A bteilung V E -4523/2007 gyk/jap {T 0/2} U rteil vom 16. Juli 2007 M itw irkung: R ichter G ysi, Badoud, R ichterin Teuscher G erichtsschreiber Jaggi X._______, geboren _______, alias Y._______, geboren _______, Arm enien, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 7. Juni 2007 i.S. Vollzug der W egw eisung (W iedererw ägung) / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer ersuchte zusam m en m it seiner Fam ilie unter den falschen Personalien Y._______ am 27. O ktober 1997 in der Schw eiz um Asyl. Zur Begründung m achte er im W esentlichen geltend, er sei arm enischer Ethnie, besitze die aserbaidschanische Staatsangehörigkeit und stam m e aus A._______. Seine Eltern seien am 30. Juni 1988 einem Pogrom zum O pfer gefallen. N achdem er dem Pogrom entkom m en sei, habe er sich beim Schw iegervater versteckt gehalten. B. M it Verfügung vom 20. M ai 1999 trat das BFF (Bundesam t für Flüchtlinge, seit dem 1. Januar 2005 Bundesam t für M igration [BFM ]) auf die Asylgesuche des Be- schw erdeführers und seiner Fam ilie nicht ein. N achdem das BFF im nachfolgenden Beschw erdeverfahren bei der dam als zu- ständigen Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) seine angefochtene Verfü- gung w iedererw ägungsw eise aufgehoben hatte, lehnte es am 8. Juli 1999 die Asyl- gesuche des Beschw erdeführers und seiner Fam ilie w egen U nglaubhaftigkeit der Vorbringen ab und ordnete die W egw eisung sow ie den W egw eisungsvollzug an. M it U rteil vom 6. M ärz 2000 w ies die AR K die gegen den Vollzug der Verfügung vom 8. Juli 1999 erhobene Beschw erde ab. D ie AR K hielt dabei in Ü bereinstim - m ung m it dem BFF im W esentlichen fest, aus der ausführlichen H erkunftsanalyse vom 10. M ärz 1999 gehe in schlüssiger W eise hervor, dass der vom Beschw erde- führer und seiner Fam ilie gesprochene „Arantian“-D ialekt eindeutig auf die R epub- lik Arm enien und nicht auf Aserbaidschan hinw eise. D as BFF habe zu R echt fest- gestellt, dass der Beschw erdeführer und seine Fam ilie aus Arm enien und nicht aus Aserbaidschan stam m ten. G leichzeitig w urde der Vollzug der W egw eisung nach Arm enien als zulässig, zum utbar und m öglich qualifiziert. C . Am 3. M ärz 2006 ersuchte der Beschw erdeführer beim BFM um w iedererw ägungs- w eise Aufhebung der Verfügung vom 8. Juli 1999 und um vorläufige Aufnahm e in der Schw eiz. Zur Begründung m achte er im W esentlichen geltend, er w erde von der arm enischen Botschaft nicht als Arm enier anerkannt. O bw ohl er sich um R ei- sedokum ente bem üht habe, sei der Vollzug der W egw eisung nach Arm enien un- m öglich. G leichzeitig verw ies er auf EM AR K 1995 N r. 14 (Entscheidungen und M it- teilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K]). Zur Stützung der Vorbringen reichte er ein Schreiben der arm enischen Botschaft vom 12. Juli 2005 zu den Akten, gem äss w elchem eine Person m it den Personalien Y ._______ nicht arm enischer Staatsangehöriger sei. M it Schreiben vom 20. April 2006 teilte der Beschw erdeführer dem BFM m it, er und seine Fam ilie hätten im Asylverfahren falsche Angaben zu ihren Personalien gem acht. Seine richtigen Personalien lauteten: X ._______. G leichzeitig erklärte er den R ückzug des W iedererw ägungsgesuchs unter der Bedingung, dass er noch 3 bis Septem ber 2006 in der Schw eiz bleiben dürfe, um gew isse D inge regeln zu können. Am 25. Septem ber 2006 teilte die M utter des Beschw erdeführers m it, dass am W iedererw ägungsgesuch festgehalten w erde und verw ies auf den am 1. Januar 1007 in Kraft getretenen Art. 14 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31), der unter bestim m ten Voraussetzungen die Erteilung einer kantonalen Aufenthaltsbew illigung aus hum anitären G ründen vorsehe. Am 17. April 2007 teilte das BFM dem Beschw erdeführer m it, aufgrund der am 2. M ai 2006 zu den Akten gereichten Farbkopien seines arm enischen R eisepasses w erde sein G esuch um Änderung der Personalien gutgeheissen; die gew ünschten Änderungen seien zw ischenzeitlich vorgenom m en w orden. D . M it Verfügung vom 7. Juni 2007 - eröffnet am 11. Juni 2007 - w ies das BFM das W iedererw ägungsgesuch vom 3. M ärz 2006 ab, sow eit es darauf eintrat, und stell- te fest, dass die Verfügung vom 8. Juli 1999 rechtskräftig und vollstreckbar sei und einer allfälligen Beschw erde keine aufschiebende W irkung zukom m e. Zur Begründung führte es im W esentlichen aus, insofern der Beschw erdeführer die Feststellung der U nm öglichkeit des Vollzugs der W egw eisung geltend m ache, sei darauf hinzuw eisen, dass gem äss EM AR K 1995 N r. 14 eine m ögliche freiw illige H eim reise des Betroffenen einer vorläufigen Aufnahm e zufolge U nm öglichkeit des W egw eisungsvollzugs von vornherein entgegenstehe. D iese R echtsprechung sei in EM AR K 2002 N r. 23 bestätigt w orden. Aufgrund der Akten stehe fest, dass er den schw eizerischen Asylbehörden über Jahre seine w ahre Identität verheim licht habe. D as eingereichte Schreiben der arm enischen Botschaft vom 12. Juli 2005 laute auf die falsche Identität des Beschw erdeführers und sei folglich nicht geeig- net, die geltend gem achte U nm öglichkeit des W egw eisungsvollzugs nach Arm eni- en zu belegen. Es sei davon auszugehen, dass eine R ückkehr nach Arm enien un- ter der richtigen Identität von den arm enischen Behörden nicht vereitelt oder er- schw ert w erde. D ie Voraussetzungen für die Anordnung einer vorläufigen Aufnah- m e zufolge U nm öglichkeit des Vollzugs der W egw eisung seien dem nach nicht er- füllt. Zum Verw eis der M utter in der Eingabe vom 25. Septem ber 2006 auf Art. 14 Abs. 2 AsylG sei festzustellen, dass es Sache des Kantons sei, m it Zustim m ung des BFM unter bestim m ten Voraussetzungen einer ausländischen Person aus dem Asylbereich eine Aufenthaltsbew illigung zu erteilen. Auf ein entsprechend begrün- detes G esuch könne deshalb nicht eingetreten w erden. H inzu kom m e, dass der Beschw erdeführer volljährig sei und die besagte Eingabe der M utter nicht von ihm unterschrieben sei. Zusam m enfassend sei festzuhalten, dass keine G ründe vorlägen, w elche die R echtskraft der Verfügung vom 8. Juli 1999 beseitigen könnten. D as W iedererw ä- gungsgesuch sei deshalb abzuw eisen. E. M it Beschw erde vom 3. Juli 2007 (Poststem pel) beantragt der Beschw erdeführer sinngem äss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die G ew ährung 4 der vorläufigen Aufnahm e. Zur Stützung der Vorbringen reicht er Berichte von am - nesty international zu Arm enien der Jahre 2004, 2005, 2006 und 2007 zu den Ak- ten. Auf die Begründung und die eingereichten Berichte w ird, sow eit entscheidw e- sentlich, in den Erw ägungen eingegangen. F. Am 4. Juli 2007 setzte der zuständige Instruktionsrichter den Vollzug der W egw ei- sung vorläufig aus. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügun- gen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesverw altungsgericht ent- scheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.3 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden w ird in einem vereinfachten Ver- fahren entschieden. W ie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 N ach ständiger Praxis der AR K, w elcher sich das Bundesverw altungsgericht an- schliesst, w ird der Begriff der W iedererw ägung in m ehrdeutigem Sinn verw endet. In der vorliegend zur Anw endung gelangenden Bedeutung bezeichnet dieser Be- griff die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene Veränderung der Sachlage. Im Folgenden ist som it zu prüfen, ob eine, w ie vom Beschw erdeführer geltend gem acht, solche veränderte Sachlage vorliegt, die eine Anpassung der urspünglichen Verfügung des BFM vom 8. Juli 5 1999 erfoderlich m acht. 3.2 Eine D urchsicht der Vorakten ergibt, dass aufgrund der Ausführungen des Be- schw erdeführers in seinem W iedererw ägungsgesuch vom 3. M ärz 2006 offensicht- lich keine m assgebende Veränderung der Sachlage vorliegt, die zu einer Anpas- sung der ursprünglichen Verfügung des BFM führen könnte. Anhaltspunkte dafür, der zum indest m it Farbkopien seines echten und auf seine richtige Identität lauten- den arm enischen R eisepasses ausgestattete Beschw erdeführer könnte nicht in der Lage sein, freiw illig in sein H eim atland zurückkehren, sind keine vorhanden. D ie Ausführungen in der Beschw erde beschränken sich im W esentlichen unter H inw eis auf die gleichzeitig eingereichten Jahresberichte von am nesty internatio- nal zu Arm enien auf eine Schilderung der politischen Situation im H eim atstaat, ohne indessen in substanziierter und detaillierter W eise zu den Erw ägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung Stellung zu nehm en. D as Vorbringen, der Beschw erdeführer befürchte, bei einer R ückkehr nach Arm enien von den dortigen Behörden w egen der in der Schw eiz gem achten falschen Angaben zu seiner Identität zur R echenschaft gezogen zu w erden, ist m angels Erheblichkeit nicht geeignet, den Vollzug der W egw eisung nach Arm enien als unm öglich er- scheinen zu lassen. Jeglicher G rundlage entbehrt sodann die nicht w eiter subs- tanziierte Behauptung, die Asylbehörden hätten nach Abschluss des ordentlichen Asylverfahrens die Schw eigepflicht verletzt. Auch die übrigen Vorbringen in der Beschw erdeschrift sind in keiner W eise geeignet, zu einer anderen Beurteilung zu gelangen, w eshalb darauf nicht w eiter einzugehen ist. Zur Begründung im Einzelnen kann vollum fänglich auf die entsprechenden Erw ä- gungen der Vorinstanz verw iesen w erden. 3.3 Zusam m enfassend ergibt sich, dass das BFM das W iedererw ägungsgesuch zu R echt abgew iesen hat. 4. D em Beschw erdeführer ist es nach dem G esagten nicht gelungen darzutun, inw ie- fern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist som it abzuw eisen. 5. M it der Abw eisung der Beschw erde w ird die am 4. Juli 2007 angeordnete Ausset- zung des Vollzugs der W egw eisung gegenstandslos. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die auf Fr. 1'200.-- festzusetzenden Kos- ten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver- w altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 1'200.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Vorakten (R ef.-N r. N _______; Kopie) - B._______ des Kantons C ._______ (Kopie) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Kurt G ysi Peter Jaggi Versand am :