Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. Juli 2016 (725 15 306 / 185) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Rückfall; Anspruch auf eine Invalidenrente sowie auf weitere Heilbehandlungen verneint, die Integritätsentschädigung wurde nicht willkürlich festgelegt Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Claude Schnüriger, Advokat, Lange Gasse 90, Postfach 538, 4010 Basel gegen Basler Versicherung AG, Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Ad- vokat, Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal Betref f Leistungen A.1 Die 1953 geborene A.____ war seit 1990 beim Alters- und Pflegeheim „B.____“ als Pflegehilfe angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Basler Versicherungs-Gesellschaft (heu- te: Basler Versicherung AG) unfallversichert. Am 7. September 1992 erlitt sie einen Unfall, als sie bei einer Kollision mit einem Personenwagen aus dem Soziussitz eines Motorrades auf den Randstein geworfen wurde. Die Versicherte erlitt dabei eine Polyblesse mit Femurtrümmerfrak- tur, eine Unterschenkelfraktur rechts und eine R uptur extensor der Digitorum-Sehne links (vgl. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht UVG-Arztzeugnis des Spitals C.____ vom 12. Oktober 1992). Die Basler Versicherung AG an- erkannte ihre Leistungspflicht und richtete Taggelder und Pflegekosten aus. A.2 Ab dem 1. Dezember 1998 erhielt die Versicherte vom Unfallversicherer eine Invaliden- rente von 28% (ab dem 1. Januar 1999 von 17%, ab dem 1. Januar 2002 von 13% und ab dem 1. Januar 2004 von 10%). Mit Verfügung vom 20. Januar 2006 stellte die Basler Versicherung AG fest, dass ab dem 1. Januar 2005 keine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit mehr beste- he und verneinte deshalb einen Rentenanspruch. Diese Verfügung wurde mit Einspracheent- scheid vom 26. April 2007 geschützt und erwuchs in Rechtskraft. A.3 Am 7. März 2007 machte die Versicherte eine Verschlechterung des Gesundheitszu- stands geltend. Nach Abklärung des medizinischen Sachverhalts lehnte die Basler Versiche- rung AG das Leistungsgesuch im Zusammenhang mit den geltend gemachten Hüftbeschwer- den links mit Verfügung vom 29. August 2007 ab, da diese keine Folgen des Unfalles vom 7. September 1992 seien. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 2. Dezember 2008 fest. Eine dagegen von der Versicherten, vertreten durch Advokat Dr. Claude Schnüriger, erhobene Beschwerde wurde vom Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, (Kantonsgericht) mit Urteil vom 17. März 2010 insoweit gutgeheissen, als dass der angefochte- ne Einspracheentscheid aufgehoben und die Angelegenheit zu weiteren medizinischen Abklä- rungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wurde. A.4 Die Basler Versicherung AG zahlte in der Folge wiederum Taggelder aus und holte von der orthopädischen Klinik des Spitals D.____ ein Gutachten ein. Gestützt auf die Ergebnisse dieses Gutachtens vom 9. Dezember 2010 stellte sie mit Verfügung vom 28. Juni 2013 die Leis- tungen erneut ein. Nachdem die Versicherte gegen diese Verfügung Einsprache erhoben hatte, veranlasste der Unfallversicherer eine weitere Begutachtung durch das Muskulo-Skelettal Zent- rum der E.____ Klinik (E.____ Klinik). Gestützt auf dessen Gutachten vom 30. Mai 2014 hob die Basler Versicherung AG die angefochtene Verfügung auf. Mit Verfügung vom 25. September 2014 stellte der Unfallversicherer die Taggeldleistungen per 31. Mai 2014 ein. Mit Verfügung vom 25. März 2015 stellte die Basler Versicherung AG die Leistungen erneut, nunmehr per 31. August 2014, ein und lehnte den Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 9% ab. Überdies verneinte sie einen Anspruch auf die Kostenübernahme weiterer Heilbehandlungen. Gleichzeitig sprach sie der Versicherten eine Integritätsentschädi- gung von 35% zu, die mit der bereits im Jahr 2003 entrichteten Integritätsentschädigung von 30% verrechnet wurde. Daran hielt die Einsprac heinstanz der Basler Versicherung AG mit Ent- scheid vom 21. August 2015 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch Advokat Schnüriger, Beschwerde beim Kantonsgericht und beantragte, es sei ihr in Aufhebung der Verfügungen vom 25. September 2014 und 25. März 2015 sowie des angefochtenen Ein- spracheentscheids der Beschwerdeführerin auf Basis eines Invaliditätsgrades von mindestens 50% auch nach dem 31. Mai 2014 ein Taggeld bzw. eine Rente zu entrichten. Des Weiteren sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, der Beschwerdeführerin auf Basis einer Integritätsein- busse von mindestens 60% eine Integritätsentschädigung zu entrichten, welche ab spätestens Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Januar 2013 zu 5% zu verzinsen sei. Ferner sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, auch nach dem 1. September 2014 die anfallenden Kosten für Heilbehandlungen und Spezial- schuhe zu bezahlen. Alles unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Dezember 2015 schloss die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Advokat Dr. Manfred Bayerdörfer, auf Abweisung der Beschwerde. Präzisierend hielt sie fest, dass die Verfügung vom 25. September 2014 mit dem Erlass der Verfügung vom 25. März 2015 auch ohne formelle Aufhebung gegenstandslos geworden sei und damit lediglich die Leistungsansprüche ab 1. September 2014 umstritten seien. D. Mit Replik vom 8. März 2016 und Duplik vom 12. Mai 2016 hielten die Parteien an ihren jeweiligen Rechtsbegehren fest. Mit Eingaben vom 19. Juni 2016 und 30. Juni 2016 nahmen die Beschwerdegegnerin und die Beschwerdeführerin zu den beigezogenen Akten der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung Stellung. E. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird – soweit notwendig – im Rahmen der Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Die Sachurteilsvoraussetzungen (Einhaltung von Form und Frist, ordnungsgemässe Bevollmächtigung des Rechtsvertreters, örtliche, sachliche und funktionelle Zuständigkeit des angerufenen Gerichts, Beschwerdelegitimation) sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde einge- treten werden kann. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin über den 31. August 2014 hinaus Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung hat. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbe- handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes- tens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversiche- rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Tag- geldleistungen dahin (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer grundsätzlich nur unter der Vo- raussetzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam- menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursa- che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Scha- den ist nach der Rechtsprechung dann zu bejahen, wenn das Ereignis nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereig- nis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). 3.3 Nach Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Bei ei- nem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicher weise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank- heitsbild führen. Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Un- fallereignis an. Entsprechend können sie eine Lei stungspflicht des (damaligen) Unfallversiche- rers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seiner- zeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). Mit Bezug auf Rückfälle oder Spätfolgen kann der Unfallversicherer nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausal- zusammenhanges beim Grundfall und bei früheren Rückfällen behaftet werden, weil die unfall- kausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Nur wenn die Unfallkausalität mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversi- cherers. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesund- heitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlich- keitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Schliesslich ist darauf zu ver- weisen, dass sich im Rahmen eines Rückfalls eine Beweislosigkeit hinsichtlich des natürlichen Kausalzusammenhanges zu Lasten der versicherten Person auswirkt (Urteil des Bundesge- richts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 2.2 mit Hinweisen). Anzufügen bleibt aber, dass der Untersuchungsgrundsatz auch im Rahmen der Kausalitätsprüfung bei einem Rückfall Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gilt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgericht [EVG, heute: Bundesgericht, sozialrecht- liche Abteilungen] vom 17. Mai 2005, U 13/05, E. 2.2). 3.4 Im Entscheid 134 V 109 ff. hat sich das Bundesgericht einlässl ich mit der Thematik befasst, in welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen und den An- spruch auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung zu prüfen habe (BGE 134 V 113 E. 3.2). Dies habe, so das Bundesgericht, gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG in dem Zeitpunkt zu geschehen, in welchem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden könne und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sei- en (BGE 134 V 113 ff. E. 4). Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes zu verstehen sei, umschreibe das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfall- versicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet sei (vgl. etwa Art. 1a und Art. 4 UVG), werde sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Stei- gerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, be- stimmen. Die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber verdeutliche dabei, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen müsse. Unbedeutende Verbesserungen genügten nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3 mit Hinweisen). 4.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Feststellung des medizinischen Endzustandes und natürlicher Kausalzusammenhänge sowie der Beurteilung des Gesundheits- zustandes und der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit der versicherten Person – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinwei- sen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist dem nach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.2 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Stützt sich der angefochtene Entscheid hin- gegen ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen, sind an die Beweis- würdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zwei- feln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklä- rungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 4.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussa- gen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des thera- peutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab- weichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjek- tiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach- tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Im vorliegenden Fall liegen für die Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes zahl- reiche medizinische Berichte und Gutachten vor, welche allesamt vom Gericht gewürdigt wur- den. In der Folge werden indessen lediglich ausgewählte, aktuell entscheidrelevante Arztberich- te und Gutachten wiedergegeben. 5.1 Nach der Rückweisung durch das Kantonsgericht mit Urteil vom 17. März 2010 holte die Beschwerdegegnerin zunächst bei der orthopädischen Klinik des Spitals D.____ ein ortho- pädisches Gutachten ein. Neben diversen Zustandsdiagnosen stellte der beauftragte Gutachter darin am 9. Dezember 2010 eine Coxarthrose der linken Hüfte sowie eine beginnende Gonarth- rose rechts und eine beginnende Coxarthrose rechts fest. Der Schaden im Bereich des rechten Beines inklusive der zunehmenden Gonarthrose sei sicher als Unfallfolge zu werten. Hingegen seien die Coxarthrosen der beiden Hüften nicht als sichere, sondern bloss als mögliche Unfall- folge anzusehen. Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass diesbezüglich ein Vorzustand vor- liege, der zu ca. 2/3 für die Entwicklung der Hüftarthrose verantwortlich sei. Ein beschleunigtes Auftreten aufgrund des Unfalls sei jedoch möglich. Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielt der Gut- achter fest, dass eine Steigerung der Arbeitsfähigkei t von 50% aktuell nicht möglich sei, da sich Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht das rechte Bein nach dem letzten operativen Eingriff noch in der ersten Rehabilitationsphase befinde. Eine Steigerung auf das ursprünglich ausgeübte 80%-Pensum sollte jedoch möglich sein, sofern sich die Gonarthrose nicht verschlimmere und die Beschwerden im rechten Bein nach der Metallentfernung zurückgingen. Der Integritätsschaden am rechten Bein sei im Hin- blick auf eine zu erwartende Verschlechterung mit 30% zu beziffern. 5.2 Die Beschwerdegegnerin ordnete in der Folge bei der E.____ Klinik eine bidisziplinäre neurologisch-orthopädische Begutachtung an. Im Gutachten vom 30. Mai 2014 stellen die in- volvierten Fachärzte bei der Beschwerdeführerin zahlreiche Zustandsdiagnosen nach diversen Operationen sowie eine vorbestehende Variante eines CAM-betonten femoroacetabulären Im- pingement beidseits fest. Aktuell seien belastungsabhängige laterale Restschmerzen Hüft-TP rechts und belastungsabhängige mediale Restschmerzen Knie-TP rechts, differenzialdiagnos- tisch ein torsionales Malalignment bei vermehr ter Aussentorsion des rechten distalen Ober- schenkels und des rechten distalen Unterschenkels zu diagnostizieren. Die Explorandin habe angegeben, dass die Knieschmerzen ca. 70% des subjektiven Leidensdrucks ausmachten. Zu- dem beklage sie Schmerzen an der rechten Hüftaussenseite, welche ca. 30% des subjektiven Leidensdrucks ausmachten. Die ebenfalls beschriebenen Wadenschmerzen links stünden sub- jektiv für die Explorandin nicht im Vordergrund. Sämtliche Operationen, Folgebehandlungen und Restbeschwerden am rechten Bein stünden in einem sicheren Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 7. September 1992. Die mit einer Latenz von 15 bzw. 21 Jahren aufgetretenen Beschwerden und notwendig gewordenen Eingriffe an der rechten und linken Hüfte stünden hingegen in einem komplexeren Zusammenhang mit dem Unfall. Der Unfall hatte im Sinne ei- ner Antizipation Anteil an diesen Beschwerden. Aufgrund der beschriebenen anatomischen Auf- fälligkeit (CAM-Impingement) hätte die Explorandin auch ohne Unfall wahrscheinlich eine symp- tomatische Hüftarthrose entwickelt, allerdings nicht in diesem Zeitpunkt und nicht in dieser Schwere. Ein Status quo sine könne damit nicht in Betracht gezogen werden. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielten die involvierten Gutachter der E.____ Klinik fest, dass lediglich die sicher unfallkausalen Kniebeschwerden rechts, welche den Hauptteil der subjekti- ven Beschwerden ausmachten, bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu beachten seien. In- dessen würde sich keine massgebend andere Zumutbarkeit ergeben, wenn die rechtsseitigen Hüftschmerzen (in ihrem unfallbedingten Anteil) berücksichtigt würden. Die angestammte Tätig- keit als Altenpflegerin sei der Explorandin nicht mehr zumutbar. Die aktuell ausgeübte Tätigkeit als Anmeldesekretärin im Augenspital sei indessen als angepasst anzusehen. Die wechselbe- lastete Tätigkeit, teils sitzend, teils stehend mit Hochstuhl, sollte der Explorandin, wenn die Ar- beiten im Archiv (Leitern steigen, Heben und Tragen von Lasten über 5kg) weiterhin auf ein Minimum beschränkt würden, an sechs Stunden pro Tag möglich sein. In Bezug auf die Restbeschwerden an der rechten Hüfte sei noch eine gewisse Anpassung der Hüftmuskulatur möglich, zumal die Implantation der Totalprothese zum Zeitpunkt des Gutach- tens weniger als ein Jahr her gewesen sei. Bei den im Vordergrund stehenden Knieschmerzen rechts sei indessen keine wesentliche Besserung mehr zu erwarten. Eine weitere Heilbehand- lung der Unfallfolgen sei nicht mehr notwendi g, zweckmässig oder geeignet, den Gesundheits- zustand und die Arbeitsfähigkeit der Explorandin wesentlich zu verbessern. Als Folge des Un- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht falls bestehe eine dauernde, erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität. Gemäss Tabelle der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) Anhang 2 sei der Integritätsschaden am rechten Bein mit 30% zu beziffern. Die Bewertung der Unfallkausalität der Hüftbeschwerden sei wie erläutert komplex. Im Sinne einer arbiträren Obergrenze würde der von den Hüften stammende unfallbedingte Anteil jedoch 10% nicht überstiegen. Die Integritätsentschädigung habe sich somit auf Basis eines unfallbedingten Integritätsschadens von insgesamt 35-40% zu belaufen. 5.3 Mit Schreiben vom 22. Dezember 2014 beantworteten die Gutachter der E.____ Klinik die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gestellten Ergänzungsfragen und präzisierten, dass die Explorandin zwar gewisse Tätigkeiten in der aktuell ausgeübten Tätigkeit als Anmel- desekretärin auf ein Minimum beschränken sollte , diese aber in diesem Rahmen durchaus aus- üben könne. Im eingeschränkten Pensum sei überdies keine Beeinträchtigung des Rendements festzustellen, da die Arbeit der Behinderung der Explorandin angepasst sei. Das zumutbare Pensum betrage sechs Stunden pro Tag. Prinzipiell handle es sich bei der Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit im Rahmen einer Begutachtung letztlich immer um eine arbiträre Entscheidung. Es sei im vorliegenden Fall jedoch auch diskutiert worden, ob die Explorandin nicht wieder sie- ben oder acht Stunden täglich arbeiten könne. Interdisziplinär habe man sich auf das erwähnte Pensum geeinigt. Bei Unstimmigkeiten könne eine spezialisierte Evaluation am Arbeitsplatz erfolgen, auch deren Ergebnisse seien indessen schliesslich – wenn auch in vermindertem Ausmass – arbiträr. 5.4 Im Rahmen des Einspracheverfahrens reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht ihres behandelnden Arztes vom 24. Juni 2015 ein. Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Chi- rurgie, führte darin aus, dass er mit Arztzeugnis vom 12. Mai 2015 bestätigt habe, dass der vor- gesehene Arbeitsversuch im Umfang von sechs Stunden am Tag durchgeführt werden könne. Die Folge sei eine Zunahme der Schmerzen gewesen, so dass die Patientin am Ende der Wo- che kaum noch habe gehen können und die Dosis der eingenommenen Schmerzmittel auf das Doppelte und mehr habe erhöhen müssen. Aus gesundheitlicher Sicht sei seines Erachtens die Weiterführung eines 75%-Pensums nicht sinnvoll. Er habe die Patientin deshalb ab 29. Juni 2015 wieder zu 50% krankgeschrieben. 5.5 Am 2. Juli 2015 äusserte sich Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, im Rahmen eines von der Beschwerdegegnerin erstellten Fragebogens zur psychischen Ge- sundheit der Beschwerdeführerin. Er führte aus, dass eine komplexe psychosoziale Drucksitua- tion im Spannungsfeld von körperlichen Erkrankungen und Arbeitsfähigkeit im Frühling 2015 zu einer reaktiven depressiven Symptomatik (Anpa ssungsstörung mit längerer depressiver Reakti- on, ICD-10 F 43.21) geführt habe. Bei ihm hätten insgesamt drei Gespräche stattgefunden vom 24. März 2015 bis 26. Mai 2015, danach sei die Behandlung unter Weiterführung der Pharma- kotherapie vorläufig abgeschlossen worden. Die Patientin könne als klinisch geheilt bezeichnet werden. Es habe während der Behandlung aus psychischen Gründen keine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin die Leistungen zu Recht per 31. August 2014 eingestellt hat. In diesem Zusammenhang ist vorab zu prüfen, ob der medizinische Endzustand erreicht worden ist. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass der Fall zu Unrecht rückwirkend per 31. August 2014 abgeschlossen worden sei. Indessen wird von ihr nicht dargelegt, inwiefern von einer Weiterführung der ärztlichen Behandlung noch eine Besserung ihres Gesundheitszu- standes zu erwarten wäre. Vielmehr beschränkt sich die Beschwerdeführerin darauf, die rück- wirkende Einstellung der Taggelder zu kritisieren und beruft sich namentlich darauf, dass den Gutachtern der E.____ Klinik nach der Einstellung noch Ergänzungsfragen gestellt worden sind. Der Zeitpunkt des Fallabschlusses ist Tatfrage, bei der die rechtsanwendende Behörde auf me- dizinische Unterlagen angewiesen ist (vgl. E. 4.1 hiervor). Die Beschwerdegegnerin hat sich bei der Frage nach dem Zeitpunkt des Fallabschlusses auf das Gutachten der E.____ Klinik vom 30. Mai 2014 gestützt. Darin wird festgehalten, dass eine weitere Heilbehandlung der Folgen des Unfalles zu keiner Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr führen wird. Das Gut- achten stellt damit im Zeitpunkt der Begutachtung den medizinischen Endzustand fest. Dieser Zeitpunkt ist – sofern das Gutachten als beweistauglich angesehen wird (vgl. nachfolgend E. 6.1) – folglich für die rechtsanwendende Behörde massgeblich. Dass die Leistungen auf- grund des massgeblichen Zeitpunktes des Fallabsch lusses rückwirkend eingestellt wurden, ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht problematisch, zumal die Beschwerde- gegnerin auf eine Rückforderung verzichtet. 7. Zu prüfen ist damit, ob die Beschwerdeführerin nach dem 31. August 2014 Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung hat (vgl. BGE 134 V 113 E. 3.2 in fine). 7.1 Nach dem unter Erwägung 3.1 hiervor Ausgeführten hat die versicherte Person An- spruch auf eine Rente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist (Art. 18 Abs. 1 UVG). Bei der Beurteilung des Rentenanspruchs ist jeweils als erstes zu prüfen, in wel- chem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Gemäss der Legaldefini- tion von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung oder körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutba- re Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit ist wiederum auf Unterlagen abzustellen, die ärztliche oder gegebe- nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (vgl. E. 4.1 hiervor). 7.2 Die Beschwerdegegnerin stütze ihren Entscheid im Wesentlichen auf das Gutachten der E.____ Klinik vom 30. Mai 2014 und ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdefüh- rerin eine Arbeitstätigkeit an der aktuellen Stelle im Umfang von ca. 70% (6 Stunden täglich) zumutbar sei. 7.3 Wie in Erwägung 4.2 hiervor ausgeführt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht grundsätzlich volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. Erwägung 4.1 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der umfas- senden Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusam- menhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhan- denen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander, es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend und vermittelt so ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand der Be- schwerdeführerin. Das Gutachten vom 30. Mai 2014 inklusive präzisierender Ergänzung vom 22. Dezember 2014 erfüllt damit die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine me- dizinische Beurteilungsgrundlage. 7.4 Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern. In Bezug auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit verweist sie insbesondere auf den 1. Juni 2015 bis 28. Juni 2015 an der aktuellen Stelle durchgeführten Arbeitsversuch auf der Basis von sechs Arbeitsstunden täglich. Das Scheitern dieses Arbeitsversuches und die diesbezüglichen Fest- stellungen des behandelnden Arztes Dr. F.____ würden zeigen, dass die Gutachter ein zu ho- hes Pensum als zumutbar erachtet hätten. Zwar sei die Arbeit als Empfangssekretärin als der Behinderung angepasst anzusehen, sie könne jedoch nicht alle ihr obliegenden Arbeiten ohne Mühe erledigen und der Arbeitgeber bringe ihr gegenüber aber viel Verständnis auf. Aufgrund des gescheiterten Arbeitsversuchs hätte im Mindesten bei den begutachtenden Ärzten eine ergänzende Stellungnahme eingeholt werden müssen. Korrekt gewesen wäre es, eine konkrete Arbeitsplatzevaluation vorzunehmen. Der Argumentation der Beschwerdeführerin ist entgegen zu setzen, dass der von der Beschwerdeführerin vorgenommene Arbeitsversuch nicht – wie gutachterlich als zumutbar angesehen – auf Basis von sechs Stunden täglich, sondern im Um- fang von 8.5 Stunden (am Montag, Mittwoch und Donnerstag) respektive 4.5 Stunden (am Frei- tag) am Tag absolviert wurde. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, ist diese Ver- teilung der insgesamt als zumutbar erachteten 30 Stunden wöchentlich nicht vergleichbar mit einer täglichen, zeitlich jedoch reduzierten Arbeitsleistung, weshalb aus dem Scheitern des Ar- beitsversuches keine Schlüsse in Bezug auf die Zumutbarkeit des gutachterlich attestierten Pensums gezogen werden können. Diese Auffassung ist – gerade im Hinblick auf die Belas- tungsabhängigkeit der Schmerzsymptomatik der Beschwerdeführerin – zutreffend. Der geschei- terte Arbeitsversuch vermag die Ergebnisse des Gutachtens der E.____ Klinik somit nicht in Frage zu stellen. Ebensowenig sind aufgrund des gescheiterten Arbeitsversuches weitere Ab- klärungen und namentlich eine Evaluation des Arbeitsplatzes angezeigt. Die Gutachter der E.____ Klinik empfehlen – entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin – selbst keine Arbeitsplatzevaluation, sondern nennen eine solche bloss als Möglichkeit, falls die medizinisch- theoretische Einschätzung nicht genügen würde. Indessen ist festzustellen, dass sich das Gut- achten der E.____ Klinik in aussergewöhnlicher Detailliertheit mit den konkreten Anforderungen des Arbeitsplatzes der Beschwerdeführerin auseinandersetzt. So halten die Gutachter fest, dass die Versicherte am Empfang arbeite; viel am Telefon und am Notfallschalter sei. Dies sei eine wechselbelastete Tätigkeit mit teils Sitzen, teils Stehen, wobei ihr ein Hochstuhl zur Verfü- gung gestellt werde. Das Tragen von schwereren Lasten (Akten, Archivarbeit) führe zu ver- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht mehrten Schmerzen und solle auf ein Minimum beschränkt werden. Damit steht fest, dass die Gutachter – entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin – nicht bloss eine abstrakte, gegebenenfalls lebensfremde Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit abgegeben haben, sondern sich aufgrund der anamnestischen Angaben der Versicherten ein Bild über die konkre- ten Anforderungen des Arbeitsplatzes gemacht haben. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit stützt sich damit auf eine genügende Basis und es ist nicht voraussehbar, dass eine Arbeits- platzevaluation andere Erkenntnisse liefern würde. Auch die anderslautende Einschätzung des behandelnden Arztes Dr. F.____ entkräftet das Gutachten vom 30. Mai 2014 nicht, zumal Dr. F.____ sich bei seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ausschliesslich auf den gescheiter- ten Arbeitsversuch und die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin stützt. Die Beschwer- deführerin kann auch aus dem sie betreffenden Vorbescheid der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 12. Mai 2015 nichts zu ihren Gunsten ableiten. Der Regionale Ärztliche Dienst hat die ur- sprünglich festgestellte Arbeitsfähigkeit von 60% nachträglich in ihrer Stellungnahme vom 10. August 2015 aufgrund des nunmehr richtig verstandenen Gutachtens der E.____ Klinik – auf das sich die IV-Stelle Basel-Landschaft bei der Beurteilung der Ansprüche der Beschwer- deführerin ebenfalls abstützt – auf 70% korrigiert. Das Gutachten der E.____ Klinik vom 30. Mai 2014 erweist sich nach dem Ausgeführten in Bezug auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit als be- weiskräftig und es kann für die Ermittlung des Invaliditätsgrades darauf abgestellt werden. 7.5 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermit- telt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invali- ditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 7.5.1 Bei der Bemessung des hypothetisc hen Einkommens ohne Gesundheitsschädigung (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem im Sozialversicherungsrecht anzuwendenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit (BGE 115 V 142 E. 8b mit we iteren Hinweisen) als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Januar 2010, 8C_647/2009, E. 4.3; vgl. auch: BGE 134 V 325 E. 4.1). Im angefochtenen Einspracheentscheid ermittelte die Beschwerdegegnerin anhand der Anga- ben der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin zur mutmasslichen Lohnentwicklung im Jahr 2014 ein Valideneinkommen von Fr. 62‘346.70. Das Valideneinkommen wurde von der Beschwerdegegnerin korrekt berechnet und wird von der Beschwerdeführerin – zu Recht – nicht in Frage gestellt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.5.2 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch reali- sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situati- on auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt diese nach Eintritt der In- validität eine Erwerbstätigkeit aus, ist der tatsächlich erzielte Verdienst dem Invalideneinkom- men gleichzusetzen, wenn – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind, die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird und die Entlöhnung der Leistung angemessen ist, folglich nicht ein Soziallohn zur Auszahlung gelangt (vgl. BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 76 E. 3b/aa mit Hinweisen). Erfüllt das tatsächlich erzielte Er- werbseinkommen diese Voraussetzungen nicht, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, kann das Invalideneinkommen unter Beizug der Tabellen- löhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik ermittelt werden (BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Mit dem Kriterium der voll ausgeschöpften Restarbeitsfähigkeit wird verhindert, dass sich die versicherte Person auf ein tiefes Einkommen berufen kann, während ihr – entweder in der angestammten oder in einer leidensangepassten Tätigkeit – die Erzielung eines höheren zumutbar wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. Februar 2013, 9C_720/2012, E. 2.3.2 mit Hinweisen). 7.5.3 Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass mit der Anstellung bei der aktuellen Arbeitgeberin ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis vorliegt und die Beschwerde- führerin für ihre Arbeit auch angemessen entlöhnt wird. Die Arbeit ist überdies als dem Leiden angepasst anzusehen. Jedoch schöpft die Beschwerdeführerin in dieser Tätigkeit ihre Restar- beitsfähigkeit nicht voll aus. Aktuell ist die Beschwerdeführerin in der Tätigkeit als Empfangs- sekretärin in einem Pensum von 50% täti g. Gemäss den massgeblichen medizinischen Unter- lagen wäre es ihr indessen zumutbar, im Umfang von 6 Stunden täglich, mithin in einem Pen- sum von 71.4% eines Vollpensums von 42 Stunden zu arbeiten. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb den aktuellen Verdienst auf das zumutbare Pensum hochgerechnet und ein Invaliden- einkommen von Fr. 56‘895.05 und darauf gestützt ein Invaliditätsgrad von 9%, ermittelt. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann zur Ermittlung des Invalideneinkommens der tat- sächliche Verdienst hochgerechnet werden, wenn die versicherte Person die verbleibende Restarbeitsfähigkeit aktuell nicht ausschöpft, eine volle Ausschöpfung mittels Pensenerhöhung von Seiten der Arbeitgeberin jedoch möglich ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 11. Februar 2013, 9C_720/2012, E. 2.3.2 und vom 6. Januar 2010, 8C_579/2009, E. 2.3.2). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin erscheint eine Pensenerhöhung vorliegend nicht als unmöglich. So hat die Beschwerdeführerin vor der Verschlechterung ihres Gesund- heitszustandes bis Ende 2011 noch in einem 80%-Pensum bei der aktuellen Arbeitgeberin ge- arbeitet. Die aktuelle Aufteilung des 50%-Pensums auf drei Tage ist gemäss Angaben der Be- schwerdeführerin gegenüber den Gutachtern der E.____ Klinik von ihr gewählt, da sie sich An- fahrtswege ersparen möchte. Auch beim vorgenommenen Arbeitsversuch zeigte die Arbeitge- berin grosses Entgegenkommen. Eine Erhöhung der täglichen Arbeitszeit wird von der Arbeit- geberin mit Schreiben vom 7. August 2014 ausdrücklich als „kontraproduktiv“ (aus gesundheitli- cher Sicht), nicht jedoch als unmöglich bezeichnet. Aus den Akten ergeben sich insgesamt kei- ne Anhaltspunkte dafür, dass eine Erhöhung des Pensums auf 6 Stunden täglich nicht möglich wäre. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, dass die Arbeitgeberin nicht in der Lage sei, ihr Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Stelle entsprechend der Zumutbarkeit anzubieten, findet folglich keinerlei Substantiierung. Hingegen bestehen Anhaltspunkte, dass die Arbeitgeberin sich in Bezug auf das Pensum der Beschwerdeführerin entgegenkommend zeigen würde. Die Ermittlung des Invalideneinkom- mens mittels Hochrechnung ist nach dem Ausgeführten nicht zu beanstanden. Die Höhe des so ermittelten Verdienstes ist unter den Parteien – zu Recht – nicht umstritten. 7.5.4 Setzt man im Einkommensvergleich das ermittelte Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 56‘895.05 dem oben erwähnten Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 62‘346.70 ge- genüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 5‘451.65, was einen Invaliditätsgrad des Versicherten von 8.7% bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 9% ergibt. Da der Invaliditätsgrad somit unter 10% liegt (vgl. E. 3.1 hiervor), hat die Beschwerde- gegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu Recht verneint. 7.6 Die Beschwerdeführerin kritisiert des Weiteren den auf das Gutachten gestützten Ent- scheid betreffend Integritätsentschädigung. Sie bringt vor, dass auch die Beschwerden im Be- reich des linken Beins unfallbedingt seien. Ihres Erachtens belaufe sich die Integritätseinbusse unter Berücksichtigung sämtlicher Beschwerden auf mindestens 60% statt der zugesprochenen 35%. 7.6.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes- sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde und erhebliche Schä- digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsscha- den als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integ- rität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehre- ren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchti- gung festgesetzt (Art. 36 Abs. 3 Satz 1 UVV). 7.6.2 Für die Bemessung der Integritätsentschädigung gelten gemäss Art. 36 Abs. 2 UVV die Richtlinien des Anhangs 3 der UVV. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkann- ten, nicht abschliessenden Skala (vgl. BGE 124 V 32 E. 1b, 113 V 219 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Die Entschädigung für spezi- elle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalen- wert abgeleitet. Das gilt auch für das Zusammenfallen mehrerer körperlicher, geistiger und psy- chischer Integritätsschäden (Ziffer 1 Abs. 2). In Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala hat die SUVA zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der SUVA Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabel- len (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie ledig- lich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet wer- den soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hin- weis). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.6.3 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundheitlichen Beeinträchtigung handelt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fach- ärztliche Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung auf Grund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem medizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beur- teilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 7.6.4 Die Beschwerdegegnerin stützte sich auch in Bezug auf die Integritätseinbusse auf das Gutachten der E.____ Klinik vom 30. Mai 2014. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Integ- ritätsschaden am rechten Bein gemäss SUVA-Tabelle Anhang 2 mit 30% zu beziffern sei. Die Beschwerden am linken Bein stünden bloss in einem komplexen teilursächlichen Zusammen- hang mit dem Unfall. Der unfallbedingte Anteil dürfe aber 10% nicht übersteigen. Im Total ergä- be sich damit eine unfallbedingte Integritätseinbusse von 35-40%. 7.6.5 Die gutachterliche Einschätzung der Integritätseinbusse erscheint schlüssig und nach- vollziehbar. Dagegen vermag das nicht näher begründete oder belegte Begehren der Be- schwerdeführerin, es sei ihr eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Einbusse von 60% auszurichten, nicht zu überzeugen. Das Gutachten der E.____ Klinik legt in beweistaugli- cher und überzeugender Weise dar, dass betreffend die Hüftarthrosen eine unfallfremde Prä- disposition vorliegt und die diesbezüglichen Beschwerden folglich auch unfallfremde Ursachen haben. Eine Beschränkung des Integritätsschadens auf den unfallbedingten Anteil ist – wie die Gutachter offen gestehen – äusserst komplex, weshalb die Gutachter einen Anteil von 5 bis 10% nennen. Dass die Beschwerdegegnerin aus der von den Gutachtern angegebenen Spannweite den tieferen Wert gewählt hat, erscheint im Hinblick auf diese Komplexität nicht willkürlich, zumal die Gutachter deutlich machen, dass eine unfallbedingte Integritätseinbusse von 10% als Obergrenze zu verstehen ist. Im Übrigen ist gemäss Art. 36 Abs. 2 UVG eine an- gemessene Kürzung der Integritätsentschädigung vorzunehmen, wenn die Gesundheitsschädi- gung nur teilweise Folge des Unfalls ist. Es besteht damit kein Anlass, in das Ermessen der Beschwerdegegnerin einzugreifen, insbesondere, da dieser Ermessensspielraum von den Gut- achtern ausdrücklich vorgesehen wurde. Der Einspracheentscheid ist damit auch in diesem Punkt nicht zu beanstanden. 7.6.6 Die Beschwerdeführerin beantragt überdies die Verzinsung der auszurichtenden Integ- ritätsentschädigung. Nach dem soeben unter Erwägung 7.6.5 Ausgeführten kann es dabei bloss noch um die nach Verrechnung verbleibende 5%ige Entschädigung gehen. Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG sind Sozialversicherungsleistungen frühestens 24 Monate nach Entste- hung des Anspruchs verzugszinspflichtig. Dies ist vorliegend nicht der Fall, weshalb keine Ver- zugszinspflicht besteht. 7.7 Die Beschwerdeführerin beantragt ferner die Kostenübernahme für Heilbehandlungen und Spezialschuhe über den 31. August 2014 hinaus. Diese seien notwendig, damit sie über- haupt erwerbstätig sein könne. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt, besteht ein Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anspruch auf Vergütung von Pflegeleistungen und Hilfsmittel gemäss Art. 10 bis 13 UVG nach Fallabschluss bloss noch unten den Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 1 UVG. So werden ei- nem Bezüger die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen gewährt, wenn er zur Erhaltung sei- ner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung oder Pflege bedarf. Das Bundes- gericht hat indessen im Urteil vom 16. September 2011 erkannt, dass nach einem rentenaus- schliessenden Fallabschluss kein Raum für die Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit gestützt auf Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG verbleibt (Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2011, 8C_191/2011, E. 5). Vorliegend hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente (E. 7.5 hiervor). Damit entfällt nach dem Ausgeführten auch ein Anspruch auf Vergütung von Pflegeleitungen und Hilfsmittel. Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt unbegründet. 8. Zusammenfassend ist nach dem Ausgeführten festzuhalten, dass die Beschwerdegeg- nerin die Leistungen zu Recht per 31. August 2014 eingestellt hat. Die Beschwerdeführerin hat für die Zeit nach Fallabschluss keinen Anspruch auf eine Invalidenrente oder auf Kostenvergü- tungen gemäss Art. 10 bis 13 UVG. Die Integritätsentschädigung entsprechend einer Integri- tätseinbusse von 35% wurde von der Beschwerdegegnerin korrekt festgelegt. Eine Verzinsung der Integritätsentschädigung ist im vorliegenden Fall nicht angezeigt. Der angefochtene Ein- spracheentscheid erweist sich damit in allen Punkten als richtig. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind entsprechend dem Verfahrensaus- gang wettzuschlagen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht