A bteilung I A -2035/2006 {T 0/2} U rteil vom 24. A pril 2007 M itw irkung: R ichterin M arianne R yter Sauvant (Vorsitz); R ichter Beat Forster; R ichter D aniel R iedo; G erichtsschreiber Sim on M üller. X._______ Beschw erdeführerin, vertreten durch R echtsanw alt D r. iur. H ans-U w e G ebhardt, Kolinplatz 3, 6300 Zug, gegen B undesam t für K om m unikation (B A K O M ), Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel, Vorinstanz betreffend Verfahrenskosten, Verfügung des B A K O M vom 28. M ärz 2003. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Bis am 31. M ärz 2003 durfte das Bundesam t für Kom m unikation (BAKO M ) die Identität einer Inhaberin einer einzeln zugeteilten Telekiosknum m er (090x) nur dann bekannt geben, w enn die Teilnehm erin oder der Teilneh- m er, w elche oder w elcher D ienstleistungen einer solchen Inhaberin in An- spruch genom m en hatte, glaubhaft darlegen konnte, dass die Inhaberin dieser N um m er gegen geltendes R echt, insbesondere gegen zivil-, straf- oder lauterkeitsrechtliche Bestim m ungen verstossen haben könnte oder dass die betreffende N um m er anderw eitig m issbräuchlich eingesetzt w or- den ist. D a im Bereich der M ehrw ertdienstnum m ern die M issbräuche m as- siv zugenom m en hatten, w urde diese Bestim m ung per 1. April 2003 revi- diert und die Anw endung des Ö ffentlichkeitsprinzips ausgedehnt. Zw ischen dem 18. und 26. M ärz 2003 verlangten verschiedene N um m ern- inhaberinnen, so auch X._______, vom BAKO M , ihre Identität bezüglich den ihnen zugeteilten N um m ern nicht zu veröffentlichen. Im Falle, dass das BAKO M an einer Veröffentlichung festhalten sollte, ersuchte sie um Erlass einer beschw erdefähigen Verfügung. B. M it Verfügung vom 28. M ärz 2003 stellte das BAKO M fest, dass die Ein- führung des G rundsatzes der Ö ffentlichkeit im Bereich von einzeln zuge- teilten N um m ern durch den Verordnungsgeber sow ie die U m setzung dieses G rundsatzes durch das BAKO M rechtm ässig seien. D er N um m erninhaberin w urden für die Erarbeitung der Verfügung Kosten von Fr. 568.75 auferlegt. C . Am 1. April 2003 erhob X._______ dagegen per Fax Beschw erde bei der R ekurskom m ission des Eidgenössischen D epartem ents für U m w elt, Verkehr, Energie und Kom m unikation (R EKO U VEK, ab dem 1. Juli 2004 Eidgenössische R ekurskom m ission für Infrastruktur und U m w elt R EKO /IN U M ). D arin beantragt sie, die Verfügung des BAKO M vom 28. M ärz 2003 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Änderung der fraglichen Bestim m ung unw irksam sei m it der Folge, dass die persön- lichen D aten der Beschw erdeführerin nur im Einzelfall herauszugeben seien, w enn durch D ritte glaubhaft dargelegt w erde, dass die Inhaberin bzw . der Inhaber der jew eiligen N um m er gegen geltendes R echt verstos- sen haben könnte oder dass die betreffende N um m er anderw eitig m iss- bräuchlich eingesetzt w orden sei. D . Am 14. M ai 2003 reichte die Beschw erdeführerin innerhalb der noch lau- fenden Beschw erdefrist die Begründung ihrer Beschw erde nach. Ergän- zend zum bereits gestellten Antrag beantragt die Beschw erdeführerin sinngem äss, ihr seien unabhängig vom Ausgang des Verfahrens für den Erlass der angefochtenen Verfügung keine Kosten aufzuerlegen. Sie m acht geltend, der Erlass der Verfügung sei durch die jährliche Verw al- tungsgebühr von Fr. 12.- bereits abgegolten. E. M it Vernehm lassung vom 15. Juli 2003 beantragt das BAKO M die Abw ei- sung der Beschw erde. H insichtlich der Kosten führt das BAKO M aus, der 3 Erlass der angefochtenen Verfügung w erde nicht m ehr von den w iederkeh- renden Verw altungsgebühren abgedeckt. Beim G esuch der Beschw erde- führerin handle es sich um eine Eingabe, für die keine spezifische G ebühr vorgesehen sei, w eshalb das BAKO M die G ebühr in analoger Anw endung des Stundenansatzes für den W iderruf einer einzeln zugeteilten N um m er festgesetzt habe. F. N ach einem M einungsaustausch über die Zuständigkeit überw ies die R EKO /U VEK die Angelegenheit m it Verfügung vom 23. D ezem ber 2003 zur Beurteilung an die Eidgenössische D atenschutzkom m ission (ED SK; ab dem 1. Juli 2006 Eidgenössische D atenschutz- und Ö ffentlichkeitskom - m ission ED Ö K). D iese w ies die Beschw erde in der Sache m it U rteil vom 2. April 2005 ab und überw ies die Angelegenheit zur Beurteilung der Be- schw erde, sow eit sie sich gegen die vom BAKO M erhobene Verw altungs- gebühr richtet, zurück an die R EKO /IN U M . G . M it Schreiben vom 31. Juli 2006 stellte die ED Ö K der R EKO /IN U M das U r- teil vom 2. August 2005 und die Verfahrensakten zu. D as Verfahren w urde per 1. Januar 2007 vom Bundesverw altungsgericht übernom m en. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D ie Beschw erde richtet sich gegen eine Verfügung des BAKO M . G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw al- tungsgericht (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D as BAKO M ist eine Vor- instanz gem äss Art. 33 Bst. d VG G . Eine Ausnahm e besteht im Bereich der Verw altung von Adressierungselem enten nicht. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D eparte- m ente hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.2 D ie ED Ö K hat das Beschw erdeverfahren an die R EKO /IN U M zur Beurtei- lung der Frage der Verw altungsgebühren überw iesen. N achdem das Bun- desverw altungsgericht – seine eigene Zuständigkeit vorausgesetzt – die hängigen Fälle sow ohl der R EKO /IN U M als auch der ED Ö K übernim m t, steht die Zuständigkeit des Bundesverw altungsgerichtes ausser Frage. In der Bundesverw altungsrechtspflege gilt der G rundsatz der Einheit des Prozesses. D ies bedeutet, dass strittige prozessuale N ebenfolgen zufolge ihres engen Sachzusam m enhanges im gleichen Verfahren zu beurteilen sind w ie der angefochtene H auptpunkt der Verfügung (BG E 122 II 274 E. 1b; FR ITZ G YG I, Bundesverw altungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 237 f.). D ie Frage der Verw altungsgebühren w äre dem nach von der 4 ED Ö K direkt zu beurteilen gew esen. D ie Zuständigkeit des Bundesverw al- tungsgerichts w ird dadurch zw ar nicht berührt, dem G rundsatz der Einheit des Verfahrens ist indessen im R ahm en der Kostenverteilung für das vor- liegende Verfahren R echnung zu tragen. 1.3 Zur Beschw erde ist nach Art. 48 Bst. a Vw VG berechtigt, w er durch die an- gefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an de- ren Aufhebung oder Änderung hat. Als m it G ebühren belastete Verfü- gungsadressatin ist die Beschw erdeführerin zur Beschw erde legitim iert. 1.4 Auf die frist- und form gerecht erhobene Beschw erde ist daher einzutreten. 2. D ie Beschw erdeführerin m acht geltend, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens sei die Kostenerhebung für den Erlass der angefochtenen Ver- fügung unzulässig. In der Verordnung des U VEK vom 22. D ezem ber 1997 über Verw altungsgebühren im Fernm eldebereich (hiernach Vo U VEK, SR 784.106.12) fehle eine Bestim m ung, die die Erhebung einer G ebühr für den Erlass der angefochtenen Verfügung rechtfertige. M it der Bezahlung der Zuteilungsgebühr von Fr. 60.- und der jährlichen Verw altungsgebühr von Fr. 12.- pro N um m er sei die Aufsichtstätigkeit und die allgem eine Ver- w altung der Vorinstanz abgedeckt. D ie Beschw erdeführerin bestreitet da- m it einzig das Vorhandensein einer genügenden rechtlichen G rundlage für die G ebührenerhebung. H ingegen zieht sie den geltend gem achten Ar- beitsaufw and des BAKO M nicht in Zw eifel. 2.1 D as BAKO M führt dagegen aus, die einm alige Zuteilungsgebühr und die jährlich w iederkehrende Verw altungsgebühr deckten in erster Linie die Ko- sten für die Bew irtschaftung der einzeln zugeteilten N um m ern in der elek- tronischen D atenbank, deren Investitionskosten, die Führung der D ossiers, die Kontakte zu den N um m erninhabern, die Behandlung von R eklam a- tionen etc. M it dem Begehren um Erlass einer beschw erdefähigen Verfü- gung habe die Beschw erdeführerin darüber hinausgehende Arbeiten aus- gelöst. D a für die Ausarbeitung und den Erlass der Verfügung in der Vo U VEK keine spezifische G ebühr vorgesehen sei, habe die Vorinstanz die G ebühr gem äss Art. 1 Abs. 2, zw eiter Satz, der Vo U VEK festgesetzt. D ie Erarbeitung einer Verfügung betreffend die Identitätsbekanntgabe sei m it dem Verfassen einer N um m ernw iderrufverfügung vergleichbar, w eshalb es sich rechtfertige, denselben Stundensatz anzuw enden. 2.2 G em äss Art. 41 Abs. 2 des Fernm eldegesetzes vom 30. April 1997 (FM G , SR 784.10) legt das D epartem ent die Verw altungsgebühren im Fernm elde- bereich fest. Es kann die Festlegung von G ebühren untergeordneter Be- deutung dem Bundesam t übertragen. G em äss Art. 1 Abs. 1 Vo U VEK in der Fassung vom 4. D ezem ber 2000 (AS 2000 3036) erhebt die zustän- dige Behörde für die Behandlung von Eingaben bei der G esuchstellerin eine Verw altungsgebühr, berechnet nach der aufgew endeten Zeit bei einem für die betreffende H andlung festgelegten Stundenansatz; spe- ziellere Bestim m ungen bleiben vorbehalten. W ird für eine H andlung der zuständigen Behörde keine spezifische Verw altungsgebühr festgelegt, so erhebt diese die Verw altungsgebühr nach der aufgew endeten Zeit bei einem Stundenansatz, der für eine der betreffenden H andlung 5 entsprechende H andlungsart oder -gruppe gilt. D a für die Behandlung des G esuchs um N ichtbekanntgabe der Inhaberdaten keine spezifische Verw altungsgebühr festgelegt ist, w endete die Vorinstanz Art. 21a Abs. 3 Vo U VEK betreffend den W iderruf einer einzeln zugeteilten R ufnum m er analog an und ging von einem Stundenansatz von Fr. 260.- aus. D as BAKO M nahm zu R echt an, das Erarbeiten einer Verfügung betreffend die Bekanntgabe der Identität eines R ufnum m erninhabers sei m it dem Erarbeiten einer N um m ernw iderrufsverfügung vergleichbar. Bei beiden Tätigkeiten handelt es sich um das R edigieren eines juristischen Textes, bei dem vergleichbare R echtsfragen zu klären und Abw ägungen vorzunehm en sind. D agegen bezieht sich die jährliche Verw altungsgebühr auf reine Verw altungshandlungen, w elche m it dem Erlass einer Verfügung w eder inhaltlich noch in H inblick auf den dabei entstehenden Aufw and vergleichbar sind. D as Vorgehen des BAKO M ist dam it nicht zu beanstanden. D ie Beschw erdeführerin begründet denn auch nicht näher, w eshalb dieses Vorgehen nicht rechtm ässig sein soll. D er vom BAKO M angew andte Stundenansatz erscheint dam it als rechtskonform . 2.3 D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen. 3. Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschw erdeführerin als unterlie- gend, w eshalb sie grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hat. D ie Verfahrenskosten können ausnahm sw eise erlassen w erden (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D er Beschw erdeführerin w urden bereits im Entscheid der ED SK vom 2. August 2005 Verfahrenskosten auferlegt. D a die Beschw erde auch in Bezug auf die erstinstanzliche Verw altungsgebühr bereits in diesem Entscheid hätte entschieden w erden können, scheint es indessen nicht an- gem essen, der Beschw erdeführerin erneut Verfahrenskosten aufzuerle- gen. D ie Beschw erdeführerin ist nicht schlechter zu stellen, als w enn die ED SK direkt entschieden hätte. D ie Verfahrenskosten sind der Beschw er- deführerin deshalb zu erlassen. 4. Als unterliegender Partei steht der Beschw erdeführerin keine Parteient- schädigung zu (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es w erden keine Parteikosten zugesprochen.6 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: M arianne R yter Sauvant Sim on M üller R echtsm ittelbelehrung G egen das vorliegende U rteil kann eine Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht erhoben w erden. D ie Beschw erde ist innert 30 Tagen seit der Eröffnung des angefochtenen U rteils zu erheben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54 und 100 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichtsgesetz, BG G ], SR 173.110).