Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 27. April 2014 (720 13 364 / 99) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf eine höhere Invalidenrente gestützt auf ein Gerichtsgutachten be- jaht; bei der Berechnung des Invalideneinkommens rechtfertigt es sich in casu nicht, ausnahmsweise auf die Tabelle T17 der LSE, Ziffer 4 (Bürokräfte und ver- wandte Berufe) abzustellen; das Invalideneinkommen ist daher anhand der im Regelfall anzuwendenden Tabelle TA1, Total, zu ermitteln. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1969 geborene A.____ erlitt im März 1990 als Beifahrerin einen Autounfall und leidet seither an Nackenschmerzen, Schwindel und ei nem Rauschen im Kopf. Das Unfallereig- nis wurde damals bei keiner Unfallversicherung ange meldet. Am 1. März 2011 trat A.____ bei der B.____ in X.____ eine Stelle als kaufmännische Angestellte im Sekretariat in einem Teil- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht zeitpensum von 90 % an. Aufgrund der Nackenbeschwerden u nterzog sie sich am 17. Oktober 2011 einer Halswirbeloperation. Die Beeinträchtigungen am Nacken machte sie nachträglich bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) als U nfallfolgen geltend. Die Suva ver- neinte zuletzt mit rechtskräftigem Einspracheentscheid vo m 10. Mai 2012 ihre Leistungspflicht, weil der Kausalzusammenhang zwischen den geltend gemach ten Beschwerden und dem Un- fallereignis von März 1990 nicht gegeben sei. B. Am 6. August 2012 meldete sich A.____ unter Hinweis auf die seit März 1990 beste- henden gesundheitlichen Einschränkungen bei der Eidgen össischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen u nd gesundheitlichen Verhältnisse der Versicherten ermittelte die IV-Stelle Basel-Landsch aft in Anwendung der allgemeinen Be- messungsmethode einen Invaliditätsgrad von 38 %. Nach durch geführtem Vorbescheidsverfah- ren wies sie mit Verfügung vom 11. November 2013 einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab. C. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vert reten durch Advokat Daniel Alter- matt, am 16. Dezember 2013 Beschwerde ans Kantonsgeric ht, mit dem Antrag, es sei die an- gefochtene Verfügung aufzuheben. In der ergänzenden Beschwerdebegründung vom 8. Januar 2014 machte sie durch ihren Rechtsvertreter geltend, dass die Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, vom 24. Juli 20 13 und von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. Mai 2013 nicht bew eiskräftig genug seien, um darauf abstellen zu können. Zudem sei eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes eingetreten. Es sei deshalb eine polydisziplinäre Beguta chtung (Rheumatologie, Neurologie Otorhinolaryngologie, Psychiatrie) anzuordnen. D. In ihrer Vernehmlassung vom 20. März 2014 schloss die I V-Stelle mit Verweis auf die Berichte des Regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom 5. Februar 2014, 19. und 20. März 2014 auf Abweisung der Beschwerde. E. Mit Replik vom 30. Juni 2014 reichte die Versichert e durch ihren Rechtsvertreter einen Austrittsbericht der E.____ vom 17. März 2014 ein und beantragte die Durchführung einer Par- teiverhandlung, damit sie insbesondere zum Ablauf der Begutachtungen durch Dr. C.____ und Dr. D.____ befragt werden könne. F. Die IV-Stelle hielt in ihrer Duplik vom 17. Septem ber 2014 gestützt auf den RAD- Bericht vom 25. Juli 2014 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. G. Am 12. Januar 2015 reichte der Rechtsvertreter der Versicherten weitere medizinische Unterlagen ein. Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 16. Februar 2015 auf eine Stellung- nahme. H. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 5. März 2015 kam das Kantonsgericht zum Schluss, dass gewisse Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des psychischen Gesundheits- zustandes nach der Begutachtung durch Dr. D.____ bis vor Erlass der angefochtenen Verfü- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung vorlägen. Es sei deshalb keine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage möglich. Das Kanto nsgericht stellte folglich den Fall aus und ordnete ein bidisziplinäres Gutachten (rheumatol ogisch und psychiatrisch) bei der F.____ an. Der Auftrag wurde im Einverständnis der Parteien und den mit Eingabe der IV-Stelle vom 8. April 2014 gestellten Zusatzfragen der F.____ a m 16. April 2015 erteilt. Das Gutachten der F.____ wurde dem Kantonsgericht am 11. September 2015 eingereicht. I. Mit Verfügung vom 23. September 2015 gab das Kanto nsgericht den Parteien Gele- genheit, insbesondere auch im Hinblick auf die vom Bundesgericht im Leitentscheid vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) geänderte Rechtsprechung zur in validisierenden Wirkung von somato- formen Schmerzstörungen und vergleichbaren pathogenetisch -ätiologisch unklaren syndroma- len Beschwerdebildern Stellung zu nehmen. J. In ihrer Stellungnahme vom 25. November 2015 teil te die IV-Stelle mit, dass die Prü- fung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 nic ht erforderlich sei, da bei der Versi- cherten kein unklares Beschwerdebild vorliege. Die Beurteilung der F.____ vom 11. September 2015 erfülle die rechtsprechungsgemässen Anforderungen a n ein Gutachten, weshalb darauf abzustellen sei. Demgemäss habe die Versicherte aufgrund eines Invaliditätsgrades von 33 % keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. K. Der Rechtsvertreter der Versicherten machte in seiner Eingabe vom 10. Dezember 2015 geltend, dass sich die Gutachter der F.____ nicht zum Bericht der behandelnden Psycho- login G.____ vom 23. Oktober 2013 geäussert hätten. Di e Psychologin bestätige, dass eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes bereits vor Verf ügungserlass vom 11. November 2013 eingetreten sei. Falls nicht auf ihren Bericht abgestellt werde, sei die F.____ aufzufordern, ergänzende Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Versichert en zwischen 9. April 2012 bis 12. De- zember 2013 zu machen. Weiter wurde der Einkommensverg leich beanstandet. Einerseits sei das Valideneinkommen nicht der Nominallohnentwicklung b is 2013 angepasst worden. Ande- rerseits sei beim Invalideneinkommen aufgrund der weitr eichenden Einschränkungen der ma- ximale leidensbedingte Abzug von 25 % vorzunehmen. L. Am 26. Mai 2016 beantwortete die begutachtende Psyc hiaterin der F.____ Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychologie, auf Aufforderung des Kantonsgerichts hin die Frage der Versicherten betreffend Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum vom 9. April 2012 bis 12. Dezember 2013. Mit Schreiben vom 20. Juli 2016 p räzisierte der ärztliche Leiter der F.____ Dr. med. I.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, die Ausführungen von Dr. H.____. M. Der Rechtsvertreter der Versicherten hielt in seiner Eingabe vom 25. Juli 2016 an sei- nen Begehren fest. Er machte insbesondere geltend, d ass die Schlussfolgerung der F.____, eine gesundheitliche Verschlechterung sei erst nach Verfügu ngserlass eingetreten, der medizi- nischen Aktenlage widerspreche. N. In der Eingabe vom 30. September 2016 beantragte die IV-Stelle, es sei auf das Ge- richtsgutachten abzustellen. Aufgrund der Feststellungen der F.____ habe die Versicherte An- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht spruch auf eine vom 1. Dezember 2013 bis 31. Dezember 20 14 befristete ganze Invalidenrente und ab 1. Januar 2015 auf eine unbefristete halbe Invalidenrente. O. Mit Stellungnahmen vom 21. Dezember 2016 und 10. Januar 2017 hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde t die Frage, ob die Versicherte An- spruch auf eine Invalidenrente hat. 1.2 Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialver sicherungsgericht die Gesetz- mässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach d em Sachverhalt, der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (BGE 130 V 138 E. 2.1 S . 140, 121 V 366 E. 1b mit Hinwei- sen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither veränder t haben, sollen im Normalfall Gegen- stand einer neuen Verwaltungsverfügung sein. Ausnahmswei se kann das Gericht aus prozess- ökonomischen Gründen auch die Verhältnisse nach Erlass der Verfügung in die richterliche Beurteilung miteinbeziehen und zu deren Rechtswirkungen über den Verfügungszeitpunkt hin- aus verbindlich Stellung beziehen, mithin den das Proze ssthema bildenden Streitgegenstand in zeitlicher Hinsicht ausdehnen. Eine solche Ausdehnung des richterlichen Beurteilungszeitraums ist indessen - analog zu den Voraussetzungen einer sachli chen Ausdehnung des Verfahrens auf eine ausserhalb des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruch- reife Frage (BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 141, 122 V 36 E. 2a mit Hinweisen; zum Begriff des An- fechtungsgegenstandes vgl. BGE 125 V 414 E. 1a, 119 Ib 36 E. 1b, je mit Hinweisen) - nur zu- lässig, wenn der nach Erlass der Verfügung eingetretene , zu einer neuen rechtlichen Beurtei- lung der Streitsache ab jenem Zeitpunkt führende Sa chverhalt hinreichend genau abgeklärt ist und die Verfahrensrechte der Parteien, insbesondere deren Anspruch auf rechtliches Gehör, respektiert worden sind (BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140). 1.3 Vorliegend datiert die angefochtene Verfügung vom 11. November 2013. Der Leis- tungsanspruch ist demnach grundsätzlich aufgrund des Gesun dheitszustandes der Versicher- ten zu beurteilen, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Ve rfügungserlasses entwickelt hat. Da mit dem Gutachten der F.____ der Sachverhalt über den 11. November 2013 hinaus hinreichend abgeklärt ist und die Parteien sich im vorliegenden Be schwerdeerfahren auch für den Zeitraum ab Verfügungserlass äusserten, sind die Voraussetzungen f ür eine ausnahmsweise Ausdeh- nung des zeitlichen Beurteilungszeitraums erfüllt. Es re chtfertigt sich daher aus prozessökono- mischen Gründen, bei der Beurteilung des Leistungsanspruchs der Versicherten die Verhältnis- se nach Erlass der angefochtenen Verfügung einzubeziehen. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, d ie ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursacht e und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigke it sind Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliess- lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Er- werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 3.1 Ausgangspunkt der Ermittlung eines Rentenanspruch s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Widersprechen sich medizinische Berichte, darf da s Gericht den Prozess nicht erledi- gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und d ie Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These a bstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die g eklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begr ündet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.1.1 Gestützt auf den Beschluss vom 5. März 2015 gab das Kantonsgericht ein Gerichts- gutachten bei der F.____ in Auftrag, welches am 11. Se ptember 2015 erstattet wurde. Der Gut- achter Dr. med. J.____, FMH Innere Medizin und Rheumat ologie, diagnostizierte in seinem Teilgutachten vom 17. Juni 2015 mit Einfluss auf die Ar beitsfähigkeit ein chronisches zer- vikovertebrales und ein chronisch-rezidivierendes mässiges lumb overtebrales Schmerzsyn- drom. Die aktuellen Befunde würden sich weitgehend mit denjenigen von Dr. C.____ decken. Insgesamt sei der heutige muskuloskelettale Gesundheitszustand der Versicherten vergleichbar mit demjenigen anlässlich der Untersuchung durch Dr. C. ____ im Jahr 2013. Allenfalls sei eine leichte Verschlechterung im Bereich der Lendenwirbelsä ule festzustellen. Diese Beschwerden seien jedoch zum Zeitpunkt der Untersuchung von Dr. C._ ___ gegenüber den nuchalen Be- schwerden weit im Hintergrund gestanden. Auch heute ständen die Beeinträchtigungen am Na- cken im Vordergrund. Die Einschätzung von Dr. C.____ bezü glich der nuchalen Beschwerde- symptomatik sei auch zum heutigen Zeitpunkt zu teilen. Die globale Rotationsfähigkeit des Kop- fes sei aktuell etwas eingeschränkter und im Bereich der peripheren Gelenke sei eine Hyper- laxität der Ellbogen-, Knie- und Fingergelenke festzust ellen. Daraus sei jedoch keine zusätzli- che Minderung der muskuloskelettalen Leistungsfähigkeit a bzuleiten. Beim Lesen des Gutach- tens von Dr. C.____ scheine bezüglich des Ausmasses der Ar beitsfähigkeit Verwirrung aufge- kommen zu sein. Einerseits habe er eine 35%ige Arbeitsun fähigkeit bei einem 90%- Teilzeitpensum und andererseits eine 40%ige bei einem Vollzeitpensum attestiert. Diese Anga- ben widersprächen sich jedoch "numerisch adaptiert" nicht. 4.1.2 Die Psychiaterin Dr. H.____ hielt in ihrem Fachg utachten vom 27. Juni 2015 als Hauptdiagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkei t in Übereinstimmung mit Dr. D.____ eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychisch en Faktoren und zusätzlich eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode sowie a kzentuierte Persönlichkeitszüge fest. Die chronische Schmerzstörung mit somatischem Korrelat sowi e erkennbarem primärem inner- seelischem Konflikt reduziere die Belastbarkeit der Versi cherten. Unter zusätzlichen psychoso- zialen Belastungen habe sich ausserdem eine depressive Sympt omatik entwickelt, welche in Betrachtung des Längsverlaufs als depressive Episode im Ra hmen einer rezidivierenden de- pressiven Störung zu werten sei. Gegenwärtig sei sie leic ht- bis mittelgradiger Ausprägung. Als Grundlage erkennbar sei eine seit früher Jugend besteh ende Persönlichkeitsakzentuierung, die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht als Vulnerabilitätsfaktor die psychische Resilienz in Bela stungssituationen reduziere. Aus psy- chiatrischer Sicht bestehe aufgrund der komplexen komorbid en Störung eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 50 %. Psychiatrisch lasse sich ei ne Einschränkung mit der Gefahr rezidivierender depressiver Kompensationen begründen, d ie bei Überforderung aufgrund der Persönlichkeitsakzentuierung der Versicherten zu fürchten seien. Bei dieser Einschätzung seien auch die Auswirkungen der chronischen Schmerzstörung berück sichtigt. Wegen dieser Schmerzstörung müsse die Versicherte die Möglichkeit habe n, ihre Pausen nach Bedarf zu ge- stalten. Aufgrund der psychischen Vulnerabilität sei sie a uf ein wohlwollendes, tragendes und integrierendes Arbeitsumfeld angewiesen. Geeignet sei ein Nischenarbeitsplatz, in welchem sie sich ihren Ressourcen entsprechend einbringen könne. 4.1.3 Aus gesamtmedizinischer Sicht bestehe eine 50%ige A rbeitsunfähigkeit in einem wohlwollenden Arbeitsumfeld für jegliche leidensangep assten Tätigkeiten. In somatischer Hin- sicht seien ihr keine Tätigkeiten mehr mit Notwendigkeit zum wiederholten Rotieren des Kopfes und Benützen von Stufen oder Leitern zuzumuten. Ebenso wenig könne sie eine "Haltearbeit" im Schultergürtelbereich wie PC-Arbeit (maximal 1 - 2 Stunden am Stück) ohne Unterbruch aus- führen. Optimal sei eine Arbeit mit Heben, Stossen od er Ziehen von Lasten von maximal 2 - 3 kg. Zudem seien Überkopfarbeiten, gebückt oder kauernd zu verrichtende Tätigkeiten oder schultergürtelbelastende Arbeiten zu vermeiden. Ausserd em sollte sie die Möglichkeit haben, die Körperposition zu wechseln, die Pausen bedarfsweise zu gestalten und den Arbeitsplatz ergonomisch anzupassen. Eine Tätigkeit im Bürobereich sei aufgrund der körperlich geringen Belastung, der Möglichkeit zum Einlegen von Entlastungspausen und der freieren Einteilung der Arbeit etc. gut geeignet, sofern keine schwereren Lasten getragen werden müssten. Gestützt auf den Bericht von Dr. med. K.____, FMH Anästhesiolog ie, vom 13. Februar 2011 sei von ei- ner 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ab 1. Januar 2012 auszugehen. Danach sei die Versicherte ab 9. April 2012 zu 65 % arbeitsfähig gewesen, was sich aus dem Austrittsbe- richt der L.____ vom 17. April 2012 und den Berichten von Dr. K.____ vom 10. Mai 2012, 14. Dezember 2012 und 22. Mai 2012 ergebe. Selbst die Versicherte habe angegeben, dass sie ca. 6 Monate nach der Operation ihre Arbeit wieder zu 65 % aufgenommen habe. Aufgrund der Hospitalisation im M.____ und der weiteren psychiatrische n stationären Aufenthalte habe vom 12. Dezember 2013 bis 6. September 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ge- stützt auf die aktuellen psychiatrischen Einschätzung und der anzunehmenden leichten Pro- gression der degenerativen Veränderungen sei davon auszug ehen, dass die Versicherte ab 7. September 2014 wieder zu 50 % arbeitsfähig sei. Di ese Angaben seien auf ein Vollzeitpen- sum bezogen. 4.2.1 Mit Schreiben vom 21. Januar 2016 wurde die F._ ___ gebeten, die Frage zu beantwor- ten, ob mit Blick auf den Bericht der behandelnden Psycho login G.____ vom 23. Oktober 2013 die Arbeitsfähigkeit der Versicherten im Zeitraum vom 9. April 2013 bis 12. Dezember 2013 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu mehr als 35 % eingesc hränkt gewesen sei. Im Ergän- zungsgutachten vom 26. Mai 2016 gab Dr. H.____ an, das s für diese Zeitperiode auf die Anga- ben des Schmerztherapeuten Dr. K.____ abzustellen sei. Danach sei für die Zeit vom 9. April 2012 bis 12. Dezember 2013 von einer 65%igen Arbeitsf ähigkeit auszugehen. Diese Einschät- zung beziehe sich auf das von der Versicherten zuletzt geleis tete Pensum von 90 %, d.h. 36,9 Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stunden wöchentlich bei einem Vollpensum von 41 Stund en. Es gebe keine Anhaltspunkte aus den Akten, dass die Versicherte vom 9. April 2012 bis 11. Dezember 2013 mehr als zu 35 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Den Be richt der Psychologin erachte sie mangels fachlicher Qualifikation als nicht verwertbar. A usserdem seien dem Bericht weder ob- jektive Befunde noch detaillierte anamnestische Angaben zu entnehmen. Sie schildere vorwie- gend die geklagten Beschwerden, ohne eine zeitliche Zuordnung vorzunehmen. 4.2.2 Dr. I.____ korrigierte am 20. Juli 2016 die A ngaben von Dr. H.____ auf Anfrage des Kantonsgerichts insofern, als er ausführte, dass sich die angegebenen Arbeitsunfähigkeiten grundsätzlich immer auf ein 100%-Pensum bezögen. Die A ngaben im Ergänzungsgutachten vom 26. Mai 2016 mit Bezug auf ein Pensum von 90 % seien ein Versehen. 5.1 Wie alle Beweismittel unterliegen auch Gerichtsgut achten der freien richterlichen Be- weiswürdigung. Kriterien der Beweiswürdigung bilden d ie Vollständigkeit, die Nachvollziehbar- keit und die Schlüssigkeit des Gutachtens. Das Gericht hat zu prüfen, ob das Gutachten alle Fragen beantwortet, sich auf den zutreffenden Sachverh alt stützt und den Befund ausreichend begründet. In Sachfragen weicht das Gericht jedoch "nich t ohne zwingende Gründe" von einer gerichtlichen Expertise ab (vgl. BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingehol- tes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Sch lussfolgerungen gelangt. Eine ab- weichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusse- rungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig gen ug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch einen Oberex- perten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexper tise vom Ergebnis des Gerichtsgut- achtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 118 V 290 E. 1b, 112 V 32 f. mit Hinwei- sen). 5.2 Das Gericht sieht keine zwingenden Gründe, von den S chlussfolgerungen des Gutach- terteams der F.____ abzuweichen. Sein Gutachten vom 1 1. September 2015 ist für die streiti- gen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Unter suchungen, es berücksichtigt die ge- klagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der medizinischen Situati- on ein. Das Gutachten der F.____ bildet grundsätzlich e ine zuverlässige und rechtsgenügliche Grundlage, um den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten beurteilen zu können. Einzig bei den angegebenen Arbeitsunfähigkeit en besteht ein Widerspruch, welcher mit der abschliessenden Stellungnahme von Dr. I.____ vom 20. Juli 2016 nicht überzeugend aufgelöst wird. So wird im Hauptgutachten der F.____ vom 11. September 2016 auf Seite 17 unter Ziffer 6.4 "Beginn der Arbeitsunfähigkeit" für den hier strittigen Zeitraum vom 9. April 2012 bis 12. Dezember 2013 im 3. Absatz festgehalten, dass Dr . K.____ im Verlaufsbericht von 1. Mai 2012 (recte: 10. Mai 2015) von einer Arbeitsf ähigkeit von 65 % berichte. Aufgrund des darauffolgenden RAD-Berichts vom 11. Januar 2013 sei da von auszugehen, dass sich die von Dr. K.____ vorgenommene Einschätzung auf ein 90%iges Pensum bezöge. Die Beurteilung von Dr. K.____ habe auch Dr. C.____ übernommen. Schliessli ch ist dem Teilgutachten von Dr. J.____ vom 25. Juli 2015 auf Seite 19 zu entnehmen, dass bezüglich der Einschränkung der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum vom 9. April 2012 bis 12. Dezember 2013 auf die damalige Beurteilung von Dr. C.____ abzustellen sei, der eine A rbeitsunfähigkeit von 35 % auf ein 90%- Pensum bzw. eine solche von 40 % bei einem Vollzeitpensum angegeben habe. Auch in ihrem Ergänzungsgutachten vom 26. Mai 2016 hält Dr. H.____ ausdrücklich fest, dass Dr. K.____ für den Zeitraum vom 9. April 2012 bis 12. Dezember 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 65 % bezogen auf ein 90%-Pensum attestiert habe. Da es keine Anhalt spunkte für eine abweichende Beurtei- lung gebe, schliesse sie sich der Einschätzung von Dr. K._ ___ an (vgl. dazu auch Bestätigung der L.____ vom 31. März 2012). Rund 10 Zeilen später wird jedoch unter Ziffer 6.4 des Haupt- gutachtens auf Seite 17 in allgemeiner Form festgehal ten, dass die Arbeitsfähigkeiten für ein 100%-Pensum gälten. Weshalb sich die Arbeitsfähigkeit von 65 % ab 9. April 2012 nun auf ein Pensum von 100 % beziehen soll, wird jedoch nicht begr ündet. Die Präzisierung von Dr. I.____ vom 20. Juli 2016, wonach der angegebene Grad der Arbe itsfähigkeit grundsätzlich immer für ein Vollzeitpensum "quasi als medizinisch-theoretischer R eferenzrahmen" gelte, beschränkt sich im Wesentlichen auf diese Aussage. Es fällt jedoch au f, dass immer dann, wenn sich die Gerichtsgutachter begründet zur Quantifizierung der R estarbeitsfähigkeit der Versicherten aus- einandersetzen mussten, klar von einer Arbeitsfähigkeit von 65 % bei einem 90%-Pensum bzw. von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % bei einem Vollzei tpensum ausgegangen wurde. Demge- genüber sind die Ausführungen im 6. Absatz der Ziffer 6.4 auf Seite 17 des Hauptgutachtens und von Dr. I.____, bei denen von einer Arbeitsfähigkeit von 65 % bei einem Vollzeitpensum die Rede ist, ohne weitere Begründung erfolgt. Dr. I.___ _ unterlässt es auch, auf die aufgezeigten Wiedersprüche näher einzugehen. Unter diesen Umständen kann jedoch nicht auf die Angaben von Dr. I.____ und gleichlautenden Ausführungen im H auptgutachten abgestellt werden. Es ist demnach davon auszugehen, dass die Versicherte für die Zei t vom 9. April 2012 bis 12. De- zember 2013 in einem Vollzeitpensum zu 60 % arbeitsfä hig war. Ob sich die ab 7. September 2014 attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit auch auf ei n 90%-Pensum bezieht, ist nicht ganz klar. Wie die nachfolgenden Erwägungen aufzeigen, kann diese Frage aber offen gelassen werden. 5.3.1 Die Versicherte ist grundsätzlich mit den vom Expe rtenteam der F.____ gestellten Di- agnosen und seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einverstanden. Einzig bei der für den Zeit- raum vom 9. April 2012 bis 11. Dezember 2013 festgestell ten Arbeitsfähigkeit von 65 % ist sie der Ansicht, dass die ab 12. Dezember 2013 attestierte Verschlechterung des Gesundheitszu- standes schon früher, d.h. vor Erlass der angefochtenen Ve rfügung vom 11. November 2013 eingetreten sei. Sie verweist auf den Bericht der beha ndelnden Psychologin G.____ vom 23. Oktober 2013. Danach sei sie seit Mai 2012 bei ihr in p sychologischer Behandlung. Nach dem Aufenthalt in der M.____ habe sie erkannt, dass sie an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gelangt sei. Sie leide an existenziellen Ängsten, sehe ke inen Ausweg mehr und sei so er- schöpft, dass sie keine Kraft mehr zum Kämpfen habe. Sie befinde sich in einem "Überlebens- modus" und finde keinen Ausgleich mehr. Sie habe immer auf alles verzichtet, damit sie weiter arbeiten könne. Aufgrund ihres gesundheitlichen Zustande s könne sie weder regelmässige so- ziale Kontakte noch Hobbies pflegen. Um die Schmerzen und ihre aussichtslose Situation zu betäuben, habe sie zum Alkohol gegriffen. Es sei ihr be wusst, dass sie ihre Arbeit verlieren könnte, wenn sie nicht bald mehr als 50 % arbeite. Ein höheres Pensum sei ihr aber nicht mehr zumutbar. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.2 Dieser Bericht ist nicht geeignet, um Zweifel an der zuverlässigen Beurteilung des Gut- achterteams der F.____ zu erheben. Die behandelnde Psych ologin stellt vorwiegend auf die subjektiven Angaben der Versicherten ab. Zudem weist Dr. H.____ in ihrem Ergänzungsgutach- ten vom 26. Mai 2016 zu Recht darauf hin, dass G.____ ü ber keine genügende fachliche Quali- fikation verfüge und ihrem Bericht weder objektive Befu nde noch Diagnosen zu entnehmen sei- en. Ausserdem scheint auch die Psychologin davon auszugehe n, dass eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes erst am 11. Dezember 2013 ausg ewiesen war, empfahl sie doch erst dann eine Vorstellung der Versicherten im Ambula torium. Damit steht fest, dass vom 9. April 2012 bis 11. Dezember 2013 keine Arbeitsunfähi gkeit von mehr als 40 % bei einem Vollzeitpensum erstellt ist. 6.1 Aufgrund dieser Ausgangslage ist der Rentenanspru ch der Versicherten zu prüfen. In zeitlicher Hinsicht ist grundsätzlich auf die Gegebenheit en im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222, 128 V 174). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leis- tungsanspruchs. Die Versicherte meldete sich mit Gesuch von August 2012 zum Leistungsbe- zug an. In Anbetracht der sechsmonatigen Wartefrist gemä ss Art. 29 Abs. 1 IVG kann der Ver- sicherten eine Rente frühestens per 1. Februar 2013 au sgerichtet werden. Im damaligen Zeit- punkt lag bei der Versicherten eine 65%ige Arbeitsfähigkeit vor. 6.2 Der Invaliditätsgrad ist bei erwerbstätigen Versich erten aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Danach wird fü r die Bestimmung des Invaliditätsgra- des das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbe itsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein- kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er werbseinkommen ziffernmässig mög- lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Me thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Vorliegend ist der Invaliditätsgrad gemäss den von der F.____ bescheinig- ten Arbeitsunfähigkeitsperioden abgestuft zu ermitteln. 6.3.1 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielba ren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgeben den Zeitpunkt nach dem Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b) als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkre t wie möglich zu erfolgen. Massge- bend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer ber uflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weite rentwicklung, soweit hierfür hinrei- chend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten gehabt hätte (BGE 96 V 29; Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2008, 8C_771/2008, E. 2.1; ZA K 1985 S. 635 E. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3b). Da im Gesundheitsfa ll erfahrungsgemäss die bisherige Tätig- keit in der Regel weitergeführt worden wäre, ist Anknü pfungspunkt für die Bestimmung des Va- lideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teue rung sowie der realen Einkommensent- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht wicklung angepasste Verdienst (Urteil des Bundesgerichts vo m 12. Juni 2006, I 809/05, E. 3.1 mit Hinweisen; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 E. 3c). 6.3.2 Die IV-Stelle nahm den Einkommensvergleich gestüt zt auf die Beurteilung der F.____ abschliessend in ihrer Stellungnahme vom 30. Septembe r 2016 vor. Dabei ging sie davon aus, dass die Versicherte im Jahr 2013 in einem 90%-Pensum Fr. 65'455.-- und als Masseurin in einem 10%-Pensum Fr. 4'538.-- bzw. Fr. 4'537.77 ohne mathematische Rundung, d.h. insge- samt Fr. 69'992.77 verdient hätte. Die Versicherte bean standete einzig, dass die IV-Stelle zu Unrecht nebst dem 13. Monatslohn die von der B.____ ausbezahlte Gratifikation von Fr. 1'000.- - nicht berücksichtigt habe. Da sie sich im 1. Dienstjahr b efunden habe, sei davon auszugehen, dass sie auch in den Folgejahren eine solche erhalten hät te. Dieser Auffassung kann nicht ge- folgt werden. Eine Gratifikation zeichnet sich gegenüb er dem Lohn dadurch aus, dass sie zum Lohn hinzutritt und immer in einem gewissen Masse vom W illen des Arbeitgebers abhängt (BGE 131 III 615 E. 5.2 S. 620; 129 III 276 E. 2 S. 278; vgl. auch Art. 322d des Obligationen- rechts [OR] vom 30. März 1911); es besteht daher kein Recht sanspruch darauf. Aus den Akten geht nicht hervor, dass eine Gratifikation vertraglich zugesichert war. Die ehemalige Arbeitgebe- rin vermerkte denn auch auf die Frage, wie viel die versi cherte Person im Gesundheitsfall ver- dienen würde (vgl. Ziffer 2.11 des Fragebogens für Arbeitgebende vom 23. August 2012), keine Gratifikation. Es ist demnach davon auszugehen, dass die Ver sicherte keinen Anspruch auf eine Gratifikation hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. August 2005, I 106/05, E. 4.1.2). Von einer Anordnung weitergehender Abklärungen bei d er ehemaligen Arbeitgeberin ist abzu- sehen, weil von zusätzlichen Abklärungen keine neuen Erke nntnisse zu erwarten sind (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b). Die IV-Stelle liess demgemäss zu Recht die Gratifikation bei der Ermittlung des Validenein- kommens unberücksichtigt. Da die Versicherte die von der IV -Stelle vorgenommene Berech- nung nicht weiter bestreitet, erübrigt sich eine weiter gehende Auseinandersetzung mit dem Va- lideneinkommen. Es kann diesbezüglich auf die entspreche nden Ausführungen der IV-Stelle in der Stellungnahme vom 30. September 2016 verwiesen we rden. Es ist somit für das Jahr 2013 von einem massgebenden Valideneinkommen von Fr. 69'992.77 auszugehen. 6.4.