B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-3005/2014 U r t e i l v o m 3 . N o v e m b e r 2 0 1 5 Besetzung Richter David Aschmann (Vorsitz), Richter Pietro Angeli-Busi, Richterin Maria Amgwerd, Gerichtsschreiberin Agnieszka Taberska. Parteien Unilever N.V., Weena 455, NL-3013 AL Rotterdam, vertreten durch Rechtsanwältin Eva-Maria Strobel, Baker & McKenzie, Holbeinstrasse 30, Postfach, 8034 Zürich, Beschwerdeführerin, gegen Beiersdorf AG, Unnastrasse 48, DE-20253 Hamburg, vertreten durch Bovard AG Patent- und Markenanwälte, Optingenstrasse 16, 3000 Bern 25, Beschwerdegegnerin, Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Widerspruchsverfahren Nr. 13194 IR 1'121'751 NIVEA STRESS PROTECT / CH 646'623 STRESS DEFENCE. B-3005/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Schweizer Wortmarke CH 646'623 STRESS DEFENCE der Beschwer- deführerin wurde am 28. März 2013 hinterlegt und am 29. Juli 2013 auf <www.swissreg.ch> veröffentlicht. Sie beansprucht Markenschutz für fol- gende Waren: 3 Deodorants; Antitranspirantien für den persönlichen Gebrauch. B. Gegen diese Eintragung erhob die Beschwerdegegnerin beim Eidgenössi- schen Institut für Geistiges Eigentum (na chfolgend: Vorinstanz) am 21. August 2013 Widerspruch. Sie stützte sich dabei auf ihre internationale Marke IR 1'121'751 NIVEA STRESS PROTECT mit Schutzausdehnung in der Schweiz seit 17. Oktober 2012, die für folgende Waren registriert ist: 3 Savons, produits de parfumerie, huiles essentielles, préparations pour soins du corps e t soins de beauté, déodorants et produits contre la transpiration à usage personnel, lotions capillaires. Zur Begründung führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, beide Marken seien hochgradig ähnlich und die beanspruchten Waren identisch. Die Begriffspaare STRESS PROTECT und STRESS DEFENCE lösten im Zusammenhang mit den beanspruchten Waren vergleichbare, wenn nicht identische Gedankenassoziationen aus. Der übereinstimmende Sinngehalt führe zu einem weitgehend identischen Gesamteindruck im Ge- dächtnis der Abnehmer, weshalb Verwechslungsgefahr bestehe. C. Die Widerspruchsgegnerin bestritt in ihrer Stellungnahme vom 24. Februar 2014 das Vorliegen einer Zeichenähnlichkeit. Sie brachte vor, der Schutz- umfang der Widerspruchsmarke beschränke sich auf den Bestandteil NIVEA, während die Bestandteile STRESS und PROTECT im Zusammen- hang mit den beanspruchten Waren der Klasse – insbesondere Deodo- rants – eine reine Beschaffenheitsangabe darstellten. Die alleinige Über- einstimmung der Marken im beschreibenden Bestandteil STRESS be- gründe keine Verwechslungsgefahr. D. Mit Entscheid vom 1. Mai 2014 hiess die Vorinstanz den Widerspruch voll- umfänglich gut. Sie bejahte sowohl eine Zeichenähnlichkeit auf klanglicher und schriftbildlicher Ebene als auch eine Gleichartigkeit der beanspruchten B-3005/2014 Seite 3 Waren. Die Übereinstimmungen im Gesamteindruck seien durch die un- veränderte Übernahme des Elements STRESS im angefochtenen Zeichen sowie die Warengleichheit derart gross, dass das hinzugefügte Element DEFENCE im angefochtenen Zeichen die Verwechslungsgefahr nicht zu beseitigen vermöge. E. Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin am 2. Juni 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, der Widerspruch sei unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie unter Kostenfolge zu Las- ten der Beschwerdegegnerin abzuweisen; eventualiter sei die Angelegen- heit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen . Zur Begrün- dung führte sie im Wesentlichen aus, zwischen den Marken bestehe auf- grund klanglicher, schriftbildlicher und begrifflicher Unterschiede keine Zei- chenähnlichkeit. Die Kennzeichnungskraft der Widerspruchsmarke be- schränke sich auf den Bestandteil NIVEA, während die Bestandteile STRESS und PROTECT für die beanspruchten Waren beschreibend seien. Entsprechend begründe die Übernahme lediglich des kennzeich- nungsschwachen Elements STRESS in der angefochtenen Marke trotz Gleichartigkeit der Waren keine Verwechslungsgefahr. F. Unter Verweis auf die eingereichten Vorakten verzichtete die Vorinstanz mit Schreiben vom 17. Juli 2014 auf eine Vernehmlassung und beantragte die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. G. Mit Beschwerdeantwort vom 21. Juli 2014 beantragte die Beschwerdegeg- nerin die kostenfällige Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des angefochtenen Entscheids vom 1. Mai 2014 . Sie brachte vor, die Be- schwerdeführerin habe selbst diverse Marken mit dem Bestandteil STRESS in der Klasse 3 registrieren lassen, weshalb ihr Vorbringen, dieser gehöre für entsprechende Waren zum Gemeingut, widersprüchlich sei. Die Bestandteile STRESS und PROTECT seien für die beanspruchten Waren nicht beschreibend und prägten den Gesamteindruck entscheidend mit. Die Produk tlinie STRESS PROTECT sei den sch weizerischen Verbrau- chern bekannt und werde von diesen trotz und auch ohne Nennung der Dachmarke NIVEA als betrieblicher Hinweis verstanden. Folglich be- schränke sich der Schutzumfang der Widerspruchsmarke nicht nur auf den B-3005/2014 Seite 4 Bestandteil NIVEA. Die Übernahme des Bestandteils STRESS in der an- gefochtenen Marke führe zu ähnlichen Gedankenassoziationen und be- gründe eine Verwechslungsgefahr. H. Replicando und duplicando hielten die Parteien an ihren Begehren fest. I. Die Parteien verzichteten stillschweigend auf die D urchführung einer öf- fentlichen Verhandlung. J. Auf weitere Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so- weit erforderlich, im Rahmen der folgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen der Vorinstanz in Widerspruchssachen zuständig (Art. 31, 32, 33 Bst. e des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Die Beschwerdeführerin hat als Widerspruchsgegnerin am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und ist durch die angefoch- tene Verfügung besonders berührt und beschwert (Art. 48 Abs. 1 des Ver- waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]). Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht erho- ben (Art. 50 Abs. 1 Art, 52 Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss recht- zeitig geleistet wurde (Art. 63 Abs. 4 VwVG), ist auf die Beschwerde einzu- treten. 2. 2.1 Der Inhaber einer älteren Marke kann Widerspruch gegen eine jüngere Markeneintragung erheben, wenn diese seiner Marke ähnlich und für glei- che oder gleichartige Waren oder Dienstleistungen registriert ist, so dass sich daraus eine Verwechslungsgefahr ergibt (Art. 3 A bs. 1 Bst. c in Ver- bindung mit A rt. 31 Abs. 1 des Markenschutzges etzes vom 28. August 1992 [MSchG, SR 232.11]). An die Unterschiedlichkeit der Waren und Dienstleistungen sind umso höhere Anforderungen zu stellen, je ähnlicher sich die Zeichen sind (BGE 128 III 445 E. 3.1 "Appenzeller"; 128 III 99 B-3005/2014 Seite 5 E. 2.c "Orfina"; LUCAS DAVID, Markenschutzgesetz. Muster- und Modellge- setz, 2. Aufl. 1999, Art. 3 N. 8). Dabei sind die Aufmerksamkeit der mass- gebenden Verkehrskreise und die Kennzeichnungskraft der Widerspruchs- marke zu berücksichtigen (BGE 121 III 378 E. 2.a "Boss/Boks"; Urteil des BVGer B -531/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.1 mit Hinweisen "Gallo/Gallay [fig.]"; CHRISTOPH WILLI, Markenschutzgesetz. Das schwei- zerische Markenrecht unter Berücksichtigung des europäischen und inter- nationalen Markenrechts, 2002, Art. 3 N. 17 ff.). 2.2 Die Gleichartigkeit der Waren und Dienstleistungen beurteilt sich an- hand der Einträge im Markenregister (Urteil des BVGer B -531/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.2 mit Hinweisen "Gallo/Gallay [fig.]"), soweit auf- grund einer Nichtgebrauchseinrede keine Einschränkung gegeben ist (Ur- teil des BVGer B -5179/2012 vom 20. Mai 2014 E. 3.2 "Tivo/Tivù Sat HD [fig.]; GALLUS JOLLER, in: Noth/Bühler/Thouvenin (Hrsg.), Stämpflis Hand- kommentar Markenschutzgesetz (MSchG) [nachfolgend: MSchG] , Art. 3 N. 235; WILLI, a.a.O., Art. 3 N. 37). Für die Annahme gleichartiger Waren und Dienstleistungen sprechen damit eine einheitliche Wertschöpfungs- kette, ein sinnvolles Leistungspaket als marktlogische Folge, die marktüb- liche Verknüpfung oder enge Zusammengehörigkeit der Produkte mit glei- chen Abnehmerkreisen und Vertriebsstätten (Urteile des BVGer B-2269/2011 vom 9. März 2012 E. 6.5.1 "Bonewelding [fig.]"; B-758/2007 vom 26. Juli 2007 E. 5.1 "G-mode/Gmode"; JOLLER, MSchG, Art. 3 N. 300). Gleichartigkeit kann nicht nur zwischen Waren oder Dienstleistungen je un- tereinander bestehen, sondern auch zwischen diesen beiden Kategorien von Produkten (Urteile des BVGer B -5179/2012 vom 20. Mai 2014 E. 3.2 "Tivo/Tivù Sat HD [ fig.]"; B -2269/2011 vom 9. März 2012 E. 6.5.1 "Bonewelding"; EUGEN MARBACH, M arkenrecht, in: von Büren/David [Hrsg.], Schweizerisches Immaterialgüter - und Wettbewerbsrecht [SIWR] Bd. III/1, 2. Aufl. 2009, Rz. 853 ff.; WILLI, a.a.O., Art. 3 N. 35). 2.3 Die Zeichenähnlichkeit beurteilt sich nach dem Gesamteindruck der Marken (BGE 128 III 446 E. 3.1 "Appenzeller"; DAVID, a.a.O., Art. 3 N. 11) sowie, weil zwei Zeichen meist nicht gleichzeitig wahrgenommen werden, basierend auf dem Erinnerungsbild der Abnehmer (BGE 121 III 377 E. 2.a "Boss/Boks"; 119 II 476 E. 2.d "Radion/Radiomat"; MARBACH, a.a.O., Rz. 867; DAVID, a.a.O., Art. 3 N. 15). Dabei kommt dem Zeichenanfang in der Regel eine höhere Bedeutung zu, da er besser im Gedächtnis haften bleibt (Urteile des BVGer B -3325/2010 vom 15. Dezember 2010 E. 4.5 "Bally/Tally"; B-6012/2008 vom 25. November 2009 E. 4.9 "Stenflex/Star Flex [fig.]"). B-3005/2014 Seite 6 2.4 Bei aus Wort- und Bildelementen kombinierten Marken sind die einzel- nen Bestandteile nach ihrer Unterscheidungskraft zu gewichten. Enthält eine Marke charakteristische Wort - wie Bildelemente, können diese den Erinnerungseindruck gleichermassen prägen (Urteile des BVGer B-5179/2012 vom 20. Mai 2014 E. 3.4 "Tivo/Tivù Sat HD [fig.] "; B-4159/2009 vom 25. November 2009 E. 2.4 "Efe/Eve"). Für die Ähnlichkeit verbaler Zeichen sind der Wortklang, das Schriftbild und gegebenenfalls der Sinngehalt massgebend ( BGE 127 III 160 E. 2.b/cc "Securitas"; MARBACH, a.a.O., Rz. 872 ff.). Eine Ähnlichkeit im Wortklang oder Schriftbild allein genügt in der Regel (Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für geistiges Eigentum [RKGE] vom 5. Juli 2006, in: sic! 2006 S. 761 E. 4 "McDonald's/McLake"; WILLI, a.a.O., Art. 3 N. 69). Der Wortklang wird im Wesentlichen durch die Silbenzahl, die Ausspracheka- denz und die Aufeinanderfolge der Vokale bestimmt, das Schriftbild durch die Anordnung und optische Wirkung der Buchstaben sowie die Wortlänge (BGE 122 III 382 E. 5.a "Kamillon/Kamillosan"; 119 II 473 E. 2.c "Radion"). 2.5 Eine Verwechslungsgefahr besteht, wenn aufgrund der Ähnlichkeit der Zeichen und der Gleichartigkeit der Waren und Die nstleistungen Fehlzu- rechnungen zu befürchten sind, so dass die mit dem jüngeren Zeichen ver- sehenen Waren und Dienstleistungen dem falschen Markeninhaber zuge- rechnet werden. Eine unmittelbare Verwechslungsgefahr liegt vor, wenn ei- nes der zu vergleichenden Zeichen für das andere gehalten wird, eine mit- telbare, wenn die massgeblichen Verkehrskreise die Zeichen zwar ausei- nanderhalten, dahinter aber wirtschaftliche Zusammenhänge der Marken- inhaber vermuten, die in Wirklichkeit nicht bestehen (Urteile des BVGer B-5692/2012 vom 17. März 2014 E. 3.4 "Yello/Yellow Lounge"; B-5312013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.5 "Gallo/Gallay [fig.] "; JOLLER, MSchG, Art. 3 N. 22 f.). 2.6 Eine starke Kennzeichnungskraft und ein hoher Bekanntheitsgrad ei- ner Marke erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Assoziationen und damit die Gefahr, dass die Abnehmer ähnliche Drittmarken missdeuten (BGE 128 III 445 E. 3.1 "Appenzeller"; Urteil des BVGer B-5179/2012 vom 20. Mai 2014 E. 3.5 mit Hinweisen "Tivo/Tivù Sat HD [fig.]"). Starke Marken sind das Er- gebnis einer schöpferischen Leistung oder langen Aufbauarbeit und ver- dienen deshalb einen weiten Ähnlichkeitsbereich (BGE 122 III 382 E. 2.a "Kamillon/Kamillosan"; Urteil des BVGer B-5692/2012 vom 17. März 2014 E. 3.5 mit Hinweisen "Yello/Yellow Lounge"; vgl. GALLUS JOLLER, Ver-B-3005/2014 Seite 7 wechslungsgefahr im Kennzeichenrecht, Eine rechtsvergleichende Unter- suchung der Anforderungen an die Unterscheidbarkeit von Kennzeichen im Marken-, Firmen-, Lauterkeits- und Namensrecht, Schriften zum Me- dien- und Immaterialgüterrecht [SMI] Bd. 53, 2000, S. 204). Die Verwechs- lungsgefahr kann hingegen im Gesamteindruck entfallen, wenn es sich beim übernommenen Element um ein en schwachen Bestandteil handelt, der mit einem kennzeichnungskräftigen verbunden wurde (Urteile des BVGer B -5179/2012 vom 20. Mai 2014 E. 3.5 "Tivo/Tivù Sat HD [fig.] "; B-502/2009 vom 3. November 2009 E. 5.2.1.6 "Premium ingredients, s.l. [fig.]/ Premium Ingredients International [fig.]"). 2.7 Für schwächere Marken ist der geschützte Ähnlichkeitsbereich kleiner als für starke. Bei schwachen Marken genügen daher schon bescheide- nere Abweichungen, um eine hinreichende Unterscheidbarkeit zu schaffen (BGE 122 III 382 E. 2a "Kamillosan"). Schwach sind insbesondere Marken, deren wesentliche Bestandteile sich eng an das Gemeingut anlehnen (Ur- teile des BVGer B -5440/2008 vom 24. Juli 2009 E. 6.2 "Jump [fig.]/ Jumpman", B-5477/2007 vom 28. Februar 2008 E. 6 "Regulat/H2O3 pH/ Regulat [fig.]"). Dazu gehören Sachbezeichnungen sowie Hinweise auf Ei- genschaften wie die Bestimmung, den Verwendungszweck oder die Wir- kungsweise der Waren oder Dienstleistungen, sofern sie von den Ver- kehrskreisen ohne besondere Denkarbeit oder Fantasieaufwand verstan- den werden und sich nicht in blossen Anspielungen erschöpfen (BGE 135 II 359 E. 2.5.5 "akustische Marke "; Urteil des BVGer B -283/2012 vom 13. Dezember 2012 E. 4.1 "Noblewood"). Ihr Schutzumfang ist in der Regel schon eingeschränkt, wenn sie nur einen Teil der vom Oberbegriff umfass- ten Waren oder Dienstleistungen beschreiben, für den sie eingetragen sind (Urteile des BVGer B-1190/2013 vom 3. Dezember 2013 "Ergo"; B-953/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 2.4 "Cizello/Scielo" m.w.H.). 3. Zunächst sind, ausgehend vom Warenverzeichnis der älteren Marke , die massgeblichen Verkehrskreise für die im Widerspruch stehenden Waren zu bestimmen. Bei den beanspruchten Kosmetik- und Pflegeprodukten handelt es sich um Massenartikel des täglichen Bedarfs. Zu den massge- benden Verkehrskreisen zählt somit das breite Publikum mit geringerer Aufmerksamkeit und kleinerem Unterscheidungsvermögen (vgl. BGE 122 III 382 E. 3b "Kamillosan"). B-3005/2014 Seite 8 4. Die von der angefochtenen Marke beanspruchten Waren der Klasse 3 – Deodorants und Antitranspirantien – werden auch von der Widerspruchs- marke erfasst, weshalb unbestrittenermassen Warenidentität besteht. 5. Nachfolgend ist die Zeichenähnlichkeit zu prüfen und zu klären, welche Kennzeichnungskraft der Widerspruchsmarke zukommt. 5.1 Die Vorinstanz bejaht das Vorliegen einer Verwechslungsgefahr mit der Begründung, es bestehe sowohl eine Gleichartigkeit der Waren als auch eine Zeichenähnlichkeit auf klanglicher und schriftbildlicher Ebene durch die Übernahme des Bestandteils STRESS, welcher in beiden Zeichen als eigenständiges Element erkennbar sei, den Gesamteindruck massgeblich präge und über eine normale Kennzeichnungskraft verfüge. Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber vor, die blosse Übereinstim- mung beider Zeichen im Element STRESS begründe keine Zeichenähn- lichkeit, da dieses in der angefochtenen Marke keine eigenständig kenn- zeichnende Wirkung habe, sondern mit dem Bestandteil DEFENCE zu ei- nem Gesamtbegriff verschmelze. Wegen des unterschiedlichen Wort- klangs, Schriftbilds und Sinngehalts sei eine Zeichenähnlichkeit zu vernei- nen. Die Bestandteile STRESS und PROTECT der Widerspruchsmarke seien für die beanspruchten Waren beschreibend und entbehrten jeglicher Unterscheidungskraft. Die Verkehrskreise erblickten darin eine werbeübli- che Sachangabe, wonach die beanspruchten Waren vor stressbedingtem Schwitzen schützten. Eine Vielzahl eingetragener Marken für gleichartige Waren der Klasse 3 mit den Bestandteilen STRESS und PROTECT belege zudem die Verwässerung der Widerspruchsmarke. Der Schutzumfang der Widerspruchsmarke sei folglich äusserst gering und beschränke sich auf den Bestandteil NIVEA. Entsprechend begründe die fehlende Übernahme des starken Bestandteils NIVEA und die alleinige Übereinstimmung im kennzeichnungsschwachen Bestandteil STRESS in der angefochtenen Marke weder direkte noch mittelbare Verwechslungsgefahr. Die Beschwerdegegnerin bestreitet, dass sich der Schutzumfang der Wi- derspruchsmarke auf den Bestandteil NIVEA beschränke. Die erfolgreiche Produktlinie STRESS PROTECT sei den schweizerischen Verbrau chern seit Januar 2013 bekannt und werde von diesen trotz und auch ohne Nen- nung der Dachmarke NIVEA als betrieblicher Hinweis verstanden. Der Be- griff STRESS sei im Zusammenhang mit den beanspruchten Waren kein B-3005/2014 Seite 9 gemeinfreies Element, da kosmetische Produkte nicht vor Stress schützten und diesen weder verteidigten noch hervorriefen. Somit seien die Bestand- teile STRESS und PROTECT für die beanspruchten Waren nicht kenn- zeichnungsschwach, sondern prägten den Gesamteindruck entscheidend mit. Angesichts der Warenid entität komme ihnen beim Zeichenvergleich deshalb eine erhebliche Bedeutung zu. Die Übernahme des Bestandteils STRESS in der angefochtenen Marke führe zu ähnlichen, wenn nicht iden- tischen Gedankenassoziationen und begründe eine Verwechslungsgefahr. 5.2 Vorliegend stehen sich zwei aus mehreren Bestandteilen zusammen- gesetzte Marken gegenüber. Mit zwei Bestandteilen ist das angefochtene Zeichen kürzer als die aus drei Bestandteilen bestehende Widerspruchs- marke. Die Zeichen weisen zudem eine unterschiedliche Vokalfolge und eine ungleich grosse Silbenzahl auf; während die Widerspruchsmarke über sechs Silben verfügt, ist die a ngefochtene Marke dreisilbig. Hinzu kommt mit NIVEA gegenüber STRESS ein unterschiedlicher Zeichenanfang der beiden Marken, sodass sie im Wortklang und Schriftbild voneinander ab- weichen. "Nivea" bildet die weibliche Form des lateinischen Begriffs "niveus", wel- cher mit "schneeweiss" oder "aus Schnee bestehend" übersetzt wird (Lan- genscheidts Grosswörterbuch Lateinisch, 2 4. Aufl. 1992). Wie die Vorin - stanz zutreffend ausführt, dürfte diese Bedeutung den schweizerischen Ab- nehmern unbekannt sein, sodass der Bestandteil NIVEA als Fantasiebe- griff wahrgenommen wird. Die Begriffe "stress", "protect" und "defence" ge- hören zum Grundwortschatz der englischen Sprache und werden von den Abnehmern ohne Gedankenaufwand verstanden (Urteil des BVGer B-3663/2011 vom 17. April 2013 E. 6.5.1 "Intel Inside/Galdat Inside"). Wäh- rend "Stress" im Deutschen und Englischen dieselbe Bedeutung hat, wird das Verb "protect" mit "(be)schützen vor/gegen", das Substantiv "protec- tion" mit "Schutz" und das Substantiv "defence" mit "Verteidigung, Schutz, Abwehr" übersetzt (Langenscheidt Handwörterbuch Englisch, 2005). Da sich die Begriffe "protect" und "defence" sinngehaltlich auf eine Bedrohung oder ein Problem beziehen, werden sie die Abnehmer ohne Weiteres mit dem unmittelbar vorangehenden und in beiden Marken enthaltenen Be- standteil "Stress" in Verbindung setzen, um den Zeichen einen Sinn zu ver- leihen. Darin sind sich die Parteien einig. NIVEA STRESS PROTECT wird entsprechend als "Nivea schützt vor Stress" oder "Nivea Stress -Schutz", die angefochtene Marke STRESS DEFENCE als "Schutz vor Stress" oder "Verteidigung/Abwehr gegen Stress" verstanden. Die semantischen Unter- schiede zwischen "Verteidigung gegen" und "Schutz vor" sind, entgegen B-3005/2014 Seite 10 den Ausführungen der Beschwerdeführerin, derart klein, dass sie keinen unterschiedlichen Sinngehalt zu begründen vermögen, insbesondere da sowohl DEFENCE als auch PROTECT/ION mit "Schutz" übersetzt werden können. Durch den Bestandteil "Nivea" weicht die Widerspruchsmarke je- doch begrifflich von der angefochtenen Marke ab, indem in ihr zum Aus- druck kommt, "Nivea Stress Protect" schütze vor Stress. Der Sinngehalt beider Marken ist somit nicht identisch, doch sind die hervorgerufenen Ge- dankenassoziationen ähnlich, aber insoweit unmittelbar beschreibend. Die Zeichenähnlichkeit ist damit insgesamt gering. 6. 6.1 Die Berücksichtigung von berühmten Marken und Serienmarken durch- bricht aus Gerechtigkeitsüberlegungen das Konzept der Verwechslungs- gefahr, soweit dieses auf der Wahrnehmung, Erwartung und Aufmerksam- keit der Verkehrskreise aufbaut . So wird bekannten Marken zum Schutz der durch aktive und aufwändige Kommunikation erworbenen Kennzeich- nungskraft selbst dann ein erweiterter Schutzumfang gewährt, wenn die überdurchschnittliche Wiedererkennung ihrer Marke eine rein wahrneh- mungsbezogene Verwechslung mit dem anderen Zeichen gerade ver hin- dert und die Bekanntheit somit eigentlich ein Argument gegen und nicht für die Annahme einer unmittelbaren Verwechslung darstellen würde (BGE 122 III 387 E. 2b "Kamillosan"; 127 III 170 E. 3b/dd "Securitas"). Diese erhöhte Schutzwirkung lässt sich aber nicht zum Nachteil eines wenig be- kannten Markenbestandteils der Widerspruchsmarke umkehren, der mit dem bekannten Bestandteil kombiniert wird. Die allfällige Bekanntheit von "NIVEA", welche die Parteien vorliegend allerdings nicht geltend machen, würde für den Inhaber ansonsten zur unerwünschten Belastung. Bei Mar- ken, die aus einem erhöht schutzwürdigen und einem unbekannten Be- standteil zusammengesetzt sind, kann die vor Verwässerung geschützte Unterscheidungsfunktion darum, was den unbekannten Bestandteil betrifft, nicht zu einer reziprok reduzierten Unterscheidbarkeit führen. Die Marke ist vielmehr ohne nachteiligen Einfluss des schutzwürdigeren Elements auf ihre Kennzeichnungskraft zu prüfen (vgl. Urteile des BVGer B-6103/2013 vom 14. November 2014 E. 7.2 "TUI Holly/HollyStar"; B-4753/2012 vom 18. April 2013 E. 7 "Connect/Citroën Business Connected"). 6.2 Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, der Schutzumfang der Wider- spruchsmarke beschränke sich auf den Bestandteil NIVEA, während die Beschwerdegegnerin vorbringt, er erstrecke sich auch auf die übrigen Mar- kenelemente. In Übereinstimmung mit den Parteien ist dem Bestandteil B-3005/2014 Seite 11 NIVEA eine hohe Kennzeichnungskraft zuzusprechen. Dieser steht nicht nur am besonders prägenden Zeichenanfang, sondern wird von den Ver- kehrskreisen auch als Fantasiebegriff aufgefasst, dem für die beanspruch- ten Waren keinerlei beschreibende Bedeutung zukommt. Demgegenüber wird das Wortpaar STRESS PROTECT von den Abnehmern unwillkürlich aufeinander bezogen und in der Bedeutung von "Schutz vo r Stress" als Hinweis auf die Wirkungsweise und Zweckbestimmung der beanspruchten Waren verstanden, haben Deodorants doch zum Zweck, zuverlässig ge- gen – unter anderem durch Stress verursachtes – Schwitzen zu schützen. Damit kommt dem Wortpaar aufgrund dess en beschreibenden und bana- len Charakter ein äusserst geringer Schutzumfang zu. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, die Produktserie STRESS PROTECT erfreue sich unter den Abnehmern in der Schweiz grosser Bekanntheit und funktioniere auch trotz und ohne die Dachmarke NIVEA als betrieblicher Hinweis, blieb mangels Nachweises eines intensiven Gebrauchs oder einer Bewerbung der Markenbestandteile STRESS PROTECT ohne die Dachmarke NIVEA unbelegt. Somit ist davon auszugehen, dass NIVEA den stärksten Be- standteil der Widerspruchsmarke bildet. Folgerichtig zieht die Wider- spruchsmarke, deren Gesamteindruck vom Bestandteil NIVEA geprägt wird, aus diesem ihre Kennzeichnungskraft (vgl. JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 79). Durch den starken Zeichenanfang NIVEA ist der Schutzumfang der Wider- spruchsmarke nicht ganz geringfügig, erreicht jedoch aufgrund des bana- len Charakters der Bestandteile STRESS PROTECT, was diese Bestand- teile betrifft, nicht die Schwelle einer normal kennzeichnungskräftigen Marke. Der von der Warenide ntität geforderte grosse Abstand zwischen den Zeichen wird durch den geringen Schutzumfang der Widerspruchs- marke sowie die schwache Zeichenähnlichkeit erheblich relativiert, sodass keine erhöhten Anforderungen an die Unterscheidbarkeit der angefochte- nen Marke gestellt werden. 6.3 Bei aus mehreren Bestandteilen bestehenden Marken sind nicht alle Elemente gleich zu gewichten. Für den Gesamteindruck entscheidend sind die kennzeichnungskräftigen Elemente, die dem Zeichen seine Individuali- tät verleihen. Gemeinfreie Bestandteile können den Gesamteindruck zwar mit beeinflussen, bleiben für sich allein aber schutzlos. Stimmen zwei Mar- ken ausschliesslich in zum Gemeingut gehörenden Elementen überein, ist eine markenrechtlich relevante Ähnlichkeit nach ständiger Praxi s zu ver- neinen (Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für geistiges Eigentum [ RKGE] vom 14 . Oktober 2004 , in: sic! 2005 S. 131 ff. E. 4 B-3005/2014 Seite 12 "Marché Möwenpick (fig.)/ Place du Marché (fig.)" ; vgl. Entscheid RKGE vom 12. Dezember 2006, in: sic! 20 07 S. 537 ff. E. 12 "Swissair/ swiss (fig.)"; Urteil des BVGer vom 26. Juli 2010 E. 8 "Eco-Clin/Swiss Eco Clean (fig.)"). Ähnlich verhält es sich im vorliegenden Fall. Die sich gegenüber- stehenden Marken stimmen lediglich im beschreibenden Bestandteil STRESS und in der ähnlichen Gedankenassoziation im Zusammenhang mit dem auf diesen bezugnehmenden, phonetisch und schriftbildlich je- doch unterschiedlichen Bestandteil – DEFENCE bzw. PROTECT – über- ein. Ein ähnlicher Sinngehalt führt jedoch nicht ohne Weiteres zum Bejahen einer Verwechslungsgefahr (Urteil des BVGer vom 13. November 2008 E. 6.3 "Red Bull/ Stierbräu"). Die fehlende Übernahme des prägenden, kennzeichnungsstarken Bestandteils NIVEA und das unterschiedliche Zei- chenende begründen eine hinreichende Abweichung im Gesamteindruck der Marken. Eine direkte Verwechslungsgefahr liegt somit nicht vor. Man- gels Übernahme der Dachmarke NIVEA besteht auch keine Gefahr, dass die Abnehmer im angefochtenen Zeichen eine Variante der Widerspruchs- marke vermuten und damit fälschlicherweise auf wirtschaftliche Zusam- menhänge schliessen, sodass auch eine mittelbare Verwechslungsgefahr zu verneinen ist. 6.4 Im Ergebnis ist die Beschwerde gutzuheissen und der Entscheid der Vorinstanz vom 1. Mai 2014 aufzuheben, soweit er den Widerspruch gegen die Eintragung der angefochtenen Marke gutheisst. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdegegnerin kosten- und entschädigungspflichtig, während der Vorinstanz keine Verfahrenskos- ten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 64 Abs. 1 VwVG). 7.1 Die Gerichtsgebühr ist nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und der finanziellen Lage der Parteien festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs- gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundes- verwaltungsgericht ist dafür ein Streitwert zu veranschlagen (Art. 4 VGKE), wobei im Widerspruchsbeschwerdeverfahren das Interesse der Widerspre- chenden an der Löschung beziehungsweise jenes der Widerspruchsgeg- nerin am Bestand der angefochtenen Marke zu veranschlagen ist. Bei eher unbedeutenden Zeichen wird praxisgemäss ein Streitwert zwischen Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– angenommen (BGE 133 III 492 E. 3.3 "Tur-B-3005/2014 Seite 13 binenfuss"). Von diesem Erfahrungswert ist auch im vo rliegenden Verfah- ren auszugehen, da keine konkreten Anhaltspunkte für einen höheren oder niedrigeren Wert der strittigen Marke sprechen. Im Ergebnis rechtfertigt es sich, die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf Fr. 4'000.– festzulegen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der Beschwerde führerin ist der von ihr geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe zurückzuerstatten. 7.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Antrag eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zugespro- chen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VKGE). Die Partei- entschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Auslagen der Partei und ist anhand der eingereichten Kosten- note festzulegen (Art. 8 i.V.m. Art. 14 VGKE). Das von der Beschwerde- führerin geltend gemachte Honorar von insgesamt Fr. 8'000.– erscheint für das Beschwerdeverfahren trotz des doppelten Schriftenwechsels als zu hoch und ist auf 20 Stunden sowie den üblichen Ansatz von Fr. 300.– herabzusetzen (Art. 10 Abs. 2 VGKE; vgl. Urteil des BVGer B-8028/2010 vom 2. Mai 2012 E. 8.4 "View/Swissview [fig.]"). Somit resultiert eine an- gemessene Parteientschädigung von Fr. 6'000.– (ohne Mehrwertsteuer, welche vorliegend nicht geschuldet ist, vgl. Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 8 Abs. 1 Mehrwertsteuergesetz [MWSTG, SR 641.20] sowie Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE). 7.3 Im vorinstanzlichen Verfahren ist die Beschwerdeführerin unterlegen. Angesichts des Verfahrensausgangs vor Bundesverwaltungsgericht hat sie nunmehr auch mit Bezug auf die vorinstanzlichen Kosten als obsiegend zu gelten. Die Vorinstanz auferlegte der Beschwerdeführerin die Wider- spruchsgebühr von Fr. 800.– und sprach der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung von Fr. 1'800.– (inkl. Widerspruchsgebühr) zu. In Um- kehrung dieser Regel sind die vorinstanzlichen Kosten der Beschwerde- gegnerin aufzuerlegen. Da sie die Widerspruchsgebühr bereits vorgeleistet hat, verbleibt diese gemäss Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids der Vorinstanz. In Aufhebung von Ziffer 3 des angefochtenen Entscheids wird die von der Vorinstanz auf Fr. 1'000.– festgelegte Parteientschädigung der Beschwerdegegnerin zu Gunsten der Beschwerdeführerin auferlegt. 8. Gegen dieses Urteil steht keine Beschwerde an das Bundesgericht offen (Art. 73 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Es wird daher mit Eröffnung rechtskräftig. B-3005/2014 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Ziffer 1 des Entscheids der Vorinstanz vom 1. Mai 2014 im Widerspruchsverfahren Nr. 13194 wird dahingehen d abgeändert, dass der Widerspruch vollumfänglich abgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000. – werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Sie hat diese innert 30 Tagen ab Eröffnung dieses Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Der Bes chwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 4'000.– aus der Gerichtskasse zurückerstattet. 4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 6'000.– zu leisten. 5. In Aufhebung von Ziffer 3 des Entscheids der Vorinstanz vom 1. Mai 2014 wird die Beschwerdegegnerin verpflichtet, der Beschwerdeführerin für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'000.– zu ent- richten. B-3005/2014 Seite 15 6. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilagen: Rückerstattungs- formular sowie Beschwerdebeilagen) – die Beschwerdegegnerin (Einschreiben; Beilagen: Einzahlungsschein sowie Beschwerdebeilagen) – die Vorinstanz (Ref-Nr. Widerspruchsverfahren Nr. 13194; Einschrei- ben; Beilage: Vorakten) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: David Aschmann Agnieszka Taberska Versand: 11. November 2015