<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00078</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107250&amp;W10_KEY=13013572&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00078</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.05.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4"></td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Tierschutz</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Beschlagnahmung eines Hundes wegen Vernachlässigung und ungeeigneter Unterkunft Auf die Beschwerde ist einzutreten, obwohl eine Rückgabe des Hundes nicht mehr in Betracht kommt (E. 1). Der Hund war bei Beschlagnahme wegen ungenügender Pflege in einem schlechten Zustand. Es ist jedoch fraglich, ob eine starke Vernachlässigung vorlag. Aus diesem Grund allein hätte die Beschlagnahme nicht vorgenommen werden dürfen (E. 3a, b). Zusätzlich war jedoch eine tiergerechte Haltung durch den Beschwerdeführer auch in Zukunft nicht zu erwarten. Die Beschlagnahme ist daher noch knapp verhältnismässig (E. 3c). Die Führung des Rekursverfahrens hätte zur Folge, dass bei Gutheissung der Beschwerde der Hund nicht zurück gegeben werden könnte (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTUELL">AKTUELL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESCHLAGNAHME">BESCHLAGNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSSCHUTZINTERESSE">RECHTSSCHUTZINTERESSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TIERHALTUNG">TIERHALTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TIERHALTUNGSVERBOT">TIERHALTUNGSVERBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: TIERSCHUTZ">TIERSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERBRINGUNG">UNTERBRINGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSDAUER">VERFAHRENSDAUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERNACHLÃSSIGUNG">VERNACHLÃSSIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 3 TSchG</span><br/><span class="gerade">Art. 24 TSchG</span><br/><span class="ungerade">Art. 25 lit. I TSchG</span><br/><span class="gerade">§ 21 lit. a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Am 16. April 2001 beschlagnahmte die Stadtpolizei ZÃ¼rich den ca. siebenjÃ¤hrigen Russischen Terrier "B" des Ehepaars A und C. Am 17. April 2001 ordnete das kantonale Ve­terinÃ¤ramt die vorsorgliche Beschlagnahmung des Hundes sowie dessen Unterbringung an einem geeigneten Ort fÃ¶rmlich an und gab A Gelegenheit, zur Beschlagnahmung sowie zu dem in Aussicht genommenen Tierhalteverbot Stellung zu nehmen. Zugleich fragte das Amt ihn an, ob er ohne weitere AnsprÃ¼che auf den Hund verzichte. A und C Ã¤usserten sich hierauf mit Ein­gaben vom 24. April und 5. Mai 2001; eine VerzichtserklÃ¤rung unterzeichneten sie nicht. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit VerfÃ¼gung vom 14. Mai 2001 ordnete das VeterinÃ¤ramt die definitive Beschlag­­nahmung des Hundes sowie dessen Platzierung an einem geeigneten Ort an (Ziff. I). Ferner wurde gegenÃ¼ber A und C ein unbefristetes Tierhaltever­bot ausgesprochen (Ziff. II). Sodann wurde darauf hingewiesen, dass die Kosten fÃ¼r den Transport, die Unterbringung und die Pflege des Hundes den Eheleuten AC auferlegt wÃ¼rden, was jedoch mit gesonderter VerfÃ¼gung erfolgen werde. Die Kosten der BeschlagnahmeverfÃ¼gung von Fr. 281.90 wur­den den beiden Adressaten der VerfÃ¼gung auferlegt (Ziff. III). FÃ¼r den Fall der Zuwider­handlung gegen das Tierhalteverbot wurden verschiede­ne Massnahmen angedroht (Ziff. IV). Einem allfÃ¤lligen Rekurs gegen Disp. Ziff. I und II wurde die aufschiebende Wir­kung entzogen (Ziff. V).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Mit Rekurs vom 14. Juni 2001 beantragten A und C sinngemÃ¤ss die Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 14. Mai 2001. Das VeterinÃ¤ramt ersuchte die Gesundheitsdirektion am 22. Juni 2001 um Abweisung des Rekurses. Weitere Eingaben der Rekur­rierenden erfolgten am 20. Juni 2001, 4. Juli 2001 und 16. April 2002.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Statthalteramt des Bezirkes ZÃ¼rich bestrafte C am 11. November 2001 gestÃ¼tzt auf Art. 29 Ziff. 2 des Tierschutzgesetzes vom 9. MÃ¤rz 1978 (TSchG; SR 455) wegen Zuwi­derhandlung gegen Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 sowie Art. 3 Abs. 1 und 3 der Tierschutz­verordnung vom 27. Mai 1981 (TSchV; SR 455.1) mit einer Busse von Fr. 200.-.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Gesundheitsdirektion hiess den Rekurs von C und A am 3. Februar 2003 teilweise gut, indem sie Disp. Ziff. II und IV der VerfÃ¼gung des Ve­te­ri­nÃ¤ramts vom 14. Mai 2001 (betreffend Tierhalteverbot) aufhob, hingegen Ziff. I und III je­ner VerfÃ¼gung (betreffend de­finitive Beschlagnahmung des Hundes und dessen Platzierung an einem geeigneten Ort so­wie betreffend AnkÃ¼ndigung der Kostenauflage fÃ¼r die Unterbrin­gung und Pflege sowie Auf­lage der Verfahrenskosten) bestÃ¤tigte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Dagegen erhob A am 27. Februar 2003 Beschwerde an das Verwal­tungsgericht, dem er die RÃ¼ckgabe des Hundes, sinngemÃ¤ss mithin die Aufhebung der definitiven Beschlag­nahmung, beantragte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das VeterinÃ¤ramt und die Gesundheitsdirektion beantragten dem Gericht am 26. bzw. 28. MÃ¤rz 2003 die Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 19c Abs. 2 und § 41 Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) zustÃ¤ndig. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der BeschwerdefÃ¼hrer ist als Halter des beschlagnahmten Hundes von der verfÃ¼gten Beschlagnahmung betroffen. Gleichwohl ist fraglich, ob er zur BeschwerdefÃ¼hrung le­gi­­timiert sei. Denn seinem auf RÃ¼ckgabe des Hundes lautenden Antrag kann heute (und konnte schon im Zeitpunkt des Rekursentscheids vom 3. Februar 2003, was die Gesundheitsdirektion verkannt hat) nicht mehr entsprochen werden: In ihrer VerfÃ¼gung vom 14. Mai 2001 entzog das VeterinÃ¤ramt einem allfÃ¤lligen Rekurs hinsichtlich der definitiven Beschlagnahmung (verbunden mit einer geeigneten Platzierung) und hinsichtlich des Tierhal­teverbots die aufschiebende Wirkung, ohne dass diese in der Folge von der Rekursinstanz wiederhergestellt worden wÃ¤re. Schon am 13. Juli 2001 (also noch wÃ¤hrend des penden­ten Rekursverfahrens) gab das VeterinÃ¤ramt den Hund "zur definitiven Platzierung frei", was bedeutet, dass er aus dem privaten Tierheim, in dem er sich seit der provisorischen Beschlagnahmung am 16. April 2001 befand, in ein sogenanntes Tierschutztierheim</p> <p class="Einzug1">Ã¼berfÃ¼hrt wurde, dessen Inhaberin er "zu Eigentum und somit zur Platzierung" Ã¼bergeben wurde. Im Hinblick auf diesen heute nicht mehr rÃ¼ckgÃ¤ngig zu machenden Vollzug kommt eine RÃ¼ckgabe des Hundes an den BeschwerdefÃ¼hrer nicht mehr in Betracht, weshalb es die­sem an einem aktuellen schutzwÃ¼rdigen Interesse an der Auf­hebung der angefochtenen Ver-fÃ¼gung â wie es grundsÃ¤tzlich fÃ¼r die Rekurs- und Beschwerdeerhebung erforderlich ist â </p> <p class="Einzug1">fehlt (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspfle­gegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 25; bezÃ¼glich der RÃ¼ckgabe von Hunden, die aufgrund des Entzugs der aufschieben­den Wirkung bereits fremdplatziert worden sind vgl. insbesondere BGr, 3. Juni 1999, 2A.99/1999, E. 1b, zu VGr, 20. Januar 1999, VB.1998.00371).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Vom Erfordernis des aktuellen Interesses kann jedoch abgesehen werden, wenn eine Anordnung zu beurteilen ist, die sich nach ihrer Art und ihrem Gegenstand jederzeit wie­­derholen kann und die sonst der behÃ¶rdlichen ÃberprÃ¼fung regelmÃ¤ssig entzogen bliebe, so dass die rechtliche KlÃ¤rung einer Grundsatzfrage nie erfolgen kÃ¶nnte (RB 1998 Nr. 41 E. 2b). Sodann sieht die Rechtsprechung vom Erfordernis des aktuellen Interesses gelegentlich auch dann ab, wenn die Entscheidung in der Sache aus anderen GrÃ¼nden angebracht ist (BGE 118 Ib 1 E. 2b; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. A., Bern 1983, S. 154 f.).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Solche GrÃ¼nde liegen hier vor. Der im Rekurs vom 14. Juni 2001 enthaltene Antrag auf Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 14. Mai 2001 und RÃ¼ckgabe des Terriers enthielt zumin­­dest sinngemÃ¤ss auch das Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung bezÃ¼glich der definitiven Fremdplatzierung. Ãber dieses Begehren hat die Gesundheits­­direktion nicht fÃ¶rmlich entschieden. Das fÃ¼hrte dazu, dass der Hund wie erwÃ¤hnt bereits am 13. Juli 2001 zur definitiven Fremdplatzierung freigegeben wurde. Wohl geschah dies offenkundig im Bestreben, die Kosten der provisorischen Platzierung, die als "Verfahrenskosten" im Sinn von Art. 25 Abs. 2 TSchG ganz oder teilweise dem fehlbaren Tierhal­ter auferlegt werden kÃ¶nnen (Antoine F. Goetschel, Kommentar zum EidgenÃ¶ssischen Tier­­schutzgesetz, Bern 1986, Art. 25 N. 10) und die denn auch im vorliegenden Fall (betrags­mÃ¤ssig allerdings noch nicht bestimmt) dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Ehefrau auferlegt wurden (Disp. Ziff. III der VerfÃ¼gung vom 14. Mai 2001), mÃ¶glichst gering zu halten (vgl. Disp. Ziff. IV der VerfÃ¼gung vom 17. April 2001 in Verbindung mit der beige­legten, vom BeschwerdefÃ¼hrer in der Folge nicht unterzeichneten "VerzichtserklÃ¤rung"). Das darf aber nicht dazu fÃ¼hren, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seinen Anspruch auf Beurteilung der Streitsache (die RechtmÃ¤ssigkeit der Beschlagnahmung) mangels eines aktuellen Rechtsschutzinteresses verliert.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Art. 3 TSchG verpflichtet den Halter oder Betreuer von Tieren zur angemessenen ErnÃ¤hrung und Pflege und, soweit nÃ¶tig, zur GewÃ¤hrung von Unterkunft. Art. 22 TSchG ver­bietet das Misshandeln, starke VernachlÃ¤ssigen und unnÃ¶tige Ãberanstrengen von Tieren. Die Tierschutzverordnung enthÃ¤lt Vorschriften betreffend die tiergerechte Haltung (Art. 1), die FÃ¼tterung (Art. 2), die Pflege (Art. 3) sowie im Besonderen die Haltung von und den Umgang mit Hunden (Art. 31 und 34). Bei Missachtung dieser Vorschriften hat die BehÃ¶rde gestÃ¼tzt auf Art. 24 und 25 TSchG die geeigneten Massnahmen gegenÃ¼ber dem Tierhalter zu ergreifen. Art. 25 TSchG sieht dabei (provisorische und definitive) Mass­nahmen zur Behebung bestehender MissstÃ¤nde vor, wenn feststeht, dass Tiere stark vernachlÃ¤ssigt oder vÃ¶llig unrichtig gehalten werden. Zur Vermeidung kÃ¼nftiger MissstÃ¤nde kann so­dann aufgrund von Art. 24 TSchG unter nÃ¤her umschriebenen Voraussetzungen ein Tier­halteverbot ausgesprochen werden. Die in § 11 des kantonalen Tierschutzgesetzes vom 2. Juni 1991 (LS 554.1) festgelegte Kompetenz der VollzugsbehÃ¶rden, Massnahmen zur Be­hebung von MÃ¤ngeln der Tierhaltung zu ergreifen, geht nicht Ã¼ber den bundesrechtlichen Rahmen von Art. 24 und 25 TSchG hinaus (vgl. RB 1999 Nr. 91). Die Missachtung von Bestimmungen der Tierschutzgesetzgebung kann schliesslich neben den genannten ver­­waltungsrechtlichen Massnahmen strafrechtliche Sanktionen nach Art. 27 ff. TSchG zur Folge haben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) GemÃ¤ss den Ermittlungen des VeterinÃ¤ramts war der Hund vor der provisorischen Beschlagnahmung grÃ¶sstenteils nicht in der Wohnung des BeschwerdefÃ¼hrers an der K-strasse in ZÃ¼rich untergebracht, sondern im Garten einer ca. 150 m entfernten Lie­gen­schaft am L-weg, wo er an einer Kette gehalten wurde und ihm als Unterkunft eine HÃ¼tte zur VerfÃ¼gung stand, die vor der Witterung nur ungenÃ¼gend Schutz bot; zeitwei­se hielt sich das Tier im Keller und auf dem Balkon der Wohnung des BeschwerdefÃ¼hrers auf. Diese Art der Haltung war offenbar darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren, dass dem Beschwerde­fÃ¼hrer gemÃ¤ss Mietvertrag die Haltung von Hunden in der Wohnung nicht erlaubt ist. Laut der amts­tierÃ¤rztlichen Untersuchung vom 18. April 2001 befand sich der Hund nach der Beschlagnahmung in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Er wies ein KÃ¶rperge­wicht von le­diglich 30-34 kg (ca. 10 kg unter dem Normalgewicht der betreffenden Rasse) auf. Er litt an einer ausgeprÃ¤gten StÃ¼tzbeinlahmheit, welche dringend einer tierÃ¤rztlichen Behandlung bedurft hÃ¤tte. Zwischen den Zehenballen fanden sich verfilzte Haare mit Grannenbildung und stark entzÃ¼ndeter Haut. Auffallend war auch das Verhalten des Hundes, der beim Hinhalten der Hand und direktem Anfassen am Kopf mit drohenden Knurren reagierte, weshalb eine weitere Untersuchung ohne Maulkorb nicht mÃ¶glich war.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Aufgrund der anschliessenden polizeilichen Ermittlungen liessen sich allerdings die von Drittpersonen erhobenen VorwÃ¼rfe hinsichtlich einer tierschutzwidrigen Unterbringung des Hundes nicht vollumfÃ¤nglich erhÃ¤rten; es ergab sich, dass die HÃ¼tte, an welcher der Hund angekettet war, den einschlÃ¤gigen Vorschriften in Anhang 1 der Tierschutzverord­­nung entsprach und dass der Hund auf lÃ¤ngeren SpaziergÃ¤ngen tÃ¤glich ausreichend Bewegung erhalten hatte. Im Rekursentscheid wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer daher ein Verstoss gegen die Vorschriften betreffend hinreichende Unterkunft und Bewegung (Art. 1 Abs. 2 und 3 sowie Art. 31 TSchV) nicht mehr vorgeworfen. Gleichwohl gelangte die Gesundheitsdirektion zum Schluss, dass die definitive Beschlagnahmung gerechtfertigt sei. Erstellt sei jedenfalls, dass der Hund Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit mangelhaft gepflegt, ungenÃ¼gend ernÃ¤hrt und veteriÃ¤rmedizinisch mangelhaft versorgt worden sei. Sodann habe der Rekurrent wenig Einsicht in die Notwendigkeit, die Betreuung des Hundes zu verbessern, gezeigt. In seinen Eingaben nehme er denn auch kaum Bezug auf eine mÃ¶gliche Verbesserung der Betreuungssituation und vermÃ¶ge somit die diesbezÃ¼glich bestehenden Bedenken nicht auszurÃ¤umen. Mit Bezug auf die Unterkunft bestehe angesichts des fortdauernden Haus­­tierverbots nach wie vor eine Situation, die fÃ¼r eine tiergerechte Haltung wenig geeignet sei. Anderseits kÃ¶nne an dem vom VeterinÃ¤ramt auferlegten Tierhalteverbot nicht festgehalten werden. Aus der StrafverfÃ¼gung des Statthalteramts vom 11. November 22002 </p> <p class="Einzug1">las­se sich nicht auf eine schwere Zuwiderhandlung im Sinn von Art. 24 lit. a TSchG schlies­sen, und ebenso wenig lasse sich die Annahme aufrechterhalten, der Beschwer­de­fÃ¼hrer sei aus qualifizierten GrÃ¼nden im Sinn von Art. 24 lit. b TSchG zur Haltung von Tieren unfÃ¤hig. Die Ãberforderung des Rekurrenten, die sich in der Haltung des nun­mehr beschlagnahmten Hundes gezeigt habe, sei nicht in seiner Person, sondern grÃ¶ssten­teils in der gegenwÃ¤rtigen Wohnsituation begrÃ¼ndet, was die VerhÃ¤ngung eines unbefris­te­ten Tier­hal­teverbots als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheinen lasse. Es sei anzunehmen, dass der Rekurrent durchaus in der Lage wÃ¤re, in geeigneter Umgebung ein Tier zu halten. Falls er dies wieder tun wolle, habe er jedoch vorgÃ¤ngig geeignete und tierschutzgerechte Pflege- und Haltungsbedingungen zu schaffen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreitet nach wie vor, dass der Hund Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit mangelhaft gepflegt, ungenÃ¼gend ernÃ¤hrt und veteriÃ¤rmedizinisch mangelhaft versorgt wor­­den sei. Seine diesbezÃ¼glichen Vorbringen vermÃ¶gen aber die GlaubwÃ¼rdigkeit der Fest­­stellungen des Amtstierarztes nicht zu entkrÃ¤ften. Allerdings handelt es sich dabei um einen Befund, der sich auf die Verfassung des Hundes im Zeitpunkt der provisori­schen Be­schlagnahmung am 17./18. April 2001 bezieht. Die diesbezÃ¼glichen Feststellungen lassen zwar den RÃ¼ckschluss auf mangelhafte Pflege, ungenÃ¼gende ErnÃ¤hrung und Versorgung ohne Weiteres zu. Mit dieser Beschreibung bleibt aber offen, ob es sich um eine "starke" Ver­nachlÃ¤ssigung handelte, wie dies Art. 25 Abs. 1 TSchG fÃ¼r ein behÃ¶rdliches Einschreiten (alternativ zum ebenfalls genannten Tatbestand der "vÃ¶llig unrichtigen Haltung") voraussetzt. Zu beachten ist, dass der Begriff der "starken Vernach­lÃ¤ssigung" sowohl im (Grund­lage der streitbetroffenen Anordnung bildenden) Art. 25 TSchG wie auch im (den Straftatbestand der TierquÃ¤lerei regelnden) Art. 27 TSchG verwen­det wird und dass die gegen die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers ergangene StrafverfÃ¼gung vom 11. November 2002 nicht in Anwendung dieses Straftatbestandes, son­dern einzig wegen Ã¼briger Widerhandlungen gegen die Tierschutzgesetzgebung (Art. 29 Abs. 2 TSchG) erfolgt ist. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Selbst wenn im vorliegenden Fall von einer starken VernachlÃ¤ssigung (im Sinn von Art. 25 TSchG) ausgegangen wird, folgt hieraus nicht ohne Weiteres die RechtmÃ¤ssigkeit der definitiven Beschlagnahmung und Fremdplatzierung des Hundes. Massnahmen im (zwei­­fellos Ã¶ffentlichen) Interesse des Tierschutzes mÃ¼ssen verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein, d.h. sie mÃ¼ssen zur Beseitigung bestehender oder Vermeidung kÃ¼nftiger MissstÃ¤nde geeignet und notwendig sein sowie (als VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit im engeren Sinn) in einem angemessen Ver­­hÃ¤ltnis zu dem durch sie bewirkten Eingriff in die Rechtsstellung des Tierhalters stehen (Tanja K. Gehrig, Struktur und Instrumente des Tierschutzes, ZÃ¼rich, 1999, S. 232; Ziffer 322 der Informationsschrift des Bundesamts fÃ¼r VeterinÃ¤rwesen vom 20. April 1988 betref­­fend Einschreiten bei stark vernachlÃ¤ssigten Tieren). Bei den in Art. 25 Abs. 1 TSchG verwendeten Tatbestandsmerkmalen der starken VernachlÃ¤ssigung und der vÃ¶llig unrichtigen Halten handelt es sich um unbestimmte Rechtsbegriffe, bei deren Anwendung dem Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit besonderes Gewicht zukommt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 95 ff.). Geht es um definitive Beschlagnahmungen, die mit Fremdplatzierungen des Tiers bei einem neuen EigentÃ¼mer verbunden sind, kommt dem Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤s­­sigkeit bei Haustieren wie Hunden, zu denen der Halter in der Regel eine nÃ¤here Bezie­hung aufbaut, wohl grÃ¶ssere Bedeutung als etwa bei Nutztieren zu. Das gilt selbst dann, wenn (was hier nicht beurteilt werden muss) davon ausgegangen wird, dass das Halten eines Tieres bzw. die damit verbundene emotionale Beziehung nicht in den Schutzbereich der persÃ¶nlichen Freiheit (Art. 10 der Bundesverfassung vom 18. April 1999) fallen. Im vor­­liegenden Fall vermitteln die Akten nicht das Bild einer besonders krassen VernachlÃ¤ssi­­gung. Allein gestÃ¼tzt auf den nach dem Gesagten an sich berechtigten Vorwurf, dass der Hund Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit mangelhaft gepflegt, ungenÃ¼gend ernÃ¤hrt und veterinÃ¤rmedizinisch mangelhaft versorgt worden sei, erschiene die mit Fremdplatzierung und Eigentumswechsel verbundene definitive Beschlagnahmung Bâs als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssige Massnahme.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Die Vorinstanzen haben die definitive Beschlagnahmung indessen ergÃ¤nzend auch damit begrÃ¼ndet, dass die Wohnsituation des BeschwerdefÃ¼hrers eine tiergerechte Hal­tung des Hundes nicht zulasse. Die Gesundheitsdirektion hat allerdings eingerÃ¤umt, dass die damalige, durch das Haustierverbot des Vermieters bedingte Haltung des Hundes (grÃ¶sstenteils in einer HÃ¼tte im Freien auf einer anderen Liegenschaft, zeitweise im Keller und auf dem Balkon des BeschwerdefÃ¼hrers) nicht gegen die spezifisch die Unterkunft und Bewegungsfreiheit von Hunden betreffenden Vorschriften verstosse. Das Ã¤ndert jedoch nichts daran, dass damals eine Wohnsituation bestand, welche nach der zutreffenden WÃ¼rdi­­gung der Direktion fÃ¼r eine artgerechte Haltung des Hundes ungeeignet war. Der BeschwerdefÃ¼hrer selber ging bzw. geht heute noch â wie sich aus seiner Sachdarstellung in der Beschwerdeschrift ergibt â davon aus, dass es sich um einen Zustand handelte, der auf die Dauer nicht haltbar war, zumal nach den Vorgaben des neuen EigentÃ¼mers der Liegenschaft am L-weg der Hund nur noch lÃ¤ngstens bis Ende April 2001 im dortigen Garten (laut eigener Darstellung des BeschwerdefÃ¼hrers in einem "zugigen und feuchten" Hun­de­haus, das "alles andere als tiergerecht war") untergebracht werden durfte und anderseits in der Wohnung des BeschwerdefÃ¼hrers an der K-strasse unverÃ¤ndert ein Haustierverbot galt. Der BeschwerdefÃ¼hrer weist zwar darauf hin, das er und seine Ehefrau damals beabsichtig­ten, nach X in eine Liegenschaft zu ziehen, wo der Hund tierschutz­gerecht hÃ¤tte untergebracht werden kÃ¶nnen. Diese Absicht wurde jedoch nicht realisiert; der BeschwerdefÃ¼hrer wohnt nach wie vor an der K-strasse, und er macht nicht geltend, dass sich seine damalige Absicht, wÃ¤re sein Hund nicht beschlagnahmt worden, hÃ¤t­te realisieren lassen. Gleiches gilt hinsichtlich des vom BeschwerdefÃ¼hrer damals offenbar ebenfalls erwogenen Wegzugs ins Ausland. Unter diesen Um­stÃ¤nden â sowie in MitberÃ¼cksichtigung der nach dem Gesag­ten nicht widerlegten Feststel­lungen, dass der Hund Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit mangelhaft gepflegt, ungenÃ¼gend ernÃ¤hrt und veterinÃ¤rmedizinisch mangelhaft versorgt worden war â lÃ¤sst bzw. liess sich damals der Schluss auf eine "vÃ¶llig unrichtige Haltung" im Sinn von Art. 25 Abs. 1 TSchG rechtfertigen. BerÃ¼cksichtigt man im Weiteren, dass damals keine Anhaltspunkte dafÃ¼r bestanden, das sich die Situation bezÃ¼glich Unterkunft des Hundes verbessern werde, lÃ¤sst sich die am 14. Mai 2001 verfÃ¼gte definitive Beschlagnahmung und Fremdplatzierung noch knapp als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig wÃ¼rdigen. Es liegt allerdings ein Grenzfall vor.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Der BeschwerdefÃ¼hrer kritisiert im Weiteren die lange Dauer des Rekursverfahrens. Die Gesundheitsdirektion weist in der Beschwerdeantwort darauf hin, dass sie den Ab­­schluss des Strafverfahrens gegen die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers habe abwarten wol­len, weil der Ausgang jenes Verfahrens fÃ¼r die Frage des verhÃ¤ngten Tierhalteverbots von Bedeutung gewesen sei. Dieser Einwand ist zwar plausibel. Anderseits hat das lange Zuwarten in Verbindung mit dem BemÃ¼hen, die den BeschwerdefÃ¼hrer allenfalls treffenden Kosten der provisorischen Beschlagnahmung mÃ¶glichst tief zu halten (vgl. dazu E. 1), dazu gefÃ¼hrt, dass der Hund noch vor Abschluss des Rechtsmittelverfahrens definitiv fremd­­platziert worden ist, womit heute â wie schon im Zeitpunkt des Rekursentscheids vom 3. Februar 2003 â eine RÃ¼ckgabe des Hundes an den BeschwerdefÃ¼hrer und dessen Ehe­frau selbst dann nicht mehr mÃ¶glich gewesen wÃ¤re, wenn dessen Rechtsmittel hÃ¤tte gut­geheissen werden mÃ¼ssen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. ...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><a id="Text12"></a>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>