<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2019-05-07-2C_413-2019.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_413/2019</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 7. Mai 2019</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Seiler, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Feller. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para">vertreten durch Claudio Wellington, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Migrationsamt des Kantons St. Gallen, </div> <div class="para">Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Gesuch um Erteilung einer humanitären Aufenthaltsbewilligung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen, Abteilung II, vom 6. April 2019 (B 2018/218). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die 1960 geborene türkische Staatsangehörige A.A.________ reiste am 23. Juni 1990 zu ihrem Ehemann B.A.________, einem Landsmann, in die Schweiz ein und wurde in dessen Asylgesuch mit aufgenommen. Das Bundesamt für Flüchtlinge (heute Staatssekretariat für Migration SEM) wies das Asylgesuch mit Verfügung vom 25. Februar 1992 ab, anerkannte aber die Flüchtlingseigenschaft der Ehegatten und nahm sie vorläufig auf. In den Status der Flüchtlingseigenschaft wurden in der Folge auch die gemeinsamen Kinder aufgenommen. Diese sind heute volljährig und verfügen mehrheitlich über eine Aufenthaltsbewilligung. </div> <div class="para">Seit 2003 ersuchten A.A.________ und ihr Ehemann mehrmals vergeblich um Erteilung einer humanitären Aufenthaltsbewilligung. Ein letztes derartiges Gesuch stellte A.A.________ am 2. August 2017. Das Migrationsamt des Kantons St. Gallen wies es am 26. Februar 2018 ab und lehnte es ab, den Fall dem Staatssekretariat zu unterbreiten. Der gegen diese Verfügung erhobene Rekurs an das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen blieb erfolglos, und die gegen dessen Entscheid vom 18. September 2018 erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 6. April 2019 ab. </div> <div class="para">A.A.________ hat am 6. Mai 2019 beim Bundesgericht gegen diesen verwaltungsgerichtlichen Entscheid Beschwerde eingereicht (Datum der Rechtsschrift 3. Mai 2019). Sie ersucht darum, das Gesuch um Erteilung einer humanitären Aufenthaltsbewilligung einer erneuten vertieften Prüfung zu unterziehen und die bisher offene Rechtsfrage einer dauerhaften Verlängerung einer als Provisorium konzipierten vorläufigen Aufnahme einer abschliessenden rechtlichen Klärung zuzuführen. </div> <div class="para">Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist gemäss <span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG</span> unzulässig gegen Entscheide auf dem Gebiet des Ausländerrechts betreffend Bewilligungen, auf die weder das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch einräumt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Die Beschwerdeführerin ist anerkannter Flüchtling; anders als Personen, denen Asyl gewährt wurde (<span class="artref">Art. 60 Abs. 1 AsylG</span>), verleiht dieser Status keinen Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung. Ersucht wird um eine humanitäre Aufenthalts-, d.h. eine Härtefallbewilligung gemäss <span class="artref">Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG</span>. Aus dieser Norm lässt sich kein Bewilligungsanspruch ableiten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=02.05.2019&amp;to_date=21.05.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-345%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page345">BGE 137 II 345</a> E. 3.2.1 S. 348 e contrario, wobei in Bezug auf eine derartige Bewilligung zusätzlich der Ausschlussgrund von <span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 5 BGG</span> zum Tragen kommt). Als Anspruchsgrundlage käme höchstens (der allerdings nicht angerufene, s. aber <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>) <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> in Betracht, welcher jeder Person das Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Wohnung und ihrer Korrespondenz einräumt. Würde die Verweigerung einer ausländerrechtlichen Bewilligung und die daraus folgende Entfernungs- bzw. Fernhaltemassnahme eine Person an der Ausübung dieser Grundrechte hindern, kann sich für die Behörde eine Pflicht zur und für den betroffenen Ausländer ein Recht auf Erteilung der Bewilligung ergeben (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=02.05.2019&amp;to_date=21.05.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-I-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 144 I 1</a> E. 6.1 S. 12 f., 266 E. 3.3 und 3.4 S. 272 f.; je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin hat den Status der vorläufig Aufgenommenen. Dieser (s. zu dessen Ausgestaltung <span class="artref"><artref id="CH/142.20/85^a" type="start"></artref><artref id="CH/142.20/85" type="start"></artref>Art. 85, 85a und 86 AIG</span><artref id="CH/142.20/85^a" type="end"></artref><artref id="CH/142.20/86" type="end"></artref>) bleibt durch den angefochtenen Entscheid unberührt, eine Beendigung (<span class="artref">Art. 84 AIG</span>) und damit eine Entfernungs- bzw. Fernhaltemassnahme sind nicht absehbar. Die Beschwerdeführerin kann namentlich ihren Wohnort im Kanton St. Gallen beibehalten und ist dort zur Erwerbstätigkeit berechtigt. Inwiefern sie durch die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung an der Wahrnehmung ihres Rechts auf Familien- oder Privatleben gehindert würde, ist nicht ersichtlich. Damit aber kann sie aus <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> keinen Rechtsanspruch auf eine derartige Bewilligung und damit einen entsprechenden blossen Statuswechsel ableiten bzw. lässt sich ein solcher Anspruch nicht in vertretbarer Weise geltend machen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=02.05.2019&amp;to_date=21.05.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-330%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page330">BGE 139 I 330</a> E. 1.1 S. 332). Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen die Bewilligungsverweigerung ist vorliegend nach <span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG</span> offensichtlich unzulässig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Da die Beschwerdeführerin keinen Rechtsanspruch auf Aufenthaltsbewilligung hat, ist sie durch deren Verweigerung nicht in rechtlich geschützten Interessen betroffen (<span class="artref">Art. 115 lit. b BGG</span>; dazu <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=02.05.2019&amp;to_date=21.05.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-185%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page185">BGE 133 I 185</a>), weshalb sie zur subsidiären Verfassungsbeschwerde in der Sache selbst nicht berechtigt ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.4.</b> Auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde ist mit Entscheid des Abteilungspräsidenten als Einzelrichter im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 BGG</span> nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.5.</b> Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung kann damit schon wegen Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels nicht entsprochen werden (<span class="artref">Art. 64 BGG</span>). </div> <div class="para">Damit sind die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin als unterliegende Partei aufzuerlegen (Art. 65 und 66 Abs. 1 erster Satz BGG). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen, Abteilung II, und dem Staatssekretariat für Migration schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 7. Mai 2019 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Seiler </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Feller </div> </div></body></html>