#ST# Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Nationalrat - Conseil national 1986 Frühjahrssession -12. Tagung der 42. Amtsdauer Session de printemps - 12" session de la 42e législature #ST# Erste Sitzung - Première séance Montag, 3. März 1986, Nachmittag Lundi 3 mars 1986, après-midi 14.30 h Vorsitz - Présidence: Herr Bundi Präsident: Ich begrüsse Sie zur Frühjahrssession 1986 der eidgenössischen Räte und erkläre Sitzung und Session als eröffnet. Nachrufe - Eloges funèbres Präsident: Am 17. Januar verstarb in Basel im hohen Alter von 90 Jahren alt Nationalratspräsident und alt Ständerat Dr. Eugen Dietschi. Der gebürtige Oltner Eugen Dietschi hat die Leidenschaft und den Einsatz für die Politik bereits in seinem Elternhaus mitbekommen. Nach dem Studium der Nationalökonomie, das er mit dem Doktorat abschloss, war er während vieler Jahre als Journalist bei der Basler «Nationalzeitung» tätig. Seiner Zeitung und der Presse blieb er sein ganzes Leben lang treu, und er setzte sich für sie vor allem auch als Präsident des Schweizerischen Pressevereins ein. Neben seiner journalistischen Tätigkeit engagierte sich der Verstor- bene in den Bereichen Politik und Fliegerei. Seine politische Karriere begann der vom Solothurner und Basler Freisinn gleichermassen geprägte liberale und offene Politiker 1929 mit einem Mandat im Grossen Rat des Kan- tons Basel-Stadt. Diesen Rat präsidierte er im Amtsjahr 1940/41. Im gleichen Jahr nahm er auch Einsitz in den Nationalrat, wo er durch seine kompetente und auf Aus- gleich bedachte Politik grosses Ansehen erwarb. Es ist denn nicht erstaunlich, dass Dietschi, mit reichen Fähigkeiten und mit einem liebenswürdigen Charme ausgestattet, 1954 zum Zentralpräsidenten der Freisinnig-demokratischen Partei der Schweiz und 1958 zum Nationalratspräsidenten gewählt wurde. Im Jahre 1960 wechselte er in den Ständerat über, dem er bis 1967 angehörte. Auch nach seiner aktiven politischen Tätigkeit hat sich Eugen Dietschi in zahlreichen Artikeln und Publikationen mit der Politik befasst. In seinem grossen Werk «Sechzig Jahre eidgenössische Politik» zeichnete er die Geschichte des schweizerischen Freisinns von 1919 bis 1979. Grosse Popularität hat Eugen Dietschi nicht nur durch sein journalistisches und politisches Wirken erworben, sondern auch mit seinem grossen Einsatz für die Ballonluftfahrt und die Fliegerei. Er schrieb das bekannte Buch «Vom Ballon zum Jet» und waltete als Präsident und Initiator verschiede- ner Fachorganisationen. Höhepunkte waren für den Ballon- fahrer Dietschi die Teilnahme an zwei Gordon-Bennett-Ren- nen. Trotz seines unablässigen Engagements für die res publica hat Eugen Dietschi immer Zeit und Müsse gefunden für kulturelle Belange und für den Umgang mit den Mitmen- schen, denen er stets ein interessanter und beliebter Gesprächspartner war. Die Kraft zu diesem vielfältigen Leben fand der Verstorbene in einer harmonischen Familie und in einer ausserordent- lichen Gesundheit. Mit Eugen Dietschi hat nicht nur Basel, sondern die ganze Schweiz eine Persönlichkeit verloren, die in zahlreichen Gebieten Geschichte gemacht hat und nun wohl auch Geschichte geworden ist. Im Namen unseres Rates spreche ich der Gattin des Verstor- benen, seiner Familie und der freisinnigen Fraktion unser tiefes Beileid aus. Gestatten Sie, dass ich in diesem Zusammenhang auch einen Blick über unsere Grenze hinwegtue und - entgegen der Usanz, aber angesichts der tragischen Dimension des Augenblicks-eines bedeutenden Europäers gedenke, näm- lich des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme, der vor drei Tagen meuchlings ermordet worden ist. Palme, weltweit bekannt wegen seines Einsatzes für einen Aus- gleich zwischen den reichen Ländern des Nordens und den armen Staaten der Dritten Welt, für die Achtung der Flücht- linge und Menschenrechte, für Abrüstung und Frieden in der Welt, wurde das Opfer eines ruchlosen Verbrechens. Einmal mehr stehen wir an dem Punkt, da die blinde Gewalt gegen einen Friedfertigen zuschlägt. Zum Tode Palmes, den die mit uns eng befreundete neutrale schwedische Nation dieser Tage landesweit betrauert, bekunden wir unser tiefes Beileid. Im Namen des Schweizer Parlamentes entbieten wir der schwedischen Regierung und dem schwedischen Volk unsere aufrichtige Anteilnahme. Der Rat erhebt sich zu Ehren der Verstorbenen von den Sitzen L'assistance se lève pour honorer la mémoire des défunts Präsident: Eine Mitteilung zu unserem Sessionsprogramm: Wir haben eine schwerbefrachtete Session vor uns. Es figu- rieren einige wichtige Vorlagen auf der Traktandenliste. Die Fraktionspräsidentenkonferenz beantragt zu sechs Geschäften die organisierte Debatte. Eine Organisation ist für diese Vorlagen um so mehr gerechtfertigt, als der wich- tige Teil der Diskussionen in den Detailberatungen zu erwar- ten ist. Nun möchte ich aber auch hoffen, dass nicht zu breit angelegte und epische Diskussionen unsere Detailberatun- gen unnötig verlängern. Im übrigen mögen die Kommis- sions- und Fraktionssprecher bestrebt sein, sich auf die Wiedergabe der Diskussion in der Kommission bzw. der Standpunkte der Fraktion zu beschränken.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Titelblatt Frontispice Frontispizio In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1986 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 00 Séance Seduta Geschäftsnummer --- Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 03.03.1986 Date Data Seite 1-1 Page Pagina Ref. No 20 014 137 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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