Abteilung II B-7631/2007 {T 0/2} U r t e i l v o m 2 5 . S e p t e m b e r 2 0 0 8 Richter Hans-Jacob Heitz (Vorsitz), Richter Frank Seethaler, Richter Stephan Breitenmoser; Gerichtsschreiberin Katharina Walder Salamin. D._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT, Effingerstrasse 27, 3003 Bern, Vorinstanz, Trägerorganisation für die höhere Fachprüfung für Steuerexperten, Prüfungssekretariat, Hans-Huber-Strasse 4, Postfach 1853, 8027 Zürich, Erstinstanz. Höhere Fachprüfung für Steuerexperten 2006. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandB-7631/2007 Sachverhalt: A. Im Herbst 2006 legte der Beschwerdeführer die höhere Fachprüfung für Steuerexperten ab. Am 3. November 2006 teilte ihm die Prüfungs- kommission mit, dass er die Prüfung aufgrund der erzielten Noten gestützt auf das Prüfungsreglement nicht bestanden habe. Gleichzeitig teilte sie ihm die folgenden Noten mit: Schriftliche Prüfung Diplomarbeit (einschliesslich Kolloquium) zweifach 4,5 Steuern dreifach 3,5 Recht zweifach 2,0 Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Finanzierungzweifach 3,0 Mündliche Prüfung Steuern zweifach 4,0 Wahlfach (Recht oder Betriebswirtschaft) einfach 5,5 Kurzreferat einfach 5,0 Durchschnittsnote 3,7 B. Der Beschwerdeführer focht den Bescheid der Prüfungskommission mit Beschwerde vom 11. November 2006 beim Bundesamt für Berufs- bildung und Technologie BBT an. Mit seiner 56-seitigen Beschwerde- begründung vom 12. Dezember 2006 beantragte er, die Noten seien in den Fächern Recht auf 4, Betriebswirtschaft schriftlich auf 4,5, Be- triebswirtschaft mündlich auf 6, Steuern schriftlich auf 5,5, Steuern mündlich auf 4,5 und für die Diplomarbeit auf 5 festzusetzen; aufgrund dieser Noten sei ihm das Diplom zu erteilen. Das BBT führte in der Folge einen doppelten Schriftenwechsel durch, in dessen Verlauf die Prüfungsexperten die Arbeiten des Beschwerdeführers zweimal nach- korrigierten und zu den Rügen des Beschwerdeführers Stellung nah- men. In der Duplik vom 24. Juli 2007 hoben sie die Note für das Fach "Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Finanzierung" von 3 auf 3,5 an, beantragten aber weiterhin die Abweisung der Beschwerde, da sich trotz dieser Korrektur nichts am Ergebnis ändere, dass die Prüfung nicht bestanden sei. Der Beschwerdeführer äusserte sich in zwei schriftlichen Stellungnahmen vom 30. April und 15. August 2007 im Umfang von 21 bzw. 22 Seiten zu den Vernehmlassungen der Prü- fungskommission. Er hielt an seinen Anträgen fest. Seite 2B-7631/2007 C. Am 8. Oktober 2007 wies das BBT die Beschwerde von D._______ ab. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, unter Beachtung der eingeschränkten Kognition in Beschwerden gegen Prüfungen stehe aufgrund der zwei Nachkorrekturen und der Stellungnahmen der Ex- perten fest, dass der Beschwerdeführer in den Fächern "Steuern schriftlich", "Recht" sowie "Betriebwirtschaft, Rechnungswesen, Finan- zierung" zu Recht ungenügende Noten erhalten habe. Da aufgrund dieser Leistungen die Prüfung gemäss Reglement nicht bestanden sei, seien die weiteren Rügen zu den in den Fächern "Diplomarbeit", "Steuern mündlich" und "Wahlfach" erteilten Noten nicht weiter zu prüfen. D. Gegen den Beschwerdeentscheid des BBT vom 8. Oktober 2007 legte der Beschwerdeführer am 12. November 2007 beim Bundesverwal- tungsgericht Beschwerde ein. Er beantragte, der angefochtene Ent- scheid sei aufzuheben, die Prüfungsnoten seien neu wie folgt festzu- setzen und es sei ihm gestützt darauf der Fähigkeitsausweis "diplo- mierter Steuerexperte" zu erteilen. Im zweiten Beschwerdeverfahren verminderte er seine Anträge in den Fächern Betriebswirtschaft münd- lich von 6 auf 5,5 und Steuern schriftlich von 5,5 auf 4, ohne dies nä- her zu begründen. Fach Note Recht 4 Betriebwirtschaft schriftlich 4,5 Betriebswirtschaft mündlich 5,5 Kurzreferat 5 Diplomarbeit 5 Steuern schriftlich 4 Steuern mündlich 4,5 Der Beschwerdeführer stellte überdies den Eventualantrag, der ange- fochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm die Möglichkeit ein- zuräumen, die Prüfungen "Steuern mündlich" und "Steuern schriftlich" (Teil MWST) gebührenfrei zu wiederholen. E. Im Rahmen eines doppelten Schriftenwechsels beantragte die Erst- instanz am 13. Dezember 2007 und am 22. Februar 2008 die Abwei- sung der Beschwerde. Da sich im Beschwerdeverfahren vor dem Bun- desverwaltungsgericht keine neuen Erkenntnisse ergeben hätten, ver- wies sie auf die im erstinstanzlichen Verfahren abgegebenen Vernehm- Seite 3B-7631/2007 lassungen. Das BBT reichte am 14. Januar 2008 eine Vernehmlassung ein und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Es verzichtete auf eine Duplik. F. Am 19. Mai 2008 schloss das Bundesverwaltungsgericht den Schrif- tenwechsel ab. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gestützt auf Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Die Beschwerde ist gemäss Art. 33 Abs. d VGG zulässig gegen Verfügungen der den Departementen unterstellten Dienststellen der Bundesverwaltung. Der angefochtene Beschwerdeentscheid ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 VwVG und das BBT ist eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts im Sinne von Art. 33 Abs. d VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist damit für die vorliegende Be- schwerde sachlich zuständig. 1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich ge- mäss Art. 37 VGG nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichts- gesetz nichts anderes bestimmt. Der Beschwerdeführer hat am vor- instanzlichen Verfahren teilgenommen, er ist als Entscheidadressat vom angefochtenen Entscheid besonders berührt und er hat ein schüt- zenswertes Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, da er durch den Entscheid beschwert ist. Er ist somit gestützt auf Art. 48 Abs. 1 VwVG beschwerdeberechtigt. 1.2 Die Beschwerde ist nach Art. 50 Abs. 1 VwVG innerhalb von 30 Tagen nach Eröffnung der Verfügung einzureichen. Die Frist beginnt an dem auf ihre Mitteilung folgenden Tag zu laufen (Art. 20 Abs. 1 VwVG). Ist der letzte Tag der Frist ein Samstag, Sonntag oder vom Bundesrecht oder kantonalen Recht anerkannter Feiertag, so endet die Frist am nächstfolgenden Werktag (Art. 20 Abs. 3 VwVG). Dem Beschwerdeführer wurde der angefochtene Entscheid am 12. Oktober 2007 zugestellt (vgl. Sendungsinformation für Einschreiben Seite 4B-7631/2007 Nr. 98.34.146632.10140633 gemäss Track & Trace Standard, Die Post). Die Beschwerdefrist begann somit am 13. Oktober 2007 zu lau- fen und endete am 11. November 2007. Da das Ende der Frist auf einen Sonntag fiel, endete die Frist am folgenden Tag, d.h. am Montag, den 12. November 2008. Die Beschwerde, welche am diesem Tag der Post übergeben worden ist, erfolgte damit rechtzeitig. 1.3 Da auch die Form- und Inhaltserfordernisse nach Art. 52 Abs. 1 VwVG eingehalten sind und der Beschwerdeführer den Kostenvor- schuss am 19. November 2007 fristgerecht bezahlt hat, ist auf die Be- schwerde einzutreten. 2. Gemäss Berufsbildungsgesetz vom 13. Dezember 2002 (BBG, SR 412.10) kann die höhere Berufsbildung durch eine eidgenössische Be rufsprüfung oder eine eidgenössische höhere Fachprüfung erwor- ben werden (Art. 27 Bst. b BBG). Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt regeln die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifi- kationsverfahren, Ausweise und Titel. Sie berücksichtigen dabei an- schliessende Bildungsgänge. Die Vorschriften unterliegen der Geneh- migung durch das Bundesamt (Art. 28 Abs. 2 BBG). 2.1 Gestützt darauf haben die Treuhandkammer, (Schweizerische Kammer der Wirtschaftsprüfer, Steuerexperten und Treuhandexperten) und weitere Trägerorganisationen das Reglement über die höhere Fachprüfung für Steuerexperten vom 20. Dezember 1993 (hiernach: Reglement) erlassen, welches mit der Genehmigung des BBT vom 20. März 1995 in Kraft getreten ist (vgl. Art. 36 Prüfungsreglement). 2.2 Durch die Prüfung soll festgestellt werden, ob jemand die zur selb- ständigen Ausübung des Berufs eines Steuerexperten erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse besitzt (Art. 2 Prüfungsreglement). Die Durchführung der Prüfung obliegt der Prüfungskommission, welche die Prüfung im Rahmen des Reglements organisiert und die damit verbun- denen Geschäfte selbständig erledigt. Ihr obliegt die Aufstellung einer Wegleitung zum Reglement (Art. 5). Die Prüfungskommission zieht zur Abnahme der Prüfungen Experten zu, welche mindestens zu zweit alle schriftlichen Arbeiten prüfen und begutachten, die mündlichen Prüfun- gen abnehmen und die Noten festsetzen (Art. 9 und 14). Die endgülti- ge Festsetzung der Noten erfolgt durch die Prüfungskommission, nöti- genfalls nach Rücksprache mit den beteiligten Experten (Art. 14). Seite 5B-7631/2007 2.3 Die Prüfung erstreckt sich auf folgende Tätigkeitsgebiete: a) Steu- ern, b) Recht, c) Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Finanzierung. Der Prüfungsstoff ist in der Wegleitung näher umschrieben. Die Prü- fung umfasst eine schriftliche und eine mündliche Prüfung, die schriftli- che Prüfung setzt sich zusammen aus einer Diplomarbeit und Klausur- arbeiten (Art. 23). Der Kandidat erhält in jedem Prüfungsfach eine Note. Die Note 4 und höhere bezeichnen genügende Leistungen, No- ten unter 4 bezeichnen ungenügende Leistungen. Andere als halbe Zwischennoten sind nicht zulässig. Für die Berechnung der Durch- schnittsnote werden die einzelnen Prüfungsfächer wie vorne unter Sachverhalt A. aufgeführt gewichtet (Art. 27). Nach Art. 28 ist die Prü- fung bestanden, wenn kumulativ die folgenden Voraussetzungen ge- geben sind: a) Die Gesamtnote muss mindestens 4,0 betragen; b) Der gewichtete Durchschnitt der Fächer Diplomarbeit Steuern, Klausur- arbeit Steuern und Steuern mündlich muss mindestens 4,0 betragen, dabei wird die Klausurarbeit Steuern dreifach, die Diplomarbeit und die mündliche Prüfung je zweifach gewichtet; c) Es dürfen nicht mehr als zwei Noten unter 4,0 erteilt worden sein (Art. 28, Änderung Bst. b vom 24. Juli 2001, genehmigt durch das BBT am 15. August 2001). 3. Wie der Erwägung 2 des angefochtenen Entscheids zu entnehmen ist, hat der Beschwerdeführer drei ungenügende Noten erzielt: Note 2 in "Recht", Note 3,5 in "Steuern schriftlich" und Note 3,5 in "Betriebswirt- schaft, Rechnungswesen, Finanzierung". Im Fach "Diplomarbeit"erziel- te er die Note 4,5, im Fach "Steuern mündlich" die Note 4 und im Wahlfach die Note 5,5. Die Gesamtnote gemäss Art. 28 Bst a beträgt somit 3,8 und der gewichtete Durchschnitt gemäss Art. 28 Bst. b 3,9. Der Beschwerdeführer hat somit mehr als 2 Noten unter 4,0 (Art. 28 Bst. c). Dieses von der Vorinstanz unter Berücksichtigung der Noten- korrektur durch die Prüfungskommission erstellte Prüfungsergebnis, mit welchem der Beschwerdeführer die Prüfung gestützt auf Art. 28 des Reglements nicht bestanden hat, bildet den Streitgegenstand des Be schwerdeverfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht. 3.1 In Bezug auf die Bewertung seiner Prüfungsleistung beantragt der Beschwerdeführer, es seien ihm höhere Noten zu erteilen und das Diplom zu verleihen. In dieser Hinsicht kann auf Erw. 5.1 des ange- fochtenen Entscheids vom 14. September 2006 verwiesen werden, der die zahlreichen Rügen detailliert aufführt. In den Rügen zu den einzel- nen Prüfungsaufgaben geht es ausschliesslich um die Angemessen- Seite 6B-7631/2007 heit der Bewertung seiner Leistungen (vgl. Art. 49 Bst. c VwVG). Nach- folgend ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob die Vorinstanz und die Prüfungsexperten im Rahmen ihrer Stellungnahmen auf die Rügen materiell insgesamt genügend eingegangen sind und ob sie die Rügen des Beschwerdeführers rechtsgenüglich beantwortet haben. 3.2 Ebenso wie das Bundesgericht (vgl. BGE 131 I 467 Erw. 3.1, BGE 121 I 225 Erw. 4b), der Bundesrat (VPB 62.62 Erw.3, VPB 56.16 Erw. 2.1) sowie die ehemaligen Rekurs- und Schiedskommissionen des Bundes (vgl. VPB 66.62 Erw. 4, VPB 64.122 Erw. 2) auferlegt sich das Bundesverwaltungsgericht bei der Überprüfung von Examensleis- tungen Zurückhaltung, indem es in Fragen, die durch gerichtliche Be- hörden naturgemäss schwer überprüfbar sind, nicht ohne Not von den Beurteilungen der erstinstanzlichen Prüfungsorgane und der Experten abweicht (BVGE 2008/14 Erw. 3.1; 2007/6 Erw. 3.). Der Grund dafür liegt darin, dass der Rechtsmittelbehörde zumeist nicht alle massge- benden Faktoren der Bewertung bekannt sind und es ihr deshalb nicht möglich ist, sich ein zuverlässiges Bild über die Gesamtheit der Leis- tungen des Beschwerdeführers sowie der Leistungen der übrigen Kan- didaten zu machen. Hinzu kommt, dass Prüfungen Spezialgebiete zum Gegen stand haben, in denen die Rechtsmittelbehörde über keine eige- nen Fachkenntnisse verfügt. Eine freie Überprüfung der Examens- bewertung würde zudem die Gefahr von Ungerechtigkeiten und Un- gleichheiten gegenüber anderen Prüflingen in sich bergen. Die Bewer- tung von Leistungen in Fachprüfungen wird von den Rechtsmittel- behörden daher nicht frei, sondern nur mit Zurückhaltung überprüft (vgl. dazu auch BGE 118 Ia 488 Erw. 4c, BGE 106 Ia 1 Erw. 3c, mit Verweis auf Imboden/Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtspre- chung, Band I, Basel und Frankfurt am Main 1986, Nr. 66 B II a, d und V a, sowie Nr. 67 B III c). 3.3 In einem Beschwerdeverfahren nehmen die Experten, deren Notenbewertung beanstandet wird, im Rahmen der Vernehmlassung der Prüfungskommission Stellung. In der Regel überprüfen sie ihre Be- wertung nochmals und geben bekannt, ob sie eine Korrektur als ge- rechtfertigt erachten oder nicht. Solange konkrete Hinweise auf Befan- genheit fehlen und die Beurteilung nicht als fehlerhaft oder unange- messen erscheint, ist auf die Meinung der Experten abzustellen. Vor- aussetzung dafür ist jedoch, dass die Stellungnahme insofern vollstän- dig ist, als darin die substantiierten Rügen des Beschwerdeführers be- antwortet werden, und die Auffassung der Experten, insbesondere Seite 7B-7631/2007 soweit sie von derjenigen des Beschwerdeführers abweicht, nachvoll- ziehbar und einleuchtend ist. Die dargelegte Zurückhaltung gilt nur bei der Bewertung der Prüfungsleistungen. Sind indessen die Auslegung und Anwen dung von Rechtsvorschriften streitig oder werden Verfah- rensmängel im Prüfungsablauf gerügt, hat die Beschwerdeinstanz die erhobenen Einwände in freier Kognition zu prüfen, andernfalls sie eine formelle Rechtsverweigerung begeht (BVGE 2008/14 Erw. 3.3; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-2208/2006 vom 25. Juli 2007 i. S. P. gegen BBT betreffend Höhere Fachprüfung für Wirtschaftsprüfer Erw. 5.2). 3.4 Wie bereits dem angefochtenen Entscheid zu entnehmen ist, hat die Prüfungskommission zu den einzelnen Rügen des Beschwerde- führers punkto Erhöhung der vergebenen Punktzahl zweimal Stellung genommen. Beide Vernehmlassungen der Prüfungskommission kom- men aufgrund der Nachkorrektur der Experten zum Ergebnis, dass nur im Fach "Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Finanzierung" die Note von 3 auf 3,5 zu erhöhen ist, in allen anderen Fächern aber an den Noten nichts zu ändern ist. Die Prüfungsexperten haben zu jeder ge- forderten Punkteerhöhung ausführlich Stellung genommen und für jede Teilaufgabe einzeln widerlegt, dass dem Kandidaten für seine Antworten weitere Punkte erteilt werden können. 3.5 Da die Ausführungen der Experten im angefochtenen Entscheid bereits detailliert wiedergegeben sind, müssen sie an dieser Stelle nicht nochmals aufgeführt werden (vgl. Erw. 5.2 des angefochtenen Entscheids). Die Bemerkungen der Experten zu den Teilaufgaben sind schlüssig und sowohl insgesamt als auch im einzelnen nachvollzieh- bar. Wie bereits von der Vorinstanz festgestellt, hat sich die Prüfungs- kommission rechtsgenüglich und in korrekter Ausübung ihres Ermes- sens mit der Prüfung des Beschwerdeführers und seinen Rügen im Beschwerdeverfahren auseinandergesetzt. Aufgrund der in den Akten detailliert wiedergegebenen Auseinandersetzung mit dem Prüfungs- stoff, der zu erbringenden Leistung und den ungenügenden Antworten des Beschwerdeführers besteht für das Bundesverwaltungsgericht da- mit kein Grund zur Annahme, die Prüfungskommission habe das ihr zustehende Ermessen nicht sachgemäss ausgeübt. Die Benotung der Prüfung durch die Prüfungsexperten erscheint dem Bundesverwal- tungsgericht nachvollziehbar und angemessen. Es gibt somit keinen Grund, in das Ermessen der Prüfungsexperten einzugreifen. Seite 8B-7631/2007 3.6 Die Vorinstanz hat im Beschwerdeentscheid die Rügen des Be- schwerdeführers eingehend geprüft und festgestellt, dass die Prüfung rechtmässig durchgeführt worden ist und die Vorbringen des Be- schwerdeführers im Beschwerdeverfahren nicht in Zweifel zu ziehen vermögen, dass die zu beurteilenden Leistungen vollständig erstellt und geprüft worden sind. Die Vorinstanz ist damit ihrer Überprüfungs- pflicht in genügender Weise nachgekommen. Sie hat die Experten- meinungen und die Lösungen des Beschwerdeführers miteinander ver- glichen und ist der Expertenmeinung gefolgt, ohne aber die Lösungen aus ihrer Sicht materiell neu zu beurteilen, wozu sie aufgrund ihrer eingeschränkten Kognition auch nicht befugt und gehalten war. Die Vorinstanz hat damit im Rahmen ihrer Kognition die Rügen des Be- schwerdeführers begutachtet. Dies hat sie insbesondere mit Blick auf die angeblich ungenügende Bewertung der materiellen Inhalte einzel- ner Lösungen getan. Die Vorinstanz war nicht verpflichtet, ihr Er- messen an die Stelle der Erstinstanz zu setzen und quasi als Ober- prüfungskommission die Bewertung einzelner Aufgaben im Detail er- neut vorzunehmen. Da das Reglement der Vorinstanz und der Prüfungskommission in Bezug auf das Resultat der Prüfung kein Entschliessungsermessen einräumt, sondern beide gestützt auf die Prüfungsleistungen des Kandidaten zu entscheiden haben, ob die Prüfung als bestanden gilt oder nicht, liegt auch kein Fall einer zu be- anstandenden Ermessensausübung der Vorinstanz vor. 3.7 Die Rügen des Beschwerdeführers im Verfahren vor Bundesver- waltungsgericht erschöpfen sich in der Wiederholung seiner Vorbrin- gen vor dem BBT, welche, entgegen seiner Ansicht und, wie soeben dargelegt, von der Vorinstanz bereits umfassend geprüft und widerlegt worden sind. Diese Einschätzung deckt sich mit den Vernehmlassun- gen der Erstinstanz, gemäss welchen im zweiten Beschwerdeverfah- ren keine neuen Erkenntnisse vorliegen. Die Rügen erweisen sich so- mit als weitschweifende, appellatorische Kritik, die von der Vorinstanz bereits eingehend aufgenommen und widerlegt worden ist. Es erübrigt sich deshalb, auf die Vorbringen nochmals einzugehen, da sie nichts an der Schlussfolgerung zu ändern vermögen, wonach die Prüfungs- leistungen von der Vorinstanz unter korrekter Ausübung ihres Er- messens beurteilt worden sind. 4. Der Beschwerdeführer beantragt in seinem Eventualantrag, ihm sei die Möglichkeit einzuräumen, die Fächer Steuern schriftlich (Teil MWST) Seite 9B-7631/2007 und Steuern mündlich gebührenfrei zu wiederholen, da in beiden Fächern gravierende Verstösse gegen das Prüfungsreglement vor- lägen. 4.1 Er sei in der mündlichen Prüfung aufgefordert worden, den Ge- setzestext nachzuschlagen, was ihn aus dem Konzept gebracht habe. Die Prüfungsexperten nahmen am 26. Januar 2007 zu diesem Vorwurf wie folgt Stellung: Der Mehrwertsteuer-Fall habe von schweizerischen und italienischen Bergbahnbetrieben gehandelt, welche gemeinsame Fahrkarten ausgeben. In der Einstiegsfrage sei es um die Abgrenzung zwischen Lieferungen und Dienstleistungen und anschliessend den Ort der Dienstleistungen gegangen. Da der Kandidat die Bestimmung nicht auswendig gewusst habe und er auch die Frage nicht strukturiert anpacken konnte, sei er im Sinne eines Entgegenkommens auf die Möglichkeit hingewiesen worden, auch während der Prüfung das Ge- setz zu konsultieren, wenn es ihm für die Beantwortung der Frage dienlich sei. Dies stelle eine praxisnahe Erleichterung dar und sei im Prüfungsablauf keineswegs aussergewöhnlich. Die Gesetzeskonsulta- tion stelle aber auch keinen Verstoss gegen das Prüfungsreglement dar. Bei den Experten sei nie der Eindruck einer Verwirrung oder Ver- unsicherung des Kandidaten aufgrund des Ablaufs der Prüfung ent- standen, vielmehr hätten die Wissenslücken beim Kandidaten für Un- behagen gesorgt. Im Vergleich zu anderen Kandidaten habe der Be- schwerdeführer die Aufgabe weniger gut gelöst, was sich in der Be- wertung mit der Note 4 widerspiegle. Da die Note 4 bereits grosszügig erteilt worden sei, sei es im Sinne einer rechtsgleichen Behandlung nicht zu verantworten, die Note des Beschwerdeführers zu erhöhen. Wie diese Erwägungen zeigen, haben auch in diesem Fach die Exper- ten die Leistung des Beschwerdeführers angemessen beurteilt und be- notet. Für das Bundesverwaltungsgericht ist darin jedenfalls kein Formmangel im Rechtssinn ersichtlich, der zu einer Wiederholung der Prüfung führen könnte. 4.2 Was die Wiederholung der schriftlichen Prüfung betrifft, bringt der Beschwerdeführer vor, er habe die Prüfung im Fach Mehrwertsteuer mit einem ihm nicht bekannten Hilfsmittel lösen müssen, was gegen die Prüfungsordnung verstosse. Auch in diesem Punkt kann der An- sicht der Beschwerdeführers nicht gefolgt werden. Wie der Erwägung 4.2 des angefochtenen Entscheids zu entnehmen ist, gehören eine der Aufgabenstellung beiliegende, bisher unveröffentlichte Branchen- brochüre, anhand welcher eine Aufgabe zu lösen ist, zum Prüfungs- Seite 10B-7631/2007 stoff. Gemäss den Seiten 10 und 11 der Wegleitung zum Prüfungsreg- lement hat die Aufgabenstellung auf die Beurteilung abzuzielen, ob der Kandidat mit seinen Kenntnissen und seinem Können Gewähr für eine erfolgreiche und verantwortungsbewusste Tätigkeit im gesamten Be rufsbereich des Steuerexperten bietet. Ausser dem geltenden Recht müssen auch Entwicklungstendenzen und Möglichkeiten der Geset- zesänderung genannt und beurteilt werden können. Da die Aufgaben- stellung darauf abzielte, nicht in erster Linie Wissen abzufragen, son- dern zu prüfen, ob die gestellten Fragen umsichtig und unter Zuhilfe- nahme der zu Verfügung stehenden Hilfsmittel gelöst wird, ist auch in diesem Punkt für das Bundesverwaltungsgericht kein Formfehler zu erkennen, der zu einer Wiederholung der Prüfung führen würde. Viel- mehr sind auch hier Lücken in der Leistung des Beschwerdeführers auffällig, welche zur ungenügenden Note in diesem Fach geführt haben. Damit ist auch der Eventualantrag abzuweisen. 5. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Verfahrenskosten dem Be- schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie werden auf Fr. 700.-- festgesetzt und mit dem am 19. November 2007 geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 6. Nach Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) können Entscheide über das Ergebnis von Prüfun- gen nicht mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden. Der vorliegende Entscheid ist damit endgültig. Seite 11B-7631/2007 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 700.-- verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: - den Beschwerdeführer (Einschreiben) - die Vorinstanz (Einschreiben; Beilage: Vorakten) - die Erstinstanz (Einschreiben; Beilage: Vorakten). Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans-Jacob Heitz Katharina Walder Salamin Versand: 1. Oktober 2008 Seite 12