Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. März 2012 (720 09 333 / 92) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Reformatio in peius, Zusprache einer befristeten Viertelsrente und einer befristeten gan- zen Rente Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Michael Guex, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Stephan Müller, Advo- kat, c/o Procap Schweizerischer Invaliden-Verband, Froburgstras- se 4, Postfach, 4601 Olten gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1965 geborene, zuletzt vom 17. Juni 2002 bis 30 . April 2005 als Sachbearbeiterin bei B.____ angestellt gewesene A.____ hatte sich am 22. Februar 2006 unter Hinweis auf ein „psychisches Leiden mit verminderter Belastbarkeit und feh lender Leistungskonstanz“ bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Die IV-Stelle Basel-Landschaft klärte in der Folge die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse der Versicherten ab, wobei sie Invaliditätsgrade von 41,33 % (ab 1. Januar 2008), von 100 % (ab Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. April 2008) und von 36 % (ab 1. Juli 2008) ermit telte. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ mit zwei Verfügungen vom 9. Okto ber 2009 für den Zeitraum vom 1. Janu- ar 2008 bis 31. März 2008 eine Viertelsrente und für d en Zeitraum vom 1. April 2008 bis 30. September 2008 eine ganze Rente zu. B. Gegen diese Verfügungen erhob A.____, vertreten d urch Advokat Stephan Müller, am 9. November 2009 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte sie, es seien die ange- fochtenen Verfügungen aufzuheben und es sei ihr mit W irkung ab 1. Oktober 2005 eine ganze und ab 1. Juli 2007 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzu weisen; unter o/e-Kostenfolge, wo- bei ihr die unentgeltliche Prozessführung und Verbeistä ndung mit ihrem Rechtsvertreter zu be- willigen sei. C. Mit Verfügung vom 12. Januar 2010 gewährte das Ge richt der Beschwerdeführerin ge- stützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgelt- liche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständ ung mit Advokat Stephan Müller als Rechtsvertreter. D. In ihrer Vernehmlassung vom 6. April 2010 ersuchte d ie IV-Stelle um Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig beantragte sie, es sei der Beschw erdeführerin eine reformatio in pei- us anzudrohen und es seien ihr die zugesprochenen Renten abzusprechen. E. In seiner Replik vom 15. Juni 2010 hielt der Vertre ter der Beschwerdeführerin an den gestellten Rechtsbegehren fest. Gleichzeitig beantrag te er in formeller Hinsicht, es sei die C.____-Sammelstiftung, bei welcher die Beschwerdeführe rin im Rahmen der beruflichen Vor- sorge versichert gewesen sei, zum vorliegenden Prozess beizul aden. Mit Verfügung vom 16. Juni 2010 lehnte der Instruktionsrichter diesen Verfahrensantrag ab. Die IV-Stelle wiederum erneuerte mit Duplik vom 15. Juli 2010 ihre Anträge a uf Abweisung der Beschwerde sowie auf Androhung einer reformatio in peius. F. Anlässlich seiner Urteilsberatung vom 24. November 201 0 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit nicht möglich sei. Der von der IV-Stelle für den Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis 31. März 2008 ermittelte Invaliditäts- grad von 41,33 % könne gestützt auf die vorhandenen Akt en nicht nachvollzogen werden. Auf- grund der medizinischen Unterlagen müsse davon ausgegan gen werden, dass die Beschwer- deführerin im genannten Zeitraum nicht in rentenbeg ründendem Ausmass invalid gewesen sei. Dies hätte zur Folge, dass der Beschwerdeführerin die mi t den Rentenverfügungen vom 9. Oktober 2009 für den Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis 31. März 2008 gewährte Viertelsrente im Rahmen einer reformatio in peius abzusprechen wäre . Das Gericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und der Beschwerdeführerin Gelegenhei t zu geben, sich zur drohenden re- formatio in peius zu äussern. Gleichzeitig machte es sie au sdrücklich auf die Möglichkeit auf- merksam, ihre Beschwerde zurückzuziehen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Am 9. März 2011 liess A.____ mitteilen, dass sie vollum fänglich an ihrer Beschwerde festhalte. Die IV-Stelle wiederum nahm am 31. März 20 11 kurz zu dieser Eingabe der Be- schwerdeführerin Stellung, wobei auch sie an ihren bishe rigen Anträgen und Ausführungen festhielt. Der Instruktionsrichter überwies deshalb in der Folge die Angelegenheit erneut dem Gericht zur Beurteilung. H. Anlässlich der zweiten Urteilsberatung vom 4. August 2011 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass der Beschwerdeführerin nicht nur in Bezug auf die mit den Rentenverfü- gungen vom 9. Oktober 2009 für den Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis 31. März 2008 gewährte Viertelsrente, sondern auch hinsichtlich der in denselb en Verfügungen für den Zeitraum vom 1. April 2008 bis 30. September 2008 zugesprochenen g anzen Rente eine reformatio in peius drohe. Im Vergleich zu den Ausführungen im Beschluss vom 24. November 2010 stehe somit eine zusätzliche, weitergehende Schlechterstellung der Versicherten im Raum. Das Kantonsge- richt stellte den Fall deshalb wiederum aus und gab de r Versicherten erneut Gelegenheit, zu der - nunmehr sowohl in Bezug auf die befristet zugesprochene Viertelsrente als auch bezüglich der befristet gewährten ganzen Rente - drohenden ref ormatio in peius Stellung zu nehmen und die Beschwerde allenfalls zurückzuziehen. I. Mit Eingabe vom 28. November 2011 machte A.____ von der Möglichkeit Gebrauch, zum Beschluss vom 4. August 2011 Stellung zu nehmen. Die I V-Stelle wiederum äusserte sich am 13. Dezember 2011 zu dieser Eingabe der Beschwerd eführerin. Am 19. Dezember 2011 schliesslich reichte die Beschwerdeführerin unaufgefordert eine kurze Stellungnahme zu dieser letzten Eingabe der Beschwerdegegnerin ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bilden zwei Verfügungen der IV-Stelle Base l-Landschaft, sodass die örtliche Zu- ständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formge- recht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 9. Nove mber 2009 ist demnach einzutre- ten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vor- aussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.5 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Nachdem sich die Versicherte unter Hinweis auf ein psyc hisches Leiden zum Leistungs- bezug angemeldet hatte, gab die IV-Stelle zur Abkläru ng des psychischen Gesundheitszustan- des und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten ein fachärztliches Gutachten bei Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag, welches dieser am 3. Februar 2007 erstattete. Darin hielt der Experte als Diagnose eine chronisch rezidiviere nde depressive Störung, zum Untersu- chungszeitpunkt mittelgradig ausgeprägt, mit somatischen S ymptomen (ICD-10: F33.11) fest. Eine Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf oder in e iner anderen Tätigkeit unter den Bedin- gungen der freien Wirtschaft sei „aus heutiger Sicht“ nicht gegeben. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass eine psychiatrische Neubeurteilung zur Evaluier ung des Behandlungs- und Heilungs- verlaufs in einem Jahr erfolgen sollte. Auf Nachfrage de r IV-Stelle, ob die Versicherte bezüglich der diagnostizierten mittelschweren Depression adäquat p sychopharmakologisch behandelt werde, gab Dr. D.____ am 16. April 2007 an, er erach te eine Besserung durch eine antidepres- sive Therapie und durch eine stationäre Behandlung für nicht überwiegend wahrscheinlich. 4.2 Da die IV-Stelle das Gutachten von Dr. D.____ a ls nicht überzeugend und zum Teil - insbesondere in der Einschätzung eines möglichen Behandlu ngs- und Heilungspotentials - als widersprüchlich erachtete, entschloss sich die IV-Stelle, bei der Klinik E.____ ein polydisziplinä- res Gutachten in Auftrag zu geben. In ihrem Gutachten, welches sie am 6. September 2007 erstatteten, hielten die beteiligten Fachärzte als Di agnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.0, F33.1), eine chronische Lumbalgie, derzeit ohne radikuläre Ausfälle (ICD-10 M 54.5), eine beginnende Varus- und Fe- moropatellararthrose rechts (ICD-10 M17.1) sowie eine Tagesschläfrigkeit (ICD-10 G47.3) fest. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit gelangten die Guta chter in ihrer interdisziplinären Konsensbe- urteilung zur Auffassung, dass der Versicherten körperlich mindestens mittelschwere bis schwe- re Tätigkeiten bleibend nicht mehr zumutbar seien. Kö rperlich leichte Arbeiten könne die Versi- cherte ganztägig verrichten, es sei allerdings seit April 2005 von einer 30 %-igen Einschränkung der Leistungsfähigkeit auszugehen. Im Ergebnis liege so mit in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % vor. 4.3 Aufgrund einer akuten Herzerkrankung musste sich di e Versicherte am 19. Dezember 2007 einer Bypass-Operation und anschliessend bis 23. F ebruar 2008 einer Rehabilitation in F.____ unterziehen. Am 7. Mai 2008 erfolgte wegen de r Herzprobleme ein weiterer operativer Eingriff, welchem sich vom 26. Mai - 28. Juni 2008 wiede rum ein stationärer Rehabilitationsauf- enthalt in F.____ anschloss. In Anbetracht dieser seit der Erstellung des Gutachtens der Klinik E.____ neu aufgetretenen gesundheitlichen Probleme sah sich die IV-Stelle veranlasst, zur Klä- rung des aktuellen medizinischen Sachverhaltes eine erneute Begutachtung der Versicherten in die Wege zu leiten. Der entsprechende Auftrag erging an das Zentrum G.____, welches sein Gutachten am 28. April 2009 erstattete. Darin hielten die beteiligten Fachärzte als Diagnosen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine koronare 3-Ast-Erkrankung und hypertensive Herzkrankheit, eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leicht- bis mittelgradiger Episode, eine chronische Lumbalgie (gemäss Abklärung der Klinik E.