B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II Postfach CH-9023 St. Gallen Telefon +41 (0)58 465 25 60 Fax +41 (0)58 465 29 80 www.bundesverwaltungsgericht.ch Geschäfts-Nr. B-4637/2016 sce/grb/lii Z w i s c h e ne n t s c h e i d v o m 19 . O k t o b e r 2 0 1 6 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richter Hans Urech, Richter Pascal Richard, Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann. In der Beschwerdesache Parteien X._______ GmbH, vertreten durch Alois Mani, Rechtsanwalt, Bahnhofstrasse 6, 3600 Thun, Beschwerdeführerin, gegen SBB Schweizerische Bundesbahnen, Konzerneinkauf Dienstleistungen, Wylerstrasse 123, 3000 Bern 65, vertreten durch Rechtsanwälte Prof. Dr. iur. Hans Rudolf Trüeb und Dr. iur. Pandora Kunz-Notter, Seefeldstrasse 123, 8034 Zürich, Vergabestelle. Gegenstand Öffentliches Beschaffungswesen, Projekt "Tunnelreinigung Gotthard-Basistunnel", SIMAP-Meldungsnummer 921753, SIMAP-Projekt-ID 137577. B-4637/2016 Seite 3 Sachverhalt: A. A.a Am 1. April 2016 schrieben die Schweizerischen Bundesbahnen SBB (im Folgenden: Vergabestelle) auf der Internetplattform SIMAP (Informati- onssystem über das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz) unter dem Projekttitel „Tunnelreinigung Gotthard-Basistunnel“ die Reinigung des Tunnels und der unterirdischen Zugangsstollen und Nebenbauwerke im of- fenen Verfahren aus (Meldungsnum mer 905929). Die Ausführung ist für den Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2021 vorgesehen (vgl. Ausschreibung, Ziffer 2.10). Die Angebote waren bis zum 11. Mai 2016 ein- zureichen (vgl. Ausschreibung, Ziffer 1.4). A.b In der Folge gingen zwei Angebote ein, darunter das der X._______ GmbH (im Folgenden: Beschwerdeführerin). A.c Mit Schreiben vom 7. Juli 2016 teilte die Vergabestelle der Beschwer- deführerin mit, dass der Zuschlag an einen Mitbewerber erfolgen werde . Ausschlaggebend für diesen Entscheid sei gewesen, dass die Vergabe- stelle ein Angebot mit einem noch besseren Preis -Leistungsverhältnis er- halten habe. A.d Am 8. Juli 2016 erteilte die Vergabestelle den Zuschlag an die Y ._______ AG (im Folgenden: Zuschlagsempfängerin). Die Zuschlagsver- fügung wurde am 8. Juli 2016 auf der Internetplattform SIMAP publiziert (Meldungsnummer 921753). Zur Begründung führte die Vergabestelle aus, dass es sich um das wirtschaftlich günstigste Angebot handle (vgl. SIMAP- Publikation, Ziffer 3.3). A.e Mit Schreiben vom 8. Juli 2016 ersuchte die Beschwerdeführerin die Vergabestelle um Herausgabe aller Unterlagen betreffend das vorliegende Projekt. A.f Die Vergabestelle teilte der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 14. Juli 2016 mit, die ausschlaggebenden Merkmale und Vorteile des berück- sichtigten Angebots lägen darin, dass es alle Vergabekriterien erfülle und bei qualitativ ähnlicher Bewertung wesentlich günstiger sei als das Angebot der Beschwerdeführerin. B-4637/2016 Seite 4 B. Gegen den Zuschlag vom 8. Juli 2016 erhebt die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 28. Juli 2016 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragt, die Zuschlagsverfügung vom 8. Juli 2016 sei aufzuheben, die Zuschlagsempfängerin sei aus dem Verfahren auszuschliessen und der Zuschlag sei der Beschwerdeführerin selbst zu erteilen. Eventualiter sei festzustellen, dass der Zuschlag vom 8. Juli 2016 widerrechtlich erfolgt sei. In p rozessualer Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin, der Be- schwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, wobei dies in einem ersten Schritt superprovisorisch zu geschehen habe, sowie, es sei der Be- schwerdeführerin umfassende Einsicht in die Vergabeakten zu gewähren. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vergabestelle habe der Zuschlagsemp- fängerin den Zuschlag erteilt, obwohl diese die Eignungskriterien nicht er- fülle. Nach dem Wissensstand der Beschwerdeführerin habe die Zu- schlagsempfängerin noch nie einen Eisenbahntunnel gereinigt. Sie habe im Gotthard-Basistunnel zwar Kanalsysteme (ihr Spezialgebiet) gereinigt, jedoch nicht die Röhren oder Stollen, geschweige denn Geleise. Sicherlich habe sie noch nie die Reinigung eines Eisenbahntunnels von vergleichba- rer Grösse, geographischer Ausdehnung und Komplexität projektiert oder ausgeführt. Die Zuschlagsempfängerin erfülle daher bereits das erste Eig- nungskriterium nicht und hätte von der Vergabestelle ausgeschlossen wer- den müssen. Demgegenüber erfülle die Beschwerdeführerin das erste Eig- nungskriterium ohne Weiteres. Seit dem Jahr 2008 sei sie mit der periodi- schen Reinigung des bezüglich geographische Ausdehnung, Komplexität und Terminvorgaben vergleichbaren Lötschberg Basistunnels beauftragt und habe bisher tausende Arbeitsstunden im Tunnel ausgeführt ; damit habe sie bereits die ersten Erfahrungen in der Reinigung von Eisenbahn- tunnel der neusten Generation sammeln können. Ferner sei sie im Dezem- ber 2014 mit der einmaligen Sonderreinigung des Gotthard -Basistunnels beauftragt worden und habe später zwei zusätzliche Reinigungen vorge- nommen. Weiter bezweifelt die Beschwerdeführerin, dass die Zuschlagsempfängerin das Eignungskriterium 2 (Organisatorische und technische Leistungsfähig- keit) erfülle. Die festen Fahrbahnen seien für eine Nassreinigung nicht ge- eignet. Das heisse und feuchte Klima sei für handelsübliche Strassenkehr- und Wischmaschinen ungeeignet. Um Gewölbe, Wände, Bankette und das Schienenbett zu reinigen, seien teure und speziell gefertigte Gerätschaften nötig. Die Zuschlagsempfängerin habe weder entsprechend geschultes Personal, noch sei sie in Besitz solcher Maschinen und sie verfüge auch B-4637/2016 Seite 5 nicht über das Wissen zu deren Konstruktion. Die Zuschlagsempfängerin erfülle damit auch das Kriterium der organisatorischen und technischen Leistungsfähigkeit nicht. Demgegenüber habe die Beschwerdeführerin die nötigen Fahrzeuge und Maschinen und habe sie 18 Monate getestet. Im Ergebnis habe die Vergabestelle eine vollständig ungeeignete Anbiete- rin unter Verletzung des Vergaberechts nicht vom Verfahren ausgeschlos- sen. C. Die Vergabestelle beantragt mit Vernehmlassung vom 18. August 2016, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei die Beschwerde ab- zuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragt sie, der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne; eventualiter sei der Vergabestelle zu erlauben, die mit dem Projekt „Tunnelreinigung, Gotthard -Basistunnel“ ausgeschriebenen Leis- tungen vorübergehend und unter bestimmten Auflagen bei der Zuschlags- empfängerin zu beziehen. Die im Aktenverzeichnis speziell gekennzeich- neten Aktenstücke seien von der Akteneinsicht auszunehmen und es sei über die Gewährung der aufschiebenden Wirkung ohne weiteren Schriften- wechsel zu entscheiden. Die Zuschlagsempfängerin habe ihre Eignung für die Erbringung der aus- geschriebenen Leistung in allen Punkten nachweisen können. Demgegen- über erfülle die Beschwerdeführerin n icht sämtliche Eignungskriterien ge- mäss Ausschreibungsbedingungen. Konkret habe die Beschwerdeführerin beim Eignungskriterium 2 (Organisatorische und technische Leistungsfä- higkeit) in Beilage 6.2 angekreuzt, dass sie über ein nicht zertifiziertes Qua- litätssicherungssystem verfüge. Den geforderten Nachweis habe sie indes- sen nicht eingereicht. Sie habe insofern den Nachweis für das Eignungs- kriterium 2 nicht gehörig erbracht. Die Beschwerdeführerin habe daher keine reelle Chance auf den Zuschlag. Zum andern sei das Angebot der Beschwerdeführerin nicht wirtschaftlich. Selbst wenn die Zuschlagsemp- fängerin nicht geeignet wäre, könnte der Zuschlag nicht der Beschwerde- führerin erteilt werden, denn ihr Angebot sei rund 1 Mio. Franken (12.5%) teurer als jenes der Zuschlagsempfängerin. Im Falle eines erzwungenen Ausschlusses der Zuschlagsempfängerin werde sich die Vergabestelle überlegen, das Verfahren nach Massgabe von Art. 30 Abs. 2 VöB abzubre- chen. Der fehlende Restwettbewerb dürfe sich nicht zulasten der Vergabe- stelle auswirken. Sollte wider Erwarten auf die Beschwerde eingetreten B-4637/2016 Seite 6 werden, so sei sie abzuweisen. Aufgrund der Aussichtslosigkeit der Be- schwerde sei das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab- zuweisen. Es bestehe ein erhebliches öffentliches Interesse am raschen Vertragsab- schluss und dem Bezug der ausgeschriebenen Leistungen ab dem 1. Ja- nuar 2017. Jede Verzögerung des Beschaffungsvorhabens gefährde die rechtzeitige Inbetriebnahme des schweizerischen Jahrhundertbauwerks, mit schwerwiegenden Auswirkungen auf den alpenquerenden Verkehr, den Umweltschutz, die Wirtschaft und das Verhältnis zu den Nachbar staaten. Sofern nicht auf Aussichtslosigkeit der Beschwerde erkannt werde, sei im Rahmen einer Interessenabwägung zu berücksichtigen, dass die öffentli- chen Interessen an der Beschaffung der ausgeschriebenen Leistung die Interessen der Beschwerdeführerin de utlich überwögen. Werde der Be- schwerde die aufschiebende Wirkung wider Erwarten gewährt, sei ein par- tieller Vorbezug der Leistungen unausweichlich, damit der Betrieb des Gotthard-Basistunnels am 11. Dezember 2016 aufgenommen werden könne. Der Vergabestelle sei in diesem Fall die Erlaubnis zum Vorbezug der Leistungen für längstens ein Jahr zu gewähren. D. Die Zuschlagsempfängerin teilt mit Eingabe vom 12. August 2016 mit, dass sie auf eine Teilnahme als Beschwerdegegnerin verzichte. E. Mit Verfügung vom 18. August 2016 stellte die Instruktionsrichterin der Be- schwerdeführerin teilweise abgedeckte Kopien der Beilage 6.1 der Offerte der Zuschlagsempfängerin (Nachweise Eignungskriterium 1: Hinreichende Befähigung zur Auftragserfüllung) zu. F. Mit Eingabe vom 5. September 2016 bringt die Beschwerdeführerin vor, die Zuschlagsempfängerin habe noch nie auch nur einen Meter Eisenbahntun- nel gereinigt und könne diesbezüglich nicht einmal eine der drei geforder- ten Referenzen vorlegen. Es sei davon auszugehen, dass die Zuschlags- empfängerin auch die nötige Leistungsfähigkeit gemäss Ziffer 4.3.2.1 der Ausschreibungsbedingungen nicht nachzuwe isen vermöge . Die Be- schwerdeführerin beantragt weitergehende Einsicht in die Vergabeakten, insbesondere zu den Ausführu ngen der Zuschlagsemp fängerin gemäss B-4637/2016 Seite 7 Ziffer 4.3.2.1 ff. der Ausschreibungsbedingungen (Nachweise Zuschlags- kriterien), sowie die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels vor Er- gehen des Zwischenentscheids. G. Mit Verfügung vom 6. September 2016 gewährte die Instruktionsrichterin der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör zum prozessualen Eventu- alantrag der Vergabestelle, es sei ihr zu erlauben, die mit dem Projekt „Tun- nelreinigung, Gotthard -Basistunnel“ ausgeschriebenen Leistungen vo- rübergehend bei der Zuschlagsempfängerin zu beziehen. H. Mit Eingabe vom 13. September 2016 hält die Beschwerdeführerin an ihren Vorbringen fest und beantragt, der prozessuale Antrag der Vergabestelle, die ausgeschriebenen Leistungen vorübergehend bei der Zuschlagsemp- fängerin zu beziehen, sei abzuweisen, eventualiter sei die Vergabestelle anzuweisen, die fraglichen Leistungen bei der Beschwerdeführerin zu be- ziehen, subeventualiter sei die Vergabestelle anzuweisen, die fraglichen Leistungen vorübergehend wie folgt zu vergeben: Positionen 1, 2 und 3 an die Beschwerdeführerin und Positionen 4 und 5 an die Zuschlagsempfän- gerin. Subsubeventualiter sei die Vergabestelle anzuweisen, die fraglichen Leistungen bei einem Dritten zu beziehen. Die Beschwerdeführerin macht unter anderem geltend, sie sei in der Lage, die Reinigung der Haupttunnel- röhren und sämtlicher Querschläge mit acht Mitarbeitern in nur 25 statt 88 Schichten zu erledigen. Sodann legt sie dar, dass sie über ein nicht zertifi- ziertes QM-System verfüge und dies auch deklariert habe. Hätte die Verga- bestelle einen schriftlichen Nachweis als konstitutiv erachtet, hätte sie die Eingabe der Beschwerdeführerin wohl als nicht vollständig entgegen ge- nommen. Die nun im Beschwerdeverfahren vorgebrachte Behauptung, die Beschwerdeführerin erfülle Eignungskriterium 2 gemäss Beilage 6.2 nicht, sei unbegründet und falsch. I. Die Vergabestelle hält mit unaufgeforderter Stellungnahme vom 16. Sep- tember 2016 an ihren prozessualen Anträgen fest und beantragt die Ab- weisung aller prozessualen Anträge der Beschwerdeführerin. Die Be- schwerde der Beschwerdeführerin sei aussichtslos, bereits deshalb könne ihr keine aufschiebende Wirkung erteilt werden. Überdies bestehe ein überwiegendes öffentliches Interesse daran, dass die Reinigungsarbeiten rechtzeitig am 1. Januar 2017 aufgenommen werden könnten. Eventualiter B-4637/2016 Seite 8 sei der Vergabestelle zu erlauben, die ausgeschriebenen Leistungen vo- rübergehend bei der Zuschlagsempfängerin zu beziehen. J. Die Beschwerdeführerin lässt sich erneut m it u naufgeforderter Eingabe vom 28. September 2016 vernehmen. K. Die Vergabestelle äussert sich mit Stellungnahme vom 4. Oktober 2016. L. Mit Eingabe vom 10. Oktober 2016 b estreitet die Beschwerdeführerin die Vorbringen der Vergabestelle. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gegenstand des vorliegenden Zwischenentscheids ist der Antrag der Be - schwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der anhängig ge - machten Beschwerde zuständig, so entscheidet es auch über Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung (vgl. Art. 28 Abs. 2 des Bundesge- setzes vom 16. Dezember 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen [BöB, SR 172.056.1]). 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen die Erteilung eines Zuschlages, der in den Anwen - dungsbereich des BöB fällt (vgl. Art. 29 Bst. a i.V.m. Art. 27 Abs. 1 BöB). Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO -Überein- kommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422]) unter - stellt sind (BVGE 2008/48 E. 2.1, m.H.). Es ist anwendbar, wenn die Auf- traggeberin dem Gesetz untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der Beschaf- fungsgegenstand sachlich erfasst wird (Art. 5 BöB) , der geschätzte Wert des zu vergebenden öffentlichen Auftrages den entsprechenden Schwel- lenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB erreicht und keiner der Ausnahmetatbe- stände von Art. 3 BöB gegeben ist. 1.1.1 Mit dem Inkrafttreten des bilateralen Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen B-4637/2016 Seite 9 Gemeinschaft über bestimmte Aspekte des öffentlichen Beschaffungswe - sens (Bilaterales Abkommen Schweiz -EG, SR 0.172.052.68) auf den 1. Juni 2002 wurden die Anbieter von Dienstleistungen des Schienenver- kehrs den Regeln über das öffentliche Beschaffungswesen unterstellt (vgl. Art. 3 Abs. 2 Bst. d und Abs. 3 Bilaterales Abkommen Schweiz -EG sowie Anhang II B). Im Sektorenbereich Eisenbahnen (Bau und Betrieb von Ei- senbahnanlagen) sind die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB AG) die- jenigen Unternehmen, bei denen die SBB AG die Aktienmehrheit besitzt, sowie die anderen Betreiber von Eisenbahnanlagen, welche unter dem be- herrschenden Einfluss des Bundes stehen, dem BöB direkt unterstellt (vgl. Art. 2a Abs. 1 Bst. a VöB; Urteil des BVGer B-6350/2015 vom 23. Februar 2016 E. 3.1). Ausgenommen sind die Tätigkeiten dieser Unternehmen, die nicht unmittelbar etwas mit dem Bereich Verkehr zu tun haben ( vgl. Art. 2 Abs. 2 BöB i.V.m. Art. 2a Abs. 2 Bst. b VöB). Es genügt, wenn die Leistun- gen dem Bahnbetrieb funktionell dienen (vgl. PETER GALLI/ANDRÉ MO- SER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaf- fungsrechts, 3. Aufl., 2013, Rz. 158). Vorliegend ist offensichtlich und un- bestritten, dass die Tunnelreinigung eine Tätigkeit bildet, die unmittelbar etwas mit dem Bereich Verkehr zu tun hat. Sie ist demnach nicht vom An- wendungsbereich des BöB ausgenommen. 1.1.2 Entsprechend Ziffer 2.5 der Ausschreibung wird vorliegend die Reini- gung des Gotthard -Basistunnel sowie der unterirdischen Zugangsstollen und Nebenbauwerke nachgefragt , also eine Dienstleistung . Anders als Bauleistungen und Lieferungen, die in sachlicher Hinsicht grundsätzlich al- lesamt dem staatsvertraglichen Vergaberecht und damit auch dem BöB unterstellt sind, gilt für Dienstleistungen nach GPA (vgl. Anhang I Annex 4) eine sogenannte Positivliste (so auch der Anhang 1a der Verordnung vom 11. Dezember 1995 über das öffentliche Beschaffungswesen [VöB, SR 172.056.11]). Entsprechend verweist Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB auf den Anhang I Annex 4 GPA. Nur Dienstleistungen, die auf dieser Positivliste aufgeführt sind, unterstehen den Staatsverträgen und damit dem BöB. Massgebend sind insoweit die Referenz -Nummern der (provisorischen) Zentralen Produkteklassif ikation (Central Product Classification, CPC; BVGE 2011/17 E. 5.2.1 f.). Die Dienstleistungs-Positivliste spricht je nach einzelner erfasster Gattung unterschiedliche Ebenen der provCPC an. Ein Verweis auf eine bestimmte Stufe oberhalb der Subklassen umfasst sämt- liche Leistungsdefinitionen, die sich in den unter der fraglichen Stufe ste- henden Subklassen finden lassen (vgl. MARTIN BEYELER, Der Geltungsan- spruch des Vergaberechts, 2012, Rz. 1048). B-4637/2016 Seite 10 In der Ausschreibung wies die Vergabestelle die vorliegend zu beschaf- fende Dienstleistung der CPV (Common Procurement Vocabulary) -Kate- gorie 90910000 „Reinigungsdienste“ zu (vgl. Ziffer 2.4 der Ausschreibung). Die Angabe 90910000 „Reinigungsdienste“ entspricht der Sache nach ei- ner Dienstleistung der provCPC-Referenznummer 94030 „Reinigungs- dienste“. Die provCPC-Nummer 94030 ist eine Subklasse, die in der Divi- sion 94 „Abfall- und Abwasserbeseitigung, sanitär e und ähnliche Dienst- leistungen“ eingeordnet ist, welche ihrerseits im Anhang 1 Annex 4 GPA aufgeführt ist. Der Beschaffungsgegenstand untersteht daher dem Staats- vertragsrecht und fällt damit in den sachlichen Anwendungsbereich des BöB. 1.1.3 Vorliegend liegt der Preis des be rücksichtigten Angebots bei Fr. 6‘634‘752.50 (inkl. MWSt.) und übersteigt damit zweif elsfrei den Schwellenwert für Lieferungen und Dienstleistungen der Vergabestelle im Sektorenbereich von Fr. 700‘000. – gemäss Art. 2a Abs. 3 Bst. b VöB in Verbindung mit Art. 1 Bst. d Ziffer 1 der Verordnung des WBF über die An- passung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen für die Jahre 2016 und 2017 [SR 172.056.12]). 1.1.4 Da auch kein Ausnahmetatbestand im Sinne von Art. 3 BöB vorliegt, fällt die vorliegend angefochtene Beschaffung in den Anwendungsbereich des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen. 1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorlie- genden Streitsache zuständig. 2. Über das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Rahmen der Anfechtung eines Zuschlags entscheidet das Bundesverwaltungsge- richt gemäss ständiger Praxis in Dreierbesetzung (vgl. Zwischenentscheid des BVGer B -3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19 E. 1.2, m.H.; vgl. dazu GALLI/MOSER/LANG/ STEINER, a.a.O., Rz. 1340, m.H.). 3. Das Verfahren vor dem Bund esverwaltungsgericht bestimmt sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit das BöB und das Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 B-4637/2016 Seite 11 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann die Unange-messenheit vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 4. Im Unterschied zu Art. 55 Abs. 1 VwVG sieht Art. 28 Abs. 1 BöB vor, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen keine aufschiebende Wirkung zu - kommt. Demnach kann diese vom Bundesverwaltungsgericht nur auf Ge - such hin erteilt werden (Art. 28 Abs. 2 BöB). Das BöB nennt keine Kriterien, welche für die Frage der Gewährung o der Verweigerung der aufschiebenden Wirkung zu berücksichtigen sind. Es können indes die Grundsätze übernommen werden, die Rechtsprechung und Lehre zur Anwendung von Art. 55 VwVG entwickelt haben. Danach ist anhand einer Interessenabwägung zu prüfen, ob di e Gründe, die für eine sofortige Vollstreckbarkeit sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die gegenteilige Lösung angeführt werden können (vgl. BGE 129 II 286 E. 3; Zwischenentscheid des BVGer B -6837/2010 vom 16. November 2010 E. 2.1, m.H.). Dass der Gesetzgeber im BöB den Suspensiveffekt in Abwei- chung zum VwVG nicht von Gesetzes wegen gewährte, zeigt, dass er sich der Bedeutung dieser Anordnung im Submissionsrecht bewusst war und eine individuelle Prüfung dieser Frage als notwendig erachtete, nicht aber, dass er diesen nur ausnahmsweise gewährt haben wollte (vgl. zum Gan- zen den Zwischenentscheid des BVGer B -3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19 E. 2.1, m.H.). Liegt ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor, so ist im Sinne einer prima -facie-Würdigung der materiellen Rechtslage in einem ersten Schritt zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden Akten davon aus - zugehen ist, dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist. Ist dies der Fall, ist die aufschiebende Wirkung von vornherein nicht zu gewähren. Werden der Beschwerde hingegen Erfolgschancen zuerkannt oder beste- hen darüber Zweifel, so ist über das Begehren um aufschiebende Wirkung aufgrund der erwähnten Interessenabwägung zu befinden. In die Abwä- gung einzubeziehen sind nach der ständigen Praxis der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen (BRK), die sich das Bundesverwaltungsgericht mit dem Entscheid BVGE 2007/13 (E. 2.2) im Grundsatz zu eigen gemacht hat, einerseits die Intere ssen der Be- schwerdeführerinnen an der Aufrechterhaltung der Möglichkeit, den Zu- schlag zu erhalten, wobei zugleich ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Gewährung effektiven Rechtsschutzes besteht ( vgl. Zwischenent-B-4637/2016 Seite 12 scheid des BVGer B-6177/2008 vom 20. Oktober 2008 E. 2). Diesen ge- genüber stehen die öffentlichen Interessen, die die Auftraggeberin wahrzu- nehmen hat. So wird in der GATT -Botschaft 2 vom 19. September 1994 namentlich festgehalten, gegen den automatischen Suspensiveffekt spre- che die Gefahr von Verzögerungen und erheblichen Mehrkosten (BBl 1994 IV 950 ff., insbes. S. 1197; vgl. auch S. 1199; vgl. zum Ganzen den Zwi- schenentscheid des BVGer B-3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19 E. 2.1). Entsprechend hält das Bunde sgericht im Rahmen der Auslegung von Art. 17 Abs. 2 der Interkantonalen Verein- barung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (IVöB) fest, dass dem öffentlichen Interesse an einer möglichst raschen Umset- zung des Vergabeentscheides von vornherein ein erhebliches Gewicht zu- kommt (vgl. Urteil des BGer 2P .103/2006 vom 29. Mai 2006 E. 4.2.1, m.H.; in diesem Sinne auch BVGE 2008/7 E. 3.3). Auch allfällige Interessen Drit- ter, namentlich der übrigen an einem Beschaffungsgeschäft Beteiligten, sind nach der ständigen Praxis zu berücksichtigen. Ausgangspunkt muss dabei – insbesondere auch in Anbetracht der Zielsetzung von Art. XX Ziff. 2 und 7 Bst. a GPA – die Gewährung eines effektiven Rechtsschutzes und die Verhinderung von Zuständen sein, welche das Rechtsmittel illusorisch werden lassen (BVGE 2007/13 E. 2.2, m.H.; vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEI- NER, a.a.O., Rz. 1341). 5. Ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ist nicht nur dann abzuweisen, wenn die Beschwerde materiell als offensichtlich unbegründet erscheint, sondern auch, wenn die Beschwerde prima facie deshalb keine Erfolgsaussichten hat, weil aller Voraussicht nach darauf nicht eingetreten werden kann (vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-562/2015 vom 21. Ap- ril 2015 E. 4.1). 5.1 Zur Beschwerde is t berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 5.2 Die Beschwerdeführerin ist formell beschwert, denn sie hat am Verfah- ren vor der Vergabestelle teilgenommen, und sie ist durch die angefoch- tene Verfügung auch offensichtlich besonders berührt, weil der Zuschlag nicht ihr erteilt wurde. B-4637/2016 Seite 13 5.3 Nach der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügt der Umstand, dass jemand am Offertverfahren teilgenommen hat und nicht be- rücksichtigt worden ist, nicht, um die Legitimation zu bejahen. Der unterle- gene Anbieter ist zur Beschwerde an das Bundesver waltungsgericht nur legitimiert, wenn er eine reelle Chance besitzt, den Zuschlag selber zu er- halten (vgl. BGE 141 II 14 E. 4 ff.). 5.4 Im vorliegenden Fall ist umstritten, ob die Beschwerdeführerin ein der- artiges schutzwürdiges Interesse aufweist. Die Vergabestelle macht dies- bezüglich geltend, die Beschwerdeführerin habe keine reelle Chance auf den Zuschlag, weil sie nicht sämtliche Eignungskriterien gemäss Aus- schreibungsbedingungen erfülle bzw. die entsprechenden Nachweise nicht erbracht habe. Auch sei das Angebot der Beschwerdeführerin nicht wirt- schaftlich, so dass ihr der Zuschlag selbst dann nicht erteilt werden könnte, wenn die Zuschlagsempfängerin nicht geeignet wäre. Das Angebot der Be- schwerdeführerin sei rund 1 Mio. Franken (12.5%) teurer als jenes der Zu- schlagsempfängerin. Die Beschwerdeführerin sei daher nicht zur Be- schwerde legitimiert. 5.4.1 Die Frage, ob der unterlegene, beschwerdeführende Anbieter eine reelle Chance besitzt, den Zuschlag selber zu erhalten , ist aufgrund der von ihm gestellten Anträge und vorgebrachten Rügen zu beantworten. In der Regel rügt der weiter hinten platzierte Anbieter daher, dass nicht nur der Zuschlagsempfänger, sondern auch die übrigen vor ihm platzierten Mit- bewerber auszuschliessen oder schlechter als er selbst zu bewerten ge- wesen wären, oder aber dass ein derart gravierender Verfahrensmangel vorliege, dass das Verfahren ganz oder teilweise neu durchgeführt werden müsse. Ob die entsprechenden Rügen begründet sind, ist insofern sowohl Gegenstand der materiellen Beurteilung al s auch bereits vorfrageweise von Bedeutung für das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen (vgl. BGE 141 II 14 E. 5.1; BGE 137 II 313 E. 3.3.3). Für derartige doppelrelevante Sachverhalte gilt, dass es im Stadium der Prüfung der Eintretensvoraus- setzungen genügt, wenn der Beschwerdeführer glaubhaft macht ("mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit geltend macht", "rende vraisemblable"), dass seine Aussichten, nach einer Aufhebung der angefochtenen Verfügung den Zuschlag zu erhalten, intakt sind und nicht einer der vor ihm platzierten Mitbewerber den Zuschlag erhalten würde (vgl. BGE 141 II 14 E. 5.1, m.H.). B-4637/2016 Seite 14 5.4.2 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vergabestelle habe der Zuschlags- empfängerin den Zuschlag erteilt, obwohl diese die Eignungskriterien nicht erfülle, denn sie habe noch nie einen Eisenbahntunnel gereinigt. 5.4.3 In ihrer Vernehmlassung macht die Vergabestelle geltend , die Be- schwerdeführerin selbst erfülle das Eignungskriterium 2 (Organisatorische und technische Leistungsfähigkeit) nicht, denn sie habe angekreuzt, dass sie über ein nicht zertifiziertes Qualitätssicherungssystem verfüge, den ge- forderten Nachweis dazu aber nicht eingereicht. Die Beschwerdeführerin erwidert dazu, sie verfüge über ein nicht zertifiziertes QM-System und habe dies auch deklariert. Hätte die Vergabestelle einen schriftlichen Nachweis dazu als konstitutiv erachtet, hätte sie ihr nicht ausdrücklich bestätigen dür- fen, dass ihre Offerte vollständig sei. Die Vergabestelle habe für die Nicht- berücksichtigung ihrer Offerte auch nie einen anderen Grund a ls den hö- heren Angebotspreis genannt. Wenn sie nun behaupte, die Beschwerde- führerin erfülle das Eignungskriterium 2 nicht, sei dies nicht nur falsch, son- dern treuwidrig. 5.4.4 Würde der Auffassung der Beschwerdeführerin gefolgt, dass die Vergabestelle rechtsfehlerhaft vorgegangen sei, als sie die Eignung der Zuschlagsempfängerin bejaht hat, müsste der Zuschlag an die Zuschlags- empfängerin aufgehoben werden. Würde auch der Meinung der Beschwer- deführerin gefolgt, dass sie selber die Eignungskriterien erfülle, hätte sie sie eine reelle Chance, selbst den Zuschlag zu erhalten, zumal insgesamt nur zwei Angebote eingereicht worden sind. 5.5 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 30 BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG), der Rechtsvertreter hat sich recht mässig ausgewiesen (Art. 11 VwVG) und der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 5.6 Soweit die Vergabestelle geltend macht, d ie Eintretensvoraussetzun- gen seien im vorliegenden Fall offensichtlich nicht erfüllt, kann ihr daher nicht gefolgt werden. 6. In materieller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin, die Vergabestelle habe der Zuschlagsempfängerin den Zuschlag erteilt, obwohl diese die Eig- nungskriterien nicht erfülle. 6.1 Im Rahmen eines Submissionsverfahrens ist die Befähigung jedes ein- zelnen Bewerbers zur Ausführung des Auftrags zu prüfen. Art. 9 Abs. 1 BöB B-4637/2016 Seite 15 bestimmt, dass die Auftraggeberin die Anbieter und Anbieterinnen auffor- dern kann, einen Nachweis ihrer finanziellen, wirtschaftlichen und techni- schen Leistungsfähigkeit zu erbringen. Sie stellt dazu Eignungskriterien auf (vgl. dazu auch Art. VIII Bst. b GPA). Diese Bestimmung wird durch Art. 9 VöB konkretisiert, wonach die Auftraggeberin für die Überprüfung der Eig- nung der Anbieter Unterlagen erheben und einsehen kann. Nach Art. 9 Abs. 2 VöB trägt sie bei der Bezeichnung der notwendigen Nachweise Art und Umfang des Auftrages Rechnung. Das Bundesverwaltungsgericht lei- tet in ständiger Rechtsprechung daraus ab, dass die Eignungskriterien auf- tragsspezifisch beziehungsweise leistungsbezogen sein müssen (vgl. Zwi- schenentscheid des BVGer B -1687/2010 vom 19. Juli 2010 E. 4.1 , m.H.; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 555 f., m.H.). Gemäss GATT-Bot- schaft 2 (BBl 1994 IV S. 1187 f.) soll der Nachweis auf diejenigen Eignungs- kriterien beschränkt werden, welche wesentlich sind, damit die Anbieterin oder der Anbieter den betreffenden Auftrag erfüllen kann. Die Eignungskri- terien dürfen insbesondere nicht in der Absicht festgelegt werden, gewisse Anbieterinnen oder Anbieter zum vornherei n auszuschliessen ( vgl. Zwi- schenentscheid des BVGer B-504/2009 vom 3. März 2009 E. 5.3). 6.2 Bei der Wahl und Formulierung der Eignungskriterien kommt der Vergabebehörde ein grosser Ermessensspielraum zu ( vgl. Zwischenent- scheid des BVGer B-6253/2009 vom 16. November 2009 E. 4.2, m.H.), in welchen das Bundesverwaltungsgericht nach Art. 31 BöB nicht eingreifen darf. Daran ändert in der Regel auch der Umstand nichts, dass hohe An- forderungen an die Anbieter im Lichte von Art. 1 Abs. 1 Bst. b BöB, der als Ziel des Vergaberechts die Stärkung des Wettbewerbs vorgibt, problema- tisch sein können (vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-504/2009 vom 3. März 2009 E. 5.3 ). Unzulässig können indessen namentlich Eignungskri- terien sein, die ohne überwiegende Interessen an der Festl egung dersel- ben die Anzahl möglicher Anbieter derart einschränken, dass kein hinrei- chender Restwettbewerb verbleibt (vgl. Urteil des BVGer B -1470/ 2010 vom 29. September 2010, auszugsweise publiziert in BVGE 2010/58, E. 2; Urteil des BVGer B -4743/2015 vom 9. Dezember 2015 E. 4.1; ETI- ENNE POLTIER, Droit des marchés publics, 2014, Rz. 324). 6.3 Im vorliegenden Fall hatte die Vergabestelle in Ziff. 3.7 der Ausschrei- bung vier Eignungskriterien festgelegt: "Hinreichende Befähigung zur Auftragserfüllung Organisatorische und technische Leistungsfähigkeit B-4637/2016 Seite 16 Genügende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Ausreichende Bonität" In den Ausschreibungsbedingungen (Beilage 6.1 i.V.m. Ziffer 2.7.2 „Eig- nungskriterien“) definierte sie das Eignungskriterium 1 wie folgt: „Der Anbieter hat hinreichende Fachkompetenz und Erfahrung in Projektie- rung und Ausführung von Tunnelreinigung mit vergleichbarer geographischer Ausdehnung, Komplexität und Terminvorgaben.“ Die Ausschreibungsbedingungen sahen vor, dass , wenn die Anbieter in nicht sämtliche Eignungskriterien erfülle, ihr Angebot nicht in die Bewer- tung einbezogen werde (vgl. Ausschreibungsbedingungen, Ziffer 2.7.2 „Eignungskriterien“). Beilage 6.1 der Ausschreibungsbedingungen enthielt Formulare für insgesamt drei Referenzobjekte. 6.4 Die Vergabestelle ist grundsätzlich an die Ausschreibung und die Aus- schreibungsunterlagen gebunden. Diese Bindung ergibt sich insbesondere aus dem Transparenzgebot und aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz. So ist es der Vergabebehörde untersagt, die den Anbietenden bekanntge- gebenen Vergabekriterien nachträglich zu ändern (vgl. Entscheid der BRK 2005-024 vom 6. Juni 2006 E. 3b). Wenn sie bekanntgegebene Kriterien ausser Acht lässt, ihre Bedeutungsfolge umstellt, andere Gewichtungen vornimmt oder Kriterien heranzieht, die sie nicht bekanntgegeben hat, han- delt sie vergaberechtswidrig (vgl. Urteile des BVGer B-4958/2013 vom 30. April 2014 E. 2.5.2 und B-891/2009 vom 5. Novem- ber 2009 E. 3.4). 6.5 Die im Rahmen der Ausschreibung formulierten Eignungskriterien sind dabei so auszulegen und anzuwenden, wie sie von den Anbietern in guten Treuen verstanden werden konnten und mussten. Auf den subjektiven Wil- len der Vergabestelle bzw. der dort tätigen Personen kommt es nicht an (vgl. BGE 141 II 14 E. 7.1; Urteil des BGer 2C_1101/2012 vom 24. Januar 2013 E. 2.4.1; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 566 f.). Doch ver- fügt die Vergabestelle bei der Formulierung und Anwendung der Eignungs- kriterien über einen grossen Ermessens- oder Beurteilungsspielraum, den die Beschwerdeinstanzen – im Rahmen der Sachverhalts- und Rechtskon- trolle – nicht unter dem Titel der Auslegung überspielen dürfen (vgl. Urteil des BGer 2D_52/2011 vom 10. Februar 2012 E. 3.2, m.H.; G ALLI/MO- SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 557, Rz. 564 f., mit Hinweis auf die Praxis des Bundesverwaltungsgerichts). Von mehreren möglichen Auslegungen B-4637/2016 Seite 17 hat die gerichtliche Beschwerdeinstanz nicht die ihr zweckmässig schei- nende auszuwählen, sondern die Grenzen des rechtlich Zulässigen abzu- stecken (vgl. BGE 141 II 14 E. 7.1; Urteil des BGer 2C_1101/2012 vom 24. Januar 2013 E. 2.4.1). 6.6 Im vorliegenden Fall ist der Wortlaut der entsprechenden Ausschrei- bungsbestimmung insoweit klar, als d ie Vergabestelle die Eignung eines Anbieters explizit unter anderem davon abhängig gemacht hatte, dass der Anbieter anhand von Referenzprojekten eine hinreichende Fachkompe- tenz und Erfahrung im Bereich der Projektierung und Ausführung von Tun- nelreinigung mit vergleichbarer geographischer Ausdehnung, Komplexität und Terminvorgaben nachweisen könne. 6.7 Die Zuschlagsempfängerin hatte als Referenzprojekt 1 das Projekt „Spezialreinigung Schachtkopf -Schachtfusskaverne“ (im Gotthard -Basis- tunnel) aus dem Jahr 2016 angegeben. Gemäss ihren Offertunterlagen be- inhaltete die erbracht e Leistung die Reinigung der Flächen der Hebeein- richtung (vgl. Offerte der Zuschlagsempfängerin, Beilage 6.1 der Aus- schreibungsbedingungen). Die Beschwerdeführerin bemängelt diesbezüglich insbesondere, das Re- ferenzobjekt betreffe nicht die Reinigung eines Tunnels, sondern einer He- beeinrichtung im (vertikalen) Schacht I im Nebenstollen der Multifunktions- stelle Sedrun. Bei dieser Hebeeinrichtung handle es sich im Wesentlichen um einen Industrielift, der die Verbindung zwischen Erdoberfläche und Tun- nelniveau bilde. Im Unterschied zum restlichen Tunnel verfüge der Seitens- tollen an dieser Stelle über ein flächendeckendes Lüftungssystem. Die be- lüfteten Nebenstollen der Multifunktionsstelle Sedrun seien vom Bahnbe- trieb und der damit verbundenen Verschmutzung (Schienenabrieb, Brems- staub, Ladungsverluste der Züge etc.) wenig bis gar nicht betroffen. Die Zuschlagsempfängerin sei weder mit den beiden Röhren des Eisenbahn- tunnels in Kontakt gekommen noch habe sie den Nachweis erbracht, den reinigungstechnischen Herausforderungen des Bahnbetrie bs – be- schränkte Einsatzzeit, beschränkte Teamgrösse von acht Mitarbeitenden, Hochspannungsleitungen, Sicherheitsaspekte, Notfalleinsätze – gewach- sen zu sein. Die Vergabestelle führt dagegen aus, die ausgeschriebenen Leistungen beinhalteten im Wesentlichen das Kehren, Saugen, Staubsaugen, Abwi- schen, Ausspritzen und Abwaschen. Wischen, Spülen, Saugen und Ent- sorgen gehörten zum Kerngeschäft jedes Reinigungsinstituts und damit B-4637/2016 Seite 18 zum Kerngeschäft der Zuschlagsempfängerin. Die streitbetroffenen Leis- tungen seien demnach nicht komplex, was bereits aus der Gewichtung der Zuschlagskriterien offensichtlich werde. Mit 70% überwiege das Gewicht des Preises alle anderen Kriterien deutlich, was klar mache, das letztlich eine Standardleistung („Commodity“) eingekauft werde . Im vorliegenden Vergabeverfahren habe demnach unter Berücksichtigung des Grundsatzes des Wettbewerbs bei der Prüfung der angegebenen Referenzen kein allzu strenger Massstab angewendet werden dürfen. Es sei nicht erwartet wor- den, dass ein Anbieter bereits mehrmals Arbeiten in einem gleichen oder demselben Eisenbahntunnel durchgeführt habe. Ohnehin gebe es nur ei- nen Gotthard-Basistunnel. Da dies zugleich der längste Bahntunnel der Welt sei und die Reinigungsarbeiten für den laufenden Betrieb erstmals ausgeschrieben worden seien, wäre es grober Unfug zu verlangen, ein An- bieter müsse genau diese Arbeit bereits in der Vergangenheit erledigt ha- ben. Weiter habe die Vergabestelle nicht Erfahrungen im Bereich Eisen- bahntunnelreinigung, sondern im Bereich Tunnelreinigung gefordert. Es wäre widerrechtlich, wenn die Eignungskriterien so eng ausgelegt würden, dass nur Anbieterinnen mit Erfahrungen im Bereich Eisenbahntunnelreini- gung für die ausgeschriebenen Leistungen in Frage kommen würden. Eine derartige Auslegung der Anforderungen an die Eignung der Anbieter würde den Wettbewerb zu stark einschränken und überdies zu einer unzulässigen Bevorteilung der Beschwerdeführerin führen, weil diese bereits (einmalige) Eisenbahntunnelreinigungen im Lötschberg-Basistunnel und im Gotthard- Basistunnel durchgeführt habe. Entgegen den Ausführungen der Be- schwerdeführerin könne sodann b ei der Zuschlagsempfängerin nicht von einem „Branchen-Neuling“ gesprochen w erden. Die Kernkompetenz der Zuschlagsempfängerin sei die Spezialreinigung. Sie sei in der Vergangen- heit auch im Bereich Tunnelreinigung sowie im Bereich Eisenbahntunnel- reinigung tätig gewesen. Die Zuschlagsempfängerin habe bereits erste Er- fahrungen mit Reinigungsarbeiten im Gotthard-Basistunnel und kenne da- mit bereits die Ausmasse und Anforderungen des Bauwerks. 6.7.1 Das von der Zuschlagsempfängerin angegebene Referenzprojekt 1 „Spezialreinigung Schachtkopf- und Schachtfusskaverne“ in der Multifunk- tionsstelle Sedrun befindet sich zwar im Gotthard-Basistunnel, doch betraf die Leistung der Zuschlagsempfängerin hierbei offenbar nicht den Tunnel an sich, sondern einzig die Reinigung der Flächen der Hebeeinrichtung in einer Kaverne bzw. in einem Nebenstollen. Unbestritten ist weiter, dass das Referenzprojekt 1 der Zuschlagsempfängerin weder die Reinigung von Banketten noch von fester Fahrbahn beinhaltet. Hinzu kommt, dass die Hebeeinrichtung die Dimensionen eines Industrielifts hatte, wogegen die B-4637/2016 Seite 19 vorliegende Be schaffung Einspurtunnelröhren von insgesamt rund 115‘000 m und Bodenflächen von rund 48‘000 m2 betrifft. Prima facie erscheint es daher nicht als offensichtlich aussichtslos, wenn die Beschwerdeführerin rügt, mit diesem Referenzprojekt habe die Zu- schlagsempfängerin keine Tunnelreinigung im eigentlichen Sinn nachge- wiesen, und insbesondere keine Tunnelreinigung von einer Komplexität und geographischen Ausdehnung, die mit dem Gotthardtunnel vergleich- bar wäre, und die Vergabestelle habe ihr Ermessen daher rechtsfehlerhaft ausgeübt, wenn sie diese Referenz als ausreichend beurteilt habe. 6.7.2 Das von der Zuschlagsempfängerin a ls Referenzobjekt 2 angege- bene Projekt „ Entwässerung NEAT Basistunnel Abschnitt Nord inkl. Zu- gangsstollen Amsteg & Sedrun inkl. Kabelstollen Amsteg; Entsorgung Pro- zessabwasser aus Einbau feste Fahrbahn “ betrifft die im Zeitraum von 2009-2012 und 2015 im Gotthard-Basistunnel vorgenommene Reinigung des Entwässerungssystems während der Rohbauphase . Gemäss Anga- ben der Zuschlagsempfängerin umfasste das Projekt die gesamten Ent- wässerungsanlagen im Abschnitt Erstfeld bis Sedrun, Kabelstollen Amsteg und Zugangsstollen Amsteg. Die Aufgabe beinhaltete das Sicherstellen der einwandfreien Funktion aller Entwässerungsleitungen in diesem Abschnitt während der Ausbauphase sowie das Erstellen der Zustandsaufnahmen mittels Kanalfernsehen und Protokollierung (vgl. Offerte Zuschlagsempfän- gerin, Beilage 6.1). Zum Referenzprojekt 2 der Zuschlagsempfängerin hält die Beschwerde- führerin fest, die Zuschlagsempfängerin habe hier in ihrem angestammten Betätigungsfeld operiert, der Kanal-Nassreinigung. Auch hier sei kein Tun- nel gereinigt worden. Mit der Eisenbahntunnelre inigung habe dieser Auf- trag nur gemeinsam, dass die Arbeiten unter Tage stattfänden. Die maschi- nelle Reinigung eines Eisenbahntunnels und seiner Nebenbauwerke – Querschläge, Seitenstollen, Notfallstationen etc. – habe seine Besonder- heiten: Schwankungen im Durchmesser und unzählige bahntechnische Einbauten, wie Signale, Türen, Handläufe, Fahrleitungsaufhängung er- schwerten die maschinelle Reinigung. Im Bereich Fahrbahn werde die Rei- nigung durch Geleise, Betonschwellen, Kabel und Sensoren für die Zugs- kontrolle behindert. Bei Strassentunnel könne die Hülle üblicherweise mit Wasser-Hochdruck gespült werden. Demgegenüber sei im Gotthard -Ba- sistunnel und in den direkten Nebenwerken aus Sicherheitsgründen eine Trockenreinigung unumgänglich. Der Betrieb von Eisenbahnt unnel der neusten Generation sei aufgrund der Ausmasse, schwierigen klimatischen B-4637/2016 Seite 20 Bedingungen, des hohen Technisierungsgrads, der sensiblen Elektronik, der hohen Kadenz der vielen Durchfahrten störungsanfällig. Die Zu- schlagsempfängerin habe auch mit der Referenz 2 den Nachweis der hin- reichenden Fachkompetenz und Erfahrung in Projektierung und Ausfüh- rung von Tunnelreinigung mit vergleichbarer geographischer Ausdehnung, Komplexität und Terminvorgaben nicht erbracht. Ergänzend legt die Beschwerdeführerin dar, sie habe im Rahmen einer Testreinigung im Gotthard -Basistunnel im Jahr 2014 fristgerecht die Feinstaubbelastung auf das sicherheitstechnisch vertretbare Mass redu- zieren können und sei zusätzlich mit der Schlussreinigung des Gotthard - Basistunnels beauftragt worden. Die Zuschlagsempfängerin sei nicht in Frage gekommen, da sie keine Trockenreinigungen habe anbieten können. Auch dieses Referenzprojekt betrifft offenbar keinen Tunnel, sondern ledig- lich Entwässerungs -, Kabel - und Zugangsstollen. Auch führte die Zu- schlagsempfängerin selbst aus, dass sie die Reinigung des Entwässe- rungssystems unter sehr engen Plat zverhältnissen vornehmen und auf- grund der beschränkten Breite des Stollenzuges und des Lichtraumprofils der zu passierenden mobilen Betonschalungen eine passende Spüleinheit konstruieren musste. Prima facie erscheint der Einwand der Beschwerde- führerin, diese Art der Nassreinigung sei mit der vorliegend in Frage ste- henden Reinigungsdienstleistung nicht zu vergleichen, da hier eine Tro- ckenreinigung erforderlich sei, als nachvollziehbar. Wie sich nämlich aus den Ausschreibungsunterlagen ergibt (vgl. Technisches Pflichtenheft S. 8- 32), ist die Reinigung der auf beiden Seiten der Einspurtunnelröhren ver- laufenden Bankette mittels Kehrmaschine sowie der festen Fahrbahn mit- tels Kehrmaschine oder Saugbagger vorzunehmen. Wenn die Beschwerdeführerin daher rügt, dass auch d as zweite von der Zuschlagsempfängerin als Referenz genannte Projekt nicht Fachkompe- tenz und Erfahrung in Projektierung und Ausführung von Tunnelreinigung von vergleichbarer Komplexität zu belegen vermöge und die Vergabestelle ihr Ermessen daher rechtsfehlerhaft ausgeübt habe, erscheint diese Rüge prima facie nicht als offensichtlich aussichtslos. 6.7.3 Als Referenz 3 reicht e die Zuschlagsempfängerin das Projekt „Be- trieb und Unterhalt hochspezialisierter Laboreinrichtungen (GMP Labor)“ ein. Diese Leistung mit einem Projektumfang von 1,3 Mio. Franken pro Jahr beinhaltet die Reinigung und Desinfektion von Hygienebereichen (Rein- räume, Labore, Produktionsbereiche) in der Pharmaindustrie. B-4637/2016 Seite 21 Dieses Projekt betrifft offensichtlich und unbestrittenermassen keine Tun- nelreinigung, sondern die Reinigung von Räumen, Maschinenteilen und Materialschleusen. 6.8 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, da ss die Rüge der Beschwer- deführerin, die Vergabestelle habe ihren Ermessensspielraum rechtsfeh- lerhaft ausgeübt, wenn sie zum Schluss gekommen sei, die Zuschlags- empfängerin habe den Nachweis einer hinreichenden Erfahrung in Projek- tierung und Ausführung von Tunnelreinigung mit vergleichbarer geographi- scher Ausdehnung, Komplexität und Terminvorgaben erbracht, prima facie nicht als offensichtlich unbegründet erscheint. 7. In ihrer Vernehmlassung macht die Vergabestelle geltend, die Beschwer- deführerin ihrerseits erfülle das Eignungskriterium 2 (Organisatorische und technische Leistungsfähigkeit) nicht. Die Beschwerdeführerin habe bei die- sem Eignungskriterium in Beilage 6.2 angekreuzt, dass sie über ein nicht zertifiziertes Qualitätssicherungssystem verfüge , den geforderten Nach- weis indessen nicht eingereicht. Die Beschwerdeführerin führt hierzu aus, sie verfüge über ein nicht zertifi- ziertes QM-System und habe dies auch deklariert. Hätte die Vergabestelle einen schriftlichen Nachweis dazu als konstitutiv erachtet, hätte sie ihr nicht ausdrücklich bestätigen dürfen, dass ihre Offerte vollständig sei. Die Verga- bestelle habe für die Nichtberücksichtigung nie einen anderen Grund als den höheren Angebotspreis gefunden. Die nun im Beschwerdeverfahren vorgebrachte Behauptung, die Beschwerdeführerin erfülle das Eignungs- kriterium 2 gemäss Beilage 6.2 nicht, sei nicht nur unbegründet und falsch, sondern auch treuwidrig. 7.1 Die Erfüllung des Eignungskriteriums 2 (Organisatorische und techni- sche Leistungsfähigkeit) war anhand der in Beilage 6.2 der Ausschrei- bungsbedingungen verlangten Angaben und Belege nachzuweisen. Unter anderem hatten die Anbieter in der Rubrik Angaben zu einem unterneh- mensbezogenen QM bzw. Angaben über Qualitätssicherung zu machen. Zur Auswahl standen die folgenden Optionen: □ QS-Zertifikat nach ISO (Kopie bei- legen) □ Kopie B-4637/2016 Seite 22 Zertifikat nach ISO 9001 -04 und ISO 14001 oder gleichwertig. Be- schreibung der technischen Aus- rüstung, der Massnahmen des Un- ternehmens zur Gewährleistung der Qualität. □ nicht zertifiziertes QS-System □ Nachweis □ sonstige Zertifikate QS □Kopie 7.2 Die Beschwerdeführerin hatte in ihrer Offerte die Option „nicht zertifi- ziertes QS-System“ angekreuzt, ohne aber das Feld „Nachweis“ anzukreu- zen und ohne diesbezüglich irgendwelche Dokumente einzureichen. 7.3 Dass ein Anbieter zwingend ein QS-Zertifikat, sei es nach ISO 9001-04 und ISO 14001 oder ein anderes, gleichwertiges Zertifikat, einreichen müsse, wird in den Ausschreibungsbedingungen nicht verlangt . Vielmehr stand es einem Anbieter ausdrücklich offen, stattdessen die Option „nicht zertifiziertes QS-System“ anzukreuzen. Weder in der Ausschreibung noch in den Ausschreibungsunterlagen enthalten irgendwelche zusätzlichen An- gaben dazu, was unter dem „Nachweis“ für ein nicht zertifiziertes QS-Sys- tem zu verstehen ist. Es ist denn auch nicht ohne weiteres ersichtlich, wie ein Unternehmen, dessen QS-System eben gerade nicht zertifiziert ist, die Qualität seines Systems „nachweisen“ könnte. Auch die Vergabestelle hat dies nicht dargetan. Insofern ist nicht restlos klar, ob die Vergabestelle angesichts dieser unprä- zisen Vorgabe in den Ausschreibungsbedingungen einen Anbieter über- haupt ausschliessen dürfte, wenn er gar keinen „Nachweis“ eingereicht hat. 7.4 Sodann ist zu berücksichtigen, dass Vergabestellen bei unbedeuten- den Mängeln einer Offerte über einen gewissen Ermessensspielraum ver- fügen, ob sie die Offerte durch Rückfragen auf den verlangten Stand brin- gen wollen. Unter Umständen, insbesondere, wenn der Fehler leicht zu er- kennen ist und rechtzeitig behoben werden kann, ist die Vergabestelle so- gar, aufgrund des Verbots des überspitzten Formalismus bzw. nach dem Grundsatz von Treu und Glauben, dazu verpflichtet (vgl. Urteil des BVGer B-985/2015 vom 12. Juli 2015 E. 4.3.5, m.H.). Entsprechend hat die Verga-B-4637/2016 Seite 23 bestelle, die ein Fehlen oder Ungenügen von Nachweisen feststellt, nach- zufragen, bevor sie einen Anbieter mangels Eignung ausschliesst (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 575, m. H.). Insofern stellt sich die Frage, ob die Vergabestelle möglicherweise gehal- ten gewesen wäre, die Beschwerdeführerin nach dem Erhalt der Offerte darauf hinzuweisen, dass sie keinen „Nachweis “ für ihr nicht zertifiziertes QS-System beigelegt hatte. 7.5 Im vorliegenden Fall ka m die Vergabestelle a nlässlich der Evaluation zum Schluss, die Eignung der Beschwerdeführerin sei gegeben. So hielt sie in ihrem internen Vergabeantrag ausdrücklich fest, dass beide Offerten die gesetzten Anforderungen bei den Eignungs- und Zuschlagskriterien er- füllten. Im Formular „Formelle Prüfung“ wurde ausdrücklich bestätigt, dass „alle in den Ausschreibungsbedingungen sowie Pflichtenheft verlangten Unterlagen eingereicht“ worden seien, und im Formular „Eignungsprüfung“ markierte sie sämtliche Eignungskriterien bei beiden Anbieterinnen als er- füllt. Auch gegenüber der Beschwerdeführerin erklärte die Vergabestelle mit Schreiben vom 13. Mai 2016 , die Offerte der Beschwerdeführerin sei „rechtzeitig und vollständig eingetroffen“ , und im Schreiben vom 14. Juli 2016 nannte sie keine fehlenden Nachweise, sondern gab als Gründe für die Nichtberücksichtigung der Offerte der Beschwerdeführerin einzig an, das berücksichtigte Angebot sei wirtschaftlich wesentlich günstiger als das Angebot der Beschwerdeführerin. 7.6 Unter diesen Umständen erscheint das Argument der Beschwerdefüh- rerin, mit dem nun erstmals in der Vernehmlassung vorgebrachte n Ein- wand, die Beschwerdeführerin erfülle das Eignungskriterium 2 nicht, verstosse die Vergabestelle gegen den Grundsatz von Treu und Glauben, prima facie nicht als offensichtlich haltlos. 8. Als Zwischenergebnis ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerde aufgrund einer prima-facie-Würdigung nicht als offensichtlich unbegründet erscheint. 9. Erweist sich eine Beschwerde prima facie nicht als offensichtlich unbegrün- det, so ist im Prinzip in einem nächsten Schritt abzuwägen, ob die Interes- sen der Vergabestelle an einer sofortigen Vollstreckung gewichtiger sind B-4637/2016 Seite 24 als das Interesse der Beschwerdeführerin, dass ihre Chance auf einen Zu- schlag durch die Gewährung der aufschiebenden Wirkung gewahrt werde. Dabei ist es grundsätzlich Sache der Vergabestelle, allfällige gravierende Folgen einer Verzögerung, welche die Nichterteilung der aufschiebenden Wirkung einer Beschwerde begründen sollen, substantiiert darzulegen (vgl. G ALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1328; Zwischenentscheid des BVGer B-998/2014 vom 26. Oktober 2014 E. 7.2). 10. Die Vergabestelle macht geltend, der Vertragsschluss mit der Zuschlags- empfängerin sei dringend. Die bevorstehende Inbetriebnahme ab 11. De- zember 2016 erfordere, dass die Reinigungsarbeiten zwingend am 1. Ja- nuar 2017 aufgenommen würden. Daher bestehe ein erhebliches öffentli- ches Interesse am raschen Vertragsabschluss und dem Bezug der ausge- schriebenen Leistungen ab dem 1. Januar 2017. Bis dahin habe sich im Tunnel bereits erheblich Staub angesammelt, der dringend beseitig t wer- den müsse. Eine verzögerte Aufnahme der Reinigungsarbeiten von zwei bis drei Monaten könnte zu Systemstörungen, Komplettausfällen oder Un- fällen im Gotthard-Basistunnel führen. Daher sei e in Aufschub der Reini- gungsarbeiten nicht möglich. Sofern der Beschwerde die aufschiebende Wirkung wider Erwarten ge- währt werde, sei zumindest ein partieller Vorbezug der Leistungen unaus- weichlich, damit der Betrieb des Gotthard-Basistunnels am 11. Dezember 2016 aufgenommen werden könne. Damit die Reinigungsarbeiten recht- zeitig am 1. Januar 2017 aufgenommen werden könnten, sei ihr zu erlau- ben, die ausgeschriebenen Leistungen vorübergehend bei der Zuschlags- empfängerin zu beziehen, dies unter den Auflagen, dass der Bezug zu den Bedingungen gemäss der Zuschlagsverfügung vom 8. Juli 2016 zu erfol- gen habe und die Erlaubnis bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Ent- scheids, mit dem der Zuschlag an die Zuschlagsempfängerin aufgehoben werde, längstens aber bis zum 31. Dezember 2017, befristet sei. Die Beschwerdeführerin wendet ein, es fehle an der begründeten Dring- lichkeit, da eine qualifizierte Unternehmung wie sie selbst die Reinigungs- arbeiten innert kurzer Zeit aufnehmen könne. Sie sei in der Lage, die nöti- gen Reinigungsdienstleistungen innert 48 Stunden vor Ort aufzunehmen. Es sei zudem in der Verantwortung der Vergabestelle gelegen, den Auftrag rechtzeitig auszuschreiben. Das Datum der Aufnahme des Regelbetriebs sei der Vergabestelle seit Jahren bekannt. Ein Rechtsmittelverfahren habe in zeitlicher Hinsicht antizipiert werden müssen. B-4637/2016 Seite 25 Die Beschwerdeführerin beantragt, der Eventualantrag der Vergabestelle, es sei ihr zu erlauben, die Reinigungsdienstleistungen während der Dauer des Beschwerdeverfahrens bei der Zuschlagsempfängerin zu beziehen, sei abzuweisen. Eventualiter sei sie anzuweisen, die fraglichen Leistungen bei der Beschwerdeführerin zu beziehen, subeventualiter sei die Vergabe- stelle anzuweisen, die fraglichen Leistungen vorübergehend wie folgt zu vergeben: Positionen 1, 2 und 3 an die Beschwerdeführerin und Positionen 4 und 5 an die Zuschlagsempfängerin, und subsubeventualiter sei die Vergabestelle anzuweisen, die fraglichen Leistungen bei einem Dritten zu beziehen. Die Beschwerdeführerin kritisiert, die Vergabestelle versuche, die Wirkun- gen der aufschiebenden Wirkung zu umgehen, indem sie beantrage, sämt- liche ausgeschriebenen Positionen vorläufig bei der Zuschlagsempfänge- rin beziehen zu dürfen. Wenn sie die Zuschlagsempfängerin im Sinn eines Teilleistungsbezug für maximal ein Jahr mit der Tunnelreinigung beauf- trage, würde damit der Zuschlagsempfängerin die Gelegenheit geboten, ihre bisher fehlende Erfahrung im Bereich Tunnelreinigung wettzumachen. Gleichzeitig drohe die Vergabestelle, das Vergabeverfahren abzubrechen und eine Interimslösung zu suchen, falls die Beschwerdeführerin im vorlie- genden Verfahren obsiegen würde. Mutmasslich würde die Vergabestelle dann die Eignungskriterien bei der darauf folgenden Neuausschreibung heruntersetzen, sodass die Zuschlagsempfängerin doch noch genügen würde. Indessen sei der Abbruch des Vergabeverfahrens zur gezielten Dis- kriminierung eines Anbieters und zur Abwendung eines missliebigen Ver- fahrensausgangs unzulässig und wieder mit Beschwerde anfechtbar. Die vorläufige Teilvergabe an die Zuschlagsempfängerin hätte nicht nur präju- dizierende Wirkung, sondern bezwecke gar eine Umgehung der von der Vergabestelle formulierten Eignungskriterien. Die Vergabe allfälliger Teilar- beiten an die Zuschlagsempfängerin allein sei daher nicht zulässig. 10.1 Gemäss übereinstimmenden Angaben der Parteien wurde der Gott- hard-Basistunnel letztmals im Mai 2016 durch die Beschwerdeführerin ge- reinigt. In der Zwischenzeit wurden Testfahrten durchgeführt, die neuen Staub verursachten. Auch entsteht Staub durch die noch laufenden Fertig- stellungsarbeiten im Gotthard -Basistunnel. Es ist unbestritten, dass es ohne regelmässige Entfernung des Staubs durch Kurzschlüsse zu Störun- gen oder Unfällen kommen kann. Da im Gotthard-Basistunnel die Geleise direkt auf Betonschwellen im Trassee montiert und nicht auf ein Schotter- bett gelegt sind, kann der Geleiseabrieb und sonstiger Schmutz nicht mehr im Schotter versickern. Die Schienen müssen regelmässig geschliffen und B-4637/2016 Seite 26 der Abrieb umgehend abgesaugt werden. Er legt sich sonst auf den Schie- nen ab und wird von den Zügen in diese eingeglättet, was zu Rissen in den Schienen führt. Der Tunnel wird am 11. Dezember 2016 regulär in Betrieb genommen. Unbestritten ist, dass demnach ein erhebliches öffentliches In- teresse daran besteht, dass die Reinigungsarbeiten am 1. Januar 2017 aufgenommen werden können. 10.2 Indessen entspricht nicht jedes Beschleunigungsinteresse der Verga- bestelle einer Dringlichkeit, welche zur Abweisung der aufschiebenden Wirkung führt. Der Umstand, dass gegen den Zuschlag ein Rechtsmittel ergriffen werden kann, dem gegebenenfalls die aufschiebende Wirkung er- teilt wird, hat die Auftraggeberin bei sorgfältiger Disponierung bereits in ihre Planung einzubeziehen und die Termine, die eingehalten werden müssen, entsprechend anzusetzen. Beschaffungsgeschäfte samt Durchführung des eigentlichen Submissionsverfahrens und eines allfälligen Rechtsmittelver- fahrens sind demnach nach Möglichkeit so langfristig zu planen, dass grundsätzlich keine Dringlichkeit eintreten kann (vgl. Urteil des Bundesge- richts 2C_339/2010 vom 11. Juni 2010 E. 3.2; GALLI/ MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1238, m.H.). Vorliegend geht aus einer Medienmitteilung der AlpTransit Gotthard vom 22. August 2011 hervor, dass bereits in jenem Zeitpunkt bekannt war, dass die AlpTransit Gotthard und die SBB als künftige Betreiberin die Aufnahme des fahrplanmässigen Betriebs durch den Gotthard-Basistunnel per Ende 2016 planten (vgl. AlpTransit Gotthard > Medienmitteilung vom 22. August 2011, <https://www.alptransit.ch/de/media/ medienmitteilungen/year/2011/>, abgerufen am 1 9. Oktober 2016) . Die Vergabestelle hat die vorliegende Dienstleistung aber erst am 1. April 2016 ausgeschrieben. Vor diesem Hintergrund erscheint die von der Vergabe- stelle geltend gemac hte Dringlichkeit zumindest teilweise als selbstver- schuldet, weshalb ihr nur ein beschränktes Gewicht zukommt. Vor allem aber besteht vorliegend, wie auch aus dem Eventualantrag der Vergabestelle hervorgeht, die Möglichkeit, der Vergabestelle zu erlauben, einen beschränkten Teil der in Frage stehenden Reinigungsdienstleistun- gen während der Dauer des Rechtsmittelverfahrens vorab zu beziehen. Damit kann der geltend gemachten Dringlichkeit , soweit sie wegen dem dargelegten eigenen Verschulden der Vergabestelle überhaupt zu berück- sichtigen ist , in verhältnismässiger Weise Rechnung getragen werden, ohne dass der Anspruch der Beschwerdeführerin auf effektiven Rechts- schutz mehr als nötig beeinträchtigt würde. B-4637/2016 Seite 27 10.3 Für den Erlass von vorsorglichen Massnahmen gilt der Grundsatz, dass die Hauptsachenprognose nur zu berücksichtigen ist, wenn sie ein- deutig ist, und der durch das Endurteil zu regelnde Zustand möglichst we- der präjudiziert noch verunmöglicht werden soll (vg l. BGE 130 II 149 E. 3.2). Steht daher in Frage, einen spezifischen Teilbereich des Vergabe- gegenstandes von der Gewährung der aufschiebenden Wirkung auszu- nehmen, so ist zu prüfen, ob der beantragte Vertragsabschluss mit der Zu- schlagsempfängerin für diesen Teilbereich präjudizielle Wirkung in Bezug auf die definitive Vergabe für den Rest des Auftrags hätte und ob in diesem Fall die Arbeiten für die Dauer des Verfahrens nicht an einen Dritten verge- ben werden könn ten (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1342, m.H.). Im vorliegenden Fall hat die Vergabestelle eventualiter beantragt, es sei ihr zu erlauben, die ausgeschriebenen Leistungen vorübergehend bei der Zu- schlagsempfängerin zu beziehen, dies unter den Auflagen, dass der Bezug zu den Bedingungen gemäss der Zuschlagsverfügung vom 8. Juli 2016 zu erfolgen habe und die Erlaubnis bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids, mit dem der Zuschlag an die Zuschlagsempfängerin aufgeho- ben werde, längstens aber bis zum 31. Dezember 2017, befristet sei. Ent- gegen der Befürchtung der Beschwerdeführerin ist nicht davon auszuge- hen, dass ein provisorischer Bezug der in Frage stehenden Reinigungs- dienstleistung für wenige Monate das Endurteil präjudizieren würde, könnte doch eine allenfalls dadurch gewo nnene Erfahrung der Zu- schlagsemfängerin im vorliegenden Verfahren nicht als Referenz berück- sichtigt werden. Im Übrigen ist ohnehin offen, ob bzw. zu welchen Bedingungen die Zu- schlagsempfängerin bereit wäre, angesichts der unsicheren Erfolgsaus- sichten der Vergabestelle im vorliegenden Verfahren einen auf wenige Mo- nate befristeten Vertrag abzuschliessen, müsste sie doch die für die Reini- gung erforderlichen Maschinen grösstenteils zuerst einkaufen. Es er- scheint daher als zweckmässiger, der Vergabestelle zu be willigen, die in Frage stehende Reinigungsdienstleistung für die bis zum Urteil im vorlie- genden Verfahren voraussichtlich benötigte Zeit freihändig zu beziehen, ohne ihr Auflagen zu machen, bei wem oder – ausser bezüglich der Ver- tragsdauer – zu welchen Bedingungen sie dies tun will. 10.4 Wird der Eventualantrag der Vergabestelle insoweit teilweise gutge- heissen, so ist das öffentliche Interesse an einer sofortigen Vollstreckung B-4637/2016 Seite 28 der Zuschlagsverfügung nicht gewichtiger als das Interesse der Beschwer- deführerin, dass ihre Chance auf einen Zuschlag durch die Gewährung der aufschiebenden Wirkung gewahrt werde. 11. Im Ergebnis ist daher der Antrag der Beschwerdeführerin um Gewährung der aufschiebenden Wirkung gutzuheissen , mit der Einschränkung, dass der Vergabestelle zu erlauben ist, die in Frage stehenden Reinigungs- dienstleistungen bis zum Ablauf der Rechtsmittelfrist des Urteils des Bun- desverwaltungsgerichts zu beziehen. 12. Die Beschwerdeführerin beantragt umfassende Einsicht in die Vergabeak- ten. Da mit dem vorliegenden Zwischenentscheid dem Gesuch der Be- schwerdeführerin um Gewährung der aufschiebenden Wirkung im Wesent- lichen entsprochen wird, stellt sich die Frage des Ergreifens eines Rechts- mittels bzw. der dafür benötigten Akteneinsicht für sie nicht. Über den An- trag der Beschwerdeführerin auf eine weitergehende Akteneinsicht wird daher zu einem späteren Zeitpunkt zu entscheiden sein. 13. Über die Kosten für den vorliegenden Zwischenentscheid wird mit dem Ent- scheid über die Hauptsache zu befinden sein. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde wird gutgeheissen, mit der Einschränkung, dass der Vergabestelle erlaubt wird, die mit dem Projekt „Tunnelreinigung, Gott- hard-Basistunnel“ ausgeschriebenen Reinigungsdienstleistungen bis zum Ablauf der Rechtsmittelfrist des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts bei der Beschwerdeführerin oder bei der Zuschlagsempfängerin oder einem Dritten zu beziehen. 2. Über die Kostenfolgen des vorliegenden Zwischenentscheids wird mit dem Entscheid in der Hauptsache befunden werden. 3. Diese Verfügung geht an: B-4637/2016 Seite 29 – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vergabestelle (Ref.-Nr. SIMAP-Projekt-ID 137577; Gerichtsur- kunde) – die Zuschlagsempfängerin Y ._______ AG Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichts- gesetzes vom 17. Juni 2005, BGG, SR 173.110), soweit er einen nicht wie- der gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 Bst. a BGG) und sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 83 Bst. f Ziff. 2 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis- mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, bei- zulegen (vgl. Art. 42 BGG). Versand: 20. Oktober 2016