B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-1483/2010 U r t e i l v o m 2 9 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, Richterin Marie-Chantal May Canellas, Gerichtsschreiber Daniel Grimm. Parteien A._______, vertreten durch Rechtsanwalt Adrian Willimann, Talacker 42, 8001 Zürich, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. C-1483/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Die aus Brasilien stammende Beschwerdeführerin (geb. […]) lernte im August 1997 den Schweizer Bürger B._______ (geb. […]) kennen, we l- cher sich damals auf Geschäftsreise in ihrem Heimatland befand. Nach weiteren gemeinsamen Aktivitäten weilte sie im Sommer 1998 mit einem Touristenvisum während ungefähr fünf Wochen erstmals zu Besuchszwe- cken bei ihm in der Schweiz. In dieser Zeit soll bei beiden der Entschluss gereift sein, zusammenleben zu wollen. Im Januar 1999 kehrte die B e- schwerdeführerin zu ihrem künftigen Partner zurück und hielt sich ab a n- fangs März des gleichen Jahres mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung für Schülerinnen und Studentinnen hierzulande auf. In diesem Rahmen b e- suchte sie eine S prach- und Handel sschule in Luzern. Die Eheschlie s- sung mit B._______ erfolgte am 27. Juli 2001 in Stans. Vom Kanton Ni d- walden erhielt sie daraufhin eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann. B. Gestützt auf ihre Ehe mit einem Schweizer Bürger stellte die Beschwe r- deführerin am 20. Juli 2004 ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung nach Art. 27 des Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952 (BüG, SR 141.0). Zu Handen des Einbürgerungsverfahrens unterzeichneten die Eheleute am 3. November 2004 eine gemeinsame Erkläru ng, wonach sie in einer tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft an derse l- ben Adresse zusammenlebten und weder Trennungs - noch Scheidungs- absichten bestünden. Gleichzeitig nahmen sie unterschriftlich zur Kenn t- nis, dass die erleichterte E inbürgerung nicht möglich ist, wenn vor oder während des Einbürgerungsverfahrens einer der Ehegatten die Trennung oder Scheidung beantragt hat oder keine tatsächliche eheliche Gemei n- schaft mehr besteht, und dass die Verheimlichung dieser Umstände zur Nichtigerklärung der Einbürgerung nach Art. 41 BüG führen kann. Am 10. Februar 2005 wurde die Beschwerdeführerin erleichtert eingebü r- gert. Nebst dem Schweizer Bürgerrecht erwarb sie die Bürgerrechte des Kantons Schwyz und der Gemeinde C._______ (..). C. Nachdem das BFM in Erfahrung gebracht hatte, dass die Beschwerd e- führerin seit dem 17. März 2006 von ihrem schweizerischen Ehemann C-1483/2010 Seite 3 rechtskräftig geschieden war, eröffnete es am 4. Februar 2009 ein Verfah- ren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung gemäss Art. 41 BüG. Im Rahmen der Sachverhaltsermittlung nahm d ie Vorinstanz mit Einverständnis der Beschwerdeführerin Einsicht in die Ehescheidungsak- ten des Kantonsgerichts Nidwalden. Ferner wurde der frühere Ehegatte am 30. November 2009 vom Amt für Gemeinden des Kantons Luzern als Auskunftsperson rogatorisch einvernommen. Die Beschwerdeführerin ihrerseits machte vom Äusserungsrecht am 10. Februar 2009 und am 3. Februar 2010 (nunmehr durch den von ihr mandatierten Parteivertreter) Gebrauch. D. Auf Ersuchen des BFM erteilte der Kanton Schwyz am 2. Februar 2010 die Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. E. Mit Verfügung vom 8. Februar 2010 erklärte die Vorinstanz die erleichte r- te Einbürgerung der Beschwerdeführerin für nicht ig. Gleichzeitig ordnete sie an, dass sich die Nichtigkeit auf alle Familienmitglieder erstrecke, d e- ren Schweizer Bürgerrecht auf der nichtig erklärten Einbürgerung beruhe. F. Mit Rechtsmitteleingabe vom 10. März 2010 beantragt die Beschwerd e- führerin beim Bu ndesverwaltungsgericht die Aufhebung der angefocht e- nen Verfügung. Dazu legte der Rechtsvertreter eine Reihe von Beweismitteln (diverse Fo- tos, Einladungen von Verwandten zu familiären Anlässen, Artikel über die Boutique der Beschwerdeführerin in Zürich, etc.) ins Recht. G. Mit Zwischenverfügung vom 25. März 2010 gab das Bundesverwaltung s- gericht den Anträgen auf Einvernahme von B._____, D._______, E._______, F.______, G.______, H._______, I.______ und J._____, K._____, L.______, M.______ und N._______, O._______, P ._______, Q.______ sowie der Beschwerdeführerin als Zeuginnen und Zeugen bzw. Auskunftspersonen nicht statt, räumte Letzterer jedoch die Möglichkeit ein, stattdessen schriftliche Stellungnahmen der fraglichen Personen nachzureichen. C-1483/2010 Seite 4 Mit Beschwerdeergänzung vom 26. April 2010 reichte der Parteivertreter von fünf der in der Beschwerdeschrift als Zeuginnen oder Zeugen aufg e- rufenen Personen entsprechende Stellungnahmen ein. H. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 14. Mai 2010 auf Abweisung der Beschwerde. I. Replikweise lässt die Beschwerdeführerin am 21. Juni 2010 an ihrem An- trag und dessen Begründung festhalten. Die Replik war mit einem zusätz- lichen Beweismittel (Mietvertrag für eine Wohnung in Zürich) ergänzt. J. Auf den weiteren Akteninhalt wi rd, soweit rechterheblich, in den Erw ä- gungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht – unter Vor- behalt der in Ar t. 32 VGG genannten Ausnahmen – Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen Verfügu n- gen des BFM betreffend Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung (vgl. Art. 41 Abs. 1 i.V.m. Art. 51 Abs. 1 BüG). 1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes - verwaltungsgericht nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz, soweit des Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. 1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf ihre frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Besc hwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung C-1483/2010 Seite 5 von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtse r- heblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerd e- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. 3. Das Bundesverwaltungsgericht hat die während des Rechtsmittelverfa h- rens gestellten Beweisanträge (Einvernahme einer Reihe von Personen aus dem Umfeld der Eheleute als Zeuginnen bzw. Zeugen, Parteiverhör) mit Zwischenverfügung vom 25 . März 2010 abgewiesen und erläutert, warum in einem solchen Vorgehen keine Verletzung des Anspruchs recht- liches Gehör zu erblicken ist. Die Beschwerdeführerin erhielt indes Gele- genheit, schriftliche Äusserungen besagter Personen zu den aufgeworf e- nen Fragen nachzureichen, was teilweise geschah. Auch einer persönl i- chen Anhörung der Beschwerdeführerin bedurfte es nicht, konnte sie sich doch mehrmals schriftlich zur Angelegenheit äussern (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. Art. 33 Abs. 1 VwVG und BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. mit Hinweisen; zum fehlenden Anspruch auf eine mündliche Anh ö- rung: BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148; zur Subsidiarität der Zeugeneinve r- nahme: BGE 130 II 169 E. 2.3.3 S. 173 mit Hinweisen, Urteil des Bu n- desgerichts 1C_292/2010 vom 5. August 2010 E. 3.2). Der entscheid s- wesentliche Sachverhalt erschliesst sich, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, in genügender Weise aus den Akten. 4. 4.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach der Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz ge - wohnt hat (Bst. a), seit einem Jahr hier wohnt (Bst. b) und seit drei Jahren in ehelicher Gemeinschaft mit dem Schweizer Bürger lebt (Bst. c). Die Einbürgerung setzt gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG zudem voraus, dass die ausländische Person in die schweizerischen Verhältnisse eingegliedert ist (Bst. a), die schwe izerische Rechtsordnung beachtet (Bst. b) und die i n- nere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (Bst. c). Säm t- liche Einbürgerungsvoraussetzungen müssen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung e r-C-1483/2010 Seite 6 füllt sein. Fehlt es insbesondere im Zeitpunkt des Einbürgerungsen t- scheids an der ehelichen Gemeinschaft, darf die erleichterte Einbürg e- rung nicht ausgesprochen werden (BGE 135 II 161 E. 2 S. 164 f., BGE 130 II 482 E. 2 S. 483 f., BGE 129 II 401 E. 2.2 S. 403). 4.2 Der Begriff der ehelichen Gemeinschaft im Sinne des Bürger - rechtsgesetzes bedeutet mehr als nur das formelle Bestehen einer Ehe. Verlangt wird vielmehr eine tatsächliche Lebensgemeinschaft, getragen vom Willen, die Ehe auch künftig aufrecht zu erhal ten (BGE 135 II 161 E. 2 S. 164 f., BGE 130 ll 482 E. 2 S. 483 f., BGE 130 ll 169 E. 2.3.1 S. 171 f., BGE 128 ll 97 E. 3a S. 98 f., BGE 121 ll 49 E. 2b S. 51 f.). Mit Art. 27 BüG wollte der Gesetzgeber ausländischen Ehepartnern von Schweizer Bürgern die er leichterte Einbürgerung ermöglichen, um die Einheit des Bürgerrechts der Ehegatten im Hinblick auf eine gemeinsame Zukunft zu fördern (vgl. Botschaft des Bundesrats zur Änderung des Bürgerrecht s- gesetzes vom 26. August 1987, BBl 1987 III 310). Zweifel am Wi llen der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft aufrecht zu erhalten bzw. eine ta t- sächliche Lebensgemeinschaft weiterzuführen, sind beispielsweise ang e- bracht, wenn kurze Zeit nach der erleichterten Einbürgerung die Tre n- nung erfolgt oder die Scheidung eingele itet wird (BGE 135 II 161 E. 2 S. 164 f., BGE 130 II 482 E. 2 S. 483 f.). 4.3 Die erleichterte Einbürgerung kann mit Zustimmung der Behörde des Heimatkantons innert der vom Gesetz vorgesehenen Frist für nichtig er - klärt werden, wenn sie durch falsche Angaben o der Verheimlichung er - heblicher Tatsachen erschlichen, d.h. mit einem unlauteren und täu - schenden Verhalten erwirkt worden ist (vgl. die revidierte Bestimmung von Art. 41 Abs. 1 und 1bis BüG in der Fassung vom 25. September 2009, in Kraft seit 1. März 2011 [AS 2011 347] bzw. aArt. 41 Abs. 1 BüG [AS 1952 1087], gültig bis 28. Februar 2011). Arglist im Sinne des strafrechtli- chen Betrugstatbestandes wird nicht verlangt. Es genügt, wenn der B e- troffene bewusst falsche Angaben macht bzw. die Behörde bewusst in e i- nem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf auf sich zieht, es unte r- lassen zu haben, die Behörde über eine erhebliche Tatsache zu informi e- ren (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 S. 164 f., BGE 132 II 113 E. 3.1 S. 114 f. und BGE 130 II 482 E. 2 S. 483 f., je mit H inweisen). Weiss der Betroffe- ne, dass die Voraussetzungen für die erleichterte Einbürgerung auch im Zeitpunkt der Verfügung vorliegen müssen, so muss er die Behörden u n- aufgefordert über eine nachträgliche Änderung der Verhältnisse ori - entieren, von der er weiss oder wissen muss, dass sie einer Einbürge - rung entgegensteht. Die Pflicht dazu ergibt sich aus dem Grundsatz von C-1483/2010 Seite 7 Treu und Glauben und aus der verfahrensrechtlichen Mitwirkungspflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG. Die Behörde darf sich ihrerseits dar- auf verlassen, dass die vormals erteilten Auskünfte bei passivem Verha l- ten des Gesuchstellers nach wie vor der Wirklichkeit entsprechen (vgl. BGE 132 II 113 E. 3.2 S. 115 f.). 5. 5.1 Das Verfahren zur Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung richtet sich nach den Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes (vgl. Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. a VwVG). Danach obliegt es gemäss Art. 12 VwVG der Behörde, den Sachverhalt von Amtes wegen abzukl ä- ren. Sie hat zu untersuchen, ob der betroffenen Person die Tä uschung über eine Einbürgerungsvoraussetzung vorgeworfen werden kann, wozu insbesondere ein beidseitig intakter und gelebter Ehewille gehört. Da die Nichtigerklärung in die Rechte der betroffenen Person eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde. Alle rdings geht es in der Regel um innere, dem Kern der Privatsphäre zugehörende Sachverhalte, die der Behörde nicht bekannt und einem Beweis naturgemäss kaum zugänglich sind. Sie kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen (Verm u- tungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) zu schliessen. Solche s o- genannt natürlichen bzw. tatsächlichen Vermutungen können sich in allen Bereichen der Rechtsanwendung ergeben, namentlich auch im öffentl i- chen Recht. Es handelt sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, di e auf Grund der Lebenserfahrung gezogen werden. Die betroffene Person ist verpflichtet, bei der Sachverhaltsabklärung mitzuwirken (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 S. 165 f. mit Hinweisen). 5.2 Die natürliche Vermutung gehört zur freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP , SR 273]). Sie stellt eine Beweislasterleich- terung dar, indem eine bereits vorhandene, aber nicht mit letzter Schlü s- sigkeit mögliche Beweisführung unterstützt wird. Eine Umkehrung der Beweislast hat sie jedoch nicht zur Folge. Wenn daher bestimmte Tats a- chen – beispielsweise die Chronologie der Ereignisse – die natürliche Vermutung begründen, dass die erleichterte Einbürgerung erschlichen wurde, muss die betroffene Pe rson nicht den Beweis für das Gegenteil erbringen. Es genügt, wenn sie einen Grund anführt, der es als wah r- scheinlich erscheinen lässt, dass sie die Behörde nicht getäuscht hat. Bei diesem Grund kann es sich um ein ausserordentliches Ereignis handeln, das zum raschen Scheitern der Ehe führte, oder die betroffene Person kann plausibel darlegen, weshalb sie die Schwere der ehelichen Probl e-C-1483/2010 Seite 8 me nicht erkannt hat und den wirklichen Willen hatte, mit dem Schweizer Ehepartner auch weiterhin in einer stabilen ehelic hen Gemeinschaft zu leben (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 S. 165 f. mit Hinweisen). 6. 6.1 Gemäss der hier anwendbaren, bis zum 28. Februar 2011 gültig g e- wesenen ursprünglichen Fassung von Art. 41 Abs. 1 BüG (vgl. AS 1952 1087) kann die Einbürgerung vom BFM mit Zustimmung der Behörde des Heimatkantons innerhalb von fünf Jahren nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Verheimlichung erheblicher Tatsachen e r- schlichen worden ist. 6.2 Die formellen Voraussetzungen für eine Nichtigerklärung sind vorli e- gend erfüllt: Der Kanton Schwyz hat die Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung am 2. Februar 2010 erteilt und die Nic h- tigerklärung vom 8. Februar 2010 ist der Beschwerdeführerin am 10. Februar 2010 eröffnet worden (grundsätzlich zur Fristb erechnung vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_336/2010 vom 28. September 2010 E. 2 und 3; massgebende Eckdaten in casu: erleichterte Einbürgerung am 10. Februar 2005, Zugang bestenfalls am 11. Februar 2005, Beginn Fri s- tenlauf am 12. Februar 2005, Ende der Fü nfjahresfrist am 12. Februar 2010, Empfang der Nichtigerklärung am 10. Februar 2010). Die v or- instanzliche Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung ist somit fristgerecht erfolgt. 7. 7.1 Die Vorinstanz stellt sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, dass die Beschwerdeführerin die erleichterte Einbürgerung durch falsche Angaben bzw. das Verheimlichen wesentlicher Tatsachen erschlichen habe. Sie schliesst dies namentlich aus den Umständen der Eheschliessung, welche es nahe legten, dass die Si cherung des Aufent- halts in der Schweiz und die Möglichkeit einer erleichterten Einbürgerung zumindest mit ausschlaggebend gewesen seien. Sodann seien von der erleichterten Einbürgerung bis zur Einreichung des Scheidungsbegehrens gerade mal acht Monate vers trichen und die Beschwerdeführerin habe vom 1. Mai 2005 an als Wochenaufenthalterin in Zürich gelebt, wo sie seit dem 28. April 2006 auch angemeldet gewesen sei. Bereits dies führe o h- ne weiteres zur tatsächlichen Vermutung, dass die Ehegatten im mas s- geblichen Zeitpunkt nicht mehr in stabilen ehelichen Verhältnissen gelebt hätten. Die angegebenen Gründe für das rasche Scheitern der Ehe im Frühling 2005 (Kinderwunsch der Ehefrau, Fremdbeziehung des Ex-C-1483/2010 Seite 9 Gatten) änderten daran nichts. Der geschiedene Gatte sei schon am 16. April 2005 eine neue Beziehung eingega ngen. Ausserdem sei für das Bundesamt nicht nachvollziehbar, dass ein so wichtiges und zukunftswe i- sendes Thema wie die Kinderfrage erst kurz nach der erleichterten Ei n- bürgerung besprochen worden sei. Von der Beschwerdeführerin sei es in dieser Hinsicht fahrlässig gewesen, besagte Frage hinauszuzögern bzw. darauf zu vertrauen, ihr Ehemann werde seine Haltung bezüglich eigener Kinder im weiteren Verlauf der Ehe ändern. Damit seien die materiellen Voraussetzungen für die Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung erfüllt. 7.2 Der Rechtsvertreter hält in der Rechtsmitteleingabe vom 10. März 2010 im Wesentlichen dagegen, dem Entschluss der Beschwerdeführ e- rin, in die Schweiz zu ziehen – wie auch der später erfolgten Heirat – hät- ten weder wirtschaftliche, soziale, aufenthaltsrechtliche noch sonstige zweckfremde Motive zu Grunde gelegen. Es sei schliesslich der Schwe i- zer Partner gewesen, welcher ihr vier Jahre nach dem Kennenler nen ei- nen Heiratsantrag gemacht habe. Die Ehe als solche habe bestens funk- tioniert und sei eingebunden gewesen in ein herzliches familiäres Umfeld und einen gemeinsamen Freundes - und Bekanntenkreis. Anlässlich der Heirat sei das Thema "Kinderkriegen" noch nicht abschliessend bespr o- chen gewesen, das BFM gehe jedoch von der Idealvorstellung aus, dass die Familienplanung beim Eheschluss oder in den ersten Ehejahren ein für allemal ausdiskutiert sein müss e, was in den seltensten Fällen der Realität entspreche. Im Herbst 2004 habe sich die Beschwerdeführerin bei einer Schweizer Fluggesellschaft als Flugbegleiterin beworben. Um die Voraussetzungen für diese Stelle zu erfüllen, habe sie in Zürich per 1. Mai 2005 eine Wohnung bezogen und sie sei dort ab diesem Zeitpunkt formell als Wochenaufenthalterin gemeldet gewesen. Einigermassen wohnbereit sei das Logis aber erst zirka Mitte Juni 2005 gewesen. O b- wohl daraufhin keine Anstellung zu Stande gekommen sei, hätten jene Wohnung und die Anmeldung als Wochenaufenthalterin nicht im Entfern- testen etwas mit der Ehe zu tun gehabt. Die Eheleute hätten dort in der Folge auch noch öfters gemeinsam übernachtet. Mit der erleichterten Einbürgerung habe für die Beschwerdeführerin dann ein neuer Leben s- abschnitt angefangen und sie habe begonnen, sich intensiv mit der Ki n- derfrage zu beschäftigen. Für den Schweizer Ex-Gatten habe aber defini- tiv festgestanden, dass er keine Kinder wolle. Sie selber habe die Kinde r- frage offensichtlich unterschätzt. Die Trennung und Scheidung ins Rollen gebracht habe aber letztlich die sich ab dem 16. April 2005 anbahnende Fremdbeziehung ihres damaligen Partners zu einer anderen Frau, mit C-1483/2010 Seite 10 welcher er noch heute zusammenlebe. In Kombination mit der Kinderfr a- ge habe besagte Konstellation die rasche Auflösung der Ehe besiegelt. Die Beschwerdeführerin trage daran keine Schuld. Die inneren wie äu s- seren Vorgänge und Gründe des Auseinanderlebens (akzentuierter Ki n- derwunsch, zufällige Bekanntschaft des Ex -Mannes mit einer anderen Frau) hätten sich indessen allesamt nachweislich nach der erleichterten Einbürgerung abgespielt. In ihrem Lebenslauf sei nichts Aussergewöhnl i- ches zu erkennen, das auf mögliche fraudulöse Absichten hindeuten wür- de. Im Übrigen hätten die Eheleute auch nach der erleichterten Einbürge- rung Diverses gemeinsam unternommen. Inzwischen habe sich die B e- schwerdeführerin ihr eigenes soziales Netz aufgebaut und stehe finanziell (eigenes Kleidergeschäft in Zürich) wieder auf eigenen Füssen, wie dies vor ihrem Wegzug in die Schweiz der Fall gewesen sei. Anhal tspunkte dafür, dass sie die Behörden bewusst angelogen habe, lägen keine vor. Vielmehr habe sie plausibel dargelegt, weshalb ein ausserordentliches, nach der Einbürgerung eingetretenes Ereignis die Ehe zu einem raschen Scheitern gebracht habe. Damit vermöge sie die vorinstanzlichen Mu t- massungen umzustossen. 8. 8.1 Aus den Akten ergibt sich, dass sich die ehemaligen Eheleute im Sommer 1997 in Brasilien kennengelernt haben. Nach einem mehrwöch i- gen Besuchsaufenthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz im darauf- folgenden Sommer haben sich beide dazu entschlossen, "es zusammen versuchen zu wollen ". Ab dem Frühjahr 1999 hielt sich die Beschwerde- führerin deshalb mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung hierzulande auf und absolvierte an einer Sprach - und Handelsschule ein Ganztagesstudium. Nach der Heirat am 27. Juli 2001 erhielt sie eine ordentliche Aufenthalt s- bewilligung. Der Anstoss zur Eheschliessung kam vom Ex-Ehemann. Ge- stützt auf diese Heirat, das am 20. Juli 2004 eingereichte Gesuch um E r- teilung der erleichterten E inbürgerung und die am 3. November 2004 un- terzeichnete gemeinsame Erklärung betreffend eheliche Gemeinschaft wurde die Beschwerdeführerin am 10. Februar 2005 erleichtert eingebür- gert. Am 1. Mai 2005 hat sie das eheliche Domizil im Kanton Nidwalden verlassen und sich in der Stadt Zürich als Wochenaufenthalterin ange- meldet. Gemäss den Scheidungsakten haben die Parteien am 19. Okto- ber 2005 beim Kantonsgericht Nidwalden ein gemeinsames Scheidung s- begehren eingereicht, das am 28. Februar 2006 zur Scheidung führte (in Rechtskraft seit 17. März 2006). Aktenkundig ist ferner, dass der s chwei- zerische Ex-Gatte ab Mitte April 2005 eine Drittbeziehung auf baute, wel- che heute noch Bestand hat. Die Beschwerdeführerin ihrerseits logiert C-1483/2010 Seite 11 nach wie vor alleine in der im Frühjahr 2005 bezogenen stadtzürcher Wohnung. 8.2 Aufgrund dieser zeitlichen Abfolge ging die Vorinstanz von der ta t- sächlichen Vermutung aus, dass die eheliche Gemeinschaft, als die B e- schwerdeführerin erleichtert eingebürgert wurde, nicht mehr intakt und auf eine gemeinsame Zukunft ausgerichtet war. Als zusätzliche Indizien hierfür nannte sie die Umstände der Eheschliessung sowie die von den ehemaligen Eheleuten vorgebrachten Auflösungsgründe. 9. Besteht aufgrund der Ereignisabläufe die tats ächliche Vermutung, die Einbürgerung sei erschlichen worden, obliegt es der betroffenen Person, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch erhebliche Zweifel umzustossen. Dazu braucht sie nicht den Nachweis zu erbringen, dass die Ehe mit dem Schweizer Bürger zum massgeblichen Zeitpunkt intakt war, denn eine tatsächliche Vermutung führt – wie bereits erwähnt – nicht zur Umkehr der Beweislast. Es genügt, wenn die Beschwerdeführerin e i- ne plausible Alternative zu dieser Vermutungsfolge zu präsentieren ve r- mag (zum Ganzen siehe E. 5.2 hiervor). Sie kann den Gegenbeweis erbringen, indem sie glaubhaft den Eintritt eines ausserordentlichen E r- eignisses dartut, das geeignet ist, den nachträglichen Zerfall der ehel i- chen Bande zu erklären, oder indem sie darlegt, dass sie die Ernsthaftig- keit ehelicher Probleme nicht erkannte und zum Zeitpunkt, als sie die Er- klärung unterzeichnete, den wirklichen Willen hatte, weiterhin eine stabile eheliche Beziehung aufrecht zu erhalten (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 S. 165 f. und BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 486). 9.1 Das BFM verweist in der angefochtenen Verfügung vorab auf die Um- stände der Eheschliessung, welche vermuten liessen, dass zweckfremde Motive mit im Spiele gewesen seien. Das Bundesverwaltungsgericht vermag sich dieser Au ffassung nich t anzuschliessen. Bereits die Au s- gangslage präsentiert sich im Vergleich zu anderen Einbürgerungsverfah- ren völlig atypisch. So lernte die Beschwerdeführerin ihren nachmaligen Ehemann nicht in der Schweiz, sondern im Sommer 1997 in Brasilien kennen, wo sich Letzterer zu geschäftlichen Zwecken immer wieder au f- hielt. Laut eigener Darstellung haben sie sich in der Folge verliebt und sind in ständigem Kontakt geblieben. Das Zusammenleben forciert wurde indessen nicht. Der Entschluss hierzu kam erst nach einem Be suchsauf- enthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz im Sommer 1998. Bis das Paar heiratete, verstrichen nochmals drei Jahre. Die mit vier Jahren rel a-C-1483/2010 Seite 12 tiv lange Bekanntschaft vor der Heirat erklärt sich zum Teil durch die Her- kunft der Beschwerdeführerin. A us einer eher wohlhabenden Familie stammend (ihr Vater war in der Immobilienbranche tätig), mit solider Au s- bildung und einem gut bezahlten Job in der Werbebranche hatte sie kein spezifisches Interesse, ihr intaktes berufliches und familiäres Umfeld zu verlassen, um ihr Glück im Ausland zu suchen. Dementsprechend ging der Anstoss zur Heirat denn vom Ex -Gatten aus. Auch wenn er damit zugleich seine Beziehung "legalisieren" wollte, erfolgte dieser Schritt auf- grund der Akten ganz klar aus gegenseitiger Zuneigung. Es genügt an dieser Stelle der Verweis auf die Einvernahme des Betroffenen vom 30. November 2009. Dass es sich aus ihrer Wahrnehmung um eine Li e- besheirat gehandelt hat, wird von verschiedenen Personen aus dem U m- feld des Schweizer Partners bestätigt. Hinreichend dokumentiert ist ge- mäss den Beschwerdebeilagen ferner, dass es nach der Hochzeit am 27. Juli 2001 ein Fest im Kreise von Fa milie und Freunden gab und im Frühling 2002 in Brasilien noch eine kirchliche Trauung stattfand. Der Al- tersunterschied wiederum bewegt sich, jedenfalls wenn der Mann älter ist als die Frau, innerhalb hiesiger Normen. Für den Nachzug der Beschwer- deführerin in die Schweiz und den späteren Eheschluss spielten aufent- haltsrechtliche Überlegungen oder son stige zweckfremde Motive mit an- deren Worten keine ausschlaggebende Rolle. 9.2 Dafür, dass im massgeblichen Zeitraum eine echte, auf Gegenseiti g- keit beruhende eheliche Beziehung bestanden hat, sprechen sodann das Vorhandensein einer Reihe konkreter gemeinsamer Interessen (bei- spielsweise mehrere Reisen nach Brasilien und innerhalb Europas, Sk i- fahren und Biken in den Schweizer Bergen, Besuch kultureller Anlässe , etc.) sowie die gepflegten familiären und sozialen Kontakte. Im Einzelnen kann auf die zahlreichen, der Rechtsmitteleingabe vom 10. März 2010 und der Beschwerdeergänzung vom 26. April 2010 beigelegten Bewei s- mittel verwiesen werden . Die Ehe zeichnete sich mithin durch Substanz aus und wurde während rund dreidreiviertel Jahren (hinzu kommen rund zweieinhalb Jahre Zusammenleben ohne T rauschein) effektiv gelebt. An- ders als in den notorischen Negativbeispielen pflegten die Eheleute z u- dem regen Kontakt zu den jeweiligen Schwiegereltern. Ausserdem hat der Ex -Ehemann die Beschwerdeführerin durchschnittlich zweimal jäh r- lich in deren Heimatland begleitet, derweil sie während des ehelichen Z u- sammenlebens nie alleine dorthin reiste. Besagte spezielle Ausgangsla- ge, der jegliche Missbrauchskomponente abgeht und die klar darauf hi n- deutet, dass auf Seiten der Eheleute auch zum Zeitpunkt der Erklärungs- unterzeichnung und der erleichterten Einbürgerung ein gemeinsamer Wil-C-1483/2010 Seite 13 le zu einer stabilen ehelichen Gemeinschaft fortbestanden hat, kann nicht einfach ausgeklammert werden. Vielmehr ist ihr im Rahmen der nachfo l- genden Erwägungen in gebotenem Masse Rechnung zu tragen. 9.3 Die einzige Auffälligkeit stellt vorliegend, wie angetönt, die in der Tat recht enge zeitliche Abfolge von erleichterter Einbürgerung, Trennung und Einreichung des gemeinsamen Scheidungsbegehren dar. Von zentraler Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Gründe, warum eine Ehe, die mehrere Jahre bestand hatte, nach der erleichterten Einbürgerung in- nert weniger Monate in die Brüche ging. Die Beschwerdeführerin und der Ex-Ehemann bestreiten, die Behörden im massgeblichen Zeitraum über den Zustand der Ehe getäuscht zu haben. Ihre Angaben zum Verlauf der Ehe und zu den Gründen, die in ihren Augen später zur Auflösung der ehelichen Gemeinschaft geführt haben, stimmen weitgehend überein. Zeitlich werden die Beziehungsprobleme von beiden Ehe gatten im Frü h- jahr 2005, also nach der erleichterten Einbürgerung, angesiedelt. Mehre- re Drittpersonen haben dies ebenfalls bestätigt. Entsprechende Hinweise liefern die Ausführungen der Betroffenen, die Scheidungsakten sowie die vom Rechtsvertreter auf Beschwerdeebene eingebrachten Beweise. 9.3.1 Den Akten lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin E n- de April 2005 aus der ehelichen Wohnung ausgezogen ist und ab dem 1. Mai 2005 als Wochenaufenthalterin in Zürich gelebt hat. Dies deckt sich im Wesentlichen mit den Scheidungsakten (siehe Ziff. 2.3 des Schei- dungsurteils vom 28. Februar 2006, im Anhörungsprotokoll vom 15. De- zember 2005 ist von einer Trennung "ca. März/April 2005" die Rede). Be- zogen auf die Fremdbeziehung des damaligen Ehemannes wird ergänzt, jener habe seine jetzige Partnerin am 16. April 2005 kennengelernt (siehe dazu das Bestätigungsschreiben von Q._______ vom 14. April 2010). Wie es sich mit der fraglichen Wohnung in Zürich genau verhält (sie soll faktisch erst im Juni 2005 bezugsbereit und die Wohnsitznahme der Be- schwerdeführerin ursprünglich rein beruflich motiviert gewesen sein), sei dahingestellt. Immerhin ist der diesbezügliche Mietvertrag am 24. April 2005 von beiden Ehepartnern unterzeichnet worden (vgl. Beilage zur Replik) und die 3 ½-Zimmerwohnung wäre von der Grösse her an sich für zwei Personen benutzbar. Anscheinend haben die beiden hernach denn noch des Öfteren gemeinsam dort übernachtet. Von Belang ist in dieser Hinsicht jedoch in erster Linie, dass die Auflösungsgründe sich folglich erst nach der erleichterten Einbürgerung manifestiert haben. C-1483/2010 Seite 14 9.3.2 Als eine der beiden Ursachen für die Scheidung w ird der sich ak- zentuierende Kinderwunsch der Beschwerdeführerin genannt. Der Vorin- stanz ist beizupflichten, dass Fragen im Zusammenhang mi t der Famil i- enplanung in der Regel vor dem Einbürgerungsverfahren thematisiert werden sollten. In diesem Sinne werden unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich der Kinde rfrage von der Rechtsprechung für sich allein g e- meinhin nicht als ein gegen die Nichti gkeit der erleichterten Einbürgerung sprechender Auflösungsgrund akzeptiert. Im Kontext der Vorgeschichte rechtfertigt sich hier aber eine differenziertere Betrachtungsweise. Auf- schlussreich erscheinen in dieser Hinsicht insbesondere die Ausführu n- gen des g eschiedenen Gatten anlässlich der Anhörung vom 30. Novem- ber 2009 , dessen Schreiben vom 12. April 2010 (siehe Beilage zur B e- schwerdeergänzung) sowie die von ihm mitunterzeichnete erste Stellung- nahme der Beschwerdeführerin vom 10. Februar 2009. Darin wird detail- liert und in den Grundzügen nachvollziehbar erläutert, warum die Kinder- frage lange offen gelassen worden war und sich erst im Frühjahr 2005 zuzuspitzen begann. Die Eheleute räumen auch ein, dieses Thema lange unterschätzt zu haben. Wohl beinhaltet das Hinauszögern der Kinderdis- kussion eine gewisse Fahrlässigkeit, unter den konkreten Umständen ginge es jedoch zu weit, der Beschwerdeführerin oder ihrem damaligen Mann deshalb ein bewusstes, unlauteres Vorgehen zu unterstellen, vor allem wenn man bedenkt, d ass die Ehe bis dahin unbestrittenermassen harmonisch verlaufen ist. Hervorzuheben wäre an dieser Stelle nochmals, dass beide Ehegatten wiederholt und übereinstimmend erklärten, dass die schwerwiegenden Probleme in der ehelichen Beziehung wegen der Differenzen in der Kinderfrage erst nach der erleichterten Einbürgerung eingetreten seien. Anhaltspunkte dafür, an der Glaubhaftigkeit der die s- bezüglichen Vorbringen zu zweifeln, bestehen keine. 9.3.3 Als unvorhergesehenes und für die Auflösung der ehelichen G e- meinschaft einschneidendes Ereignis wird ferner die Fremdbeziehung des schweizerischen Ex-Ehemannes angeführt. Laut Darstellung der Be- teiligten hat Ersterer seine heutige Lebenspartnerin am 16. April 2005 während eines geschäftlichen Anlasses kennengelernt. Daraus soll sich rasch eine Liebesbeziehung entwickelt haben. Der damalige Gatte der Beschwerdeführerin habe in der Folge möglichst rasch und "schmerzlos" reinen Tischen machen und sich alsbald von ihr scheiden lassen wollen. Mit der sich anbahnenden Fremdbezieh ung wird prima vista ein weiterer Grund dafür erkennbar, warum der gemeinsame Haushalt vergleichswe i- se kurze Zeit nach der erleichterten Einbürgerung aufgelöst wurde. En t-C-1483/2010 Seite 15 gegen der Auffassung des BFM kann aufgrund der Scheidungsakten nicht "tel quel" davon ausgegangen werden, die Ehe sei zum Zeitpunkt, als der ehemalige Gatte eine aussereheliche Beziehung einging, schon definitiv gescheitert gewesen. Die diesbezüg lichen Unterlagen sind in dieser Hi n- sicht zu ungenau. Vielmehr handelt es um einen eigens tändigen Grund, der zum bereits erörterten Sachverhaltselement der Kinderthematik hi n- zukommt. Auch was die sich anbahnende Fremdbeziehung und deren Auswirkungen auf die Ehe der Beschwerdeführerin anbelangt, sind die Erklärungen der Eheleute jedoch plausibel und – zusammen mit der Stel- lungnahme der jetzigen Partnerin des Ex -Gatten vom 14. April 2010 – in sich schlüssig. Damit einher geht, dass keine Vorkommnisse aktenkundig sind, die dafür sprächen, dass die beidseit ige Entfremdung vor der e r- leichterten Einb ürgerung einsetzte (im Einzelnen siehe E. 9.1 – 9.3.2 hiervor). Wie mehrfach erwähnt, deckt sich dies mit der Einschätzung verschiedener Bezugspersonen aus dem Verwandten - und Bekannte n- kreis. Wohl beschränken sich solche Äusserungen in der Regel auf die Wahrnehmung eines äusseren Erscheinungsbildes. Ins Gewicht fällt vo r- liegend allerdings, dass die entsprechenden Unterstützungsschreiben nicht den Eindruck vorformulierter Bestätigungen oder reiner Gefälligke i- ten erwecken. In dieses Bild passt, dass die Eheleute sowohl kurz vor als auch nach dem Einbürgerungszeitpunkt nachweislich weiterhin als Paar unterwegs waren ( so an Weihnachten/Silvester 2004/2005 bei den Schwiegereltern, Mitte März 2005 an einem verlängerten Skiwochenende in Davos sowie Ende März 2005 bei einem 10-tägigen Besuch bei Freun- den in Rio de Janeiro). Auch heute pflegen sie noch ein freundschaftl i- ches Verhältnis, was hier allerdings nicht von Belang ist. Man mag ei n- wenden, es seien keine ernsthaften Versuche unternommen worden, um die Ehe zu re tten. Dass ein solches Argument beim Eingehen von Fremdbeziehungen nur bedingt greifen kann, liegt indes in der Natur der Sache (vgl. etwa Urteil des BVGer C-1140/2006 vom 17. Dezember 2007 E. 7.3.3) . Gegen ein auf einem Kalkül beruhenden Verhalten spricht überdies, dass auf Seiten der Beschwerdeführerin keine rasche Wiede r- verheiratung mit einer Person aus demselben Kulturkreis erfolgte , womit ein weiteres praxisrelevantes Verdachtsindiz wegfällt . Stattdessen wohnt sie immer noch an der im Mai 2005 gemietet en Wohnung und betreibt in Zürich eine Kleiderboutique. Aufgrund der aufgelisteten Aspekte und nicht zuletzt der besonderen Begleitumstände erscheint insgesamt glaubhaft, dass besagte Entwicklung in den ehelichen Verhältnissen nicht ohne we i- teres voraussehbar war und die Ehe erst nach der erleichterten Einbürge- rung in die Krise kam. C-1483/2010 Seite 16 9.4 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es der B e- schwerdeführerin gelungen ist, eine ausserordentliche, nach der erleic h- terten Einbürgerung eingetretene Entwicklung aufzu zeigen, welche die Ehe zu Scheitern brachte. Dadurch hat sie die natürliche Vermutung (vgl. E. 5.2 oben), wonach die Ehe zum Zeitpunkt der Erklärung bezüglich der ehelichen Gemeinschaft und der erleichterten Einbürgerung nicht intakt und stabil gewesen sei , umzustossen vermögen. Die angefochtene Ve r- fügung verletzt somit Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG). Die Beschwe r- de ist demnach gutzuheissen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 e contrario VwVG), und es ist ihr gestützt auf Art. 64 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) zu Lasten der Vorinstanz eine angemessene Parteientschädigung auszurichten. Dispositiv Seite 17 C-1483/2010 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der am 31. März 2010 g e- leistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.- wird zurückerstattet. 3. Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht mit Fr. 2'500.- (inkl. MwSt.) zu entschädigen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilagen: Originale der Beschwerdebeilagen) – die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung, Akten Ref-Nr. […] re- tour) – das Departement des Innern des Kantons Schwyz, Bürgerrecht s- dienst, Kollegiumstr. 28, Postfach 2160, 6431 Schwyz (in Kopie) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Antonio Imoberdorf Daniel Grimm C-1483/2010 Seite 18 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rech tsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: