B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1673/2014 U r t e i l v o m 2 2 . A p r i l 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli; Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, p.A. Schweizerische Vertretung in Colombo, Sri Lanka, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 5. Februar 2014 / N (…). E-1673/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Im Oktober 2007 stellte die Beschwerdeführerin auf der Schweizer Botschaft in Colombo (nachfolgend: Botschaft) ein erstes Asylgesuch, welches mit Verfügung des BFM vom 17. April 2008 abgewiesen wurde. A.b Mit englischsprachiger Eingabe vom 29. August 2011 an die Bo t- schaft ersuchte die Beschwerdeführerin erneut sinngemäss um Gewä h- rung der Einreise in die Schweiz und um Asyl. B. B.a Mit Schreiben vom 5. September 2011 bestätigte die Botschaft der Beschwerdeführerin den Eingang ihres Asylgesuchs. Gleichzeitig ersuch- te sie die Beschwerdeführerin zur Vervollständigung des rechtserhebl i- chen Sachverhalts im Wesentlichen um Darlegung aller Verfolgungsgrün- de, ihrer Schritte, die sie zu ihrem Schutz bereits unternommen habe und um Einreichung der entsprechenden Beweisdoku mente sowie Kopien i h- rer Identitätspapiere. Dazu wurde ihr eine Frist bis zum 10. Oktober 2011 angesetzt, verbunden mit der Androhung, im Unterlassungsfall werde d a- von ausgegangen, dass sie am Gesuch nicht festhalte, und das Verfa h- ren abgeschrieben werde. B.b Mit Schreiben vom 6. Oktober 2011 an die Botschaft nahm die B e- schwerdeführerin zu den ihr gestellten Fragen Stellung. Gleichzeitig reichte sie verschiedene Dokumente in Kopie ( u. a. Geburtsregisteraus- züge in tamilischer und englischer Sprache, Identitätska rte, Reisepass mit Visum für Indien) zu den Akten. B.c Mit Schreiben 25. Oktober 2011 forderte die Botschaft die Beschwe r- deführerin erneut auf, ergänzende Angaben zu den von ihr geschilderten Nachteilen zu machen . Mit Eingabe vom 21. November 2011 nahm sie dazu Stellung. C. C.a Am 7. Dezember 2011 lud die Botschaft die Beschwerdeführerin zu einer persönlichen Befragung ein. Diese fand am 22. Dezember 2011 statt. Anlässlich der Befragung legte die Beschwerdeführerin eine Best ä- tigung des Centre for Human Ritghts and Developement vom 21. D e- zember 2011 ins Recht. Daraus geht hervor, dass sie vom 5. Dezember 2008 bis im Februar 2009 beim CID festgehalten und missbraucht wo r- den sei. Am 6. April 2010 sei sie vom Gericht freigesprochen worden. E-1673/2014 Seite 3 In ihren schriftlichen Einga ben und anlässlich der Befragung macht die Beschwerdeführerin zur Begründung ihres Asylgesuches im Wesentlichen geltend, sie sei sri-lankische Staatsangehörige tamilischer Ethnie aus B._______ (Vavuniya). Im Jahre 1998 habe sie sich mit R. verheiratet und fortan mit ihm zusammengelebt, bis er im Jahre 2004 oder 2005 wegen Verdachts auf Kollaboration mit den LTTE (Liberation Tigers of Tamil Ee- lam) verhaftet worden sei. Seit ihr Ehemann nach seiner Haftentlassung nach Indien geflohen sei, werde auch sie bedroht, weshalb sie im Okt o- ber 2007 bereits ein A sylgesuch bei der Botschaft gestellt habe. Dieses sei jedoch im April 2008 abgelehnt worden. Nachdem sie im Oktober 2008 ihren Mann in Indien besucht habe, sei sie bei ihrer Rückreise am Flughafen Colombo wegen Verdachts auf Unterstützung der LTTE vom CID (Criminal Investigation Departement) verhaftet worden . Anlässlich der ersten Einvernahme sei sie misshandelt und sexuell belästigt worden. Daraufhin habe man sie in verschiedene Militärlager und Städte gefahren, wo sie an den Pranger gestellt, geächtet und angespuckt worden sei. Nach zweieinhalb Monaten im Hauptquartier des CID sei sie ins Prison von (…) überführt worden. Nachdem sie von einem Gericht freigespr o- chen worden sei, sei sie am 6. April 2010 freigelassen worden. Zusa m- men mit (…) lebe sie seither in B._______. Seitdem werde sie von S i- cherheitskräften beobachtet und sei mehrere Male belästigt worden. Z u- dem sei sie einmal pro Monat vom CID vernommen worden. Da sie schutzlos ohne ihren Ehemann le ben müsse, werde sie in ihrem Dorf g e- ächtet, worunter sie leide. C.b Am gleichen Tag leitete die Botschaft das Protokoll der Befragung samt ihrem Bericht und den weiteren Unterlagen an das BFM weiter. D. Mit Eingabe vom 2. Januar 2012 an die Botschaft und von dieser an das BFM weitergeleitet, reichte die