Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 17. Mai 2017 (810 17 16) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Alleinzuteilung der elterlichen Sorge und Obhut / Kindesvertretung / Privatgutachten Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Claude Jeanneret, Christian Haidlauf, Stefan Schulthess , Beat Walther, Gerichtsschreiberin Irmgard Mostert Meier Beteiligte A.____ , Beschw erdeführerin, vertreten durch Dr. Nicolas Roulet, Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegner, vertreten durch Dr. Jonas Schweighauser, Advokat Betreff Regelung der elterlichen Sorge, Obhut und d es persönlichen Verkehrs sowie Abänderung der Kindesschutzmassnahmen (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 20. Dezember 2016) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die aus Marokko stammende A.____ und C.____, der mit tlerweile mit einer anderen Frau verheiratet ist, sind die Eltern von D.____ (geb. 2011). Am 12. Januar 2012 übertrug ihnen die Vormundschaftsbehörde E.____ die gemeinsame elter liche Sorge. Später im Jahr trennten sich die Eltern, wobei die Tochter unter der Obhut de r Mutter verblieb. Die neu zuständige Kin- des- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) errichtete in der Folge mit Entscheid vom 30. Mai 2013 eine Erziehungsbeistandschaft. B. Am 2. Juni 2015 übermittelte die Kinderschutzgrupp e des Spitals F.____ der KESB eine Gefährdungsmeldung. Darin äusserten die Fachleute Bedenken über die gesunde Ent- wicklung D.____s. Sie empfahlen eine Abklärung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie betref- fend die Erziehungsfähigkeit der Mutter und das Besuch srecht des Vaters. Die Erziehungsbei- ständin zeigte sich in einem Zwischenbericht vom 19. Juni 2015 ebenfalls in Sorge um das Kin- deswohl von D.____ und beantragte die Vornahme weite rer Abklärungen über den Gesund- heitszustand von Mutter und Kind. In der Folge ordnete die KESB mit Entscheid vom 15. Juli 2015 die Einholung eines prozess-orientierten Gutachte ns bei der Psychiatrie Baselland, Kin- der- und Jugendpsychiatrie (KJP), über die Erziehungsfä higkeit der Mutter, das Besuchsrecht des Kindsvaters sowie zur Abklärung von Missbrauchsvorwürfen gegenüber dem Vater an. C. Die Gutachterin der Psychiatrie Baselland kam im Gut achten vom 17. Februar 2016 zum Schluss, die Kindsmutter zeige Anzeichen einer Persönli chkeitsakzentuierung und sei in ihrer Erziehungsfähigkeit eingeschränkt. Die Überzeugung , D.____ könnte krank sein, und die daraus folgenden häufigen Arzttermine hätten einen w ahnhaften Charakter, wobei die Kinds- mutter unbelehrbar erscheine. lm Umgang mit der Tochte r zeige sie ein inkonstantes Bild, sie sei in einem Moment überbehütend und besorgt, im näc hsten unterschwellig aggressiv und ab- weisend, was sich negativ auf die Entwicklung des Mädchens a uswirke und sich sowohl in der emotionalen Bedürftigkeit als auch im Bindungsverhalte n des Mädchens zeige. Die Verteufe- lung des Vaters durch die Kindsmutter sowie die immer wi eder vor dem Kind thematisierten Missbrauchsvorwürfe führten zu einem Loyalitätskonflikt D.__ __s und einer Entfremdung vom Kindsvater. Sie empfahl eine weiterführende psychiatri sche Begutachtung. Am 7. März 2016 reichte die Kindertagesstätte, welche D.____ seit dem Ja nuar 2016 besuchte, der KESB eine Gefährdungsmeldung ein und berichtete darin, dass A.___ _ in wechselnden Versionen wirre Missbrauchsvorwürfe gegen den Kindsvater, die Grossmutter vät erlicherseits sowie Mitarbeiter der Kindertagesstätte erhoben habe. In den nachfolgen den Gesprächen mit der KESB verwei- gerte die Kindsmutter jegliche Kooperation hinsichtlich sozialpädagogischer Massnahmen oder weitergehender Abklärungen ihres Gesundheitszustands. D. Mit Entscheid vom 17. Mai 2016 ordnete die KESB di e psychiatrische Begutachtung der Kindsmutter an und wies sie im Rahmen einer fürsorg erischen Unterbringung zu einer stati- onären Vorabbegutachtung in die Klinik G.____ ein. Mi t gleichzeitig eröffnetem Entscheid der Vizepräsidentin wurde den Kindseltern vorsorglich das Auf enthaltsbestimmungsrecht über ihre Tochter entzogen und diese in einem Kinderheim platzie rt. Der persönliche Kontakt der Kinds- mutter wurde bis zur Klärung der Gefährdung vorläufi g sistiert. Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. Die vorsorglic hen Massnahmen wurden zusam- menfassend damit begründet, dass die Kindsmutter im Guta chten der KJP vom 17. Februar Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2016 als wahnhaft und unberechenbar beschrieben worde n sei und sie sich in der Folge jegli- cher ambulanter Behandlung widersetzt habe. Seither h abe sich die Situation zugespitzt, so dass nunmehr bei einem weiteren Aufenthalt der Tochter bei der Kindsmutter von einer akuten und hohen Gefährdung des Kindeswohls auszugehen sei. Anlä sslich der Anhörung habe diese zudem angekündigt, im Falle einer Fremdplatzierung des Kindes mit diesem sofort nach Marok- ko ausreisen zu wollen, weshalb der persönliche Kontakt z um Schutz des Kindes vorläufig zu sistieren sei, bis geklärt sei, welche Gefährdung von der Kindsmutter ausgehe und unter wel- chen Umständen sie ihre Tochter künftig sehen könne. Geg en diesen Entscheid erhob A.____, nachfolgend immer vertreten durch Dr. Nicolas Roulet, A dvokat, mit Eingabe vom 26. Mai 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilu ng Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht), welches das Rechtsmittel mit Urteil vom 25. Juli 2016 abwies (Verfahren Nr. 810 16 150). E. Am 17. Juni 2016 trat die Vizepräsidentin der KES B auf die Anträge der Kindsmutter vom 24. Mai 2016 und abermals vom 6. Juni 2016, die beh ördliche Platzierung sei sofort aufzu- heben und ihr ein Besuchsrecht einzuräumen, nicht ein. D ie Kindsmutter wurde als Vorausset- zung für Besuche zu ihrer Tochter angewiesen, sämtliche Re isepässe für ihre Tochter der KESB abzugeben und eine Verpflichtung zu unterschreiben, die Schweiz mit ihrer Tochter nicht zu verlassen. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Kan tonsgericht mit Urteil vom 7. Juli 2016 ab, soweit es darauf eintrat (Verfahren Nr. 810 16 210). F. Gestützt auf weitere Abklärungen und die Empfehlung der Beiständin wurde D.____ am 2. August 2016 superprovisorisch aus dem Kinderheim zu ihrem Vater umplatziert. Mit Ver- fügung vom 16. August 2016 teilte die KESB die Obhut über D.____ vorsorglich dem Kindsvater zu. Dieser wurde weiter für ausschliesslich berechtigt e rklärt, das Kind in medizinischen Ange- legenheiten und bezüglich sämtlicher Identitätspapier e zu vertreten. Die Kindsmutter wurde unter Strafandrohung erneut angewiesen, sämtliche Reise dokumente ihrer Tochter bei der KESB abzugeben. Für die Besuchskontakte wurde ein grundsä tzliches Besuchsrecht in beglei- tetem Rahmen vorgesehen, welches von der Befolgung von a ufgeführten Auflagen und Bedin- gungen abhängig gemacht wurde und erst bei deren Erfü llung konkret festgesetzt würde. Die Beiständin wurde beauftragt, die bisherige Arbeit zur Umsetzung der persönlichen Kontakte fortzusetzen. Des Weiteren wies die KESB A.____s Gesuch u m Einsetzung einer Verfahrens- vertretung für das Kind ab. Die von der Kindsmutter dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Kantonsgericht am 30. März 2017 als gegenstandslos abgeschr ieben (Verfahren Nr. 810 16 255). G. Mit Präsidialentscheid vom 12. September 2016 ordne te die KESB neben anderem unter Androhung der Ungehorsamsstrafe und der Zwangsvol lstreckung durch die Polizei vor- sorglich an, dass die Kindsmutter A.____ und alle von ihr beauftragten Personen, also auch ihr Rechtsvertreter Dr. Nicolas Roulet, sämtliche Reisepapier e von D.____ der KESB abzugeben hätten. Dagegen beschwerten sich A.____ und ihr Rechtsve rtreter wiederum beim Kantonsge- richt. Auch dieses Verfahren wurde am 30. März 2017 al s gegenstandslos abgeschrieben (Ver- fahren Nr. 810 16 282). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Ebenfalls am 12. September 2016 erstattete der Gut achter der G.____ das in Auftrag gegebene Gutachten, das die KESB zur Stellungnahme a n A.____ weiterleitete. Mit Schreiben vom 26. Oktober 2016 und 7. November 2016 beantragte diese der KESB, es sei ein neues, unabhängiges Gutachten bei einer ausserkantonalen Guta chterstelle einzuholen, eventualiter sei das Gutachten an die G.____ zur Nachbesserung zurückzuweisen, wobei der kulturelle Hin- tergrund der Kindsmutter näher auszuleuchten und testpsych ologische Untersuchungen durch- zuführen seien. Es sei zudem ein psychiatrisches Gutachten über den Kindsvater mit Fokus auf dessen Erziehungsfähigkeit im selben Rahmen wie bei de r Kindsmutter in Auftrag zu geben. D.____ sei weder beim Vater noch bei der Mutter unte rzubringen, sondern an einem dritten Ort zu platzieren. Um die Interessen D.____s unabhängig von der Behörde zu wahren, sei ihr eine Kindesvertretung zuzuordnen; die Beiständin sei auszuwec hseln. Es sei eine psychologische Betreuung D.____s anzuordnen und das von ihr privat in Auftrag gegebene psychologische Gutachten sei zur Entscheidfindung der KESB zu berücksichtig en. Am 21. November 2016 reichte A.____ bei der KESB ein von ihr bei Dr. phil. H.____ in Auftrag gegebenes psychologi- sches Gutachten ein. I. Der Kindsvater stellte im Rahmen der Anhörung vom 28 . Oktober 2016 die Begehren, dass D.____ weiterhin bei ihm leben solle und ihm die alleinige elterliche Sorge zuzuteilen sei. Der Kindsmutter sei ein begleitetes Besuchsrecht einzurä umen. Ausserdem beantragte er, die Reise- und Identitätspapiere von D.____ einzuziehen und ihm zu übergeben. J. Mit Entscheid vom 20. Dezember 2016 wies die KESB den Antrag A.____s auf eine erneute behördliche Platzierung D.____s ab, ebenso die Anträge der Kindsmutter zur Verfah- rensvertretung von D.____ und weiterer gutachterlicher Beweismassnahmen (Dispositivziffer 1). Dem Kindsvater C.____ wurde die alleinige elterliche S orge und Obhut über D.____ zugeteilt (Ziff. 2) und er wurde bei seiner Bereitschaft behaft et, für D.____ eine psychologische Betreu- ung aufzugleisen (Ziff. 3). Der Antrag der Kindsmutt er auf einen Wechsel der Erziehungsbei- ständin wurde abgewiesen und die am 14. Oktober 2016 vorsorglich erfolgte Einsetzung einer Zusatzbeiständin zur Kommunikation mit der Kindsmutter w urde bestätigt (Ziff. 4). Der Zusatz- beiständin wurden Umsetzungs- und Durchführungsaufträg e erteilt bezüglich einer Wiederher- stellung des persönlichen Verkehrs zwischen der Kindsmutter und D.____. Die Kindsmutter wurde aufgefordert, sich bezüglich der Organisation von begleiteten Besuchen mit der Zusatz- beiständin in Verbindung zu setzen (Ziff. 5). Sodann wu rde sämtlichen Personen ausser dem Kindsvater, die im Kontakt mit D.____ stehen, untersag t, das Kind ausser Landes zu bringen. Die Kindsmutter und alle von ihr beauftragten Persone n, namentlich auch ihr Rechtsvertreter Nicolas Roulet, hätten unter Androhung der Ungehorsamsst rafe und der Zwangsvollstreckung durch die Polizei sämtliche Reisepapiere von D.____ der KESB abzugeben (Ziff. 6). Die Kan- tonspolizei Basel-Landschaft wurde beauftragt, eine Au sschreibung zur Verhinderung einer in- ternationalen Kindsentführung in den entsprechenden Po lizeifahndungssystemen einzutragen (Ziff. 7). Einer allfälligen Beschwerde gegen diesen E ntscheid wurde die aufschiebende Wir- kung entzogen (Ziff. 8). Zusammenfassend begründete d ie KESB den Entscheid damit, dass D.____ das Wohl ihrer Tochter aufgrund einer gutachte rlich festgestellten Persönlichkeitsstö- rung nicht in den Vordergrund stellen könne. Es sei davo n auszugehen, dass die Entwicklung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht D.____s bei einem Verbleib bei der Mutter schwerwiegen d gefährdet wäre, währenddem der Kindsvater ein für D.____s Entwicklung förderliches Umfeld biete. K. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, weiterhin ver treten durch Dr. Nicolas Roulet, Advokat, mit Eingabe vom 19. Januar 2017 Beschwerde bei m Kantonsgericht mit dem Begeh- ren, der angefochtene Entscheid sei teilweise aufzuheben. Dispositivziffer 2 des angefochtenen Entscheids sei vollumfänglich aufzuheben und D.____ bis zu m rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens zur Regelung der elterlichen Sorge und Obhu t in einer geeigneten Institution zu platzieren. In Aufhebung von Dispositivziffer 3 sei von ei ner psychologischen Betreuung D.____s vorläufig abzusehen. Sodann sei die Vorinstanz a nzuweisen, einen Wechsel der Per- son der Beiständin vorzunehmen. Die Anweisung zur Abgabe der Reisedokumente sowie die Ausschreibung in den Polizeifahndungssystemen seien vollumfä nglich aufzuheben und es sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des Sachverhalt s an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dies alles habe unter o/e-Kostenfolge zu erfolgen, even tualiter sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu bew illigen. Verfahrensmässig wurde die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung beantragt. L. Mit Verfügung vom 15. Februar 2017 wies das Kanton sgericht den Antrag auf Wieder- herstellung der aufschiebenden Wirkung nach einem dies bezüglichen Schriftenwechsel ab. In der Folge stellte die Beschwerdeführerin dem Gericht den Reisepass D.____s zu. M. In der Vernehmlassung vom 7. Februar 2017 beantra gt die Vorinstanz die vollständige Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. N. Mit Eingabe vom 27. Februar 2017 lässt sich der Beschwe rdegegner, neu anwaltlich vertreten durch Dr. Jonas Schweighauser, Advokat, substi tuiert durch die Volontärin I.____, vernehmen. Er beantragt die vollumfängliche Abweisung d er Beschwerde unter o/e-Kosten- folge. O. Mit Präsidialverfügung vom 22. März 2017 wurde der F all der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Parteiverhandlung überwiesen und di e Beschwerdeführerin und der Be- schwerdegegner wurden angewiesen, an der Parteiverhandl ung persönlich zu erscheinen. Zu- sätzlich wurde als Auskunftsperson die Erziehungsbeiständin, J.____, zur Parteiverhandlung geladen. Die Anträge der Beschwerdeführerin auf Einho lung eines gerichtlichen Obergutach- tens und einer amtlichen Erkundigung bei der Sozialhil febehörde E.____ wurden abgewiesen. Der Beschwerdeführerin wurde weiter die unentgeltlich e Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. P. An der heutigen Parteiverhandlung haben die Beschw erdeführerin und ihr Rechtsver- treter, der Beschwerdegegner und sein Rechtsvertreter, substituiert durch die Volontärin I.____, K.____ als Vertreterin der Vorinstanz und J.____ als Ausk unftsperson teilgenommen. Die Ver- fahrensbeteiligten halten an ihren bereits in den Rechtsschriften gestellten Anträgen fest. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzb uches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann ge gen Entscheide einer Kindesschutzbe- hörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werd en. § 66 Abs. 1 des kantonalen Ge- setzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des k antonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Die Beschwerdeführeri n ist als direkte Verfahrensbeteiligte zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 450 Abs. 2 Zi ff. 1 ZGB). Da auch die übrigen Pro- zessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Ab s. 2 EG ZGB und § 43 ff. des Geset- zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung ( VPO) vom 16. Dezember 1993 erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Wie schon im vorinstanzlichen Verfahren beantragt die Beschwerdeführerin auch vor Kantonsgericht, es sei für das Verfahren eine Kindesvertr etung einzusetzen. Die Beurteilung des Antrags hängt mit den Rügen zusammen, die Vorinstan z habe die Anträge auf die Bestel- lung einer Kindesvertretung und den Wechsel der Beistandsperson zu Unrecht abgelehnt. 3.1 In Verfahren des Kindesschutzes ordnet die Kindesschu tzbehörde bzw. das Gericht wenn nötig die Vertretung des Kindes an und bezeichnet als Beistand eine in fürsorgerischen und rechtlichen Fragen erfahrene Person (Art. 314a bis Abs. 1 ZGB). Gemäss Art. 314a bis Abs. 2 ZGB prüft sie die Anordnung der Vertretung insbesonde re, wenn die Unterbringung des Kindes Gegenstand des Verfahrens ist (Ziff. 1), oder wenn die Beteiligten bezüglich der Regelung der elterlichen Sorge oder bezüglich wichtiger Fragen des persönlichen Verkehrs unterschiedliche Anträge stellen (Ziff. 2). Art. 314a bis Abs. 2 ZGB ist keine zwingende Bestimmung und nennt lediglich Fallkonstellationen, in denen die Ernennung einer Vertretung zu prüfen ist. Die Behör- de entscheidet über die Anordnung in jedem Fall nach pflichtgemässem Ermessen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_400/2015 vom 25. Februar 2016 E. 2.3, nicht publ. in: BGE 142 III 197; 5A_744/2013 vom 31. Januar 2014 E. 3; Urteil des Kant onsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 16. Dezember 2016 [ 810 16 321] E. 3.3; P ETER BREITSCHMID , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 5. Aufl., Basel 2014, Art. 314a/314a bis ZGB N 6). Das Institut der Kindesvertretung dient der Verwirkli- chung des Rechts des Kindes, in allen dieses berührenden Gerichts- oder Verwaltungsverfah- ren gehört zu werden. Aufgabe der Kindesvertretung ist es, den einschlägigen Prozessstoff im Hinblick auf die in Frage stehende Rechtsanwendung zu sammeln, zu sichten und aus Sicht des Kindesinteresses einzuordnen. Sie muss sich ein umfasse ndes, elternunabhängiges und neutrales Bild von der konkreten Situation (örtlich, häuslich, schulisch, Interaktion zwischen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kind und Eltern sowie Geschwistern etc.) machen und dieses dem Gericht zur Kenntnis bringen (BGE 142 III 153 E. 5.2.3.1; K URT AFFOLTER , Kindesvertretung im behördlichen Kindesschutz- verfahren, in: Rosch/Wider [Hrsg.], Zwischen Schutz und Se lbstbestimmung, Festschrift für Christoph Häfeli, Bern 2013, S. 210). 3.2 Die Vorinstanz führt zur Begründung ihres die Einse tzung einer Kindesvertretung ab- lehnenden Entscheids aus, dass die Erziehungsbeiständin gee ignet sei, die Interessen des Kindes gegenüber der Kindesschutzbehörde zu vertreten. D.____ sei immer noch in einem Al- ter, in dem sie zur Ermittlung des Kindeswillens nicht b efragt werden könne. Ein Kinderanwalt müsste sich auf die Akten und Abklärungen der Fachpersonen und der Beiständin stützen. Vor- liegend seien ausserdem keine rechtlich heiklen Frageste llungen aufgeworfen, die die Einset- zung eines juristischen geschulten Anwalts rechtfertigen würden. 3.3 Die Beschwerdeführerin stellt nicht grundsätzlich i n Abrede, dass die Vertretung des Kindes durch eine Erziehungsbeiständin erfolgen kann. Sie vertritt jedoch den Standpunkt, dass im vorliegenden Fall die durch die KESB eingesetzte Er ziehungsbeiständin nicht in der Lage sei, diese Funktion auszuüben. Es sei offensichtlich, dass au fgrund der emotionalen und per- sönlich geprägten Dissonanzen zwischen der Beiständin und d er Beschwerdeführerin eine sachliche und distanzierte Handhabung der Angelegenheit durch die Beiständin nicht garantiert werden könne. Die Erziehungsbeiständin wahre nicht die Interessen D.____s, sie setze sich vielmehr für die Interessen des Kindsvaters ein. Ihr Abklä rungsbericht vom 2. August 2016, in welchem sie beantragte, die Obhut über D.____ dem Kin dsvater zuzuteilen, sei parteiisch, vor- eingenommen und unprofessionell. Aus diesem Grund bean tragt die Beschwerdeführerin, die Person der Erziehungsbeiständin zu wechseln und eine an dere Mandatsperson einzusetzen. Es ist somit zu fragen, ob die Erziehungsbeiständin J.___ _ das Kind im vorliegenden Verfahren vertreten kann. Dies wäre nicht der Fall, wenn dem Ant rag der Beschwerdeführerin auf Aus- wechslung der Beiständin stattzugeben wäre. 3.4 Die KESB entlässt einen Beistand oder eine Beistän din gemäss Art. 423 Abs. 1 ZGB unabhängig von seinem beziehungsweise ihrem Willen von A mtes wegen, wenn die Eignung für die Aufgaben nicht mehr besteht (Ziff. 1) oder ein anderer wichtiger Grund für die Entlassung vorliegt (Ziff. 2). Der KESB kommt bei der Beurteilu ng der Entlassung grosses Ermessen zu. Sie hat sich dabei nach den Interessen und dem Wohl des K indes zu richten. Für die Entlas- sung ist daher eine erhebliche (ernstliche) Gefährdung der Interessen beziehungsweise des Wohls des betroffenen Kindes zu verlangen (vgl. U RS VOGEL , in: Basler Kommentar, a.a.O., Art. 421-424 ZGB N 20). 3.5 Bereits mit Entscheid vom 14. Oktober 2016 hatte d ie KESB den Antrag der Be- schwerdeführerin auf einen Wechsel der Mandatsperson abg elehnt. Begründet wurde dies im Wesentlichen damit, dass der Beiständin in ihrer Mandat sführung keine Fehler angelastet wer- den könnten. Da bei einem Wechsel die neue Mandatsper son dieselben Aufgaben zu erfüllen hätte wie die eingesetzte Beiständin, sei nach dem bishe rigen Verhalten der Beschwerdeführe- rin davon auszugehen, dass diese innert kurzer Zeit auch die Zusammenarbeit mit der neuen Person verweigern werde. Diese Auffassung bekräftigt die KESB im angefochtenen Entscheid. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.6 Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung führte d ie Beiständin aus, dass sie die Be- schwerdeführerin kenne, seit sie im Jahr 2012 mit Abkläru ngen bezüglich allfälliger Kindes- schutzmassnahmen beauftragt worden sei. Anfänglich sei ih r Verhältnis gut gewesen, es habe sich jedoch ab 2015 deutlich verschlechtert, als sie wegen der vielen Arztbesuche Rücksprache mit den Ärzten habe nehmen wollen, die Beschwerdeführ erin dies aber nicht zugelassen, son- dern den Kontakt zu ihr abgebrochen habe. Deshalb habe sie mit Zwischenbericht vom 19. Juni 2015 empfohlen, Abklärungen über den Gesundheitszustand D.____s und ihrer Mutter zu tref- fen. Im beanstandeten Bericht vom 2. August 2016 betre ffend die vorsorgliche Obhutszuteilung an den Kindsvater habe sie sich auf ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Eltern der letzten vier Jahre, auf die eingegangenen Gefährdungsme ldungen und das Gutachten der KJP gestützt. 3.7 Die Beschwerdeführerin legt nicht substantiiert da r, worin sie einen wichtigen Grund für die Entlassung der Beiständin aus dem Amt erblickt und weshalb die Beiständin nicht in der Lage sein soll, das Mandat unabhängig und fachkompetent zu führen. Der pauschal erhobene Vorwurf der Parteilichkeit und Unprofessionalität ist o bjektiv nicht nachvollziehbar. Der Um- stand, dass die Beiständin verschiedentlich nicht den Standp unkten der Beschwerdeführerin folgte, stellt jedenfalls kein Indiz für eine mangelha fte Mandatsführung dar. Die Beiständin ist dem Kindeswohl verpflichtet und nicht den Wunschvorstellu ngen der Eltern. Gestörte persönli- che Beziehungen zum Beistand sind weiter vielfach Teil de s Problems, welches in der grundle- genden Problematik der psychischen Beeinträchtigung des betroffenen Elternteils begründet ist. In dieser Situation ändert ein Wechsel des Beistandes i n der Regel nichts, da der Vertrauens- verlust nicht von der individuellen Persönlichkeit der das Amt ausführenden Person abhängig ist und bei jeder neu eingesetzten Person über kurz oder lang ebenfalls eintreten würde (vgl. VOGEL , a.a.O., Art. 421-424 ZGB N 26). Diese Erfahrungsta tsache bewahrheitete sich im vor- liegenden Fall: Um der Beschwerdeführerin entgegenzuk ommen und den Aufbau des persönli- chen Verkehrs mit D.____ zu ermöglichen, setzte die Vorinstanz mit Entscheid vom 14. Oktober 2016 vorsorglich eine zusätzliche Beiständin ein. Die Besc hwerdeführerin hat sich - wie sie an- lässlich der heutigen Parteiverhandlung einräumte - trotz entsprechender Aufforderung nicht mit der Zusatzbeiständin in Verbindung gesetzt. Darin zeig t sich, dass die Beschwerdeführerin die Zusammenarbeit unabhängig von der eingesetzten Mandat sperson beharrlich verweigert. Eine Auswechslung der Beiständin liesse somit unter dem Gesichtswi nkel des Kindeswohls keine Verbesserung der Situation erwarten. Im Weiteren beste hen keinerlei andere Hinweise auf Pflichtverletzungen der Beiständin im Zusammenhang mi t ihrer kindesschutzrechtlichen Tätig- keit. Zusammenfassend sind keine Gründe für einen Beis tandswechsel ersichtlich. Die Vor- instanz hat den Antrag auf Entlassung der Beiständin somit zu Recht abgelehnt. 3.8 Die Aufgabe der Kindesvertretung im vorliegenden V erfahren besteht primär in der Hilfe bei der Sachverhaltsermittlung und weniger in der rechtlich-verfahrensmässigen Unterstüt- zung des Kindes in einem Prozess. Bei einer solchen Konstell ation kann die von der Kindes- schutzbehörde vorzunehmende Abwägung im Einzelfall durcha us zum Ergebnis führen, dass die Wahrung der Interessen des Kindes im beistandschaft lichen Mandat erfolgt (vgl. BREITSCHMID , a.a.O., Art. 314a/314a bis ZGB N 6). Eltern haben zudem keinen Anspruch darauf, dass eine Person zur Wahrung der Kindesinteressen eingeset zt wird, die ihre Auffassung teilt. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wünsche des Kindes zur Person des Beistands sind unter der Be dingung der Eignung zum konkreten Mandat grundsätzlich zu berücksichtigen (vgl. Art. 401 ZGB), nicht aber diejenigen der Eltern. Würden letztere berücksichtigt, hätte dies eine verkappte Verdoppelung einer Eltern- vertretung zur Folge (Y VO BIDERBOST , in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 314a bis ZGB N 4). Nach dem oben Gesagten war die Erziehungsbeiständin geeignet, die Interessen D .____s im Verfahren adäquat wahrzu- nehmen, ohne dass eine zusätzliche Verfahrensvertretung h ätte eingesetzt werden müssen. Die Rügen der Beschwerdeführerin gehen fehl. 3.9 Aus dem soeben Gesagten folgt, dass die Beiständin auch im kantonsgerichtlichen Verfahren die Interessen des Kindes vertreten kann. Von der beantragten Einsetzung einer Kindesvertretung ist abzusehen. 4. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid zusammenfa ssend damit, dass bei der Be- schwerdeführerin gutachterlich eine kombinierte Persönli chkeitsstörung mit paranoiden und narzisstischen Zügen diagnostiziert worden sei. Diese mani festiere sich in einem Kontrollbe- dürfnis und der Unfähigkeit, eine Problemeinsicht zu e ntwickeln und Hilfe zu akzeptieren. Sie erlebe Hilfsangebote vielmehr als bedrohliche Einmischun g und Entmachtung, was äusserst negative Auswirkungen auf das Kindswohl zeitige. Die Kin dsmutter biete kein stabiles Betreu- ungsumfeld. Sie sei weiter ohne objektiven Grund von ei ner Krankheit D.____s überzeugt und habe wiederholt unnötige ärztliche Untersuchungen verl angt. Ausserdem habe sie ihre Tochter genötigt, ihre unglaubhaften und unbelegten Missbrauc hsvorwürfe gegen den Vater zu bestäti- gen. Viele ihrer Aussagen seien verifizierbar falsch. A ufgrund dieser Umstände müsse ihr die Erziehungsfähigkeit abgesprochen werden. Bei einem w eiteren Aufenthalt bei der Mutter sei von einer akuten und hohen Gefährdung des Kindeswohls a uszugehen, zumal aufgrund der mangelnden Kooperationsbereitschaft keine ambulanten Massnahmen umgesetzt werden könnten. Die Obhut sei deswegen dem Beschwerdegegner zuzu teilen. Die Beschwerdeführerin habe weiter seit Februar 2015 den Kontakt zum Kindsvat er abgebrochen und diesem das Be- suchsrecht vorenthalten. Seit der Fremdplatzierung ihrer Tochter im Mai 2016 weigere sie sich, ihre Tochter zu besuchen. Eine Voraussetzung für die Ausü bung der gemeinsamen elterlichen Sorge sei unter anderem die Fähigkeit der Eltern, mit einander zumindest über eine Drittperson zu kommunizieren. Die Beschwerdeführerin lehne jedoch au ch den Kontakt zur Beiständin und zur speziell für die Kommunikation mit ihr eingesetzten Z usatzbeiständin ab. Lieber scheine sie darauf zu verzichten, ihre Tochter zu sehen, als irgendwe lche Zugeständnisse zu machen. Auf- grund dieser Verweigerungshaltung, bei der auch mit U nterstützung von Drittpersonen derzeit keinerlei Änderung zu erwarten sei, sei weder ein Zusa mmenwirken zwischen den Eltern im Sinne der gemeinsamen elterlichen Sorge möglich, noch vermöge die Kindsmutter ohne Kon- takt zum Kind die elterliche Sorge auszuüben. Dem Beschwe rdegegner sei deshalb die alleini- ge elterliche Sorge über D.____ zuzuteilen. 5. Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, die Vorinstan z habe den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig respektive unvollständig erhoben. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Die Kindesschutzbehörde erforscht den Sachverhalt von Amtes wegen. Sie zieht die erforderlichen Erkundigungen ein und erhebt die notwendigen Beweise. Sie kann eine geeigne- te Person oder Stelle mit Abklärungen beauftragen, nö tigenfalls ordnet sie das Gutachten einer sachverständigen Person an. Sie wendet das Recht von Amte s wegen an (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 446 Abs. 1, 2 und 4 ZGB). Stützt sich die B ehörde auf sachverständige Personen, um sich das für den Entscheid erforderliche Fachwissen zu ve rschaffen, so würdigt sie die von diesen Fachpersonen angefertigten Gutachten grundsätzlich frei. Allerdings darf die Behörde in Fachfragen nur aus triftigen Gründen von einem Gutachte n abweichen. Sie hat zu prüfen, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbrin gen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen (vgl. M ARGOT MICHEL / INES GAREUS , Das Gutachten im Verfahren vor der Kindes- und Erwach senenschutzbehörde, FamPra 2016, S. 902 f.). Erscheint die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft, hat die Behörde nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu erheben (BGE 138 III 193 E. 4.3.1; 136 II 539 E. 3.2; 133 II 384 E. 4.2.3). Bringt eine Partei eine abweichende ärztliche Stellungnahme in das Verfahren ein, können die Äusserungen des Par- teigutachtens zur Feststellung eines medizinischen Sachver halts beweismässig beitragen. Dar- aus folgt indessen nicht, dass ein solches Gutachten den g leichen Beweiswert wie ein vom Ge- richt oder von einer Behörde nach dem vorgegebenen Ver fahrensrecht eingeholtes Sachver- ständigengutachten besitzt. Parteigutachten ist nach stä ndiger Rechtsprechung des Bundesge- richts nicht die Qualität von Beweismitteln, sondern v on blossen Parteibehauptungen beizu- messen (BGE 141 III 433 E. 2.3; 140 III 24 E. 3.3.3; 139 III 305 E. 5.2.5; M ICHEL /GAREUS , a.a.O., S. 903). In Bezug auf Berichte von behandelnd en Ärzten darf und soll zudem der Erfah- rungstatsache Rechnung getragen werden, dass diese mi tunter im Hinblick auf ihre auftrags- rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien- ten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5). Wie jede substant iiert vorgetragene Einwendung gegen ein behördlich eingeholtes Gutachten verpflichtet ein P arteigutachten die Behörde indessen, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien fü r die Beweiswürdigung folgend zu prü- fen, ob es in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des von der Behörde förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist oder weitere gutachterliche Abklärungen in die Wege zu leiten sind (BGE 125 V 351 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts 8C_848/2014 vom 19. Februar 2015 E. 2.2). 5.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, das von der KE SB eingeholte psychiatrische Gut- achten der G.____ sei in wesentlichen Teilen mangelh aft, weshalb nicht darauf habe abgestellt werden dürfen. Zur Untermauerung ihres Standpunkts hat te sie der KESB ein von Dr. phil. H.____, Ausbildungsanalytikerin SGPsa/IPA, Psychotherap eutin VPB/SPV, Graphologin SGG, erstelltes psychologisches Gutachten zu den Akten gereicht . Zusammenfassend wird darin festgehalten, dass im Gutachten der G.____ weder testpsyc hologische Untersuchungen durch- geführt noch auf den kulturellen Hintergrund der Besch werdeführerin eingegangen worden sei. Die Privatgutachterin erkennt keine Persönlichkeitsstörung, sondern eine allfällige posttraumati- sche Belastungsstörung, wobei diese Diagnose gut therapierbar sei und die Erziehungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht ausschliesse. Die Beschwerdeführerin fordert aufgrund der offen- sichtlich abweichenden Diagnosen der beiden Gutachten ei ne ergänzende Begutachtung der Beschwerdeführerin, wobei der kulturelle Hintergrund der Beschwerdeführerin näher auszu- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht leuchten und testpsychologische Untersuchungen durchzuführen seien. Allenfalls sei ein ge- richtliches Obergutachten einzuholen. 5.2.2 Das von der KESB in Auftrag gegebene Gutachten der G.____ vom 12. September 2016, verfasst von Dr. med. L.____, Facharzt Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie FMH und leitender Arzt der Jugendfor ensik, basiert zunächst auf einem kürzeren und zwei längeren Explorationsgesprächen währe nd des behördlich verfügten statio- nären Aufenthalts der Beschwerdeführerin. Im Laufe de s Begutachtungsprozesses folgten drei weitere längere ambulant durchgeführte Explorationsg espräche und eine Interaktionsbeobach- tung zwischen Mutter und Kind. Der Gutachter konsultier te weiter die Verfahrensakten der KESB B.____, dabei insbesondere das Gutachten der KJP vom 17. Februar 2016, und holte zusätzlich Informationen bei der Heimbetreuerin D.____s , der Beiständin sowie dem Hausarzt der Beschwerdeführerin ein. Gestützt auf diese Untersuchu ngen stellt der Gutachter für die Kindsmutter eine medizinische Diagnose nach ICD-10 und beantwortet die weiteren von der KESB gestellten Fragen im Zusammenhang mit einer all fälligen Gefährdung des Kindeswohls durch die Kindsmutter. Das Gutachten gibt die diesem zug runde liegenden aktenkundigen Tat- sachen und den Inhalt der eigenen Untersuchungen vollständig wieder. Es deklariert auch offen und begründet nachvollziehbar, dass aufgrund der sprachli chen Schwierigkeiten keine testpsy- chologischen Untersuchungen durchgeführt werden konnten. Es enthält sodann jeweils detail- lierte Begründungen für die einzelnen Untersuchungsbe funde, Schlussfolgerungen und Emp- fehlungen. Diese können anhand der widerspruchsfreien Begründung nachvollzogen werden und überzeugen. 5.2.3 Die Beschwerdeführerin beauftragte die Privatgu tachterin am 13. Oktober 2016 damit, ein psychologisches Gutachten zu ihrer Persönlichkeitsstrukt ur zu verfassen. Am 7. November 2016 erweiterte sie den Auftrag um die Frage, ob es G ründe gebe, ihr die Erziehungsfähigkeit abzusprechen und ihr das Kind wegzunehmen. Die Privatgut achterin stützte sich auf die von der Beschwerdeführerin zur Verfügung gestellten psychiat rischen Gutachten, weitere nicht auf- gezählte Informationen und Akten, sieben kürzere Explorationsgespräche und auf die grapholo- gische Begutachtung von fünf Handschriftproben in Franzö sisch und Arabisch. Laut Parteigut- achten sind die Handschriftproben und deren Evaluation psychologischen Tests gleichzusetzen. Aus der graphologischen Evaluation und den Gesprächen we rde deutlich, dass die Beschwer- deführerin seit ihrem Aufenthalt in der Schweiz durch traumatisierende Ereignisse belastet sei. Da sie, im Einklang mit koranischen Vorschriften, nicht off en über diese Belastungen sprechen könne, leide sie unter diesen (Privatgutachten vom 17. November 2016, S. 5). Diagnostisch liege allenfalls eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) vor. Diese könne in der Regel mit psychotherapeutischer Begleitung gut abgebaut und die innere Situation der Pati- entin stabilisiert werden (Privatgutachten, S. 15). Ei ne posttraumatische Belastungsstörung schliesse die Erziehungsfähigkeit der Kindsmutter keineswe gs aus, weshalb D.____ möglichst bald wieder unter die Obhut der Mutter zu stellen sei (Privatgutachten, S. 15). 5.2.4 Geht es wie vorliegend um die Beurteilung, ob e ine psychische Störung vorliegt, kön- nen Psychologinnen und Psychologen nicht als Gutachter be igezogen werden. Die begutach- tende Person muss zwingend Ärztin oder Arzt mit genügende n Fachkenntnissen in Psychiatrie Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht oder Psychotherapie sein (M ICHEL /GAREUS , a.a.O., S. 899 f.; D ANIEL STECK , in: Büchler/Häfeli/ Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm Erwachsenenschutz, Bern 2013, Art. 446 ZGB N 14). Die von der Beschwerdeführerin beauftragte Privatgutachterin verfügt über eine Ausbildung als Psycho- therapeutin, nicht aber als Ärztin, und ist damit fachl ich nicht zur psychiatrischen Begutachtung qualifiziert. Ausserdem muss eine medizinisch-diagnostische Methode gemäss bundesgerichtli- cher Rechtsprechung wissenschaftlich anerkannt sein, damit der mit ihr erhobene Befund eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage zu bieten vermag. Als wi ssenschaftlich anerkannt gilt eine Untersuchungsart, wenn sie von Forschern und Praktikern de r medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis anerkannt ist (BGE 134 V 231 E. 5.1). Wie die Vorinstanz im angefochtenen Ent- scheid zu Recht ausführt, ist die im vorliegenden Fall von der Privatgutachterin durchgeführte graphologische Evaluation keine wissenschaftlich anerkannt e psychiatrische Untersuchungs- methode. Das Privatgutachten 17. November 2016 spekulie rt weiter über den kulturellen Hin- tergrund der Beschwerdeführerin (vgl. S. 3 ff.) und e rklärt die bei der Beschwerdeführerin auf- tretende Symptomatik weitgehend mit transkulturellen P roblemen und Missverständnissen. Es liefert allerdings keine Aufschlüsse für die aktenkundig auffällige Neigung der Beschwerdeführe- rin zur Dramatisierung, den oftmals fehlenden Realität sbezug ihrer Aussagen und ihr ausge- prägtes Misstrauen. Wie bereits der behördliche Sachver ständige einleuchtend festhielt, beste- hen zwischen der (oftmals erwiesen wahrheitswidrigen) Tat sachendarstellung der Beschwerde- führerin und derjenigen Dritter regelmässig derart gr avierende Differenzen, dass sich diese nicht mit sprachlichen oder kulturellen Missverständnissen erklären lassen (vgl. Gutachten G.____, S. 23). Weiter wird die Diagnose einer posttr aumatischen Belastungsstörung ins Spiel gebracht, aber nicht weiter begründet. Eine solche St örung entsteht gemäss der Beschreibung in ICD-10 Ziff. F43.1 als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mi t aussergewöhnlicher Bedrohung oder ka- tastrophenartigem Ausmass, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Wel- ches Ereignis oder welche Ereignisse mit objektiv gesehen a ussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass sich im Leben der Beschwe rdeführerin ereignet haben sol- len, führt die Privatgutachterin nicht aus. 5.2.5 Entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdeführeri n stehen sich vorliegend nicht zwei gleichwertige, einander widersprechende fachliche Mein ungen gegenüber. Wie soeben aufge- zeigt wurde, weist das von einer medizinisch hierzu nicht q ualifizierten Person erstellte Privat- gutachten gravierende methodische und inhaltliche Mängel auf, so dass die Meinungsäusse- rung der Parteigutachterin die Schlüssigkeit des behördlichen Gutachtens nicht in Frage zu stel- len vermag. Die von ihr schwergewichtig abgehandelte Problematik der transkulturellen Entwur- zelungssituation wurde auch im Gutachten der G.____ be rücksichtigt. Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutreffend ausführt, widerspräch e die von der Beschwerdeführerin geforderte zusätzliche testpsychologische Untersuchung gerade ihrem Anliegen, ihrem kulturel- len Hintergrund Rechnung zu tragen, da die Testinstrum ente für den europäischen Raum vali- diert wurden und im vorliegenden Fall gerade keine zu verlässigen Resultate liefern würden. Es bestehen keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der von der KESB eingeholten Expertise, weshalb die Vorinstanz für ihre Entscheidung auf das Gutachten der G.____ abstel- len durfte. Der Sachverhalt war in dieser Hinsicht rechtsgenüglich erstellt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, dass d ie Obhut und die alleinige elterliche Sorge dem Beschwerdegegner zugeteilt worden seien, obw ohl dessen Erziehungsfähigkeit fraglich und nicht genügend abgeklärt sei. Die Vorinsta nz ignoriere die Ängste der Mutter be- züglich der sexuellen Übergriffe durch den Vater. Sie sei den Missbrauchsvorwürfen in Verlet- zung ihrer Untersuchungspflicht nicht nachgegangen. Konkr et führt sie aus, dass sich im Gut- achten der G.____ eine Gefährdung des Kindeswohls durch den Kindsvater erkennen lasse. Im Laufe des Abends des ersten Tages ihres Aufenthalts im Ki nderheim habe D.____ ihrer Be- treuerin berichtet, dass ihr Vater ihr zwischen den Beinen Schmerzen zugefügt habe, dies habe sie nachher nie mehr erwähnt (vgl. Gutachten G.____, S. 14). Diese Äusserung D.____s müsse als nicht zu übersehender Hinweis ernst genommen werden , dass das Kindeswohl unter der alleinigen Sorge und Obhut des Beschwerdegegners gefäh rdet sei. Aus diesem Grunde sei hinsichtlich der Erziehungsfähigkeit des Kindsvaters ein psychiatrisches Gutachten einzuholen. 5.3.2 Anfangs 2015 war eine Erweiterung des Besuchsrecht s mit unbegleiteten Besuchen beim Kindsvater umgesetzt worden. Nach dem dritten Besuch beim Vater habe D.____ laut der Darstellung der Beschwerdeführerin ausgesagt, dass der Vater ihr an der Scheide Schmerzen verursacht habe. Die Beschwerdeführerin brachte daraufh in D.____ wegen starken Schmerzen im Genitalbereich in die Notfallstation des Spitals F .____. Die dort durchgeführten körperlichen Untersuchungen und Laboranalysen waren unauffällig, eb enso die Untersuchung durch die Kindergynäkologin. In der von der Mutter beigebracht en Urinprobe wurde eine "urinfremde" Substanz, vermutlich ein Farbstoff, aber kein Blut gefu nden (Gefährdungsmeldung des Spitals F.____ vom 2. Juni 2015, S. 1). Die Beiständin stellte in der Folge den Antrag, unter anderem auch die Missbrauchsvorwürfe durch ein Gutachten abkläre n zu lassen. Gegenüber der Gut- achterin der KJP schilderte die Beschwerdeführerin im R ahmen der Erhebungen zur Vorge- schichte die von ihr angeblich beobachteten, aber nie ge meldeten, früheren sexuellen Übergrif- fe des Kindsvaters (vgl. Gutachten KJP, S. 3). Des Weiteren erwähnte der angefragte Betreuer der Sozialhilfe E.____, dass die Beschwerdeführerin ihm von den angeblichen sexuellen Über- griffen auf D.____ erzählt habe. Er fände dies sehr schw ierig, da sie das Mädchen nötige, die Geschichte anderen Menschen zu erzählen (Gutachten KJP, S. 6). Im Rahmen der eigenen Beobachtung beschreibt die Gutachterin, wie die Beschwe rdeführerin D.____ wiederholt, drän- gend und in suggestiver Weise immer wieder zu Aussagen über sexuelle Übergriffe durch den Kindsvater bewegen wollte. Die Nötigung, welche das Mädchen dadurch erfahre, sei gravierend (Gutachten KJP, S. 7). D.____ selbst habe sich zu den ve rmeintlichen sexuellen Übergriffen nicht klar geäussert (Gutachten KJP, S. 8). Es habe ein spezifisches Einzelgespräch mit D.____ stattgefunden, welches auf Video aufgenommen worden se i, in dem D.____ aber nicht über ihren Vater gesprochen habe. Diese Aufnahme wurde jedoch bei der Ansicht von der Kindsmut- ter - laut dieser versehentlich - gelöscht (Gutachten KJP, S. 7). Insgesamt konnten die Miss- brauchsvorwürfe gegenüber dem Kindsvater nicht durch ko nkrete Hinweise objektiviert werden (Gutachten KJP, S. 10). 5.3.3 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführeri n hat die Vorinstanz die Miss- brauchsvorwürfe ernst genommen und gutachterlich abkläre n lassen. Obwohl die Beschwerde- führerin die Thematik des Missbrauchs während der Abklärun gsphase immer wieder aufrollte und D.____ aufforderte, die Übergriffe zu bestätigen, konnten die Missbrauchsvorwürfe nicht Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht objektiviert werden. Dass D.____ in Abwesenheit der Mut ter der ihr fremden Heimbetreuerin erzählte, ihr Vater habe ihr Schmerzen zwischen den Beinen zugefügt, muss nicht zwingend ein konkreter Hinweis auf ein sexuell übergriffiges Verhalten des Vaters sein, sondern kann vor der Hintergrund der vorgängigen mütterlichen Einflussnahme auch als Reaktion auf den Schock der plötzlichen unfreiwilligen Trennung von der Mutter verst anden werden. Dass D.____ spontan erzählen könnte, ihr Vater habe ihr Schmerzen zwischen den Beinen zugefügt, ist laut Gutach- ten der G.____ nicht ausgeschlossen. Der Gutachter der G.____ stellte fest, die Mutter sei überzeugt, dass der Vater negative Auswirkungen auf D.__ __ habe, sie werde diese deshalb eindringlich suchen und D.____ möglicherweise soweit bee influssen, dass diese es auch so ausdrücke (Gutachten G.____, S. 27). Auch die Gutachterin der KJP führte aus, dass die Mutter D.____ so stark beeinflusse, bis diese die ihr in den Mund gelegten Worte nachsprechen würde (Gutachten KJP, S. 9). Verhaltensauffälligkeiten, wel che als mögliche Anzeichen eines sexuel- len Missbrauchs gedeutet werden könnten, wurden von keiner der involvierten Betreuungs- und Fachpersonen gemeldet. Vor diesem Hintergrund ist zusammenfassend festzuhalten, dass sich der Vorwurf des Missbrauchs nicht bestätigt hat. 5.3.4 Aus den Akten ergibt sich sodann, dass die Erziehung sfähigkeit des Beschwerdegeg- ners im Gutachten der KJP durch Interaktionsbeobachtungen hätte abgeklärt werden sollen. Im Gutachten wird festgehalten, dass die Erziehungsfähigkeit des Kindsvaters allerdings nur mar- ginal beurteilt werden könne, da nur ein einmaliger Kontakt zwischen dem Vater und D.____ - dazu noch im Beisein der Mutter - stattgefunde n habe. D.____ habe freudig auf den Vater reagiert, es seien keine Anzeichen von Angst oder M isstrauen erkennbar gewesen. Wei- tere Beobachtungen seien nicht möglich gewesen, da der Kindsvater zwar pünktlich zu den Terminen gekommen, die Mutter aber mit D.____ nicht erschienen sei (Gutachten KJP, S. 8). Im Rahmen der Heimplatzierung D.____s war seit Mai 201 6 der persönliche Verkehr mit ihrem Vater wieder möglich geworden. Der Kindsvater besuchte D.____ zweimal wöchentlich und telefonierte täglich mit ihr (Bericht der Beiständin vo m 2. August 2016, S. 2). Die bei den Besu- chen beobachteten Interaktionen zwischen D.____ und ihrem Vater wurden von den Mitarbei- tern des Heims durchwegs als positiv beschrieben. Der Kind svater sei ausserordentlich enga- giert, sehr zuverlässig und transparent (Bericht der Beistä ndin vom 2. August 2016, S. 3). Auch die Beiständin selbst vermochte im väterlichen Verhalten und in der Beziehung zwischen ihm und D.____ nichts zu erkennen, was gegen eine Obhutszute ilung sprechen würde. Anlässlich eines Hausbesuchs beim Kindsvater im Juli 2016 sei spürbar gewesen, dass sich D.____ in der Familie des Kindsvaters wohlfühle (Bericht der Beiständin vom 2. August 2016, S. 4). 5.3.5 Wie aus den Berichten der Beiständin vom 2. Augu st 2016 und 21. November 2016 zu entnehmen ist, hat der Kindsvater gemäss Aussagen von Fa chpersonen seit der Platzierung D.____s im Heim und nach Zuteilung der Obhut seine Er ziehungsfähigkeit konstant unter Be- weis gestellt. Er hat eine gute Beziehung zu D.____ auf bauen können, unterstützt sie in allen Belangen und zeigt sich bereit, anstehende Erziehungsfra gen und allfällig auftauchende Unsi- cherheiten mit Fachpersonen wie etwa der seit August 20 16 beigezogenen sozialpädagogi- schen Familienbegleiterin zu besprechen. An der Erzieh ungsfähigkeit des Beschwerdegegners bestehen keine vernünftigen Zweifel. Der Sachverhalt ist in dieser Hinsicht genügend erstellt, weshalb die Rüge der Beschwerdeführerin fehlgeht. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4 Die Vorinstanz hat nach dem Gesagten den Sachverhalt bezüglich der Erziehungsfä- higkeit beider Elternteile hinreichend abgeklärt. Aus diesen Gründen ist im vorliegenden Verfah- ren bezüglich der Beschwerdeführerin auf die beantra gte Einholung eines Ergänzungs- oder eines Obergutachtens zu verzichten. Ebenso abzuweisen ist ih r Beweisantrag, ein psychiatri- sches Gutachten bezüglich des Kindsvaters mit Fokus auf des sen Erziehungsfähigkeit in Auf- trag zu geben. Der Beschwerdeantrag, D.____ bis zum re chtskräftigen Abschluss des Verfah- rens bezüglich elterliche Sorge und Obhut in einer geei gneten Institution zu platzieren, ist ab- zuweisen, soweit er aufgrund der vorgehenden Ausführungen nicht ohnehin gegenstandslos ist. 6. Materieller Streitgegenstand ist vorliegend die Zu teilung der alleinigen elterlichen Sor- ge und Obhut an den Beschwerdegegner. 7.1 Gemäss Art. 298d Abs. 1 ZGB regelt die Kindesschutzb ehörde die Zuteilung der elter- lichen Sorge auf Begehren eines Elternteils, des Kindes oder von Amtes wegen neu, wenn dies wegen wesentlicher Änderungen der Verhältnisse zur Wahr ung des Kindeswohls nötig ist. Sie kann sich auf die Regelung der Obhut, des persönlichen Verkehrs oder der Betreuungsanteile beschränken (Art. 298d Abs. 2 ZGB). Ob eine wesentliche Veränderung vorliegt, beurteilt sich aufgrund sämtlicher Umstände des konkreten Einzelfalls. No twendig, aber auch ausreichend ist, dass die wesentlichen Grundlagen für eine gemeinsame Elternverantwortung nicht mehr vorhanden sind, sodass das Kindeswohl eine Zuweisung des So rgerechts an einen Elternteil erfordert (I NGEBORG SCHWENZER /MICHELLE COTTIER , Basler Kommentar, a.a.O., Art. 298d ZGB N 2; Urteil des Bundesgerichts 5C.34/2006 vom 27. Juni 2006 E. 1.1). Das kann der Fall sein, wenn bei einem Elternteil aufgrund einer Kindeswohlgefährdung Kindesschutzmassnahmen von einer gewissen Eingriffsschwere zu erlassen wären, etwa wenn einem Elternteil das Aufent- haltsbestimmungsrecht entzogen werden müsste (S CHWENZER /COTTIER , a.a.O., Art. 298 ZGB N 6; KURT AFFOLTER -FRINGELI /URS VOGEL , in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Bern 2016, Art. 298d ZGB N 5). 7.2 Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die El tern nicht von sich aus für Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes. Art. 307 Abs. 1 ZGB enthält die Aufforde- rung, die im Einzelfall geeigneten, vom Gesetz vorgese henen Massnahmen (Art. 307 Abs. 3 ZGB bis Art. 312 ZGB) zu treffen (AFFOLTER -FRINGELI /VOGEL , a.a.O., Art. 307 ZGB N 13). Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die Kindesschutzbehörde, wenn einer Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann, dieses den Eltern wegzune hmen und in angemessener Weise unterzubringen. Die Gefährdung des Kindes, die Anlass z um Entzug des Aufenthaltsbestim- mungsrechts gibt, muss darin liegen, dass das Kind im Umfel d der Eltern bzw. des Elternteils nicht so geschützt und gefördert wird, wie es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfal- tung nötig wäre (vgl. B REITSCHMID , a.a.O., Art. 307 ZGB N 18; Urteile des Bundesgericht s 5A_875/2013 vom 10. April 2014 E. 3.1; 5A_729/2013 vo m 11. Dezember 2013 E. 4.1). Uner- heblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern od er der weiteren Umgebung liegen (AFFOLTER -FRINGELI /VOGEL , a.a.O., Art. 307 ZGB N 18). Desgleichen spielt es keine Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung trifft. Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungs- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechts ist nur zulässig, wenn andere Massnahmen gemäss Art. 307 und Art. 308 ZGB erfolglos geblieben sind oder von vornherein als ungenügend erschei nen (vgl. Urteile des Bundesge- richts 5A_724/2015 vom 2. Juni 2016 E. 6.3, nicht pub l. in: BGE 142 I 188; 5A_70/2016 vom 25. April 2016 E. 3.1; 5A_548/2015 vom 15. Oktober 2015 E 4.3). 7.3 Das Gutachten der KJP vom 17. Februar 2016 stellte Anzeichen einer Persönlichkeits- akzentuierung sowie eine eingeschränkte Erziehungsfähigkei t der Beschwerdeführerin fest (vgl. Gutachten KJP, S. 9). Die Überzeugung, D.____ kö nnte krank sein, und die daraus fol- genden häufigen Arzttermine hätten einen wahnhaften Charakter, wobei die Kindsmutter unbe- lehrbar erscheine (vgl. Gutachten KJP, S. 7 und 9). lm U mgang mit D.____ zeige die Be- schwerdeführerin ein inkonstantes Bild, sie sei in einem M oment überbehütend und besorgt, im nächsten unterschwellig aggressiv und abweisend, was sich ne gativ auf die Entwicklung des Mädchens auswirke und sich sowohl in der emotionalen Bedü rftigkeit als auch im Bindungsver- halten des Mädchens zeige. Die Verteufelung des Vaters durch die Kindsmutter sowie die im- mer wieder vor dem Kind thematisierten Missbrauchsvorwür fe führten zu einem Loyalitätskon- flikt D.____s und einer Entfremdung vom Kindsvater (vgl. Gutachten KJP, S. 9). Das Gutachten der G.____ bestätigte diese Befunde. Es diagnostizierte bei der Beschwerdeführerin eine kom- binierte Persönlichkeitsstörung mit paranoiden und narzisstischen Zügen (ICD 10: F61) vor dem erschwerenden Hintergrund einer transkulturellen Entwurzelungssituation. Gemäss den Ausfüh- rungen des Gutachters können insbesondere das Kontrollbe dürfnis und die Unfähigkeit, Hilfe als solche zu akzeptieren, sondern sie als bedrohliche Ei nmischung und Entmachtung zu erle- ben, äusserst negative Auswirkungen auf das Kindswohl zeiti gen. Dadurch würden dem Kind bereichernde Beziehungserfahrungen vorenthalten, wenn nicht, was noch ungünstiger für eine adäquate Entwicklung wäre, die Aussenwelt als bedrohli ch dargestellt werde. In diesem ge- schlossenen System werde der Vater als eine potentielle S chadensquelle dargestellt, sodass das Kind Misstrauen gegenüber dem Vater bis hin zu Überze ugungen einer Misshandlungser- fahrung entwickeln könne (Gutachten G.____, S. 24). Na rzisstische Verletzungen des Selbst- wertgefühls und Hoffnungslosigkeit könnten zu einer weite ren Gefährdung führen, doch seien bei der Kindsmutter protektive Faktoren vorhanden, wel che das Risiko minimierten (Gutachten G.____, S. 25 f.). 7.4 Aufgrund der gutachterlich festgestellten eingeschr änkten Erziehungsfähigkeit der Be- schwerdeführerin ist das Kindeswohl D.____s unter der Obh ut der Beschwerdeführerin gefähr- det. Gestützt auf diese Gutachten und ihre eigenen we iteren Abklärungen erkannte die KESB zu Recht eine akute und hohe Gefährdung des Kindswohls i m Falle eines weiteren Verbleibs bei der Mutter. Diese ist wegen ihres psychischen Schwäch ezustandes nicht in der Lage, dem Kind die nötige körperliche und geistige Fürsorge zutei lwerden zu lassen. Dieser Zustand ver- hindert auch eine Problemeinsicht. Aufgrund der in den Akten und in den Gutachten vermerkten standhaften Verweigerung der Zusammenarbeit mit den involvierten Fachstellen - sei es aus Unwillen oder störungsbedingter Unfähigkeit - sind auch keine milderen Kindesschutzmass- nahmen ersichtlich, welche einen weiter andauernden Auf enthalt bei der Kindsmutter erlauben würden. Eine pathologische elterliche Überbesorgtheit beeinträchtigt die Entwicklung eines Kin- des und kann den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts r echtfertigen (vgl. Urteil des Bun- desgerichts 5A_701/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2). D.__ __ war in der Obhut der Mutter auf- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht fällig häufig krank, was aber nicht auf eine Vernachlä ssigung, sondern vielmehr auf die Projek- tionen durch die Mutter zurückzuführen sein dürfte. So h örten die Krankheitsabsenzen auf, so- bald sie fremdplatziert war. Zum Zeitpunkt des angefocht enen Entscheids hatte sie seit ihrer Platzierung beim Beschwerdegegner keinen einzigen Kinder gartentag mehr verpasst (vgl. E- Mail der Kindergartenlehrperson an die Beiständin v om 21. Dezember 2016). Die vorliegend von der Beschwerdeführerin an den Tag gelegte übertrie bene, wahnhaft anmutende Sorge um das leibliche Wohl des Kindes und ihre vor dem Kind e rhobenen Missbrauchsvorwürfe führen letztlich zur Gefahr, im Sinne einer Pathologisierung eine Störung beim Kind zu induzieren. Un- behelflich ist dabei der Einwand der Beschwerdeführeri n, bei ihr sei kein Wahn diagnostiziert worden. Ihre Neigung zu realitätsfremden Aussagen und ihre Tendenz zu Dramatisierungen ist die narzisstische Komponente am Gesamtstörungsbild (vgl. Gutachten G.____, S. 23 f.). 7.5 Nach dem soeben Aufgeführten lag mit der von der V orinstanz zutreffend erkannten schweren Gefährdung des Kindeswohls durch die Beschwerdefüh rerin eine wesentliche und dauerhafte Veränderung der Verhältnisse vor, welche na ch Art. 298d ZGB eine Neubeurteilung der elterlichen Sorge und der Obhut von Amtes wegen als erforderlich erscheinen liess. 8.1 Mit der am 1. Juli 2014 in Kraft getretenen Neuo rdnung des Sorgerechts hat der Ge- setzgeber zum Ausdruck gebracht, dass die gemeinsame elterl iche Sorge dem Wohl des Kin- des in der Regel am besten entspricht. Von der gemeins amen Sorge soll nur abgewichen wer- den, wenn zur Wahrung des Kindeswohls einem Elternteil die alleinige elterliche Sorge zu über- tragen ist (vgl. Art. 298b Abs. 2 ZGB). Zu beachten i st, dass die Alleinzuteilung gemäss bun- desgerichtlicher Rechtsprechung nicht mit dem als Kindessch utzmassnahme verfügten Entzug der elterlichen Sorge (Art. 311 Abs. 1 ZGB) gleichgeset zt werden darf. Deshalb kann hierfür auch nicht derselbe strenge Massstab wie nach Art. 311 Z GB gelten. Für eine Alleinzuteilung der elterlichen Sorge erachtet das Bundesgericht in Über einstimmung mit der Lehre auch weni- ger gravierende Gründe als ausreichend, die Alleinzutei lung muss allerdings eine eng begrenz- te Ausnahme bleiben (vgl. BGE 142 III 197 E. 3.5; 14 1 III 472 E. 4.4 ff.; WILHELM FELDER /HEINZ HAUSHEER /REGINA AEBI -MÜLLER /ERICA DESCH , Gemeinsame elterliche Sorge und Kindeswohl, ZBJV 2014, S. 901; SCHWENZER /COTTIER , a.a.O., Art. 298 ZGB N 13 f.). 8.2 Sind gegenüber einem gemeinsam sorgeberechtigten Elternteil zur Sicherung des Kin- deswohls derart starke Kindesschutzmassnahmen indiziert, dass die elterliche Sorge faktisch nur noch eine leere Hülse darstellt und sich auf wenige Restkompetenzen beschränkt, etwa weil wegen psychischer Krankheit das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen wäre, gleichzeitig der persönliche Verkehr nur noch begleitet oder gar ni cht mehr gewährt werden kann und die Kommunikation zwischen den Eltern nur über die Vermitt lung einer Beistandsperson gewähr- leistet ist, so entspricht dieser Zustand auf Dauer nicht dem Kindeswohl. In solchen Fällen ist die Sorge dem anderen Elternteil zuzuweisen (AFFOLTER -FRINGELI /VOGEL , a.a.O., Art. 298 ZGB N 21; S CHWENZER /COTTIER , a.a.O., Art. 298 ZGB N 13; BGE 119 II 9 E. 4b). I m vorliegenden Fall sind bei der Beschwerdeführerin die Voraussetzungen für den Entzug des Aufenthaltsbe- stimmungsrechts erfüllt (vgl. vorstehend E. 7). Weiter ver weigert sie jeglichen Kontakt zum Kindsvater. Die Kommunikation konnte auch mit Hilfe de r Beiständin und der Zusatzbeiständin nicht in Gang gebracht werden. Schon allein eine dera rtige anhaltende elterliche Kommunikati- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht onsunfähigkeit kann nach der Rechtsprechung eine Allei nzuteilung des Sorgerechts gebieten. Seit dem Sommer 2016 hat die Beschwerdeführerin darüb er hinaus aus eigenem Willen keinen persönlichen Kontakt mehr zu ihrer Tochter gehabt. Fü r eine sinnvolle Ausübung des Sorge- rechts ist aber der persönliche Kontakt zum Kind unabding bar. Es ist nur schwer vorstellbar, dass ein Sorgerechtsinhaber pflichtgemäss Entscheidungen zum Wohl des Kindes treffen kann, wenn über lange Zeit kein irgendwie gearteter Austau sch zwischen ihm und dem Kind stattfin- det (BGE 142 III 197 E. 3.5). Es kann somit festgeha lten werden, dass der von der Beschwer- deführerin provozierte vollständige Kontaktabbruch zum K ind und zum Beschwerdegegner im vorliegenden Fall dazu führt, dass einerseits die Eltern nicht gemeinsam handeln können und andererseits die Mutter nicht mehr in der Lage ist, di e Sorgen und Nöte der Tochter zu kennen. Das Kindeswohl gebietet unter den vorliegenden Umständen die Zuweisung der alleinigen elter- lichen Sorge und der Obhut an den Beschwerdegegner. L aut Berichten der Fachpersonen, die D.____ regelmässig sehen, wie die Kindergärtnerin, die Familienbegleiterin, die Leiterin der Kindertagesstätte und der Kinderarzt, geht es D.____ i n der Obhut des Beschwerdegegners gesundheitlich gut. Dessen Erziehungsfähigkeit kann entg egen der Auffassung der Beschwer- deführerin nicht ernsthaft in Frage gestellt werden ( vgl. vorstehend E. 5.3.4). An der heutigen Parteiverhandlung brachte der Beschwerdegegner vor, dass er ein Besuchsrecht der Kindsmut- ter unterstütze. Er wünsche sich, dass die Mutter ihre Tochter besuche. Der Beschwerdegegner zeigt somit auch die erforderliche Bindungstoleranz. Die Vorinstanz hat demnach zu Recht die Zuteilung der elterlichen Sorge und Obhut an den Vat er vorgenommen. Die Beschwerde er- weist sich auch diesbezüglich als unbegründet. Das im an gefochtenen Entscheid gleichzeitig geregelte Besuchsrecht der Beschwerdeführerin ist nicht angefochten, weshalb sich diesbezüg- liche Erörterungen erübrigen. 9. Die Beschwerdeführerin moniert schliesslich verschieden e weitere Anordnungen der Vorinstanz. 9.1 So beantragt sie, dass von der Einrichtung einer psycho logischen Betreuung D.____s abzusehen sei. Solange der aktuelle psychische Zustand D.____s nicht bekannt sei, müsse die psychologische Betreuung als kontraindiziert betrachtet werd en. Die laufende psychologische Betreuung wird indes vom G.____-Gutachten ausdrücklich em pfohlen. An der heutigen Partei- verhandlung führte der Beschwerdegegner aus, D.____ ge he gerne zu den Sitzungen. Die Notwendigkeit einer psychologischen Betreuung sei zusamme n mit der Beiständin und der Fa- milienbegleiterin besprochen und allseits als sinnvoll erachtet worden. Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zudem zutreffend bemerkt, entspr ach sie mit der Anordnung einer psy- chologischen Betreuung auch dem von der Beschwerdeführer in in ihrer Stellungnahme vom 7. November 2016 gestellten entsprechenden Antrag. Mit ihrem nunmehr gegenteiligen Be- schwerdeantrag verhält sich die Beschwerdeführerin inso fern auch widersprüchlich. Die Be- schwerde ist in diesem Punkt unbegründet. 9.2 Die Beschwerdeführerin wendet sich auch gegen von d er KESB verfügte Passabgabe. Sie begründet dies mit der beantragten Fremdplatzieru ng für die Dauer der weiteren Abklärun- gen. Da darauf verzichtet werden kann (vgl. vorstehend E . 5.4) und die elterliche Sorge sowie Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Obhut dem Beschwerdegegner definitiv zugewiesen wird, si nd diesem resp. der KESB auch D.____s Reisepapiere auszuhändigen. 9.3 Schliesslich verlangt die Beschwerdeführerin, auf di e Eintragung im automatisierten Fahndungssystem des Bundes (RIPOL), wonach D.____ nur in Begleitung oder mit dem aus- drücklichen Einverständnis des Beschwerdegegners ausser Land es gebracht werden darf, sei zu verzichten. Sie argumentiert, dass sich keinerlei Hinw eise dafür ergeben hätten, dass die Beschwerdeführerin ihre Tochter ins Ausland entführen könnte. In diesem Zusammenhang ist jedoch primär auf ihre unbestrittenermassen getätigten eigenen Aussagen zu verweisen, ihr Kind im Falle eines behördlichen Einschreitens ins Ausla nd verbringen zu wollen. Von dieser Ankündigung hat sie sich nie distanziert. Wie im Gutachte n der G.____ ausgeführt wird, kumu- liert die Beschwerdeführerin ausserdem mehrere Risikofaktoren für eine Kindsentführung (keine Arbeit, der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs durch den an deren Elternteil, die Überzeugung mangelnden Schutzes durch die Behörden, paranoide Züg e, sich missverstanden und diskrimi- niert fühlen, vgl. Gutachten G.____, S. 25). Damit be stehen entgegen der Auffassung der Be- schwerdeführerin offensichtlich konkrete Hinweise auf eine Entführungsgefahr, weshalb als Schutzmassnahme die RIPOL-Eintragung nicht zu beanstanden ist. 10. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten in sämtlichen Pu nkten unbegründet und ist vollumfänglich abzuweisen. 11.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfa hrens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpfl ichtig. Die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 2'100.-- sind dem Ausgang des Ve rfahrens entsprechend der Be- schwerdeführerin aufzuerlegen, wobei sie zufolge Bewil ligung der unentgeltlichen Prozessfüh- rung zulasten der Gerichtskasse gehen. 11.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Der Vorinstanz wird ke ine Parteientschädigung zugespro- chen (§ 21 Abs. 2 VPO). Gemäss dem Ausgang des Verfahren s ist dem anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner als obsiegender Partei antragsgemäss ein e Parteientschädigung zuzuspre- chen. In der anlässlich der heutigen Parteiverhandlung eingereichten Honorarnote macht der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners einen Zeitaufwand (ohne Parteiverhandlung) von 12.5 Stunden à Fr. 220.-- sowie Auslagen in der Höhe von in sgesamt Fr. 169.90 geltend. Für die heutige Parteiverhandlung kommt ein zusätzlicher Aufwand von 3 Stunden hinzu. Gemäss § 3 Abs. 3 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwä lte des Kantons Basel-Landschaft (TO) vom 17. November 2003 sind für die Bemühungen von Subst itutinnen oder Substituten 1/3 bis 2/3 des für den konkreten Fall massgebenden Stundenansat zes einer Anwältin oder eines An- waltes zu berechnen. Vorliegend anerkennt das Kantonsge richt für die Volontärin einen Hono- raransatz von Fr. 110.-- pro Stunde. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner dem- zufolge eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'024.90 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) auszurichten. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht im Rahmen der unentgeltlichen Verbeiständung einen Zeitaufwand (ohne Parteiverhand lung) von insgesamt 16.667 Stunden à Fr. 200.-- geltend. Für die heutige Parteiverhandlun g ist dem Rechtsvertreter ein zusätzlicher Aufwand von 3 Stunden zu vergüten, woraus sich ein Honor ar von Fr. 3'933.35 ergibt. Der Rechtsvertreter macht zudem Auslagen in der Höhe von insge samt Fr. 443.-- geltend, worin Auslagen für 245 Kopien à Fr. 1.50 enthalten sind. Im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspfle- ge werden Kopien praxisgemäss mit Fr. 0.50 pro Seite a bgerechnet (KGE VV vom 19. August 2015 [810 15 37] E. 11.2; KGE VV vom 21. August 2013 [810 13 52] E. 8.2; KGE VV vom 23. Mai 2012 [810 11 435] E. 12), weshalb ein gekür zter Auslagenersatz von Fr. 198.-- zuge- sprochen wird. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin demgemäss ein Gesamthonorar in d er Höhe von insgesamt Fr. 4'461.85 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 11.4 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hi ngewiesen, dass sie zur Nach- zahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung d er unentgeltlichen Rechtspflege der Ge- richtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gericht [Gerichtsorg anisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2002). Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'100.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der u nentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zulasten der Ge richtskas- se. 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner ei ne Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2'024.90 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) auszurichten. 4. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist ändung wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 4'461.85 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) aus der Ger ichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin