Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 19. Juni 2018 (400 18 56) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Anspruch auf Unterhalt eines volljährigen Kindes (Art. 277 Abs. 2 ZGB); fehlende Zumut- barkeit zur Leistung von Unterhalt auf Seiten des Unterhaltspflichtigen, wenn das volljäh- rige Kind den Kontakt zu diesem ohne Grund verweigert Parteien A. ____ , vertreten durch Advokat Tobias Treyer, BALEX Advokatur & Notariat, Gerbergasse 48, Postfach, 4001 Basel, Kläger und Berufungskläger B. ____, vertreten durch Advokat Tobias Treyer, BALEX Advokatur & Notariat, Gerbergasse 48, Postfach, 4001 Basel, Klägerin und Berufungsklägerin gegen C. ____ , vertreten durch Advokat Prof. Dr. Jonas Schweighauser, Hauptstrasse 104, Postfach 250, 4102 Binningen, Beklagter Gegenstand Unterhalt Kind Berufung gegen das Urteil des Zivilkreisgerichtspräsidenten Basel- Landschaft Ost vom 9. November 2017 A. Im Rahmen des von den beiden volljährigen Kindern A . ____ und B. ____ gegen ihren Vater C. ____ angehobenen Verfahrens auf Leistung v on Unterhaltszahlungen wies das Zivil- kreisgericht Basel-Landschaft Ost die Klage mit Urt eil vom 9. November 2017 ab (Ziffer 1 des Urteilsdispositivs) und auferlegte den Klägern je z ur Hälfte solidarisch die Gerichtsgebühr (Zif- fer 3 des Urteilsdispositivs). Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege an die Kläger Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gingen die Gerichtsgebühr und die Parteikosten der Klä gerschaft zu Lasten der Gerichtskasse und der Kostenentscheid betreffend Parteientschädigung erging separat (vgl. Ziffer 2 und 3 des Urteilsdispositivs). Zur Begründung des Urteils wurde im W esentlichen angeführt, dass die El- tern gemäss Art. 277 Abs. 2 ZGB für den Unterhalt vol ljähriger Kinder bis zum Abschluss ihrer Ausbildung nur soweit verpflichtet seien, als ihnen die s nach den gesamten Umständen zuge- mutet werden dürfe, wobei sich die Zumutbarkeit nicht nur nach den wirtschaftlichen Verhältnis- sen der Eltern, sondern auch nach den persönlichen Bezi ehungen zwischen diesen und ihren Kindern richte. Zwar sei es durchaus verständlich und nachvollziehbar, wenn die Beziehung der Kinder gegenüber einem Elternteil vor, während und auch für eine gewisse Zeitspanne nach der Scheidung leiden könne. Im vorliegenden Fall würden es aber die Kinder seit über 10 Jahren dem Grundsatz nach ablehnen, mit dem Vater in Kontakt zu treten. Von den inzwischen 21- und 24-jährigen Klägern könne indessen nunmehr erwartet werden, dass sie ein Mindestmass an persönlichem Kontakt zum Vater aufnehmen könnten, um zum indest einen Versuch zu unter- nehmen, die Kind-Eltern-Beziehung neu aufzugreifen. E s sei zudem aufgrund der schriftlichen Ausführungen nicht ersichtlich, welches Fehlverhalten d em Vater angelastet werde. Insbeson- dere erscheine das geringe Bemühen des Vaters angesichts der Vorgeschichte und der Ergeb- nisse des Gutachtens, aus welchem eine starre, ablehnende Haltung der Kläger gegenüber dem Vater hervorgehe, als nachvollziehbar. Ferner ersch eine es in Anbetracht der konkreten Umstände – entgegen dem Antrag der Kläger – nicht not wendig, ein neues Gutachten zur Fra- ge der Zumutbarkeit einer Kontaktaufnahme der Kinde r zum Vater anzuordnen, da die Kinder keinerlei Kontakt zum Vater wollen würden und ein solch er aufgrund der ablehnenden Haltung der Kinder auch nicht zustande gekommen sei. Die umfass ende Verweigerung habe zur Folge, dass die Unterhaltspflicht des Kindsvaters in persönlicher Hinsicht unzumutbar sei. Selbst wenn jedoch die vorliegenden Verhältnisse keine Versagung de r Unterhaltspflicht kraft persönlicher Unzumutbarkeit zur Folge hätten, sei aus den eingereich ten Unterlagen ersichtlich, dass der Bedarf der Kläger weitgehend durch die Kinderrenten und die Kinderzulagen gedeckt sei und dass eine allfällige Differenz durch die Ausschöpfung de r Eigenversorgungskapazität im Rah- men des Zumutbaren ausgeglichen werden könne. Ferner er übrige sich eine detaillierte Ausei- nandersetzung mit den ausserordentlichen Unterhaltskosten, da die bereits festgestellte fehlen- de persönliche Zumutbarkeit für den Volljährigenunter halt auch für die ausserordentlichen Kos- ten gelte. B. Mit Eingabe vom 14. Februar 2018 erklärten A. ___ u nd B. ____, vertreten durch Advokat Tobias Treyer, beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, Berufung gegen das Urteil des Zivilkreisgerichtspräsidenten Basel-Landschaft Ost vom 9. November 2017 mit den Begehren, es sei das angefochtene Urteil aufzuheben und es sei C. ____ zu verurteilen, an den Unterhalt seiner volljährigen Kinder A. ___ und B. _ ___ rückwirkend per April 2015 einen an- gemessenen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren Un terhaltsbeitrag in der Höhe von zumindest CHF 600.00 pro Kind zuzüglich allfälliger Kind erzulagen zu leisten, alles unter Kos- ten- und Entschädigungsfolge zulasten des Berufungsbeklagt en für das erst- und zweitinstanz- liche Verfahren. Zudem sei den Berufungsklägern die une ntgeltliche Prozessführung mit Advo- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht kat Tobias Treyer als Rechtsbeistand für das kantonsgericht liche Verfahren zu bewilligen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, dass der Kindsvater nach wie vor unterhalts- pflichtig sei, auch wenn in den vergangenen 10 Jahre n kein Kontakt zwischen den Kindern und dem Kindsvater gepflegt worden sei. Die psychologische Zu mutbarkeit der Berufungskläger zur Kontaktaufnahme mit dem Kindsvater sei nach wie vor in Frage gestellt, zumal der Kindsvater keine Einsicht in vergangene Fehler zeige sowie kein ehrl iches Interesse an der Kontaktauf- nahme habe, was die Basis für einen Kontaktaufbau sei. Das Scheidungsgericht habe im Jahre 2009 nicht grundlos von einer Anordnung des Besuchsrecht s ohne jegliche zeitliche Begren- zung abgesehen. Ferner habe die Vorinstanz zu Unrecht da s beantragte Gutachten verweigert, welches die psychologische Verfassung aller Verfahrensbet eiligten zum heutigen Zeitpunkt so- wie die entsprechende Zumutbarkeit eines regelmässigen Kontakts hätte klären sollen. Die Vor- instanz habe sich bei der Beurteilung der Zumutbarkeit ausschliesslich auf die Beurteilungen im Scheidungsverfahren aus den Jahren 2007 und 2009 gestützt, womit nicht auf die heutige Zu- mutbarkeit des persönlichen Kontakts geschlossen werden könn e. Zudem sei festzuhalten, dass der Kindsvater auch in den vergangenen Jahren in kei ner Weise selber bemüht gewesen sei, diesen Kontakt wieder aufzubauen. Zumindest als d ie Kinder noch nicht volljährig gewesen seien, hätte der Kindsvater sich weiter bemühen und nich t nach wenigen Anläufen aufgeben müssen. Auch mit Eintritt der Volljährigkeit der Kind er habe er sich nicht bei ihnen gemeldet oder sein Interesse an einem Kontaktaufbau kundgegeben. Allerdings habe sich zwischenzeit- lich ein sanfter Kontakt zwischen den Parteien ergeben. Die Kläger seien heute bereit, nebst Zustellung der Ausbildungsbestätigungen, Zeugnissen und P rüfungsergebnissen zum Beklag- ten einen weitergehenden Kontakt zuzulassen. Insbesonder e hätten die Kläger dem Beru- fungsbeklagten im Anschluss an das angefochtene Urteil am 30. November 2017 eine E-Mail zukommen lassen, worauf dieser allerdings nicht geantwor tet habe. Dennoch hätten die Kläger am 22. Dezember 2017 eine weitere E-Mail verschickt, wora uf es schliesslich auch zu einem Treffen gekommen sei. Zudem werde bestritten, dass der Bedarf der Kläger mit den Rentenein- kommen gedeckt sei, was lebensfremd erscheine. Des Weiter en sei darauf hinzuweisen, dass Gegenstand der Berufung lediglich Ziffer 1 und 3 des angefochtenen Urteils sei und dass die Forderung bezüglich den ausserordentlichen Kosten nicht bestritten werde. C. Mit Berufungsantwort vom 6. April 2018 beantragte der Berufungsbeklagte, vertreten durch Advokat Prof. Jonas Schweighauser, es seien sämtlich e Berufungsanträge abzuweisen und das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen. Zudem sei festzustellen, dass der Berufungsbe- klagte den Berufungsklägern seit April 2015 keinen Unt erhalt mehr schulde, unter o/e Kosten- folge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, d ass zunächst fraglich sei, ob die formel- len Anforderungen an eine Berufung erfüllt seien, zum al die Berufungskläger sich damit begnü- gen würden, bloss die Vorbringen vor der ersten Instan z zu wiederholen und zudem nicht expli- zit auf die Erwägungen des angefochtenen Urteils eingeh en würden. Weiter fehle in der Beru- fungsschrift der Berufungskläger ein expliziter Verfahre nsantrag auf Einholung eines Gutach- tens zur Beurteilung der Frage, ob ihnen der persönli che Kontakt zum jetzigen Zeitpunkt zuzu- muten sei, weshalb keine gutachterliche Stellungnahme mehr eingeholt werden könne. Ferner Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei darauf hinzuweisen, dass der Berufungsbeklagte auch üb er das Erreichen der Volljährigkeit der Berufungskläger hinaus Unterhaltsbeiträge weiter b ezahlt habe und dass die Berufungsklä- ger dabei verkennen würden, dass sie seit nunmehr mehrer en Jahren keinen Unterhaltsan- spruch mehr hätten. Ferner seien die Berufungskläger sel bst nicht in der Lage zu erklären, wa- rum genau es für sie persönlich nicht zumutbar sei, mit dem Kindsvater vermehrt in Kontakt zu treten. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sei nicht dargeleg t worden, von welchen früheren Vorkomm- nissen sie nur sehr schwer Abstand nehmen könnten. Des Weit eren würden die Berufungsklä- ger verkennen, dass aufgrund der massiven ablehnenden Hal tung seitens der Berufungskläger dem Kindsvater nicht vorgeworfen werden könne, dass er sich zu wenig um den Kontakt be- müht habe, was sich aus dem angefochtenen Urteil ergebe , welches sich wiederum auf das Gutachten und die Berichte aus den Jahren 2007 und 200 9 beziehe. Weiter sei anzufügen, dass nur diejenigen Sachverhalte zu beurteilen seien, welche sich bis zum Zeitpunkt des erstin- stanzlichen Verfahrens ereignet hätten. Insofern seien d ie E-Mails der Berufungskläger an den Berufungsbeklagten unbeachtlich. Dennoch sei festzuhalten , dass in Anbetracht der Tatsache, dass es den Berufungsklägern laut eigenen Angaben selbst h eute noch schwerfalle, sich beim Kindsvater zu melden, die Annäherungsversuche zum Kindsva ter zum jetzigen Zeitpunkt wäh- rend des Berufungsverfahrens zumindest fragwürdig ersche inen würden. Hinsichtlich der Beur- teilung der heutigen Zumutbarkeit sei darauf hinzuwe isen, dass die Vorinstanz ihre Erkenntnis- se nicht bloss auf das Gutachten und die Berichte aus den Ja hren 2007 und 2009 gestützt ha- be, sondern sie habe ebenfalls den Beistandschaftsbericht vom 29. April 2011 beigezogen, welcher zum selben Schluss gelange. Bezüglich dem Bedarf der Berufungskläger sei zu be- merken, dass ihnen ein Eigenverdienst zuzumuten sei. Von Personen im Alter von 21 und 24 Jahren könne durchaus erwartet werden, dass diese für vier Wochen während des ganzen Jah- res in einem Nebenerwerb tätig seien. D. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, A bteilung Zivilrecht, vom 9. April 2018 wurde der Schriftenwechsel geschlossen. Erwägungen 1. Gegen einen Endentscheid in vermögensrechtlichen Str eitigkeiten mit einem Streitwert von mindestens CHF 10'000.00 kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO Berufung erhoben werden. Für die Bemessung des Streitwerts ist gemäss Art. 91 ZPO das Rechtsbegeh- ren massgeblich, wobei bei wiederkehrenden Leistungen gemäss Art. 92 ZPO der Kapitalwert zu veranschlagen ist. Mit Berufung kann gemäss Art. 309 Z PO unrichtige Rechtsanwendung oder/und unrichtige Feststellung des Sachverhalts gelten d gemacht werden. Die Berufung ist schriftlich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellun g des begründeten Entscheides bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). D ie Berufungskläger verlangen rück- wirkend per April 2015 einen monatlichen Unterhaltsbei trag in der Höhe von zumindest CHF 600.00 pro Kind, weshalb sich der Streitwert bis zum jetzigen Zeitpunkt auf mehr als Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 45‘000.00 beläuft, so dass die Streitwertgrenze von CHF 10'000.00 bei weitem erreicht ist. Die schriftliche Begründung des angefochtenen Entscheids w urde dem Rechtsvertreter der Kläger gemäss Sendungsverfolgung der Schweizerischen Post a m 15. Januar 2018 zugestellt, womit die Rechtsmittelfrist durch die Berufung vom 14. Februar 2018 eingehalten ist. Auf einen Kostenvorschuss wurde vorläufig verzichtet. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO ist die Dreier- kammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Zivilkreisgerichte sachlich zu ständig, sofern diese nicht in die Zu- ständigkeit des Präsidiums (vgl. § 5 Abs. 1 lit. a ZPO) fallen. 2. Zu prüfen ist, ob die Berufungsschrift inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen genügt. Die Berufungsschrift hat nebst der Berufungserklärung sodann einen Berufungsantrag und eine Berufungsbegründung, welche notwendige Bestandteile der Berufungseingabe darstellen, zu enthalten. Bei der Prüfung der inhaltlichen Anforderungen sollte die Rechtsmittelinstanz berück- sichtigen, ob die betreffende Partei anwaltlich vertreten ist oder nicht. Während sich bei anwalt- licher Vertretung eine gewisse Strenge rechtfertigt, e rscheint bei unvertretenen Parteien - unter Vorbehalt querulatorischer und rechtsmissbräuchlicher E ingaben - eine grosszügige Haltung angebracht (BGE 134 II 244, E. 2.4). 2.1 Die Berufungseingabe hat Anträge zu enthalten. Dies ergibt sich einerseits aus der Be- gründungspflicht, da eine Begründung notwendigerweise Anträge voraussetzt, welche mit der Begründung substantiiert werden. Andererseits ergibt si ch dies aus Art. 221 Abs. 1 lit. b ZPO, welcher auch für die Berufungsschrift zur Anwendung ko mmt. Aus dem Rechtsbegehren muss sich ergeben, inwieweit die Angelegenheit weiterhin im Streite liegt. Die Berufungsanträge müs- sen so bestimmt sein, dass sie im Falle der Gutheissung de r Berufung unverändert zum Urteil der Berufungsinstanz erhoben werden können (vgl. BGE 1 37 III 617, E. 4.3). Die Berufungsklä- ger beantragen, es sei das angefochtene Urteil vom 9. No vember 2017 aufzuheben und es sei der Berufungsbeklagte zu verurteilen, an den Unterhal t seiner mündigen Kinder A. ___ und B. ____ rückwirkend per April 2015 einen angemessenen mo natlichen und vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag in der Höhe von zumindest CHF 600. 00 pro Kind zuzüglich allfälliger Kinder- zulagen zu leisten, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Berufungsbeklag- ten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren. Zudem sei den Berufungsklägern die unent- geltliche Prozessführung mit Advokat Tobias Treyer als R echtsbeistand für das kantonsgericht- liche Verfahren zu bewilligen. Die gestellten Rechtsbe gehren genügen klarerweise den formel- len Anforderungen. Aus der Beschwerdeschrift geht zude m hervor, dass die Berufungskläger an dem vor der Vorinstanz geltend gemachten Beweisantr ag bezüglich der Einholung eines neuen Gutachtens für die Frage der jetzigen Zumutbarke it zur Kontaktaufnahme festhalten (vgl. Ziffer 22 zweitletzter Abschnitt der Berufungsbeg ründung). Der Behauptung des Beru- fungsbeklagten, die Berufungskläger hätten diesbezüglich keinen expliziten Verfahrensantrag gestellt, kann somit nicht gefolgt werden, zumal ein Gutachten nicht zwingend als Verfahrens- antrag, sondern primär im Rahmen eines Beweisantrags zu verlangen ist und bereits die Vor- instanz von einem solchen ausgegangen ist. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Schliesslich ist in der Berufungsbegründung darzulege n, aus welchen Gründen der ange- fochtene Entscheid falsch ist und deshalb abgeändert we rden muss. Die ZPO legt nicht aus- drücklich fest, welchen Anforderungen die Begründung zu genügen hat. Verlangt ist im Sinne einer sogenannten Begründungslast, dass sich die Berufung führende Partei sachbezogen mit den Entscheidgründen des erstinstanzlichen Entscheides auseinandersetzt, dass sie dem Beru- fungsgericht erkennbar im Wesentlichen darlegt, inwiefe rn von der ersten Instanz Recht falsch angewendet und welcher Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sein soll (vgl. Art. 310 ZPO). Der gesetzlichen Begründungslast im Sinne einer ernsthaf ten Auseinandersetzung mit dem Entscheid der ersten Instanz genügen daher in einer Be rufungsschrift weder blosse Wiederho- lungen der eigenen Vorbringen vor erster Instanz, die von dieser bereits abgehandelt wurden, noch blosse Verweise in der Berufungsschrift auf die ei genen Sachverhaltsdarstellungen vor der ersten Instanz. Ungenügend ist sodann bloss allgemein e formelhafte Kritik an den erstin- stanzlichen Erwägungen, wie z.B. diese seien falsch, recht swidrig oder willkürlich, ohne dass zugleich dargetan wird, warum dem aus der Sicht der Berufung führenden Partei so sein soll. In der Begründung ist nicht nur darzutun, weshalb das Verf ahren so ausgehen sollte, wie der Rechtsmittelkläger dies will. Es ist eben auch aufzuzeigen, weshalb der vorinstanzliche Ent- scheid fehlerhaft ist bzw. weshalb zulässige Noven oder d ie neuen Beweismittel einen anderen Schluss aufdrängen. Der Berufungskläger hat die von ihm kritisierten Passagen des Entschei- des wie auch die Dossierunterlagen, auf die er seine K ritik stützt, zu bezeichnen. Die Rechts- mittelinstanz muss nicht nach allen denkbaren möglichen Fehlern eigenständig forschen (PETER REETZ /S TEFANIE THEILER , in: Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl ., Zürich 2016, N 36 zu Art. 311; IVO HUNGERBÜHLER /MANUEL BUCHER , in: Alexander Brunner/Dominik Gasser/Ivo Schwander, Schweizerische Zivilprozessordnung ZPO Kommentar, Zürich/ St. Gallen 2016, Art. 311 N 27 ff.). Für das Ausmass der Begründung ist ausserdem von Be deutung, wie das vorinstanzliche Verfahren durchgeführt und wie ausführlich der vorinstanzliche Entscheid begründet worden ist. An Berufungen von Laien sollten nicht die gleich streng en Anforderungen gestellt werden wie an von Anwälten verfasste Berufungen (vgl. BLKGE 400 1 1 306 vom 3. Januar 2012 mit weite- ren Nachweisen). 2.3 Die Berufungskläger äussern sich in ihrer Berufungsschrif t unter lit. A (Vorbemerkung) zunächst zur beruflichen und wirtschaftlichen Situation d er Parteien sowie zur Frage der Unter- haltspflicht als solche. Erst ab Seite 13 der Berufungssc hrift werden die von ihnen kritisierten Passagen des Urteils bezeichnet. Es ist diesbezüglich jedoch festzuhalten, dass die unter den jeweiligen Passagen vorgebrachten Behauptungen und Au sführungen überwiegend bereits in der Klageschrift vorgebracht wurden, sodass es sich dabei um blosse Wiederholungen der ei- genen Vorbringen vor erster Instanz handelt, ohne expli zit zu nennen, weshalb der vorinstanzli- che Entscheid fehlerhaft ist bzw. inwiefern die Vorinstan z das Recht falsch angewendet oder den Sachverhalt falsch festgestellt hat. Schlussendlich f indet jedoch eine Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Erwägungen betreffend die pers önliche Zumutbarkeit zur Kontaktauf- nahme mit dem Berufungsbeklagten sowie bezüglich der Ab lehnung des Gutachtensantrags Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht statt (Rz 22 ff.), wobei implizit geltend gemacht wird, die Vor-instanz habe den Sachverhalt falsch festgestellt und das Recht falsch angewendet. Im We iteren wird insofern eine falsche Sachverhaltsfeststellung gerügt, als geltend gemacht wi rd, das erstinstanzliche Gericht sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Renteneinkommen der Berufungskläger für die Bedarfs- deckung ausreichen würden (Rz 27). Folglich genügt die Berufungsschrift den minimalen Be- gründungsanforderungen und es ist auf die Beschwerde einzutreten. 3.1 Im Rahmen des Berufungsverfahrens haben die Berufung skläger als neue Beweismittel die E-Mail der Berufungskläger an den Berufungsbeklagt en vom 30. November 2017 sowie die gesamte E-Mail Korrespondenz zwischen den Parteien ab d em 22. Dezember 2017 ins Recht gelegt, so dass vorab in verfahrensrechtlicher Hinsicht zu prüfen ist, ob diese neuen Beweismit- tel im Rahmen der kantonsgerichtlichen Beweiswürdigung berücksichtigt werden können. 3.2 Gemäss Art. 317 ZPO können im Berufungsverfahren neu e Tatsachen und Beweismittel nur noch berücksichtigt werden, wenn sie ohne Verzug vorge bracht werden und trotz zumutba- rer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht wer den konnten. Handelt es sich um un- echte Noven i.S.v. Art. 317 Abs. 1 ZPO und somit um Tat sachen und Beweismittel, welche be- reits bei Ende der Hauptverhandlung des erstinstanzlichen Verfahrens entstanden waren, sind sie gemäss Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO im Berufungsverfa hren ausgeschlossen, wenn sie bei Beachtung zumutbarer Sorgfalt bereits im erstinstanzlic hen Verfahren hätten vorgebracht wer- den können (P ETER R EETZ /S ARAH HILBER , in: Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböh- ler/Christoph Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, Art. 317 N 58). Im vorliegenden Fall handelt es sich um E-Mail Korrespondenzen, welche nach der Hauptverhandlung und dem entsprechendem Urteil vom 9. November 2017 stattgefunden haben. Insofern konnten diese eingelegten Beweismittel nicht bereits im Rahmen des erstin- stanzlichen Verfahrens eingereicht werden und sind im R ahmen der kantonsgerichtlichen Be- weiswürdigung als echte Noven zu berücksichtigen. 4.1 Gemäss Art. 277 Abs. 2 ZGB haben Eltern, deren Kind er bei Eintritt der Volljährigkeit noch keine angemessene Ausbildung haben, für den Unter halt der Kinder - soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zumutbar ist - aufzukommen , bis eine entsprechende Ausbil- dung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann. Zum ein en wird vorausgesetzt, dass das Kind noch über keine angemessene Ausbildung verfügt. Angemessen ist eine Ausbildung dann, wenn das geplante und realistische Ausbildungsziel erreich t ist (PETER BREITSCHMID , in: Basler Kommentar Zivilgesetzbuch I, 5. Auflage, Art. 277 N 12) . Zum anderen ist erforderlich, dass die Leistung des Volljährigenunterhaltes sowohl in persönlic her als auch wirtschaftlicher Hinsicht zumutbar ist. Die wirtschaftliche Zumutbarkeit setzt voraus, dass dem pflichtigen Elternteil nach Ausrichtung der Unterhaltsleistungen noch ein Einkommen ve rbleibt, das den erweiterten Not- bedarf um ungefähr 20 % übersteigt (BGE 118 II 97). Ausserdem ist Volljährigenunterhalt nur soweit geschuldet, als die Finanzierung der noch nicht abgeschlossenen Berufsausbildung nicht dem Kind selber zugemutet werden kann. Abgesehen vom eigenen Vermögen und dessen Er- trag sowie von Dritteinkommen ist insbesondere auch ein zumutbarer Teilarbeitserwerb zu be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht rücksichtigen (vgl. HEINZ HAUSHEER /A NNETTE SPYCHER , Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Auf- lage, Bern 2010, S. 418 f., Rz 06.107). Die persönlich e Zumutbarkeit setzt zudem voraus, dass die Leistung der Unterhaltsbeiträge dem Elternteil in persönlicher Hinsicht zumutbar ist. Dies ist dann nicht der Fall, wenn das volljährige Kind ohne G rund und aus eigenem Willen die persön- liche Beziehung zum pflichtigen Elternteil abbricht od er sich ungerechtfertigterweise dem per- sönlichen Verkehr entzieht und der Grund hierfür in der Verantwortlichkeitssphäre des Kindes zu orten ist. Es ist dabei ein Ausgleich zu finden zwischen d en Interessen des Kindes, einen genügenden Ausbildungsunterhalt zu erhalten, und jen en des Vaters, nicht zur blossen Zahl- stelle degradiert zu werden (vgl. BGE 129 III 375, E. 4.2; BGer 5C.231/2005 vom 27. Januar 2006 E. 2; BGer 5C.94/2006 vom 14. Dezember 2006 E. 3 .2; BGer 5A_563/2008 vom 4. Dezember 2008 E. 5.1). Bei der Würdigung der Vorw erfbarkeit ist auf die Belastung der Kin- der durch die Scheidung ihrer Eltern angemessen Rücksich t zu nehmen (SABINE AESCHLIMANN /J ONAS SCHWEIGHAUSER , in: FamKomm Scheidung Band I, 3. Auflage, Allgemeine Bemerkungen zu Art. 276-293 N 57 ff. ). Je jünger ein Kind ist, desto mehr ist es auf den Volljäh- rigenunterhalt angewiesen, aber auch umso weniger dazu fähig, von einer traumatisierenden Erfahrung in der Kind-Eltern-Beziehung Abstand zu gewi nnen. Mit zunehmendem Alter sollte das Kind jedoch in der Lage sein, zu früheren Vorkommnisse n Abstand zu gewinnen. Dies wie- derum rechtfertigt es, bei älteren Kindern entsprechen d weniger hohe Anforderungen an die Einrede der Unzumutbarkeit des in Anspruch genommenen Elternteils zu stellen. Es ist insoweit eine Interessenabwägung zwischen dem Interesse des Kinde s und demjenigen der Eltern vor- zunehmen (BGE 129 III 375, E. 3.4; SABINE AESCHLIMANN /J ONAS SCHWEIGHAUSER , a.a.O.). 4.2 Im vorliegenden Fall hat das Zivilkreisgerichtspräsidium eine Unterhaltspflicht des Beru- fungsbeklagten aufgrund des Verhaltens der Berufungskläge r verneint. Es sei erstellt, dass die Berufungskläger den Kontakt zum Berufungsbeklagten grund sätzlich ablehnen würden. Die ablehnende Haltung ergäbe sich unter anderem aus der zugrundeliegenden Klage und dem Plädoyer der klägerischen Partei, wonach höchstens die Üb ermittlung der Schulzeugnisse und Prüfungsergebnisse zumutbar wäre. Die Frage sei somit, o b die Kinder im Sinne von Art. 277 Abs. 2 ZGB berechtigt seien, den Kontakt zum Vater vollst ändig zu verweigern. Dafür hat die Vorinstanz einerseits das Gutachten vom 25. Mai 2007 be igezogen. Darin sei festgestellt wor- den, dass aufgrund der aussergewöhnlichen Solidarisierung sdynamik unter den Geschwistern gegen den Vater ein Besuchsrecht weder sinnvoll noch durc hführbar und somit auch nicht er- zwingbar gewesen sei. Jedoch habe die genaue Ursache fü r diese Entwicklung zwischen den Kindern und dem Vater nicht geklärt werden können. Anderseits hat sich die Vorinstanz auf den Beistandschaftsbericht vom 20. März 2009 und demjenigen vom 29. April 2011 gestützt. Ge- mäss diesen Berichten sei der Berufungsbeklagte am Kont akt mit den Kindern interessiert ge- wesen, habe sich jedoch diesbezüglich mit vehementer Ableh nung der Kinder konfrontiert ge- sehen. Die Mutter habe die Entscheidkompetenz vollumfän glich den Kindern überlassen. Auf- grund dieser Situation erachtete das Zivilkreisgerichtspräsi dium das Absehen des Berufungs- beklagten von weiteren Schritten auf die Kinder zu als nachvollziehbar. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Die Berufungskläger stellen sich hingegen auf den Stan dpunkt, dass die Kontaktaufnah- me mit dem Berufungsbeklagten für sie grundsätzlich nac h wie vor nicht zumutbar sei. Das Scheidungsgericht habe im Jahre 2009 nicht grundlos von ei ner Anordnung des Besuchsrechts ohne jegliche zeitliche Begrenzung abgesehen. Zudem habe sich der Berufungsbeklagte in den vergangenen Jahren selber weder bemüht, den Kontakt wi eder aufzubauen, noch ein Interesse an diesem gezeigt, auch wenn ein solches Interesse aus den Unterlagen des Scheidungsver- fahrens aus dem Jahre 2009 abgeleitet werde. Die Beru fungskläger seien nun aber bereit, ei- nen sanften Kontakt zuzulassen, was sich auch aus den eingereichten E-Mails zeige. 4.4.1 Der Argumentation der Berufungskläger, dass das Scheid ungsgericht nicht grundlos von einer Anordnung des Besuchsrechts ohne jegliche zeitliche Beschränkung abgesehen habe, um damit die fehlende persönliche Zumutbarkeit zu begrü nden, kann nicht gefolgt werden und erscheint geradezu aktenwidrig. Wie bereits die Vorinstan z zutreffend erläutert hat, wird im Gutachten vom 25. Mai 2007 auf Seite 9 folgendes festge halten: „ Diese Dynamik muss zurzeit als der entscheidende Faktor bei der Aufrechterhaltung der Kontaktverweigerung der Kinder angesehen werden “. Weiter wird auf Seite 11 festgehalten: „ Gemäss den obigen Ausführungen erscheint eine Anbahnung eines Kontaktes zwischen den Kin dern und ihrem Vater auf abseh- bare Zeit nicht durchführbar und letztlich auch nicht sinnvoll. Ein Erzwingen des Besuchsrechts würde zum jetzigen Zeitpunkt sicherlich nicht zu einer befriedigenden Beziehung (…) beitragen (…)“. Zudem geht die Behauptung der Berufungskläger, der Berufungsbeklagte habe sich sel- ber nicht bemüht, den Kontakt wieder aufzubauen und kein Interesse an einem solchen gezeigt, ins Leere. Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, bestäti gen das Gutachten vom 25. Mai 2007 und die beiden Beistandschaftsberichte vom 20. März 2009 und 29. April 2011, dass der Vater am Kontakt interessiert gewesen war. Zudem wurde die Er ziehungsbeistandschaft mit der Auf- gabe errichtet, sofern die Kinder wieder ein Besuchsre cht wünschen, diesbezüglich zwischen den Parteien zu vermitteln. Allerdings haben die Kind er nie einen solchen Wunsch geäussert. Insofern kann dem Berufungsbeklagten – unter Berücksichti gung der kategorischen Ablehnung der Kinder – nicht der Vorwurf gemacht werden, dass er von sich aus keine Annäherungsversu- che unternommen hat. 4.4.2 Zu prüfen ist nun, wie sich die Berufungskläger ihr Ver halten nach Erreichen der Volljäh- rigkeit anrechnen lassen müssen. Wie bereits erläutert, sollten Kinder mit zunehmendem Alter in der Lage sein, zu früheren Vorkommnissen Abstand zu ge winnen. Es mag sein, dass es den Berufungsklägern aufgrund der früheren Familiensituation, insbesondere vor und während dem Scheidungsverfahren der Eltern, nicht leicht fällt, den Elternkonflikt zu verarbeiten und Distanz zu gewinnen. Allerdings muss beachtet werden, dass die Eltern den gemeinsamen Haushalt vor über 10 Jahren aufgehoben haben und die Berufungskläger den Kontakt seither dem Grundsatz nach ablehnen. Die Berufungskläger bringen vor, es sei ihnen in psychologischer Hinsicht nicht zumutbar, den Kontakt mit dem Vater aufzunehmen, insb esondere seien sie schwerwiegend enttäuscht, da der Vater bis heute keine Einsicht in seine Fehler zeige. Was genau die Ursache für diese Haltung gegenüber dem Vater sein soll, wir d nicht genannt. Insofern erscheinen die in allgemeiner Weise geltend gemachten Vorwürfe als zu we nig greifbar, um nachzuvollziehen, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht warum es noch heute für die Berufungskläger unzumutbar sein soll, mit ihrem Vater einen mi- nimalen Kontakt zu pflegen. Zudem ist festzuhalten, da ss offensichtlich ein Widerspruch vor- liegt, wenn die Berufungskläger einerseits geltend mach en, die Kontaktaufnahme sei für sie nicht zumutbar, aber anderseits vorbringen, dass sie nun bereit seien, einen leichten Kontakt zuzulassen. Auch geht aus der als Novum eingereichten, nach E rlass des angefochtenen Ent- scheids erfolgten Korrespondenz der Berufungskläger mit dem Berufungsbeklagten hervor, dass für sie der Kontakt eben doch möglich und damit auc h zumutbar ist. Die Berufungskläger sind nun mittlerweile erwachsene Personen. Insofern kan n von ihnen auch eine gewisse An- strengung in Bezug auf die persönliche Beziehung mit i hrem Vater verlangt werden. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz sich bei der Beur teilung, ob die Kontaktverweigerung berechtigt ist, zu Recht auf das Gutachten vom 25. Mai 2007 und die Beistandschaftsberichte vom 20. März 2009 und 29. April 2011 gestützt und nicht ein neues Gutachten zur Beurteilung der heutigen Zumutbarkeit eingeholt hat, zumal die ab lehnende Haltung auf Ursachen in der Vergangenheit zurückzuführen ist und demnach kein Bedarf für eine erneute Beurteilung be- steht. Auch wurden im Rahmen des Berufungsverfahrens keine genauen Angaben zur Ursache für die ablehnende Haltung der Berufungskläger gemach t, sodass, wie bereits erläutert, dem Berufungsbeklagten nicht vorgeworfen werden kann, er habe den fehlenden Kontakt selbst ver- schuldet. Folglich ist die Vorinstanz zu Recht vom Fehlen der persönlichen Zumutbarkeit des Berufungsbeklagten Volljährigenunterhalt zu leisten, ausgegangen, weshalb die Berufung in diesem Punkt abzuweisen ist. 4.5 Die Vorinstanz erwog, dass selbst wenn die persönlichen V erhältnisse keine vollständige Versagung der Unterhaltspflicht kraft persönlicher Unzum utbarkeit zur Folge hätten, würde der Bedarf der Berufungskläger einerseits durch die Kinderr enten und den Kinderzulagen und an- derseits durch die Ausschöpfung der Eigenversorgungskapazitä t, welche genügen würde, um eine allfällige Differenz auszugleichen, gedeckt sein. W ie oben ausgeführt, bestätigt das Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, die persönliche Unzumutbarkeit des Beru- fungsbeklagten. Demnach erübrigt sich in casu eine Prüfun g der Zumutbarkeit aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien. Die Berufung ist folglich vollumfänglich abzuweisen. 5. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten f ür das Berufungsverfahren zu entscheiden. 5.1 Aus den vorstehenden Erwägungen erhellt, dass die Ber ufung abzuweisen ist. Entspre- chend diesem Ausgang des Verfahrens ist die Gerichtsgebühr, welche in Anwendung § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. f der Verordnung über die Gebühren der Gerichte vom 15. November 2010 (Gebührentarif, GebT; SGS 170.31) auf CHF 1‘500.00 festzusetzen ist, den Berufungsklägern solidarisch aufzuerlegen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspfle- ge für die Berufungskläger gehen diese Gerichtskosten zu Lasten des Staates. 5.2 Dem obsiegenden Berufungsbeklagten ist für das Rechtsmit telverfahren indes zulasten der Berufungskläger eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. Dass den Beru- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht fungsklägern die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde, befreit sie nicht von der Bezah- lung einer Parteientschädigung an die Gegenpartei (Art. 118 Abs. 3 ZPO und Art. 122 Abs. 1 lit. d ZPO). Gemäss § 2 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anw ältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (TO; SGS 178.112) ist in familien rechtlichen Streitigkeiten die Berechnung nach dem Zeitaufwand anwendbar. Der Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten hat keine Ho- norarnote eingereicht, sodass die Parteientschädigung von Amtes wegen nach Ermessen fest- gesetzt wird (§ 18 Abs. 1 TO). Das Kantonsgericht erach tet eine Pauschale von CHF 2‘500.00 (inklusive Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer (CHF 1 92.50 ), somit insgesamt CHF 2‘692.50, als angemessen. 5.3 Da den Berufungsklägern die unentgeltliche Rechtspfle ge zu bewilligen ist, wird der un- entgeltliche Rechtsbeistand der unterliegenden Beruf ungskläger, Advokat Tobias Treyer, in Anwendung von Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO vom Kanton an gemessen entschädigt. Der Rechts- beistand macht mit seiner Honorarnote vom 13. April 2 018 einen Aufwand von 21.43 Stunden geltend. Insbesondere wird für die Ausarbeitung der Berufungsbegründung rund 17 Stunden und für den Klientenkontakt 2.5 Stunden ausgewiesen. D ies erscheint jedoch in Anbetracht der Tatsache, dass Gegenstand des Berufungsverfahrens lediglich die Frage der persönlichen und wirtschaftlichen Zumutbarkeit bildet und die Berufung sschrift zahlreiche Wiederholungen der eigenen Vorbringen vor erster Instanz enthält, massiv übe rhöht. Auch erscheint die auf 27 Sei- ten verfasste Berufungsbegründung im Vergleich zur Berufu ngsantwort von lediglich 9 Seiten zu umfangreich und hätte kürzer ausfallen müssen. Vorlie gend erachtet das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, auch hier ein Honorar von pauschal CHF 2‘500.00 (in- klusive Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer (CHF 192.50 ), somit insgesamt CHF 2‘692.50, als angemessen. Dies entspricht rund 12.5 Stunden Aufwand, was im vorliegen- den Fall aufgrund der obigen Ausführungen als ausreich end erscheint. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für die Berufungskläger ist dem Rechtsvertreter das Anwaltshono- rar aus der Gerichtskasse auszurichten. Die Berufungskläger sind zur Nachzahlung der Ge- richtskosten und der Entschädigung an ihren unentgeltlic hen Rechtsbeistand verpflichtet, so- bald sie dazu in der Lage sind. Der Anspruch des Kanto ns verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 ZPO). Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Den Berufungsklägern wird die unentgeltliche Recht spflege für das Be- rufungsverfahren bewilligt. Advokat Tobias Treyer wir d als unentgeltli- cher Rechtsbeistand der Berufungskläger eingesetzt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Die Gerichtsgebühr für das kantonsgerichtliche Verfa hren in der Höhe von CHF 1‘500.00 wird den Berufungsklägern je zur Hälft e solidarisch auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen R echtspflege an die Berufungskläger gehen diese Kosten zu Lasten des Staates. 4. Die Berufungskläger haben dem Berufungsbeklagten e ine Parteient- schädigung von CHF 2‘500.00 (in klusive Auslagen) zuzüglich CHF 192.50 MWSt , somit insgesamt CHF 2‘692.50, zu bezahlen. 5. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspfle ge für die Berufungs- kläger, wird deren Rechtsvertreter, Tobias Treyer, ein Honorar von pau- schal CHF 2‘500.00 (inklusive Auslagen) zuzüglich CHF 192. 50 MWSt , somit insgesamt CHF 2‘692.50, aus der Gerichtskasse ausbezahlt. Die Berufungskläger sind zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an ihren unentge ltlichen Rechtsbeistand verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage sind. Der Anspruch des Kant ons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 ZPO). Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiberin i.V. Yaël Heymann