Beschwerdeführerin eine fremdsprachige Anzeige ihrer Cousine sowie einen Zeitungsartikel vom 23. Okto ber 2007 ein. Aus letzterem gehe hervor, dass sich ihr Cousin den LTTE ang e- schlossen habe. Anlässlich der Befragung vom 22. Dezember 2012 habe sie sich gefürchtet, diese Tatsache zu erwähnen. E. In ihrem Schreiben vom 14. August 2012 an die Botschaft erkundigte sich die Beschwerdeführerin nach dem Verfahrensstand. Gleichzeitig wies sie auf ihre schweren Lebensbedingungen mit ihren Kindern in Sri Lanka hin. Zudem werde sie bedroht und belästigt. E-1673/2014 Seite 4 F. Mit am 20. Februar 2014 über die Botschaft versandter Verfügung vom 5. Februar 2014 verweigerte das BFM der Beschwerdeführerin die Einrei- se in die Schweiz und lehnte ihr Asylgesuch ab. G. Mit Eingabe vom 10. März 2014 erhob die Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen den Entscheid des BFM vom 5 . Februar 2014 und beantragte dabei sinngemäss, die Verfügung sei aufzuheben, die Vorinstanz sei anzuweisen, ihr die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und ihr sei Asyl zu gewähren. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG be urteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwe rde- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich n ach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. E-1673/2014 Seite 5 2. Mit Beschwerde kann die Verle tzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlic h unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Schri f- tenwechsel und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 4. Die dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 2012, welche am 29. September 2012 in Kraft getreten sind, kommen vorli e- gend nicht zur Anwendung, wurde doch in den Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 28. September 2012 festgehalten, da ss für Asylgesu- che, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der damaligen Änderung des Asylgesetzes gestellt worden sind – was vorliegend der Fall ist – die Arti- kel 12, 19, 20, 41 Absatz 2, 52 und 68 in der bisherigen altrechtlichen Fassung gelten. 5. 5.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 7 und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss alt Art. 20 Abs. 2 AsylG bewil- ligt das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abkl ä- rung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land aus- zureisen. Gestützt auf a Art. 20 A bs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen e r- mächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft m a- chen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Fre i- heit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 5.2 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Ve r- fahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht aArt. 10 der E-1673/2014 Seite 6 Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt (aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht mö g- lich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Vorliegend hatte die Beschwerdeführerin nicht nur Gelegenheit, ihre Asyl- gründe schriftlich darzulegen, zu konkretisie ren und zu dokumentieren, sondern sie wurde am 22. Dezember 2011 auf der schweizerischen Ver- tretung in Colombo auch persönlich befragt. Anlässlich dieser Befra gung hatte sie insbesondere Gelegenheit, weitere Angaben zu ihren persönli- chen Lebensumständen un d zur aktuellen Verfolgungssituation zu m a- chen. 5.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum z u- kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind n amentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliede- rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschla g- gebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzb e- dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob e i- ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, sowie auch die Zusammenf assung der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). Eine Verfolgungssituation muss überdies aktuell sein, um gemäss Art. 3 AsylG als relevant zu ge l- ten. 6. 6.1 Das BFM hielt zur Begründung seiner Verfügung vom 5. Februar 2014 im Wesentlichen fest, die Beschwerdeführerin sei nicht schutzb e- dürftig im Sinne des Asylgesetzes (Art. 3 AsylG), weshalb das Asylgesuch abzulehnen und die Einreise in die Schweiz nicht zu bewilligen sei. Ge- mäss schweizerischer Asylpraxis sei für die Gewährung der Einreise die Gefährdung einer asylsuchenden Person im Zeitpunkt der Einreisebewil- ligung massgebend. Vergangene Verfolgung sei somit nur insoweit b e- achtlich, als sie noch andauere oder konkrete Hi nweise auf eine zukünfti-E-1673/2014 Seite 7 ge Verfolgung bestünden, da die Bewilligung der Einreise in die Schweiz nicht dem Ausgleich vergangenen Unrechts diene. Vielmehr solle sie demjenigen gewährt werden, der aktuell des Schutzes des Zufluchtsla n- des bedü rfe. Die geltend gemachten Behelligungen und Bedrohungen seitens der Behörden und von Unbekannten seit ihrer Freilassung aus dem Gefängnis im April 2010 sowie ihre Furcht vor weiteren Übergriffen auf ihre Person und ihre Kinder müsse bei einer objektiven Betrac h- tungsweise als nicht begründet im Sinne des Asylgesetzes ein gestuft werden. Die Anforderungen an eine Einreisebewilligung in die Schweiz seien hoch: Gemäss ständiger Praxis der schweizerischen Asylbehörden könne eine solche Bewilligung nur erteilt werden, wenn mit üb erwiegen- der Wahrscheinlichkeit von einer akuten Gefährdung de r Gesuchstellen- den Person bei einem Verbleib in Sri Lanka ausgegangen werden müsse. Es sei festzuhalten, dass ihre Haftzeit von Dezember 2008 bis April 2010 vor dem Hintergrund der allgemein angespannten Situation betrachtet werden müsse, welche während und nach Beendigung des Bürgerkrieges geherrscht habe. Zudem liege ihre Entlassung aus der Haft mittlerweile beinahe vier Jahre zurück. Es bestünden keine Anhaltspunkte, dass ihr deswegen noch irgendwelche persönliche Nachteile drohen könnten. Zwar sei nicht auszuschliessen, dass sie auch nach ihrer Haftentlassung weiterhin unter Beobachtun g der sri -lankischen Behörden gestanden s o- wie von Angehörigen des CID vernommen worden sei. Solche Massna h- men seien jedoch im Zusammenhang mit der allgemeinen Bekämpfung des Terrorismus der LTTE durch die sri -lankischen Behörden zu sehen, welchen aufgrund mangelnder Intensität kein Ve rfolgungscharakter be i- gemessen werden könne. Wären die sri -lankischen Behörden nach wie vor überzeugt gewesen, dass die Beschwerdeführerin in irgendeiner Wei- se eine Gefahr für die Sicherheit des sri-lankischen Staates darstelle, wä- re sie zweifellos auch nach ihrer Freilassung erneut inhaftiert worden, was jedoch nicht der Fall gewesen sei. Aufgrund ihrer Art und Intensität würden die geltend gemachten Vorkommnisse für die Zeit nach ihrer Haftentlassung keine für die Gewährung ei ner Einreise erhebliche Verfol- gung darstellen. Insofern seien ihre Befürchtungen vor allfälligen zukün f- tigen Nachteilen nicht asylrelevant. Hinsichtlich der Behelligungen durch unbekannte Drittpersonen sei zudem darauf hinzuweisen, dass der sri- lankische Staat grundsätzlich als schutzfä hig gelte und die Beschwerde- führerin damit die Möglichkeit habe, sich an die Behörden zu wenden, um Schutz vor Verfolgungen seitens Dritter zu ersuchen. Übergriffe Dritter könnten bei den lokal zuständigen Behörden zur Anzei ge gebracht we r- den und würden vom Staat geahndet. E-1673/2014 Seite 8 Zwar solle nicht in Abrede gestellt werden, dass die Beschwerdeführerin und ihre Kinder angesichts der Abwesenheit ihres Ehemannes wohl in e i- ner schwierigen Lage seien. Eine schwierige Lebenssituation und inso- weit humanitäre Überlegungen würden indes keinen Grund für eine Ei n- reisebewilligung in die Schweiz darstellen. Auch könne sie aus dem g e- waltsamen Tod ihrer Familienangehörigen – auch wenn dies für die B e- schwerdeführerin von grosser persönlicher T ragik sei – nichts zu ihren Gunsten ableiten. Da die Beschwerdeführerin ihren Heimatstaat bislang nicht verlassen und insbesondere auch nicht geltend gemacht habe, dazu nicht in der Lage gewesen zu sein, sei davon auszugehen, sie sei nicht dermassen erns t- haften Nachteilen ausgesetzt und habe nicht dermassen begründete Furcht, inskünftig solchen Nachteilen ausgesetzt zu sein. Im Lichte der obigen Erwägungen komme das BFM zum Schluss, sie sei bei einem Verbleib im Heimatstaat nicht akut gefährdet, weshalb ihre Furcht vor Verfolgung als objektiv nicht begründet im Sinne des Asylg e- setzes einzustufen sei. Ferner vermöchten auch die von der Beschwerde- führerin eingereichten Dokumente nichts zu ändern, zumal diese lediglich Vorbringen stützten, deren Glaubhaftigkeit vorl iegend nicht in Frage g e- stellt werde. 6.2 Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde- eingabe im Wesentlichen geltend, ihre persönliche Situation habe sich immer noch nicht verbessert. Seit ihrer Freilassung im April 2010 werde sie nach wie vor sexuell und grausam missbraucht. Zudem würden So l- daten und Angehörige vom CID zu ihrem Haus kommen und sie zu B e- fragungen ins Militärlager mitnehmen. Dort werde sie jeweils über ihren Mann sowie ihre Familie ausgefragt und unter Drohung missb raucht. Zu- letzt sei sie dort am 2. März 2014 von einem Soldaten, der sie mis s- braucht habe, gebissen worden. Als sie sich wegen dieser Vorfälle vor zwei Monaten bei der Polizei in B._______ habe beschweren wollen, ha- be sich der diensthabende Beamte geweiger t, ihre Anzeige aufzuneh- men. Aus Furcht vor Vergeltungsmassnahmen durch die Sicherheitskräfte wolle ihr auch der Dorfvorst eher nicht helfen. An jemanden anderen kö n- ne sie sich nicht wenden, zumal die Sicherheitskräfte davon erfahren würden. Auch habe sie A ngst, zum Arzt zu gehen, da sie sich schäme und niemandem erzählen wolle, dass sie missbraucht werde. Da sie von den staatlichen Behörden (Sicherheitsbehörden und Geheimdienst) b e- helligt und bedroht werde, sei der Staat ihr gegenüber nicht schutzfähig . E-1673/2014 Seite 9 Zudem sei es sehr schwierig , Beweise zu erbringen , und Personen, die ihr helfen möchten, würden aus Angst zögern. Des Weiter en macht sie Ausführungen zu ihrer Inhaftierung im Jahre 2010 und zu jener ihres Ehemannes. Darüber hinaus bringt sie vor , sollte sie keinen Schutz au s- serhalb Sri Lankas finden, ziehe sie in Betracht, sich aufgrund ihrer aus- weglosen Situation in Sri Lanka umzubringen. Mit dem BFM ist festzuhalten, dass die von der Beschwerdeführerin g e- schilderten Erlebnisse – auch wenn sie in der Verg angenheit Tragisches durchgestanden hat – nicht asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG sind. Zu betonen ist nochmals, dass im heutigen Zeitpunkt nicht (mehr) von e i- ner Gefährdung auszugehen ist. Es kann vorab vollumfänglich auf die zu- treffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden. Die Ausfüh- rungen in der Beschwerdeschrift vermögen nicht zu einer veränder ten Betrachtungsweise zu führen. Für die nach der Freilassung geltend g e- machten regelmässigen Behelligungen und Schikanen, insbesondere den erstmals in der Beschwerde geltend gemachten regelmässigen sexuellen Missbrauch liegen weder Beweise noch glaubhafte Schilderungen vor. Vielmehr entsteht der Eindruck, die Beschwerdeführerin wolle damit in Reaktion auf die Erwägungen des BFM ihren Vorbringen mehr Gewicht verleihen und insbesondere ihre geltend gemachte aktuelle Gefährdungs- lage akzentuieren. In diesem Zusammenhang erstaunt auch, dass sie, sollte sie tatsächlich solchen regelmässigen und erheblichen Belästigun- gen ausgesetzt gewesen sein, nicht versuchte, sich mittels eines Woh n- ortswechsels innerhalb Sri Lankas davor zu schützen oder nach Indien auszureisen, wo sich ihre Schwester und ihr Ehemann aufhalten. Die Be- schwerdeführerin vermochte insgesamt nicht aufzuzeigen, dass sie auf die Schutzgewährung durch die Schweiz angewiesen ist beziehungswe i- se ihr gerade die Schweiz den erforderlichen Schutz gewähren muss. Ab- schliessend ist darauf hinzu weisen, dass ein Staat nicht verpflichtet ist, einem Asylsuchenden die Einreise zu gewähren, falls dieser für den Fall der Verweigerung der Einreisebewilligung mit Suizid droht. Es erübrigt sich, auf die weiteren Vorbringen in der Besc hwerde einzugehen, da die- se keine neuen Begründungselemente enthalten, welche geeignet wären, die Einschätzung des BFM zu relativieren. Das BFM hat demnach de r Beschwerdeführerin zu Recht und mit zutreffender Begründung die Ei n- reise in die Schweiz verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig E-1673/2014 Seite 10 sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). Die Beschwerde i st abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerd e- führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Aus ver - waltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 6 des Re g- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist indes auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) E-1673/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die Schwei- zer Vertretung in Colombo. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand: