Kantonsgericht Schwyz Verfügung vom 31. Oktober 2024 ZK1 2024 25 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin Daniela Pérez-Steiner, Gerichtsschreiberin Antoinette Hürlimann. In Sachen A.________, Klägerin und Berufungsführerin, gegen B.________, Beklagter und Berufungsgegner, vertreten durch Rechtsanwältin C.________, betreffend Forderung (Berufung gegen die Verfügung der Präsidentin des Bezirksgerichts Einsiedeln vom 11. Juli 2024, ZGO 2024 4);- hat die Kantonsgerichtsvizepräsidentin,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. a) Am 13. Juni 2024 erhob A.________ beim Bezirksgericht Einsiedeln Klage gegen B.________. Mit Verfügungen vom 14. Juni 2024 resp. 28. Juni 2024 wurde der Klägerin Frist zur Verbesserung ihrer Eingabe angesetzt (Vi- act. 4-6). Am 8. Juli 2024 reichte die Klägerin eine verbesserte Klageschrift ein (Vi-act. 7). Mit Verfügung vom 11. Juli 2024 trat das Bezirksgericht auf die Klage nicht ein, sprach keine Entschädigung zu und verzichtete auf Erhebung einer Gerichtsgebühr. b) Dagegen erhob die Klägerin am 8. August 2024 „Beschwerde“ (recte Berufung) beim Kantonsgericht und beantragte, es sei auf ihre Klage einzutreten und ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Des Weiteren warf sie D.________ „Voreingenommenheit“ vor (KG-act. 1). Mit Verfügung vom 12. August 2024 wurden der Berufungsführerin Gelegenheit zur Verbesserung der Berufung bzw. zur Einreichung einer ergänzten Berufungsschrift während laufender Rechtsmittelfrist gegeben und der Berufungsgegner über den Rechtsmitteleingang in Kenntnis gesetzt (KG- act. 3). Am 13. August 2024 reichte die Vorinstanz die Akten ein und äusserte sich auf Einladung der kantonsgerichtlichen Verfahrensleitung zum Vorwurf der Voreingenommenheit (KG-act. 2 und 4). Das Aktenüberweisungsschreiben einschliesslich der Stellungnahme wurde den Parteien zur Kenntnis gebracht (KG-act. 5). Nachdem die Berufungsführerin die Verfügung vom 12. August 2024 nicht abgeholt hatte, wurde ihr diese am 26. August 2024 nochmals zugestellt und sie darauf hingewiesen, dass die Sendung nach Ablauf der postalischen Abholfrist am 20. August 2024 als zugestellt gelte (KG-act. 7 und 9). Ebenso erfolgte nach unbenutzter Abholfrist eine erneute Zustellung der Eingabe der Vorinstanz vom 13. August 2024 an die Berufungsführerin, unter Hinweis auf die Folgen der postalischen Abholfrist am 23. August 2024 (KG- act. 5 und 10). Die Berufungsführerin reichte keine verbesserte bzw. ergänzte Berufungsschrift ein und liess sich auch zur Stellungnahme der D.________ nicht ver-nehmen. 2. a) Eine Rechtsmittelschrift ist nicht nur mit den erforderlichen Rechtsbegehren, sondern auch mit einer rechtsgenügenden Begründung bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO und Art. 321 Abs. 1 ZPO). Das heisst, nebst Anträgen bzw. Abänderungsbegehren hinsichtlich des Kantonsgericht Schwyz 3 erstinstanzlichen Entscheids muss sich die Rechtsmitteleingabe mit dem vor- instanzlichen Entscheid auseinandersetzen. Die vorinstanzlichen Erwägungen, die als fehlerhaft angefochten werden, sind im Einzelnen zu bezeichnen und es ist anzugeben, weshalb sie fehlerhaft sind. Diese Anforderungen an den Inhalt der Rechtsmittelschrift gelten sowohl für die Berufungsschrift als auch für die Beschwerde (Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Kommentar, 3. A., 2016, Art. 311 ZPO N 36 ff.; Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Kommentar, 3. A., 2016, Art. 321 ZPO N 14 f.), andernfalls auf das Rechtsmittel nicht einzutreten ist. b) Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung zusammenge- fasst aus, die Klägerin mache unter anderem Drohung geltend. Diesbezüglich sei aber die Strafverfolgungsbehörde und nicht das Bezirksgericht Einsiedeln zuständig. Sodann beantrage sie „Beklagte verpflichten vollständige Info über Kind Behandlungen an klagende geben […]“. Dieses Begehren sei insofern un- klar, als daraus nicht hervorgehe, um welche konkreten Informationen die Klä- gerin ersuche. Schliesslich verlange die Klägerin eine Entschädigung von Fr. 150’000.00. Sowohl die Klage als auch die verbesserte Klageschrift bestehe lediglich aus schwer oder gänzlich unvollständigen stichwortartigen Sätzen. Aufgrund von Formulierungen wie „Seit 2021 gab B.________ keine Informati- onen an sorgeberechtigte Elternteil, trotz Anfrage. Verdacht das er hat das Kind mit Medikamenten versorgt ohne jemandem zu sagen, ausgenutzt Kind schwere Situation für eigene profit. Hat Kind gezwungen und belogen für eigene profit“ sei es nicht möglich, den Sachverhalt, auf den sich die Klage stütze, fest- zustellen. Insbesondere gehe daraus nicht hervor, inwiefern die Tochter der Klägerin durch den Beklagten einen Schaden erlitten habe und wie sich dieser zusammensetze. Insgesamt sei dem Text nicht zu entnehmen, was die Klägerin fordere und wie sie ihren Anspruch begründe. Die Klage erweise sich damit weitestgehend als unverständlich im Sinne von Art. 132 Abs. 2 ZPO. Aus die- sem Grund sei – wie mit den Verfügungen vom 14. Juni 2024 und 28. Juni 2024 angedroht – auf die mangelhafte Klage nicht einzutreten (angefocht. Verfügung E. 6-8). c) Mit diesen Erwägungen setzt sich die Berufungsführerin in ihrer Eingabe vom 8. August 2024 nicht ansatzweise auseinander. Insbesondere erfüllt sie, indem sie als Beschwerdegründe „unrichtige Rechtsanwendung“, „unrichtige Kantonsgericht Schwyz 4 Feststellung des Sachverhalts“ sowie „unrichtige Formulierung“ nennt, die Be- gründungsanforderungen nicht, denn sie erläutert damit nicht, inwiefern die Vor- instanz rechtsfehlerhaft entschieden bzw. den Sachverhalt unrichtig festgestellt haben soll. Was den Vorwurf der „Voreingenommenheit“ betrifft, nennt die Be- rufungsführerin keine sachlichen Gründe, die in irgendeiner Weise den An- schein von Parteilichkeit nahelegen könnten. Mithin ist, wie D.________ ver- nehmlassend ausführt, das Vorliegen eines Ausstandsgrundes im Sinne von Art. 47 Abs. 1 ZPO zu verneinen. 3. Zusammenfassend ist auf die Berufung mangels hinreichender Begrün- dung nicht einzutreten. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Ver- tretung ist wegen fehlender Aussichtslosigkeit abzuweisen (Art. 117 lit. b ZPO), weil die Berufungsführerin, wie erwähnt, ihre Berufung unzureichend begrün- dete. Ausgangsgemäss gehen die reduzierten Kosten des Berufungsverfahrens zulasten der Berufungsführerin (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Eine Entschädigung zu- gunsten des Berufungsgegners ist mangels Einholung einer Berufungsantwort bzw. angesichts des geringfügigen Aufwands durch die Entgegenahme von zwei verfahrensleitenden Verfügungen (Eingangsanzeige und Aktenzustellung Vorinstanz vom 12. und 14. August 2024) zur Kenntnisnahme nicht zu spre- chen;-Kantonsgericht Schwyz 5 verfügt: 1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Vertretung wird abge- wiesen. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 300.00 werden der Beru- fungsführerin auferlegt. 4. Eine Entschädigung wird nicht gesprochen. 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerde- schrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streit- wert übersteigt Fr. 30’000.00. 6. Zufertigung an A.________ (1/R), Rechtsanwältin C.________ (2/R), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Die Gerichtsschreiberin Versand 31. Oktober 2024 amu