<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00407</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222906&amp;W10_KEY=13045536&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00407</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.12.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin wurde aufgrund der Trennung von ihrem Ehemann widerrufen. Umstritten ist, ob die Ehe drei Jahre gedauert hat oder ob wichtige Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erlauben.] Die Beschwerdeführerin erfüllt die Integrationskriterien ohne Weiteres. Die Ehegatten lebten jedoch vor Ablauf der Dreijahresfrist getrennt und haben das Zusammenleben nicht wiederaufgenommen. Ob die Ehegemeinschaft drei Jahre gedauert hat, kann offenbleiben, da vorliegend wichtige Gründe einen weiteren Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz erlauben. Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=60043" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00407</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. Dezember 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch lic.</span><span> </span><span>iur. X, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A, geboren 1988, StaatsangehÃ¶rige der TÃ¼rkei, reiste am 12. April 2018 in die Schweiz ein und erhielt am 18. April 2018 eine Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Heirat. Am 14. Juni 2018 ging sie mit dem Schweizer B, geboren 1983, die Ehe ein. Im Rahmen des Familiennachzugs erhielt sie am 5. Oktober 2018 eine Aufenthaltsbewilligung, letztmals gÃ¼ltig bis 13. Juni 2022. Am 6. Juli 2021 teilte B dem Migrationsamt per E-Mail mit, er habe sich von seiner Ehefrau getrennt und sei am 30. MÃ¤rz 2021 aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. In der TÃ¼rkei habe er am 12. Mai 2021 ein Scheidungsbegehren eingereicht. Eine Chance auf VersÃ¶hnung gebe es nicht.</p> <p class="Urteilstext">Mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 20. September 2021 stellte das Gericht fest, dass die Ehegatten seit dem 30. Juni 2021 getrennt leben.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 25. Februar 2022 widerrief das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung von A, wies sie aus der Schweiz weg und setzte ihr Frist zum Verlassen der Schweiz bis zum 24. Mai 2022.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen hiergegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion am 2. Juni 2022 ab, unter Ansetzung einer neuen Ausreisefrist bis zum 2. September 2022.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 4. Juli 2022 beantragte A beim Verwaltungsgericht, es sei ihr in Aufhebung des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 2. Juni 2022 eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte sie die unentgeltliche Rechtspflege und die Bestellung einer unentgeltlichen RechtsbeistÃ¤ndin, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge. </p> <p class="Sachverhalt1">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 6. Juli 2022 auf eine Vernehmlassung. Das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 21. September 2022 lud der AbteilungsprÃ¤sident A zur Befragung als Partei und ihren Ehemann B zur Befragung als Zeuge auf den 16. November 2022 vor. [â¦] Am 16. November 2022 wurde zunÃ¤chst B vernommen. Er machte in der Folge von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch und tÃ¤tigte keine Aussage. Danach wurde A (in Begleitung ihrer Rechtsvertreterin) unter Anwesenheit eines Dolmetschers persÃ¶nlich angehÃ¶rt. Es war keine Vertretung des Migrationsamts anwesend. Das Verhandlungsprotokoll wurde den Parteien in der Folge zur freigestellten Stellungnahme zugestellt. A teilte dem Verwaltungsgericht mit Schreiben vom 5. Dezember 2022 mit, dass sie auf eine Stellungnahme verzichte. Das Migrationsamt reichte keine Stellungnahme ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit der Beschwerde beim Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessenÃ¼berschreitung oder Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden (§ 20 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die auslÃ¤ndische Ehegattin eines Schweizer BÃ¼rgers hat Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn dieser mit ihr zusammenwohnt (Art. 42 Abs. 1 <span>des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 [</span>AIG]). Entscheidend ist damit nicht das formelle Eheband zwischen den Beteiligten, sondern der Bestand einer gelebten Wohn- und Ehegemeinschaft (BGE 136 II 113 E. 3.2). Bei intakter und gelebter Ehe lÃ¤sst sich ein entsprechender Aufenthaltsanspruch zudem auf das in Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) festgehaltene Recht auf Familienleben stÃ¼tzen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Nach AuflÃ¶sung der Ehegemeinschaft besteht der Aufenthaltsanspruch fort, wenn die in der Schweiz gelebte Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und kumulativ die neu auf Gesetzesstufe verankerten Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt sind (Art. 50 Abs. 1 lit. a) oder wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen <span>(Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG i.V.m. Art. 42 AIG)</span>.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Von einer Ehegemeinschaft im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG ist auszugehen, solange eine tatsÃ¤chlich gelebte eheliche Beziehung und ein gegenseitiger Ehewille vorliegen. Die Dreijahresfrist von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG gilt zudem gemÃ¤ss konstanter und gefestigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung aus GrÃ¼nden der Rechtssicherheit absolut, ohne dass hierin ein Ã¼berspitzter Formalismus auszumachen ist (vgl. zum Beispiel BGr, 26. MÃ¤rz 2018, 2C_281/2017, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung3">Eine relevante Ehegemeinschaft im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG ist nur gegeben, solange die eheliche Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewille besteht (BGE 137 II 345 E. 3.1.2; BGr, 7. Juli 2011, 2C_155/2011, E. 3). Dabei ist im Wesentlichen auf die Dauer der nach aussen wahrnehmbaren ehelichen Wohngemeinschaft abzustellen (BGE 138 II 229 E. 2 mit Hinweisen; BGr, 16. MÃ¤rz 2022, 2C_924/2021, E. 5.2). Die eheliche Gemeinschaft, auf deren Dauer es ankommt, kann aufgrund sÃ¤mtlicher UmstÃ¤nde im Einzelfall auch schon wÃ¤hrend und trotz des (weiteren) Zusammenlebens dahingefallen sein, wobei fÃ¼r die Fristberechnung dann auf diesen Zeitpunkt abzustellen ist (BGr, 8. Juni 2020, 2C_301/2020, E. 4.2.1; vgl. BGE 137 II 345 E. 3.1.2). Mehrere Phasen des Zusammenlebens, unterbrochen durch Trennungsphasen, kÃ¶nnen bei der Berechnung der Dreijahresfrist addiert werden, sofern die ernsthafte WeiterfÃ¼hrung der Ehegemeinschaft noch beabsichtigt wird (vgl. BGE 140 II 345 [= Pra. 104/2015 Nr. 75] E. 4.5.2 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung3"><span>Zeiten des Getrenntlebens kÃ¶nnen nach Art. 49 AIG in Verbindung mit Art. 76 der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE) nur dann an die Dreijahresfrist angerechnet werden, wenn fÃ¼r die getrennten Wohnorte wichtige GrÃ¼nde geltend gemacht werden kÃ¶nnen und die Familien- bzw. Ehegemeinschaft weiterbesteht. PraxisgemÃ¤ss ermÃ¶glicht Art. 49 AIG in Krisensituationen nur kurze, vorÃ¼bergehende UnterbrÃ¼che der Wohn- und Lebensgemeinschaft (BGr, 16. Februar 2011, 2C_781/2010, E. 2.1.3). Die Anforderungen an den Nachweis des Fortbestands des Ehewillens und der ehelichen Gemeinschaft sind bei lÃ¤ngerfristigem Getrenntleben der Ehegatten besonders streng, da die Ausnahmebestimmungen von Art. 49 AIG und Art. 76 VZAE nicht den Sinn haben, den Ehepartnern von Schweizer BÃ¼rgern das Aufenthaltsrecht zu sichern, bis feststeht, dass die Ehe endgÃ¼ltig gescheitert ist. Bei einer Trennung von mehr als sechs bis zwÃ¶lf Monaten ist in der Regel unabhÃ¤ngig von den geltend gemachten GrÃ¼nden von einer definitiven Trennung und AuflÃ¶sung der bewilligungsrelevanten Ehegemeinschaft auszugehen und die Ehe ist spÃ¤testens mit dem Auszug eines Ehepartners aus der ehelichen Wohnung als aufgehoben zu betrachten (vgl. BGr, 18. Juli 2013, 2C_596/2013, E. 3.1; VGr, 27. Januar 2016, VB.2015.00769, E. 2.1; VGr, 9. Dezember 2013, VB.2013.00385, E. 2.2.2; vgl. auch BGE 136 II 113 E. 3.2 zur Massgeblichkeit einer "retrospektiven Berechnung" der Dauer der ehelichen Gemeinschaft). Da eine gelebte eheliche Gemeinschaft den diesbezÃ¼glichen Willen beider Ehegatten voraussetzt, ist von einer dauerhaften Trennung bereits auszugehen, wenn einer der beiden Ehegatten eine Wiederaufnahme des ehelichen Zusammenlebens definitiv ausgeschlossen hat (vgl. VGr, 23. Oktober 2019, VB.2019.00583, E. 2.2; VGr, 21. MÃ¤rz 2018, VB.2017.00659, E. 2.2). Zudem belegt eine kurzzeitige Wiederaufnahme des ehelichen Zusammenlebens nach lÃ¤ngerem Getrenntleben noch nicht den ernsthaften Willen zur FÃ¼hrung eines Ehelebens (BGr, 21. Juli 2011, 2C_231/2011, E. 4.6; vgl. zum Ganzen VGr, 21. August 2018, VB.2018.00419, E. 4.2).</span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG (in Verbindung mit Art. 42 AIG) kÃ¶nnen namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder wenn deren soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefÃ¤hrdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AIG).</p> <p class="Erwgung2">Eheliche Gewalt bedeutet nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuÃ¼ben, und nicht eine einmalige Ohrfeige oder eine verbale Beschimpfung im Verlauf eines eskalierenden Streits. Ein Anspruch wird auch nicht bereits durch eine einmalige tÃ¤tliche Auseinandersetzung begrÃ¼ndet. Das Gleiche gilt, wenn der Ehepartner den AuslÃ¤nder nach einem Streit aus der Wohnung weist, ohne dass das Opfer kÃ¶rperliche oder psychische SchÃ¤den erleidet. Die physische oder psychische ZwangsausÃ¼bung und deren Auswirkungen mÃ¼ssen vielmehr von einer gewissen Konstanz bzw. IntensitÃ¤t sein. Auch eine psychische bzw. sozioÃ¶konomische DruckausÃ¼bung wie dauerndes Beschimpfen, Erniedrigen, Drohen und Einsperren kann einen fÃ¼r die Annahme eines nachehelichen HÃ¤rtefalls relevanten Grad erreichen. Dies gilt praxisgemÃ¤ss, wenn die psychische IntegritÃ¤t des Opfers bei einer Aufrechterhaltung der ehelichen Gemeinschaft schwer beeintrÃ¤chtigt wÃ¼rde. Die anhaltende, erniedrigende Behandlung muss derart schwer wiegen, dass von der betroffenen Person bei BerÃ¼cksichtigung sÃ¤mtlicher UmstÃ¤nde vernÃ¼nftigerweise nicht erwartet werden kann, dass sie einzig aus bewilligungsrechtlichen GrÃ¼nden die Ehe aufrechterhÃ¤lt und in einer ihre MenschenwÃ¼rde und PersÃ¶nlichkeit verneinenden Beziehung verharrt. Dabei ist eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen (BGE 138 II 229 E. 3.2.1 f. mit zahlreichen Hinweisen; BGr, 23. MÃ¤rz 2018, 2C_460/2017, E. 3.2).</p> <p class="Urteilstext">Die auslÃ¤ndische Person trifft bei den Feststellungen des entsprechenden Sachverhalts eine weitreichende Mitwirkungspflicht (Art. 90 AIG). Sie muss die eheliche Gewalt in geeigneter Weise glaubhaft machen (Arztberichte oder psychiatrische Gutachten, Polizeirapporte, Berichte/EinschÃ¤tzungen von Fachstellen [FrauenhÃ¤user, Opferhilfe usw.], glaubwÃ¼rdige Zeugenaussagen von weiteren AngehÃ¶rigen oder Nachbarn etc.). Nach Art. 77 VZAE kÃ¶nnen die BehÃ¶rden entsprechende Nachweise verlangen (Abs. 5). Als Hinweise fÃ¼r eheliche Gewalt gelten insbesondere: a. Arztzeugnisse; b. Polizeirapporte; c. Strafanzeigen; d. Massnahmen im Sinne von Artikel 28b ZGB [Gewaltschutzmassnahmen]; oder e. entsprechende strafrechtliche Verurteilungen (Abs. 6). Allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen genÃ¼gen nicht (BGE 142 I 152 E. 6.2 = Pra 106 [2017] Nr. 63 E. 3.3). Wird hÃ¤usliche Gewalt in Form psychischer Oppression behauptet, mÃ¼ssen die Systematik der Misshandlung bzw. deren zeitliches Andauern und die daraus entstehende subjektive Belastung objektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweismÃ¤ssig unterlegt werden. Nur in diesem Fall und beim Bestehen entsprechender BeweisantrÃ¤ge, die nicht in antizipierter BeweiswÃ¼rdigung abgewiesen werden kÃ¶nnen, wobei aber allfÃ¤lligen sachinhÃ¤renten besonderen Beweisschwierigkeiten Rechnung zu tragen ist, rechtfertigt es sich, ein auslÃ¤nderrechtliches Beweisverfahren durchzufÃ¼hren (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.3).</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss dem vom Bundesgericht erwÃ¤hnten, im Auftrag des EidgenÃ¶ssischen BÃ¼ros fÃ¼r die Gleichstellung von Frau und Mann erstellten Bericht vom Juni 2012 mit dem Titel "Beurteilung des Schweregrades hÃ¤uslicher Gewalt â Sozialwissenschaftlicher Grundlagenbericht" (nachfolgend: "Bericht EBG") ist es nicht einfach, Formen von im intimen Rahmen erlittener hÃ¤uslicher Gewalt und Ãberwachung in bestimmte Kategorien zu fassen. Deshalb mÃ¼ssten die Nachforschungen begangene Taten, die vom Opfer empfundene Gewalt und deren GefÃ¤hrlichkeit sowie die Auswirkung auf die Person (hinsichtlich Gesundheit, EinschrÃ¤nkungen im tÃ¤glichen Leben) berÃ¼cksichtigen. Das Bundesgericht hielt fest, daraus habe die Rechtsprechung geschlossen, dass der Begriff der ehelichen Gewalt eine gewisse IntensitÃ¤t ausweisen mÃ¼sse und seien bei psychischen ZwÃ¤ngen die systematische Misshandlung bzw. ihre Dauer und der dadurch entstandene Druck glaubhaft zu machen (siehe E. 2.3.2; zum Ganzen vgl. BGr, 26. Mai 2016, 2C_777/2015, E. 3.2 und E. 3.3 = Pra 106 [2017] Nr. 63, mit Hinweisen, unter anderem auf Bericht EBG, S. 22).</p> <p class="Urteilstext">Der genannte Bericht weist darauf hin, dass hÃ¤usliche Gewalt in erster Linie mit physischer Gewalt gleichgesetzt werde, was das Problem jedoch nur mangelhaft erfasse. Gezieltes EinschÃ¼chtern und Abwerten der Person, das Angstmachen und Ãussern von (Todes-)Drohungen, das Verbieten und systematische Unterbinden sozialer Kontakte sowie das Nachstellen und stÃ¤ndige Kontrollieren, Zurechtweisen und Bestrafen der Person gehÃ¶rten ebenso vorrangig zur hÃ¤uslichen Gewalt (vgl. Bericht EBG, S. 8).</p> <p class="Urteilstext">Genannt werden zwei Gewaltformen, nÃ¤mlich das "systematische Gewalt- und Kontrollverhalten" und das "situativ Ã¼bergriffige Konfliktverhalten". Kennzeichnend fÃ¼r das erste Gewaltmuster sei ein umfassendes, bestÃ¤ndiges Muster kontrollierender, einschrÃ¤nkender und machtmissbrauchender Verhaltensweisen, worunter unter anderem emotionaler Missbrauch und psychische Gewalt (drangsalieren, blossstellen, demÃ¼tigen, schlechtmachen, als dumm hinstellen, erniedrigen, beschimpfen, eifersÃ¼chtiges Verhalten, beschuldigen), Isolation, sexuelle Gewalt (Geschlechtsverkehr oder nicht konsensuale Praktiken erzwingen), Ã¶konomische Gewalt (Geld entziehen), Drohung, EinschÃ¼chterung und Angst machen gehÃ¶rten. In diesem Gewaltmuster kÃ¶nnten auch physische Ãbergriffe vorkommen (Bericht, S. 8â10). Beim "situativ Ã¼bergriffigen Konfliktverhalten" stehe dagegen eine konkrete konfliktive Situation im Vordergrund, das heisst ein einzelnes, abgrenzbares Ereignis. Die Beteiligten wÃ¼rden sich grundsÃ¤tzlich als ebenbÃ¼rtig und eigenstÃ¤ndig/selbstÃ¤ndig wahrnehmen. Zu beachten sei, dass situativ Ã¼bergriffiges Konfliktverhalten in systematisches Gewalt- und Kontrollverhalten Ã¼bergehen kÃ¶nne (vgl. Bericht S. 11 f.).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Es ist im Nachfolgenden zu prÃ¼fen, ob der BeschwerdefÃ¼hrerin ein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a (Ehedauer von drei Jahren und ErfÃ¼llen der Integrationskriterien) oder auf <span>Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG i.V.m. Art. 42 AIG (</span>wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde) zukommt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass die Ehe der BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrem Ehemann nicht drei Jahre gedauert habe. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrt sie im Wesentlichen aus, die Eheleute wÃ¼rden seit dem 30. MÃ¤rz 2021 nicht mehr zusammenwohnen und hÃ¤tten das Zusammenleben seither nicht wiederaufgenommen. Es seien keine Nachweise eines tatsÃ¤chlichen Ehewillens beigebracht worden und die Ehe sei als definitiv gescheitert anzusehen. Ein Anspruch gestÃ¼tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG falle deshalb ausser Betracht. Wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde<span> im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG i.V.m. Art. 42 AIG seien weder geltend gemacht worden noch wÃ¼rden sich solche aus den Akten ergeben.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>[â¦]</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Es ist zunÃ¤chst zu prÃ¼fen, ob die Voraussetzungen fÃ¼r einen nachehelichen VerlÃ¤ngerungsanspruch nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG erfÃ¼llt sind: Hierzu ist festzuhalten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin die Integrationskriterien ohne Weiteres erfÃ¼llt. Sie ist in keiner Weise negativ in der Schweiz aufgefallen (keine Schulden, kein Bezug von Sozialhilfe und strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten), geht einer geregelten Arbeit nach und kann fÃ¼r ihren Lebensunterhalt selbstÃ¤ndig aufkommen. AnlÃ¤sslich der Befragung konnte sie sich problemlos auf Deutsch verstÃ¤ndigen und benÃ¶tigte den Dolmetscher nur zum besseren VerstÃ¤ndnis und um sich freier ausdrÃ¼cken zu kÃ¶nnen. Ihre guten Integrationsleistungen werden sodann in zahlreichen Referenzschreiben bestÃ¤tigt. Es ist jedoch vorliegend fraglich, ob die Ehegemeinschaft tatsÃ¤chlich drei Jahre, d.<span> </span>h. bis am 14. Juni 2021, gedauert hat. Die Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin zum Zusammenleben und der Trennung decken sich weitgehend mit den Angaben ihres Ehemannes und den Akten: Der Ehemann teilte dem Migrationsamt mit Schreiben vom 6. Juli 2021 zwar mit, dass er seit dem 30. MÃ¤rz 2021 nicht mehr mit der BeschwerdefÃ¼hrerin zusammenlebe und sie in die TÃ¼rkei zurÃ¼ckgekehrt sei. Am 17. Mai 2021 sei sie wieder in die Schweiz eingereist und er sei einen Tag vor ihrer RÃ¼ckkehr zu seinen Eltern gezogen. Danach hÃ¤tten sie sich nur getroffen, um Ã¼ber die Scheidungsbedingungen zu sprechen. DemgegenÃ¼ber teilte er dem Migrationsamt am 16. November 2021 alsdann mit, dass das vorangegangene Schreiben mit sehr viel Wut und im Affekt erfolgt sei. Sie hÃ¤tten zwischen April 2021 und Juli 2021 und auch danach regelmÃ¤ssig Kontakt gehabt, wie auch zurzeit. Die Zeit nach ihrer RÃ¼ckkehr aus der TÃ¼rkei bis zu seinem definitiven Auszug Ende Juni sei sehr intensiv gewesen. Es sei unklar, ob er sich Ã¼berhaupt scheiden lassen wolle, sein Ehewille sei zu einem gewissen Grad wieder vorhanden. Es ist in WÃ¼rdigung der gesamten Beweislage davon auszugehen, dass der Ehemann seit dem 16. Mai 2021 in der Wohnung seiner Eltern gelebt hat und die BeschwerdefÃ¼hrerin danach nur in der ehelichen Wohnung besucht hat. <span>Zeiten des Getrenntlebens kÃ¶nnen nur dann an die Dreijahresfrist angerechnet werden, wenn fÃ¼r die getrennten Wohnorte wichtige GrÃ¼nde geltend gemacht werden kÃ¶nnen, die Ehegemeinschaft weiterbesteht und der Unterbruch der Wohngemeinschaft nur kurz dauert (vgl. E. 2.2; Art. 49 AIG in Verbindung mit Art. 76 VZAE). </span>Auch wenn es GrÃ¼nde fÃ¼r die rÃ¤umliche Trennung gegeben hatte, etwa weil der Ehemann die Wohnung seiner Eltern aufgrund deren Ãbersiedlung in die TÃ¼rkei Ã¼bernehmen wollte, haben die Ehegatten das eheliche Zusammenleben auch in den folgenden Monaten, als sie sich als Paar wieder angenÃ¤hert haben wollen, nicht wiederaufgenommen. Es kann deshalb nicht von einer vorÃ¼bergehenden rÃ¤umlichen Trennung die Rede sein. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b>Die Frage, ob die Ehegemeinschaft drei Jahre gedauert hat, kann aber letztlich offengelassen werden, weil vorliegend entgegen der Feststellung der Vorinstanz wichtige GrÃ¼nde im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG einen weiteren Aufenthalt der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Schweiz erlauben. [â¦]</p> <p class="Erwgung2">[â¦] Die Beschwerde ist damit gutzuheissen und der Rekursentscheid vom 2. Juni 2022 ist aufzuheben. Der Beschwerdegegner ist anzuweisen, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen und es steht der BeschwerdefÃ¼hrerin eine ParteientschÃ¤digung zu (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 sowie § 17 Abs. 2 VRG). Diese wird fÃ¼r das vorliegende Verfahren auf Fr. 2'000.- festgesetzt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b><span>Die Verfahrenskosten des vorinstanzlichen Rekursverfahrens sind ebenfalls dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Dieser hat der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren zudem eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin beantragt fÃ¼r das vorliegende Verfahren die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und des unentgeltlichen Rechtsbeistands. Nach § 16 Abs. 1 VRG ist Privaten, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, auf entsprechendes Ersuchen die Bezahlung von Verfahrenskosten und KostenvorschÃ¼ssen zu erlassen. Sie haben nach Abs. 2 derselben Bestimmung Anspruch auf die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Offensichtlich aussichtslos sind Begehren, bei denen die Aussichten zu obsiegen wesentlich geringer sind als die Aussichten zu unterliegen, und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (statt vieler VGr, 18. August 2016, VB.2016.0019, E. 5.).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Da bei diesem Verfahrensausgang die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen sind, ist das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung als gegenstandslos geworden abzuschreiben, womit nur Ã¼ber das Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin zu befinden ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat eine Vollzeitarbeitsstelle und gemÃ¤ss Arbeitsvertrag ein Jahreseinkommen von Fr. â¦ brutto. Sie sollte deshalb in der Lage sein, fÃ¼r die Vertretungskosten aufzukommen. Sie ist daher nicht als mittellos zu betrachten und das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung ist abzuweisen. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung1">Das vorliegende Urteil kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Andernfalls kann lediglich die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG wegen der Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte ergriffen werden. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. <span>Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 2. Juni 2022 wird aufgehoben. Der Beschwerdegegner wird angewiesen, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (inklusive Mehrwertsteuer) zu bezahlen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:</span></p> <p class="Einzug2"><span> Fr. 277.50 Kosten fÃ¼r Dolmetscher,<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'347.50</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. <span>Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>8. <span>Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>9. Gegen dieses Urteil kann <span>im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde </span>erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>10. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>