20. März 1992 N 629 Postulat (Eisenring-)Oehler zeitig in der Dämmerung eingeschaltet ist. In unserem Land überwiegen die obenerwähnten Nachteile einer Abblendlicht- pflicht die Vorteile jedoch bei weitem. Das Anliegen des Postulanten wurde auch auf europäischer Ebene von der Europäischen Transportminister-Konferenz besprochen. Vor allem die Länder in unseren Breitengraden und südlich davon lehnten die Einführung einer Pflicht für alle Fahrzeuge, tagsüber mit Licht zu fahren, ab. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen. Abgelehnt - Rejeté #ST# 91.3369 Postulat (Schüle-)Nabholz Verkehrsverhalten Comportement des usagers de la route Wortlaut des Postulates vom 4. Oktober 1991 Der Bundesrat wird eingeladen, das Verhalten der Verkehrs- teilnehmer zu untersuchen mit dem Ziel, der zunehmenden Aggressivität im Verkehr und der Polarisierung zwischen Fuss- gängern, Radfahrern und motorisierten Verkehrsteilnehmern mit gezielten Massnahmen entgegenzuwirken. Einzubezie- hen in diese Untersuchung ist das Problem der zunehmenden Missachtung der Verkehrsregeln durch die motorisierten wie nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer. Besondere Beachtung zu schenken ist in einer solchen Unter- suchung den Aspekten der Verkehrsüberwachung, der Signa- lisation und Verkehrsregelung sowie der Verkehrsentmi- schung. Es ist zu prüfen, inwieweit durch die Ausbildung und Verkehrserziehung, durch verkehrstechnische Massnahmen und durch eine Vereinfachung und Durchsetzung der Ver- kehrsregeln eine Verbesserung der besorgniserregenden Si- tuation erreicht werden kann. Texte du postulat du 4 octobre 1991 Le Conseil fédéral est invité à ordonner une enquête sur le comportement des usagers de la route aux fins de lutter par des mesures appropriées contre l'agressivité croissante de ceux-ci et contre l'opposition toujours plus nette entre les inté- rêts des piétons, des cyclistes et des conducteurs de véhicu- les à moteur. Cette étude doit porter aussi sur l'inobservation de plus en plus fréquente des règles de la circulation par les usagers, aussi bien motorisés que non motorisés. Une attention particulière devra être portée à la signalisation et à la surveillance du trafic, ainsi qu'à sa réglementation et à la séparation des différentes catégories d'usagers. Il faudra dé- terminer dans quelle mesure il serait possible d'améliorer la si- tuation actuelle fort inquiétante, par des cours de formation et par l'enseignement du code de la route, par des mesures d'or- dre technique, par une simplification des règles de la circula- tion et par une application plus stricte de celles-ci. Mitunterzeichner-Cosignataires: Bircher Silvio, Bonny, Lore- tan, Steinegger, Weber-Schwyz (5) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 22. Januar 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 22 janvier 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat zur Prüfung entgegenzu- nehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 91.3343 Postulat (Eisenring-)Oehler Die Aktivitäten von Schalck-Golodkowski und Markus Wolf in der Schweiz Menées de Schalck-Golodkowski et Markus Wolf en Suisse Wortlaut des Postulates vom 3. Oktober 1991 Der Bundesrat wird beauftragt, eine Untersuchung durchzu- führen bzw. Bericht zu erstatten über alle erfassbaren Bezie- hungen und Kontaktstellen, die einerseits der Topkommunist A Schalck-Golodkowski und anderseits der Spionagechef Markus Wolf zu schweizerischen Gesellschaften und Per- sonen-offensichtlich über Jahre hin und im Blick auf die poli- tischen Absichten des Unstaates DDR in Richtung West- europa - gepflegt haben. Den Schweizer Bürgern und Bürge- rinnen kommt ein Anspruch auf erschöpfende Informationen über die Machenschaften dieser höchsten Funktionäre zu, die auch die Schweiz als Plattform ihrer zwar unterschiedlichen, im Kern aber - im Zeichen des kalten Krieges - auch existenz- gefährdenden Tätigkeiten nutzten und die hier offenbar auch Helfer und Helfershelfer gefunden haben. Dem Bund wäre mit dieser Berichterstattung auch konkrete Gelegenheit geboten, den in Einäugigkeit vielfach verurteilten Wert des nationalen Informationssystems und damit auch vieler Fichen unter Be- weis zu stellen. Texte du postulat du 3 octobre 1991 Le Conseil fédéral est invité à enquêter et faire rapport sur tous les contacts établis ou entretenus par le dirigeant communiste A Schalck-Golodkowski et le chef du service d'espionnage Markus Wolf avec des sociétés ou des particuliers suisses, contacts qui semblent avoir perduré de longues années au service des intentions politiques de l'ex-RDA à l'égard de l'Eu- rope de l'Ouest Les citoyens et citoyennes suisses ont droit à une information exhaustive à propos des menées de ces hauts fonctionnaires qui ont notamment utilisé la Suisse, durant la guerre froide, en guise de plate-forme - chacun à sa manière mais en mettant tous deux en danger notre pays - et qui y ont manifestement trouvé des collaborations directes ou des com- plicités plus éloignées. Un tel rapport offrirait à la Confédéra- tion un moyen de mettre à l'épreuve le système de renseigne- ments national souvent et aveuglément décrié, ainsi que bon nombre des fiches établies. Mitunterzeichner - Cosignataires: Blocher, Feigenwinter, Kel- ler Anton, Wellauer (4) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 19. Februar 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 19 février 1992 Es trifft zu, dass die Aktivitäten der beiden hohen Verantwortli- chen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) Markus WolfPostulat Loeb François 630 N 20 mars 1992 und Alexander Schalck-Golodkowski auch die Schweiz be- rührt haben. In Sachen Schalck-Golodkowski ist zurzeit ein Rechtshilfeverfahren in Strafsachen hängig, welches von den Kantonen St. Gallen, Zürich und Tessin vollzogen wird. Es könnte zusätzliche Erkenntnisse über die Beziehungen des Genannten zu schweizerischen Unternehmen ergeben. Die Tätigkeiten von Wolf und Schalck-Golodkowski standen im Rahmen der gesamten Politik der ehemaligen DDR und wa- ren Teil der auch gegen schweizerische Interessen gerichte- ten Aktivitäten der damaligen Staatssicherheitsbehörde der DDR. Allerdings ist die Quellenlage gegenwärtig noch sehr un- übersichtlich. Sie wird zudem massgeblich durch die in Deutschland anstehende Einsichtgabe in die MfS-Akten und die im Gange befindlichen Untersuchungen gegen Schalck- Golodkowski und Wolf beeinflusst Der Bundesrat will die Bestrebungen des Ministeriums für Staatssicherheit gegen die Schweiz aufdecken. Der gegen- wärtige Informationsstand erlaubt jedoch nur ungenügende Aussagen. Insbesondere liegen bis jetzt noch zu wenig gesi- cherte Erkenntnisse für konkrete Einzelabklärungen vor. (Die Aufarbeitung des Aktenmaterials muss abgewartet werden.) Die Frage der Berichterstattung kann - wie der Bundesrat be- reits bei der Beantwortung der Einfachen Anfrage Graf vom 16. September 1991 (Nr. 91.1079) ausgeführt hat - erst nach der Auswertung des über die Stasi-Bedrohung der Schweiz noch zu erwartenden Materials entschieden werden. Die Form der Orientierung der Oeffentlichkeit wird dannzumal zu prüfen sein. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat im Sinne der Stellung- nahme anzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 91.3405 Postulat Gross Andreas Einführung des Zivildienstes. Zusammensetzung der Kommissionen Institution du service civil. Composition des commissions Wortlaut des Postulates vom 11. Dezember 1991 Der Bundesrat wird gebeten, sich darum zu bemühen, dass in allen von ihm einzusetzenden Kommissionen zur Konkretisie- rung des in der Wintersession 1991 auch im Ständerat verab- schiedeten Verfassungsartikels zur Einführung des Zivildien- stes immer auch jugendliche Betroffene, friedenspolitisch An- dersdenkende und Frauen angemessen vertreten sind und so von Anfang an ihre Vorstellungen und Interessen vertreten können. Texte du postulat du 11 décembre 1991 Dans le but de concrétiser l'article constitutionnel prévoyant l'institution du service civil, article que le Conseil des Etats a lui aussi adopté durant la session d'hiver 1991, le Conseil fédéral sera appelé à mettre sur pied des commissions. A cet égard, il est invité à faire en sorte que les jeunes directement concer- nés, les personnes ayant des vues différentes en matière de politique de paix et les femmes soient représentés de manière équilibrée dans toutes ces commissions et puissent ainsi, dès le début, défendre leurs idées et leurs intérêts. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bäumlin, Béguelin, Bodenmann, Brunner Christiane, Bundi, Carobbio, Danuser, de Dardel, Eggenberger, Fankhauser, von Feiten, Goll, Hae- ring Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Herczog, Hubacher, Jeanprêtre, Jöri, Ledergerber, Leemann, Leuenberger Ernst, Matthey, Meyer Theo, Rechsteiner, Ruffy, Steiger, Strahm Ru- dolf, Vollmer, Züger (31) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 19. Februar 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 19 février 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat anzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 91.3397 Postulat Loeb François Anpassung der Anlagerichtlinien des AHV-Fonds an die BVG-Richtlinien Placements du Fonds AVS. Adaption des directives à celles de la LPP Wortlaut des Postulates vom 5. Dezember 1991 Der Bundesrat wird gebeten, die Anlagerichtlinien des AHV- Fonds möglichst rasch in Richtung der BVG-Richtlinien zu lockern. Texte du postulat du 5 décembre 1991 Le Conseil fédéral est prêt d'assouplir au plus vite les directi- ves du Fonds AVS en matière de placements de manière à les adapter à celles de la LPP. Mitunterzeichner-Cosignataires: Aregger, Bonny, BührerGe- rold, Cincera, Dettling, Gysin, Heberlein, Hegetschweiler, Miesch, Steinegger, Stucky, Wanner (12) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Ein Bankfachmann schrieb kürzlich: «Unter der Annahme, die AHV hätte seit 1948 nur 7 Prozent ihrer jeweiligen Aktiven in Aktien investiert (statt 100 Prozent in Obligationen), wäre ein Mehrertrag von rund 3 Milliarden Franken zu verzeichnen ge- wesen. Die veralteten Anlagebestimmungen haben Steuer- zahler, Arbeitnehmer und AHV-Bezüger unnötige Milliarden gekostet» Es ist aus historischer Sicht zwar verständlich, dass der AHV- Fonds wesentlich engeren Anlagerichtlinien unterliegt als die übrigen Institutionen der beruflichen Vorsorge. In der heutigen Zeit jedoch sollte unbedingt eine Lockerung in Richtung der BVG-Anlagerichtlinien erreicht werden. Dies, einerseits um eine bessere Realverzinsung des AHV-Fonds zu erreichen, andererseits um im zusammenrückenden Europa dem AHV- Fonds die Möglichkeit zu geben, seine Mittel auch in Fremd- währungsobligationen und in- und ausländischen erstklassi- gen Aktien anzulegen. Die Mittel der AHV für kommende Generationen werden knapp, dem AHV-Fonds dürfen keine künstlichen Fesseln mehr angelegt werden, welche schliesslich zum «Verschen- ken» von Geldern durch schlecht rentierende Anlagen führt. Zudem ist die Frage zu prüfen, ob die restriktiven AHV-Fonds- Anlagekriterien europatauglich sind.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat (Eisenring-)Oehler Die Aktivitäten von Schalck-Golodkowski und Markus Wolf in der Schweiz Postulat (Eisenring-)Oehler Menées de Schalck-Golodkowski et Markus Wolf en Suisse In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 12 Séance Seduta Geschäftsnummer 91.3343 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.03.1992 - 08:00 Date Data Seite 629-630 Page Pagina Ref. No 20 021 064 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.