Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 19. Juni 2019 (810 19 146) ___________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Geschlossene Unterbringung zur medizinischen Begutachtung Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Hans Furer, Markus Clausen, Daniel Häring, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Stephanie Schlecht Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Tessa von Salis, Advokatin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beigeladene Betreff Geschlossene Unterbringung zur medizinischen Beg utachtung (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 20. Mai 2019) A. Die 2003 geborene A.____ und der 2006 geborene D .____ sind die Kinder der sor- geberechtigten Kindsmutter C.____ und stammen aus eine r früheren Beziehung der Kinds- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht mutter. E.____, geboren 2013, ist der Sohn von C.____ und F.____, welche die elterliche Sorge gemeinsam ausüben. B. Im Sommer 2014 wandte sich die Kindsmutter an den Schulpsychologischen Dienst (SPD) und schilderte die privaten und schulischen Schwier igkeiten, welche sie mit ihrer Tochter A.____ habe (Auseinandersetzungen zwischen den äl teren Geschwistern unter An- wendung von Gewalt, Alkohol- und Drogenkonsum). A.____ hielt sich damals stationär im Spital G.____ auf, weil sie mehrfach mit Suizid gedroht hatte. Am 19. November 2014 trat sie freiwillig ins Schulheim H.____ ein. C. Mit Schreiben vom 20. April 2016 machte die Polizei Basel-Landschaft eine Gefähr- dungsmeldung bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehör de B.____ (KESB). Mit Ent- scheid der KESB vom 13. Dezember 2016 wurde für A.____ und ihre Brüder eine Erzie- hungsbeistandschaft errichtet, und als Beiständin ernannte die KESB I.____, J.____-Stiftung. Gleichzeitig wurde eine sozialpädagogische Familienbegleitung angeordnet. D. Nachdem A.____ erneut mit Suizid gedroht hatte und sich die Schwierigkeiten im Heim, zu Hause und in der Schule zugespitzt hatten (vgl. E-Mail der Beiständin an die KESB vom 20. März 2018), entzog die KESB auf entsprechenden Antrag der Beiständin mit Ent- scheid vom 25. Juni 2018 der Kindsmutter das Aufenthal tsbestimmungsrecht über A.____ und platzierte sie in der offenen Abteilung der Beoba chtungsstation K.____. Mit Präsidialent- scheid der KESB vom 19. Juli 2018 wurde A.____ aufgrund suizidaler Äusserungen vorsorg- lich und befristet bis längstens 19. August 2018 in die geschlossene Abteilung der Durch- gangsstation K.____ eingewiesen. Am 26. Juli 2018 konnte sie in Begleitung der Kindsmutter in die Beobachtungsstation K.____ eintreten (vgl. Entscheid der KESB vom 31. Juli 2018). E. In der Folge kam es zu verschiedenen Vorfällen (Kurve ngänge, Diebstahlversuch und Sachbeschädigung im Büro der Beobachtungsstation K._ ___), weshalb die Beiständin und die Kindsmutter bei der KESB die geschlossene Unter bringung von A.____ in der Durchgangsstation K.____ beantragten bzw. sich damit einve rstanden erklärten. Am 2. August 2018 wurde A.____ unter Mithilfe der Polize i erneut vorsorglich in die geschlosse- ne Abteilung der Durchgangsstation K.____ eingewiesen, längstens bis zum 3. September 2018 (Entscheid der KESB vom 3. August 2018). Am 3. Au gust 2018 wurde sie in die Psy- chiatrie Baselland, Klinik für Psychiatrie und Psychothera pie (KPP), eingeliefert. Am 6. August 2018 kehrte A.____ in die Durchgangsstation K .____ zurück. Aufgrund ihres dis- sozialen Verhaltens nahm das K.____ sie nicht wieder auf. F. Ab diesem Zeitpunkt hielt sich A.____ bei der Grossmut ter auf und besuchte die Schule von dort aus regelmässig. Sie verliess die Unterkun ft bei der Grossmutter am 24. August 2018 und wurde am nächsten Tag von der Kantonspolizei Basel-Stadt in die KPP eingeliefert. Mit Entscheid vom 23. Oktober 2018 platzie rte die KESB A.____ rückwirkend Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht per 4. September 2018 bei einer Gastfamilie. Nach dem Scheitern dieser Platzierung wurde A.____ vorsorglich per 29. Oktober 2018 im Zentrum L.____ in M.____ platziert und der Bei- ständin die Verwaltung des Einkommens und Vermögens vo n A.____ übertragen (vgl. Ent- scheid der KESB vom 7. November 2018). Am 26. November 2 018 wurde A.____ im Rah- men eines Time-Out bei einer anderen Gastfamilie pla tziert, aus welcher sie gleichentags entwichen und ins Zentrum L.____ zurückgekehrt ist. Am 27. November 2018 wurde sie er- neut bei der Familie platziert. G. Auf einen entsprechenden Antrag der Beiständin hin wurde A.____ per sofort in der Institution Jugendheim N.____ in der geschlossenen Wohn gruppe untergebracht (vgl. Entscheid der KESB vom 5. Dezember 2018; Schreibe n der Beiständin vom 4. Dezem- ber 2018). H. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 10. Dezembe r 2018 Beschwerde. Mit Ent- scheid der KESB vom 17. Januar 2019 wurde der vorsorgli che Entscheid vom 5. Dezember 2018 bzw. die darin angeordnete Platzierung der Beschw erdeführerin im Jugendheim N.____ vollumfänglich und bis zum 29. Mai 2019 bestäti gt. Die von der Beschwerdeführerin am 18. Dezember 2018 dagegen erhobene Beschwerde wie s das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil (KGE VV) vom 6. Februar 2019 (810 19 10) ab. Das Verfahren gegen den vorsorgl ichen Entscheid wurde als gegen- standslos abgeschrieben (Verfügung der Präsidentin der Abteilung Verfassungs- und Ver- waltungsrecht des Kantonsgerichts vom 6. Februar 2019 [810 18 326]). I. Am 13. März 2019 informierte die Beiständin die KE SB dahingehend, dass das Ju- gendheim N.____ weiterhin ein geschlossenes Setting ver bunden mit einer Begutachtung der Beschwerdeführerin empfehle. Am 30. April 2019 f and ein Gespräch zur Standortbe- stimmung von A.____ statt (vgl. Protokoll der Standortbestimmung des Jugendheims N.____ vom 30. April 2019). Anlässlich dieser Besprechung stellte die Beiständin den Antrag, dass A.____ im geschlossenen Rahmen psychologisch abzuklären sei. J. Am 2. Mai 2019 verfasste A.____ einen an die KESB ge richteten Brief mit dem Er- suchen um Anordnung einer offenen Platzierung. K. Die Kindsmutter und A.____ wurden am 20. Mai 2019 zur beabsichtigten psychiatri- schen Begutachtung in der geschlossenen Abteilung des Jugendheims N.____ angehört. L. Mit Entscheid vom 20. Mai 2019 verfügte die KESB in Anwendung von Art. 449 ZGB die fürsorgerische Unterbringung von A.____ im Jugendhe im N.____ zur psychiatrischen Begutachtung (mit näher formulierten Fragen), unter Beauftragung von Dr. med. O.____ der Klinik P.____, mit der Begutachtung. Einer allfällig en Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht M. Mit Eingabe vom 28. Mai 2019 erhob A.____, vertre ten durch Tessa von Salis, Ad- vokatin in Basel, gegen den Entscheid der KESB vom 20. Mai 2019 Beschwerde beim Kan- tonsgericht. Sie ersuchte um Bewilligung der unentge ltlichen Rechtspflege und Einsetzung der Unterzeichneten als unentgeltliche Rechtsvertreterin. N. Mit Verfügung vom 29. Mai 2019 wurde der Beschwerd eführerin für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. O. Am 3. Juni 2019 reichte die Beschwerdeführerin, nac hfolgend immer vertreten durch Advokatin Tessa von Salis, ihre Beschwerdebegründung ein mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Es sei der Entscheid der KESB vom 20. Mai 2019 aufzu heben; 2. Es sei der Beiständin der Auftrag zu erteilen, für sie eine geeignete Pfleg efamilie zu finden; 3. Eventualiter sei sie umgehend in einer offenen Jugendinstitution zu platzieren; 4. Unter o/e-Kostenfolge. P. Mit Verfügung vom 4. Juni 2019 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung über- wiesen. Weiter wurde eine vorgängige Kindsanhörung a ngeordnet und die Akten der kan- tonsgerichtlichen Verfahren Nr. 810 19 10 und 810 18 326 wurden zum vorliegenden Be- schwerdeverfahren beigezogen. Q. Mit Vernehmlassung vom 6. Juni 2019 beantragt die KESB die kostenfällige Abwei- sung der Beschwerde. R. Am 14. Juni 2019 fand die Anhörung der Beschwerdef ührerin durch den Vizepräsi- denten des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, im Jugendheim N.____ statt (vgl. Anhörungsprotokoll vom 14. Juni 2019). S. Mit Eingabe vom 17. Juni 2019 reichte die Kindsver treterin ihre Honorarnote ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgeset zbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 kann gegen Entscheide der Kindes- un d Erwachsenenschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Zust ändig für die Beurteilung der vorliegenden Sache ist das Kantonsgericht, Abteilung Ver fassungs- und Verwaltungsrecht (§ 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Zi vilgesetzbuches [EG ZGB] vom 16. November 2006 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des G esetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Nach Art. 314b Abs. 2 ZGB ist das urteilsfähige Kind im Falle der Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung berech- tigt, selber das Gericht anzurufen. Diese Bestimmung en tspricht der gestützt auf die Wah- rung höchstpersönlicher Rechte des urteilsfähigen Kinde s entwickelten Praxis des Bundes- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gerichts zur Prozessfähigkeit Minderjähriger. Die Beschwerdeführerin ist somit zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde berechtigt und die Beschwe rdelegitimation ist zu bejahen (KURT AFFOLTER -FRINGELI /U RS VOGEL , in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Bern 2016, N 157 zu Art. 310 /314b ZGB). Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwe rde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kanton sgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3.1 Die KESB erwog im angefochtenen Entscheid zusamme nfassend, dass trotz der fachlichen und psychologischen Begleitung im Jugendheim N.____ in den vergangenen Mo- naten keine wesentlichen Fortschritte im Verhalten und in der Entwicklung der Beschwerde- führerin hätten erzielt werden können. Das Jugendheim N.____ sei in Zusammenarbeit mit dem Konsiliarpsychiater zum Schluss gelangt, dass eine psychiatrische Begutachtung für die weitere Entwicklung der Beschwerdeführerin unerlässlich se i. Aufgrund dieser Erkenntnisse sowie ihrer Vorgeschichte sei die Durchführung der Begut achtung in einem ambulanten Rahmen nicht gewährleistet. Da der anhaltenden Eigen - und Fremdgefährdung der Be- schwerdeführerin aktuell nur in einem geschlossenen Rahm en begegnet werden könne, er- weise sich die geschlossene Unterbringung zur Begutachtung als unumgänglich. 3.2 Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass sie entgegen der Auffassung der Vorinstanz lernfähig sei un d Fortschritte gemacht habe. So sei sie von den ihr zugestandenen Ausgängen ausserhalb der Institution jedes Mal wie verein- bart ins Jugendheim N.____ zurückgekehrt. Ferner besuch e sie regelmässig das Atelier. Es sei selbsterklärend, dass eine 15-Jährige, welche seit fast einem halben Jahr in "Gefangen- schaft" lebe, bessere und schlechtere Zeiten durchlebe und immer wieder an den sehr stren- gen Regeln in der geschlossenen Abteilung zerbreche und dagegen rebelliere. Dies werde sich jedoch bei noch längerem Einsperren nicht ändern. Vorliegend sei kein Nutzen aufgrund der Unterbringung erkennbar, die geschlossene Abteilung stelle vielmehr eine reine Strafe im Sinne einer Inhaftierung dar, was gegen jegliche Rec hte der Jugendlichen verstosse. Die Wirkung, welche jedoch mit der fürsorgerischen Unterbrin gung habe erzielt werden sollen, sei bei ihr nicht eingetreten und damit stehe fest, da ss die geschlossene Unterbringung im Jugendheim N.____ nicht die geeignete Unterbringungsform für sie darstelle. Folglich sei die bisher angeordnete Massnahme durch eine geeignete Massnah me zu ersetzen. Die Bei- ständin habe bereits im Januar 2019 den Verdacht des V orliegens einer allfälligen psychi- schen Störung bei ihr geäussert. Das Jugendheim N.____ so wie die Beiständin hätten Mitte März 2019 beantragt, dass eine Begutachtung stattfinden solle. Da die KESB – trotz ent- sprechender Hinweise seitens der Beiständin und des Jugend heims – während der letzten Monate nicht gehandelt habe, sei eine Begutachtung ni cht angezeigt. Im streitgegenständli- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Entscheid werde mit keinem Wort begründet, weshalb nun Ende Mai 2019 entschieden worden sei, dass sie weitere Monate in einer geschlossen en Institution verbringen solle, um eine ambulante Begutachtung über sich ergehen zu lassen, wenn die Notwendigkeit trotz der damaligen Anträge in den letzten drei Monaten nicht g egeben gewesen sei. Wäre eine sol- che Begutachtung notwendig gewesen, hätte diese berei ts früher angeordnet werden müs- sen. Eine geschlossene Unterbringung dürfe nur für eine gewisse Dauer angeordnet werden, da der Eingriff in die Grundrechte der betroffenen P erson massiv sei. Ebenso müsse die Massnahme aufgehoben werden, wenn sich herausstelle, dass si e nicht als geeignet erach- tet werden könne und die damit bezweckten Ziele nicht hätten erreicht werden können. Zu- sammenfassend erweise sich die Platzierung in der geschl ossenen Abteilung für weitere unbestimmte Monate als nicht dem Kindswohl entsprechend und dürfe deshalb nicht ange- ordnet werden. 3.3 In ihrer Vernehmlassung führt die KESB aus, dass sich eine geschlossene Unter- bringung aufgrund der erheblichen Gefährdung der Besc hwerdeführerin, insbesondere auf- grund ihrer Eigengefährdung, als verhältnismässig erwei se. Es werde nicht bestritten, dass die Beschwerdeführerin sich im Rahmen ihrer Möglichkeit en bemüht habe, sich zu ent- wickeln und Fortschritte zu erzielen. Es habe sich jedoch im Verlauf der Unterbringung zu- nehmend abgezeichnet, dass es ihr trotz des professionell en Settings aus noch nicht be- kannten gesundheitlichen Gründen nicht möglich sei, Fortschritte zu erzielen. Mit der psychi- atrischen Begutachtung der Beschwerdeführerin könne ein e langfristig zielführende und massgeschneiderte Massnahme gefunden werden. Die Möglichkeit einer ambulanten Durch- führung der als notwendig erachteten Begutachtung hab e aufgrund der nach wie vor beste- henden erheblichen Gefährdungslage verneint werden müssen. Dem Grundsatz der Verhält- nismässigkeit Rechnung tragend sei die Gutachterin auf gefordert worden, sich nach Ab- schluss der Erhebungen, d.h. vor Verfassen des schriftlichen G utachtens, zur geeigneten Unterbringungsform zu äussern. 4.1 Muss eine minderjährige Person in einer geschlossenen Einrichtung oder in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden, so sind die B estimmungen des Erwachsenen- schutzes über die fürsorgerische Unterbringung sinngemäss anwendbar (Art. 314b Abs. 1 ZGB). Art. 314b Abs. 1 ZGB enthält einen integralen Verweis auf Art. 426 - 439 ZGB und Art. 449 ZGB (vgl. PETER BREITSCHMID , in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Auflage, Basel 2018, N 4 zu Art. 31 4b ZGB). Nach Art. 449 Abs. 1 ZGB weist die Erwachsenenschutzbehörde die betroffene Person zur Begutachtung in eine ge- eignete Einrichtung ein, sofern eine psychiatrische Begut achtung unerlässlich ist und diese nicht ambulant durchgeführt werden kann. In Bezug auf M inderjährige gilt Art. 314b ZGB, wonach die Bestimmungen des Erwachsenenschutzes über die fürsorgerische Unterbrin- gung sinngemäss anwendbar sind, d.h. das Verfahren richtet sich nach den Art. 426 ff. ZGB, wobei bezüglich der Einweisungsgründe der Besonderheit des Kindesschutzes Rechnung zu tragen ist (vgl. DANIEL STECK , in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Privatrecht, Personen- und Familienrecht, Partnerschaft sgesetz, 3. Auflage, Zürich/Basel/ Genf 2016, N 6 zu Art. 449 ZGB; BREITSCHMID , a.a.O., N 4 zu Art. 314b ZGB). Eine Einwei- sung in eine geeignete Einrichtung kann sich deshalb nic ht nur rechtfertigen, wenn die be- troffene Person an einer psychischen Störung oder an gei stiger Behinderung leidet oder schwer verwahrlost ist, sondern auch, wenn eine überwacht e Erziehung notwendig ist und diese bzw. die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzb uches [Erwachsenenschutz, Personen- und Kindesrecht], Bundesblatt [BBl] 2006 S. 7 102; LINUS CANTIENI /S TEFAN BLUM , in: Fountoulakis/Affolter-Fringeli/Biderbost/Steck [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2016, Fachhand- buch Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Rz. 15.100). Inso fern richten sich die materiel- len Voraussetzungen nach Art. 310 Abs. 1 ZGB, auch we nn der Entscheid nicht den Entzug der elterlichen Obhut betrifft, weil diese bereits entzogen worden ist, sondern ausschliesslich die Unterbringung (Urteile des Bundesgerichts 5A_1003/2017 vom 20. Juni 2018 E. 2 und 5A_188/2013 vom 17. Mai 2013 E. 3; D ANIEL ROSCH /A NDREA HAURI , in: Rosch/Fountoulakis/ Heck [Hrsg.], Handbuch für Kindes- und Erwachsenenschutz, 2. Auflage, Bern 2016, Rz. 1093). 4.2 Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die KESB das Kind de n Eltern oder Dritten, wenn es sich bei diesen befindet, wegzunehmen und in angemessene r Weise unterzubringen, wenn der Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann. Die Gefährdung muss darin liegen, dass das Kind in der elterlichen Obhut nicht so geschützt und gefördert wird, wie es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltun g nötig wäre. Unerheblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen. Desgleichen spielt keine Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gefä hrdung trifft. Massgebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt der Entziehung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_188/2013 vom 17. Mai 2013 E. 3). Alle Kindesschutzmassnahmen müssen ge eignet, erforderlich und ver- hältnismässig im engeren Sinn sein (U LRICH HÄFELIN /GEORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allge- meines Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zürich 2016, Rz. 517 ff.). Die gewählte Platzierung der Massnahme muss erforderlich sein und es ist immer die milde ste Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen (Proportionalität und Subsidiarit ät); diese soll elterliche Bemühun- gen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität ). Die Entziehung der elterlichen Obhut ist daher nur zulässig, wenn andere Massnahmen oh ne Erfolg geblieben sind oder von vornherein als ungenügend erscheinen (Urteile des Bundesgerichts 5A_401/2015 vom 7. September 2015 E. 5.2; 5A_188/2013 vom 17. Mai 2 013 E. 3 und 5A_701/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2.1). 4.3 Bei der Anordnung von Kindesschutzmassnahmen gilt d as Wohl des Kindes als oberste Maxime. Diese Maxime weist Behörden, die für da s Kind Entscheidungen treffen müssen, an, in der jeweiligen Situation das zu tun, was die gedeihliche Entwicklung des Kin- des am ehesten zu fordern verspricht (vgl. C YRIL HEGNAUER , Grundriss des Kindesrechts, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Auflage, Bern 1999, Rz. 26.04a). Verändern sich die Verhältnisse, so sind die Massnah- men zum Schutze des Kindes der neuen Lage anzupassen (A rt. 313 Abs. 1 ZGB). Erweist sich eine Massnahme in der bisherigen Form als nicht mehr nötig, ist sie aufzuheben oder durch eine mildere zu ersetzen (H EGNAUER , a.a.O., Rz. 27.50). Jede Anordnung oder Ände- rung von Kindesschutzmassnahmen setzt eine Prognose über di e künftige Entwicklung der massgebenden Umstände voraus. Diese wird durch das bisherig e Verhalten der betroffenen Person wesentlich mitbestimmt. Die Veränderung der V erhältnisse kann überdies nur unter Einbezug der seinerzeitigen Umstände beurteilt werden (BGE 120 II 384 E. 4). 5. Mit KGE VV vom 6. Februar 2019 (810 19 10) wurde die mit Entscheid der KESB vom 17. Januar 2019 angeordnete Platzierung der Beschwe rdeführerin im Jugendheim N.____ bis zum 29. Mai 2019 bestätigt. Zusammenfassend w ar die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit gegenüber ihrer Familie, insbesonde re ihrem älteren Bruder, gewalttätig geworden, hatte die Schule nur unregelmässig und teilw eise gar nicht mehr besucht, son- dern war auf Kurve gegangen, darüber hinaus hatte sie mehrfach mit Suizid gedroht und Alkohol sowie Betäubungsmittel konsumiert. Die seither ergangenen Verfahrensakten deuten auf eine nach wie vor bestehende massive Schutzbedürftigkeit der Beschwerdeführerin und damit auf eine erhebliche Kindeswohlgefährdung hin. 6.1 Dem Protokoll der Standortbestimmung des Jugendhei ms N.____ vom 30. April 2019 kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführeri n mit ihrer Familie in einem losen Kontakt stehe. Während ihres Aufenthalts sei es zu zwei Anzeigen innerhalb der Fami- lie gekommen. Es handle sich um eine komplexe Familiensituation mit einer Sucht- und Dro- genproblematik. Gemäss ihrer eigenen Ausführung habe die Beschwerdeführerin bereits im Kleinkindalter und im Beisein der Kindsmutter Cannabi s konsumiert. Ihr Vater habe sie zweimal im Jugendheim N.____ besucht und scheine dabei unter starkem Alkoholeinfluss gestanden zu haben. Als Vertrauensperson habe sie desh alb ihre Tante gewählt. Zusam- menfassend könne die Beschwerdeführerin auf Beziehungsang ebote nur kurzfristig einge- hen. Im Gruppenalltag zeige sie sich gereizt und ungeduldig. Sie weise eine geringe Frustra- tionstoleranz auf, wenn ihre Wünsche und Bedürfnisse ni cht erfüllt würden. Sie sei zwar im Verlauf der Platzierung ruhiger geworden, doch zeige sie in Bezug auf die Zukunft aus- serhalb der Wohngruppe kaum Veränderungsmotivation. Die Beschwerdeführerin habe bis- her an 13 Therapien teilgenommen, 6 davon hätten gem einsam mit dem Konsiliarpsychiater stattgefunden. Der Fokus der Therapie habe auf der Emo tionsregulation und der konkreten Auseinandersetzung mit adäquaten Strategien im Umgang mit Gefühlen gelegen, um so selbstverletzendes Verhalten zu minimieren. Da insgesamt bei der Beschwerdeführerin nur geringe Entwicklungsschritte stattgefunden hätten und e ine bisher unbekannte gesundheits- bedingte Ursache nicht ausgeschlossen werden könne, emp fehle das Jugendheim N.____ die Unterbringung der Beschwerdeführerin zur Begutachtung. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Anlässlich der Kindsanhörung vom 14. Juni 2019 füh rt die Beschwerdeführerin aus, dass sie eine Gesprächstherapie grundsätzlich befürworte. Sie sei bereit, an einer Begutach- tung mitzuwirken, vorzugsweise aber im Rahmen einer off enen Platzierung. Sie verspüre keinen Kurvendrang mehr und zeige eine grössere Gesprä chsbereitschaft. Aufgrund dieser Fortschritte fühle sie sich in der Lage, in die halbgesch lossene Wohngruppe zu wechseln und die Begutachtung dort in Angriff zu nehmen (vgl. Anhörungsprotokoll vom 14. Juni 2019 S. 3). 6.3 Gemäss der Beurteilung des Jugendheims N.____ sind vorliegend keine bzw. nur sehr wenige Anhaltspunkte erkennbar, welche auf Fortschr itte im Verhalten und in der Ent- wicklung der Beschwerdeführerin schliessen lassen. Aufgru nd der beschriebenen persönli- chen Umstände der Beschwerdeführerin ist gestützt auf die Erkenntnisse des Jugendheims und des Konsiliarpsychiaters davon auszugehen, dass in früher Kindheit bei ihr keine Menta- lisierung stattgefunden hat. Die Beschwerdeführerin ist folglich nicht in der Lage, ihr eigenes Verhalten oder das Verhalten anderer Menschen reflektierend aufzuarbeiten (vgl. E-Mail von Q.____ an die KESB und Beiständin vom 18. März 2019). Aufgrund der geringen Entwick- lungsfortschritte in letzten Monaten sei unklar, ob da s stark auffällige Verhalten der Be- schwerdeführerin Folge einer psychischen Störung ist. Es be steht mit anderen Worten die ernsthafte Vermutung, dass sie psychisch erkrankt ist. Es geht bei der angeordneten Mass- nahme somit vornehmlich um die Feststellung von medizinischen Sachverhaltselementen, so um die Abklärung, ob das problematische Verhalten der Beschwerdeführerin auf einer psy- chischen Störung basiert oder ob und wie weit ihre kogni tiven bzw. willensbildenden Fähig- keiten krankheitsbedingt eingeschränkt sind und mit welchem Verlauf zu rechnen ist bzw. welche entsprechenden Kindsschutzmassnahmen anzuordnen si nd. Trotz der engmaschi- gen und professionellen Betreuung konnten bei der Besch werdeführerin nur geringe Ent- wicklungsschritte erzielt werden. Bei der bisherigen Unte rbringung im Jugendheim N.____ stand nicht Therapie im Vordergrund, sondern der Beschw erdeführerin sollte in familienähn- lichem Rahmen insbesondere Konstanz in Erziehung und St ruktur im Alltagsleben verschafft werden. Im Verlauf der Unterbringung hat sich gezeigt , dass den Verhaltensauffälligkeiten der Beschwerdeführerin damit in gewissen Bereichen zwar adäquat begegnet, insgesamt jedoch keine relevante Verhaltensänderung bewirkt wer den konnte. Vor diesem Hintergrund sind somit keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche den Schluss nahe legen würden, dass aktuell keine Kindswohlgefährdung mehr vorliegen würde . Im Gegenteil: Die Suizidäusse- rungen der Beschwerdeführerin sind gemäss fachärztlicher Einschätzung ernst zu nehmen und mehrfach in den Akten dokumentiert (zuletzt im Ge sprächsprotokoll der KESB vom 20. Mai 2019). Es muss somit davon ausgegangen werden, dass das Wohl der Beschwerde- führerin in ihrer körperlichen, geistigen und sittlichen Entwicklung weiterhin massiv gefährdet ist und sie vor dieser Gefährdung nur mit einer Weiterf ührung der geschlossenen Unterbrin- gung geschützt werden kann. Nach dem Gesagten ist die No twendigkeit einer psychiatri- schen Begutachtung zu bejahen, damit insbesondere die gesundheitliche Situation der Be- schwerdeführerin abgeklärt und eine zielführende Kindessc hutzmassnahme angeordnet Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden kann. Daran ändert das Vorbringen der Beschwer deführerin, dass eine Begutach- tung nicht notwendig sei, weil die KESB trotz entspre chender Hinweise in den letzten Mona- ten nicht gehandelt und eine entsprechende Anordnung erst im Mai 2019 vorgenommen ha- be, nichts. In diesem Zusammenhang kann den Verfahrensa kten entnommen werden, dass die KESB im Zeitraum zwischen dem Antrag der Beiständi n auf Begutachtung und ihrem Entscheid die finanziellen Abklärungen für das Gutachten vorgenommen, die Parteien zur beabsichtigten stationären Begutachtung angehört und das Gespräch im Jugendheim N.____ zur Standortbestimmung betreffend die Beschwerd eführerin stattgefunden hat. Vor diesem Hintergrund erweist sich der Vorwurf der Beschwe rdeführerin als unbegründet. Die Beschwerdeführerin führt in ihrem Brief vom 2. Mai 2 019 an die KESB aus, dass sie sich räumlich von ihrer ursprünglichen Umgebung trennen möch te, damit sie nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfalle, was sie an der Kindsanhöru ng wiederholte. Damit zeigt sie zwar eine gewisse Bereitschaft, ihr künftiges Verhalten zu ändern, und anlässlich der Anhö- rung durch die Delegation des Gerichts spricht sie sich im Grundsatz sogar für eine Begut- achtung aus. In ihrer Argumentation blendet die Besch werdeführerin jedoch aus, dass sie solche Beteuerungen auch in der Vergangenheit mehrfac h geäussert hatte, ohne sich daran zu halten (vgl. KGE VV vom 6. Februar 2019 [810 19 10] E. 4.4). Die Fachpersonen halten in diesem Zusammenhang aktuell daran fest, dass bei der B eschwerdeführerin von einer "höchstens momentanen Einsicht" auszugehen ist (vgl. E-Mail von Q.____ an die KESB und Beiständin vom 18. März 2019). Zu beachten ist dabei, d ass sich der involvierte Psychiater für eine geschlossene Unterbringung zur Begutachtung der Beschwerdeführerin ausspricht. Zudem hat sich in der Vergangenheit mehrmals gezeigt , dass die bisher angeordneten am- bulanten Massnahmen und die Unterbringungen im offene n Rahmen keinen nachhaltigen Erfolg herbeizuführen vermochten. Die Vorinstanz erricht ete zahlreiche Kindesschutzmass- nahmen zur Unterstützung des Familienwohls und zur Wahr ung des Kindeswohls, welche letztlich alle scheiterten. Gestützt auf die vorinstanzliche n Feststellungen, die Vorgeschichte und die Rückmeldungen des Jugendheims N.____ ist auf ei ne erhebliche Gefährdung des Kindswohls zu schliessen und es ist wenig glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin ihr Ver- halten in einem offenen Rahmen derart verändern wird, dass sie ihr Leben mit der erforderli- chen Reife und Einsicht anginge und insbesondere der ang eordneten Begutachtung nach- kommen würde. Dieser Schlussfolgerung hat die Beschwerde führerin nichts Substanzielles entgegengesetzt. Vielmehr ist sie selber der Auffassung, dass es unter den gegebenen Um- ständen grundsätzlich einer Begutachtung bedarf. Mit diesem Gutachten soll geklärt werden, ob und wenn ja, welche konkrete Selbst- oder Fremdgefä hrdung im Fall einer unterlassenen Behandlung infolge des festzustellenden Gesundheitszustand s besteht. Dem Erfordernis, dass die Begutachtung auf die absolut notwendige Zeit zu beschränken ist, hat die Vorinstanz insofern Rechnung getragen, als sie die Guta chterin im streitgegenständlichen Entscheid dazu angehalten hat, sich umgehend nach Abschlu ss der Abklärungen zur An- schlusslösung bezüglich der Unterbringung der Beschwerdeführerin zu äussern und nicht bis zum Abschluss des schriftlichen Berichts zuzuwarten. Vor de m geschilderten Hintergrund erweist sich die stationäre Begutachtung der Beschwerdeführerin demzufolge als unumgäng- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich und verhältnismässig. Die Geeignetheit der Institut ion bestreitet die Beschwerdeführerin nicht. 6.4 Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, das s die geschlossene Unter- bringung zur Begutachtung im Jugendheim N.____ geei gnet, erforderlich und für die Be- schwerdeführerin zumutbar ist, um die medizinischen Sachv erhaltselemente abzuklären. Insbesondere liesse sich dabei feststellen, ob das auffälli ge und gefährdende Verhalten der Beschwerdeführerin auf eine psychische Störung zurückzufü hren ist und welche Kindes- schutzmassnahmen anzuordnen sind, um sie vor der bestehend en Gefährdungslage zu schützen. Der vorinstanzliche Entscheid ist nicht zu beanstan den und die Beschwerde dem- zufolge abzuweisen. 7.1 Es bleibt über die kantonsgerichtlichen Kosten zu bef inden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflic htig. Die Verfahrenskosten umfas- sen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegen- den Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens sind die kantonsgerichtlichen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- der Beschwerdeführerin aufzuerl egen und gehen aufgrund der Unter- stützungspflicht der beigeladenen Kindsmutter zu deren Lasten. Zufolge Bewilligung der un- entgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse (vgl. KGE VV vom 6. Februar 2019 [810 19 10] E. 6; Verfügung vom 29. Mai 2019). 7.2 Die Parteikosten sind gestützt auf § 21 Abs. 1 und 2 VPO wettzuschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung ist der Rechtsvertreterin ein Honorar aus der Gerichtskasse auszurichten. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tariford nung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 beträgt das Honora r bei unentgeltlicher Verbeistän- dung Fr. 200.-- pro Stunde. Die in der Honorarnote vom 17. Juni 2019 geltend gemachten Aufwendungen von 8 Stunden à Fr. 200.-- und Auslagen in der Höhe von Fr. 9.-- erscheinen im vorliegenden Fall als angemessen. Der Rechtsvertreteri n der Beschwerdeführerin ist demnach ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'732.90 (inkl . Auslagen und 7.7 % MWST) aus der Gerichtskasse zu bezahlen. 7.3 Die Beigeladene wird ausdrücklich darauf hingewiese n, dass sie zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der une ntgeltlichen Prozessführung der Ge- richtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie da zu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerich tsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und gehen aufgrund der Unt erstützungs- pflicht der beigeladenen Kindsmutter zu deren Lasten. Zufolge Bewilli- gung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Ver fahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'732.90 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) aus der G erichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiberin