E -7061/2006 {T 0/2} U rteil vom 19. Juni 2007 M itw irkung: R ichter Stöckli, R ichter König und R ichterin Luterbacher G erichtsschreiberin Karpathakis A._______, Serbien, vertreten durch N icole H ohl, Advokatin, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 29. N ovem ber 2002 i. S. A ufhebung der vorläufigen A ufnahm e B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l A bteilung V2 Sachverhalt: A. a) D er Beschw erdeführer, ein Angehöriger der slaw ischen M uslim e (Bosniaken) aus B._______/Prizren, hatte am 22. Januar 2001 in der Schw eiz um Asyl nachge- sucht. Zur Begründung hatte er dabei geltend gem acht, er habe seinen ordentli- chen M ilitärdienst vom (... 1997) bis am (... 1998) absolviert. W ährend des Krieges habe er vom (... 1999) bis am (... 1999) in der serbischen Arm ee gedient; die Einheit habe keinen N am en gehabt. Sie seien in den um liegenden D örfern von Prizren stationiert gew esen. N ach dem Krieg hätten die Albaner erfahren, w er alles bei der serbischen Arm ee gedient habe. Er sei zw ar nie persönlich bedroht w orden, aber ins D orf seien unbekannte M änner m it einem Jeep ohne Kenn- zeichen gekom m en. Sein Bruder habe ihn benachrichtigt, dass er von U Ç K-Solda- ten gesucht w ürde. Er habe sich daraufhin m it einem Freund in den um liegenden W äldern beziehungsw eise Bergen versteckt; er sei aber zw ischendurch im m er w ieder nach H ause zurückgekehrt und einm al habe er auch seinen Vater ins Spital nach Prizren gefahren. N achdem im Septem ber 1999 jem and aus seinem D orf verschw unden sei und auch in anderen D örfern Leute verschw unden oder getötet w orden seien, habe er es nicht m ehr ausgehalten und sich zur Ausreise entschlossen. Er w ünsche, in der Schw eiz zu bleiben, bis sich die Lage beruhigt habe. H inzu kom m e, dass es für serbokroatisch sprechende M uslim e kaum m öglich sei, Arbeit zu finden; sie hätten keinerlei R echte und auch keine Bew e- gungsfreiheit. Im H eim atland habe er seinen Vater, einen Bruder und eine verhei- ratete Schw ester zurückgelassen; die M utter sei im Jahre 1994 gestorben. Im sel- ben Jahr habe er die M ittelschule abgeschlossen, bis zur Ausreise habe er nie ge- arbeitet. b) D as dam als zuständig gew esene BFF stellte m it Verfügung vom 14. August 2001 fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, w ies sein Asylgesuch ab und w ies ihn aus der Schw eiz w eg. Anstelle des als unzum utbar erachteten W egw eisungsvollzugs ordnete es die vorläufige Aufnahm e des Be- schw erdeführers an. B. a) M it Schreiben vom 26. Juni 2002 gew ährte das Bundesam t dem Beschw erde- führer das rechtliche G ehör zur beabsichtigten Aufhebung der vorläufigen Aufnah- m e. M it Stellungnahm e vom 3. Juli 2002 (D atum des Poststem pels) beantragte der Beschw erdeführer, die vorläufige Aufnahm e sei w eiterhin zu belassen, da er nach w ie vor im Kosovo an Leib und Leben gefährdet sei; dies insbesondere aufgrund seines D ienstes für die jugoslaw ische Arm ee und Zugehörigkeit zu einer M inder- heitsethnie. D em gegenüber beginne er sich in der Schw eiz zu integrieren, lerne er doch die deutsche Sprache und sei auf der Suche nach einer Arbeitsstelle. b) M it Verfügung vom 29. N ovem ber 2002 - eröffnet am 3. D ezem ber 2002 - hob das BFF die m it Verfügung vom 14. August 2001 angeordnete vorläufige Aufnah-3 m e auf und ordnete den Vollzug der W egw eisung an. Zur Begründung hielt es im W esentlichen fest, als Angehöriger der slaw ischen M uslim e aus der R egion Priz- ren erw eise sich der Vollzug der W egw eisung nach einer Lageanalyse vom M ai 2002 als zum utbar. Zw ar könne die W ahrscheinlichkeit einer konkreten G efähr- dung für Angehörige der slaw ischen M uslim e noch nicht im ganzen Kosovo aus- geschlossen w erden; als sicher könnten jedoch die Bezirke D ragash, Prizren, G ja- kove und Pej bezeichnet w erden. Für slaw ische M uslim e m it letztem W ohnsitz in den genannten Bezirken sei eine R ückkehr dorthin zum utbar. Im Falle des Be- schw erdeführers seien auch keine individuellen G ründe für eine U nzum utbarkeit ersichtlich. C . M it R echtsm itteleingabe vom 27. D ezem ber 2002 gelangte der Beschw erdeführer an die dam als zuständig gew esene Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) und beantragte sinngem äss, die Verfügung des BFF vom 29. N ovem ber 2002 sei aufzuheben und die vorläufige Aufnahm e sei w eiterhin zu belassen. Zur Begrün- dung führte er im W esentlichen aus, sein M ilitäreinsatz, w elchen er bei den Boden- truppen zunächst im Zentrum von Prizren und danach in C ._______, einem D orf nahe der albanischen G renze, geleistet habe, habe sich nach Angaben seines Vaters herum gesprochen, w eshalb ihm bei einer R ückkehr m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 EM R K verbotene Strafe oder Behandlung drohe. D . M it Zw ischenverfügung vom 8. Januar 2002 erhob die AR K vom Beschw erdeführer einen Vorschuss für die m utm asslichen Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 600.--, w elchen dieser innert Frist einbezahlte. E. M it Vernehm lassung vom 29. Januar 2003 beantragte das BFF die Abw eisung der Beschw erde. Es führte dazu aus, der vom Beschw erdeführer geltend gem achte M ilitärdienst sei nicht belegt. H inzu kom m e, dass er laut eigenen Angaben nie per- sönlich bedroht w orden sei. Schliesslich habe sich die allgem eine Sicherheitssitua- tion in der R egion Prizren w eiter entspannt und aus dem heute noch in ethnisch al- banischen D örfern bestehenden M isstrauen gegenüber slaw ischen M uslim en lasse sich noch keine konkrete G efährdung ableiten; dies gelte insbesondere in m ehr- heitlich von slaw ischen M uslim en bew ohnten G ebieten. F. M it R eplik vom 9. Februar 2003 m achte der Beschw erdeführer geltend, die von ihm zur Identität verlangten D okum ente w ie Pass, Identitätskarte usw . seien nicht beibringbar. D em gegenüber belegten die nun eingereichten vier - am 4. Januar 2001 ausgestellten - U N M IK-D okum ente, dass die Fam ilie stets in B._______/Priz- ren gew ohnt habe. G . Am 23. Juni 2005 lud die AR K das neu zuständig gew ordene BFM ein, sich zum Vorliegen einer schw erw iegenden persönlichen N otlage nach Art. 44 Abs. 3 - 5 4 AsylG (inzw ischen m it Änderung des AsylG vom 16. D ezem ber 2005 aufgehoben, vgl. AS 2006 4745) vernehm en zu lassen. D as BFM ersuchte das Am t für öffentliche Sicherheit des Kantons Solothurn am 28. Juni 2005 um Einreichung eines kantonalen Berichtes und einer Stellungnah- m e zu Art. 44 Abs. 3 AsylG . Am 22. Juli 2005 beantragte der Kanton sinngem äss, dem Beschw erdeführer die vorläufige Aufnahm e zu belassen. Es hielt insbesonde- re fest, zw ar w erde der Beschw erdeführer nach w ie vor von der öffentlichen H and unterstützt, w as ihm aber nicht anzulasten sei; er bem ühe sich sehr um eine Integ- ration und habe nam entlich einen Sprachkurs sow ie einen G esundheitskurs des Schw eizerischen R oten Kreuzes (SR K) besucht. Im Jahre 2004 habe er schliess- lich erfolgreich einen Kurs zum Pflegehelfer SR K abgeschlossen. Schliesslich sei positiv zu verm erken, dass er den M ut gefunden habe, von sich aus psychiatrische H ilfe zur Bew ältigung seines Kriegstraum as in Anspruch zu nehm en. M it Vernehm lassung vom 14. Septem ber 2005 beantragte das Bundesam t erneut die Abw eisung der Beschw erde. Ergänzend hielt es fest, der Beschw erdeführer habe den behaupteten M ilitärdienst in der serbischen Arm ee nie glaubhaft ge- m acht. H inzu kom m e, dass der Beschw erdeführer w ährend dieses D ienstes w eder Straftaten begangen habe, noch eine Aussenw irkung des behaupteten M ilitär- dienstes festzustellen gew esen sei und auch den Fam ilienangehörigen offenbar daraus nie N achteile entstanden seien. Von einer besonderen Integration könne im Ü brigen auch in Berücksichtigung der vom Kanton erw ähnten positiven Elem ente nicht ausgegangen w erden. Schliesslich sei darauf hinzuw eisen, dass gerade in Prizren ebenfalls eine vertiefte psychiatrische und psychologische Betreuungs- m öglichkeit für M enschen m it kriegsbedingten Einschränkungen ihres Lebensge- fühls zur Verfügung stünde, der Beschw erdeführer zudem erw achsen, jung, ge- sund und arbeitsfähig sei und in der H eim at über ein Beziehungsnetz verfüge. H . M it Zw ischenverfügung vom 20. Septem ber 2005 und vom 8. Septem ber 2006 gab die AR K dem Beschw erdeführer G elegenheit, in die Vernehm lassung des Bundes- am tes und in den kantonalen Bericht Einsicht zu nehm en und eine Stellungnahm e einzureichen. M it Schreiben vom gleichen D atum gab die AR K auch dem Kanton die G elegen- heit, sich zur Vernehm lassung des Bundesam tes zu äussern. I. M it R eplik vom 21. Septem ber 2006 hielt der Beschw erdeführer an seinen Anträ- gen und deren Begründung fest. Ergänzend führte er aus, er habe m it seinem Va- ter Kontakt aufgenom m en, w elchem es gelungen sei, an U nterlagen w ie D ienst- büchlein und Identitätskarte zu gelangen. In der Schw eiz habe er inzw ischen gute D eutschkenntnisse erw orben, aber leider sei es ihm trotz erfolgreich abgeschlos- senem SR K-Kurs bisher nicht gelungen, eine entsprechende Arbeit zu finden. Er bem ühe sich desw egen auch in anderen Branchen um eine Arbeitsstelle. D ie psy- chiatrische Betreuung sei inzw ischen abgeschlossen w orden. Sein Vater rate ihm von einer R ückkehr ab, da er schon m ehrm als aufgrund des geleisteten M ilitär- dienstes von Albanern gesucht w orden sei. Eine R ückkehr w ürde ihn selbst und die Fam ilie gefährden. Seine kleine ethnische M inderheit sei kaum im öffentlichen 5 Leben vertreten und in seinem H erkunftsort sei die zur Integration notw endige Inf- rastruktur nicht vorhanden. M it der R eplik reichte der Beschw erdeführer nebst dem Bericht des U N H C R zur fortdauernden Schutzbedürftigkeit von Personen aus dem Kosovo vom Juni 2006 folgende Papiere ins R echt: - Identitätskarte C P N r. (...), - D ienstbüchlein (...), - frem dsprachiges D okum ent, angeblich Einberufungsbefehl. J. M it Zw ischenverfügung vom 8. Februar 2007 zeigte der zuständige Instruktions- richter dem Beschw erdeführer an, sein Beschw erdeverfahren sei per 1. Januar 2007 vom Bundesverw altungsgericht zur Behandlung übernom m en w orden sei. G leichzeitig forderte er das Bundesam t auf, sich zu den anlässlich der R eplik zu den Akten gereichten D okum enten ergänzend vernehm en zu lassen. K. M it Vernehm lassung vom 16. Februar 2007 beantragte das Bundesam t erneut die Abw eisung der Beschw erde. Es hielt ergänzend fest, die eingereichten D okum ente belegten nun die Identität und H erkunft des Beschw erdeführers, sow ie die Tatsa- che, dass er in der serbischen Arm ee regulär D ienst geleistet habe. D ie allgem ei- ne Situation der slaw ischen M uslim e im Kosovo habe sich w eiterhin verbessert und Angehörige dieser M inderheit, die w ährend des Kosovokrieges regulär in der dam aligen jugoslaw ischen Arm ee gedient hätten, seien heute nicht m ehr gefähr- det. Vorsicht sei einzig dort geboten, w o Personen an Käm pfen gegen Albaner be- teiligt gew esen seien oder einen Führungsposition eingenom m en hätten, w as vor- liegend beides nicht der Fall sei. L. M it Zw ischenverfügung vom 1. M ärz 2007 - eröffnet am 2. M ärz 2007 - gab das Bundesverw altungsgericht dem Beschw erdeführer G elegenheit, sich innert 15 Ta- gen zur Vernehm lassung der Vorinstanz zu äussern. M it Eingabe vom 19. M ärz 2007 zeigte die R echtsvertreterin des Beschw erdefüh- rers die Ü bernahm e des M andats an. Sie begehrte, die Verfügung des Bundesam - tes vom 29. N ovem ber 2002 sei aufzuheben und die vorläufige Aufnahm e des Be- schw erdeführers dem zufolge für w eitere 12 M onate zu verlängern. Entgegen der Auffassung des Bundesam tes sei die Sicherheitslage im Kosovo für M inderheiten nach w ie vor sehr schlecht, w as die Ereignisse im M ärz 2004 gezeigt hätten. Allen- falls sei die Beschw erde zu ergänzenden Sachverhaltsabklärungen an die Vorins- tanz zurückzuw eisen. D enn w elche Funktion der Beschw erdeführer in der Arm ee gehabt habe und ob er allenfalls gegen Albaner eingesetzt w orden sei, w äre durch eine erneute Befragung abzuklären. W enn er sich anlässlich früherer Befragungen nicht habe dazu äussern können, sei dies auf seine dam als schlechte psychische Verfassung zurückzuführen. Schliesslich sei die gute Integration des Beschw erde- führers in der Schw eiz zu berücksichtigen; m it dem neu eingeführten Art. 14 Abs. 1 (recte: Abs. 2) AsylG bestehe bereits nach vierjährigem (recte: fünfjährigem ) Auf- enthalt in der Schw eiz die M öglichkeit der Erteilung einer H ärtefallbew illigung. Soll-6 te die vorläufige Aufnahm e nicht bereits alleine gestützt auf die schlechte Sicher- heitslage im H eim atland des Beschw erdeführers verlängert w erden, so sei sie es jedenfalls in W ürdigung der G esam tsituation des Beschw erdeführers. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrens- recht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). Auf die am 1. Januar 2007 bereits hängigen Asylverfahren sind zudem die in Kraft getretenen Bestim m ungen der Än- derung des Asylgesetzes vom 16. D ezem ber 2005 (vgl. im Einzelnen AS 2006 4767) anw endbar (Abs. 1 der Ü bergangsbestim m ungen zur Änderung vom 16. D e- zem ber 2005). 1.3 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht w orden. D er Beschw erde- führer hat vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenom m en, ist durch die angefoch- tene Verfügung berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschw erde legiti- m iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und Art. 50 ff. Vw VG ). 2. M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ) 3. 3.1 D ie vorläufige Aufnahm e ist aufzuheben, w enn der Vollzug der rechtskräftig ange- ordneten W egw eisung zulässig und es der ausländischen Person m öglich und zu- m utbar ist, sich rechtm ässig in einen D rittstaat oder in ihren H eim atstaat oder in das Land zu begeben, in dem sie zuletzt w ohnte (Art. 14b Abs. 2 des Bundesge- setzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). Zur Annahm e der D urchführbarkeit des W egw eisungsvoll- zugs m üssen diese drei Bedingungen kum ulativ erfüllt sein (vgl. die heute noch zu-7 treffende R echtsprechung der AR K in Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2001 N r. 17, E. 4d). U m gekehrt genügt es dem zufolge, dass eine der drei Bedingungen nicht erfüllt ist, um den Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten und die vorläufige Auf- nahm e som it nicht aufzuheben (vgl. die noch heute zutreffende R echtsprechung der AR K in EM AR K 2006 N r. 6, E. 4.2, 2001 N r. 1, E. 6a). 3.2 D er Vollzug ist m öglich, w enn die ausländische Person entw eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat oder in einen D rittstaat ausreisen oder dorthin gebracht w erden kann. Er ist zulässig, w enn keine völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise der ausländischen Person in ihren H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. Er ist zum utbar, w enn er für die ausländi- sche Person keine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 4. 4.1 Laut Art. 14a Abs. 3 AN AG ist der Vollzug der W egw eisung nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at- oder H erkunfts- oder in einen D rittstaat entgegenstehen. D em nach darf niem and in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er G efahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen zu w erden [Art. 5 Abs. 1 AsylG und Art. 25 Abs. 2 der Bundesverfas- sung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101)]. D ieses in Art. 5 AsylG und Art. 33 des Abkom m ens über die R echtstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 (FK, SR 0.142.30) statuierte flüchtlingsrechtliche R ückschiebungsverbot bietet nur Flüchtlingen im Sinne von Art. 3 AsylG bezie- hungsw eise Art. 1 A FK Schutz. D urch die unangefochten in R echtskraft erw ach- sene Feststellung des Bundesam tes, dass der Beschw erdeführer die Flüchtlingsei- genschaft nicht erfüllt, kom m t vorliegend die Anw endung der genannten Bestim - m ungen von vornherein nicht in Betracht. 4.2 Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und die Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) verbieten die Ausschaffung in einen Staat, in w elchem dem Betroffenen Folter oder eine andere Art grausam er und unm enschlicher Behandlung oder Bestrafung droht. Sow eit der Beschw erdeführer geltend m acht, er fürchte sich vor Ü bergriffen von D rittpersonen, w elche von seinem D ienst für die serbische Arm ee erfahren hätten und ihm nach dem Leben trachteten, fällt vorab auf, dass seine diesbezügli- chen Angaben sehr vage ausfallen. D er Beschw erdeführer selbst hat angegeben, er sei nie persönlich bedroht w orden (Em pfangsstellenprotokoll, act. A2 S. 4), und er w iderspricht sich bezüglich der geltend gem achten Suche nach ihm , w enn er einm al ausführt, er habe sich auch nachts nicht zu H ause aufgehalten (BFF-Proto- koll, act. A8 S. 6), um andererseits auszusagen, er habe die N acht jew eils zu H au- se verbracht (act. A2 S. 5), und w enn er zuerst geltend m acht, das H aus sei m ehr- m als von Albanern durchsucht w orden (act. A2 S. 5), und später ausführt, w ährend er sich in den Bergen versteckt habe, sei zu H ause nichts geschehen, ausser dass 8 er einm al gesucht w orden sei (act. A8 S. 6). Insgesam t erscheint die Suche nach ihm aufgrund des geleisteten M ilitärdienstes nicht glaubhaft, zum al er sich bis zu seiner Ausreise noch w ährend gut eineinhalb Jahren im H erkunftsgebiet aufgehal- ten hat. Es gibt keinen G rund - insbesondere angesichts der Tatsache, dass sich die Lage in der H erkunftsregion des Beschw erdeführers w eiter entspannt hat, w ie w eiter unten (E. 5.1 f.) zu erläutern sein w ird - anzunehm en, er sei nun plötzlich aufrund des M ilitärdienstes konkret bedroht. Bezeichnenderw eise leben in der H er- kunftsregion des Beschw erdeführers denn auch andere Angehörige der Ethnie der slaw ischen M uslim e, w elche ebenfalls in der jugoslaw ischen Arm ee gedient oder gar gekäm pft hatten. U nabhängig vom G esagten teilt das G ericht die Einschätzung der Vorinstanz in ihrer Vernehm lassung, w onach slaw ische M uslim e, die w ährend des Kosovo-Krieges regulär in der dam aligen jugoslaw ischen Arm ee D ienst geleis- tet hätten, heute nicht m ehr gefährdet seien, w obei Vorsicht allenfalls dann gebo- ten sei, w enn die Betreffenden an Käm pfen gegen Albaner beteiligt gew esen seien oder eine Führungsposition innegehabt hätten. D avon ist aber vorliegend nicht auszugehen. Es ist näm lich nicht nachvollziehbar, w eshalb der inzw ischen profes- sionell vertretene Beschw erdeführer nicht spätestens im R ahm en der jüngsten Stellungnahm e vom 19. M ärz 2007 geltend gem acht hätte, er gehöre einer solchen G ruppe von Personen an, bei w elcher das R isiko einer G efährdung besonders vor- sichtig abzuklären sei. D er in Verbindung m it einem R ückw eisungsantrag in der letzten Stellungnahm e form ulierten Antrag auf D urchführung einer zusätzlichen Befragung - nam entlich im H inblick auf seine m ilitärische Funktion und zur Frage, ob er gegen Albaner eingesetzt w urde - verm ag dem gegenüber nichts zu bew ir- ken; es ist von einem hinreichend erstellten Sachverhalt auszugehen, zum al es dem Beschw erdeführer auf Beschw erdeebene m ehrfach m öglich gew esen w äre, detaillierte Angaben zu seinen m ilitärischen Funktionen und den einzelnen Aktio- nen, an denen er beteiligt gew esen w ar, zu m achen. Insgesam t ist m it den vagen H inw eisen des Beschw erdeführers auf m ögliche Angriffe nicht näher definierter D rittpersonen keine konkrete G efahr im Sinne der Praxis des Europäischen G e- richtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses nach- gew iesen oder glaubhaft gem acht, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen. An dieser Stelle ist zudem festzuhalten, dass zw ar bei der Prüfung, ob die betroffene Person bei einem W egw eisungsvoll- zug einem "real risk" im Sinne der R echtsprechung des Europäischen G erichtsho- fes für M enschenrechte (EG M R ) zu Art. 3 EM R K ausgesetzt ist, auch ihr physi- scher und psychischer Zustand zu berücksichtigen sind. Vorliegend verm ag aber der U m stand, dass sich der Beschw erdeführer in Folge einer traum atischen Er- krankung in psychiatrische Behandlung begeben m usste, zur Annahm e einer kon- kreten G efahr offensichtlich nicht zu genügen, zum al die Behandlung laut seinen eigenen Angaben inzw ischen erfolgreich habe abgeschlossen w erden können (vgl. die auch heute noch zutreffende R echtsprechung der AR K in EM AR K 2002 N r. 22 E. 4a dd; 2001 N r. 17 E. 4b; 1996 N r. 18). Auch aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschw erdeführer für den Fall seiner R ückkehr nach Serbien dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. 4.3 N ach dem G esagten erw eist sich der Vollzug der W egw eisung im Sinne der lan- des- und völkerrechtlichen Bestim m ungen als zulässig.9 5. D er Vollzug der W egw eisung kann gem äss Art. 14a Abs. 4 AN AG insbesondere dann nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer oder die Ausländerin eine konkrete G efährdung darstellt. D iese Bestim m ung ist als "Kann-Vorschrift" form u- liert, um deutlich zu m achen, dass die Schw eiz hier nicht in Erfüllung völkerrechtli- cher Ansprüche, sondern aus hum anitären G ründen handelt. Eine solche G efähr- dung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G e- w alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise der N icht-Erhältlichkeit einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom - m en w erden (vgl. die zutreffende R echtsprechung der AR K in EM AR K 2005 N r. 13 E. 7.2; auch Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). D ie beurteilende Behörde hat in jedem Einzelfall eine G e- w ichtung vorzunehm en zw ischen den sich nach einer allfälligen R ückkehr des w eggew iesenen Asylbew erbers in sein H eim atland ergebenden hum anitären As- pekten einerseits und dem öffentlichen Interesse am Vollzug der rechtskräftig ver- fügten W egw eisung andererseits. D er Begriff der "konkreten G efährdung" gem äss Art. 14a Abs. 4 AN AG ist eng aus- zulegen und bezieht sich vorab auf einen schw erw iegenden Eingriff in die körperli- che Integrität des Ausländers. Art. 14a Abs. 4 AN AG findet insbesondere Anw en- dung auf Personen, die nach ihrer R ückkehr einer konkreten G efahr ausgesetzt w ären, w eil sie aus objektiver Sicht w egen der vorherrschenden Verhältnisse m it grosser W ahrscheinlichkeit unw iederbringlich in völlige Arm ut gestossen w ürden, dem H unger und som it einer ernsthaften Verschlechterung ihres G esundheitszu- standes, der Invalidität oder gar dem Tod ausgeliefert w ären (vgl. die zutreffende R echtsprechung der AR K in EM AR K 2006 N r. 10 E. 5.1, m it w eiteren H inw eisen). 5.1 Eine Situation, w elche den Beschw erdeführer als G ew alt- oder de-facto-Flüchtling qualifizieren w ürde, lässt sich aufgrund der heutigen Situation im Kosovo nicht in genereller Form bejahen. D ie bisherigen Bem ühungen der internationalen Staaten- gem einschaft zur Stabilisierung und D em okratisierung des Kosovo zeigen trotz im - m er w ieder zu gew ärtigenden R ückschlägen kontinuierlich Erfolge. Für die Ent- w icklung der allgem einen Lage der M inderheiten im Kosovo nach den U nruhen vom M ärz des Jahres 2004 kann auf die Lagebeurteilung verw iesen w erden, w el- che die AR K in EM AR K 2006 N r. 10 E. 5.4 vorgenom m en hat und w elche sich auch heute noch in der Q uintessenz als zutreffend erw eist. Konkret w ar in jenem Entscheid zw ar die Zum utbarkeit des W egw eisungvollzugs in Bezug auf Angehöri- ge der ethnischen R om a, Ashkali und "Ägypter" zur Beurteilung gelangt. W as die allgem eine Lage anbelangt, kann aber dennoch darauf verw iesen w erden, um so m ehr als sich die Lage der slaw ischen M uslim e im Vergleich zu derjenigen der er- w ähnten Ethnien günstiger darstellt (vgl. unten E. 5.2). Auch hat sich im Verlaufe des vergangenen Jahres die generelle Sicherheitslage im Kosovo w eiterhin ver- bessert. D er U N H C R hält in seinem Positionsbericht vom Juni 2006 zur fortdauern- den Schutzbedürftigkeit von Personen im Kosovo fest, sow ohl in den Institutionen der provisorischen Selbstverw altung (PISG ) als auch im Kosovo Protection C orps (KPC ) arbeiteten zunehm end Angehörige ethnischer M inderheiten. Zudem seien w ichtige Schritte unternom m en w orden, um den Schutz von Eigentum srechten zu gew ährleisten, und es sei eine interm inisterielle Kom m ission eingerichtet w orden, 10 um den Zugang der M inderheiten zu öffentlichen D ienstleistungen zu überw achen. Zw ar bleibt ein nicht zu unterschätzendes U nruhepotenzial im Zusam m enhang m it der Lösung der Statusfrage bestehen. D ennoch w erden von den im Kosovo tätigen O rganisationen gem äss Kenntnis des Bundesverw altungsgericht auf absehbare Zeit keine landesw eiten Ausschreitungen w ie im M ärz 2004 erw artet. KFO R und Polizei sind zudem heute in w esentlich besserer Verfassung als zu jenem Zeit- punkt. Bew affnete terroristische G ruppierungen, insbesondere im w estlichen Koso- vo, existieren w eiterhin; sie m achten aber über das Jahr 2006 hinw eg kaum auf sich aufm erksam und besitzen nur noch w enig R ückhalt in der Bevölkerung. D er U N -Verw alter berichtete zur Lage der M inderheiten im Septem ber 2006, dass D e- likte, bei denen ein ethnischer H intergrund nicht ausgeschlossen habe w erden können, im Jahr 2006 m erklich gesunken seien. Auch seien die M inderheiten zu- nehm end in der Lage, sich im Kosovo frei zu bew egen. In M inderheiten-W ohnge- bieten w erden offenbar gem ischtethnische Patrouillen eingesetzt. 5.2 Es bleibt zu prüfen, ob allenfalls die Situation des Beschw erdeführers im Speziel- len auf individuelle Vollzugshindernisse schliessen lässt. D er Beschw erdeführer gehört, w ie erw ähnt, der M inderheit der slaw ischen M uslim e und innerhalb dieser der U ntergruppe der Bosniaken an. W as die allgem eine Lage der slaw ischen M us- lim e betrifft, so w urde ihnen im Vergleich m it den Zugehörigen der Ethnien der R om a, Ashkali und "Ägypter" und den Kosovo-Serben schon im m er eine höhere Toleranz entgegengebracht (vgl. U N H C R , Position zur fortdauernden Schutzbe- dürftigkeit von Personen aus dem Kosovo, M ärz 2005). In Bezug auf die albanisch- sprachigen R om a, Ashkali und "Ägypter" kam die AR K denn auch erst vor kurzem zum Schluss, ein Vollzug der W egw eisung in den Kosovo sei unter bestim m ten Voraussetzungen grundsätzlich zum utbar (vgl. EM AR K 2006 N r. 10). Im Zusam - m enhang m it der Beurteilung der Vollziehbarkeit einer W egw eisung hat sich die AR K in EM AR K 2002 N r. 22 zur Situation der slaw ischen M uslim e (Bosniaken, G orani und Torbesh) im Kosovo geäussert. D ie dort vorgenom m ene Einschätzung, näm lich dass ein Vollzug der W egw eisung der Angehörigen dieser Ethnien in die Bezirke D ragash, Prizren, G jakove oder Pej zum utbar sei, w enn diese Personen ihren letzten W ohnsitz in einem dieser Bezirke hatten, w ird vom Bundesverw al- tungsgericht auch heute noch als richtig angesehen. D arüber hinaus ist im Ü brigen aufgrund der verbesserten Lage davon auszugehen, dass im heutigen Zeitpunkt ein Vollzug der W egw eisung für slaw ische M uslim e in den gesam ten Kosovo (aus- genom m en den Bezirk M itrovica) zum utbar ist, sofern bestim m te Kriterien - w ie be- rufliche Ausbildung, Bestehen eines sozialen N etzes, Strukturhilfe, G efährdung aufgrund m it den Serben geleisteten M ilitärdienstes - individuell überprüft w urden. Insgesam t ist festzuhalten, dass sich die Lage für die slaw ischen M uslim e gegen- über derjenigen, w ie sie dem erw ähnten Entscheid zu G runde lag, noch verbessert hat und sich insbesondere im Vergleich zur Lage anderer M inderheiten im Kosovo als noch sicherer erw eist. Bezeichnenderw eise erw ähnt der U N H C R im jüngsten Papier vom Juni 2006 die M inderheit der slaw ischen M uslim en nicht m ehr aus- drücklich; in den vom Beschw erdeführer angestrichenen Passagen in eben diesem Positionspapier geht es beinahe im m er um die M inderheiten der Kosovo-Serben, der R om a oder der Kosovo-Albaner in einer M inderheitssituation. D er Beschw erdeführer stam m t aus B._______, einer ausschliesslich von m uslim i- schen Slaw en bew ohnten O rtschaft nahe Prizren, dem H auptniederlassungsgebiet 11 der Bosniaken im Kosovo. In diesem Zusam m enhang ist festzuhalten, dass Priz- ren bekannt ist für seine ethnische Vielfalt und w eiterhin bestehende relative Tole- ranz der einzelnen Ethnien untereinander. Laut dem G ericht zur Verfügung stehen- den Inform ationen ist es für M änner slaw ischer Ethnie kein Problem , sich in der Stadt zu bew egen und sich in der Ö ffentlichkeit in ihrer M uttersprache zu unterhal- ten. Vor dem beschriebenen H intergrund ist dem Beschw erdeführer eine R ückkehr nach B._______ grundsätzlich zuzum uten. Selbst w enn gew isse Schikanen seitens Angehörigen der albanischen Ethnie nicht völlig ausgeschlossen w erden können - so w erden offenbar etw a Frauen aufgrund ihrer traditionellen Kleidung belästigt - so reicht dies doch nicht, um den Vollzug als unzum utbar zu quali- fizieren. D ie Lage hat sich, w ie erw ähnt, im Verlauf der letzten Jahre kontinuierlich verbessert. So scheint heute beispielsw eise der Zugang zur m edizinischen Versor- gung auch für slaw ische M uslim e in der R egion laut dem G ericht zur Verfügung stehenden Q uellen durchaus gew ährleistet. D abei stehen auch Ärzte, w elche eine Behandlung in serbischer oder bosnischer Sprache anbieten, zur Verfügung. D ort w o noch gew isse H indernisse in adm inistrativer H insicht vorhanden sind (w ie bei- spielsw eise, dass gew isse Form ulare nur in albanischer Sprache erhältlich sind), w ird daraufhin gearbeitet, auch diese Schranken zu beseitigen. Für den Beschw er- deführer dürfte - w ie für eine breite Bevölkerungsschicht - in erster Linie die prekä- re W irtschaftslage eine Schw ierigkeit darstellen. In diesem Zusam m enhang ist aber festzuhalten, dass die AR K sich w iederholt dahingehend geäussert hat, dass "blosse" soziale und w irtschaftliche Schw ierigkeiten, w ie insbesondere der M angel an W ohnungen und Arbeitsplätzen, von w elchen die ansässige Bevölkerung im All- gem einen betroffen ist, keine existenzbedrohende Situation darstellten, w elche den W egw eisungsvollzug von vornherein als unzum utbar erscheinen liesse (EM AR K 1994 N r. 19, Erw . 6b); solche Schw ierigkeiten könnten einzig allenfalls in Kom bination m it anderen U nzum utbarkeitsfaktoren zur U nzum utbarkeit des W eg- w eisungsvollzugs führen (EM AR K 2003 N r. 24, E. 5e). D iese R echtsprechung er- w eist sich auch heute noch als zutreffend. In diesem Zusam m enhang könnte denn auch die Tatsache, dass der Beschw erdeführer in der jugoslaw ischen Arm ee ge- dient hat - sofern dies tatsächlich bekannt gew orden sein sollte - insofern eine R ol- le spielen, als es ihm m öglicherw eise erschw ert sein w ird, ausserhalb seines D or- fes eine Arbeit zu finden. Eine darüber hinaus gehende G efährdung ist jedoch dar- aus nicht abzuleiten. H ier kann auf die diesbezügliche Erw ägung im R ahm en der Prüfung der Zulässigkeit des W egw eisungsvollzugs (E. 4.2) verw iesen w erden. Laut den Akten hat der Beschw erdeführer seinen Vater und zw ei G eschw ister am H erkunftsort zurückgelassen. Im Beschw erdeverfahren w urde nicht geltend ge- m acht, diese seien nicht m ehr dort w ohnhaft; m it dem dort ansässigen Vater hält der Beschw erdeführer offenbar den Kontakt aufrecht. D er Beschw erdeführer hat im H eim atland die M ittelschule abgeschlossen. In der Schw eiz hat er erfolgreich eine Ausbildung des Schw eizerischen R oten Kreuzes zum Pflegehelfer abge- schlossen. Angesichts des M angels an hinreichend ausgebildetem Personal im G esundheitsw esen (vgl. Bericht des U nited N ations Kosovo Team vom Januar 2007) könnte er dem zufolge im H eim atland m öglicherw eise gegenüber anderen jungen M ännern in vergleichbarer Situation besser - zum indest nicht schlechter - gestellt sein, w as die C hancen, eine Erw erbstätigkeit zu finden, betrifft. D er Be- schw erdeführer hatte sich im Juli 2005 in psychiatrische Behandlung begeben, 12 w elche letzten Som m er abgeschlossen w erden konnte. Er ist m it 30 Jahren noch relativ jung und den Akten zufolge gesund. Am H erkunftsort verfügt er über soziale Kontakte. Insgesam t ist davon auszugehen, dass es ihm gelingen kann, in B._______ w ieder sozial und w irtschaftlich Fuss zu fassen. 5.3 Eine R ückkehr des Beschw erdeführers nach Serbien w äre nach dem G esagten zw ar m it gew issen - insbesondere w irtschaftlichen - Schw ierigkeiten verbunden, nicht aber m it solchen, die einen Vollzug der W egw eisung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG als unzum utbar erscheinen liessen. D as private Interesse des Be- schw erdeführers an einem Verzicht auf den W egw eisungsvollzug verm ag das ge- w ichtige öffentliche Interesse am Vollzug der rechtskräftigen W egw eisungsverfü- gung nicht zu überw iegen. 6. M it Inkrafttreten der Asylgesetzrevision vom 16. D ezem ber 2005 am 1. Januar 2007 entfiel für die Asylbehörden des Bundes die M öglichkeit, in Fällen einer schw erw iegenden persönlichen N otlage eine vorläufige Aufnahm e anzuordnen, so- fern vier Jahre nach Einreichen des Asylgesuch noch kein rechtskräftiger Ent- scheid ergangen w ar (gem äss Art. 44 Abs. 3 aAsylG ; Art. 14 Abs. 4bis aAN AG ). D er kantonale Bericht vom 22. Juli 2005, m it w elchem der Kanton sich positiv zur An- ordnung einer vorläufigen Aufnahm e äusserte, die diesbezüglich negative Ver- nehm lassung der Vorinstanz vom 14. Septem ber 2005 und die diesbezüglichen Stellungnahm en des Beschw erdeführers vom 21. Septem ber 2006 und vom 19. M ärz 2007 können nach dem G esagten m angels Zuständigkeit vom Bundesver- w altungsgericht nicht m ehr gew ürdigt w erden. G em äss Art. 14 Abs. 2 AsylG kann jedoch neu der Kanton m it Zustim m ung des Bundesam tes einer ausländischen Person, die sich in einem Asylverfahren befin- det oder ein solches durchlaufen hat, sofern die im G esetz genannten Vorausset- zungen erfüllt sind, eine Aufenthaltsbew illigung erteilen. Es w ürde gem äss Art. 14 Abs. 3 AsylG diesfalls dem Kanton obliegen, dem Bundesam t den W illen, von die- ser M öglichkeit G ebrauch zu m achen, zu m elden. 7. G em äss Art. 14a Abs. 2 AN AG ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in ei- nen D rittstaat verbracht w erden kann. D am it ist die technische U nm öglichkeit des W egw eisungsvollzugs angesprochen. D er Beschw erdeführer verfügt über eine Identitätskarte; im Ü brigen obliegt es ihm selber, sich um den Erhalt genüglicher Identitätspapiere zu küm m ern (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), und es sind im jetzigen Zeit- punkt keine unüberw indlichen H indernisse faktischer N atur ersichtlich. D er Vollzug der W egw eisung erscheint m ithin auch als m öglich. 8. Insgesam t hat die Vorinstanz den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet und dem zufolge die vorläufige Aufnahm e aufgeho- ben. D araus ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht ver- letzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und ange- m essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen.13 9. Bei diesem Ausgang sind die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- dem Beschw erde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG , Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver- w altungsgericht vom 20. April 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). Sie sind durch den am 15. Januar 2003 geleisteten Kostenvorschuss im selben Betrag gedeckt. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. Sie sind durch den am 15. Januar 2003 geleisteten Kostenvorschuss im selben Betrag gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der R echtsvertreterin des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beila- ge: im Beschw erdeverfahren eingereichte Bew eism ittel) - der Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. ...) - der kantonalen Frem denpolizeibehörde (Beilage: Identitätskarte C P ...) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: W alter Stöckli Esther Karpathakis