geben?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Verbindung der A 6 bei Wimmis mit dem kantonalen Strassennetz ist nach wie vor provisorisch. Das ist die Folge des Verzichts auf die Weiterführung der A 6 durch das Simmental und den Rawil ins Wallis. Es ist unbestritten, dass die bekannten Verkehrsprobleme zwischen dem Autobahnende und der Verzweigung Diemtigtal rasch gelöst werden sollen. Dabei wird selbstverständlich auf die früheren grosszügigen Ausbauvorstellungen verzichtet. So wurde insbesondere auf Veranlassung des Bundesamtes für Strassen der Ausbaustandard auf zwei Spuren redimensioniert. Im Mai 1998 verlangte das erwähnte Amt nochmals eine grundsätzliche und umfassende Überprüfung des hier in Frage stehenden Abschnitts. Neben einer Variante "Hochlage", die aufgrund einer Machbarkeitsstudie verworfen werden musste, wurde auch die von Umweltschutzorganisationen befürwortete "Kreisellösung" eingehend untersucht. Dieser Vorschlag wies ebenfalls verschiedene Mängel auf und hätte keine wesentliche Verbesserung der heutigen Situation gebracht.</p><p>Das vom Kanton aufgelegte und inzwischen genehmigte Ausführungsprojekt trägt der Verkehrsbedeutung und insbesondere den Sicherheitsbedürfnissen Rechnung. Das Projekt erweist sich aufgrund des Berichtes als umweltverträglich. Zu diesem Schluss gelangen - unter verschiedenen Auflagen - auch die Umweltschutz-Fachstellen. Es erscheint ferner bedeutsam, dass die Kantonsstrasse im Bereich der Simmenfluh unter einer rund 750 Meter hohen, beinahe vertikalen Felswand liegt. Die Steinschlaggefahr ist gross. Trotz intensiver Unterhaltsarbeiten stürzen jährlich 20 bis 30 Steine und Blöcke auf die Strasse. Es leuchtet ein, dass unter diesen Umständen für den Verkehr ein beträchtliches Sicherheitsrisiko besteht, das durch den vorgesehenen Tunnel wesentlich entschärft werden kann. Schliesslich ist festzuhalten, dass ein kantonseigenes Projekt die Verkehrsverhältnisse auf der Strecke zwischen dem westlichen Tunnelende und der Verzweigung Diemtigtal derart verbessert, dass die bestehenden Staus eben nicht in Richtung Simmental verlagert werden.</p><p>Aufgrund dieser Darlegungen können die Fragen wie folgt beantwortet werden:</p><p>1. Der Kanton hat zusammen mit dem zuständigen Fachamt 1998 eine Gesamtprüfung vorgenommen. Dabei wurden auch Alternativen zum Tunnel untersucht. Unter diesen Umständen erscheint es nicht notwendig, nochmals die bisherigen Planungsentscheide in Frage zu stellen.</p><p>2. Das vom Kanton genehmigte Ausführungsprojekt erweist sich - unter Einhaltung verschiedener Auflagen - als umweltverträglich. Durch Optimierung konnten zudem weitere Einsparungen erzielt werden, so dass das Projekt gerade mit Blick auf die höhere Sicherheit auch kostenmässig vertretbar ist.</p>  Antwort des Bundesrates.