TPF 2004 40 40 TPF 200440 12.AuszugausdemEntscheidderBeschwerdekammerinSachenA.undB. gegen Eidg.Steuerverwaltung vom 8. November 2004 (BK_B 084/04) Unterrichtung über den Gegenstand der Anschuldigung; aktuelles Interesse; rechtliches Gehör. Beschlagnahme von Vermögenswerten im Hinblick auf eine Ersatzforderung; Hausdurchsuchung bzw. Siegelung; gesetzliche Grundlage. Art.32Abs.2BV,Art.6Ziff.3lit.aEMRK,Art.59Ziff.2StGB,Art.2, 28 Abs. 1, 46 Abs. 1 lit. b, 50 Abs. 3 VStrR DasRechtdesBeschuldigtenaufBekanntgabedesUntersuchungsgegenstandes beinhaltetaucheineSpezifikationdesihmvorgeworfenenSachverhaltes.Vor- liegendbestehtkeinaktuellesInteresse,nachdemdie Untersuchungsbehörd e imRahmendesSchriftenwechselsvorderBeschwerdeinstanzdie Verdächti- gungenentsprechendpr äzisierteunddieBeschuldigtendazuStellungnehmen konnten (E.2.1). DemBetroffenenerw ächstkeinNachteildurcheinekurzeSichtungvonPapie- ren anlässlich einerHausdurchsuchungunddie gestütztdarauferfolgteBe- schlagnahmevonVerm ögenswerten(GuthabenaufBankkonten),selbstwenn er die Siegelung der Papiere verlangte (E. 2.2). Art.46Abs.1lit.bVStrRsiehtkeineBeschlagnahmevon Vermögenswerten imHinblickaufdieDurchsetzungeinerErsatzforderungvor.Diesbez üglich bietetjedochArt.2VStrRi.V.m.Art.59Ziff.2Abs.3StGBeinegesetzliche Grundlage (E. 2.4). Indication de l’objet de l’accusation; intérêt actuel; droit d’être entendu. Séques- tre de valeurs patrimoniales en vue de l’exécution d’une créance compensatrice; perquisition domiciliaire et mise sous scellés; base légale. Art.32al.2Cst.,art.6ch.3let.aCEDH,art.59ch.2CP,art.2,28al.1, 46 al. 1 let. b, 50 al. 3 DPA Ledroitdu prévenu de connaîtrel’objet de l’instruction emportecelui d’être informé desfaitsquiluisont spécifiquement reprochés. En l’espèce, lespr éve- nusnesauraientse prévaloir d’unintérêt actuel à seplaindre,car l’autorité d’instructiona déjàpréci sé les soupçons portésà leurencontredanslecadrede l’échanged’écritures devant l’instance derecours, soupçons surlesquelsilsont ainsi eu l’occasion de se déterminer (consid. 2.1). Quandbien même ilarequislamisesous scellés desdocuments séquestrésà l’occasiond’une perquisitionetdu séquestre devaleurspatrimoniales(avoirsTPF 2004 40 41 enbanque)qui s’enestsuivi,le détenteurnepeut prétendre avoirsubiunp ré- judice du fait que les documents ont été brièvement e xaminés (consid. 2.2). Lamisesous séquestre devaleurspatrimonialesenvuede l’exécution d’une créance compensatricen ’estpas prévuepar l’art. 46al.1let.bDPA.Ellepeut toutefoissefondersurl ’art.2DPAenrelationavec l’art. 59ch.2al.3CP (consid. 2.4). Informazione sull’oggetto dell’accusa; interesse attuale; diritto d’essere sentito. Sequestro di valori patrimoniali in vista di un risarcimento; perquisizione domici- liare risp. apposizione dei sigilli; base legale. Art.32cpv.2Cost.,art.6n.3lett.aCEDU,art.59n.2CP,art.2,28cpv.1, 46 cpv. 1 lett. b, 50 cpv. 3 DPA Ildirittodell ’imputato diessereinformato sull’oggetto dell'indaginecompren- deancheunaspecificazionedeifattiimputatigli.Nelcasopresentenonvi è alcuninteresseattualevistoche l’autorità inquirente,nelquadrodelloscambio discrittidavantiallagiurisdizionedireclamo,haprecisatoopportunamentegli indizi e gli imputati hanno potuto prendere posizione in merito (consid. 2.1). All’interessato non è cagionatoalcunpregiudiziodaunbreveesamedidocu- mentiinoccasionediunaperquisizionedomiciliareedalconseguentesequestro divaloripatrimoniali(averisucontibancari),anchesehachiestoilsuggella- mento dei documenti (consid. 2.2). L’art. 46cpv.1lett.bDPAnonprevedeunsequestrodivaloripatrimonialiin vista dell’esecuzionediunrisarcimento.Aquestopropositounabaselegale è tuttaviadata dall’art.2DPAincombinatodispostocon l’art.59n.2cpv.3CP (consid. 2.4). UrteiledesBundesgerichts1S.5/2005,1S.6/2005,1S.7/2005,1S.8/2005vom 26. September2005:DieBeschwerdenwurdenabgewiesen,soweitaufsieeingetre- ten werden konnte. Zusammenfassung des Sachverhalts: ImVerwaltungsstrafverfahrengegendieEheleuteA.undB.sowieweitere BeschuldigtewegenschwererSteuerwiderhandlungenimSinnevon Art. 190ff.DBGwurdenmitVerf ügungenvom15.,16.und17.Juni2004 KontenverbindungenvonA.beimehrerenBankenmitBeschlagbelegt; Bankverbindungen von B. waren von diesen Verfügungen nicht betroffen.TPF 2004 40 42 DieBeschwerdekammerwieseinevonA.undB.gemeinsamerhobene Beschwerde ab. Aus den Erwägungen: 2. 2.1 DieBeschwerdef ührerbringenz unächst vor,dieUntersu chungsbehörde habezwarnichteinRechtaufm öglichst umfassendeInformation überdie ihnenzurLastgelegtenTatenverletzt,wohlaberihrenAnspruch,dass ihnenderGegenstanddesVerfahrens,d.h.dieUmschreibungdesangeblich strafbarenVerhaltens(mitanderenWortendesSachverhalts),bekanntge- gebenwerde.AuchwennderSachverhaltnichtabschliessendundwider- spruchslosgeschildertseinm üsse, müsse mindestensangegebenwerden, werimZusammenhangmitderverfolgtenStraftatwann,woundwasbe- gangenhabensolle.DiesimpleAuff ührungverschiedenerGesetzesartikel genüge diesenAnforderungenoffensichtlichnicht.DiefehlendeBekannt- gabe bezüglichdesGegenstandsderTatstelleeineoffensichtlicheRechts- verletzungdar.Gem äss bundesgerichtlicherRechtsprechungrechtfertigtes sichselbstdann,wennerstnachderUntersuchungfeststeht,welcheAn- schuldigungenschliesslichzurBeurteilunggebrachtwerden,nicht,biszu diesemZeitpunktvoneinerUnterrichtungdesBeschuldigten gänzlich abzu- sehen:Dieserdarfgrun dsätzlichnicht währenddesganzenUntersuchungs- verfahrens überdenGegenstandderUntersuchungimUngewissengelassen werden,ansonstenerseineVerteidigungnichtvorbereitenkann;essindihm daherdieihmzurLastgelegtenTatenunddieGesetzesbestimmungen,auf diesichdieBeschuldigungen(vorl äufig) stützen,bekanntzugeben,ohne dassindessenbereitsnotwendigerweisedieBeweismittelgenanntwerden müssten, aufdiesichdieBeschuldigungen stützen.ZuBeginndesVerfah- rens genügtesjedoch,wenndemBeschuldigtendieEinleitungeinerUnter- suchungundderenGegenstandbekanntgegebenwird;auchimweiteren VerlaufderUntersuchungisteinekurzeOrientierung überdievorgeworfe- neTathinreichend;eineumfassendeUnterrichtungdesBeschuldigten über dieArtunddenGrundderBeschuldigung, überdietat sächlichenundrecht- lichenGr ünde,aufwelchesichderVorwurfderSteuerhinterziehungst ützt, mussindessen,einschliesslichderAngaben überdieinAussichtgenomme- neStrafe,erstnachAbschlussderUntersuchungerfolgen;dieAnforderun- genandenUmfangderUnterrichtung dürfendahernicht überspanntwer- den(BGE119Ib12,18E.5c;VPB66.100E.3b).DieseBundesgerichts- praxis äussertsichzwardazu,dass bezüglichvorgeworfenerTatenvorTPF 2004 40 43 AbschlussderUntersuchungkeineumfassendeUnterrichtungdesBeschul- digten,sondernlediglicheinekurzeOrientierungverlangtsei.Sieschweigt sichindessendar überaus,welchenUmfangeinesolcheOrientierungim AnfangsstadiumeinesErmittlungsverfahrensimMinimumaufzuweisenhat. DemBeschuldigtenmussesunterdengegebenenUm ständen nochnicht möglich sein,sichmateriellumfassendzuverteidigen.Hingegenmusser die Möglichkeithaben,sichanhanddererhaltenenInformationenKlarheit überdieArtunddiewesentlichenGr ünde derBeschuldigungzuverschaf- fenundsoseineRechteungeschm älertzuwahren(vgl. Z WEIFEL,Dasrecht- liche GehörimSteuerhinterziehungsverfahren,in:ASA60,S.454ff.).Aus denangefochtenenVerf ügungen gehtnebstdemHinweis,dasssicheine UntersuchungderESTVunteranderemgegendieBeschwerdef ührerrichte, auchhervor,dassdieBeschwerdef ührerBeschuldigteimSinnedesVStrR seien,dasseineWiderhandlunggegendasBundesgesetz überdiedirekte Bundessteueruntersuchtwerde,dassVerm ögenswertebeschlagnahmtwer- densollen,welchevoraussichtlichderEinziehungunterliegensowiedass eineSteuerhinterziehunguntersuchtwerde.DieDurchsuchungsbefehlevom 7.Juni2004,welchedenangefochtenenVer fügungenvorangingen,sowie dieinVollzugderDurchsuchungsbefehleerstelltenDurchsuchungs-und Beschlagnahmeprotokollevom16.Juni2004enthieltendenHinweisauf Art.190ff.DBG,dieDurchsuchungsbefehlezudemdieausdr ücklicheEin- schränkung derMassnahmeaufDokumenteabdemJahre1993.A.bzw.B. habendenErhaltderDurchsuchungsbefehlesowieweitererhiernichtzur DiskussionstehenderBeschlagnahmebefehleunterschriftlich bestätigt.Den DurchsuchungsbefehlenwareineRechtsmittelbelehrungbeigelegt,welche denWortlautvonArt.190 − 192DBGwiedergab(Verdachtaufschwere Steuerhinterziehung).Damitstehtf ürdieBetroffeneninge nügend transpa- renterWeisefest,dasssiederT äterschaftodermindestensderTeilnahme aneinerschwerenSteuerhinterziehunginderSchweiz bezüglichsteuerrele- vanterVorg änge ausdenBemessungsperiodenab1993verd ächtigtwerden. HingegenfehltesinderangefochtenenVerf ügunganeinerSpezifikation desihnenvorgeworfenenSachverhalts.DieBeschwerdenachArt.28 Abs. 1VStrRsetztnunabergem ässbundesgerichtlicherRechtsprechung auch ein aktuelles Rechtsschutzbedürfnis voraus(BGE 118 IV 67, 69 E.1 c; 103IV115,117E.1a).ZurBeschwerdef ührungistnurbefugt,werdurch denangefochtenenEntscheid(noch)zumindestteilweisebetroffenund deshalbandessen Änderunginteressiertist.EinRechtsschutzinteressefehlt, wenn(undsoweit)derBeschwerdef ührerdurchdenEntscheidnichtmehr beschwertist,weilderGrundf üreineBeschwerde währenddesVerfahrens dahingefallenist(H AURI,Verwaltungsstrafrecht,Motive − Doktrin − Recht-TPF 2004 40 44 sprechung,Bern1998,Art.28Ziff.1).DieBeschwerdegegnerinhatsowohl inderStellungnahmevom25.Juni2004alsauchinderBeschwerdeduplik vom30.August2004ihreVer dächtigungenpr äzisiert.Solegtesiedar,dass siedenBeschwerdef ührernvorwirft,EinkommenausdenBemessungsperi- odenab1993nichtvollumf änglichdeklariertbzw.ungerechtfertigteZins- abzüge gemachtzuhaben.Konkreter wähnt sienichtodernichtvoll ständig offengelegteEinnahmenvonA.inderEigenschaftalsTr euhänderund Unternehmensberater.SodannwiederholteZin sabzüge füreinvonder H. Ltd.,Panama,andieBeschwerdef ührer gewährtesDarlehen,wobeidas DarlehenunddieZinszahlungenaufgrundderErkenntnissealsfiktivzu betrachtenseien.WeitergibtdieBeschwerdegegnerinan,dieH.Ltd.habe AktienderI.mitSitzinDelaware,USA,gekauftundmitGewinnvonmeh- rerenMillionenUSDweiterverkauft,wasausdener wähntenGr ünden den Beschwerdeführernzuzurechnen,vondiesenabernichtdeklariertworden sei.SchliesslichhabedievondenBeschwerdef ührernbeherrschteJ.AG eineRechnungderH.Ltd.betreffendBau-undArchitekturleistungenver- bucht,welchedieRechnungsstellerinschonaufgrunddesmangelndenPer- sonalsinderSchweiznichterbrachthaben könne.IndiesemZusammen- hangbestehe übrigensauchderVerdachtdesSteuerbetrugs(inhaltlichfal- sche,indieJahresrechnung übernommeneRechnung)undderverdeckten Gewinnausschüttung andieBeschwerdef ührer.DiegegendieseVer dächti- gungenvorgebrachten Einwände derBeschwerdef ührerverm ögen diebe- stehendeVerdachtslagenichtvonvornhereinzubeseitigen.ImSinneder Gewährungdesrechtlichen GehörskonntensichdieBeschwerdef ührerzu derinderBeschwerdeduplikerfolgtenKonkretisierungdesSachverhalts noch äussern,wassiemitStellungnahmeam2.November2004dennauch getanhaben,ohnejedochinBezugaufdieVerdachtslageetwaswesentlich Neueszuliefern.NachdemnunaberimheutigenZeitpunktdieDarstellung derVerdachtslagegegen überdenBeschwerdef ührernausreichendkundge- tanwurde(vgl.auchVPB60.100E.3d),istdieBeschwerdeindiesem Punktmangels aktuellenInteresses als gegenstandslos zu betrachten. 2.2 DieBeschwerdef ührermachengeltend,dass dieBeschwerdegegnerin zu Unrechtge stütztaufErkenntnisseausdenHausdurchsuchungenvom 16. Juni2004amselbenundamdarauffolgendenTagBeschlagnahmever- fügungen erlassenhabe,waszurSperrungderimAntraggenanntenBank- kontigef ührthabe.DenngegendieDurchsuchungderanl ässlichderHaus- durchsuchungenvorgefundenenPapiere hättensiegest ütztaufArt.50 Abs. 3VStRfristgerecht Einsprache erhoben.Diesistaktenkundig.Biszum heutigenTagistbeiderBeschwerdekammerdesBundesstrafgerichtskeinTPF 2004 40 45 GesuchumEntsiegelungeingegangen.DasBundesgericht äussertsichin BGE106IV413,423E.7b,zurFrage,inwieweitgest ütztaufeinesumma- rischeSichtungvonPapieren anlässlicheinerDurchsuchungweitereMass- nahmenbegr ündet werden dürfen,wiefolgt: „Müssen beieinerHausdurch- suchungPapierealsBeweismittelbeschlagnahmtwerden,soistnichtzu umgehen,dasssiekurzgesichtetundsummarischgepr üftwerden.Nurso kannfestgestelltwerden,welcheAktenmitBeschlagzubelegenundallen- fallszuversiegelnsind.W äredenBeamtenjedeSichtungundPr üfung verwehrt,so wärensie,fallsderBetroffenesichderDurchsuchungder Papierewidersetzt,gezwungen,allesmitBeschlagzubelegen,wassichin denzudurchsuchenden Räumenbefindet.Dieswiderspr ächesowohldem GrundsatzderVerh ältnismässigkeit wieauchdemInteressedesBetroffe- nen,seinenBetriebm öglichstun gestörtweiterf ührenzu können (vgl. Art. 45Abs.1VStrR,wonachbeiderDurchsuchungmitderdemBetroffe- nen gebührendenSchonungzuverfahrenist).Dagegenistes unzulässig,zur Begründung desEntsiegelungsgesuchesAkte nstücke detailliertwieder- zugeben,dieversiegeltsindund überderenEntsiegelungerstzubefinden ist.“ Darausergibtsicheinerseits,dassErkenntnisse,dieausderKurzsich- tung von Papieren, welche gesiegeltwerden sollen, gewonnen wurden, nicht zuweiterf ührendenBeweiszweckendienend ürfen.Anderseitsgehtausdem zitiertenEntscheidhervor,dassdieKurzsichtungderWahrungdesVer hält- nismässigkeitsprinzipsdienensoll.Schliesslichistauchklar,dassimEnt- siegelungsverfahren − nebendemhinreichendenTatverdacht − alleinzu prüfenist,obdieGeheimnisinteressendesInhabersbzw.Drittergegen über demUntersuchungsinteressezur ückzutretenhaben(S CHMID,Strafprozess- recht,4.Auflage, Zürich2004,N.736).DieBeschwerdegegnerinbeabsich- tigtemitdenVerf ügungenandieBankendieSicherungeinzuziehender Vermögenswerte.DieswarihrinErfolgversprechenderWeisenurdurch BeschlagnahmeverfügungenvoroderunmittelbarnachderVerfahrensbe- kanntgabeandieBetroffenen(hier: anlässlichderDurchsuchungsaktion) möglich. Es wäreihrunbenommengewesen,imVorfeldderDurchsu- chungsaktionbeim öglichst vielenBankenmitm öglicherKundenbeziehung zudenBeschuldigtenVerf ügungssperrenzuplatzieren(vgl. L ENTJES MEILI, ZurStellungderBankeninder ZürcherStrafuntersuchung, Zürich1996, S. 179).DurchdieKurzsichtungderzuversiegelndenAktenwurdeder KreisderAdressaten-Bankeneingeschr änkt,wasnurimInteressederBe- troffenenundihresRufsinderFinanzweltseinkonnte.EinNachteilf ürdie Betroffenenistnichterkennbar.BeidieserSachlageistdieerhobene Rüge unbegründetundeskannoffenbleiben,inwieweitauchdieTatsache,dass dieBeschwerdef ührerzwardieSiegelungverlangt,jedochnieirgendwelcheTPF 2004 40 46 Geheimhaltungsinteressenexplizitgeltendgemachthaben,vonBedeutung gewesen wäre. 2.4 DieBeschwerdef ührerr ügen, selbstwenneinestrafbareHandlungge- gebenseinsollte,liegekeinEinziehungstatbestandnachArt.46Abs.1lit.b VStrRi.V.m.Art.59Abs.1StGBvor,daessichbeidenMittelnaufden mitBeschlagbelegtenKontinichtumsolchemitdeliktischerHerkunft handlebzw.sichderenHerkunftnichtbestimmenlasse.Deliktsbezugsei aberVoraussetzungf üreineEinziehung.DiestrafbareHandlung,dieden BeschwerdeführernimVerwaltungsstrafverfahrenzurLastgelegtwird, führtzutreffendenfallszuderenHaftbarkeitbzw.solidarischenHaftbarkeit fürdenhinterzogenenSteuerbetrag(Art.9undArt.13DBG).Art.12 VStrRgehtdavonaus,dassdiePersonen,welcheAbgabennichtentrichten oderLeistungenerschleichen,dadurcherheblicheunrechtm ässige Vermö- gensvorteileerlangen.EsliegtinderNaturdesSteuerdelikts,dassein Täter dieseVerm ögensvorteileinallerRegelnichtvomStaatalsSteuergl äubiger widerrechtlicherlangthat,sonderndasserzufolgedesSteuerdeliktsseinen Steueraufwandwiderrechtlichverminderthat.Essindalsobeiihmregel- mässig keineeinziehbarenVerm ögenswerteimSinnevonArt.59Ziff.1 StGB(welcheraufgrunddesQuerverweisesinArt.2VStrRzurAnwen- dungkommt)vorhanden.SindaberVerm ögensvorteilenurreinrechnerisch erzieltworden,sokommtkeineEinziehung,sondernnureineErsatzforde- rungdesStaatesimSinnevonArt.59Ziff.2StGBinFrage(S CHMID,StGB 59N.53,in:NiklausSchmid[Hrsg.],KommentarEinziehung,organisiertes Verbrechen, Geldwäscherei,Bd.I, Zürich1998).Art.46Abs.1lit.bVStR, aufdenArt.191DBG bezüglichBeschlagnahmevoraussetzungenimFalle schwererSteuerwiderhandlungenverweistunddervonderBeschwerde- gegnerinalsRechtsgrundlagef ürdieangefochteneVerf ügung herangezo- genwurde,sieht − andersalsArt.59Ziff.2Abs.3StGB − keineBeschlag- nahmevonVerm ögenswertendesBetroffenenimHinblickaufdieDurch- setzungeinerErsatzforderungvor.WennaberkeineVerm ögenswerte „vor- aussichtlichderEinziehungunterlieg en“, soisteineaufArt.46Abs.1lit.b VStrR abgestützteBeschlagnahmenichtm öglich. BeidiesemErgebnis stelltsichdieFrage,obdieBeschwerdegegnerinnichteineaufArt.2VStrR i.V.m.59Ziff.2Abs.3StGBab gestützteBeschlagnahmevonVerm ö- genswertenimHinblickaufdieDurchsetzungderErsatzforderungbeab- sichtigt(S CHMID,a.a.O.,StGB59N.13)undlediglichirr tümlicherweise denunzutreffendenArt.46Abs.1lit.bVStrRinderVerf ügung zitiert habe. Dies ist offensichtlich der Fall, wie sich aus der Begründung der ange- fochtenenVerf ügung ergibt.Dortwird nämlicheineFormulierung über-TPF 2004 40 47 nommen,diefast wörtlichausBGE120IV365,367E.1d,stammt,wel- chervom19.Dezember1994datiertundsichaufeineBeschlagnahmever- fügung derESTVvom16.November1994abst ützt: „Die Vermögenswerte, welchederBeschlagnahmeunterliegen,sindallewirtschaftlichenVorteile, diesichrechnerischermittelnlassen zuzüglicheinerall fälligenBusse.Bei derSteuerhinterziehungbestehtdersichausdemDeliktergebendeVerm ö- gensvorteilimGegenwertderhinterzogenenSteuer n.“ Ausnichtersichtli- chenGr ündenhatsichdasBundesgerichtimzitiertenEntscheidaufden altenundseit1.August1994 geändertenArt.58StGBunddiesichmit dieseraltenFassungauseinandersetzendenLiteratur(T RECHSEL,Kurz- kommentar,Art.58, Zürich1992[die überarbeitete2.Auflage,welchesich u.a.mitdemneuenEinziehungsrechtbefasst,datiertvon1997]; S CHULTZ, in:ZStrR114[1978]305ff.; S TRATENWERTH,AllgemeinerTeilII[letzte Auflage:Bern1989])bezogenundnichtaufdieseitdem1.August1994in KraftstehendenArt.58ff.StGB.EinGrund dürftewohldarinzufinden sein,dassmitderseit1.August1994inKraftgetretenen Änderungdes StrafgesetzbuchsdasEinziehungsrechtneugegliedert,aberderausdem Jahre1974stammendeTextdesArt.46VStrRnichtandie Änderungange- passtwurde.Zudem läuftimrevidiertenArt.59StGBauchdieErsatzforde- runggem ässZiff.2unterdemRandtitel „EinziehungvonVerm ögenswer- ten“. DassdieESTValsVerwalt ungsbehördediese höchstrichterliche RechtsprechunginderFolgeformularm ässigü bernahm,kannihrnichtzum Nachteilgereichen,dennimmerhinistausderBegr ündung ihrerVerf ügun- gengenauersichtlich,wassiedamitbeabsichtigt.DasAbst ützen aufeinen unrichtigenGesetzesartikelhataberauchf ürdieBeschwerdef ührerkeine negativenAuswirkungen:SindsieohnejuristischeKenntnisse,sogen ügt ihnendietextlicheUmschreibunginderBegr ündung,umzuerkennen,was mitderBeschlagnahmeverf ügung bezwecktist.Sindsieaberjuristisch geschult,sokonntensiedenWiderspruchzwischenGesetzesverweisund Begründung ohneweitereserkennen.Diesf ührtdazu,dassdieBeschwerde auch in diesemPunkt abzuweisen ist.