Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 21. Januar 2020 (400 19 246) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Fehlen des Zustellcouverts der Klage in den Gerichtsakten / Nachweis der Einhaltung der Klagefrist mittels handschriftlichen gerichtlichen Vermerks des Postaufgabedatums auf dem Deckblatt der Klage (E. 3); Zulässiges Abstellen auf ein vollständiges, klares und schlüssiges Gerichtsgutachten im Rahmen der freien richterlichen Beweiswürdigung nach Art. 157 ZPO (E. 4.3 f.); Beginn der Verjährungsfrist bei fortwährender Gefäh rdung des Eigentums zufolge einer übermässigen Immission nach Art. 685 Abs. 1 ZGB (E. 6). Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richterin Barbara Jermann Richterich (Ref.), Richter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Giuseppe Di Marco Parteien A.a____ , vertreten durch Advokat Alexander Heinzelmann, Wasserturmplatz 3, Postfach 349, 4410 Liestal, Kläger und Berufungsbeklagter A.b____ , vertreten durch Advokat Alexander Heinzelmann, Wasserturmplatz 3, Postfach 349, 4410 Liestal, Klägerin und Berufungsbeklagte gegen B.a____ , vertreten durch Advokat Erik Wassmer, Fischmarkt 12, 4410 Liestal, Beklagte und Berufungsklägerin B.b____ , vertreten durch Advokat Erik Wassmer, Fischmarkt 12, 4410 Liestal, Beklagter und Berufungskläger Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nebenintervenientin: C.____ , vertreten durch Advokat Erik Wassmer, Fischmarkt 12, 4410 Liestal, Streitberufene: D.____ , vertreten durch Advokat Roman Zeller, Wasserturmplatz 3, 4410 Liestal Gegenstand Nachbarrecht Berufung gegen das Urteil der Dreierkammer des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 11. April 2019 A. A.a____ und A.b____ sind Gesamteigentümer der Baurech tsparzelle Nr. 0025, Einfamili- enhaus mit Garage und Gartenanlage am Z.____weg 41. Baurechtgeberin und Eigentümerin der dazugehörigen Stammparzelle Nr. 0013 ist die Einw ohnergemeinde E.____. B.a____ und B.b____ sind Gesamteigentümer der unterhalb der kläger ischen Parzelle liegenden Bau- rechtsparzelle Nr. 0019, Einfamilienhaus mit Gartenan lage am Z.____weg 39. Die Stammpar- zelle Nr. 0007 steht ebenfalls im Eigentum der Einwoh nergemeinde E.____. Die Parteien strei- ten sich über die zwischen beiden benachbarten Liegenschaft en bestehende Böschung und insbesondere über die Ursachen und allfälligen Auswirkun gen eines auf dem Grundstück der Ehegatten A.____ entstandenen Hangrisses. B. Mit Gesuch vom 10. Januar 2013 leiteten die Ehegatten A.____ ein Verfahren um vor- sorgliche Beweisführung vor dem ehemaligen Bezirksgericht E.____ ein. Im Rahmen dieses Verfahrens ordnete das Gericht eine Expertise über die Hangstabilität auf den Baurechtsparzel- len der Parteien an. Der vom Gericht ernannte Experte, Herr F.____, dipl. Bauingenieur ETH / SlA, erstattete am 20. Juni 2013 sein Gutachten und a m 23. September 2013 eine Ergänzung bzw. Erläuterung zu seinem Gutachten. Der Experte kam zusammenfassend zur Gesamtbeur- teilung, dass es beim Bau des Einfamilienhauses der Ehegatten B.____ auf der Stammparzelle Nr. 0007 zu einem Böschungsbruch gekommen sei, welcher sic h bis auf die oberliegende Par- zelle der Ehegatten A.____ ausgewirkt habe. Diese Rutsc hung sei zum Zeitpunkt des Gesche- hens nicht durch geeignete Massnahmen stabilisiert worden und der Bruch habe sich im Ver- laufe der Zeit weiter entfalten können. Für eine da uerhafte Stabilisierung der Böschung zwi- schen den Liegenschaften der Parteien schlug der Experte verschiedene Sanierungsmassnah- men vor. C. Mit Verfügung des Bezirksgerichts E.____ vom 31. Oktober 2013 wurde das Verfahren um vorsorgliche Beweisführung geschlossen, die Gerichtkos ten von CHF 1'000.00 zuzüglich Gutachterkosten von CHF 14'054.60 vorläufig den gesuchs tellenden Ehegatten A.____ in soli- darischer Verbindung auferlegt sowie die Parteikosten w ettgeschlagen. Der Kostenentscheid erfolgte unter Vorbehalt einer abweichenden Kostenre gelung durch Vereinbarung der Parteien, durch Urteil im allfälligen Hauptprozess oder durch eine sonstige richterliche Verfügung. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Mit Klage vom 23. April 2014 leiteten die Ehegatten A.____, vertreten durch Advokat Ale- xander Heinzelmann, gegen die Ehegatten B.____ ein S chlichtungsverfahren vor dem Frie- densrichteramt E.____ ein. Nach einem ergebnislosen Sch lichtungsversuch sendete das Frie- densrichteramt E.____ mit Postaufgabe vom 3. September 2014 die Klagebewilligung den Ehe- gatten A.____ zu. Gestützt darauf erhoben diese am 4. Dezember 2014 Klage beim Zivilkreis- gericht Basel-Landschaft Ost mit den folgenden Begehren: 1. Es seien die Beklagten in solidarischer Verbindung zu verpflichten, die im Rahmen des vor dem Bezirksgericht E.____ im Verfahren Nr. 170 13 7 vom Gerichtsexperten in seinem Ex- pertisebericht vom 20. Juni 2013, Ziffer 8, vorgeschl agenen Massnahmen für eine dauerhaf- te Stabilisierung der Böschung zwischen den Liegenschafte n der Parteien auf deren Kosten umzusetzen. Insbesondere seien die Beklagten in solidarischer Verbindung zu verpflichten, a) die auf der Parzelle Nr. 0013 (Baurechtsparzelle Nr. 0025) im GB E.____ der Kläger befindliche Garage mit 3 Betonsporen im Abstand von ca. 3 Meter abzufangen und bis in den gesunden Opalinuston zu fundieren; b) auf ihrer Parzelle Nr. 0007 (Baurechtsparzelle N r. 0019) im GB E.____ eine Stützmauer mit Betonsporen inkl. Drainageleitung gemäss Ausführung en des Experten im Expertise- bericht vom 20. Juni 2013 zu erstellen. 2. Die Sanierungsarbeiten gemäss Ziffer 1 hievor seie n innerhalb von 3 Monaten ab Rechts- kraft des Urteils von den Beklagten in solidarischer Verbindung auszuführen. 3. Es seien die Kläger für den Fall, dass die Beklagten den Verpflichtungen gemäss Ziffer 1 und 2 hievor nicht oder nicht fristgemäss nachkommen sollten, richterlich zu ermächtigen, die Er- satzvornahme durch Dritte auf Kosten der Beklagten in solidarischer Verbindung vorzuneh- men sowie die Beklagten in solidarsicher Verbindung zu verpflichten, den Klägern einen Kos- tenvorschuss von mindestens CHF 72'000.00 inkl. Mehrwertsteuer, Mehrforderung vorbehal- ten, für die Sanierungsarbeiten zu bezahlen. 4. Es seien die Beklagten in solidarischer Verbindung zu verpflichten, die ordentlichen und aus- serordentlichen Kosten des vorsorglichen Beweisführungsver fahrens Nr. 170 13 7 vor dem Bezirksgericht E.____ sowie die ordentlichen und aussero rdentlichen Kosten des vorliegen- den Klageverfahrens sowie des Verfahrens vor dem Friedensrichteramt E.____ zu bezahlen. Die Ehegatten A.____ (fortan Kläger) stellten zudem folgende Verfahrensanträge: 1. Es sei bei der Garage der Kläger eine erneute Kon trollmessung durch F.____ zur Abklärung allfälliger weiterer Terrainabsenkungen anzuordnen. 2. Es sei die Kontrollmessung gemäss Ziffer 2 hievor so b ald als möglich und nach Ermessen des Gerichts nach vorgängiger Gewährung des rechtlichen G ehörs der Beklagten anzuord- nen. 3. Alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten der Beklagten in solidarischer Verbindung. E. Am 11. Februar 2015 gelangten die Ehegatten B.____ (fortan Beklagten) mit dem Antrag an die Vorinstanz, es sei das Verfahren auf die Frage d er Verjährung zu beschränken. Die Klä- ger hingegen beantragten am 24. Februar 2015 die Ab weisung dieses Begehrens. Mit Verfü- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung vom 10. März 2015 wies die Vorinstanz den Antrag d er Beklagten auf Prozessstoffbe- schränkung ab. Gleichzeitig hiess sie – zufolge Einverständni sses der Beklagten – den Verfah- rensantrag der Kläger gut und ordnete eine erneute K ontrollmessung des Nivellements der klä- gerischen Garage durch den Experten F.____ an. F. Mit Klageantwort vom 13. Mai 2015 stellten die Beklag ten und die C.____ AG als Neben- intervenientin, beide vertreten durch Advokat Erik Wassmer, folgende Anträge: 1. Auf die Klage sei nicht einzutreten; eventualiter sei die Klage vollumfänglich abzuweisen. 2. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Kläger in soli darischer Verbindung; auch für das voran- gegangene Expertiseverfahren. Für das Verfahren stellten sie sodann folgende Rechtsbegehren: 1. Es sei die Nebenintervention der C.____ AG zuzulassen. 2. Es sei der D.____ AG die Klage samt Beilagen zuzustellen und diese einzuladen, die Neben- intervenientin und die Beklagten in diesem Verfahren zu unterstützen; unter Fristansetzung zur Einreichung einer Klagantwort (Streitverkündung). Zur Begründung der Verfahrensanträge wurde unter anderem vorgetragen, dass die C.____ AG im Auftrag der Beklagten als Generalunternehmerin die Erstellung des beklagtischen Einfami- lienhauses auf der Baurechtsparzelle Nr. 0019 mit Hilf e von Unterakkordanten realisiert habe. Die Ausführung des Baugrubenaushubes sei der streitver kündeten D.____ AG anvertraut worden. Wenn die klägerische Liege nschaft durch die Bauarbeiten auf der beklagtischen Liegenschaft Schaden genommen haben sol lte, so wäre dies bei den Aus- hubarbeiten geschehen, wofür die Streitberufene verantwortlich wäre. G. Am 22. Juni 2015 hiess die Vorinstanz gestützt auf die Ei nverständniserklärung der Klä- ger das Nebeninterventionsgesuch der C.____ AG gut und liess dieselbe als Nebenintervenien- tin zu. Gleichzeitig stellte die Vorinstanz fest, dass die Nebenintervenientin der D.____ AG den Streit verkündet hatte. Die D.____ AG erklärte in der Folge, sich am Streit beteiligen zu wollen und in ihrer Stellungnahme vom 12. Dezember 2015 bea ntragte sie die Abweisung der Klage, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Entsch ädigungsfolge zu Lasten der Kläger, eventualiter zu Lasten der Beklagten und subeventualite r zu Lasten der Nebenintervenientin. Die Streitberufene stellte sich auf den Standpunkt, dass die Forderung der Kläger seit dem 8. März 2012 verjährt sei, da der angebliche Schaden bereits ab dem 8. März 2011 bekannt gewesen sei. Im Weiteren brachte sie hauptsächlich vor, si e habe das Bauprojekt mit den Beklagten und deren Bauleitung besprochen. Es sei demnach Sache der Bauherrschaft und der Bauleitung, über die Lage des Zwischendepots zu entschei den und soweit nötig mit den Nach- barn zu vereinbaren. Die Streitberufene sei zwar ort skundig, verfüge jedoch nicht über das fachtechnische Wissen eines Geologen und könne dementspre chend auch die Verantwortung für das auf den Grundstücken vorhandene Baugrundrisiko ni cht übernehmen, das nach wie vor bei den Grundeigentümern liege. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Am 14. April 2016 fand vor der Zivilkreisgerichtspräsiden tin eine Instruktionsverhandlung statt, an welcher auch der Experte teilnahm. Die anlä sslich dieser Verhandlung durchgeführten Vergleichsgespräche blieben erfolglos, worauf die Vorinstanz mit Verfügung vom 24. April 2017 einen zweiten Schriftenwechsel anordnete. In der darau ffolgenden Replik der Kläger vom 18. August 2017 und Duplik der Beklagten vom 8. Januar 2018 hielten die Parteien an den bereits gestellten Rechtsbegehren fest. Zusätzlich stell ten die Beklagten den Verfahrensantrag, es sei ein unbefangener, mit der Sache noch nie befasste r Experte einzusetzen, welcher die aktuelle Situation aufgrund der Tatsachenbehauptunge n und Beweisanträgen der Parteien gemäss den vier Rechtsschriften, insbesondere gemäss Replik und Duplik, für das Gericht beurteile. Zudem seien Nachmessungen mittels Präzision snivellements, wie bereits durch den Experten F.____ mehrfach veranlasst, durchzuführen bzw. d urch den neu einzusetzenden Ge- richtsexperten durchführen zu lassen. I. Mit Verfügung vom 6. März 2018 schloss die Zivilkreisgerich tspräsidentin den Schriften- wechsel und überwies den Fall der Dreierkammer zur Beu rteilung. Gleichzeitig ordnete sie die Durchführung eines Augenscheins am Grundstück der Kläger sowie eine Ergänzung der im vorsorglichen Beweisführungsverfahren erstellten Expertise vom 20. Juni 2013 und 23. September 2013 durch den Gutachter F.____ an. Di e Parteien wurden aufgefordert, Ergän- zungs- und Erläuterungsfragen zu stellen. Am 16. August 2018 reichte der Gutachter das Er- gänzungsgutachten und am 7. November 2018 eine weiter e Ergänzung bzw. Erläuterung zu diesem Gutachten ein. J. Am 11. April 2019 nahmen die Parteien und die Dreie rkammer des Zivilkreisgerichts Ba- sel-Landschaft Ost zunächst einen Augenschein vor Ort vor und im Anschluss daran wurde die Hauptverhandlung vor der Dreierkammer des Zivilkreisgerich ts Basel-Landschaft Ost abgehal- ten. Mit Urteil desselben Tages entschied die Vorinstanz, die Klage gutzuheissen und die Be- klagten in solidarischer Verbindung zu verpflichten, die vom Gerichtsexperten in seinem Exper- tisebericht vom 20. Juni 2013, Ziffer 8, vorgeschlagenen Massnahmen für eine dauerhafte Sta- bilisierung der Böschung zwischen den Liegenschaften der P arteien auf deren Kosten umzu- setzen. Insbesondere wurden die Beklagten in solidarischer Verbindung verpflichtet, innerhalb von drei Monaten ab Rechtskraft des Urteils a. die auf der Parzelle der Kläger Nr. 0013 (Baurech tsparzelle Nr. 0025) im Grundbuch E.____ befindliche Garage mit drei Betonsporen im Abstand v on ca. 3 m abzufangen und bis in den gesunden Opalinuston zu fundieren; b. auf ihrer Parzelle Nr. 0007 (Baurechtsparzelle Nr. 0019) im Grundbuch E.____ eine Stütz- mauer mit Betonsporen inkl. Drainageleitung gemäss Aus führungen des Experten im Exper- tisebericht vom 20. Juni 2013 zu erstellen. Für den Fall, dass die Beklagten diesen Verpflichtunge n nicht oder nicht fristgemäss nachkom- men würden, ermächtigte die Vorinstanz die Kläger, ei ne Ersatzvornahme durch Dritte auf Kos- ten der Beklagten in solidarischer Verbindung vorzunehmen. In diesem Zusammenhang wurden die Beklagten in solidarischer Verbindung verpflichtet, den Klägern einen Kostenvorschuss von mindestens CHF 72'000.00 (inkl. Mehrwertsteuer) für d ie Sanierungsarbeiten zu bezahlen. Die Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 250.00, die v orinstanzlichen Gerichtskosten von Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 7'200.00 sowie die Gutachterkosten von CHF 16'404. 97 wurden den Beklagten in solidari- scher Verbindung auferlegt. Ebenso wurden die Kosten fü r das vorgängig durchgeführte vor- sorgliche Beweisführungsverfahren, bestehend aus den Ger ichtskosten von CHF 1'000.00 und den Gutachterkosten von CHF 14'054.60, den Beklagten i n solidarischer Verbindung auferlegt. Schliesslich wurden die Beklagten in solidarischer Verbin dung zur Leistung einer Partei- entschädigung an die Kläger von CHF 33'676.25 für das vorinstanzliche Verfahren sowie von CHF 5'861.50 für das vorsorgliche Beweisführungsverfahren verpflichtet. K. Gegen das schriftlich begründete Urteil der Vorinstanz vom 11. April 2019 erhoben die Beklagten mit Eingabe vom 17. Oktober 2019 Berufung b eim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht. Sie beantragten, es sei das angef ochtene Urteil aufzuheben und auf die Klage nicht einzutreten. Eventualiter sei die Klage a bzuweisen und subeventualiter sei die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. Darüber hinaus stellten die Beklagten bzw. Berufungskläger die Verfahrensanträge, es sei ein Augenschein am Z.____weg in E.____ vorzunehmen und eine Hauptverhandlung mit P arteivorträgen und parteiöffentlicher Urteilsberatung durchzuführen. Zudem sei eine Oberexper tise zur Frage der heute bestehen- den Hangstabilität, der Böschungsstabilität und nach der korrekten Tiefe des klägerischen Ga- ragenfundamentes anzuordnen. L. Nach Eingang des von den Beklagten (Berufungsklägern) ein bezahlten Kostenvorschus- ses für das Berufungsverfahren von CHF 7'000.00 fordert e das kantonsgerichtliche Gerichts- präsidium mit Verfügung vom 18. Oktober 2019 die Kläg er (Berufungsbeklagten) zur Beru- fungsantwort und die Nebenintervenientin sowie die Str eitberufene zur Stellungnahme auf. Während die Nebenintervenientin und die Streitberufe ne mit Eingaben vom 2. Dezember 2019 auf das Stellen von eigenen Anträgen verzichteten und e rklärten, sich den Begehren der Beklagten anzuschliessen, ersuchten die Kläger mit Berufungsantwort vom 28. November 2019 um kostenfällige Abweisung des eingelegten Rechtsmittels gegen das vorinstanzliche Urteil. M. Am 3. Dezember 2019 verfügte das instruierende Präsidi um der Rechtsmittelinstanz, die Verfahrensanträge der Beklagten vorerst abzuweisen, vorbeh ältlich eines anderweitigen Ent- scheids durch die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht de s Kantonsgerichts. Gleichzeitig ver- fügte es den Schluss des Schriftenwechsels und die Zirkula tion der Verfahrensakten beim Kan- tonsgericht, Abteilung Zivilrecht. Die Beklagten machte n daraufhin von ihrem Replikrecht Gebrauch und reichten am 12. Dezember 2019 eine unauf geforderte Stellungnahme zur Beru- fungsantwort vom 28. November 2019 ein. Mit unaufgeforderter Duplik vom 17. Dezember 2019 liessen sich die Kläger zur Replik der Gegenseite vernehmen. N. Die Urteilsberatung durch die Dreierkammer des Kantonsg erichts, Abteilung Zivilrecht, wurde am 21. Januar 2020 durchgeführt. In den nachstehenden Erwägungen des Gerichts wer- den das angefochtene Urteil der Erstinstanz vom 11. A pril 2019 und die Ausführungen der Par- teien sowie der Nebenintervenientin und Streitberuf enen im Berufungsverfahren wiedergege- ben, soweit sie für den Berufungsentscheid rechtserhebl ich sind. Aus Gründen der Lesbarkeit werden sodann analog der Bezeichnung der Parteien in den Rechtsmittelschriften die Beru- fungskläger als Beklagte und die Berufungsbeklagten als Kläger bezeichnet. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen Prozessuales 1. Nach Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO sind erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide mit Berufung anfechtbar. In vermögensrechtlichen Streitigke iten ist die Berufung gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren vor der Vorinstanz mindestens CHF 10'000.00 beträgt. M it dem angefochtenen Urteil der Vor- instanz vom 11. April 2019 wurden die Beklagten in Guth eissung der Klage dazu verpflichtet, die vom Gerichtsexperten vorgeschlagenen Massnahmen für eine dauerhafte Stabilisierung der Böschung zwischen den Liegenschaften beider Parteien umz usetzen. Die Kosten dieser Mass- nahmen wurden vom Gerichtsexperten auf CHF 72'000.00 geschätzt. Der Streitwert für die Erhebung der Berufung ist damit erreicht. Diese ist schr iftlich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids bei der Rechtsm ittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Das angefochtene Urteil der Vorinstanz wur de den Beklagten am 17. September 2019 zugestellt. Mit Postaufgabe der Berufung am 17. Oktober 2019 wurde die Berufungsfrist eingehalten. Der Kostenvorschuss von CHF 7'000.00 für d as Berufungsverfahren wurde recht- zeitig in die Gerichtskasse einbezahlt. Die Beklagten rüge n die unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie die unrichtige Anwendung von Bundesre cht, womit sie zulässige Beru- fungsgründe nach Art. 310 ZPO geltend machen. Da auch die übrigen Prozessvoraus- setzungen erfüllt sind, ist auf die Berufung einzutret en. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. d EG ZPO ist die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgericht s für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Dreierkammern der Zivilkreisgericht e sachlich zuständig. Der Entscheid ergeht nach Art. 316 Abs. 1 ZPO auf Grundlage der Akten. 2.1 Nach Art. 317 Abs. 1 ZPO werden im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweis- mittel nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorg ebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht wer den konnten. Im Geltungsbereich der ZPO sind alle massgeblichen Tatsachen und Beweismittel vo r erster Instanz vorzubringen. Das Berufungsverfahren dient nicht dazu, das erstinstanzlic he Verfahren zu vervollständigen, son- dern es geht im Rechtsmittelverfahren darum, den erstin stanzlichen Entscheid aufgrund von konkret erhobenen Rügen zu überprüfen und zu korrigieren (BGer 4A_619/2015 vom 25. Mai 2016 E. 2.2.2; BGE 138 III 625 E. 2.2; R EETZ /HILBER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenber- ger, ZPO Komm., 3. Aufl. 2016, Art. 317 N 13 f.). U nverzüglich bedeutet dabei, dass das Novum zum nächstmöglichen Zeitpunkt – als schriftliche Ei ngabe oder an der Hauptverhand- lung in der Regel mit dem ersten Parteivortrag – in das Berufungsverfahren einzubringen ist. Praxisgemäss wird zwischen echten und unechten neuen Vorbr ingen (sog. Noven) unterschie- den. Echte Noven sind Tatsachen und Beweismittel, die erst nach dem Ende der erstinstanzli- chen Hauptverhandlung entstanden sind. Hingegen stelle n Tatsachen und Beweismittel, die bereits vor der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorha nden waren, aber trotz zumutbarer Sorgfalt nicht vorher vorgebracht werden konnten, unechte Noven dar (BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013 E. 2.2; R EETZ / HILBER , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl. 2016, Art. 317 N 31 ff. mit weitere n Hinweisen). Im Berufungsverfahren wird in den meisten Fällen ein neues Beweismittel angerufen, u m eine vor der Berufungsinstanz neu vorgebrachte Tatsache zu beweisen. Soll das neue Bewe ismittel jedoch eine früher behauptete Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht oder nicht behauptete Tatsache beweisen, die bereits im erstinstanzlichen Verfahren rechtser- heblich war, so ist zusätzlich zu prüfen, ob dieses Beweism ittel mit zumutbarer Sorgfalt nicht bereits im erstinstanzlichen Verfahren hätte erhoben u nd vorgebracht werden können (BGer 5A_321/2016 vom 25. Oktober 2016 E. 3.1; BGer 5A_86/ 2016 vom 5. September 2016 E. 2.2; BGer 5A_24/2017 vom 15. Mai 2017 E. 4.3; R EETZ / HILBER , in: Sutter-Somm/Hasenböh- ler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl. 2016, Art. 317 N 39). Ob zulä ssige Noven vorgetragen werden, entscheidet die Berufungsinstanz von Amtes wegen (BGE 142 III 48 E. 4.1.2). 2.2 Die Beklagten weisen im Berufungsverfahren darauf hin, auf Seite 10 des Experten- berichts vom 16. August 2018 werde ausgeführt, dass die stabilisierende Wirkung des Neubaus der Kläger nur – aber immerhin – bis zur Fundationskot e wirksam sei. Bezüglich des Bö- schungsrutsches sei dies 2,6 m unterhalb des gewachsenen T errains. Die Beklagten folgern daraus, dass sich die Fundationskote nur etwa 50 cm höher als die Rasenfläche der Beklagten befinde. Nach Ansicht der Beklagten würde sogar eine Gleitlinie im Winkel des bestehenden Terrains ausgehend vom Fundamentfuss noch unterhalb der angenommenen Gleitlinie der Bö- schungssetzung verlaufen, weshalb nicht von einem gefähr lichen Zustand gesprochen werden dürfe (vgl. Ziffern 40 und 41 der Berufung vom 17. O ktober 2019). Um diese Schlussfolgerun- gen zu untermauern, reichen die Beklagten im Berufung sverfahren eine Kopie der Beilage 8-1 zum Expertisebericht vom 20. Juni 2013 ein, die sie mit zusätzlichen Vermassungen und einer grünen Gleitlinie ergänzt haben. Sowohl die vorstehe nd erwähnten Schlussfolgerungen der Beklagten als auch die ergänzte Beilage 8-1 hätten von den Beklagten bereits im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens vorgebracht bzw. eingereicht werden können. Sie sind im Beru- fungsverfahren nicht zu hören, da die Beklagten nicht b egründen, weshalb es ihnen trotz zu- mutbarer Sorgfalt nicht möglich war, diese Schlussfolge rungen sowie die ergänzte Beilage 8-1 bereits im vorinstanzlichen Verfahren vorzutragen. 2.3 Die Kläger reichen im Berufungsverfahren eine Kopie der Postaufgabequittung ihrer Klage vom 4. Dezember 2014 ein (Beilage 3 zur Beschwerdeant wort). Sie erwähnen dazu, bislang keine Veranlassung gehabt zu haben, die Postaufgabequit tung ins Recht zu legen, weil die Postaufgabe auf dem Zustellcouvert der Klage ersichtlich s ei. Erst nach der Behauptung der Beklagten in der Berufungsschrift, dass sich das Zustellcouve rt der Klage vom 4. Dezember 2014 nicht bei den Verfahrensakten befinden würde, hätten sich die Kläger veranlasst gesehen, im Rechtsmittelverfahren eine Kopie der Postaufgabequittung der Klage vom 4. Dezember 2014 als zusätzlichen Beweis für die Rechtzeitigkeit der Klagee inreichung einzureichen. Diese Begründung erscheint nachvollziehbar und es wird damit hinreichend dargelegt, weshalb die Kläger dieses Beweismittel trotz Anwendung der zumutb aren Sorgfalt nicht bereits im vor- instanzlichen Verfahren eingebracht haben. Dieses zusätzli che Beweismittel ist mit der ersten Rechtsschrift der Kläger im Berufungsverfahren und folglich ohne Verzug im Sinne von Art. 317 Abs. 1 ZPO eingereicht worden. Es ist im Berufungsverfahren zuzulassen. Einhaltung der Klagefrist 3.1 Die Beklagten, die Nebenintervenientin und die Strei tberufene bestreiten die Einhaltung der Klagefrist gemäss Art. 209 Abs. 3 ZPO. Nach dieser Bestimmung ist die Klage innert drei Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Monaten nach Eröffnung der Klagebewilligung beim zust ändigen Gericht einzureichen. Die Kla- gefrist beginnt am nach Zustellung der Klagebewilligu ng darauffolgenden Tag zu laufen (Art. 142 Abs. 1 ZPO). Berechnet sich eine Frist nach M onaten, so endet sie im letzten Monat an dem Tag, der dieselbe Zahl trägt wie der Tag, an dem die Frist zu laufen begann (Art. 142 Abs. 2 ZPO). Die Beklagten, die Nebenintervenientin un d die Streitberufene stellen die vor- instanzliche Schlussfolgerung nicht in Frage, wonach die Klagebewilligung des Friedensrichter- amtes Gelterkinden vom 15. August 2014, welche am 3. S eptember 2014 bei der Schweizeri- schen Post zu Handen der Schlichtungsparteien aufgegeben wurde, am 4. September 2014 bei den Klägern eintraf. Die Klagefrist nach Art. 209 Abs. 3 ZPO begann somit am 5. September 2014 zu laufen und endete am 5. Dezember 2014. Massgeb end für die Einhaltung der Dreimo- natsfrist ist der Zeitpunkt der Übergabe der Klage be im Gericht oder zu dessen Handen die Klage bei der Schweizerischen Post aufgegeben wird (Art. 143 Abs. 1 ZPO). 3.2 Die Beklagten bringen vor, die Kläger hätten den Bew eis für die fristgerechte Einreichung der Klage zu erbringen. Diese hätten jedoch nur auf das Zustellcouvert ihrer Eingabe vom 4. Dezember 2014 verwiesen, welches bei den Akten liegen sollte. Da sich das besagte Cou- vert jedoch nicht in den Akten des Gerichts befinde und die entsprechende Postempfangs- quittung nicht eingereicht worden sei, fehle der Bewe is für die Postaufgabe der Klage am 4. Dezember 2014, weshalb zu Unrecht auf die Klage eingetreten worden sei. 3.3 Den Klägern kann insoweit zugestimmt werden, als die Partei, welche ein fristgebundenes Recht ausübt, nach Massgabe von Art. 8 ZGB die Beweislast für dessen fristgerechte Aus- übung trägt. Kann die Partei jedoch den Beweis der Re chtzeitigkeit aus Gründen nicht erbrin- gen, die nicht von ihr, sondern von der Behörde zu vert reten sind, tritt eine Umkehr der Beweis- last ein; in diesem Fall hat die Behörde die Beweisla st zu tragen. Dies gilt beispielsweise bei Versäumnis des Gerichts, das zur Eingabe gehörende, den Po ststempel enthaltende Briefcou- vert in den Akten festzuhalten (BGE 124 V 372 E. 3; BG er 4P.197/2003 E. 3.1; BGE 92 I 253 E. 3; KUKO ZPO-H OFFMANN -NOWOTNY , 2. Aufl., 2014, Art. 143 N 3; BSK ZPO-Benn, 3. Au fl., 2017 Art. 143 N 11, 23). Die Aktenführungspflicht al s Teilgehalt des Akteneinsichts- und Beweisführungsrechts gebietet es den Behörden, alles in den Akten festzuhalten, was zur Sache gehört. Dazu zählen auch die vollständigen Brief umschläge, die rechtserhebliche Akten- stücke enthalten haben. Kann die Rechtzeitigkeit der Handlung durch die fehlbare Behörde nicht bewiesen werden, so sind die damit verbundenen Na chteile nicht von der Partei zu tragen und die Behörde hat von der Rechtzeitigkeit der fristgeb undenen Handlung der Partei auszuge- hen (BGE 124 V 372 E. 3). In der Klage vom 4. Dezember 2014 führen die Kläger a us, die Klagefrist eingehalten zu haben und sie verweisen auf das Zustellcouvert der Klage. In de n Fallakten der Vorinstanz befindet sich kein Zustellcouvert, obwohl sie aufgrund ihrer Aktenf ührungspflicht grundsätzlich dazu gehalten war, mit einem Frankaturstempel versehene Bri efumschläge oder Versandpakete von fristgebundenen Eingaben aufzubewahren oder zumindest aus Beweissicherungsgründen Ko- pien dieser Frankaturstempel anzufertigen und zu den Akten zu nehmen. Die Kläger durften in guten Treuen davon ausgehen, dass die Vorinstanz das Z ustellcouvert der Klage vom 4. Dezember 2014 aufbewahren würde, wodurch sie sich ni cht veranlasst sahen, das Postauf- gabedatum der Klage zusätzlich mit der Postempfangsquit tung zu belegen. Diese Umstände Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht führen nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu einer Beweislastumkehr, womit die Vorinstanz die Beweislast für die Rechtzeitigkeit der Klage vom 4. Dezember 2014 trägt. Die Gerichtskanzlei der Vorinstanz versah das Deckblatt der Kl age und der Beilagen nach deren Eingang usanzgemäss mit einem Stempel des Gerichts, auf dem sowohl das Datum der Post- aufgabe (4. Dezember 2014) als auch das Eingangsdatum b eim Gericht (8. Dezember 2014) handschriftlich vermerkt wurde. Durch die Weiterleitung der mit dem Gerichtsstempel ergänzten Klage und Klagebeilagen an die übrigen Verfahrensbeteiligten wurden diese über den Zeitpunkt der Postaufgabe und des Eingangs der Klage bei der Vorinstanz in Kenntnis gesetzt. Zwar legte die Gerichtskanzlei das Zustellcouvert nicht zusammen mit der Klage und den Klagebeilagen zu den Verfahrensakten, um im Zweifelsfall eine Überprü fung des für die Einhaltung der Klagefrist massgeblichen Aufgabedatums anhand des Frankaturstempels zu ermöglichen. Dennoch durfte die urteilende Dreierkammer der Vorinstanz von einem korrekten Vermerk des Postaufgabe- datums und Eingangsdatums durch die Gerichtskanzlei auf dem Deckblatt der Klage und der Klagebeilagen ausgehen, zumal es der langjährigen Praxi s der Gerichtskanzleien entspricht, das Postaufgabedatum der eingehenden Eingaben vom Fra nkaturstempel des entsprechenden Briefcouverts oder Pakets zu übernehmen. Der Stempel des Gerichts mit dem handschriftlichen Datumsvermerk durch das Gerichtspersonal gilt ohne ander weitigen Beweise als Nachweis für das Postaufgabe- und Eingangsdatum. Solche anderweitigen Beweise, welche die Richtigkeit des handschriftlich vermerkten Post- aufgabedatums widerlegen könnten, werden von den Bekl agten, den Nebenintervenientin und der Streitberufenen nicht dargetan. Sie ziehen die Ri chtigkeit des handschriftlichen Vermerks der Gerichtskanzlei bzw. die Rechtzeitigkeit der Postaufgab e der Klage einzig mit der Behaup- tung in Zweifel, die Postaufgabe der Klage könne nicht am Samstag, 4. Dezember 2014, erfolgt sein, weil der Eingangsstempel des Gerichts den Mittwoch, 8. Dezember 2014, zeige. Es sei daher nicht anzunehmen, dass diese Sendung vier Tage unterwegs gewesen sei. Nach Ansicht der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilre cht, spricht diese Behauptung jedoch nicht für eine falsche Übertragung des Postaufgabe- ode r Eingangsdatums der Klage durch die Gerichtskanzlei. Denn in der Urteilserwägung 2 hielt di e Vorinstanz korrekt fest, dass der 4. Dezember 2014 ein Donnerstag gewesen und die Klage am Montag, 8. Dezember 2014, beim Gericht eingegangen war. Die Zustellung der Kla ge vom 4. Dezember 2014 durch die Schweizerische Post dauerte deshalb richtigerweise zwei We rktage, was nicht unüblich erscheint. Die Vorinstanz hatte folglich keinen Anlass, die Richtigkeit des von der Gerichtskanz- lei vermerkten Postaufgabedatums auf der ersten Seite d er Klage und der Klagebeilagen anzu- zweifeln. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach di e dreimonatige Klagefrist mit Post- aufgabe der Klage am 4. Dezember 2014 eingehalten wu rde, ist daher nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz ist zu Recht auf die Klage eingetreten. Bei diesem Ergebnis kann offen gelassen werden, ob di e von den Klägern im Berufungsverfah- ren eingereichte Postaufgabequittung einen genügenden Nachweis für die Postaufgabe der Klage am 4. Dezember 2014 darstellt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfahrensanträge 4.1 Die Beklagten beantragen im Rechtsmittelverfahren, es sei eine Oberexpertise anzuord- nen und ein Augenschein vor Ort vorzunehmen. Diese Verf ahrensanträge wurden mit Verfü- gung vom 3. Dezember 2019 vom instruierenden Gerichtsprä sidium vorläufig abgewiesen, vor- behältlich eines anderweitigen Entscheids durch die Drei erkammer des Kantonsgerichts, Abtei- lung Zivilrecht. Die Beklagten halten die Oberexpertise aufgrund einer behaupteten Voreinge- nommenheit des Gerichtsexperten F.____ sowie aufgrund von widersprüchlichen Äusserungen des Experten für notwendig. Dazu zitieren sie drei Aussagen des Experten, die er anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 14. April 2016 zu neuen Tatsa chen gemacht haben soll und wie folgt protokolliert wurden: a) Es wurde oberhalb der Böschung bzw. neben den Kläg ern auf Parz. 0014 ein weiteres Einfamilienhaus gebaut, was den Wasserzufluss in die Böschung unterbunden hat: "Mit Neubau ist der Ostteil entlastet. Es geht aber v.a . um den mittleren Teil und Westbereich, der betroffen ist. Wie die Situation aktuell ist, kann ich jetzt nicht sagen. Bin aber der Meinung, dass die Sicherungsmassnahmen auf jeden Fall anzubringen sind." b) Es ist seit dem Bau der Beklagten 2010 schon viel Zei t vergangen (damals 6 Jahre), ohne dass es zu Schäden gekommen ist. Kann nicht durch den Ze itablauf ohne messbare Bewegun- gen darauf geschlossen werden, dass der Hang stabil ist? "Es kann sein, dass nichts passiert aber das Risiko für Bewegu ngen ist sicher auch da. Situati- on sollte heute bereinigt werden." c) Wie wäre es gewesen, wenn die Beklagten die Baugrube nsicherung lege artis angebracht hätten: "Bei Sicherung wäre hinterer Teil nicht eingebrochen . Damit kann gesagt werden, dass die Bö- schung auch nicht ins Rutschen geraten wäre. Sicherungen die ursprünglich vorgesehen wa- ren, hätten gereicht." Die Beklagten rügen zudem, der Experte habe an der In struktionsverhandlung ausweichend geantwortet und sich zu seinem Bericht an die Gemeinde E.____ vom 5. November 2009 in Widerspruch gesetzt. In diesem Bericht habe er bekanntl ich ausgeführt, dass jede Bautätigkeit in diesem Hang den Hang weiter stabilisiere, weil dad urch das Wasser aus dem Hang abgelei- tet werde. Die Tatsache, dass es in den Jahren 2014 und 2016 zu Jahrhundertregenfällen gekommen sei, ohne dass sich der Hang bzw. die Böschung be wegt hätte, habe der Experte einfach unter den Tisch gewischt bzw. widersprüchlich beur teilt. Eine Begründung, weshalb der Bau der Kläger zwar den Hang stabilisiere, die Wirkung aber nicht bis zur Böschung unterhalb der klägerischen Garage reiche, fehle im Bericht des Exp erten vom 16. August 2018. Darin werde auf Ziffer 3.4 verwiesen, wo aber nicht die ver änderte Wasserführung, sondern nur die Prellbockwirkung eines neuen Gebäudes im Hang erläute rt werde. Daraus folge die Unbrauch- barkeit der Expertisen. Mit diesen könne nicht bewiesen werden, dass die Baumassnahmen der Beklagten zu einer Destabilisierung des Hanges geführt h ätten und seit bald 10 Jahren "drin- gend" Betonsporen einzubringen wären. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 In ihrem Urteil vom 11. April 2019, welches im Nachgang zum gerichtlichen Augenschein der Böschung zwischen den beiden Liegenschaften der Part eien Z.____weg 39 und 41 ergan- gen war, würdigte die Vorinstanz nicht nur die vier vor handenen Expertiseberichte und die durchgeführten Kontrollmessungen durch den Experten, so ndern sie setzte sich auch mit den Einwendungen der Beklagten auseinander, die bereits i m erstinstanzlichen Verfahren Wider- sprüchlichkeiten des Experten geltend machten und eine Oberexpertise beantragten. Im ange- fochtenen Urteil hielt die Vorinstanz im Wesentlichen fest, der Experte habe eine Ortsbegehung durchgeführt, um sich einen Eindruck über die Verhältnisse verschaffen zu können. Weiter habe er sämtliche Fragen der Parteien beantwortet. Seine Schlussfolgerungen würden auf eigenen Messungen sowie auf festgestellten geologischen Ereignisse n und Gegebenheiten beruhen. Entgegen der Ansicht der Beklagten seien keine inhaltlich en Widersprüche im Gutachten erkennbar. Des Weiteren seien der Ergänzungsexpertise zus ätzliche Sachverhaltselemente zu Grunde gelegt worden, welche der Experte zu würdigen und beurteilen gehabt habe. Allein dieser Umstand reiche laut der Vorinstanz nicht aus, um e inen Widerspruch zwischen dem Gutachten im vorsorglichen Beweisführungsverfahren und dem Ergänzungsgutachten im vor- instanzlichen ordentlichen Verfahren anzunehmen. lm Gegenteil komme der Experte auch nach Würdigung der zusätzlichen Elemente im Ergänzungsgutachte n zum selben Ergebnis wie in seinem Gutachten, das er im Rahmen des vorsorglichen Be weisführungsverfahrens ausgefer- tigt hatte. 4.3 Die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilr echt, teilt die Ansicht der Vor- instanz, wonach die Gutachten des Experten F.____ vollst ändig, klar und schlüssig sind (vgl. dazu auch die nachfolgenden Erwägungen 4.4, 5.2 und 8.2), womit das Gericht gestützt auf die freie richterliche Beweiswürdigung nach Art. 157 ZPO b ei der Beurteilung der Klage auf diese Gutachten abstellen kann. Daran ändern auch die mit de r Berufung geltend gemachten Rügen der Beklagten nichts. Diese behaupten zum einen eine Vo reingenommenheit des Gutachters aufgrund von drei Aussagen, welche dieser anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 14. Ap- ril 2016 zu neuen Tatsachen gemacht haben soll und di e vom damaligen Gerichtschreiber pro- tokolliert wurden. Abgesehen davon, dass es sich beim Verh andlungsprotokoll nicht um ein eigentliches Wortprotokoll handelt, sondern um ein so lches, das in Nachachtung von Art. 176 Abs. 1 ZPO den wesentlichen Inhalt der Aussagen wieder gibt, kann in den zitierten Textpassa- gen keinerlei Voreingenommenheit des Experten erkannt werden. Die Beklagten reissen die Textpassagen mit den Aussagen des Experten aus dem Konte xt heraus. Indem sie die Exper- tenaussagen unvollständig und nicht im Gesamtzusammenhan g wiedergeben, behaupten sie nun, der Experte habe ohne schlüssige Begründung an den Sanierungsempfehlungen festge- halten, obwohl er an der Instruktionsverhandlung zwischenzeitlich eingetretene Stabilisierungen am fraglichen Hang bestätigt habe. Einzig mit diesen Be hauptungen kann jedoch keine Vorein- genommenheit begründet werden. Weshalb der Experte vor eingenommen sein soll, wird nicht weiter dargelegt und kann mangels Substantiierung auch nicht weiter geprüft werden. 4.4 Es liegen vier ausführliche Expertiseberichte des beigezog enen Gutachters F.____ vom 20. Juni 2013, 23. September 2013, 16. August 2018 s owie 7. November 2018 über die Ursa- chen und allfälligen Auswirkungen des auf dem Grundstück d er Kläger entstandenen Hangris- ses vor. Die Schlussfolgerungen des Experten bleiben in all seinen Berichten und in seinen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aussagen an der Instruktionsverhandlung vom 14. April 2 016 im Ergebnis gleich. Entgegen der Meinung der Beklagten wich der Experte nie von seiner be reits im ersten Bericht vom 20. Juni 2013 in Ziffer 7.4 abgegebenen Gesamtbeurteilung ab , wonach es beim Bau des Einfamilien- hauses der Beklagten auf der Stammparzelle Nr. 0007 z u einem Böschungsbruch gekommen sei, welcher sich bis auf die oberliegende Parzelle der Kläger ausgewirkt habe. Diese Rut- schung sei zum Zeitpunkt des Geschehens nicht durch geeigne te Massnahmen stabilisiert wor- den, wodurch sich der Bruch im Verlaufe der Zeit weiter habe entfalten können. Mit dem Zulas- sen der Erdverschiebungen über eine lange Zeit habe sic h der Widerstand in der Rutschzone reduziert. Die heute aktive Rutschung zwischen den beiden Liegenschaften der Parteien sei eine direkte Folge der ersten Rutschung, welche zum Zeitp unkt des Neubaus der Beklagten entstanden und nicht stabilisiert worden sei. Das heute aus der Böschung sickernde Hangwas- ser sei ebenfalls primär die Folge dieser Rutschbewegunge n. Mit diesen seien im Boden neue Wasserwegigkeiten geschaffen worden, über die Hangwass er abfliessen könne. Die Kläger hätten beim Bau ihrer Liegenschaft nachweislich verschi edene Drainagesysteme verlegt. Die- ses Wasser werde korrekt gefasst und abgeleitet. Hingegen seien beim Bau der Beklagten auf deren Grundstück keine baulichen Massnahmen ergriffen wo rden, um die Baugrube lege artis zu sichern und das Hangwasser korrekt zu entwässern, was gemäss dem Experten zum Böschungsbruch geführt habe. An der Begehung vom 15. April 2013 seien eindeutige Hinweise auf das Vorhandensein einer Hangbewegung feststellbar gewesen. Die Böschung sei heute labil bis instabil. Durch die Rutschung seien nicht nur d ie Rasenfläche und die Böschung zwi- schen den beiden Liegenschaften der Parteien in Mitleidenschaft gezogen worden, sondern die Nivellementmessungen würden belegen, dass sich die Garage der Kläger setze und sich relativ zum Wohnhaus verkippe. Für eine dauerhafte Stabilisierun g der Böschung zwischen den Lie- genschaften der Parteien schlug der Experte einerseits vor , die Garage der Kläger mit drei Betonsporen abzufangen und bis zum gesunden Opalinust on zu fundieren. Für die definitive Stützung der Erdmassen unterhalb der Garage sei andere rseits eine Stützmauer auf Betonsporen auf der unterliegenden Parzelle der Bekl agten zu erstellen. Hinter dieser Stütz- mauer sei sodann eine Drainageleitung vorzusehen, wel che das Hangwasser kontrolliert in die Sauberwasserleitung ableite. Zu den zusätzlichen Sachverhaltselementen, namentlich zu der von den Beklagten angeführten Hangstabilisierung aufgrund eines nahe gelegenen Neub aus, hielt der Experte im Ergänzungs- gutachten vom 16. August 2018 unter anderem fest, dass der zwischenzeitliche Neubau der Nachbarliegenschaft am Z.____weg 35 nur lokal, das heisst im Umfeld des Neubaus, zur Stabi- lisierung des Hanges beigetragen habe. Die Wirkungsweise dieser Stabilisierung reiche nicht bis zur Böschung zwischen den Parzellen der Parteien. Der von diesen Parzellen seitlich gele- gene Neubau habe somit keinen Einfluss auf die lokale Stabilität der Böschung zwischen den Parzellen der Parteien. Im erwähnten Ergänzungsgutachten erklärte der Experte ferner, dass es im nicht überbauten Gebiet zu spontanen Hangrutschungen als Folge von intensiven Nieder- schlagsereignissen kommen könne. Im überbauten Gebiet se i kaum mit spontanen Rutschun- gen zu rechnen, weil das überbaute Gebiet viel feinm aschiger strukturiert und gestaltet sei. Neben den eigentlichen Gebäuden würden Wege und Bepflanzungen angelegt oder Mäuerchen aufgebaut. Diese Feinstrukturierung führe dazu, dass d er Beton das anfallende Meteorwasser wesentlich besser aufnehmen und speichern könne. Die Durchw urzelung als Folge der Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bepflanzung führe zu einer wesentlichen Stabilisierung d er Oberflächenschichten. Damit sei eine Spontanrutschung kaum mehr möglich. Hingegen würde n die Kriechbewegungen anhal- ten. Diese würden die gesamte Oberflächenstruktur erfa ssen und zum Beispiel nach Jahren zu sichtbaren Rissen in Platten oder an Mäuerchen führen. D araus schloss der Experte, dass die von den Beklagten erwähnten Niederschlagsereignisse in d en Jahren 2014 und 2016 kaum Auswirkungen auf die massgebende Böschungssituation gehabt hätten. Das anfallende Wasser könne versickern oder oberflächlich abfliessen. Die Nieder schläge würden aber zur Erhöhung der Bodensättigung führen und den Sickerwasserzufluss im fraglichen Böschungsfussbereich verstärken. Das Drainagesystem der Kläger bewirke, dass an fallendes Hangwasser und versi- ckerndes Meteorwasser bis auf die Fundationskote gefasst und abgeleitet werde. Die Böschung talseitig der klägerischen Garage liege aber unterhalb dieses Drainageniveaus, weshalb das in tieferen Schichten zirkulierende Hangwasser nicht abdrain iert werde und bis in den strittigen Böschungsbereich sickern könne. Anlässlich seiner Begehung v om 5. Juni 2018 habe er fest- gestellt, dass der Böschungsfuss bei der Liegenschaft der Beklagten nass sei, obwohl bei der oberliegenden Parzelle der Kläger sämtliche Drainagele itungen und bei der Garageneinfahrt der Kläger kleine Stellriemen verlegt worden seien, u m das abfliessende Wasser nicht in die Böschung, sondern in die Gemeindestrasse zurückzuführen. Di ese Tatsachen bestätigten den Experten darin, dass die Böschung zwischen den Liegenschafte n der Parteien nach wie vor instabil sei. Zusammenfassend würdigte der Experte in seinem Ergänzung sgutachten – entgegen den be- klagtischen Ausführungen – sowohl die Niederschlagserei gnisse in den Jahren 2014 und 2016 als auch den Neubau auf der Nachbarliegenschaft seitlich der Parzellen der Parteien. Die Rü- gen der Beklagten gehen damit ins Leere. Das Expertis eergebnis, wonach nach wie vor Mass- nahmen getroffen werden müssen, um die Böschung zwischen den Liegenschaften der Partei- en dauerhaft zu stabilisieren, ist detailliert und schlüssig begründet. Ebenso sind sämtliche Gut- achterfragen klar und vollständig beantwortet worden, weshalb keine plausiblen Gründe für die Einholung einer Oberexpertise vorliegen und im Hinb lick auf die Beurteilung der Klage auf die verschiedenen Expertiseberichte des Gutachters F.____ abge stellt werden kann. Der Antrag auf Anordnung einer Oberexpertise ist vom instruierend en Präsidium des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, zu Recht abgewiesen worden. 5.1 Die Beklagten erachten einen Augenschein für erforderl ich, damit sich die Berufungs- instanz selber ein Bild von der harmlosen, ruhigen Situ ation vor Ort machen könne. Sie werde feststellen können, dass sich die Garage der Kläger keinesf alls mit einem Spaltmass von 16 mm verkippt habe, wie in Erwägung 18 des angefochte nen Urteils festgehalten worden sei. Diese Tatsachenfeststellung der Vorinstanz sei aktenwidrig . Der Experte habe auf Seite 4 seines Berichtes vom 7. November 2018 nämlich festgehalte n, dass dieser Spalt gewollt sei und sich kaum verändert habe. Unter Hinweis auf seine Be ilage 28 habe er ausgeführt, dass er eine Absenkung der Garage befürchte und dass dann der S palt oben aufgehen werde, und zwar um 0.7 mm bei einer Senkung der Garage im Berei ch der Böschung von 1 mm. Noch in der Expertise vom 16. August 2018 habe der Experte a ber auf Seite 10 ausgeführt, dass ihm "am Gebäude Haus und Garage" keine Schäden bekannt sei en. Im Durchgang von der Garage ins Wohnhaus sei jedoch die Verkippung der Garage sichtba r. Es zeige sich ein Spaltmass von Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 16 mm zwischen Wohnhaus und Garage. Das sei komplett wid ersprüchlich und die Vorinstanz habe nicht darauf abstellen dürfen, ohne willkürlich zu werden. Bei diesem Spalt handle es sich um eine Dilatationsfuge, die auf Empfehlung des kläge rischen Geologen angebracht worden sei. Die falsche Behauptung einer Verkippung um 16 mm s ei erstmals im angefochtenen Urteil aufgetaucht. Das Haus und die Garage der Kläger würden keine Schäden aufweisen. Nicht einmal die Dilatationsfuge im Aussenbereich habe sich bewegt. Am Augenschein vom 11. April 2019 sei nichts dergleichen festgestellt worden und a uch bei einem weiteren Augenschein wer- de nichts zu sehen sein. 5.2 Nach Ansicht des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, w erden die vorstehend zitierten Expertenaussagen sowie die Urteilserwägung 18 der Vorinst anz von den Beklagten offenbar falsch interpretiert. Im Ergänzungsgutachten vom 16. Aug ust 2018 erklärte der Experte auf die Frage der Beklagten, ob an der Liegenschaft der Kläger Schäden aufgrund eines Hangrutsches zu verzeichnen seien, dass ihm am Haus und an der Garag e der Kläger keine Schäden bekannt seien. Im Durchgang von der Garage ins Wohnhau s sei jedoch die Verkippung der Garage sichtbar und es zeige sich ein Spaltmass von ca. 16 mm zwischen Wohnhaus und Ga- rage. Zudem habe sich das Gelände talseits der Garage bis zur Parzellengrenze als Folge der Böschungsinstabilität gesenkt. Hier liege eindeutig ein Schaden an der Liegenschaft vor, wel- cher behoben werden müsse. Diese Aussagen des Experten kön nen im Gesamtkontext nur dahingehend verstanden werden, als er einen Schaden in der vertikalen Einsenkung der kläge- rischen Garage als Folge der instabil gewordenen Böschun g sah. Auf die Frage der Beklagten, wie das Spaltmass von ca. 16 mm zwischen Wohnhaus und Gara ge bei einer Absenkung der Garage von lediglich 1,3 mm zu erklären sei, hielt der Experte fest, dass das Wohnhaus und die Garage der Kläger auf einer durchgehenden Betonplat te stehen würden. Das Wohnhaus und die Garage würden je eine separate Wand haben, welche durch einen Spalt von ca. 15 mm getrennt seien. Dieses Spaltmass habe gemäss den nachfolg enden Kontrollmessungen am 15. April 2013 und 5. Juni 2018 16 mm betragen, bei einer Messgenauigkeit von ca. +/- 1 mm. Alsdann führte der Experte aus, dass das Spaltmass von 16 mm und das Setzungsmass nicht in einem direkten Zusammenhang stehen würden. Der Spa lt sei mit dem Bau der Garage geschaffen worden und habe sich bis heute kaum veränder t, während die Absenkung der Ga- rage durch die Kontrollmessungen nachgewiesen sei. Soll te die Absenkung der Garage weiter zunehmen, was beim gegenwärtigen Zustand vor Ort mit g rosser Wahrscheinlichkeit der Fall sein werde, werde sich das Spaltmass im oberen Bereich öffnen (vgl. Expertisebericht vom 7. November 2018 S. 4). Bereits in seinem Gutachten v om 20. Juni 2013 wies der Experte auf Seite 12 darauf hin, dass sich die Garage setze und sich relativ zum Wohnhaus verkippe. Im angefochtenen Urteil wird diese Verkippung der Garage zum Wohnhaus an verschiedenen Stel- len erwähnt, wobei aber nie – weder im Urteil der V orinstanz vom 11. April 2019 noch in einem Expertisebericht – von einer Verkippung der Garage um 16 mm die Rede ist. Der von den Beklagten beantragte Augenschein ist daher zu Recht schon im Rahmen des zweitinstanzlichen Instruktionsverfahrens abgewiesen worden. Ein weiterer A ugenschein durch die Rechtsmittel- behörde würde nicht zu neuen Erkenntnissen führen, zum al für das Berufungsverfahren die Sachlage im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils massgebe nd ist. Zum einen entspricht es der langjährigen kantonalen Praxis, nach Art. 316 Ab s. 2 ZPO eine Berufung in aller Regel auf Grundlage der Akten zu beurteilen. Zum anderen führte in der vorliegenden Sache nicht nur der Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gerichtsexperte F.____ wiederholt eine Begehung vor Or t durch, sondern auch die urteilende Dreierkammer der Vorinstanz nahm einen Augenschein der streitgegenständlichen Böschung vor, bevor sie über die Begründetheit der Klage entschi ed. Im Weiteren liegen vier umfassende Berichte des Gutachters F.____, seine protokollierten Aussagen an der Instruktionsverhandlung vom 14. April 2016 sowie zahlreiche Farbfotographien bei den Akten, welche die fragliche Böschung hinreichend dokumentieren. Verjährungseinrede 6.1 Die Beklagten bringen vor, das angefochtene Urteil der Vorinstanz verletze Art. 60 OR. Nach ständiger Rechtsprechung gelte für Ansprüche aus Art. 679 i. V. mit Art. 685 ZGB die Ver- jährungsregel des ausservertraglichen Haftpflichtrechts. Danach beginne die relative, einjährige Verjährungsfrist zu laufen, sobald die Kläger den Scha den und den Schädiger kennen würden. Die behauptete Schädigung sei mit dem Baugrubenaush ub im November 2010 geschehen. Spätestens im März 2011 – gemäss Replik vom 18. August 201 7 am 8. März 2011 – hätten die Kläger auf ihrem Grundstück einen Riss festgestellt. Es sei unbestritten geblieben, dass seit November 2010 keine schädigende Handlung mehr auf dem Grundstück der Beklagten vorge- nommen worden sei. Die vom Experten in seinen Berich t aufgenommene Fotographie stamme vom Geologen der Kläger. Diese hätten somit spätestens im März 2011 über alle Informationen verfügt, welche zur gerichtlichen Geltendmachung von Scha denersatzansprüchen, Wiederher- stellungsmassnahmen oder Hangsicherungsmassnahmen notwendi g gewesen seien. Zusätz- lich habe Herr G.____ von der streitberufenen Partei mit E-Mail vom 10. Januar 2012 den Klä- gern alles im Detail geschildert. Die Kläger hätten d iese E-Mail als Replikbeilage 5 ins Recht gelegt. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz habe die Gerichtsexpertise keine zusätzli- chen Erkenntnisse gebracht. Bereits mit Schreiben vom 30. Mai 2012 hätten die Kläger genau die Massnahmen beschrieben, welcher der Experte später in seinem Bericht vom 20. Juni 2013 auf Seite 11 aufgeführt habe. Damit sei erstellt, da ss die Kläger spätestens im Mai 2012 alle Informationen zum behaupteten Schaden, zu dessen Behebu ng, zur Ursache und zur Person des behaupteten Ersatzpflichtigen gehabt hätten. Die Klage an das Friedensrichteramt sei nach Ablauf der einjährigen Verjährungsfrist, welche allerspätestens im Mai 2012 zu laufen begonnen habe, erfolgt. Die Klage müsse daher abgewiesen werden. Zudem sei das Urteil willkürlich bzw. verletze das rechtliche Gehör der Beklagten, weil es die oben zusammengefasste Behauptung der Beklagten und das Schreiben der Kläger vom 30. Mai 2012 überhaupt nicht berücksichtige. Auch gehe die Vorinstanz zu Unrecht davon aus, dass die V erjährung noch gar nicht zu laufen begonnen habe. Die Errichtung einer Baute auf der Na chbarparzelle sei als einmalige, abge- schlossene Handlung zu würdigen. Für den Beginn der Ver jährung sei der Zeitpunkt des den Schaden verursachenden Verhaltens massgeblich. Es liege d enn auch keine Unterlassung von Sicherungsmassnahmen vor, welche noch andauern und die Verjährung hinauszögern würden. Die Unterlassung als Rechtsfigur sei subsidiär. Wenn a n eine Handlung angeknüpft werden könne, sei die Unterlassung ausgeschlossen. Wie der Exper te in seinem Bericht vom 20. Juni 2013 ausgeführt habe, hätten die letzten Bauarbeiten auf dem Grundstück der Beklagten vor März 2011 stattgefunden. Damals sei das Haus der Beklagt en längst erstellt und hinterfüllt gewesen. Auch die Böschung unterhalb der klägerischen Gar age habe bereits bestanden und Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht der ganze Garten sei fertig humusiert gewesen. Damit sei auch die allenfalls schädigende Handlung abgeschlossen gewesen. 6.2 Hinsichtlich der Verjährungseinrede nahm die Vorinstanz zunächst eine Qualifikation der von den Klägern beantragten Massnahmen vor. Sie hielt dabei richtigerweise fest, dass das Klagebegehren Ziffer 1a, mit dem die Kläger die Fol gen der übermässigen Immissionen auf ihrem Grundstück beseitigt haben wollen, eine Schadener satzklage darstellt, welche der Ver- jährung nach Art. 60 OR unterliegt. Hingegen ist das K lagebegehren Ziffer 1b, mit welchem die Kläger Massnahmen auf dem Grundstück der Beklagten verlang en, damit die übermässigen Immissionen beendet werden und der rechtmässige Zustand wiederhergestellt wird, als unver- jährbare Beseitigungsklage anzusehen (BGE 109 II 418 E. 3; BGE 107 II 134 E. 3; BSK ZGB II- REY /S TREBEL , 6. Aufl., 2019, Art. 679 N 15 ff.). Die Verjährungseinrede der Beklagten kann sich demnach einzig gegen den Schadenersatzanspruch gemäss dem Klagebegehren Ziffer 1a rich- ten. Als Ersatz für den eingetretenen Schaden kommt ni cht nur eine Geldleistung in Frage, sondern auch die Leistung von Naturalersatz in der Form d er Wiederherstellung des ursprüngli- chen Zustandes des geschädigten Grundstücks (BGE 107 II 1 34 E. 4). Dieser Anspruch ver- jährt vorliegend in einem Jahr von dem Tag an, an we lchem die geschädigte Person Kenntnis vom Schaden und von der ersatzpflichtigen Person erlang t hat, jedenfalls aber mit Ablauf von zehn Jahren, vom Tage an gerechnet, an welchem das schä digende Verhalten erfolgte oder aufhörte (Art. 60 Abs. 1 OR in der bis zum 31. Dezember 2019 geltenden und hier massgebli- chen Fassung). Die einjährige relative Frist beginnt a n dem Tag zu laufen, an welchem die ver- letzte Person tatsächlich Kenntnis vom Schaden und von de r haftpflichtigen Person erlangt hat. Kenntnis vom Schaden hat eine Person dann, wenn sie sei ne Existenz, Beschaffenheit und wesentlichen Merkmale erkennt. Nach der bundesgerichtliche n Rechtsprechung läuft grund- sätzlich keine Verjährungsfrist, solange das schädigende Ereignis andauert (BGE 109 ll 420 E. 3). Entsteht ein Schaden aus einem Sachverhalt, der sich ununterbrochen weiterentwickelt, so beginnt die Verjährung frühestens mit dem Abschluss d er Einwicklung zu laufen. ln diesem Fall sind die einzelnen Schadensposten Bestandteile eines Gesamtschadens, der erst feststeht, wenn sein letztes Element eingetreten ist (BGE 92 ll 4 , E. 3, 6). In BGE 131 III 61 E. 3 hat das Schweizerische Bundesgericht zudem festgehalten, dass der B egriff der Kenntnis an sich nicht vom Vorhandensein eines Beweismittels abhängt. Jedoch kan n die geschädigte Person unter gewissen aussergewöhnlichen Umständen, wenn der natürlich e Kausalzusammenhang zwi- schen dem schädigenden Ereignis und dem Schaden nur durch ein wissenschaftliches Gutach- ten feststellbar ist, erst mit Empfang dieses Gutachtens si chere Kenntnis von der verantwortli- chen Person erlangen. 6.3 Die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsg erichts geht mit der Vorinstanz und mit den Klägern einig, dass letztere im Zeitpunkt des Hangrisses im März 2011 um das Vorliegen eines Schadens wussten, jedoch hatten sie noch keine ausreichende Kenntnis über den Umfang, die Beschaffenheit und die Bestandteile d es Schadens sowie über die haftpflichti- ge Person und den Kausalzusammenhang. Infolgedessen ko nnte das Schreiben der Kläger vom 30. Mai 2012 keine verjährungsauslösende Wirkung ent falten, weshalb die Nichterwäh- nung dieses rechtsunerheblichen Schreibens im Urteil der Vorinstanz keine Verletzung des rechtlichen Gehörs oder des Rechts auf Abnahme von tau glichen Beweismitteln darstellt Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Art. 152 Abs. 1 ZPO; dazu BGer 4A_66/2018 vom 15. Mai 2019 E. 2.1). Zudem ist die Behaup- tung der Beklagten unzutreffend, wonach die Kläger be reits im Schreiben vom 30. Mai 2012 sämtliche erforderlichen Massnahmen zur Stabilisierung der Böschung beschrieben hätten. Denn in diesem Schreiben werden die für eine dauerh afte Stabilisierung des Garagenfunda- ments notwendigen Massnahmen auf dem klägerischen Grundst ück nicht erwähnt. Zudem bestritten die Beklagten stets das Vorliegen eines von ihn en zu verantwortenden Schadens sowie den Kausalzusammenhang. Genügende Klarheit über den Umfang, die Beschaffenheit und die Bestandteile des Schadens sowie über die haftpf lichtige Person und den Kausalzu- sammenhang konnte erst die Expertisierung der Böschung zw ischen den Parzellen der Partei- en durch den Gutachter F.____ schaffen. Dabei zeigte si ch, dass die nicht lege artis erfolgte Baugrubensicherung während des Hausbaus der Beklagten ei nen Hangriss ausgelöst hatte. Durch das zusätzliche Fehlen von genügend baulichen Massnah men durch die Beklagten, um das Hangwasser korrekt zu entwässern, halten die Folgen d es verursachten Hangrisses bis heute an und haben zur Instabilität der Böschung zwische n den Liegenschaften der Parteien geführt. Die Messungen des Gutachters belegen, dass sich die Garage der Kläger auf einer nunmehr kriechenden Böschung befindet, welche sich einzig durch die vorgesehenen Mass- nahmen stabilisieren lässt. Gemäss der Expertise hat sich die Garage der Kläger zuletzt signifi- kant abgesenkt und der Gutachter hat unter anderem fes tgehalten, dass die zwischen dem Wohnhaus und der Garage durchgehende Betonplatte bei einer weiteren Absenkung der Gara- ge im talseitigen Bereich irgendwann brechen könnte. D amit liegt eine übermässige Immission im Sinne von Art. 685 Abs. 1 ZGB vor (vgl. dazu Erwägu ngen 8.2 und 11.2). Für die Kläger besteht weiterhin eine andauernde Gefährdung ihres Ei gentums, solange die eingeklagten Massnahmen nicht vollzogen werden, was einen Schaden nach Art. 685 Abs. 1 ZGB darstellt. Folglich liegt ein fortwährendes Schadensereignis vor, w elches noch nicht abgeschlossen ist. Die Verjährung des Schadenersatzanspruches der Kläger ha t demnach noch nicht zu laufen begonnen, womit die Verjährungseinrede der Beklagten nicht greift. Der von den Beklagten angeführte BGE 127 III 257, mit dem sie den Beginn d er Verjährungsfrist auf den Zeitpunkt der Errichtung ihrer Baute festzulegen versuchen, ist für den vorliegenden Fall nicht einschlägig, da er sich einerseits auf die absolute Verjährungsfrist bezi eht. Andererseits dauert hier – anders als in BGE 127 III 257 oder BGE 107 II 134 – der Ein griff in die Eigentumsrechte der Kläger noch an, womit keine die Verjährung beginnende einm alige, abgeschlossene Schädigungs- handlung vorliegt. Der Verjährungseinrede der Beklagt en ist kein Erfolg beschieden und diese muss abgewiesen werden. Kein Schaden auf dem Grundstück der Kläger? 7.1 Die Beklagten behaupten, die Liegenschaft der Kläger h abe keinen Schaden genommen. Der Experte führe in seinem Bericht vom 16. August 2018 aus, dass er keine Schäden habe feststellen können und die Fundation der Garage tief genug ausgeführt worden sei. 7.2 Abgesehen davon, dass sich die Beklagten mit dieser Kriti k nicht auf das vorinstanzliche Urteil beziehen und erklären, welche Erwägung sie dami t rügen, sind die Behauptungen der Beklagten unzutreffend. Im Ergänzungsgutachten vom 16. August 2018 hält der Experte fest, dass sich das Gelände talseits der Garage bis zur Parzel lengrenze als Folge der Böschungs- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht instabilität gesenkt hat, was zweifellos ein Schaden an der Liegenschaft der Kläger darstellt. Im Übrigen schützt Art. 685 Abs. 1 ZGB bereits vor drohenden Schäden durch Grabungen und Bauten des Nachbarn. Hinsichtlich der Fundation der klägerischen Garage weist der Experte im erwähnten Gutachten darauf hin, dass diese im Zeitpun kt des Hausbaus der Kläger mit 2,6 m unter das gewachsene Terrain genügend tief gewählt wo rden war. Mit dem Kenntnisstand von heute betreffend die möglichen Rutschmechanismen der B öschung zwischen den Parteien reicht diese Fundation jedoch nicht mehr. Für die Stab ilisierung der Böschung schlägt der Ex- perte einen Frostriegel respektive einzelne Vertiefungen rund zwei Meter tiefer als die derzeitige Fundation der Garage vor. Die Rüge der Beklagten ist unbegründet. Kein Schaden an der Garage? 8.1 Die Beklagten bestreiten, dass ein Schaden an der Garage entstanden sei. Es treffe nicht zu und sei offensichtlich aktenwidrig, dass sich die Garage um 16 mm verkippt habe. Die Dilata- tionsfugen seien unverändert und die Präzisionsmessungen hätten lediglich minime Bewegun- gen an der äussersten Kante der Garage von maximal 1.3 mm ergeben. Ein Schaden an der Garage können auch aus den vier Expertiseberichten nicht abgeleitet werden. Die Aussagen des Experten seien komplett widersprüchlich. Entscheidend sei hier, dass die Kläger nach dem Sichtbarwerden eines Risses in ihrer Parzelle gebaut un d diesen Riss einfach zugedeckt hät- ten. Es sei ihnen bewusst gewesen, dass die Parzelle in einem Rutschgebiet liege. Sie hätten deshalb sehenden Auges und mit Begleitung durch ihren Architekten und ihren Geologen ge- baut. Soweit nun doch noch ein Hangproblem vorhande n wäre, könnten die Beklagten dafür nicht mehr verantwortlich gemacht werden. Der Kausalzusa mmenhang sei durch ihre eigene Baumassnahme unterbrochen worden und es sei auch von ein em Selbstverschulden auszuge- hen, welches die Kausalhaftung der Nachbarn aufhebe. D ie Beklagten hätten im vorinstanzli- chen Verfahren auf diesen Umstand hingewiesen und trot zdem würden sich im Urteil keine Erwägungen dazu finden. Das vorinstanzliche Urteil verletz e Art. 685 Abs. 1 ZGB. Es gehe in erster Linie um den Schutz für "vorhandene Einrichtunge n" und wer später baue, müsse und könne sich nach den angetroffenen Verhältnissen richten. 8.2 Wie bereits in den Erwägungen 4.2 bis 4.4 erwähnt, ist das Abstellen der Vorinstanz auf die detaillieren, schlüssig begründeten und vollständige n Expertisen durch nicht zu beanstan- den. Der Experte überwachte die vertikalen Bewegungen der Garage über einen Zeitraum von rund fünf Jahren. Er führte dabei vier Kontrollmessunge n mit Hilfe eines beigezogenen Geolo- gen durch, deren Ergebnisse in Beilage 20 des Ergänzun gsgutachten vom 16. August 2018 sowie auf Seite 4 seines Gutachtens vom 7. November 2018 zusammengefasst wurden. Die Anhebungen und Setzungen der Garage wiesen laut dem Experten auf einen instabilen Unter- grund hin. Bei der Kontrollmessung vom 6. Juni 2018 wurde eine Setzung der Garage von 1,3 mm bis 1,4 mm seit der letzten Messung vom 18. März 2015 festgestellt. Der vom Experten beigezogene Geologe sprach in diesem Zusammenhang von einer signifikanten Setzung (vgl. Ergänzungsgutachten vom 16. August 2018 S. 5, 11 und 13). Dass das instabil gewordene Fundament der Garage aufgrund der Kriechbewegungen des Untergrunds einen Schaden nach Art. 685 Abs. 1 ZGB darstellt, ist bereits beschrieben worden (siehe vorstehende Erwägung 5.5) und braucht nicht wiederholt zu werden. In Erwägung 5. 2 ist dargelegt worden, dass weder die Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorinstanz noch der Experte von einer Verkippung der Gar age um 16 mm ausgegangen sind. Im Weiteren trifft die Behauptung der Beklagten nicht zu, dass Art. 685 Abs. 1 ZGB einzig vor- handene Einrichtungen auf dem Nachbargrundstück schütze. A us dem Wortlaut dieses Artikels ergibt sich bereits das Verbot, durch Grabungen oder Bauten auf dem eigenen Grundstück das Erdreich des Nachbarn in Bewegung zu bringen, zu gefährd en oder vorhandene Vorrichtungen zu beeinträchtigen. Dieses Verbot erfasst nicht jede de rartige Einwirkung auf ein Nachbar- grundstück, sondern nur diejenige, die vom benachbarten Grundeigentümer aufgrund des im Nachbarrecht geltenden Toleranzprinzips nicht zu dulden ist. Erhebliche Bodensenkungen und -rutschungen, Rissbildungen an Gebäudefassaden oder auch B odenvernässung können über- mässige Einwirkungen darstellen, die vom Nachbarn nicht ge duldet werden müssen (BGE 127 III 257 E. 5b; BSK ZGB II-R EY /S TREBEL , 6. Aufl., 2019, Art. 685/686 N 10 f.). Das instabil e Ga- ragenfundament der Kläger und die latente Gefahr ei ner weiteren Absenkung der Garage mit der wahrscheinlichen Folge eines Bruchs der Bodenplatte zwischen Wohnhaus und Garage der Kläger ist von diesen sicherlich nicht hinzunehmen. Die Ka usalität zwischen den gesetzeswidri- gen und gegen die Regeln der Baukunde verstossenden H andlungen bzw. Unterlassungen der Beklagten und dem eingetretenen Schaden sind durch die diversen Berichte des Gerichtsexper- ten erstellt. Diesen kann ebenfalls entnommen werden, dass die Kläger bei der Erstellung ihres Baus auf den damals vorhandenen Baugrund reagiert hat ten, indem sie nebst diversen Sicker- leitungen auch eine Stützmauer bauen sowie ihre Gara ge tiefer fundieren liessen als ursprüng- lich vorgesehen war. Entgegen den Ausführungen der B eklagten bauten die Kläger im Übrigen nicht auf dem Riss, sondern der von den Beklagten verursac hte Hangriss entstand neben dem talseitigen Abschluss der klägerischen Garage, wie sich au s den Expertisen und den aktenkun- digen Fotographien ergibt. Ein Selbstverschulden der K läger ist nicht ersichtlich und wird von den Beklagten auch nicht weiter begründet. Kein Hangrutsch im Bereich des klägerischen Grundstücks? 9.1 Die Beklagten führen im Wesentlichen aus, das Grundstück der Kläger weise keinen Hangrutsch auf. Nur die Böschung unterhalb der Garage habe sich leicht gesenkt. Das sei jedoch nach dem Bau der Garage geschehen. Der Zusammenh ang zwischen dem Anlegen der Böschung und des Abrutschens im Winter 2011 / 2012 (star ke Regenfälle gemäss der Exper- tise) sei nicht gegeben. Entgegen den Ausführungen in der Urteilserwägung 18 sei der Hangriss vom März 2011 heute nicht mehr sichtbar. Er sei überbaut worden. Heute sei nur noch die Ab- senkung der Böschung unterhalb der Garage auf dem Gru ndstück der Beklagten sichtbar. Die Situation sei aber seit Januar 2012 unverändert. 9.2 Demgegenüber weisen die Kläger zu Recht darauf hin, d ass in der Urteilserwägung 18 der Vorinstanz aufgrund der Verfahrensakten, der Gerich tsexpertise und des Augenscheins durch die Vorinstanz am 11. April 2019 festgestellt wo rden ist, dass ein Hangriss mit einer Ab- risskante auf einer Länge von ca. 17 m auf dem Grundstück der Kläger immer noch sichtbar ist. Weshalb die Beklagten unter diesen Umständen bestreite n, dass es auf dem Grundstück der Kläger zu einem Hangrutsch gekommen bzw. ein Hangriss nic ht mehr sichtbar ist, erscheint schleierhaft und offensichtlich aktenwidrig. Im Übrigen ist nicht entscheidend, ob der Hangriss heute noch sichtbar ist. Vielmehr sind die Feststellungen des Gutachters massgebend, wonach Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Bau des Einfamilienhauses der Beklagten aufgrund der ungenügenden Baugrubensiche- rung einen Böschungsbruch ausgelöst hat, dessen Folgen bis heute anhalten und die zur Insta- bilität der Böschung zwischen den Liegenschaften der Par teien geführt hat. In Bezug auf Nie- derschlagsereignisse wurde bereits erläutert, dass solche n ach Ansicht des Gutachters nicht massgebend für das lokale Böschungsproblem sind. Vielmehr hat die dauernde Durchnässung des Gehängelehms in der Böschung durch das aus der Böschu ng sickernde Hangwasser zur instabilen Situation geführt (vgl. Ergänzungsgutachten vom 16. August 2018 S. 16). Diese In- stabilität der Böschung kann laut dem Experten durch die vorgeschlagenen Massnahmen be- hoben werden. Die gegenteilige Argumentation der Beklagten ist aktenwidrig und abzuweisen. Unbedeutender Böschungsrutsch auf dem beklagtischen Grundstück? 10.1 Die Beklagten rügen, dass beim Böschungsrutsch nicht von ei nem gefährlichen Zustand gesprochen werden könne. Werde die vom Experten festgest ellte Gründungstiefe des Gara- genfundamentes von 2,6 m berücksichtigt, sehe man, dass kei ne Gefahr für dieses Fundament bestehe. Denn der Fuss des Fundamentes befinde sich weit unterhalb der Gleitlinie und nur wenig höher als die Rasenfläche der Beklagten. Im Weit eren sage der Experte nicht, wo das Wasser gefasst werden solle. Richtigerweise müsse das Wasse r auf der Parzelle der Kläger gefasst werden. Wenn das Wasser auf das Grundstück der Beklagten gelange, sei es schon zu spät. Dann sei die Böschung bereits durchnässt. Der Experte wie auch das Gericht würden den langen Zeitraum zwischen dem Bau der Beklagten, dem Bau der Kläger und der Begutachtung vom November 2018 einfach ausblenden. Der Experte habe zwar bestätigt, dass es in der Zwi- schenzeit mehrfach geregnet habe. Eine Begründung dafü r, dass trotzdem noch eine Absen- kung der Garage befürchtet werden müsse, fehle vollständi g und die entsprechende Feststel- lung des Gerichts in der Urteilserwägung 18 Absatz 2 sei falsch. Die Böschung gefährde die Garagenfundation der Kläger offensichtlich nicht. 10.2 Die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsg erichts kann diesen Vorbringen der Beklagten aus mehreren Gründen nicht folgen. Den Expertisen ist zu entnehmen, dass die Beklagten durch Unterlassung von notwendigen Sicherungsmas snahmen den gegenwärtigen instabilen Zustand der Böschung geschaffen haben, welch er weiterhin andauert. Das dynami- sche Hangverhalten befindet sich laut Experten zwischen ein em Kriechen und einem lokalen geringen Rutschen. Obwohl die Kläger bei ihrem Hausba u verschiedene funktionstaugliche Drainagesysteme verlegt hatten (hinter der Gartenstützm auer, in der Rasenfläche und im Be- reich des Kellers), welche die damals vorhandenen Bodenbe wegungen berücksichtigten, fand der Experte anlässlich seiner Begehung vor Ort am 5. Juni 2018 eine Ansammlung von Wasser am Böschungsfuss auf der Parzelle der Beklagten vor (E rgänzungsgutachten vom 16. August 2018 S. 7, 15). Die Wirksamkeit der von den Beklagten im Juni 2012 erstellten oberflächen- nahen Drainage am Böschungsfuss erachtete der Experte al s ungenügend. Um das Problem der dauernden Durchnässung des Gehängelehms in der Bös chung durch das sickernde Hang- wasser zu lösen und gleichzeitig die Böschung zu stabili sieren, empfahl der Experte die Erstel- lung einer Stützmauer mit Drainageleitung entlang de m Böschungsfuss auf dem Grundstück der Beklagten. Der Experte wies auf den Grundsatz hin, wonach der Unterlieger stets verpflich- tet ist, Hangwasser vom Überlieger zu übernehmen und ab zuleiten (vgl. Gutachten vom Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht 20. Juni 2013 S. 10). Die Behauptung der Beklagten, d ie Durchnässung der Böschung sei von den Klägern zu verantworten, ist daher unzutreffend. I m Weiteren genügt die im Zeitpunkt der Erstellung des Garagenfundaments gewählte Gründungstiefe von 2,6 m unterhalb des gewach- senen Terrains gemäss dem Gutachter F.____ nicht, um die Garage aufgrund der heute be- kannten und durch die Expertisen belegte kriechende B öschung unterhalb des Garagenfunda- ments dauerhaft zu stabilisieren. Hätten die Beklagten bei ihrem Hausbau eine korrekte Bau- grubensicherung nach den Regeln der Baukunst vorgenom men und eine wirksame Drainage am Böschungsfuss erstellt, wäre die Böschung nicht instabil geworden und es wäre keine Stabi- lisierung des Garagenfundaments durch zusätzliche Betonstü tzen erforderlich gewesen. Auf- grund der bereits festgestellten vertikalen Einsenkung der Garage, die vom beigezogenen Geo- logen als signifikant erklärt worden ist, kann keineswegs vo n einer unbedeutenden Böschungs- senkung gesprochen werden, zumal für die Beseitigung d er instabilen Böschungssituation Massnahmen zu treffen sind, welche Kosten von mehr als CHF 70'000.00 verursachen. Werden diese vom Gutachter für dringlich erklärten Massnahmen ni cht ergriffen, ist mit einer weiteren Absenkung der klägerischen Garage im talseitigen Bereich zu rechnen, welche laut dem Exper- ten irgendwann zu einem Bruch der Bodenplatte zwischen Wohnhaus und Garage der Kläger und zu sichtbaren Rissen zwischen Wohnhaus und Garage führe n wird (vgl. Ergänzungsgut- achten vom 7. November 2018 S. 4 f.). Die heute besteh ende instabile Böschung kann daher entgegen den Beklagten keineswegs als unbedeutend bezei chnet werden. Das instabile Fun- dament der klägerischen Garage wurde im Übrigen durch verschiedene Kontrollmessungen am 18. Juni 2013, 10. September 2013, 18. März 2015 und 6. Juni 2018 dokumentiert. Diese Mes- sungen wurden in den vorinstanzlichen Urteilserwägungen ebenso berücksichtigt wie die Gut- achten des Experten vom 20. Juni 2013, 23. September 20 13, 16. August 2018 und 7. Novem- ber 2018. Die Behauptung der Beklagten, der Experte u nd die Vorinstanz hätten den langen Zeitraum zwischen dem Hausbau der Beklagten, dem Hausba u der Kläger und der Begutach- tung im November 2018 ausgeblendet, trifft daher offensichtlich nicht zu. Die Rügen der Beklag- ten zum behaupteten unbedeutenden Böschungsrutsch sind nicht zu hören. Keine relevanten Setzungen zu erwarten? 11.1 Die Beklagten behaupten weiter, es seien vorliegend k eine relevanten Setzungen zu be- fürchten. Gemäss ständiger Rechtsprechung seien geringfüg ige Setzungen und Rutschungen hinzunehmen. Das Kantonsgericht Graubünden habe dazu in einem Urteil vom 23. Januar 2017 unter Hinweis auf ein Gutachten erläutert, dass Setzung en bis 1 cm hinzunehmen seien. Der dortige Gutachter sei davon ausgegangen, das Haus des be troffenen Nachbarn müsse solche Setzungen "ohne nennenswerten Schaden mitmachen könne n". Mit gewissen Setzungen müs- se gerechnet werden. Würden im vorliegenden Fall die bisherigen "Bewegungen" der Garage in die nächsten 10 Jahre extrapoliert, ergebe dies ein "Verkippen" um 13 mm in den nächsten 100 Jahren (10 Dezennien x 1,3 mm). Damit sei in diesem Rutschhang ohnehin zu rechnen. Wegen der durchgehenden Bodenplatte werde die Liegenschaft d er Kläger diese Bewegung ohne Schaden überstehen. Die Bewegung bleibe innerhalb des Spaltmasses der Dilatationsfuge. Aufgrund der langen Zeit, welche die Böschung nun schon stabil sei, müsse überhaupt nicht mit weiteren Setzungen gerechnet werden. Schon gar nicht mit solchen, welche die Garage beein- trächtigen könnten. Die Vorinstanz habe diese Umstände pflichtwidrig nicht berücksichtigt. Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11.2 Die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilre cht, geht mit den Klägern einig, dass aus dem Urteil des Kantonsgerichts Graubünden nic hts zu Gunsten der Beklagten abge- leitet werden kann. Bei diesem Fall ging es um die Fra ge, ob auf einem Rutschhang der Eigen- tümer von zwei oberliegenden Nachbarsparzellen eine t emporäre unterirdische Verankerung zwecks Erstellung einer Baugrubensicherung für die unterl iegende Parzelle (gegen Entschädi- gung von CHF 20'000.00) dulden muss. Die temporäre Ve rankerung sollte durch Einbringen von Erdankern und Bodennägel ab einer Tiefe von sechs Me tern unter dem bestehenden Ter- rain der oberliegenden Nachbarsparzellen bewerkstelligt werden. Das Graubündner Kantonsge- richt wies auf die gutachterliche Schlussfolgerung hin , wonach geringfügige Beeinträchtigungen am Haus des Nachbarn in der Form, dass sich einzelne beste hende Risse etwas mehr öffnen oder sich auch neue bilden könnten, möglich bzw. nicht g änzlich auszuschliessen waren. Im dortigen Gutachten wurde erläutert, dass mögliche Setzungen von 0,5 bis 1,0 cm das Haus des Nachbarn "ohne nennenswerten Schaden mitmachen" könnte. Das Kantonsgericht Graubünden hielt sodann fest, dass das Gutachten "lediglich von ei ner als gering anzusehenden Möglichkeit einer solchen Beeinträchtigung" ausging und es kam zum Schluss, dass der Eigentümer der oberliegenden Nachbarsparzellen die temporäre unterir dische Verankerung im Sinne einer mässigen Immission zwecks Sicherung der Baugrube auf der un terliegenden Parzelle dulden musste (Urteil ZK1 16 138 des Kantonsgerichts Graubünden vom 24. Februar 2017 S. 22 ff.). Im hier zu beurteilenden Fall liegt eine gänzlich and ere Konstellation vor. Den Beklagten wird vorgeworfen, die beim Bau ihres Einfamilienhauses ausg ehobene Baugrube nicht lege artis erstellt zu haben, was zu einem Böschungsbruch zwischen den Parzellen der Parteien führte, der anschliessend nicht durch geeignete Massnahmen stabi lisiert wurde. Die instabile Bö- schung hatte gemäss Kontrollmessung vom 6. Juni 2018 ein e signifikante Setzung der Garage um 1,3 bis 1,4 mm seit der letzten Messung am 18. März 2 015 zur Folge. Sollten die vorge- schlagenen Massnahmen nicht zeitnah umgesetzt werden, geht der Gutachter davon aus, dass die durchgehende Bodenplatte zwischen Wohnhaus und Gara ge der Kläger brechen wird. Zwi- schen Wohnhaus und Garage werden zudem Risse sichtbar werd en. Anders als im Graubünd- ner Fall kann vorliegend nicht von möglichen Beeinträch tigungen des Nachbargrundstücks die Rede sein, sondern der Gutachter F.____ spricht von einer labil gewordenen Böschung und von einer bereits eingetretenen Beeinträchtigung der Sta bilität der klägerischen Garage. Die von den Beklagten ausgehenden Immissionen auf das Nachbargr undstück der Kläger sind über- mässig und müssen von letzteren nicht geduldet werden (vg l. dazu Erwägung 8.2). Der Ein- wand der Beklagten, es seien vorliegend keine relevanten Setzungen zu befürchten, geht daher fehl und ist abzuweisen. Fazit und Rückweisungsantrag 12. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägung en, dass die Klagefrist durch Postaufgabe der Klage am 4. Dezember 2014 eingeh alten worden ist. Die Verfahrensan- träge der Beklagten auf Anordnung einer Oberexpertise und Durchführung eines Augenscheins sind abzuweisen, da die verschiedenen Gutachten des Expert en F.____ vollständig, klar und schlüssig sind und die Äusserungen des Experten an der Inst ruktionsverhandlung vom 14. April 2016 nicht im Widerspruch zu seinen Aussagen in den Gut achten stehen. Bei der Beurteilung Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht des nachbarrechtlichen Streits stellte die Vorinstanz zu Recht auf die eingeholten Gutachten ab. Die von den Beklagten ausgehenden übermässigen Immissionen haben zu einem Schaden am Eigentum der Kläger geführt. Die Immissionen dauern a n und gefährden weiterhin das Eigen- tum der Kläger, so dass die Verjährungsfrist des klägeri schen Schadenersatzanspruches noch nicht zu laufen begonnen hat. Die Verjährungseinrede der Beklagten ist daher unbehelflich. Alle weiteren Rügen der Beklagten gegen das vorinstanzliche U rteil erweisen sich als unbegründet. Die Berufung ist folglich abzuweisen, woraus sich die Be stätigung des angefochtenen Urteils der Vorinstanz vom 11. April 2019 ergibt. Bei diesem Er gebnis erübrigt es sich, den subeven- tualiter gestellten Antrag der Beklagten auf Rückweisu ng der Sache an die Vorinstanz zur Neu- beurteilung im Sinne der Erwägungen zu prüfen. Kosten 13.1 Abschliessend ist über die Verteilung und Liquidation d er Prozesskosten für das Beru- fungsverfahren zu befinden. Dem Ausgang des Verfahrens e ntsprechend sind den unterliegen- den Beklagten in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 ZPO di e Prozesskosten des kantonsgerichtli- chen Verfahrens aufzuerlegen, welche die Gerichtskosten sowie eine Parteientschädigung an die obsiegende Partei beinhalten (Art. 95 Abs. 1 ZPO ). Die Nebenintervenientin und Streitberu- fene sind als Nebenparteien am Rechtsmittelverfahren be teiligt und als solche handeln sie im Interesse der Beklagten. In ihren Rechtsmittelschriften haben sie erklärt, die Berufungsanträge der Beklagten zu unterstützen und sie haben darauf verzich tet, eigene Anträge in der Sache zu stellen. Da die Beurteilung ihrer Eingaben zudem nic ht zu einem nennenswerten Mehraufwand für die Berufungsinstanz geführt hat, sind sie gestützt auf Art. 106 Abs. 3 ZPO nicht anteilsmäs- sig für die Prozesskosten des Rechtsmittelverfahrens haftbar zu machen. Aus denselben Grün- den entfällt eine solidarische oder subsidiäre Haftung für die Prozesskosten dieses Verfahrens. Als Parteigehilfen der unterliegenden Beklagten ist ih nen aber auch keine Parteientschädigung – insbesondere nicht durch die Beklagten – für das Be rufungsverfahren geschuldet, zumal bei- de keine Gründe vorbringen, die ausnahmsweise eine Part eientschädigung aus Billigkeitsüber- legungen rechtfertigen könnten (BGE 130 III 571 E. 6; BGer 4A_635/2018 vom 27. Mai 2019 E. 5.2; JENNY , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl. 2016, Art. 106 N 19; SEILER , Die Berufung nach der Schweizerischen Zivilprozessordn ung, Diss. 2011, N 115, 124). 13.2 Die Entscheidgebühr für das vorliegende Berufungsverfahren wird gemäss § 9 Abs. 1 i. V. mit § 8 Abs. 1 lit. f der Verordnung über die Gebühr en der Gerichte (SGS 170.31) auf CHF 7‘000.00 festgesetzt und den Beklagten (Berufungsklä gern) in solidarischer Verbindung auferlegt (Art. 106 Abs. 3 ZPO). Sie ist mit dem von den Beklagten geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. Darüber hinaus haben sie den obsiegenden Klägern eine streitwertorientierte Parteientschädigung zu bezahlen, die sich nach der kantonalen Tariford- nung für die Anwältinnen und Anwälte richtet (TO, S GS 178.112). Laut § 10 TO bemisst sich das Grundhonorar für die Vertretung vor zweiter Instan z nach den für die erste Instanz gelten- den Grundsätzen, wobei es ohne Rechtsschrift im Berufun gsverfahren nur 50 % und mit einer solchen bis zu 100 % des jeweils zutreffenden Grundhonor ars und allfälliger Zuschläge nach § 8 TO beträgt. Der Rechtsvertreter der Kläger, Advokat Alexander Heinzelmann, beantragt für Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Berufungsverfahren eine Entschädigung von CHF 24'287 .75. Als Berechnungsgrundlage nimmt er seine im vorinstanzlichen Verfahren eingereichte Honorarnote vom 11. April 2019 und macht davon 75 % des Grundhonorars und der Zuschläge von i nsgesamt CHF 30'000.00 gel- tend, mithin CHF 22'500.00. Hinzu kommen Auslagen von CHF 51.30 und 7,7 % Mehrwertsteu- er. Da im Berufungsverfahren jedoch – anders als im e rstinstanzlichen Verfahren – lediglich ein Schriftenwechsel angeordnet und keine Parteiverhandlun g durchgeführt wurde, kann das den Klägern im vorinstanzlichen Verfahren zugesprochene Hon orar nicht ohne Weiteres als Be- rechnungsgrundlage für das Berufungsverfahren herangezogen werden. Ausgehend von einem Streitwert in der Höhe von CHF 72'000.00 ist das Gru ndhonorar je nach Schwierigkeit des Fal- les und Umfang der Bemühungen auf CHF 6'000.00 bis C HF 10'500.00 festzusetzen (§ 7 Abs. 1 lit. f TO). In diesem Honorarrahmen sind eine H auptverhandlung und zusätzlich eine Rechtsschrift im schriftlichen Verfahren inbegriffen. De r vorliegende Fall betrifft eine eher kom- plexe baurechtliche Streitigkeit mit höherem Schreiba ufwand und Schwierigkeitsgrad. Obwohl im Rechtsmittelverfahren keine Hauptverhandlung durchgef ührt wurde, rechtfertigt es sich vor- liegend, den Klägern ein Grundhonorar von CHF 10'500 .00 zuzugestehen, da sie neben der Berufungsantwort vom 28. November 2019 noch eine wei tere Eingabe – ihre Duplik vom 17. Dezember 2019 – eingereicht haben. Dafür sind de n Klägern keine Zuschläge nach § 8 TO zu gewähren, zumal das Grundhonorar von CHF 10'500.00 e ine ausreichende Vergütung für die Bemühungen im Berufungsverfahren nach § 8 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 TO darstellt. Werden die geltend gemachten Auslagen von CHF 51.30 sowie die Mehr wertsteuer von aktuell 7,7 % hin- zugerechnet, ist den Klägern eine angemessene Parteientsch ädigung von CHF 11'363.75 geschuldet. Die Beklagten (Berufungskläger) sind daher zu verpflicht en, den Klägern (Beru- fungsbeklagten) in solidarischer Verbindung eine Parteie ntschädigung in vorerwähnter Höhe auszurichten. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr von CHF 7'000. 00 wird den Beru- fungsklägern in solidarischer Verbindung auferlegt. Sie wird mit dem von den Berufungsklägern einbezahlten Kostenvorschuss von CHF 7 '000.00 verrechnet. Die Berufungskläger haben den Beruf ungsbeklagten in solidarischer Verbindung eine Parteientschädigung von CHF 11'363.75 (inkl. Ausla- gen und inkl. Mehrwertsteuer von CHF 812.45) für das Berufungsverfah- ren zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Giuseppe Di Marco