<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 3 S.29</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Schuldbetreibungs- und Konkursrecht</span> <span class="page_no">29</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Schuldbetreibungs- und Konkursrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>3</b></span> <span class="ft3"><b>§ 80 ff. SchKG; Rechtsöffnung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Der Rechtsöffnungsrichter darf nur dann von einer ordnungsgemässen</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Eröffnung des dem Rechtsöffnungsverfahren zugrundeliegenden Ent-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>scheides ausgehen, wenn nicht Umstände vorliegen, welche die Annahme</b></span><br/> <span class="ft3"><b>einer solchen ausschliessen. Massgebend ist dabei der rechtzeitig einge-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>brachte Sachverhalt.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Obergerichts, 3. Zivilkammer, vom 18. Dezember</span><br/> <span class="ft4">2006, i.S. A., E.E. ca. A.P.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">2.1. (...) Ist der Beklagte mit der Antwort im erstinstanzlichen</span><br/> <span class="ft6">Verfahren säumig, stellt sich die Frage, wie der Rechtsöffnungsrich-</span><br/> <span class="ft6">ter dieses Verhalten prozessrechtlich zu würdigen hat und welche</span><br/> <span class="ft6">Konsequenzen sich daraus insbesondere für die Frage der ordnungs-</span><br/> <span class="ft6">gemässen Eröffnung des der Rechtsöffnung zugrundeliegenden Ent-</span><br/> <span class="ft6">scheides ergeben. Die Folgen der Säumnis richten sich dabei nach</span><br/> <span class="ft6">kantonalem Prozessrecht (Stücheli, Die Rechtsöffnung, Zürich 2000,</span><br/> <span class="ft6">S. 141). Nach § 296 ZPO (§ 301 ZPO i.V.m. § 23 EG SchKG) ist</span><br/> <span class="ft6">grundsätzlich anzunehmen, dass der Beklagte die Sachdarstellung</span><br/> <span class="ft6">des Klägers anerkennt und auf Einreden verzichtet. Voraussetzung</span><br/> <span class="ft6">für den Eintritt der Säumnisfolgen ist, dass diese dem Beklagten</span><br/> <span class="ft6">angedroht wurden. Die Säumnisfolge besteht sodann nicht etwa</span><br/> <span class="ft6">darin, dass das Begehren des Klägers unbesehen zugesprochen wird;</span><br/> <span class="ft6">die Rechtsanwendung erfolgt von Amtes wegen (Bühler/Edelmann/</span><br/> <span class="ft6">Killer, Kommentar zur Aargauischen Zivilprozessordnung, Aarau</span><br/> <span class="ft6">1998, N 1 zu § 296 ZPO). Der Rechtsöffnungsrichter hat daher von</span><br/> <span class="ft6">Amtes wegen das Vorliegen eines tauglichen Titels zu prüfen (Stü-</span><br/> <span class="ft6">cheli, a.a.O., S. 141). Er darf bei Säumigkeit des Beklagten nur dann</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">30</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">von der ordnungsgemässen Eröffnung des Entscheides ausgehen,</span><br/> <span class="ft6">wenn nicht Umstände vorliegen, welche die Annahme einer solchen</span><br/> <span class="ft6">ausschliessen.</span><br/> <span class="ft6">2.2. Mit Verfügung vom 22. August 2006, die dem Beklagten</span><br/> <span class="ft6">am 24. August 2006 zugegangen ist, wurde dieser im vorinstanzli-</span><br/> <span class="ft6">chen Verfahren aufgefordert, innert zehn Tagen eine schriftliche Stel-</span><br/> <span class="ft6">lungnahme zum Rechtsöffnungsbegehren einzureichen mit der An-</span><br/> <span class="ft6">drohung, dass im Falle der Säumnis Anerkennung der Sachdarstel-</span><br/> <span class="ft6">lung des Klägers und Verzicht auf Einreden angenommen werde. Der</span><br/> <span class="ft6">Beklagte liess sich erst mit am 6. September 2006 der Post überge-</span><br/> <span class="ft6">bener Eingabe vom 4. September 2006 und damit verspätet verneh-</span><br/> <span class="ft6">men. In seiner Stellungnahme machte er geltend, die Steuerveranla-</span><br/> <span class="ft6">gung 2003, für welche die Kläger vorliegend Rechtsöffnung verlan-</span><br/> <span class="ft6">gen, sei weder ihm noch seinem Steuervertreter zugestellt worden.</span><br/> <span class="ft6">Der Einwand des Beklagten, die Steuerveranlagung 2003 sei</span><br/> <span class="ft6">ihm nicht zugestellt worden, erfolgte verspätet und kann nicht mehr</span><br/> <span class="ft6">berücksichtigt werden. Die Vorinstanz durfte bei dieser Sachlage da-</span><br/> <span class="ft6">von ausgehen, die Zustellung sei erfolgt, nachdem aus dem rechtzei-</span><br/> <span class="ft6">tig eingebrachten Sachverhalt keine Umstände ersichtlich sind, wel-</span><br/> <span class="ft6">che auf eine mangelhafte Eröffnung des Entscheides schliessen las-</span><br/> <span class="ft6">sen.</span><br/></div> </div> </body> </html>