B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2877/2016 U r t e i l v o m 1. D e z e m b e r 2 0 1 6 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, Mit Zustimmung von Richter David R. Wenger; Gerichtsschreiberin Petra Vonschallen. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 7. April 2016 / N (…). E-2877/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie – verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 11. Ja- nuar 2014 und reiste mit einem fremden Reisepass via Qatar am 12. Ja- nuar 2014 illegal in die Schweiz ein, wo er am nächsten Tag um Asyl nach- suchte. Die Befragung zur Person (BzP) fand am 20. Januar 2014 im Emp- fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel statt (vgl. Akten SEM A3). Durch das SEM wurde der Beschwerdeführer am 21. August 2014 sowie am 18. Februar 2015 vertieft zu den Asylgründen angehört (vgl. A10 und A14). B. Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er habe in B._______ einen Gemischtwarenladen geführt. In den Jahren 2004 und 2005 habe er für die Organisation Libera- tion Tigers of Tamil Eelam (LTTE) Esswaren an verschiedene Orte geliefert. Dies sei während der Friedensperiode gewesen und ihm seien deswegen keine Probleme erwachsen . Am 14. September 2006 sei er mit seinem Freund C._______ zusammen unterwegs zum Markt gewesen, als sie von zwei unbekannten Angreifern angehalten worden seien. Er selber sei ge- fragt worden, wer er sei und wo er wohne. Er habe Auskunft gegeben und auch gesagt, dass er einen Laden führe. Dann sei er aufgefordert worden, wegzugehen. Als er sich wenige Meter entfernt habe, hätten die Angreifer seinen Freund erschossen. Er habe noch gesehen, wie sein Freund zu Bo- den gefallen sei, worauf er nicht reagiert habe und nach Hause gegangen sei. In der Folge habe er von diesem Vorfall nichts mehr gehört und sich auch nicht danach erkundigt. Im Juli 2013 hätten plötzlich zwei unbekannte Personen bei seiner Mutter nach ihm gefragt . Beim zweiten Besuch der Unbekannten habe er zufällig gesehen, dass es sich um die Mörder seines Freundes gehandelt habe. Diese hätten ihn aber nicht entdeckt. Sein Vater habe deswegen bei der Polizei Anzeige erstattet und diesen mitgeteilt, dass er von Unbekannten gesucht werde. Aus Angst vor diesen Personen habe er sich dann entschlossen, sein Heimatland zu verlassen. Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten und, soweit für den Entscheid wesentlich, auf die nachstehenden Erwägungen verwiesen. E-2877/2016 Seite 3 C. Mit Verfügung vom 7. April 2016 lehnte das SEM das Asylgesuch des Be- schwerdeführers unter Verneinung der Flüchtlingseigenschaft ab und ord- nete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. D. Mit Eingabe vom 9. Mai 2016 erhob der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die Verfügung des SEM sei aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen, eventu- aliter sei die Verfügung aufzuheben , seine Flüchtlingseigenschaft festzu- stellen und ihm Asyl in der Schweiz zu gewähren, subeventualiter sei die Verfügung betreffend die Ziffern 3 -5 des Dispositivs aufzuheben und die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zugs festzustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Mitteilung des Spruch- gremiums sowie die Bestätigung und Dokumentation seiner zufälligen Aus- wahl. Als Beweismittel reichte er eine Kopie des Todesscheins von C._______ vom 28. April 2016 samt englischer Übersetzung, einen vom Rechtsanwalt verfassten 78-seitigen Bericht "Sri Lanka – Bericht zur aktuellen Lage" vom 22. Februar 2016 inkl. einer Daten-CD, eine Aktennotiz vom 17. Februar 2016 der Schweizerischen Botschaft in Colombo und den Bericht "Written statement' submitted by the Pasumai Thaayagam Foundation, non-govern- mental organization in special consultative status" der United Nations vom 16. Feburar 2016 ein. E. Die Instruktionsrichterin teilte dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfü- gung vom 13. Mai 2016 das Spruchgremium mit und verzichtete einstwei- len auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. F. Auf Einladung de s Bundesverwaltungsgerichts liess sich das SEM am 25. Mai 2016 vernehmen. G. Mit Zwischenverfügung vom 26. Mai 2016 wurde die Vernehmlassung dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht. E-2877/2016 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurt eilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition d es Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlich er Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im E-2877/2016 Seite 5 Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozia len Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, d es Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve rfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte das SEM im Wesent- lichen aus, die Asylvorbringen des Beschwerdeführers würden den Anfor- derungen an die Glaubhaftmachung nach Art. 7 AsylG nicht genügen. Die Vorbringen des Beschwerdeführers würden in den wesentlichsten Punkten der allgemeinen Lebenserfahrung beziehungsweise der Logik des Han- delns widersprechen. So sei bereits seine Darstellung des angeblichen Ausgangsereignisses – die Erschiessung seines Freundes im Jahre 2006 – mit starken Zweifeln behaftet. Die beschriebene Vorgehensweise der An- greifer sei nicht nachvollziehbar. Es widerspreche jeglicher Logik, dass die Angreifer seinen Freund nicht in einem unbeobachteten Moment und ohne jegliche Zeugen getötet hätten. Weiter erstaune der Umstand, dass der Beschwerdeführer weder durch die Familie des getöteten Freundes, wel- che in unmittelbarer Nachbarschaft gewohnt habe, noch durch Freunde et- was über das Verbrechen an sich oder die Ermittlungen erfahr en haben wolle. Ebenso wenig sei nachvollziehbar, dass sich die Angreifer erst sie- ben Jahre später über ihn erkundigt hätten, zumal anscheinend auch keine Ermittlungen wegen der Tötung eingeleitet worden seien und die Angreifer sowohl über ihren Wohn - als auch Arbeitsort informiert gewesen seien. Weiter seien die Aussagen in verschiedenen Punkten widersprüchlich. Ferner erwog die Vorinstanz, dass dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka keine begründete Furcht vor Verfolgungsmass- nahmen im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden. Die Zugehörigkeit zur E-2877/2016 Seite 6 tamilischen Ethnie und die Landesabwesenheit würden gemäss herr- schender Praxis nicht ausreichen, um von Verfolgungsmassnahmen bei ei- ner Rückkehr auszugehen. Zwar könnten seine Herkunft aus dem Norden Sri Lankas, sein Alter und die Rückkehr mit temporären Reisedokumenten die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden im Rahmen der Wieder- einreise und Wiedereingliederung erhöhen, allerdings würden diese Fak- toren keinen begründeten Anlass zur Annahme konstituieren, dass sich Verfolgungsmassnahmen mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in ab- sehbarer Zukunft verwirklichen würden. Er habe selbst keine Nähe zur LTTE glaubhaft nachweisen können und auch sein familiärer Hintergrund böte keinen Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr erhöhte Auf- merksamkeit der sri -lankischen Behörden erfa hren könnte. Auch die ein- malige Teilnahme an einer Märtyrer-Feierlichkeit im November 2014 böte keinen Anlass zu einer solchen Annahme. Zusammenfassend gäben die geprüften Faktoren keinen hinreichend begründeten Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka Massnahmen zu befürchten hätte, welche über einen sogenannten background check (Befragung, Überprüfung von Auslandsaufenthalten und Tätigkeiten in Sr i Lanka und im Ausland) hinaus gegen würden. Er verfüge über kein Profil, dass die Annahme rechtfertigen würde, er hätte ei einer Rückkehr nach Sri Lanka begründete Furcht vor Verfolgungsmassnahmen. 6. 6.1 Vorab ist auf die in der Beschwerde vorgebrachte formelle Rüge einzu- gehen, wonach das SEM in verschiedener Hinsicht den Anspruch des Be- schwerdeführers auf das rechtliche Gehör verletzt habe. 6.2 Der Beschwerdeführer monierte in verfahrensrechtlicher Hinsicht ei- nerseits die unvollständige und unrichtige Sachverhalts abklärung, indem der Vorinstanz das zur Feststellung und Beurteilung des Sachverhaltes nö- tige länderspezifische Wissen gefehlt habe und aufgrund dessen und auf- grund der Aktenlage weiterer Abklärungsbedarf bestehe, sowie anderseits eine Verletzung der Begründungspflicht. 6.3 Entgegen seinen diesbezüglichen Vorbringen erscheint der entscheid- relevante Sachverhalt indes bereits aufgrund der vorliegenden Aktenlage als hinreichend erstellt, weshalb die Beweismittelanträge des Beschwerde- führers im Sinne einer antizipi erten Beweiswürdigung abzuweisen sind (vgl. dazu Art. 33 Abs. 1 VwVG). In diesem Zusammenhang bleibt festzu- halten, dass die vom Beschwerdeführer angerufene Bestimmung von Art. 7 E-2877/2016 Seite 7 AsylG keine Handhabe bietet, um eine aufgrund der Aktenlage aller Vo- raussicht nach nicht zielführende und daher in der Sache nicht notwendige Beweiserhebung zu erzwingen (vgl. wiederum Art. 33 Abs. 1 VwVG). 6.4 In Zusammenhang mit der Rüge einer angeblich ungenügenden Sach- verhaltsfeststellung und der Rüge einer angeblichen Verletzung d er Be- gründungspflicht ist schliesslich festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in seinen diesbezüglichen Vorbringen ganz überwiegend die Frage der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts mit der Frage der rechtli- chen Würdigung der Sache vermengt. G leichzeitig verkennt er, dass das SEM seiner Begründungspflicht Genüge tut, wenn es im Rahmen der Be- gründung die wesentlichen Überlegungen nennt, welche es seinem Ent- scheid zugrunde legt. Dieser Anforderung ist das SEM im Rahmen seiner Erwägungen zur Sache vollumfänglich gerecht geworden. Alleine der Um- stand, dass das Staatssekretariat zum einen in seiner Länderpraxis zu Sri Lanka einer anderen Linie folgt, als vom Beschwerdeführer vertreten, und es zum anderen aus sachlichen Gründen auch zu einer anderen W ürdi- gung der Asylvorbringen gelangt, als vom Beschwerdeführer verlangt, spricht weder für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung noch stellt dies eine Verletzung der Begründungspflicht dar. Gleichzeitig sind seine Ausführungen im Rahmen der Beschwerde betref- fend ein angebliches fachliches Unvermögen dieser Personen als schlicht haltlos zu bezeichnen. Wie im Folgenden zu zeigen sein wird, sind auch die Beweiswürdigung und die Rechtsanwendung der Vorinstanz nicht zu beanstanden. 6.5 Die von dem Beschwerdeführe r erhobene formelle Rüge erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet. Damit besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung zu kassieren, weshalb das entsprechende Be- gehren abzuweisen ist. 7. 7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt in materieller Hins icht zum Schluss, dass die vorinstanzliche Beweiswürdigung in Bezug auf die An- forderungen an die Glaubhaftmachung nach Art. 7 AsylG sowie an die Asylbegründung nach Art. 3 AsylG nicht zu beanstanden ist. 7.2 In der angefochtenen Verfügung wird einlässlich begr ündet, weshalb die geltend gemachten Asylvorbringen den Anforderungen an die Glaub- haftmachung sowie an die Flüchtlingseigenschaft nicht genügen. Es kann E-2877/2016 Seite 8 vollumfänglich auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung ver- wiesen werden. An dieser Beweiswürd igung vermag auch die Beschwer- debegründung nichts zu ändern. Überdies vermag auch der auf Beschwerdeebene eingereichte Todes- schein zu keiner anderen Schlussfolgerung führen. Die einzig bewiesene Tatsache, nämlich dass der Freund des Beschwerdeführers, wie von ihm geschildert, am 14. September 2016 in B._______ durch einen Kopfschuss getötet worden ist, lässt die übrigen Aussagen nicht glaubhafter werden. Insbesondere ist weder seine Anwesenheit bei der Tötung noch ein Kau- salzusammenhang zwischen der Töt ung und den angeblichen Besuche n bei seiner Mutter durch die angeblichen Mörder glaubhaft dargelegt. Doch insbesondere diese zwei Elemente wären für eine allfällige Glaubhaftma- chung einer begründeten Furcht vor Verfolgungsmassnahmen entschei- dend. Ferner vermag auch die Vermutung des Beschwerdeführers, dass es sich bei den ihm nachfragenden Personen um Zivilbeamte handelt, nicht zu überzeugen. Einerseits hat er für diese Vermutung keine stichhaltige Be- gründung angebracht und anderseits hat er diese Vermutung erst bei der zweiten Anhörung durch das SEM geäussert, so dass von einem nachge- schobenen und somit unglaubhaften Vorbringen ausgegangen werden muss. Somit überzeugt auch der auf Beschwerdeebene vorgebrachte Ein- wand, dass Zeugen von extralegalen Tötungen besonders gefährdet seien, nicht. Es sind aus den Akten keine Hinweise zu entnehmen, dass es sich bei der Tötung seines Freundes um eine extralegale Tötung durch die sri- lankischen Behörden handelte. 7.3 Zusammenfassend kann geschlossen werden, dass die Schilderungen des Beschwerdeführers zu den geltend gemachten Fluchtgründen nicht den Anforderungen an die Glaubhaftmachung nach Art. 7 AsylG genügen. Bei einer Gesamtwürdigung aller Sachverhaltselemente, die für und wider die Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen des Beschwerdeführers sprechen, überwiegen jene Elemente, welche dagegen sprechen, dass er die geschil- derten Ereignisse tatsächlich wie geschildert erlebt hat, beziehungsweise diese überwiegend auszuschliessen sind. Somit besteht auch zu Recht kein Grund zur Annahme, dem Beschwerdeführer würden bei einer Rück- kehr nach Sri Lanka asylrelevante Verfolgungsmassnahmen drohen. 7.4 Das SEM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers somit zu Recht ab. E-2877/2016 Seite 9 8. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg- weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge- such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt we- der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (BVGE 2009/50 E. 9). Die Vorinstanz hat die Anordnung der Wegweisung demnach zu Recht verfügt. 9. 9.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG (SR 142.20) unzulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Wei- terreise der Ausländerin in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellun g der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zu- lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver- fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behandlung na- mentlich für Tamilen, die aus e inem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst. Dabei unterstreicht der Ge- richtshof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurück- kehrenden Tamilen drohe eine unmenschli che Behandlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für eine Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Fest- nahme und Befragung ein Interesse, verschiede Aspekte, welche durch die nachfolgend zu erl äuternden Risikofaktoren abgedeckt sind, in Betracht gezogen werden, wobei dem Umstand gebührend Beachtung zu schenken sei, dass diese einzelnen Aspekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglicherweise kein "real risk" darstellen, diese Schwelle bei einer kumu- lativen Würdigung erreichen könnten (vgl. Referenzurteil des BVGer E - 1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 mit weiteren Hinweisen). Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht hat, dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lan- kischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf E-2877/2016 Seite 10 sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde eine menschenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka drohen. 9.2 Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AuG unzumut- bar sein, wenn der Ausländer oder die Ausländerin im Heimat - oder Her- kunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet ist. Mit Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bundesverwal- tungsgericht seine bisherige Rechtsprechung (vgl. BVGE 2011/24) und die gegenwärtige Praxis des SEM bestätigt, wonach der Wegweisungsvollzug sowohl in die Nordprovinz (Distrikte Jaffna [ausgenommen das Vanni-Ge- biet], Kilinochchi, Mullaitivu, Mannar und Vavuniya) als auch in die Ostpro- vinz (Distrikte Trincomalee, Batticaloa und Ampara) zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aus- sichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht wer- den kann. Der Beschwerdeführer stammt aus D._______ (Jaffna-Distrikt) und lebte bis zu seiner Ausreise auch mehrheitlich dort. Seine Ehefrau und seine Kinder sind in Sri Lanka verblieben. Auch seine Eltern leben noch dort. Der Beschwerdeführer verfügt demnach in Sri Lanka über ein famili- äres sowie soziales Umfeld und ist gesund, so dass davon ausgegangen werden darf, dass er sich bei einer Rückkehr in seiner Heimat schnell wie- der integrieren kann und in der Lage sein wird, sich eine wirtschaftliche Existenzgrundlage aufzubauen. Der Vollzug der Wegweisung ist zumutbar. 9.3 Schliesslich ist der Wegweisungsvollzug auch als möglich (Art. 83 Abs. 2 AuG) zu bezeichnen. Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich bei der zu- ständigen Vertretung seines Heimatlandes die für eine Rückkehr notwen- digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG, BVGE 2008/34 E. 12). 9.4 Zusammenfassend hat die Vorinsta nz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 10. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun- desrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. E-2877/2016 Seite 11 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-2877/2016 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Petra Vonschallen Versand: