A bteilung IV D -3575/2007 gar/geg {T 0/2} U rteil vom 13. Juli 2007 M itw irkung: R ichter R obert G alliker, H ans Schürch, W alter Lang G erichtsschreiber G regor G eisser A._______, Äthiopien, vertreten durch W erner G reiner, B._______, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 23. A pril 2007 i. S. A syl und W egw eisung / C ._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass das BFF das am 30. Juni 1998 von der Beschw erdeführerin gestellte erste Asylge- such, w orin sie im W esentlichen geltend m achte, sie sei als M itglied der "O rom o Libera- tion Front" (O LF) in den Fokus der äthiopischen Behörden geraten und habe von der Polizei eine entsprechende Vorladung erhalten, m it Verfügung vom 2. N ovem ber 1998 ablehnte und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug anordnete, dass die dagegen eingereichte Beschw erde m it U rteil der dam als zuständigen Schw ei- zerischen Asylrekurskom m ission (AR K) vom 5. M ärz 1999 abgew iesen w urde, dass die AR K auf das am 8. April 1999 eingereichte R evisionsgesuch m angels Bezah- lung des geforderten Kostenvorschusses m it U rteil vom 3. M ai 1999 nicht eintrat, dass das BFM m it Verfügung vom 4. N ovem ber 2005 das G esuch der Beschw erdeführe- rin vom 22. August 2005 abw ies, in w elchem w iedererw ägungsgw eise die vorläufige Aufnahm e beantragt w urde, dass der zuständige Instruktionsrichter der AR K im R ahm en der dagegen m it Eingabe vom 7. D ezem ber 2005 erhobenen Beschw erde m ittels Zw ischenverfügung vom 16. D e- zem ber 2005 feststellte, dass der Antrag auf Asylgew ährung auf Beschw erdestufe eine unzulässige Erw eiterung des Streitgegenstandes darstelle, der Antrag auf Asylgew äh- rung (bei der Vorinstanz) in der Form eines zw eiten Asylgesuchs einzureichen und die Frage der W egw eisung sow ie des Vollzugs im R ahm en eines zw eiten Asylverfahrens nochm als zu prüfen w äre, dass die Beschw erdeführerin m it schriftlicher Eingabe vom 16. Januar 2006 zuhanden des BFM ein zw eites M al um Asyl ersuchte, w eshalb das Beschw erdeverfahren m it Be- schluss der AR K vom 23. Januar 2006 als gegenstandslos gew orden abgeschrieben w urde, dass die Beschw erdeführerin zur Begründung ihres Asylgesuchs auf ihre Eingabe vom 7. D ezem ber 2005 zuhanden der AR K verw ies und diese dem BFM (in Kopie) zu den Akten reichte, dass das BFM im R ahm en des neuen (zw eiten) Asylverfahrens bei der Schw eizerischen Vertretung in Addis Abeba (Äthiopien) eine Botschaftsabklärung durchführte, dass das BFM der Beschw erdeführerin im R ahm en einer Anhörung - m it H ilfsw erksver- tretung - am 13. Septem ber 2007 das rechtliche G ehör zur Botschaftsabklärung und zu den (neuen) Asylgründen gew ährte, dass die Beschw erdeführerin im R ahm en ihres schriftlich gestellten Asylgesuchs vom 16. Januar 2006 (m it Verw eis auf die Eingabe vom 7. D ezem ber 2005) und der direkten Bundesanhörung vom 13. Septem ber 2006 zur Begründung ihres Asylgesuchs im W e- sentlichen geltend m achte, dass sich die Sicherheitslage in Äthiopien seit den Parla- m entsw ahlen vom M ai [2005] m assiv verschlechtert habe, dass zu den Personengruppen, w elche unter den neuen Verhältnissen asylrelevanter Verfolgung ausgesetzt seien, unter anderem die M itglieder und Sym pathisanten der O LF gehörten,3 dass sich in Bezug auf die Asylfrage die Verhältnisse [seit dem ersten Asylverfahren] som it erheblich verändert hätten und sich heute die Auffassung nicht m ehr vertreten las- se, von einer einfachen M itgliedschaft - w ie derjenigen der Beschw erdeführerin - gehe keine asylrelevante Verfolgung aus, dass das BFM am 15. Septem ber 2006 die Schw eizerische Botschaft in Addis Abeba er- neut um Abklärungen ersuchte, dass das BFM m it Schreiben vom 29. N ovem ber 2006 der Beschw erdeführerin zur Bot- schaftsanfrage und -antw ort das rechtliche G ehör gew ährte und sie sich dazu m it Einga- be vom 17. Januar 2007 vernehm en liess, dass das BFM m it Verfügung vom 23. April 2007 - eröffnet am 24. April 2007 - auf das (zw eite) Asylgesuch eintrat, die Flüchtlingseigenschaft der Beschw erdeführerin vernein- te, ihr Asylgesuch ablehnte und sie gleichzeitig infolge U nzum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzugs vorläufig aufnahm , dass die Vorinstanz zur Verneinung der Flüchtlingseigenschaft im W esentlichen fest- hielt, es bestehe kein Anlass zur Annahm e, die Beschw erdeführerin sei vor dem Verlas- sen ihres H eim atstaates als regim efeindliche Person ins Blickfeld der äthiopischen Be- hörden geraten, nachdem sow ohl das Bundesam t als auch die AR K das erste Asylge- such m it der Begründung abgelehnt hätten, die Vorbringen der Beschw erdeführerin hiel- ten den Anforderungen an Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) nicht stand respektive seinen nicht asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG , dass sich die Beschw erdeführerin seit ihrer Ausreise vom Som m er 1998 für die O LF in keiner W eise engagiert habe, und unter diesen U m ständen auszuschliessen sei, dass sie die Aufm erksam keit der äthiopischen Behörden auf sich gezogen habe, dass, w as die allgem eine Situation und insbesondere die Sicherheits- und M enschen- rechtslage in Äthiopien betreffe, diese nicht auf eine asylerhebliche G efährdung der Be- schw erdeführerin schliessen lasse, dass trotz der vorübergehenden Verschlechterung der Lage durch politische U nruhen - nam entlich w ährend der im Jahre 2005 durchgeführten W ahlen - in Äthiopien keine Situation allgem einer G ew alt herrsche, dass die Beschw erdeführerin m it Eingabe vom 24. M ai 2007 (Poststem pel) gegen die vorinstanzliche Verfügung vom 23. April 2007 beim Bundesverw altungsgericht - sow eit die Ablehnung des Asylgesuchs betreffend (D ispositivziffern 1 und 2) - Beschw erde ein- reichen liess und darin beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Beschw erdeführerin Asyl zu gew ähren, dass sie in prozessualer H insicht ein G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) sow ie um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses stellte, dass die Beschw erdeführerin in ihrer Eingabe den vorinstanzlichen Erw ägungen im W e- sentlichen entgegenhielt, dass sich die Aktivitäten der O LF (nach einer zw ischenzeitli- chen Entspannungsphase) seit N ovem ber 2005 erneut intensiviert hätten, dass jedes O LF-M itglied verdächtig w erde, dies auch dann, w enn es sich w ährend längerer Zeit im Ausland aufgehalten habe, da eine U nterstützung der O LF-Käm pfer 4 auch vom Ausland her erfolgen könne, dass sie – entgegen der vorinstanzlichen Auffassung – bei einer allfälligen R ückkehr m it einer Verhaftung rechnen m üsse, dass der zuständige Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts m it Zw ischen- verfügung vom 7. Juni 2007 feststellte, dass die Beschw erdeführerin den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten könne und die G esuche um G ew ährung der unent- geltlichen R echtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab- w ies, dass er der Beschw erdeführerin gleichzeitig eine Frist bis zum 22. Juni 2007 ansetzte, um einen Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 600.-- zu leisten, dass der einverlangte Kostenvorschuss am 17. Juni 2007 geleistet w urde, und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 Vw VG ) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungs- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun- desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass die Beschw erdeführerin legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundes- recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass über offensichtlich unbegründete Beschw erden in einem vereinfachten Verfahren entschieden w ird und die vorliegende Beschw erde, w ie nachfolgend aufgezeigt, offen- sichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ), dass die Beschw erdeführerin hierzulande bereits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen und sich in der Folge unbestrittenerm assen nach w ie vor in der Schw eiz aufgehalten hat, dass die Beschw erdeführerin im R ahm en des vorliegenden Verfahrens im W esentlichen geltend m acht, die Verhältnisse im H eim atland hätten sich im Vergleich zum durchlaufe- nen (ersten) Asylverfahren erheblich verändert und entsprechend sei ihre Flüchtlingsei- genschaft neu zu beurteilen, dass dem nach vorliegend eine - für die Zeit nach Abschluss des ersten Asylverfahrens - w esentlich veränderte Sachlage geltend gem acht w ird, w eshalb die Vorinstanz die Vor- bringen der Beschw erdeführerin zu R echt als neues Asylgesuch behandelt hat (vgl. Ent- scheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2006 N r. 20),5 dass die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl gew ährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG ), w obei als Flüchtling eine ausländische Person anerkannt w ird, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehö- rigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauun- gen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achtei- len ausgesetzt zu w erden, w obei frauenzspezifischen Fluchtgründen R echnung zu tra- gen ist (Art. 3 AsylG ), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgew iesen oder zum indest glaubhaft gem acht w er- den m uss (Art. 7 Abs. 1 AsylG ), dass das Bundesverw altungsgericht nach Prüfung der Akten im Sinne der Vorinstanz zum Schluss kom m t, dass die Beschw erdeführerin keine nach Abschluss des ersten Asylverfahrens eingetretenen Ereignisse geltend m acht, w elche die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG erfüllen, und vorab auf die zutreffenden Erw ägungen des BFM zu verw eisen ist (vgl. Art. 109 Abs. 3 BG G i.V.m . Art. 6 AsylG und art. 4 Vw VG ), dass nam entlich nicht von einer w esentlich veränderten Situation im H eim atland auszu- gehen ist, w elche die Frage der Asylrelevanz der im ersten Asylverfahren bereits vorge- brachten politischen Tätigkeit der Beschw erdeführerin bei der "O rom o Liberation Front" in einem neuen Lichte erscheinen liesse, dass konkret auch bei derzeitiger politischer Lage - entgegen den Vorbringen in der Be- schw erdeeingabe - allein aus einer allfälligen M itgliedschaft der Beschw erdeführerin bei der besagten O ppositionspartei keine system atische Verfolgung durch die äthiopische R egierung abzuleiten ist, dass sich die M achthaber in Äthiopien - unter aktueller Lageeinschätzung - aus ver- gleichsw eise gefestigter Position vornehm lich auf gew altbereite (nam entlich verdächtig- te G uerilla-Käm pfer) sow ie federführende Exponenten der "O rom o Liberation Front" fo- kussieren, dass die Beschw erdeführerin nicht dem skizzierten G efährdungsprofil entspricht und folglich zum heutigen Zeitpunkt auszuschliessen ist, dass sie bei einer R ückkehr in ihre H eim at seitens der R egierung (noch) als O LF-Sym pathisantin beziehungsw eise -M it- glied w ahrgenom m en w ürde, dass hierbei ebenso der U m stand zu berücksichtigen ist, w onach sich die Beschw erde- führerin eigenen Angaben zufolge seit ihrer Ausreise aus dem H eim atland im Jahre 1998 politisch in keiner W eise engagiert hat (vgl. C 12, S. 5), dass angesichts dieser Aussage der Beschw erdeführerin vor dem Bundesam t dem Vor- bringen in der R echtsm itteleingabe, "eine U nterstützung der O LF-Käm pfer könne auch vom Ausland (...) erfolgen", sofern dam it auf verm eintlich exilpolitische Aktivitäten der Beschw erdeführerin angespielt w ird, ebenso die G rundlage entzogen ist, w eshalb sich die Frage allfälliger subjektiver N achfluchtgründe nicht stellt, dass schliesslich w eder w egen ihrer Zugehörigkeit zur Ethnie der O rom o noch aus frau- enspezifischen G ründen vorliegend von einer asylrelevanten G efährdung der Beschw er- deführerin auszugehen ist, dass nach dem G esagten der Einschätzung der Beschw erdeführerin in ihrer R echtsm it- teleingabe, es bestehe für sie bei einer R ückkehr in die H eim at zum heutigen Zeitpunkt 6 begründete Furcht vor Verfolgung, nicht zu folgen ist, und das Bundesam t das Asylgesuch zu R echt abgelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG ), vorlie- gend der Kanton keine Aufenthaltsbew illigung erteilt und die Beschw erdeführerin zudem keinen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (vgl. EM AR K 2001 N r. 21), w eshalb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und dem - nach vom Bundesam t zu R echt angeordnet w urde, dass die m it Verfügung des BFM vom 23. April 2007 vorläufige Aufnahm e der Be- schw erdeführerin zu bestätigen ist, w eshalb sich diesbezüglich w eitere Erw ägungen er- übrigen (vgl. dazu EM AR K 2006 N r. 6 E. 4.2.), dass es der Beschw erdeführerin dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die an- gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich- tig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 1 bis 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) der Beschw erdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 Vw VG ) und m it dem am 17. Juni 2007 in gleicher H öhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind. (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem in gleicher H öhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführerin (2 Expl., eingeschrieben; über die H erausgabe der vorinstanzlich eingereichten Bew eism ittel entscheidet das BFM auf Anfrage) - das BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, zu den Akten (R ef.-N r. C ._______) - das D ._______ D er R ichter: D er G erichtsschreiber: R obert G alliker G regor G eisser Versand am :