<h2>SubmittedText<h2><p>Die Handelsmittelschulen (HMS) erfahren auf 2009/10 eine grundlegende Änderung. Das Qualifikationsprofil von HMS-Absolventinnen und -Absolventen soll identisch mit dem der dualen Ausbildung Kauffrau/Kaufmann werden. Das Handelsdiplom wird abgelöst durch ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ Kaufmann/Kauffrau). Später sollen die Bestimmungen der HMS in die Bildungsverordnung Kauffrau/Kaufmann überführt werden.</p><p>Die Handelsmittelschulen kennen zukünftig verschiedene Ausbildungsmodelle: Modell 3+1 mit integrierter Berufsmaturität (Langzeitpraktikum im vierten Bildungsjahr); integriertes Modell mit und ohne Berufsmaturität (integrierte Praxisteile in der Schule).</p><p>1. Wie gedenkt der Bundesrat sicherzustellen, dass bei den integrierten Modellen ein genügend grosser Praxisbezug bzw. genügende praktische Erfahrung gewährleistet werden?</p><p>2. Wie denkt er bezüglich der Herausforderung für die Arbeitgeber, die aufgrund der gleichen Abschlüsse (EFZ Kauffrau/Kaufmann), bei unterschiedlichen Modellen nur mehr schwer unterscheiden können, wer von den Stellensuchenden eine "echte" Praxiserfahrung mitbringt und wer "nur" im Rahmen von integrierten Praxismodulen in der Schule eine Praxiserfahrung erworben hat?</p><p>3. Wie weit fortgeschritten sind die Vorbereitungsarbeiten zur Integration der HMS in die neue Bildungsverordnung Kaufmann/Kauffrau?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im kaufmännischen Bereich haben neben dem betrieblich orientierten Bildungsweg auch schulische Voll- und Teilzeitlösungen eine lange Tradition (private Handelsschulen, Handelsmittelschulen, HMS). In der Wirtschaft sind die Absolventinnen und Absolventen aller Bildungswege gefragt. Die für die berufliche Grundbildung verantwortliche Organisation der Arbeitswelt hat beim Projekt "Zukunft HMS" aktiv mitgearbeitet, das gemäss neuem Berufsbildungsgesetz für die Handelsmittelschulen anstelle des bisherigen Diploms ein berufliches Fähigkeitszeugnis und damit einen verstärkten Praxisbezug zum Ziel hat.</p><p>Die aktuellen Vorschriften zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis Kauffrau/Kaufmann enthalten folgendes Bildungsziel: "Die Absolventinnen und Absolventen der kaufmännischen Grundbildung erwerben grundlegendes Können und Wissen, mit dem sie grundsätzlich im gesamten Berufsfeld produktiv tätig sein können. Das erworbene Können und Wissen ist auf lebenslanges Lernen sowie auf Flexibilität in der Wahrnehmung und Mitgestaltung von Arbeitstätigkeiten im kaufmännischen Berufsfeld angelegt."</p><p>1. In jedem Bildungsweg, ob betrieblich oder schulisch, ist sicherzustellen, dass die gleichen Kompetenzen entwickelt und überprüft werden. Die Erfahrungen mit mehr als zwanzig Pilotschulen haben gezeigt, dass der Praxisbezug gewährleistet ist. Die in den Ausbildungsgrundlagen festgelegten praktischen kaufmännischen Kompetenzen können auch in Kontexten wie Übungsfirmen usw. aufgebaut werden.</p><p>Auf der Grundlage der bestehenden Ausbildungsvorschriften Kauffrau/Kaufmann und der Erkenntnisse aus den Pilotprojekten wurde ein Standardlehrplan für Handelsmittelschulen erarbeitet, der sich gegenwärtig in der Vernehmlassung befindet.</p><p>2. Wie bisher wird es für Arbeitgeber aus den Lebensläufen ersichtlich sein, welcher Bildungsweg zum Fähigkeitszeugnis geführt hat. Die Rubrik "Lehrbetrieb" auf den Fähigkeitsausweisen gibt darüber hinaus Auskunft zur Art der praktischen Ausbildung.</p><p>3. Die neue kaufmännische Bildungsverordnung löst das noch auf altem Recht beruhende Bildungsreglement ab. Es ist geplant, die Bildungsverordnung auf den 1. Januar 2011 in Kraft zu setzen.</p><p>In der Bildungsverordnung wird festgelegt, welche Bildungswege zu einem Fähigkeitszeugnis führen. Der Weg via HMS ist unbestritten. Das Projekt HMS+ betrifft lediglich die Ausgestaltung dieses speziellen Bildungsweges. Diese Ausgestaltung wird in den Ausführungsbestimmungen geregelt. Mit der Erarbeitung der Bildungsverordnung gibt es keine Überschneidungen.</p>  Antwort des Bundesrates.