____ 2007), eine begin- nende Varus- und Femoropatellararthrose rechts (gemäss Gutachten der Klinik E.____ 2007) sowie eine Tagesschläfrigkeit fest. In Bezug auf die Arb eitsfähigkeit führten die Gutachter aus, aufgrund der kardiologischen Abklärung könne der Versiche rten bei nunmehr stabilem Verlauf seit dem 1. Juli 2008 eine vollschichtige Arbeitsfähigke it in einer leichten Tätigkeit attestiert werden. Im Zeitraum zwischen der akuten Erkrankung vom 19. Dezember 2007 bis zum Ab- schluss der Rehabilitation Ende Juni 2008 habe eine voll ständige Arbeitsunfähigkeit vorgele- gen. Was die Auswirkungen des psychischen Leidens auf die Ar beitsfähigkeit betreffe, so habe sich seit der Begutachtung durch die Klinik E.____ kein e Änderung ergeben. Der Explorandin könne weiterhin eine 70 %-ige Arbeitsfähigkeit in je glicher adaptierten Tätigkeit attestiert wer- den. 4.4 Die IV-Stelle stützte sich in den angefochtenen Ver fügungen vom 9. Oktober 2009 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vollumfängl ich auf die Ergebnisse der Gutach- ten der Klinik E.____ vom 6. September 2007 und des Zentrums G.____ vom 28. April 2009. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Beschwerdeführer in aus psychischen Gründen seit April 2005 dauernd zu 30 % arbeitsunfähig ist und dass sie überdies wegen ihrer Herzerkran- kung im Zeitraum vom 19. Dezember 2007 bis Ende Juni 2008 aus somatischen Gründen vorü- bergehend vollständig arbeitsunfähig war. Diese vorinst anzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Sowohl das Gutachten der Klinik E.____ a ls auch dasjenige des Zentrums G.____ genügen den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht (vgl. dazu E. 3.2 f. hiervor): Beide Expertisen sind in K enntnis der Vorakten (Anamnese) abge- geben worden, sie beruhen auf persönlichen Untersuchunge n der Versicherten, sie leuchten in der Beschreibung der medizinischen Situation und Zusam menhänge ein und sie enthalten be- gründete Schlussfolgerungen, was insbesondere auch in Bezug auf die Beurteilung der Arbeits- fähigkeit der Beschwerdeführerin gilt. Zudem nehmen d ie Gutachter auch einlässlich Stellung zu den ärztlichen Berichten, in denen abweichende Auffassungen vertreten werden. 4.5 Was die Beschwerdeführerin vorbringt ist nicht geeig net, die ausschlaggebende Be- weiskraft der Gutachten der Klinik E.____ und des Zentr ums G.____ in Frage zu stellen. Insbe- sondere kann ihrem Einwand, es sei auf die Ergebnisse de s ersten von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachtens von Dr. D.____ vom 3. Februar 2007 abzustellen, nicht stattgegeben werden. Der Gutachter Dr. med. H.____, P sychiatrie und Psychotherapie FMH, legt im psychiatrischen Fachteil des Gutachtens des Zentru ms G.____ schlüssig dar, weshalb der Einschätzung von Dr. D.____ kein ausschlaggebender B eweiswert beigemessen werden kann. So weist Dr. H.____ zu Recht darauf hin, dass au f Grund seiner aktuellen Untersu- chungsergebnisse nicht nachvollziehbar sei, weshalb der V ersicherten lediglich noch eine Tä- tigkeit in einem geschützten Umfeld möglich sein soll. N icht verständlich sei sodann die Ein- schätzung von Dr. D.____, dass auch bei Durchführung einer antidepressiven Therapie keine Verbesserung der depressiven Symptomatik erwartet werden könnte. Soweit sich die Be- schwerdeführerin auf die Beurteilung ihres behandelnde n Psychiaters Dr. med. I.____, Psychi- atrie und Psychotherapie FMH, beruft, kann ihr ebenfal ls nicht gefolgt werden. Dieser hatte in Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht seinem Bericht vom 10. Mai 2006 bei der Versicherten als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Episode bei rezidivieren der depressiver Störung, akzentuierte Persönlichkeitszüge, eine Adipositas per magna, beginnen de Arthrosen in beiden Knien und chronische Rückenschmerzen festgehalten und der Versicherten deswegen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in ihrem angestammten Beruf als kau fmännische Angestellte attestiert. Wie die Fachärzte der Klinik E.____ in ihrem Gutachten vom 6. September 2007 nachvollziehbar aufzeigen, vermag diese Einschätzung nicht zu überzeugen . Die Gutachter gehen im Gegen- satz zu Dr. I.____ von deutlich geringeren psychischen Beei nträchtigungen der Versicherten aus. Sie weisen zur Begründung ihrer abweichenden Au ffassung darauf hin, dass die Versi- cherte den Haushalt selbständig besorge, dass sie regelmässi g Kontakte zu ihren Kolleginnen habe und dass kein deutlich ausgeprägter sozialer Rückzug zu erkennen sei. Zudem werfen die Ärzte der Klinik E.____ die Frage auf, weshalb die Ver sicherte trotz ihrer subjektiv starken Be- schwerden keine antidepressive Medikation erhalten habe, was in Anbetracht der Diagnosestel- lung des behandelnden Arztes eigentlich zu erwarten gew esen wäre. Diesen schlüssigen Aus- führungen und Einwänden der Fachärzte der Klinik E.___ _, welche den Beweiswert der Ein- schätzung von Dr. I.____ erheblich relativieren, ist beizup flichten. Im Weiteren vertritt die Be- schwerdeführerin die Auffassung, dass auf die Ergebnisse der psychiatrischen Beurteilung des Gutachtens des Zentrums G.____ frühestens ab dem Zeitpunkt der dortigen, im Januar 2009 erfolgten psychiatrischen Exploration abgestellt werden kö nne. Dieser Einwand erweist sich ebenfalls als unbegründet, stimmen die Beurteilungen d er Fachärzte des Zentrums G.____ doch weitestgehend mit den Ergebnissen überein, zu de nen bereits die Gutachter der Klinik E.____ gelangt waren. Somit durfte die IV-Stelle ab er zu Recht davon ausgehen, dass bei der Versicherten eine durchgehende 30 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychische n Gründen vorgelegen hat. Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin schliesslich, so- weit sie geltend macht, die Gutachter des Zentrums G.__ __ hätten bei der Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit aus somatischer Sicht eine Beeinträchtig ung des Brustbeins, welche operativ ha- be behandelt werden müssen, nicht mitberücksichtigt. Di e IV-Stelle weist in ihrer Vernehmlas- sung zu Recht darauf hin, dass dieser Einwand unbegründet ist. Die IV-Stelle hat die Begutach- tungsstelle nach Abschluss des polydisziplinären Gutachtens ü ber den am 17. März 2009 er- folgten operativen Eingriff in Kenntnis gesetzt. Aus d iesem Grund haben die Ärzte des Zent- rums G.____ eine Nachuntersuchung vereinbart und durchg eführt. Dabei sind sie zum Schluss gelangt, dass die Schmerzproblematik trotz durchgefüh rter Operation im Wesentlichen unver- ändert vorhanden sei, so dass in Bezug auf den Zeitraum a b 1. Juli 2008 aus gesamtmedizini- scher Sicht weiterhin von einer 70 %-igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne. 4.6 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist deshalb mit de r IV-Stelle davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit April 2005 aus psychischen Gründen dauernd zu 30 % ar- beitsunfähig ist, und dass im Zeitraum vom 19. Dezembe r 2007 bis Ende Juni 2008 auf Grund einer akuten Herzerkrankung vorübergehend eine vollständi ge Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat. 5. Gestützt auf diesen medizinischen Sachverhalt gilt es im Folgenden den Beginn, die Höhe und die Dauer eines allfälligen Rentenanspruchs der Versicherten einer näheren Prüfung zu unterziehen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der vorliegen d massgebenden, bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) entsteht der Rentenanspruch frühesten s in dem Zeitpunkt, in welchem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesen tlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen war. Während die IV-Stelle der Versicherten in den angefochtenen Verfügungen vom 9. Oktober 2009 für die Periode vom 1. Januar 2008 bis 31. März 2008 eine Viertelsrente und für den Zeitraum vom 1. April 2008 bis 30. September 2008 eine ganze Rente zugesprochen hatte, lehnt sie in ihrer Vernehmlassung nunmehr unter Hinweis auf die genannte Bestimmung einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin mangels Erfüllung des Wartejahres ab. Zur Begründung macht sie geltend, dass die durch die psychi- schen Gesundheitsbeeinträchtigungen verursachte andauern de Arbeitsunfähigkeit der Versi- cherten lediglich 30 % betrage und dass es sich bei der i m Dezember 2007 aufgetretenen Herzerkrankung um einen neuen Versicherungsfall mit Beg inn einer neuen einjährigen Warte- frist ab Dezember 2007 handle. Somit könnte der Versiche rten frühestens ab Dezember 2008 eine Rente zugesprochen werden. Ein Rentenanspruch ab diesem Zeitpunkt entfalle jedoch, weil ab 1. Juli 2008 wiederum eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bestanden habe. 5.2 Dieser Betrachtungsweise der Beschwerdegegnerin kann nicht beigepflichtet werden. Die am 19. Dezember 2007 akut aufgetretene Herzerkran kung hätte als neues Ereignis nur dann eine neue Wartefrist ausgelöst, wenn die Versicher te vor dieser neuen Erkrankung an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeits fähig gewesen wäre (vgl. Art. 29 ter der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Ein solcher Unterbruch lag in casu jedoch nicht vor. Die Beschwerdeführerin war - seit April 2005 und bis auf Weiteres - aus psychischen Gründen zu 30 % arbeitsunfähig, als am 19. Dezember 2007 zusätzlich eine akute Herzerkrankung auftrat, welche eine rund siebenmona tige vollständige Arbeitsunfähigkeit nach sich zog. Somit war die Versicherte am 18. Februar 2008 während eines Jahres ohne we- sentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (zehn Monate bei 30 %- iger und zwei Monate bei 100 %-iger Arbeitsunfähigke it; für ein Beispiel zur Berechnung des frühest möglichen Ablaufs der einjährigen Wartezeit si ehe etwa BGE 121 V 275 E. 7; vgl. dazu auch Anhang II des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozi alversicherungen [BSV] über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicheru ng [KSIH], gültig ab 1. Januar 2011). Dies bedeutet, dass das Wartejahr am 18. Februar 2008 abgel aufen ist und ein Rentenanspruch der Versicherten - entgegen der Auffassung der IV-Stelle - grundsätzlich ab diesem Zeitpunkt ent- stehen kann. 5.3 Zu beachten ist sodann, dass Versicherte laut Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG nur dann Anspruch auf eine Rente haben, wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen u nd nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind. Die Rentenhöhe ist sowohl vom Ausmass der nach Ablauf der Wartezeit weiterhin bestehenden Erwerbsunfähigkeit als auch von einem entsprechend hohen Grad der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit währen d des vorangegangenen Jahres abhän- gig. Demnach kommt die Zusprechung einer ganzen Rente erst in Betracht, wenn die versicher- te Person während eines Jahres durchschnittlich mindesten s zu 70 % arbeitsunfähig gewesen und weiterhin wenigstens im gleichen Umfang invalid i m Sinne von Art. 28 Abs. 2 IVG ist. Die Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht durchschnittliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit während eines Jahres und die nach Ab- lauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit müssen somit kumulativ und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden Umfang zugesprochen werden kann (Urte ile I. des Bundesgerichts vom 5. Mai 2011, 9C_996/2010, E. 7.1 und F. vom 8. Juni 2011, 8 C_243/2011, E. 6.1, jeweils mit Hinwei- sen, insbesondere auf BGE 121 V 274 E. 6b/cc). 5.4 Teilweise anders geregelt ist die revisionsweise Neuf estsetzung des Rentenanspruchs gemäss Art. 17 ATSG. Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist bei einer Verschlechterung der Erwerbsfä- higkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Daraus folg t, dass die Erhöhung des Rentenan- spruchs eine relevante Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit von lediglich drei Monaten, nicht aber eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit des glei chen Umfangs während der gesetzlichen Wartezeit voraussetzt. Dies gilt nicht nur bei der revisio nsweisen Neufestsetzung einer laufen- den Rente, sondern auch dann, wenn gleichzeitig rückwi rkend eine Teilrente (Viertels- halbe oder Dreiviertelsrente) und eine diese ablösende höhere Rente (halbe, Dreiviertels- oder ganze Rente) zugesprochen wird (BGE 121 V 275 E. 6b/dd mit Hinweis; ebenso Urteil A. des Bundes- gerichts vom 20. Dezember 2011, 9C_739/2011, E. 3.2). 6.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 6.2 Da bei der Versicherten vom 19. Dezember 2007 bis En de Juni 2008 infolge einer aku- ten Herzerkrankung eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit best anden hatte, war die Beschwerde- führerin im genannten Zeitraum unbestrittenermassen auch vollständig erwerbsunfähig. 6.3 Näherer Prüfung bedarf die Invaliditätsbemessung f ür die Periode bis zur akuten Herzer- krankung am 19. Dezember 2007 bzw. für die Zeit ab 1. Juli 2008, also für diejenigen Perioden, in denen die Beschwerdeführerin laut den massgebenden medizinischen Akten (vgl. E. 4 hier- vor) in einer leidensadaptierten Tätigkeit (wieder) zu 70 % arbeitsfähig war. 6.4 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheid end, was die versicherte Per- son im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der ü berwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil I. des EVG vom 26. No- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht vember 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend hat die Versicherte ihre Stelle als Sachbearbeiterin bei B.____ auf Grund ein er Umstrukturierung und somit aus wirt- schaftlichen Gründen verloren. Soweit die Beschwerdeführ erin einwendet, es sei ihr nicht allei- ne aus organisatorischen Gründen, sondern vielmehr auf Grund ihrer häufigen krankheitsbe- dingten Absenzen gekündigt worden, kann ihr nicht gefo lgt werden. Es sind keine Gründe er- sichtlich, weshalb die Angaben des ehemaligen Arbeitgeb ers zu den Gründen der Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht den Tatsachen entsprechen so llten. Unter diesen Umständen ist die IV-Stelle bei der Bemessung des Valideneinkommen s aber in zutreffender Weise nicht vom Lohn ausgegangen, den die Versicherte zuletzt in ihrer Tätigkeit bei B.____ erzielt hat, sondern sie hat dieses stattdessen unter Beizug der entsprechende n Tabellenlöhne der Schweizeri- schen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Stati stik (BFS) ermittelt (vgl. Urteil P. des Bundesgerichts vom 16. Juli 2009, 9C_5/2009, E. 2.3 ). Dabei hat die IV-Stelle der berufli- chen Qualifikation der Versicherten zu Recht durch die Ber ücksichtigung des Anforderungsni- veaus 3 im kaufmännischen Bereich Rechnung getragen. Laut Tabelle TA7 der LSE 2008 belief sich das Einkommen der mit Berufs- und Fachkenntnissen i m Sektor “Andere kaufmännisch- administrative Tätigkeiten“ beschäftigten Frauen im Jah r 2008 auf Fr. 5'775.-- (LSE 2008, Ta- belle TA7, Sektor 23, Frauen, Anforderungsniveau 3). Dabei ist zu beachten, dass dieser Tabel- lenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Woch enstunden beruht und auf die im Jahr 2008 durchschnittlich geleistete Wochenarbeitszeit von 41 ,6 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 9/2010 S. 98, Tabelle B 9.2) umzurechnen ist, was ein G ehalt von Fr. 6'006.-- pro Monat bzw. als Ergebnis ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 72'072.-- pro Jahr ergibt. 6.5.1 Da die Versicherte keine zumutbare leidensangep asste Tätigkeit ausübt, hat die IV- Stelle richtigerweise auch das Invalideneinkommen unter Beizug der LSE-Tabellenlöhne ermit- telt. Dabei hat sie in den angefochtenen Verfügungen wiederum auf die Tabellenlöhne des Sek- tors “Andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten“ a bgestellt. Anders als beim Validenlohn ist sie bei der Ermittlung des hypothetischen Invalidene inkommens allerdings nicht mehr von einem Gehalt des Anforderungsniveaus 3, sondern vom ents prechenden Tabellenlohn des An- forderungsniveaus 4 ausgegangen. Dieses Vorgehen der IV -Stelle erweist sich in Anbetracht der gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Versichert en als korrekt. Laut Tabelle TA7 der LSE 2008 belief sich das Einkommen der im Anforderungsn iveau 4 beschäftigten Frauen im Sektor “Andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten“ i m Jahr 2008 auf Fr. 5'219.-- (LSE 2008, Tabelle TA7, Sektor 23, Frauen, Anforderungsniveau 4). Dabei ist wiederum zu beachten, dass dieser Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeit szeit von 40 Wochenstunden beruht und auf die im Jahr 2008 durchschnittlich geleistete Wochen arbeitszeit von 41,6 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 9/2010 S. 98 Tabelle B 9.2) umzurechnen ist, woraus ein Gehalt von Fr. 5'427.75 pro Monat bzw. von Fr. 65’133.-- pro Jahr resultiert. Da die Versicherte laut den massgebenden medizinischen Beurteilungen (vgl. E. 4 hier vor) in einer solchen Tätigkeit noch zu 70 % arbeitsfähig ist, resultiert für die Beschwerdef ührerin grundsätzlich ein Invalidenein- kommen von Fr. 45'593.-- (Fr. 65'133.-- x 70 %). 6.5.2 Gesundheitlich beeinträchtigte Versicherte, die ni cht mehr voll leistungsfähig sind, haben erfahrungsgemäss eine Reduktion des üblichen Lohnansatze s hinzunehmen. Von einem an- hand der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturer hebung (LSE) des Bundesamtes Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht für Statistik (BFS) erhobenen Invalideneinkommen sind d eshalb praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damal ige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterent wickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persön- lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalle s abhängt (leidensbedingte Ein- schränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität /Aufenthaltskategorie und Beschäfti- gungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaf t zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung al ler jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 6.5.3 Die Versicherte beanstandet, dass die IV-Stelle b ei der Bemessung des Invalidenein- kommens keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen hat. Dieses Vorgehen der Beschwer- degegnerin erweist sich aber als rechtens. Die IV-Stelle macht in ihrer Vernehmlassung zutref- fend geltend, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Versicherten in der Beurteilung des zumutbaren Leistungsprofils und der daraus resultierenden Leistungseinschränkung bereits ausreichend berücksichtigt worden sind. Dazu kommt, dass d ie IV-Stelle bei der Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens nicht mehr - wie beim Validenlohn - von einem Gehalt des Anforderungsniveaus 3, sondern zu Gunsten der Versi cherten vom tieferen Tabellenlohn des Anforderungsniveaus 4 ausgegangen ist. Anderweitige Kriterien, welche die Vornahme ei- nes Abzuges vom Tabellenlohn als angezeigt erscheinen la ssen würden, sind nicht ersichtlich. Weder das Alter noch die Dienstjahre rechtfertigen beim Invalideneinkommen, welches auf dem Anforderungsniveau 4 beruht, einen zusätzlichen Abzug. Unter Würdigung der gegebenen Um- stände und in Berücksichtigung der in Betracht fallende n Merkmale ist deshalb - entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin - nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle bei der Ermitt- lung des Invalideneinkommens keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen hat. 6.6 Stellt man im Einkommensvergleich das vorstehend erm ittelte Invalideneinkommen von Fr. 45'593.-- dem massgebenden Valideneinkommen von Fr. 72'072.-- gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 26‘479.--, was einen Invaliditätsgrad der Versicherten von 36,74 % ergibt. Für die Zeit, in welcher die Beschwer deführerin zu 70 % arbeitsfähig (gewesen) ist, beträgt ihr Invaliditätsgrad im Ergebnis somit 37 % (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.). 6.7 Die IV-Stelle ist bei ihrer Invaliditätsbemessung, soweit diese die Zeit ab 1. Juli 2008 betrifft, zum praktisch gleich lautenden Ergebnis gelan gt, hat sie doch für diese Periode einen IV-Grad der Versicherten von 36 % ermittelt. Die (mini male) Differenz zum obigen Ergebnis beruht auf dem Umstand, dass die IV-Stelle ihrem Eink ommensvergleich die Lohnzahlen des Jahres 2007 (Tabellenlöhne der LSE 2006 zuzüglich der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2007) zu Grunde gelegt hat, während in der vorliegend en Berechnung rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 129 V 222, 128 V 174) auf die Einkommensverhältnisse im Zeitpunkt des (theoretisch möglichen) Rentenbeginns und somit auf die Lohnzahlen des Jahres 2008 abgestellt wurde. Nicht gefolgt werden kann hingegen der Invaliditätsbeme ssung der IV-Stelle für den Zeitraum unmittelbar vor Eintritt der vorübergehenden vollständigen Erwerbsunfähigkeit der Versicherten. Für diese Periode hat die IV-Stelle in den angefoch tenen Verfügungen einen IV-Grad von Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 41,33% ermittelt. Dieses Ergebnis kann gestützt auf die vorhandenen Akten nicht nachvollzo- gen werden. Wie oben ausgeführt, hat bei der Versiche rten laut den als massgeblich zu erach- tenden medizinischen Gutachten ab Eintritt des psychischen L eidens - also ab April 2005 - bis zur akuten Herzerkrankung am 19. Dezember 2007 eine 30 %-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (vgl. E. 4 hiervor). Geht man im Einkommensvergleich v on einer entsprechenden gesundheitli- chen Einschränkung aus, so resultiert daraus nicht nur fü r die Zeit nach dem 1. Juli 2008, son- dern auch für den Zeitraum vor der akuten Herzerkrank ung ein Invaliditätsgrad von 37 % (vgl. E. 6.6 hiervor). 7.1 Der für eine Rentenzusprechung vorausgesetzte “Schwe llenwert“ einer durchschnittli- chen 40 %-igen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit gemäss Ar t. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG (vgl. E. 5.3 hiervor) wurde in casu am 18. Februar 2008 überschritten (vgl. dazu auch die Ausführun- gen zur Berechnung der einjährigen Wartezeit in E. 5 .2 hiervor). In diesem Zeitpunkt bestand zwar eine effektive Arbeitsunfähigkeit von 100 %, was jedo ch für den Umfang des Rentenan- spruchs nicht entscheidend ist. Vielmehr ist der Ermittl ung des massgebenden Invaliditätsgra- des die über die einjährige Wartezeit gemittelte Arbe itsunfähigkeit von 40 % zu Grunde zu le- gen (Urteil A. des Bundesgerichts vom 20. Dezember 2011 , 9C_739/2011, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). Somit hat die Beschwerdeführerin aber ab 1. Februar 2008 Anspruch auf eine Vier- telsrente. Die höhere Arbeitsunfähigkeit von 100 % un d die damit zusammenhängende voll- ständige Erwerbsunfähigkeit sind in sinngemässer Anwendun g von Art. 88a Abs. 2 IVV zu be- rücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterberechung drei Monate angedauert haben (vgl. wiederum Urteil A. des Bundesgerichts vom 20. Dezember 2 011, 9C_739/2011, E. 3.2 mit Hin- weisen). Diese Voraussetzung für eine revisionsweise Erh öhung der Rente war vorliegend am 18. Mai 2008 gegeben. Die laufende Viertelsrente der Beschwerdeführerin ist deshalb mit Wir- kung ab 1. Mai 2008 auf eine ganze Rente zu erhöhen. 7.2 Ab 1. Juli 2008 betrug der Invaliditätsgrad der Versicherten, wie weiter oben aufgezeigt (vgl. E. 6.6 f. hiervor) lediglich noch 37%. In diesem Zusammenhang gilt es allerdings die Be- stimmung von Art. 88a Abs. 1 IVV zu beachten, wonach bei einer Verbesserung der Erwerbsfä- higkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die H erabsetzung oder Aufhebung der Leis- tung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen ist, in welchem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedau ert hat und voraussichtlich weiter andauern wird. Da bei der Beschwerdeführerin ab 1. Ju li 2008 eine anspruchsbeeinflussende, längere Zeit dauernde Verbesserung der Erwerbsfähigkei t eingetreten ist, hat sie gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV noch bis Ende September 2008 Ansp ruch auf eine ganze Rente. Dies wie- derum bedeutet, dass die Aufhebung der Rente mit Wirku ng ab 1. Oktober 2008 zu erfolgen hat. 7.3 Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 1. Februar 2008 bis 30. April 2008 Anspruch auf eine Viertelsrente und für den Zeitraum vom 1. Mai 2008 bis 30. September 2008 Anspruch auf eine ganze Rente hat. Im Vergleich zu den angefochte- nen Verfügungen vom 9. Oktober 2009, in den die IV-St elle der Versicherten für den Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis 31. März 2008 eine Viertelsrente und für den Zeitraum vom 1. April Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2008 bis 30. September 2008 eine ganze Rente zugesproche n hatte, bedeutet dies nun aber insofern eine Schlechterstellung der Beschwerdeführerin, als ihr die IV-Stelle für den Monat Januar 2008 zu Unrecht eine Viertelsrente und für den Monat April 2008 fälschlicherweise an- stelle einer Viertelsrente eine ganze Rente zugesprochen hat. 8.1 Gemäss Art. 61 lit. d ATSG ist das kantonale Versiche rungsgericht an die Begehren der Parteien nicht gebunden. Es kann eine Verfügung oder einen Einspracheentscheid zu Unguns- ten der Beschwerde führenden Person ändern oder diese r mehr zusprechen, als sie verlangt hat, wobei den Parteien vorher Gelegenheit zur Stel lungnahme sowie zum Rückzug der Be- schwerde zu geben ist. Zeigt sich anlässlich der Urteilsberat ung, dass der Beschwerde führen- den Partei eine reformatio in peius droht, hat das G ericht den Fall auszustellen und der Be- schwerde führenden Partei gestützt auf die genannte Bestimmung von Art. 61 lit. d ATSG Gele- genheit zur Stellungnahme zu geben. Ausserdem ist die B eschwerde führende Partei darauf aufmerksam zu machen, dass sie die Beschwerde zurückziehen kann (vgl. BGE 122 V 167 f.). 8.2 Das Gericht hat der Versicherten im Anschluss an die e rsten beiden Urteilsberatungen jeweils eine reformatio in peius angedroht und ihr in den Beschlüssen vom 24. November 2010 und vom 4. August 2011 - unpräjudiziell, d.h. unter V orbehalt des materiellen Endentscheids - aufgezeigt, weshalb es eine Schlechterstellung in Be tracht zieht. Gleichzeitig hat es ihr Gele- genheit zur Stellungnahme gegeben und sie ausdrücklich au f die Möglichkeit des Beschwerde- rückzuges aufmerksam gemacht. Somit sind die formellen Vora ussetzungen für eine Änderung der angefochtenen Verfügungen zu Ungunsten der Beschw erde führenden Partei erfüllt. Im Sinne einer reformatio in peius sind deshalb die ange fochtenen Verfügungen vom 9. Oktober 2009 aufzuheben und es ist festzustellen, dass die Besch werdeführerin für den Zeitraum vom 1. Februar 2008 bis 30. April 2008 Anspruch auf eine Viertelsrente und für den Zeitraum vom 1. Mai 2008 bis 30. September 2008 Anspruch auf eine ganze Rente hat. 8.3 Zusammenfassend ist demnach folgendes Ergebnis festzuh alten: Die Beschwerde der Versicherten vom 9. November 2009 erweist sich als unbegrü ndet, weshalb sie abgewiesen werden muss. Gleichzeitig sind die angefochtenen Verfüg ungen der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 9. Oktober 2009 im Sinne einer reformatio in peiu s aufzuheben und es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 1. Feb ruar 2008 bis 30. April 2008 An- spruch auf eine Viertelsrente und für den Zeitraum vom 1. Mai 2008 bis 30. September 2008 Anspruch auf eine ganze Rente hat. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Nac h § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah- renskosten in der Regel der unterliegenden Partei in a ngemessenem Ausmass auferlegt. Vor- liegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Par tei, weshalb die Verfahrenskosten, die praxisgemäss auf Fr. 600.-- festgesetzt werden, ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 12. Januar 2010 di e unentgeltliche Prozessführung bewil- ligt worden. Aus diesem Grund gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 12. Januar 2010 zusätzlich zur unentgeltli- chen Prozessführung auch die unentgeltliche Verbeiständ ung mit ihrem Rechtsvertreter bewil- ligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Ge- mäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen u nd Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständun g Fr. 180.-- pro Stunde. Der Rechtsver- treter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarn ote vom 19. Dezember 2011 für das vor- liegende Verfahren einen Zeitaufwand von 23,6 Stund en geltend gemacht. In Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen, der langen Prozessdauer und des Umstandes, dass der Rechtsvertreter dem Gericht mehrere Eingaben zuko mmen lassen musste, erweist sich dieser Aufwand umfangmässig als angemessen. Nicht zu be anstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 205.--. Dem Rechtsvertre ter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 4'798.70 (23,6 Stunden à Fr. 180.-- zuzüg lich Auslagen von Fr. 205.-- + 7,6 % Mehrwertsteuer auf Fr. 2'627.-- bzw. 8 % Mehrwertsteuer auf Fr. 1'826.--) aus der Gerichtskas- se auszurichten. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Im Sinne einer reformatio in peius werden die a ngefochtenen Verfü- gungen der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 9. Oktober 200 9 aufgeho- ben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 1. Februar 2008 bis 30. April 2008 Anspr uch auf eine Viertelsrente und für den Zeitraum vom 1. Mai 2008 bi s 30. September 2008 Anspruch auf eine ganze Rente hat. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 4. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 4'798.70 (inkl. Auslagen und 7,6 % Mehrwertsteuer auf Fr. 2'627.-- bzw. 8 % Mehrwertsteuer auf Fr. 1'826.--) aus der Ge richtskasse aus- gerichtet. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs