A bteilung IV D -2279/2007 zom /w es {T 0/2} U rteil vom 11. Juli 2007 M itw irkung: R ichterin C otting-Schalch (Abteilungspräsidentin), R ichter Tellenbach (Kam m erpräsident), R ichter Zoller (Instruktionsrichter), R ichter Scherrer, R ichter Schürch, G erichtsschreiber W eber A ._______, geboren X.______, U ganda, B._______, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 22. M ärz 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung C ._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. G em äss eigenen Angaben verliess die Beschw erdeführerin ihr H eim atland am 22. Februar 2007 auf dem Landw eg und gelangte über den Sudan und Italien am 27. Februar 2007 in die Schw eiz, w o sie gleichentags im Em pfangs- und Verfahrens- zentrum D ._______ ein Asylgesuch stellte. Am 6. M ärz 2007 w urde die Beschw erdeführerin im Em pfangs- und Verfahrens- zentrum D ._______ befragt und am 13. M ärz 2007 durch das BFM im R ahm en von Art. 29 Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31) direkt angehört. Zur Begründung ihres Asylgesuchs führte die Beschw erdeführerin im W esentli- chen an, sie habe seit dem 18. Februar 2003 in E._______ in einem G esund- heitszentrum nam ens F._______ als Krankenschw ester gearbeitet. Zum Beleg dieser Aussage und zum N achw eis ihrer Identität reichte sie als einziges D okum ent einen Berufsausw eis - ausgestellt durch das in E._______ dom izilierte G esundheitszentrum - zu den Akten. Sie habe seit dem Jahre 1992 einen Freund gehabt, von w elchem sie im Jahre 2002 ein Kind bekom m en habe. In der Folge habe ihr Freund verlangt, dass sie sich den Traditionen seinen Stam m es unterziehe. So habe dieser gew ollt, dass sich zunächst sie und dann auch ihr Sohn beschneiden lasse, dam it sie heiraten könnten. D a dies in ihrer Kultur nicht üblich sei, habe sie einer H eirat nicht zustim m en können. Sie habe zuerst gedacht, dass es ihrem Freund m it der Beschneidung nicht ernst sei. D ann sei sie aber im Februar 2007 desw egen von ihrem Freund geschlagen w orden. D a sie w egen der Beschneidung um ihr Leben gefürchtet habe, zum al auch ihre Eltern gew ollt hätten, dass sie sich diesem R itual unterziehe und sie überdies von diesen enterbt w orden sei, da sie deren R at nicht befolgt habe, habe sie sich schliesslich zur Ausreise entschlossen. Auf die w eiteren Ausführungen der Beschw erdeführerin w ird, sow eit w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. B. M it gleichentags eröffneter Verfügung vom 22. M ärz 2007 trat die Vorinstanz in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschw erdeführerin nicht ein, ordnete deren W egw eisung aus der Schw eiz an und verfügte, dass die Beschw erdeführerin die Schw eiz - unter Androhung von Zw angsm itteln im U nterlassungsfall - am Tag nach Eintritt der R echtskraft zu verlassen habe. C . M it Eingabe vom 28. M ärz 2007 beantragte die Beschw erdeführerin die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sow ie die R ückw eisung der Sache an die Vorins- tanz zur N eubeurteilung bezüglich der Frage der Flüchtlingseigenschaft und der G ew ährung von Asyl. Eventuell sei die U nzulässigkeit, allenfalls die U nzum utbar- keit der W egw eisung festzustellen und als Folge davon die vorläufige Aufnahm e von Am tes w egen zu erteilen. Ferner sei von der Erhebung eines Kostenvorschus-3 ses abzusehen, die unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) zu gew ähren und ihr ein unentgeltlicher R echtsbeistand im Sinne von Art. 65 Abs. 2 Vw VG beizuordnen. Schliesslich seien die Vollzugsbehörden m ittels vorsorglicher M assnahm en anzuhalten, von allfälligen Vollzugshandlungen abzusehen. Auf die Begründung w ird, sow eit w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D . M it Zw ischenverfügung der dam als zuständigen Instruktionsrichterin vom 2. April 2007 w urde der Beschw erdeführerin m itgeteilt, dass sie gem äss Art. 42 AsylG den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten könne, über das G esuch um Er- lass der Verfahrenskosten - im Sinne der Erw ägungen - zu einem späteren Zeit- punkt entschieden, auf das Erheben eines Kostenvorschusses verzichtet, das G e- such um unentgeltliche Verbeiständung abgew iesen und die Vorinstanz zur Ver- nehm lassung eingeladen w erde. E. D ie Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehm lassung vom 6. April 2007 die Abw ei- sung der Beschw erde, da die Beschw erdeschrift keine neuen erheblichen Tatsa- chen oder Bew eism ittel enthalte, w elche eine Änderung des vorinstanzlichen Standpunktes zu rechtfertigen verm öchten. F. M it Zw ischenverfügung vom 18. April 2007 w urde der Beschw erdeführerin die vor- instanzliche Vernehm lassung zur Kenntnisnahm e ohne R eplikrecht zugestellt. G . D ie nachfolgend unter den Ziffern 4 bis 6 aufgeführten Erw ägungen bildeten Inhalt eines von der Vereinigung der Abteilungen IV und V am 21. Juni 2007 getroffenen Entscheides (vgl. Art. 25 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [VG G , SR 173.32]). D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 VG G beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das AsylG ; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]).4 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem es- senheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.3 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 2. G em äss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG w ird auf das Asylgesuch nicht eingetreten, w enn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einrei- chung des G esuchs R eise- oder Identitätspapiere abgeben. Laut Art. 32 Abs. 3 Bstn. a-c AsylG findet Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG keine Anw en- dung, w enn a) Asylsuchende glaubhaft m achen können, dass sie aus entschuldba- ren G ründen nicht in der Lage sind, innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des G esuchs R eise- oder Identitätspapiere abzugeben, b) auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf die Art. 3 und 7 die Flüchtlingseigenschaft festgestellt w ird, oder c) sich auf G rund der Anhörung erw eist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest- stellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses nötig sind. 3. D ie Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid zunächst fest, die Beschw erdeführerin habe m it dem eingereichten Berufsausw eis einen nicht rechtsgenüglichen Ausw eis zu den Akten gereicht. D ie Beschw erdeführerin sei anlässlich der Einreichung ihres Asylgesuchs schriftlich auf die Bestim m ung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG hingew iesen w orden. Sie habe jedoch den Asylbehörden innerhalb der eingeräum ten Frist von 48 Stunden keine R eise- oder Identitätspapiere abgegeben. D am it stellt sich vorliegend vorw eg die Frage, w elche Ausw eise unter den Begriff der R eise- und Identitätspapiere fallen. 4. 4.1 Ausgangspunkt jeder G esetzesauslegung ist der W ortlaut einer Bestim m ung (vgl. für diesen auch im Verw altungsrecht geltenden G rundsatz Art. 1 Abs. 1 des Schw eizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. D ezem ber 1907 [ZG B, SR 210]). Ist der Text nicht ohne w eiteres klar und sind verschiedene Interpretationen m öglich, so m uss unter Berücksichtigung aller Auslegungsm ethoden (gram m atikalische, system atische, historische, teleologische, zeitgem ässe M ethode) nach seiner w ahren Tragw eite gesucht w erden; dabei kom m t es nam entlich auf den Zw eck der R egelung, die dem Text zu G runde liegenden W ertungen sow ie auf den Sinn- zusam m enhang an, in dem die N orm steht. Im Sinne eines pragm atischen M etho- denpluralism us ist es abzulehnen, einzelne Auslegungsm ethoden einer hierar- chischen Prioritätsordnung zu unterstellen (vgl. BG E 131 III 33 E. 2 S. 35 und 130 II 202 E. 5.1. S. 212 f., jew eils m it w eiteren H inw eisen; vgl. aus der Praxis der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [AR K] statt vieler EM AR K [Entscheide und M itteilungen] 2006 N r. 7 E. 5.2. S. 76 f., m it w eiteren H inw eisen, sow ie 1996 N r. 18 E. 5c S. 174; vgl. überdies für eine ausführliche D arstellung der einzelnen 5 Auslegungsm ethoden U lrich H ÄFELIN /W alter H ALLER , Schw eizerisches Bundes- staatsrecht, D ie neue Bundesverfassung, 6. Aufl., Zürich u.a. 2005, R z. 90 ff.). 4.2 D ie gram m atikalische Auslegung stellt auf W ortlaut, W ortsinn und Sprachgebrauch ab. Vorliegend lassen sich zw ischen dem deutschen, dem französischem und dem italienischen Text keine w esentlichen U nterschiede erkennen, w eshalb im Folgenden auf den deutschen Text abgestellt w ird. D ort ist die R ede von "R eise- und Identitätspapieren", die einzureichen sind. D iese Form ulierung w urde neu eingeführt; im bisher entsprechenden N ichteintretenstatbestand fanden sich die Begriffe "R eisepapiere oder andere D okum ente [...], die es erlauben, sie [die Asylsuchenden] zu identifizieren". D ie bisherige R egelung hat dem nach insow eit eine Änderung erfahren, als der Zusatz "andere D okum ente, die eine Identifizierung erlauben" durch den Begriff "Identitätspapier" ersetzt w urde. Es stellt sich dam it insbesondere die Frage, w o hier der U nterschied liegt, zum al diese Begriffe in der Praxis zum Teil synonym verw endet w urden (vgl. EM AR K 2004 N r. 37, R egesten). 4.2.1 Bei einem R eisepapier handelt es sich nach der D efinition in Art. 1 Bst. b AsylV 1 um ein am tliches D okum ent, das zur Einreise in den H eim atstaat oder in andere Staaten berechtigt, nam entlich ein Pass oder ein Ersatzreisedokum ent. D er Begriff "Identitätspapier" w ird in Art. 1 Bst. c AsylV 1 m it dem Begriff "Identitätsausw eis" synonym verw endet und folgenderm assen definiert: "Als Identitätsausw eis beziehungsw eise Identitätspapier gilt ein am tliches D okum ent m it Fotografie, aus dem die Identität seines Inhabers oder seiner Inhaberin hervorgeht." D arunter w urde bisher jedes am tliche D okum ent subsum iert, w elches auf die Identität schliessen liess, unabhängig davon, zu w elchem Zw eck es ausgestellt w orden w ar. G em äss allgem einem Sprachgebrauch versteht m an unter dem Term inus Identitätspapier "Schriftstücke, die jem anden als bestim m te Person oder als einen in einer bestim m ten Angelegenheit Berechtigten ausw eisen" (vgl. D uden, D eutsches U niversalw örterbuch, 3. Auflage). U nter dem Begriff Identitätsnachw eis hingegen w ird der N achw eis verstanden, dass eine Person w irklich die Person ist, als die sie sich ausgibt oder für die m an sie hält (vgl. W ahrig, D eutsches W örterbuch, Septem ber 2002). Aus dem gleichen W örterbuch geht hervor, dass der Ausdruck Identitätsausw eis der in der Schw eiz verw endete Ausdruck für den Personalausw eis darstellt, unter dem der Ausw eis für eine Person als Staatsbürger zu verstehen ist. Auch gem äss dem W ortlaut des Bundesgesetzes über die Ausw eise für Schw eizer Staatsangehörige (Ausw eisgesetz, Aw G , SR 143.1) dienen "Ausw eise" der Inhaberin oder dem Inhaber zum N achw eis der Schw eizer Staatsangehörigkeit und der eigenen Identität (Art. 1 Abs. 2). W as im schw eizerischen Kontext unter einem "Ausw eis" zu verstehen ist, w ird in Art. 1 der Verordnung über die Ausw eise von Schw eizer Staatsangehörigen (Ausw eisverordnung, VAw G , SR 143.11) definiert: D arunter fallen ausschliesslich der Pass und die Identitätskarte. 4.2.2 In einem engeren - insbesondere im Zusam m enhang m it dem Identitätsausw eis stehenden - Sinn ist dem nach unter Identitätspapier ein Schriftstück zu verstehen, das den Zw eck hat, jem anden als bestim m te Person auszuw eisen 6 beziehungsw eise dessen Identität nachzuw eisen. U nter dem Begriff "Identitätspapiere" in einem w eiteren Sinn können dem gegenüber darüber hinaus auch Schriftstücke fallen, die jem anden in einer bestim m ten Angelegenheit, beispielsw eise zur Ausübung einer Tätigkeit, berechtigen - w ie zum Beispiel der Fahrausw eis. Allein der W ortlaut lässt noch keine abschliessenden R ückschlüsse darauf zu, w ie die vorliegende N orm zu verstehen w äre. D ass der entsprechende Verordnungsartikel m it dem neu eingeführten G esetzesartikel keine Änderung erfahren hat, lässt aber zunächst darauf schliessen, dass vom dort definierten w eiten Verständnis von Identitätspapieren auszugehen ist. D ies w ürde im Vergleich zur bisherigen R echtslage insow eit eine Änderung bew irken, als nur noch am tliche D okum ente m it Foto zuzulassen w ären (vgl. dem gegenüber EM AR K 2004 N r. 36). W eiterhin rechtsgenüglich w ären in diesem Sinne grundsätzlich aber am tliche Fahrausw eise, Schulzeugnisse oder G eburtsurkunden, sow eit sie m it einem Foto versehen w ären. 4.2.3 D er Begriff Identität um fasst im W eiteren gem äss Art. 1 Bst. a AsylV 1 N am e, Vornam e, Staatsangehörigkeit, Ethnie, G eburtsdatum , G eburtsort und G eschlecht. D ie AR K hat in ihrer R echtsprechung zum bisherigen G esetzesw ortlaut festgestellt, dass diese Identitätselem ente nicht kum ulativ erw ähnt sein m üssen, dam it die Identität einer Person bestim m t w erden kann (EM AR K 2004 N r. 37). D ies w ird dam it begründet, dass beispielsw eise die Ethnie kein w esentliches respektive ein vernachlässigbares Elem ent für die D efinition der Identität sei. H ingegen ist daraus auch zu schliessen, dass m indestens die Elem ente auf einem Identitätsausw eis verm erkt sein m üssen, die für die D efinition der Identität w esentlich sind. D arunter fallen im Allgem einen N am e, Vornam e, G eschlecht und G eburtsdatum . O b auch die Staatsangehörigkeit auf dem Identitätspapier im Sinne des neuen Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG verm erkt sein m uss, bleibt im Folgenden zu klären. 4.3 Bei der system atischen Betrachtung w ird der Sinn der R echtsnorm bestim m t durch ihr Verhältnis zu anderen R echtsnorm en und durch den system atischen und logischen Zusam m enhang. Zur vorliegenden Fragestellung bringt die system atische Einordnung von Art. 32 Abs. 2 AsylG keine neuen Erkenntnisse oder Anhaltspunkte. H ingegen ist in diesem Sinne zu prüfen, ob sich die Begriffe "R eise- oder Identitätspapier" m it entsprechenden Begriffen in anderen Bestim m ungen des Asylgesetzes decken: In Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG w ird der Ausdruck "Identitätsausw eis" gebraucht, ohne jedoch eine nähere D efinitionen zu geben. Ebenso taucht der Begriff in Art. 10 Abs. 1 und 2 AsylG auf. Es ist im m erhin zu beachten, dass in Art. 10 Abs. 2 AsylG nebst den R eisepapieren und Identitätsausw eisen ausdrücklich zusätzlich auf andere D okum ente Bezug genom m en w ird, die auf die Identität des Besitzers H inw eise geben können. D am it w ird eine D ifferenzierung vorgenom m en zw ischen Identitätsausw eisen und D okum enten, aus denen H inw eise auf die Identität des Besitzers hervorgehen. 4.4 D ie historische Auslegung stellt auf den Sinn und Zw eck ab, den m an einer N orm zur Zeit ihrer Entstehung gab. Insbesondere bei jungen Erlassen - w ie dem vorliegenden - m uss dem W illen des G esetzgebers ein grosses G ew icht 7 begem essen w erden. Eine Abgrenzung zur teleologischen Auslegung - die auf den R egelungszw eck abstellt - ist dabei schw ierig. Es gilt insgesam t die m it der N orm verbundenen Zw eckvorstellungen (die sog. ratio legis) zu erm itteln, dies allerdings nicht nach richterlichen subjektiven W ertvorstellungen, sondern nach den Vorgaben des G esetzgebers. Im G rundsatz ist die Auslegung auf die R ege- lungsabsicht des G esetzgebers und die dam it erkennbar getroffenen W ertent- scheidungen auszurichten, da sich die Zw eckbezogenheit des rechtsstaatlichen N orm verständnisses nicht aus sich selbst begründen lässt, sondern aus den Ab- sichten des G esetzgebers abzuleiten ist. 4.4.1 Am 25. August 2004 liess der Bundesrat der Staatspolitischen Kom m ission des Ständerates einen Antrag zur "Förderung der Papierabgabe - Änderung des N icht- eintretenstatbestandes bei Papierlosen" (Antrag N r. 12) zukom m en. M it dem Ziel der Schlechterstellung von Asylsuchenden, w elche keine Papiere abgeben, schlug der Bundesrat folgende U m form ulierung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a aAsylG (Fas- sung vom 26. Juni 1998) vor: "2 Auf Asylgesuche w ird nicht eingetreten, w enn Asylsuchende: a. den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des G esuchs R eise- oder Identitätspapiere abgeben;" Zur Begründung führte der Bundesrat an, die Praxis habe gezeigt, dass die gelten- de R egelung nicht den gew ünschten Erfolg, näm lich die Zunahm e der im Asylver- fahren abgegebenen (Identitäts-)Papiere, gebracht habe. M it der Änderung der bisherigen Term inologie "R eisepapiere oder andere D okum ente, die es erlauben, sie zu identifizieren" in "R eise- oder Identitätspapiere" w erde sichergestellt dass auf G rund der abgegebenen Papiere eine zw eifelsfreie Identifikation m öglich sei. D em zufolge w ürden G eburtsurkunden, Fahrausw eise und ähnliche D okum ente zukünftig nicht m ehr ausreichen, um einen N ichteintretensentscheid zu verhindern. 4.4.2 Anlässlich der parlam entarischen Beratungen vom 17. M ärz 2005 im Ständerat w urde auf den Zw eck der neuen R egelung hingew iesen: "Bekanntlich ist Papierlo- sigkeit einer der H auptgründe für das lange Verfahren. D ie Problem e m it der Iden- tifizierung der G esuchsteller sind die schw ierigsten, und ebenso erschw eren feh- lende Identitätspapiere die R ückreise [...]. Beim Begriff der 'Papiere', der aufgrund der Auslegung auch der G erichtsbehörden in der alten Form ulierung sehr w eit de- finiert w urde, w ird neu in der engeren Form ulierung zw ischen den D okum enten, R eise- oder Identitätspapieren, unterschieden. N icht dazu gehören Fahrausw eise, Zeugnisse oder andere Legitim ationspapiere, die leicht gefälscht w erden können. D er neue Artikel 32 Absatz 2 Litera a soll also generell auf eine Beschleunigung des Verfahrens zielen. D ie Term inologie 'R eise- oder Identitätspapiere' soll eine zw eifelsfreie Identifikation erm öglichen, und Asylsuchende, die unentschuldigt kei- ne Papiere abgeben, sollen schlechter gestellt w erden" (H eberlein Trix AB S 2005 S 350). In anderen Voten w urden ebenfalls die Ziele der erleichterten Ausschaffung beziehungsw eise des Identitätsnachw eises betont (D avid Eugen AB S 2005 S 350; Brunner C hristiane AB S 351). Bezug nehm end auf die Einw ände, die w ährend der D ebatte gegen die vorgeschlagenen Änderungen erhoben w urden, erläuterte der Vorsteher des EJPD unter anderem : "Es ist das M indeste, dass w ir hohe Voraussetzungen für die Papiere vorsehen, so, w ie es für jeden M enschen auf dieser W elt ist" (Blocher C hristoph, Bundesrat, AB 2005 S 351 f.).8 4.4.3 Auch in den parlam entarischen Beratungen vom 26. Septem ber 2005 im N ationalrat bezog sich die D ebatte unter anderem auf die Art der D okum ente, die unter der neuen R egelung zum N achw eis der Identität noch zugelassen sein sollen: In einem Antrag einer M inderheit, der allerdings abgelehnt w urde, sollte am bisherigen R echt festgehalten w erden, w eil die Änderungen in Bezug auf die einzureichenden Papiere zu restriktiv seien und an das Bew eism ass zu hohe Anforderungen gestellt w ürden. Im ebenfalls abgew iesenen Eventualantrag von R uey w urde dem gegenüber ausgeführt, in "der beantragten Version w ären R eise- und Identitätspapiere ebenfalls erforderlich. Ein Fahrausw eis oder andere am tliche Papiere, aufgrund derer sich die Identität feststellen lässt, w ürden also nicht ausreichen." C écile Bühlm ann führte zur U nterstützung des M inderheitenantrags in diesem Zusam m enhang aus, es gehe darum zu verhindern, dass nur noch ins Asylverfahren aufgenom m en w erde, w er R eise- und Identitätspapiere besitze. N ach Beschluss des Ständerates w ürden keine anderen D okum ente anerkannt, w elche die Identität dokum entieren, w ie das im geltenden R echt der Fall sei. D ies sei eine ausserordentlich problem atische Änderung. D ie Kom m issionsm ehrheit sei dem gefolgt und w olle den N ichteintretensgrund der Papierlosigkeit verschärfen. Es solle also nicht m ehr auf G esuche eingetreten w erden, w enn nicht innerhalb einer bestim m ten Frist, und zw ar einer sehr kurzen Frist von 48 Stunden, gültige R eisepapiere vorgew iesen w ürden (AB 2005 N 1167). Kritisiert w urde auch von R uth-G aby Verm ot-M angold, dass künftig auf ein G esuch nur eingetreten w erde, w enn "Papiere - Pass, ID -" abgegeben w ürden, w elche den Vollzug der Ausschaffung erlaubten. Es w ürde nicht dem Sinn des Asylgesetzes entsprechen, w enn "die D urchführbarkeit der R ückführung als Eintretensgrund gelte" und typischerw eise w ürden M enschen, die verfolgt w ürden, "oft über keine R eisepapiere verfügen". Es w urde an dieser Stelle und auch w iederholt später auf die paradoxe Situation hingew iesen, dass die Asylbehörden einerseits gerade dies als ein starkes Indiz für fehlende Verfolgung w erten w ürden, w enn Asylsuchende legal und m it dem eigenen Pass ausgereist bzw . eingereist seien, und andererseits nun eben solche Papiere zur Bedingung des Eintretens w ürden (AB 2005 N 1168). D iesen Voten w urde entgegengehalten, die D ifferenz zw ischen dem geltenden R echt und der Version des Ständerates sei zw ar klein, aber sehr w ichtig. Es gehe um die Q ualität der vorzuw eisenden Papiere. Es sei w ichtig, dass w enigstens jene Papiere ausgeschlossen w ürden, die sow ieso sehr leicht zu fäl- schen seien (H utter Jasm in AB 2005 N 1168). Auch w urde auf die Ausnahm ebestim m ungen verw iesen, w onach eben doch auf ein G esuch einzutreten sei, w enn entschuldbare G ründe für das Fehlen von Identitätspapieren bestünden oder die Flüchtlingseigenschaft bestehe (AB 2005 N 1169). Bundesrat Blocher versprach sich in seinem Votum von dem neuen Tatbestand eine Verbesserung: D ie Androhung von verfahrens- und aufenthaltsrechtlichen N achteilen w erde zur Abgabe von R eise- und Identitätspapieren führen. Es sei eine Tatsache, dass R eisepässe und Identitätskarten verlangt w erden m üssten. Zunächst seien diese in allen Ländern die Papiere, um aus dem Land zu gehen und auch w ieder in das Land hineinzukom m en. M an könne keine Leute zurückschaffen, die keine gültigen Papiere hätten. Auch unter den Pässen und Identitätskarten gebe es zw ar Fälschungen, dieses Problem liesse sich aber nicht ausm erzen (Blocher C hristoph, Bundesrat, AB 2005 N 1169). "W enn sie keine Papiere haben, kom m en sie angeblich im m er w ieder aus einem anderen Land; das 9 sind doch die praktischen Problem e. Ich kann keine M assnahm e vollziehen, w enn die Identität des Betreffenden nicht bekannt ist, [...]" (Blocher C hristoph, Bundes- rat, AB 2005 N 1170). Philippe M üller spricht als Berichterstatter für die Kom m ission und führt aus, es gehe einzig und allein um die Q ualität der Papiere. D ie neue Form ulierung verlange nichts anderes, als dass w ir Identitätspapiere einfordern. Zw ar gebe es R egionen - Frau Verm ot habe es angesprochen -, Tschetschenien beispielsw eise, w o m an keine Papiere habe, w eil das zu dieser Kultur gehöre. Für diese Leute gebe es jedoch den Ausnahm etatbestand der entschuldbaren G ründe (M üller Philippe AB 2005 N 1171). In einem abschliessenden Votum führte C écile Bühlm ann aus, die zuvor von Bundesrat Blocher gem achte Aussage, dass statistisch 70 bis 80% der anerkannten Flüchtlinge Papiere abgegeben hätten, beziehe sich nur auf das Jahr 2004/2005 und "es w urden alle Identitätspapiere m itgezählt; nicht so, w ie w ir es jetzt m achen. W ir schränken jetzt auf R eisepapiere und Pässe ein. D am als w urden auch Führerausw eise gezählt. D as ist eine R elativierung der Aussage." (AB 2005 N 1172). 4.4.4 D er Bundesrat hielt in seinem Antw ortschreiben vom 6. Septem ber 2006 an das Bürgerliche Kom itee gegen das Asylgesetz fest, dass nach geltendem R echt Asyl- suchende innerhalb von 48 Stunden R eisepapiere oder andere D okum ente abge- ben m üssten, die es erlaubten, sie zu identifizieren. G em äss der heutigen Praxis des BFM w ürden dafür auch Schulzeugnisse genügen, w enn sie als am tliche D o- kum ente ausgestellt und m it einer Fotografie versehen w orden seien. In einigen Ländern w ürden solche Schulzeugnisse ausgestellt. D ie Erfahrung habe jedoch gezeigt, dass solche D okum ente - w ie etw a auch G eburtsurkunden und Fahraus- w eise - leicht gefälscht w erden könnten oder für eine R ückkehr in den H erkunfts- staat oft nicht ausreichten. 4.4.5 In der Em pfehlung an die Stim m berechtigten zur Volksabstim m ung vom 24. Sep- tem ber 2006 w urde überw iegend der Begriff "R eise- oder Identitätsausw eis" verw endet. D abei vertraten der Bundesrat und das Parlam ent den Standpunkt, Ziel des Asylgesetzes sei es, verfolgten Personen in der Schw eiz um fassenden Schutz zu gew ähren. D ie Praxis zeige jedoch, dass viele Asylsuchende keine am tlichen Identitätsausw eise abgeben oder falsche Angaben zu ihrer Person und H erkunft m achen w ürden. Auf diese W eise w ollten sie nach einem abgelehnten Asylgesuch den Aufenthalt in der Schw eiz erzw ingen, da eine R ückführung in den H eim atstaat ohne Angaben über die Identität nicht m öglich sei. W ie bisher w erde über Asylgesuche von Personen, die ohne ausreichende Begründung keine R eise- oder Identitätsausw eise abgeben w ürden, durch einen N ichteintretensentscheid beschleunigt entschieden. N eu reiche die Abgabe von Schulzeugnissen oder Fahrausw eisen nicht m ehr aus, dam it ein Asylgesuch im ordentlichen Verfahren behandelt w erde. Asylsuchende m üssten einen R eise- oder Identitätsausw eis einreichen, da nur diese Papiere einen eindeutigen Schluss auf deren Identität zuliessen. 4.5 Aus den M aterialien w ird dam it insgesam t ersichtlich, dass der G esetzgeber m it der Änderung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a aAsylG die konsequente Bekäm pfung des M issbrauchs im Asylw esen sow ie die Lösung der Problem e bei der W egw eisung bezw ecken w ollte. Kern der Verschärfungsm assnahm en bildete dabei die Einschränkung der zulässigen D okum ente auf (m öglichst fälschungssichere) 10 R eise- oder Identitätspapiere um erstens die zw eifelsfreie Identifikation und zw eitens die einfache Ausschaffung zu erm öglichen (vgl. nachstehend E. 5). 5. 5.1 D ie in Frage stehenden D okum ente m üssen gem äss dem W illen des G esetzgebers "fälschungssicher" sein. W as ist nun unter diesem Begriff zu verstehen? U m dies zu veranschaulichen, ist zunächst - am Beispiel des Schw eizer Passes - ein Blick auf die Entw icklungsgeschichte und die Veränderungen, die dieser Ausw eis in den letzten Jahren erfahren hat, zu w erfen: 5.1.1 D ie Schw eiz w ar und ist stets bem üht, ihren Pass den neusten Entw icklungen an- zupassen, dies im Interesse der Fälschungssicherheit und der R eisefreiheit der Bürgerinnen und Bürger. Seit Einführung eines nationalen Passes im Jahr 1915 hat sie den Pass daher im m er w ieder m odernisiert. Im bekannten R ot gab es bis- her drei "Pass-Fam ilien": Pass 59, Pass 85 und Pass 03, w obei die Zahlen das Einführungsjahr bezeichnen. D er im Jahre 1985 eingeführte Schw eizer Pass m usste aus Sicherheitsgründen ersetzt w erden. Zw ar zeichnete er sich durch hohe Fälschungssicherheit aus, Verfälschungen (Bildausw echslungen) und (selten) To- talfälschungen kam en jedoch vor. Zudem entsprach der Pass nicht m ehr den inter- nationalen Standards, da er nicht m aschinenlesbar w ar und im Form at von den N orm en der von der Schw eiz 1944 m itgegründeten IC AO (International C ivil Aviati- on O rganization) abw ich. D ie technischen Standards für elektronisch lesbare Päs- se w erden von der IC AO , die als U N O -U nterorganisation im Interesse einer w elt- w eiten H arm onisierung und Erleichterung des R eiseverkehrs R ichtlinien und Em p- fehlungen für R eisedokum ente erlässt und som it alle Standards für R eisedoku- m ente erarbeitet, festgelegt, in der auch die Schw eiz einsitzt. Im W eiteren bestand w egen fehlender ED V-Vernetzung zw ischen den ausstellenden Behörden keine Kontrollm öglichkeit, um M ehrfachausstellungen von Pässen auf die gleiche Person effizient zu verhindern. Schliesslich genügte die Passverordnung von 1959 den Ansprüchen nicht m ehr, da die elektronische Bearbeitung von Personendaten ge- m äss D atenschutzgesetz eine gesetzliche G rundlage erfordert. D ie drei "Pass-Fam ilien" (Pass 59, Pass 85 und Pass 03) enthielten alle bereits biom etrische D aten w ie Foto, G rösse oder H aar- und Augenfarbe. W obei handelt es sich bei biom etrischen D aten? Biom etrie als W issenschaft befasst sich m it dem Zählen und Ausm essen von Körpereigenschaften von Lebew esen. Es geht also insbesondere darum , körperliche M erkm ale von Personen zu erfassen, auszum es- sen und zu dokum entieren. Biom etrische M erkm ale sind zum Beispiel: G esichts- bild, Fingerabdrücke, Irism uster, O hrform , Körpergrösse, Augenfarbe etc. D iese biom etrischen Inform ationen können einen Beitrag zur sicheren Identifikation einer Person leisten. Bereits heute w erden in verschiedenen Bereichen (z. B. Zutritt zu Sicherheitsanlagen) biom etrische D aten verw endet, die elektronisch verschlüsselt sind. M it der W eiterentw icklung des Passes 03 zum elektronisch lesbaren Pass 06 er- reichte der Schw eizer Pass w ieder den Anschluss an den neusten Standard. Auch die IC AO hat sich m it den M öglichkeiten befasst, w elche die m oderne Biom etrie 11 bietet. Zur Erhöhung der Sicherheit von R eiseausw eisen hat sie 2003 festgelegt, dass als obligatorisches biom etrisches M erkm al ein G esichtsbild in R eiseausw eise einzubinden ist, das in elektronischer Form gespeichert ist. D ie IC AO lässt den Staaten zudem die W ahl, Fingerabdrücke oder ein Irism uster als w eitere biom etri- sche M erkm ale in Ausw eise einzubinden, um so einen zusätzlichen Beitrag zur M issbrauchsbekäm pfung zu leisten. D ie Schw eiz prüfte diese M öglichkeit im R ah- m en des Pilotprojekts (Ausstellung von biom etrischen Pässen; vgl. Art. 2a, 14a und 58a VAw G ) ebenfalls. D abei hatte der von den U SA auf die internationale Staatengem einschaft ausgeübte D ruck die Arbeiten der IC AO beschleunigt: Einzig die U SA hatten die Forderung erhoben, dass ab dem 26. O ktober 2005 ausgestell- te Pässe über biom etrische D aten verfügen m üssen, dam it deren Inhaber im R ah- m en des Visa W aiver Program (VW P) ohne Visum in die U SA einreisen können. Zw ar berechtigen die neuen m aschinenlesbaren Schw eizer Pässe (M odell 2003), w elche vor diesem Stichtag ausgestellt w urden, w eiterhin zur visum sfreien Einrei- se. Voraussetzung jedoch w ar, dass die Schw eiz bis zum 26. O ktober 2005 über ein Projekt zur Einführung von Pässen m it biom etrischen D aten verfügte. D er Bun- desratsentscheid vom 15. Septem ber 2004 für das oben erw ähnte Pilotprojekt w ar ein zentraler Schritt zur Erfüllung dieser Bedingung. R ichtlinien für elektronische Pässe hat auch die EU erlassen. Für die Schw eiz gelten diese ab Inkrafttreten des Schengen-Ü bereinkom m ens. U nter anderem heisst dies, dass die Schw eiz, w ie alle Schengen-Staaten, nur noch elektronisch lesbare Pässe ausstellen darf. 5.1.2 W enn von Fälschungssicherheit gesprochen w ird, w ird nebst den D aten, die ein entsprechender Ausw eis enthalten m uss, in der R egel auf verschiedene (andere) Sicherheitsm erkm ale verw iesen, die das D okum ent nachhaltig schützen respektive fälschungssicher m achen sollen. So existieren für die H erstellung verschiedene R ohstoffe und unterschiedliche Sicherheitsm erkm ale prägen die C harakteristik der Papiere. So w ird zw ischen nicht versteckten M erkm alen (Sicherheitsm erkm ale sind m it m enschlichen Sinnen erkennbar, w ie beispielsw eise G riff, Klang, Farbe, W asserzeichen, Sicherheitsfaden, farbige M elierfasern, Irisafe), versteckten M erk- m alen (M ikrodruck, fluoreszierende M erkm ale, chem ische R eaktionsfarbstoffe), w elche nur m it H ilfsm itteln erkennbar sind und m aschinenlesbaren M erkm alen (kom plexe Lesem aschinen sind zur Prüfung notw endig) unterschieden. W eiter ist in diesem Zusam m enhang zu berücksichtigen, dass erst das Zusam m enspiel von Lieferant (Sicherheitspapier), H ändler (Beratung und Sicherheitslogistik) und D ru- cker (Sicherheitsdruck) garantiert, dass ein D okum ent "fälschungssicher" ist. 5.1.3 D ie vorstehend aufgeführten D arlegungen zeigen, dass der Begriff der "Fäl- schungssicherheit" nicht absolut verstanden w erden kann, sondern ein dynam i- scher Begriff ist, w elcher w echselnden Anforderungen und G egebenheiten unter- liegt. Auch ist selbstredend festzuhalten, dass vorliegend nicht allein die Schw eiz die Bedingungen festlegen kann, w ann und für w ie lange ein D okum ent als fäl- schungssicher zu gelten hat. So sind im m er auch die Bedingungen desjenigen Staates zu berücksichtigen, w elcher den zu prüfenden Ausw eis ausgestellt hat. Sind dessen (nationale) M assstäbe an die Fälschungssicherheit, beispielsw eise m it Bezug auf einen R eisepass, erfüllt, so ist der Schluss unzulässig, dass dieses D okum ent den schw eizerischen Anforderungen an die Fälschungssicherheit nicht genügt, nur w eil sie dem - allenfalls erheblich strengeren - hiesigen Q ualitätsstan- dard nicht entsprechen. Im Sinne eines "m inim al standard" sind also die jew eiligen 12 R eferenznorm en, w elche sich die einzelnen Staaten gegeben respektive w elche diese aufgestellt haben, als von der Schw eiz gültig anzusehen und dem entspre- chend zu beachten. In diesem Zusam m enhang ist es som it zutreffender, den Ausdruck "fälschungssi- cher" nicht in seiner absoluten Form zu verstehen und zu gebrauchen, sondern von Identitätsausw eisen oder Identitätspapieren zu sprechen, die "praktisch fälschungssicher" oder nur "sehr schw er zu fälschen" sind. D en im Parlam ent geäusserten Voten zu diesem Punkt kann dem entsprechend denn auch entnom m en w erden, dass m it der neuen R egelung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG Legitim ationspapiere ausgeschlossen w erden sollten, w elche "leicht" respektive "sehr leicht" gefälscht w erden könnten (H eberlein Trix AB S 2005 S 350; H utter Jasm in AB N S 1168). D ass Pässe und Identitätskarten diesen Anforderungen ohne w eiteres genügen dürften, erscheint aufgrund obiger Ausführungen als erstellt. 5.2 D em Zw eck der zw eifelsfreien Identifikation ist insbesondere dann gedient, w enn Papiere eingefordert w erden, die einen Identitätsnachw eis erbringen. Ein Identitätsnachw eis ist der N achw eis, dass eine Person w irklich die Person ist, als die sie sich ausgibt (vgl. vorstehend E 4.2.1). D ies bedingt, dass Identitätspapiere im engeren Sinne vorliegen m üssen, das heisst Papiere, die jem anden als bestim m te Person ausw eisen beziehungsw eise die Identität nachw eisen. Es genügt dem gegenüber nicht, dass ein Schriftstück jem anden als einen in einer bestim m ten Angelegenheit Berechtigten ausw eist, w eil in solchen Fällen die Identität nicht Inhalt des N achw eises ist und dem nach auch nicht zw eifelsfrei feststeht. So w ird zum Beispiel der schw eizerische Fahrausw eis unter U m ständen einer ausländischen Person ausgestellt, ohne dass am tliche G ew issheit über deren Identität besteht; nachgew iesen w ird lediglich die Fähigkeit, ein Auto zu lenken. D ieses enge Verständnis von Identitätspapieren steht in Ü bereinstim m ung m it zahlreichen Voten in den Parlam entsdebatten, aus denen ausdrücklich hervorgeht, dass eben Fahrausw eise und Schulzeugnisse - obw ohl sie als am tliche Papiere eine Person in einer bestim m ten Angelegenheit beziehungsw eise zur Ausübung einer bestim m ten Tätigkeit berechtigen - nicht m ehr genügen sollen. Ebenfalls lassen die verschiedenen H inw eise auf die paradoxe Situation, w onach einerseits R eise- und Identitätspapiere Bedingung sein sollen für das Eintreten, auf der anderen Seite aber die Aus- beziehungsw eise Einreise m it den eigenen Papieren gem äss Praxis der Asylbehörden das Bestehen einer Verfolgungssituation als unw ahrscheinlich erscheinen lasse, auf ein entsprechend enges Verständnis von Identitätspapieren schliessen. Schliesslich steht diese Schlussfolgerung auch in Ü bereinstim m ung m it den Abstim m ungsunterlagen, w o neben R eisepapieren in der R egel der Begriff Identitätsausw eise - dem im allgem einen Sprachgebrauch tendenziell ein enges Verständnis zugrunde liegt - gebraucht w ird und ebenfalls ausdrücklich darauf hingew iesen w ird, dass nach neuer R egelung Fahrausw eise und Schulzeugnisse eben nicht m ehr genügen sollen, da diese keinen eindeutigen Schluss auf die Identität zuliessen.13 5.3 Auch die Erreichung der zw eiten Zielsetzung der G esetzesänderung, die einfache R ückschaffung, verspricht insbesondere dann am besten und schnellsten Erfolg, w enn Identitätspapiere in engem Sinne eingefordert w erden. E ine m ehr oder w eniger direkte Ausschaffung ist nur m it Identitätspapieren im oben erw ähnten engen Sinn m öglich. Zw ar können gem äss einzelner bilateraler R ückübernahm eabkom m en auch andere D okum ente die Ausstellung eines Laissez-Passer und dam it die Ausschaffung erm öglichen, dabei sind jedoch die schw eizerischen Behörden auf eine entsprechende Prüfung durch die heim atlichen Behörden nach Abschluss des Verfahrens angew iesen, die je nach H eim atstaat viel Zeit in Anspruch nehm en kann. D erartige R ückübernahm eabkom m en bestehen im Ü brigen längst nicht m it allen Staaten. Ziel der vorliegenden G esetzesänderung w ar es jedoch, dass in m öglichst vielen Fällen Papiere vorliegen, die die schnelle R ückschaffung ohne langw ierigen adm inistrativen Aufw and m öglich m achen, und dies sollte im Einzelfall für die Behörden bereits im Zeitpunkt des Eintretens erkennbar sein. D araus erhellt auch, dass vorliegend die Staatsangehörigkeit einen w esentlichen Bestandteil der Identität bildet, deren Bestim m ung Inhalt des Identitätspapiers sein m uss; eine R ückschaffung ist nur m öglich, w enn der H eim atstaat zw eifelsfrei feststeht. Eine enge Auslegung des entsprechenden Begriffs der Identitätspapiere trägt schliesslich auch dem Anliegen R echnung, das R isiko, dass Asylsuchende trotz Angabe einer falschen Identität m it gefälschten Papieren einen N ichteintretensentscheid um gehen, zu m inim ieren. Zw ar w ar m an sich offenbar bew usst, dass keine absolut fälschungssicheren Papiere existieren (vgl. Blocher C hristoph, Bundesrat, AB 2005 N 1169). Es trifft jedoch zw eifellos zu, dass R eise- und Identitätspapiere im engeren Sinne in der R egel schw ieriger zu fälschen sind, als zum Beispiel Fahrausw eise oder Schulzeugnisse. D ies nicht zuletzt auch, w eil es für die schw eizerischen Behörden viel einfacher ist, zur entsprechenden Ü berprüfung Vergleichsdokum ente zu beschaffen. An dieser Stelle bleibt Folgendes anzum erken: Bestehen trotz N ichteinreichung von Identitätspapieren für die schw eizerischen Asylbehörden keine Zw eifel über die Identität des Asylsuchenden, so genügt dies im Sinne dieser zw eiten Zw eckbestim m ung gleichw ohl nicht, um ein N ichteintreten auszuschliessen. In solchen Fällen dürften allerdings oft entschuldbare G ründe vorliegen. 6. Aufgrund einer G esam tbetrachtung kom m t das Bundesverw altungsgericht dem nach zum Schluss, dass dem Begriff der "R eise- und Identitätspapiere" im neuen Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG ein enges Verständnis zugrunde liegt. D ie R egelung sollte sow ohl die einw andfreie Feststellung der Identität als auch die sichere D urchführung der R ückschaffung erm öglichen. Letzteres legt den Schluss nahe, dass die Staatsangehörigkeit aus dem Identitätspapier hervorgehen m uss. D er G esetzgeber w ollte in der vorliegend anzuw endenden G esetzesnorm D okum ente als Identitätspapiere definiert w issen, w elche jem anden im Sinne eines Identitätsnachw eises als bestim m te Person ausw eisen und die R ückschaffung ohne (grossen) adm inistrativen Aufw and erm öglichen. D ies ist insbesondere dann der Fall, w enn ein Ausw eis zum Zw ecke des Identitätsnachw eises durch die heim atliche Behörde ausgestellt w orden ist, zum al nur dann die Ü berprüfung der Identität vor der zu erfolgenden Ausstellung sichergestellt ist. Bei einem in diesem 14 Sinne engen Begriff des Identitätspapiers versteht es sich aber von selbst, dass die entschuldbaren G ründe für die N ichteinreichung solcher Papiere entsprechend berücksichtigt w erden m üssen. W ie auch aus den parlam entarischen D ebatten deutlich hervorgeht, w erden nicht in allen Ländern solche Identitätspapiere für alle Staatsangehörigen ausgestellt. Ein gültiger R eisepass fällt im m er in die Kategorie "R eisepapier" (Art. 1 Bst. b AsylV1), w o hingegen eine Identitätskarte sow ohl in die Kategorie "R eisepapier" als auch in die Kategorie "Identitätsausw eis bzw . Identitätspapier" fällt (Art. 1 Bst. c AsylV1), je nachdem ob der Ausw eis "zur Einreise in den H eim atstaat oder in an- dere Staaten berechtigt". W eiter fällt ein abgelaufener R eisepass nur noch w äh- rend einer Ü bergangs- respektive Karenzfrist in die Kategorie eines "R eisepapiers" und stellt nach Ablauf dieser Frist lediglich noch ein "Identitätsausw eis bzw . Identi- tätspapier" dar, da er nur noch zw eifelsfrei die Identität nachzuw eisen verm ag, je- doch im internationalen Personenverkehr nicht m ehr zum R eisen berechtigt. G leich verhält es sich bei einer Identitätskarte nach Ablauf deren G ültigkeitsdauer. U nter Identitätspapieren im gegebenen Kontext ist gem äss den bisherigen Ausführungen und den M aterialien aber jeder Ausw eis zu verstehen, der (hauptsächlich) zum Zw ecke des Identitätsbew eises von den heim atlichen Behörden ausgestellt w urde. Ebenfalls unter den Begriff des Identitätsausw eises beziehungsw eise des Identitätspapiers können dam it neben den Identitätskarten auch andere Ausw eise fallen, w ie zum Beispiel ein Inlandpass. Andere Ausw eise, die zw ar H inw eise auf die Identität geben, jedoch in erster Linie einem anderen Zw eck dienen, w ie die Bestätigung nam entlich der Fahrfähigkeit, der Berufsfähigkeit, einer G eburt zu einem bestim m ten Zeitpunkt an einem bestim m ten O rt, des Schulbesuches oder -abschlusses, stellen dem nach keine Identitätspapiere im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG dar. 7. Aufgrund obiger Ausführungen w ird unzw eifelhaft ersichtlich, dass der von der Be- schw erdeführerin eingereichte Berufsausw eis (ausgestellt durch das in E._______ dom izilierte G esundheitszentrum F._______) den dargelegten Voraussetzungen an die einw andfreie Feststellung der Identität nicht genügt, zum al er nicht von einer am tlichen staatlichen Behörde, sondern von einem privaten G esund- heitszentrum ausgestellt w urde und auch sonst von seiner Q ualität her keinerlei G arantie für die zw eifelsfreie Identifikation der Beschw erdeführerin bieten kann. 7.1 D ie von der Beschw erdeführerin - nachdem sie zur Einreichung von Identitätsdo- kum enten aufgefordert w orden w ar - abgegebenen Erklärungen, sie habe einer- seits nie einen Pass beantragt oder erhalten (w obei im Protokoll des Em pfangs- zentrum s verm erkt w urde, die Beschw erdeführerin habe bei der Beantw ortung der entsprechenden Frage deutlich gezögert: Protokoll a.a.O ., S. 5 oben), sow ie ande- rerseits auch keine Identitätskarte beantragt oder besessen und die bei der M utter befindliche G eburtsurkunde könne sie nicht erhältlich m achen, da sie bisher nichts unternom m en respektive noch keinen Kontakt aufgenom m en habe, w obei sie auf N achfrage anführte, sie habe den Kontakt zu ihrer Fam ilie verloren, obw ohl M utter und G eschw ister noch im m er an ihrem H eim atort w ohnen sollen (vgl. Protokoll Em pfangszentrum , S. 4 und S. 5 unten; Protokoll direkte Anhörung, S. 9), sind auf-15 fallend ausw eichend ausgefallen; zudem hat die Beschw erdeführerin bis zum jetzi- gen Zeitpunkt offensichtlich keine Anstrengungen unternom m en, einen Identitäts- ausw eis oder ein Identitätspapier nachzureichen. W eiter sind angesichts der strengen Kontrollen an w ichtigen G renzübergängen die Angaben der Beschw erdeführerin, sie sei m it einem Boot, auf w elchem sich G e- schäftsleute befunden hätten, innert 12 Stunden von G ._______ nach H ._______ gereist, ohne bei der Abfahrt oder der Ankunft jem als kontrolliert w orden zu sein, und dann w eiter m it einem Auto über einen ihr nicht bekannten Einreiseort illegal in die Schw eiz gelangt (vgl. Protokoll Em pfangszentrum , S. 7 ff.), als nicht realistisch und sehr unbestim m t zu qualifizieren. Angesichts dieser erheblichen U nstim m igkeiten im Sachverhaltsvortrag kann es in der Tat nicht als glaubhaft erachtet w erden, dass die Beschw erdeführerin die R eise auf die ihr geschilderte Art, lediglich einen Berufsaufw eis auf sich tragend, unternom m ten hat. Es liegen som it keine entschuldbaren G ründe für das Versäum nis der Beschw erdeführerin, Identitätsdokum ente einzureichen, vor. Zudem w äre auch bei N achreichung rechtsgenüglicher Identitätsausw eise respek- tive Identitätspapiere der vom BFM angew endete N ichteintretenstatbestand nach w ie vor als erfüllt zu erachten, da die gesetzliche Frist zur Einreichung entspre- chender Identitätsdokum ente längst verstrichen ist und überdies aus den Aussa- gen der Beschw erdeführerin über die Beschaffbarkeit solcher D okum ente ge- schlossen w erden m uss, dass diese ohnehin nicht gew illt zu sein scheint, irgend- w elche Bem ühungen in dieser H insicht zu tätigen (vgl. Protokoll Em pfangszentrum S. 5 sow ie auch EM AR K 1999 N r. 16 E. 5). 7.2 Ferner sind die Angaben der Beschw erdeführerin, w onach sie sich um keinerlei Vorkehrungen geküm m ert habe, um sich vor den Ü bergriffen ihres Freundes zu schützen, des bei der Fam ilie eingeholten R ates und der Konsequenzen aus der N ichtbefolgung desselben sow ie auch die angeblich fehlende Ausreisealternative als in erheblichem M asse konstruiert, realitätsfrem d und daher als offensichtlich nicht glaubhaft zu erachten. D a die Beschw erdeführerin in ihrer R echtsm itteleinga- be diesbezüglich keine konkreten Entgegnungen vorbringt, sondern lediglich in all- gem einer H insicht darauf hinw eist, dass die Vorinstanz zu U nrecht einen N ichtein- tretensentscheid gefällt und sie substanzielle H inw eise auf Verfolgung angeführt habe, kann für die nähere Begründung zur Verm eidung von W iederholungen auf die zu bestätigenden Erw ägungen in der angefochtenen Verfügung verw iesen w er- den, w eshalb auch keine näheren Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 AsylG notw endig erscheinen. 7.3 Schliesslich gilt es hinsichtlich der entsprechenden Kritik in der Beschw erdeschrift festzuhalten, dass die fünftägige Beschw erdefrist gem äss Art. 108a AsylG nach dem gesetzgeberischen W illen zw ar kurz bem essen ist, als solche und abstrakt besehen aber nicht dem in Art. 13 EM R K geschützten R echt auf eine w irksam e Beschw erde entgegensteht, da sie nach Arbeitstagen berechnet w ird und die sich prim a vista präsentierende Kürze der Frist durch verschieden andere, einer rekurs- führenden Person entgegenkom m ende U m stände relativiert w ird (vgl. im Einzel-16 nen EM AR K 2004 N r. 25 E. 3c). In casu hat die Beschw erdeführerin die fünftägige Beschw erdefrist eingehalten, w eshalb vorliegend eine Verletzung des R echts auf eine w irksam e Beschw erde gem äss Art. 13 EM R K nicht festgestellt w erden kann. Zudem besteht kein Anlass, die in Aussicht gestellte Beschw erdeergänzung abzu- w arten, da die vorliegende Beschw erdeeingabe den Anforderungen von Art. 52 Vw VG genügt, die Beschw erdesache w eder besonders um fangreich noch kom plex im Sinne von Art. 53 Vw VG ist und m angels entsprechender Anhaltspunkte nicht davon auszugehen ist, die von der Beschw erdeführerin angekündigten w eiteren Ausführungen könnten potenziell eine andere Beurteilung ihrer Asylvorbringen her- beiführen. Im Ü brigen ist festzustellen, dass die Beschw erdeführerin auch rund drei M onate nach Einreichung ihrer Beschw erdeschrift die darin in Aussicht ge- stellte Beschw erdeergänzung nicht nachgereicht hat. 7.4 Es ist daher in W ürdigung säm tlicher U m stände festzustellen, dass das Bundes- am t zu R echt auf das Asylgesuch der Beschw erdeführerin nicht eingetreten ist. 8. 8.1 Tritt das BFM auf das Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw ei- sung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). 8.2 D ie Beschw erdeführerin verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthalts- bew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. EM AR K 2001 N r. 21). 9. 9.1 Es bleibt zu prüfen, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entge- genstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Voll- zugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e nach AN AG zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ). 9.2 In Beachtung der m assgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestim m ungen er- w eist sich der Vollzug der W egw eisung als zulässig. Es w urde das offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigenschaft festgestellt und es sind keine Anhaltspunkte für eine m enschrechtsw idrige Behandlung ersichtlich, w elche der Beschw erdeführerin in ihrem H eim at- oder H erkunftsstaat droht (Art. 14a Abs. 3 AN AG ). 9.3 U nter Berücksichtigung der allgem einen M enschenrechtssituation in U ganda sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die Beschw erdeführerin bei einer R ückführung in ihr H erkunftsland einer konkreten G efährdung ausgesetzt w äre. D as Bundesverw altungsgericht erachtet den W egw eisungsvollzug nach U ganda gestützt auf die allgem eine Lage als generell zum utbar.17 Ferner sind auch keine individuellen G ründe ersichtlich, die die R ückkehr der Be- schw erdeführerin nach U ganda als unzum utbar erscheinen lassen w ürden. D ie Be- schw erdeführerin verfügt über eine 11-jährige Schulbildung, eine Berufsausbildung zur Krankenschw ester, langjährige Berufserfahrungen sow ohl als selbstständige H ändlerin als auch als Krankenschw ester, sow ie diverse Sprachkenntnisse und an ihrem letzten W ohnort E._______ über ein intaktes fam iliäres Beziehungsnetz (vgl. Protokoll Em pfangszentrum , S. 3 ff.). D ie Beschw erdeführerin gab in diesem Zu- sam m enhang zudem an, sie habe geholfen, ihre Fam ilie zu unterstützen, w eshalb es ihr daher in Berücksichtigung säm tlicher U m stände durchaus m öglich ist, sich bei einer R ückkehr eine (erneute) Existenzgrundlage zu erw irtschaften. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 9.4 Schliesslich obliegt es der Beschw erdeführerin, sich bei der zuständigen Vertre- tung ihres H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 9.5 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 10. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen. 11. D ie Beschw erdeführerin ersucht um die G ew ährung der unentgeltlichen Prozess- führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG . D anach kann die Beschw erdeinstanz eine Partei, die nicht über die erforderlichen M ittel verfügt und deren Begehren nicht zum Vornherein aussichtslos erscheinen, auf Antrag davon befreien, Verfah- renskosten zu bezahlen. Vorw eg ist festzuhalten, dass m it Zw ischenverfügung vom 2. April 2007 betreffend den Entscheid über das G esuch um Erlass der Ver- fahrenskosten auf einen späteren Zeitpunkt verw iesen, jedoch gleichzeitig das G e- such um enentgeltliche Verbeiständung abgew iesen w urde. Vorliegend ist von der Bedürftigkeit der Beschw erdeführerin auszugehen. Auch können die Begehren der Beschw erde insgesam t nicht als zum Vornherein aus- sichtslos bezeichnet w erden. D as G esuch um unentgeltliche Prozessführung ist som it gutzuheissen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.18 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um unentgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) w ird gutgeheissen. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführerin (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. C ._______) - I._______ D ie Abteilungspräsidentin: D er G erichtsschreiber: C laudia C otting-Schalch Stefan W eber Versand am :