B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-212/2011 U r t e i l v o m 2 5 . A p r i l 2 0 1 2 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richter Markus Metz, Richter Jérôme Candrian, Gerichtsschreiberin Yvonne Wampfler Rohrer. Parteien Kraftwerke Vorderrhein AG (KVR), 7180 Disentis/Mustér, vertreten durch Rechtsanwälte Damian Hess und Dr. Marc Bernheim, c/o Staiger, Schwald & Partner AG, Genferstras- se 24, Postfach 2012, 8027 Zürich Beschwerdeführerin, gegen swissgrid ag, Dammstrasse 3, Postfach 22, 5070 Frick, Beschwerdegegnerin, Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom, 3003 Bern, Vorinstanz, sowie Kanton Graubünden, handelnd durch den Regierungsrat, Standeskanzlei Graubünden, Reichsgasse 35, 7001 Chur, Beigeladener, Gegenstand Definition und Abgrenzung Übertragungsnetz. A-212/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 1. Juni 2010 stellte die swissgrid ag bei der Eidgenössischen Elektr i- zitätskommission (ElCom) ein Feststellungsbegehren betreffend Defini - tion und Abgrenzung des Übe rtragungsnetzes. Sie beantragte, es sei festzustellen, dass das gesamte 220/380 -kV-Netz als Übertragungsnetz gelte (mit den von swissgrid in den Beilagen 3 und 7 definierten Abgre n- zungen und Ausnahmen) und das Eigentum daran auf die nationale Netzgesellschaft (swissgrid ag) zu übertragen sei. B. Das Fachsekretariat der ElCom eröffnete am 5. Juli 2010 das Verfahren und lud als weitere Verfahrensbeteiligte alle Übertragungsnetzeigentümer zur Stellungnahme ein. C. Am 9. Juli 2010 reichte die Nordostschweizerische Kraftwerke Grid AG (nachfolgend: NOK Grid AG) ebenfalls ein Feststellungsbegehren betre f- fend Definition und Abgrenzung des Übertragungsnetzes bei der ElCom ein. Sie beantragte, dass das Übertragungsnetz aufgrund einer an den Funktionen ausgerichteten Betrachtungsweise vom Verteilnetz abzugren- zen sei. Das Feststellungsbegehren der swissgrid ag mit der spannung s- basierten Zuordnung sei abzuweisen. D. Die Anträge der swissgrid ag und der NOK Grid AG zeigten, dass bei der Abgrenzung des Übertragungsnetzes vom Verteilnetz grundsätzlich en t- weder ein spannungsbasierter Ansatz oder ein funktionaler Ansatz ve r- folgt werden konnte. Von den weiteren Verfahrensbeteiligten unterstüt z- ten einige die Ansicht der swissgrid ag, während andere sich der Auffa s- sung der NOK Grid AG anschlossen. Einige Verfahrensbeteiligte brachten in Bezug auf in ihrem Eigentum stehende Leitungen eigene Vorschläge vor. Mehrere Verfahrensbeteiligte reichten zu den Feststellungsbegehren der swissgrid ag und der NOK Grid AG keine Stellungnahme ein. E. Mit Verfügung vom 11. November 2010 erklärte die ElCom grundsätzlich den spannungsbasierten Ansatz als gesetzeskonform und bestimmte, dass alle vermaschten Leitungen mit Nebenanlagen auf der Spannung s- ebene 220/380 kV zum Übertragungsnetz gehörten. Nebst hier nicht inte- ressierenden weiteren Präzisierungen legte sie unter Dispositiv Ziff. 7 A-212/2011 Seite 3 fest, dass Leitungen inklusive Tragwerke sowie Kuppeltranformatoren, Schaltanlagen, Mess -, Steuer - und Kommunikationseinrichtungen zum Übertragungsnetz gehören und auf die Beschwerdegegnerin zu überfüh- ren sind. Kommunikationseinrichtungen (z.B. Lichtwellenleiter), die nicht dem Betrieb des Übertragungsnetzes dienten, gehörten nicht zum Übe r- tragungsnetz. Unter Ziff. 8 des Dispositivs legte sie fest, dass Schaltfelder vor dem Transformator beim Übergang zu einer anderen Netzebene oder zu einem Kraftwerk zum Übertragungsnetz gehörten und auf die swissgrid ag zu überführen seien. Zu den Schaltfeldern gehörten unter anderem die Leistungsschalter, die Leitungstrenner, die Messeinr ichtun- gen, die Erdtrenner sowie die Überspannungsableiter. Entsprechend hielt sie zu diesem Punkt weiter fest, dass die Gesuche der Grande Dixence S.A., der Energie Electrique du Simplon S.A., der Forces Motrices Hongrin-Léman S.A. und der Electra Massa be treffend die Schaltfelder abgewiesen würden. F. Mit Eingabe vom 7. Januar 2011 erhebt die Kraftwerke Vorderrhein AG (KVR) (nachfolgend: Beschwerdeführerin) gegen die Verfügung der E l- Com (nachfolgend: Vorinstanz) vom 11. November 2010 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. In der Hauptsache stellt sie folgende Anträge: "1a. Dispositiv Ziffer 7 der angefochtenen Verfügung sei dahingehend abzuändern, dass vom konzessionsrechtlichen Heimfall betroffene Schaltanlagen nicht zum Übertragungsnetz gehören; 1b. Eventuell sei Di spositiv Ziffer 7 dahingehend abzuändern , dass swissgrid ag an Schaltanlagen , welche Gegenstand eines konzession s- rechtlichen Heimfalls sind, lediglich ein zeitlich unbefristetes , entgeltli- ches Nutzungsrecht einzuräumen ist; 1c. Subeventuell sei Dispositiv Ziffer 7 dahingehend abzuändern, dass Schaltanlagen, welche Gegenstand eines konzessionsrechtlichen Hei m- falls sind, erst im Zeitpunkt des Eintritts des konzessionsrechtlichen Heimfalls an swissgrid ag zu überführen sind und bis zu diesem Ze it- punkt swissgrid ag lediglich ein entgeltliches Nutzungsrecht an diesen Anlagen einzuräumen ist;. 2a. Dispositiv Ziffer 8 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass Schaltfelder vor dem Transformator beim Übergang zu einer anderen Netzebene oder zu einem Kraftwerk, welche vom konzessionsrechtlichen Heimfall betroffen sind, sowie die dazugehörigen Elemente, nicht zum A-212/2011 Seite 4 Übertragungsnetz gehören und daher nicht auf swissgrid ag zu übertr a- gen sind; 2b. Eventuell sei Dispositiv Ziffer 8 aufzuheben und es sei f estzustellen, dass der swissgrid ag an Schaltfeldern vor dem Transformator beim Übergang zu einer anderen Netzebene oder zu einem Kraftwerk, welche Gegenstand eines konzessionsrechtlichen Heimfalls sind, sowie an den dazugehörigen Elemente n, lediglich ein zeitlich unbefristetes, entgeltl i- ches Nutzungsrecht einzuräumen ist; 2c. Subeventuell sei Dispositiv Ziffer 8 aufzuheben und es sei festzuste l- len, dass das Eigentum an Schaltfeldern vor dem Transformator beim Übergang zu einer anderen Netzebene oder zu ein em Kraftwerk, welche Gegenstand eines konzessionsrechtlichen Heimfalls sind, sowie an den dazugehörigen Elemente n, erst im Zeitpunkt des Eintritts des konzess i- onsrechtlichen Heimfalls an swissgrid ag zu übertragen ist und bis zu diesem Zeitpunkt swissgrid ag lediglich ein entgeltliches Nutzungsrecht an diesen Anlagen einzuräumen ist. Unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerd e- gegnerin." In prozessualer Hinsicht stellt sie den Antrag, es sei ein weiterer Schri f- tenwechsel anzuordnen und die von der Vorinstanz entzogene aufschi e- bende Wirkung der Beschwerde in Bezug auf Dispositiv Ziffer 7 und 8 der angefochtenen Verfügung wiederherzustellen. In materieller Hinsicht bringt sie zusammenfassend vor, eine Verpflic h- tung zur Übertragung des Eigent ums von Schaltanlagen und Schaltfe l- dern gemäss Dispositiv Ziffer 7 und 8 , welche von einem konzession s- rechtlichen Heimfall belastet seien, auf die swissgrid ag verstosse gegen die Voraussetzungen der Einschränkung von Grundrechten, da namen t- lich eine genüg ende gesetzliche Grundlage fehle, kein öffentliches Int e- resse daran bestehe und ein solcher Eingriff unverhältnismässig wäre. Eine Pflicht zum Eigentumsübertrag an solchen Anlagen würde ausse r- dem den Grundsatz des Vertrauensschutzes verletzen sowie unnötig er- weise Konflikte zwischen dem Bundesrecht und kantonalem Recht e r- zeugen. Aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit und dem Vertra u- ensschutz ergebe sich sodann, dass eine weniger einschneidende L ö- sung gewählt werden müsse, welche in einem unbefristeten Nu tzungs- recht der swissgrid ag an den genannten Anlagen (soweit für den Betrieb des Übertragungsnetzes erforderlich) oder in einem entsprechenden b e- fristeten Nutzungsrecht bis zum Zeitpunkt des Heimfalls mit einem a n- schliessenden Eigentumsübertrag an die swissgrid ag bestehen könne. A-212/2011 Seite 5 G. Die swissgrid ag (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) hält in ihrer Eing a- be vom 8. Februar 2011 bezüglich den prozessualen Antrag der B e- schwerdeführerin fest, sie sei grundsätzlich daran interessiert, dass die Überführung des Eigent ums am Übertragungsnetz reibungslos und im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen zeitlichen Vorgaben umgesetzt werden könne. Der Entzug der aufschiebenden Wirkung in Bezug auf die vorliegende Beschwerde sei hierfür nicht zwingend notwendig, so dass sie auf einen Antrag verzichte. H. Die Vorinstanz beantragt hierzu mit Eingabe vom 9. Februar 2011, Ziffer 2 der prozessualen Anträge der Beschwerdeführerin sei abzuweisen. I. Mit Zwischenverfügung vom 3. März 2011 heisst das Bundesverwa l- tungsgericht den Antrag der Besc hwerdeführerin um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung gut und stellt die von der Vorinstanz entz o- gene aufschiebende Wirkung der Beschwerde in Bezug auf Dispositiv Zif- fer 7 und 8 der Verfügung vom 11. November 2010 wieder her. J. Die Vorinstanz beantragt in der Hauptsache in ihrer Stellungnahme vom 19. April 2011 die Abweisung der Beschwerde. Sie ist der Auffassung, dass ein allfälliger konzessionsrechtlicher Heimfall der Überführung des Eigentums an den streitgegenständlichen Anlagen auf die Beschwer degegnerin gestützt auf Art. 33 Abs. 4 des Bundesg e- setzes über die Stromversorgung vom 23. März 2007 (Stromverso r- gungsgesetz, StromVG, SR 734.7) gegen Entschädigung nicht grun d- sätzlich entgegenstehe. Zur Begründung legt sie im Wesentlichen dar, mit dem Er lass der Strom- versorgungsgesetzgebung habe der Bund von seiner Rechtssetzung s- kompetenz gemäss Art. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) Gebrauch gemacht. Mit der Ausschöpfung dieser Kompetenz gehe die kantonale Kompetenz in entsprechendem Umfang unter. Der von der Beschwerdeführerin vo r- gebrachten Verletzung der Eigentumsgarantie hält die Vorinstanz entg e- gen, die eigentumsmässige Entflechtung habe mit Art. 18 Abs. 2 StromVG eine formelle gesetzliche Gru ndlage. Zudem bestehe in der s i-A-212/2011 Seite 6 cheren Elektrizitätsversorgung der Schweiz ein legitimes öffentliches Inte- resse. In Bezug auf die Verhältnismässigkeit hält sie fest, dass sich der Gesetzgeber explizit für die eigentumsmässige Entflechtung entschieden habe, weil diese Massnahme für eine sichere Stromversorgung als erfo r- derlich und geeignet erachtet wurde. K. Auf Gesuch der Beschwerdegegnerin vom 19. April 2011 und nach Einho- len der Stellungnahmen der anderen Verfahrensbeteiligten sistiert das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 24. Mai 2011 das Verfahren bis zum 30. November 2011. L. Mit Eingaben vom 29. und 30. November 2011 beantragen die B e- schwerdeführerin bzw. die Beschwerdegegnerin, das Verfahren sei for t- zusetzen, da die Bemühungen, eine Lösun g auf dem Verhandlungsweg zu erzielen, gescheitert seien. Im Weiteren ersucht die Beschwerdeführ e- rin um Beiladung des Kantons Graubünden. M. Mit Verfügung vom 5. Dezember 2011 lädt der Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts den Kanton Graubünden zum Verfahren bei. N. In der Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2012 beantragt die Beschwe r- degegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Demgemäss sei festzustellen, dass der Eigentumsanspruch gemäss Art. 18 Abs. 2 StromVG den Bestimmu ngen der Konzession und Art. 67 des Bundesgesetzes vom 22. Dezember 1916 über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte (Wasserrechtsgesetz, WRG, SR 721.80) vorgehe und die Beschwerdeführerin zu verpflichten sei, die Anlagen des Übertr a- gungsnetzes unbelastet von Nutzungsrechten an die Beschwerdegegn e- rin zu übertragen. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, es bestehe mit Art. 4 Abs. 1 lit. a und lit. h StromVG eine bundesgesetzliche Grundlage für die Eigentumsübertragung sämtlicher zum Übertragungsnetz g ehörenden Leitungen und Nebenanlagen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdefü h- rerin bestehe ein grosses öffentliches Interesse an der Übertragung des Eigentums an den betroffenen Übertragungsnetzanlagen an die B e- schwerdegegnerin. Das Interesse an einem siche ren Betrieb des Übe r-A-212/2011 Seite 7 tragungsnetzes, der nicht nur dem Kraftwerk, sondern der ganzen Region und der Schweiz insgesamt diene, überwiege das Interesse einzelner Kraftwerksbetreiber an der Wahrung der Eigentumsgarantie. Dem Bu n- desverwaltungsgericht sei es dahe r auch verwehrt, die Rechtmässigkeit der Eigentumsübertragung durch eine Prüfung der Verhältnismässigkeit in Frage zu stellen. Darüber hinaus gehe der Eigentumsanspruch nach Art. 18 Abs. 2 StromVG dem Heimfallsrecht nach Art. 67 WRG und weite- ren Konzessionsbestimmungen von Kanton und Gemeinde vor. O. Der Kanton Graubünden beantragt in seiner Stellungnahme vom 22. Feb- ruar 2012 die Gutheissung der Beschwerde im Sinn der Anträge 1 a – c sowie 2a - c der Beschwerdeführerin. Im Wesentlichen pflichtet er au s- drücklich den Ausführungen der Beschwerdeführerin sowohl in Bezug auf den Sachverhalt als auch in rechtlicher Hinsicht vollumfänglich bei. P. In den Schlussbemerkungen vom 22. Februar 2012 hält die Beschwerd e- führerin an den in der Beschwerde gestellten Anträgen voll umfänglich fest. Q. Mit spontaner Eingabe vom 15. März 2012 äussert sich die Beschwerd e- gegnerin zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin in den Schlussb e- merkungen betreffend die betriebliche Situation der Schaltanlage. R. Auf die weiteren Ausführungen der Beteiligten wird – soweit entscheidre- levant – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwal tungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Die ElCom gehört zu den Behörden nach Art. 33 Bst. f VGG und ist daher eine Vorin- stanz des Bundesverwaltungsge richts. Eine Ausnahme, was das Sac h- gebiet angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Demnach ist das Bu n- desverwaltungsgericht für die Beurteilung der am 7. Januar 2011 erhob e- nen Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 23 StromVG). A-212/2011 Seite 8 2. Zur Beschwerde ist berechtig t, wer vor der Vorinstanz am Verfahren tei l- genommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 VwVG). Die Beschwerdeführerin hat als beteiligte Partei am vor - instanzlichen Verfahren teilgenommen und ist als Übertragungsnetze i- gentümerin von der Verfügung besonders betroffen. Sie ist damit zur B e- schwerde legitimiert. 3. Auf die im Übrigen form - und fristgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 und 52 VwVG) ist einzutreten. 4. Mit der Beiladung werden Dritte, deren Interessen durch eine Entsche i- dung berührt sind, in ein Verfahren einbezogen und daran beteiligt. Der Einbezug Beteiligter in den Schriftenwechsel hat den Sinn, die Recht s- kraft des Urteils auf den Beigeladen en auszudehnen, so dass dieser in einem später gegen ihn gerichteten Prozess dieses Urteil gegen sich ge l- ten lassen muss. Das Interesse an einer Beiladung ist rechtlicher Natur. Es muss eine Rückwirkung auf eine Rechtsbeziehung zwischen der Hauptpartei und dem Mitinteressierten in Aussicht stellen. Die Beiladung ermöglicht es, dem Recht auf vorgängige Anhörung Rechnung zu tragen, bevor ein nachteiliger Entscheid ergeht (vgl. Urteile des Bundesverwa l- tungsgerichts A-6154/2010 vom 21. Oktober 2011 E. 3.1, A -7841/2010 vom 7. Februar 2011 E. 2 und A ‑7597/2010 vom 7. Januar 2011 E. 3.1; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 108 Rz. 3.2). Die Beiladung als Prozessinstitut ist in der Bundesverwaltungsrechtspfle- ge zwar nicht ausdrücklich geregelt, in der Praxis aber ohne weiteres z u- gelassen. Sie lässt sich darauf stützen, dass der Schriftenwechsel im B e- schwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht in Anwendung von Art. 57 Abs. 1 Vw VG auf andere Beteiligte ausgedehnt werden kann (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 107 f. Rz. 3.2). Die Beschwerdeführerin betreibt gestützt auf verschiedene Konzessionen bzw. Wasserrechtsverleihungen im Kanton Graubünden Wasserkraftwe r- ke. Gemäss den Be stimmungen der jeweiligen Konzession haben die Gemeinden, auf deren Grund und Boden sich Kraftwerksanlagen befi n- den, der Beschwerdeführerin den für die Erstellung und den Betrieb der A-212/2011 Seite 9 Wasserkraft- und Energieübertragungsanlagen und der damit im Zusa m- menhang stehenden Nebenanlagen, Kommunikationseinrichtungen etc. erforderlichen Gemeindeboden abgetreten. Damit befinden sich aufgrund des Akzessionsprinzips auch die auf diesem Grund und Boden erstellten Anlagen im Eigentum der Beschwerdeführerin. Dieses Eigentu m muss gestützt auf die Konzessionen nach deren Ablauf gegen eine Entschäd i- gung auf die Verleihungsgemeinden und den Kanton Graubünden übe r- tragen werden (sog. Heimfall). Gemäss der angefochtenen Verfügung könnte daraus folgen, dass die Beschwerdeführerin i hre konzession s- rechtlichen Rückübertragungspflichten nicht mehr erfüllen kann, was a l- lenfalls Schadenersatzansprüche zur Folge hätte. Die angefochtene Ve r- fügung und mithin das vorliegende Urteil hat daher eine direkte Rückwi r- kung auf die Rechtsbeziehung zwischen der Beschwerdeführerin und den Verleihungsgemeinden bzw. dem Kanton Graubünden. Aufgrund des Dargelegten wurde dem Gesuch der Beschwerdeführerin auf Beiladung des Kantons Graubünden zum vorliegenden Verfahren stattgegeben und der Kanton Graubünden zur Stellungnahme eingel a- den. 5. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die bei ihm angefochtenen Ve r- fügungen und Entscheide grundsätzlich mit uneingeschränkter Kognition, das heisst auch auf eine allfällig unrichtige oder unvollständige Festste l- lung des Sachverhalts hin, ebenso auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG). Die Vorinstanz ist keine gewöhnliche Vollzugsbehörde, sondern eine ve r- waltungsunabhängige Kollegialbehörde mit besonderen Kompetenzen. Als Fachorgan ist sie Regulierungsinstanz mit besonderer Verantwortung. Dies rechtfertigt eine gewisse Zurückhaltung des Bundesverwaltungsg e- richts bei der Überprüfung des vorinstanzlichen Entscheids. Es befreit das Bundesverwaltungsgericht aber nicht davon, die Rechtsanwendung auf ihre Vereinbarkeit mit Bundesrecht zu überprüfen. Sodann amtet die Vorinstanz in einem höchst technischen Bereich, in dem Fachfragen s o- wohl im Bereich der Stromversorgung als auch ökonomischer Ausric h- tung zu beantworten sind. Ihr steht dabei – wie anderen Behördenko m- missionen auch – ein eigentliches "technisches Ermessen" zu. In diesem Rahmen darf der verfügenden Behörde bei der Beurteilung von ausg e- sprochenen Fachfragen ein gewisser Ermessens - und Beurteilungsspiel- raum belassen werden, soweit sie die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und A-212/2011 Seite 10 umfassend durchgeführt hat (vgl. BGE 133 II 35 E. 3, BGE 132 II 257 E. 3.2, BGE 131 II 13 E. 3.4, BGE 131 II 680 E. 2.3.2 mit Hinweisen; BVGE 2009/35 E. 4; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.155). 6. Nach Art. 18 Abs. 1 StromVG wird das Übertragungsnetz auf gesam t- schweizerischer Ebene von der nationalen Netzgesellschaft (Beschwe r- degegnerin) betrieben. Die Netzgesellschaft muss Eigentümerin des von ihr betriebenen Netzes sein (Abs. 2). Die Elektrizitätsversorgungsunte r- nehmen überführen bis spätestens 31. Dezember 2012 das Übertr a- gungsnetz auf gesamtschweizerischer Ebene auf die nationale Netzg e- sellschaft (Art. 33 Abs. 4 StromVG). Was zum Übertra gungsnetz gehört und ins Eigentum der Beschwerd e- gegnerin zu überführen ist, wird in Art. 4 StromVG definiert: Der Geset z- geber unterscheidet beim Elektrizitätsnetz zwischen Übertragungs - und Verteilnetz. Nach Art. 4 Abs. 1 Bst. h StromVG wird das Übertragungsnetz definiert als Elektrizitätsnetz, das der Übertragung von Elektrizität über grössere Distanzen im Inland sowie dem Verbund mit den ausländischen Netzen dient und in der Regel auf der Spannungsebene 220/380 kV be- trieben wird. Art. 4 Abs. 1 Bst. i Str omVG definiert das Verteilnetz als Elektrizitätsnetz hoher, mittlerer oder niederer Spannung zum Zwecke der Belieferung von Endverbrauchern oder Elektrizitätsversorgungsunternehmen. Gemäss Art. 4 Abs. 2 StromVG kann der Bundesrat die Begriffe nach Abs. 1 sowie weitere in diesem Gesetz verwendete Begriffe näher ausführen und ve r- änderten technischen Voraussetzungen anpassen. Gemäss Art. 2 Abs. 2 der Stromversorgungsverordnung vom 14. März 2008 (StromVV, SR 734.71) gehören zum Übertragungsnetz insbesonde- re auc h: a. Leitungen inklusive Tragwerke; b. Kuppeltransformatoren, Schaltanlagen, Mess-, Steuer- und Kommunikationseinrichtungen; c. g e- meinsam mit anderen Netzebenen genutzte Anlagen, die mehrheitlich im Zusammenhang mit dem Übertragungsnetz genutzt werden ode r ohne die das Übertragungsnetz nicht sicher oder nicht effizient betrieben we r- den kann; d. Schaltfelder vor dem Transformator beim Übergang zu einer anderen Netzebene oder zu einem Kraftwerk. A-212/2011 Seite 11 7. Gestützt darauf und in Auslegung dieser Bestimmungen hat die V orin- stanz entschieden, dass Leitungen inklusive Tragwerke sowie Kuppe l- transformatoren, Schaltanlagen, Mess-, Steuer- und Kommunikationsein- richtungen zum Übertragungsnetz gehören und auf die Beschwerdege g- nerin zu überführen sind. Kommunikationseinrichtungen (z.B. Lichtwellen- leiter), die nicht dem Betrieb des Übertragungsnetzes dienen, gehörten nicht zum Übertragungsnetz (Ziff. 7 des Dispositivs). Im Weiteren legte die Vorinstanz fest, dass Schaltfelder vor dem Transformator beim Übe r- gang zu einer anderen Netzebene oder zu einem Kraftwerk zum Übertr a- gungsnetz gehören und ins Eigentum der Beschwerdegegnerin zu übe r- führen sind. Zu den Schaltfeldern gehörten unter anderem die Leistung s- schalter, die Leitungstrenner, die Messeinrichtungen, die Erdtrenner s o- wie die Überspannungsableiter (Ziff. 8 des Dispositivs). 8. Zunächst ist zu prüfen, ob die in Ziff. 7 und 8 des Dispositivs verfügte Verpflichtung zur Übertragung des Eigentums an (mit konzessionsrechtl i- chem Heimfall belasteten) Schaltanlagen und Schaltfeldern vor dem Transformator beim Übergang zu einer anderen Netzebene oder zu e i- nem Kraftwerk auf die Beschwerdegegnerin die Eigentumsgarantie ve r- letzt. 9. Nach Art. 26 BV ist das Eigentum gewährleistet (Abs. 1). Enteignungen und Eigentumsbeschränkungen, die einer Ente ignung gleichkommen, werden voll entschädigt (Abs. 2). Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin von Anlagen, die nach Ziff. 7 und 8 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung ins Eigentum der Be- schwerdegegnerin zu überführen sind. Sie kann sich somit auf die Eigen- tumsgarantie berufen. In Anwendung von Art. 36 BV bedarf die Einschränkung der Eigentum s- garantie einer gesetzlichen Grundlage, sie muss durch ein öffentliches In- teresse oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter gerechtfertigt und verhältnismässig sein. Soweit die Beschwerdeführerin sich aufgrund der Konzession mit den Verleihungsgemeinden bzw. dem Kanton Graubünden und Art. 43 WRG auf wohlerworbene Rechte beruft, kann die Frage, ob wohlerworbene A-212/2011 Seite 12 Rechte begründet worden sind, offen bleiben, da gemäss ständiger bu n- desgerichtlicher Rechtsprechung die Garantie wohlerworbener Rechte grundsätzlich nicht weiter geht als die Eigentumsgarantie. Dies bedeutet, dass die hier angerufenen wohlerworbenen Rechte beschränkt werden können aufgrund einer hinrei chenden gesetzlichen Grundlage, eines überwiegenden öffentlichen Interesses und der Verhältnismässigkeit des Eingriffs. Bei einem Eingriff in wohlerworbene Rechte ist weiter stets volle Entschädigung zu leisten (BGE 119 Ia 154 E. 5c mit Hinweisen; vgl. auch 128 II 112 E. 10). Nach Art. 33 Abs. 4 StromVG werden den Elektrizität s- versorgungsunternehmen Aktien an der Netzgesellschaft und zusätzlich allenfalls andere Rechte zugewiesen. Darüber hinaus gehende Wertve r- minderungen werden von der nationalen Netzgesel lschaft ausgeglichen. Kommen die Elektrizitätsversorgungsunternehmen ihrer Verpflichtung nach Abs. 4 nicht nach, erlässt die Vorinstanz auf Antrag der Beschwe r- degegnerin oder von Amtes wegen die erforderlichen Verfügungen (Art. 33 Abs. 5 StromVG). Die Beschwerdegegnerin kann zur Erfüllung ih- rer Aufgabe im Einzelfall bei der Vorinstanz die Enteignung beantragen (Art. 20 Abs. 4 StromVG). Die Frage einer allfälligen Entschädigung g e- hört vorliegend jedoch nicht zum Verfahrensgegenstand, da die B e- schwerdeführerin noch Eigentümerin an den streitgegenständlichen Anla- gen ist. Verfahrensgegenstand ist vorliegend einzig die Definition und Ab- grenzung des Übertragungsnetzes, namentlich, ob die Schaltanlagen und Schaltfelder vor den Transformatoren zum Übertragungsnetz g ehören oder nicht. 9.1.1. Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, dass Art. 2 Abs. 2 Bst. b und d StromVV sowohl in formeller als auch in materieller Hinsicht keine genügende gesetzliche Grundlage für eine Einschränkung des Eigentums respektive der Überführung der Schaltanlagen und Schalt- felder vor den Transformatoren ins Eigentum der Beschwerdegegnerin darstelle. Auch mit Art. 4 Abs. 1 Bst. h StromVG bestehe dafür aufgrund der mangelnden Bestimmtheit keine genügende gesetzliche Grundlage. Mit Art. 2 Ab s. 2 Bst. b und d StromVV habe der Bundesrat nicht, wie Art. 4 Abs. 2 StromVG vorsehe, nur die Begriffe gemäss Art. 4 Abs. 1 StromVG, namentlich den Begriff des Übertragungsnetzes, näher def i- niert. Vielmehr habe er in Überschreitung der gesetzlichen Ermäch tigung den Begriff des Übertragungsnetzes neu definiert und auf Anlagen au s- gedehnt, welche keine Übertragungsfunktion hätten. A-212/2011 Seite 13 9.1.2. Zunächst ist zu prüfen, ob Art. 2 Bst. b und d StromVV auf einer genügenden gesetzlichen Grundlage beruht, d.h. ob die Voraussetzungen der Zulässigkeit der Gesetzesdelegation an den Bundesrat erfüllt sind. Nach dem Grundsatz der Gesetzmässigkeit bedarf jedes staatliche Ha n- deln einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage (Art. 5 Abs. 1 BV). Werden Rechtsetzungskompetenzen des Gesetzgebers auf den Veror d- nungsgeber übertragen, so liegt eine Gesetzesdelegation vor. Eine so l- che ist zulässig, wenn sie nicht durch die Verfassung ausgeschlossen, in einem Gesetz im formellen Sinn vorgesehen ist, sich auf ein bestimmtes, genau umschriebenes Sachgebiet beschränkt und die Grundzüge der de- legierten Materie im delegierenden Gesetz enthalten sind (Art. 164 Abs. 1 und 2 BV; BGE 134 I 329 f, BGE 128 I 113 E. 3c; Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts A-3035/2011 vom 1. März 2012 E. 5.1.1; BVGE 2010/49 E. 8.3.1, BVGE 2010/33 E. 3.1.1). Das Bundesverwaltungsgericht kann auf Beschwerde hin vorfrageweise eine Verordnungsbestimmung des Bundesrates auf ihre Gesetzes - und Verfassungsmässigkeit hin prüfen (konkrete Normenkontrolle). Bei u n- selbständigen Verordnungen, die sich auf eine Gesetzesdelegation stü t- zen, prüft das Bundesverwaltungsgericht in erster Linie, ob sich der Bu n- desrat an die Grenzen der ihm im Gesetz eingeräumten Befugnisse gehalten hat. Ist dies zu bejahen, so überprüft es die bundesrätli che Re- gelung auf ihre Verfassungsmässigkeit, soweit deren Verfassungsmä s- sigkeit nicht bereits im Gesetz angelegt ist. Wird dem Bundesrat für die Regelung auf Verordnungsebene ein sehr weiter Ermessensspielraum eingeräumt, so ist dieser nach Art. 190 BV für das Bundesverwaltungsge- richt verbindlich. Es darf in diesem Fall sein Ermessen nicht an die Stelle desjenigen des Bundesrates setzen, sondern hat sich auf die Kontrolle zu beschränken, ob dessen Regelung den Rahmen der ihm im Gesetz del e- gierten Kompetenz offensichtlich sprengt oder sich aus anderen Gründen als gesetz - oder verfassungswidrig erweist (BGE 131 II 562 E. 3.2, BGE 131 II 740 E. 4.1, BGE 130 I 26 E. 2.2.1; Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A-3035/2011 vom 1. März 2012 E. 5.1.1; BVGE 2010/49 E. 8.3.2; BVGE 2010/33 E. 3.1.1.; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., RZ. 2.178, OLIVER ZIBUNG/ELIAS HOFSTETTER, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Weissenberger (Hrsg.), Zürich 2009, Art. 49 N 13). Die streitige Gesetzesdelegation ist in den Bestimmungen der Verfassung (Art. 89 – 91 BV), welche den Energiebereich betreffen, nicht ausg e- schlossen und wird vorliegend in Art. 4 Abs. 2 StromVG, einem formellen A-212/2011 Seite 14 Gesetz, umschrieben. Nach Art. 4 Abs. 2 StromVG kann der Bundesrat die Begriffe nach Absatz 1 sowie weite re in diesem Gesetz verwendete Begriffe näher ausführen und veränderten technische Voraussetzungen anpassen. Damit ist die Gesetzesdelegation auf ein bestimmtes, genau umschriebenes Sachgebiet beschränkt: Der Bundesrat kann nur die b e- reits im Gesetz defini erten Begriffe nach Abs. 1 und weitere im StromVG verwendete Begriffe näher ausführen und veränderten technischen Vo r- aussetzungen anpassen. Schliesslich sind die Grundzüge der delegierten Materie im delegierenden Gesetz definiert: Art. 4 Abs. 1 StromVG def i- niert in Bst. a – i die wichtigsten Begriffe des StromVG; insbesondere wird in Bst. h das Übertragungsnetz und in Abgrenzung dazu in Bst. i das Ve r- teilnetz definiert. Der Bundesrat kann somit nur die bereits im Gesetz d e- finierten Begriffe präzisieren. Demzufolge sind mit Art. 4 Abs. 2 StromVG sämtliche Voraussetzungen für eine Gesetzesdelegation an den Bunde s- rat erfüllt. Der Bundesrat hat mit Art. 2 Abs. 2 StromVV von der ihm übe r- tragenen Kompetenz Gebrauch gemacht und den Begriff des Übertr a- gungsnetzes näher ausgeführt. Er hat im Rahmen der ihm übertragenen Kompetenz präzisiert, welche Elemente zum Übertragungsnetz gehören. Damit ist weiter zu prüfen, ob Art. 4 Abs. 2 StromVG i.V.m. Art. 2 Abs. 2 StromVV klar und genügend bestimmt sind, um als formellgese tzliche Grundlage für die Eigentumsbeschränkung herangezogen werden zu können. In Übereinstimmung mit Art. 36 Abs. 1 Satz 2 BV ist bei einem schweren Eingriff in die Eigentumsgarantie eine formellgesetzliche Grundlage erforderlich, welche klar und genügend bestimmt ist (BGE 136 I 87 E. 3.1; REGINA KIENER/WALTER KÄLIN, Grundrechte, Bern 2007, S. 292). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird eine hinre i- chende und angemessene Bestimmtheit der anzuwendenden Rechtssä t- ze im Dienste des Gesetzesvorbehalts , der Rechtssicherheit (Bereche n- barkeit und Vorhersehbarkeit) und der rechtsgleichen Rechtsanwendung verlangt. Der Gesetzgeber kann nicht auf allgemeine, mehr oder minder vage und von der Praxis zu konkretisierende Begriffe verzichten. Der Grad der erforde rlichen Bestimmtheit lässt sich nicht abstrakt festlegen. Er hängt unter anderem von der Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, von der Komplexität und der Vorhersehbarkeit der im Einzelfall erforderl i- chen Entscheidungen, von den Normadressaten, von der S chwere des Eingriffs in Verfassungsrechte und von der erst bei der Konkretisierung im Einzelfall möglichen und sachgerechten Entscheidung ab (BGE 136 I 87 E. 3.1). Das Gesetz muss so präzise formuliert sein, dass der Bürger sein Verhalten danach richten und die Folgen eines bestimmten Verhaltens mit einem den Umständen entsprechenden Grad an Gewissheit erkennen A-212/2011 Seite 15 kann (Urteil des Bundesgerichts 1P .827/2006 vom 25. September 2007 E. 3.2 mit Hinweisen). Jedes Gesetz weist naturgemäss einen gewissen Grad an Unbe stimmtheit auf. Dies hängt mit dem generell -abstrakten Charakter des Gesetzes, der beschränkten Voraussehbarkeit künftiger Entwicklungen, der mangelnden Präzision der Sprache und dem Bedür f- nis zusammen, den rechtsanwendenden Behörden einen gewissen Spiel- raum für die Berücksichtigung besonderer Umstände im Einzelfall zu ve r- schaffen (BGE 136 I 87 E. 3.1, 135 I 173 E. 5.4). Der Bestimmtheitsgrad eines Erlasses wird auch nachhaltig beeinflusst durch die angewandte Normierungstechnik, welche zeit -, problem - und gesellschaftsabhängig ist. Die Erkenntnis hat sich durchgesetzt, dass die staatliche Gesetzg e- bung bei besonders komplexen und schnelllebigen Materien zum Teil überfordert ist. Das führt dazu, dass der Staat namentlich im Wirtschaft s- recht zunehmend dazu übe rgeht, die Betroffenen zur Selbstregulierung anzuhalten. Der Gesetzgeber legt lediglich Ziele fest, kontrolliert die pr i- vate Rechtssetzung und hält allenfalls im Sinne des Subsidiaritätsprinzips eine Auffangregelung bereit. Solche Entwicklungen zu unbestim mten Normierungen und zu gesteuerter Selbstregulierung entsprechen einem legitimen Bedürfnis; es ist jedoch stets darauf zu achten, dass die Grun d- anliegen des Bestimmtheitsgebots (nämlich die Gewährleistung von Rechtssicherheit und –gleichheit) weiterhin a usreichend berücksichtigt wird (zum Ganzen ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, All- gemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 386 ff.). Nach Art. 1 StromVG sollen die Rahmenbedingungen für eine sichere und nachhaltige Versorgun g der Endverbraucher mit Elektrizität in allen Landesteilen verankert werden. Die sichere Versorgung umfasst namen t- lich die konstante Lieferung von elektrischer Energie und das Gewährleis- ten von genügend Kapazitäten bei der Erzeugung, Übertragung und Ve r- teilung (BBl 2004 1640). Die Gesetzgebung muss den wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen angepasst werden. Die Stromversorgung soll auch mit der beantragten Neuregelung weiterhin auf dem Grundsatz der Subsidiarität und Kooperation aufbauen (Art. 3 S tromVG). Das b e- deutet, dass primär diejenigen Aufgaben hoheitlich geregelt werden so l- len, welche durch die Energiewirtschaft nicht selber im Gesamtinteresse wahrgenommen werden können. Vor dem Erlass neuer Bestimmungen sollen bestehende Vereinbarungen gepr üft und in Zusammenarbeit mit betroffenen Organisationen praxisnahe Lösungen erarbeitet werden (BBl 2004 1617, 1629, 1642; zum Ganzen vgl. auch ROLF H. WE- BER/BRIGITTA KRATZ, Stromversorgungsrecht, Ergänzungsband Elektriz i- tätswirtschaftsrecht, Bern 2009, S. 5 f. und 17 ff.; vgl. auch Bundesve r-A-212/2011 Seite 16 waltungsgericht bereits im Urteil A -120/2011 vom 7. Juli 2011 E. 7.4). Nach Art. 33 Abs. 4 StromVG überführen die Elektrizitätsversorgungsu n- ternehmen bis spätestens am 31. Dezember 2012 das Übertragungsnetz auf gesamtsc hweizerischer Ebene auf die Beschwerdegegnerin. Ko m- men sie ihrer Verpflichtung nicht nach, erlässt die Vorinstanz auf Antrag der Beschwerdegegnerin oder von Amtes wegen die erforderlichen Ve r- fügungen (Art. 33 Abs. 5 StromVG). Aufgrund dieser Bestimmung hat die Vorinstanz die vorliegend angefochtene Feststellungsverfügung zur Def i- nition und Abgrenzung des Übertragungsnetzes erlassen. Hinsichtlich des Bestimmtheitserfordernisses an die gesetzliche Grundl a- ge lässt sich zunächst festhalten, dass auch dem StromV G aufgrund des Grundsatzes der Subsidiarität und Kooperation der Gedanke der geste u- erten Selbstregulierung zu Grunde liegt. Im Weiteren lässt sich bereits dem Wortlaut von Art. 4 Abs. 2 StromVG, der dem Bundesrat die Komp e- tenz einräumt, die Begriffe nach A bs. 1 sowie weitere im StromVG ve r- wendete Begriffe näher auszuführen und den veränderten technischen Voraussetzungen anzupassen, entnehmen, dass es sich beim Stromve r- sorgungsrecht um eine komplexe, schnelllebige und technische Materie handelt (vgl. hierzu auch Votum Bundespräsident Moritz Leuenberger, Amtliches Bulletin [Ständerat], S. 837). Aufgrund des Ausgeführten kö n- nen vorliegend keine allzu strengen Anforderungen an die Bestimmtheit der gesetzlichen Grundlage gestellt werden. Demnach genügen Art. 18 A bs. 1 und 2 und Art. 33 Abs. 4 i.V.m. Art. 4 Abs. 1 Bst. h und Art. 4 Abs. 2 StromVG den Anforderungen an die B e- stimmtheit der gesetzlichen Grundlage für den Eingriff in die Eigentum s- garantie. Sie berücksichtigen die Grundanliegen des Bestimmtheitsg e- bots ausreichend, wie nachfolgend aufgezeigt wird: Nach dem klaren und eindeutigen Wortlaut von Art. 18 Abs. 1 und 2 StromVG muss die B e- schwerdegegnerin Eigentümerin des von ihr betriebenen Übertragung s- netzes sein. Der Zeitpunkt der Eigentumsübertragung ist spät estens der 31. Dezember 2012 (Art. 33 Abs. 4 StromVG). Das Übertragungsnetz wird in Art. 4 Abs. 1 Bst. h definiert und mittels der Gesetzesdelegation in Art. 4 Abs. 2 in Art. 2 Abs. 2 Bst. b bzw. d StromVV in Bezug auf die Schaltanlagen bzw. Schaltfelder vor den Transformatoren ausgeführt. Die durch den Gesetzgeber erlassene Definition des Übertragungsnetzes in Art. 4 Abs. 1 Bst. h StromVG enthält bereits drei Zuordnungskriterien, zwei positive und ein negatives: Das Elektrizitätsnetz muss der Übertr a- gung von Elektrizität über grössere Distanzen im Inland, Verbund mit den ausländischen Netzen dienen und in der Regel auf der Spannungsebene A-212/2011 Seite 17 220/380 kV betrieben werden. Im Weiteren hat der Gesetzgeber in A b- grenzung zum Begriff des Übertragungsnetzes in Art. 4 A bs. 1 Bst. i StromVG das Verteilnetz definiert und damit ein negatives Zuordnungskri- terium zum Übertragungsnetz festgehalten: Elektrizitätsnetze hoher, mit t- lerer oder niedriger Spannung zum Zwecke der Belieferung von En d- verbrauchern oder Elektrizitätsverso rgungsunternehmen gehören zum Verteilnetz und damit nicht zum Übertragungsnetz. Indem der Veror d- nungsgeber in Art. 2 Abs. 2 StromVV den Begriff des Übertragungsnetzes näher ausgeführt hat, wird die Konkretisierung des Begriffs in Bezug auf die Schaltanlagen und Schaltfelder vor den Transformatoren gerade nicht der Praxis überlassen, womit auch die Grundanliegen des Bestimm t- heitsgebots (Gewährung von Rechtssicherheit und –gleichheit) ausre i- chend berücksichtigt sind. Im Übrigen hat auch die Kommission für U m- welt, Raumplanung und Energie des Ständerates (UREK -S) die Verei n- barkeit der eigentumsrechtlichen Entflechtung mit der Eigentumsgarantie und damit im Besonderen auch eine genügenden gesetzliche Grundlage bejaht (vgl. Rechtsgutachten zur Verfassungsmässigkei t des Vorschlags der Subkommission UREK -S zur Schaffung einer nationalen Netzgesel l- schaft vom 9. August 2006 Ziff. 26 ff.). 9.1.3. Auch in materieller Hinsicht liegt mit den oben dargelegten B e- stimmungen des StromVG eine genügende gesetzliche Grundlage vor: Art. 4 Abs. 2 StromVG räumt dem Bundesrat einen weiten Ermessen s- spielraum für die Regelung auf Verordnungsebene ein. Wie oben darg e- legt (E. 9.1.2.), beschränkt sich das Bundesverwaltungsgericht auf die mittels Auslegung durchzuführende Prüfung, ob die Verordnu ng den Rahmen der dem Bundesrat im Gesetz delegierten Kompetenzen offe n- sichtlich sprengt oder aus anderen Gründen gesetzes - oder verfa s- sungswidrig ist. Ausgangspunkt jeder Auslegung ist der Wortlaut einer Gesetzesbesti m- mung. Ist dieser nicht klar, so ist auf die übrigen Auslegungselemente zu- rückzugreifen; abzustellen ist insbesondere auf die Entstehungsgeschich- te einer Rechtsnorm, ihren Sinn und Zweck sowie die Bedeutung, die ihr im Kontext mit anderen Normen zukommt (Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A -120/2011 vom 7. Juli 2011 E. 7, A -6086/2010 vom 16. Juni 2011 E. 4; PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜL- LER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 25 Rz. 3 f.; U L- RICH HÄFELIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bunde s- staatsrecht, 7. Aufl., Zürich u. a. 2008, Rn. 80 ff.). A-212/2011 Seite 18 Insbesondere bei jungen Erlassen – wie dem vorliegenden – ist dem Wil- len des Gesetzgebers ein grosses Gewicht beizumessen (Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts A -3049/2011 vom 8. März 2012 E. 4.2; BVGE 2007/7 E.4.4; HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 101). Dem Gesetzeswortlaut von Art. 4 Abs. 1 Bst. h StromVG kann nicht en t- nommen werden, ob Schaltanlagen und Schaltfelder vor dem Transfo r- mator beim Übergang zu einer anderen Netzebene oder zu einem Kraf t- werk zum Übertragungsnetz gehören. Wie in E. 9.1.2. ausgeführt, ergibt sich jedoch aus der Systematik des StromVG, dass Schaltanlagen und Schaltfelder vor den Transformatoren entweder zum Übertragungsnetz oder zum Verteilnetz gehören (Art. 4 Abs. 1 Bst. h und i StromVG). Das Netznutzungsmodell für das Schweizerische Verteilnetz, Grundlagen zur Netznutzung und Netznutzungsentschädigung in den Verteilnetzen der Schweiz (VSE/AES NNMV -CH Ausgabe 2011) sieht unter Punkt 3.2.1 S. 14 vor, dass Trennstelle zwischen den Netzebenen immer das Schal t- feld ist. Sammelschienen, Kuppelfelder, Sekundärtechnologie, Nebena n- lagen und Gebäude sind anteilmässig den einzelnen Schaltfeldern zuz u- ordnen. Dem in der angefochtenen Verfügung aufgezeichneten Beispiel (S. 39) kann entnomm en werden, dass sich Schaltfelder vor dem Tran s- formator beim Übergang zu einer anderen Netzebene befinden und somit in Bezug auf die Abgrenzung von der Netzebene 1 zur Netzebene 2 mit einer Spannung von 380/220 kV betrieben werden, womit ein Zuor d- nungskriterium für das Übertragungsnetz erfüllt ist. Zur Frage, ob Schaltanlagen und Schaltfelder vor den Transformatoren zum Übertragungsnetz gehören sollen, hat sich der Gesetzgeber nicht geäussert. Dem erläuternden Bericht zum Vernehmlassungsentwurf vom 27. Juni 2007 zur Stromversorgungsverordnung, S. 7 , lässt sich einzig unter dem Begriff des Netzanschlusses (Art. 3) entnehmen, dass der Begriff der Anlagen alle für die Übertragung von Elektrizität erforderlichen Elemente wie Leitungen und Schaltanlagen erfasse. Im Rahmen der teleologischen Auslegung von Art. 4 Abs. 1 Bst. h StromVG hat das Bundesverwaltungsgericht im Zusammenhang mit der Zugehörigkeit von Stichleitungen zum Übertragungsnetz festgehalten, dass die gesetzgeberische Absicht zur Erreichung der Ziele des StromVG, namentlich der Versorgungssicherheit, einer starken, una b- hängigen nationalen Netzgesellschaft und der Erhöhung der Effizienz beim Netzbetrieb durch den Wegfall von Schnittstellen und komplizierten Vertragswerken, für eine weite Auslegung des Begriffs des Übertragungs-A-212/2011 Seite 19 netzes spricht (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -120/2011 vom 7. Juli 2011 E. 7.3 und 7.4), was für die Zugehörigkeit der Schaltanlagen und Schaltfelder vor den Transformatoren zum Übertragungsnetz spricht. Sodann kann mit d er Vorinstanz festgehalten werden, dass nach dem Willen des Gesetzgebers das Eigentum am Übertragungsnetz auf die Be- schwerdegegnerin zu überführen ist, auch um sicherzustellen, dass die Beschwerdegegnerin das Übertragungsnetz betreiben, planen und au s- bauen kann (Art. 19 StromVG, BBl 2004 1619, 1621 f.). Betrieb, Planung und Unterhalt sollen im Einzelfall grössere Priorität haben als entgegen gerichtete Interessen von Verteilnetz - oder Kraftwerksbetreibern. Das E i- gentum an Schaltanlagen und Schaltfeldern erleichtert der Beschwerd e- gegnerin die Erfüllung ihrer Aufgaben. Das Übertragungsnetz bildet ein zusammenhängendes System inklusive der Schnittstellen, und im Strei t- fall sollen der Zugang zu den Anlagen und die Verfügungsrechte über An- lageteile nicht mit den Eigentümern ausgehandelt bzw. über eine Entei g- nung nach Art. 20 Abs. 4 StromVG erlangt werden müssen. Unter B e- rücksichtigung des Willens des Gesetzgebers vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Schaltanlagen und Schaltfelder hätten A n- schluss- und nicht Übertragungsfunktion und seien für den sicheren und effizienten Betrieb des Übertragungsnetzes nicht relevant, nicht zu übe r- zeugen. Auch das Netznutzungsmodell für das schweizerische Übertragungsnetz (VSE/AES NNMÜ-CH Ausgabe 2005, Revision 2007; M ERKUR Access Branchenempfehlung Strommarkt Schweiz) sieht unter Punkt 6, S. 17 (Netzabgrenzung und Kostenermittlung) vor, dass zum schweizerischen Übertragungsnetz alle Leitungen inklusive Schaltfelder des 380/220 kV - Höchstspannungsnetzes und die 380/220 k V-Kuppeltransformatoren in der Schweiz gehören, wobei diese Elemente in der Netzführungsveran t- wortung der Beschwerdegegnerin liegen müssen (vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-120/2011 vom 7. Juli 2011 E. 7.4). Die Auslegung ergibt, dass Schaltanlagen und Schaltfelder vor den Transformatoren zum Übertragungsnetz gehören und auf die Beschwe r- degegnerin zu übertragen sind. Art. 2 Abs. 2 Bst. b und d StromVV beruht somit auf einer genügenden gesetzlichen Grundlage. 9.2. Weiter muss die Einschränkung de r Eigentumsgarantie durch ein ö f- fentliches Interesse gerechtfertigt sein (Art. 36 Abs. 2 BV). Der Begriff des öffentlichen Interesses lässt sich nicht in einer einfachen Formel einfa n-A-212/2011 Seite 20 gen. Verfassung und gesetzliche Zielbestimmungen geben Anhaltspun k- te. Er ist zeitlich wandelbar und kann in gewissen Bereichen auch örtlich verschieden sein. Im öffentlichen Interesse liegt all das, was der Staat zum Gemeinwohl vorkehren muss, um eine ihm obliegende Aufgabe zu erfüllen. Ob einer staatlichen Massnahme ein ausrei chendes öffentliches Interesse zu Grunde liegt, ist oft nur von Fall zu Fall nach Massgabe der jeweils gegebenen Umstände zu bestimmen ( HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 314 ff.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 536 ff.). 9.2.1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Ausweitung des Begriffs des Übertragungsnetzes auf Schaltanlagen und Schaltfelder vor Transforma- toren zu Kraftwerken und zu anderen Netzebenen rechtfertige sich nicht, da diese nicht oder nicht mehrheitlich dem Übertragungsnetz dienten und für dessen Betrieb gar nicht notwendig seien. Demgegenüber überwiege das Interesse der Beschwerdeführerin, diese Anlagen sicher und effizient zu betreiben, was gleichzeitig auch als öffentliches Interesse zu qualifizie- ren sei, womit dieses Interesse demjenigen der Beschwerdegegnerin (so- fern dieses überhaupt vorhanden sei) und damit auch dem von Art. 2 Abs. 2 Bst. b und d StromVV offensichtlich zu Grund liegenden öffentl i- chen Interesse (dem Betrieb eines sicheren und effizienten Übertr a- gungsnetzes) vorgehe. Entspr echend sei auch das öffentliche Interesse, diese Anlagen an die Beschwerdegegnerin zu Eigentum zu übertragen, nicht ausreichend, um einen derartigen Eingriff in das Eigentum der B e- schwerdeführerin zu rechtfertigen. 9.2.2. Der Kanton Graubünden teilt die Ansicht der Beschwerdeführerin, wonach nicht alle von der Verfügung der Vorinstanz betroffenen Anlagen für den sicheren Betrieb des Übertragungsnetz notwendig seien und s o- mit auch kein öffentliches Interesse daran bestehe, sie alle ins Eigentum der Beschwerdegegnerin zu übertragen. 9.2.3. Die Beschwerdegegnerin führt hingegen an, es bestehe ein gro s- ses öffentliches Interesse an der Übertragung des Eigentums an den b e- troffenen Übertragungsnetzanlagen an die Beschwerdegegnerin. Die zur Diskussion gestellten Anlagen würden e inem sicheren und effizienten Netz dienen. Das Interesse an einem sicheren Betrieb des Übertr a- gungsnetzes, welcher nicht nur dem Kraftwerk, sondern der ganzen R e- gion und der Schweiz insgesamt diene, überwiege das Interesse einze l- ner Kraftwerksbetreiber an der Wahrung der Eigentumsgarantie. A-212/2011 Seite 21 9.2.4. Die Vorinstanz ihrerseits bringt vor, die Beschwerdegegnerin solle Eigentümerin des von ihr betriebenen Netzes sein, damit sie ihre Aufg a- ben gemäss Art. 20 StromVG wahrnehmen und eine sichere Versorgung der Schweiz sicher stellen könne. Daher bestehe an der gewählten L ö- sung ein legitimes öffentliches Interesse. 9.2.5. Das öffentliche Interesse an einer sicheren Stromversorgung und einem effizienten Netzbetrieb ergibt sich vorliegend aus der Verfassung (Art. 89 Abs. 1 BV) und den s ie konkretisierenden Gesetzes- und Verord- nungsbestimmungen: Gemäss Art. 89 Abs. 1 BV setzen sich Bund und Kantone im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für eine ausreichende, breit gefächerte, sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieve r- sorgung sow ie für einen sparsamen und rationellen Energieverbrauch ein. Dieses in der Verfassung verankerte öffentliche Interesse ist in Art. 1 StromVG präzisiert. Der Gesetzgeber bezweckt mit dieser Norm gerade, die Voraussetzungen für eine sichere Elektrizitätsvers orgung (Abs. 1) s o- wie die Rahmenbedingungen für eine zuverlässige und nachhaltige Ve r- sorgung mit Elektrizität in allen Landesteilen zu schaffen (Abs. 2 Bst. a). Zudem wird der diskriminierungsfreie, zuverlässige und leistungsfähige Betrieb des Übertragungsnetzes als wesentliche Grundlage für die sich e- re Versorgung der Schweiz als Aufgabe der Beschwerdegegnerin in Art. 21 Abs. 1 StromVG festgehalten. Im Übrigen führt auch die B e- schwerdeführerin in ihrer Beschwerde aus, dass Art. 2 Abs. 2 Bst. b und d StromVV offensichtlich das öffentliche Interesse am Betrieb eines sich e- ren und effizienten Übertragungsnetzes zu Grunde liege. Damit besteht jedenfalls ein öffentliches Interesse an der Übertragung der streitigen Netzteile an die Beschwerdegegnerin. Die Abwägung zwischen dem vor- liegenden öffentlichen Interesse und dem von der Beschwerdeführerin geltend gemachten privaten bzw. öffentlichen Interesse ist nachfolgend im Rahmen des Verhältnismässigkeitsprinzips vorzunehmen. 9.3. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, dass eine behördli- che Massnahme für das Erreichen des im öffentlichen oder privaten Int e- resse liegenden Zieles geeignet und erforderlich ist und sich für die B e- troffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtseinschränkung z u- mutbar und verhältnismäs sig erweist. Erforderlich ist eine vernünftige Zweck-Mittel-Relation. Eine Massnahme ist unverhältnismässig, wenn das Ziel mit einem weniger schweren Grundrechtseingriff erreicht werden kann (BGE 136 I 87 E. 3.2, 133 I 77 E. 4.1, je mit Hinweisen; Urteil d es Bundesverwaltungsgerichts A-1130/2011, A-1133/2011 vom 5. März 2012 E. 8.2.3; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 586 ff.). A-212/2011 Seite 22 9.3.1. Die Beschwerdeführerin und der Kanton Graubünden führen im Wesentlichen an, der Eingriffszweck, d.h. das öffentliche Interesse, sei vorliegend nicht ausreichend, um einen Eingriff in die Eigentumsgarantie zu rechtfertigen. Eine Pflicht zur Übertragung dieser Anlagen sei weder geeignet noch erforderlich, um der Beschwerdegegnerin einen sicheren und effizienten Betrieb des Übertragun gsnetzes zu ermöglichen. Daraus ergebe sich, dass auch die Eingriffswirkung, also letztlich die Enteignung, unverhältnismässig sei. In den Schlussbemerkungen führt die Beschwerdeführerin an, selbst wenn die von Ziff. 7 und 8 des Dispositivs umfassten Anla gen für einen sicheren und effizienten Betrieb des Übertragungsnetzes erforderlich w ä- ren, sei es keineswegs so, dass es zur Befriedigung des öffentlichen Inte- resses nach einem sicheren Betrieb des Übertragungsnetzes erforderlich wäre, das Eigentum an den f raglichen Anlagen auf die Beschwerdege g- nerin zu überführen. Auch weniger weit gehende Beschränkungen des Eigentums der Beschwerdeführerin, etwa die Einräumung von Nutzung s- rechten an die Beschwerdegegnerin, würden zur Befriedigung des öffen t- lichen Interesse s nach einem sicheren Betrieb des Übertragungsnetzes ausreichen. Auch die heutige Praxis mit Eigentums - und Betriebshoheit bei der Beschwerdeführerin und einem Weisungsrecht der Beschwerd e- gegnerin sei weiterhin möglich und in der Praxis bereits bewährt. 9.3.2. Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin bringen im Wesentl i- chen vor, der Gesetzgeber habe sich explizit für die eigentumsmässige Entflechtung entschieden, weil diese Massnahme für eine sichere Stro m- versorgung als erforderlich und geeignet erachtet worden sei. Die vom Bundesrat noch in der Botschaft vorgeschlagene Variante (rechtliche Ent- flechtung) sei verworfen worden (BBl 2004 1658). 9.3.3. Vorliegend kann mit der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin festgehalten werden, dass die Überführung des Eigentums an Schaltfel- dern vor dem Transformator beim Übergang zu einer anderen Netzebene oder zu einem Kraftwerk an die Beschwerdegegnerin geeignet und erfo r- derlich ist, das öffentliche Interesse an einem sicheren und effizienten Übertragungsnetz zu erreichen: Bereits die Subkommission UREK-S ging davon aus, dass ihr Vorschlag der eigentumsrechtlichen Entflechtung besser geeignet sei, die Ziele des StromVG und damit der öffentlichen In- teressen (vgl. E. 9.2.5) zu erreichen. Durch die Konzentration von Betrieb und Eigent um in einer Hand würden komplizierte Vertragsbeziehungen zwischen der Übertragungsnetzbetreiberin und den Netzeigentümerinnen A-212/2011 Seite 23 entfallen, was die Effizienz des Netzbetriebs erhöhe. Die Investitionss i- cherheit könne verbessert werden, indem die Verantwortung für Unte r- halt, Erneuerung und Ausbau des Übertragungsnetzes in eine Hand g e- legt und dadurch unklare Schnittstellen zwischen Netzbetreiberin und Netzeigentümerinnen beseitigt würden. Das Ziel des diskriminierungsfre i- en Netzzugangs lasse sich im Vergleich zu m bundesrätlichen Vorschlag der rechtlichen Entflechtung besser erreichen, weil eine eigentumsmäss i- ge Entflechtung die grösstmögliche Unabhängigkeit des Übertragung s- netzbetriebs von Stromproduktion, Stromhandel und Stromverteilung g e- währleiste. Das Bundesa mt für Justiz (BJ) hält diesbezüglich in seinem Rechtsgutachten fest, dass diese Argumentation der Subkommission aus verfassungsrechtlicher Sicht nachvollziehbar erscheine. Ob man ihr fo l- gen wolle, sei eine politische Frage. Unter Berücksichtigung des gese tz- geberischen Gestaltungsspielraums lasse sich in der Frage der Eignung und Erforderlichkeit der vorgeschlagenen Massnahme keine Verfa s- sungswidrigkeit feststellen (Rechtsgutachten des BJ zur Verfassung s- mässigkeit des Vorschlags der Subkommission UREK -S zur Schaffung einer nationalen Netzgesellschaft vom 13. April 2006, nachfolgend: Rechtsgutachten BJ, Ziff. 14 ff. und 31 ff.). Auch aus den Protokollen der parlamentarischen Debatte zum StromVG geht hervor, dass sich der G e- setzgeber explizit für die eigentums mässige Entflechtung entschieden hat, weil diese Massnahme für eine sichere Stromversorgung als erfo r- derlich und geeignet erachtet wurde (vgl. u.a. Votum von Ständerat Rolf Schweiger, Amtliches Bulletin 2006 [Ständerat], S. 848 ff.). Diese geset z- geberische Absicht zur Erreichung der Ziele des StromVG spricht daher für eine weite Auslegung des Begriffs des Übertragungsnetzes (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -120/2011 vom 7. Juli 2011, E. 7.4). Der Verordnungsgeber bzw. die Vorinstanz hat sich in der angefochtenen Ver- fügung damit zu Recht auf den gesetzgeberischen Willen gestützt, indem sie entschieden hat, dass Schaltfelder vor den Transformatoren zum Übertragungsnetz gehören, weil sie für die Erreichung der Ziele des StromVG geeignet und erforderlich s eien. Der Vorinstanz kommt zudem bei der Beurteilung dieser ausgesprochenen Fachfragen ein gewisser Ermessens- und Beurteilungsspielraum zu, weshalb sich das Bunde s- verwaltungsgericht bei der Überprüfung des vorinstanzlichen Entscheids eine gewisse Zurückha ltung auferlegt (E. 5). Unter Berücksichtigung des technischen Ermessens der Vorinstanz und des gesetzgeberischen Ge s- taltungsspielraums (Rechtsgutachten BJ, Ziff. 31) lässt sich in der Frage der Eignung und Erforderlichkeit der Überführung der Schaltanlagen und Schaltfelder vor dem Transformator keine Verfassungswidrigkeit festste l- len. A-212/2011 Seite 24 Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung sind sodann die vorliege n- den Interessen gegeneinander abzuwägen. Einerseits ist die sichere Elektrizitätsversorgung (Art. 1 StromVG ) und gerade auch vor dem Hi n- tergrund des explizit geäusserten Willens des Gesetzgebers der eige n- tumsrechtlichen Entflechtung ein hoch zu gewichtendes öffentliches Int e- resse. Die landesweite Versorgungssicherheit und –zuverlässigkeit, wel- che durch den Gesetzgeber angestrebt wird, hängt wesentlich vom Funk- tionieren des Übertragungsnetzes ab. Wie dargelegt, soll die Konzentrat i- on von Betrieb und Eigentum des Übertragungsnetzes einen effizienten Betrieb sowie eine langfristig hinreichende Investitionstätigkeit sicherstel- len und dadurch die Versorgungssicherheit gewährleisten. Diese öffentl i- chen Interessen, die für die eigentumsmässige Überführung des Übertr a- gungsnetzes in die nationale Netzgesellschaft sprechen, wiegen damit schwer. Andererseits wird durch die eigentumsmässige Entflechtung des Übertra- gungsnetzes in die Eigentumsgarantie der Beschwerdeführerin eingegri f- fen. Auch wenn der Beschwerdeführerin zugestimmt werden kann, dass ihr Interesse, die ins Übertragungsnetz zu überführenden Anlagen sicher und effizient zu betreiben auch als öffentliches Interesse qualifiziert we r- den kann, kann diesem Interesse gerade auch vor dem Hintergrund des explizit geäusserten Willens des Gesetzgebers der eigentumsrechtlichen Entflechtung nur ein beschränktes Gewicht beigemessen werden. Zudem gilt es zu beachten, dass die Beschwerdeführerin nur Eigentümerin der Anlagen auf Zeit ist, nämlich bis zum Eintritt des Heimfalls. Im Weiteren werden der Beschwerdeführerin für die Übertragung des Eigentums an den Anlagen Aktien an der Beschwerdegegnerin und zusätzlich allenfalls andere Rechte zugewiesen. Darüber hinaus gehende Wertverminderu n- gen werden von der Beschwerdegegnerin ausgeglichen (Art. 33 Abs. 4 StromVG). Vor diesem Hintergrund sind auch die von der Beschwerd e- führerin vorgebrachten milderen Massnahmen wie die Einräumung eines zeitlich unbefristeten Nutzungsrechts oder die Einräumung eines Nu t- zungsrechts bis zum Ablauf der entsprechenden Konzession nicht geei g- net, den Gesetzeszweck bzw. die Ziele des StromVG zu erreichen. Je gewichtiger das eine und je weniger gewichtig das andere Interesse ist, desto eher fällt die Interessenabwägung zugunsten des erheblicheren I n- teresses aus (BGE 135 II 402 E. 4.6.1 mit Hinweisen). Angesichts der hoch zu gewichtenden öffentlichen Interessen ist damit die Überführung der Schaltanlagen und Schaltfelder vor den Transformatoren für die B e- schwerdeführerin als zumutbar zu werten. A-212/2011 Seite 25 9.4. Als Zwischenfazit kann somit festgehalten werden, dass vorl iegend die verfassungsmässigen Voraussetzungen für die Einschränkung der Ei- gentumsgarantie erfüllt sind und damit die in Ziff. 7 bzw. 8 des Dispositivs verfügte Verpflichtung zur Übertragung des Eigentums der (mit konzess i- onsrechtlichem Heimfall belasteten ) Schaltanlagen bzw. Schaltfelder vor dem Transformator beim Übergang zu einer anderen Netzebene oder zu einem Kraftwerk auf die Beschwerdegegnerin die Eigentumsgarantie nicht verletzt. 10. 10.1. Die Beschwerdeführerin bringt sodann vor, das verfassungsmässige Recht auf Vertrauensschutz sei verletzt. Die Vorinstanz habe sich mit Schreiben vom 16. Februar 2009 bei der Beschwerdeführerin nach dem Stand der rechtlichen Entflechtung erkundigt. Auf die Antwort der B e- schwerdeführerin, worin sie die nutzungsrechtliche Entf lechtung erläutert habe, habe die Vorinstanz nicht mehr reagiert, weshalb sie in guten Treu- en habe davon ausgehen können, dass sie damit den gesetzlichen A n- forderungen Genüge getan habe. Wenn nun die Vorinstanz in der ang e- fochtenen Verfügung in Ziff. 7 und 8 bestimme, dass Schaltanlagen bzw. Schaltfelder vor den Transformatoren ins Eigentum der Beschwerdege g- nerin überführt werden müssten, verletze sie das bei ihr entstandene, b e- rechtigte Vertrauen darauf, dass mit einer derartigen nutzungsrechtlichen Entflechtung die Anforderungen von Art. 33 Abs. 1 StromVG erfüllt seien. Dies umso mehr, als in Art. 33 Abs. 4 StromVG lediglich davon die Rede sei, dass Elektrizitätsversorgungsunternehmen das Übertragungsnetz i n- nert fünf Jahren auf die nationale Netzbetreiberi n zu überführen hätten, mithin also nicht von einem Eigentumsübergang die Rede sei. 10.2. Das verfassungsmässige Recht auf Vertrauensschutz bewirkt unter anderem, dass eine (selbst unrichtige) Auskunft oder Zusicherung einer Behörde unter Umständen eine vom mate riellen Recht abweichende B e- handlung des Rechtssuchenden gebietet. Voraussetzung dafür ist, dass die Auskunft für einen konkreten Einzelfall aufgrund einer vollständigen Darstellung des Sachverhalts vorbehaltlos erteilt wurde, dass die Amt s- stelle für die Auskunftserteilung zuständig war oder der Bürger sie aus zu- reichenden Gründen als zuständig betrachten durfte, dass die anfragende Person die Unrichtigkeit bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit nicht ohne weiteres erkennen konnte, dass sie im (berechtigten) Ve rtrauen auf die Auskunft eine nicht wieder rückgängig zu machende Disposition getroffen und dass die Rechtslage sich seit Erteilung der Auskunft nicht geändert A-212/2011 Seite 26 hat (Urteil 2C_130/2009 des Bundesgerichts vom 5. März 2009 E. 2.2; BGE 131 II 627 E. 6.1 S. 636; 118 Ia 245 E. 4b S. 254; 117 Ia 285 E. 2b; 115 Ia 12 E. 4a S. 18 f., je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführerin kann offensichtlich nicht gefolgt werden, wenn sie eine Verletzung des Vertrau- ensschutzes geltend macht, fehlt es vorliegend doch bereits an einer b e- hördlichen Auskunft oder Zusicherung. Dem Schreiben vom 16. Februar 2009 der Vorinstanz an die Beschwerdeführerin kann keine Auskunft oder Zusicherung entnommen werden; vielmehr diente es anhand der an die Beschwerdeführerin gestellten Fragen dazu, der Vorinstanz einen vol l- ständigen Überblick über den Stand der rechtlichen Entflechtung zu e r- halten. Inwiefern die weiteren Voraussetzungen erfüllt sein sollen, legt die Beschwerdeführerin nicht dar, weshalb festzustellen ist, dass die behaup- tete Rechtsverletzung nicht vorliegt. 11. Schliesslich bleibt zu prüfen, ob Art . 18 StromVG i.V.m. Art. 2 Abs. 2 Bst. b bzw. d StromVV und Ziffer 7 bzw. 8 der angefochtenen Verfügung den eidgenössischen und kantonalen Grundlagen betreffend das Hei m- fallsrecht vorgeht. 11.1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, der Heimfall des Eigentums an den fraglichen Anlagen sei ausserdem Gegenstand des eidgenössischen und des kantonalen Rechts. Art. 67 WRG regle den Heimfall, sofern durch die Konzession nichts anderes festgelegt sei. Art. 42 Abs. 2 des Wasserrechtsgesetzes des Kantons Graubünden vom 12. März 1995 (BWRG, Bündner Rechtsbuch 810.100) lege sodann fest, dass die Ve r- leihungsgemeinden und der Kanton berechtigt seien, die zum Erzeugen und Fortleiten elektrischer Energie bestimmten Anlagen sowie die Dienst- häuser und Verwaltungsgebäude gegen eine an gemessene Entschäd i- gung zu übernehmen. Indem Art. 2 Abs. 2 lit. b und d StromVV sowie Ziff. 7 und 8 der angefochtenen Verfügung bestimmen, dass Schaltanla- gen bzw. Schaltanlagen vor dem Transformator beim Übergang zu einer anderen Netzebene oder einem Kraf twerk auf die Beschwerdegegnerin zu übertragen seien, entstehe ein Konflikt mit dem in den zitierten eidg e- nössischen und kantonalen Rechtsgrundlagen verankerten Heimfall s- recht. Wenn überhaupt, würde nicht eine Normenkollision zwischen den Bestimmungen des StromVG und des WRG bestehen, sondern Art. 2 Abs. 2 Bst. b und d StromVV würde mit Art. 67 WRG kollidieren. Bei di e- ser Ausgangslage würde die höherstufige Norm im Gesetz (WRG) der Verordnungsbestimmung (StromVV) vorgehen. A-212/2011 Seite 27 11.2. Was den Normenkonflikt von Art. 18 StromVG i.V.m. Art. 2 Abs. 2 Bst. b und d StromVV mit Art. 42 Abs. 2 BWRG betrifft, kann mit der Vo r- instanz festgehalten werden, dass der Bund in Anwendung von Art. 3 BV mit dem Erlass des StromVG und der StromVV gestützt auf Art. 89, 91 Abs. 1, 96 und 97 Abs. 1 BV von seiner Rechtssetzungskompetenz Gebrauch gemacht hat. Demzufolge geht mit der Ausschöpfung dieser Kompetenz die kantonale Kompetenz in entsprechendem Umfang unter (HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 1049 ff. und 1091 ff. ). Gemäss Art. 49 Abs. 1 BV geht Bundesrecht entgegenstehendem kantonalem Recht vor. Diese Vorrangregelung gilt für Bundeserlasse aller Stufen (Bundesgesetze, Bundesverordnungen) in gleicher Weise ( PI- ERRE TSCHANNEN, Staatsrecht der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Bern, 2011, § 22 Rz. 1 ff.; HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 1173 ff.). Aus diesem Grund gehen Art. 18 StromVG i.V.m. Art. 2 Abs. 2 StromVV dem Art. 42 Abs. 2 BWRG vor. Auch der Normenkonflikt zwischen Art. 18 StromVG i.V.m. Art. 2 Abs. 2 Bst. b und d StromVV und Art. 67 WRG führt zum Vorrang der Stromve r- sorgungsgesetzgebung: Das StromVG vom 23. März 2007 und die Stromversorgungsverordnung vom 14. März 2008 sind jünger als das WRG vom 22. Dezember 1916. Ein jüngerer Erlass geht grundsätzlich e i- nem älteren auch dann vor, wenn der ältere nicht formell aufgehoben oder abgeändert wird (lex posteriori derogat legi priori). Dass beim Erlass des StromVG und der StromVV bzw. dem Bundesgesetz zu einer Änd e- rung des Wasserrechtsgesetzes und des Stromversorgungsgesetzes vom 23. Dezember 2011 (BBl 2012 57 ff.) Art. 67 WRG nicht geändert wurde, begründet daher – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin – noch keinen Vorrang von Art. 67 WRG. Ein älteres Spezialgesetz kann unter Umständen einem jüngeren allgemeinen Gesetz vorgehe n (lex specialis derogat legi generali). Ob das der Fall ist, kann nicht nach einer allgeme i- nen Regel beurteilt werden. Vielmehr ist aufgrund einer Auslegung der "ratio legis" des neueren Gesetzes zu bestimmen, ob dadurch das ältere ausser Kraft gesetzt we rden sollte oder nicht (Urteil des Bundesgerichts U 291/2004 vom 8. November 2005 E. 5.2). Die höherrangige Norm geht grundsätzlich der tieferrangigen vor; das Gesetz also der Verordnung (Ur- teile des Bundesgerichts 8C_161/2011 und 8C_179/2011 vom 6. Januar 2012 E. 4.3.1, 9C_517/2009 vom 18. Januar 2010 E. 7.4; BGE 125 III 429 E. 3baa, 123 II 537 f. E. 2c und d; PETER FORSTMOSER/HANS-UELI VOGT, Einführung in das Recht, 8. Aufl., Bern 2008, S. 394 f.). A-212/2011 Seite 28 Vorliegend handelt es sich sowohl beim StromVG bzw. der StromVV als auch beim WRG um Spezialgesetze, denn beide Gesetze legiferieren j e- weils einen speziellen Teil des Energierechts, womit auch kein Vorrang des WRG im Sinn des Grundsatzes lex specialis derogat legi generali begründet werden kann. Selbst wenn man das StromVG als lex generalis zum WRG betrachten würde, in dem Sinn, als Wasserkraft eine Quelle der Elektrizitätsversorgung ist, so lässt sich aufgrund der ratio legis des StromVG klar auf einen Vorrang des StromVG schliessen: Ratio legis des StromVG ist u.a. eine zuverlässige und nachhaltige Versorgung mit Elekt- rizität (Art. 1 StromVG). Aus den Protokollen der parlamentarischen D e- batte zum StromVG geht denn auch hervor, dass die Themen Übertr a- gungsnetz und Übertragungsnetzbetreiber bei der Erarbeitung de s G e- setzes wichtige Punkte gewesen waren. Beim Übertragungsnetz war man sich einig, dass dieses eine wesentliche Grundlage für die sichere Ve r- sorgung in der Schweiz darstellt (vgl. u.a. Votum von Ständerat Rolf Schweiger, Amtliches Bulletin 2006 [Ständerat], S. 848 ff.). Beim Übertra- gungsnetzbetreiber drehte sich die Diskussion vor allem um die Una b- hängigkeit der nationalen Netzgesellschaft und um die Frage, ob diese das Netz nur betreiben soll oder dieses auch in ihr Eigentum zu übertr a- gen sei. Der Gesetzg eber entschied sich denn explizit für die eigentum s- mässige Entflechtung, weil diese Massnahme für eine sichere Stromve r- sorgung als erforderlich und geeignet erachtet worden ist. Die vom Bu n- desrat noch in der Botschaft vorgeschlagene Variante (rechtliche En t- flechtung) wurde verworfen (BBl 2004 1658) (zum Ganzen vgl. auch U r- teil des Bundesverwaltungsgerichts A-120/2011 vom 7. Juli 2011 E. 7.3). Der Botschaft lässt sich unter dem Kapitel "Kompatibilität der schweizer i- schen Gesetzgebung mit dem EU-Recht" zwar – wie die Beschwerdefüh- rerin vorbringt – entnehmen, dass für die Verleihung von Wasserrechten durch die Kantone oder Gemeinden die von Bundesrechtswegen die ei n- schlägigen Bestimmungen des WRG gelten. Im Rahmen dieser Besti m- mungen sind die kantonalen bzw. ko mmunalen Behörden bezüglich des Erlasses von Rahmenbedingungen und Auflagen grundsätzlich frei. Das StromVG sieht auch in diesem Zusammenhang keine Einschränkungen vor (BBl 2004 1679). Dies schliesst die vorliegende streitige Eigentum s- übertragung, wie dargestellt, jedoch nicht aus. Vor dem Hintergrund der oben dargelegten klaren ratio legis des StromVG und dem Willen des Gesetzgebers, dass das Übertragungsnetz ins Eigentum der Beschwerdegegnerin überführt werden soll, kann die Botschaft des Bundesrates mith in nicht im Sinn der Beschwerdeführerin ausgelegt werden, wonach ein mit einem Heimfall belastetes Eigentum A-212/2011 Seite 29 nicht auf die Beschwerdegegnerin überführt werden soll. Vielmehr würde eine solche Auslegung dem für die Verwirklichung des Zwecks des StromVG zentralen Element, nämlich der Übertragung des Eigentums am Übertragungsnetz auf die Beschwerdegegnerin, entgegenstehen. Im Ü b- rigen wurden im Parlament diesbezüglich auch keine Diskussionen über allfällige Ausnahmen von der Eigentumsübertragung geführt, was ebe n- falls dafür spricht, dass das Eigentum am Übertragungsnetz ausnahmslos auf die Beschwerdegegnerin übertragen werden soll. 12. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die mit in Ziff. 7 und 8 des Dispositivs verfügte Verpflichtung zur Übertragung des Eigentums (mit konzessionsrechtlichem Heimfall belasteten) Schaltanlagen und Schaltfeldern vor dem Transformator beim Übergang zu einer anderen Netzebene oder zu einem Kraftwerk auf die Beschwerd egegnerin weder die Eigentumsgarantie noch den Vertrauensschutz verletzt. In Bezug auf die Bestimmungen betreffend den Heimfall geht Art. 18 StromVG i.V.m. Art. 2 Abs. 2 StromVV Art. 42 Abs. 2 BWRG und Art. 67 WRG vor. Die Beschwerde ist damit abzuweisen. 13. 13.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei, weshalb sie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten zu tragen hat. Diese sind unter Berücksichtigung des Obsiegens in Bezug auf den Antrag um Wiederh erstellung der au f- schiebenden Wirkung (Zwischenentscheid vom 8. März 2011) auf Fr. 8'000.- festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). Diese sind mit dem von ihr geleisteten Ko s- tenvorschuss in der Höhe von Fr. 10'000.- zu verrechnen. Der Restbetrag von Fr. 2'000.- ist ihr nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurüc k- zuerstatten. Hierzu hat sie dem Bundesverwaltungsgericht einen Einza h- lungsschein zuzustellen oder ihre Kontonummer bekannt zu geben. 13.2. Angesichts ihres Unterliegens steht der Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE). Die Vorinstanz hat gemäss Art. 7 Abs. 3 VGKE keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Da sich die obsiegende Beschwerdegegnerin in keinem Stadium des Verfahrens vertreten liess und ihr deshalb keine A-212/2011 Seite 30 Kosten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG entstanden sind, steht auch ihr keine Parteientschädigung zu. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 8'000. - werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 10'000.- verrechnet. Der Restbetrag von Fr. 2'000. - wird de r B e- schwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstat- tet. Hierzu hat sie dem Bundesverwaltungsgericht einen Einzahlung s- schein zuzustellen oder ihre Kontonummer bekannt zu geben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr________; Einschreiben) – den Kanton Graubünden (Gerichtsurkunde) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Christoph Bandli Yvonne Wampfler Rohrer A-212/2011 Seite 31 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefoch- tene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdefü h- rer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: