<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SR.2003.00004</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204058&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SR.2003.00004</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.12.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nachsteuern 1999</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Privatentnahme<br/><br/>Frage, ob Eingabe der Rekurrierenden ungebürlich und deren Vertreter gar mit einer Ordnugssbusse zu belegen sei, verneint (E. 1).<br/>Auf eine Überführung von Geschäftsvermögen in das Privatvermögen - eine so genannte Privatentnahme - ist zu schliessen, wenn der Steuerpflichtige einen Bestandteil des Betriebsvermögens dauernd in den Dienst der privaten Kapitalanlage stellt. Ein entsprechender Willensentschluss für eine solche Privatentnahme muss aber objektiv erkennbar sein und sich wenigstens durch Indizien nachweisen lassen. Andernfalls spricht die Vermutung für die weitere Zugehörigkeit zum Geschäftsvermögen. Bei der Frage, ob eine derartige objektivierte Willensäusserung vorliege und ein erforderlicher Indiziennachweis der Privatentnahme möglich sei, spielt die buchhalterische Behandlung eines Vermögensgegenstandes eine herausragende Rolle. <br/>Die in Frage stehende Liegenschaft, welche gemäss StA ins Privatvermögen überführt worden sein soll, wird weiterhin in den Büchern der Einzelfirma geführt. Aus den weiteren aktenkundigen Umständen sind für den massgeblichen Zeitpunkt sodann keine - nach der ordentlichen Beweislastverteilungsregel von der Steuerbehörde beizubringenden - Indizien zu erkennen, welche auf eine eindeutige, auf dauerhafte Umwidmung der geschäftlichen Nutzung gerichtete Willenskundgebung schliessen liessen. Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETRIEBSVERMÃGEN">BETRIEBSVERMÃGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BUCHHALTUNG">BUCHHALTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGENBETRIEB">EIGENBETRIEB</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESCHÃFTSAUFGABE">GESCHÃFTSAUFGABE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESCHÃFTSVERMÃGEN">GESCHÃFTSVERMÃGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Nach- und Strafsteuern ST: NACHSTEUERPFLICHT">NACHSTEUERPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORDNUNGSBUSSE">ORDNUNGSBUSSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATENTNAHME">PRIVATENTNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERSYSTEMATISCHE REALISATION">STEUERSYSTEMATISCHE REALISATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNGEBÃHRLICHKEIT">UNGEBÃHRLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWECKÃNDERUNG">ZWECKÃNDERUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 21 Abs. I lit. d BdBSt</span><br/><span class="ungerade">Art. 2 OrdnungsstrafG</span><br/><span class="gerade">§ 18 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 18 Abs. II StG</span><br/><span class="gerade">§ 160 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 5 Abs. III VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Der mit B verheiratete A betrieb seit 1974 unter der Einzelfirma "Garage D" an der L-Strasse in X eine Autoreparaturwerkstatt bzw. den Handel mit Automobilen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Am 22. Juni 2000 wurde die neu gegrÃ¼ndete "E AG" ins Handelsregister des Kantons ZÃ¼rich eingetragen. Die GrÃ¼ndung der Gesellschaft, als deren geschÃ¤ftsfÃ¼hrender VerwaltungsratsprÃ¤sident der steuerpflichtige Ehemann wirkt, erfolgte durch Bar­grÃ¼ndung und SachÃ¼bernahme der Einzelfirma Garage D per 1. Januar 2000. Dabei wurden mit Ausnahme der Liegenschaft L-Strasse samt den darauf lastenden Hypotheken sowie mit Ausnahme zweier Bankkonti sÃ¤mtliche Aktiven und Passiven der Einzelfirma Ã¼bernommen. Die SteuererklÃ¤rung 1999B der Eheleute A und B enthÃ¤lt keinerlei Hinweise auf die erwÃ¤hnte GrÃ¼ndung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Mit separatem Einschreiben vom 3. Mai 2002 erÃ¶ffnete das kantonale Steueramt, Abteilung Spezialdienste, den Eheleuten A und B das Nachsteuer- und Bussenverfahren betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 1999 einerseits und die Direkte Bundessteuer 1999 andererseits. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼r die Einleitung des Nachsteuerverfahrens fÃ¼hrte die BehÃ¶rde an, auf der Grundlage der (nicht aktenkundigen) Ãbernahmebilanz vom 31. Dezember 1999 seien die betriebsnotwendigen Betriebsteile der Einzelfirma in die E AG eingebracht worden. Einzig die Betriebsliegenschaft L-Strasse, X, sei nicht mit Ã¼bertragen, sondern "privat behalten" worden. Die Einzelfirma sei daher nicht mehr lebensfÃ¤hig. Aufgrund dieser UmstÃ¤nde ergebe sich, dass die besagte Liegenschaft mitsamt den darauf haftenden stillen Reserven im Jahre 1999 ins PrivatvermÃ¶gen der pflichtigen Eheleute Ã¼bergegangen sei. Von dieser Tatsache habe die SteuerbehÃ¶rde erst bei der Bearbeitung der SteuererklÃ¤rung 2000 Kenntnis erhalten. Die Tatsache sei somit neu im nachsteuerrechtlichen Sinn.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 9. Oktober 2002 auferlegte das kantonale Steueramt, Abteilung Spezialdienste, den pflichtigen Eheleuten auf der Basis eines nachzubesteuernden Liquidationsgewinns von Fr. 785'744.-, errechnet als Summe der Abschreibungen der GeschÃ¤ftsjahre 1986 bis 1999 auf der erwÃ¤hnten Liegenschaft, staatliche und kommunale Nachsteuern 1999 im Betrag von Fr. 225'650.15. Hingegen sah die BehÃ¶rde von der Auferlegung von Bussen wegen GeringfÃ¼gigkeit des Verschuldens ab, desgleichen hinsichtlich der Direkten Bundessteuer 1999, bezÃ¼glich welcher korrespondierende Nachsteuern auferlegt wurden.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Dem widersetzten sich die Eheleute A und B mit Einsprache vom 18. November 2002, wobei sie bezÃ¼glich der hier allein interessierenden staatlichen und kommunalen Nachsteuern 1999 beantragten, die NachsteuerverfÃ¼gung insoweit ersatzlos aufzuheben. Die BehÃ¶rde wies das Rechtsmittel mit VerfÃ¼gung vom 15. Januar 2003 vollumfÃ¤nglich ab. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Am 20. Februar 2003 erhoben A und B gegen den Einspracheentscheid Rekurs an das Verwaltungsgericht, wobei sie ihren Einspracheantrag im Hauptstandpunkt erneuerten und eventuell die RÃ¼ckweisung der Sache an die Vorinstanz beantragten.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Das kantonale Steueramt, Abteilung Spezialdienste, schloss auf Rekursabweisung. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte die BehÃ¶rde, es sei die Rekursschrift zur Verbesserung zurÃ¼ckzuweisen und dem Vertreter der Rekurrierenden eine Ordnungsstrafe wegen ungebÃ¼hrlicher Ãusserungen aufzuerlegen.