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nac h der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwer bstätigkeit aus, bei der - kumulativ - beson- ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzune hmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeits- leistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint , gilt grundsätzlich der von ihr tat- sächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 126 V 75 E. 3b, 117 V 18 E. 2c/aa; RKUV 1991, Nr. U 130, S. 272 E. 4a; AHI-Praxis 1998, S. 179). Hat sie nach Eintritt des Gesundheits- schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare n eue Erwerbstätigkeit aufgenom- men, so können statistische Werte, insbesondere Tabellen löhne nach der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) he rangezogen werden (BGE 135 V 297 S. 301 E. 5.2). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4.2 Vorliegend steht fest, dass die Versicherte keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht. Die Parteien bestreiten deshalb zu Recht nicht, dass bei der Berechnung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der LSE heranzuziehen sind (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475). Die Recht- sprechung wendet dabei in der Regel die Monatslöhne ge mäss LSE-Tabelle TA1, Zeile "Total Privater Sektor" an. Nur ausnahmsweise stellt das Bundesge richt auf das statistische Durch- schnittseinkommen einzelner Branchen ab, wenn dies als sachg erecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen. Dies ist der Fall bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (in BGE 133 V 545 nicht publizierte E. 5.1 des Urteils des Bundesgerichts vom 24. Au- gust 2007, 9C_237/2007). Die IV-Stelle ist der Auffassu ng, dass die Versicherte seit 2000 im kaufmännischen Bereich tätig gewesen sei und deshalb gen ügend Erfahrung in diesem Gebiet habe. Sie stützte sich deshalb nicht auf die Tabelle TA1, sondern auf die T17 (monatlicher Brut- tolohn nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor zu- sammen) der LSE 2012. Dabei ging sie vom statistischen Dur chschnittslohn der Ziffer 4 (Büro- kräfte und verwandte Berufe) von Fr. 5'685.-- (Lebensal ter Total, Frauen) aus. Die Versicherte wendete dagegen ein, dass sie über keine kaufmännische Ausbildung verfüge. Es könne des- halb nicht angenommen werden, dass sie nur im Bürobereich tätig sei. Aus diesem Grund müs- se auf Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, abgestellt werd en. Falls die T17 dennoch anzuwen- den wäre, müsse nicht das Total der Ziffer 4, sondern d ie Ziffer 42 (Bürokräfte mit Kundenkon- takt) zur Anwendung gelangen. 6.4.3 Gemäss dem Zumutbarkeitsprofil der F.____ ist die Versicherte in jeder leidensange- passten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig. Dabei ist folg endes Belastungsprofil zu beachten: He- ben, Stossen oder Ziehen von Lasten von maximal 2 - 3 kg, ohne Überkopfarbeiten, ohne ge- bückt oder kauernd zu verrichtende Tätigkeiten, ohne schultergürtelbelastende Arbeiten und mit der Möglichkeit zu Körperpositionswechseln und zur erg onomischen Arbeitsplatzanpassung. Das Expertenteam der F.____ erachtete eine Arbeit im Büro aufgrund der körperlich geringen Belastung und der möglichen freien Einteilung der Pa usen und der Arbeit als geeignet, schloss jedoch eine Arbeit in einer anderen Branche nicht aus. Die Versicherte ist gelernte Maschinen- zeichnerin. Da sie nach dem Lehrabschluss keine Stelle in ihrem Beruf fand, war sie von 1991 - 2000 im Verkauf und Service und danach gemäss ihren Angaben bis 2011 als Sachbearbeiterin bei einer Firma im Verkaufs-Innendienst tätig. Seit der Anstellung bei der B.____ per März 2011 arbeitete sie als kaufmännische Angestellte in der Tele fonzentrale und im Empfang des Betrie- bes (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 23. August 2012). Im Hinblick auf die jahrelange Erfahrung im Bürobereich ist die IV-Stelle der Auffassu ng, dass es ausnahmsweise sachge- recht wäre, auf das statistische Durchschnittseinkommen für B ürokräfte abzustellen. Diesem Vorgehen ist nicht beizupflichten. In Berücksichtigung des medizinischen Zumutbarkeitsprofils ist davon auszugehen, dass sie eine ihrem Leiden angepasst e Tätigkeit in verschiedenen Be- reichen auszuüben vermag. Auch wenn sie jahrelang als Bür okraft arbeitete, ist sie in berufli- cher Hinsicht als gelernte Maschinenzeichnerin und mit Ber ufserfahrung im Verkauf und in der Gastronomie nicht nur auf eine Tätigkeit im Bürobereich beschränkt. Auch ihr medizinisches Belastungsprofil schliesst eine Tätigkeit ausserhalb des B ürobereichs nicht aus. Es bestehen daher keine hinreichenden Gründe, um bei der Ermittl ung des Invalideneinkommens von der Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tabelle TA1 abzuweichen. In Anbetracht ihrer Ausbildu ng als Maschinenzeichnerin und ihrer bisherigen Berufstätigkeiten ist davon auszugehen, dass die Versicherte nicht nur einfache Tä- tigkeiten körperlicher und handwerklicher Art verrichten kann. Damit rechtfertigt es sich, nicht den Durchschnittslohn des Kompetenzniveaus 1 der Tabelle T A1 heranzuziehen, sondern je- nen des Kompetenzniveaus 2, welches unter anderem prakt ische Tätigkeiten im Verkauf und Administration umfasst. 6.5. Gemäss TA1 der LSE 2012 beträgt der Totalwert im Kompetenzniveau 2, Frauen, Fr. 4'646.--, woraus indexiert und angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Bundesamt für Statistik [BFS], Statisti k der betriebsüblichen Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 2013, Total) – ein jährliches I nvalideneinkommen von Fr. 58'528.31 (Fr. 4'646.-- x 12 x 41,7 / 40 x 100,7 / 100 [BFS, Ta belle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen 2011-2015, Total]) resultiert. Unter Berücksichtigung des ab 1. Februar 2013 zumutbaren Pen- sums von 65 % ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 38'043.40. 6.6.1 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens anhan d lohnstatistischer Angaben sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid BGE 12 6 V 75 ff. hat das Bundes- gericht seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabelle nlohn bereinigt und weiterentwi- ckelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in we lchem Ausmass Tabellenlöhne herab- zusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzel- falles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalt er, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/ Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nac h pflichtgemässem Ermessen ge- samthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statist ischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Der gesamthaft vorzune hmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen , dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurteilen, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigung der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich die richterlich e Behörde demnach auf Gegebenhei- ten abstützen können, die eine abweichende Ermessensausüb ung als näher liegend erschei- nen lassen (BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis, Entscheid de s EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 6.6.2 Vorliegend nahm die IV-Stelle in ihrer Stellu ngnahme vom 30. September 2016 einen Abzug vom Tabellenlohn von 5 % vor. Demgegenüber macht die Versicherte geltend, dass ihre massiven gesundheitlichen Einschränkungen nicht angemessen berücksichtigt würden. Dies vor allem auch deshalb, weil grosse Einschränkungen im Rahmen des Teilzeitpensums bestän- den. Es sei deshalb der Maximalabzug von 25 % zu gewähren . Entgegen der Ansicht der Ver- sicherten trug die IV-Stelle mit dem 5%igen Abzug ger ade der Tatsache Rechnung, dass die Versicherte auch in einem Teilzeitpensum gesundheitsbedin gt eingeschränkt ist. Eine darüber- hinausgehende Kürzung des Invalideneinkommens lässt sich ka um rechtfertigen. Wie sich aus der massgebenden Zumutbarkeitsbeurteilung im Gutachten der F.____ vom 11. September Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2015 auf Seite 16 ergibt, wurden die Einschränkungen der Versicherten bereits durch die An- nahme eines reduzierten Arbeitspensums im Umfang von 50% hinreichend berücksichtigt. Eine zusätzliche Veranschlagung dieser Einschränkungen unter dem Titel des leidensbedingten Ab- zugs im Sinne von BGE 126 V 75 würde somit zu einer unz ulässigen doppelten Anrechnung desselben Faktors führen. Die Kriterien Lebensalter, Dienstjahre und Nationali- tät/Aufenthaltskategorie rechtfertigen ebenso wenig einen Abzug. Zudem wirkt sich den statisti- schen Angaben zufolge der Teilzeiterwerb bei Frauen nicht lohnmindernd aus. Wird das vorste- hend (vgl. E. 6.5 hiervor) ermittelte Invalideneinko mmen von Fr. 38'043.40 um 5 % gekürzt, so ergibt dies ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 36'141.23 (Fr. 38'043.40 x 0,95). 6.7 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalidene inkommen von Fr. 36'141.23 dem oben (vgl. E. 6.3.2 hiervor) ermittelten Valideneinkommen von Fr. 69'992.77 gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 31'949.3 7, was einen Invaliditätsgrad von ge- rundet 46 % (vgl. zur Rundungspraxis des Bundesgerichts: BG E 130 V 121 ff.) ergibt. Die Ver- sicherte hat somit ab Rentenbeginn per 1. Februar 2013 Anspruch auf eine Viertelsrente. 6.8 Unbestritten ist, dass für die Zeit vom 12. Dezember 2013 bis 6. September 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestand und die Versicherte a b 7. September 2014 in einer leidensan- gepassten Verweistätigkeit zu 50 % arbeitsfähig ist. Da sie vom Dezember 2013 bis September 2014 in sämtlichen beruflichen Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig war, kann ohne weitere Erörterungen festgehalten werden, dass der Invaliditäts grad im genannten Zeitraum 100 % be- trug. Der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente beg innt gestützt auf Art. 88a Abs. 2 der Ver- ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. J anuar 1961 nach Ablauf der Dreimo- natsfrist seit Eintritt der Verschlechterung, also ab 1. März 2014. In Berücksichtigung der Be- stimmung von Art. 88a Abs. 1 IVV besteht der Anspruch auf diese ganze Rente noch während dreier Monate seit der Anfang September 2014 einget retenen Verbesserung der Erwerbsfähig- keit, also noch bis Ende Dezember 2014. 6.9.1 Ab 1. Januar 2015 ist der Einkommensvergleich aufg rund der seither bestehenden 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten V erweistätigkeit neu vorzunehmen. Aus- gehend vom für das Jahr 2013 ermittelten Valideneink ommen bei der B.____ von Fr. 65'455.-- belief sich dieses im 2015 unter Berücksichtigung der seith er erfolgten Nominallohnentwicklung (2014: 0,9 %; 2015: 0,5 %; BFS, Tabelle T1.2.10 Nom inallohnindex, Frauen 2011 - 2015, Sek- tor 3 Dienstleistungen) auf Fr. 66'374.31. Als Masseuri n hätte die Versicherte im Jahr 2015 Fr. 4'674.47 verdienen können. Grundlage dafür ist d er statistische Durchschnittslohn der LSE 2012, Tabelle TA1, Sektor sonstige persönliche Dienstl eistungen, Kompetenzniveau 1, Frauen, von Fr. 3'610.--. Die Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2014 (Monatlicher Bruttolohn [Zent- ralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und G eschlecht; TA1) ist nicht anzuwen- den, da der dort angegebene Zahlenwert statistisch zu un sicher ist (vgl. TA 1 der LSE 2014 Ziffer 96). Nach Anpassung dieses Lohnes an die betrie bsübliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden im Jahr 2015 (vgl. BFS, Tabelle T18, Ziffer 94 - 96) und der bis 2015 erfolgten Nominallohnent- wicklung (2013: 0,0 %; 2014: 2,5 %; 2015: 0,5 %; BFS, Tabelle T1.10 Nominallohnindex, 2011 - 2015) ergibt sich ein Einkommen von Fr. 46'744.70 (Fr. 3'610.-- x 12 x 41,9 / 40 x 102,5 / 100 x 100,5 / 100). Bei einem Pensum von 10 % resultiert e in Jahreseinkommen von Fr. 4'674.47. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach ist im Jahr 2015 von einem massgebenden Validen einkommen von Fr. 71'048.78 (Fr. 66'374.31 + Fr. 4'674.47) auszugehen. 6.9.2 In Bezug auf die Berechnung auf das Invalideneinko mmen ist auf Folgendes hinzuwei- sen: Wie bereits in Erwägung 5.2 erwähnt, ist es nicht kl ar, ob sich die gutachterlich festgestell- te Arbeitsfähigkeit von 50 % auf ein 90%- oder ein 100%-Pensum bezieht. Die Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit bei einem Vollzeitpensum ist zu Ungunsten der Versicherten, würde doch andernfalls die Arbeitsfähigkeit bei einem 100%-Pensum nur noch 44,45 % betragen. Aus den nachfolgenden Berechnungen ergibt sich, dass sich am Anspruch auf eine Invalidenrente bei beiden Varianten nichts ändert. Es wird deshalb l ediglich die Berechnung des Invalidenein- kommens aufgrund der für die Versicherte ungünstigeren V ariante dargestellt. Das Invaliden- einkommen beträgt Fr. 28'713.18. Grundlage bildet di e Tabelle TA1, Total, der LSE 2014. Da- nach belief sich der Durchschnittslohn für die im Kompe tenzniveau 2 beschäftigten Frauen auf Fr. 4‘808.--. Nach Anpassung dieses Lohnes an die durchsc hnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden im 2015 (vgl. BFS, Tabelle T03.02, Tota l) und die bis dahin erfolgten Nominalloh- nentwicklung von 0,5 % (BFS, Tabelle T1.2.10 Nominallo hnindex, Frauen 2011 - 2015, Total) resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 60'448.82 (Fr. 4'808.-- x 41,7 / 40 x 100,5 / 100). Un- ter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 5 % und der noch vorhandenen Rest- arbeitsfähigkeit von 50 % resultiert demnach ein Invali deneinkommen von Fr. 28'713.18 (Fr. 60'448.82. x 0,95 x 0,5). Anhand der Gegenüberste llung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen ab 1. Januar 2015 resultiert eine Einkommensbusse von Fr. 42'335.60 (Fr. 71'048.78 ./. Fr. 28'713.18) und somit ein Inva liditätsgrad von 59,58 %, was gerundet 60 % ergibt. Bei einem Invaliditätsgrad von 60 % hat die V ersicherte Anspruch auf eine Dreiviertels- rente. Bei diesem knappen Ergebnis ergibt sich bei der für die Versicherte günstigeren Variante (50%ige Arbeitsunfähigkeit bei einem 90%-Pensum) keine höhere Rente, weshalb auf eine konkrete Berechnung verzichtet werden kann. 7. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Versicherte für den Zeitraum vom 1. Juli 2013 bis 28. Februar 2014 Anspruch auf eine Viertelsrente, für den Zeitraum vom 1. März 2014 bis 31. Dezember 2014 auf eine ganze Invali denrente und ab 1. Januar 2015 An- spruch auf eine Dreiviertelsrente hat. Die Beschwerde ist demgemäss gutzuheissen. 8.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. D ie Verfahrenskosten werden ge- stützt auf § 20 Abs. 3 des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 in der Regel in angemessenem Ausmass der un- terliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die Beschwerdegegnerin als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorin stanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahren skosten erhoben werden. Der Versi- cherten ist der geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.-- zurückzuerstatten. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträg er die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Ma ssnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden h at, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick au f die Wahrung der Verfahrens- fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV- Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht wei ter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend war das Kan- tonsgericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 5. März 2015 zum Ergebnis gelangt, dass das von der IV-Stelle eingeholte Gutachten von Dr. C.____ vom 24. Juli 2013 und von Dr. D.____ vom 21. Mai 2013 für die streitigen Bela nge nicht umfassend gewesen sei und demnach die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an e in beweistaugliches Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a) nicht erfüllt habe. Da ein Entscheid in der Angelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war, beschloss das Kantonsgericht, die erforderli- che zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachverhaltes im R ahmen eines Gerichtsgutach- tens vornehmen zu lassen. Das in der Folge eingeholte G utachten der F.____ vom 11. Sep- tember 2015 war mit anderen Worten für eine abschlie ssende Beurteilung des Rentenan- spruchs der Versicherten unerlässlich. Zudem bildet das Ger ichtsgutachten, wie sich anlässlich der heutigen Urteilsberatung gezeigt hat, massgebliche Grundlage für die mit dem vorliegenden Entscheid erfolgte Rentenzusprechung an die Versicherte. Im Lichte der geschilderten bundes- gerichtlichen Rechtsprechung sind demnach die Kosten dies es Gutachtens, welche sich ge- mäss den eingereichten Honorarrechnungen der F.____ auf Fr. 10'615.70 belaufen, der IV- Stelle aufzuerlegen. 8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin ob siegende Partei ist, ist ihr eine Par- teientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. D er Rechtsvertreter der Versicherten machte in seiner Honorarrote vom 21. Februar 2017 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von insgesamt 28,33 Stunden geltend, was sich in Anbetracht der diversen sich stel- lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie in Berücksicht igung, dass dem Rechtsvertreter im Zusammenhang mit der Würdigung des umfangreichen G erichtsgutachtens ein zusätzlicher Aufwand entstanden ist, als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversi- cherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind die in der Ho norarnote ausgewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 159.30. Der Versicherten ist deshalb ein e Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 7'721.15 (28,33 Stunden à Fr. 250.-- + Auslag en von Fr. 159.30 zuzüglich 8 % Mehr- wertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügu ng der IV-Stelle Ba- sel-Landschaft vom 11. November 2013 aufgehoben und es w ird fest- gestellt, dass die Beschwerdeführerin für den Zeitraum vo m 1. Februar 2013 bis 30. November 2013 einen Anspruch auf eine Viertelsrente, für den Zeitraum vom 1. Dezember 2013 bis 31. Dezember 20 14 auf eine ganze Invalidenrente und ab 1. Januar 2015 auf eine D reiviertelsrente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorsch uss in Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die Kosten der gerichtlichen Begutachtung durch di e F.____ in Höhe von insgesamt Fr. 10'615.70 werden der IV-Stelle Base l-Landschaft auferlegt. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in Höhe von Fr. 7'821.15 (inkl. Ausla gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht