Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht vom 10. Januar 2012 (470 11 176) ____________________________________________________________________ Strafprozessrecht Vorführung Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Peter Tobler (Ref.), Richter Stephan Gass; Gerichtsschreiber Dominik Haffter Parteien A.____ vertreten durch Advokatin Annalisa Landi, Oberwilerstrasse 3, Post- fach 83, 4123 Allschwil 2, Beschwerdeführer gegen Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung OK/WK, Rheinstrasse 12, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin Polizei Basel-Landschaft , Rheinstrasse 25, 4410 Liestal, vertreten durch Polizei Basel-Landschaft, Polizeileitung, Rheinstras- se 25, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin Gegenstand andere Zwangsmassnahmen / Vorführung Beschwerde gegen den Vorführungsbefehl der Staatsanw altschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, vom 26. September 2011 Seite 2 Sachverhalt A. In dem gegen A.____ geführten Untersuchungsverfahren wegen ordnungswidriger Füh- rung der Geschäftsbücher, Steuerbetrug, Beihilfe zur u ngetreuen Geschäftsbesorgung, ge- werbsmässigem Betrug und Urkundenfälschung verfügte die St aatsanwaltschaft Basel- Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, mit Vorführungsbef ehl vom 26. September 2011 die Vor- führung von A.____ am 27. September 2011 zur erkennun gsdienstlichen Erfassung durch die Polizei (Abnahme der Fingerabdrücke aufgrund des Verda chts auf Urkundenfälschung) sowie anschliessender Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft. B. Am 27. September 2011 nahm die Polizei Basel-Landschaf t A.____ vorläufig fest und führte eine erkennungsdienstliche Erfassung sowie einen Wangenschleimhautabstrich zwecks DNA-Analyse durch. Gleichentags vernahm die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptab- teilung OK/WK, A.____ ein. C. Mit Eingabe vom 30. September 2011 erhob A.____, ver treten durch Advokatin Annalisa Landi, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab teilung Strafrecht, und beantrag- te, es sei festzustellen, dass der Vorführungsbefehl vom 2 6. September 2011 Art. 207 StPO verletze und damit zu Unrecht erlassen worden sei. Fer ner seien die Polizei Basel-Landschaft und die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft anzuweisen, sämtliches am 27. September 2011 erstelltes erkennungsdienstliches Material, mindestens abe r die DNA-Probe und die vom Be- schwerdeführer erstellten Fotos, zu vernichten. Überdies sei ihm eine angemessene Entschädi- gung und eine Genugtuung zu Lasten der Beschwerdegegn er zuzusprechen sowie ein Replik- recht zur Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft einzuräumen, unter o/e Kos- tenfolge. Auf die Begründung dieser Beschwerde sowie der nachfol genden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen des vorliegenden Beschlusses eingegangen. D. Der Präsident der Abteilung Strafrecht des Kantonsgeri chts Basel-Landschaft räumte mit Verfügung vom 6. Oktober 2011 dem Beschwerdeführer das Replikrecht zur Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, und der Polizei Basel-Landschaft ein. E. Die Polizei Basel-Landschaft begehrte mit Stellungnah me vom 13. Oktober 2011 die Ab- weisung der Beschwerde. F. In ihrer Stellungnahme vom 24. Oktober 2011 beantr agte die Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, die Beschwerde sei abzuweisen, ihr sei das Recht auf Duplik zu gewähren und die o/e Kosten seien dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. G. Mit Eingabe vom 28. Oktober 2011 nahm die Staatsanw altschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, zu den Ausführungen der Polizei Basel-Landschaft Stellung. Seite 3 H. Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 7. November 2011 an den in der Beschwerde vom 30. September 2011 gestellten Rechtsbegehren fest und begehrte, es sei der Polizei Ba- sel-Landschaft sowie der Staatsanwaltschaft Basel-Landsch aft kein Duplikrecht einzuräumen, eventualiter sei ihm das Recht zur Triplik einzuräumen, alles unter o/e Kostenfolge. I. Mit Verfügung vom 9. November 2011 stellte der Präside nt der Abteilung Strafrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft die replizierende Stellu ngnahme des Beschwerdeführers vom 7. November 2011 den Beschwerdegegnern zur fakultati ven duplizierenden Stellungnah- me zu. J. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilun g OK/WK, nahm mit Duplik vom 17. November 2011 Stellung zur Replik des Beschwerdeführers vom 7. November 2011. K. Mit Eingabe vom 21. November 2011 teilte die Polize i Basel-Landschaft mit, dass sie auf eine Duplik verzichte. L. Der Präsident der Abteilung Strafrecht des Kantonsger ichts Basel-Landschaft schloss mit Verfügung vom 23. November 2011 den Schriftenwechsel. M. Mit Triplik vom 24. November 2011 hielt der Beschwerde führer an den gestellten Rechts- begehren vollumfänglich fest. Erwägungen 1. Formelles 1.1 Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Strafprozessor dnung (StPO, SR 312.0) in Kraft getreten. Gemäss Art. 454 Abs. 1 StPO werden Rech tsmittel gegen erstinstanzliche Ent- scheide, die nach Inkrafttreten der Schweizerischen Straf prozessordnung gefällt worden sind, nach neuem Recht beurteilt. Der im vorliegenden Fall angefochtene Vorführungsbefehl datiert vom 26. September 2011, weshalb die neue Strafprozessordnung Anwendung findet. 1.2 Die Beschwerde ist gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO zul ässig gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaf t und Übertretungsstrafbehörden. Gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO können Rechtsverletzungen, d ie falsche Feststellung des Sach- verhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden. Da mit de r Beschwerde alle Mängel des an- gefochtenen Entscheids geltend gemacht werden können, v erfügt die Rechtsmittelinstanz über volle Kognition (S TEPHENSON /T HIRIET , Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 393 N 15). Die B e- schwerdefrist gegen schriftlich oder mündlich eröffnete E ntscheide beträgt 10 Tage, wobei die Beschwerde schriftlich und begründet bei der Beschwerdei nstanz einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO ist jede Parte i, die ein rechtlich geschütztes Inte- resse an der Aufhebung oder Abänderung der angefochte nen Verfügung hat, zur Beschwerde legitimiert. Seite 4 1.3 Mit der vorliegenden Beschwerde wird der Vorführungsbe fehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, vom 26. Septe mber 2011 angefochten, welcher ein taugliches Beschwerdeobjekt darstellt. Ferner wird der V ollzug des Vorführungsbefehls durch die Polizei Basel-Landschaft am 27. September 2011, d ie über den Vorführungsbefehl hinaus- gehende erkennungsdienstliche Erhebung sowie die Abnahm e eines Wangenschleimhautab- strichs durch die Polizei Basel-Landschaft gerügt, mithin Verfahrenshandlungen und somit ebenfalls taugliche Beschwerdeobjekte. Der Beschwerdeführ er macht eine Verletzung von Art. 197, Art. 207, Art. 260 und Art. 431 StPO, mit hin Rechtsverletzungen, sowie die Unange- messenheit des Vorführungsbefehls geltend und bringt fo lglich gültige Beschwerdegründe vor. Mit Eingabe vom 30. September 2011, der Schweizerischen Post zu Handen des Kantonsge- richts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, übergebe n am 1. Oktober 2011, wurde die Rechtsmittelfrist gewahrt sowie die Begründungspflicht w ahrgenommen. Als beschuldigte Per- son und Adressat des Vorführungsbefehls ist der Beschwerd eführer durch die besagte Verfü- gung unmittelbar in seinen Rechten betroffen und som it beschwert. Die Zuständigkeit der Drei- erkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, als Beschwerdeinstanz ist gemäss § 15 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Schweizer ischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250) ebenfalls gegeben. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2. Materielles 2.1 In seiner Beschwerde vom 30. September 2011 bringt der Beschwerdeführer vor, die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/ WK, führe seit Herbst 2010 ein Un- tersuchungsverfahren gegen ihn wegen ordnungswidriger Führung der Geschäftsbücher, Steu- erbetrugs und Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsbesorgung. Er habe 2005 im Zuge einer Auslagerung die Transportabteilung der B.____ AG über nommen und in einem Rahmenvertrag festgehalten, zu welchen Preisen er für die B.____ AG Transportdienste erbringe. Der Mitbe- schuldigte C.____ sei als Angestellter der B.____ AG zust ändig für die Vergabe der Transport- aufträge gewesen und habe von ihm Provisionen in untersc hiedlicher Höhe, maximal bis zu 50%, gefordert, welche er bezahlt habe, um weiterhin Aufträge zu erhalten. Im Rahmen der Sichtung der Geschäftsunterlagen seien der Staatsanwaltsc haft Rechnungen des Beschwerde- führers an die B.____ AG aufgefallen, zu welchen kein e Detailbelege für die erbrachten Leis- tungen vorhanden seien. Diese Tatsache habe bei der St aatsanwaltschaft den Verdacht be- gründet, es seien Rechnungen für fiktive Leistungen gestellt worden, weshalb sie das Verfahren auf gewerbsmässigen Betrug zum Nachteil der B.____ AG sowie auf Urkundenfälschung aus- gedehnt habe. Ohne zunächst eine Erkundigung bei der B.____ AG einzuholen, ob die in Rech- nung gestellten Leistungen tatsächlich erbracht worden seien, habe die Staatsanwaltschaft ge- gen ihn und seine Lebenspartnerin den Vorführungsbef ehl vom 26. September 2011 erlassen. Dieser sei am 27. September 2011 durch die Polizei Basel-Landschaft vollzogen worden, wobei nicht nur - wie im Vorführungsbefehl angeordnet - di e Fingerabdrücke abgenommen worden seien, sondern es sei zusätzlich noch ein Wangenschleimhautab strich zwecks DNA-Analyse durchgeführt und eines oder mehrere Fotos von ihm aufge nommen worden. Der Vorführungs- befehl werde mit der Notwendigkeit des sofortigen Ersch einens im Interesse des Verfahrens, eines dringenden Tatverdachts sowie dem Haftgrund der Kollusionsgefahr begründet. Die Not- Seite 5 wendigkeit des sofortigen Erscheinens sei einzig im Zusammenhang mit der angeblichen Kollu- sionsgefahr verständlich, welche nur zwischen ihm und se iner Lebenspartnerin habe bestehen können. Allerdings sei eine solche Gefahr zu verneinen, da er bereits über ein halbes Jahr lang gewusst habe, dass ein Verfahren gegen ihn hängig sei, w eshalb er und seine Lebenspartnerin genug Zeit gehabt hätten, um weitere Delikte zu verber gen und sich abzusprechen. Ohnedies habe keine Möglichkeit bestanden, Beweise verschwinden zu lassen, da die Staatsanwaltschaft ihren Verdacht auf Urkunden stütze, in deren Besitz sie bereits sei. Einer allfälligen Kollusions- gefahr hätte im Übrigen durch eine zeitgleiche Einvern ahme von ihm und seiner Lebenspartne- rin begegnet werden können. Ferner könne der Umstand, dass zu gewissen Rechnungen keine Detailbelege vorhanden seien, noch keinen dringenden Tatverdacht begründen, da es für das Fehlen der Belege vielfache Gründe geben könne. Hinzu k omme, dass die Staatsanwaltschaft den dringenden Tatverdacht zugrunde gelegt habe, ohn e zuvor mit der B.____ AG Rückspra- che zu nehmen, ob solche betrügerische Rechnungen überhau pt möglich beziehungsweise ob diese Rechnungen allenfalls in Ordnung seien. Schliesslich sei der Vorführungsbefehl insoweit unverhältnismässig, als die Abnahme der Fingerabdrücke v om Beschwerdeführer verlangt wer- de, da diese beweismässig nicht notwendig sei. Des Weite ren sei die Polizei über die Anord- nung zur Abnahme der Fingerabdrücke im Vorführungsbefeh l hinaus gegangen, indem sie ei- nen Wangenschleimhautabstrich zwecks DNA-Analyse durchgeführ t und ihn fotografiert habe. Mangels Anordnung sei diese erkennungsdienstliche Erfassung rechtswidrig erfolgt und des- halb ohne Weiteres zu vernichten. Zudem sei der Beschwerd eführer anschliessend an die Ein- vernahme in die Tageszelle verbracht, und erst nach ein er zweiten Einvernahme am späten Nachmittag auf freien Fuss gesetzt worden. Da dieser Fre iheitsentzug rechtswidrig gewesen sei, habe er gestützt auf Art. 431 Abs. 1 StPO Anspru ch auf eine Entschädigung sowie eine Genugtuung. 2.2 Mit Stellungnahme vom 13. Oktober 2011 macht die Poli zei Basel-Landschaft geltend, aufgrund der Anordnung im Vorführungsbefehl, lautend : „ Erkennungsdienstliche Erfassung durch die Polizei (Abnahme der Fingerabdrücke aufgrun d des Verdachts auf Urkundenfäl- schung)“ habe der Einsatzleiter der Polizei mit der zuständige n Untersuchungsbeauftragten am 27. September 2011 telefonisch Rücksprache genommen, ob die Anordnung auf die Abnahme der Fingerabdrücke beschränkt sei. Die Verfahrensleitun g habe ihn angewiesen, eine vollstän- dige erkennungsdienstliche Erfassung, inklusive eines Wa ngenschleimhautabstrichs, durchzu- führen. Im Übrigen bestehe eine parallele Kompetenz der Polizei zur Anordnung dieser Zwangsmassnahmen. Nach Art. 255 StPO könne zur Aufklärung eines Verbrechens oder eines Vergehens insbesondere von der beschuldigten Person eine Probe genommen und - auf An- ordnung der Staatsanwaltschaft - ein DNA-Profil erstel lt werden. Da im vorliegenden Verfahren wegen gewerbsmässigem Betrug, Urkundenfälschung und ung etreuer Geschäftsbesorgung ermittelt werde, seien die Voraussetzungen für die Ab nahme eines Wangenschleimhautab- strichs gegeben und eine Möglichkeit zu einem geringfügi geren Eingriff im Sinne von Art. 197 StPO bestehe nicht. Soweit der Beschwerdeführer die so fortige Löschung der Ergebnisse der erkennungsdienstlichen Erfassung und der DNA-Analyse verlange, übersehe er, dass sich eine solche nach Art. 261 StPO beziehungsweise Art. 16 DNA-Pr ofil-Gesetz richte und von den in den besagten Normen aufgezählten Gründen einer Löschu ng im vorliegenden Fall keiner zu- treffe, weshalb dem Begehren nicht stattzugeben sei. Seite 6 2.3 Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, führt in ihrer Stel- lungnahme vom 24. Oktober 2011 aus, dass rund ein Dritt el der vom Beschwerdeführer an B.____ AG gestellten Rechnungen Positionen enthielten , die unbelegt seien. Diese unbelegten Positionen seien nachträglich von Hand mit „o“, „x“ od er „-“ markiert worden, wobei sich aus den Aussagen des Beschwerdeführers und seiner Lebenspartner in ergebe, dass bei den mit „o“ markierten Positionen „div. Camionage“ eine unternehm erisch nicht zu rechtfertigende Provisi- on von 50% des Rechnungsbetrags, bei den mit „x“ markiert en eine Provision von 15% und bei den mit „-“ markierten keine Provision berechnet worden sei. Bei der B.____ AG sei der mut- massliche Provisionsempfänger C.____ für die Kontrolle und Visierung der gestellten Rechnun- gen zuständig gewesen, wobei teilweise sein Vorgesetzte r ein Zweitvisum geleistet, dabei je- doch keine eingehende Prüfung anhand von Belegen voll zogen habe, sondern nur einen Plau- sibilitätscheck. Diese Erkenntnisse begründeten einen dr ingenden Verdacht, dass der Be- schwerdeführer und seine Lebenspartnerin in den Jahren 2001 bis 2010 systematisch fiktive Leistungen zum Nachteil der B.____ AG im Umfang von ge samthaft CHF 100'000.00 in Rech- nung gestellt hätten, um so die hohen Provisionszahlung en an C.____ zu finanzieren. Der drin- gende Verdacht werde insbesondere dadurch gestützt, dass bei zahlreichen Rechnungspositio- nen Detailbelege fehlten, währenddem die übrigen Po sitionen detailliert anhand von Rapporten und Lieferscheinen nachgewiesen seien. Zudem seien die unbelegten Rechnungspositionen nichtssagend mit „div. Camionage“ bezeichnet und verfügt en über keinerlei Angaben bezüglich Auftraggeber, Auftragsnummer oder dergleichen, seien jedoch mit einem „o“ markiert und wür- den mit einer Provision von 50% zugunsten von C.____ ab gerechnet. In Bezug auf die Kollusi- onsgefahr führt die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, aus, dass die Tatsache einer allenfalls bereits geschehenen Absprache zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Lebenspartnerin nicht dazu führen könne, dass man eine Kollusion nicht dennoch versu- che zu verhindern. Zwar hätte man durch eine zeitgleiche Einvernahme der beiden eine Ab- sprache zwischen ihnen verhindern können, jedoch habe die Kollusionsgefahr auch gegenüber den Mitarbeitern des Beschwerdeführers bestanden, welche ebenfalls am 27. September 2011 einvernommen worden seien. Zudem habe aufgrund der Festnahme die Möglichkeit bestanden, die beiden Beschuldigten mit den Aussagen der übrigen P ersonen zu konfrontieren, ohne dass sie sich zuvor hätten austauschen können. Das bislang kooper ative und geständige Verhalten habe nur bedingt berücksichtigt werden können, da die neuen Verdachtsmomente die Position des Beschwerdeführers erheblich verändert hätten, zumal der Verdacht auf gewerbsmässigen Betrug bestanden habe und, falls sich der Verdacht bewah rheiten würde, mit grosser Wahr- scheinlichkeit der einzige bedeutende Kunde verloren ginge. Ferner sei die Vorführung des Beschwerdeführers aufgrun d der Schwere des Delikts, der Be- deutung dieser Straftat sowie des Vorliegens eines drin genden Tatverdachts gerechtfertigt ge- wesen. Sodann habe der Freiheitsentzug von nur rund zwöl f Stunden die Durchführung von sechs kollusionsfreien Einvernahmen ermöglicht und dem Verfahrenszweck gedient, weshalb er als verhältnismässig zu qualifizieren sei. Im Übrigen habe man ohne Weiteres darauf verzichten können, vorgängig bei der B.____ AG allfällige Rechnu ngsbeilagen einzuholen, da die Rech- nungsdetails ausschliesslich bei den Positionen „div. Camio nage“ fehlten, welche durchgehend mit einer Provision von 50% abgerechnet worden seien, un d überdies der Rechnungssteller in Seite 7 der Regel über mehr Rechnungsdetails verfüge als der Re chnungsempfänger. Die erken- nungsdienstliche Erfassung, mithin die Abnahme der Fin gerabdrücke, sei notwendig gewesen, da man in den beschlagnahmten Geschäftsunterlagen zwei Rechnungen gefunden habe, die unbelegte Positionen enthielten und an denen jeweils ein handschriftlicher Notizzettel ange- bracht sei, auf dem das Datum sowie die Beträge genau dieser unbelegten Positionen aufgelis- tet seien. Aufgrund des Schriftbildes bestehe der Ver dacht, dass diese Notizzettel von C.____ geschrieben worden seien, um dem Beschwerdeführer und seiner Lebenspartnerin anzugeben, an welchen Tagen sie in welcher Höhe fiktive Leistungen fakturieren sollen, um anschliessend die Hälfte des Betrags an ihn weiterzuleiten. Um festzu stellen, ob C.____ die Notizzettel ge- schrieben beziehungsweise in den Händen gehabt habe, müss e man allfällige Fingerabdrücke des Beschwerdeführers von jenen C.____ unterscheiden können. Mit Stellungnahme vom 28. Oktober 2011 bringt die Sta atsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, vor, die Aussage der Polizei Ba sel-Landschaft in der Stellungnahme vom 13. Oktober 2011, laut welcher die zuständige Unt ersuchungsbeauftragte die Durchfüh- rung einer vollständigen erkennungsdienstlichen Erfassu ng inklusive eines Wangenschleim- hautabstrichs verlangt habe, treffe nicht zu. Vielmehr ha be man dem zuständigen Polizeimitar- beiter mitgeteilt, dass man lediglich die Abnahme der Fingerabdrücke benötige, der Polizei aber nicht verbiete, im Rahmen der eigenen Kompetenz weiter e Erfassungen durchzuführen. Im Üb- rigen gehe aus den Unterlagen hervor, dass die Polizei d ie erkennungsdienstliche Erfassung sowie die Wangenschleimhautabnahme bereits am 26. Septe mber 2011 angeordnet habe, mit- hin einen Tag vor dem Telefonat vom 27. September 2011. 2.4 In seiner Replik vom 7. November 2011 macht der Beschwer deführer geltend, aus Art. 198 Abs. 1 lit. c StPO gehe hervor, dass zur Anord nung von Zwangsmassnahmen die Ver- fahrensleitung zuständig sei, sofern die Zuständigkeit ni cht beim Zwangsmassnahmengericht liege. Soweit die StPO der Polizei dennoch eine Kompe tenz zur Anordnung einzelner Zwangs- massnahmen einräume, seien sie im Sinne einer Ausnahme zu verstehen. Die polizeiliche Kompetenz bestehe daher nur solange, als die Polizei i m Rahmen eines polizeilichen Ermitt- lungsverfahrens Zwangsmassnahmen anordnen wolle. Da sich vo rliegend das Verfahren be- reits im Stadium des staatsanwaltlichen Untersuchungsverf ahrens befunden habe, sei der Poli- zei Basel-Landschaft keine eigene Zwangsmassnahmenkompeten z zugekommen, weshalb sie an den Auftrag der Staatsanwaltschaft gebunden gewesen sei. Die Polizei habe den Auftrag in casu offenkundig überschritten und somit Art. 312 Abs. 1 StPO verletzt. Selbst wenn man eine parallele Kompetenz der Polizei annehmen würde, dann müsse vorausgesetzt werden, dass die Polizei einen konkreten Anlass zur Anordnung habe, und nicht bloss Daten auf Vorrat beschaf- fe. Vorliegend sei ein solcher Anlass weder geltend g emacht worden noch ersichtlich, zumal auch die Staatsanwaltschaft keine Notwendigkeit zur wei tergehenden erkennungsdienstlichen Erfassung und zur Abnahme eines Wangenschleimhautabstrich s gesehen habe und die Mass- nahmen in keiner Weise geeignet seien, den vermuteten Betrug nachzuweisen. Des Weiteren gehe die Annahme der Polizei, Art. 261 StPO finde A nwendung, fehl, da sich diese Norm bloss mit der Löschung von rechtmässig erhobenen Daten befasse, was in casu gerade nicht der Fall sei. In Bezug auf den dringenden Tatverdacht bringt d er Beschwerdeführer vor, dass die Zah- lung von hohen Provisionen an C.____ unbestritten sei, jedoch erfülle dies nicht den Tatbe- Seite 8 stand der ungetreuen Geschäftsbesorgung, sondern schmäl ere bloss seinen Gewinn. Nament- lich sei der B.____ AG dabei kein Schaden entstanden. Der Umstand, dass es Rechnungsposi- tionen gebe, die mit Details belegt seien, könne keinen dringenden Tatverdacht auf Betrug für die nicht belegten Teile der Rechnungen begründen, a ndernfalls immer ein dringender Tatver- dacht auf Betrug vorliegen würde, wenn jemand eine u nbelegte Rechnung stelle. Überdies handle es sich bei den Positionen „div. Camionage“ um re in interne Transporte der B.____ AG, weshalb keine Detailbelege vorhanden seien. Im Weite ren führt der Beschwerdeführer aus, für den Nachweis, dass C.____ die besagten Notizzettel geschrieben habe, reichten dessen Finge- rabdrücke aus und bedürfe es nicht auch noch des Nachweise s, dass seine Fingerabdrücke ebenfalls auf den Notizzetteln seien. Da es um die Bewei sführung gegenüber C.____ gehe und nicht gegenüber dem Beschwerdeführer, liege überdies e ine Zwangsmassnahme gegenüber einem Dritten vor, welche gemäss Art. 197 Abs. 2 StPO n ur mit besonderer Zurückhaltung ein- zusetzen sei. 2.5 Mit Duplik vom 17. November 2011 bringt die Staatsanw altschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, ergänzend vor, die unbelegten Rechnungen seien deshalb auffällig, da die beschuldigten Personen sowie die Auskunftspersonen in den früheren Einvernahmen wie- derholt betont hätten, dass alle Rechnungen aufwändig , detailliert und gut belegt seien. Ferner stellten die besagten Notizzettel, welche mutmasslich von C.____ geschrieben worden seien, gegebenenfalls auch ein Beweismittel im Verfahren gege nüber dem Beschwerdeführer dar, welcher somit als beschuldigte Person und nicht als Dritt er im Sinne von Art. 197 Abs. 2 StPO anzusehen sei. 2.6 Der Beschwerdeführer macht in seiner Triplik vom 24. N ovember 2011 geltend, Finge- rabdrücke dürften ihm nur abgenommen werden, wenn die s zur Beweisführung gegen ihn selbst notwendig sei. Da die Fingerabdrücke in casu aber für die Beweisführung gegen C.____ notwendig seien, sei er ein Dritter und entsprechend A rt. 197 Abs. 2 StPO seien Zwangsmass- nahmen ihm gegenüber besonders zurückhaltend einzuset zen. Zudem sei nicht ersichtlich und werde von der Staatsanwaltschaft auch nicht ausgeführt, in wiefern für die Beweisführung ge- genüber C.____ die Fingerabdrücke des Beschwerdeführer s notwendig seien. Daher sei die erkennungsdienstliche Erfassung unverhältnismässig und weder notwendig noch geeignet zur Beweisführung. 2.7 Zunächst ist strittig und zu prüfen, ob sich der Vorfüh rungsbefehl der Staatsanwalt- schaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, vom 26. S eptember 2011 als rechtmässig erweist. 2.7.1 Zwangsmassnahmen können laut Art. 197 Abs. 1 lit. c St PO nur ergriffen werden, wenn die damit angestrebten Ziele nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden können. Entsprechend diesem Subsidiaritätsgrundsatz darf eine Ma ssnahme in zeitlicher, räumlicher, sachlicher und personeller Hinsicht das Notwendige nicht ü berschreiten. Die Erforderlichkeit ist sowohl bei der Anordnung als auch bei der Ausgestaltun g beziehungsweise beim Vollzug der Zwangsmassnahme zu beachten (W EBER , Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 197 N 9 f.). Im vorliegend zu beurteilenden Fall verfügte die Staatsanw altschaft Basel-Landschaft, Hauptabtei- Seite 9 lung OK/WK, am 26. September 2011 die Vorführung de s Beschwerdeführers, welche am 27. September 2011 durch die Polizei Basel-Landschaft vo llzogen wurde. In der Folge wurde der Beschwerdeführer in Haft behalten, um ihn, anschli essend an die Einvernahme seiner Mit- arbeiter, mit deren Aussagen zu konfrontieren. Es stel lt sich folglich die Frage, ob mit einer mil- deren Massnahme das angestrebte Ziel, mithin die nicht kolludierten Einvernahmen des Be- schwerdeführers, seiner Lebenspartnerin sowie seiner M itarbeiter, ebenso hätte erreicht wer- den können. In Frage kommt namentlich die Vorladung d er einzuvernehmenden Personen zur zeitgleichen Einvernahme. Dagegen bringt die Staatsan waltschaft in ihrer Stellungnahme vom 24. Oktober 2011 vor, aufgrund des Umstands, dass die Leb enspartnerin des Beschwerdefüh- rers neu als beschuldigte Person anstatt als Auskunftsperson vorzuladen gewesen wäre sowie aufgrund des gleichzeitigen Einvernahmetermins, hätte der Beschwerdeführer erahnen können, dass neue Verdachtsmomente vorlägen. Dem kann nicht gefo lgt werden. Die Staatsanwalt- schaft eröffnete das Verfahren gegen den Beschwerdeführ er bereits am 14. Dezember 2010 (act. 01.20.001), weshalb dieser bis zur Vorführung vom 27. September 2011 bereits neun Mo- nate Zeit hatte, um sich sowohl mit seiner Lebenspartne rin als auch mit seinen Mitarbeitern ab- zusprechen. Zwar waren die mutmasslich fiktiven Leistungen noch nicht Thema des Untersu- chungsverfahrens, dennoch ist ohne Weiteres davon auszuge hen, dass eine Absprache zwi- schen dem Beschwerdeführer und seiner Lebenspartnerin sow ie seinen Mitarbeitern auch in Bezug auf die im selben Zusammenhang stehenden vorgeworfenen Delikte stattgefunden hätte. Es ist nicht anzunehmen, dass einzig aufgrund einer zeitgl eichen Vorladung weitere Abspra- chen, welche vorher nicht stattgefunden haben, nunmehr p lötzlich getroffen worden wären. Überdies ist aus den Einvernahmeprotokollen des Beschwerd eführers, seiner Lebenspartnerin sowie den Mitarbeitern des Beschwerdeführers vom 27. September 2011 ersichtlich, dass diese von zwei verschiedenen einvernehmenden Personen durchgef ührt wurden, weshalb es der Staatsanwaltschaft offenkundig möglich war, den Beschwerdeführer und seine Lebenspartnerin gleichzeitig zu befragen, ohne dass sich diese absprechen ko nnten. Im direkten Anschluss hät- ten dann auch die Mitarbeiter befragt werden können, ohne dass die Möglichkeit einer Beein- flussung durch den Beschwerdeführer oder seine Lebenspart nerin bestanden hätte. Es zeigt sich daher, dass durch die Vorladung der einzuvernehmend en Personen zur zeitgleichen Ein- vernahme, mithin einer milderen Massnahme als die angefochtene Vorführung, das angestrebte Ziel ebenso erreicht worden wäre. Demzufolge ist die V oraussetzung der Erforderlichkeit der angewandten Zwangsmassnahme nicht erfüllt. 2.7.2 Selbst wenn die allgemeine Voraussetzung der Erforderlichkeit erfüllt wäre, so wäre die Vorführung dennoch unrechtmässig erfolgt. Gemäss Art. 2 07 Abs. 1 lit. c StPO kann eine Per- son polizeilich vorgeführt werden, wenn bei Verfahren wegen Verbrechen oder Vergehen ihr sofortiges Erscheinen im Interesse des Verfahrens unerlässlich ist. Primär geht es darum, einer Flucht- oder Kollusionsgefahr entgegenzutreten (S CHMID , Praxiskommentar StPO, 2009, Art. 207 N 6; R ÜEGGER , Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 207 N 6; W EDER , Zürcher Kom- mentar StPO, 2010, Art. 207 N 21; Botschaft zur Verei nheitlichung des Strafprozessrechts vom 21. Dezember 2005, BBl 2006 1220). Offensichtlich erfüllt ist im vorliegenden Fall das Erforder- nis, dass es sich beim verfolgten Delikt nicht um eine Über tretung handelt, namentlich weil der untersuchte gewerbsmässige Betrug ein Verbrechen darstellt (Art. 146 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs, StGB, SR 311.0). Es stellt sich somit die Seite 10 Frage, ob ein sofortiges Erscheinen des Beschwerdeführer s im Interesse des Verfahrens uner- lässlich war, wobei insbesondere zu prüfen ist, ob eine Kollusionsgefahr vorlag, zumal die Staatsanwaltschaft das Bestehen einer Fluchtgefahr nie geltend gemacht hat. Als Kollusion gilt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein Verhalte n, durch das die beschuldigte Per- son Beweismittel beziehungsweise Spuren manipuliert ode r beseitigt, zum Beispiel indem sie sich mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverständigen ode r Mitangeschuldigten ins Einver- nehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen vera nlasst. Allerdings genügt eine rein theoretische Möglichkeit, dass die beschuldigte Person kol ludieren könnte, nicht, sondern es bedarf konkreter Indizien für die Annahme einer Verdunkelungsgefahr, namentlich aufgrund des bisherigen Verhaltens der beschuldigten Person im Straf prozess, aus ihren persönlichen Merk- malen, aus ihrer Stellung und ihren Tatbeiträgen im Rahmen des untersuchten Sachverhalts sowie aus den persönlichen Beziehungen zwischen ihr und de n sie belastenden Personen. Vorausgesetzt ist zudem, dass sich die mit gewisser Wahrschein lichkeit zu erwartende Kollusi- onsgefahr auf Personen beziehungsweise Beweisgegenstände bezieht, die als Beweismittel in Frage kommen (BGE 132 I 21, E. 3.2; BGE 123 I 31, E . 3c; BGE 117 Ia 257, E. 4b; F ORSTER , Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 221 N 6 f.; SCHMID , Praxiskommentar StPO, 2009, Art. 221 N 7; HUG , Zürcher Kommentar StPO, 2010, Art. 221 N 19 ff.). 2.7.3 Vorliegend ist unbestritten, dass sich die beweisrelevan ten Urkunden bei Erlass des Vorführungsbefehls am 26. September 2011 bereits im Besitz der Staatsanwaltschaft befanden, weshalb eine Einflussnahme des Beschwerdeführers auf die Beweismittel nicht möglich war und insofern auch keine Kollusionsgefahr vorlag. Demgege nüber macht die Staatsanwaltschaft geltend, es habe die Gefahr bestanden, dass sich der Be schwerdeführer mit seiner ebenfalls beschuldigten Lebenspartnerin abspreche und überdies die Mitarbeiter seines Unternehmens, welche ebenso am 27. September 2011 einvernommen worde n seien, beeinflusse. Wie aus den Unterlagen ersichtlich ist, eröffnete die Staatsanw altschaft das Verfahren gegen den Be- schwerdeführer bereits am 14. Dezember 2010 (act. 01.20 .001), wobei die erste Einvernahme am 16. Dezember 2010 stattfand (act. 20.01.001). Somi t war dem Beschwerdeführer im Zeit- punkt des Erlasses des Vorführungsbefehls am 26. Septemb er 2011 bereits seit neun Monaten bekannt, dass ein Untersuchungsverfahren gegen ihn hän gig ist, weshalb er mehr als genü- gend Zeit hatte, um zu kolludieren, mithin sich mit sein er Lebenspartnerin abzusprechen und auf seine Mitarbeiter Einfluss zu nehmen. Daran vermag auch der Umstand, dass die Ausdeh- nungsverfügung vom 14. September 2011 (act. 01.20.006), mit welcher das Untersuchungsver- fahren auf die Straftatbestände des gewerbsmässigen Bet rugs und der Urkundenfälschung er- weitert wurde, dem Beschwerdeführer erst bei der Vorführung eröffnet wurde, nichts zu ändern. Da ein Verfahren wegen Beihilfe zur ungetreuen Geschä ftsbesorgung, Steuerbetrug und ord- nungswidriger Führung der Geschäftsbücher hängig war, ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass eine allfällige Kollusion in Bezug auf die weiter en mutmasslichen Delikte, welche im sel- ben Zusammenhang stehen, bereits stattgefunden hätte. Es zeigt sich daher, dass keine kon- kreten Anhaltspunkte für das Bestehen einer Kollusionsgef ahr vorlagen. Auch sind keine ande- ren Gründe ersichtlich, aufgrund deren im Interesse des V erfahrens ein sofortiges Erscheinen des Beschwerdeführers unerlässlich gewesen wäre. Folgeri chtig kann sich der Vorführungsbe- fehl nicht auf Art. 207 Abs. 1 lit. c StPO abstützen. Seite 11 2.7.4 Ferner kann eine Person gemäss Art. 207 Abs. 1 lit. d S tPO polizeilich vorgeführt wer- den, wenn sie eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt wird und Haftgründe zu vermuten sind. Es wird somit kumulativ zweierlei gefordert : Sowohl ein dringender Tatverdacht als auch ein Haftgrund im Sinne von Art. 221 Abs. 1 l it. a bis c StPO beziehungsweise Art. 221 Abs. 2 StPO (W EDER , Zürcher Kommentar StPO, 2010, Art. 207 N 24). Der dringende Tatver- dacht setzt konkrete, objektivierbare Anhaltspunkte voraus, die dafür sprechen, dass die be- schuldigte Person Täterin eines Verbrechens oder Vergeh ens ist. Die blosse Möglichkeit der Tatbegehung, entsprechende Gerüchte oder gewisse vage V erdachtsgründe genügen nicht (BGE 116 Ia 143, E. 3c; SCHMID , Praxiskommentar StPO, 2009, Art. 221 N 4; F ORSTER , Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 221 N 2 f.; W EDER , Zürcher Kommentar StPO, 2010, Art. 207 N 26). Haftgründe im Sinne von Art. 207 Abs. 1 lit. d StPO sind die Flucht-, die Wiederholungs-, die Ausführungs- sowie die Kollusionsgefahr. Im vorlieg end zu beurteilenden Fall ist zunächst fraglich, ob im Zeitpunkt der Vorführung des Beschwerdef ührers ein dringender Tatverdacht bestand, dass er gegenüber der B.____ AG Leistungen ve rrechnet hat, welche tatsächlich nie erbracht wurden. Wie aus den Unterlagen ersichtlich ist , nahm die Staatsanwaltschaft einen solchen dringenden Tatverdacht aufgrund des Umstands an, dass bei gewissen Rechnungen, welche als „div. Camionage“ bezeichnet und mit einer Provision von 50% berechnet wurden, die dazugehörenden Belege fehlen. Einzig aus dieser Tatsac he kann jedoch noch kein dringender Tatverdacht abgeleitet werden. Vielmehr sind verschiedenste Begründungen erdenklich, welche die fehlenden Belege zu erklären vermögen, zumal es di e Staatsanwaltschaft unterlassen hat, bei der B.____ AG nachzufragen, ob eine solche Verrech nung von nicht erbrachten Leistungen überhaupt plausibel ist. Hinzu kommt, dass die Deliktssumme gemäss der Stellungnahme der Staatsanwaltschaft vom 24. Oktober 2011 mindestens CHF 100'000.00 betragen soll, mithin ein Betrag, dessen Fehlen der B.____ AG offenkundig hätte auffallen müssen. Überdies wurden die fiktiven Leistungen gemäss der besagten Stellungnahme vo n 2001 bis 2010 in Rechnung ge- stellt, weshalb zu vermuten ist, dass das Vorgehen des Besc hwerdeführers über einen solch langen Zeitraum entdeckt worden wäre. Die von der Staatsanwaltschaft vorgebrachten Anhalts- punkte sind daher zu wenig konkret und objektivierbar, so dass nicht mit erheblicher Wahr- scheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass der Besch werdeführer die vorgeworfene Tat begangen hat. Ein dringender Tatverdacht ist som it nicht gegeben. Selbst wenn ein drin- gender Tatverdacht vorgelegen wäre, so hätte es entspr echend den obigen Erwägungen zu Art. 207 Abs. 1 lit. c StPO an einer Kollusionsgefahr g emangelt. Im Übrigen ist ein anderer Haftgrund weder ersichtlich noch wird ein solcher geltend gemacht, weshalb die Voraussetzung des Vorliegens eines Haftgrunds ebenfalls nicht erfüllt wäre. 2.7.5 Aufgrund der obigen Erwägungen ist festzustellen, da ss sich der Vorführungsbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, vom 26. September 2011 als rechtswidrig erweist und dementsprechend auch die Vorfü hrung durch die Polizei Basel- Landschaft rechtswidrig erfolgte. 2.8 Ferner ist zu prüfen, ob die von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabtei- lung OK/WK, angeordnete Abnahme der Fingerabdrücke zu Recht erfolgte, mithin ob sie erfor- derlich im Sinne von Art. 197 Abs. 1 lit. c StPO war. Wie bereits oben unter Ziff. 2.7.1 zur Vor- aussetzung der Erforderlichkeit ausgeführt wurde, muss e ine Zwangsmassnahme in zeitlicher, Seite 12 räumlicher, sachlicher und personeller Hinsicht notwend ig sein. In casu hatte die Staatsanwalt- schaft den Verdacht, dass C.____ mittels Notizzetteln dem Beschwerdeführer mitteilte, an wel- chen Tagen er in welcher Höhe fiktive Leistungen fakturieren solle. Um festzustellen, ob C.____ die Notizzettel tatsächlich geschrieben oder zumindest i n den Händen gehalten hat, müssen alle sich darauf befindlichen Fingerabdrücke untersucht we rden. Es ist wohl ohne Weiteres da- von auszugehen, dass die Fingerabdrücke des Beschwerdefüh rers auf seinen eigenen Ge- schäftsunterlagen sein werden. Um Verwechslungen auszuschl iessen und die Fingerabdrücke von C.____ auf den Notizzetteln festzustellen, bedarf es daher auch der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers. Da durch mildere Massnahmen dieses Ziel nicht erreicht werden kann, ist die Erforderlichkeit der Zwangsmassnahme zu bejahen. Sodann sind Zwangsmassnahmen, die in die Grundrechte nicht beschuldigter Personen eingrei fen, besonders zurückhaltend einzuset- zen (Art. 197 Abs. 2 StPO). Vorliegend kann offen gel assen werden, ob der Beschwerdeführer hinsichtlich der Abnahme der Fingerabdrücke als beschuldi gte Person oder als Dritter zu quali- fizieren ist, da die Zwangsmassnahme in casu mit der ge forderten besonderen Zurückhaltung eingesetzt wurde, zumal die erkennungsdienstliche Erfa ssung, insbesondere die Abnahme der Fingerabdrücke, offenkundig bloss einen geringfügigen Eingriff in die Rechte des Betroffenen darstellt (WERLEN , Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 260 N 5; HANSJAKOB , Zürcher Kommen- tar StPO, 2010, Art. 260 N 7). Weiter war die Zwang smassnahme entsprechend den obigen Erwägungen erforderlich und dem Beschwerdeführer auch o hne Weiteres zumutbar. Es zeigt sich daher, dass die Abnahme der Fingerabdrücke zu Recht erfolgte. 2.9.1 Der Beschwerdeführer macht im Weiteren geltend, die Polizei Basel-Landschaft habe ohne Auftrag der Staatsanwaltschaft und ohne eigene K ompetenz eine über die Abnahme der Fingerabdrücke hinausgehende erkennungsdienstliche Erfassu ng durchgeführt sowie einen Wangenschleimhautabstrich abgenommen und deshalb rechtswi drig gehandelt. In ihrer Stel- lungnahme vom 13. Oktober 2011 bringt die Polizei vor, die Staatsanwaltschaft habe angeord- net, eine vollumfängliche erkennungsdienstliche Erfassu ng inklusive eines Wangenschleim- hautabstrichs durchzuführen. Eine solche Anordnung wurde jedoch von der Staatsanwaltschaft mit Stellungnahme vom 28. Oktober 2011 ausdrücklich bestr itten. Überdies sind auch keine Hinweise auf die geltend gemachte Anordnung ersichtlich, weshalb davon auszugehen ist, dass die Staatsanwaltschaft der Polizei lediglich den Auftrag zur Abnahme der Fingerabdrücke gab. 2.9.2 Es stellt sich demzufolge die Frage, ob die Polizei - e ntsprechend ihrem Vorbringen in ihrer Stellungnahme vom 13. Oktober 2011 - über ein e eigenständige Kompetenz zur Anord- nung von Zwangsmassnahmen verfügt. Das Vorverfahren setz t sich aus dem polizeilichen Er- mittlungsverfahren sowie dem staatsanwaltlichen Untersuc hungsverfahren zusammen (vgl. Art. 299 Abs. 1 StPO), wobei die Leitung des Vorverfa hrens der Staatsanwaltschaft zukommt (Art. 16 Abs. 2 StPO), währenddem die Polizei der Au fsicht und den Weisungen der Staatsan- waltschaft untersteht (Art. 15 Abs. 2 StPO). Gemäss Art. 307 Abs. 2 StPO kann die Staatsan- waltschaft der Polizei auch während der Dauer des Ermitt lungsverfahrens jederzeit Weisungen und Aufträge erteilen oder das Verfahren an sich ziehen. In der Regel beginnt das Vorverfahren mit dem polizeilichen Ermittlungsverfahren, in welchem die Polizei aufgrund von Anzeigen, An- weisungen der Staatsanwaltschaft oder eigenen Feststellungen den für eine Straftat relevanten Sachverhalt feststellt (Art. 306 Abs. 1 StPO). In diesem Stadium führt die Polizei selbständig Seite 13 Ermittlungen durch, im Gegensatz zu den ergänzenden Ermi ttlungen im Sinne von Art. 312 Abs. 1 StPO, welche die Polizei im Auftrag der Staatsa nwaltschaft im Untersuchungsverfahren auszuführen hat. Dieses selbständige Ermittlungsverfahren endet jedoch mit der Eröffnung des Untersuchungsverfahrens und die Staatsanwaltschaft übern immt die faktische Verfahrensherr- schaft. Dies hat zur Folge, dass es der Polizei verwehrt ist, selbständige Ermittlungshandlungen vorzunehmen. Die Staatsanwaltschaft entscheidet im Rahme n von Art. 312 Abs. 1 StPO, ob und in welchem Umfang die Polizei noch weiter ermit teln muss und darf und hat ihr zu diesem Zweck konkrete Ermittlungsaufträge zu erteilen (R HYNER , Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 306 N 11 und N 17; L ANDSHUT , Zürcher Kommentar StPO, 2010, Art. 312 N 1). Im vor lie- gend zu beurteilenden Fall eröffnete die Staatsanwal tschaft mit Verfügung vom 14. Dezember 2010 (act. 01.20.001) das Untersuchungsverfahren wegen o rdnungswidriger Führung der Ge- schäftsbücher, Steuerbetrug sowie Beihilfe zur ungetreu en Geschäftsbesorgung und dehnte selbiges mit Verfügung vom 14. September 2011 (act. 01.20.006) auf gewerbsmässigen Betrug und Urkundenfälschung aus. Somit befand sich im fraglich en Zeitpunkt die faktische Verfah- rensherrschaft bereits bei der Staatsanwaltschaft, und d ie Polizei hatte keine eigene Kompe- tenz zur Anordnung von Zwangsmassnahmen, sondern durft e einzig aufgrund eines Auftrags der Staatsanwaltschaft in ergänzendem Sinne tätig we rden. Sowohl die erkennungsdienstliche Erfassung, welche über die Abnahme der Fingerabdrücke hinausging, als auch der Wangen- schleimhautabstrich wurden daher durch die Polizei Basel-L andschaft rechtswidrig erhoben. Gleichwohl erachtet die einhellige Lehrmeinung das Vor liegen einer korrekten Delegation im Sinne von Art. 312 Abs. 1 StPO im Hinblick auf den Bewe iswert der von der Polizei erhobenen Beweise als Ordnungsvorschrift (S CHMID , Praxiskommentar StPO, 2009, Art. 312 N 12; RHYNER , Basler Kommentar StPO, Art. 312 N 15; L ANDSHUT , Zürcher Kommentar StPO, 2010, Art. 312 N 1). Da Beweise, bei deren Erhebung ledig lich Ordnungsvorschriften verletzt worden sind, gemäss Art. 141 Abs. 3 StPO verwertbar sind, führt diese Rechtsverletzung nicht zur Un- verwertbarkeit der Beweise. 2.9.3 In der Folge ist jedoch zu prüfen, ob die über die Abn ahme der Fingerabdrücke hi- nausgehende erkennungsdienstliche Erfassung sowie der Wan genschleimhautabstrich erfor- derlich im Sinne von Art. 197 Abs. 1 lit. c StPO waren . In ihrer Stellungnahme vom 13. Oktober 2011 zeigt die Polizei in keiner Weise auf, inwiefer n die besagten Zwangsmassnahmen für das vorliegende Untersuchungsverfahren notwendig waren. Auc h ist den Verfahrensakten kein Hinweis zu entnehmen, dass die von der Polizei erhobenen Beweise für den Fortgang des Ver- fahrens in irgendeiner Weise relevant wären. Namentl ich ist nicht ersichtlich, wie mittels Fotos des Beschwerdeführers und einer DNA-Analyse ein gewerbsm ässiger Betrug oder eine Urkun- denfälschung nachgewiesen werden sollen. Demzufolge ist die Voraussetzung der Erforderlich- keit der Zwangsmassnahme nicht erfüllt. Es ist daher fest zustellen, dass die über die Abnahme der Fingerabdrücke hinausgehende erkennungsdienstliche Erf assung sowie der Wangen- schleimhautabstrich durch die Polizei Basel-Landschaft rechtswidrig erfolgten. 2.10 Beweise, die Strafbehörden in strafbarer Weise oder unter Verletzung von Gültigkeits- vorschriften erhoben haben, dürfen nicht verwertet werden, es sei denn ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich (Art. 141 Ab s. 2 StPO). Die in casu verletzte allge- meine Voraussetzung einer Zwangsmassnahme (Art. 197 Abs. 1 lit. c StPO) ist zweifelsfrei eine Seite 14 Gültigkeitsvorschrift, weshalb sowohl die über die Abnahme der Fingerabdrücke hinausgehende erkennungsdienstliche Erfassung als auch der Wangenschleim hautabstrich nicht verwertbar sind. Entsprechend Art. 141 Abs. 5 StPO sind die Aufzei chnungen über diese unverwertbaren Beweise aus den Strafakten zu entfernen, bis zum rechtskr äftigen Abschluss des Verfahrens unter separatem Verschluss zu halten und danach zu vernich ten. Im Übrigen ist festzuhalten, dass - entgegen den Ausführungen der Polizei in ihrer Stellungnahme vom 13. Oktober 2011 - weder Art. 9 des DNA-Profil-Gesetzes (SR 363) noch Art. 261 StPO zur Anwendung kommen, da sich beide Normen lediglich mit der Verwendung res pektive der Löschung von rechtmässig erhobenen Beweisen befassen, was auf die vorliegenden Beweise gerade nicht zutrifft. 2.11 Aufgrund der obigen Erwägungen erhellt, dass die Besc hwerde grundsätzlich gutzu- heissen ist, da gegen den Beschwerdeführer, mithin die beschuldigte Person, rechtswidrig Zwangsmassnahmen angewandt worden sind. Entsprechend ist gemäss Art. 431 Abs. 1 StPO zu prüfen, ob ihm eine angemessene Entschädigung und Ge nugtuung zuzusprechen ist. Heisst die Beschwerdeinstanz die Beschwerde gut, so fällt sie eine n neuen Entscheid oder hebt den angefochtenen Entscheid auf und weist ihn zur neuen Ent scheidung an die Vorinstanz zurück (Art. 397 Abs. 2 StPO). Im vorliegenden Fall ist die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, anzuweisen, über die Zusprechu ng einer angemessenen Entschädi- gung und Genugtuung an den Beschwerdeführer zu befind en. Mit diesem Vorgehen wird dem Beschwerdeführer der volle Instanzenzug gewährleistet, so fern er mit der Festlegung der Ent- schädigung beziehungsweise Genugtuung durch die Staatsan waltschaft nicht einverstanden sein sollte. 3. Kosten 3.1 Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah- rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. En tsprechend dem Ausgang des vor- liegenden Verfahrens gehen die Verfahrenskosten des Ka ntonsgerichts in der Höhe von CHF 2'100.00, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 2'000.00 (§ 13 Abs. 1 der Verord- nung über die Gebühren der Gerichte, GebT, SGS 170. 31) und Auslagen von CHF 100.00, zu Lasten des Staates. 3.2 Überdies ist der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zuzusprechen. Der geltend gemachte Aufwand gemäss Honorarnote vom 7. November 2011 erscheint prinzipiell als ausgewiesen, wobei jedoch der Stundenansatz pra- xisgemäss auf angemessene CHF 230.00 zu reduzieren ist. De r Rechtsvertreterin wird daher für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteient schädigung in der Höhe von CHF 3'049.00 (inklusive Auslagen) zuzüglich 8% Mehrwertst euer von CHF 243.90, insgesamt somit CHF 3'292.90, aus der Gerichtskasse entrichtet. Seite 15 Demnach wird erkannt: ://: 1. In grundsätzlicher Gutheissung der Beschwerde wir d festgestellt, dass der Vorführungsbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landsch aft, Hauptabtei- lung OK/WK, vom 26. September 2011 rechtswidrig erfolgte. Es wird festgestellt, dass die über den Auftrag der Staa tsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, gemäss Vorführ ungsbefehl vom 26. September 2011 hinausgehende erkennungsdienstl iche Erfas- sung sowie der Wangenschleimhautabstrich durch die Polize i Basel- Landschaft rechtswidrig erfolgten. 2. Die rechtswidrig erhobenen Beweise sind aus den Stra fakten zu entfer- nen, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens unter s eparatem Verschluss zu halten und danach zu vernichten. 3. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabte ilung OK/WK, wird angewiesen, über die Zusprechung einer angemessenen En tschädigung und Genugtuung an den Beschwerdeführer mittels separate r Verfügung zu entscheiden. 4. Die ordentlichen Kosten des kantonsgerichtlichen Ve rfahrens in der Höhe von CHF 2'100.00 (beinhaltend eine Gebühr von CHF 2' 000.00 sowie Auslagen von CHF 100.00) gehen zu Lasten des Staates. 5. Der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wird für ihre Bemühungen im Beschwerdeverfahren ein Honorar von CHF 3'049.00 ( inklusive Ausla- gen) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer von CHF 243.90, insg esamt somit CHF 3'292.90, aus der Gerichtskasse entrichtet. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Dominik Haffter Gegen diesen Entscheid hat die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, am 16. März 2012 Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht erhoben.