<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2000 92 S.399</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">399</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Kantonale Steuern</b></span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>A. Gesetz über die Steuern auf Einkommen, Vermögen,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Grundstückgewinnen, Erbschaften und Schenkungen vom</b></span><br/> <span class="ft2"><b>13. Dezember 1983 (StG)</b></span><br/> <br/> <span class="ft3"><b>92</b></span> <span class="ft3"><b>Steuerpflicht kraft persönlicher Zugehörigkeit (§ 14 Abs. 1 lit. a StG).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Keine leitende Stellung eines Steuerpflichtigen bei 20 (Teil-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>zeit-)Angestellten und einem Jahresumsatz von knapp Fr. 1 Mia. bei</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Inkasso-Firma.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">3. Februar 2000 in Sachen S., RV.1999.50119/K 5377</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">3. a) Der Rekurrent geht in seinem Rekurs vom 3. Juli 1999 da-</span><br/> <span class="ft6">von aus, dass er eine leitende Stellung im Sinne der bundesgerichtli-</span><br/> <span class="ft6">chen Rechtsprechung inne hat und darum an seinem Arbeitsort in B.</span><br/> <span class="ft6">(SZ) steuerpflichtig sei. Eine leitende Stellung liegt vor, wenn der</span><br/> <span class="ft6">Steuerpflichtige einem bedeutenden Unternehmen vorsteht, eine</span><br/> <span class="ft6">besondere Verantwortung trägt oder zahlreichem Personal vorsteht,</span><br/> <span class="ft6">wobei bei einem Betrieb mit fortgeschrittener Automation letzteres</span><br/> <span class="ft6">Erfordernis keine ausschlaggebende Bedeutung mehr hat (K. Locher,</span><br/> <span class="ft6">Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil: Das interkantonale Doppel-</span><br/> <span class="ft6">besteuerungsrecht, Band 2, § 3, I B, 1 b Nr. 14). Nicht erforderlich</span><br/> <span class="ft6">ist, dass eine besondere Präsenzpflicht am Arbeitsort besteht oder</span><br/> <span class="ft6">dass der Steuerpflichtige am Arbeitsort eine eigene Wohnung hat. Er</span><br/> <span class="ft6">kann auch in einem Hotel oder einer Pension leben (E. Höhn/P.</span><br/> <span class="ft6">Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Auflage, 2000, Rz 65 ff. zu</span><br/> <span class="ft6">§ 7).</span><br/> <span class="ft6">b) Der Rekurrent arbeitet seit dem 15. November 1995 (vom</span><br/> <span class="ft6">15. November 1995 bis 30. April 1996 im Mandatsverhältnis) bei der</span><br/> <span class="ft6">S. AG in P. (SZ) als deren Geschäftsführer. Gemäss Organigramm</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">400</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">1999 arbeiteten noch 20 weitere Angestellte, davon zehn Personen in</span><br/> <span class="ft6">einem Teilzeitverhältnis von höchstens 50 %, bei der S. AG. Es darf</span><br/> <span class="ft6">davon ausgegangen werden, dass die Anzahl der Angestellten auch</span><br/> <span class="ft6">im Januar 1996 ähnlich gross war. Gemäss Rekurs vom 3. Juli 1999</span><br/> <span class="ft6">hat die S. AG im Jahre 1996 einen Jahresumsatz von ca. Fr. 1 Mrd.</span><br/> <span class="ft6">(gemäss Geschäftsbericht 1996 für das Jahr 1996 Fr. 918`800'000.-)</span><br/> <span class="ft6">erwirtschaftet. Der Rekurrent geht nun davon aus, dass es sich bei</span><br/> <span class="ft6">einem Unternehmen mit diesem Jahresumsatz um ein Bedeutendes</span><br/> <span class="ft6">handle, da in der Schweiz nur wenige Unternehmen mit ihren Um-</span><br/> <span class="ft6">sätzen die Milliardengrenze überschreiten würden.</span><br/> <span class="ft6">c) Gemäss Leitbild ist die S. AG eine Dachorganisation des un-</span><br/> <span class="ft6">abhängigen Handels und trägt wesentlich dazu bei, die administrati-</span><br/> <span class="ft6">ven Prozesse sowie Inkassotätigkeiten inklusive Delkredereabsiche-</span><br/> <span class="ft6">rungen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Dabei übernimmt die</span><br/> <span class="ft6">S. AG für die beteiligten Anschlusshäuser u.a. deren Zahlungsver-</span><br/> <span class="ft6">pflichtungen gegenüber den Vertragslieferanten und sichert diese</span><br/> <span class="ft6">Verpflichtungen durch Garantien bei Finanzinstitutionen ab. Aus der</span><br/> <span class="ft6">Art der Tätigkeiten der S. AG ergibt sich zwangsläufig, dass ein</span><br/> <span class="ft6">grosser Teil ihrer Bilanzsumme sich aus der Kumulation von Teilen</span><br/> <span class="ft6">der Bilanzen der Anschlusshäuser errechnet. Durch diesen Umstand</span><br/> <span class="ft6">kann die Höhe der Bilanzsumme nicht mit derjenigen von Unter-</span><br/> <span class="ft6">nehmen verglichen werden, bei denen die verbuchten Aufwendungen</span><br/> <span class="ft6">und Erträge auch tatsächlich durch ihre eigenen Aktivitäten verur-</span><br/> <span class="ft6">sacht werden. Im vorliegenden Fall kann darum bei der S. AG nicht</span><br/> <span class="ft6">von einem bedeutenden Unternehmen im Sinne der bundesgerichtli-</span><br/> <span class="ft6">chen Rechtsprechung ausgegangen werden.</span><br/> <span class="ft6">d) Dem Rekurrenten sind gemäss Organigramm 20 Mitarbeite-</span><br/> <span class="ft6">rinnen und Mitarbeiter unterstellt. Da aber nur die Hälfte für ein</span><br/> <span class="ft6">volles Pensum angestellt ist, ergibt sich ein Total von 15,3 Vollstel-</span><br/> <span class="ft6">len. Dies reicht nicht aus, um von zahlreichem Personal auszugehen,</span><br/> <span class="ft6">gilt doch ein Verwaltungspräsident und Delegierter einer Unterneh-</span><br/> <span class="ft6">mung mit etwa 40 Angestellten noch nicht als jemand, der eine lei-</span><br/> <span class="ft6">tende Stellung inne hat (K. Locher, a.a.O., § 3, I B, 1 b Nr. 16).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">401</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Daran kann auch der allenfalls hohe Automationsgrad nichts ändern.</span><br/> <span class="ft6">Der Rekurrent erfüllt somit die Voraussetzungen für eine leitende</span><br/> <span class="ft6">Tätigkeit nicht.</span><br/> <span class="ft6">e) Der Rekurrent mag eine verantwortungsvolle Funktion bei</span><br/> <span class="ft6">der S. AG ausüben, die ihn intensiv beansprucht. Dass ihm dabei eine</span><br/> <span class="ft6">besonders hohe Verantwortung im Sinne der bundesgerichtlichen</span><br/> <span class="ft6">Rechtsprechung zukommt, wie dies etwa bei einem Mitglied der</span><br/> <span class="ft6">Direktion einer bedeutenden Unternehmung der Fall ist, kann der</span><br/> <span class="ft6">Rekurrent nicht glaubhaft darlegen. Auch aus diesem Grund ist der</span><br/> <span class="ft6">Rekurrent nicht am Arbeitsort steuerpflichtig.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>