</span></p> <p class="LKK-Normal"><span> </span></p> <p class="LKK-Normal"><span> </span></p> <p class="LKK-Normal"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="LKK-Normal"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 3 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) sind unleserliche, ungebÃ¼hrliche oder Ã¼bermÃ¤ssig weitschweifige Eingaben zur Verbesserung zurÃ¼ckzuweisen. UngebÃ¼hrlich sind AusfÃ¼hrungen einerseits, wenn sie die WÃ¼rde und AutoritÃ¤t der BehÃ¶rden missachten, anderseits aber auch, wenn sie persÃ¶nliche, verleumderische, beleidigende oder ehrverletzende Verunglimpfungen oder SchmÃ¤hungen einer Gegenpartei oder von BehÃ¶rden und einzelnen BehÃ¶rdenmitgliedern enthalten. Verletzt die BegrÃ¼ndung einer Rechtsschrift das geltende Anstandsgebot, ist die Eingabe mangelhaft und muss sie korrigiert werden (vgl. RB 1984 Nr. 13). Nicht hinzunehmen sind insbesondere VorwÃ¼rfe von CharaktermÃ¤ngeln und der IrrefÃ¼hrung, zumal diese AusfÃ¼hrungen nichts zur Feststellung des Sachverhalts beitragen. Die BehÃ¶rden haben Eingaben unverzÃ¼glich auf FormmÃ¤ngel zu untersuchen und Verbesserungen sofort zu veranlassen (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZÃ¼rich, 2. Auflage 1999, § 5 N. 40).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Die Gerichte sind ausserdem berechtigt, Disziplinarfehler von Privaten, die bei ihnen in mÃ¼ndlichen oder schriftlichen Verfahren stehen, durch Ordnungsstrafe zu rÃ¼gen (§ 1 des Gesetzes betreffend die Ordnungsstrafen vom 30. Oktober 1866; OrdStG). Als Disziplinarfehler gilt jedes Verhalten, das geeignet ist, die WÃ¼rde von Menschen zu verletzen sowie das Ansehen oder die VertrauenswÃ¼rdigkeit der staatlichen TÃ¤tigkeit zu beeintrÃ¤chtigen (vgl. § 2 OrdStG). Die Verletzung des durch die guten Sitten gebotenen Anstands im Rahmen eines Rechtsmittelverfahrens ist als Disziplinarfehler mit einer Ordnungsstrafe zu ahnden (vgl. StE 1990 B 101.1 Nr. 4).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>UngebÃ¼hrlichkeit ist nicht leichthin anzunehmen, da im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten unzimperliche, Ã¼bertriebene und verallgemeinernde Argumentationen ­â in gewissen Grenzen â in Kauf zu nehmen sind (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 5 N. 42). Das Verwaltungs­gericht ist deshalb zurÃ¼ckhaltend bei der Annahme von prozessualem Unanstand. Wiewohl sich die von der Rekursgegnerin gerÃ¼gten Aussagen des Vertreters der Pflichtigen als nicht sachbezogen und wenig hilfreich erweisen, besteht deshalb nach WÃ¼rdigung sÃ¤mtlicher durch die Akten dokumentierter UmstÃ¤nde keine Veranlassung, die Rekursschrift zur Verbesserung zurÃ¼ckzuweisen oder gar eine Ordnungsstrafe gegen den Vertreter der Pflichtigen zu verhÃ¤ngen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der SteuerbehÃ¶rde nicht bekannt waren, dass eine EinschÃ¤tzung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzung unvollstÃ¤ndig ist, oder ist eine unterbliebene oder unvollstÃ¤ndige EinschÃ¤tzung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die SteuerbehÃ¶rde zurÃ¼ckzufÃ¼hren, so wird gemÃ¤ss § 160 Abs. 1 des hier anwendbaren Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Nach § 18 Abs. 1 StG sind alle EinkÃ¼nfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit steuerbar. Laut Abs. 2 der genannten Vorschrift zÃ¤hlen zu den EinkÃ¼nften aus selbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit unter anderem auch Kapitalgewinne aus VerÃ¤usserung, Verwertung oder buchmÃ¤ssiger Aufwertung von GeschÃ¤ftsvermÃ¶gen. Der VerÃ¤usserung gleichgestellt ist die ÃberfÃ¼hrung von GeschÃ¤ftsvermÃ¶gen in das PrivatvermÃ¶gen (so genannte steuersystematische Realisation; vgl. Marco Duss/Marco Greter/Julia von Ah, Die Besteuerung SelbstÃ¤ndigerwerbender, ZÃ¼rich etc. 2004, 63 ff., auch zum Folgenden).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Auf eine ÃberfÃ¼hrung von GeschÃ¤ftsvermÃ¶gen in das PrivatvermÃ¶gen â eine so genannte Privatentnahme â ist zu schliessen, wenn der Steuerpflichtige einen Bestandteil des BetriebsvermÃ¶gens dauernd in den Dienst der privaten Kapitalanlage stellt (vgl. Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 18 N. 27 ff., auch zum Folgenden). Ein entsprechender Willensentschluss fÃ¼r eine solche Privatentnahme muss aber objektiv erkennbar sein und sich wenigstens durch Indizien nachweisen lassen. Andernfalls spricht die Vermutung fÃ¼r die weitere ZugehÃ¶rigkeit zum GeschÃ¤ftsvermÃ¶gen (RB 1982 Nr. 62; vgl. auch Markus Reich, in Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2, Basel 2000, Art. 18 DBG N. 42), zumal entsprechende VermÃ¶genswerte nicht durch blossen Zeitablauf ins PrivatvermÃ¶gen Ã¼bergehen kÃ¶nnen (vgl. BGE 125 II 113 E. 6c/bb S. 127; BGE 112 Ib 79). Nicht zwingend verlangt wird weiter, dass ein Steuerpflichtiger bei GeschÃ¤ftsaufgabe alle VermÃ¶genswerte ins PrivatvermÃ¶gen Ã¼berfÃ¼hrt; er kann auch einen Teil weiterhin im GeschÃ¤ftsvermÃ¶gen belassen und diesen Teil erst spÃ¤ter versilbern (verkaufen oder ins PrivatvermÃ¶gen Ã¼berfÃ¼hren; verzÃ¶gerte Liquidation; vgl. RB 1988 Nr. 22). Mit anderen Worten bleibt also GeschÃ¤ftsvermÃ¶gen selbst nach der Berufs- oder GeschÃ¤ftsaufgabe solange solches, als nicht durch eine objektivierte WillensÃ¤usserung eine private Verwendung nachgewiesen wird. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Bei der Frage, ob eine derartige objektivierte WillensÃ¤usserung vorliege und ein erforderlicher Indiziennachweis der Privatentnahme mÃ¶glich sei, spielt die buchhalterische Behandlung eines VermÃ¶gensgegenstandes eine herausragende Rolle. Wiewohl die Aufnahme in die GeschÃ¤ftsbuchhaltung als einziges Indiz zum Nachweis der GeschÃ¤ftsvermÃ¶gensqualitÃ¤t nicht genÃ¼gt (BGr 2.10.1992, StE 1993 B 23.9 Nr. 5 E. 5a; VGr GR 22.9.1998, StE 1999 B 23.1 Nr. 40 E. 3; vgl. auch RB 1982 Nr. 61), stellt sie doch ein gewichtiges, schwer zu widerlegendes Indiz hierfÃ¼r dar (BGr 15.3.2000, StE 2001 B 23.2 Nr. 22; BGr 10.1.1992, StE 1993 B 23.2 Nr. 11; BGE 112 Ib 79 E. 3b/bb), um so mehr, als bei BuchfÃ¼hrenden vorausgesetzt wird, dass die Privatentnahme auch in den BÃ¼chern nachvollzogen wird (vgl. Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Handkommentar zum DBG, ZÃ¼rich 2003, Art. 210 N. 22). Jedenfalls bedarf es zur Annahme einer Privatentnahme â wie erwÃ¤hnt â einer eindeutigen Willenskundgabe des Steuerpflichtigen gegenÃ¼ber der SteuerbehÃ¶rde. Dies bedeutet fÃ¼r die Aufgabe des Eigenbetriebs und die Vermietung bzw. Verpachtung eines GeschÃ¤fts, dass eine Privatentnahme erst dann vorliegt und damit einkommenswirksam ist, wenn eine RÃ¼ckkehr zur eigenen geschÃ¤ftlichen Nutzung ebenso ausgeschlossen erscheint wie die Annahme einer vorlÃ¤ufigen Regelung zur ÃberbrÃ¼ckung eines Ausnahmezustandes (VGr AG, 11.02.2002, StE 2003 B 23.2 Nr. 26; vgl. auch BGE 126 II 473; BGr 19.1.1996, StE 1996 B 23.2 Nr. 16).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Der pflichtige Ehemann fÃ¼hrt die Liegenschaft L-Strass nach wie vor in den BÃ¼chern seiner Einzelfirma. Damit besteht im Sinn der vorstehend angefÃ¼hrten Rechtsprechung vorab ein gewichtiges Indiz fÃ¼r die Annahme, es handle sich bei der genannten Liegenschaft weiterhin um GeschÃ¤ftsvermÃ¶gen. Aus den weiteren aktenkundigen UmstÃ¤nden vermag das Verwaltungsgericht fÃ¼r den massgeblichen Zeitpunkt sodann keine â nach der ordentlichen Beweislastverteilungsregel von der SteuerbehÃ¶rde beizubringenden â Indizien zu erkennen, welche auf eine eindeutige, auf dauerhafte Umwidmung der geschÃ¤ftlichen Nutzung gerichtete Willenskundgebung schliessen liessen. Im Gegenteil erscheint die Annahme einer vorlÃ¤ufigen Regelung zur ÃberbrÃ¼ckung eines Ausnahmezustandes (vgl. VGr AG, 11.02.2002, StE 2003 B 23.2. Nr. 26 E. 5) als nicht unglaubhaft. Damit kann offen bleiben, ob, wie der Rekursgegner geltend macht, die ZweckÃ¤nderung darum von Dauer sei, weil der Pflichtige einem Konkurrenzverbot der E AG unterliege. Denn es ist beim Stand der â nicht zu ergÃ¤nzenden â Akten zweifelhaft, ob die Einzelfirma Garage D und die E AG Ã¼berhaupt in einem KonkurrenzverhÃ¤ltnis stehen, oder, wie die Pflichtigen sinngemÃ¤ss ausfÃ¼hren, gegenteils durch Kooperation miteinander verbunden sind. Den Akten sind auch keine Anhaltspunkte dafÃ¼r zu entnehmen, dass das arbeitsvertragliche Engagement des Pflichtigen bei seiner Gesellschaft auf Dauer angelegt ist und nicht kurzfristig aufgelÃ¶st werden kÃ¶nnte. Am vorliegenden rechtlichen Befund nichts zu Ã¤ndern vermag deshalb auch, dass die fragliche Liegenschaft der E AG vermietet worden ist. Was schliesslich das von der Rekursgegnerin angerufene PrÃ¤judiz angeht, betraf dieses einen Fall mit geradezu gegenteiliger Ausgangslage, welcher erst noch unter Herrschaft des per 1. Januar 1995 mit EinfÃ¼hrung des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die direkte Bundessteuer (DBG) ausser Kraft gesetzten Bundesratsbeschlusses vom 9. Dezember 1940 Ã¼ber die Erhebung einer Direkten Bundessteuer erging, unter dessen Geltung der Wegfall der BuchfÃ¼hrungspflicht im Licht von Art. 21 Abs. 1 lit. d noch als steuersystematischer Realisationsgrund galt (vgl. StE 1995 B 23.7 Nr. 6 E. 4). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Hat der steuerpflichtige Ehemann mithin keine Reserven auf der Liegenschaft L-Strasse, X, durch Privatentnahme einkommenssteuerwirksam aufgelÃ¶st, so fehlt es an der fÃ¼r eine Nachsteuererhebung vorausgesetzten SteuerverkÃ¼rzung im Sinn von § 160 Abs. 1 StG. Der Rekurs ist damit gutzuheissen und braucht auf die Frage des Vorliegens einer neuen Tatsache ebenso wenig eingegangen zu werden wie auf die weiteren von den Pflichtigen gestellten AntrÃ¤ge.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Verfahrens der Rekursgegnerin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 162 Abs. 3 Satz 2 StG) und steht den Rekurrierenden eine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG in Verbindung mit § 162 Abs. 3 Satz 2 StG und § 152 StG).</span></p> <p class="LKK-Normal"><span> </span></p> <p class="LKK-Normal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Der Rekurs wird gutgeheissen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 9'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.- Zustellungskosten,<br/> Fr. 9'060.- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Rekursgegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Rekursgegner wird verpflichtet, den Rekurrierenden eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>5. â¦</span></p> <p class="LKK-Normal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>