Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Februar 2013 (725 12 257 / 26) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Leistungen, Kausalität Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber i.V. Jodok Vogt Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Alex Hediger, Advo- kat, Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. A.____, geboren am 8. April 1974, arbeitete ab d em 3. Mai 2010 als Lagerarbeiter bei der B.____ AG und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallsversicherungsan- stalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtber ufsunfälle obligatorisch versichert. Am 16. Oktober 2010 war der Versicherte damit beschäftigt, im Kühlraum seines Arbeitsortes Palet- ten mittels Selbstfahrstapler zu verschieben, als diese ins Schwanken gerieten und gegen A.____ fielen. Dieser wurde von den herabstürzenden Pal etten am Brustkorb getroffen und fiel rückwärts auf den Betonboden. Auf der Notfallstation de s Spitals C.____ wurde der Verdacht Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf eine commotio spinalis, eine Myelonverlagerung Höh e Brustwirbelkörper (BWK) 7 und der Verdacht auf eine Arachnoidalzyste diagnostiziert. Die SUVA erbrachte in der Folge die gesetz- lichen Leistungen. Mit Verfügung vom 21. März 2012 teil te sie dem Versicherten mit, dass sie ab dem 1. April 2012 keine Versichertenleistungen mehr erbringen werde, da zwischen dem Unfall und den geltend gemachten Beschwerden kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzu- sammenhang mehr bestehe. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache wies die SUVA mit Entscheid vom 27. Juli 2012 ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat D r. Alex Hediger, am 30. August 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-L andschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte die Aufheb ung des Einspracheentscheids sowie die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, die versichert en Leistungen, insbesondere Taggel- der basierend auf einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit, auch nach dem 30. April 2011 zu erbrin- gen. Eventualiter beantragte er die Ausrichtung einer 100%-igen Invalidenrente; unter o/e- Kostenfolge. Weiter ersuchte der Beschwerdeführer um B ewilligung der unentgeltlichen Ver- beiständung mit Advokat Dr. Hediger als unentgeltlichen Rechtsbeistand. C. In ihrer Vernehmlassung vom 15. November 2012 beant ragte die Beschwerdegegne- rin, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer-Muench, d ie Abweisung der Beschwerde sowie die Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids. D ie Versichertenleistungen seien zurecht eingestellt worden, da zwischen dem Unfallereigni s und den geltend gemachten Be- schwerden keine Kausalität mehr bestehe. D. Mit Verfügung vom 21. März 2012 wurde dem Beschwerd eführer die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Dr. Hediger bewilligt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschw erdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Bei Ausländern ist auf den Wohnsitz des Arbeitgebers abzustell en. Vorliegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsger icht als Versicherungsgericht als einzi- ge gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Eins pracheentscheide der Versiche- rungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachli ch zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegner in zu Recht die Einstellung der Versicherungsleistungen ab dem 1. April 2012 verfügt hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. 3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer n ur unter der Voraussetzung auf- zukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden ein na- türlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursach en im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan densein der eingetretene Er- folg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit einge- treten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür- lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unf all die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass da s schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1). 3.3 Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht ein mal anerkannt, entfällt sie erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäqua te Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, der Gesundheitsschaden mit anderen Worten n ur noch und ausschliesslich auf unfall- fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn en tweder der krankhafte Gesundheitszu- stand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eine s krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätt e (Status quo sine), erreicht ist (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Ebenso wie der leistung sbegründende natürliche Kausalzusam- menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung vo n unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlen- der ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Weil es dabei um eine anspruchsauf- hebende Tatsache handelt, liegt die Beweislast - ande rs als bei der Frage, ob ein leistungsbe- gründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (vgl. RKUV 2000 Nr. U 36 3 S. 46 E. 2). Der Beweis des Weg- falls des natürlichen Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ur- sachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vo m Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder die versicherte Person nunmehr bei voller Gesundheit ist. Entscheidend ist alle in, ob unfallbedingte Ursachen des Ge- sundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben u nd weggefallen sind (vgl. Urteil Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG], seit 1. Janu ar 2008 Bundesgericht, Sozial- rechtliche Abteilungen, U 143/02, E. 3.2. vom 25. Oktober 2002). 4.1 Zu prüfen ist, ob die vom Beschwerdeführer geltend gemachten persistierenden Be- schwerden in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Un fall vom 16. Oktober 2010 ste- hen. 4.2 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge i m Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 1 22 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hin- weisen). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen na ch dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv z u prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru- ches gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einande r widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte B eweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab- stellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Bericht es ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinwei- sen). 4.3 Rechtsprechungsgemäss kann auch reinen Aktengutachte n voller Beweiswert zukom- men, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beur- teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhal ts geht (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95, 1988 Nr. U 56 S. 366 E. 5b; vgl. auch Urteile des Eidgenössischen Versicherungsge- richts U 223/06 vom 8. Februar 2007 E. 5.1.2 oder U 4 58/00 vom 24. Oktober 2001 E. 3). Ak- tengutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Di- agnose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass der Be hinderung verschieden be- wertet werden. In diesen Fällen kann sehr wohl in einem Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende W ahrscheinlichkeit für eine be- stimmte Beurteilung deutlich gemacht werden (H ANS KIND , So entsteht ein medizinisches Gut- achten, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Re chtsfragen der medizinischen Begut- achtung in der Sozialversicherung, Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für Verwal- tungskurse an der Universität St. Gallen/Band 42, St. Gallen 1997, S. 52). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Zur Beurteilung der umstrittenen Frage sind folg ende ärztliche Berichte zu berücksich- tigen: 5.2 Im Bericht der erstbehandelnden Ärzte des Spitals C .____ vom 18. Oktober 2010 wur- de ein Verdacht auf commotio spinalis durch stumpfes Tra uma, eine Myleonverlagerung Höhe BWK 7 und ein Verdacht auf eine Arachnoidalzyste diagnostiziert. 5.3 Dr. D.____ diagnostizierte am 20. Dezember 2010 e inen Status nach Sturz auf den flachen Rücken mit Traumatisierung thorako-lumbal, sakral und des Beckens. 5.4 Am 3. Mai 2011 und am 3. Juni 2011 berichtete Dr . med. E.____, FMH Neurologie, über die Untersuchung des Beschwerdeführers vom 7. April 2011 und diagnostizierte eine commotio spinalis und eine commotio cerebri sowie ein persistierendes Thorakolumbovertebral- Syndrom bei degenerativer BWS- und LWS-Veränderung. Zudem äusserte er den Verdacht auf funktionelle Überlagerung bzw. Aggravation, da sich de r Patient massiv schmerzgeplagt und wie ein Frischverletzter präsentiere, obwohl der Unfall bereits ein halbes Jahr zurück liege. 5.5 Nach einer neuerlichen Untersuchung bestätigte Dr. E.____ in seinem Bericht vom 8. Juli 2011 die eben genannten Diagnosen. Zudem ste llte er unter Hinweis auf die inzwischen stattgefundene MRI-Untersuchung eine partielle sensible Querschnittsymptomatik mit autono- men Funktionsstörung fest. Die vorhandenen Schmerzen sei en aber zum Teil nicht mit den ob- jektivierbaren Befunden zu erklären. Er sei nach wie vo r Meinung, dass, obwohl ein organi- sches Korrelat zugrunde liegt, die Gesamtsymptomatik in er heblicher Weise funktionell überla- gert respektive eigentlich aggraviert sei. 5.6 In seinem Bericht vom 16. August 2011 führte E._ ___ aus, dass er nach einer erneuten Betrachtung der MRI-Bilder und einer Besprechung mit Dr. med. F.____, FMH Neuroradiologie, eine dorsale Arachnoidalzyste im Bereich BWK 6 habe ausm achen können. Diese sei auch schon auf den MRI-Bildern des Unfalltages ersichtlich und halte unverändert an, weshalb es unwahrscheinlich sei, dass sie durch den Unfall entstanden sei. Vielmehr scheine es sich beim Befund um einen vorbestehenden "locus minoris resistentia e" zu handeln, der durch den Unfall traumatisiert worden sei. Die Kausalitätsbeurteilung in diesem Falle sei nicht ganz einfach. Dr. E.____ empfahl deshalb eine paraplegiologische Sta ndortbestimmung zur besseren Beur- teilbarkeit der Situation. 5.7 Am 24. Oktober 2011 stellten die Ärzte der Klinik G .____ folgende Diagnosen: ein Sta- tus nach Sturz auf den Rücken mit commotio spinalis, ein e dorsale Arachnoidalzyste, einen Verdacht auf ein lumboradikuläres sensibles Reizsyndrom un d eine funktionelle Überlagerung bzw. eine Aggravation. 5.8 Im Bericht vom 7. Februar 2012 beantworteten die behandelnden Ärzte der Klinik G.____ die Frage der SUVA, ob im Heilungsverlauf unfallfremde Faktoren mitspielen würde, mit "nein". Zudem hielten sie fest, dass an eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit aktuell nicht zu denken sei. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.9 In seinem von der SUVA in Auftrag gegebenen Gutach ten vom 19. März 2010 führt Kreisarzt Dr. med. H.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs- apparates, aus, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit strukturell objektivierbare Folgen des Unfalls fehlen würden. Auch lasse sich aufgrund der Befunde keine unfallbedingte Ver- schlimmerung eines Vorzustandes ausmachen. Die Beschwerden seien nicht kongruent zu den objektivierbaren Auffälligkeiten in der Bildgebung, sie liessen sich aus medizinischer Sicht nicht erklären. Vielmehr sei davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer aggraviere bzw. an ei- nem Schmerzsyndrom leide, dass in keinem medizinischem Zusammenhang zum Unfallereignis stehe. 5.10 Dr. D.____ kommt in seinem "certificat medical" vo m 4. April 2010 zum Schluss, dass die Ursache der vorhandenen Beschwerden im Unfallereig nis vom 16. Oktober 2010 liegen würden. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen E inspracheentscheid vom 27. Juli 2012 bei der Beurteilung der Unfallkausalität hauptsächlich auf die Ergebnisse, zu de- nen Kreisarzt Dr. H.____ in seinem Gutachten vom 19. Mä rz 2012 gelangte. Dieser kam zum Schluss, dass die geklagten Beschwerden nicht auf den Unfa ll zurückzuführen seien (vgl. E. 4.3.8). Die SUVA ging demzufolge davon aus, dass per 1. April 2012 keine unfallkausale Beeinträchtigung mehr bestehe und somit auch keine unfallbedingte Einschränkung der Arbeits- fähigkeit mehr vorliege, weshalb ein Leistungsanspruch zu verneinen sei. 6.2 Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu bea nstanden. Im Rahmen des Ver- waltungsverfahrens eingeholten Aktengutachten von Spezialärztinnen und -ärzte, die unter Ein- bezug der vorhandenen Unterlagen Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigu ng volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertisen sprechen (vgl. BGE 134 V 231 f. E. 5.1 und nicht publ. E. 5b von B GE 114 V 109). Solche Indizien liegen hier keine vor. Das ausführliche Gutachten von Dr. H.____ we ist in Bezug auf die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Unfallkausalität der vorhan denen gesundheitlichen Beeinträch- tigungen weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht ver- langt wird (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a und Urteil U 22 3/06 vom 8. Februar 2007, E. 5.1.2) - für die streitigen Belange umfassend, es berücksichtigt die g eklagten Beschwerden, es ist unter Einbezug sämtlicher medizinischer Vorakten erstellt worden , es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Insbesondere l egte Dr. H.____ nachvollziehbar dar, dass die geltend gemachten Beeinträchtigungen mit grösste r Wahrscheinlichkeit funktionell überlagert bzw. aggraviert seien und somit in keinem na türlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall stehen. Er zeigt ausführlich auf, dass sich di e vorhandene Schmerzsymptomatik nicht auf die bildgebenden und neurologischen Abklärun gen zurückführen liesse und deshalb strukturell objektivierbare Folgen des Unfalls fehlen. A uch die Ausführungen betreffend der Arachnoidalzyste, dessen Kausalitätsbeurteilung gemäss Beri cht von Dr. E.____ vom 16. August 2011 nicht ganz einfach sei, sind einleuchte nd. Unter Bezugnahme auf die vorhan- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht denen Akten wird schlüssig begründet, warum die Zyste ber eits vor dem Unfall existiert haben muss und weswegen auch eine Traumatisierung durch Unfall mit grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Dass Dr. H.____ den Beschwe rdeführer nicht eigens untersucht hat, vermag an der Beweiskraft des Gutachtens nicht zu än dern. Der medizinische Sachverhalt wurde mehrfach abgeklärt und die gestellten Diagnosen werden nicht bestritten. Das Aktengut- achten erfüllt somit die vom Bundesgericht gestellten V oraussetzungen (vgl. E. 4.3), weswegen den Ausführungen von Dr. H.____ voller Beweiswert zukommt. 6.3 Die Berichte der Klinik G.____ und das "certificat medical" von Dr. D.____ vom 4. April 2012, auf welches sich der Beschwerdeführer hauptsächlich b eruft, vermögen an diesen Ein- schätzungen nichts zu ändern. Zwar hat die Klinik G.____ in ihrem Bericht vom 7. Februar 2012 die Frage der SUVA, ob im Heilungsverlauf auch unfallf remde Faktoren eine Rolle spielen wür- den, mit "nein" beantwortet, diese Einschätzung wurde aber weder genauer erläutert noch me- dizinisch begründet. Selbiges gilt auch für den erst nach Verfügungserlass erstellten Arztbericht von Dr. D.____. Auch in diesem Bericht wurde die Beh auptung, die Beschwerden seien unfall- bedingter Natur, nicht näher erklärt. Der Kreisarzt ha t beim Erstellen des Gutachtens zudem sämtliche Berichte der Klinik G.____ berücksichtigt und es erscheint nachvollziehbar, warum auf dessen Ergebnisse nicht abgestellt werden kann. Die SUVA hat die natürliche Kausalität somit gestützt auf die kreisärztliche Aktenbeurteilung zu Recht verneint. 7. Im Übrigen wäre auch die adäquate Kausalität zu verneinen. Dr. H.____ hat überzeu- gend dargelegt, dass weitere Therapien beim Beschwerde führer nicht erfolgversprechend wä- ren, somit keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes im Sinne von Art. 19 UVG mehr zu erwarten sei und demzufolge ein medizinischer Endzustand vorliegt. Das den Versi- cherungsanspruch auslösende Ereignis vom 16. Oktober 2010 ist im Verglich zu ähnlich gela- gerten Fällen im unteren Bereich der mittelschweren Un fällen anzusiedeln, deshalb wäre es, um die Adäquanz bejahen zu können, mit Blick auf die Re chtsprechung erforderlich, dass meh- rere der in BGE 115 V 133 aufgelisteten Kriterien zur Bewertung der Adäquanz-Frage (beson- ders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrückl ichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbe sondere ihre erfahrungsgemässe Eig- nung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Be- handlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehan dlung, welche die Unfallfolgen er- heblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erh ebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit) vorlieg en. In Würdigung der vorhandenen Akten kann aber festgestellt werden, dass nur eines der Kriterien, nämlich dasjenige der Dauer- schmerzen erfüllt ist. Demnach wäre der adäquate Kausalzu sammenhang ebenfalls zu vernei- nen. Unter diesen Umständen fällt auch die vom Beschwer deführer per Eventualantrag gefor- derte Ausrichtung einer Invalidenrente ausser Betracht. 8. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass das Unfallerei gnis vom 16. Oktober 2010 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in keinem Kausalzu sammenhang zu den geklagten Be- schwerden steht. Folglich ist nicht zu beanstanden, dass es die Beschwerdegegnerin abgelehnt hat, dem Versicherten im Zusammenhang mit dem Unfall über den 1. April 2012 hinaus Leis- tungen aus der obligatorischen Unfallversicherung auszurich ten. Die gegen den betreffenden Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einspracheentscheid vom 27. Juli 2012 erhobene Beschwerde erweist sich somit als unbegrün- det, weshalb sie abzuweisen ist. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor de m kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Mit Verfügung vom 10. September 2012 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Dr. Hediger bewilligt, weshal b dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 180.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter hat in seine r Honorarnote vom 22. November 2012 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwa nd von 10.25 Stunden geltend ge- macht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellend en Sachverhalts- und Rechtsfra- gen grundsätzlich als angemessen erweist. Allerdings ist n icht ersichtlich, inwiefern die gemäss Honorarnote für "Beilagen" geltend gemachten 0.5 St unden (je 0.25 Stunden am 30. August 2012 und am 6. September 2012) anwaltlicher Zeitaufw and darstellen, weswegen der Aufwand um 0.5 Stunden zu kürzen ist. Im Bezug auf die Auslagen sei darauf hingewiesen, dass die Entschädigung für Fotokopien gemäss § 15 Abs. 2 der Tar ifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 mit Fr. 0.50 pro Seite zu berechnen ist. Dem Umfang des Falles entsprechend erscheint es angemessen, die Auslagen für Fotokopien bzw. Kopiaturen zu kürzen und mit pauschal Fr. 60.-- zu veranschlagen. Dem Rechtsvertreter ist demnach ein Ho- norar in der Höhe von Fr. 1985.05 (9.75 Stunden à Fr . 180.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 83.-- sowie 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Parteientschäd igung in der Höhe von Fr. 1'985.05 (inkl. Auslagen und 8 % Meh rwertsteuer) zulasten der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht